Itr.187 Erstes Blatt 189. Jahrgang Samstag, 12./$onntog,13. August 1959 aus- gesprochene Worte 311 verstehen ... den längeren Besprechungen am Freiiagnachmittag endete der erste Tag der Zusammenkunft zwischen Relchsminlster des Aeußeren von Ribbentrop und dem italienischen Außenminister Graf Liano mit einem kleinen Ausflug von Schloß Fukschl nach Sankt Wolfgang. 3m „Weißen Röhl" aßen Reichsauheuminister von Ribbentrop und Graf Liano mit ihren Mitarbeitern zu Abend und erlebten ein paar frohe Stunden inmitten eines lustigen Volksfestes, das in Sankt Wolfgang siatt- fand. Reichsaußenminister von Ribbentrop geleitete Graf Liano nach Salzburg in den „Oesler- reichischen Hof". Die Besprechungen der beiden Außenminister werden am Samstag fortgesetzt. nplaV' d! nicht nur bei den Lehrgängen, sondern für alle den gemeinsamen Zielen dienenden Angelegenheiten (besonders auch bezüglich der Schwimmausbildung). Derselbe Truppenteil stellt auch für den jeweiligen Bann den Verbindungsoffizier und dessen Stellvertreter. Als Verbindungsoffiziere bzw. Stellvertreter sind. Berlin, 12. Aug. (DNB.) Zwischen dem Oberkommando der Wehrmacht und der Reichsjugendführung ist eine weittragende Vereinbarung getroffen worden, die das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit des Chefs des Oberkommandos der Wehrmacht, Generaloberst Keitel, und des Jugendführers des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach, darstellt und die Mithilfe der Wehrmacht bei der Wehrerziehung der HI. sichert. Nachdem die Aus- bÜbung der H.-Schießwarte nahezu vollendet ist, ist es möglich, die Ausbildung der HI.-Führer im Geländedienst vorwärts zu treiben. Der Erlaß stellt zur Wehrerziehung der HI. folgendes fest: „Während es ausschließlich Aufgabe der HI. ist, die Durchbildung ihrer Einheiten in dieser Richtung auszuführen, ist es im Sinne einer einheitlichen und einer den Erfordernissen der Wehrmacht entsprechenden Ausbildungsform zweckmäßig, die Führerschaft der HI. durch besondere Lehrgänge für ihre verantwortliche Tätigkeit als AusbiDer und Erzieher auf allen Gebieten der Wehrertüchtigung zu unterstützen." Auf den Führerschulen der HI. besonders in den beiden Reichsschieß- und Geländesportschulen und in den Gebietsführerschulen, werden jährlich bereits 30 000 HI.-Führer im Geländedienst ausgebildet. Die Vereinbarung mit der Wehrmacht gibt die Möglichkeit, diese Zahl noch zu verdoppeln. Die Unterbringung und Verpflegung der HI.-Führer geschieht nach den bereits vorliegenden Ausführungsbestimmungen in den Kasernen, Uebungsplätzen ufw. der Wehrmacht zu einem Tagessatz von 25 Pfennig. Die Geländedienstausbildung erfolgt nach dem 14tägigen Dienstplan der Reichsgeländesportschulen der HI., um eine allgemeine gleichmäßige Ausrichtung zu erreichen. Die Leitung der Lehrgänge liegt in der Hand eines HJ.-Führers. Während des Dienstes stehen die Teilnehmer unter dem Befehl der militärischen Ausbilder. Neben militärischen Ausbildern werden auch HI.-Ausbilder eingesetzt. Als militärische Ausbilder werden in erster Linie Offiziere und Unteroffiziere eingesetzt, die früher HI.- Führer waren. Mit dieser Unterstützung wird im Laufe des Jahres erreicht, daß der Geländedienst ebenso sehr zu einem allgemeinen HJ.-Dienst wird wie der Schießdienst der HI., der ein solches Ausmaß erreicht hat, daß im letzten Jahr bereits 60 Millionen Schuß abgegeben werden konnten und von Jahr zu Jahr eine beachtliche Leistungssteigerung verzeichnet wird. Zum Zwecke einer möglichst engen Verbindung zwischen HI. und Wehrmacht werden die einzelnen Banne auf die in ihrem Bereich liegenden Trup- penterle (Bataillone, Abteilungen usw.) hingewiesen. Diese Truppenteile sorgen im Rahmen des Möglichen für die materielle und personelle Betreuung soweit möglich, frühere HI.-Führer, die ihrer Persönlichkeit nach besonders für diese bedeutungsvolle Aufgabe ausgesucht sind und sich hierzu steiwillig gemeldet haben, zu befehlen. Die Vereinbarung mit allen ihren Ausführungsbestimmungen ist bereits in Kraft getreten. Die große Auswahl von Lehrkräften ist im Gange. Oie Besprechungen in Salzburg. Heute Fortsetzung. Salzburg, 11. August. (DRV.) Rach Der jetzige Stand der vormilitärischen Erziehung der HZ >urde nütze chalb Mitte t-M.) d'Orsay und dann in dessen Abteilung für Kulturpropaganda. Vielleicht hat er seine beiden großen Rivalen im Kampf um den neu geschaffenen Posten, Jules Romains und Georges Duhamel deshalb ausgestochen, weil er über die psychologische Intuition verfügt, um auch Daladiers nicht Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis 8'/,Uhr des Vormittag» Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Tert- anzeigen von70mm Breite b0Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/«, mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-., Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüffe Staffel B LH s. SS lviH )?un k ■St Ministerpräsident - Oberster Kriegsherr Propagandachef. Strebt Daladier zur Diktatur? - Männer hinter Daladier. Interpress Copyright<3end)f von Philippe Leblanc. altung tq infolge r. irfe enfc heitlich,8 ,25 bis 6" Men. gskurs ii mit 11> 5), Der. 50 (99‘ metatt i\\5. irfL rieb: (117) 1 E MM Burben jj ijfen a) J 42.50 D 43»«® 40,® t 39 bü 34,50), i . 45,50 ®; . 36,50 IH; (62 W! z (42), i s; linder, * Schaft ruttO- rs w; 1g auf W V fident der Automobilfabrik Hispano Suiza. Zwei neue Männer sind jetzt in diesen Kreis ein getreten: Leon Brillouin, der neuernannte Generaldirektor des Radiowesens und Jean Giraudoux. Brillouin ist ein Gelehrter von Weltruf, Erfinder der Fernlenkbarkeit von U-Booten und Flugzeugen durch elektrische Wellen, Professor der theoretischen Physik am College de France und der Fliegerschule. —» Jean Giraudoux ist ein brillanter Schriftsteller und Autor erfolgreichster Bühnenstücke, der jetzt seine ausgesprochene politische Karriere als Daladiers Propagandachef mit einem Essay-Band über die „Plein-Pouvoirs" einleitet. Er ist nebenbei nicht nur Ingenieur, sondern auch Berufsdiplomat, er war früher Pressechef des Quai Enge Zusammenarbeit der Wehrmacht mit der HZ HL -Kührer werden von der Wehrmacht im Geländedienst ausgebildet. Berlin, 12. August. (DNB.) Vor Vertretern der Presse machte am Freitag Obergebietsführer Stell recht Ausführungen über die vormilitärische Erziehung der HI., die bekanntlich laut Erlaß des Stellvertreters des Führers absolut in eigener Verantwortung der HI. geschieht. Die Arbeit auf diesem Gebiet sei in vollem Gange und habe sogar auf manchen Fachgebieten bereits einen Abschluß gefunden. Im S ch i e ß d i e n st der HI., so erklärte Stellrecht, sind im letzten Jahre insgesamt 60 Millionen Kleinkaliberpatronen verschossen worden. In diesem Jahre sind wir so weit, daß monatlich sieben Millionen Patronen verschossen werden. Rund eine Million von den 1,5 Millionen der älteren Jahrgänge sind im Schießdienst erfaßt. Jeder Junge gibt im Monat sieben Schuß ab, erreicht werden sollen zehn Schuß. Diese Ausbildung hat in den drei Jahren ihres Bestehens schon tatsächlich einen gewissen Abschluß erreicht. Im nächsten Frühjahr soll mit der Ausbildung eines ganzen Jahrganges begonnen werden. Es sollen dann sämtliche 550 000 Jungen eines Jahrganges im Schießdienst erfaßt werden, gleichgültig, ob sie schon jetzt in der HI. sind ober nicht. Bis jetzt sind 4 8 000 Schießauszeichnungen verliehen worhen. Monatlich werden etwa 4000 solcher Auszeichnungen verliehen. Die Zahl steigert sich von Monat zu Monat um einige hundert und wird in nicht allzu langer Zeit im Monat 10 000 erreicht haben. Zur Erlangung der Auszeichnung sind jeweils 85 Schuß erforderlich. Weiter ist eine Auszeichnung für besonders schwierige Scharfschützenleistungen geschaffen worden, von der innerhalb Jahresfrist 4000 verliehen werden konnten. Die Leistung der Reichssiegermann sch aft beim Reichswettkampf der gesamten HI. im Jahre 1937 betrug 10,37 Ringe von zwölf möglichen, im Jahre 1938 bereits 1T),64 Ringe, 1939 aber 11,17, was eine außerordentliche Leistungssteigerung bedeutet. Die 1000 besten Schützen bei diesem Reichswettkampf hatten im Jahre 1937 einen polens Gtaatsschöpfer. Von Or. Jan Eyffen. Je geringer das militärische Verdienst der Polen an der Neugründung des polnischen Staates ist, desto größer ist das Selbstbewußtsein, desto größer sind ihre nationalen und territorialen Aspirationen. Der Sagenkranz, den die polnische Legende um die sogenannten polnischen Legionen im Großen Kriege gewoben hat, ist so dicht geworden, daß ein Busch - messer dazu gehört, um hinter diesem Mythos die sehr nüchterne Wirklichkeit zu erkennen. In Wahrheit haben die polnischen Legionen, deren Zahl niemals groß war, so gut wie gar nichts für die Befreiung der Teilgebiete Polens getan, vor allem nicht militärisch, auch nicht diplomatisch und politisch. Was Anfang August 1914 zunächst in Galizien gebildet wurde, was unter Pilsudski auszog, um gegen Rußland zu kämpfen, bestand aus wenigen Regimentern Infanterie und Kavallerie. Die Zahl der polnischen Legionäre hat 20 000, mit Einschluß von 1000 Offizieren, au keiner Zeit überstiegen, so daß aus diesem Grunde nicht davon die Rede sein kann, diese Legionäre hätten irgendwie dazu mitgewirkt, die zaristischen Armeen zu zertrümmern. Soweit polnische Soldaten aus Posen, Westpreußen und Oberschlesien im Rahmen deutscher Truppenverbände kämpften, haben sie im Großen Kriege ihre Pflicht getan, gemäß ihres Fahneneides, nicht also deshalb, um einen polnischen Nationalstaat aufzurichten. Tatsache ist, daß die polnischen Legionen selbst in den Schlachten und Kämpfen gegen die zaristischen Armeen nicht übermäßig Wunder der Tapferkeit verrichtet haben, sondern allgemein vorzogen, nicht allzu nah heranzugehen. Das wird bestätigt dadurch, daß die Verluste dieser Legionen sehr gering gewesen sind. Nach der Eroberung Kongreß-Polens durch die Mittelmächte, nach der Errichtung der Generalgouvernements in Warschau und Lublin wurden die polnischen Legionen nach Warschau zurückberufen. Sie wurden als Hilfskorps aufgestellt, sie wurden dazu ausersehen, die Kadres für ein neues polnisches Nationalheer zu bilden, das während des Krieges organisiert werden sollte. Der Generalgouverneur von Warschau, General v. B e s e l e r , hatte sich in die Idee verbissen, aus der polnischen Bevölkerung ein Heer aufzustellen, das einmal dazu fähig sein sollte, an der Ostfront gewisse Lücken auszufüllen. Für diese Idee hatte Beseler beim Reichs- sich als geschickter Stratege der Politik seine Macht durch eigene Organe und die Mitarbeit ihm unbedingt ergebener Freunde gesichert. Daladiers „Brmn Trust". Daladier war in seiner eigenen Partei, die er heute beinahe diktatorisch präsidiert, immer eine Art Außenseiter. In der Schicht der führenden radikalen Politiker hatte Daladier, der kein Freimaurer, wie die meisten von ihnen ist, kaum eigentliche Freunde. Da er als Ministerpräsident sich auf keinen von ihnen ganz verlassen konnte, zog er sich seine eigenen Leute heran, Außenseiter wie er, aber im wesentlichen Männer, die sich weniger durch eigene Leistungen als durch ihre unbedingte Treue zu Daladier auszeichnen. Das gilt von Chichery, dem jetzigen Fraktionsführer der Radikalen, der bis zur Aera Daladier nicht mehr war als ein radikaler Abstimmungskomparse in der Kammer, von Guy la Chambre, dem Luftfahrtminister, einem ebenso weichen wie charmanten jungen Mann, dem man außer seiner engen Freundschaft mit Daladier keine hervorstechende Eigenschaft nachsagen kann, das gilt von Daladiers Kabinettschefs C l a p i e r , einem biederen Berufsbeamten und von Pierre Maze, dem neuen Generalsekretär der Radikal-Sozialen. Aehnliches ist auch über den provencialifchen Industriellen V e r m 0 r e l zu sagen, einen Mann ohne äußeren Titel, aber als Verbindungsmann zwischen Daladier und den Provinz-Industriellen der Radikalen eine der wichtigsten Stützen des Ministerpräsidenten bei der Beherrschung der eigenen Partei. Das sind die Männer, die Daladiers eigentlichen „Brain Trust" bilden. Daneben sind noch einige hervorragende Spezialisten zu nennen, die gleichfalls durch enge Freundschaft mit Daladier verbunden sind. Serrouys, der einflußreiche Direktor der Bank Lazard Freres & Co. gehört zu ihnen, und D a u t r y , der Leiter der französischen Eisenbahnen und gleichzeitige Prä- Ringdurchschnitt von 9,2, 1938 von 9,64 und 1939 von 9,74. In diesem Jahre ist zum ersten j^ale das Jungvolk in einen Schießwettkampf mit dem Luftgewehr eingespannt worden. Die Ergebnisse haben die Erwartungen übertroffen! Das beste Fähnlein hat von 1200 möglichen Ringen 1142 geschossen. Die Mannschaft auf dem 100. Platz hatte immer noch 991 Ringe. — Unsere 13- und ^jährigen Jungen mit ihrem scharfen Auge und ihrer ruhigen Hand haben also ganz phantastische Schießergebnisse erzielt. lieber den Geländedienst, den die HI. zur Zeit zusammen mit der Wehrmacht vorwärts treibt, sagte Stellbrecht: In den verschiedenen Schulen werden augenblicklich im. Jahre 30 000 Führer im Geländedienst ausgebildet. Es wird dort der Grundschein und der Lehrschein verliehen. Ungefähr die gleiche Anzahl HI.-Führer wird durch die Wehrmachts-Lehrgänge ausgebildet, so daß also insgesamt 60 000 HI.-Führer ihre Ausbildung im Geländedienst erfahren. Diese 60 000 Ausgebildeten brauchen den Grund- und Lehrschein als Voraussetzung für die Beförderung zum HI.-Führer. In diesem Jahre sind in den Lagern 218 000 Hitlerjungen und 242 000 Pimpfe im Geländedienst ausgebildet worden. lieber die Sondereinheiten teilte Stellrecht kurz folgendes mit: In der Motor-HI. ist am 1. April d. I. bereits die Zahl von 100 000 Jungen überschritten worden. Die Ausbildung in der Flieger-HI. ist zur Zeit in den Lagern noch im Gange. Jrn Jahre 1938 sind 125 000 Starts mit Gleit- und Segelflugzeugen vorgenommen war- den. Diese Zahl wird im laufenden Jahre weit übertroffen werden. In der Marine-HI. sind 60 000 Jungen, von denen zur Zeit 1600 Jungen auf den Reichsfeesportschulen ihre Führerausbildung durchmachen. Im Herbst d. I. entsteht die dritte Reichsseesportschule als schwimmende Schule, und zwar auf einem Schoner bei Rügen. Dort besteht dann endlich die Möglichkeit, eine hochseemäßige Schulung oorzunehmen. Paris, 10. August. 'lieber die Neigung des Ministerprästdenten balädier zum persönlichen Regime wurde schon bi früheren Anlässen viel gesprochen, aber erst jgt nach dem Dekret, das das Wahlrecht des Volkes ijif zwei Jahre suspendiert — wenigstens soweit die Kammer, die wichtigste parlamentarische Körperschaft, berührt —, wird ernstlich die Frage lssgeworfen, ob es sich bei den oft bespöttelten Napoleons-Allüren Daladiers nicht doch um mehr jindelt als um das Ueberschäumen eines herrsch- fchtigen und kritikempfindlichen Temperamentes, ümn entdeckt auf einmal zu viel System in den ünßnahmen dieses Ministerpräsidenten. Die Etappen der Machtergreifung. Tatsache ist jedenfalls, daß Daladier vom Augen- btfe der Machtübernahme an die Rechte des Parla- nrnts gewaltig beschränkt hat, daß er fast aus- sciießlich mit Dekreten regiert, also auch die gesetz- g eenbe Gewalt an sich gerissen hat, daß er mit aen Mitteln des Regierungseinflusses die Wieder- I tibi des Präsidenten Lebrun durchsetzte und nun tih die Palamentswahlen um zwei Jahre vertuen läßt. All das sind Akte, die trotz der äußerlten peinlichen Wahrung der „Legalität" tiefe Einrisse in die Institutionen und Traditionen des bürokratischen Frankreichs bedeuten. Roch typischer für die wachsende Machtfülle in Madiers Hand ist folgendes. Schon als er in das e Volksfront-Kabinett Blums eintrat, forderte er f sich nicht nur das Kriegsministerium und den Wen des Vize-Ministerpräsidenten, sondern zu- g:ch die Ueberorönung seines Kriegsministeriums a „Landesverteidigungsministerium" über das Wrine- und das Luftfahrtministerium. Schon da- Ttls lag die Leitung der gesamten Wehrmacht §-'nkreichs in feiner Hand, er hat sie behalten, als •röie Ministerpräsidentschaft übernahm. Aber auch diise Position hat er nach allen Seiten ausgebaut lir durch eigene Macht- und Vollzugsorgane ge- Wkt. Früher war der Ministerpräsident Frank- Ss:gs nur der primus in ter pares. Wenn er nicht H^lleich Ressortminister war, so hatte er kaum »arte Büroräume, sondern amtierte gastweise meist vkrAußenministerium. Man erinnert sich aus diesen -Zk-en an das bittere Wort Clemenceaus, daß der -fcZzöfische Ministerpräsident zu den überflüssigsten ^inichtungen der Welt gehöre. Der Ministerpäsi- ihl Daladier hingegen hat sein eigenes Palais, Bumte und Bürodiener, reichliche Arbeitsräume ur Budgetmittel. In diesen Tagen hat Daladier nr?r dem nichtssagenden Titel einer „Jnformaiions- #irale" ein staatliches Propaganda-Amt geschaffen «r es — losgelöst von allen anderen Ressorts — sc selbst unterstellt. Das gleiche erfolgte mit der SntroHe über das gesamte Radiowesen, das aus &e Postministerium herausgelöst wurde und nun« trv:r unmittelbar vom Ministerpräsidenten ressor- kik . Damit sind in der Hand Daladiers Macht- Mel vereinigt, über die noch kein Ministerpräsident dr: republikanischen Frankreichs zu Friedenszeiten ttiügte. Nit Links jur Macht — mit Rechts regiert' • 'elleicht versteht man aber die letzten Maß nah - T"- Daladiers besser, wenn man sie weniger mit flitren Zukunftsplänen als mit seinen früheren xüüschen Erfahrungen in Verbindung bringt. Der Zü-'ersohn aus der Provence, der seine Karriere Ls^eiden als Lycealprofessor für Geschichte be- «ri, im Weltkrieg als tapferer Offizier an der ' ET-it kämpfte und später von seinem Vorgesetzten 1 ©warb Herriot, auch einem Geschichtsprofessor, • v: ie Rabikale Partei und in die Politik hinein - .gi isen wurde, war in den zehn Jahren zwischen : L& und 1934 oftmals Minister, zweimal sogar I Ministerpräsident. Seine zweite Ministerprä- itschaft enbete mit einem grausigen Sturz. Die l die Ausschlachtung des Staoisky-Skandals in Rechtspresse aufgeputschten Frontkämpfer-Ver- se hatten am Vortage versucht, das Parlament rürmen. Ministerpräsident Daladier setzte den ;eipräfibenten, der sie begünstigte, ab, ließ Ma- mgewehre auffahren und schießen. 19 Tote üN den Place de la Concorde. Dieser Ansturm ifcir zurückgeschlagen, aber am nächsten Morgen «ttir Daladier dem vereinten Ansturm der Gene- ber Rechtsparteien, der hohen Bürokratie und ' Hochfinanz. Daladier mußte den Platz räumen, ' !diesen Ereignissen hat er, maßlos verbittert, । Türkei gelernt; einmal, daß ein Ministerpräsident ■“*1 eigene Machtmittel und eigene Organe der 1 to^ien Fühlungnahme zum Volk verfügen muß, '■jut er nicht in kritischer Stunde den traditio- '"Mfl Intrigen der französischen Politik erliegen 3um anderen, daß im Frankreich von heute ! Engere Sicht nicht gegen den Willen der Hoch- j ^‘3. vor allem der ostfranzösischen Schwerindu- agiert werden kann. Und als alter Politiker l v^e Daladier schon längst, daß diese Macht, die pu rniit Hilfe der Rechten gehalten werden kann, s nFi'ankreich nur mit Hilfe der Linken zu erobern ma<^e gute Miene zum bösen Spiel der 2 »frfront, — um sie zu zerschlagen, nachdem sie üy' ?m die Macht getragen hatte. Und jetzt hat er irpener a j.aufie? Ä & h. I3,13> 5,40 B h.m ZA. nolM I hM i( nbbörje ß chasislA' iLrschetnt täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte «Gießener Familienblatter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-vezugrprelr: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte e' 1.80 Zustellgebühr . . , —.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe inter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen Postscheckkonto: ßrankfnrl am Main 11688 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Prüft und Verlag: Srühlsche Univerfitätrdruckerei «.Lange in Sieben. Schriftleitung und SeschSstrftelle: Schulstrahe 7 kanzler v. B ethmann Hollwey und seinen Ratgebern Verständnis gefunden, weniger schon bei der Obersten Heeresleitung, die Zwar an sich nichts dagegen hatte, aber nicht bereit war, sich deshalb die Möglichkeiten eines Sonderfriedens mit dem Zarenreiche zu verbauen. Die Aufstellung polnischer Truppenoerbände war nur ein Teil eines Gesamtplanes, denn der andere Teil bestand darin, das Königreich Polen als solches wiederherzustellen. Für diesen Plan mußte die deutsche Presse schon seit 1916 werben, oder doch die öffentliche Meinung in Deutschland darauf oorbereiten. Es gab politische und militärische Kreise, die diesen Plan aufs schärfste bekämpften, vornehmlich deshalb, weil er geeignet war, alle Möglichkeiten eines Sonderfriedens mit Rußland zu zerstören. Wenn zu Beginn des Krieges der zaristische Oberbefehlshaber, Großfürst Nikolaus, eine Proklamation an das polnische Volk in allen Teilgebieten, also auch in Deutschland und Oesterreich-Ungarn erlassen hatte, so bestand doch bei den Polen selbst kein Zweifel darüber, was es mit dieser Proklamation, mit diesem Gelöbnis einer staatlichen Unabhängigkeit für Polen auf sich hatte. Zu den politischen Zielen des Zarenreiches, zu den Kriegszielen der russischen Imperialisten wie Sasonow und Iswolski, gehörten die Eroberung deutscher und österreichischer Gebiete. Diese russischen Imperialisten waren es auch, di« die Westgrenze des Zarenreiches bis an die Oder und darüber hinaus vorschieben wollten, wobei aber unter keinen Umständen an irgendeine polnische Staatlichkeit gedacht wurde. Pilsudski und seine Legionen zogen 1914 gegen Rußland schlechthin aus, nicht nur gegen das Zarenreich, nicht nur gegen die slawische Vormacht, sondern sie zogen aus, weil die Neuschöpfung eines polnischen Staates nur gegen Rußland selbst möglich war. Freiwillig hätte ein siegreiches Rußland Kongreß-Polen nicht herausgegeben, den Polen auch nicht Wilna und Suwalki, auch nicht das Eholmer-Land, endlich auch nicht wesentliche Teile der Ukraine überlassen. Als die Heere der Mittelmächte die zaristischen Armeen zertrümmert und die Okkupattonsgrenze über Kongreß-Polen vorgeschoben hatten, war für die polnischen Nationalisten so etwas wie eine Hoffnung gegeben. Wesentlich war hieran nur, daß die polnischen Legionen als Hilfskorps in Kongreß-Polen installiert wurden, wobei sie sich selbst schon als Kern einer polnischen Zukunftsarmee ansahen. Inzwischen waren die Vorbereitungen für die Errichtung eines neuen Königreiches Polen soweit gefördert, daß di« feierliche Ausrufung im November 1916 vor sich gehen konnte. Es läßt sich hinterher nicht mehr feststellen, ob, wenn dies nicht geschehen wäre, ein Sonderfrieden mit dem Zarenreich im Winter 1916/17 nicht außerhalb jeder Wahrscheinlichkeit lag. Tatsache ist jedenfalls, daß im Herbst 1916 mit dem zaristischen Ministerpräsidenten Stürmer in Stockholm verhandelt wurde, ferner daß als Vertreter Stürmers kein Geringerer tätig war als der zaristische Minister des Innern P r o t o p o p ow. Das ist auch in London und Paris bekannt geworden, das veranlaßte den englischen Botschafter in Petersburg, Sir George Buchanan, alle Hebel und Tausende von Pfund Sterling in Bewegung zu setzen, um mit Hilfe der Duma und der Kreise um den Großfürsten Nikolaus eine Gegenaktton hervorzurufen. Tatsache ist weiter, daß die einflußreichsten zaristischen Verbände im Herbst 1916 Entschließungen faßten, sowie dem Zaren und der Regierung Denkschriften übersandten, in denen offen dazu aufgefordert wurde, den Krieg, der für Rußland ein Unglück sei, zu beenden. Es ist endlich Tatsache, daß Stürmer und seine Mitarbeiter bis zu den Vorgängen in Warschau im November 1916 das unbedingte Vertrauen des Zaren hatten. Da kam die Proklamation über Polen dazwischen, also etwas, was gegen die allrussische Tradition ging. So mußte Stürmer Ende November 1916 zurücktreten, nicht ohne vorher noch eine Deklaration erlassen zu haben, in der er sich gegen alle Gerüchte wandte, daß über einen Sonderfrieden mit den Mittelmächten im In- und Auslande verhandelt worden fei. In Warschau war also ein Königreich Polen ausgerufen worden, aber nicht als Ergebnis des „Frei- heitskampfes der polnischen Legionäre", sondern aus ganz anderen Gründen. Die polnischen Legionäre hatten 1914 und später keinerlei militärische Tätigkeit an der Ostfront entfaltet, vielmehr vorgezogen, sich innerpolitisch in einer Weise zu betätigen, daß sie zum Teil aufgelöst werden mußten. Das geschah 1917/18, denn nacheinander wurden die Legionen von den Militärbehörden der Mittelmächte entwaffnet. 