Ar. 8b Erstes Matt 189. Jahrgang Donnerstag, 1Z. April 19Z9 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • DieScholle Monatt-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt ZernsprechanschlUffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzen postscheittonto: Zranlsurt am Main 11688 Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche UniverfitStrdruckerei «.Longe in Sietzen. Schristleitung und Seschäftrsteile: Lchulstratz« 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise für \ mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf „Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/o mehr. 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Tatsächlich i ssind ja auch unverkennbare Anzeichen des Ueber- • Dänges von der Theorie zur Praxis vorhanden. Llngeachtet der ablehnenden Stimmen aus Griechenland, der Türkei und Jugosla- tD'i en, die absolut nicht einsehen wollen, warum "ie durchaus „bedroht" sein sollen, hat Frankreich 25 übernommen, diesen Staaten nicht nur die Not- wendigkeit irgendeiner „Garantie", sondern auch Dre Vorteile einer Zusammenarbeit mit Sowjetruß- and im Kreis der Westmächte plausibel zu machen; auch Rumänien wird weiter bearbeitet. England seinerseits schafft unterdessen zwei Ba- aillone Infanterie, ein Regiment motorisierter Kavallerie, eine Batterie und eine Fahrabteilung aus Palästina nach Aegypten, läßt gleichzeitig -^gyptische Truppen an die libysche Hrenze dirigieren und auf der arabischen Halb- mfel „Freiwillige" anwerben; es betreibt also zur gleichen Zeit, in der Chamberlain sich den Anschein «er Verhandlungsbereitschaft gibt, konzentrische Bewegungen gegen das römische Imperium in Afrika. Diese völlig eindeutigen Vorgänge werden er- änzt durch zwei so völlig auffallende Aktionen wie das Anlaufen von Port Said durch sowjet- lussische Torpedoboote und durch die Fahrt von 14 nwjetrussischen Zerstörern nach Griechenland, das '.c, wie Metaxas' Telegramm an Mussolini zum leberfluß erweist, am allerwenigsten gerufen haben unn. Damit hat also England die Sowjets nn das öftliche Mittelmeer geholt, hat cllso jetzt durch die Tat seinen plötzlichen Umfall auf der Dardanellen-Konferenz von Montreux vom ■ uli 1936 zu Gunsten der Sowjets begründet, die icamals mit aller Energie auf Bewegungsfreiheit ’orer Kriegsschiffe vom Schwarzen Meer nach dem Kittelmeer drängten. Man geht wohl kaum fehl in irr Annahme, daß England und Frankreich ihre ! Flotten in den italienisch-spanischen Teilen des Mit- t-lmeeres demonstrieren und die Sowjets als Wach- hunb im östlichen Teil auftreten lassen wollen. Be- nireiflicherweise können derartige Vorgänge durch '.^verbindliche Erklärungen Englands aus dem parlamentarischen Fenster hinaus in ihrer Bedeutung I licht abgeschwächt werden Hege diplomatische Tätigkeit in der Downing Street. London, 12. April. (Europapreß.) Minister- päsident Chamberlain empfing Mittwoch.wieder eine Reihe von Besuchern. Zuerst sprach der straktionsvorfitzende der Arbeiterpartei, A t t l e e, i der Downing Street vor, um sich vom Minister- päsidenton über die für Donnerstag angekündigte i Üiegierungserklärung im Unterhaus unterrichten zu lstsen. Am Nachmittag hatte der Ministerpräsident Besprechungen mit führenden Mitgliedern des Kabinetts. Als Erster hatte Kriegsminister Höre- Lelifha eine Besprechung mit ihm. Es folgte , Lrd Halifax, der von dem ständigen Unter- - inatsfekretär im Außenamt, Sir Alexander Ca- to g a n , begleitet war. Im Außenministerium hat- tim Verteidigungsminister Lord Chatfield und Innenminister Sir Samuel Hoare eine Unterredung mit dem Ersten diplomatischen Berater der Skgierung, Sir Robert Vansittart. Weitere ÜXsucher im Außenministerium waren der chine- sche Botschafter, der türkische Botschafter ii.ischdi Aras, der französische Botschafter und pter auch der polnische Botschafter. „,Daily Herald" meldet, man halte es jetzt für per, daß in Kürze ein Kabinettsbeschluß gefaßt ir::rbe, ein Munitionsmini st eri um einzu- ezen. Vielleicht würde Churchill aufgefordertz . Hufes Ministerium zu übernehmen. „Daily Mail" ir'fjt der Tatsache, daß Eden und Churchill Mtern Besuche in der Downing Street - jstatteten, Bedeutung bei, da bekanntlich Chamber- lc:n unter Druck gesetzt roerbe, beibe irt ein erwei- lc'tes Kabinett einzubeziehen. 1 Londoner Presse und politische Kreise halten es in Donn erstagmorg en, wenige Stunden vor der Llklärung Chamberlains, für zweckmäßig, wieder i mal Grau in Grau zu malen. Man glaubt, ii-e Versteifung der allgemeinpolitischen Lage ir ^stellen zu können. Es wird nicht ganz klar, in- osweit diese Haltung eingenommen wurde, um in lepter Minute noch auf die Formulierung der kpamberlain-Erklärung einzuwirken. Der laih) Telegraph" glaubt, die Garantieerklärung Noamberlains werde weitgehender ausfallen, als T n am Mittwoch annahm. Chamberlain werde ihe politische Linie beschreiten, die einer vollstän- iüien englisch-französischen Garantie für den gegenwärtigen Status quo im ganzen Mittelmeer clÄchkomme. Die Erklärung dürste zwar nur Grie- hninland und die Türkei erwähnen, würde aber praktisch darauf hinauslaufen, das ganze Mittel- V'$r für alle Länder als „tabu" zu erklären, nur itzt für England. Eine formale Aufkündigung des Lf jerabfommens von 1938 sei allerdings nicht vorEntwicklungsmöglichkeiten Albaniens. Don unserem Or. X V.-Korrespondenten. gesehen. Man glaubt in London auch, mit einer französischen Beistandserklärung für Rumänien rechnen zu können und begrüßt dies natürlich. Ein Versprechen Englands sei jedoch nicht vorgesehen. Mlitänsche Maßnahmen Aegyptens. Kairo, 12. April. (DNB.) In Auswirkung der Besetzung Albaniens durch Italien sind die ägyptischen Landesverteidigungsmaßnahmen verstärkt worden. Der Landesverteidigungsrat billigte ferner den Vorschlag des britischen Kriegsmarinesachverständigen, die ägyptischen Häfen durch U-Bvotnetze zu schützen. Die Zeitungen berichten von Trup- penentsendungen'an die We st grenze. „Destaur" schreibt, obwohl sich Aegypten nicht als Kriegsschauplatz fühle, und obwohl es nicht zu den Ländern gehöre, die über ihre Grenzen hinausstrebten, treffe es mit dem verbündeten England alle Vorbereitungen, um sich notfalls verteidigen zu können. Der Wafd-Parteitag, der für Ende April geplant ist, soll wegen der gespannten internationalen Lage von der Regierung verboten werden. In Port Said trafen, aus dem Schwarzen Meer kommend, vier sowjetrussische Torpedoboote ein, um ihre Reise nach dem Fernen Osten fortzusetzen. Obwohl zwischen Moskau und Kairo keine diplomatischen Beziehungen bestehen, erhielten die Matrosen die Erlaubnis, an Land zu gehen. Oie englische Königsfamilie im Lustschuhkeller. e o n i> o n, 12. April. (DNB.) Im Schloß Wind, s o r wurde heute eine Luftschutzübung abgehalten. Als die Alarmsirenen heulten, mußte sich die königliche Familie in den neu gebauten Luftschutzkeller begeben. Der „Luftangriff" dauerte dreiviertel Stunden. Zwei Bomben trafen die Nord- und Südterrasse des Schlosses. Die angenommenen Opfer beliefen sich auf rund zwei Tote. Vielleicht vermittelt uns ein kurzer Blick in bas Statistische Jahrbuch den zutreffendsten Eindruck von Albanien und seiner wirtschaftlichen Bedeutung. Wer aber selbst einmal die mehr als primitiven Zustände der Verladung und Entladung in albanischen Häfen miterlebt hat, wer über die Straßen einen kurzen Ausflug ins Innere versuchte, wer vor allem über den besser entwickelten Norden um Skutari herum einen Blick in den noch ganz unberührten Süden tun konnte, vermochte sich ein alle Landesbeschreibungen und Statistiken ergänzendes Bild selbst zu gestalten. Was in Albanien an Straßen, vor allein an den so notwendigen Brücken über die vielen wilden Bergflüsse entstand, wurde von Italienern gebaut, wie überhaupt alle Fortschritte, die Albanien in den letzten Jahren machen konnte, auf die italienische Hilfestellung zurückzuführen sind. Es gibt ein italienisches Versuchsgut, bas viel zur Belehrung ber Albaner getan hat. Es gibt hier unb da einen Landsitz ber alten Familien, wo ein in Wien ober in Italien ausgebilbetes Mitglied moderne Bewirtschaftsmethoden einführte. Das ist aber auch alles. Zwei Drittel des Landes bedecken bis zu 2600 Meter hohe Gebirge. Die Hänge hinauf grünt ein im Mittelmeerkreis mit feinen typischen Waldverwüstungen immerhin seltener, wenn auch schonungslos ausgeplünderter Laub- und Nadelwald, soweit nicht die rücksichtslose Abholzung in Reichweite der Küstenhäfen jenen verderblichen Verkarstungsprozeß hervorrief, dessen Folgen die starren, toten dalmatinischen Küsten so eindrucksvoll schildern. 50 v. H. des Bodens sollen nach Ansicht von italienischen Fachleuten bebaubar sein. Aber davon sind zur Zeit noch nicht 10 v. H. genutzt. Die Hektarerträge beim vorherrschenden Mais- unb Weizenanbau sind so denkbar bescheiden, wie sie bei den primitiven Bestellungsmethoden mit Holzpflügen usw. sein müssen. 500 Jahre lang waren die Bergstämme den Ausplünderungsmethoden ber türkischen Paschas ausgeliefert. Das Ergebnis war eine wirtschaftliche Lethargie unb die Tötung jedes Willens zum Wohlstand durch zislbewuhte Arbeit. In den Bergtälern baut man nur, was man zu einem bedürfnislosen Leben unbedingt braucht, und lebt im wesentlichen von ber Schaf- unb Ziegenzucht. Das an sich äußerst fruchtbare Schwemmland der Bergströme an den Küsten verseucht heute noch die Malaria. Hier wird sicherlich zuerst die italienische Pionierarbeit einsetzen, die schon in Italien gerade auf diesem Gebiete so Hervorragendes geleistet hat. Lange Lagunen ziehen sich an ber hafenarmen Küste hin, bis im Silben die starren Felsen der Kalkgebirge hart am Meer aufsteigen, um bei St. Quaranta gegenüber Korfu eine landschaftliche Szenerie von. hervorragender Schönheit zu schaffen, die vielen berühmten Malern als Vorwurf diente. Dies an sich so interessante Land ist wenig bereist worden. Es lag zu abseitig. Monate hinmachte die Malaria einen Aufenthalt unmöglich. Erst als die Italiener mit Millionenbeträgen die Häfen von Durazzo und Dalona ausbaggerten, einige Kais anlegten, italienische Linien regelmäßig die Plätze anliefen, konnten die Landesprodukte exportiert werden. 60 v. H. der Ein- und Ausfuhr bestritt Italien. Man führte Del, Käse, Häute, Vieh, Olivenöl, Tabak aus und importierte Fertigwaren, Getreide und Zucker. Der Außenhandelsumsatz erreichte den europäischen Tiefstand von etwa 12 bis 15 Mark pro Kopf der Bevölkerung. Albanien birgt aber unbestritten erhebliche Entwicklungsmöglichkeiten, wenn die Erschließung mit entsprechendem Kapitalaufwand in die Hand genommen wird. Bei Albaniens Nationalversammlung bietet dem italienischen Herrscher die Krone Albaniens an. E. P. Rom, 12. April. Wie aus Tirana gemeldet wird, hatten sich die Delegierten aus den zehn albanischen Provinzen schon eine Stunde vor Beginn ber historischen Sitzung zur Vornahme der Verfassungsänderung im Weißen Saal des Parlamentsgebäudes von Tirana eingefunden. Fast alle Abgeordneten der früheren Kammer, mit Ausnahme der geflohenen Regierungsmitglieder, waren zugegen, darunter viele angesehene Politiker, zwei ehemalige Ministerpräsidenten und zahlreiche Exminister. Den Vorsitz übernahm der Präsident des provisorischen Verwaltungsausschusses, der frühere Ministerpräsident Dj af er Ppi. Er entbot den italienischen Truppen einen herzlichen Willk o m mensgruß. Ihnen sei es gelungen, in Albanien endgültig Ordnung zu schaffen. Die alte Regierung habe eine Mißwirtschaft getrieben und es nur darauf abgesehen, ihre Taschen zu füllen. Mit Langmut habe der ltalienische Regierungschef zugesehen, aber dann gründlich durchgegriffen, indem er seine Truppen entsandt habe. Der Vorsitzende begrüßte sodann die vorgeschlagene Verfassungsänderung als die beste Lösung für Albanien, da durch die Personalunion die beiden Kronen von Italien und Albanien verei.nigt würden. Auf diese Weise werde Albanien weiterhin die Unterstützung ber italienischen Regierung für den wirtschaftlichen unb kulturellen Aufbau gesichert. Albanien bewahre seine Souveränität, seine nationale Einheit unb Freiheit. Ebenso behalte Albanien seine Fahne, die Fahne SkanÜer- begs. Die sodann von der konstituierenden Nationalversammlung durch Handaufheben einstimmig angenommene Entschließung über die neue Verfassung hat folgenden Wortlaut: „Die tonftituierenbe Nationalversammlung als Vertreterin des albanischen Volkes und Trägerin seines Willens beschließt in ihrer Versammlung von Tirana vom 12. April 1939 wie folgt: 1. Das in Albanien bestehende Regime ist hinfällig. Die aus diesem Regime hervorgegangene Verfassung ist abgeschasst. 2. Es wird eine von der Nationalversammlung ernannte Regierung gebildet, die mit Vollmachten ausgestattet ist. 3. Die Nationalversammlung erklärt, daß alle Albaner eingedenk und dankbar für das Wiedcr- ausbauwerk, das der Duce und das faschistische Italien für die Entwicklung und Wohlfahrt Albaniens geleistet haben, beschließen, das Leben und Geschick Albaniens enger mit jenem Italiens zu verbinden, um mit ihm Bande einer immer engeren Solidarität herzu- ftellen. Von dieser Solidarität getragene Vereinbarungen werden in der Folge zwischen Italien und Albanien abgeschlossen. 4. Die konstituierende Nationalversammlung als Trägerin des einmütigen willens der nationalen Erneuerung des albanischen Volkes und als feierliches Pfand zu ihrer Verwirklichung beschließt, in der Form einer Personalunion die Srone Albaniens Seiner Ittajeftäf dem König von Italien und Kaiser von Aethiopien für feine Majestät und seine königlichen Nachkommen anzub.ieten.