Nr. 134 Erstes Blatt 189. Jahrgang Montag, I2.)uni 1939 Erlchetni täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • DieScholle Monatt-Sezugrprelr: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr .. , - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach. richten: Ayzeiger Sieheu Postscheckkonto: Zrankftirt am Main 11688 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Universttätzdruckerei R. Lange in Gietzen. Schriftleitrmg und Geschäftsstelle: Schulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8^/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.» für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach oorh.Dereinbg.25O/, mehr. Lrmähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins«, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder«, Unterrichts- a. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Oie stärksten Befestigungen der Wett. Generalinspektor Todt warnt die westlichen Völker. — Mr Taten gelten! Mehrere Winternronate lang hat die diplomatische Vorbereitung der Einkreisungkam- pagne durch die We st möchte gedauert. Seit über zwei Monaten wunde sie dann nicht nur mit äußerster Energie, sondern vor allem von Seiten Englands mit ganz erstaunlichen Prestige-Opfern durchgeführt. Unter diesen Umständen muß es Deutschland als dem von der Einkreisung in erster Linie betroffenen Staat doch reichlich sonderbar erscheinen, wenn jetzt plötzlich der englische Außenminister Lord Halifax im Unterhaus zur Friedensschalmei hält und die gesamte englische Presse mit großem Aufwand an Kommentaren usw. daraus geradezu ein „Friedensangebot an Deutschland" zu machen bemüht ist. Es kann bei uns keinen Eindruck mehr machen, wenn Chamberlain dabei zum so und so vielten Male die von ihm geleitete Einkreisungspolitik einfach leugnet; wir haben dergleichen schon oft gehört und zu oft den schärfsten Widerspruch seiner Worte zu seinen Taten feststellen müssen. Die Plötzlichkeit des Wechsels der englischen Taktik und ihre einheitliche Unterstützung durch die eng- lij'dye Presse machen insofern stutzig, als sie gerade auf dem Hintergrund der letzten zwei Monate allen Anlaß zur Skepsis geben, wenn auch die gegenwärtige außenpolitisch-diplomatische Lage der Regierung Chamberlain sehr bestimmte Vermutungen nahelegt. Anderseits liegt es im Wesen der weltbekannten grundsätzlichen Friedenspolitik Großdeutschlands, wenn es die Ausführungen des englischen Außenministers bei aller gebotener Skepsis nicht überhört. Erklärungen etwa wie die, daß ein blühendes Deutschland Europa von Nutzen sei, oder daß man positive Pläne vernünftiger Art für die Zukunft ausarbeiten müsse, oder daß es der englischen Regierung nicht an Verständnis für den deutschen Lebensraum — Halifax gebrauchte dabei das deutsche Wort — fehle, sind seit einer Reihe von Monaten nicht mehr von der anderen Seite des Kanals zu vernehmen gewesen. Dergleichen hört und lieft sich an sich durchaus gut. Aber angesichts der mehr als zwanzigjährigen Erfahrungen, die wir Deutschen mit solchen Theorien gemacht haben, müssen wir doch daran erinnern, daß sich ja auch schließlich einmal Wilsons 1 4 Punkte ganz diskutabel ausnahmen. Lord Halifax legt Deutschland in einer schon fast vertraulichen Weise nahe, es möge doch nicht jedes scharfe Wort gleich auf die Goldwage legen. Eine solche Bemerkung erscheint unangebracht aus dem Munde des nächst Chamberlain aktivsten Einkrei- sungsministers. Auch Lord Halifax wird ja Nicht bestreiten können, daß wir über zwei Monate intensivster Einkreisungshetze gegen Deutschland hinter uns haben, daß Daladier dem deutschen Anspruch auf Lebensraum ein Nein geradezu mit der Schroffheit eines Bartou entgegenstellte, daß noch am Mittwoch der englische Ministerpräsident selbst die Unterstützungspflicht der Einkreisungsmächte noch nicht einmal auf ihre eigenen Gebiete beschränkt wissen wollte, daß England sich den Wirtschaftsverhandlungen mit Rumänien mit ausgesprochen unfairen Mitteln in den Weg stellte daß England beim Auftauchen eines deutschen Bedarfes an Walöl sofort den ganzen Bestand auf dem Weltmarkt aufkaufte, daß die Emkrelsungs- mächte mit allen Mitteln militärische Kriegsvorbereitungen aller Art treffen, daß sie in ihren Ländern eine wilde Kriegspsychose unter bewußt falscher Vorspiegelung entfesselt und daß sie den schlimmsten Feind der Menschheit und aller Kultur, den Bolschewismus, in einer besonders für England geradezu unwürdigen Weise um seine Mithilfe an» bettelten und zur Stunde noch anbetteln. Diese kleine Aufzählung enthält nur einige wenige Beispiele dafür, wie die von England geführte Ein- kreisungspraxis gegenüber der jetzt von Halifax fo plötzlich verkündeten Friedenstheorie in Wirklichkeit aussieht. Demgegenüber steht, was nicht unerwähnt bleiben darf, eine sehr weitschauende, sehr großzügige Betätigung der Friedens- mission Deutschlands, die sich nicht nur darin äußerte, daß es auf dem Höhepunkt der neuesten europäischen Krise Wirtschaftsverträge und Nichtangriffspakte mit einem halben Dutzend Staaten abschloß, sondern tue eine bereits SVrjährige konstruktive Friedensarbeit in Europa mit beispielsweise drei au5gearbeiteten Pesrie - dungsplänen aufweisen kann. Daß diese praktische Friedensarbeit Deutschlands auf der anderen Seite teils völliger Verständnislosigkeit, teils einer planmäßig geförderten D e r» leumdungspolitik begegnete, ist ja schließlich nicht die Schuld Deutschlands. „Bargeld lacht" — d. h. in diesem Fall: wir halten von Worten, zumal wenn sie in einer für England fo zweideutige Situation fallen, gar nichts. Umsomehr aber ist Deutschland, entsprechend seiner eigenen praktischen Friedensarbeit, für die Praxis der Gegenseite empfänglich, d. h. für Tatsachen! Wenn also die Rede des englischen Außenministers überhaupt einen Sinn haben soll, dann mag England, nachdem es die Initiative zu der Einkreisungspolitik ergriffen hat, mmmehr die Initiative zu einer Tatfachen Politik d e r Befriedung pnd des Friedens überhaupt ergreifen. An Gelegenheiten und Problemen, die bte Ausführung ermöglichen, fehlt es wirklich nicht — beispielsweise in der Kolonialfrage! Giotto fährt nach Spanien. Burgos, 11. Juni. (DNB.) Wie die spanische Nachrichtenagentur EFE aus Rom erfährt, tft zu erwarten, daß der italienische Außenmirn- st e r demnächst Spanien einen Besuch ab» statten wird. Trier, 11. Juni. (DNB.) Beim Gautag der Westmark, dem auch 10 000 Westwallarbeiter beiwohnten, hielt der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, Dr. Todt, eine Rede, in der er sagte: Es ist mir eine ganz besondere Freude, zum Gautag des Westmarkgaues zu kommen, weil der Gautag die Möglichkeit bietet, einmal mit 1 0 0 0 0 Westwallarbeitern zusammenzutreten. In vier Wochen wird es ein Jahr, seitdem der große Arbeitseinsatz im Westen erfolgte, wobei nach dem Willen des Führers die militärischen Dienststellen des Heeres und der Luft, der Reichsarbeitsdienst und der Generalinspektor für das deutsche Stroßen- wesen mit den deutschen Bauarbeitern und der deutschen Bauwirtschaft sich am Westwall, der g e - w a 11 i g ft e n G e m e i n s ch a f t s l ei st u n g, zusammengefunden haben, die jemals gemeinsam von einem ganzen Volk durchgeführt worden ist. Der Führer hat schon nach den ersten Arbeits- monaten beim Reichsparteitag 1938 die Zahlen der damals erreichten Leistung genannt. Man hat diese Zahlen nicht geglaubt, und man halt auch heule vielfach für unmöglich, was innerhalb Jahresfrist neu geschaffen wurde. Es ist verständlich, daß man in Demokratien, wo jeder nur an sich denkt und jeder nur nach feiner eigenen liberaliftischen Freiheit lebt, wo ja ein Bauunternehmer nicht dort arbeitet, wo man ihn braucht, sondern nur dort, wo er am meisten verdient, das nicht für möglich hält. Meine Arbeitskameraden! Es ist verständlich, daß sich diese Demokratien keine Vorstellung machen können von der Leistungsfähigkeit eines Volkes, das an Stelle von 26 Parteien einen Führer hat, diesen Führer liebt, ihm glaubt und ihm unbedingt folgt. Der Westwall ist das große Beispiel der gewaltigen Leistungskraft eines Volkes, das zu feinem Führer steht. Mit diesem Maßstab für die Leistungsfähigkeit eines geeinten Volkes wird man auch künftig in allen Fällen rechnen müssen. Die große Gemeinfchaftsleistung Hal ihren ersten Ausdruck gefunden in der Zusammensetzung der Arbeitskräfte. Aus allen Teilen Deutschlands kamt ihr hierher in den Vesten, um mitzuhelfen, die Westgrenze des Reiches zu schützen. Etwa 30 000 allein kamen aus Berlin uni) Brandenburg, ungefähr die gleiche Zahl aus dem Landesarbeitsamt Bezirk Milte, Halle- Merseburg, ungefähr ebensoviel aus Sachsen, dem Rheinland, Südwestdeulschland und Westfalen, von der Wasserkante; besonders viele waren aus Hamburg da, und selbst die entfernten Gaue des Reiches, Schlesien und Ostpreußen, haben mehrere tausend Arbeitskameraden entsandt. Es war wahrhaftig das ganze deutsche Volk, das hier gearbeitet hat. Das ist und bleibt auch das größte und schönste Erlebnis für jeden einzelnen, der nicht nur allein mit feiner Organisation, nicht mit der Organisation Todl allein hier gearbeitet hat. Gewiß, es gibt auch am Rande dieser Gemeinschaftsleistungen vereinzelt Meckerer. Einige sagen, die Arbeiter am Westwall hätten zu viel verdient. Meine lieben Arbeitskameraden! Verdient Haden die Männer weit mehr als das, was ihnen nach dem Tariflohn ausbezahlt wurde. Und wenn hier vorübergehend bei 14- und löftünbiger Arbeitszeit wegen der ganz außerordentlichen Umstände etwas mehr als sonst in die Lohntüte des Bauarbeiters geflossen ist, so ist der deutsche Bauarbeiter so vernünftig 'zu wissen, daß dieser einmalige Umstand nicht als Maßstab für allgemeine Lohnerhöhungen angelegt werden darf. Die Arbeit ist noch nicht fertig. Ein altes Sprichwort sagt: doppelt genäht hält besser. Der Führer hat angeordnet, daß wir nicht doppelt, sondern dreifach nähen, wir werden daher noch einige Monate zu tun haben. Inzwischen läuft die vorgesehene Arbeitszeit für eine Reihe von Arbeitskameraden ab. Wer aus Familiengründen dringend nach Hause muß, der soll auch jetzt ausgetauscht werden, alle übrigen sollen aber zufammenbleiben, bis das Werk in etwa zwei Monaten zu einem guten Abschluß gebracht ist. Wir wollen durch verschiedene Regelungen den Verbleib weitab von der Familie erleichtern. U. a. ist vorgesehen, daß die Urlaubsfahrkarte des Arbeiters auch von seiner Frau benutzt werden kann, wenn er selbst nicht in der Lage ist, den Urlaub auszunutzen. Daß die Arbeit von besonderer Wichtigkeit ist, habt ihr alle daran gesehen, daß der Führer vor kurzem sechs volle Tage im Westen geblieben ist. Wenn der Führer bei seiner gewaltigen Arbeitsleistung sechs volle Tage für den Westwall aufwendet, dann müssen auch wir noch ein paar Wochen' dafür hergeben. Englische und französische Zeitungen und Sender haben in letzter Zeit berichtet, der General- ittspektor sei nicht mehr da. Der Westwall sei nicht, brauchbar, und man habe den Generalinspektor nach Spanien geschickt. Hier war wieder einmal der Wunsch der Vater des Gedankens. In Spanien oder noch besser, „wo der Pfeffer wächst", wäre ihnen der Generalinspektor schon sehr viel sympachischer als ausgerechnet beim Festungsbau im Westen und Osten. Aber vorläufig bin ich da, und ihr, meine Arbeitskameraden, seid auch noch da und seid nicht, wie sie melden, im Hochwasser davongeschwommen, im Gegenteil, es werden von Tag zu Tag mehr. 3m Oktober hat der Führer angeordnet, daß die hinter Aachen und Saarbrücken fertiggestellten Anlagen durch eine neue, noch stärkere Stellung vor diesen Städten ergänzt werden. 