Nr. 87 Erstes Via« 189. Jahrgang Freitag, 14. April 1939 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unterSammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 1168« Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfität-druckerei R. Lange in Gießen. Schristleitung enö SeschSstsftell«: Schulftrahe 1 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormitlags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text. anzeigen von70mm Breite 50 Npf.,Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.25°/^ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemein» nützige Anzeigen sowie ein. spaltige Gelegenheitsanzei. gen 5 Rpf.,Familienanzei» gen, Bäder», Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Italien wird unbeirrt seinen Weg gehen! Mussolini spricht vom Balkon des Palazzo Venezia nach der Sitzung desKaschistischen Großrats Rom, 13. April. (DNB.) Der Große Rot des Faschismus ist Donnerstag nacht um 22 Uhr im Lalazzo Venezia zu einer außerordentlichen Sitzung nisarnmengetreten, um über den Antrag der oer- ilssunggebenden albanischen Nationalversammlung uf Personalunion Beschluß zu fassen. Schon lange ior Beginn der Sitzung hatte sich auf der Piazza Lenezia eine unübersehbare Menge eingefunden. Unbeschreibliche Jubelstürme brausten über den Platz, :11s Mussolini zusammen mit dem Parteisekre- är Starace um 22.30 Uhr auf dem Balkon er- chien. Als sich der orkonhafte Jubel endlich gelegt iiatte, verlas Starace folgenden durch Akklamation unstimmig angenommenen Beschluß des Gro- = e n Rates des Faschismus : „Der Große Rat des Faschismus begrüßt nach Kenntnisnahme des einstimmigen Beschlusses, mit dem die verfassunggebende albanische Nationalversammlung beschlossen hat, dem König von Italien und Kaiser von Aelhiopien die Krone von Albanien anzubieten, mit stürmischer Freude dieses geschichtliche Ereignis, durch das auf Grund der jahrhundertealten Freundschaftsbande das Volk und das Schicksal Albaniens in eine liefere und endgültige Gemeinschaft mit dem Volk und dem Schicksal Italiens verknüpft werden. Der Große Rat erklärt, daß das faschistische Italien mil seinen Männern und seinen Waffen in der Lage ist, dem alten und tapferen albanischen Volk die Ordnung, die Achtung des religiösen Glaubens, den kulturellen Fortschritt und mif der Verteidigung der gemeinsamen Grenzen den Frieden zu garantieren. Der Große Rat des Faschismus spricht dem Duce als dem Begründer des Imperiums den Dank des italienischen Volkes aus." Nach der Verlesung dieses Beschlusses, der mit stürmischem Beifall und mit rauschenden Huldigungen für den Duce und Hochrufen auf den König und Kaiser' bekräftigt wurde, hielt Mussolini folgende Ansprache: „Die geschichtlichen Ereignisse dieser Tage sind das Ergebnis unseres Willens, unseres Glaubens und unserer Stärke. (To- sender Beifall.) Unsere Haltung gegenüber befreundeten Völkern ist die des Freundes, gegenüber feindlich eingestellten Völkern (Zwischenrufe: Frankreich!, Rom, 13. April (Europapreß). Mit der künftigen Gestaltung des in Personalunion mit Italien verbundenen Albanien beschäftigen sich die römischen Blätter ausführlich. „Albanien", so schreibt das halbamtliche „Giornale d'Jtalia", „bleibt ein souveräner Staat, bleibt es auch — entsprechend den von England in Aegypten und im Irak geschaffenen Präzedenzfällen — bei der dauernden Anwesenheit italienischer Truppen. Es behält seine Flagge, den doppelköpfigen schwarzen Adler auf rotem Grund und eine eigene Regierung. Die Bürger beider Staaten genießen auf den beiderseitigen Gebieten Bewegungsfreiheit. Albanien wird jedoch ein neues Regime erhalten, politisch, wirtschaftlich, kulturell und moralisa), und zwar ein autoritäres R e - gime mit dem Vorrang der ausführenden politischen Gewalt mit einer einzigen Partei (bei eigener Volksvertretung) und einer Sammlung und vollendeten Disziplin der Wirtschaft, wobei die Wirtschaften Italiens und Albaniens aufeinander ab- geftimmt werden." „Es bleibt", so erklärt das Blatt Frankreich!) werden wir eine klare, feste und entschlossene feindliche Haltung einnehmen. Die Welt wird gebeten, uns bei der Erfüllung unserer großen täglichen Mühen in Ruhe zu lassen. Die Welt muß auf jeden Fall wissen, daß wir morgen wie gestern und wie immer geraden Weges unbeirrt weiterschreiten werden." Ungeheurer Beifall unterstrich diese wenigen Worte Mussolinis. an anderer Stelle, „nur noch übrig, sich zu vergewissern, welchen Lauf die fortgesetzte Verständ- nislosigkeit und Feindseligkeit gewisser anderer Staaten Europas nehmen wird, welche doch keinerlei wichtige Lebensinteressen an dieser adriatischen und Balkanzone aufzuweisen haben. In Albanien liegt jedenfalls eine vollzogene Tatsache vor; darüber kann es keine Auseinandersetzung mehr geben." „Tribuna" betont, Europa könne die Beschlüsse von Tirana und die darauf folgenden Maßnahmen der verfassungsmäßigen Organe des italienischen Staates nur zur Kenntnis nehmen, Beschlüsse und Maßnahmen, die lediglich einen bereits bestehenden Zustand politisch konsolidieren und juristisch festlegen. Albanien werde, wenn auch, was wahrscheinlich sei, feine Vertretung im Ausland durch Italien übernommen werde, seine eigene internationale Persönlichkeit behalten, während das Leben in Albanien in völlig autonomer Form organisiert werde. Albanien bleibt ein souveräner Staat. Oie künftige Geftaltung Albaniens. England fühlt sich in der Rolle des „Weltpolizisten". Verständnislose Erklärung Chamberlains zur Neuordnung in Albanien. Einseitige britische Garantie für Griechenland und Rumänien. London, 13. April (DNB.) Premierminister tihamberlain gab am Donnerstagnachmittag ! m Unterhaus die erwartete Erklärung über die Neuordnung in Albanien ab. Seine Äusserungen, die eine einseitige Garantie ( roßbritanniens für Griechenland um b Rumänien umschlossen, zeigten wieder enmal deutlich, daß England in dem krassen Egois- itjus seines übersättigten und alternden Landes bs Bemühungen der jungen Völker in Europa um Scherung eines ausreichenden Lebensraumes ein- \ti) nicht verstehen will und nach wie vor die Ab- sihi hat, sich als „Weltpolizist" die Sorge um die l'rewigung eines durch die lebendige Geschichte letzten Jahrzehnte längst überholten Status quo aicf) weiterhin anzumaßen. Der Premierminister, dem offenbar das in der Eitrigen Sitzung der albanischen Nationalyersamm- Img ausgesprochene eindeutige Votum für eine eiZe Schicksalsgemeinschaft mit Italien ganz ent- (temgen ist, erklärte eingangs, daß die britische Ne-, jerung immer noch auf eine Mitteilung über die lebten Ereignisse von ihrem Gesandten in Durazzo mrte, da sich die inzwischen eingegangenen Belichte aus italienischer und albanischer Quelle „zum M widersprächen". Anschließend folgte die bei den Men englischer Staatsmänner anscheinend unver- midliche Zitierung der öffentlichen Meinung der Üfelt, die, wie Chamberlain behauptete, „wieder einmal aufs tiefste durch diese neuerliche Schau- tdlung der Gewaltanwendung schockiert worden F. Chamberlain wandte sich sodann der Frage zu, das italienische Vorgehen in Albanien i n 1-herein ft immung mit dem englisch- tnlienischen Abkommen vom April letzten )chres zu bringen sei, und scheute sich nicht, pha- liÄerhaft zu erklären, daß «Italiens Vorgehen „B e - ;cir g n i f f e verursache und die interna« iin n a I e Spannung verstärke". Chamberlain hob dann hervor, daß die britische ftgjierung in Rom völlige Aufklärung p erlangt habe, die gegebenen Aufklärungen hät- \n jedoch bei der britischen Regierung „t i e f e 3 o e i f e I hervorgerufen" und würden die r tische öffentliche Meinung nicht b e f r i e d i - icin. Die britische Regierung halte es daher für > Pflicht, „keine Zweifel über ihre Haltung aufkommen zu lassen". Die britische tegierung fei daher zu der Schlußfolgerung ge- lommen, daß, falls eine Aktion ergriffen wird, die iit Unabhängigkeit Griechenlands tie r Rumäniens bedroht und die von der cr?chischen und rumänischen Regierung für so Amswichtig gehalten wird, daß mit ipren otreit« heften . Widerstand le i ft e n , sich die britische te^ierung verpflichtet fühle, der griechischen oder ntnänifdjen Regierung mit allen ihr zur Verfügung ; ».enden Mitteln z u H i l f e z u e i l e n. Chamder- lii teilte zu dieser nach dem Muster der Garantie für Polen gehaltenen Erklärung mit, daß er sie den betreffenden Regierungen sowie auch anderen Regierungen, insbesondere der türkischen, die enge Beziehungen zu der griechischen Regierung unterhalte, übermittelte. Nach dieser neuen einseitigen Garantieerklärung an Länder, die sich nach den Erklärungen ihrer verantwortlichen Staatsmänner in keiner Weise bedroht fühlen, erklärte Chamberlain, er sei nicht der Ansicht, daß Großbritannien nunmehr -erklären solle, daß das englifch-italienische Abkommen beendet sei. Als der Premier dann die Frage der italienischen Freiwilligen in Spanien streifte, wurde er durch Rufe der Opposition unterbrochen: „Wie steht es mit S o w j et r u ß l a n d?" und „Behandeln Sie Sowjetrußland!" Auf diese Forderung der Opposition bereitwillig eingehend, erklärte Chamberlain, wenn er Sowjetrußl'and nicht erwähnt habe, so heiße das nicht, daß Großbritannien nicht i n enger Fühlung mit dem Vertreter b i e f e s Landes stehe. (!) Im Schlußteil feiner Rede kam Chamberlain nochmals auf das englisch-italienische Abkommen zurück und verlangte dabei in anmaßender Weise von der italienischen Regierung „praktische Beweife" für den Wunsch auf die Erfüllung des Abkommens. Deutlich trat dann die Mißstimmung Englands über die ohne seinen „Segen" erfolgte Neuordnung an der Adria zutage, als Chamberlain über den „unerträglichen Zustand der Dinge" jammerte, weml die Welt ständig eine Reihe wiederkehrender Alarme durchleben müsse. (Ausschließlich England ist es, das sich in seiner anmaßenden Rolle als „Weltpolizist" immer wieder „alarmiert" fühlt.) Der britische Premierminister gab schließlich zu verstehen, daß England entschlossen sei, feine „Rolle (eines „Weltpolizisten") weiter zu spielen, indem es sich an die Seite derjenigen 'stelle, die von einer „Aggression" bedroht seien. Die Opposition ruft nach der Sowjetunion. Die einseitigen Ausführungen Chamberlains, denen zufolge England auch weiterhin die Einkreisungspolitik fortsetzen und die Rolle «als Weltpolizist' weiter spielen wolle, genügten der kriegslüsternen englischen Opposition noch immer nicht, ihre Redner griffen Chamberlain an, als ob er zugunsten des Friedens und nicht zugunsten einer gefährlichen Entwicklung in Europa gesprochen hätte. Als erster Redner trat A11lee auf. Er erklärte unter stürmischem Beifall seiner Anhänger, daß er von der Rede des Ministerpräsidenten „enttäuscht" sei, es sei bedauerlich, daß Chamberlain seine katastrophale Politik fortsetzen wolle. Chamberlain griff hier ein und stellte fest, daß er nicht erklärt habe, er halte es für richtig, die bisherige Politik fortzusetzen. A t t l e e meinte weiter, er begrüße die Zusagen, die Polen, Griechenland und Rumänien gegeben wurden. Es sei aber notwendig, außerdem noch zur Politik der kollektiven Sicherheit zurückzukehren. Daher müsse man Einigkeit zw^ischen England, Frankreich und der Sowjetunion schaffen. Wenn aber die Regierung nicht für die neue Grundlage der Politik zu Haden sei, dann soll sie einer anderen Platz machen. (Stürmischer Beifall bei der Opposition.) Der Oppositionsliberale Sinclair äußerte sich zum Teil noch schärfer. Er verlangte die sofortige Schaffung eines Munitionsministeriums. Im übrigen liege der Schlüssel zur Lage in der engsten Zusammenarbeit zwischen England, Frankreich und der Sowjetunion. Im übrigen müsse die Regierung umgebildet werden, weil das allein das britische Volk wieder ermutigen würde. Auch Churchill stimmte in den Ruf nach der Sowjetunion ein. Im übrigen versuchte er, sich Chamberlain zu nähern, von dem er betonte, daß die Motive seiner Politik „gerade und gut" seien. Im Mittelmeer müsse man jedoch ständig Wache halten. Jetzt handele es sich darum, auch den Balkan im Kielwasser der englischen Politik unter einen Hut zu bringen. Er wies noch auf die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in Großbritannien und auf die Schaffung eines Munitionsministeriums hin. Diese Maßnahmen schulde die Regierung der Nation. Er erntete den Beifall eines großen Teiles des Hauses. Der frühere Außenminister Eden erklärte, es fei bedauerlich, daß in der Aussprache heute weniger Einigkeit zu verzeichnen gewesen sei als bei der letzten Aussprache über bi-e Außenpolitik. Er bestritt in seinen weiteren Ausführungen mit scheinheiligen Phrasen die gefährlichen Ziele der Einkreisungspolitik, die er bis zum Ende durchgeführt wissen wollte. Nachdem Sir John Sinwn im Namen der Regierung die Aussprache abgeschlossen hatte, vertagte sich um Mitternacht das Unterhaus auf Dienstag nächster Woche. In der Aussprache befaßten sich vor allem Labour-Adgeordnete mit der britischen Außenpolitik. Dabei erklärte — offensichtlich mit bestimmter Anspielung — der Abgeordnete McGovern u. a., man sei in England wunderbar großzügig mit dem Leben junger Leute. Alte Männer könnten ja auch großzügig sein in ihren Beschlüssen, die englische Jugend auf ein blutiges Gemetzel auf den Schlachtfeldern Europas vorzubereiten,. um dadurch einen mystischen Freiheitsbegriff der Demokratie zu beschützen; denn, so fragte der Abgeordnete, für welche „Demokratie" solle man eigentlich kämpfen. In feinen weiteren Ausführungen zeigte sich McGovern dann wenig respektvoll gegen Polen, Griechenland und das Staatsoberhaupt Rumäniens, was den Sprecher des Der falsche Friedensengel. Von unserer Berliner Schristleitung. Ev. Berlin, 14. Aprile England hat es nunmehr selbst bestätigt, daß es seine von rein imperialistischen Zwecken diktierte Einkreisungspolitik mit allen Mitteln weiterzutreiben gedenkt. Denn neben der Erklärung Chamberlains, daß man den Versuch einer Aenderung des Status quo im Mittelmeer mit Gewaltanwendung beantworten wolle, spielt selbst jetzt, trotz der demonstrativen Vertrauenskundgebung Griechenlands für Italien immer noch die englische Garantie die Hauptrolle, die Griechenland geradezu aufgedrängt werden soll. Genau wie bei seiner Buschklepperpolitik im Weltkriege gegenüber Griechenland wünscht England allein darüber zu bestimmen, ob Griechenland sich bedroht zu fühlen hat oder nicht. Nach jener stark unterstrichenen griechischen Vertrauenskundgebung für Italien ist der ganze Aufbau der englisch-franzöfisch-sowjetrussischen Hetzkampagne im östlichen Mittelmeer eigentlich restlos zusammenge- brochen. Die englische Regierung sucht nun, nach- dem sie durch die moralische Ohrfeige aus Griechenland vor ihrem eigenen Lande stark kompromittiert ist, irgendeine Möglichkeit, um die fortgesetzten Mißerfolge ihrer irregeleiteten Außenpolitik durch eine Aktion großen Stils vergessen zu