MA WWMß ■&//Ztt mH einer 60 ■ HkH - 0 ■ -Campe. Verlangen Sie In den Nettwlichl-Fachgeschästen immer die Innenrnnttierten M P.E N y y <- r3 r?-1 .3 Fremde in Frankreich. Aus einem englischen Kriegsroman. ?• jifl. (6* W !'» gersteuer unD zugrunde aele steuer als Ma^,......... Die Tarifvorschriften für die Einkommensteuer in der Land- und Forstwirtschaft müssen bei Zwischen dem Oberkommando der Wehrmacht und der Reichsjugendführung ist der Einsatz von Teilnehmern an den Kämpfen im Osten und Westen des Reiches auf Heimabenden der Hitler- Jugend vereinbart worden, die den Hitlerjungen von ihren Erlebnissen berichten sollen. h-i ju4l fcl! r rflii MU 1 Wirtschaft. erung des ilSA.-HandelS mit Südamerika. Leicht'' Steigerungen. Frankfurt a. M., 13. Rov. Die Börse hatte einen stillen Wochenbeginn. Die wenigen Aufträge der Kundschaft betrafen aber vorwiegend kleine Käufe, so daß die Haltung am Aktienmarkt weiterhin zuversichtlich und verhältnismäßig fest war. Die Umsätze waren jedoch ziemlich klein. Im Durchschnitt ergaben sich Besserungen von 0,50 bis 1 v. H., anderseits aber auch ebensolche Rückgänge. Don chemischen Werten traten Rütgerswerke mit 146,25 (144,50) mehr hervor, JG.-Farben gewannen 0,90 v. H. auf 159,40 und Scheideanstalt 0,75 v. H. auf 209. Auto- und Maschinenaktien zogen bis 1 v. H. an, Adlerwerke 89 (88), Daimler 114,75 (113,75), Moenus 115 (114,50), Rheinmetall aber 116 (116,25). Don Bergwerkspapieren stiegen Vereinigte Stahl aus 94,25 (93,50), Mannesmann auf 103,40 (102,50). Elektroaklien bröckelten zumeist etwas ab, Bekula 151 (151,50), RWE. 115,75 (116,50), AEG. 114,50 (114,75). Renten lagen still, aber freundlich. Kleine Nachfrage verblieb in Pfandbriefen, Industrie. Obligationen, Steuergutscheinen und in Aus- losunqsanleihen; von letzteren Reichsaltbesitz 135,90 (135,70), Dekosama I 140 (139,75). Reichsbahn-VA. gingen nach unv. 124,50 auf 124,40 zurück Don Industrie-Obligationen 5 v. H Eisenbahn-Renten- Bank 97 (96), 5 v. H. Mittelstahl 100,50 (100,25), dagegen 5 v. H. Gelsenbenzin 99,13 (99,50). Llgui- PfaNdbriefe meist 0,13 v. H. höher, die übriaen Renten wenig verändert. Pfandbriefe mangels Material vielfach gestrichen. Im Verlause blieb das Geschäft bescheiden, Kursveränderungen traten kaum ein. Mannesmann noch 0,13 v. H. höher mit 103,50. Bei den später no- Herten Werten ergaben sich meist Erhöhungen bis 1 v. H., Harpener plus 1,75 v. H. auf 145,75, BMW. plus 1,25 v. H. auf 140,25, dagegen nach Pause Akkumulatoren 222 (226). Im Freiverkehr bröckelten Katz & Klumpp auf 92 (93) ab. Tagesgeld unv. 2 v. H. Frankfurter Getreidebörse Frankfurt a. M., 13.Nov. Jrn Hinblick am die vordringlichen Feldarbeiten blieben Die Zufuh- ren von Weizen und Roggen unverändert klein Soweit durch die laufenden Vermahlungen Lager- raum frei wird, nehmen die Mühlen Ware auf. Das Geschäft in Braugerste hat kaum noch Bedeu- In der Nacht zum Montag wurde in Paris wieder Fliegeralarm gegeben, der von 4.35 bis 5.25 Uhr dauerte. ♦ Die Beamten der englischen Ministerialbehörden, die aus London evakuiert worden sind, werden ihre Quartiere in Hotels und Schulen auf dem Lande aufgeben müssen. Auf vielfache Beschwerden aus den betroffenen Privinzgemeinden hat sich die Regierung entschlossen, Baracken als Arbeits- und Wohnräume für diese Beamten errichten zu lassen. der Freigrenze für den Kriegszuschlag unberücksich- tigt bleiben. Das gilt auch, wenn außergewöhnliche B e l a st u n g e n bei der Einkommensteuer berücksichtigt roerben. Die Freigrenze von 2400 RM. für den Kriegszus »lag wird dadurch nicht beeinflußt. Ein Steuerpflichtiger aus der Land- wirtschaft mit einem Einkommen von 2800 RM. wird beispielsweise nicht dadurch vom Kriegszuschlag befreit, daß sich sein für das Einkommensteuer maßgebendes Einkommen durch Berücksichtigung außergewöhnlicher Belastungen in Höhe von 500 RM. auf 2300 RM. ermäßigt. Aber es wird in der Regel angezeigt sein, auch den Kriegszuschlag wegen der außergewöhnlichen Belastung des Steuer- pftichtigen entsprechend zu ermäßigen. Wenn die Voraussetzung für eine Erhöhung oder Herabsetzung der Einkommensteuervorauszahlungen erfüllt ist, so wirkt sich das grundsätzlich auch bet den Vorauszahlungen aus den Kriegszu- schlag aus. Eine Herabsetzung wird jedoch nicht im gleichen Verhältnis wie bei den Einkommensteuer- Vorauszahlungen erfolgen können, weil der Kriegszuschlag für den ersten Erhebungszeitraum sich nach dem Einkommen des ganzen Kalenderjahres 1939 bemißt. _ ,,, Der Grundsatz, daß der Knegszuschlag nicht von einer anderen Person Übernom- m e n werden darf, gilt nur für das Lohnsteuerabzugsverfahren, nicht dagegen für den Kriegszuschlag zur Einkommensteuer, der zusammen mit b er Kapitalertragsteuer im Abzugsver- fahren erhoben wird. Der Schuldner der fteuerab- zugsp süchtigen Kapitalerträge darf also außer der Kapitalertragssteuer auch den Kriegszuschlag, zur Einkommensteuer zu Gunsten des Gläubigers über- begann, scheiterte wieder an dem britischen Widerstand. Neben dem Schattensultan von Koweit ist der wirkliche Gewalthaber der englische Agent Captain de G a u r y , der um so sckärfer in das Zeug geht, als das jenseits des persischen Golfes gelegene Iran (Persien) den englischen Flugzeugen Jen Luftweg über iranisches Gebiet nach Indien untersagt hat. Ibn Saud hat mit dem Gegenzug geantwortet. daß er zwei Häfen südlich von Koweit ausbaut, um seinen Überseeverkehr der englischen Kontrolle zu entziehen. Im Frühjahr dieses Jahres kam es zu Unruhen in Koweit, dessen Bevölkerung nicht einsieht, warum sie Spielball ftemder Interessen sei und ihren bisherigen Handelsverkehr verlieren soll. Sie wünscht entweder den Anschluß an das Irak oder an Saudi-Arabien. Die Engländer halten offenbar den Augenblick für günstig, um jetzt einen Gewaltstreich in diesem abgelegenen Winkel zu wagen, wobei sie darauf hoffen, datz die allgemeine Aufmerksamkeit auf die europäischen Ereignisse gelenkt ist und sie inzwischen „im Dunkeln" fischen können. Oer Hintergrund des russisch-japanischen Gesprächs. Wie in Tokio jetzt offiziell bestätigt wird, wird das russisch-japanische Gespräch über die Beseitigung der Grenzkonflikte jetzt in Gang kommen; es war bei dem vor etwa vier Wochen gemeldeten Waffenstillstand an der mandschurisch-außenmongolischen Grenze bereits in Aussicht genommen. In den letzten Monaten hat die javanische Regierung Abe- Nomura das gesamte außenpolitische Gelände ab« getastet. Sie stieß dabei auf einen bemerkenswert starken amerikanischen Wider st and. Die Bereinigten Staaten verlangten, daß sich Japan aum Neun-Mächte-Vertrag von 1920/21 bekenne, was dem völligen Verzicht auf die japa-' nische Position in China gleichgekommen wäre. Die Kündigung des amerikanisch-japanischen Handelsvertrages durch Washington ist ebenso in der Erinnerung, wie die Mahnung des Senators Pitman, über Japan ein „moralisches" Embargo (Ausfuhrverbot) zu verhängen. Es gab immer in Japan eine Strömung, die ihre Hoffnungen auf einen Ausgleich mit England und den Vereinigten Staaten setzte. Insbesondere war es die Zeitung „Asahi", die für diese Politik eingetreten ist. Die grobkörnige Art, in der die Vereinigten Staaten ihre offensichtlich antijapanische Politik durch ihren neuen Botschafter in Tokio, Grewe, vertreten ließ, hat die Hoffnungen dieser Kreise auf den Nullpunkt zurückgeführt, besonders da auch England ganz und gar im Kielwasser Washingtons segelt. Die japanische Ankündigung der neuen Verhandlungen mit Rußland ist offenbar die postwendende Antwort auf diese Unfreundlichkeiten. Reichswirtschaftsminister Funk traf in Begleitung des Leiters der Haupttreuhandstelle, Bürgermeister a. D. Dr. Winkler, und des Mimstenal- rats ©alter in Memel ein. Mit ihm kam auch Gauleiter Erich Koch. Im Rathaus hieß Ober- bürgermeister Dr. Brindlinger den Minister und den Gauleiter willkommen und gab einen Ueberblicf über die wirtschaftlichen Nöte, mit denen das Memelland in den Jahren der Abtrennung vom Reich haben kämpfen müssen. Dank der Tatkraft des Gauleiters habe aber Memel nach der Wiederkehr ins Reich einen großen Aufschwung genommen. rückließ ..." Die Engländer, sich als Fremde in Frankreich u hl end, werden von den Franzdsen als Eindringlinge betrachtet — wie soll es auch anders fein, da England das französische Land nur als bequemen und ungefährlichen Kriegsschauplatz betrachtet? „Und als der Krieg immer länger dauerte", heißt es in dem Roman, „da fand es sich, daß dieser Krieg um Leben oder Tod ihres eigenen Wirtschaftslebens und Prestiges im Lande eines andern Vol- fes ausgekämpft wurde. Kann es ein größeres Glück geben als das?" So fragt der Engländer, ohne an die Verheerungen und Opfer zu denken, die dieser Krieg im Lande seines Verbündeten hinterlassen hat! Aber es war ja immer die Methode Englands, frembe Völker für sich kämpfen und bluten zu lassen. Da erinnert sich Dornier — einer der Romanhelden, hinter denen sich der Verfasier selbst verbirgt — „an ein Buch von Anatvle France, in dem einst ein großer Eroberer erst alle Männer seines Volkes zu den Waffen rief, dann alle Männer der benachbarten Völker, dann alle Wilden bis ans Ende der Welt und endlich die Paviane und andere kämpfende Tiere. Das war eine Fabel. Aber es erregte Donners Entsetzen, die Fabel vor seinen Augen verwirklicht zu sehen. Was für eine Menagerie war das! Aus allen Berufen, aus allen Völkern, Chinesen, Zulus, Westindier, Aegypter. Er konnte die Deutschen nicht tadeln, die einem gefangenen Ausländer, ehe sie ihn in die englische Front zurückschickten', mit Blaustift auf den bloßen Rücken geschrieben hatten: ,Das Affenhaus ist voll'." Warum Mottram feinen „Spanischen Pachthof geschrieben hat? Er sagt es mit folgenden Worten: „Dieser Bericht soll unseren Kindern einen Weg zeigen, Meinungsverschiedenheiten auf vernünftigere Art zu beseitigen. Wenn wir diesen Weg nicht finden oder unsere Kinder ihn nicht beschreiten können, dann wird dieser böse Traum zu mehr als einem Traum, nämlich zu einer Wirklichkeit, die den Untergang unserer Kinder bedeuten würde. Dies wäre ein entschiedener Verrat an unseren toten Kameraden und würde ihr williges Opfer zu einer lächerlichen Sinnlosigkeit herabwürdigen, so daß Judas im Vergleich zu uns unschuldig zu nennen wäre. Das ist der Grund, warum dieses Buch geschrieben werden mußte." Aber auch diese Warnung, deren Tendenz den ganzen Roman durchzieht, ist, wie zahllose andere, von den englischen Kriegshetzern in den Wind geschlagen worden. Buenos Aires, 13. Nov. (Europapreß). Die jüngste Entwicklung auf dem amerikanischen Kontinent läßt immer deutlicher erkennen, daß die wich« tigfte Kriegsfolge eine Intensivierung des nord- amerikanischen Handels mit den Staaten des ibero- amerikanischen Kulturkreises sein wird. Dabei wird klar, daß die Bestrebungen in dieser Richtung diesmal nicht wie 1914 bis 1918 auf eine vorübergehende Ausnutzung der Situation gerichtet sind, sondern ein Handelsaebäude von Dauer errichtet werden soll. Die Lage gegenüber dem Weltkrieg hat sich auch insofern grundsätzlich geändert, da diesmal der gesamte amerikanische Kontinent einheitlich neutral ist und diese Neutralität nach den in Panama aufgestellten Normen ausgerichtet wird. Das politische Mißtrauen gegenüber Nordamerika ist überdies infolge der von Washington betriebenen gutnachbarlichen Politik gegenwärtig geringer als im Weltkrieg. Hinzu kommt ein größerer direkter Schiffsverkehr von Nordamerika nach der südamerikanischen West- und Ostküste infolge der Indienststellung großer und schneller nordamerikanischer Schiffe. Die nordamerikanischen Schiffahrtslinien sind angewiesen, diesen Dienst noch zu intensivieren. Es ist die Charterung bzw. der Ankauf fremder Schiffe in südamerikanischen Häfen beabsichtigt. Ferner werden nordamerikanische Schiffe, die bisher die Europaroute fuhren, auf die Südamerikaroute umgefteüt. Weiter bestehen ernsthafte Pläne Nordamerikas, seine Einfuhr aus Südamerika, die letztes Jahr 450 Millionen Dollar betrug, im Jahre 1940 zu verdoppeln, und zwar in der Erwartung, daß auch die USA.