2m Frühjahr 1918 gelang es einem Teil dieser polnischen Legionäre unter Führung des Obersten Joseph Haller, nach Südrutzland zu desertieren, was die polnische Legende heute noch damitt beschönigt, es sei das in offener Opposition zu dem Friedensvertrag von Brest-Litowsk geschehen. Damals wurde ein freier und unabhängiger Staat Ukraine gegründet, der das Eholmer-Land «inschloß, also ein Gebiet, auf das die Polen An- svruch erhoben. Weil dieser Anspruch in Brest- Litowsk nicht anerkannt wurde, zog ein kleiner Teil der polnischen Legionäre vor, über die russische Grenze zu gehen. Frgendwelche militärische Taten konnten diese polnischen Truppen an keiner Front mehr vollbringen, erst recht nichts dazu tun, einen polnischen Nationalstaat aufzurichten, Haller durfte 1919 nicht einmal über Danzig zurück! darunter Reichstags- und Landtagsabgeordnete pol. nischer Herkunft. Wir nennen hier nur Korj an ty aus Oberfchlesien, der in feiner Eigen,chaf als Reichstagsabaeorneter und als Redakteur vertrau- liche militärische und politische Informationen sich verschaffen konnte. Er hot sie gegen Bezahlung der Entente zugänglich gemacht. Der.polnische Staat von 1918 ist und bleibt -ine Reuschopsung deutscher Heere und Feldherren. Marodeure und Hyänen gibt es leider auf allen Schlachtfeldern. zeigt, daß für Frankreich die Hilfsstellung für Polen nicht aus der traditionellen Freundschaft Frarck- reichs zu Polen entsprungen war, sondern der nüchternen Erwägung, sich gegen eine mögliche deutsche Revanche zu schützen. Die polnischen Legionen haben also di« Westgrenze Polens ebensowenig erkämpft und festgesetzt, wie die Deserteur« des Obersten Haller die Ostgrenze gegen die Sowiettlmon. Das war schließlich nur das Werk der Botschafterkonferenz, die es fertig brachte, Oberschlesien zu zerreißen, obwohl bei der Volksabstimmung sich 67 o. H. der Bevölkerung für das Verbleiben beim Reich erklärt hatten. . Es bleibt dabei: Polen verdankt seine staatliche Neuschöpfung den siegreichen Feldzügen, die die deutschen Heere gegen das Zarenreich durchgefuhrt hatten. Polnische Truppen sind daran wenig oder gar nicht beteiligt gewesen, polnische Legionäre erst recht nicht. Sie hätten schon wegen ihrer zaylen- mäßigen Schwäche so gut wie nichts Ausrichten können. Wohl aber haben Polen in Deutschland während des ganzen Krieges Landesverrat geübt, Oie Wirkung -er Rede Försters. Ehrliche Beobachter erkennen die Llnhaltbarkeit der jetzigen Lage um Danzig. Mit Beklommenheit hat die demokratische und die verwirrte polnische Welt die letzteWarnung ausgenommen, die im Namen Danzigs Gauleiter Forster gegen die polnischen Kriegsdrohungen richtete. Daß die Danziger Bevölkerung wieder heim ins Reich will, daß kein Danziger anders denkt, diese Tatsache ist unvereinbar mit dem polnischen Annerionswahn und den hinter ihm stehenden West- demokratten, und schon die Unterstreichung dieser Wirklichkeit genügt an und für sich, um die Haß- wellen und Lügen zerschellen zu lassen. 2n London und Paris, wo man sehr aufmerksam die Aeußerun- gen des Generalfeldmarschalls Göring», des Reichsministers Dr. Goebbels, des Oberbefehlshabers des Heeres, des Generalobersten von B r a u ch i t s ch, verfolgte und mit einiger Beklemmung das Zusammentreffen des deutschen und des italienischen Außenministers in Salzburg verzeichnet, hat die Protestrede insofern die infolge der eigenen Kriegsgerüchte etwas sehr durcheinander geratenen Nerven beruhigt, als Forster nicht direkt d e n Tag ankündigte, an dem Danzig wieder von Großdeutschlands Mutterarmen ausgenommen wird. Die starke und selbstsichere Ruhe, mit der die Danziger Bevölkerung und ganz Großdeutschland den Ruf des Führers erwartet, sticht vorteilhaft ab von dem aufgeregten Gebaren derer, die uns einkreisen wollen und nunmehr erkennen, daß sie sich selbst durch ihre Lügen eingekreist haben und darunter die Ruhe verlieren. Es ist sehr peinlich, daß diese in ihrer Selbstsicherheit gemäßigte Rede eine ganze Reihe von Stimmen englischer und französischer Politiker brachte, die das schändliche Spiel von Versailles und d e dort erfolgte Schaffung eines Freistaates Danzig, dem gerade Die Freiheit in Versailles abgesprochen wurde, auf das schärfste verurteilten und den Anspruch Danzigs auf Heimkehr ins Reich glatt unterstrichen. Man kann doch nicht Stimmen wie die Lloyd Georges oder Winston Spencer C h u r - chills gegen die Polen heute als unbedeutend hinstellen, selbst wenn sich diese Politiker jetzt als Dor- kämpfer der Einkreisungsfront gebärden. Eine einmal erkannte Wahrheit wirkt fort,, selbst wenn die Männer, die sie einst fanden, jetzt den Mantel nach dem Winde hängen. Diese Wahrheit aber ist der englischen und französischen Presse derart peinlich, daß kein einziges Blatt seinen Lesern zu sagen wagt, was Lloyd George und Churchill eigentlich über Polen denken. Das ist geradezu ein Verbrechen an ihrer Leserschaft, es ist ein Hohn auf die sog. „freie Meinungsäußerung", es ist die schneidendste Selbstironie, die jemals auf die „Unbestechlichkeit" und „Wahrheitsliebe" dieser Weltmeinungsmacher von ihnen selbst aeschrieben wurde. Wenn der Publizist mit dem slawischen Vornamen Wladimir, d'Ormesson, im Pariser „Figaro" Forster vorwirft, er verdrehe die Tatsachen, dann ist das eine ebenso ungeheuerliche und freche Verfälschung eines klaren Tatbestandes, wie der konservative „Daily Telegraph" in London zu behaupten wagt, Forsters Rede sei „eine durchsichtige Verdrehung der jüngsten Geschichte des Freistaates". Monsieur d'Ormesson und das ehrenwerte Londoner Blatt wagen yar nicht, die von Gauleiter Forster erwiesenen und aller Welt bekannten Dinge ihren Lesern vorzusetzen! Schon die einfache Tatsache, daß ein angeblicher „Freistaat" wie Danzig nach der Forderung der Gegner nicht einmal bestimmen darf, zu wem er gehören soll, ist eine angemaßte Gewalt, die niemals Recht wird. Die polnische Kriegshysterie, von Gauleiter Forster so schlagend nachgewiesen, die massiven Drohungen gegen Danzig, die Annexionsgelüste gegen das Reich, auch sie werden totgeschwiegen, und die polnische Presse dreht und wendet sich in ihren Lügen und in ihrem Größenwahn, wie sich die Schlange aus der Faust eines Bändigers vergeblich loszuwinden bestrebt. Die edlen Polensöhne, von denen nach der amtlichen polnischen Statistik noch heute ein volles Fünftel des Lesens und Schreibens völlig unkundig sind und sicherlich weitere Teile nur notdürftig ihren Namen kritzeln und Geschriebenes kaum lesen können, werden von einer winzigen Gruppe von Obersten, denen England nicht genug Pfunde gab, in einen Irrwahn versetzt, der für Europas Ruhe gemeingefährlich geworden ist. Was soll man — abgesehen von anderen Beispielen einer sadistischen und selbstmörderischen Kriegslust — dazu sagen, wenn nach dem Bericht der Posener „Nowy Kurjer" ein Führer der dortigen Legionäre, Professor Iakobski, gesagt hat: wirklich „Dort, jenseits der Grenze, schäumt vor Wut der heidnische Wotan. Stellen wir uns daher alle zum Start auf, um den Lauf auf Leben und Tod zu beginnen, mit Ehren, mit einem Lied auf den Lippen, zur blutigen Ernte, zum nationalen Feiertag!" Um — verkündet dieser irrsinnige Professor weiter, „Polen hinaufzuziehen in schwindelerregende Höhen, die dem Feind nicht erreichbar sind. Stellen wir Polen auf den Sockel des Ruhmes, den es bisher nicht erreicht hat." Die Höhen dieses Wahnwitzes sind , schwindelerregend, aber wir können eins bestätigen: Den Ruhm, Danzig oder Deutschland zu besiegen, hat Polen bisher noch nicht erreicht, und es wird ihn niemals erreichen. _ Denn ein 80-Millionen-Dolk, der stählerne Kern Europas, stellt das Gesetz des Handelns auf. Wir bestimmen allein, wann Danzig heim ins Reich kehrt. Daß es geschieht, ist so sicher, wie St. Manen in Danzig ein deutsches Bauwerk. E. S. Stimmen des Auslands. Warschau steckt den Kopf in den Gand. Warschau, 11. August. (DNB.) Die Warschauer Blätter vermeiden es, auf die Rede Gauleiters Forsters näher einzugehen. Sie veröffentlichen nur eine Meldung der Polnischen Telegra- phenayentur, die der polnischen Oeffentlichkeit die Ausführungen des Danziger Gauleiters vorenthält und sie nur mit höhnischen Bemerkungen abtut. 2m übrigen klammern sich die polnischen Blätter an die- jenischen französischen und englischen Pressestimmen, die der polnischen Auffassung entsprechen. England verständnislos. London, 11.August. (DNB.) Die Rede Bauleiter Forsters wird auch von der Provinzpresse offensichtlich stark beachtet, wenn auch die Plätter fast ausnahmslos in ihren Kommentaren versuchen, das erneute Bekenntnis der alten deutschen Stadt Danzig zum Reich mit den üblichen läppischen Redensarten zu bagatellisieren. pari« merkt nichts. Paris, 11.August. (DNB.) Die Forster-Rede findet in Paris weiterhin große Beachtung. Allerdings tun die Mittagszeitungen, wie auch die Früh- blätter, so, als ob der Stein nunmehr nicht ins Rollen gekommen sei. Das in Paris festzustellende Bemühen, die Forster-Rede zu bagatellisieren, geht offensichtlich auf geheime Aengste zurück. Forster sei übrigens gar kein Danziger, sondern Deutscher und im übrigen keine regierungsamtliche Stelle. 2n dieser Art alberner Töne geht es weiter. Das Echo in Italien. Rom, ll.Aug. (Europapreß.) Die von Gauleiter Forster am Donnerstag in Danzig gehal- rene Rede findet einen starken Widerhall in der italienischen Presse, ebenso wie die Rede des Oberbefehlshabers des Heeres. Generaloberst von Br auch it sch, in Düsseldorf Die wichtigsten Stellen werden in Kursivschrift wiedergegeben. 2n den Ueberschriften heben die Blätter den entschlosse- nen Willen Danzigs zur Wiedervereinigung mit dem Reich hervor. Ferner wird auf die Entschlossenheit der Danziger hingewiesen, jeden polnischen An- griffsversuch zurückzuweisen. So hebt die „Gazzetta del Popolo" hervor, daß die Danziger die polnischen Kanonen nicht fürchteten und auf den Führer blickten. Der unbeugsame Wille dieser deutschen Stadt, die volle Freiheit wiederzuerlangen, sei in den mannhaften Ausführungen des Gauleiters klar zum Ausdruck gelangt, schreibt der Direktor des halbamtlichen „Giomale d'2talia", Gayda. Dieser Wille sei nicht eine 2mprovisation der letzten Stunden, sondern bestehe feit den ersten Tagen des Diktats von Versailles. Ungarn sagt: größte Bedeutung. Budapest, ll.Aug. (DNB.) Die Rede des Gauleiters Forster wird von der ungarischen Presse teils im Auszug, teils im Wortlaut veröffentlicht und deren prägnante Sätze in großen Schlagzeilen hervorgehoben. Hierbei wird die Forderung „Zurück ins Reich" als Kernpunkt der Danziger Rede gekennzeichnet und der Feststellung, daß Großdeutschland und fe-in Führer im Falle eines Angriffs von polnischer Seite an der Seite Danzigs stehen werde, größt« Bedeutung beigemessen. Spanien hat volles Verständnis. Madrid, 11. Aug. (DNB.) Trotz der Neubildung der Regierung, welche das 2ntereffe der Oeffentlichkeit im besonderen Maße auf sich zieht, geben die Madrider Zeitungen ausführlich die Rede des Gauleiters Forster wieder. „ABC" zählt in ihrem Kommentar Vorteile auf, welche Polen wäh- rend der friedlichen Zusammenarbeit mit Deutsch- land gehabt hat und die es nun leichtfertig preis- gegeben habe. Oie Meinung in Belgien. Brüssel, 11. Aug. (DNB.) Die Kundgebung der Danziger Bevölkerung gegen die polnischen Drohun- gen findet in der belgischen Presse starke Beachtung. „Libre Belgique" bringt die Ueberschrist: „Wenn Danzig von Polen angegriffen wird, dann wird ihm Deutschland zu Hilfe eilen". Der „Standaard" schreibt, die Rede habe den Zweck gehabt, der ganzen Welt den Willen des Danziger Volkes darzu- tun. Sie fei ein Ruf an die Welt, Danzig die freie Ausübung des Selbstbestimmungsrechtes zu gewäh. ren. Der marxistische „Peuple" bringt folgende Ueberschrist „Danzig ist eine deutsche Stadt uni) will zu Deutschland zurückkehren." Starkes Interesse in Holland. Amsterdam, ll.Aug. (DNB.) Die mit großer Spannung erwartete Rede des Gauleiters Forster steht heute im Mittelpunkt des Znteresfes der holländischen Presse. Die Zeitungen bringen die Rede ausführlich in größter Aufmachung, wobei besonders bi« Warnungen Forsters an Polen in den Vordergrund gestellt werden. OaS Urteil in Dänemark. Kopenhagen, 11. Aua. (DNB.) Die Rede Forsters steht neben der Salzburger Zusammenkunft des deutschen Reichsaußenministers mit dem Grafen Ciano im Vordergrund des politischen 2nteresses. „Politiken" führt aus, daß man der Stimme des Gauleiters überall in her Welt gelauscht habe, wenn man auch im voraus den Wunsch der Danziger Bevölkerung nach einer Rückkehr zum Reich kannte. Forster habe belegt, daß Polen unrechtmäßig fremden Boden und fremde Bevölkerung fordere, seine Ansprüche bis zur Unersättlichkeit steigere und damit der wirkliche Friedensfeind in Europa sei. Stärkste Beachtung in Schweden. Stockholm, 11. Aug. (DNB.) Die Rede bes (Bauleiters Förster in Danzig, die hier mit großer Spannung erwartet wurde, findet in der Stockholmer Presse stärkste Beachtung. Die Blätter bringen ausführliche Auszüge aus der Rede. Sämtliche Blätter heben in ihren Berichten hervor, daß- der Wille der Danziger Bevölkerung, ins Reich heimmkehren, in der gestrigen Kundgebung kraftvollen Ausdruck gefunden hat. „Butterklunipen in polnischer Grütze/ Oslo, ll.Aug. (DNB.) Unter dem Titel „Ent- fpannung in der Danzig-Frage" berichtet die norwegische Presse ausführlich über die gestrige Rede Forsters. Das führende Schiffahrts- und Handelsblatt „Norges Handels og Sjoefartstidende" schreibt u. a.: Wir haben bereits kurz nach dem Weltkriege geschrieben, daß Versailles Kriegsursachen für mindestens hundert 2ahre schaffe und man durch diesen Friedensvertrag den unruhigen Balkan oom Schwarzen Meer bis zum Eismeer ausgedehnt hat. Viele dieser Ungerechtigkeiten find beseitigt worden, aber viele Monumente der Dummheit bestehen noch immer. Einer von diesen ist Danzig und der Korridor. Der polnische Zugang zum Meere ist so schlau angelegt worden, daß er die Küche der Deutschen von ihrer Speisekammer trennt. Dabei hat Solange die Mittelmächte Kongreß-Polen militärisch besetzt hatten, gab es in Warschau und an anderen polnischen Stätten keine nationalpolnische Bewegung, die sich offen für bi« Entente eingesetzt hätte. Das alles tarn erst zum Durchbruch, als im November 1918 die Westfront zusammenbrach, als die deutsche Regierung auf Grund der 14 Punkte Wilsons die Waffen hatte niederlegen lassen. Mer im November 1918 bis zum Frühjahr 1919 war in Warschau eine rein polnische Regierung gebildet worden unter dem Schutz Pi 1 sudskis, die es für realpolitisch klug und zweckmäßig hielt, die Brücken nach Deutschland nicht ganz abzubrechen. Dafür wurde sie von den polnischen Ultras heftig bekämpft und befehdet, bes Landesverrats geziehen, was alles nicht dazu ausreichte, um sie wegdrän- gen zu können. 2m Frühjahr 1919 kam bann die Erleuchtung über Warschau, es sei doch wohl besser, ein Bündnis mit den Siegern in Versailles einzugehen, um so den polnischen Staat nach Ost und West noch weiter auszubehnen. Der polnische Großrat von Posen faßte um biese Zeit den Beschluß, außer Danzig noch Ermlanb unb Masuren zu fordern, die Polen niemals wieder hergeben würde. Erne stanzösische Militärkommission kam im Sommer 1919 nach Polen, um die Grenze gegen Deutschland nach rem strategischen Erwägungen festzusetzen. Die Dolkstumsgrenze wurde überhaupt nicht beachtet, sondern für diese Kommission war nur maßgebend, daß von Polen aus militärische Angriffe auf die unverteidigte deutsche Ostgrenze verhättnismäßig leicht möglich sein würden. Das Unser Bild link- zeigt Gauleiter Forster wahrend seiner Rede, das rechte Bild gibt einen Ausschnitt Don der eindrucksvollen Kundgebung. (Scherl-Bild erdienst-M.) M L LI WM >- & S r M r WN Neu- Dan- irößter Aufmachung. Der Rede wird, wie aus den zum Teil ganzseitigen Ueberschriften hervorgeht, in ter amerikanischen Presse größte Bedeutung bei- ismessen. Die Ausführungen Forsters werden zugleich als maßgebende deutsche Auffassung über den !°rzeitigen Stand der Danziger Frage angesehen. !uch die Düsseldorfer Rede des Oberbefehlshabers les Heeres, Generaloberst von Braucbitsch, ü in der nordamerikanischen Presse groß aufgemacht r-arden. folgen der Kriegshetze in polen. Warschau, II.Aug. (Europapreß.) Die pol- üsche Währungsbank ist zur Behebung des M a n - Reuyork, II.Aug. (Europapreß.) Die wrfer Zeitungen vom Freitag bringen die ger Rede des Gauleiters Forster in aller» man die deutsche Stadt Danzig gleich einem Butter« Humpen mitten in diese polnische Grütze hinein- Wlegt. Forsters Rede hat die Sachlage blitzartig elsuchtet. Oer Widerhall in USA. Die chauvimMchen Amokläufer in Polen. Oeutschands Geduld ist nicht unbegrenzt. - Ein Wort an die Westmächte. 7." 'S sti w x 1 Meritz E.S. gels a n Silbermünzen gezwungen gewesen, einen größeren Posten Silber im Ausland anzukaufen. Dieses Silber ist bereits in Warschau ein» getroffen. Es ist zur Ausprägung von Sil. berscheidemünz-en im Betrage von 50 Millionen Zloty bestimmt. Die polnische Staatsbank mußte am Donnerstag Kleingeld in einem FlugzeugnachPosen bringen lassen, um den dort unerträglich gewordenen Kleingeldmangel eini- aermaßen beheben zu können. Dieser Mangel an Kleingeld hatte erhebliche Störungen im Geschästs- leben hervorgerufen. Die Spekulation mit Silbergeld geht soweit, daß sich die Behörden bereits veranlaßt sahen, an einigen dieser Spekulanten ein Exempel xu statuieren und sie in das Jsolierungslager nach Bereza-Kartuska zu schicken. Es half aber nichts. Die Kellner in den Lokalen fragen, um nur ein Beispiel zu nennen, weiterhin den Gast, noch bevor sie seine Wünsche anhören, ob er auch das nötige Kleingeld zur Bezahlung der Zeche habe. Hat er es nicht, dann muß er in das nächste Gasthaus ziehen. I die U' Zählt h? °len wti: t. Deich [ti9 prti: l. zebuntz V. n Drohir Leachs i wird i itanbaai! Uetj, les barj 8 die fn zu gern: t folgert Stabt fc and. i mit p ©auleifr.. Änterch Dringen ü , wobei V 'len ink 1. Dir« mmenlr lnisti! jrbergrr :iif)rt t M v \tttz: na-". jabe fi Bober i sprüh i- ier wti »eta. e Ws mit FT Stocks' ringen W M l- ber N iinmtesic »n Essen, 11. Aug. (DNB.) Unter den Ueberschrif- tn „Polens Machtanspruch hat seine Grenxen!" — ,Das Reich wird die Volksdeutschen schützen^ schreibt ts „Nationalzeitun^: Die Geduld, mit der das. Reich der planmäßigen t-etze und den unverschämten größenwahnsinnigen Drohungen und Machtansprüchen Polens zugesehen lut, Hot ihre Grenzen. Bis jetzt hat Deutschlind das volnische Dorgehen gegen die deutschen Iwlksgenossen in seiner ganzen Brutalität und in feiner sehr naheliegenden Wirkung der Weltöffent- Meit nicht zur Kenntnis gegeben, weil es immer riech mit der Möglichkeit rechnete, die Welle ch a u -- r nistischen Amokläufertumes in Po- i n würde wieder abebben. In dieser Hoffnung hat st, Deutschland getäuscht. Die Rückenstärkung durch (ngl and und Frankreich hat den Polen csetn den Kopf verdreht. Sie sehen Danzig schon iinerhalb der polnischen Staatsgrenzen. Sie vehaup- tr.:, auf Ostpreußen ein völkisches Anrecht zu be- st»n, und vergessen dabei, daß ihr eigener Staat Plen noch nicht einmal ein Nationalstaat, sondern e ; von den Versailler Flickschneidern entgegen allen vlkrschen und geopolitischen Gesetzen zusammenkon- ftiierter Mosaikstaat ist. In diesem Mosaikstaat loen heute trotz zwanzigjähriger polnischer Unter» döckung eine Million Volksdeutsche, (jgen sie entlädt sich der verwilderte Haß und b schrankenlose Wut des kleinen Polen auf seinen c jfjen Nachbarn im Westen. Es ist an der Zeit, d Welt Aufklärung zu geben, wie die Polen in hem Land gegen oie Volksdeutschen vorgehen. Denn anscheinend hat man in den polenfreund- lmn Staaten noch immer nicht erkannt, daß der ;:nrsche Größenwahn den Krieg, vor dem die Ürmokratien zittern, bereits angefangen hat drch die Entfesselung der Deutschenverfolgung in 3'llen. Es handelt sich nicht mehr um einzelne rchische Ausschreitungen, sondern allein in den lKten fünf Wochen wurden in Polen 204 Überfälle auf Volksdeutsche verübt. E chs Volksdeutsche wurden in dieser Zeit oct den Polen ermordet, und 21 Schwer- v u l e tz t e, die ihr Leben lang Krüppel bleiben D'-den, sind die Opfer polnischer Insurgenten ge= M-den. JOie polnischen Staatsbehörden unterstützen diese ILIige Hetze gegen die Volksdeutschen ganz offen. 