Nr. 214 Erstes Blaff 189. Jahrgang Mittwoch. 13. September 1939 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • DieScholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . . „ —.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Franlfurl am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche UniversttStsdruckerei «.Lange in Siehe«. Schristleilung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/o mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie ein- spaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen. Bäder-, Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüffe Staffel B Oie stürmische Verfolgung der Polen gehl weiter. Wahnsinn mit englischer Methode. geletzten Tagen im Raume zwischen Warschau und den Karpathen eingesetzt waren. Lr danktesei-Iwaffe. n e n Fliegern auf verschiedenen Linsahhäfen | gÄ n«ch d-m M«rg°ng über die Weichsel reis gemacht hatten. befaßt gegen n o - <£> a n o f befindet sich der Feind in st ä n d i ° gern Rückzug. Der Flugplatz in Kroswo steht in Flammen. Die slowakische Luftwaffe entwickelt weiter eine rege Tätigkeit und hat jeden Aktionsversuch der polnischen Flieger unterbunden. Mit besonderer Genugtuung stellt der slowakische Heeresbericht abschließend die vorbildliche Zusammenarbeit mit den Einheiten der deutschen Wehrmacht fest. für die gewaltigen Leistungen, die seine (Ermattungen und auch die des deutschen Volkes voll gerechtfertigt hätten, und zeichnete im Hamen des Führers eine Reihe von Besatzungen, die besonders schneidige Taten vollbracht haben, mit dem Eisernen Kreuz aus. Auf den Anfahrtswegen mürbe der Feldmarschall von der in Städten und Dörfern dichtes Spalier bildenden Bevölkerung mit Hellem Jubel begrüßt. Es mar der Dank der Grenzbevölkerung für die Einsatzbereitschaft, die Kampfesfreudigkeit und die Erfolge seiner Luft- Auch Iarorow genommen. — Mit vorgeworfenen Abteilungen Lemberg erreicht polnische Gruppe bei Radom vernichtet. — 14 polnische Flugzeuge zerstört. ....... 12. Sept. (DHB.) Generalfeldmarschall Göring suchte Dienstagvormittag den Führerin seinem Hauptquartier auf und erstattete ihm in einem zrneistündigen Vortrag Bericht über den melieren Einsatz der Luftrnaffe und über die Maßnahmen, die er als Vorsitzender des Ministerrates für die Reichsverteidigung bisher getroffen hat. Im Anschluß daran begab sich der Generalfeld- marschall in seinem Flugzeug zu den Front- verbänden der Luftrnaffe, die in den Führerhauptquartier, 13. Sept. (DHB. Funkspruch.) In letzter Zeit häufen sich die Fälle, in denen polnische Regierungs- und Armeestellen d i e Bevölkerung offener Städte auffordern, eindringenden deutschen Truppen im Weichbild der Städte, Märkte und Dörfer wider st and zu lei st en. In Warschau rnurde durch Flugblätter, durch den polnischen Rundfunk und durch sonstige Aufrufe die Bevölkerung aufgefordert, zum Franktireurkrieg überzugehen. Die Stadt selbst rnurde von polnischer Artillerie beschossen. Das Oberkommando der deutschen Wehrmacht gibt dazu folgendes bekannt: Die übergroße Rücksichtnahme der deutschen Artillerie und der deutschen Flieger auf offene Städte, Märkte oder Dörfer ist an eine Voraussetzung geknüpft, daß diese vom Gegner selbst nicht zum Kampfgebiet er- k l ärt und gemacht werden. Da der Pole ohne Rücksicht auf seine eigene Bevölkerung diesen Grundsatz ablehnt, rnird die deutsche Wehrmacht von jetzt ab mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln den Wider st and in solchen Orten brechen. Die deutsche Luftrnaffe rnird im Verein mit schwerer Artillerie jene militärischen Maßnahmen durchführen, die geeignet sind, in kürzester Zeit solchen Orten die Zwecklosigkeit ihres Widerstandes klar zu machen. Die Folgen, die daraus der schwer geprüften Bevölkeung entstehen, fallen ausschließlich zurVerantwortung derpolnischen Regierung und ihrer ebenso unfähigen wie gewissenlosen Heerführer. im Korridorraum w e i ch s e l a u f w ä r t s den Feind zu verfolgen und einen großen Teil der polnischen Armee, die von anderen Truppenteilen in den Raum ostwärts von Warschau gedrückt worden ist, von Nordosten her einzuschließen. Hierzu sind gewaltige Marschleistungen erforderlich, die in hervorragendem Maße von der vornehmlich aus Märkern und O st pommern zusammengesetzten Infanterie dieser Armee bewältigt wurden. Ein Vorrücken der Front um nur 25 Kilometer bedeutet, daß Märsche von nahezu 50 Kilo- meter zurückgelegt werden müssen, weil eine Sicherung in der Breite unerläßlich ist. Seit Wochen leisten die Märker und Ostpommern diese Anstrengungen, die sie mit Humor und Freude auf sich nehmen. Mit Gewehren, Maschinengewehren und leichten Granatwerfern bepackt, mit Stahlhelm, Gasmaske, Gasschutzmantel, Brotbeutel, Feldflaschen und Spaten, mit Sturmgepäck und Taschenlampe unablässig über die staubigen polnischen Straßen und Feldwege. Die Leistungen der motorisierten Truppen, insbesondere der Panzerverbände und der Luftwaffe, sind bei den polnischen Kampfhandlungen überragend gewesen, aber was die deutsche Infanterie an physischen und moralischen Leistungen in diesem Feldzug vollbringt, bringt den nachhaltigen Beweis dafür, daß die deutsche Armee die beste der Welt ist. Man soll in England und Frankreich nicht etwa der Auffassung sein, daß es die technischen bzw. motorisierten Truppenteile gewesen sind, die die überraschenden Erfolge in Polen alle erstritten haben, vielmehr Infanteristen, deutsche Bauern, die gewohnt sind, hmter dem Pfluge herzuschreiten, haben besetzt und erobert, was Ponzer und Flugzeuge vorher sturm- ch e n und den Feind in einem Frontalangriff zwungen, 20 Kilometer weit zurückzuweichen. Dadurch haben sich die slowakischen Truppen in ihrem Frontabschnitt eine günstige Operationsstellung gesichert. Auch aufderLinieKros- Generalseldmarschall Göring an der Front Zur Berichterstattung beim Führer. — Dank an die Lustwaffe. Oer deutsche Infanterist siegt in polen Oie tieferen llrsachen der polnischen Niederlage. . Lom JX ^.-Sonderberichterstatter des DNS. werden. A Ebenjq MsjiHtslos ijt nad) Gaydas AuMuWg auch die Wirtschaftsblockade, mit der Großbritannien nach Chamberlains Drohung Deutschland drei Jahre lang bekriegen wolle. Das Reich sei nicht mehr das Deutschland von 1914. Es habe seine Wirtschaft seit sechs Jahren mit allen Mitteln zur Selb st genüg samkeit erzogen. Ueberdi.es sei Deutschland heute nicht wie 1914 von den großen Roh st off- markten abgeschnitten. Der slowakische Heeresbericht. Preß burg, 12. Sept. (DNB.) Die slowakischen Truppen haben, wie aus dem slowakischen Heeresbericht hervorgeht, t m Ostabschnitt der Front starke feindliche Widerstände gebro- R o m, 12. Sept. 'Europapreß). Gayda sich mit der „Offensive Großbritanniens Deutschland". England suche vor allem die moralische und politische Isolierung Deutschlands in Europa und m- der Welt herbei- zuführen. Außerdem wolle es das deutsche Voll gegen Hitler und den Nationalsozialismus auswiegeln. Die Aussichtslosigkeit dieser Aufwieglungs- Versuche sei offensichtlich. Denn das geeinigte, diizl- plimerte nationalsozialistische Deutschland könne nicht von innen heraus g e s ch w a cy i Polens Regierung und Heerführer machen offene Städte und Dörfer zum Kampfgebiet Scharfe deutsche militärische Gegenmaßnahmen angekündigt. , 12. Sept. (DNB.) Im Speisesaal des Schlosses eines geflüchteten polnischen Grafen stehen die Offiziere eines Armeeoberkommandos über die Generalstabskarten gebeugt, die die ganze Brette des großen Tisches bedecken. Ordonnanzen bringen Fernschreibmeldungen, Feldtelephone rasseln, und immer wieder, zeichnen die Kohlenstifte die Fortschritte der Truppenbewegungen m die Karten ein. Draußen braust der Dieselmotor, der das Schloß mit Licht versorgt. Sein Geräusch wird nur übertönt vom Knattern der Motorräder der Kraftmelüer, die staubbedeckt und schmutzüberkrustet unaufhörlich kommen und gehen. Hier fitzt das Herz jener deutschen Organisation, die elbst den Militärs anderer Nationen so unheimlich vorkommt. Wann und welche Punkte erreicht werden müssen, welche Nachschubkolonnen möglich sind wann die Straßen wieder freigemacht werden müssen, wie hinter der gewaltigen Heeresmaschinene die Aufräumungs- und Straßenbaukolonnen des Arbeitsdienstes, die Techniker der Technischen Wob Hilfe die Derwaltungsbeamten in den besetzten Gebieten eingesetzt werden, wird hier erdacht und befohlen. Hier auch erkennt man welche ungeheuren Leistungen von den verichiedenen Truppenteilen und insbesondere der deutschen Infanterie vollbracht wurden. Die Frontlinien verschieben sich Tag für Tag um mindestens 2 5 bis 30 Kilometer hinter dem auf dem Rückzug befindlichen Feinde her, und an irgendeiner Stelle angesetzte schnelle Truppenteile verwandeln den Rückzug des Gegners oftmals in Flucht, Panik und Auflösung. / Zu den konzentrisch auf Warschau oorstoßenden deutschen Armeen gehört eine Armee, die die Aus- Die blutige Saat der auf England bauenden polnischen Oberstenclique trägt entsetzliche Früchte. Im eingekesselten Warschau beherrscht der Wahnsinn die Straßen, er baut Barrikaden und Ta n k f a l l e n. Die Träger dieses Vergehens gegen das Völkerrecht, der Mob und die entlassenen Zuchthäusler, beherrschen zusammen mit den rund 300 000 Juden den Rest der