-Exporte nach Südamerika verdoppelt werden können. Man glaubt, daß in zwei bis drei Jahren der Gesamtwert des Handelsaustausches Nordamerika—Südamerika zwei Milliarden Dollar, d. h. zwei Drittel des Gesamtwer- tes des nordamerikanischen Außenhandels betragen wird. Als wichtigste Voraussetzung für die Verwirklichung dieser Pläne betrachtet man die jetzt erfolgte Einleitung nord amerikanisch - argentinischer Handelsvertragsverhandlungen. Man hofft bis Mitte Dezember einen Vertragsentwurf fertig zu haben, und daß der Verttag im nächsten Jahr in Kraft treten kann. Im Anschluß beabsichtigt Nordamerika, einen Handelsvertrag mit Uruguay abzuschließen. Schon im gegenwärtigen Zeit- Verminderung der britischen Garnisonen in Nordchina. Tokio, 13. Nov. (Europapreß). Der japanische Außenminister Nomura hatte eine Unterredung mit dem britischen Botschafter C r a i g i e , der ihm den Beschluß der englischen Regierung mitteilte, einen Teil der britischen Garnisonen in Nordchina zurückzuziehen. Von britischen Stellen in Tokio wird dazu bemerkt, es handele sich nicht um eine Aushebung der englischen Besatzung. Die Zurückziehung der Truppen sei nur aus militärischen und nicht aus politischen Gründen erfolgt. Es sei ein Irrtum, non einem Rückzug Großbritanniens aus China zu sprechen. Wieder Unruhen in den indischen Nordwestprovinzen. Rom, 14. November. (DNB.-Funkspruch.) Die Proklamation Gandhis, England die kalte Schulter zu zeigen und passiven Widerstand zu leisten, hat im indischen Volk Die richtige Seite getroffen. Wie „Teuere" aus Simla meloet, sind die indischen Nordwestprooinzen in großer Unruhe, die von den Dortigen Stammeshäuptlingen mit anti- engüscher Propaganda in die gewünschten Bahnen geleitet wird. Auch die Plänkeleien an der Grenze haben wieder begonnen. Die englischen Behörden zeigen sich höchst beunruhigt und lassen Massen- Verhaftungen in den größeren Zentren vor- nehmen. In Bombay sind bei einer Versammlung 100 Gandhi-Anbänger verhaftet worden, worauf das Kongreßkomitee mit einem heftigen Protest geantwortet hat. Kleine politische Nachrichten. Anläßlich der 25jährigen Wiederkehr des Tages von Langemarck hat der deutsche Bot - schafter in Belgien auf dem Totenfnedhos der Deutschen Studentenschaft in Langemarck einen Kranz des Reichsstudentenführers niedergelegt. Die geöffneten Hoch- und Fachschulen im Reich haben in schlichter Feierstunde Des Tages gedacht. Regierungsrat Dr. Oermann, Reichsfinanz« ministerium, wendet sich gegen die Auffassung, daß der Kriegszuschlag nur eine Erhöhung der Einkommensteuer sei. Er sei eine selbständige Steuer und fließe ausschließlich dem Reiche zu. Aus diesem Grunde könne der Kriegszuschlag jur Ein- kommensteuer auch nicht der Kirchensteuer, der Bur- * sonstigen Abgaben und Beiträgen L werden, die an die Einkommen- Ralph H. Mottrams „Spanischer Pacht, o f" gilt in England als der Krieasroman, der sich vor vielen anderen eine beinahe klassische Geltung errungen hat. Sein Verfasser hat den Krieg 1914 bis 18 als Offizier der englischen Kontinentalarmee in Frankreich mitgemacht, und was er, der Front- oldat, damals über die englische Mentalität und iber die englischen Methoden der Kriegführung getrieben hat, gewinnt heute wieder eine sehr zeitgemäße Bedeutung. Aus der großen Romantrilogie — sie umfaßt in der deutschen, 1929 erschienenen Ausgabe des Insel-Verlags über 700 Seiten — feien nur wenige bezeichnende Stellen mitgeteilt. Der Frontkämpfer Mottram sagt sehr unumwunden, daß er, wäre nicht eben Krieg gewesen, „in Den meisten Dingen viel mehr Sympathien ür Die Deutschen als für Die Franzosen" gehabt haben würde, denn: „Er mochte Teile davon (von Frankreich) leidlich gut kennen, eine Sprache ziemlich gut sprechen, Seite an Seite mit seinen Soldaten gekämpft haben, konnte viel aufrichtige Bewunderung für Volk und Sitten aufbringen, aber nichts würde ih n je zu einem Franzosen machen. Es würde ihm vielleicht leichter gewesen sein, sich in Deutschland einzuleben." Das ist also das Verhältnis zwischen den beiden ungleichartigen Verbündeten: Fremdheit und Feindseligkeit, Die auch durch vier Kriegsjahre nicht getilgt werden konnten. „Die Engländer", sagt Mott- ram, „waren als Verbündete begrüßt, als Eindringlinge empfunden worden, aber nie waren sie mit Dem Lande oder seinen Bewohnern zur Einheit verschmolzen, und sie konnten auch keinen dauernden Eindruck auf Land und Leute hinterlassen ... Ihm schien es, daß der englische Vorstoß verblaßt und nichts als Gräber zu- tung, da auf die wenigen noch vorhandenen Bezugscheine nur beste Qualitäten bezogen werden, ebenso zeigt die RfG. nur für erste Partien Interesse. Industriegerfte geht flott an die Verarbeiter, während in Futtergerste kaum Angebot vorliegt. Auch Futterhafer bleibt sehr gefragt. Das Mehlgeschäft liegt verhältnismäßig ruhig, besonders in Weizenmehl, während in Roggenmehl der Verkauf reger ist. Am Futtermittelmarkt erwartet man Die zweite Oelkuchenzuteilung. Aus Der ersten Zuteilung wird noch Oelkuchenmischfutter abgegeben. In -Mühlennachprodukten ist die Versorgung gut. Vollwertige Zuckerschnitzel werden jetzt angeliefert, Dagegen fehlen Trocken- und Stefsenschnitzel. In Biertrebern und Malzkeimen besteht fühlbarer Mangel. Heu bleibt stark begehrt, in Stroh ist Die Dersor- gung besser. Alle Notterungen blieben unverändert. Schweinemarkt in Alsfeld. ♦ Alsfeld, 14. November. Auf Dem gestrigen Schweinemarkt standen 173 Ferkel zum Der- kauf. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 14 bis 18 RM., 8 bis 10 Wochen alte 18 bis 20 RM. pro Stück. Der Handel verlief schleppend, es verblieb geringer Ueb erstand. frankfurter 9chlachtvie!;markl. Frankfurt a. M., 14. Nov. (Dorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 414 Kälber, 357 Hämmel und Schafe, 2000 Schweine. Es kosteten: Kälber 30 bis 65 RM., Hämmel 30 bis 50, Schafe 20 bis 42, Schweine 50 bis 56 RM. Marktverlauf: Alles zugeteilt. Der Kriegszuschlag eine selbständige Steuer. punkt ist eine große Zunahme des argentinischen Handels mit Nordamerika festzustellen. Argentinien führte z. B. im Oktober 1939 für 30 Millionen Pesos nach USA. aus gegenüber 14 Millionen Pesos im Oktober des Vorjahres. Die argentinische Ausfuhr nach Nordamerika in den ersten zehn Monaten des Jahres 1939 ist um fast 60 v. H. höher als in der gleichen Zeit des Vorjahres, und zwar hauptsächlich als Folge Der gesteigerten Ausfuhr feit Krieasbeginn. Die Hauptzunahme Der argentinischen Ausfuhr nach Nordamerika erstreckte sich auf Wolle, Häute, Tannin, Mineralien, Käse und Kasein. Die Ausdehnung des nordamerikanischen Handels nach Südamerika, namentlich nach Argentinien, ist in erster Lime praktisch gegen England gerichtet, dessen Argentinien-Handel infolge Der Knappheit an Schiffsraum ständig zurückgeht. Beispielsweise kaufte Nordamerika in Argentinien seit Anfang Oktober Dreimal s o viel Wolle wie England. Früher war dieses Verhältnis umgekehrt. Die einzige Zunahme englischer Bestellungen in Argentinien entfällt auf Fleischkäufe. Hierbei handelt es sich aber bisher nur um ein theoretisches Geschäft, Da bereits seit Anfang September über ein Abkommen verhandelt wird und seine Unterzeichnung immer noch nicht erfolgte, obwohl Die Lieferungen bereits begonnen haben. Durch diesen Vorgang macht sich allmählich bei den argentinischen Gefrierfleisch-Produzenten und Gefrierfleisch-Häusern eine große Unsicherheit bemerkbar, da feit Dem 23. Oktober ständig Lieferungen an argentinischem Gefrierfleisch an England erfolgen in der Hoffnung auf einen baldigen Ver- tragsabschluß, diese Hoffnungen bisher jedoch enttäuscht wurden. Nach Den letzten Nachrichten aus England sollen für die Dertragsunterzeichnung noch in jüngster Zeit ernstliche Schwierigkeiten bestehen, die einen längeren Aufschub Der Vertrugsunterzeich- nung befürchten ließen. Dieses argentinisch-englische Geschäft bedeutet eine Schädigung argentinischer Interessen, Da Argentinien in Der sicheren Erwartung einer Dertragsunterzeichnung Die Unterbringung seiner Fleischvorräte auf anderen Märkten zurückstellte. In weiten argentinischen Krei- fen, Die am Gefrierfleischgeschäft interessiert sind, macht sich eine immer größere werdende Ungeduld über die Derzögerung Des englisch-argentinischeu Vertragsabschlusses bemerkbar. Dons haben Unbekannte die großen Schaufenster jüdischer Kaufhäuser und Geschäfte eingeschlagen und in Den stehengebliebenen Scherben Das Wort „Jude" eingeritzt. Dr. Manuel Prado wurde mit 271300 (Stimmen gegen 76 376 vor seinem Gegenkandidaten Ivs6 Quefaba zum Präsidenten der Republik Peru gewählt. Prado wurde 1889 in ßima als Sohn eines früheren Präsidenten und Generals geboren. In Lima betrieb er staats- und verwaltungsrechtliche, mathemattsche und technische Studien. Seit etwa 20 Jahren ist Prado im Wirtschaftsleben tätig. Zuletzt war er Direktor Der staatlichen Notenbank. In verschiedenen Stadtteilen Londons kam es zu antisemitischen Kundgebungen. In dem eleganten Westend wie auch im Zentrum Son- der 6 Vermietungen] Mer Stadttheater En zuverlässiger Wecker läßt ruhig einschlafen und pünktlich Marktstr. 