8' den Ued erfüllen werden statt der angreifenden en die Deutschen verhaftet. Hunderte butsche sitzen in den pölnischen Gefängnissen, die Digen ihres unhygienischen Zustandes, ihres LDmutzes und ihrer schlechten Verpflegung in der pxen zivilisierten Welt berüchtigt find. Diese liksdeutschen wurden von polnischen Gerichten zu dchsten Freiheitsstrafen verurteilt, obwohl sie sich Her anderen Straftat schuldig gemacht haben als k Liebe zu ihrem deutschen Volk. Das Blatt gibt weiter als aufschlußreiche Beispiele «i'L Austtellung der besonders brutalen und zu» §°.ch für den moralischen Tiefftand der Polen be« zlchnenden Gewalttaten gegen Deutsche, und es scäeßt dann mit der Feststellung: Es ist ganz offenkundig, daß die Polen in lhrem Staat den Krieg gegen das Deutschtum entfesselt haben. Es ist un» denkbar, daß Polen in diesen terroristischen Drangsalierungen die Unterstützung der Humanitären Demokratien des Westens genießt. Diese sollten ihren entscheidenden Einfluß in Polen schnellstens geltend machen. Denn das Reich, welches die Verpflichtung übernommen hat, bedrängte deutsche Volksangehörige im Auslande zu schützen, vermag eine solche Unterdrückung deutscher Volksangehörigen in seinem Nachbarstaat nicht ruhig mit an- z u s e h e n. Deutsche Reisende vogelfrei! Keine Sicherheit mehr im Durchgangsverkehr durch den Korridor. Berlin, 11.August. (DRB.) heule vormillag wurden auf dem Bahnhof Dlrschau aus dem Breslau-Kurswagen des D 14, der um 10.02 Uhr Marienburg in Richtung Berlin verläßt, a ch t deutsche Reisende von polnischer Polizei verhaftet. Unter den Verhafteten befinden sich vier Unteroffiziere der Luftwaffe und vier Zivilisten, darunter eine Frau. Der Grund für die Verhaftung ist nicht bekannt geworden. Die Verhaftung soll sich folgendermaßen zugetragen haben: Rach Einfahrt des Zuges umstellten etwa 30 Militärpersonen den genannten Magen, und acht bis zehn Polizisten drangen in ihn ein. Rach inzwischen eingetroffener Meldung sind die vier Luftwaffenangehörigen sowie die Frau wieder entlassen worden Das Schicksal der übrigen drei verhafteten Zivilisten ist noch ungewiß. * Mit dieser Tat haben sich die Polen eines krassen Vertragsbruches schuldig gemacht. Denn nach der vertraglichen Vereinbarung über die Verkehrs-Neuordnung im deutschen Osten auf Grund des Versailler Diktats, die feit Jahren zwischen Deutschland und Polen als völlig einwandfreie Rechtsgrundlage besteht, ist der Zugverkehr zwischen dem Reich und Ostpreußen durch den Korridor garantiert und in allen Einzelheiten so genau geregelt, daß jede Mißhelligkeit von vornherein ausgeschlossen ist. Im übrigen bedeutet diese vertragliche Regelung für Polen ein gutes Geschäft, denn die Deutsche Reichsbahn muß für alle Züge durch den Korridor an die polnische Eisenbahnverwaltung bezahlen. Man muß daher als selbstverständlich verlangen, daß der Verkehr z u m m i n d e st e n nichtgestört wird. Achtung vor den Verträgen kennt man aber offenbar in Polen auch nicht mehr. Mit ihrem jetzigen Vorgehen beweisen die Polen vor aller Welt, daß der Korridor weiterhin ein Ding der Unmöglichkeit ist und die gegenwärtigen Verhältnisse einfach nicht mehr haltbar sind. N«1 Illil tit iiit i|iriji w «d N nbe" M «Ml n ®er ien sm/ durch ifllfan ; sgeMnl; itigt w leit W izig Illeere J , Dabei f Italiens" estbesestigungen unüberwindlich. Marschall de Bono berichtet dem Duce. !tom, II.Aug. (DNB) Marschall de Bono sr nach einer mehrmonatigen eingehenden Prü- wjg der italienischen Befestigungen an ier französischen Grenze, und zwar in Meeralpen, wie in den Kottischen und Grastschen chrn, an Mussolini einen Bericht übermittelt, 2i Wem er u.a. betont, daß die bis in kleinste Anden Arbeiten überall mit größtem Eifer durch- Oschrt werden, um die absolute und vollkommene Wksamkeit der bereits vorhandenen Befestigungs- tttfj’e zu garantieren und den sie verteidigenden :tepen die Möglichkeit eines nicht übermäßig be» ■ erlichen Lebens zu schaffen. Jedes mögliche Zu- : rikroeichen, das ein feindliches Eindringen geftat» i « könnte, wird in rückwärtigen Stellungen aufge» «i«n werden, die heute gleichfalls fast alle ernft» chjften Widerstand zu leisten vermögen. Die Be- emg der Verteidigungslinien sei dem erst vor vzim gebildeten Grenzschutzkorps übertragen wor- H«, dessen Offiziere und Mannschaften sich der übertragenen aufopferungsvollen Aufgabe i vihuf bewußt seien. Ihre Losung laute, den ihnen 1 iniitrauten Posten nicht aufzugeben, es sei denn . N Werfolgung des Feindes. „Deshalb", so betom , ^Lischall de Bono abschließend, „kann ich versichern, ! H das italienische Verteidigungs- Nsse m zusammen mit der Hilfe, die die Vorsehung : mit dem Bollwerk der Alpen gegeben ^.keinem feindlichen Fuß gestatten niiüd.den heiligen Boden unseres D a - i ‘ T a n ö e 5 z u betrete n." Diu ssolini hat den Staatssekretär im Kriegs- i iTihterium, General Pariani, zu einer längeren - usiprache empfangen. ,^ch Abschluß der großen Sommermanöver sind, «Ni: amtlichen Verlautbarung zufolge, die Ange- W-en ber yaf) r g ä n ge 19 01 und 1 9 1 2 e n t» < •el w n worden, von denen viele für die Ernte- oirtren Sonderurlaub erhalten hatten. Dagegen vvidin sämtliche Mitglieder der Jahrgänge W. und 1910 sowie die Unteroffiziere und Offiziere der Jahresklassen 1902, 1906 sowie 1910 vom 21. August bis 31. Oktober zu Ausbildungszwecken einberufen werden. General Halder dankt Mussolini. Rom, 11. Aug. (DNB.) Der Chef des Generalstabes des deutschen Heeres, General Halder, hat an Mussolini folgendes Telegramm gerichtet: „Beim Verlassen Italiens bitte ich Euer Exzellenz, meinen aufrichtigen Dank für die liebenswürdige Einladung und die herzliche Gastfreundschaft des italienischen Heeres genehmigen zu wollen. Der Aufenthalt in Italien und die Teilnahme an den Manävern der Po-Armee werden mir eine unvergeßliche Erinnerung fein. Es war für mich eine große Ehre und Genugtuung, den Uebungen des italienischen Heeres beizuwohnen, das von einem so hohen Geist beseelt ist, und persönlich den kraftvollen Rhythmus des faschistischen Italiens mitzuerleben. General der Artillerie Halde r." Roosevelts „Neutralität". Das Wafsengeschäst der USA. blüht. Washington, 12. Aug. (DNB. Funkspruch.) Das Staatsdepartement gewährte im Juli Ausfuhrlizenzen für Waffen und Munition in der Gesamthöhe von 40 Millionen Dollar, davon allein 3,5 Millionen an Frankreich für beinahe alle Flugzeuge oder Flugzeugteile. Dies stellt einen Rekord für Waffenausfuhr für einen Monat in Friedenszeit dar. Nach England wurden für 5 Millionen Kriegsgerät ausgeführt, feit Jahresbeginn für 20 Millionen Dollar. Der Gesamtbetrag der gewährten Ausfuhrlizenzen seit den ersten Monaten dieses Jahres betrug 112 Millionen Dollar. Sechs Jahre" iU: irtschastsausbau im Rhein-Main-Gebiet. Ein Rechenschaftsbericht des Wirtschafts-Kammerpräsidenten Or. Lüer. NSG. In Anwesenheit von Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger, Staatssekretär Posse vorn Rcichswirtschaftsministerium und führenden Vertretern von Partei, Wehrmacht und Staat, Behörden und Wirtschaft fand am gestrigen Freitag in Frankfurt in der Industrie- und Handelskammer eine öffentliche Kundgebung der Wirtschaftskammer He sen statt. Der Präsident der Wirtschaftskammer, Professor Dr. Lüer, gab neben einem Rechenscha tsbericht über die sechsjährige Aufbauarbeit im Rhein-Main-Gebiet einen Gesamtüberblick über die Entwicklung des Bezirkes und über die wirtschaftliche Lage und zeigte die neuen Aufgaben der Zukunft auf. 1500 Betriebsführer aus dem Wirtschaftskammerbezirk hatten sich versammelt, als Landeshandwerksmeister G a m e r die Ehrengäste begrüßte. Professor Or. Lüer zeigte, wie es in den vergangenen sechs Jahren gelungen ist, eine darniederliegende Wirtschaft neu zu beleben. Auch in unserem Gebiet lagen die Phasen des Aufstiegs so verschieden, daß der Kasseler Wirtschaftsbezirk gegenüber dem engertn Rhein- Main-Gebiet eine starke Anziehungskraft ausübte. Gegenüber dem vielfältigen, aber noch lange gehemmten Gewerbeleben des Südwestens hob sich nicht nur die Sonderkonjunktur des Kasseler Bezirkes heraus, sondern auch das Eigenleben und die Eiaenentwicklung des Lahn-Dill-Bezirkes auf seiner zu größter Bedeutung gelangten Rohstoffbasis. Der Wetzlarer Bezirk wurde durch die Steigerung der heimischen Erzversorgung aufs stärkste belebt, nachdem er weitgehend verödet war, Erweiterungsbauten und Neuanlagen erweiterten die industrielle Kapazität, doch muß an Schwierigkeiten in der Gießereiindustrie des Wetzlar-Dillbur- ger Bezirks und neuerdings an die Rohstoff- sorgen der Gießener Tabakindustrie erinnert werden. Der wirtschaftspolitische Wiederaufbau in unserem Gebiete ist in vier Perioden verlaufen. In der ersten Periode stand die Arbeitsbeschaffung im Vordergrund. In der zweiten ging der Staat immer mehr davon ab, Aufträge nur um der Arbeitsbeschaffung willen zu vergeben. Die weitere Entwicklung wurde von der Wirkung der neugeschaffenen Kaufkraft und von der Beschaffung öffentlicher Aufträge bestimmt. Die Vollbeschäftigung in unserem Gebiet wurde erst in der dritten Periode von 1936 bis 1938 erreicht. Am Ende dieser Periode erhält die militärisch-politische Sicherung unseres Gebietes ihre Krönung durch die Schaffungdes Westwalls. Von der gleichen Bedeutung war für diese Periode die Verkündung des zweiten Vierjahresplanes. Die vierte Periode umschließt Gegenwart und nächste Zukunft zugleich. Anschließend ging der Präsident auf die Entwicklung der einzelnen Bezirke unseres Wirtschastsge- bietes ein und hob die Wirtschaftszweige hervor, die in den sechs Jahren begünstigt oder gehemmt worden sind. Die größten Erfolge in der Industrie haben das Baugewerbe, die Elektro - und die optische Industrie aufzuweisen. Daraus ist zu ersehen, wie sehr Metallindustrie und Baugewerbe überall der Ausgleichsposten für Ausfälle geworden sind. Wir sehen in dem Anstieg bei der Elektro- und optischen Industrie den Aufschwung des Wetzlarer Bezirkes ebenso begründet, wie sich umgekehrt die Sorgen der Lederwirtschaft in Worms und Offenbach in dem Rückgang der Beschäftigtenzahlen der Wirtschaftsgruppe widerspiegeln. Dr. Lüer unterstrich, daß der Bezirk neben der Industrie auch über einen leistungsfähigen Apparat des Handels, des Handwerks, des Bank- und Versicherungswesens verfügt, um dann auf die Exportleistung einzugehen. Für das Jahr 1938 ergibt sich eine Steigerung des Exports um rund 20 v. H. gegenüber 1937. Den Rückblick schloß Dr. Lüer mit dem Dank an Gauleiter Sprenger. Weiter zeigte der Präsident die Aufgaben aus, die sich aus dem Erreichten für die Zukunft ergeben. Im jetzigen Stadium der Vollbeschäftigung muß vor allem dahin gewirkt werden, daß die dringenden Reichsaufgaben gegenüber allen anderen Aufträgen weiteren Raum gewinnen. Es muß gelingen, durch Maßnahmen der Leistungssteigerung auf allen Gebieten Erleichterung zu schaffen. Industrie, Handel, Hilfsbetriebe der Wirtschaft und der für unser Gebiet typische Export, so betonte er weiter, sind stärker auf den Konsumenten zugeschnit- ten als anderwärts. Es entsteht daraus ein Mißverhältnis zwischen der Auftragslage, wie sie heute wesentlich von den öffentlichen Aufträgen her bestimmt wird, und der Wirtschaftskapazität unseres Gebietes. Dieses Mißverhältnis kann nur so gelöst werden, daß sich Rangordnungen nach der Reichswichtigkeit der Aufträge noch sträker durchsetzen als bisher, daß aber zugleich auch der Bereich der an diesen Aufträgen beteiligten Betriebe erweitert wird. Wir werden es dabei nicht vermeiden können, daß Betriebe ober Betriebsabteilungen, die im Sinne dieser Rangordnung minder wichtig sind, Einschränkungen erleiden müssen zugunsten derer, die wir für die Reichsaufgoben brauchen. Nachdem Dr. Lüer auf Schäden hingewiesen hatte, die auf dem Gebiet des Arbeitseinsatzes und der Lohnpolitik oft entstanden sind, kam er auf die 3 u f a mm en arbeit mit der D A F. zu sprechen. Für die Schaffung der richtigen menschlichen Atmosphäre in der Arbeitsgemeinschaft der Wirtschaft ist die Mitwirkung der DAF. unerläßlich. Der Präsident wandte sich bann an die Betriebsführer, von deren Leistung es abhängt, ob das Gebiet weiter wächst und gedecht, und ob es seine Pflicht gegenüber dem Reich erfüllt. Der Betriebsführer ist nicht nur für den wirtschaftlichen Erfolg verantwortlich, er trägt eine Verantwortung politischer Art. Er muß seinen Weg durch bas Labyrinth der Rohstoffwirtschaft finden, das den wechselnden Reichsnotwendigkeiten ber Rohstoff- und Devisenlage entsprechend ständig neue Marschrichtungen setzt. Er muß zugleich alles fördern, was zur Gewinnung neuer Werkstoffe beiträgt. Abschließend versicherte Dr. Lüer, daß alle Betriebsführer unseres Gebietes um ihre politische Aufgaben wissen. Ausstellung in Nürnberg. „FrauundMutter-LebensquelldesBolkes" Nürnberg, 11. Aug. (DNB.) Wie alljährlich auf dem Reichsparteitag, so wird auch in diesem Jahre die Dienststelle beim Beauftragten des Führers für die Ueberwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung eine G r o ß a u s st e l l u n g durchführen, die ein bedeutsames Thema unserer Tage nach den verschiedensten Richtungen hin darstellt. Diese unter der Schirmherrschaft des Stellvertreters des Führers, des Reichsministers Rudolf Heß, stehende Ausstellung widmet sich dem Thema ,4)rau und Mutter — Lebensquell des Volke s". Während in der Stadt der Reichsparteitage auf den großen Aufmarschfeldern und in der Kongreßhalle die aktuellen Fragen der großen Politik erörtert werden und die Macht der nationalsozialistischen Bewegung in großartigen Kundgebungen zur Schau gestellt wird, bietet diese Ausstellung einen Einblick in ein Lebensgebiet, das abseits vom Tage im Leben des Volkes von nicht abzuschätzender Bedeutung ist. Diese Ausstellung soll die Auffassung der nationalsozialistischen Bewegung gegenüber der Frau und Mutter im Leben des Volkes verdeutlichen. In 17 sorgfältig ausgeftatteten Räumen wird dieses Thema, vor allen Dingen durch bildliche Darstellung, dokumentarisch belegt, von welch großer Wichtigkeit Art und Wesen der deutschen Frau und Mutter in der Entwicklungsgeschichte des deutschen Volkes gewesen ist und auch heute noch ist. Die Ausstellung findet, wie in den vergangenen Jahren, auch diesmal in der Norishalle statt. Sie wird in diesem Jahre sämtliche großen Räume dieses Ausstellungsgebäudes füllen, ein Zeichen dafür, wie umfangreich und umfassend dieses Thema ist. Neben der Dienststelle des Beauftragten für die Ueberwachung der geistigen und weltanschaulichen Schulung hat die Reichsführung der NS- Frauenschast an dem Zustandekommen der Ausstellung maßgeblich mitgewirkt. Englisch-französische Militärmission in Moskau. Moskau, 11. August. (DNB.) Die englische und die französische Militärmission trafen heute in Mo stau ein, wo sie auf dem streng abgesperrten Bahnsteig vom stellvertretenden Generalstabschef Smorodinow empfangen wurden. Auf dem Bahnhof hatte sich auch der türkische Militärattache eingefunden. Die Mitglieder ber englisch-französischen Militärmission statteten am Freitagnachmittag bem sowjetrussischen Volkskommissar für Verteibigungswesen, Woroschilow, einen Besuch ab. Die Leiter ber Delegation würben alsdann um 17 Uhr von Molo - t o ro im Kreml empfangen. Die erste gemeinsame Besprechung der englisch-französisch-sowjetrussischen Delegierten wurde — ungeachtet des bolschewistischen Ruhetages — auf Samstag vormittag 11 Uhr (Moskauer Zeit) anberaumt. England muß nachgeben. Die Lage in Tientsin. T o k i o, 11. August. (Dftafienbienft des DNB.) Die britische Botschaft teilte heute mit, daß die Tientfiner Konzessionsbehörden die vier Chinesen, die unter Mordverdacht stehen, dem ordentlichen chinesischen Gericht in Tientsin übergeben haben, nachdem die durch die japanischen Behörden angestellte Untersuchung hinreichende Schuldbeweise erbracht hätte. Hiermit ist eine wesentliche Forderung Japans mit Bezug auf die Auslieferung der Terroristen durch die britische Konzession erfüllt, und man erwartet, daß London auch in ber Frage der poli- .xeilichen Kontrolle ber Konzession den japanischen Forderungen nachgeben werde. Der Beschluß ber britischen Regierung hat in ber ßonboner Presse einen Sturm ber Entrüstung und Wut hervorgerufen. „Times" muß zugeben, daß der Beschluß in London mit „wenig Befriedigung" ausgenommen wurde. Das Ueberraschendste an der amtlichen Erklärung sei vielleicht, daß die Regierung den Fall der vier Chinesen völlig von den übrigen in Tokio zur Verhandlung stehenden Fragen getrennt habe. Die vier Chinesen würden tatsächlich bedingungslos ausgeliefert, und von einem Nachlassen der Tientsin-Blockade sei in der amtlichen Erklärung keine Rede. Aber noch vor knapp drei Wochen habe das Foreign Office erklärt, daß der Fall der vier Chinesen eine der Hauptursachen der Blockade sei. Wetierberickt Begünstigt durch die Erwärmung über dem mitteleuropäischen Festland und die allgemeine Luftdruckverteilung erfolgte ein Vorstoß kühlerer Meeresluft, der west-ostwärts über Deutschland hinwegging und dabei auch unserem Gebiet gewittrige Regenschauer brachte. Der damit verbundene Druckanstieg bringt jedoch eine Verstärkung und Ausweitung des südwestlichen Hochdruckgebietes, so daß mit einer vorübergehenden Wetterbesserung zu rechnen ist- Vorhersage für Sonntag: Morgens stellenweise dunstig ober nedlich, sonst heiter bis wolkig, tagsüber Wärmezunahme. Vorhersage für Montag: Im wesentlichen freundlich, doch wieder etwas unbeständig. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange (beurlaubt), i. 93.: Ernst Blum- schein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt ber Anzeigen: Theodor Kümmel D. 21. VII. 1939: 8855. Druck und Verlag: Brühlsche Unioersitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbexugs- preis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr. Einzeloerkauss- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Jllu- ftrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vorn 1. September 1937 gültig. Gewerbliches sucht 5522Ü Babnbofftr 68. Tleuausgabe zu i2.— Reichsmark lg. unt. 03800 d. Gieß. Anz. Südviertel be- Oberhessischer Adreßbuchverlag Gießen Fernsprecher 2251 Schulstraße 7 Verkäufe ofortod.später s Kaiserstraße 15. 5481V Schöne 3-Qimmor' auc5 4% oder Anschriften erb. * gi/2 Zimmer ob. art „Wie Neu", in Kirchliche Anzeigen \0* ric. um Vertrieb ö. ferde- Magdeburg 39, 5468 V a. d. Gieß. Anz.vr. Gonter, Se^ersweg 20 Mnuten von Gießen, z. 1. 9. preiswert z. ver- Für Geschäftshaus wird tücht. Mädchen gesucht. [ 03901 Kaiserallee 21. halt nach Frankfurt a. M. ges. Schr. Ang. unt. 3370va.d.G.A. Zuverlässige Hausgehilfin Privathaus- Gutes Einlegschwein zu verkauf. 03907 Heuchelheim, Bachstraße 25. Kraftfahrer gesucht nicht unter 23 Jahren. Auto- Vermietung Huhn. durcf» eine gute Sfr $£ von. Optikermeister, Carl Leisler Gießen 7473A Neuenweg 16 Lieferant aller Krankenkaffen gesucht, d. Landwirte besuchen. Angestellter sucht zum 1. 10. oder später Sauberes Tagesmädchen od. für % Tage gesucht. [ssaiD Schultheis, Marktstraße 3. Kaufmännisches Lehrmädel (auch Lehrling) oder jüngere Anfängerkontoristin gesucht. Schriftl. Angebote unter Nr. 03879 a.d. Gießener Anzeiger Großstädtisch ausgestaiieies Nachschlagewerk von 624 Seiten Umfang, mit Stadtkreis Gießen, acht Städten und 75 Landgemeinden von mehr als lliooo Einwohnern Stadtplan Gießen einschl. Klein-Linden und Wieseck, ergänzt bis in die letzte Zeit Sorgfältig bearbeitete Anschriften-, Straßen- und Geschäftsverzeichniffe, Abschnitt über NSDAP., Behörden, Vereine, Standes-, öffentl. Einrichtungen usw. Leistungsfähige Zigaretten fabrik sucht Von hiesiger Großhandlung Kontoristin für Buchhaltung u. Verkauf zum sofortigen Eintritt oder zum 1. Oktober gesucht. Sckriftl. Angebote unter Nr. 03854 a.d. Gießener Anzeiger Leistungsfähige Arma urenfabrik für Gasabsperrhähne sucht für den Bezirk Hessen-Nassau Adreßbuch Stadtkreis und Landkreis Gießen Kaufm. Angestellter über 10 Jahre in der Textilbranche, in ungekündigter Stellung, Führerschein HL sucht passende Stellung Gießen bevorzugt. Schriftl. Angebote unter Nr. 03827 an den Gießener Anzeiger. Jüngere tüchtige Auto* fchloffer sofort ges. 5632D Autohof Otto Göbel Junger Kaufmann oder Kontoristin in Durchschreibebuchführung erfahren, alsbald in angenehme Stellung gesucht. Schriftl Ang. u. 5527V an den Gieß Anz. erb. Wohnung Ginfomilien- mit Küche, 1 Gebildete alleinstehende Illll ob. »lein für kleinen Haushalt auf dem Lande gesucht. Näheres Kath. Schwesternhaus Zimm.29. ssoeD Berufs- oder Vertretungswechsel Wer bei Landleuten gut bekannt und verkaufsbefähigt ist, dem bieten sich neue Aufstiegsmöglichkeiten bei altangesehenem Werk. Bewerb, u. B. W. 93 an Ala, Hamburg 1 5488 V 500 er NSD. Soort- maschine zu verk. [5517D Heuchelheim, Ernststraße 5. Tüchtige junge NÄn od. Anfängerin, evtl. Aushilfe, nicht unt. 18 I., gesucht. tssoTÜ Conditorei Hettler. Gutes Wohnhaus mindestens 7 Zimmer und Garten, in ruhiger Lage Gießens zu kaufen oder 511 mieten gesucht. Genaue schriftl. Angebote mit Prew- angabe unt. 5501D an den Gießener Anzeiger. Saubere M unö WoWrau von klein. Haushalt (2 Person.) sofort gesucht. Zu erfrag, in der Geschäftsstelle d. Gieß. Anz. 03914 VSBevveviveiev! Äedeutendes, bestens eingeführtes Nahrungsmittelwerk sucht zum Verkauf seiner Erzeugniffe, Äackfette, Marmeladen und einiger Spezialartikel (z. Ä. Austauschstoff für Schlagsahne), die gute Verkaufserfolge garantieren, einen rührigen Vertreter. Schriftliche Angebote unter 5462V an den Gießener Anzeiger erbeten. VERTRETER Nur solche Herren kommen in Frage, deren Tätigkeit bereits zu den Abnehmerkreisen — Armaturengroßhandel, Gaswerke —führt Angebote unter Nr. 2796 an Werbedienst Gieske, Bielefeld Pnlzlm täglich von 18 bis 1972 Uhr ge- w in schöner Lage zu verkaufen, 1500 qm groß, ganz do. geteilt. Schriftl. Angeb. unter 5499 D an den Gieß. Anz. Aufgeweckte, jüngere Oeetäufeei« für Handarbeiten und Strickwaren gesucht. Else Oittmar Gießen • Selterswep 52 5475D phon 3317. , . Zahuarztlnur in brtrtg-9°UJ ~ ** e. Se^ersweg 75. 1 Zimm., 2 Ka- Frl. sucht großes binetts an kl. od. 2 kleine leere Familie, d. etw. -M- ^ausarbeit unb Krankenpflege mit Ltüchenben. ubern., z. verm. ^rOrtsgr.Mitte Schr. Ang. unt. äuß.Teil. 103992 03916 a. d. G.A.'Ang^Lleichstr.r. Rundfuok- Reparatum durch MW Bahnholstr. 39 Fernst?. 2980 Suche fleißiges Mädchen mit guten Zeugnissen. [03899 Frau F.Schlüter Hitlerwall 29. Sem- Radio, f. Gleichstrom. 4 Röhren, zu verkauf. 03924 Müller, Friedensstr. 15. m. größ. Lagerräumen, Büro und Bauplatz,im Nordviert., unt. günstig. Beding, zu verkauf. 5533V Näh. A. Becker, Kedlerstraße9, Telephon 3804. Für Arzthaushalt in Frankfurt/M. (Neubau, alle Bequemlichkeiten), 2 Kinder liWMMea zum 1. September oder später gesucht. Schriftl. Angebote unter F. M. 832 an Ala, Frankfurt/M., Plalzvertteler Herren oder Vertreterfirmen, die an ein intensives Arbeiten gewöhnt sind, wollen Angebot mit Lichtbild und Referenzen senden unter B. 682 an Ma. DresileD-l 1 5480 V Scheune zweistöckig, sehr gute Holzkonstruktion u. Fachwerkbau, 2 Tore, 1 Nebenraum f. Geräte, sofort zu verkaufen Wo? sagt d. Geschäftsstelle d. Gießener Anzeiger. 5511V (G. = Gottesdienst, KG. = .Kinder- gottesdienst, HG. - Hauptgottesdienst, HG.-Abendm. = Hauvt' gottesdienst mit Beichte und Abendmahl.) . Gießen. Sonntag, den 13.2Iu9wt Stadtkirche. 8, Christen!. Markus- gem., Becker,- 9.30, Kand. Trecks' ler; KG. 11, Matthäusgem. Fohanneskirche. 8, Christenl. A hannesgem., Jung; 9.30, tt Wißmann; KG. 11, Lukasgem. Kapelle Alter Friedhof. 9.30, BUCHHALTER bilanzsicher, mit allen Buchhaltungsarten vertraut, mit besten kaufmännischen Erfahrungen in Organisation, Steuer-, Mahn-., Klage-, Bank- und Kassenwesen, Reklame usw., energisch und zielbewußt Mitte 30, sucht Stellung (evtl, auch nur für 2-5 Tage wöchentlich). Schriftl. Angebote unter 03855.an d. Gießener Anzeiger. Tüchtige Haus- angesiellie für ganz oder tagsüber f. mein. Privathaushalt Suche zum 15. Sevt. fleißiges Mädchen f.Haus u. Küche. Gute Behandln. Familienanschl. 3rau9lara(9oeöel Gasthos „Stadl Kassel", Bad Vilbel b.Frankfurt a.M. WW zu sofortig. Eintritt ges. [5490D Metzgerei u. Wirtschaft Heinrich Bönsel, Gießen, Hammstraße. Sauberes Ntta für einige Stunden am Nachmittag f. leichte Hausarbeit gesucht. Vorzustellen An der Jo- hanneskirche 2. Geschäftshaus in d. Marktstr., Wohnhaus mit Hintergebäude vord. Liebigstr., Geschäftshaus ob. Bahnhofstr., 2 Wohnhäuser Nähe Kliniken und Bahn, Wohnhaus Schiitzenstraße zu verkauf, dch. Makler 5523V Hem. Kirchner Bleichstraße 18. Am Waldrand gelegene sonnige Einfamilien- Villa 6 Zimmer usw., Zentralheizung, Garage, großer Garten, Haus- fc&terie sucht Beschäftigung, auch aushilfsweise. Schr. Ang. unt. 03862 a. d. Gieß. Anz. Alleinstehende Frau in den 50er I., erfahr, im Haushalt, perf. in gut bürgerl. Küche, sucht Wirkungskreis, am liebsten in frauenl. Haushalt. Schr. Ang. unter 03886 an den Gieß. Anz. zinssteuerfrei, Baujahr 1928, Umstände halber sofort zu verkauf. Festpreis 29500 Mark. Barzahlung. Schriftliche Angeb. u. 5489 V Traum,- KG. 10.45. Kapelle Wetzlarer Weg. 9> Gießen-Klein-Linden. 9, mit CA' stenl. f. männl. Jug., König,' Ri' 10.15. Gießen-Wieseck. 9.30, Jung. Albach. G. 9.15. Steinbach. G. 10.15. ,, Evang. Stadtmission, Loberftt.U 13. 8 : Andacht 8.30; stunde 11; Predigt 20.30. - lo- Bibelstunde 20.30. _ Freie evang. Gemernde, Zu oe Mühlen 2. 13. 8.: 9.45 fallt * Predigt 20.30. -15. 8.: Bibel- um> Gebetitunde 20.30. Bund freikirchlicher Chrü^?'nhe Steinweg 4 H. 13. 8^ Bibel un 15.30. - 14. 8.: Jugendstunde 20.30. - 16. 8.: Bibel- u. Geber stunde 20.30. 40 Bavtistengemeinde, Gartenstr.i j 13. 8.: KG. 11; Predigt 20.15- 16. 8.: Bibelstunde 20.lv. . Neuavostol. Gemeinden Grefie Händelstr. 1, Ederstr. 13. lo-v- G. 9 u. 15.- 16.8.: Ql.jg> Sonntagsdienstfür Aerzi« Arzt: Dr. med. Ploch, Joogtaiee Schöne Kreuzungshennen, 10 bis 15 Woch. alt, 3,60 bis 4,20 lief.vervackungs- frei [5346D HLWter Geflügelzucht, Wetzlar a. d. L., Formerstraße 10. 39er Junghennen aus anerk.Zucht. Geflügelhof Horn Frankfurt a.M., Gutleutstr. 293. Tel.33285.5524V und Aelteres lev. besseres) IWtii tüchtig u. zuverlässig, in einen gepflegt. 2-Per- sonenhaushalt z. CiL od. früher, gesucht. l03894 Ludwigstr. 111. Ordentliches MW zum 1. Sevt. gesucht. [03893 Tr. Garn, Blockstraße 9. Junges Mädchen mit Nähkenntnissen, f. Geschäft in Dauerstellung gesucht. Zu erfr. in der Geschäftsstelle des Gieß. Anzeig, l 5529V hilzlrao wird für abends gesucht. Hindenburg- wall 21. [ 05910 Zuverlässige Krau 2 mal wöchentl. gesucht. 