Montag, 13. November 1YZY 189. Jahrgang Ur. 266 Erstes Blatt Annahme von LazetgeB fftr die Mittagsnummer bis 8* /,Uhr des Vormittag» Grundpretfe für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text- anzeigen von70mm Breite bORpf.,Platzvorschrist nach vorh. Dereinbg 25°/, mehr. Lrmäßtgte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bä der., Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Sietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen VrM und Verlag: Srühlsche Univerfitätrdruckerei «.Lange in Stehen. 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Daß eine deutsche Industrie, l dort der Fall zu sein pflegte, wo es Textilien g . daß eine deutsche Siedlung sich in diesem Umfang in Lodsch entwickeln konnten, hängt mit der Zoll» und Wirtschaftspolitik des zaristischen Rußlands zu» sammen. Die Zollmauern für industrielle Fertigerzeugnisse jeder Art waren hoch, so daß ein lieber- springen selbst mit Hilfe eines Handelsvertrages Montag früh mitleilt, hat bei der Sonderkommission zur Untersuchung des Verbrechens, auf die Mitteilung, daß dec angebliche Handwerker gesucht wird, der sich im Bürgerbräukeller vor längerer Zeit zu schaffen machte, schon eine ganze Reihe Personen Angaben gemacht. Diese Spur verdichtet sich immer mehr, zumal fest- gestellt werden konnte, daß der Gesuchte weder zum Personal des Bürgerbräukellers gehört hat, noch als Handwerker dort ordnungsmäßig tätig war. Es ist jetzt klar zu erkennen, daß dieser Mann nicht nur einmal erschien, sondern daß sein Auftreten schon bis Anfang August zurückliegt. Gerade dieser Feststellung legt man bei der Sonderkommission besonderen Wert bei und versucht, noch mehr Anhaltspunkte hinsichtlich der Persönlichkeit des Mannes zu bekommen. Weit über 1 000 weite re Angaben wurden inzwischen bei der Sonderkommission gemacht, die an der Auswertung des Materials mit allen Kräften arbeitet. Am den Volksgenossen ihre Angaben zu erleichtern, wird darauf hingewiesen, daß jede polizeidien st stelle, also nicht nur die Staatspolizeistelle in München, Mitteilungen enlgegennimmt und verpflichtet ist, sie zu überprüfen und unverzüglich weiterleiten. 3n technischer Hinsicht ist es inzwischen gelungen, zwei Firmen f e st z u st e l l e n, die als Hersteller einzelner Teile der Uhr des Zeitzünders in Frage kommen, hinsichtlich des Materials der anderen Teile des Sprengkörpers find die Untersuchungen und die Ueberprüfungen der verwendeten Materialien noch im Gange. München, 11. November (DNB.) Der Reichs- ßührer ff und Lhef der deutschen Polizei teilt mit: Ls steht nunmehr fest, daß mit der Vorbereitung des verbrecherischen Anschlages im Saal des Bürgerbräukellers bereits Ende August dieses Jahres begonnen wurde. Dringend verdächtig ist in diesem Zusammenhang eine Person, die im Bürgerbräukeller wiederholt als angeblicher Handwerker ausgetreten ist und fich dort auf der Galerie des Saales zu schaffen machte. Wer einen solchen angeblichen Handwerker im Bürgerbräusaal oder in der näheren Umgebung des Bürgerbräu beobachtet hat oder Personen kennt, die nach ihren Erzählungen im Bürgerbräu- jaal eine Zeil lang als Handwerker beschäftigt gewesen sind, wird hiermit aufgefordert, feine Beobachtungen und Wahrnehmungen der Sonderkommission bei der Staatspolizeistelle München, Briennerstraße 50, unverzüglich mitzutei- len. Der verdächtige Mann wird wie folgt betrieben: 165 bis 170 cm groß, 30 bis 35 Jahre alt, Der neueste Stand der Llnterjuchung des Münchener Attentats. Oie Spur des angeblichen Handwerkers verdichtet sich. — Weit über tausend Angaben bei der Sonderkommission. - Wichtige technische Feststellungen. kleidung: fchmuhiger, beitskittel, vermutlich strümpfe. wie das Deutfche normale Figur, dunkles ungefcheilelles haar. Be- gelblicher, graubrauner Ar- Lodsch stand mit 150 000 Arbeitern an der Spitze der Industrien Polens wobei das.^anorapltal ftarf vertreten war. Die 1700 Textilbetriebe haben nach polnischen Angaben zuletzt jährlich 600 000 Doppelzentner Gewebe und rund 1 Million Doppelzentner Garne hergestellt. Unser Bild zeigt einen Ueberblick über Lodsch. — (Scherl-Bilderdienst-M.) „Der Führer wird diesen Krieg mit seinem Volke siegreich bestehen." Reichsminister Or. Goebbels spricht zu Arbeitern und Soldaten im Berliner Osten. Der Lodscher Bezirk in das Reich eingegliedert. Oie bedeutendste Textilstadt des Ostens eine deutsche Gründung Neutsche Ll-Aooie im Atlantik. Ein 14ovo-Tonnen»Dampfer versenkt. A m st e r d a m , 12. Roo. (DNB.) Aur> Vigo wird berichtet, daß bei den zahlreichen in diesem, spanischen Hafen liegenden englischen und französischen Schiffen, die unterwegs nach England oder Frankreich sind, große Bestürzung herrsche durch die Nachricht vom Auftauchen deutscher U- Boote in der Umgebung dieser Verkehrsstraße des Atlantik. Diese Linie wird von der englischen und französischen Flotte bewacht. Nach einem vorgestern abend aufgefangenen Funkspruch soll der 1 4 0 0 0 Tonnen große Dampfer „Ponzano" versenkt worden sein. Ein japanischer Dampfer behauptet, ein deutsches U-Boot gesichtet zu haben. Kurz darauf habe er 808-Rufe der „Ponzano" aufgefangen, in denen mitgeteilt wurde, daß das Schiff versucht hatte, einem deutschen U-Boot zu entkommen, jedoch gestellt und unter Feuer genommen wurde, und nun im Sinken sei. französischer Tankdampfer explodiert. Genf, 13. Nov. (DNB. Funkfpruch.) 3n dem französischen Kriegshafen Brest explodierte am Sonntag ein Tankdampfer aus unbekannten Gründen. Viele Besahungsmitglieder und Hafenarbeiter, die mit dem Ausladen des Petroleums beschäftigt waren, kamen ums Leben. Die Toten, deren genaue Zahl bisher noch nicht bekannt geworden ist, fallen bereits am Sonntag bei gefetzt werden. Zwei Schleppkähne mit Kriegsmaterial im Neuyorker Hafen gesunken. Neuyork, 12.Nov. (Europapreß.) Zwei am Neuyorker Pier festgemachte Schleppkähne waren mit abmontierten Lockheed-Bombenflugzeugen beladen. Auf dem Luftwege waren die Flugzeugteile von Kalifornien nach Neuyork transportiert und an Bord der beiden Schiffe gebracht worden. Bon hier aus sollte der Weitertransport nach England erfolgen. Im Morgengrauen begannen die Fahrzeuge plötzlich langsam zu sinken. Aufsichtsbeamte, die den Vorgang vom Pier aus beobachteten, konnten gerade noch den einzigen an Bord befindlichen Wächter wecken, der sich an Land rettete, einige Sekunden bevor die Kähne unter der Wasseroberfläche verschwanden. Die Polizei, die den Vorgang zunächst mehrere Stunden lang geheim hielt, hat bis jetzt die Ursache des Absinkens nicht feMellen können. Sie setzt ihre Tätigkeit fort, um festzustellen, ob es sich bei dem Vorgang um einen Sabotageakt handeln könnte. Ohne die deutsche Industrie in und um Lodsch hätte sich der ganze Bezirk nicht durchsetzen können, weder unter zaristtscher noch unter polnischer Herrschaft. Unter zaristischer Herrschaft wurde dem von der russischen Verwaltung auch Rechnung getragen. Dafür zeugt, daß die deutsche Siedlung in Lodsch wie die Deutschen überhaupt im öffentlichen Leben eine erhebliche Rolle spielen konnten. Unter polnischer Herrschaft wurde das Deutschtum gewaltsam unterdrückt, wurde nichts unterlassen, um die von Deutschen gegründete und hochgebrachte Industrie gerade so wie in Ostoberschlesien zu polonisieren. Im Rahmen des Großdeutschen Reiches wird der Bezirk Lodsch einer neuen Blüte gewiß sein, zumal das Marktgebiet nach Südosteuropa hinüberreicht. Berlin, 12. Nov. (DNB.) Am Samstagabend veranstalteten der Kreis VII der NSDAP, und die Betriebsführung der Firma Osram einen Kameradschaftsabend, zu dem auch die Offiziere und Soldaten einer Flakabteilung geladen waren. Eine besondere Freude war es für alle Teilnehmer, als Reichsminister Dr. Goebbels erschien und über den Sinn der Gemeinschaft des Volkes in dieser Zeit des Krieges sprach. „Wir sind uns von Anfang an darüber im klaren gewesen, so erklärte der Minister, daß dieser Krieg für uns alle nicht leicht sein würde. Das Volk aber ist am besten für den Krieg gerüstet, das die st ä r k st e n N e r o e n hat und sie auch bewahrt. Wir Nationalsozialisten hatten die Absicht, ein soziales Deutschland aufzubauen, ein Deutschland der Volksgemeinschaft; es sollten in diesem Deutschland alle Deutschen eine feste Heimat finden. Es war aber klar, daß, wenn 90 Millionen Deutsche unter einer einheitlichen Führung aus- gerichtet in einer einheitlichen politischen Weltanschauung zu einem Machtblock zusammengefaßt waren, bloß ihre politische Existenz allein schon von gewissen Staaten als Bedrohung angesehen werden würde, die sich daran gewöhnt chatten, Mitteleuropa als ihre Kolonie zu betrachten. Das deutsche Volk ist immer um das große Ziel seiner politischen Entwicklung betrogen worden. In den Jahrhunderten, in denen England die Welt eroberte, lagen wir nur schwer war. Aber nicht nur hatte Lodsch von den Deutschen die wirtschaftliche Prägung erhalten, die Stadt selbst trug auch kulturell ein durchaus deutsches Antlitz. Es gab ein deutsches Theater, es gab deutsche Vereine, die sich in der Hauptsache geselligen und bildenden Zwecken widmeten. Auf das im Kern deutsche Lodsch gestützt, haben die Polen versucht, die Textilindustrie weiter auszubauen. Das ist ihnen aber nicht gelungen, denn was heute an idustriellen Unternehmungen in Lodsch vorhanden ist, das geht ohne Ausnahme auf deutsche Gründung zurück. Deutsche waren die Gründer, die dabei die Verbindung zur alten Heimat in keiner Weise gelöst hatten. Es war die Regel, daß die jungen Deutschen aus Lodsch, soweit sie studierten ober eine umfassende kaufmännische und technische Bildung suchten, auf deutsche Hochschulen gingen. So gab cs bis 1914 in München und in Berlin zahlenmäßig starke Zirkel, deren Mitglieder nur aus Studenten aus Lodsch bestanden. Lodsch hatte bis 1914 Jemen gesamten Baumwollbedarf, der ziemlich erheblich war, über Bremen und Danzig bezogen. Daran hat sich unter der polnischen Herrschaft nicht allzu viel Deutschen uns in den Haaren um religiöse, tonfef« sionelle, wirtschaftliche und soziale Fragen. Wir waren auch nach dem Kriege wieder im Begriff, denselben verhängnisvollen Fehler zu wieder« holen. Es hieß da zwar nicht mehr: „Hie Katholizismus" und ,chie Protestantismus" wie im 17. Jahrhundert, sondern ,chie Bürgertum und „Hie Proletaria t". Es ist nun das eint malige historische Verdienst des Führers und dis erste große geschichtliche Tat seiner Bewegung, diese Fragestellung endgültig beseitigt zu habe n." Dr. Goebbels schilderte den Aufstieg der Bewegung zur Macht, ihren beispiellosen Kampf gegen die inneren Feinde und die einzelnen Etap« pen der einzigartig erfolgreichen Außenpolitik M Führes nach der Machtübernahme. Inzwischen hat der Führer eine starke Wehrmacht aufgebaut, hat das Volk innerlich zusammengefaßt und es politisch und weltanschaulich erzogen; wir haben uns durch den V i e r j a h r e s p l a n die für dich Kriegführung auch bei der schärfsten Blockage not< wendigen Rohstoffe im Innern des Landes be* schafft und hergestellt. DasReichistgerüstet-H um jedem Angriff wirksam zu begegnen. Die britischen Kriegshetzer sagen heute, der ooti ihnen angezettelte Krieg würde aus morali« sch en Gründen geführt. Selbstverständlich ift die Moral dabei für sie der untergeorbetfte Faktor» Die ganze englische Kolonialgeschichte ist ja nur eins einzige Kette von Amoralität Es ist frtefeQ» Amy« Französische Angriffe abgeschlagen. Der Sonntags-Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht. Berlin. 12.Itoo. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Mehrere Versuche der Franzosen, in den letzten Tagen eine von unseren Gefechtsvorposten besetzte höhe 11 Kilometer südwestlich Pirma- sens mit Unterstützung durch Tiefflieger und starke Artillerie zu nehmen, sind gescheitert Die höhe und eine Anzahl von Gefangenen blieben in unserer Hand. Bevölkeruriasausiausch in Wilna. Helsinki, 12. Nov. (Europapreß). Zwischen Litauen und Sowjetrußland haben Verhandlungen über eine großzügige Umsiedlung begonnen. Auf den von Sowjetruhland besetzten Gebieten in Polen wohnen etwa 100 000 Litauer, die in ihre Heimat zurückkehren wollen und die i t| Wilna» gebiet angesiedelt werden sollen. Dafür werden alle in Litauen lebenden Weißrussen und ein Teil der Juden nach Sowjetrußland versetzt. Eine Menge Juden ist bereits kurz vor dem Einmarsch der litauischen Truppen nach Rußland geflüchtet. — In den letzten Tagen haben Großfeuer im Wilna» gebiet zahlreiche große Güter, darunter auch das des früheren polnischen Ministerpräsidenten Prystor, vernichtet. Es wird angenommen, daß es sich um Brandstiftungen handelt. Es gibt nur wenige Städte in Europa, deren Einwohnerzahl tm letzten Jahrhundert als Folgeerscheinung einer schnellen Aufwärtsentwicklung so gefliegen ist wie in der Stadt Lodsch. Wo vor 150 Jahren noch ein unbekanntes Dorf stand, findet man heute eine Industriestadt mit etwa 700 000 Einwohnern und 1700 Textilbetrieben. Indessen Verdankt Lodsch nicht etwa einer besonderen ver- ckehrspolitischen Lage ober plötzlich entdeckten Bodenschätzen seinen Aufstteg, sondern dieser ist einzig und allein das Ergebnis deutschen reinen Gewerbefleißes, der nach der Wende des vorigen Jahrhunderts durch deutsche Tuchmacher und später deutsche industrielle Unternehmer dort vor sich ging. So ist es durchaus geschichtliche Entwicklung, wenn der Bezirk Lodsch nunmehr im Rahmen des Reichsgaues Wartheland für immer in das Großdeutsche Reich eingegliedert worden ist. Was der Bezirk heute darstellt, insbesondere die Stadt Lodsch selbst, das ist zäher deutscher Pionierarbeit zu danken. Deutsche waren es, die vor rund 100 Jahren die ersten Unternehmungen gründeten, aus denen nach und nach die für osteuropäische Verhältnisse gewaltige Industriestadt Lodsch emporwuchs. Wer etwa um die Jahrhundertwende Lodsch gesehen hat, der konnte feststellen, daß hier eine mächtige deutsche Siedlung entstanden war. Es gab nicht nur große deutsche Fabriken, vornehmlich der Textilindustrie, es gab nicht nur viele deutsche Geschäfte, die in Treue um Treue. Die Opfer des Atttentats vom 8. November deckt um die Erde. In einem feierlichen Staatsakt vor der Feldhermhalle, den wir nicht vergessen werden, hat die ganze deutsche Natton Abschied genommen oon diesen Blutzeugen der Bewegung. Der Führer selbst stand vor den sieben Särgen, denn er hält denen die Treue, die ihm die Treue gehalten haben, lieber die Särge hinweg aber richtete sich unser Blick in die Zukunft. Rudolf Heß hat in seiner Totenrede das in Worte gefaßt, was uns alle in diesem Augenblick beweKe. Er hat nicht nur unserem Gefühl stolzer Trauer, sondern auch unserem unerbittlichen Willen Ausdruck gegeben, die ruchlosen Meu- chelmörder zu strafen, vor allem aber die geistigen und moralischen Urheber des grauenhaften Der- brechens daran zu hindern, daß sie jemals wieder durch ähnliche Untaten den Frieden der Völker stören. Wir haben wieder hassen gelernt. Doch es ist kein blinder Haß, der uns beherrscht, sondern ein ganz kalter Haß, der unseren Verstand nicht be- einttächtigt, ihn vielmehr zur Entwicklung seiner höchsten Fähigkeiten antreibt. Unser Verstand und unser Gefühl aber lehren uns gleichermaßen, wo die intellektuellen Anstifter des Mordanschlages vom 8. November zu finden und zu suchen find. Unzählige Bilder, Artikel, Zeichnungen, Aufrufe, Photographien, Ministerreden, die in den letzten Wochen und Monaten unverhüllt die Ermordung des Führers forderten, beweisen uns unzweideutig, daß dieselben verbrecherischen Elemente des Auslandes, die den Krieg gegen Deutschland vom Zaune gebrochen haben, auch die eigentlich Verantwort^ lichen für das Münchener Attentat sind. Das deutsche Volk wird durum den ihm aufgezwungenen Kampf mit einer noch größeren Härte und Energie führen, als sie ihm vor dem 8. November zu eigen war. Es wird nicht eher die Waffen niederlegen, als bis der verbrecherische Feind geschlagen ist. Denn: „Der Sieg ist unser Dank an die Toten!" H. Evers. Stellvertreter des Führers, R u Dann tritt der Bei allen 20 Opfern des Attentats, die i m Krankenhaus rechts der Isar liegen, ist eine Besserung eingetreten. Die gefährlichsten Wunden hatte der Blutordensträger Thenn, bei dem das Fieber jetzt zurückgegangen und zu hoffen ist, daß die Wundheilung ebenfalls fortschreitet. Von den neun leichter Verletzten in dieser Klinik können Dienstag wahrscheinlich die ersten entlassen werden. Bei den fünf Schwerverletzten in der Chirurgischen Klinik macht die Gesundung weiterhin allmähliche Fortschritte Auch der Zustand des dort liegenden Schwerverletzten, des Oberamtmannes S ch m e i d l, ist nicht mehr besorgniserregend. Der im Krankenhaus Schwabing untergebrachte SA.