lir.202 Erste? Blatt 189. Jahrgang Mittwoch, 13. Dezember 1939 Druck und Verlag: vrühlsche UuiverfitStsdruckerei N. tauge in Sieben. Schriftleitung und Seschäftritelle: Schulstraße 7 etVlrkor honiorh 7 \ • -V \ ,UU^ cirunai UUIUCR wouen, OQß 016 VNti chen tflOt» bi%hhe V,6 *"“nb if)re Sugangsmege als Sriegsgebiet zu bic Netze von ihren Verankerungen losgerissen gelten haben. Neues deutsches Weißbuch belegt Englands Kriegsschuld dem Der Inhalt der Dokumentensammlung 4. 1. 2. 3. Entwicklung der deutsch-polnischen Beziehungen. Die englische Kriegspolitik. Deutschlands Bemühen um Sicherung friedlicher Beziehungen zu seinen Nachbarländern. Polen als Werkzeug des englischen Kriegswillens. Die veröffentlichten Dokumente find in vier große Kapitel gegliedert, deren Ueberschriften lauten: Finnisch amerikanischer Handel. Neuyork, 12. Dez. (Europapreß.) Unter dem Vorsitz des finnischen Gesandten in Washington ist eine finnisch-amerikanische Handelsgesellschaft gegründet worden, die mit den ihr von halbstaatlichen Unternehmen zur Verfügung gestellten Krediten und der Finanzhilfe von Privaten finnische Käufe in den Vereinigten Staaten vornehmen wird. Die Gesellschaft wird von der finnischen Regierung auch zum Erwerb von Kriegsmaterial ermächtigt, das frei nach Finnland ausgeführt werden kann, weil das Neutralitätsgesetz für diesen Staat nicht gilt, nachdem Finnland seine Schulden stets bezahlt hat. Das Leben in Helsinki wieder normal. Helsinki, 12. Dez. (Europapreß.) In den letzten Tagen zeigte das Stadtbild Helsinkis einen verhältnismäßig normalen Charakter. Verschiedene Zeitungskioske sind wieder geöffnet. Auch die Wursthändler erscheinen wieder auf den Straßen Helsinkis. In den letzten 24 Stunden wurden wieder verschiedene Restaurationen und Cafes geöffnet. Täglich erscheinen sechs finnische Morgenzeitungen. Die neueste Untat der Entente wird in der Welt Entsetzen Hervorrufen. Zeugt schon die Fahrlässigkeit der Alliierten bei der Verankerung ihrer Minen von wahrer Unmenschlichkeit, so wird das neueste Verbrechen, das sich wiederum gegen die Neutralen richtet, als Höhepunkt der Gemeinheit gelten müssen. Die K ü st e n g e w a s s e r Belgiens werden damit von denselben Westmächten in die Kriegszone einbezogen, welche nicht einmal dulden wollen, daß die britischen Flöt- Neuer Anschlag auf Belgiens Neutralität. Das erste Kapitel beginnt mit 25 Stücken, in denen in einigen besonders typischen Beispielen der Kampf Polens gegen das Deutschtum in Polen und gegen Danzig von 1919 bis 1933 in Erinnerung gerufen wird. Von besonders aktuellem Interesse ist ein Auszug aus dem Memorandum Lloyd Georges als britischer Premierminister auf der Versailler Konferenz vom 25. März 1919, in dem es prophetisch heißt, die im Osten Deutschlands beabsichtigte Grenzziehung müsse seiner Beurteilung nach früher oder später zu einem n e u e n K ri e g in Ost- m o s f fl u , 13. Dez. (DNB.-Funkspruch.) Die fowjetrussifche Regierung hat dem Präsidenten des zur Prüfung der finnisch-russischen Differenzen eingesetzten Ausschusses der Genfer Liga. Damatta, ein kurzes Telegramm übermittelt, in dem sie ihm für die „sehr liebenswürdige" Einladung dankt, an den Genfer Arbeiten teilzunehmen. Die sowjetrussische Regierung fei jedoch aus den Gründen, die Molotow in seinem Telegramm an Avenol mitgeteilt habe, nicht in der Lage, die Einladung anzunehmen. Der Moskauer Rundfunk verbreitete ferner folgende Mitteilung.- Der Außenkommifsar Molotow habe der Genfer Liga auf ihre Anfrage mitgeteilt, sie sehe sich nicht in der Lage, der Aufforderung der Liga vor Einstellung der Kampfhandlungen in Finnland nachzukvmmen, und zwar aus den Gründen, die sie bereits in ihrer Rote an die Genfer Liga vom 4. Dezember mitgefeilt habe. £)er Schnelldampfer „Bremen" wieder in der Heimat. europa führen. Sodann wird an Hand von Aufzeichnungen leitender Persönlichkeiten und von Berichten der deutschen diplomatischen und konsularischen Vertretungen in Polen eingehend die Geschichte der deutsch-polnischen Beziehungen von 1933 bis 1939 aufgezeigt. Die wiedergegebenen Schriftstücke zeigen nunmehr der Welt, wie die deutschen Friedensbemühungen von gewissen Elementen in Polen sabotiert worden sind, welches Maß von Leid und Elend die Volksdeutschen in Polen in diesen langen Jahren auf sich nehmen mußten und mit welcher Geduld Deutschland immer wieder versucht hat, trotz allem den Weg des Ausgleiches zu finden. Die im zweiten Kapitel wiedergegebenen Dokumente folgen dem Gang der englischen Kriegspolitik seit der gemeinsamen deutsch- englischen Erklärung von München. Die britischen Aufrüstungskyaßnabmen gingen mit der Kriegshetze gegen Deutschland Hand in Hand. Schon im immer deutlicher offenbar wird und wie die britische Regierung dann schließlich die von chr selbst absichtlich herbeigeführte Verblendung der polnischen Re- gierung benutzte, um den seit langem geplanten Krieg gegen Deutschland zu entfesseln. Französisches Minenfeld auf Fangplätzen der belgischen Fischerei. Brüssel 12. Dez. (DNB.) Rund 100 belgische ^ilcherboote sind in ein großes französisches Minenfeld geraten, das unter erneutem Bruch des Völkerrechtes unmittelbar vor der belgischen Küste an- ßelegt worden war. Als die neutralen Fischer friedlich ihrer Tätigkeit nachgingen, ereignete sich plötzlich eine gewaltige Explosion, die von einem riesigen Wasserstrahl begleitet war. Es han- delte sich um eine Mine, die sich in dem Netz des Fischdampfers „Nieuwpoot" verfangen hatte. Die Januar 1939 schlug auch der englische Premierminister selbst kriegerische Töne an. Die Proteste des deutschen Botschafters wurden mit lahmen Ausreden beantwortet, die öffentlichen Warnungen des Führers in den Wind geschlagen. Bei der Begründung der englischen Einkreisungspoliitik hat die tschechische Frage eine wichtige Rolle gespielt. Abschnitt B dieses Kapitels beweist, wie es in Wahrheit um biefen Vorwand bestellt ist. Die englische Einkreisungspolitik wird aus Abschnitt C des zweiten Kapitels ersichtlich. Das dritte Kapitel bringt die Dokumente zit Deutschlands Bemühungen um die Sicherung friedlicher Beziehungen zu feinen Nachbarstaaten. Das vierte Kapitel bringt den Nachweis für den Mißbrauch Polens als Werkzeug des englischen Kriegswillens. Im ersten Abschnitt zeigt eine Fülle von Berichten der deutschen Botschaft in Warschau und der deutschen Konsularbehörden m Polen, wie nach der Erteilung der britischen Blankovollmacht Polen zum Vernichtungsfeldzug gegen die deutsche Volksgruppe ansetzte. Gleichzeitig erreichte die Bedrohung Danzigs ihren Höhepunkt. Die letzte Phase der deutsch-polnischen Krise wird im letzten Teil des vierten Kapitels behandelt. Die englische Präoentiokriegspolitik wird noch einmal in voller Deutlichkeit sichtbar in der Unterhauserklärung Chamberlains vom 10. Juli 1939, die Polen in seiner Unnachgiebigkeit gegenüber den bescheidensten Forderungen in verhängnisvollster Weise bestärkt, obgleich die Lösung der Krise nun mehr als dringlich geworden ist. Aufzeichnungen des Staatssekretärs des Auswärtigen Amtes über seins Unterredungen mit den Botschaftern Englands und Frankreichs zeigen, in welch eindringlicher Weiss die Westmächte immer wieder gewarnt worden sind. Die Antwort der Westmächte auf diese Warnungen ist der Welt bekannt. Wir wissen heute, daß England ebenso den deutschen Versuch, in letzter Stunde Polen nochmals durch die denkbar großherzigsten Ausgleichsvorschläge vom Weg des Verderbens zu- ruckzureißen, bewußt sabotiert und die Hasardeure m Warschau angetrieben hat. den vollen Einsatz — die Existenz des polnischen Staates — aufs Spiel zu setzen. Es war nur logisch, daß der englische Kriegswille dann auch den letzten Ver mitt-, lungsversuch des Duce von Anfang September 3um Scheitern gebracht hat. So muß das als letztes Stück der neuen Aktensammlung ab» gedruckte Rundtelegramm des Auswärtigen Amtes die volle Verantwortlichkeit Eng- lands für den Kriegsausbruch feststellen. Damit ist der Ring geschlossen. Was Lloyd George in dem eingangs zitierten Memorandum voraus^ gesagt hat, ist eingetroffen. ----* Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für I mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf. für Texlanzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf. Wiederholung Malstaffel l Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift nach vorheriger Vereinbarung 25 % mehr. Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Rpf. Die Sowjetunion lehnt die Genfer Einladung ah „Einstellung der Kampfhandlungen unmögliche Berlin 12. Dez. (DRB.) Das Oberkorn- der Wehrmacht gibt bekannt: Der Lloyd-Schnelldampfer „Bremen" ist heute abend aus Ueberfee wieder in der Heimat eingetroffen. Die Kriegsmarine hatte Wahnahmensürdie sichere Einbringung des Schiffes ge- troffem U. a. waren Flugzeuge angefeht, um dem Schiff den nötigen Schuh zu gewähren. In der Nordsee verfuchte ein britisches U-Boot bte „Bremen" anzugreifen. Lines der zur Sicherung der „Bremen“ entsandten Flugzeuge drückte das englische U-Boot aber fo unter Wasser, daß der Angriff verhindert wurde. * . W f^ibt ber „Deutsche Dien st": Mit stolzer Freude hort das deutsche Volk die Nachricht daß die .,Bremen" gegen alle englischen Versuche! dieses stolze Schiff zu kapern oder zumindest es zu versenken, siegreich geblieben und sicher in der Heimat angekommen ist. Seitdem die „Bremen aus Neuyork auslief, sind drei Monate ver- gangen, bie angefüllt waren mit verzweifelten eng= "scheu Versuchen, sich gerade dieses deutschen Spit° zenfchiffes zu bemächtigen und so wenigstens dieses eme Mal das stark lädierte Ansehen britischer Seegeltung ein wenig auszupolieren. Es hat den Eng- andern aber nichts genutzt. Die Kühnheit und die seemännische Kunst seines Commodore, die Tapferkeit und Zähigkeit seiner Besatzung haben allen Nachstellungen des „meerbeherrschenden Albions" ein Schnippchen geschlagen und damit abermals das Britenwort, daß England die Meere beherrsche, als eitle Prahlerei entlarvt, lieber die Weltmeere ging die Jagd, und doch ist die „Bremen" gut und sicher nach Hause gekommen. So wie sie ausfuhr, hat sie den Heimathafen wieder erreicht. Mit besonderer Freude erinnern wir uns in diesem Augenblick der englischen Meldung aus den ersten Septembertagen, die mit allen Einzelheiten beschrieb, wie englische Seestreitkräste die „Bremen" an der Südwestküste Englands aufgebracht und als gute Prise in einen englischen Hafen geschleppt hätten. Wenige Tage später schon stellte es sich heraus, daß bereits diese erste Waffentat der englischen Marine nichts anderes war als d i e e r st e . fredje Lüge Churchills. Dennoch gab man , die Hoffnung nicht auf, die „Bremen" doch noch zu fangen. Aber jetzt schwimmen nun dem Herrn Churchill auch die letzten Felle davon, ebenso rasch, 1 wie ihm die „Bremen" davongeschwommen ist. Churchill möge allerdings uns nicht mit der Be- । Häuptling kommen, daß er aus purer Menschenfreundlichkeit und Rücksichtnahme, oder etwa be- Die belagerte Insel. ~2)te englische Admiralität hat die Orkney- und Shetland-Inseln sowie gewisse Gebiete der englischen Ostküste als Kriegsgebiet erklärt und die Handelsschiffahrt in diesen Gegenden unter ihrÄ Kontrolle genommen, d. h. in Wirklichkeit verboten« Sie hat damit den Belagerungszustand über die englischen Küstengewässer verhängt — ein Eingeständnis dafür, daß die englische Insel K r i e g s g e b i e t geworden ist. Damit ist der englischen Borniertheit ein Dämpfer aufgesetzt worden, der in seiner Bedeutung kaum genügend von uns gewürdigt werden kann, denn nur einmal in der neueren Geschichte, als Napoleon seinen Zug gegen Albion