Stadt. Polnische Rundfunksendungen haben die Heckenschützen amtlich aufgefordert, Warschau zu „verteidigen" und Denzinflaschen gegen deutsche Tanks zu werfen. Diese barbarische Methode konnte um so strafloser empfohlen werden, als sich die polnische R e g i e - r u n g hinterwärts .Lublin in Sicherheit gebracht hat. Die Leidtragenden aber werden die Verhetzten sein, die schon jetzt aus polnischen Geschützen ihren Segen vom Hause Ryds-Smigly empfangen. Die Verantwortung für alle Folgen ist ganz klar. Am Montagmittag um 12 Uhr gab der polnische Sender in Wilna einen -Aufruf des polnischen Zivilkommissars Kostet Dirnack wieder. Dieser Aufruf ist aus der Stadt Baranowice übernommen worden, wohin sich der Tapfere wohl geflüchtet hatte. Er forderte die polnische Zivilbevölkerung auf, gegen die Deutschen „h inte r d e r F r o n t" zu kämpfen, also sich als Hecken- schützen und Bestien zu benehmen. Der Aufruf dieser polnischen Amtsperson schließt: „Jeder schlage mit dem zu, was er gerade in der Hand hat, und niemand fürchte die Folgen für solche vaterländische Tat." Dieser Held schlägt nur, fern vom Schuß, mit Worten, aber die Polen, die ihm folgen, werden schon erkennen, daß das deutsche Schwert hart und erbarmungslos nach den Vorschriften des Völkerrechts die Verkommenen straft, die als Zivilisten mit t>er Waffe in der Hand deutsche Soldaten rücklings zu überfallen trachten. Für solche Bestialitäten gibt es, zumal nach Bromberg und zahllosen anderen Fällen, nur eine Antwort. Das Widerwärtigste für einen ehrliebenden Soldaten ist dieser Kampf gegen das Gesindel, das aus dem Hinterhalt meuchelt. Es hat mit anständigem Menschentum nichts zu tun und muß daher vernichtet werden. Die zum Fanatismus aufgestachelten unwissenden Polen aber sterben für die kalt rechnenden E n g l ä n d e r , die in ihren Blättern und Sendern wohlgefällig jede Hetze zum Massenmord, jede Proklamierung der Unmenschlichkeit unterstützen, sie verbreiten und dazu aufrufen, während sie selbst sich damit begnügten, die Hilfe für Polen — in Form von Flugblättern abzustottern. Das ist die Art, in der England von ihm gekaufte Regierungen dazu bewegt, ihre Völker für englischen Profit auf den Opfertisch zu legen, das ist die Art, in der Herr Chamberlain sich für das angeblich ritterliche Polen so nachdrücklichst bis zum letzten englischen Pfund einsetzt! Der eigentlich Schuldige sitzt in London, und die Londoner Verherrlichung dieser Meuchelmorde zeigt, wie man dort eigentlich denkt. Niemals vorher hat eine moraltriefende Regierung ihre Hände stärker mit dem Blut fremder Volksangehöriger befleckt als die Regierung des höchst ehrenwerten Mister Chamberlain, niemals vorher ist der Zynismus so weit getrieben worden wie vom Kabinett der Kriegshetzer Chamberlain, Lord Halifax, Eden und Churchill. Aber diese ©entfernen mit der Gesinnung eines Tigers werden schon erfahren, daß die Weltgeschichte auch das Weltgericht ist. E. S. Berlin, 13. Sept. (DNB. Funkspruch.) Das । Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 1 Am 12. September fetzte das deutsche Ostheer mit • feinen Süb- bzrn. Horbflügeln bie stürmische ■ Verfolgung bes Jeinbes fort. Beiberfeits Przemysl vorstoßenb, mürben ( Sambor unb 3 ar o r o ro genommen unb mit oorgeroorfenen Abteilungen Lemberg erreicht, i Die süblich Rabom eingeschlossene polnische Truppe hat aufgehört zu existieren. Die gewaltige Beute an Gefangenen, Ges chüt- zen unb Kampfgerät aller Art roirb noch gesichtet unb gezählt. Alle versuche ber u m K u t n o umstellten fünf polnischen Divisionen unb zwei Kavallerie-Brigaden, nach Süden durchzubrechen, sind gescheitert. Der konzentrische Gegenangriff unserer Divisionen ist im Gange. Oftroärts und füboffroärts von Warschau sind Straße und Bahnlinie Warschau — Siede m i t starken Kräften überschritten. Am äußersten Ostflügel stehen motorisierte Truppen 4 0 km nördlich Brest. Weit hinter der Front ist die zu spät aus Lom- za nach Süden meichende 18. polnische Division nördlich des Bug umstellt. Die Luftrnaffe griff auch gestern erfolgreich Straßen, Brücken und Eisenbahnen ostmärts der Weichsel an. 3m Bahnhof Krystynopol brennen drei Züge. Der Flugplatz Luck rnurde schmer beschädigt, die Flugzeugfabrik Biala-Podlask in Brand geschossen. 14 feindliche Flugzeuge murden zerstört, davon zmei im Luftkampf. Die Luftaufklärung brachte ausgezeichnete unb für bie Führung wertvolle Ergebnisse. 3m W e ft e n mürbe ber 23 i r n b e r g, etroa 6 km füboftroärts Saarbrücken, auf bem sich ber Feinb mit zmei Kompanien festgesetzt hatte, im Gegenangriff burch unsere Vorposten mieb er genommen. Sonst nur geringe Vorposienkämpfe. Luftangriffe auf beutsches Reichsgebiet fanden nicht statt. Die Luftwaffe in der VernichtungsschlaM um Kuttio Berlin, 12. Sept. (DNB.) Schlachtflieger und Sturzkampfgruppen unserer Luftwaffe wurden auch heute in der großen Schlacht in Polen i m Raum um Kutno gegen den eingeschlossenen Gegner eingesetzt und erleichterten durch ihre Angriffe das Vorgehen des Heeres. Kampfverbände haben durch Bombenabwürfe die Bahn ft r e ck e n Sambor—Lemberg, Stryj—Lemberg, Krasnik—Lublin, Warschau—Luckow und Bilsk—Czeremcha mehrfach unterbrochen. Auf den von Warschau nach Osten und Südosten führenden Straßen wurden Marsch- und Wagenkolonnen wirksam bekämpft. Die Gegenwehr der polnischen Fliegertruppe wird immer schwächer. Um ihr aber auch die letzten Möglichkeiten zum Eingreifen zu nehmen, wurde die Luftwaffe auch gegen die Reste der Bodenorganisation eingesetzt. Bei den Angriffen auf die Flugplätze Rodek, Deblin, Luck und Lemberg wurden 3 4 p o l n i s ch e F l u g z e u a e auf den Rollfeldern zerstört, zwei'Flugzeuge im Luftkampf abgeschojsen. Heber der Luftverteidigungszone West wurden d r e i f r a n z ö s i s ch e A u s k l ä r e r a b g e, ch o 1 - s e n, und zwar zwei von der Flak-Artillerie und einer von den Jagdfliegern, wobei ein ^lieger- kapitän in Gefangenschaft geriet. In Posen und Wesipreußen zahlreiche Städte besetzt. B er lin, 12. Sept. (DHB.) Das Oberkommando ber Wehrmacht gibt bekannt: Durch bas Vorgehen unserer Truppen in b e n Provinzen Posen unb West preußen mürben in ben letzten Tagen Posen, Thorn, Gnesen, hohenfalza unb zahlreiche an- bere Stäbte beseht. Damit ist auch in biefer Gegenb bas ehemals deutsche Gebiet nahezu restlos in deutscher Hand. Englands aussichtsloser Kampf. Hierin liegt das wesentliche Plus des deutschen Heeres gegenüber der polnischen Armee. Nicht daß der polnische Soldat oder aar der polnische Offizier nicht ■ mutig gewesen sind, im Gegenteil, das polnische Offizierkorps hat sich als besonders mutig erwiesen, was schon aus den überaus großen Verlusten an polnischen Offizieren hervorgeht. Aber einmal wurde die polnische Niederlage bedingt durch eine mangelhafte Truppen- führung und ein anderes Mal durch gewisse psychische Eigenschaften, die dem polnischen Soldaten anhaften. Der deutsche Soldat siegt und kämpft auch dann, wenn er drei Tage lang nichts zu essen und zu trinken hatte. Der polnische Soldat jedoch, von dem sogar behauptet wird, daß er im Ertragen von Strapazen an sich etwas härter sei als der deutsche Soldat, wird moralisch müde, wenn er keine Verpflegung bekommt. Der Kampswert des polnischen SoDaten hängt weitgehend von dem Vorhandensein der Gulaschkanone ab, während der deutsche Soldat mehr Wert auf wirkliche Kanonen legt. Was nun die polnische Truppenführung anlangt, so mangelt ihr jede Tradition und jede Erfahrung, was bei einer Armee, die im Grunde genommen aus Aufständischen hervorgegangen ist und gerade erst 20 Jahr? steht, kaum verwunderlich erscheint. Mangel an Befehl und Orga» nisationsmaßnahmen kann aber der polnische Soldat noch viel weniger ertragen als den Mangel an warmen Mahlzeiten. Hierin liegen die tieferen Ursachen der polnischen Niederlage, die in diesem Ausmaße wohl selbst von den westlichen Scharfmachern nicht vermutet worden ist. Immer weiter rücken die Infanteristen durch die Wälder und Felder jenseits der Weichsel vor. Die Kilometerzahlen an den Wegweisern nach Warschau werden immer kleiner, und das Dorrücken nimmt so lebhafte Formen an, daß die deutschen Spähtrupps noch auf den Feldern arbeitende Bauern antreffen, die ursprünglich vor hatten, vor den deutschen Truppen zu flüchten. Tausende und aber TaujssM oon FMMngA tperten von den deutschen Volkes und im Auftrag des Führers wurde. V fast erkenne ich a nder Maschine französische Ab- 3m Weichselbogen. Das Kampfgebiet der deutschen Truppen. Von unserem Wehrmachi-Miiarbeiier. Der erste Strich. 