- Mann Anton Gruber befindet sich gleichfalls auf dem Wege der Besserung. d o l f Heß, vor und nimmt zur Traueransprache das Wort. „Das deutsche Volk", so sagte Rudolf cheß, „nimmt in dieser Stunde Abschied von den Opfern eines grauenhaften Verbrechens, das kaum seinesgleichen hat in der Geschichte. Es neigt sich vor den Opfern, die der Tod getroffen, den ruchlose Meuchelmörder für den Führer bestimmt hatten. Sechs alte Gefolgsmänner des Führers sind aufgebahrt hier vor der Feldherrnhalle, zusammen mit einer jungen Frau und Mutter, die in pflichtgetreuer Erfüllung ihres Berufes vom Schicksal ereilt wurde. Unter Schutt und Trümmern haben sie ihr Leben ausgehaucht, unter Schutt und Trümmern, in die ein furchtbares Sprengattentat den Saal verwandelt hatte, in dem noch wenige Minuten vorher der F ü h - r e r zu fhnen sprach, in dem sie noch wenige Atemzüge zuvor mit ihren Kampfgenossen zu einer großen Stunde vereint waren, zu einer großen Stunde des Gedenkens an den Tag vor 16 Jahren, da sie beim Marsch zu dieser Feldherrnhalle hier bereit waren, ihr Leben zu geben, wie es die Toten in den Ehrentempeln am Königlichen Platz damals gegeben haben, — ihr Leben, das das Schicksal nun jetzt von ihnen gefordert hat. Liebe zum Führer und die Erinnerung an die Gefallenen von damals haben sie an den Platz geführt, der ihnen zur Sterbestätte bestimmt war. ,2 er Führer und d i e Kameraden*, das ist der letzte Gedanke dieser Toten gewesen. Die Kameraden haben sie aus den Trümmern gezogen und ihnen die Augen zugedrückt Aus dem Kreis der ersten Marschierer Adolf Hitlers hat sie der Tod gerissen, aus dem Kreis der Alten Kämpfer, die einst — als Verzweiflung und Resignation die Deutschen beherrschte — den Glauben an Deutschland nicht aufgaben, die gerungen und geopfert haben für die Bewe- Der Führer spricht den Angehörigen der Opfer Tre-.st zu. — (Scherl-Bilderdienst-M.) ügungstruppe, über die Weihestätte. Unsere Aufnahme zeigt den Führer beim Gruß an die Toten vor der Feldherrnhalle. An jedem der Särge hatte er einen großen Kranz mit Chrysanthemen medergelegt. — (Scherl-Bllderdlenst-M.) i-alität, die ja 1939 dazu führte, daß die brittsche Regierung sich gegen die endgültige Befreiung des deutschen Volkes und damit gegen die restlose Wiederherstellung unserer deutschen Souveränität zu stellen entschlossen hat Es ist selbstverständlich, daß sich der Führer gegen diese Angriffe so vorbereitet hat, daß an unserem Sieg nicht gezweifelt werden kann. Wir haben nichts zu befürchten. Auch die englische Blockadeandrohung kann uns nicht mehr imponieren. Während wir im Weltkrieg von einem Ring von feindlichen Staaten umgeben waren, sind wir heute von einem Kreis von neutralen Staaten umgeben, mit denen wir lebhaften Handel treiben. So kommt es, daß wir heute in Deutschland beispielsweise mehr Butter je Kopf zu verteilen in der Lage sind als die Engländer in ihrem reichen Lande tun können. Das heißt: der Blockierte ist in mancher Beziehung schon zum Blockierenden geworden! Wirtschaftlich Deutschland auszuhungern und zu erdrücken, ist vollkommen unmöglich. Militärisch ist das ebenso ausgeschlossen, denn militärisch ist die Lage ungleich viel besser als im Weltkrieg. Ls bleibt also für unsere Gegner gar kein anderer Ausweg mehr, als einen letzten, verzweifelten Versuch zu machen, die Kraft des deutschen Volkes wieder nach dem alten Rezept, das sich Jahrhundertelang an Deutschland bewährte, zu zerbrechen, nämlich das deutsche Volk im Innern zu spalten. Es ist ein alter Trick der englischen Politik, ein Volk von seiner Führung zu trennen, es mit Phrasen zu betören, die Führung endgültig zu beseitigen und damit das Volk führerlos, waffenlos und wehrlos der Willkür der englisch-imperialistischen Politik auszuliefern. Das ist der Sinn des Attentats vom 8. November im Bürgerbräufeiler in München. Wenn es nicht gelingt, so sagt man sich in London, das Volk gegen den Führer aufzuhehen, dann mutz eben der Führer verschwinden, gleichgültig, welche Wittel dabei zur Anwendung kommen. „Dieses infame Verbrechen", so rief Dr. Goebbels aus, „ist Deutschlands Feinden nicht gelungen, und es kann ihnen auch nicht gelingen! Denn unser Instinkt sagt uns, daß es keine Gerechtigkeit mehr in der Wett gäbe, datz die Weltgeschichte ihren Sinn verloren hätte, wenn wir Deutschen, die wir uns nun sieben Jahre lang ehrlich angestrengt haben, Deutschland wieder frei und grotz zu machen, durch die Sprengbombe einer Verbrecherclique an der Erreichung dieses Zieles gehindert werden könnten. Das ist nicht möglich. Welches Wunder auch jedem geplanten Verbrechen der Gegenseite entgegentreten mag: der Führer wird diesen Krieg mit seinem Volke siegreich bestehen!" Dann beschäftigte sich Reichsminister Dr. Goebbels mit Vorwürfen der englischen und der französischen Presse, die behauptet, daß das deutsche Volk keine Begeisterung für den Krieg habe, was daraus zu schließen fei, daß man in Deutschland so wenig Siegesfeiern veranstalte. „Unsere Propaganda- Politik", fährt der Minister fort, „ist hn Innern des Reiches ausschließlich darauf eingestellt, eine ganz feste Entschlossenheit im deutschen Volke zu erhalten, die gar nichts mit leerem und phrasenhafte Hurrapatritottsmus zu tun hat. Einem Gemeinschaft von 90 Millionen Menschen, die jahrhundertelang in der Geschichte gegeneinander« standen, sich nicht verstanden oder gar bekriegten, und die nun endlich nach jahrhundertelangen Kämpfen und inneren Auseinandersetzungen zu einem einzigen großen deutschen Reich unter einer Weltanschauung und unter einem Führer zusammengefaßt worden sind. Ihr nationales Leben gegen jede B e - drohung zu sichern, das ist der Sinn, der Zweck und das Ziel dieses uns aufgezwungenen Krieges. Es ist die Aufgabe jedes Deutschem für diesen Krieg mit Einsatz all seiner Kräfte einzustehen. Ist dieser Krieg, den England wollte, gewonnen — und wir wissen, daß er gewonnen wird — dann bedeutet das die endgültige Befreiung unseres Volkes und die Sicherung unseres nationalen Lebens für alle Zeiten." Hinrichtung des früheren Dromberger Gtadtpräfidenten. Bromberg, 11. Nov. (DJIB.) Am Sonntag, 11. November, wurde der Bromberger Bewohnerschaft bekanntgegeben, datz in den Morgenstunden dieses Tages der frühere Stadtpräfident Brombergs, Leon B ar ciszewski, standrechtlich erschossen worden ist, da das in den letzten Wochen schwebende Verfahren einwandfrei verantwortliche Witfchuld am B lutfonntag in Bromberg und skrupellose Beraubung des Stadtvermögens erwiesen hat. Aolksschädling zum Tode verurteilt. Gumbinnen, 12. Rov. (DRV.) Das Sonder- aericht verurteilte in dem Berufsverbrecher Willi Leschner einen Derbrechertyp zum Tode, wie er im deutschen Staat nur noch selten zu finden ist. Es ist der Fall eines Volksschädlings, der außerhalb der Volksgemeinschaft steht und für den die Todesstrafe die einzige Sühne bedeutet Eine fast ununterbrochene Kette von Urkundenfälschungen, leichten und schweren Diebstählen, Sachbeschädigun- aen, Körperverletzung und versuchten Totschlages füllen das Leben des 40jährigen Verbrechers aus. Dieser alte „Praktiker" hat alles auf dem Kerbholz, was ein Verbrecher überhaupt nur haben kann. Empfindliche Zuchthausstrafen hatte er abzusitzen. Nachdem er eine „Tour" durch Deutschland gemacht hatte, landete er wieder in Königsberg, nachdem er hier und in der Provinz im Jahre 1930 sein verbrecherisches Unwesen bereits getrieben hatte. Der Kampf um das Lebensrecht des deutschen Volkes störte diesen Halunken absolut nicht. Er benutzte sogar die Verdunkelung, um seinem unter- weltlichen Treiben nachgehen zu können. Bei dem Versuch, in Gumbinnen in eine Gast- stätte einzubrechen, wurde er nun gestellt. In der Verhandlung legte sich der Verbrecher anfänglich aufs Leugnen, mußte dann aber doch alles zugeben, ja, sogar noch einen weiteren Diebstahl in Singerapp, wo er 1200 RM. Beute gemacht hatte. Der Staatsanwalt beantragte die Todesstrafe. Das Gericht fällte das Urteil antragsgemäß. Es lautete nicht nur auf die Todesstrafe,' sondern auch auf Sicherungsverwahrung und wegen vier schwerer Rückfallsdiebstähle, eines versuchten Rückfalldiebstahls und einer Körperverletzung auf insgesamt 15 Jahre Zuchthaus. Unseren Feinden aber, den Anstiftern dieses Vev> brechens, rufen wir zu: Ihr habt uns den Führer nehmen wollen und habt ihn uns näher denn j e gebracht. Ihr habt uns schwächen wollen und habt uns nur stärker gemacht. Ihr habt gehofft, uns den Glauben an die Zukunft rauben M können und habt doch nur den Glauben erhör- t e t an eine Vorsehung, die mit Deutschland ist! Ihr habt gehofft, uns die Siegeszuversicht nehmen zu können — nie war das deutsche Volk siegesgewisser denn heute. Und wenn ihr die Hölle m Bewegung setzt, der Sieg wird doch unser sein! Der Sieg ist der Dank an die Toten. Rudolf Heß hat seine Ansprache beendet. JDte Kranzträger stehen vor den Särgen. Der Fuhre r tritt an jeden einzelnen Sarg, schmückt ihn mit dem Zeichen seines Dankes und grüßt jeden toten Kameraden. Die Weise des guten Kameraden erklingt. Sieben Salven brechen sich an den Fronten der Häuser. Das Deutschlandlied und das Horst- Wefsel-Lied sind ein Gelöbnis, derer nicht zu vergessen, die gefallen sind für Führer und Volk. Dann begibt sich der Führer zu den Hinterbliebenen der Gemordeten. Er drückt ihnen die Hand. Noch einmal tritt Adolf Hitler vor die Särge und verläßt dann, gefolgt von Rudolf Heß und Adolf Wagner, die Stätte des Staatsaktes. Wieder ertönen Kommandorufe. Der Präsenttermarsch hallt über den weiten Platz. Die Truppe präsentiert, und die Formationen treten zum Trauerzug an. An der Spitze des Ehrengeleites marschieren hinter dem Spielmanns- und Musik» zug die Ehrenkompanien der ff, des Heeres und der Luftwaffe. Es folgen die Ehrenstürme der SA., des NSKK. und Des NSFK., die Ehrenhundertschaft Politischer Leiter, die Ehrengesolgschast der Hitler-Jugend und mit geschulterten Spaten die Ehrenabteilung des Reichsarbeitsdienstes. Langsam und dumpf rollt der Trommelwirbel. In gemessenem Abstand folgen die Kränze des Führers. Der Blutfahne, die von zwei ^-Offizieren mit blankem Degen geleitet wird, folgen auf Trauerwagen die sieben Särge der Opfer. Die Alten Kämpfer begleiten die hingemordeten Kameraden auf ihrer letzten Fahrt. Durch ein lückenloses Spalier von trauernden Volksgenossen nimmt der Zug seinen Weg die Ludwigstraße entlang durch das Siegestor zum Nordfriedhof. Dor der gemeinsamen Gruft der Toten im Nordfriedhof macht der Trauerzug halt. Zum letzten Male nehmen die Familienangehörigen Abschied. Während sich dann die Särge in die Tiefe senken, erklingt das Lied „Hakenkreuz am Stahlhelm". Die Kränze des Führers sind die ersten, die die offene Gruft schmücken. Dann zieren die Hinterbliebenen die Grabstätte mit ihren letzten Blumengrüßen. Der Führer beiden Verwundeten und an der Stätte des Attentats. Im Anschluß an den Staatsakt besuchte der Führer in der Chirurgischen Klinik und im Krankenhaus rechts der Isar die verwundeten alten Kameraden, die bei dem verbrecherischen Attentat im Bürgerbräu schwere Verletzungen erlitten haben. Der Führer sprach jedem einzelnen der Schwerverwundeten seine herzlichsten Wünsche für eine baldige Genesung aus und übermittelte ihnen die Anteilnahme des ganzen deutschen Volkes an ihrem Geschick. Der Führer überzeugte sich, daß sich die Verletzten unter der Leitung von Profesior Dr. Magnus und Professor Dr. Engelhardt in b e st e r Pflege und Obhut befinden. Der Führer besichtigte dann die Stätte des ruchlosen Sprengstoffattentats im Bürgerbräukeller und ließ sich vom Leiter der Untersuchungskommission, Reichskriminaldirektor ^-Oberführer N e b e, an Ort und Stelle eingehenden Bericht erstatten. München, 11. Nov. (DNB.) Das ganze deutsche Volk hat am Vormittag des 11. November die jüngsten Blutzeugen der Nationalsozialistischen Bewegung, die sieben Opfer des fluchwürdigen Attentats im Bürgerbräukeller, zu Grabe getragen. . Seit zwölf Stunden stehen die Sarkophage auf den Stufen zur Feldherrnhalle. Um 10 Uhr tritt die letzte Ehrenwache vor. Die Kameraden der SA. werden abgelöst von Alten Kämpfern. Bald darauf rücken je eine Ehrenkompanie der ---Verfügungstruppe, des Heeres und der Luftwaffe an. Sie beziehen längs der Residenz Aufstellung. Auf der gegenüberliegenden Seite sind die Ehrenformationen der Partei angetreten. Tiefer Ernst liegt über dem Platz. Auf vier Pylonen lodern Flammen; sie hüllen die Särge und die rotsamtenen Bahrtücher mit dem Hakenkreuz in ein gedämpftes Licht. Hell leuchtet aus dem Innern des Hallenbaues das goldene Hakenkreuz. Alte Kämpfer bringen die Kränze des Führers, weiße Chrysanthemen auf grünem Lorbeer; auf roten Schleifen leuchtet fein Name. Wenig später füllt der Block der ältesten Gefolgsmänner des Führers das breite Mittelstück des großen Platzes. Sie tragen alle die graue Windjacke und die graue Mütze. Den Schluß bilden die Blutordensträger aus den Reihen der Wehrmacht und der Polizei. In den ersten Reihen der Alten Garde sehen wir Julius Streicher, Wilhelm Frick, Heinrich Himmler, Wilhelm Brückner, Julius Schaub, Hermann Esser. Quer über dem Mittelplatz steht in langen Gliedern die Führerschaft aus Partei, Staat und Wehrmacht. Wir bemerken die Reichsleiter Schwarz, Ritter von Epp, Dr. Ley, Dr. Dietrich, Bohrmann, Amann, Hühnlein und Buch, zahlreiche Gauleiter, Obergruppenführer und Offiziere der Wehrmacht. Eine Bewegung herzlichen Mitgefühls geht durch die Reihen, als die Hinterbliebenen der Toten ihre Plätze vor den Särgen einnehmen. Alle tragen sie Blumengebinde. Nun zerreißen Kommandorufe die lautlose Stille. Die Truppe präsentiert das Gewehr. Der Blutordensträger Grimminger trägt d i e Blutfahne auf die oberste Stufe der Feldherrnhalle. Mit dem Glockenschlag 11 Uhr nimmt der Staatsakt seinen Anfang. Ihm gibt das Erscheinen des Führers die höchste Weihe, Ernst und Er- ariffenheit, Sammlung und Geschlossenheit stehen in feinem Antlitz. Neben dem Führer schreiten barhäuptig und im schlichten Braunhemd Rudolf Heß und Adolf Wagner. Inmitten der trauernden Angehörigen hcft der Führer seinen Platz. Feierlich und getragen hallt „Ases Tod" von Edvard Grieg, gespielt vom Musikzug der ^«Bergung, die dem Führer die Treue hielten durch schwerste Zeiten hindurch. Dank ihrer Treue war es dem Führer möglich, die Bewegung durch alle Stürme hindurch zu erhalten. Dank ihrer Treue war es dem Führer möglich, der Bewe-gung schließlich die Macht in Deutschland zu erringen und das Schicksal Deutschlands zu wenden. Und so