“ Die Verlesung der Entschließung wurde mit anhaltendem Beifall ausgenommen/ wobei sich alle Mitglieder der Versammlung von den Plätzen erhoben. Sodann gab der neue Ministerpräsident Shefket Verlaci die Zusammensetzung der neuen Regierung bekannt. Shefket Verlaei übernimmt außer dem Ministerpräsidium das Ministerium der öffentlichen Arbeiten. Die übrigen Minister sind: Djafer Ppi, der bisherige Präsident des Verwaltunasausschusses, Justiz, Themil Dino Aeußeres, Feizi Aliszoti Finanzen, Andon Beya Volkswirtschaft, E r n e st K o l i c i öffentlicher Unterricht. Anschließend beschloß die Nationalversammlung, ein Huldigungstelegramm an den König von Italien und Kaiser von Aethiopien zu richten sowie eine Abordnung zu dem in Tirana weilenden italienischen Außenminister Graf Ciano zu entsenden, um ihn von den Beschlüssen der Nationalversammlung in Kenntnis zu setzen. Da sich sämtliche 120 Mitglieder der Nationalversammlung an der Abordnung beteiligen wollten, gestaltete sich der Besuch der Abordnung bei Graf Ciano zu einem wahren Triumphzug. Graf Ciano dankte der Abordnung für das Angebot der Krone an den König von Italien und die Huldigung der Nationalversammlung. In der italienischen Gesandtschaft empfing Graf Ciano auch die Vertreter der drei Religionsgemeinschaften Albaniens, der Katholiken, der Mohammedaner und der Orthodoxen, die ihm ihre Versicherungen der Ergebenheit gegenüber Italien wiederholten. Als besonders bedeutungsvoll wird von italienischer Seite die Ergebenheitserklärung des Oberhauptes der Mohammedaner bezeichnet, weil dadurch böswillige Auslassungen der Auslandspresse über eine angeblich italienfeindliche Haltung der albanischen Mohammedaner widerlegt werden. Griechenland bedarf keiner englischen Garantie. Meinungsaustausch zwischen Mussolini und Metaxas bringt völlige Klarheit. Athen, 12. April. (DNB.) Bei einem Besuch, den der italienische Geschäftsträger im Auftrag von Mussolini gestern dem Ministerpräfi- denten Metaxas abstattete, gab der Vertreter Italiens folgende Erklärung ab: „Alle Gerüchte, die wegen einer angeblichen Aktion Italiens gegen Griechenland in Umlauf waren ober vielleicht noch entstehen könnten, find falsch. Sie können nur durch bestellte Provokateure verbreitet worden fein ober verbreitet werden. Das faschistische Italien versichert, daß es seine Absicht ist, die Unverletzlichkeit Griechenlands aus dem Festland unb auf feinen Inseln absolut zuachten. Das faschistische Italien hat ben festen Willen, bie Beziehungen herzlicher Freundschaft, welche die beiden Länder verbinden, zu erhalteir und immer mehr zu entwickeln. Es ist auch bereit, konkrete B e- weise dieses seines festen Willens zu geben." Der griechische Gesandte in Rom hat darauf dem italienischen Außenministerium folgende Mitteilung übergeben: „Der Gesandte Griechenlands ist von dem Präsidenten des griechischen Ministerrats beauftragt, seinen wärm st en Dank für die M i t t e i l u.n g auszusprechen, die ihm am 10. April von dem italienischen Geschäftsträger im Namen S. Exzellenz des italienischen Regierungschefs gemacht worden ist, und in ber ihm kategorische Zusicherungen gegeben wurden, daß bie faschistische Regierung die Integrität Griechenlands sowohl hinsichtlich feiner Landesgrenzen, als auch hinsichtlich seiner Seegrenzen achten wird. Ministerpräsident Metaxas fügt hinzu, daß er, indem er mit voller Befriedigung von diesen Erklärungen Musfolinis Kenntnis nimmt, die absolute Ueberzeugung hegt, daß kein Ereignis einiretcn | kann, das geeignet märe, in irgendeiner Weise die triöitionelle Freundschaft zu stören, die jederzeit die beiden Länder verbunden hat, und daß er einen neuen Zeitabschnitt der Herzlichkeit für die Fortsetzung dieser friedlichen Zusammenarbeit beginnen steht." Die Mitteilungen, die zwischen dem italienischen Regierungschef Mussolini und dem griechischen Ministerpräsidenten Metaxas ausgetauscht worden sind, haben nach italienischer Auffassung die letzten Unklarheiten der internationalen politischen Lage, wie sie nach der Besetzung Albaniens entstanden war, ausgeräumt. Mit unverkennbarer Genugtuung stellt man fest, daß es der italienischen Außenpolitik meisterhaft gelungen ist, in die englisch-französischen Einkreisungspläne im Südosten, bie schon bei Jugoslawien unb ber Türkei auf wenig Gegenliebe gestoßen sind, eine neue schwere Bresche zu schlagen, ba nunmehr ber Chamberlain zugeschriebenen Absicht, eine einseitige Garantie Großbritanniens für Griechenlanb anzukündigen, jebe Grundlage entzogen worden ist. Das halbamtliche „Giornale b'Jtalia" versichert, Italien wolle nach ber Besetzung Albaniens nicht nur keines ber benachbarten Völker bedrohen, sondern erhoffe im Gegenteil die Entwicklung einer ausgedehnteren unb herzlicheren Z u - fammenarbeit. Es sei also völlig überflüssig, baß von den Englänbern und Franzosen eine Gefährdung Griechenlands erfunden werde, um der hellenischen Regierung neue Garantie- und Schutzpakte anzubieten ober aufzuzwingen. Nach ben klaren italienischen Versicherungen habe Griechenland keine neue Versicherungspolice in Gestalt kompromit- tierenber Garantien anderer Länder nötig. einer Bevölkerungsdichte von nur 37 Menschen pro Quadratkilometer und der großen Fruchtbarkeit der Küstenebenen läßt sich unschwer eine weitaus größere Zahl von Manschen nicht nur ernähren. Bei regelrechter Forstwirtschaft vermag Italien allein aus den Gebirgswäldern angesichts seiner großen Holzarmut erheblichen Nutzen zu ziehen. Alles, was in Italien selbst gedeiht, läßt sich in Albanien ebenso gut anbauen. Die wichtigste Voraussetzung: Wasser, ist gerade in Albanien durch die noch vorhandenen wasserspeichernden Bergwälder mehr als an der ganzen Adriaküste gegeben. Die besten Aussichten eröffnen sich einer großzügigen Oliven- und Tabakkultur. Wenn erst einmal die Bevölkerung durch eine straffe Verwaltung vor der Ausbeutung und steuerlichen Ausplünderung der Regierung oder der Beys sich geschützt fühlt und ihre Lethargie überwindet, dann wird sie, intelligent und kräftig, von sich aus für einen Aufschwung sorgen. Italien aber wird sicherlich das Aeußerste unternehmen, um Albanien zu einer neuen Kornkammer der Halbinsel zu machen und mit Riesenschritten das nachzuholen, was ein Jahrtausend lang hier versäumt wurde. In absehbarer Zeit noch müßten sich die Ernteerträge verdoppeln lassen, wenn der bislang bestellte Boden mit modernen Maschinen bewirtschaftet wird. Darüber hinaus aber kann man bei der Urbarmachung der Küsten, der Regulierung E.?. Rom, 12. April. Lieber die Ursache des italienischen Vorgehens in Albanien erfährt der Sonderberichterstatter des „Corriere della Sera" in Tirana, die italienische Unterstützung Albaniens sei in letzter Zeit von Zogu und seinen Leuten systematisch sabotiert worden. Sie hätten die italienische Hilfe zu ihrem persönlichen Vorteil ausgenutzt und die unterschlagenen Gelder in die Schweiz und nach England gesandt. Die großen Beiträge Italiens für die Entwicklung Albaniens kamen auf diese Weise nur einigen wenigen zugute, die darüber hinaus Italien noch beim albanischen Volk verleumdeten. Schon 1935 hätte Italien die Erneuerung des Wirtschafts- und Finanzabkommens mit Albanien nur durch eine Flottendemonstration erreicht. Italien finanzierte durch die Gesellschaft für die wirtschaftliche Entwicklung Albaniens, SVEA., mit 70 Millionen Goldfranken den Bau von Brücken, Straßen, Regierungsgebäuden, Kasernen und Krankenhäusern sowie den Ausbau des Hafens von Durazzo. Die Haltung Zogus blieb jedoch unklar und wurde zuletzt unhaltbar. Die Unzufriedenheit des Volkes gegen feine Mißwirtschaft hatte den Höhepunkt ereicht. Es mußte etwas geschehen. Zogu wandte sich an Mussolini, versicherte, für die Genermobilisierung zur Bekämpfung seiner inneren Feinde bereit zu [ein, und verlangte d i e Entsendung eines italienischen Expeditionskorps von sünfzig- tausend Mann zur Stärkuna seines Prestiges im Innern und gegenüber dem Ausland. der Flüsse einen nicht unbeträchtlichen Zuschuß zur italienischen Ernährung gerade aus den Gebieten erwarten, in denen sich die Halbinsel nicht selbst zu ernähren vermag. Sie jugoslawische und griechische Grenze erreicht Rom, 12. April (Europapreß). Nach Meldungen aus Tirana ist der Oberbefehlshaber der italienischen Truppen in Albanien, General G u z z o n i, in Begleitung des zweiten Generalstabschefs der italienischen Luftwaffe, General Pinna, und des Befehlshabers der italienischen Luftstreitkräfte in Albanien, General Pricolo, im Flugzeug in Skutari eingetroffen. Die drei Generale wurden von zahlreichen hervorragenden Persönlichkeiten der Stadt und ihrer Umgebung empfangen. Eine motorisierte Kolonne der italienischen Truppen hat am Mittwoch die jugoslawische Grenze bei Koplik erreicht, andere italienische Truppen sind am Dienstag mit der Besetzung von Bilishte, wo sie von der Bevölkerung begeistert empfangen wurden, in die Nähe der griechischen Grenze gelangt. Die drei Bataillone Schwarzhemden, die bei der Landung in Valona eingesetzt waren, hatten bis Dienstag die gesamte Umgebung der Stadt und deren unmittelbares Hinterland besetzt. Italien machte Ende März Gegenvor- s ch>l ä g e. Die italienischen Behörden wünschten unter Wahrung der Unabhängigkeit des Landes eine bessere Ueberwachung der Verwendung ihrer Gelder. Nötigenfalls war Italien auch zu Truppenentsendungen bereit, um den Frieden zu wahren, jedoch nicht nur, um das Regime Zogus zu sichern. Zogu wollte die Italiener zwingen und ließ seine „Getreuen" aus den Bergen kommen. Außerdem ^v e r t e i lt e er Geld und Waffen unter den Pöbel von Tirana, um diesen zu Kundgebungen gegen Italien und seine Gesandtschaft zu veranlassen. Auf diese Weise wollte Zogu eine Erpressung durchführen. Er glaubte, infolge der gespannten internationalen Lage werde Mussolini seine Ansprüche wiederum erfüllen und auf eine Kontrolle der Ausgaben verzichten, um gefährliche Verwicklungen zu vermeiden. Mussolini schreckte jedoch nicht vor einer bewaffneten Intervention zurück, um das albanische Volk von der Mißwirtschaft Zogus zu befreien. Ein Zeichen für den Unwillen des Volkes gegen Zogu war auch die Plünderung des Palastes von Tirana durch den Pöbel sowie der Villa seiner drei Schwestern, während die italienischen Hotels und Geschäfte unberührt blieben, obwohl deren Besitzer nach Italien geflohen waren. Als Italien zur Landung von Truppen schritt, blieb Zogu nurnochdie Flucht übrig, während das albanische Volk freudig die italienischen Truppen empfing, weil es wünschte, daß Italien ihm Gerechtigkeit und Wohlfahrt bringe. Deutschfeindliche Ausschreitungen an der polnisch-Danziger Grenze. 100 Volksdeutsche über die Grenze nach Danzig geflüchtet. Danzig. 13. April. (DNB.) An der polnisch- Danziger Grenze ist es zu Skandalen gekommen, in deren Verlauf etwa 10 0 Volksdeutsche aus Polen über die Grenze nach Danzig geflüchtet find. Sie wurden nach dem Danziger Ort Praust transportiert, in der Schule unlergebracht und von der NSV. verpflegt. Nach Aussagen der Flüchtlinge gehen die Deutschenverfolgungen in der Hauptsache vom Polnischen Westmarkenverein aus, der sich seit jeher durch deutschfeindliche Politik besonders hervorgetan hat. DieFlucht- linge berichten, daß es in der letzten Zeit in den Grenzgebieten mehrfach zu Ausfchrei- tung'en gekommen fei, wobei f o g a r Brandstiftungen zu verzeichnen waren. Rund 100 dieser Volksdeutschen muhten jetzt mit ihren Familien aus ihrer angestammten Heimat über die Grenze flüchten und Haus und Hof im Stich lassen, um wenigstens das nackte Leben zu retten. Görings Abschied von Tripolis. Rom, 12. April. (DNB.) Zu Ehren von Generalfeldmarschall Göring fand ein großed Truppenmanöver in der Nähe von Tripolis statt, in dem starke Abteilungen Infanterie, Kavallerie, Artillerie, Panzerwagen sowie Bombenflugzeuge teilnahmen. Kaum hatte Generälfeldmarschall Göring in Begleitung von Luftmarschall Balbo nach Abschreiten einer Ehrenschwadron von Kamelreitern den von deutschen und italienischen Fahnen sowie den Marschallstandarten flankierten Beobachtungsturm betreten, als schwere Bomber die rückwärtigen Positionen des Gegners angriffen und kurz darauf das Artilleriefeuer einsetzte. Unter Gewehr- und Maschinengewehrfeuer gingen sodann italienische und libysche Jnfanteriebataillone zum Angriff über, die, von Panzerwagen unterstützt, die aegnerische Stellung zum Teil im Nahkampf unter Anwendung von Handgranaten durchbrachen, worauf die libysche Kavallerie sich an die Verfolgung des Feindes machte. Anschließend begab sich Generalfeldmarschall Göring nach Garian und Tigrinna, wo ihm in den reich beflaggten Dörfern von der Bevölkerung begeisterte Kundgebungen bereitet wurden. Nach seiner Rückkehr nach Tripolis besichtigte der Generalfeldmarschall die Mu st ermesse und das Eingeborenenviertel, wo ihm gleichfalls lebhafte Ovationen dargebracht wurden. Am Abend gab Luftmarschall Balbo einen großen Empfang in den wundervollen und märchenhaft erleuchteten Gärten des Generalgouverneurs. Generalfeldmarschall Göring und seine Gattin haben am Mittwochnachmittag mit ihrer Begleitung Tripolis mit dem Motorschiff „Monserrate" der Hamburg-Amerika-Linie verlassen, um sich nach Rom zu begeben. Sf. Goebbels in Istanbul. Istanbul, 13. April. (DNB. Funkspr.) Reichsminister Dr. Goebbels startete am Mittwochvormittag im Flugzeug von Rhodos nach Istanbul. Dor dem Abflug von Rhodos stattete der rhodesische Gouverneur de Vecchi dem Minister einen Abschiedsbesuch ab. Auf dem Istanbuler Flughafen, wo Dr. Goebbels am Nachmittag eintraf, hatten sich zur Begrüßung Vertreter der türkischen Behörden, der deutsche Generalkonsul und Angehörige der deutschen Kolonie eingefunden. Dr. Goebbels' wird sich zwei Tage in Istanbul aufhalten. Der Minister unternahm am Nachmittag eine Fahrt über den Bosporus nach The- r a p i a, wo er den Park der deutschen Botschaft, in dem sich der deutsche Heldenfriedhof und die Grabstätte des Generalfeldmarschalls Freiherr von der Goltz befindet, besuchte. Sowjetrussische Kriegsschiffe verlassen das Schwarze Meer. I st a n b u l, 13. April. (DNB. Funkjpruch.) In den letzten Tagen brachten französische Blätter die Nachricht, daß mehrere sowjetrussische Kreuzer den Bosporus passiert hätten, um sich in das Mittelmeer zu begeben. Wie hier verlautet, haben neuerdings 8 sowjetrussische Flotteneinheiten den Bosporus in der gleichen Richtung mit abgeblendeten Lichtern durchfahren. Bisher haben 12 sowjetrussische Kriegsschiffe, kleineKreuzerundZerstörer, ohne daß deren Namen festgestellt werden konnte, die Marinebasis am Schwarzen Meer verlassen. Die Regierungsbildung in Belgien. Brüssel, 12. April. (DNB.) Nach einer Besprechung des Königs mit den Führern der katholischen, liberalen und sozialdemokratischen Partei wurde bekanntgegeben, daß König Leopold den geschäftsführenden Ministerpräsidenten Pi er lot mit der Bildung der neuen belgischen Regierung beauftragt hat. Pierlot teilte mit, daß er voraussichtlich am Samstag die Mitglieder des neuen Kabinetts bestellen werde. Es wird damit gerechnet, daß die drei traditionellen Parteien, Katholiken, Liberale und Sozialdemokraten, an der Kabinettsbildung beteiligt werden. Chinesischer Angriff auf Kaifeng. Schanghai, 12. April. (DNB. Ostasiendienst.) Die chinesischen Truppen eröffneten am Mittwochmorgen ihre erwartete Offensive gegen Kaifeng an der Lunghai-Bahn in der Provinz Honan. Unterstützt von Guerillabanden drangen die Chinesen b i s in d i e Vororte von Kaifeng, wo erbittert gekämpft wird. Einzelne Stoßtrupps kamen bis in die Nähe des Bahnhofs. WachfenderWidersiand gegen Roosevelts Kriegspolitik. Nye und Clark fordern Neutralität der Bereinigten Staaten. Washington, 13. April. (Europapreß.) Die politische Lage in Europa und die Gestaltung der Beziehungen der Vereinigten Staaten zu England und Frankreich beschäftigen in zunehmendem Maße die amerikanische Öffentlichkeit. Dabei ist das Lager jener ziemlich bedeutend, die mit den politischen Anschauungen des Präsidenten Roosevelt nicht einverstanden sind. Am Mittwoch haben die beiden Senatoren Nye und Bennett Clark einen energischen Vorstoß gegen Roosevelts Außenpolitik unternommen. Sie erklärten, die Vereinigten Staaten müßten im Falle von Verwicklungen in Europa eine strikte Neutralitätspolitik befolgen. Die von Roosevelt betriebene -Politik ziele aber darauf ab, die Beteiligung der Vereinigten Staaten an einem möglichen europäischen Konflikt bereits festzulegen, bevor dieser überhaupt ausgebrochen sei. In Washington machen sich zugleich lebhafte Widerstände gegen die von englischen und ranzäsischen Geldgebern ausgehenden Versuche fühk bar, über den amerikanischen Rundfunk und durch die amerikanische Presse die Bevölkerung Amerikas ür den Gedanken einer Beteiligung an einem europäischen Konflikt zu gewinnen. Die Wehrmacht im Kampf gegen den Verkehrsunfalt. Nur 75 Prozent der Höchstgeschwindigkeit erlaubt. Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht gibt folgendes bekannt: „Die unvermindert hohe Zahl von Kraftfahrunfällen innerhalb der Wehrmacht zwingt zu durchgreifenden Maßnahmen Der Führer und Oberste Befehlshaber hat daher befohlen, daß alle Kraftfahrzeuge der Wehrmacht nur bis 75 v. H. ihrer erreichbaren Höchstgeschwindigkeit, in keinem Falle aber über 100 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit fahren dürfen. Diese Höchstgeschwindigkeit gilt für die Reichsautobahnen und Straßen er st er Ordnung und bester Beschaffenheit. Bei Straßen minderer Beschaffenheit ist die Fahrgeschwindigkeit entsprechend geringer zu wählen. Der Führer und Oberste Befehlshaber erwartet, daß V e r st ö ß e gegen diese Anordnung scharf geahndet werden." Es wird dann auf eine frühere Verfügung des Chefs des Oberkommandos der Wehrmacht verwiesen, in der zum Ausdruck gebracht war, daß der Führer in der denkbar schärfsten Form darauf hingewiesen hat, daß Kraftfahrer, die mit dem Leben ihrer Mitmenschen leichtfertig umgehen, oerbre* cherisch und gewissenlos handeln und daß sie als Schädlinge am Volk schwer zu be st rasen sind. Dieser Befehl des Führers, so sagt die Verfügung, bindet die Gerichte der Wehrmacht unbedingt. — Die unbedingte Einhaltung der befohlenen Höchstgeschwindigkeiten wird durch geeignete Maßnahmen, wie wiederholte Belehrungen und unvermutete Verkehrsüberwachungen, ficher- gestellt werden. 50 Ehrenzeichenträger Gast -es Führers. NSG. Der Führer hat 50 Trägern des goldenen- Ehrenzeichens aus dem Gau Hessen -Nassau eine besondere Freude bereitet, indem er sie zum 20.April nach Berlin e i n g e la b e n hat. Die vom Gauleiter ausgewählten alten Kämpfer begeben sich bereits am 18. unter der Führung des Gausachbearbeiters für die Alte Garde nach Berlin, wo sie bis zum 20. April als Gäste des Führers an den Feierlichkeiten teilnehmen. Gemeinsam mit Ehrenzeichenträgern der anderen Gaue werden sie dem Führer eine besondere Ehrung bereiten. Sie werden außerdem Gelegenheit haben, die bauliche Umgestaltung der Reichshauptstadt kennenzulernen und dabei u. a. die Neue Reichskanzlei besichtigen. Kleine politische Nachrichten. Der Führer hat dem General der Arttllerie a. D. von Gronau, Ritter des Ordens Pour le m^rite mit Eichenlaub, zu seinem 70jährigen Militär j u b i l ä u m telegraphisch seine besten Glückwünsche ausgesprochen. Der Kommandierende General des X. Armeekorps und Befehlshaber im Wehrkreis 10 in Hamburg, General der Kavallerie Knochen Hauer, begeht am 13. April sein 40jähriges Militärjubiläum. * Der Führer hat auf Vorschlag des Reichsministers des Innern Dr. Frick den Ministerialrat Gauleiter a. D. und ^-Oberführer Hans Krebs, den Rechtsanwalt Dr. Friedrich Zippelius und Dr. Wilhelm Sebekovsky, die bisher mit der Wahrnehmung der Dienstgeschäfte des Regierungspräsidenten in Aussig, Troppau und Karlsbad beauftragt waren, ab 1. April 1939 dort zu Regierungspräsidenten ernannt. * Auf Einladung der italienischen Regierung hat sich der Staatssekretär und Leiter des Fremdenverkehrs in Deutschland, Staatsminister a. D. Hermann E s« ser, in Begleitung seines engeren Mitarbeiter- stab es zu einem kurzen Besuch nach Italien begeben. Es ist die Besichtigung der wichtigsten Fremdenverkehrseinrichtungen in San Remo, Florenz und Rom vorgesehen. * Der rumänische Außenminister Gafencu wird am 16.April seine Reise nach Berlin antreten. Er wird sich einen Tag in Wien aufhalten. Wie amtlich verlautet, findet sein Besuch in Berlin am 18. und 19. April statt. * „Politika" meldet aus Istanbul, daß das Hauptthema der Besprechungen zwischen dem türkischen und dem rumänischen Außenminister die Frage eines Beitritts Bulgariens zum Balkanpakt gewesen fei, der von türkischer Seite sehr begrüßt würde. » Der deutsche Dampfer .Helios" traf in Barcelona ein und löschte sechs Lastwagen Le- bensrnittel, die als weitere deutsche Spende für die durch die bolschewistische Herrschaft in Not geratenen Spanier der sozialen Hilfe in Barcelona zur Verfügung gestellt wurden. * Kardinalstaatssekretär Maglione hat am Mittwochvormittag erfi' feierliches leb cum aus Anlaß der Beendigung des spanischen Bürgerkrieges zelebriert. Dem Dankgottesduft wohnten das Kardinalskollegium, das diplomatische Korps beim Heiligen Stuhl und der frühere König von Spanien, Alfons XIII., bei. * In London und Birmingham ereigneten sich am Mittwochabend allein 11 Explosionen. Die Bomben, die in öffentlichen Bedürfnisanstalten explodierten, sollen nach dem Befund der Untersuchungsbehörden neue chemische Mischungen, die sich vor allem aus Karbidstosfen zusammensetzen, enthalten. Gipfelpunkt der Zeitungshehe. Was gedenkt die englischeNegierung gegen den Lügenfeldzug ihrerpreffe zu tun? London, 12.April (DNB.) Das berüchtigte Hetzblatt „News Chronicle" hat sich wieder einmal ein tolles Stück bösartiger internationaler Brunnenvergistung geleistet. Das Blatt meldet dreist und unverfroren aus Berlin, daß, obwohl militärische Maßnahmen gegen Holland von einem amtlichen Sprecher als lächerlich und phantastisch bezeichnet,worden seien, Beamte in privaten Besprechungen' erklärt hätten, es stimme, daß vorbereitende Maßnahmen ergriffen worden seien und daß Pläne bestünden, ym Holland sofort zu besetzen, falls die Westmächte einen „Anariff" unternähmen. (!) Unter einem solchen Angriffsakt verstehe man auch d i e Besetzung Korfus durch britische Schiffe selbst auf Aufforderung Griechenlands hin, die Besetzung Spanisch-Marokkos oder eine englische Maßnahme, die der vollständigen Freiheit der Achsenmächte zuwiderlaufe. * Hierzu schreibt der „Deutsche Dienst" u. a.: Diese schmutzige Erfindung der „News Chronicle" schlägt tatsächlich dem Faß den Boden aus. Das Blatt soll doch einmal die angeblichen „deutschen Beamten" namhaft machen, die diese Ammen- Vor einer Erklärung Oaladiers. E. F. Paris, 12. April. Der französische Ministerrat ist am Mittwochmorgen im Elysee-Palast unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik zu einer Sitzung zusammengetreten, die fast zweieinhalb Stundet dauerte. In dieser Sitzung wurden nach dem amtlichen Bericht die Maßnahmen, die durch die französische Regierung auf diplomatischem und militärischem Gebiet seit dem Ostersonntag ergriffen wurden, eingehend erörtert. Ministerpräsident D a l a d i e r schilderte zunächst die durch die Besetzung Albaniens entstandene internationale Lage und teilte den Ministern die Maßnahmen mit/die am Ostersonntag vom französischen Landesverteidigungsrat durchgeführt worben sind. Die Beschlüsse des Landesverteidigungsrats fanden die einstimmige Billigung des Ministerrats. Außenminister Bonnet schilderte dann die ungewöhnlich rege Tätigkeit, die die französische Diplomatie seit der Besetzung Albaniens im vollen Einvernehmen und in steter Fühlungnahme mit dem Foreign Office entfaltet hat. lieber die Art und die Zielsetzung dieser Verhandlungen schweigt sich die amtliche Mitteilung indessen aus. In der Außenpolitischen Kammer- ko m m i s s i o n hat der Vorsitzende der Kommission, Mi stier, einen ausführlichen Bericht über die europäische Lage sowie über die Verhandlungen zum Abschluß von Garantiepakten in Osteuropa und auf dem Balkan erstattet. Mistler machte die Bemerkung, „man befinde sich vor Unternehmungen, die nicht mehrden Charakter diplomatischer Aktionen hätten". Auf Vorschlag verschiedener Abgeordneter beschloß die Kommission, Außenminister Bonnet zu bitten, so bald wie möglich ihr die Richtlinien der diplomatischen Aktion der Regierung auseinanderzusetzen. Ministerpräsident D a l a b i e r teilte mit, er werde am Don= märchen seinem Berliner Vertreter erzählt haben sollen. Es wird kläglich versagen. Denn dieses perfide Blatt weiß ganz genau, woher es Lügenmeldungen dieser Art hat: aus den eigenen dreckigen Fingern gesogen. Alles das kann heute in England geschehen, ohye daß solchen Burschen von Amts wegen auf die Finger geschlagen wird. Wie lange soll das eigentlich noch so weitergehen? Was, so fragen wir, gedenkt d i e britische Regierung gegen diese Methoden endlich zu unternehmen? Auf die Antwort auf diese Frage sind wir sehr gespannt. Denn in Anbetracht der plötzlichen Fülle und einstimmenden Bösartigkeit dieser Schwindelmanöver kann man sich leider des Verdachtes nicht erwehren, daß diese Greuel- nachrichten nicht auf dem eigenen Mist der Londoner Hetzpresse gewachsen sind, sondern daß ganz bestimmte halbamtliche Stellen dahin te r st e h e n , die ein Interesse daran Haden, solche sabotierenden und vergiftenden Greuelnach- richten in die Welt zu sehen. Die oben zitierte Meldung des „News Chronicle" ist jedenfalls ein Gipfelpunkt der Zeitungshetze, und es wäre höchste Zeit, wenn mit diesen Methoden ein für allemal aufgeräumt wird. ncrstag eine Erklärung über die augenblickliche politische Lage abgeben. Die Erklärung werde sehr kurz fein. Offenbar im Zusammenhang mit dem Bekanntworden der wechselseitigen Erklärungen der italienischen und griechischen Regierung über die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern wird in den Blättern festgestellt, die Schärfe der im Mittelmeer zwischen den Großmächten bestehenden Spannungen habe sich etwas gemildert. Trotz dieser Feststellung einer Entspannung wird aus der Umgebung des Quai d'Orsay bekannt, daß sich Außenminister B o n n e t am Donnerstag nicht zu der in Biarritz seit langem vorgesehenen Einweihung des Denkmals der Königin Viktoria begeben wird. — Der „Figaro" erklärt, daß sich die französische und die englische Flotte im Augenblick d i e Aufsicht im Mittelmeer teilen. Das Blatt spricht dabei von drei Zonen, einmal die spanische Zone, dann das westliche Mittelmeerbecken bis Sizilien und schließlich das östliche Mittelmeerbecken. Der Erfolg in diesem Becken, dessen „Verteidigung der englischen Flotte zufalle" hänge angesichts der Gefahren der Luftflotten von der Zahl der Stützpunkte ab, die zur Verfügung gestellt werden könnten. Außer Malta verfüge England aber nur über drei Stützpunkte, die das Dreieck von Zypern, Haifa und Alexandrien bildeten. Seit der Besetzung Albaniens verfüge Italien im Mittelmeer über eine Offensivstärke, die zumindest der Englands gleichkomme, Korfu sei in Reichweite der italienischen Geschütze und „könne deshalb nicht als Stutzpunkt ausgebaut werden". Unter diesen Umständen verstehe man die lebenswichtige Bedeutung der griechischen Inseln Ceutas und Kephalonia für England, die Korfu ersetzten. Zogus Sturz und feine Gründe. Verschwendung der italienischen Hilfsgelder für persönliche Zwecke. Pöbel-Herrschafi in Tirana. Deutsche Antarktis-Expedition ein voller Erfolg Oie Expeditionsteilnehmer berichten über ihre Arbeit. Pfennig fließt dem Kulturfonds des Führers zu. fr > fr ; fr i fr fr 1 4 4 Ä 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 W Berlin, Minister gibt band für fr , fr 1 und beglückwünschte sie zu ihrem großartigen Erfolg. Zum 50. Geburtstag des Führers gibt die Reichspost Sondermarken zu 12+38 Pfennig heraus. Das Markenbild, das den Führer in seiner Geburtsstadt Braunau am 12. März 1938 zeigt, ist von Professor Richard Klein, München, nach einer Aufnahme von Professor Heinrich Hoffmann, entworfen worden. Der Betrag von 38 Die Marken werden vom 13. April an (Scherl-Bild erdi enst-M.) .......mim'WW I fr V;. ! W Unser Bild zeigt das Wal-Flugboot „Boreas" an Bord der „Schwabenland". Rechts oben Flugkapitän Schirmacher und unten Flugkapitän Mayr. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Rach dem Eintreffen der Expedition im Hamburger Hafen begaben sich die Mitglieder der Expedition zum Hamburger Rathaus, wo ein feierlicher Empfang stattfand. Auf Einladung des Reichsministers für 'Wissenschaft, Erziehung'und Volksbildung fand ein Empfang im Hotel „Vier Jahreszeiten" statt. im Sommer. 13. April. (NDZ.) Der Reichsinnen« bekannt, daß er dem Reichsver- Deutsche Jugendherbergen Arbeitsgebiet. Sein Studium galt vornehmlich dem Vorkommen und der Beschaffenheit des Planktons, der winzigen, im Wasser schwebenden pflanzlichen Körper, die zur Ernährung der Walkrebse dienen, dis ihrerseits wiederum die Nahrung der Wale sind. Barkley konnte ermitteln, daß auf dem Nullmeridian an der Eiskante zu 99 v. H. nur eine Planktonart vorkommt, daß jedoch auf 56 bis 60 Grad Süd ein starker Wechsel der Arten zu verzeichnen Hamburg, 12. April (DNB.) Namens der Reichsregierung hieß der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft Prof. Mentzel die deutsche Antarktis-Expedition 1938/39, die auf dem Motorschiff „Schwabenland" am Mittwochabend im Hamburger Hafen eingetroffen war, in der Heimat herzlich willkommen. Die deutsche Wissenschaft und das gesamte deutsche Volk, so sagte er, sind stolz auf die Leistungen, die die Exfälligerweise war die Gasleitung jedoch abgesperrt und völlig in Ordnung. Hausbewohner machten dar- die Bewohner des 1. Stock- abgegeben. auf aufmerksam, daß I wertes seit einigen Tagen nicht mehr gesehen war- für den 6. und 7. Mai die Genehmigung zur Sammlung von Geldspenden durch Sammelbüchsen und durch den Verkauf von Abzeichen auf Straßen und Plätzen, in Gast- und Vergnügungsstätten und in anderen, jedermann zugänglichen Räumen, von Haus zu Haus erteilt hat. Er ersucht die Polizeibehörden, für die ordnungsmäßige und reibungslose Durchführung der Sammlung zu sorgen. Der Minister teilt weiter mit, daß nach dem Willen des Führers auch in diesem Jahre die Sammlungen und sammlungsähnlichcn Veranstaltungen während der Sommermonate mit Rücksicht auf die großen Leistungen für das Winterhilfswerk weite ft gehend eingeschränkt werden. Es wird daher angeordnet, daß von den staatlichen Genehmigungs'behörden für die Zeit vom 1. April bis 3 0. September 1 9 3 9 keine Genehmigung zum Sammeln van Geld- oder Sachspenden sowie zum Verkauf von Abzeichen, Festschriften, Karten oder geringwertigen Gegenständen auf Straßen oder Plätzen oder von Haus zu Haus, ferner zur Verbreitung von Sammellisten erteilt werden darf. Das Verbot gilt nicht für öffentliche Veranstaltungen zu gemeinnützigen oder mildtätigen Zwecken. Kohlenstaubexplosion fordert 14 Todesopfer. In dem Braunkohlenbetrieb der „Deutschen Erdöl- AG., Derk Regis" in Sachsen-Altenburg fand eine Kohlenstaubexplosion statt, die leider 14 Todesopfer und zahlreiche Verletzte forderte. Die Untersuchung über die Entstehungsursache ist im Gange. Der Reichswirtschastsminister Hot dem Betriebsführer und der Gefolgschaft des Werkes telegraphisch sein aufrichtiges Beileid übermittelt und gebeten, den Angehörigen der verunglückten Gefolg- schaftsmitgtieder sowie den Verletzten seine herzlichste Anteilnahme auszusprechen. Roch zehn Vermißte in Flims. Im Laufe der Arbeiten zur Bergung der 18 Opfer der Flimser Bergsturzkatastrophe wurde jetzt das achte Opfer geborgen. Noch immer liegen zehn Vermißte unter den Trümmern des