Nr. bl Erstes Matt 189. Jahrgang Montag, 13. März 1939 Erlchemr täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giestener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatrvezugspretr: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zeritsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Lnzeiger Siehe» povschecktonto: Zrantfurt am Main 11686 Gichemr Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlst'/e Untverfitätsörucferei R. Lauge in Stehen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70mm Brette 50Rpf.,Platzvorschrift nach oorh.Dereinbg.25°/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemein» nützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei» gen 5 Rpf..Familienanzei» gen, Bäder», Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Heimkehr der Ostmark. So sehr hat die Tatsache, daß das Großdeutschland Adolf Hitlers ein Volk von 80 Millionen ist, von unserem ganzen Denken bereits Besitz ergriffen, daß wir im ersten Augenblick die Frage stellen: „Ist es wirklich erst ein Jahr her, daß die Ostmark vom Führer heimgeholt worden ist ins Reich, liegt das nicht schon viel länger zurück?" Nein, in diesen Tagen jährt sich zum ersten Male diese Entscheidung, die die Erfüllung eines heißen Wunsches von sechseinhalb Millionen deutschen Brüdern bringen sollte. Die letzten vier Wochen, die diesem Sieg des Rechts vorangingen, die Zeit zwischen der Berchtesgadener Besprechung und dem Telegramm Seyß-Jnguarts, in dem um die baldmöglichste Entsendung deutscher Truppen gebeten wurde, sollten noch einmal an die deutschen Menschen in Oesterreich, die sich trotz Not und Verfolgung unbeirrt zu dem Großdeutschland Adolf Hitlers bekannten, die schärfsten Anforderungen stellen. Schuschnigg war — dies wurde nur zu schnell offensichtlich — keineswegs entschlossen, sein dem Führer gegebenes Wort zu halten und den Nationalsozialisten in Oesterreich das ihnen zu- kommende Recht zuteil werden zu lassen. Seine Taktik zielte dahin, unter Einsatz der ihm zur Verfügung stehenden Machtmittel die von Tag zu Tag unhaltbarer werdende Stellung der Regierung zu behaupten und den Willen des Volkes weiterhin mit Füßen zu treten. Schuschnigg wußte, daß das Volk nahezu hundertprozentig gegen ihn stand. In diesen Wochen, da sich die Dinge immer stärker zuspitzten, zeigten ihm die überall spontan stattfindenden Massenkundgebungen, daß das Volk Oesterreichs seine Entscheidung bereits längst gefällt hatte. Und diese Entscheidung hieß: Heim ins Reich, heim zu Adolf Hitler. Kein Tag verging, an dem nicht aus allen Teilen des Landes neue Kundgebungen gemeldet wurden. Hier waren es 5000 und 10000, dort sogar 4000fr, die in endlosen Zügen durch die Städte marschierten und auf gewaltigen Kundgebungen unter flatternden Hakenkreuzfahnen ihr deutsches Bekenntnis ablegten. Es waren — und diese Tatsache zeigte Schuschnigg besonders deutlich, wie die Entwicklung verlief — nicht nur die als nationalsozialistisch „Verdächtigen", die sich zusammenscharten, nein, Beamte und Angestellte des Staates und Tausende und Abertausende von Arbeitern marschierten in Reih und Glied. Und die örtlichen Sicherheitsorgane wagten immer weniger einzuschreiten, ja sympathisierten immer mehr mit dem erwachenden Volk der Ostmark. Was half es, daß hier und da noch einige Kämpfer eingesperrt wurden, was nützte es, wenn man beispielsweise in Graz 2000 Schüler sestsetzte, weil sie gegen die Entlassung eines nationalen Lehrers protestierten ! Dieses System, das jahrelang der Welt weisgemacht hatte, daß es den Willen des Volkes repräsentierte, sah, daß ihm die Macht von Taz zu Tag mehr aus den Händen rann. Und da holte es zu einem letzten Schlag aus, von dem es sich Rettung versprach: eine Volksabstimmung, auf nur drei Tage befristet, wurde angesetzt. Jedem Wahlschwindel war Tür und Tor geöffnet. Und wie um die Schande vollzumachen, mobilisierte das System das rote Untermenschentum, das die ihm gebotene Gelegenheit nur zu gern aufgriff und, mit Waffen des Staates ausgerüstet, eine Treibjagd auf alles, was sich 'zum Deutschtum bekannte, begann. Mit „Heil Moskau"- und „Heil Schuschnigg"-Rufen rasten Lastwagenkolonnen durch die Straßen, ein Regen von Flugblättern, in denen es von wüsten Beschimpfungen des Führers nur so strotzte, ergoß sich über die Menge, deren Empörung so bis zur Siedehitze gesteigert wurde. Damit standen die Dinge auf des Messers «Schneide. Die Gefahr eines furchtbaren Blutbades war in unmittelbarste Nähe gerückt. Jeder Tag, ja jede Stunde konnte ein namenloses Unheil über das geknechtete Volk der Ostmark bringen. In dieser Stunde gelang es dem energischen Einsatz Seyß- Jnquarts und Gleise-Horstenaus, den Verräter Schuschnigg zum Rücktritt zu bewegen. Seyß-Jnquart wurde mit der Bundeskanzlerschaft betraut, womit faktisch die Macht in die Hand der Nationalsozialisten gelangt war. In den Abendstunden des 11. März 1938 richtete Seyß-Jnquart an den Führer das bekannte Telegramm, in dem er die deutsche Regierung um die Entsendung deutscher Truppen bat. Und dann wickelten sich die Dinge mit Blitzesschnelle ab. Unter dem Jubel einer vor Glück und Freude trunkenen Menge hielt der Führer an der Spitze seiner Truppen Einzug in die Ostmark, in das Land, in dem er selbst geboten ist. Ohne einen Schuß vollzog sich die Besetzung des ganzen Landes. Das österreichische Bundesheer unterstellte sich in treuem Gedenken an die Waftenbrüderichaft des Großen Krieges sofort den reichsdeuftchen Truppen Es wurde so recht offenbar, daß die Wehrmacht der Ostmark innerlich gesund geblieben war. D^r Jubel eines erlösten Volkes begleitete die Divisionen der deutschen Armeen und die Über das Land hinwegbrauienden Einheiten der Luftwaffe von Stadt zu Stadt, von Dorf zu Dorf. Und nun folgten die Ereignisse Schlag auf Schlag: Oesterreich wurde ein Land des Deutschen Reiches, das österreichifche Bundesgeletz wurde deutsches Reichsgewtz, das Bundesheer Bestandteil der deutschen Wehrmacht ufw. Die Proklamation des Führers, daß ben Millionen Deutschen in Oesterreich die Hilfe des Reiches zur Verfügung gestellt werde, zeigte den befreiten Brüdern, daß nun auch bei ihnen das Aufbauwerk in Angriff genommen werden tollte. Was in dem einen Jahr, da die Ostmark zum Reich gehört, gerade auf bieiem Gebiet bereits geleistet worben ist, davon hat der Reichskommissar Gauleiter Bürckel kürzlich in einer Unterredung einen kleinen Ausschnitt gegeben. Großdeuischland ehrt seine Helden. Der Staatsakt am Heldengedenktag und Tag der Wehrfreiheit. — Deutschland sichert seine Freiheit mit aller Kraft. Berlin, 12. März. (DNB.) Zum ersten Male eierte am heutigen Sonntag Deutschland — Großdeutschland — den H e l d e n g e d e n k t a g zusammen mit dem Tag der Wehrfreiheit. Dieser Tag ist nicht nur ein Tag der Trauer, sondern der Erinnerung an die Opferbereitschaft der Gefallenen des Weltkrieges und des deutschen Freiheitskampfes, der Erinnerung auch an die Wiedererringung der Wehrfreiheit, und er ist gleichzeitig der erste Jahrestag der Vollendung des Großdeutschen Reiches. Vollstock wehten in allen Gauen die Fahnen des nationalsozialistischen Reiches. In allen Städten anden Feiern statt, deren Träger in den Garni- onen die Wehrmacht, in den übrigen Orten die Partei waren. Im Mittelpunkt stand die Feier m der Reichshauptstadt, die in dem bereits traditionell gewordenen Rahmen in Form eines Staatsaktes in der Staatsoper sich abspielte. Die Straßen Unter den Linden war trotz des ungünstigen Wetters bereits in den Morgenstunden von einer unübersehbaren Menschenmenge angefüllt, die Zeuge der Anfahrt des Führers und des militärischen Schauspiels sein wollte. Der große Zuschauerraum war bis auf den letzten Platz besetzt. Das diplomatische Korps war fast vollzählig erschienen. Neben den Botschaftern, Ge- andten und Geschäftsträgern sah man alle Militär-, Marine- und Luftattaches der fremden Mächte. Neben den hohen Offizieren der Wehrmacht, des nationalsozialistischen Deutschlands nahmen zahlreiche Offiziere des alten Heeres und der alten Marine an der Feierstunde teil. Staat und Partei waren durch ihre führenden Männer, Reichsminister und Reichsleiter, Staatssekretäre, Reichsstatthalter und Gauleiter, sowie die Führer aller Parteigliederungen vertreten. Eine weihevolle Stimmung lag über dem Haus, die durch gedämpftes Licht und Blumenkränze noch verstärkt wurde. Ehrfurchtsvoll und schweigend grüßten bic Anwesenden den Führer, der von Generaladmiral Dr. h. c. Raeder am Hauptportal der Staatsoper begrüßt worden war, beim Betreten der Loge. In der nächsten Reihe der Führerloge nahmen zu beiden Seiten des Führers Platz der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine Generaladmiral Dr. h. c. Raeder , der Oberbefehlshaber des Heeres Generaloberst von Brauchst sch, als Vertreter des Oberbefehlshabers der Luftwaffe General der Flieger S t u m p f f imb der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht Generaloberst Keitel. Weiter bemerkte man in der Führerloge fast alle Reichsminister und Reichsleiter, zahlreiche hohe Offiziere, den Leiter der Nationalsozialistischen Kriegs- opferversorgung Oberlindober, den Führer des NS.- Neichskriegerbundes Generalmajor a. D. Reinhard und den Leiter des Bundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge Dr. Eulen. Während das Orchester der Staatsoper Berlin unter der Stabführung von Staatskapellmeister Schüler mit dem Trauermarsch aus Wagners „Götterdämmerung" die Weihestunde einleitete, ging der Vorhang hoch. Auf der Bühne, auf deren Hintergrund ein großes Eisernes Kreuz angebracht mar. hatte die Fahnenkompanie der Wehrmacht Aufstellung genommen: 29 Fahnen der alten Armee, drei Fahnen der alten Marine, drei neue Fahnen der drei Wehr- machtstcile und sieben weitere Fahnen der Luftwaffe, zusammen 42 Fahnen. Nach dem Berklingen des Trauermarsches folgte die Gedenkrede des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, Generaladmiral Sr.ll.c.Raeder: Mein Führer? Kameraden! Deutsche Männer und Frauen! Als am Heldengedenktag vor vier Jahren um die Mittagstunde die Flaggen des Dritten Reiches überall an den Masten in die Höhe stiegen, war es ein Zeichen erhebender Freude, die das ganze Volk beseelte. Eine der Grundlagen deutscher Mannesehre, ein Sinnbild der Freiheit und ein Wahrzeichen des Selbstbestimmungsrechtes war der Nation vom Führer wiedergegeben: die Wehrfreiheil! Sie sicherte von nun ab jedem wehrfähigen und wehrwürdigen Manne das Recht, mit der Waffe in der Hand für den Schutz der Heimat einzutreten. Eine der unerfreulichsten Fesseln des Versailler Diktats war gesprengt, der Weg für die Entfaltung unserer Kräfte unseres bislang geknebelten Volkes war angebahnt und die Hoffnung auf eine glücklichere, weil gesicherte Zukunft war eingekehrt. Ein neuer Abschnitt deutscher Geschichte hatte begonnen. Heute, vier Jahre später, sehen wir auf einen Weg zurück, dessen Meilensteine wahrlich einmalige Zeugen in der Geschichte des Reiches find. Was damals in der Brust des einzelnen nur Hoffnung oder Ahnusig fein konnte, was aber vor uns schon durch Jahrhunderte Traum und Sehnsucht so vieler f •W tl't Wr f? ff . /V'A*** / V' IC 1 f wyx "c- Generaladmiral Dr. tt. c, Naeder bei feiner Rede. — (Aufnahme: Scherl.) Deutscher gewesen war, es ist Wirklichkeit geworden: Grohdeulschland! In einer für den Beobachter draußen fast unheimlich anmutenden Entwicklung, in Wahrheit aber erkämpft mit einer unerschütterlichen Glaubenskraft und einem siegesgewissen Einsatzwillen ohnegleichen hat der Führer den Brüdern und Schwestern in der Ostmark und im Sudetenland den Weg in die Heimat geöffnet, in dem Bewußtsein seines guten Rechts und gestützt auf die Waffen, die er der deutschen Wehrmacht seit jenem Tage wieder in die Hand gegeben hatte. So fügt sich sinnvoll in den Ablauf dieses Tages, daß heute nicht die Trauer um einmal Verlorenes, sondern der Stolz auf ewig Gewonnenes den äußeren Rahmen gibt. Die heute von der Höhe der Masten wehenden Flaggen und Fahnen find uns ein Zeichen, daß das Vermächtnis unserer Toten erfüllt ist. Die, die im Glauben an Deutschlands Größe u?r Leben Hingaben, sei es im Jubel und in der grenzenlosen Begeisterung des Jahres 1914, oder in der harten und verbissenen Entschlossenheit des Jahres 1918, sie würden nicht verstehen,.wenn wir, die wir ihr Vermächtnis durch lange, dunkle Jahre in treuen Händen hielten, heute am Tage der Erfüllung nur der Trailer Raum geben wurden. Wir sehen in unseren Gefallenen jene tragende geistige Kraft, die, über das Grab hinaus, wirksam den ersten trotzigen Glauben an eine neue Zukunft in der Nation Wurzel schlagen ließ, ein Abbild des Frontkämpfers im letzten Kriegsjahr und damit ein • Vorbild an kämpferischem Mut und letztem Einsatz. Diese Kraft war es, die die Männer trug, die berufen waren, ein neues Reich aus dem Erlebnis der Frontkameradschaft zu formen und in der neuen großdeutschen Volksgemeinschaft unverbrüchlich zu fügen. Sie trug über alle Schmach und Zeiten der Nachkriegszeit hinweg den Sieg davon! Einen leuchtenden Sieg! Und diesem Siege geben wir in der Verschmelzung des Gedenkens an unsere Helden mit dem Gedanken an unsere neue fjcrrlidfc Wehrmacht Ausdruck. Wir vergessen damit nicht den Opfertod unserer gefallenen Väter und Brüder. Gerade weit auf ihm unser Großdeutschland gegründet ist, gedenken mir ihrer mit unauslöschlicher Dankbarkeit. Wo auch immer der deutsche Soldat stand und kämpfte, auf dem Lande, zur See, im Luftraum über allen Fronten, immer stand er der Uebermacht gegenüber. Stets wurde die bessere Leistung von ihm gefordert, die ihm auferlegten Entbehrungen und Strapazen erreichten ein übermenschliches Maß. Er trug diese Last unerschüttert im Glauben an sich selbst und Deutschlands Größe und im Bewußtsein seiner Verantwortung vor der Heimat, als deren Schuh und Schirm er sich fühlte. Er blutete, er starb. Und er hat doch gesiegt! Wenn die deutsche Wehrmacht und mit ihr das ganze deutsche Volk seine siegreichen Führer im Kriege ehrt, und wenn gerade am heutigen Tage die Namen des verewigten Generalfeldmarschalls von Hindenburg, der Generale Luden - d o r f f und Conrad von Hohendorfs, oder der Admirale Scheer und Graf Spee und des größten aller Fliegerführer, des Rittmeisters von Richthofen, in achtungsvollem Gedenken in aller Munde sind, so sind sie uns bereits zum Symbol geworden. In ihnen liegt beschlossen der Gedanke an die Millionen unbekannter und ungenannter Toten, die der große Krieg uns absor- derte, damit das Volk lebe und das Reich bestehe. Zu diesen Namen tritt nun auch der eines Mannes, der wohl die Heimkehr der Ostmark noch mit- erlebte, aber nicht mehr Zeuge sein konnte, rote der Führer auch seiner sudetendeutschen Heimat die Freiheit eroberte, der Name des Generals Krau ß. Mit ihm ist ein echter Deutscher und großer Heerführer dahingegangen, dessen Leben, Wollen und Denken stets dem großen Reich der Deutschen galt. Mit dem Gedenken an unsere Toten verbindet sich das Gefühl für das Leid der Hinterbliebenen und Waisen und das Los derKriegsbeschädigten, das immer wieder an jene große Zeit mahnt, und deren Schicksal zu lindern einfache Dankespflicht ist. Sie wird von der Kriegsopferversorgung in vorbildlicher Weise erfüllt, während der Volkshund Deutsche Kriegsgräber- fürforge seit nunmehr 20 Jahren durch würdige Gestaltung und Pflege der Kriegergräberstätten den Dank des deutschen Volkes an seine gefallenen Helden in großzügiger Weise abzutragen hilft. Ueber die Grenzen des Reiches hinweg gilt unser Denken aber auch den gefallenen Soldaten der Nationen, die in treuer Waffenbrüderschaft an unserer Seite stritten. Wir zählen heute in ihren Reihen auch einen der Großen feines Landes: Kemal Atatürk. In seiner Persönlichkeit vereinigte sich für uns der große Feldherr und Waffen- gefährte mit dem heroischen Volksführer und genialen Staatsschöpfer. Sein