plante und im Kriegshafen von Sou- logne Massen von Kriegs-Transportschiffen zusam- wenzog, ist die britische Insel in diesen Alarrnzu-- stand versetzt worden. Damals konnte englisches Geld die Habsburger bewegen, Bonaparte den Ab- lenkungskrieg zu erklären, so daß der Korse den Plan aufgeben mußte, England direkt anzugreifen. In diesem Krieg also, der nach Chamberlains Worten so ganz anders verläuft, als es sich die Briten vorgestelll hatten, ist England durch den Luftkrieg, dessen Initiative nach Garvins Worten im Observer „völlig bei Deutschland liegt", und durch den Seekrieg direkt zum Kriegsschauplatz geworden. Die Berichte der britischen Admiralität sprechen nicht nur von Versenkungen englischer Schiffe an der Ostküste der Briteninsel, sondern aui4' von Schiffsuntergängen, bewirkt durch deutsche U-Boote oder Minen, an anderen Stellen der englischen Seefront. Diese der Öffentlichkeit oertraute' Standortbezeichnung aber besagt nicht mehr und nicht weniger, als daß die Engländer int eigenen Heim blockiert sind. Die Deutschland zugewandte Waffe britischer Perfidie einschließlich des Aushungerungskrieges gegen die Frauen, Kinder und Greise Europas richtet sich also mit aller Wucht gegen England selbst! „Die Enttäuschung und Verwirrung, die dieses so gänzlich unerwartete Ergebnis dreieinhalbmonatiger Kriegsführung für die Briten brachte, sind an den pielen Klagen über den Rückgang des Exportes, über die Fehler in der Lebensmittelrationierung unb an sonstigen britischen Lamentationen wie an einem Barometer abzülesen. Die Weherufe der Kriegshetzerclique über die „deutsche Barbarei zur See", von der Chamberlain und W. C. so herzbewegend jammern, sind angesichts der deuHchen Erfolge in der Seekriegsführung nur zu verständlich. England wollte den Krieg. Es führt ihn mit völkerrechtswidrigen Mitteln, mit der gesamten Brutalität und dem Vernichtungswillen einer blindwütigen Bulldogge durch und — jammert jetzt darüber, daß ich die deutsche Abwehr direkt gegen England kehrt. .Zwungen von der Tapferkeit des deutschen Commodore, eine weitere Verfolgung der „Bremen" durch britische Streitkräfte eingestellt habe und so, ein ergreifendes Bild der Ritterlichkeit, die „Bremen" habe ungeschoren ihren Kurs ziehen lassen. Wir möchten ihm schon heute sagen, daß noch vor wenigen Tagen ein englisches U-Boot versuchte, die „Bremen" anzugreifen und zu torpedieren. Daß der englische Torpedo ganz im Gegensatz zu der Sitte deutscher Torpedos nicht traf, 'beruht darauf, daß deutsche Flugzeuge die „Bremen" begleiteten und das englische U-Boot durch einen sofortigen Angriff derartig in die Flucht schlugen, daß es samt seinem ausgefahrenen Periskop i soweit unter Wasser gezwungen wurde, daß ein ; Angriff auf die „Bremen" nicht mehr möglich war. Herr Churchill soll jetzt also nicht etwa aus der | Wot eine Tugend machen. Ihm glaubt doch kein I Mensch> auch wenn er noch so ergreifend lügt. Die Tatsache der siegreichen Heimkehr dieses stolzen deutschen Schiffes in die Heimat ist nun einmal unerschütterlicher als die Behauptung des Herrn waren, setzten aber dennoch ihre Arbeit fort. Zehn Minuten später erfolgte eine zweite Minen- expl.osion. Die Besatzung des Dampfers „H 31" wurde gegen die Schiffsbrücke geschleudert und das Boot teilweise zerstört. Daraufhin ergriffen die belgischen Dampfer die Flucht. Drei Boote durchschnitten die Taue ihrer Fischernetze, weil sie bemerkten, daß sich weitere Minen in den Netzen verfangen hatten. Das beschädigte Fischerboot mußte nach Nieuport abgeschleppt werden. In belgischen Fischerkreisen sieht man es als ein Wunder an, daß feine Menschenleben bei dem Unfall zu beklagen sind. Erlcheim lag ltd), außer Sonnlags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Liepener Familienblätter Heimat >m Bild Die Scholle Monats-vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11686 Ein Geleitwort Ribbentrops. Berlin, 12. Dez. (DNB.) Das Auswärtige Amt veröffentlicht unter dem Titel „Dokumente zur Vorgeschichte des Krieges" ein umfangreiches neues Weißbuch. Wie der Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, in einem Ge- leitwort zu dem Werk feststellt, wird durch diese authentischen amtlichen Dokumente noch einmal der unwiderlegbare Nachweis erbracht, „daß es ausschließlich England war, das den Krieg verschuldet und ihn gewollt hat, um Deutschland zu vernichten". In dem Geleitwort heißt es: Die 482 Dokumente, die in den Anlagen ab gedruckt sind, zeigen den systematischen Ausrot- tungskampf, den die Polen seit dem Wellkrieg gegendasDeutschtuminPolen und gegen Danzig geführt haben; sie zeigen das großzügige und unendlich geduldige staatsmännische Bemühen des Führers, die deutsch-polnischen Beziehungen auf eine dauerhafte, den Interessen beider Teile gerecht werdende Grundlage zu stellen; te zeigen demgegenüber die kurzsichtige Verständ- nislosigkeit der polnischen Machthaber, die die ihnen von Deutschland immer wie- i rrschütterlicher als die Behauptung des Churchill, daß England die Herrschaft auf Meere besitze. Zwar würde es, um das heuchlerische und frevelhafte Vorgehen der englischen Politik in seinem ganzen Umfang zu entlarven, einer Darstellung der gesamten Nachkriegszeit bedürfen, in der sich England jedem Versuche Deutschlands, sich aus den Fesseln des Versailler Diktats zu befreien, hemmend in den Weg gestellt und jede Möglichkeit, die Revision dieses Diktates auf dem Verhandlungswege herbeizuführen, immer wieder ver- eitell hat. Aber es genügt, anhand der in diesem Weißbuch zusammengestellten Dokumente die kurze Epoche seit dem Herbst 1938 ins Auge zu fassen, um ZU erkennen, daß England von vornherein entschlossen war, mit Gewalt den Weg des Führers zu durchkreuzen, dessen genialer Staatskunst es gelungen war, schlimmste Verbrechen von Versailles ohne jedes Blutvergießen und ohne jeden Eingriff in die Interessen Englands zu beseitigen, und der in der gleichen Weise auch eine friedliche Lösung der deutsch-polnischen Frage erzielt haben würde, wenn England nicht Polen als Werkzeug Die britische Admiralität in Verlegenheit. Amsterdam, 13. Dez. (Europapreß.) Die britische Admiralität befindet sich in einer starken Verlegenheit. Da die Welt bisher nur von den glänzenden Waffentaten deutscher U-Boote gehört hat, sucht man nunmehr auch den englischen Unterseebooten Verdienste zuzuschanzen. Diese Verdienste liegen nach einem von der britischen Admiralität ausgegebenen Bericht allerdings auf „humanitärem" Gebiet. Das britische U-Boot, so heißt e-, das kürzlich den deutschen Dampfer „B r e - ii ni e n" gesichtet habe und angeblich auf Torpe- !j dc>schußweite an ihm vorbeigefahren sei, habe den . Dampfer nur deshalb nicht torpediert, | um nicht mit den „völkerrechtlichen Bestimmungen in Widerspruch zu geraten", weil die Entfernung 1 ter „Bremen" so groß gewesen sei, daß die sichere Landung der Besatzung gefährdet war und ?he Versenkung ohne vorherige Warnung lech den völkerrechtlichen Bestimmungen verboten !e>. Daß in Wirklichkeit d i e deutsche Luftwaffe dieses U-Boot an der Ausführung eines Zugriffes gehindert hatte und das U-Boot Pnng, schleunigst unter der Wasseroberfläche zu verschwinden, wird mit keiner Silbe erwähnt, wo- । wt sich jedoch Churchill in eine peinliche Lage Mnövriert hat. Man wird ihm die Frage stellen, Di rum denn das U-Boot, wenn es das Schiff nicht Dxrnungslos versenken durfte, die erforderliche Warnung nicht abgegeben hat. her gebotene Möglichkeit, zu einem endgültigen rourue, wenn irngiano mcyl Polen als Werkzeug Ausgleich zu kommen, zunichtemachen. Vor allem seines Kriegswillens mißbraucht und durch diese aber sehen wir, wie unmittelbar nach der Konferenz verbrecherische Politik Europa in den Krieg gestürzt von München der Kriegswille E n g l a n d s , hätte. Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen SonSismarüziimWMieg Reibungsloser llebergang von der Friedens- auf die Kriegswirtschaft. führt hat. Dem Beamten fiel während der Beladung $wl€ltt€ POUtljCPC Jld(pri(PCCtt« der „Sierra Cordoba" mit dem Gepäck der Um- Der russisch-finnische Konflikt Brandbombenanschlag auf die „Sierra Cordoba". Auffällig viel englische „Besucher" in Riga und Reval Nach dem Rückzug der wesentlichsten Teile der englischen und französischen Truppen- kontingente aus Tientsin und Schang- h a i folgt jetzt die französische Garnison aus H a n - k a u. hundert Mann werden an Bord des Damp- Oer Wehrmachisbencht vom Oiensiaa. siedler e i n P a k e t auf, für das sich k e i n E i g e n- t ü m e r meldete. Um aus dem Inhalt des Gepäckstückes möglicherweise einen Anhaltspunkt über den Eigentümer zu erhalten, ließ es der Beamte öffnen. Die Untersuchung des Paketes förderte eine Bombe zutage, die sich als Brandbombe herausstellte. Die lettische Regierung und die lettische Polizei wurden sofort verständigt und haben eine strenge Untersuchung eingeleitet. In diesem Zusammenhang verdient die Tatsache erhöhte Aufmerksamkeit, daß sich gegenwärtig in Riga und Reval, ähnlich wie übrigens im rumänischen Petro- leumgebiet, auffällig viel englische „Besucher" befinden. Die deutsche Arbeiislosenziffer noch nicht ein Zehntel der englischen nisie. — Luftstreitkräfte: Im Laufe dell. Dezember beschränkten sich die feindlichen Luftstreitkräfte auf Erkundungsflüge. Hierbei wurden Hyrynsalrni und Inseln im Finnischen Meerbusen bombardiert. Schaden wurde nicht angerichtet. Die finnischen Luftstreitkräfte führten Erkundungsflüge durch und bombardierten und beschossen feindliche Truppenkolonnen sowie Nachschubläger. Persönlichkeiten, darunter zweier ehemaliger Dra- sidenten von Paraguay und Bolivien, aufgedeckt mit dem Ziel der Aenderung des Regierungs- yftems in fünf südamerikanischen Staaten, darunter in Bolivien, Chile und Argentinien. Don maßgebender Seite wird Stillschweigen bewahrt. Zahreshaupiversammlung des BDA Rückblick auf ein Iahr großer vottüpolitischer Erfolge. Eine neue japanische Flottenbasis. Rom, 11. Dezember. (Europapreß.) In der das Japanische Meer beherrschenden Bucht von W a k a s a. 465 Meilen südöstlich von Wladiwo» stok, hat Japan die neue Flottenbasis von Maizuru errichtet. Dieser Flottenstützpunkt, dessen Bau vor zwei Jahren begonnen wurde, besitzt modernste Einrichtungen und ist den größten Stützpunkten des! Riga, 12. Dez. (DNB.) Der deutsche Dampfer Fernen Ostens ebenbürtig. Die neue Flottenbasis „Sierra Cordoba", der über 1200 halten- besitzt nicht nur eine große geschützte Wasserfläche deutsche Rückwanderer aus Riga hatte ab- für die Kriegsflotte, sondern auch ein Arsenal, eine holen sollen, ist im letzten Augenblick einem nie- Werft, Reparaturwerkstätten, Lazarette und meh- derträchtigen Anschlag entgangen. Le- rere Kasernen. Japan besitzt noch drei andere wich- diglich her Aufmerksamkeit eines der ständigen tige Flottenstützpunkte, und zwar bei Y o k o s u k a Ueberwachungsbeamten, die im Hinblick auf zahl- an der Tokio-Bucht der pazifischen Küste, in reiche Anschläge desbritischenJntelligence Kure auf der gleichnamigen Insel im japcmi- Service auf deutsche Seeschiffe in den letzten schen Binnenmeer und bei S a s e h o auf der Insel Jahren jedem deutschen Umsiedlerschiff beigegeben Kiuschiu nicht weit von der Straße von Tsuschima werden, ist es zu verdanken, daß der Anschlag nicht zwischen Japan und Korea. hur Vernichtung von Hunderten Menschenleben ge- Der russische Heeresbericht vom 12. Dezember. Moskau, 13. Dez. (DNB. Funtspruch.) Im Laufe des 12. Dezember setzten die sowjetrussischen Truppen in allen Richtungen den Vormarsch fort. In Richtung von Uchta wurde die Ortschaft Maria- lärm, 92 Kilometer westlich von der Staatsgrenze, besetzt. In Richtung von Petrosawodsk wurde die Ortschaft Chrontsilo, am nördlichen Ufer des Ladoga-Sees, besetzt sowie die Station Kompinoja an der Eisenbahnlinie nach Serdobol. Infolge Nebels und dichter Bewölkung fanden keine Kampfhandlungen der Luftwaffe statt« daß den britischen Zwi-etrachtsäern das deutsche I Schwert mitten ins Herz fährt. Wenn die englische Admiralität England selbst unter Belagerungsstand erklärt, so besagt das: die deutschen Waffen haben den beabsichtigten Angriff der Briten in eine Verteidigung umgewandelt. Da-1 mit ist auch die sog. freie Schiffahrt nach England —I eine Fiktion, auf der die britischen Politikaster kräftig und mit einer Heuchelzähre für die Neutralen herumritten — endgültig erledigt. Die Insel ist blockiert. Wir und alle Neutralen wissen, daß, wer nach Eng-1 land fährt, die Gewißheit aufbringen muß, gen Himmel zu fliegen. Wir werden diesmal den Briten heimzahlen, was sie uns während des Weltkrieges I und nachher angetan haben. Dessen können sie gewiß fein. E. S. Neue Gchiffsverluste. Amsterdam, 13. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die holländischen Blätter berichten über die Versenkung des griechischen Dampfers „Garou-I f a H a" (4706 Tonnen). Der Dampfer war auf dem Wege nach Kirkenes in Norwegen, um Eisen-1 erz zu laden. 25 Mitglieder der Besatzung wurden | durch das norwegische (Schiff „Tellus" gerettet. Die vier britischen Schiffe, die — wie bereits gemeldet — längst überfällig sind und deshalb als verloren bezeichnet werden, die „Ashlea" (4222 Tonnen), „Newton Beach" (4651 Tonnen), „Huntsman" (8196 Tonnen) und „Frevanion" (5299 Tonnen), zusammen 22 368 Tonnen, waren alle auf dem Wege vom Kap der guten Hoffnung nach England. Sie müssen im südlichen Teil des Atlantischen Ozeans zum Sinken gebracht worden sein. Der schwedische Dampfer „Toroe" (1400 Tonnen) ist innerhalb der schwedischen Hoheitsaewässer in der Nähe von Falsterbo auf eine Mine gelaufen. Die Besatzung konnte gerettet werden. Die Unglücksstelle befindet sich in dem engen Sund, der die Ostsee mit der Nordsee verbindet unb insbesondere von Dänemark ausgiebig mit Minen gesichert ist. Englische Aktivität in Bukarests B u k a r e st, 13. Dez. (Europapreß.) Der rumänische Gesandte in London, Tilea, weilt in Bukarest. Er hatte Besprechungen mit Außenminister Gafencu und dem englischen Gesandten in Bukarest, Sir Reginald Hoare. Hoare selbst hatte eine Besprechung mit Ministerpräsident Tata- r e s c u. Tilea soll noch eine Zusammenkunft mit dem Finanzminister und Nationalbankpräsidenten Constantinescu haben. Wie man hört, steht der Aufenthalt Tileas in Bukarest mit Verhandlungen über Wirtschaftsfragen in Zusammenhang. Man spricht davon, daß England Erdöl und Holz kaufen wolle. Auch wird von der Gründung einer englisch-rumänischen Gesellschaft gesprochen. Dänemark gegen die Hetzpropaganda der Westmächte. Den Höhepunkt einer zweitägigen Besichttgungs- sahrt des Generalinspektors Dr. Todt und des Korpsführers Hühnlein, bei der die Einrichtungen der innerhalb der Organisation Todt beim! Westwallbau zum Einsatz gekommenen NSKK.-For-j medianen besichtigt wurden, bildete ein NSKK- Appell im Hamburg (Saar). Er war mit der Verleihung von Schutzwallehrenzeichen an verdiente NSKK.-Männer verbunden. Erstmals seit Ausbruch der Feindseligkeiten konnte am Sonntag zwischen 22 Uhr und 22.30 Uhr von der Schweizer Grenze aus ein Dorpostengeplänkel zwischen deutschen und französischen Truppen beobachtet werden, in dessen Verlauf von einem zum anderen Ufer Gewehrschüsse gewechselt wurden. In Mouscron, unweit der belgisch-französischen Grenze in Flandern, wurden am Sonntag zwei Engländer von der belgischen Gendar- Hangö von russischen Fliegern angegriffen. Stockholm, 12. Dezember. (DNB.) Aus Helsinki wird bestätigt, daß Hangö am Sonntag zweimal von russischen Flugzeugen angegriffen wurde. Nachrichten über die verursachten Schäden liegen noch nicht vor. Der finnische Heeresbericht meldete dieser Da^e das Bombardement der Stadt Hangö. Im wesentlichen ist wegen dieser Stadt und der dazugehörigen Landzunge der finnisch-russische Konflikt entstanden, da die Finnen das Moskauer Verlangen nach einer Pachtung der Stadt, des Hafens unb der Landzunge nicht befriedigen wollten. Hangö sebst ist ein kleines Städtchen von etwas über 6000 Einwohner. Meist wird nach alter Ueberlieferung der schwedische Name gebraucht, während der finnische Name H a n f o lautet. Aus der ! Seit, da Finnland eine Provinz Schwedens war, ! stammt auch noch die starke schwedische Minderheit des Landes, die insgesamt ein gutes Zehntel der Bevölkerung ausmacht. Hangö selbst ist zu sech^ Siebenteln seiner Einwohnerzahl von schwedisch sprechenden Staatsbürgern Finnlands bewohnt. Dieser starke schwedische Einschlag schreibt sich daher, weil Hangö Mittel- und Süd-Schweden jel)r nahe liegt. Es befindet sich ungefähr an dem Punkt, wo sich die Ostsee in ihre zwei großen Arme paM« in den 400 Kilometer langen Finnischen und in de" 700 Kilometer langen Bottnischen Meerbusen. Die Stadt hat auch schon früher in der Kriegsgeschichte eine Rolle gespielt, so gewann hier 1714 die russig sehe Flotte die Oberhand über die schwedische t" den Kämpfen Peters des Großen mit Karl XU. Der finnische Heeresbericht. Helsinki, 13. Dez. (DNB. Funtspruch.) Der finnische Heeresbericht lautet: Land st reit- kräfte: Auf der Karelischen Landenge griff der Feind am 11. Dezember an mehreren Punkten heftig an. Heftige Kämpfe fanden während des ganzen Tages besonders bei dem Kirchdorf Muola statt. An der Ostfront fanden heftige Kämpfe bei Tolvajärvi statt. In Richtung L o i m o I a hat der Feind, unterstützt von lebhaftem Artilleriefeuer während des ganzen Tages angegriffen. In anderen Orten der Ostgrenze finden weiterhin harte Kämpfe statt. SeeftreittrSf tt: Keine wesentlichen Eveig- Berlin, 12. Dezember. (DNB.) Ende Novern- her 1939 wurden bei den großen deutschen Arbeite. Ämtern (ohne Böhmen und Mähren und die neu hinzugekommenen Ostgebiete) 126 000 Arbeitslose gezählt, von denen jedoch nur 1 8 000 voll- einsatzfähigund ausgleichsfähig waren. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres betrug die Gesamtzahl der Arbeitslosen noch 461000. Deutschland hat seit langem feine Zahlen über den Umfang der Arbeitslosigkeit veröffentlicht, weil die Arbe'itslosenzahlen heute Mn zuverlässiger Grad mehr für die Lage des Arbeitseinsatzes sind. Wenn jetzt wieder einmal Zahlen über den Stand 6er ! Arbeitslosigkeit in Deutschland gebracht werben, so sollen sie nur bartun, wi e reibungslos sich der Uebergang von der Friedens- auf die Kriegs- merie verhaftet. Es handelt sich um zwei englische Soldaten, die sich, wie sie erklärten, „verirrt" hatten. Die spanische amtliche Nachrichtenagentur meldet aus Gibraltar: Die Batterien von Gibraltar haben auf ein angebliches U-Boot das Feuer eröffnet. Es ist jedoch festgestellt worden, daß es sich dabei um einen Irrtum handelte. Das Geschützfeuer hat die Häuser der Stadt stark erschüttert. Wie die britische Admiralität mitteilt, verfing sich ein Flugzeug der Marineluftwaffe in die Kabel eines Sperrballons in der Nähe von Southampton und stürzte ab. Die vierköpfige Besatzung i wurde dabei getötet. * Als Ministerpräsident Menzies am 29. November im australischen Parlament mitteilte, daß die erste Division eines australischen Expeditionskorps Anfang nächsten Jahres zur Verschiffung bereit fein würde, bradjte der Vorsitzende der Arbeiterpartei, C u r t i n , einen Gegenvorschlag ein. Australien, so hieß es hierhin, brauche seine Soldaten zur eigenen Verteidigung und solle daher keine Truppen aus den Äontinent entsenden. Mit ganzen fünf Stimmen Mehrheit nur vermochte Menzies feinen eigenen Antrag durchzu- fetzen. * Der türkische Staatspräsident Ismet Inönü I besuchte den französischen Botschafter in Ankara und verweilte fast eine Stunde bei ihm. Wie aus Asuncion (Paraguay) gemeldet wird, haben die Behörden eine Verschwörung hoher Englands Krieg gegen das durch nottonalsozia- listische Tatkraft unter der genialen Führung Adolf Hitlers aus dem Trümmerhaufen von Versailles entstandene neue Großdeutsche Reich stellt sich als ein Versuch dar, das Rad der Geschichte rückwärts zu drehen bis zu jenem Punkt, wo em Gleich, gewicht der Mächte auf dem europäischen Kontinent es der britischen Politik erlaubte, durch geschicktes Gegeneinanderausspielen der Kontinentalmächte der i u u. jjunutu ^u.ul ~*'**' ~" —vT | unbestrittene Schiedsrichter des Erdteils zu fein, fers „Yünnan" eingeschlfft. Nur fünfzig werden ^nn England es in Versailles und später ver- zum Schutz der Interessen Frankreichs m $anfau hafte, dem französischen Bundesgenosfen Zurückbleiben. * rechtzeitig die Zügel anzulegen, so daß Frankreich, , m Jbem man nur die Rolle des britischen Gendarmen In seinem ersten Konsistorium hat Papst ^m Festland zugedacht hatte, den Engländern, Pius XII. am Montag den Kardinal Laurenzio «2 na$ öem Weltkrieg allzu schnell von der Lauri zum Camerlengo (Kämmerer) der ronu- ungewohnten Rüstungslast wieder befreit hatten, in schen Kirche ernannt. Kardinal Lauri ist 1864 m bem au; Versailles folgenden Jahrzehnt oft recht Rom geboren. Er war Nuntius in Peru und Po- unbequem geworden war, fo tat Frankreich bann len. Gegenwärtig ist er Groß-Pönitentiar. selbst sein Bestes dazu, durch innerpolitische Miß- wirtschaft feine in Versailles gewonnene äußere politische Stellung zu schwächen, so daß wir heute die französische Politik ganz im britischen Fahr- . wasser sehen. Um so bedrohlicher wurde für den .britischen Grundsatz der balance of powers das Berlin, 12.Dez. (DRV.) Das Oberkommando Wiedererstarken Deutschlands nach der national- der Wehrmacht gibt bekannt: sozialistischen Echebung. Wir wissen aus der Dan- Är v __ . , , , ar-HHorio Ziger Rede Ribbentrops, daß England schon 1934 Ostwärts der Mosel geringes feindliches Artillerie- hat, die Franzosen zu einem Präventiv- Storungsfeuer auf das Vorfeld. krieg gegen Deutschland aufzuhetzen, um ein neues Die Luftwaffe führte Lrknndungsflüge über mächtiges Reich im Herzen Europas schon in seinen Großbritannien durch. Anfängen abzuwürgen. Als die Franzosen sich dazu “ i nicht stark genug fühlten, tat England alles, um die Entstehung eines Kontinentalblockes zu verhindern, der durch eine Verständigung zwischen Frankreich, Deutschland und Italien der britischen Schiedsrichterstellung in Europa ein Ende gemacht hätte. Zugleich setzte die britische Einkreisungspolitik gegen Deutschland ein, die freilich durch den Korb, den man sich in Moskau holte, zu einem Mißerfolg wurde. Als England die Revision des Danzig- Korridorproblems durch die deutsche Staatsführung zum Vorwand nahm, um den feit langem geplanten, . £ . zumindest feit München mit aller Kraft vorbereiteten wirtschaft bei uns vollzogen hat. Darüber hwE Krieg gegen Deutschland vom Zaun zu brechen, zeigst ein Vergleich mit England bas Ende . « e9 daß lediglich Frankreich sich bereit November eine Arbeitslosenzahl von 1,4 Millionen / Hjr Has britische Interesse zu den Waffen zu nannte, welcher Abstand zwischen den beiden ' ßänöem befw ®ort has ’ÄllionTn'ist eine wesentlich andere politische Situation einer Arbeitslosenzisier von 1,4 Mmwnen Menschen, mie Beginn des Weltkrieges, aber die Tendenzen SÄ’ —ch? W Grobsand w't Emzelhei.en der politischen Entwicklung die schließ 80 Mllionen doppelt so viel E i n w ° h n e r mH zum Wettknege m '^rnea Mt wie T°E^^D^ts»land d^^Recht aus deutschen Geschichtsschreibung, in seinem soeben in UN Nl0«on«ls°MMschen Deutsch and • * , Neuauflage die auch das Ergebnis der neuen Arbeit