verdankt es Deutschland wiederum diesen alten Kämpfern, daß es heute dem Angriff der äußeren Gegner Trotz zu bieten vermag. Nur dank der Treue der Alten Kämpfer vermochte der Führer Deutschland frei zu machen und Deutschland die starke Wehrmacht zu geben, die nun seine Freiheit sichert. Nie soll das Deutsche Volk dies den Alten Kämpfern aus der Zeit des werdenden neuen Reiches vergessen! Ä ,.. Ihr toten Kameraden! Mit Eueren Angehörigen teilt ganz Deutschland den Schmerz und die Trauer um Euch. Ihr werdet unvergessen sein im deutschen Volk, und die nationalsozialistische Bewegung wird Euch Mahnmale setzen der ehrenden Erinnerung. Dort, wo Ihr standet in der Gefolgschaft des Führers tritt das junge Geschlecht des Nattonalsozialis- mus an Eure Stelle, so, wie für jeden Kämpfer, der fällt für Deutschlands Freiheit, ein neuer an feine Stelle tritt. Ewig ist der Strom des Blutes, das für Deutschland fließt — ewig ist der Einsatz deutscher Männer für ihr Volk — ewig wird darum auch Deutschland sein, für das Ihr Euer Leben gabt. Tote Kameraden, schlaft in Frieden in der Liebe Eures Volkes. Euer Tod hat dem deutschen Volk sinnfällig vor Augen geführt, wie furchtbar der Anschlag war, der dem Führer zugedacht gewesen ist. Euer Sterben hat dem deutschen Volk die schreckliche Erkenntnis erst ganz zum Bewußtsein gebracht: der Führer sollte Euer Schicksal teilen» der Führer sollte dem deutschen Volk genommen werden. Diese Erkenntnis aber hat die Erbitterung und die Leidenschaft des deutschen Volkes erst völlig geweckt. Die Anstifter des Verbrechens haben das deutsche Volk gelehrt zu hassen. Sie haben die Hingabe des deutschen Volkes an dem ihm aufgezwungenen Kampf, feine Bereitschaft, alles einzusehen, unendlich erhöht. Welch ein Geist unser deutsche« Volk heute beherrscht, das spricht aus den Worten zweier Frauen, Frauen dieser Gefallenen, die sagten: „Was der Tod unserer Männer uns bedeutet, kann nur ermessen, wer sein Liebstes verloren hat. Wichtiger aber, als daß unsere Männer leben ist, daß der Führer lebt!" Der Führer lebt! Im unendlichen Glück empfinden wir: er ist neu geschenkt. Wie viele Tränen der Freude sind darüber vergossen worden! Wie viele heiße Gebete des Dankes hat das deutsche Volk zum Höchsten gesandt! Durch das Wunder der Errettung wurde der Glaube unerschütterlich: die Vorsehung hat uns den Führer erhalt e n, die Vorsehung wird uns den Führer erhalten, denn die Vorsehung h a t ihn uns gesandt. Die Vorsehung hat ihn uns in diesen Tagen erhalten — erhalten wie einst auf den Meldegängen des Weltkrieges, im Trommelfeuer des Weltkrieges, wie einst auf dem Marsch zur Feldherrnhalle, wie einst bei dem immer neuen Lebenseinsatz in der Kampfzeit, wie jetzt im polnischen Feldzug. Immer war die Vorsehung mit dem Führer, und immer hat sie alles, was seine Gegner gegen ihn unternahmen, letzten Endes zu seinen Gunsten gewandt und damit zugunsten des deutschen Volkes. Und es ist unsere felsenfeste Ueberzeugung, daß, fo wie das Verbrechen lm Bürgerbräu sich zu Gunsten des Führers auswirkl, auch das ganz große Verbrechen: dervom Zaune gebrochene Krieg, sich zu Gunsten des Führers und Deutschlands auswirken wird — zu Gunsten Deutschland und der ganzen Welt! Denn der Sieg Deutschlands wird der Dell wirklichen Frieden bringen! Der Sieg Deutschlands wird den Kriegshetzern endgültig das Handwerk legen. Der Sieg Deutschlands wird sie abhalten, je wieder friedlich arbeitende Völker einzukreifen und über sie herzufallen. Der Sieg Deutschlands aber wird die Gegner des Völkerfriedens auch daran hindern, weiter an den Völkern verbrechen zu begehen, wie das Verbrechen, dessen Opfer wir nun zn Grabe tragen. Der Führer ehrt die Toten des 8. November. Feierlicher Staatsakt für die Opfer des ruchlosen Anschlags im Münchener Bürgerbräukeller. WW EN Sank des Führers an das deutsche Volk. Berlin, 11. Mod. (DJIB.) Nach dem ruchlosen Münchner Attentat sind dem Führer aus allen Gauen des Deutschen Reiches und auch von vielen Deutschen jenseits der Grenze in Telegrammen und Briefen unzählige Bekundungen herzlicher Anteilnahme und aufrichtiger Freude über seine Bewahrung vor dem verbrechen zugegangen. Da es dem Führer nicht möglich ist, auf alle diese Zeichen der Treue und des Mitgefühls für die Opfer des Anschlags im einzelnen zu antworten, läßt er auf diesem Wege allen Volksgenossen, die in den letzten Tagen seiner und der gefallenen oder verletzten Kameraden und Frauen gedacht haben, den tiefempfundenen Dank übermitteln. Weitere Glückwünsche für den Führer aus aller Welt. Berlin, 11. November. (DND.) Außer den bereits gemeldeten Kundgebungen von Staatsoberhäuptern und Regierungschefs, aus Anlaß des Münchener Attentats, haben der Kaiser von Japan, der Kaiser von Mandschukuo, der Kaiser von Iran, der Staatspräsident von Litauen, der König von Griechenland, der spanische Staatschef General Franco, der finnische Staatspräsident Kallio und der Fürst von Liechtenstein herzlich gehaltene Telegramme gesandt. Von italienischer Seite sind außerdem noch Kronprinz Humbert, Prinz Amadeus, Prinz Philibert, sowie Giacomo Suardo, Präsident des italienischen Senats, Minister Farinacci und Fürst Borghese, Gouverneur von Rom zu nennen. Die sowjetrussische Regierung hat dem deutschen Botschafter Graf von der Schulenburg ihr Bedauern und ihre Entrüstung über den ruchlosen Anschlag, ihre Freude über die glückliche Errettung Adolf Hitlers aus Lebensgefahr und ihr Beileid für die Opfer des Attentats zum Ausdruck gebracht. Ferner haben noch die Missionschefs von folgenden Ländern ihre Anteilnahme für die Opfer und Genugtuung zum Ausdruck gebracht: Afghanistan, Vereinigte Staaten von Amerika, Bolivien, Chile, China, Dominikanische Republik, Griechenland, Lettland, Luxemburg, Mandschukuo, Mexiko, Nicaragua, Peru, Schweiz, Uruguay. Aussichtsreiche Verhandlungen Moskau - Tokio. Konferenz zur Beseitigung der Grenzstreitigkeiten. Tokio, 13. November. (DNB.-Funkspruch.) Der Sprecher des japanischen Auhenamles teilte mit, daß zwischen dem russischen Auhenkommissar Molotow und Botschafter Togo ein Ueberein- kommen getroffen worden sei über die Einberufung einer Grenzkonferenz in Tschita und Eharbin. Rußland, Auhenmongolei und Mandschukuo würden je 20 Vertreter entsenden. In Tokio bemerkt man hierzu, daß die Verhandlungen zwischen Togo und Molotow fortgesetzt würden und daß eine allgemeine Basis für die Beseitigung der Grenzkonflikte gefunden fei. Außerdem seien Mos- kau und Tokio bereit, die Fi sch er ei frage und die Frage der O e l k o n z e s s i o n zu regeln und hierbei gleichzeitig auch andere wirtschaftliche Fragen zu erörtern. Japan und der China-Konflikt. Tokio, 12. Nov. (Ostasiendienst des DNB.) Kriegsminister General H a t a erklärte, daß sich der .Lösung des Chinakonflikts noch „berghohe Schwierigkeiten" entgegenstellten. Japan werde der neuen Zentralregierung, deren Errichtung Hata als Voraussetzung für die Beilegung des Chinakonflikts bezeichnete, uneinge- fchränkte Unterstützung gewähren. Es sei jedoch verfrüht, zu glauben, daß mit der Schaffung einer neuen Regierung der Konflikt beendet sei. Japan müsse vielmehr alle eigenen Machtmittel für die baldige Wiederherstellung des Friedens und für den Aufbau und die Neuordnung einsetzen. Hata wies auf das neue Aufrüstungsprogramm des Heeres hin, Japan müsse auf alle Eventualitäten vorberetet sein, „unser Gegner besitzt eine beträchtliche zahlenmäßige und qualitative Stärke". Sperrzone im Nördlichen Eismeer. Helsinki, 13. Nov. (Europapreß.) Nach Melkungen aus Moskau ist auch im Nördlichen Eismeer für den Schiffsverkehr ein Sperrgebiet eingerichtet worden, das sich vom Varan- ger Fjord bis zur Oljena-Jnsel erstreckt und auch die Küstengebiete der Fischer-Halbinsel erfaßt. Der Schiffsverkehr führt 40 Seemeilen von der Fischerund Kola-Halbinsel vorbei. An der Kola-Küste wurden russische Küstenwachtschiffe statto- itieri Kleine politische Nachrichten. Der Führer hat auf Vorschlag des Stabschefs einem Sturm der Standarte 16 (List) den Namen „Franz Lutz" und dem Technischen Sturm der Obersten SA.-Führung Reichsautozug Deutschland den Namen „Eugen S ch a ch t a" verliehen. * Zmn ersten Male seit Kriegsbeginn fanden sich die Oberinnen der 67 Mutterhäuser vom DRK. im DRK.-Präsidium #u einer Arbeitstagung zusammen. Sie gaben einen anschau- nchen Ueberblick über den Einsatz der Schwestern des DRK. im Sanitätsdienst der Wehrmacht. Die Oberinnen berichteten über ihre Erfahrungen, die nun zur Förderung der Weiterarbeit verwertet werden. * In Krakau, am Sitz des Generalgouverneurs für die besetzten polnischen Gebiete erschien am Sonntag erstmals die für das gesamte Gebiet des Generalgouverneurs be-fthnmte „W arschauer Zeitung". Mit ihr ist eine neue deutsche Ostzeitung ins Leben gerufen worden, die die Traditton der volksdeutschen Blätter im ehemaligen Polen fortsetzt. Zur Durchführung der vermögensrechtlichen und wirtschaftlichen Aufgaben, die aus der Rückwanderung und Umsiedlung von Reichs- und Volksdeutschen aus dem Ausland, insbesondere aus den baltischen Staaten, nach dem Reichsgebiet erwachsen, Wurde die Deutsche Umsiedlungs-Treuhand. Gesellschaft m. b. H. mit dem Sitz in Berlin gegründet. Es ist beabsichtigt, alsbald Tochtergesellschaften oder Zweigniederlassungen i n Riga, Reval und Posen zu errichten. Vor- itzer des Aufsichtsrats ist Staatssekretär z. b. V. Wilhelm Keppler. Am Samstag früh 4.45 Uhr ertönten in P a- ris b i e Alarmsirenen, die man seit über einem Monat nicht mehr gehört hatte. Die Entwarnung erfolgte um 6 Uhr. * Nach einer Meldung aus London erklärten gerettete Besatzungsmitglieder des gesunkenen britt- schen Dampfers „Carmarthen C o a st", daß das Schift in der Nordsee nahe der englischen Nordostküste nach einer furchtbaren Explosion an Bord sa n k.Die Explosion sei derartig heftig gewesen, daß das Schiff nach wenigen Minuten in den Wellen verschwunden sei. Zwei Be- Die holländische presse Oer Zweck des britif Amsterdam, 11. Nov. (Europapreß.) Mehrere holländische Blätter treten den alarmierenden Nachrichten über eine unmittelbare Gefahr für die holländische Neutralität entgegen. Der „Nieuwe Rotterdamsche Eourant" stellt fest, daß die wilden Gerüchte der letzten Tage, die sich besonders mit der Lage Hollands und Belgiens befaßten, ihren Ausgangspunkt in der Presse von kriegführenden Nationen hatten und daß man sie deshalb mit kühlem Kopf zur Kenntnis nehmen müsse. Der „Telegraaf" stellt fest, daß alle Berichte seiner Ausländskorrespondenten sich ohne Ausnahme gegen die alarmierenden Gerüchte wendeten, die besonders in der englischen Presse gegen Holland in Umlauf seien. Der „Telegraast kommt zu der Fest- stellung, daß die deutsche Presse gegen Holland eine ruhige Haltung einnehme. Dagegen hat die Berichterstattung von gegenwärtig in Holland arbeitenden englischen und französischen Presse- Vertretern zu Bean st an düngen der holländischen Regierung geführt. Wie der Pressechef der holländischen Regierung mitteilte, erhielten heute eine Reihe von ausländischen Pressevertretern eine schriftliche Verwarnung. Hierin hieß es, sie hätten zu gewärtigen, daß ihre weitere journalistische Tätigkeit in Holland durch die Regierung unterbunden werden würde, falls sie weiter mit ihrer alarmierenden Press eb erichterstattun g fortfahren sollten. „Giornale d'Jtalia" verweist darauf, daß schon in der vergangenen Woche die englisch-französische und amerikanische Presse versucht hat, der Bevölkerung Hollands die Ueberzeugung einzutrichtern, daß Holland sehr bald das „Opfer eines deutschen Angriffs" fein werde. Die holländische Presse habe, gestützt auf die Erfahrungen der Vergangenheit, durch Zurückhaltung diesen Ausstreuungen den Boden entzogen und nachgewiesen, daß die wachsende Alarmstimmung vollkommen unbegründet sei. Auffallend sei die trotzdem in der holländischen Oeffentlichkeit entstandene nervöse Stimmung. Eine Erklärung hierfür sei nur darin zu finden, daß Langemarck — Von Oberstleuin Die Schlacht an der Marne ist geschlagen. Die Waage im Westen ist ausgeschwungen. Es gibt vorerst keine Sieger und Besiegten. Die Front von der Schweizer Grenze bis zur Oise und Aisne erstickt in Gräben und Unterständen. Nur im Nordwesten bleibt noch Raum zur freien Entfaltung der Kräfte, winkt noch die Hoffnung auf den allein Sieg bringenden Bewegungskrieg. Jede Partei sucht in diesen September- und Oktobertagen des Jahres 1914 der anderen die offene Flanke abzugewinnen. Der große Wettlauf zum Meere hat begonnen, und im Raume Bapaume—Arras zu hart- nädigen Kämpfen geführt. Da entschließt sich um die Mitte des Oktobers General von Falken- Hayn, der an Generaloberst von Moltkes Stelle Chef des Generalstabes des Feldheeres geworden ist, vier in der Heimat neuaufgestellte Reservekorps als 4. Armee unter dem Herzog Albrecht von Württemberg auf dem äußersten rechten Flügel in Flandern einzusetzen. Die Korps bestehen in ihrem Kern aus Kriegsfreiwilligen, die in einer Kurzausbildung notdürftig zu Kompanien, Bataillonen und Regimentern zusammengeschweißt sind. An ihrer Spitze stehen meist ältere, bereits vor dem Kriege oer- abschiedete aktive Offiziere und Reserveoffiziere. Es haben sich Bedenken gegen diesen ihren Fronteinsatz erhoben. Aber General von Falkenhayn hat bei der gespannten Lage auf allen Fronten nicht auf sie verzichten zu dürfen geglaubt in der Hoffnung, daß „ihr stürmischer Angriffswille und ihre ungebrochene Schwungkraft alle Mängel, die ihnen sonst anhaften, ausgleichen würden". Er hoffte wohl auch, daß die Korps bei ihrem Stoß in die Flanke des Gegners nur auf schwachen Widerstand stoßen würden. Leider hat er sich getäuscht! Die Engländer haben aus Sorge um ihre Basis auf dem Festland: die Kanalhäfen, ihr Expeditionskorps — langgediente Berufssoldaten — aus feinen Stellungen an der Aisne herausgelöst und nach Flandern gefahren. Ihm gesellen sich erprobte französische Divisionen und die Reste der belgischen Armee zu, die gesonnen sind, den letzten freien Zipfel heimischen Bodens mit aller Kraft zu verteidigen. Es ist die Elite des alliierten Heeres, die sich den Neulingen auf dem Schlachtfeld entgegenwirft. So vollendet sich ihr Geschick. In den letzten Oktobertagen schreiten sie zum Sturm. So wie sie es daheim in Döberitz und Münsingen gelernt haben, gehen sie in dichten Schützenlinien vor, die Offiziere weit vor der 5nmt, die Reserven wenige hundert Schritt dahinter. Kem Schuß fällt von jenseits. Schon sieht man Dix- muiden, Langemarck, Bixschoote, die gewiesenen Ziele, unmittelbar vor sich. Schon glaubt man den Sieg gewonnen. Da prasselt die Hölle los aus Büschen und Hecken, Häusern und Scheunen. Die Linie stockt, wirft sich noch einmal vorwärts, wird vom Feuer zu Boden gezwungen, greift zum Ge- wehr. Aber kein Gegner ist zu erspähen. Er hat das Tarnen in den vergangenen Kriegswochen nur zu gut gelernt Ein ungleiches Ringen beginnt, zieht sich über Tage und Wochen in immer wieder erneuten Sturmversuchen hin: hier Kriegserfahrung, überlegtes Geizen mit jedem Schuß — dort Draufgängertum, hingebungsvolles Verschwenden jugendlicher Kraft. r v Und doch wäre den Jungen fast der Sieg »Ugefallen, Wir wissen heute aus den Berichten ihrer satzungsmitglieder seien durch die Explosion getötet und sechs weitere verletzt worden. * Die antienglische Aktivität der irischen Nationalisten hat die nordirische Regierung zur Verhaftung einer größeren Anzahl politisch Verdächtiger veranlaßt. Bisher wurden 65 Personen auf Grund der außerordentlichen Kriegsvollmachten der Regierung festgenommen und von Belfast in das Zuchthaus von Londonderry