Mittwoch,V-Zuli 1939 189. Jahrgang Mr. 160 Erstes Blatt Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittag, Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/o mehr. Lrmahigte Grundpreise: Stellen-., Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts-u. behördliche AnzeigenbRpf. 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Trotz aller Großsprechereien die man in letzter Zeit aus dem Lande an der Weichsel gehört hat, dürfte es rvohl auch den Polen selber klar sein, daß sie im Ernstfälle doch nur eine defensive Rolle zu spielen berufen sein würden. Eine solche Feststellung ergibt sich einfach aus der Lage der Dinge. Sie soll in keiner Weise eine Unterschätzung der militärischen Stärke Polens bedeuten, denn Marschall Pilsudski hat bis in seine letzten Tage hinein an dem Ausbau der polnischen Armee gearbeitet, und diese Tradition wurde nicht nur von seinem Nachfolger, dem Marschall Srnigly-Rydz, fortgeführt, sondern ganz Polen hat für seine Armee manch auch bisher getan. .... 11 Uni nun durch die ei n h e l t l t ch e Erfassung der Mittel eine noch wirksamere Gestaltung der Förderung zu gewährleisten, ist das Begab ten- L^eignisse. , . ir Den Kern bilden wie immer die bedeutsamen ffeben und Empfänge: die feierliche Eröffnung h „Tages der Deutschen Kunst" im Festsaal des r^utsch^n Museums durch Gauleiter Staatsminister Dolf Wagner, der Empfang der Gäste tm i-iührevbau am Königlichen Platz durch Adolf Hit- lir, die Festsitzung der Reichskammer der bil- i nden Künste, die Reichsminister Dr. Goebbels ein- liitet, die feierliche Eröffnung der Großen Deut- ; foen Kiinstausstellung 1939 im House der Deutschen Kunst, wo der Führer spricht, der Ernp - scastg der Stadt München im berühmten fiten Rathaussaal. Um diesen Kern herum legt sich "hör kommen und durch ihr Äufneten der grohoeutschen Gemeinschaft Ausdruck Wilhelm-Guflloff-Lager der auslandsdeutschen Jugend ($ben. Am Sonntagnachmittag bann erreichen alle diese 'Veranstaltungen ihre Höhe, wenn der F e st z u g «Zweitausend Jahre deutsche Kultur" sich durch die Straßen Münchens in Bewegung setzt. Unkundige meinen, dieser Zug sei jedes Jahr derselbe. Es ist krfelbc und doch nicht derselbe. Das ist das Groß- c.edachte und Unveraltende an diesem Festzug, den l^rof. Knecht und Prof. Caspar von Mal zu Mal schöner und edler ausgeftalten, daß es mit- tebenb durch Tag und Jahr das Wachstum Reiches unter der machtvollen Führung Adolf Hitlers in sich aufnimmt. Im vorigen Jahr iog zum erstenmal die Gruppe der heimgekehrten Ostmark mit, und wo immer sie vorüberzog, .-iranbetc der helle Jubel um sie auf. Wie wird es m diesem Jahre sein? Da zieht unter glitzernden Netzen, von Bernstein leuchtend, ein gewaltiges Boot vorbei: es ist das Memelland, das uns ;zrüßt. Da reckt sich gewaltig unter einem Eichbaum Mer Riese Rübezahl: wir weilen in Gedanken bei Men Volksgenossen des Sudetengaues. Und nun naht, von mächtigen Beschützer-Figuren ge- »citet, die Gruppe „Protektorat Böhmen ii n b Mähren", gipfelnd in dem Hl. Georg von Mer Prager Burg, dem ältesten deutschen Bronze- Ahnenzeiten herzusästeiten scheint, in jedem Jahr neu an das heroische Geschehen unserer Tage. Ist es schon eine gewaltige, vom Außenstehenden kaum ganz zu begreifende Leistung, ein derartiges Programm auf der schmalen Basis von drei Tagen aufzutürmen, so noch mehr, es glatt und reibungslos abzuwickeln. Daß diese Regie nirgends und nie hervortritt, daß diese Tage der Lebensfreude ganz aus sich selber vorwärtszutreiben scheinen, das weiß jeder, der den Tag der Deutschen Kunst im vorigen oder vorvorigen Jahr miterlebt hat. Das ist nun ein gutes Stück München, das darin zum Ausdruck kommt. Was wäre der Tag der Deutschen Kunst, wenn er nicht in einer Stadt erschiene, die aus sich heraus die Atmosphäre der stunqssteigerung unseres Volkes entscheidend, daß wir planmäßig eine Auslese der Tu ch - tigen treffen. So wie es im politischen Leben geschieht, so muß es auch im beruflichen Leben sein. Der Reichsberufswettkampf hat sich m den vergangenen Jahren als Auslesesystem hervorragend bewährt. Er gibt jedem Schaffenden Die Möglichkeit, einmal im Jahr öffentlich unter Beweis zu stellen, was er zu leisten vermag. Wer überdurchschnittliche Leistungen vollbringt oder sogar in seinem Beruf Kreis-, Gau- ober Reichssieger wird, ist ohne weiteres würdig, von der Gemeinschaft gefordert zu werden. Das haben wir planmäßige Auslese -er Tüchtigen. Berufsförderungswerk des deutschen Volkes unter der Schirmherrschaft Görings Berlin, 11. Juli. (DNB.) Nach dem Willen des Führers soll d e n T ü ch ti g e n in Deutschland d e r W e g nach oben erschlossen werden, um allen Leistungsfähigen den Aufstieg und -die vollkommene Entwicklung ihrer Arbeitskraft zur wahren Meistersckfaft möglich zu machen, haben der Relchs- organifationsleiter Dr. Ley, der Reichswirtschaftsminister Funk und der Jugendfuhrer des Deutschen Reiches Baldur v. Schirach unter der Schirmherrschaft des Beauftragten für den Vler- jahresplan Ministerpräsident Generalfeldmarschall Hermann Göring das „P.e g a b t e n f ö r d e- rungswerk des deutschen Volkes gegründet. Der Leiter des Begabtenförderungswertes ist der Reichsorganisationsleiter Dr. L c y. Sein Ge- sästiftsführer ist der Leiter des Reichsberusswett- kampfes Obergebietsführer A x m a n n. Die Gründer haben folgenden Aufruf erlassen: , Noch vor wenigen Jahren fehlten uns Arbeitsplätze Heute haben wir einen großen Mangel an Arbeitskräften. Darin liegt ein wunderbarer Wandel unserer Wirtschaft: Heute kommt es darauf an, jeden Volksgenossen a n d e n Arbeitsplatz zu bringen, der am b c ft en ..einen natürlichen Anlagen entspricht. Der hochwertige Arbeiter muß an den hochwertigen Arbeitsvorgang gebracht werdem Die primitive' Arbeit muß mehr und mehr durch die Maschine ersetzt werden. Der Arbeitseinsatz und die Berufslenkung erhalten unter diesem Blickwinkel eine besonders hohe Bedeutung. Es ist für die Lei- Berlin, 11. Juli. (DNB.) Der Beauftragte-für den Vierjahresplan, Generalfeldmar chall Gon n g, ! hatte bei der Einführung der Verpflichtung von Ar- beitskräften zu staatspoliti ch wichtigen Arbeiten angeorbnet daß die verpflichteten Arbeitskräfte auf ihrer neuen Arbeitsstelle keine f i n a n Z i e llen Nachtei.le erleiden, sondern nötigenfalls eine Ausgleichs Zulage erhalten. Inzwischen ist in verschobenen Fällen die Ansicht entstanden, bah besonders bei Verlängerung der Derpslichtung, die Ai sgleichszulage entfällt. General eldmarschall Goring hat deshalb den Reichsarbeitsminister ange- wiestn, dafür zu sorgen, daß künftig die Ausgleichszulage i n jedem in Frage kommenden Fall ausgezahlt wird, bis»die B e r - nsliäituna aufgehoben wird. Sofern in be önbcren Süllen bisher durch den Wegsatt der Ausgleichszulage a u ß e r g e w o h n l ch e S) a r - te n ensttanden sind, hat der Generalfeldmarschall ; die Auszahlung eines besonderen Harteaus- München, im Juli 1939. - „Während in so vielen Ländern die Phantasie- i iFb Lügenkampagne der Hetzapostel auflodert, die öl ein die Kriegspsychose in der 5ßelt auf bem Ge- i äffen hat", so hat der italienische Botschafter in • Berlin, Exzellenz Attolico, soeben mit Bezug , den Tag der Deutschen Kunst 1939 gesagt, setzen d" Völker der Achse unter der Leitung ihrer beiden oioßen Führer ruhig und vereint ihr friedliches Lirken fort." In der Tat, wer m diesen Tagen München, die Stadt der deutschen Kunst, besucht, v-r straßauf straßab die Fahnenmasten zu Tausen- bn aufwachsen sieht, wer den Werkleuten zuschaut, v e sie die Fassaden der Festzugsstraßen schmucken v d die golden leuchtenden Plastiken auf Triumphalen und Grünpfeiler stellen, wer alle diese uner- rudlichen, feit Wochen geförderten Arbeiten betuchtet, der möchte nicht glauben, mit was für phan- fti’dicn Mären sich manche Stellen des Auslandes d» Zeit vertreiben. Daß die Völker selber bei x-item nicht in demselben Maße der Suggestion ver- füen sind, dafür ist gerade München in diesen Tagen ei schlagender Beweis: je näher der Tag der Deut- fc en Kunst rückt, um so mehr Ausländer kom- n-n, vor allem auch — und das dürfte besonders eiwähnenswert fein — Engländer undAme - t f a n e r. Der Zustrom deutscher Volksgenossen aus c en Gauen wächst ständig; wo immer ein Münchner ii biefen Tagen nach auswärts zu Besuch kommt, Mb sei es in einem Umkreis von Hunberten von S lometer, wird er gefragt: „Was muß man denn cn Tag der Deutschen Kunst gesehen haben?" Jeder tH babei sein, unb diejenigen, die nicht kommen ktnen, wollen das Fest doch wenigstens im Geiste Titerleben. ,, .. 'Es ist gewiß nicht Schaulust allein, welche die d gemeine Teilnahme fördert, obwohl auch sie ge- mß auf ihre Kosten kommt; es ist vielmehr das k-fühl, daß d a s g a n z e D o l k sich hier in feier« tNlichem Gedenken um den edelsten Gegenstand r"sammenschließt, den es sich selber und der Welt i geben hat, b i e K un ft. Unb es ist sicher auch i s'Gefühl, baß München biefes hochsommerliche Le- ß ns fest aller Deutschen in einer Weise zu gestalten v esteht, die getrost einzigartig genannt werben darf. Yacht weniger als 6 3 Veranstaltungen nennt d s diesjährige Programm, und sie alle verteilen fif) auf die drei Tage vom Freitag, dem 14., bis fonntag, den 16. Juli. Drei Tage umfaßt in Wirk- llhkeit der Tag der Deutschen Kunst; es ist der Tag, dr seinen Namen sprengt; die drei Tage selber sind tieberum zum Bersten gefüllt von der Fülle der k um von einem Einzelnen aufzunehmenden bezahlen. f , .. . Die Friedensstärke der Armee betragt 450 000 Mann, einschließlich der Grenztruppen und anderer Spezialmannschaften. Sie ist in 90 Infanterie-Regimentern, 15 Kavallerie-Brigaden, 50 Artillerie-Regimentern und 12 Bataillonen Panzer- । truppen zusammengefaßt. Die Zahl der Offiziere . r, wird auf 19 000, die der Unteroffiziere auf 35 000 durchgefuhrt wird. Am 24. Juli wirb das Jungen-Speziell die höheren Kommandoftellen norblager in Greifswald an der Ostseekuste Leuten besetzt, die noch aus dem rusfisch- eröffnet mit Teilnehmern vorwiegend aus norm- Anfang der 20erJahre eine gewisse schen Ländern und dem Fernen Osten. Die IRadel pram|(f)e Kriegserfahrung besitzen. Die Zahl der aus diesen Ländern haben ihr Laaer in der Jto.-- au5gebi(beten Reservisten wird mit ins- Reichsjugendheimstätte Hohenelse. . gesamt 4 Millionen angegeben. Dazu kämen bann Im Rahmen jedes einzelnen Lagers wirb auch «och tzje älteren Jahrgänge, so daß Polen im Kriegsei n e Fahrt, die Besichtigung ei » e s In- fa(Ie QÜe5 in a(Icm 7'bi5 8 Millionen Mann auf die b uftr ie b etrie b es, eines l a nb m t r t| ci) a I t:hßeine stellen könnte. Wobei gleich hinzugefugt wer- lichen Betriebes unb em Besuch bei einer maq der sehr niebrige Bildung-stanb der Hebung b.er Wehrm acht durchgefuhrt. «amt- |ni)-^'n Bevölkerung ber Bedienung moderner lichen Jungen ist die Möglichkeit gegeben, wahrend ^^.. ^oschinen gewisse Grenzen setzt. ber Zeltlager bie L e i st u n g s a b z e i ch e n Der jst biefe Armee nun gerüstet? Besitzt sie die Hitler-Jugenb bzw. bes Deutschen Jungvolks zu er- bie für bie Schlagkraft eines mobernen werben. Neben Kamerabschaftsadenben mit ber - crcs * ^8^061^ find? Hier lag lange Zeit der Hitler-Jugend im Reich, Gemelnschastsfeiern m Der . . im Polen hatten das Gelb nicht Volksgemeinschaft werden auch bie neuesten üünie K ^re Armee technisch auf einen Höchststanb zu vorgeführt. Auch ausgesuchte Redner aus Der br'in' n Was unter äußerster Anspannung der Alten Garde der Partei werden zur aus- ^„^zkraft ihres Landes in dieser Beziehung zu landsdeutschen Juaend sprechen. Anschllehenb an Die I crrcid)en ^ar, haben sie nicht versäumt. Außerdem Wühelm Gustlofs-Lager vereint ein F u y r e r - . den die Polen ungefähr seit einem Jahr sich l a g e r i m S ch l o ß M a r 11 n s h o s bei Graz Die bemüht, Versäumtes nachzuholen. Die Führerschaft ber ausländischen Jugend, ™ Infanterie wurde motorisiert und mit jenen auto- Tagung der Auslandsorganisation ber ^g^f^n Feuerwaffen, mit Mörsern unb Tank- unb am Reichsparteitag teilnimmt. obwehrgeschützen versehen, bie eine moberne Kamps- / I truppe nicht zu entbehren vermag. Aehnliches gilt von ber Artillerie, die auch mit schwerem Geschütz ausgerüstet wurde. Gegenwärtig bilden daher bie München rüstet zinn „Tag der deutschen Kunst" Don unserem H. A. T.-Korrespondenien. Berlin, 11. Juli. (DNB.) In wenigen Tagen werben im Reich bie großen Sommerlager ber auslanbsbeut schen Jugenb eröffnet, bie die Bezeichnung W i l h e 1 m - G u st l o s f - L a- g er ber auslanbsbeutschen Jugend 1939 tragen. Reichsjugenbführer von Schirach unb Gauleiter Bohle haben bie Schirmherrschaft übernommen. Drei Jungenlager unb vier Mäbel- laqer werden in verschiedenen Gegenden Deutschlands abgehalten. Als erster Abschnitt wird schon in einigen Tagen in Kärnten das Jungensub- lager für bie auslanbsbeutschen Kameraden aus verschiedenen Lagern eröffnet: z. B. Bulgarien, Italien, Jugoslawien, Portugal, Rumänien, Spanien, Türkei, Ungarn und einige überseeische Lander. Das Lager liegt am Fuße der Karawanken im Drailtal. Gleichzeitig finden zwei Madellager statt in Dellach bei Mariewörth am Wörther See unb ein Lager für bie Möbel aus Italien in ber Nahe von Graz. Ebenfalls am 12. Juli bezieht bie Belegschaft bes Jungenlagevs West bei Kochern an ber Mosel ihre Zelte. Die Jungen kommen aus Teneriffa unb verschiebenen westlichen Länbern, währenb bas entsprechenbe Mäbellager aus ber Jugenbburg Stahleck bei Bacharach am Rhein bebarfes für Aufgaben von besonderer st aatspoli tisch e'r Bedeutung. Auf Grund dieser Verordnung konnten die Arbeitsämter Bewohner des Reichsgebietes zur Dienstleistung bei derartigen Aufgaben verpflichten. Der Generalfeldmarschall mußte von den Dienstverpflichteten persönliche Opfer im Jnteresje von Volk und Staat verlangen, wertete aber diese Opfer voll unb ganz unb orbnete an, daß die verpflichteten Arbeitskräfte auf ihrer neuen Arbeitsstelle insbesondere keine finanziellen Nachteile erleiden sollten. War das Arbeitseinkommen auf der neuen Arbeitsstelle Niedriger als bei der bisherigen Tätigkeit, so war eine Ausgleichs zutage zu zahlen. Die Verordnung inußte im Laufe der Zeit für andere Vorhab e n ausgedehnt werden. In verschiedenen Fällen entstand die Ansicht, daß hier die Ausgleichs- ig zu gerouvLicqitH, . v - - - - - Zulage nicht Platz griffe. Nunmehr ist^angeorbnet f o r b e r u n g s w e r k b e s b e u t s ch e n V o l k e s daß in allen a 11 e n , in benen 2lrbcitsfraft ins Leben gerufen worben. Durch bas Zusammen- verpflichtet werben, biefe in ihrem 21rbeitseinfoni- wirken ber Partei, bes Staates und der Wirtschaft men an ber neuen Arbeitsstelle gegenüber dem sollen Mittel und Wege gefunden werden, die den Arbeitseinkommen am alten Arbeitsplatz t eine Besten in der Entwicklung ihrer Fähigkeiten die Einbuße erleiden dürfen. Den verheirateUn Widerstände des Alltags überwinden helfen. Das Dienstverpflichteten, die von ihrer Familie getrennt Beaabtensörderungswerk soll im Sinne b e 5 (eben müssen, ist eine a n g e m e He n e £ ren- uationalsozialiftischen Parteipro- nungsentschäbigung zu Zahlen. Die Am,- qrammes tätig werben, in besten Punkt 20 es gleichszulage wie auch bie ^rennungsentschabigung heißt: Wir forb?rn bie Ausbildung b es on- werden vo-rn 21 r b c 11 s am bas f u r ders veranlagter Kinder armer El- die frühere B e t r i e b s st a 11 e des Dlenst- t e r n ohne Rücksicht auf deren Stand oder deren verpflichteten zuständig ist. Das Arbeitsamt wirb Be uf auf Staatskosten. So will es ber abcr ben Unternehmer, bem bie Dienstverpflichteten Ser'" auf seinen Antrag zugewiesen sind, mit dem halben 15 9 > Betrag ber entstehenden Beihilfen belasten. Der Umfang der Vorhaben, die auf Drangen Der Unternehmer und ihrer Auftraggeber als itaat-^- politisch bedeutsam unb unaufschiebbar anerkannt finb, hat in letzter Zeit ein unzulässiges Ausmaß angenommen. Die Auftraggeber ber öifentlichen Hand haben bie ernste Pflicht str en g 3n Zusammenhang damit hat ScneralfetomarJ 3 u p r ü f c n ob bie t,"nn^,efn ”^a^6Qtern scholl G-lrlng eine strenge Nachpru,ung °nS°°rdnet. ^en tat ach Ich Austrage «WWWW abresplan, Gencralfelbmarschall (9,ö ri n g, bie 23er= | trafte zuruckzugreifen.________ orbnuncj' zur Sicher st ellung des Kra(te- Kunst in alles trüge? Es ist ja nicht die Menge ber Schaffenben allein, bie München zur Stabt ber deutschen Kunst gemacht haben, sondern es sind vor allem auch bie Münchener selber, bie daran teil- haben. Und wenn etwas ebenso schön unb stark ist wie bie Kernibee biefes Festes, dann ist es bie Art wie bie Hunberttausenbe es mitbegehen unb mitgenießen. Diese Stimmung allem, die etwas sehr Seltenes ist, würbe das Jest erlebenswert machen. Wenn am Samstagabend mit Beginn der Dämmerung die ganze Stadt von Millionen Lichtern zu leuchten beginnt oder wenn am Sonntagabend unzählige Künstlerfeste nach hierhin unb borthin locken: bann muß man bie Münchener unb Münchnerinnen Arm in Arm bie Straßen |Ullvtlll 9W.U ..... , ... durchwanbern sehen, wie sie bie Pracht ihrer ver- schweres Opfer gebracht. Immerhin finb auch diese zauberten Stadt erleben. Dann ahnt man etwas Opfer beschränkt, was u. a. durch den katastropha- von dem tieferen Geheimnis dieses Stadtwesens Mißerfolg der polnischen Luftschutzanleihe be- unb seines Geistes: mitgeriffen zu werden — und miesen wurde. Das polnische Volk mit feinem niebri» eben dadurch mitzureißen. I gen Lebensstandard kann eben eine übersteigerte -------- Rüstung aus eigener Kraft gar nicht finanzieren, geschweige denn eine monatelange Mobilisierung Jmtner neue Forderungen Moskaus Sofia, 11. Juli. (Curopapreß.) Der bulgarische botschafters in China seit November 1937 inne. Die Silberpoliiik der USA. ms Staatspartei für eine Alls- Sruaxeunmutt erftbiff gnbenpotrht nnd) fozialwirtfchaftlichen Gesichts- zehn bis fünfzehn Z e r fl B r < »unftcn etnfriff. Tri r> q hpr fn;. T._v .. 1 I0cU'\O c l |l U [ I e von 23 000 Tonnen, Der neuseeländische Minister für Forstwesen, Siedlung und Reiseverkehr, F. Langstone, weilt auf Einladung des Reichsforstmeisters vom 11. bis 14. Juli d. I. in den Wäldern Württembergs, um dort die Hauptholzarten Deutschlands und besonders markante Punkte des Landes Württemberg kennenzulernen. . ,— er von 1700 Tonnen “jo ™un ozeangangige Unterseeboote von 1090 Tonnen. Auch die Modernisierung der drei punkten eintritt. Trips, der Gouverneur der Niederländischen Bank, steht auf der Seite Colijns. 