03921 Seltersweg 54 II. Stock rechts. Wolkengasse 23. ^0ßNUNg8t2U8vK^ | Vermietungen"^ Munlta- Baiis in tadellos. Zustand, schöne sonnige Lage, Heizung, Bad, Balkon, Garten, zu vermieten. Zu erfragen in der Geschäftsstelle d. Gieß.Anz. [03355 7-Zimmer- Wohnung vorzugt.Schriftl. Angebote unter 03877 a.d. G.A. Schließfach 6. fort z.vei-m. 03903 Stadtrand oder Hamimtr. 17 1- iiniaeb.Gie- 2 ineinandergeh. ßens, evtl. Hausgut möblierte kauf. Schr. Ang. Ä unter 03873 an £immer den Greß. Anz. Tüchtiges, zuverlässiges Mädchen in Kochen und Hausarb. selbst, in Arzthaushalt nach Offenbach a. M. ver 1. 9. od. später ges. Hilfe Vorhand. Näheres: Gieß., Am Nahrungs- berg!2I. 03919 Gesundes, tücht. Mita für 1. September oder früher gesucht. 5448V Brof.W.Fischer, Alicenstraße 33. Für gevft.3-Personenhaushalt ehrl., jüng., sol. Mädchen das schon in Stellung war, ver l.Sevt. ob.früh, gesucht. Angeb. mit Zeugnisabschriften u. Lichtbild an Frau Cläre Schmid, Frankfurt a.M., Sovhienstr. 8, >1. Stock. [5473D Tüchtige Betwrlo zum baldigen Eintritt gesucht. Bewerbungen mit Lebenslauf u. Zeugnisabschriften unter 5526V an d. Gießener Anzeiger erbeten UICDDE DRUCKSACHEN WCKdC Brühl. Gießen "Saus Mliim zwei gür Ä’MMC möblierte ÄSÄi! ä schiaizimmer bonge Familien z. 1. £)ft. vüUlllllllllllUUl zu verm. [5635D n Dauermieter mit fließendem Näh. A. Becker, ges. Schr. Ang. Wasser und.em Kevlerstraße 9, unt. 5528V an größeres Buro- Televhon 3804. den Gieß. An;. Mmer mit gr. ---------Lami------- Tisch, mögt, trt S<3Mmnr> ÜI.3IUK- »»WM MS Erdgeschoß, wugwwHs 1 Monate mit Zentralhei- m sonnig, freier sofort gesucht, zung,Wintergar- Lage für sofort Schr. 2lng. unt. ten, Badezimm., od. fvät. gesucht. ZF03Va.d.G.A. in schönster Lage Colnot, Wies- Suche lHHv (Bergstraße), S- baden, Park- » 1- _^evt. evtl, straßeir. 5495V A3K xflpfll Angeb. u. 03868 MMps. d- Ännfl mit Dow AUUUimuy inmitt. d. Stadt. Sehr schönes «Beamter sucht UllÖ '"oder' früher Söflahimmer 4-5-3fminer- Heizg. und Bad, A0ÖUUUU in guter Lage, . mit Pension, an! Mietpreis . bis Studentin oder /0 Mk. Srhriftl. jg. Lehrerin sof. Angeb. u. 03882 od. spät. z. verm. a. d. Gieß. Anz. Schr. Ang. unt. Pens. Beamter 03911 a.d. G.A. sucht Mehrere tüchtige Dachdecker (für Schieferarbeiten) und Hilfsarbeiter stellt ein ilhelm kröck Dachdeckermeifter Gießen, Lahnstraße 19 5515V Gewandter Verkäufer an selbständiges Arbeiten gewöhnt, für Kolonialwarengeschäft gesucht. Handschriftliche Angebote mit Lebenslauf, Lichtbild und Gehalts- ansprüchen an Gebrüder Lang, Marburg/Lahn,Marktplatz 13.l^-»2o Volkstümliche Naturwissenschaft in reicht»ebildcrten, eichwerständl. Wer« Ken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Derlagserzeuo. nisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehen, und damit durch er. weitertes Wissen er, höhteFreudeanden vielfältigen Schönheiten der Statur. Verlangen Sie Pro, spekte und Probe- hefte der Zeitschrift „lüsöetnatüf (Der Naturforscher) fjugoBermühiet verlost Seriili-LMterfM 2 gut erhaltene Kinilmgii (1 Elfenbein und 1 Peddigrohr) IBriUatoh 1 Zinkbadewanne 1 gut erhaltener MM zu verkauf. ssosD Röder, Mäusburg 14 (im Laden). Sosa und WW zu verkaufen. Näheres sorsn Neuen BäueLIp Großer SW billig zu verkauf. Bergstr. 15 IL bei Schön, orsss Guter Ofen (Marke Cora) billig zu verkaufen. [ 05896 Ludwigftr. 701. Gut erhaltener WllMP zu verkauf. 03923 . Neuenweg 25. m. Bad, Etagen- ---------— heiz. u. Zubehör, (Wohn-u.Schlaf- Geräumige Frankf. Str.34p, zimmer) an al- » , n- zum 1. Oktober leimteh. Ferrit a - zu verm. Io39i3 Um= MH A. Betker, Hindenburgw. 7 ^oend, für 1. Kevlerftrane 9, — - oder 15. Oktober Telephon 3804. T ft OCH gesucht, möglichst 7 limmor I , |nitt Heizstrom, l nlUllUvr m.Ausitellraum jedoch nicht er- »2? « „ u. 2-Z.-Wohtt., forderlich. Schr. VllWvlltt «t unt-0?-890 2. Stock, Hofstr. 34, sofort in gevfl. Hause, ^rm. [5534V per 1. Oktober Näh. A. Becker, zu verm. [03393 Kevlerstraße9. I7 - Hindenburg- Einige große u. J kleinere sssghMg ß/im.Wnhnn i Lager- Uw U llllll. nUliuy. ratime Iden Gieß. Anz. und eine Suche zum 1. 9. 7-Zim •Wohno.&iüue^T^- ioÄr‘eine 1 mm. «vuug. Schriftl. Angeb. nä gMprp mit Zentralheiz. unter 03878 an 0 UU.lJlUDClt vermieten. 5539 VpÄ^|2-3.1Bolinüog Hindenburg- Eine wall 9. ' Eine Pnnnren 6-Zimmer- Wohnung . 3 1-2 gutmöbi. 1. Stock, m.Bad, frei «nnD Zimmer Balkon, mit oder ^ohn-u.Schlaf- ohne Garage, so- Licher Str.19 H. zim.)v.Reichsbe- fort oder später i »i amten für sofort zu vermieten. | Mietgesuche I gesucht. Preis- -ditlerwall 27. L • ang.unt.F.in.829 5-6-5immet- S’an ben Kräftiges WW nicht unter 18J., für Haushalt u. Geschäft, möyl. vom Land, für tagsüber gesucht. Schriftl. Angeb. unter 5436V an den Gieß. Anz. Halblags- madchen mit etwas Koch- kenntnissen, ver sofort oder 1. 9. gesucht. [03876 Bahnhontr. 8. (Laden.) tttottoö 250 ccm, Standard, preiswert zu verkaufen. Zu erfrag, in der Geschäftsstelle d. Gieß. An;. 03909 Zwei Kleinmolore 1/4 PS, Wechselet. Gleichstrom, abzugeb. [ossso Wetzfteingasselv Ein fast neuer Lanlerhacher- wagen billig zu verkaufen. [ssosD Heuchelheim, Gieß. Str. 71. Gebrauchter, gut erhaltener MMm zu verkaufen. Näheres [03347 Wartweg 50 p. 6ll«s mit Bad, J’nnjrfjj mieten. Sdhriftl. Innr?früher t Angeb. u. 03872 ev". auch früher 2^-6310.3^- «ft SÄ %jm -ißnhnfl Q‘ 2-Zimm.-^)ohn. jlUI« wUlJlig. Neuzeitliche mit Küche. Schr. SiÄu8^ MA«- feS zelne Dame ziI Wohnung [Stellenangebote] ÄchgechmöAov mit allemZube- Keuie Zeugnisse a d Gieß Anz hör m Gießen tn Urschrift ----- oder Umgebung >ovdern mn Zeugnt». Klein- ->b sofort gesucht. EE" weroungSichrelden vei- Gefl. Angebote legen, - Lichtbilder AUOPnUllQ unter 5450D an andBewerdungsunter. . den Gieß. Anz. ^gen Mühen zur Be» 2 Zimmer und ----«eidung von Berluiten Küche, parterre, auf ver Rücheite Na» Seitenbau, ver i <1 tJlUlUKl unb äinfdbtiit o«e 1. Sevt. an ält. ittnhnnnn tranenl Leute zu verm. WUIJUUIIU 3ui Schr. Ang. unt. zum 1. öf t ob er v-T-s ä o „ 03923 a. d. G.A. od. spät, aesuckt. ^cklafdecken ganöels- 2-3iniinet' ' t f Woimung 12 Zimmer! UEtiClti Schr. Ang. unt. f. kleinen Haus^ 03926 a. d. G.A.! halt (2 Person.) Wmi LM gesucht. [5504V Frau Amend (Cafe Amend) Bahnhofstr. 68. AvSSktzttW od. Haustochter gesucht in ein Pfarrh., nächste Nähe Gießens. 3 Pers., elektr. Waschmaschine. Angebote an Pfarrer Steiner Hausen, Kreis Gießen. [5479V (Stellengesuche Kranfahrer für alle Wagen, mit Omnibusführerschein, in ungekünd. Stellung, wünscht s. zu verändern. Schr. Ang. unt. 03776 a.d. G.A. Junger Mann schreibgewandt, MilMck Stelle (lager) Schriftl. Angebote unt. 03881 a. d. Gieß. An;. . LA ' - «4 W-. >. . . s . \ * * ■*. ■ ■ '/'; ' / ;O,Zuns- enBemi- rddigllss j jutet jiit 15" l rfouf.i-:' lobet, isburg! Lader. sank W oer. »res ' mW Grobe nzeiss A-B ww- bm. = ^. Seichte - SWLJ S- ; Lu^ iedB- . zses> ea.9'^ ,.AW- IM MW : erhalte nut S'Z «agenbit, ttlagsttte 2 •Rn lEiiti;. ®«beintni; «geföebti MdmL JjWit jeuöeaim ^gen Stj, der üll I« Sie undPr°!> f« 3Äfc- öetüoti «tatfotw 9'M M leiste, h'sln »en, HrJ8Z Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzetger für Oberhessen) l2./l3. August fyZY Wandern und weisen • Bäder und Sommerfrischen 3m Hinteren Taunus fciibjungi hm äbi Schmitten, im Taunus. Blick vom Leistenbachtal, im Hintergründe der Große Feldberg. — (Ausnahme: Archiv.) Weit hinein ins Land ragt der imposante Turm des neuen Fernsehsenders auf dem Feldberg, etwas weiter westlich taucht aus dem dunklen Grün der unendlichen Wälder die Burgruine von Oberreifenberg auf, vom gegenüberliegenden Judenkopf oberhalb Seelenbergs aus bei wechselnder Beleuchtung immer wieder ein Bild von eigenartiger herber Großartigkeit. Als liebliche Idylle dagegen öffnet sich der Blick von der Höhe der Bismarckeiche am Fuße des Eichwaldkopfes auf das untere Weiltal wieder über eine Brücke gemächlich die buntblühenden Hänge der lieblichen Ilzstadt hinaufwandert; bald weitet sich vor den erstaunten Augen der wundersame Ausblick auf die Dreiflüssestadt mit den italienischen Dächern, den wuchtigen Türmen und den spiegelnden Wassern. In schmalen Windungen muß sich die Donau durch die zusammentretenden Bergmassen hmdurch- zwängen; auf den Höhen ragen noch jetzt die Ruinen der Raubritterburgen, deren Herren hier einst die Kauffahrteischiffe abfingen und plünderten. Ruhiger wird nun der Lauf der Donau, als wolle sie neue Kräfte sammeln für die weite Reise nach dem Osten. wundervollen Rundschau von der Plattform des Turmes zu erfreuen. Rote Striche weisen uns jetzt den Weg abwärts nach dem lieblich im Tal gelegenen Fellingshausen, das wir durchschreiten, um am andern Ende, jetzt ohne Zeichen, wieder aufwärts zu steigen und nach Durchquerung des Vetzberger Wäldchens auf Feldwegen nach Vetzberg zu gelangen. Sehr lohnend ist die Besteigung der Burgruine, da sich von dem alten Gemäuer ein entzückender Ausblick bietet. Bald ist das nahegelegene Rodheim, unser Endziel erreicht. Marschzeit drei Stunden. Nidda — Salzhaufen — Allenberg — Reipperls — Schotten. Diese lohnende Dogelsbergwanderung ist durchgehend mit roten Kreuzen bezeichnet. Don unserem Ausgangspunkt Nidda wandern wir über einen Höhenrücken nach dem idyllischen Bad Salzhausen. Nach Besichtigung der Kur- und Quellenanlagen führt unser Weg über den Rabenstein mit hübschem Dogelsbergblick teils durch herrlichen Laubwald, teils über grüne Waldwiesen zur Haubenmühle. Don hier führt das Zeichen wieder durch Wald zur Höhe, die Platte genannt, wo man eine prachtvolle Aussicht nach dem hohen Vogelsberg, dem Taunus und den Marburger und Gießener Bergen, hat. Abwechselnd durch Feld und Wald, immer schöne Ausblicke genießend, kommen wir über den Altenberg zum Jagdhaus Wolfslauf, vor dem sich wieder eine herrliche Aussicht über die Wetterau und den Taunus erschließt. In wenigen Minuten erreichen wir den Reipperts. Auch hier erfreuen uns prächtige Blicke auf Täler, Höhen und mehrere Dörfer des Vogelsbergs. Auf schönen Waldwegen gelangen wir durch die sog. Spies nach unserem Endziel Schotten. Dauer der Wanderung 5 Stunden. der großen Beliebtheit, die sich der Taunus als Wanderziel und Sommerfrische -besonders beim Rheinländer erfreut, verläuft sich der Menschenstrom sehr schnell im weiten Raum, und auf den ausgezeichnet angelegten und vom Taunusklub vorbildlich markierten Wanderwegen trifft man nur selten eine Men- schenseele, wohl aber kann hier auch einmal der simple Wandersmann im großen Schweigen einsamer Waldwiesen äsende Rehe beobachten oder gar den Hirsch ohne Scheu seines Wegs ziehen sehen. Schmitten ist Ausgangspunkt solcher Wanderungen durch den hinteren Taunus — wenn man sich einmal den Sprachgebrauch der Frankfurter zu eigen machen will, die ja Homburg „vor der Höhe" nennen — aber auch für längeren Aufenthalt besonders geeignet. Hier macht das Weiltal einen deutlichen Einschnitt, Leistenbachtal und Lauterbachtal treffen vom Pferdskopf im Norden und vom Sandplacken im Süden her hier zusammen, zwischen ihnen ein Kranz bewaldeter Höhen, dem der Ort seine windgeschützte Lage verdankt. Ungeheuer vielseitig sind die Möglichkeiten, die schon die nähere Umgebung Schmittens an Wegen bietet, die mit großem Verständnis für die verschiedenen Bedürfnisse des Wanderfreundes und des Ruhe und Ausspannung suchenden Kurgastes Donauufer verschoben und sie mit starken Boll- merfen befestigten; aus dem Namen des zwischen den Flüssen errichteten Kastells Batava wurde im Lause der Zeit Päzzawa und schließlich Passau, das im fünften Jahrhundert zum erstenmal unter bayerische Herrschaft kam. Krieg und Raub, Seuchen und Ueberfälle, Erd- beben und Ueberschwemmungen und große Feuersbrünste suchten die alte Donaustadt Jahrhunderte hindurch heim, aber tatkräftige Fürstbischöfe und ein zielbewußtes Bürgertum fanden immer wieder den Weg zu neuem Aufbau. Man gewinnt ein redjtes Bild von Passau, wenn man über die Donaubrücke geht, dann durch ein Felsentor, das in waghalsiger Kurve von Autos durchlärmt wird, und Der Sommer unseres Mißvergnügens neigt sich dem Ende zu. Wenig Sonne, viel Regen und „für die Jahreszeit zu kühl", wie die lakonische Feststellung unserer Wetterpropheten lautet, so war es wohl, fast überall. Dunkel wie die Worte der Pythia sind auch ihre Voraussagen für den Rest der Urlaubszeit, die Aussichten auf einen sonnigen, trockenen Nachsommer sind nicht gerade groß. Wir müssen das Wetter halt schlucken, wie Petrus es für uns anrichtet, und das Beste daraus zu machen suchen. Dafür ist in unserer näheren Umgebung, mit dem Wagen in knapp anderthalb Stunden, mit Bahn und Autobus über Frankfurt-Hohe Mark in gut zwei Stunden zu erreichen, das Taunusdörfchen Schmitten ein geradezu ideales Versuchsfeld. Regnen tut es auch hier heuer gut und reichlich, aber die rings um den Schmittener Talkessel ansteigenden wald- und heidebestandenen Schieferberge saugen jede Menge Wasser schnell und mühelos auf, so daß man auch nach dem ärgsten Gewitterschutt bald wieder trockenen Fußes herumspazieren kann. Freilich einen andern Vorzug dieses stillen Gebirgsdorfes, die allabendliche starke Abkühlung, werden Gäste mehr zu würdigen wissen, die einen wärmeren Sommer erwischten als wir es taten. Aber die würzige, reine Luft, die auch an heißen Tagen von den waldreichen Höhen ins Tal hinabstreicht, ist-ein wahres Labsal für die verstaubten Lungen des Städters. Erst von einem der vielen Aussichtstürme, die sich mitten im Wald nur wenig über die höchsten Baumkronen erheben — etwa auf dem Pferdskopf- oder dem Großen Eichwald — erhält man einen Begriff von der Weite dieser Wälder des hinteren Taunus, die sich wie ein einziges großes, grünes Tuch von dem den Horizont'im Süden begrenzenden Feldbergmassiv bis ins untere Weiltal hinziehen und hier endlich in lieblichen Wiesenhängen und breiten, gelben Bändern wogender Kornfelder verlaufen. Das Hervortreten der Eiche in den großen Buchen- und Fichtenbeständen gibt dem Taunuswald seine eigenartige Tönung und die lichte Weite, die das Wandern hier auch an trüben Tagen zur Freude macht. Trotz nächster Nähe zweier Großstädte und Gegen Abend zieht es uns noch einmal wie oft schon in diesen Urlaubstagen, auf bequemem Weg zwischen Ginster und roten Vogelbeeren den Berghang hinter Schmitten hinanzugehen. Dort in steinigem Oedland am Waldsaum stehen ein paar Wochenendhäuschen. Wir sitzen im Gras, ein kühles Lüstchen weht aus dem Königsteiner Tal, die letzten Sonnenstrahlen fallen auf das Dorf zu unseren Füßen mit dem Kirchlein auf steilem Felsen. Etwas von der Stille dieses schönen Fleckchens Erde geht mit uns heim in die neue Arbeit. Fr. W. Lange. Reisewinke. Gegen Andenkenkitsch. Das amtliche Reichsorgan „Der Fremdenverkehr" befaßt sich erneut mit einigen besonders schlimmen Fällen der Feilbietung von Andenkenkitsch im Westen, wo gelegentlich einer Informationsreise u. a. eine Miniaturfigur des Führers mit verstellbarem, rechtem Grußarm angeboten wurde. Auch Wandteller waren zu sehen mit Aufschriften wie: „Ohne Wurst und ohne Speck hat das Leben keinen Zweck" oder „Hab' Sonne im Herzen / 'ne Zwiebel im Bauch / dann konnst du gut scherzen / und Luft hast du auch"." Wir könnten, so schreibt das Blatt, noch gar vieles aufzählen, wollen es aber bei den wenigen Beispielen bewenden lassen. Die zuständigen Fremdenverkehrsträger sollten hier mit aller Unerbittlichkeit nach dem Rechten sehen. Wenn neben Tellern mit mehr als „kitzlichen" Inschriften Heiligenbilder, Rosenkränze, Kruzifixe und andere Devotionalien stehen, so fehlt es hier an dem allernotwendigsten Fingerspitzengefühl. Es bleibt der üble Eindruck zurück: „Geschäft ist Geschäft!" FOTO-Arbeiten preiswert 7270 FotO-Ruhl, Seltersweg 67 bei aller selbstverständlichen Bequemlichkeit. Ueberall am Wegrain zwischen dem giftigen Grün struppiger Ginsterbüsche, dem leuchtenden Violett der oft auf meterhohem Stil schaukelnden Laternen des Weidenröschen, dem Gelb des Johanniskrauts und dem zarten Blau der Glockenblumen rankt hier die Himbeere. deren köstliche Frucht mit ihrem satten Rat hier und dort dem Bild des Wegrains kräftige Farbtupfen aufsetzt. Frauen und Kinder der Taunusdörfer vermögen kaum die reiche, täglich nachreifende Ernte zu bergen, und auch der Wandersmann labt sich gern an den hier sv freigebig bargebotenen Schätzen einer schon typischen Gebirgslandschaft, zu der auch die am Waldsaum unter Buchen und Eichen sich breit lagernden Polster der Heidelbeere gehören. Auf den wenigen vom Wald freigebliebenen Hängen herrschen Kartoffel und Hafer vor. Ueberall durchbricht das nackte Gestein die dünne Erdkrume. So kann die mühsame Bodenbestellung den Bewohnern der vier Feldbergdörfer Schmitten, Ar- noldshain, Seelenberg und Reifenberg kein hinreichendes Auskommen bieten. Diele finden in der Waldwirtschaft Beschäftigung, aber früh schon wurde hier Industrie angesiedelt, die freilich nirgends das Landschaftsbild stört. In Schmitten hört man heute nach wie vor 200 Jahren das Hämmern der Nagel- schmiede, in Reifenberg finden sich größere Anlagen für Haarnadel- und Drahtwarenfabrikation, und im Winter ist in allen Dörfern die geschätzte Filetstickerei weitverbreitete Heimarbeit. !lln hellen Tagen spiegelt sich die Feste 0 b e r = hu s in der Donau; sie schaut von dem mit Laub- D'lb bestandenen Felsen ins Land hinaus bis zum iftrreichischen Grenzland im Osten, den Steirischen ir« Salzburger Alpen im Süden, dem Bayerischen Nld im Norden. Die von Bischof Ulrich II. im ^Jahrhundert erbaute Feste war in den vielen uferen Kriegszügen ein umstrittener Punkt; von hmm Söller sieht man die Stadt, wie aus einer ftrelzeugschachtel aufgebaut, zwischen Inn, Jlz und ftaau gebettet liegen. Auf dem Hügel der schmalen iaiidzunge zwischen Donau und Inn ragt der hm über das Dächergewirr inmitten der alten Passau, Tor zur Ostmark. Von Hans Sturm. Zwischen dxei Strömen liegt die anmutige Stadt, tinfel wie die dämmerigen Tiefen des Böhmer- tiibes, aus dessen Mooren sie ihren Ausgang n*nmt, kommt die I l z von Norden bedächtig h-ian und verliert sich in der großen Schwester, ds' Donau, die gelassen dahinströmt und die bserhand behält, auch wenn ein* so wilder Lerg- wie der Inn ihre Geruhsamkeit durchschäumt E im ersten Ansturm Mit seinen blauen Wassern t> 5 Uebergewicht zu gewinnen scheint. Wenn man durch die alten Gassen schlendert, die sich oft in nosbewachsene Stufen wandeln, sieht man hinter jesr Häuserzeile unvermutet Wasser, und es sind faDiele Brücken da, daß man jeden Tag darüber- geien kann, und man kennt sie nach nicht alle; doch ö-n jeder schaut Nepomuk, der Heilige Böhmens, 0 unter zu den silbernen Fischen. Eine der Brücken fi:rt zum Hafen, wo immer wieder Güter verladen »irden auf große und kleine Frachtschiffe; diese ktziffe sind die Brücke der Heimat in fremde Leider. Wanderfahrten. Bieber—Forsthaus Dünsberg— Dünsberg—Hellings- Haufen—Vetzberg—Rodheim. Mit der Biebertalbahn fahren wir nach Bieber (Sonntagskarte) und wandern durch das anmutige Tal an einigen Mühlen vorbei. Bei der letzten, der Obermühle, gehen wir durch eine Pappelallee, kommen am Forsthaus Dünsberg vorüber und treffen bpld darauf schwarze Punkte, die uns in bequemem Aufstieg über den Kreuzbuchenplatz auf den Dünsberg bringen, wo wir uns erholen können. Wir dürfen natürlich nicht versäumen, uns an der angelegt sind. Und trotz dieser fürsorglichen Hand doch überall unverfälschte Natur, keine „Promenaden" mit den in Feldern und Wiesen eingebetteten Dörfern Dorfweil und Brombach. ♦ Schmitten hat als Kurort eine alte Tradition, denn schon vor mehr als einem halben Jahrhundert hat der erste Arzt, der sich damals in Schmitten niederließ, die heilkräftige Wirkung der Höhenluft Schmittens erkannt und alles getan, Schmitten dem Fremdenverkehr zu erschließen. Man hat in Schmitten diese Tradition als Verpflichtung empfunden und gewußt, daß Name und Kurtaxe allein noch keinen Kurort ausmachen. So kann heute der Fremde, der Schmitten als Wanderziel oder zu längerem Kuraufenthalt aufsucht, mit allen Bequemlichkeiten rechnen in den natürlichen Grenzen, die nun einmal einem kleinen Gemeinwesen gesetzt sind. Ein schönes Schwimmbad am Ausgang des Lauterbachtals übt große Anziehungskraft aus. Auch Oberreifenberg, das höchstgelegene der Feld- bergdörfer, hat auf idyllischer Waldwiese ein hübsches Schwimmbad eingerichtet. .n neuen Residenzbauten der geistlichen Macht- Mer. Seit 737 war Passau Bischofssitz, und Knem- Mrns Oheim, der Bischof Pilgrim, erwartete hier i^Burgunden auf der Nibelungenfahrt ins Heu- manb. Die neuere Zeit ließ das Fürstbistum m Önern aufgehen, nur die vielen festen Bauten, die Kirchen, der Dom mit der großen Orgel und die IMidjen Verwaltungsgebäude künden von den DT.angenen Tagen. ! Unwillkürlich geht man leise durch die winkligen Eisen, um nicht zu stören, und immer wieder flimt man über die italienische Architektur allent- h'ÜLN, man freut sich an den prächtigen Fassaden tufc malerischen Durchblicken und steht vor den iiritern der alten Häuschen mit der charakterlichen hellen Umrahmung. Still schreitet man öe den Residenzplatz mit den herrlichen Biickbaufen, überschattet von dem gotischen Dom Ditiber gewaltigen Orgel (208 Register und 17 000 Reifen), vorüber an einer sehr alten Kirche, bie Beispiel dafür ist, wie Frömmigkeit mit Wett- ty'iüt sich verträgt: unter dem hohen Kirchen- zu dem eine Treppe hinaufführt, befindet Thein Verkaufsladen. Zwischen den zahlreichen T'h-n Bürgerbauten fällt das gotische Rat - 0* s auf; es enthält einen großen, mit Wand- ubi Deckengemälden gezierten Saal, den em küh- 113 Alachkuppelgewölbe überdeckt. Dnndje alte Bauten und viele alte Höfe mit Ipi geschwungenen Wandelgängen hüten in hei- liDüsen Winkeln frohes und düsteres Erinnern aus iMtiioüenen Tagen. Im Jahre 15 vor der Zeitlose fiel die Bojerfestung Bojodurum an die • R-ir er, die die Grenzen ihres Reiches bis zum 3m Kurpark. Von Pefer Bauer. Hell leuchten die gelben Kieswege, die die grüne' Zuflucht aus breitfronigen Bäumen, dichtem Buschwerk, weiten Rasenflächen und farbenfrohen Blu- tienftüden wie ein krauses Adernetz durchziehen, iiiele Bänke bieten angenehme Rastplätze in Sonne mb Schatten, in windstiller Geborgenheit oder mit eiern Ausblick nach allen Seiten. Ueberall vergißt ian die Stadt und den verworrenen Lärm ihres riinten Lebens. Hierher reichen nicht die Wogenschläge ihrer ner- ofen Unruhe und treibenden Hast. Hier hört man ten Atem der Stille, in den jeder Vogelruf, jede ge- Mscherte Strophe wie eine Offenbarung perlen, als löschte man diesen Tönen zum ersten Mal. Hier rrrsteht man den Wind, der mit den Gräsern an= l-rs redet als mit dem Obigen Laub der Kastanien, hr in der Hainbuchenhecke hinter einer Bank zärt- lch flüstert und mit Ahorn- und Silberpappelblättern söhlich plauzt. Hier hat jede Fontäne ihre eigene Piufit. Das Aufrauschen des armdicken Strahls, las leis verwehende Sprühen her versprengten Irophen, bas harte Trommeln und Plätschern der nederfallenden Wasser verbinden sich zu beglücken- ! :n Symphonien der Freude und überschwenglichen LTbensIuft. Zuweilen spürt man die lockende Kühle 7'ickelnd an Wange und Stirn, als habe einen das Mselnde Gewebe eines zärtlichen Schleiers gestreift. Auge und Ohr erleben beständig neue' Ueber- i fchungen, und selbst wenn sie unaufmerksam sind, M ihnen vieles ein, was im Herzen lebendig ifci-bt und fortklingt. Die Menschen sind anders ge- hmmt als in den lauten Straßen und engen Hau- j~n ihrer Stadt. Sie lächeln sich an, wenn sie ein- nber wiederholt begegnen, und rasch und zwanglos hnmen sie ins Gespräch. Sie haben Ferien vom Wag, Urlaub von Beruf und Arbeit und wie leicht met der Mensch, der sich einmal von seinen täg- foen Sorgen und Spannungen, seinen Wünschen irib Enttäuschungen losgelöst, frei fühlt. Wie spürt f sich, von tausend Dingen angerufen, in seine Ju- ftrb versetzt, in Träume entführt, die ihm zu schön hntten, um einmal wahr und wirklich zu werden. „Ich habe mir schon immer gewünscht, eine higende Nachtigall in der Nähe zu sehen", ver- ’f)ert eine junge Dame, die mir einen Platz neben h gestattet und mit geschlossenem Buch, zurückge- ’;:ont, dem kleinen unscheinbaren Sänger lauscht, der nn pner Birke neben uns unbekümmert schwatzt ii:b flötet, orgelt und trillert. Jedes Motiv wird rät ungeschwächter Begeisterung norgetragen, jedes hrd) eine kleine Pause von dem folgenden getrennt, ö'staunlich wie voll die Töne aus dieser kleinen sthle strömen! „Herrlich!" lobt die junge Dame, ,öe ist doch die Königin unter den singenden Vö- si'n!" ...Ja", pflichte ich bei, „und sie bleibt es, so herzlos uns auch jetzt diese fleißige Grasmücke entzückt!" KI eine Am eigen im Gießener Anzeiger werden von Tauienvdu deacület und aeleiea. Gute Erholung i. schön. Nheing. Sonn. Zimmer, g. bgl. Küche, 3 9Nahlz., vro Tag 3,50, a. f. Pens., i. ruh. Hause, iBerb. n. a.Richt. Dtrcmdb. i.d.N. Pens.Geschw. Schick Oestrich a Rh., a d. Dampferanlegestelle fommerbad Braunfels Schwimmbad mit erwärmtem QueUwasser Luft-, Licht- u. Sonnenbad am Waldesrand. Auch Sonntags geöffnet. In nächster Nähe der Obermühle» Schloßbrauerei. 