eingeliefert, wo sie bis zum Ende des Krieges in Hast bleiben sollen. ♦ Der britische Botschafter in Tokio Sir Robert Eraigie hatte eine lange Unterredung mit Un- terftaatsfetretär T a n i. Man glaubt, daß Craigie damit die Wiederaufnahme der Verhandlungen über den Streitfall von Tientsin bezweckte. gegen wilde Gerächte. chen Lügenfeldzuges. Holland sich nur allzu lau den Uebergrif- fen Englands widersetzt habe. Die englische Stimmungsmache suche mit aller Macht die Lage für die eigenen Ziele auszunutzen. In einigen Amsterdamer Kreisen, die als absolut objektiv eingeschätzt werden müßten, vertiefe sich daher immer mehr die Ueberzeugung, daß England Del ins Feuer gieße und immer größeren Nachdruck auf haltlose, aber alarmierende Nachrichten lege, um sich einen Vorwand für die Verwirklichung eigener Ziele zu schaffen. Die Lehren des Weltkrieges. ,Lswestija" gegen englische Lügen. Moskau, 12. Nov. (Europapreß.) Das russische Regierungsorgan ,Hswestija" wendet sich gegen die Meldung des Londoner „Daily Expreß", wonach Stalin die letztenVorschlögederFinnen zurückgewiesen habe, was von der russischen Agentur Taß bereits dementiert worden ist. „Die englische Lügen- und Hetzkampagne", so schreibt die Zeitung, „trat klar und deutlich schon i m Weltkrieg in Erscheinung. Im September 1939 wurde das Gerücht verbreitet, Tausende von englischen Flugzeugen und Tanks seien in Polen angekommen oder auf dem Wege dahin. Dies erinnert an die englische Behauptung vom Dezember 1914, wonach riesenhafte russische K o - fatenarmeen in Schottland und Nordengland gelandet seien. Diele behaupteten, daß sie mit eigenen Augen die Kosaken gesehen hätten, wie sie bei ihrer Ankunft den Schnee von ihren Mützen schüttelten. — Auch jetzt streuen die Engländer verschiedenartige Lügengerüchte aus, besonders in den neutralen Ländern, und vor allen Dingen in den Vereinigten Staaten. Aber die Lehren des Krieges sollen nicht vergessen werden. Im Gegenteil, man soll die Ziele des jetzigen imperialistischen Krieges entschleiern." »or 25 Zähren, nt a. D. Benary. Gegner, wie nahe sie daran waren, in Ypern einzumarschieren und damit dem Krieg die so heiß- ersehnte glückliche Wendung zu geben. Schon ist im Norden das III. Reservekorps, das sich nach der Eroberung von Antwerpen ihnen angeschlossen bat, über den Yserkanal vorgedrungen, schon hängt das Schicksal von Dixmuiden an einem seidenen Faden, da rufen die Alliierten die Elemente zu Hilfe. Sie öffnen die Schleusendes Yser-Kanals und lassen das Meer ins Land. Gang Flandern von Dixmuiden bis zur Küste wird ein unendlicher See. Zähneknirschend müssen die Divisionen des rechten Flügels über den Kanal auf das trockene Höhengelcinde des westlichen Ufers zurückgenommen werden. Der Weg in die rechte Flanke des alliierten Heeres ist endgültig verbaut. Nie wird man das Heldentum der jungen Regimenter genug rühmen können! Nicht einmal nur, nicht nur bei Langemark allein ist, wie man nach dem nüchternen Heeresbericht meinen könnte, das Deutschlandlied aufgeflungen; nein, Dutzende von Malen, an allen Stellen der Front, wo immer zum Sturm sie sich aufraffte. In wenigen Stunden sind unter den Schauern der Vernichtung, unter dem Stöhnen det Verwundeten, vor den brechenden Augen der Sterbenden die Jünglinge zu Männern geworden, die ihr Schicksal auf sich nahmen, die dem Schrecken des Matenals, dem Wüten der Elemente ihr starkes Herz entgegenwarfen, die im Rasen der Schlacht zu wahren Soldaten wurden. Aber auch jener sei in Ehrfurcht gedacht, die ihre Führer waren, jener Grauköpfe, die, als sie sie ausbildeten, ihr Bestes geben, die trotz ihres Alters alle Mühen mit ihnen teilten und ihnen hier vor Ypern vorzusterben wußten. Der einzige und schwerste Vorwurf gilt denen, die vor dem Kriege der Heeresleitung die Mittel versagten, Deutschlands gesamte wehrfähige Jugend für den Entscheidungskampf vollwertig auszubilden. Langemarck wurde uns zum Symbol, daß der Geist, in dem jene Jugend starb, an deren Seite wir kämpften, nie unter uns erlöschen dürfe, daß er ein Deutschland schaffen müsse: wehrtüchttg, wehrwillig, bereit zu jedem Opfer für die Wiederaufrichtung des Reiches, den Fortbestand der Nation. Heute, in den Tagen, da die Erinnerung an Langemarck zum 25. Male wiederkehrt, stehen wir dankerfüllten Herzens vor der Erfüllung dieser unserer Wünsche. Erleichtertes Ehestandsdarlehen während des Krieges. Unter den Erleichterungen, die bei Eheschließungen im Falle der Einberufung zugestanden werden, ist nicht zuletzt beachtlich, daß auch während des Krieges die Ehestandsdarlehen des Reichs weiter geführt werden. Gerade jetzt fassen viele junge Leute den Entschluß, die eigentlich erst etwas später beabsichtigte Gründung des eigenen Hausstandes sofort zu vollziehen. Das Ehestandsdarlehen des Reiches sorgt dafür, daß dieser Entschluß nicht etwa aus Mangel an Mitteln scheitern muß. Um sicherzustellen, daß möglichst viele Volksgenossen aus den für diesen Zweck zur Verfügung stehenden Reichsmitteln bedacht werden können, wurde der Höchstbetrag der Ehestandsdarlehen vorläufig auf 600 RM. festgesetzt, eine Summe, die fast dem Durchschnittsbetrag der Überhaupt beanspruchten Darlehen enfipricht. Zugleich wurde eingeführt, daß die Tilgung gestundet werden kann, olange durch Einberufung des Mannes die Tilgung eine Härte bedeuten würde. Immerhin sind die Tilgungsbeträge so gering, daß die Stundung wohl nur selten beantragt werden wird. Schon nach der Geburt des ersten Kindes werden 25 vH. der Darlehenssumme gestrichen. Anderseits sind für die Dauer der Kriegszeit noch eine Reihe formaler Erleichterungen erfolgt. Sozialversicherung der Dienstverpflichteten. Versicherte, die auf Grund der Verordnung zur Sicherstellung des Kräftebedarfes für Aufgaben von besonderer staatspolitischer Bedeutung durch die Arbeitsämter dienstverpflichtet worden sind, bleiben weiter in ihrem bisherigen Versicherungszweig oer- ichert. Maßgebend für die Höhe des Beitrages ist der zuletzt an den bisherigen Versicherungsträger gezahlte Beitrag. Für selbständige Handwerker gilt das Gesetz über die Altersversorgung für das deutsche Handwerk weiter. Der Unternehmer er- tattet einem dienstverpflichteten Handwerker die Hälfte des vor der Verpflichtung regelmäßig entrichteten Beitrages ober der entsprechenden Lebens- veificherungsprämie. Waren Dienstverpflichtete unmittelbar vor ihrer Heranziehung zu einer zeitlich begrenzten Dienstverpflichtung Mitglied eines anderen Träger der sozialen Krankenversicherung, o ruhen die Mitgliedschaft bei dem bisherigen Träger und die sich hieraus ergebenden Rechte und Pflichten für die Dauer der Dienstverpflichtung. Ungediente Jahrgänge im Polizeidienst. Der TO i n i ft errat für die Reichsverte i d i g u ng hat eine Verordnung über die Ein- tellung von Wehrpflichtigen in die Schutzpolizei des Reiches verfügt, nach der im Einvernehmen mit dem Oberkommando der Wehrmacht Wehrpflichtige bei der Schutzpolizei des Reiches e i n g e ft e 111 werden können. Sie werden als Polizeianwärter oder Polizeiwachtmeister eingestellt und find Polizeivollzugsbeamte im Sinne des Polizeibeamtengesetzes. Die in der Schutzpolizei abgeleistete Dienstzeit der eingestellten Wehrpflichtigen wird auf die Wehrdienstpflicht angerechnet. Es handelt sich hierbei um ungediente Wehrpflichtige der Geburtsjahrgänge 1909 bis 1912 und in beschränkter Anzahl der Geburtsjahrgänge 1918 bis 1920. Die endgültige Einstellung erfolgt auf Lebenszeit in den verschiedenen Teilen der Deutschen Polizei. Bei der Besoldung wird auf das Lebensalter des einzelnen Rücksicht genommen. Aus aller Wett. Dem Gedenken der Helden von Langemarck. Zum Gedenken der bei Langemarck vor 25 Jahren Gefallenen legten im Glockenturm des Olympia- tadions der Vorsitzende des Langemarck-Ausschusses beim Jugendführer des Reiches, Generalmajor Freiherr Grothe, und Bannführer M i n u t h den Kranz der Jugend nieder. Im Beisein des Vertreters des Reichsstudentenführers, Standartenführer Trumpf, erfolgte dann im Ehrenmal Unter den Linden die Kranzniederlegung der HI. und des NSDStB. Eine Abordnung der Studenten der Universität Berlin und eine Ehrenformatton der HI. und des JV. des Gebietes Berlin hatten Aufstellung genommen. General Freiherr Grothe, der für feine besonderen Verdienste vom Reichsjugendführer das Goldene Ehrenzeichen der HI. erhalten hat, schritt die Fronten ab. 25 Jahre deutsches Krankenhaus in Agra. Dor wenigen Tagen konnte das deutsche Krankenhaus in Agra — eine Schwesteranstalt der Deut- fchen Heilstätte Davos-Wolfgang (Engadin) — auf das 25jährige Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlaß war der langjährige Förderer und Freund des Hauses, Geheimrat Sauerbruch, zugleich in Vertretung des verhinderten Vorsitzenden des Vorstandes, Staatsrat von Stauß, erschienen. In einer Ansprache an die Gäste und Angestellten des Hauses würdigte Geheimrat Sauerbruch p-ie Verdienste Agras um die Tuberkulosebekämp- fund, sprach vom wahren Arzttum, gedachte der engen Verbundenheit Agras mit der in schwerem Kampfe stehenden Heimat und betonte die besonderen Beziehungen zum schweizerischen Gastland. Der Leiter des Hauses, Professor Dr. Hanns Alexander, dankte Geheimrat Sauerbruch herzlich. Drei Tale bei einem verkehrsunfall. Ein folgenschwerer Verkehrsunfall ereignete sich in Hersfeld am Stadtausgang nach Hünfeld zu. In der dorttgen Kurve der Bebra— Frankfurter Straße begegneten sich aus entgegengesetzter Richtung kommend ein Lastzug aus Karlsruhe und ein mit mehreren Personen besetzter Wagen. Der Vorderwagen des Lastzuges war noch gut vorbeigekommen: sein Anhänger jedoch rammte den Wagen. Hierbei wurden dessen Ueberdachung und Seitenfront eingedrückt bzw. heruntergerissen. Eine Person wurde sofort getötet und fünf weitere Personen wurden schwer verletzt. Don den Schwerverletzten sind inzwischen zwei gestvr- b e n. Schwerer Sturm auf dem Schwarzen Meer. Auf dem Schwarzen Meer und an seinen Küsten wütete ein außergewöhnlich heftiger Sturm, der schweren Schaden anrichtete. Da der Sturm aus Südwesten kam, der rumänische Hafen von Consta n z a aber nur nach Norden und Nordosten geschützt ist, waren die in dem Hafen verankerten Schifte stark gefährdet. Einige rissen sich von den Ankern und Haltetauen. Der griechische Dampfei „Arcadia", der mit Schafen und Rindern nach Haifa ausgefahren war, mußte umkehren. Infolge der schweren Brecher, die über das Schift hinweggingen ertranken 15 0 Schafe. — Der türkisch Dampfer „Samson", mit dem ein zweiter Transpor türkischer Auswanderer aus der Dobrudscha abgehen sollte, mußte seine Ausfahrt verschieben. Eine Fra/ ist infolge der Kälte und des Unwetters vor Ent kräftung gestorben. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein: für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Han» Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr^Zur Zett .ilt BnisMs Nc, 4 W MM ' ein Lo Bim meloi WJite ?«iöö[ gin Äoty tonen färffy *5^em ÖQne & ttttTQ Ipnfu 05036 (Genaue Anschrift des Lestellers) Gießen (Stephanstr. 45), den 13. Nov. 1939. gesetzt werden. 6! Frau Elisabethe Döpp und Kinder. Alten-Buseck, den 13. November 1939. Oswaldsgarten 6801D lÄpielhaus Gießen Für die überaus vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie für die reichen Kranzspenden und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers am Grabe unseres lieben Entschlafenen danken auf diesem Wege herzlichst (Zeldpostanschrist genau angeben) Die Äezugsrechnung zahlt: Einspaltige Kleinanzeigen werben zum er« mäßigten Grund- vreis von 5 Pf. fürdteMilltmeter. teile veröffentlicht Die Trauerfeier ist Dienstag, den 14. Nov., 15 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes. ____________________________________6807V Schnell getrocknet durchlüftet und aufgelockert wird das Haar nach dem Waschen durch die Heißluftdusche. Lassen Sie sich dieses und die anderen Elektro-Geräte mal zeigen bei setzungen für die Gewährung von Familienunterhalt nur hinsichtlich des Sicherungsbeitrages vorliegen. Sie wird auch solchen Einberufenen bewilligt, die familienunierhaltsberechtigte Angehörige nicht haben. Endlich wird sie den an der Rückkehr aus dem Ausland infolge feindlicher Gießen, den 13. November 1939. Die Trauerfeier fand in aller Stille statt Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. Uneinheitlich. Frankfurt a. M., 11. Noo. Zum Wochenschlutz entwickelte sich an der Börse nur wenig Geschäft, da die Zurückhaltung im wesentlichen fortbestand. Indessen war die Grundstimmung freundlich, da neben kleinen Abgaben auch weiteres Kaufinteresse vorlag. Infolge der Marktenge war die Kursgestaltung für Aktien freilich wieder uneinheitlich, die durchschnittlichen Veränderungen hielten sich zumeist unter 1 v. $). Etwas mehr abweichend waren BMW. mit 139,25 (140,75), anderseits Scheide- anstatt mit 208,25 (206). Von den Hauptwerten gingen AEG. auf 114,75 (115,40), Rheinstahl auf 129 (130), Verein. Stahl auf 93,50 (94), Mannesmann auf 102,50 (103) und Deutsche Erdöl auf 131,50 (132,50) zurück, während Farbenindustrie mit 158,13 (158,25) behauptet lagen. Zellstoffpapiere bröckelten bis 0,75 v. H. ab, auch Maschinenwerte lagen vorwiegend 0,50 bis 1 v. 5). unter gestern, ferner Bau- und Baustoffwerte. Elektropapiere wiesen nur wenig Notierungen auf, Betula 1 v. H. höher mit 151,50. Auch im Verlaufe war das Geschäft unverändert klein, so daß zweite Notierungen kaum erfolgten. JG.-Farben bei ruhigem Geschäft 0,40 v. H. erhöht auf 158,50. Am Einheitsmarkt entwickelten sich dis Kurse ebenfalls ungleichmäßig, fest u. o. Ada-Ada< Schuh mit 119 (117). In den fe st verzinslichen Werten waff die Umsatztätigkeit gleichfalls begrenzt, die Haltung blieb bei einiger Nachfrage fest. Liqui-Pfandbriefs zogen 0,13 bis 0,40 v. H., Industrie-Obligationen größtenteils 0,25 bis 0,50 v. H. an, während Staatspapiere und Stadtanleihen sowie Pfandbriefe un« verändert lagen. Von Auslosungsallleihen Reichsaltbesitz auf die bevorstehende Ziehung weiter gesucht mit 135,70 (135,30), ferner Mannheimer Alt« besitz 133 (132,50) und Dekosama II 158,75 (158,25). Steuergutscheine I und II stellten sich bei relatill regen Umständen 0,13 bis 0,25 v. H. höher. Der Freiverkehr war ftiH TagesgelL mw verändeti 2 v. H. MMvoMMud Des «emMeigers hält die ersehnte Verbindung unserer Soldaten und unserer Arbeitsmänner mit ihrer oberhessischen Heimat täglich aufrecht! — Senden Sie an uns die Anschrift Ihres Familienangehörigen oder Ihres Freundes ein,- alles übrige wtrd von hier aus pünttlich erledigt. An den Bering öes Siebener Anzeigers, Sieben Versenden Sie den Gießener Anzeiger zum Äezugspreis von RM. 2.05 für den Monat unter folgender Anschrift: IRUIBUNAX der wirklich schmackhafte Tee zum Abendbrot 50 Pfennig Kräuterhaus Jung, Gießen Mantel für 12jährigen Knaben 10 Rm. Mandoline 9 Rm. Schrankgrammophon mit Platten . Steintöpfe verschied. Grüß, von 1-30 Liter zu verkaufen. Wo?sagtdieGe- schäftsst. d.G.A. Giefeener Konzertverein Sonntag, 19. November 1939, 16.30 Uhr, Univ.-Aula Erstes Solistenkonzert An Stelle der erkrankten Poldi Mildner: Klavier-Abend Claudio Arrau Werke von Mozart / Beethoven / Schumann / Liszt Der Konzertflügel ist vom Pianohaus Schönau, Bahnhofstraße 76 Eintrittskarten: l.OO, 1.50, 2.25 und 3.00 RM. bei Ernst Challier, Musikalienhandlung ,Neuenweg 10, Fernruf 2671, und an der Abendkasse. Studentenkarten gegen Ausweis 80 Pf. im Kollegiengebäude. KdF.