SH&a r?A -3> 16)3'2 ilt , £3>2i ■ ? Llr.lU Erstes vlav 189. Jahrgang Samstag, 13./$onntag, 14. Mai 1939 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monalr-Vezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . . . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zranlfurt am Blain 11688 Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Srühlsche Univerfitätsdruckerei R. Lange in Gießen. Zchristleilung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^/,Uhr des Vormittag» Grundpreise für 1 mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25"/, mehr. 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Insbesondere West-Kanada wird durch eine planmäßige Propaganda im britischen Mutterlande zur Auswanderung empfohlen. Es sinL> aber nicht nur wirtschaftliche Gründe, die für die Verlegung des Regierungszentrüms des Empire gerade nach Kanada sprechen — politi« ch e u n d militärische Erwägungen spielen eine ebenso wichtige Rolle. Man spricht heute in nicht schlecht informierten Kreisen Londons und Paris ganz offen davon, daß bereits Anthony Eden von seinem „Amerika-Trip" bindende Versprechungen mitgebracht habe, deutlicher gesagt: eine Zusammenarbeit USA. — Empire. Wenn vielleicht auch hier die „Aera Roosevelt" als etwas dauerhafter diskontiert wird als man es im Augenblick übersehen kann, die derzeitige englische Außenpolitik rechnet mit dieser Linie. Wenn die Machtzentren der beiden größten Flottenmächte auf dem amerikanischen Kontinent konzentriert wären, dann ergäben sich Zukunftsperspektiven, die das Herz jedes Empire-Politikers höher schlagen lassen müßten. Englands mächtigste Flot- ten-Basis wäre dann Vancouver an der Westküste Amerikas, — zweifellos eine erhebliche Be- Seit Mai 1938 haben die Japaner die der japanischen Insel Formosa vorgelagerte Hafenstagt Süd- chinas, Amoy, besetzt. Amoy, wo zahlreiche japanische Staatsbürger lebten, war bis dahin der drohung für Japan in seiner angestrebten Vormachtstellung im Fernen Osten und in der Südsee. Hongkong und Singapore, heute höchst problematische Stützen englischer Weltherrschaft, würden bei einer Konzentrierung der Machtmittel des Empire nach Kanada viel realere Bedeutung gewinnen. „Rule Britannia over the wawes!“, dieses Wort, das bereits seit der mißglückten englischen Flotten-Demon- stration im Mittelmeer bei Ausbruch des Abessinien- Krieges zu einer etwas leeren Phrase wurde, würde durch eine Kooperation der englischen und amerikanischen Flotte im Rahmen einer Zusammenarbeit USA. — Empire wieder eine weltpolitische Bedeutung gewinnen. Das sind nur ein paar Gesichtspunkte jener englischen Kreise, die immer stärker die „Uebersiedlung" der Empire-Zentrale von London nach Ottawa propagieren. Die City, die selten „daneben tippt", hat die ersten Schritte auf diesem Wege bereits unternommen. Die nächste Zukunft wird lehren, ob die Amerika-Fahrt des englischen Königspaares nur ein E. P. Madrid, 12. Mai. In Anwesenheit des Generals Franco und des Diplomatischtzn Korps fand am Freitag auf dem Madrider Flugplatz Barajas die größte bisher in Spanien stattgefundene Luftwaffenparade statt. Außer spanischen Fliegerverbänden nahmen auch deutsche und italienische Freiwillige an der Parade teil. Der Flugplatz war festlich ausgeschmückt; neben der spanischen Flagge sah man auch die Fahnen Deutschlands und Italiens, vor allem auf der Tribüne. Nachdem General Franco die Front der Fliegerstaffeln und der Formationen abgeschritten hatte, begann der Vorbeimarsch. An der Spitze der Truppen marschierten deutsche und italienische Freiwillige, denen von den Zuschauern ostentative Freundschaftskundgebungen dargebracht wurden. Nach der Parade hielt der Oberbefehlshaber der spanischen Luftwaffe, General K i n d e l a n , eine Ansprache an die Soldaten. Dann betrat, stürmisch begrüßt, General Franco die Rednertribüne. Er hob in seiner immer wieder von Beifall unterbrochenen Ansprache den Opferwillen und die Einsatzbereitschaft der Luftwaffe in dem jetzt beendeten Kriege hervor. Der Caudillo gedachte dabei auch des heldenhaften Einsatzes der befreundeten Nationen. Um die Verteidigung Spaniens in der Luft in jeder Hinsicht zu sichern, werde die Luftwaffe weiter ausgebaut werden; nur sie könne Spanien groß machen. Franco schloß seine Ansprache mit Hochrufen auf Spanien, Deutschland und Italien. Anschließend zeichnete der Caudillo die deutschen und italienischen Freiwilligen mit der Militärmedaille aus: „Für Tapferkeit innerhalb der Luftwaffe im Kreuzzug gegen den Kommunismus!" Während der Dekoration brach die Houpteinfuhrort von Kriegsmaterial für die chinesische Zentralregierung. Seine Besetzung war deshalb für Tschiangkaischek ein harter Schlag. Amoy hat rund 300 000 Einwohner und ist eine Freihafenstadt, d. h. feit Mitte des 16. Jahrhunderts haben die Europäer borf besondere Rechte. Nach der Er- Mailand, 13. Mai. (DRV. Funkspruch.) Gene- ralfeldmarschall Göring traf am späten Abend des Freitag auf dem Motorschiff „huascaran" in Livorno ein. Zu seiner Begrüßung waren der Präfekt, der Kommandant der Marine-Akademie und andere hohe Persönlichkeiten der Wehrmacht und der Verwaltung erschienen. Rach einer kurzen Rundfahrt durch die Stadt begab sich Göring ; u m Bahnhof. Auf dem Vorplatz hatten Lhrenabtei- lungen der faschistischen Partei Aufstellung genommen, die ihm ebenso wie die zahlreich versammelte Menschenmenge mit begeisterten Jubelrufen empfing. Um 23 Uhr trat der Generalfeldmarschall mil einem Sonderzug in Richtung Bologna seine Rückreise nach Deutschland an. Höflichkeitsbesuch oder eine entscheidende umstürzender Empire-Politik ist. Göring auf der Rückreise nach Deutschland. »o H * -z ’s 3 » riesige Zuschauermenge wiederum in stürmischen Beifall aus. Das Programm der Siegesfeier Madrid, 12. Mai (DNB.) Propagandachef Manuel Augusto gab jetzt die Einzelheiten der geplanten Siegesparade in Madrid bekannt. In allen Madrider Kirchen wird ein Dank- gottesdienst abgehalten, in dem aller traditionellen Schutzheiligen Spaniens gedacht wird und die historischen Waffentaten der Armee Spaniens gefeiert werden. Die Einzug ft raße des Caudillo wird besonders festlich ausgestaltet. 10 000 Palmen, ein Geschenk Valencias, umsäumen den Weg. General Franco wird von Rittern des San- Fernando-Ordens, der höchsten Kriegsauszeichnung, begleitet werden. Als Herolde werden ihm Vertreter aller Waffengattungen voranziehen. Mehrere hundert Brieftauben steigen bei Beginn der Parade auf und überbringen die Nachricht in alle Teile des Landes. An der Parade werden rund 250 000 Mann teilnehmen. Die Luftwaffe wird in dieser Zeit einen Blumen regen über Madrid niedergehen lassen. Die befreundeten Nationen werden besonders geehrt. Den Botschaftern dieser Länder werden Oelzweige als Symbol des ewigen Friedens zwischen Spanien und ihnen übergeben. Sie werden dann diese Zweige an den Gräbern Gefallener niederlegen, die durch ihr Blut die Verbundenheit dieser Völker besiegelt haben. Den Abschluß des Tages bildet ein großes Volks- f e ft. Auf den Straßen spielen Kapellen zum Tanz auf. Feuerwerk wird in allen spanischen Städten abgebrannt Anknüpfend an alte Traditionen werden Ritterturniere in den alten Trachten vorgeführt. Die Schlacht am Han-Fluß. Japan beseht die Internationale Niederlassung aus der Insel Amoy. 3 ■ E er vergangenen Monate ist desyö, 3 25 . C- tO>= 2 s 3 f ***«***.» - 8 ZA M w n «0 a oberung Amoys durch die Briten im Opiumkrieg 1841 war die Internationale Niederlassung Amoys, K u l a n g f u, dem chinesischen Macht- und Rechtsbereich entzogen, genau so wie die internationalen Niederlassungen in Schanghai und in anderen Städten. . Dieser Umstand wurde natürlich auch in Kula ngfu von den chinesischen Terroristen zu anti- japanischen Aktionen ausgenutzt. Alle Beschwerden der Japaner hatten keinen (Erfolg, bis jetzt ein Attentat das Faß zum Ueberlaufen brachte. Der Vorsitzende der Handelskammer in Amoy, Hung- lihsun, wurde von chinesischen Terroristen n i e = dergeschofsen, und zwar in Kulapgsu, das daraufhin von der japanischen Marine besetzt worden ist. Damit hat Japan einen Schlag gegen die Terroristen und gegen die demokratischen Kräfte geführt, die dem Treiben Vorschub leisteten. Fast gleichzeitig kam die Nachricht, daß a m Hanfluß neun chinesische Divisionen, etwa 150000 Mann, eingekreist und aufgerieben worden seien. Hier hatte Tschiangkaischek seine Gegenoftensive zwischen der Peking—Hankau-Bahn und dem Hanfluß begonnen, die fast gleichzeitig mit dem Angriff bei Kanton und südlich des Jangtse - 2 “ Für und wider eine neue Ordnung. Die beiden Regierungschefs Englands und Frankreichs haben sich am gleichen Tage in einer Weise zur internationalen Lage geäußert, die trotz aller phrasenhaften Bemäntelungsversuche doch nur erneut bestätigt, daß die Außenpolitik beider Mächte nach wie vor und mit unvermindertem Nachdruck auf ein einziges Ziel gerichtet ist, die Einkreisung Deutschlands. Dieser Eindruck konnte dadurch nicht abgeschwächt werden, daß sowohl Chamberlain wie Daladier es auch jetzt wieder so hinzustellen versuchten, als ob ihre hartnäckige Mitgliederwerbung für die von ihnen aufgezogene „Antiaggresfionsfront" ausschließlich der Aufrechterhaltung des Friedens und dem Schutz der Unabhängigkeit der kleineren Staaten diene. Wie sehr hier Theorie und Praxis auseinanderfallen, 'dafür ist ja das von beiden als Beispiel akuter Friedensbedrohung angeführte Danzig der beste Beweis. Denn der Wunsch der rein deutschen Stadt Danzig, einen ihr gegen ihren Willen vor zwanzig Jahren aufoktroyierten Zwitterzustand beendet zu sehen und wieder mit dem Reich vereinigt zu werden, hat nicht das geringste zu tun mit der Unabhängigkeit Polens, dessen wirtschaftliche Interessen in Danzig und dejjen Lebensbedürfnis nach einem Zugang zum Meer von Deutschland jederzeit anerkannt worden sind und in der vom Führer vorgeschlagenen Regelung in großzügigster Weise berücksichtigt werden sollten. Und wenn in diesem Zusammenhang in Paris und London laut über eine Bedrohung des Friedens lamentiert wird, so bedauern wir nur das schlechte Gedächtnis der Herren oder bewundern ihr Geschick, Ursache und Wirkung miteinander zu vertauschen. Denn was hat denn erst dem polnischen Chauvinismus in Warschau Oberwasser verschafft und die polnische Regierung veranlaßt, Verhandlungen mit Deutschland auszuweichen, die im Sinne des politischen Testaments des Marschalls Pilsudski auf der Gundlage des deutsch-polnischen Pakts vom Jahre 1934 eine dauernde Verständigung und Befriedung zwischen beiden Volkern bezweckten? Chamberlain hat den englischen Frauen, vor denen er am Donnerstag sprach, erklärt: „Es ist niemals ein Teil unserer Politik gewesen, uns als aufdringliche Geschäftemacher in die Belange anderer Völker einzumischen." Aber war es nicht gerade Englands Einmischung, die den Polen durch bei Nantschang losbrach. Diese Offensiven sind gescheitert, so daß die Japaner freie Hand hatten, um gegen die chinesischen Truppen im Han-Abschnitt vorzugehen, die im gebirgigen Gelände im Norden der Provinz Hupei an der Grenze der Provinz Szetschuan standen. Die rückwärtigen Verbindungen der Chinesen nach Norden und Westen wurden durch japanische Truppen abgeschnitten, und nachdem die japanische Umgehung vollendet war, begann der Angriff geaen die zwischen der Bahn und dem Hanfluß eingeschlossenen chinesischen Divisionen, die durchweg ans geschulten Trappen bestanden. Die Vernichtung dieser Divisionen ist ein weiterer harter Schlag für Tschangkaischek, der nunmehr über größere Truppenmassen nur südlich des Jangtse verfügt, wenn man von den chinesischen Freischärlern öbsieht, gegen die Japan seit Anfang Januar mit schärferen Mitteln vorgeht. Durch den Verlust der Schlacht am Hanfluß ist die Frühjahrsoffensive Tschiangkaischeks wohl endgülttg gescheittrt. „Aehnliche Schritte in Schanghai möglich." Schanghai, 12f Mai. (DNB. Ostasiendienft.) Im Zusammenhang mit der Besetzung der Internationalen Niederlassung Kulangsu bei Amoy durch japanische Truppen erklärte der Sprecher der japanischen Marine am Freitag, ein ernster Zwischenfall in Schanghai könne Japan vielleicht veranlassen, gegen die dortige Niederlassung und die französische Konzession ähnliche Schritte wie in Kulangsu zu ergreifen, falls deren Verwaltungen außerstande sein sollten, antijapa- nische Terrorakte mit eigenen Machtmitteln zu unterdrücken. Auf die Frage, ob die Besetzung von Kulangsu nur vorübergehend sei, antwortete der Sprecher, daß darüber noch keine e n b g ü l - tige Entjcheidung vorliege. Eine Zurückziehung der japanischen Truppen sei jedenfalls nicht eher möglich, bis die Verwaltung der Internationalen Niederlassung zufriedenstellende Maßnahmen getroffen habe. KAitse Zv _ ^SZETSCHUAN Anlu« j zx. < - J HUNAN Das Anerbieten der englischen Garantie das Stichwort gab, sich in keine ernsthaften Verhandlungen mit Deutschland einzulassen? Und hat nicht gerade diese für die wahren Grundlagen eines dauerhaften Friedens gänzlich verständnislose Politik Englands die deutschfeindlichen Kreise in Polen zu einer an Großmannssucht und Kraftmeierei kaum noch zu überbietenden Hetze ermuntert? Auch Chamberlains neueste Auslassung, die zwar der Hoffnung Ausdruck gab, daß die deutsch-polnischen Meinungsverschiedenheiten auf friedlichem Wege beigelegt werden möchten, aber gleichzeitig durchblicken ließ, daß England in einem etwa ausbrechenden Konflikt zu seinen Zusicherungen stehen werde, kann und wird in Polen nur als Freibrief zur Fortsetzung dieser bramarbasierenden Abenteurerpolitik verstanden werden, die keinen Vernunftgründen zugänglich ist und keine Verantwortung für das europäische Gesamtschicksal kennt. Alle schönen Redensarten und politischen Klügeleien können Chamberlain und Daladier vor ihren eigenen Völkern und vor der Welt nicht von der Schuld freisprechen, daß sie drauf und dran sind, die Entscheidung über Krieg und Frieden in die Hand der Polen zu legen. In England sowohl wie in Frankreich werden schon kritische Stimmen laut, die auf die Gefährlichkeit dieses politischen Vabanquespiels Hinweisen, aber es ist höchst zweifelhaft, ob sie sich werden Gehör verschaffen können gegen die Meinungsmacher der Regierungen und gegen die offene Kriegshetze des Chors der Deutschenhasser, zu dem sich in Frankreich sowohl wie in England Linksoppositionelle und Rechtsradikale in trautem Verein zusammengefunden haben. Der Spiritus rector dieser Einkreisungspolitik, die, wie es an dem Beispiel Polens deutlich wird, keine Skrupel kennt und anscheinend auch alle aus eigenem Lebensinteresse bestimmten Hemmungen fallen läßt, ist in beiden Ländern die hohe Bürokratie der Außenäsnter. Namentlich in London sieht sie auf eine lange Tradition gegen Deutschland gerichteter Politik zurück. Der „Ständige Unterstaatssekretär im Fore-ign Office" verbürgt die Kontinuität der britischen Außenpolitik gegenüber dem durch die Schwankungen der Parteienherrschaft bedingten Wechsel des parlamentarischen Ministers. Wenn es auch nicht an Versuchen energischer Außenminister oder Ministerpräsidenten gefehlt hat, sich der Bevormundung des Ständigen Ünterstaatssekretärs zu entziehen, so ist dieser doch, dank seiner überlegenen Sachkenntnis und seines persönlichen Verkehrs mit Englands diplomatischen Vertretern im Ausland, von ausschlaggebendem Einfluß auf die Gestaltung der außenpolitischen Linie Englands. Dr. K. R. Absha-gen, der als langsähriger Berichterstatter deutscher Blätter in London die Praxis des Foreign Office an der Quelle beobachten konnte, weist in einem gut unterrichtenden Aufsatz der „Berliner Monatshefte" darauf hin, daß seit der Jahrhundertwende alle bedeutenden Unterstaatssekretäre von Sir Charles Hardinge, Sir Arthur Nicolson, Sir Eyre Crowe, Sir WWam Tyrrell bis Sir Robert Vansit- tard den gleichem Kurs gesteuert haben, der alle anderen Erwägungen hinter der von ihnen gepredigten Notwendigkeit zurückstellen ließ, alle Kräfte gegen das „gefährliche" Deutsche Reich zu mobilisieren. Bei Dansittard und seinen Beamten verbindet sich mit der Verständnislosigkeit des Insulaners gegenüber den geographischen und politischen Erfordernissen eines ohne natürliche Grenzen im Herzen Mitteleuropas lebenden Volkes die innere Ablehnung einer privilegierten Herrenschicht, die sich in Deutschland einer im Aufbau begriffenen, völlig neuen, instinktiv als für die eigene bevorrechtigte Stellung gefährlich empfundenen sozialen Ordnung. Als Neville Chamberlain 1937 Premierminister wurde und bei dem Versuch, eine der Bürokratie des Foreign Office unwillkommene außenpolitische Linie einzuschlagen, auf Widerstände stieß, „beförderte" er den Ständigen Unterstaatssekretär Sir Robert Vansittard auf den Posten eines „ersten diplomatischen Beraters" der Regierung und bediente sich Sir Horace Wilsons, eines wirtschaftspolitischen Fachmannes ersten Ranges, auf dessen Unabhängigkeit und Urteilskraft er baute, zu seiner persönlichen Unterrichtung. Aber Vansittard hat auf dem ihm zugewiesenen Gebiet der politischen Propaganda seine alten Ziele nicht aus dem Auge gelassen, und der Verlauf der Dinge seit den Tagen von München hat seinem Kurs die Oberhand zurück- gegeben. Gegenüber dem Neuen, was unter deutscher Führung in Europa um seine Verwirklichung ringt, weiß die von Vansittard inspirierte englische Diplomatie auch heute nichts anderes einzusetzen als die Methoden der Balance of Power und der Einkreisung, die unter seinen Vorgängern und Lehrmeistern Nicolson und (Ei)re Crowe zu der Katastrophe des Weltkrieges führten. Das Rezept ist bis in slls Einzelheiten das gleiche geblieben. Während bei den Politikern wenigstens hier und da eine Ahnung aufdämmert, daß man versuchen müsse, die neuen politischen Kräfte zu verstehen, rechnet die Diplomatie des Foreign Office nach wie vor ausschließlich mit Pakten und Koalitionen. In dieses Bild, das Abshagen von den treibenden Kräften der englischen Einkreisungspolitik entwirft, fügen sich die letzten Verhandlungen mit der Türkei und Sowjetrußland ohne weiteres ein. Aber dem englischen Selbstbewußtsein wird dabei einiges zugemutet. Denn roie man mit der Türkei wahrscheinlich nur ins Geschäft kommt, wenn der französische Bundesgenosse in Syrien erhebliche Konzessionen macht durch völligen Verzicht auf den eben erst zur Republik Hatay umgewandelten Sandschak Alexandrette, so zeigt Moskau den Werbungen Londons konstant die kalte Schulter, um für die Teilnahme an der Einkreisung einen möglichst hohen Preis herauszupressen. Vielleicht hat es zum Sturz Litwinow-Finkelsteins beigetragen, daß Stalin von ihm allzuschnelle Nachgiebigkeit gegenüber den Wünschen der westlichen Demokratien befürchtete. Jedenfalls sind seitdem die Verhandlungen mit England anscheinend kaum vom Fleck gekommen und Potemkin, Litwinows bisheriger Stellvertreter und präsumptiver Nachfolger, hat keinerlei Eile gemeint, von seiner Reise durch die Hauptstädte des Süd- oftehs nach Moskau zurückzukehren. Vermutlich wird er versucht haben, die Befürchtungen zu zerstreuen, die sowohl Polen als auch Rumänien gegenüber der Sowjetunion als Bundesgenossen und Garantiemacht hegten. Zwischen Rumänien und der Sowjetunion steht noch immer der Besitz Bessarabiens, der zwar durch die Botschsfterkonserenz 1920 den Rumänen zuerkannt worden ist, aber seitdem Gegenstand einer durch französische Vermittlung nur sehr oberflächlich verdeckten Spannung zwischen Bukarest und Moskau bildet. Das polnifch-rumä- niscke Militärbündnis war unter Pilsudski zur gegenseitigen Sicherung vor einem neuen bolschewistischen Angriff geschlossen worden, der ja 1920 bis unter die Mauern Warschaus gelangt war. Inzwischen ist zwar Polen mit der Sowjetunion einen Nichtangriffspakt eingegangen, aber die Sorge war man in Warschau doch niemals ganz losgeworden, daß sich die Ereignisse von 1920 eines Tages wiederholen könnten. Noch im September vergangenen Jahres auf dem Höhepunkt der Tfchechenkrisis drohte Moskau den Polen mit Aufhebung des Nichtangriffspaktes, wenn 8ie polnischen Truppen nicht von der tschechischen Grenze zurückgezogen würden. Damals ließ Oberst Beck, gestützt auf das gute Verhältnis mit dem deutschen Nachbarn, die Bolschewisten recht unsanft abfahren, ohne daß Moskau auch nur das geringste unternahm, feiner Drohung die Tat folgen zu lassen, wie es ja auch die Vorsicht als den klügeren Teil der Tapferkeit wählte, als es darum ging, gegenüber der Tjchecho- Slowakei des Herrn Benesch seine Bündnisverpflichtungen zu erfüllen^. Vielleicht regt diese Erinnerung in Warschau einmal zum Nachdenken über den Bündniswert der Sowjetunion an. Diesen nicht zu übersehenden Löchern im Einkreisungsnetz der westlichen Demokratien stellt die Achse der autoritären Mächte den Entschluß entgegen, die enge Zusammenarbeit Deutschlands und Italiens durch den Abschluß eines politischen und militärischen Bündnisvertrages zu krönen. Er ist in vollem Gegensatz zu den Einkreisungspolitikern gegen niemanden gerichtet, sondern dient ausschließlich der Abwehr und der Sicherung eines gerechten und vernünftigen Friedens für Europa. Wenn es auch von der Einsicht der Meinungs- Vertrauensvotum für Daladier. Blum stellt den Kurswechsel der französischen Außenpolitik fest. EF. Paris, 12. Mai. Bei der Aussprache in der Kammer über die Regierungserklärung kamen am Freitagmargen besonders die Kritiken der Opposition gegen d i e jüngsten Steuerverordnungen, gegen die Rüstungstaxe und vor allem gegen die nach Ansicht der Opposition ungenügende Besteuerung der Rüstungsgewinne der großen Betriebe zum Ausdruck. Für die Kommunisten sprachen die Abgeordneten Honel und Croi- zat. Der letztere forderte eine Mobilisierung des Kapitals und machte darauf aufmerksam, daß sich im Ausland noch achtzig Milliarden französisches Fluchtkapitol befinden. Die französischen Motarenfabriken hätten riesige Rüstungsgewinne erzielt, während die Arbeiterklasse geknebelt würde. Finanzminister Paul R e y n a u d entgegnete, die Lage des französischen Schatzamtes sei durchaus günstig; der Goldzufluß nach Frankreich halte unvermindert an. Der sozialistische Abgeordnete Petrus Faure forderte die Bildung eines Rüstungsminifteriums sowie die Errichtung von Hochofenanlagen und Stahlwerken im Innern Frankreichs, die an die Stelle der int Kriegsfall gefährdeten Anlagen im Osten treten könnten. Weiter forderte er die Anlage von Vorratslagern von hochwertigen Rohstoffen. Daladier erwiderte, dies Problem fei aus- reichend geprüft worden und größtenteils gelöst. Er halte eine öffentliche Erklärung hierüber für unzweckmäßig. Die Zahl der gegenwärtig für die Rüstung arbeitenden französischen Betriebe betrage 6000 gegenüber 2500 bis 2800 vor einem Jahre. Nachmittags kam es zu einem Rededuell zwischen dem Vorsitzenden der Sozialistischen Partei, Löon Blum, und dem Ministerpräsidenten Daladier. Leon Blum hielt eine lange Rede, um die Ablehnung des radikalsozialistischen Dertrauensantrages für die Regierung durch die Sozialisten zu begründen. Blum vertrat die Auffassung, in der französischen Außenpolitik fei ein vollständiger Kurswechsel eingetreten, der es den Sozialisten zwar erlaube, dem außenpolitischen Teil der Regierungserklärung zuzustimmen. Dagegen würden die steuer- unb finanzpolitischen Maßnahmen nach wie vor von Die Mei im Sanne der englischen vaklpolilik abs. London, 12. Mai. Vor einem nur mäßig besetzten Unterhaus gab Ministerpräsident Chamberlain kurz vor Ende der Freitagssitzung die erwartete Erklärung über den Stand der englisch-türkischen Verhandlungen ab, die das Ziel haben, zu einem gegenseitigen H i l f e l e i st u n g s a b k o m - men zu gelangen. Chamberlain stellte fest, die Verhandlungen seien noch nicht zu einem definitiven Abschluß gelangt. Daher feien beide Länder übereingekommen, eine vorläufige verpflichtende Erklärung abzugeben, in der sich England und die Türkei bereit erklären, „im Falle eines zum Kriege führenden Angriffs im Mittelmeergebiet einander gegenseitig jede nur mögliche Hilfe zukommen zu lassen. Hierzu führte Chamberlqin aus: „Diese Erklärung sowie das vorgesehene Abkommen richten sich gegen kein bestimmtes Land, sondern sind lediglich öazu bestimmt, England und der Türkes die gegenseitige Hilfe zu sichern im Falle, daß eine Notwendigkeit hierfür eintritt." Der Ministerpräsident verwies weiter darauf, daß gewisse Fragen, z. B. die genaue Definierung der verschiedenen Voraussetzungen, unter denen diese Verpflichtungen in Kraft treten sollten, weiterer Erörterungen bedürften, bevor man zur Unterzeichnung' des Abkommens gelangen könne. Beide Regierungen hätten die Notwendigkeit weiterer Beratungen über die Sicherung auf der übrigen Balkanhalbinsel, und zwar innerhalb kürzester Frist, erkannt. Diese Jn- terimserklärung schließe für keinen der beiden Vertragspartner Abkommen mit dritten Ländern aus, vorausgesetzt, daß diese dem Frieden dienten. Auf eine Frage des Vorsitzenden der Labour Party, Attlee, ob nunmehr General stabsbe- sprechungen zwischen