ifter. hi« 'w ‘ ft»« °r be «Ti« ch'-s», ’äeim, 1 beihf ?Unsch 'n HZ rNtg N bdS Nr. 215 Erste? Matt 189. Mrgang Donnerstag, 14. September 1939 Erscheint tü glich, autzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Kernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: granlfurt am Main 11688 Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrShlsche UniverfitSlsdruckerei R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7 Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer vis8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breit« 50 Rpf.'Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/<, mehr. LrmShigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bader-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Reichs- iehmarkj »ersteige- : 4 Olh- Iber, 104 Deutschlands Antwort auf britische Piratenmethoden n 43 bi- i, Kälbri Lebens tbgemiti id meh: (120 bis -f (unter Mtschmi- 1,06 M ft Berlin, 14. Sept. (DNB.Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Operationen in Südpolen fanden nur mehr geringen Widerstand und gewannen rasch nach Osten Raum. Die Strafte Lublin- Lemberg wurde mit starken Kräften bei Rawa- ruska und Tomaszow erreicht, die Weichsel nördlich Sandomierz an mehreren Stellen überschritten. Als vorläufiges Ergebnis der Vernich- tungsschlacht bei Radom sind 60 00 0 Gefangene, darunter zahlreiche Generäle, 143 Geschütze und 38 Panzerwagen eingebracht. Der umfassende Angriff gegen die um Kutno umstellten polnischen Divisionen schreitet vorwärts. , ., , , Der Ring um die polnische Hauptstadt wurde gestern auch im Osten geschlossen. Ostwärts Mo dl in über den Rarem vorgehend nähern sich unsere Truppen auch von Rordwesten der Stadt. Die über die Strafte Warschau— 5 i eb t c e vorgedrungenen deutschen Kräfte haben mit Teilen nach Südwesten und Westen eingedreht. Die 18. polnische Division, darunter der Droiswns- stab, streckte gestern nördlich Ostrow-Mazo- wieka die Waffen. 6000 Gefangene und 30 Geschütze wurden eingebracht. Die auf Breft-Ci toroff angesehten Kräfte nähern sich fdjnelt der Stobt. Als letzte der potm- scheu Grenzfestungen wurde Ossowiec gestern durch ostpreuftische Truppen genommen. Trotz ungünstiger Wetterlage griff die Cuft- roaffe mit Erfolg den Ostrand von Warschau und rückwärtige polnische Verbindungsstraften an. Zwei feindliche Flugzeuge wurden abgefchoffen. 3m westen sind in dem zwischen Saarbrücken und Hornbach weit vor dem Westwall nach Frankreich vorspringenden deutschen Gebietsteil stärkere französische Kräfte als bisher gegen unsere Gefechtsvorposten vorgegangen. 3n Minenfeldern und in unserem Abwehrfeuer blieben sie liegen. Feldmarscball Sorina über dem polnischen Kampfgebiet. 13. Sept. (DRV.) Generalfeldmarschall G ö - ring setzte am Mittwoch die Besichtigung seiner Frontverbände fort Er unternahm am Nachmittag mit seinem Stabe in zwei Flugzeugen einen ausgedehnten Flug über das polnische Kampfgebiet, hierbei besuchte er die zur unmittelbaren Unterstützung des Erdkampfes angesehten Zerstörer- und Sturzkampfverbände auf ihren bis zur Weichsel vorgeschobenen Feldflugplätzen. Der Feldmarschall sprach den einzelnen Frontverbänden, die auf allen Feldflugplätzen ihren Oberbefehlshaber mit Hellem Jubel begrüftten, seine Anerkennung aus und verlieh einer Reihe von Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften für besonders hervorragende Leistungen im Namen des Führers das Eiserne Kreuz. Netter gegen Panzerwagen. Italienische Betrachtungen zum Kampf im Osten. Rom, 13. Sept. (Guropapreft.) Die italienischen Sonderberichterstatter übermitteln ihren Blättern packende Schilderungen der unwiderstehlichen Stoßkraft der in Polen kämpfenden deutschen Truppen. Das Schicksal aller noch östlich der Weichsel stehen- den, aber von den deutschen Streitkräften eingekreisten und unerbittlich niedergehaltenen polnischen Truppen wird als endgültig besiegelt bezeichnet. Polnische Reiterregimenter gegen deutsche Kampfwagen anrennen zu lassen, fei ein Verzweiflungsakt gewesen, der keine Rechtfertigung finde. Nur dem Edelmut der deutschen Truppenkommandanten, die Befehl gegeben hätten, das Feuer nicht gegen die anstürmenden Reitermassen, sondern nur auf die Pferde zu richten, fei die Verhinderung nutzloser Massenvernichtung polnischer Soldaten zu danken. Mit mittelalterlichen Turniermethoden könne kein moderner Kampf geführt werden. Oer Oberbefehlshaber des Heeres an der Front bei Radom. Berlin, 13. Sept. (DNB.) Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchilfch, begab sich am 12. September zum Stab des Generals der Artillerie von Reichenau und von dort aus in die vordere Front zu Teilen der an der Schlacht bei Radom beteiligten Truppen. Berlin, 13. Sept. (DNB.) Die von der britischen Regierung verkündete Liste der Güter, die England sich anmaftt, durch seine Kriegsschiffe a l s S ee beute überall aufbringen zu lassen und jedes Schiff einer fremden Nation, das solche Güter an Bord hat, von britischen Schiffen versenken oder berauben zu lassen, ist so umfassend, daß es sich um ein Dokument skrupelloser Rechtsverletzung und echt britischen Zynismus handelt. Es stellt gleichzeitig einen Beweis rücksichtsloser Grausamkeit englischer Kriegsführung dar, die sich den von den zwei, britischen Agenten des Secret Service angestifteten scheußlichen Mordtaten in Bromberg würdig an die Seite stellt. Zur Erklärung der Liste diene folgendes: Nach allgemein anerkannten Rechtsgrundsätzen gelten im Seekrieg als Konterbande nur Güter und Gegen st ände, die unmittelbar der Rü- stung der kriegführenden Streitkräfte dienen. Im übrigen fallen andere Waren hierunter, insofern als sie erwiesenermaßen für den Gebrauch der feindlichen Armee bestimmt ist. Ein Blick in die englische Cisie zeigt, haft sich England in seiner Weltkriegsführung über alle völkerrechtlichen Schranken h i n w e a f e h l und nunmehr gewillt ist, zu den Methoden der reinen Seeräuberei zurückzukehren. Die Liste enthält eine große Anzahl von Gegenständen, die für den Gebrauch der Zivilbevölkerung bestimmt sind. So sollen z.B. alle Arten von Nahrungs- und Futtermitteln, alle Bekleidungsartikel sowie alle ihrer Erzeugung und Herstellung dienenden Gegenstände Konterbande fein. Bon irgendeiner Beschränkung ist in keiner Weise die Rede. Das heißt also. England verkündet hiermit in aller Form die Hungerblockade gegen die Frauen und Kinder aller europäischen Länder. Es maßt sich das Recht an, die Nahrungs- und Futtermittel, die Europa nicht genügend zum Unterhalt und Ernährung seiner Gesamtbevolkerung und zur Fütterung seines Viehbestandes produzieren kann und bisher von Uebersee einfuhren mußte, zu kontrollieren und zu beschlagnahmen, d. h. also, England will in Zukunft Ländern wie Italien, Spanien, Jugoslawien, Griechenland, Holland, den skandinavischen Staaten, den baltischen Staaten usw. diktieren, was f t e e \ | e n dürfen und was nicht, welche Kleider sie tragen dürfen und welche nicht, welches Vieh sie sich halten dürfen usw. , o. . Da aber von solchen Maßnahmen m erster die Frauen, Mütter, Kinder und Greise betroffen werden, so bedeuten die an- gekündigten britischen Maßnahmen einen Kamps ohne Erbarmen für die Unterernährung und das Verhungern der Heranwachsenden europäischen fugend, sowie für das baldige Absterben aller alten Leute. . Die englische Regierung, die sich sonst tn ihrer Heuchelei bei jeder Gelegenheit den Anschein zu geben versucht, als ob ihr an einer möglichst humanen Kriegführung gelegen sei. zeigt hier ihr wahres Gesicht, denn sie trifft mit diesem Entschluß nur die Schwachen D,e Widerstandskraft des kämpfenden deutschen Volkes wird hierdurch in keiner weife betroffen. Deutschland, das im Weltkrieg viereinhalb Jahre Bisher 60000 Gefangene in der Vernichtungsschlacht bei Radom. Der Ring um Warschau geschlossen. - Oie Festung Ossowiec genommen Selbsthilfe der Neutralen. Don Konteradmiral z. D. Gadow. Mit den zahlreichen Verletzungen neutraler Rechte, die sich schon in den ersten sechs Kriegslagen abgespielt haben, werden alle Erinnerungen des Weltkrieges und früherer britischer Greueltaten lebendig. Mit den Vereinigten Staaten geriet Eng» land 1812 in blutige Verwicklung durch die unerhörte Art, wie amerikanische Schisse und Ladungen für europäische Häfen gekapert und eingezogen, ihre Besatzungen gefangen oder zum Kriegsdienst gepreßt wurden. Dasselbe wiederholte sich tn zeitgemäßen Formen 1914 und in den folgenden Jahren. Unter den Akten der Vergewaltigung, der die Neutralen im Weltkrieg unterworfen wurden, gehörte: der Zwang, bestimmte Schiffahrtswege zu benutzen, die die Kontrolle erleichterten, das Verbot, deutsche Bunkerkohle zu führen bei Strafe der Einziehung des Schiffes, statt dessen ZwangzubritischerKohle gegen die Verpflichtung, einen Teil des Frachtraumes herzugeben; ferner: Zwang zur Untersuchung jeden neutralen Schiffes, das aus einem von Deutschland erreichbaren Hafen kommt oder dorthin geht. Die neutrale Flagge deckte nunmehr — entgegen der deutschen Prisenordnung — nichts mehr, weder feindliches noch eigenes Gut, falls dieses irgendwie dem blockierten Reich zugutekommen konnte, ja, es genügte schon geringer feindlicher Eigentumsanteil zur Beschlagnahme. Dazu kamen die uner- trägliche Postkontrolle und Handelsspionage, gegen die sich selbst die USA. vergeblich wehrten, die Errichtung von „Einfuhrgesellschaften" in den Deutschland benachbarten oder erreichbaren Ländern, in Schweden das „Transito", in Holland der N. O.T., in der Schweiz und in Dänemark das S. S. S. usw. Die mit Deutschland noch in Handelsverkehr bleibenden Firmen kamen auf die „schwarze L i st e" und wurden m i t nichts mehr beliefert, auch nicht mit Ware nichtenglischer Herkunft, ausgenommen dort, wo eng- lisches Selbstinteresse eine gewisse Parität zubilligen mußte. Dazu das Mordkomplott des englischen Gesandten Findlay gegen den irischen Revolutionär Sir Roger Easement im neutralen Lande und vieles andere mehr. Heute droht sich das alles zu erneuern, vermehrt um die immer dreister gewordene Mißachtung neutraler Lufthoheit, mit dem Höhepunkt, daß englische Bomber sich gegen belgische Luftpolizei zur Wehr setzten und fast jeder An- und Rückflug über holländisches Gebiet führt. Um sich einen Begriff zu machen, mit welcher monumentaler Selbstverständlichkeit England seine Art der Handhabung des Völkerrechts als gerechtfertigt betrachtet, genügt ein Blick in feine Standardwerke über dieses Gebiet. Das für maßgeblich geltende Buch von F. S. Rowles „Die Stärke Englands" bemüht sich um den Nachweis, daß der Seekrieg sein eigenes Recht und feine strenge Rechtsordnung hat, die völlig von der des Landkrieges abweicht. Sein Ziel ist, weniger zu kämpfen, als dem Gegner die Kraft und materiellen Mittel zur Kriegführung zu entziehen, d. h. seine Versorgung zu unterbinden. „Die britische Seeherrschaft ist der Hüter dieser Rechtsordnung." Das Unglaubliche an dieser Selbstgefälligkeit ist, daß auf der Londoner S e e r e ch t s k o n f e - wortung trägt: England. Die Aenderung der pnsenordnung. Berlin, 13. September. (DNB.) Die Die britische Konterbandeliste. London, 14. Sept. (DNB.) Ein Erlaß des englischen Königs bezeichnet im einzelnen die Gegenstände, die als Kriegskonterbande gelten werden. Der Erlaß hat folgenden Wortlaut: „Da zwischen uns einerseits und Deutschland anderseits Kriegszustand herrscht und es daher notwendig ist, die Gegenstände im einzelnen zu bezeichnen, die wir als Kriegskonterbande zu behandeln beabsichtigen,, erklären wie hiermit mit Zustimmung des Geheimen Kabinettsrates, daß während der Dauer des Krieges oder bis zu weiterer öffentlicher Bekanntmachung die in Anlage I aufgezählten Gegenstände hiermit als absolute Konterbande und die in Anlage II bezeichneten Gegenstände als bedingte Konterbande behandelt werden. Anlage I: Absolute Konterbande: A) Alle Art von Waffen, Munition, Brenn st offe, Chemikalien oder Vorrichtungen, die für den Gebrauch chemischer Kriegsführung geeignet sind, und Maschinen für deren Herstellung oder Reparatur. Bestandteile derselben. Artikel, die für ihren Gebrauch notwendig oder geeignet sind. Materialien oder Bestandteile, die zu ihrer Herstellung gebraucht werden. Artikel, die für die Erzeugung ober den Gebrauch solcher Materialien oder Bestandteile notwendig oder geeignet sind. England vergewaltigt die Neutralen. Hungerblockade gegen Frauen und Kinder Europas. — Lahmlegung des neutralen Handels. : Umsätze ng gaben l r f t bas wie audj ränberwv ien M* mehr et> f 113,50 i (114,65). ) (116$ 4,50 mch den. 9, ebech Helberg« ein. Statz! gesellst v.h- ay! Geschäft." rten üblich.7 * kreiverketzk 1939 W“ -Ä • t °ch,?L 74 M ,6: E inbj* wurde" F NsrJ i6 »!