machen. England und die Welt soll den Eindruck erhalten, als ob die englische Regierung jetzt mit einem Machtwort im Mittelmeer Ordnung schaffen werde. Es ist auch diesmal die übliche Mechode, die Chamberlain stets angewendet hat. Nachdem die englische Presse auf höhere Weisung um Italiens notwendigen und wohlerwogenen Schritt in Albanien Alarm geschlagen und ein hysterisches Kriegsgeschrei über „Angriffe" und „Vergewaltigung des Schwächeren" erhoben hat, stellt sich heute Chamberlain hin und gibt sich als Friedensengel aus. Die ganze jüngste Entwicklung beweist erneut, daß England Panik und Kriegsstimmung braucht, um schließlich in der Rolle als Friedensstifter auszutreten. Wie anders kann man das üble Zusammenspiel zwischen der englischen Presse und der emv fischen Politik verstehen, das darauf hinausläusk, den kleinen Staaten schwere Gefahren an den Horizont zu malen und sich ihnen als Retter und Beschützer anzubieten? So, wenn England sich erdreistet, seinen zweifelhaften Schutz der griechischen Regierung anzubieten, die soeben durch ihren herz- lich gehaltenen Notenaustausch mit der italienischen Regierung bewiesen hat, daß sie sich nicht bedroht fühlt. Das gleiche gilt für das englische Anerbieten an Rumänien, das mit dem Deutschen Reich soeben die weitgehendsten auf gleichberechtigter Partnerschaft beruhenden wirtschaftlichen Abmachungen getroffen hat. Auch die Türkei und Jugoslawien, die in freundschaftlichen Beziehungen zu den Achsenmächten stehen, haben nicht den leäfeften Wunsch geäußert, Garantien von England zu erhalten. Diese englischen Gepflogenheiten sind also in Wirklichkeit nichts anderes als eine Bevormundung der kleinen Staaten! In Wirklichkeit hat weder die englische Regierung noch die öffentliche Meinung in England irgendeine ernste Sorge für die Sicherheit der Bdl- Eanftaaten oder für andere Staaten in Osteuropa, sondern dieses ganze politische Spiel dient nur dazu, um Englands sehr egoistische Interessen im östlichen Mittelmeer und im Nahen Orient zu schützen. Allein die machtpolitischen Verhältnisse im Mittelmeer und in Europa überhaupt sind heute nicht mehr so beschaffen, daß eine Drohung aus London genügt, um die organische und naturgegebene Entwicklung aufzuhalten. Das gleiche gilt übrigens für Frankreich, dessen Ministerpräsident sich durch eine gleichlautende Erklärung nun vollständig in das Schlepptau der britischen Politik begeben zu haben scheint. Hauses zum Eingreifen veranlaßte. Trotz gelegen!» licher Ausfälle gegen Deutschland erwies sich McGovern schließlich doch als weißer Rabe, als er erklärte, er wolle nicht, daß Englands Jugend für die „herrschende Klasse" in den Kampf ziehe. Wenn jemand die Küsten Englands verlasse, um in den Kampf zu ziehen, bann tue er das nicht, um für England. Schottland ober Wales zu kämpfen, sondern er ziehe in den Kampf für das „Recht", Indien, Afrika und Neufundland und andere Weltreiche auszuplündern. Er verwies darauf, daß England Deutschland gegenüber nicht die gezeigte Hal» tung hoher Moral einnehmen könne, denn Großbritannien habe Gebiete in feinem Empire, die jedem die Schamröte ins Gesicht treiben. Halifox vor dem Oberhaus. Im Oberhaus gab Lord Halifax eine Erklärung ab, in der er sich die gleichen kurzsichtigen und einander widersprechenden Argumente zu eigen machte, mit denen Chamberlain zu gleicher Zeit vor dem Unterhaus die Stellung der englischen Regierung zu den jüngsten politischen Ereignissen zu erklären versuchte. Lord Halifax berichtete über seine Unterredung mit dem italienischen Geschäftsträger in London, Crolla, in deren Verlauf Crolla Lord Halifax mit unmißverständlicher Deutlichkeit zu verstehen gab, daß jede britische BesetzungKorsus eine überausgefährlicheReaktion aus- lösen würde, worauf Halifax Crolla mitteilte, daß die britische Regierung in keiner Weise die Absicht habe, Korfu zu besetzen. In einer weiteren Unterredung habe der italienische Geschäftsträger dann daraus hingewiesen, daß Korfu ein vitaler strategischer Punkt für Italien fei, und die italienische Regierung keinem anderen als Griechenland die Besetzung der Insel gestatten könne. Bei aller Einseitigkeit der politischen Auffassung bequemte Lord Halifax sich in seiner Erklärung doch zu einem Eingeständnis, mit.dem er der englischen Regierung im Grunde genommen jede Berechtigung zu einer Kritik an den Vorgängen in Albanien abstritt. Er erklärte nämlich, daß es keinerlei Streit über die Sonderinteressen und die Sonderstellung gebe, die Italien in Albanien gehabt habe, und daß diese Dinge bereits vor vielen Jahren vom Botschafterrat anerkannt worden seien. Zum Schluß sprach Lord Halifax von Wachstumsschwierigkeiten der „Pflanze Vertrauen". Er vergaß leider die „Verdienste" zu würdigen, die die amtlichen englischen Stellen und vor allem die englische Presse bei dem Vertrauensschwund in der Politik zweifellos erworben haben. Die Londoner presse hoch befriedigt. Paris forderte dieGarantie fürRumänien. London, 14. April (DNB. Funkspruch). Die Unterhaus-Rede Chamberlains, insbesondere die Versuche, Griechenland und Rumänien zu vergewaltigen, finden in der Londoner Presse ungeteilte Zustimmung. Soweit doch Bedenken laut werden, bewegen sie sich in der Richtung, daß die Maßnahme der Regierung noch nicht schnell genug ergriffen würden und nicht weitreichend genug seien. Auch wird die große Frage gestellt, ob die eigene Aufrü - stung mit den eingegangenen Verpflichtungen Schritt halte. Die Ausdehnung der Garantie-Erklärung auf Rumänien hat größte Ueber- raschuna hervorgerufen und ist erst in letzter Minute auf Drängen der französischen Regierung beschlossen worden. Die Blätter richten ihr Hauptaugenmerk jetzt auf die Türkei. „Daily Telegraph" behauptet, der Beschluß, die Garantie auf Rumänien auszudehnen, habe in Balkankreisen große Befriedigung ausgelöst. Chamberlain habe unterstrichen, daß die Zusammenarbeit mit Sowjetrußland nicht durch ideologische Bedenken verzögert werde und Simon habe fest- gestellt, daß von der britischen Regierung aus einer Militär-Allianz mit Sowjet-Rußland nichts im Wege stehe. Vernon Bartlett erklärt im „News Chronirle", die Methode, einem Lande nach dem andern Garantien anzubieten, sei eine Ermutigung zum Angriff auf die Länder, die bisher nicht erwähnt worden feien. Aus den Stellungnahmen der Londoner Blätter nm Freitagmorgen geht eindeutig hervor, daß sich England weiterhin nach Kräften bemüht, seine Ein- kreisungsmanöoer gegenüber Deutschland und Italien fortzusetzen, wobei es allerdings auf ganz erhebliche Widerstände und Abneigungen stößt. Englands nächster Traum geht jetzt — immer nach den Morgenblättern — dahin, in den Wagen der englischen Einkreisungspolitik nun d i e Türkei und Bulgarien einzuspannen. Es wird erklärt, es sei von größter Wichtigkeit, die Erlaubnis der Türkei zur Durchfahrt englischer Kriegs- und Transportschiffe durch die Meerengen zu erhalten. Schließlich gibt sich die Presse der Hoffnung hin, es werde England gelingen, seine Garantieversprechungen für Griechenland, Rumänien und die Türkei bald in zweiseitige Abkommen umzuwandeln. Wenn so der ganze Balkan in englischem Sinne „befriedet" sei, werde Großbritannien mit den gleichen Forderungen und unerbetenen Erklärungen, so erklärt „Daily Expreß", an die skandinavischen Staaten herantreten. Eine warnende (Stimmt. London, 13. April. (Europapreß.) Der frühere Haupt-geistliche der Londoner St.-Pauls-Kathedrale, Dr. Inge, einer der angesehensten anglikanischen Geistlichen, warnt im „(Ed en in g Standard" das englische Volk vor der Gefahr einer einseitigen Haßpropaganda gegen andere Nationen. Er wendet sich dagegen, daß von englischer Seite m selbstgerechter Weise andere Nationen und ihre politischen Führer der Unwahrhaftigkeit bezichtigt werden, da England in dieser Hinsichsit s i ch selbst allerlei vorzuwerfen habe. Die Gefahr einer unaufrichtigen Pressepropaganda, wie sie in England geführt wird, unterstreicht Inge wörtlich wie folgt: „Immer wieder ist unser Volk durch einseitige und unehrliche Propaganda in einen Zustand heftigerErregung hi neingelogen worden. Diese Täuschung ist besonders unheilvoll, wenn sie die Form annimmt, daß Haß gegen eine andere Nation erregt wird. Während des Krieges ließen wir uns beinahe davon überzeugen, daß'jeder, der unglücklich genug war, zwischen Rhein und Weichsel geboren zu sein, eine doppelte Portion Erbsünden mitbekommen hätte. Das ist in jeder Hinsicht schlimm und kann leicht politisch gefährlich sein. Ich wünschte, ich könnte gewiß sein, daß wir uns jetzt nicht in dieser Gefahr befinden." Botschafter Lord Perth tritt in den Ruhestand. London, 13. April. (Europapreß.) Der englische Botschafter in Rom, Lord Perth, der, wie bereits vor längerer Zeit angekündigt, wegen Erreichung der Altersgrenze aus dem diplomatischen Dienst ausscheidet, verläßt die italienische Hauptstadt in etwa zehn Tagen. Sein Nachfolger, der frühere englische Botschafter in Ankara, Sir Percy L o r a i n e, befindet sich noch auf Urlaub. Er dürfte sich, falls nicht unerwartete Ereignisse eintreten, Ende des Monats auf seinen neuen Posten nach Rom begeben. Lord Perth hatte den britischen Botschafterposten in Rom seit Oktober 1933 inne. Vorher war er, wie erinnerlich, als Sir Eric Drummond Generalsekretär der Genfer Liga. Oberst Beck in Paris erwartet. London, 14. April. (DNB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" und „Daily Mail" melden aus Warschau, daß Oberst Beck noch vor Ende dieses Monats in Paris eintreffen werde. Der Hauptzweck seines Besuches bestehe darin, das französisch- polnische Bündnis mit dem britisch-polnischen Abkommen und anderen „Antiaggressions-Erklä- rungen EEnglands und Frankreichs in engen Z u - fammenhang zu bringen. Daily Mail meldet außerdem, in Warschau glaube man, daß die französische Regierung das französisch-polnische Bündnis auch auf einen Krieg zwischen Frank- reich und Jtalien auszudehnen wünsche. . petoin kehrt nach Burgos zurück. Paris, 14. April. (DNB. Funkspruch) Der französische Botschafter in Spanien, Marschall Pötain, hat am Donnerstag Paris verlassen, um ich an seinen Posten zurückzubegeben. Der „3°ur" glaubt zu wissen, daß auf General F r a n c o auch ein starker Druck ausgeübt werde, damit er eine Reihe genauer Klauseln annehme, die in dem A n - tikomintern-Pakt aufgenommen werden ollen. Hier sei der Grund dafür, daß Marschall Petain auf seinen „Kampfposten" zurückgekehrt sei. Ungarns Austritt aus der Genfer Liga. Budapest, 13. April. (Europapreß.) Außenminister Graf Csaky begründete vor den auswärtigen Ausschüssen des Parlaments den Austritt UngamsausderGenferLiga. Die Genfer Liga habe in den ersten Jahren vorwiegend der Erhaltung des Status quo der Pariser Verträge, später aber einer einseitigen Propaganda im Interesse der antinationalsozialistischen und antifaschistischen Ideologie gedient. Die Genfer Liga konnte auch ihren Ausgaben auf dem Gebiet des Minderheitenschutzes nicht nachkommen. Auch die Abrüstung wurde — und zwar zum Nachteil der abgerüsteten Staaten — nicht durchgeführt. Alles in allem standen der Zu- ammenarbeit Ungarns mit der Genfer Liga Hindernisse hauptsächlich politischer Natur im Wege. Die Bestrebungen zur Reform der Liga seien erfolglos geb Heben. Nach formellem Recht könnte Ungarn zur Erfüllung von Verpflichtungen aufgerufen werden entgegen den eigenen Interessen oder denen seiner Freunde. Auf der einen Seite stünden die Erfüllung Paris, 13. April. (DNB.) Mnisterpräsident D a l a d i e r gab heute im Namen der französischen Regierung eine Erklärung ab, die sich inhaltlich im wesentlichen mit den Ausführungen des britischen Premierministers Chamberlain vor dem U n t e r h a u s d e ck t. Data- dier lieferte damit erneut den Beweis, daß Paris völlig im Schlepptau der englischen Kriegspolitik handelt und der von London dirigierten Hetze erlegen ist. Es berührt eigenartig, wenn Da lädier in seiner Erklärung eingangs davon spricht, daß diese „neue Politik" der englisch-französischen Bündnisgenossen „weder von Reden noch von Drohungen begleitet" zu sein brauche. Dabei hört doch die Welt seit Wochen von den Wortführern dieser Politik täglich nichts als Reden tint) Drohungen. So sprach der französische Ministerpräsident ausführlich über die militärischen Maßnahmen, die Frankreich an allen seinen Grenzen getroffen habe. «Selbstver- stä üblich behauptete er, daß diese Maßnahmen ebenso wie die parallel laufenden diplomatischen Verhandlungen nur zur Aufrechterhaltung des Friedens unternommen würden. Diese eigenartigen Bemühungen um den angeblich bedrohten Frieden werden dann in einer Verlautbarung näher gekennzeichnet, die Daladier ab gab. Er betonte dabei, daß diese in Ueber« einftimmung zwischen ber französischen und der englischen Regierung f e ft g e I e g t worden sei. Im Rahmen dieser Erklärung spricht Daladier nach englischem Muster eine besondere G arantie für Rumänien und Griechenland aus. Im Gegensatz zu dem französisch-polnischen Militärbündnis, auf das Daladier hinwies, mußte er zugeben, daß diese beiden ■ Balkanstaaten s i ch in keiner Weise gegenüber Frankreich oder England g e • Washington, 14. April. (DNB.) Der republikanische Senator B r i d g e s empfahl dem Bundeskongreß eine Entschließung, die die aufreizende Erklärungen hoher Regierungsmitglieder scharf verurteilt. Es handele sich hier um Erklärungen, die nur geeignet sind, die Völker anderer Staaten gegen die Vereinigten Staaten aufzubringen. Die Regierung müsse alles tun, um zu verhindern, daß die männlicheJugendAme- rikas aufden Schlachtfeldern Europas sterbe. Die Entschließung empfiehlt ferner der Bevölkerung bei der Beurteilung europäischer Nachrichten Ruhe zu bewahren und sich nicht durch militante Aeußerungen irgendwelcher Personen i n ein Kriegsfieber peitschen zu lassen. Bridges bestätigte, daß die Entschließung gegen gewisse Aeußerungen Roosevelts und anderer hoher Regierungsbeamter gerichtet sei. Gerade Roosevelt als Regierungschef sollte bei öffentlichen Aeußerungen alles vermeiden, was geeignet ei, Kriegshysterie in den Vereinigten Staaten hervorzurufen. Die jüngsten Erklärungen des Bundespräsidenten hätten aber das Gegenteil bewirkt. In einem Brief an die Studentengruppe in Northfield (Minesota) warnte auch Senator B o - r a h erneut vor den Versuchen, Amerika in einen überseeischen Krieg zu verwickeln, weil die sogenannten europäischen Demokratien, die schon nach dem Weltkriege die einzigen Kriegsgewinnler waren, auch heute wieder nur niederträchtige imperialistiscko Ziele verfolgten. In Versailles hätten diese Demokratien Europas nicht einen Friedensvertrag, sondern einen Beutevertrag unterschrieben, den im Interesse des Friedens zu ändern sie sich 20 Jahre weigerten. Alle diese Demokratien seien Vertragsverletzer, sie mißachteten die fundamentalsten Rechtsgrundsätze und verfolgten