Mittwoch. 14-Iunr 1959 Ur. 156 Erstes Blatt 189. Jahrgang Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr . . , - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanfchiüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gietzea Postscheckkonto: Zranifurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Universttatrdruckerei N. Lange in Stehen. 5christleitung und Seschaftrftelle: Schulstrahe 7 Lnnahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis 8V,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70 mm Brette 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25O/, mehr. 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Nun müßte man annehmen, daß sich in der oppositionellen Jugend irgendwo ein Kern her- auskriskallisiert, der die künftige Entwicklung bestimmt, um so mehr, als die schöpferische Eigenart der Jugend anderer Völker doch einen starken Anreiz bieten müßte. Mit Bedauern muß aber jeder aufmerksame Beobachter in Polen feststellen, daß in der jungen Generation Haß und Neid gar üppig ins Kraut treiben, was sich vor allem in einer maßlosen Intoleranz gegenüber den jungen Söhnen der Volksgruppen äußert. Unser Bedauern ist um so großer, als das neue Europa auch mit einem Beitrag der jungen Nation in Polen rechnete. Statt dessen erzeugen diese negativer Auswirkungen in dem Raum an der Weichsel einen Leerraum, ein geistiges Vakuum, in dem sich die Bakterien der Zersetzung einnisten. Es muß anerkannt werden, daß sich die Erkenntnis von dem Zusammenbruch der Jugenderziehung in einsichtigen Kreisen bereits durchsetzt. Vor allem bemüht sich das O f fi z i e r k 0 r p s , die Eltte- truppe des Staates, den Trümmerhaufen aufzu- räumen und zu retten, was zu retten ist. Es Laut feit einem Jahre eine eigene junge Front auf soldatischer Grundlage auf uni) tut dies um so lieber, als es dadurch auch seinen innerpolitischen Einfluß stärkt. Die unter dem Kommando eines Obersten stehende „Akademische Legion" umfaßt schon fünfundsiebenzig vom Hundert der Studenten. Im ganzen Lande bestehen „Abteilungen für vormilitärische Erziehung", die alle Volksschichten erfassen. Schließlich findet man auch sehr bescheidene Anfänge eines Arbeitsdienstes. Aber bedeutet die' Einigung der Jugend auf dem Exerzierplatz nicht ein Verzicht auf das von Pilsudfki doch angestrebte Ziel einer breiten politischen Volksbewegung? Ist dies nicht ein Verrat der Politiker an dem Vermächtnis des Marschalls, der das Volk und vor allem seine jungen Kräfte in den Rahmen des von Soldaten erkämpften Staates hineinwachsen lassen wollte? Pilsudski hat einmal die „schöpferischen Marter großer Leistungen" das Bindeglied zwischen Männern „von einzigartigem Persönlichkeitsausmaß" genannt. Was Pilsudfki hier im Hinblick auf den gegenwärtigen Staatspräsidenten Prof. M 0 s c i ck i gesagt hat, war nicht nur originell, sondern auch sehr weise. Aber Pilsudski soll in den letzten Jahren seines Lebens traurig darüber gewesen sein, daß der völkische Nachwuchs so arm an konstruktiven Kräften ist, von Menschen ganz zu schweigen, die einmal die „schöpferische Marter großer Leistungen" auf sich nehmen würden. Es fehlt dieser Jugend der ernste Wille zur Besinnung und zur Vertiefung. Sie leidet an einer ideologischen Erschöpfung, wie sie sonst nur bei satten Rentnervölkern auftritt. Auch geht sie, wie die Verteilung der Hochschulhörer auf die einzelnen Fakultäten lehrt, Berufen aus dem Wege, in denen man ohne einen unerhörten Arbeitswillen fein Fortkommen findet. Vor allem scheut sie es, sich mit wirtschaftlichen Dingen zu befassen. Ihre parteipolitischen Fehden muten an, als spuke in den jugendlichen Köpfen noch der Ungeist des Hochadels im alten Polen, der über feinen eigenen Händeln das Schicksal des Vaterlandes vergaß. war nicht nur geistig, sondern auch organisatorisch ein Fehlschlag, und es nimmt nicht wunder, daß so maßgebende Gruppen wie die Pfadsinder und die rührigen „Nationalradikalen" auf Grund ihrer bösen Erfahrungen dem Lager den Rücken gekehrt haben. Zieht man in Betracht, daß die Bauernjugend nach wie vor in unversöhnlicher Opposition verharrt und die Sozialisten noch immer nicht die Tatsache überwunden haben, daß ihr ehemaliges Mitglied Pilsudski bei der „Station Unabhängigkeit Polens" halt machte und aus dem sozialistischen Wagen stieg, wird der Fehlschlag des Lagers nur noch offenkundiger. So bietet denn die polnische Jugend heute ein Bild der geistigen Richtungslosigkeit und der Zerfleischung. Während andere große Völker Europas, wie das deutsche und das italienische, ihre stärksten Impulse immer mehr von der Jugend empfangen und eben dadurch in den Rang junger Nationen auffteigen, fällt dieser entscheidende Faktor im Leben des Polentums fort. Man darf sich durch den Lärm nicht täuschen lassen, mit dem beispielsweise d ie S t ud e n t e n sch a f t ihre Anteilnahme nn den geschichtlichen Ereignissen zu beweisen sucht. Die deutschfeindlichen Demonstrationen in Warschau anläßlich des Ciano-Besuches im März waren von der Haßstimmung nicht nur gegen das Reich, sondern auch gegen das heimische Regime bestimmt, und es wurde mit zynischer Freude zur Kenntnis genommen, daß diese Zwischenfälle dem polnischen 'Außenminister peinlich waren. Nicht anders sind die dauernden Ausschreitungen an den Hochschulen zu beurteilen. Innerlich ausgehöhlt und leergelaufen, stürzt sich diese Jugend in wilde Aktionen und rennt gegen alles an, was ihr Zügel anlegen will. Ihre Opfer sind die Lehrer, sind die Deutschen, und zum Abschluß werden Barrikadenkämpfe mit der Polizei inszeniert, dis nie ohne Blutvergießen beendet werden. . Es ist eine bedauernswerte Jugend, die m Polen heranwächst, eine Jugend ohne Führer und ohne Ideale, eine Jugend ohne den Villen, die Götter aus den Sternen zu holen. Was an ihr gesund ist, ihr Tatendrang und ihre Abenteurerlust, wird mißgeleitet und endet in übelster Demagogie, die es mit der Wahrheit nicht mehr genau nimmt. Auf der einen Seite berauscht sie sich an den nicht näher- definierten Schlagworten: Polen, Vormauer des Christentums! Vorhild Europas! Antithese des Germanentums!", auf ter anderen Seite nährt sie ihre Wunschträume mit einem Feldzug zur Eroberung Danzigs, Ostpreußens und Deutsch-Oberschlesiens, wie dies erst jüngst in einer studentischen Denkschrift an die Rektoren bat3 gelegt wurde. Statt sich auf die dringlichsten Aufbauziele im eigenen Lande zu werfen, bringt jeder Tag neue Beweise für die innere Haltlosigkeit dieser Generation, und man kann es nur als Ausschweifung bezeichnen, wenn man hört, daß sie wahrhaftig an eine neue .Huldigung Preußens vor Polen glaubt. . Der Marschall hat einmal in einer Rede vor dem Sejm, nachdem er ihn ausgescholten hatte, bezweifelt, ob man in Polen ohne Peitsche regieren könne. Inzwischen hat die Regierung die von Pu- Warschau, Juni 1939. Es ist erst ein paar Jahre her, seit sich ein Lemberger Hochschullehrer, der zu den politischen Profilen des Piljudski-Regimes gehörte, die Vor- tragsfreiheit am Katheder mit dem Revolver in der Hand gegen randalierende Studenten verteidigen mußte. Man war damals in Polen eher geneigt, solche Zwischenfälle als Kinderkrankheiten einer Generation abzutun, die noch nicht den eigenen Schwerpunkt gefunden hat. Dieses Urteil erweist sich heute leider als leichtfertig und falsch. Wenn eine Jugend sich jetzt, also vier Jahre nach dem Tode des Marschalls Pilsudski, an dem Mythos dieses großen Nationalhelden vergreist und seine Bilder aus den akademischen Bauten entfernt, wie dies in Krakau und Wilna geschah, dann ist die Frage nach Richtung und Ziel des jungen Polentums berechtigt. Die Männer, die mit Pilsudski „das noch vor Schwäche zitternde Polen" auf ihre Schultern hoben, konnten erst 1925 darangehen, auch an die Gewinnung der Jugend für ihren Staat zu denken. So verwunderlich es für einen Fremden ist — diese Jugend hatte ihren Standort