- eint J rt flott. lagen I Salz K Ä ■°(ff v nach.z B) Brennstoffe aller Art, alle Vorrichtungen oder Mittel für die Beförderung zu Lande, auf dem Wasser oder in der Luft und Maschinen, die 511. ihrer Herstellung oder Reparatur gebraucht werden. Bestandteile derselben. Instrumente, Artikel oder Tiere, die für ihre Anwendung notwendig oder geeignet sind. Materialien oder Bestandteile, die bei ihrer Herstellung gebraucht werden. Artikel, die für die Erzeugung oder den Gebrauch solcher Materialien oder Bestandteile notwendig oder geeignet sind. C) Alle Nachrichtenmittel, Werkzeuge, Geräte, Instrumente, Ausrüstungen, Landkarten, Bilder, Papiere und andere Artikel, Maschinen oder Instrumente, die hotroenbig oder geeignet für die Durchführung kriegerischer Operationen sind. Für deren Herstellung oder Gebrauch notwendige oder geeignete Artikel. D) Geldmünzen, Edelmetalle in Barren, Banknoten, Schuldurkunden, ferner Metallmaterialien, Stanzen, Platten, Maschinen oder andere Artikel, die für deren Herstellung notwendig ober geeignet sind. Anlage II: Bedingte Konterbande: E) Alle Arten Nahrungs- und Lebensmittel, Futter und Futtermittel, Kleidung und Artikel sowie Materialien, die zu deren Erzeugung gebraucht werden. unter wesentlich ungünstigeren Umständen kämpfte und bann unter einer anberen Regierung trotzbem ben Weltkrieg gewonnen hätte, geht heute mit ganz anberen Reserven und Möglichkeiten in biefen Krieg ab 1914. Es steht ihm vor allem nach ber Nieber- schlagung Polens ber gesamte Often nicht als Feinb gegenüber, fonbern als Freunb unb Lieferant zur Seite. Das bie deutsche Wiberftanbskraft anbetrifft, so wirb also bie englische Maßnahme im wahrsten Sinne bes Wortes ein Schlag ins Wasser sein. Anders liegt es mit dem Handel der neutralen Länder. Dieser' legale Handel wird durch das englische Vorgehen nunmehr vernichtet. Wenn wir uns der Gewaltmethoden erinnern, deren sich England über ben Wortlaut solcher Verordnungen hinaus im Weltkrieg bediente, so besteht bei uns kein Zweifel, daß das wirtschaftliche Leben ber Neutralen durch diese englischen Seeräuber- methoden allmählich erdrosselt werden wird Es bleibt bie Frage offen, ob die Großmächte und sonstigen neutralen Staaten sich diese britischen Unver- schämtheiten auf die Dauer gefallen lassen. Was Deutschland anbetrifft, so nimmt es denKarnpfauf. Bisher hat die Reichsregierung itn.fa 1 3ägn BUfafc Jtäger, toi m« l> Dbjt «=®öns ' fylUS: -en untz IV. k Alffch e, ST deinen, - Kauf, Mar«, wvr> 1 » 'st-. & mblunn ib H und dir whnhaft n. Deist Optiker, 'a (Ein. 'es (Sari Dm worden. : Offene ^gönnen ). Brau. !nde Ge- 1 seW erfonlid) t Keßler n. - rloschM Gießen. regierung hat in dem Bestreben den friedlichen Seehandel soweit irgend angängig zu schonen, in der Deutschen Prisenordnung vorn 28. August nur diesenigen für das feindliche Gebiet Oder für die feindliche Streitmacht bestimmten Gegenstände und Stoffe zum unbedingten Banngut erklärt, die unmittelbar der Land-, See - oder Luftrüstung dienen. Nachdem die britische Regierung jedoch eine Liste des unbedingten Bannguts aufgestellt hat, die weit über diesen Rahmen hinausgeht, sieht sich die Reichsregierung gezwungen, den Kreis des unbedingten Bannguts ebenfalls zu erweitern. Die Reichsregierung hat daher beschlossen, daß als Banngut (unbedingtes Banngut) folgende Gegenstände und Stoffe angesehen werden, wenn sie für das feindliche Gebiet ober für die feindliche «Äreitmacht bestimmt sind: 1. Waffen jeder Art, ihre Bestandteile und ihr Zubehör; 2. Munition und Munitionsteile, Bomben, Torpedos, Minen und andere Arten von Geschossen, die für das Abschießen oder Abwerfen dieser Geschosse bestimmten Vorrichtungen; Pulver und Sprengstoffe einschl. Sprengkapseln und Zündmittel. Kriegsschiffe aller Art, ihre Bestandteile und ihr Zubehör; Kriegsluftfahrzeuge aller Art, ihre Bestandteile und ihr Zubehör; Flugzeugmotoren.Kampswagen, Panzerkraftwagen und Panzerzüge, Panzerplatten jeder Art. Ehern. Kampfstoffe; die zu ihrem Abschie- fte-n ober Abblasen bestimmten Vorrichtungen und Maschinen. Militärische Kleidungs- unb Ausrüstungsgegenstände. Nachrichten-, Signal- und militärische Beleuchtungsmittel und ihre Bestandteile. Transport- und Verkehrsmittel und ihre Bestandteile; Zug-, Last- und Reittiere. Kraft- und Heiz- stoffe aller Art, Schmieröle. Goch, Silber, Zahlungsmittel, Schuldurkunden. Geräte, Werkzeuge, Maschinen und Stoffe zur Herstellung oder zum Gebrauch ber genannten Gegenstände und Erzeugnisse. Als Banngut (bedingtes Banngut) werden unter den Voraussetzungen des Artikels 24 der Prisenordnung vom 28. August 1939 folgende Gegenstände und Stoffe angesehen. Nahrungsmittel (einschließlich lebende Tiere), Genuß- mittel, Futtermittel und Kleidung; Gegenstände und Stoffe, die zu ihrer Herstellung gebraucht werden. durch ihre Prisenordnung sich in der Seekriegführung streng andie geltenden Rechtsregeln gehalten. Dieser Zustand ist nun durch den englischen Völkerrechtsbruch hinfällig. Die Reichsregierung ist gezwungen, gleiches mit gleichem zu vergelten, und hat daher ihre bisherige Prisenordnung entsprechend geändert. Die nun auch von diesen deutschen Gegenmaßnahmen betroffenen neutralen Länder aber wissen eindeutig, wer für diese von Deutschland nicht gewollte Entwicklung die alleinige Verant - „Zungenbrecherische ' Namen. Die polnischen Ortsnamen, von denen jetzt, bei dem raschen Vormarsch unseres Heeres, täglich neue an unser Ohr klingen, werden von dem Rundfunk« ansager gewissenhaft buchstabiert, um uns Las Auf« finden auf der Karte zu erleichtern. Wie diese Namen mit ihrer Häufung von Konsonanten eigentlich ausgesprochen werden, können wir uns nu« schwer vorstellen, und wir haben das Gefühl, es gehörte eine besonders geartete slawische Zunge dazu, um das überhaupt fertigzubringen. Tatsächlich ist die Aussprache aber gar nicht so schwer wie sie aussieht, und die Sache vereinfacht sich schon sehr, wenn man erfährt, daß viele der polnischen Doppelkonsonanten in Wirklichkeit nur einen einzigen Konsonanten darstellen. So ist sz gleich un« serem deutschen sch und das in Polen so beliebte cz wird wie ein einziger Konsonant tsch ausgesprochen. Es bleiben allerdings immer noch genug Schwierigkeiten übrig, wenn bei einem Namen vier oder womöglich noch mehr Konsonanten aufeinanderfolgen wie zum Beispiel bei dem Ort Szczuczyn, der im Kriege 1914 mehrfach erwähnt wurde und der nach dieser Regel also Schtschutschin gesprochen wird. Das empfinden wir zwar im ersten Augenblick immer noch als zungenbrecherische Zumutung, wenn wir es aber langsam versuchen, ist es keineswegs so übermäßig schwer, ja, wir können sogar Gegenbeispiele im Deutschen finden, die mindestens so schwer aussehen, ohne daß uns irgendeine besondere Schwierigkeit zum Bewußtsein kommt. Man denke zum Beispiel an das deutsche Wort „Vorwärtsschreiten". Hier stehen nicht weniger als sieben Konsonanten nebeneinander; in Wirklichkeit sind es allerdings nur fünf Konsonanten, da ja die drei Zeichen s, c und h einen einzigen Laut, das sch, bilden. Aber auch fünf Konsonanten nebeneinander sind schon eine ganz hübsche Anzahl! Im übrigen ist es selbstverständlich nicht nötig, die polnischen Ortsnamen „korrekt" auszusprechem Auch unsere auf polnischem Gebiet lebenden deutschen Brüder denken gar nicht daran, sondern haben sich die Sache von jeher damit vereinfacht, daß sie überall, wo der Pole tsch sagt, nur sch sprechen. Den einganas erwähnten Ort Szczuczyn also sprechen sie einfach Schuschin aus. Der Ton liegt im Polnischen ausnahmslos auf der vorletzten Silbe, sogar der Name Berlin wird von den Polen auf der vorletzten, in diesem Fall also auf der ersten Silbe betont. Ebenso wie die Franzosen und überhaupt fast alle anderen Völker außer uns Deutschen gehen die Polen höchst selbstherrlich mit den aus einer anderen Sprache stammenden Namen um. Wir haben daher erst recht keine Veranlassung, darauf zu achten, daß einem volnischen Namen auch , die richtige polnische Aussprache zuteil wird, C. K* Die Wo kämpften unsere Truppen? Führer eine Division, deren Kommandeur an der dert wurden, ins rechte Licht zu rücken, auch wenn Front am Vortage verwundet wurde, sich aber weigerte, seinen Platz zu verlassen und ins Lazarett zu gchen. Der Führer spricht dem tapferen Kommandeur für die Haltung seiner Division seine besondere Anerkennung aus. Eingehend läßt sich der Führer über das tapfere Verhalten der einzelnen Soldaten sowohl als auch der verschiedenen Trup- pentMe berichten. Eindrucksvoll ist ein Bericht, der von dem Heldenstück eines deutschen Panzerabwehrschützen Kunde gibt. Dieser tapfere deutsche Soldat brachte es fertig, drei anrolle n ü e polnische P a n z e r bis auf fünf Meter an sich heran kommen zu lassen, um sie dann erst durch drei Volltreffer nacheinander zu erledigen, dafür bekam er das erste Eiserne Kreuz Volksdeutschen können es gar nicht fassen, daß der Führer, auf den sie seit so vielen Jahren vertrauten, nun wirklich unter ihnen weilt, — wurde doch Lodz erst am Wochenende von deutschen Truppen genommen. Desto größer ist nun der Jubel, mit dem sie dem Führer für ihre Befreiung danken. Hell gehen die Heilrufe in den Straßen, die der Führer durchfährt. Die Gesichter der Deutschen von Lodz leuchten vor Freude und Ergriffenheit, die Arme steigen zum Gruß empor, — vergessen sind in diesem Augenblick die unermeßlichen Qualen zweier Jahrzehnte. Der schönste Augenblick ihres