ttr.203 Grtte? Blaff 189. Jahrgang Donnerstag, 14. Dezember 1959 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Prüft und Verlag: vrühlsche UniverstiStsdruckerel «.ränge in Cieften. 8chriftleitung und Seschästrftelle: Schulftraße 7 Ermässigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Rpf. Erscheint laglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gienener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8' /,Uhr des Vormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf. für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift nach vorheriger Vereinbarung 25 % mehr. eng- Lebhafte Bewunderung in aller Well kraft voraus!" Die Gefahr war vorüber. Der lische Angriff war abgeschlagen. en in großen Schlagzeilen auf die außerordentliche eistung hin, die das große Atlantikschiff mit dem Büro- und Geschäftsstunden die Straßen Kopenhagens füllen, haben sich noch bedeutend vergrößert. Wenn sich auch die dänische Bevölkerung ziemlich rasch an die neuen Verhältnisse anpaßt, so kehrt doch immer und immer die Frage wieder: .Warum müssen wir all das auf uns nehmen?" Vorherrschaft Englands auf allen Meeren ist gebrochen, das haben Sie auch bewiesen durch diese Fahrt. Und wenn der Engländer seine Ohnmacht hinter der Aeußerung versteckt, daß er in der vergangenen Nacht das Schiff aus völkerrechtlichen Gründen geschont habe, so ist das uns nur ein weiterer Beweis, daß die englische Vorherrschaft zur See nicht mehr vorhanden ist." Der Betriebsführer des Norddeutschen Lloyd, Firle, richtete Dankesworte an den fast 40 Jahre im Dienste des Lloyd stehenden Commodore Ahrens. Mit Stolz werde die Fahrt der „Bremen" in die Geschichte des Lloyd und der deutschen Handelsmarine ausgenommen werden. Für Gauleiter Bohle überbrachte der Beauftragte der AO. Bremen Glückwünsche, wie auch Senator Bernhardt Grüße der Hansestadt Bremen aussprach. Commodore Ahrens dankte allen. Nicht Heldentaten habe er und seine Mannschaft vollbringen wollen, sondern sie seien allein vom Pflichtbewußtsein geleitet worden. Die Begrüßung fand in angeregter Aussprache ihren Ausklang. Oer Wehrmachisbericht vom Mittwoch. Feindlicher Stützpunkt auf französischem Gebiet ausgehoben. Berlin, 13. Dez. (DJIB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Westen örtliche Spähtrupp- und Artillerietätigkeit. 3n der Gegend südostwärts Saarbrücken hob ein Spähtrupp in Stärke von einem Offt- zier und zehn Wann einen feindlichen Stützpunkt auf französischem Gebiet aus. Der Feind verlor fünf Tote. Lin Offizier und 16 Wann wurden gefangen genommen. Der deutsche Spähtrupp kehrte ohne eigene Verluste zurück. 3m Zusammenhang mit der Rückkehr des Lloyd-Schnelldampfers „Bremen" flogen in den Abend- und Nachtstunden des 12. 12. britische Flugzeuge in die Deutsche Bucht ein. Frühzeitig von den Rordseeinseln und den Kriegsschiffen einsehendes Abwehrfeuer zwang den Gegner, ohne die Rordseeküste erreicht zu haben, imküstenvorfeld umzukehren. Neue britische Sck ffsverluste Lin „Vremen"-OWer berichtet Oie Abwehr des englischen !l-8oots-Angriffs. Die Heimkehr der „Bremen". Herzlicher Willkommengruß des Reichsverkehrsministers im Heimathafen. durch Versailles geschaffenen Unglück emporzusteigen. Die „Bremen" beweise den unerschütterlichen Wlllen des Besiegten von 1918, wieder in der vordersten Reihe der seefahrenden Nationen zu stehen und sich den seiner politischen und wirtschaftlichen Bedeutung gebührenden Anteil am Welthandel zu sichern. Mit Spannung habe das deutsche Volk bei Beginn des Krieges die Rückreise des herrlichen Schiffes verfolgt, während die britische und französische Kriegsmarine alles aufboten, um sich seiner zu bemächtigen und durch einen so außergewöhnlichen Fang ihr Prestige wieder zu heben. Bremen, 13. Dezember. (DNB.) Einer der Offiziere der „Bremen" berichtete über die erfolgreiche Abwehr des englischen U- Boot angriffe s: Es war am frühen Vormittag, bei klarem, sichtigem Wetter und ruhiger See. Commodore Ahrens selbst war auf der Brücke und mit ihm die Mehrzahl der Offiziere. An Backbord und Steuerbord, auf dem Vorschiff und dem Achterdeck waren Offizierswachen, die die See beobachteten. Der untere und obere Ausguck waren wie stets auf dieser Fahrt besetzt. Deutsche Flugboote geleiteten die J8 r e m e n". Sie brausten an Backbord und Steuerbord vorüber und Härten weithin auf. Auf Meilen hinaus suchten sie das Wasser auf Gefahren ab, die der „Bremen" drohen könnten. Auch von der Brücke und vom oberen Ausguck aus beobachteten wir scharf das Meer, denn wir wußten, haft die Engländer versuchen würden, die „Bremen" noch zu guter Letzt abzufangen. In der Fimk- tabine saß der wachhabende Offizier mit den Hörern am Ohr — höchste Wachsamkeit war auf dem ganzen Schiff. Plötzlich erkannte man auf der Brücke ein Signal, das eines der Flugboote gab: „A chtung! U - 3 o o t g e f a I) r!" Sogleich gingen die notwendigen befehle hinaus: „Maschinen äußerste Kraft voraus! 3ekkorddüsen einsetzen, Zickzackkurs, Alarm!" Im iclben Augenblick kam aus der Funkkabine die Mit- icilung zur Brücke: „Flugboot funkt: Englisches !l - B o o t in Sicht!" Die „Bremen" hatte schon den Zickzackkurs an der „Bremen" vorbeischoß. „Eine kühne Tat." A m st e r d a m, 14. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der Lieuwe Rotterdamsche Kurant" stellt fest, daß die Rückkehr der „Bremen" in ihren Heimathafen e i n bewundernswertes Stück echten See- mannstums und eine kühne Tat darstelle, die wahrscheinlich auch von den Engländern gewürdigt Kerben würde, wenn sie nicht so verärgert wären, dcß es ihnen nicht gelungen ist, diesen berühmten O'eanriefen abzufangen. Daß man in Deutschland hierüber lebhafteste Freude empfinde, sei zu bereifen. Dänemark muß sparen Dorr' unserem Sch.-Korrespondenien Das Tagesgespräch in LSA. Ne-uyork, 13. Dez. (Europapreß.) Die Heim- ahrt der „Bremen" durch die englische Blockade eherrscht die Aufmachung der amerikanischen treffe. Die Blätter räumen den Berliner Berichten ber die „Bremen" breitesten Raum ein und wei- Kopenhagen, Dezember 1939. Dänemark rft ein kleines, aber dank der Arbeitsamkeit seines Volkes ein wohlhabendes Land. Dänemark ist, dem Hundertsatz nach, das Land der meisten Millionäre. Trotzdem beherrscht heute die Parole „Sparen!" das öffentliche Leben. Sparen muß nicht nur der einzelne, sondern sparen müssen alle Betriebe, die öffentlichen Einrichtungen und auch der Staat. Der von England vom Zaun gebrochene Krieg hat auch die Wirtschaft dieses Heinen nordischen Landes schwer erschüttert. Die englischen Blockademaßnahmen und das Vorgehen gegen die neutrale Schiffahrt haben der dänischen Schiffahrt, dem wichtigsten Geschäftszweig des Landes, einen schweren Schlag versetzt. 70 v. H. der gesamten dänischen-Ein- und Ausfuhr erfolgt auf dem Wasserweg. Cs liegen heute keine genauen Prozentsätze über den Rückgang des dänischen Schiffsverkehr, vor, doch lassen sich im täglichen Leben die außerordentlich schweren Rückwirkungen an den kleinen Dingen ermessen. Es macht dem kleinen Lande alle Ehre, in welcher Art und Weise und mit welcher Schnelligkeit es sich auf die Kriegsverhältnisse umgeftellt hat. Der Sparparole wird überall Folge geleistet. Am auffälligsten wirkt sich das in dem Verbrauch von Brennstoffen aus. Kohle ist neben Treibstoff heute eines der wertvollsten Verbrauchsgüter des Landes geworden, denn beide müssen fast ausschließlich auf dem Schiffswege eingeführt werden. Der Zuckerverbrauch wurde rationiert, viele Lebens- und Genußmittel sind knapp und teuer geworden. Wenn Kohle gespart werden muß, muß auch an elektrischem Strom gespart werden, darum haben die Geschäftshäuser auf die Werbung mit Lichtreklame verzichtet. Die meisten Geschäfte beleuchten die Schaufenster nach Ladenschluß nicht mehr oder nur mit wenigen schwachen Lampen. Immer wieder lieft man in den Geschäften Hinweise folgenden Inhalts: „Unsere Käufer werden gebeten, ihre Pakete nicht schicken zu lassen, da wir täglich nur noch einmal unseren Kraftwagen ausschicken können." Diese Hinweise findet man selbst in jenen Geschäften, in denen man früher nicht als „feiner Mann" angesehen wurde, wenn man sich nicht eine Packung von 25 Zigaretten ins Haus bringen ließ. Die Einschränkung des Treib- stoffverbrauches hat natürlich auch jeden privaten Kraftwagenverkehr unmöglich gemacht. Die Folge davon ist, daß die öffentlichen Verkehrsmittel genau wie in zahlreichen Ländern des Festlandes stark benutzt werden. Die Herren „Direktoren" müssen nun entweder auch die Straßenbahn, den Omnibus oder sonstige Derkehrseinrichtungen benutzen, wenn sie sich nicht gar auf das Fahrrad „versteigen", das ja in Dänemark ein wahres Volksverkehrsmittel ist. Kopenhagen rft die Stadt der meisten Fahrräder. Die Schlangen und Kolonnen der Radfahrer, die zu Beginn und am Ende der Geschäftstüchtige Geekriegsührmig. Don Kapitän zur See pi ofesior von Waldeyer-Harh. Bis zu den wirren Tagen der großen französischen Revolution erfreute sich die Flotte Frankreichs in militärischer Hinsicht hohen Ansehens. Im Sumpf des Zusammenbruchs aller staatlichen Ordnung schwand aber ihr Stern dahin. Selbst ein Napoleon vermochte es nicht, so sehr er sich auch darum bemühte, den Flottenkörper unter der Trikolore derart zurecht zu schweißen, daß er nach Wert und Kraft auf die Bahnen verflossener Leistung zurückkehrte. Stteng genommen hat erst der Weltkrieg die angestrebte Gesundung gebracht.. In den Jahren zwischen 1919 und 1939 ging es mit ber französischen Flotte aufwärts; scheinbar jedoch nur für kurze Zeit. Heute ist sie in das britische Fahrwasser eingeschwenkt, und zwar in einer Angelegenheit, die alles andere, nur keine Ritterlichkeit und kein Ehrgefühl verrät: auch Frankreich macht aus der Seekri'egführuny ein Geschäft, es legt die Rüstung des ehrlichen Kämpfers ab und hängt sich den Mantel eines Börsenjobbers um! Der Präsident der französischen Republik hat nun ein Dekret herausgegeben, das sich mit der B e - Handlung aufgebrachter Prisen befaßt. Im Artikel 1 dieses Dekretes wird bestimmt, daß jedes weggenommene feindliche Kriegsschiff Eigentum des französischen Staates werde. Hiergegen läßt sich vom Standpunkt des Kriegs- rechts aus nichts einwenden. Es bleibt bloß die Frage offen, ob es der französischen Marine jemals gelingen wird, ein deutsches Kriegsschiff zu überwältigen, solange unter der Hakenkreuzflagae überhaupt noch eine Spur von Kampfkraft lebt. Nach Artikel 3 des gleichen Dekretes verfallen alle Erlöse aus aufgebrachten feindlichen Prisen dem untergegangen. Die aus 32 Mann bestehende Be- sotzung landete an der Küste. Desgleichen ist der englische Schlepper „W a r w i ck H e a d" an der englischen Ostküste auf eine Mine gelaufen und gesunken. Der Schlepper hatte 496 Tonnen Wasserverdrängung. Bei Stad an der norwegischen Westküste, unweit von Aalesund, ist der englische Dampfer „Deptford" (4000 Bruttoregistertonnen) torpediert worden. Das Schiff, das von Norwegen noch England unterwegs war, ist sofort gesunken. Ein norwegischer Dampfer, der sich in der Nähe befand, konnte nur wenige Mann der Besatzung retten. Hinter verschloßenen Türen. Die Geheimsitzung des britischen Parlaments. London, 14. Dez. (Europapreß.) Um vier Uhr nachmittags trat das Unterhaus in die Geheimsitzung ein. Bereits vor Beginn der Sitzung waren der Sitzungssaal und die umliegenden Räume durch Polizisten gesäubert worden. Sobald Chamberlain am Schluß der Fragezeit den Antraa auf Beginn der Geheimsitzung stellte, wurden alle Tribünen von Pressevertretern und sonstigen Zuhörern geräumt. Gleichzeitig begann ein sturster Zustrom von Mitgliedern des Oberhauses. Auch der Herzog von Kent nahm auf einer der xribünen im Sitzungssaal Platz. Zugleich mit den Tribünen wurden auch die an den Sitzungssaal angrenzenden Räume des Parlaments geräumt. Alle Angestellten, die normalerweife in der Nähe des Sitzungssaales beschäftigt sind, mußten chre Arbeitsplätze verlassen. Außer den Mitgliedern der beiden Häuser des Parlaments sind nur einige der hohen Parlamentsbeamten zugelassen, darunter auch der Sergeant- at-Arms und sein Stellvertreter. Beide Posten werden für gewöhnlich mit ehemaligen hohen Offizieren besetzt. Die Versorgung der Kaminfeuer in den Aufenthaltsräumen der Parlamentsmitglieder mußte während der Dauer der Geheimsitzung von dem stellvertretenden Sergeant-at-Arms, einem ehemaligen Oberstleutnant, übernommen werden. "?ez (DNB.) Am Mittwoch um 12.15 Uhr nachte das Flaggschiff des Norddeutschen Lloyd der Schnelldampfer „B reme n", in seinem Heimathafen fest. Reichsverkehrsminister Dr. D o r p m u Iler ging mit Vertretern von Partei otaat und Wehrmacht an Bord, wo er dem Com- moöore Ahrens seine Glückwünsche zu dem glückhaften Gelingen der Heimat aussprach. „Ich kann mir kaum einen glücklicheren Tag denken", so sagte er, „als den heutigen, an dem es mir beschieden 'st. Sie namens der Reichsregierung zu begrüßen und Ihnen zu danken für die Taten, die Sie durch die Zurückführung des stolzen Schiffes vollbracht haben. Wir wollen auch der Besatzungen gedenken denen es nicht gelungen ist, ihr Vorhaben auszu- fuhren und die dann in letzter Minute ihr Schiff eher dem Untergang weihten, als es in Feindes- Hand fallen zu lassen. Und mit Ihnen gedenken wir der Helden, die ihr Leben Hingaben für den gleichen Zweck. Alle Deutschen haben mit Spannung den Ausgang »bes Wettlaufens' der .Bremen' mit dem angeblich .alle Meere' beherrschenden England verfolgt. D i e auf genommen. Das mächtige Schiff wendete nach Steuerbord, dann wieder nach Backbord und wieder nach Steuerbord hinüber. Die Alarmsirenen riefen alle Mann an Deck und an die Rettungsboote. Nur im Maschinenraum arbeitete die Maschinenwache so, als hätte kein Alarm stattgefunden. Mit den Gläsern suchten wir die Stelle, wo das Periskop des englischen U-Bootes aus dem Wasser ragte. Mit höchster Geschwindigkeit stürzte sich eines ber deutschen Flugboote auf den englischen Angreifer. Es vergingen einige Minuten höchster Spannung für alle an Bord. Aber ehe noch das Flugzeug z>? einem direkten Angriff übergehen konnte, tauchte das englische Flugboot bereits. Offenbar hatte der Kommandant des englischen U» Bootes schon beim Herannahen des deutschen Flugbootes Befehl gegeben, in Tiefe zu gehen. Das Periskop tauchte unter Wasser, und das U-Boot fuhr mit unbekanntem Kurs ab. Der Engländer war nicht dazu gekommen, feinen wohl- vorbereiteten Anlauf auf die „Bremen" durchzu- führen. Er war von dem deutschen Flugzeug tief unter Wasser gezwungen worden. Noch blieb höchste Alarmstufe an Bord bestehen. Auch das deutsche Flugzeug blieb am Feind und kreiste unablässig über der Stelle, wo das Periskop des U-Bootes im Wasser verschwunden war. Schließlich kam dann von dem Flugzeugführer das Signal: „Angriff nicht mehr zu befürchten!" Von der Brücke der „Bremen" wurde der Befehl gegeben: „Alle Mann an die Arbeitsplätze! Normal- Oas Lieblingsihema her römischen presse. Rom, 14. Dez. (DNB.