-Feierabendring und Militär (Unteroffiziere und Mannschaften) halbe Preise. osoM Mein lieber Mann, unser lieber, guter Vater, Bruder, Schwager und Onkel Adolf Mörler ist für immer von uns gegangen. • In Trauer: Philippine Mörler, geb. Klaus - Hildegard und Klaus Mörler. | Verkäufe Schwer., tracht. Simmentaler Rind anf. Dezember kalbend, zu verk. Heinr. Walther, Münzenberg, Steinw.l0s 6 7 82D wett mehr ausgenützt wird als bet uns, blieb« um verwertet und die Industrie, die auf die Erzeugung der Packpapiere eingestellt und angewiesen ist. würde geschädigt. Diese stellt aber innerhalb dev Papiererzeugung einen wefenttichen Bestandteil dar^ gefahren, ohne seine Scheinwerfer und das Schlußlicht abzublenden. Einem Ladeninhaber wurde vorgeworfen, daß er am Abend des 2. Oktober nicht die vorgeschriebene Verdunkelung durchgeführt habe. Es war ihm ein Strafbefehl über 50 RM. zugestellt worden. Der Geschäftsmann beantragte richterliche Entscheidung. Von seinen drei Schaufenstern hatte er an dem Abend eines abgeblendet. Es kam ein Kunde, der es eilig hatte, weil er zur Bahn wollte, und der Geschäftsmann bediente diesen Kunden. In diesem Augenblicke erschien ein Polizeibeamter in dem Laden und forderte die Verdunkelung. Der Geschäftsmann soll gesagt haben: „Erst kommt die Kundschaft und dann die Verdunkelung." Der Beamte vertrat einen anderen Standpunkt, nämlich den, daß erst die Verdunkelung komme, eine Ansicht, die der Oberamtsanwalt in der jetzigen Verhandlung als durchaus richtig bezeichnete. Die Beweisaufnahme drehte sich um die Frage, um welche Zeit sich der Beamte in dem Geschäft eingefunden hatte. Der Beamte bekundete, daß es 18.30 Uhr war. Drei Zeugen, darunter zwei Angestellte des Angeschuldigten, sagten aus, daß es noch nicht dunkel, sondern dämmrig, bzw. vor 18.30 Uhr gewesen sei, als der Beamte sich einfand. Der Vorsitzende stellte fest, daß an dem Tag Sonnenuntergang um 17.59 Uhr war und daß zwischen Sonnenuntergang und völliger Dunkelheit noch eine Spanne Zeit liege. Nach Ansicht des Beantten muß Verdunkelung eintreten, sobald ein Licht eingeschaltet wird. Nach seiner Aussage setzten jetzt um 17 Uhr Kontrollen ein und wer nicht verdunkelt habe, dem werde der Laden geschlossen. Der Vorsitzende wies auf die allgemein gültige Bestimmung hin, wonach die Verdunkelung vom Einbruch der Dunkelheit bis zum Hellwerden erfolgen müsse. Der Vertreter der Anklage beantragte Bestrafung des Beschuldigten, da er nach eingetretener Dunkelheit seinen Laden nicht verdunkelt habe. Das Gericht sprach den Geschäftsmann mangels Beweises frei. Nach Aussagen des Polizeibeamten sei es 18.30 Uhr und bereits dunkel gewesen. Diese Aussage aber stehe im Widerspruch mit den Bekundungen der drei Zeugen. Landkreis Gießen. s. Lang-Göns, 13. Nov. Am 16. November vollendet unser drittältester Einwohner, Konrad Wilhelm R o m p f, Obergasse, sein 8 5. Lebensjahr. Der Jubilar ist körperlich verhältnismäßig recht rüstig und verrichtet noch kleinere Arbeiten im Hause. Die jetzigen Zeitereignisse verfolgt er mit größter Anteilnahme. Wir wünschen dem alten Herrn noch viele sonnige Jahre._________________ Am 8. November ist mein Heber Mann, unser guter Vater und Großvater Friedrich Brunotte von seinem schweren Leiden erlöst worden. Die trauernden Hinterbliebenen: Berta Brunotte und Kinder. Bekanntmachungen. Ausweisvflicht. Nach § 2 der Verordnung über den Patz- und Sichtvermerk-Zwang sowie über den Ausweiszwang vom 10. September 1939 ist jeder über 15 Jahre alte deutsche Staatsangehörige und jeder Angehörige des Protektorats Böhmen und Mähren verpflichtet, sich jederzeit durch einen von einer Behörde oder von einer parteiamtlichen Dienststelle ausgestellten Lichtblldausweis über seine Person auszuweisen. Ausländer sind verpflichtet, jederzeit einen Patz mit sich zu führen. Diese Bestimmungen sind nicht erlassen worden, damit sie nur auf dem Papier stehen. Es liegt vielmehr im Interesse des Reiches wie der Bevölkerung selbst, daß die Ausweisvflicht möglichst vollständig durchgeführt wird. Sie dient ebenso sehr der Sicherung des Reiches gegen Schädlinge jeder Art, wie auch dem Schutz der Bevölkerung gegen Belästigungen und Beeinträchtigungen, zum Beispiel während der Luftschutzverdunkelung. Denn wenn jedermann verpflichtet ist, sich durch einen amtlichen Lichtbildausweis über seine Person auszuweisen, wenn er nicht zur Feststellung seiner Personalien festgenommen werden will, so bedeutet dies eine starke Hemmung für alle Elemente, die Uebles im Schild führen und dabei hoffen, sich gegebenenfalls durch Angabe falscher Personalien oder mit anderen Ausreden aus der Schlinge zu ziehen. Andererseits schafft die Ausweisvflicht für jeden einwandfreien Volksgenossen eine Sicherung gegen falschen Verdacht und unnötige Belästigung, da er sich, wenn er die gesetzlichen Bestimmungen einhält, jederzeit über seine Person ausweisen und Verwechslungen aufklären kann. Im Interesse des Volkes und des Reiches wird deshalb im steigenden Matze die Befolgung der Ausweisvflicht kontrolliert und durchgesetzt werden. Jeder mutz jederzeit und an jedem Ort damit rechnen, daß er von Polizeiorganen zur Vorlage seines Lichtbildausweises aufgefordert wird. Insbesondere ist die Polizei angewiesen, während der Luftschutzverdunkelung stichprobenweise die sich außerhalb ihrer Wohnungen aufhaltenden Personen auf ihre Ausweise zu kontrollieren. Wer sich bei Dunkelheit ohne amtlichen Lichtbildausweis außerhalb seiner Wohnung bewegt, muß damit rechnen, zur Feststellung seiner Personalien vorübergehend festgenommen zu werden. Es wird deshalb empfohlen, daß jeder, der noch keinen amtlichen Lichtbildausweis besitzt — ein großer Teil der Bevölkerung ist zweifellos bereits mit solchen Ausweisen versehen — sich alsbald einen solchen beschafft. Auf jeden Fall steht jedem deutschen Staatsbürger die Kennkarte zur Verfügung, deren Ausstellung jederzeit bei der zuständigen Ortspolizeibehörde beantragt werden kann. Die Erfüllung der im Interesse des Volkes Aus der engeren Heimat. Mit dem Personenauto gegen einen Baum. Am Samstag gegen Wend ereignete sich in Langsdorf am Ortsausgang von Hungen her ein schwerer Derkehrsunfall. Dort rannte ein Personenauto mit großer Geschwindigkeit infolge Schleuderns beim Ueberholen eines Fuhrwerks gegen einen Baum. Beide Insassen des Kraftwagen wurden schwer verletzt und mußten nach Gießen in Krankenhausbehand- lung verbracht werden. Telegraphenmast stürzt in Menschengruppe. Line lote, zwei Schwerverletzte. LPD. W e tz l a r, 12. Nov. Am Freitag ereignete sich in Kröffelbach ein schwerer Unglücksfall. Eine Zugmaschine mit zwei Anhängern, bi" von Brandoberndorf nach Wetzlar fuhr, wollte einer auf der Straße stehenden, in voller Tätigkeit befindlichen Dreschmaschine ausweichen. Dabei streiften die Fahrzeuge einen TelegraphemDoppelmast. Der Mast stürzte um und schlug mitten in eine Gruppe von Personen, die an der Dreschmaschine arbeiteten und nicht mehr rechtzeitig beiseite springen konnten. Die Wirkung war furchtbar. Eine junge Frau wurde sofort getötet, ein junges Mädchen erlitt eine Verletzungder Wirbelsäule, während ein vierjähriges Kind eine G e - Hirn ers ch ütte rung davontrug. Ein drei Jahre altes Kind konnte im letzten Augenblick zurückgerissen werden. Die Schwerverletzten wurden in das Wetzlarer Krankenhaus eingeliefert. Derdunkelungsfraaen vor Gericht. Lpd. Frankfurt a. M., 10. Nov. Dor dem Amtsgericht wurde erstmals gegen Personen verhandelt, die gegen die Verdunkelungsvorschriften verstoßen hatten. Ein Autofahrer hatte einen Strafbefehl über 10 RM. erhalten, weil er aegen §9 des Luftschutzgesetzes verstoßen haben sollte. Der Beschuldigte legte Einspruch ein. In der Verhandlung vor dem Amtsgericht beantragte der Oberamtsanwalt eine Erhöhung der Strafe auf 50 RM. Das Gericht erkannte auf die im Strafbefehl ausgesprochene Strafe. Der Mann war auf einer geraden Straße Bindfaden nichi aufschneiden! Eigentlich müßten diese Worte über jedem Paket stehen, um die gedankenlosen oder leichtfertigen Menschen vor dem Aufschneiden der wertvollen Bindfäden zu warnen. Bindfäden sind knapp, denn die Hanf- und Juteeinfuhr steht für andere, wichtigere Zwecke zur Verfügung, und der „Privatde- darf" muß zurückstehen. Da aber die Planwirtschaft des Vierjahresplanes längst vorgesorgt hat, brauchen wir nun nicht etwa mit halbaufgerissenen Paketen umherzulaufen, sondern haben durch Klebestreifen ein gutes Hilfsmittel praktischer und haltbarer Verpackungsart. Ja, die mit Griffen versehenen Klebstreifen, wie sie häufig verwendet werden, ermöglichen ein mindestens so bequemes Tragen der Päckchen wie die Bindfadenumschnürungen Mit Knebel. Die meisten Haushaltungen haben sowieso noch Bindfäden zur Verfügung, weil jede sorgliche Hausstau die Verpackung niemals aufschnitt, sondern mit viel Geduld aufknüpfte. Das wird in Zukunft in jedem Haushalt Grundsatz werden müssen. Auf diese Weise sind Bindfäden lange Zeit hindurch immer wieder gebrauchsfähig. Ebenso wie wtt mit den Bindfäden sparen, verzichten wir auf unnötige Verpackung. Doppeltes und dreifaches Verpacken, wie es früher vielfach üblich war, hat längst aufgehört. Jeder nimmt nach Möglichkeit schon alle an sich verpackten Waren ohne nochmaliges Einschlagen mit sich. Besonders kann die Verpackung vei geringfügigen Artikeln gespart werden, und es wird keinem mehr einfallen, für einen billigen Gegenstand vielleicht eine Luxusoerpackung zu verlangen. Die Verpackung muß dem Wert der gekauften Ware angemessen sein. Dabei braucht diese Ersparnis der Verpackung durchaus nicht übertrieben zu werden, etwa in der Art, daß auf jegliche Verpackung verzichtet wird, ohne Rücksicht darauf, ob die Ware darunter leidet. Eine solche Uederspitzung wäre weder zweckmäßig, noch haben wir sie nötig; denn uns steht ein wertvoller Rohstoff, nämlich das Altpapier, zur Verfügung. Altpapier findet sich in jedem Haushalt, oft sogar in „rauhen Mengen", und auch die fürsorglichste Hausstau, die es an Stelle des Brennholzes verfeuern möchte, verkauft es schließlich doch dem Altmateriatienhändler, um sich nicht ihre Oefen zu verstopfen. Durch den Verkauf wird das Altpapier wieder in den Produktionsgang eingeschaltet und erzeugt neues Packmatertal der verschiedensten Qualitäten und Größen. Würden wir also auf jede Verpackung verzichten, dann handelten wir sogar unwirtschaftlich und unsozial; denn der wertvolle Rohstoff Altpapier, der z.^B. in Nordamerika | Mietgesuche"! 1 möbLSchlafzinmi. mit 2 Betten u. Küche zu mieten gesucht. Schrift!. Angebote unter 05035 an .den Gieß. Anz. erbet. Entschädigungen im Luftschutzdienst steuei Den Luftschutzdienfwflichtigen im Wer schütz, im erweiterten Selbstschutz und im S schütz können bei Teilnahme am Luftschutz! unter bestimmten Voraussetzungen Vergütu und Entschädigungen, wie Fahrgelder, Zehrg oder Verpflegung, Tage- und Uebernachtungsg gewährt werben. Der Reichsfinanzminister ha geordnet, daß diese Entschädigungen und V> tungen aus Billigkeitsgründen nicht zur Ein mensteuer und Lohnsteuer heranzuziehen sink weit sie sich im Rahmen der Ausführungsbe mungen zum Luftschutzgesetz halten. Wenn 2 und Uebernachtungsgelder nicht in Betracht men, kann aus Billigkeitsgründen bei Gehalts- Lohnempfängern, die an ihrer Arbeitsstättk Luftschutzdienst tätig sind, das Zehrgeld auch weit steuerfrei bleiben, als es 6et einer durck Arbeitszeit und die Dienstleistung im Lufts bedingten ununterbrochenen Abwesenheit von Wohnung von mehr als 12 Stunden 2 RM. von mehr als 36 Stunden 3 RM. nicht überst Lebensversicherung wird mitbezahlt für < berufene und ihre Familien. Nachdem das Reichsaufsichtsamt für Pri Versicherung im Einvernehmen mit den beteili Reichsministern die Aufrechterhaltung von Leb Versicherungen der Einberufenen und ihrer z gehörigen sowie der von der Freimachung Betri nen durch die Einführung eines sog. Sichern beitrages generell erleichtert hat, ist nun ein E a des Reichsinnen- und des Reichsfinanzministers hierzu ergangen. Er bestimmt, daß die für die genannten Lebensversicherungen zu entrichtenden Sicherungsbeiträge als Beihtlfe im Rahmen des Familienunterhalts zu gewähren sind. Diese Beihilfe wird auch gewährt, wenn die Voraus« ry--; ! Rheuma- JU. Beschwerden Sjuii «W Herr Fritz Steteseld, Schrift- xÄ’fc-'Ä'M steiler, Nürnberg, Goethestr. 44, flBBl schreibt am 16.10. 39: „Immer wieder leide ich, befonöera in der Uebergangszeit, an rheumatischen Bes den, die ich mir im Weltkrieg zugezogeu Die Trineral-Ovaltabletten wirken bei mi vorragend. Schon wenige Tabletten mache schmerz- und beschweröesrei. Aus Dank) teile ich Ihnen dies gerne mit." Bei allen Erkältungskrankheiten. Grippe, R Ischias, Nerven- u. Kopfschmerzen haben sich die ho samen Trineral-Ovaltabletten bestens bewährt, unangenehmen Nebenwirkungen auch bei Magen ober Darmempfindlichkcit. Machen auch Sie eine such! Packung 20 Tabletten nur 79 Pfg. In Avoth. erhältlich ober durch Trineral GmbH. Mün« Feuerwehrmitglieder erhalten Lohnausf erstattet. Durch eine weitere Verordnung des .9 innenrninisters 3unr Feuerlöschwesen wird ie Erstattung des Lohnausfalls der Feuerwe glieder bei Brand- und Katastrophenbekärn geregelt. Mitglieder der freiwilligen Feuern und der Pflichtfeuerwehren, die im öffem Dienst stehen, behalten beim Einsatz während Arbeitszeit den Anspruch auf ihre Bezüge. $ freien Wirtschaft behalten sie den Anspruc Weiterzahlung des Arbeitsentgelts usw. qi Dauer bis zu zwei Arbeitstagen. Der Anspruc fällt, wenn oie Dauer des Einzeleinsatzes Stunden oder die Dauer mehrerer Einsätze i Woche vier Stunden nicht übersteigt und die lichkeit gegeben ist, die versäumte Arbeitszeit zuholen. Ueberfteigt der Einsatz zwei Arbeii und haben die Mitglieder keine sonstigen Ansv so hat die Gemeinde den Ausfall zu erstatte: die Sozialversicherungsbeiträge zu entrichten Angehörigen freier Berufe wird auf Antrag der Gemeinde eine Entschädigung gewährt, der einzelne Einsatz mehr als vier Stunden do und ein nicht wieder einzubringender Berd ausfall nachgewiesen wird. Bei mehr als dre gern Einsatz regelt der Reichsinnenminister di stattung. Die Regelung gilt auch für Werks wehren, soweit sie außerhalb ihrer Betriebe Ab heute Montag bis morgen Dienstag, den 14. November: Muogel-GMDiiine Abenteuer im Urgebiet des Dfdiungel! Eine Expedition zur größten Ruinen-Stätte der Welt: „Angkor“! Seltene und eigenartige, bisher noch nie gefilmte Tiere der Wildnis! Aufnahmen von Riesen-Waranen, den Drachen der Vorzeit! Ferner: esooA Beiprogramm undUfa-Ton-Wodjenfchau und des Reiches angeordneten Äusweispflicht wird dazu beitragen, jedem Volksgenossen un-_________ ____ ______________ __________ nötige Unannehmlichkeiten und Schädigungen zu Maßnahmen verhinderten BesatzungsrnitgliederN ersparen. 6803Dl deutscher Handelsschiffe gegeben» 6802D Nr. 266 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Montag, 15. November 1959 I Das Leben im Licht der Forschung P. B. die / m«agen, wenn man sie wirklich künstlerisch zusam- mührt. Don ihm stammen Idee und Drehbuch s „Sternes von Tetuan". Eine marokkanische «ranze nennt er den Film im Untertitel, und eine warrze von seltenem Reiz ist er auch geworden. i. j Oer Stern von Tetuan Don Dieter v. der Gchulenburg. lied sein das chen Bild „Allah Jkber — Allah Jkber — Mohamed RsoUl A—llah!" NSG. Der GauHessen-Nassau beging gestern wieder in geschlossener Einheit den Opfersonntag. Zum zweitenmal in diesem Kriegswinterhilfswerk fand sich die Bevölkerung zu diesem Feiertag des deutschen Volkes zusammen und wie im Oktober so bekundete sie auch jetzt, daß sie zu einem unerschütterlichen Block zusammengeschweißt ist mit dem festen Willen zur sozialen Tatbereitschaft und zum Einsatz für das Vaterland. In die Sammellisten, mit denen die freiwilligen Helfer des Kriegswinterhilfswerks von Familie zu Familie gingen, wurden wieder Beträge eingezeichnet, die ' stolzes Zeugnis von der Opfersreude der Volksgenossen im Rhein-Main-Gebiet ablegen. Durch die Opferbereitschaft der Bevölkerung des Gaues Hessen-Nassau wurde auch der zweite Opfer- sonntag zu einem großen Erfolg, der die Ergebnisse des Vorjahres in den Schatten stellt. In der, steigert. Wir sehen, wie der Bauer Äalami kleines Feld bestellt, wie seine Fran Fatma anspruchslose Hauswesen besorgt, ihr Söhn- und den alten Vater umhegt. Ein Idyll und des Friedens, das von Anstand und Würde, iiers : dis...