verwirklicht ,st, b: Um« Änes ^ch^Wckstchtigt. erschienenen Buche „Bon ,eden Menschen 'm kaprtak.stischei, England uner-1 a r rf 3 u eit t r ic fl" (im In,e,-Verlag iuUt* Izu Leipzig, Preis in Seinen geb. 14,— RM.) auf Grund des Studiums der amtlichen Dokumentenwerke der Großmächte wie des sonstigen, kaum noch übersehbaren Quellenmaterials darlegt. Brandenburg geht davon aus, daß nach dem Ausscheiden Bismarcks aus dem Amt es zwei Probleme waren, die für den euroväifchen Frieden Gefahrenherde erster Ordnung bildeten: Elsaß-Lothringen und der i Balkan. Bismarcks Nachfolgern ist es nicht gelungen, scken Kameradschaftsopfer in 40 791, o. h. 67 v. H. ihnen von Bismarck hinterlassene Mächtealler Schulen. gruppierung, die beide Gefahrenherde gleichsam ad- Der Jahresbericht verzeichnet Emzelhetten aus den gedämmt hatte, zu erhalten oder den sich verändern- wichtigsten Arbeitsgebieten und nennt u. a. folgenoe Kßn ^eitverhältnifsen anzupassen. Die Losung des Zahlen: 250 Lehrgänge und ^"^äfchulungen für Nückversicherungsverttages mit Rußland führte Amtsträger und Mitarbeiter des DDA. w Servin- b^n traditionellen Verbündeten Deutschlands in düng mit den zuständigen Partelftellen, 400 Vor- Arme Frankreichs, und späterhin sollte es sich träge an Schulen und Lehrgängen der Partei, Aus- aU£f. Herausstellen, daß Holsteins Glaridenssatz von richtelager der Schulungsreferenten in den Gauver- t>er Unverträglichkeit zwischen Bär und Walfisch bänden, Schulungsfahrten in Volksgruppen, 5000 eine Utopie war. Rußland und England verständig- Versammlungen mit 1,5 Millionen Besuchern. Die sich über eine Abgrenzung ihrer Interessen ht Massenversammlungen mit Volksdeutschen aus Mittelasien so gut wie vorher Frankreich und Eng- Polen seit Kriegsbeginn erbrachten eine bedeutende (anb fiber Afrika. Die deutschen Staatsmänner, die Stärkung der Heimatfront. 21 Ausstellungen wurden wesentlich unter Holsteins Einfluß zu einem veranstaltet und 8 Millionen Plakate und Flugzettel Bündnis mit England in der losen Form, wie man verteilt. Die Rundfunkarbeit beeinflußte bzw. gestal- e5 jn London wünschte, nicht zu entschließen ver- tete 200 volksdeutsche Sendungen. Für die 5 o r • I nwc^ten, sahen in der Mittelstellung zwischen Eng- derung von deutschen Schulen wurdenI janb auf foer einen und Frankreich-Rußland auf der umfangreiche Aufwendungen gemacht, ebenso für andern Deutschlands Stärke. Wilhelm II., dessen po- Volksdeutsche Musiklehrgänge, Stipendien und Heil-1 lttischer Instinkt oft das richtigere Gefühl hatte als Verschickungen. Erwähnenswert sind vor allem die ^ine Ratgeber, setzte sich unermüdlich für das Zu- Hilfeleistungen für die befreiten standekommen eines Kontinentalblocks zwischen Deutschen in Polen, für die Hinterbliebenen Deutschland, Frankreich und Rußland ein. Aber es der Opfer und die Teilnehmer der Verschlepptenzüge, stellte sich immer deutlicher heraus, daß unser Fest- die Hilfe für Volksdeutsche Kriegsgefangene, Laza- halten an Oesterreich, das uns weit mehr, als unser rettbesuche, Versorgung mit Zivilkleidung, Unterstützung der Flüchtlingsheimttansporte und die Listenerfassung der Toten und Vermißten. Kopenhagen, 11. Dez. (Europavreß.) Gegen die englisch-französische Filmpropaganoa in Dänemark wendet sich das nationale Blatt „Faedrelan- bet". Anlaß zu dieser Kritik ist der seit Wochen in hiesigen Litchspieltheatern laufende französische Film „Gibraltar", der einer Verherrlichung des englischen Secret Service. .__, r. _ aleichkammt. Der Film ist von einer französischen ! Der Jahreshauptversammlung 1939 bes Volks- Das Blatt meint, dieser Film sei eine „Propaganda !°r Dr, Haushofer, die ^nhe des Stellver für den englifchen Secret Service" und di« dänische treters des Führers und sprach über dl« «rotzen Filmzensur' sollte dieser Tatsache ihre Aufmerksam- Aufgaben des ADA, Der Bundesgeschaftssuhrer reit widmen im Interesse der Wahrung der Mink« prach über tne polkspowsche und voll-, zweiseitigen Neutralität Dänemarks, deutsche Arbeit, Dann gaben Staats ekretar Franz Charakteristisch sei immerhin, daß der „Schurke im Karma,'n, der Führer de- Deutschttun- m der Film weder von einem Engländer, noch von einem Slowakei, I°w>e suhrende Manner deutscher Do,ks- Franzosen gefptett wird", sondern von einem Erni- Kuppen aufschlußreiche Berichte über die Lage der grauten Erich von Sttoheim. Man müsse dagegen ihnen anvertrauten ^E'?^ugEfolgschclft. protestieren, daß dänische Theater mißbraucht roür- Ew dem Jah re s b ericht 1939 wird besonders den, um für das Militär und den Geheimdienst betont, daß das 59. Arbeitsjahr die Erfüllung groß- einer fremden Macht Propaganda zu machen. Mcr ^olkstumspolitifcher Hoffnungen brachte, an ö , denen der VDA. durch Volkstumserhaltung und Die Mobilmachungskosten der Schwerz volkstumspolitische Aufklärung vorbereitenden An- teil hatte. Der Bericht verbreitet sich dann über die B e r n, 12. Doz. (Europavreß.) Bei der Beratung Abwicklungsarbetten hinsichtlich der befreiten bzw. des eidgenössischen Voranschlags im Nationalrat er- -urückge-kehrten Volksgruppen in Sudetenland, klärte der Dorstcher des eidgenössischen Finanz- Leschen-Ol a, Memel, Polen, Estland, Lettland usw. Departements, Bundesrat Wetter, daß bis Ende An Stelle dieser erfüllten außenpolitischen Arbeit dieses Jahres die Mobilmachungskosten der Schweiz trltt nlin t>er Aufbau neuer Jnnenarbeit eine halbe Milliarde Franken betragen öen ,um Reich gekommenen Gebieten und die würden. In der ersten Hälfte des Jahres 1940 tjieugrünbung DOn Gauverbänden. Es bestehen würden je nach der Lage weitere 700 Mil- h^e 41 gegenüber 25 im Jahre 1936. Das Jahr (tonen Franken hinzukommen. Es fei mog- 193g -rächte 230 000 neue Mitglieder und 1700 neue lich, daß bis Ende 1940 eine Mobilmachungsschuld (gruppen. Besonders beachtlich ist die starke Er- von 2,5 Milliarden Franken erwachsen werde. Es fassen g der Schuljugend im „Dolksdeut- werde großer Anstrengungen und Opfer bedürfen,1 um das erforderliche Geld aufzubringen. eigene« Interesse e« erforbert hatte. In Balkan- (ragen .engagierte, ebenso ein unüberfteigb«« tzm-erms für ein enges Bündnis mit Rubland war, nachdem dieses nach dem unglücklichen Aus. x>ng des ru„,w-|apani,chen Krieges wieder sein Sesicht nach Westen gewandt hatte, wie Elsa^ Lothringen trennend zwischen Deutschland unN Frankreich stand. England hat nach dem Versands der Bundnisverhandlungen mit Deutschland -iei b°wubt und rüeksichtslos seine Mein,ii,gsöerschieden. heilen erst mit Frankreich und sodann auch m"t Rußland bereinigt. Die leichtsertige und in halt' losen Theorien befangene Politik Bülows und cho. st-'u; hat nach Brandenburgs wohlabgewogenem urteil die Grundlagen für die Mächtekonstellatinn der sich Deu^chland im Weltkriegs t kVC o?DkltlL^l5marid5' einzig und allein auf die Verhinderung einer übermächtigen Koalition gegen Deutschland abgestellt gewesen war auf die Bedingungen ihrer eigenen Zeit umzustellen waren seine Nachfolger nicht fähig.^JhnenfÄ & Phantasie und Schmiegsamkeit des großen Kan,, lcrs- Ak verloren sich in kleinlicher Prestigepolittk und strebten nach Augenblickserfolgen, wo es ae- golten batte, durch eine weitschauende und arofc- Ziigige Politik Deutschlands Machtstellung zu sichern Die verhängnisvolle Bindung an die nicht mehr lebensfähige habsburgische Monarchie brachte uns die Feindschaft Rußlands ein und die Isolierung unter den Weltmächten führte uns in die Abhängig, teit oon Wien wo man schließlich rücksichtslos den deutschen Bundesgenossen für Habsburgs Balkan- intereffen einspannte. Erich Brandenburg hat den Ablauf dieser verwickelten Vorgänge, Deren Erkenntnis für die Beurteilung der deutschen Politik vor dem Weltkrieg von größter Bedeutung sind, mit kristallener Klar- heit und dabei in ungemein fesselnder Schilderung dargelegt. Trotz genauer Behandlung der Details bleibt die große Linie stets gewahrt, so daß auch der Laie niemals den Zusammenhang verlieren wird. Wer das heutige Weltgeschehen in seinen po- Mischen Voraussetzungen begreifen will, wird zu Brandenburgs Werk greifen und In ihm einen immer sachlichen und zuverlässigen, dabei aber ungeheuer lebendigen und fesselnden Führer haben. Dr. Fr. W. Lange. Kriegsverhältniffe werden steuerlich berücksichiigi Der Krieg hat in den Verhältnissen vieler Privat- perfonen und Unternehmer zu Veränderungen ge- >ührt, durch die in vielen Fällen die steuerliche Seistungs kraft der Betroffenen erheblich deinträchtigt wird. Der Reichsfinanzminister bat angeordnet, daß die Finanzämter auf diese Der- Änderungen Rücksicht nehmen müssen. Wenn euch der Finanzbedarf des Reiches während des Krieges besonders groß fei und die Finanzämter deshalb für die pünktliche und gewissenhafte Erfül- lung aller Steuerpflichtigen besorgt jein müßten, so vürden sich doch in manchen Fällen unbillige Härten ergeben, wenn auf solche kriegsbedingten Veränderungen nicht genügend Rückiidft genommen vürde. Jeder Finanzbeamte wird dafür verantwort- Ich gemacht, daß unbillige Härten vermieden derben und daß nicht kleinlich oder büro- lratisch verfahren wird. Unter allen Umständen fordert der Minister besondere Höflichkeit und be- Anderes Entgegenkommen den Frauen gegenüber, deren Männer im Felde stehen. Es ist alles ir Klärung der steuerlichen Verhältnisse und Tat- 'stände zu tun, von den Steuerpflichtigen soll aber ibei nicht mehr Arbeit verlangt werden, als im- ? dingt erforderlich ist. Der Minister weist daraus hin, daß ein ©teuer- Rer durch die Wehrnraä-tszugehörigkeit von nkMchen Erfüllung feiner SteuerpfUchten keineswegs befreit ist. Sobald aber unbillige Här- 'n vorsiegen, müssen die Finanzämter me 23er- iiberungen berücksichtigen. Besonderes Entgegen- mmen ist dabei geboten, wenn ein Soldat oder wundeter beantragt, ihm den Kriegszu- g zur Einkommen st euer zu erlassen er wenn die Ehefrau oder ein unversorgtes Kind ne3 Kriegsgefangen, Internierten oder im «egen- n Krieg Gefallenen einen solchen Antrag komme wieder, ftonnir Jäckel sagte nur mahnend: „Und haben Sie Vertrauen zu Matthias Heitfeld, Frau Domkat!" Die „Libelle" hob |id) in die Luft. Konni Brehm winkte: „Glück ab!" * Waldemar Heitfeld befand sich in einer schrecklichen Stimmung. Aerger, Zweifel und Sehnsucht waren verschmolzen. Wie hing alles zusammen? Hatte Luise Moravitzky ober gar den Zabuks selbst die Geheimrezepte versprochen? Wie weit war sie in bas Komplott verstrickt? Er stellte sich blefe Fraaen in vielen Formen. Er kam immer wieder barauf zurück. Er sah Luise vor sid), wie sie bei seiner Anklage erzitterte ... und zuletzt still den Kopf neigte und aus dem Zimmer ging ... > Nichts wollte gelingen. Nichts half ihm. Die Gedanken hielten ihn unerbittlich gefangen. Er war nun von dieser Frau getrennt. Jede Verbindung war abgebrochen. Und wenn Matthias Heitfeld noch immer nach einer Klärung suchte und vielleicht auch eine Aussprache mit der Frau haben würde ... die Irennungsmauer blieb bestehen. An einem Tage war Doktor Maing nicht an seinem Arbeitsplatz im Laboratorium erschienen. Es kam auch kein Anruf, der feine Abwesenheit erklärte. Um die Mittagsstunde wußte man, was geschehen war. Doktor Mainz hatte sich im Arbeitszimmer seiner stillen Junggesettenwodnung erschosien. Es wurde einwandfrei Selbsttnord festgestellt. Man sand keine Erklärung für die Tat, fand keine hinterlassenen Briefe. Und dennoch hatte Doktor Mainz eine Erklärung abgegeben. In einem Schreiben an Luise Domkat, (Fortsetzung folgt.) im Alter von 58 Jahren. In tiefem Schmerz: Daubringen, den 12. Dezember 1939. 7327 D Gietzen. 