3hr wißt wohl von eueren Kameraden, die dort bei Aachen und Saarbrücken arbeiten, daß diese neue Stellung feit Oktober mit der gleichen Energie und mit dem gleichen Erfolg durchgeführt wurde, wie wir im vergangenen 3ahr die sogenannte erste und zweite Stellung östlich dieser Städte gebaut haben. Zu den zwei an sich schon sehr starken und liefen Stellungen ist also inzwischen eine dritte gekommen. Und ihr wißt auch, daß die Stände dieser fast grenznahen neuem Bauten besonders schwer armiert und ganz besonders wider stands- fähig sind. Aber nicht nur vor diesen beiden Städten, sondern im Verlauf der ganzen Linie von Aachen bis an die Schweizer Grenze haben die Dienststellen der Wehrmacht, des Reichsarbeitsdienstes und der verwunschene Generalinspektor mit Oie Lügner an die Front! feinen Westwallarbeitern ihre unsympathische Arbeit fortgesetzt. Die schon im vergangenen Zahr fertige Stellung bekam bis hinunter nach Basel besonders starke Lrgänzungs- bauten. Ihr kennt sie ja, diese ganz dicken Brocken, die die Rosinen in dem an sich schon nahrhaften Kuchen sind. In einer herrlichen Kameradschaft arbeiten hier der deutsche Arbeiter, der deutsche Ingenieur und die Männer des Reichsarbeitsdienstes mit den Dienststellen des Heeres und der Luftwaffe, und wenn die anderen auch behaupten, wir hätten dauernd Differenzen miteinander, so kann ich nur versichern, wir werden so lange in Kameradschaft und Harmonie weiter zusammen arbeiten, als der Führer dies für richtig hält. Nun haben sie auch noch im Straßburger Sender erzählt, unsere Stände am Obcrrhein seien zum großen Teil nicht mehr zu sehen, sie feien offenbar im letzten Hochwasser davongeschwommen, jedenfalls seien sie nicht mehr da. Wir sind dem Straßburger Sender für die Anerkennung der vorzüglichen Tarnung unserer Anlagen ganz besonders dankbar. Die gefährliche Täuschung der Weflmächie. Was bedeuten alle diese Lügen? Warum liegt der Gegenseite so viel daran, das eigene Volk über die Stärke unserer Befestigungsanlagen hinwegzutäuschen? Wir haben es hier mit einer ganz gefährlichen Irreführung des französischen und des englischen Volkes durch Presse und Rundfunk zu tun. Die armen Teufel auf der anderen Seite sollen unwissend über die Starke unseres Westwalls bleiben, damit man sie, wenn es zweckmäßig erscheint, besser antreiben kann, dagegen anzulaufen. 2Han verschweigt dem französischen Volk die Stärke unserer Grenzbefestigungen und betreibt mit diesem sträflichen Leichtsinn Kriegspolitik. Vielleicht haben auch einige französische und englische Politiker, die in den letzten sechs Jahren nichts dazu gelernt haben, die Meinung, man könne wieder einmal die Westmark besehen. Es sind ja erst neun 3ahre her, daß die fremden Heere abgezogen sind. Da kann man nur eines antworten: Das gab's nur einmal, das kommt nicht wieder? (Stürmischer Beifall.) Am Westwall vom Meer bis zum Alpenland steht mit großen Buchstaben: Unbefugten ist der Zutritt verboten! Wenn jetzt ein paar Hetzer das englische und das französische Volk verführen wollen, den Westwall als ungefährlich anzufehen, fo ist das eine sehr gefährliche Angelegenheit, und es wird eine bittere Enttäuschung geben, die der französische oder englische Soldat zu spüren haben wird, wenn die verantwortungslose Lügenagitation ihn über Oie „neueste Formel". Englands Knierutschen vor den Moskowitern. London, 12. Juni. (DNB.) Die Sonntagsblätter glauben übereinstimmend berichten zu können, daß eine Kompromißformel für die baltischen Staaten gesunden sei. Großbritannien wolle danach vorschlagen, daß sich die drei Mächte im Falle eines ungerechten Angriffes gegenseitig zu Hilfe kommen sollten, wenn eine von ihnen in Feindseligkeiten verwickelt werde, „weil sie der Aggression gegen irgend einen anderen Staat Widerstand leisten wolle". Für den Fall, daß keine Feindseligkeiten ausgebrochen seien, werde vorgeschlagen, daß sofort Konsultationen stattsin- den sollten. Die britische Regierung werde alles tun, um den Eindruck zu vermeiden, so schreibt „Sunday Times", daß es Sowjetrußland am Ende allein überlassen bleibe, einer Aggression Widerstand zu leisten. Englands Doppelzüngigkeit. London, 12. Juni. (DNB. Funkspruch.) Ministerpräsident Chamberlain wird, wie verlautet, am Montagvormittag den Leiter der mitteleuropäischen Abteilung im Foreign Office, Strang, empfangen, um mit ihm noch einmal vor dessen Abreise nach Moskau die britischen Vorschläge durchzusprechen. Im Oberhaus wird am Montag die außenpolitische Aussprache fortgesetzt werden, die Lord Halifax im Namen der Regierung abschließen wird. Zugleich wenden sich die Zeitungen in langen Ausführungen gegen die abermalige Festnagelung der britischen Einkreisungspolitik. „News Chronicle" stellt dabei fest, „es seien alle Beweise dafür vorhanden, daß Dr. Goebbels großen Erfolg mit feiner Einkreijuirgspropaganda habe". Die bri» die tatsächliche Stärke unserer Grenzbefestigungen und Über den Geist und Kampfwillen unserer Truppen falsch unterrichtet. Wenn er dann die Wahrheit über die furchtbare Stärke dieser stärksten und modern st en Befestigungsanlage der Welt am eigenen Leibe spüren muh, dann kommt diese bittere Erkenntnis und die Berichtigung der Lügen zu spät! Ich würde empfehlen, diese Rundfunk- und Presse, lügncr bei d e r Truppe einzuteilen, so daß sie im Zweifelsfalle selbst Gelegenheit haben, sich ein Urteil über die Stärke unserer Befestigungsanlagen und den Geist unserer Truppen zu ncr- schaffen. Ich glaube, ihre Berichte würden dann anders ausfallen, als wenn man ihnen erlaubt, i n der Etappe und ohne eigene Beteiligung 3um Kriege zu Hetzen. Jedenfalls sind wir davon überzeugt, daß die Millionen Kubikmeter Beton unseres Westwalls ein sehr wichtiger und auch ausschlaggebenderer Beitrag zur Erhaltung des Friedens sind als die richtig erkannten Irreführungen dieser Presse- und Rundfunklügner. Meine Arbeitskameraden! Deutsche Volksgenossen? Der We st wall wird noch oer stärkt werden. Er ist das große Beispiel einer gewaltigen Gemein sch aftslei st ung des ganzen Volkes unter einem großen Führer. Die Geschichte wird weitergehen. So groß und einmalig diese Leistung auch war, sie wird nicht die einzige bleiben, die unser Volk aufgeführt hat. Wir aber werden, uns mit Stolz der Zeit erinnern, in der wir als Maurer diese Steine gesetzt haben." trische Regierung tue, was sie könne, mit Ministerreden. um das zu verwischen. Man bemüht sich dabei krampfhaft, die britische Politik von zwei Vorwürfen reinzuwaschen, nämlich, daß Großbritannien Deutschland einzukreisen wünsche und daß England sich überallDeutschlandindenWegzu st eilen beabsichtige. In den Artikeln wird dabei deutlicher als bisher ersichtlich, daß insbesondere der wachsende Einblick des deutschen Volkes in die wahren Ziele der englischen Politik als gefährlich empfunden wird. „Armes Frankreich." Der Brandstifter in der Feuerwehr. Paris, 11. Juni. (DNB.) „Armes Frankreich!" So leitete der Außenpolitiker des „Petit Journal" feinen Artikel über die englisch - sowjet- russischen Verhandlungen ein und schreibt: „Im gleichen Augenblick, wo man sich anstrengt, der französischen Oeffentlichkeit glauben zu machen, alles ginge gut, will man ihr aber auch einreden, daß auswärtige Drohungen eine Verlängerung des Mandats der französischen Abgeordneten rechtfertigen. Ißas soll man anders in diesem Durcheinander verstehen, als daß Frankreich, das so viele intelligente Leute zählt, nunmehr bereits dahin gekommen ist, sich ein I f ü r ein U machen zu lassen, die Sowjets als zivilisierte Leute, die Bolschewisten als Freunde des Friedens und jogar Madame Tabouis als eine große Journalistin anzusehen. Wenn jetzt das Foreign Office den neuen Vorschlägen eine endgültige Form zu geben suche, die am Dienstag dem Meistererpresser im Kreml überreicht werden sollen, vergesse man völlig den Ursprung, das Ziel und die Bedingungen der französisch-englisch-sowjetrussischen Ver- Handlungen. Man vergesse zu sagen, daß Sowjet-. *r ufclanb nur dann intex oenzexen werde, Deutschlands Beitrag zur Neuordnung Europas. Reichsleiter Rosenberg über unsere Zukunstsaufgaben. werdende Geschichte geworden sei. $üt diese Aufgabe wollen wir uns wappnen. Jeder einzelne müsse hier helfen, und als Parole ür diesen Kampf gelte das Wort, das ,n ~cr Schlacht von Königgrätz, als die österreichischen Armeen zu siegen schienen, prägte und welches lautet. „Hier wird nicht zurückgegangen, hier geht es i|tn Preußen", und was in übertragenem Sinne für uns heiße: „Hier wird nicht zurück gegangen, hier geht es um Deutschland . Reichsorgamsationsleller Ley agte dann in einer Ansprache u. a.: Deutschland hat in der Geschichte ein ewiges Aus und Ab erlebt, Zeiten tiefsten Verfalls wechselten ab mit Zeiten des Aufschwungs und der Blüte. Die schänd- l i ch st e Zeit Deutschlands war die des Separatismus. Sie ist endgültig überwunden durch den Westwall, der uns zeigt, daß d a s l i n k e R h e i n u f e r auf e w i g z u Deutschland gehört. Dr. Ley erklärte dann, von dem stürmischen Beifall der Westwallarbeiter unterbrochen, daß der Führer mit dem Westwall eine Isolierschicht zwi- chen Deutschland und den Westmächten gelegt hat. Hinter diesem einzigartigen Westwall steht ein Volk, das eine unzertrennliche Gemeinschaft darstellt. Die Arbeit des Führers und seiner Partei hat durch diese Gemeinschaft die schönsten fruchte getragen. Die großen Erfolge der letzten sechs Jahre waren nur möglich, weil jeder Volksgenosse sich als Deutscher fühlt. Jeder Westwall, ar beiter weiß, daß er den Führer bei seinem Kamps um Deutschlands Le- bensrechte unterstützt hat. Er weiß, daß der Westwall dazu beitragen wird, Deutschlands Weltgeltung wieder herzustellen. Jeder einzelne Arbeiter ist, so betonte Dr.Ley erneut unter der Zustimmung der 80 000, ein Träger der Ehre seines Volkes, Seine Ehre farm es nicht vertragen, daß es in der Welt irgendein Volk gibt, das über ihn eine Blockade verhängen kann. Jeder einzelne Arbeiter steht hinter der Forderung des Führers nach mehr Lebensraum für unser Volk. Jeder einzelne Arbeiter weiß, daß dieser Kamps über das Sein oder Nichtsein des deutschen Volkes entscheidet. Dieser unerschütterliche Glaube und bedingungslose Einsatz des deutschen Volkes gibt dem Kchrer auch immer wieder neue Kraft für seine gewaltige Arbeit. Alle werden in Deutschland satt. Oie Tierpfleger in der Erzeugungsschlacht. Leipzig, 12. Juni.-(DNB.) Den Abschluß der großen landwirtschaftlichen V er an stal düngen der vergangenen Woche, zu denen auch der Internationale Landwirtschaftskongreß in Dresden gehört, bildete am letzten Tage der V. Reichsnährstandsaus- tellung in Leipzig eine Rede des Reichsbauern- ührers und Reichsernährungsminister R. Walter Darr 6 auf dem ersten deutschen Tierpflegertref- en, zu dem über 5000 Melker, Schäfer und Schweinewärber .zusammengekommen waren. Reichsminister DarrL erinnerte an den Weltkrieg, den wir an der Ernährung verloren haben. Seit' 1933 mar es daher das Bestreben der agrar- politischen Führung, eine Katastrophe wie 1918 in der Ernährungspolitik nicht noch einmal eintreten zu lassen. „In diesem Kampf sind wir", so erklärte Reichsminister Darre, „bis heute Sieger geblieben. Wan erzähle mir doch nicht, was es heute olles nicht gibt, sondern man vergleiche, daß wir damals, vier Jahre nach der Volkserhebung von 1914, vor Hunger zusammengebrochcn sind, und daß wir heute, sechs Jahre nach der nationalsozialistischen Erhebung, olle in Deutschland satt werden." Einleitend hatte der Reichsbauernführer festgestellt, daß für ihn die Teilnahme an dem Vieh- psleger-Treffen von vornherein sestge standen hätte, um öffentlich und eindringlich für die treue M i t- arbeit der Tierpfleger bei der Sicherung der Nahrungsfreiheit zu danken und als Minister zum Ausdruck zu bringen, welch warmes Interesse die Staatsführung an ihrer Arbeit nimmt. Er selbst sei stolz darauf, den Titel eines Schweizers zu haben. Er wisse, daß vieles gerade die Tierpfleger bedrücke, wie aber die Soldaten aus dem Weltkriege und die Kampfer der Bewegung von vor 1933 wüßten, daß man nicht auf die leichten, sondern auf die schweren Stunden des Kampfes stolz ist, so gehe es heute ähnlich im ganzen Landvolk. 