22 ausgegeben. Es erhalten Milchkarten für Vollmilch: Kinder bis zu 3 Jahren für % unb n (insgesamt % Liter), Kinder von 3 bis 6 Jahren für Va Liter, Kinder von 6 bis 14 Jahren für K Liter. nung bis zur Arbeitsstätte mindestens elf Stunden von ihrer Wohnung abwesend sind, oder c) in Nachtschichten, wenn auch abwechselnd mit Tagesschichten, tätig sind. Als Nachtschichten gelten Arbeitsschichten, von denen mindestens vier Stunden in der Zeit von 20 Uhr bis 6 Uhr bj infolge weiter Entfernung von der Woh- Arbeitsstätte mindestens elf Stunden Mittwoch I 19.30-gegen 22 7. Mittw.-Miete Erstaufführ. Die lustigen Weiber vonWindsor Oper von O. Nicolai. Mus. Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Harry Grüneke Preise: RM. 1.20-4.10. dienst der Reichsbahn, der parteigliederungen. dec Feuerwehr und des Roten Kreuzes ein. Die Reichsbahnhilfszüge aus heydebreck. Kzrtibor und Oppeln wurden unmittelbar nach Eintreffen der Nachricht an die Unglücksstelle gesandt. Die Bergungs- und Aufräumungsarbeiten wurden von dem Präsidenten der Reichsbahndirektion Oppeln persönlich geleitet. Der Reichsverkehrsminister hat eine Untersuchungskommission auf dem schnellsten Wege an die Unfallstelle entsandt. Schwerer Wintersturm an der norwegischen Küste. Der erste schwere Wintersturm hat die norwegische Küste heimgesucht. Zahlreiche Fischerboote sind auf den Strand geworfen worden. Ob Menschenleben zu beklagen sind, wird sich erst in einigen Tagen Herausstellen. Die Schnelldampfer im Küstenverkehr haben bis zu 12 Stunden Verspätung, ba sie in den Häfen besseres Wetter abwarten muhten. Selbst der Bergungsdampfer „Jason", der dem bet dem Broennoysund aus Grund gelaufenen deutschen Fischdampfer „Adolf Hitler" zu Hilfe eilen Die zur Ausgabe gelangenden Lebensmittelkarten gelten für die Zeit vom 20. November 1939 bis 17. Dezember 1939. Die bereits ausgegebenen Reichsseifenkarten haben Gültigkeit bis 30. September 1940. Verlorene oder abhanden gekommene Karlen werden nicht erseht. Es wird auf ihre sorgfältige Aufbewahrung hierdurch besonders hingewiesen. An den vorgenannten Tagen können Bezug« scheine für Schuh- und Spinnstoff waren nicht aus« gestellt werden. Gießen, den 13. November 1939. Der Oberbürgermeister. Ernähnmgsamt. ALLSlgUS» — Grenze nichts umkommt. Rundfunkprogramm Mittwoch. 15. November: wollte, mußte einen Nothafen aufsuchen. Die Mannschaften des Fischdampfers sind jedoch in Sicherheit. Im Hafen von Drontheim mußten die Leute a u f allen Vieren kriechen, um sich nicht vom Sturm ins Meer schleudern zu lassen. Ein norwegischer Dampfer, der auf der Nordsee nach dem Ausland unterwegs war, kehrte nach Stavanger um, nachdem die Kohlenvorräte durch das Unwetter sehr stark in Anspruch genommen worden waren, so daß zuletzt mit Holzplanken und Tauwerk gefeuert werden mußte. Die Luther-Akademie feierte den Geburtstag des- Reformators. Die Luther-Akademie in Sondershausen feierte am 12. November aus Anlaß des Geburtstages Luthers das Gedächtnis des Reformators, wobei der Leiter der Luther-Akademie, Professor D. Stange (Göttingen) im Weißen Saal des Schlosses die Festrede über das Thema „Luther und Deutschland" hielt. Vor dieser Feier sand in der Stadtkirche ein Gottesdienst statt, bei dem der ruf Urlaub anwesende Oberpfarrer Harz eine aus seinen Erfahrungen im Felde geborene Predigt hielt. Aus aller Wett. Zarah Leander im 12. Wehrmachtswunschkonzert. Auch das 12. Wehrmachts-Wunschkonzert des Deutschen Rundfunks brachte zahlreiche Ueberraschungen. Sehr gefeiert wurde bei ihrem Erscheinen am Mikrophon die berühmte Filmschauspielerin Z a r a h Leander, die sich für diese Sendung sofort nach ihrer Rückkehr aus ihrer schwedischen Heimat, wo sie selbst eine eifrige Hörerin der Wehrmachts- Wunschkonzerte war, zur Verfügung gestellt hatte. (Scherl-Bilderdienst-Mh Schweres Eisenbahnunglück in Oberschlesien. Oppeln. 13. Nov. (DRV.) Am Sonnlagabend hat sich in Oberschlesien ein Eisenbahnunglück von bedauerlich schwerem Ausmaße ereignet. Auf der eingleisigen Nebenbahn st recke Heydebreck — Bauerwih stießen zwischen den Bahnhöfen Langlieben und Rosengrund zwei P e r - fonenzüge — vermutlich infolge Versagens des Fahrdienstleiters des Bahnhofs Rosengrund — z u- jammen. Bisher sind 43 lote und annäh e r nd 60 Verletzte zu beklagen. Die Schwere des Unglücks ist auf die starke Besetzung der Züge infolge des Sonnlagsverkehrs zurückzuführen. Unmittelbar nach dem Unglück setzte der hilfs- zählte ein Landwehrmann aus Ober« Hessen. „Seine Leute waren so leichtsinnig ge« wesen, das sachte am Spieße brutzelnde Schwein eine Zeitlang unbeaufsichtigt zu lassen. Andere Truppen hatten inzwischen dafür Interesse gezeigt. Seit diesem Erlebnis schreiben wir vor unsere eigenen Schweine- und Hühnerställe grundsätzlich die achtunggebietenden Worte: „Vorsicht! Alles vermint!" Uns hat noch keiner Schweine geklaut. Im Gegenteil, auf diesem Gebiet sind mir ogar vom Glück begünstigt gewesen. Fand doch neulich ein von Ablösung kommender Posten eine chlafende Sau an. Selten ist ein Feind so bot* ichtig überrumpelt worden, wie dieses arme Tier, das sich im Wald nicht länger halten konnte. Kahnfahrt mit französischen Gäuen. Der Gegner hat 'schon wiederholt den Versuch gemacht, unsere Minenfelder zu entdecken, indem er Vieh darüber Hinwegtrieb. Manche Kuh ist so in die Luft gegangen. Doch der größte Teil dieser „feindlichen" Viehherden kam ungehindert herüber. Da Kampfhandlungen nur in geringem Umfange stattfanden, wurde auf Rindvieh und Schweine Jagd gemacht, die durch das Niemandsland herüber kamen. Fünf französische Schweine machten eine Kahnfahrt über einen wild rauschenden Fluß. Auf dem jenseitigen Ufer waren sie von unseren Vorposten gefesselt worden, und dann begann ihre Seereise, die nicht nur für Schweine etwas neuartiges war. Nur ein Knüppel mit einem Zigarrenkistendeckel war als Ruder und Steuer vorhanden. Das Wasser reichte bis 10 Zentimeter an den Bootsrand heran. Dennoch wurden alle fünf Schweine geborgen. Ein wüstes Gequietsche begleitete dieses Unternehmen, Soldaten aus anderen -Einheiten eilten herbei, alle halfen mit, und jeder erhob Anspruch auf eines der Schweine, als alle drüben waren. „Zwei Schweine haben wir deshalb der Ari gegeben,, wir hatten aber auch an den drei anderen genug." Das war die letzte Schweinestory, die wir hörten. Sie wurde uns erzählt von dem Zugführer „1:100 000", wie die Soldaten ihren Oberleutnant nennen, weil er so klein ist. Dann verließen wir diese Vorposten, die dafür sorgen, daß vorn an | Einspaltige | werden zum ermäßigten , . Grundpreis von 5 Pf. für die Kleinanzeigen Millimeterzeile veröffentlicht! AlmeMll erfahr, i. Kochen und symtl.Haus- arbeiten gesucht. Angebote m.Ge- haltsanspr.,ueug' nissen u. Bild an Reg -Mediz. Rat Dr. Trautmann, Molüestr. 6. Keine Zeugnisse in Urschrift umveru nm 8euflrt<- abfdiriften vem Be» werbungSjchrelden beilegen i - Lichtbilder uavBewerdunqsunter- tgen mühen zur Vermeidung von Verlusten rat ver Rückleite R» men und ülnschriil bei Bewerbers traue» I Hühner flattern ins Kochgeschirr. Treibjagd aus halbwilde Gäue. — Kochkünstier an der Feldküche. - Landser im Vorfeld sind Gelbstversorger. pk.-Sonderbericht von Kurt Günther. Einige kvüfiige Hilfsformer gesucht. Vermittlung durch Arbeitsamt Gießen. 6814D Bönnlngertr Men 20—22.30 Uhr 7. 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Da nach den gemachten Erfahrungen in Werkküchen zu einer warmen Mahlzeit täglich für 4 Wochen etwa 800 Gramm Fleisch und 160 Gramm Fett je Person gebraucht werden, erhalten die zulageberechtigten Lang- und Nachtarbeiter für die Hälfte dieser Menge, also für 400 Gramm Fleisch und für 80 Gramm Fett für je 4 Wochen Zulagekarten. Um auch einem stärkeren Brotbedarf zu genügen, ist ferner angeordnet, daß sie bis zu 600 Gramm Brot wöchentlich zusätzlich erhalten können. Diese Zulagen werden gewährt für Arbeiter, die nicht Schwer- oder Schwerstarbeiter sind, wenn sie regelmäßig: a) eine Arbeitsschicht von mindestens zehn Stunden, bei einer reinen Arbeitszeit von mindestens 9 7* Stunden — bei Frauen und Jugendlichen von mindestens 9 Stunden — haben, oder nehmen. Der übernommene Betrag ist als Leistung des Schuldners dem Kapitalertrag hinzuzurechnen. Eine Verrechnung der durch Steuerabzug zuviel ge- zahlten Beträge bei der Einkommensteuer mit einer Steuerschuld beim Kriegszuschlag und umgekehrt findet nicht statt. Da der Kriegszuschlag eine selbständige Steuer ist, kann die Verrechnuna von Steuerabzugsbeträgen nur bei der Steuer erfolgen, bei der der Steuerabzug dot genommen word en ist. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gießen. Pro- vinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein: für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Bruhlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. UNIFORMEN nach Maß für Luftwatte,Wehrmacht Forst, RAD. in höchsterVollendung STANDORT-VERTRAGSSCHNEIDEREI VKUT GIESSEN jRh V O 11 Kl IT Seltersweg Nr. 17 661QA Bekanntmachung. Die Ausgabe der neuen Lebensmittelkarten erfolgt in den zuständigen Bezirksgeschäftsstellen des Ernährungsamtes der Stadt Gießen gegen Vorlage oes Personalausweises in der Zeit von 8 bis 12.30 Uhr und 15 bis 18 Uhr an folgenden Tagen: Mittwoch, den 15. November 1939: für Antrag- fteüer mit den Anfangsbuchstaben A bis F. Donnerstag, den 16. November 1939: für Antragsteller mit den Anfangsbuchstaben G bis K. Freitag den 17. November 1939: für Antragsteller mit den Anfangsbuchstaben L bis R. Samstag, den 18. November 1939: für Antragsteller mit den Anfangsbuchstaben S bis Z. Schwer- und Schwerstarbeiter erhalten zukünftig Karten für Normalverbraucher bei den zuständigen Bezirksgeschäftsstellen und Zusahkarten durch ihre Betriebsführung. 