1913 bzw. 1916 gebauten Schlachtschiffe „Queen Elizabeth", „Vakant" und „Renowe" soll bald ab- geschlosien sein. Die beiden ersten Schiffe haben 31100 und das letzte 32 000 Tonnen. Zwei weitere 45 OOO-Tsnn-n- Schlachtfchiffe für die LlSA.-Marine. Neuyork, 11.Juli. (Curopapreß.) Noch einer! Meldung der „New York Times" beabsichtigt das Marlnemimsterium der Vereinigten Staaten die Kiellegung von zwei weiteren 45 000 ■ Tonnen-Schlachtschiffen, von deren Typ bereits zwei im Bau sind. Die Mittel für diese Schiffs-Neubauten sollen bereits in der nächsten Sitzungs-Periode angefordert werden. Die Bau- kosten für jedes Schiff sind mit 100 Millionen Dollar veranschlagt. „New York Times" erklärt, die beiden Schiffe würden nach den gleichen Plänen wie die jetzt in Bau befindlichen Schiffe gebaut werden. Kjoffeitvanoff wieder in Sofia. Ltm Roosevelts Kriegseinmischungsvorlage. Die Entscheidung bis Januar verschoben. rungsumbildung direkt betroffen wird. Chauvinismus und wachsende Panik in Polen. Warschau, 12. Juli (DNB. Funkspruch.) Trotz aller Mahnungen der Presse nimmt der durch die Kriegspsychose entstandene Hartgeldmangel immer stärkere Formen an. Es ist unmöglich, Einkäufe zu machen, weil kein Kaufmann in der Lage ist, auch nur auf einen 2O-Zloty-Schein herauszugeben. Expreß Poranny warnt noch einmal eindringlich vor einer Desorganisierung des Wirtschaftslebens. Alle Versuche, eine Panik zu erzeugen und die internationale Lage auszunutzen, würden bestraft. Allerdings muß man zugeben, daß die polnische Regierung selbst alles tut, um die Kriegspsychose und Panikstimmung der Bevölkerung noch zu steigern. So ist angeordnet worden, daß sich alle Männer vom Jahrgang 1918 bis zum 50. Lebensjahr, die ihrer militärischen Dienstpflicht nicht nachgekommen sind, erneut einer zusätzlichen! Musterung unterziehen müßten. Der polnische Chauvinismus zeigt sich auch weiterhin hoch er- freut über den englischen Blankowechsel für Warschau und gebärdet sich infolgedessen noch anmaßender als zuvor. Der „Dobry Wieczor" erklärt großspurig, die Rede Chamberlains sei noch eine „Warnung" an die Adresse Deutschlands gewesen. Deutschland könne noch sein Verhältnis Polen gegenüber revidieren. „Goniec" ist der Meinung, daß die Erklärungen Chamberlains d i e „Da nziger Epoche" end- l i ch liquidiert hätten (!). Polen begrüße die I Verpflichtungen Englands gegenüber Warschau mit größter Freude und Genugtuung. Graf Cianos Besuch in Spanien. Nach Pariser Meldungen haben die Sowjets den vorherigen Abschluß von Militärabkom« men mit Polen, Rumänien und der Türkei gefordert. Es hat den Anschein, als ob die französische und die englische Regierung auch auf diese neue Forderung eingehen werden. Der offi- Siöse „Petit Parisien" meldet, daß ein hoher fran- zösischer Generalstäbler in Kürze nach Moskau reisen werde, um mit btin sowjetrussischen Generalstab in dieser Frage die Fühlung aufzunehmen. Das gut unterrichtete .^Journal" berichtet, daß sich Außenminister Bonnet im Ministerrat für die Fortsetzung der Verhandlungen mit Moskau eingesetzt! habe. Auck London teile die Ansicht Bonnets, daß man sich durch die Moskauer Forderungen nicht entmutigen lassen dürfe. Das Blatt betont jedoch gleichzeitig, daß die neuen sowjetrussischen Forderungen von gewissen Staaten schwerlich ge- billigt werden könnten. W a s h i n g t o n, 11. Juli. (DNB.) Der außen- politische Ausschuß des Senats hat be- schloffen, die Entscheidung über die Kriegs ein- rnischungsvorlage Roosevelts bis Januar 1940 z u verschieben. Der Beschluß wird von der amerikanischen Presse als empfindliche >Nied erläge des Präsidenten bezeichnet. Roosevelts Anhänger denken jedoch nicht daran, den Kampf aufzugeben und suchen nach neuen Wegen, um die von ihnen gewünschte Revision der Neutralitätsakte herbeizuführen. Außenminister Hüll, der nach dem Dertagungsbescbluß mit Roosevelt konferierte, erklärte, die Interessen des Friedens verlangten die Annahme der Grundsätze feines Programmes. Der demokrattsche Fraktivnsführer Senator B a r k e l y sagte sogar, er werde gegebenenfalls im Plenum einen Antrag einbringen lassen, der bei entsprechender Stimmenmehrheit dem Ausschuß die Befugnisse zur Beratung der Neuttalitätsakte n e h- men und dadurch eine Debatte des Senatsplenums über die gewünschte Revision ermöglichen würde. Einige Kongreßmitglieder sprachen bereits von einer Einberufung einer Sondersitzung des Kongresses, doch erklärte Senator Pittmann, daß eine Sondersitzung nur im Falle eines Kriegsaus- bruches einberufen würde. Neuerung im deutsch-schweizerischen Reiseverkehr. ®osn eueReiseoerkehrsabkommenmit Deutschland, das eine Anlage des Verrechnungsabkommens bildet, enthält die Neuerung, daß die deutschen Reisenden, die in der Schweiz Privatquartier beziehen, die für ihren Aufenthalt be« nötigten Beträge nicht mehr wie bisher durch Vermittlung der deutschen Verrechnungsstellen überwiesen erhalten, sondern gleich wie die Hotelgäste vonbendeutschenAbgabestellenReise- kreditdokumente ausgehändigt erhalten, die in j der Schweiz zum Bezüge von Bargeld und Sach gutschein en berechtigen. Diese Gut- cheme können sie bei den schweizerischen Einlass- tellen gegen Nachweis des Bezuges von Prioatquar- her und des Verbrauches mbaretnlöfen,unb Zwar gestaffelt in bestimmten Raten. Kleine politische Nachrichten. ff-Obergnippenfüfjrer Lorenz besichtigte unter Führung seines Hauptreferenten für das Einwande-1 rungsroefen und Leiters der Beratungsstelle für Ein-1 Wanderer, -Hauptsturmführer Dr. Luig, das! Du rchgangslager Rummelsburg, ff» Obergruppenführer Lorenz versicherte den Eimvan-l berern, daß das Mutterland alles tun werde, um I seinen Rückkehrern die Eingewöhnung in die alte | Heimat leicht zu machen. In einem Vortrage vor den deutschen Lehrern verlangte Generalmajor Brand, der Inspekteur der Kriegsschulen des Heeres ift — wie schon von uns berichtet —, daß die Lehrerschaft in allen Ileilen des Unterrichts den Westwall in eine Beziehung zu dem jeweiligen Thema des Unterrichts fetze. Es leuchtet ein, daß in der Geographie, in der Geschichte, im deutschen Sprach- unterricht und auch in den naturwissenschaftlichen Fächern solche Beziehungen zwischen Unterrichts- I thema und dem Westwall vorhanden sind. Die Hervorhebung der Beziehungen ist alles andere als etwa ein schulfremdes oder künstliches Element. IJm Gegenteil, es wäre manchmal zu wünschen, daß sich der Unterricht, von der Volksschule angefan- Igen bis zur Hochschule, an einzelnen Problemen dahin orientiert, die unterscheidenden Merkmale des Wissensstoffes klarer herauszuarbeiten. Es heißt, die Beständigkeit und Allgemeinheit des Geschichtsunterrichts nicht, preisgeben, wenn die Rolle, die der Kampf um den Rhein gespielt hat, in den einzelnen Zeiträumen so klar heraustritt, daß der Schuler den Kampf um den Rhein als eine zu- sammenhängende Tatsache empfindet. Damit ist aber die Reichweite des Aufttags nicht erschöpft, den Generalmajor Brand von den Schulen erfüllt sehen möchte. Er fordert, daß die Schulen in der deutschen Jugend die Bereitschaft hera^ bilden, den Westwall — sinnvoll und tapfer zugleich — zu verteidigen. Dieser Gedanken- gang berührt nun nicht allein die wissensmäßige Gestaltung des Unterrichtes, sondern das Wesen WL Erziehung schlechthin. Denn dieser zluftrag geht letzlich auf die Ueberwindung des Zwiespalts von Wissen und Willen. Das Ideal ist die gegenseitige Ergänzung von Wissen und Willen; schlimm wird es, wenn Wissen und Willen auseinanberftreben, weil die Volks- führung nicht verstanden hat, die Gemeinsamkeit von Wissen und Willen zur natürlichen Selbstoer- ständlichkeit zu machen. Die Führung Großdeutsch- 1 lands verbürgt diese Gemeinsamkeit: sie in ständiger Bemühung an den einzelnen Schüler mit aller Eindringlichkeit heranzutragen, ist Ausgabe der Erzieherschaft. Europa es sich gestatten, diese Bedrohung außer acht zu lassen und die Dinge treiben zu lasten? So zu handeln wäre gleichbedeutend mit der Herbeiführung und der Beschleunigung der Kata- sttophe..." Der südafrikanische Staatsmann Gene- Irak Smuts wiederum, der im Empire ein großes Ansehen genießt, schrieb erst am 22. Mai 1939 in einem Brief an Lloyd George, daß er die Grenzen l Polens, wie sie in dem Friedensvertrag provisorisch festgelegt find, einer Revision unter- lziehen und die Grenzen der freien Stadt Danzig enger ziehen würde, anstatt sie unter die Ober- ! Herrlichkeit Polens zu stellen. Schließlich noch die I Meinung des bekannten englischen Publizisten Gardiner, der bereits im Jahre 1933 im „Star" darauf hinwies, daß Danzig, besten Bevölkerung zu 96 Prozent deutsch sei, eine Lostrennung von Deutschland nicht gewünscht habe. Es bestehe, so sagte Gardiner, solange die Gefahr einer Explosion im Korridor, bis das Unrecht, das man in Versailles begangen habe, rückgängig gemacht werde. Bis dahin bleibe Danzig und der 'Korridor eine Gefahr für den Weltfrieden. — Was sich Herr Chamberlain hier von feinen eigenen Landsleuten ins Stammbuch schreiben lassen muß, beleuchtet eindeutig den wahren Zweck der jetzigen englischen Danzig-Propaganda. Sie dient in der Tat, wie Gardiner schreibt, nur dazu, die Gefahr für den Weltfrieden und das Unrecht von Versailles aufrechtzuerhalten. H. Ev. Japanische Erfolge an der mongolisch-mandschurischen Front. Tokio, 12. Juli. (DNB. Funkspruch. Dftaften- dienst.) Das Hauptquartier der Kwantung- Armee gibt über die schweren Kämpfe zwischen japanisch-mandschurischen Truppen und Streitkräften der äußeren Mongolei, die durch sowjetrussische Ein'- hetten verstärkt waren, einen ausführlichen Bericht. Danach ist es den Japanern gelungen, die sowjet- mongolischen Truppen vernichtend zu sch la- g e n und sie über den die Grenze bildenden Kalka- Fluß zu drängen. Nachdem sowjetmongolische Streit- krafte mandschurisches Gebiet besetzt hatten, seien die Japaner am 21. Juli zur Offensive übergegangen. Die Kwantung-Armee habe dabei große Erfolge er» । rungen. In den Frontberichten werden die Schmie-! rigkeiten der Kämpfe hervorgehoben. Es herrschte erst eine Hitze von 50 Grad Celsius, und die Wasserversorgung und der Verpsle- gungsnachschub waren s e h r s ch w i e r i g. Die sowjetischen Verluste sollen 1500 Tote betragen haben. Mehrere Hundert wurden gefangen genommen. 520 Flugzeuge wurden abgeschossen, gegen 300 Tanks wurden zerstört. «über den Danziger Hafen... Außerdem hat Polen selbst den Beweis geliefert, daß für fein wirtschaftliches Wohlergehen der Danziger Hasen nicht notwendig war, denn es hat in einer Entfernung von wenigen Kilometern einen anderen Hafen gebaut..." Der bekannte englische Historiker W. H. D a w s o n, der zur Sachverständigenkommission Lloyd Georges in Versailles gehörte, wird noch deutlicher. Er schrieb 1933: „fteine Tatsache des gegenwärtigen europäischen Lebens bietet eine so entfte und sichere Bedrohung des Friedens wie der Korridor, der Deutschland in zwei Teile spaltet und Danzig, eine der deutschesten Städte, vom Daterlande trennt. Kann inmeier außergewöhnlichen Zeit an den Grund- satzcn konservativer Finanzpolitik festgehalten wer- sein den muß, oder ob eine sozialwirtschaftliche Aus- ' gabenpolitik.befolgt werden kann. Der Standpunkt einer strengen konservativen Finanzpolitik wird vom bisherigen Ministerpräsidenten Colijn und der Antirevolutionären Partei vertteten, während die Römisch-Katholische Staatspartei für eine Aus- I Chamberlain ins Stammbuch Der brittfche Premierminister Chamberlain hat sich bemüßigt gefühlt, eine Erklärung über Danzig I abzugeben, die inhaltlich nichts Neues brachte, I aber von allen Seiten als eine Bestärkung der pol, nifchen Ansprüche aufgefaßt worden ist. Um zu beweisen, daß die deutsche Stadt Danzia nicht zum Reiche zurückkehren dürfe, hat sich Chamberlain einer Reihe von oberfaulen Argumenten bedient, unter denen vor allem die Behauptung unser Interesse erweckt, daß „der augenblickliche Zustand nicht von Grund auf ungerecht oder unlogisch" fei. Die Engländer lieben es, die Dinge nicht eindeutig beim Namen zu nennen, sondern im politischen Zwielicht zu arbeiten. So gibt auch Chamberlain indirekt zu, daß in Danzig redjtsmibrige Verhältnisse vorliegen, die veroesserungsbedürfti g sind, und scheut sich trotzdem nicht, die Danziger Frage zu einem Probefall feiner Einkreisungspolitik und damit der englischen Kriegsbereitschaft zu machen. Anderseits sucht Chamberlain den Eindruck zu erwecken, daß die Versailler Lösung trotz allem im Grunde gerecht gewesen sei, weil sie ein lebenswich, tiges Interesse für Polen darstelle. Die englische Propaganda hat sich hier in ihrer eigenen Schlinge gefangen. Denn es ist noch nicht lange her, daß in der britischen Publizistik ganz allgemein auf die U n • Barcelona, 11. Juli. (DNB.) Graf Diano reiste am Dienstag hn Auto mit Innenminister Serano Suner nach Tarragona. Alle Ortschaften, die passiert wurden, waren festlich geschmückt. Die Ortsgruppen der Falange bildeten Spalier, und Zehntausende brachten dem italienischen Gast begeisterte Huldigungen dar. In Tarragona legte, w ©raf Liano am Gefallenendenkmal einen Kranz 0 r f ' 1L $uIl (Curopapreß.) Mit der nieder und wohnte der Parade der Garnison bei -?e9runbung, daß die Silberkäufe der Der- Bei Enthüllung der der Stadt von Mussolini ae= eini9ien Staaten im Auslande lediglich ein Mittel schenkten Ka i s e r - A u g u stu s - S t a t u e er- Beeinflussung der chinesischen und mexikanischen innerte Innenminister Suner an die alte Verbun- Politik bildeten, wendet sich die „New York Times" denheit der beiden romanischen Völker. Graf Ciano Fortsetzung dieser Silberkäufe. Wenn die brachte in seiner Dankesrede zum Ausdruck daß die « diese Länder — China und Mexiko — beein- begeisterte spanische Jugend die beste Garantie für IJ^ffen wollen, so sollen sie lieber offen und ehrlich öie große Zukunft des Landes fei. Der italienische l^nen, finanzielle Unter st ützung zukom- Außenmimster kehrte am Abend wieder nach Bar- Iaffen' anstatt krumme Wege zu gehen. Die c do na zurück. Am Mittwochoormittag reift @raf reini9ten Staaten hätten jedenfalls keinerlei Ciano nach Vitoria weiter, wo er mit Außen- Verwendung für das sich immer mehr anhäu- mmister G r a f I o r d a n a Zusammentreffen wird ELr ausländische Silber, dessen Anfall eine der Von Vitoria werden sich die Minister nach San Maßnahmen der Rooseoeltschen Außenpolitik dar- Sebastian begeben, wo bereits der Cau» ^^ Abschließend fordert das Blatt die sofortige dillo eingetroffen ist. Annahme der von Senator Townsend fDeiaware) im Kongreß eingebrachten Vorlage zur Unter« Schwierige Regierungsbildung bindung weiterer Silbe rkäufe im Aus- ». , 7 0>- neuen 8mh.»-n Den Haag, 11. Juk. (Curopapreß.) Die 23er- • Handlungen Dr. Koo lens zur Bildung einer l>«r SNgUscheN KnegSMÜNNe. (äfjen konserooti^FinanzpoAik' s-Lchotten m"r'-1 Die ©Äert“’ängunt bfegt fen Schiften 35 000 Tonnen. Hinzukommen, ebenfalls noch vor Ende des Jahres, fünf Kreu - 3 er, „Fidschi", „Nigeria", „Mauritius", „Trinidad. und .Kenia", von je 8000 Tonnen, sieben Heine Kreuzer von 5460 Tonnen, vier Wie die Moskauer Blätter berichten, verunglückte der Sowjetboftchafter in China, Luganez Or e l f k i, bei einem Autounfall in der Nähe der Stadt Kutais --------------r~r..MV ... —, (Georgien), wo er sich zur Kur aufhielt, tödlich. Ministerpräsident K o f f e i w a n o f s ist von feiner Luganez Orelski, der ursprünglich der militärischen Berliner Reise wieder in Sofia eingetroffen. Auf dem I Laufbahn entstammte, hatte den Posten des Sowjet- Bahnhof wurde dem Ministerpräsidenten ein beson-1 botschafters in China feit November 1937 inne, bers herzlicher Empfang bereitet. Aus dem Bahnsteig ~ « • K zsl < waren amtliche Mitglieder der Regierung, der beut- Def Westwall ttt Ott <3t6u,t* iche Geschäftsträger von Bülow, ber italienische Ge-1 fanbte, der jugoslawische Geschäftsträger, zahlreiche Mitglieder der Sobranje sowie der ständischen Or- gantfationen anwesend. Vor dem Bahnhos hatte eine Ehrenkompanie der gegenwärtig in Sofia weilenden jugoslawischen Sokols und der bulgarischen Wehr- fportorganifation Junak mit Fahnen und Musik Ausstellung genommen. Eine große Menschenmenge brachte dem Ministerpräsidenten begeisterte Kund- gebungen dar. Kjosseiwanoff begab sich sofort in das Schloß, too er von König Boris in längerer Audienz empfangen wurde. schweren 220-mm-Geschütze, Typ Skoda, zusammen mit den 75-mm-Geschützen, das Gerippe der polnischen Artillerie, auf deren Ausbildung von jeher besonderer Wert gelegt worden ist. , Gewisse Schwierigkeiten hatten die Polen noch London, 11. Juli. (Curopapreß.) Der Außen- mit ihrer Lustwaffe. An leistungsfähigen politische Ausschuß des englischen Kabinetts trat Kampfflugzeugen, vom Typ PZL 24 und 38, hat es in der Amtswohnung des Ministerpräsidenten zu- zwar auch in der Vergangenheit nicht gefehlt, wohl sammen. Gutem Vernehmen nach befdyäftigte sich aber an Bombenflugzeugen, von welchen der Ausschuß mit dem in der Nacht zum Montag nur eine verhältnismäßig geringe Zahl vorhanden in London eingetroffenen Bericht des englischen gewesen ist. Seit zwei Jahren haben die Polen daher Botschafters in Moskau, Sir William Se e ds, ihr ganzes Augenmerk darauf gerichtet, schwere über seine letzten Unterredungen mit Molotow. Bombenflugzeuge zu bauen, so daß Polen nunmehr 3n Einklang mit der französischen Haltung wird Über eine größere Zahl von Bombern verfügt, die nun London dem Botschafter neue Anw ei- bei einer Traglast von 2600 Kilo und einer Stun- Hungen zukommen lassen. Die „Yorkshire Polt" dengeschwindigkeit von 420 Kilometer einen Aktions- schreibt: „Die russische Regierung schlug vor, daß radius bis zu 1400 Kilometer haben. Die Zahl der die Umbildung des Regierungs- verfügbaren Maschinen erster Linie beläuft sich auf fpftems einer Nation als Aggression rund 1000. Infolge ber geographischen Lage bes b.etrachtet werden soll, falls eine solche Um« Landes wäre die polnische Luftwaffe zweifellos Bildung auf Druck von außen her erdazuberufen, irn Ernstfälle eine hervorragende Rolle folgt." Das Blatt sagt: „England und Frankreich zu spielen. Ob sie dazu imstande sein wird, ist frei- haben einen Gegenvorschlag gemacht, der lich