6in Jagdflieger berichtet vom ersten Lustkampf Sonderbericht des DAÄ. Erlebnisse vom Weichselübergang bei Graudenz. Von unserem p. K -Sonderberichterstatter. das Weichselland. Zur Wiederherstellung dieser polnisch gewordenen Niederungsteile wurden im 16.Jahrhundert wiederum deutsche Siedle r ins Land gerufen. Diese Kolonisotionsbewegung war aber keineswegs auf die wiederaufbaubedürf- tigen Niederungsgebiete des Weichselunterlaufes beschränkt, sondern sie erstreckte sich auch auf die Täler von Netze und Warthe und mittlerer Weichsel. Sie erfaßte also große Teile Großpolens und erstreckte ihre Ausläufer bis weit in das Gebiet des Weichselbogens hinein. Deutsche Truppen, die heute auf dem Vormarsch befindlich sind, treffen auch jetzt noch deutsche Weichseldörfer an, die sich verhältnismäßig gut geholten haben. Von Plozk aus setzt eine fast ununterbrochene Kette deutscher Dörfer ein, die hj s vor d i e Tore von Warschau reicht. So wird im Weichselbogen heute wieder einmal deutsches und europäisches Schicksal durch deutsche Soldaten entschieden. Was jetzt erkämpft wird, wird dazu beitragen, den Frieden in Osteuropa für alle Zeiten zu sichern. „Tempo und Kühnheit". Die dänische Presse zu den deutschen Erfolgen im Osten. Kopenhagen, 12. Sept. (Europapreß.) Die dänische Presse bereitet am Dienstag ihre Leser auf einen entscheidenden Schlag des'deutschen Heeres gegen die polnischen Truppen im Abschnitt von Warschau vor. Es wird damit gerechnet, daß die Kampfhandlungen die noch vor der Weichsel stehenden Truppen abfchneiden wer- den, „so daß die Polen früher oder später gezwun- gen sind, sich zu ergeben". „Politiken" schreibt über die durch die Schlagkraft der modernen deutschen Waffen erzielte Gefangennahme ganzer polnischer Regimenter: „Wenn es den Deutschen gelang, so bedeutende Truppenteile abzuschneiden, so ist dies in erster Linie dem traditionellen Tempo und der Kühnheit, mit der man auf deutscher Seite vorgegangen ist, zuzuschreiben; des weiteren auch den ausgezeichneten Hilfsmitteln, über die die deutsche Heeresleitung in ihrer überlegenen Luftwaffe verfügt, die den Rückzug der Polen behinderten und schließlich in ihren schnellen P a n z e r t r u p p e n , die die Flußübergänge vor den zurückflutenden Polen erreichten und diesen den Weg versperren konnten. Deutschland für den totalitären Krieg gerüstet. Eine schweizer Stimme. Bern, 12. Sept. (DNB.) Im „Bund" beginnt ein Berliner Korrespondent eine Artikelserie über die Praxis des totalitären Krieges. Die Redaktion des „Bund" schickt die Bemerkung voraus, der totalitäre Krieg bestehe organisatorisch in einem Leistungsausgleich zwischen Front und Heimat. In seinem ersten Artikel weist der Korrespondent daraufhin, daß sich die Umgestaltung der Produktionskräfte in Deutschland mit größter Schnelligkeit und stärkerer Konsequenz, also im ganzen mit größerer Wirkung durchführen lasse als in den anderen Großstaaten, weil die autoritäre Führung der deutschen Wirtschaft, die bisher schon bestand, unerläßliche Organisationsformen b ere its geschaffen und sich habe einspielen lassen. Zum anderen habe der wirtschaftliche General st ab, den Hitler vor einigen Jahren berief, gerade diese umfassende Umstellung in großen Zügen schon vorbereitet. Die Kriegswirtschaftsverordnung mit ihrem Appell an den Leistungs- und Opferwillen aller Bevölkerungsschichten bezeuge, daß HiUer der Einheit zwischen Führung und Volt Graudenz, September 1939. Seit vielen Stunden rollen motorisiierte und be- spannte Kolonnen über die drei Pontonbrücken, die unsere Pioniere am Abend fertiggestellt hatten. Kaum woanders kann man das Wunder der deutschen Militärischen Organisation so bildhaft sehen, wie bei diesen Weichselübergängen. Die Straßen sind schmal und entsetzlich staubig. An manchen Stellen ist ein Gegenverkehr kaum möglich. Trotzdem rollen die Kolonnen, deren Führer in stän- diger telefonischer Verbindung mit den Befehls- stellen stehen, mit erstaunlicher Pünklichkeit an den Weichselübergängen ein. Es gibt keine Derstopfun- gen, keine Aufenthalte, und obwohl mit aller Vorsicht und unter Beachtung aller Sicherungsmaßnahmen marschiert wird, ist diese Unaufhaltsamkeit Truppen eingeholt und mit ein paar freundlichen und beruhigenden Worten zur Umkehr veranlaßt. Auffallend viele junge Zivilisten treffen die Soldaten, so daß Vermutung berechtigt ist, daß es sich um polnische Soldaten handelt, die ihre Uniform ausgezogen haben, um sich in Zivil nach Hause retten zu können. Vor uns feuert eine deutsche Kanonenbatterie tn absichtlich regellosem Feuer mit ostwärts gerichteten Rohren. Diese Batterie, der noch einige andere zur Seite stehen, bindet — wenn man in diesem Zusammenhang ein unmilitärisches Wort gebrauchen will — den Sack zu, in dem große Teile der polnischen Armee nordostwärts von Warschau eingeschlossen sind. Die Polen versuchten an der Stelle der Weichsel, an der der Narew mündet, eine Pontonbrücke über die Weichsel zu schlagen, um der sonst überall vorhandenen Urn- Der deutsche Heeresbericht hat in den letzten Tagen Namen veröffentlicht, die jedem Weltkriegsteilnehmer im Osten vertraut find, unter denen sich schon einmal deutsche Truppen, damals gegen die Russen, Waffenruhm erobert haben. Jetzt wird das Kampfgebiet in Polen bestimmt durch die Weichsel, an der sich 'bas Schicksal des polnischen Heeres entscheiden wird. Erft diejenigen, die dieses schwierige Gebiet kennen, werden wissen, was es bedeutet, wenn die deutschen Truppen in wenigen Tagen so große Teile Polens besetzten. Die schwierigste Aufgabe, die die deutschen Truppen zu lösen hatten, war vielleicht der Kampf um den I a b l u n k a - Paß und um die Nordausgänge der Beskiden. Hier in diesem Gebiet bildete die Weichsel bis 1919 die Grenze zwischen Oesterreich-Ungarn und । Rußland. Bezeichnenderweise ist die Weichsel in diesem Gebiet fast ausschließlich am rechten, also am früheren österreichischen Ufer, durch Deiche und Buhnen festgelegt. Auf der anderen Seite aber ist die Weichsel noch st a r k verwildert und fließt in zahllosen Windungen. Wenn dann die Weichsel das Hügelland verläßt, erhält sie von rechts die starken Karpathenzuslüsse Dunajec, Wisloka und San, die auch jetzt wieder den Schauplatz der Kämpfe bildeten und an denen insbesondere unsere Pioniere zeigen konnten, was sie gelernt haben. Auch heute noch bildet dann in Mittelpolen die Weichsel das eindrucksvolle Bild eines unge- bändigten, gänzlich sich selbst überlassenen Stromes, wie er in Mitteleuropa schwerlich ein zweites Mal zu finden ist. Auenwälder oder Streifen dichten Weiden- und Erlengestrüpps säumen die teils flachen und sandigen, teils niedrige Steilkanten bildenden Ufer. Gestrüpp deckt auch die großen Strominseln, die Kämpen genannt werden. Ketten gelber Sandbänke leuchten grell aus dem Wasser hervor. Wo es nur irgend möglich ist, da haben die Polen das Außendeichland als Weide benutzt, stellenweise wird hier sogar geackert. Aber ständig nagt der wilde Strom am ungeschützten Ufer, und Jahr für Jahr verschwinden breite Streifen mühsam unter Kultur genommenen Bodens. So bietet die Weichsel in Polen ein trostloses Bild, das sich dann aber mit einem Schlage ändert, wenn die Grenze von 1914, b i e alte deutsch- russische Grenze bei Thorn erreicht wird. Hier verliert infolge der Tätigkeit der Deutschen, zug der Polen sofort hätte gesprengt werden können. Noch bevor der Rückzug begann, wurden die Befestigungsanlagen von Graudenz durch deutsche Flieger mit Bomben belegt. Durch Zufall fiel eine kleine Bombe auf die Weich- selb rücke. Niemals hätte diese Bombe der Weichselbrücke ernstlich Schaden zufügen können. Sie löste aber die polnischen Dynamitladungen aus. Drei der großen Steinpfeiler flogen auseinander, und in einer Länge von etwa 50 Meter versank d i e Brücke in den Fluten der Weichsel. Die Folgen für die auf dem diesseitigen Weichselufer befindlichen polnischen Heeresteile waren und sind noch furchtbar. Nach Zerstörung dieses einzigen Ueberganges blieb nur noch eine Fähre bei Kulm und ein einziger Dampfer zum Uebersetzen übrig. Die Reste der zurückflutenden Truppenteile gedachten nun bei Kulm vermittels der Fähre über die Weichsel zu gehen. Nur wenige Soldaten und weniges Gerät konnten jedesmal mit der Fähre übergesetzt werden, als plötzlich deutsche Granaten die Fähre zerstörten, den Polen damit den letzten Rückzugsweg abschnitten und in die massierten polnischen Heeresteile diesseits der Weichsel einschlugen. Die sofort einsetzende Panik muß grauenvoll gewesen sein. Gefangene erzählen, daß die Fahrer ihre Pferde, die Kanoniere ihre Geschütze und die Infanterie ihre Gewehre im Stich ließen, daß Soldaten Stiefel und Tornister wegwarfen und schwimmend in regelloser Flucht das jenseitige Ufer zu erreichen suchten. In diesem Augenblick erschienen deutsche Panzerwagen und jagten die etwa noch Zögernden in die an dieser Stelle etwas enger und darum reißend strömende Weichsel hinein. Diele erreichten zwar das jenseitige Ufer, sind aber so demoralisiert, daß sie als Kampftruppen überhaupt nicht mehr in Frage kommen. Diele ertranken, und alle verloren ihre gesamte Ausrüstung. Als wir an der Übergangsstelle ein treffen, bietet sich uns ein Bild des Grauens. Die Wiesen an der Weichsel stellen ein riesiges Leichenfeld dar, auf dem viele Hunderte von zerschossenen Wagen, Protzen, Kanonen und Autos liegen. Ein großer Kokshcrufen brennt feit zwölf Stunden, und feine hell auflodernden Flammen werfen in der Abenddämmerung flackernde Reflexe auf das Spiel der Zerstörung. Hunderte von Pferden, die sich im Augenblick des Krachens der Granaten losgerissen haben, laufen frei herum, galoppieren plötzlich rudelweise über die Zufahrtsstraßen oder springen über umgestürzte Wagen, Unsere bespannten Trup- klammerung im letzten Augenblick noch zu entgehen. In aller Eile wurde ein gemischtes Detachement, bestehend aus Aufklärern, Infanteristen und Artilleristen in einem Tagesmarsch