Lebens ist da. Neben den Volksdeutschen stehen die deutschen Sol- d a t e n — und auch sie jubeln dem Führer zu und bereiten ihm eine unvergeßliche Huldigung. Am Ausgang der Stadt gibt es eine kurze Stockung. Die Straße ist aufgerissen. Offenbar wollten die Polen mitten im Rückzug noch rasch eine letzte Schützengrabenstellung ausheben, aber es war schon zu spät. Die Welle des deutschen Vormarsches ging auch über diesen letzten Versuch hinweg. Jetzt sind Hunderte von Juden, zum Teil noch mit dem Kaftan bekleidet und die schmierigen ostjüdischen Käppchen auf den Köpfen, damit beschäftigt, die Straße zuzuschütten und wieder befahrbar zu machen. Volksdeutsche Hilfspolizei überwacht ihre Arbeit — die erste produktive Arbeit, die diese Ostjuden in ihrem Leben leisten. man wohl mit Recht annimmt, daß es vorwiegend motorisierte Abteilungen gewesen sind, die am Dienstag bereits Lemberg erreicht haben. Lemberg, die Hauptstadt Ostgaliziens, verdankt ebenso wie Krakau deutschen Kolonisten seins wirtschaftliche Blüte und kann auch heute noch nicht in seinem Stadtbild den deutschen Einfluß verleugnen. Die Stadt ist eine Gründung der ukrainischen Fürsten von Halicz aus dem 13. Jahrhundert, fiel aber bald an Polen und kam dann bei der ersten Teilung Polens 1772 zu Oesterreich. Im Weltkrieg mußte Lemberg bereits Ende August 1914 geräumt werden, erst im Sommer 1915 konnten die Russen bis an den Styr zurückge« worfen werden und seitdem war die Stadt Hauptetappenort der in Ostgalizien und Wolhynien kämpfenden verbündeten Truppen und ist als solcher auch vielen von und zur Front fahrenden deutschen Soldaten vertraut geworden. Lemberg hat unter seinen mehr als 300 000 Einwohnern neben vielen Juden schon einen stark ukrainischen Einschlag, ist auch Sitz eines uniert-orientalischen Erzbischofs. Universität, Technische- und Tierärztliche Hochschule machen die Stadt zum Mittelpunkt des kulturellen Lebens Ostgaliziens. In Lemberg haben die Nationalitätenkämpfe zwischen Polen und Ukrainern stets eine große Rolle gespielt, seitdem im Januar 1919 ein Westukrainischer Volksfreistaat ausgerufen worden war, die Polen jedoch im Juli 1919 Ostgalizien erobert hatten. Polen mußte zwar den drei ostgalizischen Wojewodschaften Lemberg, Stanislau und Tarnopol auf Druck der Alliierten Selbstverwaltung gewähren, hat sich aber darüber ebenso wie über seine sonstigen Minderheitenverpflichtungen skrupellos hinweggesetzt, so daß hier zwischen Ukrainern und Polen stets ein außerordentlich gespanntes Derhäftnis bestanden hat. Neben Ukrainern werden die deutschen Truppen auf ihrem Weitermarsch, wie einst die Frontkämpfer des Weltkrieges, hier auf starke deutsche Bauernkolonien stoßen. Nach weiteren Berichten sind schnelle Truppen auch bereits an die Straße Lublin—Lemberg vor« Etappe mehr. Hervorragend ist die Stimmung der Truppe. Auch der gute deutsche Soldatenhumor fehlt nicht inmitten der Front. Die Truppen, die hier den siegreichen Vormarsch in großartigen Marschleistungen von täglich 50 bis 60 Kilometer heran- und vorantrugen, haben von der deutschen Grenze ein Derkehrsschild mitgenommen, das auf gelbem Grund mit schwarzen Buchstaben die Bezeichnung trägt „Nach Polen über Lodz". Dieses Verkehrsschild ist der Truppe zu einem Symbol geworden. Sie wird es weiter tragen bis zum Abschluß der Schlacht — „Nach Polen — über Lodz"! Das Wort wird ein guter Wegweiser sein. Der Führer besucht in diesem Kampfabschnitt die Divisionsstäbe und läßt sich über die Kämpfe der letzten Tage eingehend Bericht erstatten. Er spricht mit den Offizieren, die mit ihren Kompanien und Bataillonen den polnischen Durchbruchsversuch vereitelten und den deutschen Angriff weiter vvrantrugen. Unter anderem besuchte der Von Przemysl bis Lemberg sind es in der Luftlinie mehr als 80 Kilometer. Das ist eine Zahl, die geeignet ist, das gewaltige Tempo des deutschen Vormarsches und die außerordentlichen Leistungen, die von den deutschen Truppen gefor- d e r Division. Von hier begibt sich der Führer nach Lodz. Lodz ist völlig unzerstört. Die Bevölkerung geht wie immer ihrer Arbeit nach, die Läden sind geöffnet. Auf den Straßen drängen sich vor den Maueranschlägen der deutschen Verwaltung die Menschen. Der Besuch des Führers kommt der Stadt vollkommen überraschend. Die Führer-Hauptquartier, 13. September, (DNB.) Der Führer begab sich auch heute wieder im Flugzeug an die Front. Sein Besuch galt diesmal dem Operationsgebiet nördlich von Lodz, wo in den letzten Tagen die Versuche von zahlreichen polnischen Divisionen und größeren Kavallerie-Verbänden, doch noch einen Durchbruch zu erzwingen, blutig zusammenbrachen. Der Führer besuchte die siegreichen deutschen Truppen und fuhr dann um 15 Uhr in Lodz ein, wo er von den Volksdeutschen und den deutschen Soldaten jubelnd begrüßt wurde. Zur selben Stunde, als der Führer durch Lodz fuhr, wurde von Reuter ein sogenanntes amtliches Kommunique in die Welt gefunkt, daß die polnischen Truppen — Lodz wieder erobert hätten! Selten wohl ist die Lügenhaftigkeit der englischen Propaganda rascher und eindrucksvoller erwiesen worden, als am heutigen Tage durch die Führerfahrt durch Lodz! Der deutsche Vormarsch auf Lodz ging so rasch vorwärts, daß die Polen keine Gelegenheit mehr hatten, große Zerstörungen vorzunehmen oder gar, wie sie es in fast allen anderen Orten taten, ganze Straßenzüge in Schutt und Asche zu legen. So bietet das Lodzer Gebiet ein Bild des Friedens. Nicht einmal die Glashäuser der großen Bluiüenzüchte- reien sind zerstört. Aus den Gärten leuchten die flammenden Farben des Herbstes. Bald jedoch ändert sich das Bild. Und tn Zgierz treffen wir wieder auf K a m p f s z e n e n: zerstörte polnische Panzer liegen im Straßengraben, deutsche Truppen ziehen nach vorn, schwere. Artillerie und MG.-Züge, Infanterie und Arbeitsdienst, der beim Ausbessern gesprengter Straßen und Brücken eingesetzt werden soll. Wir treffen Munitionsausgabestellen, Gefangenensammellagerstellen, Verbandsplätze, Befehlsstellen, Stäbe, die sich in verlassenen Gutshäusern eingerichtet haben. Das Generalkommando ist voll motorisiert und arbeitet in einem großen Befehlswagen. <5o ist es in der Lage, jederzeit in direktem Kontakt mit den Truppen der vordersten Linie seine Entscheidungen zu treffen. Es ist überhaupt ein charakteristisches Zeichen der Schlachtenzonen, daß die deutschen Kommandostellen unmittelbar Hinte r d e r kämpfenden Truppe ihr jeweiliges Quartier aufschlagen und also ihre Dispositionen ohne jeden Zeitverlust aus unmittelbar eigener Anschauung treffen können. Truppe und Führung sind sich räumlich nahe. Keine weiten Entfernungen trennen Front und Stab. Es gibt in diesem Sinne keine Seit unserer letzten Orientierung am Dienstag ist die südlichste deutsche Heeresgruppe in gewaltigen Märschen über den San hinweg nördlich und südlich an Przemisl vorbei weiter nach Osten vorgestürmt und hat mit vorgeworfenen Abteilungen am Dienstag bereits Lemberg erreicht. Przemysl s Rolle im Weltkrieg haben wir schon kurz gestreift. Die alte Sanfestung wurde Ende September 1914 von den Russen eingeschlossen, aber am 11. Oktober wieder entsetzt. Wenig später gelang es jedoch den Russen, wieder bis nach Przemysl vorzudringen und sie zu belagern. Am 22. März 1915 mußte der Kommandant General von Kusma- nek die Festung mit 40 000 Mann übergeben, nachdem ihm der Proviant ausgegangen war. Es, wurde schon gesagt, daß Przemysl nach dem Sieg von Gor- lice-Tarnow die Armee Mackensen nach erbitterten Kämpfen am Dunajec, Wisloka und San am 2. Juni 1915 mit stürmender Hand zurückeroberte. Heute ist Przemysl eine Stadt von rund 50 000 Einwohnern mit mannigfacher Industrie. Das im Heeresbericht genannte Städtchen Jaworow (nicht Jarorow, wie gestern irrtümlich berichtet) findet man halbwegs zwischen Jaroslau und Lemberg. Mit dem Erreichen von Sambor, einem Städtchen von 21 000 Einwohnern, rund 40 Kilometer südöstlich von Przemysl, haben die hier vorstürmenden deutschen Truppen bereits das Stromgebiet der Weichsel verlassen und den oberen Dnjester erreicht, der — mit 1345 Kilometer fast doppelt so lang wie die Weser — auf eine weite Strecke die Grenze zwischen der Sowjetukraine und dem seit dem Weltkriegsende zu Rumänien gehörigen Bessarabien bildet, bis er südlich von Odessa1 ins Schwarze Meer mündet. Die deutschen Truppen haben also mit ihrem Vormarsch nach Osten hier bei Sambor eine bedeutsame Wasserscheide erreicht. Der Führer in Lodz von Soldaten und Volksdeutschen jubelnd begrüßt Vom W. ^.-Sonderberichterstatter des Deutschen Nachrichtenbüros. renz von 1908/09 genaue Regeln für die Handelskriegführung geschaffen und unterschrieben wurden, daß England aber die Ratifizierung unterließ und mit Kriegsbeginn Amerika auf dessen Aufforderung zur Ratifizierung mitteilte, „gewisse Aenderungen und Zusätze" seien „notwendig wegen der wirksamen Führung der maritimen Operationen". Tatsächlich hatte die wilde Opposition in England gegen diese internationalen Rechtsbindungen gleich nach der Konferenz eingesetzt und der parlamentarischen Mehrheit die Ueberzeugung eingeflößt, es sei für England eine Erniedrigung, seiner Kriegführung Fesseln aufzuerlegen. Ob die britische Konferenzvertretung, die alles bereits unterschrieben hatte, solche Rückwirkung nicht vorausgesehen hatte oder in tieferer Absicht beauftragt war, den Biedermann zu spielen, ist heute noch umstritten. . England hat sich aber nicht nur über die in London festgesetzten Regeln, sondern auch über die seit altersher anerkannten Grundsätze des Seekriegsrechts bedenkenlos hinweggesetzt. Aus der „F r e i h e i t d e r M e e r e" in Wilsons Punkten, d.h. der Freiheit jedes Neutralen, auch mit Kriegführenden Handel zu treiben, außer mit Konterbande (Bannware) oder mittels Blockadebruch, wurde ebensowenig wie aus dem Plan einer neuen Seerechtskonferenz. Die Frage ist, was können die Neutralen zum Schutz ihrer Hoheitsrechte unternehmen? Für die Lu ft f reih eit ist das leicht zu beantworten: Flakfeuer und Jagdstaffeln gegen jeden Eindringling, auch Ballon- und D r a ch e n s p e r r e n auf die beliebtesten Wechsel legen, bis der Zwecke erreicht ist. Für Schweden und Dänemark: militärische Vorbereitungen gegen jeden Versuch, Luffftützpunkte gegen Deutschland zu schaffen, zugleich bewaffneter Schutz der Hoheitsgewässer gegen Mißbrauch, ebenso der norwegischen Fjorde. Für die Niederlande steht die Verteidigung der Küste, Inseln und Flußmündungen gegen englischen Einbruch im Vordergründe, der schon seit längerem in die Berechnung eingestellt ist. Das wichtigste aber wird die Bildung einer geschlossenen Front geaen die Vergewaltigung der Schiffahrt und Versorgung sein, einer Front, wie sie ja schon als Reaktion gegen den Genfer Sanktionszwang als „Oslo-Gruppe" sichtbar wurde. Eine solche Front ist im Werden, und es ist zu hoffen, daß sie sich mit allen Mitteln gegen die Verletzung der neutralen Rechte und der Knebelung der Wirtschaft der neutralen Länder durch England zur Wehr setzt. Don solchem Widerstande können starke Wirkungen ausgehen. Chamberlain