Gesteins. Selbstmörderin reißt drei Menschen mit in den Tod. Durch eine unglückliche Verkettung von Umständen hat eine Frau, die ihrem Leben durch Selbstmord mit Gas ein Ende setzte, drei andere Personen mit in den Tod gerissen. Bewohner eines Hauses in Erfurt hörten in der Nacht Stöhnen, das aus der darunterliegenden Wohnung kam. Die Polizei fand im Schlafzimmer die Ehefrau und den zwölfjährigen Sohn mit schwachen Lebenszeichen aasvergiftet auf, der Ehemann war bereits tot. Auf- Aus aller Wett. Eine Sondermarke zum 20. April. Kapitän Ritscher. pedition in der Antarktis während der letzten drei Monate vollbracht hat. Wir danken ihr dafür, was sie für die Wissenschaft und den Vierjahresplan und das gesamte deutsche Volk geleistet hat. Expeüitions- leiter Kapitän Ritscher nahm Gelegenheit, den Vertretern von Partei und Staat, die zu seiner Begrüßung an Bord gekommen waren, durch einen Rundgang auf dem Expeditionsschiff einen Einblick in die Arbeitsgebiete der Expedition zu gewähren. Das Katapultschiff „Schwabenland", das lange Zeit im Südatlantik als Flugzeugstützpunkt Dienst getan hat, erhält seine besondere Eigenart durch die Flugzeugschleudervorrichtung.und die beiden an Bord befindlichen Dornier-Wal-Flugzeuge. Die 36 Meter lange Abschußbahn vermittelt den Flugzeugen schon beim Start eine GeschwindiH- feit von 120 bis 150 Stundenkilometern, [o daß sie auch bei schwerem Seegang starten können. In anschaulichen Erklärungen gab der Expeditionsgeologe Studienreferendar Barkley einen Einblick in sein ist. Vom 4. Grad West bis zum 15. Grad Ost seien der Expedition nur vier jagdbare Wale ins Blickfeld gekommen. Im übrigen seien Zwergwale weniger selten gewesen. Sehr arm sei dort auch die Vogelwelt. Pinguine und Robben seien so gut wie gar nicht vorhanden. Biologisch habe das Gebiet vollkommen enttäuscht. Zur Ermittlung der Luftdruckoerhält- nisse, der Temperaturen und des Feuchtigkeitsgehaltes der Luft wurden täglich während der ganzen Fahrt Radio-Sonden-Aufstiege gestartet. Der meteorologische Stab hatte hier ein dankbares Aufgabengebiet, über das Dr. Regula Auskunft erteilte. Der höchste Radio-Sonden-Auf- stieg erreichte eine Höhe von 28 400 Meter. Außerordentlich aufschlußreich waren auch die Erläuterungen des Ozeanographen Paulsen. Er zeigte ein Gerät, dem er den vielsagenden Namen „Nervensäge" beigelegt hatte, und das zu Tiefenmessungen in der Antarktis verwendet wurde. Die Messungen ergaben ausgezeichnetes ozeanographisches Material. Es wurden Tiefen von 3000 bis 12 000 Meter vor dem Schelfeis gemessen. Die Wassertemperaturen sind in der Antarktis nicht besonders unterschiedlich. Die höchste Temperatur, die gemessen wurde, betrug plus 21/2 Grad. Der Geophysiker Geburek äußerte sich über sein Aufgabengebiet, dos in erd- magnetischen Messungen auf dem Eise im erkundeten Gebiet galt. Seine wichtigste Feststellung ist, daß die Ortsmißweisung im erkundeten Gebiet 2j/2 Grad von dem Wert der bisher angenommenen Mißweisung abweicht. Der Leiter der Expedition, Kapitän Ritscher, nahm schließlich Gelegenheit, seinen Gästen in einem kurzen zusammenfassenden Vortrag über die Ergebnisse der Expedition zu berichten. An Hand von Skizzen erläuterte er die Stellen, an denen von den Flugzeugbesatzungen Haken- kreuzflaggen auf das erkundete Gebiet abgeworfen worden sind. Auf ungefähr 11 Grad West wurde mit den Flügen begonnen, die später nach dem Süden fortgesetzt wurden. Dort stand die Nordwand der Polplatte, deren Höhe mit etwa 4000 m festgestellt wurde. Eine Eishochfläche umgibt wie eine runde bläuliche Wölbung das von der Expedition erkundete Gebiet mit dem aus drei Massiven bestehenden Gebirgsstock. 13 500 Meter Filmstreifen sind die Ergebnisse der Arbeit. Ministerialdirektor Wohltat, der Beauftragte des Generalfeldmarschalls Göring, dankte dem Leiter der Expedition sowie allen Expedittonsmitgliedern und der Besatzung mit herzlichen Worten DerDeutscheStudententag1939 Zum Deutschen Studententag 1939, der in der Woche vor Pfingsten, vom 22. bis 27. Mm, i n Würzburg durchgeführt wird, wird eine doppelte Anzahl von Teilnehmern gegenüber dem Vorjahr erwartet. Die ausländischen Studentenverbände, mit denen die Reichsstudentenführung besonders eng zusammenarbeitet, werden wie im Dorjnhre Abordnungen entsenden. Starke Delegationen werden vor allem aus Italien und Japan erwartet. Erstmalig nehmen 200Studenten der Lehrgänge des Langemarck-Studiums teiL Auf der Schlußkundgebung wird Reichsstudentenführer Dr. Scheel die Richtlinien für die künftige Arbeit bekanntgeben Am 23. Mai spricht auf dem Residenzplatz Reichsleiter Alfred Rosenberg. Am 24. Mai findet die Eröffnung des neuen (5.) Reichsberufswettkampfes der deutschen Studenten statt. Dabei wird auch Generalinspekteur Dr.Todt das Wort nehmen. Schließlich sei aus den Veranstaltungen noch die von den Langemarck- studenten am 25. Mai zu gestaltende Werkfeier her-- vorgehoben und endlich die Eröffnung des studentengeschichtlichen Instituts. Zm Mai wieder Lugendherbergs- sammlung, im übrigen Sammelpause Südpol M fr fr fr fr fr fr fr fr I £ 1.AUSGEWOGENES VOLLFORMAT 2. TABAK EDELSTER -W) Alle Vorzüge einer guten Zigarette __ 7* —1 vereinigt die Eckstein No.5. Darum: ffäränilWl Eckstein No.5,fünffach garantiert Lichtspielhaus 3Späl*slellnn6en i 9as-!ßa 3-Miim- WM für Lastwagen sofort zu kaufen gesucht. oiasa »amen K.-G. Gießen Telefon 3659. Betr.: Grund- und Gewerbesteuer 1939; hier: Vorauszahlungen. x Bekanntmachung. Bis zur Zustellung der endgültigen Steuerbescheide für die Grundsteuer und die Gewerbesteuer für 1939 Rj. sind auf Grund der Steuerbescheide für 1938 Vorauszahlungen in der festgesetzten Höhe an den jeweiligen Fälligkeitstagen zu leisten. Es wird hierauf unter dem Anfügen besonders hingewiesen, daß im Nichtbeachtungsfalle Säumniszuschläge und ge» .gebenenfalls Beitreibungskosten berechnet werden müssen. 26690 Gießen, den 11. April 1939. Der Oberbürgermeister: Ritter. STADTTHEATER GIESSEN Heute 20-22 Uhr Gießener Konzertverein / (9. Platzmiete-Konzert) 4. CrdiesteT-3£(m%ei:t des großen Stadt. Orchesters LEITUNG: PAUL WALTER Mozart, Haffner-Sinfonie in D-dur K.V. 385 Bruckner, Fünfte Sinfonie in B-dur Karten zu RM. 1.00, 1.50, 2.25, 3.00 Tapetenhaus Ferd. Nennstiel Sohn Gartenstraße 10. Telefon 3636. Große Mini.-Mn. mit eingerichtet. Badezimmer, im Zentrum, zu vermieten. Schristl. Ang. unt. 01865 an d. Gietz. Anz. Warum das Hühnerauge in Watte packen, Wenn ein Filzring genügt? Elastocorn - die elastische Pflasterbinde mit dem weichen Filzring - nimmt sofort den Druck des Schuhes auf und beseitigt dadurch die Schmerzen beim Gehen. Ein wohltuendes Gefühl! Soeben noch hätte man die Wände hochgehen können vor Schmerzen, und nun sind sie wie weggeblasen. Elastocorn macht sich also sofort beliebt. Infolge seiner Elastizität paßt es sich den Bewegungen der Zehen gut an, verrutscht nicht und läßt nicht locker, bis das Hühnerauge gelockert ist und leicht herausgehoben werden kann. Elastocorn ist in Apotheken, Drogerien und Sanitätsgeschäften erhältlich. 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Das Leistungs- abzcichen für vorbildliche Heimstätten und Wohnungen erhielten die Deutschen Milchwerke Zwingenberg a. d. B., die IG. Farbenindustrie AG., Frankfurt a. M., und die IG. Farbenindustrie AG., Frankfurt-Hochhaus. Zwei Hinrichtungen. Stuttgart, 12. April. (DNB.) Am 12. April 1939 ist der am 22. Februar 1897 geborene Raimund Herr ma n n hingerichtet worden, der durch Urteil des Schwurgerichts Stuttgart wegen Mordes und schweren Raubes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden war. Herrmann hatte am 17. Juli 1936 in einer Stuttgarter Tankstelle den Tankwärter Traum erschossen und beraubt. Die Tat konnte erst 1939 aufgeklärt werden. Sofort gesucht: 2«78v 3g. Restaur.-Köchm faul). Küchenmädel welches selbständig kochen kann, und solides, einfaches, sauberes, Serviersräulein für Militär-Kantine, Rhein. Beste Bezahl. u.Behandl. Anfr. Niederlahnstein Rh., Tel. 405. Am gleichen Tage wurde der am 4. Oktober 1917 geborene Marcell Flück hingerichtet, der durch das Urteil des Sondergerichts in Stuttgart vom 15. März 1939 wegen Nechtsfr-iedenbruchs und versuchten Mordes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden war. Flück hatte am 8. März 1939 als Unter- suchungsgcfangener im Gefängnis zu Schwäbisch- Hall den Strafanstaltsoberwachtmeister S t r 0 b e l niedergeschlagen, um sich der Gefängnisschlustel zu bemächtigen und zu fliehen. Strobel erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Ringförmige Sonnenfinsternis am 19. April. Eine sog. ringförmige S 0 n n e n f i n st e r - n i s wird am 19. April d. I. stattsinden. Die ..Zentralzone" innerhalb deren die Finsternis ringförmig beobachtet werden kann, verläuft von den Aleuten- Jnfeln über Alaska fast zum Nordpol und dann über das Eismeer bis zur Insel Nowaja-Semlja in Nordsibirien. Dauer der Ringförmigkeit an einem Ort dieser Zone wird im Höchstfälle eine Minute und 52 Sekunden betragen. Auf der übrigen Nord- halbkugel der Erde ist die Finsternis mehr oder weniger als teilweise Sonnenbedeckung zu beobachten. In Südwestdeutschland kann wenigstens der Beginn und die größte Phase vor Sonnenuntergang noch gesehen werden. Der Beginn tritt ein etwas oberhalb vom linken Sonnenrand th Karlsruhe um 18.35, in Freiburg um 18.38, in Stuttgart um 18.35 Uhr Bahnzeit. Neugestaltung des Kurparks von Bad Soden. Die Erbohrung eines zweiten Warmsolsprudels macht die Umgestaltung des Kurparks von Bad Soden am Südtaunus erforderlich. Soweit es sich um den Parkteil handelt, in dem der neue Sprudel &nladim£ an alle Hausfrauen und jungen Mädchen zu den in Gemeinschaft mit Firma Dr. Oetker Freitag, 14. April 1 tl Uhr Samstag, 15. April [ abcn<1# Sonntag, 16. April J Beiprogramm Tobis-Ton-Woche Heute Erstaufführung LICHTSPIELHAUS Wochentags 4, 6, 8.30 Uhr — Sonntags 3, 5.30, 8.30 Uhr 2666A SAtzlMMWNll.IieM nach der Nalurschutzverordnung Dom 18. MSrz 1936 (RG«l. I Seite 181) und den ergänzenden Bestimmungen, ausführlich erläutert von Professor Dr. W. Weber, 0. ö. Prof, der Rechte und Referent im Reichs» und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Pros. Dr. Walther Schoenichen, Leiter der Reichsstelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Bestellungen durch alle Buchhandlungen. Hugo Bermfiöier Verlag. VerllN'jMers. Mädchen für Küche und -Hausarbeit bei sehr hohem Lohn gesuckt. I2667D Hotel Bergschenke Gießen Telefon 2974, [Verschiedenes | 20000 KM. für erststellige Hypothek gesuckt Schristl. Angeb. unt. 01844 an d. Gießen. Anzeig. Mündlich können Sieesnurvenlgen sagen, schriftlich mehreren, durch lell. Men beibest.Behand- lung zu 2 Person. in Privathaushalt (4 Zimmer) gesuckt. Schristl. Angebote unter 2670 D an den Gießen. Anzeig. Suche z. 1. Mai oder früher für meinen kleinen Haushalt (Einzelperson) ein erfahrenes, solides älteres zesiD Mädchen Stau Bari noroatf Liebigstraße211. Weltgeschichte im Tonfilm! 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Im Anschluß daran wird eine voll, ständige Neugestaltung des Kurparkes erfolgen. Die Planung bzw. Ueberwachung der Arbeiten obliegt dem Gartengestalter Hirsch in Wiesbaden. Weiterbericht Begünstigt durch den Vorstoß kälterer Luft in der Höhe kam es auch in unserem Gebiet am Mittwoch zu gewittrigen Störungen, die aber nur eine kurze Unterbrechung des Schönwettercharakters brachten. Immerhin hat die Umbildung der Großwetterlage inzwischen weitere Fortschritte gemacht, so daß auch bei uns mit dem Aufkommen unbeftän-' bigeren, wenn auch vorerst keineswegs unfreundlichen Wetters gerechnet werden kann. Vorhersage für Freitag: Wolkig bis aufheiternd und Neigung zu vereinzelten Regen- fällen. Bei südwestlichen Winden etwas frischer und Tagestemperaturen um etwa 15 Grad.__ Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A. 111.39: 10 200. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K--G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Ps. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr« Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preis- liste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Junger Lauibiirsche gesucht. 2681D Marburger Straße 40 vart. Für Geschäftshaushalt braves, solides Michen gesucht. 263sD Zu erfragen im Gießen. Anzeig. Tüchtiges, nicht zu junges [oi847 Mädchen für sofort oder 1. Mai gesucht. MlogWMI Franks.Straße 5. Wegen Heirat m. Mädchens suche ein in all. Hausarbeiten erfahr. Mädchen in2-Pers.-Haush. FrauG.Schättler Gießen, Franks. Straße 53 p.loi84» Solides, ehrlich. 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Langsam, aber stetig wuchsen sie, wurden dick und rund. Wahl hinderte die Kälte das Aufblühen, aber unentwegt schafften die Bäume, und die Sonne half. Fetzt hat es der Birnbaum erreicht. Die zarten Blättchen erscheinen und die schneeweißen Blüten. Richt auzf einmal, sondern in langsamem, aber sicherem Wachsen. Da steht er nun, der kleine Kerl, und freut sich seines Schmuckes. Er ist der Herr im Vorgarten, denn ganz allein steht er mitten im Blumenbeet. Äst ein blühender Obstbaum nicht wie ein großer Blumenstrauß? Er feiert jetzt sein schönstes Fest, und unzählige Freunde kommen zu Besuch. Berauschender Duft strömt von den kleinen Blüten aus, lockt und ruft: Kommt zu mir! Hier findet ihr einen gedeckten Tisch. Und sic kommen. Bienen, Käfer und-Schmetterlinge. Da summen und singen die fleißigen Bienen. .Wie fernes, zartes Glockengeläute erklingt es. Äch öffne das Fenster und schaue zu. Mit welchem Eifer und mit welcher Freude die kleinen Tierchen ihre Arbeit verrichten! Da kommen sie angeflogen, setzen sich nieder auf die Blüte, stecken ihre Köpfchen in das Honigtöpfchen und saugen den süßen Saft, nehmen an Blütenstaub mit, was an ihren rauhen Hinterbeinchen hängen bleibt, verweilen einen Augenblick, und schon tauchen sie in Militärische Feier des 50. Geburtstags des Führers in Gießen. Die Wehrmacht des Standorts Gießen wird den 5 0. Geburtstag des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht am kommenden Donnerstag, 2 0. April 1939, festlich begehen. Eine Fahne des Änf.-Rgts. 116 und die Standarte unserer III. Abtlg. Ärt.-Rgt. 9 werden nach Berlin entsandt, um dort in dem Fahnenblock der Wehrmacht, der vor dem Führer vorbeimarschieren wird, zugegen zu sein. Der Tag wird um 6.30 Uhr mit einem Großen Wecken von der Bergkaserne aus eingeleitet. Daran nehmen unter Vorantrift des Musikkorps des Infanterie-Regiments 116 je ein Zug des Infanterie-Regiments 116, der III. Abt. Artillerie- Regiment 9 und des Kampfgeschwaders 155 unter Führung eines Offiziers teil. Marschweg des Großen Weckens: von der Bergkaserne aus durch Licher Straße, Kaiserallee, Ludwigsplatz, Gartenstraße, Hindenburgwall, Horst-Wessel-Wall, Bahnhofstraße, Kaplansgasse, Kreuzplatz, Mäusburg, Marktplatz, Kirchenplatz, Walltorstraße, Hitlerwall, Moltkestraße, Kaiserallee in Richtung Volkshalle zur Kaserne zurück. Um 11 Uhr findet auf dem hinteren Trieb, also dicht nördlich der Bleidorn- (Artillerie-) Kaserne in der Nähe des Eulenkopfes und der früheren Waldeslust, die große militärische Feier statt. Dort werden die Truppen des Infanterie-Regiments 116, der III. Abteilung Artillerie-Regiment 9 und der II./Kampfgefchwader 155 mit den Fahnen in Paradeaufstellung stehen. Als Stellvertreter des Standortältestest Generalleutnant v. Apell wird der Kommandeur des Infanterie-Regiments 116, Oberst Herrlein, zunächst die Paradefront abreiten und anschließend die Vertreter der Partei, ihre Gliederungen, die Kriegsopfer, die Abordnungen der alten Soldaten und die übrigen Ehrengäste begrüßen, «odann wird Oberst Herrlein die Ansprache halten, die mit dem Gruß an den Führer und den beiden Nationalhymnen ausklingen wird. Hierauf folgt der Vorbeimarsch der Truppen, den Oberst Herrlein abnimmt. Damit findet die Feier ihren Abschluß. Der Nachmittag ist für die Soldaten dienstfrei. 