6815C Für Kinder bis zu 3 Jahren und Kinder von 3 bis 6 Jahren werden besondere Reichsfettkarten Im Westen .... In den Ortschaften dicht an der Reichsgrenze besuchten wir deutsche Landwehrsoldaten. Die Dorfbewohner sind seit Kriegsbeginn fort, ihre Häuser stehen leer. Doch am Dorfausgang fanden mir ein Gehöft, in dem unsere Vorposten sich niedergelassen hatten, um nach dem schweren Dienst m Nässe, Lehm und Kälte dicht vor dem Feind ein Dach über dem Kopf zu haben. Hier haben sich die Landser eine Küche eingerichtet, wahre Kochkünstler wurden entdeckt. So können die Soldaten das verzehren, was ihnen das Land bietet. Kartoffeln werden gebuddelt, Salate und Obst geerntet. Das lebende Vieh, soweit es nicht in die Heimat abtransportiert werden konnte, wandert nach und nach in die Kochgeschirre unserer Soldaten. Es wäre Vergeudung, wollte man dieses Gut dem Schicksal des Winters überlasten, denn unsere Soldaten auf Vorposten haben diese Extragabe wirklich verdient. Hühner nehmen Neißaus. Es geht an der ganzen Front entlang die Mär, daß me Hühner ausreißen, wenn sie nur einen Soldaten sehen. Obschon der Krieg mehr als zehn Wochen dauert, ist der Vorrat an lebendem Kleinvieh noch nicht aufgebraucht. In der Kompanie ist ein Hühner st all eingerichtet. Der Koch ist gleichzeitig Oberhühnerfarmaufsichtsdirektor. Seine Adjutanten sind stets auf der Wacht, neu auftauchendes Federvieh sofort einzufangen. Hierbei haben mir sie gerade erwischt. Zwei Hühner hatten sie schon gefangen, dazu einen stolzen Hahn, der mit wütendem Gesicht feinem großen Gegner noch in die Finger schnappte. Doch das störte unseren Landwehrmann nicht. Auch dieser Hahn war dem Tode des Erfrierens entrissen. Ein drittes Huhn hatte sich in eine umgestürzte Regentonne, tief unter einem Haufen Gerümpel verkrochen. Es schien, als hätte das gute Tier Erfahrung im Umgang mit Soldaten. Sorgfältig getarnt verhielt sich das Hebe Vieh mucksmäuschenstill, um sich dem „Feind" ja nicht zu verraten. Das Huhn hatte wirklich starke Nerven, die auf eine längere Kriegserfahrung schließen ließen. Ein Unteroffizier und drei Mann durchsuchten die Rümpelecke. Dieses Manöver kam dem schon gefangenen Federvolk sehr zu statten. Dem Hahn gelang ein kühner Fluchtversuch. Er arbeitete sich aus der Umklammerung heraus und startete zu einem letzten Gewaltflug. Doch er mußte v Uhr: Landvolk, merk' auf! 6.10: Morgengymnastik. 6.30: Frühkonzert. Es spielt die Kapelle Otto Fricke. 7 bis 7.15: Nachrichten. 8: Gymnastik. 9.10: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 9.30: Musik am Vormittag. Es spielt das Rhein- Mainische Landesorchester. 10: Frohe Weisen. 11: Heitere Klänge. Die Unterhaltungskapelle des Reichssenders Hamburg. 12: Stadt und Land — Hand in Hand. 12.10: Mittagskonzert. Kleines Orchester. 12.30 bis 12.40: Nachrichten. 14: Nachrichten. 14.15: Unterhaltungskonzert. Es spielt das kleine Orchester des Reichssenders Frankfurt. 15.50: Aus dem Opernhaus Frankfurt a. M.: „Cavalleria rusticana“, Oper in einem Akt. 17: Nachrichten. 17.10: Nachmittagskonzert. 18: Otto Dobrindt spielt. Dazwischen: Aus dem Zeitgeschehen. 19.10: Berichte. 20: Nachrichten. 20.15: Uebertragung vom Deutsch, landsender. Dazwischen: 22 bis 22.15: Nachrichten. Ordentliche [05042 PMaii od. Mädchen für zweimal wöchentlich vormittags gesucht. Mnain)Me33p Verkäufe ~| Bekanntmachungen. Noch in dieser Woche Kakao. Kinder bis zu 14 Jahren erhalten, wie das Landesernährungsamt Hessen mitteut, ab sofort auf den Abschnitt F 4 der Reichsfettkarten für Kinder und Kleinkinder ein Achtelpmnd Kakao- vulver, Schokoladenpulver oder kakaohaltige Mischungen. Die Abgabe dieser Mengen gilt für die Seit bis zum 19. November. Für den folgenden ersorgungsschein sind die Zeiten und Mengen der Kakaozitteilungen auf die entsprechenden Reichsfettkarten aufgedruckt. 6818D Lebensmittelzulagen für Lang- u. Nachtarbeiter. Das Reichsernährungsministerium teilt mit: Mit Wirkung vom 20. November tritt eine wesentliche Verbesserung in der Lebensmittelversorgung der Lang- und Nachtarbeiter ein. Es werden dadurch diejenigen Arbeitergruvven herausgehoben, bei denen die Voraussetzungen für die Anerkennung 2-Zimm.-Wolinung Nähe Kaiserallee alsbald zu vermieten. Schriftl. Angeb. unter 6821D an denGieß.Anzeig. | Mietgesuche"| Praktikant sucht Zimmer mit Morgenkaffee wöchentlich f.die Nacht von Mittwoch a.Donners- tag. Schr. Ang. mit Preisangabe unt. 6820 Darrt). Gießen. Anzeig. ÄrheilslischfEiche) 76X148 cm billig zu verkauf. Zu erfragen im Gieß. Anz. [05039 | Empfehlungen] w Eepotahiteü billig I5930D M. Liebler Kreuzvlatz2. Seltene Natur, urkunden von den Halligen und vom Wattenmeer, die alle Naturfreunde und Dogelliebhaber mit Begeisterung lesen und schauen werden: Unter SflbeWöiern itSeeWöen Beobachtungen und Natururkunden aus d. Dogelwelt d. deutschen Nordseekuste - Don Tugen Schuhmacher Insgesamt 104 Seiten mit 92 Bildern nach wundervollen Naturaufnahmen.In Leinen gebunden RM. 3.90. Bestellungen nimmt jede Buchhandlung entgegen. Verlangen Sie bitte das ausführliche Werbeblatt. HugoBermühler Verlag Berlin- Lichterfeld- fallen. Wenn auch die Zulagen in erster Linie der Erleichterung der Werkküchenvervflegung dienen, so sind sie doch nicht auf Betriebe mit Werkküchenvervflegung beschränkt. Die Zulagekarten können daher — insbesondere wo Werkküchen fehlen — auch wie andere Fleisch- oder Fettkarten verwendet | werden. Die Anträge auf Zulagekarten sind von den | Betriebsführern durch die Gewerbeaufsichtsämter 1 (bei bergbaulichen Betrieben durch die Bergbehörde) bei den Ernährunysämtern des Betriebssitzes einzureichen. Sie müssen die Zahl der Arbeiter angeben, die unter jede der genannten drei Gruvven fallen. Die Verteilung der Zulagekarten erfolgt durch die Betriebe. e Gleichzeitig werden einige Einzelbestimmungen über das Verfahren bei Ausgabe der Lebensmittelkarten für Schwer- und Schwerstarbeiter geändert. Diese Arbeitergruppen erhalten vom 20. November ab an Stelle der bisherigen einheitlichen Lebensmittelkarten besondere Zusatzkarten für Brot, Fleisch und Fett. Diese Zusatzkarten werden künftig durch das Ernährungsamt des Betriebssitzes ausgegeben und dem Betriebsführer zur Verteilung zur Verfügung gestellt. Die Normalkarten für Brot, Fleisch und Fett erhalten die Schweroder Schwerstarbeiter auf dem gleichen Wege wie die übrigen Versorgrmgsberechtigten. 6819 D DKW.- Mit!« 580 ccm zu verkauf. IssiM KllMMZi. Gebrauchter Ww» zu verkauf. 1105038 Wächtershäuser Wieseck Gattenstraße 9. Einige Zentner Tafel# „Schöner von Boskov"u.Wirt- schaftsävfel, all. sorgf.sort.Ware, abzugeben. esnO Marburger Straße 119. Verschiedenes] Meine SprtcMiiita am Mittwoch, dem 15. Nov. 39 fallen aus wegen Krankheit Fran B. Golden SBitl935Fr.W.Henkel Gießen 946d Am Biegelpfad 32. Junge schwarzweiße Katze zugelaufen. 0822V Guthardt Seltersweg 38. Für sofort oder später suche ich eine tüchtige dfcontoeifiitt in Dauerstellung, perfekt in Ma« schinenschreiben und Stenographie für alle oorkommenden Büroarbeiten. Zunächst schriftliche Bewerbungen mit Lichtbild erbittet Fachdrogerie und Photohaus LudwigSchmidt, Butzbach (Hessen), Weiseler Straße 9. lesisv Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Bücher! zu ftüh wieder landen, und bald war er von neuem eingefangen. Das letzte der Hühner aber konnte ebenfalls geborgen werden, nachdem die Regentonne aufgestellt und ein Entkommen so unmöglich wurde. Schnell waren sie gerupft und ausgenommen, und dann kamen sie in den Kochtopf. Die Koch- aeschirre der Landser bekamen ungewohnten Besuch, und keiner war böse darum. Gäue preschen durch das Dorfeld. „Wir waren ein Zug von 30 Mann" — so hörten wir in einer anderen Unterkunft — „und es kam keine Verpflegung durch, dafür aber der Befehl, uns selbst zu verpflegen. Einer unserer Posten hatte gerade im Morgengrauen, nahe unserem Quartier, eine Sau mit 10 Ferkeln entdeckt. Die wollten Wir finden, also gingen Wir auf Saujagd. Es mar nicht schwer, die Familie aufzustöbern. Die Alte beobachtete scharf ihr junges Volk. Sie standen auf einer Höhe, wo die Spanferkel munter umher schnupperten. Vorsichtig wurde unsere noch lebende „Verpflegung" wie bei einer 'Treibjagd umstellt. Ein Bach und ein Abhang erleichterten das Unternehmen. Bis auf 10 Meter tarnen wir heran, da erkannte uns die Alte und preschte davon, wobei sie die Ferkel vor sich her scheuchte. Dennoch gelang es, drei Ferkel abzuspalten. Die sollten jetzt für uns an die Reihe kommen. Als sie uns sahen, steckten sie ihre kleinen Rüssel in den Sand wie der Vogel Strauß. Ganz dicht konnten wir herankommen. Als ich Wich auf das größte stürzen wollte, um es zu greifen, sauste mir ein anderes durch die Deine. Ich stolperte, ein Grasbüschel half nach, und während ich Wit der einen Hand einen Fuß des Ferkels fassen konnte, verlor ich selbst den Halt und trudelte etwa zehn Meter den Abhang hinunter. Die Kameraden wollten sich schütteln vor Lachen, doch das Ferkel hatten mir." Die Schweine müssen sorgfältig gewaschen werden, erfuhren Wir zum Schluß: denn die Viehcher hätten Läuse und ähnliches Ungeziefer. Trotzdem haben Kotelett und Schweinerippchen sehr gut geschmeckt. Vorsicht Minen! „Kürzlich kam hier ein Hauptfeldwebel wütend 1 vorbei, der eine halbgebratene Sau suchte", so er» l Dienstag,l4.NovembeN9Z9 Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Nr. 267 Zweites Blatt ZU wenige film an Spannung. Dr. Fr. W. Lange. reiner Maisstärke-Puder und voll vor- B. des vorigen Jahres, sowie durch einen Klavierabend es zu einem Schmuckstuck für unsere Stadt werden wenige Jahre zuvor errang er sich ungeteiltes Lob > wird. _________ dieser Zeit brauchen. Ihnen ist gleichzeitig gerade durch das Zusammensein mit erfahrenen Lehr- und Beratungskräften jederzeit die Möglichkeit gegeben, alle Fragen, die im Betrieb aufkommen, mit diesen zu besprechen und ihrem Rat entsprechend zU handeln. lieber diese Möglichkeit hinaus, chre Jugend durch den Besuch des Unterrichts an den Land- Wirtschaftsschulen ausbilden zu lassen, stehen den Bauern und Landwirten selbst diese nach wie vor weiter als Beratungsstellen zur Verfügung. Durch Rundgange, Vorträge, Kurse und Einzelberatungen ist hier jedem — vor allem auch den zum Teil alleinstehenden Bäuerinnen — die Möglichkeit gegeben, sich Kenntnis oder Rat zu verschaffen. ernster Gedanken das Haus. Heinrich Ludwig Neuner. An Stelle der erkrankten Poldi Mild ner wird der weltbekannte Pianist Claudio Arrau am kommenden Sonntag einen Klavierabend veranstalten. Don früheren Veranstaltungen her wird der Künstler jedem Gießener Musikfreund noch in bester Erinnerung sein. Als Solist in einem Orchesterkonzert bekommen Sie zut Zeit auf die mit einem X bezeichneten 4 Abfchnitte Dec Reichsbrol- harte für Kinder bis z u 6 jähren Dr. August Oetker Eines Morgens werden sie wie verschneite Vogelscheuchen über den weiß verwehten Beeten drohen. Vorerst aber kann sich das Auge noch an manchem Grün entzücken, und einige von den kleinen witzigen Stiefmütterchen stehen sogar in Blüte. Gehör bringen. Ortsgruppen der NGOAp. Gießen-Nord und Gießen-Mitte. Am Donnerstag, 16. November, 20.30 Uhr, findet für die Ortsgruppen Gießen-Nord und Gießen- Mitte im ,Ilubhaus", Sonnenstraße 19, eine öffentliche Versammlung statt, in welcher der Reichsredner Pg. Aug. Kramer, MdR., Karlsruhe, spricht. Alle Parteigenossen und Volksgenossen der beiden Ortsgruppen werden hierzu eingeladen. Vollzähliges Erscheinen wird erwartet. Die Kundgebung wird von Musitvorträgen der Kapelle Krengel umrahmt. HI.