Methoden, die unvermeidlich zum Kriege führen. Diese Demokratien ersuchten jetzt die Vereinigten Staaten, Kanada und andere Nationen um Hilfe, um sich aus selbstverschuldeten Verstrickungen zu befreien. Die Heranwachsende Jugend der Vereinigten Staaten, so führte Borah aus, müsse, wenn nötig, diese unamerikanischen Anschauungen auf dem Boden des eigenen Staates bekämpfen, nicht aber in fremden Ländern, wo die Vereinigten Staaten nach dem Versailler Beispiel sofort nach Kampfschluß um die Frucht ihrer Mühen betrogen würden. Nicht die amerikanischen Kriegshetzer, sondern die in diesem Falle verführte USA. -Jugend müsse im Ernstfall an die europäische Front gehen. In Atlantic-City eröffneten am Donnerstag 10 amerikanische Friedensorganisatio- n e n einen Aufklärungsfeldzug gegen Roosevelts Außenpolitik, die nach einer formulierten Erklärung als „Kriegsprogramm der Intervention in Europa" bezeichnet wird. Der Generalsekretär des „National Council for Prevention of War", Frederick Libdy, erklärte, daß die beteiligten Verbände in diesem Jahr zahlreiche Versammlungen obhalten und auch im Bundeskongreß ihren Einfluß geltend machen würden, um eine Verwicklung Arne- ritas zu verhindern. internationaler Verpflichtungen, auf die Ungarn stets Gewicht gelegt habe, auf der anderen Seite die eigenen Interessen und die der Freunde Ungarns — ein schweres Dilemma. Der Außenminister schloß: „Wir wollen auf eigenenFüß en stehen und müssen unsere Freiheit der unvollständigen Genfer Liga gegenüber wahren. Es gab Zeiten, in denen viele Staaten geradezu fieberhaft nach Verpflichtungen suchten. Wir wahrten auch damals unsere Handlungsfreiheit. Unser Austritt ist aus freien Stücken nach reiflicher Ueberlegung erfolgt, nicht weil wir andere Verpflichtungen übernommen haben ober zu übernehmen gedenken, sondern ausschließlich in der Absicht, die freie Selbstbestimmung der Nation in den kommenden kampferfüllten Zeiten völlig zu sichern. Unser Austritt wird manchem Staat zu bedenken geben, ob die politische Zusammenarbeit mit der Genfer Liga auch nicht zugleich eine Stellungnahme bedeutet." Graf Csaky ging auch auf bas ungarischrumänische Verhältnis ein und erklärte, daß die ungarische Regierung die Grenzen Rumäniens respektieren wird. Rumänien könne darauf rechnen, daß seine Empfindsamkeit ungarischerseits weitgehend berücksichtigt wird, solange auch Rumänien die Interessen der ungarischen Minderheit berücksichtige. Die ungarische Regierung halte ihren Vorschlag aufrecht, Rumänien möge mit Ungarn, wie dies auch andere Staaten untereinander schon vor langem getan haben, einen M i n de r h e i t e n v e r tr a g abschließen. Dieses würde die Besserung des Verhältnisses zwischen den beiden Staaten wesentlich beschleunigen. bunden haben. Von einer Bitte um Hilfeleistung konnte er naturgemäß kein Wort sagen. Bezeichnend ist es, daß der französische Ministerpräsident am Schluß feiner Erklärung ausführte, daß Frankreich auf der „Suche nach allen geeigneten Bündnissen" in ber „einzigen Sorge um den Frieden" sei. Dies ist nichts anderes als die alte Parole des sowjetrussifchen Außenkommissars Litwinow-Finkel- fte'in vom „unteilbaren Frieden", die nach dem Willen der weltrevolutionären Sowjets die diplomatische Möglichkeit für den unteilbaren Krieg geben soll. Das Bündnis mit Moskau. Paris, 14. April. (DNB. Funkspruch.) Der „Petit Parisien" erklärt, die augenblicklichen Verhandlungen mit Sowjet-Rußland hinsichtlich einer russischen Unterstützung Polens und Rumäniens durch Materiallieferungen und die sowjetrussische Luftflotte würden fortgesetzt. Die Erklärungen Chamberlains und Dalabiers dürften jedoch nicht als ein Schlußpunkt angesehen werden, sondern als eine (Etappe in der Organisierung der gemeinsamen Verteidigung der drei Völker. Journal" behauptet, Frankreich habe durch die Erklärungen Dalabiers keine neuen Verpflichtungen übernommen, denn wenn die Genfer Liga' etwas anderes als ein Wrack wäre, würden die gestern verkündeten Maßnahmen automatisch in Kraft getreten fein. Das franzö- fifch-polnische Bündnis fei wesentlich e r - weitert worden. Nur gegenüber ber Türkei bleibe „noch alles zu tun übrig". Das Blatt bedauert bann, daß die neuen Garantien im Augenblick nur einseitig seien und hofft, baß man eines Tages boch noch zu einer gegenseitigen Beistands- verpflichtung gelange. „Aus dem Weltkrieg nichts gelernt." Das amerikanische Volk will keine Verwicklung in Europa. Los Angeles, 14. April. (DNB. Funkspruch.) In einer Ansprache vor der Universität von Süd- falifornien in Los Angeles verlangte ber amerikanische Jurist 'Malone, der während des Krieges ein wichtiges Bundesamt in Neuyork bekleidete, daß Roosevelt mit dem Ziel der Amtsentziehung unter Anklage gestellt werde, weil er auf einer Außenpolitik beharre, die Amerika in eine Kriegsgefahr bringe. Das amerikanische Volk habe Roosevelt bei vielen Gelegenheiten bedeutet, daß es keine Bündnisse mit Europa wünsche und daß es nicht an einem europäischen Krieg teilnehmen werde. Keinem Präsidenten sollte gestattet werben, mit dem Leben und dem Glück bes amerikanischen Volkes zu spielen. Malone fährt dann fort: „Wir glaubten seinerzeit, baß ber Weltkrieg alle Kriege be- e n b e n würde. Wenn wir die heutigen (Erklärungen des Präsidenten und seines Unterstaatssekretärs Welles hören, deren Ansichten anscheinend durch Richtstrahler aus dem britischen Außen- a m f ö i f 0 e r t werden, möchte man gl au 6 en, daß wir nichts aus ber geistigen, kulturellen und wirtschaftlichen Zerstörung bes Weltkriegs gelernt haben!" Das amerikanische Volk lieh den Alliierten einst 13 Milliarden, die es niemals zurückbekommen hat und verausgabte selbst für den Krieg 22 Milliarden Dollar. (Es ließ ferner zehntaufe n d e junge Menschenleben auf den Schlachtfeldern Frankreichs zurück und hat heute noch Tausende von Soldaten in Veteranen-Kranken- häusern. Amerika hat ferner heute einen Fehlbetrag von 59 Milliarden Dollar im Staatshaushalt, ohne irgendwelche Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung. Aber trotzdem geben ber Präsibent und seine Berater unverantwortliche und unnütze Erklärungen ab, die Amerika in einen neuen europäischen Krieg verwickeln können! Hyänen der Kriegshetze. Hochkonjunktur in der Rüstungsindustrie der USA. Neuyork, 13. April. (DNB.) Der Monatsbericht der Munitionskontrollbehörde beweist, baß bie amerikanische Rüstungsindustrie aus der von ihr unter Roosevelts Führung eifrig geförderten Kriegshetze riesige Gewinne zieht. An der Spitze aller Abnehmer stehen England und Frankreich. Aus dem Bericht geht hervor, daß diese beiden Staaten allein im März Lizenzen für die Ausfuhr von Munition, Waffen und anderen Kriegsgeräten in Höhe von 7 Millionen Dollar erwarben. Der Großteil dieser Summe fand für Flugzeuglieferungen nach Frankreich Verwendung. Die Ausfuhrlizenzen im ersten Quartal dieses Jahres betrugen für beide Länder 25 Millionen Dollar. Unter den weiteren Abnehmern für amerikanisches Kriegsmaterial befinden sich auch Holland und N i e d e r l ä n d i s ch - I n d i e n mit 1 155 000, R u • mänien mit 1 282000, Sowjetrußland mit 856 000, die Schweiz mit 116 000 und die Tür. fei mit 118000 Dollar. Der Bericht hebt hervor, daß Verkäufe an „antidemokratische Nationen" f a ft ganz eingestellt seien. Unter den ibero-amerikanischen Käufern waren M e - xiko mit 2 452 000, Brasilien mit 492 000 und Peru mit 352000 Dollar vertreten. Oie neuen amerikanischen 45 OOO-Tonnen-Schlochtschiffe. Washington, 14. April. (Europapreß.) Wie in Marinekreisen der Vereinigten Staaten erklärt wird, soll es gelungen sein, für' die geplanten neuen 45000-Tonnen-Schlachtschifse ber Vereinigten Staaten eine solche Bauart zu finben, baß trotz ber ungewöhnlichen Größe dieser Schiffe ihre Geschwindigkeit nicht allzu sehr herabgemindert wird. Die beiden neuen Kriegsschiffe der Vereinigten Staaten sollen eine Stundengeschwindigkeit von 35 Knoten erreichen, was ber Geschwindigkeit der schnellen Kreu- zer ber U8A.-Kriegsflotte entsprechen würbe. Oas endgültige Ergebnis der Folketing-Wahlen in Aordschleswig. Hadersleben, 13. April. (DNB.) Hier fand die sogenannte Feinzählung des Ergebnisses ber Folketing-Wahl für Norbschleswig statt. Das endgültige Ergebnis für die deutsche Liste war 15 015 Stimmen gegen 12 670 vor vier Jahren. Parteiführer Dr. Möller erhielt einschließlich ber Listenstimmen, die nach dem Wahlgesetz dem Spitzen- kandidaten einer gebundenen Lifte zufallen, 9499 Stimmen, von denen 6062 persönlich auf feinen Namen abgegeben waren. Von den sieben Mandaten für Nordschleswig erhalten Sozialdemokraten drei, die Venstre (Linke) mit Hilfe der Bauernpartei zwei, Konservative und Deutsche je ein Mandat. Die dänischen Nationalsozialisten und die Konservativen bekommen noch je ein Zusatzmandat aus Reststimmen des gesamten Großkreises Jütland. Die dänischen Nationalsozialisten entsenden ihren Führer und Gründer, den Arzt Fritz Clausen aus Baurup bei Apenrade, ins Folketing. Abschied der Heeresgruppe 5 von Brünn. Loyale Zusammenarbeit beider Nationen in Mähren. Brünn, 13. April. (DNB.) Donnerstag gab der Oberbefehlshaber der Heeresgruppe 5, General der Infanterie Lift, einen (Empfang anläßlich ber Beendigung ber Tätigkeit ber Heeresgruppe 5 im Lande Mähren. Er unterstrich das gute Verhältnis zwischen ber deutschen Wehrmacht und ber Bevölkerung beider Nationen und führte aus: „Die Angehörigen beider Nationalitäten haben eine vorzüglich disziplinierte, vom Verantwortungsbewußt- fein des historischen Geschehens getragene Haltung bewiesen. Wir alle haben nur den einen Wunsch, daß das historische Werk, für dessen Durchführung wir zu unserem Teil eine sichere Grundlage geschaffen und brauchbare Vorarbeit geleitet haben, gelingen möge." Landespräsident Cerny erwiderte, die Persiche- rung, daß sich alle Behörden für eine erfolgreiche Zusammenarbeit einsetzen würden, wurde loyal und von allen Seiten eingehalten. Das Verhältnis ber Bevölkerung zur Wehrmacht war loyal, ja, man kann sagen aufrichtig freundschaftlich, ßanbespräfibent Cerny sprach für bas mustergültige Verhalten ber deutschen Wehrmacht seinen Dank aus und gab seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß in Zukunft alle Aufgaben, bie noch zu lösen fein werden, im selben aufrichtigen Sinne zum Wohle aller erfüllt würben. Oer Gauleiter verabschiedet die Adolf-Hitler-Schüler. NSG. Am Donnerstagabend verabschiedete Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger bie 13 Pimpfe, die in diesem Jahre aus dem Gau Hessen-Nassau für den Besuch der Adolf- Hitler-Schule ausgewählt worden waren. Die Adolf-Hitler-Schüler kommen zunächst zur Ordensburg C r ö f f i n f e e. Sie fetzen ihre Ausbildung im Herbst in der Ordensburg Sonthofen fort. Sie sind in allen Ortsgruppen unseres Gaues aus den ^jährigen Pimpfen ausgewählt worben. Nach einer Vorauslese in ben Kreisen wurden sie in Zusammenarbeit mit dem Gaupersonalamt, dem Gauschulungsamt und der Hitler-Jugend in einem großen Auslese-Lehrgang, an dem aus jedem Kreis etwa acht Pimpfe teilnahmen, zusammengefaßt. Aus diesen wählte der Gauleiter selbst bann bie 13 Jungvolk- Jungen aus, bie nun zur Adolf-Hitler-Schule fuhren. Zugendburg als Ehrenmal der gefallenen Wandervögel. Von ben 11 000 Wandervögeln, die hinauszogen, um die deutsche Heimat zu schützen, blieben 7 0 0 0 auf bem Selbe ber Ehre. Schon sofort nach bem Kriege entstand ber Gebaute, biefen gefallenen deutschen Ju g endwande r e r n ein Ehrenmal zu schaffen und die Burg Ludwig st ein im W e r r a t a l als Jugendburg auszugestalten. Trotz des wirtschaftlichen Niedergangs und ber starken Zersplitterung der Jugend gelang es im Laufe ber Jahre, die Jugendburg so auszubauen, daß gerade im Jahre der Machtübernahme der Schlußstein in der Weise gesetzt werden konnte, daß zusammen mit ber Hitler-Jugend der besondere Gedenkraum op weiht wurde. Besitzer ber Jugendburg war die Vereinigung zur Erhaltung ber Burg Ludwigstein, und es galt nun, einen Weg zu finben, um diese Burg einerseits in bie Hanb ber Hitler-Jugend zu üb erführen, anderseits aber auch denen, die mit den Gefallenen Schulter an Schulter draußen waren und die Burg mit gestalten halfen, für bie Zukunft ein Heimatrecht auf ber Burg zu sichern. Zum Osterfest ist eine entsprechende Vereinbarung zustande gekommen. Durch eine Schenkungsurkunde ist die Burg Lubwigstein bem Deutschen Ju g e nb- herbergswerk übereignet worden. Aus ben alten Mitgliedern ist ein besonderer Färber- kreis gebildet worden, ber sich zweimal im Iah" zu Gebenkstunben auf ber Burg vereinigt und auch in Zukunft Mittel zum Ausbau der Burg zur Verfügung stellt. In einer Feierstunde auf ber Jugend- bürg wurde Ostern am 23urgeingang eine Daladier aus den Spuren Chamberlains. AusklärungsseldM gegen Roosevelts Kriegshetze Uff«, ®g‘‘ M N ii- 1 Winistelp, Gt die ■ > genigen - leitse wblvB I ’ttrin«' jifür o|C Mückführn Dl l (§) M J-en liebe El im El" Wehrmacht Mng ab 1. !u nonspruch smifssteller Mrmachi Lehrern a nung ei Lrastfahr^ § 15 des usug in d linan'prud «nicht aust verlangt v i’Benuijung ruorforglich karfsstelle b»et Regel ofjrjtu Wen. Stehl rann er in ( v wird er »iiterufen. Heranziehui hrages o snmchnahn iB 16 des Whrung 1 -giehung v z Die 3n -des Kraftj Kntlaffun« Gütung gezahlt, n Infolge gr Wichtigen st eit zum Wuchnah 'tilgen ' M ebenso M >e SW'itis) ü ! N ber HMtfir •Bauer $ iiSdjäbei1 M fest, d< Mensche N unfere: Keobachleni ii'es Menscl töntoiflum Wng, und M erst i lenb an de yejl aus de jf fangen h Er im 5 !?>' und f j* He üb\ Jf ln9 3un gor Laue •wnftf) me Tfen, nut Leben« Ml 100 J 6: W bei $5]Mer f: &Utrei P’Wm, d U Oirntq L Bruchs ES ^11 EP'^ener »Ä1 wXbt!i _ 50; cjeif^tu MMN. & bie sn.,,°le W vH Oie Inanspruchnahme von Kraftfahrzeugen durch die Wehrmacht Neue Ausführungsbestimmungen zum Wehrleistungsgeseh. Aus aller Welt jler. .pflegt auf die Füße zu fallen, der ni dem Leben davon. Wie bedeutungsvoll ist hier für den Chirurgen, rechtzeitig diese Ver- ' der leswjg. :e Derhältnn > der Jeck is: „Die Sn- n eine M klngsbemh jene haltui'? men öunft durchführu^ EHage gtlN t haben, y Frage, in die technischen Berufe, in Landwirtschaft, Metallindustrie, Holzgewerbe, Baugewerbe und Bergbau. Der Reichsinnenminister hat die Nachgeordneten Behörden und die Gemeinden ersucht, die Arbeitsämter bei der Durchführung dieser Anweisung mit allen Kräften zu unterstützen. Die für eine Rückführung in ihren früheren Beruf in Frage kommenden Gefolgschaftsmitglieder sind nachdrücklichst darauf hinzuweisen, daß sie persönliche Wünsche de n st aatspolitischenRotwen- digkeiten unterzuordnen haben. Die Arbeitsämter sind bemüht, soweit erforderlich, den Dienststellen für die ausgeschiedenen Kräfte einen geeigneten Ersatz zur Einstellung vorzuschlagen. Der Minister behält sich vor, zu gegebener Zeit über den Stand der Rückführung Bericht einzufordern. Sumb al-Pun ktion, der Wegnahme von ic'eit aus dem Rückenmarkskanal, der ja mit • iz ---chule lupch «h NHz. Der Beauftragte für den Vierjahresplan, ninfterpräfibent Generalfeldmarschall Göring, Ial die Arbeitsämter angewiesen, die- jüit.en Kräfte einem zweckvolleren Ar- l e itt s e i n s a tz zuzuführen, die gegenwärtig noch ii berufsfremder Beschäftigung stehen, ibv'yl sie in ihrem erlernten Beruf Trim gen b benötigt werden. Das gilt auch siii die Behörden. Besonders kommt die NüWhrung in sogenannte Mangelberufe in M' irtn ®, c ftäfel enthüllt, die die Jugendburg als :h-enmal der gefallenen Wander- ö: e l kennzeichnet. hist! i-urückgewiesen werden muß. Für die Jnan- sprucmahme von Kraftfahrzeugen zur Benutzung yol, ja, W- Meiss chen vorkomme, nie beim Tier, nicht einmal ischasil'- beii mseren Haustieren, daß also diese häufig zu muftergüü.: dek bcchtende Verletzung gewissermaßen ein Tribut i^en Dan! de!; Menschen an die Natur sei für die überstarke jnicf, daß c (Etiiirzflung des Gehirns und für den aufrechten )fen fein und daß darüber hinaus noch der Schädel- n Wohle ck bNÄlhLrst den Menschen unserer Zeit betreffe, wäh- reiyd n den unzählbar Tausenden von Schädelsun- l Ans der Vorzeit nie Spuren dieser Knochenver- iinien hätten festgestellt werden können. 