752 000 Besucher auf der 5. Reichsnährstandsausstellung Leipzig, 11. Juni. (DNB.) Der letzte Sonntag der V. Reichsnährstands - Ausstellung brachte noch eine Besucherzahl von weit über 100 000. Die Gesamtbesucherzahl beträgt nunmehr 7 5 2 0 0 0. Damit ist Leipzig die am stärksten besuchte aller bisherigen Reichsnährstandsausstellungen. Die letzte Ausstellung der früheren Deutschen Landwirt- chaftsgesellschaft Leipzig im Jahre 1928 hatte 344246 Besucher zu verzeichnen gehabt. 2 Milliarden Reichsmark Devisen erspart. Berlin, 12. Juni. (Ndz.) An der Spitze der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift „Der Vierjahres- plan" nimmt Reichsernährungsminister Reichs- bauernführer Darre das Wort, umauf die entscheidenden Verdien st e hinzuweisen, die bet deutsche Bauer am Aufbau Groß- deutschlands hat. Wäre die landwirtschaftliche Erzeugung von 1938 noch auf dem Stande von 1932 geblieben, so hätten wir allein 1938 für etwa zwei Milliarden Reichsmark mehr Lebensmittel einführen müssen. Ohne die Erfolge der Erzeugungsschlacht hätten wir daher 1938 vor der Wahl 'gestanden, entweder die Einfuhr non Rohstoffen rigoros zu drosseln oder durch Verzicht auf riesige Lebensmittelmengen die Volksernährung zu beeinträchtigen. Es sei deshalb nicht zu viel, wenn er festslelle, daß ohne dir harte Arbeit der deutschen Bauern und Landarbeiter und vor allem ohne die unermüdliche Arbeit der deutschen Landfrauen die gewaltigen politischen Erfolge der Politik des Führers in den letzten Jahren unmöglich wären. Der Mangel an Arbeitskräften und seine weittragenden Folgen bereiteten heute der Fortsetzung der Erzeugungsschlacht große oft unüberwindlich erschei- nenbe Schwierigkeiten. Die Führung wisse bies. Aber auch das ganze Volk müsse es wissen, weil ohne den entschlossenen Willen des ganzen Volkes bie Landflucht, ihre Ursachen und die dadurch entstandenen Schwierigkeiten nicht überwunden werden könnten. Don der Meisterung dieser Aufgabe hänge die Zukunft unserer. Volksernährung und unseres völkischen Bestandes ab. Argentinien und USA. Theorie und Praxis in Washingtons panamerika-politit. Don unserem as.-Korrespondenien. wenn seine eigenen Interessen bedroht seien, sonst aber nicht. Man verliere sich dagegen in bi) zantische Diskussionen über die Abfassung eines diplomatischen Textes, der keinerlei Bedeutung habe. Unter Bezugnahme auf englische Pressestimmen, wie der „Times" und des „Daily Herald", fragt der Außenpolitiker des „Petit Journal": „Ist man in der Tat schon so weit gekommen, daß die zuständigen Vertreter zivilisierter und von der bolschewistischen Gefahr bedrohten Nationen es für notwendig erachten, zur Vermeidung der Feuersbrunst die Brant) ft ifter selber in die Kette der Feuerwehrmannschaft einzubeziehen. Das heißt also, einen Herrn in den Kreml zu entsenden mit dem Auftrag, die Wünsche und Drohungen des Ehefs einer internationalen Organisation entgegenzunehmen, der nichts anderes will, als überall Krach zu stiften und unter Ausnutzung dieser Umstände den allgemeinen Umsturz zu organisieren?" Mageres Ergebnis. Neu york, ll. Juni. (DNB.) Der gewöhnlich gut unterrichtete Washingtoner Korrespondent der „New Park Times" behandelt am Sonntag den britischen K ö n i g s b e s u ch in den USA. Er schreibt, wenn das Königspaar gehofft habe, ins- geheim dem isolationistischen Gefühl entgegenzuwirken in dem Bestreben, amerikanische Hilfe und Teilnahme an einem drohenden Krieg in Europa sicherzustellen, dann habe es eine große Menge Energie und königlichen Schweißes verwendet. Eine Umfrage im Kongreß nach der Abfahrt des Königspaares aus Washington zeige klar, daß der Besuch n i cht im gering ft en den gegenwärtig auf dem Capitol wogenden Kamps um die Neutralitäts- gesetzgebung zu beeinflussen vermag. Was greifbare Folgerungen oder konkrete Resultate an- betreffc so hätten die britischen Majestäten „nicht mehr Einfluß auf die USA.-Politik ausgcubt, als sie es auf die britische Politik tun". Dank an den Führer. „Wir werden diese Tage in dauernder und bester Erinnerung behalten." Berlin, 10/ Juni. (DNB.) Der jugoslawische Prinzregent hat aus Rosenbach nachstehendes Telegramm an den Führer gerichtet: „Im Augenblick, da ich freies deutsches Land verlasse, erinnere ich mich mit dem Gefühle aufrichtiger Freude meines Aufenthaltes im mächtigen und großen Deutschen Reich und des von Eurer Exzellenz der Prinzessin Olga und mir so großartig bereiteten Empfanges. W i r werden diese Tage in dauernder und bester Erinnerung behalten. Prinzessin Olga und ich bitten Eure Exzellenz, unseren tiefsten Dank und unsere besten Wünsche für das persönliche Wohlergehen Eurer Exzellenz und das weitere Blühen und Gedeihen des Deutschen Reiches entgegennehmen zu wollen. Paul." Prinzregent Paul von Jugoslawien und Prinzessin Olga haben aus Nosenbach an Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring und Frau Göring folgendes Telegramm gerichtet: „Beim Verlassen deutschen Bodens drängt es die Prinzessin und mich, Frau Göring und Ihnen, Herr Generalfeldmarschall, unseren aufrichtig- st e n Dank auszusprechen für die herzliche Gastfreundschaft, die wir in Ihrem Hause genossen haben, und die uns unvergeßlich bleiben wird. Paul und Olga." Beim Verlassen deutschen Bodens hat der Königlich Jugoslawische Minister des Aeußern, C i n c a r- Markowitsch an den Reichsminister des Aus- roartigen von Ribbentrop ein in herzlichen Worten gehaltenes Telegramm gerichtet, in dem er für die vielen Zeichen aufrichtiger Freundschaft während des Aufenthaltes in Deutschland dankt, die eine Bestätigung der engen Verbindung zwischen Deutschland und Jugo s l a n) i e n seien und die Erwartung zuließen, daß die Beziehungen beider Länder sich noch glückhafter entwickeln würden. Franco und Mussolini. Rom, 10. Juni (Europapreh). Der spanische Regierungschef Franco hat an Mussolini folgendes Telegramm gerichtet: „Duce! Der Nationalrat der Spanischen Falange und der Nationalsyndikalistischen Arbeiterjugend (JONS.) wünscht Ihnen den Ausdruck seines Gedenkens und seiner Freundschaft zu veilichern, an dem Tage, an dem er sein Werk zum Abschluß bringt, das Spanien eine nationalsyndika 1 istiscde Grundlage gibt. Nach dem Siege der Was f e n ist auch der s o z i a l i st i s ch e Sieg berge ft e II t worden, während Spanier und Italiener Seite an Seite in Rom in einer historischen und großartigen Einigkeit defilieren. Es lebe Italien! Arriba Espana! ' gez. Franco." Mussolini hat darauf telegraphisch geand- wartet: „Ich danke Ihnen und dem Nationalrat der Falange und der JONS, herzlich für die mir übermittelte freundschaftliche Botschaft. Ich habe die Gewißheit, daß Ihr triumphierender Sieg d e m neuen Santen den Weg mit Leistungen öffnet, die zugleich national und sozial sein werden. Eine solche Entwicklung wird, wie wir es wollen, die Zukunft unserer Völker immer stärker vereinen. Arriba Espana! gez. Mussolini." Bedauerliche Zwischenfälle. Prag, 10. Juni. (DNB.) Das bisherige Ermiit lungsergcbnis, das Verhalten der tschechischen Bevölkerung sowie die Maßnahmen der Protcktorats- regicrung ermöglichen es dem Reichsprotektor, zur Zeit von den nach dem 10. Juni weiter in Aussicht genommenen Maßnahmen im Mordfall in Kladno Abstand zu nehmen. In der Nacht zum Samstag kam cs in Nachod zu einer Auseinandersetzung zwischen deutschen und tschechischen P o l i z e i b e a m t e n . in deren Verlaus ein tschechischer Beamter durch einen Schuß getötet wurde. Nach den bisherigen Ermittlungen, die gemeinsam von deutschen und tschechi- schen Organen durchgeführt wurden, handelt es sich um eine unglückliche Verkettung verschiedener bedauerlicher Vorfälle. Der Reichsprotektor hat angeordnet, daß die Untersuchungen mit unnach- fid)t(id)cr Strenge durchgeführt und unverzüglich zum Abschluß gebracht werden. Die Beschuldigten befänden sich in Gewahrsam. Trier, 11. Juni. (DNB.) Der Sonntag als letzter Tag des großen politischen Generalappells des Westmarkgaues stellte mit seinen Deranstaltun- < en den Höhepunkt des Gautages dar. Vor dem Führerkorps des Gaues sprach in richtungweisender Rede > Alfred Rosenberg. Der Reichsleiter stellte dabei einleitend fest, unser Geschlecht scheine vom Schicksal ausersehen zu sein, während seines ganzen Lebens die größten Kämpfe ö’c r deutschen Geschichte zu fuhren. Es müsse in diesem Bewußtsein nicht nur leben, sondern müsse dieses Schicksal auch inner, l i ch bejahen. 1918 wären wir nicht militärisch unterlegen, sondern dieses Jahr fei ein Symbol dafür, daß das deutsche Volk weltanschaulich zerrissen gewesen und, in seinem Innersten zermürbt, unterlegen sei. Mit diesem Jahre 1918 sei nicht nur ein politisches System zugrunde gegangen, nicht nur eine soziale Ordnung, sondern eine ganze alte Welt fei innerlich zerbrochen. Das neue deutsche Volk sei heute dazu berufen, ein altes Zeitalter zu begraben, und wir hätten die Aufgabe und die Pflicht, eine neue Zeitepoche mit unseren Kräften neu zu gestalten. Gerade in den letzten Wochen und Tagen hätten wir ein weithin leuchtendes Blerfmat dieses neuen Geistes gesehen. Das sei die Legion Eondor gewesen, die von den spanischen Schlachtfeldern siegreich heimgekehrt sei, deren Name schon heute der Titel eines großen nationalen Ethos der deutschen Ration geworden sei. Jede große Epoche müsse sich bemühen, ihrer Zeit einen inneren Sinn zu geben. Während vieler hundert Jahre hätten sich die herrschenden Kräfte bemüht, die Christianisierung aller Völker auf Erden durchzuführen und ganze Generationen in deren Bann zu ziehen. Niemand denke daran, diese Kräfte zu verunglimpfen. Aber ebenso müsse anerkannt werden, daß neue Epochen auch die Lösung anderer Aufgaben *als ihr größtes Ziel an- sehen. Wenn einmal für die Christianisierung vieler Völker ganze Armeen zur Verfügung gestanden hätten, so sei schon heute kein Zweifel, daß hierfür in unseren Tagen kein Soldat mehr zur Verfügung stehe. Wenn wir uns bemühen, dem deutschen Leben heute einen neuen Sinn zu geben, so konnten wir uns in Erinnerung an die Kämpfe der vergangenen Jahrhunderte nicht dazu bekennen, daß er darin bestünde, die Welt zur Christianisierung zu erziehen, sondern das deutsche Volk zu einer bewußten Volkwerdung zu führen. Die nationalsozialistische Revolution sei die konservativste, die jemals in der Weltgeschichte vor sich gegangen sei. Bei aller Schärfe des Kampfes seien die Nationalsozialisten niemals Bilderstürmer, sondern nur Revolutionäre im Stürzen überalterter Formen gewesen. Auch in der Beurteilung der Erhaltung deutscher Werte der vergangenen Jahrtausende habe sich nichts geändert. Ganz im Gegenteil, die Bewunderung für Burgen und Dome sei verbunden mit dem Gedanken, daß auch diese Burgen und Dome einmal mit großen Opfern gebaut worden seien. Und wenn heute hier und da die Frage gestellt werde, ob es nötig |ei, große Werke der Architektur und der Technik zu bauen, so mußten die Fragenden auf die Werke hingewiesen werden, die vor Jahrtausenden entstanden seien, und die sie so gerne besuchten und verehrten. Und weiter müsse ihnen gesagt werden, daß unsere Zeit nicht weniger groß von sich denken könne, als es die Vergangenheit sich gegenüber getan habe. Auch unsere Zeit müsse begreifen, daß sie dazu ausersehen sei, einer großen Epoche ihr eigenes Gesicht zu geben. In diesem Streben komme der Sicherung und Erhaltung unseres Volkstums die größte Bedeutung zu. Wenn wir so unsere ganze Kraft dafür ein- fehten, die edelsten werte des deutschen Menschen hervorzukehren, so könne das kein Kampf gegen die Religion