den beiden Ländern ein- geleitet würden, antwortete der Ministerpräsident, vor der Fertigstellung des Abkommens ergebe sich hierfür keine Notwendigkeit. Weitere Fragen von oppositionellen Abgeordneten, die Klarheit über einzelne Punkte der Erklärung erhalten wollten, wies Chamberlain zurück. So lehnte er es u. a. ab, zu definieren, was in der Erklärung der Ausdruck „das Mittelmeergebiet" zu bedeuten habe. Dazu schreibt der Deutsche Dienst u. a.: Man sollte es in London schon aus Gründen des guten Geschmacks unterlassen, von der Stabilisierung der Verhältnisse in Europa, der Freiheit der Meere oder dem Schutz der Ordnung zu sprechen, wenn man Maßnahmen ergreift, die letzten Endes zum Kollektivkriege führen müssen, und alles andere, nur nicht den Frieden sichern. England bietet an allen Ecken und Kanten der Welt das Geschenk des britischen Schutzes gegen kriegerische Verwicklungen an, und wer sich sträubt, an seine Gefährdung zu glauben, dem macht man Angst und ft e d t i h m Geld in die Tasche. Diese Mittel, mit denen man andere Völker geneigt macher in Paris und London zu viel verlangt wäre, den wahren Charakter des Mailänder Paktes zu begreifen, fo ist doch die Feststellung des deutschfeindlichen, den Herren (Eben und Churchill nahestehenden „Daily Telegraph" bemerkenswert, daß dieser Pakt jede Illusion zerstöre, die man sich über einen Zerfall der Achsenmächte gemacht habe. Die letzten Tage haben erneut das Gegenteil bewiesen. Sie zeigten nicht nur die italienische Wehrmacht in allen ihren Teilen auf der Höhe ihrer Ausbildung und Schlagkraft als wertvollen Bundesgenossen der Wehrmacht des Großdeutschen Reiches, sondern auch die wachsende Erkenntnis von der Bedeutung der Achse als Fundament einer neuen und besseren europäischen Friedens'ordnung. Der Staatsbesuch des jugoslawischen Prinzregentenpaares in Rom hat die Freundschaft der mächtig aufftreberrben Balkannation mit den Achsenmächten erhärtet, Spaniens Abschiedsbrief an die Genfer Liga hat auch in diesem Punkt die Parallele zu den andern Mitgliedern des Antikominternpaktes her- gestellt. Die kollektive Sicherheit, die man unter dem neuen Schlagwort von der Antiaggressionsfront zu tarnen sucht, wird auch in diesem Gewände kaum mehr Glück haben. Der Glaube an ein neues Europa wird diese rückständigen Konzeptionen engstirniger Politiker überwinden. Fr. W. L. der Opposition aufs schärfste abgelehnt. Leon Blum brachte seine Befriedigung über die bisherigen Ergebnisse der auf die kollektive Sicherheit gerichteten französischen Außenpolitik, soweit Polen, Rumänien und Griechenland in Betracht kommen, zum Ausdruck. Er sprach die Hoffnung aus, daß außer der Türkei auch Sowjetrußland bald in dieses System eingegliedert werden möchten. Sowohl gegenüber Italien als auch gegenüber Spanien forderte Blum eine „Politik der Festigkeit". Ministerpräsident Daladier wandte sich a e g e n die Auffassung, daß in der französischen Außenpolitik eine Aenderung eingetreten sei. Die Aenderung, die zu verzeichnen sei, beziehe sich auf die Haltung der anderen mit Frankreich befreundeten Nationen. Was die Tschecho- Slowakei betreffe, so müsse er wiederholen, daß kein französischer Regierungschef angesichts der damaligen politischen und militärischen Lage den Wahnsinn eines Krieges hätte auf sich nehmen können. (Starker Beifall.) Der Widerstand, der sich bei der Opposition jetzt gegen die dem Lande auferlegten Opfer zur Durchführung der Aufrüstung bemerkbar mache, sei kein würdiges Schauspiel. Mit Worten und Tagesordnungen könne man die fünfzig Milliarden für die französische Aufrüstung nicht herbeischaffen. Man müsse auch berücksichtigen, welche Opfer in anderen Ländern, vor allem in England, für die Aufrüstung gebracht würden. Ein wesentliches Anziehen der Steuerschrauben zu Lasten der Unternehmer würde mit der Aufrechterhaltung des freien Charakters der französischen Wirtschaft nicht mehr zu vereinbaren sein. Die Erklärung Daladiers fand lebhaften Beifall, in den zum Schluß auch vereinzelte Sozialisten einstimmten. Die von dem radikalsozialistischen Fraktionsvorsitzenden Chichery eingebrachte Vertrauenstagesordnung für die Regierung wurde mit der erwarteten Mehrheit von 375 gegen 230 Stimmen angenommen. Die 160 Sozialisten und 70 Kommunisten haben geschlossen gegen Daladier gestimmt. zu machen versucht, sich entweder für nackte Interessen britischer Strategie herzugeben, oder sich im Kampf gegen die autoritäre Staatenwelt anzuschließen, kennen wir nicht erst seit heute. Man erzeugt Unruhe, Unsicherheit und Angstpsychosen, um dahinter politische Geschäfte tätjgen zu können. Wenn man es eilig hat, nimmt man sich nicht einmal Zeit, einen richtigen Vertrag abzuschließen, sondern gibt mit der Miene eines Biedermannes überstürzte provisorische Erklärungen ab, die der Welt den Eindruck vermitteln' müssen, daß der Ausbruch des Krieges nur noch eine Frage von Tagen ist. Was erhoffen sich die verantwortlichen Leiter der türkischen Politik, wenn sie sich von der sicheren Grundlage der Neutralität entfernen, um sich auf die Seite Englands schlagen. Glauben sie die politischen Konzeptionen Kemal Atatürks vorteilhaft eingetauscht zu haben, wenn sie jetzt die Türkei zum Degen und Vasallen Englands machen? England und die Türkei mögen wissen, daß Deutschland und Italien nicht nur zwei unzertrennliche Kampfgefährten, sondern auch ein unü-berwind- liches Bollwerk sind und daß es weder jetzt noch in Zukunft irgend eine Mächtekombination geben wird, die die Politik der Achse zu beeinträchtigen in der Lage märe. Merraschlmg in Paris. Paris, 13. Mai. (Europapreß.) Die ftanzösische Presse zeigt sich am Samstagmorgen über den Abschluß des englisch-türkischen Vertrages peinlich berührt. Der Grund ist darin zu suchen, weil von der französischen Presse seit Wochen angekündigt wurde, daß Frankreich zu dem englisch-türkischen Vertrag als Unterzeichner-Macht hinzugezogen oder daß wenigstens zur gleichen Zeit ein französisch-türkischer Vertrag Zustandekommen würde. Das ist nicht der Fall gewesen, obwohl die französische Regierung zur Beschleunigung der Verhandlungen den ehemaligen französischen Generalstabschef General Weygand nach Ankara geschickt hatte. Das „Journal" schreibt, es sei zunächst nur deshalb ein türkisch-englischer Vertrag abgeschlossen worden, weil im Gegensatz zu den französischen die englischen Interessen mehr im östlichen Mittelmeer lägen und dort den türkischen begegneten. Ein türkisch-französischer Vertrag werde folgen, sobald die bestehenden Schwierigkeiten in der syrischen Frage ausgeräumt seien, deren Natur allerdings sehr delikat sei. Das türkisch-englische Abkommen im Parlament von Ankara verkündet. Istanbul, 12. Mai. (DNB.) Heute wurde im Parlament von Ankara im Rahmen einer Erklärung über die türkische Außenpolitik von Außenminister Saracoglu der Abschluß des türkisch-englischen Hilfeleistungsabkommens verkündet. Danach sichern sich die Türkei und England automatisch gegenseitige Hilfeleistung zu, wenn durch einen Angriff im Mit» telmeer ein Krieg ausbrechen sollte. Die Istanbuler Zeitungen verbreiten diese Erklärungen in Extraausgaben. Oer deutsche Kredit an die Türkei. Ist anbul, 12. Mai. (DNB.) In der Großen Na- tionalversammlung in Ankara wurde der vom Deutschen Reich an die Türkei gewährte 15 0-Mil- lionen-Kredit einstimmig angenom. men. Die türkischen Bestellungen im Rahmen dieses Kredites müssen bis zum 31. Dezember 1941 in Deutschland untergebracht sein. 20 v. H. der Summe für Bestellungen in Deutschland dürfen in der Türkei selbst für die dort im Zusammenhang mit den Bestellungen notwendigen Aufwendungen, Arbeitslöhne usw., ausgegeben werden. Der Handelsminifter erklärte, daß der Transport der in Deutschland von der Türkei gekckuften Waren auf deutschen Schiffen nach der Türkei erfolgen müsse. Falls sich aber Schiffe unter türkischer Flagge in deutschen Häfen befinden sollten, so könne der Transport auch auf diesen Schiffen oorgenommen werden. Der jugoslawische Staatsbesuch in Rom. Rom, 12. Mai (EP.) Prinzregent Paul von Jugoslawien und seine Gemahlin begaben sich am Freitag in den Vatikan, wo sie von Pius XII. in Audienz empfangen wurden und dem Kardinalstaatssekretär sowie der jugoslawischen Gesandtschaft beim Vatikan einen Besuch abstatteten. Der Prinzregent hat am Nachmittag zusammen mit König Viktor Emanuel und dem italienischen Kronprinzen im Marmorstadion des Forum Mussolini sportlich-militärischen Vorführungen der Jugend des Likto- re n b ü n d l s beigewohnt. Der Prinzregent und Prinzessin Olga haben am Freitagabend zu Ehren des italienischen Herrscherpaares in der jugoslawischen Gesandtschaft ein Essen gegeben, zu dem auch der Duce und die italienische Regierung sowie das diplomattsche Korps geladen waren. Auf dem Wege von Kgl. Schloß zum Palazzo Borghese, dem Sitz der jugoslawischen Gesandtschaft, wurden dem italienischen Herrscherpaar und dem Prinzregenten herzliche Kundgebungen zuteil. Am Samstagvormittag wird das Prinzregentenppar die italienische Hauptstadt wieder verlassen und als Gäste des italienischen Kronprinzenpaares in Florenz Aufenthalt nehmen, wo nach festlichen Veranstaltungen am Abend im Stadttheater eine Galavorstellung ftattfinben wird. . Gegen Mitternacht wird das Prinzregentenpaar die Rückreise nach Belgrad antreten. Deutscher Fischer von polnischen Sren,beamten ei.tioff en Landsberg (Warthe), 12. Mai. (DNB.) Am Mittwoch, 10. Mai, wurde der 29jährige Volksdeutsche Fischer Koschitzki aus Ziegelscheune beim Ueberqueren der Odra auf der deutschen Hälfte des Flusses in seinem Kahn von» polnischen Grenzbeamten erschossen. Koschitzki, dem die Fischerei in diesem Gebiet der Obra-gehört, war im Besitz eines Dauerausweises. Er war also berechtigt, die deutsche und die polnische Seite der Obra, deren Mitt« die Grenze bildet, zu befahren. Die Ansiedlung von Juden in Brilisch-Suoyana. London, 12. Mai. (Europapreß.) Zu einer vor zwei Tagen veröffentlichten Empfehlung des britischen Flüchtlingsausschusses über die Möglichkeiten zur Ansiedlung jüdischer Emigranten in Britisch-Guayana (auf dem süd- amerikanischen Kontinent) äußerte sich Ministerpräsident Chamberlain im Unterhaus in sehr positiver Weise. Er sagte, die englische Regierung sei bereit, alle nur möglichen Erleichterungen für diesen Siedlungsplan zu gewähren. Chamberlain stellte in Aussicht, daß mit der Ansiedlung von jüdischen Emigranten im Herbst dieses Jahres begonnen werden könne. Wenn dieser erste Siedlungsversuch erfolgreich sei, würde die Ansiedlung in Britisch-Guayana in großem Umfang weiter durchgeführt werden. Allerdings könne die Ansiedlung nur im Innern Guayanas vorgenommen werden, da der Küsten st reifen bereits z u dicht besiedelt sei und die Regierung von Britisch-Guayana die Rechte der dort lebenden Einwohner wahren möchte. Die Siedlung werde autonome Rechte erhalten und in der Regierung von Britisch-Guayana einen Vertreter haben. Oie Fahrt der «Empreß of Australia". London, 12. Mai. (Europapreß.) Die Fahrt des englischen Königspaares nach Kanada an Bord der „Empreß of Australia" wird durch Nebel aufgehalten. Am Freitagnachmittag mußte der Dampfer, der sich zur Zeit i n d e r G c - fahrenzone der (Eisberge befindet, beidrehen. Der Dampfer befindet sich im Augenblick 350 Seemeilen südöstlich von Kap Race (Neufundland). In den letzten zwanzig Stunden konnte das Schift nur zwei Seemeilen zurücklegen. Oer Sieg der Lewis-Sewerkschaften in USA Washington, 13. Mai. (DNB.-Funkspruch) Zur Beendigung des Streiks in der Kohlenindustrie schreibt die „Washington Daily News", daß der Gewerkschaftsdiktator Lewis einen gewaltigen Sieg errungen habe, da sich Roosevelt völ» lig auf feine Seite stellte. Der Präsident und feine Arbeitsministerin PerkIns, die schon in mehreren Fällen ihre Hand schützend über kommunistische Hetzer hielt, taten alles, um die Grubenbesitzer in den Augen der Nation in Unrecht zu setzen, obwohl viele Gruben völlig stilliegen. Die Erklärung Roosevelts, daß die von Lewis geleiteten Gewerkschaften, die erheblich unter kommunisttschem Einfluß stehen, allein berechtigt sind, Arbeitsverträge abzuschließen, wendet sich auch gegen das Ge- werkschaftssystem, das von Green geführt wird und das der internationalen Hetze wenig zugänglich ist. Offenbar kam es Roosevelt auf die parteipolitische Unterstützung der Lewis-Gewerkschaften für seine Wiederwahl an. Das Haus des Deuischen Rechts Unser Bild zeigt den Neubau des Hauses des Deutschen Rechts. -- (Scherl-Bilderdienst-M.) Oer Reichsappell der deutschen Beamten Im Hause des rumänischen Unterstaatssekretariats für Presse und Propaganda wurde eine deutsche Derkehrsausstellung eröffnet, die von der Generalvertretung der Reichsbahn-Zentrale für den deutschen Reiseverkehr organisiert ist. Die Eröffnung Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Langem Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr.W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für, Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 39: 9530. Druck und Verlag: Brühlsche Universitäts- druckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preis liste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. NSG. Am Freitag sprach auf der Haupttagung des 2. Deutschen Beamtentages in Frankfurt a. M. Reichsamtsleiter Dr. Knorr vom Rassenpolitischen Amt der NSDAP. Es komme darauf an, natürliche Verhältnisse in Deutschland wieder herzustellen, die darin bestehen, daß immer der T ü ch t i g st e jeweils auch die größte-Kinderzahl habe. Zwischen den hochwertigen Leistungsgruppen pflanze ich das asoziale Element ungehindert fort. Es gehe also darum, einmal den Kinderreichtum des asozialen Elements zu verhindern und andererseits den Kinderreichtum der erbgesunden Familien zu ördern. Hierbei sei besonders wichtig die I u n g - ehe, denn wenn man von dem physiologischen Moment der Spätehe absehe, so müsse doch festgestellt werden, daß der alte Junggeselle aus seinem ganzen Wesen heraus für die Ehe untauglich sei. Die Frühehe erfordere einmal eine anständige Besoldung des jungen Nachwuchses und ferner auch die Uebertragung von Verantwortung, denn es sei unsinnnig zu behaupten. daß die Jugend keine Verantwortung übernehmen könne. Mit einem Appell, vorbildlich in den rassenpolitischen Fragen voranzugehen, schloß der Redner seine Ausführungen: „Die Volksgenossen draußen warten nicht so sehr auf neue Vorschriften wie auf Vorbilder". Reichsamtsleiter, Gesandter D a i tz, bezeichnete die revolutionären Umwälzungen in Deutschland, Italien, Spanien und der Türkei als den Ausdruck der sich anbahnenden Wiedergeburt Europas. Dem obersten Gesetz allen Lebens, sich aus eigener Kraft und auf eigenem Lebensraum zu entfalten, müssen die Kontinente treu bleiben. Sie müssen eine raumpolitische Einheit bilden, wobei sich Schackstraße als unmittelbaren Flügelanbau an das Haus in der Ludwigstraße in östlicher Richtung. Die Aufgabe des Hauses des Deutschen Rechts ist der Dienst an der Verwirklichung des nationalsozialistischen Rechtsideals. Nicht formales Denken in einer abstrahierten, rein begrifflich konstruierten Gesetzlichkeit ist der Inhalt dieser Rechtsidee, sondern das Handeln an einer volksgenössisch sich auswirkenden Aufgabenerfüllung. Das Lebensrecht unseres Volkes muß vor dem Formalrecht der juristischen Fachlichkeit stehen. Als erste Schöpfung, die in diesem Hause erstehen wird, soll in Zusammenfassung aller bisher auf diesem Gebiet geleisteten Arbeiten die N e u g e st a l - tung des volksgenö s s i schen Rechtste b e n s — des bürgerlichen Rechts — vorgenommen werden. In allgemein verständlicher Weise soll ein nationalsozialistisches deutsches Volks- gefetzbuch, das die das Gemeinschaftsleben regelnden Bestimmungen enthält, ausqearbeitet werden. Die auf diesem Gebiet bestehenden Ausschüsse der Akademie für Deutsches Recht werden vereinigt, um in der neuen-Arbeitsstätte mir dieser Kodifikation für die Gesamtgestaltung des rechtlichen Gemeinschaftslebens unseres Volkes ihre Arbeiten aufzunehmen. Bei der Verabschiedung des Voranschlags des Ministeriums für Devisenbewirtschaftung wies Minister Guarneri vor der faschistischen Kammer auf die befriedigende Entwicklung der italienischen Handelsbilanz hin. Der von rund 6 auf 3 Milliarden zurückgegangene Fehlbetrag der Handelsbilanz dürfte sich in diesem Jahr um annähernd eine weitere Milliarde verringern. Das Ziel, das sich Italien auf wirtschaftspolitischem Gebiet vor 14 Jahren gesteckt habe, sei damit erreicht. Die englische Handelsabordnung traf aus Bukarest unter Führung von Leith-Roß in Athen ein, wo mit den für Wirtschaftsoerhandlungen zuständigen griechischen Beamten bereits die erste Fühlung genommen wurde. Das Ehrenkreuz -er deutschen Mutter. Das vom Führer Adolf Hitler gestiftete Ehren- kreuz der deutschen Mutter hat überall Dankbarkeit und Freude ausgelöst. Das wird offenbar auch in der Flut von Zuschriften an die Präsi. dialkanzlei des Führers. Voraussetzung für die Verleihung ist immer, daß die Eltern der Kinder deutschblütig und erbtüchtig und daß die Kinder von den zu ehrenden Müttern geboren sind Adoptierte Kinder, Pflegekinder usw. scheiden daher bei der Anrechnung aus. Diese notwendige Begrenzung kann nicht durch Ausnahmen durchbrochen werden. Der Vorrang des Gemeinschaftsinteresses erlaubt auch keine Abweichung vom alljährlichen Derleihungstermin, dem Muttertag. Aus diesen unerläßlichen Grundsätzen ergab sich bereits die Notwendigkeit der Ablehnung einiger Sonderwünsche. So hatte eine 102jährige Mutter von sieben Kindern, vielleicht die augenblicklich älteste Mutter, die das Ehrenkreuz bekommt, geschrieben, daß sie gern zu ihrem 102. Geburtstag im April die Auszeichnung erhalten würde. Das aber war leider nicht möglich. Ebensowenig konnte die Bitte eines Vaters von zwölf Kindern berücksichtigt werden, ihm selbst ausnahmsweise das Ehrenkreuz zu geben, weil seine Frau schon verstorben ist. Unerfüllbar war auch der Wunsch eines anderen Vaters, dessen erste, inzwischen verstorbene Ehefrau ihm sieben Kinder geboren hatte und der das Ehrenkreuz für seine jetzige zweite Ehefrau beantragte, die zwar persönlich erst zwei Kinder geboren, aber doch neun zu versorgen hat. Im übrigen sei ausdrücklich darauf hingewlesen, daß alle Anträge und Anfragen bei dem Bürg e r- m eist er einzureichen sind und nicht etwa beim Führer oder bei der Präsidialkanzlei des Führers, die sich schon rein technisch unmöglich um jeden Einzelfall kümmern kann und daher doch alles der zuständigen örtlichen Stelle zuleiten muß. Es entsteht also nur Doppelarbeit und Zeitverlust. Die Herstellung der etwa fünfeinhalb Millionen Ehrenkreuze für alle in Betracht kommenden Mütter ist in der gegebenen Frist technisch nicht möglich, da die Emaillierarbeit bei der begrenzten Zahl der hierfür zur Verfügung stehenden gelernten Arbeitskräfte in der kurzen Zeit unmöglich zu leisten ist. Es wird ober angestrebt, daß alle in Betracht kommenden Mütter über 60 Jahre am Muttertag das Ehrenkreuz erhalten. Die Elektrifizierung der Reichsbahn. Der elektrische Ausbau Nürnberg-Saalfeld Mit dem Fahrpl.anwechsel am 15. Mai wird a u f der Strecke Nürnberg — Saalfeld der elektrische Betrieb aufgenommen. Es handelt sich um eine Teilstrecke der Strecke Nürnberg—Halle/Leipzig, die auf elektrischen Zugbetrieb umgestellt wird. Durch die Elektrisierung dieser 350 Kilometer langen Strecke soll das süddeutsche elektrische Bahnnetz mit dem mitteldeutschen Netz zu einem einheitlich betriebenen Netz zusammengeschlossen werden, Die Kosten dieses Bauvorhabens sind ohne die Fahrzeuge mit rund 72 Millionen RM, veranschlagt. Die Arbeiten umfassen die Ausrüstung von 1400 Gleiskilometern mit Fahrleitungen, die Herstellung von 375 Kilometer Bahnstromfernleitungen, die Errichtung der nötigen Werke und Werkstätten. Zur Freimachung des lichten Raumes für die Fahrleitungsanlage und für den Durchgang der Stromabnehmer sind 87 Bauwerke zu verändern. Endlich müssen viele Bahnhöfe umgebaut werden. Die Rest strecke von Saalfeld bis Halle/Leipzig wird voraussichtlich im Sommer näch sten Jahres dem Betrieb übergeben werden können. Im Zeichen des Vier- jahresplanes sind auch bei der Fahrleitung nach Möglichkeit Heimstoffe verwendet worden, wodurch der Kupferbedarf wesentlich herabgesetzt werden konnte. Der Stahlknappheit ist dadurch Rechnung getragen worden, daß auch bei den Fahrleitungs- tragroerfen weitgehend Leichtmaste verwendet werden Die Inbetriebnahme der Strecke Nürnberg- Saatfeld wirh zunächst noch keine erhebliche Reise- zeitverkürzung zwischen Berlin und München zur Folge haben, sie wird aber schon jetzt im Thüringer Wald erhebliche Betriebserleichterungen mit sich bringen. Nach Fertigstellung der Reststrecke ist beabsichtigt, mit der Elektrisierung bis zur Reichshauptstadt vorzustoßen. Erst auf dieser langen Strecke werden die besonderen Vorzüge des elektrischen Zugbetne- bcs voll zur Auswirkung kommen. Ausklang der Gaulusturwoche. Festkonzert in Wiesbaden. Im Rahmen der Gaukulturwoche war das große Konzert im Wiesbadener Kurhaus einer der festlichen Höhepunkte. An der Spitze des Wiesbadener Festorchesters, das für besondere Gelegenheiten aus dem Orchester des Deutschen Theaters und dem de^ Kurhauses gebildet wird, ließ der Präsident der Reichsmusittammer, Professor Dr. Raabe, die Schönheiten der „Oberon - Ouoer- türe, der ihm gewidmeten „Variation und tfuge von Walter Trent er und insbesondere der 2. Symphonie von Johann Br ah ms m höchstem Glanze erstrahlen und gestaltete das Festkonzert nut dem musizierfreudigen Orchester zu einem nachhaltigen Erlebnis. Professor Raabe, nach den einzelnen Werken stürmisch gefeiert, mußte immer wieder den Dank der begeisterten Hörer, unter denen sich auch der stellvertretende Gauleiter Linder und Regierungspräsident von Pfeffer befanden, en gegennehmen Die Kurverwaltung ehrte den Gast durch einen goldenen Lorbeerkranz. Das Programm für Samstag und Sountaq. Frankfurt: Arn Samstag Dolksmusikabend. Werke von Bach, Friedrich dem Großen, Gluck und Bresgen. Ausgeführt von der Fachgruppe I der Fachschaft Volksmusik der in der Reichsmusikkammer vereinigten Liebhaberorchester. fiolthaufen (Kreis Biedenkopf-Dillenburg): Am S°nn°°° groß-- D°r»°st. F-stUch- W°.h° Dorfes Holzhausen als Musterdorf durch ^nul^ter und Reichsstatthalter Springer. S^Mtaltum Die Gaudienststelle der N«.-Gemeinschaft „Kra ^D^?D°tt "tz°lzhau!°n ist mit d°m Kraftwagen von der Straße Biedenkopf—Gladenbach aus z - reichen. Für die Anfahrt mit der Bahn empfiehlt sich die Benutzung des- Sonderzuges von der Bayn- station Frankfurt, Friedberg, Bad-Nauheim, Gre- aeftaltete sich durch die Anwesenheit des rumänischen Ministerpräsidenten C o l i n e s c u und anderer hervorragender rumänischer Persönlichkeiten zu einem politischen Ereignis ersten Ranges. * Die Niederlegung der deutschen und der ita- lienisck)en Ratifikationsurkunde zum Abkommen über den Eintritt Deutschlands in die Europäische Donaukommission ist erfolgt. Die erste Tagung der Kommission unter Mitwirkung Deutschlands beginnt am 13. Mai in Galatz. Die Euro- pärsche Donaukommission befaßt sich mit den Donau» mündungen abwärts Braila. Der rumänische Finanzminister Constanti- nescu hatte in Rom Besprechungen mit Finanzminister Thao di Revel und dem Minister für Devisenbewirtschaftung, G u a r n e r i, über die italienisch-rumänischen Handelsbeziehungen und den gegenseitigen Zahlungsverkehr. Constantinescu wird auch von Mussolini und dem Außenminister Graf Ciano empfangen werden. * Der jugoslawische Ministerpräsident Zwetko - witsch erklärte dem deutschen Abg. Hamm, der ihm verschiedene Wünsche und Beschwerden der deutschen Volksgruppe in Jugoslawien vortrug, daß die seit längerer Zeit beantragte Aenderung der Satzungen des seit 1921 bestehenden Schwäbisch-Deutschen Kulturbundes genehmigt worden ist. * Der am Donnerstag in Berlin gegründeten I n - ternationalen Forst zentrale ist jetzt auch Finnland beigetreten. Aus aller Wett. Riesenbrand in Chikago fordert 12 Todesopfer. Die großen Getreidehallen von Chikago stehen seit Donnerstag in Hellen Flammen. Das Feuer brach nach Beendigung der Arbeit in einem der fünf großen Getreideschuppen aus und griff mit großer Schnelligkeit um sich. Bevor noch die Feuerwehr zur Stelle war, ereigneten sich mehrere Explosionen, durch die das Dach eines Schuppens mehrere hundert Meter weit geschleudert wurde. Das Wachpersonal, das- sich im Schuppen befand, tarn in den Flammen um. Bisher zählt man 12 Todesopfer; die Leichen stnd bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Fünfzehn Personen, in der Mehrzahl Feuerwehrleute, wurden schwer verletzt. Der Sachschaden wird auf zweieinhalb Millionen Dollar geschätzt. Fast die gesamte Feuerwehr von Chikago, über tausend Mann, befand sich an der Brandstätte. Kindesmörderin zum Tode verurteilt. Das Rostocker Schwurgericht verurteilte die 22 Jahre alte ledige Anna Reuter aus Allershagen bei Rostock wegen Mordes zum Tode und dauernden Ehrverlust. Sie hatte am 24. Februar d. I. ihrer 5 Monaten alten Tochter, die in einem Heim gut untergebracht mar, bei vorübergehender Abwesenheit der Schwester aus einer mitgebrachten Flasche Salzsäure zu trinken gegeben, so daß das Kind in der nachfolgenden Nacht trotz aller Hilfe nach grauenvollen Schmerzen erstickte. 