Nr. 188 Erstes Blatt 189. Jahrgang Montag, 14. August 1939 Gießener Anzeiger Graf Giono wieder in Mm Zwei Besuche beim Führer auf dem Obersalcherg. wenn sich die Kopfzahl der Mitglieder vermehrte, bauten sie zu den vorhandenen Häusern neue hinzu, und zwar aus Mitteln der Allgemeinheit. Dem Gemeinschaftsgefühl wurde äußerlich dadurch Rechnung getragen, daß die in einer Reihe aufgeführten Häuser aneinanderstießen und die Dachlinie fortgeführt wurde, so daß sie alle, gewissermaßen als eine große Familie, unter demselben Dach wohnten. In jeder derartigen Ortsgemeinschaft, die sie mit „Hof" bezeichneten, wählten sie drei der Aeltesten zu Vorstehern, deren einer der Kurator der Gemeinde war, ein anderer hatte die nötigen Sachen zu besorgen, der dritte teilte diese wieder aus, und wenn jemand etwas für sich, seine Frau oder seine Kinder benötigte, so brauchte er es nur dem Kurator anzumelden, und er erhielt cs aus den gemeinsamen Beständen. Wie streng diese Gütergemeinschaft als oberstes Gesetz galt, geht daraus hervor — so ist es wieder in Sobotischt zu le-sen —, daß 1529 ein gewisser Jakob Huntter, der die Gütergemeinschaft brach und vierzig Gulden entwendete, dem Ortsrat angezeigt und aus der Gemeinschaft ausgestoßen wurde. Auch heute findet alljährlich am Montag nach dem Dreikönigstag die Wahl zum Ortsvorstand statt. Jeder, der einen Hausanteil besitzt, ist stimmberechtigt. In Sobotischt sind es 39. Die Wahl geht im „Hof"-Wirtshaus vor sich, und jeder Gast, auch Ortsfremde, erhält vom Wirt einen halben Liter Wein umsonst. Durch die Wahl werden die Flukar (Schließer), der Bürgermeister, zwei Wirtschafter, denen heute die Führung des Wirtshauses und insbesondere die Weineinkäufe obliegen, aber die auch Ordnungsgewalt haben und überhaupt für das Wohl der Brüder und Schwestern Sorge tragen müssen, und drei Beisitzer bestimmt. Das Bargeld wird vom Klukar (Schließer) verwaltet. Ueberschüsse werden, falls sie nicht für Neuanschaffungen aufgehen, wie bei einer Aktiengesellschaft in der Form von Dividenden an die einzelnen Mitglieder zu gleichen Teilen ausgeschüttet. Die Einkünfte ergeben sich hauptsächlich aus dem Mahllohn und den Wirtshauszechen. Der Wald, dos letzte Stück Grund und Boden im Gemeinschaftsbesitz, wird in jedem Herbst ausgelost, und die Männer der ganzen Gemeinde gehen dann mitsammen „aushacken", um die Holzvorräte für den Winter zu sichern. Für den Trunk während der Arbeit hat der Gemeindewirt ohne Entgelt aufzukommen. Die eigenen Schulen und Lehrer wurden 1863, als die Habaner der politischen Obrigkeitsbehörde untergeordnet wurden, als sie die eigene Gerichtsbarkeit verloren und gemeinsames Gut, Aecker und Wiesen und Weingärten an die Mitglieder aufteilen mußten, in die öffentlichen überführt. Aber noch jetzt erhalten Lehrer und Pfarrer durch die Habanermühle ein Fruchtdeputat. Die Oase an Freundlichkeit und'Reinlichkeit, die der Habaner Hof in dem slowakischen Sobotischt bildet, wird schon durch die sorgsame Gepflegtheit und bauliche Eigenart der Siedlung bestimmt. Mit einem Schritt ist man in einer anderen Welt. Insbesondere die zwei bis drei Stockwerke hohen Dächer mit ihrem „Oertele" und „Stüberle", in dem die Habaner, wenn sie es nicht als Schlafraum benützen, Getreide aufbewahren, find Spezialitäten, die Interesse erwecken. Trotzdem die Dächer aus Stroh verfertigt werden, sind sie unverbrennbar. Das Material wird mittels eines besonderen Verfahrens mit Lehm getränkt und mit einem gipsartigen Mörtel bespritzt. Im Sommer sind die Räume kühl und im Winter warm. Auch im Innern der Häuser herrscht peinliche Sauberkeit. Alles ist blitz- blank. In einer Küche der gestickte Spruch: „Das größte Glück für einen Mann ist eine Frau, die kochen kann!" Heute durchweg Bauern, waren die Habaner einmal ganz ausgezeichnete Handwerker. Nur noch spärliche Zeugen davon befinden sich im Besitz einzelner Familien. Bei einem Besuch des Preßburger Nationalmuseums sieht man Habaner Keramiken, bunte, mit viel Geschick ausgeführte Töpferarbeiten. Die in den Siedlungen sind wohl den Weg alles Irdischen gegangen. Nur in Stupava soll noch gelegentlich eine Töpferscheibe sich drehen und ein Brennofen glühen ... Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text* anzeigen von 70mm Breite 50Rps.,Platzvorschnst nach vorh. Dereinbg.25°/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemein* nützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei* gen 5 Rpf., Familienanzei* gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B haltlos und frei angenommene friedliche Regelung herbeiführen. „Daily Telegraph" meldet aus Salzburg, daß zwischen Deutschland und Italien eine hundertprozentige Einigung erzielt sei. Italien sei mit den Salzburger Besprechungen völlig zufrieden. Es scheine, daß Italien nun die deutsche Forderung, daß Danzig zum Reich zurückkehren müsse, rückhaltlos unter st Ütze. unbedingte Solidarität der beiden Achsenmächte unterstreicht, die, wie „Messaggero" betont, jede Probe siegreich bestehen werde. Es sei einfach absurd, auch nur an die Möglichkeit glauben zu wollen, daß zwischen Deutschland und Italien in bezug auf Fragen, bei denen es um das Schicksal der beiden Völker geht, auch nur die ae- ringste Meinungsverschiedenheit herrschen tonnte. In der Danziger ebenso wie injeder anderen Frage werden Deutschland und Italien bis ans Ende Seite an Seite marschieren. Danzig sei ja nur die Teilfrage des viel umfassenderen Problems der Gesamtrevision der Friedensverträge und der Verwirklichung einer höheren internationalen Gerechtigkeit, bei der den proletarischen Völkern der Platz an der Sonne und die Teilnahme an den Gütern der Welt gesichert werden soll. Das Echo in Paris und London. Paris, 14. August. (DNB. Funkspruch.) Zum Abschluß der Salzburger Besprechungen schreibt die Pariser Presse, daß der Nervenkrieg nunmehr in seine letzte Phase eintrete und die kommenden Tage d.e n Höhepunkt der Spannung bringen würden. Wenn in Paris auch über die Absichten in Berlin und Rom Unklarheit herrsche, so sei man nicht im Zweifel darüber, daß auf die eine oder andere Weise eine endgültige Lösung der noch offenstehenden Fragen herbeigeführt werde. „Journal" sagt, man trete unbestreitbar in eine kritische und entscheidende Periode des Ringens ein. „Figaro" verlangt eine Versteifung der französisch-englischen Haltung. Man verkenne nicht die Stärke der Achsenmächte. Man wisse, daß Frankreich im Kriegsfälle tödliche Schläge erhalten würde, aber man wisse auch, daß es diese Schläge zurückgeben wolle. Die Londoner „Times" meldet aus Berlin, die Tatsache, daß beide Außenminister mit Hitler selbst konsultiert hätten, habe die Salzburger Besprechungen aus dem Rahmen gewöhnlicher diplomatischer Geschäfte herausgehoben. Die staatsmännische Kunst müsse eine durch alle internationalen Mächte rück- Retchsaußenminister von Ribbentrop und Außenminister Graf Ciano bei chrer Fahrt durch Salzburg. — (Presse-Bild-Zentrale-M.) Die Habaner. Dreihundert Jahre deutscher Kultur in der Slowakei. Don unserem e. sch-Sonderberlchterstatter. Berchtesgaden, 13. August. (D31B.) Der Führer empfing am Samstag im Berghof auf dem Obersalzberg den zur Besprechung mit dem Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop in Salzburg weilenden italienischen Außenminister Graf L i a n o und gab zu Ehren des italienischen Ministers ein Frühstück, an dem die Herren der italienischen Delegation sowie Botschafter Atto- l i c o und Botschaftsrat IN a g i st r a t i, ferner von deutscher Seile Reichsaußenminister von Ribbentrop, Reichspressechef Dr. Dietrich, Reichsleiter Bormann, Botschafter von Macken- s e n, Unterstaatssekretär Gaus teilnahmen. Am Rachmittag hatte der Führer in Gegenwart des Reichsministers der Auswärtigen von Ribbentrop eine längereAusfprache mit dem italienischen Außenminister. 3m Anschluß daran folgte Graf Liano einer Einladung des Führers zum Tee in das beim Obersalzberg gelegene Kehl st einhaus. Am Sonntag hat noch einmal ein Besuch der beiden Außenminister auf dem Berghof stattgesunden. Mittags gab Reichsauhenminister v. Ribbentrop dem italienischen Außenminister und seinen Mitarbeitern ein Frühstück im Hotel „Oesterreichischer Hof" in Salzburg und geleitete ihn dann auf den Flughafen, von dem die Maschine um 14.15 Uhr zum Rückflug nach Rom startete, wo Außenminister Gras Liano um 17 Uhr eintraf. Zu seinem Empfang hatten sich Parteisekretär Minister Starace, die Unterstaatssekretäre für Auswärtiges und Luftfahrt, der Lhef der Faschistischen Miliz, Mitglieder der deutschen Botschaft und des italienischen Außen- amtes eingefunden. Aom unterstreicht die Solidarität der Achse. Rom, 18. Aug. (DNB.) Die Besprechungen in Salzburg und Berchtesgaden stehen im Mittelpunkt der italienischen Presse, die mit allem Nachdruck die Oie Flucht aus hem Sandschak Frankreichs Verrat an den Armeniern. Rom, 13.Aug. (Europapreß.) „Voce d'Jtalia* berichtet aus Aleppo über die dramatischen Umstände des Auszuges der Armenier aus dem von den Franzosen der Türkei ausgelieferten Sandschak von Alexandrette. Nun vollziehe sich, schreibt das Blatt, der letzte Akt der Tragödie dieses Volkes. Wie in Zilizien, das die Franzosen seinerzeit heimlich verlassen und wo sie die Armenier den Massakern der Türken ausgeliefert hätten, sei auch im Sandschak der gleiche Verrat an diesem Volke begangen worden. In drei Richtungen erfolge der Auszug bzw. die Flucht der Armenier: auf dem Landwege nach Aleppo und in der Richtung des Dschebel Akra sowie zur See nach Tartous. Die Besorgnisse unter den Minderheiten des Sandschaks seien im Wachsen begriffen, da mancherlei Erscheinungen den Zweifel als berechtigt erscheinen ließen, ob die türkischen Behörden das den Minderheiten gemachte Zugeständnis halten würden, ihrem Auszug aus dem Sandschak innerhalb eines Zeitraumes von sechs Monaten keine Schwierigkeiten zu bereiten. Oer neue französische Znformationsminister. Paris, 1L Aug. (Europapreß.) Der zum Minister der Jnforrnativnen ernannte französische Diplomat und Schriftsteller Jean Giraudoux hat seinen Posten angetreten. Giraudoux hatte, wie der „Excelsior" berichtet, seit seiner Ernennung lange Verhandlungen mit Daladier und Bonnet, aber auch mit den anderen zur Zeit in Paris wei- Oie Schweiz gegenunerwünschteGaraniien Bundesrat Motta fordert uneingeschränkte und allseitige Neutralität. Zürich, 13. Aug. (Europapreß.) Aus Anlaß des Tages der Auslands - Schweizer hielt auf der Schweizerischen Landesausstellung in Zürich Bundesrat Motta eine Rede. „Wir alle wollen", so sagte er, „daß nie die beiden fast greifbaren Wahrheiten vergessen werden, daß nämlich die Schweiz die Gunst ihres Glückes und Wohlergehens zwei politischen Einrichtungen verdankt. Die erste dieser Einrichtungen ist die einzigartige Stabiltät der Regierungsgewalt, während die zweite die uneingeschränkte, wiedererlangte und allseitig anerkannte Neutralität darftellt. Mit dem ganzen Scharfblick eines Patrioten und mit der Sorge eines Mannes, der jedes Wort abwägen muß, wende ich mich gegen den Gedanken, von neuem eine unterschiedliche Neutralität einzuführen. Untere Neutralität muß uneingeschränkt bleiben. Wir haben uns zu ihrer Verteidigung an niemanden gebunden. Die Schweiz kann ihr Vertrauen in erster Linie auf ihre Waffen setzen. Das Vertrauen gründet sich auch auf die neuerlichen Versprechungen, die der Schweiz gegeben worden sind. Sollten wir eines Tages gezwungen sein", so schloß der Bundesrat, „die Hilfe jener anzufordern, die uns gegenüber Beistandspflichten haben, so ist es klar, daß es an uns wäre, dies zu begehren: wir werden nie eine automatische Bei* st a n d s l e i st u 'n g zulassen." Erscheint tägltd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • DieScholle Monatr-Bezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: ßrankfmt am Main 11686 3n der Westslowakei, an der slowakisch- mährischen Grenze, befindet sich das kleine Dorf Sobotischt, in dem noch heute Nachkommen der deutschen Anabaptisten, allgemein unter dem Namen Habaner bekannt, leben. Es ist besonders merkwürdig, daß die Schicksalsgemeinschaft die Habaner derart zu vereinigen vermochte, daß sie durch drei Jahrhunderte nicht nur ihre Sprache und Kullur fast unberührt aufrechterhielten, sondern auch heute noch gemeinschaftlich wirtschaften und alle Erträgnisse ihrer anstrengenden Arbeit untereinander gleich aufteilen. Sobotischt (Slowakei), Mitte Juli 1939. Durch kleine Dörfer, über gute und schlechte braßen, auf denen man den landesüblichen Baumwagen mit dem schweren Pferdegespann und ^Ibarbeitern in der bunten Nationaltracht begegnet, !cht die einsame Fahrt immer wieder an slowa- ! üchen' Siedlungen vorbei, bis man auf einmal, riitten in einer kleinen Ortschaft, auf ein Viertel sößt, das durch seine Reinlichkeit und Sauberkeit ! sonders absticht. Das ist der „Habaner- ■ of" von Sobotischt, die fast dreihundert !nhre alte Siedlung deutscher Auswanderer, die sich »er eine neue Heimat schufen. Viele Schranken chd im Laufe der Zeit gefallen, aber es ist noch firner genug geblieben, was Erstaunen erweckt, ingezwängt in den Alltag, haben sie am Deut- jhen als Umgangssprache festgehalten, Hielten sie ihren eigenen Gemeindevorsteher und ire eigene Dorfordnung, gemeinsame Waldungen nd eine Mühle, deren Erträgnisse der Gesamtheit io gute kommen. . Wer sind eigentlich diese Habaner? Aus hand- r|[d)riebenen Chroniken und Geschichtsbüchern, die einer schweren Holztruhe aufbewahrt werden, er- Ält man die Antwort. Andere Dokumente, die äusserlicher Auskunft geben könnten, sind teils ver- strvunden, teils befinden sie sich im Domkapitel- atchio in Preßburg und im Staatsarchiv in Budapest, jedenfalls blicken die Habaner auf eine reich braegte Vergangenheit zurück. So verschieden wie it Name gedeutet wird — am wahrscheinlichsten flngt es noch, wenn ihn die Forschung als eine Lrrballhomung von „Haushaber", Leute, die durch eben kaiserlichen Erlaß ein Recht auf ein „Haus wen", erklärt —, so umstritten ist auch ihre Her- kmft. Die Vorfahren der Habaner waren Anhänger d.» anabaptistischen Glaubens, der unter Balthasar ht.bmayr im Jahre 1523 in den habsburgischen Indern, in Tirol und Dorderösterreich Eingang seid. Die Wiege dieser Sekte religiöser Neuerer sbmd an der Limmat in der Schweiz, und ein -chwager des Wiener Humanisten Vadianus, der ii Wien und Paris gebildete Züricher Patrizier kinrad Grebl, weiter Felix Manz und der Mönch iw Chur, „Blaurock" genannt, waren die Begrün- b'. Durch Zwingli vertrieben, wanderten dies« „Wiedertäufer" nach verschiedenen Richtungen aus. „Kaurocf" wandte sich nach Tirol, wo er bei den 2-uern großen Anhang fand. Andere Teile kamen isth Deutschland, nach Hannover — daher auch eise andere Deutung des Namens, Habaner gleich „.‘rannoDeraner" — und nach dieser Zwischenstation liH Mähren. Unter Ferdinand I. mußten sie jedoch rinder ihr Bündel schnüren und in die damals Ungarischen Komitate Neutra und Tyrnau ziehen. 8: der Berencser Herrschaft des Grafen Franz !Uary, und zwar in den Orten Sobotischt, Broczko, spAer auch in St. Johann, Großschützen, St. Geor- le,,;, Dejthe, Stupava, Vittenz und Kosolna, fanden sei neue Heimstätten. ,'Oie Zeiten der Prüfung aber waren noch lange richt vorbei. Die durch den Fleiß ihrer Mitglieder Dralls begüterten Habaner - Gemeinden bildeten, rann auch von den Marschrouten ganz abseits sirend, für raubende und brandschatzende Kriegs- wopen stets Anziehungspunkte. So heißt es in der Gonik von Sobotischt: „Anno 1626 kam Wollenste mit 50 000 Mann zu dem Flusse des Waags, es wurden von feinen Soldaten die meisten ir-rer Häuser ausgeplündert." Weit härter trafen fr!die nicht auf ihre Güter, dagegen aber auf f r Seelen abzielenden Verfolgungen ihrer Lehre. Ed:nn Ferdinand ließ vier Habaner ins Gefängnis per.ren und einen von ihnen zur Warnung ent- hnoten. Den andern wurde angedroht, wenn sie hi überträten, würden sie gehängt werden. Die ßnuersionsbestrebungen hatten erst unter Maria Hl-esia vollen Erfolg. Auch darüber gibt es einen exjütternben Bericht in der Chronik. Es wird er- wie die vier Aeltesten des Dorfes Sobotischt $-n Primas nach Preßburg berufen wurden, wie ttr ihnen einen kirchlichen Prunk vorwies, sie I eu- Messe beizuwohnen zwang, um sie umzustim- htr sie an Leib und Seele bedrohte: wie man fa »als sie fest blieben und, nach Hause zurück- Qicgrt, wieder an ihrem Glauben und ihrer Lehre gurrten, durch Reiter einholen ließ, sie abermals pängte und, als sie noch immer nicht abschworen, Mißlich doch in den Kerker warf. Dies zur @e- fqictte. ksel interessanter sind die Sitten der Habaner, h! auch heute noch nicht ganz verwischt sind, die ^'vrfälschte Kultur und das gediegene Kunsthand- > pr1 das sich hier in der Stille und Abgeschlossen- • W ;u einer beachtenswerten Höhe entwickelte. Was i Ü labaner am augenfälligsten von anderen deut- Ip Grenzlandsiedlern unterscheidet ist, daß bis c®! üen heutigen Tag die Grundsätze der Güter- ßien mschaft bestehen. Zu allen Zeiten wohnten und orr rieten sie in brüderlichen Gemeinschaften, und General-Anzeiger für Oberhessen Prüft und Verlag: vrühlsche Univerfitätrdruckerei «.Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftrftelle: Schulftratze 7 lenden Ministern über die Ueberführung der bei den einzelnen Ministerien bestehenden Informationsabteilungen in sein Amt, um die Zusammenfassung und einheitliche Ausrichtung des französischen Jn- formationswesens im In- und Ausland zu ermöglichen. ♦ H Jean Giraudoux, geboren am 29. Oktober 1882 in Bellac unweit von Limoges, war eine Zeit- lang Chef des Nachrichten- und Pressedienstes im französischen Auswärtigen Amt und gilt als einer der geistreichsten und im Stile von Andre Gide spöttischsten Literaturkritiker seines Landes. Seine eigenen Romane sind Bilderfolgen zarter, verschwommener Eindrücke, psychologisch fein gewoben, von hoher sprachlicher Kultur: von seinen Romanen wurden „Bella" und „Eglantine", von seinen Theaterstücken „Amphitryon 38" vor einer Reihe von Jahren auch ins Deutsche übersetzt. Das Programm der neuen spanischen ^Regierung. Burg o s, 13. August. (Europapreß.) In einer Verlautbarung über die erste Sitzung des spanischen Ministerrates nach der Vereidigung der neuernannten Minister, heißt es, die Regierung sei sich darüber klar geworden, daß alles getan werden müsse, um die Ziele der notional-syndikali- stischen Revolution zu erreichen. Der durch den Sieg herbeigeführte Friede müsse auf allen Gebieten befestigt werden. Der Bewegung der Fa- lange obliege es, das ganze spanische Volk im Sinne ihres Programms einheitlich auszurichten. Auf wirtschaftlichem Gebiete könne die Regierung nicht leichtfertig Versprechungen machen, d-a die Rotspanier hier gründliche Zerstörungsarbeit geleistet hätten. Me werde aber mit allen Kräften an der Hebung des allgemeinen Wohlstandes arbeiten. Die Verlautbarung schließt mit dem Hinweis, die Regierung werde nichts unterlassen, um der Welt die Macht und die Freiheit Spaniens vor Augen zu führen. Das Regierungsprogramm wird von der Presse allgemein mit Genugtuung ausgenommen. Besonders wird der Unterschied zwischen der sachlich- ernsten Auffassung der Regierung von ihrer Verantwortung und den vielversprechenden Erklärungen aus den Zeiten des Parlamentarismus hervor- aehoben. Das Organ der Falange „Arriba" unterstreicht besonders die Aufforderung zur privaten Initiative im Dienste der Nation. Spaniens neuer Außenminister. Der neue Außenminister des Kabinetts Franco, Oberst Beigbeder, ist für viele insofern eine Ueberraschung, als man bisher seinen Namen in den Berichten aus Spanien selbst während des Krieges fast gar nicht begegnete. Gleichwohl hat der neue Leiter der spanischen Außenpolitik sich sowohl in diplomatischer wie in militärischer Beziehung auf verantwortungsvollem Posten hervorgetan, ja man darf sagen, daß er die tragende Stütze des Vorstoßes Francos von Marokko nach dem Festlande gewesen ist. Oberst Beigbeder, der einer baskischen Familie entstammt, kennt Deutschland und die deutsche Sprache sehr gut; denn er ist in Berlin wie Hoch in mehreren anderen Hauptstädten Militärattache gewesen. Seine bedeutsamsten Verdienste hat er sich freilich auf einem der schwierigsten Außenposten Spaniens erworben: er war gerade während des Krieges Oberkommissar in Spanisch-Marokko. Als solcher hatte er einmal die heikle Aufgabe, dieses für die Durchführung des Befreiungskrieges so außerordentlich wichtige Gebiet von der Hineinziehung in internationale Verwicklungen sreizuhal- ten. Außerdem aber organisierte er den ständigen Nachschub an Truppen aus Marokko für Francos Feldheer. Die Wahl bei der Besetzung des Postens des Außenministers erscheint wohl überlegt; denn Franco hat ja wiederholt unterstrichen, daß Spa- ZdR. Stuttgart, 14. August. Im Rahmen des Reichsgartenbautaaes fand die Hauptkundgebung am Sonntag, auf der großen Wiese vor dem Haupteingang der Reichsgartenschau das größte Interesse. Sie wurde durch eine Ansprache des Reichssachwarts Gartenbau und Vorsitzenden der Hauptvereinigung der deutschen Gartenbauwirt- schaft, Johannes Boettner, eröffnet, der nach weiteren Begrüßungsansprachen „Die Laae und den Einsatz des Gartenbaues" erörterte. Sicherung der Versorgung so erklärte er ist gerade im Sektor Gemüse und Obst eine ungeheuer komplizierte Ausgabe, deren Schwierigkeit sich ergibt aus der Eigenart unseres Berufes und unserer Erzeugnisse, aus der Leichtverderblichkeit, ous dem ruckweisen Ernteanfall. Und diese Ausgabe kann nicht gelöst werden mit Zufallsernten unorganisierter und wildanbauender Betriebe, die heute dieses und morgen jenes tun, wenn ihnen nicht durch klare und sichere Führung Stabilität ihrer Erzeugung und Ruhe ihrer Arbeit gewährleistet wird. Wir vermeiden es unter allen Umständen, in die Betriebsführung des Einzelnen hineinzureden. Wir sorgen aber dafür, daß die Mittel der Marktordnung den einzelnen Berufskameraden die Notwendigkeit eines disziplinierten Anbaues erkennen lassen und ihm die Möglichkeit zu diesem Anbau geben. Wir sichern damit dem Einzelbetrieb die Wirtschaftlichkeit, denn nur mit gesunden Betrieben kann diese Aufgabe bewältigt werden. Neben anderen Dingen war der größte Kraff- üerg€uber im Gartenbau, insbesondere im Obstund Gemüsebau, in der Vergangenheit das Absatzwesen. Das Marktgängertum hat in allen Teilen des Reiches Unsummen an Arbeitsstunden nicht nur der Betriebsinhaber, sondern oft auch unserer-Hrauen verschlungen, und wer einmal erst den Segen der Marktordnung im eigenen Betrieb nach der Richtung hin gespürt hat, daß ihm die Markt- Ordnung Sorge und Zeit um den Absatz der Ware ab nimmt, der braucht nicht mehr zur Marktordnung beke-hyt zu werden. Einer meiner Mitarbeiter und ein guter Freund von mir hat hierzu im übrigen ein sehr wahres Wort ausgesprochen: „Das Selvst- markten der Erzeuger, das wir ja für kleine und kleinste Betriebe gern zulassen wollen, das wir aber im Großen und Ganzen für verderblich halten, das Selbstmarkten der Erzeuger ist der erste Schritt zur Landflucht". Schon aus diesem Grunde müssen alle Bestrebungen, die sich irgendwie gegen den in der Marktordnung eingeführten gemeinsamen Absatz wenden, auf das schärfste abgÄehnt werden. nien wieder in seine alte imperiale Stellung hineinwachsen und vor allem auch seine Kolomalinteressen wieder entsprechend seiner Bedeutung als große Fürth, 12. Aug. (DNB.) Im Zusammenhang mit einem Fußballspiel der Städtemannschaften Danzig und Fürth fand auf dem Schlageter-Platz in Furth eine Danzig-Kundgebung statt. Die Stadt hatte sich zu Ehren ihres Ehrenbürgers und Sohnes, des Danziger Gauleiters Forster, ein festliches Gewand angelegt. Gauleiter Forster führte aus: Kaum ist so viel über eine deutsche Stadt geschrieben und geredet worden wie über Danzig in den letzten Wochen. Dutzende von Journalisten, besonders englische und französische, sind aus aller Herren Länder seit Wochen in Danzig, um über die politischen Geschehnisse ihren Zeitungen zu berichten. Dabei ist das Interessanteste, daß sie sich um das, was d i e Danziger zur Gestaltung ihrer Zukunft zu sagen haben, überhaupt nicht kümmern. Es wäre besser gewesen, die Engländer und Franzosen hätten sich 'im Iahre 1919 so intensiv mit der Danziger Frage und mit der Frage des deutschen Ostens beschäftigt, wie sie das heute tun. Dann wäre die Lösung dieses Problems heute, 20 Jahre nach Kriegsende, überhaupt kein Streit. Hätte man damals genau so wie in einem Teil Schlesiens und Ostpreußens auch für Danzig und die früheren deutschen Gebiete im Osten das S e l b st b e ft i m - mungsrecht der Völker gelten lassen, dann wären diese unangenehmen Fragen damals schon vernünftig gelöst worden. Aber so wie damals, will man auch heute nichts vom Selbstbestimmungsrecht der Danziger wissen. Den Engländern und Franzosen habe ich deshalb folgendes zu sagen: . 1. Es geht sie gar nichts an, wie wir Danziger unsere Zukunft gestalten wollen. Wir Danziger kümmern uns auch nicht darum, wie die Engländer und Franzosen sich chr Schicksals zu gestalten gedenken. Arvika, 13. August. DNB. Auf einer Kundgebung beim Denkmal an der schwed isch-norwegische n Grenze, das im Jahre 1914 zur Erinnerung an den 100jährigen Frieden zwischen den skandinavischen Völkern und an die vor 34 Jahren durchgeführte Auflösung der schwedisch-norwegischen Union errichtet wurde, feierte der norwegische Außenminister K o h t die Uebereinfunft vom Jahre 1905 als den Sieg der wahren Demokratie und betonte, daß beim Ausgang des Weltkrieges viele gehofft hatten, daß ein Frieden kommen werde, der einen neuen Krieg unmöglich mache. Man fei jedoch getäuscht worden. Das einzige Mittel gegen Krieg fei, ein neues Ehrgefühl und einen e ch t en Willen zur Gerechtigkeit zwischen den Staaten zu schaffen. Wahre Demokratie trage den lebendigen Willen zur friedlichen Züsammenarbett zwischen den Völkern in sich. Der dänische Innenminister Dahlgaard wies darauf hin, daß in allen Völkern die Sehnsucht nach friebTidjer Zusammenarbeit lebendig fei. Im Kampf der Gegenwart habe der Norden eine große Aufgabe zu erfüllen, die eine Frage der Kräfte fei, auf denen die freien nordischen Völker ihr Leben aufbauten. Nach einem Rückblick auf die Entwicklung des nordischen Gedankens stellte der Minister fest, daß es heute kein Problem in der Welt gebe, das nicht zwischen den nordischen Staaten behandelt werden könne. Sollte aber ein Unglück über Europa kommen, fo feien gemeinsame Hilfe und Das andere Element nun, das die Wirtschaftlichkeit der Betriebe, die wir erhalten müssen, um der Versorgung willen, auf das stärkste beeinflußt, sind die Preise. Wir im Gartenbau haben das allergrößte Interesse an niedrigen Preisen für unsere Erzeugnisse. Jede überhöhte Preisbindung muß sich gegen uns selbst wenden. Wir wollen Preise für unsere Erzeugnisse, die jeder einzelne bezahlen kann. Allerdings ist hierbei Selbstoerständ- lichkeit, daß diese Preise so fein müssen, daß der normalgelagerte und fleißig arbeitende Betrieb seine Existenz gesichert sieht. Wir können nicht zulassen, daß wegen unzureichender Preise in einem Jahr der Anbau im nächsten Jahr so zurückgeht, daß die Versorgung gefährdet ist. Und es mutz ferner verhindert werden, daß eine Preisfestsetzung nicht nur den mengenmäßigen Anbau gefährdet, sondern auch den Qualitätsanbau. Die Eigenart unserer Erzeugnisse läßt eine schematische Preisbildung nicht zu. Vielmehr ist das Kernstück der gartenbaulichen Marktordnung der Mengenausgleich. Dieser Mengenausgleich ist nur dann möglich, wenn in den großen Anbaugebieten, wo wirkliche Massen anfallen, Schleusen errichtet werden, mit Hilfe derer die anfallende Ernte in die richtigen Wege gelenkt werden kann. Wir alle wissen ja, daß uns unsere Ernten oft gewaltige Überraschungen bringen und daß wir — in kurzen Stunden, manchmal — vor Situationen gestellt sind, die die Unterbringung ganz erheblicher Mengen notwendig machen ober auch, die uns plötzlich große Versorgungslücken im ein- Der Reichsobmann des Reichsnährstandes, Bauer Behrens, erklärte dann, „von allen Zweigen der Landwirtschaft rft der Gartenbau am engsten sowohl räumlich als auch aufgabenmäfjig mit der Stadt verbunden. Millionen von Stadtbewohnern besitzen ebenfalls wie Gärtner und Bauern Gärten, die nach ähnlichen Grundsätzen bewirtschaftet werden. Dies ist auch ein Grund, warum wir neben den alljährlichen Reichsnährstand-Ausstellungen gemeinsam mit den großen Städten — wie hier in Stuttgart — Reichsgartenschauen und besondere Reichsgartenbautage durchführen. Mag auch die Betriebsweise und die Bewirtschaftung des Badens im Gartenbau manche Verschiedenheiten gegenüber dem Bauernbetrieb aufeuropäische Macht pflegen müsse. Oberst Beigbeder ist dafür bekannt, daß er einer der eifrigsten Verfechter dieser Gedankengänge fft. deinen aufzeigen. Ich kann diese Dinge nur überwinden, wenn ich die Ware in der Hand habe. Das ist der Grund für den Aufbau der Bezirksabgabestellen, die für den Obst- und Gemüsebau außerordentlich segensreich gewirkt haben. Die Bezirksabgabestelle ist nur Treuhandstelle für die Abgabe der Ware vom Erzeuger an den Verbraucher. Und es ist undenkbar, ohne diesen Apparat heute die Versorgung des Volk.'? in Krieg und Frieden sicherzustellen. Die Beürksabgabestelle ermöglicht einen weitgehenden Menaenausgleich, damit Preisausgleich und ständige Qualitätsverbesserung. Sie gibt uns die Möglichkeit der Vereinheitlichung und Vereinfachung im Verpackung^ und Sortenwesen, in der Kennzeichnung, und sie ermöglicht uns, eine sinnvolle Einfuhr, denn die Einfuhr an Gartenerzeugnissen ist ein Handelspoltisches Problem und nicht in erster Linie ein Problem der Versorgung. Unsere Parole aus der Erzeugungsschlacht bleibt nach wie vor bestehen: Mehr erzeugen und auf der gleichen Fläche besser erzeugen. Im Obstbau ist die Bedarfsdeckung noch immer am unsichersten. Das hängt nun einmal mit den klimatischen Verhältnissen in unserem Land zusammen- Durch die neu hinzugekommenen Gebiete Kärnten, Steiermark, Oberdonau und Sudetenland sind wir hier etwas reicher und sicherer geworden, jedoch zeigen Fehlernten wie die des letzten Jahres immer wieder, daß eine ausreichende Eigenversorgung noch nicht gesichert ist. weisen, so haben doch beide die gemeinsame Ausgabe und eine gemeinsame Verpflichtung gegenüber Volk und Staat, und die lautet: Leistungssteigerung! Auch im Gartenbau gibt es vorbildliche und rückständige Betriebe. Den rückständigen Betrieben gilt in erster Linie die Aufforderung, durch verbesserte Bodenbearbeitung, bessere Pflege und Düngung die Erträge noch zu steigern. Durch den richtigen Einsatz von Vor-, Zwischen- und Nachfrüchten hat es daneben der Gärtner in weit stärkerem Maße als der Bauer in der Hand, zwei bis drei Ernten im Jahr von derselben Fläche zu erzielen. Diese Tatsache bietet uns die Möglichkeit, dahin zu kommen, daß eine ausreichende Belieferung mit Frischgemüse — vor allem im zeitigen Frühjahr und spaten Herbst erfolgt. Damit ist die eine große Ausgabe des Gar. tenbaues gekennzeichnet." Der Reichsobmann ging dann kurz auf die Be, beutung des Frühgemüses für die Ernährungswirh schaff ein und betonte die Vielseitigkeit des Obstes zur Bereitung von Marmelade. Er führte aus: „Was Marmelade als Brotaufstrich jn der deutschen Ernährungswirtschaft bedeutet, erkennt man erst, wenn man weiß, daß der Fettver, brauch des deutschen Bolkes heute um 25 big 3 0 v. H. höher liegt als 1913. Diese Verbrauchs. Steigerung an Fett, die im wesentlichen auf die Verwendung des Fettes als Brotaufftrichmittel zurück, zuführen ist, können wir uns nicht lei st en. Wenn wir auch in der Landwirtschaft durch Erhöhung des Rapsanbaues, Steigerung der Milcherzeugung und Förderung der Fettschweinemast versuchen, die probuftion an Fett zu steigern und bereits auch erfreuliche Erfolge zu verzeichnen haben, so ist es trotzdem not- wendig, die Marmelade noch mehr als bisher als Brotaufstrichmittel in den Verbrauch einzuschalten. Ich habe 1935, als ich noch Vorsitzender der Hauptvereinigung der deutschen Zuckerwirkschaft war, erreicht, daß die deutsche Zuckerwirtschaft aus eigener Kraft eine Marmetadenverbittigungsak. Hon durchführte. Das hat dazu beigetragen, daß der Verbrauch, der im Jahre 1932 nur 426 000 Doppelzentner betrug, im Jahre 1937 auf 1,6 Millionen Doppelzentner gestiegen ist. Diese Verbrauchszunahme hat in letzter Zeit noch weiter angehalten. Trotz dieser Steigerung ist es erforderlich, den Marmeladenverbrauch noch weiter zu erhöhen. Das beste Beispiel für die Möglichkeiten in dieser Richtung bietet England. Beträgt doch bei uns der Marme- ladenverbrauch je Kopf der Bevölkerung 2,2 Kilogramm, wahrend er in England 7,7 Kilogramm erreicht. Da wir durch die erhebliche Steigerung unserer Zuckerrübenernten genü- gende Mengen Zucker im eigenen Lande gewinnen können, bestehen bei ausreichenden Obsternten keine Schwierigkeiten, die Marmeladenerzeugung erheblich zu steigern und somit den Verbrauch von Marmelade als Brot- aufstrichmittel noch beträchtlich zu erhöhen. lieber die Steigerung der Obsternten ist es also auch dem Gärtner und Obstbauer indirekt möglich, an der Schließung ber Fettlücke tatkräftig mitzuarbeiten. Die Aufgabe lautet also einmal: Belieferung des deutschen Volkes mit möglichst viel frischem Ob ft und daneben als ebenso wichtige Aufgabe, durch Mehrerzeugung von Obst den Roh st off für b ie Marmelade zur Verfügung zu stellen. Eine wei. tere planmäßige Ausdehnung der Obst» baumpflanzung, insbesondere auch an Straßen und Wegen, erscheint mir daher durchaus notwendig. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn die Kreis- und K o rn rn u n a lo e r w a Itu n gen ihr besonderes Augenmerk auf dieses Gebiet lenken würden. Allerdings hat das nur Sinn, wenn man gleichzeitig für eine richtige Pflege ber Obst« bäume Sorge tragen kann. Obst und Gemüse sind heute kein Luxus mehr, sondern ein vollwertiges Nahrungsmittel. Das gleiche gilt auch für den Süßmost, der heute schon in großen Mengen verbraucht wird. Hier ist eine Steigerung auf 88,5 Millionen Liter im 3obre 1937 zu verzeichnen gegenüber nur 2,5 Wäm Liter im Jahre 1926. So bildet das deutsche Obst in frischem Zustand, in Form von Marmelade unö konservierten Früchten, vor allem aber in Süßmost, eine ber größten Ditaminquellen für die Ernährung bes deutschen Volkes. Ich weiß, daß in den Gartenbaubetrieben ber Mangel an menschlichen Arbeitskräften, vor allem aber an geschulten Arbeitskräften, immer mehr in Erscheinung tritt und es immer schwieriger wird, die nötigen Kräfte zur Bestellung, Pflege und Ernte rechtzeitig ju er« halten. Dabei will ich nicht verkennen, daß es in der Landwirtschaft noch leichter ist als m Ihren Betrieben, technische Hilfsmittel, Maschinen und Geräte, erfolgreich einzusetzen. Und doch ist es quch bei Ihnen notwendig, dahin zu kommen, daß Geräte und Maschinen die Arbeit im gärtnerischen Beruf erleichtern, um die Leistuna des einzelnen Menschen zu erhöhen. Dabei bin ich mir darüber klar, daß die Forderung auf Leistungs- Steigerung um fo schneller erfüllt wird, als für diese wirtschaftliche Forderung auch die wirtschaftliche Voraussetzung in bezug auf Preis- geftaltung gegeben ist. Es ist uns nie eingefallen, die Forderung auf Preiserhöhungen zu erheben, um höhere Gewinne zu erzielen. Was wir fordern müssen, ist, daß Gestehungskosten und Erlös miteinander im richtigen Verhältnis stehen. Z. B. steigen durch Verteuerung irgendeines Produktionsmittels die Unkosten in der Landwirtschaft oder im gärtnerischen Betrieb, und war bisher der Preis im Verhältnis zu den bisherigen Unkosten gerecht, so läßt sich eine Preiserhöhung nun nicht mehr vermeiden. Tut man das nicht, dann darf man sich nicht wundern, wenn trotz allen Wollens die Erzeugung auf diesem Gebiet zurückgeht. Dasselbe gilt für den Handel. Wir vom Reichsnährstand find die ersten gewesen, die die Forderung erhoben haben, den für die Verbraucher verteuernden und volkswirtschaftlich nicht notwendigen Zwischenhandel auszu« schalten und darüber hinaus die Handelsspannen zu gestalten, daß nicht ungerecht fertigte, müheM Gewinne entstehen. Es wäre aber falsch, etwa delsspannen soweit zu kürzen, daß der Händlers der Bewegung der Ware jedes Interesse Derart* Es ist nun einmal notwendig, neben dem Erzeuger einen g.e fünfen Verteilerapparat haben, der die Waren an den Drebraucher heran- bringt. • Zusammenfassend hob der Reichsobmann noch einmal hervor: Der Gartenbau wird innerhalb b£_r deutschen Ernährungswirtschaft einen immer g">' feeren Abschnitt einnehmen. Daraus ergibt sich Pr den Reichsnährstand die Folgerung, die Arbeit des Gartenbaues noch mehr zu fordern als bisher. Der deutsche Gartenbau seht sich zum großen Teil zusammen aus lausenden von Familienbetrieben, deren volkspolitische Ve- deutung wir nicht unterschätzen dürfen. Dert- volle deutsche Menschen sind in diesen Betrieben an kleinste Flächen Grund und Bodens gebunden. Damit hat der Gartenbau eine grofee kulturpolitische Bedeutung. Das ergibt sich vor allen Dingen aus der Auflockerung der Städte, wo in den klein- g ä r t en nicht nur Blumen, sondern auch Har- WegezurLeistungssteigerung im deutschen Gartenbau Eine Kundgebung auf dem Reichsgartenbautag in Stuttgart. Danzigs (Selbstbestimmungsrecht. Sauleiter Forster weist die Ansprüche Englands und Polens zurück. Oes Nordens Wille zur Neutralität. Die Versorgung mit Obst und Gemüse. NeichSobmann Behrens spricht zu den deutschen Gärtnern. 2. Die Frage Danzig und die Frage des Ostens wären längst ein Stück weiter, wenn sich die E n g- länber nicht im März dieses Jahres an die Polen gewandt hätte und sie zum Widerstand gegen Danzig und Deutschland auf gehetzt hätten. 3. Die Engländer und Franzofen mögen sich darüber im klaren sein, dafe die Bindung des Blutes stärker ist als alle Verträge, die einmal gegen das Reich und die Deutschen diktiert worden sind. Die Polen sind eine anmaßende und größenwahnsinnige Gesellschaft, die jeglichen Sinn für die Wirklichkeit und für reales politisches Denken verloren hat. Man müßte solchen Menschen wie die Polen, die zum größten Teile noch nicht einmal lefen und schreiben können, das Politikmachen überhaupt verbieten. Europa hätte nur den Nutzen davon. Die beste Antwort auf ihre lächerlichen und verrückten Reden und Schriften ist aber doch folgendes: Das Reich besteht aus 80 Millionen Menschen, die einer Rasse angehören. Das Reich hat die stärksie Armee der Welt mit den modernsten Waffen, und das deutsche Volk hat einen Führer, der weiß, was er will, und der entschlossen ift, die Ehre und die Freiheit und die Rechte aller Deutschen in Europa mit allen Mitteln sicherzustellen. Der Führer hat es in jahrelanger, mühseliger Arbeit fertig gebracht, daß 8 0 Millionen Deutsche in der Beurteilung solcher Lebens- fragen, wie sie die Danziger und die des Ostens darstellen, einheitlicher Auffassung sind. Ich nehme von dieser Kundgebung aus meiner Vaterstadt Fürth neue Kraft und neuen Glauben mit nach Danzig zurück und werde den Volksgenossen und Volksgenossinnen in Danzig sagen, daß ihre Heimkehr ins Reich, ganz gleich was kommen mag, eines Tages Wirklichkeit fein wird. gegenseitige Unterstützung auf vielen Gebieten vorbereitet. „Unfer gemeinsamer Wille zu einer feften unerschütterlichen Neutralität" fo erklärte der Minister, „könne nicht in Zweifel gezogen werden." Der schwedische Außenminister Sandler unterstrich, daß der Norden in dem Maße eine politische Realität sei, indem seine Völker davon überzeugt seien, ihr eigenes Bestes durch die Zusammenarbeit der nordischen Staaten zu wahren. Durch die Neutralitätspolitik, die die nordischen Staaten als gemeinsame Richtlinie aufgestellt hätten, wollten sie jeweils dem eigenen Volk und den gemeinsamen Lebensinteressen dienen. Sicherheit der inneren Grenzen des Nordens und Sicherheit nach außen feien dabei das tragende Prinzip. Der Zustand, in dem sich heute Europa befinde, und die glückliche politische Lage auf der skandinavischen Halbinsel seien ein schlagender Beweis dafür, daß ein guter Friede nicht durch Krieg zustandekäme. Nach dem Hinweis darauf, daß man mit dem Schwert keine Friedensverträge schreiben könne, betonte der Minister: Sollten die nordischen /Staaten ihre Freiheit verteidigen müssen, so würden sie die schlechten wie die guten Tage hinnehmen. Ihre Hauptsorge aber bleibe, den Frieden in Ehren im Norden und für den Norden zu wahren und in seinem Schutze die stolze Freiheit der nordischen Völker. kenbauerzeugnisse gewonnen werden. hier kommt die bisher in den Steinmauern der Großstädte lebende Familie in Verbindung mit dem Voden. Der großstädtische Mensch lernt die Erzeugungsschwierigkeiten im Kleinen kennen und gewinnt dadurch eine andere innere Haltung zur Natur und ihren Gesehen, mit denen der Bauer und Gärtner ständig zu rechnen haben. 600000 Teilnehmer am Schießdienst des NS.-Reichskriegerbundes. Der NS.-Reichskriegerbund gibt einen Ueberblick über den Stand des von ihm betriebenen Schieß- dienstes. Danach haben im letzten Jahr rund 600 000 Kameraden der dem Bund angeschlossenen Krieger- kameradschaften aktiv amSchießdienstteil- genommen. Im Besitz der Gliederungen des Bundes befinden sich über IIOOOeigeneSchieß- stände. Der Bau von 2300 weiteren ist in Vorbereitung. Der Bund verfügt in seinen Gliederungen über mehr als 45000 Kleinkaliber- büchsen. 1938 erwarben 35 374 Kameraden die bronzene, 16139 die silberne, 6855 die goldene und 2383 die große Ehrennadel des NS.-Reichs- kriegerbundks, während 530 Kameraden für wiederholt hervorragende Schießleistungen mit der Siegerplakette ausgezeichnet werden konnten. Die Zahlen bedeuten gegenüber dem Vorjahr eine außerordentliche Leistungssteigerung sowie ein Anwachsen der Beteiligung am Schießdienst des Bundes. Ein »Institut der NSDAP, zur Erforschung derIudenfrage^in Frankfurt Nach einer Meldung des „V. B." hat sich Reichsleiter Alfred Rosenberg entschlossen, in Frankfurt a. M. ein „Institut der NSDAP, zur Erforschung der Judenfraae" zu errichten. Frankfurt am Main besitzt in seiner Judaica- und Hebraica- Sammlung ein wertvolles Quellenmaterial zur Judensrage, das noch der wissenschaftlichen Bearbeitung harrt. Zur Auswertung dieses Materials hat die Stadt die gesamte Judaica- und Hebraica- Sammlung der NSDAP, zur uneingeschränkten Benutzung zur Verfügung gestellt und sich darüber bin- laus bereit erklärt, die Forschungsarbeit der NSDAP, »aut diesem Gebiet in jeder Weise zu unterstützen. Darauf beschloß Reichsleiter Rosenberg die Errichtung des .erwähnten Instituts. Die bisher in seinem Arbeits- Ibeveich auf diesem Gebiet tätigen Forschungsstel- rten werden nach Frankfurt a. M. übergeführt ^werden. Teileinigung im Sachalin-Konflikt. Moskau, 12. August. (DNB.) In Moskau «wurde in einer wichtigen Teilfrage des fowjet- ° russisch-japanischen Streites über Nordsachalin eine )E i n i g u n g herbeigeführt. Der Gewerkschaftsver- tdand der sowjetrufsischen Petroleumarbeiter verein- ibarte mit den Vertretern der japanischen Konzes- ssionsgesellschaft einen neuen zehnmonatigen ^Kollektivvertrag, so daß die bisher lahm- bgelegte diesjährige Ausbeute der Kohlen- iund Petroleumlager nunmehr von den -Konzessionsgesellschaften in Angriff genommen werden kann. Dabei wurde die ursprüngliche Forderung mach einer Lohnerhöhung um 40 v.H., die Vie Rentabilität der Konzession nach japanischer Auffassung in Frage stellte, auf 15 v. H. herab- gesetzt. Da die Arbeitssaison auf der Insel in» lolge der dortigen klimatischen Verhältnisse nur von Öunt bis September dauert, bleiben den japanischen Konzessionsgesellschaften nur noch wenige Wochen i.ur Ausbeutung der Petroleum- und Kohlenlager iübrig. Gleichzeitig bewilligten die Sowjetbehörden >*ie Einreiseerlaubnis für 300 japanische Arbeiter und 30 Angestellte, also die Hälfte der japanischen Arbeitskräfte, denen bisher das Einreisevisum nach Sachalin verweigert worden war. Die japanische Militärabordnung nach Tientsin zurückgekehrt. Tokio, 14. August. (DNB. Funkspruch.) Die Abordnung der Tientsinarmee für die Tokioter Konferenz unter Generalmajor Muto ist heute nach Tientsin z u r ü ck g e k e h r t, da, wie Muto er- Ülärte, „die Delegation ihren militärischen Pflichten m Tientsin nachkommen muß, statt hier in Tokio darauf zu warten, bis London neue Instruktionen tchickt". Muto erklärte, daß ohne die Zustim- mung der Armee keine bindenden Abmachungen zwischen London und Tokio getroffen werden könnten. Kunst und Wissenschaft. Mozart und Johann Strauß in den Salzburger Festspielen. Salzburg, 14, Aug. (DNB, Funkspruch.) Drei musikalische Darbietungen am Samstag unb am :,:onntag zeigten die innere Spannweite ber Salz- r g e r F e st s p i e l e. In Kirchen, Theater und ü'onzertsaal wurden Spitzenwerte geistlicher Musik, " 2;-r Oper und der künstlerischen Tanzmusik gespielt, ^men besinnlich ernsten Ton schlug im vorwiegend t-nter gestimmten Akkord der Festspiele die Messe ’ c-moll von Mozart an. Die barocke Stifts- W 3U St. Peter wo der 27jährige Mozart selbst dm giert hat, bot den Rahmen für eine künstlerisch hochwertige Aufführung, unter Meinhard v Zal- ! ngers Leitung. Im Lustspielhaus wurde Mo- prts „H o ch z e i t d e s Figaros", italienisch qe- simgen, von einem aus deutschen und italienischen S instlern gebildeten Ensemble unter der musikalischen kntung Hans Knappertsbuschs gegeben. Rotzen Jubel, der zu Wiederholungen und Zünden zwang, entfesselte Clemens Krauß, der mit brn Wiener Philharmonikern eine Auswahl aus bcn schönsten Melodien von Johann Strauß zum Vertrag brachte. „Pour le auch in Venedig erfolgreich. JB e n e b i g, 12. Aug. (DKK.) Auch der zweite v'ielfilm, den Deutschland auf der Internatio- ’ I e n Filmkunst schau zeigte, wurde vom slblikum mit stärkstem Beifall ausgenommen. Der ircer der Spielleitung von Karl Ritter gedrehte I ' wsn „Pour le m e r i t e " überzeugte auch das ^nationale Publikum des Lido durch die Dar- rllung des heldischen Geistes, der die in ihrer Ulchlossenheit spannend ablaufende Handlung be- ^it. Einen vollen Erfolg für den deutschen Kultur- 4m brachte auch die Nachmittagsoeranstaltung am ximstag, in der die vier Ufa-Kulturfilme „Wis- Im Geist von 1914. Großadmiral Raeder spricht auf dem ersten Großdeutschen Bundestag des NGD.-Marinebundes. D resd en, 12. Aug. (DNB.) Im Ausstellungspalast fand am Samstagnachmittag die Hauptversammlung des NSD.-Marinebun- des statt. Zunächst begrüßte der Bundesführer, Konteradmiral z. V. Hintzm ann, die Abordnungen Italiens, Spaniens und Ungarns und die Ehrengäste. Großadmiral Dr. b. c. R a e d e r brachte feine Freude zum Ausdruck, daß er an diesem ersten Marine-Bundestag im Großdeutschen Reich teilnehmen könne. Der Marinebund stehe als Je^rir Aückhalt der Kriegsmarine im deutschen Volk. Dieses Rückhaltes bedürfe die Kriegsmarine im besonderen Maße, da sie über feine Or- aamjation im Jnlande verfüge und hier nur in beschränktem Umfange durch persönliches Auftreten des aktiven Personals wirken könne. Die Werbung für Kriegsmarine und deutsche Seegeltung sei in erster Linie durch den Marinebund durchzuführen. Nach Erstattung des Rechenschaftsberichtes gab der Bundesführer einen Rückblick über die Entwicklung bes Bundes und forderte enge Zusammenarbeit mit ben Kameraden von den anderen Wehrmachtsteilen, mit Marine-SA. und Marine-HI. Auf dem Königsufer fand bann die Weihe von 90 Flaggen des NSD.-Marine- b und es statt. Mit den Kameradschaften des Mavinebundes hatten Abordnungen des Reichs- kriegerbundes, der Marine-SA., der Marine-HI., des NSFK. und der Technischen Nothilfe sowie des Reicbsarbeitsdienstes Aufstellung genommen. Dann marschierten unter großem Jubel eine Kompanie ber Kriegsmarine, bie 13. Schiffsstammabteilung Saßnitz, weiter eine Kompanie bes Heeres und eine Abteilung der Luftwaffe auf. Nach dem Einmarsch der Fahnen des Marinebundes erschien Großadmiral Dr. h. c. Raeder mit Admiral a. D. Souchon, dem Ehrenführer des NSDMB., Reichskriegerführer ---Gruppenführer General der Infanterie Reinhardt, dem Äopimanbierenben General des IV. Armeekorps, General der Infanterie von Schwedler, und SA.