sein. Riemand in Deutschland verlange eine völlige Uebereinftimmung in Dingen der Philosophie oder der Kunst. Was aber verlangt werden müsse, sei, daß sich jeder im Walten der nationalen Ehre und Freiheit unterwerfe. Die Durch- sehung dieser Haltung sei notwendig für die Erhaltung der Gegenwart und für die Sicherung der ganzen Zukunft. Das wären wir den Soldaten des großen Krieges schuldig und auch den jungen Soldaten, die zwei Jahre lang in einem fernen Lande für Deutschland gekämpft hätten. Lin Mensch oder eine Institution, die diese Grundsätze nicht ohne Wenn und Aber anerfennen wolle, müsse von diesem Staat niedergezwungen werden. Deutschland stehe heute in einer weltpolitischen Auseinandersetzung. Wenn auch der Kampf im Innern überwunden sei, so seien die Kräfte, die vor nunmehr sechs Jahren in Deutschland am Werke gewesen feien, auch heute im Auslande noch dabei, Deutschland zu schaden und ihm nach Möglichkeit einen Krieg aufzuzwingen. Der Reichsleiter behan- beite hieraus die Judenfrage, zu der jede Nation früher oder später werde Stellung nehmen müssen, und wandte sich dann den Ausgaben der Politischen Leiter zu. Er wies darauf hin, daß cs Gefahren des Kampfes, aber auch des Sieges gebe. Die Gefahren des Kampfes hätten in Gefängnis und Blutopfcrn bestanden. Mit einem Siege aber beginne eine Zeit der Verstimmung mancher Hoffnungen, die im Zeilen des Kampfes nicht erfüllt werden konnten. Es fei notwendig, daß diesen Gefahren des Sieges entgegengetreten werde, und das beste Mittel hierzu sei die Kameradschaft, die wiederum die beste Bewährung nationalsozialistischen Lebens sei. Der Redner wandte sich zum Schluß feiner Aus- siihrungen außenpolitischen Fragen zu. Der Nationalsozialismus habe die innere Freiheit der deutschen Nation erreicht. Der Kampf aber gehe weiter, denn es gebe noch manche Kräfte, die die Gleichberechtigung Deutschlands auf diesem Erdball nicht anerkennen wollten. 11 in diese Anerkennung zu erreichen, sei als erste Etappe Großdeutsch, land entstanden. Die vor uns liegende Ausgabe bestehe darin, an einer Reuordnung (Europas ent- scheidend mitzuwirkeu. die heule schon Buenos Aires, Mai 1939. Es spricht nicht gerade für den psychologischen Instinkt der nordamerikanischen Politiker, daß sie in einem Augenblick, in dem die argentinische Regierung der nordamerikanischen Industrie in einer nicht ganz einfachen Frage entgegenkommt, die Argen- tinier auf einem anderen Gebiet vor den Kopf stoßen. Vor einigen Tagen ist das argentinisch - nordamerikanische Kredit - a b E o m m c n unterzeichnet worden, durch das die seit November 1938 stark gedrosselte Einfuhr nordamerikanischer Autotnodile nach Argentinien beträchtlich erhöht wird. Die Argentinier hatten zunächst, um ihre stark passive Handelsbilanz mit USA. auszugleichen, verfügt, daß nur noch ein Drittel der im vergangenen Jahre hier eingeführten Automobilmenge aus USA. im laufenden Jahr bezogen werden dürfe. Große amerikanische Automobilhäuser wurden durch diese Maßnahme betroffen, zahlreiche Arbeiter in Reparatur- und Montagehallen drohten arbeitslos zu werden. Nun hat man sich zwischen der argentinischen Regierung und den wichtigsten nordamerikanischen Importfirmen dahin geeinigt, daß Argentinien für das lausende Jahr das ursprüngliche Automobilimport- Kontingent verdoppelt. Anstalt eines Drittels sollen nunmehr zwei Drittel der Automobilmenge des Vorjahres aus USA. zugelassen werden. Da aber Argentinien infolge der geringen nord- amerikanischen .Käufe hier nicht in der Lage ist, die für die Konlingenterhöhung nötigen Dollars aus dem argentinisch-nordamerikanischen Handelsverkehr zur Verfügung zu stellen, mußten sich die Nordamerikaner (d. h. die Im- und Exportbank) bereit erklären, diese Dollars selber vorzu schießen, indem sie auf Dollar lautende argentiniid)e Staats- ichatzscheine mit dreijähriger Laufzeit kaufen und bei der Im und Exportbank diskontieren. Die argentinische Regierung übernimmt jedoch den Zin- sendienst für diese Schatzscheine, der immerhin noch 2,5 o.H. beträgt. Es liegt also zweifellos ein Entgegenkommen der argentinischen Regierung vor, wenn auch das Abkommen sich insofern, als es die Ent- lassung zahlreicher in den Montage- und Reparatur. Werkstätten beschäftigter argentinischer Arbeiter verhindert, auch zum Nutzen Argentiniens auswirkt. Jmmerhty aber hat di-e argentinische Regierung bei dem Abkommen einen Zinsendienst in Höhe von rund einer Million argentinischer Pesos ^im ersten, 750 000 Pesos im zweiten und 500 000 Pesos im dritten Jahre übernommen. Gleichzeitig mit der Veröffentlichung dieser Ab» rnachung wird nun jedoch ein Beschluß des nord- amerikanischen Senats bekannt, der angesichts der konzilianten Haltung der Regierung von Buenos Aires in der Automobilimport-Frage doppelt unverständlich wirkt. Bekanntlich drehen sich die meisten nordamerikanisch - argentinischen Streitfragen um Fleisch. Beide Länder sind Viehproduzenten, und Argentinien, das erheblich mehr Fleisch produziert als es selber konsumieren kann, legt, namentlich seitdem es den britischen Absatzmarkt infolge bet Konkurrenz der Dominien mehr und mehr ein, schrumpfen sieht, besonderen Wert darauf, neue Märkte für sein Fleisch zu gewinnen. Der Fleischkonsum in USA. ist auch längst nicht so groß wie etwa der argentinische (im Verhältnis zur Bevölkerungszahl) und konnte durchaus gesteigert werden, wenn bcn\ nicht die hohen Fleischpreife in USA. im Wege ständen. Diese Preise aber wollen die amerikanischen Viehzüchter — „koste es, was es wolle" kann man in diesem Fall mit doppelter Berechtigung sagen — halten, und deshalb tun sie alles — bisher auch mit Erfolg —, um die Einfuhr des billigeren argentinischen Fleisches zu verhindern. Unter dem Vorwand, daß in Argentinien ständig Maul- und Klauenseuche herrsche, ist die Einfuhr argentinischen Kühl- und Gefrierfleisches in USA. untersagt. Das billige argentinische Büchsen- fleisch (Corned-Beef) ist mit hohem Zoll belegt und dennoch billiger als das amerikanische. Ein Veterinär-Abkommen zwischen Argentinien und USA., das wenigstens das Hammelfleisch aus Patagonien — wo nachweislich niemals Maul- und Klauenseuche herrscht — von der Einfuhrsperre ausnehmen soll, ist trotz feierlicher persönlicher Versprechungen Roosevelts bisher noch nicht vom amerikanischen Kongreß ratifiziert worden. In Argentinien legt man jedoch gerade auf dieses Abkommen besonderen Wert, da eine Erhöhung bes Hammelfleischexportes aus Patagonien den dortigen Züchtern einen Ersatz für die Einnahmeausfälle infolge der niedrigeren Wollpveije bringen würde. Sodann yruede die argen« Glanzvoller Ausklang derReichslheaterfestwoche Oer Führer in Wien. — Ehrungen für Richard Strauß. tkmsche öffentliche Meinung unangenehm überrascht durch die Weigerung der Nordamerikaner, selbst für den an und für sich geringen Verbrauch eines Probier- Restaurants auf der Aus - ftellung in Neuyork argentinisches Kühl- fleisch in USA. einzuführen. Aus dieser Weigerung ging für die Argentinier zweifellos hervor, daß Nordamerika grundsätzlich und um jeden Preis der Einfuhr argentinischen Fleisches abgeneigt sein müsse, denn anders wäre ja eine derartige Haltung gar nicht zu verstehen. Das gleiche gilt von der jüngsten argentinisch- nordamerikanischen Kontroverse, die bezeichnenderweise in dem Augenblick entstanden ist, als die Argentinier der nordamerikanischen Automobilindustrie in der Frage des Automobil-Importes die vorher erwähnten Konzessionen gemacht hatten. Diesmal handelt es sich um eine ausgeschriebene Lieferung von Büchsenfleisch für die nordamerikanische Flotte. Die ausgeschriebene Menge betrug 48 000 1b., der Wert der Lieferung schwankt, je nach den Angeboten, zwischen 7000 und 11 000 Dollar. Im Grunde handelt es sich also um einen geringfügigen Betrag. Die Argentinier hatten das b i l l i g st e Angebot aller am Wettbewerb Beteiligten gemacht, nämlich 15,7 cts., je 1b. Da aber die amerikanische Regierung von diesen 15,7 cts. auch noch die 6 cts. Zolleinnahmen, die sie als Regierung ja selber erhalten würde, in Abzug brin- gen mußte, stellte sich für sie das 1b. argentinischen Büchsenfleifches auf netto 9,7 cts. — gegenüber 23,6 cts, auf die sich das billigste nordamerikanische Angebot stellte. Dazu trat noch, daß sich Präsident Roosevelt selber für die Vergebung der Lieferung an Argentinien einsetzte, wobei er öffentlich erklärte, das argentinische Fleisch sei nicht nur viel billiger, sondern auch erheblich besser als das nordamerikanische — eine Feststellung, die wohl auch objektiv der Wahrheit entspricht. Dennoch erwiesen sich auch diesmal die Viehzüchter-Interessen in USA., vor allem im Senat, stärker als die wirtschaftliche und politische Vernunft. Die nordamerikanische Offerte erhielt den Zuschlag, und während Roosevelt meinte, das argentinische Fleisch sei dem nord- amerikanischen überlegen, vertrat die Mehrheit des Senates die Auffassung, in Argentinien herrsche ständig Maul, und Klauenseuche. Diese neue Auseinandersetzung über das argentinische Fleisch in USA. hat in Argentinien einen denkbar schlechten Eindruck hinterlassen, und in den Zeitungen wird die Frage aufgeworfen, worin denn eigentlich die „Politik der guten Nach- b a r s ch a f t " gegenüber Argentinien bestehe, von der in Washington so oft die Rede sei und die stets versage, wenn man sie einmal brauche... Amerikas „Humanität". Burgos, 12. Juni. (DNB.) Die spanische Oef- fentlichkeit ist über die Haltung der Vereinigten Staaten empört, die die Rückreise der von den entmenschten roten Horden verschleppten spanischen Kinder verweigerten. Wäh- rend die spanischen Eltern sich vergebens um die Rückkehr ihrer Kinder bemühen, agitiert man in USA. dafür, daß die Kinder endgültig von Amerikanern adoptiert werden und damit jede Bindung zum Elternhaus verlieren. „Diario Vasco" schreibt dazu: Während Roosevelt seinen Botschafter nach Burgos sende, um dort amerikanische Interessen zu vertreten, scheint er ganz zu vergessen, daß auch SpanienJnteresseninAmerika habe. Blutiges Wochenende in Jerusalem. Juden schmuggeln Bomben in Briefkästen. Jerusalem, 11.Ium. (DNB.) Am Samstag explodierten im Abstand von fünf Minuten zwei Bomben in den bei der Hauptpost angebrachten B r i e f k ä st e n. Die Briefpost wurde na- türlich vernichtet. Außerdem wurden durch die Ex- plofion fünf Personen leichter verletzt. Sonntagfrüh untersuchte der britische Bombenspezialist Clerk eine Bombe, die in einem Briefumschlag eingewickelt vorgefunden worden war. Die Bombe war nicht zeitgerecht explodiert, so daß sie von der britischen Kriminalpolizei beschlagnahmt werden konnte. Sie explodierte während der Untersuchung und riß dem Sachverständigen den Kopf ab. Acht weitere Personen, die bei der Untersuchung anwesend waren, wurden verletzt. Da die Araber niemals Bomben benutzt haben, ist es offensichtlich, daß die Urheber der Bombenanschläge in den Reihe der Juden zu suchen sind. Das jüdische Viertel Meascharim wurde auch militärisch abgesperrt und wird gegenwärtig durchsucht, wobei die Aktion allerdings im Gegensatz zu den Methoden, die in den arabischen Dörfern angewendet werden, sehr rücksichtsvoll ist. Das Militärgericht in, Jerusalem verurteilte am Samstag einen Araber zum Tode. In beiden Fällen wurden die üblichen „Begründungen" mitgeteilt. In dem von Juden bewohnten Jerusalemer Vorort Sanhedria kam es am Sonntag zu schweren Kämpfen zwischen Arabern auf der einen und Juden, englischen Truppen und Polizisten auf der anderen Seite. Schon in den frühen Morgenstunden hatte sich ein regelrechtes Gefecht entwickelt, lieber den Ausgang des Kampfes ist amtlich noch nichts verlautet. Gifimordanfchlag in Nanking S ch a n g h a i, 12. Juni. (DNB.) Die meisten Mit- glieder der chinesischen Erneuerungs- regieruna in Nanking, ferner hohe japanische Offiziere und Diplomaten wurden von schweren Vergiftungserscheinungen befallen, nachdem sie bei einem Bankett des japanischen Generalkonsuls in Nanking auf das Wohl des japanischen Dizeaußenministers Schimizu getrunken hatten, der sich zur Zeit in Panking aufhält. Ein Chinese wurde als verdächtiger Giftmischer verhaftet. Umfangreiche weitere Untersuchungen sind eingeleitet. Die ersten Krankheitserscheinungen zeigten sich erst, nachdem die Gläser geleert worden waren. Der behandelnde japanische Arzt erklärte inzwischen, daß alle Beteiligten bereits außerGefahr seien und daß nur unvorhergesehene Komplikationen ihren Zustand verschlimmern könnten. Oer rumänische Außenminister in Ankara. Ankara, 11. Juni. (DNB.) Der rumänische Außenminister G a f e n c u traf zu einem offiziellen, drei Tage währenden Besuch in Ankara em und wurde dort auf dem Bahnhof von Vertretern der Regierung und des Militärs feierlich begrüßt. Wien, 10. Juni. (DNB.) Der Führer traf am Samstag zur 6. Reichstheaterfestwoche in Wien ein. um der Erstaufführung der Oper „F r i e d e n s t a g" zu Ehren des 75. Geburtstages von Richard Strauß in der Wiener Staatsoper beizuwohnen. Mit dem Führer nahmen u. a. an dem östlichen Ereignis teil: Die Reichsminister Dr. Goebbels, Dr. Seyß-Jnquart, Reichs- kommifsar Gauleiter B ü r ck e l, die Reichsleiter Reichs Pressechef Dr. Dietrich und Martin Bormann, SA.