eine andere Frage. Das ist den Polen auch darauf hinausläuft, daß die Verpflichtung, einer durchaus bewußt, deshalb machen sie auf diesem Aggression Widerstand zu leisten, nicht in Gebiet besondere Anstrengungen. Kraft treten soll, ehe nicht einer ber brei Was ist schließlich nach über bas „S r i e q 5 J? e r:tLaA 5 r ‘nc r .England Frankreich und pale nli al" Polens zu sagen? Man versteht dar. Sowi-trußland) von einer solchen Regie- unter den industriellen Rüstungsstand eines Landes, M bzw. seine Fähigkeit, das Heer im Kriegsfall selbst Xxh« mit Waffen, mit Rohstoffen, mit Munition und ‘▼lUT Vvlll rflr Brennstoff zu versorgen. In dieser Hinsicht steht das 1 rcSlSE einer neuen Zentralregierung in China biet der oberen Weichsel eine bodenständige Kriegs- Q n „ 1« e, f- c.x ™ Industrie auszubauen, aber erstens ist diese Industrie 12.Juli (Europapreß.) Der von Ge- noch längst nicht in der Lag-, eine moderne Armee ? ausaeboatet- ruhere mit allem Erforderlichen zu versehen, und zweitens ?? Zentralen Politischen Ausschu, es liegt sie nunmehr in bedenklicher Nähe der sloma- Wan g - Ts ch r n g - w e l, ist tm kisch-n Grenze. Das Gleiche gilt von der schlesischen erneut eine führende Rolle zu übernehmen Bergwerksindustrie, soweit sie in polnischem Besitz er sich m der letzten Woche publiztstisch ist. Diese könnte von einem einbrechenden Gegner <,^1? " Vertreter einer Berstand>gung betätigt hat, verhältnismäßig leicht abgeschnitten und Polen da- K?11* er siUsimehr auch die Unterstützung der verschie- mit eines überaus wichtigen Rohstoftgebiets beraubt 4 1 n c f1 f orgei)cn ganz zu schweigen. D. S. l ihre Leichter von dem gegenüberliegenden Flußufer an den sog. Britischen Bund zur Entladung zu beordern, da die japanischen Hafenbehörden ihre Flußaufsicht verstärkt hatten. Wie aus Schaughai gemel- bet wird, hat nach den Angriffen chinesischer Kund- geber aus englisches Eigentum in Tsingtau und dem Hilferuf des dortigen englischen Konsuls die China- Station der englischen Flotte am Dienstag das Ge-1 Haltbarkeit und Gefährlichkeit der Grenzziehung im Weichselgebiet hingewiesen wurde. Aus der Fülle der krittschen englischen Aeußerungen wollen wir nur einige herausgreifen. Da schreibt beispielsweise Lyon in seinem 1930 erschienenen Buch „The Fruits of Folly“: „Tatsäch- lettschift .Lowstost" (990 Tonnen) nach Tsingtau lich bedarf Polen weder eines freien beordert. Man erwartet die Enftendung weiterer Zugangs zur See noch der Kontrolle Knegsschifte aus dem englischen Stützpunkt Wei-1 - ~ ‘ hai-wer, wo sich der englische Geschwaderchef Ad- mival Sir Percy Noble, zur Zeit mit seinem Flaggschiff, dem Kreuzer ,Kent" aufhält. wesentlicher Teil der Schulungsarbeit des Geräte waren en, Sri- Milt mi 1L bi! rrgs, M L beson- rttemberg m * Ml n3u et' in 'ns»ii »'n iit '« Un. WÜji ‘»«Ui uh-'d,, H für « ta 'N einer ’tfannh it Sach ^rjcniie b 1933: °Mche° ^rohuw Deutsch eine bei ’t Äon? 0 außei k lassen! Der her. r M >n Gene- n Wtz« 1939iu Trenztü DDiforiU unter. iöt Dan- ne Ober. noch dir ibliziftkii 933 in i Devii. sei, eint cht habe. Aesahr M bat N ge- ib her -Ms :n mui, setzi»-' in bei ! Tesch Serlailto H. Ev. imalüdti )relski, )t Autair , tödlich, itäriscben Sowjet« rne. chule. Lehrern inspeKeia chon von t allen »stwall in Ma Heber Tea> । Sprach- chaftlichen nterrichts- sind. Die indere ws Tlement. wünschen' > äugest Problemen finale des heißt, die chtsunter- die der 'den ein- daß W eine E Damit. F «*& tat m m b® t f)txa» tapfer F Se-anke"' ensmab'^ i SÄ sE AZ > NSG. In ' Zusammenarbeit mit dem Hilfswerk Blutter und Kind" der NSV. richtet die Abteilung geschafft. Bücheriisch. — Als Sonderdruck aus „Bericht der Ober« Aus aller Welt gesehen. Der Täler ermittelt In Neuenhain bei Königstein im Taunus war, wie gemeldet, ein75jährigerMann beim Ueber- schreiten seines Hofes durch einenSchußtod- l i ch v e r l e tz t worden. Als Täter wurde der Nachbar des Erschossenen, ein 57jähriger Mann ernut« Die zur Einlösung am 1. Oktober 1939 gezogenen Auslosungsrechte der Anleiheablösungsschuld des Deutschen Reiches werden bereits vor d CKXf,:*'' keitstermin, und zwar am 16. August 1939, Abzug eines zum jeweiligen Reichsbankdiskontsatz zu berechnenden Diskonts, frei von Provision, angekauft. Der Ankauf der Auslosungsscheine erfolgt durch die Reichsbankanstalten. Die Inhaber der Aus« losungsscheine, die vor dem 1. Oktober 1939 in den Besitz des Einlösungsbetrages gelangen wollen, können schon jetzt ihre Stücke der nächstgelegenen Reichsbankanstalt zum Ankauf übergeben. Die Auszahlung des Einlösungsbetrages, unter Abzug des Diskonts, erfolgt nach Prüfung der Stücke ab 16. August 1939. Der Ankauf der ausgelosten Schuldbuchforderungen erfolgt zu denselben Bedingungen durch die Reichs- schuldenoerwaltung. Bestandsaufnahme im Wald. intensiver durchgeführt werden. Abkauf gezogener Auslosungsrechte der Anleiheablöfungsschuld des Deutschen Reiches vor dem Fälligkeitstermin. Der Reichsforstmeister hat die Vorarbeiten für die Degetationskartierung des Reiches angeordnet. Diese Bestandsaufnahme soll die forstliche Standortkartierung ergänzen und zusammen mit dieser Grundlagen für die forstliche Planung und Betriebsführung liefern. Mit der Durchführung der vorbereitenden Arbeiten werden vorerst die Forst- einrichtungsämter Kassel, Frankfurt (Oder) und Allenstein beauftragt. Die Arbeitsstelle Kassel erhalt chren Dienstwohnsitz in Hannover und wird zur Zentralstelle für Degetationskartierung entwickelt. Diese Zentralstelle hat die wissenschaftliche Leitung und Auswertung der gesamten vorbereitenden Arbeiten für die Degetationskartierung des Reichs und sonstige zentrale Auswertungen sowie - - ' i>ie Vom Starkstrom getötet. Die Frau des Bürgermeisters in Rot bei Heidelberg, die mit ihrem Töchterchen in ihrem Gar- t e n mit dem A n k e r f e i t einer 5000 Volk starken Hochspannung in Berührung kam, wurde durch den Starkstrom getötet. Das Kind wurde mit schweren Verbrennungen in die Heidelberger Klinik spielt. Gustaf Grundgens dreht einen heiteren Film! Sie Terra bereitet einen Film „Zwei Welten" vor, der unter der Spielleitung von Gustas Gründgens entstehen wird. Die Hauptrollen werden mit jungen, unbekannten Darstellern besetzt. Sein Thema nimmt dieser Film aus der Gegen- wart, wie aus einer alten, untergehenden Welt eine neue steigt und wie das Lichte und Heitere ein bestimmender Zug dieser unserer Zeit ist. Fernab von üblicher Filmkomik und durchschnittlichem eitu- ationshumor wird Gustaf Gründgens einen wahr- haft heiteren Film drehen. Wir dürfen uns auf etwas Ungewöhnliches freuen. Das Autobusunglück auf der Großglocknerstraße. Bei der Untersuchung über das Autobusunglück vom 18. Juni auf der Großglocknerstraße, das eine Reihe von Todesopfern gefordert hat, war festgestellt worden, daß beispielloser Leicht- sinninderWartungdesKraftwagens, der schon bei der Abfahrt von Wien schwere Gebrechen aufwies, das Unglück verursacht hat. Der Fahrunternehmer Zuklin war noch in Heiligen- blut in Haft genommen worden. Nun wurde hn Auftrag des Landgerichts Klagenfurt auch der bei Zuklin beschäftigte Karl Wieden verhaftet. Wieden hatte als letzter den Unglücksautobus durch- Förderung des Theaterbesuchs Wehrmacht und Reichsarbeitsdienst. Der Deutsche Gemeindetag hat, um aich künftig mit geringeren Zuschüssen hohe Kunst ir den zahlreichen gemeindlichen Theatern Hirten zu können, eine stärkere Zusammenarbeit üler örtlichen Stellen zur Vermeidung eines Usbermaßes an Veranstaltungen vor- g-'chlagen. Man will dadurch verhindern, daß künstle isch weniger wertvolle Veranstaltungen Überwegen könnten. Gleichzeitig geht es um eine stärkere Heranziehung der Jugend urb eine wirksamere Theaterwerbung Überhaupt. Auf Grund der Richtlinien, die das KUturamt der Reichsjugendführung im September ji38 zur reichseinheitlichen Bildung der Veranstal- tmgsringe der HI. erlassen hat und die die Bildung von Veranstaltungsringen in allen Gemeinden nrt mehr als 5000 Einwohnern oorsehen, konnten in vergangenen Winter rund 250 000 2un- a»n und Mädel als Teilnehmer gewonnen norden. Zur Förderung des Theaterbesuchs der An- Ailjörigen der Wehrmacht und des Reich s- arbeitsbienftes find zwischen dem Ober- klmmando der Wehrmacht, der Reichsleitung des MD. und dem Reichsorganisationsleiter Dr. Ley Stereinbarungen getroffen worden, Die ^reizett- gftaltung und Theaterbesuch eng verknüpfen. Sie billige Vimamn-Wohnung wirb gesörderi. ZO Austausch-Lager des RS.-Lehrerbundes. Aufbauend auf den Erfahrungen der letzten Jahre Ährt die Reichswaltung des NS.-Lehrerbnndes in «en kommenden Wochen in allen Gauen Drohdeutschlands 70 Austauschlager für Trzieher und Erzieherinnen durch. In jeweils :L4täaidPn 9rFif*niHon fnff in dielen Lagern ein saiuiu ucs ■ cX- Tu- • hem Fällig- die Bearbeitung einheitlicher 1939, unter > praktische Durchführung im ganzen Reich. Oie Hausgehilfinnensrage. Rangfolge der Haushaltungen für Zuweisung von Hausgehilfinnen. nehmen. . . Stelnzeitfunde in Sudschweden. Dieser Tage hat man in Südschweden zwei archäologische Funde gemacht, die besonders darum interessant sind, weil sie beweisen, daß dieses urgermanische Land schon vor vielen tausend Jahren eine hohe Kultur befaß. Der erste Fund wurde bei der Stadt Falken berg, sogar innerhalb der Bannmeile, gemacht. Man fand bei Ausgrabungen, die wegen eines großen Neubaues vorgenommen wurden, einen Bauplatz aus der Steinzeit mit vielen Werkzeugen, Küchengeräten Knochen von Haustieren ufm. Die Werkzeuge und „Mutter und Kind" der NSV. richtet die Abteilung Hilfsdienst der Gaufrauenschaftsleitung Hessen- Nassau in einigen Kreisen unseres Gaues wandernde Säuglingsberatungsstunden in den Orten ein, in denen keine regelmäßigen Beratungsstunden ftatb inden. Die Säuglingsfürsorge soll auf diese Weise beschäftigungslos lasse oder veranlasse, die von ihnen gern getane hauswirtschaftliche Arbeit mit einer anderen, ihnen viel weniger liegenden auszuwech- Sodann erklärt das Blatt der DAF., daß nur derjenige Haushalt Bedarf und Anspruch auf eine Hausgehilfin hat, dessen Arbeitsanfall großer ist als das Leistungsvermögen der Hausstau. Diese Voraussetzungen träfen zu auf folgende Arten von Haushalten: 1. auf den kinderreichen Haushalt 2 auf Hausgehalte mit Hausfrauen, die im Unternehmen ihrer Ehemänner mit tätig sind ober selbst berufstätig fein müssen ober an die ganz besondere gesell- scha tliche Ansprüche gestellt werden, 3. auf Haushalte, in denen nach dem Einkommensteuer' gesetz vom 27. Februar 1939 die Beschäftigung einer Hausgehilfin zwangsläufig ist, z. B. bei alten Leuten, Krankheit ufm. Die praktische Durchführung einer Emfatzlenkung nach solchen Gesichtspunkten müsse durchaus möglich sein. Erste Voraussetzung wäre allerdings das Verschwinden sämtlicher Lockangebote, damit nicht weiterhin bedenkenlose, wirtschaftlich bessergeftellte Hausfrauen einer kinderreichen Mutter die Hausgehilfin fortlocken könnten. Tatsache fei aber auch, daß immer wieder junge Mädchen durch falsche Behandlung von der hauswlrtschaftlichen Tätigkeit abgeschreckt würden. Die Hausfrau habe die Pflicht, die Hausgehilfin wie einen wirklichen Mitarbeiter und Hausgenossen zu behandeln. Die zuständigen Stellen wurden zu prüfen haben, inwieweit der Hausgehilfinnenmangel durch äußere Maßnahmen einer planvollen Einsatzlenkung bewältigt werden könne. Stockholm, 11. Juli. (DNB.) Am zweiten Tag iss internationalen Kongresses für Bohnungswesen und Städtebau sprach ter Präsident des Reichsverbandes des deutschen gemeinnützigen Wohnungs- r e s e n s Dr. B r e ch t. Neben der Förderung durch tos Reich, die Länder und die Gemeinden, so sagte r u. a., seien gemeinnützig arbeitende Organisatio- r=n erforderlich, die in Deutschland in den vier- tnufenb gemeinnützigen Wohnungs- internehmen vorhanden seien. Der National- f'.zialismus habe diese Unternehmen einbeitlich in om 21. bis 23. Juli in der Reichshauptstadt ad- tollen werden, werden im Zeichen des Auftrages tehen, mit dem der Führer die SA. dazu besttmmte, üie vor- und nachmilitärische Wehrerziehung m übernehmen. Nachdem bereits als Sonderforma- rionen die Nachrichteneinheiten der SA. . nd die SA.-Reiter ihre ersten Wettkämpfe imrchgeführt haben, werden am Donnerstag iiie Reichswettkämpfe offiziell ihren Anfang nehmen. Der Beginn der Kämpfe steht im Zeichen des Gedenkens an die Gefallenen. A m Grabe o rst Wessels und am Ehrenmal werden l»er Stabschef und die Oberbefehlshaber der drei Wehrmachtsteile sowie der Chef des Oberkomman- iios der Wehrmacht Kränze niederlegen. In Erwiderung des Besuches der SA.-Reiterführer, die i-n Januar an den Reiterkämpfen in Rom teilnahmen, werden zehn Offiziere der fuschisti- ch e n Miliz Mit ihren Pferden zu den Äeiterwettkämpfen der SA. nach Berlin kommen. NSLB., die in diesem Jahre unter dem Zeichen des Walles im Westen steht, behandelt werden. Der Reichsschulungswalter, Reichshauptstellenleiter Wolf, stellt den Lagerleitern und Lagerleiterinnen die Aufgabe, den Teilnehmern aus den Begriffen Raum, Volk und Kultur den Gedanken der Reichs einheit zu vermitteln. Die Lager werden mit einer einheitlichen Flaggenhiffung eröffnet, bei der — umrahmt von der Kantate „Volk ohne Grenzen" von Gerhard Schumann — eine Botschaft des Reichswalters des NSLB., Gauleiter Weichtier, zur Vorlesung gelangt. Wandernde Säuglings-Beralungs- stunden im (Sau Sessen-Nasiau. Berlin 11. Juli. (DNB.) Für 150 000 billige Mietwohnungen (Dolkswohnungen) hat der Reichs- € beitsmini ter seit einigen Jahren laufend Reichs- rnttel zur Verfügung gestellt. Bisher sind für über ij,0 000 solcher Wohnungen Reichsdarlehen bewu- !„t worden. Um diese Maßnahme weiterhin tat- luistrg M fordern und ihre Durchführung möglichst m erleichtern und zu verbessern, sind die Gvund- foe neu gestaltet worden. In Zukunft ist die lierraumwohnung als Norma lw oh- kling für eine Familie von drei und rehr Kindern vorgeschen. Um den höheren Zuukosten Rechnung zu tragen, ist die bisher 5000 £arf betragende Grenze der Herstellungskosten r-nmehr auf 6000 Mark — ohne Grund und toben und feine Ausschließung — erhöht wor- fcn, wenn mehr als di e Hälfte der Wohnungen eines Bauvorhabens Vierraum- rohnungen sind. 2m übrigen kann die Beerbe höhere Herstellungskosten zulassen, soweit die torhältnisse es erfordern. Das Reichsdarlehen betagt in der Regel 1500 Mark je Wohnung. Für Rerraumwohnungen können bis zu 2000 Mark ?»eichsbarlehen bewilligt werden. Die Miete soll t (ht mehr als ein Fünftel des durchschnittlichen U.eineinkommens betragen und, da die Dolkswoh- ung als Arbeiterwohnftätte Grundsteuerbeihilfe ge- reßt, 40 Mark monatlich nicht überschreiten. Um eine möglichst niedrige Miete zu I c zielen, kann der Zinssatz für die Reichsdarlehen ran 3 v. H. bis auf 1 v.H. ermäßigt werden. Die ! eichsdarlehen wurden bisher den Gemeinden .»währt; diese konnten sie an Wohnungsunterneh- -ien weitergeben. Zur Entlastung der Gemeinden ■jönnen die Reichsmittel künftig unmittelbar len Wohnungsuntenehmungen selbst, in erster Linie .rmeinnützigen, gewährt werden. Erfolge des deutschen Arbeiier- wohnstäitenbaus. Trauerfeier für Fliegerhauptmann Wille. Brüssel, 11. Juli. (DNB.) Für den deutschen FUegerhauptmann Wille, der bei dem internationalen Fliegertreffen den Fliegertod gefunden hat, wurde auf dem belgischen Militärflugplatz Cvere eine Trauerfeier abgehalten. Die Leiche des Offiziers war in einer würdig geschmückten Flugzeug" Halle auf der die Reichsfahne und die belgische Na- 'i onalflagge halbmast wehten, aufgebahrt. OsslZlere der belgischen Luftwaffe hielten die Ehrenwache. Der Sarg war eingerahmt von Kranzspenden des Königs der Belgier und des Generalfeldmarschalls Göring. Der König hatte seinen Flügeladjutanten entsandt. Die belgifoe Armee war durch den Landesverteidigungsminister Generalleutnant Denis, den Chef des Generalstabes Generalleutnant van den Bergen, die belgische Luftwaffe durch mchrere Generale vertreten. Ferner sah man neben dem deutschen Botschafter in Brüssel zahlreiche Vertreter des Diplomatischen Korps, so u.a. den italienischen und den französischen Botschafter, ferner viele Militär- und Luftattaches. Landesverteidigungsminister Denis brachte in einer Ansprache tzas Mitgefühl der belgischen Wehrmacht an dem Verlust, der die deutsche Luftwaffe betroffen hat, zum Ausdruck und betonte, daß Hauptmann Wille im Dienste für die Ehre seines Vaterlandes sein Leben hingegeben habe. Generaloberst Milch dankte dem König für seine Anteilnahme, sodann dem Minister und den Befehlshabern der Luftwaffe für ihr kameradschaftliches Gedenken und ihre freundschaftliche Haltung. Anschließend wurde die Leiche des Fliegerhauptmanns Wille durch eine Maschine der deutschen Luftwaffe n a ch D e u t s ch - land übergeführt. Zwei Ketten Jagdflugzeuge der belgischen Luftwaffe gaben über belgischem Gebiet dem deutschen Offizier das Ehrengeleit. Em belgischer Offizier wird als Vertreter der belgischen Luftwaffe an der Beisetzung in Deutschland teil- hessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde zu Gießen, Band (1938)", Naturwissenschaftliche Abteilung, erschien im Verlage der von Münchowschen Universitätsdruckerei Otto Kindt G. m. b. H., Gießen 1938, eine Liste her Veröffentlichungen aus dem Zoologischen Institut Gießen in den Jahren 1 9 2 6 — 1938, zu« sammengestellt von E. Kessel. Während diese Liste sich in erster Linie, wenn nicht ausschließlich, an den Fachgelehrten wendet und rein wissenschaftlichen Zwecken dient, gibt die anschließende Bettachtung von W. E. A n k e l ein Laienbrevier da- zu und berichtet in anregender, durchaus allgemeinverständlicher Weise „über Sinn und Bedeutung wissenschaftlicher zoologischer Arbeit"; sie sollte gerade außerhalb der zoologischen Fachwissenschaft mit Interesse und Nutzen zur Kenntnis genommen werden. Veröffentlichungen dieser Art scheinen erfreulich geeignet, allerlei Mißverständnisse zu beseitigen und das Verhältnis zwischen Volk und Wissenschaft vertrauter zu machen. "tn. — Schlank werden, schlank bleiben auf natürlichem Wege ohne Entbehrungen. Eine prakttsche Anleitung nach neuesten Erfahrungen für jedes Mädchen, jede Frau und jeden Mann. Von A. Glucker Mit 70 Bildern. Kartoniert 1,80 RM. 11. bis 15. Tausend. Im Süddeutschen Derlagshaus G.m. b. H., Stuttgart-^. —(162 c) — — Sebastian Kneipp.Meine Wasser« k u r. Durch mehr als 40 Jahre erprobt und geschrieben zur Heilung der Krankheiten und Erhal- tung der Gesundheit. Herausgegeben und neubearbeitet von Dr. med. Christian Fey. 581.