-Obergruppen- führer Schepmann. Der Führer des NSDMB., Konteradmiral z. V. Hintzmann, weihte die neuen Kameradschaftsflaggen. Der erste Dienst der neu geweihten Flaggen galt den 34 000 Marinekameraden, die für Deutschland gefallen sind, und all denen, bie im Kampf für bas neue Deutschland ihr Leben gelassen haben. — Reichskriegerführer ---Gruppenführer General ber Infanterie Reinhardt erinnerte bann an den heldenhaften Kampf des kleinen Kreuzers „Dresden" im Weltkriege. „Daß Sie", so wandte sich der Reichskriegerführer an bie Verbände, „ebenso kämpfen werden, wenn der Führer einmal ruft, das weiß ich, und so begrüße ich Sie im Namen aller gedienten Soldaten und im Namen des Reichskriegerbundes." Von stürmischem Beifall begrüßt ergriff nunmehr der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Großadmiral Dr. h. c. Raeder das Wort. Das Zusammenfällen des diesjährigen Bundestages mit den Gedenktagen des Ausbruches des Weltkrieges vor 25 Jahren, so sagte der Großadmiral, gebe dem Tage eine um so ernstere Bedeutung, als in gleicher Weise wie 1914 auch heute wieder die uns feindlich gesinnten Mächte am Werk seien, um eine Einkreisung gegen uns zustandezubringen, die dem Großdeutschen Reiche bie Lebensmöglichkeiten gewaltsam abschneiden, es burch ein noch schlimmeres Diktat als bas von Versailles von der Weltkarte auslöschen solle. Wir alle wissen, daß diese Hoffnungen unserer Gegner, deren eigentlicher Leiter auch diesmal Großbritannien ist, von vornherein zum Scheitern verdammt sind! Denn unser Führer hat in langjähriger zäher Arbeit die große deutsche Volksgemeinschaft geschmiedet, an deren Geschlossenheit alle Versuche, im deutschen Volke Zwietracht zu säen und dadurch feine Widerstandskraft zu erschüttern, scheitern werden. Der Führer hat dem deutschen Volk eine Rüstung geschaffen, bie berjenigen unserer Gegner burch die Schärfe ber Waffen sowie die gründliche Ausbildung und vorbildliche Einsatzbereitschaft derer, die sie führen, mehr als gewachsen fein wird. Die geniale Politik aber hat uns ftarfe und verläßliche Bundesgenossen und Freunde geworben, die — sei es mit den Waffen an unserer Seite oder durch wohlwollende Neutralität — uns im Kampf unterstützen würden, wenn die Gegner den Frieden brechen sollten. Deshalb sieht heute'das deutsche Volk ohne Nervosität, ohne Kriegsfurcht oder gar Psychose in unerschütterlichem Vertrauen auf seinen Führer und auf feine Kraft der Zukunft entgegen. Der Führer hat in klarer Erkenntnis und Anerkennung der Tatsache, daß ein Großdeutsches Reich ohne eine Harte Flotte nicht b e - st e h e n kann, bei der Herstellung ber Wehrfreiheit den Aufbau einer vollwertigenKriegs- marine befohlen und widmet ihr starkes Interesse und tatkräftige Förderung. Möge ber Geist, der 1914 alle Besatzungen ber kaiserlichen Marine beseelte, seine Auferstehung erleben, wenn einmal ber Führer gezwungen sein sollte, die junge Kriegsmarine zur Verteidigung des Großdeutschen Reiches einzusetzen. Dann wird sie gemeinsam mit den anderen Wehrmachtsteilen, gemeinsam mit ber großen deutschen Volksgemeinschaft unter ber Führung unseres obersten Befehlshabers einstehen für des Großdeutschen Reiches Ruhm und Ehre, wie es einst die Kameraden im Weltkriege getan. Daß wir alle bann unser ganzes Können und unsere ganze Persönlichkeit einsetzen werden für bie Ehre und Sicherheit des Vaterlandes, sei heute unser Gelöbnis. Nach der Kundgebung begab sich ber Oberbefehlshaber ber Kriegsmarine nach dem Rathaus, wo die am Bundestreffen teilnehmenden Verbände an ihm vorbeimarschierten. Anschließend fand ein Empfang im Rathaus statt, an dem mit dem Großadmiral alle führenden Persönlichkeiten, die sich in Dresden zum Marinebundestag eingefunben hatten, teilnahmen. Mit einem Marinekonzert und weiteren Traditionstreffen fand das Marinetreffen seinen Abschluß. tungsschule eröffnen, da bie Schule in Schloß Heiligenberg schon seit längerem der Zahl der An- Meldungen nicht aenügf. Das frühere Kloster Tie- senthal im Rheingau ist jetzt für diesen Zweck vom BDM. übernommen worden. Die Jnstand- setzungsarbeiten wurden bereits begonnen. Ab Apnl 1940 werden Kurse in dieser Haushaltungs- schule beginnen. Grohfeuer in spanischer Universitätsstadt. In der Nähe von Madrid, in der historischen spa- nischen Universitätsstadt Alkala de Henares, in der bis vor rund einem Jahrhundert auch die jetzige Madrider Universität untergebracht war, entstand im geschichtlichen Archiv ein Großfeuer, das mit unheimlicher Geschwindigkeit um sich griff. In den angrenzenden Gebäuden besindet sich u. a. ein großes Munitionslager, vor allem mit Tankgeschos- |en, und der größte spanische Lagerraum für Ersatzteile von Panzerwagen. Die Löscharbeiten der Feuerwehr wurden von der Bevölkerung, vor allem der Falange, nach Kräften unterstützt, so daß ein Togal ist hervorragend bewähr» bei Nerven- und Hl Jn auch Apotheken Rheuma Ischias gegen Nerven- Schmerzen Unzähligen haben Togal-Tabletten rasche Hilfe gebracht. Die hervorragende Wirkung des Togal ist von Ärzten u. Kliniken seit 25 Jahren bestätigt. Keine unangenehmen Nebenwirkungen. Haben auch Sie Vertrauen u. machen Sie noch heute einen Versuch — aber nehmen Sie nur Togal Kopfschmerz Hexenschuß Erkältungen Teil des Klosters San Fernando gerettet werden konnte. Alle historisch wertvollen Dokumente des Archivs, die zum größten Teil unersetzlich sind, fielen den Flammen zum Opfer. Bei dem Versuch, Vestände aus dem Archiv zu retten, wurden mehrere Feuerwehrleute verletzt. Man vermutet, daß das Feuer auf Brandstiftung zurückzuführen ist, und hat unverzüglich bie Fahndung nach den Verbrechern ausgenommen. Man rechnet damit, daß die Spur zu einer kommunistischen Geheimorganisation führen wird. Französisches Ulilifäraufo in Marokko verunglückt. Ein Schnellastwagen des französischen Heeres stürzte auf der Fahrt von Meknes nach Jfrana in Marokko infolge Bruchs der Steuerung in einen Graben. Drei Soldaten wurden auf ber Stelle g e - tötet und fünf weitere schwer verletzt. Kleine politische Nachrichten. Für den nationalsozialistischen Freiheitskämpfer Otto Planetta wurde in Wien in Anwesenheit von Gauleiter Bürckel eine Büste Enthüllt. Otto Planetta war nach ber Julierhebung im Jahre 1934, in ber er an dem Handstreich auf das Bundeskanzleramt teilnahm, znm Tode durch den Strang verurteilt worden. ♦ In Moskau traten am Sonntag bie Mili - tär Missionen zweimal zu mehrstündigen Beratungen zusammen. Die Konferenzen sotten jetzt regelmäßig zweimal täglich veranstaltet werden. Die Sowjetpresse macht jedoch über den Gang ber Ver. Handlungen keinerlei Mitteilungen. Auch in englisch- französischen Kreisen werden über die Arbeit der Militärmissionen keinerlei Angaben gemacht. ♦ senschaft weist neue Wege", „Symphonie ber Wolken", „Münster, Westfalens schöne Haupt st a b t" und „Das Wort aus Stein" gegeben wurden. So stark war der Andrang des Publikums, daß Hunderte von Menschen wieder weggehen mußten, da das Haus die andrängenden Massen nicht fassen konnte. Nach jedem einzelnen Film und auch während der Vorführung brausten Stürme des Beifalls durch den Saal. In dem Film „Derniere Jeunesse" (Letzte Jugend) von Jeff Mufso brachte Frankreich in Gemeinschaftsproduktion mit Italien ein Werk zur Aufführung, bas ein Stück aus dem Leben herausgreift, wie es sich überall und jederzeit abspielt. Unter den ausländischen Kulturfilmen verdient ein italienisches Werk über die Engelsburg in Rom das höchste Lob. Ungarn zeigte einen Film über die dem Lande wiedergewonnenen Nordprovinzen, die Südafrikanische Union einen Film über die Goldbergwerke am Witwafersrand. Der Dramatiker Sigmund Graff erhalt den Alainfränkifchen Kunstpreis. Mit Zustimmung des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda wurde zum Träger des diesjährigen Mainfränkischen Kunstpreises für Schrifttum und Dichtung der Dichter Sigmund Graff bestimmt. Die Ueberreichung des Preises erfolgte im Rahmen des mainsränki- chen Dichtertresfens am 27. August in Amorbach. * Grafs, am 7. Januar 1898 in Roth bei Nürnberg geboren, ist vor allem durch fein Kriegsstück „Die endlose Straße" bekannt geworden. Von seinen übrigen Dramen seien genannt „Mary und Lisa" (in Gießen uraufgeführt), „Die Heimkehr des Matthias Bruck", „Die einsame Tat", „Begegnung mit Ulrike" und „Primanerin" (auf dem Spielptan des Gießener Stadttheaters für 1939/40.) Graff wurde bereits 1933 mit dem Dietrich-Eckart-Preis ausgezeichnet. Universität halle erhält ein neues Physiologisches Institut. Mit dem Bau eines neuen Physiologischen I n st i t u t s in Halle, das mit einem Kostenaufwand von über einer Million RM. in der Nähe der Kliniken errichtet werden soll, ist jetzt begonnen morden. Das Institut wird eine chemische und eine physikalische Abteilung erhalten, im besonderen auch zahlreiche Laboratorien für Stoffwechseluntersuchungen und große Hör- und Kursussäle. In ■ einem Flügel werden Tierställe zur Unterbringung der Objekte für bie Tierversuche eingerichtet. Nach zweijähriger Bauzeit wird dem Leiter des Instituts, Geheimrat Professor Dr. Emil Abderhalden, für eine und seiner Mitarbeiter Forschungsarbeit ein vorbildliches Heim zur Verfügung stehen. Hebet 200 000 Besucher ber großen Kunstausstellung in München. Die große deutsche Kunstausstellung im Hause der deutschen Kunst zu München erfreut ich eines anhaltend lebhaften Besuches. In den vier Wochen seit der Eröffnung wurde bie Schau von mehr als 200 000 Menschen besucht. Neben der Münchener Bevölkerung machen Tag für Tag viele auswärtige Besucher und zahlreiche Ausländer einen Rundgang durch die Ausstellung. Bis jetzt wurden etwa 400 Arbeiten mit einem Gesamtwert von einer Million Reichsmark verkauft. Damit hat mehr als ein Drittel aller Ausstellungsgegenstände einen Läufer gefunden. Aus aller Welt. »Graf Zeppelin" in Eger. Bei schönstem Sommerwetter gestaltete sich am Sonntagnachmittag die erste Landung des „Gra Zeppelin" im Sudetenland auf dem Flugplatz in Eger zu einem eindrucksvollen Ereignis, das 80—100 OÖO begeisterte Volksgenossen erlebten. Das Luftschiff traf gegen 17 Uhr in Eger ein und machte drei elegante Schleifen, von denen eine der Begrüßung des zur Ze^it bei Eger errichteten Lagers von 1 200 Hitlerjungen aus Hessen-Nassau galt. Dann vollzog sich um 17.30 Uhr bie Landung. Der Führer des Luftschiffes, Kapitän S a m m t, wurde vom Reichsstatthalter und Gauleiter Konräd Henlein willkommen geheißen. Nach einer Begrüßungsansprache des Oberbürgermeisters von Eger gab Kapitän Sammt seiner Freude über den begeisterten Empfang Ausdruck. Um 18.30 Uhr erhob sich LZ 130 unter dem Jubel ber Zuschauer wieder in die Lüfte, um nach Frankfurt a. M. zurückzukehren. Die Landungsfahrt war umrahmt von einem abwechslungsreichen Programm fliegerischer Vorführungen ber Luftwaffe und des NSFK., wobei auch eine Kampfitaffel von in Spanien eingesetzt gewesenen Messerschmitt- maschinen ber Legion Condor mitwirkte. Es wurden Kunstflüge, Segelflüge und auch ein Fallschirmabsprung gezeigt. Das Luftschiff ist um 22 Uhr im Luftschiffhafen Rhein-Main glatt gelandet. Sabotage verursacht schweres Eisenbahnunglück in Amerika. N e u y o r k, 13. Aug. (Europapreß.) Ein Eisenbahnunglück, das sich am Sonntag in der Nähe von Harney im Staate Nevada ereignete, forderte bisher 19 Tote und über 60 Verletzte. Es handelt sich um den Luxuszug ber Southern Pazific Railway „City of Francisco", der entgleiste und auf einen Felsen auffuhr. Alle Wagen schlugen um. Von der Stadt Carlin sind Hilfszüge abgeaangen. Das Unglück ist, wie von der Eifenbahngesellschaft festgestellt wird, einwandfrei auf Sabotage zurückzuführen. Die Schienen an der Unglücksstelle seien gelockert gewesen. Die Bolzen der Schwellen seien mit großer Vorsicht entfernt worden, so daß das automatische Warnungssignal nicht in Funktion treten konnte. Don den Tätem fehle vorläufig jede Spur. Schweres Eisenbahnunglück in Rumänien. Bukarest, 13. August. (Europapreß). Auf ber Strecke Herrmannstadt—Bukarest ereignete sich am Sonntagfrüh auf der Station Peto-Aia ein schweres Eisenbahnunglück. Infolge verspäteter Weichenstellung fuhren neun Wagen eines Personenzuges in ein falsches Gleis und stürzten um. Dabei wurden nach den ersten Meldungen dreizehn Personen auf ber Stelle getötet, acht schwer unb 35 leicht verletzt. Da ber Zustand ber Schwerverletzten zum Teil sehr bebenklich ist, muß mit einer Erhöhung ber Zahl ber Toten gerechnet werden. Der Verkehr wurde an ber Unglütfsftätte auf mehrere Stunden unterbrochen. Neue BDBL-haushallungsschule in Tiefenthal. NSG. Neben der bereits bestehenden, ber Ober- gauführerinnenschule Schloß Heiliaenberg ungegliederten Haushaltungsschule wird per BDM.-Ober- gau Hessen-Nassau eine zweite Haush al- Zu mehrwöchigen Flottenübungen werden, wie die „Times" aus Singapur berichtet, in den nächsten Tagen das Flugzeugmutterschiff „Eagle", zwölf Unterseeboote unb drei Kriegsschiffe ber China-Station, deren Namen noch nicht bekanntgegeben wurden, erwartet. Eine Anzahl Bombenflugzeuge ist am Wochenende in Singapur eingetroffen. Es sollen noch weitere Bomber folgen. Am 17.August wird die ägyptische Militärabordnung nach der Türkei abreisen, um dort den Manövern beizuwohnen. — Den ägyptischen Manövern am 15. unb 16. August wird eine Militärabordnung aus dem Irak beiwohnen. In Viipuri sanden die großen finnischen Armeemanöver mit einer Parade, an der auch Generalfeldmarschall Mannerheim teilnahm, ihren Abschluß. Das Manöver, das größte, das in Finnland bisher abgehalten wurde, legte dar, daß Finnland gewillt und imstande ist, sich selbst in jeder Weise ohne fremde Hilfe zu verteidigen. * An Stelle des von feinem Posten abberufenen Grafen Viola ist der aus dem spanischen Bürgerkrieg befannte General Gamdarcr zum italie- nischen Botschafter bei der spanischen Regierung ernannt worden. Die polnische Starostei in Sanok hat 131 Ukrainern aus dem Kreise Stryj in Ostgalizien die polnische Staatsbürgerschaft entzogen. Bei den Ukrainern handelt es sich um Jahrgänge zwischen 1920 unb 1922. Wetterbericht Während in Mittel- unb Ostdeutschland im Bereiche einer kühleren Nordwestströmung noch immer einzelne Regenfälle auftreten, ist im Westen und im Süden des Reiches Hochdruckeinfluß vorherrschend, ber sich auch weiterhin behaupten wird, so baß mit ber Fortbauer des vielfach heiteren und trockenen Wetters gerechnet werden kann. Vorhersage für Dienstag: Morgens vielfach dunstig ober neblig, sonst heiter bis wolkig, trocken, nachts frisch, mittags warm, veränderliche Winde. VorhersagefürMittwoch: Fortdauer des herrschenden Wettercharakters. Lufttemperaturen am 13. August: mittags 19,3 Grab Celsius, abenbs 14,4 Grad: am 14. August: morgens 10,4 Grab. Maximum 20,6 Grab, Minimum heute nacht 7,8 Grab. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. August: abends 19 Grad; am 14. August: morgens 14 Grab. — Sonnenscheindauer 6,6 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik unb die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; ür Stabt Gießen, Provinz unb Wirtschaft: Emst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VII. 1939: 8855. Druck und Verlag: Brühlsche Unioerfitäts« druckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Mo- natsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zu- tellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzel- verkausspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4‘ vom 1. September 1937 gültig. GLORlfl Erstaufführung Heute Montag von seinem langen Leiden Gießen, den 14. August 1939. 5543D ..'o * Frau Anna Engel, geb. Panz Gießen (Am Sandfeld 11), den 14. August 1939. 03930 LICHTSPIELHAUS Morgen, Dienstag, am 15. August Bahnhofstraße Wiedereröffnung der neue Willi FOTSt-Film Ich bin Londorf, den 13. August 1939. Sebastian Ott Ein mitreißender Kriminalfilm mit großer Besetzung 5542 A Von der Reise zurück I Verschiedenes 6472V 03927 raschendl RM. 1.85. 