-Obergruppenführer Brückner, General der Flieger Löhr, Gauleiter Jury sowie die führenden Persönlichkeiten aus Staat und Partei in der Ostmark. Reichsminister Dr. Goebbels empfing den Führer am Eingang und geleitete ihn in die Ehrenloge. Beim Erscheinen des Führers erhob sich das bis auf den letzten Platz besetzte Haus und grüßte ihn mit erhobener Rechten. Die Auf- ührung gestaltete sich zu einem erlesenen künstlerischen Ereignis. Die besten Kräfte des Hauses und eine Anzahl hervorragender Gäste hatten sich vereinigt, um dos jüngste Werk des Meisters lebendig werden zu lassen. Die musikalische Leitung hatte Intendant Professor Clemens Krauß, der das weltberühmte Wiener Opernorchester zu einer Leitung seltenen Ranges emporführte. Der Spieleiter Rudolf Hartmann (München) gab ein chönes Beispiel neuer Opernregie. Ulrich Roller hatte in prächtigen Bühnenbildern einen würdigen Rohmen geschossen. Von den Darstellern seien die Gäste Viorica U r s u l e a c (München), Hans Hotter von der Staatsoper in Hamburg und von der Wiener Oper Herbert Alfen, Joseph Witt und Hermann Wiedemann genannt. Das Werk und die Aufführung wurden mit größtem Beifall ausgenommen. Reichsminister Dr. Goebbels hatte aus An- laß des 75. Geburtstag von Richard Strauß am Sonntag einen kleinen Freundeskreis des Meisters zu einem Frühstück geladen, an dem neben dem Jubilar und seiner Gattin u. a. Reichskommissar Gauleiter B ü r ck e l, Reichsminister Dr. Seyß- Jnquart, Bürgermeister Dr.-Jng. Neubacher, Generalmusikdirektor D r e w e s und Ministerialdirigent Dr. Schlösser teilnahmen. Dr. Goebbels übermittelte im Namen des Führers und des deutschen Volkes Richard Strauß die herzlichsten Glückwünsche. „Sie haben sich", so wandte er sich an den greisen Jubilar, „durch Ihre Sinfonien, Ihre Opern und insbesondere durch Ihre Lieder einen esten Platz in der deutschen und in der Weltmusikgeschichte erobert. Es ist vielleicht das höchste Glück, das ein Künstler zu seinen Lebzeiten überhaupt erfahren kann, von der Mitwelt nicht nur verstanden, sondern auch verehrt und geliebt zu werden. Die Anwesenheit des Führers gab auch dem letzten Abend der glanzvoll verlaufenen Reichstheater-Festwoche seine Bedeutung. Der Führer beuchte im Burgtheater die Aufführung von Retro y s köstlicher Posse mit Gesang „Einen Jux will er sich machen". In der Wiedergabe des Burgtheaters, das seine besten Kräfte eingesetzt hatte, bewies das heitere Spiel auch nach 100 Jahren eine Ursprünglichkeit und Frische. Stürmischer Beifall rief mit dem Spielleiter Herbert W a n i e k die Hauptdarsteller, Hermann T hi mi g, Alma Seid- l e r, Ferdinand Meierhofer,' Richard E y b - ner, vor den Vorhang. Erste deutsche Kulturwoche im Protektorat. Im Clam-Gallas^Palais, einem der glänzendsten Barockbauten Prags, wurde von Reichsprotektor Freiherrn von Neurath die erste deutsche Kulturwoche im Protektorat feierlich eröffnet. Der Reichsprotektor würdigte die Bedeutung der Veranstaltungen, die in gedrängter Form eine Uebersicht über die deutschen Kulturleistungen bringen. Wenn jetzt in Prag, so führte er aus, deutsche Kultur gezeigt werde, so geschehe dies, um darzutun, daß die deutsche Kultur hier schon immer zuhause war. Darüber hinaus solle die Kulturwoche zeigen, wie das deutsche Kulturschaffen auch im neuen Reich gefördert und gepflegt wird. Reichsleiter Hoff bezeichnete die Kulturwoche als ein lebendiges Beispiel deutscher Kulturarbeit in Prag nach der befreienden Tat des Führers. Hierauf be- sichftgten der Reichsprotektor und die Ehrengäste im Clam^Gallas-Palais die Ausstellung historischer Dokumente aus Böhmen und Mähren. Im Festsaal des Deutschen Hauses hielt Unioersitatsprofessor Dr. Wilhelm W o st r y den Festvortrag, in dem er davon sprach, es seien immer glückliche Zeichen für die Länder Böhmen und Mähren und für ihre Bewohner gewesen, wenn der Strom der deutschen und der böhmischen Geschichte gleichgerichtet und völkerbefriedend dahinfloß. Weimar-Zestspiele der deutschen Lugend Mit einer festlichen Kundgebung wurden die Weimar-Festspiele der deutschen I u - gend 19 3 9 eröffnet. Etwa 1000 deutsche Jungen und Mädel aus allen Gauen des Reiches sind nach Weimar gekommen, um hier das Erlebnis klassischer Kultur in sich aufzunehmen. Es sind jetzt 30 Jahre her, seit sich zum ersten Male die Schulgruppen des deutschen Schillerbnndes in Weimar zu den Festspielen zusammenfanden. Staatsrat Dr. Ziegler, der Generalintendant des Deutschen Nationaltheaters, der die Festspiele eröffnete, würdigte dieses Jubiläum einer völkischen Kulturtat. Nachdem er die Grüße des Reichsjugendführers übermittelt hatte, gedachte Staatsrat Dr. Ziegler der Männer, die dieses Werk mit Idealismus durch die Jahrzehnte getragen haben, bis vor zwei Jahren die deutsche Jugend selbst zum verantwortlichen Mitträger heranreifte. Sein Gruß galt dem Schöpfer des Werkes Professor h. c. Adolf Bartels. 25 Jahre hat dann Professor Eduard Scheide ma n tel den deutschen Schillerbund durch gute und harte Jahre geführt. Der Redner führte Die Jugend sodann in den Sinn der Festspiele ein. Mit einer prachtvollen „Egmont"-Aufführung begannen die Festspiele, die in dieser Reihe noch Shakespeares „Was ihr wollt", Wagners „Meistersinger" und Schillers „Wilhelm Teil" bringen. besonders stark inne, darüber hinaus aber — be» zogen auf die Bindung an den Mann — auch ein gewisser „Derähnlichungstrieb", wie das die Psychologen nennen. In der gleichen Richtung wirken ja auch Umgang und Erziehung, die bekanntlich Ge- icht und Haltung bis zu einem gewissen Grave zu veredeln mögen. Aehnlichkeit und Krisenfestigkeit. Sehr interessant sind nun wissenschaftliche Beobachtungen über den Verlauf der Ehen, bei denen der Aehnlichkeitsfaktor eine besonders deutliche Rolle spielt. Vor Krisen sind auch diese Ehen keineswegs völlig geschützt, aber es zeigte sich, daß ie selbst schwerste Konflikte vertragen, ohne daran zu zerbrechen. Normalerweise gleichen sich diese in olchen Ehen besonders leicht aus. Aeußerst lehrreich war der Einblick in das Verhalten einer Reihe von Ehepaaren, die eine Zeitlang in Scheidung gelebt hatten. In solchen Zeiten der schwersten Ehekrise gingen sie trotzdem keine neue Bindung ein, weder in einer neuen Ehe noch in einem längeren Zu« ammenleben mit einem anderen Partner, sondern ie fanden in allen beobachteten Fällen wieder z u - einander zurück, so daß ihre Scheidung nur als ein temperamentbedingtes „Zwischenspiel angesehen werden kann. Was aber ihre Wiedervereinigung vor allem verrät, das ist die Festigkeit der eelischen Bindung, die bei physiognomischer Aehn- ichkeit der Ehepartner besonders groß ist, wie eingehende Untersuchungen det Psychologen erwiesen haben. Die neuen Erkenntnisse der Zusammenhänge zwischen Aehnlichkeit, Gattenwahl und Ehe werden vor allem dem Arzt und dem Eheberater dienen und ihm bei der Beurteilung junger Paare wie auch zur Hilfeleistung bei Ehekonflikten eine wertvolle Unterstützung gewähren können. Wiewohl wir nun um einen sehr wesentlichen „Glückskoeffizienten" der Ehe wissen, um die Aehn- lichkeitsfaktoren und das Wunder der Angleichung, so ändert dieses Wissen doch wenig ober nichts an dem dunkel waltenden Gesetz schicksalhafter Liebeswahl. Unbeirrbar folgen ihm die Menschen, allen Regeln, Ratschlägen, Einsichten und wis- enschafllichen Erkenntnissen zum Trotz, im Kommen und Gehen der Generationen. Unbekümmert um den Glücksumstand ursprünglicher oder möglicher physiognomischer Aehnlichkeit vertrauen sich diesem Gesetz die Liebenden allezeit aru Darum ist auch die Aehnlichkeit zwischen den Partnern eine Gabe des Schicksals, die sich nur selten jemand aus einer verstandesmäßigen Ueberlegung heraus verschaffen kann — die Stimme der Liebe ist stärker als alle Ueberlegung. Darum ist es gut, daß die Natur hier ganz „von selbst" so oft dafür sorgt, daß sich einander innerlich oder auch äußerlich ähnelnde Menschen in Liebe finden. Wo aber diese Aehnlichkeit zunächst fehlt, da sorgt ein weises Naturgesetz dafür, daß sie sich wenigstens in gewissen Grenzen im Laufe der Ehe einstellt und damit die Dauer einer solchen Bindung verbürgt. Ehinesische Truppen in Schantung eingekreist. S ch a n g h a i, 11. Juni. (Europapreß.) lieber die kriegerischen Operationen in der Schantung- Provinz verlautete am Sonntag aus japanischer Quelle, daß die Japaner nach Einnahme von Jshui und Schuhsien durch eine Zusammenziehung ihrer Front die Truppen des chinesischen Generals Pu-- huehchung im südlichen Schantung umzingelt hätten. Das Einkreisungsgebiet erftrecke sich über zwölf Kilometer in nordsüdlicher und über 28 Kilometer in ostwestlicher Richtung. Aus aller Wett. Verein deutscher Wirtfchaftswissenfchaster. Aus Anlaß der ersten Jahrestagung der Wissen- fchaftlichen Akademie des RSD.-Dozentenbundes wurde auf Anregung und mit Unterstützung des Reichsdozentenführers Professor Dr. Schultze der Verein deutscher Wirtschaftswissenschaftler gegründet. Der Verein, die organisatorische Form für den umfassenden Zusammenschluß der deutschen Wirtschaftswissenschaftler u-nter eigener Verwaltung, hat seinen Sitz in München. Prä- fident ist Professor Dr. Bechtel (München, früher in Gießen), Vizepräsident Professor Dr. Geld- mach er (Köln). Dem Präsidenten steht ein Senat zur Sette. Reichssender Böhmen. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Pro- paganda hat den bisherigen Abteilungsleiter am Deutschlandsender Hans Günter Marek zum kommissarischen Intendanten des Rundfunksenders Prag II — Melnik, der künftig den Namen Reichs- fender Böhmen tragen wird, berufen. Deutsche Reisende besuchen Spanien. In Santander traf dieser Tage der deutsche Dampfer „Steuben" mit 4 0 0 deutschen Reisenden an Bord ein, die nach Besichtigung der Stadt nach Burgos weiterfuhren, um von hier aus eine längere Besuchsreife in Spanien durchzuführen. Luftpost Südamerika—Deutschland in zwei Tagen. Die am Freitag mit der Lufthansa aus Südamerika abgegangene Luftpost traf Sonntag nacht um 0.47 Uhr in Frankfurt a. M. ein. Mordversuch im Auto. Der Gerhard Jung aus Kirchen a. d. Sieg verübte auf der Straße zwischen Kirchen und Siegen in einem fahrenden Personenkraftwagen mit der Pistole einen Mordanschlag auf seinen Onkel, der von diesem abgewehrt werden konnte. Der Täter ist unter Zurücklassung der Waffe m Richtung Siegen geflüchtet. An einem läge zwei Kinder verloren. Von einem traurigen Geschick wurde eine Familie in dem Westerwaldort Kölbingen betroffen. Während die Mutter mit Wäschebügeln beschäftigt war, stieg ihr kleines Kind auf einen Stuhl und ergriff die Essiessenzflasche. Es trank daraus und erlitt schwere innerliche Verbrennungen. Obwohl man sofort für Hilfe sorgte, war das Kind nicht mehr zu retten. Die Aufregung löste bei der Frau eine vorzeitige Entbindung aus. Auch das Neugeborene konnte nicht am Leben erhallen werden. Briesträgermord in Polen. Der 24jährige polnische Briefträger Stanislaus I a r e ck i wurde auf einem Waldwege am Bahnhof Mentfchikal meuchlings mit einer Schrotbüchse niedergeschossen und bann durch Kolbenschläge getö - t e t. Die polnische Polizei nimmt an, daß es sich um einen Racheakt handelt, da der Mann nicht beraubt worden ist. Verheerende Aeversbrünste in Polen. Zu großen Schadenfeuern kam es in verschiedenen Gebieten Polens. In dem Dorf Wolkabei Werden Ehegatten einander ähnlich? Das Wunder des »Zueinanderpassens^. — Oie Wissenschaft löst ein altes Geheimnis. - Gegensätze, die sich anziehen und angleichen. Don Dr. <5. Keßler. Seit Jahrhunderten bemühen sich die Menschen, Regeln zu linden, deren Befolgung des Glücks einer Ehe sozusagen von vornherein garantieren soll. Keine menschliche Gemeinschaftsform wurzelt so stark im Glücksgesüyl und Glücksverlangen wie die Bindung von Mann und Frau in der Ehe. Aber erfahrungsgemäß ist es in manchen Fällen außerordentlich schwer vorauszusagen, ob zwei Menschen zueinander passen, und ob die Ehe gut ober schlecht werben wirb. Gefühlsmäßig wissen wir um bie verborgene Kraft des Zusammen- klingens, wenn wir den Grund einer glücklichen Ehe im „Zueinanderpassen" ihrer Partner erblicken und dort, wo wir diese Kraft nicht erfühlen, im Bilde alter Bauernweisheit vom „ungleichen Gespann" sprechen. Nicht selten überrascht nun an den „zueinander passenden" Eheleuten eine von vornherein vorhandene äußerliche Aehnlichkeit. In anderen Fällen wiederum kann man beobachten, daß sich die Ehegatten im Laufe der Zeit immer ähnlicher werden. Diese merkwürdige Tatsache hat jetzt die Wissenschaft dazu veranlaßt, das Problem näher zu untersuchen, und hierbei haben sich praktisch sehr bedeutsame Feststellungen ergeben, über die dieser Artikel berichtet. Die Wissenschaftler, gründlich, wie sie sind, haben in sehr ausgedehnten Untersuchungen sämlliche ihnen irgend erreichbare Ehepartner geprüft, bei denen entweder eine von vornherein vorhandene oder erworbene Aehnlichkeit miteinander festzustellen war. Das erste Ergebnis dieser Prüfung bestand in der Feststellung, daß derartige Ehen in der weit überwiegenden Mehrzahl der Fälle als besonders gut und harmonisch anzusprechen waren. Das soll nun keineswegs heißen, daß Heiratslustige ängstlich darauf bedacht fein müßten, eine Garantie ihres künftigen Glückes in einer äußerlichen Aehnlichkeit des oder der Auserwählten zu erblicken. Ganz im Gegenteil pflegt sich erfahrungsgemäß wenigstens bei Ehen, die verhältnismäßig früh geschloffen werden, recht häufig dis alte Regel zu bestätigen, daß Gegensätze einan- der anziehen. Hier kann, meist wenigstens, zunächst von Aehnlichkeit keine Rede sein, wir werden aber später sehen, daß sie sich trotzdem im Laufe der Ehe einstellen kann. Oie erworbene Aehnlichkeit. Wir müssen also zwei Möglichkeiten unterscheiden: die ursprüngliche und die erworbene Aehnlichkeit. Eheleute mll ursprünglichem Aehnlichkeitsfaktor weisen entweder bereits bei der Eheschließung eine deutliche physiognomische Aehnlichkeit auf, ober aber es ähnelt einer der Partner einer anderen Person der gegenseitigen Familie. Häufig zeigt die Braut $ine auffallende Aehnlichkeit mit der Mutter oder Schwester des Bräutigams, seltener der Bräutigam mit dem Vater oder Bruder der Braut. Das zeigt sich nun durchaus nicht immer in der Schädel-, Gesichts- oder Körperbildung; oft genug trifft die Aehnlichkeit in erster Linie auf Gebärden, Blicke, Bewegungen, Stimme und Haltung zu. Eheleute mit im Laufe der Jahre erworbenem Aehnlichkeitsfaktor gleichen sich nach länger bestehender Ehe auffallend an. Das gilt vor allem für die Haltung des Körpers, das Spiel der Gebärden, die Art des Umgangs mit anderen Menschen, sehr oft auch für die Stimme, Ton und Rhythmus des Lachens ufw., braucht sich also durchaus nicht auf eine rein physiognomische Aehnlichkeit zu beziehen. Die Angleichung vollzieht sich — wenn sie überhaupt möglich ist — schon in den ersten Jahren der Ehe, um dann später immer deutlicher sichtbar zu werden. Ob nun die Aehnlichkeit eine ursprüngliche ober erworbene ist, bie Tatsache ber Angleichung ist in beiben Fällen zweifellos für bas Glück der Ehe sehr bebeutfam. Die Wissenschaft sieht in ihr einen sehr wesentlichen Faktor für bas bauernbe Glück einer Ehe. Wie also auch immer bie jugenbliche Liebeswahl ausfallen mag, ob sie Gegensätze vereint, ober einanber ähnliche Typen — Tatsache ist es {ebenfalls, daß sich durch die Angleichung ber beiben Ehepartner in vielen Fällen bes Wunber bes „allmählichen Anähnelns" und bamit bie Wanb- lung zum Partnerideal des älteren Menschen vollzieht. Oie Tiefe der Instinkte. Welches sind nun, so lautet unsere nächste Frage an die Wissenschaft, die eigentlichen Ursachen dieser Angleichung? Die Gelehrten können uns hierauf noch keine völlig eindeutige Antwort geben, denn dieses Problem führt in bie noch ungeklärten Tiefen körperlich unb seelisch verankerter Instinkte unb Kräfte. Bestünben bie Ursachen nur in ber gleichen Ernährung, in ber gleichen Umgebung, in ber gleichen Lebensweise usw., bann müßten sich Ehepaare noch viel, viel häufiger ähnlich werben, als dies in Wirklichkeit ber Fall ist. Es ist vielmehr anzunehmen, baß bie spätere Aehnlichkeit schon erblich be- bingt war — unb, wenn auch unbewußt eine ber wichtigsten Grunblagen für bie Instinktiv richtige Gattenwahl barstellt. Neben bieser erbbiologisch feft» stehenben Ursache kommt zweifellos bie starke physiognomische unb seelische Formbarkeit ber Frau ber inneren Angleichung entgegen. Die Wissenschaft hat einbeutig nachgewiesen, baß bas Formverän- berungsvermögen ber Frau weit stärker als bas bes Mannes ist, bem bie Forschung eine gewisse physiognomische Starre unb Beständigkeit aller übrigen Körperformen attestiert. Außerdem ist die Ehe für die Frau, allein schon durch die Bestimmung zur Mutterschaft, von noch einschneidenderer Bedeutung als für den Mann. Zumeist jünger und an sich formbarer, paßt sich die Frau dem geliebten Partner mehr ober minber bewußt an, unb auf biefe Weise kann auch eine gewisse physiognomische Aehnlichkeit entstehen. „Der Gatte zieht sein Weib", um mit G o e t h e zu sprechen, „unwibersteh- lich in seines Kreises abgeschlossene Bahn". — Von ben Menschen längst erfühlt unb von der modernen Psychologie bestätigt, wohnt dem Seelentum der Frau bie Fähigkeit zur Anpassung unb Einfühlung Bialyftok brannten 30 Bauernhöfe mit sämtlichen Wirtschaftsgebäuden nieder. In einem wolhynischen Dorf fielen 15 Scheunen, im Dorfe Bacze Mokro 11 Wirtschaften einem Brande zum Opfer. Stürme in Nordfchweden. Das in den letzten Tagen herrschende Sturm- weiter hat besonders in den Waldgebieten des nördlichsten Teil Schwedens großen Schaden angerichtet. Die Zahl der umgerissenen Bäume ist sehr groß. Grubenunglück in Belgien. In dem Bergwerk Dal Benoit bei Lüttich ereignete sich ein Grubenunglück. Bisher konnten drei Tote geborgen werden. Von sechs weiteren Bergleuten nimmt man an, daß sie ebenfalls ums Leben gekommen sind. Eltern und Kinder bei einem Bootsunglück ertrunken. An der Seine-Mündung unweit Rouen fanden bei einem Bootsunfall vier Mitglieder einer Familie den Tod in den Wellen. Ein Mann war mit seiner Frau und seinen vier Kindern auf einer Barke ausgefahren, um die Leuchtfeuer auf dem Schiff „Mimofa" anzuzünden. Als er auf das Schiff übergestiegen war, verlor die Frau im Boot das Gleichgewicht, stürzte ins Wasser und riß zwei Kinder mit fich. Der Mann stürzte sich in die Fluten, um Frau und Kinder zu retten. Nachdem er fünf Minuten schwimmend versucht hatte, die Verunglückten zu finden, verliehen auch ihn die Kräfte-, er ging unter und ertrank. Inzwischen war das Boot mit den beiden übrigen Kindern abgetrieben, doch konnten diese geborgen werden. Explosion im königlichen Theater in Bladrid. Das Königliche Theater in Madrid wurde, wie der Paris Midi" meldet, durch eine Explosion völlig zerstört. Die Explosion rief einen Brand hervor, der erst nach zweistündigen Anstrengungen von der Feuerwehr auf seinen Herd beschränkt werden konnte. Drei Soldaten, die im Innern des Theaters Wachdienst hatten, wurden schwerver- letzt. Eine Anzahl Passanten, die im Augenblick der Explosion vor dem Theater waren, wurden leicht verletzt. Das Theater hatte den Roten während des Krieges als Munitions- und Sprengstoff- lager gedient. Nach dem Siege hatten die natw- nalen Behörden zwar die gefährlichsten Sprengstoffe entfernen lassen, doch hatte eine Reihe von Granaten und Leuchtraketen noch nicht abtranspor- tiert werden können. Die Ursache der Explosion konnte noch nicht einwandfrei festgestellt werden. 18 Personen bei einem Fährunglück im Ttil ertrunken. Eine Fähre, die mit dreiundzwanzig Personen besetzt war, sank auf dem Nil bei Mansurah. 2Id)t= zehn Fahrgäste, zumeist Bauern, sanden den Too in den Wellen. An der holländischen Grenze. Don unserem B. S.-Korrespondenten. Duisburg, im Juni 1939. „Klabastert op de beesters!" Dieses Kommando zum Aufsitzen der Kavallerie wählte kürzlich eine holländische Zeitung als Ueberschrift zu der Meldung von den holländischen Mobil- machungsmaß nahmen. Darin lag alles, was über die Stimmung in Holland zu sagen war, wo aufgescheuchte und verhetzte Kreise glaubten, die Grenze sichern zu müssen. Da horchte man am deutschen Niederrhein nur etwas erstaunt auf. Man erinnerte sich daran, daß im Osten von einem anderen Lande Sie Mündung der Weichsel beansprucht wird, weil sie doch auf ihrem ganzen übrigen Laufe durch nichtdeutsches Gebiet fließe. Die Bedeutung der Weichsel ist in keiner Beziehung mit der des Rheines zu vergleichen. Und gleichwohl hat noch niemand die Idee gehabt, von Holland etwa die Herausgabe einer Rheinmündung zu verlangen. Die Kriegshetze am Niederrhein verfehlt ihr Ziel. Hier gehen die Fäden über die Grenze hin und her, und der Durchschnittsholländer an der Grenze denkt an nichts weniger, als an irgendwelche feindlichen deutschen Absichten oder Hintergedanken. Hier im niederrheinischen Grenzgebiet kann man den Einfluß einer skrupellosen Pressehetze ausgezeichnet studieren, aber der einfache Mann an der Grenze hält nicht viel davon. Er sieht ja mit eigenen Augen, wie friedlich und alltäglich die deutsche Bevölkerung ihrer Beschäftigung nachgeht. Erst weiter drinnen im Lande, vor allem in den Großstädten, beginnt sich das Blatt zu drehen, und vor allem sind es natürlich die Emigranten, die durch Greuelerzählungen den rechtlich denkenden Holländer auf ihre Weise zu beeinflussen suchen. Die deutsche Bevölkerung am Niederrhein wartet in Ruhe ab, bis sich die Stimmung des Nachbarn wieder gewendet hat. Man hat den Holländer immer als einen guten Verwandten betrachtet. In der Spr-sche find verwandte Anklänge vorhanden. Der Niederrheiner und der Holländer verstehen sich ohne Dolmetsch. Auch blutsmäßig ist manch holländischer Einschlag zu verzeichnen, wie auch viele Niederrheiner nach Holland gezogen und dort seßhaft geworden sind. Dieser holländische Einschlag hat den Niederrheiner auch so stark von dem Eigentlichen Rheinländer abgesetzt. Er ist nicht so leichtbeschwingt wie dieser, die Landschaft — am Mittelrhem bergig, lieblich — ist am Niederrhein, mit Ausnahme der Zeit der Baumblüte, etwas melancholisch, ruhig. Lie weiten Flächen lassen das Auge in ungewisse Fernen