40 Todesopfer eines Schiffsunglücks bei Reuschottland? Man befürchtet, daß bei einem Zusammen- st o ß von zwei Fischereifahrzeugen im dichten Ne- bei, etwa 150 Meilen nordwestlich Boston, in der Nähe von Neu-Schottland, insgesamt 40 Personen ums Leben kamen. Neun Fischer wurden halb erfroren und völlig erschöpft in einem Rettungsboot bei Yarmouth treibend aufgefunden. Einer der Ge». retteten ist inzwischen geftorbcn. Die lieber» lebenden erzählen, daß sich der Zusammenstoß nachts, als die meisten in ihren Kojen schliefen, ereignete. Beide Segelschiffe sanken sofort. Die Mannschaften mußten, teilweise nur mit dem Hemd bekleidet, in das eiskalte Wasser springen. Die Kapitäne beider Fahrzeuge gingen wahrscheinlich mit ihren Schissen in die Tiefe. Mehrere Dampfer und Küstenwachboote suchten die Unfallstelle mit Scheinwerfern ab, fanden aber nur ein leeres, treibendes Rettungsboot. Treffen des Grünen Korps in Koblenz. Das Treffen des Grünen Korps (26. Res. Korps) das vorn 13. bis 15. Mai in Koblenz zur Feier des 25. Jahrestages der Schlacht von Langemarck stattfinden sollte, mußte auf einen späteren Zeitpunkt verlegt werden. Nur die Wiedersehensfeiern der Reseroeregimenter 238 und 240 werden in einfacher Weise abgehalten. Nach Kameradschaftsabenden ehren die Kameraden die Gefallenen und ihren Divisionskommandeur Genera! Waldorf an dessen Grab auf dem Koblenzer Friedhof. Nach einer Rheinfahrt beginnt abend- ab Koblenz die Flandernfahrt. Wetterbericht Während in den nördlichen Gebieten des Reiches der Einfluß des nordeuropäischen Hochdruckgebietes stärker zur Einwirkung gekommen und vielfach Aufheiterung eingetreten ist, bedingt das Zusammentreffen verschiedenartiger Luftmassen bei uns noch leicht unbeständiges Wetter. Auch für die Folge bleibt für unser Gebiet die Grenzlage zwischen Hoch- und Tiefeinfluß noch bestehen, so daß trotz gelegentlicher Aufheiterung noch keine durchgreifende Besserung zu erwarten ist. Vorhersage für Sonntag: Veränderlich mit gelegentlicher Aufheiterung, doch immer noch unbeständig und zu Regenfällen neigend. Bei lebhaften östlichen Winden nachts etwas frischer, tagsüber mäßige Erwärmung. Vorhersage für Montag: Noch immer unbeständig. Lufttemperaturen am 12. Mai: mittags 11 Grad Celsius, abends 10,7 Grad; am 13. Mai: morgens 9,7 Grad. Maximum 12,3 Grad; Minimum heute nacht 8,5 Grad." — Erdbodentemperaturen in 10 cm Tiefe am 12. Mai: abends 12,3 Grad; am 13. Mai: morgens 10,8 Grad. — Niederschläge 4,3 mm. jedes Volkstum, das der Nationalsozialismus achtet und respektiert, seinen eigenen Leben s st i l formt. Für das deutsche Volk gelte die autoritäre Form des Volks st aates, sein Lebensstil sei die soldatische Haftung. Kontinentaleuropa werde sich aus dem Zwang eigener Notwendigkeit heraus neu orden. England mit seiner Orientierung nach Westen hin, Italien nach Süden und Deutschland in Osteuropa seien die Länder, die zusarnmen- stehen müßten,' um die sich anbahnende Wiedergeburt Europas zu fördern und zu vereidigen. Obergebietsführer Dr. Stellrecht ging davon aus, daß die vergangene Zeit im deutschen Volke drei Jugendbewegungen hervorgebracht habe, die Jugendbewegung der Freiheitskriege, der Vorkriegszeit und der Hitler-Jugend, von denen aber mir die letzte in den Staat hineingern a ch s e n sei. Ihre Aufgabe bestehe darin, den Jungen und das Mädel durch das Erlebnis und nicht durch das Wissen zu erziehen und den Jungen so sein zu lassen, wie er ist. Auf diese Weise ist der Pimpf heute schon ein Typ geworden, der aus dem deutschen Gemeinschaftsleben nicht mehr Hinwegzudenken ist. Auf diese Weise werde in der großen Zahl der Hitlerjungen eine neue Generation herangezogen, die in der späteren Entwicklungsgeschichte ihres Volkes notwendig sein werde. So erzöge sie die kommenden Generationen zu einem neuen Ideal und gebe ihr eine schöne Jugend, wenn sie auch von ihr schon im frühen Alter die Einordnung verlange. Weil die Jugend dadurch zu den Werten höchster Pflichterfüllung erzogen werde, werde sie auch zu einem Verständnis für das deutsche Beamtentum kommen. ; e n ober Marburg (Lahn), der rechzeitig zur Teilnahme an der Feier und dem Dorffeft eintrifft. Frankfurt: Festliche Kulturkundgebung am Sonntagvormittag. Es sprechen *1*1" Oberführer Hinkel, Abteilungsleiter im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, und Kreis- leiter Schwebe!. Durchgeführt von der Kreisleitung Frankfurt. Kleine politische Nachrichten. Unter der Schirmherrschaft des Reichsprotektors findet vom 11. bis 18. Juni in Prag die erste deutsche Kulturwoche statt, deren Aufgabe es ist, den deutschen Anteil am Kulturschaffen in Böhmen und Mähren in einer geschlossenen Schau darzustellen. In Antwerpen wurde die Deuts ch e Kunsthandwerksausstellung „Hausgerät und Leben in Deutschland" feierlich eröffnet. Die Ausstellung ist von der Gemeindeverwaltung Antwerpen in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Belgischen Gesellschaft und dem Deutschen Kunstdienst unter der Schirmherrschaft des Antwerpener Oberbürgermeisters, des belgischen Kultusministers, des belgischen Botschafters in Berlin und des deutschen Botschafters in Brüssel eingerichtet worden. Am Donnerstagmorgen starb der Verleger des Lieanitzer Tageblatts", Kommerzienrat Dr. Heinrich K r u m b haar. Der im 72. Lebensjahr Verstorbene, Sohn einer schlesischen Verleaerfarnilie, Otjeitöem er 1904 in den Vorstand des Vereins deutscher Zei- tungsverleger eingetreten war, jahrzehntelang einer der führenden Männer in der Standesoraanisation der deutschen Derleaer und damit im deutschen Zei- tungsgewerbe gewesen. Der Gold ström nach den Vereinigten Staaten betrug nach einer Mitteilung der Neu- yorker Bundes-Reserve-Bank im April von Europa 606 270 000 Dollar. 384 Millionen Dollar stammten allein aus England. Das Generalsekretariat der Genfer Liga teilt mit, daß die Eröffnung der 105. Ratssitzung auf den 22. Mai festgesetzt worden ist. Der amerikanische Staatssekretär Hüll verneinte in der Pressekonferenz die Frage, ob General Marshall, der nach Brasilien unterwegs ist. dort militärische Abmachungen treffen wolle. Hüll erklärte, die amerikanische Regierung sei durchaus in der Lage, sich und ihre Interessen jederzeit selbst zu. verteidigen. Nichts liege ihr ferner, als der Gedanke militärischer Bündnisse. Berlin, 12. Mai. (DNB.) Entsprechend dem Wunsche des Führers, daß sämtliche Gliederungen, angeschlossenen Verbände der NSDAP, und Jn- titutionen des Dritten Reiches in der Haupt- t a b t der Bewegung ihre Heimstätte und Führung haben sollen, hatte der Präsident der Akademie für Deutsches Recht, Reichsminister Dr. Frank, im Jahre 1936 den Bau des Hau- es des Deutschen Rechts in München mgeortmet. Am 24. Oktober 1936 fand die Grund- teinlegung durch den Reichsminister für Wifsen- chaft, Erziehung und Volksbildung, Bernhard Rust, tatt. Im März 1937 wurde mit den Bauarbeiten begonnen, und nunmehr findet nach zweijähriger Sau arbeit die Einweihung des Hauptbaues — des Bauteiles I — am 13. Mai statt. Das Haus des Deutschen Rechts wird in i n s ge - amt vier Bauteilen errichtet. Nachdem jetzt )er Bauteil I in der Ludnügstraße fertiggestellt ist, st mit dem Bauteil II — dem ße f e f a a I —, der n Zusammenhang mit dem völligen Umbau des bisherigen Max-Josef-Stiftes erfolgen soll, bereits begonnen. Als Bauteil III soll ein Gebäude für einen großen Sitzungssaal als Neubau entstehen. Der Bauteil IV umfaßt die Errichtung des Gebäudes der Deutschen Rechtsschule an der W * Wetzlar. 2S1S0 Heute erscheint als Sommerausgabe 1939 der Taschen-Kabrvlan des Giekener Anzeigers isteiie™geb°tei Produkte, Leipzig S 3. 3527V 6 Gebr. 2430 Myliusstrahe 28. 3497D 7 Uhr. 02413 G.- 3492 V mehreren, durch utuiipwww mehreren, durch dring. Fäll.,: -in-Kleinanzeige !g 71. 1 lasen Sie es allen1 Nr. 4241. Stadttheater mit sämtlichen Eisenbahnverbindungen Oberhessens, der benachbarten preußischen Bezirke, sowie mit dem zuständigen Kraftwagen- und Gtraßenbahnverkehr. 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Wandern und Reisen - Bäder und Sommerfrischen nen, Wanderfahrten SPITZENLEISTUNG OPEL Dom Gepäck und vom Kelter >g 5)ut die Seitentälchen des wo wir jetzt auf nachgehen. Etwas Winnen, den gewährt, ab- wo wir nach der aus den Zauber des Lahntals Don Konrad Haumann. Ja, das bin ich. Und wenn du sowieso den bekommen hast — Du bist ein guter Junge, Leiv, wir lassen Novelle stiegen! Meinst du das wirklich? Ja, das meine ich. Du solltest dich wcgt^ 500 Kronen totquälen? Ich mache mir nichts dem Geld — wenn ich nur dich habe — und Hut, haha. Und den Hut ... Lieber das Reisen. Von Heinrich Wolfgang Seidel. Weshalb die Menschen auf Reisen gehen, Yt, wenn wir die Zweckmäßigkeitsgründe des Kranken, des Geschäftsmannes oder des Forschers ausscheiden, gar nicht so einfach zu sagen. Immerhin kann , uns der Ausdruck Erholungsreise auf. die rechte Spur bringen. Wir wünschen uns zu erholen, vermutlich von uns selbst. Der Reisewille verrät freilich zunächst nur einen Ueberdruß an den äußeren Umständen unseres Lebens: da aber die äußeren Umstände uns dann mißfallen, wenn wir ihnen nicht gewachsen find, so sind wir in Wahrheit unserer selbst überdrüssig: wir möchten auf diese Weise dem eigenen Ich entrinnen. Das ist natürlich unmöglich, oder wäre «s, wenn wir nur ein einziges !>es Bild. Nun folgen geschichtereiche Lahnftädte im Reigen uf! An der Äarmündung baut sich das malerische Diez mit seinem oieltürmigen, mauersteiligen Schloß über bunten Flußhütten an der Lahnbrücke uf. Prächtig ragen der vieltürmige gotische St.° Georgs-Dom und die Burg über „Limburg, der idlen Stadt" mit dem bunten Geschachte! mittelalterlichen Fachwerks: Gassen, die so eng, daß die Kölner für ihre Fuhrmannswagen einst besonders ilir Limburg Maß nehmen mußten, um nicht stecken m bleiben. Vom Heiligen auf der geschwungnen Zahnbrücke zeigt sich traumhaft das alte Stadtbild -iit Dom und Burg. — Dann Burg Runkel mit sinen von den Kroaten abqesengten gotischen Turm- iimpsen. Und auf der Schadecker Höhe wächst der nunkeler Rote: ein feines Tröpfchen! Weiterhin nehen sich Weilburgs cholpergäßchen zum verwunschenen Barockschloß hinauf mit dem gestutzten Dark; Ubbelohde hat es als Märchenschloß in seine Jilder gezaubert! Berühmte Sprudel entsteigen der Lahnerde: yn tzachinqen, in Selters, in Biskirchen. Und wieder steigt ein vieltürmiges Schloß über einem altertümlichen Markt am Lahnhorizont auf: Braunfels. Dann glitzern sielberne Schieferdächer um einen Dom auf: Wetzlar, wo um das schlichte Mauerhäuschen der Lotte Buff Erinnerungen an Werthers Leiden heraufbeschworen werden. Es ist am schönsten, wenn, wie zur Zeit des Rechtspraktikanten Goethe am weiland Reichskammergericht der Duft des Flieders durch das Städtchen streicht. Marburg lockt noch zum Besuch. Schwälmer Trachten Obwohl heute die verschiedensten Organisationen, KdF. und Reisegesellschaften aller Art dem Fenen- reisenden alle technischen Bedingtheiten des Reisens abnehmen, gibt es immer noch eine große Zahl vo-n Menschen, die gern allein oder doch nur in kleiner und kleinster Gruppe reisen. Sie haben die größere Freiheit, zu tun und zu lassen, was sie wollen, sie können unterwegs ihren Reiseplan gndern, können rasten oder weiterziehen wie es ihnen beliebt. Aber diese Vorzüge werden oft durch kleine Unbeov.emlichkeiten, wie sie das Reisen mit sich bringt — Zugversäumnis, Quartiersuche u. ä. — gestört. Man muß, um wirklich Genuß und Erholung von seiner Reise zu haben, von vorneherein mit solchen kleinen Störungen rechnen und entschlossen sein, sich nicht an ihnen zu ärgern. Bei einer Reise, die uns von Ort zu Ort, an die Stätten besonderer Natur- oder Kunstschätze führen soll, ist die Frage des Gepäcks besonders wichtig. Wenige, handliche Gepäckstücke find Voraussetzung. Man kann sich ohne Träger behelfen und ist auch nicht auf die Bereitwilligkeit der Mitreisenden beim Ein- und Aussteigen angewiesen. Es empfiehlt sich, in einem kleinen Handkoffer das ganze Nachtzeug unterzubringen — man kann damit ohne Beschwer auf die Quartiersuche gehen, während der größere am Bahnhof bleibt. Um Gepäck zu sparen, und doch nichts zu entbehren, ist es gut, sich an Orte, die man bestimmt berührt, Pakete mit Wäsche usw. entweder postlagernd oder ins Quartier zu schicken. Packmaterial bemesse man so reichlich, daß man die getragenen Sachen wieder nach Hause schicken kann. Frauen wählen für die Reise ein Kleid aus einem nicht knitternden Stoff, das sich mit verschiedenen, Blusen, einer Jacke und einem leichten Nachmittagsmantel für die Reise in der Eisenbahn und die Besichtigung der Stadt jeweils passend abwandeln läßt. Der beweglich Reisende vereinfache seine Bedürfnisse Buhbach — hausen — Bodenrod — Blaibach — Ziegenberg. tttier? Wiener Zeichen weist dorthin, steht ein interessanter Baum, seiner eigenartigen Form wegen die Harfenfichte genannt. Durch schöne Waldung gelangen mir nach unserem Endziel Ziegenberg mit seinem, malerisch über dem Tale gelegenen, durch Goethe bekannten Schlosse. Von hier benutzen wir das Postauto nach Butzbach. Wanderzeit 4% Stunden. Gießen — Großen-Vuseck — Beuern — Climbach — Allendors. Vom Rheintal her öffnet sich zwischen Nieder- s Md Oberlahnstein ein sanftes grünes Geschiebe ; malerischer Bergzüge: Das romantische Lahntal! l.urg Lahneck und Allerheiligen bilden den Eingang . I eses Tales voll Wanderglück und Ueberraschungen. livischen Taunus und Westerwald zieht die Lahn mre glitzerndem Bogen, zärtlich eingefaßt von Wie- nbänbern und Hügelketten, von grünen Wald- rjauern und steilen Felsen. Dieltürmige Burgen und c.chlösser, Dome, reizvolle Städtebilder, ganze Bil- !”rbüd)er voll deutscher Vergangenheit, spiegeln sich in geruhsam oorüberziehenden Fluß. Wir dürfen ill» begeisterten Lahnwanderer den jungen Goethe tieren, der also sagt: „Mein Auge, geübt, die rna- rischen und übermalerischen Schönheiten der Land- chaften zu entdecken, schwelgte in Betrachtung der Lähen und Fernen, der bebuschten Felsen, der son- liaen Wipfel, der feuchten Gründe, der thronenden Schlösser und . der aus der Ferne lockenden blauen Nergreihen..." . , Wenn wir vom Rhein her kommen, nimmt uns kalb die Schönheit eines Weltbabes gefangen: Bab ms, ber Kurort der Sängerinnen unb Schau- vieles bes Kränchen-Brunnens und ber Emser Millen Mit seinen Hotelreihen und Kuranlagen it es eingefügt in bas golbne Waldgrün des engen Dales Jungbrunnen und Sportbab mit dem Hauch mn Eleganz, großer Welt unb Tradition. Der Ruch Glycinien streicht burch alle Gassen. Vom blüten- wnten Kurplatz an der von blumengeschmückten : ahnbrückchen 'übersprungenen Lahn klingt heiter !ie Melobie: „König Wilhelm saß ganz heiter... Winter bem Felsen Bäberlei liegt das Oertchen taufe nau mit dem schiefen Stadtturm, mit dem Wirtshaus an der Lahn", von dem das Volkslied singt und allerlei Fachwerk um die Bergkirche. Wo Üe Hänge weiter von ber Lahn zurücktreten, weckt Aad Nassau geschichtliche Erinnerungen an den naßen Staatsmann Freiherr vom Stein, ber im Iqcinienumblauten Schloß geboren ward. Schöne stille Seitentäler führen zur Lahn: Das wmantische Mühlbachtal, die Dörsbachschlucht des Jammertales unter Kloster Arnstein, das von ' Montabaur im Westerwald herniederkommende 3 c l b a ch t a l. Und dann beginnt das köstlichste ‘ Wegstück, das Burgenland der Lahn! Da hockt die merkwürdige Talburg Langenau- neben der Straße. Kloster Arnstein lugt hoch aus Waldgrün. Srunnenburg, Ruine Schauenburg, Burg I a l d u i n st e i n , Schloß Schaumburg auf Bafaltfelfen — bei jeder Flußbiegung im bewaldeten Dal mit ber hoch über dem Fluß in den Fels ge- i jprengten Straße, zeigt sich ein neues, überraschenwippen durch Gassen und Fluren. Im südlichen Rothaargebirge findet sich schließlich die denkwürdige unb kuriose Stätte, wo bie 218 Kilometer lange Lahn im Keller bes Forsthauses Lahnhof bas Licht der Erde erblickt. Romantisches Lahntal, Zauber ber Städte, Burgen, Kurorte — ein gesegnetes Fleckchen beutscher Erbe, ein reiches Wanber- unb geruhsames Erholungsgebiet für erlebnisreiche Ferientage! nehmen, daß er noch dichten konnte. Er schaltete den Lautsprecher ein und kam mitten in die Tagesneuigkeiten hinein. Auf einmal erstarrte er: ein furchtbares Autounglück hat sich heute auf dem glatten Eis ereignet... Zwei Damen außer bem Fahrer in einen 10 Meter tiefen Abgrund gestürzt ... bei Flekkefjord. Er konnte wieder Atem holen. Es sind glücklicherweise zwei Tagesreisen bis Flekkefjord. Aber unheimlich, so etwas in bie Stube zu kriegen, wenn man im voraus nervös und überarbeitet ist. Roh ist bas. Er schaltete ben Apparat aus. Lief in ber Stube herum. Man konnte ja ein Telephongespräch fpenbieren unb Hövik anrufen unb nach ihr fragen. Er traf nur das Dienstmäbchen am Telephon. Nein, sagte sie, sie hätten sich verspätet. Die Wege sollten sehr glatt fein, hatte sie gehört: aber sie würben wohl nun halb kommen ... Er schaltete eine stille, beruhigende Musik von irgenbroo ein, zünbete sich eine Zigarette an unb roanberte umher. Eine halbe Stunbe später ist sie immer noch nicht ba unb das Mädchen in Hövik antwortet, beiß sie das gar nicht verstehen könne. Ja, ja, sie werde seiner Frau gleich Bescheid geben, daß sie anrufen solle, wenn sie kommt. Er sinkt in einen Stuhl nieder und wartet aufs Telephongespräch, auf Schritte im Korridor. Es braucht ja nicht zu bedeuten, baß ein ernstlicher Unfall passiert ist, wenn man sich auf einer Autotour ein ober zwei Stunden verspätet... Die Uhr geht bie ganze Zeit. Eine Minute nach ber anberen wird unerbittlich zurückgelegt. Er ruft bie Polizei an, auch bie Wache auf ber Unfallstelle und ein paar Hotels. Vergeblich. Und immer noch kein Anruf aus Hövik. vr , Der Schreibtisch stand verlassen da. Der Rundfunk sprach fremde Sprachen vor tauben Ohren. Leiv hielt sich im Schlafzimmer auf, ging hin und her, vier Schritte in jeder Richtung. Hier war er neben ihrem Bett, ihren Nähsachen, ihrem Strumpfkasten unb den Kleinigkeiten auf ihrer Toilettenkommode. Wie hübsch sie alles geordnet hatte mit ihren kleinen Händen! Im Schrank hingen bie paar Kleiber, die sie besaß. Es war wohl nicht viel dran. Er verstand so wenig bavon, aber ber Stoff fühlte sich so hart an, als er ihn an seine Wange hielt. Wenn er richtig nachdachte, war es nicht viel, was sie hatte, um sich hübsch zu machen — unb trotzbem war nie« manb so süß wie sie... Nein, er hielt es nicht länger aus, hier sozusagen bei ihrer Hinterlassen- । schäft zu stehen. Wieder in die Stube hinein — er , sank am Schreibtisch ** unbeschriebenen Seiten zusammen. Ach nein, er war gewiß kein No« vellenbichter. Es war nur sein kleines Frauchen, die auf bem Bild mit den rührenden Händen. es war nur sie, bie das glaubte. Glaubte so felsenfest daran, baß sie einen Hut auf Kredit für ihren Anteil am ersten Preis gekauft hatte. Unb dieses Hutes wegen hatte er sie zum Weinen gebracht... Sie kam so leise, baß er sie erst merkte, als sie schon in ber Stube war. Wir blieben etwas länger, sagte sie, wir machten einen Abstecher nach Habe- land... Sie stand etwas verlegen da. Den Mantel und auch den Hut hatte sie im Korridor abgelegt. Inga, sagte er und seine Stimme zitterte, setze bitte den Hut wieder auf, ich sah ihn nicht so genau heute früh...Im Grunde sehr hübsch. Aber wohl sehr teuer? Nein, das Merkwürdige ist, daß er nur zehn Kronen kostete. Es war Ausverkauf, sonst hätte ich ihn nicht genommen, sagte sie. Er zog seine Brieftasche heraus und gab ihr das Geld. Wenn es eine fo unbedeutende Summe wäre, so sollte sie nicht zu warten brauchen, sondern den Hut gleich bezahlen ... Sie saß so glücklich mit roten Wangen auf seinem Schoß mit neuem Hut, Schleier und zehn Kronen und bann fragte sie nach ber Novelle. Ach die! Nein, die war noch nicht fertig, aber es eilte nicht... Und ich kann auch nur arbeiten, wenn du zu Hause bleibst und nicht bis tief in die Nacht hinein im Auto herumfährst. Ich? Du lieber Gott. Ich soll hier sitzen unb mich nicht vom Fleck rühren? Ja, ja, es ist gut so. Aber übrigens ist bies gar keine leichte Arbeit, bas habe ich heute gespürt. Das kann ich dir ansehen, bu bist ja ganz blaß. Well,, Watü^ Ny, f,0Nt, z. M Hochschulnackrichten. Dem Dozenten Dr. Herbert Koziol wurde unter Ernennung zum ao. Professor an der Unioenitat Freiburg i. B. der Lehrstuhl für Englische Phi« lologie übertragen. Wir beginnen unsere Wanderung am Schützen- haus, gehen am Flughafengelände vorbei über Rödgen nach Großen-Buseck. Von hier gelangen wir auf guter Straße nach Beuern. An der Keebsmühle vorüber geht unser weiterer Weg durch schönen Waldbestand hinauf nach dem hochgelegenen Climbach, wo sich uns eine weite Fernsicht erschließt. Von hier führt die Straße, die prachtvolle Blicke in das Lumdatal, auf Allendorf, Nordeck, Leibenhofener Kopf unb Totenberg wärts nach Station Allenborf, von vierftünbiger Wanberung heimfahren. auf. 6t* t. he eine Vom Bahnhof Butzbach (Sonntagskarte) steigen wir bie mit schönen Dillen bestandene Taunusstraße auswärts zum Walb. Hier beginnt bas schwarze T, basz zunächst unser Wegzeichen bilbet. Auf gepflegten Walbpfaben gelange^ wir nach einer Stunbe nach bem reizenb in einem Wiesentälchen liegenben Hausen, bas wir durchschreiten, um in langsamem Anstieg, stets durch Wald, den Gipfel des Hausberges zur Linken lassend, den kleinen Weiler Oes, die kleinste hessische Gemeinde, zu erreichen. Hier wird unser seitheriges Zeichen für ein kurzes Stück von einem roten Punkt unterbrochen. Bald treffen mir wieder das schwarze T, das uns an der Pilgramseiche, einem mächtigen Baum, vorbei nach dem 420 Meter hoch liegenden freundlichen Taunusdörfchen Bodenrod (gute Einkehr) führt. Unser Zeichen leitet uns weiter nach dem anmutig in einem -....... * Michelbachs gelegenen Maibach, rote Striche stoßen, denen wir abseits von unserem Wege, ein tri Zf" sfy ein-r ;pje> „ jebt" ]lO,tS' oi :>ibr < <2.30 & 22 ,30 b- < NI und sei entschlossen, sich nicht durch Kleinigkeiten m feiner Laune unb seinem Aufnahmewillen stören zu lassen. Eine schlechte Nacht, ein verregneter Tag, ein mäßiges Quartier muß er als eine vorüber-' gehende Unbequemlichkeit betrachten, die um so leichter zu tragen ist, je weniger Schwergewicht wir ihr beimessen. Wenn auch der Reiseplan in großen Zügen feststeht, so sollte er doch nicht so starr sein, daß nicht einmal etwas Unerwartetes darin Platz hak _ ein abseits vom geplanten Wege liegendes altertümliches Städtchen von besonderem Charakter, ber Umweg über eine eigenartige Landschaft u. bgl. Beweglichkeit des Geistes, sich umschalten können, kann einer Reise ganz unvorhergesehene Reize geben. Um nicht in unnötige Ouartierschwierigkeiten zu geraten, wie sie in ben Reisemonaten möglich sind, tut man gut, seine Fahrten so einzurichten, baß man am Tage antommt. Man kann dann meist noch ein Unterkommen finben, ober — ist wirklich nichts zu bekommen — mit irgend einem Lokalzug in einen benachbarten Ort fahren. Die Wetterfrage spielt bei bem Reisenden natürlich eine große Rolle unb niemand wird leugnen, daß Sonnenschein angenehmer ist als Regen. Daß man sich aber auch durch Wettermißgeschick nicht Niederdrücken zu lassen braucht,' hat ein großer Mann und Weltreisender wunderschön ausgedrückt. Wilhelm v. Humboldt schrieb an eine Freundin: „Wenn man im Menschen eine gewisse mittlere Seelenstimmung als die Regel annehmen kann, so bringt mich schlechtes Wetter niemals unter dieselbe. Dies erlaubt meine gegen alle äußeren unangenehmen Eindrücke seht gut verwahrte Natur nicht. Aber ein schöner Tag oder eine strahlend sternhelle Nacht hebt mich unaussprechlich darüber empor. Denn man kann, gerade indem man die Empfindung des Schönen schärft, die Reizbarkeit gegen das Unangenehme abftumpfen._____________D- $• Ich in uns trügen. Wir besitzen jedoch mindestens ein Doppel-Jch, eins, das durch eigene und fremde Schuld in seiner Entfaltung gehemmt, in feinen Kräften gebunden, mißgestaltet und verkrüppeltest, und ein anderes, das ich als „Dollendungsbild" bezeichnen möchte, das gottgewollte Ich, dem wir entgegenreifen und dessen Verwirklichung wir ersehnen. In dem Worte: „Ich möchte reifen, um endlich einmal ein menschliches Leben zu führen", ist dieser wesentliche Sinn ber Reise angebeutet; denn offenbar will ber so i;ebenbe sagen, baß er sich selbst finben möchte unb dazu eine völlige 23er- änberung ber Lebensweise brauche. Sv hat die Reise eine zwiefache Bedeutung: sie zerbricht die Ketten des Alltags, der Gewohnheit, der gesellschaftlichen Lüge, des naturwidrigen Lebens und aller jener Leistungen, die uns nicht gemäß sind, bie wir aber erfüllen müssen, weil sie zu unserem Beruf, wenn auch nicht zu unserer Berufung gehören: ebenso aber stellt sie das gott- geordnete Verhältnis zur Natur, zu ben Menschen und zu Gott selbst wieder her. Zur Natur: denn wir lernen endlich wieder bie geschossene Welt mit rechten Augen anzusehen. Ist sie uns in ben künstlichen Städten das Ungewohnte, das andere, das, was wir nicht sind, fo begreifen mir jetzt, daß Vogel, Baum unb Wasser unsere Geschwister find; zu uns rebet ber Berg, redet der gestirnte Himmel, und ihre Rede verkündet die Macht des Schöpfers unb fein wandelloses Gesetz. Aber auch dem Menschen bringt uns bas Reisen näher: sind wir doch geneigt, ihn in der Ferne ruhiger gelten zu lassen in seiner besonderen Art und. Sitte; unbelastet ist der Ausdruck ber Ge- danken von früherem Erleben; Ehrgeiz, Kastendünkel, Geschäftsvorteil unb Sonberneigung scheiden aus, roo sich Menschen in dem, was allen gemeinsam ist, finden können: in der Freude an einer morgenfrohen, neugewordenen Welt. Und sollte endlich nicht auch zu Gott die Straße offener fein in diesen Wochen, da wir der sinnlosen Mahlmühle des Lebenskampfes entronnen sind, nun endlich einmal begnadet mit Zeit? Die weite Reife müßte stets auch eine Reife in das inwendige Land fein. Dankbarkeit und Freude geben uns Mut zu neuem Beginn, Entspannung des Leibes läßt die Seele erwachen und unser wesenhafteres Ich erhebt seinen Anspruch an das Leben. Wohl dem, der dann ver- wandelt heimkehrt, wieder bedacht auf hohe Ziele, die ihm längst entschwanden, jungen Geistes und lebendigen Herzens! Eine Gonntagsgeschichte. ; Von Marie Hamsun. Leiv und Inga waren verheiratet, aber nicht cunqoerheiralet, es war schon über em Jahr her Än einem Jahr kann so viel geschehen, man nimmt in an Alter, Weisheit und Verstand, wie es heißt. Ls kam Leiv so vor, als ob er mehr zugenommen abe als Inga. Aber nach einer Frau, die ihrem Manne über ben Kopf wächst, soll man auch nicht »rächten: im großen und ganzen wünschte er ben morgigen Tag nicht anders als heutigen Es wäre denn, wenn sie etwas mehr Geld perbtent hätten, aber dazu war vorläufig keine Aussicht. Sein Gehalt im Büro war fest, geradezu unerfchut- «rlich fest. Inga war übrigens ganz tüchtig im Wirtschaften, gab- keinen unnutzen Pfennig aus und mit feinen wohlbedachten Ratschlägen pflegte das Selb einigermaßen auszureichen. Aber es machte boch Eindruck auf sie, als sich ::uher ber Staatslotterie, in ber sie regelmäßig hielten — eines Tages eine neue Chance bot. eine ;roße Zeitschrift forbert zu einem Pr"sausschrei° en aut Ein jeder konnte seine Novelle emschicken :md daran teilnehmen. 