Dienstag, 13. Juni 1939 r. 135 Erstes Blati 189. Jahrgang geht zurück auf die strategische Rundreise non Sir H; hall finden sollte, gl< einer neuen 31 Kritik der Lords an Englands Außenpolitik -o, fft 'aubt man, daß die Bildung entralregierung in den Conbon, 13. Juni. (DRV.Funkspruch.) Falls nicht in letzter Minute eine (Einigung zwischen Japan unb Großbritannien erzielt werben kann, wirb bie britische unb französische Riederlassung i n Tientsin vom morgigen Mittwoch an von Japan blockiert werben. Die Japaner forbern bie Auslieferung van vier verbächtigen Chinesen, während sich bie (Engtänber bisher geweigert haben, biefe auszuliefern, angeblich, weil von Japan feine Beweise für bie Schuld biefer Chinesen erbracht worben sei. „Times" erklärt, baß zwischen ber britischen Regierung unb ben diplomatischen Vertretern Englands im Fernen Osten in ben letzten Tagen ein reger Telegramm wechsel ftattge- funben hat, in ber Hoffnung, baß man in ber letzten Minute boch noch eine Kompromißformel finben möge. Bisher beharrten bie Japaner jeboch auf ber Auslieferung ber Chinesen. „Rews Lhro- nide“ meint, es bestehe noch eine gewisse Aussicht, einen Abbruch ber Verhanblungen zu vermeiden, wenn man sich darüber einigen würbe, baß eine britisch-japanische Kommission gemein- sam bie Schuld ber Chinesen prüfen sollte. Sollte bie japanische Regierung sich aber nicht barauf einlassen, bann sei es sehr gut möglich, baß eine höchst ernste Krise im Fernen 0 ff en entstehe. S o s' S: Pfund wird die Regierung voraussichtlich z u n a ch st 38 0 Millionen Pfund beanspruchen, die auf Grund des laufenden Haushaltsjahres ohne Mehrbelastung des Steuerzahlers aufgebracht werden sollen. besetzten Gebieten unter Leitung Wang Sching-weis folgen würde. & 5 0 der sich der - s § p 5 2 nanznnnisterium nach Nordamerika reisen und Finanzminister ihm erst folgen werden, wenn die Verhandlungen günstig anließen. Kurz vor sichten der noch für diesen Monat erwarteten neuen Rüstungsanleihe der Regierung in der City geringer erscheinen. Man rechnet mit der Verschiebung des Auflagetermins auf Juli, lieber die voraussichtliche höhe der neuen Anleihe ist noch nichts bekannt. Die Notwendigkeit einer neuen Anleihe ergibt sich daraus, daß die bisher auf Grund der besonderen Ermächtigung des Unterhauses aufgelegten 180 Millionen Pfund Sterling nahezu er« Einleitung dieser Verhandlungen aber wird die amerikanische Welt mit der Nachricht überrascht, daß die chilenische Regierung ein altes, bereits 1931 vorgesehenes auslandfeindliches Petroleumgesetz durchführen wolle, durch das ein staatliches Verteilungsmonopol für Erdöl geschaffen und die Konzessionen der bisher in Chile tätigen ausländische Erdölgesellschaften gekündigt werden sollen. Es heißt, daß die Westindian Oil Cy., Standard Oil und Shell-Mex., bereits ihren chilenischen Angestellten gekündigt haben. Es kann also kein Zweifel sein, daß die chilenischen Finanzverhandlungen in Neu- york unter keinem guten Stern stehen werden. Schlechte Aussichten für englische Rüstungsanleihe. London, 11. Juni. (Europapreß.) Das unerwartet schlechte Zeichnungsergebnis der australischen Sechs-Millionen-Pfund-Anleihe läßt die Aus- Die japanische presse fordert schärfere Maßnahmen. Tokio, 13. Juni. (DNB. Funkspruch. Ostasien« dienst.) Der größte Tell der japanischen Morgen- blätter fordert schärfere Maßnahmen gegen die britischen und französischen Niederlassungen in Kiensin, da es sich bisher lediglich um eine Verkehrskontrolle handele. Als eine wirkungsvolle Maßnahme bezeichnet das Blatt „Hosschi Schimbun" die Unterbrechung der Elektrizitäts- und Wasserversorgung sowie die Sperrung der Lebensmittelzufuhr. Die Zeitung ,Ko- kumin Schimbun" meint, daß eine Lösung der internationalen Sonderrechte nur mit der Errichtung einer neuen Z e n t r a l r e g i e r u n g gefunden Das schlechte Zeichnungsergebnis der australischen Anleihe, das auch im Schatzamt stark enttäuscht hat, wird in City-Kreisen, abgesehen von einer allgemeinen Anleihe-Unlust, vor allem auf den schlechten Ruf zurückgeführt, in dem die Finanzpolitik der australischen Regierung in London steht. Nachdem im Vorjahr bereits eine Sieben-Millionen-Psund-Anleihe der australischen Regierung nur zu zwei Dritteln Aufnahme gefunden hatte, waren die Erwartungen diesesmal nicht sehr hoch gespannt. Trotzdem wird das Ergebnis einer diesmal sogar nur zwanzig- prozentigen Aufnahme als außerordentlich schlecht bezeichnet. Australien als Rüstungsfiliale. Von Konteradmiral a. D. Gadow Die Aufrüstung der englischen Tochterstaaten Lord Halifax im Oberhaus. London, 12. Juni. (Europapreß.) Im Oberhaus behauptete der liberale Lord M o t t i st o n e (unter dem Namen John Seely Kriegsminister im liberalen Kabinett Asquith von 1912 bis 1914), England sei nicht nur bereit, der A b s ch a ff u n g d e r Ubootsmaffe zuzustimmen, sondern es würde noch weitergehen und die Abschaffung der schweren Bomber vorschlagen. Lord Stonehaven, ein früherer Leiter der konservativen Parteiorganisation, bekannter Kolonialfachmann und von 1925 bis 1930 Generalgou- verneur von Australien, wollte von der Regierung wissen, welche Zugeständnisse sie gegenüber Deutschland in der Kolonialfrage zu machen gewillt sei. Er gab zu: „Der Hauptgrund für die Vorenthaltung der Kolonien nach dem Kriege lag Unruhiges Chile Von unserem aS.-Korrespondenten n « r. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für \ mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für lejt- anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25°/<» mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rps., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B *» } 2 [3 •2 .2 »3 PS'1 Z-" yn q : 5-• g- 5 3 * : S.-V-, y'i 0 _ ' UH. N Ernste Krisis in Ostasien. Wird Japan die Niederlassungen der Westmächte in Tientsin blockieren? g t^Y'\ gime dieser Nationen dem englisches verschieden sind, so kann man nur sagen, daß Lomwn Ueber- eintommen mit anderen Regierungen abgeschlossen hat, deren Methoden unb Systeme bei einem Vergleich mit Deutschland und Italien ungünstig dastehen müßten." Zum Schlüsse erklärte Außenminister Lord Halifax: Seine Rede vom letzten Donnerstag sei in verschiedenen Kreisen verschieden ausgelegt worden. Was die Verhandlungen mit der Sowjetunion angehe, so könne er darüber nur das Grundsätzliche wiederholen, aber feine Einzelheiten mitteilen. Zur Kolonialfrage erklärte er, daß niemand die Schwierigkeiten dieses Problems übersehen dürfe. Diese Frage sei bisher nur unter dem Gesichtspunkt der Rückgabe der in Frage stehenden Gebiete behandelt worden. Dies sei aber von allen Lösungsmethoden gerade d i e schwierigste. Was die Danziger Frage angehe, könne er nur auf die Worte des Ministerpräsidenten verweisen, wonach die englischen Verpflichtungen gegenüber Polen klar und präzise seien. Obwohl Großbritannien fioh sein würde, wenn man die Schwierigkeiten zwischen Deutschland und Polen freundschaftlich regele, so würde ein Versuch, die Lage mit Gewalt derart zu ändern, daß dadurch Polens Unabhängigkeit bedroht würde, einen Krieg Hervorrufen, in den Großbritannien verwickelt wer- : ZA t'4 3 ,s ■o 't2 's 3 "A IW s"1 6 d cs 5 2 5" » y Z ^»3: ’ 8. ftennerteibigung und Luftsicherung zum Stillen Ozean hin und für Südafrika das gleiche für die Kaphäfen beschlossen, verbunden mit Verstör- kung von Heer und Luftwaffe. In beiden Fällen muß man die Annahme einer Kriegsgefahr für diese so weit von jedem möglichen Sturmzentrum abgelegenen Staaten als an den Haaren herbei- gezogen bezeichnen. Nicht viel anders steht es mit Australien und seinen Gründen für Wehroerstärkung. Der Bundes-Premierminister Lyons hat Anfang Dezember durch Rundfunk eine große Rüstungspropaganda eingeleitet, in der er alle waffenfähigen Männer aufforderte, in die Miliz ein« zutreten unb diese von 35 000 Mann (3 Divisionen) auf 70 000 Mann zu bringen. Im Weltkriege habe Australien von feinen 6-^7 Millionen 413 000 Soldaten gestellt. Er schloß mit der düsteren Ankündigung, daß Australien binnen der allernächsten Jahre auf einen Angriff gefaßt sein müsse. Weiter forderte der Wehrminister einen Rüstungskredit von 63 Millionen Pfund (1,26 Milliarden Reichsmark) für die nächsten zwei Jahre an. Unter den zu treffenden Maßnahmen wurden genannt: 1. Vermehrung der Miliz bis zur ständigen Besetzung der Küsten- und Luftschutzanlagen, einschließlich neuer Küstenwerke. 2. Verst ä r k u n g der australischen Marine durch Ersatz überalterter Zerstörer und Anschaffung von schnellen Torpedomotorbooten, dazu Der- mehrung des Personals. Bis 1941 hofft man zu verfügen über 5 bis 6 moderne Kreuzer, 2 starke Zerstörer, 12 Torpedomotorboote und einiges Zubehör, also eine schnelle Seeverteidigung. Der Wunsch geht weiter dahin, auch ein eigenes Schlachtschiff zu besitzen, jedoch erscheinen die Kosten von über 120 Millionen RM. für die Bundeskasse ,zu hoch, nicht gerechnet die Nebenkosten für Dock- und Reparaturanlagen, Beigabe reichlicher Sicherung durch Zerstörer — die ein Schlachtschiff heute braucht — u. ä. Auch wird von amtlicher englischer Seite dieser Wunsch nicht gutgeheißen, vielmehr rechnen beide Seiten darauf, daß wirksamer Flottenschutz durch die große englische Flotte, gestützt auf Singapore, ausgeübt werden soll. Zur Zeit steht dort allerdings erst ein leichtes Geschwader. Man wird sich also begnügen, in Sydney ein großes Dock zu bauen, um solche großen Schiffe wenigstens versorgen zu können. Für die leichten Stteitkräfte soll in Port Moresby auf Neu-Guinea (Papua) ein Stützpunkt entstehen. Sehr wichttg ist 3. der Plan der Luftverteidigung, nachdem man die Bereitschaft auf 18 Staffeln mit 112 Flugzeugen erhöhen und Flugboote in Port Moresby stationieren will. Flugplätze werden angelegt an der Südostküste (zwischen Sydney und Melbourne), in Westaustralien und an der Nardo stküste, van wo das nördliche Seegebiet unb 2—3000 Kilometer Küste überwacht werden soll. Was in diesen Zusatzplänen nicht mehr sichtbar wird, aber bereits beschlossen wurde, ist 4. der Ausbau von Port Darwin im Norden zum befestigten Kriegshafen und 5. die E r - richtung einer Rüstungsindustrie zur Herstellung von leichten Geschützen, Munition aller Art und Minen für den Bedarf der englischen Verteidigung der ganzen Reichsgrenze auf dem bekannten Kräftedreieck Singapore—Hongkong—Port Darwin. Hiermit entsteht in Australien das, was man als eine geschützte Rüstungsfiliale des Weltreichs bezeichnen könnte, und zwar in aller Großzügigkeit, wie sie überhaupt die neue britische Reichsverteidigung auszeichnct Australien verfügt über Kohlen und Eisen und andere Mineralien, wenn auch nicht in großem Stile, jedoch ergänzbar durch die etwa 3600 Seemeilen entfernten Vorräte Indiens. Die Wirkung solcher Maßnahmen wäre, daß ein beträchtliches Maß von militärischem Bedarf für ostasiatifche Kriegszwecke hier direkt entnommen werden könnte, nur rund 2000 Seemeilen von Singapore entfernt, statt den weiten Weg von England über rund 13 000 Seemeilen um das afrikanische Südkap nehmen zu müssen, da das Mittelmeer vielleicht nicht passierbar wäre. Das bedeutet sehr hohe Ersparnis an Zeit, Kosten und Schiffsraum. Wichttger aber als diese Tatsachen unb Pläne sind die Vorstellungen und Befürchtungen. aus denen sie entspringen, und deren Krittk. Als Angreifer gilt selbstverständlich Japan, dessen nächste starke Stützpunkte jedoch*300 0 Seemeilen entfernt sind. Gewiß, wenn Roosevelt „im Zeichen der neuen Waffen" dem amerikanischen Volke eine Kriegsgefahr über dieselbe Strecke des Attantik hinweg aufschwatzen will, so braucht Australien nicht zurückzustehen. Daß sich das Weltteich hier an feinen Grenzpfählen zwar alle Möglichkeiten sichern will, ist sein gutes Recht, wie das aller anderen Nationen. Ebenso ist es richtig, daß einer der Eckpunkte, Hongkong, durch die japanische Südoifensive bereits etwas ins Wanken geraten ist. Es übersteigt jedoch alles zulässige Maß an Phantasie, aus der gegenwärtigen und künftigen Lage eine gegnerssche Angriffsab* ”5; 2 n' Sf 0* i Off &>• 3 5' « e: schSp't sind. Die Anleihe-Erlaubnis für die Re- U^nce Hankey, S°k?-tSr des Reichs°ert°rdi. gtcrung wm»e 'm Bar.ahre auf ^0 M.llmnen ^chuff-s, D'or brei Jahren, und die darauf Pfund erhöht. Van den verbleibenden KM MMwnen folgende R-ichsk°ns-r°nz van 1037, in der die Einzelheiten naher festgelegt wurden. Damals wurde für Kanada der Ausbau der Kü- Lrfchetni täglich, außer Sonntags unb Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Lietzener Familienblätter Heimat im Blld • Die Scholle monaty Bezugspreis: Nil 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr , -25 Luch bei Nichterscheinen ton einzelnen Nummern «folge höherer Gewalt Zernfprechanschlüsse ntter Sammelnummer 2251 Inschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: j ranffurl am Main 11688 8 " A="3 1 2 •332 VäW : 3 : n ige Gelb beschafft werben soll, immer noch nicht frt. Die Regierung ist ermächtigt, 2,5 Milliarden tf-5 aufzunehmen, sie hat bereits für die erste |:cnd)e einer Anleihe im Gesamtbeträge von 500 liljionen Pesos an den inneren Markt bzw. an die Lucken des Landes appelliert. Es ist jedoch bisher ittf nicht sicher, ob die übrigen zwei Milliarden I W2S, die im Ausland beschafft werden sollen, dort fci wirklich zu erhalten sind. (80 Millionen Dollar I ®iqg rund 190 Millionen Mark.) Der chilenische Fi- i^niminister ist nach USA. eingeladen wor- k um dort über die Beschaffung dieser 80 Mill io- it Dollar zu verhandeln, doch verlautet neuerdings, i bi) zunächst einmal der Unterstaatssekretär im Fi- im Sttategischen". Lord Davis forderte unter allen Umständen den Abschluß eines Bündnisses mtt Sowjettußland. Man dürfe keine Haarspatterei betreiben. Lord Harmsworth betonte: „Wir haben keinen Streit mit dem deutschen und dem ttalienischen Volk. Die deutsche Regierung hat keine englischen Interessen bedroht. Sie hat weder die englische Küste, noch Gibraltar angegriffen. Wenn es Leute gibt, die sich gegen eine Verständigungspolitik mit , Deutschland und Italien wenden, wett die Re« den würde. aus den an der wie als Stand ein Minderwertigkeitsgefühl nicht kennt, kann in völliger Freiheit dem anderen helfen, seine Freiheit zu erhalten. Das sind Gedanken, die in anderer Formulierung schon vor 50 Jahren bet dem ersten Versuch der Zusammenarbeit ^n^Land- Es ist nicht etwa so, daß die Beratungen der Landleute der Welt sich auf Wirtschaftsfragen und auf technische Dinge beschränken. Selbstverständltch spielt das eine wesentliche Rolle. Mer nach dem Sprachgebrauch, der heute üblich ist, hat sich die Landwirtschaft bei chren zwischenvölkischen Zusammenkünften stets darum bemüht, die heute wieder fast überall in der Welt in Erscheinung tretende Unterbewertung der Landwirtschaft und der Landarbeit zu beseitigen bzw. nicht wieder aufkommen zu lassen, um die Landbevölkerung nicht in ihren biologischen, politischen und sozialen Aufgaben zu schwächen. Bei dem Dresdner Kongreß haben diese ideellen Fragen so stark tm Vordergrund gestanden und auch bei jeder nüchternen und sachlichen Berichterstattung mitgeschwungen, daß dadurch eigentlich der Charakter dieser Zusammenkunft der führenden Repräsentanten der Landwirtschaft aus 55 Staaten geprägt worden ist. Don der ersten Stunde des Kongresses an ist das Wort des deutschen Reichsbauernführers, Reichs- ernährungsminrster R. Walter D a r r ö, von „Blut und Boden" immer wieder gebraucht morden. Es ist so, wie es der welterfahrene Präsident des Internationalen Verbandes der Landwirtschaft, Marquis de D o g uä (Paris), in einer Tischrede ausgesprochen hat, daß nämlich die Landleute in aller Welt die gleiche Sprache sprechen und sich von vornherein auch über die Grenzen der Staaten und der Kontinente hinweg erstehen, weil sie auf der einen Seite die gleichen Sorgen und Aufgaben haben, auf der anderen Seite aber auch im gleichen Maße von Stolz auf ihre Leistung und auf die lebensgeseßliche Bedeutung der Landleute für den Bestand oller Völker erfüllt sind. Landvolk in aller Welt kennt aus der Verbundenheit mit dem heimatlichen Boden und aus der Bereitschaft zu feinfer Verteidigung gegen jede Gefahr von innen und außen die eigene Art. Es weiß, daß die Arbeit des Landes nur im Frieden fruchtbar werden kann, zumal jeder Krieg zunächst und am schwersten die Landwirtschaft trifft. Wer sich so seiner selbst bewußt ist und den Segen des Friedens aus der täglichen Verbundenheit mit der Natur kennt, ist auch dazu bereit, die eigene Art der anderen anzuerkennen. Das aber ist die wichtigste Voraussetzung für die Erhaltung des Friedens. Solche Erfahrungen, die sich auch hier in der praktischen Kongreßarbeit ausgedrückt haben, sind ein neuer Beweis dafür, daß gerade der Nationalist, der kompromißlos auf den Rechten seines Volkes besteht, am ehesten dazu in der Lage ist, mit dem Vertreter eines anderen Volkes zu einer Bauerntum, Adel der Völker. Zum Abschluß des Internationalen Landwirtschastskongreffes. Don unserem I.M.-Sonderberichterstatter. Glückliche Insel. Don Hans Friedrich Blunck. Das Wasser schlägt schmutzig und schaumig die Sandränder der Heinen Anhöhe, aus die sich Bauer gerettet hat. Nach Westen hinüber liegt in grauer Weite die See, vom Sturm rauh über* kämmt, noch weiterhin sieht man den schwarzen Strich des Deiches, den das Hochwasser brach und der in der Mitte, deutlich erkennbar, die Flut wie über eine Schwelle einströmen läßt. Krüppelige Fohren heben sich auf dem Sand. Auch gut, denkt OfteMng, sie verhelfen mir zu einer zweiten Mannshöhe, wenn es ernst wird. Vorläufig ist er zufrieden, daß er auf die alte Düne geriet, die wer weiß vor wieviel Jahrtausenden am Marschrand zusammenwehte — damals mag hier einmal die Kante zwischen Strom und Land gelegen haben. Osterding sieht sich um; die Höfe, die sein Blick erreicht, liegen ruhig auf grauen Wurten, an einigen Stellen treibt man noch das Vieh unter Dach. Die Menschen waren rechtzeitig gewarnt; allzuviel Schaden wird die Flut nicht anrichten. Nur chn hätte es beinahe gepackt. Als er weit abseits beim Neuzimmern der Brückengitter war, hat ihn der Damrnbruch überrascht und vom Heimweg abgeschnitten. Gut, daß er von der Sondhöhe wußte! Man wird chn bald holen. Dresden, Juni 1939. Der XVIII. Internationale Lanüwirtschaftskongreß, der in Dresden zu Ende gegangen ist, kann m der Geschichte der internationalen Zusammenarbeit einen besonders hervorragenden Platz beanspruchen. Das gilt nicht nur für die zw i s che nsi a a tl i ch e Verständigung des landwirtschaftlichen Beruis- tandes der verschiedenen Nationen, sondern überhaupt für die vielen Versuche, zwischen den Volkern zu einer ehrlichen und dauerhaften Verständigung zu kommen und damit dem Frieden der Welt zu dienen. In 50 Jahren des Erfahrungsaustausche und der gegenseitigen Hilfe haben die Vertreter der Landwirtschaft aus aller Welt' zum Nutzen der de- teiligten Länder und damit auch zum Nutzen der Menschheit überhaupt eine praktische Arbeit geleistet, die in der breiteren Öffentlichkeit wenig bekannt geworden ist, die aber nun eine Form gefunden hat die es erforderlich macht, sich mit den politischen und kulturpolitischen Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, ernsthaft zu beschäftigen. Oie Beisetzung des Opfers von Kladno Leipzig, 12. Juni. (DNB) Das Opfer des noch ungesühnten Meuchelmordes von Kladno, der 32 Jahre alte Polizeihauptwachtmeister Kniest, wurde in seiner Heimatstadt Leipzig zu Grabe getragen. Der Sarg war mit der Hakenkreuzflagge bedeckt. Kameraden in Paradeuniform hielten die Totenwache. Nach der Einsegnung der Leiche durch den Geistlichen legte Regierungspräsident Teichmann für Reichsminister Dr. Frick einen Kranz nieder. Polizeipräsident Stollberg gedachte mit ehrenden Worten des toten Kameraden. Oberst der Schutzpolizei Basset überbrachte den Kranz des Reichsprotektors. Vor der Leichenhalle empfing der Ehrenzug der Schutzpolizei den toten Kameraden mit präsentiertem Gewehr. Am Grabe legte der Inspekteur der Ordnungspolizei in Sachsen, Oberst O e lh a f e n , im Auftrage des Generals Daluege einen Kranz nieder-_____________ sicht auf den fünften Erdteil zu konstruieren, dessen leerer Raum zwar anziehend wirkt, für Japan aber praktisch nicht erreichbar ist. Die Expansion Japans ift, wie nicht scharf genug beachtet werden kann, ausschließlich auf den chinesischen Raum als Rohstoff- und Absatzgebiet gerichtet, unter sorgfältiger Beschränkung auf die konzentrierte und gesicherte Seestellung, die es jetzt inne hat. Jede Diversion n a ch Süden — Philippinen, Sunda-Jnseln, Südsee, Australien — wenn auch von der japanischen Marine lange befürwortet, wäre eine unverständliche Schwächung und ist hinter diesem gigantischen Plan, der alle Kräfte des Jnselreichs in Ansvruch nehmen muß, zurückgetreten, der Siedkungsplan also hinter dem der industriell-wirtschaftlichen Beherrschung eines mächtigen Raumes. Hiervon ist auszugehen und die Erwartung eines Angriffs auf Australien ,/in den allernächsten Jahren" ein Hirngespinst. Für die wehrpolitische Gesamtlage vollzieht sich melntehr nur folgendes: Die Aufrüstung des britischen Weltreich will dieses in der Nordsee, tm Mittelmeer und in Ostasien derart sichern, daß der angestrebte Kräfteüberschuß an See- und Luststreitkräften ohne Schwächung einer dieser Stellungen nach Belieben verschoben werden kann, und zwar zu Angriffszwecken dorthin, wo es möglich erscheint, der drohenden Umschichtung der planetarischen Raumverteilung zu begegnen. Darin ist man s i ch m i t Amerika einig, öas sich unaufhaltsam über den Stillen Ozean und die Sudsee hinweg gegen Japan vorarbeitet. Kamps um Lebensraum und Widerstand dagegen ist eben das maßgebliche Signum dieses Jahrhunderts. Strang nimmt mit Polen Fühlung Große Nervosität auf dem Warschauer Geldmarkt. Warschau, 13. Juni (DNB. Funkspruch). Montagabend traf, von London kommend, der Chef per Mitteleuropäischen Abteilung im Foreign Office, Strang, mit dem Flugzeug in Warschau em, wo er mit maßgeblichen polnischen Kreisen Fühlung genommen hat. Strang reift heute früh nach Moskau weiter. Eine polnischeFinanzabordnung wird, wie verschiedene Londoner Blätter melden, in naher Zukunst nach London kommen, um dort mit der britischen Regierung über Kreditangelegen, heiten zu verhandeln. Die Abordnung wird unter Führung des ehemaligen polnischen Finanzmimsters K o c stehen. „Times" schreibt, daß über Kredite sürdenAnkaufvon, schweren Bombern und anderem Rüstungsmaterial, den Ankauf von Maschinen für die Rüstungsindustrie und Kredite für den polnischen Export verhandelt werde. 