4471D Erholung und gute Verpflegung finden Sie nicht nur in der Ferne, sondern auch in den Sommerfrischen und Gaststätten der Heimat Pausdiol- u.Vergünstigungskuren! Auskft. d. Hessische Badedirektion Sol-, Lithium-, Schwefel- u. Stahlquellen Herz- u. Gefäßleiden — Rheuma Erschöpfungszustände — Katarrhe Bad-Salzhausen“5 —- Polen — von innen gesehen. Oie Minderheitenverpflichtung als Bedingung für Polens Unabhängigkeit. 20 Jahre versagen auf der ganzen Linie. Der Admiral der ersten deutschen Flotte Zur Erinnerung an Karl Rudolf Brommy. Von unserem H. A.-Miiarbeiier. den Staatswesens immer wieder erweist. Nun könnte sich aus diesen ausländischen Feststellungen die Frage ergeben, ob die Polen überhaupt der Aufgabe einer Staatsbildung und -sührung eher gewachsen gewesen wären, wenn man ihnen von vornherein die Möglichkeit gelassen hätte, ganz unter sich 311 sein, d.h. wenn man ihnen 1919 ihre geopolitischen und ethnographischen Fälschungen in Versailles als Fälschungen nachgewiesen hatte und ihnen weder deutsche, noch weißrussische, noch litauische, noch ukrainische Gebiete entgegen dem Selbstbestimmungsrecht der Völker zugeteilt hätte. Die Antwort aus diese Frage erscheint uns einfach. Polen hat, wie das gleichfalls künstliche und ethnographisch sinnlose Konklomerat der alten Tschecho-Slowakei, 20 Jahre lang Gelegenheit gehabt, für seine vermeintlichen Fähigkeiten der Staatsbildung und -Leitung den Nachweis zu erbringen. Das hätte umso eher möglich sein müssen, als der Versailler Polenstaat während der weitaus größten Zeit seiner Existenz der verwöhnte Liebling der beiden führenden Versailler und Genfer Staaten gewesen ist. Polen hat diesen Nachweis so wenig zu erbringen vermocht, wie seinerzeit die bunte Staatskonstruktion an der Moldau. Es wurde in den zwei Jahrzehnten seiner Existenz so sehr zum politischen enfant ter- rible Europas, daß nicht nur zahlreiche ausländische Staatsmänner, sondern auch hohe Militärs in der Form und Zusammensetzung des heuttgen Polens geradezu den Herd für einen europäischen Krieg sahen und sehen. Ein unverkennbar tragisches Moment gibt es in der kurzen Geschichte des neuen Polen, die achtung- aebietende Gestalt Pilsudskis. Der Marschall hat es in der Tat nicht verdient, daß eine Gruppe von Epigonen sein Lebenswerk in derart weltfremder und leichtfertiger Weise aufs Spiel setzt. Aber der Marschall ist tot, und der Kranz, den sein unebenbürtiger Nachfolger Rydz-Smigly ihm jetzt aus Anlaß der Legionärstagung wieder an seiner Gruft niederlegte, wirkt wie die billige Geste eines Nachgeordneten Funkttonärs, der seine Fähigkeiten weit überschätzt... Dresden, im August 1939. Dom 12. bis 14. August findet in Dresden der Bundestag des NS.Marinebundes statt. Zugleich vereinen sich die Männer der deutschen Mittelmeer-Division und die Orientkämpfer der Marine des Weltkrieges zum Traditionsttefien. Dabei wird man auch des Admirals der ersten deutschen Flotte, Karl Rudolf B r 0 m m y s, gedenken. „Er forderte eine deutsche Flotte, er forderte eine deutsche Flagge. Was hätte er für das deutsche Volk leisten können, wäre Deutschland nicht in 39 souveräne, in gegenseittger Eifersucht sich erschöpfende Territorialstaaten zerrissen gewesen." Genau wie auf Friedrich List, dessen Geburtstag sich jetzt zum 150. Male jährte, treffen diese Worte auch auf Karl Rudolf Bromme, genannt Brommy, zu. Sein Name wird von manchem Lexikon verschwiegen, und doch ist Brommy kein geringerer als der Admiral der er st en deutschen Flotte gewesen. In Anger bei Leipzig wurde er am 10. September 1804 geboren. Ais junger Seemann fährt er auf den Meeren der Welt, auf denen die Flaggen Englands, Frankreichs und Spaniens, aber keine Flaggen Deutschlands zu sehen sind. Als 1821 der griechische Freiheitstampf gegen die türkische Herrschaft anhebt und das vom griechischen Altertum begeisterte Europa dem erwachenden Volk feine Unterstützung leiht, findet auch Brommys kämpferischer Geist eine Aufgabe. Er tritt in die griechische Marine ein, der er die organisatorische Grundlage gibt. Er steigt schnell zu hohen Stellungen empor, vergißt über nicht das Vaterland, dem er 1847 ein wissenschaftliches Werk über die III. (Schluß). lieber 800 000 Deutsche in zehn Jahren! Als am 30 Juni 1919 dem polnischen Parlament der im gleichen Jahre der in Paris unterzeichnete Minderheitenschutzvertrag vorgelegt wird, wollen ihn die polnischen Abgeordneten sofort ablehnen. Aber der Sejm muß sich durch den Staatspräsidenten, den Klavieroirtuosen Paderewski, darüber belehren lgssen, daß der Derttag eine der entscheidenden Bedingungen für die Gewährung der Unabhängigkeit an Polen ist. Polen ratifiziert den Derttag und — kehrt ihn ins Gegenteil um. In den Teilen Posens und Westpreuhens, die dem Reich durch das Versailler Diktat geraubt werden, wohnen 1 200 000 Deutsche. Nach 10 Jahren sind es — was heißt hier Minderheitenschutzoertrag! — nur noch 350 000. Der Verlust der deutschen Bevölkerung beträgt friedenstellende, also mittelmäßige Ernte, so steigen, sich die Ernte 1938 — abgesehen von den Beem. und Obstfrüchten — ganz beträchtlich. Wir wann 1938 in der angenehmen Lage, große MenM überschüssiges Brotgetreide aufzuspeichern. Jetzt iv die Ernte 1939 in vollem Gange, und m haben schon die Möglichkeit, eine ziemlich zuvei lästige Ernteschätzung abzugeben. Wieder stehen wir vor der Tatsache, daß von den Getreidefeldern eini Ernte flut in die Scheuern gefahren wird, die it den meisten Gauen das Durchschnittsergeb- nis vom Vorjahr übersteigt. Das Körnet, ergebnis von Weizen und Roggen ist hervorragend und selbst auf den Sandböden, die Deutschland im Norden des Reiches besitzt, sind die Aehren so gut entwickelt, wie man es seit vielen Jahren auf biejtv Bodenarten nicht mehr festgestellt hat. Hinzu komm: daß das Getreide fast allgemein von tierischen uni pflanzlichen Schmarotzern vollkommen verschont ge. blieben ist. Man stellte lediglich begrenzte nach teilige Folgen durch Verunkrautung fest, eine Gr- scheinung, die wir auf allen unseren Aeckern Der- zeichnen. Dieses Wuchern des Unkrautes ist eine bedauerliche Folge des Landarbeitermangels. G- fehlt an Kräften, die eine der Klein arbeite// bes Bauern, das Jäten, in dem erforderliche^ ^i/smaR und regelmäßig durchführen können. Hin ist ein Punkt der landwirtschaftlichen Arbeit, der zugunsten unserer Felderträge im nächsten Jahr ernstlich berücksichtigt werden muß. Während die Getreide-, Beeren- und Dbfternte als gut bezeichnet werden muß — wenn sich auch hier und da durch Regenperioden Verzögerungen in der Einbringung und qualitative Beeinträch tigungen ergeben — ist das Ergebnis der späteren Ernteprodukte (Hackfrüchte, Kartoffeln und die vei" schiedenen Rübensorten) bis jetzt nur zu schätzen Nach dem Ergebnis der Frühkartoffelernte und naii verschiedenen Stichproben bei den Winterkartoffeln > und bei den Rüben sind aber auch hier die beste/. Erinnerung an kleine Ferienfreuden. Don Christian Bock. Nichts ist so wunderbar und schwingend frei wie morgens im Ferienhotel die teppichweiche Treppe in feierlichem Schritt herunterzugehen, allem aufgeschlossen, was heute Freundliches geschehen kann — hier gelten Sprichwörter umgekehrt: Du sollst den Taa schon vor dem Abend loben! Geh durch den langen Gang auf die Terrasse, da stehen weiß verhängte Tische in der schrägen Morgenfrühen Sonne, setz dich hin und sieh dich in der Landschaft um, gleich kommt ein weißbeschürzter Engel, der ist ein Ober von Beruf und schwebt mit dem Frühstück zu dir hin. Ich saß am Frühstückstisch eines Ferienmorgens. Ein dicker Streifen Sonne fiel schräg zwischen Häuserwände auf die Hotelterrasse und traf da einen Herrn, der saß mit mir am Tisch. Der Herr aber ließ sich eine Ansichtskarte vorn Hotel geben und schrieb darauf etwas an die zu Hause. Dann drehte er die Karte um und malte mit Sorgfalt e’m Kreuz mit Bleistift an ein Fenster des Hotels und malte an das Kreuz den Satz: „Hier schlafe ich." Und nun sehe ich die Guten zu Hause schon diese Karte betrachten und das Fenster, mit einem merkwürdigen Blick, so als versuchten sie, am hellen Tag zu träumen. Tatsächlich ist das eines der phantastischsten Dinge, die es gibt: sich einen, mit dem man außerdem verwandt ist, weit weg hinter einem Postkartenfenster vorzustellen. * Eigentlich habe ich einmal etwas ganz anderes vorgehabt als solche Ferienreise im gewohnten Stil bes 20. Jahrhunderts — eigentlich möchte ich einmal etwas ganz anderes: In einem schlechten Auto mit einem Mädchen, das ein richtig guter Kerl sein müßte, durch die Lande karriolen. Immer von da nach da, wohin wir gerade wollten, und wir würden immer mächtig einverstanden miteinander sein, wohin wir morgen fahren wollten, in allen Dingen. Habe ich schon gesagt: in einem schlechten Auto —? Ein oller ausgewrackter Karren müßte es fein, so einer, zu dem man Du sagen kann. Nur laufen müßte er noch ein wenig. So würden wir über die Landstraßen stromern mit unserem Tösf-Töff, mächtigen Krach würden wir machen, und es wäre wunderschön alles miteinander. Ob mir dieser Wunsch jemals in Erfüllung geht — ich weiß es nicht. Rund um den Badeort herum liegt lauter Landschaft, in der wir spazieren wandeln. Sehr beliebt ist ein Tümpel im Walde, in dem Schwäne majestätisch rudern. Um diesen Tümpel herum sind Bänke aufgestellt, und auf den Bänken sitzen die Leute. Die Leute betrachten den Tümpel mit den Schwänen. Die Schwäne betrachten auch manchmal gelangweilt die Leute. Aber die Leute merken nichts. Es fällt ihnen gar nicht ein, sich von den Schwänen betrachtet zu fühlen. * Einer von den Kurgästen ist ein älterer Herr. Er sitzt ganze Stunden allein reglos auf einem Stuhl, durch eine schmalgeränderte Brille in die Wolken schauend, dem Zustand nahe, da man gar nichts denkt, absolut nichts. Er bewegt nur Die Zehen in den Stiefeln. Auf und ab. Im Takt lautlos gesummter Melodien. Nach sorgfältig vorgefaßten Plänen macht er Spaziergänge in die von Prospekten empfohlene Umgebung. Unterwegs schreibt er von Tafeln, die in den Prospektwäldern stehen, Verse in ein Wachstuchheft ab. Und abends, wenn er nach Hause kommt, lieft er die Verse stehend den anderen Kurgästen vor. Sie handeln in gefälligem Rhythmus von weg- geworfenen Streichhölzern, die Brände verursachen können, auch von Butterbrotpapieren, die häßliche Unzier in Wäldern sind, und alles dieses reimt sich. Danach setzt er sich dann an seinen Tisch, wartet auf das Abendbrot und bewegt einstweilen wieder die Zehen in den Stiefeln. Auf und ab. Vielleicht im Rhythmus jener Verse. * Ganz ohne Gewicht sind die Geschehnisse, die draußen in der Welt geschehen, sie mögen noch so wichtig sein, sie mögen nachher in die Lesebücher kommen, wichtig ist hier nur dgs Leben selbst. Wichtig ist, ganz zu spüren, daß man da ist, lebt, mit- fpielt, daß man Wünsche hat, für die es zu leben lo^ni, wichtig ist, was man „ganz persönlichen Kram" nennt: das Leben. * Für die langen Sommerabende haben wir eine hübsche Beschäftigung erfunden. Wir sitzen zu zweien (sie heißt Corinna) auf dem Balkon des Hotels, wir haben jeder einen Notizblock und einen Bleistift in der Hand und sehen auf die Straße herunter. Manchmal kommen Leute vorüber. Wenn jemand kommt, macht Corinna: „Ho — hömm!" Und dann sehen wir zu, wie die Leute, die vorübergehen, sich dazu stellen. Wer sich nach uns umdreht, kriegt einen Strich auf dem Notizblock. Corinna notiert die Herren und ich notiere die Damen. 'Wir wechseln uns ab, morgen notiere ich die Herren, und sie notiert die Damen. Außerdem darf i ch morgen „Hö — hömm!" sagen. Was wir mit dem statistischen Material später anfangen wollen, wissen wir noch nicht recht, aber vielleicht gewinnen wir noch daraus bedeutsame Erkenntnisse. ♦ Ganz geruhsam sind die Abende drinnen. Die Gaststube ist ganz klein, man kann sie mit vier Schritten nehmen. Wir sitzen mit Träumen über den weißen Tischtüchern und sehen auf verwischte Kaffeeflecke. Manchmal räuspert sich ein Kurgast — und es ist wie ein hörbarer Schlußpunkt hinter viele Gedanken. Alle sehen sich an, und dann räuspert er sich noch einmal, verlegen mit vorgehaltener Hand, als schämte er sich vor uns. Aus einem ganz richtigen Gefühl heraus: daß man in solcher Stille hört, was der andere denkt ... Die Vogelscheuchen. Don Karl Heinrich Wagaerl. Habt ihr schon einmal eins von diesen sonderbaren Geschöpfen irgendwo angetroffen? Ich meine nicht die zahmen Vogelscheuchen an den Garten- zäunen, nein, andere, die Jahr und Tag auf den Feldern stehen und allmählich lebendige Wesen werden, Charakter und Haltung bekommen. Oh, die führen ein abenteuerliches Leben auf ihre Art, denkt nicht, sie wären aus Zaunholz und alten Lumpen gemacht, so sind sie nur anfangs, in den ersten Wochen. Manche sind einbeinig geboren und schrecklich verwahrlost, geradezu aussätzig und schon gar nicht mehr menschenähnlich. Andere wieder legen Wert auf gute Kleidung, besonders in flotten Hüten können sie sich nicht genug tun. Ja, sie tragen Hüte in allen Formen und Farben, die haben sie finster und verwegen ins Gesicht gedrückt, aber es ist nicht ganz ernst gemeint mit ihrer Räubermäßigkeit. Ach nein, ich habe einmal eine Vogelscheuche gekannt, die lachte sich nachts krumm, als eine fremde Magd vorüberging und ihr einen guten Abend bot in ihrer Herzensangst. Dann gibt es wieder andere, die haben es weit gebracht in allerlei seltsamen Künsten, sie verstehen laut zu schnarchen und hohl aus ihrer leeren Brüll zu pfeifen, und das tun sie natürlich nicht aus Pflichtgefühl, um die Krähen abzuschrecken. Die Feldscheuchen sind herzlich befreundet mit Krähen und Hasen. Sie tun es aus reiner Freude an der Kunst, weil es wunderbar klingt in den Mondnächten, wenn das Gras rauscht, wenn der Wind unterwegs ist und in Feldern und Büschen all» Schlafende weckt. Denn der Wind ist die Seele für viele Dingt man muß das nur richtig verstehen. Es ist so, ba; die Dinge ihre Seele nicht zeitlebens gefangen halten, sie haben eine freiere, leichtere Seele als wir. Gewöhnlich sind sie ja ganz still und tot, m lassen uns täuschen, eine Feldscheuche, sagen wir. ein hohler Pfahl an der Straße! Aber bisweile: kehrt die Seele der Dinge zurück, sie war die M: Zeit unterwegs gewesen zwischen Himmel un’i Erde, und nun ist sie zurückgekommen, und es ir gar nicht zu sagen, wie munter und gesprächig banr manche Dinge fein können, in Mondnächten, wenr der Wind geht und das Gras rauscht. Was aber die Vogelscheuchen betrifft, die N1 in jeder Hinsicht sonderbare Wesen, geradezu hoch mütig mitunter, ehrgeizig. Man kann allerk Schlimmes erleben, wenn man sich zu sehr nr ihnen einläßt. Es gibt beispielsweise Landstreicher! Leute mit schlechten Gewohnheiten, die machen s>° kein Gewissen daraus, so eine Feldscheuche anjJ fallen und auszurauben. Wirklich, da steht eine, Di.' trägt einen kleidsamen Rock seit etlichen Tagen fragt nicht woher. Er ist ein bißchen fleckig an Dr Aermeln, aber sonst noch sehr gut und stattlich J seinen hellen' Hornknöpfen. Die Scheuche füh^ wohl darin, sie wollte ihn schonen und V'" tragen. Aber nein, dieser Räuber zerrt ihr den * ohne Umstände vom Leibe, er nimmt sich einmal die Mühe, ihr seine eigenen, alten M, anständig umzuhängen, halbnackt läßt er sie E in ihrer schamvollen Blöße. Und darum wirs! o* Scheuche einen tödlichen Haß auf den Mann. !' schwört hinter ihm mit ausgeftrecftem Arm " - steht wie ein Galgen gegen den Himmel. Und es trifft sich, daß die Polizei an diesem einen Mörder jagt. „Was ist das für ein ^oa • fragt man den Landstreicher, „wir suchen so em Rock mit hellen Knöpfen. Und was sind das m Flecken auf deinem Aermel, ist es nicht Blut Da hilft es nicht, wenn der Landstreicher beteuer er habe niemanden umgebracht und ausgeraubt, eine Feldscheuche, überzeugt euch selbst! Die AMI scheuche leugnet alles, ach was, sie fiebf. r nicht aus, als ob sie gewöhnlich Röcke nut JP knöpfen trüge. Es ist gelogen, und der Mann m hängen. Ja, unbarmherzig. Wir wissen nur wenig von der Rachsuchi: * Dinge. Wir nehmen das nicht ernst und uüßh" sie, aber die Gelegenheit kommt, und bann ra / sie sich auf eine teuflische Art. Voraussetzungen für eine Vollernte gegeben, die auch dann nicht mehr wesentlich beeinflußt werden könnte, wenn das unbeständige, feuchte Wetter des Augustbeginns fortdauern würde. Doch gerade hinsichtlich des Wetters wird man in den kommenden Wochen noch manche gute Chance erwarten können. Es gehört zu den größten Seltenheiten, daß August und September in Deutschland zu Regenmonaten werden. Bei der ausreichenden Durchfeuchtung, die das Erdreich in der letzten Zeit erfahren hat, könnten einige Abschnitte trockenen und warmen Wetters die Entwicklung der Hackfrüchte wesentlich begünstigen, so daß die gegenwärtigen Schätzungen wahrscheinlich noch übertroffen werden. Abschließend wäre zu sagen, daß der Ernte- sommer 19 39, der in wichtigen Zweigen der Volksernährung bereits vor dem Ende steht, sich Essen, im August 1939. Die „Arbeiterstädte" des Ruhrgebietes kann man nicht einfach damit abtun, daß man sie als Zusammenballungen mehr oder weniger grauer Häuserhaufen bezeichnet, in denen zu wohnen eben nur bedauernswerten Menschen zugemutet werden kann, sondern wie in vielem ist das Revier auch in bezug auf seine Wohnverhältnisse ein Gebiet der Gegensätze. Um das Positive vorwegzunehmen: Was hier an Baukultur im Arbeiterwohnungsbau geleistet wurde, ist vorbildlich für das ganze Deutsche Reich und darüber hinaus auch für Teile des Auslands geworden. Einer der größten und bekanntesten Baumeister war in dieser Beziehung Alfred Krupp, und die Fnedrich-Krupp-AG. dürfte nicht nur die größte Waffenschmiede der Welt, sondern — auch der größte Hausbesitzer mit an die ,30 000 werkseigenen Wohnungen sein. Aber auch ^andere Firmen haben für den Arbeiter vorbildliche 'Siedlungen geschaffen, in denen zu wohnen auch idem verwöhnteren Großstädter schon recht erstre- lbenswert erscheinen will. Von der reinen Wohnsiedlung bis zur Großsiedlung, in der Gaststätten, Geschäfte, Gemeinschaftsräume, Schulen und Sportplätze vorhanden sind, ist jeder Typ im Ruhrgebiet wnzutreffen, und es ist der Arbeiter selbst, der den mngeheuren Abstand zu jenen Massenwohnungen Lvohl am tiefsten empfindet, die in einer Zeit entstanden, als nur der Rechenstift, nicht aber die Achtung vor dem Menschen und auch nicht — die Vernunft die Gestaltung der Arbeiterwohnungen be- Wmmte. Von dieser Sorte Wohnungen ist ein nicht ganz Meiner Teil auch im Ruhrgebiet vorhanden, und diesen gilt die Sorge der Städte, der industriellen Unternehmungen und der amtlichen Stellen. So Wurden in Essen 1000 Wohnungen in kurzer Frist miedergelegt, um die es nicht schade war. Nicht weit »davon wird das Segerothviertel abgebrochen, typisch -als Massenviertel mit all seinen üblen Eigenschaf- iten. Abermals verschwinden über 1000 Wohnungen. ILlber mit dem Niederreißen von Tausenden und ober Tausenden von Wohnungen und dem Aussuchen eines Bauplatzes, wo der bessere Ersatz hin- Igestellt werden soll, ist es nicht getan. Man ist nicht, wie in den neuen Industriegebieten von Salzgitter lunb Fallersleben, in der glücklichen Lage, ganz von •orn beginnen zu können, sondern die Städte, die Werke, die Verkehrsmittel, Schulen, Geschäfte, Theater, öffentliche Bauten — sie alle stehen ja, und man kann sie nicht willkürlich hin- und her- ichieben. Da ist ferner die Frage nach dem Weg zum Arbeitsplatz. Der Arbeiter muß auf schnellstem Wege zur Zeche, zur Fabrik und wieder zurück gegangen. Für ihn ist nicht dann Feierabend, wenn ir die Markenkontrolle passiert hat, sondern wenn !:r in seinem Heim bei Frau und Kindern ist oder in «inem Gärtchen wirken kann. Man kann aber nicht gleich zu jeder neuen Siedlung ’jine StraßenbahnverbindMg legen, die sich allein i'urch den dreimal am Tag einsetzenden Stoßverkehr m beiden Richtungen bestimmt nicht rentieren würbe. In einzelnen Fällen hat man sich darum unbers geholfen: Man hat sich zusammengetan und mit einer zufriedenstellenden Bilanz vorstellt. Ein zweites überdurchschnittliches Erntejahr ist uns beschert worden, bas alle Voraussetzungen für eine auf weite Sicht ausgerichtete Ernahrungswirtschaft erfüllt. Was für jebe Hausfrau bie mit Wintervorräten versehenen Speisekammern und Keller darstellen, das sind für einen Staat die mit Ernteoorräten gefüllten Scheuern und Lagerhäuser. Niemals wird ein Land, dessen tägliches Brot in der Heimat gesichert ist und dessen Grenzen beschützt sind, vor dem Feinde zu kapitulieren brauchen. Der deutsche Bauer hat die eine Aufgabe übernommen und trotz aller Schwierigkeiten vollendet. Für die andere Aufgabe, den Schutz des Reiches, tritt die neue deutsche Wehrmacht ein. So sind Pflug und Schwert verschworene Kämpfer für Volk und Reich geworden. Kohle entstand, ist er in der Zwischenzeit weit nach Norden bis zur Lippe gewandert. Noch werden die südlichen Zechen betrieben, aber man kann die Zeit errechnen, in der dort die Kohlenoorräte zu Ende sind. Dann muß im Norden des Reviers immer mehr nach neuen Schürfmöglichkeiten gesucht werden. Es hat keinen Zweck, heute für den südlichen Ruhrbergbau noch große Siedlungen hinzustellen, die in wenigen Jahren leerstehen würden. Ist der Bauplatz gesunden, so bedarf es einiger Kenntnis der Arbeitergewohnheiten, um das Richtige auch in der Anordnung der Wohnung, der Größenbemessung des Gartens usw. zu treffen. Man muß beispielsweise wissen, daß für den Bergmann die Möglichkeit bestehen muß, sein „Bergmannsschwein" unterbringen zu können, bas alte Trabition für ihn ist, und das ihm vor kurzem dank der Initiative des Oberpräsidenten der Rheinprovinz und Gauleiters von Essen, Terbooen, in Tausenden von Stücken zu Vorzugspreisen wieder verschafft worden ist, nachdem er es in Zeiten der Not und Arbeitslosigkeit hatte abschaffen müssen. Man muß wissen, daß der Arbeiter einen scharfen Trennungsstrich zwischen täglicher Arbeit und Häuslichkeit zieht. In der Waschkaue läßt er die schmutzige Arbeit hinter sich, und sauber kommt der Mann nach Hause. Darum muß es auch da hell und sauber sein. In dieser sauberen Wohnung wird die Zeitung gelesen, zeigen die Kinder dem Vater, was sie in der Schule gelernt, da geht der Mann der Frau zur Hand, wenn es gilt, die Wohnung her- zurichten. Oder er geht in den Garten, der der Erholung dienen soll. Und vor allem liebt er seinen Herd! Dieser Herd ist blank und sauber — so schreibt Oberbürgermeister Dillgardt (Essen), ein guter Kenner der Arbeiter — denn wer das tägliche Brot sauer verdienen muß, deffrift bie gemeinsame Mahlzeit wertvoller und das heimische Herdfeuer die Sammelstelle der Familie. Was das alles mit dem Städtebau im Sinne unserer Arbeiterschaft zu tun hat? Sehr viel! Denn die gehobene Wohnkultur weiter Kreise unserer Werktätigen ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, daß dem Bau guter Werks- und gemeinnütziger Siedlungen Erfahrungen zugrunde gelegen haben, die nur im täglichen Hausverkehr mit den Betreuten gewonnen werden konnten. Daraus muß auch der Städtebau lernen. Und er hat daraus gelernt. Bald wird auch im „Revier" das große Bauen beginnen, und die letzten Reste der „Arbeiterstädte" werden verschwinden und Wohnstätten weichen, die der deutsche Arbeiter wegen ihrer Schönheit und Zweckmäßigkeit lieben wird. Die schönste Geschichte . .. Ndz. London. „Das ist die schönste Geschichte, die ich seit Jahren gehört habe", war der Kommentar eines höheren englischen Offiziers zu der Aussage eines ihm vorgeführten Soldaten. Der „Sünder" hatte eine städtische Dampfwalze ohne Genehmigung in Gang gesetzt. Zu seiner Entschuldigung erklärte er: „Ich habe nur meine Hosen einmal gründlich bügeln wollen." Zehn Hunde warten auf ihren Herrn. AS. Amsterdam. 