stolzes Führertum ist Vorbild. Sein Name ist Geschichte. Wenn uns für unsere früheren Verbündeten Gefühle der Dankbarkeit erfüllen, so wollen wir auch den Mut und die Tapferkeit jener Männer nicht vergessen, die uns ritterliche Gegner waren und die Erfüllung ihrer Soldatenpflicht gegen ihr Land mit dem Tode besiegelten l Soldaten fast aller Nationen der Erde haben auf Blick in die Ehrenloge der Staatsoper während der Rede des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, Generaladmiral Dr.e. h. R a e d e r. Man sieht (von links) Reichsminister Dr. G o ebbe l s , den Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Generaloberst Keitel, Reichsführer -- Himmler und Stabschef Lutze (in der zweiten Reihe), den Führer, Generaloberst von B r a u ch i t s ch, General der Flieger S t u m p f f. — (Scherl-Bilderdienst-M.) den Schlachtfeldern des Weltkrieges gekämpft und geblutet. Millionen deckt der grüne Rasen oder die weite See. Wenn mir uns heute an einem Tage des ernsten Rückblicks und ruhigen Ausblicks die Frage vor- legen, ob dieser ungeheuere Einsatz an Blut und Gut auch nur einer dieser Nationen die Früchte eines rühmlichen Sieges und eines geruhsamen Friedens in den Schoß gelegt hat, so müssen wir das verneinen. Das blutigste aller Friedensdik- täte hat unheilbare Wunden hinterlassen und damit nur Unfrieden zu stiften vermocht. Das begangene Unrecht und der blinde Haß mußten eines Tages Gegenkräfte auslösen, denn niemals in der Geschichte sind einseitige Demütigungen und Bedrückungen dauernde Grundlagen für das Zusammenleben der Völker gewesen. Und solcher Gegendruck wird so lange wirksam sein, bis jenes Unrecht in vollem Umfange beglichen ist. Ein Volk wie das deutsche, das schon im Kriege den Weg durch Hunger und Entbehrung schreiten mußte, das in anderthalb Jahrzehnten schmachvoller Nachkriegsohnmacht erlebte, wie auch der Schein eines Reiches, der ihm in jenem Diktatfrieden zu- gestanden worden war, aus Haß und Mißachtung mit Füßen getreten wurde, konnte nur e i n e n Weg gehen, wenn es nicht bewußt zum endgültigen Spielball der Siegermächte werden und so für immer im furchtbarsten Elend versinken und verkommen wollte: den Weg in die Freiheit! Dem deutschen Volk wurde sein großer Führer geschenkt. Durch ihn beschritt es diesen Weg, nachdem die Voraussetzungen für dieses gigantische Ringen geschaffen waren. Das deutsche Volk hat den aus dem Geiste des deutschen Frontsoldaten geborenen Nationalsozialismus zu seinerWeltanschauung gemacht und folgt den Symbolen seiner Wiedergeburt mit ebenso heißer Liebe, wie fanatischer Leidenschaft. Es hat den Nationalsozialismus erlebt und nicht, wie so viele hilfslose Kritiker draußen glauben, erlitten. Der Führer hat seinem Volke gezeigt, daß in der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft die größte, unversiegbare Kraftquelle liegt, deren Dynamik nicht nur den inneren Frieden sichert, sondern auch die Erschließung aller schöpferischen Volkskrafte ermöglicht. Er hat dem deutschen Volke das Vertrauen zu sich selb st und auf fein eigenes Können wiedergegeben und es fo befähigt, fein heiliges Recht, das ihm in der Zeit feiner Ohnmacht verweigert war, mit eigener Kraft sich selbst zurückzunehmen und darüber hinaus mutig die ungeheueren Probleme der Zeit anzupacken und ihrer Lösung zuzuführen. Damit hat das deutsche Volk und sein Führer für den Frieden Europas und der Welt mehr getan, als manche Rachbarn heule zu erkennen im Stande find. Darum die klare und schonungslose Kampfansage an den Bolschewismus und das internationale Judentum, deren völkervernichtendes Treiben wir zur Genüge am eigenen Volkskörper zu spüren bekommen haben. Darum der Zusammenschluß mit allen gleichgesinnten Nationen, die, wie Deutschland, nicht gewillt sind, ihre dem Aufbau und dem inneren Friedenswerk gewidmete Kraft von volksfremden Ideologien und artfremden Parasiten zersetzen zu lassen. Und darum die Forderung der Gleichberechtigung und Gleichachtung mit allen anderen Völkern, die allein die Gewahr für ein friedliches Zusammenleben auf dem Erdball zu bieten vermag. Der Führer hat uns Soldaten im Rahmen der deutschen Volksgemeinschaft unsere Aufgabe zugewiesen als Schutz und Schirm unserer Heimat und unserer friedlichen, völkischen Aufbauarbeit, als Er- .üefoer der uns anoertrauten jungen wehrfähigen Mannschaft, die geschlossen durch unsere Hände geht. Wenn wir diese Erziehungsarbeit einmal im waffentechnischen Sinne leisten, so fordert diese Aufgabe aber auch ebenso die Weiterbildung des jungen Soldaten im Sinne der nationalsozialistischen Weltanschauung und Lebensgestaltung. Diesen Teil der Aufgabe, der uns ebenso zur Ehrenpflicht wie zur unabweisbaren Forderung geworden ist, können und wollen wir nur lösen Schulter an Schulter und in aufrichtiger Kameradschaft mit der Partei und ihren Gliederungen, deren Wollen und Wirken, gleich uns, nur einem Ziele dient, der Formung des deutschen Menschen in einer nie versagenden Schicksalsgemeinschaft, Wehrmacht und Partei find damit immer mehr in Haltung und Geist ein unteilbares Ganzes geworden. Wir würden die Rotwendigkeit eines immer engeren Zusammenschlusses, wäre er nicht eine der fundamentalen Leitsätze soldatischen und nationalsozialistischen Gedankengutes, heute mehr denn je erkennen müssen, blicken wir nur einmal über unsere Grenzen hinaus. Es gab eine Zeit, als der Führer der Welt seine Vorschläge für eine wirksame und sinnvolle Rüstungsbegrenzung unterbreitete. Sie wurden alle ohne Ausnahme abgelehnt. Der Rechtlose sollte entrechtet werden, der Machtlose ohnmächtig. Man setzte Gewalt vor Recht und wollte jenes hah- diktat auch noch als heilig von uns geachtet wissen. Scheinheiliges kann aber niemals heilig sein und Unrecht niemals Recht. Es kann vor der Geschichte nicht bestehen. Darum muhte es auch zerbrechen. Und zwar am Lebensrecht einer Ration von 80 Millionen. Dafür haben zwei Millionen deutsche Soldaten im Weltkriege ihr Leben hingegeben. Diese Ration brauchte einen neuen, einen wahren Frieden, den Frieden der Gerechtigkeit und Ehre, den Frieden ohne haß. Den Frieden braucht auch die Welt. Da ihn das schwache Deutschland nicht erhalten konnte, hat ihn das starke sich errungen. Diesen Frieden der deutschen Ration gegen jedermann z u sichern, ist die stolze Aufgabe der deutschen Wehrmacht. Es fehlt aber nicht an Zeichen, daß rätselhafte Hände am Werk sind, den neuen Frieden mit allen Mitteln zu untergraben. In der Welt hat ein Rüst e n eingesetzt, dessen gigantisches Ausmaß im Verein mit dem verantwortungslosen Kriegs- geschrei wohl geeignet ist, das mühsam Errungene ernstlich zu gefährden. Wir wollen niemand das Recht bestreiten, zu seiner Sicherheit das ihm notwendig Erscheinende zu tun. Wir tun es selbst! Wir können aber weder schweigen, noch tatenlos mit ansehen, wenn ohne jeden Anlaß Deutschland dazu ausersehen wird, der ganzen Welt als der einzige Grund für die gewaltigen Rüstungsmaßnahmen hingestellt zu werden, vollends, wenn es in der Form geschieht, daß Deutschland allein die Absicht habe, seine Nachbarn anzugreifen. Wir wissen, daß jene Elemente, die hierfür die Verantwortung tragen, nicht dortzu finden sein werden, wohin sie ihre Völker treiben wollen: auf dem Schlachtfeld. Dem Soldaten aber, den wir als den ritterlichen Vertreter seines Landes achten, mag ein Soldatenwort gelten: Was Deutschland braucht und will, ist Friede! Das ist nicht nur gesagt, sondern auch durch praktische Beispiele bewiesen worden. Die Aufbauarbeit Deutschlands bedarf einer vieljährigen ruhige n Entwicklung. Deutschland hat durch seinen Führer oft die Hand geboten und ist ebenso oft mit seinen Friedensvorschlägen zurückgewiesen worden. Auch als die Hoffnung auf eine wirkliche Befriedung und Beruhigung im Vorjahr eintrat, mußte es erkennen, daß das Rüstungstempo der anderen sich nur noch verschärfte. So muh Deutschland vor allem an seine eigene Sicherheit denken. Rach dem Willen des Führers wird die deutsche Wehrmacht weiter verstärkt und befähigt, ihrer immer verantwortungsvolleren Aufgabe, wie immer auch der Rüstungsstand der anderen sein mag, stets gerecht zu werden. Wo ein V orsprung erreicht wurde, wird er gehalten! Wo eine Lücke auftreten sollte, wird sie geschlossen! Wo ein R a ch r ü st e n erforderlich ist, wird es in Angriff genommen! Und es soll niemand glauben, daß unsere Waffen stumpf seien, wenn deutscher Roden geschändet oder deutsches Vlut vergossen werden sollte. Deutschland ist der Schirmherr aller Deutschen, diesseits und jenseits der Grenzen. Die Schüsse von Almeria sind hierfür Beweis. Deutschland trifft schnell und hart! Daß wir dies heute in vollem Bewußtsein unserer Kraft sagen können, ist das Werk und das alleinige Verdienst eines einzigen Mannes, dessen geniales Führertum? von einem unerschütterlichen Glauben an sein Volk und einer unermeßlichen Willenskraft getragen, eine ganze Nation in wenigen Jahren aus tieffter Nacht in eine leuchtende Gegenwart geführt hat, der als der Schöpfer Großdeutschlands uns heute seinen unbeirrbaren Weg in die Zukunft voran- geht. Sein Beispiel gab allen Deutschen neue Hoff- nun, neuen Lebensmut und seinen eigenen Glauben. Der Dank, den die Wehrmacht ihrem Führer und Obersten Befehlshaber abstattet, sei das Gelöbnis unwandelbarer Treue im Gehorsam und in der Pflichterfüllung. Wir wollen, getreu feinem Beispiel, den uns gewiesenen Weg nie verlassen und in einmütiger Geschlossenheit unser Letztes geben für Volk und Reich. Der Führer war es, der feine getreue Schar von Sieg zu Sieg führte. Sein Glaube beflügelte die Kräfte. Sein Wille schuf einen neuen Idealismus der Tat, dem feine Mitkämpfer bis in den Tod getreu blieben. Manch einer fiel, aber er fiel, wie einst die Streiter des großen Krieges, für ein freies Deutschland. Sie alle pflanzten die große Tradition des Sterbens für eine heilige Sache in eine junge Generation in der Gewißheit, daß ihr Blut einst den Weg in die erträumte Freiheit bahnen würde. Darum slyließt unser Gedenken an die Millionen Toten des Weltkrieges auch den Kreis der Männer ein, die in der nationalsozialistischen Bewegung, in den Freikorps, in der Ostmark und im Sudetenland für ihre freie und größere Heimat starben. Und mit ihnen grüßen wir die tapferen Männer, die sich freiwillig in die Kolonnen der s p a n i s ch e n Freiheitskämpfer einreihten, um für eine große Idee, den Kampf gegen den Weltbolschewismus, ihr Leben einzusetzen. Sie, die dort auf fremdem Boden fielen, wußten, daß auch ihr Blut im höheren Sinne für die Heimat floß, als ein Sinnbild für jenen gewaltigen Kräftestrom, der alles Deutsche in der Welt mit Gut und Blut verbindet. So gedenken wir auch der Toten der jungen Wehrmacht, die in aufopferungsvollem Dienst, erfüllt von ihrer Aufgabe als Waffenträger der Nation, den Soldatentod fanden. Sie sind uns das Unterpfand für treueste Pflichterfüllung im Geiste unserer großen soldatischen Vergangenheit. Sie gaben alle das Größte und Letzte: ihr Leben. Und sie taten nur ihre Pflicht, wenn auch die höchste Pflicht, die einem Menschen auferlegt werden kann. In dieser Pflichterfüllung aber liegt für uns Deutsche eine ernste Mahnung und Forderung. Sie lautet: Zeigt euch der Toten würdig! Lebt ihr Opfer von einst als Vorbild für euer Opfer von heute. So hat das Deutschland Adolf Hitlers auch den Ruf verstanden. 3n unserer Volksgemeinschaft ist als der größte Schah der Geist des freiwil- lichen Opfers des einzelnen für die Gesamtheit lebendig. Jahr für Jahr soll am Helden geben klag dieser Gedanke als neues Gelöbnis im Volke widerhallen, damit er, in feiner Kraft nie erlahmend, in alle Zukunft wirken kann. Wir glauben, das Vermächtnis unserer Toten, dessen Erfüllung mir heute dankbar und bewegten Herzens begehen, auch im Inneren am besten erfüllen zu können, wenn wir, ihres Opfers eingedenk, die eigene Pflicht uns stets vor Augen halten. Das Gesetz, das über ihnen stand, sei auch das unfrige, die Liebe zum Vaterland und die Hingabe für den Führer und für unser ewiges Volk. Das wollen wir im Aufblick zu Gott dem Allmächtigen geloben, und dies Versprechen sei unser ehrfurchtsvoller Gruß an unsere Toten, vor denen wir nun senken die Symbole ihres unsterblichen Ruhmes und ihres Soldatentumes. Auf Befehl des Generaladmirals senkten sich die Fahnen, und leise tönte das Lied vom guten Kameraden. Die Fahnen wurden erhoben, und das Spiel der Nationalhymnen beendete die Feier in der Staatsoper. Kranzniederleauns Ehrenmal Im Anschluß an die Feier in der Staatsoper fand eine Kranzniederlegung durch den Führer am Ehrenmal und danach der Vorbeimarsch der Ehrenkompanien vor dem Obersten C Vl Adolf H l11er begibt sich zur Kranzniederlegung ins Ehrenmal. Links vom Führer sieht man Generaladmiral Rae der und Generaloberst Keitel; rechts der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst v o n B r a u ch i t s ch , und der Ches der Luftmehr, General der Flieger e t u m p f f. — (Scherl-Dilderdienst-M.) Befehlshaber der Wehrmacht statt. Während die Gäste sich auf die gegenüber dem Ehrenmal errichtete Tribüne begaben, marschierte die Fahnenkompanie der Wehrmacht mit den 42 Fahnen der alten und neuen Armee vor dem Zeughaus auf und setzte sich damit an die Spitze der drei Kompanien. Zu beiden Seiten des Ehrenmals hatten 50 Offiziere der Kriegsakademie des Heeres und der Luftwaffe mit gezogenen Degen Aufstellung genommen. Der Führer schritt, begleitet von Generaladmiral Dr. h. c. Raeder, Generaloberst v. Brauchitsch, General der Flieger Stumpfs, dem Chef des Oberkommandos der Wehrmacht Generaloberst Keitel, die Front der Ehenkompanien und auf dem Rückweg die Front der übrigen Abteilungen ab. Unter Vorantritt zweier Offiziere der Kriegsmarine, des Heeres und der Luftwaffe, die den großen Kranz des Führers trugen, begab sich dann der Führer mit feiner militärischen Begleitung quer über den Platz zum Ehrenmal und dann in das Innere der W e i h e st ä 11 e, wo er im Gedenken an alle Blutopfer des Krieges und der deut- chen Freiheitsbewegung den Kranz niederlegte. Nach dieser Ehrung der Toten, die ihr Leben Hingaben, damit Deutschland wieder frei und stark werden konnte, nahm der Führer mit seiner militärischen Begleitung von der Paradekanzel vor dem Ehrenmal den Vorbeimarsch der vier Kom- janien ab. Mit klingendem Spiel zogen die Soldaten der jungen deutschen Wehrmacht in straffem Paradeschritt an ihrem Obersten Befehlshaber vorbei. Nach diesem prachtvollen militärischen Schau- piei trat der Führer an die an der Ostseite des Ehrenmals aufgestellten Schwerk riegsbeschä- digten heran. Fast alle hatten die Freude, daß der Führer ihnen die Hand drückte und sich einige Zeit lang mit ihnen unterhielt. Durch ein Spalier von vielen Zehntausenden fuhr der Führer dann zur Reichskanzlei zurück. Lleberall wmdige Gedenkfeiern. Aus vielen Städte des Reiches und aus den Hauptstädten, aber auch aus großen Provinzstädten des Auslandes liegen Berichte über würdige Feiern der Angehörigen der deutschen Kolonien anläßlich des Heldengedenktages und Tages der Wehrfreiheit vor. In den Städten des befreundeten Auslandes nahmen auch Vertreter staatlicher und örtlicher Behörden dieser Länder an den Feierstunden teil. In den Ansprachen wurde mit herzlichen Worten der für die deutsche Heimat und ihre Freiheit Gefallenen gedacht, zugleich mit eindrucksvollen Worten des Dankes und der Treue dem Führer und feinem Werk unverbrüchliche Gefolgschaft gelobt. Große Veachiuna in London. London, 13. März (DNB. Funkspruch.) Die Londoner Frühpresse schenkt dem Verlauf des Heldengedenktages in Deutschland großes Interesse, wobei sie die Rede des Generaladmirals Dr. Raeder in den Mittelpunkt der Berichte stellt. Die Ausführungen des Oberkommandierenden der deutschen Flotte werden von den meisten Blättern in langen Auszügen, zum Teil wörtlich wiedergegeben. Wenn auch keine weiteren Stellungnahmen