7323V Statt Karten gegen Barzahlung: 7340D kriegsgetraui Mainz Färberei Braubach & Fischer 7264V 13. Dezember 1939 7329V * * 7332C Gießen, den 12. Dezember 1939. Der Oberbürgermeister. — Wirtschaftsamt. 7326V August Bender, Mühlstroße 26 05446 ö * * * * * Heute inten Recht so! 05451 (HESSEN-NEUENWEC4. AM KREUZPIA1Z neu .18 nerven'1 und Küche. Schr. Ang. unt. 105375 a.d. G.A. Er. Groß önOUtÖftL 3011. Neuenweg 32 IStadttheater WmäCHERMEISTER JUWELIER $chuPPenflcdHt Frau Hedwig Lange, geb.ploch Or. Friedrich Wilhelm Lange Am 11. Dezember, abends 9% Uhr, verschied nach einem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden mein herzensguter, lieber Mann, unser lieber, guter, treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Donnerstag, den 14. 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Nr. 292 Zweites Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Mittwoch, 15. Dezember 1959 Kinderbücher unter dem Weihnachtsbaum. — Der Wolf und die sieben junaen etn-; 2mc\ ber unvergänglichsten Sinter" und Hausmarchen der Gebrüder Grimm erlcbeini keben al- neueste- Bändchen der liebevoll au-qe statteten Marchen-Reche des Verlages Rütten S- Loemng ,n Potsdam. - (335) - Eugen Rüm" ba m ®arc*)en mit reizenden, ganz der Endlichen Vorstellung-wett entnommenen farbigen Bildern geschmückt. Fr. W. Lanäe ~ 0 r “ b 4 olIy : Wolkenkinder °°Mit »farbigen Tafeln. 1,90 RM. Verlag Josef Müller J.3- 3« farbenprächtigen Bildern und Mchten kindertumlichen Versen erzählt Nora Scholly von Morgenwolken, Regen-, Sturm- oder Schneewolken Wenn die Kleinen fragen, woher d>« Wolken kommen, wohin sie segeln last sie mit den Wolkenkindern im Wolkenschiss^ über Land und Meer |egeln! — Ida Bohatta-Morpurgo: Eisma n n le i n. 10 farbige Bilder. Preis 120 NM Serldg Sofaf Müller, München 13. Ein gar winterliches Blldwerkchen. lind doch wird einem warm ums wenn man die drolligen weißvermummelten Kerlchen sieht, wie sie — spitznäsig und rot- ?a.tfl9 — sich tummeln, bis die gan-ze Herrlichkeit beim übermütigen Punschtrinken ein trauriges Ende nimmt. Eine reizende beschwingte kleine Märchenwelt. — A Schudawa: T a n n e n b ä u m ch e n. Mit 9 farbigen Vollbildern von Nora Schollv Preis 1,20 RM. Verlag Josef Müller, München 13 — (281). — Ein Buchlein aus dem deutschen Walde marchenfrisch und farbenfroh, zart in Bild und Text, geeignet bei Müttern und Kindern weihnachtliche Freude zu wecken. — Elisabeth Dreisbach: Sperlings Kinder m der Fremde. Eine lustige Kinder- zeschichte. Mit vielen Bildern. In' Ganzleinen gebunden 3 RM. Herold-Verlag, Stuttgart W. — (299) — Drei kleine Geschwister machen eine Reise zu Verwandten. Das eine Kind verlebt auf einem großen Bauernhof frohe Wochen, während die beiden übrigen in einer Kleinstadt die seltsamsten Ueberroichungen erleben. — Karl Rode mann: Marinka geht auf W a n d e r s ch a f t. Lustige Abenteuer einer Katze. Mit vielen Bildern. In Ganzleinen gebunden mit farbigem Schutzumschlag 3 RM. Herold-Verlag, Stuttgart W. — (298) — Marinka stammt aus einem berühmten Katzengeschlecht. Eines Tages packt sie der Drang nach Freiheit und sie reißt ihrer Besitzerin aus. Köstlich weiß der Verfasser von Marinkas Abenteuern zu berichten. Aber wir lesen auch von prächtig heiteren Szenen in diesem schönen Katzenbuche. — Paszthory, Dora von: Der Rattenfänger von Hameln. Mit farbigen Bildern von Eva von Paszthory. Halbleinen 3,20 RM. K. Thienemanns Verlag, Stuttgart. — (311) — Ein herzerfreuendes Buch vom Rattenfänger für unsere Kleinsten, sobald sie selbst etwas lesen oder sich von der Mutter oder im Kindergarten vorlesen lassen. Viele.luftige Bilder in bunten Farben begleiten die Reime in so glücklicher Weise, daß sich die Kinder in die alte Volkssage ganz hineinleben. — Hollriede, Hagdis: Taps und Tu- del und ihre Trabant en. Erzählung für Kinder. Mit Bildern von Marianne Schneegans. Halbleinen 2,40 RM. K. Thlenemanns Verlag. Stuttgart. — (310) — Dies Geschichtenbuch enthält keine Märchen, sondern das ganze bunte Leben einer fro-hen Kinderschar. Auch Marianne Schneegans wurde von dem strahlenden Leben in diesen Geschichten erfüllt und hat so mit Liebe Bilder dazu gemalt, die durch das ganze Buch wie ein froher Reigen ziehen. — Eva Vatke: Sieben Ferientage im Haus Sonnenschein. Eine Erzählung aus dem täglichen Kinderleben. Mit vielen Bildern. In Ganzleinen gebunden 3 RM. Herold-Verlag, Stuttgart W. — (305) — Die Verfasserin erzählt lustig, wie fünf Kinder im „Haus Sonnenschein" mit ihrem Besuch, einem munteren Großstadtmädel, eine Ianze Ferienwoche lang ihre Tage verbringen. Die Verfasserin bringt in Form dieser Erzählung viele gute Vorschläge zu allen möglichen Spielen und allerlei nützlichen Beschäftigungen. — Annemarie Koffler: Das Mädel Peter und sein bester Freun d", Globus- Verlag GmbH., Berlin. Preis 2,80 RM. — (343) Warmherzig und natürlich werden hier die Ferienerlebnisse eines frischen Förstermädels erzählt, das nach langer Krankheit in Garmisch den Wintersport in vollen Zügen genießen darf. Aber auch die Sommerferien auf dem Lande sind voll lustiger Streiche und Abenteuer. Ein hübsches Buch für unser junges Volk. — Volk m a nn-Leander, Richard von: Träumerei en an französischen Kaminen. Mit 7 farbigen Bildern von Eva v. Paszthory. Leinwand 4,20 RM. K. Thienemanns Verlag, Stuttgart.— (312) — Dieses Buch bringt allen jungen und jung gebliebenen Herzen das Glück jener lieblich versponnenen Erzählungen, die Volkmann-Lean- der bei der Belagerung von Paris Anno 1870 an den Kaminen der französischen Quartiere für seine Kinder daheim aufschrieb, die Märchen vom unbaren Königreich, vom Wunschring, von der Traumbuche und wie die wundersamen Geschichten alle heißen. Dazu hat Eva v. Paszchory mit anmutiger Erfindungsgabe und mit künstlerischem Feingefühl durchaus märchenhafte Bilder gemalt. — Josephine Siebe: Maxels sieben Reisen in die weite Welt. Eine lustige Geschichte für Kinder. Mit vielen Bildern von Ernst Kutzer. In Ganzleinen gebunden 3 RM. Herold- Verlag, Stuttgart W. — (306) — Josephine Siebes kindliche und phantasievolle Erzählerweise zeigt sich auch wieder in dieser Geschichte, in welcher es nur so von Heiterkeit und lustigen Einfällen sprudelt. Hauptperson darin ist der kleine Maxel, der zu seinem Geburtstag einen Ziegenbock erhält. Dos größte Ereignis des Tages ist allerdings der aus Afrika heimgekehrte Dnfel Erich. Seine bunten Erzählungen haben es dem kleinen Buben gewaltig angetan. Siebenmal begibt sich nun unser Maxel voller Stolz und Mut auf seine große Weltreise, aber siebenmal endet sie schon sehr bald und es liest sich köstlich, was unser kleiner Weltreisender dabei alles erlebt. Siir größere Buben und Mädel. — Robinson Crusoe. Neuausgabe von H. Menten (Text) und R. Busoni (Bilder). Mit 73 Bildern. In Seinen gebunden 4,80 RM. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. — (326) — Robinson Crusoe ist eine der unsterblichen Gestalten der Weltliteratur. Mit immer neuer Begeisterung wendet jede Jugend sich ihm zu. Denn hier findet sie die Urform des Abenteuers: ein Mensch, ganz auf sich gestellt, meistert sein Schicksal. In Text und Bild haben H. Menten und R. Busoni dieses Schicksal neu erzählt. Veraltetes und spätere Zutaten wurden ausgeschieden; dafür ist die bisher ost vernachlässigte Umwelt Robinsons, Klima, Tier- und Pflan- zenwelt seiner Insel in die lebendige Darstellung mit einbewgeN. Doch geht nie der Sinn verloren für das Abenteuerliche und Fremdartige. — Fritz Steuben: Tecumsehs Tod. Eine Erzählung vom Kampf eines roten Mannes für sein Volk. Mit Karten und Silbern, In Seinen gebunden 6,80 RM. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. — (321) — Der Schlußband von Fritz Steudens geschichtlichen Indianer-Erzählungen ist ein großartiges Gemälde vom Endkampf der roten Rasse um Freiheit und Recht und vom Kampfe eines Mannes für sein Volk. Steuden hat mit diesem Werk die Gattung des Jndianerbuchs auf eine andere Ebene gehoben, lieber der Spannung und Abenteuerlichkeit steht in seinen Erzählungen die geschichtliche und psychologische Wahrheit, vom Kampf der Indianer um Beben, Freiheit und Recht. — Heinz Waterdoer: Käpt'n Fre- verts Insel. Mit vielen Bildern. In Seinen gebunden 4,80 RM. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. — (322) — Irgendwo in der Südsee liegt weltabgeschieden die Insel Owa-Ontvng. Wa- terboer erzählt, wie in den ersten Jahren nach dem Kriege Käpt'n Frevert und der Farmer Jaspers wieder eine deutsche Kolonie zu gründen versuchen. Es ist ein gefährliches Unternehmen, das sie in Gegensatz zu den englischen Interessen bringt, und bei dem Klaus-Peter, Jaspers' Sohn, mancherlei Abenteuer besteht, Sand und Beute kennenlernt und den Wert echter Freundschaft erfährt. — Oskar G. Foerster: Der Ueberfall am Minnesota. Kampf und Schicksal der ersten deutschen Ansiedler von Reu-Ulm im Staate Minnesota. Mit vielen Bildren. In Ganzleinen gebunden mit farbigem Schutzumschlag 3,60 RM. Herold-Verlag, Stuttgart W. — (303) — Von dem Schicksal einer Auswandererschar in der Prärie, ihrem zähen Fleiß und ihrem treuen Feschalten an deutscher Sitte und Art berichtet dieses Buch Prachtvolle kernhafte deutsche Männer sind die Neu-Ulmer, die auch dann nicht den Mut verlieren, als plötzlich — im August 1862 — jener letzte große Ausstand der Sioux und Chippeways ausbricht, der das friedliche Minnesotatal in ein Meer von Feuer und Blut verwandelt. Wie die Neu-Ulmer durch ihre Tapferkeit und Opferbereitschaft den ganzen Staat Minnesota retten, wird auf Grund historischer Quellen packend geschildert. — Durch di e weite Welt. Ein Buch für jeden Jungen. 17. Band. 350 Seiten Großformat mit rund 400 Bildern. In Seinen gebunden 5,60 RM. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. — (325) — Auch dieser 17. Band wird Liebe zur Heimat und Kenntnisse von fremden Ländern in den jungen Lesern vertiefen, die Welt der Technik und des Sports und der stillen Besinnung dem rechten Jungenherzen öffnen, Ratgeber für den Bastler, Wegweiser in der Astronomie, Führer durch die Erdkunde und Helfer bei Hunderten von lustigen Spielen und ernsten Beschäftigungen sein. Etwas Besonderes ist die große bunte Schautafel, die in einem Maßstab, der auch alle Einzelheiten deutlich erkennen läßt, das Panzerschiff „Deutschland" zeigt. Ein großartiges Geschenkbuch für die Jugend, das ihr Beschäftigung und Unterhaltung für Wochen und Monate gibt. — Karl Max Dörner: Heiner steuert auf sein Ziel. Eine Erzählung von Sport und Kameradschaft. In Ganzleinen gebunden 3 RM. Herold-Verlag, Stuttgart W. — (302) — Der Schlosserlehrling Heinrich Reinhardt ist die Hauptgestalt dieses spannenden Buches. Ein prachtvoller Kerl, frisch und lebendig, tatfroh und einsatzbereit, ein Junge, der mit klaren Augen froh in die Welt schaut und mutig die ihm frühe vom Leben gestellten Aufgaben zu lösen versucht. — Alfons von Czibulka: Kampf in den Bergen. Heldentaten unserer Soldaten an der Alpenftont. Geleitwort von Karl Ritter von Halt. Mit vielen Bildern. In Ganzleinen gebunden 3,60 RM. Herold-Verlag, Stuttgart W. — (304) — In atemberaubender Schilderung erzählt hier der bekannte Verfasser, zugleich ein Mitkämpfer jenes Hochgebirgskrieges, von diesem Ringen Mann gegen Mann um die Eisgipfel der Ortler- und Adamello- Stunde der Veränderung. Don Katrin Franke. Der Junge, auf den Saffian die ganze Nacht gewartet, kam nicht. Gegen Mittag wurde die Dörte geboren. Als Saffian ins Zimmer trat, suchte Clementine in seinem Gesicht. Der Mann empfand es wie die Bitte, ihr zu verzeihen. „Bist du mir böse?" fragte Clementine. Sie war erschöpft. Zwölf Stunden hatte die Dörte für ihre Reise ins Leben gebraucht. „Nicht wahr, ich kann nichts dafür?" „Nein", sagte Saffian, „bu kannst wirklich nichts dafür." Sie schloß bie Augen. Saffian dachte, nun würde die Frau schlafen. Da sagte sie plötzlich: „Du hast sie dir noch gar nicht richtig angesehen! „Ich dachte schon, du würdest schlafen", sagte er. Es war wie die Sitte an Clementine, sich endlich etwas Ruhe zu gönnen. Sie lächelte. „Wie kannst du denken, daß ich jetzt schlafe?" Saftian beugte sich über Dörte. Er hatte noch utemais ein Kind so kurze Zeit nach der Geburt zesehen. Er wußte nicht, daß das winzige Gesicht iriele kleine Runzeln hat; und daß die Haut gerötet ift Saffian konnte denken, daß das nur bei feiner Dörte so war. Er konnte sich im Augenblick nicht Dqrftellen, daß aus Dörte, wie sie jetzt war, ein Kind vie andere auch werden würde. Bastian war bestürzt. „Du sagst ja gar nichts?" fragte Clementine leise. „Was soll ich schon sagen? Die kleinen Hände, nicht wahr, die meinst bu doch, Clementine?" Ist bas alles, was bu weißt? fragte ihr Schweifen. Saffian sucht nach mehr, das er ihr sagen konnte. „Clementine", sagte er, „bu hast bas vielleicht noch fiar nicht gesehen: benfe dir, sie hat schon Haare! 