von 80 Kilometer motorisiert an diese Stelle geworfen, und ehe noch die Pontonbrücke halb fertig war, sausten die ersten deutschen Granaten in die Brücke und in das Vorgelände hinein. An historischer Stelle, wo im Weltkrieg harte Kämpfe stattfanden, am Narew, wird der polnischen Armee jenes Tannenberg bereitet, das die Geschichte aller Kriege bisher noch nicht kannte. Fest eingeschlossen sitzen die Divisionen der Polen, abgeschnitten von Nachschub und Zufuhr, ohne Nachrichten und ohne Rettung. So schlägt das deutsche Heer als das scharf geschliffene Schwert, das es durch den einmütigen Willen des deutschen Eine Gemeinheit. In der öffentlichen Diskussion zwischen zwei feindlichen Ländern gibt es sozusagen eine unter ft e Grenze, die auch von dem schlimmsten Lügenhetzer und Verleumder nicht überschritten werden kann. Es ist die Grenze, welche durch die äußersten Ausgeburten der menschlichen Phantasie Überhaupt gegeben ist. Diese Grenze des Möglichen dennoch überschritten zu haben, ist das „Verdienst' einiger Zeitungen der Vereinigten Staaten von Nordamerika, eines Landes also, das sich nicht nn Kriegszustand mit dem Deutschen Reich befindet, sondern unter dem Gesetzt der Neutralität lebt. Bekanntlich haben eine Reihe von neutralen Zeitungsberichterstattern Gelegenheit gehabt, die Schreckensstätte des BrombergerBlutsonn- tags zu besuchen und die von den vertierten polnischen Horden verstümmelten und hingeschlachteten deutschen Opfer zu- sehen. Bekanntlich haben- auch die Augenzeugenberichte der fremden Pressevertreter überall im neutralen Ausland den ftärtften Eindruck gemacht. Den für die Bromberger Bartholomäusnacht verantwortlichen polnischen und englischen Regierungsstellen war diese Enthüllung so peinlich, daß sie zunächst einmal 48 Stunden lang die Tatsache dieses furchtbaren Verbrechens mit keinem Wort erwähnten. Der dann von den polnischen Amtsstellen gemachte Versuch, die Ermordeten von Bromberg als Polen und die Mörder als Deutsche hinzustellen, erstarb in seiner eigenen Lächerlichkeit. Bedenklicher schon war, daß sich die Engländer diese lügnerische Umkehrung des Tatbestandes zu eigen machten. Aber am tollsten ist, was sich nunmehr die Blätter des Scrips-Howard-Konzerns in USA. an Wahrheitsverdrehung leisten. In diesen Zeitungen empfiehlt nämlich der amerikanische Publizist Westbrock Pegler seinen Lesern, den Augenzeugenbericht des in Bromberg gewesenen amerikanischen Journalisten sorgfältig zwischen den Zeilen zu lesen. Nach Peglers Ansicht könnten auf Grund dieses Berichtes die verstümmelten Zimliistenleichen ebenso gut von deutschen Soldaten oder Zivilisten getötete Polen sein oder auch Deutsche, die von deutschen Truppen unterschiedslos getötet und auf Befehl des deutschen Propagandaministeriums verstümmelt worden feien. Der smarte Herr Pegler wirft also dem Propagand aministerium vor, es habe die Volksdeutschen in Bromberg absichtlich toten und verstümmeln lassen, um aus diese Weise in der Welt Propaganda gegen Polen zu machen. Es fehlen uns die Worte, eine solche jedes menschliche Maß sprengende Gemeindheit zu charakteri- steren. Aber daß es diesem idiotischen und gemeingefährlichen Subjekt erlaubt ist, einen großen Teil des amerikanischen Zeitung spapier es mit den Erzeugnissen seines irren Geistes zu beschmieren, das stimmt uns doch sehr nachdenklich. H. Ev. .... DNB. Grell stand die Sonne über dem weiten Rollfeld. Jetzt zoa ein klarer Spätsommerabend herauf. An den Rändern des Feldes standen die schnittigen Jagd Maschinen absprungbereit wie Panther. Die Bereitschaft lag in den Siege» stählen, wartete auf ihren Einsatz. Da läutet der Fernsprecher! Der Mann am Hörer rief: .Kinder, der erste Abschuß!" Die Flieger drängten sich um den Telephonisten. Jeder wollte die knappe Schilderung des Luftkampfes hören. In der Luft kam Motorengeräusch näher. Zwei Jagdmaschinen drehten eine Platzrunde, setzten dann zögernd auf, rollten an ihre Liegeplätze. Die Kabinenhaube der Jagdmaschine klapte zur Seite, und heraus sprang mit lachendem Gesicht ein junger Fliegerleutnant. Flugzeugführer und Bodenpersonal stürzten auf ihn zu und beglückwünschten ihn zum ersten Abschuß der Staffel. Inmitten seiner Kameraden geht der glückstrahlende Kämpfer zur Unterkunft. Tausend Fragen muß er beantworten. Etwas später sahen wir auf dem Trittbrett eines Kraftwagens und Leutnant G. erzählte: „Ich erhielt heute abend den Auftrag, in 5000 bis 6000 Meter Höhe mit meinem Rottenflieger Sperre zu fliegen. Wir waren schon einige Male hin- und hergependelt, da sehe ich in etwa- 3500 Meter Hohe einen Hochdecker fremder (Scherl-Bilderdienst-M.) des Dorrollens der deutschen Kriegsmaschine ein technisches und organisatorisches Wunder, das eines der Ursachen unserer militärischen Erfolge ist. In dieser Beziehung Vergleiche mit der polnischen Gegenseite auszustellen, ist eigentlich kaum möglich. Die Unterschiede find hier wie Tag und Nacht. Ein einziger Zufall, der von den Polen selbst verschuldet wurde, hat den Polen eine furchtbare Niederlage bereitet. Die große Eisenbahn- und Straßenbrücke, die bei Graudenz über die Weichsel fuhrt, war von den Polen so unterminiert worden, daß sie nach dem Rückergeben hatten und dann plötzlich mit Handgranaten warfen, gebieten, daß äußerste Vorsicht geübt wird. Deswegen kann nur bedingungslose und vollständige Uebergabe der eingeschlossenen Polen vor völliger Vernichtung bewahren. Dom Brückenkopf der Graudenzer Brücke aus sind Maschinengewehre auf die Uferbüsche gerichtet. Zwar ist Graudenz bereits von den von Ostpreußen her angreifenden Truppen besetzt. Aber in den Uferbüschen sitzen immer noch versprengte Polen. Wir steigen in einen alten Fischerkahn, der am Ufer festgebunden liegt, und staken und paddeln langsam über die Weichsel. Auf einmal bellen Gewehrschüsse auf. Einige am Ufer versteckte Polen eröffnen das Feuer. Sofort fangen die deutschen Maschinengewehre an zu tacken und treiben zwei Verwundete aus den Büschen, die sich ergeben, nachdem der andere Teil des versteckten Hausens erschossen worden ist. Als wir uns dem anderen Weichselufer nähern, stehen uns mit finsteren Gesichtern eine Anzahl polnischer Zivilisten gegenüber. Gerade der Teil von Graudenz, der an der Brücke liegt, ist von den wenigen Polen bewohnt, die in Graudenz zu finden sind. Wir gehen mit gelockerter Pistole an den Polen vorbei, kommen in Straßen und Plätze von (3rau= §enz und sehen nun das wahre deutsche Gesicht der Stadt. Die Menschen grüßen uns schon von weitem mit dem deutschen Gruß. Die ersten primitiv gemalten Hakenkreuzfahnen werden herausgesteckt. Eine freudige Bewegung und Ge- fchäftigkeit liegt über den Menschen. Die polnischen Geschäfte sind geschlossen. Noch hängen an den Fensterscheiben die aufreizenden gemeinen Hetzplakate gegen das Deutschtum, aber heute lachen die Deutschen von Graudenz nur noch darüber. So haßerfüllt und hinterlistig der polnische Terror gegen das Deutschtum auch hier gewesen ist, die deutschen Truppen, die sich von Westen her und von Ostpreußen kommend, in Graudenz die Hand gereicht haben, holten diese alte deutsche Ostfeste wieder heim. Graudenz ist wieder deutsch, und der polnische Spuk, der mehr als 20 Jahre bas Land zwischen Warthe und Weichsel narrte, ist weg- aesegt. Hitlerbilder stehen in den Schaufenstern, Hakenkreuzbinden tragen die Deutschen, um sich kenntlich zu machen, und über der Stadt herrscht Hochstimmung. UUUU JJVCXXX, t l il v ll U U/ u V w V V | * V io v > » ---/---- Vx r Ti c . ff Bauart fliegen. Ich gebe meinem Kameraden das anzugreifen. Der Kampfgeist und der Slegeswille Angrifsszeichen, drehe selbst ab, um dem Feind den unserer Luftwaffe sind die Garanten für die Sicher Weg zur Grenze zu verlegen. Beim Näherkvmmen rung des Luftraumes über Grohdeutfchland. hängen." Ohne Ausschmückung gab der Jagdflieger feinen Bericht. Wir erhoben uns und gingen zu der siegreichen Messerschmitt. Die Warte waren schon dabei, die Maschine startklar zu machen, „Schnaps" aufzutanken, neue Munition einzuziehen. An das Seitensteuer der „Me" hatten sie beiderseits einen weißen Strich angebracht. Nach einer alten Sitte der Kampfflieger wird jeder anerkannte Abschuß einer Maschine in dieser Weise registriert. Wir haben am Morgen Leutnant G. mit seiner Maschine beim Scharfschießen beobachtet und sind sicher, daß dieser erste Strich nicht allein bleiben wird, wenn es Frankreich ober England gelüsten sollte, Deutschland pen suchen sich die bestes Pferde aus, und . jedes Fahrzeug führt ein Beutepferd mit. Aber noch viele Hunderte von Pferden können den deutschen Weicheslbauern abgegeben werden, denen die Polen ihre gesamten Pferde abgenommen hatten. Durch den Feuerüberfall wurde das Gros der polnischen Truppen in die Wälder zurück- getrieben .die sich in etwa 20 Kilometer Breite diesseits der Weichsel erstrecken. Damit wurden sie zwei deutschen Armeekorps in die Arme getrieben und von ihnen völlig eingekesselt. Rund um den Wall stehen die Panzerwagen, die Geschütze, die Mascbinengewehre bereit, um jeden Ausbruchsversuch dieser polnischen Divisionen sofort zu vereiteln. Mit Recht sind die deutschen Truppen über das heimtückische Verhalten der Polen empört und werden jeden Widerstandsversuch der Polen blutig