zu der Rede vorliegen, so ist doch aus den Überschriften zu den Berichten zu entnehmen, daß man in London das Friedensbekenntnis Generaladmirals R a e4 ders als einer der Hauptmerkmale feiner Ausführungen anfieht. So überschreiben die führenden Zeitungen „Times" und „Daily Telegraph" ihre Berichte: „Deutschland braucht Frieden". Starke Beachtung finden feine Worte über den Rüstungswettlauf in der Welt. Völliger Ausschluß der Juden von der Wehrpflicht. Ndz. Nach dem Wehrgesetz vom 21. Mai 1935 war die Regelung für Juden bisher so, daß ein Jude nicht aktiven Wehrdienst leisten konnte, und daß die Dienstleistung von Juden im Kriege einer besonderen Regelung Vorbehalten bleiben sollte. Auf Grund dieser Vorschriften sah die Verordnung über Musterung und Aushebung vom 17. April 1937 vor. daß Juden im Frieden zur Erfüllung der aktiven. Dienstpflicht oder Arbeitsdienstpflicht nicht heran- gezogen und der Ersatzreserve II überwiesen werden. Jetzt ist durch eine gemeinsame Aenderungsverord- nung des Chefs des Oberkommandos der Wehrmacht und des Reichsinnenministers zur Verordnung über die Musterung und Aushebung vom 17. April 1937 bestimmt worden, daß Judenüberhauptnicht mehr in die Reihen der Wehrpflichtigen einzuordnen find, allo auch nicht mehr, wie bisher, der Ersatzreserve II zugeteilt werden. Juden erhalten vielmehr von nun an bei der Musterung in jedem Falle einen sog. Ausschließung s- schein, womit sie von der Erfüllung der Wehrpflicht ausgeschlossen sind. Sie werden also ähnlich behandelt wie die wegen Wehrunwürdigkeit Ausgeschlossenen. Während aber bei den Wehrunwürdi- gen der Ausschluß auf die Dauer der Wehrunwürdigkeit beschränkt ist, ist er für Juden unbeschränkt. Je früher, desto bester. Engländer für Rückgabe der Kolonien. London, 12. März. (DNB.) Das Sonntagsblatt des Beaverbrook-Konzerns „S u n d a y Erpreß" fetzt sich, wie dies bereits „Daily Expreß" in der vergangenen Woche zweimal getan hat, für die Rückgabe der Kolonien ein und fordert die britische Regierung auf, auch das Palästinamandat aufzugeben. Die Engländer müßten verstehen, so schreibt das Blaitt, daß das brittsche Empire zwei schwache Stellen habe: Einmal jene Mandatsgebiete, die man nach dem Kriege Deutschland weggenommen habe, und zwar Deutsch-Ostafrika, Kamerun und Togo, und zweitens Palästina. Die deutschen Kolonien könnten dem britischen Weltreich nicht einverleibt werden. Aus diesem Grunde predige der „Sunday Expreß" feit 20 Jahren, daß England sie aufgeben solle, denn sie könnten nur Unglück bringen. England fei außerdem verpflichtet, sie wegzugeben. Je früher dies aeschehe, desto bester feien die Zukunftsausfichten. Alle Welt sollte sich daher zusannnentun, um auf England einen Druck auszuüben, sich endlich dieser Mandate zu entledigen. Frankreich schützt sich vor unerwünschter Zuden-Zuwanderung. Paris, 13. März. (Europapreß.) Seit dem Beginn der antijüdischen Gesetzgebung in Italien, so meldet am Montaavormittag eine französische Nachrichtenagentur, versuchten dauernd einzelne Juden- gr uppen, auf heimliche Weise die franzö- fisch-italienische Grenze zu überschreiten. Um Frankreich vor heimlichen Zuwanderern und unerwünschten Elementen zu schützen, sei deshalb im Verlaufe der vergangenen Woche zu einer beträchtlichen Verstärkung der französischen Grenzpolizei an der französisch-italienischen Grenze geschritten worden. * Papst Pius XII. gekrönt. Rom, 12. März. (DRV.) In der Peterskirche fand am Sonntagvormittag die fünfstündige Krünungsfeier des Pap ft es Pius XII. statt. Bereits um 6 Uhr waren die Portale der Kirche geöffnet. Don 8 Uhr an trafen die offiziellen Abordnungen von 40 Staaten ein. Unter den ersten offiziellen Vertretern erschienen der italienische Außenminister Graf C i a n o in Vertretung des Duce und das italienische Kronprinzenpaar iri Vertretung des Königs und Kaisers Victor lEmanuel und der Königin und Kaiserin. Die offiziellen DelegaUonen und das ebenfalls große Uni- iorm tragende Diplomatische Korps nahmen auf Den im Hauptchor zu beiden Seiten des päpstlichen Thrones ausgestellten Tribünen Platz. Unter den Klängen der Sixtinischen Kapelle begann dann in feierlicher Prozession der Einzug des von seinem geistlichen militärischen Hofstaat begleiteten neuen Papstes. Unter einem Baldachin wurde Pius XII., auf dem Haupt die goldene Mitra, in der Sedia Gestatoria durch die Menge getragen, i>er er nach allen Seiten seinen Segen spendete, "lrn Hauptchor angelangt, wurden dem Papst in Eröffnung des Krönungszeremoniells von den hohen kirchlichen Würdenträgern am Thron die vorgeschrie- oenen Ehren erwiesen. Nach der Krönungsmesse oerließ der päpstliche Zug die Peterskirche. Auf dem Petersplatz hatte sich bereits feit Stunden eine große Menge versammelt, die Pius XII. bei seinem Erscheinen in der Mittelloge der Fassade der Peters- k-irche begrüßte und seiner feierlichen Krönung mit !»cr Tiara, die ihm vom Dekan der Kardinaldiakone lufgesetzt wurde, zusehen konnte. Dann spendete der Papst, umgeben von den Kardinälen, der Menge fron apostolischen Segen, während die zur Absper- ung vor der Peterskirche ausgestellten italienischen Truppen das Gewehr präsentierten. Während der Krönungsfeier hatten von 12 bis 13 Uhr eine volle Stunde lang sämtliche Glocken Roms geläutet. Kardinalstaatssekretär Luigi Maglione Rom, 11. März. (DNB.) Papst Pius XII. hat jCardinal Luigi Maglione zum Kardinal- JEaatssekretär ernannt. Kardinal Maglione ist 877 in einer kleinen Ortschaft bei Neapel geboren. 901 zum Priester geweiht, beschäftigte er sich schon irüh mit diplomatischen Studien und hatte auch von 908 bis 1918 eine Professur für Diplomatie bei der päpstlichen Akademie inne. 1918 wurde er als Ver- ' a-etcr des Heiligen Stuhles nach der Schweiz ent- ondt, wo er von 1920 bis 1926 die Nuntiatur leitete. Von 1926 bis 1935 war er Nuntius in Paris. 935 wurde er von Pius XL zum Kardinal kreiert und zum Präfekten der Konzilkongregation erhoben. Nord-Rhodesien jüdisches Siedlungsgebiet? Palästina britisches Dominion? London, 12.März. (Europapreß.) Die Pa° ! ä sti n a-Besprechungen werden möglicherweise n och in ihrem letzten Stadium eine unerwartete und n.eue Wendung nehmen. Entgegen den bisherigen rrwartungen und dem unverkennbar zur Schau ge- ragenen Optimismus der Araber werden die end- ültigen Vorschläge der Regierung voraussichtlich «eineswegs nur aus Zugeständnissen an die Araber estehen. Das erste Anzeichen für diese Annahme mar eine vielstündige Besprechung zwischen Mkt- liedern der englischen Abordnung und den Juden m Samstagabend. Kolonialminister M a c d o - ald hat bei dieser Gelegenheit, wie Europapreß i us unterrichteten englischen Kreisen erfährt, den Süden zwei verschiedene Vorschläge emacht. Einmal hat er die Möglichkeit erwähnt, cn Stelle Palästinas in Nord-Rhodesien ein usgedehntes jüdisches Siedlungsgebiet zu schaffen, mm anderen hat der Kolonialminister angedeutet, : ie englische Regierung würde auch bereit sein, P a - 1ä st i n a die Stellung eines britischen Dominions einzuräumen. Heber die Haltung der Juden zu diesen englischen Vorschlägen ist noch nichts genaueres bekannt, doch crlautet von ihrer Bereitwilligkeit zu weitgehenden Zugeständnisse, solange Palästina grundsätzlich als irdische Heimstätte bestehen bliebe. Dagegen wird der Dominion-Vorschlag von den Mufti-An- hängern scharf abgelehnt. Um so auffallender ist, datz Macdonald nach Abschluß der Besprechungen mit den Juden am Samstagabend die beiden Mitglieder der Arabischen Verteidigungs- Partei, Ragheb Nashashibi und Fakri Bey Nasha- hibi empfangen hat. Ragheb Nashashibi gehört der arabischen Abordnung an, während zu Beginn der Konferenz gegen die Zulassung Fakri Bey Nasha- hibis von den Mufti-Anhängern Widerspruch erhoben wurde. Der letztere mußte daher auf die Beteiligung an der arabischen Abordnung verzichten. Durch die Besprechung des Kolonialmisters mit den erwähnten beiden Arabern ist nun in politischen Kreisen der Eindruck entstanden, die englische Regierung beabsichtige, mit Zustimmung der Arabischen Verteidigungspartei ihrem neuen Plan den Anschein einer englisch-arabischen Einigung zu geben. Großangriff der Engländer in Transjordanien. London, 13. März. (DNB. Funkspruch.) Bei einem Großangriff britischer Truppen am Sonntag in Transjordanien, bei dem auch eine große Anzahl britischer Flugzeuge gegen die arabischen Freischärler eingesetzt wurde, sind, den Montagszeitungen zufolge, 45 Araber getötet worden. Auf britischer Seite wurde ein Offizier getötet und einer schwer verwundet. An der Jerusalem- Jaffa-Eisenbahnlinie wurden 58 arabische Freischärler verhaftet. Tschechische Ausschreitungen gegen Deutsche. Die Slowaken lassen sich nicht einschüchtern. Berlin, 13. März. (DNB.) Wie der Berliner „Montag" aus Preßburg berichtet, wird die Spannung, in der sich die Slowakei seit dem tschechischen Staatsstreich vom Freitag befindet, immer unerträglicher. Die Bevölkerung, die von tschechischer Seite fast stündlich mit Rundfunkaufrufen, mit „Erklärungen" verschiedener „Regierungen" beunruhigt wird, erwartet mit wachsender Erregung eine Klärung der Lage, die immer unhaltbarer wird. Die militärischen Maßnahmen der Tschechen gehen unentwegt weiter. Die Zahl der Zwischenfälle, die sich aus der energischen Haltung der Bevölkerung und infolge von Hebergriffen des tschechischen Militärs ergaben, wächst von Stunde zu Stunde. Die Prager Regierung gibt bereits acht Todesopfer zu, die Auslandspresse berichtet von 19 Toten, die wirkliche Anzahl der Opfer dürfte sich erst nach Beendigung des jetzigen Zustandes und nach Wiederherstellung des Rechtszustandes in der Slowakei feststellen lassen. Die Krankenhäuser beginnen sich bereits mit zahlreichen Schwerverletzten zu füllen. Zahlreiche Verletzte werden heimlich in Wohnungen untergebracht und gepflegt. Als besonders ernst ist es zu betrachten, daß die tschechischen Soldaten es offensichtlich auch besonders auf Deutsche abgesehen haben. Nachdem bereits am Samstagabend die Kundgebung der Deutschen, bei der Staatssekretär Karmasin sprach, durch Gewehrschüsse gestört worden war, erfolgte in der Nacht der Feuerüberfall auf das Haus der Karpatho - Deutschen Partei sowie zahlreiche Verhaftungen von Deutschen. Wüster Terror in Brünn. Brünn, 13. März. (DNB. Funkspruch.) Die Tschechen haben ihre Maske fallen lassen. Heber die unerhörten brutalen Drangsalierungen der deutschen Bevölkerung und die Ausschreitungen gegen Deutsche in Brünn, die an die schlimmsten Zeiten des tschechischen Chauvinismus unter dem Benesch-Regime erinnern, liegen jetzt nähere Einzelheiten vor. Ein Teil der Deutschen, die sich in den Straßen der Stadt zu disziplinierten Zügen formierten, wurde von der tschechischen Polizei gesprengt und nach Raschin zurückgedrängt. Dort ritt die P o - lizei mitten in die Menge hinein und ging rücksichtslos mit dem Gummiknüppel vor. In der Rennergasse wurde eine Gruppe von 300 bis 400 Deutschen von der Polizei eingeschlossen ^und mehrere Stunden festgehalten. Der deutsche Student Kresse wurde von tschechischem Mob Überfallen, zu Boden geschlagen und schwer mißhandelt. Der Scharführer der Volksdeutschen Mannschaft S t e 111 e wurde gleichfalls überfallen. Die Polizei schritt ein und verhaftete nach bekannter Methode den zu Boden Geschlagenen. Dor dem Kino Capitol fand man am Abend einen Deutschen, der so schwer verletzt war, daß er von der Rettungsgesellschaft in bedenklichem Zustand abtransportiert werden mußte. Von tschechischen Kommunisten wurden Hakenkreuzfahnen h e r a b g e r i f f e n , mit F ü - ßen getreten und zerfetzt. Auch vor dem Kaufhaus Asso überfielen Tschechen einen Deutschen und verletzten ihn. Ferner wurde in der Rathaus- aasse ein Deutscher niedergeknüppelt und von fünf Tschechen durch Fußtritte schwer mißhandelt. Der deutschstämmige Rolf K r i w a n e k wurde an der Ecke der Krönastraße von tschechischen Trupps niedergeschlagen und schwer verletzt. Bei diesem Heber» fall sah der Polizist Nummer 825 untätig den Mißhandlungen zu. Nach Schluß einer Sondervorstellung für den Bund der Leibesübungen im Schauspielhaus wurden die heimkehrenden Deutschen von tschechischem Pöbel überfallen und geschlagen. Die Rettungsgesellschaft teilte mit, daß im Postgebäude ein schwerverletzter Deutscher liege. Bisher hat die tschechische Polizei den Schwerverletzten jede ärztliche Hilfe verweigert. Ein Heberblick über die Meldungen, die bis Mitternacht aus Brünn vorlagen, ergibt das eindeutige Bild, daß es sich bei den Angriffen auf Hakenkreuzfahnen in den verschiedensten Stadtteilen von Brünn um eine unter Mithilfe von tschechischen Kommun i st e n organisierte Aktion handelt. Die Kommunisten erklären ganz offen, daß sie das Hissen von Hakenkreuzfahnen unter allen Hmständen verhindern wollen. Vielfach wurden deutsche Volksgenossen, die sich auf die behördliche Genehmigung zum Zeigen der Hakenkreuzfahnen berufen, oder ihre Fahne hissen wollten, mißhandelt, mit Schlagringen traktiert und zu Boden geschlagen. Vereinzelte Versuche der P o l i z e i, die fast überall untätig zusah, einzugreifen, wurden von den tschechischen Demonstranten regelmäßig mit dem Absingen der Staats Hymne beantwortet; die Polizei muß dann jedesmal die Ehrenbezei- g u n g leisten und ist so nicht in der Lage, ihre Pflicht zu tun. Es kam auch zu Auseinandersetzungen um die Turnhalle der Deutschen Vereinigung, die ohne ersichtlichen @runb von der tschechischen Gendarmerie besetzt werden sollte. Die Gendarmerie wurde bei ihrem Vorgehen bezeichnenderweise von einer großen Menge tschechischer Kommunisten unterstützt, die wie auf Kommando plötzlich zur Stelle waren. Als die Angehörigen des deutschen Schutzkorps sich dem An- fturm der Tschechen widersetzten und sie zurückschlugen, zog die mehr als tausendköpfige Menge pfeifend und johlend zum Deutschen Haus und zum Gebäude des Zentralverbandes der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaft. In den Abendstunden haben tschechische K o m m u n i st e n aus den benachbarten Jndustrieorten Königsfeld und Kunrowitz Nachschub erhalten, so daß die Lage der deutschen Schutzabteilung stündlich bedrohlicher wird. Einer der Repräsentanten des Brünner Deutschtums, Dr. Schwabe, wurde auf offener Straße durch tschechische Terrorgruppen angefallen, zu Boden geschlagen und roh mißhandelt. Ein am Tatort erscheinendes Heberfallkommando der tschechischen Staatspolizei sah nach der aus der Beneschzeit bekannten Methode dem Treiben der tschechischen Horden völlig untätig zu. Zwei deutsche Volksangehörige, die zufällig vorübeL- kamen, riefen eine Abteilung des deutschen Schutzdienstes herbei. Erst dieser gelang es, nach einem schweren Handgemenge, die Tschechen an weiteren Gewalttaten zu hindern. Dr. Schwabe hat schwere blutige Verletzungen im Gesicht und an der Brust davongetragen, die darauf schließen lassen, daß die Tschechen mit Knüppeln auf den Deutschen losgegangen sind und ihn mit Stiefeln ins Gesicht getreten haben. Ueberfaö auf deutsche Geschäfte in preßburg. Berlin, 12. März. (DNB.) Nachdem es die ganze Nacht in Preßburg und in der Provinz zu zahlreichen Zusammenstößen zwischen tschechischem Militär und Gendarmerie einerseits und der Hlinkagarde anderseits gekommen war, wobei die Tschechen den Kürzeren zogen, glaubten die Tschechen ihren Unmut über die slowakischen Kundgebungen dadurch kühlen zu können, daß sie deutsche Volksgenossen angriffen. Es kam, wie der „Völkische Beobachter" meldet, zu Zusammenstößen, bei denen zahlreiche Deutsche verletzt wurden. Auch Verhaftungen wurden von der tschechischen Polizei oorgenommen. Die Armbinden der FS. wurden heruntergerissen und in zahlreichen deutschen Geschäften die Fenster- cheiben eingeschlagen. Die FS. übernahm darauf den Schutz des deutschen (Eigentums. Teplansky wandte sich deswegen an Chwalkowsky, um gegen die Bewaffnung und Selbstverteidigung der deutschen Volksgruppe zu protestieren. In der Nacht zum Sonntag wurden vier Reichsdeutsche, harmlose Straßenpassanten, in Preßburg verhaftet. Der deutsche Generalkonsul intervenierte sofort, konnte aber bisher eine Freilassung der Verhafteten nicht erlangen. Es wurden darüber hinaus neuerlich 70 Personen verhaftet, darunter auch zahlreiche Mitglieder der deutschen Volksgruppe. Der Verlagsdirektor des „Grenzboten" wurde nach der Samstag-Kundgebung der deutschen Volksgruppe von mit Hlinkaarrnbinden getarnten Polizisten nach Dräger Manier mit bem Gummiknüppel niedergeschlagen. Sein Begleiter, ein Reichsdeutscher, erhielt von einem mit einem Gewehr bewaffneten Polizisten Kolbenschläge in den Rücken und mußte ärztliche Behandlung aufsuchen. Auch eine schwangere Frau wurde geschlagen. Am Sonntagabend gegen 22 Hhr wurde der Brückenkopf auf slowakischer Seite, der am Freitagabend von tschechischer Gendarmerie geräumt worden war, neuerlich von tschechischen Polizisten besetzt. Um 22.15 Uhr wurde der Vertreter des „Völkischen Beobachters" am Heberschreiten der Brücke nach Engerau behindert und beleidigt. Hlinkagarde gegen Sidor. Preßburg, 12. März. (DNB.) Der Stabschef der Hlinka-Garde, Murgatsch, hat, wie der Zeitungsdienst Graf Reischach meldet, einen Aufruf erlassen, in dem er Sidor für nicht mehr würdig erklärt, als obersten Befehlshaber der Hlinka-Gar- den aufzutreten. Dem von Prag eingesetzten Ministerpräsidenten wird in diesem Ausruf oorgeworfen, daß er Prag gegenüber eine schwache Haltung eingenommen und auf die unantastbaren grundsätzlichen Forderungen der Slowaken verzichtet habe. Aus dem Aufruf geht weiter hervor, daß sich das Offizierkorps der Hlinka-Garden in aller Form geweigert hat, sich einer vonPrag eingesetzten Regierung, insbesondere aber der Regierung Sidor, zur Verfügung zu stellen. Es gebe nur eine Parole: Kompromißloser Kampf gegen jede Vergewaltigung der dem slowakischen Volke zustehenden Rechte. 