-Funkspruch.) Das Geigen des neuen kühnen Wagestückes der „Bremen ist das Lieblingsthema der römischen Blätter, die iisli stark interessierten Lesern in ausführlichen Be- lihten die Freude und den Stolz des deutschen 8clkes über die glückliche Heimkehr des deutschen Sdjiffes melden. Der Wert des Schiffes und feine Bedeutung für das deutsche Volk lasse sich nicht mit tagten Zahlen wiedergeben. Es sei, wie der , La- [oro Fascista" betont, geradezu das S y mb o l ter zähen und unermüdlichen Arbeit der deutschen Handelsmarine, trotz dem Heber all dieser Unbequemlichkeiten und Entbehrungen, die heute das dänische Volk auf sich nehmen muß. Mtt einem bitteren Gefühl erinnert man sich auch des englischen Ueberfalis auf Kopenhagen, das damals 1801 im tiefsten Frieden unter das Feuer der englischen Geschütze genommen wurde. Die große Weihnachtstanne auf dem weiträumigen Rathausplatz in Kopenhagen läßt in diesem Jahr bei den vorübergehenden Menschen nicf)t, die gleiche weihnachtliche Stimmung aufkommen wie in früheren Jahren. Auch die Bevölkerung eines neutralen Landes spürt den Druck des Kriegszustandes, der von unverantwortlichen Kriegshetzern an der Themse arbeitsamen Menschen vieler Länder aufgezwungen wurde. Heues schwedisches Kabinett. Eine Regierung der nationalen Sammlung Stockholm, 13. Dez. (DNB.) Die schwedische Regierung wurde Mittwoch vormittag umgebildet. Ministerpräsident ist Per Albin H a n s s o n; Aeuße- res: Christian Günther, bisher Gesandter in Oslo; Justiz: Westman (wie bisher); Krieg: Per Edwin Sköld; Soziales: Gustav Möller (bis®, her Handelsminister); Verkehr: Reichstagsabgeordneter Gustaf Andersson; Finanzen: Ernst V i g- f o r ß (wie bisher); Kuttur: Reichstagsabgeordneter Gösta Baage (Führer der Rechtspartei); Landwirtschaft: Axel Pehrsson -Bramstorp; Handel: Reichstagsabgeordneter I. F. D o m ö (Rechtspartei); Volksversorgung: Herman E r i k s o n; ohne Portefeuille: Nils Quensel, Reichstagsabgeordneter Thorwald B e r g q u v i st. Ausgeschieden sind demnach aus,bem Kabinett Außenminister Sandler, Kultusminister Eng- berg, Verkehrsminister Strindlund und der Minister ohne Portefeuille H ä g g l e f f. Zum ersten Male seit vielen Jahren ist damit eine Regierung gebildet, die keine sozialdemokratische M e hrheit hat. In der Regierung sind die vier größten Parteien des Reichstages vertreten. Besonders wird vermerkt, daß an Stelle des Außenministers Sandler ein Berufsdiplomat getreten ist. Die neue Regierung ist vom König bereits vereidigt worden. Mittags gab sie im Reichstag folgende Regierungserklärung ab: Mit Rücksicht auf die internationale Lage und die Schwierigkeiten, die diese auch für unser Volk mit sich gebracht hat, ist der Zeitpunkt gekommen, den schon früher erörterten Gedanken einer Sammlung zu verwirklichen, durch die die Repräsentanten aller bedeutenden Meinungsrichtungen Anteil und Verantwortung an der Regierung des Landes nehmen sollen. Diese Handlung' stellt eine Manifestation der nationalen Einigkeit hinsichtlich der jetzt wesentlichen Aufgaben der schwedischen Außen- und Innenpolitik dar. Die Regierungserklärung bringt anschließend den Willen des schwedischen Volkes zum Ausdruck, Neutra- lität'und Selbständigkeit zu wahren. Dieses Streben schließe auch die Zusammenarbeit mit den übrigen bündnisfreien neutrale n Staaten in sich. Die Erklärung schließt mit einem Appell an alle, die innerpolitischen Meinungsverschiedenheiten zu begraben und die Regierung bei den großen Aufgaben zum Wohle des gan- zen Volkes zu unterstützen lurchbruch durch die englische Blockade vollbracht lat. Die Berichte aus London dagegen, denen ufolge ein englisches U-Boot die „Bremen" sichtete, Uber auf ihre Torpedierung verzichtete, werden mit größter S k e p s is aufgenommen. Die Neu- prker Zeitung „Daily News" bespöttelt die „eng= liche Riterlichkeit", die mit einem Torpedo offenbar Amsterdam, 13. Dez. (DNB.) Das Londoner Motorschiff „King Egbert" (4536 Tonnen) ist: Mit zunehmender Bitterkeit erkennt man in Eng- an der Ostküste Englands nach einer Explosion! l a n d von Tag zu Tag mehr den eigentlichen Ür° Oer russisch-finnische Konflikt Die russische Flotte der Der vor die Nase 311 setzen. Kleine politische Nachrichten um Die wandt würden. * In Gibraltar ist am Dienstagmittag Dampfers „P i l s u d s k i" aufgefunden. Wegen des stürmischen Wetters gelang es dem Kutter nicht, das Boot in den Hafen von Esbjerg einzubringen. Ein Fischkutter aus Esbjerg hat während des Fischfangs in norwegischen Gewässern ein leeres UUI VCl UllCUKIlCIl ‘V**“ -----------7 ---> - . , en r ben- und Maschinengewehrangriffe auf motorisierte Ostsee, gelangen, um uns dort eine U-Boot-Basis Jnfanterieabteilungen durchgeführt. Ivor die Nase zu setzen. Die slowakisch-deutschen Verhandlungen über die Lieferung deutscher Kohle wurden abgeschlossen. In Preßburg wird eine Zentralverkaufsstelle für Kohlen errichtet, die eine Monopolstellung einnehmen und als Geschäftspartner gegenüber den deutschen Stellen fungieren soll. 12 Uhr Fliegeralarm gegeben worden. Bevölkerung begab sich sofort in die Luftschutzkeller. Nach einer Viertelstunde wurde der Alarm ab- geblasen. Später erfuhr man, daß vier Flugzeug-, die n-icht identifiziert werden konnten, auf dem Flug von Süden auf Gibraltar beobachtet worden waren. Später änderten diese Flugzeuge ihre Richtung. dodol. Schlechtes Wetter verhinderte Aktionen Luftwaffe. Was die Finnen melden. Rumänien schützt seine Erdölgebiete. Sicherurrgsmatznahrnen gegen britische Sabotage. Bukarest, 14. Dez. (DNB.-Funkspruch.) Der Kommandierende General des Bukarester 2. Armeekorps, in dessen Bereich auch das Erdölgebiet von P l o j e s ch t i fällt, ordnete an, daß alle Betriebe Maßnahmen ergreifen müssen, um Sabotageakte zu verhindern. Die Verordnung, die eine Folge der dauernden Sabotageakte im Erdölgebiet ist, wird als erster Schritt der Regierung betrachtet, die offensichtlich durch englische Machenschaften heroorgerufenen Anschläge auf lebenswichtige Betriebe der rumänischen Wirtschaft in Zukunft mit allen Mitteln zu verhindern. Schluß mit den Vildsälschungen. Eine Forderung der rumänischen Presse. Bukarest, 13. Dez. (Europapreß.) Unter dem Motto „Schluß jetzt mit den Bildfälschungen" wendet sich das Bukarester „Tageblatt" gegen die bei verschiedenen Bukarester Blättern sehr beliebten Mechoden, irgendein verstaubtes Klischee aus dem Bildarchiv der Schriftleitung hervorzuholen und es mit einem aktuellen Text zu ver- — Zur Luft: Feindliche Flieger haben am 12. dieses Monats aus großer Höhe die Gegend um Hangö und Ekenäs und eine Anzahl vorgelegener Inseln bombardiert. Die finnischen Flieder haben auf verschiedenen Frontabschnitten zahlreiche Bom- Rechtsschutr für Einberufene. Nachdem die Zuständigkeit der Amtsgerichte in Streitigkeiten über vermögensrechtlichk: Ansprüche auf 150 0 R M. h e r a u f ges etzl: worden ist, werden die Amtsgerichte in größerem Umfange als bisher mit Rechtsstreitigkeiten befahl werden, deren Ausgang für die Parteien von ein« schneidender wirtschaftlicher Bedeutung ist. Es i|ö verständlich, daß Parteien, denen es an der erforderlichen Rechtskenntnis oder Gewandtheit fehlt, besonderem Maße das Bedürfnis empfinden werden, durch einen Rechtsanwalt vertreten M sein. Der Reichsjustizminister führt aus, daß die Gerichte dies bei der Entscheidung über die Bei" ordnung eines Rechtsanwalts im Armenrecht nichu unberücksichtigt lassen dürfen. Vor allem gelte hfl® für die Behandlung der Anträge solcher Partelen» die durch Einberufung an der persönliche« Wahrnehmung von Terminen behindert sind. Bevor hier auf die Möglichkeit der Vertretung durch än» gehörige oder Angestellte verwiesen wird,, soll besonderer Sorgfalt geprüft werden, ob eine sola^ Vertretung möglich und zumutbar und im Hinvi^ auf die Bedeutung der Sache überhaupt zweckdtem lich ist. Die sowjetrussische Wirtschaftsdele« gation, die im Zuge der deutsch-sowjetrussischen Wirtschaftsverhandlungen unter Führung des Volks- kommissars Tewoßjan und des Generals der Artillerie Sawtfchenko nach Berlin gekommen war, um mit der deutschen Industrie Fühlung aufzunehmen und eine Reihe der für die Lieferung deutscher In- Oie Förderung des Akademiker-Nachwuchses. Das Zentralorgan des NSD.-Studentenbundes „Die Bewegung" gibt eine Bilanz der Studien- örderung des Reichsstudentenwerks bekannt. Der ozialistische Auslesegedanke auch für die akademi- chen Berufe konnte bereits so weit verwirklicht werden, daß heute der Begabte ohne eigene Kosten von der Sexta bis zum Staatsexamen gebracht werden kann. Die gute Auslese wird gesichert durch eine Zusammenarbeit des Reichsstudentenwerks mit der NSDAP. Auch die Schule, der RAD. und die Wehrmacht leisten wertvolle Unterstützung. Die 1938 eingerichtete Stipendienvermittlung des Reichsstudentenwerks sichert den höchsten Nutzwert der von der Wirtschaft und den Berufsverbänden bereitgestellten Mittel. Es werden zur Zeit etwa 600 Studierende, vorzugsweise der technischen Fachrichtungen, durch die Stipendienoermitt- lung betreut; für sie stehen 200 000 RM. im Jahr bereit. Mit dem Neuaufbau auf allen Lebensgebieten haben sich auch für die wissenschaftlich vorge- bildete Frau neue Berufsmöglichkeiten in so gro- ;er Fülle ergeben, daß ein besonderes Referat im lteichsstudentenwerk für die Auslese und Betreuung der Studentinnen eingerichtet wurde. Selbstverständliche Voraussetzung der Studienför« derung sind: körperliche und geistige Gesundheit, überdurchschnittliche Begabung und persönliche Eignung sowie Bewährung im politischen Dienst. Don Semester zu Semester unterrichten die Hochschullehrer die Studentenwerke über die Studienfort« schritte der Geförderten. Ebenso beurteilt der Käme- radschastsführer oder Fachgruppenleiter des NSDStB. die charakterliche und polittsche Bewährung. Die Förderungseinrichtungen sollen besonders der Lenkung fähiger junger Kräfte in staatspolitisch wichtigen Berufen dienen. Während stüher in der Regel eine Förderung erst ab 3. Semester erfolgte, kann heute, der völlig mittellose Student bereits vom 1. Semester an ausgenommen werden. Die Anfängerförderung schlägt so die Drücke von den Erziehungsbeihilfen und Schulgeldbesteiungen der Oberschule zur Hoch- und Fachschule und ermöglicht jeder Begabung ohne Rücksicht auf Stand und Vermögen des Vaters den Zugang zur höheren Ausbildung. Insgesamt sind im Ähre 1938/39 aus Mitteln des Reichsstudenten' werks rund 3,6 Millionen RM. für Förderung^ zwecke gegeben worden. Davon entfallen zwei Millionen auf nicht rückzahlbare Studienbeihrlfen der' Anfänger- und Fortg-eschrittenenförderung. Demge- genüber wird die Abschlußförderung in. Form fanfl- fristiger Darlehen gewährt, und zwar jährlich etwa: 1,6 Millionen RM. Seit Begründung der Darlehensförderung sind rund 40 000 Studenten mit: einem Gesamtbetrag von 22 Millionen RM. gefordert worden. Die russische Flotte hat mit der Blockierung Finnlands begonnen. Heber ihre Einsatzmog- lichkeit ist nicht leicht ein völlig klares Bild zu gewinnen, einmal weil die Sowjettussen ihre Kriegsschiffbauten sehr geheim halten und dann, weil sich die russische Flotte auf das Eismeer, die Ostsee, das Schwarze Meer und den Stillen Ozean verteilt. In der Ostsee haben die Sowjetrussen zwei modernisierte Schlachtschiffe von je 23 000 Tonnen, die 1911 in ihren ursprünglichen Formen fertiggestellt waren. Außerdem verfügen sie über zwei Kreuzer, darunter den ersten eigentlichen Neubau ihrer Kriegsflottte, den 8000 Tonnen großen Kreuzer ,L i r o w", der mit 18-cm-Geschützen bestückt ist. Die Russen haben erst 1937 in großem Stil Mit der Modernisierung und dem Neubau ihrer Flotte begonnen. Sie sind offenbar dabei, erst die Schiffstypen auszuprobieren. Erhebliche Leistungen haben sie dagegen mit dem Bau von Zerstörern und U-Booten vollbracht. Sie verfügen in der Ostsee und im nördlichen Eismeer über zwölf Zerstörer, vierzehn Torpedo-Boote und insbesondere 72 U-Boote nach offiziösen Angaben. Vielfach wurde ihr Bestand an Schiffen dieser Kategorien sogar als höher vermutet, wofür charakteristisch ist, daß die Gesamtzahl aller sowjettussischen U-Boote (also einschließlich des Schwarzen Meeres und des Fernen Ostens) bald auf 160 und bald auf 250 angegeben wird. Hervorgehoben sei, daß Großadmiral R a e d e r vor einiger Zett bemerkte, daß die russischen U-Boote technisch auf der Höhe seien. Vielleicht hat der eine oder andere Leser gestutzt, daß wir die Zahl der russischen Zerstörer und U-Boote im Eismeer und in der Ostsee in einem Atemzuge angaben. Das ist aber durchaus kein Irrtum," denn der Stalin-Kanal, der Leningrad mit Murmansk am Eismeer verbindet, ist für die flach gehenden sowjetrussischen Zerstörer, Torpedo- und U-Boote befahrbar! Aus demselben Grunde woltten die Engländer ursprünglich mit j ihren U-Booten durch diesen Stalin-Kanal in die nen Vorgesetzten kennt. Auch die aufgefunbe- nen Briefe geben ihm keine Handhabe, etwas Ad. ttägliches über die Stimmung in der Heimat zu de- richten. Er muß vielmehr erkennen, daß auch die An. gehörigen sich in jeder Weise diszipliniert verhalten und die Briefe, wie er sich ausdrückt, „vorsichtig ab- gefaßt" sind. Gänzlich unverständlich ist ihm des deutschen Soldaten selbstverständliches Bekenntnis zum Nationalsozialismus. Er schließt: „Die deutsche Jugend geht mit geschlossenen Augen dorthin, wo es dem Führer gefällt, sie hinzuführen." Bulgariens politische Linie. Rom, 14. Dez. (Europapreß.) „Giornale d'Jta- lia" veröffentlicht Äußerungen des bulgarischen Ministerpräsidenten zur Lage. Bulgarien fei fest entschlossen, seinerseits die Lage auf dem Balkan :n keiner Weise zu komplizieren; es mühe sich nut allen Mitteln, die Zusammenarbeit mit seinen Nachbarn fortzusetzen, es erwarte, auf diese Weise eine gerechte und steundschaftliche Lösung aller noch offe- nen Fragen zu erreichen. So wie die Haltung Italiens sei auch jene Bulgariens eine der wachsamen Erwartung. Diese Haltung bedeute keineswegs einen Verzicht auf die Verwirklichung des eigenen nationalen Programms. Bulgarien glaube, daß feine Forderungen sogar durch Verzicht einer Ausnützung eventueller Schwierigkeiten des Nach, barn befriedigt werden können; eher noch am Frie. densverhandlungstisch als auf dem Schlachtfeld werde Bulgarien feine Probleme lösen können, vor allem, wenn bedacht werde, daß eine Großmacht wie Italien im Augenblick der Friedensverhandlun. gen ein entscheidendes Wort sprechen werde, das nicht nur seinen, sondern den Interessen aller Völker dienen werde, die ihm bei der Begrenzung des gegenwärtigen Konflikts Hilfsdienste geleistet haben. Werden englische Kriegsschiffe die »Gansu Maru" festhalten? M a i l a n d, 13. Dez. (Europapreß.) Der Sprecher des japanischen Außenministeriums erklärte, der ja- panische Dampfer „Sanju Maru" werde Rotter- d a m wahrscheinlich am Mittwoch mit deutschen Exportwaren verlassen. Japan habe von Low don noch keine amtliche Mitteilung über die britische Haltung erhalten. Man wisse daher nicht, ob es seine Fahrt ungestört sorffetzen könne. Die Regierung habe im Falle der Anwendung der englischen Blockademaßnahmen mit Vergeltungsmaß. regeln gegen hie englischen Schiffe in Ostasien gedroht. französischen Staatsschatz. Auch geaen diese Regelung läßt sich nichts anführen. Sie ist fachlich gerechtfertigt. Hingegen verwandelt sich das Bild sofort zu einem wahren Zerrbild kriegerischer Ehrgesetze, wenn wir den Artikel 3 weiter verfolgen. Er bestimmt nämlich, daß im Falle der Aufbringung einer Prise auf hoher See durch französische See- < ftreitfräfte „ein Viertel des Erlöses den Capteurs zuzufallen habe". Mit anderen Worten: Geldprämien werden ausgesetzt, um die Wachsamkeit, : die Dienstbereitschaft und den Mut der Besatzungen ; französischer Kriegsschiffe aufzustacheln — wahrlich, ein sauberes Geschäft, nicht einmal würdig dessen, in Verbindung mit dem Namen eines ehrbaren Kaufmannes genannt zu werden. Die französische Republik ist aber überzeugt, und