schweifen und regen zum ^fcadpenfen an. Auf seinem letzten Wegstück durch Deutschland fließt der Rhein durch ein auf engstem Raum außerordentlich vielgestaltiges Gebiet. Schon bet Düsseldorf beginnt die Großelsen - und M a s ch i n e n i n d u st r i e. Vom südlichen D u i s- b u r g angefangen bis hinauf nach Dinslaken reiht sich an seinen Ufern Werk an Werk, Hochöfen, Walzwerke, chemische Fabriken, Zechen und andere Großuntemehmungen liegen dicht bei dicht an seinen Ufern, dazwischen die Duisburg- Ruhrorter Häfen mit ihrem Millionenumschlag an Kohlen, Erze, Getreide, Holz, Zement und anderen Gütern. Aber hinter Dinslaken hört der industrielle Charakter der Landschaft auf. Flaches Niederrheinland mit seinen typischen Buckeln hin und wieder in der weiten Gegend, kleinen Baumgruppen und den charakteristischen Weiden erstreckt sich lang hin. Bei der alten Festung Wesel nimmt der Rhein noch die Lippe auf, und nun folgen auf feinem linken Ufer Städte, die in der deutschen Sagenwelt und Geschichte auch heute noch ihren Klang haben: Xanten, Kleve mit dem Reichs- wald, Erinnerung an Siegfried, mit historischen Ueberre{ten aus der Römerzeit, die zwischen Moers und Kleve besonders reiche Spuren hinterlassen hat. Hier fand die erste Begegnung Friedrichs des (großen mit Voltaire statt. Hier sind in der Nähe bei der früheren Wasserburg, Schloß Lauersfort, 200- jährige Maulbeerbäume zu finden, von denen man erst in jüngster Zeit erfuhr, daß sie auf Anweisung von Friedrich dem Großen gepflanzt wurden, der sich sehr stir die Krefelder Seiden- industrie interessierte, und der damals schon den gleichen Plan hatte wie er heute wieder in Angriff genommen wird: durch den Anbau von Maulbeer- bäumeu die Grundlage für eine deutsche Seidenraupenzucht zu legen, die uns unabhängig vom Ausland machen soll. Hier im nördlichen Teil des Niederrheingebietes hat sich wieder Industrie niedergelassen, allerdings eine ganz anders geartete als wenige Kilometer weiter südlich im Ruhrgebiets Hier gibt es Schuhfabriken, Zigarrenfabnken, Margarlnefabn- ken, und auf der anderen Seite des Rheines, bei Bocholt beginnend und dann ins Westfalische weit hineinreichend, Textilindustrie, die fr ul) er stark mit Holland verbunden war. Die lange Grenze bringt mit dem Nachbarland überhaupt enge und häufige Grenzbeziehungen. Was Wunder, wenn früher auch der Schmuggel hier groß blühte. Vor allem Schokolade, Kaffee und Stoffe waren beliebte Schmuggelwaren. In den Städten und Ortschaften tauchten damals viele abenteuerliche Gestalten auf in Strickweste, Schiffermütze und breiten Hosen. Mit geheimnisvoller Miene gaben sie sich als Schiffer aus und boten „e ch t englische Stof fe" an, die sie auf „ihren" Schiffen auf dem Rhein über die Grenze geschmuggelt haben wollten. Ihr Geschäft muß nicht schlecht gewesen sein. Allerdings war die ganze Geheimnistuerei nicht nötig. Die Stoffe waren gute deutsche Ware aus Aachen. Der hin und wieder aufgedruckte englische Stempel war gefälscht, upd der Preis natürlich zu hoch. Heute ist das anders geworden. Scharf wird die Grenze kontrolliert, um die Verschleppung deutscher Ware oder deutschen Geldes zu unterbinden. Heute glaubt auch niemand mehr das Märchen von den geschmuggelten englischen Stoffen, denn es hat sich 'langsam 'herumgesprochen, daß das Dritte Reich nicht mit sich spassen läßt und die Laxheit früherer Zeiten nicht kennt. Der Absatz der deutschen Ware nach dem Ausland ist andererseits bekanntermaßen immer schwerer geworden, und so wird es erklärlich, daß für die Grenzkreife Kleve, Geldern, Rees besondere Maßnahmen eingeleitet wurden, um die dortige Wirtschaft zu stützen und um die Landschaft davor zu bewahren, daß sie durch Abwanderung der Menschen, vor allem in die dauernd nach Arbeitskräften suchenden Industriezweige des Ruhrgebiets, von der Bevölkerung entblößt wird. Da man aber der Margarineindustrie nicht genug Rohstoffe liefern kann oder den Schuhfabriken mehr Leder oder den Zigarrenfabriken mehr Tabak, damit sie auf vollen Touren laufen können, hilft man sich auf andere Werse, so beispielsweise dadurch, daß der Fremdenverkehr gefördert und der Bevölkerung des Ruhrgebiets die Schönheit der niederrheinischen Landschaft nahegebracht wird. Die NS.-Gemein- schast „Kraft durch Freude" leitet Urlauber- und Wochenendausflüge in verstärktem Umfang in das Grenzland Niederrhein, und immer wieder ist das Erstaunen groß, daß dies Land, von dem man bisher in der Hauptsache nur den Rhein und seine nähere Umgebung kannte, auch im Hintcrlande so abwechslungsreich ist. Dieses Grenzland Niederkhein wird in Zukunft immer mehr erschlossen werden, auch durch A n - siedlung neuer Industrie - und G e- werbezweige. Langsam dringt aber auch die Industrie des Ruhrgebiets mehr nach Norden vor, wenn ihr auch durch das Vorkommen von Kohle oder Salzen bestimmte Grenzen gezogen sind. Vor allem gilt es natürlich, den niederländischen Bauern nicht zu vertreiben, denn diese Gegend hat überwiegend landwirtschaftlichen Charakter. Alles in allem bessert sich auch hier die Lage immer mehr, denn heute wird ein Grenzland nicht mehr seinem Schicksal überlassen. Vernunft und Einsicht werden über Hetze und Lüge siegen, und dann wird auch der Niederrhein wieder seine normalen Beziehungen zu seinem holländischen Nachbarn aufnehmen können. Oie Festspielstätte Loreley. Der Bau der Festspiel- und Feierstätte auf der Loreley wurde ausschließlich von Mannern des Arbeitsgaues XXV des Reichsarbeitsdienstes ausgeführt. Vom Mai 1934 bis zum Frühjahr 1939 schufen sie in 53 000 Lphntagewerken das gewaltige Werk, das in seiner künstlerischen Form und einfachen Bauweise mit zu einem Künder unserer Zeit wird. Eine ungeheure Arbeitsleistung wurde von den Arbeitsmännern vollbracht. Die Feierstätte wurde ganz in den Loreley-Felsen, den früher em Kleeacker und Wiesen bedeckten, eingebaut, so daß viele Sprengungen und große Erdbewegungen vorgenommen werden mußten. Ein Bild von den Lei« ftungen geben einige Zahlen. Für die Anlegung der Feierstätte, die 17 600 qm umfaßt, wurden rund 10 000 cbm Fels gesprengt und aus dem Gestein 7000 cbm Bruchsteinmauerwerk, das an einigen Stellen eine Hohe von acht und eine Stärke von drei Metern hat, errichtet. Rund 10 000 cbm steiniger Boden wurden gelöst und gefördert. An Sand wurden 1000 cbm an Ort und Stelle gewonnen und derarbeitet, während weitere 1000 cbm mit dem Schiff her an geschafft werden mußten. 1000 cbm Mager- und Eisenbeton wurden eingebracht und 2000 qm Wand- und Deckenputz auf getragen. Auch das Problem der Wasser- und Starkstromversorgung mußte der Reichsarbeitsdienst losen. Für die Wasferzuleitung legte er 1600 Meter Leitung, baute die Quellen6 faffung aus und erstellte einen Wasserhochbehälter auf dem Galgenkopf, der über 50 cbm Inhalt saßt. Die Starkstromleitung wurde in einer Länge von 7 Kilometern heran geführt. Wetterbericht Mit dem Eingreifen der nordeuropäischen Wirbeltätigkeit auf die Witterung Deutschlands hat sich auch bei uns verstärkte Unbeständigkeit eingestellt. Die damit verbundene Niederschlagstätigkeit war vielfach gewittriger Natur, hat aber nur örtlich ergiebigere Ausmaße angenommen. Mit Luftzufuhr aus Nord sind die Temperaturen feit Sonntag erheblich zurück gegangen. Das Wetter bleibt auch weiterhin unbeständig, doch ist vorerst mit vereinzeltem Auftreten von meist schauerartigen Niederschlägen zu rechnen. Vorhersage für Dienstag: Wechselnde Bewölkung mit Aufheiterungen und nur einzelnen meist schauerartigen Niederschlägen, bei lebhaften Winden aus West bis Nord ziemlich frisch. Vorhersage für Mittwoch: Bei Luftzufuhr aus West bis Nord zeitweilig auch eiternd, doch noch immer unbeständig. Lufttemperaturen am 11. Juni: mittags 17,5 Grad Celsius, abends 15,5 Grad: am 12. Juni: morgens 11,9 Grad. Maximum 23,5 Grad, Minimum 10,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. Juni: abends 21,7 Grad; am 12. Juni: morgens 17,9 Grad. — Niederschläge 2,2 mm. — Sonnenscheindauer 7,5 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Or. Fr. W. Lange (verreist), i. 23.: Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein: für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. V. 1939: 9133. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Mietgesuche 2-MoN. mit Küche zum 1. August gesucht, evtl, gegen eine 3 4-Zrnt.-Wohn. zu tauschen. 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Es geht eine köstliche Frische davon aus, und der müßte kein Herz in der Brust tragen, dem dieses sommerliche Bild einer blühenden Wiese nichts zu sagen hätte. Und dabei braucht man wahrhaftig nicht weit zu suchen, um ein solches Bild zu finden. Am Rande der Stadt stößt man überall gpf Wiesenstücke oder Wiesenstreifen, die das blühende Leben versinnbildlichen. Schon bei einem kleinen Abendspaziergang läßt sich die köstliche Pracht mühelos entdecken. Am Wegrand stehen die kräftigen Stauden des wilden Kerbel, deren Dlütendolden einen weißen Schleier ausbreiten, der sich bis hinunter in die Wiese zieht. Richt weit davon gedeiht die überall verbreitete Schafgarbe mit ihren weißen Blütenkörbchen. In dieses leuchtende Weiß fügt sich, die Blütenpracht der wilden Möhre, der helle Farbton der zierlichen Sternmiere und die bescheidene Anmut des Hirtentäschel. Aber in der Wiese hat sich auch schon die Margeritenblume eingefunden, deren weiße Blütenblätter so gern zum unterhaltsamen Orakelspiel benutzt werden. Und mitten in der Wiese bilden unzählige Pflanzen des Hahnenfuß einen herrlichen gelben Teppich. Es ist eine bezaubernde Farbensinfonie, mit der uns die Wiese beglückt. Da blüht der blaue Ehrenpreis, da wächst das liebliche Vergißmeinnicht, da hat das gefleckte Knabenkraut seinen Standort. Die roten Büschel des Klees heben sich aus dem saftigen Grün hervor, und über ihnen brummen honigselig die Hummeln. Wie eine einzige Lebensbejahung in Duft und Farbe präsentiert sich die Schönheit der Wiese. Weiter drüben,'wo sich Roggen- und Haser- selder hinziehen, leuchtet das Rot des Klatschmohn, der die blauen Kornblumen und die violetten Kornraden zu übertrumpfen sucht. Die bunte Wiese ist für uns das lebensvolle Abbild des strahlenden Sommers. Ueberall, wo ihre Gräser sich im Winde neigen, wo die Fülle ihrer vielfarbigen Blumen sichtbar ist, spüren wir den Zauber dieser Jahreszeit, der leider nur allzu schnell wieder verfliegen wird. H. W. Sch. Wechsel in der Leitung des Postamts Gießen. Der Leiter des Postamts Gießen, Postrat Zoll- f r -a n f, wurde zum Oberpostrat ernannt und zum Postamt in Köln-Deutz -ersetzt. Oberpostrat Zollfrank wird sein Amt in Köln-Deutz am 1. Juli antreten. Seit etwa zweieinhalb Jahren stand Oberpostrat Z o l l f r a n k an der Spitze des Postamts Gießen. Er hat sich in dieser Zeit nicht nur das Vertrauen und die hohe Wertschätzung aller Beamten und Angestellten des Postamts Gießen, sondern darüber hinaus in weiten Bevölkerungskreisen unserer Stadt ebenfalls reiche Sympathie erworben. U. a. hat er im Führer rat des F r emd env e r k eh rsv e rei ns Gießen in eifriger Weife bei der Förderung aller Aufgaben des Fremdenverkehrs, soweit sie den Bereich seines Wirkens berührten, mitgearbeitet. Dabei hat er durch fein Entgegenkommen und durch mancherlei wertvolle Ratschläge vieles zur Verbesserung im Verkehrsdienst in unserer Stadt, besonders auf postalischem Gebiete, und zum Nutzen unserer Geschäftswelt getan. Sein allezeit freundliches und für jedermann entgegenkommendes Wesen machte den Verkehr mit ihm zu einer Annehmlichkeit, die der Erledigung der sachlichen Aufgaben in bester Weise zustatten kam. Man wird den scheidenden Beamten hier in guter Erinnerung behalten. Lahrestagung des VHC. auf dem Hoherodskopf. Or. Bruchhäuser tritt wegen seines hohen Alters vom Amt des Gesamtvereinsführers zurück. Von herrlichem Sommerwetter begünstigt fand am Samstag und am gestrigen Sonntag auf dem Hoherodskopf im Herzen des Vogelsberg die 5 8. Hauptversammlung des Vogelsberger Höhen-Clubs statt. Bereits am Samstag nachmittaa waren viele VHEer hinauf- gestiegen zu ihrem Berg, um dort der schönen Aufgabe des VHC. zu dienen. Vom Clubhaus wehten die Fahnen im Wind, auch die Fahnen des Reichsbundes für Leibesübungen, zu dem ja der VHC. jetzt gehört, und in dem strahlenden Sonnenschein bot sich den Blicken der Wanderer die Landschaft in schönster Weise dar. Die Beirats-Sitzung bildete den Auftakt der Tagung. Alle Zweigvereine — mit Ausnahme der ganz entfernt gelegenen, z. B. Berlin — hatten ihre Vertreter entsandt, so das schon diese Arbeitstagung starken Besuch aufzuweisen hatte. Der Gesamtvereins-Führer Dr. B r u ch h ä u s e r, Ulrichstein, machte nach herzlichen Grußworten an die VHC.