5iichttge Haare, Clementine. Nicht wahr, das ist tncht bei allen Kindern so?" „Doch", sagte Clementine, „bie meisten Kinder toben gleich Haare." „Dunkle Haare", sagte Bastian. „Die hat sie von mir." „Die gehen wieder aus", sagte Clementine. „Sie kmn dann blonde Haare bekommen, wie ich." „Aber die Augen sind von mir!" behauptete taffian. „Das kann man nicht sagen", meinte Clementine. „Oie meisten Kinder haben bei ber Geburt blaue fingen, spater ändert sich bie Farbe." Daß Clementine an Dörte nichts dulden wollte, was von Bastian sein sollte, ärgerte ihn. Er sagte ihr bas auch, indem er schwieg. Lächelnd duldete Clementine seinen Trotz eine Weile. „Dummer", sagte sie dann, „wenn ich mir etwas wünsche, dann doch nur das, daß die Dörte einmal ganz du wird. Es wäre nicht einmal schlimm, wenn sie auch ein wenig von deiner Dickköpfigkeit mitbekommen hätte. Das wäre dann doch nur von dir.." Die Clementine, wie sie jetzt war, kannte er nicht. Sie hatten sich oft, halb in Scherz freilich, über den Besitz irgendeines nichttgen Gegenstandes streiten können. Nun war plötzlich, in dieser Stunde erst. Neues in Clementine gewachsen. Dörte hatte bas Neue mitgebracht und der Mutter für die Schmerzen geschenkt, die sie ihr hatte bereiten müssen, damit die Dörte ihr Kind hat werden können. „Jetzt mußt du aber schlafen!" sagte Bastian. „Ja", sagte sie leise, und schlief wirklich. In ihrem Gesicht lag ein Lächeln. Das kleine, gute Lächeln war es, das Bastian von oer eigenen Mutter wußte. Bellende Hübner. Don K. Waoaerl. Die Wallfahrer lagern eine Weile vor ber Kirchmauer, um sich zu sammeln und zu verschnaufen. Es sind fremde Leute, ihr Dorf liegt fünf Gehstun- ben weit im jenseitigen Tal, das ist schon außerhalb ber Welt. Darum haben sie auch ganz andere Bräuche, bie Männer tragen grüngemufterte Strümpfe und die Frauen stecken das Halstuch nur lose in bas Meder, nicht so schön gefältelt wie im hiesigen Dorf. Und am merkwürdigsten ist, daß sie an jedes zweite Wort einen Seufzer anhängen, Gott weiß, warum sie bas tun, vielleicht gefüllt es ihnen so, ihr Geblöke. Man sagt, biefe Leute hätten überhaupt etwas Abseitiges in ihrer ganzen Art. Einmal seien sie am Vorabend der Wallfahrt zwei Stunden weif ins Tal hereingelaufen und wie- ber heimgekehrt, nur, damit sie am andern Tag nicht so weit zu gehen hätten. Sie erzählen fteilich ihrerseits wieder die Geschichte von den bellenden Hühnern, als habe man hier zu Lande vor Zeiten versucht, dem Federvieh das Bellen beizubringen, damit der Geier nicht so oft über die Küchlein käme. Die Hühner gaben sich auch Mühe und lernten brav, aber als sie es rich- fig konnten, liefen sie in blindem Schrecken vor sich selber davon und stoben in alle Winde. Daran ist natürlich kein wahres Wort, das wäre ja auch des Teufels, benft euch bloß, ein bellendes Huhn? Wie dem auch sein mag, sie sind ein ftöhliches Volk, die Nachbarn, der Dorfplatz quillt über von Lärm und buntem Gedränge. Pater Johannes hätt ihnen die Predigt in der Kirche, aber für den Anfang fruchtet es nicht viel, wenn er von Buße und Einkehr spricht. Die Leute stehen unter der Tür und hören eine Weile zu, ja, es ist wahr, man sollte die ganze Welt verachten, alle ihre Freuden, und nur an den Himmel denken. In Sack und Asche sollte man gehen, nicht in Seide, ihr Weiber, sondern mit dem Strick um den Hals, wie ber heilige Bischof von Mailand zur Zeit der schwarzen Pest. Denn das Leben währt nur kurz mit seinen Plagen, und wer verdammt ist, brennt in Ewigkeit — das sind goldene Worte! Der ift nicht übel, sagen die Leute, euer Pater! Da kannst du hören, was du bist: ein Gefäß des Unrates! Aber Gott ist langmütig, er wird noch eine Weile zufehen und nicht gleich Pech und Schwefel schicken, bas beb en ft der Pater vielleicht zu wenig. Es bleibt noch Zett für einen Krug Bier in der Schenke und für ein Gespräch über den Zaun. So, dann seid ihr also zufrieden mit dem Futter? Wir auch, mir mühen nächste Woche. Aber das Korn steht hier schöner, drüben war Hagel. Hagel, sagt der-Mann im Garten, ja, das tft schlimm. Da kannst du nichts dagegen tun, mein Freund, wenn dir die Schloßen kommen. Im vorigen Jahr, sagt er, und das ist eine lange Geschichte von einem fürchterlichen Unwetter und von acht Schafen, denen der Blitz die Wolle abschor — wie ich dir sage, rein herunter bis auf die Haut! Die kleinen Mädchen bekommen ihr Naschwerk bei Agathe im Laden, da werden auch Spitzen besehen und Stoffe befühlt, es ist alles sündhaft teuer, und am Ende geht es doch nicht ohne ein Stück Schürzenzeug. Dann aber auch noch eine Rolle Tabak für den Mann, um des Friedens willen. Draußen auf dem Kirchplatz haben die Buben ihr Wesen, da führt David das Wort. Er glüht gerade Kohlen im Rauchfaß an. Bei uns ist das von Silber, sagt einer aus der Reihe, wir haben ein silbernes Rauchfaß mit vier Ketten. Ach? Ein silbernes, ein einziges? Soll ich dir etwas zeigen, bu Grinbkopf? Unsere Rauchfässer ber Reihe nach, die golbenen unb bie mit Edelsteinen, ober die Kelche unb die Meßkännchen und bie Monstranzen unb bas ganze Gewölbe voll unter deinen Füßen? Zeig es boch! 6a, dir, so einem Gewächs! Da muß der Bischof kommen, verstehst du, unb selbst der muß den Verstaub zusammennehmen. Ein ganzer Tag geht hin, und da ist er nicht einmal mit den kleineren Leuchtern fertig. Zählt er sie?. gruppe, um die Felstürme, Scharten unb Wandfluchten der Dolomiten, von Kaiserschützen und Kaiserjägern, von den Salzburaer Rainern, von Standschützen und reichsdeutschen bayerischen Jägern. — Dorothea Moore: Nabias großes Abenteuer. Deutsch von Theresia Happak-Mezler. Mit 2 Bilbern. In Leinen 3,40 RM. Verlag Josef Müller, München 13. — (327) — Ein ganz prosaischer Tintenfleck auf bem Kleid ber 15jährigen Nabia ist ber Anfang zu einer märchenhaften Wendung ihres Lebens. Mit steigender Spannung wird jede junge Leserin die Reise nach Rußland, Nadias Kühnheit im Hause des Fürsten Igor, ihre Geschicklichkeit und Tapferkeit beim Au stund sch asten ber Fluchtmöglichkeiten verfolgen. Den Höhepunkt bilbet die Schrek- kensnachricht in der Petersburger Menokoff- Festung und die Flucht ber verkleibeten Helfer mit ihrem Schützling. Die letzten Fährnisse lassen kaum noch Hoffnung auf Rettung, unb boch endet dann alles glücklich „wie im Märchen". — Lore Sporhan-Krempel: Das Erbe im Blut. Die Geschichte zweier Mädel. Mit vielen Bildern. In Ganzleinen gebunden 3,50 RM. Herold-Verlag, Stuttgart W. — (300) — Die- ses Buch will vor allem zeigen, wie durch Ahnen- funbe. unb Beschäftigung mit ber Sippenforschung Zwei junge Menschenkinder sich selbst und bas (Erbgut, welches sie in sich tragen, kennenlernen. Dina, bie eine Reihe bäuerlicher Vorfahren hat, will Gärtnerin werden. Mechthild wendet sich dem Studium zu. Wie Dina der Stimme ihres Blutes folgt, um sich schließlich auch bie Anerkennung ihres Vaters zu erringen, und wie Mechthild durch ihren Spürsinn zwei dunkle Menschenschicksale entwirrt, bas wird spannend erzählt. — Martha Granow-Houben: Rosemarie, der jüngste Lehrbub. Mit vielen Bildern. In Ganzleinen gebunden 4 RM. Herold- Verlag, Stuttgart W. — (301) — Ein Buch, das von starkem Pflichtbewußtsein und tatkräftigem Ziv- packen eines jungen Mädchens handelt, von ber Verbundenheit mit dem schon seit Generationen in der Familie befindlichen Grund und Boden sowie von der Liebe zum Gärtnerberuf des Vaters, den schon die Vorfahren hier ausübten. j— Carola Babick: Kinde r schaffen fürs Heim. Heft 8 der „Kleinen Beschäftigungs- bücher". Herausgegeben von Lili Droescher. Kart. 1,50 RM. Mit 34 Abb. und 7 Tafeln. Verlag B. G. Teubner in Leipzig. — (369) — Wie groß ist die Freude des Kindes, wenn es das Gefühl hat, etwas wirklich Notwendiges geschaffen zu haben. Um das zu erreichen, braucht es aber eine richtige Anleitung. Da ist das vorliegende Buch mit seinen klaren Anweisungen und den schönen Tafelbildern ein guter vielseitiger Helfer. In 5 Abschnitten: Zeichnen und Malen, Kleben und Basteln, Bastwickeln, Handarbeiten (Nähen, Sticken, Häkeln), Holzarbeiten (aus Kisten und Leisten) enthält es neben rein praktischen Dingen für den Haushalt solche, die gleichzeitig die Wohnlichkeit vnd Gemütlichkeit fördern. Alles ist mit einfachen Mitteln für wenig Geld auszuführen. — Auerbachs Deutscher Kinderkalender 19 4 0. 58. Jahrgang, herausgegeben von Albert Sixtus, Verlag L. Fernau, Leipzig C 1. — (352) — Preis in Ganzleinen 1,80 RM. — Auch der neue Jahrgang dieses seit langem bei unserer Jugend bekannten und geschätzten Kalenders zeigt wieder Vielseitigkeit und Geschmack in Ausbau und Auswahl. Für jedes Alter findet sich hier etwas geeignetes. Neben Märchen, ernsten und heiteren Erzählungen ist für viel Kurzweil gesorgt. Hübsche Zeichnungen und Photographien illustrieren die 'Beiträge. — Hund und Katze 1940. Ein Kalender von Knorr & Hirth, München. Mit 55 Tierbildern. Preis 1,95 RM. — (289) — Jede Woche grüßt ein neues Hunde- ober Katzenbild von der Wand. Man kann sich kaum vorstellen, wieviel Treuherzigkeit, Ernst und Humor aus diesen Tierbildern sprechen. Eine so liebevolle und fröhliche Stimmung strahlt der Kalender aus, daß jedem das Herz aufgeht! Ja, jedes Jahr. Sie gehören unserer Sieben Frau, Einmal wurde einer von den Leuchtern gestohlen, er verschwand einfach, und was geschah? Nun, was? Die Jungfrau stieg selbst aus der Nische und ging drei Nächte lang mit dem andern Licht durch das Dorf, um den Dieb zu suchen, und in der dritten Nacht fand sie ihn. Sie tat ihm gar kein Leid an, nein, die Mutter Gottes trat nur in feine Kammer, während er schlief und zündete das Licht auf dem gestohlenen Leuchter an. Dann ging sie wieder, stand in der Nische und wartete. Aber von Stund an brannte das Licht immerfort, der Dieb wachte davon auf und erschrak. Er blies es an, das half nicht. Er goß Wasser darauf, es brannte nur noch heller, und so stark, daß die Leute vor seinem Haus züsammenliefen. Was ist das für ein Licht? sagten sie. Was für ein Leuchter, es ist doch nicht der gestohlene? Zuletzt mußte der Dieb feine Schande bekennen, er mußte mit dem brennenden Licht durch das ganze Dorf zur Kirche gehen, ja, und dann hatte die Mutter Gottes ihren Leuchter wieder. Und der Dieb? Was geschah mit dem? Weiß ich nicht, sagt David überdrüssig. Frag ihm Wenn er jo alt ist, wie du dumm bist, du Knirps, dann lebt er noch. Wer „erfand" das Verbandpückcken? Wenn heute der Frontsoldat dem verwundeten Kameraden beispringt und ihm mit Hilfe seines Verbandpäckchens die erste Hilfe angedeihen läßt, dann ist das für ihn eine Selbstverständlichkeit. Aber auch die Einrichtung, daß jeder Soldat das notwendigste Verbandmaterial bei sich zu führen hat, mußte erst einmal „erfunden" werden. Diese Idee verdanken wir, wie die Süddeutsche Apothekerzeitung ausführt, dem Feldarzt Wenzel Krimmer aus dem mährischen Datschitz, der als Freiwilliger bei den Lützowschen Jägern diente. Krimmer, damals noch Medizinstudent, hatte sich in verschiedenen Gefechten als Feldscher sehr verdient gemacht. Krimmer sah bald, wie schlecht es im Feldsanitätswesen bestellt war und sorgte zunächst einmal für die Anschaffung von eigenen Feldwagen für Sanitätszwecke. Er gab sich damit aber noch nicht zufrieden, sondern ordnete bei seinem Bataillon an, daß jeder Mann zwei Wundbinden, ein Tuch und eine Handvoll „Charpie" im Futter des Tschakos mit sich führen müsse. Das spätere Verbandpäckchen war damit aus der Taufe gehoben, und in Zukunft brauchte kein Verwundeter mehr aus dem Felde zu warten, bis man ihn zum Verbandplatz trug. Diese praktische Einrichtung sand bald in der ganzen preußischen Armee und spater in allen Heeren der Welt Nachahmung. SJ.