sie folgt dann, wie gesagt, britischen Spuren, daß sie mit dieser Methode ein Mittel gewonnen habe zur Vermehrung ihrer „Gloire” und zur Sicherung des Sieges. Unser Dekret begnügt sich nun aber nicht nur mit allgemeinen Anordnungen über das Geschäftemachen im Seekrieg; o nein, es geht noch erheblich weiter! Es enthält eine peinlich genaue Bestimmung, wie das Viertel des Prisenerlöses auf die einzelnen Besatzungsteile französischer Kriegsschiffe zu verteilen sei. Von dem bewußten Viertel gelangen 25 v. H. zur Auszahlung an die „höchsten Offiziere, Kommandanten und Offiziere aller Einheiten, die den Stab derjenigen Seestreitkräfte oder Fahrzeuge bilden, die bei Aufbringung der Prise mitgeroirrt haben." Die restlichen 75 v. H. des Gewinnes wer- den an die beteiligten Mannschaften als „Kriegsprämie" ausgeschüttet. Und noch weiter: auch über die Aufteilung der Anteile von 25 bzw. 75 v. H. läßt sich das Dekret bis in alle Einzelheiten aus. Für Geschwaderchefs, Stabsoffiziere, Subalternoffi- ziere bzw. sind bestimmte „Gutscheine festgesetzt, ebenso auch für die Regelung des Goldstroms, der in die Mannschaftsräume fließen soll Und gelingt es gar, ein französisches Handelsschiff, das in Feindeshand gefallen war, zurückzugewmnen, also eine „Reprise" vorzunehmen, dann erhöht sich der Gesamtanteil der Kriegsprämie von 25 auf 33Vs v. H.! Man sieht, es ist ein Erlaß entftanben, der seine Durcharbeitung offenbar in einem Kreise von Männern gefunden hat, die faulen Börsengeschäften näher stehen als dem Marineministerium. Sollen wir uns darüber wundern? Kaum, schwimmt doch Frankreich auch auf anderen Gebieten mehr und mehr im britischen F a h r w a s s e r Und beim Britentum ist die Zeit in mancher Hinsicht stehen- geblieben. Es hat von den Raubinstinkten verflösse- ner Jahrhunderte nicht ein Iota preisgegeben. Durch Kriege reicher werden, ist noch immer seine Losung. Und von diesem Gedanken ist es in allen feinen Volksschichten erfaßt. Eines der markantesten, aber auch widerwärtigsten Beispiele hierfür ist das Verhalten des Kommandanten des britischen Linienschiffes „Canopus" nach der Falkland- Schlacht. Die „Canopus", ein älterer Kasten, hatte als eine Art schwimmenden Forts vor Port Stanley auf den Falkland-Jnseln gelegen, als die Schlacht begann. Sie hatte sich überhaupt Nicht in See begeben, sondern sich nur mit einigen wenigen Schiessen an der ersten Kampfhandlung beteiligt; während jener Zeit, als unsere Kreuzer „Gneisenau" und „Nürnberg gegen Port Stanley vorstießen. Trotzdem beanspruchte der Kommandant der „(Tarn) pus" für sich und seine Besatzung „Kopfgelder", die die britische Marine gewohnheitsgemäß für niedergekämpfte feindliche Schiffe und Fahrzeuge in einer der Besatzungsstärke des Gegners entsprechenden Höhe bewilligt. Der Kommandant der „Canopus" beharrte derart unnachgiebig au seiner Forderung, daß es zu einer Gerichtsverhandlung kam, ausgetragen zwischen ihm und feinen Kameraden. Diese Verhandlung mußte Platz greifen, weil die Vertreter der übrigen an der Falkland- Schlacht beteiligten britischen Schiffe es ablehnten, sich in ihrem schönen Gewinn mit den Leuten der „Canopus" zu teilen. Wir empfinden über solche Anschauungen nichts als Bitterkeit und Abscheu. Und sind dessen gewiß, daß der auf der Walstatt der Stärkere ist, der für seine Heimat, für sein Volk und feine Waffen- ehre ficht. Mögen andere selbst aus dem Kriege ein Geschäft machen — wir verlieren auch in bitterster Notzeit höhere Ziele nicht aus den Augen! Das Oberkommando der Wehrmacht hat allen Angehörigen von kriegsgefangenen oder internierten deutschen Wehr- machtsangehörigen, soweit die Anschriften bekannt waren, die SBeftimmungen über Brief- und Pa ketversand als Merkblatt zugeleitet. Diese Bestimmungen können bei den Postämtern und den Dienststellen des Deutschen Roten Kreuzes eingesehen werden. Unter dem Vorsitz von Reichminister Darr6 fand im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft eine Arbeitstagung der Lande s- (Provinzial-) Ernährungsämter statt. Die Tagung diente dem Austausch der in den ersten Monaten der Kriegsernährungswirtschaft gemachten Erfahrungen und der Ausrichtung für die im neuen Jahr und später zu bewältigenden Aufgaben. * Reichswirtschaftsminister Funk hat zusammen mit dem Gauleiter und Dberpräfibenten von Schlesien, Josef Wagner, eine mehrtägige Besichtigungsreise in das ostoberschlesische Industriegebiet angetreten. Von Ostoberschlesien wird sich Reichs- wirtschaftsminister Funk in das Generalgouvernement Polen begeben zu Besprechungen über Wirtschaftsfragen mit dem Generalgouverneur Reichsminister Dr. Frank in Krakau. * Aus Anlaß der vom Generalgouverneur Dr. Frank getroffenen Bestimmung, daß die beiden Gebirgskurorte Zakopane und K r y n i tz a den deutschen Kriegsopfern und den Hinterbliebenen der Gefallenen zur Verfügung gestellt werden, hatte Reichskriegsopferführer Oberlindober mit dem Generalgouverneur auf der Burg zu Krakau eine Besprechung, böi der die praktische Verwirklichung dieses großzügigen Planes erörtert wurde. Am Mittwoch überreichte Seine Exzellenz der Königlich Rumänische Gesandte in Berlin, Herr Crutzescu, dem Reichsorganisationsleiter der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei und Leiter der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Robert Ley, im Austrage Seiner Majestät Königs Carol II. von Rumänien das GroßkreuzdesOrdensdes SternsvonRumänien als Anerkennung für die im Juli d. I. mit großem Erfolg durchgeführte Ausstellung des Internationalen Zentralbüros „Freude und Arbeit" in Bukarest. Präsident Roosevelt teilte in der Pressekonferenz mit, daß das Amerikanische Rote Kreuz bisher etwa eine halbe Million Dollar für Spenden in europäischen Kriegsgebieten aus gegeben habe, darunter etwa 200 000 Dollar, die im Einvernehmen mit deutschen Behörden für die Linderung der Not in Polen ver- Zur See: Die finnische Küstenartillerie bei Bjärkö hat mit ihrem Feuer die finnischen Truppen auf dem Festlande unterstützt. Am Ladoga- See haben unsere Batterien feindliche Landungsabteilungen zerstreut. Bei Saunaniemi wurden Gruppen feindlicher Transportfahrzeuge vertrieben. Helsinki, 14. Dez. (DNB. Funkspruch.) innische Heeresbericht sagt: Zu Lande: Zahlreiche örtliche Gefechte und Patrouillentätigkeit. Dabei sind zahlreiche feindliche Tanks zerstört worden. Die Kämpfe am Teipaleenjoki gehen weiter. An der Ostgrenze setzt der Feind die Angriffe fort Sie wurden größtenteils a b g e ro i e f e n. Bei Talvijärvi unternommene Gegenangriffe wurden mit Erfolg fortgesetzt. Die Finnen haben 5 mittelschwere Tanks, 5 Panzerabwehrgeschütze, zahlreiche automatische Hand- euerroaffen erbeutet. Der Feind hat Verluste erlitten. dustrieerzeugnisse nach Rußland in Frage kommenden Werke zu besichtigen, reifte nach Erfüllung ihrer Aufgaben nach Moskau zurück. Die Verhandlungen werden in den nächsten Tagen in Moskau zum Abschluß gebracht werden. * Der Chef der russischen Flotte in den arkttschen Gewässern, P a p a n i n , hat sich von Leningrad nach Murmansk begeben, um mit dem russischen Eisbrecher „Stalin" an den Rettungsarbeiten für den im Grönland-Packeis festsitzenden russischen Eisbrecher „Sedow" teilzunehmen. Papanin, der ein Fachmann auf diesem Gebiet ist, wird die Rettungsarbeiten persönlich leiten. Der sowjetrussische Botschafter in Paris, Suritz, der als Beobachter der sowjetrussischen Regierung i n Genf weilte, ist am Mittwoch in Begleitung feines römischen Kollegen von Genf a b g e r e i ft. ♦ Der ehemalige finnische Gesandte in Moskau, Baron Koskinen, ist, von Moskau kommend in Stockholm eingetroffen. Er wird sich sofort nach Helsinki begeben. 300 finnische Flüchtlingskinder sind in Stockholm eingetroffen. Es handelt sich um Kinder aus den geräumten Gebieten Kareliens. Die vereinigte eidaenössische Bundesversammlung hat sämtliche sieben bisherigen Mitglieder des Bundesrates bestätigt. Die von den Sozialdemokraten aufgefteüten zwei Kandidaten blieben stark in der Minderheit. Zum Bundesprä- sidenten der Schweiz für das Jahr 1940 wurde mit 142 von 158 gültigen Stimmen gewählt der bisherige Vizepräsident Bundesrat Marcel P i I e t, zum Vizepräsidenten Bundesrat Hermann O b r e ch t, der Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartements. Der neue Bundespräsident ist Chef des Post- und Eisenbahndepartements und gehört der Landesregierung seit 1928 an. Der Ducehat dem Wunsch des Direktoriums der Kriegerverbände um Aufnahme aller Kriegsteilnehmer in die Faschistische Partei stattgegeben und verfügt, daß die Kriegsteilnehmer mit dem Eintrittsdatum des 3. März 1925 in die Partei ausgenommen werden. Später eingetretenen Kriegsteilnehmern wird der gleiche Tag als Eintritts» datum in die Partei zuerkannt. In der Begründung heißt es, daß die italienischen Kriegsteilnehmer dem Faschismus feit Anfang an zur Seite standen und die gleichen Ideale verfolgen. * Der Generalgouverneur von Libyen, Luftmarschall B a l b o, ist aus dem Luftwege nach Tripol is zurück gekehrt. Er hatte an der Sitzung des Großen Faschistenrats teilgenommen. Zusammen mit Dalbo begab sich Marschall de Bono nach Libyen. Der Marschall, der Generalinspettor der italienischen Ueberseestteitkräfte ist, wird die Truppen in ganz Libyen inspizieren. Französisches Lob über deutsche Kriegsgefangene. Berlin, 13. Dez. (DNB.) Ein aufschlußreiches Urteil über den deutschen Soldaten verdanken wir dem Kriegsberichterstater des „Petit Journal". „Wir wissen heute recht gut durch die Gefangenen, die wir in letzter Zeit gemacht haben", so schreibt er, „was der deutsche Soldat von 1939 ist, wie er lebt, wie sein Geist beschaffen ist, und was er als Kriegsinstrument wert ist. Man muß mit vielen Märchen aufräumen. Den Gegner unterschätzen, ist die größte und gefährlichste Dummheit, die wir begehen können. Die deutsche Truppe, die an der lothringischen Front den Franzosen gegenüber- steht, ist aus oft sehr jungen Leuten von 20 bis 25 Jahren zusammengesetzt. Diese sind sehr stramm. Sie bewundern den Führer und glauben an feinen Sieg. Es ist sehr schwer, gefangene Soldaten zum Sprechen zu bringen. An eine strengere Disziplin als unsere gewöhnt, dauert es sehr lange, bis sie sich auflockern." Großes Erstaunen ruft bei dem Verfasser hervor, daß der deutsche Soldat keine Kritik an sei- Die Russen weiter im Angriff. Der russische Heeresbericht vom Mittwoch. Moskau, 14. Dezember. (DNB. Funkspruch.) Der Heeresbericht des Generalstabes des Leningrader Militärbezirkes für den 13. Dezember lautet: Die russischen Truppen rücken in Richtung auf Uchta weiter vor und befinden sich 105 km von der Grenze entfernt. In Richtung auf Petro- zavodsk besetzten die Truppen Burg und (Station Kitela der Bahnlinie Pitkaranta-Ger- sehen. Darauf werde das Bild dann dem Leser als brühwarme Sensation aufgetischt. Als Schulbeispiel für diese Methoden brandmarkt der Verfasser ein, , .. f ..,m in der „Romania" vom 12. Dezember unter der | Rettungsboots des versenkten $ englisci^vlnischen Überschrift „Bereitet Deuffchland den Großangriff an der Westftont vor?" versehenes Bild einer Mili- tärparabe, unter dem die Worte stehen „Die deutschen Truppen, die am Feldzug in Polen teilgenom- men haben, marschieren vor dem Führer vorbei, bevor sie an die Westfront geschickt werden". Mit Verblüffung sieht man, so beißt es in der Glosse des Bukarester „Tageblattes , im Hintergrund des Bildes die Fahnenmasten des Zeppelin- feldes in Nürnberg, während auf der Tribüne neben dem Führer und Göring noch der ehemalige Reichskriegsminister von Blomberg mit dem Marschallstab deutlich erkennbar ist. Es handelt sich also um ein mindestens zwei Ja h r e altes Klischee vom Reichsparteitag in Nürnberg. Durch die aufreizende Unterschrift sei das Bild einer Friedenskundgebung in den Dienst der Beunruhigung der Welt gestellt worden. 7/ den Unser Marsch für Deutschland restlos zerstörten Bahnhof von Kutno. Es wurde Tag und Nacht marschiert mit nur geringen Pau- sen. Wir schliefen bei jedem Halt sofort im Stta- ßenstaub, acht Tage ohne Essen, nur von hartem Brot und wenig Wasser lebend, in dauerndem Marsch, mit wunden Füßen, kranken Mägen, verstaubten Lungen, wundem Mund, so marschierten wir, hart und unerbittlich in unser Schicksal. Trotz Hitze und Durst, zerschlagenen und wunden Knochen, körperlicher Ermattung und der Gewißheit einer schreMchen Zukunft, haben wir hart und Kar un- sere Aufgabe für Volk und Führer niemals vergessen, und die unmenschlichen Strapazen überwunden. Wer liegenblieb wurde erschossen. Diele versuchten nachts der Hölle zu entfliehen, die ganzen Nächte über fielen Schüsse und morgens fehlte dann dieser und jener Kamerad. Am 9. 9. früh erreichten wir halbtot Lowicz, wo wir rasten sollten. Aus- gewischt war alle unsere Müdigkeit, als in diesem Moment Granaten deutscher Artillerie am Bahnhof zerkrachten. Ein stöhnendes Aufatmen ging durch unsere Reihen. Die Marschgruppe zerstieb, d?e Begleitung zerbrach. Schon gegen 9 Uhr wurde eme Gruppe von uns beim Friedhof von deutschen Truppen übernommen, ein weiterer Teil wurde gegen 10 Uhr am Bahnhof von deutschem Militär herausgerissen. Der letzte Teil von etwa 1000 Menschen wurd e von der Gend armerie ab gedrängt und noch etwa 2 Kilometer weiter getrieben. Hierbei flohen einige mit Erfolg, andere wurden erschossen. Nur ntit Härte gelang es, die Panik zu bannen. In dieser Minute erschienen zwei Autos, die wir zunächst für Polen hielten, es waren aber deutsche Autos, die weit vor der Front uns holen kamen. beworfen — nur weil wir Deutsche waren, und das niemals und zu keiner Stunde der letzten 20 Fahre verleugnet hatten, geschlagen und beworfen, weil wir an den Führer und unser Volk glaubten und trotzdem als Staatsbürger unsere Pflicht erfüllt hatten. Die Nacht lagen wir in einem Gefängnishof auf Steinen, später in dem Vorraum eines Kinos. Am 3. 9. früh Abmarsch unter Bewachung durch eine Sokol-Abteilung mit aufgepflanztem Bajonett. 10 Mann vorne, 10 Mann hinten, wir zu zweien mit je einem Svkol-Soldat. Schwerverbrecher transportiert man meist weniger bewacht. Aber wir sollten die fehlenden deutschen gefangenen Soldaten ersetzen und der Volksmasse zum Ersatz-Fraß vorgeworfen werden. Kaum aus Thorn heraus überflogen uns deutsche Bomber und bewarfen den Bahnhof. Wir waren sehr stolz und voller Hoffnung. Soweit es anging, bremsten wir am Anfang den Marsch, um in die von uns erhoffte deutsche Zange zu kommen. Stundenlang ging unser Marsch • t britH J es feint legier^ englischen ssinch ff- in? Sprtifc her ja- lotter, Aus aller Mett. Schwere Schiffskakastrophe nördlich von Japan. Der sowjetrussische Dampfer „Indigirka" '2400 Tonnen) strandete nördlich der Insel Hokkaido. Er hatte 1000 Passagiere und 36 Mann Besatzung an Bord, von denen bisher nur 3 0 g e - rettet wurden. 87 Tote sind bis jetzt geborgen worden. Die japanische Regierung entsandte Hilfs- schlfse. Das Rettungswerk wird aber durch schwere See stark behindert. Douglas Fairbanks f. Der bekannte Filmschauspieler Douglas Fairöanks ist, wie die italienische Presse meldet, in Santa Mo- nica in Kalifornien im Alter von 55 Jahren an einem Herzschlag gestorben. Eisernes kreuz für Tk.