1 .Furjer Poranny" stellt fest, daß auf dem Finanz- markt „Zeichen eines nervösen F.iebers zu notieren" feien und beklagt es, daß selbst Wechsel, die mit dem Giro der reichsten Jndustriefirmen versehen sind, auf der Lodzer Börse nicht diskontiert würden, so daß infolgedessen in mehreren bedeutenden Produkttonszweigen ein Stillstand eingetreten sei. Die „Nervosität einer Gruppe des Volkes" mache sich nicht nur in der SammlungvonLebens- mittelvorräten bemerkbar, sondern auch in der von Banknoten bei gleichzeiter Realisierung der Wertpapiere. Schließlich seien die Kurse für Staats p a pier e auf den polnischen Börsen weiter ganz erheblich gesunken. Gegen Ordnung und Frieden. Englands und Frankreichs „weitzerKrieg". Rom, 12. Juni. (Europapreß.) Der Herausgeber des halbamtlichen „Giornale d'Jtalia" Gay da erklärt, die Einkreisungspolittker seien gezwungen, ihre wahren Ziele mit dem Mantel der Unschuld und Harmlosigkeit zu verdecken,' weniger um Italien und Deutschland zu überzeugen, als vielmehr um die kleinen Staaten für ihren Block einzufangen. Der „weiße Krieg" gegen die Achsenmächte von dem Mussolini in Turin gesprochen habe, werde von der französisch-englischen Bankenkoalition bereits eifrig auf finanziellem und wirtschaftlichem Gebiet geführt. Ferner gehe Frank- leuten auf internationaler Basis geäußert worden sind. Sie werden aber erst jetzt so klar unü^ eindeutig ausgesprochen. Es war mehr als die Höflich, feit des wohlerzogenen Menschen, daß man immer wieder in ofsiziellen Vorträgen, in Reden bei gesell- schafklichen Veranstaltungen und in persönlichen Gesprächen die Wertschätzung der grunbleg€nbcn lebenswichtigen Gedanken Darrös über die Dedeu- tung des Landvolkes unterstrichen hat. Es ist tatsächlich so, daß man bei der Landwirtschaft in aller Welt diese Klarstellung der weit über die Wirt- schastsarbeit und Ernährungssicherung hinausgehen- den Funktionen des Landvolkes als eine Erlösung empfindet, als die endlich erreichte Fassung der Gedanken, für die bisher der stolze Ausdruck gefehlt hatte. Ist auch das Gesicht der Landwirtschaft und der Landbevölkerung von Staat zu Staat ver- chieben, so empfinden sie doch alle als gemeinsam die Bindung in Blut und Boden. Landvolk fühlt ich überall als der Garant der Stabitttät und der Sicherheit des Staates. Landvolk rft der Träger des völkischen Bestandes und Wachstums, aber auch der kraftvollen Beharriichkeit. So hat die allgemeine Meinung ihren Ausdruck in der stolzen Würdigung des Wortes „Blut und Boden" durch Marquis d« Doguö, den Träger eines alten französischen Mels- namens, gefunden, daß das Bauerntum der Adel der Völker ist. Man wird daran erinnert, wie einst in der Ritterherrlich Leit des Mittelalters das ritte rlidye Wesen auf der selbstverständlichen Grundlage der eige- neu Dolksherkunst eine brüderliche Bindung zwischen den Rittern aus allen Gebieten des damaligen Kulturbereiches dargestellt hat. Nicht etwa nur ine Kreuzzüge haben durch die gemeinsame Aufgabe die Zusammenarbeit auf gleicher Basis gefördert, sondern ebenso schr auch diese Einheitlichkeit in der Auffassung von der eigenen Art. So könnte man meinen, daß dieses Adelsgefühl des Landvolks von heute den Weg für einen Ausgleich und für die Erfüllung einer großen gemeinsamen Aufgabe eröffnet. Diese Aufgabe aber heißt im Sinne der Dresdener Kongreßarbeit: Dienst am Frieden durch gegenseitige Förderung. Die Schlußsitzung. Dresden, 12. Juni. (DNB.) Die Arbeit des XVIII. Internationalen Landwirtschaftskongresses sand nach 6 Tagen am Montag ihren Abschluß. Es wurden 2 4 Resolutionen verlesen, die in der Schlußsitzung einstimmig angenommen wurden. Der Präsident des Kongresses, Marquis d e D o guö, betonte in feiner Schlußanfprache, daß der Kongreß in jeder Hinsicht zur vollsten Zufriedenheit verlaufen fei. „Wenn wir die Organisation", so fuhr Marquis de Voguö fort, „die unter der Initiative von Reichsminister D a r r 6 in Deutschland vollbracht wurde, bewundern, so schließen wir uns seinen Glückwünschen und Hoffnungen für die Zukunft der Völker voll und ganz an." — Dr. Ba- raba, Sektionschef im italienischen Korporaüons- Ministerium, gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß der nächste internationale Landwirtschaftston- greß inRom stattfindet. — Der Führer der niederländischen Delegation Ridder van Rappard erkannte die Notwendigkeit des deutschen Exports voll an und befürwortete einen Austausch der landwirtschaftlichen Erzeugnisse Hollands und der Jndu- strieerzeugnisse Deutschlands. Im Namen aller Kongreßteilnehmer dankte der Delegierte Norwegens, F j e l st a d , dem Präsidenten Marquis de Dogite, dessen Verdienste um die Landwirtschaft in aller Welt anerkannt würden. Sodann schloß Marquis de Vogui den Kongreß. ______________ __ Zeitschriften. - Die Juni-Folge von „W eftermanns M o - natsheften" bringt neben zwei aktuellen politischen Themen, „Der Nebel von London" von Otto E. Geyer und „Die großen Fragen der Gegenwart und die Weftmächte", wieder eine reiche Auswahl von Kurzgeschichten, Bildberichten und Kunstdruck- beilagen. Besonders hervorgehoben seien ein Aufsatz über Stephan Ludwig Roth und die „Reise durch die Karpathen-Ukraine", die sich durch viele, Aum Teil mehrfarbigen Bildern auszeichnen. Der eben* falls bebilderte Bericht über das Haus des finnischen Sports dürfte nicht nur für jeden Sportler, sondern im Hinblick auf die kommende Olympiade in Finnland auch allgemein von Interesse sein. Das Schlußwort zu der Umfrage „Braucht der Film den Dichter?", die Aufsätze „Die unbekannte Geschichte des Freikorps", „Begegnung mit Jungtieren , „Taucher in Not", „Gymnastik der Kleinem und die Erzählung ,Die Reise nach Amerika" von Carl Emil Uphoff runden den Inhalt ab und bieten jedem für das Grundwasser steigt und hat einen verteufelt schlechten Geschmack. Reineke übersieht den Nach- barn; was soll ein Mann ohne Hund und Büchse einen Fuchs anhaben? Er hat andere Sorgen. Die Fähe folgt dicht hinter ihm auf. Sie hat einen Welpen im Fang — dafür ist's Mitte Mai — legt ihn nieder und kommt mit einem zweiten und gar noch mit einem dritten. Den dritten trägt sie gleich orgenb zur Höhe und setzt ihn unbekümmert neben Reister Lampe nieder, der auch in dieser sonderbaren Stunde nicht Furcht, nicht Erstaunen kennt. Dann holt sie die beiden anderen und meint wohl, der neue Freund werde inzwischen für ihre Welpen sorgen. Der hoppelt wirklich näher, schnuppert ein wenig an dem halbblinden Ding und ist zufrieden mit dieser neuen Welt, in der ein jeder dem nächsten das Leben gönnt. Er will's nicht anders halten. Ofterding zieht die Stirn kraus, er muß lachen. Soll er vielleicht mit der ganzen Gesellschaft in den Baum? Er wirft einen prüfenden Blick in das steigende Wasser. Reineke und seine Fähe können schwimmen, oh, die schwimmen eine halbe Meile und gehen zum Mäuseln, ohne sich den Pelz zu schütteln. Die Welpen wird der Herr mitnehmen und Meister Lampe und — ja, jetzt zeigt sich's, daß eben um dte »Ecke aus Klaas Sputter wohnte — Sputter heißen die Kaninchen hier am Geestrand. Sputters juckeln ganz friedlich um die Ecke, Bock und Häsin, und halten's wie selbstverständlich mit polnischer Zollinspektor im Dienst der Spionage. Danzig, 12.Juni. (DNB.) Amtlich wird mitgeteilt: In der Nacht zum 10. Juni hat der polnische Zollinspektor Lipinski versucht, durch Vorspiegelung falscher Tatsachen, wie die Behauptung, er sei ehemaliger deutscher Reserveoffizier, eimge Teilnehmer der SA.-Gruppenwettkämpfe zu land es- verräterischen Aeußerungen zu veran- lassen. Ferner hat Lipinski den Versuch gemacht, zwei SA.-Männer in hinterhältiger Weise tm Auto über b i e Grenze zu schaffen. Da diese Versuche vergeblich waren, hat er sich zu b e - leidigendenAeutzerunyen gegen den Führer und Tätlichkeiten gegen die SA -Männer zu- chulden kommen lassen. Die SA.-Männer setzten ich zur Wehr und verständigten die Polizei. Ein gerichtliches Verfahren wegen Menschenraubes und Vergehens nach § 130, Absatz 2, des StGB, sowie wegen Pahvergchens ist gegen Lipinski eingeleitet worden. Die Danziger Regierung hat ferner bei der diplomatischen Vertretung Polens energisch Protest eingelegt. Wie der „Vorposten" meldet, hat Lipinski bei der Vernehmung angegeben, er stehe als polnischer Zollinspektor im Dienst d e r polnischen Spio- nageabteilung und habe die Aufgabe gehabt, zwei SA.- Männer auf schnell st em Wege nach Gdingen zu bringen. Lipinski hatte sich an die SA.-Männer herangemacht, von denen er annahm, daß sie aus Ostpreußen stammten und mit den Danzig-polnischen Grenzverhältnissen nicht Bescheid wußten. Als Lipinski nun die SA.-Männer einlud, eine Autofahrt zu unternehmen, da er ihnen auch Gdingen zeigen wollte, ging den Danziger SA.-Männern ein Licht auf. Sie nahmen an der Fahrt teil. Als Lipinski vertraulicher wurde und schließlich in unflätiger Weise selbst über den Führer zu schimpfen begann, handelten die SA.-Männer. Sie fanden bei dem angeblichen ,-deutscken Oberleutnant", als welcher sich Lipinski ausgegeben hatte, polnische Papiere und entlarvten so den polnischen Zollinspektor. Auf seiner Flucht in den nahen Fichtenwald bei Bohnsack gelang es der Polizei, seiner habhaft zu werden. Oer Graben. Anekdote von Wilhelm Schäfer. Wir entnehmen diese neue Anekdote mit Erlaubnis der Schriftleitung der Zeitschrift „Das Innere Reich". Einmal bei der Besichtigung eines Husaren-Regi- mente richtete ein gestürztes Pferd solch eine Unordnung an, daß der betreffende Zug übel an dem König vorüberkam. Der Alte Fritz hob den Krückstock und ritt auf den Schuldigen los, wie er meinte, seinen Zorn, an ihm auszulassen; der Leutnant aber, die Gefahr erkennend, riß sein Pferd herum und enttarn dem drohenden Krückstock des Königs, so wild der hinter ihm hersetzte. Weil die Flucht und Verfolgung sich auf bem sandigen Exerzierplatz abspielte, hätte der Leutna^ sich doch zuletzt dem König stellen müssen. Er tot dies aber nicht, sondern als er zum dritten an dem sumpfigen Randgraben hinjagte, nahm die Biegung scharf nach rechts und setzte hinüber, sich in den Kiefernwald dahinter zu retten; denn der König, an die Stelle gekommen, war nicht mehr zornig genug, den tollkühnen Sprung über das schwarze Sumpfwasser zu wagen. Anderntags überbrachte der Oberst dem Alten Fritz das Abschiedsgesuch des Leutnants Pohl, der sich nur durch die tolle Flucht vor dem Krückstock gerettet hatte. Der Oberst, nach feiner Führung befragt, mußte dem König zugeben, daß der Leutnant sich im Krieg vom gemeinen Soldaten durch feint Tapferkeit heraufgearbeitet habe und tadellos halte. Auch an dem Mißgeschick träfe ihn keinerlei Schuld Retten kann er in Dretteufelsnamen!, aber er hat auf dem Exerzierplatz zu bleiben!, brummte der Alte Fritz und gab dem Oberst das zerrissene Gesuch in die Hände zurück. Mer zum Nachmittag befahl er das Regiment auf denselben Exerzierplatz. Uno als die Staffeln der roten Schwadron dastanden, den Befehl des Königs zu erwarten, ritt er Schritt auf den Leutnant zrr. den er an feinem schwarzen Schnauzbart wiedererkannte. Ist er der Leutnant Pohl? fragte er streng ujJ spähte in die Husaren hinein; aber er sah kem schadenfrohes Gesicht. Und als der Leutnant, ott Ungnade des Königs tapferer als gestern den Krua'' stock erwartend, mit einem strammen: Zu Befehl.- Ew. Majestät! salutierte, fügte der Alte Fritz bei" läufig hinzu: Dann gratuliere ich Ihm zum Rin- meffter! Ich wollte es Ihm schon gestern mitteilen- laber ich kam nicht über den Graden! Osterding muß leise vor sich hin lachen. Ein Hase sitzt ihm Heidebusch, macht einen Kegel, starrt den Mann an, läßt einen Löffel vorüberklappen und rührt sich nicht. Es ist, als wüßte er, daß Tiere und Menschen heute unter gleichem Los stehen und daß es wenig Nutzen hat, hier auf Flucht und Furcht bedacht zu sein. Er scheint fast neugierig zu erkunden, wie sich solch langer Kerl in der Wassers- not verhält, vielleicht will er es den Seinen weiter- erzählen? Sein Blick, fast ein wenig listig, ist groß und erstaunt auf den Fremden gerichtet. „Nun ja", knurrt der, „wenn nötig, hol ich sich in den Baum!" Der andere versteht, er tut sich beruhigt nieder, schnuppert ein wenig an den Maiaräsern und kümmert sich nicht weiter um die Flut noch um den Fremden, der heut Nachbar oder Gesell ist. Ob er hält, wenn ich auf chn zugehe, denkt Oster- ding, aber ihm ist, als dürfe er den Frieden dieses kleinen Eilands nicht stören. Auf einmal nämlich — eben hat der Bauer erst die Röhre entdeckt — taucht ein listiges rotes Gesicht auf; Meister Reineke ist es nicht recht geheuer. Der alte Dachsbau, m dem er Weib und Kind unterbrachte, geht bergab, dem Frieden. Die Fähe läuft sie beinahe um, so eilig hat sie's, ihr fiel eben ein, daß sie doch vier Welpen gehabt hat. An alles muß man denken, wenn man einen Mann hat, der sich um nichts kümmert. freien und ehrlichen Verständigung zu kommen. Bei dieser Einstellung fallen auch die Hemmungen, die fönst so ost der Förderung der Arbeit anderer Nationen durch die Uebermittlung der eigenen Erfahrungen entgegenstehen. Wer von dem Stolz auf die eigene Art erfüllt ist und als Volk Truthenne, die am Moorrand brütete, war eines Tages, als schon die Jungen schlüpften, nur noch ein Haufe Federn nach. O du Gierhals, der du mir gegenüber so fromm tust — sah ich dich nicht, wie du deinen Bruder würgtest, als er die Schrote in den Hinterläufen hatte? Willst du mich verhexen mit deiner falschen Frommheit? Bin ich so dumm wie der Hase, der kaum Witterung vom Welpen nimmt, vom Jungfuchs, der ihn im nächsten Jahr reißen wird? Aber während Osterding es zornig überbenft und die Hacke, mit der er zu Feld wollte, leise näher zieht, überkommt ihn doch jenes Gefühl des Burgfriedens aller Lebenden vor der Wassersnot. Er eufzt — und, sonderbar, auch der Fuchs seufzt, es ist deutlich zu hören. Und der Mann erhebt sich, stapft, ohne daß eins der Tiere sich rührt, zum Buckel des Sandes, hält Ausschau über das graue Wasser, das jetzt auch den Fuß seines Hofes bald erreichen wird, und ist ohne Zorn und ohne jede Lust am Fang, die jedem Menschen eingeboren ist. Unterm Himmel reißen die Wolken, grau, regenvoll. In der Ferne sinkt der dunkle Strich des Deichs in die Flut, und weichin ist Nichts als eine Reihe kleiner Buckel, die sandigen Brocken einer Düne, die heute noch einmal Mensch und Tiere zum Frieden rufen — bis die Flut verströmt. reich in Tunis und Algerien gegen die ita- lienischen Staatsangehörigen nach einem bestimmten Plane vor. Die von England und Frankreich garantierten Kleinstaaten gerieten unter Verlust eines Teils ihrer Unabhängigkeit und Souveränität unter die Kontrolle, wenn nicht gar unter die direkte Herrschaft der beiden Demokratien. Daraus ergebe ich, daß die Einkreisungspolitik zwar den Interessen Frankreichs und Englands, nicht aber denen der garantierten Staaten und noch weniger denen des Friedens diene. Weiter suche die französische Hetze gegen Italien Haß und Verachtung zu erwecken in der Absicht, aufs neue eine Krlegsstim- mung und den W i d e r st a n d g e g e n i e d e Au s- sprache zu erzeugen, die Chamberlain und Lord Halifax angeblich so sehr am Herzen liege Auch die polnische Presse schließe sich neuerdings der ranzösischen Hetze gegen Italien an, offenbar um hre Knechtschaft und ihre Verwirrung zu beweisen. So bilde die durch nichts zu rechtfertigende Emkrei- ungspolitik der verhängnisvollen Sprengkörper ge- jen die Ordnung und den Frieden Europas. Reineke hat wirklich keine Zett für sie, er stellt Betrachtungen an. Er hat sich unfern des Menschen platt auf den Bauch gelegt und blinzelt den Fremden an. Recht so, Nickt Ofterding und tut ein gleiches, noch haben sie Raum genug auf der kleinen Insel. Er muß sogar lächeln über den Ernst, mit dem der andere frine Weisheit sammelt. Warft du's vielleicht, denkt er luftig, den ich einst bei Vaters Birnen fand, der sich so vollgefressen hatte, daß er dem Jungen kaum aus dem Wege ging? Oder warst du es, dem ich zusah, wie er sich tofftellte, so daß die Krähen ihn stech umschrien, bis er jäh auf« sprang und eine im Fang hatte? Osterding über, legt weiter. Einen klagenden Fuchs traf er einst im bitteren Winter, der schrie so jämmerlich, als sollte ein guter Geist ihn hören, und war so elend und verfroren, daß er keine Augen für den Feind im Knick hatte. Was man mit diesen Rotröcken einige stille Stunden lesenswerten Stoff erlebt — jetzt gerät der Bauer in Zorn. Ja, rote verschiedensten Gebieten. oft fehlte Mutter das beste Legehuhn, und von der» . Sn i n Empfang für die süddeutstbepreffe >st in bc erliche M « der eigi. von in der Mit oer* b und en Verbesserung des Arbeitsab* laufs u nd der Arbeitsverfahren und eine orgfältige technisch-wirtschaftliche Ueberwachung der einzelnen Betriebe. Insbesondere werden alle Maßnahmen zur Pflege der Gesundheit und der Arbeitsfähigkeit gefördert. Für die Reichsbahn, die einschließlich der Ostmark über 10 0 00 Lehr- lin ge in ihren Ausbesserungswerken hat, wird weiter als notwendig erkannt, besondere Lehrlings- abteilungen zu bilden. bandstag des Reichsbahn-Kamerad- chaftswerkes statt. Nach einem Bericht des Leiters des Reichbahn-Kameradschaftswerkes, des Staatssekretärs K l e i n m a n n, umfaßt das Kameradschaftswerk bereits mehr als 740 000 Eisenbahner, wobei mit der in Aussicht genommenen Organisation des Kameradschaftswerkes in der Ostmark und im Sudetenland ein weiterer starker Zuwachs zu erwarten ist. Die Betreuungsarbeit umfaßte im letzten Jahr 67 548 Kinder und 109 741 Erwachsene, außerdem wurden 4514 Mütter in Erholungsheimen untergebracht. Als nächste vordringliche Aufgabe des Kameradschaftswerkes bezeichnete Staatssekretär K l e i n m a n n die Errichtung von mustergültigen Kantinen in allen größeren Betrieben und Werkstätten, die den Gefolgschaftsmitgliedern ein billiges und gutes Mittagessen bieten. Das Kameradschaftswerk wird in engster Zusammenarbeit mit der DAF. und der NSV. weiter ausgestaltet werden. Der „©porfraP für die Gemeinde. Der Reichsminister des Innern hat in einem Schreiben an den Deutschen Gemeindetag darauf hingewiesen, daß neben den bereits in einem Erlaß der beteiligten Minister aufgeführten üblichen Rat- Bezeichnungen in der gemeindlichen Verwaltung auch andere Rat-Bezeichnungen statthaft find. z. B. die Amtsbezeichnung „Sportrat". In der ausdrücklichen Ermöglichung einer solchen Amtsbezeichnung wird auch nach außen hin nachmals unterstrichen, welche große Bedeutung die maßgebenden Stellen der Pflege der Leibesübungen in den Gemeinden und der Unterstützung der Gemeinden beimessen. Die Bezeichnung „Sportrat" wird für solche Beamte zugelassen werden können, die hauptberuflich mit der Betreuung der Leibesübungen außerhalb der Schule in der Stadtverwaltung beschäftigt sind, sofern die Bedeutung der Gemeinde der Festsetzung einer solchen Rat-Bezeichnung entspricht. Das Kamera dschastswerk der Reichsbahn. Innsbruck fand der 3 5. Reich sver° i P tat. t in qHe, >'e SBiit CMun, 9 der G gesch !chaft M ’toat Der Wnjar voll W t und de er Trägr aber W allgemein VüGgun rarquts b hen Mrfs tum bi je? Übel an * ob btnjg wieer Der Lend'. Pferd V i des ra iniibif e AufM geföwer. kck in de innte mir dvolls w: für die (h gäbe erifi ! der Dre; Fried« 9- niA* w ^«nbe ’n Sattb. . ei» * 'chentzr, oleqenb». Anekdote» Der Zeitig sich auf1 Oerdeutsch-italienische Kulturaustausch Berlin. 