3m Turm des brabantischen Dörfchens Berlicum warten in Polizeigewahrsam zehn dressierte Foxterriers auf die Rückkehr ihres Herrn, der noch eine längere Freiheitsstrafe zu verbüßen hat. Unter dem fahrenden Volk eines Wohnwagenlagers entdeckte die Polizei einen alten Bekannten, der noch Verschiedenes auf dem Kerbholz hatte. Sie nahm sich seiner sofort an. Dadurch wurde bie Frage bringend, was mit den zehn dressierten Hunden zu geschehen habe, die in allem auf ihren Herrn angewiesen waren. Da keiner der Lagerbewohner für sie bie Fürsorge übernehmen wollte, blieb ber. Polizei nichts anders übrig, als bie Meute für einige Zeit zu aboptieren. So zog ein sonderlicher Zug durch bas Dorf Berlicum- ein Arrestant unter Polizeigeleit, gefolgt von zehn roütenb kläffenden Hunden und zum Schluß ein Handwagen mit zehn Teekisten, die den Hunden als Hütten gebient hatten. Die Unterbringung des Arrestanten fiel nicht schwer, die der Hunde dagegen war viel mühevoller, und schließlich verfiel man auf den Gedanken, sie im Gemeindeturm unterzubringen, wo sie nun zu warten haben. Bater-Mutter-Spiel mit Hindernissen und happy end. Ndz. Riga. Der höchste lettische Gerichtshof hatte sich mit einem Rechtsstreit zu befassen, der an sich schon eigenartig genug war, dessen weitere Entwicklung ihn aber fast zu einem vom Leden geschriebenen Film stempelt. Der erste Akt spielte vor etwa zehn Jahren auf dem Hof eines Rigaer Vorstadthauses, Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen! in dem vor dem Bolschewismus geflüchtete russische Emigranten wohnen. Eugen Semjonow und Marija Patunowa spielten damals, wie alle Tage, das ewige Kinderspiel „Vater, Mutter und Puppenkind". „Papa" Eugen spielte an diesem Tage seine Nolle zu realistisch. Bei dem zum Programm gehörenden „Ehestreit" versetzte er der kleinen Marija einen so heftigen Schlag ins Gesicht, daß die Spielkameradin auf einem Auge erblindete. Natürlich gab es deswegen bitteren Streit zwischen den beiden Familien, aber die Sache blieb in der Schwebe, weil Eugens Eltern in eine andere Wohnung zogen. Marija ist inzwischen heiratsfähig geworden, aber es hat sich noch kein Freier gemeldet. Die Eltern ermittelten nun die Adresse von Semjonows und klagten auf Schadenersatz, denn sie meinten, ihre Tochter bekomme deswegen keinen Mann, weil sie einäugig ist. Daran aber seien die Semjonows schuld. Tatsächlich wurde Vater Semjonow zu 3000 Lat Schadenersatz verurteilt. Das oberste Gericht hat das Urteil bestätigt, aber die Summe auf 1000 Lat herabgesetzt. — Der Rechtsfall wäre also damit erledigt, aber durch den Prozeß wurden nicht nur die feindlichen Elternpaare wieder zusammengesührt, sondern auch die Spielgefährten von damals, Eugen und Marija. Eugen versicherte, er begreife nicht, daß Marija noch keinen Bräutigam habe, sie habe sich doch herrlich herausgemacht, und das eine Auge fei so schön, daß es den' Verlust des anderen aufwiege. Er jedenfalls würde sich dadurch nicht ad- schrecken lassen, wenn er irgendwelche Chancen hätte. Marija wußte ihn davon zu überzeugen, daß er Chancen habe. Man beschloß also, das Kinderspiel von einst als ernsthafte Ehe fortzusetzen. Der Versöhnung der Kinder folgte auch die der Eltern. In vorgerückter Stunde meinte Vater Semjonow, er werde selbstverständlich doch die tausend Lat zahlen — als Hochzeitsgeschenk für seine Schwiegertochter. Operation mit Gesang. B. Kowno. Im Krankenhaus von Birzi in Litauen wurde eine junge Frau eingeliefert, bei der so schnell wie möglich eine Blinddarmoperation ausgeführt werden mußte. Sie erklärte jedoch, sie sei äußerst ner» dös und könne es nicht ertragen, daß man die Narkose oder auch nur eine lokale Betäubung bei ihr anwende. Die Aerzte waren ratlos, wie sie unter solchen Umständen die höchst eilige Operation vornehmen sollten. Da schlug die junge Frau plötzlich vor, man solle ihr erlauben, statt die Narkose anzuwenden- daß sie während der ganzen Zeit der Operation finge. Es blieb nichts weiter übrig, als daraus einzugehen, und so wurde der Eingriff vorgenommen, während die Kranke aus vollem Halse sang. An diesem ungewöhnlichen Konzert nahmen aber auch der Arzt, die Assistenten und Krankenschwestern teil, um dadurch die Patientin zu ermutigen. Die Operation gelang ausgezeichnet, und die Kranke erklärte zum Schluß, sie habe keinen Schmerz dabei verspürt. Die Wohnung des Bergarbeiters. Krupp als größter Hausbesitzer. - Riesige Neusiedlungen. Von unserem B. G..-Miiarbeiier. einen Autobus gemietet, der täglich ein r er mehrere Male, je nachdem, wieviel Schichten verfahren werden, die Menschen aus den entfernter liegenden Siedlungen zur Arbeitsstätte hin- und wieder zu- rudbringt. Dadurch wird viel Zeit gespart, aber so billig auch die Fahrt sein mag, für den Arbeiterhaushalt stellt sie doch eine spürbare Belastung bar. Sn anderen Fällen läßt die Sttaßenbahn Sonder- roagen verkehren. Es ist also durchaus nicht so einfach, schon für bie erste Forderung, bie gegenseitige Lage von Arbeitsstätte, Wohnstätte unb Stabtmitte eine glückliche Lösung zu finben. Vergessen barf man auch nicht, baß Wohnungen für einige Generationen gebaut werben, bie Jnbustrie aber nicht stille steht. Die Werke behnen sich aus. Wo früher Hunberte von Arbeitern in einer Halle schafften, stehen heute einige wenige unb bebienen einige Hebel. Die Gesamtzahl ber Arbeiter aber ist nicht gesunken, ent- sprechenb ist also bie Anzahl der Hallen gestiegen und damit ber Raumbebarf bes Werkes. Ein noch besseres Beispiel bietet ber wanbernbe Bergbau : Früher süblich von Essen betrieben, ja, schon im bergischen Land, wo bie bekannte unb berühmte Kleineiseninbustrie bamals auf der Grundlage der Geschichten ans aller Welt. Eisenbahnen, Straßenbahnen und sonstigen öffentlichen Verkehrsmitteln auch in öffentlichen Gebäuden unb sogar in den Straßen unb Parks verboten. Verstöße gegen dieses Verbot werden mit einer Geldstrafe von mindestens 20 Jen (dem Kaufwert nach rund 20 RM.) bedroht. Die Bevölkerung wird angewiesen, in Papier zu spucken und dieses Papier in besonders hierfür bestimmte Abfallkästen zu werfen. Kleines Liebes-ABC für Fremde. Ndz. Bangkok. Ausländische Besucher von Bangkok, die des Siamesischen nicht mächtig sind, können in einem offiziellen Führer, der die gebräuchlichsten Redewendungen für den Alltagsverkehr ins Englische überträgt, ein bemerkenswertes Beispiel von Dienst am Fremden erleben. Außer den sonst in solchen Schriften üblichen Angaben unb Fragen, die man für das Hotel und die Geschäfte braucht, enthält dieser Führer auch noch ein Kapitel über bie Liebe. Es werben barin für den Auslänber biefe Bemerkungen in folgender Reihenfolge ins Siamesische übertragen: „Ich liebe Sie!" „Wie heißen Sie?" „Wo wohnen Sie?" „Wie alt sind Sie?" „Wollen Sie mich begleiten?" „Sie sind sehr hübsch!" „Lieben Sie mich?" Allerdings scheint dieser Kundendienst ein wenig Aufsehen erregt zu haben, denn in der soeben herausgekommenen Neuausgabe des Fremdenführers ist das Kapitel über bie Liebe roieber gestrichen worben. Wahrscheinlich ist man bei ber verantwortlichen S hriftleitung inzwischen zu ber Ueberzeugung gekommen, baß ein ausländischer Besucher, ber in dieser Weise eine Unterhaltung beginnt, überhaupt keines Führers unb keiner Verbolmetschung bebarf. Ausspucken kostet Strafe. Ndz. Osaka. In ihren Bemühungen um Steigerung ber Volks- gesunbheit haben verschiedene japanische Städte auch Spuckverbote erlassen. Nach Tokio und Kioto trifft soeben Osaka als dritte Großstadt eine entsprechende Regelung. Danach wird bas Ausspucken außer in ZmKrug zum grünen Kranze Erzählung von Wolfgang Weyrauch. Ich bin oft in M., in den Ferien, doch aud) ionft. M. ist eine kleine Stabt, aber jebermann ennt sie. Stubenten, die einmal in M. gearbeitet iahen, erzählen immer wieder von ben vielen Hügeln, die bas Stäbtchen ausmachen, von ben Serpentinen, bie zum Schloß führen, unb wer jetzt iod) nicht weiß, wie M. ausgeschrieben heißt, ber Stt in ber Welt nicht herumgekommen. Ick) wohne meistens bei meinem Freunb Friebrich . ., einem praktischen Arzt, Mann in ben dreißiger -lohren. Meistens, nicht immer. Wenn seine Frau ha ist, wohne ich bei den R.'s; wenn sie mit ben hüben Kindern verreist ist, ziehe ich in ein gewisses iraltes Hotel vor ber Stabt. R. ist, was man, mit einem eitlen Ausbruck, homme ä femmes nennt. Cr sieht wie ein Segelschiffskapitän aus bem Anfang des 18. Jahrhunderts aus, obwohl er über bm Bodenfee nicht hinausgekommen ist. Anderseits Hut er, bevor er Marianne heiratete, tatsächlich viel nit Frauen zu tun gehabt. Frau R. weiß das, und b: sie die Tochter eines Gärtners ist — Gärtner sild kluge Leute —, rechnet sie Friedrichs Vergangenheit ein. Wenn sie glaubt, ja, in diesem Jahr deucht er den Wahn, frei zu fein, die Vorstellung, nicht die Tatsachen, dann reift sie ohne ihn mit den fimbern in bie Ferien. Dann schreibt R. plötzlich ein Gedicht, bas er, um nächsten Tag über bie Lanbstraßen wandernd, lieber vernichtet, bann schläft er am Tage unb W in ber Nacht, unb oft geht er in ben Krug hin grünen Kranze. Dort treffe ich ihn, obgleich »:r uns oerabrebet Haden, gleichsam zufällig, und spielen das alte Männerspiel. Zuerst' fängt an, sich zu streiten. Nehmen Sie Ihren Fuß b: weg. Was wünschen Sie? Wollen Sie sich nicht beschuldigen? Langweilen Sie mich bitte nicht! dlft der Zank nichts, erkennen sich die Gegner । p einemmal. , letztes Jahr also war Friedrich allein, ich wohnte ir dem ein wenig schal riechenden Hotel, weil auch bie Einsamkeit meines Freundes achten wollte, rlb am Abend ging ich in den Krug. R. saß schon c Er stützte bas Kinn in bie Hände, die Ellbogen 'onden weit auseinander auf ber Tischplatte. „Unser- ?hat hier wohl nichts verloren?" fragte ich unb »ttfe mich trotzdem: ich wollte mit unserem Spiel langen. „Rebe nicht", antwortete er, „setz dich, ach, du sitzt ja schon, hör zu, ich muß dir eine Geschichte erzählen." Ich nahm an, er wollte ein neues Spiel beginnen, das ich noch nicht kannte. Ich zwinkerte ihm zu. „Zwinkere nicht", sagte er, „es ist ernst." „Vor zehn Jahren", fuhr er fort und wippte mit dem Stuhl, eine Angewohnheit, die schon mein Onkel Wilhelm in ben Tob nicht ausstehen konnte, „ich war noch nicht verheiratet, saß ich auch einmal im Krug zum grünen Kranze. Ich wollte Marianne absagen. Ich hatte ein Ferngespräch angemelbet unb wartete auf ben Anruf bes Amts. Es war nichts vorgefallen, nichts, was bu benfft, bei ihr nicht unb bei mir nicht. Aber es war aus, ich spürte es, ich liebte sie noch, aber ich war losgelöst von ihr. ber Winb ber Freiheit pfiff mir durch alle Ritzen. Lach nicht, wenn ich pathetisch bin. Der Anlaß ist groß." Ich hatte tatsächlich gelacht. „Ich bitte um Entschuldigung", sagte ich, „aber bu warst schon roieber pathetisch. Aber bas ist nicht so schlimm. Schlimmer ist, würde mein Onkel Wilhelm sagen, baß bu Marianne mit einem Ferngespräch abspeisen wolltest, statt zu ihr zu fahren." . „Ich kenne deinen Onkel nicht, von dem du immer wieder schwätzest", erwiderte Friedrich, „aber er muß ein Idiot sein, zweifellos." „Er ist schon lange tot", entgegnete ich, „unb er war Förster, ein Beruf, besten Vertreter, ba sie nur mit Tieren unb Bäumen zu tun haben, gerabe als befonbers weise gelten bürfen." „Gut", sagte R., „ich rebe ja auch nicht mit ihm, fonbern mit'seinem Neffen. Also bamals war es soweit. Es gibt demnach nicht nur jene berühmten Ehekrisen im dritten und im siebenten Jahr, sondern auch sonst, ja, sogar vor der Ehe kommen Schwankungen und Zusammenbrüche vor. Ich war, ich fügte es ja schon, oder habe ich es nicht gesagt, der einzige Gast im Krug. Deshalb scheute ich mich nicht, Mariannes Bilder, die ich immer bei mir trug, offen auf dem Tsch auszubreiten. Es war nicht der Tisch, an dem wir jetzt sitzen, der Tisch ist schon längst zerhackt und verbrannt, ich habe mich erkundigt,' es war auch nicht unsere Ecke hier, es war dort drüben, wo jetzt der künstliche Kamin steht, aber es war heute vor zehn Jahren. Heute vor zehn Jahren. Ich trank meinen Rotwein und betrachtete Mariannes Photographien. Mit einem Male sagte jemand zu mir: Ihr seid zwei liebe Menschen. Ich fuhr herum. Hinter mir stand ein Kerl, ben ich nie gesehen hatte, ein Gast offenbar, aber was für ein Gast! Aufgebunsenes Gesicht, Schweinsaugen, tränenbe Schweinsaugen. Er war betrunken. Ihr seid zwei liebe Menschen, wiederholte er und setzte sich zu mir. Ich wußte nicht, was ich sagen sollte. Liebe Menschen, sagte er unb legte den Arm um mich, ich bin nämlich ein Philosoph, ich weiß, was ich sage, ich sehe dir ins Auge, ich darf doch du sagen, und ich weiß Bescheid, ich sehe deiner Braut ins Auge, und ich sehe, daß sie ein lieber Mensch ist. Ein guter Mensch, ein treuer Mensch, ein schöner Mensch. Ja, sie ist schön, rief er unb sagte zu bem Wirt, ber an ben Tisch getreten war, bereit, ben Kerl hinauszuwerfen, noch zwei Glas Rotwein, der Herr hat mich eingelaben. Da ich mich nicht rührte, ging der Wirt fort, kam mit zwei Gläsern wieder unb entfernte sich abermals. Ein schöner Wein, sagte ber Kerl. Ihr Wohl, unb auf das Wohl Ihrer Dame Braut, auf euer beiber liebes Wohl, ihr lieben Menfchenkinber. Ihr feib beide schön, fuhr er fort und fetzte fein Glas ab, aber die da ist am schönsten. Ich sehe nur ihr Gesicht, aber ich weiß, daß sie einen schönen Körper hat. Sie ist dir sehr zugetan, mein Junge, bleib ihr treu, verlasse sie nicht, sie ist ein wertvoller Mensch. Sage' mir nichts, sie ist auch eine wundervolle Geliebte, sage mir nichts. Ich kenne das Leben, erzählte er, siehst bu, ich bin ein Faulenzer, aber warum bin ich ein Faulenzer? Weil mein Bruder abgestürzt ist. Wir waren eine berühmte Nummer, wir waren fleißig, wir haben niemals gesoffen. Dann brach er sich bas Genick. Seit ber Zeit bin ich faul unb trinke. Unb, glaube mir. ich kenne bas Leben aus bem Effeff." R. hörte enblich zu wippen auf. Er war auch nicht mehr ernst, er zwinkerte mir zu. Er trank sein Glas auf einmal aus unb sagte: „Der Kerl war mit bem Reden fertig, da kam das Amt. Marianne. Was ich wollte? Nichts, antwortete ich, ich wollte nur wissen, wie es dir geht, und dann... Dann? Ich trinke einen herrlichen Pfälzer, und es wäre schön, wenn du mittrinken könntest. Wir hängten ab. Ich hatte sie nicht belogen. Ich hatte sie verlassen wollen, aber als wir telephonierten, wollte ich sie schon nicht mehr verlassen. Ja, ich wollte, daß sie mit mir Pfälzer trank, aus derselben Flasche, aus demselben Glas, denselben Schluck, aber bas kommt bir natürlich kinbisch vor." Ich schüttelte ben Kopf. In biefem Augenblick klingelte das Telephon bes Krugs. Der Wirt kam unb teilte mit, baß Frau R. am Apparat war. R. ging hin, rebete und kehrte zurück. „Sie hat mir zu dem Kerl gratuliert", sagte er und lächelte, „das tut sie jedes Jahr" „Ach so, du hast es ihr —", fragte ich. R. nickte. Dann sprachen wir vom Angeln. Was alles verloren wird. In allen Großstädten wird viel verloren unb viel gefunben. Immer roieber ist es interessant, wenn ein Funbamt Bilanz macht. Es ist gerabezu erstaunlich, was ba unter ben Fundsachen alles auftaucht. Wien hat ein zentrales Funbamt, unb bie Wiener scheinen befonbers vergeßlich zu fein. Das zeigt die Zusammenstellung ber in den Monaten April bis Juni beim Fundamt hinterlegten unb bisher nicht behobenen Oegenftänben. Man sollte es nicht glauben, baß beispielsweise ein Pferb nicht vermißt worben ist. Aber nicht nur ein Pferb ist unter den Fundgegenständen, auch ein Lamm, ein Schwein, ein Bienenschwarm und 104 Hunde werden verzeichnet. 90 Sittiche und 29 Kanarienvogel gehören ebenfalls dem Tierreich an. 28 bisher nicht abgeholte Damenhandtafchen zeugen von der besonderen Vergeßlichkeit des schwachen Geschlechts. Bei den 390 Geldbörsen und 77 Aktenmappen weiß man nicht, wohin die Verlierer gehören. Auch Lebensrnittel lagern auf dem Fundamt, so 34 Kilo Schweinespeck. 8 Kilo Schweinefleisch, 5 Kilo Makkaroni, eine Kiste Bückinge und 13 Kilo Zwiebeln. Aber nur eine Flasche Wein wurde als gefunden gemeldet Hüte scheinen die Herren lieber zu verlieren, denn die Liste meldet 20 Herrenhüte, aber nur sieben Damenhüte, lieber 124 Schirme wundert man sich nicht besonders, desgleichen nicht über 80 Paar Handschuhe. Schwieriger ist es schon zu begreifen, wie zehn einzelne Schuhe und sieben künstliche Gebisse verloren gehen konnten, ohne daß es die Besitzer bemerkten. 68 Fahrräder, drei Motorräder, sieben Zillen, ein Faltboot, neun Rosenstöcke, 25 Kilo Schmierseife und ein Weinfaß sind weitere Stücke aus ber umfangreichen Liste verlorener Gegenstände, die ihren Herrn nicht roiebergefunben haben. Hochschulnachnchien. Zum orbentlichen Professor würbe ernannt ber planmäßige außerordentliche Professor Dr. Franz W i e a ck e r an ber Universität Leipzig (römisches unb beutsches bürgerliches Recht, insbefon« bere Bauernrecht.) Die Entpflichtung bes orbentlichen Professors für beutsches und römisches bürgerliches Recht unb Rechtsphilosophie an ber Universität Breslau Dr. Hans Albrecht Fischer ist bis zum Enbe bes Sommersemesters 1940 hinausgeschoben worben. BECKSTEIN; Hallo! ist dort die Polsterwerkstätte Wehrheim, L6berstraße 17 ? Die gelieferten Goldfeder-Sessel .und liege sind wundervoll ausgefallen. Wir sind restlos begeistert über Formschönheil, Stoff und über f das daunenweiche Polster 5487 A Größtes Lager am Platze 5484A Autorisierte Alleinvertretung: Pianohaus R.SCHONAU Gießen# Bahnhofstraße 76 KEIN SCHAUFENSTER Geschäftsveriegung Radio-Fachgeschäit Heinrich Kraft seither Bleich Straße 30 jetzt: Neuenweg 7 früher Baumann Fernsprecher 3107 5492D Tanzunterricht ABENDKURSE nä:chmittagskurse EINZELSTUNDEN Tanzschule Bäulke Schule für Gesellschaftstanz Wolfstraße 31 Fernsprecher 3835 5485V Leibbinden Bruchbänder Einlagen Anfertigung in eig. Werkstätte Kurt Kling vorm. Heger Nacht. Bandagistenmeist. Marktstr. 16 Lieferant der Krankenkassen Damen-Bedienung Generalvertrieb Baums 8 Treibig Gieren Bahnhofstr. 26 Ruf 3700 i32sA Für die uns anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten und Glückwünsche sprechen wir unseren herzlichsten Dank aus. Hans Steinmüller u. Frau Srika, geb. Oern Gießen, den 12. August 1939. 03915 M-£M Sie sind herzlich eingeladen zum töemehiws- Miessesl «Teo Sonntag# 13. 'August# 15 Uhr# im Hof der Mein- kindersÄule# bei ungünst.Witterung tu der Kirche Stiftsruine Bad Hersfeld ])le M Vmw Freilichtspiel in 5 Bildern von Erich Bauer Uraufführung Sonnabend, den 19. August, 20.15 Uhr Wiederholungen: 20., 23., 27. und 30. August Eintrittspreise: 0.50—2.— RM. Vorverkauf Badexasse der Kurverwaltung. Buchhandlungen Oertel 4 Webert, Hersfelo und sämtliche d. F. Dienstste'ien. „M 100-, Gr. CC50 130X75 RM. Oö „M101-, Gr. 150X75 RM.01 Prospekte auf Wunsch! 234d Holzwarenfabrik E.H.Müller Gießen,Tel.2332 ramiliendrucksacher. Verlobungsanzeigen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl. Schulstr.? Einlagen Leibbinden Gummi- strümpfe 2733V J.Frohn Marktplatz 19 Lieferant aller Krankenkass. Sonntag, den 13. u. Montag, den 14. August Mines In hkWW Es laden freundlichst ein: Wilhelm Sinn „3um Simonen" zeid.Sreilins ffiroe. „3um IrepMen, Srieötidi Bollmnnn 11. Für gepflegte Speisen u. Getränke ist best. gesorgt 5537V die gemütliche Gaststätte. Henle Verlfingarunfe Auf zur Kirmes auf Burg Staufenberg am Sonntag, dem 13. August 1939 Gute Stimmungskapelle Es ladet ein der Wirt Heinrich Koob 5531D AdiW Führerschein Klasse IV Tie Deutsche Arbeitsfront# Berufserziehungswerk, Uebungs- stätte Gießen, führt in Zusammenarbeit mit derNSKK-Motor- standartc 147 Gießen einen Lehrgang zur Ablegung der Fahrprüfung zum Erwerb des Führerscheines Klasse IV durch. Alle Volksgenossen (Fahrer von Kleinkrafträdern bis 250 ccm Zylinder-Inhalt und Fahrer von Zugmaschinen, Elektrokarren, Traktoren usw. bis 20 std./km) werden aufgefordert sich unv Rest Bergschenke Groß.schattig. Garten,Terrassen < W T Neuzeitliche I /X I\1 / Kristallglas- " A A M Xw Leuchtdiele Mittwoch Samstag u. Sonntag, 8 Uhr Hartbrennbolz. ä Wagen 5 Mk., Anmachholz. ä Wagen 6 Mt., 1 Sack Anmachbolz 1 Ml. frei Keller c92d J. Wellhöfer, Telephon 2313, Marb Str.24 Ihre Verlobung beehren sich nnzuzeigen Lina Engelhardt Paul Heidlindemann Gießen/Lahn Düsseldorf Liebigstraße 23 im August 1939 Gießen/Lahn __03824 Statt Karten Heinrich Schließner und Frau Katharine, geb. Albach geben ihre Vermählung bekannt Leihgestern Großen-Linden Äahnhofstraße 95 den 12. August 1939 03883 Ludwig Weiß und Frau Martha, geb. Kratz geben ihre Vermählung bekannt Gießen Schulstraße 9 12. August 1939 - 2m Sandfeld 11 —________________________________5477dJ SELTERSWKtf »TELEFON 2373 Allen Verlobten und zukünftigen Eheleuten in Gießen und Umgebung gewidmet ist das vornehm ausgestattete, reich bebilderte Haus- und Kochbuch Praktische Winke und Patschlage für die Hausfrau Kostenlose Vermittlung des Buches nur an Verlobte durch die Geschäftsstelle des Verlages Schulstraße 7. Gurken einmachen? Ja! Neue Rezepte bei Ihrem Händler gehend bei der DAF., Kreiswaltung Wetterau, Abteilung Berufserziehung und Betriebsführung, Gießen, Schanzenstraße 18, Zimmer 22 persönlich bis spätestens 19. August 1939 anzumelden. Die Gebühr beträgt RM. 3.50. 5 513D Alteisen, Metalle Rohprodukte aller Art Lumpen, Knochen, Papier Flaschen Hühneraugen? Das sicherste Mittel, sich vonHühneraugen,Ballen und harter Haut zu befreien, besteht darin, einfach morgens und abends SAH U KO-^ncr« augentropfen auftragen. Nach 6 Tagen kann man sie mit Stumpf und Stiel entfernen. Packung özPfg zu haben bei: Drogerie Bornemann Bahnhofstraße 17 Central-Drogerie Emil Karn, Schulstraße Löwen-Drogerie M. Pierenkemper, Seltersweg 69 Kreuz-Drogerie August Noll, Bahnhofstr.53 Ludwigsplatz-Drogerie Hans Noll, Ludwigsplatz Germania-Drogerie Carl Seibel Frankfurter Straße 39 Schlachtauios zu höchst.Tagespreisen kauft laufend AutoverwertungKarlDörr Marburger Straße 47 5498V UfEDDE DRUCKSACHEN VV QKDC Brühl, Gießen Autodecken Gebrauchte Maschinen und Anlagen kaufen • ®orn & to., Sie/JeF Schützenstraße 62 407D Fernsprecher 4^43 Nadel- und Laubholz, Schnittmaterialien aus eigenen großen probufllonen Ostpreußisches Kiefernschnittholz Sperrholz - Isolierplatten — Furniere Hartplatten für Fußboden usw. lie cm ab Lager oder Werk 5399 A Eugen Dürr & Eo., Gießen WlMle» Sammlung, besseres, gröberes Objekt, zu kaufen gesucht. Eilangebot mit Preis erbeten. Komme sofort zur Ansicht. E. Wenzel, BtiefmqttenhöL, grantfutt/m. Hauvtwache 1 Telephon 26765 ___________________________________________5471 V Wieseck Sonntag, den 13. August ab 4 Uhr TANZ 1 „Zum kühlenGrund“ Inh.: A. Schepers bas Fortschreiten dieser Krankheit aufhallen kann, sagt ein Prospekt mit Dankschreiben, ben kostenlos unb unverbinblich versenbet rertcaBcung wie man Generaldirektor a. D. Vitz Berlin-Nikolassee 96. 