-Männer. Drei Angehörige eines Technischen Kommandos, das in Berlin aufgestellt wurde, haben das Eiserne Kreuz zweiter Masse erhalten. Die TK.s, die die Technische Nothilfe aus ihren Reihen als technische Sonderformattonen für die Wehrmacht zu- sammenstellt, waren im Kriegsgebiet von der Wehrmacht für technische Sonderausgaben eingesetzt. Generalleutnant Zengauer sprach den Ausgezeichneten Ober-Jnq. Braun, Ober-Ing. Koldewey und Jng. Tresselt seine Anerkennung für ihre besonderen Leistungen beim Einsatz in Polen aus und wies darauf hin, daß diese Verleihung zugleich eine Anerkennung für das ganze Vier Todesopfer eines Gerüsteinsturzes in Zürich. Bei einem Fabrikneubau in Zürich-Oerlikon stürzte ein Gerüst, auf dem neun Mann arbeiteten, plötzlich ein. Dabei kamen vier Mann ums Leben, vier weitere mußten mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Rumänische Fabrik in die Luft gesprengt. Neuer britischer Sabotageakt. Bukarest, 14. Dez. (DNB. Funkspruch.) In der Zellulosefabrik Zerneschl bei Kronstadt, in der auch in Nachtschicht gearbeitet wird, explodierte Donnerstag morgen nach 3 Uhr ein großer Kessel, der mehrere tausend Liter Lhlorgas enthielt. Gleich darauf explodierten auch kleinere Kessel. Die Fabrik ftand bald darauf in Flammen. Das Chlor verbreitete sich rasch über die ganze Fabrik und über das ganze Dorf. Aus Kronstadt und den umliegenden Dörfern sind alle Feuerwehren und einzelne Truppenteile eingetroffen, doch gestalten sich die Rettungsarbeiten sehr schwierig, da man sich dem Dorf und der Fabrik nur mit Gasmasken nähern kann. Es ist voraussichtlich eine sehr große Zahl von Toten und Verletzten zu beklagen. Zah- lenangaben liegen noch nicht vor. In Kronstadt treffen stündlich zahlreiche Verwundete ein. Viele sterben unterwegs. Auch große Viehbestände sind dem tödlichen Lhlorgas zum Opfer gefallen. Ueber die Ursachen sind Einzelheiten noch nicht bekannt, jedoch herrscht angesichts der zahllosen Sabotageakte, unter der die rumänische Wirtschaft in letzter Zeit zu leiden hatte, die einmütige Ueberzeugung, daß auch in diesem Falle ein von Agenten des englischen Geheimdienstes planmäßig vorbereitetes Verbrechen vorliegt. neunen. Draußen rütteln Wind und Regen in Daumkronen. Nächtliche Wacht am MG. Unsere Nahrung bestand aus einigen Brocken harten trockenen Brotes, soviel man eben herunterwürgen konnte. Während dieses Stehens wurden wir zum drittenmal geplündert, und zwar auf Befehl von Offizieren. Diesmal nahm man unser Geld fort. Unser Herz lachte: Wie sollten solche Straßen- rauber deutschem Militär standhalten! Abends gegen 6 Uhr wurde unsere Begleitung abgelöst durch Ste, lies, dem Ausschuß des polnischen Volkes. Dann begann unser Todesmarsch. Kaum auf der Straße, wurden wir von der Bevölkerung bestürmt und von unserer Begleitmannschaft geschlagen. Jede Kopfwendung, jeder falsche Tritt, wo es keinen Grund gab, ohne Grund wurde geschlagen, gestoßen, daß wir alle grün und blau waren. Die Kameraden Bitzer, Nelib, Kohls, Schwede wurden während dieses Marsches, den sie nicht mehr aushielten, einfach zertreten, schauerlich klingen uns heute noch ihre Schreie in den Ohren. Uns umgaben nicht Menschen, andern Bestten in Menschengestalt. Ausgepumpt bis zum Aeußersten, zerschlagen — aber gerade in der Haltung kamen wir in der Nacht nach Ehodecz. Während der Anmeldung zu vieren wurden wir zum viertenmal ausgeplündert. Hier verließen den Kamerad Brunk die Nerven, und er versuchte zu liehen. Schüsse gellten durch die Nacht, es war bald zu Ende. Während der letzten Vernehmungen wurde versucht, einige Kameraden zu erledigen, der Rest von uns sollte auf dem Hof niedergemacht werden. Auf ein Kommando drang unsere Begleitung mit Kolben auf uns ein. Auf das Fluchen und Schreien hin erschien der Lagerkommandant und ließ die Begleitmannschaft abmarschieren. Nicht aus Menschlichkeit, es war aber wohl schon zu viel Aufsehen erregt worden. Wir kamen in einen Zuckerspeicher, wo schon etwa 300 Volksdeutsche waren. Unsere Kameraden dort sahen uns einziehen, zu Tode er- chöpft, verdreckt, mit Blut beschmiert — aber verbissen und hart. Am 7. begann der Weitermarsch. Aus allen Kreisen waren Frauen und Kinder mitgeschleppt. Unser Marsch ging durch den von Fliegerbomben Mit her Gulaschkanone nach vorn. „Villa Wasserfall" ist einer jener unaenähftt»n Unterstand- im Vorfeld des Westwalls, di- Un qe ->°r der Grenze das unsichtbare 2IugT unb Ohr unserer Vor eldtruppen darstellen Bin J '^"entdeckst bei Tage ,cho7sch?°cht L S aber gleicht sie einer geheimnisvollen unterirdischen Burg Kemes Menschen Auge vermag sie dann zu entdecken. 3 1 ,ul dU Sie sollte unser Ziel vom heutigen Taae sein kfeten deutschen Darf brechen wir mit d?r Gulasth! tanone auf, die allabendlich ihren Weg zur Kom- panie macht. Sie kann nur unter dem schükendVn Mantel der Dunkelheit nach oorn gelaßen u Irurm Wutkd, tn dem sich unsere Vorposten" ein- gebuddelt haben. r 1 chser. tenLundt- Studia innt. atiM erwirvh ne Kol»: rächt wtp durch M 5 mit b-i . und H . Die UNg bti NutzmI verband >it et®: der ich ienvemv L im K «bensgeü!1 sich W in so P keserat i: ib M- e. Audiem Gesund!^ inliche 1^ hienst. & höchst Studien^ der Km? eiter che W n besonK n bienen. >, der B Semtl11 l«rf8W mgsMF e jur iiidM,' D-ini« yefaM falt** )eiWn 24 Stunden in „Villa Wasserfall Der Krieg im Westen - wie ihn nur wenige kennen. S&uEÄ «etwar: „Auf Pasten" Nichts I e°schlo°ss nen al5 Stunden waren wir schon Gestalten, die Männer von der Baukonwanie Aar ein einziges Tasten und Füh- Servus, Kameraden ... Wie geht's? — — Säulen, forderte Instinkte, die wir Menschen sonst ver- Zweiter heut'--- Günther Weber. P K. Es waren 24 Stunden nh»» r < Ereignisse", die wir in der „Villa Wasterftill"^" brachten So mancher Tag im Wes en ^ verläuft „ohne besondere Ereignisse" aber ocyaKa x - im Aug-nbli-k das Besonder- dieses Kruges" " 9‘ "Ohne b-fond-r- hr di« neue Besatzung für „Villa Wasserfalls 1 Nun lagen wir auf unserem bescheidenen Strohlager in „Villa Wasserfall" ein paar Meter tief unter dem Waldboden. „Im Erdgeschoß" ist schon alles emaeschlafen und es dauert nicht lange, da ertönen auch zu meiner Linken, wo Leutnant Suter liegt, die charakteristischen Merkmale eines gesunden und tiefen Schlafes. In der Nähe rauscht der Wasserfall — an den Wänden klatscht der Regen — oder ist's gar Schnee? — Und draußen, wachen MG.s, starren Augenpaare in die Nacht ... Wacht im Westen — Krieg im Westen — das ist die Front, wie sie daheim nur wenige sich vorstellen — im Osten flackern die letzten Buchenscheite. Rechts über mir hängt der Karabiner, neben Leutnant Suter glänzt der Lauf einer Pistole — in der Ferne beult einmal eine Granate — irgendwo tackt ein MG. — dann ist wieder Ruhe, nur der Wasserfall singt seine Melodie und im Unterstand wird es kälter ... Später weckt uns das Telephon. Der folgende Tag verlief ruhig, ohne besondere Ereignisse. Es war ein Warten und Harren; vom Kompaniegefechtsstand kamen Befehle, dann und wann auch Besuch von der „Erika" oder aus ,Llbra- hamsschoß" und einmal ein Kamerad von der Baukompanie, um uns in ein neues Minenfeld einzu- weihen. Ehe man sich versah, fentte sich wieder die Dämmerung mit ihrem dichten Nebelschleier über dem Wald ... Sttaße zum deutschen Dorf kam uns die Feldküche entgegengepoltert. Genau wie gestern Don" einem pommerellischen Gutsbesitzer, der vor dem Kriege in Gießen studiert hat, erhielten wir den folgenden Bericht über den Leidensweg der von den Polen verschleppten Volksdeutschen. In seiner schlichten Sachlich- keit wird der Bericht zu einem Heldenlied deutscher Treue. Seitdem wir 1920 von den damaligen bolschewistischen Machthabern Deutschlands an Polen verraten und verkauft worden waren, sahen wir die politische und wirtschaftliche Unfähigkeit dieses Volkes, das nur eins glänzend verstand, die Minderheiten restlos auszuplündern. Im Auslande besonders war vielfach die Ansicht verbreitet, der Pole wäre ritterlich. Wir haben nichts davon gemerkt, was wir sahen und erlebten war Unehrlichkeit, Verschlagenheit, Feigheit. Das wahre Gesicht dieses Volkes sahen wir Internierten während unseres Marsches. Daß ein Teil unserer führenden Deutschen aus dem früheren Pommerellen und Posen bei Verwicklungen mit Deutschland einen Leidensweg für ihr Volk würde gehen müssen, darüber waren wir uns alle im klaren. Trotzdem ist keiner von uns ausgerückt, obgleich die Möglichkeit bestand, sich in Danzig vorübergehend in Sicherheit zu bringen. Am 1. 9. 39 wurden tausende deutsche Menschen, Bürger des polnischen Staates unbestraft verhaftet. Unsere Gruppe Schwetz bestand aus 40 Deutschen und drei Polen. Der älteste Kamerad war 82 Jahre. 13 Großgrundbesitzer, 15 Bauern, 2 Pfarrer, 8 Kaufleute, 1 Arzt. Am 2.9. früh begann unser Fußmarsch von Schwetz nach Kulm, wo wir das erstemal die Bekanntschaft des polnischen Pöbels machten, wo die ersten Steine flogen und Messer blitzten. Heiß brannte die Sonne auf uns, die wir unser Gepäck, Mantel und Decken schleppen mußten. In Unislaw wurden wir nach Thorn verladen und erlebten hier einen Durchmarsch durch die Stadt, wie man ihn sich schlimmer kaum vorstellen kann. Verhaftet, geschlagen, mit Dreck und Steinen durch Sand ohne.Wasser. Bei der ersten Rast ließ ein polnischer Major uns von den Soldaten unsere Lebensmittel und Rauchwaren abnehmen bis auf das Brot. Nur wenigen gelang es etwas zu verbergen. Nachmittags bereits mußten wir den 82jäh- rigen Kameraden Schulz abwechselnd stützen, dann auf Decken tragen, bis wir restlos erschöpft waren. In Alexandrowo sollten wir verladen werden, der Flieger wegen wurde das aber geändert und ein 17 Kilometer weiter Nachtmarsch nach Nieszawa an- geordnet. So mußten wir den Kameraden Schulz zurücklassen. Er sollte in ein Lazarett. Bei unserem Abmarsch stand der alte, restlos erschöpfte Mann mit dem Hut in der Hand und nickte uns feinen letzten Gruß. Wir wissen nicht, ob er noch lebt. In Alexandrowo hatten wir zum letztenmal, da wir Wasser nicht erhielten, Wasser gekauft, eine Bierflasche voll für 50 Pfennig. loren zu haben scheinen, und alle halbe Stunde klopften wir bei einer anderen unterirdischen Villa an. Die eine hieß „Erika", und die ganze Beleg- schäft — außer dem Wachthabenden — schnarchte, als wollte sie den ganzen Wald umlegen. In der nächsten — sie trug den bezeichnenden Namen „Abraharnsschoß", war man munter am Skat- dreschen ... Weiter, vorwärts! „Halt! Kennwort!" „Zillertal!" „Servus, na, wie geht's, Huner?" ,Gut, Herr Leutnant! Nur verflucht kalt heut' nacht!" Nachts — ging das Telefon... Aden wir schon ein paar Stunden auf Örn dunkelgrünen Plüfchsofa gesessen und erzählt. m \pvad) von seiner Heimat, auch das grüne Plu,chsofa war schuld daran, daß wir plötzlich wieder von der rauhen Wirklichkeit sprachen. G3 war nämlich von einem Spähtrupp mit heirn- gekommen. „Und etwas muß man von einem fol= ajen Ausflug schließlich mitbringen", meint Leut- nant Suter lachend. „Ein anderes Mal", erzählt er dann weiter, „waren es 18 Schweine", die wir von drüben herüber trieben. Es war schon aufregend, 100 Meter vor den französischen Stellun- r Viehcher zu umzingeln und in unser S^^gebiet zu überführen; auch es gelang, und E darauf ging von „Villa Wasserfall" ein verheißungsvoller Funkspruch an einige Nachbarkom- : ,-Ähr könnt euch eine Sau holen!" So Ichnell sollen noch niemals zuvor die Angerufenen erschienen sein." Gegen Mitternacht machen wir rfaru! fffr Postenkontrolle. WiZer rauscht der „Wasserfall , ganz nahe, jetzt schon leiser, und dann r unm6as Dunkel des Waldes eingehüllt. Aber unsere Posten sind wachsam. .Kennwort!" ruft uns 0a jemanb, den wir niemals zu Gesicht bekommen, an. „Zillertal", entgegnet Leutnant Suter. Ich sollte M den nächsten Stunden noch ettiche Male diesen Anruf Horen — gesehen hat man keinen von den Posten, so dunkel war es. So tapsten wir weiter. Ich habe den Leutnant im stillen bewundert, wie er den Weg zu feinen Posten fand. Und überall fand er auch ein paar freundliche Worte, vom Winter, vom Sauwetter, und beruhigt zog er Halblaute Stimmen rufen uns in die Wirklichkeit zurück. Wir haben die Umschlagstelle erreicht. Schon stehen die Essenholer der einzelnen Züge bereit, um die wichtige Last entgegenzunehmen. „Was klbt's denn heut' zu essen, Kam'raden? Habt ihr nich Post mitgebracht? Und die Zeitungen?" -Hallo, wo ist der Verkaufsladen?!* Das Tarnwort unseres Zieles heißt Verkaufs- ttden. Schnell habe ich meinen Mann gefunden. Dir sorgen für die Porttonen; Tee, warme Ver- rflegung, Wurst, Butter, Tabak ... Und das Wich- tgfte nur nicht vergessen, den Sack mit der Post und ien Zeitungen. So ziehen wir los. Ein paar hundert Meter siad's nur bis zur „Villa Wasserfall", aber welch' fn Orientierungssinn ist notwendig, sich in dieser stockfinsteren Nacht zurechtzufinden. „Dieses Plätzl »erd' i nimmer vergessen", meint mein Kamerad Btzlich, „da bin i am erste Tag abgerutscht und ttes war hin: Tee, Verpflegung, alles ..." Nach trügen Minuten hören.wir ein Rauschen. Leise köpft mein Vordermann an eine Holztür, und wie in Märchen öffnet es sich. Wir verschwinden hinter dem dicken Vorhang der „Villa Wasserfall". Freund- lih empfängt mich der junge Leutnant. Er erinnert ruwillkürlich an Louis Trenker, und, was noch Änderbarer ist, er trägt auch den Namen jenes -roßen Abenteuerers, den Trenker in einem feiner -küßten Filme verkörperte: Suter. Wie es im Stollen aussieht: Augenblick mal, das ist nicht so schnell gesagt. Das dürfttge Kerzenlicht zitt vorerst nur den Blick auf das kleine Holztisch- tyn frei. Darauf steht ein Fernsprecher. Daneben the Kartentasche und ein paar Schachteln Ziga- relten. An der Wand steht ein Sofa, ein richtiges dunkelgrünes Gute-Stube-Sofa, darüber lacht ein aufreizendes schönes Mädchengesicht von einer An- ^tspostkarte. „Petit Jeanette" steht in zierlichen ^chstaben darauf, sie hat einmal drunten im fran- Mschen Dorf gehangen. Das kleine Oefchen in der We strahlt erstaunlich viel Wärme aus, man könnte dti Umständen nach diese Behausung behaglich nie. ! i>X Wit " Illi Wan ;n * lnt Äi. «Ali. bt5 Fand,, Nt ein« 9 H NN Fri?. fladjtjeß neu, Dor [W Wie Wnbluft, red)tn lNterefftu btt yt. lfsdiech Jöorne sitzen zwei Kameraden; ich hinter ihnen, den kleinen schwarzen Schornstein im Arm Dor uns tapfen die wackeren Pferde in die eisigkalte Nacht hinaus Sie finden ihren Weg ohne Mond und Sterne. Das Geklapper ihrer Hufe vermischt sich mit dem Geholper unserer kostbaren Last zu einer eigentümlichen Melodie. „Da unten" einer ber Kameraden deutet nach links, „da unten liegt I, bas ift schon Frankreich." Vermischte Konturen, ein Kirchturm, em paar Dächer ... das Bellen eines Hundes... Das ist alles. Und doch drängt sich das eigenartige Erlebnis dieser Stunde gewaltig auf Da liegen nun — in den Wäldern 300 Meter links vor uns — die Franzosen; dort rechts liegen unsere Kamercck>en. Im Kessel brodelt das heiße Esten unsere Kameraden warten sehnsüchtig darauf. Dunkele Gestalten huschen vorbei. Schemenhaft unwirklich, wenn nicht jedesmal ein freundliches Wort gewechselt würde. „Heil Hftlerk ... Servus, Kamerad ...! Saukälte heut' ..." Eine lange Kolonne unter der schützenden Zeltbahn. Schwer ist ihr Schritt, entschlossen sind ihre Gesichter. Kameraden einer Baukompanie, die nach arbeitsreichem lag zurück ins deutsche Dorf gehen. Und wir hol- pern weiter ... holprig sind auch die Gedanken, pringen vom mißtrauischen Abtasten des jenfeiti- ?en Waldes plötzlich zu der kleinen Tannenschonung, ^cken den jungen Zweigen bunte Kerzen an. Und man erinnert sich, daß bald Weihnachten fein muffe ... ifettt teil««?