12. Juni. (DNB.) In Berlin trat unter Leitung von Ministerialdirektor Dr. Stieve vom Auswärtigen Amt der deutsch-italienische Kultur aus- schuh zu feiner ersten Arbeitstagung zusammen. Es wurde über den Ausbau des Unterrichts in der deutschen und italienischen Sprache an den deutschen und italienischen höheren Schulen und Hochschulen verhandelt und eine Vereinbarung über Lektorate an wissenschaftlichen Hochschulen getroffen. Ferner wurde der Ausbau von Gast- professuren geregelt. Mit dem Ausbau der im Kulturabkommen vorgesehenen deutschen bzw. italienischen Kulturin st itute wird gleichfalls im nächsten Haushaltsjahr begonnen werden. — In gleicher Weise soll dahin gewirkt werden, daß im Theater-, Film- und Musikwesen der Austausch von Theaterstücken, Schauspielensemblen usw. angebahnt wird. Das Unglück der „Thetis^. London, 13. Juni. (DNB.) Ministerpräsident Ehamberlain gab im Unterhaus die Zusammensetzung des Untersuchungsausschusses bekannt, der den Unglücksfalldes U-Bootes h e t i s" prüfen soll. Der Ausschuß wird unter Vorsitz eines bekannten Richters tagen. Ihm werden u.a. ein U-Boot-Offizier angehören und ein Sachverständiger für Schiffsbau. Wie der Ministerpräsident hervorhob, sollen die Untersuchungen sofort ausgenommen werden, ohne die Hebung der „Thetis" abzuwarten. (Eine Liverpooler und eine Glasgower Bergungsgesellschaft jeien jetzt mit den Hebungsarbeiten beauftragt. Arbeit bc tskongrch lbschluß. , die in de nomtnu Marquis V prache, bt> i flufrieb? nifation*," ter der Deutschs ien mir n für bie A - 3r. 3° r MuM tWW [ der nieto Nappar! hen 6rp°r‘ sch der w ib der 3nb. >n aller 8$ Normen und Hamburg. Dabei werden mit dem Bau Kraftwagenausbesserungswerken Berlin und Hamburg erstmalig Sonderwerke Reichsbahn für dieses Aufgabengebiet entstehen, der Leistungssicherung im Werkstättendienst sind gang genommen habe und daß von hier die heutige Organisation der großen deutschen Presse und die Konzentration ihrer Kräfte gekommen sei. Man könne nicht von dem Schaffen und den Leistungen der deutschen Presse sprechen, ohne von der Münchener und der Presse dieser süddeutschen Landschaft zu sprechen. Ungezwungene Geselligkeit, gemeinsames Erleben, menschliches Sichnäherkommen und kameradschaftliche Verbundenheit, das alles sei, so schloß der Reichspressechef, die Atmosphäre dieser Landschaft und ihrer Menschen. Aus ihr sei für das deutsche Volk viel Großes und Schönes erwachsen. Ausgleich wirtschaftlicher Schäden alter Kämpfer. Der Reichswirtschaftsminister hat die Bezirksausgleichstellen für öffentliche Aufträge angewiesen, bei der Vergebung öffentlicher Aufträge b e - vorzugt s olche alten Parteigenossen in Vorschlag zu bringen, die den Bezirksausgleichstellen von den Gauleitungen der NSDAP, als besonders förderungswürdig aufgegeben werden. Die Gauleitungen sind gleichzeitig vom Stellvertteter des Führers darauf hingewiesen worden, daß sie den Bezirksausgleichstellen nur solche Parteigenossen benennen sollen, die sich in der Kampfzeit für die Bewegung eingesetzt haben und heute noch unterwirtschaftli chen Schwierigkeiten leiden. Die Zahl der anzugebenden Firmen soll sich dabei in einem engen Rahmen halten. Ein Zehnjahresplan zur Sicherung der Leistungsfähigkeit der Reichsbahn. Die Reichsbahn hat Maßnahmen ergriffen, um ihre Leistungsfähigkeit für die erhöhten Ansprüche auf allen Gebieten zu sichern. Wie Ministerialdirigent Dr. Kühne vom Reichsverkehrsministerium hierzu mitteilt, wird für den Ausbau und den Umbau der Reichsbahn-Ausbesserungs- werke zur Zeit em Zehnjahresplan ausgearbeitet. In diesem werden neue Werke entstehen und vorhandene Werke auf höhere Leistungsfähigkeit ge« bracht, denn es werden mit der Vergrößerung der Zahl der Schienen- und Straßenfahrzeuge der Reichsbahn auch neue Werkstätten gebraucht. Der Neubau von Werken beginnt in Berlin, München is de N in aller D ,uis beN Betonwatt gegen Lügen. Die Einkreifungspolittk wäre kein richtiggehendes demokratisches" Unternehmen, wenn sie nicht mit einer unermeßlichen Flut von Lügen begleitet wäre. Leit vorigem Herbst wissen die Franzosen, daß sich ai der deutschen Westgrenze der imposante Dau fcr deutschen Grenzbefestigungen vollzieht, und sie trilfen weiter, daß der Führer die weitere Derstär- k.'ng dieses Walles angeordnet hat. Ein starkes beut» jyes Volk im Schutze seiner Festungen aus Stahl L-ib Beton ist die sicherste Gewähr dafür, daß die Linde am Rhein niemals wieder zu Truppen- iüungsplätzen eines fremden Angreifers werden kennen. Es ist erinnerlich, daß die französische fresse und insbesondere der Straßburger Settder iinn das Märchen austischten, der deutsche Westwall cm Oberrhein sei in den Fluten des Hochwassers v rsunken. Die Bunkers seien versoffen, der Beton ski von so geringer Qualität gewesen, daß er dem Irurf des Grundwassers nicht standhalten konnte, fr.n marxistisches Blatt in der Schweiz ließ sich so- gir den Bären aufbinden, die Deutschen hätten nun göße Feuer angezündet, um den Beton zu trocknen! Andere Schauergeschichten wurden verbreitet, wo- mch bei den Festungsbauten Sabotage getrieben fr, es wurde hinzugefügt, der Führer habe sich nach dr Besichtigung der Anlagen höchst unbefriedigt cpäußert. Um allem Schwindel die Krone aufzu- kgen, wurde dann noch behauptet, Generalinspektor Ir. Todt sei nach Spanien abgeschoben worden, weil et beim Führer in Ungnade gefallen fei. Die richtige Kennzeichnung dieser verlogenen Kampagne konnte nicht besser geschehen, als sie von t r. Todt f e I b ft in seiner Rede von Trier vor- tznommen worden ist. Er stellte den Westwall mit v Ilern Recht als das beispiellose Gemeinschaft s- verk der Nation hin, an dem die Schaffenden aler Gaue durch ihre besten Männer beteiligt raren. Hier sei aus dem nationalsozialistischen Zündsatz heraus „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" en Werk entstanden, das von Aachen bis zur Schweizer Grenze reicht und das die Ueberfchrift titbient: „Unbefugten ist der Zutritt verboten". Das fiunzösische Volk kann uns leid tun, wenn es sich fr rch bie Agitation einiger Hetzer des Glaubens hin- eben sollte, der deutsche Westwall könne mit leichter hind überstiegen werden. Nicht nur im Westen, sondern auch im Osten j d alle Vorkehrungen getroffen. Vor einigen Tarn hat Oberst Dittmar ausgefuhrt, daß die Provinz ! Ipreußen eine starke Festung geworden sei und ! h sich ihre Verteidigung in sicherer Hand befindet. ese Feststellung sollten sich gewisse polnische Poli- ier vor Augen halten. Auf der Tagung des pol- r'chen Westverbandes wurde in einem Dortrage fttärt, Ostpreußen sei Polens Lebensraum und be« nfen, die polnische Expansion auf sein Gebiet zu lenken. Derartige hirnverbrannte Redensarten sind bi- Früchte jener Einkreisungspolitik, bie von Lon* bim aus mit so großem Eifer betrieben wurde. Das biutfche Volk kann sich glücklich schätzen, burd) seine ftirfe Führung vor ben größenwahnsinnigen Plänen serndlicher Expansionspolitiker geschützt zu sein. Lenn sie es nicht glauben wollen, jo würben sie es «r-cchren, daß sie auf Beton beißen, falls sie die Sprache der Tatsachen nicht verstehen wollen. B. R. pichenden Gruppenfarbe. 5s tragen nunmehr alle Angehörigen der Oberen SÄ.- Führung karmesinrote Schulterstück- irierfagen, Gruppen stöbe hochrote Schulter- rirfunteriagen, Fuß - S A. = Einheiten hell- rnue Schulterftückunterlagen, Jäger-. Schüttln >, Gebirgsjäger- und Gebirgs- ltützen-Einheiten smaragdgrüne Schulter- •tiunterlagen, Nachrichten-Einheiten it onengelbe Schulterftückunterlagen, Reiter- i n h e i t e n orangegelbe Schullerstückunterlagen, 3 onier-Einheiten schwarze Schulterstück- ir erlagen, Sanitäts-Einheiten mittelblaue v.nulterftückunterlagen, Marine - Einheiten narineblaue Schulterftückunterlagen. Die Standarte „Feldherrnh alle" tragt lö>i Schulterstück — gleich der Fuß^SA. — in hell- ct::u unterlegt. Die Angehörigen des Nachrichten- irrms dieser Standarte tragen das Schulterstück it onengelb unterlegt. Die Musikzugführer irJD weiterhin durch die aus Metall geprägte Lyra i der Knopffarbe auf dem rechten Kragenspiegel rnntlich gemacht. Entsprechend der jetzt einheitlichen foultet) tinf auf läge für Unterführer und Männer ritt an Stelle der bisher verschiedenen Zweifarben- fjiüre eine 3 Millimeter starke Schnur m Braun- lieninium als Kragenumrandung. Diese Kragen- f)3ur wird gleichfalls bei der Marine-SA. bis em- häeßlich Obertruppführer getragen. Born Sturmführer aufwärts werden einheitlich bie w Ocinüre aus Äluminium bzw. golbfarbigem Cello - ü Wjw lhnn je nach Knopffarbe getragen. Abzeichen alter Pohl.,^ ^isführung können aufgetragen werben. Ab 1. Juni ^-9 werden durch die Reichszeugmeisterei nur noch qrthruM, iii neu festgelegten Abzeichen geliefert. Die Beschaf- her LE jir^g erfolgt bis auf weiteres nur auf dem Dienst- lL durch),, rene bei der Reichszeugmeisterei. - -.......- - Ä- t Reue Abzeichen für GA-Einheiten. Berlin, 12. Juni. (DNB.) Im Zusammenhang mt der Aufstellung der Wehrmannschaften durch die ®I. hat die Oberste SA.-Führung die Aenderung ve-schiedener Abzeichen befohlen. Danach wurden bie Spulterstücke, bie Abzeichen für die Sondereinheiten, hi Zweifarbenschnur sowie die Bestickung der Singen fünfe neu festgelegt. Die Schulterstücke werden vi-einheitlicht und die Ausführung verbessert. — Ds Tragen der Sonberabzeichen auf ben Kragen- spLgeln kommt in Wegfall. Um die Sondereinheiten le ntlich zu machen, werden Schulterftückunterlagen in Angleichung an die Waffenfarben der Wehrmacht vi schiedenfarbig ausgeführt. Die Kragenstucke und k Mützenkops bleiben unverändert in der ent- M ü n ch e n, 13. Juni. (DNB.) Am Montagabend tt! der Reichspressechef Dr. Dietrich einen E m p- 'ang für die süddeutsche Presse, der zu irem stimmungsvollen, sommerlichen Abendfest auf lr Terrassen des Hotels „Kaiserin Elisabeth' in Ei (b a f i n g am Starnberger See würbe. In der irdrucksvollen Landschaft des bayerischen Voralpen- (t-iüetes vereinten sich mit dem Gastgeber und der |il2eutschen Presie führende Manner des Landes Segern, unter ihnen Reichsstatthalter General Rit- Ir von Epp, Ministerpräsident Siebert, (t iatsfefretär Koeglrneier und Präsident Chn- icn Weber sowie zahlreiche Persönlichkeiten des 1 »Ltischen, kulturellen und künstlerischen Lebens der ooptstadt der Bewegung. Reichspressechef Dr. iietrich erinnerte daran, daß von München aus e deutsche nationalsozialisttsche Presse ihren Aus« Es könnten jedoch noch zwei ober brei Wochen vergehen, ehe man bie notmenbigen Trossen zur Hebung bes U-Bootes zur Verfügung haben werbe. Frankreich will Taucherglocken in LISA, kaufen. Paris, 12. Juni. (Europapreß.) Die französische Regierung hat sich nach bem Untergang bes amerikanischen Unterseebootes „S q u a l u s" unb bes englischen U-Bootes „Theti s" entschlossen, in Nordamerika vier Taucherglocken zu kaufen, mit denen bei den Rettungsarbeiten ein Teil der Mann- chaft der „Squalus" dem Tode entrissen werden konnte. Der französische Marineattach6 in Washington ist beauftragt worden, mit der Regierung der Vereinigten Staaten und den Herstellerfirmen dieser Taucherglocken Verhandlungen aufzunehmen. Ungarns Regierungspartei nach dem Wahlsieg. Der Minderheitenvertrag mit Rumänien. Budapest, 12. Juni. (Europapreß.) Die neu- gewählten Abgeordneten der Regierungspartei traten zu ihrer ersten Parteisitzung zusamnren. Ministerpräsident Graf Teleki bezeichnete als vordringlichste Ausgabe des neuen Parlaments bie Lö - jung der sozialen Frage. Es dürfe in Ungarn niemand geben, der sich hierbei übergangen fühlen könnte. Von feinen Parteianhängern verlangte Graf Teleki unbebingte Disziplin und wandte sich nachbrücklich gegen jede Gruppenbildung innerhalb der Regierungspartei. Außenpolitisch unterstrich der Ministerpräsident die bestehenden Freundschaften Ungarns, denen weitere hinzugefügt werden sollten. Die ungarische Nation stehe auf eigenen Füßen. Sie sei den alten Freunden treu und respektiere die Interessen eines jeden, der auch ihre Interessen und Rechte respektiere. Sie wache aber streng über die Unabhängigkeit und Freiheit ihrer Entschlüsse und ihres Lebens. Der Ausbau der ungarischen Armee werde fortgesetzt, ebenso die wirtschaftliche Erstarkung und Verselbständigung des Landes. Außenminister Graf Czaky erklärte, rumänische Staatsmänner hätten den Vorschlag der ungarischen Regierung auf Abschluß eines Minderheitenvertrags abgelehnt. Diese Ablehnung, so erklärte der Außenminister, sei unter den gegenwärtigen Verhältnissen unverständlich und bedauerlich. Die ungarische Regierung habe beschlossen, wenn auf diesem Wege der ungarischen Minderheit nicht geholfen werden könne, sich auch anderer W e g e zu bedienen, damit die ungarische Minderheit in Rumänien jene zur Lebenserhaltung notwendigen Rechte erhalte, für die die ungarische Nation im Trianoner Friedensvertrag so viel territoriale Opfer gebracht habe, und wofür ihr diese Rechte oersprock'-- worden seien. Meine politische Nachrichten. Aus der Rückreise von der Reichscheaterwoche in Wien traf der Führer am Montaa zu einem kurzen Aufenthalt in Linz ein und setzte anschließend seine Fahrt im Kraftwagen fort. — Die Bevölkerung bereitete bem Führer auf seiner Fahrt durch seinen Heimatgau Oberdvnau überall begeisterte und herzliche Kundgebungen. Die Besichtigungsreise, die den Stabschef der SA. seit dem vergangenen Freitag nach Memel und Danzig und dann in die Ostmark, nach Graz und Klagenfurt, führte, wurde am Montagabend in Salzburg abgeschlossen. In Gablonz eröffnete Reichsstatthalter und Gauleiter Henlein die Tätigkeit des Volks- bundes für das Deutschtum im Ausland und des Bundes deutscher Osten im Sudetenland. An der Tagung nahmen ^-Oberführer Dr. Neumann (Memel) und führende Persönlichkeiten des VDA. und^des BDO. teil. Reichsleiter Dr. Ley besichtigte in Königs- winter die Pläne und Modelle des K d F. - H a u - s e s a m Rhein, in dem nach der Fertigstellung 2000 Schaffende eine ausgezeichnete Stätte her Erholung finden werden. * In Lille weihte der deutsche Botschafter in Paris, Graf von Welczek, die bedeutende deutsche Abteilung der großen „Ausstellung für ben jo zialen Fortschritt" ein. Die brasilianische Regierung hat bei der deutschen Regierung um die Erteilung des Agreements für ben neu zu entjenbenden brasilianischen Botschafter, Freitas Valle, nachgesucht. Sie* (es Agreement ist erteilt nrotben. Von deutscher Seite wird ber bisherige Ministerialdirektor im Auswärtigen Amt Dr. Prüfer als neuer Botschafter nach Rio be Janeiro entsandt werden, für den bte brasilianische Regierung bas Agreement gegeben hat. „Timpul" meldet aus Ankara, zwischen bem r u - m ä n i s ch e n Außenminister Gafencu, ber augenblicklich in der türkischen Hauptstadt weilt, und dem türkischen Außenminister sei vereinbart worden, bie beiderseitigen diplomatischen Vertretungen i n den Rang von Botschaften zu erheben. Die rumänische Regierung habe bereits das Agreement für den bisherigen türkischen Gesandten Suphi Tan* roer als erstem Botschafter der Türkei in Bukarest erteilt. ♦ Der bisherige englische Gesandte in Dura zzo wird, nachdem bie albanische Außenpolitik ausschließlich durch das italienische Außenministerium wahrgenommen wird, in Zukunft nur noch als Generalkonsul in ber albanischen Hauptstadt tätig sein. Aus Anfrage im Unterhaus teilte Chamberlain mit, diese Veränderung bedeute keine Anerkennung bes neuen Status Albaniens durch Großbritannien. * Am Dienstagmorgen werden achthundert schwedische Schulkinder mit einem Sonder* zug von Stockholm nachDeutschland abfahren, um ihre Ferien dort zu verbringen. Wenn diese schwedische Jugend nach einigen Wochen in die Heimat zurückkehrt, wird jedes Kind einen deut« SOLI DOX PASTA Behämpfß W den Zahnstein 5^ beim Zähnepuhen! ..ZK-. sch en Kameraden nach Schweden mitbringen, der dann als Gast in einer schwedischen Familie ausgenommen werden wird. ♦ Das englis che Königsp aar verbrachte am Sonntag einen ruhigen Tag a u f Roosevelts Landsitz Hydepark. Am Nachmittag sand hier ein Gartenfest statt. Am Abend trat das Königspaar die Rückfahrt nach Kanada an, von wo >aus es am Donnerstag nach England abreift. ♦ Die spanischen Generale Queipo be Llano, Ar and a, Yaque und Oberst Prinz von Orleans statteten dem Generalfeldmarschall • Göring einen Besuch ab und verbrachten auf Einladung des Generalfeldmarschalls den Montagnachmittag i n Karinhall. Der Stützpunkt der italienischen freiwilligen Seeflieger, Palmadi Mallorca, ist im Zuge der Rückbeförderung ber italienischen Freiwilligen jetzt endgültig aufgehoben worden. Die Offiziere und Mannschaften des Stützpunktes verließen nach großen Abschiedsfeiern und dem Austausch spanischer und italienischer Kriegsauszeichnungen Palma di Mallorca. ♦ Mussolini genehmigte ben Zusammenschluß ber beiben italienischen Kunstseibe-Fir- men Snia Viscosa, Turin, und Cisa in Rom. Die Snia Viscosa verfügt über ein Kapital von 525 Millionen Lire unb bie römische Kunstseidengruppe über ein solches von 170 Millionen. Aus aller Wett. Die Innsbrucker Tagung des Fleischerhandwerks. Der erste Reichsinnungsverbandstag des großdeutschen Fleischerhandwerks, an bem über 6000 Berufskameraden aus allen Gauen Großdeutschlands tellnehmen. nahm mit der (Eröffnung ber Bauberatungsausstellung seinen Auftakt. Reichsinnungsmeister S ch m i b t erklärte, mit der Schaffung eines Bauberatungsausschusses des Reichsinnungsverbandes, der unter Leitung von Bezirks* innungsmeister W e s ch steht, sei ein seit langen Jahren gehegter Wunsch des Fleischerhandwerks Wirklichkeit geworden. Die Bauberatungsausstellung zeigt zahlreiche Modelle modern eingerichteter Fleischerbettiebe, Schlachthäuser und Nebenbettiebe bes Fleischerhanbwerks. Belgisches Schmugglernest ausgehoben. Bei Vieux Conb6 kam bie belgische Polizei einem Schmugglertrick auf bie Spur, ber einem Roman entnommen sein konnte. Die Schmuggler hatten bie Kellerräume bes Schlosses Mont be Peruwelz zu einem unterirdischen Gang ausgebaut. Er war nicht nur mit elektrischem Licht ausgestattet, sondern auch mit einer regelrechten Schmalspurbahn. Auf dieser wurden unter Umgehung der Zollstation große Mengen Tabak und andere zollpflichtige Waren zwischen Belgien und Frankreich hin- und hergeschoben. Ein französischer Maler und eine spanische Sängerin, die das Schloß bewohnten, wurden verhaftet. Man wirft den Festgenommenen vor, sich außerdem mit Spionage befaßt zu haben. Vttderdlebsiahl im Louvre. Im Pariser Louvre wurde am Sonntagmittag eines ber munberbarften Werke bes französischen Meisters Watteau, „L‘Indifferent", gestohlen. Der stelloertretenbe Ministerpräsibent C h a u t e m p s , ber währenb ber Abwesenheit bes in ben Vereinigten Staaten weilenben Unterrichtsministers Zay dieses Ministerium verwaltet, hatte bereits eine Besprechung mit bem Direktor ber nationalen Sicherheitspolizei, Bussieres, unb bem Pariser Polizei- präfekten. Eis befonderer Generalinspektor der Staatspolizei ist mit ber Untersuchung beauftragt worden. Man hat aber noch nicht den geringsten Anhaltspunkt dafür, wer den Diebstahl ausgesührt haben könnte. Die Leichtigkeit, mit der ein Bild aus dem Louvre entfernt werden konnte, hat in der Oeffentlichkeit starke Empörung hervorgerufen. Der Verwalter des Louvre, Henry Verne, erklärte, er sei seit langem wegen einer Vermehrung des Aufsichtspersonals vorstellig geworden, aber bisher ohne jeden (Erfolg. rNassenwanderung von Distelfattern. Dieser Tage wurde im Züricher Oberland und zwar in einer Breite von mehreren Kilometern ein gewaltiger Durchzug von Distelfaltern beobachtet. Die schöngeflügelten Schmetterlinge, bie in ben Mittelmeerländern beheimatet sind, gelten als harmlose Faller, bie nicht schädlich sind, sondern dessen Larven von Disteln leben. Interessant ist, daß im Züricher Oberland genau vor 60 Jahren, am 7. Juni 1879, ein ähnlicher gewaltiger Durchzug von Distelfaltern beobachtet worden ist. Auch in Basel wurde ein ungeheurer Schwarm von Distelfaltern beobachtet, der so dicht wie Schneegestöber war. Schwere Unwetter in Portugal. Schwere Gewitterregen in den letzten Tagen haben in ganz Portugal große Verwüstungen angerichtet. In Porte do Lima ist der Rio Lima über bie Ufer getreten; mehrere Brücken und Mühlen wurden von ber Gewalt bes Wassers wegaeris* jen. Vier Todesopfer sind zu beklagen. Auch in Villa do (Eeira hat das Hochwasser großen Schaden angerichtet. Ein großer Teil der Getreideernte ist vollständig vernichtet worden. Abstürzendes englisches Flugzeug verursacht Explosion eines Munitionslagers. Durch den Absturz eines Flugzeuges bei Ichorn- wood (in der Nähe von Epping in der Grafschaft Essex) explodierte ein Munitionslager der englischen ßuftroaffe. Nähere Angaben über die Ausmaße der Explosion sind vom Luftfcchrtnünisteriu'M unserer Zeit nicht mehr sehr häufige, irklicher Meisterschaft gepflegte Kunst Für die Urlaubstage: 1.50 2.45 6.50 7.50 5.90 Großen Linken, Lützellinden, den 12. Juni 1939. 