5064 D POLAST DOPPELHERZ Ä 3. (9 3 Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 15. August, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof in Gießen statt Beerdigung: Dienstag, den 15. August, nachmittags 2.45 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 15. August, nachmittags 4 Uhr statt. im Alter von 42 Jahren nach langem schweren Leiden am Sonntagmorgen 6.30 Uhr zu sich in die Ewigkeit zu rufen. Heute verschied nach längerem Leiden meine liebe Frau, unsere liebe Mutter und Großmutter Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau S. Henzerling, geb. Bierau. Salon Höchberger, Abt« ihmnb von Zeichnungen eine klare Uebersicht über die eiszeitlichen Kulturen und Menschen in ihren Beziehungen zueinander und geht dabei unserer Herkunft nach. — Auch im August wird noch gereift und gewandert: Anregungen zur Naturbeobachtung geben die mit Bildern aus gestatteten Aufsätze von Peter Kuhlemann „Im Watt", von Dr. H. Splitter „Die Verwertung der Kreide von Rügen" und von Erna Mohr „Allerlei Fragen bei der Beobachtung von Spitzmäusen". Energischer als je gilt es, den Kampf gegen Schädlinge aufzunehmen und durchzuführen: Professor Dr. K. Th. Andersen widmet dem gestreiften Blattrandkäfer, einem „Schädling unferer Hülfenfrüchte", und Dr. von Frankenberg der Lebensgeschichte der Schmeißfliege bebilderte Aufsätze. Die kleinen Beiträge aus allen naturwissenschaftlichen Gebieten, die kurzgefaßten Forschungsergebnisse, die Bücherschau und die Preisfrage beschließen das Heft. Wichtig für die Volkskartei. Schwerhörig ist nicht körperbehindert! In der Zeit vom 13. bis 19. August findet in allen Gemeinden des Altreichs die Ausfüllung der Volkskarteikarten statt. Die Fragespalte 4 sowohl der Dolkskarteikarten für männliche als auch der für weibliche Personen hat folgenden Wortlaut: „Sind Sie dauernd körperlich behindert? Wodurch? Liegt amtlich festgestellte Erwerbsbeschränkung vor?" Der Reichsbund der deutschen Schwerhörigen hat den Reichsminister des Innern nun darauf aufmerksam gemacht, daß die Schwerhörigen sich nicht als körperbehindert betrachten, da sie, auf den rechten Arbeitsplatz gestellt, in jeder Hinsicht vollwertige Arbeit leisten. Es sei deshalb im Hinblick auf den Zweck der Volkskartei wünschenswert, die Schwerhörigen besonders darauf aufmerksam zu machen, daß sie diese Eigenschaft in der Volkskarteikarte angeben. Die Volkskartei soll die Behörden, für deren Zwecke sie dient, instandsetzen, sich über die Persönlichkeit ejnes jeden und seine Geeignetheit für eine besondere Verwendung wenigstens ein vorläufiges Bild zu machen. Da Schwerhörigkeit die Art der Verwendung beeinflussen kann, werden dem Wunsche des Reichsbundes der deutschen Schwerhörigen entsprechend die Schwerhörigen ausdrücklich ersucht, diese Eigenschaft bei Ausfüllung der Dolkskarteikarte mit anzugeben. Die bei der Erfassung der Volksgenossen in der Volkskartei tätigen Helfer werden ebenfalls gebeten, hierauf zu achten. und in gleicher Weise mit Schwefelkohlenstoff behandelt. Die oom Käfer befallene Fläche wird durch Schilder markiert. Der Zutritt ist polizeilich verboten. Für die verschiedenen Bekämpfungsmaßnahmen wurde eine dem Kartoffelkäferabwehrdienst zur Verfügung stehende und mit allem notwendigen Material und Arbeitsgeräten ausgestattete Arbeitskolonne ein-gesetzt. Ein universell ausgerüsteter Lastkraftwagen enthält eine Motorfüllpumpe, 10 Rückenspritzen, einen großen Bottich für die Mischung der Kalkarsen-Spritzbrühe, mehrere Injektoren für die Schwefelkohlenstoff-Behandlung des Bodens und einen Tank für 800 Liter Wasser. Für die Kalkarsen-Spritzung werden für den Morgen Land etwa 200 bis 250 Liter Spritzbrühe gebraucht. Die Außenstelle Gießen des Kartoffelkäfer-Abwehrdienstes, die unter Leitung von Dr. Hahn steht, erfaßt als Arbeitsbezirk drei Kreise, und zwar den Kreis Gießen, den Kreis Wetzlar und den Kreis Oberlahn. Bisher wurden im Kreis Gießen insgesamt zehn Kartoffel, käferherde festgestellt. In den beiden anderen Krej. sen wurden zusammen 70 verschiedene Schädlings» Herde entdeckt und bekämpft. Innerhalb des Stadt- bezirks Gießen-Wieseck ist der Herd unweit der Badenburg das erste Auftreten des Schädlings. Em ganzer Vorort im Kampf gegen den Kartoffelkäfer. Nachdem am Freitag und Samstag in der Ge- markung Gießen-Wieseck in der Nähe der Badenburg der Kartoffelkäfer gefunden wurde, setzte am gestrigen Sonntagvormittag eine Großsuchaktion ein. Aus jedem Haushalt des Vororts Wiefeck mußte ein Erwachsener antreten, und dadurch beteiligten sich rund 1000 Personen an der Suchaktion. An der Stelle, wo bereits am Freitag ein Käfer und verschiedene Larven gefunden wurden, fand man nochmals einen Käfer und verschiedene Larven. Schutungstagung der Kaninchenzüchter. Bei einer Schulungstagung der Kreissachgruppe Gießen der Kaninchenzüchter, die am gestrigen Sonntag im „Burghof" stattfand, berichtete Kreisfachgruppenleiter Ludwig Kreiling über die Landesfachgruppentagung in Darmstadt. Anschließend gab er die Richtlinien für die Arbeit im neuen Jahr aus. Dabei stellte er die Notwendigkeit in den Vordergrund, alle Kaninchenzüchter organisatorisch zu erfassen, um die den Kaninchenzüchtern aufgetragenen Ziele zu erreichen. Die Kaninchenzucht bedeute eine starke Reserve für die Fleischversorgung des Volkes, so daß jeder Kaninchenzüchter und Kaninchenhalter sich seiner Verpflichtungen gegenüber der Volksgemeinschaft bewußt sein müsse. Eine besondere Forderung an jeden Verein sei es, daß er auch die Zucht der Angorakaninchen betreibe. lieber das Thema „Die praktische Anwendung der, Erkenntnis der Vererbungslehre zur Leistungssteigerung" sprach Zuchtlchrer W a g e n k n e ch t (Frankfurt a. M.). Er schilderte die Zuchtverfahren, durch die Hochleistungsfamilien gefajaffen werden sollen, damit jedem Züchter ein Zuchttier in die Hand gegeben werden kann und im Notfälle durch eine Vermehrungszucht die Fleischversorgung des Volkes entlastet wird. lieber „Die wirtschaftseigene Futtergrundlage" sprach Schultheiß (Lollar), der die Vorratswirtschaft als eine Notwendigkeit für den Züchter hervorhob. Er vermittelte auf Grund seiner Erfahrungen viele praktische Kenntnisse und empfahl den Bau von Silos, die der Kaninchenzüchter ohne große Mittel sich selbst anlegen kann. Zum Thema „Die Frau in der Kaninchenzucht" sprach Kreiling (Gießen), lieber die praktischen Arbeiten hinaus müsse die Frau wissen, daß die Wirtschaftlichkeit der Zucht nicht nur in der Gewinnung der Erzeugnisse, sondern vor allem in einem gesunden, im Geschmack erstklassigen Fleisch liege. Auch der Nachwuchs müsse rechtzeitig herangebildet werden; denn die Kleintierzucht sei ein Gebiet, auf dem schon die Kinder zu tatkräftiger Arbeit herangezogen werden könnten. In der Mittagspause fand eine rege Aussprache statt. Dann sprach Schultheiß (Lollar) über die „Verwertung, Bewertung und Erfassung der Kaninchenfelle". Er stellte fest, daß sich die Gleichmäßigkeit in Größe und Farbe bereits vorteilhaft bemerkbar macht, und wies auf das Ziel hin, die Hcrauszüchtung guter, dichter Unterwolle. Die Reichsfachgruppe hat angeordnet, daß kein Fell, auch das geringste, verloren geht, sondern alles restlos abgeliefert wird. Schließlich sprach Falk (Hungen) noch über „Herdbuch- und Dermehrungszucht". Er stellte die früheren Ziele, die auf Form und Farbe eingestellt waren, den heutigen Leistungszielen gegenüber. Eingehend besprach er dann die Ziele der Herdbuchzucht und die Möglichkeiten, anerkannter Herdbuchzüchter zu werden. In einem weiteren Vortrag über „Die Wollgewinnung und Wollsortierung" zeigte Falk das Scheren des Angorakaninchens und stellte das Ziel jedes Angorazüchters heraus, möglichst große Mengen erstklassiger Wolle zur Ablieferung zu bringen. Energischer Kamps gegen den Kartoffelkäfer. Erstes Vorkommen in der Gemarkung Gießen. — Auffindung durch Wiesecker Schulkinder. Arn Freitagnachmittag waren Wiesecker Schulkinder unterwegs, um in Kartoffelfeldern unweit der Badenburg nach dem Kartoffelkäfer zu suchen. Dank der Aufmerksamkeit der Kinder gelang es, einen Herd des Schädlings aufzuspüren. Sofort wurde der Flurschütz benachrichtigt, der seinerseits die Außenstelle Gießen des Kartoffelkäferabwehrdienstes in Kenntnis setzte. Sofort und nur kurze Zeit später trafen die Beauftragten des Abwehrdienstes an der Fundstelle ein und suchten das betroffene Feld ab. Da inzwischen die Dunkelheit hereingebrochen war, wurde die Sucharbeit am Samstagmorgen fortgesetzt. Es wurden zwei ausgewachsene Kartoffelkäfer, etwa 100 Larven und Puppen und ein frisches Eigelege gefunden. Noch im Laufe des Samstags wurde dann auf dem Kartoffelfeld, auf dem der Käfer angetroffen wurde. eine Kalkarsen-Spritzung durchgeführt. Das Kälk- arfen, ein Fraßgift, hat den Tod derjenigen Larven und Käfer zur Folge, die Blätter benagen, die von diesem Gift in hauchdünner Schicht bedeckt sind. Am heutigen Montagmorgen wurde die Hauptfundstelle, der Herd, eine Fläche von etwa zwölf Quadratmeter, völlig umgegraben, nochmals nach Puppen abgesucht und dann mit Schwefelkohlenstoff entseucht. Der Schwefelkohlenstoff, der mit sogenannten Injektoren etwa 20 Zentimeter tief flüssig in den Boden gebracht wird, verbreitet sich gasförmig in der Erde und tötet dort alle Puppen. Auf einen Quadratmeter werden dabei etwa 500 ccm Schwefelkohlenstoff (überaus feuergefährlich) gebracht und damit eine absolut sichere Wirkung erzielt. Das Kartoffelkraut, an dem sich eventuell noch Eier oder Larven befinden können, wird tief vergraben Oer Adolf-Hitler-Marsch -es Gebietes Hessen-Nassau. fMMKFURT iNAU main; IFFEN8UR6I 8AVMUTH MM6ER0 e» 1> QtLtamJto'lt OfÜMANNHElM IU0WIÜHAFEN /UEIDELßERfi Marschstreike der öedister hassen Nassau 1151 " ubfrnoarlvnqSorte = Rarteortr $O ttormtrna/t/ea NSG. Der Adolf-Hitler-Marsch des Gebietes Hessen-Nassau der Hitler-Jugend beginnt am 17. August in Darmstadt mit einer Kundgebung und führt über Pfungstadt, wo am Grabe des ermordeten Hitlerjungen Ehr. Croßmann eine Gedenkfeier ftatb findet, nach Oberramstadt, Höchst i. O. und weiter in das Gebiet Franken. Bei dem Marsch quer durch den Spessart sind Sommerau-Eschau und Markt- Heidenfeld Uebernadjtungsorte, dann führt die Strecke weiter über Würzburg, Kitzingen nach Nürnberg, wo die Marscheinheit am 29. August eintrifft Zwei Tage später wird sie zusammen mit den übrigen Kameraden aus dem Reich mit dem Vorbeimarsch an den Führer den Reichsparteitag eröffnen. Rundfunkprogramm. TNonlag, 14. August. 13.15 Uhr: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Wir blättern in unferm Aufnahmealburn (IV). (Eigenaufnahmen des Reichssenders Frankfurt.) 16: Nach- mittaaskonzert. Das kleine Orchester des Reichssenders Breslau. 17 bis 17.10: Neues für den Bücherfreund. 18: Tiere im Scheinwerferlicht. Stippvisite im Zirkus. 18.30: Soldaten — Kameraden. Der Abschied in der Soldatengeschichte. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: Der Freischütz. Romantische Oper in 3 Akten von Carl Maria von Weber. 22.35: Nachrichten. 22.45 bis 24: Unterhaltung und Tanz. Dienstag, 15. August. 5 Uhr: Frühmusik. Akkordeon-Quartett Erich Hübsch, Schrammelgruppe Horst Konrad Müller. 5.50: Bauer, merk auf! 6: Morgenspruch — Nachrichten. 6.30: Gymnastik. Frühkonzert. Ausführung: Das Trierer Unterhaltungsorchester. $n der Pause 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. 10: Schulfunk. Rübezahl und die drei Studenten. Nach einer alten Volkssage. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. Das große Orchester des Reichssenders Frankfurt. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch (Industrie-Schallplatten und Eigenaufnähmen). 16: Nachmittagskonzert. Das Kurorchester Bad Salzschlirf. Einlage 17 bis 17.10: Das Mikrofon unterwegs. 18: Volk und Wirtschaft: Deutschlands Kunden und Lieferanten. 18.15: Er stellt sich vor...? 18.30: Kleines Konzert. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Fahrt durch den Sommer... mit unseren Mädeln der Mnö- funkspielschar Frankfurt a. M. der Hitlcr-H^/^. 20: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. Anschließend: Hier spricht die Reichsgartenschau. 20.15: In froher Runde ’ne halbe Stunde (Industrie-Schall- platten und Eigenaufnahmen). 20.45: „Hochzeitsreise ohne Mann". Lustspiel von .Leo Lenz. 22: Nachrichten. 22.15: Sport in Kürze. 22.20: Politische Zeitungsschau. 22.40 bis 24: Tanzabend. Der Täter mitten unter uns Roman von Kurt Riemann Copyright by Detlag Dskar Meister, tDetöau i. Sa. 5. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) „Das hast du nicht immer gesagt, meine Liebe", gibt er höhnisch zurück. „Es gab eine Zeit ..." „Kinder ... ich bitte euch!" unterbricht Claire kopfschüttelnd das Gespräch. „Vater ist heute nachmittag begraben worden ... und ihr liegt euch schon wieder in den Haaren. Könnt ihr das nicht verschieben, bis ihr in eurem Haus in London seid? Mir ist wirklich nicht nach einem solchen Geplänkel zumute." Holgerson schiebt seinen Stuhl zurück und steht auf. Divie, seine Frau, weint still in ihr Taschentuch. „Tränen! Na ja! Schließlich bist du seine Stieftochter. Aber von mir erwartet ihr besser keine Gefühlsergüsse. Ich kann das nicht mitmachen. Es wäre Lüge, wenn ich den trauernden Schwiegersohn spielen würde. Dein Vater hat mich wie einen Schmierenkomödianten behandelt. Euch zwei hat er aus dem Hause tyrannisiert ... Was ist da schließlich für ein Grund zum- Weinen? Aber ... wie ihr wollt!" Er geht zur Tür, nimmt sich vom Rauchtisch noch eine Zigarette und erklärt zwischen zwei Rauchwolken: „Ich packe meine Sachen und fahre. Das ist für uns alle das beste. Ich passe nicht in ein Trauerhaus. Wir sehen uns dann wohl zur Testamentseröffnung wieder. Hoffentlich geht alles glatt." Er entfernt sich, ohne den beiden Frauen auch nur zuzunicken. Die beiden Schwestern bleiben allein. > Langsam steht Claire auf, geht zu Vivie hinüber und legt ihr behutsam den Arm um die schmalen, zuckenden Schultern. „Mußt nicht meinen, große Schwester!" tröstet sie mit ihrer dunklen, etwas rauhen Stimme. „Ist ja nun nichts mehr zu ändern. Vater ist tot, und mir beide bleiben allein. Das ist einmal so. Wir sind eben Pechvögel. Unseren wirklichen Vater haben mir kaum kennengelernt, und unser Stiefvater wollte nichts von uns wissen. Aber du hast wenigstens deinen ... Mann, deinen schönen, berühmten Asbjörn Holgerson." „Daran habe ich was Rechtes?" fährt Dioian auf. „SchorU Berühmt! Ja, das stimmt. Aber hinter dieser Schönheit, hinter diesem zauberhaften Lächeln, hinter dieser herrlichen Fassade... weißt du, was sich da verbirgt? Nichts! Leere ist da! Oede und Leere! O Gott, wer hätte das geahnt!" Claire blickt still vor sich hin, und ein bitterer Zug schiebt sich um ihren schmalen Mund. „Vater hat es vorausgesehen. Aber du wolltest ja nicht hören. Du hattest nur den berühmten, schönen Mann vor Augen ..." „Ach Claire, warum muß das alles so sein? Warum ist alles so öde in unferm Leben, so entsetzlich einsam? Bin ich so schlecht?" „Warum ... ?" Claire schließt die Augen. „Weil uns die Mutter fehlte. Eine Mutter hätte vieles tun können ... aber so ..." „In jeder andern Familie, in der allerärmsten und elendesten, wäre jetzt Trauer, aufrichtige, herzliche Trauer. Und bei uns? Wir zwei sitzen hier, besprechen uns ein wenig, und im Grunde genommen ist es einzig der Schreck, der Anblick des Toten, die Ueberrumpelung, was uns so verstört hat. Sei ehrlich, Claire, kannst du so recht aus tiefstem Herzensgrund trauern? Ich vermag es nicht." Und trotzdem weinst du?" Aber Vivie winkt ab. „Das sind keine Tränen, wie sie ein Kind um seinen Vater meinen sollte. Auch wenn er nur unser Stiefvater war, wahrscheinlich hat er uns doch auf feine derbe Art geliebt. Aber das sind Tränen ... um meine verlorene Ehe, um mein verlorenes Leben." Darauf weiß Claire nichts zu erwidern. Oder sie will es nicht. Vorsichtig lenkt sie das Gespräch in andere Bahnen. „Hast du dir eigentlich schon klargemacht, daß mir nun sehr reiche Leute sind? Ich persönlich lege ja keinen großen Wert daraus. Was nützt einem das Geld schon, wenn man so ausschaut mie ich?" Sie sieht abschätzend an sich herab. „Ein Mädchen mit einer Brille und einer Stupsnase bleibt auch häßlich, wenn es reich ist? Ja... du brauchst gar nicht zu versuchen, mir dos auszureden. Ich kenne mich. Mir ist das viele Geld herzlich gleichgültig. Aber du... vor allen Dingen dein Herr Gemahl,., ich glaube... ihr atmet doch erleichtert auf, wenn ihr die Hände frei bekommt." ,,3d) weiß es nicht", zuckt Vivie die Achseln. ..Asbjörn verdient viel Geld, aber er gibt auch viel aus. Da läßt er ja niemand hineinsehen. Ich weiß nicht einmal, ob mir arm ober reich sind. Ich hab mich nie darum gekümmert." „Das ist sehr töricht!" meint Claire, denn sie ahnt wo Asbjörn Holgerson seine Riesengagen an. legt. Der Kunstlerklatsch hat es ihr zugetragen. Aber welchen Zweck hätte es, der Schwester auch noch mit diesem Gerede den Kopf heiß zu machen? Wenn es tatsächlich wahr sein sollte, was man erzählt, wird sie sich noch zeitig genug damit auseinandersetzen müssen. „Na, jedenfalls wird Holgerson hocherfreut sein, wenn er nun nicht mehr zu rechnen braucht. Künst. ter lieben das ja nicht", fährt sie leichthin fort. „Ich würde mich an deiner Stelle um die finanzielle Seite meiner Ehe etwas kümmern." „Ach, Claire, du kümmerst dich ja auch nicht um Geldangelegenheiten!" „Ich greife von Vaters Geld keinen Groschen an, das stimmt. Ich beiße mich wie bisher durch. Mir genügt das, was meine Bildhauerei einbringt." „Du bist manchmal unbegreiflich." „Vielleicht gar nicht fn sehr, wie du denkst", murmelt Claire. „Man hat als einziges eben seinen Stolz. Und nun komm schlafen, Kind. Es ist Zeit. Der Tag war trübe und hat nicht viel Gutes gebracht. Ich bin ernsthaft müde." An der Treppe, die in das Obergeschoß zu den Schlaftäumen