—600 Tausend. 352 Seiten. 11 Taseln mit 22 neuen Abbildungen. In Seinen 2,85 RM. (Verlag Kösel-Pustet, München.) Kneipp will selbsttättges Mitwirken am Wohlergehen des Leibes und der Seele schon in gesunden und erst recht in kranken Tagen. Die „Wasseranwendungen", die heute jeder mit dem Namen „Kneipp" verbindet, sind dabei nur ein Teil seiner umfassenden Lebenslehre, die auf eine gesunde und einfache Lebensführung abzielt, und dabei vor allem die Heilkräfte der Natur berückstchttgt wissen will Das vorliegende Werk enthält deshalb nicht nur ausführliche Anleitungen für den Gebrauch der Kneippschen Abhärtungs- und Waffermittel, sondern auch eine Beschreibung der „dem Wasser von innen heilsam entgegenwirkenden Hilfsmittel" als da sind • Tinkturen, Teesorten, Pulver, Oele. In einem dritten - Teil „Krankheiten" bekommt der Leser aus der Darbietung einer großen Reihe von Behandlungsbei- ' spielen Einblick in die mit einfachsten Mitteln erzielten Heilerfolge. Riesiger Waldbrand In USA. Im Nationalpark in den Schwarzen Bergen in Süddakota im Nordwesten der Vereinigten (Staaten wütet ein riesiger Waldbrand, dem bereits 10 000 Morgen Wald zum Opfer gefallen sind. Mehrere Dörfer sind eingeäschert worden. Das Feuer, das sich infolge der starken Hitze — der ganze Mittelwesten verzeichnet 45 Grad Celsius im Schatten — und der der furchtbaren Dürre rasend schnell ausbreitet, wird immer wieder von neuem durch tarfe Winde an gef arfjt. Die Forstbehörden )aben 3500 Mann zur Bekämpfung aufgeboten. Flugzeuge, die dabei zahllose neue Brandherde feststellten, warnten die Einwohner. vier Todesopfer eines Vergwerksunglücks in Toskana. Bei einer Explosion im Braunkohlenbergwerk Carpineta in Toskana wurden sechs Arbeiter verschüttet. Vier von ihnen waren auf der Stelle tot. Zwei weitere erlitten schwere Verletzungen. Das Unglück ereignete sich etwa 800 m von der Eingangsstelle des Hauptstollens. Hilfsexpeditionen wurden ausgerüstet, um den Verunglückten in dem Stollen, in denen auch das elektrische Licht versagte, Hilfe zu bringen. Kraftwagen stürzt ins Meer. Im Dubliner Hafen (Irland) stürzte ein Kraftwagen, in dem sich ein Elternpaar mit zwei Kindern befand, die Kaimauer hinunter und versank im Wasser. Den herbeigeeilten Hilfsmannschaften gelang es nicht mehr, die Insassen zu retten. Es wird angenommen, daß der Lenker des Kraftwagens zu nahe an die Ufermauer heran- gefahren war, um seinen Kindern die im Hafen liegenden Schisse zu zeigen. Das fachliche Schulungsblatt der DAF. „Der deutsche Haushalt" macht den Vorschlag, durch eine Lenkung des Arbeitseinsatzes eine Rangfolge der Haushaltungen für die Zuweisung von Hausgehilfinnen sicherzustellen. Zunächst wird begrübt, daß durch Gerichtsurteile Gefängnisstrafen gegen einige Hausgehilfinnen ausgesprochen wurden, me die Konjunktur vor allem dadurch ausnutzten, daß sie in verantwortungsloser Weise Mütter und Hausfrauen fristlos im Stich ließsn. Mit einem Hinweis auf die finngemäß gleiche Anordnung eines Reichstteuhänders wird erklärt, daß gegen Angehörige des Hausaehilfe-nstandes, die sich in einer solchen Weise vergehen, nicht scharf genug oorqegangen werden könne. Im übrien werden jedoch die allgemein gegen den Hausgehilfenstand gerichteten Vorwürfe zurückgewiesen. Insbesondere wird als falsch bezeichnet, daß die Hausgehilsen keine Lust hätten, zu Kindern zu gehen. Das sei für den allgemeinen Berufsstand nicht richtig. Die Kinderliebe der Hausgehilfinnen wurde jedoch gefordert werden, wenn alle Hausfrauen ihre Kindererziehung darauf einrichteten, dich die Hau^ gehilfinnen sich am Umgang mit den Kindern auch wirklich freuen konnten. Tatsache sei ferner, daß ttotz des ausgesprochenen Mangels an Hausgehilfinnen nach Aussage der Statistik noch rund 11 000 arbeitslose Hausgehilfinnen vorhanden feien. Es handele sich in der Mehrzahl um fog. ä 11 e r e Hausgehilfinnen, etwa von 35 Jahren an aufwärts. Gerade Hausgehilfinnen dieses Alters aber verfügten über besondere Erfahrungen und zweifellos auch über besondere B er u f s ° treue Die Frage sei, warum man sie dennoch gewissen Geschmack verfertigt worden. Man berechnet, daß die Funde aus der Zeit von etwa 6000 Jahren vor der Zeitrechnung stammen; sie waren somit älter als die Pyrami-en in Aegypten. An einem anderen südschwedischen Ort fand man ein Frauenskelett, dessen Alter man auf Grund bei ihr gefundener Schmucksachen auf etwa 4000 Jahre schätzt. Die Ausgrabungen werden fortgesetzt. Die Ziehung der 3. Klasse in der Reichslotterie. In der 3. Klasse der ersten Deutschen Reichslotterie wurden drei Gewinne von je 100 000 Mark gezogen. Die drei Gewinne fielen auf die Losnummer 117 229. Die Lose werden in der ersten Abteilung in Vierteln, in der zweiten und dritten Abteilung in Achteln gespielt. Ferner wurden drei Gewinne von je 500 0 0 Mark gezogen. Die drei Gewinne fielen auf die Losnummer 62 342. Die Lose der Glücksnummer werden in allen drei Abteilungen in Achteln ge- Wetterberickt Bei schwacher Luftbewegung liegt Mitteleuropa im Bereich einer leichten und ziemlich kühlen Luft- mässe, die zu stärkerer Bewolkuntz Anlaß gibt. Da die vom Meer kommende Luftsttomung anhält, ist eine Aenderung des bewölkten und leicht unbeständigen Wetters nicht zu erwarten. Vorhersage für Donnerstag: Veränderliche Bewölkung und nach Norden zu auch zeitweilig Niederschläge. Temperaturen wenig geändert, westliche Winde. ... _ s Lufttemperaturen am 11. Juli: mittags 16,5 Grad Celsius, abends 14 Grad; am 12. Juli: morgens 11,1 Grad. Maximum 18 Grad, Minimum heute nacht 8 6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am l'l.Juli: abends 19,2 Grad; am 12. Juli: morgens 15,4 Grad. — Sonnenscheindauer 6,1 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr.W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thynot (beurlaubt), i. V.: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschem; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. 21. VI. 1939: über 9000. Druck und Verlag: Brühlfche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. EinzelverkMifs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Jllu- ftrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Gesunde^Zähne - gesunder-Körper! Chlorodont ogen 'ft Hitter llrlaub gibt Lebensfreude. Melde deinen Gastplah der 71513. fettster durch eine Wende verkleinerte, konnte er in dem Prisma jede beliebige Farbe erzeugen. Schaute er nun durch fein Rohr, so sah er die Linse in einem prächtigen Blaugrün erstrahlen. Run drehte er an den Blenden der Farbfenster, bis das vom Prisma hereingeworfene Licht genau die gleiche Färbung wie das Meerwasser zeigte, die Scheibe also durchweg, auch an jener Aussparung, einheitlich gefärbt erschien. Dann konnte Dr. Kalle an den Blenden die Farbe in Zahlenwerten ablesen. Zusammen mit sorgfältigen Untersuchungen über die Bestandteile, die sich an der betreffenden Stelle im Meerwasser sanden, gab das exakte Tabellen, in welche die Farben des Meeres wissenschaftlich eingefangen wurden. spiegelung des Meeres gestört zu werden, sah Dr. Kalle hier in das Meer hinein, und die Linsen erglühten in der Farbe, welche die Moleküle des Wassers vder die Schwebestoffe heraufschickten: Die in das Wasser eindringenden Sonnenstrahlen wurden doch von ihnen farbig reflektiert. An dieser „farbigen" Scheibe in dem Rohr war aber eine Stelle' ausgespart, und hier wurde seitlich durch ein Prisma das Tageslicht hereingeleitet, das vorher einen roten, einen grünen oder einen blauen Farbfilter passieren mußte. Ein rotierender Spiegel warf dies Licht auf das Prisma und mischte dabei die drei Grundfarben wieder so, daß das Licht rein weiß war, wenn alle drei Farbfenster gleich groß gehalten wurden. Je nachdem Dr. Kalle nach einer Skala das rote, das blaue ober das grüne Farb- Das Wasser, das man zum erfrischenden Trunk aus einer Quelle geschöpft hat, zeigt keinerlei Färbung. Das kommt aber nur daher, weil die Wassermenge, durch die wir hindurchsel)en, nicht groß genug. die Wasserschicht also nicht dick genug ist. In einem Aquariurn-Behälter von genügendem Aus« maß sieht man bereits, daß das Wasser eine bläuliche Färbung hat. Tatsächlich ist das Wasser selbst blau wie Tinte. j£)ort, wo der Ozean keinerlei Beimengungen in seiner Flut hat, wie das vor allem im Sargassomeer der Fall ist, erscheint das Wasser daher wirklich wundervoll blau. Es ist eigenartig: Das Sargassomeer ist vor allem dadurch bekannt, daß dort ungeheure Mengen von gewaltigen Meeresalgen frei herumschwimmen. Man möchte daher annehmen, daß dort der Ozean gerade reich durchsetzt mit Nährstoffen ist. Das Gegenteil ist richtig! Es gibt kaum ein Meeresgebiet, das so vollständig frei von Nähr st offen und daher auch von Kleinlebewesen ist. Man hat dies Blau des vollkommen reinen Meerwassers daher mit Recht die „Wüstenfarbe" des Meeres genannt, ebenso wie das Gelb die unfruchtbare Wüste zu Lande kennzeichnet. Blau erscheint das reine Wasser übrigens aus dem gleichen Grunde, wie uns der Zigarettenqualm blau erscheint: Der Qualm besteht aus feinsten Aschepartikeln, die das Licht refleltie- ren. Weil aber diese Partikelchen kleiner als die Wellenlänge des Lichtes sind, so werfen sie bevorzugt das kurzwellige blaue Licht zurück. Aehnlich streuen auch die Moleküle des Wassers vor allem blaues Licht aus. Wo aber sich allerlei Nährstoffe in der See finden und wo besonders auch Kleinlebewesen, die selbst wieder Nahrung für die Fische sind, ihren Lebensunterhalt finden, da verändern die Schwebestoffe die Farbe des Meeres: Das Plankton z. B. scheidet Stoffwechselprodukte aus, die sich nur sehr langsam zersetzen und daher im Wasser gelöst bleiben. Sie sind selbst gelblich und ähneln in ihrem Aufbau dem Humusboden. Da dieses Gelb zusammen mit der blauen Eigenfarbe des Wassers wirkt, ergibt das ganze eine blau- grüne Farbe. In der Nordsee aber, wo diese Nährstoffe und Planktonausscheidungen noch wesentlich häufiger als im hohen Ozean vorkommen, wird das Wasser schließlich rein grün. In der Küstennähe kommen dann verschiedene Mineralien dazu und der aufgeschwemmte Sand. Das ergibt eine Farbmischung, die wenig schön wirkt und sich immer mehr dem Gelb grün nähert. — Die Ostsee hat ihre ganze seltsame Färbung Finnland zu verdanken. Dort werden nämlich außerordentlich! große Humusmengen in den Bottnischen Meerbusen geschwemmt. Sie färben den großen „Binnensee" Nordeuropas immer stärker gelblich, je weiter man nach Osten kommt. Der Bottnische Meerbusen selbst ähnelt in seiner Farbe der wegen ihres Gelb berühmten Elbe, deren Wasser man an seiner Farbe noch weit hinaus in der Nordsee erkennen kann. Doch der Wissenschaftler verläßt sich nicht auf fein vergleichendes Auge allein und seine Erinnerung, um die Meeresfarben gegeneinander abzuwägen. So hat Dr. Kalle sich selbst ein Meßgerät für die Wasserfarben konstruiert. — Als der „Meteor", das bekannte deutsche Vermessungsschiff, im vorigen Jahr wieder zwischen Mittelamerika und Europa Forschungsfahrten anstellte, trug es an der Bordwand außen ein seltsames etwa 4 Zentimeter dickes Rohr, dessen Ende etwa einen Meter tief ins Wasser reichte. In diesem Rohr waren Linsen angebracht. Ohne von der OberflächenDas Geheimnis der „blauen"" Aka. Sinkt an der See die Sonne nach einem heißen Sommertag in die Flut, dann glühen die Wellen in wunderbarem Farbenspiel. Doch kaum ist der rote Ball verschwunden, so rollen die Wogen eisengrau, fast schwarz zum Strand: Die Farben waren nicht ihr Eigen, sondern von der Sonne geborgt. — Aber hat denn das Meer selbst keine Farbe, mit der es das Bild der Erde bereichert? Leuchtet es nur blau, wenn es das Licht eines strahlend blauen Himmels zurückwerfen kann, und spiegelt es nur schmutzig tiefhängende Wolken? Die Frage nach der wirklichen Farbe des Meeres ist bereits in der Mitte des vorigen Jahrhunderts aufgeworfen rSdrden, und selbst Männer wie Bunsen haben sich um eine Antwort bemüht, ohne eine befriedigende Lösung dieses Problems zu finden. In den letzten Jahren wurden nun namentlich von deutscher Seite eingehende Untersuchungen der Farbe des Meeres gewidmet. Dr. Kalle von der Deutschen Seewarte in Hamburg hat auf Fahrten in die Ostsee und Nordsee und durch den ganzen Atlantik zwischen dem Nordmeer und der Sargassb- see vor Florida die Flut auf ihre Farben untersucht, wobei selbstverständlich immer die Spiegelung des Himmels oder Sonnenlichtes ausgeschaltet wurde. Da lassen sich ganz deutliche Unterschiede zwischen dem Wasser des Sargassomeeres, dem gewöhnlichen Atlantikwasser, dem Küstenwasser z. B. in der Nordsee, und schließlich dem ganz eigenartigen Ostsee-Wasser nachweisen. Von Blau bis Gelbbraun sind die verschiedensten Tönungen vorhanden. Jedenfalls ist- das Wasser nicht farblos. Oie Sorben der Ozeane. — Finnland macht die Ostsee gelb. Von Or.I. Schwanke. Besucht die ständigen Konzerte in Steins Garten (Stadthaus Bergstraße 20) jeden Mittwoch um 17 Uhr Heute Mittwoch, 12. Juli, 17 Uhr: festes Jfonzert ausgeführt von dem Musikkorps der Luftwaffe Leitung: Musikmeister Pfarre EINTRITT FREI 4863D HeMvereinigimg SchUienberg Sonntag, den 16. Juli er., von nachmittags 4 Uhr an eusAnlaß des 10jährigen Bestehens der Heimatvereinigung HIEIIMAYIDFIEST auf dem Schiffenberg, verbunden mit JUBILÄUMS-KONZERT ausgeführt von dem Musikkorps der Fliegerhorstkommandantur Gießen Leitung: Musikmeister Pfarre. In den Pausen Gesangsvorträge des Gesangvereins „Eintracht**, Watsenborn-Steinberg, sowie Kinderanfftthrnngen. Eintrittspreis 30 Pf., Mitglieder gegen Vorzeigen der Beitragsquittung 20 Pfennig, Kinder unter 14 Jahren in Begleitung Erwachsener frei. Am gleichen Tage, nachmittags 21/, Uhr, im Saal: Hauptversammlung. Tagesordnung: Jahresbericht, Rechnungs- aiblagc, Verschiedenes. 485?D WUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIg | NSG. „Kraft durch Freude“ g Wetterau-Gießen = | Jiosenschau in Steinfurth | 15., 16. und 17. Juli 1939 486oD D | FEST DER 100 000 ROSEN I EE Schaunummern 7 Vergnügungspark / TANZ / Bierzelte = EE Eröffnung der Schau im Saal Hengst am 15. Juli, 14 Uhr = ■IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIÄ Einkoch Gläser EinkochapparaTeJhichfpressen aZubehör taufen Sie gulupreiswert Edgar BORRMANNg: Gießen, Neustadt 5-7, Ruf 4165 u.4156 in großer Auswahl. I m»A Fr. Groß Neuenweg 32. Schöne geraum. 3-Zim.Wohn. in Manzenberg mitKüche,Keller und etwas Garten ab 1. August, zu vermiet. 48md Näheres bei Heinrich Vogler Münzend erg Tränkgasse 22 od. Bahnhofstr. 30. LZimmer und Küche in Stadtmitte an älteres Ehepaar ob. alleinst. 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Anträge auf Verleihung des Ehrcnkreuzcs der Deutschen Mutter können noch gestellt werden, auch von Müttern unter 60 Jahren. Das Ehrenkreuz wird verliehen an Mütter, die mindestens vier Kinder lebend geboren haben, falls die Eltern der Kinder deutschblütig und erbtüchtig sind, und die Mutter der Auszeichnung würdig ist. Antragsvordruck wolle alsbald beim Standesamt (Altes Rathaus, Marktplatz 14) in den Sprechstunden werktags von 8 bis 10 Uhr und 15 bis 16 Uhr — mittwochs und samstags nur vormittags — abgeholt werden. Meldeschluß: Montag, 31. Juli 1939. An diesem Tage müssen alle Vordrucke ausgefüllt und von der zu ehrenden Mutter unterschrieben beim Standesamt eingegangen sein, andernfalls Verleihung zum 1. Oktober 1939 (Erntedanktag) nicht mehr vorgeschlagen werden kann. Gießen, den 5. Juli 1939. 4789C Der Oberbürgermeister. I. V.: Vogt, Beigeordneter. 3-Zimmer- wohnung zu vermiet. 03442 DiMratze^ | Mietgesuche | Beamter sucht 2-3-Zimmer-Wohn. Rest Bergschenke Groß.schattig. 