1. Preis: 500 Kronen. Beim Mittagessen entstand eme Pause. Lew sah ::us, als ob er über bie Fleischkloße in irance fiele. Anga unterbrach zuerst bas Schweigen. Sie sag e, ’ ie wünsche es sehr, baß er bie Novelle bichte, damit sie bie 500 Kronen bekommen konnten 0:5je verschiedenes, was sie gerade jetzt zum Haushalt brauche. . , - Am folgenden Morgen sagte er, daß er glaube inne brauchbare Idee gesunden zu haben. Das vlaubte sie auch. Die klatschte in die Hande und chrie förmlich: O Leiv, bann gibst bu mir em bih- Sen von dem Geld, nur ein bißchen nicht wahr. ■ Er wies sie sanft zurecht — sie durfte boch nicht Ileid) davon ausgehen»... aber natürlich, wenn er jier Glückliche werben sollte, bann — Sie bantte ihm, küßte ihn freudestrahlend und verschwand durch die Tür. Er ging ein paar Tage ind wärmte und brütete an der Idee — am Sonn- ug dachte er, die Novelle auszubruten. Es war :«ann nötig, daß er ganz allem war Sie Wohnung war nämlich sehr eng, nur zwei kleine Z mmer Äüche und Bad. Inga sagte deshalb gleich zu, a s i)re Schwester und ihr Schwager von Homk aus m einer Autofahrt auf das Land emluben Am Sonntagmorgen war Lew frühzeitig fertig. $r saß ba mit Papier und Bleistift und wartete darauf, baß Inga ihn alleinlassen sollte. Als e sein Haupt aus den stützenden Händen erhob, stano sie mitten im Zimmer und hatte einen neuen Hut : auf. Einen neuen Hut! Seine Augen waren plötz- ' lich erwacht. Hast — hast bu einen neuen Hut, fragte er. Ist er nicht nieblich? Sie drehte sich lächelnd um, damit er das Wunder von allen Seiten sehen konnte... Aber du hattest ja schon einen Hut, Mensch, rief er. Ich hatte einen Hut, sagte sie unb nickte mit bem zweiten Hut. r £ Da stand Leiv vom Schreibtisch auf und fragte sie von Gesicht zu Gesicht, was ihr eigentlich eingefallen sei. Ohne weiteres Geld zu nehmen und einen teuren Luxushut hinter seinem Rücken zu kaufen! t Inga wich nicht zurück. Ihre Nase war dicht an ber seinen: sie hatte nicht einen Pfennig genommen! Sie hatte nämlich ben Hut auf Kredit bekommen. Nur auf ein paar Wochen — bis die Preise verteilt wurden. Oder hätte er vielleicht vergessen, was er ihr versprochen hatten? Inga brach unter bem Hutschleier plötzlich in Tränen aus. Dann eilte sie hinaus, unb er war allein. Nun sollte also ein Dichter still in sich versinken, um aus ber Tiefe seiner Seele etwas zu schassen. Er war außerstanbe bazu. Rastlos ging er in ber Stube herum, stöhnte und seufzte.-Daß sie ihm so etwas antun konnte! Nach einem Jahr entwickelnden Zusammenlebens stand sie auf der Stufe einer __ ja, einer Hottentottendame, die ein Stäbchen durch bie Nase steckt, einen Ring durch bie Lippen zieht unb glaubt, daß sie reizend sei. Etwas später hatte er sich ein wenig beruhigt und setzte sich' wieder an den Schreibtisch. Er hatte gehofft, diese kleine Erzählung heute fertig zu bekommen, aber es würde wohl schwierig werden. Er war aus seiner Bahn herausgeschleudert worben. Er versuchte sich wenigstens auf einen guten Anfang zu konzentrieren. Er hoffte, baß dann der Rest an einem anderen Tage sozusagen von selbst kommen würbe. Er wanderte in der Stube umher, stellte einen Stuhl zurecht unb hängte ein schiefes Bud gerabe. . ... Die Verabrebung von heute früh war. datz sie vor Dunkelwerben zurück fein sollte. Die Tage waren sehr kurz zu dieser Jahreszeit er mußte versuchen zu arbeiten, sie konnte ja leben Augen- . blick hier sein. Als er nun einen Bogen ober zwei mit Anfängen vollgeschrieben und wieder Konfetti daraus gemacht und sie in den Papierkorb geworfen • hatte, machte er abermals eine Pause. Es war ganz dunkel draußen und Inga war noch > nicht ba. Er wurde nervös, unb es war nicht anzu- erser* ppidi e cs. 2.50 0, geg. M Zrioatmanii uf. gesucht. . Angeb. in- wng. Mr adio ht. Stziftl. L m. Bau' 'brauchtet 'erhaltenes UM* Ut-for atWi^ S*. e °b. M Karten in ju kauf. 'Here An- Nr. M ber, Gie. >lo(f)tr. i. ros zu kaufen r .(Ein. I Hof. oder ■ em.). Ang. unt. r.d.G.A. ite 5 Zimm, rten ober eues mgslmus ). Gietzen egen Bar- Ä z. kauf, t. Schuft' Ingeb. mit mg. unter ) a.d.G.A. htang WWW! mf.d.Um' ig freiiverü. Irom-Moto:«! iefern auf ch DreW.' cen «auch Jiete" üU. m sofort oo . Vertret? i a.WuM imas“ Wnburg ankfuwM. L.SttM ge! -bon Otto Corbach. Der Siegeslauf -er Elektrochemie ßlnderla Schlageters letzte Tage 1847 hatte Herzog Maximilian von Leuchten, wurde berg Len grundsätzlich entscheidenden Weg der'' ' " ' Kupferraffination gewiesen, und 1852 zeigte Lunsen — mit Hilfe des von ihm erfundenen, einen verstärkten Strom liefernden Elementes — den vor- zu spät kommen, die Verteidigung der Hauptstadt vor seinem Eintreffen durch die Roten organisiert sein. Ueberließ er aber die Besatzung des Älkazars ihrem Schicksal, d. h. der fast sicheren Abschlachtung durch die Roten, so würde sicher das Vertrauen auf ihn und seine Truppen einen schweren Stoß er» leiden, der zum Zusammenbruch seines ganzen Unternehmens führen konnte. Außerdem aber würden nach dem Fall des Älkazars die dort siegreichen roten Hörden eine ernste Gefahr für seine rechte Flanke und die rückwärtigen Verbindungen be- deuten. Franco faßte in dieser Lage den einzig richtigen Entschluß, die Besatzung des Älkazars zu entsetzen und die roten Belagerer zu schlagen. Es! war auch unbedingt richti-g, daß er nicht etwa mit den Hauptkräften den Marsch auf Madrid fortsetzte und nur mit schwächeren Teilen auf Toledo mar- unvergeßlichen Tage beobachtet habe, war im höchsten Grade bewundernswert. Er nahm unerschrocken )ie ganze Verantwortung für seine Tätigkeit im be- etzten Gebiet allein auf sich und war in jeder Hin» icht bemüht, seine mitangeklagten Kameraden zu entlasten.... • Ich hatte noch am Tage vor der Erschießung mit dem Präsidenten des Gerichts, das Schlageter verurteilte, und mit dem Anklagevertreter die Möglichkeit einer Vollstreckung des Todesurteils besprochen. Beide waren der aufrichtigen Meinung, daß das Urteil niemals vollstreckt werde, da man auf keinen Fall einen Märtyrer schaffen wolle. An demselben Tage wurde Poincare als Ministerpräsident im ranzösischen Abgeordnetenhaus von T a r d i e u nterpelliert, wegen des Mißerfolgs außerordentlich charf angegriffen und ihm außerdem noch der per» önliche Vorwurf der Schlappheit gemacht. Während Tardieu sprach, schrieb Poincare, dessen starke Erteilhaftesten Weg zur elektrolytischen Reindarstellung von Calcium, Aluminium, Magnesium und Lithium. Weiter führte 1871 Woh lwill die ersten Versuche zur technischen Silbergewinnung elektrolytisch mit Erfolg durch. schiente, sondern den Houptteil seiner noch sehr bescheidenen Kräfte auf Toledo ansetzte, um den an der pazifischen Küste Südamerikas doch erst nach Eröffnung des Panamakanals, der dem Ausbruch des großen Krieges fast unmit* telbar folgte, brechen. | Nichts ist bezeichnender für die Fadenscheinigkeit „demokratischer" Verfassungen ibero - amerikanischer Länder als die große Rolle, die britische oder nordamerikanische Besitzrechte jeweils bei ihren inneren Umstürzen und gegenseitigen, ost genug blutig ausgetragenen Feindseligkeiten spielte:'. Bolivien geriet dabei trotz seines Rohstoffreich' tums ins Hintertreffen, sobald sich für fremde Kap'' talanlagen in den Guano- und Salpeterlagern der pazifischen Küste leichter zugängliche unerm& liche Gewinnquellen boten. Peru und Eh'lk konnten, da die durch die chemische Wissenschaft ent* deckten neuen landwirtschaftlichen Kraftstoffe haupl' sächlich innerhalb ihrer Grenzen gefunden wurden, nun mit Hilfe fremden Kapitals ihr Verwaltungs-, Wirtschafts- und Militärwesen rascher entwickeln und modernisieren als Bolivien. Was Wunder, daß der schmale Zugang zum pazifischen Ozean, über den Bolivien verfügte, infolge des ..pazifischen Krieges" einer Aufteilung zw>' Schleussner Film mit Garantieschein gegen Fehlbelichtung sich heldenhaft gegen erdrückende Uebermacht hielt. I ' Sranco stand vor einem schweren Entschluß. Ließ LpUYNNü er sich nach dem weit in seiner rechten Flanke lie-1 v 1 ’ff genden Toledo ablenken, so konnte er bei Madrid „Meine Erlebnisse im Ruhrkampf" veröffentlicht werden. Bräutigam, der 1934 starb, wurde seinerzeit von Schlageter zu seinem Verteidiger gewählt, er hat den Ruhrkampf als für die deutsche Sache kämpfender Jurist erlebt und charakterisiert in seinem Bericht vor allem die Rechtspraxis unter der Franzosenherrschaft, die oft genug eine Unrechtspraxis war. lieber Schlageters Prozeß und Hinrichtung schreibt er u. a.: Hw lyr L Es gelang mir, in dem engen Kriegsgerichtssaal unmittelbar neben Schlageter einen Platz zu bekommen, so daß ich ihm während der zweitägigen Verhandlung auch unmittelbar manches Wort zuflüstern konnte. Seine Haltung, die ich während dieser beiden wenn sie ihm zweckmäßig erschienen, verwertet. Selbst Friedrich der Große hat sich von seinen besten Generälen Operationsentwürfe vorlegen lassen und, wenn sie seine Billigung fanden, feine Person und seine königliche Autorität für ihre Durchführung eingesetzt. Nicht das ist das Entscheidende, ob der Feldherr alles selbst erdacht hat, sondern, ob er geistig und seiner militärischen Durchbildung nach den strategischen und taktischen Gedanken und Zielen gewachsen ist, vor seinem Heer, Volk und der Geschichte durch seine Entscheidung und durch seinen Einsatz für die Durchführung die hohe Verantwortung übernimmt. Wer nicht selbst eine Feldhermnatur besitzt, der wird auch bann, wenn ihm der genialste und tüchtigste Generalstabschef zur Seite steht, nicht in der Lage sein, stets die richtige Entscheidung zu treffen und für sie mit seiner ganzen Person einzutreten. Um den Fekdherrn Franco würdigen zu können, wollen wir in großen Zügen den Weg verfolgen, auf dem er seine Streitkräfte zum Endsieg geführt hat. Als Führer der in Marokko durch die langen Kämpfe mit den Rif-Kabylen gestählten Truppen sah er mit Schmerz und Zorn den unaufhaltsam erscheinenden Verfall seines heißgeliebten Vaterlandes in die Anarchie, erkannte er richtig die Fäden, die von Rußland aus gesponnen wurden, um aus Spanien eine westliche Hochburg des Bolschewismus zu machen und von hier aus die Well- reoolution der Komintern weiterzutreiben. Aufmerksam verfolgte er vor allem die Vorgänge in der spanischen Wehrmacht. Er täuschte sich nicht darüber, daß sie in zwei Lager gespalten war, daß ein erheblicher Teil von Heer und Flotte den anarchistischen Ideen der Roten verfallen und nur der bessere Teil, insbesondere aber die Mehrzahl der Offiziere, national gesinnt war und die Wiederherstellung einer straffen antibolschewistischen Regierungsgewalt erstrebte. Es war ihm auch klar, daß diese Spaltung und das Mißtrauen der roten Gewalthaber die Wehrmacht auf längere Zeit lahmlegen würden. Diese Erkenntnis ließ in ihm den Plan reifen, mit seiner kleinen, aber kriegsgewohn» ten und als Frontkämpfer bolschewistischer Der- seuchung nicht zugänglichen Marokko-Truppe, auf die er sich unbedingt verlassen konnte, den Anstoß zur militärischen und politischen Erhebung zu geben, der, so hoffte er, die völkische folgen würde. Wohl waren es nur etwa 3000 Mann, über die er im Anfang verfügen konnte, aber Franco vertraute darauf, daß nach den ersten Erfolgen ein Teil des Heeres und der Flotte, und zwar der bessere, zu seinen Fahnen strömen würde. Er war sich auch klar darüber, daß er rasch handeln müsse, bevor die roten Gewalthaber nach Ueberwindung des ersten Chaos eine Art Regierungsgewalt und eine einigermaßen organisierte Truppenmacht schaffen würden. Dementsprechend handelte er kühn und entschlossen. Im Juli 1936 setzte er teils mit Flugzeugen, teils mit Seetransport unter dem Schutze des national: gesinnten Teiles der Flotte, dessen Mitwirkung er sich versichert hatte, seine marokkanischen Truppen auf das spanische Festland über und begann sofort von Cadiz aus zunächst die Eroberung der Provinz Andalusien mit den wichtigen Städten leres de la Frontera, Sevilla, Cordoba. Es erwies sich alsbald, daß feine Rechnung richtig war. Seine festgefügte Kerntruppe fand in dem Chaos nur geringen Widerstand und bald wuchs sie durch Zuzug aus den besten Elementen der Armee zu einer beachtlichen Streitmacht an, mit der er wohl wagen konnte, durch die Provinz Estremadura weiter nach Norden oorzustoßen und, wenn ihm das Glück treu blieb, von dort aus den Schlag gegen das Herz des Landes, die Hauptstadt Madrid, zu führen. Er wußte wohl, daß Eile nottat, und doch erkannte er sehr richtig, daß noch wichtiger als Schnelligkeit die unbedingte Sicherung seiner zunächst sehr schmalen Operationsbasis in Andalusien war. Diese organisierte er daher mit größter Sorgfalt, indem er mcht nur die eroberten Ortschaften und die Ver- bindunasbahnen und -straßen mit ausreichenden zuverlässigen Sicherheitsbesatzungen versah, sondern auch die zivilen Derwaltungskörper mit national» gesinnten Männern besetzte. Erst dann, als er überzeugt war, daß Ruhe und Ordnung in Andalusien wiederhergestellt und seine Operationsbasis fest in feiner Hand war, setzte er seinen Zug durch die Estremadura mit dem Ziel Madrid fort. Gerade diese Gründlichkeit in der Sicherung seiner Ope- rationsbafis zeigt, daß Franco nicht der Desperado war, als welchen ihn das übelgesinnte Ausland zu bezeichnen beliebte, sondern ein verantwortungsbewußter, durchgebildeter und weitblickender Soldat und Führer. Das trug ihm auch das unbedingte : So hatten sich auf Grund der forschenden Neugier eine Fülle von Möglichkeiten ergeben, den elektrischen Strom chemisch zur Sto sveredlung und Stoffumwandlung einzusetzen. Allein das alles blieb in der Hauptsache — gelehrte Spielerei. Es fehtte noch die technische Möglichkeit, die neue elektrische Energie in industriellem Maßstab zur Auswirkung gelangen zu lassen, mit ihr bisher noch nicht erreichte Temperaturen zu erzeugen, um Stosse | zu läutern und zu schmelzen und um mit starkem kontinuierlichen Strömen Stosse zu scheiden, um sie zu neuen Verbindungen zu vereinen. Nachdem die erste Dynamo-Maschine 1875 in Hamburg zum Betrieb der Raffination von goldhaltigem Silber und von Kupfer in großtechnischem Maßstab aufgestellt war, nachdem 1878 die elektro- V0^ Si°m°n- 8° j)alsfe u„,lylcllcl, uu, v„ uc„ ,lumEn „fiDr|Qr oa bte Muffteltung von sechs Dynamomaschinen ver- Dschungels" eintrugen. Bei Kriegsende Mitt- 1935, AhÄi^'n5,1' En-nldung einer Reche übernahm er die Leitung de- Eeneralstab-s. Nach °°' elektrochemischen Unternehmungen. Und schließ- dem Sturze Toros wurde er 1937 zum Staats- llch errichtete die heute zur IG. Farbenlndustrie AG., Präsidenten gewählt. 4 eIeJt.r°d)emi!^en I Die geschriebenen Verfassungen der iberoamerita- Seutf^10005 oeremt sind, gehörige Chemis ch e nischen Länder im allgemeinen, der Andenstaaten Fabrik Gr l eshe i m --E le ktroni die erste Venezuela, Kolumbien, Peru, Chile und Bolivien ri?»a w»3fUr Durchführung der ^loElkali-Elektro- jm besonderen, entsprachen seit ihrer Losreißung 6 maÄ ber$r>Cn n fomboHjaft genug, end- von den Mutterländern nie den wirklichen Verhält- K^ ^n alten Prozeß der Sodabttdung aus nisten. Das Erbe der spanischen Solonialmad)t tra- dE die chemische GroßmdMrie ihren ten altansässige aristokratische Familien, die ein- steht heute heimisch gewordene Geistlichkeit und die jeweiligen Älchnttts der Mensch- Inhaber militärischer Macht an. Mit diesen von rP-Od)vk ?eb^tun9 bcL?( i1’ Pen breiten Massen der Indios und Mischlinge ab- /r k;6 L unentbehrliche gesonderten Kasten verbündete sich in er ter Lim- Grundlage für die sich entwickelnde Chemie der bas britische ft i n a n t f a n i t n f (Fnafani Seife die Sniinn ?ie Fabrikation der hotte planmäßig die Freiheitskriege gefördert, um Hnffpn mbbc-r "ich3 nach den napoleonischen Kriegen unter dem Schützt hinm? nfmeDer ber nordamerikani chen Monroe-Doktrin desto UN' S ?"d weitere Entwick-1 auffälliger mit seinen Pfunden alle Schlüsselstel' rn-tminmm„? t?len Pfundes am Karibischen Meer und Katturn und 150 000 Tonnen Nattium. H. Sch—r. an her üaüfitoen Küste ^üdomerika« hn* e rft Vertrauen nicht nur seiner Truppen, sondern auch das der Behörden und des besseren Teiles der Bevölkerung ein. Günstig für das Unternehmen Francos war es, daß es dem tüchtigen national gesinnten General Mola gelungen war, in den Provinzen Galicien und Alt-Kastilien mit den wichtigen Städten la Co- runa, Salamanca, Valladolid und Burgos, sowie in einem Teil von Aragonien mit der Stadt Saragossa den größten Teil der Garnisonen auf seine Seite zu bringen und in diesen Landesteilen die bolschewistische Bewegung niederzuwerfen. Dagegen mar es ihm nicht gelungen, die wegen ihrer Erzgruben Wichten baskischen Landesteile mit der Provinz Asturien in seine Hand zu bringen. Hier hielt sich nur, eingeschlossen von roten Truppen, die Garnison Oviedo unter dem heldenhaften General Aranda. Demnach war es richtiger Weise das erste weitere Ziel, das Franco sich setzte, die Vereinigung mit den Truppen des Generals Mola herzustellen. Beide vereinbarten, einander entgegenzumarschieren, und es gelang unter Kämpfen im Oktober die Herstellung der Verbindung bei Bajadoz. Mola unterstellte sich Franco, der nunmehr über eine leidliche Truppenmacht verfügte, die allerdings im Verhältnis zu den Kräften, die die roten Dtachthaber bei einiger Tatkraft hätten aufbringen können, immer noch weit geringer war. Franco schätzte jedoch die rote Regierungsgewalt richtig darin ein, daß sie wohl eine Truppe rasch zerstören, aber nur langsam wieder aufbauen könnte. Ausländische Hilfe, die später allein den Roten die Aufstellung erheblicher Truppenteile gestattete, stand damals weder ihnen noch den Nationalen in nennenswertem Maße zur Verfügung. Auf dem Vormarsch gegen Madrid begriffen, erhielt Franco die Nachricht, daß eine nationale Truppenckbteilung mit einer Anzahl Zivilpersonen, vorwiegend Greise, Frauen und Kinder, von starken roten Abteilungen aller Waffen seit Wochen im Alcazar von Toledo eingeschlossen war und Oer Feldherr Franco. Von Erhard Wegeli, Oberstleutnant a. D. Der Bürgerkrieg in Spanien ist mit dem Siege der von General Franco geführten nationalen Spanier über den bolschewistisch gesinnten Teil des Volkes entschieden. Am 15. Mai zieht General Franco als „Caudillo" (Führer) des spanischen Volkes an der Spitze der siegreichen Truppen in Madrid ein. Fast drei Jahre haben die Kämpfe gedauert und in ihrem Gefolge schwere Verluste an Gut und Blut auf beiden Seiten gehabt. Wenn jetzt endlich die nationale aufbauende über die bolschewistische zerstörende Idee gesiegt hat und das schwer heimgesuchte Volk und Land einem Wiederausstieg' entgegensehen darf, so verdankt es diese Entwicklung zu einer hoffnungsvollen Zukunft in erster Linie* Franco. Seine politischen Verdienste mögen von anderer berufener Feder gewürdigt werden, seine Feldherrneigenschaften sollen im folgenden untersucht und ins Licht gestellt werden. Zunächst muß mit einer Ansicht aufgeräumt werden, die oft geäußert wird und sich besonders in der dem nationalen Spanien mißgünstig gesinnten Auslandspresse findet, nämlich mit der, daß Franco keine Feldherrneigenschasten befitie. Was in strategischer und taktischer Hinsicht aus nationalspanischer Seite geleistet worden sei und schließlich zum Siege geführt habe, sei auf den Rat ausländischer militärischer Berater — womit wohl in erster Linie deutsche und italienische Offiziere gemeint sind — zurückzusühran. Franco selbst sei mehr eine Abenteurer-Natur als ein Feldherr. Es soll hier nicht untersucht werden, ob in der Tat Entwürfe zu strategischen Operationen oder Gedanken über die zweckmäßigsten taktischen Formen und das Zusammenwirken der verschiedenen Wasfen in den Köpfen anderer Männer, seien es Spanier oder Ausländer, entstanden sind. Das ist nicht entscheidend. Auch andere große Feldherren haben gern den Rat tüchtiger und kluger Männer eingeholl und angenommen. Es sei an Hindenburg erinnert, der die genialen Gedanten und die nie versagende Arbeitskraft eines Ludendorff verwertet hat und dennoch als eine der überragendsten Feldherrngeltalten in der Kriegsgeschichte aller Zeiten meiterleoen wird. Auch Ludendorff hat gewöhnlich vor größeren Operationen die Vorschläge der beteiligten Armeeführer oder ihrer Generalstabschefs eingefordert und sie, aw*1 W CfiSi rW 5 laßt s'ch nordaniM ein boli ifr inuß. üls intm M übcrtDOW In gemalte iger das , die norbai Wchaftspoli ung Qelcn o-Amerik acht, ent Zinn hat ), mit etr der gri kirnen im d Bolivien a B in her M M eine N WfN Srfe bet noi j ischatzenbe • | uhren aus Aen durch bi Inen Offen n Welche Jrom Odem Maße, I,Demokrat wo solch Wen, sich 'chen ßän 'gutmache tisch" re lanische er durch! >, der de ssionsveti inberung talifierte, räjibent :ete, Vol W ab 3 des Del ns bolimamy wiesen haben «cks inne$u' wchrlament a fnier sozialr sWders stand inner Wieder jlßitfa träumt, Mij Scuabor S'S umfaße. . nn sshaca-Kne teil oon norba Mtie in eine, M i elementar, ÖÜI05 und 2 tMilarisch" lä Wtzlich regier W Bruch r Wangenheit Mden oerma Wer beurteil „Die Effekte der dynamo-elektrischen Maschine müssen bei geeigneter Konstruktion kolossale sein. Die Sache ist sehr ausbildungsfähig und kann eine neue Aera des Elektromagnetismus anbahnen. Magnet- Elektrizität wird billig werden und kann nun zur Lichterzeugung, für elektrotechnische Zwecke mit Vorteil verwendet werden." Werner von Siemens, der große Pionier der Elektrotechnik und der Führer zu einer neuen Welt kolossaler chemischer Ereignisse schrieb dieses nach seiner Entdeckung des dynamo-elektrischen Prinzips an seinen Bruder Wilhelm. Das war am 4. Dezember 1866. Siebzig Jahre später war die Welt durch die höchst fruchtbare Verbindung der Elektrizität mit der Chemie um ein gutes Stück verändert. 1936 betrug allein in Deutschland der Jahresverbrauch der industriellen Elektrochemie an elektrischer Energie den Wert von 4,2 Milliarden Reichsmark. Etwa die Hälfte dieser gewaltigen Summe entfiel auf die Gütererzeugung im elektrischen Ofen. Und die andere Hälfte diente dazu, durch Elektrolyse Stoffe zu verwandeln und ein- chließlich der Gewinnung von leichten Metallen Neustoffe zu schaffen. Um 1780 begann die moderne Chemie als Wis- enschaft. Der Franzose Lavoisfier löst sie von alchemistischen Gedankengängen, bahnt den Weg für eine Chemie der Elemente, bringt sie auf Maß und Zahl und legt den wissenschaftlichen Grund der ersten großen chemischen Industrie, der Verwandlung von Kochsalz und Soda. Diese Großindustrie eroberte die Welt. Um diese Zeit begannen auch die Gelehrten mit Elektrisiermaschinen zu „spielen". Sie ließen schwache elektrische Funken auf Stosse einwirken, um zu sehen, was dabei herauskommt. 