28 v. H. ri m Verkehr Verletzten wiesen Schädelbrüche .ind gar 59 v. H. aller tödlichen Un- II: überhaupt sind auf diese gefährliche Ver- 23el macht und den beteiligten Ministern mit Wir- klliM ab 1. April Ausführungsbestimmungen für die LiWsspruchnahme von Kraftfahrzeugen durch Be- dllisMellen der Wehrmacht und außerhalb der l an. Nehimachi a u f Grunddes W e h r l e i st u n g s- itr Vl®® Ö e 5 und für die Heranziehung von Kr'aft- hr&r* 11 u u f Grund der Notdien st verord- vneßhd) btt nrni h g erlassen. Bei der Inanspruchnahme eines rj Spitzen Mckffahrzeugs zur Verfügung auf Grund .des sollen, 9491 §;|1‘ des Wehrleistungsgesetzes geht das Kraftfahr- l leinen K z Mz in das Eigentum der Bedarfsstelle über, bei andalen Jhcrfpruchnahme zur Benutzung nicht. Wenn !n drei, bii mich: ausdrücklich die Uebernahme zur Verfügung Partei zwei wkrlmgt wird, liegt nur eine Inanspruchnahme zur )at- Die bit Bie Nutzung vor, wenn auch der Wert des Fahrzeugs onservativtt vMöglich abgeschätzt wird. Sofern nicht die Be- 15 Reststini. d llirf'telle eigene Fahrer stellt, muß ein Fahrer, in '• Die bänii dir Uegel derständige Fahrer des Kraft- t flanfl stug gabber Dktlsssung. Für Hin- und Rückfahrt werden Der- General dt: n g e n gewährt. Diese Vergütung wird nicht ßüch ber 3- S’IBdlt, wenn ein Kraftfahrzeug bei der Meldung ruppe 5 ir *rf0,:iC grobfährlässigen Verschuldens des Leistungs- - prfidngen wegen Betriebs- ober Verkehrsunficher- sundheit gegenüber vielfach vorhandenen irrigen Auffassungen heraus. Goethe-Medaille für Geheimrat Karl Diehl. Der Führer hat bem emeritierten ordentlichen Professor Geheimen Hofrat Dr. Karl Diehl in Freiburg i. Br. aus Anlaß der Vollendung seines 75. Lebensjahres in Anerkennung feiner Verdienste um die deutsche Volkswirtschaft die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. * Karl Diehl, am 27. März 1864 in Frankfurt a. M. geboren, wurde 1898 Professor in Rostock, ging 1899 nach Königsberg und wirkte von 1908 bis 1934 in Freiburg. Von feinen Arbeiten nennen wir in erster Linie die vierbändige „Theoretische Nationalökonomie", ferner die Untersuchungen über Proudhon, über Sozialismus, Kommunismus und Anarchismus, über die Diktatur des Proletariats, über Arbeitsintensität und Achtstundentag. Vom nationalsozialistischen Standpunkt ist die von Diehl in feinen Vorträgen „Die Kreditwirtschaft" neugeschaffene Klärung des Begriffs der Kaufkraft wichtig. Die Opfer der Kohlenstaubexplosion bei der Deutschen Lrdöl AG. Die Ko h l e n st a u b e x p l o si o n im Schwelwerk in Regis-Breitingen der „Deutschen Erdöl AG." hat bisher 15 Todesopfer gefordert. Don den verletzten Arbeitskameraden schweben fünf noch in Lebensgefahr. Gauleiter und Reichsstatthalter Mutfchmann besuchte mit dem Kreisleiter und den Vertretern der DAF. den Betrieb, um sich über alle Einzelheiten des Unglücksfalles, dessen Ursachen noch nicht bekannt sind, zu unterrichten. Anschließend begab er sich zu den im Krankenhaus liegenden Arbeitskameraden. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley stellte einen größeren Betrag zur Unterstützung der Hinterbliebenen sowie der Verletzten und ihrer Angehörigen zur Verfügung. Reichsminister Dr. Goebbels hat aus der Stiftung „Opfer der Arbeit" 20 000 RM. als erste Unterstützung angewiesen. Die Trauerfeier findet am Samstag, 15. April, 10 Uhr im Werk Regis-Breitingen statt. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley wird dabei das Wort ergreifen. „Graf Zeppelin" auf einer Lrprobungsfahrk. Das Luftschiff LZ 130 „Graf Zeppelin" ist am Donnerstag in Frankfurt zu einer Erprobungsfahrt aufgeftiegen. Die Führung hat Kapitän Albert S a m m t. Das Luftschiff passierte Mainz, Koblenz, Köln, Düsseldorf, Dortmund, Hannover, um dann Kurs auf Hamburg zu nehmen. Drei Hinrichtungen. Berlin, 13. April (DNB.) Am 13. April 1939 ist der am 3. März 1912 in Augsburg geborene Matthias Bauer hingerichtet worden, ber vom Sondergericht München wegen Mordes an feiner Ehefrau zum Tode und zum Verlust ber bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilt worden ist. — Am gleichen Tag ist der am 7. April 1900 geborene Johann Gegenf urtner aus München h i n g e r i ch t e t worden, der am 6. März vom Sondergericht München wegen Mordes an feiner Geliebten zum Tode und zum Verlust ber bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilt morben ist. — Schließlich wurde der am 10. Januar 1919 geborene Alfred Kapper aus Graz hinge r i ch t e t, ber vom Sondergericht München am 10. März 1939 zum Tode unb zum Verlust ber bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilt öi-Mdelbrüche gibt es nur bei Menschen Blu ber Tagung der deutschen Gesell- s öl i t für Chirurgie in Berlin hielt Professor r (Breslau) einen Vortrag über das Thema de 10T>&\ ck Siichi^d elbruch. In feinen Vorbemerkungen stellte erhältnis fr er fittt, daß ber Bruch bes Schädels nur bei werden Vergütungssätze bezahlt, die aus Tages- sätzen und Kilometergeldern bestehen. Sie entsprechen ungefähr den bisherigen vorläufigen Sätzen: Für Krafträder 6 bis 8 Mark, mit Fahrer 16 bis 18 Mark, für Personenkraftwagen 10 bis 21 Mark, mit Fahrer 20 bis 31 Mark, für Lastkraftwagen 14 bis 58 Mark, mit Fahrer 25 bis 69 Mark. Zu diesen Tagessätzen tritt das Kilometergeld. Bei Inanspruchnahme für Bedarfsstellen außerhalb der Wehrmacht find die Sätze etwas geringer. Mit den Sätzen sind alle festen Kasten, ein rfngemeffener Ausgleich für entgangenen Gewinn und ein Zuschlag-für die Abnutzung infolge Eigenart der Benutzung durch die Wehrmacht ab gegolten. Wenn die Bedarfsstelle normal abgenutzte Bereifung ergänzen ober erneuern mußte, kann die Vergütung entsprechend gekürzt werden. Für Verluste, Beschädigungen und außergewöhnliche Abnutzung werden angemessene Entschädigungen gewährt, wenn die Entschädigungsansprüche 10 v. H. der insgesamt zu zahlenden Vergütung überfteigen. Wenn bei Inanspruchnahme von Kraftfahrzeugen durch Wehrmachtstellen die Fahrer auf Grund des Wehrgesetzes einberufen werden, so sind sie Soldaten. Sie erhalten für diese Zeit die Gebühr- niffe auf Grund der Bestimmungen für Hebungen von Wehrpflichtigen des Beurlaubtenstandes und Familienunterstützung. Bei Heranziehung auf Grund ber Notdienstoerordnung erhalten bie Fahrer tarifmäßigen Lohn und ein Abwefenheitsgeld, das gestaffelt ist unb für 24 Stunden 6 Mark beträgt. Bei Inanspruchnahme zur Ausführung von Beförderungen bleiben die Fahrer im Dienst ihres bisherigen Arbeitgebers. Ihr Lohn ist in den Ver- gütungsfätzen enthalten. Für die Gestellung eines Beifahrers ist außerdem ein Betrag von 9 Mark täglich zu zahlen. Bei einer längeren als einer durchschnittlichen Arbeitszeit von neun Stunden werden Ueberstunden bezahlt. (§ Ndz Unter Aufhebung der im Herbst ergan- 9! kici Uebergangsregelung hat der Reichsinnenmini- fiiir im Einvernehmen mit dem Oberkommando der n Mffe. L, nt" e.nSl«tl, d« Un8„ ®le fi,* roe. h nkapsel, ähnlich gebaut fei w i e ein A u t o» if s mit verstärkten Strebepfeilern und daß . )ie- Sluchlinie sich folgerichtig immer an den fchwä- fllfll heim, Stellen findet. Professor Bauer besprach die „ ( lerWDenen therapeutischen Maßnahmen, bie ber LhWifle zu treffen habe. Unter ihnen räumte er ; ■ - - [* 3djrfcir'f 50 Jahre Deutscher Priehnih Bund. b zusa^jriesen Tagen feierte ber Deutsche Bund Hedc^, / ü ar na turgernäfee Lebens- unb Heil- ira< n 4l< (Prießnitz-Bund) in Berlin fein 50jähriges ^Sejchsin. Vertreter aus dem ganzen Reich versam- um nefe Jid) zu einer Feierstunde. Nachdem ber Bun- ^flenb 3U, pfWter die Bedeutung ber Arbeit des Bundes für „die ""'lie" lvKsgefundheit umriffen hatte, betonte Haupt- 'tau^^ÄHWiter Wegener die Wertschätzung, die ber für ^erWeene Reichsärzteführer dieser Arbeit zuge- ' ZF ' naM Habe; sein Nachfolger übernehme em kost- • Vrlmfl parts ^rbe, dessen Förderung im Hinblick auf die m (Sewt^tt bes Volkes geboten fei. Professor Dr. ' . 3üflf,DrJh Schwarz (Berlin) brad)te in seinem Feft- J3orthip Beoeutung und Wesen ber Naturheilkunbe ' r ^öl^jur.' ^zimschen Wtssenschaft in Vezichrmg. Dabei öfre j Üfl * j’telM «r das naturärztliche Handeln sowie bie $e« ' zrisHl ivn Gesundheit unb Krankheit wie die dar- F friuÄ senden FordLrungen zur Erhaltung der Seen Fühm f ijl h zeu g s, einberufen ober herangezogen wer- iU5 3auni[ ö-lkn. Steht ber Fahrer in Wehrüberwachung ober fdtnr er in Wehrüberwachung genommen werden, fei) r rd er auf Grund des Wehrgesetzes ebulrufen. In allen anderen Fällen erfolgt bie |.uu. * Ekiiziehung auf Grund privaten Ver- uppk 3 t 1 o es ober ber Notdienstverordnung. Die Jnan- sziru mahme eines Kraftfahrzeugs auf Grund des § 1( des Wehrleistungsgefetzes, also nur zur Aus- fi ötng von Beförderungen, schließt die Heran- NativW Ziichmg vorhandener Fahrer ein. D Inanspruchnahme beginnt mit der Meldung d4s 'raftfahrzeugs am Meldeort und endet mit der Qn® Xi ÄSii. Berufäfrem» Beschäftigte in den tu« 1* :F»gen müssen zur Vermeidung von Verlusten aus der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers traaen i Junger, ehrlicher WA gesucht. 01888 Marktvlatz 21 Telefon 2202. Junges Fräulein als Hilfe f. Büro und Verkauf gesucht. Schrift!. Angebote unter 2709D an den Gießen. Anzeig. 2-3-31«- VWW von einzelner Dame gesucht. Schr. Ang. unt. 01885 a.d.G.A. 1 bis 2 gut möbl. Zimmer mögl.mitMittag- und Abendtisch von Beamten zu mieten gesucht. 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Zeit istPn 7 gültig. 201$ nacbl; Winterstürme brausen durch die Bergwalder. Leichte Flocken, die alle Winkel durchdringen, olle Tiefen füllen und alle Buckel hoch und weich verhüllen, wirbeln in weißem Gestöber zwischen den Stämmen und begraben den Wald unter der rieselnden Winterlast. Der starke Auerhahn aus der verödeten Birkenheide der Vorberge ist vor dem Unwetter in den steilen Bergwald geflüchtet; doch auf keinem Ast der sturmgeschüttelten Fichten konnte er fußen. Darum ließ er sich als der Abend kam, in den weichen warmen Schnee fallen, entkräftet von dem weiten Umherstreichen und der Suche nach 2luch Reineke hatte seit Tagen gefastet. In der Frühe hat er einen Hasen beschlichen, der sich unter einer Zwergfichte eingeschoben hatte. Auf Sprungweite war der Räuber schon heran; doch der alte Rammler hatte Wind bekommen, war wie der Blitz aus der Sasse gerutscht, hatte tn höchster Fahrt den abschüssigen Hang angenommen, und die langen Hinterläufe trugen den Flüchtigen |o schnell 'bergauf, daß der Rote das Nachsehen hatte. Aus der Stadl Gießen. Die neue Wohnung. Warum erzählt man eigentlich so private Dinge? Dies ist es, was man sich stutzend fragt, ehe man Das Schreiben beginnt. Je nun, weil jeder Leser sichon einmal so etwas erlebt hat, oder weil er's noch erlebt, und weil er nun vergleichen tonn; war vir's auch so ums Herz? * Ich wohne jetzt in einer Straße mit vielen Vor- qärten. Manchmal hören die Häuser ganz auf, und Dann kommt ein richtiger kleiner Park. Oder ein Haus hat sich ganz weit zurückgeflüchtet, und vor chm liegt nun eine breite, grüne Wiese. Jeden Morgen wecken mich die Vögel. Nie in meinem Leben bin ich so angenehm geweckt worden. Nicht mehr das häßlich-schnarrende Geräusch des Weckers, sondern Amselsang, das Schlagen der Drosseln und Finken, das vergnügte Schilpen der Spatzen. Warum nennt man die Spatzen eigentlich immer frech? Die armen, kleinen, bescheidenen Grau- röcklein. Sie wollen leben. Sie freuen sich des Daseins. Laß sie schilpen! An meiner Zimmerdecke gibt es Stuckarbeit. Rosensträuße, ganz aus weißem Gips. Ich mochte so etwas früher gar nicht, aber jetzt denke ich: schöner ist's doch, als gar nichts. Es paßt zu den Vögeln da draußen und zu dem Frühlicht, das durch die gespaltenen Läden kommt. Die Straße ist still. Ich kam aus einer lärmenden, klirrenden Straße; die Straßenbahn schnurrte am Tage alle sieben Minuten vorbei, Fernlastzuge suchten ihren Pfad, und vor dem großen Gasthaus mir gegenüber stand immer eine Kavalkade von Privatwagen. Es glühten die Fenster in den Faschingsnächten. Weit standen die Fenster auf, wenn im Sommer die Männerchöre sangen. Diese werden mir am meisten fehlen in der stillen Straße der Bäume und Vögel, der schöne Gesang an den Maien- □benben. Eine Weile später sieht man die Sanger am Büfett stehen und kühles Bier trinken ... ah, man thefam sofort ebenfalls Lust. Und tat den kleinen Vang über die Straße .. seinen lldXn b tifcS teilweise la9 .bis h Witf Qt jedoch» chon zur. m M aus Süir M ger« : Wolkig fälle, bit lere langt Gießener Konzeriverein. IV. Orchesterkonzert. Obwohl man für das letzte große Orchesterkonzert von der Hinzuziehung eines Solisten abgesehen hatte, stand ihm dennoch durch die Gewichtigkeit der symphonischen Werke besondere Bedeutung zu, zumal sich das allgemeine Interesse engstens auf die Orchesterwerke konzentrieren konnte. Gerade die Gegenüberstellung zweier den ver- schiedensten Stil- und Zeitperioden angehöriger Werke erwies sich, an dem durchschlagenden Erfolg des Abends gemessen, als besonders berechtigt. Ein eigenartiger Reiz ging von Mozarts Haffner- Symphonie (Köchel Nr. 385) aus. In feinsinnigem Durchdringen ließ hier Paul Walter das Unmittelbare des klanglichen Gehalts aufbluhen: im Allegro mit der vornehmen Haltung festlichen Glanzes, dem feinen, stimmigen Spiel der Jnftru- mente in thematisch bedingter, dynamischer Abstufung. In anmutiger Zartheit, in galanter Empfindsamkeit entfaltete sich das Andante mit seinen graziösen Pointierungen und den filigrangleich durchsichtigen Streicherfiguren. In natürlichem Fluß, ursprünglich nahe erklang das Menuett mit seiner chlichten Innigkeit des Trios. Innere Lebendigkeit und Sinn für die Ausdruckswelt der Form spiegelte sich im Finale. . In voller Größe und fast elementarer Eindringlichkeit stellte Paul Walter Bruckners Fünfte Symphonie in B-dur aus ihren grundlegenden Bedingungen dar, indem er für diese aus dem Klangerlebnis heraus geschaffene Musik mit dem Klangwerden zugleich das Lebenselement dieses Werkes erschloß. Walters unreflektierte Art zu musizieren entzündete sich an der klanglichen Realität, und im Aufglühen eines musikantischen Er- Ich bin erst vor ein paar Tagen umgezogen. Meine Freunde haben mich noch nicht besucht. Manchmal schellt es, und dann kommt jemand und will zu den Leuten, die nicht da sind. Nein, wohnen nicht mehr da, nein, nein, tut mir leid ...ah und Rvieder allein, und wieder Ruhe! r.k. ’NtiU Mi w 'M Uh .