vorwiegend nicht im Lager Pilsudskis, sondern hing den Ideen des verwässerten Panslawisten D m 0 w s k i nn. Denn sie entsprachen der Mentalität des jungen Polentums, seiner Neigung zur Phantasie und seinem „Drang nach dem Westen", nach den Zentren einer alten und verehrungswürdigen Kultur. Darin liegt ja die Tragik des Regimes Pilsudskis, daß es für feine soldatische Dynamik, die sich sogar einen Weg nach dem Schwarzen Meer suchen wollte, keine Stütze im Nachwuchs fand. Es ist kein Zufall, daß der „Gott" der Studenten eqi Pole aus den ehemals deutschen Teilgebieten, Dmowski, war, während Pilsudski Zeit seines Lebens niemals aus der west- östlichen Atmosphäre von Wilna, seinem Geburtsort, herauskam. So hat sich die letzte Teilung Polens, obwohl sie schon mehr als eineinhalb Jahrhunderte zurückliegt, in verhängnisvoller Weise bis heute ideologisch erhalten und bestimmt in entscheidendem Maße die inneroölkischen Auseinandersetzungen. Diejen Riß zu heilen, ist den Männern um Pil- sudski dis heute nicht gelungen, weder dem Gründer des „Lagers der Nationalen Einheit", dem Obersten K-oc, noch seinem Nachfolger, General Skwar- c z y n s k i. Der „Dienst der Jugend" im Lager als Sammelbecken bereits bestehender Jugendverbände Spannung in Tientsin. Dr. Li. London, 14. Juni. Die japanischen Behörden haben entsprechend ihrer Ankündigung am Mittwochmorgen die Blockade der englischen und französischen Niederlassung in Tientsin wirksam werden lassen. Der Verkehr zwischen den Niederlassungen und dem chinesischen Teil der Stadt wird von den Japanern verhindert. Nur die Lebensmittelzufuhr und der Uebertritt amtlicher Personen ist erlaubt. Die japanischen Behörden weisen darauf hin, die Blockade bleibe so lange in Kraft, bis die englischen Behörden ihre Politik änderten und ohne Einschränkung mit den Japanern bei der Ausrichtung der neuen Ordnung im Fernen Osten zusammenwirkten. In der englischen und in der französischen Konzession leben 3700 europäische Staatsangehörige; 2700 davon sind Engländer. Englische Militärlastwagen durchfahren die Straßen der Niederlassung und verteilen Lebensrnittel, die in größeren Vorräten vorhanden sein sollen. Nach einem DNB.-Funkspruch aus Tientsin sah die Millionenstadt mit fieberhafter Spannung der Blockade der französischen und englischen Niederlassungen durch japanische Truppen entgegen. Der bisherige englische Standpunkt des „Gewalt gegen Gewalt"- Grundsatzes läßt ernste Zwischenfälle befürchten, die die Beziehungen Japan —England neuerdings verschärfen müssen, obwohl die japanischen Behörden die Uebergabe der Konfession au „trockenem Wege" erstreben. Seit mehreren Stunden sind alle in die Konzessionen führenden Straßen militärisch besetzt und durch spanische Reiter sowie durch Stacheldraht a b g e r i e g e 11, hinter denen englisches Militär und englische Polizei Verteidigungsstellen bezogen haben. Nur drei Straßen sind für den Ein- und Ausgangsverkehr freigegeben, deren Passieren nur mit japanischen Pässen möglich ist. Gleichzeitig wurde die schärfste Kontrolle über alle Fahrzeuge und Waren angeordnet. Die englischen Familienangehörigen wurden bereits nach dem bekannten Meerbadeort Peiteiho abgeschoben. Sämtliche Lebensrnittel stiegen im Preise um 20 Prozent an. Die Massenauswanderung der in den Konzessionen zu Hunderttausenden lebenden Chinesen dauert an. Die Geschäftstätigkeit ruht, zumal die große Zufuhrader, der Peiho-Fluß, praktisch gesperrt ist. Es ist anzunehmen, daß chinesische nationale Terroristen durch neue Attentate die Spannung noch vergrößern werden. Die Auffassung in Tokio. Tokio, 14. Juni. (DNB. Funkspruch.) Zur Blockade der brittschen Niederlassung in Tientsin erklärte der Sprecher des japanischen Außenamts, daß es sich um Entscheidungen und Maßnahmen der örtlichen Behörden in Tientsin handele, also des Befehlshabers der Truppen und des japanischen Generalkonsuls; selbstverständlich werde Tokio laufend unterrichtet. Der Sprecher bestätigt au Anfragen, die Haltung der Armee habe zum Aus- druck gebracht, daß es sich jetzt nicht mehr allein um die Frage der Auslieferung der Terroristen in Tientsin handele, sondern um Garantien für hie Zukunft. Man erwarte von den örtlichen englischen Behörden, daß sie den störenden Elementen in der Politik und Wirtschaft Nordchinas nicht Vorschub leisten. Der Sprecher erklärte ferner, daß es sich bei der Blockade nicht um die Anwendung von Gewalt handele, sondern um eine klare Selb st schütz maßnahm e. Die britische Konzession würde nicht besetzt, sondern polens Jugend ohne Führer Von unserem JR. H.-Korrespondenien. Es wird von einem englischen Vorschlag zur Bildung eines Dreier-Ausschusses berichtet — bestehend aus einem Engländer, einem Japaner und einem Neutralen. Als Neutraler ist von England ein Amerikaner vorgeschlagen worden, der die Aufgabe haben soll, zwischen den beiden Parteien Dermittlerdienste zu leisten. Nach den letzten hier eingetroffenen Meldungen hat die japanische Regierung jedoch diesen englischen Vorschlag a b - gelehnt, da Japan unter keinen Umständen damit einverstanden sein könne, einen Amerikaner in dem Ausschuß als „Schiedsrichter" auf- treten zu lassen." Trotzdem wünscht man m London offensichtlich mit Rücksicht auf die englischen Mißerfolge in Europa nicht eine Zuspitzung der Sage, geschweige denn einen offenen Konflikt mit Japan. Das geht auch eindeutig aus den Berichten der Londoner Blätter hervor, die alle die Hoffnung aussprechen, daß der englisch-japanische Streit um die vier chinesischen Terroristen, deren Auslieferung die Japaner verlangen, auf friedlichem Wege und ohne Blockade beigelegt werden könne. Die Abneigung der Weftmächte gegen Feindseligkeiten im Fernen Osten sei, so schreibt „Daily Telegraph", offenkundig im Hinblick auf b i e entschlossene Achsenfront in Europa so klar, daß die Japaner die Geduld der brttischen Regierung bisher ohne jede Zurückhaltung ausgenutzt hätten. Man habe jetzt ganz den Eindruck, Japan wolle seine „Schlappen" in China dadurch wieder gutmachen, daß es sich an einem Dritten schadlos halte. Einschüchterungsversuche hätten aber, so schreibt das Blatt, keinen Zweck; sie würden Englands Haltung nur „versteifen". „Daily Herald" erklärt, sollte es sich Herausstellen, daß die Japaner den englischen Vorschlag einer unparteiischen Kommission zur Regelung des Streitfalles nicht annehmen und daß sie stattdessen auf nichts anderes abspielten als die Zerstörung ausländischer Niederlassungen, dann sei die Lage erpft, denn dann würde die gesamte Position Englands im Fernen Osten auf dem Spiele stehen. Dr. Li. London, 14. Juni. Zum ersten Male seit geraumer Zeit bilden die Meldungen über die Lage im Femen Osten wieder die Schlagzeilen der Londoner Presse. Die Berichte über die Zuspitzung des englisch-japanischen Verhältnisses weichen kaum voneinander ab. Japan wird beschuldigt, England durch seinen Beschluß, über die englische Konzession die „Blockade" zu verhängen, herausgefordert zu haben, wobei man die Verantwortung für das japanische Vorgehen den lokalen japanischen Behörden in Tientsin in die Schuhe schiebt. Mit der Kritik an der Tokioter Regierung ist man vorerst noch recht zurückhaltend, da man eine Hoffnung auf eine Kompromißlösung in London noch nicht aufgegeben hat. Worte und Taten. Die „Times" zeigt sich sehr verärgert darüber, daß die deutsche und die italienische Presse die letzten Reden von Chamberlain und Lord Halifax mit der Bemerkung abtun: „Alles Worte, wo aber sind die Taten?" Das englische Blatt glaubt uns damit vertrösten zu sollen, daß es in Aussicht stellt, den Worten würden zur gegebenen Zeit auch die Taten folgen. Mit Verlaub: das deutsche Volk hat in den letzten 25 Jahren so viel gelernt, daß es auf chöne Redensarten des Auslandes, besonders wenn ie aus London kommen, keinen großen Wert legt. Die englische Politik macht verzweifelte Anstrengungen, ihre