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Schon bei seinem ersten Rundgang durch das osere und RSWKfl FON «73 konnte, sondern durch das ^eirgeicyeyen lies in me -Lag^euunyc,. y x, « .v , ( nb einmal politischen Wirren bineingerissen wurde. Wir ersah- erörtert wird, so ist 9 ® ^raacfreis w ren, daß er die Befestigungsanlagen von Florenz unser Augenmerk auf d s g 3 ^ninbiäMidie entwarf. Und schließlich, nach den Werken in Pla- > richten. Denn cs geht hier um gru 1 tz ) fohl rstr.6 «55D rung ist, daß diese nicht herrschen dürfen. Scharf faßt Rudolf Ahlers, dessen Lustspiel „Peter spielt mit dem Feuer" auch verfilmt wurde, die Stellung der Dichter zum Film zusammen: „Der wertvolle Film künstlerischen Gehaltes fordert den Dichter als seinen unmittelbaren und allein verantwortlichen Schöpfer. Und der Dichter braucht den Regisseur, den Beherrscher der Technik, als seinen unentbehrlichen Helfer. Deshalb: Fordert vom Dichter den künstlerischen Film, fordert ihn in Idee und Gehalt von ihm als Schöpfer und Verantwortlichen ollem. Lehrt ihn die Gesetze des Films als Werkstoff achten und lieben. Sie sind es wert... Zum anderen: Erlöst den Film von der allein herrschenden Technik, die Gehalt und Idee unterordnet. Zum anderen, nicht zum letzten: Gebt dem Regisseur die schöpferische Freiheit der nur durch ihn möglichen Gestaltung im Dienst der schöpferischen Idee." Siegmund Graff, der mit der „Endlosen Straße" zu den eindringlichsten Vermittlern des Kriegserlcbnisses gehört, betont, daß „nur schöpferische Menschen Ideen haben", und er wendet sich gegen jede Einseitigkeit der Techniker: „Der Film muß sich von dem Aberglauben frei machen, daß nur bestimmte Dinge bei seinem Publikum wirken. Wenn ich — beim Theater — an so einen Unsinn geglaubt hätte, würden meine sämtlichen Werke noch der „Endlosen Straße" durchgefallen sein. In Wahrheit ist es so, daß jedes Publikum der Welt sich von einem starken und in sich überzeugenden Werk gefangennehmen und begeistern läßt. August H i n r i ch?, dem die erfolgreichen Volks- stücke' „Krach um Jolanthe" und „Wenn der Hahn kräht" zu danken sind, unterstreicht die Grundverschiedenheit von Film und Bühne und verlangt für den Film für ihn besonders geschaffene Dichtwerke: „Soll der deutsche Film ein künstlerisches Gesicht bekommen, darf er sich nicht in der Hauptsache aus die Verfilmung erfolgreicher Bühnenstücke und Romane beschränken, er braucht das nur f ü r ihn und seine reichen Möglichkeiten geschaffene Dichtwerk. Das haben wir bis heute nicht." Hinrichs verweist dabei auf das Beispiel des Rundfunks: „Was dem deutschen Rundfunk gelang, das vielumstrittene und zur „Madonna Medici". Immer wird uns durch ergänzende Aufnahmen aus Rom und Florenz, durch Stiche und Bilder der Auftraggeber Michelangelos, durch vergleichendes Zeigen'anderer Werke aus jener Zeit ein lebendiges Empfinden für die Atmosphäre der Renaissance geschaffen. Es wird auch erzählt, daß sich Michelangelo nicht ausschließlich der Kunst widmen konnte, sondern durch das Zeitgeschehen tief in die abendfüllenden Film machen solle." Das auf sechzig Seiten mit sämtlichen Gestalten und Einzelheiten ausgeführte Treatment dieses Films, also der „erzählte Film", trat dann einen anderthalbjährigen Leidensweg zu vielen Filmgesellschaften an und wurde ursprünglich „wegen Mangel an Handlung gerade von derjenigen Gesellschaft abgelehnt, die später danach den Film schuf und damit einen gewiß nicht kleinen Erfolg errang." Von ganz vereinzelten Stimmen abgesehen, wollen die deutschen Dichter nicht abseits stehen, sondern sind zur freudigen Mitarbeit bereit, wenn man ihnen ihr Recht gibt und sie nicht bei der Durchführung ihrer Ideen hintansetzt. Und im Hinblick auf das Ganze, auf die geistige Entwicklung des deutschen Volkes, braucht der weithinwirkende Film den Dichter. herausgriffen, auch für diesen Film aus dem Leben Robert Kochs die an wissenschaftlichen Ergebnissen wie persönlichen Ereignissen wohl reichsten Jahre herausgenommen: vom Kreisphysikus in Wollstein, wo er sich zunächst mit der Erforschung des Milzbrand- und später dann des Tuberkelbazillus beschäftigte, bis zu feinem endlichen Sieg über die Tuberkulose, der der deutschen medizinischen Wissenschaft „nebenbei" auch noch eine von Koch erfundene und erstmals umfassend entwickelte Technik der Mikro-Photographie geschenkt hat. Die Welt der Bakterien, jener Kampf gegen die unsichtbaren Dinge, gegen die furchtbare Existenz eines bis dahin unnahbaren Krankheitserregers, das wird neben dem heldenhaften Ringen eines Arztes um Erkenntnis und wissenschaftlichen Erfolg also her dramaturgische Schwerpunkt und der optische Sinn dieses Werkes sein." Mit großen Erwartungeü sieht man dem großen Robert-Koch-Film der Tobis entgegen, zu dessen Gestaltung sich^ Emil Jan- n i n g 5 und Regisseur Hans Steinhofs, die schon mit dem Film „Der alte und der junge König" ein erfolgreiches Gemeinschaftswerk schufen, wieder vereinigt haben. Wir hatten Gelegenheit, uns in einer Unterredung über die künstlerischen Absichten, die in dem Film verwirklicht werden sollen, unterichten zu lassen. Vor allem Echtheit des Milieus. Wenn I a n n i N g s und S t e i n h o f f in ihrem neuen Film selbstverständlich auch alles vermeiden werden, was als rein wissenschaftliches Material zu bringen, das sollte dem Film mit seinen viel verlockenderen künstlerischen Möglichkeiten erst recht gelingen. Aber der Rundfunk suchte die Dichter und hat sich außerordentliche Mühe gegeben, sie für die neue Aufgabe zu gewinnen." Kilian Kolk, der mit „Urlaub auf Ehrenwort" den Stoff zu einer Spitzenleistung des Films geliefert hat, schreibt: „Die Leute vom Film wissen recht gut, daß die Kraft jedes Filmwerks entschieden wird von der Idee, die ihm zu Grunde liegt." Aber er schildert seine eigene Erfahrung: „Man kann einer Idee jedoch leider nur sehr selten im voraus ansehen, ob ein erfolgreicher Film aus ihr wachsen wird. Die Erzählung und das Hörspiel „Urlaub auf Ehrenwort" wurden 1935 von einem der besten deutschen Filmregisseure mit dem Hinweis abgelehnt; dankenswerter Bereitwilligkeit zur Verfügung gestellt war, betonte Emil Tannin g s den Aerzten, Professoren und Journalisten gegenüber: „Wir wollen keinen biographischen Film machen. Wir wollen das Heldenleben eines großen Arztes lebendig zeigen, den im Kampf gegen di e Tuberkulose der Tod jeden Tag selbst treffen konnte." • Damit maig bereits das Ausmaß einer Gestalt gekennzeichnet sein, die in ihrer ganzen Weite und schöpferischen Macht durch den kommenden Robert- Koch-Film einem ganzen Volke nahegebracht und vertraut gemacht werden soll, das diesen Menschen zu seinen größten Söhnen zählen darf. Jannings Wertung des Films als Kulturerscheinung und damit des deutschen Films als eines wesentlichen Bezirks unseres geistigen und künstlerischen Lebens und unserer nationalen Geltung in der Welt. In den kunstgeschichtlichen Betrachtungen über das gotische Zeitalter begegnet man mitunter der durchaus richtigen- Erkenntnis, daß die gewaltigen Werke der mittelalterlichen Baukunst, allen voran das unbegreifliche Wunder der himmelan ragenden Dome, nur möglich waren aus dem zähen Ringen mit dem spröden Stoffe. Die künstlerische Leidenschaft jener Baumeister, geboren aus der Inbrunst einer alle Schranken brechenden Gottessehnsucht, zwang trotz unzureichender technischer Mittel den schweren, dumpfen Stein, in immer feineren Gebilden, unter genauester Beobachtung aller physikalischen und mathematischen Gesetze, emporzusteigen zu jenen jubelnden Symphonien. Ohne Zweifel: aus der Spannung zwischen geistiger Idee und der zunächst alles andere als gefügigen Materie, in der die Idee Gestalt werden sollte, fanden die großen Meister jener Jahrhunderte die notwendigen technischen Mittel, um in rückhaltloser Hingabe an das Werk jene 'zeitlosen Bauten zu schaffen, vor denen wir, wo immer mir ihnen begegnen, nur in Ehrfurcht schweigen. Doch nicht der negative Grund: die Unzulänglichkeit der technischen Methoden, sondern jener andere, positive: die Gewalt der religiösen Idee, die mit der künstlerischen sich verband und den Willen zur absoluten Ueberwindung aller Widerstände schuf, war der entscheidende Faktor, der Wunderwerke wie das Straßburger Münster Meister Erwins erstehen ließ. Daß selbst höchste Steigerung technischer Mittel nicht zu einem rein zivilisatorischen Materialismus führt, sondern immer nur auf die befruchtende Idee harrt, die den Dingen wieder die ewige Seele einhaucht und die Technik wieder zum willigen und willkommenen Diener großer Synkbole macht, beweisen unwiderleglich die Bauten des Dritten Reiches. Kehren wir zurück zum Film. Auch für ihn find, wie für die Architektur, die Gesetze der Harmonie der Formen und Linien, vom starren Gebilde übertragen auf die flutende Bewegung, oberstes Gebot, i Es gibt keine Kunst, deren Elemente ihm fremd ; sind, die er nicht benötigt und auf seine eigene Art i umgestaltet. Der beschwingte Rhythmus des Tanzes, • hie vorwärtsstrebende Dramatik des Theaters, der [ geschliffene Dialog, die befeuernde Musik — das । und manches andere find feine künstleriichen Ele- , mente, wie die Verfeinerung aller Instrumente, •ACHE* , Gielen der Aufnahmeapparaturen, der Zeitlupe, der Ueber- zeitlupe, des Zeitraffers, der Farbaufnahme und vieles andere feine hochwillkommenen technischen Mittel sind. Der Film ist wie kein anderes Kunstwerk G e - meinscha f tsw er k. Das bedeutet nicht, daß er — wie es praktisch 'auch heute vielfach noch der Fall ist — notwendigerweise ein mehr oder weniger zufälliges Gebilde - einer Vielzahl von Autoren ist. Der Ruf nach dem Dichter, der in den Filmblättern immer wieder ertönt, ist ein ernstes Verlangen. Theaterdichter, die Filme schufen (wie etwa Curt Götz), Romanschriftsteller, die ihre Romane selbst für den Film umgestalteten, haben bewiesen, daß der um seines gewaltigen technischen Apparates willen so oft als unkünstlerisch verschriene Film außerordentlicher künstlerischer Vertiefung fähig ist. Die Verfeinerung technischer Methoden braucht nicht zu einer beguemen geistig- künstlerischen Verflachung zu führen. Gerade ste setzt vielmehr immer neue Aufgaben. Und was wollte man auf die Dauer mit den schönsten technischen Erfindungen anfangen, wenn nicht die künstlerische Idee sich ihrer bemächtigte und sie auf diese Weise zum Werkzeug des Geistes macht! Mit dieser Erkenntnis aber haben wir die Frage nach dem Verhältnis von Kunst und Technik im Film und nach dem absoluten filmischen Kunstwerk bereits in positivem Sinne zugunsten all jener unbeirrbaren Anhänger des Films gelöst, die schon in der Zeit, da er noch als verkanntes Zigeunerkind über die Rummelplätze Europas und Amerikas zog, in ihm ein Kunstwerk eigener Prägung sahen. Seine besonderen technischen Eigenheiten, wie etwa die überdimensionale Größe des Filmbildes mit feiner unerbittlichen Deutlichkeit auch der kleinsten Dinge oder die zeitliche Auseinanderreißuny der einzelnen Aufnahmen, find nicht, wie das vorschnelle Urteil hieß und auch heute noch mancherorts heißt, Grenzen oder gar das absolute Aufhoren künstlerischer Wirkung, sondern sie stellen lediglich die künstlerische Ausgabe anders als etwa das Theater oder die Malerei. Filme wie „Pour le Merite", „Heimat", „Der Herrscher", „Napoleon ist an allem schuld", verschiedene unserer Lustspiel- filme der letzten Jahre, aber auch manches ame- rikanische Werk wie „Bengali", selbst jenes überragende Werk der Frühzeit „Der müde Tod" sind gute und unwiderlegliche Zeugen für den kunst- , lerischen Film. Sie besitzen das, was jedes Kunst- werk besitzen muß: Schönheit der Idee und Schön- , heil der Gestalt. Max Ingolf. Michelangelos Werk im Film. Ein kommender Kulturfilm. Der Kultursilmer Eurt Oertel hat sich daran gemacht, Michelangelo Buonarroti in seinem Werk durch den Film wieder auferstehen zu lassen. Die Filmkamera hat ganz andere Möglichkeiten als der einzelne Besucher, der zu Michelangelos Werken in Florenz und Rom pilgert. Keiner hat sich jemals so genau in den Museen, Kapellen und Domen Umsehen können, wie es Oertels Kamera möglich war. Diese Kamera durste auf Gerüsten und Leitern die Gesichter der Plastiken und Gemälde aus allernächster Nähe sorglich studieren, Belcuchtungs- effekte ausprobieren und in aller Ruhe das Werk des großen Mannes studieren. Ein einzelner Besucher vermag das sonst nicht, und darum wind dieses Filmwerk, das Curt Oertel zusammen mit feinem Assistenten Karl Escher und seinem Kameramann H. Ringger im Auftrag der Pandora für den Deutschen Tobis-Degeto-Filmverleih schuf, ein besonders eigenartiges und schönes Geschenk für alle bedeuten. Oertel ging davon aus, daß man den großen Gestalter nur durch feine eigenen Gedanken und Werke für uns sichtbar machest dürfte. So zeigt er einleitend Heimat und Landschaft, der Michelangelo entsprossen ist, und roanbett dann mit feiner Kamera in der Reihenfolge, wie sie entstanden, durch die Werke des Künstlers. Da sehen wir greifbar nahe von allen Seiten das „Kentaurenrelief", den heiteren „Bacchus", die „Pieta" des Petersdomes, das Gemälde der „Madonna Doni" und den „Giganten der Freiheit". Wir wandern mit der Kamera zum Marmor-Transport in Carrara, sehen, wie auch heute noch die gebleichten Blöcke entstehen, aus denen Michelangelo einst seine Gesichter und Gestalten formte. Dann weiter zu dem nie vollendeten „Grabmal Julius' II.", in die „Kapelle Medici" Braucht der Film den Dichter? Antworten ans eine Umfrage. Die Tatsache, daß in Deutschland jährlich 430 Millionen Besucher in 6700 Filmtheatern gezählt wer- ; den, während nur etwa 30 Millionen Besucher auf 300 Theater- und Opernhäuser entfallen, zeigt, welche große Breitenwirkung der Film gegenüber dem Theater hat. Es kann daher nicht nebensächlich sein, wie die geistig-seelische Kost beschissen ist, die so viele Volksgenossen (in den meisten Fällen als einzige) erhalten. Wollte. der Film nur Unterhaltung bieten, so würde eine starke Einflußmöglichkeit nicht ausgenutzt, sollte er nur der Belehrung und Erziehung dienen, so würde das Kino auf die Dauer sicher feine Anziehungskraft verlieren. Die Zukunft des deutschen Films erscheint daher als eine Frage der Kunst, die Unterhaltung, Belehrung und Erziehung zugleich in sich schließt, und aus dieser Anschauung heraus hat der Herausgeber von „Wester- manns'Monatsheften" eine Umfrage an eine Anzahl deutscher Dichter gerichtet, wie sie zu der Frage stehen, ob der Film den Dichter braucht. Die sehr bemerkenswerten Antworten werden im Aprilhest der Monatsschrift mitgeteilt. Die Meinungen gehen weit auseinander, aber em Grundzug ist unverkennbar: Es drängt die Dichter fast alle zum Film, und sie sehen die unvergleichliche Wirkungsmöglichkeit darin. Aber die Mehrzahl ist von dem heutigen Filmwesen enttäuscht, zum Teil aus Grund persönlicher bitterer Erfahrungen. Daß her Film den Dichter im tiefsten Grunde brauche, diese Frage wird stark bejaht, die Wichtigkeit der wirtschaftlichen und technischen - Fragen wird auch anerkannt, aber die immer wiederkehrende Forde- eiinal i« edt-id, t 94* ,lo'- . , <ßetW elM gönnte. . Wir haben, wie wir schon in dem Film „Der alte und der junge König" einen so bedeutsamen Hörspiel durch Heranziehung einer großen Anzahl! Berliner Robert-Koch-Jnstitut für Jnsektionskrank- unferer besten Dichter auf eine sehr achtbare Höhe > Heiken, das zu Quellenstudien für diesen Hilm in NOE1 edvoitz 3n der Hauptrolle: Bakterien. Emil IanningS und Hans Steinhoff erzählen vom Robert-Koch-Iilm. nnte cr tilgen er die Mut b's da; au die !"e, die PQrunq, r- Kelle Qblefen. ® über Q Stelle «bellen, östlich beschäftigt sich so sehr mit der Atmosphäre dieses Stoffes, daß cr seit langem völlig im Bann seiner neuen Aufgabe steht. Wie es zu diesem Thema kam. „Dor etwa drei Jahren schrieb ich", so erzählt uns Hans Steinhoss von der Planung des Werkes, „in einer Berliner Tageszeitung zum erstenmal über den Gedanken eines Films um den Arzt und Forscher Robert Koch, wodurch ich mit dem Koch-Biographen Dr. med. Hellmuth U n - gcr und mit Professor Koeller, dem letzten Assistenten des großen Forschers, in Verbindung am. Das Thema war ja ausgesprochen groß und orderte ob feiner ungewöhnlichen stofflichen Vorlage förmlich zu filmischer Gestaltung heraus. Der Gedanke, wurde schließlich auch begeistert aufgenommen. Ich wußte von Anfang an, daß die Verwirklichung dieses Films mit der Darstellung der Gestalt Robert Kochs stehen oder fallen würde. Wie bei kaum einem anderen Stoff konnte hier nur ein Mann in Frage kommen, dessen Persönlichkeit beim Publikum höchstes Ansehen aenoß, der so kraft seines unantastbaren künstlerischen Rufs die blut- lebendige Echtheit der darzustellenden Figur auch vom ersten Augenblick an über jeden Zweifel erhob. Wer würde wohl die herrliche Gestalt Robert Kochs erschöpfender in sich verarbeiten und sie lebendiger nachempfinden können als der Schauspieler Emil Jannings, der sich in so vielen Stoffen des deutschen Films wirklich als unser größter Menschendarsteller ausgewiesen hat! Natürlich nahm gerade dieser Vorschlag von mir Jannings' ganze Aufmerksamkeit gefangen, und in aufrichtiger künstlerischer Begeisterung entschloß er sich schon bald, gemeinsam mit mir die Arbeit aufzunehmen." Wir sprachen davon, daß die Gestalt Robert Kochs rein äußerlich keine im üblichen Sinn dramatische Erscheinung fei, und fragen Steinhofs, wo er als Regisseur also das dramaturgische Schwer- gewicht sehe. „Ein biographischer Film", sagt Steinhofs, „würde gerade im Fall Koch nicht viel mehr als ein zwar überaus interessanter, aber kalter Kulturfilm fein können. Wir aber wollen den Menschen Koch, die in all ihren Charakterzügen so ausgesprochen deutsche Forscherpersönlichkeit dar- stellen mit ihrem heroischen Kampf gegen eine der furchtbarsten Infektionskrankheiten — und dann auch gegen eine Umwelt, die das Genie Koch noch nicht begriff oder ihm auch aus nicht eben uneigennützigen Erwägungen keine Anerkennung Die Frage nach dem Verhältnis von Kunst Technik hat in dem modernsten Bezirk künstlerischen Schaffens, der Filmproduktion, naturgemäß von jeher die verschiedensten Meinungen auf den Plan gerufen. Ist doch gerade der Film ein Schulbeispiel dafür, wie die geistige Durchdringung einer technischen Erfindung zu einer souveränen Beherrschung aller methodischen Hilfsmittel führt, wie der Sieg der Idee über die Materie auch dort festgestellt werden muß, wo die Gestaltung einen technischen Apparat ohnegleichen verlangt. Aus der Tatsache, daß der Film, der einst als technisches Kuriosum aus die Welt kam, heute in her gesamten Kulturwelt eine gewaltige Industrie darstellt die am Arbcitsleben und am Handel der Völker 'entscheidenden Anteil hat, wird auch heute noch vielfach ein Ueberwiegen der technischen Seite des Films gefolgert und ihm im Höchstfälle der Charakter eines gehobenen Kunstgewerbes zuge- fprochen Auf der anderen Seite stehen jene fanatischen Apologeten der Filmkunst, die von Anbeginn an in ihm ein vielseitiges Wundcrinstrument erblickten geschaffen, alle erdenkbaren optischen Erscheinungen unserer Erdenwelt — al,o auch die nach einer künstlerischen Idee geformten! - als Bewegungsvorgänge unter den verschiedensten Perspektiven festzuhalten. . Da auch in der Gegenwart diefe Frage nach dem kiinsst-rijchen Charakter des Fstmwrrks ni(f)t verstummt ist. sondern in der Fachpresse mic m den Tageszeitungen von Zeit zu Zeit immer meder ,.9. J. • r- nr. fnhnotlh pinma stik, Malerei und Dichtung, werden wir mit dem wirksamsten Teil seines Schaffens bekannt gemacht, mit seinen architektonischen Werken: Freiaufnahmen zeigen den Palazzo Farnese, die Bibliotheca Lau- renziana in Florenz und das gewaltige Schlußwerk Michelangelos, die Kuppel von Sankt Peter in Rom. Die musikalische Gestaltung des Werkes steht hinter der optischen nicht zurück: Werke von Beethoven wurden ausgewählt und den Bildern unterlegt. So entstand ein in sich geschlossenes Kunstwerk, das auf der Biennale in Venedig die höchste Auszeichnung erhielt und das demnächst im Spielplan unserer deutschen Lichtspieltheater erscheinen wird. fb. Technik und Kunst. Das Lchttlbeispicl des Films. Eine packende Szene mit Carsta Löck aus dem neuen Ufa-Film "Kadetten", der unter der Spielleitung von Professor Karl Ritter gedreht wurde. Der Film schildert das Schicksal des jüngsten Glie urm tier juiuge jwmy euren Jahrgangs der Kadettenanstalt in Berlin, der während des Siebenjährigen Krieges von den Ruffen Abschnitt aus den Entwicklungsjahren Friedrichs II. aefangengenommen und nach Rußland verschleppt wurde. Die Hauptrolle in diesem Film spielt ---------------------- y Mathias W i e m a n. — (Scherl-Bilderdienst-M.) die Spielhandlung nur belasten würde, bedurften die Vorarbeiten denoch um so größerer „wissenschaftlicher" Sorgsamkeit, je mehr man sich unbedingter