« lideli 1 öti Wesentlichen ist die spanische Fassung auch des iin fc=r deutschen beibehalten worden. Mit feinem Anmut und Liebe beherrscht ist. Aber freilich, das Brot ist kärglich, und alljährlich nach der Ernte macht sich Aalami aus den Weg, um sich Arbeit zu suchen. Wir wandern nun mit ihm von Stadt zu Stadt und teilen mit ihm seine Erlebnisse. Wir begleiten ihn in die Moscheen, in denen er Allah um seinen Segen bittet, oder in das Zelt wandernder Wüstenbeduinen, die ihm Obdach und Gastfreundschaft gewähren. Wir wohnen Festen und ritterlichen Reiterspielen bei, wie dem „Pulverfest", bei dem noch zu Roß die Flinten knallen, knallen müssen, erfreuen uns an Volkstänzen und bewundern die ausgebreiteten Schätze in den Bazaren der größeren Städte. In Tetuan, der Perle Marokkos tritt zur Romantik des Orients die Kultur des Abendlandes. Die blütenüberschüttete Stadt, von wildzerrissenen Felsgebirge umgeben, ist von berückender Schönheit. In den blühenden Gebüschen schlagen die Nachtigallen. Orangen glühen in den Zweigen. Im schimmernden Glanz liegt Tetuan zu den Füßen des Beschauers,, ren zu züchten, die im Jahre 1911 begonnen wurden Und bis auf den heutigen Tage lebendig erhalten werden konnten. Das dabei entstandene Gewebe betrage jetzt das Vielfache des Gewichtes eines Huhnes. An Hand von Zeichnungen erläuterte der Redner dann die verschiedenen Stadien der Gewebeneubil- dung, den ersten Vorstoß der Lymphozyten vom Muttergewebe aus, die Nachfolge der Makrophagen und schließlich das Wachstum der Fibroplasien und des Deckepithels. Mit großem Interesse hörte man davon, daß es bei der Züchtung keine Ermüdung in der Fähigkeit der Zellteilung gebe, eine Tatsache, die mit großer Wahrscheinlichkeit darauf zurückzuführen sei, daß von dem neuentstandenen Gewebe keine Arbeitsleistung verlangt werde, während das Gewebe im lebendigen Körper doch einer heftigen Beanspruchung ausgesetzt sei. Um den Zuhörern das Wunderbare des Vorganges der künstlichen Gewebezüchtung (wie auch des Wachstums im Körper überhaupt) vor Augen zu führen, sprach der Vortragende davon, wie es Unser neuer Noman. In der beute erscheinenden Nummer des „Gießener Anzeigers beginnen wir mit der Veröffentlichung eines neuen großen Romans, der eine ungemein spannende Handlung in nicht alltäglichem Milieu sich entwickeln und abrollen läßt. Der Roman heißt „Inkognito" von Meta Brix. Er schildert den Kampt einer geschiedenen FraU um ihr Kind, das man ihr Nicht überlassen will, weil es ganz in der strengen Atmosphäre eines ehrbaren Kaufmannshauses groß werden soll. Wie nun die in ihrem Innersten getroffene Mutter Mit ebensoviel Mut wie Selbstüberwindung ein neues Leben beginnt und sich durch Klugheit und Tatkraft eine geachtete Stellung verschafft, das schildert unser neuer Roman überaus fesselnd und anziehend. Wir sind gewiß, er wird unseren Lesern in Stadt und Land eine höchst unterhaltsame, von Fortsetzung zu Fortsetzung mit freudiger Erwartung begrüßte Lektüre bieten, zumal ein krimineller Einschlag bet Handlung ungewöhnlich dramatische Steigerungen! gibt. Auszeichnung für treue Dienste. In Anerkennung langjähriger treuer Dienste hat der Führer den nachstehenden Beamten, Angestellten und Arbeitern des Landes Hessen das silberne Treudienstabzeichen für über 25jährige treue Mitarbeit verliehen. Die Auszeichnung erhielten Vermessungsoberinspektor Werner H a nitsch in Alsfeld, die Vermessungs-Inspektoren Karl Appel in Grünberg, Heinrich Land und Heinrich Oßwald in Nidda, die Verwaltungs-Inspektoren Ludwig Alles in Lauterbach, Johannes Dippel und Karl Kneisel in Alsfeld, Karl Ha nitsch in Lauterbach, Heinrich Müller in Schotten, Wilhelm Müller in Gießen, die Verwaltung sfekre- täre Nikolaus Hasenzahl und Heinrich Schäfer in Gießen, Friedrich Zöller in Büdingen, Aus der Stadt Gießen Stadt im Nebel. An gewappnet vor. Dornotizen. lagesfafeaber für Montag. selbst in der künstlichen Gewebezüchtung keinerlei Dhaos gebe, sondern die gleiche Gesetzmäßigkeit und Ordnung herrsche, wie in jedem lebenden Körper. Unnütze oder unnütz gewordene Formationen würden genau so abgebaut, Gifte würden genau so ^sdrgfältig aufgelöst, wie im großen und vielfältigen Zellverband eines Körpers. Jeder Teil des Gewebes wisse, was zu tun sei, Und so sei es der „Geist der lebendigen Substanz", der das ganze erfülle. Dabei vollziehe sich im lebenden Organismus aber nicht nur durch Zellteilung eine einfache Massevermehrung, sondern auch die Ausbildung der Bestimmungen, denen die einzelnen sich entwickelnden Organe zu dienen haben. Das letzte Geheimnis, das das Leben umwittere, könne aber bis heute weder von der Wissenschaft der Physik, noch von der Chemie gelüftet werden. Prof. Dr. Herzog verband mit seinen interessanten Darlegungen die Vorführung zweier Filme, die in einer auch für den Laien vollauf verständlichen Weise das Wachstum in Gewebekulturen veranschaulichten und besonders eindrucksvoll auch den Vorgang der Zellteilung vor Augen führten. Dabei hatte man Gelegenheit, den Stand der Filmtechnik im Dienste der Wissenschaft zü bewundern. Mit Hilfe von Mikroskop und Zeitraffer wurden intimste Vorgänge der Zellbildung und Zellteilung gezeigt und dabei Bewegungen und Entwicklungsoorgänge, die sich über Stunden und Tage erstrecken, auf den Zeitraum weniger Minuten zusammengedrängt. Wie der Vortrag von Prof. Surfer vor 14 Tagen gab auch der Vortrag von Prof. Herzog einer dankbaren Zuhörerschaft einen tiefen Einblick in die Wunder der Natur. Museumsdirektor Dr. Krüger, der Kreisreferent des Volksbildungswerkes, sprach zum Schluß des Vortrags herzliche Worte des Dankes an den Redner. N. Die Zeitung zur Front. Eine erfolgreiche Aktion des Gaues Hessen-Nassau. Zeitschriften. — Den Spuren polnischer Zerstörung stehen leuchtend die Zeichen deutscher Kultur gegenüber, die unter dem Titel „Schlösser in Polen" im November-Heft der „neuen I i n i e" (Verlag Otto Beyer. Leipzig) die bezaubernde Verbindung einer romantischen Landschaft mit der Festlichkeit einer edlen Baukunst zeigen. Dem Soldaten, der diese alten deutschen Kulturgüter dem deutschen Volk wieder zurückgewonnen hat, ist der Aufsatz „Wandlung des Soldaten" gewidmet. In diesem Beitrag eines bekannten Philosophen wird gegenüber der ewigen Unveränderlichkeit des soldatischen Geistes der Wandel im Wesen des Soldaten, wie er sich im Laufe der Jahrhunderte vollzog, heraus gearbeitet. Die Besinnung auf das Haus und auf die Familie als die wichtigsten Krastguellen der Nation wird die „neue linie" in der Fortsetzung ihrer Tradition als Zeitschrift der Besinnung und Verinnerlichung besonders pflegen. Deshalb fei auf den mit prachtvollen Fotos ausgestatteten Beitrag „Ein Kindsvater an einen, der es werden soll" verwiesen. 1, n Byrds Niesentank für den Südpol. Mit einem ganz neuartigen Fahrzeug von abenteuerlichen Dimensionen will der amerikanische Forscher Byrd auf seiner diesjährigen Südpolar-Expe- dition den antarktischen Kontinent durchforschen. Auf vier drei Meter hohen Rädern mit entsprechend großen und breiten Gummireifen ruht eine Art geschlossener Schiffsrumpf, der den Namen „Festland-. Schiff" rechtfertigt. Zwei Dieselmotoren mit zuiam-c men 400 Pferdekräften sollen dem 20 Tonnen scywe- ren Riesen eine Stundengeschwindigfeit bis zu 40 Kilometer geben. Im allgemeinen soll aber nur 16 Stundenkilometer mit einem Motor gefahren wer-, den, während der zweite in Reserve bleibt. Das „Festland-Schiff" ist 17 Meter lang und 4,5 Meter breit. Es enthält den heizbaren Wohnraum für vier Mann und trägt auf dem Dach ein Flugzeug. Es nimmt Ausrüstung und Verpflegung für ein volles Jahr mit und verfügt auch über eine Dunkelkammer. Natürlich ist auch eine Radio- und Radio peil- Anlage vorhanden. Mit diesem Fahrzeug will Byrd 8000 Kilometer zurücklegen. Räder und Untergestell sind so eingerichtet, daß damit Eis- und Gletscherspalten bis zu viereinhalb Meter Breite überwunden werden können. Der Wagen soll auch Steigungen bis 35 Grad nehmen können, was bei dem gebirgigen Charakter des antarktischen Kontinents sehr wichtig ist. Byrd will mit dem „Festland-Schiff" zum Südpol hin und zurückfahren, und zwar in Zickzacklinien, um ein möglichst großes Gebiet zu erforschen. Der Wagen soll über die Maudberge zu dem dahinter liegenden Südpolplateau ansteigen, das 3000 Meter Höhe erreicht. Das mitgeführte Flugzeug kann sich bis zu 800 Kilometer von seiner Basis entfernen und wieder zurückkehren. — Auf dem Südpolkontinent werden drei große Stationen angelegt, eine bei Little America an der Walfisch- Bay, eine an der Barriere bei den Peter-Inseln und eine auf Graham-Land. Von diesen Stationen aus machen fünf bis sechs Flugzeuge Streifzüge zur Aufnahme von Luftphotographien der bisher noch unerforschten Gebiete. Äußer dem Riesten-, wagen verfügt die Expedition noch über drei schwere, natürlich unbewaffnete Tanks. 160 Schlittenhunde werden zum Transport in den Gebieten benutzt, die für die Tanks unpassierbar sind. Jeder einzelne Schlitten hat feinen besonderen Rundfunkempfänger, so daß er ständig die Weisungen der Expeditionsleitung entgegennehmen kann. Für die Expedition, deren Dauer auf zwei Jahre berechnet ist, werden mehrere zusammenlegbare Häuser mitgenommen, eine Bücherei von 1000 Büchern und 500 Zeitschriften, 5000 Büchsen Konserven, zwei Tonnen gekochte Bohnen, 25 Tonnen Mehl, zweit Tonnien Eier und 25 Tonnen Fletsch. Ndz. Ein neuer großer Erfolg. Der zweite Opfersonntag im Gau Hessen-Nassau für das Kriegs-ÄHW Goethe-Bund und Kaufmännischer Verein, in Ar- trtsaemeinschaft mit der Dolksbildungsstätte Gie- Hcv der NS.-Gerneinschaft „Kraft durch Freude", 20 Uhr im Großen Hörsaal der Universität, Vortrag des Schweizer Dichters Jakob Schaffner. — Gloria-Palast (Seltersweg): „Es war eine rau= ffcnbe Ballnacht". — Lichtspielhaus (Bahnhof- jäiße): „Dschungel-Geheimnisse". Gietzen-Wieseck. 5n geistiger und körperlicher Frische konnte am xetrigen Sonntag eine der ältesten Einwohnerin- 1tei von Wieseck , Frau Anna S p a a r , geb. 3)cnfult, ihren 8 7. Geburtstag feiern. 50 Jahre fette die hochbetagte Frau in Rödgen. Vor einiger Act siedelte sie nach Wieseck über, wo sie einst kyi? Jugend verbrachte. Nachträglich unseren herz- likftn Glückwunsch! I .selbst Menschen und Fahrzeuge entrinnen ihm ^chst und das Ohr vernimmt ihre Fortbewegungs- Geräusche, bevor ihre Umrisse aus den wabernden fünften auftauchen. Es ist, als trügen sie eine -arnkappe und eine unsichbare Hand lüfte sie ihnen lur für die kurze Spanne einer Begegnung. Ein iltemzug Zigarettenrauch, eine Duftwelle eines beerenden Parfüms verflüchtigen sich langsamer als He Gestalt, von der sie herwehten. „So ist das kben!" meint mein Freund, der mich begleitet und ijsrn grüblerisch und philosophisch wird. „Ein Kommen und ein Gehen. Und was von der Erinne- |un0 an einen Menschen bleibt, ist nicht mehr als AN bißchen Qualm, ein bißchen Duft!" Ich zerlache sine Schwermut und deute über uns, wo man wie Inter Milchglas die Sonne ahnen kann. ,^en= pits der paar Spinngewebe prangt der blaue 2 ether", sage ich, „und morgen ist vielleicht der onze Spuk um uns verweht!" Er stimmt mir nicht ji, weil er nun einmal den Nebelung nicht leiden rng. Der frühe Abend bringt keine Wandlung, der timmel bleibfverschleiert, und der Glanz der (iterne ertrinkt in dem dichten grauen Qualm, ehe « die Erde erreicht. Ein paar kleine Lichter huschen fit nachtwandlerischer Sicherheit vorbei. Sie zeigen hem Fahrrad, einem Kraftwagen den Weg. In Mr Nähe sehen die Lichtschlitze der Laternen wie duzende, ein wenig tränende Augen aus. Es ist rit, daß die Fußgänger solcher Wegweiser auf den kchsteigen nicht bedürfen. Man könnte kein Dutzend ichritte ungestört tun, sondern würde immerzu an- zstrahlt und abgetastet. Und es gibt nichts Reiz- > lleres — mein Freund ist längst von mir abge- i roenft — als das Alleingehen in völliger Dunkelet. Das Auge gewöhnt sich mehr und mehr an die jnfternis, und das Gehör ist schärfer eingestellt als nft. Man freut sich, seinem Orientierungssinn so ber vertrauen zu können wie ein Steuermann auf fitem Meer seinem Kompaß. Hastige und gemäch- iye Schritte tappen vorüber. Der schwere Nagel- l!uh verrät den Soldaten. Einer kommt mit hart isstoßendem.Spazierstock. Er gleicht dem Jungen, r mit vollem Kraftaufwand eine mutige Melodie r?ift. Beide kommen sich irgendwie gegen irgend- Riffs, besonders der Fischer von Alhucenas, einer Insel, die wi-e ein Schlachtkreuzer aussieht, x ist in einem besonderen Extrakt, einem kürzeren Kulturfilm, der als Vorspann gleichsam vor jedem anderen Spielfilm gezeigt werden könnte, zusammen- gestellt worden. Zum Gelingen dieses neuen Filmversuches trug ferner nicht zuletzt die musikalische Untermalung und Ausmalung bei, eine Musik, die mit dem Stempel des Echten, Volkhasten, Typischen, Wohlklang und Schönheit verbindet. Ihr Schöpfer ist der noch jugendliche Komponist Norbert Schultze, dessen Märchenoper „Der schwarze Peter" über die meisten deutschen Bühnen gegangen ist, und der sich durch seine Musik zu „Renate im Quartett", „Kamerad Mutter" und „Frau nach Maß" auch im Film bereits einen Namen gemacht hat. Die Musik, wie übrigens auch der deutsche Begleittext, ist gleichsam dosiert. Die deutschen Worte erklingen, vom deutschen Standpunkt aus gesprochen, nur an den Stellen, an denen sie zur Erklärung notwendig sind. Sonst ließ man den arabischen Dialog bestehen da, wo die Szene für den Beschauer ohne weiteres klar den Inhalt der Rede ergab. Alle handelnden Personen, auch die vier Hauptdarsteller, sind ungenannt. Es ist ja ein ganzes Volk, das zu uns sprechen soll, nicht die wenigen, gleichsam herausgegriffenen Typen. Aus den Ein- zelschickfalen erwächst aber das Erleben eines ganzen Volkes, das sich aus der Romanze zum Helden- Lom Minarett der Moschee zu Tetuan ruft Stimme des Muezzin die Gläubigen zum Gebet, Der Tag ist wie von riesigen Spinngeweben verhangen, wie von wogenden Schwaden weißen Rauches eingehüllt. Unaufhörlich bringt er, als blase ihn Modisch, singend, klagend, voll unendlicher Trau- öbeit. Aus der Stimme klingt der verzauberte 'Brent, schwingt Mythisches und Mystisches des Ilc m mit. Sie gehört zu einem Lande der Träume, ooleer Wunder, voller Geheimnisse, einem Lande So^er Naturschönheit und Eigenart seiner Volks- b?. Mit dieser Stimme und dem charakteristischen W>e von der großen Moschee zu Tetuan im spa- niigren Teil von Marokko setzt auch ein neuer Ii m der Tobis-Degeto „Der Stern von Tetuan" ein, der in den nächsten Wochen anlaufen wird. Ziefer Film gelangt aus dem Grunde zu beson- kir Bedeutung und wird gleichsam bahnbrechend tonen, weil in ihm der gelungene Versuch unter» ton men worden ist, drei verschiedene Filmarten, : yfc KSrunMemente filmischer Kunst Überhaupt, die nrültens getrennt nebeneinander herzulaufen pfle- Nn, zu vereinen: das dokumentarisch festgelegte Ze tgescheh en mit dem Kulturfilm und iton Spielfilm. Das Zeitdokumentarische rollt ijevöhnlich rein objektmäßig