1783 gelang es dem englischen Forscher Cavendish, ein Wasserstoff- und Sauerstoff- Gemisch (Knallgas) durch den Junten zu entzünden. Ein Jahr später zerlegte Berthollet auf gleichem Wege Ammoniak-Gas. 1787 stellte wiederum Cavendish mit Hilfe des elektrischen Funkens Salpetersäure aus der Lust her. 1789 wurde Wasser elektrolytisch in seine Elemente zerlegt. Zchn Jahre päter gelang die bahnbrechende Erfindung des Italieners Volta, durch verschiedenartige Metalle, die in eine Säure oder Lauge getaucht wurden, Strom zu erzeugen. 1800 schied Ritter Kupfer aus wäss- riaer Lösung. 1801 gewann Simon elektrolytisch Chlor, und Cruikshank zerlegte Kupfer und Blei- alze. 1802 sand Davy die Elektrolyse der Säuren. 1806 zerlegten B e r z e l i u s und E i s i n g e r die Alkalisalze und gewannen Kaliumchlorad und Chlorid. 1807 erzeugte Davy aus geschmolzenem Aetz- kali und Aetznatron Kalium- und Natriummetall. Später dann, 1836, gelang es demselben Forscher mit Hilfe des Stroms Kaliumcarbid zu erschmelzen. Die Nachricht, daß sich in Bolivien Oberst Gering (Hermann) Busch, also offenbar ein Mann beutL scher Herkunft, als regierender Präsident zum Dij, tatar aufgeworfen, das Parlament aufgelöst und Das herkömmliche „demokratische" Regime zugunslei [eines „autoritären" für ausgehoben erklärt hab,' muffte, in den verschiedenen Lagern der „Weltdemc! Iratie" zunächst nicht geringe Verwirrung nerut. fachen. Sollten etwa „Agenten Hitlers" schon an Werke fein, von dem schwer zugänglichen, zu A fällen nach allen Seiten um so geeigneteren Ho. lanbgebiefe des drittgrößten Staates Südamerika aus die koloniale Eroberung dieses Erdteils Doru- bereiten? Wäre das nicht eine drastische Bestätigung der Warnung des Präsidenten Roosevelt vor dunk len Absichten der Diktatoren der alten Welt, fr, durch die Monroe-Doktrin gebannten Gefahren, tzj, ____________ , ______ ,vor mehr als hundert Jahren der westlick^n Erb Sieg nach menschlichem Ermessen zu sichem. Der hälfte von der „Heiligen Allianz" drohten, in neu» Erfolg war, daß die Roten bei Toledo völlig ge- Gestalt Wiederaufleben zu lassen? schlagen, die tapferen Verteidiger des Älkazars ent- Man begann in diesem Sinne allerhand m setzt wurden und somit auch seinen geringen Streit» kein und wartete im übrigen gespannt auf dag? Eräften eine für ihn begeisterte zwar Seine aber Stichwort, mit dem gegebenenfalls Washington! erprobte Kern truppe zufloß. Das ganze nationale einen Entrüstungssturm der „Welt. Spanien rubelte ihm zu, schwankende Elemente ge» wannen Vertrauen zu ihm und wurden jetzt un» bedingte Anhänger der nationalen Bewegung. Franco hat sich als „General psychologos" gezeigt und bei richtiger Bewertung des in jedem Kriege, besonders aber in einem Bürgerkriege äußerst wich, tigen moralischen Elements, das auch ©laufe. witz als einen der stärksten auf die Äriegsent» i ... s„ ~ scheidung wirkenden Faktoren darstellt, kann man „ entfe^.e^ mürbe. 2)lauschte ma, wohl ohne Ueberfreibung Jagen, baf? dieser Ent- b'/dv- erwartet- SiMal, Dafür l«. schluß Francos einen der Keim« zum Endsiege in ,Qr96n fidi trua s I norvarneriramschen Zeitungen unmißverstandkü (ftortfetiuna folat > Anweise entnehmen, daß sehr wesentliche Belam (u I S 9 I 9 •) Wallstreets durch den bolivianischen Umschwim gerettet ober begünstigt werden fömtiet, „New Port Tribüne" erinnerte daran, daß, als Oberft Busch 1937 den damaligen Präsidenten 3o|e !Toro, auf die Armee gestützt, stürzte, ,chehauM ' , daß nord amerikanische Geschäftsinteresse« I dabei im Vordergründe standen". Oberst Busch hatte isich durch dieses Vorgehen den Weg zur Macht gebahnt. Gewiß sprechen diese Anzeichen dafür, bafj der neue Diktator auch im wohlverstande- neu Inter esse seines Landes nordamerikanische Kapitalinteressen vor blindwütigen umstürzlerischen Umtrieben zu retten sucht, so daß schließ, lich mancher Dollar-Imperialist, der seine Karte auf ihn setzt, das Schicksal eines betrogenen Betrügen erleben könnte. Nur die Zukunft kann lehren, oi es dem Diktator aelingen wird, das seit dem un- glücklichen Chaco-Kriege noch nicht so recht wieder steuerfähige Staatsschiff zwischen der Scylla eines inneren Chaos und der Charybdis äußerer Schuld, knechtschaft hindurchzubugsieren. Sicher ist, daß die deutsche Herkunft des bolivia. nischen Staatsmannes nichts mit feinem „Glück" zu tun hat. Sein Vater kam in den achtziger Iah. ren des vorigen Jahrhunderts als deutscher Auswanderer nach Bolivien, heiratete die Tochter eines bolivianischen Großgrundbesitzers und gelangte durch Beteiligung an Bergbauunternehmungen zu beträchtlichem Wohlstand. Sein Sohn „German" Busch-Becerra, der erst 32 Jahre alt ist, legte im Chaco-Kriege Zeugnis von glänzenden.militärische! Fähigkeiten ab, die ihm den Namen „Korsar 6es Dor sechzehn Jahren, im Mai 1923, wurde Albert i regung von meinem Gewährsmann, einem Pariser Leo Schlageter durch ein französisches Kriegsgericht Kollegen und bekannten Politiker, bemerkt worden war, einen Zettel, ließ seinen Sekretär an den Ministertisch treten, um ihm mit auffallend eindringlichen Worten den Zettel zu übergeben. Dann bestieg Poincare die Rednertribüne und sagte unter atemloser Stille des ganzen Hauses: „Mir ist soeben der Vorwurf gemacht worden, ich sei der Ruhrbevölkerung gegenüber zu schlapp. Sie werden morgen Gelegenheit haben, zu erkennen, daß ich durch» zugreifen vermag, wenn ich dies für notwendig er» achte." Poincarö hatte soeben den Befehl zur Erschießung Schlageters erteilt. Ich bin mit Schlageter sodann noch am Vorabend feiner Erschießung im Gefängnis in Düsseldorf zusammen gewesen. Zu dieser Zeit war die Voll- ftredung des Urteils in Paris bereits beschlossen, und der Befehl dSr Erschießung nach Düsseldorf unterwegs Wenn wir auch beide demnach die Ereignisseeiner ziurreuung z^. bes folgenben Tages noch nicht wußten, so merkte s chen Peru und Chile verfiel. Weder eine ich doch an der HuUung und den Worten Schlageters, lange Kette panamerikanischer schiedsrichterlicher ®c* daß er von der Vollstreckung des Todesurteils durch mühungen, noch viel weniger die später erfolgten Die Franzosen überzeugt war. Ich hatte ihm gegen- Einmischungsoersuche des Völkerbundes konnten über meine per|onliche Ansicht bis dahin zum Aus-1 etwas an der unbefriedigenden weil ungerechten druck gebracht daß ich an eine Vollstreckung des gewaltsamen Lösung des Streites um „Tacna- Urteils nicht glaube. Er gab mir darauf zur Ant- Arica" ändern. Wenn »abei von Fall zu Fnll wort, daß er die Franzosen anders beurteile, und langfristig in den Bodenreichtümern des hochalpinen daß man ihn auch bestimmt erschießen werde. Er Herzstückes Boliviens angelegte Dollars für eine setzte mit wunderbarer Ruhe hinzu: „Mich können sie I beffere Sache in die Waagschale geworfen wurden zu jeder Zeit haben, ich bin bereit. Nachdem ich I als kurzfristig aber vorübergehend wirksamer in den einmal für mein Vaterland so gehandelt habe, will I pazifischen Kuftenstrichen angelegte englische Pfunde, ich auch für mein. Vaterland sterben." Angesichts so mußte sich dafür das nordamerikanische Finanz' solcher Worte war jeoe Antwort, insbesondere aber kapital nach immer neuen Niederlagen um so na*' jeder tröstliche Zuspruch, unmöglich. Zuspruch und drücklicher darauf verlegen, die Entwicklung Bob' Trost brauchte Albert Leo Schlageter nicht. Als ich viens zu einem ausgesprochenen Militär st aat mich an diesem Abenb von ihm verabschiedete, tat zu begünstigen. ich es mit den Worten: „Ich komme wieder." —I Es ist nun nicht ohne weiteres verständlich, daN „Dann müssen Sie sich aber beeilen", war Schlageters I der bolivianische Staat für seine durch norbamen* Antwort. „Kommen Sie nur nicht zu spät!" z I kaniscke Kapitalinteressen begünstigten, langer Hand •-------7 laufgespeicherten militärischen Energien durch den i Mai 1U2J, wurde Albert i . „ , französisches Kriegsgericht verurteilt und erschossen. In der Maifolge von I „W eftermanns Monatsheften" treten uns die Ereignisse jener Zeit noch einmal in den Aufzeichnungen Dr. Ludwig Bräutigams vor Augen, die jetzt aus feinem Nachlaß unter dem Titel 't vor nehmen. rstand. eit dem 11 irrer Neues für -en Büchertisch >er beurteilen. Pßngst-Verkau.f.'mitreither.Auswahl GER rrankfurt a.M., Zeil, Edie Stiftstrafte Wieseck. Gieß. Str. 73. 1954D Tel.3975. !n- in ik ilerhani. Kindes verweist es — Das Göttliche Feuer / Deutsche Lebenszeugnisse von der schöpferischen Kraft, den Stunden der Erkenntnis und der Wandlung. Herausgegeben von Paul Hartig. 240 Seiten. Leinen 3,60 Mk. „Die Bücher der Rose." W. Langewiesche-Brandt, Ebenhausen b. M. Dieses Buch ist ein ebenso interessanter wie vielseitiger Beitrag vom Wesen und Wirken des Schöpferischen im Menschen. Jedes große Kunstwerk, jede Idee, jede Erfindung, jede weltbewegende Tot kommt nicht allein aus dem Menschen, mag er noch so genial sein, sondern entstammt einer höheren Eingebung, dem Wirken einer Macht, die den Menschen mit göttlichem Feuer erfüllt, um die Welt zu wandeln und zu erneuern. Diese Erkenntnis, die Hans Friedrich Blunck in dem Buch in die Worte faßt: „Nicht Sachlichkeit, nicht Realismus, sondern das Wissen vom göttlichen Wirken durch den Menschen, das Wissen von Leistungen jenseits der vernunftmäßigen Möglichkeiten verändert die Welt" ist das Grundthema dieses Buches. Wie aber nun dieses Thema in den einzelnen Lebenszeugnissen Svezial-Reva- raturwerkstätte Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Bücher! KommenSic getrost zu Schneider, hier finden Sie alles, was Sie wünschen: Gute Waren, schöne Moden, aber doch nicht teuer! Es fällt uns nicht schwer, Ihre Wünsche zu erfüllen, denn auf Qualität legten wir immer größten Wert und auf Preiswürdigkeit ist das ganze Haus eingestellt. Was Ihnen aber jetzt bei uns besonders ge fallen wird, das ist die reiche Auswahl, die Sie in allen Abteilungen haben. Gewiß ist Die Pfingst-Wochen sind Höhepunkte unse res Verkaufes mit guten Angeboten. aufs Land, dorthin Man veranstalte eine Umfrage bei kleinen Mädchen jeder Volksschicht, was sie sich für einen Mann wünschen: jede zweite oder dritte wird ohne Besinnen antworten: Ich heirate einen „Gutsbesitzer" oder einen Bauer. Es sind hier die kleinen Mädchen zwischen 12 und 14 Jahren gemeint, mit denen dieses Thema so halb im Scherz zuweilen behandelt wird. Stellt man die gleiche Frage den 18jährigen, dann ist aus dem Gutsbesitzer ein Ingenieur, ein Beamter, ein Offizier (dies in den meisten Fällen) geworden. Das ist ganz interessant und lehrreich. Es beweist zum mindesten eines: daß nämlich in dem kindlichen Vorstellungskreis das L a n d, die Tiere und Menschen des bäuerlichen Lebenskreises, die Wiese, der Wald und der Garten einen großen Raum ein» Für alle diejenigen «Le sich neu einrichten wollen, ist die große Möbelschau Südwestdeutschlands im Hause Helberger, Frankfurt x M. unerhört interessant« Formvollendetste Modelle bester deutscher Möbel« Herstellung sind wohnfertig hier auf gestellt, — und zwar sowohl Möbel klassischer Stilarten, als auch solche neuzeitlichster Geschmacksrichtung. Und was dabei am meisten interessiert: Möbel in allen Preislagen Ein Besuch dieser groß angelegten Schau ist für jedermann lohnend. .militäch i „Kochr d 1 Mitte 18 { 'Mbes. As i um W I Frankfurt x M. Das große Einrichtungshaus Südwestdeutschlands / Gegr. 1829 4 Ehestandsdsrlehca Busch Hs r Mach: dafür, K 5ßKnn2nsaqen,10QS bUM Erziehung des Mädels heute stark auf das häusliche, ja gerade auf das ländlich - bäuerliche abgestellt ist. Londdienst, Arbeitsdienst, Hilfsdienst des BDM. und Ferienverschickung aufs Land kommen der jugendlichen Phantasie und der Anschauung des jugendlichen Menschen von Landleben und Landarbeit stark entgegen. An den Erziehern ist es, aus der Lust und Liebe zum Land den festen Willen zum Landleben zu machen, alles zu unterstützen, was auf den Wunsch zur Heirat aufs Land schließen läßt und für seine Verwirklichung auch materielle Opfer nicht zu scheuen. Wie viele Mädel hocken heute noch unbefriedigt im Büro oder hinter der Maschine und träumen sich in unbewachten Augenblicken hinaus auf eine Heuwiese. an eine Dreschmaschine, wo sie als Arbeitsmaid die Arme regten. Sie wären gesund und leistungsfroh, stellt« man sie neben einen gefunden Mann auf eigene Scholle. Wie viele Bauern- töchter, die sich das Leben an der Seite eines Beamten mit Pension als den Gipfel des Lebensglückes ausgemalt haben, sehnen sich insgeheim zurück in die dörfliche Gemeinschaft, die jedem einen Platz einräumt, wo jeder etwas gilt und nicht zur Nummer wird, zum winzigen Staubkörnchen der Millionen. 333 000 leere Wiegen warten! Wir zweifeln nicht einen Augenblick, daß ebensoviele junge, gesunde und lebenstüchtige Frauen darauf warten, ihren Erstling in eine dieser Wiegen legen zu können, den sie einem Manne schenken, der fest mit beiden Füßen auf der Erde steht und sich und den Seinen das tägliche Brot dieser Erde abkämpft! Es müssen nur Wege gefunden werden, um die Wartenden zu- sarnrnenzuführen. Hierbei sollten nicht, wie heute häufig auf dem Lande, materielle Hemmnisse das Notwendige erschweren. Wie oft mag heute noch die tüchtige Großmagd vergeblich auf den Sohn des Hofes hoffen, der sich vielleicht seinerseits wieder vergeblich die Augen nach der Tochter eines reichen Bauern ausschaut, die andere Pläne hat, weil die Stadt ihr den gesunden Sinn verdreht hat. Das Mädel, das indessen still und unverdrossen seine Pflicht tut, wäre vielleicht die weit bessere und fleißigere Gefährtin unseres Jungbauern; aber sie weiß auch oft, der Altbauer würde niemals dulden, daß sein Sahn ein armes Mädel nimmt. So kommt es dann, daß sie alt wird und keinen nimmt, oder sie geht fort, in die Stadt, und ist der Landarbeit verloren. Es wächst ein Geschlecht heran, dem man solche Dinge ruhig sagen kann'und das auch darüber nachdenken wird. Dieses Geschlecht, das das Zupacken von früher Jugend an lernt und die Lust und Liebe dazu im Blute hat, wird seinen Weg aufs Land aus eigenem Antrieb gehen, weil es in der alles umfassenden, alles umsorgenden, alles belebenden Tätigkeit einer rechten Landfrau die Verkörperung eines erfüllten Frauendaseins sehen wird. Dr. Buresch. Zlnbenite'.i' mb W Losies chen W ialmchl f en, die tf ie jevch t diesen l dschlW- erster iL H-- jeförbert, 1 dem 2$ in desto SchlA' her Atz lnbrüche: ie lange: rüngl«V 1 in f ie den M euschte 8 L Dafür düngen bverstäni che Belo Umfcß®. köwl n, dah, Kenten) > .chehayr Wittere Das natürliche Gefühl des Pfingstwiinsche, | führenwieder ! zuSchneider \ 5L S, Auf dem Lande liegt unsere Zukunst. Eine drittel Million Wiegen... — Wo Frauen fehlen, steht das Leben still. Ä i ld)oi n. za Jeten ?dam 'teifc Die Kinderlandverschickung braucht pflegestellen für unsere Jugend! fiiea gegen Paraguay zunächst ost- w-rts, statt westwärts, zur Entfaltung brachte, w der Umfang seiner Verschuldung an das nord- H7-rikanische Finanzkapital konnte dafür den Aussig geben. Obwohl der Yankee^Dollar das eng- jlde Pfund seit Ausbruch des großen Krieges immer mehr aus den wichtigsten Schlüsselstellungen an bsr pazifischen Küste zu verdrängen vermochte, igfc es die bessere Beherrschung der atlantischen &m>ege geraten erscheinen, für die Bodenschätze der Uidenstaaten sichere Verkehrswege nach atlantischen Häfen zu schaffen. Abgesehen Dor den ölfundigen Ländereien im Chaco hätte ein der bolivianischen Waffen auch deswegen im Birne des Dollar - Imperialismus gelegen, weil Boltoien dadurch einen mittelbaren Zugang • Atlantik gewonnen haben würde und instand lÄht worden wäre, im eigenen wie im Interesse ^amerikanischer Geldgeber argentinisch-paraguay- n Widerständen gegen eine einheitliche paname- Mnische Derkehrspolitik ein Ende zu bereiten. in W s doch! nakana sstlst^ denfchei"' iimerikal- ifche^ chte enfeitiE kettend Aohsto^ fremde ^terlage" und/, iffenM nden er M e, l M chteE w -r- Ä 1/ ftflÄ W W im Effen und Trinken, in Kleidung und Schmuck, Reifen und Vergnügungen, im Feiern von Festen, überall erweist sich der Geist als formend und verändernd. Jede Zeit hat ihre charakteristischen Le- bensäußerungen. Immer aber zeigt sich, daß diese Wandlungen mit den großen Ereignissen der Welt Zusammenhängen. Was es an unzähligen Einzelerscheinungen der Lebenshaltung gibt — all das fügt sich in der Darstellung Treues zu einem großen farbenfrohen Bilde zusammen. — Dr. Karl Richard Ganzer: DasWer- den des Reiches. Zwanzig farbige Karten zur beschichte der Reichsgestaltung mit erläuterndem Text. Preis kart. 2,— Mark. Verlag I. F. Lehmann, München. — (26) — Politik denken, so sagt der Verfasser dieses kleinen, aber höchst gewichtigen Büchleins, heißt nichts anderes, als in Gestaltungen denken. Darum ist es notwendig, die Räume 3U kennen,, die unser Volk in seiner Geschichte geformt und gegliedert hat. Don der Völkerwanderungszeit bis zur Gestaltwerdung des Großdeutschen Reiches sind hier diese Räume in zwanzig Karten sorgfältig und einprägsam beschrieben worden. Die den Karten gegenübergestellten Erläuterungen geben bei aller Knppheit doch alles Wesentliche zum Verständnis dieses Ganges durch die deutsche Geschichte. — Hans Büto w : Der englische Gei st. Meister des Essays von Bacon bis zur Gegenwart. Preis in Leinen geb. RM. 8,50. Verlag Karl Rauch in Markkleeberg bei Leipzig. —(59)— Die hier vereinigten Stimmen und Zeugnisse aus vier Jahrhunderten sind Stücke eines langen und wechsel- vollen Weges. Wer sie aufmerksam liest, mag in ihnen eine Reihe von Spiegelungen britischer Nationaleigenschaften finden, deren Andersartigkeit, trotz der tiefgegründeten Verwandtschaft des englischen Volkes mit dem unseren, immer wieder zu verwunderten Untersuchungen Anlaß gegeben hat. Diele der wesentlichen Seiten des so widerspruchsvollen und so schwer auf einen Nenner zu bringenden Briten- tums offenbaren sich auf diesen Seiten, auf denen Engländer bei aller ihrer zur Konvention erhobenen Scheu vor Selbstenthüllung doch von Dingen sprechen, an denen ihnen etwas gelegen ist, oder Empfindungen vermitteln, an denen ihr Herz teilhat. — Leidenschaftlichkeit und Selbstbeherrschung, Gentlemanideal und Individualismus neben Nüchternheit und einer fast abergläubischen Ehrfurcht vor der Tradition treffen sich hier mit einer ständigen Bereitschaft zum Ausgleich und zum Kompromiß, die so kennzeichnend für die englische Staatskunst ist, sowie mit Bestätigungen des Common Sense in allen seinen Schattierungen bis zum Humor als der wertvollsten Lebensweisheit des Engländers, von dessen geistiger Haltung, seinem Verhalten sich selbst und der Welt gegenüber diese Essays ein Abbild geben. — Walter Bauer: Abschied und Wan- d e r u n g. Drei Erzählungen um Goethe, Hölderlin und Hebbel. In schönem Pappband 2,60 Mark. Propyläen-Verlag, Berlin. — (80.) — Walter Bauer schildert drei Episoden aus dem Leben deutscher Dichter, Goethes Harzreise im Winter 1777, Hölderlins Flucht aus Bordeaux und Hebbels Wanderung von München nach Hamburg, als entscheidende Wendepunkte ihres Lebens. In diesen Begebenheiten erhellt sich die innere Welt der Dichter auf, indem ein Dichter sie nacherlebt. Hebbels Wort von der Hölle des Lebens, in die nur der hohe Adel der Menschheit kommt, während die anderen davor- stehen und sich wärmen, ist nicht nur der Grundton der Hebbel-Novelle, die dem Bande den Titel gibt, sondern klingt als Leitmotiv durch alle drei Erzählungen. — Horst Biernath: Irrweg einer Lieb e". Preis in Leinen 3,80 RM. Verlag Scherl, Berlin SW 68 — (75) — Aus einer Schiffsreise in die Tropen treffen zwei Menschen zusammen, die vor Jahren auf einem bayerischen Gutshof in ein furchtbares Verbrechen verwickelt waren. Die Vergangenheit wird wieder wach, und das aufregende ■ Tempo des Herbsttages in Moorstetten, an dem ein ’ junger, zukunftsfreudiger Mann erschossen aufge- > fanden wurde, rollt noch einmal ab. Auf jede Weise , hatte man sich bemüht, den Täter ausfindig zu machen. Jetzt, während der Schiffsreise, werden die : Zusammenhänge offenbar. Doller Anteilnahme fol- I gen wir der psychologisch vertieften Gestaltung 1 eines Geschehens, das Biernath in dramatisch wir- , kender Steigerung lebendig macht. Di# tieiw Sdweibmäsdiine m» den großen Vorzüge* Generalvertrieb Baoms & Treibig fließen Bahnhofstr. 26 Ruf 3700. [1WA Kohlen Koks Briketts HolZ J172D Tori Dungkalk B.Glatthaar SÄ Frankfurt. Str. 19 Mühlstr. 18 Tel. 3144/3145. sehnt es sich in den Ferien, dort schließt es seine großen und her,glichen Ferienfreundschaften, dort findet es fein erstes Glück in der Freiheit unter .weitem Himmel. Vorausgesetzt, daß es ein Stadtkind ist. Diele Bauernmädchen werden nicht anders denken, weil es ihnen einfach von früher Jugend an selbstverständlich erscheint, daß sie später einmal selbst Bäuerin sind, also einen Landmann heiraten. Erst mit der zunehmenden Bewußtheit und Reife wird es beiden klar, daß andere Lebensformen, andere Daseinsbedingungen günstiger und bequemer fein könnten. Sie streben danach, in der Stadt zu bleiben, die Vergnügungen und Abwechslung bietet, und wer auf dem Lande groß wurde, sieht vielfach in der Stadt und ihren Menschen eine Art Wunderwelt, an der man so gern teilhaben würde. So wird der Wunsch vieler kleiner Mädchen niemals Wirklichkeit, teils, weil sie später selbst anders wollen, sehr oft aber auch, weil einfach die Gelegenheit f e h l t, die zu seiner Erfüllung nötig ist. Manches Stadtkind träumt zeitlebens von dem Bauernhof, von den Enten und Schweinen und einem Garten voller Früchte und vernimmt ungläubig, daß es Bauerntöchter gibt, die sich lieber mit einem Beamten als mit einem Landmann verheiraten. Man kann sogar in diesem Zusammenhang von einer ganz erheblichen Zahl „verhinderter Sanbfrauen" sprechen, die uns, wenn wir ihren Wünschen nur rechtzeitig entsprechen könnten, einen Teil der Sorge um die Ausfüllung der entstandenen Frauenlücke auf dem Lande, die heute nicht weniger als 333 000 Frauen im Alter von 17 bis 34 Jahren ausmacht, abnehmen würden. Springen wir nun von der Theorie in die Praxis, dann lautet die Aufgabe, die Eltern und Erziehern gestellt ist, dahin, die durchaus ernst zu nehmenden Instinkte des kleinen Mädchens so zu stärken, daß sie einer späteren Ueberlagerung durch andere, egozentrischere Wünsche standhalten können. Das sollte um so weniger schwer fallen, als die ganze großex Deutscher der Vergangenheit und Gegenwart abgewandelt wird, wie der Dichter, Philosoph, Arzt, Künstler, Wissenschaftler, Mann der Tat oder b$s Glaubens die schöpferische, lebenswandelnde Stunde unter dem Einbruch des „göttlichen Feuers" erlebt und — in Briefen, Tagebuchblättern oder Aufzeichnungen — beschreibt, das nachzulesen und nachzuerleben ist von außerordentlichem Reiz und tiefster Wirkung. So gibt dieses Buch — menschlich betrachtet — Zeugnis von Urerlebnissen deutscher Seele und von der Schöpferkraft deutschen Wesens, das jeden ergreifen muß. — Dr. phil. habil. Wilhelm Treue: Der Wandel der Lebenshaltung. Ein Spiegel der Zeiten und Völker. In Halbleder. Volksverband der Bücherfreunde, Wegweiser-Verlag G. m. b.H., Berlin-Charlottenburg 2. Zum Verständnis der Völker und Zeiten bedarf es nicht nur der Geschichte der großen Politik, sondern auch einer Vorstellung der Lebenskultur vergangener Jahrhunderte. Im Aeußeren der Städte, im Inneren der Wohnungen, ■ $s läßt sich nun unschwer begreifen, weshalb nordamerikanischen Rettern der „Weltdemo- 1'rNe" ein bolivianischer Diktator immer noch lieber • -Peil’ muß, als eine demokratische Massenbewegung .n inem Lande, in dem, wie in Mexiko und Peru, IhtniftÄjj überwältigende Mehrheit von Indios^ und Richlingen das öffentliche Leben und die öffent- |'Mn Gewalten immer stärker mitbeftimmen. Es ist sffffiger das Oel, als das Zinn Boliviens, das üibie nordamerikanische Union zu immer größerer Mschaftspolitischer und militärisch-strategischer Bemehlung gelangt. Fast die gesamte Zinnproduktion Mro-Arnerikas, die 3,5 v. H. der Welterzeugung Mnacht, entfällt auf Bolivien. Der Weltoerbrauch LN Zinn hat sich aber von 81 600 Tonnen im Jahre _9(i», mit einer Unterbrechung des Aufstieges wäh- eri der großen Weltwirtschaftskrise auf 191900 üo nen im Jahre 1937 erhöht. Der größte Teil der n Zolivien arbeitenden rund 200 Millionen Dollar ■3en der Zinnerzeugung angelegt. Es handelt sich •■ira eine Reserve, die von dem Augenblick an für 1 la Wirtschaftsleben und auch für die militärische ■ Stfrfe der nordamerikanischen Union eine kaum zu b -schätzende Bedeutung gewinnen würde, wo die .fuhren aus Britisch-Malaya und Niederländischeren durch den Gang der politischen Ereignisse im Jenen Osten ins Stocken geraten müßten . eiche Ironie liegt aber darin, daß Onkel Sam ’it Dem Maße, wie er sich eine Beschützer-Rolle ■N „demokratische" Ideale in der Alten Welt an- noröar ^t, wo solche von bösen „Diktatoreck" bedroht ?n umfttt y :jfl sollen, sich selb st genötigt sieht, in ibero-arne- tofc Mr hämischen Ländern Diktatoren zu begünstigen, die r Karte c ßMergutmachen sollen, was ihre herkömmlich „de- - lehren, 1 ergutmachen sollen, was ihre herkömmlich „de- tratisch" regierenden Vorgänger gegen nord- likamsche Kapitalinteressen unternahmen. Es J der durch Oberst Busch gestürzte Präsident Jose recht wie' r Qc 0 , der den mit der Standard Oil geschlossenen vcylla«! .torzessionsvertrag aufhob und nach einer Derfas- □ sänberung Oel- und andere Mineralvorkommen 'üatsonalisierte, und es war der brasilianische Dikta- des bck .