wiederholt alte Kriegslügen. Berlin, 13. Sept. (DNB.) In einer Unterhauserklärung wiederholte der englische Ministerpräsident Chamberlain heute die alten Lügen und Phrasen von der Torpedierung der „Athe ° n i a" durch deutsche U-Boote bis zu dem „wunder- baren Kampfgeist" der Polen. Er deckte damit zugleich die Verbrechen der polnischen Insurgenten und den Trick seines Kollegen Churchill. Die Behauptung Chamberlains, daß er „für Freiheit und Sicherheit auf allen Meeren" kämpfe, muß bei den Neutralen, die mit den britischen schwarzen Listen und Blockadedrohungen eingeschüchtert werden, als ungewöhnlich dreist empfunden werden. Chamberlain sprach dann von der Sitzung des Obersten Verteidigungsrates britischer und französischer Regierungsstellen, die zum Ziel gehabt habe, einen direkten und persönlichen Meinungsaustausch herbeizuführen, ohne jedoch militärisch-strategische Fragen zu besprechen. Er entschuldigte zum Schluß die mangelhaften Methoden des britiscyen Reklame- und Lugenministeriums, das, wie der Oppositionsführer Greenwood meinte, den britischen Rundfunk und die britische Presse im Auslande lächerlich gemacht habe._____ Cin Danziger Kapitän besiegtBritannien Paul Beneke, der Schrecken der britischen Schiffahrt. Vor 470 Jahren, am 7. September 1469, begann einer der am wenigsten bekannten uni) doch interessantesten Kriege der Weltgeschichte: der Seekrieg zwischen der Hansa- stadt Danzig und dem mächtigen englischen Reich. In dem Gasthof „Englisches Haus" in Danzig, das heute noch steht und an dem kein Besucher der alten deutschen Stadt vorübergeht, ohne ihm in Erinnerung an seine historische Bedeutung einen Blick zu schenken, verkehrten im Jahre 1469 in der Hauptsache die zahlreichen britischen Kaufleute, die nach der Hansastadt kamen, um hier Getreide und Holz einzukaufen. Sie mußten nach Danzig kommen, denn das stolze Britannien und die skandinavischen Länder waren auf dem Gebiete des Getreide- und Holzhandels von diesem damals selbstständigen Staate, in dem nur Menschen .Deutscher Art und deutscher Zunge" als vollberechtigte Bürger anerkannt wurden, vollkommen abhängig — ein Zustand, der von England schon seit langem mit scheelen Augen betrachtet wurde. Die fremden Kaufleute gaben ihrem Aerger über Danzigs Macht und Größe durch anmaßendes Auftteten und hochmütige Forderungen an den Wirt des „Englischen Hauses" Ausdruck; sie verlangten besser behandelt zu werden als die anderen Gäste, sie schikanierten die deutschen Köche und Gehilfen und brachen mit ihnen wie mit dem Wirt häufig Streit vom Zaune. Und wie in ihrem Quartier, so betrugen sie sich auch in der Stadt und gegenüber den Danziger Behörden; sie stießen Beleidigungen aus, ergingen sich bei Ablehnung ihrer Wünsche in dunklen Drohungen und führten viele Zwischenfälle herbei. Unerträglich aber wurden ihre Herausforderungen, als König Eduard der Vierte unter dem Druck der „Londoner Gilde der wagenden Kaufleute" den deutschen Stahlhof in London sperrte, die Kaufleute der Deutschen Hansa einkerkerte und nichts dagegen unternahm, daß fünf Deutsche von fanatischen Engländern ermordet und ihrer Waren beraubt wurden. Sie reizten die Danziger durch prahlerisches Reden, daß die Hansa es doch versuchen solle, England den Fehdehandschuh hinzuwerfen, und waren fassungslos in Zorn und Entsetzen, als die Deutsche Hansa Britannien den Kaper-Krieg erklärte. Wer weiß, wie dieser Krieg für Danzig ausgegangen wäre, wenn in seinen Mauern nicht ein Mann gelebt hätte, den ein gütiges Schicksal zum Führer und Kämpfer und — Sieger über Britannien auserkoren: Paul Beneke, einen der größten deutschen Seehelden, von dem kaum ein Deutscher des 20. Jahrhunderts etwas weiß. Paul Beneke, der es vom Schiffsjungen zum Hauptmann eines Handelsschiffes brachte, belagerte jahrelang die englische Küste, erbeutete mit seinen Kaperschiffen „Po- muchel" und „Adler", 26 britische Schiffe, tauchte überraschend in den feindlichen Häfen und Flußmündungen aus, feuerte aus seinen Kanonen und versetzte nicht nur die britische Seefahrt, sondern auch die englische Festland-Bevölkerung durch seine überraschenden Angriffe in Angst und Schrecken. Die Kapitäne und Matrosen Britanniens zitterten vor dem entschlossenen und hart zupackenden Danziger Seemann, der bei aller Strenge und Energie mit seinen Gegnern menschlich verfuhr und wehrlose Personen nach Möglichkeit schonte. Das Jahr 1471 ging zur Neige. Die Besatzungen der sieben im englischen Hafen von Downs liegenden britischen Handelsschiffe, die am 2. Januar 1472 mit schwerer Ladung nach Frankreich und Spanien auslaufen sollten, saßen friedlich beim Neujahrsschmaus — Fische in Biersuppe — als die Matrosen des „John von Newcastle", des größten und schönsten Fahrzeuges der englischen Flotte, von einem mit einem Fischerboot anlegenden Manne angerufen wurden. Ob er und sein Freund — er deutete aus eine im Dunkeln schwer erkennbare Gestalt — unter dem Heck des „John von Newcastle" ihre steifen Glieder wärmen und sich eine Suppe kochen könnten? Gewiß doch, erwiderten die Engländer und kümmerten sich nicht mehr um die beiden Fischer, die ihre Neujahrsnacht im Schatten des britischen Schiffs-Titanen zubrachten. Als sie am anderen Morgen hinunterschauten, war das Boot verschwunden und das kleine Erlebnis bald vergessen. Wie groß war der Schreck, als zwei Stunden später in dem Hafen von Downs die Kaperschiffe des gefürchteten Kapitäns Beneke auftauchten und zuerst die kleineren Schiffe der Briten zerschossen; verzweifelt versuchte der „John von Newcastle' den „Adler" der Danziger zu rammen, aber — die Briten erbleichten — die Ruder waren nicht klar zu bekommen. Sie spotteten aller Anstrengungen. Was war geschehen? Während oben die englischen Matrosen ahnungslos das neue Jahr begrüßten, goß Paul Beneke in rasender Eile Blei und steckte dieses Blei in die Scheren der Ruder, so daß diese manövrierunfähig wurden!!! Es war ein tolles, unglaublich verwegenes Unternehmen, das nur beherzte Manner wie Paul Beneke und sein Kamerad durchführen konnten, und es schlug dem stolzen Seereich eine der schwersten Wunden dieses Krieges: die sieben Schiffe mußten kapitulieren, ihre Ladung wurde versenkt oder erbeutet, die Mattosen ließ man laufen. In England herrschten Ratlosigkeit und tiefe Bestürzung; das Volk murrte, weil es nicht gelang, den Krieg mit Danzig zu beenden und Beneke der Flotte starke, fühlbare Verluste zufügte. Die Mißstimmung und Unruhe erreichte den Höhepunkt, als Beneke auf einem gekaperten schiff den Oberbürgermeister von London im Triumph in das jubelnde Danzig brachte und er sich einige Monate danach des inzwischen gestürzten Königs Eduard bemächtigen konnte. Jetzt endlich und nach der Kaperung des „St. Thomas", der eine Ladung im Werte von 5 Millionen Mark und das berühmte, heute in der Danziger Marienkirche hängende Gemälde „Das Jüngste Gericht" an Bord hatte, sahen die Engländer ein, daß sie den Krieg verlieren würden; sie unterzeichneten 1474, nach 5jähri- gem, für Danzig siegreichem Kampfe, den Frieden von Utrecht, der Danzig für hundert Jahre die Handelsherrschaft über das besiegte Reich sicherte. Grenzenloser Jubel umbrandete den Helden und Sieger des ersten deutsch-englischen Seekrieges, als er in Danzig Einzug hielt. Und wieder war es ein Herbsttag, als sich sein Geschick tragisch erfüllte: in der Seeschlacht in der Bucht von Brest gegen Frankreich Anno 1479 ging Paul Beneke mit seinem Flaggschiff unter. E. T. Zeitschriften. — „Das Innere R e i ch", Zeitschrift für Dichtung, Kunst und deutsches Leven, Herausgeber: Paul Alverdes (Verlag Albert Langen/Georg Müller, München), eröffnet chr Septemberheft mit Gedichten aus Oberschlesien. Ein Beitrag von Clemens Graf Podewils: „Westböhmische Landschaft", ruft noch einmal die Entscheidungstage des Vorjahres in untere Erinnerung zurück. In die Tiefe der ger- manisch-deutschen Vergangenheit, läßt uns H. Ehr. Schöll einen Blick tun in seinem Aufsatz über „Die germanische Mütterdreifaltigkeit im deutschen Volksglauben". Mit Beiträgen sind vertreten Franz Dumler und Georg Britting. Gedichte steuerten bei Weinheber, Britting, Tügel, Hans Baumann. Eine schöne Folge von Bettachtungen unserer wichtigsten Bäume lieferte Joses Leitgeb, Bemerkungen zu Theodor Fontane und Wilhelm Raabe runden das Heft ab. — Daß die Ausbildung an einer Luftschutzschule des RLB. viel Spaß macht, zeigt das neueste Heft der „Sirene." Der Verlaus einer Luftschutzübung in einem rheinischen Ort, der im Schutze des Westwalls liegt, wird anschaulich geschildert. Alle Fragen des Luftschutzes werden eingehend behandelt, damit die Bevölkerung ständig über alle wichtigen Lustschutzmaßnahmen unterrichtet wird. rung liegenb ie am truppen erg vor« begrüßt hat. Pans und London schwer enttäuscht. Ein amerikanisches Urteil zur polnischen Niederlage. See in die Tat umgesetzt wird." Das Blatt teilt die deutsche Ansicht, daß die alleinige Verantwortung für diese Kriegführung England zuzuschreiben ist und kommt zu der Schlußfolgerung: „Die neutralen Länder müssen sich schnell darüber klar werden, ob nicht für sie Anlaß vorliegt, in London vorstellig zu werden, um eine Revidierung der Konter- bandeliste und der englischen Kontröllmaßnahmen gegenüber den neutralen Handelsschiffen zu erwirken." -nom. Me ?eben 'urch. Wen 1 zum Wit le. 2, Reben Soll u und kurze Voll. 3 eine 5 Var lrfd)es l®* i dem Aschen t die » ZU it ihre le Ost. Helft dem Bauern! Landarbeit ist Dienst am Vaterland. Berlin, 13. Sept (DRV.) Der Reichsernäh- rungsminisler und Beichsbauernführer Darre erläßt folgenden Aufruf: Ungezählte Männer des deutschen Landvolks find zu den Fahnen geeilt. Die Frauen mit den Alten und den Kindern tragen nun die La ft und Sorge um Haus und Hof. um Feldwirtschaft und Viehwirtschaft fast ganz allein. Ueberall ist die h e r b st b e st e l l u n g s a r - b e U im Gange. Ls muffen aber auch Kartoffeln und Rüben geerntet werden. Es ergeht an alle Volksgenossen die Aufforderung, soweit sie hierzu in der Lage sind, dem deutschen Landvolk in den Tagen der hacksruchternte. der Herbstbestellung und des Getreidedrufches beizuspringen, um damit eine entscheidende Tat im Dienste der Landesverteidigung zu leisten. Wir wollen die Hoffnung der englischen Kriegspartei und ihres Blockadeministeriums, uns wie 1914 bis 1918 auszuhungern, zunichte machen. Besonders aber bitte ich, dem deutschen Landvolk Hilfe zu leisten bei der Pflege und Erhaltung der wertvollen Milchviehbestände. Es gibt auch in den Städten noch genug hilfreiche Hände, die dem deutschen Landvolk bei der so dringend notwendigen Wartung des Viehes beispringen können. Das ist zwar eine harte körperliche Arbeit, aber daran mitzuhelfen, ist heute um so mehr nationale Pflicht, als wir dadurch die Milchversorgung für unsere Kinder und werdenden Mütter sichern und unseren Soldaten die so dringend notwendige Butter beschaffen helfen. Bauernarbeit ist heute mehr denn je Arbeit für Volk und Vaterland. heil Hitler! gez.: R. Walter DarrL Brüssel, 13. Sept. (DNB.) Die gesamte Londoner Presse veröffentlicht