-fpori Niederlage war unverdient, da sie durch mehrere gelöst sein. Turnerabend in Giesten-Wieseck. ner, Turnerinnen und Sänger erschienen waren. >ng ;er- Mondo ml n gibt es auf die Creuzabichnitte der Reldubn* tortn für Kinder bis zu 6 Jahren tri« 6t* St" Dl fllit D^1 Auch pofl iiisol » jnf« füllt kichli vereinen sind ausgebildete Schießwarte des Deutschen Schützenverbandes bereit, die Ausbildung zu letten. Kleinkaliberbüchsen stehen in jedem Verein zur Benutzung zur Verfügung. Der Preis für die Munition ist so gering, daß jeder, auch die Jugend, diese Unkosten aufbringen kann. Die Vereine des Deutschen Schützenbundes sind angewiesen, ihre Stände unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Da der Turnsaal nicht frei ist, kann man sich nicht auf dem Turnboden treffen, sondern muß in Form von geselligen Abenden die Verbindung unterem« ander aufrechterhalten werden. Verschiedene Turner sind zur Wehrmacht eingezogen, die Verbindung mit ihnen ist sofort ausgenommen worden. In der letzten Woche haben die Turnerinnen Pakete für die Soldaten gepackt. Die inzwischen eingegangenen Briese von der Westfront und aus Polen wurden teilweise verlesen. Sie alle zeigen die Verbundenheit von Front und Heimat. Um den Soldaten untereinander die Verbindung zu erleichtern, wurde an alle ein Verzeichnis sämtlicher Anschriften ge* schickt. , ,. Die Gesangsabteilung des Turnvereins brachte verschiedene Chöre zum Vortrag, Kameradin Erna Oßwald begleitete die gemeinsam gesungenen Turnerlieder und spielte einige neue Märsche. Schmalfilme über Schwimmen unb RettungsschwlM' men fanden aufmerksame Zuschauer. Unsere Amateurboxer im ped> Der Turnverein 1862 Gießen-Wieseck vereinigte dieser Tage seine Mitglieder zu einem turnerischen Zusammensein. Der kleine Saal von Gastwirt Braun war bis auf den letzten Platz besetzt. Vereinsführer Die deutschen Amateurboxer hatten auf ihrer Jtolienreise kein Glück. Nach ihrer Niederlage beim Länderkampf in Rom verloren sie am Montagabeno auch in Novara gegen eine italienische 6-Staffel mit 7:9 Punkten. Die italienische Mannschaft in Novara bürgermeisters. Landkreis Gießen. LürFlafchenmilch u. Bettollnahrung Litt Kinder drei und Flammeri.... MONDAMIN Wochen bei den Verteilern abgegeben worden. Bei der Abnahme muß auch die alte Nährmittelkarte mit vorgelegt werden, da der Verteiler darauf die Bestellung von Reis und Hülsenfrüchten quittiert hat Im übrigen haben sich bei den neuen Karten Veränderungen gegenüber der laufenden Zuteilungs- periode nicht ergeben. Die Zuteilung der gleichfalls schon bestellten Hülsenfrüchte erfolgt erst m der nächsten Kartenperiode ab 15. Januar. foS, K?bes tz» Ar Ihlen, Stets wird darauf hingewiesen, daß jeder Deutsche schießen lernen muß. Das ist selbstverständlich gerade in der heutigen Zeit besonders notwendig. Unsere Kameraden an der Front können am besten ,.ö ,pUIHlcll. ...............— _ erzählen, welche Vorteile ein geübter Schütze gegen- nxir übrigens einer Nationalstaffel nahezu gleich über dem Gegner hat. Nicht im Schützengraben wertig, wurden doch verschiedene Meister und aucy kann diese Schießkenntnis erworben werden, son- Europameister Musina wieder eingesetzt. Die deutsche 0 N ' Miig ;Wru Sie e •F't gr । g(3 Die neuen Lebensmittelkarten Sonderzuteilungen und Aenderungen. irr ilÜi fe er|( 3 o o 11 Es ll üjem . ilhrei !:e Me iteuerb noren Muni > dieser Z Seu ören -lillerb Seilen M Bri Rieten A die V nr Wine s, ^ibhr im Tch ■05 ein iootq Mehle Mkordl itlben A tiilimo - Wit Sie krasse Fehlurteile bedingt war. Jugendfußhall. 1. Jugend Sporlgemeinde Grohen-Vuseck gegen 1. Jugend Tv. Allendorf (Lahn) 1:2. Die 1. Jugend Mannschaft des Tv. Allendorf weille zu einem Freundschaftsspiel in Großen-Busecr- Beide Jugendmannschasten zeigten schönes Dp^l. Die Busecker zogen mächtig los, so daß die Gall Hintermannschaft in Bedrängnis kam. Nach 15 Minuten Spielzeit konnten die Busecker m rung gehen. Die Freude war nur kurz, denn burq einen schönen Kombinationszug der Gäste wuroe der Ausgleich hergestellt. Nun kamen die Gäste mey ins Spiel und konnten sogar eine kleine Ueberlegen- heit herausholen, was ihnen dann durch ein Zwc' tes Tor belohnt wurde. Nach Wiederanstoß sttzi sich die Einheimischen sofort in der Hälfte der Aue dörfer fest und ließen sie überhaupt nicht mehr zu Zuge kommen. Es wurde aber zuviel kombiniert, f daß es bei dem Halbzeitergebnis bleiben mutz»- ^kehr ;>n: ^onn5 S v Sl Br 1215 Lloyd, Üeima Dorf riaat jjjbor jofien Sil ko er, ß, vi uni) 91 3l haben. Jenen führen -Herd honb V 6er he fflle hes M ,ollem Aus der Stadt Gießen. Gauleiter Sprenger spricht heute abend in Gießen. Ls |ei hier noch einmal an die große öffentliche Kundgebung erinnert, die am heutigen Mitt- woch, um 20.30 Uhr beginnend, in der Aula der Universität von den Ortsgruppen Gießen-Süd und Giehen-Oft gemeinsam veranstaltet wird. Gauleiter Sprenger wird zu der Versammlung sprechen. Zu der Kundgebung sind nicht nur die Volksgenossen aus dem Bereich der beiden Ortsgruppen eingeladen, sondern auch die Manner und Frauen aus den übrigen Stadtteilen sind willkommen. Ls wird erwartet, daß aus allen Gießener Familien wenigstens der Ulann oder die Frau erscheint, um von dem Gauleiter selbst die Parole für unfern weiteren Marsch zu hören. Die Volksgenossen unserer Stadt werden es sich sicherlich angelegen sein lassen, die Versammlung zu einer starken Kundgebung der Treue zu unserem Führer zu machen. Rechnen und das Wechnachtssest. Wenn die Kinder anfangen, auf dem Advents kalender festzustellen, wieoiele lange Tage es noch bis zum Weihnachtsabend sind, dann gehen auch die Erwachsenen zu dem dünner werdenden Kalenderblock an der Wand und blättern darin. Oder aber die Männer legen, wenn sie am Schreibtisch sitzen, behutsam die letzten Blätter des Umlegekalenders von der rechten auf die zu ansehnlicher Höhe angewachsene linke Seite. Nicht etwa, um die Zahl der Tage bis zum Weihnachtsfest zu zählen, sie wollen vielmehr feststellen, wie die Feiertage m die- 30. März 1925 veröffentlichten der Gründungsausschuß und der Finanzausschuß noch einmal einen Auftuf „Festhalle oder Dolkshalle?" an die Bevölkerung, in dem der Finanzierungsplan in den wesentlichen Einzelheiten und zugleich auch die Gedanken für die Errichtung einer Volkshalle dargelegt wurden. Der Finanzausschuß rief zur Zeichnung der Anteilscheine auf und hatte damit einen starken Erfolg. So konnte denn am 22. April 1925 im damaligen Saalbau Sauer, Ecke Neustadt und Oswaldsgarten, in einer Versammlung aller Ausschüsse für das Kreisturnfest die Erbauung der Volkshalle auf dem Trieb einstimmig beschlossen werden. Aus dem Kreise der Gießener Bevölkerung waren bis zu diesem Zeitpunkt bereits 116000RM. freiwillig als Anteile gezeichnet worden, die Stadt gab 50 000 RM. hinzu, so daß in jener Stunde 166 000 RM. als finanzielle Grundlage zur Verfügung standen. Als Träger der Volkshalle wurde sofort ein rechtsfähiger Verein unter dem Namen „Volkshalleverein e. 23." gegründet. Am Montag, 4. Mai 1925, morgens wurde mit den Ausschachtugnsarbeiten für den Bau der Volkshalle begonnen. Die technischen Arbeiten hatten die Architekten Nicolaus, Schmidt und Hamann übernommen, im übrigen wirkten alle Gießender Sau firmen an den Dau arbeiten mit, und sie hatten die vertragliche Verpflichtung übernommen, den Dau fristgerecht zu Beginn des Kre^s- turnfestes fertigzustellen. Am 13. Mai 1925 be- schlo sen die Stadtverordneten in einer Sitzung mit großer Mehrheit den Beitritt der Stadt Gießen zu dem Dolkchalleverein zwecks Erbauung der Volkshalle; nur die sozialdemokratische Fraktion lehnte ab. Gleichzeitig wurde als Beihilfe der Bettag von 50 000 RM. bewilligt. In den folgenden Wochen wurde an dem Dau mit größtem (Äser gearbeitet, wobei alle Männer ihr Bestes gaben. In diesem Zusammenhang sei daraus hingewiestn, daß der damalige Stadtverordnete, Baumeister Heinrich Winn, sowohl bei der ganzen Darbe- reitung des Projekts, als auch bei dessen Durchführung neben den berufenen Architekten in hervorragender Weise für das Gelingen des Werkes mit tätig war. Den vereinten Bemühungen gelang es denn auch in der Tat, in nur elfwöchiger Dau- zeit die Volkshalle in ihren ersten wesentlichen Teilen so rechtzeitig fertiggustellen, daß sie bei Be- ginn des Kreis turn festes am 31. Juli 1925 als Stätte großer Gemeinschaftsveranstaltungen zur Verfügung stand. Und dieses „feste Dach über dem Kopfe" war rechtzeitig fertig geworden, denn leider verregnete das damalige Turnfest von Anfang bis Ende vollständig. Im Laufe der Jahre wurde die Volkshalle von der Stadt, die Besitzer der ausgelosten und rück- zahlbaren Anteile wurde ständig wüter ausgebaut und in ihren Einrichtungen vervollkommnet. Der Volkshalleverein als solcher trat immer mehr in den Hintergrund. Schließlich sah sich Oberbürgermeister Ritter im Januar dieses Jahres veranlaßt, den restlichen Anteilscheinbesitzern die Uebernahme aller Antelle durch die Stadt vorzuschlagen und für Me Hergabe dieser Anteile eine sofort auszahlbare Abfindung vorzuschlagen. Diesem Angebot entsprachen Vie Besitzer der restlichen Anteile, so daß im ©erlaufe dieses Sommers die Stadt zum alleinigen Besitzer der Dolkshalle geworden ist. Damit fand nun automatisch der Volkshalleverein fern Ende. Er wird in der Geschichte der Stadt Gießen als eine vorbildliche Gemeinschaftstat von Bevölkerung und Stadt einen ehrenvollen Platz behalten. B. In den letzten Tagen sind allen Haushaltungen die neuen Lebensmittelkarten ausgehändigt worden, die für die Zutellungsperiode vom 18. Dezember bis 14. Januar gelten. Wegen des bevorstehenden Weihnachtsfestes sollen die Bestellscheine schon m Weser Woche bei den Verteilern abaegeben werden, um die Weihnachtswoche zu entlasten. Die Zuteilungen entsprechen den Ankündigungen, die schon vor einigen Wochen zu Beginn der laufenden Zuteilungsperiode gemacht worden sind. So erhalten alle Bezugsberechtigten neben den 125 Gramm Fleisch, um die die Fleischration schon das letzte Mal allgemein für eine Zutellungsperiode erhöht worden ist, in der nächsten Woche aus Anlaß des Festes noch eine Sonderzuteilung von 125 Gramm Fleisch. Ferner war für Dezember eine Sonderzuteilung von Butter in Höhe von 250 Gramm vorgesehen. 