niederdrücken. Die zahlreichen Ueberfätte, auf einzelne Melder, die heimtückischen Angriffe von Soldaten, die sich erst die ja diesem Lande das Gesicht gegeben haben, die Weichsel den Charakter eines ungeregelten Naturstromes. Sie wird zum Kultur ström, der durch starke Deiche und durch Befestigungen in eine geregelte Bahn gezwungen ist. Freilich ist auch heute schon nicht mehr das Weichselbett in der vorzüglichen Verfassung, in die die Deutschen es gebracht haben. Auch heute schon ist dem Strombett die Verwilderung anzusehen, weil man sich nicht darum kümmerte und nicht darum kümmern konnte. Bis zu einem gewissen Grade bestimmt die Weichsel auch den Charakter des Raumes mit dem unteren Bug und dem unteren Narew. Die Gebiete um beide Flußtäler sind auch jetzt wieder Kampfgebiete gewesen so wie es 1914 und zuletzt auch 1920' im russisch-polnischen Kriege war. Die von uns im Kriege stark ausgebaute Narew- linie mit den befestigten Städten Lomza und Ostrolenka wurde 1920 von den Russen glatt überrannt und die Verfolgung der Polen artete damals in eine regellose Flucht aus. Der Weichselbogen er- scheint hier als das Kerngebiet des polnischen Polkstums und nicht zuletzt wohl auch aus diesem Grunde haben die Polen im Jahre 1920 hier in diesem Teil der Weichsel den letzten Widerstand geleistet. Dieser ganze Raum des Weichselbogens ist einmal als der Vorhof, Osteuropas bezeichnet worden. Tatsächlich ist er das Uebergangsland zwischen dem Osten und dem Westen. Das zeigt sich am besten, wenn man die Sied- lungsverhältnisse im Weichselbogen knapp darstellt. Im Unterlauf der Weichsel hat schon im Jahre 1309 der Deutsche Ritterorden ein Kulturwerk eingeleitet und in erstaunlich kurzer Zeit durchgeführt, das höchste Bewunderung verdient. Im Laufe von wenigen Jahrzehnten hat er aus der sumpfigen, größtenteils mit Gestrüpp und Erlenbruchwäldern bedeckten Urlandschaft des Weichseldeltas, aus dem mit dichtem Rohr und Schilf bewachsenen Weichseltal flußabwärts von Thorn eine blühende Kulturlandschaft geschaffen. Damit hat der Orden eine der großartigsten Kulturleistungen vollbracht, die jemals deutsche Menschen geleistet haben. Hier hat er die Kornkammer des Ordensstaates geschaffen. Mit dem Verfall des Deutschen Ritterordens, mit dem Sieg der Polen kam aber auch wiederum Verwüstung in Zeichen. Nun greife ich an und jage dem Flugzeug von der linken Seite aus etwa 150 Meter die er|te Garbe hinein. Aus dem Fernaufklärer schlug Feuer. Ich hatte den Benzintank getroffen. Noch einmal ging ich den Gegner an, dessen Beobachter sich mit einem Zwilling-MG. wehrte, ohne Treffer bei mir zu landen. Bei dem zweiten Angriff kam ich von rechts hinten und schoß die Kiste zu Bruch, die bann trudelnd und brennend a b sl Ü r z t e. Der Flugzeuführer fiel aus der Maschine, während der Beobachter mit dem Fallschirm absprang. Ich umkreiste den zur Erde schwebenden Franzosen einge Male und sah ihn schwerverwundet in den Gurten iraibfl- litow* Sto?w Prztmysi Cithanow J> anigshutrq • KRAKAU, v Lomza Imtan .$lev teMBEM o* o X) \ , »Karnin« j_Radymko Qfmfee itoiemtochwD -EM ML B »MH- V l-v Das Rote Kreuz bewährt sich Nacht zum Samstag über dänischem Gebiet F wenn warfen worden sind und daß also eine neue Neutralitätsverletzung Englands vorliegt. „Jydske Tidende" bemerkt dazu ironisch, das von englischen Fliegern lugblätter abge- sondern auch wegen lle, in denen ver- der des Der werden, unter Dach und Fach zu kommen, Flugzeuge gehört oder gesehen werden. pol- im ied- gung tbürf« !S be- Täler l. Sie treckte ichsel- narsch tsche mäßig te fast e bis > wird atsches ldaten dazu Zeiten N. .) Die ser auf utfchen Ab- damit ich vor i wer- ezwun- ,t über -utfchen lmscher ing, 1° ist dies empo eutscher »eiteren tteln, über» Rückzug i ihren ! Fluß' -reichten ver- rigs- sie ache Bort nts- öon tsche iteit der 1 SU «öf. in esen bub- >Fen- neri- den nten elten 'Opa- scheu >er- M . Es * kten- nein« Täl Er- , das Ev. Die Mitropa hat den Schlaf- und Speisewagen- betrieb wieder ausgenommen. ♦ Mussolini hat die Italien ischeKronprin- zessin znr Generalinspektorin des ita- lienischeu Roten Kreuzes ernannt. Der Beschluß des Duce findet in der italienischen Presse freudigen Widerhall, wobei die Blätter die selbstlose und unermüdliche Tätigkeit der Kronprinzessin während des abessinischen* Feldzuges unterstreichen. Die großen italienischen Ueberseedampfer „(Tonte bi Savoi a", „21 u g u ft u s" und „Virgilio" werden nun alle wieder in den italienischen Ueberseeverkehr eingestellt. Ebenso wird der Kopenhagen, 12. Sept. (DNB.) Der d ä - Nische Gesandte in London hat bei der englischen Regierung Vorstellungen erhoben, nicht nur wegen des englischen Bombenabwurfs bei Esbjer der beiden späteren i'öö lvci n. kn ton die asie Heu ist" öon vhn bet, ebt. | Hen die ] in- Pol- eten I wch 'tre. i ten *n, ®eiI uneraV & Erneuter dänischer Protest gegen die Aeutratitätsverletzung englischer Flieger. Das dänische Kriegsministerium kündigt militärische Abwehrmaßnahmen an. :ii üb« Der Bromberger Blutsonntag kein Cinzelfall. In ganz Westpreußen entsetzliche Greueltaten polnischen Militärs. Englands Schuld an der Ausrottung des Deutschtums in den Grenzgebieten. mutlich englische Flieger über dänischem Hoheitsgebiet gewesen sind. Die englische Regierung hat darauf geantwortet, daß die der englischen Luftwaffe erteilten Instruktionen, neutrales Gebiet zu vermeiden, „streng eingeschärft" werden würden. Für den Bombenabwurf bei Esbjerg ist weiter von der dänischen Regierung Anspruch auf Schadenersatz erhoben worden. Dazu hat der englische Gesandte in Kopenhagen mitgeteilt, die englische Regierung sei bereit, solchen Ersatz zu leisten, unter der Voraussetzung, daß in ausreichender. Weise festgestellt werden könne, daß die auf Esbjerg abgeworfenen Bomben englischer Herkunft waren. (!) Die beiden verbreitetsten dänischen Blätter in Nord-Schleswig, „I y d s k e Tidende" und der Apenrader „Hejmdal" geben zu, daß in der Paris, 11. Sept. (DNB.) Die Umbildung französischen Regierung steht im Vordergrund Interesses der französischen Oeffentlichkeit. „Matin" hält es nicht für ausgeschlossen, Bereits in den ersten Tagen hat sich die Organisation des Deutschen Roten Kreuzes in hervorragender Weise bewährt. Vor wenigen Tagen hat sich der Führer selbst durch einen Besuch im Lazarettzug von der Betreuung der Verwundeten überzeugt. Unser Bild zeigt einen Lazarettzug von der Ostfront nach der Ankunft auf einem Berliner Bahnhof. Hier wird ein Verwundeter von Rot-Kreuz-Helferinnen mit Blumen und Liebesgaben begrüßt. — (Scherl-Bilderdienst-M.) dänische Außenministerium habe die englische Regierung darauf aufmerksam gemacht, wo Dänemark liege. Weder England noch Dänemark könnten ein Interesse daran haben, daß schlecht aus- gebildete Flieger entsandt. würden, wie es der Fall gewesen sei. Auch der „Hejmdal" meint, die Neutralitätsoerletzung sei durch geographisch K orientierte Flieger erfolgt. Das Blatt fordert ilage von großen, weit sichtbaren Nationalabzeichen, die nachts mit Scheinwerfern beleuchtet werden sollten. Wenn dann trotzdem noch Verletzungen der Neutralität vorkämen, dann bleibe nichts anderes übrig, als daß Dänemark feine militärischen Machtmittel gebrauche, über die es verfüge, um feine Neutralität zu schützen. Vom dänischen Kriegsministerium wird auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht, daß bei militärischen Maßnahmen zur Abwehr unerlaubten U eb e rfl ieg ens dänischen Gebietes das Publikum durch das Herabfallen von Sprengstücken aus großer Höhe gefährdet werden könnte. In Gebieten, wo solche militärischen Abwehrmaßnahmen besonders in Frage kommen können, wird daher die Bevölkerung aufgefordert |u. ---daß Daladier dem bisherigen Botschafter in Spanien, Marschall Petain, das Landesverteidigungsministerium anbieten werde, um sich selbst mehr der Außenpolitik zu widmen. Der jüdische Unterrichtsminister Fan Zay werde möglicherweise durch den bisherigen stellvertretenden Mnister- präsidenten Chautemps ersetzt werden, und Kammerpräsident H e r r i o t werde vielleicht ft e 11= vertretender Ministerpräsident. Das neu zu schaffende Rüstungsmini st erium solle dein Generaldirektor der französischen Eisenbahnen Dautry unterstellt werden. Für das sogenannte Blockade mini st erium, dessen Schaffung ebenfalls in Aussicht genommen ist, roirb noch kein sicherer Kandidat genannt. Aus anderer Quelle verlautet, D a l a d i e r werde persönlich das gefunden. In Gollub lebten acht volksdeutsche Familien. Von diesen wurden sechs Männer und ein löjähriger Knabe erschossen. Der größte Teil der Greuel ist nach übereinstimmenden Aussagen von regulärem polni- schem Militär verübt worden. Das beweisen auch die zahllosen bestialisch Erstochenen, die einwandfrei Bajonettstiche aufwiesen. Teile der polnischen Armee sind mit französischen vierkantigen Bajonetten, sogenannten Stiletten, ausgerüstet. In M i s l i w i t s ch wurde der Bauer Molden- Hauer im Bett erschlagen aufgefunden. Sein Sohn wurde nach Aussagen eines einwandfreien Zeugen von. einem polnischen Sergeanten beim Wasserfahren auf dem Felde getroffen. Der polnische Sergeant zwang den jungen Molden- Hauer, den Wasserwagen mit Wasser zu füllen, wobei Moldenhauer den Weg vom