5470V Idee heieatet soll auch an die Küchen* Aussteuer denken. Und rechtzeitig! Denn all die praktischen Helfer der Hausfrau sind ja viel zu wichtig, um erst im letzten Augenblick gekauft zu werden. Also, nicht aufschieben I Lassen Sie sich beraten im bekannten Fachgeschäft J.B.Häuser Gießen, a. Oswaldsgarten . (Parkplatz) S. Fernruf Hr. 2145- 2146 g Sonntag, den 13. August und Montag, d- >1 14. August Kirchweihfest inStaufenberg wozu freundlichst einladet Ludwig Zedier V., Gastwirt. Für gute Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. osssa Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzeile veröffentlicht Jeder hat — ich mochte wetten, Irgendwo noch alte Ketten, Etuis, Gehäuse, alte Ringe, Und andere unbrauchbare Dinge. Denken Sie mal richtig nach — Die Werte liegen doch nur brach! Ich kaufe alles gegen bar, Was aus Gold und Silber war. Carl Schmidt Giefoen, Bahnhofstr. 10 Ank.« Gen. Nr. C. 25 947. i U82d im Hause Helberger, Frankfurt a. M. unerhört interessant. Formvollendetste Modelle bester deutscher Möbelherstellung sind wohnfertig hier auf gestellt, — und zwar sowohl Möbel klassischer Stilarten, als auch solche neuzeitlichster Geschmacksrichtung. Und was dabei am meisten interessiert: Möbel in allen Preislagen Ein Besuch dieser groß angelegten Schau ist für jedermann lohnend. Für alle diejenigen die sich neu einrichten wollen, ist die große Möbelschau Südwestdeutschlands GEB i-a? Frankfurt a. M. Das große Einrichtungshaus Südwestdeutschlands / Gegr. 1829 Ehestandsdarlehen llr.187 Drittes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) l2./lZ.AnguftMY Die Straße als Arbeitsplatz. Umbau Licher Straße einmal näher betrachtet. Straßenverbreiterung bedeutet auch immer Arbeit an den Kanalschächten. (Ausnahmen [5]: Neuner, Gießener Anzeiger.) W Die Einwohnerschaft unserer Stadt ist es längst givohnt, daß immer wieder, da und dort, in den E raßen und an den Straßen gebaut wird, daß der B-ruch heißen Teers oder Asphalts (manche Leute v chen es sehr gerne) in der Luft liegt und die 2 erkessel blaue Rauchfahnen durch die Straßen- rane schicken. Meist ist mit solchen Straßenumbau- abeiten eine mehr oder minder heftige Verkehrs- si'rung verbunden, aber auch daran gewöhnt sich jnermann sehr bald. Und für den Krastfahrzeug- vrkehr bedeutet ein Umweg über einige hundert Sseter auch keine Staatsaktion. . Als Ersatz für die kleine Unannehmlichkeit einer 5 rkehrsstörung gibt es bei einem größeren Stra- ^ßmumbau immer einiges Interessante zu sehen klar zu hören. Bei einigem guten Willen kann man sizar seine Freude an einem solchen Straßenumbau hben: der Teer riecht gut, melodisch-rhythmisch JHgt es, wenn die Pflasterer Mit ihren schweren Kämpfern das Pflaster festigen, schön ist der halb- D isförmige Schwung, in dem das Kleinpflaster pflegt zu werden pflegt, und der Schlag der Masterer auf dem Stein klingt lustig in den Tag. Alle diese kleinen Vergnügungen konnte man genießen, während die untere Kaiserallee verbreitert wurde und jetzt wiederholt sich das alles (nachdem die Trauer über den Fall der schönen Bäume nahezu verwundern ist) in der Licher Straße. Wer täglich auf dem Wege zum und vom Dienst die Licher Straße passieren muß, erlebt die ganze Arbeit wie in einem auf Zeitlupe geschalteten Kaleidoskop. Da wurden zuerst die Bürgersteige aufgerissen und schon hier gab es ein interessantes Schauspiel. Eine Maschine, besonders schwer konstruiert mit mehreren mächtigen Grabzähnen bewehrt, riß mühelos das von vielen Füßen und im Laufe von Jahrzehnten festgetretene Erdreich des rechten Bürgersteiges auf, das dann abgetragen wurde und zur Auffüllung an der äußeren Licher Straße verwandt wurde. Am 13. Juli wurde mit dieser Arbeit begonnen, 60 Männer wurden dann im Laufe der nächsten Tage und Wochen eingesetzt und rasch schritt die Arbeit voran. Die Fahrbahn, das Pflaster der Fahrbahn wurde aufgerissen, das Profil für die neue Straßenbreite wurde angelegt, ohne daß dabei dem Vorübergehenden etwas aufgefallen wäre. Der bisher verhältnismäßig hohe Bogen des Profils der Licher Straße wurde abgeflacht und bietet sich schon seit einiger Zeit dem aufmerksamen Auge in neuer Form dar. Das Pflaster wurde der neuen Straßenbreite angepaßt, aber nicht mehr so engfugig verlegt, da es ja nicht mehr als Fahrbahndecke, sondern nur noch als Untergrund zu wirken hat. Die weiteren technischen Einzelheiten sind auch für den Laien nicht uninteressant: Kleinschlag wurde (und wird noch) in erheblichen Mengen angefahren und zwar in einer Körnung von 20:45 Millimeter der durchschnittlichen Maße des einzelnen Steines. Dieser Kleinschlag (Basalt) bildet die unmittelbare Auflage auf das Pflaster. Mit geschicktem Wurf, mit aller Sicherheit des Gefühls für gleichmäßige Verbreitung werfen die Facharbeiter (meist gelernte Pflasterer) das Material aus. Dann kommt die schwere Straßenwalze und verhilft mit ihrem rollenden Gewicht zu einer ersten Festigkeit. Der Walze folgt bann bald der Wagen mit dem dünnflüssigen Teer. Eine raffinierte Sache übrigens, dieser Teerwagen! Er ist mit einer motorisch betriebenen Saug- und Druckpumpe ausgerüstet und diese Einrichtung gestattet es, daß mit Hilfe von Rohr und Düse der dünne Teer ganz fein verteilt und gleichmäßig auf den Kleinschlag aufgesprüht werden kann. Damit werden die Steine (nach dem Erkalten des Teers) untereinander verbunden. Zum Teil wird der Kleinschlag aber auch schon g e = teert geliefert. Eine Firma in Dillenburg V B. hat dafür eine Spezialanlage. Täglich fahren die Lastkraftwagen der bauausführenden Fttma nach Dillenburg, über- . nehmen den Kleinschlag, von heißem Teer umgeben, unmittelbar aus dieser Spezialanlage und fahren damit nach Gießen, wo das Material — noch warm — aufgebracht wird. Bei dieser ersten Auflage bleibt es nicht! Es folgt eine Lage, ebenfalls geteerter Schotter, von kleinerem Format des Steins, es folgt, jeweils nachdem wieder gewalzt ist, eine Lage geteerten groben Splitts, und schließlich folgt eine vierte und letzte Schicht eines feineren und ebenfalls geteerten Splitts. Jede dieser Lagen verbindet sich dadurch, daß das Material warm chzw. heiß aufgebracht und bann gewalzt wirb, mit ber vorhergegangenen, so baß das Ergebnis eine iDie Straßenwalze leistet wichtige Arbeit. Sie sorgt für die gleichmäßige __________ Ebnung der Fahrbahn. ______________ 1 i Der Täter mitten unter uns Roman von Kurt Riemann Copyright bg Verlag Oskar Meister, Weröau L Sa. * 4. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) 6. MiteinemDiebstahlfängtesan. Die Perkinssche Villa liegt unweit des Themse- -i-rs in einem geräumigen, dicht bewachsenen Gar- Eine gewundene Fahrstraße führt darauf zu, cbir sie schlängelt sich abseits von der belebten Ver- i !eÄsstraße und es ist leicht, sie zu übersehen. Meist ?taes sehr still hier. Noch heute rollen Automobile fast ohne Pause, die etilen schmiedeeisernen Tore öffnen sich in tunen ültänben. (:rft am späten Nachmittag läßt der Strom der ttruerbefudjer nach. sechs Monaten, abzüglich zwei Monate uns sechs Tage Untersuchungshaft, Der urteilt. K. L. in Romrod hatte sich ebenfalls »egen lichkeitsverdrechens zu verantworten. Er hat April d. I. oder um diese Zeit mit einer Person unter 14 Jahren unzüchtige Handlungen nörgelt) mm en. Der Anklagevertreter beantragte eine Gefängnis- irafe von sieben Monaten. Der Angeklagte würbe ur gesetzlichen Mindestirrafe von sechs M o n a - en Gefängnis verurteilt. Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen. 8. Lana-Gons, 12. Aua. Am 16. August kann sattlermeister Anton Karl B e p p l e r , Breitgasse, it großer geistiger und körperlicher Frische seinen 1'2. Geburtstag begehen. Herr Beppler steht |1nem landwirtschaftlichen Betrieb noch voll und mnz vor. Wir wünschen ihm recht viel Glück! W Ruppertsburg, 11. Aug. Dieser Tage erließ uns unser seitheriger Pfarrer Hans H ö r r, m die Verwaltung der 2. Pfarrstelle zu Schlitz nzutreten. Nahezu 3 Jahre lang war er hier als Seelsorger tätig. Die Gemeinde Ruppertsburg, die s87 Jahre lang eigne Pfarrei war, erhält nun ! inen Pfarrer mehr. Sie wurde der Pfarrei Wet- jirseld zugeteilt. 4 Jahre Zuchthaus wegen Sittlichkeitsverbrechens. Frankfurt a. M„ 11. Aug. (Lpd.) Die Strafkammer des Landgerichts Frankfurt a. M. verurteilte den früheren katholischen Pfarrer von Frankfurt am Main-Oberrad, Jakob Bentz, wegen Sittlichkeitsoerbrechens zu vier Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Obwohl Bentz mit seiner Haushälterin und einer anderen Hausgenossin ein intimes Liebesverhältnis unterhielt, hatte er keine Bedenken, sich in mehreren Fällen an minderjährigen Mädchen, die ihm zur Erlernung des Haushalts anvertraut waren, und in einem Fall an einem noch nicht 14 Jahre alten Mädchen in schwerster Weise unsittlich zu vergehen. Der mitangeklagte Dentist Hermann Bentz aus Wiesbaden, ein Bruder des Pfarrers, der sich bemüht hatte, zwei Zeuginnen von einer wahrheitsgemäßen Aussage abzuhalten, wurde wegen des Unternehmens einer Verleitung zum Meineid zu einer Zuchthausstrafe von einem Jahr verurteilt. Erlebnisreiche Tage in Eger. Unsere Gießener Hitler-Jugend und die Pimpfe cas Bany und Jungdann 116 Haden reiche Erlebnisse hinter sich. Der Dienst im Lager vollzog sich par in sorgfältig geregelter Ordnung mit Schulung Md Sport, brachte darüber hinaus aber doch auch nvnche reiche Abwechslung. Junggenossen und Pmpfe befinden sich dank der reichlichen und guten Verpflegung in befter Verfassung und die 116er fhib im Lager als ausgezeichnete Esser bekannt und tuühmt. !Jm Rahmen des Laaeraufenthaltes wurde an mem Nachmittag ein Ausgang nach Eger unter« i-mmen und tags darauf besuchte das ganze Lager te Defreiungsfestspiele in Eger, hie die vollständige ballenstein-Trilogie zur Aufführung brachten. Zur noßen Begeisterung der Kameraden wohnte Kon- Ä Henlein der Vorstellung bei und zwei (lefoener Hitlerjungen gelang es sogar, Auto- cnrnrne zu erjagen. *'2Im vergangenen Sonntag fand eine Filmauffüh- rjfig im Lager statt, bei der der Film „Urlaub auf 6 renwort" gegeben wurde. Der Montagabend buchte einen interessanten Vortrag über das Thema „Autoritäre und demokratische Staaten". 3m (Emtebienff. Der Dienstag war ein ganz besonders großer Il0l Das Lager wurde eingeteilt in Erntedienst- irib in Fahrtgruppen. Don der Gießener Abteilung htten 17 Junggenossen „Wache zu schieben", 39 der aaeren Kameraden wurden zur Erntehilfe eingesetzt, iriQ> 40 Junggenossen gingen auf Fahrt. Die für die kmtehilfe bestimmten Kameraden trafen um 10 Uhr c ihrem Bestimmungsort Kropitz ein und wur- ln dorf durch den Ortsgruppenleiter auf mehrere lite verteilt. 14 Mann Jungvolk blieben in Kropitz, 1 Mann Jungvolk arbeiteten in Oedt und zehn Ärnn der Hitler-Jugend in Steflas. Die Meldung z-7 Erntehilfe geschah freiwillig. Die Kameraden htten damit viel Gelegenheit, mit den Bauern über b großen geschichtlichen Ereignisse des Vorjahres zu stechen. Begeistert erzählten die Bauern und schil- drten genau, über welche Wege und Aecker die dilltschen Soldaten mit ihren Tanks usw. einrückten. Jungen waren bei ihren Bauern zum Mittag- es-m und zum Kaffee und bekamen fast durchweg Kartoffelklöße. Zum Nachmittagskaffee gab es Brot mit Quark. Der Erntedienst dauerte bis 18.30 Uhr. Auf Fahrt nach Franzensbad. Die beiden Fahrtgruppen begaben sich mit ihren Rädern zuerst nach Franzensbad und fuhren von dort aus in die Dörfer der Umgebung, um mit der einheimischen Bevölkerung etwas näher in Verbindung zu kommen. Eine Fahrtgruppe beftieg bei diesem Ausflug auf dem Grünberg einen Ausfichtstum, von dem fast das ganze Egerland zu überblicken mar. Für die andere Fahrtgruppe war der langerloschene Krater eins Vulkans in der Nähe von Franzensbad das Ziel. Nach der Schilderung der Junggenossen hatte der Krater auf alle einen unvergeßlichen Eindruck gemacht. Viele nahmen sich im Brotbeutel Steine mit als Andenken an dieses naturgeschichtliche Erlebnis. — Erfreulicherweise waren die vergangenen Tage des Aufenthalts im Lager von gutem Wetter begünstigt. Und nun auf der Rückfahrt ... Am Mittwoch wurde dann das Lager verlassen. Zunächst führte der Weg nach Aschern die Mittagsstunde gab es dort ein vorzügliches Essen, Erbsensuppe mit Fleischwurst, so daß mit frischen Kräften die Weiterfahrt nach Hof angetreten werden konnte. In Hof gab es dann in der Jugendherberge abermals ein „pfundiges" Essen, und zwar Schweinebraten, Kartoffelkloße und Salat. Der nächste Tag sah dann die junge Kameraden auf einer landschaftlich unbeschreiblich schönen Strecke, die über Sorditz und Lognitz in das Saaletal führte. Dort wurden zwei große Talsperren besichtigt, lieber Wurzbach und Lobenstein wurde Saalfeld erreicht. Die Feengrotten mit wunderschönen Tropfsteingebilden wurden besichtigt. Am Abend war man dann wieder in der Jugendherberge, in der man zur Nacht blieb. Der gestrige Freitag führte die Hitlerjungen und die Pimpfe von Saalfeld nach Ilmenau. Bei gutem Wetter, bei immer guter und ausreichender Verpflegung und stets inmitten schöner deutscher Landschaft, befinden sich die Kameraden in bester Stimmung. Am morgigen Sonntag werden sie um 12.04 Uhr von Fulda her wieder in unserer Stadt eintreffen. 9JL-tfport Deutscher Antrag an die FIS. Bur Beseitigung der Schwierigkeiten, die der Teil- iKigme der Schiläufer aller Welt an den V. Olym- piifjen Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen im Sege stehen, wird dem außerordentlichen FI8-Kon- Ll ’B, der, wie die nordischen Blätter zu melden rssen, in Kopenhagen stattfinden soll, folgender Ditscher Antrag zur Beschlußfassung vorgelegt iTben: „Die FIS beteiligt sich an den Weltspielen 1940 m Garmisch-Partenkirchen nach den Wettkampf- aegeln der FIS. In Uebereinstimmung mit den Olympischen Vorschriften geben die Mitglieder der IS ihre Meldungen über die nationalen Olympischen Komitees an das Organisationskomitee für iie Olympischen Winterspiele in Garmisch-Parten- "iirchen ab. Die nationalen Olympischen Komitees mtscheiden, wer nach den Amateurregeln des Internationalen Olympischen Komitees in Garmisch- Partenkirchen startberechtigt ist." \3as Fachamt Schilauf hat dem Präsidenten des hernationalen Schiverbandes, Major O e st - iC3a r d, mitgeteilt, daß Deutschland die Teilnehmer cinden Olympischen Schiwettbewerben a u f e i g e n e t is st e n e i n I ä b t. Eine Beeinträchtigung der Schi- ^itmeisterschaften in Norwegen komme also nicht in fl^ge. Das würde den Weltmeisterschaften im toienteU einen sportlichen Gewinn bringen. Reichswerbetag für die Leibes- Ziehung der 3- bis 9 jährigen Kinder. Ler NS.-Reichsbund für Leibesübungen führt Jir ersten Mal einen Reichswerbetag für das iirnerturnen durch, nachdem der Reichssportführer ioits vor einiger Zeit die Leiter der Turnvereine -berufen hatte, mitzuhelfen, unseren Kindern ein Merland-Sonnenland zu bereiten. 21s Termin ist einheitlich für das ganze Reich der September 1939 bestimmt worden. An diesem werden alle Vereine des NSRL. mit ihren liriergruppen an die Öffentlichkeit gehen und hrr) vorbildliche Arbeit und Werbung durch Wort und Bild den Weg für die Erfassung der 3- bis 9jährigen Kinder, also der vor- und grundschulpflich- tigen Jugend beiderlei Geschlechts freimachen. Die Kinder werden im Turnanzug zum Uebungsplatz geführt, wobei ein buntes Bild entstehen wird, da Bälle, Reifen, Tennisringe und Keulen mitgeführt werden. Anschließend an den Werbetag führen die Vereine in der Woche vom 25. bis 30. September öffentliche „Fröhliche Turnstunden" durch, an denen alle Kinder unentgeltlich teilnehmen können. Ein Turnanzug wird nicht »orgeschrieben. Die Eltern werden als Zuschauer eingeladen. Kreis-Schiedsrichtertag in Gießen. Morgen rft der Waldsportplatz die Stätte, auf der die Schiedsrichter ihre diesjährige Kreistagung abhalten. Wie in jedem Jahre hat der Kreissachwart für Fußball die Ausrichtung der Veranstaltung übernommen. Der Kreis-Schiedsrichter-Obmann Zitze r ist für die technische Durchführung verantwortlich. Die Veranstaltung weist insofern Neues auf, als die Tagung nicht auf theoretischen Unterricht und Vorträge beschränkt bleibt, sondern die Schiedsrichter insgesamt müssen sich verschiedenen Uebungen unterziehen, um ihre körperliche Ekgnung zu beweisen. Hierbei muß bemerkt werden, daß die gleiche Veranstaltung im ganzen Gaugebiet durchgeführt wird. Für den Sportkreis Gießen bedeutet diese Maßnahme an sich nur die amtliche allgemeine Anordnung eines schon seit Jahren bestehenden Zustandes. Auch dieses Jahr wird die Gauführung durch den Gau-Schiedsrichter-Obmann W i n g e n f e l d vertreten fein, und man wird nicht zuviel behaupten, wenn man annimmt, daß er nur gute Eindrücke von hier mitnimmt. Im Rahmen des Tagesprogramms werden sich auch drei Schiedsrichtermannschaften, die von Gießen, Wetzlar und Dillenburg, gegenübertreten. Da als Schiedsrichter heute durchweg ehemalige Spieler tätig sind, so wird man bestimmt auch gute Spiele zu sehen bekommen. Von den Gießenern kann man schon behaupten, daß sie sich durch die Uebungsfpiele genügend vorbereitet haben. Erstes Gießener Rnndstreckenrennen. 2m morgigen Sonntagvormittag steht Gießen JJ't'er einmal im Zeichen des Radsportes. Als letzte ^'ährige Radsportveranstaltung wird von der Weiter Radfahrer-Vereinigung erstmals in Gießen ei Rundstreckenrennen innerhalb der Stadt durch- Zns Rennen besteht wieder aus drei verschiedenen wben. Die E-Klasse startet als erste um 8^ Uhr, zwar geht das Rennen über 30 Runden (ins- 8|:ont 45 km). Im Anschluß hieran wird dann ebener erstmalig in Gießen ein Rennen der G e - l^cftsradfahrer durchgeführt. Etwa gegen Uhr erfolgt dann der Start der A= und 8-Klasse. '. D’ Meldungen zu den Rennen sind als sehr gut ist ^zeichnen. In der E.-Klasse fft die weitaus größte Streitmacht am Start. 40 Fahrer werden hier um den Sieg kämpfen. Von bekannten Namen sind hier zu nennen der Sieger vom diesjährigen „Großen Straßenpreis" Julius Eichhorst,- weiter die Frankfurter Noll, Linnemann, Noß, die Offenbacher Gas- senmeyer, Renz, Klemenz, der Alsfelder Heck, die Gießener Fahrer Mit Kraft, und Preiß an der Spitze. Alles Fahrer, die in dieser Klasse zu einem Siege reif wären. Wer hier den Sieger stellen wird ist schwer vorauszusagen. Bei den Geschäftsradfahrern ist die Beteiligung ebenfalls sehr gut. Der Veranstalter sah sich hier veranlaßt, noch eine Gruppe einzulegen, und zwar mit Geschäftsrädern, die kein kleines Vorderrad haben. 15 Fahrer der A/ö-Klasse streiten um die Siegespalme. 50 Runden, das heißt 50 mal die Steigung in der Ludwigstraße zu nehmen ist schon feine Kleinigkeit und es wird gerade in der A/8-Klasse, wo unsere besten deutschen Amateurstraßenfahrer am Start sind, interessante und spannende Kämpfe geben. Der Sieger vom „Großen Straßenpreis", W. Meurer ist leider diesmal dienstlich verhindert, doch kein schlechterer als der zweite vom „Großen Straßenpreis", Fritz E i ch h o r st (Frankfurt) ist am Start. Don Schweinfurt sind Bartkowsky und Langmann vertreten. Aug. Breuer und A. Reudenbach (beide Köln) erscheinen ebenfalls am Ablauf. Weiter sind noch zu nennen Speckhardt (Offenbach), Brunner (Darmstadt), Schwede (Wies- baden). Auch in dieser Klasse dürfte es schwer fallen, den voraussichtlichen Sieger zu nennen. Eich- Horst, Breuer, Bartkowsky, diese drei sollten vor allem befähigt sein, den Sieg an sich zu reißen. Was die Organisation des Rennens betrifft, so ist wiederum für alles gesorgt. Das NSKK, die jj, die Sanitätsbereitschaft haben sich wieder zur Verfügung gestellt. An die Zuschauer ergeht die dringende Bitte, die Fahrbahn nicht zu betreten, sondern unbedingt auf dem Bürgersteig stehenzubleiben. Erste Mballkämpse nach der Sperre. Spielvereinigung 1900 in Bad-Nauheim. Die Blauweißen beginnen die neue Serie mit einem Gastspiel in Bad-Nauheim, wo der Sportverein 06 der Gegner ist. Das Vorspiel in Gießen gewannen die Badestädter nach einer überraschenden Leistung, die sie selbst ins Staunen versetzte, mit 5:0. Mit einem solchen Resultat ist diesmal wohl nicht zu rechnen, denn obwohl die Blauweißen eine Menge der etatsmäßigen Spieler ersetzen müssen, ist mit Herbst, Jäger, Schäfer, Krämer, Quick, Bischoff, Günther, Rensing, Kraft, Koch, Heuser eine Vertretung zur Stelle, die noch über ein gewisses Können verfügt und für ein achtbares Ergebnis gut fein dürfte. FC. Ober-Schmitten in Watzenborn-Steinberg. Zur Eröffnung der neuen Spielzeit hat die Der- einsführung der Steinberger Teutonen einen Gegner aus dem angrenzenden Kreis verpflichtet.' Die Gäste sind nicht gerade unbekannt in Watzenborn- Steinberg. Bereits vor drei Jahren zeigte die Elf ein großartiges Spiel, das nur knapp für die Teutonen endete. In der Zwischenzeit haben beide Mannschaften einen Formanstieg zu verzeichnen. In der Hauptsache wird wohl entscheidend für den Ausgang des Spieles' sein, wie die Sommerpause auf die Mannschaften eingewirkt hat. Es dürfte wohl allgemein interessieren, ob der Meister „Teutonia" wieder zu seiner alten Form zurückfindet. Sporlgemeinde Steinbach I. — Leihgestern I. Am kommenden Sonntag treffen sich beide Mannschaften zu einem Freundschaftsspiel in Steinbach. Beide Mannschaften haben sich schon öfters gegenüber gestanden und haben manchen schonen Kampf ausgetragen. Die Gäste sind eine flinke und eifrige Mannschaft. Durch Abgang einiger Spieler zum Arbeitsdienst ist der Gastgeber gezwungen, neue Kräfte einzustellen. Man rechnet mit einem knappen Sieg der Gäste. DerTv.l8^6vorderIaustbÄ-Gaumeisterschast? Das Hauptinteresse der Gaumeisterschaft am kommenden Sonntag in Marburg beanspruchen die Kämpfe in der Gauklasse. Da seit Besteyen des Reichsbundes für Leibesübungen der To. 1846 die Gaumeisterschaft im Faustball mit Beschlag belegt hat, erhebt sich die Frage, ob es unserer heimischen Vertretung auch in diesem Jahr gelingen wird, ihre Erfolgsreihe fortzusetzen, zumal es auch die einzige Meisterschaft eines Mannschaftsspiels ist, die bislang an eine Gießener Mannschaft gefallen ist. Die Spiele dieses Jahres, die sämtlich, gewonnen wurden, stellten die Mannschaft vor nicht allzu schwere Aufgaben und können daher nicht als Maßstab für die Kämpfe des nächsten Sonntags genommen werden. Die Gegner, der Turnverein Wasenberg und die Kasseler Durngerneinde Hessen-Preußen, sind den Gießenern von Begegnungen früherer Jahre her bekannt. Wasenberg stcht an Technik wohl etwas nach, besitzt aber einen ungeheuren Eifer und eine Zähigkeit, die jedem Gegner gefährlich werden kann. Die CT. Hessen-Preußen stützt sich auf bekannte, seit Jahren in der Mannschaft stehende Spieler. Im Angriff ruht das Hauptspiel auf den bekannten Kasseler Handballspielern aus der Gaumannschaft Diez und Siebje, in der Hintermannschaft taucht neben dem sehr sicheren und erfahrenen Diez II. ein neuer Spieler auf, der erstmals in einer Gaumeisterschaft mitwirkt. Die Gießener Spieler haben für diese Kämpfe eine mehr als zehnjährige Wettkampferfahrung ein» Husetzen und eine Ballbehandlung, die auch von den Gegnern kaum übertroffen werden dürfte. Daneben ist der Aufschlag Riexingers im Gau unerreicht und für eine Anzahl Punkte von -vornherein gut. Der Angriff hat eine bedeutende Verstärkung durch Trapp, früher Friedberg, erfahren, dessen plaziertes und durchdachtes Spiel am Schlag ihn zu einem der sichersten und zuverlässigsten Zer Bptito am Bahnhofs Spieler macht. Seine Technik und Ballsicherheit machen ihn zu einem der besten Spieler des Gaues. Die undankbarste Aufgabe haben bei dem heutigen Leistungsstand der Mannschaft die Hinterspieler. Michels und Dr. Pfeffer, die Hintermannschaft des Vorjahres, werden sich mit diesem problematischen Posten abzufinden wissen. Die Aufstellung lautet: Trapp, Riexinger, Dr. Hofmann, Dr. Pfeffer, Michels. Wirtfchast. Beachtliche Zunahme des Schweinebestandes. Wie die jetzt bekanntgewordenen Ergebnisse der Schweinezählung vom 3. Juni 1939 gezeigt haben, ist der Gesämtbestand an Schweinen, der im Alt- reich . 