wankende Vorherrschaft zu stützen und zu sichern und sucht dafür zunächst einen neuen Degen auf dem Festlande. Frankreich allein will ihr nicht genügen, nachdem die stählerne Achse Berlin—Rom den europäischen Kontinent vom Norden zum Süden durchschneidet. Deshalb umwirbt England die Sowjetunion, und diesem Zwecke gelten feine ferneren Bemühungen zur Einkreisung Deutschlands. Chamberlain hat im Unterhause mit großer Entschiedenheit den Verdacht zurückgewiesen, daß England die Verhandlungen mit Moskau ver- chleppen wolle, im Gegenteil, er will „sein Bestes dafür tun", das Ziel zu erreichen. Mit Spannung erwartet nun London den Erfolg der Moskaureife des Ministerialdirektors William Strang. Lord Hali- äx sah sich veranlaßt, im Oberhaus seine Rede, die er am vorigen Donnerstag hielt, zu ergänzen und zu interpretieren. Dabei beteuerte er, „einen praktischen offenherzigen Versuch" machen zu wollen, um mit Deutschland und Italien in neue Verhandlungen zu treten. Daß es sich dabei um eine Entlastungsoffensive handelt, um ein Täuschungsmanöver, dar- über liegen genügend Anzeichen vor. Einer der Lords im Oberhause hat offenherzig davon gesprochen, daß die englische Politik mitdemdeutschenVolke in direkte Verbindung treten müsse. Damit ist das Bestreben gekennzeichnet, über den Kopf der deutschen Regierung hinweg die Stimmung in Deutschland beeinflussen zu können. Die Herren in London sollten sich diese Mühe sparen. Auch hier hat uns die Erfahrung aus der Zeit des Weltkrieges wertvolle Lehren geliefert, die in Deutschland, noch nicht vergessen sind. „Gebt der Wahrheit Flügel!" Das ist das Stichwort, unter dem der „Daily Telegraph", das Organ einer mit den Londoner Rothschilds befreundeten Gruppe, für die sofortige Errichtung eines englischen Jnformationsministeriums eintritt. Die offizielle Lesart sindet sich in der „Times". Dort heißt es, daß die Richtung eines Jnformationsministeriums bei Kriegsausbruch selbstverständlich fei; warum aber nicht schon im Frieden beginnen? Damit ist der wirkliche Grund für die jetzt so heftige Forderung nach dem Jnformationsministerium zart umschrieben. Die Engländer sind, wie sowohl aus öffentlichen wie privaten Aeußerungen hervorgeht, sehr betroffen, daß ihre Argumentation trotz der vielen Ministerreden, trotz der Zulassung ihrer repräsentativen Blätter in Deutschland und trotz der Rundfunkpropaganda auf das deutsche Volk keinen Eindruck macht. Sie waren seit je gewohnt, bei einzelnen deutschen Parteien und Gruppen ein Echo zu finden, wobei wir ausdrücklich hervorheben, daß viele Deutsche, die damals dieses oder jenes Argument von England her übernahmen, aus ge* nur der Verkehr zwischen der Konzession und dem übrigen Tientsin überwacht werden. In politischen Kreisen Tokios glaubt man oor* läufig nicht, daß England „Gegenmaßnahmen" ergreifen werde, weil hierzu kein Grund vorläge. Die britischen Behörden in Tientsin hätten anscheinend vollkommen übersehen, daß Nordchina eine militärische Operationszone sei. Infolgedessen sei es notwendig, daß sich die fremden Konzessionen aller Eingriffe in die politischen oder wirtschaftlichen Verhältnisse des besetzten Gebietes enthielten, andernfalls gäbe es keinen anderen Ausweg als eine grundsätzliche Revision der mit den Niederlassungen verbundenen exterritorialen Sonderbestimmungen. Das Echo in Paris. Paris, 14.Juni (DNB. Funkspruch). Die Aus. merksamkeit der französischen Presse ist auf die Spannung gerichtet, die sich zwischen Großbritannien und Japan um Tientsin entwickelt hat. Der „Figaro" schreibt, die französische Regierung, die in Tientsin ebenfalls bedeutende Interessen besitze, habe sich mit der britischen Regierung in Verbindung gesetzt, um einen gemeinsamen A k - tionsplan auszuarbeiten. Das Blatt weist auf die in Singapur begonnenen französisch-enlischen General st absbesprechungen hin, die eine Art Verlängerung der militärischen Reichskonferenz darstellten, an Der die Vertreter Englands, Australiens und Neuseelands teilgenonr- men hätten. Der Londoner Berichterstatter des rechtsstehenden „Jour" weist darauf hin, daß das japanische Ultimatum am heutigen Mittwoch früh abläuft und daß nach den in London ein getroffenen Informationen die japanischen militärischen Behörden bereits alleMaßnahmen getroffen hätten, um von diesem Zeitpunkt ab alle Verkehrsverbindungen zwischen der brittschen und der französischen Konzession und der Außenwelt abzuschneiden. Der Außenpolitiker der „Epoque" beleuchtet die Möglichkeiten, die sich für Japan und die Achse Berlin —Rom bei den Schwierigkeiten Englands ergeben könnten. Dabei wird die fteundschast- liche Haltung der Achse gegenüber Japan mit sichtbar unangenehmen Gefühlen unterstrichen. MS ■ - - - •- E - 2 Di m Oer Untergang der „Thetis" Der gestohlene Watteau. Oie pariser Polizei verfolgt eine Spur. - Unzureichender Bilderschuh im Louvre Oie Finanzierung der großen Aufgaben -es Reiches Staatssekretär Reinhard erläutert die neuen Methoden. gutscheine 2 im Rechnungsjahr 1940 nicht mehr, zum mindestens nicht mehr in dem Umfange von 1939, erforderlich fein. Selbst wenn ein Unternehmen, dessen Wirtschafts« fahr mit dem Kalenderjahr zusammenfalle, nicht bis zum 30. Juni den erforderlichen Betrag an Steuergutscheinen besäße, ihn vielmehr erst in den ersten Tagen des Juli bekäme, so sei dies unerheblich; diese Firmen könnten gleichwohl die vorgesehene Bewertungsfreiheit in Anspruch nehmen. Selbst wenn ein Unternehmen tfm Ende des Wirtschaftsjahres die Steuergutscheine I nur schwer behalten könne, wegen allzu großer Inanspruchnahme seiner flüssigen Mittel, so solle ihm unter Umständen durch kurzfristige ©tun- düng von Steuern durch das Finanzamt die Möglichkeit gegeben werden, doch die Steuergutscheine zu behalten. Auch Unternehmen, deren Wirtschaftsjahr in den Monaten Januar oder Februar 1940 abschließen, werde die Möglichkeit gegeben, die Bewertungsfreiheit in Anspruch zu nehmen. Das gesetzliche Aufgeld, mit dem die Steuergutscheine II ausgestattet seien, sei auch in der Hand von Privatpersonen einkommensteuerpflichttg. Zum Schluß wandte sich Reinhard gegen die Auffassung, daß man in dem Steuergutscheinverfahren inflatorische Wirkungen erblicken könne. Währungsgemäß wirkt sich das Steuergutscheinverfahren in der entgegengesetzten Richtung aus. Wenn das Reich, die Länder, die Gemeinden und die anderen ©teuergutscheinpflichtigen und -berech- ttgten große Summen in Steuergutscheinen statt in Geld zahlen, so werde dadurch die Währung nicht belastet, sondern e n t l a st e t. die Rase der in voller Fahrt befindlichen „Thetis" neigte und sich in den schlammigen Boden bohrte. Wären Schleppboote in der Nacht nach dem Unglück zur Stelle gewesen, so hätte die „Thetis" in kurzer Zeit befreit werden können. Aber erst vierundzwanzig Stunden nach dem Unglück wurde die Lage des Schiffes ermittelt. Von den beiden Ausgangsluken des Bootes war die vordere durch unglückliche Lage versperrt. Die Hintere wurde von den vier Geretteten benutzt. Warum keine weiteren mehr folgten, ist ein Geheimnis, das wohl nie gelüftet werden wird. Die Theorie, daß durch den Austritt der vier Geretteten zu viel Wasser in das Boot gedrungen sei, hat sich nicht aufrechterhalten können, denn dann hätte sich durch das Wasser auch die Lage des Bootes verändern müssen. Viel wahrscheinlicher ist die Erklärung eines der geretteten Matrosen, daß durch einen verhängnisvollen Schaden an der Aus- gangstür die anderen eingeschlossen wurden und den Raum nicht mehr verlassen konnten. Reichsminister Or. Frank in Kopenhagen. Kopenhagen, 13.Juni. (DNB.) Reichsminister Dr. Frank hiell hier einen Dortraa über „Dos Recht als Brücke zwischen den Völkern . Von dem starken Eindruck der Ausführungen Dr. Franks Über Rechtsgrundsätze und Rechtsschopfung im nationalsozialistischen Führerstaat zeugten die ungeteilte Aufmerksamkeit der Zuhörerschaft und der