250 Schwerkriegsbeschädigte aus dem Kreise Gießen sind zur Teilnahme an der militärischen Feier eingeladen worden. Für diese alten Soldaten werden auf dem Paradefeld Sitzplätze bereitstehen. In anerkennenswerter Weise hat der DDAC. die Beförderung dieser Kriegsopfer mit den Kraftwagen seiner Mitglieder übernommen. Nach der Parade werden diese Schwerkriegsbeschädigten als Gäste des DDAC. in der Kaserne verpflegt werden. Zugangsweg für die Zuschauer zum Paradefeld ist der Alte Rödgener Weg an der Liebigs- höhe und hinter der Bleidorn-Kaserne vorbei. Auch Kraftwagen können dort fahren und zum Aus- steigen halten, jedoch dürfen dadurch die Truppen nicht behindert werden. Parkplatz für Kr-aftfahr- zeuge ist der Platz westlich der Bleidorn-Kaserne, also vor dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900. Wieder Schulanfang. Unterhaltung mit einer Lehrerin. die nächste Blüte unter. Schwer beladen fliegen sie zu ihrem Bienenstock, leeren ihre Vorräte in die Zellen aus, streifen den Blütenstaub ab, und schon sind sie wieder da, bei meinem kleinen Birnbaum. So geht es den ganzen Tag munter fort, bis diL Sonne finkt. Ja, unser zierlicher Birnbaum hat eine schöne .Zeit. Voll Schönheit und Hoffnung steht er vor meinem Fenster, und wenn keine Maifröste kommen, wird er uns im Herbst mit seinen köstlichen Früchten erfreuen. H. Dornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Stadttheater: 20 bis 22 Uhr 4. Orchester-Konzert des großen Städtischen Orchesters. — Gloria-Palast (Seltersweg): „Hotel Sacher". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Heidi". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung hiesiger Künstler im Turmhaus am Brand. Viertes Orchesterkonzert. Heut? abend findet das Vierte Orchesterkonzert des großen Städtischen Orchesters statt. Leitung: Paul Walter. Das Programm sieht vor: Bruckner, Fünfte Sinfonie in B-dur, Mozart, Haffner-Sinfonie in D-dur K.V. 385. Das Konzert findet gleichzeitig als 9. Platzmiete-Konzert des Gießener'Konzertvereins statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr. Lebensversicherung des Handwerkers. /-■ <1 :.v; 'M W3n, ’ 'v £■* V. V • * M ulnod>ric6fen. Der Rektor der Universität Jena, Staatsrat Professor Dr. Esau, Ordinarius für Technische Physik an der Universität Jena, wurde 1n gleicher Diensteigenschaft an die Technische Hochschule B e r« [ i n berufen. Gaukulturwoche Kreis Wetterau Die Feierstunde am Sonnlag, dem 7. TNai. Die Gaukulturwoche im Kreis Wetterau wird am Sonntag, 7. Mai, vormittags 11 Uhr, mit einer Feierstunde im Stadttheater Gießen eröffnet werden. Kreisleiter Pg. Backhaus wird die Gau- kulturwoche mit einer richtungweisenden Ansprache eröffnen. Es spricht dann weiterhin noch Intendant Schultze-Griesheim. Die Feier wird um- rahmt von den Weisen unserer Wehrmachtskapelle Jnf.-Regt. 116 und dem Gesang der Werkscharen, die alte und neue Soldatenlieder singen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Uraufführung des Spiels „Der Prinz Eugen" von Eberhard Wolfgang Möller. hierfür sind ab sofort auf der Verwaltungsstelle des Bannes und Untergaues einheitsweise abzuholen. Jungbann 116. Der Elternsprechabend des Lehrsähnleins am 13. April in der Aula des Gymnasiums findet nicht statt. BDM.-Untergau 116 Gießen. Am Freitag, 14.4., findet für alle Führerinnen des BDM.-Werkes „Glaube und Schönheit" (Gruppe la —4a/116) einschließlich Schaftsführerinnen um 20.15 Uhr auf der Dienststelle des Untergaues eine Besprechung statt. BDM.'7verk-Gruppe la /116. Am Donnerstag, 13.4., treten folgende Mädel um 20.15 Uhr am Studentenheim an: Margot Küthe, Anneliese Georg, Liselotte Nikolaus, Margrit Vogt, Ria Nauheimer, Liefet Schmidt, Edith Schäfer, Hilde Raab, Irmtraud Schmidt und Gertrud Mühl. Gymnastikkittel sind mitzubringen. Ebenfalls treten die vier Ziehharmonikaspielerinnen vom letztenmal an. VVTN.-Werkgruppe IVa, Derkschar. Alle Mädel der Schar treten am Freitag, 14. April, an der Dienststelle, Seltersweg 52, an. Alle fertigen Arbeiten sind mitzubringen. Der Dienst beginnt um 20.15 Uhr. Die bestellten Holzteller können am Freitagabend, ab 20.15 Uhr, auf dem Untergau abgeholt werden. ZM.-Untergau 116 Gießen. Der Elternabend für den Standort Gießen ist am 16. 4., um 20 Uhr, im Studentenheim. Eintrittskarten sind für 0,25 RM. bei den JM.-Führerinnen zu bekommen. — Die Gießener FM.-Gruppen besuchen die Hauptprobe des JM.-Abends am Samstag um 16 Uhr. Die Antrittszeiten geben die JM.-Gruppen- führerinnen bekannt. — Die Mädel der Singschar (geleitet von Helga Neurnann-Spengel) treten um >;15 Uhr am Hochstätter-Heim, die Mädel zum Stegreifspiel um %15 Uhr am Moeser-Heim an. * Am kommenden Sonntag, 20 Uhr, findet im Saale des Studentenheimes ein Jungmädelabend statt, der ganz im Zeichen des Frühlings und unter dem Wort „Nun will der Lenz uns grüßen" stehen wird. Die Jungmädel werden fingen, musizieren, Gedichte vortragen und außerdem ein Märchenspiel aufführen, das so gestaltet sein wird, daß es auch die Erwachsenen interessieren wird. Die Elternschaft ist zu diesem Abend herzlich eingeladen. Zusammenschluß der Feuerwehren von Groß-Gießen. Am kommenden Samstag findet auf dem Schiffenberg ein Appell der Feuerwehren von Gießen, Wieseck und Klein-Linden statt. Es ist dies der 'Auftakt zur Eingemeindung, dem die nunmehr zum Stadtkreis Gießen zusammengeschlossenen Wehren auf ihrem Gebiet sichtbaren Ausdruck geben. Wenn auch die einzelnen Wehren ihre seitherige Selbständigkeit noch beibehalten, so stehen sie nun doch alle unter der Führung von Brandingenieur Lenz, dem Leiter der Gießener Berufsfeuerwehr. Gießen-Wieseck. Die Freiwillige Feuerwehr Wieseck hielt gestern abend einen weiteren Schulungsabend ab. Oberbrandmeister Schäfer begrüßte die Kameraden, Brandingenieur Lenz und Hauptbrandmeister Koch. Brandmeister Weller sprach über „Erste Hilfeleistung bei Unglücksfällen bei Brändey". Brandingenieur Lenz ergänzte diese Ausführungen noch und teilte mit, daß im Laufe der Zeit noch weitere derartige Schulungen von Fachleuten gehalten würden. Weiter ging Brandingenieur Lenz auf den am kommenden Samstag stattfind enden Feuerwehrappell ein. Dem Ehepaar Ludwig Deibel, das — wie mir bereits berichteten — am vergangenen Donnerstag seine goldene Hochzeit feiern konnte, wurde durch ein Glückwunschschreiben des Führers eine ganz besondere Ehrung zuteil. (Siebener Wochenmarktpreise. * Gießen, 13. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, kg 1,60 Mark, Matte 25 bis 50 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Weißkraut, % kg 14 bis 15, Rotkraut 18, Karotten 15 bis 16, Spinat 30 bis 32, Unterkohlrabi 8 bis 10, Feldsalat, ’/io 15 bis 18, Tomaten, % kg 45 bis 50, Zwiebeln 15 bis 16, Meerrettich 40 bis 80, Schwarzwurzeln 40, Rhabarber 50, Kartoffeln, % kg 5 bis 7 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, Saat- kartoffeln, frühe, kg 8 bis 10 Pf., späte 6 bis 8, Blumenkohl, bas Stück 30 bis 50, Salat, Freiland 15 bis 25, Treibhaus 40 bis 45, Salatgurken 70 bis 80, Lauch 5 bis 15, Rettich 10 bis 15, Sellerie 20 bis 60, % kg 45, Radieschen, das Bündel 20 Pf. * ** Die Vorauszahlungen auf die Grund- und Gewerbesteuer 193 9 betrifft eine Bekanntmachung des Oberbürgermeisters, die allen Interessenten zur besonderen Beachtung empfohlen sei. ** Seinen schweren Verletzungen erlegen. Der vor einigen Tagen in einem Hause in der Ebelstraße von einem Scheunenboden ab- gestiirzte und mit einem schweren Schädelbruch in die Chirurgische Klinik eingelieferte 28 Jahre alte Kaufmann Heinz Will ist heute früh in der Klinik an feinen schweren Verletzungen gestorben. Ausstellung des VdK-Werkes im Obergau 13 Heffen-Aaffau. NSG. Seit Eröffnung des BDM.-Werkes „Glaube und Schönheit" im Gau Hessen-Nassau im Mai v. I. hat eine rege Arbeit der Einheiten innerhalb unseres Obergaues eingesetzt. Auf der Grundlage jahrelanger BDM.-Erfahrungen aufbauend, konnten die BDM.- Werkarbeitsgemeinschaften alle Gebiete der Mädelerziehung in ihr Programm einbeziehen, den Anforderungen der 18 bis 21jährigen gemäß entwickeln und nach neuen Gesichtspunkten erweitern. Nun nach einem ersten Jahr begeisterten Einsatzes ist die Arbeit so weit vorangegangen, daß der BDM.-Ober- gau mit einer großen Arbeitsschau, die am Sonntag, 16. April, durch die Obergauführerin eröffnet wird, der Oeffentlichkeit eine Uebersicht über das bereits Geleistete bieten kann. Als Leitgedanken dieser während der kommenden Woche in F r a n k f u r t a. M. gezeigten Ausstellung kann man „Erziehung zur modernen Lebensführung" nennen, denn der Rahmen „Glaube und Schönheit" birgt die Gesamtheit aller Fragen, mit denen sich die Mädelgeneration von heute auseinandersetzt: von Körperpflege und sportlicher Ertüchtigung über Ge- schmacksausrichtung und Wohnkultur zur vorbildlichen Führung eines Haushaltes, Beschäftigung mit Musik und Kulturarbeit, dem Volkstum und den bäuerlichen Kräften der Heimat, Auslandskunde und Polittk. Bild- und statistisches Material zeigen, wie großzügig jedem Mädel ein Betätigungsfeld ganz nach persönlichem Geschmack, der Neigung und Begabung entsprechend, abgesteckt bleibt, wie weit die Möglichkeiten gegeben sind, Fähigkeiten zu entwickeln, oder zur beruflichen Anspannung in der Freizeitgestaltung einen Ausgleich zu finden. Mit modischen Kleinigkeiten, Stücken der Kleidung, Möbelentwürfen, Ausstattungs- und Einrichtungsgegenständen wird den praktischen Dingen die gebührende Stellung zugewiesen. Formempfinden, klare Schönheit, Sauberkeit in der Linie: der Gedanke des Nationalsozialismus soll sich auch in den kleinen Dingen des Daseins wiederspiegeln. Nicht unerwähnt bleiben darf, daß gerade auf dem Lande „Glaube und Schönheit" eine prozentual überraschend hohe Anteilnahme fand. Jnkarnatskurse und hauswirtschaftliche Schulung, Gesundheitsdienstlehrgänge und Kurse an der Werkschule des Obergaues kamen den Bedürfnissen der Landmädel nach beruflicher und persönlicher Förderung weit entgegen. So wird in allen Abteilungen der Ausstellung die Arbeit des BDM.-Werkes auf dem Lande hervorragend herausgestellt werden. Die Leistungsschau, die vom 16. bis 23. April in Frankfurt a. M. in den Räumen des Kunstvereins gezeigt wird, vermittelt das Ergebnis einer einjährigen Arbeit im Obergau Hessen-Nassau. planmäßige pserdezuchtsiirunsereLandwirWast Jahresversammlung der Pferdezüchtervereinigung Oberheffen. Als die erste einer Reihe von Jahresversammlungen der Ober hessischen Züchtervereinigungen fand in Gießen am gestrigen Mittwoch im „Saalbau Liebigstraße" die Versammlung der Pferdezüchtervereinigung Ober Hessen statt. Dir Vorsitzende, Bauer Rudolf Walther (Reichelsheim), streifte in seinen Begrüßungsworten die wichtigsten Fragen der oberhessischen Pferdezucht und gab feiner Freude über die Anteilnahme des Bezirksbauernführers Bürgermeister Metzger (Röthges), des Direktors der Veterinärmedizinischen Geburtshilfeklinik, Professor Dr. Küst, und des Reg.-Rats Weber vom Landratsamt Gießen Ausdruck. Den Jahresbericht erstattete der Geschäftsführer der Vereinigung, Landwirtschaftsrat Dr. E. Wagner (Gießen), der ein sehr umfassendes Bild der organisatorischen und züchterischen Fragen gab. U. a. wurde in dem Bericht die Zunahme des Mitgliederstandes um 190 auf 1644 Züchter erwähnt. Die Zahl der eingetragenen Stuten ist um 212 auf 3002 Stück im abgelaufenen Jahr angewachsen, wobei Kaltblut und Warmblut im Deryältnis von 60 zu 40 o. H. stehen. Der Kassenbericht, der Ausschluß über finanziell gesunde Verhältnisse gab, erwähnte u. a. auch die Ausgaben von fast 4500 Mark für Prämien bei den Schauen und von 1550 Mark zur Aufbesserung der Weiden Warthof bei Grünberg, Thiergarten bei Hungen und Wenings bei Gedern. Von den organisatorischen Maßnahmen war die Verringerung des Beirates auf acht Mitglieder und die Ernennung von 66 Vertrauensleuten in Oberhessen, die die Aufgabe haben, ein Bindeglied zwischen den Züchtern und der Führung der Vereinigung zu sein, von Bedeutung. Ihnen wurde Dank und Anerkennung in der Hoffnung auf weitere Betätigung in gleichem Sinne ausgesprochen. Die Fohlenoerstei aerungen in Reichelsheim und Hungen, bei denen der Absatz größer war als bisher — nur beim Warmblut blieb ein Ueberstand — gaben ein erfreuliches Bild. 1938 wurden auch zum ersten Male Remvntemärkte für ältere und für jüngere Tiere, beide Male in Gießen ab gehalten, bei denen Oberhessen mit dem Ankauf von 27 Pferden verhältnismäßig günstiger abgeschnitten hat, als die anderen Gebiete Hessen-Nassaus. Die Zahl der Pferdeschauen blieb auf die drei in Friedberg, Büdingen und Alsfeld beschränkt, soll aber erhöht werden. Auf der Strecke Ober-Mörlen—Usingen wurde eine Dauerzugs-Leistungsprüfung abgenommen. Bei der Landespferdeschau in Frankfurt a. M. konnten sich große und kleine Sammlungen gegen schärfste Konkurrenz durchsetzen. Der Auftrieb von Fohlen auf den Weiden Warthof, Wenings und Thiergarten betrug 1936 insgesamt 108 Tiere, 1937 insgesamt 109 und 1938, allerdings zeitbedingt, 180 Tiere; für 1939 wird er, aus notwendigen Einschränkungen, wieder geringer fein. Für die gute Zusammenarbeit mit dem Landesgestüt wurde Landstallmeister Dr. Dencker besondere Anerkennung und der Dank für die tatkräftige Unterstützung ausgesprochen. Im Bereich der Vereinigung bestehen 45 Hengststattoneu, die mit 28 Kaltblut- und mit 17 Warmblut-Hengsten besetzt sind. Abschließend wurde in dem Jahresbericht auf die Schauen hinaewiesen, bei denen das Material für die Reichsnährstandsschau in Wien gesichtet werden wird, und auf den Ausbau der Zuchttier Vermittelung beim Tierzuchtamt Oberhessen in Gießen. In einem interessanten und mit Lichtbildern unterstützten Vortrag über das Thema: „Typ- und Blutliniensragen in der hessen-nassauischen Pferde, zücht" gab Landstallmeister, Landwirtschastsrat Dr. Dender (Frankfurt o. M.) praktische Winke für eine systematische und rasche Vorwärtstrelbung der Pferdezucht. Er führte dabei einleitend aus, daß nach der eingehenden Behandlung der grundsätzlichen Fragen der Aufzucht nun die Typenreinheit, die einen der wichtigsten Bestandteile des Zuchtzieles jeder Landesbauernschaft darstelle, strengstens gefördert werden muß. Typ und Rassereinheit sind ausschlaggebend für den Wert des Zuchtzieles, Typ- untreue Tiere müssen langsam, aber stetig durch