See zum Wagen unter ständigen Bajonettstichen des polnischen Unteroffiziers machen mußte. Als der Wagen voll war, stieß der polnische Unteroffizier dem aus zahllosen Wunden blutenden Mann das Bajonett von hinten durch den Leib. Der Unglückliche brach mit dem Ruf: „Barmherziger Gott!" zusammen, worauf der Pole dem Sterbenden mit dem benagelten Stiefelabsatz den Kopf einschlug und dann den noch zuckenden Körper in den See warf. — Spuren ähnlicher Behandlung hat man bei zahlreichen anderen Opfern gleichfalls gesunden. Teilweise müssen die gejagten Volksdeutschen von den von englischen Garantien trunkenen polnischen Soldaten buchstäblich zu Tode getrampelt worden sein. Ein junger volksdeutscher -Bauer, den der Berichterstatter auf dem Felde dabei traf, als er seinen bei dieser Flucht umgekommenen alten Vater ausgrub, um die Leiche in die Heimat zu bringen, war Zeuge, wie reguläre polnische Soldaten bei Hohenkirch neun aus Lindenau im Kreise Grau- denz mitgeschleppte deutsche Bauern, die versuchten, bei der allgemeinen Flucht zurückzubleiben, vor den Augen ihrer Frauen und Kinder n i e der stach en und mit dem Kolben zusammenschlugen und in einen leid) warfen. Die Leichen sind gefunden und bereits bestattet worden. Holland sichert seine Rohstoff-Versorgung. A m st e r d a m , 12. Sept. (Guropapreg.) Die nie- derländische Regierung hat weitere Maßnahmen ergriffen, um die Versorgung des Landes mit lebenswichtigen Rohstoffen bei längerer Kriegsdauer zu sichern. Zunächst sind schwere Erdöle, Petroleum und Benzin sowie Benzol zu „Rationierungs-Gütern" erklärt worden. Das bedeutet noch nicht die sofortige Rationierung für die Verbraucher, sondern vorläufig eine Aufsicht des Staates über die vorhandenen Vorräte und über alle Erzeuger und Importeure von Erdölerzeugnissen. Die Erzeuger und „Importeure müssen sich in eine von der Reichsbehörde für Erdölerzeugnisse angeleate Liste eintragen. Ferner wurde eine Reihe von Ausfuhrverboten mit Wirkung vom 12. September erlassen, und zwar für Farben, Lacke, Firnisse, Harze und Terpentin usw. Sofern die eigene Dersorgungslage es zuläßt, sollen Ausfuhrbewilligungen für Güter dieser Klasse durch das im Haag errichtete Krisis-Ausfuhrbüro erteilt werden können. Oie tlmbildungsabsichten der französischen ORegieruna. Außenministerium übernehmen, während Außenminister Bonnet Marschall Petain als Botschafter in Spanien ersetzen solle. OaS Deutsche 2Rofe Kreuz erbittet Vertreter desInternationalen Komitees Berlin, 12. Sept. RU ' 3lhi- 10 Pf. Dechiü vrej hiebet, Haufen 9, und nb als M, 21 che ISS lanen 5676-1 3 >l i7 0 Polen, völkisch unt» staallich gesehen, Äon Or. Paul Rohrbach. Für die Geschichte des polnischen Staates ist es durch viele Jahrhunderte kennzeichnend gewesen, daß seine politischen Grenzen in den Zeiten der Schwache seiner Nachbarn weit über die Grenzen polnischen Volksbodens hinausreichten. Das sogenannte ethnographische Polen hat seinen Umfang seit dem Mittelalter kaum verändert. Im Osten liegt die Scheidelinie zwischen Polen auf der einen, den WeihrussenundUkrainernauf der andern Seite heute noch eben dort, wo sie zu Beginn der polnischen Geschichte lag, ungefähr auf dem 21. Längegrad. Nur kleine polnische Sprachinseln, wie die um Lemberg und Przemysl, haben sich östlich davon gebildet. Dafür greift auch ukrainischer Volksboden mit ein paar schmalen Zungen weiter nach Westen. Im Süden bilden die Karpathen auch die nationale Grenze, und im Westen ist es seit der Germanisierung Schlesiens, die schon ins 13. Jahrhundert zurückreicht, zu jener verwickelten Verzahnung von Polentam und Deutschtum gekommen, die es so gut wie unmöglich macht, die politische und ethnographische Grenze in Uebereinstimmung zu bringen. Gegen Norden hat polnisches Volkstum nie das Meer erreicht. Die Kaschuben in Pommern und Westpreußen sind ebenso wenig Polen, wie die ostpreußischen Masuren. Eine ungefähre Berechnung ergibt für das ethnographische Polen einen Umfang zwischen 225 000 und 250 000 Quadratkilometer, also etwa die halbe Größe von Frankreich. Die politischen Grenzen des heutigen polnischen Staates, die nahezu 400 000 Quadratkilometer umschließen, greifen also erheblich, besonders nach Osten, über die ethnographischen hinaus. Die polnische Statistik bemüht sich, dem eignen Volkstum einen möglichst hohen Hundertsatz der Gesamtbevölkerung Huzuschrei- den. Das tatsächliche Zahlenverhältnis von rund 60 v. H. Polen und rund 40 v. H. Nichtpolen entspricht ungefähr dem bevölkerungspolitischen Zustand. Man berechnet die Gesamtzahl der Polen, wenn dabei der ausschließliche oder vorwiegende Gebrauch des Polnischen als Muttersprache zu Grunde gelegt wird, gegenwärtig auf 24 bis 25 Millionen, wovon aber IV2 Millionen in den Vereinigten Staaten von Amerika leben und für das Mutterland praktisch nicht mehr in Betracht kommen. Die Zahl der Polen in Deutschland, Sowjet- rußland, Frankreich und Litauen wird sehr verschie- den angegeben. Sie mag insgesamt auch an IV2 Millionen heranreichen, die kein geschlossenes Sied- lungsgebiet bewohnen. Zahlenmäßig kann also das Polentum keinen Anspruch darauf erheben, das tragbare Fundament für eine politische Großmachtstellung abzugeben, und ebenso wenig ist es dazu auf Grund besonderer Kulturleistungen imstande. Dis zur Vereinigung mit Litauen, am Anfang des 15. Jahrhunderts, war Polen als europäische Macht unbedeutend. Die litauischen Großfürsten hatten die Schwächung Rußlands durch das Mongolenjoch dazu benutzt, um ihre Herrschaft über die entvölkerten und so gut wie herrenlos gewordenen Gebiete wejt nach Süden, bis jenseits Kiew, auszudehnen. Durch das Aussterben des ukrainischen Fürstenhauses von Halitsch (Galizien und Wolhynien) gegen Ende des Mittelalters und die allmähliche Schwächung der Mongolenmacht wurde auch dies Gebiet eine polnisch-litauische Beute. .Seinen größten Umfang erreichte der polnische Staat um die Mitte des 17. Jahrhunderts. Damals lag die. Ostgrenze Polens nur wenige hundert Kilometer von Moskau, die Südgrenze nahe am Schrvarzen Meer und die Nordgrenze am Rigaischen Meerbusen. Diese gewaltige Ausdehnung über ein Gebiet, auf dem das polnische Volkstum nur einen Bruchteil der Gesamtbevölkerung bildete, war möglich geworden durch die Schwäche der Nachbarn, namentlich des damaligen moskowitischen Staates. Für die Polen von heute bildet die damalige Größe des Staates aber ein Ideal, von dessen erhoffter Rückkehr phantasiert wird, ohne Gedanken.an die Unmöglichkeit, mit einem so beschränkten eignen Volkstum eine solche Aufblähung der Grenzen über weit überlegene fremdnattonale Mehrheiten festzuhalten. Die Polen denken nicht daran, daß ihr Staat deshalb zugrunde ging, weil in ihm eiNe vollkommene völkische Zersetzung eingetteten war, und daß er nur darum neu begründet werden konnte, weil unter dem hundertj äh r i g e n Regiment der drei Teilungsmächte — Deutschland, Oesterreich, Rußland — eine gewisse nationale Gesundung zustande gekommen war. Zur Zeit der Teilungen gab es in Polen nur ein versklavtes Bauerntum und einen korrupten Adel, der nur eigensüchtige Standesinteressen kannte und sie über das Wohl und die Ehre von Volk und Vaterland stellte. Das Königtum war ein machtloser Schatten, und an Stelle eines gesunden Handwerks und Bürgertums gab es Mische Händler, die nichts nach Polen fragten, sondern nur nach ihrem Geld und einem kümmerlichen Dasein. Ein besitzendes und gebildetes Bürgertum, eine politisch gebildete, national denkende führende Schicht ist in Polen erst in dem Jahrhundert vom Wiener Kongreß bis zum Weltkrieg dadurch entstanden, daß es in den drei Teilgebieten Polens endlich eine geregelte Staatsverwaltung, ein systematisch aufge- bautes Schulwesen, gleiches Recht für alle Stände und eine vernünftige Pflege der Wirtschaft gab. Dazu kam schon früh die Bauernbefreiung. Durch all diese erzieherischen Wirkungen konnte der polnische Volkskörper erst bis auf seinen heuttgen Stand gesunden. Polen hat außerdem einen Vorteil davon gehabt, daß in der Zeit der mehrhundertjährigen Union mit Litauen d i e ganze Oberschichtdes litauischen Volkstums polonisi ert wurde. Das Litauertum wurde dadurch geschwächt, das Polentum gestärkt. Wilna ist ursprünglich keine polnische, sondern eine litauische Stadt, aber die Polen wollten es nicht ertragen, daß Wilna bei Litauen blieb, weil so viele heute sich als Polen fühlende Geschlechter von dort herstammen. Auch der Marschall Pil- sudski stammte aus dem Wilnaer Gebiet, aus ursprünglich litauischem Adel. Die Schule für die heutige polnische Staatsverwaltung hat in Galizien gelegen. Die österreichische Regierung übergab die Landesverwaltung in Galizien den Polen, und im Laufe eines halben Jahrhunderts bildete sich dort nach österreichischem Vorbild ein tecbnisch-admini- strativ geschulter Beamtenstand, den das neue, in Versailles gegründete Polen fertig übernehmen konnte. Was es im heuttgen Polen an vorgeschrittener Landwirtschaft gibt, stammt a 1F5 deutscher Schule, und auch die polnische Großindustrie in Lodz wurde von Deutschen aufgebaut. Es wäre den Polen nützlich, etwas darüber nachzudenken, daß sie, völkisch gesehen, einigen Grund zur Bescheidenheit habens Sozialpolitik und Kriegswirtschaft. Neber die sozialpolitischen