150 Hlinkagardisten verhaftet. Olmütz, 13. März. (DNB.) Mehr als 1 5 0 A n - gehörige der Hlinkagarde, die von tschechischer Polizei und tschechischem Militär in verschiedenen Teilen der Tschecho-Slowakei verhaftet worden waren, sind am Sonntagnachmittag nach Olmütz verschleppt und in das Kreisgefängnis geworfen worden. In Preßburg sowie an zahlreichen anderen Orten der Slowakei kam es gu schärfsten Auseinandersetzungen zwischen den Kommandanten der Hlinkagarde und den tschechischen M i l i t ä r t o m m an ö a n t e n. An verschiedenen Stellen liegen Hlinkagarde und Militär alarmbereit einander gegenüber. Die Lage ist so gespannt, daß jeder Zwischenfall, der sich ereignet, die ernstesten Folgen haben kann. Der von Prag benannte Ministerpräsident Sidor versprach alles zu tun, um diese gefährliche Spannung zu beseitigen. Er erklärte aber, von seiner Regierung dürften keine Wunder erwartet werden. „Wunder kann nur Gott tun." 250 Slowakenführer verschleppt Preßburg, 13. März. (DNB.) Wie erst Sonntggabend durch eine Feststellung von slowa- kischer Seite bekannt wird, sind in den letzten Tagen nicht nur slowakische P r i e st e r, slowakische Landtagsabgeordnete und zahlreiche K o m m a n d a n t e n der Hlinkagarde sowie mehrere Bezirkshauptleute und eine große Anzahl sonstiger Beamter von den Tscheschen verhaftet worden, sondern die Tschechen verhafteten darüber hinaus noch 2 5 0 fn der Eckstein No. 5 sind fünf Eigenschaften vereint, die die 6üte einer Zigarette bestimmen. 2 D H cn ** U3 -» U < Ue Ul Q Z ui O D ui CO i P-S W-» M z > c co f Vd V) tn PO tn to m ~r >6 U 7= /V” M N £= sein? Aus alter Wett. Listige Ausbil- Vom Sondergericht Kapper Bahnhofstraße 110, zur Linde, aus statt. irosD Gießen (Horst-Wessel-Wall 54), den 13. März 1939. Die Trauerfeier findet am Dienstag, dem 14. März, um 14 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt. 1802D Der frühere Inhaber unserer Firma 18061’ Frau M. Cordier. Gießen (Walltorstraße 1), 12. März 1939. Gießen, den 12. März 1939. 1807D I804D dem b e -- en offen zum Tode 11. März Der jetzige Inhaber der Firma Eduard Sack Die Gefolgschaft der Firma Eduard Sack. verurteilt. (DNB.) Das den neunzehn- aus Graz, der Berlin, 12. März. (DNB.) Am Schluß der Konferenz der Rektoren der wissenschaftlichen Hochschulen desGroßdeutschen Reiches faßte Staatsminister Dr. Wacker als einheitliche Auffassung aller Rektoren die wesentlichen Ergebnisse der Arbeitsbesprechung in folgenden zwölf Sätzen zusammen: 1. Die nationalsozialistische deutsche Hochschule hat die großen völkischen Aufgaben, die ihr vom Führer und dem Beauftragten für den Dier- johresplan gestellt sind, mit dem festen Entschluß übernommen, sie zu lösen und damit zu ihrem Teil beizutragen, die Lebensgrundlage des deutschen Volkes zu sichern und zu verbessern. 2. Die deutsche Hochschule als senkt werden. 3. Durch positive Auslese muß der geeignete Nachwuchs in dem erforderlichen Umfange für die deutsche Hochschule zur Verfügung gestellt werden. Dadurch wird auch die Deckung des Bedarfs an Anwärtern der akademischen Berufe möglich. Auslese führende Slowaken und verschleppten sie. Der von Prag eingesetzte Ministerpräsident Kart Sidor, der noch am Samstagabend auf die Frage nach dem Verbleib T u k a s die Antwort schuldig blieb, hat Sonntagabend öffentlich in einer Rundfunkansprache die Verhaftungen und Verschleppungen fe st ae stellt. Er verlangte die Freilassung der Verhafteten sowie die Zurückbringung der Verschleppten innerhalb von 48 Stunden und erklärte, daß er in Prag gegen die Verhaftungen Protest eingelegt habe. Sidor verwahrte sich gegen den Vorwurf, irgendwie an den Verhaftungen, die die Tschechen vornahmen, beteiligt gewesen zu sein. Er erklärte, daß er mit den Verhaftungen nicht das Geringste zu tun habe. Madrid vor der Hungersnot. Die Nationalen halten Lebensmittel bereit. Paris, 13. März. (Europapreß.) Madrid steht vor der Hungersnot. Die Kämpfe zwischen den Milizen Miojas und den Kommunist e n haben die Stadt tagelang von den sowjetspanischen Hafenstädten vollkommen abgeschnitten. Die Folge war, daß die in den Magazinen für den äußersten Notfall aufbewahrte eiserne Reserve an Brotmehl aufgebraucht wurde. Don Montag an kann daher, wie die französischen Berichterstatter dungsstätte des deutschen Volkes muß gabten deutschen Volksgeno st e h e n ; nicht nur die Durchführung des Studiums selbst, sondern auch die Aufnahme des Studiums muß gesichert werden. Das bedeutet, daß der liebergang von der Grundschule zur Höheren Schule, von der Höheren Schule zur Hochschule ohne Rücksicht auf Herkunft und wirtschaftliche Stellung jedem jungen Deutschen ermöglicht werden muß. Hierzu ist auch erforderlich, daß die vorhandenen Mittel zur Förderung der Begabten innerhalb der Hochschule erhöht und die Kosten der Gesamtausbildung einschließlich der S t u d i e n k o st e n g e - und seiner Ersparnisse in Höhe von 152 Mark beraubt hatte, wegen vorsätzlicher und überlegter Tötung zum Tote. 15 Mitglieder einer Rauschgiftschmuggelbande in Frankreich verhaftet. Die Sicherheitspolizei in Paris hat eine umfan® reiche Rauschgiftschmugglerbande dingfest gemacht. Ls ist bestimmt In Gottes Rat, daß man vom Liebsten was man hat, muß scheiden. Sonntag, den 12. März, entschlief sanft nach kurzen, schweren Leiden, im Alter von 39 Jahren mein lieber, herzensguter Mann, treusorgender Vater, Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Wilhelm Keßler, Mechanikermeister. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie Keßler, geb. Stengel, nebst Kindern Familie Philipp Keßler Familie Philipp Stengel Christine Peppier. Großen-Linden, den 12. März 1939. Die Beerdigung findet Dienstag, den 14. März, 15'/r Uhr, vom Trauerhause Ltvanssvevfteisevm»s Dienstag, 14.3.1939,14Uhr. sollen im Verkanlslokal Hartmetz, Nenenw. 28, bzw. an Ort n. Stelle (Bekanntg.i. obig, iiokal) zwangsweise gegen sofortige Barzahlung versteigert werden: Saus-, Laden- u. Bürvmöbel aller Art,1Sofa,2Staubiauger,lSvie- gel, 1 Lochstanze, 1 Schneidernäh- maschine, Anzugsstoff, 1 Schreibmaschine, 1 Standuhr, 1 Schau- fen'terausstellungseinr'chtung. Bestimmt wird versteigert: isnD 1 Schaubeckalbum nuBriefmarken. QphQpmann Gerichtsvollz. i. Gienen OblldrillaUH Wiesenstr. 2, Tel. 3108 Leipziger Frühjahrsmesse voller Erfolg Fwd. Rach Abschluß der Mustermesse in Leipzig kann das Ergebnis kurz dahin zusammengefaßt werden, daß die Rekordmesse des Jahres 1938 noch übertroffen wurde. Namentlich gilt das für das Jn- landgeschäft, aber auch der Auslandabsatz konnte ver- schiedentlich erfreulich gesteigert werden. Die Technische Messe und die Baumesse, die noch bis Montag geöffnet bleiben, hatten am Freitag einen unterändert starken Besuch zu verzeichnen. Insbesondere war auch hier vielfach lebhaftes Auslandeinteresse zu beobachten. Mil dem Auto in den Rhein. Auf der rechten Rheinstraße vor der Ruine Ehrenfels fuhr ein Kraftwagen mit drei Insassen, die aus Wiesbaden - Biebrich stammten, in den Rhein. Das Auto rannte in der Kurve gegen das eiserne Straßengeländer. Bei dem heftigen Anprall wurden zwei Insassen herausgeschleudert und blieben schwerverletzt liegen. Der Fahrer stürzte mit dem Wagen in den Rhein und ertrank. Seine Leiche wurde noch nicht gefunden. Jialasiris Gesund heits-Korsett 15. —17. März 1673A persönliche Beratung Korsettmoden BesM.Bierans Gießen, Selters weg 59 Die Aufgaben der deutschen Hochschulen 12 Leitsätze als Ergebnis der Rettorenlonferenz. 15 Mitglieder wurden hinter Schloß und Riegel gk« bracht. Man war der Bande auf die Spur gekommen, als die Neuyorker Polizei vor einigen Monaten in dem Gepäck eines aus Frankreich kommenden Passagiers mehrere Kilogramm Heroin gefunden hatte. Spielhöllen in Budapest ausgehoben. Die Budapester Polizei hat am Samstag zwei Spielhöllen ausgehoben, wobei hohe Bargeldbeträge und mehr als 5000 Spielmarken beschlagnahmt wurden. Der eine Spielklub war mit einer am Fenster angebrachten Strickleiter versehen, die von den Besuchern bei einer etwaigen Razzia zur Flucht benutzt werden sollte. Gegen mehr als 40 Personen wurde das Strafverfahren eingeleitet. Berchtesgaden, Sondergericht München verurteilte Herr Eduard Sack wurde nach einem arbeits- und segensreichen Wirken leider allzu früh aus unserer Mitte gerissen. Der Verlust trifft uns umso mehr, als dieser gerade und aufrechte Mann nicht nur in der Zeit der eigenen Inhaberschaft der Firma, sondern auch noch nach seinem Ausscheiden uns mit Rat und Tat zur Seite stand. Sein Leben und Wirken wird uns allen Vorbild bleibe* Kl «pL I o OO O von $ b*s 20 vom Hundert erhalten Sie bei wie- IN dCn I dbbv derholten Veröffentlichungen einer Anzeige jährigen ledigen Alfred , , im Juli 1938 einen Arbeitskameraden ermordet und Förderung der Besten und Begabtesten allein aewährleistet auf die Dauer den Hochstand der deutschen Wissenschaft und der deutschen Hochschule. 4. Die nationalsozialistische deutsckje Hochschule stellt eine Arbeits- und Erziehungsgemeinschaft dar. 5. Lehre und Forschung sind für die deutsche Hochschule eine untrennbare Einheit: Grundforschung und Zweckforschung sind gleichberechtigte, notwendig zusammengehörende Aufgaben der Forschungsarbeit des deutschen Hochschullehrers. Der deutsche Hochschullehrer ist Lehrer und Forscher zugleich. 6. Die Erfüllung der völkischen Aufgaben, die der deutschen Wissenschaft gestellt sind, beeinträchtigt nicht die Freiheit der Lehre und Forschung, die Wesensmerkmale und unabdingbare Grundlage der deutschen Hochschule und ihrer Idee der Wissenschaft ist. 7. Die Hochschule ist nicht nur eine Bildungs- und Ausbildungsanstalt: sie ist darüber hinaus dazu bestimmt und dafür verantwortlich, den Gesamtbestand und Hochstand des Geistesgutes des deutschen Volkes zu hüten, zu vertiefen und zu erweitern. 8. Bei der Festlegung der Studienpläne und der Gesamtausbildung ist die entscheidende Frage, welcher Umfang und welches Maß an wissenschaftlicher Ausbildungsarbeit erforderlich ist, um die selbständige, schöpferische wissenschaftliche Arbeit zu sichern. Nicht entscheidend ist also die Frage, was abgestrichen werden soll und muß, um eine Verkürzung zustande zu bringen. Die Verkürzung der Gesamtausbildungszeit ist insoweit anzustreben und zu verantworten, als der hohe Leistungsstand deutscher wissenschaftlicher Arbeit dadurch nicht zum Schaden des gesamten Volkes beein- s—lunghennen bestelle \ jetzt schon beim Gießener Zoo. Gießen, SeltcrswegO, Telefon 3292. trächtig! wird. Sie darf nicht einseitig zu Lasten der Studierenden erfolgen. Gleichzeitig mit einer Verkürzung der Gesamtausbildungszeit ist eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Jungakademiker nach Abschluß ihres Studiums notwendig. 9. Zur Erfüllung der völkischen Aufgaben der deutschen Hochschule ist erforderlich, ihr zusätzliche Mittel zur dauernden Verbesserung ihrer Einrichtungen zur Verfügung zu stellen. 10. Die deutsche Hochschule erstrebt die Einheit deutscher wissenschaftlicher Arbeit: das bedeutet, daß Grundwissenschaft und angewandte Wissenschaft gleichberechtigte Glieder eines Ganzen sind, weil entscheidend für den Fortschritt der Wissenschaft im Enderfolg sowohl die Ausarbeitung und Anwendung gewonnener und übernommener Erkenntnisse, wie die Gewinnung neuer Erkenntnisse sein werden. Aus diesem Grunde müssen alle Wissenszweige ihrer 21uf- cjabe und Bedeutung entsprechend gepflegt und gefördert werden. 11. Die deutsche Hochschule hat nach überlieferter Weltgeltung der deutschen Wissenschaft und nach ihrer gegenwärtigen Aufgabe und Leistung im Großdeutschen Reich den Anspruch auf die Anerkennung und die Unterstützung des gesamten Volkes. 12. Die wissenschaftlichen Hochschulen des Groß- deutschen Reiches stellen eine Einheit dar, die notwendig auch die organisatorische Vereinheitlichung des gesamten Hochschulwesens beim Reich erfordert. Die nationalsozialistische deutsche Hochschule will die hohe Schule des deutschen Volkes melden, nicht einmal mehr eine äußerst beschränkte Brotration verteilt werden. Auf nationalspanischer Seite sind unter Berücksichtigung dieser Lage im Laufe des Sonntags große Lebensmitteltransporte hinter der Front eingetroffen, die sofort nach dem Einmarsch der nationalen Truppen an die Madrider Bevölkerung zur Verteilung gelangen sollen. Der kommunistische Widerstandswille, der seit dem Eingreifen der von der Äalencia-Front eingetroffenen Kerntruppen Miajas gebrochen worden war, der aber innerhalb der letzten 48 Stunden doch immer wieder aufflackerte, ist im Laufe des Sonntags anscheinend völlig erstickt worden. Nur in der weiteren Bannmeile von Madrid wird gegenwärtig noch gekämpft. Die Erbitterung, mit der sich die beiden Gruppen bekämpften, geht daraus hervor, daß alle Personen, die im kommunistischen Parteihaus angetroffen worden waren, erschossen wurden. Ein Teil der Kommunisten hat sich Miaja ergeben, nachdem er erkannte, daß Widerstand aussichtslos war. Von den Milizen Miajas wurden große Lebensrnittel- und Munitionsreseroen gefunden. Nach Ansicht der Pariser Blätter scheint dies darauf hinzudeuten, daß die Kommunisten bei ihrer Revolte gegen Miaja nach einem genau festgelegten Plan handelten, und daß die Versuche, die gemäßigteren marxistischen Elemente durch die Extremisten auszuschalten, von langer Hand vorbereitet waren. Rundfunkprogramm Dienstag, 14. INärz. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk: Entlang der Grenze. Ein Gang durch das südlichste Kärnten. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: O holde Frau Musical 16: Tanz- und Unterhaltungsmusik. Einlage: Das Mikrophon unterwegs. 18: Volk und Wirtschaft: Typenbegrenzung — eine nationale Notwendigkeit. 18.15: Ein vorbildliches Dorf. 18.30: Immer, wenn Soldaten fingen! 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Nicht lange mehr ist Winter. Unsere Jungen und Mädel treiben den Winter aus. 20: Nachrichten, Grenzecho. 20.15: Beliebte Suiten und Potpourris (I). 