1.40 1.45 4253D 1.95 4251A lernen gesucht. 42660 abzugeben. 02935 I ott den I Eichgärten 23. Eintritt frei! iar Ihren Urlaub +Warzen Teppiche Timaefnffa fiolrnr haben wir eine grobe Auswahl leichter, luftiger Sommer-Sakkos am Lager! Sakko, Seide mit feiner Wolle, Schneiderarbeit beitsamt bei 42650 . Mk. 38.75 federleicht und elegant. > Marktplatz GIESSEN in Fresko und Kammgarn in modernen Mustern und 13.50 26.00 14.50 28.00 Läufer,Bettumrandungen Polstermöbel, Möbelbe- Tennishosen in Gabardine und Kammgarn Sommermäntel, leicht und imprägniert erläutert. — Die in die Preise; 10.50 19.75 Marktplatz 4263 A Gäste willkommen! 4258V Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 14. 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Begünstigt durch die anhaltende Trockenheit und durch den starken Wind, sind in den letzten Tagen an den verschiedensten Stellen in Finnland große Schadenfeuer ausgebrochen. 15 Häuser sind eingeäschert worden. Zahlreiche Waldbrände haben ebenfalls großen Schaden angerichtet. Zwölf Tote bei einem Orkan in Amerika. lieber die Staaten Indiana, Illinois und Michigan ist ein Orkan hinweggebraust. Zahlreiche Bäume wurden von dem schweren Sturm geknickt oder aus dem Boden gerissen. Im Zentrum des Unwetters wurden mehrere Farmen vollkommen vernichtet. Zwölf Tote und über 100 Verletzte sind zu beklagen. Kunst und Wissenschaft. Professor Schulhe-Naumburg 70 Jahre all. Der Architekt, Maler und Kunstschriftsteller Prof. Dr. Paul Schultze-Naumburg beging dieser Tage seinen 7 0. Geburtstag. Schultze-Naumburg war Schüler der Karlsruher Kunstakademie, wurde 1893 Professor an der Weimarer Kunstschule und später Leiter der Saalecker Werkstätten in Saaleck bei Käsen. 1930 wurde er vom damaligen thüringischen Innenminister Dr. Frick zum Leiter der staatlichen Hochschule für Handwerk und Baukunst in Weimar berufen. Schultze-Naumburg, der auch zu den Mitarbeitern des ,Lunstwart"-Herausgebers Ferdinand Avenarius gehörte, hat sich als Geschmacksbildner und Volkserzieher vor allem auf dem Gebiete der Wohnkultur und der Heimatkunst Jüngerer Kanlmann für Büroarbeiten gesucht. Schrift!. Angeb. unter 4184D an den Gieß. Anz. niedergelassen KadGrün.staatl.gepr.Dentist 4256D BWeUnioeWsöruderei Schulstraße 7. Acker Rotklee Herren-Bekleidungshaus Adolf Höhl KG. Das große Spezialhaus für gute Herren- und Knabenkleidung, fertig und nach Mab Heute morgen entschlief nach kurzer, schwerer Krankheit mein lieber Mann und treusorgender Vater Konrad Emmerich im 50. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Anna Emmerich, geb. Moosrainer Konrad Georg Emmerich. Gießen, den 12. Juni 1939. Die Beerdigung findet Donnerstag, 15. Juni, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. _________________________________________________02938 Buchbinderei-Arlieilerin oder junges Mädchen zum An- Großer läelMifö zu verkauf. 02941 Goethettr. 10II. Sofort tüchtiges 4252D Mwn das kochen kann, f. Geschäftshaushalt gesucht. Wasch-und Putzfrau vorhanden. Frau Baier Marktstraße 9 11 Tabakwaren- Großhandlung zu kaufen gesucht. Angebote an Postfach 254, Gießen. 02950 junges MM das Lust zum Kochen hat, sucht Mourant ,3uOugiiM‘ Ludwigsvlatz 15. 4255V Der grüne „Teppich“ Ueber den richtig gepflegten Rasen freut sich jeder. Auch Ihr Rasen wird schön aussehen, wenn er regelmäßig mit einem guten Rasenmäher geschnitten wird. 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Kerckhoff - Institut, Bad-Nauheim: „Neuere Ergebnisse der Kreislauflorsehung" (mit Lichtbildern) 3. Orchestervortrag Haydn, Andante cantabile („Serenade“) Mim der in NulslWV MWen WM Nach der Naturschuhverordnung vom 18. März 1936. Herausgegeben von der Reichsstelle für Naturschutz, Berlin. Mit 72 mehrfarbigen ganzseitigen Kunst» druckabbildungen nach naturgetreuen starb- Zeichnungen von Kunstmaler Erich Schröder und 16 Seiten Text mit den gesetzlichen Bestimmungen und einer tabellarischen Übersicht- Preis : Steif kartoniert RM. 4,50. Soll die Naturschutzverordnung in vollem Umfange wirksam werden, so ist es notwendig, daß die Kenntnis der geschützten Pflanzen in olle Kreise des Volkes getragen, besonder» aber Denjenigen Personen vermittelt wird, d» für die praktische Ausübung des Schutzes W Bettacht kommen. (Polizei-, Zoll-, Form schuhbeamte, Feldhüter usw.) Ihnen wird bte in diesem Mbum dargebotene naturgetreue mehrfarbige Bild Wiedergabe in bestem färbend ruck ein gutes Hilfsmittel fein w« sich durch Nachschlagen in diesem Büchlein vo» dem Aussehen der unter Schutz fteljettM” Pflan^enarten zuverlässig unterrichtet hat.dtt wird jederzeit in der Lage fein, den unser« heimischen Pflanzenwelt drohenden Gesay' ren zurrechten Zeit zu begegnen. Dieses Hand' Nche Album ist ein zuverlässiges Bestimmung»' buch für jeden Pflanzenfreund. Hugo Bermühler Verlag VerNn-Lichterfelde selten mit wirklicher Meisterschaft gepflegte Kunst des Essais wird auf eine sympathische und vielfältig beziehungsvolle Weise neu belebt in zwei schmalen Bänden des ehrgeizigen und zielbewußten Verlages von Karl Rauch in Leipzig-Markkleeberg: der eine ist überschrieben „Gestalten undPr 0 bleme" (166 Seiten, 4,80 Mark. — 52 —); hier ist eme kleine Zahl von Abhandlungen des hochbegabten und sehr jung verstorbenen Eugen Gottlob Winkler gesammelt, der sich mit eindringender Geistesschärfe und kritischer Leidenschaft um einige wesent- Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben, herzensguten Mann, unseren treusorgenden Vater, Schwiegervater. Großvater, Schwager und Onkel Philipp Schupp II., Landwirt nach langem, schwerem Leiden im Alter von 65 Jahren in die Ewigkeit abzurufen. Hohen Nebenverdienst durch Verkauf eines Gebrauchsgegenstandes. Vertreter gesucht. Schr. Anfragen sind unter 4261D an den Gießener Anzeig, z.richten. Angebende Staiplio von hiesig. Großhandlung ver sofort oder 1. Juli gesucht. Ana b.unt.4257D andenGieß.Anz. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und ine Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A.V. 1939: 9133. Druck und Verlag: Brühlsche Universitäts- druckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preis- liste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. liche Probleme unserer Gegenwart bemüht: Platen, Hölderlin und Stefan George vornehmlich sind die Erscheinungen, von denen aus Winkler eine neue Ordnung im geistigen Raume unserer Zeit zu gewinnen sucht. — Der zweite Band, „S d) 0 p f e • rische W e l t b e t r a ch t u n g" (168 Seiten, 4,80 Mark. — 49) — stammt von Ernst B a c m e i st e r, dem Dramatiker, der selten gespielt und erst in letzter Zeit ein wenig ins Licht gerückt wurde. Es ijt lehrreich, in den Aufsätzen dieses Bandes — sie handeln etroA von Menschen des guten Willens, vom Geistigen im Volke und von der tragischen Bühne als Spielfeld des heroischen Geistes — einiges von den inneren Voraussetzungen zu Bac- meisters dichterischer Arbeit aufzuspüren. Hans Thyriot. — In der Reihe der „Kleinen Reuchlindrucke" erschien im Karl Rauch Verlag, Leipzig-Markkleeberg, als Nr. 1 ein hübsch ausgestattetes, gut gedrucktes Heft „Rudolf G. Binding zum Gedächtnis" — (50) —, in dem man neben zwei Bildern aus der letzten Lebenszeit des Verewigten und einem Gedicht aus dem Nachlaß zwei schöne Würdigungen Bindings von W. E. Suskind (zum 70. Geburtstage) und von Karl Rauch (Worte des Gedenkens zum Tode des Dichters) findet. — Band 2 enthält „Die Armee d e s Don Quijot e", ein Gespräch von Walter Bauer. — (48) — Es handelt von der Einsamkeit des Genies und vom Triumph, „den der Geist auf dieser Welt durch schwache Hände erringt". hth. Wetterbericht Begünstigt durch die Entwicklung der Gesamtlage ist arktische Meereskaltluft auf das europäische Festland vorgestoßen. Sie brachte nicht nur erhebliche Abkühlung, sondern gab auch bei der vorgelagerten alle lästig.Haare, Leberflecken Pickel, Sommer- svross. ufn>. entf. u. Gar.kür immer Frau B. Gulden seit 1935 Fr. W. Henkel Svrechstund.jetzt Mittwochs.Bießen Am Riegelpfad 32, 9-61/; Uhr anrehg. Ü Wiesen im Heegstrauch zu verpachten. Näheres bei Job. Fischer Alicestr.42. 02952 Suche für Mitte bis Ende Juli Reisegefährten f. Autofahrt üb. bayrische Alven. Dauer 2-3 Woch. 1 , Kostenbeteilig. Zuschr. u. 02953 an d. Gieß. Anz. große Verdienste erworben. Don seinen zahlreichen Arbeiten seien genannt ,^unst und Kunstpflege , „Technik der Malerei", häusliche Kunstpftege , „Das bürgerliche Haus", „Das ABC des Bauens und ,Kunst und Rasse". Büchertisch. — Georges-Schnaubert: Wörterbuch der Kraftfahrt. Unter Mitarbeit von Oberleutnant H. Morgenroth. Mit 335 Abbildungen. In Leinen 5 Mark. Verlag Quelle & Meyer m Leip- üq. — ( ? ) Weite Dolkskreise nehmen heute an allen Fragen der Kraftfahrt lebhaftes Interests. Bel der schnellen technischen Entwicklung und den vielen rechtlichen Neubestimmungen ist es aber unmöglich, sich ohne ein geeignetes Nachschlagewerk zurechtzufinden. Das „Wörterbuch der Kraftfahrt" ist als übersichtliches Nachschlagewerk allen Kraftfahrern Helfer und Berater, es hilft die Freude am Kraftfahrzeug zu erhöhen ' und berät, wenn es gilt, Mängel am Fahrzeug aufzuklären. In dem Wörterbuch findet auch der Fachmann, der Automobil- Verkäufer und der kraftfahrende Soldat alle Fragen beantwortet und durch vielseitige Abbildungen wärmeren Luft vielerorts zu Niederschlagen Anlaß. Während sich im Bereich der Kaltluft in den west, lichen Teilen des Reichen wechselhaft bewölktes Wetter mit Schauerneigung eingestellt hat, bringt von Osten her ausgebreitete Warmluft dem übrigen Deutschland Regensälle. Nach weiterer Beruhigung wird sich erneut Unbeständigkeit elnstellen. Vorhersage für Mittwoch: Zunächst zeitweilig aufgeheitert, dann wieder Uebergang zu unbeständigerem Wetter mit Regenfällen, bei lebe haften Winden um Nord kühl. Vorhersage für Donnerstag: Verän. derliche Bewölkung und zu weiteren Niederschlägen geneigt. Lufttemperaturen am 12. Juni: mittags 14,6 Grad Celsius, abends 10 Grad; am 13. Juni: morgens 8,4 Grad. Maximum 15,6 Grad, Minimum heute nacht 5 9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 12. Juni: abends 18,4 Grad; am 13. Juni: morgens 15,8 Grad. — Niederschläge 0,9 mm. — Sonnenscheindauer 3,1 Stunden.__ |Verschiedenes| Gallensteine Rasche Hilfe durch natürliche Mittel „Ravha- nofe" und „Bnlgarate', Paket 85 Pf. Kräuterhaus Jung Gießen. 43490 Kleine Aeseigei richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat' Darum: Kleinanzeigen in die Hei- matzeitung, den I QLiBener Anielgii [ Vermietungen | 2 Zimmer Küche, Kammer, I im 3. Stock sofort ; zu vermiet. Schr. , Ang. unt. 02939 , an d. Gieß. Anz. | Mietgesuche"| Eins, sreundl. möbl.Zimmer ver 15. Juni 39 mögt. Bahnhofs- nähe gesucht. Angb.unt.4259D andenGieß.Anz. Suche leeres Zimmer in einem guten Hause. Angb. unt. 02943 andenGieß.Anz. [Stellenangebote) Keine Zeugnisse in Urschrift lonoen rnn Zeugnis, abidirfften dem Be- werbungSschreiden beilegen! — Lichtbilder unoBewerbungSunter» ^gen müssen °st: (Erni 9 Neuner H für ben ^•V. 1939: niDerfüäts, n Gieße» lch 25 P! Pf- mehr gs 15 U t ist Prei; gültig. rZ 3uitdti ■ bk> let, *rWan Or9ens 8« 4-lete an : Jagens ‘ Tonnen £e: 1.50 *45 ).5O 7.50 5.90 1.40 1.45 1.95 ■MMi Mm t) , 5.30 Uh? Universität usicum der [errn Prof- Nr. 3 E. KOCH f. Institut, foricbtoi" inade“) illkommeDi 4258P. Bettimn»11* :äi"* 'N bis 10 K«? jindLAog- r, Voon LÄ fu6ei<6* MW IßUSCH Fabrik .'E4 bvn9 W M ter Xarin li »*”«1 M Kß 4711 .59)8: 23 -45 -90 Dienstag, IZ.ZunUYZY Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Nr. 155 Zweites Blatt Tenor erzählte mir, ltion herc etwa die kennen - Ein — wie Sie wollen — Deutschlandsender in einem Hörspiel ein Liebespaar zu sprechen hatten. „Macht es Euch nicht sehr glücklich, daß Ihr Eurer Liebe, Eurem Glück auch vor dem Mikrophon Ausdruck geben dürft?" hieß es da. „Ich habe Euch sehr beneidet!" „Dabei waren wir damals noch gar nicht verheiratet!" lachte der junge Darsteller, als er mir den Brief zeigte. Wir haben dann aber so oft über diese seltsame Zuschrift miteinander gesprochen, bis wir plötzlich erkannten: Der Absender hat ja Recht! Wir müßten ja eigentlich längst miteinander verheiratet sein. Ra, und am Hochzeitstage haben wir gemeinsam unserm unbekannten Ehestifter einen Dankesbrief geschrieben, in dem wir ihn allerdings auch aufklärten darüber, daß durchaus nicht olle Bühnenehepaare verheiratet find und alle Bühnenliebespaare sich auch wirklich lieben!" Und zum Schluß noch ein Brief, der zwar nicht an eine Stimme geschrieben wurde, der aber doch in diese kleine Aufzählung hinein gehört: Nach der Erstsendung eines volkstümlichen Lustspiels erhielt der Dichter eine lange Epistel, in der es hieß: „Ich weiß schon, daß Sie sich meinen Nachbarn TY für Ihren Meckerfritzen zum Vorbild genommen haben. Aber Sie haben ihn ganz verquer gesehen. Der Mann ist ganz und gar nicht gutmütig, der hat keinen süßen Kern unter der rauhen Schale, der ist einfach ein unverbesserlicher Stänker!" Und dann folgte sechs Seiten lang die ganze Geschichte eines feindnachbarlichen Kleinkrieges, in der es von zerbrochenen Zäunen, geklautem Flieder, ehrenrührigen Redewendungen und Gerichtsterminen nur so wimmelte. „Das müssen Sie mal schreiben!" forderte der Absender kategorisch. „Denn Herr, das ist Leben!" Lichtspielhaus: „Das blaue Licht". Dieser Film ist schon vor einer Reihe von Jahren entstanden: „eine Berglegende, erzählt und gestaltet von Leni R i e f e n st a h l", begleitet von der Musik Giuseppe B e c c e s , der auch zu zahlreichen Bergfilmen Trenkers die Vertonung lieferte. Wenn man sich an die beiden großen Olympia-Filme als an Leni Riefenstahls letzte Schöpfung erinnert, wird man „Das blaue Licht" als den Anfang einer Entwicklung begreifen, die zu verfolgen nicht uninteressant scheint. In dieser „Berglegende", die eine Reihe sehr malerischer Landschaftsaufnahmen aus dem Tessin und aus den Dolomiten enthält, ist der an sich folgerichtige Versuch unternommen worden, mit einem Mindestmaß an Text und gesprochenem Wort auszukommen. Der Beschauer wird an Hand einer knappen Inhaltsangabe im Programmheft die Probe aufs Exempel machen können, wie weit das gelungen ist. Im Mittelpunkt steht die Gestalt einer halbwilden jungen Italienerin, der das blaue Licht in den Bergen (das von einem schwer zugänglichen Kristallfeld im Felsen ausstrahlt) zum Verhängnis wird: sie wird von abergläubischen Bergbauern, die das blaue Leuchten in den Vollmondnächten ängstigt, als Hexe verfolgt und kann auch von einem jungen deutschen Maler, der das Wunder entdeckt, nicht vor dem tödlichen Absturz bewahrt werden. Leni Riefe n st a h l spielt selbst die fast stumme Rolle eines von der Natur verzauberten einfältigen Hirtenmäte chens in der romantischen Segantini-Landschaft. Mathias W i e m a n , gütig und schlicht, ist dec Maler Vigo. — (Degeto.) Zuvor sieht und hört man einen bildmäßig und musikalisch ungewöhnlich reizenden Film von Müttern und Kindern und Wiegenliedern in aller Welt. Die neue Tobis-Wochenschau bringt u. a. einen Bericht vom jugoslawischen Staatsbesuch in Berlin. Hans Thyriot. In der „Schatzkammer" eines berühmten Berliner Sängers — einer kostbaren Vitrine, die zahllose Andenken an Erfolge und Gastspielreisen birgt — sah ich einmal ein winziges Buch im Format einer halben Streichholzschachtel. Es war verschlossen mit einem ebenso winzigen, zierlichen Schloß, dessen Schlüssel der Hausherr an der Uhrkette trug, und seine zahlreichen, hauchdünnen Seiten waren bedeckt mit mir unbekannten, fast mikroskopisch winzigen Schriftzeichen. „Dieses Buch!" sagte der Hausherr, „enthält den ganzen Koran von der ersten bis zur letzten Sure. Es ist mit der Hand geschrieben: die Lebensarbeit eines arabischen Einsiedlers und Schriftgelehrten. Eine Spielerei vielleicht nur, vielleicht aber auch die Erfüllung eines Gelübdes — ich weiß es nicht. Jedenfalls stellen — das haben mir Sachverständige wiederholt erklärt — diese Millionen kleinster arabischer Schriftzeichen wirklich die Lebensarbeit eines Mannes dar!" „Und wie ist diese bezaubernde Kostbarkeit in Ihren Besitz gekommen?" fragte ich ihn. Der Sänger sah einen Augenblick still vor sich hin. „In die Einsamkeit dieses Mannes, da hinten irgendwo im Unendlichen fast, kam eines Tages ein Radiogerät. Das erste, was die tönende Welle ihm zutrug, war zufällig meine Stimme. Ich weiß nicht, ob ich 'besonders gut gesungen habe an jenem Tage oder ob es nur das überwältigende Erlebnis eines modernen Wunders war. Der Mann hatte jedenfalls den Wunsch, das Kostbarste, was er befaß, demjenigen zu schenken, der.ihm das Wunder vermittelt hatte. So kam", der Sänger nahm das kleine Buch auf feine Hand, „diese Seltsamkeit in 'meinen Besitz. Ich habe viele kostbare Andenken", sagte er bann, während er das Büchlein wieder fortschloß, „in den langen Jahren meiner Bühnentätigkeit sammeln können. Sie werden verstehen, daß dies Geschenk eines Unbekannten für mich das Wertvollste ist..." Dieses Erlebnis, das im harten Rhythmus der Großstadt wie ein anmutiges Märchen schien, war für mich die Veranlassung, einmal nachzuforschen, wie die Briefe oder die Geschenke aussehen, die begeisterte Rundfunkhörer an ihre Lieblinge senden. Während der Theaterbesucher vom Schauspieler auch optisch einen Eindruck hat, ein Bild bekommt von seinem Gesicht, seiner Figur, kennt der Radiohörer vom Sprecher oder Sänger fast immer nur einen ganz kleinen Teil seines Seins — die Stimme. Und ob es nicht schwer ist, an eine Stimme zu schreiben, schwerer jedenfalls als einen Menschen, den man — wenn auch nur in Maske und selten — schon geworden.. Die Briefe aber, die über die Reichssender oder direkt aus Hörerkreisen an deutsche Sprecher und Sänger gesandt wurden, mögen viele, viele Nacht in Venedig" in der Staatsope^ und eine starke Aufführung von Goethes „ F a u st durch das Deutsche Theater in Berlin in der Inszenierung von Heinz Hilpert. Nach dem großen Fest des Theaters beginnt nun wieder die Tagesarbeit der einzelnen Bühnen, sofern man am Theater von Tagesarbeit sprechen kann. Denn das ist das Ewige, Unvergängliche am Theater, daß der Zuschauer jede Aufführung als Fest empfindet. Wer dieses Festliche fühlt, der wird nie von ihm loskommen: wer es nicht fühlt, dem bleibt eine dec schönsten Empfindungen versagt, die gerade wir Deutschen im Leben einzusetzen haben. Wochen nach seinem Auftrete „ aus Südamerika eine kleine Aufmerksamkeit gesandt tion heraus die Welt betrachtet. Wer würde nicht " ? ewige Wahrheit Nestroyscher Weisheit erkennen — „der Fortschritt hat das ane für sich, daß er größer ausschaut, als er de facto is" — wenn er schimpfend vor seinem defekten Kraftwagen auf der Landstraße steht oder sonstwo an einer neuen technischen Errungenschaft verzweifelt. Dieser lebensweise Witz würde an sich noch keinen Dichter machen, aber Nestroy ist auch Dichter, und ein großer Dichter. Seine Figuren sind manchmal gerateju mit shakespearischer Kraft gesehen. Wie herrlich ist etwa in der genannten Posse der Typ des Kommis in der Figur des Weinberl gezeichnet. oder wie wunderbar hat Nestroy in dem Hausknecht Melchior gezeigt, daß auch in der Einfalt eine gewisse Größe stecken kann. Es ist fast shakespearisch, wenn sich dieser Melchior im dritten Akt, als ftemde Menschen in ein nachtdunkles Zimmer dringen, zunächst nicht wissend, ob es sich um Geister oder um Einbrecher handelt, hinter einer Gardine versteckt und sich dann zu der Erkenntnis durchringt: „Sie reden vom Geld, es sind also Menschen!" _> Diese Beispiele sind nur wahllos herausgegriften, denn sie jagen sich förmlich in den Nestroyschen Possen, Witz folgt auf Witz, und man vergißt, daß all diese Worte ja schon vor hundert Jahren geschrieben worden sind. Diese Typen Nestroys, wenn sie auch ein entzückendes Wienerisch reden, wachsen weit über den Lokalgeist hinaus und sind im allgemein Menschlichen verankert. Freilich, vollendet kann dieser Nestroy nur von Wiener Schauspielern gezeigt werden. Wien bringt seit den Tagen, da N e st r o y selbst und sein großer Freund Scholz in seinen Possen gespielt haben, immer wieder Schauspieler heraus, die die Aufführungen seiner Werke genußreich machen. So war denn auch in der Burgtheateraufführung von „Einen Jux will er sich machen" eine Schar Künstler am Werk, die besten Neftroy-Stil haben. — Der Führer schien von dem Gebotenen sehr befriedigt, er blieb die ganze Vorstellung und beteiligte sich schließlich lange an dem starken Beifall. Zu verzeichnen bleibt von den großen Ereignissen