typreine Pferde ersetzt werden, damit die gesamte Zucht vor den nicht zu vermeidbaren Rückschlägen, die bei der Vererbung typuntreuer Tiere eintreten, bewahrt bleibt. Die Tatsache, daß von den 1936 gedeckten Tieren nur 25 v. H. in der Organisation er« faßt sind und insgesamt 50 v. H. der Pferde typ- und schlagrein sind, während die anderen 50 v. H. der vorhandenen Pferde Bastarde sind, beweist die Notwendigkeit dieser Forderung. Für jedes Pferd, außer für das Gebrauchspferd,' ist die Ahnentafel erforderlich, damit man die Blutlinien des Tieres übersehen kann. Der Vor tränende schilderte dann die für den Bereich der Lpndesbauemschaft Hessen-Nassau an gestre bten Typen und die Zuchtziele für Kaltblut und Warmblut und ergänzte feine Ausführun- gen durch einige Abbildungen. Anschließend erläuterte er die Blutlinien der die Zucht bestimmenden Hengste und führte abschließend aus, daß nur durch systematisches Handeln die Pferdezucht hinsichtlich bodenständiger, leistungsfähiger Typen vorwärtsgetrieben werden kann. Nach Dankesworten an den Vortragenden und einer kurzen Aussprache wurde die Tagung geschlossen. Aus der engeren Heimat. Laubacher Ausschuß-Gesellschast. $ Saubach, 11. April. Heute nachmittag versammelten sich im Saale des „Schützenhofes" die Mitglieder der Ausschuß-Gesellschaft, um die ersten Vorbereitungen für das vom 11. bis 13. Juni stattfindende Laubacher Ausschuß« f e ft, das auf fein 399jähriges Bestehen zurück- blicken kann, zu treffen. Der letztjährige Hauptmann Hermann Hertel gab zunächst einen Bericht über das vergangene Ausschußfest und die Tätigkeit des Vorstandes. Die vorgelegte Jahvesrechnung schloß mit einer Einnahme von 1360 Mark und einer Ausgabe von 1001 Mark ab. Der Mitgliedsbeitrag für 1939 und 1940 wurde auf je 1 Mark festgesetzt. (5ine Reihe neuer Mitglieder wurde ausgenommen. Zum diesjährigen Hauptmann wurde der Weberei- besitzer Carl Rühl gewählt. Zum Vorstand §e« hören außerdem 13 Hauptführer, die neuerdings mindestens 5 Jahre der Ausschuß-Gesellschast als Mitglied angehört haben müssen. Der seitherige Hauptmann schloß sodann, nachdem er allen seinen Mitarbeitern Dank für die zum Gelingen des vorjährigen Ausschußfestes geleistete Unterstützung ausgesprochen hatte, die angeregt verlaufene Versammlung mit dem Sieg-Heil auf den Führer. Anschließend wurden der seitherige und der neugewählte Hauptmann unter Vorantritt der Kapelle des hiesigen Musikvereins in ihre Wohnungen gebracht. Landkreis Gießen. * Heuchelheim, 13. April. Die Kriegermutter Marie Hofmann in Heuchelheim, Ludwig- strahe 4, begeht am heutigen Tage ihren 8 0. G e - burtstag. Im Weltkriege verlor sie zwei Söhne. Der Reichskriegsopferführer, SA. - Gruppenführer O b e r 1 i nd o b e r , hat für die hochbetagte Mutter eine Ehrengabe zur Verfügung gestellt. Wir wünschen der Kriegermutter von Herzen gute Gesundheit und noch einen sonnigen Lebensabend. * Großen-Linden, 12. April. Am ersten Ostertag veranstaltete der hiesige Gesangverein „Harmonie" unter Leitung seines bewährten Dirigenten, Musiklehrer, Ehrenchormeister Wil' Helm Schöttler (Gießen) einen'wohlgelungenen Konzertabend. Der starke Besuch stellte abermals unter Beweis, daß sich derartige Veranstaltungen mehr und mehr steigender Anteilnahme der Bevölkerung erfreuen. Im ersten Teil hörte man Chöre von K. Trunk, dem Wiener Wilhelm Gerike, sowie das Frühlingslied von Rudolf Tschirch. Treffsicherheit, Tonreinheit und ausgezeichneter Chorklang liehen erkennen, daß der Verein über eine sehr gut disziplinierte Sängerschar verfügt. Der zweite Teil war dem Gedenken Friedrich Silchers anläßlich seines 150. Geburtstages in bi-fem Jahr gewidmet. Neun der schönsten Volkslieder dieses großen Lyrikers fesselten die Zuhörer durch natürliche Gestaltung und klassischen Vertragsstil. Die hervorragende Stabführung des Dirigenten stellte unter Beweis, mit welchem Feingefühl er es ver- (Sprung über die albanische Grenze. Reisebericht von Charlotte Kühl von Kolckstein. Mr sitzen am Schwarzen Drin, dicht an der albanischen Grenze. Die hohen Berge sind noch schneebedeckt und funkeln unter einem südlich-blauen Himmel. Was wissen wir harmlosen Reisenden von den Rivalitäten der Völker um dieses zauberhaft schönen Berglandes, dessen Bewohner bis heute nur die eine Sorge zu kennen scheinen: ihre vielen vielen Zwiebel- und Knoblauchbeete in Ordnung zu bringen! Aber gestern, als wir dem Kommandanten der kleinen Kgl. jugoslawischen Marinestation am Ochridasee unseren Besuch abstatteten, merkten wir, daß ,, d i ck e Luft" war. Man empfing uns zwar mit der bei den Balkanvölkern sprichwörtlichen aufmerksamen G a st f r e u n dis ch a f t, zuerst mit dem üblichen Slivovitz, dem scharfen Pflaumenschnaps, im „Salon", ging dann mit uns an eine feierlich gedeckte Tafel, bei der zwei Matrosen sogar in weißen Handschuhen bedienten, aber schon bei dem Hauptgang, Brathähnchen, entschuldigte sich der Kommandant, und als er bei der Nußtorte wieder erschien, zeigte sich eine tiefe Falte zwischen seinen blonden Brauen. Er hätte übrigens auch aus Kiel stammen können ober aus Wilhelmshaven, so deutsch sah er aus. Ganz im Gegensatz zu seinen jüngeren Kameraden, vier netten, jungen, pechrabenschwarzen Leutnants. Draußen auf dem See patrouillierte ein flinkes, kleines, kriegsmäßig ausgerüstetes Fahrzeug. Wir mochten nicht neugierig fragen, welche Bezeichnung es führte und welcher Klaffe es angehörte, aber wir sahen deutlich Kanonenläufe, und auf der Befestigungsanlage der Station standen dauernd Posten an Fernrohren. Der mit den gemeinsamen Bekannten in Ochrid vereinbarte gefelHge Abend fiel aus, es war höch ste Alarmbereitschaft, und nur ein Matrose, keiner der Offiziere, fuhr uns überstürzt schnell über den See zurück. Die albanischen Berge türmten sich wie drohendes Bollwerk auf, wie möchte es jetzt jenseits aussehen! In Struga, am nördlichsten Zipfel des Ochrida- fees, dem der Drin entspringt, Grenzort und berühmt wegen seiner staatlichen Aalfischerei, berüchtigt wegen seiner Malariaherde, sehen wir bei kurzer Rast, daß man gestikulierend in Gruppen beisammensteht. Fast nur Männer. Die mohammedanischen Frauen haben von ihnen wahrscheinlich Ausgehverbot erhalten — und die christlichen? Du lieber Himmel! Sie putzen die Beete in ihren Gärten, sie schleppen in blankgescheuerten Zinnkübeln Wasser vom Brunnen ins Haus oder sitzen teilnahmslos mit Wocken und Kunkel vor der Haustür und spinnen. Vor der kleinen Kafana an der Drin- Brücke ist dauernd Kommen und Gehen. Man rät uns ab, über die albanische Grenze weiterzureisen. Das Radio hätte tolle Berichte gegeben. Zwei Autobesitzer, die einzigen des Ortes, weichen nicht von unserer Seite. Längst hat irgend jemand es ihnen berichtet, baß „europäische" Reisende im „Serbischen König" säßen, und nun fiebern sie vor Ungeduld, den Auftrag für sich einzuheimsen, uns über d i e Grenze zu fahren. Die Verständigung ist schwer. Der eine zeigt an der Fingerzahl, daß er fünf Stunden brauche bis nach Peschkopija, der andere erklärt ihn für verrückt. Unter- oder überschätzt? Wir überlassen die Entscheidung, wer uns fahren soll, einem kurzen Ringkampf, aus dem einer strahlend als Sieger hervorgeht, kaufen schnell herrlich weißes, lockeres Weizenbrot, zwei Hände voll gebleichter Zwiebelstengel, „bosnischer Spargel" genannt, eirj Ende steinharter, flachgepreßter Knoblauchwurst und gelangen mühselig durch das Spalier der halben Einwohnerschaft Strugas zu unserem Mietsauto. Aha! Wir haben Reisegefährten bekommen! Neben dem Fahrer quetschen sich zwei Albaner eng aneinander, kenntlich an ihren weißen, runden Filzkappen, grinsen uns freundlich an, als unser Blick auf ihre Dolche fällt, die sie in ihren roten, gewirkten, faltenreichen Gürteln so aufbewahrt haben, daß das Heft heraussieht. Hinter uns breitet sich in bläulichem Glanz der See. Ganz in der Ferne schimmert, von der Süd- fonne bestrahlt, Kloster Evett Naum, und seitlich lagern wuchtig die braunroten Mauern der alten Türkenfeste auf den Höhen von Ochrid. Gemüsekulturen und Weingärten wechseln, bis wir uns den Bergen nähern. Kleine buschige Eichen klettern die Hänge hinauf. Ihr vorjähriges Laub ist rostbraun wie die Erde, der sie entwachsen. Wo Sonne hinkommt, blühen in dichten Büscheln großblumige gelbe Primeln. Hin und wieder begegnen wir Menschen, Zigeunern oder Bauernfamilien. Die Frauen sitzen auf mageren, struppigen Pferdchen in langen, weißen, hemdartigen Gewändern mit rotgestickten Aermeln und, der Aprilkühle wegen, mit einem bunten Tuch um die Schultern. Die Männer treiben andere Pferde voraus, die rechts und links mit riesigen Holzbündeln bepackt sind. Nirgends hier siedelt noch ein Mensch. Unser Fahrer hat ein tolles Tempo aufgedreht. Der Weg ist steinig und führt in wilden Kehren zur Höhe. Kurz vor der Grenze werden wir an der jugoslawischen Gendarmerie-Station angehalten, wird der Wagen durchsucht, ein Verhör mit den Albanern angestellt. Wir weisen allesamt unsere Papiere vor-und dürfen passieren. Ist das alles? Wahrhafttg? Keiner von uns hat gemerkt, daß, wann und wo wir recht eigentlich die Landesgrenze überfahren haben. Dort, wo die Wasserscheide sich befand? In jenem kleinen Dorf, wo alles auf dem Platz vor einer halbzerfallenen Moschee zusammenstand und wir des fürchterlichen Holzpflasters wegen uns fast das Rückgrat verstaucht hätten? Auf einmal sind wir mitten in einem größeren Ort. „Peschkopija?" fragen wir den Fahrer, der uns den Schlag öffnet und wortlos unser Gepäck auslädt. Er nickt mit dem Kopf! Aber Kopfnicken bedeutet auf dem Balkan doch „nein"! Na schön, wir sind zunächst eben mal irgendwo, zahlen und werden auffallend schnell allein gelassen, d. h. schon haben sich ein paar zerlumpte Jungens über unsere Koffer gemacht, deuten auf ein Gebäude, das einige Aehnlichkeit mit einem Gasthof hat, legen den Kopf in die Handfläche und deuten damit die Geste des Schlafens an, und wir folgen ihnen willenlos. Heute sind wir nicht wie sonst überall in Süd« serbien Mittelpunkt des öffentlichen Jnteresfes. Niemand bestaunt oder verfolgt uns, das sonst sicher ländlich stille Städtchen befindet sich in ungeheurer Aufregung. Jeder Stuhl vor dec Kafana ist besetzt. Alles redet durcheinander, geftifu« liert. Reitende Bauern kommen an, den Regenschirm quer über den Sattel geschnallt. Viele tragen Gummigaloschen, waten höchst ungeschickt in ihnen herum. Plötzlich dröhnt Motorengeräusch, schwillt an, alles stürzt auf den freien Platz, reckt die Hälse, legt die Hand schützend vor die Augen. Ein ita« lienisches Luftgeschwader braust heran, ausgerichtet in Staffeln, neun, achtzehn, noch einmal neun, wieder, unzählbar! Noch nie hat man in diesem entlegenen Grenzort etwas Derartiges gesehen! Wie weit ist Tirana, das Meer, die große Welt und der mächttge Nachbar Italien! Dies dort oben sind seine Boten. Mit Höllengedröhn kommen sie dahergebraust! Frauen kreischen auf, bekreuzigen sich, stürzen in die Häuser, Männer laufen zusammen, heben die Arme, winken, starren und staunen, laufen die Gasse hinunter, wo der Ausblick nach Westen, in der Richtung zur Adria hin, freier sich öffnet. Aber schon ist das großartig' machtvolle Schauspiel zu Ende! Niemand kümmert sich um uns. Als wir uns zur Post durchgefragt haben, um diesen Bericht fort« zuschicken, erfahren wir, daß wir gar nicht in Pesch« kopija sind, fondern in Trebitsche. ,Zawohl, Ire» bitsche, roenn’s beliebt", sagt ein Beamter, der etwas Deutsch kann. Ja, ja, Mißverständnisse sind auf unserer Reise an der Tagesordnung, aber wahrscheinlich Haden unsere beiden albanischen Reise« gefährten unbedingt nach Trebitsche gewollt, und da hat man uns freundlicherweise gleich mit ausgeladen. Weiterkommen werden wir bei der jetzigen Lage in diesem Lande ohne Eisenbahnen ja doch nicht so schnell. Also ist es schließlich gleich' gültig, wo mir unsere Beobachtungen von Land und Leuten fortsetzen. standen hat, die letzten Feinheiten dieser Kompositionen herauszuholen. Den musikalischen Teil führte ein von Wilhelm Schöttler zusammengestell- les Streichquartett aus. Der Abend wurde eingeleitet mit Haydns Variationen über das Deutsch» landlied, wodurch der Abend eine würdige Eröffnung fand. Mit großer Freude wurde auch das Violinkonzert von Bruch ausgenommen, das Frl. Martha Schöttler als Solistin mit besonderer Tonschönheit und Einfühlung wiedergab. Bei dem Lied aus dem „Trompeter von Söckingen" glänzte Adolf Schwarzlose als Solist. Es war zu bewundern, mit welcher Frische der Chor auch die letzten Lieder des reichhaltigen Programms wieder- aab und sich hierbei sogar noch steigerte. Starker Beifall stellte unter Beweis, daß die Darbietungen bei den Besuchern dankbaren Beifall fanden. T Watzenborn-Steinberg, 11. April. Der Gesangverein „Jugendfreund" veranstaltete am ersten Osterfeiertog in der Volkshalle einen Konzert-Abend anläßlich des 150. Geburtstages von Friedrich Silcher. Der Chor, unter Leitung seines Dirigenten A. schleuse (Steinbach), brachte im ersten Teil seines Programms Volkslieder, die von der zahlreichen Zuhörerschaft mit Spannung ausgenommen wurden. Im Anschluß wurden im zweiten Teil Chöre von Werth, Kom- zack, Abt-Buck, Pauli und Lübbert vorgetragen. Außerdem brachte der Chor den Walzer von Strauß „Wein, Weib und Gesang" mit Orchester sowie den Helenenrnarsch von Lübbert, der nach sehr starkem Beifall wiederholt werden mußte. Der Gesangverein „Jugendfreund" kann mit Stolz auf diesen Abend zurückblicken, der von eifriger Winterarbeit des Dirigenten und des Chores zeugte. Den musikalischen Teil füllte die gesamte Kapelle Schleuse aus, deren instrumentale Zusammensetzung recht gut war. Von den Konzertstücken wurde ganz besonders „Die Teufelszunge", Solo für Trompete (Solist Karl Größer/, mit Begeisterung ausgenommen. = Lich, 12. April. In voller körperlicher und geistiger Frische vollendete gestern Frau Elisabeth Zimmer Wwe., geb. Köhler, ihr 8 0. Lebens- j a h r. Denselben Ehrentag konnte heute Frl. Anna Stein begehen. Die Eheleute Bahnvorsteher Hugo D u p h o r n und Frau Minna, geb. Thiel, feierten heute Silberhochzeit. Den Jubelpaaren herzlichen Glückwunsch. Meder zahlreiche Wilderer sestgenommen. Auch Einbrüche und Brandstiftung kommen auf ihr Konto. — Landplage im Kreis Biedenkopf. Lpd. Frankfurt a. M., 12. April. Eine neue und überraschende Wilderer-Razzia, durch- gesührt von der Kriminalpolizeistelle Frankfurt am Main und der Staatsanwaltschaft Marburg, mit Unterstützung der Jagdbehörden, brachte im K r e i f e Biedenkopf ein aufsehenerregendes Ergebnis. Mehrere Wildererbanden hatten bis in die jüngste Zeit mit Kleinkalibergewehren und mit Schlingenstellerei den Wildbeständen stark zugesetzt. Die Strasverfolgungsbehörden bereiteten in aller Stille eine große Aktion vor, die schlagartig in den einzelnen Dörfern einsetzte und zur Festnahme einer großen Anzahl von Personen führte. Da die Wilderer von früher her über eine a e - Heime Nachrichtenzentrale beim Friseur eines Ortes versügten/ ergab sich zunächst insofern ein einheitliches Bild, als sie wohl alle Wildereien bis zum Jahre 1934 zugaben, weil diese unter das