-Heini im Bau. Das gute Kinder-Nährmittel Gustin stehen. Jede will den Kämpfern an der Front zeiaen, daß ihre Angehöxigen in der Heimat nt Notfällen nicht auf sich allein gestellt sind, sondern die Gemeinschaft für sie eintritt. Oie Nachbarschaftshilfe im Kreis Wetterau. Wie im „Gießener Anzeiger" vom vorigen Sams« tag bereits berichtet, wurde auch im Kreis Wette rau der NSDAP, die Nachbarschaftshilfe organisterte Jn jedem Dorfe wurden Frauen namhaft gemacht die sich für den Fall der Notwendigkeit der Nach« barschaftshilfe zur Verfügung stellen. Auch m der Stadt wurde dieser Dienst in die Wege geleitet, so daß mancher erwerbstätigen Frau und Mutter ge- halfen werden kann, wenn immer es notwendig tft Deutsches Frauenwerk. Kreisstelle wetlerau. Abt. Mütterdienst. erfüllter Mission gewonnen, um schließlich mit einigen Derszeilen tiefen und reinen Gehaltes zrt schließen. Die Zuhörer folgten willig und dankbar, wohl die meisten verließen nachdenklich und Aus her Stadt Gießen. Kehraus im Kleingarten. Die guten Tage, wo es bei jedem Gartenbesuch an den Bäumen und Beeten etwas zu ernten gab, sind vorüber. Bis auf einige winterharte Gemüse ist alles eingeholt. Zuletzt noch wurden die ver- schrumpften und fahl gewordenen Bohnenschoten von den kahlen Ranken gepflückt, wo sie wie dürre Laubfetzen im Winde raschelten, und daheim entkernt. Dabei half alles mit, denn es ist ein lustiger Zeitvertreib, von den vielen Farben der schön und glatt herauspurzelnden Bohnen überrascht zu werden, die später einmal zu köstlichen Suppen dienen. Als Kinder bekamen wir einige von der Mutter zum Mühlespiel abgezählt, wenn sie nicht genug Knöpfe dafür hatte. Auch die Wurzelgemüse, die Möhren, roten Rüben und Sellerie sind eingesammelt und in kleinen Mieten oder im Keller eingebettet, während die kleingeschnittenen Blättern der Sellerie, der Petersilie und anderer Küchenkräuter, rasch am Ofen getrocknet, damit sie ihre grüne Farbe behielten, in Dosen aufbewahrt werden. In die leeren und vom Unkraut gesäuberten Beete wurde Dung untergegraben. Sie liegen grobschollig wie gepflügte Aecker zwischen dem wenigen Grün der Feldsalat- und Spinatstücke. Auf den Blumenrabatten blühen buntfarbig die Astern. Aber trotz ihres reichen Flors merkt man die Leere um sie herum. Begonien, Dahlien und Gladiolen sind verschwunden. Ihre frostempfindlichen Knollen ruhen im geschützten Keller. Die Stengel und Schäfte der verblühten Stauden sind über der Erde weggeschnitten, zusammen mit anderem Abfall aufgehäuft und verbrannt worden. Das gleiche geschah mit den kurzlebigen Sommerblumen, nachdem man ihren Samen aus den aufgesprungenen Kapseln und Hülsen gesammelt. Jede abschließende Tätigkeit ist zugleich auch eine vorsorgliche Maßnahme für den kommenden Frühling und ein neues Jahr. So werden, wo es nottut, neue Beerensträucher, Himbeeren und Brombeeren, Stachelbeeren und Johannisbeeren gesetzt und junge Obstbäume gepflanzt. Man hat jetzt den besten Ueberblick, den geeigneten Platz für sie ausfindig zu machen,, und die Pflänzlinge selbst haben Zeit und Ruhe, in der neuen Erde Wurzel zu fassen. Bald unterscheiden sie sich nicht mehr von den älteren Bewohnern des Gartens, da auch sie ihr Laub gänzlich abgeworfen und ihre Säfte hinabgeschickt haben zu den unterirdischen Kraftspeichern und -kammern. Pflanzen und Erde rüsten sich, wie viele Tiere, die draußen in Höhlen und Spalten leben, zu ihrem Winterschlaf. Und für die Kleingärtner ist die Arbeit so gut wie zu Ende. Wenn der Frost einbricht, müssen die Pumpen noch mit dicken Strohbüscheln ober Tannengrün umwickelt werden, dann kann kommen, was will. und volle Bewunderung. Der Künstler wird Werke von Mozart, Beethoven, Schumann und Liszt Steinböcke im Gewand. Bon Karl Scherer. Um die Kuppen und Zacken der jäh abstürzenden engen Felsschlucht im Herzen der Penmnischen Hochalpen spielen die roten Strahlen der unter- gehenden Sonne; nur matt noch schimmert das Weiß des tobenden Wildbachs durch die Schatten des Abends herauf. Kein Saumpfad führt an dem steilen Hang zur Höhe, öde und kahl dehnt sich die mächtige Fläche der senkrecht aufwärts wuchtenden Granitwand. Eine Tiergestatt, vom fließenden Grau der herein- brechenden Nacht umsponnen, bewegt sich zwischen den Felsrippen bergwärts, überfällt mit federndem Sprung eine klaffende Rinne, verhält sich kurz und klimmt weiter der Höhe zu. Dünne Nebelschwaden steigen vom Wetterbach an den Felsen hinauf; doch der leichte Wind treibt sie über die Schroffen hinaus. Als es wieder klar wird, steht auf dem höchsten Grat, scharf in den fahlen Abendhimmel schneidend, die gedrungene Gestalt eines Wildes — der starke reinblütige Alpensteinback, der Herr des Gebirges, der vom Gipfel der Wand auf sein weites Reich hinabäuat: dunkel bewaldete Sättel, funkelnde Eisspitzen, schwarze Gründe, riesenhafte Kämme. Einst bereitete sich sein Gebiet über die ganze mitteleuropäische Alpenwelt aus, von den Seealpen bis zum Semmering; jetzt ist er auf die Penmnischen Felsengebirge zwischen Mont Blanc, Monte Rosa und St. Bernhard beschränkt, wo ihm die italienische Regierung in dem weiten Naturschutzpark von Gressony über Aosta eine natürliche Freistatt geschaffen hat. Der Alpensteinbock verschwand aus den übrigen Hochalpen erst zu unserer Großväter Zeiten, die adeligste und reckenhafteste Tiererscheinung der Hochgebirgswelt, mit meterhohem, schön gebogenem, kantigem, bis zur Spitzk wulstig geriffeltem Gehörn. Im Mittelalter noch als „Fahlwild" in den deutschen Alpenländern häufig und von den Dynasten und Grundherren eifersüchtig geschützt, war es um das schöne Wild geschehen, als die Handfeuerwaffen auf tarnen, worüber das nähere im „Weißkunig" Kaiser Maximilians I. nachzulesen ist ... Heller Sonnenschein liegt über den Piemonteser Hochalpen. An den tieferen Gehängen leuchten die Laubwälder in südlich brennenden Farben, sattes „Oschungel-Oeheimnisse." Im Lichtspielhaus läuft eben ein Deutschland- Film, der uns nach einer etwas langatmigen Einleitung mit einer Expedition durch das hinterindische Königreich Kambodscha, seit fast 80 Jahren franzö- stsches Protektorat, zu der großartigen Ruinenstadt von Angkor führt, deren weite Anlage mit den Trümmern reliefgeschmückter Tempel und Paläste noch einen Eindruck von der Pracht dieser einstigen, im 13. Jahrhundert errichteten Residenz der Khmer» könige vermittelt. Die Reise führt aus dem bunten Menschengewimmel des Hafens Saigon auf dem gewaltigen Strombett des Mekong aufwärts mitten in den Dschungel hinein, und hier ist es nun der Expedition gelungen, das Tierleben des indischen Urwaldes in seiner ganzen Mannigfaltigkeit und Unberührtheit in ungemein reizvollen Bildern iest- zuhalten, die ohne jede Ablenkung, nur von spar- famen Erläuterungen eines der Forscher begleitet, allein die Natur zu uns sprechen lassen. Der liebevollen Beobachtung und großen Kaltblütigkeit des Filmoperateurs verdanken wir höchst fesselnde Einblicke in das Tierleben des Dschungels mit feinem unerbittlichen Kampf ums Dasein. Mr sind Zeugen manch anmutiger und possierlicher Szene, aber auch mancher kleinen Tragödie, die sich im Dickicht des Urwalds abspielt. Tiere, die wir kaum dem Namen nach kennen und in unseren zoologischen Gärten vergebens suchen würden, lernen wir in freier Wild» bahn kennen, wie den Bintarong, eine seltene Bärenart, oder die Riesenwaranen, Krokodile von geradezu prähistorischen Formen. Aber auch der erbitterte Zweikampf liebestoller Tiger in der Brunftzeit, ein Marder in mutigem Angriff auf eine Riesenschlange, die Affenjagd eines Bintarongs find in einer Folge erstaunlich scharfer Aufnahmen fest- gehalten worden. Der Film übertrifft also trotz seines rein berichtenden Charakters manchen Spiel- die Helferin Verstärkung. Aus der Vielzahl der Beweise vorbildlicher Einsatzbereitschaft unserer Frauen sei nur ein Beispiel aus der Gauhauptstadt herausgegriffen. In Frankfurt a. M. stellt sich eine Nachbarschaftshelferin bereits feit 14 Tagen drei Stunden täglich zur Verfügung, um Milch auszu- tragen, da der Geschäftsinhaber eingezogen ist und die Frau allein die Arbeit nicht bewältigen kann. Vielfach hat die Bäuerin seit Monaten keine Zeit gehabt, sich um die häuslichen Arbeiten zu kümmern. In Truhen und Schränken liegt Wäsche, die ausgebessert werden muß. Die Zimmer sind nicht mehr so ordentlich und gepflegt, wie es sein soll. Solange noch etwas draußen zu ernten ist, muß aber die Frau auf dem Felde arbeiten, denn von unseren Ernährungsgütern darf nichts umkommen. Die Nachbarschaftshelferin hat keinen landwirtschaftlichen Betrieb, aber die Hausarbeit kennt sie und der Kinder nimmt sie sich gern an. In vielen Orten bestand bisher kein NSV.-Kindergarten. Da haben sich einige Helferinnen gefunden, die alle Kinder zusammenholen und in einer Kinderstube beschäftigen. Die Kinderstube liegt meist nicht weit von irgendeiner Küche entfernt. Oft wird die Küche von einer Nachbarschastshelferin gestellt, damit die Kleinen in der Kinderstube stets regelmäßig ihre Verpflegung erhalten. Abends kommen sie frisch und gesund, ganz angefüllt mit kleinen Erlebnissen in der Kinderstube, nach Hause zurück. Im September stellten sich im Gau Hessen-Nassau 22 989 Frauen in der Nachbarschaftshilfe zur Verfügung. Selbstverständlich erfolgt ihr Einsatz ehrenamtlich. Sie leisteten 173 278 Stunden. Außerdem stellten sich 43 930 Frauen der NSV. als Helferinnen zur Seite, um ihr bei der Durchführung ihrer Aufgaben behilflich zu fein. Alle diese Zahlen geben nur einen kleinen Ausschnitt aus der Arbeit der Nachbarschaftshilfe, die ein wichtiges Glied zur Stärkung und Bewältigung aller der Inneren Front gestellten Aufgaben dar- Jakob Schaffner. Die Vortragsvereinigung Goethe- Bund / K a u f m ä n n i s ch e r Verein vermittelte mit ihrem zweiten Dichterabend die Bekanntschaft mit Jakob Schaffner, der, gebürtiger Schweizer, sich innig mit Deutschland als seiner Kulturheimat verbunden fühlt und dies als Bekenntnis schon oft im geschriebenen und gesprochenen Wort zum Ausdruck gebracht hat. Mit der gestrigen Abendveranstaltung, für die sich der Große Hörsaal unserer Universität kaum als ausreichend erwies, war dabei gleichzeitig eine kleine Ueberraschung verbunden, denn Regierungs-Medizinalrat Dr. Trautman n , der den Abend mit herzlichen Worten der Begrüßung des Dichters und der Zuhörer eröffnete, teilte mit, daß der Dichter in wenigen Stunden feinen 64. Geburtstag begehen könne. Die Zuhörerschaft beglückwünschte ihn im voraus zu dem Geburtstag in den Jahren der Reife und hörte dann um so aufmerksamer auf das, was der Dichter in seiner Vorlesung von seiner dichterischen Kraft, feiner geistigen Haltung, aus seinem Leben und seinen Erlebnissen zu geben hatte. Jakob Schaffner las Abschnitte aus seinem großen Romanwerk, das aus vier Bänden besteht