minutenlange Beifall, den die Rede auch im Hinblick auf die Würdigung des hohen Standes der dänischen Rechtskultur und die lange Geschichte der guten deutsch-dänischen Beziehungen fand. Von der Presse wird besonders hervorgehoben, daß der dänische Justizminister S t e i n ck e seinen Genesungsaufenthalt in einem Sanatorium außerhalb Kopenhagens unterbrach, um den deutschen Gast begrüßen zu können. Von dänischer Seite ist der schon in Leipzig Das Einkommensteuergesetz vom Februar 1939 und die M e h r e i n k o m m e n st e u e r feien die letzten Maßnahmen, durch die eine bessere Anpassung des Steuersystems an die Leistunaskraft der Steuerpflichtigen oorgenommen worden fei. W e t - tere Maßnahmen solcher Art seien nicht mehr zu erwarten und würden auch finanzpolitisch und steuerpolitisch nicht mehr erforderlich fein. Der das Steueraufkommen übersteigende Finanzbedarf des Reiches fei in den vergangenen Jahren durch kurzfristige oder mittelfristige Kredite gedeckt und dann durch langfristige verzinsliche Anleihen des Reiches abgelöst worden. Dieses Verfahren stelle einen Vorgriff auf künftiges Steueraufkommen dar, denn die Verzinsung und Tilgung werde aus Zünftigen Steueraufkommen bestritten. Es hatten noch viele Milliarden Reichsmark im Anleihewege beschafft werden können, jedoch hätten die finanz- und kreditpolitischen Grundsätze des Nationalsozialismus geboten, daß der außergewöhnliche Finanzbedarf des Reiches insoweit, als er das Steueraufkommen noch übersteige, anders als bisher gedeckt werde und insbesondere der privaten Wirtschaft der Geld- und Kapitalmarkt nicht durch das Reich versperrt bleibe. Der Teil des außergewöhnlichen Finanzbedarfes, der noch nicht durch Steuern gedeckt werden könne, werde grundsätzlich in Zukunft nur noch durch d i e Ausgabe verzinslicher Steuergutscheine gedeckt. Diese Steuergutscheine führten nicht zu einer weiteren Vergrößerung der Zinsenlast des Reiches, sondern nur zu einer Verlagerung von Steuern, die für den Reichshaushalt durchaus erträglich sei. — Infolge der steigenden Steuereinnahmen des Reiches würden voraussichtlich die mit einem zinsähnlichen Aufgeld ausgestatteten SteuerOie Winterolympiade in Deutschland. Von unserer Berliner Schnstleiiung. Die politische Lage hat ihre Schatten bekcuENtlich auch auf die kommenden Olympischen Spiele geworfen. Sie sollten in Tokio stattfinden, und zwar sowohl für den Winter wie für den Sommer 1940. Japan faßte dann den Entschluß, von den Olympischen Spielen zuriickzutteten und das Internationale Olympische Komitee folgte einer Einladung, die Spiele in Helsinki stattfinden zu lassen. Dabei war vorgesehen, daß die vorangehenden Olympischen Winterspiele im schweizerischen St. Moritz stattfinden würden. Nun besteht aber innerhalb der Schweizer sportlichen Verbände ein alter Streit über die Frage, ob auch Schilehrer zur Teihrährne an der Winterolym, piade berechtigt sind oder nicht? Die Schweizer haben diese Frage verneint, aber das Internationale Olympische Komitee nahm einen entgegengesetzten Standpunkt ein. Dadurch waren die Winterspiele in St. Moritz in Frage gestellt. Die Tagung des internationalen Komitees in London gab den Schweizern noch einmal Gelegenheit, ihren Beschluß zu ändern, über ohne Erfolg. Nun erging überraschend die Frage an Garmisch-Partenkirchen, ob dieser Platz bereit sei, im Winter 1940 wiederum die Olympischen Winterspiele zu beherbergen. In Deutschland selbst hatte man den Gegensatz zwischen dem Schweizer Wintersport und dem In- temationalen Komitee mit größter Zurückhaltung behandelt, wie es der internationale Takt -von selber gebietet. Als aber nun von London aus der Ruf nach Garmisch-Partenkirchen erging, fand er dort, ein freudiges Echo. Die glanzvollen Wintertage von 1936 sind dort noch in bester Erinnerung, die Organisation ist erprobt und bewährt, alle Einrichtungen für eine erfolgreiche Durchführung der Spiele sind vorhanden und können auf Grund der früheren Erfahrungen erweitert werden. Schon jetzt rüstet sich das Werdenfelser Land, um im kommenden Winter wiederum Hunderttausenden aus der ganzen Welt ein freundlicher Gastgeber zu fein. Man er- blickt in der Londoner Einladung des Olympischen Komitees eine Anerkennung der früheren Leistungen. Es stehen allerdings nur noch neun Monate zur Durchführung aller Vorarbeiten zur Verfügung, aber der Präsident des deutschen Organisations- Komitees, Ritter von Halt, wird mit feinem bewährten Stabe dafür sorgen, daß auch im Jahre 1940 die Winter-Olympiade ein großer Erfolg wird. — Die Olympischen Spiele für 1944 sollen in London stattfinden. Auch Kanada und Italien hatten sich dafür beworben. über 12 Monate erstreckten, um dann a u f g e g e = den zu werden. Bei der „Thetis" kommt der erschwerende Umstand hinzu, daß der Rumpf des Schiffes weit tiefer liegt als seinerzeit das Wrack der „M 2". Allerdings werden die Bergungsarbeiten in vollem Maße fortgesetzt. Eine Zusammenstellung aller bisher von der Abmiralität ausgegebenen Mitteilungen sowie die Feststellungen der Regierungsmitalieder im Unterhaus ergeben, daß die Tragödie der „Thetis" eine aeradezu grauenhafte Verkettung unglücklicher Umstände war. Man neigt neuerdings zu der Annahme, das Unterseeboot habe, als es sich schon eine Stunde unter Wasser befand, seine Torpedo- Oeff- nungen einer Prüfung unterzogen. Hierbei sei auch der Auslauf des Torpedos V geöffnet worden. Da aber die Außenöffnung nicht richtig verschlossen war, stand die zwischen beiden Schiebeöffnungen befindliche Sicherheitskammer bereits unter Wasser. Es ist anscheinend nicht gelungen, das nunmehr mit Gewalt in eine weitere Kammer einflutende Wasier aufzuhalten, so daß sich schichtlicher oder staatspolitischer Unerfahrenheit handelten. Ader gerade diese harmlosen Deutschen gaben ein wunderbares, sozusagen natürliches Echo für die englische Propaganda ab. Nun ist es heute so, daß einmal die mißlichen Erfahrungen mit der englischen Schaukelpolitik die viel herausgestrichene englische Loyalität in allen deutschen Augen kompro- mitiert hat und daß sich außerdem jeder Deutsche fragt: Warum schreit England über das tschechische Flugzeugmutterschiff Ach und Weh, und warum bringt es den polnischen Größenwahn in der Danziger Frage auf Hochtouren? Die Engländer merken, daß die politischen Erfolge heute nicht mehr für sie so bequem sind wie in den Tagen gewisser Heinzelmännchen. Das ärgert sie und darum suchen sie nach neuen „Patentideen"! Auch die neue Rede Lord Halifax bietet mit ihren Wenn und Aber so viele schwache Punkte, daß fie-ihren Zweck in der Welt nicht erfüllen wird. Zur Kolonialfrage bemerkte der britische Außenminister, dieses Thema sei „schwierig", weil es immer nur von einer Seite behandelt wurde, nämlich in der Forderung auf Rückgabe an Kolonien an Deutschland. Glaubt Lord Halifax, daß es eine andere Seite gibt ober eine andere Lösung, um diesen Rest des Versailler Unrechts gutzumachen? Für Deutschland jedenfalls ist eine andere Form als die Rückgabe der Kolonien nicht denkbar. Ein anderes Beispiel: Halifax sprach die Hoffnung aus, daß die Danziger Frage durch Verhandlungen zwischen Deutschland und Polen vertraglich geregelt werden könne. Das wäre nur denkbar, wenn dieses Problem zwischen Deutschland und Polen u n » mittelbar geregelt würde. Seitdem England sich eingemischt hat und täglich erklären läßt, daß es unter keinen Umständen zu einer „Kongregation" kommen werde, wenn die Danziger Frage mit Gewalt gelöst würde, wächst bei den Polen die Neigung zu neuen Provokationen. Man könnte das Gegenbeispiel von Memel anführen, wo die naturgegebene Lösung durch einen friedlichen Vertrag zwischen Deutschland und Litauen möglich wurde, weil andere Mächte darauf verzichteten, sich hier einzumischen. Es muß schon dabei bleiben, daß Taten g e • fordert werden, weil die Worte uns nicht genügen. Dor einigen Tagen hat Lord Halifax die Forderung