der Reichstheaterfestwoche noch eine schöne Aufführung von Johann Strauß' Operette „Eine Von den Leiden der christlichen Seefahrt. Im August 1471 segelte der Danziger Ratsmann Bernt Pawest auf dem in der hanseatischen Welt allgemein bekannten „Peter von Danzig" mit 350 Nkann und wertvoller Ladung nach Holland ab. Als er im Hafen von Berschuck gelandet war, wurde er durch schlechtes Wetter gezwungen, bis zum Februar des nächsten Jahres dort liegen zu bleiben. Er klagt den Danzigern sein Leid am 24. November 1471: „Noch immer liege ich in Berschuck in großer Furcht vor Sturm und Ungewitter; das Schiff hat vier Anker ausgeworfen; jetzt erst find mit großem Ungelte Ballast und Ladung ausgeschifft: ftit meinem Hiersein sind noch nicht zwei schöne Tage hinter einander gewesen, sondern immer Sturm, Regen, Schnee, Frost. Entferne ich mich aus dem Schiffe, so ist dort Hader und Keifen ... darum bin ich der Meinung, sobald wie möglich in See zu gehen, schon darum, damit die teure Vitalie (Lebensmittel) nicht so jämmerlich und nutzlos verzehrt werde ..." Im Dezember schreibt er: „Noch immer weht der Wind von West und Nordwest und hält uns hier im Hafen in steter Sorge. Unter unfern 350 Brotessern sind etliche quade (böse) Buben, die mir große Not machen, dazu fehlt mir alle Beihilfe, und von Euch habe ich noch keinen Brief bekommen ..." Sein Schiff, das „große Krawel", wird auf Land gezogen, wobei sich viele Schäden zeigen, und Bernt Pawest hebt zu klagen an: „Mich grauet vor den Kosten, die die Ausbesserung des guten Schiffs erfordert: bis jetzt waren Kalfaterer, Zimmerleute, Schutemans, im ganzen an 100 Personen bei demselben beschäftigt, und noch jetzt haben zehn Zimmerleute Arbeit vollauf. Dazu der Brauer, der Bäcker, der Schmidt und das große Wochengeld! Ich fürchte, man wird kaum glauben, was das kostet! Der Brügger Kaufmann, dem ich meine Not klage, meint, das müsse gar nicht befremden, der ,^)ohn" fei ein gut gebautes und vollständig eingerichtetes Schiff gewesen, und dennoch habe seine Ausrüstung zum Orloge (Kriegsschiff) über 700 Pfund gekostet. Wisset ferner, daß hier kein Schiffsvolk zu bekommen ist. Der Kaufmann hat hier 800 Mann für Hamburg angeworben, und die Lübecker geben ihren Ruters (Söldner) Sold; daher sind die Wenigen, die hier sind, schwer zu bekommen. Die Schiffsleute, die ich jetzt habe, sind junges Volk, das keinen Nutzen bringt. Schreibt mir, wie ich mich verhalten und ob ich ihnen Sold geben soll n. Zeitnaher Film. Das Maiheft der Zeitschrift „Der deutsche Film" beschäftigt sich mit der Frage „Wunscl)- traum oder Wirklichkeit im Film?" Professor Carl Froelich, der Träger des Nationalen Filmpreises 1939, nimmt mit folgenden Sätzen dazu Stellung: „Zeitnahe — was die Forderung bedeutet und vor allem, was sie nicht bedeutet, ist schon oft erläutert worden. Es braucht nicht unter allen Umständen die .Gegenwart' zu sein, die gezeigt wird. Es soll auch nicht die Forderung des Tages sein, der wir nachgestalten. Das Schicksal, das da oben aus der Leinwand an uns vorüberzieht, soll und muß so stark sein, daß es uns einfach zwingt, uns mit den Handelnden eins zu fühlen — ihr Erleben zu dem unseren zu machen. Ob diese Kraft aber von dem Geschehen auf uns übergeht, hängt von der künstlerischen Begabung des Autors, des Regisseurs ab. Die Art des Stoffes an sich spielt hierbei die geringste Rolle. Der Stoff ist nur die Möglichkeit, das Wesen durch die Form zu verwirklichen. Was ist ein Stoff? Das, was einer daraus macht. Aniwort auf die Stimme aus dem Aether. I Was Hörer an :Runbfunffunfl(er schreiben. Hochschulnachrichten. Es wurde übertragen: dem Dozenten Dr.-Ing. habil. Wilhelm Bader in Berlin unter Ernennung zum ordentlichen Professor an der Technischen Hochschule Stuttgart der Lehrstuhl für Theoretische Elektrotechnik: dem ao. Professor Dr. Erwin Ko schmied er unter Ernennung zum ordentlichen Professor an der Universität München der Lehrstuhl für slawische und baltische Philologie. bekommen, ohne daß der Absender jemals seinen Namen genannt habe. „Ich weiß nicht, ob es ein Mann ist oder eine Frau", erzählte er lächelnd, „aber ich weiß, daß diese Regelmäßigkeit eines gar nicht verdienten Dankes mich immer wieder rührt und erschüttert." — ,Lch bin begeistert von der hohen, fast klassisch zu nennenden Sprachkultur, die Sie und Ihre Kollegen in diesem Hörspiel offenbarten!" heißt es in dem Brief eines französischen Regisseurs an einen deutschen Schauspieler, in dem zugleich der Wunsch ausgesprochen wird, einmal eine Möglichkeit zur Zusammenarbeit mit den deutschen Künstlern zu inten. Aber: „Ich fürchte, chör ami, der Graben, den die Politiker aufgeworfen haben, ist schon zu tief..." Einen reizenden Brief voll ahnungsloser Naivität erhielten zwei junge Schauspieler, die einmal im ____ Film kann realistisch sein, kann den Alltag gufzeigen mit all seinen Mühen und seiner Plage, er kann ein Problem behandeln und auch tendenziös sein — aber alles muß überstrahlt sein von der Kunst. Das Geschehen in der Filmhandlung muß erheben über Werktagsplage und graue Nüchternheit. Der Beschauer soll beseligt, beglückt, begnadet 2"___"... hinausgehen aus dem Theater. Man kann den realistischen Alltag aufzeigen — aber künstlerisch! Ohne die Feinheiten, ohne das gewisse Etwas, das eine Filmschöpfung erst zu einem Kunstwerk macht — läßt jedes Geschehen den Beschauer kalt und unerfüllt. Die kleinen zarten Schlaglichter — die eben Kunst sind — hellen das düstere Milieu auf und geben dem tragischsten Ablauf erst Schönheit, Harmonie und versönlichen Ausklang. schafter, Lügner, die wider die Ehre ehrbarer Leute reden und ihnen an ihrem Gute schaden wollen, sollen vom Hofe ausgeschlossen sein. Ebenso ist der des Hofes unwürdig, ter ohne Ehe mit einer Frau zujammenwohnt oder ein öffentliches Verhältnis hat ... Ferner sollen die Aldermänner nicht länger als bis zwölf Uhr abends auf dem Hof fitzen. Niemand soll auf dem Hof noch in-den Kellern Würfel spielen bei einer Strafe von vier guten Mark, und wenn ein Aldermann es gestattet, so verfällt er der gleichen Strafe ..." Die Schatzgräber. „3n der Woche vor Sankt Pauli Bekehrung", meldet Caspar Weinreich in seiner Danziger Chr^ nik, „begannen etliche in ter Marienburg nach einem Schatze zu graben, und zwar nach Angabe eines hergelaufenen Kreuzherrn (Ordensritters) und eines andern Mannes, der des Schatzgrabens kundig war. Sie gruben wohl auf acht oder neun Hochmeister, die dort begraben wurden, und in ihren Gräbern suchten sie den Schatz, aber sie fanden nichts mehr, nur, daß sie die „toten Leichname beraubten, was eine Schande war." Der städtische Maurermeister. Im Jahre 1425 wurde Klaus Sweder zum Stadt- Maurermeister bestellt und erhielt darüber folgende Urkunde: „Wir Bürgermeister und Ratsmannen bekennen, daß wir Klaus Sweder zum Maurermeister an Unser-Frauen-Kirche und unserer Stadt angenommen und uns mit ihm in folgender Weise völlig geeinigt haben: zum ersten soll man Meister Klaus, wenn er die Arbeit beginnt, alle Jahre dreißig gute Mark geben, die Hälfte zu Ostern, die Hälfte zu Michaelis, wenn er an der Kirche arbeitet, soll er alle Woche eine gute Mark erhalten, wenn er aber zwei, drei oder mehr Männer des Winters bestellt, die Steine zurechthauen oder anderes tun, was man für die Kirche braucht, so soll Meister Klaus keinen Wochenlohn erhallen, aber bei allen anderen Arbeiten soll man ihn entlohnen. Auch soll er ein Haus haben, darin er frei wohnen kann, solange er im Dienst der Kirche steht. Geschähe es, daß an der Kirche keine Arbeit ist, Meister Klaus wußte aber außerhalb der Stadt eine Arbeit, die er machen könnte, so soll er dies mit Wissen des Rats tun und während der Zeit kein Geld von der Kirche erhalten. Item, wenn er für die Stadt Arbeit leistet, so soll ihn der Rat entlohnen nach dem Tausend, wie es von altersher Brauch ist." Triumph des aliwienerischen Humors Oer heitere Ausklang der Neichstheaterfestwoche. Don unserem Sonderberichterstatter Or. Gerhard Aichinger. Wien, 12. Juni. I Das große Theaterfest in Wien ist zu Ende. Es erhielt, wie schon berichtet, besondere Weihe dadurch, daß der Führer zu den letzten beiden Vorstellungen der Reichstheaterfestwoche nach Wien gekommen ist. Sein erster Besuch galt der Oper „Friedenstag" von Richard Strauß, die als Ehrung zum 75. Geburtstag des Meisters m ter Wiener Staatsoper in Szene ging. Das jüngste Werk des Komponisten, das ja schon in vielen Städten des Reiches gespielt worden ist, wurde hier zum ersten Male aufgeführt. Es war eine Vorstellung, wie sie sich der Meister nicht besser hätte wünschen können. Ein eindrucksvolles Bühnenbild, prächtig singende Chöre, an denen außer dem Staatsopernchor die bekanntesten Wiener Sängervereine mitwirkten, das unter der Stabführung von Clemens Krauß herrlich spielende Orchester, das die hymnischen Melodienbögen in aller Pracht auf» klingen ließ, ausgezeichnete Einzeldarsteller, ror allem der Hamburger Bariton Hans Hotter, ter sich schon in Händels „Julius Cäsar" in das Herz der Wiener gesungen hat, all das vereinigte sich zu schönstem Gelingen. sehen hat? „Ja, vielleicht ist es schwerer. Aber vielleicht auch leichter!" versuchte einer unserer besten Charakterdarsteller meine Frage zu beantworten. Es war ein kleiner, schmaler Mann mit der etwas lässigen Haltung und der saloppen Kleidung des Kopfarbeiters. Er zögerte nachdenklich ein wenig. Dann reichte er mir einen Brief. Ich las: »Ich stelle Sie mir groß vor, braungebrannt und sehr elegant!' Die Schrift einer zierlichen Mädchenhand. Der Schauspieler lächelte, cis er meinen fragenden Blick sah: .^Jawohl! Dieser Brief war an mich gerichtet. Ich habe sehr vorsichtig geantwortet. Es war mir unangenehm, so falsch gesehen zu werden. Und zugleich glaubte ich, eine Illusion nicht zerstören zu dürfen, die vielleicht einem jungen Menschen Freude bereitete. Das war nicht ganz emsach, sage ich Ihnen! „Darf ich wissen", forschte ich neugierig, „wie die er Briefwechsel später geendet hat?" In diesem Augenblick ging die Türe auf, eine sehr junge, hübsche Frau mit strahlenden Augen trat em. Darf ich vorstellen", lächelte der berühmte Schauspieler, „hier ist die Absenderin jenes Briefes. Die schöne Illusion hat sie zwar verloren — aber dasur ist sie meine Frau geworden!" . 150 000 Briefe in nur fünf Jahren haben Hörer aus aller Welt an die Leitung des deutschen Kurzwellensenders geschrieben, fast ebensooiele sind vom Sender an die mitwirkenden Künstler weitergeleitet Es hat die Wiener besonders gefreut, daß der Führer den guten Geist des Wiener Humors, der das Herz, das Lächeln und den Esprit der Stadt verkörpert, daß er durch einen Besuch des Lustspiels „Einen Jux will er sich machen Johann Nestroy geehrt hat. Das Spiel war te- reits am Freitag im Burgtheater zur Erstaufführung gekommen, und der Führer hat es eigens für Sonntag noch einmal anfetzen lassen, während in der Staätsoper eine ausgezeichnete Aufführung von „ T a n n h ä u f e r " den festlichen Ausklang bildete. Die von Herbert Waniek besorgte Neuinszenierung der Nestroy-Posse war denn auch wirklich ausgezeichnet und ganz dazu angetan, bie unvergänglicye Bedeutung dieses deutschen Aristo- phanes auch demjenigen Ju erschließen, dem Wiener Wesen an sich fremd ist. Was ist denn dieser Nestroy- Geist? Vor allem: tiefe Lebensweisheit, die zumeist in die eigenartig zugespitzte Wortformulierung der Antithese gesetzt wird oder aus einer gelassenen Resigna- Niemals darf man als Regisseur von dem Standpunkt ausgehen, das Publikum belehren zu wollen in einer Weise, daß der erhobene Zeigefinger wie ein drohendes Etwas über dem Ganzen schwebt. Jeder Hinweis, jede Aufklärung muß in angenehmer, unmerklich richtunggebender Form gereicht werden. So ist es auch bei politischen Filmen, die selbstverständlich — ob gegenwartsnah oder vergangenheitserinnernd — anschaulich und bahnweifend sein sollen. Erleuchtet und aufgelockert durch das, was man Kunst nennt, werden sie immer ihre große Anziehungskraft auf das gesamte Publikum haben. Ich selbst liebe die Filme, die von Romantik umsponnen sind, die Wunschträume erschließen, die den Beschauer ausruhen lassen, ihm Entspannung bringen und ihn über den Alltag hinaus träumen lassen." Zwischen Krahnior und Ariushof. Aus Danzigs deutscher Vergangenheit. Vorn 13. bis 18. Juni findet in Danzig eine Gaukulturwoche statt. Hering gut und fett. Da die Danziger Bürger Seefahrer, Kaufleute und Fischer waren, hatten die Heringsfänge in ter Ostsee eine große Bedeutung für das wirtschaftliche Wohlergehen der Stadt. So ist folgende Notiz des Chronisten zu verstehen: „Im Herbst 1425 fuhren nach alter Gewohnheit die Kaufleute und Fischer aus den Städten nach Schonen in Dänemark auf ben Heringsfang. Sie wendeten ihren gewohnten Fleiß auf den Fang, aber wie und warum es auch war, es war kein Hering im Sunde, die Fischer konnten die ganze Zeit, wo sie da waren, nichts fangen Dieser unüberwindliche Schaden des Kaufmanns und der ganzen Welt, die Derbiesterung des Herings aus dem Sunde dauerte lange Jahre, und die Heringe kamen nicht wieder, sondern ihre Schwärme teilten sich in der See, ein Teil kam nach Flandern, ein Teil nach Helgoland, roo er gefangen wurde, aber er hatte nirgends die Gute, die der Schonensche ju haben pflegte." Immerhin sind dann noch in manchen Jahren die Fänge über Erwarten gut, so Sommer 1492: „In diesem Sommer wurde der Hering bei Zeiten vor Sankt Johannis gefangen, er war fett und gut, aber es waren wenig Kaufleute aus den Städten da ... Darum verloren auch viele Fischer den Hering, an der einen Bordseite zogen sie ihn herauf, an der andern warfen sie ihn wieder ab, denn sie konnten ihn nicht verkaufen ..." Vom Danziger Artushof. Die Artushöfe der preußischen Städte waren geschloffene Vereinigungen zur Pflege der Geselligkeit in einem bestimmten Kreise: daher bestimmt die Artushof-Ordnung vom Jahre 1421: Jeder Gast, der den Hof besuchen will, soll mit feinem Wirt oder einem andern bekannten Mann, der auch • auf den Hof geht, zu den Aldermännern kommen und sich einschreiben lassen, sein Wirt wird dazugeschrieben, auf daß man einen jeden zu finden witze; und ter, der den Gast auf den Hof bringt, sott dem Hof füt das Geld gut stehen. Alle Zänker, Auskund. Millionen sein. Es gibt unter diesen Briefen mAnche überschwängliche Danksagung, aber auch manch rührenden Beweis einer stillen, fast scheuen Verehrung. Ein ■, daß er regelmäßig einige Auftreten im Kurzwellensender Zuchthausstrafen für Oevifenfchädlmge (Nachdruck verboten.) 14. Fortsetzung. zählen.' „Hast du mich auch wirklich lieb?" flüsterte das Mädchen einmal. „Mich, die Hilde Turach?" Hans Doigt schlenderte seelenoergnügt durch die Auen am Fluß. Völlig ungefährdet — wenn übersehen wird, daß sein Herz in Flammen stand. Dicht neben ihm schritt Hilde Turach, und sein Arm lag um ihre Schultern. Es war kühl und schön und still. Die jungen Menschen hatten einander nicht nie! zu sagen. Hie und da blieben sie stehen und küßten sich. Entweder waren ihre Uhren auch stehen geblieben, oder sie fanden es nicht nötig, einen Blick darauf zu werfen. das Ganze nicht sehr aufregend zu finden, schlenderte heim und nahm zuallererst ein Bad. Dann zog er sich um und stärkte sich mit einem ausgiebigen Frühstück. Unter vier Setzeiern und etlichen Schinkenbröten tat er es nicht. Madeleine saß froh neben ihm. „Du bist zwar ein elender Halunke, un miserable... Gretelchen wird abgeschafft!" Peter winkte ab. „Das ist alles nicht wichtig, weder Gretelchen noch deine alberne Eifersucht. Was hast du im „Weißen Hahn" ausgeknobelt?" „Warum interessiert dich das? Hat es mit dem Bankraub etwas zu tun?" Dann aber berichtete sie doch kurz von dem durchschnittlich aussehenden Herrn. „Ich glaube nicht, daß die Sache mit mir in irgendeinem Zusammenhang steht", meinte Peter nachdenklich. „Aber daß sie Voigt umlegen wollen, scheint festzustehen... Und Doigt ist -ein guter Freund... Daß er sich sofort zu einer Kautionsstellung bereit erklärt hat, daß er nie an mir zweifelte — das werde ich ihm nicht vergessen..." „Es sind wirklich reizende Leute", nickte Madeleine. „Heute abend sind wir bei ihnen zum Abendessen eingeladen. Man will deine Befreiung feiern." „Feiern wir und trinken wir!" sagte Peter. „Wer weiß, wie lange es dauert?" Madeleine erschrak. „Was heißt das? Wie meinst du das?" „Ach Gott, du glaubst doch nicht etwa, daß die Leute jeden Verdacht gegen mich begraben haben? Sie haben mich nur auf freien Fuß gesetzt, damit ich ihnen in eine nette Falle stolpere... Aber da können sie lange warten. Erstens bin ich unschuldig, zweitens nicht im entferntesten so dumm, wie Herr Ruhle annimmt!" Das Ehepaar Ilke war am Abend pünktlich zur Stelle. Auch Irmgard Turach... Aber wo steckte Hans? Wo blieb nur Hilde? Frau Doigt war schon sehr nervös. Das konnte dem Braten nicht gut tun, wenn er so lang im heißen Rohr stand. Durch die offenen Fenster klang deutlich das Murren der Köchin. Peter und Madeleine hielten mühsam ein Gespräch in Gang, obwohl es Peter reichlich schwer fiel, vergnügt zu fein. Es wird doch Hans nichts zugeftoßen fein? fragte er sich immer wieder. Die Voigts waren in der letzten Zeit recht unangenehmen Zufällen ausgesetzt... WglmwieisiistiiSmSm Roman von Konrad Trani Copyright by Carl Ouncker Verlag, Berlin W35 Der sachverständige Kriminalist, ein wohlwollender älterer Herr, dem niemand seinen Beruf angesehen hätte, war bereits eingetroffen. Langsam , kamen auch die ersehnten Berichte. Der Beamte ; stand stundenlang vor der erbrochenen Stahlkammer, - studierte ebenso lang Photographien von anderen aufgebrochenen Kassenschränken. Die Berichte gaben zu denken, ohne daß jedoch ■ dabei etwas herausgekommen wäre. Peter Ilke war identisch mit einem gewissen Pierre Elie, der feit feinem zehnten Lebensjahr in Paris gelebt hatte. Bis vor ein paar Jahren hatte er sich in verschiedenen Berufen betätigt, ohne je mit der Behörde in Konflikt zu kommen. Er war lange Zeit Vertreter einer schwedischen Stahlfirma gewesen. Nach einer Abwesenheit von etwa sechs Monaten, die er im Ausland verbracht hatte, war er vor etwa vier Jahren an die Riviera aezogen und hatte sich dort angekauft. „Nachteiliges hierorts nicht bekannt" ... Diesen offiziellen, mit Stempeln und unleserlichen Unterschriften versehenen Mitteilung lag ein Privat- schreiben eines Kollegen bei: „Eher Monsieur", stand darin, „bei uns gilt der Grundsatz, daß nur das, was aktenmäßig festgelegt ist, wahr ist. Da ich meine Augen und Eindrücke nicht zu den Akten legen kann, gestatte ich mir. Ihnen völlig unverbindlich, aber aus fester lieber» zeugung, zu sagen, daß Pierre Elie recte Peter Ilke „une bete noire" ist. Er wurde in Lokalen und in Gesellschaft von Leuten gesehen, die dem Vertreter einer schwedischen Stahlfirma im allgemeinen versperrt und nicht gewogen sind. (Was nichts daran ändert, daß die in Frage stehende aus- ländische Firma über ihn die besten Auskünfte gibt.) Während seines Aufenthalts in England befand er sich in Gesellschaft eines Eonte di Pino, der ermordet wurde, ohne daß es gelungen wäre, den Fall aufzuklären. Elie war vorübergehend in Haft, wurde freigelassen, ohne daß die Anklage gegen ihn er- hoben worden wäre. Die Kollegen in England sind gründliche Leute, so daß der Schluß erlaubt ist: entweder Elie war unschuldig — oder er ist so schlau, daß sie ihm ebensowenig beikommen konnten wie wir. Vielleicht haben Sie mehr Glück! Ergebenst (Unterschrift unleserlich)." Der Sachverständige und Ruhle brüteten lange über diesem Schreiben. „Ermordet hat er ihn nicht", sagte schließlich Ruhle im Brustton der Ueberzeu- gung, „Ilke rft kein Mörder!" „Er kann ihn in einer Aufwallung mehr oder weniger berechtigten Grolles niedergemacht haben", meinte der Sachverständige. „Das kann einem sehr netten Menschen passieren .. .