^ümPr äsident Dargas, der sich vertraglich oer= um „W Miete, Bolivien den Ueberschuß des „gestohle- chtziger :y Oels" abzunehmen, um im Jargon der Sprach- utscher!• irche des Oel-Kapitals zu reden. Es mag sich für lochter ei- M bolivianische Staatsführung als unmöglich er- ib gelar.: itfeen haben, den von Jose Toro eingeschlagenen hmungen innezuhalten, aber offenbar hatte er das 1 „(Benn: '^Uament auf seiner Seite, deren Mitglieder wohl ist, legt entr sozialrevolutionären Apristenbewegung nicht /Mrs standhalten zu können glaubten, die von ine Wiedergeburt des alten Sonnenreiches der Juli träumt, das nicht nur Peru, sondern auch fast ponEcuador und Bolivien, nebst einem Teil Chiles umfaßte. Bolivien ist infolge seiner Niederlage 1 m Thaco-Kriege und seiner technischen Abhängig- beremnb' netto on nord amerikanischer Hilfe der Dollar- Diplo- iiiite in einem Maße verhaftet, daß die Möglich- hil elementarer Ausbrüche der Unzufriedenheit der Sort os und Mischlinge immer gegeben ist. „Parla- 1-mlarisch" läßt sich unter solchen Umständen un- 11 Mich regieren. Ob der Mann, der den notwendi- .eej Bruch mit einer heillosen „demokratischen" Äangenljeit vollzog, der inneren Krise Herr zu 1 Den en vermag, läßt sich aus der Feme vorläufig SN-L-ye Frau Luise Trautmann, geb. Schäfer im Alter von 64 Jahren. Die Kinder. Gießen-Wieseck, den 13. Mai 1939. 3514D Mündllch können Sieesnurveiüg» sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es allen Die Beerdigung findet statt am Sonntag, dem 14. Mai 1939, nachmittags %4 Uhr, vom Sterbehause, Ludwigstraße 16, aus. Gestern nacht 2.45 Uhr entschlief nach schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden unsere liebe, gute Mutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante reicht eine Dose der guten Schuhcreme Erdal 3524D NACHRUF! Am 5. Mai 1939 verschied in Wuppertal- Elberfeld unser liebes Ehrenmitglied Conrad Steinhäuser im 90. Lebensjahr. Der Verstorbene war Mitgründer unseres Vereins, dem er in über 53 jähriger Mitgliedschaft die Treue gehalten hat. Als langjähriges Vorstandsmitglied hat er sich um unsercnVerein besonders verdient gemacht. Wir werden ihm stets ein ehrendes und dankbares Gedenken bewahren. Männerturnverein Gießen. ________________________________________3521D Für die liebevolle Anteilnahme und zahlreichen Kranzspenden beim Heimgang unserer lieben Verstorbenen sagen wir auf diesem Wege unseren tiefgefühlten Dank Ida Dieringer - und Kinder Gießen, 13. Mai 1939. 1 .f. \W w /«MwnwwvKmhi, nnmoinstkztBmDiiäi 4 Hüte sowie eine Fülle von modischem Beiwerk. Verhaltens anderer nur sein Rechtsgefühl. Es müssen aber doch auch für dieses Gebiet Rechtsregeln von der Gemeinschaft niedergelegt, im Gesetz formuliert werden. feilte gilt noch für die hier in Betracht kommenden Fragen in der Hauptsache das BGB Bei seiner Anwendung hat der Rechtswahrer das auf Grund der einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen gefundene Ergebnis, die Entscheidung des einzelnen Falles auf die Uebereinftimmung mit der nach dem Rechtsgefühl gegebenen Lösung zu prüfen. Dabei wird sich mitunter zeigen, daß eine Berichtigung des zunächst gefundenen Ergebnisses durch die Berücksichtigung des von Treu und Glauben Geforderten nötig ist. Die Aufnahme des Hinweises auf die Anforderungen' von Treu und Glauben in das BGB. hat sich sehr folgenreich und glücklich erwiesen, zumal sich diese Generalklausel als Eingangsstelle für geänderte Rechtsanschauungen bewährt. Dagegen ist es zu beklagen, daß durch die Tatsache, daß das BGB. in der Hauptsache für die Juristen geschrieben und nur ihnen sein volles Verständnis zugänglich ist, die Auffassung ständig genährt wurde, daß die Rechtskunde eine Geheimwissenschaft sei. Dieses Vorurteil muß und wird verschwinden mit der fortschreitenden Rechtserneuerung, bei der bereits jetzt jede Rechtsnorm des geltenden Rechtes (insbesondere auch des BGB.) unter Berücksichtigung der nationalsozialistischen Grundsätze auszulegen und anzuwenden ist, so daß der alles überragende Gedanke der Volksgemeinschaft, sowie der der verantwortungsbewußten Pflicht gegenüber der Gemeinschaft, auch bei Ausübung von Reckten, der Treue gegenüber dem durch Vertrag — sei es als Gläubiger oder als Schuldner — verbundenen Rechtsgenossen und des vertrauensvollen Zusammenwirkens der Vertragsgenossen zur Erreichung des gemeinsamen Zweckes auch bei der rechtlichen Beurteilung der dem Alltag angehörenden Lebensvekhältnisse zur Geltung kommt. Damit wird zugleich auch die in weiten Kreisen der Volksgenossen auf diesem Gebiet bestehende Rechtsfremdheit immer mehr beseitigt werden. Professor Dr. Götze berichtete seinen Besuchern im Vorlesungsgebäude über das „Wesen und Werd en der deutschen Familiennamen". Die glücklich belebte Sippenforschung hat in unseren Tagen auch die Familiennamen neu zur Tagesordnung aufgerufen. Mit den vier Großeltern, acht Urgroßeltern usw., die jeder von uns auf seiner rasch sich verbreiternden Ahnentafel zählt, rücken ebensoviel verschiedene Namen in den Blickpunkt. Während bei unseren bürgerlichen Geschlechtern die vor 1933 schlecht gepflegte, lebendige Erinnerung selten über die Urgroßeltern zurückreicht, während die Kirchenbücher und sonstigen Urkunden auch in günstiges Fällen im 16. Jahrhundert, stecken bleiben, wurzeln unsere Familiennamen im 12. Jahrhundert. Bringt man sie zum Reden — und das ist Pflicht und'Kunst des Namenforschers —, so er= ^hält man Aufschluß über Sinn und Art, Tun und Heimat oder Aussehen der Menschen, denen man sein Dasein verdankt, längst bevor die beglaubigte Familiengeschichte einsetzt. Da ein Ehepaar schon in seinen Urgroßeltern sechzehn verschiedene Namen vor sich hat, ist die Hoffnung nicht gering, aus ihnen wahrhaft wertvolle Aufklärung zu gewinnen. In vier Schichten setzen sich unsere büroerlichen Familiennamen von etwa 1100 bis 1500 fest. Die ältesten folgen dem Vorbild des Adels, indem sie von Herkunft und Wohnung ausgehen: die Frank, Zeller, Biedenkapp und ihresgleichen bilden bis heute in jedem Kreis deutscher Menschen die geschlossenste Gruppe. Als zweite Schicht folgen die aus alten Männernamen abgeleiteten Familiennamen, die Rudolph, Walbrach, Barthel und ihresgleichen. Diese Gruppe kann landschaftlich noch stärker sein, als die erste. Eine dritte Schicht umfaßt die Namen nach Amt und Stand, Handwerk und Beruf, also die Schultheis und Frey, Löber und Glöckner. Sie können aus ihrem Namen den Beruf ihrer Altvorderen in der entscheidenden Zeit ablesen. An solche Namen schließt sich die kleinere, aber wichtige Gruppe der mittelbaren Berufsnamen an: der Handwerker braucht nicht immer unmittelbar Becker, Schuster, Gärtner, Metzger zu heißen, er kann auch Flad, Knieriem, Köhl, Kraut- wurst genannt werden, nach Ware, Werkzeug, Ar- Feierstunde deutscher Meister in Annerod. Unser Nachbardorf Annerod, das in letzter Zeit häufig mit Gemeinschaftsleistungen an die Oeffentlichkeit getreten ist, hat im Rahmen der Gaukulturwoche am gestrigen Freitagabend eine Feierstunde durchgeführt. Bor der Veranstaltung war Gelegenheit geboten, die Ausstellung „Dorfbuch Annerod", die auf Anregung des Deutschen Dolks- bildungswevkes sehr ansprechend und übersichtlich aufgebaut wurde, zu betrachten. Die Veranstaltung „Feierstunde Deutscher Meister", die vom Deutschen Volksbildungswerk der NSG. ,Kraft durch Freude" gestaltet wurde, leitete bet' Kreismusikzug des Kreises Wetterau unter Leitung von Albert Schleuse mit einem Musikstück ein. Die Dorfgemeinschaft, in erster Linie SA., HI., BDM. und die NS.-Frauenschaft sangen dann, unterstützt von dem Kreismusikzug, Lieder, und der Sprecher Friedrich Andreas Schmidt (Frankfurt a. M.) sprach Dichterworte, die zusammenklingend jener freiheitlichen Gesinnung Ausdruck gaben, die zur Zeit Ulrich von Huttens den deutschen Menschen beseelten. Gausachbearbeiter A. Rüffer (Gießen) Frankfurt a. M. gab dann in packenden Ausführungen Sinndeutunq und Zielsetzung dieser Feierstunde. Er hob die Werte hervor, die dem Volke durch die Besinnung auf die eigenen Meister zuströmen. In den Schilderungen der einzelnen Etappen des bewegten Lebens dieses von stürmischem Freiheitsdrang und unerschütterlicher Vaterlandsliebe erfüllten Suchers und Kämpfers sprach er die Kräfte an, die Ulrich von Hutten zum leidenschaftlichen Verfechter deutscher Art werden ließen. Den Willen zur Einigung, für die er sich in Schrift und Tat einsetzte, die Tatbereitschaft, seinen revolutionären Geist und seinen Glauben an Deutschland. Pg. Rüf- fer kennzeichnete die Wandlung, die dieser Ritter der Feder und des Schwertes durchmachte, angefangen von der Vorausfatze seines unrühmlichen Endes über die Flucht des Siebzehnjährigen aus dem Kloster, das Ringen um die Erkenntnis der Wahrheit, die er zunächst bei der Wissenschaft suchte und das ihn, angefangen 1505 bei der Universität Köln, zu einer Wanderschaft unter größten Entbehrungen über zahlreiche Hochschchulen veranlaßte, bis er in Greifswald die größten Demütigungen und schließlich in Rostock biX ersten Freunde sand. Hier wird er zum Dichter und hier schreibt er auch seine Kampfrufe. 1511 erfolgte fein Zusammentreffen mit Martin Luther, er rief seine Freunde zusammen, um dem Kaiser durch die Tat zu Helsen, und auf seinen Wanderungen in Italien erkannte er seine Sendung, Vorkämpfer für die Einheit des Reiches zu werden. Durch die Krönung zum Dichter am 12.7.1517 durch Kaiser Maximilian fand sein Leben die Krönung. Sein Plan, zusammen mit Sickingen die Freiheit des Reiches zu erzwingen, mißlang, und als sich 1523 auf der stillen Insel Ufenau sein Leben erfüllte, schrieb der 35-Jährige die auch noch heute gültigen Worte: „Deutschland ist da, wo starke Herzen sind!" Sein Vermächtnis zu erfüllen, dazu dient auch, wie der Vortragende bekräftigte, diese Feierstunde. Und die Dorfgemeinde bestätigte die Erkenntnis dieser Mahnung mit dem Liede „Wo wir stehen, steht die Treue". Ortsgruppenleiter Schäfer ließ die Veranstaltung ausklingen in dem Treuebekenntnis zum Führer. Nach dem Gesang der Natiynal- lieder wurden die Fahnen wieder aufgenommen und hinausgetragen. Vortrüge im Kreis. Jrn Rahmen der Gaukulturwoche finden am heutigen Samstag im Kreis Gießen folgende Veranstaltungen statt: in Allendorf (Lumda) Vortrag von Museumsdirektor Dr. Krüger über „Heimische Vorzeit"; in Laubach Vortrag von Univ.-Professor Dr. Bley über „Rasse und Recht"; in Lich Vortrag von Univ.-Professor Dr. Stade über „Neue Forschungsergebnisse über die Chatten"; in Grünberg Vortrag von Univ.-Professor Dr. Hummel über „Anteil der nordischen Rasse an der Naturerkenntnis". Burg Münzenberg als Feierstätte. NSG. Am letzten Tag der Gaukulturwoche veranstaltet das Deutsche Volksbildungswerk in der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" am Sonntag um 20.30 Uhr auf der Burg Münzenberg in der Wetterau eine Feierstunde unter dem Leitgedanken „Heber allem steht das Rei ch". Im Rahmen der Feier gelangt auf dem Burghof das Spiel „Der Ritter" von Georg Basner zur Aufführung. Mitwirkende sind: die Kreiskapelle der NSDAP., Werkscharen aus Butzbach, Männer und Frauen aus Münzenberg, Hans Geißler und Friedrich Andreas Schmidt als Sprecher. Die Gefamt- leitung hat Alwin Rüffer. Aufführung des Films „$riefennoP. Im Rahmen der Gaukulturwoche wird auf Veranlassung der Kreisleitung Wetterau am morgigen Sonntag im Gloria-Palast, um 10 Uhr beginnend, der Film „Friesennot" vorgeführt. Wie die Kreisleitung uns mitteilt, haben zu dieser Filmvorführung alle Volksgenossen völlig toftenfreien Zutritt. Niemand braucht eine Karte oder einen sonstigen Ausweis, jedermann kann einfach zu dieser Aufführung erscheinen und sich ohne Ausgaben diesen wertvollen Film ansehen. beitsvorgang ober kleinen Schwächen bei der Herstellung. Solche Namen stehen im Uebergang zu unserer vierten und jüngsten Schicht, den Uebernamen, die uns einen tiefen Blick in Sinnesweise und Spottlust der letzten Jahrhunderte des Mittelalters erlauben. Was uns derart an Erkenntnis vergangener Jahrhunderte zuwächst, wird zur tragsähigen Stütze künftigen deutschen Lebens. Der Schatz Unserer Familiennamen ist unerschöpflich, man mag den Spaten ansetzen, wo man will. Er verdient den Anteil des Forschers, denn in ihm laufen die Rinnsale des großen Blutstroms, der Deutschland heißt. Professor Dr. Willeke sprach im Vorlesungsaebäude über das Thema: „Aufgaben und Methoden der wirtschaftlichen Raumforschung". Die wirtschaftliche Raumforschung dient der wissenschchtlichen Vorbereitung der Raumordnung. Es geht^darum, alle Bedingungen, die die Einordnung des Menschen in den Raum bestimmen, zu erforschen und auf die politische Zielsetzung einer völkischen Lebensraumordnung zu überprüfen; theoretisch ganz allgemein, wie aber auch und nicht minder im Hinblick auf ganz konkrete Ordnungsaufgaben. Da die Eingliederung eines Volkes in den ihm durch das politische Schicksal zugefallenen Lebensraum an erster Stelle durch die wirtschaftlichen Aufgaben, die ein Volk in diesem Raume zu erfüllen hat, bestimmt wird, kommt her wirtschaftlichen Raumforschung besondere Bedeutung zu. Um die Verbindung der Raumforschung mit der praktischen Aufgabenstellung möglichst eng zu gestalten, wurde 1935 in gemeinsamem Entschluß der Reichsminister Kerrl und Rust mit der Gründung der Reichsstelle für Raumordnung zugleich die Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung an den deutschen Universitäten und Hochschulen ins Leben gerufen. In dieser Arbeitsgemeinschaft sind alle für die Raumforschung wichtigen Disziplinen, neben der Wirtschafts- und Sozialwissenschaft auch die Geologie,. Geographie, Volkskunde u. a. zusammenge- fafet. Das Aufgabengebiet der Raumordnung besteht in zwei Grunoauf gaben: Auf der einen Seite ist sie heilender Natur; sie hat die Unordnung des Raumes zu beseitigen, die in der Zeit der liberal-kapitalistischen Wirtschaftsverfassung vor allem tm Wege des sog. „Automatismus" der Standortsorientierung der Industrien entstanden ist. Auf der anderen Seite hat die Raumordnung die zusätzlichen Ansprüche, die infolge der Bevölkerungsvermehrung und der politischen Ausgaben an den Raum gestellt werden, im Sinne einer organischen Raumordnung, im besonderen der Förderung dezentralisierter Wirt- schaftsräume zu lenken. Zum engeren Arbeitsgebiet der wirtschaftlichen Raumforschung an der Universität Gießen gehört das Lahn-Dillgebiet und Oberhessen. Die Forschungsausgaben, die sich von diesem Raum aus stellen, sind vorwiegend agrar- bzw. agrarinbu= strieller Art. Die Erforschungen der Bedingungen und Sanierungsmöglichkeiten landwirtschaftlicher Notstands- bzw. Rückstandsgebiete, die Ueberprü- fung der Parzellenpachtverhältnisse und deren Auswirkungen auf die Sozialstruktur der Landwirtschaft, die Untersuchung der Gründe für den Rückgang eines bodenständigen Landarbeitertums bzw. die Landflucht und andere Fragen sind Forschungsaufgaben, die zum Teil unmittelbar von der Praxis aus an die wirtschaftliche Raumforschung der Universität Gießen herangetragen worden sind. Eine derartige Aufgabenstellung zwingt natürlich die Raumforschung, über die Vertiefung der allgemeinen theoretischen Fragen hinauszugehen und Möbelhaus besondere Methoden zu entwickeln, die es ermöglichen, die mannigfachen Faktoren, die vom Raum aus das wirtschaftliche und soziale Geschehen im Konkreten beeinflussen, in einer Zusammenschau der Dinge zu sehen. Diese Art der Betrachtung ist notwendig, um die Kausaloerknüpfung der verschieden einwirkenden Faktoren erkennen und den besonderen Bedeutungswert der einzelnen Einwirkungskräfte bestimmen zu können. Problematik und Erkenntniswert dieser Methode wurde an zwei Beispielen unter Verwendung von Arbeitskarten näher demonstriert. Vornotizen. Spielplan des Siadttheaters vom 14. bis 21. INai. Am Sonntag, 14. Mai, erste Wiederholung des oberhessischen Volksschauspiels „Der Alte geht um", von Karl Ruckelshausen, das am Dienstag mit großem Erfolg uraufgeführt wurde. Spielleitung Hans Geißler; Bühnenbilder Karl Löftler. Die Vorstellung findet außer Miete statt. Anfang 19.30 Uhr, Ende 22 Uhr. Montag, 15. Mai, Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr: Theaterring der Hitler-Jugend, 8. und letzte Vorstellung, „Ein ganzer Kerl", Komödie von F. P. Buch. Dienstag, 16. Mai, feine Vorstellung. Die letzte Vorstellung der Dienstag - Miete rft auf Dienstag, 23. Mai, verlegt. Mittwoch, 17. Mai, Anfang 19.30 Uhr, Ende nach 22 Uhr: „Meine Schwester und ich", Musikalisches Lustspiel von R. Benatzky. Spielleitung Gert Buch- heim. Am Flügel Joachim Popelka. Tänze Thea Maaß. Mittwoch-Miete, 31. Vorstellung. Freitag, 19. Mai, Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr: »Der Alte geht um", Volksschauspiel von Karl Ruckelshausen. Spielleitung Hans Geißler. Freitag- Miete, 32. Porftellung. Sonntag, 21. Mai, Anfang 11.30 Uhr, Ende 12.30 Uhr: Letzte Morgenfeier der Spielzeit, „Deutsche Romantik". Leitung Hannes Razum. Liebesliederwalzer von Brahms, Violinsonate von Schumann, Lesung aus Werken von Novalis und Eichendorff. — Anfang 19.30 Uhr, Ende nach 22 Uhr: Zum letzten Male „Meine Schwester und ich", Musikalisches Lustspiel von R. Benatzky. Spielleitung Gert Buchheim. Am Flügel Joachim Popelka. Tänze Thea Maaß. Außer Miete! Reichskolonlalbund in Gießen. Am heutigen Samstagabend spricht im Caf6 Leib der Gauredner Pg. R ö h r s ch e i d t (Frankfurt a. M.) über das Thema „Die deutsche Kolonialforderung und die Stellung des Auslandes". BOM.-Untergau 116 Gießen. VD2N.-Werkgruppe 4a/116. Die Karten für die letzte Theaterringvorstellung „Ein ganzer Kerl" am Montag, 15. 5., sind sofort bei Anneliese Dietz, Alicenstraße 32, abzuholen. Geschichten ans aller Welt nigften Wege. Die Bereitschaft, einander Opfer zu bringen, soll nach Meinung von Frau Hozumi der Grundsatz des ehelichen Lebens sein. Uns Europäer i) Warta € Sdfc, die Seife, defen Schaum die 'Xaut 'Wjüngt 25 aber man die Mittel, deren er sich bedienen wollte, müßte ihm überlassen. Die langwierige Golfpartie. Ndz. London. kommt das Gedicht des Professors Hozumi merkwürdig vor. Wir können kaum begreifen, daß in dem Verzicht des Mannes auf das Reittier ein Opfer liegen soll. Der Sinn wird aber sofort verständlich, wenn man weiß, daß auch heute noch in Japan der Mann der Herr ist und die Frau die Magd, und die Frau auf der Straße dem Manne sogar mit einem halben Schritt Abstand zu folgen hat, um ihre Unterwürfigkeit zum Ausdruck zu bringen. Die flüssigen „Requisiten". Ndz. Kopenhagen. Don ihrem erfolgreichen Gastspiel in Berlin sind die Mitglieder des dänischen Königlichen Theaters jetzt lorbeergekrönt in die Kopenhagener Heimat zurückgekehrt. Die Künstler und Künstlerinnen durften mit ihren Koffern unkontrolliert die Zollschranke passieren, denn Lorbeerkränze dürfen zollfrei eingeführt werden. Vom Güterbahnhof rollte dann ein Wagen mit schweren Kisten an, die die Aufschrift trugen „Requisiten des Kgl. Theaters". Sie hätten vielleicht die Schranke ebenfalls unkontrolliert passieren können, wenn nicht ein Zöllner die scherzhafte Bemerkung gemacht hätte: „Die Kisten sind sicherlich mit lauter Skaeg gefüllt!" „Skaeg" ist das dänische Wort für „Bart", der Zöllner hatte an Theater- Bärte gedacht. In Dänemark wird derselbe Ausdruck aber auch für eingeschmuggelte alkoholische Getränke verwendet. Jedenfalls hatte die Bemerkung bei einem anderen Zollbeamten' ein leises Mißtrauen aufkeimen lassen, und man öffnete eine Kiste. Mit triumphierenden Lächeln holten die Beamten daraus eine ganze Anzahl gefüllter deutscher Rheinweinflaschen heraus, die zwischen Ritterschwertern und anderen Ausstattungsgegenständen für „Dkaria Stuart" gelegen hatten. Die von dem Vorfall verständigte Direktion des Kgl. Theaters hat natürlich eine strenge Untersuchung zu gesagt, aber es ist zweifelhaft, ob der weinfreudige Amateur- Schmuggler erwischt wird. Er ist schon gestraft gemachen?" Sogar der Polizeipräfekt interessierte sich für den Fall, aber er mußte erklären, daß er nicht die Macht habe, den Saalbesitzern zu befehlen, sich Katzen zu halten, „so sehr die Sache auch wünschenswert wäre." Es war schon ein ähnlicher Fall vorgekommen, in dem aber der Staatsrat sich dagegen ausgesprochen hatte, daß Verwaltungsbehörden so weitgehende Berechtigungen hätten. Man könne dem Kinobesitzer wohl vorschreiben, daß er die nicht zum Hause gehörenden Tiere vernichte, Eine weitze Giraffe. C. K. Daressalam. In den Wäldern von Kenia (Ostafrika) hat Professor George Goodwin eine weiße Giraffe entdeckt. Es war schon vor einem Jahr einmal davon die Rede, daß man eine solche beobachtet habe, aber besonders die Jäger wollten dem Bericht nicht glauben. Jetzt ist cs dem Gelehrten aber gelungen, Filmausnahmen der weißen Giraffe aus nächster Nähe zu machen, nachdem er unermüdlich Nachforschungen nach ihr angestellt hatte. Die weiße Giraffe befindet sich in dem Reservatgebiet, in dem die Eingeborenenbevölkerung der Massai lebt. Es handelt sich um ein Männchen, das von einem Weibchen der von den Naturforschern „camelo- pardalis“ genannten Gattung begleitet wird. Das einzigartige Tier hat außer der Farbe keine besonderen Merkmale, sondern zeigt in allen Einzelheiten die Merkmale der genannten Art. Sein völlig weißes Fell weist nur graue Flecken am Kopf und am Hals auf, während am Körper Streifen die weiße Fläche in große rautenförmige Felder teilen. Wie man glückliche Ehen jtistet. Ndz. Tokio. Professor Dr. Schigeto Hozumi, der Dekan der Juristischen Fakultät an der Kaiserlichen Universität zu Tokio, und seine Frau haben bisher 38 Ehen gestiftet. Dabei ist aber nicht nur diese hohe Zahl bemerkenswert, sondern noch mehr die Tatsache, daß alle Paare, die durch die Hozumis zusa-nmengesührt worden sind, in glücklichster Ehe leben. Als man Frau Hozumi kürzlich nach dem Geheimnis des ehelichen Glücks fragte, erklärte sie, sie habe davon keine bestimmte Vorstellung. Vielleicht aber liege das Geheimnis in einem Gedicht, das ihr Gatte, der ja ein gelehrtes Haus sei, jedesmal beim Hochzeitsschmaus oortrage. Das Gedicht sei in Form einer Wechselrede zwischen Mann und Frau abgesaßt. Die Frau bitte ihren Mann, über ihre Mitgift so zu verfügen, daß er stets reiten könne statt zu gehen. Der Mann erwidert darauf, er wolle lieber Seite an Seite mit ihr dahinschreiten, selbst auf dem ftei» Durch den Tod des einen Partners wurde eine Golfpartie zweier Engländer in Littlecote „vorzeitig" abgebrochen. Sie ist aber immerhin 16 Jahre lang durchgeführt worden. Die beiden Golfspieler traten schon seit Jahrzehnten jeden Freitag gegeneinander an, und der Verlierer mußte den Tee für den Sieger bezahlen. An einem Freitag im Jahre 1923 vereinbarten sie neue Spielregeln, um den Kampf schwieriger und interessanter zü gestalten. Bald zeigte sich, daß sie die Sache gar zu schwierig und durch Strafpunkte für alle möglichen Kleinigkeiten die Gewinnentscheidung beinahe unmöglich gemacht hatten. Trotzdem beschlossen die eigensinnigen Engländer, die Partie nach den neuen Regeln bis zur Entscheidung fortzuführen. 