# 5% illS'A ■ber h' r; xtz ±1 L* Weihnachtssendungen vor dem 15. Dezember anfgebenl Das Weihnachtspaket bringt Weihnachtsfreude ins Haus und ins Feld. Pakete und Päckchen, besonders Feldpostpäckchen, die rechtzeitig zum Fest vorliegen sollen, müssen aber spätestens bis zum 15. Dezember eingeliefert sein. Denkt daran! Wer sein Weihnachtspaket nicht bis zum 15. Dezember aufliefert, kann auf keinen Fall damit rechnen, daß es rechtzeitig ankommt. Deutsche Reichspost Erste Kämpfe der FußbaMriegsmeisterschast BQ | Vermietungen | | Verkäufe | Wir haben uns verlobt zu verkauf. 0ö465 OS/ am IM am Gießen, Dezember 1959 05430 LMwre Lichtspielhaus 7348° Milei & W, Mttkl-M» 3nSe“terIQTUUiOtl Ä1L gewinne Werbe-Drucksachen bei Brühl. Schulstr.7 Geschmackvoll Vornehm °ersönllch Mehr Freetle an der Natur M MMM Nachlässe von 3 bis 20 v. ff. er* halten Sie bei wiederholten Veröffentlichungen einer Anzeigei Die mit Spannung erwartete Eröffnung der neuen Handball-Gauklassen-Spiele im Rahmen der Kriegsmeisterschaften 1939/40 geht am kommenden Sonntag vor sich. Neun Mannschaften werden unter sich auszumachen haben, wer würdig ist, die Staffel Gießen bei der Gaumeisterschaft zu vertreten. Ausgesprochene Favoriten bestehen nicht. Es wäre schön, wenn der heimische Handball durch diese Neuerung, die es sicherlich an dem nötigen Interesse nicht fehlen läßt, weiteren Auftrieb erhalten würde. Wir wissen, es wird überall gespielt, viele Vereine und Gemeinschaften stehen aber noch abseits. Sie ebenfalls zu erfaßen, ist nicht zuletzt der Sinn der Rundenspiele. Am ersten Spieltag treten an: To. Holzheim — Mtv. Gießen. Tv. Dornholzhausen — Tv. Hochelheim. To. Hörnsheim — To. Katzenfurt. Tv. Garbenheim — Tv. Lützellinden. Die Holzheimer müssen auch zu Beginn der neuen Runde wieder auf Ersatz zurückgreifen, weil der Zweck, die Wahrheit der Tatsachenberichte des Oberkommandos der Wehrmacht ins Licht zu rücken durch die Gegenüberstellung der Lügen des feindlichen Auslandes. Sie will daraufhin betrachtet werden, wie gewichtslos und spukhaft das Scheingebilde der Täuschung im Spiegels der Wirklichkeit erscheint. Sie will das Denkmal dieser Wirklichkeit in seiner Gültigkeit, die vom deutschen Volke nie bezweifelt wurde, um so heller hervortreten lassen — ein Zengins dessen, daß nur Dauer hat, was aus der Wahrheit stammt. 1. Januar 1940 gesucht. Vorstellung iederzeit. Polen. Das Buch ist in mehreren Ausgaben so praktisch angeordnet, daß neben der für alle Waffen gleichmäßigen Grundausbildung Ausgaben mit Anhängen für MGKp., Reiter, leichte Artillerie, schwere Artillerie, Panzerabwehr und für motorisierte Truppen vorhanden sind. — Werner Picht: Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt. Wahrheit und Lüge über den September-Feldzug 1939. Preis geh. 1,50 RM. Verlag E. S. Mittler & Sohn, Berlin SW 68 — (371) — Diese Schrift verfolgt den größte Teil ihrer aktiven Spieler nicht zur Verfügung steht. Trotzdem ist die Einheit, mit der sie den Kampf aufzunehmen gedenken in Ordnung, lieber den Wert der Gäste braucht kein Wort verloren zu werden. r Hochelheim ist eine typische Kampfmannschaft. Diesmal ist äußerste Vorsicht am Platze, weil sich die Platzbesitzer etwas vorgenommen haben. Man kann nicht behaupten, daß eine Niederlage vollkommen wirkungslos an einer selbstsicheren Mannschaft vorübergehen wird. Das ist auch bei Mörnsheim der Fall. Die Mannschaft hat sich nur schwer von dem Spielverlust gegen den Mtv. Gießener holt. Katzenfurt läßt sich so leicht nicht schlagen. So sehr man sich freut, daß sich auch Lützellinden zur Verfügung gestellt hat, so sehr würde man es begrüßen, wenn die Elf sich in chrer alten Kampfkraft vorstellen würde. Es ist bekannt, daß sehr viele Kräfte abgestellt werden mußten. Ob gleich das erste Spiel gewonnen werden kann, hängt davon ab, wie Garbenheim auf Scheibe fein wird. 3rene Ouill Dr. für. H. Joachim Seibel z. Z. Leutnant in einem Znf.-Regt. Ab heute Donnerstag bis einschließlich Sonntag, 17. Dezember: Der Siari der Handball-Kauklaffe Oieee 3 wesentlichen Eigenschaften der gut«* Familien-Drucksache Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 13. Dez. Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Kälber andere a) 62 bis 65 (gegen 60 bis 65 am 6.12.), b) 54 bis 59 (54 bis 59), c) 42 bis 50 (43 bis 50), d) 30 bis 40 32 bis 40). Hämmel a) 49 bis 50 (49 bis 50), b2) 44 bis 49 (44 bis 48), c) 32 bis 43 (32 bis 43). Schafe a) 42 (40 bis 42), b) 36 bis 39 (34 bis 39), c) 22 bis 32 (20 bis 32). Schweine a) 56 (56), bl) 56 (56), b2) 56 (56), c) 55 (55), d) 52 (52), e) 50 (50), Sauen gl) 56 (56). Markt- verlauf: Kälber, Schafe und Schweine zugeteilt. * Frankfurt a. M., 14. Dez. Es kosteten etwa: Ochsen 37,50 bis 46,50 RM., Bullen 35,50 bis 44,59, Kühe 15 bis 44,50, Färsen 25 bis 45,50, Kälber 32 bis 65, Hämmel 32 bis 50, Schafe 25 bis 42, Schweine 50 bis 56 RM. je 50 kg Lebendgewicht. Marktoerlauf: Alles zugeteilt. von 8- 9 Uhr Nr. 621-690 von 9-10 Uhr Nr. 691-760 von 10-11 Uhr Nr. 761-830 St&dt. Schlachthoff, Gießen. Für den kommenden Sonntag sind folgende Spiele festgesetzt: 1900 — Burgsolms Ehringshausen — VfB.-Reichsbahn Gießen 05 Wetzlar — Leihgestern Großen-Buseck — Watzenborn-Steinberg Frohnhausen — Sinn Dillenburg — Burg Da Bissenberg in der Gruppe 2 freiwillig z u rück - getreten ist, hat Niederscheld diesen Platz einae- nommen. Mehrere Vereine wurden noch nicht berücksichtigt, da sie noch keine Mannschastsmeldun- gen abgegeben haben. Allgemein soll auch an dieser Stelle nochmals darauf hingewiesen werden, daß laut Anordnung des Reichssportführers nur solche Spieler zur Kriegsmeisterschaft zugelassen sind, die die Voraussetzung der Spielberechtigung erfüllen. Hierbei gibt es nur insofern eine Ausnahme, als auch Spider spielen können, wenn der Stammverein auf einen Ausweis gleichzeitig mit dem Gastverein seine Einwilligung erteilt. Zu den Spielen selbst ist folgendes zu sagen: Die Leute vom Trieb sollten aus Grund ihrer besseren Technik erfolgreich fein. Allerdings dürfte die steile Spielweise der Gäste die Hintermannschaft der 1900er öfters in Verlegenheit bringen. Die DfB.-Reichsbahner werden in Ehringshausen bestimmt einen schweren Stand haben, zumal in GrößeresWerkin Gießen sucht für alsbaldigen Eintritt oder später tüchtige, gewandte Stenotypistin Schriftl. Bewerbungen mit Lebenslauf erbeten unter 7345D an den Gieß. Anz. Gut erhaltener Damenmanlel (schwarz), sowie halblange 05402 Jacke zu verkaufen. Wieseck, Gießen. Str. 162 den letzten Spielen einige Spieler der Mannschaft die Einsatzbereitschaft vermissen ließen. Sehr gespannt kann man auf die Wetzlarer Begegnung sein, denn hier werden die Leihgesterner Gelegenheit haben, auch in einem harten Punktekampf ihr Können nuter Beweis zu stellen. Der vorjährige Meister geht nach Großen-Buseck einen schweren Gang, denn die Busecker Mannschaft hat von jeher bewiesen, daß sie als Heimmannschaft zu fürchten ist. . Die beiden letzten Begegnungen dürften auch eine Klärung über die Spielstärke der Gruppe 2 bringen. Wenn auch die Bezirksklasse in 2 Gruppen spielt, so bedeutet diese Tatsache nicht, daß jeder Meister seiner Gruppe gewertet wird. Die 2 Sieger jeder Gruppe werden unter sich den Kriegsmeister der Bezirksklasse Gießen in Dor- und Rückspiel ermitteln. Weitere Termine. 24.12.: Leihgestern — 1900 (Volkmar) V-B.-R.— Gr.-Buseck (Müller-Frol)nhaUsen) Burgsolms — Ehringshausen (Miller) Steinberg — Wetzlar (Schmid-Dillenburg) Burg — Frohnhausen (Koob) Sinn — Dillenburg (Scharf-Wetzlar). 31.12.: 1900 — Großen Buseck Leihgestern — VsB.-R. Ehringshausen — Steinberg Wetzlar — Burgsolms. KindereisenbahD ca.20mSchienen, alles Zubehör u. Tischplatte zu verk. 7357V Weserstraße 21. 15. Dezember 1939: von 8- 9 Uhr Nr. 321-395 von 9-10 Uhr M. 396-470 von 10-11 Uhr Nr. 471-545 von 11-12 Uhr Nr. 546-620 16. Dezember 1939: 7353A cietet ihnen in zahlreichen neuzeitlichen au»-' führungearten echoen und zu mMSlgen Preis»* ßrühl'sche Druckerei, SchulstraOe 7» Anruf 2251 Große komplette VlMNlW sowie Puvven- Wohn-u.Schlaf- stube, Kinder- klavvstubl mit Svieltifch, eine große Puvve, verschied. Kinderschuhe, Gr. 26-28, alles gut erhalten, zu verkaufen. 05464 Bückingstr. 3 v. Jüngerer SlmlM »Her SlmWW perfekt in Stenographie und Schreibmaschine, vertraut mit Durchschreibe-Buchführun«, zum Sonntag, 17. d. Mts., nachmittags 4l/3 Uhr, auf dem Schiffenberg: Familieo- temnnMI Mit 7350D MlBlltiH Nhein-Mainische Börse. Tendenz: Freundlich. Frankfurt a. M., 13. Dez. Die Börse eröff. nete im Großverkehr des Aktienmarktes zwar nicht ganz einheitlich, überwiegend wiesen aber die Kurse nach den gestrigen leichten Rückgängen eine Erholung bzw. weitere Befestigungen bis etwa durchschnittlich 1 v. H. auf. Von der Kundschaft er-, folgten weitere Anlagen. Das Geschäft hatte jedoch keinen besonderen Umfang. Bemerkenswert fest lagen IG. Farben mit 163,25 (162), Metallgesellschaft mit 122,75 (120,50) und AG. für Verkehr mit 118 (116,50), ferner waren AEG. um 1 v. H. auf 121,25 erholt. Montanwerte lagen sehr still und kaum verändert. Vereinigte Stahl 100 (100,25), Rheinstahl unverändert 135. Auto- und Maschinenaktien schwankten bis 0,50 v. H., Zellstoffwerte lagen behauptet. Schwächer waren DDM. mit 162 (164). Am Rente »markt waren die Kurse wenig verändert. Reichsaltbesitz unverändert 138,20, ebenso Dekosama I mit 141,50. Pfandbriefe blieben unvermindert gefragt. Von Liquidationswerten gingen Meininger nochmals fühlbarer zurück auf 100,75 (101,20), die übrigen konnten sich trotz einigen Angebots behaupten. Industrie- und Stadtanleihen waren wenig verändert. Im Freiverkehr gingen Kommunal-Umschuldung 5 Rpf. höher mit 93,85 um. Steuergutscheine I still und gehalten. Auch in der zweiten Börsenstunde herrschte eine freundliche Stimmung, die Umsätze blieben aber begrenzt. Gegen den Anfang höher waren u. a. Rheinstahl 0,50 v. H. auf 135,50. Vereinigte Stahl 0,25 v. H. auf 100,25, AEG. 0,25 v. H. auf 121,50, Licht und Kraft 0,65 v.H. auf 141,25, Deutsche Erdöl 0,25 v. H. auf 140,50 und IG. Farben 0,25 v. H. auf 163,50. Bei den später notierten Papieren gingen die Abweichungen bis 1 v. H., es überwogen Besserungen. Fest lagen Löwenbräu München mit 236 (232) und Bank für Brauindustrie mit 119 Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriflleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gießen. Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein: für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Sinzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigern Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Brühlfche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 5 vom 1. Dezember 1939 gültig. 1 Simmet und Küche, möbliert oder unmöbliert, in gut. Hause, an einzelne Person zu vermieten. 7351V Büro Kirchner, Bleichstraße 18. [Stellenangebote] lerne Zeugnisse In Urschrift Iranern nm Zeugntt« ablchrtsten Dem Be- werbungsichreiben beilegen. - Lichtbilder unoBeroetbunnduntet» 'egen müssen zur Ber» metbung von Verlusten auf der Rückseite Ra» men und Anschrift bei Bewerbers tränen! Ordentliches, fleißiges MW in Haushalt mit Kindern f. tagsüber gesucht.7g55v Dr. Kockerbeck, Franks. Str. 36. Bücherüsch. — Ern st Ludwig Cramer: „Wir kom- ! m e n w i e d e r". Ein deutsches Afrika-Buch, Verlag ; Rütten & Loening in Potsdam. Preis geb. 4,80 RM. ; — (206) — „Wir kommen wieder", der dies zum l Abschied sagte, ist einer jener deutschen Farmer, die im Jahre 1919 aus ihrer afrikanischen Heimat ausgewiesen wurden, auf die sie mit Schweiß und Blut ein unverrückbares Anrecht erworben hatten. Was j der Verfasser, der diese Jahre des Aufbaus in Deutsch-Südwest miterlebt hat, hier niederschrieb, ist ein Stück Kolonialgeschichte vom Herero-Aufstand bis zum Großen Krieg. Was die von Cramer geschilderten Menschen erlebt haben, war das Schicksal vieler Tausende von Pionieren unseres Volkes und ist die Mahnung, das Begonnene fortzusetzen, wenn die Zeit rufen wird. — Erling Tambs: „Kreuzfahrten des Grauens". Mit 34 Fotos und 4 Zeichnungen. Leinen 5,— RM. Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig. — (380) — Der Norweger Erling Tambs startete mit vier Kameraden auf der „Sandefjord" zu einer Wettfahrt des amerikanischen Cruising Club — ein ausgetafeltes Boot der Norwegischen Lebensrettungsgesellschaft gegen die schnittigsten Rennjachten. Es wurde eine Tragödie. Unterwegs überfielen unheimliche Stürme das Boot, das wochenlang auf den tosenden Wassern kämpfte. Bei einem Salto mortale — ein noch nie dagewesener Fall! — wurden alle Mann von Bord geschleudert. Alle wurden verletzt, vier glücklicherweise gerettet, einer aber kehrte nicht zurück. Erling Tambs selbst nennt sein Buch „das Epos der unglücklichen Sandefjord". Mit feinen trefflichen Aufnahmen und Zeichnungen schenkt es jedem Leser Stunden der Spannung, aber auch der Freude an der unverwüstlichen Kameradschaft, die der Besatzung der Sande- sjord beseelte. — Viscount Rothermere: Warnungen und Prophezei Hungen, Verlag der Scientia AG. in Zürich 8. — (215) — Der britische Presselord, dessen Zeitung, die „Daily Mail", heute wie einst im Weltkrieg eine der übelsten Schreier im Chor der britischen Kriegshetzer gegen Deutschland ist, war einmal realistisch genug, die folgenschweren Fehler, die die britische Politik mit der Hemmungslosigkeit der Pariser Friedensdiktate gemacht hatte, klar zu erkennen und mit Entschiedenheit eine Revision zu fordern. Aus diesen lichten Augenblicken, die der englische Zeitungskönig heute selbstverständlich nicht mehr wahrhaben will, stammt dieses Buch. Es sieht in der naüonalsozialistifchen Erhebung den Beginn der großen europäischen Zeitenwende und empfiehlt dem eigenen Volke dringend, mit den jungen, sich gegen Versailles auflehnenden Mächten Deutschland und Italien ein gutes Verhältnis zu suchen. Gleichzeitig ist Rochermere freilich einer der lautesten Propagandisten der britischen Aufrüstung, damit England auch in einer neuen politischen Konstellation seine alte Stellung als Schiedsrichter der Welt behaupten kann. So laufen bei Rothermere vernünftige Gedanken einer vorausschauenden Realpolitik mit der traditionellen Anmaßung des Briten nebeneinander her. Heute kommt feinen „Warnungen und Prophezeiungen" nur noch historische Bedeutung zu. F. W. Lange. — Hauptmann Weber: Unterrichtsbuch für Soldaten". Verlag „Offene Worte", Berlin W 35. — (377) — Die vorliegende Kriegsauflage berücksichügt die Erfordernisse des Frontsoldaten und dessen kriegsmäßige Ausbildung. Wertvoll ist die Beigabe eines kurzen Abrisses geschichtlicher Art über den Weg zum Großdeutschen Reich und einer kurzen Schilderung des Feldzuges in dcrlwcrMU. Lesen Augiist ux Besorgen Eine märchenhaft schöne Fumrevue! Auge und Ohr haben ihre helle Freude! Als Höhepunkt stept und wirbelt vor einem prächtigen Hintergrund das Tanzgenie ELEANOR POWELL Weitere Mit wirken de: Mellon Eddyz Frank Morgan, Billyfiilbert In deutscher Sprache. - Ferner: 7347A Beiprogramm und UfarTon*Wodienldiau bis zum feinsten Modell empfiehlt Gietzenev Zoo Gießen, Seltersweg 6. Tel. 3292. Freibankverkauf Volksempfänger 1 vereine | Gleichstrom, bill. 1 1 Ludwigstr.44v. Heimat- I Kaufgesuche I VßrßiDißUllO tiHerg Kirchstraße 2 C. L. LEIB Kunsthandlung Bilder in gr. Auswahl Einrahmungen in eigener Werkstätte __________ 7354V Radio für Wechsel-oder Allstrom zu kauf, gesucht. Angebote unter 05463 a.d.G.A. | Verschiedenes | Rechter,schwarz. LederhandscliQb verloren am 10. 12. zwisch. Lie- bigstr. 57 und Bahnhof. 7352V Abzugeben Liebigstr. 