vor dem Kinobesucher iii h der Form eines Bildberichtes, wie etwa einer Wochenschau, durch aneinander gereihte Bilder, bei itäun höchstens einmal flüchtig das Kulturelle in «Meinung tritt. Eine Handlung endlich, wie in 'W? Spielfilm, fehlt solchen Dokumentfilmen ganz, lsör auch bei der starren, berichtmäßigen Fonn nötig fehl am Platze. Der spanische Filmproduzent [tejue Dominguez Rodino zeigt nun aber, daß fid) tiefe drei Filmgattungen sehr wohl miteinander un leichter Wind vor sich her, aus der Landschaft n die Straßen. Wie ein graues Heer gespenstert er den Wald herab, gleitet er über den Fluß, steigt er aus den Weggräben und Ackerfurchen und chleicht er sich in Gärten und Höfe ein. Langsam limmt er den Dingen ihre Form und Gestalt, in- hem er sie behutsam wie in weiche Watte packt. Dank dieser Hilfsbereitschaft ist es möglich gewesen, zur Zeit bereits Hunderte von Kompanien in der vorgesehenen Weise mit Zeitungen und Zeitschriften ihrer Heimatpresse zu versorgen, lieber die Bedeutung dieses Einsatzes braucht fein Wort weiter verloren zu werden. Der Dank der Front, die durch diese Aktion mit den Ereignissen in der Heimat wie auch mit dem großen politischen Geschehen auf das Engste verbunden bleibt, spricht in vielen Anerkennungsschreiben an die Ortsgruppen der Partei für sich selbst. Um die erfolgreiche Durchführung dieser Aufgabe auch weiter zu garantieren und die Aktion gegebenenfalls weiter auszubauen, wird gebeten, folgendes zu beachten: So selbstverständlich es ist, daß Volksgenossen, die selber Angehörige an der Front stehen haben, ihr gelesenes Zeitungsexemplar diesen direkt zuschicken können, so selbstverständlich muß es sein, daß Zeitungsabonnenten, bei denen diese Umstände nicht zutreften, die Ortsgruppen der Partei bei dieser Aktion weiter unterstützen Wo also der Ruf noch ergehen sollte, in diesem Sinne behilflich zu sein, halte man es für selbstverständlich, es zu tun. Die dritte Vortragsveranstaltung der Volksbil- dungsstätte in der NSG. ,Kraft durch Freude" gestaltete sich zu einem schönen Erfolg. Eine stattliche Zuhörerschaft füllte afn gestrigen Sonntagvormittag den Hörsaal des Physiologischen Instituts dis auf den letzten Platz, als Professor Dr. Herzog das Wort zu feinem Vortrag über das Thema „D a s Leben im Körper" ergriff. Der Redner sprach einleitend davon, wie es heute der Wissenschaft möglich sei, das Leben in der Bewegung der Zellen zu studieren, und wie hier gerade die Methode der Gewebezüchtung zu aufschlußreichen Erkenntnissen verhelfe. Dann schilderte er zunächst die Technik der Gewebezüchtung, die darin bestehe, Zellgewebe in ckn Nährmedium zu bringen, das im Wesentlichen aus Blutplasma besteht. In dieses Nährmedium hinein bilde sich vom Muftergewebe aus ein Wachstumshof, der sich immer mehr verd^ichte und zu einem dem Muttergewebe völlig gleichen Gewebe ausbilde. Mit Hilfe dieser Form der Gewebezüchtung sei es schon gelungen, aus Teilen eines Hühnerherzens Gewebekultu- Gauhaupfstadt ftrattffurt a. M. wurde fast die Hunderttausend-Mark-Grenze erreicht. Das vorläufige Ergebnis des Kreises Groß-Frankfurt belauft sich auf ründ 92 000 RM. gegenüber 74 000 RM. des zweiten Eintopfsonntags im Vorjahr. Mit dieser Opferfteude zeigt auch der Gau Hessen-Nassau erneut unseren Feinden, daß das Volk in diesen ernsten Zeiten nur noch entschlossener hinter seinem Führer und seiner Idee steht. Keine Macht der Erde kann es von Adolf Hitler trennen, der es aus der Knechtschaft befreit und das Vaterland zu einem stolzen und machtvollen Staat emporgeführt hat. Das deutsche Volk ist seinem Führer verschworen. Mit «ihm kämpft/es bis zum Sieg. Jeder ist bereit, seist Höchstes für Führer und Volk zu gebert^jJtöjgn die Zeiten auch noch so ernst werden, Adolf Hitler wird^stets Deutschland und Deutschland immer Adolf^YMer fein. Diep Pefändnis für die künstlerische Essenz und die cai^Neuerung hat Wilhelm Stöppler das < ^Iche Manuskript und die Herstellung dieser beub w !pn Fassung übernommen. Seine Arbeit wurde Lgßifcfti auch von der, Filmprüfstelle als „künstlerisch l oöt oll" anerkannt. Was vielleicht zu breit gelegt i(66t ® mochte, oder heterogen durch das an eine be- >beCjiWrUe Gegend gebundene, allzu spezifische Lokal- Mstkvlrt aus dem Gesamtrahmen herauszufallen ffyi* wie Land und Leute des marokkanischen NSG. Eine vorn Gaupresseamt bereits vor iacht Wochen eingeleitete Aktion „Die Zeitung zu? Front" kann nun nach Vorlage eines tSnbergeb« nisses als bedeutender Erfolg bekanntgegeben werden. Nahezu alle Ortsgruppen des Gaues sind für die Aufgabe, die Zeitung als Vermittlerin der Heimat zur Front einzusetzen, herangezogen worden. Jede dieser Ortsgruppen übernahm eine Patenstelle für die Zeitungsbeschaffung einer Kompanie und stellte damit sicher, daß täglich mindestens 75 Zeitungen an die betreute Kompanie abgesandt werden. Eine selbstverständliche Voraus- setzung hierfür war die innegehaltene Forderung, daß diese Zeitungen durchaus aktuell, d. h. nie älter als einen Tag zum Versand kommen müssen. Möglich war dies allein dadurch, daß sich in jeder Ortsgruppe die betreffende Anzahl von Volksgenossen fand, die bereit war, bis spätestens am nächsten Tag seines Erscheinens den eingesetzten Sammlern der HI. laufend auszuhändigen. Eine große Zahl von Volksgenossen fand sich darüber hinaus bereit, laufend Zeitungsexemplare für die von der Ortsgruppe betreute Kompanie zu abonnieren. und nun staunen wir mit Aalami über die malerischen Gassen und Winkel. Wir sehen den Kalifen in weißen Gewänden auf prachtvollem Berber- Hengst zum Freitagsgebet in die Moschee in langem Zuge reiten und erleben die Audienz mit, die der Sultan Muley Hassan dem spanischen Residenten gewährt. Spanier und Marokkaner haben sich stets gut verstanden im Laufe der Jahrhunderte. Und als der Caudillo zum F^eiheitskampf in Spanien an jenem denkwürdigen 17. Juli 1936 aufruft, da steht auch das ganze marokkanische Volk auf und stellt sich unter die gold-rot-goldene Fahnen. Selbstverständlich auch Aalami, und wir teilen nun mit ihm das Soldaten!eben. Die Ju 52 dingt ihn mit vielen Kameraden zur Front. „Deutsche Junkersmaschinen schaffen in wenigen Tagen eine Armee von 12 000 Mann auf dem Luftwege über Gibraltar nach Sevilla: eine bisher in der Kriegsgeschichte einzig dastehende Leistung!" Angriff, Kampf, Schlacht, aber Allah behütete Aalami. Mit einer Kriegsauszeichnung geschmückt kann er endlich heimkehren. Daheim ging das Leben weiter. Fatma hat tapfer Haus und Hof bestellt, Jahr um Jahr. Oft hat sich eins zum andern gesehnt. Einmal war der Kleine krank, aber der spanische Militärarzt hat gleich geholfen. Und nun ist Aalami wieder gesund zurückgekehrt. Er kam noch rechtzeitig zur Ernte zu recht. 'Sofort greift er wieder zur Sichel, und so klingt diese Romanze in einem frohen Erntefest aus. „Allah's Segen war mit Aalami!" 1 1 gji.-tfpoTt 1 d r 0 a wirft« schon dMch seine BehMMt gelassmer als meldet- sich wi-»-r zumWort. Er nmchA geltens . . * ' , * r; m (».Alt ziitiMin'V nnili nlt.o'Lor't rt rMO tvnin rVIPr. nultn r Meta Brix Roman von c t 2 E b (i € b b n tc bi, jbi bl S h b, m nicht zu reben. Eine Einigung schien ausgeschlossen. So zag sich das Gericht zu einer kurzen Beratung zurück und verkündete dann, daß man der Mutter ein Meder- sehen mit dem Kinde erst dann zugestchen könne, wenn ein ärztlicher Sachverständiger entschieden habe, ob eine solche Begegnung dem Knaben schädlich werden könnte oder nicht. Hierauf erklärte Justizrat Hafer sofort, daß sein Mandant sich mit einer solchen Entscheidung keineswegs zufrieden geben und gegen jeden Einfluß Frau Domkats auf feinen Sohn Verwahrung eiir- legen werde. Beppo Brehm wartete also in Magdeburg-SA startbereit aus Luise. Er ^wartete vergeblich. sie stehen. Sie reichte Doktor Kemmrich die Hand: „Vorerst Hofer. ; Unten in der Halle des Gerichtsgebäudes blitt he kl WC Rundfunkprogramm Dienstag, 14. November: schoß. Gleich nach der Pause eröffnete sich für die Vlau- Weihen nochmals eine große Chanoe als Bonarius gut zur Mitte flankte, der Ball blieb jedoch im Dreck stecken und Carstens konnte, 1 Meter vor dem leeren Tor, das Leder nicht über die Linie bringen. Durch eine unnötige Dribbelei von Günther, der den Ball an-den Halblinken verlor, kam Leihgestern zum 3:1. Eine allzu harte Elfmeterentscheidung gab den Gastgebern Gelegenheit, auf 4:1 zu erhöhen. Die trotz der Trefferspanne eintretende Drangperiode der Blau-Weißen ließ es zu keinem Erfolg kommen, obwohl hierzu reichlich Gelegenheit war. Ein wuchtiger Schuß von Häuser traf nur die Latte. Eine jetzt eintretende Verwirrung nutzte der Gastgeber zum 5. Tore aus, das jedoch aus klarer Abseitsstellung fiel. Leihgestern hatte eine körperliche Elf zur Stelle, in der der Mittelläufer Arnold der überragende Spieler d h a ir ti ^Deutschland: Tor: Rastl; Verteidigung: Ja- nes, Billmann: Läuferreihe: Kupfer Sold, Manner; Sturm: Lehner Schön, Binder, Urban, Arlt. Böhmen/MäHren: Tor: Burk er t, Verteidigung: Burger, Stumpf; Läuferreihe: SmeM, Boucek, Kolsky; Sturm: Riha, Ludl, Mcan, Ko- pecky, Puc. Nach 12 Minuten 3 : v für die Tschechen. Unsere Elf machte einen deprimierten Eindruck, während das Protektorat mit großem Elan kämpfte und dabei hervorragende Kombinationen _ zeigte. Riha konnte in der ö.Mnute fast ungestört Mit seiner Flanke warten, bis der Jnnensturm nachgekommen war. Zentimetergenau chng sem Ball zu Bican, der mit prachtvollem Kopfstoß zum i:u verwandelte. In der folgenden Minute konnte Raftl einen wuchtigen Schuß Kopeckys zur zweiten Ecke abschlagen. Riha gab den Ball gut herein zu Puc, der mit alter Meisterschaft unheimlich scharf und Jach aus 16 Meter aus 2:0 erhöhte. Von nun ab waren die Tschechen klar überlegen. Sie erzielten in der 10. Minute eine dritte Ecke und zwei Minuten später wieder durch den gut fteigespielten Bican die 3:0-Führung. K .. Angesichts der sicheren Führung uehen die Tschechen etwas nach. In den letzten Minuten vor der Pause führten zwei seine deutsche Vorstöße von Lehner und Binder zu den ersten deutschen Toren. Binder war in der 30. und 35.Minute jeweils der Schütze der beiden schönen Tore. Die deutsche Elf schien dem Ausgleich nahe. Aber in der 40. Minute schoß Bican nach einer Vorlage von Ludl das vierte Tor der Prager. Bei einem Eckenver« Hältnih von 4:3 für die Gäste wurden die Seiten Angriff. Schweiz — Italien 3:1. Eine mißglückte Generalprobe hatte der Fußball- Weltmeister Italien vor dem Länderkampf gegen Deutschland am 26. November in Berlin am Sonn« tag in Zürich zu verzeichnen. Vor 20 OOO Zuschauern wurden die „Azzurri" von den Eidgenossen verdient mit 3:1 (1:1) Toren bezwungen. Dabei muß allerdings berücksichtigt werden, daß die Italiener aus die verletzten Spieler Piola, Biaoati, Locatelli usw. verzichten mußten. Große lleberraschungen in den Rundenspielen. DfB.-Reichsbahn—Londorf 8:2 Watzenborn-Steinberg—Großen-Bufeck 10:2 Leihgestern—1900 5:1 Krofdorf—Steinbach 6:0. Man hätte es nicht für möglich gehalten, daß der Spielsonntag derartige Überraschungen bringen würde. Der Sieg der DfB.-Reichsbahner geht m Ordnung. Unter die Räder kamen die Grotzen- Busecker, die bei Teutonia eine erhebliche Niederlage bezogen. Aber auch die Blauweißen mußten m Leihgestern erkennen, daß auch auf dem Lande guter Fußball gespielt wird. Krofdorf ließ sich gut an und sorgte durch einen sicheren Sieg für die war. Die Blau-Weißen, die in der angekundigten Aufstellung antraten, konnten sich auf dem auf- aeweichten Boden mit ihrem kurzen Paßspiel me recht zusammenfinden. Der entschlossenere Sturm der Platzbesitzer entschied das Spiel. Der Sieg war verdient. AL. „Teutonia" — Grohen-Vuseck 10:2! Wohl keiner der anwesenden Zuschauer hatte zu Beginn des Spieles gedacht, daß die Eircheimfichen dieses Treffen mit 10:2 für sich entschieden Hutten, denn die Gäste aus Großen-Bufeck hatten zweifellos in den ersten 10 Minuten dieses Treffens den Teutonen manches voraus. Die leichte Felduber legenheit brachte jedoch nichts Zahlbares em, di schlagsichere Verteidigung der Pl^mannschaft mit Fett und Buß stemmte sich energisch gegen den gegnerischen Sturm. Die Teutonen wachten sich aber bald frei und nun sah man vorerst em Spiel.der beiden schlagsicheren Hintermannschaften. Der Sturm der Teutonen war aber bei semen Angriffen stets sehr gefährlich und so schoß nach etwa 20 Minuten der Rechtsaußen W. Häuser den ersten Treffer. Der 6 Uhr: Landvolk, merk' auf! 6.10: Morgengymnastik. 6.30: Frühkonzert. Das kleine Orchester des Reichssenders Saarbrücken. 7 bis 7.15: Nachrichten. 8: Gymnastik. 9.10: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 9.30: Schulfunk (Mittelstufe). Sende- reihe: „Lebendige Geschichte". „Die Drei von Kol- berg", Hörspiel. 10: Blasmusik. Es spielt der Musik- zua der SA.°Gruppe Hessen. 11: Frohe Weisen. 12* Stcütt und Land — Hand in Hand. 12.10: Von Leipzig: Mittagskonzert. Das Mufittorps einer Fliegerhorstkommandantur. 12.30 bis 12.40: Nachrichten. 13: Aus einem Rüstungsbetrieb: Werks, konzert in Verbindung mit der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". 14: Nachrichten. 14.15: Das Stündchen nach Disch... 15: Nachmittagskonzert. Das große Orchester des Reichssenders Hamburg. Einlage 16.30 bis 16.35: Bücher für unsere Sol- baten. 17: Nachrichten. 17.10: Musikalische Kurzweil. Es spielt das kleine Orchester des Reichs« fenders Saarbrücken. 18: Ruf ins Land: Berichte vom Landesernährungsamt. 18.15: Nach des Tages Arbeit. Es spielt das kleine Orchester des Reichs- fenders Berlin. Dazwischen 18.30: Aus dem Zeltgeschehen. 19.10: Berichte. 20: Nachrichten. 20.15: Nachdem noch eine Reihe wichtiger Fragen be- sprachen worden war, forderte Kameradschafts, führer Bill alle alten 116er auf, den Kameradschaftsgeist zu pflegen und mitzuarbeiten an dem Platz, an dem die alten Soldaten ihre Aufgaben zugewiesen erhalten haben. Nach dem Treugruß an den Führer saßen die Kameraden beim Gesang alter Soldatenlieder noch gemütlich beieinander, während die Kameraden A l b o l d und B a y e r Erinnerungen an Gießener Originale auffrischten. Linksaußen Harnilch hatte «n-n E>»a2 schon v°r das Tor gegeben, Dieser war jedoch abgewehrt wor den unfein« sofortige genaue Vorlage de-sewen Spielers an den Rechtsaußen wurde von dwsem per. wandelt. Die Gästeabwehr war etwas verwirrt urw sofort nutzte dies der einheimische Sturm aus. Trümer wieder war es der jugendliche, temperamentvolle Linksaußen Harnisch, der fein durch kam und den Ball in des Gegners Strafraum vorlegte. O. Happel, Schmitt, H. Harnisch K. Hauser und wie- der O Zippel sorgten für den Halbzeitstand von 6.0 Treffern. Nach Halbzeit nahmen die Gäste Eisenacher in die Verteidigung zurück, um durch Bruck dem Sturm mehr Durchschlagskraft zu geben. Doch auch dies war vorerst erfolglos. Schmitt, ch. Harnisch und O.Hap. pel erhöhten auf 9:0. Im Gefühl eines sicheren Sie- aes ließ sich die Verteidigung der Einheimischen dazu hinreißen, hier und da mit in den Sturm norm- rücken. In wenigen Minuten hatten ote Gäste zwei Treffer, darunter einen Elfmeter, aus. geholt. Schmitt, der Dirigent im Sturm der Teutonen, riß nochmals alle Mannen mit nach vorn und verwandelte selbst seine feine Vorlage mit hartem Schuß zum 10. Treffer. In den letzten Minuten hatten die Gäste wieder weit mehr vom Spiel, aber zu weiteren Erfolgen für sie langte es nicht. SV. Leihgestern — SV. 1900 5:1 (2:1). Eine Ueberraschung war in Leihgestern fällig, wo der derzeitige Tabellenführer eine 5:1-Niederlage hinnehmen mußte. Um es gleich vorwegzunehmen waren die Blau-Weißen um keine 4 Tore schlechter! Der größte Hindernisgrund für die Blau-Weißen war der völlig aufgeweichte Boden, mit dem sich die Platzbesitzer weit besser abfinden konnten. Ihrem Eifer verdankten die Platzbesitzer in der 3. Minute eine l:0-Führung. Jedoch ließen die Blau-Weißen sich nicht entmutigen und nach Verlauf einer Viertelstunde im Anschluß an eine Ecke konnten sie durch Carstens den Ausgleich erzielen. Durch einen Fehler der Verteidigung gelang es dem Gastgeber noch vor der Pause in Führung zu gehen. Sie, Blau-Weißen hatten aber auch hier noch die Möglichkeit, zum Ausgleich zu kommen. Von den beiden klaren Torchancen versiebte Günther durch allzu große Bequemlichkeit, während zum anderen Bonarius vor dem leeren Tor stehend den Ball über die Latte topiet oer neunen nuu; uei -puuit: ----- - - - - - - - - ' 9C< , - 99 <=, lich doch noch die Belohnung, als in der 86. Mi- Übertragung vom Deichchlandsender. 