Absichten der vom Ministerrat für die Reichsperteidigung erlassenen Verordnungen erfährt die „Frankfurter Zeitung" folgendes: Die Lenkung des Arbeitseinsatzes durch die Arbeitsämter war in den letzten Jahren schon nahezu vollständig. Jetzt werden die noch vorhandenen Lücken geschlossen. Arbeitskräfte jeder Art, Arbeiter, Angestellte, aber auch Praktikanten, Volontäre und, Lehrlinge können künftig nur noch mit Genehmigung des Arbeitsamtes kündigen oder gekündigt werden. Diese Besttmmung gilt für sämtliche Betriebe und Haushaltungen. Es greift also überall die Regelung Platz, die in einigen besonders wich- ttgen Industriezweigen schon seit längerer Zeit bestand. Für die Landwirtschaft, das Handwerk, den Einzelhandel ist es wichtig, daß diese Besttmmung auch für mithelfende Familienangehörige gilt, ohne Rücksicht darauf, ob sie formell in einem Vertragsverhältnis stehen oder nicht. Nur wenn die Trennung im beiderseitigen Einverständnis erfolgt, wenn der Betrieb oder die Baustelle st i l l g e l e g t wird, wenn es sich um eine A n - stellung zur Probe ober Aushilfe bis zu einem Monat ober schließlich, wenn es sich um unwesentliche, nicht krankenkassenpfkichtige Beschäfti- gungen handelt, wie etwa bei Aufwarte- und Reine- lnachefrauen, fällt die Kündigungsgenehmigung fort. Anderseits wird auch eine Einstellungs- genehmigung für sämtliche Arbeitskräfte ein- geführt. Ausgenommen bleiben hiervon die Landwirtschaft, der Bergbau und die Einstellung von Kindern unter 14 Jahren im Haushalt, wobei aber wieder die Einschränkung gemacht wird, daß auch Einstellungen im Bergbau und im Haushalt genehmigungspflichtig sind, wenn die betreffenden Arbeitskräfte aus der Landwirtschaft kommen. Um den Arbeitsämtern einen vollständigen Ueberblick zu ermöglichen, tritt überall, wo eine Genehmigung nicht erforderlich ist, eilte Meldepflicht in Kraft, der persönlich oder schriftlich genügt werden kann. Es bedarf keines Hinweises, daß mit diesen Bestimmungen keine allgemeine Kündi- gungs- und Einstellungssperre erstrebt wird. Die Genehmigungsfreiheit von Kündigungen im beiber- seittgen Einverständnis und noch nicht die Freisetzung von Arbeitskräften bei den unvermeidlichen Stillegungen im Bereich der nicht lebensnotwendigen Industrie werden vielmehr praktisch eine keineswegs geringe Fluktuation der Arbeitskräfte zur Folge haben. Das Ziel ist lediglich eine totale Lenkung; durch sie wirb auch die Entstehung von Arbeitslosigkeit, wie sie 1914 zunächst einttat, verhindert werden können. Die Maßnahmen liegen also auch im Interesse der Arbeitnehmer, nicht nur in dem der Gesamtheit. Aehnliches gilt für einige Aenderungen, die im allgemeinen Arbeitsrecht burch eine besondere Verordnung vorgenommen werdep. Hier wird unter anderem bestimmt, daß die Einberufun g zum Wehrdienst ein bestehendes Beschäfti- gungsverhältnis nicht aufhebt. Rechte und Pflichten aus dem Arbeitsvertrage richen. Dementsprechend bleiben auch Abmachungen über eine Werkwohnung in Kraft, so daß kein Arbeitnehmer, der einberufen wird, den Verlust seiner Heimstätte zu befürchten hat. Die Jugendschutz- gesetze gelten unverändert fort, während die Ar- beitszeitovdnung für männliche Arbeitskräfte über 18 Jahren aufgehoben wird, wobei allerdings nach wie vor größte Aufmerksamkeit darauf verwendet werden wird, eine übermäßige Beanspruchung der Arbeitskräfte zu verhindern. Die Bestimmungen über Kriegslöhne, die eine Ermäßigung üb erh öhter Löhne und Gehälter zum Ziele haben, bilden einen wesentlichen Bestandteil der Kriegswirtschaftsver- ordnung. Alle Arbeitnehmer, vom ungelernten Arbeiter bis zum Generaldirektor, die aus der Knappheit an Arbeitskräften in den letzten Jahren Gewinn ziehen konnten, werden auf Grund dieser Vorschrift einen fühlbaren Beitrag xur Kriegsfinanzierung zu leisten haben, der für die breite Schicht der Arbeiter und der Angestellten allerdings durch die Tatsache gemildert wird, daß Einkommen bis zu 2400 Reichsmark von dem Einkommensteuerzuschlag befreit bleiben. Praktisch bedeutet dies, daß das Bruttoeinkommen bis zu 234 Reichsmark monatlich und Stundenlöhne bis zu 90 Pfennig keiner verstärkten Steuerbelastung unterliegen, während höhere Einkommen unter Umständen in doppelter Weife, nämlich durch die Ge- haltssenkung und durch die Steuererhöhung betroffen werden. Was zunächst die Tarifordnungen anbelangt, so ist keine völlige Umgestaltung geplant. Die Urlaubsbestimmungen sind bereits durch die Kriegswirtschaftsverordnung vorläufig außer Kraft gefetzt worden, desgleichen die Zuschläge für Mehrarbeit, für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit, was zur Folge hat, daß künftig für Mehrarbeit nur die sonst üblichen Stundenlöhne bezahlt werden. Dabei ist übrigens zu beachten, daß nur die ausdrücklich genannten Zuschläge beseitigt werden. Echte Leistungszuschläge zum Stunden- lohn, Zuschläge für Schwerarbeit oder schmutzige Arbeit werden nicht berührt. Auch der Akkordlohn bleibt, wenn er richtig errechnet ist, ohne jede Rücksicht auf seine Höhe, unangetastet. Dagegen dürfte es allerdings notwendig fein, die Berechnungsgrundlagen in Einzelfällen daraufhin zu prüfen, ob in ihnen nicht versteckte Lohnerhöhungen verborgen sind. Die Treuhänder der Arbeit werden in den beiden nächsten Wochen die Tarifordnungen der wichtigen Gewerbezweige, vor allem der Eisen- und Metallindustrie, der Elektrizitätswirtschaft, der Landwirtschaft, des Verkehrs und des Bergbaus, der chemischen Industrie, des Nahrungs- und Genußmittelgewerbes, der Textil- und Glasindustrie in entsprechender Weise ergänzen. Dabei ist weder eine Nivellierung, noch eine Herabsetzung des Lohn- und Gehaltsnive- aus auf den Krisen ft and beabsichtigt. Man wird versuchen, ein neues Lohngebäude zu errichten, das einem natürlichen Lohngefälle nach der Leistung entspricht und rmier- halb dessen die Bergarbeiter wieder an die Spitze rücken dürften. Ueberall dürfte die Zahl der in einzelnen Gruppen zusammengefaßten Arbeiterkategorien verringert und so eine Auflockerung erreicht werden, damit die Leistungsunterschiede auch innerhalb eines Industriezweiges genügend berücksichtigt werden können. Bei den Angestellten bestehen im allgemeinen, abgesehen vom öffentlichen Dienst, wo aber ganz andere Verhältnisse vorliegen, keine verwendbaren Tarifordnungen. Es ist auch ausgeschlossen, für die zahllosen Abstufungen, die hier vorhanden find, Tarifordnungen zu schaffen. Auf diesem Gebiete wird es also Sache der Betriebsführer sein, das eigene Einkommen und das Einkommen der Angestellten zu überprüfen und ausgesprochene U e b e r ft e i gerungen rückgängig z u machen. Wie bei den Tarifordnungen wird ts dabei aber darauf ankommen, nur solche Ge- haltssteigerungen zu beseitigen, die nicht auf einer erhöhten ßeiftung, nicht auf einer Aenderung der Stellung, des Lebensalters oder des Familienstandes beruhen, sondern die als Folge der Spannungen auf dem Arbeitsmarkte feit Erreichung der Vollbeschäftigung eingetreten sind. Auch hier ist nicht beabsichtigt, auf den Stand von 1932 zurückzukehren. Zum Verständnis dieser sozialpolitischen Bestimmungen bleibt noch zu berücksichtigen, daß alle Ersparnisse, die die Unternehmungen auf diese Weise machen, unter keinen Umständen ihnen zugute kommen dürfen, sondern zu Preissest- kungen zu verwenden sind. Dieser Preisabbau soll zur Kriegsfinanzierung beitragen. Die Arbeitnehmer bringen nicht den Betrieben, sondern der Allgemeinheit ein Opfer. Durch den auch bei den Verbrauchsgütern zu erwartenden Preisdruck dürfte die Lohnsenkung zum Teil wieder ausgeglichen werden. Der Hauptvorteil muß aber dem Reich bei der Deckung des kriegswirtschaftlichen Bedarfs zugute kommen. Wie das Verwundeten-Mzeichen verliehen wird. Auf Grund der Verordnung des Führers über die Stiftung des Verwundetenabzeichens hat das Oberkommando der Wehrmacht Durchführungsbestimmungen erlassen. Danach sind die Voraussetzungen für eine Verleihung nicht gegeben bei Krankheit und Unfällen, auch wenn sie vor dem Feinde — jedoch ohne Einwirkung von feindlichen Kampfmitteln — eintreten. Mehrere gleichzeitig erlittene Verwundungen gelten als eine Verwundung. Das silberne Abzeichen kann ohne Rücksicht auf die Zahl der Verwundungen verliehen werden, wenn ein in den Durchführungsbestimmungen näher angegebener Grad der Schwere der Verwundung vorliegt. Das gleiche gilt für das goldene Abzeichen. Es darf nur die zuletzt verliehene' Stufe des Verwundetenabzeichens getragen werden. Oer lachende Oriiie. Äon Karl Robert Popp. Der Frühling war von den Bergen gestiegen, das Dorf lag blitzblank und zufrieden in dem Blühen der Obstbäume, und die Iieb,e Sonne lachte bis in den späten Nachmittag hinein über die sauberen Dirndeln und die strammen Burschen, denen der Lenz in Kopf und Herzen rumorte. Das war die Zeit, in der sich der Windhund-Seppl seinen Spitznamen ehrlich erworben hatte, denn ihm machte der Mai mehr als allen anderen zu schaffen. War schon hinter mancher Schürze her gewesen, der Sepp, und ein hübscher Kerl war er auch, das mußte ihm der Neid lassen. Das fand auch die Gandner Rest, bei der er öfter als notwendig vorbeikam, und als er sie endlich zu einem Frühlingsspaziergang einlud, da sagte die Rest nicht nein. „Alsdann pfüat di Gott