Echtheit des „Milieus" versichern und den Stoff so auch vom Fachlichen her völlig beherrschen und künstlerisch frei gestalten will. Steinhoff widmet auch hier den Leitern der verschiedenen Berliner medizinischen Institute herzliche Worte des Dankes für all die Bereitwilligkeit, mit der sie die Vorstudien gleichsam an „Ort und Stelle" möglich machten. Von Jannings hören wir, daß er sich bereits seit einem Jahr eifrig mit dem Mikroskop beschäftigt, das wohl das wichtigste Arbeitsinstrument Kochs war. „Professor Langer, der heute im Berliner Institut für Infektionskrankheiten Kochs einstige Stelle bekleidet, machte uns", so berichtet Stein- hoff, „an Hand großartiger und für den Laien erschütternder Experimente mit dem gegenwärtigen Stand der bakteriologischen Forschung bekannt. Um Bakterien kreiste zeitweise auch unser ganzes Gespräch; ja", Steinhoff lacht, als er sich erinnert, „zuweilen haben wir von diesen Bakterien, Mikroskopen, Pinzetten und Operationen sogar geträumt! So sehr haben wir uns in die Materie vertieft." Der Widersacher: Werner Krauß. Professor Rudolf Virchow, der in Kochs Leben — als die im Gegensatz zu dem vorerst ja noch unbekannten Landarzt herrschende Kavazität — eine bedeutende Rolle spielte, wird in diesem Film von Werner Krauß dargestellt. „Auch darüber gab es für uns von Anfang an keinen Zweifel", erzählt der Regisseur, ,Haß auch für diese ebenso schwere wie ungewöhnliche Rolle Werner Krauß gewonnen merken mußte. Und es war bei unseren Besuchen in den medizinischen Instituten für mich als Regisseur besonders interessant, Janings und Krauß, also den Koch unk den Virchow des Films, im Gespräch mit Professor Rößler zu beobachten, der heute Virchows Stelle innehat." Wir sind alle mit ganzem Herzen und mit all unserem künstlerischen Wollen dabei, einen Film von der Weltgeltung der deutschen medizinischen Forschung und Wissenschaft zu machen. Ich glaube, daß gerade Jannings im höchsten Sinn würdig ist, einen ihrer genialsten Männer darzustellen und so unserm Volk wie auch der Welt einen wahrhaften Schildträger deutscher Gesinnung und Geisteshaltung zu zeigen. Dem deutschen Arzt und Forscher aber soll «dieser Film ein stolzes, lebendiges Denkmal sein." Vring Wiemer. Aus der Stadt Gießen. Das Lied an die Freude. „Hali, hallo, wir fahren, wir fahren in die Welt." So singt und klingt es auf allen Wegen und Straßen, denn die Jugend wandert, ist auf großer Fahrt in die wunderschöne, weite sommerliche Welt. Wandern und Reisen! Es liegt in der Luft, es beherrscht die Stimmung von jung und alt. Selbst die Jüngsten sind davon ergriffen, die eben oder noch nicht Schulpflichtigen. „Morgen verreisen wir", verkündet triumphierend mein kleiner Nachbar über den Gartenzaun hinweg, „an die Ostsee, mit unserm Wagen." „Na, da freut ihr euch wohl", sage ich verständnisinnig, und er kann nur nicken, denn so viel Glück läßt sich nicht in Worten ausdrücken. Etwas später steht dann das Auto im Garten, dicht neben dem Zaun. Und wer sitzt darin? Die beiden Kinder, Hans, der Siebenjährige, und sein kleines Schwesterchen. Ganz still sitzen sie, Hans natürlich hinter dem Steuer, Hildchen mit einem Taschentuch in der Hand, daneben. Und so genießen sie Vorfreude. Ist diese nicht vielleicht die schönste, ungetrübteste und reinste im vielfarbig grenzenlosen Reich der Freude? Doch nein, zum mindesten nicht bei Kindern. Sie genießen den Augenblick so wie er ist, sie kosten ihn aus, ohne die Belastungen eines Vorher oder Nachher, die den Erwachsenen glückliche Stunden der Erfüllung trüben können. Daher ist es wohl auch falsch, von einer „Vorfreude" meiner Nachbarskinder zu sprechen, denn sie sind ja schon mitten drin in der Freude, sie er- Oer schwierige Sah. Don Christian Bock. Hansgeorg kommt aus der Schule nach Hause. Feuert die Schultasche mit geübtem Schwung, wie jeden Mittag, in die Flurgarderobe, daß die Spazierstöcke und Regenschirme das Tanzen kriegen. Nach spätestens einer Minute sitzt Hansgeorg über der Suppe. „Heute ha'ck fünf Fehler jemacht m ein’n Satz!" „Hansgeorg!" Gr weiß, was dieser Ruf bedeutet: „Hansgeorg, berliner nicht so!" heißt das. Und Hansgeorg wiederholt im anständigsten, schiersten Deutsch: ,^)eute habe ich fünf Fehler gemacht in einem Satz." „Du sagtest das", sagt Großmama, „in einem Ton, als wärest du noch stolz darauf." «Ha'ck ja jarnich jesacht!" „Hansgeorg!" Großmama trommelt auf dem Tisch. „Aber, Großmama!", sagt Hansgeorg und ist nun ganz artig und hochdeutsch, ,chu hättest das auch nicht können." „Was nicht?" „Den Satz richtig schreiben." „Ich nicht?" „Nein, wenn du den Satz richtig schreibst, gebe ich dir ^lles, was in meiner Sparbüchse ist" „Aber", sagt Hansgeorg, „für jeden Fehler und wenn du einen machst — „Für jeden Fehler, den du machst, heißt das!" „Also, für jeden Fehler, den du machst, mußt du mir einen Fuffziger in die Sparbüchse tun." Großmutter wollte eigentlich wieder den berlinischen „Fuffziger" verbessern, aber der Bengel berlinert, daß man's müde wird. Großmama sagt: „Gut, ich gebe dir für jeden Fehler fünfzig Pfennig." Hansgeorg stürzt vom Tisch. Kommt mit Papier und Bleifeder wieder. „Muß das denn gleich sein?" „3a." „ Wie hieß denn der Satz?" „Ja, schreib!" Und Hansgeorg dikttert: „Gib mir bloß ein bißchen von dem Grießkloß und nicht —" „Das habt ihr im Deutschunterricht —?" „Ja, hat er dikttert, den Satz!" „Also noch einmal." Großmama schreibt. Hansgeorg diktiert: „Gib mir bloß ein bißchen von dem Grießkloß und nicht von dem brenzligen Meerretttch. — Hast du, Großmama?," Melodie" Freude. „Großmama hat es: „Das soll daran schon groß sein?" Hansgeorg nimmt Zettel und Bleisttft und fängt an, Kreuze an den Rand zu malen: „Ein Fehler, Großmama, zwei, drei Fchler — und noch einer — vier Fehler!" Und unter das Ganze schreibt Hansgeorg: 4 minus. Schülerin kann nur mit größter Anstrengung noch das Ziel der Klasse erreichen. Hansgeorg. „Wo habe ich Fehler gemacht?" sagt Großmama, „bitte, zeig sie mir!" „Hier, sagt Hansgeorg, „Grieß schreibt man mit ß brenzlig' mit g und nicht mit ch, Meerretttch mit zwei r und mit ch am Ende — vier Fehler: zwei Mark." „Hol den Duden her", sagt Großmama. Hansgeorg holt den Duden. Großmama blättert den Duden um und um, es hilft ihr nichts, vier Fehler hat sie gemacht. Großmama nimmt stumm ihr Handtäschchen und legt zwei Mark auf den Tisch. gesungen wird — es ist das Lied an die tr. v. M. Landkreis Gießen in der Ausstellung „Wille und Tat" Lochschulnachrichten. Sein Zvjähriges Doktorjubiläum beging der emeritierte ord. Professor an der Universität Prag Dr. Earl Gori. Er wirkt seit 1892 dort mit Ausnahme der Jahre 1908 bis 1918, in denen er Direktor der Zoologrschen Statton in Trieft und Leiter der Staat- lichen Malaria-Untersuchunasanstalt war. Der ehemalige a. o. Professor der Kunstgeschichte an der Universität Berlin Dr. Oskar Fische! ist im Aller von 68 Jahren gestorben. Der ehern, o. Professor für physikalische Chemie an der Technischen Hochschule München Dr. Hans Hofer ist im Atter von 76 Jahren gcstorb-n. Zum Kustos der Universität Heidelberg ernannt wurde der Geologe Professor Dr. Norbert Til- manu* leben bereits, intensiv, während sie im hallenden Auto sitzen. Trotzdem steht eine Erwartung deutlich auf ihren Gesichtern geschrieben. Und schon naht die Erfüllung. Der Vater kommt auf dem Gartenweg daher, schraubt einen Schlauch an die Wasserleitung und — beginnt den Wagen abzuspritzen. Sprühend und funkelnd im Sonnenschein zischt der Strahl auf den geschlossenen Wagen, und drinnen sitzen die Kinder und genießen, genießen jubelnd das kösttiche Erlebnis. Wenn die strömenden Tropfen aber gar zu heftig über die vordere Scheibe rieseln, wischt Hildchen ehrbar, emsig und hausmütterlich mit Dem Taschentuch von innen das Glas ab. Höchstwahrscheinlich glaubt sie, damit zu helfen, es tut eben jeder so gut er kann. Das Auto ist abgespritzt und mit dem Leder trocken gerieben. Blitzeblank spiegelnd steht es da und wird nun in die Garage gefahren, mitsamt den Kindern, natürlich. • „Morgen verreisen wir", höre ich später Hildchen unermüdlich und laut vor sich hinsmgen. Und plötzlich erkenne ich das Lied, obwohl es „nach eigener Seit ich diese Geschichte hörte, gehe ich bei meinen Freunde herum und fasse sie bei ihrer orhograpischen Eitelkeit und sage also, wenn ich einen treffe, so obenhin: „Sag mal, du kannst doch richtig Deutsch — schreib mal den folgenden Satz —", und ich gebe ihm ein Stück Papier und einen Bleisttft auch. Die Guten machen runde Augen und ein dummes Gesicht, aber man muß nur energisch diktieren: „Gib mir bloß ein bißchen von dem Grießkloß — jaaa, schreib doch! — von dem Grießkloß und nicht von dem brenzligen Meerrettich — hast du?" Und ehe ich noch gelesen, was nun auf dem Papier sicht, sage ich: „Wetten, daß du Fehler gemacht hast?" y „Fehler? Glaub' ich nicht!" „Gut. Gibst du mir für jeden Fchler, den du gemacht hast, einen Fuffziger?" "Tu ich, aber du gibst mir eine Mark, wenn alles richtig ist?" „Abgemacht!" Und vor seinen aufgerissenen Augen male ich dicke Kreuze an den Rand: Ein Fehler, zwei Fehler und noch einer, drei im ganzen, macht eins fünfzig!" 3ch habe allerlei Freunde, und das Geschäft blüht, aber was tut man nicht, und immerhin, man lebt. Wenn mich jetzt die Leute fragen: „Wie geht's?" bann Jage ich hintergründig undeutlich, wie man auf diese Frage zu antworten pflegt: „Lala, es geht halt." - Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. 17 Uhr: Platzkonzert des Musikkorps der Luftwaffe in „Steins Garten". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Silvesternacht am Alexanderplatz". Heimatfest auf dem Schiffenberg. Die Heimatvereinigung Schiffenberg veranstaltet am Sonntag, 16. Juli, aus Anlaß des 10jährigen Bestehens der Heimatvereinigung auf dem Schiffenberg ein Heimatfest, verbunden mit Jubiläumskonzert, ausgeführt vom Musikkorps der Fliegerhorstkommandantur unter Leitung von Musikmeister Pfarre. Außerdem sind Gesangsvorträge des Gesangvereins „Eintracht" Watzenborn-Steinberg, sowie Kinderaufführungen vorgesehen. Am gleichen Tage findet auch die Hauptversammlung der Heimatvereinigung im Saale des Schiffenbergs statt. Hoffnung oufkeimen wie Erwartungen in Nichts zerrinnen sah, sie stand nun in der Sonne allzu menschlichen Vergnügens. Wie hypnotisiert starrte Mark aus den weißen Hosenblitz. Das dunkle Rauschen des Beifalls wanderte neben dem Beifahrer her. Schon aus der Ferne kündigte sich fein Nahen an: „Die Hofe! Die Hofe!" ging es von Mund zu Mund. Doch Tantalus auf seiner Fahrt blieb ahnungslos. Und dies war eigentlich die entzückendste Pointe im Kreisel der vorwärts knatternden Maschinen: daß der gute Junge lächelte, zuversichtlich und unbekümmert, daß die sich auflösende Hose für ihn überhaupt nicht da zu fein schien — andernfalls es beide, ihn und feinen Kameraden, hätte Kopf und Kragen kosten können. Es wurde der Wohlanständigkeit kein Anlaß zur Entrüstung gegeben, tapfer hielten der junge, strahlende Beifahrer und seine Hose bis zum Schluß durch. Obwohl er „nur" mit dem 4. Preise abkam, umbraufte ihn der Beifallsjubel wie keinen der anderen Sieger, deren Anzug intakt geblieben war. Ja, man forderte für den ahnungslosen Märtyrer eine Ehrenrunde, die er wie ein Triumphator hinnahm. Dies war Marks erstes, großes Motorrad-Rennen. Zwar war er hingerissen von der glänzenden sportlichen Leistung, von dem unglaublichen Tempo, dem ganzen wunderbaren „Betrieb". Mehr noch aber lebte feine Kinderseele in dem unschuldigen Lächeln, das diesmal den atemlosen Renntag verzaubert hatte. Als ihm Vater den Gutenachtkuß gab und ihn erwartungsvoll fragte; welches Rennen ober welcher Fahrer denn wohl den tiefsten Eindruck auf ihn gemacht hätte, sagte er glücklich und erschöpft: „Die Hose, Papi, die Hose...!" Wie bereits wiederholt berichtet, findet in Wiesbaden vom 25. August bis 10. September die Ausstellung „W i II e und Ta t" unter Mitwirkung der (Bauleitung, der Wirtschaftskammer Hessen, der Landesdienststelle Hessen, Hessen-Nassau, des Deutschen (Bemeinbetages und des Landesfremdenverkehrsverbandes Rhein-Main statt. Die Ausstellung wird von dem Institut für deutsche Kultur und Wirtschaftspropaganda veranstaltet. In der Ausstellung soll das Wesen der nationalsozialistischen Gemeinde im Zusammenklang mit den übrigen Faktoren, die die Struktur unseres Gaues und der Bezirke der engeren Heimat bestimmen, aufgezeigt werden. An der Ausstellung beteiligen sich Städte, Kreise, Industrie, Handwerk, Fremdenverkehrsverband usw. Zwecks Vorbereitung der Ausstellung des Landkreises Gießen in einem eigenen Ausstellungsstand hatte Landrat Dr. Lotz am gestrigen Dienstagnachmittag einen Kreis von Männern zu einer Besprechung gebeten, die im Sitzungssaale des Landratsamtes stattfand. Die Kreisleitung war dabei durch Kreisgeschäftsführer Wagner vertreten, ferner waren der Leiter der Kreisabteilung Gießen des Deutschen Gemeindetages, Bürgermeister Michel (Großen-Linden), die Bürgermeister der Städte des Kreises, Vertreter der Industrie und des Handwerks, des Gewerbeaufsichtsamts, des Staatlichen Hochbauamtes, der Naturschutzbehörde, der Museums- und Heimatpflege usw. zugegen. Alle nahmen mit regstem Interesse an der etwa zwei- stündigen Aussprache über die bestmögliche Gestaltung des Ausstellungsstandes des Landkreises Gießen teil. Landrat Dr. Lo tz leitete die Aussprache mit einer Darlegung der großen Gesichtspunkte ein, unter die die Ausstellung gestellt ist, und die auch richtunggebend für die Gestaltung der einzelnen Stände find. Dabei hob er u. a. hervor, daß oer Kreis Gießen, der durchweg wieder finanziell gesunde Gemeinden besitzt, in dieser großen Schau mancherlei zeigen kann, das die Aufbauarbeit in unserer engeren Heimat unter Beweis stellt. Wenn auch nicht alle Einzelheiten, die mehr oder weniger für viele andere Gemeinwesen in der aleichen Weise bestehen und die von dem starken Aufbauwillen Zeugnis geben, für die Ausstellungszwecke technisch verwertbar sind, so läßt sich aber doch aus vem Landkreis Gießen reichhaltiges Material zu einer wirkungsvollen Gestaltung des Ausstellungsraumes zusarn- menfassen. Dabei ist festzuhalten, daß die Industrie und das Handwerk auf der Ausstellung in eigenen Schauen als Gemeinschaftsleistungen vertreten sind. In der Aussprache wurden mancherlei Vorschläge und Anregungen unterbreitet und nach allen Richtungen hin eingehend geprüft, llebereinftimmung herrschte von Anfang an dahingehend, daß in dem Ausstellungsstand die typischsten und schönsten Merkmale des Landkreises Gießen gezeigt werden sollen. Dem Landkreis Gießen steht eine Ausstellungsfläche von 50 Quadratmeter zur Verfügung. Darauf ist der Stand aufzubauen, der aus drei Seiten Wand- fläche besteht und die Vorderseite frei xeigt, um hier Tische usw. zum Aufbau von Material unterzubringen und den Besuchern einen bequemen Zugang zu ermöglichen. Das Ergebnis der Besprechungen ist dahin zusammenzufassen: Der Landkreis Gießen wird in dem Ausstellungsstand in regionaler Auf gliede- rung derart gezeiat, daß die Laubacher Ecke mit ihren charakteristischen Eigenarten (Wald, Wild, Erholungslandschaft) in Erscheinung tritt, das G i e- ßener Becken mit seiner Giaenart zur (Bettung kommt, die Rabenau ihre besonderen Merkmale (Steinindustrie) zeigt, der H ü t t e n b e r g mit seinen dörflichen Schönheiten (Fachwerkbauten und Trachten) gut wirken kann und die W e 11 e r a u ihr Eha- rafteriftitum (Landwirtschaft) zeigt. Auf dieser Grundlage wird, etwa in der Form eines großen Wandgemäldes, eine Karte des Kreises Gießen, von Künstlerhand an gefertigt, die größte Fläche des Ausstellungsstandes einnehmen. Auf dieser Karte werden die wichtigsten Orte des Kreises durch charakteristische Bilder und mit ihren Verbindungen gekennzeichnet dergestalt erscheinen, daß ein vortrefflich und straff zusammengefaßtes Gesamtbild des Kreises dem Beschauer die Uebersicht leicht möglich macht. In Verbindung mit dieser eigenartigen, jedenfalls aber sehr anschaulichen Übersichtskarte sollen die charakteristischsten Merkmale des Landkreises Gießen in Gestatt von Gegenständen mannigfachster Art vorgeftihrt werden. Erwähnt seien hier u. a. Bilder von der Gauschule der NSDAP., vom Gemeinschaftshaus Watzenborn-Steinberg, Heimat- und Kriegschroniken, wie sie beispielsweise Langsdorf, Heuchelheim und Nonnenroth besitzen, historisch wertvolle und für das Kreisgebiet charak- teristische Gegenstände aus den Museen, Bilder bzw. Modelle von der Reichsautobahn und vielerlei anderes. Daß auch die eindrucksvollen Zeugen des Aufbaues auch aus dem Bereich der Jugendarbeit nicht fehlen werden, ist selbstverständlich. Auf Grund der hier in großen Umrissen skizzierten Planung des Ausstellungsstandes wird nunmehr an die Einzelarbeit der Gestattung heranaegangen werden. Dazu haben sich dem Landrat schätzenswerte Kräfte als Mitarbeiter zur Verfügung gestellt. Man darf die Gewißheit haben, daß es oen vereinten Bemühungen gelingen wird, einen Ausstellungsstand zu schaffen, an dem sich die Besucher der Schau erfreuen können und der damit auch eine gute Werbung für den Landkreis Gießen darstellt. Besonders reizvoll zu werden verspricht noch eine eigenartige Verwendung der Hüttenberger Tracht im Rahmen des Ausstellungsstandes, die den Besuchern als nette Ueberrafchung erst auf der Ausstellung zur Kenntnis kommen soll. Sensation in der 8-Knrve. Von Werner Schumann. Dor der Fibel stand bei Mark die Technik, Lesen und Schreiben interessierten ihn weniger als die Konstruktion der Krafträder. In Vier- und Zweitaktmotoren kannte er sich aus, und wie andere Buben mit ihrem Wipproller so war er mit Kupplung, Vergaser und Zündhebel vertraut. Sonntags pflegten die Gltern altmodisch eine Partie Schach zu spielen. Gr aber lag dann lang auf dem Boden und arrangierte mit allen Schikanen ein Motorradrennen, was die Besucher gewöhnlich zu dem Ausruf veranlaßte: „Kinder, aus dem wird mal was! Der muß unbedingt zu einem ,richtigen^ Rennen mit!" Also rang sich Vater zwei Tribünenplätze ab, hoch über der 8-Kuroe, am Brennpunkt der gefährlichsten und interessantesten Rennstrecke. Mark hatte feine Schiefertafel mit den unbeholfen gekratzten Ziffern in die Ecke gepfeffert und fieberte vor Glück. Sogar seine Spargroschen hatte er zusammengekratzt und dafür wochenlang sich aller Schleckereien enthatten, damit Vater noch ein Programm erstehen und seinen Sprößling auf dem laufenden halten konnte. Und dann wurde eines Morgens der Junaentraum donnernde Wirklichkeit, Motorenlärm erfüllte dröhnend den Stadtwald, und wie Wesen aus einer anderen Wett jagten die Sturzhelme mit ihren Maschinen heran, von Mark mit Kennerblick ins Auge gefaßt. Kein Kasperletheater hätte ihn mehr begeistern können. Plötzlich schien es, als hielte die freudig angeregte Menge den Atem an. Auf dem ernsten Antlitz des Rennens zeigte sich unversehens ein Lächeln. Einem Beifahrer nämlich, der sich in der Kurve beängsti- gend weit herausaelehnt hatte, war die Hose geplatzt. Auch Mark hatte es sofort bemerkt und seinen Vater kichernd angestoßen, obwohl das Hemd unterhalb des Hosenbundes anfänglich nur als schmaler, weißer Streifen aufblitzte. Doch es genügte, daß es blitzte. Welch pikante Nuance in einem Rennen, wo man erbittert um jeden Meter kämpfte! Die Anspannung der Sinne begann sich ein wenig zu lösen. Und es dünkte manchen der jüngeren Tribünengäste nun nicht mehr so entscheidend, auf welchen Platz dieser oder jener Name kommen, sondern ob der Hosenboden seinen Schelmenstreich im weiteren 23erlauf des Rennens wohl noch auf die Spitze treiben würde. Nach jeder Runde klaffte der ominöse Spalt bedenklicher. Und jene verteufelte 8-Kurve, bei der es oft um Tod und Leben ging, die im Laufe der Jahre so manchen phantastischen Sturz, so manche Oberst a. O. Naumann 90 Jahre alt. Der ätteste noch lebende Offizier unseres alten Infanterie-Regiments 116 der feit Jahren im Ruhe- stand in Gießen wohnende Oberst Naumann, wird am morgigen Donnerstag, 13. Juli, 90 Jahre alt. Der im Krieg und Frieden hochverdiente Offizier genießt nicht nur im Kreise der alten 116er, sondern darüber hinaus auch in weiten Bevölkerungskreisen unserer Stadt große Wertschätzung. Als Soldat von echtem Schrot und Korn hat er, trotz seines hohen Atters, bisher fast immer an den großen militärischen Feiern unserer (Barnifon, z. B. bei Führers Geburtstag und bei Vereidigungen, als Zuschauer teilgenommen und sich an unserer neuen Wehrmacht erfreut. In unserer Beilage ,H e i m a t im Bild" am morgigen Donnerstag wird das Leben und Wirken des Jubilars in einem Aufsatz von Generalmajor a. D. Rudolf Mohr geschildert und dabei auch ein Schlachtengemälde des Malers Röchling wiedergegeben, das rechts im 23ordergrund stehend Otto Nauman als Fähnrich im Jnf.