57 I. Nr. 293 Zweites Blatt Donnerstag, U. Dezember 1939 Gießener Anzeiger iGeneral-Anzeigsr für Oberhefien) Aus der Stadt Gießen. Borweihnachtszeit. Je früher bie Dunkelheit hereinbricht, je kälter und ungemütlicher es draußen wird, desto lichter und heimlicher soll es an unseren Feierabenden werden. Die Dorweihnachtszeit mit ihrer stillen besinnlichen Vorfreude, mit alten weisen Bräuchen und der Vorbereitung allf eine hohe Zeit d-s Jahres hat uns gerade in der Gegenwart viel zu bedeuten. Wir wollen diese vorweihnachtlichen Abende tief miterleben, erst recht wenn wir in Sorge sind oder sehr viel Arbeit haben, sie können uns soviel Kraft und Zuversicht geben. Mit grünen Tannen- ästen wollen wir unsere Zimmer schmücken und im Grün der Zweige erkennen, daß das Leben nie ersterben wird. Wenn wir einen Tannenkranz winden, dann wollen wir daran denken, daß er in seiner Geschlossenheit ein Sinnzeichen der heiligen Ordnung im Sonnenlauf ist. Mit roten Bändern wollen wir ihn binden, denn Rot ist die Farbe des Lebens und der Freude, und Lichter wollen wir darauf anzünden, jede Woche ein neues, als Zeichen der nahenden Sonnenwende. Vielleicht haben wir auf dem Boden eine Weihnachtspyramide, weihnachtliche Schnitzereien und allerhand Spielzeug verpackt. Sie müssen in diesem Jahr zur Vorweihnachtszeit heruntergeholt werden! Zur Weihnachtszeit gehört das Märchenerzählen. Auch hier sind der Sieg des Guten über das Böse, der Glaube an Sinn und Zweck des Lebens und die tapfere aufrechte Haltung zum Schicksal uns in der Gegenwart besonders bedeutsam. Wenn wir in einer großen Familie beisammen sind oder Besuch haben, dann sollten wir einmal versuchen, ein Märchen zu spielen. Und noch eine andere Form des gemeinsamen Fröhlichseins wollen wir in unseren Vorweihnachtsabenden nicht vergessen: die Hausmusik! Wir brauchen dazu keine kostbaren, schwek erlernbaren Instrumente. Singen kann jeder, und eine Mundharmonika, eine Blockflöte oder eine Laute find die beste Begleitung. Wir wollen die Tage vor Weihnachten wirklich zu einer festlichen Vorbereitungszeit gestalten, das Schwere und Dunkle, das in viele Schicksale trat, soll leichter und lichter werden in der Gemeinschaft, hn Miterleben alter tröstlicher Weisheiten. Und wenn gar der Vater oder der Bruder von der Front auf Heimaturlaub kommt, dann soll ihm die Vorweibnachtszeit im Kreise der Familie zu einem unvergeßlichen Erleben werden. Dornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Irrtum des Herzens". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Hoheit tanzt inkognito". — Oberhessischer Kunftverein: 15 bis 16 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. Die Heimatvereinlgung „$d)iffenberg“ veranstaltet am Sonntagnachmittckg auf dem Schiffenberg eine Familienzusammenkunft, mit der die Weihnachtsfeier verbunden ist. M-WnM M Kraft W W Abteilung Sportamt. Die Gymnastikstunde heute abend im „Burghof" fallt aus. Der nächste Unterricht findet am 4. Januar 1940 in der Schillerschule statt. 7356") Mit dem Führer vorwärts zum Sieg Deutschlands! Große Kundgebung mit Gauleiter Sprenger in Gießen. Die. Ortsgruppen Gießen-Süd und Gießen-Oft hatten die Gießener Bevölkerung am gestrigen Mittwochabend zu einer großen Kundgebung mit dem Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger aufgerufen. Dem Rufe der Ortsgruppen war so zahlreich Folge geleistet worden, daß der große Raum der Reuen Aula der Universität überfüllt war und die Besucher bis in den Vorraum hinein standen. Ein Musikkorps der Wehrmacht erfreute die Besucher bis zum Beginn der Kundgebung mit schneidigen Militärmärschen, die dankbar aufgenommen wurden. Rach dem Einbringen der Fahnen und dem gemeinsamen Gesang des ersten Verses des Kampfliedes „Volk ans Gewehr" eröffnete der Hoheitsträaer der Partei im Kreise Wetterau, Kreisleiter Back - ha u s, die Kundgebung mit herzlichen Grußworten an den Gauleiter, an die Vertreter der Partei, der Wehrmacht, der Wirtschaft und an die große Menge aller Volksgenossen, die sich in dieser Stunde mit dem Gauleiter zu der eindrucksvollen Kundgebung vereinigte. Gauleiter Reichsstatthälter Sprenger wurde zu Beginn feiner Rede von der Versammlung mit herzlichem Beifall begrüßt. An die Spitze seiner Ausführungen stellte er die Antwort auf die Frage, warum jetzt im Kriege Versammlungen abgehalten werden. Der Zweck dieser Kundgebungen sei, allen Volksgenossen die Wahrheit über die Ursache und den Sinn des Krieges immer mehr zu vermitteln, damit jeder einzelne klar erkennen kann, warum unser Volk diesen uns von England aufgezwungenen Krieg führen muß. Aus der Erkenntnis dieser Wahrheit wird sich die unverbrüchliche Einheit des deutschen Volkes immer mehr verstärken, und damit können auch alle Widerstände leichter überwunden werden. Hierauf wandte sich der Gauleiter einer kritischen Betrachtung des Genfer Vereins zu, der sich zwar Völkerbund nennt, in Wahrheit aber nichts anderes ist, als eine Vereinigung unter der Führung Englands, die von Anfang an nur ein Ziel verfolgte, nämlich die Vernichtung, m i n d e- stens aber d i e dauernde Niederhaltung Deutschlands. Der Führer habe diese Zielsetzung des Vereins der Weltkriegsieger von Anfang an klar erkannt und dementsprechend seine außenpolitische Haltung gegenüber diesem Bunde bestimmt, und die Entwicklung habe auch hier die Politik des Führers in vollem Umhange bestätigt. Weiter beschäftigte sich der Redner mit unserem Hauptfeind England und seinem Trabanten Frankreich, deren verlogene Politik er in überzeugender Weise kennzeichnete. Dabei wies er auf die gescheiterten Spekulationen der Westmächte hinsichtlich der Haltung Rußlands hin und unterstrich, daß das englische Piratenoolk jetzt zum ersten Male entlarvt und allgemein als ein Volk des Piraten- tums, des Raubes und der brutalen Gewalt erkannt worden ist. Diese Politik Englands wurde auch in Rußland klar durchschaut, und Rußland zog hieraus die einzig möglichen Konsequenzen. England werde eine große Enttäuschung erleben, wenn es immer noch hoffe, das deutsch-russische Verhältnis trüben zu können. Dieser kümmerlichen und verlogenen Politik der Westmächte stellte der Gauleiter in großen Züaen die gewaltigen weltgeschichtlichen Leistungen der Politik unseres Führers gegenüber. Er konnte dabei mit berechtigter Genugtuung auf den vom Führer immer tiefer in unser Volk hineingetragenen Wehrwillen aller Deutschen und auf die bereits im Jahre 1933 im größten Teile unseres Volkes bestehende Wehrbereitschaft gegenüber allen Gewaltplänen Englands und Frankreichs Hinweisen. Aus den Darlegungen des Redners ging auch in klarer Weise hervor, daß England es war, das in Frankreich schon im Jahre 1933 zum Kriege gegen Deutschland hetzte, und daß wiederum England es ist, das seitdem mit allen Mitteln seiner Politik danach strebte, unser Deutschland und sein zu neuer Blüte aufsteigendes Volk zu vernichten. Je mehr es dem Führer gelang, das deutsche Volkstum in den Grenzen unseres Reiches zu vereinigen und Großdeutschland zu schaffen, desto stärker wurde der haßerfüllte Dernichtungswille Englands gegen das deutsche Volk. Als Grund für diese Haltung Englands führte der Gauleiter nicht nur die Weltherr- schaftsgelüste der Engländer und ihre brutale Mißachtung der Rechte aller anderen Völker an, sondern er wies mit gutem Grund auch darauf hin, daß die kleine und feit Generationen über das englische Volk herrschende Kaste der plutokratischen englischen Oberschicht das wahrhaft soziale neue Deutschland fürchtet, weil von dieser nach dem Grundsatz der sozialen Gerechtigkeit für alle Glieder des Volkes geordneten Gemeinschaft natürlich soziale Rückwirkungen auf das englische Volk ausstrahlen können, die der dort herrschenden plutokratischen Kaste höchst unerwünscht sind. Schon immer war der Zustrom zur NS.° Schwesternschaft sehr groß. Nach der neuen Regelung des Ausbildungswesens wird er sich jedoch noch besser steigern. Nach der Schulentlassung — eine abgeschlossene Schulbildung genügt — werden die Mädel zur Hauswir tschaf tlichen Ausbildung nach eigener Wahl in Haushaltungen, Haushaltungsschulen, oder in Heimen und Anstalten der NS.-Volkswohlfahrt eingesetzt. Die Ausbildung in der Krankenpflege in einem der zahlreichen Krankenhäuser der NS.-Schwestemfchaft beginnt Mit dem 18. Lebensjahr und dauert nicht wie früher zwei Jahre, sondern nur eineinhalb Jahre. Meldungen nimmt das Gauamt für Volkswohlfahrt unseres Gaues jederzeit entgegen. Die Einberufung zur Ausbildung kann auch außerhalb der regulären Aufnahmezeiten im April und Oktober erfolgen. Da sehr viel mehr Anstalten als Ausbildungsstätten zur Verfügung stehen als früher, ist die Wartezeit erheblich ochgekürzt worden, sodaß jede Bewerberin mit ihrer baldigen Einberufung rechnen kann. Die NS.-Schwesternschaft als Mutterhaus übernimmt die vollständige Ausbildung — im Gegensatz zu früheren Jahren entstehen den Schülerinnen bzw. den Eltern hier keinerlei Kosten —, zahlt darüber hinaus ein Taschengeld, stellt die Dienstklei- Chamberlain und D a l a d i e r gingen, wie der Gauleiter betonte, 1938 nur deshalb nach München zu der Konferenz mit dem Führer, weil sie damals noch yicht genügend gerüstet waren und den Krieg gegen uns noch nicht wagen konnten. Während der Führer in aller Ehrlichkeit seine Politik des Friedens führte, bereitete England mit aller Kraft den Krieg gegen Deutschland vor und betrieb die Einkreisung gegen uns, dabei gehorsam unterstützt von Frankreich. Beide »Mächte übersahen aber, daß sie diesmal ein anderes deutsches Volk vor sich haben, ein Deutschland, in dem Volk und Führung eine unzerstörbare Einheit sind. Daher stimmt denn auch die englische Rechnung diesmal nicht, und England wird sich immer mehr davon Überzeugen müssen, daß es sich diesmal verrechnet hat. Als überzeugende Beweise dafür konnte der Gauleiter die bisherigen Ereignisse des Krieges anführen, die auch nach englischem Urteil doch ganz anders gekommen find, als man erwartet hatte. Wenn die unverbrüchliche deutsche Volksgemeinschaft jemals überhaupt noch eine Vertiefung und Verstärkung hätte erfahren können, dann fei diese durch den von England uns ar;fgezwungen en Kampf um unsere Lebensrechte und um unsere Existenz herbeigeführt worden. Gegenüber den aus England und Frankreich zu uns herüber- klingenden Kriegszielen, die in der Vernichtung und Aufteilung Deutschlands bestehen, verwies der Redner kurz und bündig auf unsere gewaltige militärische Stärke und auf die Tatsache, daß der Führer auch gegenüber derartigen Absichten der Feinde nach jeder Richtung hin ausreichend und gut vorgesorgt hat. Wie im Inneren unseres Reiches alles verwirklicht düng und trägt alle sozialen Lasten. Die Bedingungen finb also wesentlich besser als in früheren Zeiten, wo die Wahl des Schwestemberufes an nicht unerhebliche wirtschaftliche Voraussetzungen geknüpft war. Nach der Ausbildung kann sich die junge Schwester je nach Wunsch und Eignung einem besonderen Tätigkeitsgebiet zuwenden. Auch wird ihr in gewissen Zeitabständen Gelegenheit gegeben, an Fortbildungskursen und Lehrgängen teilzunehmen und sich fachlich und weltanschaulich weiterzubilden. Mit dem Wiederaufbau der zurückgewonnenen Provinzen im Osten setzte gleichzeitig der Aufbau der NSV.-Einrichtungen in den einzelnen Ortschaften ein. Diele hundert NS.-Schwestern aus dem gesamten Reichsgebiet sind hieran beteiligt. i Stuhl 5 Wie werde ich NG.-Gchwester? Kostenlose Ausbildung, verkürzte Ausbildungszeit. „Denn wir fahren Es war in den ersten Monaten des Weltkrieges — wir saßen in der Sexta — als ein großes Erlebnis in unser Leben trat. Heute, als England uns wiederum den Krieg erklärte, und das aus denselben Gründen wie damals, fällt es mir wieder ein und steht deutlich mit dem Bilde der deutschen Kämpfer- natur Hermann Löns, dessen 25jähriges Gefallenen- gebenfen wir erst kürzlich begingen, vor meinem Gedächtnis. Eigentlich ist es ein Lied, eine Melodie voll Sturm und Haß den Heuchlern, die mit diesem Erlebnis wieder aufklingt und uns aufruft, Deutschlands Stärke erneut zu beweisen — gegen England! . . Wir Jungen vom Gymnasium kannten vielleicht am besten den stillen, ernsten Mann mit den gütigen, aber auch oft so hart blickenden Augen und dem massigen Charakterkopf. Dieser Mann wohnte ja auch an unserem Schulwege in der niedersächsischen Großstadt, war berühmt und angesehen und hieß Hermann Löns. Unsere Eltern erzählten uns, daß derselbe stille, ja direkt scheue Dichter und Schriftsteller einst jahrelang in der mit ,,Fritz von der Leine" gezeichneten Wochenplauderei als Schriftleiter in der Zeitung eine scharfe satirische Klinge gegen allerlei Mißstände in der Stadt ohne Ansehen der Person geschlagen habe, und daß damals große Teile der Bevölkerung der Stadt jeden (5amstag gespannt gewesen wären und man sich die Wochenplauderei aus den Händen gerissen hätte. . Wir Schüler interessierten uns mehr für Lons » lebendig geschilderte Jagd- und Tiergeschichten, und i der uns angeborene deutsche soldatische Sinn be- L getfterte sich an den trutzigen Taten der Bauern senes Festungsdorfes da hinten in der Heide, besten Schicksale dieser Dichter und Seher in seinem qrotz- K artigen deutschen Bekenntnisroman: „Der Weyr- tooff" als Bauernchronik gezeichnet hatte. Kurzum, wir kannten ihn, den Schriftsteller, uno liebten ihn in scheuer Ehrfurcht. Die bunten Schuler- i mutzen flogen von den Köpfen wenn wir seiner ansichtig wurden, und er grüßte mit erhobener Hand, was wir zwar als seltsam, aber dennoch als 'chön empfanden. Als der Krieg ausbrach, begegneten wir unserem Freunde nicht mehr, und jene eifrigen Botaniker ober Zoologen, die immer alle r Kräuter und Tiere zu Lehrzwecken mit 'n die Schule brachten, bedauerten dies am meisten, denn nun konnten sie dem Lehrer deshalb weniger impomer. weil Löns ihnen auf dem Schulwege Nicht m h direkt aus dem Handgelenk ober meIme,^r "einem reichen Wissen die Namen der wahllos.an Rainen, in Vorgärten, auf TBiejen unb i3n bäumen gefunbenen Objekte verriet. Wn dorten, er habe sich, verzweifelt von Kaserne zu Kaserne lau rend. als Achtunbvierziqjähnger freiwillig MS Feld gemeldet, und es fei ihm auch gelungen, das seid- gen (Snaellanh..." Erinnerung von Heinz-Ludwig Wellhausen graue Ehrenkleid nicht als Kriegsberichterstatter, sondern als einfacher Soldat anziehen zu dürfen. „Er wird nun auch für das kämpfen und das in die Tat umfetzen, was er geschrieben und seinem Volke gelehrt hat", sagte unser Deutschlehrer, ein glühender Lönsverehrer. Eines Tages übte unser Gesangslehrer ein neues Lied. Es klang frisch und fröhlich und zugleich trotzig und angriffslustig. Als wir hörten, daß es einst unser Freund Löns dichtete, da fchlug erst recht die Flamme der Begeisterung in unsere jungen Sextanerherzen. Lange vor Ausbruch des Krieges entstand dieses Lied, so erzählte uns der Leiter der Singstunde, als Hermann Löns den Neid und den Haß, bie Ueberheblichkeit und die Einkreisungsbestrebungen Englands trotz aller guten Versicherungen erkannte, das den deutschen Konkurrenten fürchtete und ihn durch intrigantes Kräftespiel durch andere zu Boden schlagen lassen wollte. Als die verderblichen Lehren der üblen Gleichmacherei des Weltbürgertums in der hochwertigen Rasse der Deutschen zu wenig ftuchteten, so erzählte der Lehrer und wir hörten trotz dieser uns noch unbekannten Begriffe aufmerksam zu, da griff England nach anderen Mitteln. Der Vertrag von Marokko damals, so erklärte bitter weiter der Sprecher, sei