Reserl, und in drei Tagen am Kreuzberg!" Selig machte sich der Herzensbrecher auf den Heimweg. Weniger selig war schon der Gandnerbauer, der dem. erbaulichen Gespräch als stiller und unbemerkter Zuhörer beigewohnt hatte. Da aber vom väterlichen Erbteil her, eine gute Portion Schlauheit sein eigen war, pfiff der Gandner nichts weg und schmiedete nur im Stillen einen Plan, wie er den Schaden, den der Seppl da .wieder einmal anrichten wollte, verhüten könnte. Der Treffpunkt der beiden bildete alsbald die Grundlage dieses Planes. Am Kreuzberg ging nämlich im Mai die weiße Frau um, und der Gandnerbauer beschloß, an dem bewußten Abend als die weiße Frau, eine Gastrolle zu geben, um den beiden Sakramentern einen höllischen Schreck einzujagen. Der Seppl, das wußte der Gandner, war im Grunde genommen ein ausgemachter Angsthas, der würde laufen, was die Beine hergeben und die Rest stehen lassen. Dann aber — so kam der alte Schlaukopf zum Schluß — wäre er bei dem Dirndl aus und vertan. Ja, so mußte es gehen. Gradweg verbieten, das war bei dem Reserl so eine Sache, denn das Maderl hatte die Energie ihrer seligen Mutter geerbt, und der Bauer merkte noch allemal, daß er mit der Schlauheit weiter kam. Scheinheilig ging der Alte darauf ein, als die Rest am Abend meinte, in drei Tagen müsse sie mal zum Vronerl schauen, ja, er redete ihr noch gut zu, diesen Besuch auf keinen Fall auszuschieben. Weil nun das Reserl auch einen Spritzer vom väterlichen Verstand abbekommen haben mochte, fiel ihr auf, daß der Bauer so gute Miene zu ihrem Fortgänge machte, und mit einemmal wußte sie: Der Bauer hat gelauscht und will den Sepp verprügeln. Sie machte sich noch über mittag frei und huschte zum Seppl hinunter, dem sie mit ein paar kurzen Worten die Gefahr erklärte. Der Seppl trat erst erschrocken einen Schritt zurück, faßte sich aber, als ihn die Rest scharf ansah und dachte lange nach. Endlich fand er das Richtige und Gefahrlose. „Am Kreuzberg soll's doch umgehen in der Zeit. Woaßt, Reserl, i häng -mir a Laken um, und wann dein Vater zu uns aufikraxelt, nachher derschrick ich ihn, daß er die Boaner in'd Hand nimmt und hoam- fauft wia ang'stochne ..." Das letzte Wort untek- drückte er im Hinblick auf die Rest zartfühlend, und das Dirndl — zu ihrer Schande fei es gesagt — fand diesen niederträchtigen Plan ganz in der Ordnung. Sie ging am Abend des dritten Tages so seelenruhig auf den Kreuzberg, als hätte sie nie etwas vorn bösen Gewissen gehört. Der Gandnerbauer kroch etwas tiefer zwischen die Fichten, als er das Reserl kommen hörte. Zeigen durfte er sich noch nicht. Der Gandner hatte nicht nur ein Laken um, sondern obendrein noch eine Teufelslarve von der Fastnacht vor sein Gesicht gebunden. Konnte nur ein bisserl sehr schlecht sehen dadurch. Der Seppl war längst auf der Höhe. Er ließ sich erst eine Zeitlang vom Reserl anschauen um), bewundern, zog dann das Laken ganz fest um seinen Leib und roartete auf den Bauern Mittlerweile glaubte aber der Gandner, da er Stimmengemurmel des verliebten Paares hörte, es fei nun die höchste Eisenbahn für fein Auftreten und stürzte gröhlend aus dem Gehölz. Als ihm aber ein Blick aus der Maske gelang, sah er zu seinem namenlosen Entsetzen hinter seinem Madel die weiße Frau stehen, die ihn sicherlich für seine Anmaßung strafen wollte. Da wandte er sich um wie der Blitz und verschwand mit zitternden Knien im Gebüsch. Seine Angst war indessen nicht geringer als die des unglücklichen Pärchens. Mit gesträubten Haaren sauste der Sepp den Berg hinunter, fiel über sein Laken, raffte sich wieder auf und rannte weiter. Er war völlig taub gegen das Angstgeschrei der Rest, die mit seinen langen Beinen nicht Schritt halten konnte und die Teufelsfaust förmlich schon im Genick verspürte. Der Seppl gewann indessen bald einen Vorsprung von mehreren hundert Meter und verschwand, das Laken von sich werfen, auf der Dorfstraße. Das Reserl wagte es, sich überm Laufen umzudrehen und atmete auf, als der furchtbare Geist verschwunden war. Dann fing sie an bitterlich zu meinen und zu schluchzen, und eine große Wut gegen die Lett- feigen, den Angsthasensepp, kam in ihr auf. So starb in dieser Nacht der Keim einer jungen Liebe, und so geschah es, daß der Jagerfranzl, der eben seines Weges kam, das Glück fand. Denn der Franzl hatte das Reserl von Herzen gern und hätte sie gegen alle Teufel der Hölle verteidigt. Er bewies seinen Mut, indem er die Zitternde sorgsam durch den Wald zurückführte. Mußte sie dabei sehr stützen ... Und der Franzl, wurde auch mit dem Geist des Grandnerdauern fertig, der jämmerlich aus dem Walde herausstöhnte, weil er über eine Wurzel gestolpert war und sich das Bein verstaucht hatte. So kam denn um die Mitte dieser Mainacht der Gandnerbauer zu einem Schwiegersohn, das Reserl zu einem kreuzbraven Mann, und der Seppl zu einem neuen Spitznamen, denn er hieß von der Zeit an nur noch der Windhund-Angsthas-Seppl. Der Berg. Äon Josef Friedrich perkonig. In einem Museum fiel mir häufig ein alter, nur noch mühsam gehender Herr auf, den ich gewöhnlich an einem Bergrelief sitzend antraf. So oft ich in das Museum kam, war er auch da, und ich konnte eine deutliche Verklärung an ihm beobachten, mit der er das Bildnis des Berges anstarrte. Ich hätte es niemals gewagt, feine offenkundige Andacht zu stören, doch eines Tages sprach er mich selber an, und da erfuhr ich denn die rührende Ursache seines häufigen Besuches. „Als ich noch jünger war", erzählte mir der alte Herr mit einer dünnen, das Erzählte doppelt wehmütig machenden Stimme, „da stieg ich jedes Jahr wohl zwanzigmal und öfter auf diesen Berg. Es ist mein Berg, feit meiner Jugend übt er einen merkwürdigen Zauber auf mich aus. Ich lernte auf seinem Gipfel meine Frau kennen, sie starb, weil sie auf ihm krank geworden war, mein einziger Sohn stürzte in seinen Felsen ab, er hat mir den einzigen Ruhm meines Lebens gebracht. Ich habe nämlich ein Buch über diesen Berg geschrieben, und dieses Relief hier wurde nach meinen Lichtbildern, Aufnahmen und Messungen gemacht. Seit Jahren kann ich nicht mehr auf den Berg steigen, ich kann nur noch zu diesem Relief kommen, aber es genügt mir auch. Ich kenne jede Runse und jeden Stein, ich weiß, wann triefe und jene Stelle auf dem Berge grün oder weiß ist, ja, ich höre die Steinchen rie- eln und die Lawinen rollen, wenn ich die Augen chließe. Der Berg lebt mir auch in diesem kleinen, cheindar toten Bild aus Gips. Ich bin glücklich, ich brauche nicht mehr. Ach, man muß sehr alt werden, bis man weiß, wie wenig man zum Glück braucht .. Und er wandte sich wieder ab und sah mit seinem müden, etwas tränigen Greisen äuge hin zu dem Berg im Glasschrank. Ich aber beneidete ihn um die wunde taare Kraft seines Herzens ünd wünschte mir und allen meinen Mitmenschen: „Ach, könnten wir zuletzt doch alle so wie dieser zerbrechliche alte Herr vor dem Bilde unseres Lebens stehen und uns begnügen mit einer letzten, wunschlosen Erinnerung, mit der wir nichts bedauern, nichts herbeisehnen, in der wir nur atmen." Hochschulnachnchten. Zum außerplanmäßigen Professor ernannt wurde ber Dozent für Augenheilkunde Dr. med. habil. Ench Zeiß (Würzburg); zu Honorarprofessoren der Oberbürgermeister i. R. Dr. Theodor G 0 er - l i tz, der Ministerialrat Karl Kasper, der Ministe- rialrat a. W. Dipl.-Jng. Dr.-Jng. Hans S t e i d l e, der Direktor des Statistischen Amtes der Stadt Köln Dr. Albert Zwick; zu Dozenten für Anorganische und Analytische Chemie der Dr. phil. habil. Her- mann Josef Antweiler (Universität Bonn), für Klassische Philologie der Oberassistent Dr. phil. habil. Franz Borner (Universität Bonn), für Innere Medizin der Dr. med. habil. Fritz Büh- le r (Universität Bonn), für Mittlere und Neuere Kunstgeschichte der Dr. phil. habil. Hermann B u n- j e s (Universität Bonn), für Neutestamentliche Exegese und Theologie der Dr. theol. habil. Joseph Gewieß (Katholisch-Thelogische Fakultät der Uni- versität Breslau), für Vor- und Frühgeschichte der Dr. phil. habil. Paul Grimm (Universität Halle- Wittenberg), für Physikalische Chemie der Dr. rer. nat. habil. Wilhelm Groth (Universität Hamburg). herbsineuerscheinungen. — Die Deutsche Verlags-Anstalt Statt- gart/Berlin wird im Lause der nächsten Monate folgende Werke veröffentlichen: Hans Brandenburg: Das Zaubernetz. Der Liebesroman des jungen Eichendorff. Paul Fechter: Die Gärten des Lebens, Roman. Anton Graf Knyphausen: Sebastian am Seitenwege. Ein vorwiegend heiterer Roman. Ger- hart Pohl: Der verrückte Ferdinand. Ein schlesischer Roman aus der Gründerzeit. Jakob Schaffner: Kampf und Reife. Roman. Ellen Soeding: Das Höfchen. Die Geschichte einer Liebe. Maria Wafer: Gedichte. Josef Winckler: Das Mutter-Buch. Eine Dichtung. Ernst Zahn: Die tausendjährige Straße. Roman. Waldemar Bonsels: Mario. Ein Leben im Walde. Neue zufammengefaßte Ausgabe der drei Mario-Bücher. Weitere Werke: Erich Marcks: Bismarck und die deutsche Revotation 1848—1851. Michael Prawdin: Das Russenreich. Tausend Jahre zwischen Europa und Asien. Thomas Ring: Das Sonnensystem — ein Organismus. Thomas Ring: Das Lebewesen im Rhythmus des Weltraums. Fritz Schumacher: Träumereien. Ernste und heitere Gedankenspiele. Kurt Ziemte: Als deutscher Gesandter in Afghanistan.