und unter den Titeln „Johannes", „Die Jünglingszeit von Johannes Schattenhold", „Eine deutsche Wanderschaft" und „Kampf und Reife" erschienen ist. Der Dichter vermittelte insbesondere Abschnitte aus dem vierten Buch. In wohlerwogener Steigerung machte er dabei seine Zuhörer mit Etappen feines eigenen Lebens bekannt, ließ sich als den jungen Mann erkennen, der noch vor Entscheidungen steht, der sich noch nicht völlig schlüssig ist, ob er Soldat sein und bleiben konnte, oder ob sich die Musik und die Dichtung als schicksalgestaltende Elemente für ihn erweisen sollten. Schon in diesem Abschnitt war zu erkennen, aus welchem Reichtum einer bildmäßigen Schau, an phantasievoller Naturbetrachtung und aus welcher Fülle der Stimmungswerte der Dichter schöpft. Dann führte er heran an die Kämpfe seiner Mannesjahre und brachte dabei u. a. auch den Abschnitt zur Verlesung, den wir im Familienblatt des Gießener Anzeigers am Freitag der vergangenen Woche veröffentlicht haben. Schließlich krönte Jakob Schaffner das Erleben dieses Vortragsabends mit der Schilderung der Ergebnisse der Jahrzehnte des Kampfes um Steife und sprach von der Ruhe, aus NSG. In der heutigen Zeit wachsen die Aufgaben der Nachbarschaftshilfe ständig. Von Woche zu Woche werden mehr Helferinnen gebraucht, die )er berufstätigen Frau bei der Pflege ihrer Kinder und bei der Erledigung ihrer Pflichten im Haushalt helfen. Auch die kinderreiche Mutter, deren Mann an der Front steht, ist häufig dankbar für eine Helferin. Durch Krankheit kommt manche Frau und Mutter schnell in die Lage, ihren Haushalt nicht mehr versehen zu können. Wenn die Block- rauenschaftsleiterin, die ja alle Einwohner ihres Blockes kennt und ein offenes Herz hat für jede Not, sieht, wo es fehlt, dann gibt sie die Meldung der Abteilung Hilfsdienst weiter. Aus Listen ist eine große Zahl Frauen im Gau Hessen-Nassau erfaßt, die stets zur Nachbarschaftshilfe bereitstehen. Der Gau erfüllt auch auf diesem Gebiet in vorbildlicher Weise eine nationalsoziali- tische Pflicht. Ein kurzer fernmündlicher Anruf, oder ein Anklingeln an der Wohnung genügt, um der Nachbarschaftshelferin zu sagen: „Frau Müller bekommt ein Kindchen, gehen Sie doch einmal hin und sehen Sie, wo es fehlt." Binnen einer Stunde ind die anderen Kinder angezogen, in die Schule geschickt, oder in einer Kinderstube untergebracht. Frau Müller kann ganz beruhigt sein, das Essen steht pünktlich auf dem Tisch und der Haushalt wird richtig versorgt. Wenn unsere Nachbarschaftshelferin auch den eigenen Haushalt noch zu versorgen hat, so steht stets noch ein Mitglied der Jugendgruppen bereit, um dafür zu sorgen, daß die Einkäufe erledigt werden. 358 Tage wurden im Monat September Kranke und Wöchnerinnen auf ähnliche Weise gepflegt. Sobald die Mutter wieder gesund ist, übernimmt sie ihre Arbeit selbst, und die Nachbarschaftshelferin, die zu einer guten, verständnisvollen Helferin geworden ist, wird wieder entbehrlich. Viele Helferinnen übernehmen ihren Dienst ganz regelmäßig, denn manche Frau mußte den Arbeitsplatz des Mannes übernehmen, und ihre Kinder dürfen die Pflege nicht entbehren. Regelmäßig werden sie jeden Morgen gewaschen und angezogen und zum Kindergarten gebracht. Auf einem Zettel schreibt die Mutter ihre Einkaufswünsche auf, so daß sie abends neben dem Zettel auch die gewünschten Waren vorfindet. Bei der großen Wäsche holt sich Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr: Intermezzo am Abend". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Es war eine rauschende Ballnacht". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße : „Dschungel-Geheimnisse". Stadttheater Gießen. Heute Abend wird das Lustspiel „Intermezzo am Abend" zum ersten Male wiederholt. Spielleitung Hans Geißler. Bühnenbild Karl Löffler. Anfang: 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Die Vorstellung findet als 7. Vorstellung der Dienstag-Miete statt. Gießener Konzert-Verein. In den folgenden Sondertursen im Hause der DAF., Schanzenstrahe 18, werden die Frauen unä Mädels, die sich zur Mitarbeit im Deutschen Frauenwerk zur Verfügung stellen wollen, in die neuen Aufgaben eingefuhrt. Kinderbeschäftigung und Erzi ehun gt Vermittlung ausreichender Kenntnisse für die Beschäftigung und Erziehung von Kindern in Grup« pen (Kinderstuben usw.). Beginn Dienstag, 14. November, von 15 bis 18 Uhr. . Gesundheitsführung und häusliche' Krankenpflege: Vermittlung ausreichender Kenntnisse in Verbandstechnik, Pflege von Kranken in Familien und Anstalten. Beginn Dienstag, 14. November, von 15 bis 18 Uhr. Sämtliche Kurse finden im ganzen achtmal ftatfc Kursgebühr 2 RM. Anmeldung umgehend an dtei Geschäftsstelle der Kreisfrauenschaft, Gießen, Frankfurter Straße 1, Abt. Mütterdienst. Demnächst beginnen reguläre Mütterschulungs« kurse (jeweils 12 Doppelstunden) in Säuglingspflege, häusliche Näharbeiten und im Kochen. Lehrgangsgebühr für diese Kurse 3,60 RM. mit freiwilliger Staffelung bis 5 RM. Anmeldung und Der Bau des Heimes der Hitler-Jugend am Wartweg ist in den letzten Wochen fortgeführt.worden. Ein Seitenflügel der Anlagen ist bereits im Rohbau soweit gefördert, daß er unter Dach gebracht werden konnte. Der rückwärtige Mitteltrakt ist auch schon bis unter das Dach gediehen. Die Anlage läßt schon jetzt die Großzügigkeit und schöne Planung erkennen. Die bevorzugte Lage, in der das Heim der Hitler-Jugend ersteht, läßt darauf schließen, daß Braun der Kastanien, flammendes Rot des Berg- ahorns. Darüber steigen Nadelwälder auf, bis über der Baumgrenze das kahle Gestein sich auftürmt. Bergaurikeln strömen ihren letzten süßen Duft aus; hoch in den schimmernden Lüften schwimmen zwei - Steinadler. Auf einer Matte zwischen Felsennadeln und immergrünen Zirben äst ein Rudel Steinwild, dem schon jetzt die Winterdecke in feinen wolligen Grannen sproßt, zugleich sein Hochzeitskleid. Schon stehen bei den Geißen ein paar Böcke, deren Eifersucht das Rudel ruhelos umherjagt. Krachend wie Axtschläge prallen die wuchtigen Gehörne zusammen; der eine springt ab, der andere folgt ihm in mächtigen Fluchten ins schroffe Gewänd. lieber faustgroße Steinwulste und schmale Grasbänder geht es in die Höhe, denn noch muskelkräftiger als die der Gemse sind die sehnenharten Läufe des Steinbocks. Sonst herrscht die Stille der Bergeinsamkeit, nur bisweilen unterbrochen vom schneidenden Pfiff des Murmeltiers. Die Wachtgeiß am Rand der jäh absinkenden Matte äugt und windet scharf in die Tiefe. Dort unten, wo der Wildbach zwischen dunklen Eiben wie blankes Silber zu Tal schäumt, bewegt sich auf schmalem Pfad eine spannenlange Menschengestalt bergwärts, einer der ausgewählten Hüter, denen Schutz und Hege des kostbaren Wildes obliegt. Mit dem Glas sucht er die Kare und Gräben ab Als er das schwarzgraue Gewimmel auf der abschüssigen Matte wahrnimmt, macht er still kehrt, steigt in weitem Bogen durch den Wald stundenlang zu Berge, klimmt im Gewänd hoch über das Wild hinaus und späht, in einen Latschenbusch gedruckt, aus steiler Höhe in die Tiefe. Die Strahlen der Herbstsonne lassen im Geschröff, an den ragenden Granittürmen und in den Schluchten des Gebirges wunderbare Farben aufleuchten: goldgrün das Gestein der Laubwald in bunter Pracht zwischen schwarzen Nadelwäldern, die fernen Eishorner und Gletscher des Monte Rosa liegen blauumbuftet im ' Sonnenglanz. Das Rudel unter ihm hat sich meder- qetan nur ein Bock mit mächtigem Hauptschmuck . rieht äsend hin und her. Da dreht sich der kruselnde ; Wind und weht gegen die tieferen Hange. Der Bock . wirft auf und windet gegen die Hohe; dann dröhnt die Matte unter den stahlharten Schalen des fluch- . tenden Wildes, schon hat es sich hinter den Fels- , rippen der Wände im Gestein verloren ... Rund 23000 Krauen in der Rachbarschastshilfe Vorbildlicher Einsatz im Gau Heffen-Raffau. — Annähernd 44000 Krauen als Helferinnen der RGV. Ausgabe der neuen Lebensmittelkarten. Vorn morgigen Mittwoch ab bis einschließlich kommenden Samstag werden die neuen Lebensmittelkarten in den Bezirksgoschäftsstellen des Er- nährungsamtes gegen Vorlage des Personal-Aus- weises ausgegeben. Die neuen Lebensmittelkarten gelten für Die Zeit vom 20. November bis 17. Dezember. Die Ausgabe der Karten erfolgt an den vier Tagen in gruppenweiser, alphabetischer Zusammenfassung der Bezugsberechtigten. Landwirtschastsschulen unterrichten wieder. Im Gebiet der Landesbauernschaft Hessen-Nassau wird nach Regelung der Personaloerhältmsse an 32 Landwirtschaftsschulen dks Gaues in den nächsten Tagen der Unterricht wieder auf genommen. Auch die Landwirtschaftsschulen in Gießen, Grünberg und Nidda werden jetzt wieder unterrichten. In der Landwirtschaftsschule Gießen (Liebigbau) hat die Mädchenklasse die Arbeit gestern bereits aufgenommen. Die Knabenklasse wird am kommenden Montag mit dem Unterricht beginnen. Der Lehr- und Stundenvlan ist so gestaltet, daß einerseits möglichst viel freie Zeit für die Arbeit im elterlichen Betrieb verbleibt, anderseits trotzdem all das behandelt wird, was ein Jungbauer -und eine Jungbäuerin an geistigem Rüstzeug in stellt. Unmöglich ist es, immer in Zahlen zu erfassen, wo ein Frau der anderen beffpringt und wo Frauen sich gegenseitig helfen, die Last des Alltags zu tragen. Eines bekunden aber diese Zahlen, daß die Frauen des Gaues Hessen-Nassau den'an----—m-7--o ---- - ™ . sie gerichteten Appell zum Helfen gern und freudig Auskunft: Kreisfrauenschaft Wetterau, Gießen, erfüllen. Keine will an Einsatzbereitschaft zurück- Frankfurter Straße 1, Abt. Mutterdienst. Anschriften alleinstehender Soldaten gesucht. NSG. Die Gaufrauenschaftsleitung Hessen-Nassau bittet alle alleinstehenden Soldaten, die gern mit einem Mädel unseres Gaues von Zeit zu Zeit Briefe wechseln möchten, ihre Anschrift an die Gaufrauenschaftsleitung Hessen-Nassau, Frankfurt a. M., Hermann-Göring-Ufer 25, zu schicken. Es gibt so manche Menschen in der Heimat, die gern einem Soldaten eine Freude machen möchten. Wer einen alleinstehenden Soldaten kennt, kann seine Anschrift auch melden, um auf diese Weise dem Soldaten eine kleine freudige Ueberraschung zu vermitteln. Seid sparsam mit Gtreufutter! Vom Reichstierschutzbund wird uns geschrieben: Der Mangel an Futterkorn für die Vögel zwingt zur Sparsamkeit. Die Losung „Kampf dem Verderb!" gilt auch für Streufutter, denn es ist teuer und zum guten Teil nur durch Devisen zu be- chaffen. Die freilebenden Vögel sollen nicht hungern und sie brauchen es auch nicht, wenn die Men- chen sie vernünftig füttern. Unnütz ist es, wenn in einem Hause fünf und mehr Parteien Futterhäuschen aushängen, während dann wieder weithin keine Futterstelle zu finden ist. Wahren Tierfreun- den kommt es sicherlich, weniger darauf an, das muntere Treiben vor ihrem Fenster zu beobachten, als darauf, die kleinen Sänger gut über den Winter zu bringen. Ihnen wird deshalb empfohlen, sich zusammenzutun und auf gemeinschaftliche Kosten Futterplätze anzulegen und zu betreuen. Diese können in engeren Bezirken, Hausgärten oder An- lagen, aufgestellt werden und reichen für einen größeren Bereich aus. Solche Futterstellen, aleich- mäßia verteilt, dienen den Vögeln mehr und helfen viel Futter sparen! Gießener Dochenmarktpreiie. ♦ Gießen, 14. Nov. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, XA kg 1,60 RM., Matte 25 bis 50 Rpf., Käse, das Stück 5 bis 10, Wirsing, % kg 6 bis 8 Rpf., 50 kg 6 RM., Weißkraut, % kg 5 bis 6 Rpf., 50 kg 4 RM., Rotkraut, % kg 8 bis 10 Rpf., 50 kg 7 RM., gelbe Rüben, Ä kg 7 bis 8 Rpf., rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15, Unterkohlrabi 5 bis 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 35 bis 45, Feldsalat, Vio 10 bis 15, Zwiebeln, % kg 10, Meerrettich 35 bis 60, Kürbis 6 bis 8, Aepfel 15 bis 25, Birnen 15 bis 20. Salat, das Stuck 8, Endivien 8 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 15, Sellerie 10 bis 35, Radieschen, das Bündel 10 Rpf. ** Ernennung beim Versorgungsamt Gießen. Der Regierungsoberinspektor Ludwig Köhring vom Dersorgungsamt Gießen wurde von dem Herrn Reichsarbeitsminister mit Wirkung vom 1. November 1939 zum Regierungsamtmann ernannt. Aus der engeren Heimat. Appell der KriegerkameradschastLollar * Lollar, 13. Nov. Am Sonntagnachmittag hielt die Kriegerkameradsckast Lollar in ihrem Kameradschaftslokal (Nuhn) ihren zweiten Monatsappell während des Krieges ab. Kameradschaftsführer T a u b e r t gedachte vor Beginn der Aussprache, der sowohl im Weltkrieg, als auch der im jetzigen, uns von England aufgezwungenen Kriege für Großdeutschland in Polen, im Luftkampf und zur See gefallenen Kameraden. Die Ehrung erfolgte in der üblichen Weise. Hierauf gab der Kameradschaftsführer ein Schreiben des Reichskriegerbundes bekannt, in dem der Kriegerkamerad, schäft Lollar vorgeschlagen wird, ihre historische, fast 200 Jahre alte Bürgergardefahne zur Aufbewahrung in der Ehrenhalle des Kyffhäuserdenkmals zur Verfügung zu stellen. Die ältesten Traditionsfahnen der Kriegerkameradschaften Großdeutsch- lands sollen als Ersatz aufbewahrt werden für die seicher aufbewahrten Fahnen von Kriegerkameradschaften der ehemals abgetrenen und nunmehr durch den Führer wieder einoerlerbten Gebiete. Nach ein- aehender Aussprache wurde auf Vorschlag des Kameradschaftsführers der Abaabe entsprochen. Während der Wintermonate sollen die Monatsappelle an Sonntagnachmittagen stattfinden. Es wurden noch verschiedene Punkte der letzten Kreisbefehle und Anordnungen des Reichskriegerführers im Paroleblatt, wobei besonders die Propaganda für den Reichskriegerbund hervorgehoben wurde, vekamttgegeben. Nachdem der Kameradschaftsführer noch den Kameraden den Dank für ihren Einsatz bei der am Vormittag vorgenvmmenen Eintopfsammlung ausgesprochen hatte, wurde der Appell mit dem Gruß an den Führer und dem Gesang der beiden ersten Verse der Nationallieder geschlossen. Appell der alten Soldaten in Dutenhofen. A Dutenhofen, 13. November. Die hiesige Kriegerkameradschaft hielt am Sonntag ihren ersten Appell seit Ausbruch des Krieges ab. Kameradschaftsführer Weber begrüßte die Kameraden und hieß insbesondere die gegenwärtig auf Urlaub weilenden hingen Kameraden, die am Appell teilnahmen, willkommen. In kurzen Zügen 1 childerte er dann den Aufttieg unseres Vaterlandes eit der Machtergreifung durch den Führer. An- chließend gedachte man der Gefallenen, die vor 25 Jahren und in jüngster Vergangenheit ihr Leben für das Vaterland gaben. Er forderte dann auf, auch in der Heimat zu jeglicher Pflichterfüllung stets bereit zu sein. Im weiteren Verlaufe des Abends wurde bekanntgegeben, daß 17 Kameraden der Kameradschaft unter den Fahnen stehen. Mit ihnen soll durch die Feldpost rege Verbindung gehalten werden. Verschiedene aus dem Felde einge- aangene Briefe an die Kameradschaft wurden verlesen und mit dankbarer Freude ausgenommen. Ferner wurden die Grüße eines Kameraden überbracht, der seit fünf Jahrzehnten der Kameradschaft angehört, gegenwärtig aber in der Klinik liegt. Ihm war ein Besuch abgestattet worden. Im Verlauf des Abends kam auch der junge Frontsoldat Walter Hahn zu Wort, der im Verband der ^-Leib- standarte den Feldzug gegen Polen mitgemacht hat und viele Erlebnisse zu schildern wußte. Beim Austausch mancher Erinnerung saß man noch geraume Zeit beisammen. Seinen schweren Verletzungen erlegen. öd Langsdorf, 14. Nov. Der schwere Derkehrsunfall, der sich am Sonntag am Ortseingang von Hungen her ereignete — wir berichteten bereits gestern darüber — hat leider ein Todesopfer gefordert. Einer der beiden Verunglückten, die in ein Krankenhaus in Gießen ausgenommen worden waren, erlag bald nach der Einlieferung seinen schweren Verletzun- 9 e n. Von einem Auto angefahren und getötet. * Burg-Gemünden (KreisAlsfeld), 14.Nov. Am gestrigen Montagnachmittag ereignete sich auf der Reichsautobahn dicht bei unserem Orte ein schwerer Unglücksfall, dem leider ein Menschenleben zum Opfer siel. Der 32 Jahre alte Maurermeister Friedrich Ruckelsh ausen von Burg-Gemünd en, der Arbeiten an der Autobahnstrecke auszuführen hatte, befand sich von der Arbeitsstätte aus unterwegs nach unserem Orte. Er ging dabei auf der rechten Fahrbahn feite und wurde von einem Personenauto angesnhren. Die Verletzungen des bedauernswerten Mannes waren so schwer, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Der Verunglückte hinterläßt Frau und zwei Kinder. Schwerhöriger vom Zug überfahren. Lpd. Marburg, 13. Nov. Auf dem Bahnhof in Nied erwalgern geriet der Dachdecker Geßner aus Gladenbach beim Umsteigen unter die Räder einer Lokomotive und wurde getötet. Der etioas schwerhörige Mann hatte weder das fteran» nahen der Lokomotive, nach die Zurufe der Bahn-, beamten gehört. Landkreis Gießen. $ Steinbach, 14. November. Am heutigen Dienstag, 14. November, kann Frau Marie Elisabeth Keßler, geb. Fink, Ehefrau des Heinrich Kehler V., in guter Gesundheit ihren 7 8. Geburtstag feiern. Mit ihrem Gatten hat sie bisher noch die landwirtschaftlichen Arbeiten erledigen können. Unsere Glückwünsche zum Geburtstag. s. Lang-Göns, 14. Nov. In unserer rund 2000 Einwohner zählenden Gemeinde leben zur Zeit 17 Mitbürger, die das 80. Lebensjahr überschritten haben. Zu Anfang des Jahres waren es 20. Drei sind im Alter von 85, 84 und 80 Jahren gestorben. Zu diesen 17 „Alten tritt nun Johannes Anton Bopf, Straßenwart im Ruhestand, Schmittgrabenstraße, der am 17. November seinen 8 0. Geburtstag feiern kann. Joh.Ant.Bopf ist noch äußerst rüstig und be- wältigt noch alle landwirtschaftlichen Arbeiten. Auch im Winter kennt er kein Ausruhen. Er muß immer im Betrieb stehen. Wir wünschen ihm zu seinem Geburtstage alles Gute. co Bettenhausen, 14. Nov. Am morgigen 15. November vollendet der ä l t e st e Einwohner unseres Dorfes fein 9 0. Lebensjahr, der Ackersmann und langjährige Feldschütz Johann Georg Nückel IV. Zwar ist seit vielen Jahren sein Augenlicht sehr schwach, aber seine geistigen Fähigkeiten sind noch erstaunlich rege, so daß er sehr anregend aus längst versunkenen Zeiten zu erzählen vermag. Er gehört einem Bauerngeschlecht an, das fast 300 Jahre in unserer Gemeinde ansässig ist. Es ist einer der sehr seltenen Fälle, in denen wir nachzuweisen vermöaen, daß einer der Soldaten des Dreißigjähriaen Krieges hier Nachkommen hinterließ. Der Ahnherr des Stammes Rückel war ein in französischen Diensten stehender Feldko'rnett. Der Vater des Jubilars lebte in der Zeit deutscher Not längere Jahre in Amerika und wurde dort genötigt, den Sklavenkrieg mitzumachen. Das greife Geburtstagskind hat eine größere Zahl von Enkeln und Urenkeln. Wir wünschen ihm einen friedlichen Lebensabend! SJt.-jpori Reger Veirieb auf den Handballfeldem. Die bereits zur Gewohnheit gewordenen Ueber- rafchungen blieben auch diesmal nicht aus. Hörnsheim konnte gegen Dornholzhausen nur ein glückliches Unentschieden erzielen und Hochelheim gewann in Münchholzhausen nicht ganz unerwartet. Dadurch aber ist die „erste Halbzeit" in der Staffel 1 ohne die erhoffte Entscheidung zu Ende gegangen. Denn Hörnsheim und Dornholzhausen liegen nun mit gleicher Punktzahl an der Spitze der Tabelle. Die Ergebnisse des Sonntags: Tv. Hörnsheim—'Tv. Dornholzhausen 7:7 (4:6) Tv. Dutenhofen—Tuspo. W.-Niedergirmes 14:1 (8:0) Tv. Münchholzhausen—Tv. Hochelheim 9:12 (3:5) Tv. Londorf—VfB.-R. Gießen 8:3 (3:1). In Hörnsheim kam es zu einem mehr als aufregenden Kampf. Der Clan, mit dem die Gäste das Treffen begannen, setzte den Einheimischen schwer zu, zumal sie bald mit 6:1 im Rückstand lagen. Nach und nach sanden sie sich wieder und als Dornholzhausen zum Generalangriff überging, rettete der Tormann die unabwendbare Niederlage. Hörnsheim war ehrlich genug, die überragende Leistung des Gegners anzuerkennen. Dutenhofen zeigte diesmal eine Leistung, an der man feine Freude haben konnte. Die Mannschaft war in allen Teilen ausgezeichnet besetzt und überrannte den gewiß nicht schlechten Gegner buchstäblich. Gegenüber der mageren Leistung des Vorsonn- tags war sie einfach nicht wiederzuerkennen. Nicht minder verbessert hat sich Hochelheim, das die starke Elf des Tv. Münchyolzhausen klar und eindeutig abfertigte. Hart wurde um Sieg und Punkte gekämpft und manchmal war es nahe daran, auszuarten. Das Ergebnis entspricht dem Spielverlauf, d.h. es wird den beiderseitigen Leistungen gerecht. Die Elf des VfB.-R. Gießen hat sich in Londorf sehr gut geschlagen. Die Platzbesitzer mußten rümpfen, um Sieg und Punkte sicherzustellen. Rem leistunasmäßig gesehen, konnte man mit dem Treffen zufrieden sein, besonders war es die Gießener Mannschaft, der man eine deutliche Formverbesserung anmerkte. Iugendsplele: Launsbach—Mtv. Gießen 7:6 (6:3) Nauborn—Katzenfurt 20:3 (11:3) Hochelheim—Holzheim 4:8 (1:3) Hörnsheim—Gröningen 12:9 Großen-Linden—Heuchelheim ausgefallen. Handball Lokalkampf Mtv. I - 1900143:3(2:2). Obwohl der Mtv. zu diesem Pokalspiel fast die gesamte alte, erfahrene Mannschaft zur Stelle hatte, sah es anfangs nicht nach einem Sieg in dieser Hohe aus. Im Sturm und der Läuferreihe wollte es einfach nicht klappen, während auf der Gegenseite die Kombination wie am Schnürchen lief. Die junge Mannschaft der Spvgg. 1900 lieferte eine hervorragende Partie. Sie zeigte, daß sie keine aktive Mannschaft zu fürchten hat. Gleich von Beginn nahm sie denn auch das Heft in die Hand und brachte durcy ihr durchdachtes Spiel die Mtver start in Verwirrung. Aus einer solchen Situation heraus gelang es denn auch Engel zum 1:0 einzusenden, ohne daß der ausgezeichnete Mtv.