schon eine versteckte Kriegserklärung Englands und auch Frankreichs gewesen, bas die Briten infolge der schwachen deutschen Politik und des Revanchegedankens von 1871 an ihre Seite ziehen konnten. Man hätte es damals verpaßt, durch einen kräftigen Schlag den beiden Ententemächten die Angriffslust auf Deutschland radikal zu vertreiben. Und wie gleichen sich die Bilder der alten und neuen englischen Politik, als ich mich daran heute erinnerte, uDie der Lehrer damals sagte, daß seinerzeit England Frankreich versprach, hunderttausenb Mann in Schleswig zu landen. Leere Verspreckun- aen wie sie heute wieder Polen erhielt! Aber Frankreich fühlte sich nicht gerüstet genug, und Rußland, bas bie Englänber für sich einzuspannen wußten, blutete noch aus ben Wunden bes russisch- japanischen Krieges. Unb bann sagte der Lehrer — er war ein unerschrockener Mann — ber Kaiser hätte anstatt Frankreich zum Kriege zu zwingen, eine schwächliche Demonstration burch feine war- nenbe Rede in Tanger gehalten. Hermann Lons erkannte bie Gefahr unb, verbittert über bie verpaßte Gelegenheit, bichtete er fein Matrosenlied gegen Englanb, um roieberum, wie er es einmal ausgesprochen hatte, seinen lieben Deutschen ben Buckel mit Franzbranntwein einzureiben Eine seltene Stille herrschte in ber Klasse, als ber ßebrer seine Erklärungen beendete. Wir, die wir bis jetzt nur von ben Kämpfen der Griechen und Römer erfahren hatten, bie uns ziemlich kalt ließen, erfuhren von uns sehr naheliegenden weltpolitischen Problemen, von benen uns bisher memanb etwas erzählte, unb unsere Herzen unb nufere Gesichter würben heiß. Dann erklang bas Lieb. Es war kern Singfang, zu dem wir uns quälten sonbern Text unb Melodie wuchsen zur eigenen Sache, zur Begeisterung. Es lautete: „Heute wollen mir ein Lieblein fingen, Trinken wollen wir ben kühlen Wein Unb die Gläser sollen dazu klingen, Denn es muß, es muß geschieden sein. Gib mir deine Hand, Deine weiße Hand, Leb' wohl, mein Schatz, leb' wohl. Denn mir fahren gen Engelland!" Wir zeigten noch keinen Sinn für den besungenen Schatz der Soldaten, aber die vielen meißen Hände ber Mütter und Mädchen, die die Sträuße an die Uniformen steckt ep, bie die Krieger zum letzten Mal streichelten, die vielen meißen Hände, in denen auf den Bahnhöfen die Taschentücher flatterten und die bann an die tränenden Augen in mutigen Gesichtern gedrückt murden, die kannten mir, und mir und mußten auch, mas es hieß, gegen England zu fahren, denn im Iungfturm, dem mir damals zum ieil an gehörten, mürben uns Bilder unb Mvbelle unserer jungen deutschen Kriegsflotte vor geführt, und gar mancher träumte davon, dereinst auf der blauen See mit dabei sein zu können. Wir verstanden es, roenn es in der zmeiten Strophe hieß: „Unsre Flagge und die wehet auf dem Mast, Sie verkündet unseres Reiches Macht, Denn mir mollen es nicht länger leiden, Daß der Englischmann darüber lacht." Unb dann rauschte die letzte Strophe des Löns- Liedes auf, deren heldischer Inhalt es bei uns nicht zuließ, daß die dämpfende Hand des Gesanglehrers, die wohl die Trauer ausdrücken sollte, wirksam wurde: „Kommt die Kunde, daß ich bin gefallen. Daß ich schlafe in des Meeres Flut, Weine nicht um mich, mein Schatz, unb denke, Für das Vaterland, da floß fein Blut." Dann kam der Refrain. „Denn wir fahren gen Engelland!" war wie ein wütender Angriffs chrei aus zweiundfünfzig Sextanerkehlen. Mr hatten das Lied verstanden unb England durchschaut — mehr als es durch 50 Geschichtsstunden möglich gewesen märe. Eines Tages, es mar im September 1914, betrat der Deutschlehrer die Klasse, überhörte unseren Gruß, setzte sich schwer an sein Pult unb schaute eine lange Weile mie ins Leere über uns hinweg. Dann mintte er mit der Hand und mir setzten uns. Endlich begann er: „Hermann Löns ist vor Reims gefallen." Zmeiunbfünfzig Köpfe senkten sich schmer, unb irgend jemand schluchzte, obwohl wir alle dagegen ankämpften. Dann schlug der Lehrer den mit= gebrachten Band des „Wehrwolf" auf, und er las ein Kapitel vom HeNenkanmf des von Feinden eingeschlossenen Dorfes. Als der DorleseNde begann, stand erst einer auf, bann stand die ganze Klasse bis bie Ehrung zu Ende war. Am anderen Tage fiel die Singstunde aus. Der Schulvogt erklärte uns, daß ber Gesanglehrer als Reservist plötzlich seinen Gestellungsbefehl erhalten habe und am Nachmittag noch zur Front ab reifen müsse. Mr fragten nach welcher Front. Nach Wilhelmshaven, entgegnete der Schuldiener, denn bet Herr Lehrer sei doch Torpedobootsmaat. Das wußten wir nicht. Da die Stunde ber Abfahrt des Zuges nicht zu erfahren mar, beschlossen mir, dem Lehrer, ber uns den Sinn für die gegenwärtige Politik so deutlich entgegen dem regulären Lehrplan öffnete, eine Ueberraschung zu bereiten. Selbst auf die Prügelgefahr daheim hin ging niemand zum Mittagessen nach Hause. Wir marschierten schnurstracks zum Bahnhof, fragten uns bei der Kommandantur durch, zmeiunbfünfzig 10-Pfennigstücke klingelten in den Bahnsteigautomaten, und als die Reservisten einstiegen, standen mir in Reih und (Stieb entlang dem Zuge auf dem Bahnsteig. Unser Lehrer schaute leuchtenden Auges aus dem Abteil, unb selbst die Frauen traten etwas vor unserer Gruppe zurück. Genau eine Minute vor Abfahrt erklang bie Weise: .Heute wollen mir ein Lieblein singen .. .* und brach sich jubelnd unb ernst zugleich in ben Wölbungen der hohen Bahnhofshalle. Die dritte Strophe ließen wir aus. Ein Verlust dieses Mannes erschien uns unausdenkbar. Als es erscholl: „Denn wir fahren gen Engelland!" mischten sich darin das Fauchen ber Lokomotive und bie Ab schiebsruse ber Soldaten und ber Zurückbleibenden. Im Auge unseres Lehrers blitzte eine Träne, und bas war unser schönster Dank, für ben mir noch ganz andere Dinge als ein ausgefallenes Mittagessen in Kauf genommen hätten. Die Feldpostkarten des Einberufenen erhielten einen Ehrenplatz unter dem Bilbe Hinbenburgs in ber Klasse, unb manches Liebesgabenpaket ging zum Kriegshafen. Eines Tages blieben bie Karten aus und mir mürben in ber Aula zusammengerufen. Am Rednerpult stand bas Bild des Torpedoboots- nraats. Die Orgel spielte das Lied vom guten Kameraden unb ber Direktor sprach. Wir mußten nachher nicht mas, benn die Trauer hatte unsere Herzen niedergedrückt und unsere Ohren verschlossen. Am nächsten Tage in ber großen Pause rief uns unser Primus in ber Klasse zusammen. Er hatte heimlich das Bild aus ber Aula geholt und davor zwei Weihnachtsbaumlichter gestellt. „Wir wollen nun bas Lied fingen", sagte er mit trockener Kehle ohne weitere Einleitung, und wir mußten Bescheid. Leise, aber dann immer trotziger, sprangen Text und Melodie auf, und als bie Stelle kam: „Denn wir fahren gen Engelland!", da waren unsere Augen wieder hell und es schien, als ob das ernste Gesicht des Gefallenen auf dem Bilde lächle. Heute machten auch viele aus unserer alten Klasse den ttotzigen Schwur bes Liedes wahr, benn sie sichren auf den Kriegsschiffen bes neuen Deutschland gegen England und haben Rache für die Falschheit bes eigennützigen Briten geschworen. Unb als in biefen Tagen bie Nachricht von ber Vernichtung mehrerer ber größten Schiffe des mit feiner Unverwundbarkeit prahlenden John Bull durch deutsche U-Boote unb Flieger über alle Sen- ber des beutschen Rundfunks ging, da erscholl hernach als ©regerfang tm Aetherr „Denn mir fahren gen Engelland.. I* Toten nicht vergeben, da er aus dem Leben ging, um ihr zu helfen? Ein trauriges Lächeln spielte um ihren Mund. Helfen... Einen Tageskummer kann man vergessen ... auch einen Verdacht kann man abwen- den ... sich reinwaschen davon... Aber ein Vertrauen, das verlorenging, findet man nicht wieder... Da lag noch ein anderer Brief. Er war vor Tagen gekommen und war von Matthias Heitfeld. Man ersuchte sie um eine Unterredung. Mußte sie dem alten Herrn gegenübertreten? Sie konnte jetzt beweisen, daß sie keine Rezepte entwendet hatte, daß sie gar keine Möglichkeit dazu hatte. Das Telegramm, das dem Doktor den Verdacht gab, war ja eigentlich nur der Beweis, daß die Forderung des Joso Zaduk nicht erfüllt wurde. Sie dachte an die Mahnung Jäckels. Aber nun war alles anders geworden. Run sagte ein Toter für sie die Wahrheit. Sie legte beide Briefe zusammen. Ehe sie diese Belastung, diese Selbstbeschuldigung eines Toten weitergab, sollte sich die Erde über diesem Toten schließen. Heber diesem seltsamen und nun zerstörten Leben. Das war sie Mainz schuldig Es kam noch ein anderer Brief. Nicht an Frau Domkat, sondern an Doktor Heitfeld. Ein sehr eiliger Brief. Mit dem Luftpoststempel USA. Matthias wurde erst aufmerksam, als ihm gegenüber am Schreibtisch sein Sohn mit einer raschen Bewegung aufstand, mit einem Gesicht, daß die Erregung nicht verbergen konnte. „Was ist ...?" fragte Matthias Heitfeld. Der Doktor reichte ihm den Brief: „Lies ..." Der Brief kam aus Neuyork, von Moravitzky. Es war ein sehr aufrichtiger ... ja, Matthias Heitfeld sagte später, daß es ein sehr sympathischer Brief wäre. Moravitzky hatte die ehrliche Absicht gehabt, sich in Neuyork als Vertreter der Parfümerie Heitfeld zu versuchen. Aber wenn man auf der Heber- fahrt mit einem namhaften französischen Regisseur zusammentrifft, den man überdies aus früherer Zusammenarbeit kennt, so wäre es Wahnsinn, das Angebot für Hollywood abzulehnen. Matthias Heitfeld nickte ... das wäre natürlich Wahnsinn ... Moravitzky löste also die Verbindung zur Parfümerie Heitfeld. Er löste sie sehr korrekt, er schrieb, daß er den Betrag der erhaltenen Reifespesen dem Neuyorter Hause der Heitfelds überwiesen habe. Dann aber wurde der Brief persönlicher. Er wandte sich an den Menschen Heitfeld, an den Mann. „... ich will Ihnen das Geständnis ab= legen, mein sehr verehrter Herr Doktor Heitfeld, daß ich in manchen Zeiten meines Lebens ein leichtfertiger Mensch gewesen bin. Diese Leichtfertigkeit hätte mich unter Hmständen sogar mit den Gerichten in Konflikt bringen können, sofern Joso Zaduk aus Belgrad, mit dem ich vor Jahren eine sehr unangenehme Begegnung hatte, eine Anzeige gegen mich beabsichtigte. Ich habe mich solchen Möglichkeiten lieber entzogen. Sie wissen, daß die Sekretärin Ihres Hauses, Frau Domkat, einmal meine Spiel Partnerin war. Dadurch kam auch sie in den Augen des Zaduk in den Schatten eines Verdachtes. Hnd ich möchte Ihnen nun die ausdrückliche Versicherung geben, daß nichts auf der Welt unberechtigter ist als nur auch die Spur eines solchen Verdachtes! Ich hoffe, Luise Domkat für die Filmarbeit zurückzugewinnen. Bis dahin aber möchte ich für diese Frau dringend und herzlich Ihren persönlichen männlichen und ritterlichen Schutz erbitten! Ihr ergebener Moravitzky." Heitfeld reichte seinem Sohn den Bries zurück. Er sagte ttocken: „Der Mann gefällt mir nicht einmal schlecht ..." Waldemar Heitfeld befand sich in einer nervösen Zerrissenheit. Er sagte in peinigender Hngewißheit: „Aber eine Aufklärung bringt auch dieser Bries nicht. Ich irrte mich nicht, Vater ... es hat jemand das Gcheimbuch Mindestens einen Tag lang entwendet." „Hnd das muß unbedingt Frau Domkat getan haben!" sagte der alte Herr ärgerlich. Der Doktor beharrte aus seinem Verdacht. Es schien, als gäbe ihm nun der Bries Moravitzkys noch recht. Er sagte: „Eben um Moravitzky von den Zaduks zu lösen, wird sie es getan haben. Ich kann es Mir nicht anders erklären." „Na...", Matthias Heitfeld erhob sich. Er öffnete die Tür zu dem Zimmer, in dem nun Luises Nachfolgerin saß. „Meinen Wagen, bitte." „Wohin willst du, Vater?" „Zu Frau Domkat. Vielleicht ist sie aus Wien zurück. Hnd gib mir mal den Bries her. Den nehme ich mit." Luise war in den Tagen, die sie noch in Berlin blieb, nicht untätig. Sie beschäftigte sich schon mit ihrer neuen Rolle und lernte eifrig. Aber sie konnte es nicht verhindern, daß ihre Gedanken immer wieder von dieser Arbeit absprangen, i Luise gestand es sich nicht ein ... aber sie wartete. Sie legte manchmal das Drehbuch auf den Tisch zu« rück und setzte sich still in den Sessel am Fenster, saß stumm und bewegungslos und sah über die kahl gewordenen Baumkronen drüben, die sich knarrend im Winde bogen. Der Brief des verstorbenen und nun zur letzten Ruhe gebetteten McnnH lag mit ein paar kühlen Begleitworten zum Absenden an Matthias HeitfeD bereit. Dann aber, noch ehe Luise diesen Brief zur Post gab, empfing sie den Besuch ihres ehemaligen Chefs. Sie erzitterte, als sie den Besucher erkannte. Der alte Herr kam selbst zu ihr. Das hatte sie nicht er* wartet... Ihr Herz schlug schwer. Matthias Heitfeld hatte sich vorgenommen, diese Unterredung mit Luise Domkat völlig unsentimental zu führen und mit einer beharrlichen Entschloßen* heit der Richtung seiner Gedanken zu folgen. Er hatte in dieser verwickelten Sache seine sehr eigenen Gedanken. Hnd so kam es, daß er durch den Brief des toten Mainz nicht einmal so sehr überrascht wurde. Er hatte die Liebe des verschlossenen Mannes, die dieser bei dem letzten Gespräch Heitfeld offenbart hatte, und den Selbstmord in Zusammenhang gebracht. Hnd als damals der Chemiker von einem Mangel an Beweisen sprach ... den Rat gab, die Untersuchung einzustellen ... da war ein Verdacht in Heitfeld aufgestiegen. Dieser Verdacht hatte also nicht getrogen. Luise saß ganz still. Ihr Gesicht war verschlossen und verschwiegen. Aber ihr Herz war einsam und geängstigt. Sie hielt die Hände im Schoß verschlungen und wartete, bis Heitfeld den Brief des Toten gelesen hatte. „Mir scheint", sagte er, „daß es auf beiden Seiten ... bei meinem Sohn und auch bei Ihnen - - - an dem rechten Vertrauen gefehlt hat." Luise sah immer noch mit diesem rätselhaften Blick vor sich hin. Sie antwortete nicht. Heitfeld sprach weiter: „Wir müssen Sie um Entschuldigung bitten wegen eines Verdachtes, den nun der Tote einwandfrei widerlegt hat. Aber ich bitte Sie, jetzt nachzuholen, was Sie versäumt haben. Von dieser Versäumnis. kann ich Sie nicht frei* sprechen. Ich bitte Sie, mir die Wahrheit zu sagen über die Beziehungen, die Herrn von Moravitzky und auch Sie mit mit Joso Zaduk verbinden." (Schluß folgt!) wurde, was der Führer versprach, so werde auch in (tiefem Falle nach außen hin das Wort des Führers unbedingt Wahrheit und England durch unfern Sieg in die Knie gezwungen werden. Unser Volk könne auch hier wieder mit vollem Vertrauen seinem Führer folgen, und darum laute die selbstverständliche Parole für jeden Deutschen: Führer befiehl, wir folgen! Schließlich beschäftigte sich der Gauleiter noch mit einigen wichtigen Punkten der Heimatfront. Er konnte dabei mit gutem Recht auf die Tatsache Hinweisen, daß hinsichtlich unserer Lebensmittelversorgung in vollkommen hinreichender Weise alles geschehen ist, um von jedem Volksgenossen zu jeder Zeit das Gespenst der Not fernzuhalten, das üble Hamsterertum der Weltkriegszeit jetzt ausgeschaltet ist, Vertrauen und Kameradschaft aller Volksgenossen in dieser Krieaszeit besondere Verpflichtungen geworden sind, ebenso wie das selbstverständliche Gebot der disziplinierten Haltung jedes Volksgenossen im Hinblick auf die Notwendigkeiten der Volksgemeinschaft.' Weiter konnte der Gauleiter betonen, daß das Kriegsgewinnlertum der Weltkriegsjahre, das unserem Volke und seiner Haltung damals so schwer geschadet hat, diesmal keine Wiederholung findet, da nach dieser Richtung hin durch die gesetzlichen Maßnahmen alle Vorsorge getroffen ist. Ebenso konnte er die erfreuliche Tatsache unterstreichen, daß in diesem Kriege für die Familien der zum Wehrdienst