^adjri* % IV ■’M si nbers 'NM in. 3m Dienst an der deutschen Familie. Aus der Arbeit der NG-Frauenschast und des Deutschen Frauenwerks Für die Ausrichtung der Ortsfrauenschaftsleiterinnen für die Arbeit in Stadt und Land hat die Gau-Frauenschaft in herrlicher Lage im Taunus, unweit dem Feldberg, bei Mammolshain, eine Schule eingerichtet, in der Ortsfrauenschaftsleiterm- nen aus dem ganzen Gau, und Zwar immer aus verschiedenen Kreisen, zusammenkommen, um hier in universeller Weise für ihre Arbeit geschult zu werden. Im Laufe der Zeit sollen alle Ortsfrauen- schaftsleiterinnen des Gaues, etwa 1200 an der Zahl, einmal im Schulungsheim gewesen fern. Die Arbeit in diesem Schulheim geschieht zunächst in der Form des Vortrages, die von den Abteilungsleiterinnen der Gaufrauenschaft gehalten werden und zu denen dann die Kursusteilnehmennnen Stellung zu nehmen haben. In reger Aussprache werden dabei die Erfahrungen ausgetauscht, die in der täglichen Arbeit gemacht werden. Die Ausstattung des Schulungsheimes ist bewußt einfach gehalten, denn auch hier soll, insbesondere den Landfrauen, gezeigt werden, wie durch einfache Mittel ein Heim schon und zweckmäßig ausgestaltet werden kann. Selbstverständlich bestimmt auch hier nicht etwa der Schuldrill die gemeinsame Arbeit, sondern der Geist der Kameradschaft. Die Gaufrauenschaftsschule dient aber auch der Erholung derjenigen Kameradinnen, die, veranlaßt durch Ueberlastung, dringend der Erholung bedürfen. Zum Heim gehört em 13 Morgen großer Park, der besonders den Zwecken der Erholung sehr dienlich ist. Die Gouheim-Mütter- und Bräuteschule Weilburg. Der weitere Verlaus der Besichtigungsfahrt führte dann durch das idyllische Weiltal nach Weilburg. Dort wurde der Gauheim-Mütter- und Bräuteschule „Webersberg" ein Besuch abgestattet, die dem besonderen Zwecke dient, junge Mädchen, die heiraten wollen, in einem Kursus über 6 Wochen mit allen Das Bauernzimmer in der Gaufrauenschaftsschule Mammolshain. — (Aufnahme: Neuner, Gieß. Anz.) ganifafionen haben die Pflicht, möglichst vielen Frauen das Bewußtsein zu vermitteln, daß sie in erster Linie dazu berufen sind, an der Zukunft unseres Volkes unmittelbar und praktisch bauen zu helfen. Das Arbeitsgebiet, das hier NS.-Frauenschaft und Deutsches Fraüenwerk vorfinden, ist ungemein groß, und die Erziehungsarbeit an der deutschen Frau ist — wie es sich täglich oftmals und drastisch erweist — unbedingt notwendig. Die Arbeit wurde mit den vorhandenen Kräften längst energisch in Angriff genommen und auf verschiedenen Gebieten mit großem Erfolg vorgetragen. So gilt ein Teil der Arbeit der Volks- und Hauswirtschaft, besonders gründliche Schulung erfolgt auf dem Gebiete des Mütterdienstes, der Gesundheitspflege, der Hygiene, ferner der zweckmäßigen und schönen Ausgestaltung des Heimes und schließlich gilt auch die Arbeit dem Grenz- und Auslandsdeutschtum. Gestern wurde nun durch die Gau-Frauenschafts- leiterin, Frau Western acher, der Presse des Gaues Gelegenheit gegeben, einen Teil der Einrichtungen kennenzulernen, die der Arbeit der N«.- Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerks dienen. Bei einem Besuch der Kreismütterscbule Frankfurt a. M sah man nun zunächst die Räume, die Tag für Tag von Frauen und Müttern und auch von jungen Mädchen besucht werden, die sich auf ihren Beruf als Hausfrau und Mutter vorbereiten wollen. Durch «die zuständige Referentin hörte man von der Form von r- , ’Ä K*'Ä Dornotizen. Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 20 bis nach 22 Uhr „Einen Sommer ffnng". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Hotel Sacher . j — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Heidi"; Spatvor- stellung 23 Uhr „Rasputin". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung hiesiger Künstler im Turmhaus am Brand. Stadttheater Gießen. Heute abend findet die Erstaufführung des Lust- ffpiels von Katharina Stoll „Einen Sommer lang jftaft. Spielleitung Günter Winkel, Bühnenbild Karl Sßöffier. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 27. Vorstellung der Freitag-Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende nach 22 Uhr. Nur noch Sicherheitsglas für FroMchutricheiben. Fwd Wie die „Kraftverkehrswirtschaft" mitteilt, dürfen ab 1. April 1939 Frostschutz- bzw. Klarsicht- ! Mieibcn für die Verwendung im Inlande nur noch aus Sicherheitsglas hergestellt werden. Die Lieferung nicht splittersicherer Klarsichtscheiben durch die Fabriken ist - außer für den Export - noch dienern Zeitpunkt verboten. Im Rahmen dieser Umstellung sollen die am 1. 4.1939 noch vorhandenen Bestände an nichtsplittersicheren Frostschutzscheiben robalb wie möglich geräumt werden. _____ Auerhahnbalz. Von Karl Scherer. lieber dem Hochtal zwischen ragenden Stein- «vänden liegt noch das Dunkel der kalten Aprilnacht. In den Föhrenwipfeln raunt der Wind, am Rand tzes Moors fhiftern Binsen, unter denen schon der junge Schuß keimt, dürres Rohr und Riedgras wiegen sich in dem frostigen Wehen Ueberall harte braune Schneeflecke, verwittert und verharscht; tags- Liber von den wachsenden Sonnenstrahlen benagt mnd zerfressen, in den Nächten unter dünner Eiskruste von neuem erstarrend. Doch unter den Moor- SUchten und grauen Blöcken färbt sich das Moos Tichtgrün, und das letzte Schneewasser rieselt in tbünnen Strähnen zu Tal. Heber den Gipfeln im Osten erwacht der Morgen; die Schneehäupter der Bergriesen beginnen zu oglühen, und das Dunkel der Grunde und Tmer «reicht mattem Dämmer. Von lensests des Hochmoors kommt es mit wuchtigem Schwingen,chlag gezogen, schwenkt in aufstrebendem Bogen über die Legföhren und fällt prasselnd w die Krone der mächtigen Zirbe ein — der Alte der Urhahm eit Jahren Herr des Hahnenreviers, hat sich zur Fruh- öalz eingeschwungen. Aus einem Durrast steht er wie ein dunkler Schemen und .s'^rt gegen dao Hochtal, sein Schattenriß zeichnet sich schwarz gegen den fahlen Morgenhimmel ab. Die ersten «onnen «tragen zucken über Kuppen und Kamme rosem roter Schimmer umspinnt die Launen Wipfel, und in Myriaden Tautropfen erwacht em b itzendes Ge- ffunkel. Draußen über den Gründen leuchtet eine Felswand wie reines Gold . Jetzt ein Ton, hart und spröde wie Glav. „Rock Röck Oeröck" — der Hahn spielt sich em. ^nnge Verschweigen. Dann sträubt sichiber Kehlbart, die Schwingen senken sich und der Stoß wölbt sich zu mnem breiten Fück-er. Nun Klippen und heiseres Wetzen. Durch den Rumpf des mach igen Vogels lauft ein zähes Zittern; das Haupt gesenkt, gauk.lt er auf dem Ast hin und her, dreht sich in fiebernder Leidenschaft im Wirbel und lockt und balzt. Doch Ä einen Büchsenschuß weit, hat sich, em aperer H-chn in di- schwankend- Sran« etner KrNppelfichte cingeschwungen, und d-r Alt- hat den Anflug des Rivalen wahrgenommen. Auf ^ugeN' blicke verhofft er, dann verlaßt er mit wildem Schwung den Ast unit braust dem Gegner 3U- Ctm hartes Raufen am Boden, daß die Federn wirbeln, bis der Feind, zerzaust und abgekämpft, das Feld . ^Die*'Sonne blickt über die Berge, die Luft ist still, mariner Glanz breitet sich über Kare und Schluch em Der alte Hahn schüttelt das Gefieder, reckt sich hoch niviii m B »b 1SJ ben." , L . iji Zweites Reichsleiflungsschreiben auf der Schreibmaschine. NSG. Wieder wendet sich die Deutsche Arbeitsfront an die Schaffenden mit dem Aufruf zur Teilnahme am Reichsleistungsschreiben. Im Gau Hessen- Nassau wird dieser Leistungswettbewerb auf der Schreibmaschine unter Mitwirkung der Deutschen Stenografenschaft am Sonntag, 14. Mai, überbetrieblich durchgeführt. Alle Volksgenossen und Volksgenossinnen können sich an ihm beteiligen. Für Betriebe, die geschlossene Gruppen von mindestens 15 Teilnehmern stellen, kann der Wettbewerb in betriebseigenen Räumen durchgeführt werden, und zwar in den Tagen vom 11. bis 13. Mai. Die Beteiligung ist kostenlos. Jeder Teilnehmer muß einen besonderen Anmeldezettel ausfüllen. In dem Wettbewerb werden formgerechtes Darstellen eines Briefes nach einem Drucktext und Abschreiben eines Drucsszettels (Dauer 10 Minuten) gefordert. An alle Arbeitskameraden und Arbeitskameradinnen in den schreibenden Berufen ergeht die Aufforderung, ihren Leistungswillen und ihre Leistungs- bereitschaft unter Beweis zu stellen und sich zu diesem großen Wettbewerb auf der Schreibmaschine rechtzeitig anzumelden. Für jede brauchbare Arbeit wird eine Leistungsbescheinigung ausgestellt; außerdem sind für die besten Leistungen wertvolle Gau- und Reichspreise ausgesetzt. Srundlehre für Buchdrucker und Schriftsetzer. NSG. In jahrelanger Zusammenarbeit mit führenden Männern der Wirtschaft und anerkannten Fachleuten wurde im Gau Hessen-Nassau eine Grundlehre für Schriftsetzer und Buchdrucker erarbeitet. In dieser Grundlehre wird der künftige Lehrling in einem 4- bis 5wöchigen Unterricht in seinem Beruf eingeführt. Während er früher gänzlich unvorbereitet und ohne sein späteres Arbeitsfeld zu übersetzen, oder auch nur zu kennen von der Schulbank in den Betrieb gestellt wurde, wird ihm durch diese Grundlehre ein vollständiges Berufsbild vermittelt. Die Verkürzung der Lehrzeit und der sich immer stärker auch in diesem Beruf bemerkbar machende Nachwuchsmangel sind der Anlaß gewesen, neue Mittel und Wege zu finden. Durch die Grundlehre wird im graphischen Gewerbe der künftige Nachwuchs sichergestellt, und es greift eine Nachwuchserziehung Platz, die sowohl unserer Weltanschauung, als auch den Interessen der gesamten Wirtschaft und den rein gewerblichen Anforderungen entspricht. Die methodischen und pädagogischen Erfahrungen der Deutschen Arbeitsfront auf dem Gebiete der Grundlehre in den Berufen anderer Industriezweige bilden das Fundament. Die Grundlehren wird in den Städten: Frankfurt a.M., Mainz, Darmstadt und Gießen vom 17. April ob durchgeführt. Bekämpft rechtzeitig Stiegen undMücken Lpd. Wie lästig und gefährlich Mücken und Fliegen werden können, wenn sie im Sommer in Schwärmen austreten, die Menschen peinigen und die Keime von Infektionskrankheiten auf Mensch, Vieh und Lebensmittel übertragen, weiß jeder. Darum ist es jetzt die höchste Zeit, auf die Bekämpfung dieser Insekten bedacht zu sein. Gerade bei dem gegenwärtigen milden Wetter müssen alle Wassertümpel und jauchenden Gewässer, die meist die Brutstätten der Mücken darstellen, zugeschüttet werden. Uncherliegendes, zerbrochenes Geschirr, Eimer, Konservenbüchsen, Scherben und sonstiges Gerümpel, in dem sich Regenwasser ansammeln kann, muß sofort beseitigt werden, auch sind in Gärten aufgestellte Wassertonnen entsprechend abzudecken. Don dem Abflämmen der Kellerräume und Stallgebäude, wie dies früher gehandhabt wurde, ist man vielfach abgekommen, weil diese Methode vielfach zu Unzuträglichkeiten und Schäden geführt hat; statt dessen bedient man sich mehr des weit bequemeren Zerstäubens von Insektenpulver, oder flüssiger Vertilgungsstoffe. Der Kampf gegen die Plagegeister des Sommers muß sich aber ebenso sehr auf die Fliegen erstrecken, deren massenhaftes Auftreten im Sommer namentlich auf dem Lande, wo allenthalben Viehställe das Geschmeiß gerne anziehen, recht unangenehm werden kann ML-Schützen zum ersten Male in der Schule. Am gestrigen Donnerstag war für viele Buben und Mädels zum ersten Male die Stunde gekommen, da sie die Schule, ihre treue Begleiterin während einer langen Reihe von Jahren aufsuchten. Der gestrige Besuch galt der Aufnahme in die Schule. In der Schillerschule gab es gestern ein anderes Bild, als in den Jahren seither, da hier zum ersten Male auch Buben ausgenommen wurden. Der Schulleiter, Rektor Stroh, nahm zunächst die Verteilung der Abc-Schützen vor und richtete dann, nach herzlichen Begrüßungsworten an die Kinder und die Mütter, an die Eltern die Ermahnung, das Kind, das nunmehr zur Miterziehung der Schule übergeben worden sei, immer ernst zu nehmen, weil auch das Kind es mit seiner Aufgabe ernst nehme. Ferner betonte er, wie wichtig es sei, daß zwischen dem Elternhaus und der Schule stets ein rückhaltloses, offenes Vertrauensverhältnis bestehe, damit beide eine Schulgemeinschaft im Interesse des Kindes seien und dieses auf der Grundlage des gegenseitigen Vertrauens erzogen werden könne. Am Schluß seiner Ansprache nahm er die für die Schillerschule zugewiesenen Kinder in die Schulgemeinschaft auf, worauf sich die Kleinen mit ihren Lehrern in die Klassenzimmer begaben. In die Schillerschule wurden insgesamt 48 Jungen und 94 Mädels eingeschult. In der Goetheschule nahm die Aufnahme der Abcschützen einen ähnlichen Verlauf. Hier erlebten die Kleinen in der Turnhalle zum ersten Male die Freude, daß sie, getrennt von ihren Müttern, aus richtigen Schulbänken Platz nehmen konnten, während sich die Miitter der Kleinen hinter der langen Reihe von Bänken aufstellten. Schulleiter K r a u s ch richtete an die Buben und Mädels herzliche Worte der Begrüßung und nahm die Kinder in die Schulgemeinschaft der Goetheschule auf. Sodann bat er die Eltern, den Lehrkräften stets volles Vertrauen entgeaenzubringen in der Gewißheit, daß die Lehrer und Lehrerinnen immer alles tun werden, um den Kindern rechte Lehrer und Führer zu fein. Anschließend erfreute die Mädchenklasse des vierten Schuljahres unter Leitung der Lehrerin Frau S ch e p p die neuen Kameraden und Kameradinnen und deren Mütter durch eine Reihe netter Darbietungen. Die Kinder dieser Klasse brachten reizende Gedichtchen der verschiedensten Art zum Vortrag, denen dann das von der Klasse gemeinsam gesungene Liedchen „Ich bin ein Musikante und komm aus Schwabenlande" mit entsprechender Mimik der kleinen Sängerinnen folgte. Mit einem weiteren netten Gedichtvortrag schloß diese schöne Bereicherung der Feierstunde ab. Danach wurden die Abcschützen, die dem ganzen Verlauf der Feier mit größter Aufmerksamkeit gefolgt waren, von ihren Lehrern und Lehrerinnen zum ersten Male in die Unterrichtszimmer geführt, um sich hier zunächst einmal umzuschauen. Dann war für sie der erste Schultag beendet. Am heutigen. Freitag beginnt der Unterricht, zunächst mit einer Stunde, seine erste Geltung zu