-Rgt. 116 in der Schlacht bei Gravelotte-St.-Privat bei der Erstürmung der Ferme Ehampenois zeigt. Dem alten Hern bringen auch wir unsere herzlichen Glückwünsche zu seinem 90. Geburtstage dar. Arbeitsdienst besucht Gießen. Unsere Stadt erhält am kommenden Samstag Be- such vom Reichsarbeitsdienst. 160 Mann von der Truppführerschule des Reichsarbeitsdienstes in Hei- ligenftabt auf dem Eichsfeld kommen nach Gießen, um unsere Stadt zu besichtigen. Den Besuchern sollen auf einer Führung die Sehenswürdigkeiten unserer Stadt, u. a. auch das Liebig-Museum, gezeigt werden. Arbeit für da« Gießener Sportstadion in Angriff genommen. In den Wiesen am Amtsgericht herrscht seit einiger Zeit eine eifrige Bautätigkeit, die den ersten praktischen Vorbereitungen für die künftige große Gießener Sportstätte gitt. Gegenwärtig sind otra« ßenbauarbeiten im Gange, durch die die Wolfstraße über den Teich hinaus, verlängert und als ,Wng- straße" ausgebaut wird, die etwa einen Kilometer lang und 32 Meter breit werden wird. Die Kanalschächte für diesen Straßenzug sind bereits gebaut und ragen über das Gelände hinaus, lieber die ganze Straßenbreite wird gegenwärtig der Rasen abgehoben und die Muttererde in 25 Zentimeter Höhe abgetragen. In den letzten Tagen wurden verschiedentlich Bohrungen unternommen, mit deren Hilfe die Untergrundverhältnisse festgestellt wurden. Dabei traf man auf ßettelager, aber auch auf tiefschwarzen Torf. Da das Erdreich zum Teil sehr fest ist, muß ein Teil des Geländes mit dem Pflug auf- gerissen werden. Die Arbeiten lassen schon jetzt erkennen, daß es sich um eine großzügige Daumaß- nähme handelt. Bau des TNittelmarkles begonnen. Auf dem Platz an der Rodheimer Straße, der bisher den Pferdemärkten diente, haben die Bauarbeiter Einzug gehalten. Der Bau des Mittelmarktes hat begonnen. Die einzelnen Ställe, wie auch das Verwaltungsgebäude sind nach ihrer Lage bereits abgesteckt. Die Ausschachtungsarbeiten für die Grundmauern der Gebäude wurden in Angriff genommen. Oie Stadt Gießen bei der Ausstellung »Wille und Tat-. Bei der in Wiesbaden stattfindenden Ausstellung „Wille und Tat" ist, ebenso wie der Landkreis Gießen, auch die Stadt Gießen vertreten. Durch das Städtische Verkehrsamt wurde wertvolles Bildmaterial zusammengetragen, das einerseits die ayf« baufreudige Stadt (Biegen, anderseits aber auch die Schönheiten unserer Stadt zeigt. So wird vor allem in charakteristischen Bildern bargetan, wie die Stadt in den vergangenen Jahren gewachsen ist, es werden die neuen Wohngebiete Ostmarkviertel, Schwarzlachgebiet, Fröbetstraße, Aulweg usw. gezeigt. In intereffanten Gegenüberstellungen wird auch die Altstadtsanierung und die Umgestal- o ? fc ff tK § d. zl s I- fr 5 S |i b ei mte allzu m Mißen falls m'-' t aus de! Hofe! Dir al)tW ö|te P°inü Maschinen! ch und M |e für ihn »mH8 E- Sopf u"1 ilni-tz 1«' inge, um 6M>i gfy abkim ien der ®' lieben M i Märtyw riumphatol torrad-M alän^nven h!n W. M-hr ME enntag Sennen kindruSH >*r et^1 r * f>ani tfm- -yt srb dieser Rolle!" sagte er leise. i (Fortsetzung folgt.) Roman von Harald Baumgarten Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35 13. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Bei der Einfahrt verabschiedete sich Vallendar von «Charly und Römer und ging in das Büro hinein. .„'n Abend, Herr Mühsam! Garage schon ver- 8 Dann will ich Ihnen Gelegenheit geben Herrn Vallendar mal persönlich kennenzulernen, ©eitern rief der Notar Grußendors an. Burd hatte sich bei ihm angemeldet - zu einer ungewöhnlichen Stunbe unb mit einer überrajebenben Dringlichkeit Er tarn aber nicht. Es kam jeboch em zweiter Anruf von ihm di? Sache sei noch nicht spruchreif, und er müsse seinen Besuch verschieben. Dann sei der Schauspieler Vallendar zum Notar gekommen unb habe ihm mitgeteilt, baß Burd zwischen dem ersten und zweiten Anruf in der Garage Alter Westen an einem Herzschlag verstorben len Gs Jambem Notar wohl so vor, als wolle Vallenbar so em buchen Privatbetektiv spielen: benn er habe von einer jungen Dame erzählt, für bie er emgetre en sei. Grußenborf erschien bie Sache aber recht seltsam: barum teilte er sie uns mit... 3d) roiU S- in ben Fall einführen, Krügel! Die von mir voran taftte volizeiärztliche Untersuchung ergab bie Richtigkeit von Doktor Römers Feststellung: Burd ist eines natürlichen Todes gestorben: er hatte em schweres Herzleiden Der zweite Telephonanruf an den Notar afor ergibt, daß um den Tod Burbs. sich allerle^ Undurchstchtiges abspielt. Wir haben bereits nach ßos Angeles gekabelt, um bie Verwandten des Am-rttan°r- fefoufteUen." Er schmunzelte °»ed°r. Die Juliwanderung führte — wie man uns beachtet — 50 Teilnehmer vorn VHC. in Gießen in !:ine der schönsten Gegenden unseres Dogelsberges. fltit dem Frühzug ging es über Stockheim durch das liebliche Niddertal bis Hirzenhain, von hier aus begann im steilen Aufstieg die Wanderung zur Hillers- '.achsperre. Herrlich liegt dieser Stausee eingebettet m waldigen Bergkrcm^ Die fast zweistündige Fruh- Hücksrast wurde durch Baden, Rudern und Wandern nm See reichlich ausgenutzt. Nach dem Besuch des nm Berge gelegenen „Matthiasstein" ging es au (rfjattiger Waldstrahe durch bas Hillersbachtal auf !*tc Höhe von Lißberg, einem schönen Bercsttä.'tlein mit seiner alten Burgruine und dem Bergfried. Bei ?rächtigen Fernblicken stetig bergauf am Waldrand ntlang, wurde das Bergdörfchen Ekartsborn erreicht und dort Mittagsraft gehalten. Aus guten Wegen wurde im Wiesengrunde die Laisbach über- .chritten, um durch herrlichen Hochwald am schön gelegenen Forsthaus Finkenloch vorbei zur Höhe von Wallernhausen zu gelangen um am Waldrand i;u rasten. Durch bas saubere Dorf Wallernhausen ging es, bie Straße meidend, burch wogende Korn- ।elber bergauf, um hier auf der Höhe einen ber ।(fünften Rundblicke auf die Taunusberge und unser heimisches Gebirge zu genießen. Bei erfrischendem Bergwind erfolgte der Abstieg zum Städtchen Nidda, i’ernab vom Brausen der Motore „Rund um Schotten". Nach Besichtigung des schönen alten Markt- Srunnen und bes“mit lustig klappernden jungen Störchen besetzten Nestes erfolgte die Schlußrast Seim Kronenwirt. Hochbefriedigt von einer selten schonen Wanderung kamen die Teilnehmer 19.36 Uhr □lieber in Gießen an. * ♦* Silberne Hochzeit. Am gestrigen Dienstag feierten der bei der Firma Rinn & Cloos be- ckMigte Obergärtner Willy E r n ft und Frau, das Fest der silbernen Hochzeit. (Nachträglich unseren Glückwunsch!) Briefkasten der Redaktion. Ein Reit-, Spring- und Fahrturnier von Rang wird am kommenden Wochenende in Bad-Nau- heim von dem Generalkommando bes IX. AK. unb ber SA.-Gruppe Hessen burchgeführt. Der Turnierplatz am Fuße des Johannisbergs wirb gegen bie Vorjahre noch in ihrer Bebeutung wertvollere sportliche Kämpfe erleben. Allein bie Zahl von fast 1000 Nennungen beutet auf ben Wert dieses jebe Kategorie pferbesportlicher Kämpfe umfassenden Turniers hin. In ber Material- unb Eignungsprüfung sieht man beste junge Pferbe beut- scher Zuchtgebiete. Die Dressurprüfungen Haden mit Reitern wie Rittmeister von Plehwe, SA.-Haupt- sturmführer Eckharbt, Hauptmann a. D. Schuster, H. Fischer, Wachtmeister Bruns usw. unb Pferden von der Klasse des Tantris, Cortez, Nachtfalter, Poseidon, Anzeiger, Segelflieger, Freiheitskämpfer, Quaste vorzügliche Bewerber gefunden. Die Jagdspringen, davon allein drei in Klasse M, sind denkbar stark bestritten, denn -Hauptsturmführer oon Zastrow, Rittmeister Pilgrim, Rittmeister v. Plehwe, Oberleutnant Freiherr v. d. Borch, Leutnant Bischoff, SA.-Hauptsturmführer Fangmann, Sturmfuhrer Hänelt, Oberscharführer Kilbinger, Leutnant Pirner usw kommen mit Pferden wie Husar, Passion, Erato, Lärche, Oberst, Delilah, Ordensritter, Schwerin, Figaro, Exkönig, Flora, Richthofen, Reinhard V. sowie Th. Röchling mit Lunte und Corsar in die Bahn, dazu bie Amazonen Frau Tigler mit Nelson und Lexa, Frau Lindgens mit Leithirsch unb Athlet, Frau Marcks auf Pferben ber Prmzef- I pachtet?" „Noch nicht, Herr Vallenbar. Morgen kommen > iverschiedene Bewerber." Vallendar bezahlte die Mete für feine Box. , „Sagen Sie mal, lieber Mühsam: Der Mann, der neu in C gekommen ist, der mit der grauen Limou- Ifine, wer ist das?" „Ein gewisser Herr Zornack, Schokoladenvertreter. :Kennen Sie ihn?" „Nein, bann irre ich mich. Er kam mir so begannt vor. Ich glaubtet, er wäre mal Bühnenmeister Ibeim Film gewesen," Vallendar grüßte freunblich :nnb ging hinaus. Der Kriminalassistent Krügel fuhr auf seinem Motorrad unter bem Stadtbahnbogen durch. Jetzt wagte ihm zur Rechten die Berolina auf. Er wand sfich durch das Gewühl des Alexanderplatzes und ffteuerie auf das Polizeipräsidium zu. Ein gewaltiger Torbogen nahm chn auf. Dann rfam ein Hof, auf dem das Motorrad eingestellt llvurde. Und gleich daraus eilte Krügel über einen steinernen Korridor und dann breite Treppen hinauf, bis er im dritten Stock einen etwas stilleren «Gang hinunterschritt. Dor der Tür Nummer 248 imachte er halt. Nach kurzem Klopfen trat er ein und blieb in ^dienstlich strammer Haltung stehen. Kriminalrat Gräupner hob ben Kopf. „Da ftnb 'Sie ja schon mieber, Krügel? Setzen Sie sich doch!" 'Er betrachtete ben jungen, gutgewachsenen Menschen unb sein energisches, anstänbiges Gesicht mit offensichtlichem Wohlgefallen. Krügel war erst vor kurzem vom Polizeidienst in diese Abteilung versetzt worden. Er reichte bem Kriminalrat bie Mappe, die er unter bem Arm hielt. Gräupner öffnete sie unb entnahm ihr ein Bilb. „Berichten Sie!" „Ich habe Burbs Gepäck untersucht, Herr Krimi- nahmt. Es war nichts Interessantes ober Wichtiges dabei. Mister Burd ist nur mit zwei Hanbkoffern gereift. Anfcheinenb hat er sich nicht lange in Deutschlanb -aufhalten wollen. Ich habe bas Gepäck sichergestellt unb bas Zimmer freigegeben. Der Das Platzkonzert in Steins Garten am heutigen Mittwoch, das nach der dankenswerten Freigabe des Gartengeländes vor der Bürgermeisterei Berg- traße burch Oberbürgermeister Ritter zum erstenmal wieder nach vielen Jahren an bieser für Gießens Konzertleben traditionellen Stätte die Besucher erfreuen wird, lenkt den Blick rückwärts auf; bie wechseloolle Geschichte biefes Grundstücks. Bis zum Kriege dienten bas Gebäube und der Garten, als Gesamtheit „Steins Garten", genannt, dem Zwecke einer guten Konzert- und Erholungs- tätte der Gießener Bevölkerung. In den Jahren les Weltkrieges war in dem großen Gebäude das Reseroelazarett I untergebracht, während ber Garten den Verwundeten zu Erholungsspaziergängen diente. Nach dem Kriege ging das Grundstück in ben Besitz des Auto-Kaufmanns Otto Göbel über, ber in dem großen Saale (jetzt Sitzungssaal der Rats- Herren) eine Auto-Reparaturwerkstätte betrieb, während bie übrigen Räume bes Gebäudes als Wohnungen vermietet waren. Im Herbst 1920 wurde bas ganze Grunbstück von der Stabt angekauft unb im Verlaufe des Winters 1920/21 für die Zwecke ber Bürgermeisterei umgebaut. Am 1. März 1921 hielt die erste städtische Dienststelle ber „Neuen Bürgermeisterei" ihren Einzug in bas Gebäude, im Verlaufe der anjchließenden beiden Wochen folgten bann die übrigen städtischen Büros. Seitdem ist bas Grundstück die „Neue Bürgermeisterei". Dank bes entgegenkommenden Entschlusses won Oberbürgermeister Ritter wirb man nun von heute ab wieder an jedem Mittwoch nachmittag ein Platzkonzert in dem schönen Garten vor bem Gebäude hören und damit an die frühere Tradition anknüpfen können. xing der Kaiserallee als Zubringer zur Reichs- Autobahn veranschaulicht. Darüber hinaus werben uch bie historischen unb lanbschaftlichen Schönheiten 'er Stabt unb der nächsten Umgebung ben Beichern nahegebracht. Eine Photomontaae in Groß- brmat zeigt Gießen als bie Stabt Liebigs unb rines Wirkens. Ein Modell ber Schwimmhalle, bie innerhalb ber großen Sportanlage entstehen soll, Dirb ebenfaljs gezeigt werden. ($in 3etf>6etrüger vingfest gemacht. Einer noch nicht gefaßt. Wie die Kriminalpolizei Gießen mitteilt, würbe ter 23 Jahre alte Friedrich Klein aus Gießen- Aein-Linden wegen fortgesetzten Zechbetrugs erneut festgenommen. Nachbem Klein im Februar t. I. wegen gleicher Straftaten feftgenommen unb ru sechs Monaten Gefängnis verurteilt worben var, verfiel er nach ber Verbüßung feiner Strafe ofort mieber in fein altes Laster. Kaum hatte er bas Gefängnis verlassen, als er sich mieberum in Wirtschaften an Essen, Trinken unb Rauchwaren yütlich tat, bann aber unter einem Vorwanb ver- chwand, ohne seine Zeche zu bezahlen. Dieses Trei- inen fanb burch seine jetzige Festnahme rasch wieder rm Enbe. , Außer Klein ist in den letzten Wochen hier noch rin anderer, 51 Jahre alter Mann als Zechbetru- jer aufgetreten. Nachdem er gegessen, getrunken jmb sich mit Rauchwaren versorgt hatte, ging er nit bem Versprechen fort, am nächsten Tage wieber- i utommen unb bann seine Zeche zu bezahlen. Da- >et ist es aber geblieben. Gastwirte, bie von ben beiden Zechprellern ge- ichäbigt wurden, bisher aber noch keine Anzeige •ritattet haben, werben ersucht, bet der Kriminalpolizei Gießen, Zimmer 62, vorzusprechen. VHC.-Wanderuna in den Äogelsbera. Das Rosendorf Steinfurth bei Bad-Nauheim wirb in ben nächsten Tagen bas Ziel vieler Menschen sein, bie in herzlicher Freube an ben Blumen sich auch ber Rose, ber Königin unter ben Blumen, besonders zugetan wissen. Steinfurth, jenes Dorf, besten Bewohner den größten Teil ihrer Arbeit ber Zucht ber Rosen roibmen, veranstaltet in ben Tagen vom 15. bis 17. Juli bas „Fest ber 100 000 Rosen", bei bem all bas zu sehen sein wirb, was bie Arbeit bes Rosendorfes erstrebt und im vergangenen Jahre erreichte. Mit ber großen Rosenschau, bie sich in künstlerischer Form barbieten wirb, ist auch ein Volksfest oerbunben, bas einen Vergnügungspark, Schaunummern unb Tanz bringen wirb. Die ganze Veranstaltung wird von ber NS/Gemeinschaft ,Kraft durch Freube" getragen. VezirkSschöffengerW Gießen. Der H. M. in Salz bei Lauterbach war angeklagt, am 10. April 1939 in ber Hauptstraße in Salz durch Fahrlässigkeit den Tod eines Menschen ver- ursacht zu haben, indem er durch Außerachtlassung der erforderlichen Sorgfalt mit seinem Fahrrad den Andr. Walter III. in Salz (einen betagten Mann) anfuhr, wobei dieser auf den steinigen Boden schlug und einen Schädelbasisbruch erlitt, an dessen Folgen er verstarb. Der Vertreter der Anklage beantragte eine Ge- fängnisftrafe von 6 Wochen. Der Verteidiger beantragte Freisprechung mangels Beweises. Der Angeklagte wurde mangels ausreichenden Beweises frei gesprochen. * Der Joh. W. und seine Ehefrau Sophie W. in Friedbera waren angeklagt, am 8. November 1938 in Friedberg einen Wehrmachtsangehörigen, sowie die Wehrmacht in gröblicher Weise öffentlich beleidigt zu haben. Die Angeklagten, die vom Erscheinen in der Hauptverhandlung entbunden waren, bestritten die Schuld, sie wurden aber durch die Beweisaufnahme überführt. §Jl.-3pOTt am Spiel für sich. Gew. Verl. 16:19 in Front. In der zweiten Halbzeit schon Wirtschaft Gießener Schlachtviehmarkt. rungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 9 Ochsen, 10 Bullen, 20 Kühe, 26 Färsen, 116 Kälber, 308 Gießen Hanau Friedberg Bad Homburg Pkte. 18 8 6 4 Berlins Handballelf schlägt Hermannstadt 19:3. 