nach deutschem Lebensraum mit einigen wohlwollenden Worten in seine Rechnung gestellt, inzwischen aber hat der Ministerpräsident des verbündeten Frankreich bei einer Denkmalsweihe für den Marschall Joffre diesen Begriff ausdrücklich abgelehnt. Bonnet hat im auswärtigen Senatsausschuß die Einkreisungspolitik in Abrede gestellt, Daladier aber hat die Schlacht an der Marne als den Sieg der verbündeten Mächte im Dienste der menschlichen Zivilisation gefeiert. Auch hier hören wir die Klänge der Einkreisungspolitiker, die sich mit ihren eigenen Worten widersprechen. Die bisherigen Taten, wenn wir uns daran halten sollen, sind nicht weniger unfteundlicher Natur. Als Deutschland z. B. daran ging, für seine Lebensmittelversorgung Walöl einzukaufen, hatte England nichts Eiligeres zu tun, als den größten Teil des Angebots für sich selbst zu erwerben. Als Deutschland mit Rumänien ein Abkommen schloß, das der wirtschaftlichen Erweiterung seines Lebensraumes dienlich war, setzte von London aus eine bösartige Lügenkampagne dagegen ein. Noch immer versucht England die Fiktton einer selbständigen Tschecho-Slowa- kei aufrecht zu erhalten, obwohl diese schon seit der Lostrennung der Slowakei in ihrer alten Substanz nicht mehr vorhanden war. — Das ist nur eine kleine Blutenlese der englischen Taten in der letzten Vergangenheit. Sie paßt zu den schönen Worten von heute und sie läßt uns keine guten Aussichten für diejenigen Taten, die Lord Halifax für die Zukunft verspricht. Das Mäntelchen der Friedensreden, mit denen die Einkreisungspolitik geschmückt wird, ist allzu fadenscheinig! Dr. Ho. Wer wird englischer „Propagandaminister"? London, 13.Juni. (Europapreß.) Die Pläne für die Errichtung des englischen „Propaganda- minifteriums" werden dem Kabinett am Mittwoch vorliegen. Wie der „Evening Standard" berichtet, besteht innerhalb der Regierung nur noch wenig Opposition gegen ein solches Ministerium. Allerdings ist die Frage, wer Englands erster „Propagandaminister" werden soll, noch keineswegs gelöst. Der in der letzten Zeit von verschiedenen Blättern genannte ehemalige englische Botschafter in Rom, Lord Perth, kommt nach Ansicht parlamentarischer Kreise aus zwei Gründen für diesen Posten nicht in Betracht: Einmal würde das Unterhaus verlangen, daß der „Propagandaminister" aus feiner Mitte und nicht aus den Reihen des Oberhauses ernannt wird, zum anderen ist Lord Perth bisher Beamter und nicht Politiker gewesen. Er käme daher, wenn überhaupt, lediglich als Leiter einer Abteilung des neuen Ministeriums in Bettacht. Oer Anschlag auf die Herzogin von Kent. London, 13. Juni. (Europapreß.) Bei der Vernehmung des Attentäters, ber auf das Auto der Herzogin von Kent einen Schuß abgegeben hatte, wurde festgestellt, daß der Mann bereits am Vortage in dem Stadthaus des Lords Harewood, des Schwagers des Königs, mit feinem Gewehr eine Fensterscheibe eingeschossen hatte. Der Angeschuldigte soll weiter erklärt haben, er hätte mit einer Schußwaffe in der Tasche den Buckingham-Palast und das königliche Schloß in Windsor verschiedentlich aufgesucht. Zur Begründung gab er an: „Ich wollte die Herzöge und den König mal sehen!" Ein Gegenbesuch Roosevelts in London? Washington, 14. Juni. (Europapreß. Funkspruch.) Obwhol bisher die Nachricht, der englische König habe Präsident Roosevelt aufgefordert, noch in diesem Jahre einen Gegenbesuch in London zu machen, weder bestätigt, noch dementiert wurde, bestehen diese Gerüchte auch weiterhin. In eingeweihten Kreisen hält man es allerdings für höchst unwahrscheinlich, daß sich der Präsident wenige Monate vor Beginn feines neuen Wahlseldzuges ins Ausland begegen werde. Die jüdische Wochenzeit- schrist „Ken", die oft im Besitz vertraulicher Infor- mationen aus Washington ist, berichtet freilich, Roosevelt habe die Absicht, im Herbst London zu besuchen, falls es die internationale Lage gestatte. Auch rechne Roosevelt bereits fest mit feiner dritten Kandidatur und Wiederwahl. Er plane für 1941 einen BesuchderPhilippinen. Berlin, 13.Juni (DNB.) Staatssekretär Reinhard sprach gestern auf einer Veranstaltung des Vereins Berliner Kaufleute über die Durchführung und die Finanzierung ber großen Aufgaben des Reiches. Reinhard wandte sich besonders gegen die Leute, die die Ansicht vertreten, man hatte den Aufbau der Wehrmacht auf eine größere Anzahl von Jahren erstrecken sollen. „Ich glaube", so führte er aus, „baß nur ein Narr biefe Frage bejahen könnte." Allerdings waren dann die bisherigen Kosten für die militärischen Zwecke kleiner gewesen und die Kosten für die Erbauung des Westwalles nicht erstanden, dafür aber wäre Deutschland im vorigen Jahre höchstwahrscheinlich ein Krieg aufgezwungen worden, dessen Kosten bestimmt um eine Vielfaches großer gewesen wären. — Zu der io häufig aufgeworfenen Frage, ,woher das ganze Geld komme, verwies Reinharb auf die ständig steigende Finanzkraft des Reiches. So habe das Steueraufkommen des Reiches 1932 6,6 Milliarden, dagegen 1938 17,7 Milliarden Mark betragen, um 1939 wahrscheinlich 22 Milliarden Reichsmark zu erreichen. Das Mehr des Steueraufkommens im Jahre 1938 gegenüber 1937 ist nur in einer Höhe von 400 Millionen Reichsmark auf die Erhöhung der Körperschaftssteuer und in einer Höhe von 500 Millionen Reichsmark auf die J-ubenvermögensab- gabe zurückzuführen. Die Aufwärtsentwicklung des Steueraufkommens fei nicht nur auf den gewaltigen Aufschwung der deutschen Volkswirtschaft zurückzuführen, sondern auch auf die gesteigerte Leistunaskraft der Reichsfinanzverwaltung. So erfasse die Betriebsprüfung alle Betriebe ohne Ausnahme und werde in fester Reihenfolge durchgeführt. Wie bereits kurz gemeldet, wurde dieser Tage aus dem Louvre in Paris ein überaus kostbares Bild getobten, das Gemälde „L’Indifferent“ von Jean Antoine Watteau (1684 bis 1721), dem berühmtesten Meister des französischen Rokoko. Das Gemälde, obwohl nur 20:26 Zentimeter im Format, ist eines der wertvollsten Werke der größten Kunstsammlung Frankreichs: es wirb nach den Prei- en der letzten Verkäufe von Bildern Watteaus in Paris, London und Neu- york auf 3 bis 4 Millionen Franks (200 000 bis 260 000 RM.) geschätzt. Dies etwa um 1710 entstandene Bild teilt einen jugendlichen Diabolo- Spieler in blauem Satingewand und rosa Strümpfen dar. Nach dem Katalog des Louvre hat Watteau kaum e etwas Schöneres geschaffen als dieses Bild. Seit der Entwendung der berühmten Mona Lisa (1911), die 1913 in Florenz wiedergefunden wurde, ist dies sicher der bedeutendste Bilderdiebstahl im, Louvre. Der dreiste Bilderdiebstahl bildet das Tagesgespräch in Paris. Die Polizei glaubt inzwischen auf Grund der Verhöre der Museumswärter eine Spur entdeckt zu haben. So wurde am Samstag und Sonntag von dem zuständigen Museumswärter ein Ausländer beobachtet, der tadellos französisch sprach und ich anschickte, eine Kopie eines neben dem gestohlenen Bild gongenden Gemäldes von Watteau anzufertigen. Um 14 Uhr am Sonntag hätte der diensttuende Museumswärter den Mann noch an ber Arbeit gesehen, ber diesmal von einer Dame begleitet mar. Die Pariser Blätter veröffentlichen eine genaue Beschreibung bes verdächtigen Mannes, in ber Annahme, baß er sich melden werde, wenn es sich um einen harmlosen Kopisten handele. Wenn das nicht ber Fall fein sollte, glaubte man annehmen zu können, daß man dem Dieb auf der Spur sei. Eine Pariserin, die am Sonntagnachmittag den Louvre besucht hat, machte dem Museumsbirektor wichtige Erklärungen; sie habe in einem ber Säle eine große hagere Frau bemerkt, die unter ihrem Jackett etwas zu verbergen schien. Die Frau sei ziemlich nervös gewesen und habe, als sie sich beobachtet fühlte, die Zeugin angesprochen. Die Fremde habe erklärt, sie sei Engländerin und halte sich seit zwei Tagen in Paris auf. Die Presse erörtert lebhaft die Frage, wie es überhaupt möglich gewesen sei, daß ein so kostbares Werk am hellichten Tage unter