125 Gramm davon entfielen schon auf die geltende Kartenperiode, die weiteren 125 Gramm werden auf Grund der neuen Karten in der zwei- ten Dezemberhälfte verteilt. Eine kleine Aenderung hat sich in der Käsezuteilung ergeben. Für die nächsten vier Wochen sind nur drei Rattonen von je 62,5 Gramm vorgesehen, dafür aber für jeden Bezugsberechtigten außerdem 170 Gramm Kondensmilch, für die der Bestellschein mit dem für Käse vereinigt ist. Die Fettkarte für Kinder enthält jetzt auch auf den Abschnitten für die Zuteilung von Kakao und Kunsthonig entsprechende Aufdrucke, damit die Abschnitte nicht verwechselt werden können. Schließlich enthält die Nährmittelkarte einen Abschnitt für die Zuteilung von 375 Gramm Reis, die ab 18. Dezember erfolgt. Der Bestellschein für die Reiszuteilung ist bekanntlich schon vor einigen Der Volkshalleverein wird am morgigen Donnerstag zu feiner letzten Generalversammlung zufammentreten, um nach der Erledigung der Geschäfts- und Rechnungsberichte die Auflösung des Vereins zu beschließen. Da die Anteile an der Volkshalle nunmehr sämtlich in den Besitz der Stadt Gießen üb er gegangen sind, besteht für den Dolks- halleverein keine Grundlage mehr. Dieser Abschluß eines gemeinnützigen Unternehmens veranlaßt uns, noch einmal in kurzen Zügen das Werden und Mitten dieses Vereins m die Erinnerung zurückzurufen. fern Jahr eigentlich fallen. Und wie fallen sie? Wir haben 1939 Gluck mit Feiertagen, Glück jedenfalls, wenn wir unter Feiertag einen solchen verstehen, der sonst ein Wochentag wäre und an dem wir nun nicht zu arbeiten brauchen. Der Heiligabend ist Sonntag, der erste Feiertag fällt auf den Montag und der zweite auf den Dienstag. Wir brauchen uns also in diesem Jahr nicht zu beklagen, und wir brauchen es auch in den beiden folgenden nicht xu tun; denn auch 1940 und 1941 gibt es zwei Wochentage als Werhnachts- feiertage. Ausgesprochenes Glück aber haben wir 1942. Da fällt der Heiligabend auf den Donnerstag, der erste Feiertag ist Freitag, der zweite Samstag und der dritte, der sonst nicht ganz anerkannt wird, ist Sonntag. Rechnen wir den Heiligabend als halben Feiertag, so sind das dreieinhalb Tage, an denen wir mit unserer Zeit anfangen können, was wir wollen. Wir haben in diesem Jahr das gleiche Gluck, das wir 1936 und 1931 mit den Feiertagen hatten; auch damals hatten wir drei volle Tage für uns. Und wann wird das wieder der Fall sein? Don 1942 werden elf Jahre vergehen, ehe wir Weihnachten 1953 wieder drei ganze Feiertage vor uns haben. Damit haben wir schon fast für die nächsten zwanzig Jahre festgestellt, wie die Feiertage fallen. Aber sehen wir weiter: Bis wir ein neues Jahrtausend unserer Zeitrechnung beginnen, wird es in den folgenden Jahren den Glücksfall mit den drei Feiertagen geben: 1959, 1964, 1970, 1981, 1992 und 1998. Das mag vorerst genügen. Da kann, wer Lust hat, schon jetzt Pläne machen für die Weihnachtstage kommender Jahrzehnte. So könnte man Schluß machen mit der Rechnerei, wäre nicht noch eine andere Eigentümlichkeit dabei herausgekommen. „Wer nicht gern arbeitet, findet leicht einen Feiertag im Kalender." Das ist alte Spruchweisheit, die ihr Fünkchen Wahrheit enthält. Aber unser Kalender läßt keine Verbesserungen zu, seine Gesetzmäßigkett in der Verteilung per Festtage auf die Wochentage ist unerschütterlich. Das stellt sich heraus, zählt man die Jahre, die jedesmal zwischen den „Glücksjahren" liegen m denen wir drei Feiertage haben. Dabei ergibt sich die immer wiederkehrenoe Zahlenfolge: 5 — 5 Im Winter 1924/25 war der Gießener Turner- chaft die Aufgabe erwachsen, das 32. Mittelrheini- che Kreisturnfest in Gießen für die Zeit vom 31. Juli bis 4. August vorzubereiten. Dabei machte die Frage der Unterbringung der nach Tausenden zählenden auswärtigen und hiesigen Turner, sowie der übrigen Besucher bei den großen Gememschafts- veranstaltungen besondere Sorge. Nach vorbereitenden Besprechungen im engeren Kreise fand am 16. Februar 1925, abends, im damaligen „Postkeller in der Wagengasse eine Versammlung der Vorstände aller Gießener Vergne statt, auf deren Tagesordnung die Besprechung über die Errichtung einer ständigen Feschalle auf dem Trieb stand. , Das große Interesse an tÄ er Der Reichsminister für Dolksaufklärung und Propaganda teilt mit: In Anbetracht der Kriegszeit wird darum gebeten, in diesem Jahr zu Weihnachten und Neujahr auf die Versendung von Glückwunschadressen, die nicht ausgesprochenen persönlichen Charakter tragen, sämtlich zu verzichten und die dadurch ersparten Mittel dem Kriegs- w interhilfswert zur 23erfügung zu stellen. Oie Aufschrift der Selhpoftfenhunaen. Obwohl die Angabe einer Postsammelstelle in den Feldpostanschriften am 1. November weggefallen ist, kommen immer noch zahlreiche Sendungen ein, bei denen diese Aenderung nicht beachtet wird. Es handelt sich dabei um Sendungen wie Zeitungsstreifbänder ustv., deren Aufschrift durch Anschriftenmaschinen hergestellt ist. Wenn auch die Angabe einer Postsammelstelle unbeachtet bleibt, so wirkt doch, wie das Reichspostministerium mitteilt, der überflüssige Zusatz störend im Verteildienst. Die Absender sollen daher die Anschriften durch Aenderung der Anschriftenplatten richtigstellen. Diese Feststellungen mögen als Spielerei erscheinen, doch sie sind zuverlässig, und nett ist es auf jeden Fall, zu wissen, wenn wir uns wieder aus drei volle Feiertage freuen dürfen, A. N. Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. NSDAP., Ortsgruppen Gießen-Süd und Gießen- Ost: 20.30 Uhr, in der Aula der Universität, Große öffentliche Kundgebung mit Gauleiter Sprenger. — Stadttheater: 14.30 bis 17.15 Uhr „Der gestiefelte Kater"; 19.30 bis 22.15 Uhr „Die Entführung aus dem Serail". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Irr- tum des Herzens". — Lichtspielhaus (Bahnhof- sttaße): „Drei blaue Jungs — ein blondes Mädel". — Oberhessischer Kunstverein: 15 bis 16 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. 3. Opfersonntag — wieder ein arotzer Erfolg? Die Listensammlung, die aus Anlaß des 3. Opfersonntags für das Kriegswinterhilfswerk durch die NSV. durchgeführt wurde, hat wiederum ein außer- ordentlich günstiges Ergebnis gezeitigt. Es wurden im Kreis Wetterau (einschließlich der Stadt Gießen) rund 36 000 RM. aufgebracht. Die Zahl ist aller- dings noch nicht endgültig, da noch nicht alle Meldungen vorliegen. Es ist damit zu rechnen, daß sich das Ergebnis noch um einiges verbessert. Das (Ergebnis in seiner Gesamtheit liegt aber bereits jetzt oedeutend über den Sammelergebnissen der vorausgegangenen Opfersonntage. (Glückwünsche o6l6kttf Die ersparten Mittel dem Kriegs-Whw. Eifrige Arbeit am GelterStor. Die Neugestaltung des Selterstores wird, wie man täglich sehen kann, mit allem Eifer betrieben. Zahlreiche Arbeiter sind dort am Werk. An die ehe- maligen Torhäuschen erinnert nur noch ein großer Steinhaufen, während sich schon die neuen Sttaßen- züge und die neuen Fahrbahnen erkennen lassen. Besonders auf der rechten Seite des Platzes (von Stadtmitte aus gesehen) sind die Arbeiten weit fortgeschritten. Die Bordsteine sind schon gelegt und fallen dcdurch besonders auf, daß abwechselnd Helle und dunkle Steine verlegt worden sind, die ins- besondere in abendlichen und nächtlichen Stunden den Kraftfahrern die Fahrbahngrenzen gut erkennen lassen werden. Auf breitem Bürgersteig vor dem Tapetenhaus Täubert werden schon die Platten gelegt. Zwischen Bürgersteig und Fahrbahn erkennt man den Radfahrerweg. Für die Fahrbahnen werden jetzt die Packlager gelegt. Eine der beiden großen dreieckigen Straßeninseln tritt schon augenfällig in Erscheinung. Auf der linken Süte des Platzes ist die Aenderung der bisherigen Verhält- nisfe besonders eindrucksvoll zu sehen. Durch die Auffüllung des Schorgrabens, die Beseitigung des zweiten Torhäuschens, Me Einbeziehung des ©artens zwischen dem NSKK.-Heim und den Häusern An der Johanneskirche ist ein großer Platz im Ent- stehen begriffen, der jetzt in seinen Ausmaßen erkennen läßt, daß sich dort ein großer Parkplatz ergeben wird. Noch sind die Aufschüttungsarbeiten im Gange. Wenn die Arbeit an der Neugestaltung des Platzes in gleichem Umfang und in gleicher Intensität wie bisher fortgesetzt werden kann, dann wird in absehbarer Zeit das Verkehrsproblem am Selterstor । Lunn uie|e öujicdiciuuiu» cnuuium dem vorher in der Heimat. Hier vor allem auf Iden Schießständen der Schützenvereine. Hier ist jedem Deutschen ganz gleich welchen Alters, große Interesse an dieser Frage wurde durch den überaus starken Besuch der Versammlung doku- menttert. Es wurde besonders darauf hingewiesen, daß man bei früheren Veranstaltungen mtt großen Festzelten keine guten Erfahrungen gemacht hatte, die Kosten für diese Zelte sehr hoch seien und dadurch ein großer Betrag nach auswärts gehe für eine an sich mit vielen Mängeln behaftete Einrich- img. Unter diesen Umständen gewann in der mehr- stündigen Aussprache der Gedanke der Schaffiv einer ständigen Festhalle (wie man sie in jener Dc fammTütig bezeichnete) rasch allenthalben Boden, und das Ergebnis der Versammlung war der cm- stimmige Beschluß der Dereinsvorstände und der übrigen Interessenten, eine ständige Feschalle auf dem Trieb zu errichten und zu diesem Zwecke einen Feschalle-Bauverein zu gründen. Die Stadtverwaltung ließ durch den damaligen Bürgermeister Krenzien ihre Bereitwilligkeit zur finanziellen Unterstützung erklären, die heimische Industrie und die Geschästswett erklärten sich ebenfalls zur finanziellen Mchilse bereit, und auch die Vereine sagten ihre Förderung zu. Damit war der Grundstein für bas neue gemeinnützige Unternehmen gegeben. Am 19. Februar wurde ein Preisgericht für me einzureichenden Entwürfe gebildet. Werttge Tage später wurde ein Wettbewerb unter den Gießener Architekten zwecks Erlangung von Entwürfen aus- geschrieben. Die Ausschreibung erfolgte im „Gießener Anzeiger" vom 24. Februar 1925. Ebenso wurde unter Leitung des damaligen Beigeordneten Dr. Seid ein Satzungsentwurf ausgearbeitet, der die organisatorische Grundlage des Vereins werden wollte. Der Plan der Errichtung eines derarttgen großen Gebäudes begegnete im Verlaufe der folgenden Wochen jedoch auch manchen Widersprüchen in der Bevölkerung. Der weit überwiegende Teil der Gießener Einwohner sympathisierte aber mit dem Projekt, und in den späteren Jahren hat auch die Oppositton aus der Gründer- und Bauzeit der Volkshalle diese Einrichtung öfter gern benutzt und sich von deren Nutzen für die Gesamtheit der Bevölkerung von Gießen und Umgegend überzeugt. Mttlerweile war von Anfang März 1925 ab eine rege Werbetätigkeit für die Zeichnung von Anteil- scheinen in der Gießener Bevölkerung entfaltet worden. Ueberall trat große Bereitwilligkeit zur finanziellen Forderung des Unternehmens zutage, und so konnte man schon nach wenigen Wochen auf eine i weitgehende finanzielle Fundierung des Untemeh- • mens rechnen. Im „Gießener Anzeiger" vom Dank der Nuderer von Graudenz. Die Gießener Nudergesellschaft erhielt gestern vom Graudenzer Ruderverein ein Dankschreiben für die Stiftung eines Ruderbootes, das die Gießener Rudergesellschaft dem Graudenzer Ruderverein zur Verfügung stellte. Das Schreiben hat folgenden Wortlaut: „Durch unseren Reichsfachamtsleiter erhielten wir die Nachricht, daß ein von Ihnen zur Verfügung gestelltes Ruderboot für unseren Verein bestimmt worden ist. Wir danken Ihnen hierdurch herzlichst für diesen Beweis Ihrer kameradschaftlichen Hilfsbereitschaft, die wir nach den Jahren der Unterdrückung und des harten Kampfes für unser Volkstum besonders ttef empfinden. Wir bitten Sie, versichert zu sein, daß Ihre großzügige Spende dazu beitragen wird, uns Graudenzer Ruderer mit besonderem Eifer an den Wiederaufbau einer Pflegestätte unseres Sportes im deutschen Osten Herangehen zu lassen. Graudenzer Ruderverein." Kostenlose <5tH»ie6ou6hilhun