21: Der junge Goethe (XL Abend). Flucht in die Berge (Schweiz 1775). 22: Nachrichten. 22.20: Politische Zeitungsschau. 22.35: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 3: Nachtkonzert. Wetterbericht Der Hochdruckrücken vom Atlantik nach Nordruß- land hat sich weiterhin verstärkt. Während an seiner Nordseite die vom Atlantik ausgehenden Störungen nach dem Nordmeer durchgehen, strömen an der Südseite weiterhin kalte Festlandsluftmassen nach Deutsch- land ein, die zu wechselnder Bewölkung und vereinzelt noch zu leichten Schneefällen Anlaß geben. Vorhersage für Dienstag: Wechselnd be- wölkt, doch einzelne leichte Schneeschauer möglich, kühl, nachts stellenweise mäßiger Frost, nordöstliche Winde. Vorhersage für Mittwoch: Weiterhin kühl, wechselnd bewölkt, vereinzelt noch leichte Schneeschauer. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertteter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. II. 39: 10 631. Druck und Verlag: Brühlsche Universitäts« druckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Unerwartet schnell verschied am 10.März 1939 mein herzensguter, unvergeßlicher Gatte, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel im 58. Lebensjahr. Ein Leben voll treuester Pfichterfüllung und Arbeit hat ein allzu frühes Ende gefunden. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie Sack, geb. Freund. Danksagung. Für die warme Anteilnahme am Heimgang meines lieben Mannes sage ich auch im Namen meiner Kinder herzlichen Dank. Statt Karten. Am 7. März 1939 entschlief mein lieber Mann, unser guter Vati, Sohn und Bruder, der Preußische Staatsforstmeister Hans Borgmann. Senta Borgmann und Kinder Margarete Borgmann Eberhard Borgmann Peter Borgmann. Kassel (Kr. Gelnhausen), den 13. März 1939. Eduard Sack Metzgermeister Nr. 61 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Montag. lZ. März 1939 m ■ 1 B ■ ' • H Aus der Stadt Gießen. Jischmahlzeiten helfen sparen. Fcht, wo es zum Frühjahr geht, häufen sich für die tüchtige Hausfrau die Auf- und Ausgaben. Mancherlei ist zu bedenken, denn Hausputz, Schneiderei und Einkäufe bringen manche große Ausgabe, die man gern am Wirtschaftsgeld einsparen möchte, ohne daß aber die Nahrhaftigkeit der Speisen oder ihrer Menge darunter zu leiden hätte. Hier meldet sich als Helfer das Fischgericht, das in seinem Verhältnis von Preis und Nährwert vielen anderen Eßwaren den Rang abläuft. Wir könnten den Eiweißbedarf des Körpers allein mit Fischeiweiß bestreiten, wenn wir häufiger Fisch in jeder Gestalt zu uns nehmen würden. Und wir würden unserem Körper damit zugleich die wertvollen Ergänzungsstoffe, wie Vitamine, Salze, Jod, Kalk und Phosphor zuführen, die wir zum Körperaufbau, also in der Kinderkost, und zur Körpererhaltung, also bei der Erwachsenen-Ernährung, brauchen. Aus dem gräten- und gänzlich abfallfreien Fischfilet lassen sich verschiedene Gerichte Herstellen. Aber auch die ganzen Fische stehen zu einem Preise zur Verfügung, bei dem mancher Groschen an einer einzigen Mahlzeit erspart werden kann. Ein Braten von Seelachs, Schellfisch, Kabeljau und dem fetten Rotbarsch kann — gespickt oder ungespickt, vor allerp aber mit Gemüseumrahmung — sowohl den Sonntagstisch zieren als auch eine nahrhafte Wochentagskost abgeben. Ein Fifchfrikasfee ist pikant und billig und zudem außerordentlich schnell zubereitet. Auch die Zeitersparnis ist der Hausfrau in diesen Monaten des Großreinemachens wertvoll. Auf knapp 30 Pfennig für die Person stellt sich eine Mahlzeit, die aus gebackenem Fischfilet mit sauren Linsen und zum Nachtisch aus Backobst besteht. Will man etwas mehr, etwa 40 Pfennige, anlegen, so kann es einen Fischauflauf mit der nahrhaften und sehr sättigenden Bechameltunke geben, dazu noch irgendeine Kohlbeilage und als Vorsuppe etwa Lauch- oder Gemüsesuppe. Das preiswerte Fischfleisch ermöglicht diese sparsame Wirtschaftsführung. Mehr noch als der mittägliche Speifeplan macht der abendliche der Hausfrau Kopfzerbrechen. Auch hier zeigt sich der Fisch als geld- und zeitsparender Helfer. Mittägliche Fischreste werden noch warm von Haut und Gräten befreit und mit Kartoffeln, Makkaroni oder sonstigen passenden Beigaben, wie etwa Sauerkraut, Mohrrüben, Püree usw., in eine Auflaufform geschichtet. Je nach Geschmack und Vorrat gibt man Reibkäse. Eimilch und Flöckchen dazu, dann braucht man das Ganze abends nur zum Ueberbacken kurze Zeit in den Ofen zu schieben. Vornoiizen. Tageskalender für Montag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Gebrandmarkt". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Nacht der Entscheidung". — Oberhessischer Kunstverein. 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. WHW. Ortsführung Dießen-Nord. Am Montag, 13., Dienstag, 14., und Mittwoch, 15. d.M., wird im Bereich der Ortsgruppe Gießen- Nord die Pfundsammlung durchgeführt. Die Hausfrauen werden gebeten, die Pfundpäckchen bereitzulegen. Gleichzeitig wird durch die NS.-Fräuenschaft die Eiersammlung durchgeführt. Auch hier werden die Hausfrauen gebeten, sich rege daran zu beteiligen. WH78., Ortsführung Dießen-Süd. Am Montag, 13., Dienstag, 14., und Mittwoch, 15. März, findet im Bereich der Ortsgruppe Gießen- Süd die Pfundsammlung für den Monat März 1939 und eine Eiersammlung durch die NS.-Frauenschaft statt. Die Einwohnerschaft der Ortsgruppe wird gebeten, die Spenden bereitzuhalten. Gießener Stadttheater. 10, Morgenveranstaltung: Zum Heldengedenktag. Die zehnte Morgenveranstaltung, von der Leitung des Stadttheaters in Verbindung mit der NS.-Ge- meinschaft „Kraft durch Freude" ausgerichtet, war in ihrer Vortragsfolge ganz dem Ernst und der Würde des Heldengedenktages angemessen, die Bühne mit dunklem Grün und mit den Kriegsflaggen des Reiches geschmückt. Die heroisch-feierliche Musik der „Coriolan"-Ouver- türe von Beethoven, durch das Städtische Orchester unter der Stabführung von Heinz Markw ardt klangschön vorgetragen, schuf zu Beginn eine weihevoll nachhallende Stimmung. Darauf betrat der Kriegsdichter Thor Goote die Bühne zu einer Vorlesung aus eigenen Werken.' Goote, der durch seinen Munitionskolonnen-Roman „Wir fahren den Tod" und durch einen Flieger-Roman bekannt geworden ist, las aus dem Manuskript zwei Abschnitte einer größeren Erzählung, die ebenfalls während des Krieges bei einer deutschen Jagdstaffel, an der Westfront spielt. Während in jenem früher! erschienen Buche die Gestalt des auf unglückliche und, traurige Weise ums Leben gekommenen Pour le merite= | Fliegers Hauptmann Berthold im Mittelpunkt der Ereignisse steht, ist hier die volkstümlicher und be- rühm^r gewordene Erscheinung des Hauptmanns Boelcke als des Führers der Jagdstaffel 2 die Zentralfigur der Schilderung, die in knappen, kurzen, manchmal fast abgehackt klingenden Sätzen berichtet. Der erste Teil gibt ein Gespräch zwischen Boelcke und Böhme, einem der Offiziere seiner Staffel, wieder, und in den sparsam hin und her gehenden, Sätzen ist etwas vom Geist und Lebensrhythmus der deutschen Feldfliegertruppe während des Krieges zu spüren. Der Glaube an die große Aufgabe, der unerschütterliche Siegeswillen und die Sorge um die beste Nachfolge in der Führung der Staffel — das sind die Gedanken, um die das einsame Gespräch der beiden unablässig kreist: schon hier taucht die unvergeßliche Gestalt Manfred von Richthofens auf, der wie kein anderer dazu ausersehen und berufen ist, nach Boelckes Ende die Staffel in dessen Sinne weiter-, zuführen. . Der zweite Teil schildert das Ende Boelckes, des k Siegers in vierzig Luftgefechten. An einem stürmischen [ Tage steigt die Jagdstaffel zum Geschwaderflug über der Somme auf, es kommt zu einem kurzen Gefecht mit englischen Gegnern, das aber ergebnislos bleibt; während des Kampfes stoßen Boelckes und Böhmes Flugzeuge zusammen: Böhmes Apparat bleibt unbe- Heldengedenkiag und Tag der Wehrfreiheit in Gießen Eindrucksvolle militärische Feier auf dem Trieb. — Kranzniederlegungen an den Ehrenmalen Gießens Straßen prangen in reichem Flaggenschmuck. Am gestrigen Sonntag galt er dem Heldengedenktag und Tag der Wehrfreiheit. Heute, Montag, ist er dem ersten Jahrestag der Heimkehr der Ostmark ins Reich gewidmet. Am gestrigen Sonntag, 8 Uhr, zog vor dem 116er-Denkmal auf dem Landgraf-Philipp-Platz ein Doppelposten der Wehrmacht als Ehrenwache auf, die bis 18 Uhr am Denkmal stand. Um 9 Uhr legten Kreisleiter Backhaus als Hoheitsträger der Partei im Kreis Wetterau und SA.-Standartcn- führer Lutter namens der SA.-Brigade 147 und der Standarte 116 an dem Denkmal Kränze zu Ehren der Gefallenen des Weltkrieges, der im Freiheitskampf der Bewegung im Reich und der in der Ostmark und im Sudetenland ermordeten Kameraden nieder. Die NS.-Kriegsopferverforgung brachte ebenfalls am 116er-Denkmal den gefallenen Kameraden mit einem Kranz ihren kameradschaftlichen Gruß dar. Marine-SA. und Marine-Kameradschaft schmücktn das Ehrenmal am Skagerrak-Platz mit Kränzen, der Kreiskriegeroerband Gießen im NS.- Reichskriegerbund und die NSKOD. legten am Kriegerdenkmal auf dem Marktplatz Kränze zu Ehren der Gefallenen von 1870/71 nieder. Am Ehrenmal auf dem Landgraf-Philipp-Platz wurden ferner noch Kränze des Volksbundes für Deutscher Kriegsgräber fürsorge, des Kameradschaftsbundes Deutscher Polizeibeamter und der eheamligen 116er niedergelegt. Der Gedenkstein im Heldenfriedhof (Friedhof am Rodtberg) wurde mit Kränzen der SA.-Standarte 116, der NSKOV-, des Volksbundes für Deutsche Kriegsgräberfürsorge und des NS.-Reichskrieger- bundes geschmückt. Den Höhepunkt des Gedenkens bildete die militärische Heldengedenkfeier aus dem Trieb zwischen der Volkshalle und der Bleidorn- Kaserne. Dort hatten die Truppen des Infanterie- Regiments 116, der III. Abteilung Artillerie-Regiment 9 und die II./Kampfgeschwader 155 in weitem, offenen Viereck Aufstellung genommen. Den Soldaten gegenüber standen als Ehrengäste die Ehrenabteilungen der Partei und ihrer Gliederungen, die Abordnung des NS.-Reichskriegerbundes, ferner hatten sich hier viele Ehrengäste, Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene, die Abteilung Wehrmacht der DAF-, die Bereitschaft Gießen der Sanitätskolonne vom Roten Kreuz und rundherum um die Aufstellung eine große Menschenmenge eingefunden. An der Spitze aller Ehrengäste waren Kreisleiter Backhaus als Hoheitsträger und viele führende Männer der Partei und ihrer Gliederungen, Generalmajor a. D. Mohr und eine Anzahl weiterer Offiziere der alten Armee, Oberbürgermeister Ritter als Vertreter der Garnisonstadt Gießen, Landrat Dr. Lotz als Vertreter des Landkreises Gießen, der Rektor der Universität Professor Dr. ©eifer erschienen. Ferner hatten sich u. a. viele Offiziere des Beurlaubtenstandes und eine große Zahl weiterer Ehrengäste eingefunden. Um 10 Uhr traf der Standortälteste, Generalleutnant von Apell, auf dem Paradeplatz ein. Ihm wurde die Paradeaufstellung von dem Kommandeur des Jnf.-Regts.116, Oberst Herr le in, gemeldet. Dann schritt Generalleutnant von Apell in Be- kameraden der alten und der neuen Wehrmacht! Deutsche Männer und deutsche Frauen! Deutsche Jugend! „Nun laßt die Glocken von Turm zu Turm Durchs Land frohlocken im Jubelsturm! Des Flammenstoßes Geleucht facht an, ' Der Herr hat Großes an uns getan! Ehre sei Gott in der Höhe!" So können auch wir jubelnd singen, wenn wir auf die gewaltigen weltgeschichtlichen Ereignisse des vergangenen Jahres z'urückschauen. Was unsere Väter, was wir selbst in unseren kühnsten Träumen kam zu hoffen wagten, ging in Erfüllung. Zurück- Sewann der Führer dem Reich die deutsche ft m ci r t und das deutsche Sudetenland. Zehn Millionen deutscher Menschen kehrten heim ins Vaterland. Großdeutschland ist erstanden! Drum kann der heutige Heldengedenktag kein Tag der Trauer sein. Und des zum Zeichen wehen heute auf Befehl des Führers überall die Fahnen des Dritten Reiches nicht mehr auf Halbmast, wie früher am Heldengedenktage, wehen heute von allen militärischen Gebäuden neben der neuen Reichskriegsflagge auch unsere alten ruhmreichen schwarz-weiß-roten Fahnen als Symbol der Vereinigung stolzer, verpflichtender Vergangenheit mit glückhafter Zukunft. Wenn unsere Augen heute über die deutschen Lande gleiten, so sehen sie in allen Standorten das deutsche Volk geschart um seine Wehrmacht, die nach dem Wunsch und Willen^des Führers als Hüterin des Erbes der ruhmreichen gleitung des Kommodore des Kampfgeschwaders 155, Generalmajer Süßmann, des Kreisleiters Backhaus als Hoheitsträger und des Generalmajors a. D. Mohr als Vertreter der alten Armee unter den Klängen des Präsentiermarsches die Front der Truppen ab. Anschließend begrüßte Generalleutnant von Apell die Abordnungen der Partei und ihrer Gliederungen, die Formation der alten Soldaten und die übrigen Ehrengäste. Hierauf nahm die Feier mit dem Spiel des „Deutschen Volksgebets" von Dürcke durch das Musikkorps des Jnf.-Regts. 116 feinen Anfang. Nach dem Mustk- stück sprach der Standortälteste mi von Apell: alten Armee und Marine Trägerin der Gedenkfeiern an diesem Staatsfeiertage' ist. Und wo keine Truppen liegen, leitet die Partei diese Heldengedenkfeiern. Kein Dorf, so klein es auch sei, gibt es in deutschen Landen und wo immer Deutsche in der Fremde wohnen, in denen heute nicht in Dankbarkeit und Treue aller derer gedacht wird, die im Weltkriege getreu dem Fahneneide Leben oder Gesundheit für unseres geliebten Vaterlandes Ehre und Freiheit opferten. „Welch eine Wendung durch Gottes Fügung" kann man auch hier sagen! Denn noch vor wenigen Jahren waren es recht bescheidene Teile des deutschen A wirkt schmerzstillend- I jpM VI ■■erfrischend-belebend ■ Amol Kaimelllergeist ab 80 Pf. in allen Apotheken u. Drogerien Volkes, die dem Rufe des Volksbundes für Kriegsgräberfürsorge zur Ehrung unserer gefallenen Helden folgten, weil damals alles, was mit Krieg und beldischem Denken und Tun zusammenhängt, in Acht und Bann getan war. heute hat dank jenem denkwürdigen 30. Januar 1933,,der alles Faule, Morsche und Un- deutsche umbrach, das deutsche Volk wieder zu sich selbst zurückgefunden, heute gelten all die Tugenden wieder, die Deutschland einst groß gemacht haben, heute ist wieder aus dem in Parteien zerrissenen, sich in Vruderhaß zerfleischenden Volk ein einiges, in gleichem Schritt und Tritt marschierendes Volk geworden, ein inks: Augenblicksbild von der militärischen Feier auf dem Trieb. — Rechts: Der Vorbeimarsch. — (Aufnahmen s2s: Neuner, Gieß. Anz.> Treue die Zahnen vor dem Heldentum derer, die für 5' nt das en, u der und S d revier Alten-Buseck, Großen-Buseck, Dauh^ Treis, Beuern und Allendorf Hans und Rinn für 34 ohne Fehler geschossene Bö be 9e ho Do I 0 01 U U de P in nt fei ick er H H 1, L Li- die rei La del 31. & in ? L Dl Id re Tes ftty Alzj 5d)i n 4; De 8. He 40, 12 Unter stärkster Beteiligung der Häger des Jagdkreises Gießen sand am Samstagnachmittag in Gießen der Jägerappell statt, zu dem der Kreisjägermeister (gleichzeitig Gaujägermeister) Nicolaus eingeladen hatte. Der „Saalbau Liebigstraße" war fast bis aus den letzten Platz besetzt, als ein Horn- sigiMl den Appell eröffnete und der Kreis- und Saujägermeister Nicolaus ein dreifaches „Horridoh" auf den Reichsjägermeister ausbrachte. Herzliche Worte der Begrüßung galten dann den Gästen, besonders Generalmajor Süß- mann, der ein eifriger Jäger sei, ferner dem .„Mentor und getreuen Ekkehardt" der Jägerei in unserem Heimatgebiet, dem 85jährigen Oekonomierat Hoffmann, der heute noch auf die Jagd gehe und entsprechend dem Abschußplan das Wild in seinem Jagdrevier einwandfrei auf die Decke lege. Mit besonderer Freude hieß der Redner weiter den stellvertretenden Landesjägermeister, Oberforstmeister Rausch, willkommen. An dem Appell nahmen^ außerdem Oberst Herrlein, Landrat Dr. Lotz, Se. Magnifizenz der Rektor unserer Universität, Prof. Dr. Seiser, Oberbürgermeister Ritter, Kreisamtsleiter Frank von der NSV. und Leutnant Radon für die Polizei teil. In seinen folgenden Ausführungen sprach dann der Gaujägermeister Nicolaus seine Freude darüber aus, daß zum ersten Male auch ein Rothirsch in der Trophäenschau des Kreises vertreten sei, dex aus der „Laubacher Ecke" stamme, mit der nun zahlreiche tüchtige Jäger zum Jagdkreis gekommen seien. Ferner wies er auf zwei Hirschgeweihe hin, die aus dem Sudetenland stammen. 