führt, wartet Hawk> \ der alte, grauhaarige Hawkins. „Haben die- Damen noch Aufträge für mich?" fragt er mit seiner leisen, behutsamen Stimme, und als Mrs. Holgerson ihm kopfschüttelnd Bescheid gibt, sieht sie, daß er ganz rote Augen hat. „Haben Sie geweint, Hawkins?" fragt sie mit plötzlicher Teilnahme und sieht ihn besorgt an. Da senkt der Alte sein Haupt, als schäme er sich. „Ich habe dem gnädigen Herrn um diese Zeit immer noch ein Bad bereitet ..." murmelt er. „Er hatte es gern recht heiß ... und immer war er brummig, wenn es nicht haargenau vierzig Grad waren." „Lieber, guter Hawkins ..." „So etwas fehlt einem sehr, wenn man’s fast zwanzig Jahre getan hat." Er verbeugt sich und geht wie zögernd die Treppe hinab. Nachdenklich sieht ihm Vivie nach. „Ich glaube", sagt sie nachdenklich, es trauert doch mancher um Vater, von dem wir noch nichts wissen, Claire!" Langsam begeben sich die Schwestern hinauf in die Gastzimmer des Hauses. „Laß uns zusammen schlafen wie in unfern Mädchenjahren!" schlägt Claire vor, und die Schwester nimmt den Vorschlag dankbar an, denn sie fürchtet sich, in dieser Nacht allein zu sein. Still und einsam märe dieser Tag zu Ende gegangen, wenn nicht jenes Ereignis eingetreten märe, das den ersten Anstoß zu einer Kette von jelffamen Geschehnissen gab, die nun in den nächsten Wochen so vieles änderten. Es beginnt mit einem Gepolter, einem unbestimmten Lärmen. Vivie schreckt empor und rüttelt die Schwester. „Hast du nichts gehört, Claire?" „Ich ... gehört?" fährt die schlaftrunken auf. „Was soll ich denn gehört haben? Es donnert draußen. Windig ift's auch." „Es hat aber etwas gepoltert und geflirrt." „Vielleicht ist ein Laden los ... ober ein Fenster offen. Da wird Hawkins schon nachsehen." Seufzend legt sich die Schwester wieder auf die Seite. Aber lange dauert die Ruhe nicht. Heftiges Pochen an der Tür läßt sie von neuem auffahren. „Ja ...?" schreit Vivie, und das Herz schlägt ihr in hastigem Schrecken bis zum Halse. „Wer ist denn da?" „Ich ... Onkel William! Bitte, zieht euch doch einmal an und kommt herunter!" „Ist denn etwas geschehen?" Aber der Onkel ist schon fort, er gibt keine Antwort mehr. Mit einem kräftigen Fluch schwingt sich Claire aus'dem Bett, macht Licht und greift nach ihrer Brille. Sie ist so kurzsichtig, daß sie hilflos ohne Augenglas wäre. „Blödsinnig, uns hier nachts aus dem Schlaf zu trommeln! Los, steh auf, Vivie! Vielleicht ist was geschehen!" Ein mächtiger Donnerschlag draußen gibt ihr Antwort, und in fliegender Hast kleiden sich die beiden Schwestern an. „Nur das Nötigste! Wir geben feine Abendgesellschaft!" befiehlt Claire. In der Halle hat sich auch Hawkins schon eingefunden. Er hat sich über sein Nachthemd das Jackett geworfen und klappert vor Frost mit den Zähnen. Der Onkel wandert im Hausmantel aufgeregt umher. Er ist im Gegensatz zu feinem verstorbenen Bruder klein und untersetzt, bber außerordentlich kräftig. Trotzdem ist die Äehnlichkeit der Gesichtszüge unverkennbar. „Seid ihr endlich da?" empfängt er die beiden Frauen ungeduldig. „Es ist eingebrochen worden? In eures Vaters Zimmer ist eingebrochen rSorden! „Eingebrochen? ... Du lieber Himmel! Da tnrf man sofort die Polizei benachrichtigen!" Das Arbeitszimmer liegt gleich rechts, wenn vom Eingang des Hauses her die Diele betritt. $te Tür steht weit offen. „Das ist doch aber ein starkes Stück! Sind denn die Einbrecher etwa durch die Tür spaziert?" „Nein, die habe ich aufgeschlossen, als Mister Perkins kam. Ich habe ja auch gehört, wie's geflirrt hat und bin schnell aufgestanden!" stammelt Hawkins. „Na, dann ziehen Sie sich erst mal was Warmes an. Sie frieren ja wie'n Schneider. So eilig ist J,e Sache hier wohl nicht mehr", meint Claire und betritt dann enffchlossen das Zimmer des Verstorbenen. „Was geschehen ist, das ist eben geschehen. „Hoffentlich ist nichts Wichtiges gestohlen!" meint Onkel William aufgeregt. „Gott soll uns schutzen- Vielleicht hat mein seliger Bruder hier Geheimnisse aufbewahrt? Denn Geld und Reichtümer wird er ja schließlich nicht in dem alten, wackligen Schreibtisch verstecken. Auf jeden Fall muß die Ponzel verständigt werden!" _ w „Das tut Vivie schon, wie ich gerade höre. (Fortsetzung folgt.) 9. A.-Sport 4:0 Harbig auch 400-Reter-Weltrekordmann! L Deutsche Ruder-Meifferschasten auf demMMee Re- Klarer Sieg im Schtvimmläuberkamps gegen Frankreich Xuur deutsche Siege am ersten Tag. r z d u 2 S n Prüfungskämpfen die Berlinerin Boß mit 5,87 Meter siegte, wurde auch hier der Beweis für die Leistungsdichte unserer Spitzenkönnerinnen erbracht. 3m Hürdenlauf wurde die deutsche Meisterin Lilo Peter (Oppeln) ersetzt durch die Münchnerin S p i tz w e g , die hinter der in 11,3 Sek. siegenden Claudia T e st o n i mit 11,5 den zweiten Platz belegte und den deutschen Rekord von Siegfriede Dempe (Weimar) erreichte. Die Weimarerin konnte mit 11,7 noch die italienische Olympicrsiegerin Balla auf den letzten Platz verweisen. Scheiding - Töllner keine ernsthaften Gegner. Mit langen, wuchtigen Zügen ruderten die Berliner über die Bahn und siegten sicher mit zweieinhalb Längen vor Melching - Meyer auf der Heide und dem stark abgefallenen anderen Hannoverschen Paar. 3m Einer hatte Europameister 3osef Hasen- öhrl anfangs stark mit dem Berliner Füth zu kämpfen, aber dieser gab sich dabei so sehr aus, daß er zum Schluß noch den Tangermünder Seedorf oorbeiziehen lassen mußte. Zu einem gigantischen Kampf, der erst auf den letzten Metern entschieden wurde, gestaltete sich die Entscheidung 'im Achter. Don Beginn an ruderten Baldeneysee Essen, Amicitia Mannheim und die Berliner Renngemeinschaft Friesen / Wannsee Bord an Bord, während die Renngemeinschaft Berliner RD. 76 / Luftwaffen-SB. nicht recht mitkam und schon nach 1000 Meter aussichtslos im Rennen lag. Essen hatte hier mit einer Viertel Länge Vorsprung die Spitze vor Mannheim und Friesen / Wannsee. Mit hoher Schlagzahl und großem Kräfteeinsatz behaupteten die Essener die Spitze, aber im Endspurt kam Berlin so stark auf, daß nur der Zielrichter den Einlauf genau angeben konnte. Essen siegte mit ’/io Sekunden Vorsprung vor Berlin, und dicht dahinter lag das Mannheimer Boot. sammen mit Bösch (Lustenau) und Heller (Schweinfurt) zum Sieg in der Nationenwertung. Schweizer Jiadrundfahrt abgeschlossen. Die Schweizer Radrundfahrt wurde mit der Teil- strecke Rorschach—Zürich (218 Kilometer) zu Ende geführt. Etappensieger wurde der Luxemburger Mersch in 6:12,28 Stunden vor den Schweizern Meier, Egli und Litchi. Gesamtsieger in der Einzelwertung wurde der Schweizer Zimmermann und in der Länderwertung kam die Schweiz vor 3talien, Belgien und Deutschland auf den ersten Platz. Kampf der Dauerfahrer in Frankfurt. Der Wiesbadener Schön war bei den Frankfurter Radrennen am Samstagabend der beste Dauerfahrer. Er siegte im Gesamtergebnis des 100- Kilometer-Rennens (2X50 Kilometer) in 1:20,51 Std. vor Seoergnini (Italien), Lohmann, Metze, Heimann (Schweiz) und Island. Metze und Lohmann enttäuschten gewaltig. Im Omnium der Amateure siegte Meister Purann (Berlin) vor Walther (Ludwigshafen). Rennen der 350er--Klasse. Nach Loof, der 1933 auf der Avus gewann, gab es durch Hamelehle auf Auto-Union-DKW. mit dem Rekordmittel von 133,5 km/st wieder Öen ersten deutschen Erfolg. In ganz überlegenem Stil ließ der Schwabe die englischen Velocette hinter sich. Fleischmann, Hamelehle und Wünsche fegten sofort vor dem Felde einher. In der zweiten Gruppe sah man Knees (DKW.) und Richnow (Rudge) im Kämpf mit den vier ausländischen Delocette-Fahrern Thomas, Binder, Whitworth und Little. Der Durchschnitt war von 129,8 in der ersten bis auf 134,8 km/st in der 15. Runde gestiegen. Aus der Spitzengruppe verschwand in der 16. Runde zunächst der an dritter Stelle liegende Fleischmann wegen Schaltdefekts, in der 25. Runde auch Wünsche mit Maschinenschaden. Hamelehle fuhr dann unangefochten sein Rennen allein nach Hause und konnte bis auf den Engländer Thomas sogar sämtliche Fahrer überrunden. Serafini (Gilera) gewinnt den Ehrenpreis des Führers. In der Halbliterklasse fiel in einer gleichfalls 349 km langen Jagd die Entscheidung zu Gunsten der schnellen italienischen Gilera-Vier-Zylinder-Kom- presformaschinen, mit der sich Serafini zugleich den Ehrenpreis des Führers erkämpfte. Serafini war in diesem Rennen der überragende Fahrer. Immerhin wurde ihm in dem mörderischen Rennen von dem jungen deutschen Nachwuchs alles abverlangt. Erbittert jagten die BMW.-Fabrikfahrer dem Italiener nach, der von der ersten Runde an die Führung übernommen hatte und diese auch bei seinem kurzen Tankaufenthalt in der 22. Runde nicht abgab. 1% Sekunden gewann Serafini in jeder Runde, und im Ziel betrug sein Vorsprung vor Karl Rührschneck und Lodermeier 43 Sekunden. Meiers Streckenrekord hatte der Sieger auf 141 km/st geschraubt, den Rundenrekord sogar auf 146,7 km/st. Rührschneck und Lodermeier behaupteten sich am besten und gingen als einzige nicht Ueberrundete hinter Serafini durchs Ziel. Italiens Frauen mit 56:28 Punkten besiegt. Deutscher Erfolg im Leichtathletik-Länderkampf. - Luise Krüger warf Speerwurf-Rekord mit 46,27 Meter. werfen mit 46,27 Meter einen neuen deutschen kord, der die alte Bestleistung der Wienerin Bauma (45,71 Meter) klar übertraf und nicht weit unter dem Weltrekord der Amerikanerin Gindele (46,74 Meter) blieb. Dann wartete Gisela Mauer- mayer (München) im Diskuswerfen mit der Jahresbestleistung von 48,04 Meter auf; bemerkenswert, daß -alle sechs Würfe über 44 Meter lagen. Zwei Ueberraschungen gab es im Weitsprung und Hürdenlauf. Frl. Böck (Landsberg) schlug mit 5,88 Meter unsere Weltrekordlerin Christel Schulz (Münster), die auf 5,85 Meter kam Da in den der Führung verdrängen, doch reichte es im Endspurt Arendt in 5:02,9 zum Sieg. Freese wurde Dritter. Das 200-Meter-Bru st schwimmen war natürlich Balke (Bremen) nicht zu nehmen. Alle vier Schwimmer begannen im Butterfly-Stil. Auch im Wasserball reicht Frankreich nicht mehr an die große Klasse früherer Jahre heran. Die Deutschen waren schwimmerisch und spiel- technisch klar die Besseren und siegten mit (2:0) Toren. nl^cnalen Feldern gestartet wurden. Wie im Län- didiompf gab es einen Landesrekord. So siegte der l'iric- Angyel über 100 Meter Brust in neuer unbischer Landesbestzeit von 1:09,6 Minuten. sehr schweren Bahn ist die Zeit unseres ",s?rs Helmuth Fischer über 100 Meter Kraul ::00,3 ganz hervorragend, wie überhaupt die £yDen Schwimmer in den Kraulwettbewerben Mfnrf überlegen zeigten. Das spannendste Ren- J}*r Uferten sich im 400-Meter-Kraulschwimmen -Schmitz (Spandau) und F l e u r e t (Frank- 2®) Die Berlinerin war nach dem Start klar in tfü'jng gegangen, wurde aber langsamer, so daß mse. Französin bei 300 Meter aufschließen konnte. 3:H0ndspurt war Inge Schmitz aber wieder die ■o wüe und siegte in 5:49,5 Minuten. Beachtlich i’t ber Wasserballsieg unserer Nachwuchsmann- fdyoi über den ungarischen Nachwuchs mit 2:1 (O’:1 Toren, wobei unsere Vertreter durch große S angen waren, nahmen folgende sechs Läufer Brandscheit (Berlin), Kramer (Stuttgart), Har- l (Dresden), Lanzi (Italien), Strassen (Berlin) Das 28. Deutsche Meisterschaftsrudern konnte am Sonntag bei herrlichstem Wetter auf dem Masthsee bei Hannover durchgeführt werden. Rund 10 000 Zuschauer umsäumten die Regattastrecke und wurden Zeugen hochinteressanter Kämpfe, bei denen sich vor allem die Vertreter der Reichshauptstadt hervortun konnten. Die neuen Meister, die wahrscheinlich auch die deutschen Farben bei den Europameisterschaften in Amsterdam anfangs September vertreten werden, sind: Einer: Hasenöhrl (Wien); Doppelzweier: Klotz-Lindner (Stee- ler RV./RG. Breslau); Zweier m. St.: Gust- mann - Adamski (Berlin); Zweier o. St.: Eckstein - Stelzer (Berlin); Vierer m. St.: RG. Friese.n Berlin/RK. am Wannsee; Vierer o. St.: Berliner RV. 76 / Luftwaffe n -SV.; Achter: RG. Baldeneysee E s s e n. Der erste Reichswettbewerb im Leichtgewichts-Vierer o. St. wurde ganz überlegen vom Mainzer R V. gewonnen. Eingeleitet wurde der Meisterschaftstag mit der Entscheidung im Vierer m. St. Zunächst lag die RG. Berliner RC. / Spindlersfelder RV. Sturmvogel in Front, aber bei 500 Meter ging die in diesem Jahre noch unbesiegte Mannschaft der RG. Friesen/ Wannsee mit Eckstein, Adamski, Gustmgnn, Stelzer vorbei. Kurz vor der 1000-Meter-Marke kam die Frankfurter Germania in einem kraftvollen Zwischenspurt bis auf Luftkastenlänge an die führenden Berliner heran, aber diese hatten dann im Endkampf die größeren Reserven und siegten schließlich mit einer Länge vor den Frankfurtern und dem BRC. / Spindlersfelder RV., der zum Schluß stark ahgefallen war. Einen erbitterten Kampf gab es im Doppelzweier, wo die Wormfer Herde! - Netzer nicht die erwartete Rotte spielen konnten. Das Rennen gestaltete sich schnell zu einer scharfen Auseinandersetzung zwischen Füth-Neuburger und Klotz-Lindner. Die Letztgenannten verschafften sich früh einen kleinen Vorsprung und behaupteten ihn zähe bis ins Ziel. Füth-Neuburger schienen im Endkampf noch aufschließen zu können, aber sie mußten dann abstoppen, um einen Zusammenstoß zu vermeiden. Die Wormser hatten mit dem Ausgang des Rennens nichts zu tun. Unsere Olympiasieger Gustmann - Adamski kamen im Zweier m. St. zu einer neuen Meisterschaft, obwohl nach dem schweren Viererrennen die Vause nicht allzu groß war. Die Hannoveraner Melching -- Mener auf der Heide führten zwar zunächst, aber 500 Meter vor dem Ziel gingen die Titelverteidiger sicher vorbei und gewannen noch leicht. Wratislawia Breslau sah ihre Hoffnungen, im Vierer o. St. zur Meisterschaft zu kommen, scheitern. Wratislawia führte auf dem ersten Teil der Streck?, wurde dann aber vom 1. Breslauer RV. abg-löst. Bei 1500 Meter erschien die Renngemeinschaft Berliner RV. 76 / Luftwaffen-SV. vorn und behauptete sich in einem erbitterten Endkampf vor Wratislawia und 1. Breslauer RD. Mit einem Favoritensieg klang auch der Zweier „ohne" aus. Di? Wannseer Eckstein-Stelzer fanden hier in Melching - Meyer auf der Heide und , Rekordnmdeu aus dem Sachsenring Lor 300000 Zuschauern. Schnelligkeit und schönes Zusammenspiel den Kampf diktierten. Frankreich ohne Sieg. Die klare deutsche Führung im europäischen Schwimmsport kam am Wochenende eindeutig zum Ausdruck. Nach den Siegen über England, Schweden und Ungarn wurde im Münchener Dante-Bad die Mannschaft von Frankreich mit 54:18 Punkten ganz überlegen geschlagen. Nach dem 24:8 - Vorsprung der Deutschen am Samstag lag keinerlei Spannung mehr über dem Länderkampf. Dennoch sanden sich bei herrlichem Wetter rund 3000 Zuschauer im Dante-Stadion ein, deren Interesse vor allem den international erstklassig besetzten Rahmenwettkämpfen galt. Die 4 X 2 0 0 - Meter-Kraul- Staffel brachte uns im Länderkainpf gleich wieder einen überlegenen Erfolg. Schröder, Laskowski, Arendt und Köninger schwammen den Franzosen einfach davon. Ueber 100 Meter Kraul der Frauen wurden beiderseits drei Schwimmerinnen eingesetzt. Die drei Deutschen endeten in Front, angeführt von Ursel Pollack in 1:09,4. Im Kun st springen der Männer gab es insofern eine Ueberraschung, als hinter dem mit 159,62 Punkten siegenden Dresdner Weiß nicht der für den Länderkampf eingesetzte Dresdner Haster. sondern Walter (Frankfurt) den zweiten Platz belegte. Ueber 4 0 0 Meter Kraul gab es nur zwischen den Deutschen den richtigen Kampf. Köninger konnte zwischen 100 und 300 Meter den Berliner Arendt vorübergehend von äie Ueberlegenheit der deutschen Leichtathletinnen imiSänberfampf gegen Italien konnte kaum klarer . Ausdruck kommen als in dem Endergebnis »>: 56:28 Punkten für unsere Frauen. Deutschland üi j>amit nur um drei Punkte unter 5er höchster ;l ich en Punktzahl geblieben, die bann erreicht 3(5ben wäre, wenn wir in allen Wettbewerben fr ersten unb zweiten Platz belegt hätten. Die Mimische Weltrekordlerin Claudia T e st o n i, die fri!80 Meter Hürden in ihrer Weltrekordzeit von Sekunden gewann und über 100 Meter in 12; Sekunden den zweiten Platz hinter der Münch; erin Kühnel belegte, rettete die einzigen Pikte für ihr Land. iß Dresdner Ilgen-Kampfbahn war bei dem Lü^dertamps, der von Olympia-Prüfungskämpfen de;j Frauen ürnrahrnt wurde, von rund 10 000 Züchtern besucht, darunter auch Reichssportführer oca Ts ch am mer und Osten und Reichsfach- arsleiter Dr. Ritter von Halt. Unsere Vertrete- nr-en warteten mit großartigen Leistungen auf. k tfm61"5 ^ar deutsche Ueberlegenheit in öir Wurf- und Sprungwettbewerben zutage. So ezl'lte die Dresdnerin Luise Krüger im Speer- und Zahn (Frankfurt). Der Start glückte auf Anhieb und Lanzi zog in gewohnter Weise in einem mörderischen Tempo davon. Mit etwa vier bis fünf Meter Vorsprung erreichte er die Kurve (Frankfurt hat eine 500-Meter-Bahn!), aber im Bogen schloß der leicht und flüssig laufende Harbig auf und in die Zielgerade bog er bereits als Erster ein. Lanzis Versuch, Anschluß zu behalten, scheiterte an der überlegenen Spurtkraft des Deutschen, der immer schneller wurde und unaufhaltsam dem Band entgegenstrebte, das er mit etwa acht Meter Vorsprung in neuer Weltrekordzeit erreichte. Der Italiener steckte den Kampf vor den Tribünen auf, das Aussichtslose seines Beginnens einsehend, aber er wurde in 47,2 Sekunden doch noch sicherer Zweiter vor Strassen, Kramer, Brandscheit und Zahn. Anerkennung des Siabchess. Stabschef Lutze sprach dem SA.