den Augen ber Wächter und vor einem zahlreichen Publikum entwendet werden konnte. Das einfachste wäre, so folgert man, die Bilder so stark an den Wänben zu befestigen, baß sie nicht in wenigen Minuten losgelöst werden können. Hiergegen wenden sich jedoch die Sachverständigen mit der Begründung, daß im Falle eines Brandes dann die wertvollsten Bilder voraussichtlich ein Opfer ber Flammen würben. Es hat sich inzwischen herausgestellt, daß die Aufseher während ber ganzen Nacht zum Montag in ben entlegensten Räumen bes Riesengebäudes nach bem Watteau suchten; sie hofften, es handele sich nur um einen Scherz, oder glaubten, ber Dieb halte seine Beute im Louvre versteckt. Auch vermutete man, baß es sich um eine Warnung an bie Regierung hanbele, weil biefe bie nötigen Kredite zur Erhöhung des Personalbestandes nicht bewilligt hat. Wie die Blätter berichten, stehen nämlich für bie rund 900 Säle des Museums nur 405 Aufseher zur Verfügung. Von diesen werben etwa 30 für ben Nächtbien st verwenbet; im übrigen hätten bie Aufseher nicht nur bie Kunstwerke zu bewachen, sonbern auch auf alle möglichen Fragen ber Besucher 3U antworten. Gerade biefe vielfältige Ausgabe ber Aufseher hat vermutlich bie Ausführung bes Diebstahls begünstigt. Es wird nicht für ausgeschlossen gehalten, daß ber Dieb ober bie Diebe Helfer hatten, bie ben Aufseher burch Fragen aufhielten, während ber Diebstahl ausgeführte würbe. Außerbem sind viele ber Aufseher Kriegsinvaliben, bie nicht immer ihren Dienst versehen können. — (Scherl-Bilber- bienst-M.) Dr. Li. Lo nb on, 13. Juni. Das Unglück, bas bie englische Marine burch ben Untergang bes Unterseebootes „Thetis" betroffen hat, liegt heute, zwei Wochen nach ber Katastrophe, noch in aller Munde. Nach einer abschließenben Mitteilung ber Abmiralität befanben sieh 10 3 Personen an Bord ber „Th e ti s , unb zwar: 14 Offiziere, 15 Unteroffiziere, 35 Mattosen, 29 Techniker, 7 Ziviloffiziere ber Abmiralität, 2 Funktionäre unb 1 Lotse. Vier baoon finb gerettet worben, so baß 99 Opfer.su beklagen finb. Da zwei Matrosen bei einem Rettungsversuch ertrunken sinb, befinden sich noch 97 Tote im Schifssrumps auf bem Meeresgrund. Die Hoffnung auf eine Bergung ber „Thetis" bleibt nach ben Erfahrungen ber letzten Woche sehr gering. Don ber Marinebehörde wirb festgestellt, baß eine Verlagerung bes Schiffes in flaches Wasser innerhalb ber nächsten brei Wochen vorgenommen werben könne, doch wirb von anberen Fachkreisen auf bie Tatsache verwiesen, baß bie Bergungsversuche des vor Jahren verunglückten U-Bootes „M 2" sich Jammer. bann mit von Dom 24. bis 26. Juni findet in Hannover der etwas milder. Vorhersage zufuhr aus West Witterung. ihn schon. Als 1797 die Franzosen gegen bas Jnntal anrückten, wurde Speckbacher — durch seine Wild- schützenabenteuer überall im Land berühmt — zum Organisator der Landesschützen bestimmt. Kewer kannte wie er die Schliche und Stege in den Bergen, die Schlupfwinkel und Fallen und die Pfade über die steilen, schmalen Joche. Wenige Tage später schwammen Bretter mit Fähnchen in den Strudeln der Flüsse, und die Bauern schütteten Tierblut in die Gebirgsbäche, damit ihr Wasser sich rot färbte. Und auf den Bergspitzen brannten die Kreidefeuer. Speckbacher tauchte überall auf, wo die Kämpfe am gefährlichsten waren. Er schnitt sich den Bart und seine flotten Dackenlöckchen ab und schlich nachts in bas von den Franzosen besetzte Kufstein, um es Italien einen zehntäaigen Besuch abstatteten, kehrten wieder nach Deutschland zurück. Paris zur Verfügung gestellt. Kunst und Wissenschaft. Tag der deutschen Wissenschaft in Hannover. für Freitag: Bei Luft- Fortdauer der unbeständigen am 13. Juni: mittags 14 Grad Iolkstum werde erhalten und der Volkstumanspruch ^gründet, wenn ewige kulturelle Besitztümer diesen Anspruch auf die Dauer aufrechterhalten. So stehe : iefe Gaukulturwoche 1939 unter der Parole „D a n- i g ist deutsch, und Danzig will zu Deutschland!" Der Reichsgau. Durchführungsverordnung zum Ostmarl- und Gudetengaugesetz. Das war der Feuerteufel. Josef Gpeckbacher, Andreas Hofers berühmtester Mitkämpfer im Tiroler Freiheitskriege. Lufttemperaturen _ Celsius, abends 9,2 Grad: am 14. Juni: morgens 7,9 Grad. Maximum 14,6 Grad, Minimum heute nacht 4,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. Juni: abends 18,5 Grad: am 14. Juni: morgens 14,4 Grad, e= Soyyenscheindauer 7,7 Stunde Luis Trenkers nächster Film heißt „Der Feuerteufel". Er spielt zur Zeit der Tiroler Freiheitskriege. Im Mittelpunkt steht die Figur Josef Speckbachers, des Mitkämpfers Andreas Hofers. Von diesem Spackbacher soll hier die Rede fein. liche Geschäftsführer Ministerialrat Dr. Ziegler. Der Ehrenausschuß genehmigte an Unterstützungen, die sich auf 2019 Gesuche verteilen, den Betrag von 349 720 Mark. 789 Gesuche mußten abgelehnt werden, ba die Voraussetzungen für eine Unterstützung er erholte sich langsam. Er wurde Straßenkehrer und Gelegenheitsarbei- ter, um das Notwendigste zum Leben zu haben. An seinem Dialekt erkannten die Leute ihn wohl als Tiroler, aber keiner ahnte, daß er der mutigste und von den Soldaten Napoleons gehaßteste Freiheitskämpfer war, der ununterbrochen die Glut gegen sie geschürt hatte, bis sie zu Hunderten die Jagd auf ihn begannen. Einmal hielt ihn ein durchreisender Engländer an: Er habe non den damals noch wenig bekannten Kletterkünsten der Tiroler gehört und er wolle nun gern wissen, ob Speckbacher gegen eine dicke Belohnung von außen am Turm des Stefansdoms bis hinauf zur letzten Kreuzblume klettern könne. Speckbacher lachte, bas könnte er schon. Er hatte dringend Geld nötig. Geleitet vom sensationslüsternen, atemlosen Staunen halb Wiens klomm er hinauf. Der Engländer war begeistert und bot ihm einen langfristigen Artistenvertrag mit höchster Gage für London an. Speckbacher schüttelte den Kops. Er mußte zurück nach Tirol. Nach der Völkerschlacht bei Leipzig löste sich auch von den süddeutschen Ländern der Druck der Fremd- Herrschaft. Speckbacher kam wieder auf seinen Hof. Er ging hinter dem Pflug über die kargen abschüs- figen Felder, er schnitt bas Heu auf den Almen und fuhr im Winter das Holz zu Tal. Er beanspruchte weder Ruhm noch Lohn. Es genügte ihm, daß das Land frei war. Die Jahre der brutalen Verfolgung hatten feine eiserne Gesundheit zerstört. Kurze Zeit später starb er. Die Tiroler setzten feinen Leichnam neben dem Andreas Hofers in der Hofkirche zu Innsbruck bei. Josef Speckbacher ist noch heute der berühmteste Mann Tirols. An langen Winterabenden sitzen die Bauern an den Herdfeuern auf den kleinen entlegenen Almenhöfen und auf den Holzbänken gemütlicher Wirtshäuser zusammen, sie hören auf das Orgeln des Schneesturms draußen und saugen an ihren krummen Pfeifen und erzählen die Geschichten vom Feuerteufel. G. W. Spitzel. Sie umstellten bas Haus. Speckbacher lud sich einen der Hörn erschüttert, die in der Diele standen, auf den Rücken, so daß sein Gesicht nicht zu scheu war, und ging. Er müsse Holz für die Einquartierung holen, sagt er, und der Speckbacher läge oben in einer Wieder irrte er tagelang durch die Einsamkeit der Berge. Er wagte es nicht, sich seinen besten Freunden zu zeigen. Sie wurden alle überwacht. Zudem hatte die französische Generalität auf seinen Kopf Dom dänischen Iuristenbund gemachte Vorschlag,, »ine Internationale Juristenvereini- zung zu gründen, erneuert worden. Reichsminister Dr. Frank gab feiner Meinung dahin Ausdruck, daß eine solche Gründung für die kulturelle Zusammenarbeit zwischen den Völkern von Bedeutung fein würde und versprach, im Rahmen des national-! ozialistischen Rechtswahrerbundes diese Bestrebungen nach Kräften zu fördern. Nie Not der deutschen Volksgruppe in polen. Warschau, 13. Juni. (DNB.) Der deutsche Senator Hasbach überreichte dem polnischen Ministerpräsidenten General Skladkowski eine Denkschrift über die Lage der deutschen Volksgruppe