-Torwart rettend ein greifen konnte. Als bald darauf der zweite Treffer für 1900 fiel, rafften sich die Turner zu einem energischen Gegenstoß auf. Sie kamen auch heran, konnten verkürzen und gleichziehen. Bei diesem Stande blieb es bis zur Halbzeit. Nach der Paus« machte sich das größere Stehvermögen der Turner bemerkbar. Erst jetzt fand sich auch der Sturm zusammen und konnte Erfolge erzielen. In der gegnerischen Hintermannschaft entstand Unsicherheit. Leider zeigten dann die 1900er Stürmer zuviel Einzelaktionen, so daß es dem Gegner leicht wurde, die Angriffe zu zerstören. Ein einziger Erfolg, aus einem Strafwurf erzielt, war dann auch die ganze Ausbeute, während die Mtver elfmal einsenden konnten. Tv. Launsbach 3gb—2Hfo. 3gb. 7:6. Die Jugend mußte in Launsbach eine knappe Niederlage hinnehmen. Die Gastgeber hatten ihre Mannschaft durch Aktive verstärkt, denen die körperlich unterlegenen Gießener nicht ganz gewachsen waren. Trotzdem darf man auch mit diesem Spiel zufrieden sein. Oie Kriegsmeisterschaffen im Handball ;6^lprjgveg fts;nvpsa spsny aaßijjppaartf snv aigx der Gau Hessen im Rahmen der geplanten Kriegsmeisterschaften auch eine Staffel Gießen der Gauklasse zu bilden. Vorausgesetzt, daß dieser Plan die Billigung des Reichsfachamtes finden wird, werden bei den Kriegsmeisterschaften 1939/40 aus dem Kreise Gießen Gautlasse spielen: Mtv. Gießen Tv. Hörnsheim Tv. Holzheim Tv. Münchholzhausen Tv. Garbenheim und Tv. Katzenfurt. Dazu kommen Vereine des Kreises Friedberg, so daß also sicherlich eine recht spielstarke Gemeinschaft zusammenkommen wird. Schade ist es, daß es bis jetzt noch nicht möglich war, Lützellinden — den Altmeister des Kreises VIII — für eine Teilnahme zu gewinnen. Meta Brix Roman von CARL DUNCKER VERLAG•BERLIN 1. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Diese Unterredung wird nicht so lange dauern", wandte der Anwalt ein. „Wir fliegen dann etwas später nach Berlin." ..Nein." Luise schüttelte den Kopf. „Brehm hatte ja alles wunderschön ausgerechnet. Das zum Rückflug nach Wien vorgesehene Flugzeug erreichen wir ja doch nicht mehr. Dor allem aber... Sie werden das verstehen, Doktor... vor allem mochte ich allein fein." Doktor Kemmrich hatte sich nicht verpflichtet, Luise zu einem besttmmten Termin nach Wien zu bringen. Er vertrat hier den Prozeß der Schauspielerin, für dessen Ausgang er sich für seine Klientin wenig versprach. Vielleicht also war es ganz gut, wenn sie noch eine letzte persönliche Der- stänoigung suchte. So verabredeten sie nur noch, wohin eine gegenseitige Benachrichtigung zu geben war. * Luise läutete an der Tür des alten vornehmen Hauses. Und in den kurzen Augenblicken, ehe sich ihr diese Tür öffnete, erinnerte sie sich plötzlich wieder längst vergessener Einzelheiten früherer Be- fuche in diesem Hause. Und alle zurückliegenden Ergebnisse schienen deutlicher zu sein als in den Tagen ihren Geschehens. Sie horte, wie sich im Hause jemand der Tür näherte. Eine alte Dienerin öffnete. Als sie Luise erkannte, zeigte das hagere, faltige Gesicht weder Bestürzung noch ablehnendes Erstarren, wie die junge Frau das eigentlich erwartet hatte. Luise zwang sich, das harte Pochen ihres Herzens zu überhören. Sie grüßte die langjährige Angestellte mit freundlichen Worten und fragte, ob die gnädige Frau zu Hause wäre. Die Dienerin gab Luise den Eintritt frei, wandte sich und öffnete die Tür zu dem neben der Diele liegenden kleinen Empfangszimmer. Luise stand Anna-Elisabeth Rückstein gegenüber. Die klaren grauen Augen der schmächtigen alten Frau sahen die einstige Schwiegertochter an. Sie reichte Luise die Hand: „Guten Tag, Frau Domkat. Ich habe sie erwartet." Die Stimme klang ruhig. Es war eine vorsichtige Stimme. Die Hand wies einladend zu den Stühlen hinüber. Luise erschrak so sehr, daß sie zuerst ein wenig zurückwich. Wie war das — sie wurde erwartet —? Hier erwartet, wo sie nie anderes als kühle Ab- lchnung erfahren hatte —? „Aber ich werde Ihnen nicht helfen können", sagte Anna-Elisabeth Rückstein. Em abwehrendes Zucken der schmalen Schultern unter dem dunklen Seidenkleid begleitete die Worte. Sie fuhr fort: „Denn Sie kommen doch wahrscheinlich, um meinen Beistand zu erbitten. Oder nicht?" Luise fühlte bei diesen Worten eine zornige Verzweiflung. Vielleicht war es besser, sehr schnell wieder aus diesem Hause fortzugehen... Sie riß sich dennoch zusammen. Sie war nicht mehr das junge, unbedachte Geschöpf frührer Jahre. Sie mar seit dem Tage, da sie Magdeburg verlassen hatte, nicht stehengeblieben ober gar zurückgesunken, wie man das hier erwartet oder vielleicht sogar gewünscht hatte. Luise hob die großen braunen Augen zu dem Gesicht der alten Frau. Sie dachte: diese hier ist doch auch eine Mutter! Sie suchte nach der Spur eines freundlichen Lichtes. Sie fand nur den kühlen grauen Blick unter einer noch merkwürdig glatten Stirn. Aber auch Anna-Elisabeth hatte die junge Frau mit langsamem Forschen betrachtet. Luise war, seit sie aus dem Kreis der Rücksteins gegangen war, noch schöner geworden. Gefährlich schön, dachte die alte F^au. Der Ausdruck des klaren Gesichtes war reifer geworden, die weichen Linien des roten Mundes noch lockender. Sie dachte weiter: es wäre doch richtiger gewesen, Justizrat Hofer hätte die Verhandlung allein geführt. Wozu mußte Johannes noch einmal eine Begegnung mit dieser jungen Person haben, deren Beruf es wohl war, die Leute zu betören und zu umspielen? Luise spürte noch immer das rasende Herzklopfen Sie fühlte jetzt auch, wie todmüde sie war. Das kam davon, wenn man nächtelang nicht richtig schlief. Sie neigte sich etwas vor, der alten Frau zu und sagte: „Ja ... ich wollte um Ihren Beistand bitten. Weil Sie ja auch eine Mutter sind! Sie werden verstehen, daß ich am Leben meines Kindes teilhaben mochte. Man kann doch eine Mutter nicht ganz und gar ausschaltenl" Die alte Frau erwiderte ftreng den Blick der braunen Augen und sagte: „Ich denke, Frau Domkat, es wird richtiger sein, sich zuerst einmal wieder der vergangenen Jahre zu erinnern! Sie scheinen den Anfang vergessen zu heben!" „Das Vergangene spricht hierbei nicht mit", sagte die Schauspielerin ungeduldig. „Es geht jetzt darum, eine Abmachung richtigzustellen, die jedes natürliche Gefühl verhöhnt." Die andere schien den heftigen Einwand gänzlich zu übechören. Sie fuhr fort: „Als mein Sohn Sie vor zehn Jahren in mein Haus brachte und mich vor die Tatsache stellte, daß eine unbedeutende und blutjunge Tänzerin meine Schwiegertochter geworden sei, wußte ich sofort, daß dieses Glück — wenig- ftens erschien es meinem Sohn damals als Glück — sehr bald vorbei sein würde." ,£d) habe mich bei den Rücksteins auch niemals wohlgefühlt", sagte Luise hochmütig. „Eben", nickte die alte Frau. „Darum suchten Sie heimlich, ohne Wissen meines Sohnes, immer wieder das Nachtlokal auf, in dem Sie aufgetreten waren und in Sem Sie mein Sohn in jener unheilvollen Stunde kennengelernt hatte. Und wenn sich Herr Rückstein auf Geschäftsreisen befand, so vergnügte sich der Kreis ihrer leichtlebigen Bekannten in seinem Hause." „Das damals auch mein Haus war", sagte Luise und fuhr fort: „Ich habe längst eingesehen, daß ich mich schon viel früher hätte von Rückstein tren- rven sollen. Aber ich wurde Mutter." Ueber ihr blasses Gesicht ging der Schein eines wehmütigen Lächelns, und man sah auch, daß in den Winkeln des zärtlichen Mundes Spuren von Leid waren. „In einer anderen Umgebung als in der kühlen Luft hier hätte mich meine Mutterschaft gewiß sehr glücklich gemacht. Aber hier gehörte ja das Kind vom ersten Tage an nicht mir, der Thitter, sondern den Rücksteins!" Sie hatte sich in einen leidenschaftlichen Zorn geredet. Die alte Frau hob die Hand: ,Zch bitte, sich zu mäßigen." „Ja..." sagte Luise. Sie war gefonmten, um zu bitten. Da waren dieser Ton und diese Heftigkeit wohl nicht angebracht. Sie sprach weiter: „Ich gab mir damals gewiß alle Mühe, den Anforderungen gerecht zu werden, die Rückstein . die Sie alle hier... an mich stellten." „Und Rückstein war so töricht, an diese Wandlung zu glauben!" sagte die alte Frau. Es klang verächtlich, »Zch jedenfalls glaubte niemals daran. Ich wußte genau, daß bei Ihnen die Sehnsucht nach dem freien und ungebundenen Leben immer größer sein würde als die Mutterliebe. Und endlich entschloß sich mein Sohn zur Scheidung." „Und zwang mich in einen Vertrag, dessen Härte ich damals nicht begriff", fuhr Luise fort. „Heute aber... ja, verstehen Sie denn nicht, daß ich an dieser Sehnsucht nach meinem Kind nach zugrunde gehe?" ,Zch denke, daß Sie sich in eine solche Sehnsucht nur hinei nfteigern. Bevor Sie zu diesem Gefühl kamen, hätten Sie g4?n den Leichtsinn Ihres Lebens und gegen die Schwächen Ihres Charakters kämpfen sollen!" erwiderte Anna-Elisabeth Rück« stein hart und unerbittlich. Luise erhob sich. Sie zitterte. Noch einmal zwang Sie sich zur Ruhe. „Ich sehe — ich hätte den Weg hierher unterlassen sollen —" Frau Rückstein hob unwillig die Schultern. Sie legte ihren schmalen hageren Arm auf den der Schauspielerin. „Laufen Sie nicht gleich davon! Ich teile durchaus die Ansicht meines Sohnes, daß es unverantwortlich wäre, Johann-Christian aus unserem ordentlichen Leben hier zu entlassen und — wenn auch nur zeitweise — in den Kreis Ihres weit weniger geordneten Lebens zu geben. Trotzdem können wir Frauen uns aussprechen —" „Ich kam nicht hierher, um mit Ihnen über die Vergangenheit zu reden. Ich will mein Kind sehen, und ich will in Zukunft an seinem Leben teil- haben!" sagte Luise mit fester Entschlossenheit. Ihre Gegnerin schüttelte den Kopf. „Sie sollen dem Kind seinen Frieden lassen!" Luise wurde immer erbitterter. Sie erwiderte: „Wenn Johann-Christian bei mir ist, wird er vielleicht glücklicher sein als hier. Alles wird bei mir heiterer sein — heiterer und natürlicher —" "Nein, das glaube ich nicht, daß mein Enkel bei Ihnen glücklicher wäre, Frau Domkat. Ich denke, er schlägt in die Linie der Rücksteins." „Sie sehen das Kind so, wie Sie es haben wollen", sagte Luise. In ihren Augen brannte jetzt ein gefährlicher Zorn. „Ich aber glaube das nicht. Nem, ich will nicht glauben, daß sich mem Blut m meinem Kinde ganz und gar verleugnet. Aber hier wird man natürlich darauf bedacht fein, Johann-Christian mit allen Möglichkeiten, die der Reichtum gibt, zu bestechen." „Ich muß bemerken, Frau Domkat, daß ich ein Gespräch, das in einem solchen Ton geführt wird, als durchaus nicht der Lage angepaßt halte." (Fortsetzung folgt)