2 w fe Al ha iu be *Ös| buti N in; j Hc Don Forstmeister Klingelhöfer gab dann das Ergebnis der Bewertung der Trophäenschau bekannt. Dem Bericht sei folgendes entnommen: Der genehmigte Abschuß an Böcken belief sich auf 118 jagdbare und 462 geringe Böcke, insgesamt also auf 580 Tiere. Abgeschossen wurden 519 Stück, das bedeutet 89,5% des Äbschußplanes. Für die Bewertung schieden 10 Tiere aus, die überfahren oder gerissen worden waren. Von den genehmigten 115 starken Böcken wurden 24 Stück geschossen (20,8%), von den genehmigten 462 geringen Böcken kamen 485 zur Strecke (105%). Von den 24 jagdbaren Böcken wurden 23, von den 485 geringen Böcken wurden 461 weidmännisch richtig abgeschossen. Insgesamt wurden 485 Böcke weidmännisch richtig erlegt, das bedeutet, auf die Gesamtzahl gesehen, den außerordentlich günstigen Satz von 95,3%. Der Anteil an Moorböcken betrug 95 Stück. Gaujägermeister Nicolaus gab feiner Freude über das günstige Abschuß- und Bewertungsergebnis Ausdruck und beglückwünschte die Jäger des Jagdkreises zu diesem hervorragenden weidmännischen Erfolg. Sodann schritt er zur Verteilung der Medaillen, die für ausgezeichnete weidmännische und vorbildliche Hegeleistung vergeben wurden. Er konnte eine goldene, zwei silberne und zwei bronzene Medaillen überreichen. Die goldene Medaille erhielten für die Arbeit im Gesamt- Vaterland — Sieg-Heil! Mächtig brauste der dreimalige Rus über weite Feld, des Trieb. Nach der Feier begab sich Generalleutnant von Apell mit den Ehrengästen vor die Volkshalle, während sich die Truppen und die Ehrenabordnungen der Partei und ihrer Gliederungen sowie der alten Soldaten aus der Grünberger Straße in Richtung Professoreneck zum Vorbeimarsch bereitstellten. Nach der Formierung der langen Marschkolonne begann silberne Medaille erhielt das Gesamtrevier Rabenau für 30 abgeschossene Böcke bei einem Fehler. Die zweite silberne Medaille erhielt das Staatsrevier Forstamt Grünberg für 19 ohne Fehler geschossene Böcke. Die bronzene Medaille bekam für seme im Eigenjagdbezirk und im Jagdbezirk Lich III für 18 fehlerlos geschossene Böcke der Erbprinz zu Solms- Hohensolms-Lich. Die zweite bronzene Medaille erhielten die Kameraden Jung und Denninghofs für 16 im Jagdbezirk Annerod fehlerlos geschossene Böcke. _ Im weiteren Verlauf des Appells sprach der Gaujägermeister über eine Reihe weidmännischer Fragen, die für jeden Jäger von großer Wichtigkeit waren. Er sprach zunächst von der Erweiterung der Schußzeit für Böcke, die nunmehr nicht erst am 1. Juni, sondern bereits am 15. Mai beginnt. Die Schußzeit für weibliches Rebwild ist bis zum 31. Januar verlängert. Diese Maßnahmen bewiesen, so sagte der Gaujägermeister, daß der Jägerschaft alles Vertrauen entgegengebracht werde. Er enrpfahl aber, sich nicht auf die verlängerten Abschußzeiten zu verlassen, sondern rechtzeitig mit dem Abschuß zu beginnen, damit der Abschußplan erfüllt werde. Innerhalb des Jagdkreises sei im vergangenen Jahre der Abschußplan zu 91% erfüllt worden. Nachdrücklich forderte er dann zur genauen Wildzählung, als der Grundlage des Abschußplanes für das Jagdjahr 1939/1940, auf. Er empfahl ferner die Anlage von Wildäckern und Wildremisen, die in kleinen Flächen u. U. in den Wald zu verlegen seien. Erfreulicherweise konnte mitgeteilt werden, daß der Wildschaden des Jagdkreises verhältnismäßig gering ist. Mit Interesse nahm die Jägerschaft davon Kenntnis, daß im Bezirk Rabenau Muffelwild ausgesetzt worden ist, das hier wieder eingebürgert werden soll. Der Gaujägermeister schloß seine Ausführungen mit dem Hinweis, daß auch in Zukunft der Kameradschaftsgeist gepflegt werden soll, und forderte dazu auf, stets auf die Ehre als Weidmann und als Mensch bedacht zu sein. Oer stellv. Landesjägermeister Rausch überbrachte die herzlichen Wünsche des Landesjägermeisters, Gauleiters, Reichsstatthalters Sprenger. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß der Abschuß im Jagdkreis Gießen weidmännisch so tadellos erfolgte, und gratulierte den Jägern. Die vom Reichsjägermeister gegebenen Richtlinien für den Abschuß seien im Jagdkreise Gießen in die Tat umgesetzt worden. Der beschrittene Weg, der zur Aufartung unserer Waldbestände führen solle, werde konsequent weiter verfolgt. Mit besonderer Freude sprach dann der stellvertretende Landesjägermeister über das vorzügliche Spende-Ergebnis für das Winterhilfswerk, darinnerhalb des Bereichs des Landesjägermeisters im Jahre 1938 = 34018 RM. betrug, gegenüber 14000 RM. im Vorjahre. Von den Jägern seien Opfer gebracht worden, die sich würdig der geschichtlichen Bedeutung des Jahres 1938 anpaßten. In seinen weiteren Darlegungen sprach der Redner von der Enttäuschung, die in diesem Jahre das Niederwild bereitete, von der Notwendigkeit der Förderung des Verständnisses zwischen Bauer und Jäger durch gemeinsame Besprechungen, ferner von der hohen Bedeutung der Wildzählungen als dem A und O des Abschußplanes und in großer Ueberschau über den deutschen Jäger schlechthin, dessen Weidwerk über dem Weidwerk in anderen Ländern stehe und in seiner Art ein Stück deutscher Kultur darstelle. An den Appell schloß sich eine längere Besichtigungszeit an, die den Jägern Gelegenheit gab, sich eingehend im Meinungsaustausch mit der Trophäenschan zu beschäftigen, weil diese auf den Abschuß der kommenden Jahre richtunggebend wirken soll. Oer Ausklang Dann vereinigte ein Kameradschaftsabend die. Jägerschaft mit zahlreichen Gästen, unter denen der Kreisjägermeistcr auch eine größere Zahl von Damen begrüßen konnte. Neben der Pflege der Geselligkeit bei guter Musik und alten Jägerliedern diente er vor allem der Aufgabe, die Nachbarn aus verschiedenen Jagdbezirken, die oft weit getrennt voneinander wohnen, persönlich zusammenzuführen. Denn daraus soll ja das freundnachbarliche Verhältnis erwachsen, das allein dem Weidwerk und dem Wilde zu dienen vermag. ________________ 0 bi ki 9' Dl bc fle ze eil 9 in NI le d 21 a ei ge mi '6 Z u Streit. Immer trostloser wurden die wirtschaftlichen Verhältnisse. Aber unser Herrgott dort oben hatte wohl erkannt, daß er uns erst in die tiefsten Tiefen herabführen mußte, bis wir uns auf uns selbst besinnen und seiner Hilfe wieder wert werden würden. Und bann hat er uns seine Hilfe nicht versagt. Er sandte uns den Retter in Gestalt Adolf Hitlers! Nicht leicht fiel ihm der Sieg in den Schoß. Jahre- langen, unermüdlichen Ringens um die Seele jedes einzelnen deutschen Menschen und großer blutiger Opfer bedurfte es, bis fein unerschütterlicher Glaube zum Sieg führte. Dankbar gedenken wir in dieser Stunde aller seiner treuen Helfer, die in dieser Kampfzeit der Bewegung ihr Leben gaben für Deutschlands Wiedererneuerung, wie mir auch dankbar gedenken unserer Kameraden, die in treuer Pflichterfüllung für den Wiederaufbau der deutschen Wehrmacht starben. Was in den sechs Jahren seit der Machtergreifung Gewaltiges geleistet ist, haben wir alle gesehen und miterlebt voll dankerfüllten Herzens. Glied für Glied zerbrach unser geliebter Führer mit kraftvoller Hand die Ketten von Versailles. Und im vergangenen Jahre krönte er fein Werk durch die Heimführung der Ostmark und des Sudetenlandes ins Reich. Begonnen hat eine neue, glückliche Zeit eines völlig freien, großen und mächtigen Deutschland, das in feiner Einigkeit unüberwindlich ist, fo wie es auf dem Schwert Hermanns des Befreiers auf dem Denkmal bei Detmold eingegraben steht: Deutschlands Einigkeit — Deutschlands Starke, Deutschlands Stärke — Deutschlands Macht. Voll stolzer Zuversicht können mir deshalb heute unfern unvergeßlichen im Weltkriege gefallenen Brüdern zurufen: Und ihr habt doch gesiegt! Euer Blutopfer mar ni ch t v e r- gebens. Die Saat, die ihr gesät, ist aufgegangen! Euer (Bei ft lebt im neuen Deutsch,- lanb weiter. Er ist uns ewiger Ansporn, gleich euch alle unsere Kraft und, wenn es fein muß, auch unser Leben einzusetzen für unseres Volkes Glück und unseres Reiches Größe! In diesem Sinne senken mir in Dankbarkeit und Weidmann sein — ein Ehrentitel! Kreisjägerappell mit Trophäenschau.-Weidwerk istein Stück deutscher Kultur. der Vorbeimarsch Mit der Fahnenkompanie an der Spitze rückten das Jnf.-Regt. 116, die III. Abteilung Art.-Regt. 9, die II./Kampfgeschmader 155 und anschließend alle Ehrenabordnungen vor Generalleutnant von Apell und den führenden Männern der Partei und der Behörden unter den Klängen der Marschmusik des Jnf.-Regts. 116 bzw. des Musikkorps des Fliegerhorstes in strammem Schritt vorbei. Eine große Menschenmenge mar auch bei diesem Teil der Feier mit größter Aufmerksamkeit dabei. Nach der Feier auf dem Trieb und vor der Volkshalle begab sich Generalleutnant von Apell in Begleitung des Kommandeurs Jnf.-Regts. 116, Oberst Herrlein, zum Gefallenen-Denkmal der ehemaligen 116er auf dem Landgraf-Philipp-Platz, mo er namens der Wehrmacht des Standortes Gießen als Gruß an die gefallenen Kameraden einen Kranz niederlegte. Damit fand die militärische Feier des Tages ihren Abschluß. Deutschland in den Tod gingen. Während nun die Truppen und Verbände still- standen, die Fahnenkompanie das Gemehr präsentierte und die Fahnen sich senkten, mürbe der Gefallenen ber felbgrauen Front und ber Ermorbeten der Bewegung in üblicher Weise gedacht. Dann saate Generalleutnant von Apell weiter: Und so geloben mir erneut in dieser feierlichen Gedenkstunde, nach dem Vorbild unserer gefallenen Helden im Leben wie im Sterben getreu zu sein dem Eid, den mir dem Führer geschworen, und wir bekräftigen unser Treugelöbnis voll unerschütterlichem Glauben an unseres Reiches Größe und Herrlichkeit mit dem Ruf: Unser Führer und Oberster Befehlshaber Wehrmacht, Adolf Hitler, unser deutsches Volk halt jetzt auch einmal drankommen. Bloß Strixen als Bub und nix zu fressen und grab nur ein Kellerloch in Ottakring, bas ist mir auf bie Dauer zu wenig. Ich möch? nicht bitter werben, aber das dürfen S' mir glauben, Herr Baron: so ein Leben wie meins führt nicht einmal ein Hund. Und wie ich am wenigsten daran denk', kommt plötzlich das Glück über mich. Sagt einer zu mir: Du, Schani, das mär' was für dich. Verschaff' denen die Erfindung, und du bist ein gemachter Mann. Da hab ich halt zugegriffen. Schauen S', ich bin fünfzig. Mit fünfzig ist höchste Eisenbahn, daß einer zupackt, wenn er einen Zipfel vom Leben erwischen soll. 20 000 Dollar! Mach ich's nicht, macht's ein anderer. So blöd werd' ich sein und 20 000 Dollar fahren lassen. Wissen S', was ich mach' wenn die Geschichte vorüber ist? Nix Weiber, nix Autos, da ist der Gaidl zu alt dazu. Ich wander' nach Australien aus, mo ich einen Vetter hab, der mir an die Hand geht, und kauf' mir eine Schaffarm! Jeder Mensch träumt von etmas. Der Gaidl träumt von Schafen! Ich verhau das Geld nicht, ich halte es zusammen und merbe ein friedlicher Mann. Sehen S', das ist mein Traum!" Tinser saß noch immer steif da und fand keine Worte. Da packte ihn der andere am Arm und stieß halblaut hervor: „Dreißig Jahre marf ich jetzt auf die große Möglichkeit. Jetzt ist sie da. Und Sie, Herr Baron, müssen mir dabei helfen!" Tinser fvhr erschrocken hoch: „Ich? Wieso ich? Sie sind ja nicht recht bei sich! Sie erzählen mir da haarsträubende Sachen, und am Schluß verlangen Sie, ich soll Ihnen auch noch helfen!" „Es wird Ihnen wohl nichts anderes überbleiben, Herr Baron. Setzen S' Ihnen nur wieder hin. Mit der Aufregung kommen mir nicht vom Fleck. Also das mit dem Geld ist für mich eine ausgemachte Sache. Da disputieren wir gar nicht drüber. Wenn mir einer das mit dem Geld! krumm macht, rauche ich keinen guten. Ich bin ein wahres Lamm, fragen S' nur herum, aber bei dem Geld! werd' ich falsch wie ein Maria-Theresia-Taler. Schauen S', die Ge« schicht' ist ja so einfach. Sie geben mir einen Wink, wie ich an dem Hegemann sein Geheimnis herankomme, und dann verschwind' ich für immer. Ich schwöre Ihnen, mich sehen S' nimmer, wenn alles in Butter ist. Für die Spesen komme ich natürlich auf, so viel Kavalier ist der Gaidl noch. Also, wie haben's wir dann, Herr von Tinser?" „Nennen Sie mich nicht immer beim Titel", rief Tinser verzweifelt. a „Auch gut. Ich will nur wissen — ja oder nein? (Fortsetzung folgt!) einiges Volk, so wie es einstens es war in jenen denkwürdigen Augusilagen von 1914, als es hinauszog, um die heilige Muttererde zu schützen gegen eine Delk von Feinden. Kameraden! Kein Tag erscheint mir geeigneter ZU sein, um das deutsche Volk in dieser Einigkeit immer fester zusammenzuschweißen, als der heutige, der Heldengedenktag. Gilt dieser Tag doch der Erinnerung an jene große Zeil, in der jung und alt, arm und reich, hoch und niedrig, Städter und Bauer, Arbeiter des Geistes und der Faust in treuer Kameradschaft draußen vor dem Feind zusammen st anden, um mit dem unüberwindlichen Wall ihrer Leiber das teure Vaterland zu schützen. Alle geeint in opferbereiter Liebe zum Vaterland! Alle beseelt von dem einen Wort: Deutschland ! Alle beseelt von dem einen, gleichen Gedanken: Deutschland muß leben und wenn wir sterben müssen! So gleiten unsere Gedanken ganz unwillkürlich noch einmal zurück zu jenen denkwürdigen Tagen, unvergeßlich für jeden, der sie miterlebt, den Tagen ber Mobilmachung 1914, in denen das deutsche Volk aufstand wie ein Mann, wie ein lebendes Bild zu unserm herrlichen Liede, der Wacht am Rhein: „Lieb Vaterland, magst ruhig sein, wir alle wollen Hüter sein!" Mit Stolz und Wehmut lasten wir unsere Erin- nerungen über die langen, schweren Kriegsjahre schweifen. Jeder Tag brachte neue Kämpfe, neue Siege. Namen wie Langemarck und Ypern, Verdun und Somme, Tannenberg und Masuren, Gorlice und Jsonzo, Falkland-Jnseln und Skagerrak und unzählige andere gleiten an uns vorüber. Welche Unsumme von Heldentaten, von treuester Pflichterfüllung von echter, aufopfernder Kameradschaft! Wir gedenken mit brennenden Herzen all der treuen Kameraden, die einer nach dem andern dahin- sanken. Fast 3V- Millionen ruhen in den Gräbern in Belgien und Frankreich, in Ostpreußen und Rußland, in Serbien, Rumänien und Italien, in Kleinasien, Syrien und Palästina, im Fernen Osten in Tsingtau, in unfern Kolonien in der Südsee und in Afrika, in Schnee und Eis, im heißen Wüstensand und draußen in den Meeren fast der ganzen Welt. Die wenigsten in heimischer Erde. Gewaltiges wurde geleistet vom deutschen Volk in Waffen draußen auf den Schlachtfeldern zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Wir gedenken dabei nicht nur der gefallenen Helden, deren Namen unsterblich leben im deutschen Volke, wie Richt- hosen, Bölcke, Jmmelmann, Graf Spee, sondern in gleicher Weise auch des stillen Heldentums, wie mir es draußen täglich erlebten, des stillen Heldentums des unbekannten* deutschen Soldaten, dessen Namen keine Schrift kündet. In gleicher Weise gedenken mir auch in Dankbarkeit der zahllosen Helden wie dieser, die hier unter uns sitzen, die in treuster Pflichterfüllung in mancher Schlacht ihr Leben aufs Spiel setzten und ihre Gesundheit dahingaben für ihr Vaterland. Dir gedenken auch in Dankbarkeit der deutschen Frau, die draußen im Felde und in der Heimat mit milder Hand die Schmerzen linderte. Wir neigen uns in Ehrfurcht vor dem stillen Duldertum der deutschen Frau und Mutter, die das Liebste, das sie auf Erden hatte, Mann und Sohne, ohne zu klagen in stolzem Schmerz dem Vaterlande zum Opfer brachte. Und bann denken wir zurück mit brennender Scham und bitterem Schmerz an den Tag, an dem die deutsche Heimat, einst ebenso opferbereit wie die Front, zermürbt durch den Hunger und verführt durch falsche Propheten, zusammenbrach. In aller Schmach nur zwei Lichtblicke: unbesiegt und unbefleckt die Ehre kehrte das deutsche Heer zurück in die Heimat, und mit wehenden Kriegs f l aggen ging bi e deutsche Flotte von eigener Hand hinab ins Wellengrab ! Ein traurige Zeit begann. Wehrlos und darum ehrlos waren wir, ein Spielball der Launen unserer rachsüchtigen Feinde. Es schien, als ob die gewaltigen Opfer wirklich umsonst gebracht seien. Immer tiefer versank das deutsche Volk im moralischen in Bruderhab und Ä9 NSDAP. Ortsgruppe Gießen-Ost. Zu der heule um 20.30 Ilhr im Cafe Leib, Walllorstraße 38, slaltflndenden Feierstunde aus Anlaß der Wiederkehr des Tages der Rückgliederung der Ostmark laden wir alle Volksgenossen ein. Für Parteigenossen und Parteigenossinnen und die Mitglieder der RS.