den Bericht, den der Erste Offizier eines von einem deutschen U-Boot versenkten britischen Fracht- dampfe rs über die einzelnen Umstände der Versenkung erstattet hat. In dem Bericht des Offiziers wird das außerordentlich ritterliche und entgegenkommende Verhalten des deutschen U-Boot-Kommandanten geschildert. Die englischen Blätter sehen sich gezwungen, der Weltöffentlichkeit die Tatsache bekanntgegeben, daß entgegen der maßlosen Hetzpropaganda, die jetzt überall gegen Deutschland betrieben wird, das Verhalten des deutschen U-Boot-Kommandanten bei der Versenkung des Frachters geradezu mufter- gültig war. Im ,Zaily Expreß" wird besonders geschildert, wie der deutsche U-Boot-Kommandant sich bei den Mannschaften des versenkten Frachters erkundigte, ob ihre Kompasse in Ordnung seien. Der U-Boot-Kommandant habe ihnen daraufhin denKursgenaueingezeich- n e t, den sie einzuschlagen hatten. Nach fünf Stunden sei der U-Boot-Kommandant plötzlich neben den Rettungsbooten aufgetaucht und habe den Mannschaften mitgeteilt, daß ein Rettungsschiff unterwegs sei, um sie aufzunehmen. In der Dunkelheit habe das U-Boot eine Leuchtrakete auf st eigen lassen und dem zu Hilfe eilenden Dampfer die Position der Rettungsboote angegeben. In einem anderen Falle wird m der englischen Presse berichtet, daß der deutsche U-Boot-Komman° dank der Mannschaft eine halbe Stunde 3 eit ließ, um die Rettungsboote zu besteigen. Das deutsche U-Boot hat, so , schildert ein Offizier des versenkten Schiffes, zunächst nur ein e n Warnungsschuß abgegeben und die Mannschaft aufgefordert, innerhalb von zwanzig Minuten die Rettungsboote zu besteigen. Alles vollzog sich mit der größten Ruhe, so, als ob das deutsche U-Boot mindestens noch eine Woche Zeit hätte. Als die Mannschaft die Rettungsboote bestiegen hatte, näherte sich das U-Boot den Rettungsbooten. Der U-Boot-Kommandant gab in ausgezeichnetem Englisch den Mannschaften in den Booten den Kurs an, den sie jetzt zur Erreichung der Küste einschlagen mußten Das U-Boot folgte dann drei Stunden lang den Rettungsbooten, bis ein amerikanischer Dampfer sichtbar wurde. Durch ukrainischen Kulturoereine aufgelöst, ebenso in der Starostei Sambor. Als Grund wurde angegeben, daß die Mitglieder eine politische Tätigkeit entfaltet hätten und manche von ihnen an der Ermordung von Polen beteiligt gewesen seien. Im Kreise Brezcow wurde der ukrainische Wirtschaftsverein geschlossen. Zahlreiche Mitglieder wurden verhaftet und ein Teil von ihnen von den örtlichen polnischen Behörden ohne gerichtliches Urteil hingerichtet. Ordnung und Ruhe hinter der Front. Ein schwedischer Bericht aus Polen. Stockholm, 14. Sept. (DNB. - Funkspruch.) Ein vom „Svenska Dagbladet" zur polnischen Front entsandter Mitarbeiter betont in einem Bericht, daß hinter der deutschen Front in Polen bereits völlige Ruhe eingetreten sei. Die deutsche Armee habe ihren Nachschub mit größter Schnelligkeit nach den Kampfgebieten transportiert. Auf deutschem Gebiet sähe man überhaupt keine Truppen mchr und auch in dem besetzten Gebiet seien nur schwache Kräste notwendig, um die Ordnung aufrechtzuerhalten. Der einfachste deutsche Soldat werde in den polnischen Städten mit einer gewissen Bewunderung betrachtet. Der deutsche Vormarsch sei mit einer Präzision vor sich gegangen, zu der ein Gegenstück fehle. Hinter der Front treffe man überall bereits den deutschen Arbeitsdienst beim Brückenbau, Ausbessern und anderen Aufgaben. Obgleich von den Polen viele Brücken gesprengt seien, käme man auf allen wichtigen Wegen so gut weiter, als wenn niemals Sprengungen vorgenommen worden wären. Der Berichterstatter unterstreicht, daß die deutsche Volksgruppe in Polen die einrückenden deutschen Truppen mit Begeiste- , Der« n seins h nicht & Der« ulrai» W i bann erreich. Nuit r 1915 irückge« Haupt» kämp« - solcher beut« rg hat . neben n Ein« m Erz« irztlichr likt bes haben i unb seitbem ' ükssrei«' doch im i mußte n Lem« i er Bi« ! ch aber Rinder« M 1° iets ein rstanden i i Trup« Front« beutsche Die Neutralen kämpfen für ihre Freiheit Kopenhagener Konferenz der nordischen Staaten. sowie bei einem Besuch verschiedener Kommandobehörden und Fronttruppenteile Eindrücke für tue Berichterstattung an ihre G-n-ralstabe über den Gang der Operationen sowie den Geist und die Stimmung der Truppe zu sammeln. Die ersten Eisernen Kreuze. Berlin 13. Sept. (DNB.) Wie bereits mitgeteilt wurde, sind von Generalfeldmarschall G ö r i n g am 13. 9.1939 gelegentlich seiner Reise an die Front die ersten Eisernen Kreuze 1939 an besonders erfolgreiche Flugzeugbesatzungen verliehen worden. Gleichzeitig erfolgte auch im Heer die Verleihung der ersten Eisernen Kreuze 1939 für aans besondere Leistungen, und zwar sowohl für persönliche Tapferkeit als auch für erfolgreiche Truppenführung. Polen bedrängt die Ukrainer in Ostgalizien. Bukarest, 13.Sept. (Europapreß.) Nach hier vorliegenden Meldungen wurden in der polnischen Wojewodschaft Tar nopol alle England von deutschen Seeleuten beschämt London muß die ritterliche Haltung der deutschen U-Boot-Kommandanten anerkennen. Oie Ostsee unter deutschem Schutz. Schweden setzt Versicherungsprämien herab. Deutsche Wirtschaft voll exportfähig. Stockholm, 14. Sept. (DNB.) Die Besorgnis über die Auswirkung der rücksichtslosen Blockade- maßnahmen der Engländer ist in Schweden wesentlich geringer geworden, nachdem Deutschland als Handelspartner immer nachhaltiger in Erscheinung tritt und der Handelsverkehr über die Ostsee, insbesondere nach Deutschland, als absolut gesichert, ja sogar als außerordentlich st e i g e r u n g s f ä h i g erkannt worden ist. Auch die Tatsache, daß deutscherseits, im Gegensatz zu England, die Konterbandebestimmungen loyal gehandhabt und der Schiffahrtsverkehr mit den neutralen Staaten selb st durch die Minensperre geschützt wird, hat hier Befriedigung hervorgerufen. Im Gegensatz dazu wird das von England eingeführte Kontrollsystem als widerrechtliches Vorgehen empfunden. Bezeichnend für die Beurteilung der Lage hinsichtlich des Schiffahrtsverkehrs ist die Tatsache, daß der staatliche Kriegsversicherungsausschuß eine Reihe Versicherungsprämien für nach deutschen Häfen bestimmte Lasten zum Teil e r - heblich gesenkt hat. Besonders interessant ist auch, daß gerade in den letzten Tagen große Abschlüsse mit einer Reihe deutscher Firmen auf den verschiedensten Marktgebieten getätigt wurden. Das Interesse für die neuen deutschen Werkstoffe einschließlich des synthetischen Gummis ist wesentlich gestiegen. Die Nachftage nach deutschen Kohlen ist weiterhin sehr groß. Man empfindet es in Stockholmer Wirtschaftskreisen als außerordentlich bemerkenswert, daß die deutsche Wirtschaft trotz der starken Anspannung infolge des derzeitigen Konfliktes exportfähig geblieben ist. Kopenhagen, 13. Sept. (Europapreß.) Zur UÜberprüfung der internationalen Lage werden sich die Regierungschefs und Außenminister der nordischen Staaten am kommenden Montag und Dienstag in Kopenhagen einfinden. Im Gegensatz zu der am Dienstag in Brüssel abgeschlossenen Konferenz werden die Arbeiten der nächsten Woche rein politischer Natur fein. Die nordischen Staaten wollen eine gemeinsame Linie ihrer Neutralitätspolitik gegenüber den kriegführenden Staaten festlegen. Die Konferenz ist auf dänisch-schwedische Initiative zurückzuführen, veranlaßt durch die Mißachtung der Neutralität durch England und durch die deutsche Politik, die Wert darauf legt, daß die neutralen Staaten ihre Selbständigkeit durch engen Kontakt untereinander verstärken. Es wird hier unumwunden zugegeben, daß die Neutralen sich zu einer aemeinfanfen Haltung aufraffen müssen, wenn sie sich nicht selbst durch die Politik gewisser Staaten den Lebensnerv ab- chneiden lassen wollen. Die englische Blockade hat z. B. nicht nur das dänische Fischereiwesen in der Nordsee lahmaelegt, sondern auch der Schiffahrt schweren Abbruch getan und sie teilweise völlig zum Erliegen gebracht. Hinzu kommt noch, daß die vom englischen Proviantministerium ^tgelegten An lauf Häfen für ausländische Schiffe für Dänemark wegen der wachsenden Un- icherheit ungelegen sind, was erst am Dienstag die dänischen Stellen veranlaßte, in London nm eine Angabe neuer und sicherer Häfen nachzusuchen. Man weiß hier, daß ein solches Verhalten nicht mehr nötig sein dürfte, wenn es gelänge, den dänischen Export zu einem größeren Teil als bisher in andere ausländische Kanäle 3U lenken. Dazu wäre man durchaus bereit, denn der englische Markt hat in den letzten 14 Tagen nicht dazu beigetragen, den dänischen Außenhandel auf einer zufriedenstellenden Höhe zu halten. Der Berliner Korrespondent der „National Ti- dende" trägt dem deutschen Standpunkt Rechnung, indem er schreibt: „Deutschland ist f e st entschlossen, die allerkräftigste Antwort auf die englische Blockade zu geben. Diese Antwort wird von deutschen U-Booten überbracht werden, die nicht durch ihre Methoden, aber bestimmt durch ihren materiellen Einsatz den uneingeschränkten Krieg auf dem Meer durchführen werden. Deutschland ist sich völlig klar darüber, daß die neutralen Länder in eine verzweifelte Lage geraten können, sofern die von England angekündigte totale Kriegsführung zur Neuyork, 13. September. (Europapreß-Funk- spruch.) Zur strategischen Lage in Polen erklärt der bekannte nordame Manische Journalist Doake Gar ter im „New Dort Daily Mirror", das erstaunlichste Merkmal des bisherigen Kriegsverlaufs sei der offensichtliche Zusammenbruch der polnischen Armee. Es sei kaum zu begreifen, daß die deutschen Truppen in der „Blitzeszeit einer Woche" bereits mehr als ein Drittel Polens besetzten. Diese unbestreitbare Tatsache müsse Paris und London schwer enttäuschen. Die Westmächte hätten von Polen erbittertsten Widerstand und die Festlegung deutscher Truppen an der Ostfront für mindestens sechs Monate erwartet. Alle Versuche, den polnischen Rückzug als ein strategisches Manöver zu erklären seien irrig, da man unmöglich annehmen könne, Polen habe freiwillig auf die Weichsel und damit auf seinen wichtigsten Verkehrsweg seewärts verzichtet. Angesichts der hoh^n Erwartungen, die die Westmächte in die Leistungsfähigkeit der polnischen Armee gesetzt hätten, erstaune deren Zusammenbruch die NWitärsachverständtgen ebenfalls. Die Position der Westmächte erscheine unter diesen Umständen gefährdeter, als eine oberflächliche Bettachtung vermuten lasse, denn Deutschland könne fetzt einen großen Teil seiner Truppen an der Ostfront nach dem Westen werfen und mit dem verblei- benden Rest die militärische Lage im Osten beherrschen. Stritte Neutralität Rumäniens. Rumänischer Ministerbesuch in Berlin. Berlin, 14. Sept. (DNB.) Der rumänische Hofminister Gagurtu wurde in Berlin von Generalfeldmarschall Göring empfangen, um der Reichsregierung folgende Neutralitätserklärung zu überreichen: „Seine Majestät der König Carol von Rumänien hatte die Mitglieder des Königlichen R a t s k o l l e g i u m s für den 6. September, 16 Uhr, zu einer Sitzung zusammenberufen, welche im Königlichen Palais Citroceni ftattfanb. Nach Anhörung der