n Polen. Die Denkschrift enthält eine Aufzählung von Einzelfällen deutschfeindlicher Aus- chreitungen und der an Angehörigen der Deutschen Volksgruppe von verhetzten polnischen Elementen verübten Gewalttätigkeiten. Mein die Aufzählung der ernsthafteren Uebergriffe, mter denen die Deutschen in Polen seit Monaten tu leiden haben, nimmt einen Raum von über rationsfälen wird ieweils immer nur ein Kranker operiert. Eine Radio-Grammophonanlage an jedem Operationstisch lenkt den Kranken bei Operationen mit örtlicher Betäubung durch Musik ab ober schläfert ihn bei Narkose unmerklich ein. Grundsteinlegung für die neue Reichsanstatt für Holzforschung in Eberswalde. In Eberswalde wurde auf Grund der kürzlich getroffenen Vereinbarungen die Forstliche Hochschule durch das Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung übernommen. Ferner wurde für die neue Reichsanftalt für Holzforschung der Grundstein gelegt. Den Abschluß des Tages bildete die Schlüssel-- übergade für das Institut für Waldsamenkunde und For st Pflanzenzucht. Bei dem Festakt sprachen Generalforstmeister Alpers, der Chef des Amtes Wissenschaft im Reichsministerium für Wissenschaft und Volksbildung, Professor Mentzel, und der Rektor der Hochschule Professor Hilf. Die neue Musikhochschule in Salzburg. In Salzburg wurde die Erhebung des Mozarteums zur Musikhochschule vollzogen. Reichsminister Rust erklärte u. a., die äußere Rang- erhöhung sei nicht nur eine Anerkennung für die Pflegestätte der Kunst in Salzburg, sondern auch eine Anerkennung der hohen Musikkultur der deutschen Ostmark im ganzen. Generalintendant Clemens Krauß übernahm die Hochschule mit dem Versprechen, die jungen Musiker, die durch diese Schule gehen, mit nationalsozialistischem Leistungswillen zu erfüllen. Wetterbericht Die Ausbreitung arktischer Meereskaltluft hat weitere Fortschritte gemacht und bereits über Frankreich hinweg zum Mittelmeer übergegriffen. Während sich am Mittwoch über der östlichen Reichs- Hälfte und im Alpengebiet noch immer ausgedehnte Aufgleitniederschläge fortsetzen, herrscht bei uns im Bereich der Kaltluft, die im Durchschnitt die Temperaturen etwa 6 Grad unter dem fahreszeittichen Durchschnitt hält, wechselhaftes Wetter mit Neigung zu meist schauerartigen Niederschlägen. Die Entwicklung neuer Störungen im Raume Island—England laßt das Aufkommen beständigen Wetters noch nicht erwarten. Die Temperaturen steigen wieder langsam an. Vorhersage für Donnerstag: Veränderlich, doch zeitweilig stärker bewölkt und vielerorts auch Regen, bei lebhaften Winden aus Westen Tag der deutschen Wissenschaft statt. Die Veranstaltung knüpft an die repräsentativen wissenschaftlichen Veranstaltungen der letzten Jahre, insbesondere die Jubiläumsfeiern der Universitäten Heidelberg, Göttingen und Köln an unt) soll vor der Oeffentlichkeit Aufgabe und Leistung der deutschen Wissenschaft aufzeigen. In diesem Jahre wird vor allem Aufgabe und Leistung der deutschen Wissenschaft für die Durchführung des Dierjahresplans herausgestellt werden Der Tag der deutschen Wissenschaft wird von Reichsleiter Rosenberg eröffnet. Am 25. Juni wird eine Kundgebung durchgeführt, in der Reichsminister Rust sprechen wird. Die Veranstaltungen am 26. Juni werden das erfolgreiche Wirken des Reichsforschungsrats der Oeffentlichkeit kundtun. Die festliche Sitzung wird vom Präsidenten des Reichs- forschungsrafs und Chef des Heereswaffenamts, General der Artillerie Profesior Dr. Becker, eröffnet. Vorbildliche Neugestaltung der Heidelberger Kliniken. Sogleich nach dem Umbruch gingen Reich, Staat und Stadt Heidelberg daran, den Neubau der Klinikstadt auf der Nordseite des Neckars einzuleiten, um die notwendige bauliche Neugestaltung der Heidelberger Kliniken durchzuführen. Als erste ist die neue Chirurgische Klinik entstanden, die gelegentlich der Hochschulwoche Anfang Juli einge- weiht wird. Im nächsten Jahr soll dann die Frauenklinik vollendet werden. Die jetzt serttggestellte Klinik entspricht allen modernen Ansprüchen. Die Krankenzimmer sind sämtliche nach Süden gelegen und öffnen sich auf große Liegeterrassen. Die deutsche bildende Kunst hat Gelegenheit erhallen, Plastiken, Fresken und Wandgemälde anzubringen. Helle Tagesräume dienen der Bequemlichkeit der nicht bettlägerig Kranken. An jedem Bett sind Kopfhörer angebracht, in den Räumen für die Leichtkranken Lautsprecher, die auch die Durchführung der täglichen Morgengymnastik erleichtern. In einer Wandelhalle können auch Konzerte gegeben werden. Jedes Bett ist durch einen Handgriff leicht in einen Wagen au Gummirädery zu verwandeln. In den sieben Ope- Der schweizerische Ständerat genehmigte einstimmig die Staatsrechnuna für 1938. Bundesrat Wetter bezifferte den Fehlbetrag im Staatshaushalt einschließlich der außerordentlichen Kosten für die Landesverteidigung und die Sanierung der Pensionskasse auf 4V- Milliarden Franken. * In Marseille ist der Sultan von Marokko zu einem fünfwöchigen Erholungsaufenthalt in Frankreich eingetroffen. Die französische Regierung hat dem Sultan das Schloß Champs in der Nähe Er lebte zu der Zett, da es in Tirol noch Bären gab, und Speckbacher war in den Bergen am Kar- wende! der gefürchtetfte Wildschütze. Die Leute erzählten von ihm, er habe einmal — durch eine Ladehemmung seines Stutzens dazu gezwungen — einen der Petze ohne einen Kratzer auf der Haut mit der bloßen Hand umgelegt. Ein andermal wurde der gefürchtete „Spoa" in einer abgelegenen Almhütte von drei Jägern gestellt. Er kochte gerade fein Abendessen, als sie anflopften. Den ersten übergoß er mit heißem Fett, dem zweiten rammelte er die Teigschüssel über den Kopf und der dritte erhielt einen schädelbrechenden Hieb mit der Bratpfanne. Und Speckbacher lief lachend davon. Mich fängt keiner, soll er gerufen haben. Kurz darauf hängte er die Büchse an den Nagel. Er wurde Bauer in Rinn. Ein zierliches, blondes Tirolermädel hatte die höchste Belohnung ausgesetzt, und wenn irgend- ein Schuft aus den Dörfern ihn sah, war er ver- loren. Beim Durchqueren eines eifiaen Wildbachs wurde er von den Wirbeln mitgerissen und gegen einen übergebrochenen Baumstamm geschleudert. Er brach sich Den Knöchel und fühlte, daß seine Hüfte zerschmettert war. Er wußte, daß er nun sterben mußte. Und die Franzosen waren noch immer im Land. Im letzten Augenblick fand ihn fein Knecht, der ihm nachgegangen war. Er holte Hilfe, und drei Getreue schleppten den ohnmächtigen Speckbacher in einer stockfinsteren, schneedurchtriebenen Sturmnacht durch die feindlichen Postenketten vom Berg hinunter auf seinen Hof. Nicht einmal seine Frau erfuhr, daß er wieder da war. So hoben im Kuh- tall eine Grube aus, legten den Feuerteufel hinein, verdeckten das Loch mit Brettern und Dung und ließen nur einen kleinen Luftschacht frei. Sie wagten es nicht, einen Arzt zu holen, und mir nachts konnte ihm Essen gebracht werden. Und stündlich horte Speckbacher in nächster Nähe die Schritte und halblauten Unterhaltungen der patrouillierenden Posten, die ihn fangen sollten, sobald er sich zu Hause sehen ließe. Sechs Wochen blieb Speckdacker in der verjauchten Grube liegen, bis ihm die Kleider vom Leibe faulten und der Brand in die Wunden trat. Dann brachten sie ihn nach Wien, und 70 Schreibmaschinenseiten ein. Die ständigen Schwierigkeiten und Repressalien, t»enen die volksdeutsche Presse in Ostober- chlesien von polnischen Behörden unterworfen wird, Zerstörten sich. Nachdem Beschlagnahmen und Schikanen nicht das Ziel erreicht haben, die Zeitungen im Erscheinen zu verhindern, gehen die Polen nun- «ehr darauf aus, die täglichen Nachrichten- lieferungen aus dem Reich auszuschalten. Abgesehen davon, daß Beamte der polnischen Grenzkontrolle sich das Amt eines Zensors anmaßen und Teile des reichsdeutschen Nachrichtenmaterials be- eits an der Grenze beschlagnahmen, glaubt «an nun, durch Entziehung der Grenzarten für den kleinen