erlangen. In die Goetheschule wurden etwa 90 Buben und etwa 60 Mädels ausgenommen. Die Feier der Schulaufnahme rn der Neuen Pestalozzischule findet am heutigen. Freitagvormittag statt. Marktumschau für die Hausfrau. Der in der letzten Zeit oft an unsere Hausfrauen gerichtete Appell, Seefischen eine Vorzugsstellung im täglichen Speisezettel einzuräumen, ist nicht ungehört verhallt. Im Februar 1939 ist der Verbrauch um mehr als ein Drittel gegenüber dem Vorjahresumfang gestiegen. Aber auch die Anlandungen unserer modernen Fischerei flotte haben so zugenommen, daß sie auch noch bei weiterem Anwachsen der Nachfrage hätten ausreichen können. Da in den nächsten Monaten der Fang fortgesetzt wird, werden alle Märkte entsprechend reichlich mit Seefischen bester Qualität, insbesondere mit Rotbarsch und Kabeljau, versorgt werden. Nun sollten also die Hausfrauen mit ihrem bisher geübten Grundsatz, nach Ostern den Fischverbrauch wieder einzustellen, mit Fug und Recht brechen. Seefische sind gerade im Sommer besonders fettreich und schmackhaft. Die Ordnung des Fischmarktes sorgt für gleichbleibende Preise und trägt durch den vollzogenen Ausbau des raschen Kühltransportes für eine gute und gleichbleibende Qualität Sorge. Durch Verwendung von Seefischen leistet die Hausfrau auch einen volkswirtschaftlichen Dienst, indem dadurch eine Verminderung unseres Fleischverbrauchs erreicht wird. Mit dem bisher im Sommer so sehr geschätzten Kalbfleisch sollten wir sparsam umgehen, weil unser Rinderbestand nach den Pionierarbeit der Ein »Otto Wagner-Sedächtnispreis^. Die Jahresmitgliederversammlung der Z ü ch t e r- vereinigungen für Fleckvieh und Rotvieh in Oberhessen unter Leitung der Vorsitzenden, Bürgermeister Stroh (Bauerschwend), und Bauer Fischer (Hof-Zwiefalten), die am gestrigen Donnerstagnachmittag in Gießen im Saalbau, Liebigstraße, stattfand, führte eine sehr große Anzahl oberhessischer Züchter nach Gießen. Ollo-Wagner-Gedächtnispreis. Eingangs der Tagung konnte Tierzuchtdirektor, Landwirtschaftsrat Dr. Wagner die mit großer Freude aufgenommene Mitteilung machen, daß mit Verheerungen der Maul- und Klauenseuche und den Einbußen infolge des Pflegermangels wieder auf- gefüUt werden muß. Schweine aber werden erfahrungsgemäß im Sommer stets weniger angeliefert. Die Hausfrau tut also gut, wenn sie bei der Zusammenstellung ihres Speisezettels immer auch ein wenig an die Volkswirtschaft denkt. Dann wird sie sich auch mit der derzeitigen knapperen Der- forgungslage bei Obst und Gemüse abfinden. Allerdings ist hier schon in kurzem mit einer wesentlichen Besserung zu rechnen, wenn noch im Laufe dieses Monats Frühgemüse aller Art, wie Spargel, Rhabarber usw., herankommen. Die nahe Pfalz wird bald wieder Spinat in das Rhein- Main-Gebiet bringen. Die Zwiebelversorgung hat sich bereits gebessert, nachdem die Kühlhausvorräte vorzeittger ausgelagert werden konnten, weil die günftige Zwiebelernte in Aegypten zu finkenden Preisen und entsprechend erhöhter Einfuhr führt. Wenn auch die Anlieferungen von Obst in diesem Winter recht gering erscheinen und auch in den nächsten Wochen mit Ausnahme von Rhabarber so bleiben werden, so ist doch der Verbrauch von Zucker, der aus eigener Erzeugung unbeschränkt geliefert wird, beachtlich gesttegen. Der Wert des Zuckers als Nahrungsmittel wird also immer mehr von unseren Hausfrauen erkannt. Rindviehzüchter. — 4 Prozent Fettleiftung nächstes Ziel. Zustimmung des Landesbauernführers durch die Fleckoieh-Züchteroereinigung für Oberhessen in dankbarer Anerkennung der jahrzehntelangen, erfolgreichen Förderung dieser Zucht durch den verstorbenen Tierzuchtdirektor, Oberlandwirtschaftsrat Dr. Otto Wagner (Gießen), ein „Otto-Wag- ner-Gedächtnispreis" geschaffen wurde,mit dem verdiente Fleckviehzüchter ausgezeichnet werden. Zum erstenmal wurde dieser Gedächtnispreis in Anerkennung jahrzehntelanger Tätigkeit für die Fleckviehzucht Wilhelm Euler in Maar zuerkannt, der gleichzeitig zum Ehrenmitglied der Der- einigung ernannt wurde. Der Jahresbericht. Anschließend erstattete Landwirtschaftsrat Dr. Wagner den Geschäftsbericht für beide Bereinigungen, aus dem u. a. hervorging, daß die Mit- gliederzahl der Fleckoiehzüchter mit 975 stabil geblieben, während die der Rotviehzüchter um 58 auf 240 angestiegen ist. Beim Fleckvieh betrug die Zahl der eingetragenen Bullen 217 (1937: 22), der Herdbuchtiere 2216 (2223) und der Vorführkühe 425 (431). Beim Rotvieh betrug die Zahl der Bullen 53, der Herdbuchtiere 409 und der Vorführkühe 92. Für die Anschaffung von Fleckviehbullen wurden mehr als 10 000 Mark für Preise, bei den Schauen 16 000 Mark und für die Jungviehweiden rund 4880 Mark aufgewandt. Für die Anschaffung von Rotviehbullen wurden 1500 Mark, für Preise rund 870 Mark und für die Jungviehweide 275 Mark aus- gegeben. Zum ersten Male konnten 70 Rinder des Fleck- und 17 des Rotviehs für das Rinderleistungsbuch angemeldet werden, die neben der Milch- und Fett- leiftung auch hinsichtlich der Kälberzahl auf der Höhe find. Die Stallschauen haben bewiesen, daß tu neue reinrassige Zuchten nur sehr wenig vorhanden sind. Die wichtigste Förderung ist die Einrichtung dej* Elitebullenstatton, von denen 25 für das Fleck- und 9 für das Rotvieh errichtet wurden. Es ist geplant, im Herbst eine große Einfuhr von Tieren aus Niederbayern vorzunehmen. Die Jungoiehweiden haben leider nicht die gewünschte Beschickung erfahren. Die Züchter werden durch geeignete Maßnahmen zum Auftrieb ihres Zuchtviehs veranlaßt werden. Der Milchleistungsprüfung ist größere Aufmerksamkeit zu schenken. Im laufenden Jahre ift mit dem normalen Ablauf der Tierschauen zu rechnen. Außer der Versteigerung von Eliterotviehbullen am 21. April und von Fleckvieh und Zuchtebern am 5. Mai in Gießen find Schauen u. a. am 30. Mai in Lich, am 6. Juli in Alsfeld, am 10. Juli in Schlitz und am 18. Oktober eine Bezirkspferde- schau in Büdingen in Aussicht genommen. Zur Erhöhung der Leistungen werden ab 1. April 1939 nur solche Tiere in das Herdbuch ausgenommen, die eine Mindestleistung von 3,6 v. H. Fett nachweifen können, und weiterhin werden die Züchter schon jetzt darauf auf merksam gemacht, nicht nur genügend leistungsfähige Bullen, sondern auch mehr Mutterzuchttiere als bisher aufzuziehen. „Stall, Gesundheit und Leistung." Der Direktor des Deterinärhygienischen und Tierseucheninstituts, Professor Dr. Beller, hielt dann einen Vortrag über das Thema „Stall, Gesundheit und Leistung . Er ging von dem Erlaß des Reichsbauern führe rs zur Umsiedelung unserer Dörfer aus und wies in einer Betrachtung der Entwicklung des Tierbestandes im Altreich in den letzten hundert Jahren nach, daß der Tierbestand nicht nur bedeutend angewachsen, die Tierseuchengefahren fast vollständig beseitigt, das Körpergewicht der Tiere vervielfacht wurde, sondern daß auch der Fleischverzehr seit 1825 um das Sechsfache gesttegen ist und anderseits eine Vergrößerung und Erneuerung der Viehställe nicht vorgenommen wurde. Der Bauer hat in vielen Fällen noch denselben Stall, trotz veränderter Verhältnisse, den fein Großvater schon gehabt hat. Die Folge ift ein ganz bedeutender Abgang an Kälbern, der mit 1 960 000 errechnet wurde und normalerweise 780 000 betragen dürfte. Das Durchschnittsalter der Tiere ist von 12 auf 6 Jahre gesunken. Die Tiere find anfälliger gegenüber der Tuberkulose. Der gesamte Schaden, der auf diese Weise der Volkswirtschaft entsteht, beträgt rund 450 Millionen Mark. Hier soll die Umsiedlung der Dörfer einsetzen, die langsam vorbereitet wird und die dem KUhstall wieder die Bedeutung schaffen soll, die ihm, der das Gestcht der Dörfer prägt, zu- kommt. Durch die Abänderung der Verhältnisse soll der deutsche Bauer wieder zum Kulturträger wer- Hine Frau mit Herz Roman von Hedda Lindner Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin 2 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Die andere war sehr blaß geworden. „Das rft ja entwürdigend", sagte sie leise, und ihre Art war ein solcher Gegensatz zu der ihrer Leidensgefährtin, daß Holk, der fast unbemerkt wieder eingetreten und als rein sachlicher Zuschauer im Hintergrund geblieben war, sie nunmehr etwas genauer in Augenschein nahm. Sie gefiel ihm eigentlich recht gut, schade, wenn sie die Gesuchte wäre, dachte er unwillkürlich. Böninger konnte weder auf den lauten noch auf den leisen Protest Rücksicht nehmen. Er wgr nun schon so weit gegangen, daß er Klarheit haben mußte, selbst auf die Gefahr hin, eine Riesenblamage zu erleben. Er tauschte einen kurzen Blick mit dem Kollegen, und auf dessen zustimmendes Nicken erklärte er kurz: „Daß wir die Kriminalpolizei sind, dürften Sie inzwischen wohl gemerkt haben, im übrigen tun wir nur unsere Pflicht. Bitte, Frau Schmidt!" Die Dame in Schwarz hatte beim Aufspringen die beiden Blumensträuße ihrer Reisegefährttn auf ein kleines Tischchen gelegt, das halb rückwärts zwischen ihr und der anderen Frau stand. Sie hielt nur noch ihre Handtasche in der Hand. Diese Tasche ergriff jetzt Frau Schmidt mit einem höflichen aber entschiedenen „Gestatten Sie" und begann sie mit geübten Griffen zu durchsuchen. Böninger sah ihr zu, und» auch Weber trat interessiert näher, als etwas Merkwürdiges geschah, was aber nur von Holk bemerkt wurde der immer noch ziemlich unbeachtet in der Nähe der Tür stand. Die blonde Sängerin griff wie spielend nach dem großen Nelkenstrauß, machte sich ein paar Sekunden daran zu schaffen und warf ihn dann so ungeschickt vom Tisch, daß er dem herantretenden Weber buchstäblich vor die Füße fiel. „Oh", sagte er und bückte sich unwillkürlich, um die schönen Blumen nicht zu zertreten. Er griff danach und zuckte zurück, als ob er sich gestochen hätte. Dann faßte er mit beiden Händen hastig zu, riß den Sttauß auseinander, ohne Rücksicht auf feine Schönheit zu nehmen, und hielt mit einem Ausdruck des Triumphes die inneren Stiele in der Hand. Diese Stiele steckten in sehr kostbarer Hülle, in fünf wundewollen Platinringen. „Wollen Sie nun die Komödie nicht beenden, holde Anita?" sagte er spöttisch zu der Dame in Schwarz. „Sie spielen Ihre Rolle mal wieder ausgezeichnet; man hätte Ihnen die vornehme Frau tafiächlich glauben können." Dina Wegner sah ihn entsetzt an. Sie war weiß bis in die Lippen. „Sie glauben doch nicht, daß ich, daß ich —" stammelte sie. „Ich glaube, was ich sehe", sagte Weber falt. „Und ich sehe hier fünf der gestohlenen Ringe in ihren Blumen." „Das sind nicht meine Blumen", Dinas Stimme war völttg tonlos. „Ach nein, wessen denn?" fragte er ironisch. „Auch vom großen Unbekannten?" Dina schaute die Sängerin an, die mit einem lauernden Ausdruck in den Augen zu ihr blickte und begriff das infame Spiel, das ihre Reisegefährttn mit ihr getrieben hatte. „Die Blumen gehören der Dame dort. Sie hat mich gebeten, sie zu nehmen, weil sie selbst so viel zu tragen hätte", erklärte sie entschieden. Nun aber brach Daisy Davis los. Eine solche Frechheit sei ihr noch nicht vorgekommen! Wollte solch eine abgefeimte Diebin einfach, wenn sie entdeckt war, die Schuld andern aufhalsen? Einwandfreien, anständigen Frauen? Sie sei eine Künstlerin, die es nicht nötig habe, sich mit solchen Sachen zu befassen, dagegen die andere — so eine geschiedene Frau, da guckte ja keiner hinter —. So ging es eine ganze Weile, bis es selbst Weber zuviel wurde. „Stop", sagte er energisch. „Jetzt lasjen Sie mich auch mal wieder reden." Daisy Davis schwieg, nicht ohne flammende Blicke der Empörung auf die Nachbarin zu schleudern. „Frau Wegner", sagte der Kommissar nun völlig sachlich. ,Lch selbst habe Sie mit den Blumen im Arm aussteigen sehen, einsteigen allerdings sah ich Sie beide nicht. Können Sie beweisen, daß die Blumen nicht Ihnen gehören?" „Ich habe keinen Menschen auf der Welt, der mir solche Blumen schenken würde", sagte Dina einfach. Es war eine etwas kindliche Art der Beweisführung, aber sie war dermaßen aufrichtig ausgesprochen, daß die erfahrenen Männer dadurch mehr beeinflußt wurden, als durch wortreiche Erklärungen. Daisy Davis fühlte die Gefahr und versuchte, ihr zu begegnen. „Hach, jetzt spielt sie die gemütvolle Tour, das zieht ja immer", lachte sie höhnisch auf, erreichte aber das Gegenteil von dem, was sie wollte. War Weber im ersten Augenblick geneigt, Dina für die Schuldige zu halten, so machte ihn nun die ordinäre Art der (Sängerin stutzig. Sie wirkte jetzt sehr wenig damenhaft, während die andere trotz ihrer Auflegung dieselbe beherrschte Haltung zeigte, die ihm schon während des Fluges an ihr gefallen hatte; er hatte sie von feinem Platz aus ziemlich genau beobachten können, weit besser als die Davis, die direkt hinter ihm gesessen. Natürlich war es fein Beweis, eine Verbrecherin, die in ihrem Fache etwas leisten wollte, mußte in erster Linie lernen, Haltung zu- bewahren. Aber dennoch — er wurde unsicher, und seinem Kollegen aus Guttstadt ging es ebenso. Da griff Holk ein. „Ich habe beobachtet, daß diese Dame", er wies auf Daisy, „sich an den Blumen zu schaffen machte und sie dann fo ungeschickt hinunterwarf, daß sie Ihnen zu Fußen fallen mußten", sagte er, ungeachtet der wütenden Blicke, die ihn trafen, zu Weber. „Vielleicht wollte die Dame, daß Sie die Ringe im Strauß finden." „Nach dem Grundsatz: Haltet den Dieb? Dann bleibt doch nur die genaue Untersuchung der beiden Damen. Es find neun Ringe gestohlen morden, fünf find hier, vielleicht finden die fehlenden sich noch. Wohin führt diese Tür?" „In die Flugleitung", gab Holk Auskunft. „So". Weber sprach leise einige Worte zu ihm, die mit zustimmendem Nicken beantwortet würben. Auch Böninger schien einverstanden zu fein und wandte sich an die Beamtin. „Wir werden uns ins Nebenzimmer zurückziehen, damit Sie gleich hier untersuchen können. Welche der beiden Damen kommt zuerst dran?" Frau Schmidt hatte sich, bis auf die beginnende Untersuchung von Dinas Handtasche, die durch den Blumenstrauß so dramatisch unterbrochen wurde, bescheiden im Hintergrund gehalten. Aber sie hatte scharf beobachtet. Sie machte Böninger ein Zeichen, er verstand. * Ein wenig später, als die peinliche Szene zuungunsten von Daisy Davis endlich beendet war, saß Dina, noch immer ein wenig verstört und angegriffen, Herrn Dr. Stoecklin gegenüber, der sie mit wohltuender Freundlichkeit empfangen hatte. „Ich weiß nicht recht —", sagte sie schüchtern. „Was Sie eigentlich mit dieser Testamentsgeschichte zu tun haben?" setzte Dr. Stoecklin ihren Satz fort, als sie zögerte. „Sehr viel sogar, wie Sie gleich sehen werden. Ich erwarte nur noch den Vertreter der Familie Furrer, Herrn Furrer-Brohm, der ebenfalls bei der Eröffnung zugegen sein muß. Ich habe Sie absichtlich etwas früher gebeten, um vorher noch verschiedenes mit Ihnen zu besprechen. Kennen Sie die Familie Furrers" i „Nein. Ich weiß wohl, daß meine Großmutter eine geborene Gundolf war und aus der Schweiz stammte — ich selbst habe sie nie gekannt — aber jonst ist mir Ihr Telegramm ein Rätsel. Aus Ihrem Schreiben, das ich zwei Tage später bekam, habe rch nur ersehen, daß es sich um eine Schwester meiner verstorbenen Großmutter handeln muß, von deren Existenz ich nicht die leiseste Ahnung hatte." „Das dachte ich mir, und darum wollte ich Sie vorher etwas orientieren: Ihr Urgroßvater Gundolf war ein vermögender Mann' und hatte acht Kinder. Zwei starben früh, unter die übrigen sechs wurde das Vermögen aufgeteilt, und zwar in der Form, daß die vier im Ausland lebenden Erben, darunter auch ihre Großmutter, hauptsächlich Bar» vermögen erhielten, während die beiden in der Schweiz «gebliebenen die Liegenschaften übernahmen. Ihr Großonkel verkaufte später, Amölie Gundolf dagegen behielt ihren Besitz — teils in Zürich und teils hier in Luzern — und als diese beiden Städte sich in den letzten fünfzig Jahren entwickelten, wurde dieser Besitz sehr wertvoll — Ihre Großtante hatte noch zu Lebzeiten Ihres Vaters den Sohn einer angesehenen Genfer Familie geheiratet. Die Ehe würbe sehr unglücklich, denn der junge Mann war mehr als leichtsinnig, und vielleicht war es die beste Lösung, als er bereits nad) einem Jahr", er nickte, als Dina unwillkürlich eine Bewegung machte, „bei einem Duell getötet wurde. Ihre Großtante muß ihn über alles geliebt haben, denn erst viel später, mit dreißig Jahren, entschloß sie sich zu der Vermählung mit Herrn Furrer, einem älteren Witwer. Kinder gab es aus dieser Verbindung nicht, nur aus der ersten Ehe Furrers. Das Zusammenleben war gut. Ihre Großtante schien auch geschäftlich ihrem Mann eine Stütze zu sein; Glück kam dazu; als Furrer nach vierzigjähriger Ehe starb, war er ein sehr reicher Mann geworden. In seinem Testament dankte er seiner Frau für die treue Kameradschaft und bestimmte ausdrücklich, daß sie über den ihr zufallenden Teil des Furrer-Vermögens ebenso wie über chr mit- gebrachtes Gundolfsches Geld nach freiem Ermessen verfügen sollte! Die Kinder erster Ehe wurden großzügig abgefunden. Ihre Großtante überlebte ihn um siebzehn Jahre. Sie war eine Woche vor ihrem Tode siebenundachzig geworden. Nach ihrem Willen soll genau acht Tage nach tfjrem Tode ihr Testament eröffnet werben, und zwar in Ihrer und des ältesten Furrers Anwesenheit. Daher sandte ich gleich ein Telegramm, damit Sie die nötigen Vorbereitungen treffen konnten, und es hat ja #u- friedenstellend funktioniert." (Fortsetzung folgt) 1. April >it Zü-h nicht nur ■n auch len. «n find. In9 bq eck- und geplant, -us Nie- hweiden una er- e Mah- eranlatzt ere Auf. iahre ist zu rech, srotvieh. d Zucht« u.2. am io. M 'spferbe- lroßmitter r Schrot tt — ottf [ns Ihrein kam, W SchnM muß,^ [le ich der hatte B rigen W nar m W M ‘W -s ME res ** f-nnilie g lereits^ kürlichA StetZ^ "L •Ä ,'S •%s ^ret °E, ho-" uMier» leit bann esundheit 5 Reichs- irfer au« 'hing des hundert ir bedeu- fast voll- iere oer- hoerzehr und an« mg der Bauer otz oer« M m M- it wurde te. Das 6 Iah« [über der auf diese rund 450 der Dör- ) und die iffen soll, sr igerwer' RASIERCREME Gr. Tube RM.O.5O Schützt den Regenwurm' Gän- mittels des Rundkopfes in Hans e.G.m.b.H., Münsteri.W., Windthorststr. 20, Ruf 26644-45 Ständige Vermittlung von Vieh aller Art. ftfc und. Weldavieh / ferkel z Läufer z Pferd* aumJ Knoblauch-Beeren „Immer jünger" machen froh und frisch! l Sie enthalt alle wirksamen \ Bestandteile des reinen un- 1 verfälschten Knoblauchs in 1 leicht löslicher, gut ver- ■ daulicher Form. Ivo r b e u g e n d gegen: „Auto halt!! Bitte mitnehmen!" Ein kleiner Verkehrsknigge für Autofahrer und Iußwanderer. Ludwigsplatz-Drogerie,Photohaus grüßungsworten des Vereinsführers des Turnvereins, Lehrer i. R. Wenzel, sprach als Vertreter des Reichsbundes Kreisdietwart Dr. Römer (Großen-Linden). Die Schlußansprache hielt Ortsgruppenleiter Schütz. Der Musikverein sorgte für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung, die bei den Besuchern einen guten Eindruck hinterließ. + Allertshausen, 14.April. Dieser Tage ereignete sich in unserem Orte ein Unglücksfall. Unsere Einwohnerin Frau Scho mb er geriet beim Häckselschneiden mit einer Hand in die Maschine und mußte sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nchmen. Die schwere Verletzung machte die lieber- führung in die Chirurgische Klinik nach Gießen notwendig. Todesstrafe in Zuchthausstrafe umgewandelt. Lpd. Frankfurt o. M., 13. April. Die Justizpressestelle Frankfurt (Main) teilt mit: Der Führer hat die vom Schwurgericht in Limburg (Lahn) gegen den am 2. Juli 1918 in Burgsolms geborenen Lahnkies Lahnsand Lahnsdiotter Mainsand Rheinsand promptund in jeder Menge lieferbar C. Rübsamen K.G. Telephon 8659. 2672° Ca. 230 Ttildikühß. uru) Rinder auf der 127. Milchvieh - Versteigerung in Münster i.W., Halle Münsterland Dienstag, den 18. April 1939, 12 Uhr Die Tiere stammen aus seuchenfreien Gebieten und sind gegen Seuchen schutzgeimpft. Obligatorische Untersuchung auf Bazillus Bang. Nähere Auskunft und Katalog (kostenlos): hohen Blutdruck. Magen-, Darm- etörungen, Alterserscheinungen, Stoffwechselbeschwerden. Geschmack- und geruchfrei Monatspackung L— Achten Sie auf die grün-weiße Packung I Drog.Wlnterhoff, Kreuzplatz 10; Drog. C. Seibel, Frankf. Str. 39; Drog. E. Kam, Schulstr. 961 v Löwen-Drog. W. Kilbinger Nachf. Drog. Bornemann, Bahnhofstr.17 amitiintsjinra». Schlachipferde werden ständig angekauft. 01373 KoBfd)lfl(öierei5iöifllag,6ie6en wetzslelllgasse 8, Me Markt. Iel.3547 den, der nicht nur deutsche Landbewirtschaftung und Tierzucht, sondern auch deutsches Wesen in andere Länder tragen wird. hohe Aufgaben der Rindviehzucht. Rach einer Aussprache nahm der Leiter der Hauptabteilung II der Landesbauernschaft, Bauer Scharch (Windhausen), Stellung zu den aufgeworfenen Fra- aen. Er machte die Züchter mit den sehr hohen Anforderungen vertraut, die an die Rindviehzucht gestellt werden, so daß jeder die eingeleiteten Maßnahmen und die Förderungen ausnützen sollte, um seine Zucht in Ordnung zu bringen. In erster Linie muß die Fettleistung gesteigert werden. Die Forderung nach einer 3,7prozentigen Fettleistung bleibt bestehen, auch wenn der Termin noch nicht festgelegt ist. Beim Höhenvieh werden 4 v. H. Fettleistung gefordert werden müssen. Da diese Leistungen durch Fütterung allein nicht erreicht werden können, mutz auf Ausmerzung aller den Zuchzielen nicht entsprechenden Tiere bestanden werden. Im Zusammenhang mit der Leistungssteigerung kommt auch die Durchführung des großzügigen Stallumbauprogram- mes. dessen Beginn nur begrüßt werden kann, da es im Stallwesen oftmals katastrophal aussieht. Bauer Scharch ging auch auf die Preise der Rinder ein, die er nicht für angemessen hielt. Die Tierzucht, so führte er u. a. aus, baut sich nicht auf dem Erlös für die Bullen auf, sondern sie muß auch die erforderlichen weiblichen Tiere aufweisen können, auf die heute nicht genügend Wert gelegt wird. Planmäßige Zucht. Landestierzuchtdirektor Dr. Schneider (Frankfurt a. M.) unterstrich die Bedeutung der Fettforderung. 7Q bis 80 v. H. der Datertiere der Landesbauernschaft können bereits 3,7 v. H. Fett nachweisen, die restlichen 20 bis 30 v. H. der Tiere dürfen nicht nachstehen. Da diese Forderung nicht durch die Fütterung allein erzielt werden kann, muß planmäßige Zucht getrieben werden. Bei dieser Aufgabe hat der organisierte Züchter Pionierarbeit zu leisten! Wenn es gelingt, die organisierte Zucht auf breite Grundlage zu stellen, dann werden die Leistungen erzielt werden, und dann wird es auch gelingen, die noch bestehenden verschiedenen Rassenmischungen auszuschalten. Vom organisierten Züchter muß ver- lox*^ werden, daß er nicht nur Bullen, sondern auch weibliche Tiere zur Versteigerung bringt, und wenn 3000 Vatertiere jährlich versteigert werden, dann müssen auch 3000 weibliche Tiere angeboten sein. Weiterhin sprach der Landestierzuchtdirektor aus, daß nur diejenigen Tiere etwas leisten können, die eisern gesund sind. Aus diesem Grunde muß der Haltung, Wartung und Pflege besondere Beachtung geschenkt werden. Da die Wandermelklehrgänge sich in dieser Hinsicht erfolgreich bewährt haben,.sollen sie wiederholt werden. Abschließend stellte Dr. Schneider den Züchtern noch nachträglich den Landwirtschaftsrat Dr. Erwin Wagner als Nachfolger des verstorbenen, von allen sehr geschätzten Förderers der oberhessischen Tierzucht, Oberlandwirtschaftsrats Dr. Otto Wagner, vor und ersuchte sie, ihr Vertrauen von dem Onkel auf den Neffen zu übertragen und Otto Wagners Mahnung eingedenk zu bleiben, daß nur dann die Tierzucht vorwärts entwickelt werden wird, wenn alle, Bauernführer, Zuchtleiter und Tierhalter, einmütig zusammenstehen. Die Regenwürmer leben in selbstgebohrten gen der Erde. Sie verzehren abgestorbene, in Fäulnis übergehende pflanzliche und tierische Stoffe, ja selbst ihre eigenen toten Artgenossen. Ihre Nahrung ziehen sie mit ihren Lippen oder durch Saugen ’.i ihre Gänge, Üb erzieh en sie mit einem schleimigen Speichel und bereiten so deren Verwesung vor. Die Regenwürmer schaden also nicht nur nicht dem Pflanzennachwuchs, sondern fördern ihn und helfen indirekt zur Urbarmachung des Bodens. Demzufolge nehmen sie eine überragende Stellung in der Natur ein, und mehr als ein anderes Tier bewirken sie die natürliche Bearbeitung der oberen Erdschicht. Die Erde führen die Würmer durch ihren Darmkanal, absorbieren die in ihr befindlichen organischen Bestandteile und legen sie in Form der bekannten körnigen Exkremente an die Oberfläche wieder ab, wohin sie sich nur nachts begeben. An Stellen, die wegen Trocken- Mit dem Frühling wird es jetzt auf der Landstraße wieder lebendig. Im stillen denkt schon mancher, der auf Schusters Rappen angewiesen ist, daß sich aus der Landstraße gewiß ein gutmütiger Autofahrer seiner erbarmen wird, um ihm einen Teil der Tippelei abzunehmen. Ja, mancher hat diese „Teilstrecken" geradezu in seinen Fahrtenplan einkalkuliert. Die Autofahrer werden es also wieder erleben, daß bittend erhobene Hände ihnen zuwinken, sie werden wieder, wie so ost, blitzschnell zu Überlegen haben: halte ich oder halte ich nicht, und so und so oft werden sie halten und dankbar beglückte Wanderer ein Stück Weges vorwärtsbringen. Das ist alles gut und schön, solange kein unglückseliger Zufall die glatte Fahrt mit einem Unfall enden läßt. Gleichgültig, ob mit oder ohne Schuld des Fahrers, kommen dadurch häufig Dritte ins Unglück, und dann ist hinterher leicht klagen: hätte ich sie doch nicht mitgenommen oder hätten wir doch lieber nicht gewinkt. Juristisch nennt man eine solche Fahrt mit am Wege Aufgenommenen, aber auch jede Fahrt mit näheren und ferneren Bekannten, eine „G e fällt g k e i t s s a h r t", und eine solche Fahrt hat es an sich. In Urteilen über Derkehrsunsälle kehrt dieser Ausdruck in zunehmendem Maße wieder. Und zwar immer im Zusammenhang mit der Haftpflichtfrage. Wieso Haftpflicht, denkt sich der Autofahrer, wer mit mir mitfährt, tut es doch auf eigene Gefahr? Hier liegt eben der Haken. Nach den allgemeinen Haftpflichtgrundsätzen hastet der Autofahrer seinem Begleiter für den Schaden, der ihm auf der Fahrt etwas zustößt. Allerdings muß dem Fahrer Fahrlässigkeit von dem Mitgenommenen nachgewiesen werden. Besonders Schlaue unter den Autofahrern glauben, wenn sie in ihrem Wagen ein Schild anbringen, das besagt, Mitfahren geschehe auf eigene Gefahr, so sei jede Haftung für sie ausgeschlossen. Ihnen möchten wir sagen, daß dieses Schild rechtlich ohne Bedeutung ist, wenn der Mitfahrende es nicht nachweislich vor dem Beginn der Fahrt gelesen hat. Außerdem schließt ein solches Schild nur den unverschuldeten Unfall aus, nicht den Haftungsschutz, der durch Fahrlässigkeit entsteht. Wollte der Neunmalkluge das mit seinem Schild erreichen, dann hätte er schreiben müssen: ,Lch lehne jede wie immer geartete Haftung bei Unfällen aller Art für den Mitfahrer ab." Dann ist aber der Weg jenes Gewissenhaften unter den Autofahrern sicherer, der sich von jedem Mitfahrenden in seinem Fahrtenbuch schriftlich geben läßt, daß dieser auf alle Haftungsansprüche im voraus verzichtet. Das ist umständlich, aber klar. Ist es aber anwendbar? Scheut sich nicht mancher, eine solche Unterschrift zu verlangen? Geht es nicht ost viel zu rasch, beispielsweise, wenn man unterwegs einen Jungen aufnimmt oder wenn man einen Bekannten, der rasch irgendwohin will, zum Einstei gen ermuntert? Wer denkt da schon an schrift- liche Beteuerungen? heil von Regenwürmern verlassen werden, ändert sich die Beschaffenheit der oberen Erdschicht und nimmt einen torfartigen Charakter an. Die Regenwürmer schaffen die Erde tieferer Schichten an die Oberfläche: sie setzen so immer neue Mengen Erde der Einwirkung der Sonne, dem Lufteinfluß und der Humusbildung aus, welche die notwendige Zersetzung und somit teilweise die Eigen- düngung sicherstellt. Sie zerkleinern immer wieder die Erde durch den chemischen Einfluß ihrer Körpersäfte und durch die mechanische Zerreibung im Muskelmagen und Darmkanal. Blätter und andere organische Stoffe werden auf diese Weise in den Boden gebracht und so einer raschen Verwesung zugeführt. Die Wurmröhrchen durchlüften den Boden, erleichtern das Hinabdringen der Wurzeln und Tiefergehen der Feuchttgkeit. Weil diese Röhren immer wieder Zusammenstürzen und neue Gänge gegraben werden müssen, besorgen die Würmer auch eine ständige Auflockerung des Bodens. Diele Samenkörner kommen nur durch den Umstand zum Keimen, daß sie von den Exkrementen der Würmer bedeckt werden. Treten die Regenwürmer im Verhältnis zur Bodenfläche in zu großen Mengen auf, so können sie allerdings auch schädlich wirken. Die vorhandene Nahrung reicht dann nicht aus, und sie ziehen junge Pflänzchen als Nahrung in ihre Röhren. Vollkommen ungerechtfertigt aber ist die Meinung, daß die Würmer die Pflanzenwurzeln benagen. Der Schutz des Regenwurms ist also für jeden eine Pflicht! * ** Arbeitsjubiläum. Am heutigen Freitag, 14. April, kann Herr Georg Schmidt, Licher Straße, auf eine 25jährige ununterbrochene Tätigkeit im Haufe der Tabakwarenhandlung Wilhelm Mo e f e r zurückblicken. Der Jubilar leitet zur Zeit die Filiale „Neustadt" der Firma Moeser. ** Verkehrsunfall durch scheuende Pferde. Am gestrigen Donnerstag gegen 17 Uhr ereignete sich in der Bahnhofstraße in der Nähe des Hotel Schütz durch Scheuen zweier Pferde ein Verkehrsunfall. Die vor einen Wagen gespannten Tiere wurden in der Nähe der Wieseckbrücke in der Bahnhofstraße plötzlich scheu und rasten, da an dem Waaen die Bremsvorrichtung brach, in tollem Lauf in der Richtung nach Hotel Schütz zu. An der Straßenkreuzung Bahnhofstraße/Horst-Wessel-Wall rannten die beiden Pferde gegen einen infolge der Stoppvorschrift haltenden Straßenbahnwagen, wobei eine Fensterscheibe des Wagens in Trümmer ging. Durch den Anprall erlitt das Sattelpferd