-Frauenschafl und des Deutschen Frauenwerks ist die Teilnahme Pflicht. — Die Mitglieder der DAF. und der RSV. werden zur Teil- nähme aufgefordert. Ladenschluß in ländlichen Gebieten. gfoif Die vom Reichsarbeitsminister den höheren Verwaltungsbehörden erteilte Ermächtigung, in ©e- bieten mit überwiegend ländlicher Bevölkerung während der Zeit der Feldbestellung und der Ernte den Ladenschluß der offenen Verkaufsstellen nach besonderen Richtlinien festzusetzen, ist, da sie bis zum ZI. März 1939 befristet war, jetzt erneuert worden. Es bleibt demnach dabei, daß offene Verkaufsstellen in Orten mit weniger als 3000 Einwohnern und überwiegend ländlicher Bevölkerung in den Monaten April bis einschließlich September bis 21 Uhr geöffnet fein dürfen. BOM.-tlntergau 116 Gießen. In der Woche der Jungmädel und Pimpfe vom 14. bis 21. 3. tragen alle Jungmädel Uniform. * Alle Mädel der.M.- Gruppe 1/116 Gießen- Süd herhören! Am Montag, 13.3.1939, wird die Gruppe durch den Obergau besichtigt. Zu diesem Gruppenappell muß jedes Mädel in tadelloser Kluft um 20 Uhr am „Hessischen Hof" antreten. Alle Beurlaubungen sind für diesen Tag aufgehoben. Entschuldigungen gehen nur an die Gruppenführerin. * ** D ie Schnepfen sind dal Am 6. März wurde im Gießener Bergwerkswald die (vermutlich) erste Schnepfe dieses Jahres im Jagdkreis Gießen ge, schossen. Im gleichen Jagdbezirk hatte am 11. März ein anderer Jäger sogar das in unseren Gegenden recht seltene Weidmannsheil, an einem Abend vier Langschnäbel zur Strecke zu bringen! Ausruf zur Freiplatzspen-e. NSG. Der Leiter des Amtes für Volkswohlfahrt im Gau Hessen-Nassau, Gauamtsleiter Haug, richtet nachstehend an die Bevölkerung des Gaues Hessen-Nassau den eindringlichen Appell, durch Freiplatzspenden an der Verwirklichung der Großdeutschen Schicksalsgemeinschaft mitzuhelfen. Das Lrholungswerk der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt stellt auch in diesem Zahr uns wieder vor besondere Aufgaben. Außer der Sorge für die verdienten SA.- und Männer steht vor uns die Verpflichtung der Betreuung unserer Volksgenossen aus dem Grohdeutschen Reich. wir wissen alle, daß den Brüdern und Schwestern der Ostmark und des Sudetenlandes ausreichende Hilfe zukommen muh, und wir erblicken in dem Lrholungswerk der RSV. einen Teil dieser Hilfe. Ich rufe daher die Bevölkerung des Gaues Hessen- Rassau zur Spende von Freiplähen auf und erwarte, dah jeder, der kann, mithilft an der Verwirklichung der Grohdeutschen Schicksalsgemeinschaft. BdM.-Kührerinnen-Tagung in Gießen. Die große Führerinnen-Tagung des Bundes Deutscher Mädel i. d. HI., Untergau 116 (Gießen), wurde eingeleitet mit einer Ansprache des Kreisleiters B a ck h a u s , der den Mädchen sagte, welche Aufgaben sie noch im Kreise Wetterau zu erfüllen haben. Er sagte ihnen bereitwilligste Unterstützung zu, wie sie durch die Förderung der Heimbeschaffung bereits in die Wege geleitet sei. In diesem Jahre sind, wie der Kreisleiter hervorhob, weitere acht Grundsteinlegungen für HJ.-Heime vorgesehen, so daß es, wenn dieses Tempo beibehalten werden kann, in fünf bis zehn Jahren keine Gemeinde geben dürfte, in der die HI. kein geeignetes Heim besitzt. Gleichzeitig soll der Bau von Schwimmbädern, Sportplätzen, aber auch von NSV.-Kindergärten gefördert werden, damit die Jugend frühzeitig in die Bahnen geleitet wird, die ihr vorgezeichnet sind. Der Kreisleiter hob die Bedeutung einer g e f e ft i g t e n Volksgemeinschaft als Grundlage für die Aufgaben der großen außen- und innenpolitischen Aufgaben hervor, die der Führer noch zu lösen gewillt ist, auf daß Deutschland ewig lebe. Hierauf sprach die Obergauärztin Dr. Ria P i tz e n über das Thema „1939, dos Jahr der Gesundheit". In leichtoevständlicher Art schilderte sie die Aufgaben der BDM.-Aerztin und des HJ.- Arztes im Gesundheitsdienst und unterstrich die Notwendigkeit der wachsenden Erkenntnis, daß jeder einzelne nicht nur sich, sondern auch dem Volke gegenüber verpflichtet sei, gesund zu fein und damit seine Leistungsfähigkeit zu Erhalten. In diesem Bestreben fallen dem Mädel als der werdenden Frau bsfondere Aufgaben zu, weil nur eine gesunde und lebensfrohe Frau in der Lage ist, nach der harten Tagesarbeit Entspannung und Erholung im Kreise der Familie zu verschaffen. Das Mädel müsse daher frühzeitig Schäden an der Gesundheit verhüten und sich durch Selbstdisziplin zu einer natürlichen und gesunden Lebensführung durchringen. Wie das im wesentlichen durch eine vernünftige Organisation der Tagesarbeit durch Körperpflege, vernunftgemäße Kleidung und Ernährung zu geschehen hat, dazu gab die Aerztin reichliche An- regungen. Abend der Kameradinnen. Der Samstagabend brachte einen unterhaltsamen Kameradschaftsabend, der ganz im Zeichen des BDM.-Werkes „Glaube und Schönheit" stand. Zahlreich nahmen die Kameradinnen teil. Der Saal des Studentenheims war dis auf den letzten Platz besetzt. Zunächst wurden einige Lieder gelernt und gemeinsam gesungen. Dann folgten in buntem Wechsel Darbietungen der verschiedenen Arbeitsgruppen des BDM.-Werkes. Die Volkstanzgruppe trat mehrmals in schmucken Kleidern zu Volkstänzen an, die mit großer Freude aufgenommen wurden. Der Gesundheitsdienst wartete mit einem originellen Rätsel auf, bei dem jedes der Mädchen mit einem selbstgereimten Spruch auswartete, dessen Kernwort mit Buchstaben begann, die zum Schluß das Wort „Gesundheitspflicht" ergaben. Die Lösung des Rätsels wurde allen Kameradinnen klar, als sich die Mädchen vom Gesundheitsdienst plötzlich umdrehten und dabei in klaren Buchstaben das Wort lesbar wurde. Die Gruppe „Gymnastik" trat mit geradezu einzigartig schönen Darbietungen hervor. Die Kameradinnen traten in schneeweißen, kurzen Kleidtrikots auf und zeigten im Keulenschwingen, im Seilspringen und in der Ballgymnastik, was sie bisher gelernt hatten. Den Abschluß des Abends bildete eine Kleiderschau, zu der viele Kameradinnen zum größten Teil selbstgefertigte Kleider mitbrachten, die nun einer eingeyenden Betrachtung und einer wohlmeinenden kritischen Würdigung durch die Obergauführerin Else Riese unterzogen wurden. Manches Mädchen hat dabei wertvolle Anregungen für eigene und an die Persönlichkeit gebundeye Arbeit in der Gestaltung der Kleidung erhalten. Mit großer Begeisterung waren die vielen Zuschauerinnen dabei und folgten dankbar den Worten der Obergauführerin, die auf feine Art den Weg zu zweckmäßiger und schöner Kleidung für das junge Mädchen wies. । Mit einem der neugelernten Lieder wurde der I Abend beschlossen. SJ.-iport Veremsmannschastslämpfe der Turner Die Vereinsmannschaftskämpfe der Kreisklasse in Gießen standen unter der Leitung von Kreis- männerturnwart Reuter, der in seiner Begrüßung seiner Freude darüber Ausdruck gab, daß 13 Mannschaften angetreten waren. Kreisfachwart Daupert erinnerte daran, daß der Tag dem Gedenken unserer Helden galt, und ermahnte die Turner, im Sinne der Helden ihre Pflicht zu tun. Der Wettkampf hatte folgendes Ergebnis: 1. Turnverein Waldgirmes mit 463 Punkten, 2. VfL. Lollar mit 445 Punkten, 3. Turn- u. Sportgem. Rod- heim Bieber mit 437 Punkten, 4. Turnverein Wieseck mit 436% Punkten, 5. Turnverein 1846 Gießen 432% P., 6. Turnverein Ewersbach 431 P., 7. Turnverein Sinn und Turnverein Dlllenburg 419% P., 8. Turnverein Mudersbach 409 P., 9. Turnverein Heuchelheim 408% P., 10. Turnverein Waldgirmes II 408 P., 11. Turnverein Watzenborn-Steinberg 407 P., 12. Turnverein Jahn Hermannstein 406 P. Bei der Siegerehrung gab Fachwort Daupert bekannt, daß der 1. Sieger am 26. März den Kreis gegen die Kreisbesten der Kreise 7 bis 12 zu vertreten hat. Der Wettkampf findet auch in der Turnhalle von 1846 in Gießen statt. Gießener Ringer ohne Sieg. VfK. Alsfeld besiegt Gießen 93 mit 4:3 Punkten. Die Hoffnung der Gießener Ringer auf einen Mannschaftssieg wären beinahe, trotz des Fehlens von Becker und R i ch t e r, in Erfüllung gegangen, denn der Gießener Mittelgewichtler Weber hatte Albert (Alsfeld) durch Untergriff in schwere Gefahr gebracht. Jedoch ließ sich Weber durch ver- frühten Beifall des Publikums irritieren und ließ Albert los. Diesen Moment nutzte der erfahrene Alsfelder geschickt aus und drehte Weber auf die Schultern. Die Ergebnisse: Bantamgewicht: Guckes (Gießen) hat Uebergewicht. Den Freundschaftskampf gewann der Alsfelder Wagner durch Hüftschwung. Federgewicht: Fritz Funk lerftete dem mehr- fachen Gaumeister Schuchmann (Alsfeld) herzhaften Widerstand, konnte jedoch eine Schulterniederlage idurch Schulterfchwung nicht vermeiden. Leichtgewicht: Alois Funk liefert dem bekannten Alsfelder Otto Schott, der vorige Woche ün dec Gaumannschaft gegen den Gau Mittelrhein kämpfte, einen großen Kampf. Funk bringt Schott mehrmals in gefährliche Logen und siegt schließlich durch Abfangen eines Rückreißers. Weltergewicht: Klotz (Gießen) setzt dem immer noch sehr guten Schwalm (Alsfeld) durch Ueberstürzer und Schulterschwünge schwer zu und siegt nach fünf Minuten durch einen blitzschnellen Untergriff. Mittelgewicht: Dieser Kampf wurde eingangs bereits geschildert. Halbschwergewicht: Schmidt (Gießen) ist gegen Kister (Alsfeld) körperlich stark benachteiligt. Immer wieder entwindet sich Schmidt den schweren Angriffen des Alsfelders, doch nach sechs Minuten gab es kein Entrinnen mehr. Schwergewicht: Belloff siegt kampflos. Mehrere Einlagekämpfe vervollständigten das Programm. Kampfrichter Kräcker (Hanau 1860) war sehr korrekt. Hessens Amateurboxmeister 1939. Im großen Kasseler Stadtparksaal wurden am Sonntagvormittag vor ausgezeichnetem Besuch die Gaumeister 1939 der Amateurboxer ermittelt. Kampf- los kamen der Heeresmeister Krüger (Kassel) im Fliegengewicht und der frühere Deutsche Meister im Bantamgewicht S t a s ch (Kassel) zum Titel, da in diesen Gewichtsklassen keine Gegner arstraten. Im übrigen gab es eine Reihe großartiger Kämpfe. Entscheidend siegten Petry, Thormann I und Schettgen, mährenb Thormann II, Lehrmoser und Thill große Mühe hatten, sich durchzusehen und knapp nach Punkten gewannen. Weltrekorde der deutschen Schützen. Aus den Schießständen in Berlin-Wannsee wurde nm Sonntag ein Ausscheidungsschießen der deutschen Schützen für den Länderkampf gegen Italien in Rom durchgeführt. Dabei gab es ganz ausgezeichnete Leistungen, obwohl dos Wetter nicht besonders günstig war. Gefreiter Steigelmann (16. AR. 53) übertraf im Kleinkaliberschießen bet 120 Schüssen mit 1159 Ringen bei 1200 möglichen den Weltrekord mit einem Ring. Bei 40 Schuß kniend freihändig war er mit 392 Ringen sogar um drei Ringe besser als der Weltrekord. Der Freisinger Siegel stellte schließlich im KK.-Schießen stehend freihändig mit 382 Ringen ebenfalls eine neue Weltbestleistung aus. Im ScheibZnpistolenschießen war Krempel (Hannover) mit 1065 Ringen der Beste, im Schnellfeuer- schiehen v. O y e n (Berlin) mit 1-32 Treffern. Handball: TV. Lützellinden geschlagen! Trotzdem mit Rücksicht auf den Heldengedenktag bereits eine Anzahl Spiele abgesetzt werden mußte, war es nicht zu umgehen, auch am Samstag noch Verlegungen vorzunehmen. Dadurch kamen nur wenige Treffen zum Austrag, die aber restlos mit Überraschungen endeten. Oder bedeutet der Sieg des To. Garbenheim über den Altmeister Lützellinden bzw. die Niederlage, die Atzbach auf eigenem Platz gegen Dutenhofen einstecken mußte, feine Ueberraschung? — Das Ergebnis 1860 Marburg gegen Luftwaffe liegt noch nicht vor. Es ist aber mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen, daß die Platzbesitzer auch ein drittesmal nicht angetreten und somit ausgeschieden sind. Das wäre um so bedauerlicher, als dann neben Ockershausen auch noch Marburg und damit beide Vertreter des Kreises 7 absteigen müßten. Tv. Garbenheim — Io. Lützellinden 9:5 (4:2). Lützellinden hätte dieses Spiel niemals verlieren dürfen. Denn damit hat es die Führung in der Tabelle an seinen „Nachfolger", den Tv. 'Hörnsheim, abgeben. Es fragt sich jetzt nur, welchen Ausgang die weiteren Spiele nehmen werden und ob es Lützellinden gelingt, das Lokalderby zu seinen Gunsten zu entscheiden. Garbenheim, daß in letzter Zeit recht gute Fortschritte gemacht hat, ging auch diesmal mit einem Eiker und — das muß zum Leidwesen des Meisters gesagt werden — auch mit einer unverkennbaren technischen Ueberlegenheit zu Werke, die es ihm ermöglichten, die reichlich zerfahren spielenden Gäste vollkommen durcheinander zu bringen und einen sicheren Sieg zu erringen. Wohl selten hat Lützellinden so zusammenhanglos gespielt, wie diesmal', abgesehen von einigen recht netten Einzelleistungen Die Gastgeber hatten die Schwächen des Gegners bald erkannt, spielten wie sie wollten und machten durch ihre sichere — aber oft reichlich hart spielende Hintermannschaft — auch die bestgemeintesten Angriffe zunichte. Tv. Atzbach — To. Dutenhofen 5:9 (3:9). Dutenhofen hat in dem bekannten Tormann des Tv. Münchholzhausen eine sehr wertvolle Stütze erhalten. Das machte sich bereits bei dem Lokalderby in Atzbach bemerkbar, das Dutenhofen entgegen allen Erwartungen überlegen für sich entscheiden konnte. Der Formanstieg der Mannschaft ist unverkennbar, es ist nur schade, daß er etwas verspätet kommt. Er hätte sonst zweifellos auch dem neuen Kreismeister gefährlich werden können. — Gespannt darf man sein, wie Dutenhofen das Rückspiel in Holzheim bestehen wird. Luftwaffe Gießen — Krofdorf 19:2 (8:2). Die Reservemannschaft der Flieger zeigte eine ansprechende Leistung. Allerdings kam ihr zugute, daß die Gäste nur unvollständig antraten und so ihr wirkliches Können nicht in die Waagschale werfen konnten. Watzenborn-Steinberg und 1900 siegreich! Das vorgesehene Programm in der Bezirksklasse Gießen konnte gestern nicht vollständig durchgeführt werden. Die Spiele VfB.-R. — Naunheim und Bifsenberg — Ehringshausen fielen aus. In den restlichen Begegnungen gab es die erwarteten Erfolge. Wetzlar — Steinberg 1:2 Sinn — 1900 1:2 Frohnhausen — Burg 3:1. Die Teutonen bewiesen in Wetzlar ihre Meisterschaftsform, denn obwohl die Domstädter alles daran- setzten, um dem Meister einen Erfolg abzuringen, blieben die Steinberger verdienter Sieger. Sinn mußte seine Hoffnungen gegen 1900 ebenfalls zurückstellen und den Blau-Weißen einen knappen Erfolg überlassen. Der Ausgang des Spieles Frohnhausen — Burg überrascht etwas, denn man hatte den Draniern einen höheren Sieg zugetraut. Die Tabelle zeigt folgenden Stand: Sinn-1900 1:2 (0:1). Spiele Gew. Unentsch. Verl. Pkte. Steinberg 17 14 2 1 30:4 VfB.-R. ’ 14 10 0 4 20:8 1900 15 8 4 3 20:10 Naunheim 14 8 1 5 17:11 Wetzlar 16 7 3 6 17:15 Frohnhausen 16 7 2 7 16:16 Sinn 16 4 4 8 12:20 Bifsenberg 16 4 4 8 12:20 Ehringshausen . 