Berichte des Ministerpräsidenten, welcher gleichzeitig Minister für nationale Verteidigung ist, und des Außenministers über die außenpolitische Haltung der rumänischen Regierung angesichts der gegenwärtigen internationalen Ereignisse genehmigte der Rat einstimmig die bisher durchgeführte diplomatische Aktion sowie die zur Verteidigung der Grenzen getroffenen militärischen Maßnahmen. Der Rat hat einstimmig den Beschluß gefaßt, die Regeln der Neutralität streng st enszubeobachten, welche durch die internationalen Abkommen gegenüber den im gegenwärtigen Konflikt kriegführenden Staaten festgelegt sind." Hamsterer in Schuhhaff genommen. Augsburg, 13. Sept. (DNB.) Polizeiamtlich wird mitgeteilt: Der Johann Spingler aus Westendorf, Landkreis Wertingen, mußte in Schutzhaft genommen werden, weil er in feinem Anwesen nicht weniger als 1800 Liter Benzin und 55 Liter Motorenöl, zum Teil in der Düngergrube und unter Stroh im Stadel, versteckt und gelagert hatte. Diesen großen Benzin- und Oelvorrat hatte sich Spingler nach und nach zusammen- gehamstert und so den Staats- und Wehr- machtstsilen entzogen. Die Schutzhaft wurde als eine Leuchttakete aab der deutsche U-Boot-Kapi- tän dem amerikanischen Dampfer die Position der Rettungsboote bekannt, verabschiedete sich von der Mannschaft und tauchte dann wieder unter. Zwischenfall außerhalb der Hoheitsgewässer. Holländische Flieger geben eigenes Verschulden zu. Berlin, 14. September. (DNB.) Am 13. September um 14.21 Uhr traf ein deutsches Flugzeug etwa zehn Seemeilen nördlich von Ameland, also außerhalb der holländischen Hoheitsgewässer, auf ein Flugzeug, dessen Typ und Nationalität zunächst nicht auszumachen waren. Das fremde Flugzeug drehte plötzlich aus der Sonne auf den deutschen Aufklärer zu, der das Feüer auf den vermeintlichen Angreifer eröffnete. Das beschossene Flugzeug landete hieraus sofort in der See und überschlug sich dabei. Erst im Niederachen erkannte die deutsche Besatzung Typ unlb Hoheitsabzeichen. Es handelte sich um ein holländisches Fokker-Flugzeug. Die Deutschen setzten in diesem Augenblick unverzüglich zur Landung an, übernahmen die Besatzung von vier Mann, von denen zwei leicht verletzt waren, starteten und lieferten die Holländer wohlbehalten im deutschen Heimathafen ab. Ein weiteres deutsches Flugzeug, das zur Hilfeleistung herbeigeeilt war, erlitt bei der Seelandung Bruchschaden und mußte zur Rettung der Besatzung Zuflucht in holländischem Hoheitsgewässer suchen. Die holländischen Flieger geben zu, daß sie den Unfall durch ihr unvorsichtiges Verhalten selbst verschuldet haben. Die Niederlande sind »erständlicherwetse entschlossen, ihre Neuttalität gegen jeden Uebergriff zu verteidigen. Um so mchr ist dieser unglückliche Zufall zu bedauern, dem ein holländisches Flugzeug zum Opfer gefallen und durch den holländische Flieger ernstlich gefährdet worden find. Andererseits kann aber der Besatzung des deutschen Aufklärungsflugzeuges kein Vorwurf gemacht werden. Es handelt sich hier um eine Verkettung von unglücklichen Umständen, die in Kriegszeiten nicht vermeidbar sind. vor allem angebaut. Mitte November 1914 bahnten sich die deutschen Truppen in der siegreichen Schlacht bei Kutno den Weg nach Lodz.. Sehr interessant ist auch die Entwicklung der Operationen östlich von Warschau, wo die ostpreußische Heeresgruppe, nachdem sie die befestigte Narewlinie durchbrochen hatte, auch den unteren Bug überschritten hat und nun schon die Bahnlinien Warschau—Bialystok und Warschau— Siedlce überqueren konnte. Bialystok, mit rund 76000 meist jüdischen Einwohnern, hat rege Textilindustrie. Südostwärts der Stadt dehnt sich der durch feine Wisente berühmte Urwald von Bialo- wieza aus. Das noch genannte Siedlce, eine Stabt von 37 000 Einwohnern, ist ein wichtiger Bahnknotenpunkt. Hier kreuzen sich bie Strecken Warschau—Moskau und Ostrolenka—Lublin. Unsere motorisierten Vorhuten waren mit chrem äußersten östlichen Flügel gestern bereits 40 Kilometer nördlich Brest, also wohl zwischen dem schon erwähnten Urwalb von Bialowieza und der' berühmten Bug-Feste, die einst im Weltkrieg Linsingens Truppen ftnr L6. August 1915 eroberten. Auch Brest ist ein bedeutender Eisenbahnknotenpunkt und wichtige Handelsstadt mit 50 000 Einwohnern. Hier betreten Äe deutschen Truppen bereits die ostpolnische Woiwodschaft Podlesien, die vorn vielgeäderten Flutz- ystem des Pripet ihren Charakter schält. L. Riesenbrände in Warschau. Riga, 14. September. (DNB.-Funkspruch.) Die ettischen Mätter melden aus Warschau, daß durch den Bau von Barrikaden, die jetzt alle Straßen Warschaus sperren, die Tätigkeit der War- ichauer Feuerwehr beim Löschen von Bränden lahmgelegt worden ist, denn die Feuer- wchrkraftwagen seien nicht in der Lage die Brandstätten zu erreichen. Dadurch seien in einer Reihe pon Warschauer Stadtteilen Riesenbrände entstanden, die nicht gelöscht werden könnten. Vertreter der Bevölkerung von Warschau baten um Befreiung von dem in Warschau herrschenden Terror bewaffneter 8 and en. Fünf Vertreter der Bevölkerung von Warschau, darunter zwei Frauen, meldeten sich bei einem deutschen Bataillonskomm-cmb eur und erklärten, im Namen von Zehntaus enden von Männern, Frauen und Kindern der Stadt Warschau M kommen, weil die Verhältnisse in Warschau u n = ertr ä gli ch geworden sind. Die polnische Tele- grafen-Agentur und der Zivilkommandant von Warschau mit feinem Stab sind aus Warschau abgezogen. Sie haben ihr Hauptquartier in Varanowitfchi aufgeMagen. Anfangs lag die Absicht vor, die polnische Telegrafen-Agentur solle N. jetzt, bei ich neue undfunk« ws Aut« ie diese i eigent« uns nut lsühl, 63 ; Zunge !N. Tat« । jo schwer , sich Di polnische" nen ein« seich un« stiebte cj usgespr"' j genug men niet i aufeA erwahw tschutschi" im eW W « uchen, t ir könne" die raendeinE T körnig ch- M'Ä jitM« toi«* Baut, d° neW* id)t nötiS« Ls 'sprecht d. aach Lemberg gehen, doch da diese Stadt bereits durch deutsche Truppen bedroht war, hat man davon abgesehen. Wenn auch Baranowitschi t»edroht werden sollte, werde die Pctt nach Wilna gehen, wo bereits die Vorbereitungen getroffen werden. Die Bahnlinie Wilna—Baranowitschi fei im Augenblick in Polen bie einzige Eisenbahnverbindung, die noch intakt ist. DieLustwaffegreiflinOstpolenan Versorgung vorgestotzener Panzertruppen durch Transportflugzeuge. Berlin, 13. Sept. (DNB.) Der Luftwaffe fiel auch heute bei ungünstigem Wetter die Aufgabe zu, t>as rückwärtige Verkehrsnetz des Feindes zu zerschlagen und den Rückmarsch polnischer Kräfte zu verhindern. Ihre Angriffsziele wurden immer weiter nach Osten verlegt. So wurden die Eisenbahnlinien Volkowysk — Cze- lemcha, Pulway — Lublin — Kowel unb Lublin — Lemberg angegriffen, mehrfach nachhaltig unterbrochen und auf iynen Transportzüge zum Stehen gebracht. Die Bahnhöfe Kowel, Fiedlce, Lukow unb Wlodawa sind durchVolltreffer schwer ^beschädigt, die Bahnanlagen sind zerstört. Der 3ahnhof Osowiecz wurde vollkommen vernichtet. Auf einem großen Teil des rückwärtigen Eisenbahnnetzes sind Bahntransportbewegun- gen nicht mehr durchführbar. Wie vielseitig die Tätigkeit der Luftwaffe ist, beweist die Tatsache, daß gestern eine Kette von Transportflugzeugen eine bis nach Kaluszyn vor- $ebrungene deutsche Panzerdivision aus be r L u f t mit Betriebs st offen und Munition r er sorgt hat. Ein Teil der Luftwaffe, von dessen tbenfo unermüdlicher wie gefahrvoller Tätigkeit man wenig hört, sind die Aufklärer, die Tag für Tag mit immer neuem Einsatz das gesamte Operationsgebiet überfliegen, die Feindbewegungen iberprüfen und durch ihre Meldungen der Führung außerordentliche und unentbehrliche Dienste leisten. Oie feindliche Fliegertätigkeit und Flakabwehr öar außerordentlich schwach. Obwohl die Angriffe ter deutschen Luftwaffe zum Teil nur in Höhe von 400 Meter durchgeführt wurden, trat starke Jagd- cvwehr nirgends zutage. Ausländische Militärattache in das polnische Operationsgebiet eingeladen. Berlin, 13. Sept. (DNB.) Auf Einladung des tberbefehlshabers des Heeres begeben sich in dieser Doche bie in Berlin beglaubigten Mill- tiirattachss ber neutralen Staaten in zwei Führungsgruppen für je brei Tage in bas iperationsgebiet in Polen. Den Militärattaches toirb Gelegenheit geboten, zunächst b e n Schauplatz der Kämp fe um Mlawa zu besichtigen gestoßen und haben Rawa-Rufka, etwa 50 Kilometer, und Tomafzow, etwa 80 Kilometer ^nordwestlich von Lemberg erreicht. Rawa-Rufka, ein Stäbtchen von etwa 9000 Einwohnern, spielte im Weltkrieg in den erbitterten Kämpfen ber zweiten Schlacht um Lemberg, September 1914, eine Rolle, hier würbe bie österreichische Armee Auffen- berg von den Russen in die Karpathen zurückgeworfen. T o m a s z o w , ein Städtchen von 7000 zu zwei Dritteln jüdischen Einwohnern darf nicht Inrit der im Heeresbericht ebenfalls schon genannten Stadt gleichen Namens zwischen Radom unb Lodz verwechselt werden. Durch den Vorstoß über die Linie Lublin—Lemberg unb ben gleichzeitigen Vorstoß nörblich Brest, von dem wir noch sprechen werden, geraten die im Raume Lublin beftnblichen polnischen Heereskörper in bie Gefahr einer Umfassung. Werfen wir noch einen kurzen Blick auf den Kriegsschauplatz in Mittelpolen. Hier ist die tm Weichfelbogen füblich von Radom, einer gewerbefleißigen Kreisstadt von 78 000 Einwohnern, eingeschlossene polnische Armeegruppe vernichtet worden. Ein ähnliches Schicksal droht den im Raum um Kutno umstellten fünf polnischen Divisionen. Kutno, eine Stadt von 23 000 Einwohnern, liegt halbwegs zwischen Wloclawek und Lodz in fruchtbarer Gegend. Getreide unb Zuckerrüben werden abschreckendes Beispiel für andere staatsfeindliche Elemente verhängt. Die sämtlichen Vorräte wurden beschlagnahmt. Gesicherte Kriegsfinanzierung Staatssekretär Reinhardt über Steuern und Währung. Berlin, 13. Sept. Staatssekretär Reinhardt vom Reichsfinanzministerium äußert sich in der „Deutschen Steuerzeitung" über die Finanzierung des Krieges. Das Steueraufkommen des Reiches, das 1933 6,8 Milliarden RM. betragen habe, fei im Jahre 1939 auf 17,7 Milliarden RM. gestiegen. Es sprächen alle Anzeichen dafür, daß es im gegenwärtigen Rechnungsjahr, das bis 31. März 1940 gehe, 2 4 Milliarden erreichen werde. In dieser Entwicklung komme in aller Eindeutigkeit die Wucht zum Ausdruck, um die die Finan^kraft des Reiches unter nationalsozialistischer Führung des Reiches stärker geworden sei. Wir würden auch die Finanzierung des uns aufgezwungenen Krieges meistern, wie lange er gegen den Willen Deutschlands auch etwa dauern sollte. Der Finanzbedarf, der sich aus der Kriegsführung zusätzlich ergebe, werde im wesentlichen durch die Maßnahmen der Kriegswirtschaftsverordnung gedeckt, also die Kriegszuschläge zur Einkommensteuer usw. Staatssekretär Reinhardt hebt hervor, daß der Kriegszuschlag nur zur Einkommensteuer, zur Bürgersteuer, zur Kirchensteuer oder zur Gewerbesteuer erhoben werde. Die steuerlichen Maßnahmen und die Maßnahmen auf dem Gebiet der Löhne seien, gemessen an der Größe der Leistungen, die die Männer in den vordersten Linien der militärischen