20 Nationen bei den Studentenspielen in Wien. Die Zahl der Länder, die sich an den Studenten- Weltspielen vom 20. bis 27. August in Wien beteiligen, hat sich auf 20 erhöht. Lettland hat jetzt seine Zusage gegeben und will in der Hauptsache mit einer starken Fußballmannschaft in die Kämpfe eingreifen: Gemeldet haben: Albanien, Bulgarien, China, Dänemark, Deutschland, Finnland, Griechenland, Irland (Eire), Italien, Japan, Jugoslawien, Lettland, Norwegen, Peru, Rumänien, Schweden, Slowakei, Spanien Südafrika und Ungarn. Die letzten Spiele der Gauklasse, Gruppe Süd, brachten keine wesentlichen Verschiebungen in der Tabelle mehr. Gießen war, selbst wenn es die Spiele noch verlor, nicht mehr einzuholen. Es galt also lediglich das Prestige zu wahren, ungeschlagen die Spiele zu beenden. Alle Mannschaften hatten Umstellungen vornehmen müssen, was aber für.den Ausgang ohne Belang war. Gießen—Friedberg 52:43. Das erste Spiel führte Gießen mit Friedberg zusammen. Bei dem unebenen Boden gab es auf beiden Seiten bedeutend mehr Fehler, als man es sonst bei diesen Mannschaften gewohnt ist. Gießen übernahm von Anfang an die Führung, kam aber doch nicht so stark in Vorteil, wie man es erwartet hätte. Das Zusammenspiel klappte nicht in gewohnter Weise, was bei der Umbesetzung von drei Plätzen kein Wunder war. Mit 52:43 ging das Spiel an den Gaumeister. Hanau—Friedberg 40:32. Im zweiten Spiel hatte Friedberg gegen Hanau zunächst einen guten Start und führte fast während der ganzen ersten Hälfte. In dem Maße, wie die Hanauer schlagsicherer wurden, schmolz der Punktvorsprung jedoch dahin, und bei der Pause lag Hanau Zu dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Biehversteige- Kurze Sportnotizen. Bei den Schieß-Weltmeisterschaften in Luzern wurde nicht der Finne Mänttäri Weltmeister mit dem Freien Gewehr, sondern der Estländer Limit (1097 Ringe). In der Gesamtwertung der Ländermannschaften belegte Estland mit 5433 Ringen den ersten Platz vor Finnland, der Schweiz, Norwegen, Schweden und Deutschland. * Korpsführer Hühnlein hat für den schnellsten Fahrer beim Großen Bergpreis von Deutschland am 6. August einen Wanderpreis ge- stiftet, der die Bezeichnung „Adolf-Hühnlein-Pokal" trägt. * Einen deutschen Doppelsieg gab es am Dienstag beim großen Luzerner Reitturnier. Wo- tansbruder mit Rittmeister Brinckmann und Baron IV mit dem gleichen Reiter kamen auf die beiden ersten Plätze von d'Huis (Hptm. Chevalier- Frankreich). Spiele 9 9 9 9 konnten diese dann, mit dem Wind spielend, ihren Vorsprung weiter ausbauen und siegten 40:32. Gießen—Hanau 39:38. Im letzten Treffen leistete Hanau den Gießenern einen äußerst zähen Widerstand. Nach einem knappen Rückstand von drei Punkten bei Seitenwechsel gaben sie auch gegen den Wind das Spiel durchaus noch nicht verlören. Manchen unerwarteten Punkt verdankten sie auch den Tücken des Platzes, die eine genaue Ballberechnung unmöglich machten. Dazu kam noch, daß Gießen, im Gefühl, nichts zu verlieren zu haben, nicht so aufmerksam und konzentriert bei der Sache war, wie in Spielen, bei. denen „es um etwas geht". So blieb der Punktstand immer ziemlich ausgeglichen, was dem Spiel eine gewisse Spannung gab und die Hanauer zu höchstem Eifer anstachelte, in der Hoffnung, dem ungeschlagenen Tabellenführer im letzten Augenblick doch noch eine Schlappe beizubringen. Mit 38:39 bucht/ Gießen wenngleich äußerst knapp auch dieses letzte Tv.1846 Gießen Gruppensieger der Faustball-Gauklaffe. Schweine, 9 Schafe aufgetrieben. Preise: Ochsen 43 bis 45,5, Bullen 40 bis 43,5, Kühe 20 bis 43,5, Färsen 43 bis 44,5, Kälber 40 bis 65, Schafe 15 bis 48 Pf. je V- kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,16, bl (135 bis 149,5 kg) 1,14, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,12, c (100 bis 119,5 kg 1,04, d—f (unter 100 kg) 0,98, gl (fette Specksauen) 1,14, i (Altschneider) und g2 (andere Sauen) 1,12, h (Eder) 1,02 Mark. Marktverlauf: Großvieh und Schweine zugeteilt; Schafe und Kälber ausverkauft. Mein-Mainische Börse. Miilagsbörse still und wenig veränderk. Frankfurt a. M., 11. Juli. Das Börsengeschäft blieb sowohl am Aktien- wie am Renten- markt infolge der kleinen Kundschaftsbeteilrgung in engem Rahmen. Die Grundstimmung war weiterhin freundlich. Am Aktienmarkt glichen sich die Bruchteile eines Prozentes betragenden Veränderungen ziemlich aus und hatten vielfach nur nominellen Charakter. Don chemischen Papieren lagen IG. Farben mit 145, Scheideanftalt mit 209 und Metallgesellschaft mit 112,50 unverändert. Bergbauwerte bröckelten eher leicht ab, Buderus 92,50 (93), Hoesch 106 (106,50), etwas mehr ermäßigt waren nach Pause Ilse Stamm mit 162,65 (164,25). Elektroaktien schwankten bis 0,50 v. H., höher u. a. AEG. mit 111,50 (111), anderseits Gesfürel 124 (124,25), Lah- meyer 108 (108,50). Maschinenwerte zogen zum Teil etwas an, MAN. 137,50 (137), Eßlinger 105 (104,50). Von sonstigen Papieren stellten sich Reichsbank auf 180,25 (179,90), Conti Gummi auf 211 (210,25) und AG. für Verkehr auf 109,50 (110). In der zweiten Börsenstunde stockte das Geschäft vollkommen. Vielfach nannte man leicht abbröckelnds Kurse. IG. Farben gingen auf 144,75 nach 145 zurück. Bei den später notierten Papieren hielten sich die Veränderungen meist unter 1 v. H., Deutsche Linoleum 1,25 v. H. niedriger mit 144,25. Abendbörse still. Nach dem sehr stillen Verlauf der Mittagsbörse kam es auch im Abendbörsenverkehr nur vereinzelt zu kleinem Geschäft. Die Gesamthaltung war bei weiterhin etwas uneinheitlicher Entwicklung gut behauptet, und die leichten Abweichungen stellten im wesentlichen Anpassungen an den Berliner Schluß dar. IG. Farben gingen mit unverändert 144,75 um. Von Montanwerten bröckelten Mannesmann aus 104 (104,50) ab. Die deutsche Handball-Nationalelf bestritt Dienstag das letzte Spiel auf ihrer Rumänienreise als Berliner Stadtvertretung gegen eine Auswahl von Hermannstadt und kam auch hier zu einem unzweideutigen 19:3- (8:2)-Sieg. Die Deutschen boten vor 2000 Zuschauern eine ganz hervorragende Leistung und lieferten hier wohl den besten Kampf ihrer Rumänienreise. Auch die Hermannstädter Mannschaft, in der ausschließlich volksdeutsche Spie, (er standen (sechs davon kämpften am Samstag in der Vertretung Rumäniens), zeigte recht gute Leistungen, konnte sich aber nie ernstlich gegen die famose Zusammenarbeit des Gegners durchsetzen. Gau-Kurzstrecken-Kanu-Regatta 1939 auf der Lahn. Die Paddlergilde Gießen hat den ehrenvollen Auftrag erhalten, die diesjährige Gau-Kurzstrecken- Kanu-Regatta auszurichten. Die Vereinsführung hat sich mit allem Eifer der Vorbereitung der Regatta gewidmet, mit der in diesem Jahre eine Jugend- Kurzstrecken-Regatta verbunden sein wird, die sowohl für das Gebiet 13, wie auch für das Gebiet 14 der Hitler-Jugend gilt. Schauplatz der sportlichen Ereignisse ist am kommenden Sonntag die Lahn. Die Rennen führen über Strecken von 400, 600 und 1000 Meter Länge. Das Ziel liegt beim Bootshaus der Paddlergilde. Die Wettfahrtleitung haben der Gaufachwart Walter Gutacker und der Führer der Paddlergilde Gießen, Dr. Eberhard Schwarz maier. Die Rennen, deren insgesamt rund 25 auf dem Programm stehen, haben eine sehr gute Besetzung erfahren. Folgende Vereine haben Meldungen abgegeben: Kasseler Kanuklub 1921,. Kanuklub Wetzlar, Kanuvereinigung „Hessen" 1924 Kassel, Marburger Kanuklub, Paddelsport Kassel, Paddlergilde Gießen, Wiesecker Kanuklub und Paddlergilde Hanau. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 11. Juli. Auftrieb: 745 Kälber (gegen 820 am 4. 7.), Hämmcl und Schafe 217 (355), Schweine 2909 (4022). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 62 bis 65 (62 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c) 45 bis 50 (45 bis 50), d) 35 bis 40 (30 bis 40): Hämmel bl) 48 bis 50 (48 bis 50), b2) 43 bis 47 (44 bis 47), c) 37 bis 42 (38 bis 40), d) 18 bis 30 (—); Schafe a) 40 bis 42 (40 bis 42), b) 35 bis 39 (35 bis 39), c) 20 bis 32 (26 bis 32); Schweine a) 59 (59), bl) 58 (58), b2) 57 (57),c) 53 (53), d) 50 (50), Sauen gl) 58 (58). Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittel. Ferkclmarkt in Alsfeld. * Alsfeld, 12. Juli. In Verbindung mit dem heute hier abgeholtenen Kirschenmarkt fand auch ein Schweine markt statt, zu dem 236 Ferkel aufgetrieben waren. Es kosteten 4 bis 6 Wochen alte Tiere 20 bis 25 RM., 6 bis 8 Wochen alte 25 bis 28 RM. Der Handel verlief schleppend, es verblieb Ueb erstand. Iiundfunkprogramm Donnerskag, 13. Juli. 5 Uhr: Frühmusik. Es spielt der Gaumusikzug der NSDAP. Gau Ostpreußen. 5.50: Bauer, merk' auf! 6: Uebertragung nach Saarbrücken: Morgenlied — Morgenspruch — Nachrichten — Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Es spielt das Rundfunkorchester. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.40: Aus Bad Münster am Stein: Bäderkonzert. Es spielt das Städtische Orchester Trier. 9.30: Nur Koblenz-Trier: Nachrichten. 10: Schulfunk. Volksliedsingen, Wiederholung Liederblatt 7. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert I. Es spielt die Tanzkapelle des Reichssenders München. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Im Deutschen Märchenwald. (Eigenaufnahmen des Deutschen Rundfunks.) 14.45: Für unsere Kinder: Das rote Pantöffelchen. 16: Musik am Nachmittag. Es spielt das Orchester Otto Dobrindt. Einlage 17 bis 17.10: Bücher, von denen man spricht. 18: Aus Arbeit und Beruf: 1. Aktuelle Nachrichten. 2. Gespräche hinter dem Ladentisch. 3. Sparen heißt nicht notleiden. 18.30: „Tages Arbeit — Abends Gäste". Hörfolge mit Musik über den Feierabend. 19.15: Tagesspiegel. Zum Tag der deutschen Kunst: „Das größte Atelier der Welt". Ein Besuch bei Prof. Thorak. 19.30: Der fröhliche Loutsvrecher. (Industrie-Schall- platten und Eigenaufnahmen.) 20: Nachrichten. 20.15: Orchesterkonzert. Pause: Der Dichter Friedrich Schnack liest eine Plauderei: „Die Bäume des Laubwaldes". 22.15: Nachrichten. 22.30: Unsere Kolonien: Eine Expedition geht wieder nach Afrika 22.45 bis 24: Volks- und Unterhaltungsmusik. von P- HZ.BannrL6 auf Fahrt im Westerwald und Bewährung in der eine eine auf- Amtsgericht Gießen. K. in Vilbel erhielt durch Strafbefehl schen verursacht, indem er unter Außerachtlassung der im Verkehr erforderlichen und ihm zumutbaren Sorgfalt den Karl Müller aus Wommelshausen mit einem Lastkraftwagen Überfuhr, so daß der Tod des M. auf der Stelle eintrat. Der Angeklagte war geständig. Seine Fahrausbildung hatte er auf einem Personenkraftwagen erhalten. Der Unfall passierte dem Angeklagten, als er am ersten Tage die dritte Außenfahrt mit einem Lastkraftwagen Der Vertreter der Anklage beantragte, die Angeklagten je zu einer Gefängnisstrafe von 1 Monat zu verurteilen. Die Angeklagten wurden unter Zubilligung mildernder Umstände je zu einer G e l d st r a f e v o n 50 Mark, ersatzweise 1 Tag Gefängnis für je 3 Mark der Geldstrafe, verurteilt. Große (Straffammer Gießen. Der Aug. L. Sch. in Frankfurt a. M. hatte sich wegen widernatürlicher Unzucht zu verantworten. Der Angeklagte wurde, dem Antrag des Anklagevertreters entsprechend, unter Anrechnung der Untersuchungshaft zu einer Gefängnisstrafe von zehn Monaten verurteilt. Straferschwerend kam die einschlägige Vorstrafe, die keinerlei Wirkung auf ihn hatte, in Betracht. B. H. in Frankfurt a. M. war ebenfalls der widernatürlichen Unzucht beschuldigt. Der Vertreter der Anklage beantragte eine Gefängnisstrafe von drei Monaten und Unterbringung des Angeklagten in eine Heil- und Pflegeanstalt. Der Angeklagte wurde zu1 einer Gefängnis st rase von fünf Monaten verurteilt unter Zubilligung des Schutzes des § 51 II StGB. Der W. G. in Waldgirmes hatte sich wegen fahr- läfsiqer Tötung zu verantworten. Er hat am 31. März dieses Jahres, vormittags, auf der Straße von Rodheim nach Gießen in der Gemarkung Heuchelheim durch Fahrlässigkeit den Tod eines Men- Montabaur fortsetzen. Die Hitler-Jugend unseres Bannes wird auf ihrer Wanderfahrt auch den Werkstätten für keramische Kunst in Höhr einen Besuch abstatten. Aus allen Gesichtern leuchtete die Freude über die bevorstehenden reichen Erlebnisse. Disziplin und unverbrüchlicher Kameradschaft Kameradschaft ermahnt hatte, wurde unter dem klingenden Spiel der Musik- und Spielmannszüge Friedberg und Lich zum Bahnhof marschiert. Die Fahrt führt zunächst nach Selters (im unteren Lahntal), wo ein Teil der Kameraden aussteigt, während die anderen die Eisenbahnfahrt nach Gestern nachmittag brachen nun auch über 800 Hitlerjungen aus dem ganzen Bannbereich 116 zu ihrer Hessen-Nassau- Fahrt auf. Wie am Vortage die Pimpfe, so traten auch die Junggenos- scn auf dem Platze vor dem Liebigbau an und trafen letzte. Vorbereitungen für ihre große Fahrt. Die Hitler-Jugend wird 10 .Tage unterwegs sein, also im Gegensatz zu den Pimpfen keinen Lageraufenthalt nehmen, sondern sich den Westerwald erwandern, bis zum Rhein marschieren, ein Stück den Rhein entlang ziehen und schließlich Koblenz und die Feste Ehrenbreitstein aufsuchen. Nachdem Bannführer T a e s l e r die jungen Kameraden zu Ordnung, Vor dem Antritt der Hessen-Nassau-Fahrt. Eifrig wird die Karte studiert. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Geldstrafe von 20 Mark, außerdem wurde ihm Schadensersatzleistung in Höhe von 10 Mark erlegt, weil er am 18. Januar 1939 eine Schafherde durch den Stadtwald Zwischen Rödger- und Grünberger Straße trieb. Auf seinen Einspruch gegen den Strafbefehl wurde die Geldstrafe auf 10 Mark herabgesetzt und von Schadensersatzleistung abgesehen, da ein Schaden nicht nachgewiesen war. machte. Der Vertreter der Anklage betonte, der Angeklagte habe in grobfahrlässiger Weise den Tod eines Menschen verschuldet. Er beantragte eine Gefängnisstrafe von einem Jahr. Der Verteidiger vertrat die Ansicht, daß eine grobe Fahrlässigkeit nicht vorliege, und beantragte eine geringere Strafe. Der Angeklagte wurde der fahrlässigen Tötung und der Uebertretung der Reichsstraßenverkehrsordnung schuldig erkannt und unter Anrechnung der Untersuchungshaft zu einer Gefängnis st rafe neun Monaten verurteilt. Aus der engeren Heimat mit das das Die NSG. In der Zeit vom 17. Juli bis 16. August führt das Gebiet Hessen-Nassau der HI. ein Egerländer Lager durch, das dazu dient, die HJ.-Führer des Gebietes zusam- menzufassen, sie weltanschaulich auszurichten und körperlich zu ertüchtigen. Das Lager bildet den Höhepunkt einer 14tägigen Egerland- sahrt, bei der die in Gruppen zusammengefaßten Hitler-Jugendführer den Sudetengau näher kennenlernen sollen. Das Egerländer Lager wird zwei Kilometer von der Stadt Eger entfernt auf einer Waldwiese an der Eger errichtet. Durch seine schöne Lage inmitten einer herrlichen Landschaft wird es bei den Teilnehmern einen unvergeßlichen Eindruck hinterlassen. Das Lager erfaßt vom 17. Juli bis zum 16. August 6000 Führer vom HJ.-Rottenführer und DJ.-Hor- denführer aufwärts. In fünf Lagerzeiten zu fünf Tagen, die sich vom 17. bis 21. Juli, vom 23. bis 27. Juli, vom 29. Juli bis 2. August, vom 4. bis 8. August und vom 10. bis 14. August erstrecken, werden jeweils 1200 HI.- und DJ.-Führer sportlich ertüchtigt und weltanschaulich geschult. In Arbeitsgruppen für Singen, Sprechen, Erzählen und Laienspiel wird die Lagermannschaft einer kulturellen Erziehung unterzogen. Redner, Dichter fowie Führer der Partei werden den Kampf im Osten imd das Ringen unseres Volkes im Sudetenland und in Böhmen und Mähren lebendig machen. Die fünftägigen Lagerzeiten bilden den Höhepunkt einer 14tägigen Egerlandfahrt. Die HJ.-Füh- rer aus dem Gebiet werden zu 20 Mann starken Sängerspende für das WHW. Lpd. Darmstadt, 11. Juli. Der Sänger- flau Hessen-Darm st adt konnte nach "einer abschließenden Zusammenstellung aus den Winter- hilfskonzerten seiner Gesangvereine dem Winterhilfswerk insgesamt 12 200 Mark zuführen. Diese Einsatzbereitschaft der hessischen Sänger verdient alle Anerkennung. 3n einer Kiesgrube verschüttet. Lpd. Friedberg, 11. Juli. In einer Kiesgrube in der Nähe von Ober-Rosbach stürzte durch den Regen ein- Kieswand ein. Drei Arbeiter wurden dabei verschüttet. Während zwei Mann sich retten konnten und mit Arm- und Beinbrüchen davonkamen, wurde der 15jährige Arbeiter Klein aus Ilbenstadt von dem abstürzenden Geröll g e - tötet. Mit dem Motorrad tödlich verunglückt. Lpd. Friedberg, 11. Juli. Der 27jährige Student am Adolf-Hitler-Polytechnikum, Gg. Pieh, ein bekannter Sportler, ist mit seinem Motorrad tödlich verunglückt. Pieh befand sich auf dem Rückweg von einer Veranstaltung in Utphe. 6000 heffeu-uassauische HJ.-Führer aus Egerlandfahrt. Seine Kameraden waren mit ihren Krafträdern vorausgefahren. Pieh, der sie anscheinend einholen wollte, fuhr zwischen Berstadt und Wölfersheim einen Telegrapheninast an und stürzte in den Straßengraben. Dabei brach er das Genick. 3m Gteinbruch tot aufgefunden. LPD. Gladenbach, 11. Juli. Im Stein- b r u d) Mornshausen der A. G. Eiserfelder Steinwerke wurde der in der Mitte der 30er Jahre stehende Willi Simon aus Herzhausen morgens mit Schädelverletzungen t o t aufgefunden. Er war allein an der Schottermaschine tätig, so daß über die Ursache des Unfalls nichts bekannt ist. Landkreis Gießen. 5 Albach , 12. Juli. Am heutigen 12. Juli feiert Frau Marie Eleonore Fink, geb. .Gerhard, Witwe, •n erträglichem Gesundheitszustand ihren 7 9. Geburtstag. Unseren Glückwunsch. Leihgestern, 12. Juli. Ihre silberne Hochzeit können heute, Mittwoch, 12. Juli, der bei den Butzbacher Eisenwerken beschäftigte Karl Reitz und Ehefrau Katharine, geb. Wallbott, Kreuzgasse (am Berg) dahier wohnhaft, begehen. Herzlichen Glückwunsch. westliche Sudetenland nach Eger gelangen. Heimfahrt erfolgt nach der Teilnahme am Eger- länderlager auf gleiche Weise. Zur Teilnahme an dem Egerländer Lager wurden die Banne und Jungbanne des Gebietes wie folgt aufgeteilt: In der Zeit vom 17. bis 21. Juli weilen die Banne 88 (Wetzlar), 98 (Hanau), 166 Fahrtgruppen zusammengefaßt, die zu Fuß, dem Fahrrad und auf der Eisenbahn durch Maintal, durch die Bayerische Ostmark und (Bad Homburg), 132 (Gelnhausen), und die Jung- banne 88 (Wetzlar), 288 (St. Goarshausen), 392 (Gelnhausen), 80 (Wiesbaden) und 304 (Lauterbach) im Lager. Die Banne 81/186 (Frankfurt) und 287 (Offenbach) sowie der Jungbann 81/186 (Frankfurt) sind vom 23. bis 27. Juli im Lager untergebracht. Vom 29. Juli bis 2. August ist das Lager mit den Bannen 80 (Wiesbaden), 118 (Worms), 288 (St. Goarshausen), 303 (Dillenbura), 304 (Lauterbach) und 249 (Limburg) und den Jungbannen 98 (Hanau), 118 (Worms), 303 (Dillenburg) und 249 (Büdingen) besetzt, während die Lagerzeit vom 4. bis 8. August den Bannen 87 (Westerburg), 115 (Darmstadt), 116 (Gieße n) und 253 (Limburg) und den Jungbannen 87 (Westerburg), 116 (Gieße n), 166 (Bad Homburg), 253 (Limburg) und 254 (Büdingen) Vorbehalten ist. Die letzte Lagerzeit vom 10. bis 14. August wird schließlich von den Dannen 117 (Mainz) und 254 (Büdingen) und den Jungbannen 117 (Mainz), 115 (Darmstadt) und 287 (Offenbach) beschickt.