16 3 0 13 6:26 Burg 16 1 4 11 6:26 Das Fehlen von Quick, Löbsack, Heuser und Seiler, der sich einer Blinddarmoperation unterziehen mußte, ließ die Hoffnungen der Blauweißen stark abgleiten. Und doch wurde der erwartete Erfolg zustande gebracht! Der Vorteil der Platzwahl, der 1900 den Wind als Bundesgenossen zuteilt, verschafft den Blau- weißen einige aussichtsreiche Momente. Die Hintermannschaft der Platzbesitzer, insbesondere der Tormann Betz, ließ keine Ueberraschung zu. Aus der Gegenseite war dies ebenso der Fall, als die ©inner ihr Glück versuchten. So wickelte sich das Spiel mit abwechselnden Angriffen ab, bis in der 30. Minute ein Bombenschuß von Hormel dem Spiel eine Wendung gab. So blieb es auch bis zur Pause. Kurz nach dem Wechsel erhöhten die Blauweißen auf 2:0. Eine Flanke von rechts erreichte Jäger früher als der aus dem Tor eilende Betz, und seine Vorlage verwandelte Koch II. Das war den Platzbesitzern zu viel, denn es sollte doch umgekehrt lauten. Also mar spielerisch nichts zu erreichen, so mußte das Spiel eben auf Kampf eingestellt werden. Dies brachte den Sinnern eine klare Feldüberlegenheit, aber nicht dir gewünschten Tore. Bei dieser Gangart war es bedauerlich, daß Betz II. sich auch noch in sichtlicher Form an Herbst verging, was das Ausscheiden desselben zur Folge hatte. Bei Pankok brauchte man aber auch nicht ungeduldig zu werden. Er war ein würdiger Vertreter. Kurz vor Schluß kamen die Platzbesitzer zu dem Gegentreffer. Zum Ausgleich reichte es aber nicht mehr. Sinn ist eine Mannschaft, die an und für sich geschlossen wirkt, beim Ausbleiben der Torerfolge jedoch sehr schnell Nerven und Zusammenhang verliert. Bei den Blauweißen (in der Aufstellung Herbst (3/116), Pankok (2/116), Lippert (2/116), Krämer, Rensing, Schäfer, Rost (2/116), Schellhaas (2/116), Jäger, Hormel (2/116), Koch II.) war die gesamte Hintermannschaft in bester Farm. Der Sturm konnte ebenfalls befriedigen. Sinn II. — 1900 II. 1 :4. Die Reserve der Blauweißen kam in einem abgekürzt durchgeführten Gesellschaftsspiel zu einem klaren Erfolg. Wehlar - Steinberg 1:2 (0:1). In Wetzlar kam es zu dem erwarteten spannen-" den Kampf. Ungefähr 900 Zuschauer waren Zeugen eines interessanten Spieles, das die Meistermann, schäft verdient gewann, und alles Rechnen, daß den Teutonen vielleicht doch noch im letzten Augenblick die Meisterschaft entrissen werden könne, hat nun ein Ende. In vorbildlüher Haltung und eiserner Energie schafften die Steinberger die Meisterschaft nach Hause. Genau wie in früheren Spielen war die Elf auch gestern wieder ganz bei der Sache. Jeder Spieler setzte sein ganz bestes Können und dadurch wurde denn auch dieser Sieg errungen. Wetzlar stellte eine Mannschaft, die ebenfalls in allen Teilen gut besetzt war. Hervorzuheben ist die fabelhafte Arbeit des Tormannes, der gar oft Retter im letzten Augenblick war. letzte» Augenblick war. Dem Schiedsrichter stellten sich die Mannschaften in folgenden Aufstellungen: Wetzlar: Dormann, Meinhardt, Droome, Blech I, Didlapp, Teske, Zambedri, Berger, Baumann, Zi- torn, Zehner. Steinberg: Happel, K. Schmandt, Fett, H. Schmandt, Hederich, Schäfer, Lang, Däublin, Schmitt, Haas, Buß. Schon vom Anstoß weg kam Wetzlar gleich sehr gefährlich durch, jedoch klärte Happel. Wetzlar versuchte, die Entscheidung von Anfang an herbeizuführen, aber alle Arbeit war vergebens. Nach ungefähr 7 Minuten fand sich die Mannschaft der Teutonen. Das Spiel wurde offener, ja, allmählich erzielten die Teutonen einige Feldüberlegenheit. Einmal wurde der Ball Buß wunderbar zugespielt, aber aus sicherer Stellung heraus verpaßte er diese Ge legenheit. Der Steinberger Sturm war nun in feinem Element, und Wetzlar kann froh fein, daß in diesem Zeitabschnitt die Torzahl nicht erhöht wurde. Bis dann Otto Haas in der 30". Minute durch einen tadellosen Schuß das Führungstor erzielte. Blitzschnell und unhaltbar zischte das Leder in die Ecke. Steinberg führte 1:0. An diesem Stand änderte sich bis zur Pause nichts mehr. Nach Wiederanpfiff sah man zuerst noch das gleiche Spiel. Aber dann kam eine große Zeit für Wetzlar. In diesem Zeitabschnitt — die Deckung war nicht gerade richtig; denn sonst wäre dieser Trester nicht gefallen — erreichte Baumann das Leder auf der 16-Meter-Linie und schon war Happel mit einem scharfen Schuß geschlagen. Unentmutigt kämpften die Teutonen weiter und wenige Zeit danach erzielte Lang das Siegestor. Die Wetzlarer konnten dabei von Glück sprechen, daß gerade jetzt nicht mehr Tore fielen; denn die Teutonen waren nun klar die bessere (Sief. Mancher schöne Schuß verfehlte fein Ziel. Wetzlar versuchte es mit einzelnen Vorstößen, aber zu Erfolgen reichte es nicht mehr, so daß schließlich die Steinberger als verdienter Sieger und Meister der Bezirksklasse den Platz verließen. Wehlar II — Steinberg II 2:3 (1:3). Bewundernswert war in diesem Spiel die Kombination der Teutonen, so daß auch sie es verstanden, die Punkte aus der Domstadt mitzunehmen. inlersporlzeil 1938/39 vor dem Ende. 6 6 Weltmeister Bradl siegt in planica. Eine überaus herzliche Aufnahme fanden die deutschen Springer, die sich am Sonntag in Ratege- Planica an der jugoslawischen Staatsmeisterschaft im Schispringen beteiligten. Auch dieser internationale Wettbewerb endete mit einem großartgen deutschen Erfolg. Weltmester Joses Bradl stand auf der Schande, die Weiten bis zu 60 Meter gestattet, in vorbildlichem Stil 59 Meter, 58,50 Meter und 57,50 Meter und kam mit der überragenden Note von 347,4 zum Sieg vor dem neuen jugoslawischen Meister Novsak (Note 316,4). Dritter wurde Rudolf Köhler (Deutschland) mit Note 314. Gregor Höll hatte nach seinem ersten Sprung von 57 Meter das Pech zu stürzen, so daß er ausscheiden mußte. Schifliegen abgesagt. Die geplante Flugwoche auf der Schanze bei Pla- nica wurde abgesagt, da nicht genügend Schnee vorhanden ist. Vorläufig wurden die Versuche im Schi- fing auf den 26. März verlegt, falls bis dahin Re- schnee gefallen ist. Preiseilbahn-Aennen in Sestriöres. Die Dreiseilbahn-Schirennen in Seltneres beweisen in diesem Jahr sehr deutlich, welche großen Fort- schritte die italienischen Abfahrtsläufer gemacht haben. Nachdem schon am ersten Tag in Sestrieres ein junger Italiener gesiegt hatte, holte sich am Samstag mit dem ausgezeichneten C. A l v e r a abermals ein Sohn des gastgebenden Landes den Sieg. Er gewann den schwersten Abfahrtslauf der Veranstaltung, der bei einem Höhenunterschied von rund .1000 Meter über vier Kilometer führte, in 3:25,2 Minuten gegen den Vortagssieger Marcelli und den Schweizer Kurt Molitor. Bester Deutscher war wieder der Vorjahrssieger Joses Pertsch, der mit 3:36,3 Minuten auf den vierten Platz kam. Mit der weitaus schwierigsten Abfahrtsstrecke wurden die Dreiseilbahnrennen bei Sestrieres am Sonntag abgeschlossen. Wiederum waren 800 Meter- Höhenunterschied zu durchfahren, dabei aber nur die kurze Strecke von etwa 1,8 Kilometer zurück- zulegen. Am Ziel "vor dem Gebirgsdörfchen Bor- gata standen Tausende von Zuschauern, die gespannt die Schußfahrten der Läufer verfolgten. Von den Deustchen zeichneten sich Josef Senne- wein und Pertsch besonders aus. Aber auch Kneißl und Feix gaben ihr Bestes. Lange Zeit schien der Sieg unseres Weltmeisters Jennewem sicher- gestellt, als der Italiener Lacedelli in rasender Fahrt über die Strecke jagte und nm vier Zehntelsekunden schneller war. Der Schweizer Molitor, der in der Kombinationswertung kaum noch zu schlagen schien, ließ ein Tor aus, so daß er disMalifiziert werden muhte und damit auch für di» Gesamtwertung vollkommen ausfiel. Bei den Frauen war die Norwegerin Jesper- s e n die beste Läuferin. Die Errechnung der Schlußwertung nach den drei Abfahrtsrennen nahm einige Zeit in Anspruch. Unsere deutsche Mannschaft hat sich bei den Drei« seilbahnrennen vorzüglich gehalten und lediglich durch Pech den Einzelsieg von Pertsch verscherzt, der im letzten Rennen stürzte und dadurch nur den achten Platz besetzen konnte. — Sieger in der Gesamtwertung wurde der Italiener Marcellin, der als Einheimischer mit den schwierigen Strecken am besten vertraut war. Weltmeister Josef I e n n e- wein belegte den zweiten Platz vor dem Italiener Alvera. Pertsch und Kneißl wurden 4 und 5„ so daß in einer Mannschaftswertung Deutschland ganz hervorragend abgeschnitten hätte. Fußball der Gauliga Hessen. Kassel 03 vor der Meisterschaft. In Hessen ist an dem Sieg von Kassel 03 wohl nicht mehr zu zweifeln Die Rothosen gaben diesmal auf eigenem Platz im Kampf mit dem VfB. Groß- Auheim ein Schützenfest, ganz offenbar mit der Absicht, Hanau 93 auch im Torverhältnis zu überflügeln und sich damit schon jetzt die Meisterschaft zu sichern. 12:3 (3:2) hieß das Ergebnis — aber Hanau 93, das seinen letzten Kampf gegen Dunlop Hanau 4:1 (2:0) verdient gewann, hat noch immer ein etwas besseres Torverhältnis. Die Kasseler besitzen aber eine so feine Form, daß an ihrem endgültigen Siege wohl nicht mehr zu rütteln ist. Sie brauchen aus dem letzten Spiel noch einen Punkt. Kurhessen Kassel schlug eine weitere erfolgreiche Schlacht gegen den Abstieg und brachte gegen den VfB. Friedberg in einer Energieleistung ein 4:2 (2:0) zuwege. Die endgültige Entscheidung über den Abstieg ist allerdings auch hier noch nicht gefallen. Aus anderen Gauen. Gau Ba y e r n : Neumeyer Nürnberg — FC. » 05 Schweinfurt 0:1; Bayern München — 1. FC. Nürnberg 1:2; TSV. 1860 München — BC. Augsburg 3:1; Jahn Regensburg — Schwaben Augs- ' bürg 5:2. Nuvolari fuhr Iiekordrunde. Die deutschen Rennwagen auf der Monzabahn. Mercedes-Benz und Auto Union bereiten sich wieder sehr sorgfältig auf der Monza-Bahn bei Mailand auf die kommende Rennzeit vor. Daß die deutschen Wagen noch weiter verbessert wurden, bewiesen die ausgezeichneten Rundenzeiten, die am Samstag gefahren wurden. Tazio Nuvolari drehte auf Auto Union eine Runde in 2:30,4 Minuten und stellte damit einen neuen Bahnrekord auf. Nicht viel langsamer waren die beiden jungen Auto-Union-Fahrer H. P. Müller und Georg Meier, die beide 2:32 Minuten erreichten. Hans Stuck kam sogar auf 2:31,8 Minuten. Caracciola und Lang auf Mercedes-Benz legten die Runde in 2:32,4 Minuten zurück. Der Mercedes-Nachwuchsfahrer Bigalke benötigte 2:38 und der Engländer Seaman auf Mercedes-Benz 2:40 Minuten. Alle deutschen Wagen waren wesentlich schneller als die beiden italienischen Alfa-Modelle. Und Hans hat es doch noch geschafft... Gr marschiert mit im neuen Jahrgang der Zetnnäbnaen Nein, das wollte Hans nicht einsehen, was ihm seine Mutter da alles an Gründen angab, warum er noch nicht ins Jungvolk eintreten dürfte Warte noch ein Jahr, Hans, jetzt bis du mir noch zu jung und dann muß ich erst mal sehen, was du für ein Zeugnis zu Ostern bringst! Damit war für die Mutter die Sache abgetan, nicht aber für den zehnjährigen ! Hans, dessen großer Wunsch es war, auch ein Pimpf zu werden, hatten sich seine Klassenkameraden doch schon alle verpflichtet. Traurigen Sinnes ging Hans die Treppe hinunter und stand dann vor der Haustür. Vergeblich hielt er nach feinen Spielgefährten Ausschau Wo steckten sie denn heute nur alle? Er sollte es bald erfahren, denn vom Sachsenhäuser Berg her kam ein Jungoolk- fahnlein heranmarschiert auf die Mainbrücke zu, die nach dem Römerberg führt. Eine große Werbekundgebung des Frankfurter Jungvolks um den neuen. Jahrg>ang der Zehnjährigen sollte dort steigen. Und alle marschierten sie mit, die Spielkameraden von Hans, froh und hell erklang ihr Lied Da konnte der Hans nicht anders, er lief auf dem Bürgersteig nebenher zum Römerberg und erlebte die Kundgebung Vom Stammsührer mit Handschlag verpflichtet. (Aufn.: Herbert Philipps.) $ • W : ■ r I - UMWWW mit. Der Jungbannführer sprach zu seinen jungen Kameraden und stellte ihnen die Aufgabe, tüchtig zu werben bei den Jungens des neuen Jahrgangs. Freiwillig sollten sie zum Jungvolk kommen und mit ganzer Freude und aus eigenem Willen ihren Dienst machen. Je mehr der neuen Pimpfe dem Führer an seinem Geburtstag gemeldet werden könnten, desto größer sei feine Freude hierüber Aber nur ganze Kerle können in der Bewegung gebraucht werden, die bereit sind, einmal der Gemeinschaft des Volkes in würdiger Weise zu dieneni und keine Muttersöhnchen. Don den mehr als 2000 Pimpfen erklang dann der Gruß an den Führer. Mit frohen Liedern, vorneweg die Trommeln und Fanfaren, rückten die Fähnlein wieder ab. Der Hans aber machte sich allein auf den Heimweg und nachdenklich stand er dann wieder vor dem Elternhaus. Wie sollte er es nur anfangen, schon zum 20. April ins Jungvolk eintreten zu dürfen. So trafen ihn feine Kameraden an, als sie auch vom Werbemarsch heimkehrten. Fritz, der Aelteste von ihnen und Jungenschaftsführer, steuerte gleich auf ihn mit der Frage zu, wann er nun endlich bei ihnen mitmachen würde. Hans erzählte ihm von seinem Kummer und der Entscheidung der Mutter. Der Fritz und seine Kameraden merkten gleich, hier mußte etwas geschehen, denn Hans war ein feiner Kerl, immer dabei, im Spiel und Scherz auch nicht feige, wenn es galt, einen herzhaften Streich zu drehen. Ein Plan war gleich zur Hand: am nächsten Samstag sollte ein Werbeabend des Sachsenhäuser Fähnleins sein, und da würde der Fritz schon sorgen, daß Hansens Mutter von seinen Eltern mitgenommen würde. Der Fähnleinführer müßte dann schon alles andere schaukeln, es würde schon klappen. Hans sah gleich, das war der richtige Weg, und schnell war seine Stimmung gehoben. Ja, er lachte schon vor Siegesgewißheit mit feinen Kameraden um die Wette. Und die Sache klappte wirklich wie Fritz gesagt hatte. Das Fähnlein hatte einen „pfunds" Elternabend aufgezogen, der auch auf Hansens Mutter Eindruck machte. Kurzum, am nächsten Montag schon trug Hans feinen Anmeldeschein zum Fähnlein. Ungeduldig wartete er auf den Tag der Aufnahme, die Mutter hatte nicht eher Ruhe, bis dis Pimpfenuniform bestellt war Endlich kam dann der heißersehnte Tag der Aufnahme heran und mit Handschlag verpflicht tete d e r Stammführer die Jungens vom neuen Jahrgang, darunter auch den Hans, der nun feinen Wunsch doch noch erfüllt sah und mit in den Reihen der jüngsten Kämpfer unseres Führers treu feinen Dienst leistet. Er wollte und mußte es schaffen, das wußte er und in dem Erleben der Gemeinschaft seiner Altersgenossen wird er auch die Kraft finden, einmal selbstverantwortlich als einsatzbereites Glied im Dienste seines Volkes zu stehen. Darum werben wir um alle jungen Kameraden, damit sie nicht als Einzelgänger der Gemeinschaft verloren gehen. K. H. Pr. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstagnach- mittag geschlossen Der altbekannte und beliebte Butzbacher Faselmarki am Donnerstag, dem 16. März 1939 18151")____________________________________________________________________________________________________________________ Plerte-MarM und Pferfle-PrämiieninS Grober Vergnügungspark auf dem Marktplatz Grober Krammarkt in der Wetzlarer und Weiseier Strabe. Tanz in allen Lokalen Die Reichsbahn gibt Sonntagsfahrkarten aus iGLORlfl 1800 A PALAST Giessen' Heute Montag Erstaufführung I Ufa-Kulturfilm! Ufa-Wochenschau! Täglich 4.00, 6,00 und 8,30 Uhr, Ein Film von Marcel L’Herbier mit Victor Francen * Sessue Hayakawa * Louis Jouvet Spielleitung: Marcel L’Herbier Die schicksalhaften und verhängnisvollen Erlebnisse einer jungen, schönen Frau im Bann eines despotischen Mongolenfürsten Ein Abenteuer «wischen iwei W.clten I < Edgar BORRMANNS: Gießen, Neustadt 5-7, Ruf 4165 u.4156 Heilkräfte der Natur zur Blutreinigung Blutreinigungstee ab 0.65 Blutreinigungskur komb. 8.00 Wachold.-u.Birkensaft0.90 Wohldorfer Blutsaft Fl. 3.00 Kneipps Wegweiser umsonst. Alle Heilkräuter nach Pfr. Kneipp erhalten Sie im unterzeichneten Fachgeschäft stets frisch und mit fachmännischen Ratschlägen 18080 Kneipp- Kräuterhans JUNG Gieben in der Mäusburg Textilwaren-Großhandlung sucht per sofort oder später lligete perlene Steooippilfln desgi Lehrmädchen ».Lehrling Handschriftliche Angebote unter 01269 an den Gießener Anzeiger. Mietgesuche MöN. 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Sie glaubt zu lieben und meipt vergessen zu können, was sie bisher umgab...... Dieses Problem behandelt dieser interessante Groß-Film der Märkischen Filmgesellschaft mit Sabine Peters / Ivan Petrdvich