einberufenen Männer weit besser gesorgt ist als in der Zeit des Weltkrieges, und daß jetzt besonders darauf geachtet wird, daß jede Familie unserer Soldaten ihren gewohnten und berechtigten Lebensstandard gewährleistet sieht. Wie in diesen Teilabschnitten' unserer inneren Front, so gelte überhaupt überall bei uns der Grundsatz der Volksgemeinschaft der Tat. Zum Abschluß feiner oft von starken Beifallskundgebungen unterbrochenen Rede wies der Gauleiter noch einmal in prägnanter Zusammenfassung auf Englands Heuchelei, Brutalität, Skrupellosigkeit und Raubpolittk feit Jahrhunderten gegenüber asten Völkern hin, belegte seine Anklagen mit vielen überzeugenden Beispielen, kennzeichnete die vielfachen Verbrechen des englischen Geheimdienstes, der auch vor Mordtaten nicht zurückschreckte, erinnerte an den jüngsten englischen Mordplan gegen unseren Führer in München, ab-er auch an das | große englische Verbrechen der Blockade im Weltkrieg und jetzt wieder gegen die deutschen Frauen, Kinder und Greise, und zog aus dieser überzeugenden Anklage und Beweisführung den Schluß für alle Deutschen, daß wir uns in unverbrüchlicher Festigkeit und mit der ganzen geballten Kraft unseres Volkes diesem Raubst aat England entgegen ft eilen uyd feine Anschläge gegen die Exzistenz und das Recht des deutschen Volkes völlig zunichte machen werden unter der Parole für alle Deutschen: M i t unferm Führer vorwärts zum Sieg Deutschlands! Stürmischer langanhaltender Beifall der großen Versammlung dankte dem Gauleiter, dem Kreisleiter Backhaus als Sprecher aller Gießener Volksgenossen auch für alle Zukunft feste und treue GefolAchaft für unfern Führer versichern konnte. Dann fand die denkwürdige Kundgebung in gewohnter Weise ihren Abschluß. B. Uraufführung im Stadttheater «Niesten Aus dem Dramaturgischen Büro des Stadttheaters Gießen wird uns geschrieben: Als dritte Hraufführung der Spielzett bereitet das Stadttheater Gießen das Schauspiel „Csongor und Tünde" von Mihäly Vörösmarty (1830) vor. Das auf Anregung des Intendanten Hermann Schultze-Griesheim von Dr. F. Klein-Krautheim aus dem Hngarifchen übertragene Werk ist eine der bedeutendsten Dichtungen der ungarischen Romantik. Keine Zinkgefäße für Lebensmittel. Trotz wiederholter Warnung vor der Benutzung verzinkter eiserner Gefäße zur Aufbewahrung oder Zubereitung von Lebensmitteln find immer wieder Dergiftungsfälle vorgekommen, die durch den Genuß zinkhaltiger Lebensmittel entstanden sind. Die Vergiftung ist meist daraus zurückzuführen, daß Zinkblecheimer oder Zinkwannen, die für die Verwendung als Lebensmittelbehälter gar nicht bestimmt find, mangels anderer Gefäße bei der Zubereitung von Speisen verwendet werden. Solche Zinkgefäße dürfen zwar zur Beförderung von Wasser, aber keinesfalls zur Beförderung oder Aufbewahrung von säurehaltigen oder leicht säuernden Lebensmitteln wie Sauerkohl, Kartoffelsalat, Fleischsalat, Milch, Fleisch, Marmelade, Obstsäften, Wein, Brotteig usw. verwendet werden, da diese Lebensmittel durch Berührung mit Zink in kürzester Zeit gesundheitsschädlich werden und Massenvergistungen Hervorrufen können. Eine solche Verwendung ist nach dem Lebensmittelgesetz verboten und ftrafbar. Siebener wochenmarktpreije * Gießen, 14. Dez. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, Vi kg 1,60 RM., Matte 25 Rpf., Käse, das Stück 5 bis 10, ausländische Kühlhauseier, Klasse B 10%, Wirsing, % kg 7 bis 10, Weißkraut 6 bis 7, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 7 bis 10, rote Rüben 9 bis 12, Unter* kohlrabi 5 bis 8, Grünkohl 18, Rosenkohl 32 bis 35, Feldsalat, 1/io 10 bis 12, Zwiebeln, % kg 10 bis 12, Meerrettich 40 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 35, Aepsel 10 bis 25, Birnen 20, Salat, das Stück 10, Endivien 5 bis 12, Oberkohlrabi 6 bis 12, Lauch 5 bis 15, Sellerie 10 bis 40, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 10 Rpf. Rundfunkprogramm Freitag, 15. Dezember. 6 Uhr: Landvolk, merk' auf! 6.10: Morgengymnastik. 6.30: Frühkonzert. Die Unterhaltungskapelle des Reichssenders Hamburg. 7 bis 7.15: Nachrichten. 8: Gymnastik. 8.20: Sendepause. 9.10: Mutter turnt und spielt mit dem Kind: „Unser Kreisel tanzt so schön". 9.30: Schulfunk (Oberstufe). Sendereihe: „Wirtschaft und Politik" „Englands Rohstoffkrieg". Hörfolge. 10: Frohe Weisen. 10.50: Sportberichte. 11: Kammermusik. Jungmädel blättern im Liederbuch. 11.50: Stadt und Land — Hand in Hand. 12: Mittagskonzert. 12.30 bis 12.40: Nachrichten. 13: Mittagskonzert. Das große Orchester des Reichssenders Hamburg. 14: Nachrichten. 14.15: Das Stündchen nach Tisch... 15.45: Vom Rhein zur Saar. Gedichte und Erzählungen aus der saarpfälzischen Heimat. 16: Konzert. 17: Nachrichten. 17.10: Musikalische Kurzweil. 17.45: Klingende Liebesgaben. Eine fröhliche Sendung des Reichssenders Frankfurt für die Kameraden am Westwall. In Verbindung mit der NS.-Gemeinschost „Kraft durch Freude". 19.10: Nach des Tages Arbeit. Dazwischen: Berichte. 20: Nachrichten. 20.15: Hebertragung vom Deutschlandsender. 22 bis 22.15: Nachrichten. 24 bis 0.15: Nachrichten. Aus der engeren Heimat. Lob der Arbeit! * Lang-Göns, 12. Dez. Die Arbeit der Dreschmaschine dürfte nun überall abgeschlossen sein. In diesem Jahre nahm sie, nicht zuletzt verursacht durch die gute Ernte, verhältnismäßig lange Zeit in Anspruch. Viele Hände mußten sich regen, um die Arbeit zu bewältigen, und an manchem Tag wurde bis in den späten Abend hinein „geschafft" Alle Beteiligten standen dabei in einer unverbrüchlichen Arbeitsgemeinschaft. Das nachfolgende, von einem Dreschmaschinenarbeiter verfaßte Gedicht, das uns aus Lang-Göns zuging, schildert die Arbeit an der Dreschmaschine und drückt auch den Geist aus, der alle jene beseelte, die im Bannkreis der Dreschmaschine ihre Pflicht für die Volksgemeinschaft erfüllten. Das Dreschen in Lang-Gons. Lang-Göns, ein Dorf der Wetterau: Die Bauern dort find gut und schlau. Viel Frucht auf ihrem weiten Feld soll bringen manchen Batzen Geld. Doch erst muß sie gedroschen sein, sie brächte sonst recht wenig ein. Es muß dazu die Dreschmaschin' in manche dunkle Schauer hin. Die Dreschmaschin' kommt aus Dors-Güll und drischt an Frucht die Hüll' und Füll'. Doch ist sie mal verstopft, verflucht! — So ist zu naß die ganze Frucht. Und hängt das Stroh zu fest zusammen, so ist hierfür der Schnauzbart zu verdammen. Denn dem ist's eine Freud' und ganz egal: schwitzt auch der Pressemann viel hundertmal. Und wenn die Press' nicht richtig bindet, der Fehler leicht und schnell sich findet. Meist ist schuld die alte Schnur: Besteht sie doch aus Knoten nur. Denn, glaubt es mir, wenn man sie ehrt, die Dreschmaschin' ist Goldes wert. Es rührt und plagt sich mancher Mann und schafft und wirkt, was er nur kann. Der eine trägt und schleppt die Säck', der andere schwitzt und schluckt den Dreck. So hat ein jeder seine Plag': Hinauf, hinab den ganzen Tag. Und doch ist jeder oftmals froh um Sack, im Stock und auch im Stroh. Der Kommandant heißt Otto May, und er ist überall dabei. Er sorgt für Ordnung und Verzehr, drum fei ihm heute Lob und Ehr'. Jetzt viele Grüß' auch euch, ihr Leutt, das Dreschen war mir eine Freud'. Der Pressemann. Derkebrswerbung in Lich. }) Lich, 13. Dez. Nach längerer Pause hielt der hiesige Verkehrs- und Verschönerungsverein wieder eine Sitzung ab. Der Vorsitzende, Lehrer Hi Id, gab einen Bericht über die Tätigkeit des Vereins im letzten halben Jahr. Aus einem Schreiben an den Fremdenverkehrsverband erfuhr man, daß der vergangene Sommer unserer Stadt den bisher stärksten Fremdenverkehr brachte. Trotz Kriegszeit will man auch in diesem Winter die alljährlich stattfindende Hauptversammlung abhalten. Bei dieser Gelegenheit sollen den Mitgliedern an Hand eines Farbfilmes Aufnahmen vom diesjährigen Blumenschmuckwettbewerb gezeigt werden. Preise können infolge der Zettverhältnisse nicht verteilt werden. Was die Ausgestaltung des Breuer- beraes anbelangt, so muß dieses Vorhaben ebenfalls verschoben werden, doch wurde angeregt, wenigstens den Zuganasweg von der Kirchhof gaste her mit Birken zu bepflanzen. Nach Beratung einiger interner Fragen wurde die Sitzung in der üblichen Weise geschlossen. Auch in diesem Jahr hat es sich die Stadtverwaltung nicht nehmen lassen, einen großen Tannenbaum auf dem Adlerplatz aufzustellen. Wenn er auch nicht im Lichterglanz erstrahlen kann, so kündet er doch inmitten der Häuser von der bevorstehenden Weihnachtszeit. Bürgermeistertagung in Alsfeld. △ Alsfeld, 10. Dez. Auf Veranlassung von Landrat Dr. S ch ö n h a l s fand im „Deutschen Haus" eine Dienstversammlung der Bürgermeister des Kreises Alsfeld statt, zu der auch Kreisleiter Zürtz erschienen war. Landrat Dr. S ch ö n h a l s wies in feiner Eröffnungsansprache darauf hin, daß seither Besprechungen mit Bürgermeistern im kleineren Kreise für verschiedene Orte stattgefunden hätten, aber besondere Umstände die Einberufung einer Vollversammlung der Bürgermeister notwendig gemacht hätten. Er gab bann zunächst einen Heberblick über die allgemeine kommunalpolitische Lage, insbesondere über die durch die Kriegsbeiträge der Gemeinden geschaffene Lage. Der Landrat behandelte in seinen weiteren Ausführungen eine Reihe von wichtigen Einzelfragen. Ferner wurde u. a. die Neuregelung der Polizeistunde behandelt, wobei Landrat Dr. Schönhals darauf hinwies, daß diese von dem Reichsstatt- halter in Hessen einheitlich auf 12 Uhr festgesetzt sei und daß eine Verlängerung nur in dringenden Ausnahmefällen genehmigt werden könne. Ferner wurde die Betreuung der Bevölkerung im Behördenverkehr besprochen, wobei insbesondere die Einträge auf Familienunterhalt einer näheren Erörterung unterzogen wurden. Regierungsrat Beringer gab einen Heberblick über die neuen Bestimmungen zur Einführung der Kleiderkarte. Inspektor Langstroff erläuterte die Maßnahmen,- die die Bürgermeister bei der Ausgabe der Kleiderkarten zu beachten haben. Kreisbauernführer Geiß sprach über das Verbot der Herstellung von Landbutter, über verschie- 1 bene Fragen zur Berufskleidung unb über den Einsatz von Kriegsgefangenen. Alsdann ergriff Kreisleiter Zürtz bas Wort. Er wies bei seiner Betrachtung über bie gegenwärtige politische Lage darauf hin, es handele sich in bleiern Kriege um bie große Entscheidung, ob weiterhin internationale Kräfte über bas Schicksal ber Völker entscheiden sollen, ober nicht. Das Ziel ber beutschen Kriegsführung fei die Vernichtung dieser Kräfte. Auch bie Arbeit hinter ber Front fei bafür außer- orbentlich wichtig. Der Kreisleiter roanbte sich bann einer Reihe von Einzelfragen zu, mit denen bie Bürgermeister sich besonders zu befassen haben. Er gab dabei allgemeine Richtlinien. Zum Schlüsse fei* | ner Ausführungen gab er eine Ueberfidjt über bie gegenwärtige allgemeine Kriegslage. | Anschließend gaben die Sachbearbeiter bes Land- ratsamtes eine Reihe von bienstlichen Mitteilungen aus den verschiedenen Arbeitsgebieten. Bürgermeister Dr. V ö l s i n g als Obmann ber Kreisaoteilung Alsfeld des Deutschen (Semeinbetags gab verschiedene Mitteilungen bekannt. Landrat Dr. S ch ö n h a 1 s schloß die Dienstversammlung mit der Aufforderung an die Bürgermeister zu restlosem Einsatz für die Kriegsarbeit, unb mit dem Treuegelöbnis an den Führer. Landkreis Giesten 5 Steinb a ch, 14. Dez. Am heutigen Tage tarnt Frau Katharina Elisabethe Balser, geb. Roth, Ehefrau des Johannes Balser I., ihren 8 2. G e - b urtstag bei leidlicher Gesundheit feiern. Schon vor acht Jahren konnten die Hochbetagten ihre goldene Hochzeit begehen. Unfere Glückwünsche zum Geburtstag. Schweinemarkt in Nibba. * Nidda, 13. Dez. Heute wurde hier im Zusammenhang mit dem Nibdauer Weihnachtsmarkt ein Schweinemarkt abgehalten. Der Handel verlief sehr flott. Bereits nach einer Stunde war der Markt geräumt. Für Ferkel im Alter von 5 bis 8 Wochen wurden 13 bis 15 RM., für 8 bis 10 Wochen alte Tiere 15 bis 18 RM., für 10 bis 12 Wochen alte Ferkel 18 bis 25 RM., für Läuferschweine 25 bis 30 RM. pro Stück bezahlt. Sillencin&rccbcr dinafest gemacht. Auf frischer Tat ertappt unb niedergeschossen. LPD. Frankfurt a. M., 11. Dez. Am Samstagabend überraschte ein Wohnungsinhaber in ber Eschenheimer Anlage einen Einbrecher, ber sich auf dem Balkon des Hauses zu schaffen machte. Der beherzte Wohnungsinhaber griff sofort zur Pistole und gab auf den Eindringling mehrere Schüsse ab, die diesen erheblich verletzten, so daß er durch die Rettungswache in das Städtische Krankenhaus gebracht werden mußte. Nach den Ermittlungen der Kriminalpolizei handelt es sich bei dem Einbrecher um den 24 Jahre alten Helmut Witte, ber am Sonntagmorgen auf Anordnung ber Staatsanwaltschaft in das Gefängnislazarett Preungesheim gebracht wurde. Witte ist ein gefährlicher Villeneinbrecher, der steckbrieflich gesucht wird und an mehreren Orten des Ruhrgebietes Einbruch s- diebstähle unter dem Schutz der Verdunkelung verübt hat. Aus den Papieren, die er bei sich hatte, ging hervor, daß er sich seit mehreren Tagen in Frankfurt aufhielt und Sachen, die aus Einbrüchen stammen dürften, versetzt hat. Es besteht ber Verdacht, daß Witte auch noch einen weiteren Einbruch in- Frankfurt verübt hat. Briefkasten der Nedakiion TB. B. in L. Die Rechtsberatungsstelle der Deutschen Arbeitsfront kann Ihnen Auskunft geben und möglicherweise veranlassen, daß zwischen Firma unb Gemeinde ein Weg gefunden wird, der den Abzug unter bestimmten Voraussetzungen verhindert. Gegen Zahnsteinärisaiz die große Tube die kleine Tube storkwirksam, zohnfleischkräfti- gend, mikrofein, mild aromatisch, - und preiswert! CARL DUNCKER VERLAG• BERLIN 27 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Luise hatte in der Abendzeitung die Notiz vom Tode bes Chemikers gelesen. Welche unheilvolle Tat! War ein Mensch berechtigt, biesen Weg zu gehen ...? Sie selbst hatte dem Toten eine bittere Enttäuschung bereitet. Aber sie wies den Gedanken von sich, irgendwelche Zusammenhänge zu sehen. Dann kam der Bries. Die letzten Worte des Toten brachten für Luise Domkat eine Heberraschung, die sie erschütterte und zugleich erlöste. Der Brief war nur kurz. Die Frau starrte auf die Worte. Ihre Augen flogen über die Zeilen ... mein Gott, was schrieb er da ... Ein Mensch stellte fest, daß sein Leben nur noch ein Leben der Einsamkeit und der Erinnerung und der Schatten sein könnte. Es lohnte sich nicht, dieses Leben. Mainz schrieb weiter ein Geständnis: „... ich besitze das Rezept von »Inkognitos Ich besitze andere wertvolle Geheimrezepte der Firma Heitfeld. Ich beging den Verrat, dessen man jetzt Sie verdächtigt. Ich gebe bie Rezepte hiermit in Ihre Hände zurück. Sie können sich nun recht- fertigen! Weshalb ich es tat, werden Sie wissen. Ich sprach mit Ihnen von meinen Plänen, deren Erfüllung aber nur Sinn bekommen hätte, wenn ich auch Sie gewonnen hätte. Sie aber sagten, baß Sie mich nicht lieben. So hatte das Leben keinen Wert mehr für mich. Ich will mich nun selbst daraus entlassen..." Luise ließ den Brief sinken. Sie sah zum Fenster hin und sah draußen den tröstlichen silberklaren Himmel. Im Raum war schon das Zwielicht des späten Nachmittags. Sie sah sich im Zimmer um, bas ihr vertrauter geworden war als jedes andere auf der wechselnden Fahrt ihres Lebens. Es sollte auch nicht ber Vergangenheit angehören. Sie wollte immer wieder hierher zurückkommen. In diese stillen Räume hoch über den Menschen und ihrem lauten Treiben... Ihre Hand schob den Brief fort. Mußte sie dem