Verteidigungssront für die Nation vollbrächten, als kleine zu bezeichnen. Der Kriegszuschlag zur Einkommensteuer und auf Bier, Tabakwaren und Branntwein und die Neuregelung bestimmter Löhne würden nicht sehr fühlbar sein. Ein Kriegszuschlag auf die V e r m ö g e n s st e u e r werde nicht erhoben werden. Es werde nur an das Einkommen und an den Verbrauch von Tabak, Bier, Schaumwein und Branntwein ongeknüpft. Das Mehr- e i n k o m m e n werde auch im Kriege durch die bestehende Mehreinkommensteuer erfaßt werden. Die Mehreinkommensteuer werde während des Krieges eine Art „Kriegsgewinnsteuer" sein. Eine Erhöhung der Körperschafts st euer sei nicht vorgesehen. Die Kapitalgesellschaften sollten die erforderlichen Instandsetzungen, Umstellungen und Erweiterungen ihrer Betriebsanlagen grundsätzlich aus eigenen Mitteln finanzieren. Die Steuergutscheine würden, so schließt der Staatssekretär, wenn der Krieg längere Zeit dauern sollte, wahrscheinlich abgelöst werden durch ein Finanzierungsverfahren, das mehr noch als das Steuergutscheinverfahren der Liquidität der Unternehmer angepaßt sein werden Der Wert der ausgegebenen Steuergutscheine werde dann wahrscheinlich sehr bedeutend steigen. Die Finanzierung des Krieges sei gesichert. Maßnahmen, die geeignet sein könnten, den Wert des Geldes zu vermindern, würden nicht getroffen werden. über das Land Posen, und immer wieder lodert neuer Flammenschein durch das Dunkel. Endlich graut der Morgen, die kühle Stunde vor Sonnenaufgang macht uns frisch. Erste FNeger von hüben und drüben patrouillieren durch den Dunst der Frühe, und schon sind die Schrappnellwolken unserer Flak zu erkennen. Der Tag ist erwacht, und die Lage klärt sich. Dort vorn liegt unsere Infanterie und hat den Angriff der Polen aufgefangen. Es scheint, als hätte hier der Gegner seine Hauptmasse. Seine Artillerie marschiert, um in verzweifeltem Angriff die Waffenehre zu retten. Heute kommen Reserven heran. Aus nassen Gäulen und mit verschwitzten Gesichtern, über und über staubbedeckt, trabt ein R e iter zug der Infanterie voraus. Eilig klappern die Hufe über das Pflaster. Scharfe Reiteraugen spähen das Gelände ab. Wo steht der Feind? Inzwischen ist auch die Infanterie heran. Die Maschinengewehre sind schon freigemacht. In Reihen ziehen die Feldgrauen durch die Stadt. An einer Straßenecke springt aus einem Hause ein Zivilist mit einer Pistole in der Hand heraus. Ein Schuß fällt von der anderen Seite, und der Heckenschütze ist nicht mehr. Immer tiefer schieben sich die Reihen der Infanterie in die Landschaft hinein. Der Gegner läßt einen Wirbel von Einschlägen Niedergehen. Ein Volltreffer schlägt in unsere eigenen Reihen, eine Fontäne aus Stahl und Erde, und zwei unserer Kameraden bleiben liegen. Ihnen ist Nicht mehr zu helfen. Noch immer drückt der Pole mit aller Kraft aus die Front. — Hier will er um jeden Preis durchbrechen. Aber die Reserven haben bereits in den Kampf eingegriffen. Sie setzen der Angriffswelle einen festen, unübersteigbaren Damm entgegen. Und im Krachen der Abschüsse, im Bersten der Einschläge senkt sich der Abend auf die untkämpfte Erde niedrer. Bald ist der neue Tag angebrochen. Jetzt erst fällt uns ein, daß gestern Sonntag war. Unsere Front hat sich immer mehr verstärkt. Neue Batterien sind vorgefahren. Infanteriekolonnen wälzen sich nach vorn. Im Walde herrscht lebhaftes Treiben. FeiNdwäts find schwere Langrohrgeschütze auf gebaut, die ihre eisernen Grüße herübersenden. Nachdem der Pole zum Stillstand gekommen ist, gehen die Deutschen zum Gegenangriff vor. Immer enger schnürt sich der Ring um die Eingeschlossenen. Der Pole wehrt sich — er nimmt seine letzte Artilleriemunition, er greift sogar zu Gasgranaten — aber all dies wird ihm nichts nützen. Er hat sich hartnäckig gezeigt, das erkennen wir an, aber er hat sein Ziel^nicht erreichen können. Wo Deutschlands Infanterie steht, wo unsere Batterien Schuß auf Schuß aus den heißen Rohren jagen, da gibt es kein Zurückweichen. In eiserner Klammer halten wir den Gegner umfaßt — entweder ergibt er sich, oder es wird von diesen polnischen Truppenteilen bald kein Rest mehr übrig- bleiben. Aus alter Wett. An der italienischen Weltausstellung wird weitergearbeitet. Mussolini hat den Generalkommissar der rön. - scheu Weltausstellung 1942 empfangen, der ihm über die Lage Bericht erstattete, die durch die internationalen Ereignisse für die Weltausstellung 1942 entstanden ist. Mussolini gab Weisung, die im Bau befindlichen Anlagen in normaler Weise fortzusetzen und zur vorgesehenen Frist die Vollendung des ursprünglichen Programms sowohl für die Ausdehnung der Hauptstadt nach dem Meere, als auch der Ausstellung selbst zu sichern. Große Gewitterschäden in Tlorditalien. Nach der hochsommerlichen Hitze, die in den letzten Wochen noch über Norditalien lagerte, gingen am Dienstag urrt) Mittwoch in der Po-Ebene und amHang der Südalpen schwere Gewitter nieder, die bedeutende Schäden anrichteten und auch mehrere Todesopfer forderten. So wurde in Brescia durch Hochwasser eine Transformatorenanlage schwer beschädigt. Mehrere Brük- ken riß das Wildwasser ein. Im Trompiatale erreichte das Wasser eines Wildbaches den ersten Stock der azn Ufer liegenden Häuser. D i e Fluten rissen drei Kinder mit. Zwei von ihnen wurden in großer Entfernung des Wohn. Hauses ertrunken aufgefunden, vom dritten fehlt noch jede Spur. In Vaprio in der Gegend von Novara tötete ein Blitz zwei Personen. Bei Vicenza kam es zu starken Erdrutsch e n , die die Eisenbahnlinie Mestre—Trient und die Straße des Suganatales sperren. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder: Or. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz, Sport und Wirtschaft: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gitzßen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig Mit dem Kopf gegen die Wand. Verzweifelte Ourchbruchsversuche der eingeschloffenen polen brechen zusammen. ..., 14. Sept. (DNB. Funkspruch). PK. (Sonder- bericht). Es ist eine unheimliche Nacht, durch die wir fahren. Vor dem Wegekreuz werden wir durch Posten aufgehalten. Am nächtlichen Horizont hellt roter Feuerschein das Dunkel auf. Unser Weg führt uns aber rechts ab nach Osten. Bleich schimmern die Birkenstämme durch die Nacht. Dunkel und düster duckten sich die niedrigen Häuser der Dörfer in den Schatten des Waldes. Ab und zu leuchtet im Schein unserer abgeblendeten Lichter ein Fensterauge auf. In dieser Gegend treiben Mordschützen ihr heimtückisches Handwerk, und es ist ratsam, Gewehre und Pistolen schußbereit zu halten. Die Straße ist fast leer, nur hin und wieder knattert ein Kraftrad eilig herbei, und erst im Städtchen selbst stoßen wir auf größere Kolonnen, die ihre Wagen auf dem Markt zusammengefahren haben. Tiefes Schweigen liegt über dem Platz. Es liegt ein dumpfer Druck über den niedrigen Dächern — es liegt etwas in der Lust. Wir marschieren zum jenseitigen Ortsausgang, der der Front zugewendet ist. Wir kennen die Lage. Hier vor uns ist der Pole in einem großen Ring n g e f die den Frauen der ortsabwesenden Imker zur Seite stehen, oder auch die Stände durch besonders dazu bestimmte Imker betreuen lassen. In den letzten Jahren ist die Zahl der Bienenvölker planmäßig erhöht worden, nachdem bis zum Jahre 1925 durch Krieg und Inflation der deutschen Bienenwirtschaft rund eine Million Völker verloren gegangen war. Heute haben wir rund 3 Mill. Bienenvölker, und eine weitere Erhöhung wird angestrebt, weil sie u. a. schon wegen der starken Ausbreitung des Oelsaatenanbaues notwendig ist. Das ist aber eine spätere Sorge. Heute kommt es vor allem darauf an, die zur Zeit in Großdeutschland vorhandenen Bienenvölker zu erhalten, und das ist unter den gegebenen Umständen nicht ganz einfach, da sich nicht alle Imker mit dem nötigen Zucker für die Einwinterung versorgen konnten. Eine bestimmte Zuckermenge ist inzwischen auch für die Reichsfachgruppe Imker freigemacht, doch können von diesem Zucker nur diejenigen erhalten, die in den Zuckerverbilligungslisten der Reichsfachgruppe Imker stehen, ihren Zucker aber noch nicht, oder doch nur zu einem kleinen Teil erhalten haben. Wo die Zuckermenge nicht ausreicht und auch die Hausfrau keinen Einmachzucker mehr zur Verfügung stellen kann> muß der im Sommer Gießener wochenmarktpreise. * Gießen, 14. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 RM., Matte 25 bis 50 Rpf., Käse, das Stück 4 bis 10, deutsche Eier, Klasse A 12%, B 12, C 11%, D 10%, Wirsing, % kg 6 bis 7, Weißkraut 5 bis 6, Rotkraut 7 bis 8, gelbe Rüben 7 bis 8, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grün 13 bis 20, gelb 13 bis 18, Erbsen 20, Feldsalat, */io 10 bis 15, Tomaten, % kg 10 bis 13, Zwiebeln 8 bis 19, Kürbis 8, Pilze 50, Kartoffeln, % kg 4 Rpf., 5 kg 40 Rpf., 50 kg 3,25 bis 3,45 RM., Aepfel, % kg 15 bis 30 Rpf., Falläpfel 5 bis 8, Birnen 10 bis 25, Zwetfchen 10 bis 15, Mirabellen 12 bis 20, Blumenkohl, das Stück 10 bis 40, Salat 5 bis 8, Salatgurken 10 bis 25, Einmachgurken 1 bis 5, Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 25, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Rpf. * ** Justizpersonalien. Ernannt wurden: der Gerichtsassessor Fritz Bettermann in Mainz zum Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht in Schotten; der außerplanmäßige Justizinspektor Franz Josef Bayer in Alsfeld zum Justizinspektor beim Amtsgericht in Butzbach; der außerplanmäßige Justizassistent Wilhelm Kramer in Gießen zum Justizassistenten beim Amtsgericht in Gießen. Versetzt wurden: Justizinspektor Otto Gerhard bei dem Landgericht Gießen an das Oberlandesgericht Darmstadt; Justizinspektor Karl Wolf bei dem Amtsgericht Büdingen an das Amtsgericht Bad-Nauheim; Justizinspektor Andreas Merle beim Amtsgericht Gießen an das Landgericht Gießen; Justizinspektor Fritz Prümmer beim Amtsgericht Butzbach an das Amtsgericht Gießen. In den Ruhestand versetzt wurde auf seinen Antrag der Justizoberinspektor Friedrich H ö r r beim Amtsgericht Alsfeld. ** 8 4 Jahre alt. Am heutigen Donnerstag, 14. September, begeht Frau Charlotte Schäfer, geb. Schwalb, Walltorstraße 30 wahnhaft, in aller Frische ihren 84. Geburtstag. Der Jubilarin auch unfern Glückwunsch. ** Grenzlandbewohner Achtung! Die in Gießen noch weilenden Grenzlandbewahner müssen sich sofort im Studentenheim (Einquartierungsamt) melden. Bei Nichtanmeldung verlieren sie ihren Anspruch auf Betreuung. nisse in Verbandstechnik, Pflege von Kranken in Familien und Anstalten. 3. Erziehu ngs kur s e: Vermittlung ausreichender Kenntnisse für die Beschäftigung und Erziehung von Kindern in Gruppen (Kinderstuben usw.). 4. Haushaltsführung: Vermittlung ausreichender Kenntnisse für die Verpflegung Erwachsener und Kinder in Familien und Heimen nach sparsamen und volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten. 5. Nähen: Vermittlung ausreichender Kenntnisse für Herstellung, Umändern und Ausbessern von notwendigen Kleidungsstücken für die Familien. Nach dem Besuch der Sonderkurse erfolgt der Einsatz der Frauen in den nachstehenden Stellen.: 1. Einsatz in kinderreichen Familien, oder Mithilfe in Fürsorgestellen oder Säuglingsheimen oder Flüchtlingslagern, die Mutter und Kind aufnehmen. 