* „Dann hätten sie ihn gefaßt!" wandte Ruhle ein. „Unvorbereitete Affekthandlungen bleiben nicht un« unserer Zeit an vielen Orten auch diese Sitte wieder aufleben läßt. Mit großer Innigkeit hat sich die christliche Mystik des Symbolcharakters der Rose bemächtigt. Die Jungfrau Maria wird als geheimnisvolle Rose gefeiert, als „Ros ohne 2)orny' oder auch als Rosenstock, aus der die Rosenblüte Jesus emporwächst, wie in dem alten weihnachtlichen Volkslied „Es ist ein Ros entsprungen". Stefan Lochner und Markin Schongauer haben die Madonna im Rosenhag gemalt, als liebliche deutsche Mutter mit dem Kind in der von schlichten Heckenröschen gebildeten Rosenlaube. Dor allem aber ist die Rose in die Architek- tur der Gotik eingegangen. Die Fensterrose der mittelalterlichen Dome, mit Blattwerk reich geziert, glühend in der Pracht des farbigen Glases, ist höchstes Kunstwerk und zugleich mystische Himmelsblume. Das Verfahren gegen die Eheleute Otto B leben t o p f und Johanna Biedenkopf m Gießen wegen Vergehen gegen das Devisengesetz, Unterschlagung und Bettug wurde am gestrigen Montag vor der Großen Strafkammer Gießen zu Ende geführt, lieber den ersten Derhandlungstag hatten wir am vorigen Mittwoch, 7. Juni, bereits berichtet. Der Verteidiger gab gestern zunächst namens der Angeklagten eine Erklärung dahingehend ab, daß der Angeklagte Otto Biedenkopf die ihm zur Last gelegten Betrugsfälle und die Unterschlagung und weiterhin zugebe, baß er an Juden verkauft habe, von denen er wußte, daß sie auswanbern wollten, die Angeklagte Johanna Biedenkopf von diesen Verkäufen auch Kenntnis gehabt habe. Ein Vertreter der Zeißwerke in Jena sagte als Zeuge über die Auswirkungen der Emigrantenschiebungen aus. Er machte u. a. die bemerkenswerte Mitteilung, daß die illegale Ausfuhr von Photo- apparaten und Feldstechern auf dem Wege der Schiebungen, wie sie im vorliegenden Falle von den Angeklagten begünstigt tourben, sich zeitweise so erheblich ausgedehnt habe, daß dadurch der legale Außenhandel der deutschen optischen Industrie großtt Verluste erlitt, besonders im Handel mit Amerika, und infolgedessen dem Reich ein erheblicher Ausfall an Devisen entstand. Hierauf wurde die Beweisaufnahme geschlossen. .. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft begründete in ausführlicher Weise die Anklage. Er stellte fest, daß es sich hier um eine Dermögensverschiebung von mindestens 50 000,— RM. handle, und er beantragte gegen Otto Biedenkopf eine Gesamtgefängnisstrafe von drei Jahren, eine Geldstrafe von 50 000,— RM. und eine Ersatz einziehung von 50 000,— RM., gegen Johanna Biedenkopf eine Gesamtgefängnisstrafe von 2 Jahren, eine Geldstrafe von 25 000,— RM. und Berufsverbot bezüglich des Verkaufs von Photoartikeln und Feldstechern. Don Zuchthausstrafen könne abgesehen werden, weil anfänglich eine gewisse Unklarheit über die Devisenvorschriften bestanden habe. Der Anklagevertreter schilderte bann, wie die Juden, nachdem die Devisenvorschriften immer schärfer wurden, zum Ankauf von hochwertigen Gegenständen, insbesondere aus der optischen Industrie, übergingen, weil sie auf diese Weise ihr Vermögen fast lOOprozentig ins Ausland verschieben konnten. Der Verkauf der Apparate sei nicht strafbar, wohl aber die Beihilfe zur Dermögensverschiebung. Die Angeklagten hätten genau gewußt, weshalb die auswandernden Juden diese hochwertigen Gegenstände kauften. Aus eigensüchtigen Motiven hätten sie das Geschäft mit Juden immer mehr an sich gerissen. Scham- und hem- Der geheimnisvoll symbolische Charakter der Rose bewirkte, daß sie häufig als Wappen, als Sippen- und Geschlechterzeichen gewählt wurde und uns darum noch heute in zahlreichen Orts-, Dor- und Familiennamen entgegentritt. Don kämpfenden Parteien wurde die Rose als Sinnbild erkoren, wie in den berühmten Kriegen der weißen und der roten Rose der Häuser Port und Lancashire in England. Auch als Zauber und Heilmittel wurde die Rose viel gebraucht. Einige der kostbarsten Geheimmittel des Barock bestanden im wesentlichen aus Rosen, so zum Beispiel der „Goldene Syrup des Herzogs von Mantua" und das „Königliche Geheimnis", das die Königin Elisabeth von England Kaiser Rudolf II. schenkte. C. K. Tageskalender für Dienstag. Großkundgebung der NSDAP.: 20.30 Uhr Eaf6 Leib Versammlung der vier Gießener Ortsgruppen. Dann gingen sie weiter, und der Fluß rauschte seine Zustimmung. „Ah..." Ein schriller Schrei zerriß den Frieden. Die jungen Leute blieben wie versteinert stehen. Was ging da vor? Da schluchzte eine Frau..« In langen Sprüngen eilten sie auf die Richtung zu, aus der sie die Stimme hörten. „Vorsicht, Hilde!" warnte Hans. „Wir wissen nicht, was vorgeht..." Er packte sie fest am Arm. War das nicht eine Männerstimme gewesen? „Verdammtes Weibsbild!" hatte er verstanden. Sie schlichen weiter, duckten sich unter Weidensträuchern. Der Flußpfad machte eine Biegung. Hilde Turach warf sich flach zu Boden. Fünfzig Schritte vor ihnen stand eine weinende Frau in einem weißen Kleid. Und ein Mann, ein junger Mensch mit dunklem, wirren Haar hielt sie an den Schultern gepackt und schüttelte sie, daß Hilde meinte, sie müsse das Klappern der Zähne hören... „Was fällt dir ein, du Luder? Lügen! Mich anlügen? Ich weiß, was du gesagt hast!" Der junge Mann gab ihr einen Stoß, daß sie taumelte. Hans richtete sich auf, um zu Hilfe zu eilen. Hilde klammerte sich an seinen Arm fest. „Pst! Warte! Das rft ja Gretelchen, Jlkes Sekretärin..." Hans duckte sich in den Schatten der Weide. „Kennst du ihn?" fragte er flüsternd die Freundin. „Nein ... Das ist kein Neukirchner." „Damit kommst du bei mir nicht weiter, du... du elendiges Weibsstück!" fluchte der Mann. Gretelchen hielt abwehrend die Hände vors Gesicht und schluchzte laut. „Wir müssen hin... mir müssen ihr helfen", flüsterte Hans unruhig. „Ach wozu?" sagte Hilde roh. „Er hat keine Waffe in der Hand — und bevor er sie erwürgt, sind wir längst zur Stelle... Höchstens langt er ihr eine Ohrfeige. Madeleine würde sie ihr gönnen!" Das Schluchzen des Mädchens klang immer herzerweichender. Der Mann stieß sie ^grob vor sich her... Wollte er sie in den Fluß werfen? Keine gute Idee, dachte Hans, der ist viel zu seicht, um auch nur ein vierjähriges Kind zu ertränken ... Hans und Hilde schlichen vorsichtig hinter ihnen drein. Nein, jetzt bogen sie in den Pfad ein, der zur Stadt führte. Was er zu Gretelchen sagte, konnten sie nicht mehr verstehen. Sie sahen nur, daß sie einige Male eifrig nickte. Sie kamen an eine Weggabelung. Der Mann gab dem Mädchen — gleichsam zum Abschied — einen Stoß, daß es wankte, dann schlug er selber den Weg zum Bahnhof ein. Gretelchen sah ihm nach. Dann zupfte sie ihr weißes Kleid zurecht, ordnete das wirre Haar und ging langsam der Stadt zu. Hans und Hilde waren stehen geblieben. Sie wollten von Gretelchen nicht gesehen werden — von jemand anderem übrigens auch nicht. „Was hat das wohl zu bedeuten?" fragte Hilde. „Offenbar ist der Mann mit ihrem Mangel an Wahrheitsliebe nicht einverstanden ... Peter schwört, daß sie bei der Polizei schamlos gelogen hat... Jedenfalls müssen wir ihm die Geschichte rasch er» mungslos und nur aus purer Gewinnsucht hatten die Angeklagten gehandelt. Die angeklagte Ehefrau habe nicht etwa mechanisch die Buchführung und den Schriftwechsel erledigt, sie sei vielmehr genau orientiert gewesen, und es sprächen sogar Umstände dafür, daß sie bei der ganzen Sache die treibende Kraft gewesen sei. . ,, . Der Verteidiger bestritt die Mittäterschaft der angeklagten Eheftau bei der Unterschlagung und beantragte Freisprechung mangels Beweises. Wegen der der angeklaaten' Ehefrau zur Last gelegten Beihilfe zum Devisenvergehen beantragte er ebenfalls Freisprechung, und zwar aus gesetzlichen Gründen. Hinsichtlich des angeklagten Ehemannes wurde von dem Verteidiger beantragt, auf eine wesentlich geringere Strafe zu erkennen, die Untersuchungshaft voll anzurechnen und den Haftbefehl aufzuheben. Nach mehrstündiger Beratung des Gerichtshofes wurde in vorgerückter Abendstunde das Urteil verkündet. Darin heißt es: Der Angeklagte Otto Biedenkopf und dessen Ehefrau Johanna Biedenkopf sind schuldig der gemeinschaftlichen Beihilfe zum Versuch eines Vergehens gegen das Devisenbewirtschaftungsgesetz vom 4. Februar 1935 in 12 Fällen, der Ehemann Biedenkopf außerdem einer Unterschlagung nach § 246 StGB, in 2 Fällen und eines Betrugs nach § 263 StGB. Es werden verurteill: der Ehemann Biedenkopf zu einer Gesamtzucht haus strafe von zwei Jahren 6 Monaten, abzüglich 2 Monate der Untersuchungshaft, die Ehefrau zu einer Gesamtzuchthaus strafe von zwei Jahren. Gegen die Angeklagten werden ferner Geldstrafen im Gesamtbetrag von je 29 OOO RM. erkannt. Im übrigen werden die Angeklagten freigesprochen. Außerdem wird auf die Dauer von 5 Jahren den Eheleuten Biedenkopf jeder Verkauf von Photoapparaten und Feldstechern untersagt. Das Gericht folgte bei der Urteilsbegründung im wesentlichen den Ausführungen des Anklagevertreters unb hob noch weiter hervor, daß die Angeklagten im vollen Bewußtsein der Strafbarkeit gehandelt hätten. Bei der Häufigkeit der Fälle komme Fahrlässigkeit nicht in Frage. Strafmildernde Umstände wurden den Angeklagten nicht zugebilligt. Dagegen kam sttaferschwerend in Betracht, daß die Angeklagten der Volksgemeinschaft schweren Schaden zufügten, die' Lieferfirmen täuschten, auch die Zollfahndungsstelle hinters Licht zu führen suchten, ohne Rücksicht auf ihre Volksgenossen handelten, skrupellos nur ihrer Gewinnsucht nachgingen und in krasser Weise gegen den Grundsatz „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" handelten. Gegen die angeklagte Ehefrau wurde noch im Gerichtssaal Haftbefehl erlassen. Aus der Stadt Gießen. Tage der Uofen. Die Tage der Rosen, von denen der Dichter sagt, daß es „die blühende, goldene Zeit" sei, sind wieder da. So sehr die Beliebtheit der Blumen schon unter irgendeinem Zeichen der Mode gewechselt hat, einmal die Tulpe oder die Hyazinthe, ein andermal die Lilie, dann wieder die Dahlie den ersten Platz in der allgemeinen Gunst eingenommen haben, so hat doch nichts und niemand die Rose jemals aus ihrer Stellung als „Königin" der Blumen verdrängen können, die sie zu allen Zeiten und bei allen Döl- fern besessen hat. Immer war die Rose mehr als eine Blume unter anderen, mehr als auch nur die schönste von allen; immer war sie zugleich Snmbol, das mit dem menschlichen Leben tief verflochten war. Bei Ausgrabungen alter Kulturstätten, die lange vor unserer Zeitrechnung bewohnt gewesen sind, hat man Münzen gefunden, denen das Bild von Rosen aufgeprägt ist. Äm alten Indien genoß sie kultische Verehrung, im Zendavesta der Perser ist sie heiliges Symbol. Bei den Griechen war sie mit dem Kult der Aphrodite verknüpft, ein Sinnbild von Liebe, Schönheit und Jugend, anderseits aber auch ein Symbol von Tod und Vergänglichkeit. Als Gartenblume kam die Rose über Griechenland und Italien etwa im 7. Jahrhundert n. Ehr. zu uns und ist dokumentarisch aus der Zeit Karls des Großen belegt, der ihre Zucht empfahl. Seit undenklichen Zeiten vorher aber wuchs die wilde, fünfblätterige Rose, das Heckenröschen, schön an den Rändern und an lichten Stellen der germanischen Wälder. Heilige Kultstätten oder Thingplatze wuiben mit Rosen em gehegt, deren spitze Stacheln einen abwehrenden Wall gegen jeden unwillkommenen Fremdling bildeten. Hagrose, Heckenrose, heißt die schlichte Wildrose ja noch heute. Ein Rosen- Hain als Stätte der heimlichen Liebe begegnet uns schon in der Edda: „Rosenhain heißt / wie wir beide wissen / ein heimlicher Hag. / Nach Nächten noch neuen / will in Liebe dem Nordling sich Gerda gesellen". Kriemhild besaß einen Rosengarten, der eine Meile lang und eine halbe Meile breit war unb den zwölf Helden bewachten, unter ihnen auch Siegfried. Geheimnisvollen Charakter hat der Rosengarten des Zwergkönigs ßaurin, der in seiner Tarnkappe verborgen, mystisch unsichtbar gegen Dietrich von Bern rang und von ihm überwunden wurde. Das Wesen des Geheimnisses, das unsere Vorfahren in der Rose erblickten, spiegelt sich auch im Märchen von Dornröschen und seinem tausendjährigen Zauberschlaf, aus dem erst der liebende königliche Jüngling es erlösen kann. Als Symbol der Verschwiegenheit und des Geheimnisses taucht die Rose auch in der alten deutschen Gerichtsbarkeit auf. Unter der Rosenlaube und dem Rotdom sprachen in Oldenburg die Schöffen Recht, unter dem Sinnbild der Rose tagte der Bremer Rat. „Sub rosa", „Unter der Rose" sprechen heißt soviel wie unter dem Siegel unverbrüchlichen Geheimnisses reden. So war auch die Rose' das Sinnbild des mittelalterlichen deutschen Geheimgerichts, der heiligen Feme. Ebenso sehr aber war der Rosenhag, die Rosenlaube, überhaupt die Rose das Symbol heimlicher Minne, die erblühende Rose galt (Hs Bild der aufblühenden Jungfrau, das Pflücken oder Brechen der Rose bedeutete die (Eroberung der Geliebten, wie es uns in Goethes schönem Lied „Sah ein Knab ein Röslein stehn" entgegentritt, das auf ein altes Volkslied zurückgeht. Das Mittelalter feierte die Zeit der Rosen- blute mit Rosenfesten, bei denen die schönste uNd tugendhafteste Jungfrau zur Rosenkönigin gewählt wurde. Es ist ein schöner Gedanke, daß man mit so vielem anderem halb vergessenem Brauchtum in Peter brach weder in einen Freudentaumel aus, als man ihm die Freiheit mtebergab, noch stieß er uAuuajen einmal, „iwiaj, uie wilde Drohungen gegen die Behörde aus. Er schien! Hans küßte sie. „Nur dich!" Es spricht der Obergebietsführer der HI. Pg. Fried« heim Kemper. — Gloria-Palast, Selterswegk ,Mädchenjahre einer Königin . — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das blaue Licht". Hitler-Zugend Sann 116. (Bef. 2/116. Zu der heute abend stattfindenden Kundgebung im Cafe Leib tritt die Gef. 2/116 als Ehrenformation um 19.40 Uhr am Heim an. Vorschriftsmäßige Sommeruniform! Verleihung von Treudienst-Ehrenzeichen. In Anerkennung ihrer langjährigen treuen Dienste hat der Führer den nachgenannten Beamten das Treudienst-Ehrenzeichen 2. Stufe (silbernes Treudienst-Ehrenzeichen für 25jährige treue Dienstleistung) verliehen: den Ordinarii Vrofessor Dr. Rudolf o o n I a s ch k e , Professor Dr. Georg Haas, Pro- fessor Dr. Robert Reuigen und Professor Dr. Alfred Brüggemann, sämtlich in Gießen. Oie Amtsbezeichnung der beamteten Tierärzte in Hessen. Wie der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — bekanntgibt, führen die beamteten Tierärzte im hessischen Landesdienst von jetzt ab die Amtsbezeichnung „Regierungsoberveterinärrat" bzw. „Regierungsveterinärrat". Der tterärztliche Referent der Landesregierung erhält die Amtsbezeichnung „Oberregierungs- und Deterinärrat". HI.-Kleidung zu schade für die Motten. Die Reichsjugendführung wendet sich mit einem Appell an die Oeffentlichkeit, besonders an die Eltern, die Parole „Kampf dem Verderb" auch bet den Uniformen der HI. anzuwenden. Solche Uniformen enthielten wertvolle Rohstoffe und seien keine Andenken. Es dürften keinerlei Dienstanzüge unbenutzt bei Jungen und Mädeln ober Führern und Fuhrerinnen liegen bleiben. Man müsse dafür sorgen, daß Kleidungsstücke, aus denen die Träger herausgewachsen sind, sofort an die Kameraden und Kameradinnen verschenkt oder verkauft ober aber der NSV. zur Verfügung gestellt, und aufgetragene Bekleidungsstücke, mit denen auch beim besten Wil» len nichts mehr anzufangen ist, dem Altmaterial» handel zugeführt werden. Sommerliche Theaterarbeit von Kd!?. NSG. Auch in diesem Sommer ist die Theaterarbeit der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" in besonderem Maße auf Freilichtspiele ausgerichtet. In Gelnhausen und auf der Steckeiburg werden die Schauspiele „Um die Krone der Welt", „Und so zerbrach das Reich" und „Laßt Hutten nicht verderben" von Erich Bauer aufgeführt, die ihrer Handlung nach aus der Geschichte des Spielortes genommen sind. Die Rhein-Mainische Landesbühne spielt in zehn Orten unseres Gaues die Komödie „Die Weiber von Weinsberg" von Gert von Klaß und das Schauspiel „Der Prinz von Homburg" von Heinrich von Kleist. Außerdem sind in Offenbach Aufführungen des Hanauer Stadttheaters und in anderen Kreisen Freilichtspiele von Laienspielgruppen vorgesehen. Kinderermäßigung für Mädchen im Pflichtjahr. Der Reichsfinanzminister hat eine Regelung der Kinderermäßigung für Mädchen getroffen, die das Pflichtjahr ableisten. Das Pflichtjahr biene neben anderen Zwecken auch dazu, den Mädchen eine ge- aufgetlärt. Aber vielleicht ist er ein Geldschrankknacker?" fügte er in hoffnungsvollem Ton hinzu. „Dann mußte er dümmer sein, als ich glaube", agte der Sachverständige. „Warum macht er sich in Neukirchen dadurch bemerkbar, daß er einen priminenten Bürger der Stadt vom Tode errettet — und ausgerechnet durch eine seltsame Geschicklichkeit im De ff ne n von Stahlkammern? Wozu lie- ert er eine Stahlkammer? Der Junge, der das gemacht hat, bricht jedes andere auch auf ..." Der würdige Herr drehte nachdenklich seine Zigarre zwischen den Fingern. „Sie sind ein bißchen im Brackwasser, Herr Kollege. Sie wissen nicht, daß wir in den letzten Monaten ettiche, vorläufig unaufgeklärte Kasseneinbrüche in den verschiedensten Provinzstädten bearbeiten. Und ich lege meine Hand dafür ins Feuer, baß die Unionbank von eben diesem Kunden heimgesucht wurde. Für die früheren Fälle hat Ilke ein eisensestes Alibi. Er kann nicht das Karnickel gewesen sein!" „Wer ist es dann also?" erkundigte sich Ruhle etwas gereizt. „Ich hielt es für eine sehr gute Idee, allerdings für keine neue, präparierte Kassenschränke zu liefern, um sie dann mühelos erbrechen zu können. In Amerika haben ein paar unternehmende Gauner alte Kassen frisch lackiert an begüterte Leute verschleißt — es war ein blendendes Geschäft, auch ohne den Knalleffekt — und haben sie dann in aller Seelenruhe au&geräumt." „Eine kurzsichtige Spekulation", lehnte der Sachverständige ab. „llebrigens können Sie mir glauben, daß es eine Höllenarbeit war, die Unionbank um vierhunderttausend Mark zu erleichtern. Und ausgezeichnetes Werkzeug muß dem Täter zur Der- fügung gestanden haben! Ich kenne mir drei Berus smäßige, denen ich diese Bohrer und diese Ge- schicklichkeit.zutrauen würde ..." Rühles Blick war ein riesiges Fragezeichen. „Der eine heißt der »schiefe Hans'. Der sitzt. Der zweite ist vor etwa einem halben Jahr bestimmt nach Südamerika verschwunden ... Zwei Geheime haben gut darauf geachtet, daß er wirklich das Schiff nicht wieder verließ. Und hereinkommen wird er uns nicht mehr! Den dritten suchen wir. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann wir ihn haben und um Auskunft ersuchen können." „Was sollen wir tun?" seufzte Ruhle. „Lange können mir Ilke nicht mehr hier festhalten!" "Ach würde mir von ihm erklären lassen, wieso er dazu kommt, zwei Namen zu führen. Und bann würbe ich bas schwarze Schaf in Neukirchen weiben lassen. In Freiheit können Verdächtige viel leichter überführt werben als in ber Kerkerzelle..." Peter war gerne zu jeder Auskunft bereit. Sein Vater, ein gebürtiger Elsässer, war nach Paris gezogen und hatte sich dort naturalisieren lassen unb 1 den Namen Ilke in Clie geändert. Er, Peter, hätte , erst anläßlich seiner lleberfieblung erfahren, daß er ' Zwar französischer Staatsbürger geworden sei, aber von ber Namensänberung seines Vaters nicht be- ' rührt würbe. Worauf er auf Grunb feiner urfprüng- , lichen Papiere wieder den Namen Ilke geführt : hätte. M Kindergruppen des DeuffchenFrauenwerkes Wir sehen auf dem Bild, wie flinke und geschickte rand können die schönsten Spiele gemacht werden. erklärt. So hören schon unsere kleinen Schulkinder von dem Dierjahresplan und seinen Aus- etwas Erfolgreiche Stenographen Emmerich, Gießen; Minna Sommerlad, Der Ommbusunfall von Bicken vor Gericht Gießen; Gießen; Krumm, Bender, sammentrefien mehrerer widriger Umstände zurück« Zufuhren sei. Daß den Angeklagten dabei ein Der« chulden treffe, habe das Gericht nicht feststellen können. Wirkungen. Nach getaner Arbeit wird dann wieder zum Spiel übergegangen, und vielleicht bekommen die Mädelchen von ihrer Führung versprochen, auch bald einmal einen fröhlichen kleinen Ausflug machen zu dürfen. Unendlich vielseitig sind in den Sommermonaten ür die Leiterinnen die Möglichkeiten, ihre Schützlinge zu beschäftigen, denn nun steht ihnen ja die herrlich blühende Natur zur Verfügung. Am Wald- nicht aufzählbaren Blumen und Gräsern und schwärmenden Bienen und vielen anderen Käfern. Die der Angeklagte langsam, da die Strecke sehr kurvenreich ist, als plötzlich wieder das Licht versagte. Infolgedessen kam er von der Fahrbahn ab. Wie durch Sachverständige festgestellt wurde, hatte sich ein Stromkabel aus der Klemme gelöst, wodurch der Stromkreis unterbrochen wurde und das Licht verlöschte. Der Staatsanwalt vertrat in seinem Plädoyer den Standpunkt, daß der Unfall auf ein Verschulden des Angeklagten zurückzuführen sei, weil er sich einer Unterlassung schuldig machte, indem er nicht sofort den Schaden zu beheben suchte. In dieser Unterlassung sei Fahrlässigkeit zu erblicken. Der Staatsanwalt beantragte eine Geldstrafe von 150 Mark. Die Verteidigung wies darauf hin, daß es dem Angeklagten zweifellos nicht möglich gewesen sei, in der Dunkelheit die Ursache des kurzen Versagens des Scheinwerferlichtes festzustellen. Diese Forderung bedeute ein Ueberspannung der Sorgfaltspflicht des Kraftfahrers. Das Gericht sprach den Angeklagten wegen Mangel an Beweisen frei. Das Gericht war der Auffassung, daß der Unfall auf ein Zu- Am frühen Morgen und in tiefer Dunkelheit ereignete sich am 29. Oktober vorigen Jahres in Bicken (Dillkreis) ein schwerer Ommbusunfall. An einem Omnibus einer Kölner Gesellschaft ver- sagte plötzlich das Licht der Scheinwerfer den Dienst, der Fahrzeugführer geriet sofort mit dem Omnibus zu weit links auf die unbefestigte Straße. Der O m - n i b u s neigte sich und st ü r z t e über die Böschung auf die tiefergelegene Dorf- st raße hinab. 