eine erhÄliche Fletschwunde am linken Vorderbein, außerdem stürzten beide Pferde, zum Glück aber ohne stärkeren Schaden davonzutragen. Nunmehr konnten die Tiere festgehalten werden und in einem Nachbargrundstück von einem zufällig vorbeikommenden Tierarzt die erste Hilfe erhalten. Das am stärksten verletzte Tier wurde nach der Veterinär- Klinik verbracht. Die beiden Insassen des Wagens, die vollständig die Herrschaft über die Tiere verloren hatten, konnten sich durch Abspringen in Sicherheit bringen. Zum Glück kam auch von den Straßenpasfanten niemand zu Schaden. Aus her engeren Heimat. Landkreis Gießen. + Allendorf (Lahn), 14.April. Im Kreise ihrer Angehörigen feierten der Schaffner Heinrich Menges und Frau Marie, geb. Heep, das Fest der silbernen Hochzeit. Viele Ehrungen wurden dem Jubelpaare zuteil. — Der hiesige Turnverein hielt bei Kamerad Henkelmann seine Jahreshauptversammlung ab. Der Vereinsführer, Albert Luh, begrüßte die Kameraden. Sein Rückblick ließ erkennen, daß die Dereinssugend nicht untätig war, er ermahnte aber dazu, daß sich die Jugend mehr als bisher den einzelnen Sportarten widmen möchte. Rechner Ulm erstattete den Kassenbericht. Die Kasse wurde in bester Ordnung befunden. Dem Rechner wurde Entlastung zuteil. $ Steinbach, 14. April. Am Sonntag, 16. April, kann Frau Witwe Elisabetha Bender, geb. Zimmer, ihren 7 4. Geburtstag feiern. Frau Bender war früher Hebamme in Steinbach; sie erfreut sich noch einer guten Gesundheit. + Grünberg, 13. April. Vor annähernd 300 Besuchern wurde am Mittwochabend in der Turnhalle der Breslau-Film gezeigt. Nach Be- Turnschuhe GhmnastWuhe von Reumeier Gießen dem guten alten Fachgeschäft in der Sonnenstraße Der Autofahrer macht sehr häufig im Verfahren den Einwand, daß der Mitgenommene durch sein ganzes Verhalten vor und bei Antritt der Fahrt „stillschweigend" auf Haftungsansprüche verzichtet habe. Es gibt aewisfe Fälle, wo das Gericht im Schadensfall diesen Einwand gelten läßt, und zwar immer bann, wenn ein „überwieaendes Interesse des Mitgenommen en an der Fahrt nachgewiesen werden kann. Beispiel: Ein Autofahrer wird spät abends auf der Landstraße angehalten und von einem Fußgänger gebeten, er Mächte ihn doch zur nächsten Bahnstatton mitneh- men, sonst erreiche er den letzten, dort abgehenden Zug nicht mehr. Muß der Fahrer sich nun wegen der Kürze der Zeit etwa besonders beeilen und es entsteht dadurch ein Unfall, so kann ein Verzicht des Mitfahrers auf Haftung aus überwiegendem Interesse angenommen werden. Es schließt auch nicht von vornherein den Haftungsanspruch aus, wenn ein Mitfahrer „hätte wissen müssen", daß er sich durch vertrauensvolles Einsteigen in ein Auto in besondere Gefahr begab. Das wird oft geltend gemacht, wenn ein Autofahrer in angetrunkenem Zustand andere zum Mitfahren aufforbert und sie tatsächlich dies Angebot annehmen. Die Haftung ist in einem solchen Fall auch nur, bann ausgeschlossen, wenn sich die Mitfahrer tatsächlich darüber im klaren waren, welcher besonderen Gefahr sie sich aussetzten, als sie. das Angebot annahmen. > Daß die Gefälligkeitsfahrt in der Regel unentgeltlich gewährt wird, ändert an der Haftungspflicht an sich gar nichts. Manche Autofahrer meinen, es fei doch noch schöner, daß sie auch noch haften sollten, wenn sie jemand umsonst mitnähmen. Die Haftpflicht aus Fahrlässigkeit wird durch Bezahlung ober Nichtbezahlung der Fahrt in keiner Weise eingeschränkt oder gar aufgehoben. Im Gegenteil, das Gericht kennt auch Fälle, wo sich die Gefälligkeit gar zu einer Rechtspflicht verdichten kann. Und dann ist zuweilen sogar die weitergehende Haftung aus dem Vertrag maßgebend. Ein berartiger Fall wäre denkbar, wenn zwei Berufskollegen sich geeinigt haben, die Fahrten ins Geschäft gegen geteilte Betriebskosten mit dem Auto des einen gemeinschaftlich zu machen. Hier kann von einer Art Rechtspflicht des Autobesitzers dem Mitfahrer gegenüber gesprochen werden. Alles in allem ist stets ein Risiko für den Autofahrer in der Gefälligkeitsfahrt beschlossen. Er tut am besten, solche Fahrten auf ein Minimum zu beschränken. Wo er sich daraus einläßt, fei er sich ständig bewußt, daß ihm als Fahrer Leben und Gesundheit eines fremben Menschen anvertraut find. Derrn die Haftung besteht ja nur für Fahrlässigkeit, und es liegt in der Hand jedes vernünftigen Fahrers, diese nach Kräften auszuschließen, und zwar nicht nur, wenn et Gäste in seinem Wagen hat. Dr. Buresch. BtenW-Mflöf öet SkM MW. Dienstag, den 18. April 1939, 9^ Uhr beginnend, aus den Abteilungen Slolzenmorgen 1b, 2a und 2b: Scheiter: Buche 92,2 rm, Eiche 3,8 rm. Knüppel: Buche 35,2 rm, Eiche 26,8 rm. Anbruch: Fichte 19,3 rm. Reiser: Buche 2. Kl. 7900 Wellen, 3. Kl. 190 Wellen, Eiche 2. Kl. 70 Wellen. Reiser: Eiche 1. Kl. 9,2 rm, Fichte 2,7 rm. Zusammenkunft in Abteilung 2 des Stolzenmorgen. 2696A Gießen, den 11. April 1939. Der Oberbürgermeister. I. V.: Nicolaus. llllllllllllllllllllllllllllllllllllUIIUIIIIIIIlllllllllllllllllliniHIHlIHlIHHIlHIII Mehr Freude an der Natur durch Äermühler-Bücher! r Neuzeitliche MoMoMI fest und flüssig, auch Mottensäcke in all. Größen von -.65 an Karl Hofmann wegen Mordes ausgesprochene Todesstrafe in eine Zuchthausstrafe von zehn Jahren umgewandelt. Ein Betrüger „fonfrollierP Gasmesser Lpd. Worms, 13. April. Die Kriminalpolizei warnt vor einem unbekannten Mann, der in den letzten Tagen in einer Wormser Wohnung vorsprach, um ,/rls Beauftragter des städtischen Gaswerks den Gasmesser zu kontrollieren". Nach der „Kontrolle" gab er an, der Gasmesser habe „einen zu hohen Druck" und müsse deshalb umgebaut werden. Die dafür entstehenden Kosten von 4,50 Mark müßten sofort bezahlt werden. Der Betrüger ist schon in andern Städten aufgetreten. Er ist etwa 30 Jahre alt, schlank und hat blondes Haar, trägt einen hellgrauen Anzug und einen dunkelgrauen Uebergangsmantel. Sprechstunden der Medaklion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Saanstagnach- mittag geschlosien. dann ist Ducolux soweit trocken“, sagt der Malermeister. „Das ist das Gute an Ducolux, dem synthetischen Lack, daß er in 2 Stunden staubtrocken und nach 12 Stunden hornhart ist. Dabei behält er seinen Hochglanz, ist strapazierfähig und verkratzt nicht so leicht.“ Was Sie auch immer anstreichen lassen wollen, ob drinnen oder draußen, verlangen Sie von Ihrem Malermeister stets, daß er Ducolux nimmt. Er wird es gern tun. weil Sie dann mit seiner Arbeit besonders zufrieden sein werden. Erhältlich bei dem Fachhandel. Bezugsquellen weist unsere Bezirksvertretung nach: Otto Seyfried , Fr ankfurt / M.-Süd, Burnitzstraße 7 Fernruf 61066 „Gleich nach Tisch können Sie die Gardinen aufhängen, MM westfälische pcollinstol-lliellverwertungsgenoslenschost SJt.-tfport Aufstieaspiele zur Bezirksklaffe. Das Spiel Lollar — Großen-Linden ist verlegt worden. Die Sportfreunde Wetzlar empfangen auf eigenem Platze die spielstarken Burgsolmser. Das Vorspiel konnte Burgsolms für sich' entscheiden. Auch das Rückspiel sollte zu Gunsten der Gäste ausgehen. * Ettingshausen — Saasen 1:9. Am 2. Osterfeiertag trug Saasens erste Elf ein Freundschaftsspiel gegen Ettingshausens spielstarke Mannschaft in Ettingshausen aus. Saasen hatte An- stoß, und nach einem blitzschnellen Durchbruch des Halbrechten und des Rechtsaußen ging Saasen sofort durch ein schönes Tor in Führung. Auch im weiteren Verlauf waren die Gäste die besseren, und es gelang ihnen, bis zur Pause noch zwei weitere Tore zu schießen. Rach Seitenwechsel drehte Saasens Mann-schaft gewaltig auf lind konnte noch sechsmal erfolgreich sein, während die Platzbesitzer nur den Ehrentrefser erzielen konnten. Zn Helsinki wird gebaut. 37 Länder zur Olympiade angemeldek. Der Präsident des Organisationskomitees für die 12. Olympischen Spiele' 1940 in Helsinki, I. W. R a n g e l l, gab bekannt, daß sämtliche Pläne für die Weltspiele fertiggestellt sind. In der noch zur Verfügung stehenden Zeit werde Finnland alle seine Kräfte einsetzen, um die reibungslose Durchführung der Spiele zu sichern. Suomi werde zeigen, daß es der großen Aufgabe gewachsen sei und das Vertrauen, das die Völker der Welt dem Lande entgegenbringen, vollauf verdiene. * Mit dem Einzug des Frühlings hat in der Olympiastadt eine rege Bautätigkeit begonnen. Es wurden noch weit größere Vorhaben in Angriff gekommen, als ursprünglich geplant war. So wird das olympische Schwimmstadion in vollem Umfange ausgebaut, so daß die Anlage nach den Olympischen Spielen als Freiluftbad benutzt werden kann. Das Schwimmstadion erhält gleichzeitig eine Gaststätte, die nicht vorgesehey war. Weiter hat sich herausgestellt, daß das für die olympischen Kunstwettbewerbe vorgesehene Gebäude nicht ausreicht, um die zu erwartenden Werke auszustellen. Das Organisationskomitee hat daher bei der finnischen Regierung weitere Mittel in Höhe von 3,2 Millionen Finnmark für den Bau einer neuen Kunsthalle beantragt. Um den Olympiabesuchern so viel wie möglich an Sehenswürdigkeiten zu bieten, hat die Stadtverwaltung beschlossen, den wunderschön auf einer Insel gelegenen Zoo „Korkeasaari" zu erweitern. In den letzten Tagen sind in Helsinki weitere Anmeldungen zur Teilnahme an den Olympischen Spielen eingegangen. Mit Polen, China und Bolivien ist 'die Zahl der teilnehmenden Nationen auf 37 gestiegen. Hans Stuck Sieger im La Turbie-Bergrennen. Das sieben Kilometer lange La-Turbie-Bergren- yen bei Nizza wurde am Donnerstag abermals von dem deutschen Meister Hans Stuck auf Auto-Union gewonnen. Zum vierten Male in ununterbrochener Folge schlug Hans Stuck seinen eigenen Rekord; diesmal fuhr er 3:28,9 als Tagesbester. Hinter ihm belegten in der Rennwaqenklasse P. Wimille auf Bugatti, R. Sommer auf Alfa Romeo und Le Be- gue, der erst kürzlich beim Auftakt zur Fahrt Paris—Nizza in Manthsery die größte Geschwindigkeit erreicht hatte, die nächsten Plätze. Pietro Taruffi auf Rekordjagd. Der italienische Motorrad- und Automobil-Rennfahrer Pietro Taruffi fuhr am Donnerstag aus der Strecke Brescia—Bergamo auf der 4-Zylinder-Gi- lera-Maschine von 500 ccm neue Weltrekorde. Ueber eine Stunde erreichte Taruffi die erstaunliche Leistung von 205 Kilometern und verbesserte damit seinen eigenen Rekord von 195,107 Kilometer um rund 10 Kilometer. Diese Stundenbestleistung hat zugleich Gültigkeit für die nächst höheren Klassen bis zu 750 und bis 1000 ccm. Pokalspiele im Iachaml Handball. Nachdem inzwischen in dem To. Hörnsheim auch der vierte Vertreter der Bezirksklasse des II. Bezirkes feststeht, werden die Aufstiegspiele um den Eintritt in die höchste Klasse des Gaues beginnen. — Die Frage des Aufstiegs wird im Gau Hessen so geregelt, daß im Bezirk Kassel und im Bezirk Gießen je eine Mannschaft aufsteigt. — In welcher Weise sich die Spielstärke der Vereine verlagert hat, beweist die Tatsache, daß heute der Bezirk II — wenn Wetzlar nicht freiwillig ausgeschieden wäre — bereits 4 Mannschaften im Rennen hätte. Diesmal kämpfen neben unseren beiden einheimischen Staffelsiegern: MSV. „Barbara" Gießen und Tv. Hörnsheim, die bekannte Elf des To. Kirch- Göns und die Turngemeinde Hanau. lieber die Aussichten der Beteiligten läßt sich im voraus nichts sagen. Fest steht, daß die Artilleristen und auch Hörnsheim gut gerüstet sind und sicherlich ihren Mann stellen werden. Im gesamten Gebiet des Kreises VIII nehmen am Sonntag die vom Kreisfachwart ausgeschriebenen Pokalspiele ihren Anfang. Man darf gespannt sein, wie sich diese Neuerung „einspielen" wird. Fest steht, daß das Interesse allenthalben vorhanden ist, zumal auch die Paarungen der Vorrunde in jeder Beziehung in Ordnung gehen. Das Programm ist in der ursprünglichen Fassung — mit kleinen Änderungen — bestehen geblieben. Es sieht vor: Tv. Dornholzhausen Tv. Hörnsheim Tv. Atzbach — To. Heuchelheim Tv. Dillenburg — SA. Niederscheld To. Krofdorf — Tuspo. Wetzlar-Niedergirmes Tv. Dutenhofen — Tv. Garbenheim Tv. Hochelheim — Tv. Lützellinden Tv. Katzenfurt — MSV. „Barbara" Gießen To. Londorf — Luftwaffe Gießen Tv. Holzheim — To. Grüningen Tv. Hausen — VfB.-R. Gießen Tv. Lich — Spvgg. 1900 Gießen To. Nauborn — To. Wetzlar Tv. Ewersbach — Tv. Mandeln. Dornholzhausen hat wieder eine aktive Einheit, die in letzter Zeit recht gute Ergebnisse erzielen konnte. Wenn Hörnsheim gewinnen will, muß es schon komplett antreten. — Atzbach hat an Kampfkraft verloren, nachdem eine ganze Reihe von Spielern abgegangen sind. Heuchelheim wird es unter diesen Umständen nicht allzu schwer haben, die Oberhand zu behalten. — Krofdorf sollte sich endlich einmal auf sich selbst besinnen und den Kampf gegen Niedergirmes unbekümmert aufnehmen. Wenn auch der Gegner spielstark ist, zu schlagen ist er auf alle Fälle. — Es liegt durchaus im Bereich der Möglichkeit, daß Dutenhofen gegen Garbenheim gewinnt, zumal noch auf eigenem Platz. Leicht wird der Sieg jedoch nicht fallen, weil sich der Gegner sicherlich wehren wird. Zu einem dramatischen Ringen sollte es in Hochcl» heim kommen. Die Platzbesitzer haben den Ehrgeiz, dem Altmeister eine Niederlage beizubringen. Ob und inwieweit das möglich sein wird, hängt von der Aufstellung ab, die die Gäste auf die Beine bringen werden. — Der Gang der „Barbara" ist nicht leicht. Denn Katzenfurt hat diesmal wieder eine sehr schlagkräftige Mannschaft zur Stelle, die erst Hörnsheim am letzten Sonntag schwer zugesetzt hat. — Londorf hat Gelegenheit, diesmal seine Kunst gegen eine komplette Elf der Flieger zu beweisen, nachdem bisher immer nur zweite Garnituren gestellt worden waren. — Holzheim hat noch eine Niederlage aus den Pflichtspielen auszugleichen. Der Zeitpunkt dazu scheint im Augenblick 'günstig zu sein. Denn es ist kaum anzunehmen, daß die Gäste in ihrer derzeitigen Zusammensetzung gewinnen werden. — Wenn auch Hausen in der Hauptsache sich auf jugendliche Spieler stützt, so dürfte es doch in der Lage sein, eine starke Einheit auf die Beine zu bringen, die auch in der Lage sein sollte, den Gästen den notwendigen Widerstand entgegenzusetzen. — Zu einem interessanten Ringen sollte es in Lich kommen. Die aufstrebenden Platzbesitzer werden alles daran setzen, um so ehrenvoll wie möglich gegen die starken Gäste abzu- schneiden. — Wetzlar hat sicherlich in Nauborn keine großen Gewinnchancen. Muster Und beliebten Dirndlmustern Stoffspezialhaus das ist große Mode lueinen-Druck-Imitatioii, 78 cm breit, in flotten handgedruckten y IQ Blumenstreifen.........P- m Dieris-Karonett. 75 cm breit, ein äußerst solides Fabrikat, in prachtvollen Blumenmustern........P- m K. S.-Trachtenstoffe, 85 cm breit, Zellwoll-Mousseline, 78 cm br., in groß. Farbsortiment f. Kleider 1 „ QQ und Dirndl-Schürzen . ... p. m. U1T «0V Vistra-Monsseline. 78 cm breit, in entzückenden, bunt. Blumen- 1 2(1 mustern, a. gut.Grundwarc, p. m A-UU 1UV Vistra-Mousseline, 78 cm breit, neuartig gemust. 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