-Mann Harbig für die hervorragende Leistung seine besondere Anerkennung aus. Wolkenbedeckten Himmel unb kühles Wetter gab es am Sonntagmorgen am Sachsenring bei Hohenstein-Ernstthal, als bie Zuschauer in unübersehbaren Scharen ihre Plätze an der Rennstrecke bezogen unb Korpsführer Hühnlein die Flaggen- hissung vor bem Start zum 1. Großen Motorrad- preis von Großbeutschlanb befahl. In einer kurzen Ansprache bebauerte er, baß Deutschlanb infolge von Verletzungen nicht seine stärkste Streitmacht m diesem Kampf einsetzen könne, der aleichzeitig als vorletzter Lauf zur Deutschen unb sechster Lauf zur Europameisterschaft gewertet würbe. Die verbesserte Rennstrecke gestattete noch höhere Durchschnitts- geschwinbigkeiten, unb bie bisherigen Rekorbe würben in allen drei Klassen übertroffen. Nach den beiden ersten Rennen erschien auch das Luftschiff „Graf Zeppelin". Italienischer Doppelsieg. Das einleitende Rennen der 250er - Maschinen über 35 Runden = 306 Kilometer ergab einen Doppelsieg der italienischen Guzzi-Maschinen mit Nello P a g a n i und Sandri vor dem Vorjahressieger Kluge auf der alten DKW. Die Italiener hatten einen schlechten Start, und Kluge führte das Feld mit einem Mittel von 124 km/st während der ersten Runde an. In der dritten Runde ging erst Sandri und dann Pagani an Kluge vorbei, hinter dem Petruschke und Gablenz folgten. Petruschke schied später aus, als er feine Kraft mit dem vergeblichen Versuch, die Maschine wieder in Gang zu bringen, erschöpft hatte. Nur Kluge vermochte den sich in der Führung abwechselnden Italienern einigermaßen zu folgen, und einer nach dem anderen wurde überrundet. Sandri lag von der 27. Runde an wieder in Front, in der letzten Runde jedoch wurde er von Pagani abgefangen und um zehn Meter geschlagen. Die schnellste Runde fuhr der Sieger mit 136,2 km/st. Nach sechs Jahren wieder ein deutscher Erfolg. 30 Maschinen — ohne bie NSU. — gingen in bas über 40 Runben = 349 Kilometer führenbe Deutscher Radsport-Sieg im Vierländerkampf. _ Der deutsche Radsport feierte in dem Allgäu- Städtchen Wangen am Sonntag einen doppelten Triumph. Es gab in dem Vierländerkampf einen deutschen Sieg vor Italien, der Schweiz und Ungarn, dessen Mannschaft gesprengt wurde. Das Internationale Kriterium, ein Straßenrundrennen über 98,1 Kilometer, wurde in der Einzelwertung von bem Schweizer Stocker gewonnen, ber zusammen mit seinem Lanbsmann Z a u g g unb bem Karlsruher Brenble das ganze übrige Feld überrundet hatte. Der Deutsche Meister H ö r m a n n München) belegte den vierten Platz unb verhalf zu- ben sämtliche Teilnehmerinnen am Zielhafen be- enbeten, würbe Liesl Bach mit 536 Punkten auf Bäcker „Stubent". Den zweiten Platz belegte Luise Harden auf Siebel „Hummel" mit 509 Punkten den dritten Platz Beate Köstlin auf Bücker .Student" mit 431 Punkten. Ör. Tübben wieder Wehrmachts-Tennismeister. Heber 3000 Zuschauer verfolgten auf den Berliner die Endspiele zur Tennismeister- chaft der Wehrmacht. Im Einzelwettbewerb sicherte sich Marineintendanturrat Dr. Tübben zum vierten Male hintereinander den Titel. Das Endspiel gewann er sicher gegen Oblt. Bergholtz mit 7:5, 6:1, 6:1 unb damit auch den Preis des Oberkommandos der Wehrmacht. Den Wanderpreis des Generalfeldmarschalls Göring im Doppel holten sich Hptm. Pa- ch a l y/Lt. Graf K e f \ e I ft a 11 6:1, 6:2, 2:6, 6:4 über ßt. Bauer/Lt. Hensel. Das Senioreneinzel gewann der Heeressportlehrer Sturm 7:5, 6:8, 6:4 über Hptm. Baumann. Das Doppel sah Oberst Durch a r d und Oberst Dietrich 6:0, 6:3 über Oberstleutnant Audörsch und Hptm. Baumann erfolgreich. Lt. Schröter wieder Polizei-Fünfkampfmeister. In Königsberg wurden am Sonntag die Polizeifünfkampfmeisterschaften beendet. In ber Meisterschaftsklasse sicherte sich erwartungsgemäß der Vorjahressieger Lt. Sch r ö d e r (Berlin) mit 108 Punkten wieder den Titel. In der Altersklasse I siegte Lt. Grönefeld (Gera) mit 55 Punkten, in ber Klasse II war Hptw. Freyth (Recklinghausen) mit 44 Punkten erfolgreich. Zugleich würbe die Polizeihandballmeisterschaft entschieden. Sieger wurde ber Polizei-SV. Berlin mit 11:8 (6:3) über die Polizei Wien. Finnland unterstützt Deutschland. Die nordische Schifronk durchbrochen. Der finnische Schioerband hielt am Sonntag in Lahti eine außerordentliche Versammlung ab, um der Frage der Einberufung eines außerordent- !chen Kongresses des Internationalen Schioerbandes |-IS) Stellung zu nehmen. Entgegen allen, teilweise i3if) heute in der nordischen'Presie verbreiteten Gerüchten unb angeblichen Informationen hat ber fin- r.sche Verband beschlossen, Deutschlands Antrag auf (inberufung des außerordentlichen ?I8-Kongresies zu unterstützen. Das Telegramm, das am (lonntagnachmittag an das Fachamt Schilauf nach ^nsbrutf abgesandt wurde, hat folgenden Wortgut: „Wir unterstützen einstimmig Ihren Antrag auf Einberufung eines außerordentlichen Schikongresses, finnischer Schiverband. Vorsitzender Aare." Deutscher Küstenflug 4939 beendet. Der vom Korpsfiihrer des NS.-Fliegerkorps ver- Mstaltete Deutsche Küstenflug 1939, an dem auch general der Flieger Christiansen als Bewer- bii teilnahm, hat nnch viertägigen schweren Prü- ? Figen am Sonntagnachmittag in W y k auf Föhr enen Abschluß gefunden. Den 1. Preis und damit lt goldene Hermann-Göring-Plakette des NSF^. Himann NSFK.-Sturmführer Härmens von der 'SFK.-Gruppe 8 auf Gotha 150 mit 1025 Punk- M; den 2. Preis, die silberne Hermann-Göring- Tukette des NSFK., erhielt Obersturmbannführer yb r ft e r auf Focke-Wulf „Stieglitz" mit 1011,3 Hinkten; den 3. Preis errang NSFK.-Gruppenfüh- t~ (Bieler von ber NSFK.-Gruppe 10 auf Zimm 31 mit 1001 Punkten. 2er im Rahmen bes Küstenfluges gleichzeitig fr-chgeführte Zuverlässigkeitsflug für deutsche Sport- ftegerinnen wurde ebenfalls am Sonntag in Wyk b.mbet. Wiederum Siegerin in öiefem Wettbewerb, Trollius siegt im Wäldchens-Rennen. Die Frankfurter Pferderennen gewinnen mehr und mehr an Ruf und Bedeutung. Der erste August- Renntag mit den großen Hauptprüfungen, dem Wäldchens- und Landgrafen-Rennen, hatte Tausende von frohgestimmten Turssportfreunben zur schönen Anlage in Niederrab gelockt, deren farbenprächtigen Rahmen das günstige Wetter noch steigerte. Ein 10 000-Mark-Rennen in Niederrad mußte anziehend wirken. Man erwartete den Start zum Wäldchens-Rennen, auch wenn schließlich nur vier Bewerber an den Bändern erschienen, mit verständlicher Spannung. Wunderhorn führte zunächst das kleine Feld in mäßiger Fahrt an. Gegenüber schlossen aber Trollius unb Hidalgo dicht auf unb verschärften bo5 Tempo. Ende bes Einlaufbogens erschien Trollius knapp in Front, aber Wunberhorn würbe noch einmal nach vorn gebracht. In ber Geraden jedoch hatte Trollius den Kampf schnell gewonnen. Er holte leicht mehr als eine Länge heraus unb siegte sicher gegen Wunberhorn unb ben Erlen- höker Dreijährigen Hidalgo, der eine bessere Form gefunden zu haben scheint. Der westdeutsche Panheros hatte doch zu hohes Gewicht zu tragen unb mußte mit dem vierten Platz vorliebnehmen. Im Landgrafen-Rennen, das mit 6000 Mark ausgeftattet war, erschien Finitor gleich ber Spitze vor Wandersmann und Truxa. Im Bogen schloß das Feld zwar dichter zusammen, aber Finitor behauptete sich weiter in Front. Ad Astra rückte an die zweite Stelle, konnte aber in ber Distanz Finitor nicht mehr gefährden. Auf den dritten Platz kam Thor vor Trura, ber man eine etwas bessere Rolle zugetraut hatte. Emen weiteren Höhepunkt des Münchener Fest- nrners 1939 bildete ber Schwimmlänberkämpf Cfoen Deutschland und Frankreich im Dontedad, ■ ’on international besetzten Einlabungskämpfen Trimmt war. Sämtliche acht Wettbewerbe des je im Länderkampf endeten mit deutschen Sie- '4:8 Puntte zugunsten ber deutschen Schwim- r Häutete ber Stand am Samstag. 3:nn auch in einzelnen Begegnungen das Ende et knapp war, so standen die deutschen Erfolge d »o nie in Frage. Hervorragenden Sport sah man iijki Einlabungskämpfen, bie mit stärksten inter- Bm Mittelpunkt bes Jubiläums-Leichtathletikfestes !)t Frankfurter Eintracht, die in diesem Jahre auf ei’ 40jähriges Bestehen zurückblicken kann, stand er Samstagabend im Frankfurter Sportfeld der 4l >-Meter-Lauf, bei dem es zu einem neuen Zwei- kcnpf zwischen unserem 800-Mßter-Welttekordmann R^olf Harbig (Dresden) und dem italienischen A ister Mario Lanzi kam. Zehntausend Besucher kitten ein großes Rennen, aus dem Harbig nicht ri- als überlegener Sieger hervorging, sondern mit eiier Zeit von genau 46,0 Sekunden auch als mer Weltrekordmann. Bisher wurde die Welt- Ltleistung von dem Amerikaner Archie Williams, i) 1936 46,1 Sekunden erreichte, gehalten. llln diesem denkwürdigen Rennen, dem ein Ein- irrfcf) der Meister-Athleten des gastgebenden 23er» er» und einige Einleitungswettbewerbe voraus- WeZreundschastskämpse derSpielzeit1939/46 Badestädter ausgeglichen. 2:1 und als das Ergebnis Aus her engeren Heimat Geschlossenheit auf Strecke ging, des Bild. 30 Runden — 45 Ki ilometer galt es zu fahren. Lange blieb das Feld beisammen. Bis zur Wirtschaft Die Blau-Weißen kamen gestern in Bad-Nauheim zu einem ansprechenden Ergebnis. Die Spielstärke der Kurstädter ist zur Genüge bekannt. Umsomehr verdient das Unentschieden der Blau-Weißen Beachtung, da sie gegenüber den Gastgebern auch noch mit mehrfachem Ersatz antreten mußten. Abwechslungsreiche Angriffe brachten bald dem einen, bald dem andern, gewisse Feldvorteile. Etwa 15 Minuten nach Beginn stand das Spiel 1:0 für 1900 durch einen Strafstoß durch Rensing. Lange dauerte dieser Zustand aber nicht, da hatten die Wenig später hieß es dem Platzwechsel jedoch bald wieder die Oberhand und verhalf Kassel mit dem Ergebnis 31:22 zum Sieg und damit zur Gaumeisterschaft. Das Entscheidungsspiel um den zweiten und dritten Platz gewann Tv. 1846 Gießen 51:29 (31:14) überlegen gegen Tv. Wasenberg, der ganz unsicher spielte und merklich schlechter war als im ersten Spiel. ____Ergebnis bei der Pause 3:1 lautete, gab es nicht wenige, die erneut auf einen hohen Sieg tippten. Eine Umstellung bei den Blau-Weißen brachte jedoch eine schnelle Wendung. Bei einem guten Angriff war es Koch, der die Differenz auf 3:2 verkürzte und Krämer blieb es vorbehalten, durch einen plazierten Kopfball, dem schönsten Tor des Tages, den Ausgleich zu erzielen, an dem selbst die größten Anstrengungen nichts mehr ändern Abe Jenkins fährt neue Weltrekorde. Sechs neue Auto-Weltrekorde stellte Abe Jen, fins am Ufer des Salzsees bei Bonneville (USA.) auf, und zwar über 50 und 1000 Meilen, 2000 uni 3000 km sowie 6 und 12 Stunden. Jenkins rash 16 Stunden lang mit einer mittleren Geschwindigkejj von rund 270 km/st über die Strecke. traten in folgender Aufstellung an: Gotischs Möhl, Kramer, Kraft, Leutheufer III, Lehrmunr, Schlitz, Godglück, Koch, Heß, Mattern. Sofort nct) Spielbeginn griffen die Gießener an und könnt?, das Spiel leicht überlegen gestalten. Es machte fij aber sofort bemerkbar, daß der Sturm der ®riin weißen zu langsam war. Auch das Zusammenspir- ließ zu wünschen übrig. Die Läuferreihe schaff was sie konnte. Nach kurzer Spieldauer machte sich die Gäste frei, und die Gießener Hintermann- schäft hatte harte Arbeit zu verrichten. Sie fti^ aber auf eine Verteidigung, die kaum zu überspiel^ war. Besonders war Kramer wieder in befte; Form. Im Tor stand wieder Gottschalk, wie i} seinen alten Tagen. Mitte der ersten Halbzeit bekan, Gießen an der Strafraumgrenze einen Sttafstoß gesprochen, den Kramer mit unglaublicher Wutz zum Führungstor einschießt. So blieb es bis jun, Wechsel. Nach Halbzeit hatten die Gießener in Jnnenstiirm umgestellt. Heß ging in die Mitte, Godglück auf halblinks, und Koch auf halbrechi-^ Diese Umstellung bewährte sich. Sofort nach An. stoß wurde Heß mit Steilvorlage nach vorn geschickt, die das zweite Tor ergab. Die Grünweißen begannen, das Spiel überlegen zu gestalten. Nach zel,-, Minuten war es wieder Kramer, der einen roeiterq Strafstoß zum dritten Tor verwandelte. Die Cs ßener spielten von jetzt ab ein sehr gutes Spiel, dadurch mußten Tore fallen. Drei weitere Ion von Heß, Koch und Leutheufer waren die Erfolg recht guter Zusammenarbeit. Kurz vor Spielschlujs errangen die Gäste das verdiente Ehrentor. L-Klasse-Fahrer das Rennen auf. 27 Mann stellten sich dem Starter. Das starke Feld, das in schönster - |, bot ein begeistern- Sporfgemänbe Steinbach I — Leihgestern I 0:5. Bei diesem Spiel mußte die Mannschaft bei Sportgemeinde eine schwere Niederlage hinnehme^ Das Spiel begann in flottem Tempo der Gäsle., dem die neu aufgestellte Mannschaft der Sports meinbe nicht gewachsen war. Bis zur Halbzeit kosten die Gäste zweimal erfolgreich sein. Nach V Pause stellte Steinbach die Mannschaft um, tonn« aber trotzdem nicht verhindern, daß die Gäste nofo dreimal einsandten. Die Mannschaft der Spottg«- meinde spielte zu unsicher und muß noch fernem wenn sie bei den kommenden Meisterschaftsspielen! eine Rolle spielen will. ncs Gauspieltages auch die Meisterschaft im Korbball der Frauen durch. Deii Meistertitel er- Wes Gießener Rundffrelken-Äennen. Wieder ein schöner Erfolg der Gießener Uadfahrer-Vereinigung. Bai>-Nauheim-Spielvereinigung4S00 3:3 (31). konnten. Bad-Nauheim hat durch Einstellung von Jugendlichen wieder an Durchschlagskraft gewonnen, die die alten Kämpen Eyrich, Mühlhäuser, Steuler usw. entsprechend einzuteilen wissen. Bei 1900 in der Aufstellung: Herbst, Jäger, Schäfer, Krämer (Günther), Rensing, Bischoff, Theiß, Gunther (Krämer), Kraft, Koch, Heuser kam es erst nach der Umstellung zu einer befriedigenden Leistung. VfB.-NeichSbahn schlägt DfL. 1860 Marburg 6:1 (1:0). Die Zuschauer, die am ersten Spielsonntag nach der Sperre auf den Waldsportplatz tarnen, wurden Zeugen eines schönen und schnellen Spieles. Die Gäste aus Marburg stellten eine junge Mannschaft ins Feld, die in dieser Besetzung auch die Verbandsspiele bestreiten soll. Besonders ihr Eifer verdient hervorgehoben zu werden. Die Gießener, die auf die Spieler der Luftwaffe verzichten müssen, Männer der NSV. als Erntehelfer. } Lich, 13. Aug. Heute nachmittag traf Gauamtsleiter Haug mit rund 50 Mitarbeitern in unserer Stadt ein, um in echt nationalsozialistischer Hilfsbereitschaft den hiesigen Bauern und Landwirten bei ihren Erntearbeiten zu helfen. Unter Vorantritt der Feuerwehrkapelle marschierten die Helfer zu ihrem Quartier, dem früheren Hey- landschen Anwesen in der Amtsgerichtsstraße, wo sie von Ortsgruppenleiter Kuhn im Namen der Partei und der Stadt begrüßt wurden. Der Redner dankte dem Gauamtsleiter für seine Hilfsbereitschaft, die ein Zeichen der Verbundenheit von Stadt und Land sei und bestimmt auch von unseren Bauern gewürdigt werde. Die Arbeit beim Bauern ei nicht nur Hilfe für den einzelnen, sondern Dienst am deutschen Volke. Gauamtsleiter Haug dankte und sagte, daß an dieser Stelle für viele Worte kein Platz sei, denn sie seien nach Lich gekommen, um zu arbeiten. Abends wurden die Helfer den jeweiligen Bauern vorgestellt. Günstiger Finanz- und Vermögensstand des Kreises Alsfeld. Lpd. Alsfeld, 13.Aug. In einer Beratung des Kreisausschusses des Kreises Alsfeld unter dem Vorsitz des Landrats Dr. S ch ö n h a l s wurde der Haushaltsplan des K r e i f e s A l s f e l d für das Rechnungsjahr 1939 feftgeftellt. Der Haushaltsplan schließt mit 798 697 RM. ab. Davon entfallen auf die Betriebsrechnung 793 697 RM., auf die zehnten Runde ereignete sich nichts besonderes. Dann aber zog Noll (Frankfurt a.M.) los, Linnemann (Frankfurt a.M.) schloß )lch an, aber er fiel wieder dem Fell) anheim, wahrend Noll in unermüdlicher, zäher Fahrt allein vor dem Felde blieb, diesen Vorsprung hielt, ihn auf nahezu 400 Meter ausbaute, über nahezu 20 Runden allem den Widerstand auf sich nahm und unangefochten ins Ziel kam. Für die Zuschauer war es eine jrofje Ueberraschung, daß Noll so unangefochten Sieger werden konnte, daß das Feld nicht ernstlich den Versuch machte, ihn einzuholen, daß so gute tfabrer wie Gassenmeyer, Julius Eichhorst, Schramm usw. sich ohne weiteres für geschlagen hielten und kaum den Versuch zu einem Zwischenspurt machten. Immer wieder war es unter den Zuschauern die Frage: „Was unternimmt das Feld?" Und es war eine kleine Enttäuschung, als das Feld nichts unternahm! Um das Rennen in den letzten Runden zu beleben, wurde für die fünf letzten Runden eine Punktwertung eingeführt und dadurch etwas Leben in das Rudel gebracht. Nun gab es in der Wil- helmstraße einige Spurts, wenngleich Noll unangefochten die Spitze hielt und jeweils als Erster die fünf Punkte kassierte. 