25 Arbeiter wurden dabei leicht und 9 schwer verletzt. Tödlich verunglückte niemand. (Ueber den Unfall hatten wir seinerzeit ausführlich berichtet). Nunmehr fand vor der Großen Strafkammer in Siegen die Verhandlung gegen den Lenker des Omnibusses statt, der sich wegen fahrlässiger Körperverletzung zu verantworten hatte. Bei der Beweisaufnahme ergab sich, daß das Licht der Scheinwerfer bereits beim Anhalten in Niederweidbach für kurze Augenblicke versagte. Der Omnibus- lenker setzte dennoch die Fahrt fort, empfahl aber seinem Kameraden, der einen Reseroeommbus führte, vorauszufahren, da sein Scheinwerferlicht nicht ganz in Ordnung sei. Kurz vor Bicken fuhr Finger der kleinen Mädelchen der Kindergruppen das Nachlaufen, Kreisspiele, Tänzchen, die Jungen dürfen gesammelte Stanniol ordnen. Diese ernsthafte Arbeit Soldaten spielen und marschieren und richtige Krie- macht ihnen sichtlich Freude. Dabei bekommen sie den gerlieder singen. Und auf dem Wege zum Wald gibt Wert des Stanniols und die Wichtigkeit des Sammelns es so unendlich viel zu sehen: blühende Wiesen mit Elsbeth Karnbach, Gießen; Walter Sprankel, Grün- berg; Franz Erker, Gießen; Werner Deibel, Gießen; Hedwig Lerch, Alsfeld; Martha Hentschel, Gießen; Else Hormel, Reichsbahn Gießen; Maria Müller, Grünberg; Willi Schäfer, Gießen; Alfred Leyerer, Gießen; Liselotte Hertel, Schotten; Rudol Wagner, Gießen; Heini Zinn, Büdingen; Elisabeth Thome, Gießen; Hilde Menges, Gießen; Willi Arnold, Gießen; Karl Schmidt, Büdingen; Karl Heinz Möller, Gießen; Anni Derzbach, Gießen; Hilde Cloos, Gießen; Hilde Siebert, Gießen; Inge Müller, Gießen; Anneliese Komp, Büdingen; Mar- got Walter, Gießen; Heinrich Grimmelbein, Gießen; Dora Kern, Gießen; Ludwig Hellmold, Gießen; Karl Schieferstein, Gießen; Hildegard Diehl, Bußbach; Karl Walter Kneipp, Alsfeld; Otto Schäfer ITT., Büdingen. Gut: Heinrich Müller, Schotten; Heinrich Helfrich, Büdingen; Ernst Schumacher, Schotten; Ilse Hofmann. Schotten; Hans-Kurt Wittelsberger, Gienen; Reinhold Textor, Gießen; Hildegard Fiedler, Alsfeld; Hilde Feller, Gießen; Karl Ludwig Zulauf, Gießen; Hilde Graf, Schotten; Gertrud Schwalb, Schotten; Lotte Baustian, Schotten; Heinz Sttauch, Büdingen; Annemarie Raab, Gießen; Helga Heck, Butzbach; Heinrich Jäger, Schotten; Elfriede Müller, Gießen; Gretel Büch, Butzbach; Isolde Büch, Butzbach; Margot Duttine, Butzbach; Hans Brög, Büdingen; Willy Will, Gießen; Karl Möser, Schotten. Gießen; Wilhelm Böhm, Schotten; Konrad Georg Gießen; Linden setzen zum Blühen an, und bald wird ihr Duft die Gegend erfüllen. Kennt ihr den wundervollen Duft, ihr Kinderlein? Und wie die Wolken wandern! Welchen Wind haben wir denn heute? Schnell geguckt, ihr Kleinen. So, und heimwärts werdet ihr wohl zeigen, daß ihr alle kleinen Kameraden sein wollt und richtig zusammen marschieren könnt. Und siehe, es hat alles herrlich geklappt! Gfs. (Aufnahme: Liselotte Purper. — M.) wisse Vorbildung in der Land- und Hauswirtschaft zu vermitteln und sie für die Aufgaben zu erziehen, die sie später als Hausfrauen und Mütter zu erfüllen haben. Bei minderjährigen Pflichtjahrmädchen, die während der Ableistung des Pflichtjahrs nicht die Wohnung der Eltern teilen, werde in der Regel davon auszugehen sein, daß sie dennoch zum Haushalt der Eltern gehören, weil sie sich mit deren Einwilligung zu Zwecken der Erziehung außerhalb ihrer Wohnung aufhalten. In diesem Falle stehe den Eltern Kinderermäßigung für das minderjährige Pflichtjahrmädchen zu. Dagegen könne Kinderermäßigung für volljährige Pflichtjahrmädchen nicht gewährt werden, weil in der Ableistung des Pflicht- jahres keine Berufsausbildung zu erblicken fei. nun die Feier des fünfundsechzigjährigen Bestehens der Kriegerkameradschaft Homberg verbunden. Der erste Festtag ist auf den eigentlichen Zweck des Appels ausaerichtet. Der zweite Tag gilt mehr unserer Jugend, die in Spiel und Sport ihre Kräfte messen wird. Ferrelmarkt in Hungen. > Hungen, 12.Juni. Der heuttge Ferkelmarkt war mit 197 Ferkeln beschickt. Es kosteten bis zu 6 Wochen alte Ferkel 22 bis 24 RM., 7 Wochen alte Tiere 25 bis 26 RM., 8 bis 9 Wochen alte 27 bis 30 RM., 9 bis 13 Wochen alte 31 bis 35 RM. pro Stück. Das Geschäft verlief mittelmäßig, es verblieb geringer Ueberftand. Landkreis Gießen. Ä Albach, 13.Juni. Frau Elisabeths Hardt, geb. Römer, kann am heutigen Dienstag, 13. Juni, ihren 7 2. Geburtstag in guter Gesundheit feiern. Mit ihrem Ehegatten Heinrich Hardt lebt sie im 49. Ehejahr. chLich, 12. Juni. Die Altersvereinigung des Jahrgangs 18 8 9 trifft Vorbereitungen für ein Treffen der Alterskameraden, das am 29. Juli hier stattfinden soll. Eine große Anzahl der zum Teil weit weg wohnenden Kameraden, u. a. auch viele ehemalige Angehörige des Frankfurter Waisenhauses, die einst als Kinder in Lich aufgezogen wurden, haben ihr Kommen in Aussicht gestellt. 3) Lich, 12. Juni. Wie alljährlich, so unternahm auch am gestrigen Sonntag der Verkehrs - und Derschonerungsverein unter Führung von Lehrer H i l d eine Omnibusfahrt in den Odenwald. Bei prachtvollem Wetter führte der Weg über die Autobahn, die bei Darmstadt verlassen wurde. Nach einer Besichtigung des Glockenspieles im Alten Schloßhof und anderen Sehenswürdigkeiten ging es weiter nach Riedrode. All- seitiae Bewunderung riefen die schmucken Siedlungshäuser hervor, deren Besitzer zum größten Teil ober- hessische Bauernsöhne sind. Tief beeindruckt von dieser dem Nationalsozialismus zu verdankenden Mu- stersiedlting, führte die Fahrt weiter nach Lorsch, dessen Klösterruine ein Besuch abgestattet wurde. Für die Geschichte unserer Stadt ist dieses Kloster von Wichtigkeit gewesen, denn in einer Schenkungsurkunde wurde zum ersten Male der Name Lich erwähnt. Nach einer Frühstückspause in Bensheim ging es durch das schöne Laubertal mit seiner berühmten Steinindustrie nach Lindenfels. Bei prächtigem Sonnenschein und klarem Wetter genossen die Teilnehmer von der Burg einen herrlichen Blick über das Weschnitztal. Nach Durchquerung des Gersprenztales erreichte der Omnibus gegen Mittag Erbach. Reichhaltig waren die Eindrücke, die alle Teilnehmer in dem Museum des Grafen von Erbach (berühmt durch seine Geweihsammlung) sowie in einer Elfenbeinschnitzerei sammeln konnten. Weiter ging es nach Michelstadt mit seinem fast 500- jährigen Rathaus. Nach einem Besuch im Stadion- schwimmbad ging die Fahrt über König, Groß- Umstadt, Dieburg, durch den Kranichsteiner Park nach Langen, wo die Teilnehmer dem modernen Schwimmbad noch einen kurzen Besuch abstatteten. Herrlich war die Fahrt, und alle freuten sich, einem Fleckchen Erde einen Besuch abgestattet zu haben, dessen Bauten und Denkmäler heute noch Zeugnis ablegen von einstiger Größe. OÖ Eberstadt, 12. Juni. Bei schönstem Wetter unternahmen die fünf oberen Klassen unserer Schule unter Leitung von Lehrer R e u h l einen Ausflug nach dem Strandbad Hillersdach. Die Kinder verbrachten dort schöne Stunden der Erholung. # Allertshausen, 12. Juni. Die hiesige Kriegerkameradschaft hielt am Sonntag am Schießstand eine Versammlung ab, in der insbesondere über den Besuch des Kriegerfestes in Großen-Linden gesprochen wurde. Eine stattliche Anzahl Kameraden wird daran teilnehmen. Anschließend fanden ein Wertungs- und ein Preis- schießen statt. Kreis Alsfeld. * Mücke, 12. Juni. Der Spanienkämpfer, Unteroffizier Karl Jüngst, Sohn des Lehrers a. D. Jüngst, nahm an der Feier der Legion Eondon in Berlin teil. Er erhielt die Medalla de la Campana, mit der alle Kriegsteilnehmer ausgezeichnet wurden. Außerdem erhielt er la Cruz roja del Merito Militär, das nur denen verliehen wurde, die mindestens neun Monate Frontdienst geleistet hatten. Persönlich überreichte ihm noch Generaloberst von Brauchitsch das vom Führer verliehene Spa- nien-kreuz mit Schwertern in Silber für hervorragende Tapferkeit. Karl Jüngst hatte 16 Monate in Spanien gekämpft. Eine große Zahl von Freunden und Bekannten beglückwünschten den freiwilligen Kriegsteilnehmer herzlich bei seinem Eintreffen von Berlin. -.-Homberg, 12. Juni. Die am Sonntaqnachmit« tag durchgeführte Wanderung des Oberheffischen Ge- birgs- und Heimatvereins ging durch das Heinzen- rot, den Freienmann und über Burg- nach Nieder- Gemünden. Der Weg führte größtenteils durch ' Wald. Der markierte Wanderweg ging anfänglich an meterhohen Grenzsteinen vorbei, die die Zeichen HW und SW trugen (Herrschafts- und Schenckscher- : Wald). Der Waldbenrk Freienmann 1779 hat feinen Namen nach dem Dorfe Frnmnnen, das im nördlichen Teil der Gemarkung Büßfeld lag, und zwar 1 an dem Wege, der von Bleidenrod nach Homberg [ führt. Schon nach kurzer Wanderung kündete Don- ■ nerroöen ein Gewitter ein. Dadurch verlief diese ‘ Wanderung bis zur Ankunft in Nieder-Gemünden unter strömendem Regen. Die Wanderer fanden sich 1 bald damit ab. Die Rückkehr wurde mit der Eisen- bahn angetreten. 1 (D Maulbach, 12. Juni. Am gestrigen Sonn- - tagvormittag verunglückte der Kraftfahrer Gustav 1 Becker von hier auf dem Heimweg von seiner ! Arbeitsstelle kurz vor dem Orte Erbenhausen durch ' Sturz mit dem Motorrad. Der bedauernswerte Mann erlitt dabei schwere Kopfverletzungen i und einen Oberarmbruch. Nach erster ärztlicher t Hilfeleistung mußte er nach Gießen in die Chirur« > gische Klinik ubergeführt werden. Aus der engeren Heimat. Kriegerverbandsappell am 18. und 19. 3uni in Homberg. —Homberg, 12. Juni. Die Jahre nach 1870/71 wurden vielfach zu Gründungsjahren für viele Kriegeroereinigungen. So wurde auch die Krie- gerkameraofchaft Homberg im Jahre 1873 gegründet und 1874 trat sie §um ersten Male als Kriegerverein Homberg geschlossen auf. Mit dem am nächsten Sonntag und Montag (18. und 19. d. M.) stattfindenden Appell des Ünterverbandes Homberg wird Einheitlicher Preisaushang in Fremdenzimmern. Zur weiteren Vereinheitlichung hat der Reichs- Wirtschaftsminister eine Polizeiverordnung über den Preisaushang in Räumen, die der gewerblichen Fremdenbeherberguna dienen, erlassen. Vielfach bestanden schon ortspolizeiliche Vorschriften ähnlichen Inhalts, nunmehr wird ein einheitlicher Preisaushang für Fremdenzimmer in allen Gaststätten vor- aescyrieden. Die Gastwirte haben ferner ein mit den Zimmeraushängen übereinstimmendes Sammelverzeichnis sämtlicher Gastzimmer an sichtbarer Stelle auszuhängen. Auf die Einhaltung der Preisstop- vorschriften wird in der Verordnung besonders hingewiesen. Die Polizeioerordnung tritt am 1. Juli in Bei dem Leistungsschreiben des Kreisverbandes Gießen der Deutschen Stenographenschaft, das — vgl. unseren gestrigen Tagungsberickt — am Sonntag in Schotten stattfand, wurden folgende Bewertungen der stenographischen Fertigkeit festgestellt (E = Ehrenzeichen): Schnellschreiben: Abteilung 60 Silben. Hervorragend: Erna Ostheim, Friedberg; Wolfgang Barthel, Lauter- dach, E. Sehr gut: Heinrich Jäger, Schotten; Lotte Baustian, Schotten; Elisabeth Straub, Schotten. Gut: Elfriede Müller, Gießen; Helga Heck, Butzbach; Inge Müller, Gießen; Marga Mohaupt, Gießen; Gertrud Schwalb, Schotten. Abteilung 80 Silben. Hervorragend: Hermann Schwalb, Büdingen; Elsbeth Karnbach, Gießen; Heinrich Helfrich, Büdingen; Heinrich Herbst, Büdingen, E; Ilse Hofmann, Schotten; Erich Körber, Gießen; Heinz Brückmann, Gießen; Ernst Schumacher, Schotten; Anna Luise Reibling, Gießen. Sehr gut: Theo Läufer, Schotten; Walter Kauß, Grünberg. Abteilung 100 Silben. Hervorragend: Anny Schmandt, Gießen, E; Walter Sprankel, Grünberg, Marianne Ommert, Gießen; Werner Deibel, Gießen; Elisabeth Ganß, Gießen; Karl Schmidt, Büdingen; Martha Hentschel, Gießen; Franz Erker, Gießen; Erna Habermehl, Gießen; Hilde Feller, Gießen; Erna Luise Stein, Gießen, E. Sehr gut: Willy Will, Gießen; Karl Möser, Schotten; Heinrich Lepper, Grünberg; Erika Merg, Butzbach; Else Hormel, Gießen, Reichsbahn; Hans-Kurt Wittelsberger, Gießen; Margot Duttine, Butzbach. Gut: Isolde Büch, Butzbach. Abteilung 120 Silben. Hervorragend: Hildegard Diehl, Butzbach; Karl Haschberger, Butzbach, E; Gretel Büch, Butzbach; Hedwig Lerch, Alsfeld; Wilhelm Böhm, Schotten, E. Sehr gut: Liesel Oehler, Gießen; Heini Zinn, Büdingen, Hildegard Fiedler, Alsfeld; Hans Brög, Büdingen; Alice Jöckel, Grünberg; Maria Müller, Grünberg; Lotte Maintzer, Gießen; Heinrich Hillgärtner, Gießen; Willi Adolph, Gießen. Gut: Elftiede Grandhomme, Schotten; Walter Harnisch, Gießen. Abteilung 140 Silben. Hervorragend: Hilde Menges, Gießen; Ilse Petri, Gießen, E; Erika Koch, Gießen, E; Marie Gümbel, Gmßen-Linden, E; Karl Breidenbach, Büdingen, E; Alfred Leyerer, Gießen; Rudolf Waaner, Gießen; Otto Schäfer HL, Büdingen; Walter Reuter, Gießen, E; Hilde Graf, Schotten. Sehr gut: Berta Krumm, Grünberg; Emma Glock, Schotten; Elisabeth Thome, Gießen; Waltraut Handstein, Grünberg; Liselotte Herpel, Schotten; Otto Richber, Alsfeld; Heinz Strauch, Büdingen; Adelheid Bosold, Gießen; Marianne Höhne; Gießen; Willi Arnold, Gießen: Richard Arnold, Gießen. Gut: Heinrich Grimmelbein, Gießen; Karl Ludwig Zulauf; Gießen; Willi Schäfer, Gießen. Abteilung 160 Silben. Hervorragend: Anneliese Komp, Büdingen. Sehr gut: Margot Walter, Gießen; Karl Wslter Kneipp, Alsfeld; Annemarie Raab, Gießen. Abteilung 180 Silben. Sehr gut: Toni Bäckel, Friedberg. Abteilung 2 0 0 Silben. Hervorragend. Hedwig Pfeffer, Gießen, E; Hilde Siebert, Gießen. Sehr gut: Minna Sommerlad, Gießen; Karl Heinz Möller. Gießen; Liesel Bingel, Gießen; Margot Drescher, Gießen; Konrad Georg Emmerich, Gießen. Gut: Anni Derzbach, Gießen; Hilde Cloos, Gießen. Abteilung 220 Silben. Hervorragend: Dora Kern, Gießen, E. nichtigschreiben. Hervorragend: Heinrich Herbst, Büdingen; Heinrich Lepper, Grünberg; Willi Adolph, Gießen; Lotte Maintzer, Gießen; Anni Schmandt, Gießen; Erna Luise Stein, Reichsbahn Gießen; Emma Glak, Schotten; Walter Reuter, Gießen; Adelheid Bosold, Gießen; Marianne Höhne, Gießen; Erika Koch, Gießen; Ilse Petri, Gießen; Richard Arnold, Anhänger muffen Kennzeichen haben. Jedes Auto hat sein Nummernschild, sein Kennzeichen, auch jeder Lastwagen. Sinn und Zweck sind bekannt. Das Nummernschild am Lastwagen verliert aber jeden Sinn, wenn an das eigentliche Fahrzeug ein Anhänger gekoppelt ist, der kein Kennzeichen 1 aufweist. Es ist daher verständlich, daß bereits vor i einiger Zeit eine Anordnung ergangen ist, die bestimmt, daß auch Anhänger von Lastwagen das > Kennzeichen des eigentlichen Fahrzeugs tragen < müssen. Allerdings beschränkte sich diese Anordnung zunächst auf neu zugelassene Lastwagen mit Anhängern. Jetzt ist diese Verordnung dahingehend 1 ergänzt worden, daß ab 1. Oktober d. I. alle An- I Hänger von Lastwagen an der Rückseite das Kennzeichen des ziehenden Kraftfahrzeugs führen müssen. Warnung vor Ftaschenmihbrauch. Es besteht begründeter Anlaß, darauf hinzuweisen, daß die Abgabe und Aufbewahrung von Giften in Genußmittelflaschen verboten und strafbar ist. Bestimmungen darüber sind in der Polizeiverordnung über den Handel mit Giften vöm 11. Januar 1938 niedergelegt. Sie lauten: „Es ist verboten. Gifte in Trink- oder Kochgefäßen, oder in solchen Flaschen oder Krügen abzugeben, deren Form oder Bezeichnung die Gefahr einer Verwechslung des Inhalts mit Nahrungs- ober Genußmitteln .herbeizuführen geeignet ist." Verschiedene Polizeibehörden haben sogar verschärfte Verbotsvarschriften erlassen und Warnungen vor der gewerbsmäßigen Abgabe von gesundheitsschädlichen oder ekelerregenden Flüssigkeiten, wie Benzin, Petroleum, Salmiakgeist, Säuren und Laugen, in Wein- und Bierflaschen sowie Mineral- wasserflaschen ausgesprochen. Flaschenmißbrauch gefährdet Leben und Gesundheit von Menschen und kann gegebenenfalls straf- und zivilrechtlich verfolgt werden. Viele Handwerksbettiebe verbrauchen in großen Mengen insbesondere Säuren und Laugen. Sie sollten besonders auf die Einhaltung der vorerwähnten Vorschriften achten, um damit Unglücksfälle zu vermeiden. Ein Drogist, der sich weigert, Säuren, Laugen und ekelerregende Flüssigkeiten in Wein-, Bier- oder Mineralwasserflaschen abzugeben, erfüllt nicht nur eine selbstverständliche Berufspflicht, sondern auch eine Gesetzespflicht. S0ZahreTurnvereinl889K1ein-Linden Am Samstagabend befaßte sich eine Mitgliederversammlung des Turnvereinsl889 Klein- Linden mit der Durchführung des Turn- festes, das am 5. und 6. August aus Anlaß des 50jährigen Bestehens des Vereins gefeiert werden soll. Die einzelnen Ausschüsse wurden zusammengestellt, so daß nun mit den Vorbereitungen begonnen werden kann. Das Amt des Festpräsibenten übernimmt ber beseitige ftettoertretenbe Dereins- führer, Turnkarnerab Wilhelm Germer. Der Samstagabenb bringt einen Festkommers auf bem Festplatz mit ber Ehrung ber brei noch lebenben Gründer. Die Kreisriege ber Turner, die Klein- Lindener Gesangvereine, die Radfahrervereinigung Klein-Linden und die Turnerinnen des festgebenden Vereins werden Mitwirken. Am Sonntagvormittag soll ein örtlicher volkstümlicher Wettkampf aus- getragen werden. Der Sonntagnachmittag bringt einen Festzug. anschließend ein Volksfest auf dem Festplatz. Dochenmorklpreise ♦ Gießen, 13. Juni. Auf dem heutigen Wocheck- markt kosteten: Markenbutter, kg 1,60 Mark, Matte 25 bis 50 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing, % kg 18 bis 25, gelbe Rüben, neue, das . Bündel 12 bis 20, Spinat 18 bis 20, Römischkohl 20, Bohnen, grün, 39 bis 42, Spargel, 1. Sorte 54 bis 55, 2 Sorte 48, 3. Sorte 40, 4. Sorte 20 bis 22, Erbsen 15 bis 28, Tomaten 30 bis 50, Zwiebeln 15 bis 18, Rhabarber 10 bis 16, Kartoffeln, neue, % kg 14 Pf-, alte, kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,40 bis 4 Mark, Aepfel, Vt kg 60 Pf., Kirschen 53 bis 65, Stachelbeeren 30 bis 35, Erd- beeren 65 Pf. bis 1,35 Mark, Blumenkohl, das Stuck 10 bis 70 Pf., Salat 8 bis 15, Salatgurken 28 bis 50, Oberkohlrabi 10 bis 20, Lauch 5 bis 10, Rettich, das Bündel 10 bis 20, das Stück 10 bis 20, Radieschen, das Bündel 10 Pf. • ♦♦ Jahrestagung der Gießener Hochschulgesellschaft. Am kommenden Samstag findet die Jahrestagung der Gesellschaft von Freunden und Förderern der Universität Gießen (Gießener Hvchschulgesellschaft) statt. Der Hauptversammlung folgt im Laufe des Nachmittags die Festsitzung ,m Großen Hörsaal, in deren Mittelpunkt ein Vortrag von Professor Dr. Koch vom Kerckhosf-Jnstitut in Bad-Nauheim über das Thema „Neuere Ergebnis e der Kreislaufforschung" fteheh wird. ** Ausflug des Elsenbahnervereins. Unter stärkster Beteiligung seiner Mitglieder unternahm am Sonntag der Eisenbahnerverein Gießen und Umgegend seinen Jahresausflug nach Bad Ems. Der ganze Sonntag war der Besichtigung des weltberühmten Heilbades und seiner Umgebung gewidmet. Man besuchte die Kuranlagen und Heilquellen, gondelte auf der Lahn und stieg zu Fuß oder fuhr mit der Zahnradbahn hinauf auf die Lahnberge In später Abendstunde kamen die Teilnehmer, bochbe- friebigt von den Eindrücken der herrlichen Fahrt, wieder in Gießen an. Hedwig Pfeffer, Gießen; Margot Drescher, Liesel Bingel. Gießen; Ilse Wurm, Waltraut Handstein, Grünberg; Berta Grünberg; Marie Gümbel, Gießen; Karl Gießen; Karl Haschberger, Butzbach; Karl Breidenbach, Büdingen; Alice Jöckel, Grünberg. Sehr gut: Elisabeth Ganß, Gießen; Walter Kauß, Grünberg; Heinz Brückmann, Gießen; Erich Körber, Gießen; Hermann Schwalb. Büdingen; •il: ertungssingen des Sängerkreises Ohm-Lumdatal. 