Grenzverkehr die Volksdeutsche Presse mundtot machen zu können. So muß Jde „Kattowitzer Zeitung" ihren Lesern mitteilen, 4aß ihrem Boten, der das Nachrichtenmaterial von Jeuthen nach Kattowitz bringen sollte, durch die polnische Grenzkonttolle die Derkehrskarte abgenommen »orden ist, und daß auf diese Weise der Teil des ___ ____ ____ „v „ .. ktuellen Nachrichtenmaterials unveröffentlicht blei- an allen Ecken in Brand zu stecken. Als die Poften "en mußte. ihn anriefen, ging er in der Dunkelheit auf alle v- Biere nieder und bellte ihnen als harmloser Hof- XjdtlXlQÖ ©CftCbt tll VtUtjU)* Hund feine ergrimmte Antwort zu. Innerhalb von n ' I Äerzehn Tagen drängten die Tiroler Jäger und Danzig, 13. Juni. (DNB.) Gauleiter Forster Bauern drei Armeekorps — die Soldaten von vier röffnete die Gaukulturwoche in Danzig mit der Königen und einem Kaiser — aus dem Land. Ausstellung „Kunst der Hansestädte" In späteren Kämpfen am Kniepaß wurde Speck- on Danziger Stadtmuseum. Sie wird unter der bachers kleiner Trupp umzingelt. Die Feinde rissen Schirmherrschaft von Reichsminister Dr. G o e b - ihm das Gewehr aus der Hand. Mit bloßen Fäu- )»e l s als Wanderausstellung die an ihr beteiligten ft-en hämmerte er sich zwischen den Bajonetten durch Naue und die großen Städte des Großdeutschen Rei- in die schützende Nacht und brach in einem entlegenes besuchen. Die in den Kreuzgewölben des allen nen Wald zusammen. Ein Kolbenstoß in die Nie- Danziger Museums untergebrachte Ausstellung gibt ren hatte ihn außer Gefecht gesetzt. Mit furchtbaren inen Ueberblick über die Malerei in den Gauen Schmerzen schleppte er sich fliehend über die unweg- Oanzig und Ostpreußen, Pommern und Mecklen- samsten Felspfade und Derbarg sich auf den höch- 'urg, 'Schleswig-Holstein und Hamburg. Gauleiter sten, einsamsten Almen. Aber Schmerzen und Hun- Forster wies in seiner Eröffnungsrede darauf hin, aer treiben ihn wieder hinunter auf einen der Vergaß Danzig gerade in dieser Zeit die Aufgabe habe, Höfe. Die Franzosen erfuhren es sofort durch ihre !»as kulturelle Schaffen der Stadt in den Vordergrund zu stellen: denn die Kultur allein gebe ■ iner Stadt und einem Land das Gesicht. Das Aus aller Wett. Hauptversammlung des Deutschen Alpenvereins in Graz. Die Grazer Alpenvereins-Tagung vorn 28. bis 30. Juli wird durch einen Empfang auf dem Schloßberg eingeleitet. Die Sitzung des Hauptaus- fchufses findet im Rathaus statt, die Festversammlung im Stefaniensaal, der 1200 Personen faßt. Im Zusammenhang mit der Alpenvereins-Tagung finden die Jahresversammlungen der Hilfsvereine „Verein zum Schutz der Alpenpflanzen und -Tiere", „Verein der Freunde des alpinen Museums", sowie „Verein der Freunde der Alpenvereinsbücherei" tatt. Außer Führungen und Besichtigungen, sowie kleineren Ausflügen in die nähere Umgebung sind eine große Zahl von Autobusfahrten, Ausflügen, owie Bergfahrten in der grünen Steiermark ausgeschrieben. In Graz wird auch Gelegenheit zum Besuch der Ausstellungen „Der Freiheitskampf der Steiermark" und „Steiermark — Land und Leute" gegeben sein. Wettersturz im Allgäu. Ein neuerlicher empfindlicher Wettersturz brachte in der Nacht zum Dienstag starken S chn e e f a l l im Allgäu. Die Berge sind bis 1200 Meter herunter in ein Winterkleid gehüllt. Die Niederschläge dauern an. In Kempten zeigte das Thermometer Dienstag früh nur 6 Grad Wärme. Während es im Tal feit 12 Stunden regnet, schneit es in den höheren Lagen. Anhaltende Trockenheit in USA. In den Vereinigten Staaten herrscht seit Wochen eine außerordentliche Trockenheit. Fast den ganzen Mai hindurch ist kein nennenswerter Regen gefallen. Wenn das warme und trockene Wetter anhält, dürfte die Ernte dieses Jahres sehr schlecht ausfallen. In den amerikanischen Großstädten beginnt sich bereits ein gewisser Wassermangel bemerkbar zu machen. Besonders empfindlich macht sich die Wasserknappheit auf Long Island und New Jersey fühlbar. Waldbrand in Lettland. Ein großer Waldbrand vernichtete nördlich von Riga bei Zarnikau 300 Hektar Wald. Mehrere von dem Flammenmeer bedrohte Bauernhöfe konnten nur mit Mühe gerettet werden. Das Feuer ist vermutlich durch Unvorsichtigkeit von Waldarbeitern entstanden. Sechs Todesopfer eines Grubenunglücks in Castrop-Rauxel. Auf der Zeche „Erin" in Castrop-Rauxel sind im Flöz „Dickebank" durch Zubruchgehen eines Streb- teils von etwa 20 Meter ein Steiger und fünf Bergknappen verschüttet worden. Die Verschütteten konnten nur noch t o t geborgen werden. Fünf Todesopfer eines Aukounglückes. Bei Marburg an der Drau (Jugoslawien) stürzten von einem mit 55 Personen überfüllten Lastwagen 20 Personen während der Fahrt auf die Straße, weil ein Seitenbrett brach. Unglücklicherweise kam in diesem Augenblck aus der Gegenrichtung ein Per- fonenauto, das direkt in den Haufen der gestürzten Menschen hineinfuhr. Von den zahlreichen Schwerverletzten sind bis jetzt fünf Personen g e - ft o r b e n. Großes Schadenfeuer in Polen. Eine große Holzbearbeitungsfabrik in Wolhynien (Südostpolen) wurde von einer Feuersbrunst heimgesucht. Außer sämtlichen Maschinen fielen den Flammen auch größere Holzvorräte zum Opfer. Vier Treibstoffbehälter mit 300 000 Litern Benzin und Erdöl explodierten. Durch eine riesige Stichflamme würbe in der Nähe ein Wald in Brand gesetzt. Die Feuerwehren mußten sich darauf beschränken, eine weitere Ausdehnung des Brandes zu verhüten. Der angerichtete Schaden ist sehr groß. Der durch das Ostmarkgesetz gefchaftene neue Gebiets- und Verwaltungstyp des,-...,---— ---------- Reichsqaues wirb in seiner Struktur und Be- nicht gegeben waren. Unter den Gesuchstellern deren , eutunq weiter bekannt aus der soeben ergangenen Antrag bewilligt wurde, befanden sich rund IVw .. Verordnung zur Durchführung des Ostmärkge- Familien die bereits erneut von der Stiftung zu- ■cfees. Daraus ergibt sich, daß der Reichs statt- fatzl'ch bedacht worden stnd. Die Summe der bis- -a.'ter der in der Stufe des Reichsgoues unter her ausgezahlten Unterstützungen erreicht damit den :or J 21 d) t e r b e r g, der .^un^rs Flugz^ig. un -jung zu erfüllen hat, können freiwillig übernommen torenwerke AG., so schwer verletzt wurde daß er zu allen wichtigen Maßnahmen, msb-sandere - n t w ut-un^b^S fit? moderne E ®rIa& i)er Langstreckenflugzeuge und der Benzinflugmotore für 9t*p;sich große N°i8 oCn I ° n Luftwaffe gestellten 'Ausgaben zu roerben. I Zur Kreisverwaltung wird besttmmt daß (tttt Staatsbesuch ein Landrat für einen oder mehrere Nachbarkreise . einzelne Verwaltungsausgaben gegebenenfalls mit- (Scnertil StOttfl)# 10 Jtotn. «ilebigen öder daß gemeinsame Sachbearbeiter meh- »ren Landräten zur Verfügung gestellt werden R o m , 13. Juni. (Europopreß.) Der spanyche Re- ’rönncn. Die Kreisräte werden vom Gauleiter gierungschef General Franco wird Ende S e p - ftr sechs Jahre berufen. Sie bekleiden ein Ehren- fernher, wie die italienischen Blätter aus Buraos amt und werben ähnlich behandelt wie die Gau- melden, einen Staatsbesuch in der italienischen :äte. Hauptstadt abstatten. Bei dieser Gelegenheit werden, fl/uuU wie es weiter heißt, wichtige Besprechungen zur Ole Gtlftung für Opfer der Arvelt. weiteren Befestigung des italienisch-spanischen Berlin, 13. Juni. Im Reichsministerium für Freundschaftsbandes erwartet. Kleine politische Nachrichten. ®rU5ri6n Br. 'emU ®”org Die Amlschess und Gebietsführ-r der 5)3, di- nm Stauß, MdR., zu feiner Sommersitzuna zusam- auf Einladung des .P°rteyekretms^t^ace unter Uen. Den Geschäftsbericht erstattete der ehrenamt-l Führung des Stabsführers. Hartmann Lauterbacher 399. Laubacher Ausschuß rstij 02962 si- Kückenzeit EE±O (Simmentaler Zhre Vermählung geben bekannt Gießen (Wetzsteingasse 19), den 13. Juni 1939. Steinstraße 50 Licher Straße 57 4274D Trauringe echt Goid Seltersweg 47 732D Gießen (z. Zt. Wetzsteingasse 19), den 13. Juni 1939. 4272V lernen gesucht. 6266D [Stellengesuche NIVE S.18