814mal haben sie bisher gespielt, ohne daß einer Sieger wurde. Ein Dachs bringt Gold zutage. Ndz. Neuyork. Einern Dachs haben zwei Goldsucher in Hawthorne in Nevada die Aufsindung einer Goldader zu verdanken. Die beiden „prospectors" George Bur- ris und Edward Boomershine hatten eines Tages ziemlich mutlos ihr Lager aufgeschlagen und unterhielten sich mißgestimmt darüber, daß es ihnen trotz aller Anstrengungen nicht gelungen war, ein wirklich ergiebiges Goldfeld zu entdecken. Während sie miteinander sprachen, schauten sie dem Treiben eines Dachses zu, der geschäftig die Erde aufwühlte und Sand aus der Höhle schaffte. Zu ihrem Erstaunen bemerkten sie in diesem Sand Goldspuren, die sie auf die.richtige Fährte brachten. nug durch die Beschlagnahme der schönen „Reise- Andenken", die er von der Deutschlandfahrt heim- bringen wollte. Wiedersehen auf der Filmleinwand. Ndz. Kopenhagen. Nach dreißigjähriger Trennung hat ein Schlächtermeister in Randers seinen verschollenen Bruder wiedergefunden, und zwar auf der Filmleinwand. Im Kinotheater rief der Meister bei der Vorführung eines amerikanischen Films laut und aufgeregt seiner Frau zu: „Das ist ja Valdemar!" Er hatte in dem Flötenspieler auf einem Bild im Vordergrund den Bruder erkannt, der vor dreißig Jahren aus- gewandert war. In dieser langen Zeit war jede Verbindung abgerissen, weil die Familie ihren Wohnsitz gewechselt hatte, bevor der Ausgewanderte seine Anschrift mitgeteUt hatte. Nun will der Schlächtermeister durch Vermittlung der Filmgesellschaft die Verbindung mit dem Bruder wieder aufnehmen. Die Ratte im Kino. B. Paris. Ein Pariser Kinobesitzer ist von einem Zuschauer auf Schadenersatz verklagt worden, weil dieser in seinem Saal von einer Ratte gebissen worden ist. Es wurde gerade ein Sensationsfilm gezeigt, und Publikum, das bereits durch die Filmszenen erregt war, wurde von einer wahren Panik ergriffen, als der Zuschauer plötzlich nach dem Biß losschrie; man konnte von Glück sagen, daß keine Opfer unter den Menschen zu beklagen waren. Nur die Ratte blieb auf der Strecke, und ihr Kadaver wurde sofort zu dem Institut für die Untersuchung von Epidemien geschasst. Es wurde jedoch kein Krankheitskeim in dem toten Tier gefunden. Aber in den Zeitungen wurde der Fall sehr lebhaft erörtert. „Der Biß einer Ratte ist etwas Schreckliches", schrieb ein Blatt, „nicht nur wenn sie Krankheitsträgerin ist, sondern als Biß an sich. Wenn es möglich ist, von einem Tier, das kein Haustier ist, in einem Saale in der Hauptstadt Frankreichs selbst gebissen zu werden, dann heißt das, das wir nicht in einer Hauptstadt, sondern in einem Urwald leben." „Weiß de^Lesitzer des Kinos vielleicht nicht", schrieb eine anMe Zeitung, daß es Katzen und Fallen und andere Mittel gibt, den Ratten den Garaus zu Winke zur Volkszählung. In diesen Tagen wurden den Haushaltungen die Zähllisten für die Volks-, Berufs- und Betriebszählung zugestellt. Für Gießen und seine Vororte Wieseck und Klein-Linden ist der Modus gewählt worden, jedem Häushaltungsoorstand die Zählliste direkt zuzustellen, also nicht, wie in anderen Orten, den Weg über den Hausbesitzer zu wählen. Dieses Verfahren hat den Vorzug, daß der Zähler mit dem Haushaltungsvorstand direkt in Beziehungen tritt. Nunmehr ist es Sache des Haushaltungsoörstandes, die Zähllisten mit größter Sorgfalt auszufüllen. Aber nicht nur die Haushaltungsliste muß alle erforderlichen Eintragungen erhalten, sondern auch die beigefügte Ergänzungskarte ist genau auszufüllen und in den Umschlag zu stecken, den der Hausyaltungsvor- stand selbst verschließt. Niemand darf diesen Umschlag unbefugt öffnen, wenn er sich nicht einer Strafverfolgung aussetzen will. Für gewerbliche Betriebe und für land- und forstwirtschaftliche Betriebsstätten sind besondere Listen auszufüllen, eben» so für die Grundstücke. Es sei besonders betont, daß die Zähler und Oberzähler zur strengsten Geheimhaltung aller im Verlause der Zählung zu ihrer Kenntnis kommenden Dinge und Eintragungen oer- pslichtei sind, die Fragebogen auch nur für amtliche statistische Zwecke Verwendung finden, aber in keiner Hinsicht etwas mit Steuersachen zu tun haben. Allen Haushaltungsvorständen sei dringend angeraten, die Fragen der Zählbogen genau anzusehen und zu überlegen, im Zweifelsfalle lieber den Zähler um Auskunft zu bitten, ehe etwa falsche Eintragungen gemacht werden. Auszeichnungen bei der Reichsbank. Dem Reichsbankrat Paul R e m a n e und dem Reichsbankoberzählmeister Adolf Schwarzlose wurde vom Führer das silberne Treudienst-Ehrenzeichen für 25jährige Dienstzeit verliehen. Die lieber- reichung sand in würdiger Form durch den Behördenleiter statt. Platzkonzert des GA.-Musikzuges. Am morgigen Sonntag, von 11 bis 12 Uhr, findet anläßlich des Großstoffellaufes „Rund um die Anlagen" ein Platzkonzert des Musikzuges der SA.- Standarte 116 vor dem Stadttheater statt. Sitzungen des Schwurgerichts. Das Schwurgericht am Landgericht Gießen hält am Mittwoch, 24., Donnerstag, 25., und Freitag, 26. Mai, Sitzungen ab. Am ersten Derhandlungstage steht eine Anklage gegen ein junges Mädchen wegen Kindestötung auf der Tagesordnung, der zweite Derhandlun^tag wird eine Anklage gegen einen Mann aus Frankfurt a. M. wegen gewerbsmäßiger Abtreibung bringen, der letzte Sitzungstag ist einer Anklage gegen einen Mann aus Gießen wegen Meinewes gewidmet. Die beiden erstbezeichneten Angeklagten befinden sich in Haft, der letztere ist aus freiem Fuße. Gießener Schlachthof als Ausbildungsstätte. Nach dem vom Re ich Sinnenminister veröffentlichten Verzeichnis der zur Annahme von Veterinär« Praktikanten für die Ausbildung in der Schlachtvieh Erinnerungen an Süd- und Älamerifa. Vortrag im NG.-Rechtswahrerbund in Gießen. Am gestrigen Freitagabend bot die Kreisgruppe „Wetterau" des NS.-Rechtswahrerbundes ihren Gästen und Mitgliedern im Hvfaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts einen interessanten Vortrag, der die Hörer im Geiste durch Mittel- und Südamerika führte. Kreisgruppenführer, Oberstaatsanwalt K n a u ß konnte als Vortragenden den Oberarzt Dr. Weiß- w a n g e r aus Frankfurt a. M. begrüßen, der an Stelle des in letzter Stunde dienstlich nach Berlin berufenen, ursprünglich als Vortragenden angekündigten Professors Dr. med. Hans Holfelder gekommen war. Dr. Weißwan ger hat ein Jahr später als Professor Holfelder die gleiche Reise unternommen und sich vor allem längere Zeit in Mittel- und Südamerika aufgehalten. Der Vortragende führte seine Hörer in fesselnder Schilderung den weiten Weg nach Neuyork über Ehikago und dann hinunter nach den mittel- und südamerikanischen Staaten. Er erzählte dabei von den wunderbaren landschaftlichen Schönheiten, den Menschen und ihren Lebensbedingungen, dem Werden und Wachsen jener Staaten und vor allem auch von den politischen Strömungen, die zur Zeit seiner Reise festzustellen waren und leider unter dem Einfluß der Juden und Kommunisten in zunehmendem Maße deutschfeindlich wurden. Daß unter diesen Umständen unsere deutschen Volksgenossen in jenen Ländern einen schweren Stand haben, liegt ohne weiteres klar zutage. Hinzu kommt, daß auch der nordamerikanische Wirtschaftsimperialismus und starke soziale Gegensätze die Lebensbedingungen in allen diesen Ländern viel mehr verschärfen als an sich aus den wirtschaftlichen und sozialen Bedingtheiten heraus verständlich wäre. Dr. Weißwanger verstand es, seinen Hörern alle diese Beobachtungen und Eindrücke in anschaulicher Weise nahezubringen. Dabei ließ er auch die Landschaft mit ihrefi Schönheiten durch viele Buntaufnahmen in farbigen Lichtbildern vor den Augen der interessiert folgenden Hörer erscheinen. Man lernte dadurch viele herrliche Teile jener Länder kennen, sah auf der anderen Seite aber auch die gewaltige Zusammenballung der Menschen in den Großstrürten mit ihren Wolkenkratzern. In etwa eindreiviertelstündigem Dortrage gab der Redner eine fesselnde Schilderung seiner Reise- erinnerungen, die von den Besuchern verdientermaßen mit lebhaftem Beifall bedankt wurde. Oberstaatsanwalt K n a u ß brachte den Dank in herzlichen Worten zum Ausdruck und schloß dann den Abend in üblicher Weise. und Fleischbeschau zugelassenen Schlachthöfe ist auch der Städtische Schlachthof in Gießen als Ausbildungsstätte für diesen Zweck zugelassen. Echulungslehrgang für die Feuerwehrführer des Canbfreifes Gießen in Lollar. Am Sonntag, 21. Mai, findet in Lollar ein Schulungslehrgang für die Feuerwehrführer des Landkreises Gießen statt. Der Kurzlehrgang, der auf Anordnung des Landrates des Landkreises Gießen stattfindet, weist folgende Tagesordnung auf: Vortrag über die Ausbildunasvorschrift; Dortryg über die Erfahrungen bei der Ausbildung. Dann werden noch praktische Vorführungen an den Geräten gezeigt. Zur Teilnahme an dem Lehrgang sind sämtliche Leiter der Freiwilligen Feuerwehren sowie ihre Stellvertreter, ferner die Leiter der Pflichtfeuerwehren ober deren Stellvertreter verpflichtet. Ein schlechter Schafhirt. In der Nähe der Militärschwimmanstalt bei Annerod wurde von Straßenpasfanten schon einige Tage lang ein Schaf liegend bemerkt, das sich bei näherem Zuschauen als wegunfähig wegen eines Beinbruches erwies. Die Finder gaben dem Tier zunächst zu fressen und setzten sofort die Gendarmerie in Kenntnis, die für die Sicherstellung und zweckmäßige Unterbringung des armen Tieres sorgte. Nach Lage der Dinge hat der Schäfer der Herde das verletzte Schaf offensichtlich einfach liegen lassen und ist weitergezogen, ohne sich Gewissens- bisse über das Schicksal des verlassenen Tieres zu machen. Die Ermittlungen nach dem herzlosen Menschen wurden sofort in die Wege geleitet. Ein gehöriger Denkzettel auf Grund des Tierschutzgesetzes dürfte ihm sicher sein. Gießener wochenmarkipreife. * Gießen, 13. Mai. Aus dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, VA kg 1,60 Mark, Matte 25 bis 50 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, deutsche Eier, Klasse S 11, A 10%, B 10, C 9%, D 8%, Enteneier 9% bis 10%, Wirsing, % kg 20 bis 30, Weißkraut 15, Karotten 15 bis 16, Spinat 10 bis 25, Spargel, 1. Sorte 90 Pf. bis 1 Mark, 2 Sorte 90 Pf., 3. Sorte 70, 4. Sorte 40 bis 44, Erbsen 25 Pf., Tomaten 45 bis 50, Zwiebeln 15 bis 18, Meerrettich 40, Schwarzwurzeln 45 bis 50, Rhabarber 20 bis 25, Kartoffeln, neue, % kg 24 Pf., alte, % kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,40 bis 4 Mark, Aepfel, % kg 35 Pf., junge Hähne 80 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 30 bis 50, Salat 20 bis 30, Salatgurken 52 bis 60, Oberkohlrabi 25 bis 30, Lauch 5 bis 15, Sellerie 10 bis 50, Rettich 10 bis 20, das Bündel 20 bis 30, Radieschen 5 bis 15 Pf. ** Eine Achtzigjährige. Am heuttgen Samstag, 13. Mai, kann Frau Witwe Susanne Zeidter, Sandgasse 43 wohnhaft, in bester Rüstigkeit ihren 80. Geburtstag begehen. Der Jubilarin, einer langjährigen treuen Bezieherin des Gießener Anzeigers, unseren herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. ** Amtstag des Hessischen Hochbauamt e s. Wegen der angespannten Lage im Baufach hat das Hessische Hochbauamt einen wöchentlichen Amtstag, jeweils am Samstag, bis auf weiteres für den Besuch des Publikums bestimmt. ** Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 28. April bis 4. Mai ein: Gegen Kraftfahrzeugführer mit 4 Anzeigen und 4 gebührenpflichtigen Verwarnungen: gegen Radfahrer mit 1 Anzeige und 4 gebührenpflichtigen Verwarnungen: gegen Fußgänger mit 2 gebührenpflichtigen Verwarnungen. ** Waldwege und Schneisen sind nicht zum Spazierfahren da. Der Oberbürgermeister weist heute darauf hin, daß das Fahren auf den Wegen und Schneisen im Stadt- RUHL Seilersweg Nr. 67 fldiO Telephon Nr. 3170 eparaturen ,9/l wald mit Autos und Fahrrädern strafbar ist. Nur die 1. und die 5. Schneise sind bis auf weiteres für den Radfahrerverkehr freigegeben. ** Dom Wochenmarkt. In der nächsten Woche wird wegen des Himmelfahrstages der Wochenmarkt vom Donnerstag auf Mittwoch, den 17. Mai, vorverlegt. ** Maienblasen. Am heutigen Samstag von 19 Uhr ab findet das Maienblasen vom Turm der Johanneskirche statt. Es werden gespielt: 1. „Sei Lob und Ehr': 2. „Die Kapelle"; 3. „Goldne Abendsonne". Nundfunkprogramm Das Rundfunkprogramm für Sonntag sieht im vierten Blatt, Seite 2. Montag, 15. Mai. 5 Uhr: Don Breslau: Frühmustk. 5.50: Bauer, merk auf: Anschließend Nachrichten. 6: Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für den Garten. 8.40: Von Breslau: Froher Klang zur Werkpause. 10: Dom Deutschlandsender: Schulfunk. 11.40: Ruf, ins Land. 12: Don Hamburg (aus Hannover): Schloßkonzert I. 13: Nachrichten. 13.15: Don Hamburg (aus Hannover): Schloßkonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch ... 16: Nachmittagskonzert. 17 bis 17.10: Neues für den Bücherfreund. 18: Der Hof ruft! Bauern an der Grenze. 18.30: Männer und Motoren. In der Motorsportschule Diez a. d. Lahn. 19.15: Tagesspiegel. 19.25: Don Breslau: Meine Flucht aus der roten Hölle. Es spricht die ehemalige kommunistische Reichstagsabgeordnete Maria Reese. 19.45: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: Von Breslau: „Der blaue Montag". Don der Oper bis zum Tonfilm. 22: Nachrichten. 22.15: Kamerad, wo bist du? 22.30 bis 24: Don Königsberg: Unterhal- tungs- unb Tanzmusik. Eva Musiki Erhard ZRomer Verlobte Nürnberg Seuchelheim-Gießen Schillstraße 12 Stuttgart, Königstr. 1 13. Mat 1939 02386 Glatt Karten Wir geben unsere Verlobung bekannt Gerda Schwarz Karl Enz Gießen, den 13. Mai 1939 Hillebranbstraße 2 Schloßgasse 10 02387 Friedrich Momeweg Pfarrassistent Gretel Momeweg, geb. Neuß Vermahlte Mainz-Sischofsheim Friedberg L H. Kirchliche Trauung: Samstag, den 13. Mai 1939, um 14% Uhr, in der Gtadtkirche zu Friedberg ___________02382 Ihre Vermahlung zeigen an (Sbuarb Bah/ Pfarrverwalter Frieda Äatz, geb. Kinzebach Mettenheim Mheinheffen) Großen-Äuseck 14. Mai 1939 __________02419 Alleinverkauf: l Schönau Bahnhofstr. 76 Kein Schaufenst- Größtes Lager im Platze. s^A Bechstein Steinwas- u. a. QescnättsörucKsachen Rechnungen BrlefblÄtter Briefumschläge Postkarten Geschäfts karten bei Brühl. Schulstr.7 Bill. Mel neue Holz- und EisenbettstelL, Svrungrahmen, Nachischränkch., Frisierkomm. u. Nähtischch. foro. vrersw. Ausfhg. v. Modernisieren der Möbel, ozm Alb.Ruch, Schreinerei, Roonstratze 5, am Ludrvigsvl. Den Schlaf gesund herbeiführen ist besser als ihn zu erzwingen. So ist es auch richtiger, durch heilsame Beeinflussung des gesamten Gesundheitszustandes und der wichtigsten organischen Vorgänge die eigentlichen Ursachen der Schlaflosigkeit zu beseitigen. Em solches natürliches Schlafmittel ist Klollerfrau-Melisiengeist mit seinem anerkannt günstigen Einfluß auf Verdauung, Nerven-und Herztatigkeit. Er wirkt, ohne zur Gewöhnung zu führen, auf die Ursachen der Säilaflongkeit, die meist auf Überbelastung des Herzens und der Nerven durch übermäßige gei hge oder körverliche Anstrengungen und Verdauungsstörungen beruhen Bekanntlich ist ja auch Schlaflosigkeit oft mit nervösen Herzbeschwerden verbunden Am 22.3.39. schreibt Frl. Magda Reuter (Bild nebenstehend). Bürogehilfin Stier, Obere Krahnenstr.3: .Klosterfrau-Melissengttst hat meinen Nerven gut getan. Die nervösen Beschwerden sind, seitdem ich Klofterfrau-Melifienaeift gebrauche, nicht mehr so stark wie zuvor. Nachdem ich monatelang sehr schlecht schlief, bekam ich bald einen ruhigeren und vor allem tieferen Schlaf. Auch sonst habe ich eine beruhigende Wirkung oersvürt. 3d) fühle mich wieder frisch und gesund und habe guten Avvetit. Datum werde ich bei ähnlichen Storungen an Klosterfrau- Sollten Sie unter Schlaflosigkeit leiben, so machen Sie doch einmal einen Bettuch still,Klo.^erftau-Melissen- aeist. 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Weit schweift von diesem Plätzchen aus der Blick in das Tal hinaus, hinab zum Fluß, hinüber zu den Bergen. Und gerne wird von den Frauen, von den Müttern, auch eine leichte Handarbeit auf die Terrasse mitgenommen, denn eine rechte Hausfrau und Mutter bringt es wohl kaum über sich, stundenlang oder gar tagelang völlig untätig zu sitzen. Und dann gibt es auch eine kleine Bücherei im Hause, und die Frauen können, wenn sie wollen, auch „zum Lesen kommen", was ihnen ja zu Hause selten genug gelingt. Aber die Terrasse ist nicht der einzige Platz, der für Ruhe und Erholung ausgenützt werden kann. Vielmehr befindet sich vor dem Hause ein schöner freier Platz, von prächtigen alten Bäumen zum Teil beschattet, so daß es möglich ist, je nach Jahreszeit und Temperatur, in die Sonne oder in den Schatten zu rücken. Gegenwärtig ist „Sonne viel gefragt". Immer wieder werden die Liegestühle oder die bequemen Gartenstühle dem Sonnenschein nachgerückt, der bisher nur leider allzu wenig zu verzeichnen war. Unter den Gästen des Hauses, mögen sie von Nord oder Süd, von West oder Ost kommen, greift schnell herzliche Kameradschaft Platz, denn sie kommen alle aus gleichem Kreis, bedürfen alle der Erholung (wenn es der Arzt Stunden vollkommenster Ruhe werden im Liegestuhl genossen sagt, wird es auch so jein!) und haben, insbe- jondere als Mütter mehrerer Kinder, auch die gleichen Interessen. Bald findet man in Gesprächen, für die es ja in einem Erholungsheim immer genug Zeit gibt, zueinander, Spaziergänge werden verabredet und in größerer oder kleineren Gruppen unternommen, und in angenehmer Müdigkeit kehrt man zurück, um sich an den gedeckten Tisch zu setzen. Gerade das „Sich - an - den o gedeckten - Tisch - setzen - können" ist eine bejondere Freude, denn dieses Vergnügen ist für die Frauen, die in diesem Erholungsheim Aufenthalt nehmen können, sehr -A Ä.. •/ Auf der Terrasse. Schöner Ausblick in das Lahntal. selten! Es versteht sich am Rande, daß zu Ruhe und bewußter Erholung auch ein gutes Essen gehört, denn Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen. Blitzsaubere Saaltöchter huschen hin und her, lesen den Gästen die Wünsche von den Augen ab und bringen ohne besondere Aufforderung aus der Küche nach, was an Schüsseln auf den Tischen leer geworden ist. Das Essen wird übrigens sehr wichtig genommen! Es ist gewissermaßen Pflicht und Gesetz und einzige Bindung an die Zeit. Wenn der MM' - •' * >■ ' /Sfr ' ...Mj Siesta im Garten des Eisenbahner-Erholungsheimes. (Aufnahmen [4|: Neuner, Gießener Anzeiger.) Gong angeschlagen wird, muß der Einzug der stets etwa 50 Gäste in den Speisesaal ftattfinden. Und niemand verschließt sich der sanften Gewalt des mahnenden Gongschlages. So ist es denn kein Wunder, daß sich aus der Synthese von Ruhe, Unbeschwertheit und Pflege, von Sonne, frischer Luft und Heilwassern, von Unterhaltung, Spaziergängen und gutem Essen schließlich das ergibt,' was der Sinn des Aufenthalts ist, die E r h o l u n g und die körperliche Kräftigung. So dient das Eisenbahner-Erholungsheim — das naturgemäß nicht lediglich für Frauen da ist — allen denen, die nach Monaten und Jahren treuer Pflichterfüllung einer inneren und äußeren Erneuerung bedürfen, dient dem Zweck, Menschen wieder zu Kräften zu verhelfen, aus denen weitere Pflichterfüllung im Eisenbahnerdienst an der Allgemeinheit möglich ist. N. Feriensonderzüge. Lpd. Die seit Jahren bei Beginn der Sommerferien von der Deutschen Reichsbahn gefahrenen billigen Feriensonderzüge werden auch in diesem Jahre wieder durchgeführt. Während der bereits im Vorjahre nach Oesterreich geführte Feriensonderzugverkehr wesentlich ausgebaut wird, werden erstmalig auch die wichtigsten Kur- und Erholungsgebiete des Sudeten- und Memellandes in den Ferienson- derzugverkehr einbezogen. Die Fahrpreisermäßigung beträgt 40 v. Sy, im Verkehr mit Ostpreußen sogar 60 v. H. Die gleiche Ermäßigung wie für den tfe* riensonderzug selbst wird auch für eine Anfahrts- strecke von 100 Kilometer bis zum Sonderzugeinsteigebahnhof und zurück gewährt. Bei größeren Entfernungen wird die Ermäßigung für 100 Kilometer Anfahrtsstrecke in den Fahrpreis eingerechnet. Neben der wesentlichen Fahrpreisverbilligung sind noch folgende Vorteile zu nennen: Beschleunigte Durchführung der Sonderzüge möglichst Jüs zum Zielort, gebührenfreie Sicherung eines Sitzplatzes nach Wahl in einem Nichtraucher- ober Raucherabteil, Freihaltung ganzer Abteile schon für Gruppen von sechs Personen. Im Kohlenbunker verschüttet. LPD. Mainz, 12. Mai. In der Nacht zum Freitag stieg ein 32jähriger Arbeiter in einem Werk in Mainz-Ko st heim in einen Kohlenbunker ein. Dabei kam die K o h l e n m a s s e in Bewegung und verschüttete den Mann, der erstickte, ehe ihm Hilfe gebracht werden konnte. Seine Leiche wurde geborgen. 2940 haushalten/ Nimm QUALITÄTS ERZEUGNIS der ^IDOL-WERKE, KÖLN Hine Frau mit Herz Roman von Hedda Lindner Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin 26 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Dann glitten sie schweigend dem Hotel zu, wo sie Lärm, Lachen und Musik empfing. Annähernd zur gleichen Zeit — vielleicht eine halbe Stunde früher — spielte sich eine andere Unterredung ab, sehr verschieden, aber m ihrer Art nicht minder bedeutungsvoll wie die Aussprache zwischen Dina und Holk. Hier war der Schauplatz das Zimmer 226, und es begann ein neuer Akt der Komödie die Margit von Roeder inszeniert hatte. Und immer noch zu lenken glaubte, obgleich die Führung längst an John W. Griffin ubergegangen war. in der Es war nicht die erste Auseinandersetzung hier oben, seit Griffin vor 14 Tagen so überraschend er- .schienen mar, aber es fällte die letzte fein, wenig- ' ftens fomeit sie das Zimmer 226 betraf. Sie Fahndungen nach dem „Blue Ray" hatten nicht aufaehört. Im Gegenteil. Sie beifpiella e Frechheit diefes Siebftahis hatte die besten Kräfte der Polizei mobil gemacht und nicht nur der ita- iienifchen" Alle Länder, die an der Ergreifung de- , Chamäleon interefsiert waren — und ihre Zahl mar nicht gering - boten ihre tuchttchten Leute auf, um endlich den Untaten dieses V-cbr-ch°rs ein Ende zu machen. So hatte dm geschickt env -eleitcte Irreführung zwar Zeit ^kostet aber doch nicht vermocht, die Beamten endgültig aus die jalsche Spur zu bringen. Man war inzwischen zu iiem Ergebnis gelangt, daß der Stein nicht nach Frankreich, sondern nach der Schweiz gegangen lei, um von dort aus über Deutschland nach Am- jterbam gebracht zu werden. Erst einmal dort und ! And eine- geschickten Schleisers, war er IlenbgüIHg verloren. . . Das wußte der jüngste Kriminalassistent - wieviel mehr Männer, die wit der Bearbeitung des Falles beauftragt waren. Es stand letzt so, daß t°ft--chftch leine Maus über die Grenze kommen konnte, ohne ms Herz und Nieren geprüft »u werden. Sle.ch- reitig wurde die Schweiz systematisch ... [ait jagen - durchgekämmt, soweit es die grotzeren Städte und vor allem die Kurorte betraf 3eber Saft wurde unauffällig, aber scharf unter die Lupe ; genommen, und die Situation begann i • ! Griffin reichlich ungemütlich zu werden. Er g i sich keinen Illusionen über seine Lage Jin; er war | ich klar. M der Besitz des „Blue Ray dle ssrovte Gefahr bedeutete. Aber sich von dem Stem Kennen die ganze Arbeit umsonst jo weit war. ec noch nicht, und wenn sämtliche Spürhunde der Welts er. Natürlich wußte er über scimn Rivalen grünb- lich Bescheid. „Er kriegte drüben Malaria und mußte _ rr 11 „UL l a v- i > ai + a r in VR i r i M n £> n sich in der Schweiz ein Stelldichein gaben! Er hatte seinen Druck auf Mikeny verstärkt. Ohne Erfolg! Mikenys Entschluß, sich unter feinen Umständen zu ungesetzlichen Dingen herzugeben, war immer stärker geworden, je mehr er hoffen konnte, Dina mit ihrem großen Vermögen zurückzugewinnen. Alles, Versprechungen, Drohungen, ja selbst aufhören. Und jetzt 'ist er Flugleiter in Biringen. Du weißt doch, dem deutsch-schweizerischen Grenz- Bitten, prallten an ihm ab. Auch heute wieder. „Ich muß dich ertragen, muß täglich mit ansehen, wie du, ein Verbrecher, den die Polizei der halben Welt sucht, anftänbige Leute mit deiner Gegenwart beschmutzt!" Seine melodische Stimme war heiser vor Wut. „Aber damit ist cs genug. Für deine dreckigen Sachen such dir jemand anders aus!" In diesem Augenblick hätte Mr. Griffin sogar den „Blue Ray" dafür gegeben, Mikeny auf erprobte Gangstermanier umlegen zu können; in feinen kalten Augen stand blanke Mordlust. Aber seine Intelligenz war stärker als sein Haß: in seiner jetzigen Lage mußte er jedes Aussehen vermeiden. Der Tod des bekannten Kapellmeisters würde alles auf die Beine bringen. Er mußte diese Abrechnung einem günstigeren Zeitpunkt überlassen. Daß er sie nicht vergessen würde, das war sicher. Er lächelte, aber es war ein Lächeln, das Mikeny unwillkürlich eine Bewegung nach (einer Pistole machen ließ, die er in den letzten Tagen bei sich trug. Griffins Drohungen hatten ihn zuletzt docy nachdenklich gemacht, wenn er auch die tatsächliche Gefahr feiner Lage immer noch nicht voll erfaßte. Mr. Griffin sah zwar die Bewegung, gab sich aber den Anschein, sie nicht bemerkt zu haben; nur sein Lächeln war noch etwas bösartiger geworden. „Ich würde mich nicht zu sehr ausspielen", sagte er kühl auf Mikenys letzten Ausfall. „Du halt deine Verflossene und beabsichtigte Zukünftige mit 'hren Millionen noch nicht! Ich halte es nicht für ausgeschlossen, daß dieser Mr. Holk dir den Rang ab- 10 Somit hatte er Mikenys empfindlichste Stelle getroffen. „Unsinn", fuhr er auf. „Er läuft gut edjt, und da machen sie eben ihre Touren zusammen. Das ist alles." „ „Hm! Sie scheinen sich auch sonst gut 311 kennen. ,',Quatsch!" sagte Mikeny grob. „Natürlich kennen sie" sich! Dina gondelt doch dauernd über feinen Aus Mr. Griffins Augen wich der Haß und machte äußerster Wachsamkeit Platz. „Mr. Holk nt doch Flieger — ich hörte selbst, wie er von Flügen in Kolumbien erzählte", sagte er in leichtem Unterhaltungston. .. _ , „ Mikeny war froh, daß sie in ruhiges Fahrwasser kamen. Er wußte wohl, daß es gefährlich war, das Chamäleon zu reizen, nur ging sein Temperament immer wieder mit ihm durch. Er führte also.bereit^ wMig das Thema fort. „War Flieger", berichtigte Hafen." Mr. Griffin entsann sich an manches, als er den Namen Biringen hörte. Er hatte im Unterbewußtsein immer das Gefühl gehabt, sowohl Dina wie Holk schon mal gesehen zu haben, ohne sich näher darauf besinnen zu können. Nun fiel es ihm ein. Biringen! Der Ort, wo Anita, die von den Schuften tatsächlich zu acht Monaten Gefängnis verurteilt wurde, gefaßt worden