1937 mit 22,7 Millionen Stück seinen höchsten Junibestand seit vielen Jähren erreicht hatte, nun wieder auf 22,47 Millionen Stück angestiegen. Die Entwicklung ist zwar etwas langsamer als vor zwei Jahren vor sich gegangen, aher die Stetigkeit des Aufstieges ist in beiden Jahren gleichmäßig zu beobachten. Dor allem der Bestand an Ferkeln entsprach schon ungefähr dem Durchschnittsbestand der günstigen Jahre 1936/37. Beachtlich erhöht aber hat sich die Zahl der trächtigen Sauen, denn sie beträgt im Juni 1939 bereits 1,376 Millionen Stück gegen knapp 1,2 Millionen im Vorjahr. Unter diesen Umständen ist in der nächsten Zeit mit einem sehr großen Anfall von Ferkeln zu rechnen, so daß bei den Zählungen im September und Dezember 1939 ein noch höherer Bestand von voraussichtlich fast 26 Millionen Schweinen zu erwarten ist. Daraus ergibt sich die Forderung für die Erzeuger, die Sauenzahl der Futtergrundlage des Betriebes anzupassen und nicht mehr Ferkel und Läufer auf Mast zu stellen, als Futter vorhanden ist. Auch für Hessen-Nassau treffen die Verhältnisse voll und ganz zu, denn auch hier ist eine Vermehrung des Schweinebestandes in ähnlichem Umfange wie in anderen Zuchtgebieten eingetreten. Wenn auch die Aussichten der Kartoffelernte durch die letzten Regenfälle wesentlich besser geworden sind, so ist doch kaum mit einer Rekordernte wie in den vergangenen Jahren zu rechnen. Die Betriebe sollen aber bei der Schweinemast nicht Futterstoffe in jeder beliebigen Menge zukaufen, sondern im wesentlichen nur die selosterzeugten Futtermengen verwerten. Für die Fleischoersorgung ist die Bestandsentwicklung sshr günstig, indem im Winter wieder mit einer Auftriebsverstärkung an Mastschweinen zu rechnen ist. Denn auch die Bestände an Schlachtschweinen waren im Juni immer noch höher als in einem der vorausgegangenen Jahre. Bhein-Mainifche Börse. Tendenz: Wenig verändert. Frankfurt a. M., 11. August. Das Börsengeschäft bewegte sich im Rahmen der wieder nur klein gegebenen Kundschaftsaufträge. Die Grundhaltung war eher etwas freundlicher, und am Aktienmarkt waren die meisten Kurse nur geringfügig verändert. Abweichungen über 0,25 bis; 0,50 o. H. hinaus betrafen meist Zufallsaufträge. So am Montanmarkt Rheinftahl, die 1,25 o. H. ein» büßten auf 123,50, während Hoefch mit 105,40 und Mannesmann mit 103,13 unverändert blieben, ferner AG. für Verkehrswesen, die 2,25 v. H. anstiegen auf 109,75. Elektro- und Maschinenwerte konnten sich vorwiegend gut behaupten, ebenso chemische Papiere, wobei der Umsatz bei IG. Farben zu 149,13 (149) wesentlich kleiner als gestern war. Im einzelnen sind noch Aschaffenburger Zellstoff mit 87,65 (86,65), anderseits Westdeutsche Kaufhof mit 94,75 (95,50) und Reichsbakk mit 179,40 (179,75) anzuführen. Der Rentenmarkt blieb still und hatte meist unveränderte Kurse. Reichsaltbesitz 132,10, Reichs- bahn-DA. 122,65, Dekosama I 136,75, Dekosama II 155,40. Goldpfandbriefe, Staatspapiere und Stadtanleihen wiesen die letzten Bewertungen auf, auch Industrie-Obligationen wichen kaum ab. Von Ligui- dationspfandbriefen zogen Rheinische auf 101,20 (101) an, dagegen Frankfurter Hyp. 100,50 (100,65). Im Freioerkehr gingen Kommunal-Umschuldung aus 92,85 (93) zurück. Im Verkehr von Bank zu Bank hatten Steuergutscheine I bei behaupteten Kursen lebhafteres Geschäft. Im Verlaufe kam das Geschäft am Aktienmarkt fast zum Stillstand, und die Haltung war teilweise schwächer. IG. Farben gingen ohne erkennbare Ursache bis auf 147,75 nach 149,13 zurück, anderseits waren AEG. 0,25 v. H. fester mit 112,50, während im übrigen mangels Geschäft kaum zweite Notierungen Vorlagen. Bei den später festgestellten Kursen betrugen die Veränderungen 0,50 bis 1 v. H. Unnotierte Werte lagen weiterhin still. Tagesgeld wurde auf 2,50 (2,25) v. H. erhöht. Erzeugerfestpreise für Speisefrühkartoffeln Fwd. Die Erzeugerfestpreise für Speisefrühkartoffeln frachtfrei Empfangsstation je 50 Kilogramm ausschließlich Verpackung wurden für die Zeit vom 14. bis 19. August 1939 wie folgt festgesetzt: Weiße, rote und blaue Sorten 3,00, runde und lange gelbe Sorten 3,50 RM. Rundfunkprogramm Sonntag, 13. August. 6 Uhr: Hafenkonzert an Bord des Sebelschulschif- fes „Commodore Johnsen" des Norddeutichen Lloyd. 8.10: Wir fingen den Sonntag ein. 8.40: Dichter im Dritten Reiche Friedrich Carl Butz liest aus seinem Roman. 9: Deutsche Meister Josef Haydn — Franz Schubert. (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 10: Gläubiges deutsches Herz. Eine Stunde der Besinnung am Feiertag. 10.50: Zauber der Melodie. 11.30: Sonne über Aehren. Erntezeit —die hohe Zeit des deutschen Bauern. 12: Aus dem Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main Frankfurt: Flughafenkonzert. Musikzug der SA.-Gruppe Hesseki. Dazwischen: Berichte vom Start des Luftschiffes „Graf Zeppelin" zu seiner Fahrt nach Eger. 14: Für unsere Kinder: Pechvogel und Glückskind. Jungmädel spielen für Kinder. 14.30: Uns gehört der Sonntag! Ein Reigen sorgloser Melodien. 15.30: Volkstum und Heimat: „Fröhlich klingt's durch Markt und Gassen". Im bunten Zug durch kurhessische Heimatfeste. 16: Nachmittagskonzert. Als Einlage: Bericht von der Landung des Luftschiffes „Graf Zeppelin" in Eger. 18: Aus Idstein (Taunus): Froher Dorfsonntag. Spiel und Tanz unter der Dorflinde. 19: Fidele Hühner. (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 19.30: Sportspiegel des Sonntags, u. a. Berichte vom Pferderennen zu Frankfurt a. M. 20. Nachrichten. 20.15: Abendkon- zert. 22: Nachrichten. 22.15: Sportbericht. 22.30 bis 24: Unterhaltung und Tanz. Aus aller Wett. Aenderung des Arbeitsbuchgesetzes. Berlin, 11. Aug. (DNB.) In einer der nächsten Nummern des Reichsgesetzblattes wird ein von der Reichsregierung beschlossenes Gesetz zur Aenderung des Gesetzes über die Einführung eines Arbeitsbuches vom 26. Februar 1935 veröffentlich werden, wonach die §§ 2 und 4 Absatz 1 dieses Gesetzes, die die Beschäftigung von Arbeitern und Angestellten ohne Arbeitsbuch unter Strafe verbieten, außer Kraft treten. Da die Einhaltung der Arbeitsbuchvorschriften durch die Strafbestimmungen der Verordnung über das Arbeitsbuch vom 22. April 1939 hinreichend gesichert ist, sind die aufgehobenen Bestimmungen des Arbeitsbuchgesetzes gegenstandslos und deshalb außer Kraft gesetzt worden. pleite in der jüdischen plutokratie. Ueberraschend ist das mächtige jüdische Bankhaus in Amsterdam Mendelssohn & C i e. zahlungsunfähig geworden und hat beim Landgericht in Amsterdam um einen Zahlungsaufschub nachgesucht, dem stattgegcben wurde. Die Bestürzung in englischen, holländischen und französischen Kreisen ist um so größer, als dieses Bankhaus zu den bekanntesten und größten Finanziers vor allem der französischen Regierung gehörte und noch im Mai ihr eine Konsolidierungsanleihe im Betrage von 155 Millionen holländischen Gulden gewährte. Schon seit einiger Zeit wurde das Gerücht verbreitet, daß das Bankhaus wackele, weil es von den politischen Emissionen, die nicht nur französische, sondern auch südamerikanische Anleihen betrafen, größere Posten nicht abstoßen konnte, da infolge der politischen Spannung das Privatpublikum sich weigerte, sie aufzunehmen. Die Bank blieb also auf ihren Papieren sitzen. Dazu kamen vorläufig noch unübersehbare Engagements in Termin- devisen, die hohe Verluste brachten..Der Zusammenbruch dürfte aber hauptsächlich durch die Anleihepakete für die französische und belgische Regierung erfolgt .sein. Für diese Papiere und für größere hereingenommene Beträge französischer Tresorbonds nahm die Firma Kredite auf, die in der letzten Zeit gekündigt wurden, so daß die Illiquidität eintrat. Es heißt, daß ein Kuratorium von französischen, niederländischen, englischen und Schweizer Banken — Mendelssohn war vor allem auch in Schweizer CH ade-Aktien stark engagiert — gebildet werden solle, um die sehr umfangreichen internationalen Verflechtungen der Bankfirma zu untersuchen und abzubauen. Der eigentliche Inhaber der Firma Mendelssohn & Co., der Jude Dr. M a n n Heime r, der im Jahre 1933 aus Deutschland flüchtete, hat vor einigen Tagen in Paris Selbstmord verübt. Er hatte sich an seinen Freund, den französischen Finanzminister R e y n a u d , um Hilfe gewandt, aber dieser hatte sie abgelehnt, wohl weil die Geschäfte Mannheimers eine Sanierung als aussichtslos erscheinen ließen, obgleich Mannheimer auch durch die Kreditierung der französischen Regierung in die gespannte Lage gekommen war. Daß dadurch die Finanzierung der französischen Regierung schwierig wird, liegt auf der Hand. Anderseits ist aber auch vor allem die Londoner Bankwelt durch den Zusammenbruch der Amsterdamer Firma stark betroffen worden, denn eine ganze Reihe von sehr angesehenen Londoner Bankhäusern arbeitete seit Jahren eng mit Mendelssohn-Amsterdam zusammen, und eine Totalpleite wäre gerade jetzt der Londoner Hochfinanz sehr unangenehm. Heidelbergs ältester Bürger. Professor Dr. Adolf Mayer, der seit 25 Jahren in Heidelberg im Ruhestand lebende Agrikulturchemiker, vollendete sein 9 6. Lebensjahr» Er ist Heidelbergs ältester Bürger. Biehl und Kartoffeln als Spende Deutschlands für Spaniens Sozialhilfe. Der deutsche Frachtdampfer „Zapona" traf mit einer deutschen Spende für die spanische Sozialhilfe in Valencia ein. Die Ladung besteht aus 2500 Zentnern Mehl und 600 Zentnern Kartoffeln. Segelfchulschiff „Commodore Johnsen" wieder in der Heimat. „Commodore Johnsen", das Segelschulschiff des Norddeutschen Lloyd, kehrte nach mehr als dreizehn- monatiger Abwesenheit in die Heimat zurück. „Commodore Johnsen" lief durch die Bremerhavener Schleuse, um ins Dock zu gehen. Die große Viermastbark hatte am 9. Juli 1938 die Unterweser verlassen. Ueber die Seychellen ging es nach Neuseeland und weiter nach Australien. An Bord der „Commodore Johnsen", die während der Ausbildungsreise 38 500 Seemeilen zurückgelegt hat, befanden sich 60 Offizieranwärter aus allen Teilen Deutschlands. Jenny kammersgaard überquert die Ostsee. Die dänische Schwimmerin Jenny Kammersgaard, die am Mittwoch um 20 Uhr von der deutschen Ostseeküste am Darsser Ort nach Dänemark startete, ist am Freitag 6.15 Uhr an der Ostküste der Insel Falster, ein paar Kilometer nördlich von Gedser-Odee, an Land gegangen. Sie war müde, aber im übrigen in guter gesundheitlicher Verfassung. Zugunglück auf der Simplonbahn fordert 6 Todesopfer. Am Freitagabend ereignete sich auf der Simplonbahn zwischen Brig und Domodossola eine schwere Zugentgleisung, bei der, wie bis jetzt feststeht, vier Eisenbahner, ein italienischer Zollbeamter und ein Passagier ums Leben kamen. Das Unglück ist auf das Versagen der Bremsen auf der abwärtsführenden Strecke zwischen Äarzo und Domodossola zurückzuführen. Don Brig aus auf der Schweizer Seite ging ein Hilsszug ab. 50 Wagen sind entgleist. Brennender Dampfer im Kanal. Etwa 10 bis 12 Seemeilen von der englischen Küste bei Exmouth entfernt ist im Kanal ein Dampfer unbekannter Nationalität und Größe in Brand geraten. Der Brand soll auf eine Explosion zurückzuführen sein. Motorboote sind ausgelaufen, um der Besatzung des brennenden Schiffes Hilfe zu bringen. Britisches Flugzeug in Brand geraten. Von einem Flugzeugunglück wurde die englische Fluggesellschaft British Airways betroffen. In Luxeuil in Frankreich geriet ein Flugzeug i n Brand. Die neun Passagiere wurden nicht verletzt, während die drei Besatzungsmitglieder Brandwunden- erlitten. Blitzschlag in rumänischen Erdölbehälter. Durch Blitzschlag geriet in der Nähe von Moreni (Rumänien) ein Erdölbehälter in B r a n d , der etwa 90 Waggons Rohöb enthielt. Der Behälter explodierte, wodurch weitere drei benachbarte Behälter in Brand gesteckt wurden. Nur mit größter Mühe konnte das Feuer gelöscht werden. Etwa 300 Waggon Rohöl fielen den Flammen zum Opfer. Außerdem wurde eine große Pumpanlage zerstört. Judenmeuterei im INittetmeer. Auf dem Dampfer „Parita", der unter der Flagge Panamas 600 jüdische Emigranten aus der ehemaligen Tschecho-Slowakei an Bord hat, die er vergeblich an irgendeinem Mittelmeerhafen abzusetzen versuchte, brach eine Meuterei aus, als der Dampfer nach dreimonatiger Kreuzfahrt im Hafen von Smyrna lag. Die türkischen Behörden in Smyrna hatten keine Verbindung zwischen dem Schiff und dem Land zugelassen und den Kapitän aufgefordert, die türkischen Gewässer sobald als möglich zu verlassen. Als nun der Kommandant der „Parita" den Befehl zum Ankerlichten gab, rotteten sich die Juden zusammen, schlugen den Kommandanten nieder und mißhandelten die aus 45 Mann bestehende Besatzung. Die Meuterei wurde jedoch rechtzeitig von Patrouillenbooten bemerkt, und die türkische Polizei stellte die Ordnung aus dem Schiff wieder her. Zwei Unfälle in der USA.-£uffroaffe fordern 11 Todesopfer. Fast zur gleichen Zeit ereigneten sich m verschiedenen Teilen der Vereinigten Staaten zwei schwere Flugzeugunfälle, denen insgesamt 11 Mann der Wehrmacht zum Opfer fielen. Ein zweimotoriges Kampfflugzeug stürzte aus eine Höhe von 50 Meter kurz nach dem Start von Langley Field im Staate Virginia ab, wobei neun Mann der Besatzung verbrannten. — Während einer Schießübung über dem Flugplatz Miramar (Kalifornien) stürzte ein Marineflugzeug ab. Beide Insassen wurden getötet. Kunst und Wissenschast. Erfolgreiche Kulturfilme in Venedig. Venedig, 11. Aug. (DNB.) Mit der Aufführung des Lustspieles „G r a n d i M a g a z i n i" trat Italien auf der JnternationalenFilm- k u n st s ch a u in Venedig erfolgreich auf den Plan. Der italienische Regisseur Mario Camerini hat hier ein Lustspiel geschaffen, das mit seiner flüssig und heiter abrollenden Handlung zu den besten Stücken des Unterhaltungsfilmes gehört. Die liebenswürdige Affia Noris eroberte nicht nur das Herz ihres Gegenspielers Vittorio de S i c a, sanden auch die Sympathie des Publikums. — Enrico Glori unterstützte das Paar durch seine trockene Komik. Unter lebhaftem Beifall beglückwünschte Reichsminister Dr. Goebbels nach der Vorstellung die Hauptdarstellerin. Der deutsche Ufa-Kulturfilm „Räuber unter Wasse r", der das Leben der Hechte packend schil- dert, sand ungeteilten Beifall. Diese Art von Filmen der Beobachtung des Tierlebens gehört zum Besten, was deutsche Filmkunst zu bieten vermag. Hervorragende Photographie vereint sich hier mit sorgfältiger Naturbeobachtung. Die Schauspieler sind in diesem Film Tiere des Wassers, die das Publikum ungemein fesselten. Belgien brachte einen außerordentlich gut gelungenen Kulturfilm über den berühmten Genter Altar von Van Eyck zur Vorführung. Dem Regisseur Andre C a u v i n t ist es gelungen, die Bilder mit einer Lebenswahrheit zu erfüllen, die das größte Staunen Hervorrufen muß. Die Gemälde mit ihren Feinheiten sind mit einer verblüffenden Plastik herausgearbeitet. Der Film gehört zu den besten Kunstfilmen. Nach Gottes Ratschluß verschied heute nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden unsere innigstgeliebte, herzensgute Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante « Anna Gümbel, geb. Garth im Alter von 49 Jahren. ♦ Die trauernden Hinterbliebenen: i. d. N.: Die Kinder. Gießen, den 11. August 1939. Die Beerdigung findet am Montag, dem 14. August, um 14 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt ____________________________________________________________________________________03888 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Tode unserer geliebten Mutter sagen wir tiefgefühlten Dank. Herzlichen Dank auch Herrn Pfarrer Becker für die Trauerrede. Emil Nägele, Zugführer i. R„ u. Kinder. Gießen (Wetzlarer Weg 65 I), den 12. August 1939. ___________________________________________________________________03900 Prof. Brüning verreist bis 3. September 1939. Vertreter Im KathoL Schwesternhaus. Von der Reise zurück Sprechstundenbeginn ab 15. August nach Vereinbarung Dr. men. Willi. Trautmann Gießen, Moltkestraße 6. 5474D 5472V ... (denn Erleichterung die leichte vor) Lieferant aller Kassen Garagenhof Mühlidi (modernster Garagenbetrieb) St61nstraße Ecke EderstraSe Garagen frei! 5530D Auskunft bei Mühlich, Damm- straße 22 / Telefon 4314 Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung/ den BleßenerAnzeiger Ca. 120 □Milchkühe. unb JUnbet auf ÜLV 131. Milchvieh - Versteigerung in Münster i.W., Halle Münsterland Donnerstag, den 17. Ang. 1939, 12 Uhr Die Tiere stammen aus seuchenireien Gebieten und sind gegen Seuchen schutzgeimpft. Obligatorische Untersuchung auf Bazillus Bang. Nähere Auskunft und Katalog (kostenlos);0 öleRlälildie Proninjinl-Diehoecmettungsgenollenldiaft e.G.m.b.H., Münsteri.W., Windthorststr. 20, Ruf 26644-45 Ständige Vermittlung von Vieh aller Arft tfett- und Weidevieh z Ferkel z Läufer z Pferde u$wj Kaufgesuche Kleineres WWW ob. Siedlungshaus, Umgebung Gießens oder Bahnlinie Marburg, gegen Barzahlung zu kaufen gesucht. Schr. Ang. mit Preisangabe u. 5494D an den Gieß. Anzeiger. Wenig gebrauchtes, aber noch gut erhaltenes Herrenfahrrad sofort zu kaufen gesucht. Schriftl. Ang. mit Preis unter 5491D an den Gieß. An;. Ein gebr. größ. Witali und ein gebr. MMMen zu kauf, gesucht. Schr. Ang. unt. 5509Da.d.G.A. Gut erhaltene iorplalzliire zu kauf, gesucht. 03905 Rnckstuhl, S^ltcrsweg 4. Eintüriger Kleiderschrank gesucht. Zu erfr. i. d. Geschäftsst. d. G. A. [ 03891 Koller zu kaufen gesucht. [03895 Plockftr. 16 III. ........................................................ Ihre Geschäftsdrucksachen •teilen dl »^Verbindung her zu Ihren Erzeugnissen Man stellt eich die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor. wie man Briefbogen. Briefumschläge. Postkarten. Rechnungen, Geschäfts karten Ihres Hausse beurteilt Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drucksachen l Wir bieten eie Ihnen Brilhl'sche Druckerei. Schulstr. 7, Ruf 2251 lllilllllllllllllllllllllllllllllillllllllillllllllllllllllllll Betr.: Den Ortsbauplan der Stadt Gießen; hier: Neufestsetzung und Aufhebung von Fluchtlinien aus Anlaß der Altstadtsänierung im Seltersweg. Bekanntmachung. .Mi* Richter-Tee hat meine etwas zu starke Frau sehr gute Erfahrungen gemacht. Sie befindet sich nach dem Gebrauch des Tees körperlich und damit auch seelisch viel woh'er.* So schreib! Schriftsteller A. Kropf, Zeuthen b, Berlin am 27.8.35 über Dr.ERNST RICHTERS Frühstückskräufertee Der Herr Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — Abt. IX, hat mit Verfügung vom 5. August 1939, Nr. IX 8702, die Neufestsetzung der Straßen- und.Baufluchtlinien 1 — 2 — 3 — 4 sowie die Aufhebung der hiernach fortfallenden alten Fluchtlinien für das Gebiet im Seltersweg genehmigt. Der neue Plan und die zugehörige Ortssatzung können beim städtischen Vermessungsamt, Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer 3, eingesehen werden. Gießen, den 10. August 1939. Der Oberbürgermeister. 5497 C I. V. Gez. Vogt, Beigeordneter. Dr.Wolf Wiederbeginn der Sprechstunden Montag, 14. August 1939. 5493D Ortsbausahung für die Neubebauung der Straßenecke Seltersweg / Neuenweg. Nach vorausgegangener Beratung mit den Ratsherren wird mit Genehmigung des Reichsstatthalters — Landesregierung — vom 5. August 1939 zu No. IX/8702 auf Grund des § 3 der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 der Reichsverordnungen über die Regelung der Bebauung vom 15. Februar 1936 (Reichsgesetzblatt I, S. 104) und über Baugestaltung vom 10. November 1936 (Reichsgesetzblatt I, S. 938) d. Artikel 2, 9, 29, 37 und 59 der Allgemeinen Bauordnung vom 30. April 1881 und der §§ 3—5, 7, 9, 18 und 78 der Ausf.- Verordnung zur Allgemeinen Bauordnung vom 1. Februar 1882 folgende Ortsbausatzung erlassen: § I. Zu Artikel 29 der Allgemeinen Bauordnung. Gewerbebetriebe, die unter § 16 d. R.G.O. fallen, oder die durch Gase, Dämpfe, Gerüche, Rauch, Ruß Wärme, Staub, Geräusche, Erschütterungen oder ähnliche Einwirkungen Nachteile, Gefahren oder Belästigungen für die Anwohner herbeiführen, sind grundsätzlich verboten. Gewerbebetriebe, die nicht unter dieses Verbot fallen, können auf besonderen Antrag genehmigt werden. § IL Zu Artikel 37 und 59 der Allgemeinen Bauordnung und § 78 der Ausführungsverordnung zur Allgemeinen Bauordnung. In dem Gebiet dürfen, abgesehen von Nebenanlagen (Stallgebäuden und Kraftwagenschuppen) nur Gebäude errichtet werden, die ausschließlich zum Wohnen dienen. Die Erbauung von Seiten- und Hintergebäuden zu Wohnzwecken ist untersagt. Für andere Zwecke bedarf sie der besonderen Genehmigung. § HI. Zu Artikel 59 und 78 der Ausführungsverordnung zur Allgemeinen Bauordnung. Für die Bebauung wird die geschlossene viergeschossige Bauweise vorgeschrieben. Die Erdgeschoß- räume können zu Geschäftsräumen ausgebildet werden. Die Dächer sind als Satteldächer zu gestalten, deren Firstlinien in der Richtung der Baufluchtlinie laufen. 8 iv. Zu Artikel 37 und 59 der Allgemeinen Bauordnung und § 78 der Ausführungsverordnung zur Allgemeinen Bauordnung. Die Ausnutzungsziffer der Grundstücke durch die Bebauung darf nicht mehr als 6/10 und bei Eckgrundstücken nicht mehr als 7/10 betragen. Die Gebäude müssen in ihren Grundrissen und Ansichten allseitig gut durchgebildet und architektonisch einwandfrei sein. § V. Vorstehende Ortsbausatzung tritt mit dem Tage nach der Veröffentlichung in Kraft. Gießen, den 10. August 1939. Der Oberbürgermeister. I V Gez. Vogt. Ab Montag, 14. August wieder Sprechstunde Dentist Zutt Bahnhofstraße Dame sucht kleinere Wirtschaft zu pachten. Kaution kann gesollt werden. Angebote unter B. M. 2567 an Annonc. Büscher Siegen. [5478V Sol. Handwerker, led., Ans. 30, evang., 1,75 gr., angen. Aeußere, in sich. Position, wünscht auf dies. Wege passende 68e- gefOOttm kennenzulernen. Ernstgemeint I Diskretion zugesichert. Zuschrift, unter 03902 an den Gieß. Anz. Einsame, gebild. Dame, Ende 40, wünscht Gedankenaustausch mit seriösem Herrn, evtl, spätere Heirat Schr. Ang. unt. 03889 a.d.G.A. Goldene Damen- AlNlVMM von Rodheimer Str. bis Marktplatz verloren. Abzug, geg. Belohnung auf dem Fundbüro. 03926' ____________5502V Junges Mädel, 23 Jahre, sucht in Gießen einen Herrn in sicherer Stellung zwecks späterer fehl 1,65 bis 1,70 gr., angen. Aeußere erwünscht. Bild erbeten. Zuschriften unt. 5512D an den Gießener Anz. Blaue Tastjacke a. Seltersweg verloren. Abzug, gea. Belohnung. [ 5538D Horst-Wessel- Wall 27 p. Gesellschaft^- Wirt am 20. Aug. nach Bad Ems Jeder kann mitfahren. Fahrpr. etnschl.a. Besichtigungen u. Konzert 4,50 NM. Kinder v. 4 bis 10 I. die Hälfte. Auskunft u. sof. Anmeldung: Geschäftsstelle Crednerstr. 19 u. Kaufm. Bender, Walltorstr. 14. Sanitötsuerein Sieben Krankenversicherung a. G. Tel. 4315.103684 Wie man auch mit wenig Geld ein wohnliches Heim geschmackvoll einrichtet, zeigt unser großes Einrichtungshaus I I <---------------—J an vielen wohn fertigen Beispielen. ’i rankfurt-ä m t GROSSE FRIEDBERGER STRASSE Mtquetschen wenn Sie Pickel und Blütchen haben! Wirken Sie ihnen ungefährlicher und sicherer entgegen, indem Sie sich regelmäßig mit der porenreinigenden GteckenvteMl^ ieerscWiet-Seitfc waschen. Dann werden Sie die Quälgeister bald los sein! Zu hab. in Fachgeschäften, bestimmt beL Pelikan-Apotheke, Kreuzplatz 2 Drog. Herrn. Elges, Seltersweg66 Drog. Emil Karn, Schulstraße Drog. Aug. Noll, Bahnhofstr. 53 Drog. O.Winterhoff, Kreuzpl.9-10 Pari. Buchberger, Bahn hofst 90/92 Parf. Koch, Seltersweg 63 Parf. Muhl, Mäusburg 8 Parf. Plank, Seltersweg 8 4025V Die „Vereinigte" MranMas» Gesdiailsslelle: Sellersweü 8k Jedem das Seine, dem Hühnerauge Lebewohl. Lebewohl gegen Hühneraugen und Hornhaut. Blechd. (8 Ptiast.) 65 Pt in Apoth. u. Drog. Sicher zu haben: Blediz.-Drogerie Hans Hindenburg H. Elges, Seltersweg 68a. — Drog. W. KilblngerNflg., Seltersw-W Nachlässe von 3 bis 20 v. H. erhalten Sie bei wiederholten Ver* dffenüichungen einer Anzelg^