22 lns 22.15. nute durch Janes der Ausgleichstreffer fiel. Nachrichten. Der Anwalt sah die Schauspielerin bestürzt an Was hatte sie vor? Er fürchtete eine Unbedacht samkeit der Frau, eine Unüberlegtheit, die alle* verderben konnte. Er mahnte: „Was haben Gjj vor, gnädige Frau? Sie wissen, daß man Sie i» Wien dringend erwartet!" Luise Domtat hatte nur eine abwehrende Hand bewegung: „Dort werde ich auch morgen noch 3^ rechtkommen. Man wird eben einen Tag martert. Sie nickte Dr. Kemmrich beruhigend zu: „Haben Sie keine Sorge, Doktor. Ich will meinen Sohn nicht entführen. Noch nicht... Aber ich habe im hier in Magdeburg noch einen Besuch zu machen- Einen sehr notwendigen Besuch und — j^ell eich' einen letzten Versuch zu einer Mnigung." „Sie wollen mit Herrn Rückstein persönlich vef handeln?" „Nein!" Es klang hart. Luise erklärte: „Ich will mit W alten Frau Rückstein sprechen, mit der Mutte meines geschiedenen Mannes. Gewiß hat sie aw heute noch wie früher alle Fäden in der Hand/ (Fortsetzung folgt) gewechselt. . w , Die deutsche Elf hatte nach der Pause einen prachtvollen Start. In schönen und schnellen Kom- binattonszügen wurde die tschechische Abwehr hart bedrängt. Nach mehrmaliger prachtvoller Abwehr Burkerts glückte dann Binder in der 52. Minute ein drittes Tor. So stand der Kampf nun 4:3 für die Gäste. Die deutsche Elf kam nun immer besser in Fahrt. Unter dem Jubel der Zuschauer wanderte der Ball mehrmals fast über Den ganzen Platz, ohne daß die Deutschen ihn verloren. Das große Spiel der deutschen Elf nach der Pause fand schließ- daß bei einer Schauspielerin, die bald hier, bald dort wohne und spiele, von einem geordneten Leben im bürgerlichen Sinne kaum die Rede sein könnte. Und als Luise rasch die Hand hob, als wollte sie unterbrechen, wanote er sich mit einer kleinen Neigung ihr zu und fuhr fort: „Einem Kinde tut eine so unruhige, immer wechselvolle Atmosphäre nicht gut. Ein nervöses, zartes Kind kann durch ein Herausreißen aus dem gewohnten ruhigem und behüteten Leben Schäden bauontragen." Der Gegenanwalt erwiderte knapp und fachlich, daß Frau Domtat in Wien eine feste Wohnung habe. Es handle sich um ein durchaus geordnetes Leben, das den Knaben aufnehmen würde. Ueber die Bedenken der Gegenpartei wäre also wohl gar In einem mitreißenden Spiel und nach W sichtslosem Stand erzielte die deutsche Fußball- Mannschaft im Ländertreffen gegen das Protektorat Böhmen und Mähren in Breslau E.^hrerwolles Unentschieden von 4:4 Toren nacktem die Tschechen bereits 3:0 und zur Pause 4:2 geführt hatten. Rund 45 000 Zuschauer wohnten dem Kampf bei. Die Mannschaften spielten in der vorgesehenen Auf- Auf dem Flugplatz in Magdeburg-Süd wartete Beppo Brehm, der bekannte Berliner Reklarne- zeichner, mit seinem Flugzeug „Libelle" auf Luise. Gestern hatte er einen dringenden Anruf aus Wien bekommen. Bruder Konni sah drüben am Fernsprecher. Konni, der Filmregisseur, drehte draußen in den Rosenhügel-Ateliers einen Film, in dem Luise Domtat spielte. Und da muhte diese Frau ausgerechnet jetzt in Magdeburg einen Termin haben, an dem sie auch unbedingt selbst teilnehmen wollte. „Weißt, Beppo, es geht da um ihre verrückte Ehegeschichte — ihren kleinen Buben will sie haben —" Also kurz und gut, Luise flog nach Berlin und mußte von da weiter nach Magdeburg. Beppo sollte sie in Berlin in Empfang nehmen, mit der „Libelle" nach Magdeburg und nach dem Termin schleunigst wieder nach Berlin zurückbringen und nicht eher aus den Augen lassen, bis sie wieder im Flugzeug Richtung Wien saß. „Oder noch besser, Beppo ... bringe sie selbst gleich nach Wien!" „Ausgeschlossen!" schrie Beppo wütend zurück. Er war doch nicht Luftchauffeur für Konnis Filrngesell- fchastl. die Derwaltungs-Oberafiistenten Karl Wilhelm Pfeil und Peter Wilhelm Sei bert m Alsfeld, die Verwaltungs-Assistenten Wilhelm Goullon und Adolf Seitz in Büdingen, sowie Konrad Mainhardt m Lauterbach. Kamerai)schastsappeilderehem.416er. Am Samstag hielt di- Kameradschaft «hem. 116-r im „Auerhahn" ihren Kam-radschastsapp-ll ab, der von Kameradschaftsführer chans Bill erngeleitet wurde mit einer Kennzeichnung der internationalen Kräfte, die veranttvorllich sind für den Anschlag aus den Führer. Wie das ganze Volk, so sind auch die alten Soldaten entrüstet über das feige Verbrechen, dem einige alte Kämpfer des Führers mm Opfer fielen. Ihnen zu Ehren erhoben sich dieKäme- roden von chren Plätzen, und Kameradschaftssuhrer Bill widmete ihnen, sowie denen, die bei der Wiedervereinigung mit dem Mutterland und im jüngsten Kriege ihr Leben lassen mußten, sowie den guten Kameraden, die einstmals an ihrer Seite geschritten sind, ein stilles Gedenken. Der Karne- radschastsführer gab aber auch der Freude der alten Soldaten darüber Ausdruck, daß die Vorsehung unseren Führer, wie einstmals im Weltkriege, die Gefahr glücklich überstehen ließ, und er forderte die Kameraden auf, immer treu zur Fahne zu stehen und noch enger als bisher das Baiw der Kameradschaft auch um die junge Wehrmacht zu schließen. Don den unter den Fahnen stehenden Kameraden sind weitere Grüße eingegangen. Ihnen wurden Liebesgaben übersandt. Jedem Kameraden soll zu Weihnachten eine Freude bereitet werden, des- halb ist es notwendig, daß die Angehörigen die Feldpostnummern schnellstens Mitteilen. Besondere Freude bereitete den ehemaligen 116em ein Grutz der Kameraden des jungen Regiments. Diese Gruße werden von den alten Kameraden freudig erwidert. Wie Schießwart Kamerad Kern mitteilte, [mb neue Richtlinien für das Schießwesen herSusge- rommen; u. a. soll auch die HI. in stärkerem Maße zum Schießdienst herangezogen werden. Der Schietz- dienst wird am kommenden Sonntag aufgenommen Und dann vierzchntäglich fortgeführt. ♦♦ 6 5. Geburtstag. Am heuttgen Montag wird die Musiklehrerin Frau Cläre Schlesier- Altmann in Gießen, Gaethestraße 63 wahnhaft, 65 Jahre all. Der Jubilarin ist es zu ihrer. Freude noch vergönnt, neben ihren mannigfachen häuslichen PMchten auch noch ihrem Beruf als Musiklehrerin mit derselben Liebe und Begeisterung nachgehen zu können, wie in jüngeren Jahren. Zu ihrem Geburtstage übermitteln wir auch unsere herzlichen Glückwünsche. unüberbrückb aren Ab stand, d en Rückftein in persönlichen Angelegenheiten wünschte und sehr deutlich betonte. Während der VerhaMung hatte sich der Ausdruck seines schmalen und verschlossenen Gesichtes kaum verändert. Aber auch die Frau zeigte Beherrschung. Luise Domkat war den sehr geschickten Ausführungen des eifrigen Justizrats mit wacher Aufmerksamkeit gefolgt; und nur als er die Begegnung zwischen Mutter und Kind schroff ablehnte,^Hatte fie in die Verhandlung eingegrifien. Sonst üverließ sie die Wort- sührung ihrem Rechtsbeistand Doktor Kemmrich, der sie von Wien her begleitet hatte. Der Richter neigte sich etwas vor. Er sagte: „Frau Domkat, wenn wir hier natürlich auch im weitesten Maße die natürlichen Rechte der Mutter berücksichttgen wollen, so müssen doch in diesem besonderen Fall Bedenken Beachtung finden, die durchaus verständlich sind." „Ich sehe keine Bedenken, Herr Landgerichtsrat', erwiderte Luise. Ihr Kopf hob sich stolz. Unter dem kleinen dunklen Hut glänzte das kastanienbraune Haar. Die warmen braunen Augen sahen den Richter freimütig an. „Es ist dock selbstverständlich, daß mein Kind während eines Aufenthaltes bei mir in allerbester Obhut ist. Es ist dann bei seiner Mutter!" Johannes Rückstein sah zu seiner einstigen Frau ' hin. Um seinen Mund spielte ein dünnes Lächeln. : Es sprach daraus Ueberlegenheit, Ironie ... viel- ' leicht sogar Verachtung. Er sprach ein paar leise : Worte zu seinem Anwalt. Der Jufttzrat nickte und der el^egante, lebhafte Gegner. Jüstizrat Hofer fand sofort eine scharfe Erwiderung. Wenn Frau Domkat auf diese Zahlungen verzichtete — nun gut. Das sei ihre Sache. Er wies noch einmal auf die Billiguna des Dormundschaftsgerichtes hin und forderte Ablehnung der Klage der Frau Luise Domtat, die eine Aufhebung jener damaligen Verzichterklärung erreichen wollte. Der ernste Mick des Richters ging in aufmerksamem Prüfen über die Parteien. Er kannte diesen Ehetonflikt nicht erst aus der jetzigen Verhandlung. Dieser Scheidungsprozeß hatte damals, vor fünf Jahren, in Magdeburg Staub genug aufgewirbelt. Der Großkaufmann Johannes Rückstein stand in gerader und strenger Haltung am Tisch der Parteien. Er war mittelgroß und etwa Mitte der Dreißig, mit peinlicher Sorgfalt gekleidet. Das dünne, bräunliche Haar wurde an den Schläfen schon merklich grau. Der Richter kannte den untadligen Charakter des Mannes, aber er wußte auch um jenen CARL DUNCKER VERLAG• BERLIN Das Sonnenlicht der Mittagsstunde durchbrach die bunten Glasfenster des Gerichtszimmers mit leuchtenden Farben, aber es konnte die kühle Atmosphäre im Raum nicht bannen. Obwohl der Landgerichtsrat schon zum zweiten Male beschwichtigend die Hand hob, fuhr Justtzrat Hofer sehr scharf betont fort: „Ganz besonders aber muß ich auf die große Nervosität des Kindes Hinweisen. Schon allein aus dieser Sorge um eine seelische Erschütterung muß von uns aus jede Begegnung des Knaben mit Frau Domtat abgelehnt werden!" Luise Domkat trat einen Schritt vor. Sie stützte ; den linken Arm leicht auf das Holzgitter, das Richter und Parteien voneinander schied. Ihre hohe, stolze Gestalt beugte sich etwas vor. Empörung flammte über ihr schönes Gesicht und klang aus der eigenartig tiefen schwingenden Stimme. Sie wandte sich an den Richter: ,Herr Landgerichtsrat, es geht hier um eine Begegnung zwischen Mutter und Kind! Ich stehe hier, um von Ihnen eine Verfügung zu erlangen, nach der für eine bestimmte Zeit im Jahr ncein Sohn mir zugehört!" Sofort war der Vertreter des Gegners mit seiner Antwort bereit. Justizrat Hofer galt als einer der ersten Anwälte in Scheidungs- und ähnlichen Prozessen. Bei dieser Verhandlung vertrat er die Rechte des Magdeburger Großkaufmanns Johannes Rück- stein. Er führte aus, daß die Schuld an der Zerstörung der Ehe zwischen Johannes Rückstein und Luise Domkat — die Frau hatte nach der Scheidung wieder ihren Mädchennamen angenommen — allein auf feiten der Frau gelegen habe. Bei dieser Scheidung verzichtete Frau Domkat auf alle mütter- lichen Rechte an ihrem damals dreijährigen Sohn Johann-Christian. Dieser Vertrag wurde seinerzeit vom Dormundschaftsgericht gebilligt. Als Gegen- leistung hatte sich Johannes Rückstein bereit erklärt, seiner Frau nach der Scheidung hohe Unterhaltskosten zu zahlen. „Ich möchte bemerken", betonte Doktor Kemmrich, der Vertreter der Klägerin, „daß Frau Domkat fett drei Jahren aus diese Zahlungen verzichtet hat." Er sprach ruhiger als der ge-gnertsche Anwalt, er Kameradschaftsführer Bill besprach hierauf eine Reihe organisatorischer Fragen. Im Vordergründe steht die Betreuungsarbeit für die Kameraden und ihre Angehörigen. Er machte darauf aufmerksam, daß für den Deteranensold solche Kameraden, die über 70 Jahr alt sind, an einem Kriege teilge- nommen haben, oder im Besitze des Ehrenkreuzes der Frontkämpfer sind, in Betracht kommen In Gießen sind es bereits drei Kameraden, die diesen Veteranensold erhalten, und einige Anträge laufen bereits. In seinen weiteren Ausführungen hob Kamerad Mll hervor, daß die Kameradschaftsappelle, die nun wieder regelmäßig abgehalten werden, reichlicher ausgestattet, die Propagandaarbeit fortgeführt, die Verbindung mit der Partei enger gestaltet und das Fechtwesen mehr m den Vordergrund gestellt werden soll. Für die Bucher- spende wurden das Heft mit den Bildern vom Großdeutschen Reichskriegertag 1939 und der Kyfi- häuser-Kalender empfohlen. ersten Punkte. VfV.-R. I — Io. Londorf I 8:2 (4:2). Wenngleich die Grünweißen einen hohen Sieg für sich buchen konnten, so ließ doch die. Mannschaft Mängel erkennen. Heeg im Tor war sehr schwach, auch in der Verteidigung wollte es nicht immer klappen. Die Läuferreihe spielte zuviel, während der Sturm wieder einmal kläglich wirkte. Die Lon° dorfer hatten in ihrem Schlußmann chre größte Stütze. Der Mannschaft, die zwar sehr eifrig war, fehlt die Technik. w Zu Beginn desSpieles nahmen die Grunweitzen das Heft in die Hand, doch wurden zunächst alle Chancen versiebt. Der Gegner beschränkte sich aus Durchbrüche. Erst nach 14 Minuten konnte Schlitz einen Handelfmeter zum Führungstreffer einschie- ßen. Drei Minuten später war eine Ecke fällig, die Leutheuser im Nachschuß verwandeln konnte. Wenig später schoß Godglück eine Flanke von links mit Erfolg ab. Die Grünweißen gaben weiterhin den Ion an, Brück wurde im Strafraum gelegt und schoß den Elfmeter zum vierten Tor ein. Im Gegenangriff kamen die Gäste infolge eines Fehlers der Hintermannschaft zum ersten Gegentreffer und drei Minuten später ließ Heeg einen haltbaren Ball durch. Der Gästetorwart zeigte großartige Para- den Nach der Pause sah man nur noch die Grün- weißen auf dem Felde, die den Gegner vollkommen einschnürten. Luise ging schweigend neben Doktor Kemmrich £ die breiten Treppen im Justizpalast hinunter. Ihr fc Gesicht war jetzt wie verhängt von dem Schlei« 5 einer traurigen Müdigkeit. Kemmrich sagte, daß er noch ein paar Tage in Magdeburg bleiben wollte, um den Spruch des Gerichtsarztes und die dann wohl folgende richterliche Entscheidung abzuwarten. Es paßte ganz gut, denn zwischendurch wollte er nach Berlin hinüber, wo ein paar wichtige Geschäfte zu erledigen waren. Luise nickte. Es war nicht ganz sicher, ob sie alles verstanden hatte, was Doktor Kemmrich sagte. Sie war krank vor Sehnsucht nach ihrem Kinde unß fürchtete heute mehr denn je, daß sie diesen Kamp! gegen Johannes Rückstein verlieren würde. Oder es müßte irgendein Wunder geschehen. Rückstein würde sich dem Urteil des ärzttichen Sachverständigen nichi unterwerfen. Er würde vielmehr mit einstweiliger Verfügungen und tausend anderen Einwänden auf' marschieren — er und sein trefflicher Justizr»! Deutschland -Vöhmen-Mhren 4:4 (2:4). 1 Stumpf hatte sich im Strafraum auf den Ball geworfen und verteidigte ihn liegend gegen Lehner und Schön. Zu Recht pfiff der Schiedsrichter ab und deutete auf den Elfmeterpunkt. Die Prager pro- teftterten, aber Janes hatte sich schon den Ball aurechtaelegt und verwandelte den Sttafitotz mit gewohnter Genauigkeit und Wucht. Bei einem Eckenverhältnis von 6:5 für Deutschland klang der Kampf mit dramatischen Schlußminuten aus. Fraglos konnte dieser Kampf durch das Fehlest von Conen nicht zu der gewünschten Generalprobe für das Treffen gegen Italien führen. Trotzdem war das Spiel eine gute Vorbereitung. — Die Tschechen hatten ihren besten Mannschaftsteil im herzlichen Dank, Herr Doktor! Und eine Bitte! Fahren Sie zum Flugplatz und sagen Sie Hern Brehm, daß er nur Sie allein nach Berlin mit nehmen soll. Ich bleibe noch hier."