Straffreiheitsgesetz fallen, nach diesem Zeitpunkt begangene Wilddiebereien aber hartnäckig leugneten. Die weiteren Vernehmungen brachten aber Widersprüche und gegenseitige Beschuldigungen und bewiesen, daß die Zahl der eigentlichen Wilderei- fälle viel größer war. Der unermüdlichen Arbeit der Frankfurter Kriminalpolizei gelang es schließlich, die ersten Geständnisse zu erzielen. Verbreitung und Umfang der Wilderei wurden in einem Maße offen gelegt, wie es niemand vorher auch nur ahnen konnte. Die Formen, in denen sich dies Wildern im Kreise Biedenkopf abspielte, waren in ihrer großen Mehrzahl unglaubliche Tierquälereien. Wo nicht mit alten Jnsanteriegeschossen gearbeitet wurde, benutzte man einfach Kleintaliberpatronen, die nur in den wenigsten Fällen sofort tödlich wirkten, dafür aber in dem Wildkörper stecken blieben, wochenlange Vereiterungen verursachten und schließlich zum qualvollen Verenden des Wildes führten. Wo die Wilderer eines ange- schossenen Rehes habhaft werden konnten, schnitten sie ihm kurzerhand den Hals ab. Die markerschütternden Klagelaute, die dabei einmal ein Rehbock ausstieß, ahmten sie tags darauf beim gemeinsamen Rehessen nach und machten sich darüber lustig. Ebenso scheußlich war ihre S ch l i n g e n ft e U e- r e t in allen möglichen Waldwinkeln. Diese Schlingen kontrollierten sie im Verborgenen, ob sich darin etwas gefangen habe. War die Luft nicht sauber, so ließen sie das Wild i n d e n S ch l i n g en einfach hängen und von den Maden zerfressen. Die Schlingenstellerei ist deswegen besonders gr.au fam, weil sich das Stück Wild mit dem Halse darin fängt, tagelang herumtobt, bis es sich mit dem Würgedraht die Luft vollständig abstellt. Auch auf die Schonzeit wurde keine Rücksicht genommen. Ob die Rehgeiß trächtig war, ob sie säugende Kitze führte, das blieb den Rohlingen gleich. Ihre Beute schleppten die Wilderer meist zur Nachtzeit weg. Zuweilen veranstalteten die Wilderer auch regelrechte F e st e s s e n mit Reh- oder Hasenbraten. Daraus entstand ein Zechgelage, bei dem es zu wüsten Szenen kam. Schnaps und Rauchwaren, die dabei konsumiert wurden, waren selbstredend gleichfalls gestohlen. In den frühen Morgenstunden wurden die Alkoholleichen von den Frauen nach Hause geschafft. Eine Reihe von Geständnissen erwiesen, daß die Frauen der Wilderer manchmal gar nicht wußten, wo sie mit dem vielen Wildbret noch hin sollten. Es wurde dann eingeweckt oder geräuchert. Außerdem stellte sich heraus, daß die Wilderer auch gefährliche Einbrecher waren. Einem Bäckermeister wurde nachts aus dem Schlafzimmer eine Geldkassette geraubt; bei einem Metzgermeister wurde wiederholt der ganze Fleischoorrat gestohlen und auf Festgelagen verspeist. Bei einer Witwe, deren Mann wenige Tage vorher gestorben war, versuchten die Burschen das Sterbegeld zu stehlen. Auch Hühnern und Enten ging es an den Kragen, und die Fischwässer, darunter vor allem ein Karpfenteich, mußten gleichfalls herhalten. Auf Wochenendhäuser und Jagdhütten hatten die Wilddiebe es besonders abgesehen. In Gewerbebetrieben raubten sie Maschineneinrichtungen. Als einer der Anführer dieser Banden, ein gewisser Heinrich Schmidt X., vor dem Konkurs stand, steckte er, wie er selbst gestand, kurzerhand sein Haus an, um in den Besitz der Versicherungssumme zu kommen. Ein Teil des Diebesgutes wurde in der Werkstatt des Schmidt X. aber des Georg Weber verborgen und verwandt. Es stellte sich heraus, daß bei dem Weber der größte Teil der Werkstatteinrichtung aus gestohlenem Gut bestand. Da die Eigentümer jetzt mühsam zusammengesucht werden müssen, versiegelte die Kriminalpolizei zunächst alle diese Räuberhöhlen. Bei ihren Zusammenkünften fangen die Wilddiebe ein besonderes Wildererlied, was die ganze verlogene Romantik des Wildererunwesens deutlich zeigte. Ja, sie photographierten sich gegenseitig mit dem gewilderten Rehwild und schenkten sich diese Bilder mit einer Widmung, wobei der Photoapparat der Lohn für eine Beihilfe an einem schweren Einbruch war. Die Kriminalpolizei hatte also ein ganz gerissenes Banditentum vor sich, und es ist ein großes Verdienst der Beamten, diese Freveltaten aufgeklärt zu haben. Die Polizei arbeitete häufig so überraschend, daß die örtlichen Gefängnisse läng st nicht ausreichten, um alle Festgenommenen aufzunehmen. Noch stehen viele Einzelheiten für eine restlose Klärung offen. S.Jl.-'fpOTt Kreislehrgang im Frauenturnen. Das Kreisfachamt Turnen führt am Samstag und Sonntag einen Lehrgang für Frauenturnen unter Leitung von Kreisfrauenturnwart Schneider in Wetzlar durch. Geturnt werden die Hebungen des für das Kreisturnfeft in Grünberg vorgefchriebenen Acht- kampfes der Frauen. Da dieser Lehrgang nur einmal durchgeführt wird, werden Dorturnerinnen aus allen Vereinen, die Frauenturnen betreiben, erwartet. Knappe Niederlage der Blau-Weißen. Nieder-Ftorstadt — 1900 3:2 (1:2). Die Voraussetzungen, unter denen die Blau-Weißen das Spiel in Nieder-Florftadt austragen mußten, waren nicht die besten. Denn außer dem bereits feststehenden Fehlen von Lippert, Pankok, Herbst und Rensing, konnten Quick, Schäfer und Schmiegelt nicht teilnehmen, so daß eine recht bunte zusammengestellte Vertretung entsandt werden mußte. Das erzielte Ergebnis ist der Beweis dafür, daß diese Vertretung sich achtbarer geschlagen hat, als man dies erwarten durfte. Denn die „Hübner-Elf", bezeichnet nach dem schußgewaltigen Nieder-Florstädter Mittelstürmer, besitzt auf eigenem Grund und Boden eine sehr beachtliche Spielstärke, die nicht allein auf die Schußkraft des Sturmführers Hübner zurückzuführen ist, sondern vielmehr im Durchschnittskönnen der gesamten Mannschaft zu finden ist. Nach einiger Zeit einer ausgeglichenen Spielabwicklung im Mittelfeld gelang den Blau-Weißen durch Löbsack der Führungstreffer, den jedoch wenig später Hübner für feinen Verein wieder ausglich. Bevor man aber zur Pause schreiten konnte, war es wiederum Löbsack, der die Blau-Weißen erneut in Führung brachte. Dieser Stand blieb bis lange in die zweite Halbzeit. Erst acht Minuten vor Schluß gelang es den Platzbesitzern, angefeuert durch die zahlreichen Besucher, den Ausgleich zu erzielen, und als sich bei den bereits in der Reserve tätig gewesenen Spielern der Blau-Weißen Ermüdungserscheinungen bemerkbar machten, auch noch den Siegestreffer anzubringen. Die Blau-Weißen in der Aufstellung Fischer, Hain, Jäger, Liebt, Krämer, Bischoff, Löbsack, Schellhaas, Hormel Kociok, Heuser waren ein gut zusammen- arbeitenbes Gebilde, aus dem Fischer besonders hervorragte. Bei Nieder-Florstadt war es Hübner, der die Leistung seiner Mitspieler um einiges übertraf. Zahlreich war der Besuch, den man mit 1200 Zuschauern nicht zu hoch schätzte. Nieder-Florsladl II — 1900 II 1:1. Die Reserve der Blau-Weißen kam nur zu einem Unentschieden, da es der Sturm nicht verstand, aus den recht zahlreichen Torgelegenheiten einen Sieg zu gestalten. Fußball in Lich. Lich I. — Heuchelheim I. 5:3 (3 :1). Ein auserlesenes Programm bot der VfR. an den diesjährigen Dfterfeiertagen seinen Anhängern. Am Karfreitag empfingen bie Rasenspieler die kampferprobte Erste vom Tb. Heuchelheim, mit ber die Grün-Weißen schon manch schweren Kampf aus- getragen haben. Mit dem Anstoß legten sie gleich mächtig los und konnten so bis zur Halbzeit schon eine 3:1 - Führung herausarbeiten. In der zweiten Spielhälfte hatten bie Gäste etwas mehr vom Spiel und konnten auch zwei Tore aufholen, doch bis zum Spielschluß stellten die Rasenspieler die Halbzeit- bifferenz roieber her. Lich I. — „kickers vikioria" Mühlheim 0:5 (0:1). Für den zweiten Feiertag hatten die Rasenspieler bie Erste von „Kickers-Viktoria" Mühlheim verpflichtet, die in ber Bezirksklasse der Gruppe Starkenburg hinter dem Tabellenführer GfL. Darmstadt den zweiten Platz einnimmt. Das Spiel war eine Werbung für den hiesigen Fußballsport. Die Gäste zeigten, was man von einer führenden Bezirksklassenmannschaft erwartet. Wenn bie Einheimischen auch hoch verloren, so bürsten sie boch die Gewißheit haben, den Gegner zur Hergabe seines ganzen Kon« nens gezwungen zu haben. Bis zur Halbzeit vermochten bie Rasenspieler bas Spiel einigermaßen offen zu halten, dann aber machte sich doch das Karfreitagspiel bei den einzelnen Spielern bemerkbar, so daß Lichs Hüter noch viermal den Ball aus dem Netz holen mußte. Das im echten Freundschaftsgeist durchgeführte Spiel sowie die am ersten und zweiten Feiertag mit den Spielern der Grün- Weißen verlebten kameradschaftlichen Stunden veranlaßten die Gäste, die Rasenspieler für ein Rückspiel an Pfingsten nach Mühlheim zu verpflichten. Oer Staffelsieger um die Bannmeisterschast im Handball Der kommende Sonntag bringt für die Gruppe Gießen nur eine Ansetzung, während in der Friedberger Gruppe 3 Spiele gestartet werden. Aus Zeitmangel mußte man hier sogar den Samstag mit in Anspruch nehmen, um eine rechtzeitige Abwicklung der Spiele zu gewährleisten. In Gießen spielen 1 9 0 0 Gießen b — Holzheim. Die Blau-Weißen empfangen auf eigenem Platze den vorjährigen Bannmeister Tv. Holzheim. Ueberraschenderweise hat Holzheim in diesem Jahre das erste Spiel gegen die Mannschaft des Männer- turnoereins verloren und ist bei einem weiteren Spielverlust durch das Einrundensystem für den Gruppensieger ausgeschlossen. Der Platzvorteil der 1900er sollte die knappe Ueberlegenheit der Holzheimer aufwiegen und das Spiel offen und ausgeglichen gestalten. Die Gruppe Friedberg bringt folgende Ansetzungen: Samstag: Gef. 34/116 — Gambach; Sonntag: Gambach — Münzenberg; Pohl-Göns — Gef. 34/116. Rundfunkprogramm Freitag, 14. April. 5.50: Bauer merk auf! 6: Morgenlieb — Morgenspruch — Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Es spielt das Musikkorps ber 5. Marine-Artl.-Abt. Pillau. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Mutter turnt und spielt mit dem Kind. Als unser Mops ein Möpschen war! 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Es spielt bas Hermann-Hagestebt-Orchester. 10: Schulfunk. Germanin — Bayer 205. Ein deutsches Medikament entseucht Afrika. Hörfolge. 10.30: Wie wirb bas Leistungszeichen ber HI. abgenommen? Rundfunkberichte von Andreas Glas. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert I. Es spielt bas Landes- Sinfonie-Orchester Saarpfalz. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Die große Oper. Szenen aus „Die Perlenfischer", von Georges Bizet. 16: Nachmittagskonzert. 17 bis 17.10: Mein Weg zur Bühne: Brigitte Horney. 18: Sport ber Woche und für den Sonntag. 18.15: Spiralfebern und Ballonreifen. 18.30: Rheinischer Humor. Heitere Unterhaltung mit Hans Müller-Schlösser. 18.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. (Jn- bustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 20: Nachrichten — Grenzecho. 20.15: Stimmen, bie uns begeistern (V). (Industrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 20.45: Kammermusik. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk — Sportbericht. 22.15: Kamerad, wo bis du? 22.30: Unter« haltungskvnzert. Es spielt das Leipziger Sinfonieorchester. 24 bis 3: Nachtkonzert. 1. Teil: Meisterkonzert — Werke von Franz Schubert. 2. Teil: Allerlei zur Unterhaltung. Abrador Wäfcht Hände rillenfauber Hine Frau mit Herz Roman von Hedda Lmdner Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin 1 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Er hatte recht und doch auch wieder nicht recht. Peter Holk erwartete tatsächlich jemanden und war zu diesem Zweck auf die Plattform herausgekom- men, aber es war gleichzeitig jemand, den er jetzt erst kennenlernen sollte. Während sein Assistent Pässe und Flugscheine entgegennahm und den nach Zürich Weiterfliegenden die Richtung zur Zollstelle wies, musterte Holk bie Aussteigenden sehr aufmerksam. Die beiden Damen, ber ungebulbige Herr unb der Herr vom Arme- sünderbänkchen wollten weiterfliegen; die beiden Herren aus ber Raucherkabine unb bas Ehepaar schienen am Ziel zu sein. Als letzter stieg ber gemütliche bitte Herr aus, unb auf ihn ging Holk zu. „Kommissar Weber?" fragte er halblaut. _ .. „Derselbe, unb in Ihnen" — ein Blick auf bie Mütze — „barf ich wohl ben Flugleiter biefes Platzes begrüßen?" Holk nickte unb nannte mit einer knappen Verbeugung seinen Namen, bann fuhr er fort: „Kommissar Böninger erwartet Sie in meinem Zimmer, es schien ihm zweckmäßiger, als sich hier draußen $ Der ^dicke Herr hatte das gemütliche Wesen, das so gut zu seiner äußeren Erscheinung paßte, völlig abgelegt unb zeigte sich als ber, ber er in Wirklichkeit n>ar: einer ber tüchtigsten Kriminalisten Berlins. „Es kommen nach meinen Beobachtungen nur bie beiden Damen in Betracht", sagte er, währenb er an Holks Seite weiterging. „Ich nehme an, Sie finb orientiert." , , m.. „Doch. In diesem Fall hat mir Kommissar Bo- ninger natürlich gesagt, um was es sich handelt. Natürlich", nickte Weber zustimmend. „Wissen Sie, was der Kollege sonst noch veranlaßt hat? — Die Zeit war leider höllisch knapp, sie reichte gerade noch, das Flugzeug zu fassen." „Ich sott Sie sogar gleich unterrichten, damit es rascher geht. Die Passagiere nach Guttstadt sind genau bekannt, mir haben sie also passieren lassen. Die Passe für Zürich werden zurückgehalten, bis Sie Kommissar Böninger gesprochen haben." „Sehr gut!" warf Weber zufrieden ein. „Außerdem sind überall Beamte der Kriminalpolizei verteilt", fuhr Holk fort, „unb hier sind wir angelangt. Darf ich bitten." Bei ihrem Eintritt erhob sich ber Herr, ber gewartet hatte. Nach kurzer Begrüßung — sie kannten sich von früherer Zusammenarbeit — kam man zur Sache. Der Berliner Kommissar wiederholte nochmals kurz den Vorgang, ber zu seinem Erscheinen geführt hatte. „Sie wissen von dem großen Juwelendiebstahl in London an einem der bekanntesten Juweliere, der in ein Hotel gelockt unb dort überfallen wurde. Alle Anzeichen beuten darauf hin, daß auch hierbei wieder bas Chamäleon dahintersteckt." „Wer?" fragte Holk verblüfft. Böninger gab ihm rasch Auskunft. „Ein Verbrecherhäuptling, Spezialität Juwelenraub unb ein solcher Meister ber Verkleibung, baß er bei ber Polizei aller Länber unter diesem Namen bekannt ist", erklärte er. Sein Berliner Kollege nickte zustimmend. „Hemmungslos, gefährlich, aber leider sehr intelligent", setzte er bie Beschreibung fort. „Er versteht es glänzend, andere seine schmutzigste Arbeit machen zu lassen unb im Dunkel zu bleiben — nur ganz große Sachen, bie macht er selber. Faßt man seine Leute, erfährt man nichts. Entweder hält er sie im unklaren, ober sie haben zuviel Angst vor ihm. Na, diesmal war Scotland Bard flinker als er gedacht hatte, man erwischte die eigentlichen Diebe und auch ben größten Teil ber Beute. Es fehlt a'ber noch ein Kollier, bas ber „große Unbekannte" genommen haben soll, unb außerdem fehlen neun äußerst wertvolle Platinringe, die auf Befehl eben dieses „großen Unbekannten" durch eine Frau in die Schweiz geschafft werden sollen. Natürlich hat ber Kerl ba auch sein Beziehungen, wahrscheinlich will er die Sachen im Orient verschärfen; Kairo ist immer günstig für solche Geschäfte." „Und haben Sie unterwegs etwas bemerkt?" fragte