75 Jahre Gesangverein ^Liederkranz" * Weitershain, 12. Juni. Zu den ältesten Gesangvereinen Oberhessens gehört der Gesangverein „Liederkranz" Weitershain, der in diesem Jahr auf sein 7 5jähriges Bestehen zurückblicken kann. Mit dem Jubelsest des Gesangvereins verband der Sängerkreis Ohm-Lumdatal ein Wertungs singen. Unser sonst so stilles Dörfchen prangte im festlichen Gewand. Den Auftakt zu den Iubiläumsfeierlichkeiten bildete am Samstagbend eine Totenehrung am Ehrenmal. Die Gedächtnisansprache hielt der stellvertretende Sängerkreisführer Ihm (Homberg). Den Kranz, den der Redner niederlegte, widmete er den Toten des Weltkrieges und der Bewegung. Auch Bürgermeister und Ortsgruppenleiter Nau gedachte der Toten des Krieges. Die Jubiläumsfeier. Mit Marschmusik ging es dann zum Festplatz. Dereinsführer R. Sann begrüßte die vielen Gäste und entbot den Vertretern des Kreises Ohm-Lumda- tal sowie den beiden Ehrenchormeistern Rektor Jnderthal (Großen-Buseck) und Lehrer Conrad (Lana-Göns) besonderen Gruß. In kurzen Worten schilderte er die Geschichte des Vereins. Der Mufikoerein Homberg (Leitung E. H i.s s e r i ch) brachte schöne Musikstücke zu Gehör. Auch die Gesangsvorträge des Gesangvereins „Liederkranz" und des Nachbaroereins „Konkordia" Rüddingshausen unter A»ituna ihres Chormeisters Flath fanden reichen Beifall. Chorleiter Flath. sprach sodann über das Leben und Wirken des Komponisten Friedrich Silcher. Der Dereinsführer des Gesangvereins .Konkordia" Rüddingshausen überbrachte die Grüße und Glückwünsche seines Vereins. Ehrenchormeister Jnderthal beglückwünschte ebenfalls den festgebenden Verein. Das Wertungssingen. Der Kreischormeister D a u p e r t hatte bestimmt, daß jeder Verein zum Wertungssingen, dem der Sonntagvormittag gewidmet war, ein Silcherlied und einen freigewählten Chor oder „Der Deutschen Arbeit Feiertag" zu singen hatte. Wertungsrichter war Lehrer Lotz aus Wetzlar. Es sangen die Vereine: „Liederkranz" Weitershain, „Konkordia" Rüddingshausen, „Liederkranz" Bleidenrod, „Eintracht" Reinhardshain, „Harmonie" Atzenhain, „Eintracht" Deckenbach, „Männergesangverein" Beltershain, „Eintracht" Lumda, „Jugendmut" Geilshausen, „Eintracht" Saasen", „Jugendtreu" Queckborn, „Liederkranz" Kesselbach, „Teutonia" Nordeck, „Sänger- kranz" Grünberg, „Silcherchor" Homberg, „Män- nergefangverein" Mendorf, „Frohsinn" Londorf. In einer öffentlichen Kritik sprach der Wertungsrichter über die Leistungen der einzelnen Vereine. Zusammenfassend stellte er heraus, daß in allen Vereinen ein sicheres und zielbewußtes Arbeiten festzustellen sei. Zum Schluß wünschte er den Vereinen weitere gedeihliche Entwicklung in der Pflege des deutschen Liedes. Jedem Verein konnte dann eine Urkunde ausgehändigt werden für Teilnahme am Wertungssingen. Außerdem erhielt jeder Verein den vom Deutschen Sängerbund gestifteten Chor. Weitershain. Festzug und Kundgebung. Nach der Mittagspause stellte sich auf dem Festplatz ein stattlicher Festzua auf. Reiter bildeten die Spitze des Zuges. In geschmückten Autos wurden verdiente Mitglieder und Chorleiter gefahren. Die Weitershainer Schülerinnen, Mädchen und Jungfrauen marschierten mit schmucken Festkleidern im Zug, der sich durch verschiedene Ortsstraßen nach der Adolf-Hitler-Eiche bewegte. Unter Stabführung von Chormeister Viehmann (Homberg) erklang aus etwa 600 Sängerkehlen unter Musikbegleitung der Chor „Es ziehen die Standarten" von Grab- ner. Ortsgruppenleiter und Bürgermeister Nau entbot den Sängern den Wikommensaruß. Sein besonder Gruß galt dem Vertreter des Kreisleiters Kreisgeschäftsführer Pg. Wag-ner (Gießen) und den Ehrenchormeistern des Ortsvereins. Er dankte den Sängern des Gesangvereins „Liederkranz" dafür, daß sie so treu zum deutschen Lied gehalten und damit deutsches Volkstum hochgehalten haben. Als Vertreter des Gaues sprach Sängerkamerad Gengnagel (Grimberg). Er überbrachte die Grüße des Gauführers Ringshausen sowie des Provinzführers Wendl er. In seiner Festansprache ging er davon aus, daß ein Verein, der 75 Jahre bestehe, Recht habe, Rückschau zu halten. Er erinnerte daran, daß der Gesangverein „Liederkranz" Mitbegründer des Ohm-Lumdatal- und des Hessischen Sängerbundes, des jetzigen Gaues 12, gewesen sei, und gedachte des Mannes, der lange Jahre die Geschicke des Vereins geleitet sowie auch im Bund mit an führender Stelle gestanden habe, des jetzt noch aktiven Sangesfreundes Schwöbel. Als Ehrengabe des Gaues überreichte der Redner dem Jubelverein ein schönes Bild. Auch eine Anzahl verdienter Sänger konnten wieder geehrt werden, und zwar erhielten die Sänger Heinrich Grün, Karl Keller, Wilhelm Theiß VII., Wilhelm Weiß für 50jährige Mitgliedschaft den Ehrenbrief des Deutschen Sängerbundes und die goldene Ehrennadel. Die Nadel'für 40jährige Mitgliedschaft erhielten die Sänger Wilhelm Dietz („Liederkranz" Kesselbach), Julius Schaaf („Liederkranz" Bleidenrod) und Wilhelm Fischer (Silcherchor Homberg). Für 25jährige aktive Sängertätigkeit wurden geehrt: Heinrich D i e tz und Heinrich K l ö ß (Männergesangverein Beltershain), Wilhelm Lenz IV., Karl Meß, Heinrich Katz, Wilhelm Müller, Johann See (Gesangverein „Harmonie" Atzenhain), Chr. Nicolai, Wilhelm W e i ß e n s e e. Konrad Diehl („Konkordia" Rüddingshausen). Leider wurde der weitere Verlauf der Kundgebung durch den einsetzenden heftigen Gewitterregen erheblich gestört, denn die vielen Teilnehmer suchten Schutz unter den nächsten Häusern und in den Scheunen. Da der Regen ziemlich lange anhielt, wurde die Festfreudigkeit etwas beeinträchtigt, und es wurde allgemein bedauert, daß der vielen aufgewandten Mühe nicht der Erfolg beschieden war, der ihr zu wünschen gewesen wäre. Am Montag fand das Fest mit dem kameradschaftlichen Beisammensein von Einwohnerschaft und Sängern seinen Abschluß. Wirtschaft. Mein-Mainische Börse. rNitlagsbörse wenig verändert. Frankfurt a. M., 12. Juni. Der Auftragseingang war zum Wochenbeginn geringer, so daß sich das verhältnismäßig lebhafte Geschäft vom Samstag nicht fortzusetzen vermochte. Da aber anderseits auch kaum Angebot vorlag, konnten sich die erhöhten Kurse am Aktienmarkt unter kleinen Veränderungen ziemlich behaupten. Von den führenden Papieren setzten IG. Farben mit 151,50 (152), AEG. mit 114,50 (114,50), Mannesmann mit 105,75 (106,25), Rheinstahl mit 134 (134,50), Verein. Stahl mit unverändert 102 und Hoesch 0,75 v. H. fester mit 109 ein. Ferner kamen Gesfürel mit 132,50 (133), Schuckert mit 180,13 (180,90), Conti Gummi mit 215,50 (216), Rheinmetall mit 126,50 (127) und von Motorenwerten BMW. und Daimler je 0,25 v. H. höher zur Notiz. AG. für Verkehrswesen bei 6,3 v. H. Netto-Dividendenabschlag 0,30 v. H. höher mit 112. Am Rentenmarkt lag das Hauptgeschäft erneut bei Steuergutscheinen, wobei im Verkehr von Bank zu Dank Serie I wieder stärker schwankten mit 103,25 bis 102,75 bis 102,85. Serie II in beiden Fälligkeiten still und etwa 98,13 bis 98,05. Reichsaltbesitz zogen 0,13 v. H. an auf 132,13. Pfandbriefe lagen sehr ruhig und kaum abweichend. Frankfurter Hyp. Liquid. 100,90 (101,05), Meininger 100,70 (100,90). Industrie-Obligationen wichen bis 0,50 v. H. ab, während Staats- und Stadtanleihen unverändert lagen, 4,50 v. H. Stadt Mainz 96,25 (96). Der Frei verkehr war ruhig, Rastatter Waggon 1 v. H. höher mit 55 bis 57. Tagesgeld wurde auf 2,50 (2,25) v. H. heraufgesetzt. Abendbörse still. Die Abendbörse verlief sehr ruhig. Es mangelte an Aufträgen. Die Gesamthaltung am Aktienmarkt war wenig verändert, kleine Abweichungen gegen den Mittagsschluß gingen über 0,25 bis 0,50 v. H. nicht hinaus. Nur Ädlerwerke wurden 1 v. H. höher mit 100,50 umgesetzt. IG. Farben lagen mit 151 unverändert, ebenso u. a. Verein. Stahl mit 102, Rheinstahl mit 134, Scheideanstalt mit 202,25, VDM. mit 169. Von Maschinenaktien lagen MAN. mit 140 und Rheinmetall mit 126,75 0,50 bzw. 0,25 v. H. höher. Bembcrg waren auf die HD.-Ausführungen 0,75 v. H. fester gefragt mit 134,50. Leicht ermäßigt waren Gesfürel auf 132 (132,50) und Daimler auf 123,50 (123,75). Am Rentenmarkt gingen 6 v. H. IG. Farben 0,13 n H. höher mit 124,40 um, Reichsbahn-DA. bröckelten um ebensoviel ab au 122,13. Steucrgutscheine lagen still, Serie I leicht nachgebend auf 102,60, Serie II kaum verändert mit 98,07'/2. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 12. Juni. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W 9 213, W 11 215, W 12 216, W 13 217 W 16 220, W 18 222, W 19 224, W 20 226, Roggen R 11 199, R 12 200, R 14 202, R 15 203, R16 205, R17 206, R 18 207, R19 209 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Fntterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 30,05, W 16 30,05, W 18 30,05, W 19 30,05, W 20 (Kreis Alzey) 30,05, W 20 (Kreis Worms) 30,40 plus 0,50 RM. Fracht-Ausgleich. Für Weizenmehl Type 812 mit Beimischung von Maisbackmehl liegen die Preise 30 Pfennig unter den Notierungen. Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 16 22,95, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W 18 11,00, W19 11,10, W20 11,20 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Roggenfuttermehl R19 12,50, Roggenvollkleie R 19 11,00. Roqgenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 16 10,25, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Treber —. Wie- enheu, handelsüblich, alte Ernte 5,40, neue Ernte 4,80, Wiesenheu, gut, gesund, trocken, alte Ernte 6,40, neue Ernte 5,50, Kleeheu, do., alte Ernte 7,40 bis 7,80, neue Ernte 6,00 bis 6,20, Luzerneheu, do., alte Ernte 7,80 bis 8,20, neue Ernte 6,60 bis 6,80, Weizenstroh, bindfadengepreßt oder gebündelt, 2,80, Roggenstroh, do. 3,00, Hafer- und Gerstestroh do. 2,60 bis 2,70 Erzeugerpreis ab Erzeuger-Derlade- tation. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 13.Juni. (Dorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 791 Kälber, 90 Härnrnel, 65 Schafe, 4210 Schweine. Es kosteten.Kälber 35 bis 65 Mark, Härnrnel 35 bis 50, Schafe 28 bis 42, Schweine 50 bis 59 Mark. Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt; Hämmel und Schafe mittel. Rundfunkprogramm Mittwoch, 14. Juni. 5 Uhr: Frühmusik. Es spielt das kleine Orchester des Reichsfenders Breslau. 5.50: Bauer, merk auf! 6.30: Gymnastik. Frühkonzert. Es spielt Leo Eysoldt mit seinem Orchester. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.40: Bäderkonzert. Ausführende: das Kurorchester Bad Neuenahr. 9.30: Gaunachrichten. 10: Schulfunk: Freude, schöner Götterfunken. Schilderungen und Szenen aus dem Wien Beethovens. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. Es spielt das große Rundfunkorchester. 13: Nachrichten. 13.15. Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Wer macht unser Herz heut' froh? Lillie Claus. Die Kapelle Geczy und Herbert Ernst Groh. (Jndustrie-Schallplatten.) 16: Nachmittagskonzert. Es spielt das Rundfunkorchester. 17 bis 17.10: Das Mikrophon unterwegs. 18: Hier spricht der Jurist: Der Unfallschadenprozeß. 18.15: Auf gut deutsch ... 18.30: Frauen der Vergangenheit: Die Malerin Luise Seidler, ein Schützling Goethes. Hörfolge. 19: Fliegendes Deutschland: Ferdinand Schulz, ein Leben für Deutschland. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. (Jndustrie-Schall- platten und Eigenaufnahmen.) 20: Nachrichten. 20.15: Aue Richard Wagners ewigem Werk. (Jndu- strie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 22: Nachrichten. 22.30: Kammermusik. Jugoslawische Lieder für Sopran und Klavier. 23 bis 24: Musik aus Wien« SJ.-fpor/ Weidig-Bergfest am 6. August. In einer gestern abend in Butzbach stattgefunde- nen Sitzung des Arbeitsausschusses für das Weidig- Bergfest gab dessen Leiter, NSRL.-Kreisführer SA.- Sturmhauptführer O t t e r b e i n (Friedberg), bekannt, daß die Durchführung des Weidig-Dergfestes vom 18. Juni auf den 6. August verlegt worden ist. Der NSRL., so führte der Kreisführer aus, erstrebe eine enge Zusammenarbeit mit der Partei und ihren Gliederungen. Die Tatsache, daß der Kreistag der Politischen Leiter des Kreises Wetterau am nächsten Sonntag in Gießen stattfinde, sei ihm Anlaß, an diesem Tage im Kreisgebiet nicht auch eine größere Veranstaltung des NSRL. durchzu- ühren. Dorst (VfB.-TteichSbahn) läuft 400 Meter in 51,1! Walter Dorst (VfB.-Reichsbahn) startete am Sonntag in Kassel, wo die hessische Gaumannschaft zusammengezogen war, um dem CT.-Hessen-Preu- zen bei seinem zweiten Versuch um die deutsche Dereinsmeisterschaft Schrittmacherdienste zu leisten. Dorst startete über 400 Meter und erzielte mit 51,1 Sekunden, knapp hinter dem Gaumeister Bott (Kassel) einkommend, der 50,6 Sekunden benötigte, eine erstklassige Zeit. Der DfBer wird in Bälde noch bessere Leistungen erzielen. Am nächsten Sonntag tartet er zusammen mit Dr. Luh und Helmut M ö l l in Erfurt. Oer Fußboll-Äroßkampf in Lollar. Lollar — Dnnlop Hanau 3:5. Die Lollarer hatten sich viel vorgenommen und lieferten ein aufopferndes Spiel. Jeder einzelne Mann gab sein Bestes; jedoch durch die gut funktionierende Kombinationsmaschine der Gäste hatte jeder einen schweren Stand. Besonders stark war die Läuferreihe in Anspruch genommen und mit ihr die Verteidigung. Der Torhüter befand sich glänzend in Form. Unter der korrekten Führung von Nesseldreher (Heuchelheim) standen sich folgende Mann- chaften gegenüber; Dunlop Hanau: Bergmann, Schlett, Michel, Dornhecker, Roth, Putt Krause, Weigand, Eppenlein, Grüne, Steinmeyer. Lollar: K. Ziegler, Hörstel, Geißler, Sommer, A. Ziegler, Will, Klein, Hch. Ziegler, Hoffmann, Rudolf, Haas. In den ersten Minuten hielt sich das Spiel in der Mitte des Spielfeldes. Die Gäste fanden sich nicht gleich. Die Lollarer gingen deshalb zum Angriff über. Jedoch die Fünferreihe war zu schwach, die Gästeabwehr konnte sich behaupten. Zur größten Uebevraschung schoß Lollar das erste Tor. Klein ging mit einer Vorlage ab, flankte zur Mitte zum. Halblinken, wo Rudolf bedrängt nochmals an den freistehenden Hch. Ziegler abgab. Dieser konnte m die untere rechte Ecke einlenken. Die Hanauer legten jetzt mächtig los und die Hintermannschaft von Lollar bekam Arbeit. Ab?r erst zehn Minuten später gelang es ihnen durch einen Bombenschuß den Ausgleich zu erzielen. Wenig später war es der gefährliche Rechtsaußen, der seine Mannschaft durch einen unhaltbaren Schuß in Führung brachte. Die Gäste waren nach der Pause vorerst weiterhin tonangebend und ließen ihren Gegner überhaupt nicht aufkommen. Während dieser Zeit konnten sie auch dann zweimal erfolgreich sein. Nun stand die Partie 4:1 und man rechnete allgemein noch mit einem höheren Sieg der Gäste. Lollar lieferte aber weiter einen tapferen Kampf. In die Stürmerreihe kam mehr Schwung. Der rechte Flügel spielte geschickt zusammen und Haas konnte die Verteidigung überwinden und abschließend mit einem wuchtigen Schuß den Gästetorhüter schlagen. Wenig später war es wieder Haas, der sich durchzusetzen vermocht« und auf 4:3 verkürzte. Nun konnte man mit dem Ergebnis schon zufrieden sein. Doch kamen die Gäste noch einmal durch unentschlossenen Abschlag in der Hintermannschaft zu einem fünften Treffer. Schwerste Etappe der Oeutschlandfahrt Das schwerste Stück auf ihrer 5000-Kilometer- Fahrt durch die deutschen Gaue haben die Deutschland-Fahrer bereits hinter sich. Die Salzburger Alpen bildeten am Montag auf der 278 Kilometer langen 10. Etappe Graz—Salzburg das Kampfge- biet. Sie Bergstraße mit ihren teilweise 26prozen- tigen Steigungen sowie die noch gefährlicheren Abfahrten stellten an die Fahrer die höchsten Anforderungen. Umbenhauer war der Held des Taaes« Der Nürnberger behauptete nun schon am fünften Tage das gelbe Trikot des Spitzenreiters und be» wies auch auf dieser äußerst schwierigen Strecke, daß er der weitaus stärkste Mann des Feldes ist. Am Etappenziel holte sich der Belgier Spießens in 9:03:58 Stunden vor Overbeck (Hagen), C a - nardo (Spanien), Amberg (Schweiz) und Le« v e l (Frankreich) seinen zweiten Etappensieg. Prior (Spanien), W i e r i n ck x (Belgien) und Umben - 1) a uxe r folgten mit IV- Minuten Abstand. Glä'nzendeErsolgederGleßenerASM.-Männer beim Sruppensportfest in Frankfurt a. M. Die Motorstandarte 147 hatte zum Gruppensport- eft der Motorgruppe Hessen, das gleichzeitig Ausscheidung für die NS-Kampfspiele war, eine Streitmacht entsandt, die hervorragend abschnitt. Mit größtem Erfolg beteiligten sich die Gießener Stürme 1, 3 und 4/M 147, die besonders in den leichtathletischen und Schwimmwettkämpfen oft die Sieger stellten oder sich gut placierten. Am erfolgreichsten betätigte sich Rottenführer Otto Luh, 4/M 147 (VfB.-R.), der im Handgranatenweitwurf, Kugelstoßen und Speerwerfen mit guten Leistungen aufwartete. Hervorragend war sein Handgranatenweitwurf mit 74 Meter und sein Speerwurfsieg. Er startete erstmalig in dieser Disziplin und erzielte 49,50 Meter. Sturmmann Helmuth M ö l l, 4/M 147 (VfB.-R.), war unstreitig der schnellste Läufer der Veranstaltung. In überzeugender Manier fertigte er in den Vor- und Zwischenläufen des 100-Meter-Laufes, der mit 45 Teilnehmern stark besetzt war, seine Gegner in 11,3 bzw. 11,1 Sekunden ab. Leider kam er durch einen Fehlstart im Endlauf um den verdienten Sieg. In einem fabelhaften Zwischenspurt gelang es ihm zwar, viel Boden gut zu machen, doch langte es in 11,1 Sekunden nur zum 2. Platz. Desto sicherer war sein Sieg in den 200 Meter, die er, verhalten laufend, in 23 Sekunden gewann. Besondere Erwähnung verdient Rottenführer Walter Zerndt, 22/M 147 (VfB.-R.). Bewundernswert, wie der fast 40jährige sich einsetzte, vor seinen jüngeren Kameraden Vor- und Zwischenlaufsieger wurde und im Endlauf hinter Möll den dritten Platz im 100-Meter-Lauf in 11,3 Sekunden belegte. Große Aussichten waren für die Gießener in der 4X100-Meter-Staffel vorhanden, die in der Besetzung NSKK.-Mann Rau (Mtv.), Rottenführer Otto Luh (VfB.-R.), Sturmmann Helmuth Möll (VfB.-R.), alle 4/M 147, und Rottenführer Zerndt, 22/M 147 (VfB.-R.) an den Start ging. Luh als zweiter Mann hatte schon einen Vorsprung von 8 Meter herausgeholt, als die falsche Aufstellung unh Behinderung durch eine andere Staffel die Gießener so weit zurückwarf, daß auch Möll als Schlußmann es nicht mehr schaffen konnte und es mit 46,8 Sekunden nur zum zweiten Platz reichte. NSKK.-Mann Schwan, 4/M 147 wurde Dritter im 100 - Meter - Hindernislauf der Klaffe A und Rottenführer Michels, 3/M 147 (Tv. 1846), im Lauf der Klaffe B ebenfalls Dritter. Sturmmann E. Haas, 4/M 147 (Tv. 1846), belegte im 200- Meter-Hindernislaufen den dritten Platz. Glänzend besetzt war das Handgranatenweitwerfen. Die Mannschaft: Luh, Möll, Haas, Mohr, Schwan (alle 4/M 147) und Michels (3/M 147) erzielte eine überragende Durchschnittsleistung von rund 60 Meter. Im Einzelkampf der Klaffe A tarn Luh mit 74 Meter zum ersten Sieg. In der Klaffe B errangen Michels mit 60 Meter und Mohr mit 55 Meter die beiden ersten Plätze. Auch im Schwimmen waren die Gießener groß in Fahrt. Die jungen NSKK.-Männer des Sturmes 1/M 147 ließen ihren Gegnern keine Chance. Rottenführer H o r e y f e ck gewann die 100 Meter Brust. Sturmmann Hofmann fertigte im 400 Meter Kraul feine körperlich stärkeren Gegner in 6:08,2 überlegen ab. Im 100 Meter Kraul siegte Sturmmann Albold in 1:12,2, und die 200 Meter Brust waren eine sichere Sache für Sturmmann Keiner, der 3:34,4 benötigte. Alles in allem: es wurden schöne Erfolge erzielt, die beweisen, daß das NSKK. großen Wert auf körperliche Durchbildung seiner Männer legt, ohne- die ein erfolgreicher motorischer Einsatz nicht möglich ist. • MSB. „Barbara" aus der pokalrunde ausgeschieden. Trotz ordnungsgemäßer Ansetzung war die Mannschaft der Barbara nicht zur Stelle. Der TV. Heuchelheim kam deshalb kampflos eine Runde weiter und tritt nunmehr am kommenden Sonntag auf eigenem Platz gegen den TV. Lützellinden an. Was die Artilleristen veranlaßt hat, in dieser Weise vorzugehen, ist nicht verständlich. Die inzwischen weiter vorgenommene Verlosung hat ergeben, daß der TV. Hörnsheim kampflos in das Endspiel kommt und daß das Vorschlußrundenspiel die Sieger aus den Treffen Tuspo W.-Niedergirmes — TD. Garbenheim TV. Heuchelheim — TV. Lützellinden bestreiten werden. Sollte das „Hüttenberger" Lokalderby auch zum Pokalendspiel werden? Wer kann es wissen?! Auf jeden Fall kann man mit Bestimmtheit sagen, daß vorher noch einige interessante Spiele Zustandekommen werden. Eine vorbereitende Besprechung der verantwortlichen Männer über die Ausgestaltung des der Werbeveranftaltung des Fachamtes Handball am 25. d. M. (Gaujpiel Hessen — Mittelrhein) in Marburg hat ergeben, daß die Gaumannschast zunächst in einem nicht unwesentlich veränderten Gesicht aufgestellt werden wird. Es ist schon darauf hinge- wiesen worden, daß der Kreis VIII., der mit der Ausrichtung beauftragt wurde, eine entsprechende Berücksichtigung erfahren wird. Die Männer, die in den stattgefundenen Auswahlfpielen ihr überragen« des Können unter Beweis stellen konnten, werden mit von der Partie fein. Zunächst werden sich die beiden Bannauswahlmannschaften der beiden Banns 116 und 88 (Wetzlar) der HI. gegenüberstehen. Dann ist eigens zum Zwecke der Werbung und um einmal mehr den Spielstand des Kreises VIII. unter Beweis zu stellen, das Vorschlußrundenspiel um den Pokal des Kreisführers angesetzt worden. Wie diese Paarung lauten wird, steht im Augenblicks noch nicht fest. Sicher ist aber, daß es zwei würdige Gegner sein werden, die die Gewähr für ein einwandfreies Rahmenprogramm bieten. Die Veranstaltung selbst verspricht ein (Ereignis erster Ordnung zu werden. Der Gau Mittelrhein will natürlich alles aufbieten, um auch diesmal wieder die Oberhand zu behalten, während man im Gau Hessen eifrig dabei ist, eine Einheit zu stellen, die in der Lage ist, die Dorspielniederlage wieder auszugleichen. TV. Garbenheim — TV. Dutenhofen 23:7 (11:4); Tv. Garbenheim 3gb. — TV. Dutenhofen 3gb. 10:17 (5:9). Ein recht torreiches Treffen gab es in Garbenheim. Dutenhofen mußte die Überlegenheit der Einheimischen erneut anerkennen. Ein Maßstab für die tatsächliche Stärke beider Gegner stellt das Ergebnis allerdings nicht dar, weil sich der zahlreiche Ersatz nur zu einem Teil bewährte. Die Jugend der Gäste hatte vorher einen deutlichen Sieg sicherstellen können. Um den Nachwuchs braucht es also Dutenhofen nicht bange zu sein.