war. Das mürbe er sicherlich den Kerlen noch besonders anstreichen. Er sah sich wieder im Flugzeug sitzen, sah eine Dome in Begleitung eines Mannes heran kommen — der Mann hatte das Abzeichen der Lufthansa an der blauen Mütze — beide lebhaft miteinander plaudernd — wo hatte er nur feine Augen — vor allem fein Gedächtnis? Er brauchte nicht einmal Sekunden, um diese Erinnerungsbilder zu ordnen, und schon kam seine nächste Frage: „Fliegt Frau Wegner im Winter auch?. Damen haben doch leicht Angst!" „Im Januar ist sie geflogen Ob sie jetzt wieder fliegt, weiß ich nicht. Das hängt sicher vom Wetter ab." Mikeny war dabei, sich für den Nachmittagstee zurechtzumachen und horte nur mit halbem Ohr zu. „Wann will sie denn irach Deutschland zuruck?' fragte Mr. Griffin. Er fragte es ganz beiläufig, wie jemand, der des freundlichen Abgangs wegen noch ein paar belanglose Redensarten macht. So faßte es Mikeny auf. „Sie muß vor dem 1. April nochmals hin wegen des Testamentes", erklärte er arglos. „Ich glaube, sie will die nächste Woche rüber, weil bann ihre Cousine auch fährt." „Na, um diese Zeit ist bas Wetter ja schon ganz gut", meinte Mr. Griffin abschließenb unb erhob sich, „lieber bas anbere reben wir später noch mal." Mikeny seufzte erleichtert auf, als bie Tür hinter ihm ins Schloß fiel: bas wäre mal wieder über- ftanben. Dina war fahl unb übernächtig, als sie sich am nächsten Tage nach einem unruhigen, von wirren Träumen derriffenen Schlaf erhob. Sie war nicht fieberhaft erregt gewesen wie in jener Nacht, als sie zuerst begriffen hatte, baß Mikeny sich ihr wieber nähern wollte. Sie war auch nicht ängstlich unb nervös geworben, als ber Föhn wieber um bas Haus heulte wie neulich, sie hatte ganz still gelegen unb versucht, Orbnung in bas Chaos ihrer Gebauten unb Gefühle zu bringen. Holk hatte zum Abschieb in einem unbeobachteten Augenblick seine Lippen in ihre Hanbfläche gepreßt unb ganz leise gesagt: „Ich hoffe boch auf ein Miedersehen. Dina!" Dann war er gegangen. Sie hatte nichts antworten können, benn Margit ftanb schon wieber neben ihr. Aber ihr war jämmerlich clenb zumute gewesen. Ein feiner, nagenbec Schmerz hatte sich eingenistet unb wollte nicht mehr weichen. Sie bewegte etwas bie Hanb, bie auf ber Decke lag, als fühle sie wieber ben warmen Druck feiner Lippen. Es war bie erste Zärtlichkeit, seit sie sich kannten, bas erste Mal, daß sie Leidenschaft hinter seiner Beherrschtheit spürte. Sie wußte nicht, daß es an ihr selbst gelegen hatte, wenn er bisher nicht mehr aus sich herausgegangen mar. Es hing nur von ihr ab, ob sie Holk miedersal) ober nicht. Holk nicht Wiedersehen — bpr Gedanke mar zu irrsinnig, um ihn meiterzndenken. Aber wenn sie,Holk wiedersah, mußte sie sich von Mikeny endgültig trennen. War das möglich? Sie seufzte tief auf und drehte den schmerzenden Kopf auf die andere Seite — wo gab es einen Ausweg auq dieser Verwirrung? Hier oben sand sie ihn nicht, das war sicher. Wenn sie überhaupt zu einer Klarheit über ihre Stellung diesen beiden Männern gegenüber kommen! wollte, dann nur, wenn sie von beiden getrennt: ohne persönliche Beeinflussung sich Rechenschaft über ihr Empfinden geben konnte. Dazu mußte sie Arosot sofort und ohne Rücksicht auf Margit verlassen. Es schneite an diesem Morgen, daß man die Hand nicht vor Augen sah. Dieses Wetter kam Sina gelegen; es gab einen Vorwand mehr zur Abreise, benn an Sport mar nicht zu benken. Ihr Entschluß mar nun noch fester geworben, unb sie erklärte ihrer Cousine beim verspäteten Frühstück ziemlich kurz, baß sie am nächsten Tage — also am Dienstag —, abreisen würbe. Margit sah sie spöttisch an. „So plötzlich?" fragte sie gebehnt. „Willst bu vor beinern Verflossenen aus- kneifen ober hinter beinern Zukünftigen herrennen?" „Su hast eine entzückenbe Art, bie Dinge zu bet trachten", antwortete Sina mit gleichem Spott. „Zufällig will ich keins von beiben. Ich habe in Luzern mit Stoecklin zu verhanbeln unb keine Lust, wieber hierher zurückzufahren. Sen Schnee kriegt man schließlich auch mal satt." „Im Februar ist überall Schnee." „Sas ist nicht gesagt. Ich orbne in Deutschland bie Wohnsitzangelegenheit unb fahre bann gleich von Hamburg aus mit einem Schiff nach bemt Süben", um ein Mitkommen Margits von Dornt herein abzubiegen. „Ein großartiger Plan — von bem bu gestern! vermutlich selbst noch nichts gemußt hast. Mir kannst bu boch nichts vormachen: bu sitzt zwischen! zwei Heubündeln. Im übrigen würde ich Mikeny trotz seiner Fehler tausendmal dem langweiligen; Gestell, dem Holk, vorziehen." „Ich danke dir für deinen poetischen Vergleich. Holk verdankt das vernichtende Urteil doch wohl in erster Linie seiner Unempfindlichkeit für dein« Reize," (Fortsetzung folgt.) SJl.-tfpOTt Schluß der Ostpreußenfahrt. Mit der letzten Tagesstrecke von Marienburg nach dem Ausgangsort Königsberg wurde am Freitag die dreitägige Ostpreußenfahrt für Krafträder und -wagen zu Ende geführt. Die nur 250 km lange Etappe wurde durch zwei Sonderprüfungen erschwert. Auf dem Wege hatten die 312 Teilnehmer, von denen 108 ohne Strafpunkte waren, bei gutem Wetter wieder unter dichten Staubwolken zu leiden. Bei der ersten Sonderprüfung bei Bahnau waren 2 km Querfeldeinfahrt zu bewältigen, bei der die verhältnismäßig kurze Höchstzeit manchem Fahrer zum Verhängnis wurde, lieber hügeliges Gelände und durch tiefen Sand waren die Wagen zu steuern, und etwa 36 Teilnehmer wurden hier mit Strafpunkten belastet. Ebenso groß war die Zahl der Strafpunkt-Empfänger bei der zweiten Prüfung auf dem Truppenübungsplatz S t a b l a k, wo eine Ohnehaltfahrt bei den geforderten Schwierigkeiten für Sichtung sorgte. Die genaue Zahl der Strafpunktfreien war am Freitagabend noch nicht zu erfahren. Mehr als sechzig werden aber kaum übrig geblieben fein. Christel Cranz und Fritz Müller ausgezeichnet. Italiens Hochschulsportler Haden zwei Studenten- Weltmeistern und damit gleichzeitig Deutschlands Hochschulsport eine große Ehrung erwiesen. Christel Cranz (Freibura) und Fritz Müller (Kiel), der hervorragende Zehnkämpfer, haben eine Einladung erhalten, an den vom 15. bis 18. Mai in Florenz stattfindenden Littoriali des Sports, dem Treffen der italienischen Hochschulsportler, als Ehrengäste teilzunehmen. Beide werden der ehrenvollen Einladung Folge leisten. „Rund um die Gießener Anlagen." Was bringt der morgige Großffaffellauf? Wie alljährlich, so hat auch diesmal die Ortsgruppe Gießen des Nationalsozialistischen Reichsbundes für Leibesübungen die Gießener Vereine und Formationen zum Großstaffellauf „Rund um die Anlagen" aufgerufen. Diese Veranstaltung, die ihren Werbecharakter für den deutschen Sport immer mehr gesteigert hat, wird auch morgen ihre Anziehungskraft nicht verfehlen. Dadurch, daß nicht weniger als sieben Klaffen gebildet sind, ist die Möglichkeit für ausgeglichene und spannende Kämpfe gegeben. Wen sehen wir morgen Vormittag am Start? In der H a u p t k l a s s e (10 Säufer; Streckenaufteilung: 200, 200, 400, 1000, 400, 200, 200, 200, 100, 100 Meter; Start: am Stadttheater) treffen SA.-Kampffpielgemeinschaft und Universität aufeinander. Man darf die SA.-Männer als die ausgeglichenere Mannschaft und somit als Favorit ansehen. Leider fehlen die beiden Gießener Sportvereine, Spielvereinigung 1900 und VfB -Reichsbahn, die infolge Erkrankungen bzw. Abstellungen zu Formationen Mannschaftsschwierigkeiten haben. Die für nichtrasensvorttreibende Vereine eingerichtete Klasse B (Streckeneinteilung wie Hauptklasse) sieht den Schiklub mit dem Ruderklub „Has- sia" im Kampf. Man darf ein ausgeglichenes Rennen erwarten. In der Sonderklasse für Formationen (Streckeneinteilung wie Hauptklasse) ist das Feld zwar auch nicht so groß- wie in den Vorjahren, jedoch glauben wir, daß das sportliche Niveau dieses Wettbewerbs dadurch kaum notleiden wird. Da- für bürgen vor allem die in ausgezeichneter Besetzung antretenden Mannschaften der Luftwaffe und des II. Bataillons JR. 116. Auch das Nationalsozialistische Fliegerkorps dürfte zu beachten sein. Die Jugendklas.se (15 Läufer, Streckenaufteilung: 100, 100, '100, 100, 200, 200, 1000, 400, 200, 100, 100, 100, 100, 100, 100 Meter; Start: am Stadttheater) ist unterteilt in eine solche für Vereins- (Leistungssport-) und in eine solche für HI.- Mannschaften. Bei den Dereinsmannschasten kämpfen die alten Rivalen VfB.-Reichsbahn und Spiel- vereiniguna 1900 gegeneinander, bei den HI.-Einheiten greifen sieben Gefolgschaften nach der Siegespalme. In der Frauenklasse (10 Läuferinnen über je 100 Meter; Start an der Gabelsbergerstraße) sind ebenfalls zwei Gruppen gebildet: die Vereins- Mannschaften und die BDM.-Vertretungen der einzelnen Ortsgruppen. Für letztere ist eine Voraus- sage nicht möglich; bei dem Lauf der Vereine werden die DfBerinnen versuchen, den Wanderpreis mit Erfolg zu verteidigen. Ob dies allerdings die Mtv.-Mädel zugeben, muß der Kampf selbst zeigen. Fußball her heimischen Mnnschasten. Pokalspiele in Südwest und Hessen. Zn den Gauen Südwest und Hessen wird der Kampf um den Tschammerpokal am 21. Mai mit der zweiten Hauptrunde fortgesetzt. Wieder gibt es einige interessante Paarungen, in denen man abermals den ehrgeizigen Bezirksklassenvereinen eine gute Rolle zutrauen darf. Es spielen: In S ü d w e st : Eintracht Frankfurt — Viktoria Walldorf; FV. Biebrich 02 oder VfL. Friesenheim — FSV. Frankfurt; SV. Wiesbaden — SV. Flörsheim 09; Borussia Neunkirchen oder FV. Kusel — FD. Saarbrücken. In Hessen: SV. Kassel — Kurhessen Kassel; SpD. 06 Alsfeld — GfL. Wilhelmshohe-Kassel; Borussia Fulda — Kickers Obertshausen; TSG. Rodtheim — VfB. Friedberg; VfB. Großaüheim — Germania Niederrodenbach; Kewa Wachenbuchen — Sportfreunde Frankfurt. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 — Rieder-Florstadt. Die Blau-Weißen empfangen am morgigen Sonntag den Fußballsportverein Nieder-Florstadt zum Gesellschafts-Rückspiel. Die Gäste, unter dem Namen „Hübner-Elf", durch den bekannten Mittelstürmer Hübner, wohl besser bekannt, stehen im Sportkreis Friedberg mit an führender Stelle. Und gerade in diesem Jahre kam dies deutlich zum Ausdruck, denn als die vom Militär zurückgekehrten Spieler wieder zur Verfügung standen, wurden fast alle Spiele gewonnen. Ganz ließ sich der vorher verlorengegangene Boden aber nicht mehr aufholen, und so müssen die Florstädter ihre Ansprüche auf die Meisterschaft, die dem „Phönix" Bad Vilbel schon sicher war, durch den „Fall Massenheim" jetzt aber an Bad Homburg fallen kann, auf das nächste Jahr verschieben. Für die Blau-Weißen bedarf es daher schon einer der verflossenen Sonntage gleichenden Leistung, wenn die beim Vorspiel erlittene knappe Niederlage ausgeglichen werden soll. Das Antreten mit der stärksten Elf genügt jedenfalls nicht, selbst, wenn man den Platzvorteil in Rechnung stellt. 1900 II. — Nieder-Florstadt II. Beim Spiel der Reserven darf man den Blau- Weißen schon ein gewisses Plus einräumen, denn die letzten Ergebnisse der Platzbesitzer beweisen, daß die Mannschaft z. Z. in guter Verfassung ist. Spielvereiniqunq 1926 Leihgestern Am morgigen Sonntag stehen sämtliche Mannschaften der Spieloereinigung 1926 Leihgestern im Kampf. Die 1. Mannschaft, die sich in letzter Zeit wieder zur alten Form emporgeschraubt hat, fährt zur 1. Mannschaft des To. Klein-Linden, um dort ein fälliges Rückspiel auszutragen. Die Leihgesterner, die in Heuchelheim ein klares 4:0 errangen, werden den Gegner nicht unterschätzen dürfen, denn Klein- Linden versteht immer noch zu spielen, um so mehr, wenn es gegen einen besseren Gegner geht. Aus diesem Grunde dürfen sich die Blau-Weißen keinen Scherz erlauben, und sie müssen von Anfang an auf Sieg spielen. Trotz allem Für und Wider erwarten wir einen Sieg der Blau-Weißen, die mit folgender Mannschaft das Spiel bestreiten: Krick; Brückel, Velten; Faber, Brunotte, Textor; Martini, Väth, Schäfer, Funk und Laux. Die 2. Mannschaft empfängt die 1. des SD. Nie- der-Weisel und hat die noch in Erinnerung liegende 6:0-Niederlage gutzumachen. Ob dies allerdings gelingt, bleibt abzuwarten. Die Jugendmannschaft empfängt die Jugendmannschaft des Lokalrivalen ebenfalls zum Gesellschaftsspiel. Beide Mannschaften dürften gleichstark fein, so daß eine Voraussage ungewiß ist. S. f. K Lich. Lich I — Butzbach fomb. Lich Jugend — Butzbach Jugend. Nachdem die Rasenspieler vergangenen Sonntag mit ihrer Ersten und der Jugendelf in Butzbach weilten, empfangen sie schon am morgigen Sonntag die Butzbacher auf eigenem Platz. Nach den in Butzbach gezeigten Leistungen sollte man eigentlich die Grünweißen auf heimischem Gelände als Sieger erwarten können. Zu bedenken ist nur, daß die Einheimischen bei den derzeitigen Gesellschaftsspielen immer wieder neue Spieler ausprobieren und man so eine konstante Leistung schwer voraussagen kann. Anderseits werden die Gäste durch Verstärkung ihrer Mannschaften alles versuchen, um ein günstiges Ergebnis zu erspielen. Sportgemeinde Steinbach. Die neugegründete Sportgemeinde Steinbach beabsichtigt, am morgigen Sonntag einen Sportwerbe- tag durchzu führen. Schon am Samstagnachmittag wird mit den leichtathletischen Wettkämpfen begonnen. Sonntagmorgen beginnen die Wettkämpfe für HI., BDM., Aktive sowie Altersklasse; man erwartet rege Beteiligung und gute Leistungen. Auch die Schützenabteilung kommt zur Geltung, da man ein Schießstand errichtet hat. Um 11 Uhr beginnen die Fußballwettkämpfe. Als erstes steigt das Spiel der Jugendmannschaften. Hier kann man Voraussagen, daß die Gäste den Sieg mit nach Hause nehmen, denn die Jugend von Steinbach ist noch am Aufbauen. Als zweites Spiel steigt das Schülerspiel; auch hier rechnet man den Gästen den Sieg zu, denn die Schülermannschaft wurde erst vor kurzer Zeit von einem aktiven Trainer übernommen. Nun zu den aktiven Mannschaften. Der Turn- und Spielverein Naunheim hat sich bereiterklärt, an diesem Werbetag zwei aktive Spiele auszutragen. Um 14 Uhr treffen sich die beiden 2. Mannschaften; hier rechnet man mit einem schonen Kamps, der erst nach dem Schlußpfiff des Schiedsrichters beurteilt werden kann, da sich beide Mannschaften noch nicht gegenübergestanden haben. Zum Abschluß steigt das Spiel der beiden 1. Mannschaften; hier rechnet man mit einem Sieg der Gäste, der aber nach den letzten Resultaten des Gastgebers nicht allzu hoch ausfallen dürfte. Sportverein 1920 Heuchelheim. Heuchelheim I — Londorf I. Die Heuchelheimer empfangen den Meister der 2. Kreisklasse zu einem Freundschaftsspiel. Die Gäste bilden eine kampffreudige Einheit, die den ersatzgeschwächten Blau-Weißen den Sieg schwer machen wird. Das Treften bietet besonderen Reiz, da Londorf in den kommenden Punktekämpfen möglicherweise in der gleichen Gruppe wie Heuchelheim spielen wird. VfB.-Reichsbahn Gießen. Jugendfuhball. 1. Jugend — Germania 08 Marburg 1. Jugend. 2. Jugend — Rodheim 1. Jugend. 5ür Sonntag sind wieder beide Mannschaften voll besetzt. Beide spielen auf dem Waldsportplatz. Die 1. Jugend empfängt zum Rückspiel die (Germanen aus Marburg. Die Gäste, die auf eigenem Platze eine hohe Niederlage hinnehmen mußten, werden jedenfalls alles daransetzen, um ein gutes Resultat mit nach Hause zu bringen. Die Gießener werden dieses Spiel in bester Besetzung bestreiten, und man erwartet ****** »***♦• ^»Utunq der Mannschaft. Die 2. Jugend hat sich die 1. Jugend von Rodheim zu einem Freundschaftsspiel verpflichtet. Die Gäste, die zur Zeit in einer guten Form sind, werden sich den Sieg nicht nehmen lassen. Die kleinen Gießener stehen hiermit vor einer sehr schweren Aufgabe, die wohl kaum zu losen ist. Fußball-Großkamps in Watzenborn-Steinberg, Saumeister „Wormatia^ Worms in stärkster Besetzung am Himmelfahrtstag bei den Teutonen in Steinberg. Die Vereinsleitung der Teutonen in Watzenborn- Steinberg hat sich wieder einmal alle Mühe ge» macht, um einen Großkampf zu bieten. Als Gegner wurde die erste Besetzung von Wormatia-Worms zum Himmelfahrtstag verpflichtet. Spielte diese Elf auch in der Vorrunde zu den Gruppenspielen um die Deutsche Meisterschaft keine glückliche Rolle, so hat sie doch erst am vergangenen Sonntag bewiesen, daß die Elf in kompletter Aufstellung über erstklassiges Können verfügt. Betrachtet man die Mannschaft im einzelnen, dann kann man wohl sagen, daß einige ganz hervorragende Kräfte darin vorhanden sind. Eckert, Kiefer, Schwindt und neuerdings wieder Fath sind Könner, die zum Teil schon mit größtem Erfolg die Farben des Reiches und des Gaues 13 vertraten. Ein weiterer Beweis für die spielerischen Leistungen der Mannschaft dürfte die Tatsache sein, daß Worms schon dreimal als Meister des Gaues Südwest 13 hervorging. Bereits bei der Jubiläumsfeier im Jahre 1937 begeisterten die Wormser mit ihrer anständigen und technisch hochstehenden Spielweise die zahlreichen Zuschauer in Watzenborn- Sternberg. Damals verloren die Teutonen glatt mit 6:0, was auch dem Spielverlauf entsprach. Die Aussichten der Steinberger für den kommenden Kampf sind nun auch sehr gering. Aber es soll ja ein Lehrspiel für den Bezirksmeister sein, und die Teutonen werden gut tun, wenn sie von diesem Gegner manches erlernen würden. Vielleicht wird den Wormsern diesmal der Sieg nicht so glatt zufallen, da die Platzbesitzer seit 1937 einen erheblichen Formanstieg zu verzeichnen haben, der auch durch die Mißerfolge der jüngsten Zeit nicht zu verwischen ist. Nach einer gestern eingetroffenen Meldung aus Worms spielt die Meistermannschaft in der gleichen Aufstellung, mit der sie am vergangenen Sonntag dem FC. Schalke 04 die erste Niederlage in den Gruppenspielen beibrachte. Auch dies dürfte ein Beweis dafür fein, daß die Wormser bestrebt sind, wieder in Watzenborn-Steinberg ein Spiel zu zei- gen, von dem auch der letzte Zuschauer begeistert werden soll. Folgende Besetzung wurde gemeldet: Schwindt Hartmann Kem Zimmermann Kiefer Herbert .Stahl Lehr Eckert Busam Fath tim den Ausstieg in die Gauklasse. Entscheidungsspiel Hörnsheim — Kirch-Göns. Wird die Frage nach dem Aufstieg in die Gau^ klaffe am morgigen Sonntag beantwortet? Wird Kirch-Göns auch in Hörnsheim gewinnen, ober ist die Platzmannschaft in der Lage, sich für die im Vorspiel erlittene unverdiente Niederlage schadlos zu halten? Ein,Sieg der Gäste bedeutet die Entscheidung. Denn es ist praktisch ausgeschlossen, daß Kirch-Göns dann noch eines der zwei auf feinem Platz stattfindenden Treffen verlieren wird. Gewinnt Hörnsheim, so ist die Aufstiegsfrage auch weiterhin ungeklärt, weil dann ein Entscheidungsspiel notwendig werden wird, zumal auch hier kaum noch mit einer Ueberraschung gerechnet werden kann. Daß beide Gegner spielen können, haben sie oftmals bewiesen. Wer diesmal die größten Aussichten hat, Sieger zu werden, steht dahin. Es mag sein, daß, vom rein spielerischen Standpunkt aus gesehen, Kirch-Göns ein kleines Plus hat. Hörnsheim steht demgegenüber sein eigener Platz, der bekanntlich schon mancher Mannschaft zum Verhängnis geworden ist, zur Verfügung. Den dadurch hervorgerufenen Vorteil wird die Elf naturgemäß in entsprechender Weise ausnutzen. In bezug auf die Leistungen im allgemeinen halten sich _beibe Mannschaften ungefähr die Waage, vielleicht, daß der Sturm der Gäste die größere Durchschlagskraft und den härteren Torschuß besitzt. Das aber allein kann, wie ja das Vorspiel mehr als deutlich gezeigt hat, das Endergebnis bestimmen. Nun hat allerdings Hörnsheim zweckmäßig umgestellt und sich so nicht unwesentlich zu seinem Vorteil verändert. Das beweisen die Ergebnisse der beiden letzten Spiele. Wird diese Tatsache auch diesmal richtig zum Einsatz gebracht, so liegt ein knapper Sieg durchaus im Bereich der Möglichkeit. Im anderen Falle ist an einem Sieg der Gäste nicht zu zweifeln, zumal dann auch die ausgezeichnete Hintermannschaft nicht alles vereiteln kann. * Im Pokalspiel (übrigens das erste der 1. Zwischenrunde) stehen in Nauborn Tv. Nauborn und Tv. Hausen gegenüber. Beide Gegner haben Vec Bptiker am Kahnhof | Lieferant- auch Ihrer Krankenkasse schon oft und mit wechselndem Erfolg zusammen gekämpft. Diese Tatsache kann heute nicht mehr als Maßstab gelten, weil beide Einheiten neu zusammengestellt sind. Das erste Auftreten hat den Beweis erbracht, daß hier starke Gegner erstanden sind, die sich sicherlich einen spannenden Kampf liefern werden. Der Freundschaftsspielbetrieb leidet etwas unter dem Handballturnier in Butzbach, an dem sich eine Reihe von Mannschaften unseres Kreises beteiligt. Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. Mlttagsbörse fast ohne Geschäft. Frankfurt a. M., 12. Mai. Die Umsatztätigkeit an >der Börse hat einen nie gekannten Tiefpunkt erreicht. Trotz der Vielzahl günstiger Nachrichten aus der Wirtschaft, insbesondere weitere Dioiden- benertlärungen, blieb die Kundschaft weiterhin fern, so daß auch die Berufskreise keine Betätigung fanden. Am Aktienmarkt blieb die Grundhaltung weiter freundlich, die Kurse wiesen aber nach wie vor nur geringe Abweichungen nach beiden Seiten auf. Soweit Veränderungen über 0,25 bis 0,50 v. H. eintraten, beruhten sie auf Zufall. So z. B. bei Aschaffenburger Zellstoff mit 106,50 (104,50). Von den Hauptwerten stellten sich JG.-Farben mit 150, Verein. Stahl mit 102,75 und Mannesmann mit 106,65 unverändert, Reichsbank bei einigem Umsatz 179 bis 178,90 (178,50). Motoren- und Maschinen- werte bröckelten eher etwas ab, Adlerwerk, 103,25 (103,75), . Daimler 139,50 (139,75), Rheinmetall 128,65 (129). Renten lagen gleichfalls sehr ruhig, nur NF.- Steuergutscheine II im halbamtlichen Verkehr weiter gefragt und auf 99,20 (99,10) befestigt. Kommunal Umschuldung wenig verändert mit 93,65. Die variablen Werte lagen still, Reichsaltbesitz unv. 132, Reichsbahn-VA. 0,13 v. H. höher mit 125,90. Industrie-Obligationen weiter leicht schwankend, ebenso einzelne Liquidationspfandbriefe, dagegen Goldpfandbriefe und Stadtanleihen ruhig. Von Staats- anleihen 1929er Hessen nach Pause 99,75 (100), von Reichsanleihen 5prozentige von 1927 101,90 (102,25). Reichsbahn-VA. im Verlaufe 126 nach 125,90. Im Verlaufe ergaben sich vereinzelt leichte Erhöhungen, fo bei Bemberg auf 138,25 nach 137,50, bei Mannesmann auf 107 nach 106,65, im ganzen hielt aber die Geschäfts stille in vollem Umfange an. Von später notierten Papieren, die wenig Abweichung aufwiesen, seien Scheideanstalt mit 202,50 (204), andererseits Deutscher Eisenhandel mit 149,40 (148) und nach Pause Akkumulatoren mit 224,50 (222) erwähnt. Felten trotz der Dividendenerhöhungen ohne Geschäft und 0,50 v. H. schwächer mit 136,25. Abendbörse kaum verändert. An der Abendbörse kam es nur ganz vereinzelt zu kleinen Umsätzen, wobei sich die Kurfe kaum veränderten. Holzmann waren 1 v. H. höher gefragt mit 152 gegenüber einem Berliner Kurs von 152,25, Bemberg tagen 0,50 v. H. niedriger mit 137,75, während bei den übrigen Papieren die Veränderungen nicht über 0,13 bis 0,25 v. H. hinausgingen. U. a. notierten: IG. Farben 150 (150,25), Vereinigte Stahl 103, Mannesmann 106,90 (107), Hoesch 109, Rheinstahl 136,90 (136,65), BMW. 147 (146,75), Adlerwerke 103,25, Daimler 139,50, Deutsche Erdöl 124 (123,75), Scheideanstalt 202,50, Felten 136,25, Gesfürel 133,75 (134), Metallgesellschaft 114,25 (114), Moenus 125, Schuckert 179,75 (180), West- deutsche Kaufhof 105,25. Bankaktien zeigten ebenfalls letzte Kurse, Commerzbank 105,40, Deutsche Bank 111, Dresdner Bank 105,50. Am Rentenmarkt bröckelten Reichsbahn-Vorzugsaktien 0,25 v. H. ab auf 125,75. Im Freiverkehr nannte man NF- Steuergutscheine II etwas niedriger mit 99,05 bis 99,10 (99,20), Kommunal-Umschuldung mit 93,65 unverändert. Rundfunkprogramm Sonntag, 14. Mai. 6 Uhr: Von Hamburg: Hafenkonzert. 8.10: Besinnliche Morgenfeier, mit Werken deutscher Meister. Einlage: Lebendige Geschichte. 9: Von Saarbrücken: „Die Zeit fordert von uns Gehorsam gegen das Gebot der Stunde". 9.30: Chorgesang. 10: Bekenntnisse zur Zeit: Glückliche Jugend Libyens. 10.15: Wie schön ist so ein Feiertag! Frohsinn auf Schallplatten. 11.30: Das Tier und wir. Unterhaltsames und Belehrendes aus dem Frankfurter Tiergarten. 12: Don Berlin: Musik am Mittag. 13: Das Mikrophon unterwegs. 13.15: Von Berlin: Musik am Mittag. 14: Von Stuttgart: Kennt ihr das Land in deutschen Gauen ... 14.30: Uns gehört der Sonntag! Ein Reigen sorgloser Melodien. 15.15: Von Koblenz: Zeitgenckssische Blasmusik. 16: Von Saarbrücken: Musik zur Unterhaltung. 17 bis 17.10: Sportereignisse des Sonntags: Radrennen rund um Frankfurt. 18: Aus dem Festzelt des Musterdorfes Holzhausen bei Biedenkopf: Froher Dorfsonntag der Jugend, mit der Dorfgemeinschaft aus Anlaß der feierlichen Weihe des Dorfes Holzhausen als Musterdorf durch den Gauleiter und Reichsstatthalter Pg. Sprenger im Rahmen der Gaukulturwoche des Gaues Hessen- Nassau. 19.30: Sportspiegel des Sonntags. Dom Turf: Henkelrennen. Deutsche Bergmeisterschaft. 20: Nachrichten. 20.15: Walzerseligkeit. 22: Nachrichten. 22.15: Berichte vom volkstümlichen Maienfest auf dem Römerberg. 22.30 bis 24: Unterhaltung und Tanz. JiiacTMilcUuigin fütTtim u.