Böninger gespannt. „Nichts. Anfängerinnen hat das Chamäleon bestimmt nicht im Dienst. Es soll sich, wie bie Engländer herausgekriegt haben, um eine frühere Schauspielerin handeln, die häufig für bas Chamäleon gearbeitet hat und dabei talentierter zu fein scheint als auf der Bühne. Sie hat es beispielsweise fertiggebracht, bei Lord Minslow drei Monate lang aufopfernde Krankenschwester zu sein, bis fie über die Juwelen so gut Bescheid wußte, daß es eine Kleinigkeit war, sie zu holen. Ihr Pflegling, ein alter Herr, ben ber Verlust ber Juwelen nicht so schwer traf, wie seine Schwiegertöchter, bie sie mal erben wollten, schwört heute noch auf die wunderbare Pflege von Schwester Helen, wie sie sich damals nannte. Also Blößen gibt sich bie smarte Anita, wie sie in ihren Kreisen heißt, so leicht nicht, sie kann ebenso bie einfach unb vornehm wirkende Dame in Schwarz, wie die andere in der großen Ausmachung sein." „Und wenn es keine von beiden ist?" warf Bö- n'inger besorgt ein. „Dann bleibt uns nichts übrig, als uns vielmals zu entschuldigen. Die Informationen aus London sind aber so, daß wir dieser Spur nachgehen müssen. Der Funkspruch von Scotland Pard kam eine Viertelstunde vor Abgang des Flugzeuges, für Rückfragen war keine Zeit, wir konnten Ihnen gerade noch knapp Nachricht geben. Wir müssen es also darauf ankommen lassen unb bie beiben Damen hierher bitten." „Wollen Sie beide gleichzeitig verhören?" fragte Böninger. „Ich möchte bas Verhör Ihnen überlassen unb lieber im Hintergründe bleiben", entgegnete Weder Vielleicht fällt mir bann boch noch etwas auf Wollen Sie jetzt bitte bie Pässe unb ihre Inhaberinnen holen lassen." „Aber wir versäumen boch ben Anschluß!" sagte die elegante Dame empört, als sie mit ihrer Reise- gefährÜn höflich a'ber bestimmt aufgefordert wurde, in bas Zimmer der Flugleitung zu kommen. „Wir haben gerade noch zehn Minuten Zeit", fügte bie Dame in Schwarz hinzu. „Eine Formalität, sie wird voraussichtlich in ein paar Minuten erledigt sein", erklärte ber Flugleiterassistent. Er wollte seiner Instruktion gemäß jebes Aufsehen oermeiben und vorläufig ben Anschein erwecken, baß es sich um eine Passageangelegenheit handele. Dieser Einbruck konnte aüerbings nicht lange erhalten bleiben, benn beim ^Betreten des Zimmers fielen bie Blicke ber beiben Frauen sofort auf ihre Pässe, bie ein Herr in ber Hanb hielt, unb gleichzeitig erkannten sie in bem Manne im Hintergrunb bcs Zimmers ihren Mitreisenden. Man bot ihnen höflich Platz an, bann bat ber, unbekannte Herr, b’er mit einer knappen Verbeugung etwas gemurmelt hatte, was anfcheinenb eine Vorstellung sein sollte, ein paar Fragen stellen zu bürfen. Er wartete die Erlaubnis nicht ab, sondern blätterte den ersten Paß auf. „Wer von ben Damen ist Claubine Wegner?" „Ich", sagte die Dame in Schwarz. „Claubine Wegner, geborene Wegner", las ber Kommissar halblaut. „Hier steht als Berus Angestellte. Sie sind verheiratet?" „Nein. Ich bin geschieden und habe meinen Mädchennamen wieder angenommen", war die knappe Antwort. „Hm. Ihr Paß ist ganz neu?" „Gewiß. Ich habe ihn erst für diese Reise angefordert." „Und was ist ber Grunb dieser Reise?" „Eine Familienangelegenheit." Man merkte, baß sie anfing, nervös zu werden. „Näheres wollen Sie darüber nicht verraten?" „Näheres weiß ich selbst nicht", war die überraschende Antwort. Der Kommissar wollte etwas erwidern, schien sich dann aber eines anderen besonnen zu haben und griff nach bem zweiten Paß. Es war ein Auslanbs« paß. „Else Katharina Leikat, geboren Tartu, Estland", las er halblaut. „Jawohl, aber mit meinem Künstlernamen heiße ich Daisy Davis", fiel die elegante Dame hastig ein. „Sie sind Schauspielerin?" „Sängerin. Ich fahre ins Engagement." „Wohin, bitte?" „Korso, Zürich." Die Antworten tarnen rasch unb sicher. „Ich muß heute abenb auftreten, ich barf ben Anschluß nicht versäumen", setzte sie aufgeregt hinzu. „Das Programm wechselt boch immer am Ersten", bemerkte Böninger, ber in Zürich gut Bescheid wußte. o Die elegante Dame zuckte die Achseln. „Tut mir leih, ich bin zum fünfzehnten engagiert, und bas ist heute", erwiderte sie etwas schnippisch.~ „Wir wollen Sie auch nicht länger aufhalten als nötig ist, meine Damen", versicherte Böninger, bem es etwas ungemütlich wurde, ba Weber im Hintergrund ihm andeutete, daß er noch genau so im Dunkeln tappe, wie bisher. „Ader ich muß Ihr Gepäck leider noch einmal gründlich durchsuchen lassen. Eine von Ihnen ist verdächtig, unerlaubtes Gut zu befördern". Ehe die beiden Uederraschten etwas sagen konnten, betrat eine kräftig aussehend'e Frau bas Zimmer. „Bei ber Schwere bcs Falles können wir Ihnen leiber eine körperliche Untersuchung nicht ersparen", sagte Böninger verbindlich, „aber unsere Frau Schmibt ist sehr erfahren unb wirb es so kurz wie möglich machen." Beide Damen waren entsetzt unb empört aufgesprungen, die elegante war bie Zungenfertigere: „Was fällt Ihnen ein! Wer sind Sie überhaupt, daß Sie sich so was rausnehmen? Unerhört! Ich werde mich bei meiner Gesandtschaft beschweren", zeterte sie. (Fortsetzung folgt.) Wirtschaft. Gießener Schlachtviehmarkt. Zum gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt — Schlachtoiehoerteilungsmarkt — in der Viehversteigerungshalle Rhein-Main Gießen wurden 11 Ochsen, 6 Bullen, 26 Kühe, 15 Färsen, 101 Kälber, 208 Schweine aufgetrieben. Preise: Ochsen 40 bis 45,5 Npf., Bullen 39 bis 43,5 Rpf., Kühe 24 bis 42 Rpf., Färsen 36 bis 44,5 Rpf., Kälber 30 bis 65 Npf. je Pfund Lebendgewicht. Für Schweine wurden je Kilogramm folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 Kilogramm und mehr) 1,15 RM., b 1 (135 bis 149,5 Kilogramm) 1,13 RM., b2 (120 bis 134,5 Kilogramm) 1,11 RM., c (100 bis 119,5 Kilogramm) 1,03 RM., d bis l (unter 100 Kilogramm) 0,97 NM., g 1 (fette Speck- sauen) 1,13 NM., i (Altschneider) 1,11 NM., g2 (andere Sauen) und h (Eber) 1,01 RM. Marktverlauf: Großvieh und Schweine zugeteilt, 4m allgemeinen lebhaft. Rhein-Mainische Börse. Alittagsbörse freundlicher Grnndton. Frankfurt a. M., 12. April. Noch dem überwiegend schwächeren Beginn des Vortages zeigte sich am Mittwoch ein freundlicherer Grundton. Es lagen allerdings nur wenige Kundenaufträge vor, so daß die Anfangskurse nur vereinzelt nennenswertere Besserungen erfuhren. Lediglich Conti- Gummi, die in den letzten Tagen stärker gestiegen waren, kamen heute mit AP. 216 gegenüber der Abendbörse um 1,50 v. H. schwächer zur ersten Notiz, sonst gewannen am Aktienmarkt von Montanwerten Mannesmann 0,75 v. §). (111,50 nach 110,75), von Maschinenwerten Daimler 138,50 nach 137,50, Demag 147,75 nach 147, Rheinmetall 132 nach 131,50, während Moenus unverändert mit 125 genannt wurden. Von Zementwerten konnten Heidelberger Zement 1,25 v. H. auf 155,75 anzichcn. Auch Aschaffenburger Zellstoff gewannen 0,75 v. H. Elektrowerte nicht ganz einheitlich, Gesfürel noch 0,25 v. H. schwächer und 135,75, AEG., die in den letzten Tagen stärker eingebüßt hatten, erholten sich um 0,75 v.H. auf 115,75. Von den sonstigen Werten waren Reichsbank 0,25 v. H. gebessert, auch IG.- Farben lagen 0,40 v. H. erholt und 150. Am Rentenmarkt hörte man die Atlbesitz- anlcihe kaum verändert, auch die späten Schuldbücher wurden im nichtamtlichen Verkehr etwa zum letzten Kurs, allerdings nur knapp gehalten, genannt. Farbenbonds bewegten sich im Rahmen der Schlußnotiz der Abendbörse. Kommunalumschuldung eine Kleinigkeit abgeschwächt und 93,50. Etwas Geschäft war in Pfandbriefen und Kommunalobligationen zu letzten Kursen, Rhein. Hyp. Liqu. wurden mit 101,25 nach 101,20 ein Kleines höher gehandelt. Im Verlause ergaben sich nach Erledigung der Aufträge meist wieder Abschwächungen, die am A k - t i e n m a r k t jedoch kaum über 1 v. H. hinaus- gingen. Farben verloren 1,25 v. H., Scheideanstalt nach der letzttägigen Steigerung nur noch 210 nach 212,50 bezahlt, BDM. gaben bei etwas Umsatz 1,50 v. H. nach auf 176, von Montanwerten verloren bei Umsätzen Hoesch 0,50 v. H., Buderus mit 104,65 zirka 0,40 v. H., Rheinstahl lagen bei 136,50 und zuletzt 136 nur knapp behauptet. Ver. Stahl unverändert 104,75. Interesse bestand für Bemberg, die bis 0,50 v. H. höher bezahlt wurden. Von sonstigen Werten waren noch Eßl. Masch. 0,50 v. H. gebessert mit 112. Reichsbahnvorzüge gut gehalten, 124,25. Im Freiverkehr ergab sich bei kleinem Geschäft keine wesentliche Veränderung, Dingler zirka 108,25, Rastatt Waggon 0,50 v. H. höher gesucht, Growag zirka 85 etwas schwächer, ebenso Ufafilm zirka 79,50. Von Stadtanleihen war etwas Geschäft in Darmstädter Anleihen, wobei die 28er Emission um 0,25 v. H. auf 96,90 nachgab, auch Mainz 28 mit 96,90 (97,25) leicht rückläufig. Tagesgeld unverändert 2,25 v. H. Abendbörse fast gcschäftslos. Die Frankfurter Abendbörse stand im Zeichen großer Geschäftsstille. Es lagen nur wenig Aufträge vor, und die Kursveränderungen hielten sich in engstem Rahmen. Ueberwiegend ergaben sich noch kleine Abschwächungen, die aber kaum 1 v. H. erreichtem Am Aktienmarkt waren noch Bemberg mit 134,75 ca. 0,25 v. H. höher, auch Westdeutsche Kaufhof 0,50 v. H. gebessert. Sonst ergaben sich, wie erwähnt, meist Kursabschläge oder letzte Kurse, so kamen Berger Tiefbau mit 145,75 (146), Rheinstahl mit 135,75 nach 136, Buderus mit 104 nach 104,65, Erdöl mit 126,50 nach 127,13 zur Notiz. Unverändert lagen Adler mit 108, Daimler mit unv. 137,75. JG.-Farben konnten sich leicht erholen auf 149 nach 148,50. Laurahütte hörte man mit 12,75 nach 13,50 und von Kolonialwerten Neuguinea mit 197 G nach 200. Nichtamtlich hörte man Kommunalumschuldung zum letzten Kurs von 93,55. Von Industrieobligationen wurden Farbenbonds nicht notiert, 5 v. H. Mitleid. Stahl waren mit 100 nach 100,25 gefragt. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 12. April. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W9 212, WH 214, W12 215, W 13 216, W 16 219, W 18 221, W 19 223, W 20 225, Roggen R11 198, R 12 199, R 14 201, R15 202, R16 204, R 17 205, N 18 206, R 19 208 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete; Futterqerfte und Futterhafer nicht notiert; Weizenmehl Type 812 W 13 29,85, W 16 29,85, W 18 29,85, W 19 29,85, Kreis Alzey W 20 29,85, Kreis Worms W 20 30,20, Roggenmehl Type 997 N 12 22,45, R15 22,80, R 16 22,95, R 18 23,30, R19 23,50 plus 50 Pf. Frachtausgleich; Weizen- futtermehl 13,60; Welzenkleie W13 10,75, W16 10,90, W18 11,—, W19 11,10, W 20 11,20 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation; Roggenfuttermehl R19 12,50, Roqqenvollkleie R19 11,—; Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 16 10,25, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühleniestpreis ab Mühlenstation; Treber nicht notiert; Wiesenheu, handelsüblich, gesund, trocken, mit Besatz (bis ein Drittel) an minderwertigen Gräsern 5,40, dto. gut, gesund, trocken, mit unerheblichem Besatz (bis etwa ein Zehntel) an minderwertigen Gräsern 6,40, Kleeheu 7,40 bis 7,80, Luzerneheu, bindfadengepreßt und gebündelt 7,80 bis 8,20, Weizenstroh ^,80, Roggenstroh 3,00, Hafer- und Gerstestroh 2,60 bis 2,70 Erzeugerpreis ab Erzeuger-Verladestation. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schtachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 12. April. Auftrieb: Kälber, 826 (1216), Schafe 100 (182), Schweine 3752 (5400). Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hammel und Schafe mittel. Es notierten je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 62 bis ■wiiiiii,»» ■■■n — Dienst an der Fugend ist Dienst an der Zukunft. Gebt der TIST3. Freiplähe! 65 (62 bis 65), b) 56 bis 59 (55 bis 59), c) 45 bis 50 (45 bis 50), d) 30 bis 40 (35 bis 40); Lämmer und Hämmel bl) 49 bis 50 (48 dis 50), b2) 44 bis 47 (42 bis 44), c) 30 bis 37 (38 bis 40). Schafe a) 40 bis 42 (40 bis 42), b) 34 bis 39 (35 bis 39), c) 20 bis 32 (20 bis 25); Schweine a) 58,50 (58,50), bl) 57,50 (57,50), b2) 56,50 (56,50), c) 52,50 (52,50), d) 49,50 (49,50), gl) Sauen 57,50 (57,50). Frankfurt a. M., 13. April. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage. Vorauftrieb: 1323 Rinder (252 Ochsen, 204 Bullen, 631 Kühe, 236 Färsen), 311 Kälber, 48 Schafe, 450 Schweine. Es kosteten: Ochsen 40 bis 46,50 Mark, Bullen 36,50 bis 44,50, Kühe 18 bis 44,50, Färsen 35 bis 45,50, Kälber 30 bis 65, Hämmel 35 bis 50, Schafe 25 bis 42, Schweine "49,50 bis 58,50 Mark. — Marktverlauf: Kälber, Großvieh und Schweine zu- geteilt, Hämmel und Schafe mittel. Gustav Walter Rolf Dickore Die Beisetzung hat in der Stille stattgefunden. z. Z. Butzbach, Am Bollwerk, 8. April 1939 2663D 26640 Oberforstmeister Karl Schneider im 78. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. Grünberg, den 12. April 1939. 26750 '/, Dose -.75 RM /, Dose 1.40 RM in einfacher Höbe der Grundmenge. 2687 CDDC DRUCKSACHEN ” Brühl. Oieaen Lang-Göns, Gro&en-Linden, Milwaukee (USA.), den 13. April 1939. Die Beerdigung findet Freitag, den 14. April, nachmittags 2 Uhr statt. 26850 'l'elephou 3650. 667 ZÖ Ä K • V Plötzlich und unerwartet im Alter von 24 Jahren starb den Fliegertod mein lieber Sohn, unser guter Bruder und Schwager, der Am Abend des Ostersonntags wurde mein lieber, guter Mann im 77. Lebensjahre durch einen sanften Tod von seinem Leiden erlöst. Gießen, 13. April 1939. Schillerstraße 17 Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, am 12. April, abends 8.30 Uhr unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante Weil er sonst schnell eintrocknet und damit Geschmack und Wirkung verliert^ Aus ähnlichen Gründen gibt es das beliebte Bohnerwachs Seifix nur in Dosen. / Auch Seifix würde eintrocknen und damit an Wirkung und Bohnerfähigkeit verlieren, wenn es nicht in Dosen verpackt wäre. Darin hält es sich fast unbegrenzt. Seifix ist eine wunderbare, haltbare,reine Dosenware! Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Julius Keßler Familie Willi Keßler. Elli Dickore, geb. Beckmann Friedrich Karl Dickore Hauptmann im Zerstörer-Geschwader „Horst Wessel' Irmgard Dickore, geb. Luft Geert Dickore, Fähnrich im Pionier-Btl. 49 Lacke Oele Pinsel ^Anstrich- CarbdUneurn, Im Namen aller Hinterbliebenen: Frau Auguste Walter, geb. Schüßler. Kühler Kinderkleidung zum Schulbeginn Edgar BORRMANN5: Gießen, Neustadt5-7, Ruf 4165 u. 4156 Oberleutnant im Kampfgeschwader Nr. 15 5 Frau Christine Keßler geb. Henrich im Alter von 71 Jahren nach längerem Leiden in die Ewigkeit abzurufen. kauft man bekannt preiswert und gut im Farbenhaus Obermann Sonnenstraßc 15. 1490D rF '—«n naturbraun I sowie in . bunten Farben Spezialhaus Frdr.Teipel 16 Markt 16 2673A Nächste SraiWnzuteilung ab 14.4.1939 auf Lieferschein 1—30 der Zuteilungsbeste 1—3000, iiiiiiiiiiiriiiiiTiiiiiiiriiii Für den Statur» freund! MlMbeu Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern 150 Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des hei. mailichen Waldes auf 128 Kupfertiefdrucktafeln, mit lebendigem und aufschlußreichem Einführungstext von K.Gcrhard u.G.Wolff. Preis RM. 4,80. „(Es lebt und webt in dem Buche, und wer es versteht, mit empfänglichen Sinnen die bildgeword. 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