2. Kinderbetreuung und damit insbesondere Entlastung der in der NSV. beschäftigten pädagogischen Kräfte, auch Einsatz in einer kinderreichen Familie als Mitarbeiterin der Mutter. 3. Helferinnen in Küchen, wo große Speisungen durchgeführt werden. 4. Mithilfe in Nähstuben u. a. Neben dieser Arbeit des Mütterdienstes laufen die Kurse zur Erlangung des Volldiploms selbstverständlich weiter, sie werden von der Durchführung der Sonderkurse nicht berührt. geschleuderte Honig zurückgefüttert werden, denn es muß unbedingt verhindert werden, daß die Zahl der Binenvökker durch große Winterverluste infolge Verhungerns der Bienen wieder zusammenschrumpft. Reicht auch der Honig nicht aus, so muß eine Vereinigung der Völker vorgenommen werden, damit wenigstens die übrigbleibenden hinreichend versorgt sind. Die Zuckerbezugsscheine werden von der Reichsfachgruppe Imker um den 15. September herum an die Ortsfachgruppen versandt. Es handelt sich hier um einen durch die Zeitverhältnisse gegebenen Sonderfall, dem unter allen Umständen Rechnung getragen werden muß. Der organisierte deutsche Imker hat in den letzten Jahren Disziplin bewiesen und mit allen Kräften an dem Ausbau der deutschen Bienenwirtschaft mitge- arbettet. Sonst hätten niemals die Erfolge erreicht werden können, die auf allen Gebieten der deutschen Bienenzucht tatsächlich erreicht worden sind. Heute geht es um die Erhaltung des Völkerbestandes und damit um die Bewahrung wertvollen Volksvermögens vor der Derenicktung. Die Bienenvölker müssen über den Winter yinübergerettet und so versorgt werden, daß sie mindestens bis zum 1. März nicht verhungern. Um den 1. März herum werden den Imkern ungefähr 5 Pfd. Zucker je Volk geliefert werden, damit sie die manaelhafte Herbstauffütterung ergänzen können. Im übrigen aber ist die Zuckerversorgung für das nächste Jahr gesichert. Es kommt also nun darauf an, alle im Haushalt noch zur Verfügung stehenden Zuckervor- räte und Honigmengen für die Winterversorgung der Bienen freizumachen, damit kein Volk verloren- geht. ** Zum Beauftragten für Naturschutz in Hessen wurde der Forstassessor Dr. Richard I m m e l in Babenhausen unter dem Vorbehalt des Widerrufs ernannt. ** Kundenliften fürNähmittel. So löblich die Vorliebe unserer Hausfrauen für Handarbeiten auch ist, so muß doch darauf aufmerksam gemacht werden, daß ihre Verwendung in dieser Zeit einen unnötigen Verbrauch an Garnen und Nähmitteln zur Folge haben würde, der in Anbetracht der zweckmäßigeren Verwendungsmöglichkeit dieser Spinnstoffe nicht zu verantworten wäre. Die Wirtschafts- anordnung sieht daher für die Einzelhandelsgeschäfte vor, daß Kundenliften geführt werden. Nähmittel dürfen in Zukunft nur noch an solche Verbraucher ausgegeben werden, die in diesen Kundenlisten eingetragen find. Jeder Verbraucher darf nur in einer Kunoenliste eingetragen sein! Um .inen Verbrauch an Handarbeitsgarnen überhaupt zu verhindern, ist schon d-ie Herstellung solcher Garne verboten. Und ohne Handarbeiten geht es bestimmt! Wintergemüse einlagern. Obwohl das Ziel unserer Gegner, Deutschland einzukreisen und wirtschaftlich zu blockieren, heute schon von diesen als unerreichbar aufgegeben werden muß, gilt es dennoch, sich in der eigenen Vor- ratswirtschaft im Haushalt auf die Ansorderunaen einer Kriegswirtschaft umzustellen. Kennzeichen der nationalsozialistischen Vorratswirtschaft ist die Ausschaltung jeder Möglichkeit des Eintretens einer Mangellage. Deshalb müssen wir auch in diesem Jahre eher als sonst an die Einlagerung von Gemüse für den Bedarf im Winter denken. Zur Zeit schüttet zwar der Garten noch das Füllhorn seiner Nahrungsgüter über uns aus, doch bald werden sich in der sommerlichen Gemüseplatte die ersten Lücken zeigen. Dann he-ißt es, sich umstellen auf den Verbrauch von Wintergemüse. Gemüse zu jeder Jahreszeit — auch im Winter — ist notwendig zur Erhaltung der Gesundheit. Deshalb treffen wir schon jetzt die notwendigen Dorbe- reitunaen zum Einlagern und Ueberwintern des Gemüses. Dazu ist es notwendig, au wissen, was Wintergemüse ist. Einmal gehören dazu alle frostunempfindlichen Gemüsearten und außerdem die Gemüsearten, die bei frostfreier Lagerung sich bis in das Frühjahr hinein frischhalten lassen. Frostunempfindlich und damit zum Ueberwintern im Freien geeignet sind Grünkohl, Rosenkohl, Rapunzel (Feldsalat und einige winterharte Wirsingkvhlsorten), ebenso Wurzelgemüse, wie Porree, Schwarzwurzeln und Wurzelpetersilie, die aber besser aus dem Boden genommen und im Freien geschützt eingeschlagen werden, um das Gemüse auch bei gefrorenem Boden verbrauchen zu können. Zur frostfreien Einlagerung der anderen Winter« gemüsearten eignet sich oft schon ein genügend tiefer Frühbeetkasten. Mohrrüben werden lagenweffe eingesetzt. Rot- und Weißkohl wird von den schlechten und beschädigten Blättern befreit und mitsamt Strunk und Wurzeln im Kasten eingeschlagen. Ebenso läßt sich Kohlrabi lange frisch halten. Bei Frost erhält der Frühbeetkasten als Schutzschicht eine ziemlich dicke Schicht Laub oder Stroh. Kartoffelkraut läßt sich dafür ebenfalls verwenden. Statt im Frühbeetkasten können die Wintergemüse auch im Keller aufbewahrt werden. Dort ist jedoch unbedingt darauf zu achten, daß die Temperatur nicht zu hoch kommt, da dann das Gemüse zu welken oder gar auszutreiben beginnt. An ftostsreien Tagen ist daher zu lüften. Im Keller werden auch Sellerie, Rote Rüben und Kohlrüben eingelagert. Bei größeren Mengen empfiehlt sich dagegen eine Einlagerung in Mieten im Freien in ähnlicher Form, wie Kartoffeln eingemietet werden. Gefängnis wegen versuchten Bezugsfcheinschwindels. Lpd. Marburg, 13. September. Dom Schnellrichter wurde ein Mann aus der Gbsdorfer Gegend, der einen Bezugsschein für einen Anzug beantragt hatte, obgleich er seiner Angabe entgegen reichlich mit Kleidern versehen war, zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt. Oer Mann mit den „Fettigkeiten". * Alsfeld, 13. September. Die Polizei wurde gestern auf einen Mann aufmerksam gemacht, der angeblich im Auftrage eines Metzgers in Hersfeld bei hiesigen Volksgenossen Wurst und Speck zu verkaufen suchte. Das Ungewöhnliche dieses Angebots in unserer Zeit machte die ausgesuchten Leute stutzig, so daß sie dem Mann mit dem Speck und der Wurst nicht ohne weiteres als Abnehmer gefällig waren. Es stellte sich dann auch sehr schnell heraus, daß die „Fettigkeiten" nicht auf einwandfreie Weise in den Besitz des Verkäufers gekommen waren, sondern daß er die Sachen in einem einsam gelegenen Landhaus in der Nähe pon Eifa gestohlen hatte. Er war dort mit Gewaltanwendung in das Haus eingedrungen, hatte zunächst sich selbst an den Vorräten güttich getan, und dann den Rest der Vorräte mitgenommen, um ihn zu Geld zu machen. Dabei kam er sehr schnell schief an und mußte schließlich den Weg in das Gerichtsgefängnis antreten. Bei dem Spitzbuben handelt es sich um einen Mann namens Camille Schmidt, der zuletzt in Konstanz wohnhaft war. Nbein-Mainische Börse. Mttagsbörse Aktien schwächer. Frankfurt a. M., 13. Sept. An der Börse lag wiederum etwas Angebot am Aktienmarkt vor, das, obwohl es keinen besonderen Umfang hatte, bei der starken Zurückhaltung verhältnismäßig stark auf die Kurse drückte. Anlagekäuft der Kundschaft wurden nicht mehr beobachtet. Im Durchschnitt zeigten die vorerst in nur geringer Anzahl notierten Papiere Rückgänge von 0,50 bis 1,50 v. H. Nach ein paar Tagen Pause stärker gedrückt waren MAN. auf 140 (146). Von den Spitzenwerten setzten JG.-Farben mit 158,50 (159), Verein. Stahl mit 95,25 (96), Mannesmann mit 101,40 (102,90), Hoesch mit 107,50 (108,13) und Siemens mit 194,40 (194,50) ein. AG. für Verkehr verloren 2 v. H. auf 105, Vekula 2 v. H. auf 160 und Scheide cm statt 2,50 v. H. auf 216. Heidelberger Zement unv. 136, ebenso Gesfürel mit 132,50. Am Rentenmarkt zeigte sich stellenweise ebenfalls leichtes^ Angebot, so daß Liquidations- pfandbrieft vielfach 0,25 v. H. nachgaben, ferner Dekofama I auf 135,50 (135,75), Reichsaltbesitz auf 131,50 (131,75) und Reichsbahn-VA. auf 120,75 bis 120,50 (120,90). Industrie-Obligationen waren meist gut behauptet, vielfach auch 0,25 bis 0,50 v. H. fester. Pfandbriefe, Staatspapiere und Staddan- leihen blieben weiterhin unverändert, ebenso im Freiverkehr Steuergutscheine I mit 97,50. In der zweiten Börsenstunde war die Tendenz schwach. Das Angebot verstärkte sich, anderseits wurde die Aufnahmeneigung noch geringer. Im Durchschnitt traten Rückgänge von etwa 1 v. H. ein. Wir erwähnen u. a.: JG.-Farben 157 nach 158,50, Siemens 193,40 nach 194,40. Im Freiverkehr hörte man Elsäß. Bad. Wolle mit 78 bis 79 und Kupferberg Sekt mit 84,50 Brief. Tagesgeld unv. 2,25 v. H. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 13. Sept. Bei gegen den Montag wenig veränderter Marktlage blieben die Notterungen sämtlich unverändert. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schtachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 14. Sept. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 533 Rinder, 462 Kälber, 12 Hämmel, 6 Schafe und 193 Schweine. Es kosteten: Ochsen 37,50 bis 46,50 RM., Bullen 35,50 bis 44,50, Kühe 20 bis 44,50, Färsen 36,50 bis 45,50, Kälber 30 bis 65, Schweine 52 bis 61 RM. — Marktverkauf: Rinder, Kälber, Schweine zugeteilt; Hämmel und Schafe flott. Schweinemarkt in Butzbach. ♦ Butzbach, 14. September. Auf dem heutigen Schweinemarkt standen 522 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten bis 6 Wochen alte Ferkel bis 16 RM., 6 bis 8 Wochen alte 16 bis 18 RM., 8 bis 10 Wochen alte 18 bis 23 RM. pro Stück. Bei schleppendem Handel verblieb Ueberstand. Wc- Pflaumonmormclabe: Tomatongolce: M pooeromotm (u-mg-wmum) un»vn um« auf. — ——————(entfleint ge- “------- bocken lassen und Durch ein Tudi geben. (Tomatenrüchßänbe für wogen), 1 Großbeutel Dl Oetker Gelier-fiulfe, 1750 g Zucker, nack Tomaten-Pflaumenmarmelübe oerwenöcnl). Gelee: 1000g (1 l)Tomatenfaft abqec Schal» Belieben Saft non 1-2 Zittonen. Die gewogenen pflaumen werden in von 2 Zitronen. 1 Großbeutel Dr. Oetker 6elier-f)ülfe, 1000 g Zucker Saft von 2 Zitronen hirfdigcoße Stücke gefdmitten. Die weitere Herstellung erfolgt nach der von dem gewonnenen Saft mißt man 1000 g (11) ab und gibt die abgea Zitronenschale auf dem Großbeutel gegebenen Anweifung. hinein. Die weitere Herstellung erfolgt nach der auf dem Großbeutel gegebenen Anweisung. Tomaten- 425 e Tomatenmark (aus den Durch ein grobes Sieb gestrichenen Tomatenrückständen, siehe Tomatengelee). 150 g pflaumen Hflrtiimnn mnrmfilnhn. 3u)«tf(hen (entßgwt gewogen und In kiesckgrofle Stücke geschnitten). 1 kleinbeutel DL Oetker kelier-Hülfe. 500 g Zucker, miaumonmarmolaoo: Saft oon 1 3itrone. - Die Herstellung erfolgt nach der auf dem kleinbeutel (15 Pfg.) gegebenen Anweifw^ mit 3)r. Oetker Qeüer-ffiülfe! Großbeutel 40 Pfg. für 3 kg Marmelade oder etwa 2 kg Gelee Die Versorgung der dienen siir den Winter.