50 Runden der A= und 8-Klasse. Die A- und 8-Klasse-Fahrer, die 50 Runden - 75 Kilometer fuhren, erledigten das Pensum mit Technik und Routine. Runde um Runde wurde von dem zwölf Mann starken Feld zurückgelegt, das eifern zusammenhielt und keinen Ausreitz- versuch, wenn er ernsthaft unternommen worden wäre, zullest. Interessant wurde es tatsächlich erst in den Schlußrunden. Don der drittletzten Runde ab wurde schärfer gefahren, und das Feld zog sich auseinander, ohne daß schon zu sagen gewesen wäre, welcher der Fahrer mit Aussichten in die letzten Runden ging. Die Entscheidung fiel erst auf den 300 Metern der Endspurtstrecke in der Wil- helmstraße. Breuer war es, der einen begeisternden Spurt antrat, hart verfolgt von Brum- m e r (Darmstadt), und sich mit zwei Längen Vorsprung ins Ziel brachte. In dichter Gruppe folgten die nächsten fünf Mann. Der scharfe Spurt, der das Rennen entschied, brachte Bewegung in die Zuschauer, und die beiden ersten Fahrer wurden lebhaft gefeiert. Die Ergebnisse: Jugendliche auf Tourenrädern (sechs Runden): 1. Gustav Geisse jun., 18 Min.; 2. Helmut Ulrich (40 Meter zurück); 3. K. Rugge; 4. G. Herdt; 5. H. Brandel. Geschäftsradfahrer auf Rädern mit kleinem Vorderrad (fünf Runden): 1. Hermann Becker, 15,30 Min.; 2. Walter Mellinger, 15,45 Min.; 3. Karl Fiedler, 16,10 Min.; 4. Georg Mais, 5. R. Burger. E-Klasse (30 Runden): 1. Heinrich Noll, 1883 Frankfurt, 30 Punkte; 2. Hans Neubold, Frankfurt- Sossenheim, 18 Punkte; 3. Heinz Wilhelm, 1883 Frankfurt, 15 Punkte; 4. Hans Reissing, Offenbach- Bürgel, 8 Punkte; 5. Ernst Linnemann, 1883 Frankfurt,' 8 Punkte; 6. Karl Klenz, Offenbach-Bürgel, 5 Punkte; 7. Franz Gassenmeyer, Offenbach- Bürgel; 8. Theo Renz, Offenbach-Bürgel; 9. Karl Gärtner, Frankfurt-Sossenheim; 10. Rudolf Kaiser, 1883 Frankfurt; 11. Hans Lützeler, Bonn; 13. Eduard Benedikt, Frankfurt. A = und 8-Klasse (50 Runden): 1. August Breuer, Köln, 2:07,0 Stunden; 2. W. Brummer, Darmstadt (zwei Längen zurück); 3. Gerhard Bartkowski, Schweinfurt; 4. Fritz Eichhorst, 1883 Frankfurt a. M.; Karl Hofmann, Braunschweig. Den Abschluß der erfolgreichen Radsportveranstaltung bildete die Siegerehrung im „Burghof". Den erfolgreichen Fahrern wurden schöne Ehrenpreise zuteil, u. a. wurden auch die Prämien vergeben, die für die verschiedenen Rennen gestiftet worden waren. Vermögensrechnung 5 000 RM. Zum Ausgleich tat Haushaltsplanes wurde ein Ueberfchuß von 50 M RM. aus dem Rechnungsjahr 1937 mit verwand Infolge Vergrößerung des Kreises Alsfeld imrffi eine Anzahl Gemeinden des aufgelösten Kreis.-! Schotten hat sich die Kreisumlage um rund 64 00) RM. auf 457 000 RM. erhöht- Bei der erheblich gw besserten Wirtschaftslage im Kreise konnten die vor*1- jährigen Umlagesätze beibehalten werden. Der Ii» nanz- und Vermögensstand des Kreises ist günstig. 3um Schutze der LandschoL gegen Rodungswut. Alsfeld, 13. Aug. Um der Rodungswut im manchen Gegenden und der damit verbundenen Be-- einträchtigung der Landschaft entgegenzuwirken, halt der Landrat des Landkreises Alsfeld mit sofortigen Wirkung eine Polizeiverordnung über dau Verbot der Beseitigung von Bäumen und Hecken in den Gemarkungen des KreisesAl^ seid erlassen. Danach ist es aus Gründen der Landeskultur verboten, ohne vorherige Zustimmung bei! Laydrates Bäume und Hecken im freien Feld, b.ty auf Grundstücken, die außerhalb des geschloffenen Ortsbereiches liegen und nicht zum Wald gehören zu beseitigen, insbesondere zu roden, auf den Stöh! zu setzen oder zu beschädigen. Als Beschädigungen gelten auch das Abbrechen von Zweigen, das Veio letzen des Wurzelwerks und jede andere Maßnahm,: die das Wachstum der Bäume oder Hecken noto teilig beeinflußt. Zuwiderhandlungen find untoi Strafe gestellt. Spreckstunvcn Der wttion- 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. mittag geschloffen. > auch den Gaumeister im Frauen-Fallstball stellt und nach langen Jahren erstmals wieder den • Gau- meister im Faustball der Mäyner, mithin mit drei Mannschaften an den Vorrundenspielen um die Deutschen Meisterschaften teilnehmen wird. Der Nachmittag brachte-als Abschluß und Höhepunkt des Gauspieltages die Spiele der Gauklasse um die Gaumeisterschaft der Männer. Es trafen sich die Mannschaften von Tv. 18 4 6 Gießen, E. T. Hessen-Preußen Kassel und Tv. Wasenberg. Das erste Spiel, Tv. 1846 Gießen gegen Tv. Wasenberg, war gleich eine unerwartete Ueberraschung, Tv. 1846 Gießen übernahm erwartungsgemäß die Führung. Nach Halbzeit (19:13 für Gießen) entwickelte Wasenberg aber einen außerordentlichen Eifer und kämpfte zäh und hart, Punkt für Punkt aufholend, bis zum Gleichstand 36:36 beim Schlußpfiff. Besonders Wasenbergs Schlagmannschaft hatte sich ins Zeug gelegt und mit einer Reihe gefährlicher Bälle seinen Leinenpartner auf der Gießener Seite wiederholt außer Gefecht gesetzt. Bei Gießen hätten übrigens einige Fehlangaben gut vermieden werden können. Daß der Ausgang des Spiels keineswegs dem wirklichen Können der Wasenberger entsprochen hat, das bewiesen die Ergebnisse des weiteren Spielverlaufs, der Tv. Wasenberg mit Kassel und dann auch nochmals mit Gießen zusammenführte. Das Treffen E. T. Hessen-Preußen Kassel gegen Wasenberg gewannen die Hessen-Preußen ohne besondere Anstrengung in einem Spiel, das spannende Höhepunkte nicht aufwies 39:25 (20:15). Die Begegnung E. T. Hessen-Preußen mit Tv. 1 8 4 6 Gieß.en mußte die Entscheidung des Tages bringen. Kassel stand mit einer spielerfahre- nen Mannschaft im Felde, die in der Ballaufnahme und im Stellungsspiel wie auch in der taktischen Spielweise dem bisherigen Gaumeister bestimmt überlegen war. lleberragenb in der Mannschaft der Gauhauptstadt ist Siebjer als Mittelspieler, der glänzend die meisten Kampfhandlungen einleitete. Gießens Fünf (Rudi Riexinger, Dr. Karl Pfeffer, Dr. Karl Hofmann, Werner Trapp, Karl Michels) hatte neben guten Momenten auch schwache Augenblicke. Das Zuspiel ließ manchmal zu wünschen übrig. Kassel übernahm zunächst die Führung, aber Gießen schaffte den Aus- $inon$« und Zollkassen nehmen Steuergulschetne als Sicherheiten. Der Reichsfinanzminister hat eine weitere wichtige Verwertbarkeit der Steuergutscheine eröffnet. Durch Erlaß bestimmt er, daß Steuergutscheine I und II bei den Finanz- und den Zollkassen zum Nennwert zur Leistung von Sicherheiten anzunehmen sind. Die Oberfinanzpräsidenten werden ermächtigt, für die Hinterlegung die Gebühren auf den Betrag zu ermäßigen, der von den Depot- stellen für die Aufbewahrung der Steuergutscheine erhoben wird. Der Lauf der Fristen, die für die Inanspruchnahme der Bewertungsfreiheit nach dem neuen Finanzplan vorgeschrieben sind, wird nicht unterbrochen, wenn Steuergutscheine I zur Sicherung von Steueransprüchen bei einer Finanz- oder Zollkasse oder Depotstelle verwahrt werden. Neue Frühkartoffel-Erzeugerpreise. FWD. Nach einer im neuen Verkündungsblatt des Reichsnährstandes erscheinenden Anordnung werden für Speisefrühkartoffeln folgende Erzeugerfestpreise je 50 kg netto ausschließlich Verpackung frachtfrei Empfangsstation festgesetzt: Vom 14. bis 16. August: weiße, rote, blaue Sorten 3,25 RM., runde gelbe Sorten 3,75 RM, lange gelbe Sorten 3,75 RM.; vom 17. bis 19. August: für weiße, rote und blaue Sorten 3,— RM., für runde gelbe 3,50 RM., für lange gelbe Sorten 3,50 RM. Rhein-Mainische Börse. Uneinheitlich. Frankfurt a. M., 12. Aug. Die herrschende Zurückhaltung der Kundschaft wies noch keine Lockerung auf, so daß die Börse am Wochenende noch stiller als an den Vortagen verkehrte, zumal da besondere Anregungen nicht vorlagen. Der geringe Ordereingang betraf wieder beide Seiten, wodurch die Kursentwicklung am Aktienmarkt weiterhin uneinheitlich war, jedoch leichte Rückgänge in Gauspieltag in Marburg. Tv. 1846 Gießen verliert den Gaumeistertitel an Kassel. Das erste Gießener Rundstreckenrennen, das an Stelle eines Bahnradrenneys abgehalten wurde, wurde nicht nur zu einem schönen sportlichen Erfolg, sondern auch zu einem Publikumserfolg. Fast während des ganzen gestrigen Sonntagvormittags fäumten viele hundert Zuschauer die Rundstrecke, die der Schauplatz des Rennens war. Das Rennen war einmal etwas ganz anderes als das, was man bisher in Gießen an Radspartveranstaltungen zu fehen gewohnt war. Da die Strecke nur etwa eineinhalb Kilometer lang war, verging immer nur eine gute Minute, bis die Fahrer wieder in das Blickfeld des Zuschauers tarnen. Sv bot sich das rassige sportliche und farbenfreudige Bild der Fahrer immer wieder in kurzen Abständen. Das herrliche Wetter trug außerdem dazu bei, daß dem Rennen der Erfolg beschieden wurde. Die Strecke: Wilhelmstraße—Aulweg—Riegelpfad —Ludwigstraße stellte erhebliche Anforderungen. Es kam auf gute Kurventechnik an. Schwierig war besonders die Kurve Aulweg—Riegepfad zu ,nehmen, da sich dort die Straße nicht gerade in bester Verfassung befand. Auch die Kurve Riegelpftid—Ludwigstraße war nicht leicht zu fahren. Dort mußte die Fahrt abgestoppt werden, und dann war immer wieder der steile Berg zu nehmen. Die Wilhelmstraße, wie auch der Riegelpfad gestatteten Tempo. In den Kurven stauten sich die Zuschauer in dichten Massen und folgten dem Rennen mit großer Aufmerksamkeit. Die Rennen waren wieder gut vorbereitet. Die Radfahrervereinigung hatte alle bewährten Kräfte aufgeboten, die sich auf die Organisation von Radrennen verstehen und denen nichts und keine Arbeit zu Diel ist, der Sache des Radsports zu dienen. Kein Wunder, daß es wieder tadellos klappte. Zuerst: 6 Runden auf Tourenrädern. Ein Rennen für jugendliche Radfahrer? Es gestaltete sich sehr unterhaltsam. 8 Mann waren am Start. In forschem Tempo wurde losgezogen, und wenn dann auch in den nächsten Runden etwas weniger wild getreten wurde, so wurde doch ein beachtliches Tempo gehalten, lieber drei Runden blieben die Wettkampfteilnehmer einigermaßen beieinander. Die Führung wechselte, aber zum Schluß gab es doch einen eindeutigen Sieg. Gustav G e i ß e jr. bekam den bunten Sommerblumenstrauß und fuhr eine Ehrenrunde. Dann 5 Runden auf schweren Geschäftsrädern. Die Ausschreibung des Rennens auf Geschäftsrädern hatte den Ehrgeiz zahlreicher junger Radfahrer herausgefordert. Aber sicherlich haben sie es sich nicht so schwer voraestellt, als es war. Die fünf Runden hatten es in sich. Der Berg Ludwigstraße kostete manchen Schweißtropfen. Die schweren Kästen über dem kleinen Vorderrad, die Ballonreifen und der schwere Rahmenbau drückten das Tempo herab und forderten doppelten Einsatz der Fahrer. Einige der Teilnehmer standen das Rennen nicht durch, sondern „stiegen aus". Das Feld fiel auch bald auseinander, nachdem es schon in drei Gruppen gestartet werden mußte. Die Zuschauer widmeten den jungen Fahrern alle Sympathien, und mancher ermunternde Zuruf klang den Fahrern entgegen. Hier war es Hermann Becker, der die fünf Runden (7‘/2 Kilometer) in 15:30 Minuten zurücklegte und Erster wurde. Nott (Frankfurt a. M.) Sieger in der L-Klasse. Kaum waren die Geschäftsräder zur Seite gestellt und den Siegern die Blumensträuße überreicht, bann nahm auch schon die staatliche Schar der der Mehrzahl waren. Im allgemeinen hielten si-7! die Veränderungen wieder bei Prozentbruchteilc'r. Stärker rückläufig waren aber AEG. auf ü*- (112,50), Zellstoff Waldhof auf 107,25 (108,50) ujit! AG. für Verkehr auf 107,25 (109,75). IG. 5«™« ließen nach 75 o. H. höherem Beginn auf etwa UJ (147,75) nach. Montanwerte wurden stark vernaqt- lässigt, konnten sich aber verhältnismäßig behaM ten, Hoesch 105,50 (105,40), Verein. Stahl 9bM (96,75). Außer den schon erwähnten AEG.-AkN^ gaben von Elektropapieren RWE. auf 112,» (113,50), ©esfürel auf 125,50 (126), Felten 138,50 1(139) nach, Thüringer Lieferung 25 v. $)■t,,r höht auf 115. Im einzelnen stellten sich u. “ Reichsbank auf 179,75 (179,40), Daimler auf1,1’. (118,75), Westdeutsche Kaufhof auf 95,25 und Heidelberger Zement auf unv. 143. Das Schlußgeschäft kam früh zum Erliegen, • daß dabei noch nennenswerte Veränderungen traten. IG. Farben schloßen fester mit W J ’ 148,25. Bei den erst im Verlaus festgestellten J sen überwogen 0,5—1-v. H. Rückgänge, werte lagen eine Tönung freundlicher, Nordd. U 47 (46,75). Auch der Einheitsmarkt war unemy lich, 2 v. H. fester lagen Siemens Reiniger nut und Ada-Ada-Schtth gewannen 1 v. H. auf 1*°- Der Rentenmarkt blieb auf allen äußerst still und war ohne besondere AbweichuiM - Reichsaltbesitz 132,13 (132,10), Reichsbobn-^-- 122,90 (122,65), Dekosama I 137 (136,75). W; briefe und Stadtanleihe.n notierten unoerano - ebenso wiesen Industrie-Obligationen nur Abweichungen auf, 5 v. H. Eisenbahn-Renten - jedoch 0,50 v. H. niedriger mit 96. Im Freiverkehr schwankten Steuergutscheine I nacy börslich 98,15—98,20 zwischen 98—98,10. Der Freiverkehr blieb still. Tagesg^ weiter erhöht auf 2,75 (2,50). _____. Ohne Frage ist es der unermüdlichen und einsatzbereiten Arbeit des hessischen Gauobmanns für die Sommerspiele, Dr. Karl Pfeffer (Gießen) in den letzten Jahren gelungen, das Interesse für die Sommerspiele voranzutreiben und die Leistungen erheblich zu steigern. Das erwiesen in aller Deutlichkeit schon die Spiele in den Kreisen und Kreisgruppen und mit noch stärkerem Nachdruck der gestern in Marburg durchgeführte und sehr eindrucksvoll unter der Leitung des Gauobmanns verlaufene Gauspieltag des Gaufachamtes Turnen. Dabei war die Gauführung durch Gaufachwart Hermann Schäfer (Kassel)' und Universität und Stadt Marburg durch den Direktor des Hochschulinstituts für Leibesübungen, Oberregierungsrat Dr. M ö ck e l- monn vertreten. Zur ganz besonderen Freude der Spieler war als Vertreter des Neichsfachamtes Turnen auch Reichsfachamtsspielwart Hein (Bremen) erschienen, der. die Tatsache des Aufstiegs der Sommerspielarbeit in Hessen mit kameradschaftlichem Dank an Dr. Pfeffer in einer Ansprache besonders unterstrich. Das große Ereignis des Tages war, um es gleich voranzustellen, daß Tv. 1846 Gießen, der in den Jahren 1934, 1935, 1937 und 1938 Faustball-Kau- meister des Hessengaues war, seinen stolzen Titel an E. T. Hessen-Preußen Kassel, den langjährigen Rivalen in der Spitzengruppe, abgeben mußte. Bei schönstem Spielwetter bot die für eine Großveranstaltung vorzüglich geeignete Platzanlage des Marburger Universitäts-Sportplatzes den ganzen Tag über das abwechslungsreiche und kampfbetonte Bild, wie es auch die Sommerspiele zu vermitteln vermögen. Zunächst gehörten die Spielfelder den Aelteren. Acht Mannschaften der Altersklasje I (32 bis 40 Jahre) kämpften in zwei Gruppen um den Ausstieg. Tgm. Bad Hornburg und Pol.-Spv. Hanau gingen als Gruppensieger aus den spannenden und zum Teil sehr hochwertigen Kämpfen hervor und behaupteten auch in der Zwischenrunde die ersten Plätze. In der Endrunde siegte Tgd. Bad Homburg über Pol.-Spv. Hanau und wurde damit der Sau- fieger, der den Gau Hessen in der Vorrunde der deutschen Sommerspiel-Meisterschaften zu vertreten hat. Tgm. Bad Homburg wurde auch Gausieger in der Altersklasse II. Erstmals führte der Gau Hessen im Rahmen sei- gleich und stellte das Spiel bei Halbzeit 13:12 zu u l u u un uti üiuucii uuihj- -uvn vjicinKnuci ei- seinen Gunsten. Das einheitlich ausgerichtete Kön- rc>.pg T. Hessen-Preußen Kajselt die übriger^1 jien der Kasseler Mannschaft verschaffte sich nach