-Brüder die Mitteilung, daß er in der Hauptversammlung am Sonntag wegen seines hohen Alters — er wird am 21. Juni d. I. 70 Jahre alt — fein 21 m t als Gesamtverein s- Führer niederlegen werde. Dr. Bruchhäuser hat 24 Jahre lang den Gesamtoerein geleitet und sich um die Sache des VHC. in 'hohem Maße verdient gemacht. Im Hinblick auf diese beiden Gesichtspunkte blieb' den Vertretern der Zweigvereine bei allem Bedauern über den Rücktritt des verehrten Mannes nichts anderes übrig, als den Wunsch des allseits verehrten VHC.-Bruders zu respektieren. Bis zur Bestimmung eines neuen Ge- samtvereins-Führers wird der 2. Vorsitzende, Apotheker Scriba, Schotten, den Verein führen. Dabei wird der Geschäftsführer Hitz. Gießen, ihm als geschäftsführender Vorsitzender zur Seite stehen. Weiter brachte Dr. Bruch Häuser eine Anzahl Begrüßungsschreiben, darunter auch ein Schreiben des Reichswanderführers Prof. Dr. Werne r, früher in Darmstadt, zur Kenntnis Der Versammlung. Anschließend folgte die Jahresberichterstattung über die geschäftlichen Angelegenheiten und ' Die Kassenverhältnisse. Beide Berichte sanDen Zustimmung, dem Rechner wurde mit herzlichem Dani Entlastung erteilt. Die nächstjährige Hauptversammlung wird entweder in Laubach oder in Lauterbach stattfinden: beide Städte haben dazu eingeladen. Von mehreren Zweigvereinen wurde eine Verbesserung de^ Weges vom Hoherodskopf nach Ilbeshausen angeregt. Der Hauptverein legt größten Wert auf unermüdliche und sorgfältige Markierung der Wanderwege durch die Zweigvereine, da diese Tätigkeit im Bereich des VHC. dessen alleinige Auf- gäbe ist. Zum Landesfremdenoerkehrsverband Rhein- Main steht Der VHC. in besten Beziehungen. Von Richtinitgliedern des VHC. wird beim Besuch Der Klubhäuser -eine Gebühr von 10 Pf. erhoben werden, wobei natürlich beim Besuch von Familien größtes Entgegettkommen geübt werden wird. Diese Gebühr soll zur Unterhaltung und zum weiteren Ausbau der Klubhäuser und der Einrichtungen auf dem Hoherodskopf mit beitragen. U. a. sollen bei Den Klubhäusern noch größere Parkplätze für Autos angelegt werben, es roirD aber auch erwartet, Daß Die" Autodesitzer den Parkplatzwärtern bei Der Unterbringung Der Wagen usw. keine unnötigen Schwierigkeiten bereiten. Die Klubhäuser selbst er- forDern wieDer einen größeren Zuschuß, Da Die Wasserleitung ausgebessert werben muß, ferner am Jägerheim ein neuer Zaun bringend notwendig ist. Ausbesserungen sollen auch am Bismarckturm vor- genommen werden. Der VHC. gehört der Arbeitsgemeinschaft der Wandervereine im Rhein-Main-Gebiet an, Die runD 30000 Mitglieder umfaßt. Vcm den Zweigvereinen soll Die Werbung neuer Mitglieder mit allem Eifer weiter betrieben werden. Der Zweigverein Offenbach a. M. ließ ein Bild des verstorbenen Vorstandsmitglieds, VHC.-Bruders Dem (Offenbach) überreichen. Im Hinblick auf Die großen Verdienste, die sich Ludwig Dem um den VHC. erworben hat, soll das Bild in dem „Ludwig- Dern-Zimmer" im Klubhaus seinen Platz erhalten. Ferner wurde - beschlossen, im Klubhaus auch ein „Carl-Linck-Zimmer" zu schaffen, das allezeit für Die großen Verdienste des Mitgründers und langjährigen Vorstandsmitglieds Carl Linck (Schotten) Zeugnis ablegen soll. Rach mehrstündiger Arbeit wurde die Beirats- Sitzung nach 19 Uhr geschlossen. Die weiteren Stunden des Samstag waren mit einem Begrüßungsabend im Klubhaus ausgefüllt. Die Hauptversammlung. Rach den Beratungen am Samstag fand am Sonntagvormittag Die eigentliche Hauptversammlung statt, bei Der Die 37 Zweigvereine vertreten waren. Für Den LanDesfremDenverkehrsverbanD nahm Geschäftsführer Schuster (Gießen) teil, füt Den Taunusbund erschien WanDerkameraD Hilfrich (Frankfurt a. M.). Rach einigen einleitenden Musikstücken begrüßte Der Vorsitzende des Gesamten VHC., Dr. Bruchhäuser (Ulrichstein), Die Vertreter Der Zweigvereine unD hieß Die Gäste.willkommen. Sodann verlas er ein Telegramm und einen Bries des Reichswanderführers Professor Dr. Werner. In würdiger Weise wurde der toten Wanderkameraden Des vergangenen Jahres gedacht, insbesondere des Mitgründers Jochim (Gießen). Im Verlaufe der Versammlung übermittelte Geschäftsführer Schuster vom LandesfremdenverkehrsverbanD Die Grüße Des BerbanDes unD Dessen Leiters, Oberbürgermeister Ritter (Gießen). Herr Schuster gebuchte in Dankbarer Anerkennung Der Arbeit Des VHC., Der auch Dem LanDesfremdenverkehrsverbanD wertvolle Unterstützung zuteil roerDcn lasse. Gleichzeitig sprach er im Auftrag von Oberbürgermeister Ritter Dem Leiter des Gesamt - VHC., Dr. Bruchhäuser, zir seinem 70. Geburtstag Die herzlichsten Glückwünsche aus. Herzliche Worte der Kameradschaft fand auch der Vertreter des Taunusbundes. Sodann erfolgte Die Ehrung verdienter altep Wanderer, wie auch Der eifrigen Werber für dis Wandersache. Für 50jährige Mitgliedschaft mürben ausgezeichnet Ludwig Weitzel (Büdingen), Ober, forftmeifter i. R. Schneider (Grünberg) und Prost' Th. Schaumann (Gießen), Zv. Schotten; fiitl 40 Jahre' Frau E. W i e ß n e r (Büdingen) und L. Völzing (Gießen), außerdem eine Reihe Mib glieder für 25jührige Mitgliedschaft. Im weiteren Verlaus der Versammlung wies Dr< Bruchhäuser auf Die Notwendigkeit Der Rückgabe seines Amtes als Leiter des Gejamt-VHC. hin. Ge- schäftsführer H i tz (Gießen) würdigte in herzlichen Worten Die außerordentlichen Verdienste, die sich Dr. Bruchhäuser um die Sache des VHC. erworben habe, wie er 40 Jahre lang den Zweigverein hl Ulrichstein betreute und seit 25 Jahren Den Haupt- Vorstand leitete. Der Redner übermittelte Dem aus Dem Amte Scheidenden sodann eine künstlerisch ausgeführte Ehrenurkunde und ernannte ihn im Auf, trage des Gefamt-VHC. zum Ehrenmitglied. In bet roegten Worten dankte Dr. Bruchhäuser für dis ihm zuteil gewordene Ehrung und versicherte, Da fr ■er auch nach seiner Ueberfiebclung nach Gießen! der. Sache Des VHC. Die Treue halten werde. Nach einigen weiteren Musikstücken hielt Apo, theker Scriba (Schotten) einen Vortrag, mit Demi er im Geiste in Die Frühzeit Des Vogelsberger! Höhen-Clubs zurückführte und manche liebe, alte! Erinnerung in seinen Zuhörern wachrief. Pack) einem gemeinsamen Mittagessen fand man sich im herzlicher kameradschaftlicher Unterhaltung, zudem: ein heftiges Gewitter, Das heraufgezogen mar, biä Teilnehmer Der Jahres - Hauptversammlung int Klubhaus festhielt. Wanderkamerad R u n k ausi Nidba wußte mit seinen Schnaken und Schnurren! in oberhessischer Mundart zur Unterhaltung beizutragen, so Daß die Jahreshauptversammluna in harmonischer Fröhlichkeit ausklang. Die Lahres-Versammlung her Gesellschaft Liebig-Museum. Die Gesellschaft Liebig-Museum hielt am Sonntagvormittag im Hörsaal Des Liebig-Mu- seums unter dem Vorsitz Des 1. Vereinsführers, Dr. Fritz Merck (Darmstadt) ihre Jahres-Versammlung ab. Dr. Merck erstattete den Jahresbericht und hob besonders Die Beseitigung Des Vorgartens des Museums hervor, Durch Die die Ansicht des Museums sehr gewonnen habe. Er sprach der Stadt Gießen für das Entgegenkommen Den Dani Der Gesellschaft aus, weil durch ein neues llebereinfommcn Gelder für Die innere Instandsetzung freigemacht werden können. In Der Zwischenzeit konnte Der Hörsaal bereits renoviert werden. Die Landesregierung hat für diese Unkosten eine Beihilfe in Aussicht gestellt. Als eine vordringliche Aufgabe bezeichnete Dr. Merck Die Herausgabe Der von Karl Liebig in Valparaiso zur Verfügung gestellten Briefschaften. Von den in letzter Zeit Dem Museum übereigneten, bzw. von der Gesellschaft erworbenen Erinnerungsstücken an Justus von Liebig ist in erster Linie dessen Schreibtisch zu erwähnen. Wie Dr. Merck weiterhin aus- führte, lassen die Kassenverhältnisse berechtigte Hoffnungen für eine Fortführung wichtiger Arbeiten zu. Der Werbung von Mitgliedern soll erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt werden. Unter den Besuchern, die in geschlossenen Gruppen das Museum aufsuchen, nimmt der Reichsarbeitsdienst eine bevorzugte Stellung ein, der wiederholt aus verschiedenen Abteilungen hierher gekommen ist. Dem Vorstand wurde Entlastung erteilt und Dem langjährigen Vor- sitzenDen Dank unD Anerkennung für Das von ihm Am Freilag. 16. Juni, beginnen wir in Den Familienblättern mit Dem AbDrnck einer neuen großen Erzählung. Auf Conrad Ferdinand TNcyers Novelle „Der heilige" soll ein Erlebnisbericht folgen, dessen Stoff nicht Der Phantasie, sondern der Wirklichkeit entnommen ist: Der bekannte ttriegsdichter P. C. E t t i g h o f f e r erzählt in seinem Buche „Eine Armee meutert" von Den Schicksalstagen Frankreichs im Jahre 1917. In Diesem Bericht, dessen innere Spannung von keinem Roman übertroffen werden kann, wird von Ereignissen berichtet, die uns erst bekannt wurden, als es zu spät war, Folgen daraus zu ziehen: in diesen Tagen hing nicht allein das Schicksal Frankreichs, sondern vielleicht ganz Europas am seidenen Faden. Dem unbekannten deutschen Soldaten des Weltkrieges ist auch in diesem erregenden Buche ein unvergängliches Denkmal gesetzt. Zaunkönige. Von Karl Scherer. Ein Vorsommertag, warm unD schön. Gegen Mittag ist nach langer Dürre ein Gewitter über Das Dorf gezogen und hast Baum unD Strauch erfrischt. Das Waldtal steht in jungem Blattschmuck. Die hohen Halme des schmalen Wiesenstreisens, der Den Bach hüben wie Drüben in sanfter Steigung begleitet, stehen regenschwer, in den tiefblauen Blütenkelchen Des Enzians unD den purpurfarbenen Glatten des Fingerhutes funkeln silberhelle Wasser- perlen, und wenn der linde Sommerwind durch Die Baumkronen läuft, sprühen feine Tropfen über Den Weg. Doch Der sandige Grund ist schon wieder trocken, und der alte Pfarcherr, Der, Den Hut in Der Hand, im Sonnenbrand den Wiesenpfad herauf- gemanDert kommt, läßt sich mit einem wohligen Seufzer unter einem schattigen Buchenbusch zwischen Die Heidelbeeren fallen. Still beseligt blickt er über Das blühenDe Tal und die wachsenden Felder hinaus, wo Die roten Ziegeldächer des Dorfs über Fruchtbäumen aufragen — wie schön ist doch die Welt! Da schnarrt es über ihm in Den Zweigen: ein Vögelchen/ nicht so groß wie eine Kinderfaust, ist aus dem KrcuzDornstrauch am Wiesenrand herzu- geflogen, beschaut von oben Den schwarzen Mann unD läßt verwunDert seinen Warnruf hören: „zerrr, zerrr", als ob ein kleiner Bub seine Knarre Drehte. Dann schnurrt Der Kobold über Den Weg ins Gebüsch. Und nun, wo er in Sicherheit ist, schmettert er sein fröhliches Liedchen, so laut und kraftvoll und so voll Wohllaut, Daß es schwer zu glauben ist, es käme aus so zarter Brust. Triller unD Roller, jetzt eine geschlossene Strophe, Dann ein kurzes Zwischenspiel unD wieDer ein anmutiges Rondo — Das ist Der Zaunkönig, Der seine Lust und Fröhlichkeit in Die blühenDe Frühlingswelt singt! Das Schwänzchen steil aufgerichtet, hockt der Wicht auf Dem moosigen Baumstumpf, läßt seine Weise noch einmal hören, daß Die winzige Kehle wie ein Säckchen aufschwillt und Die HalsfeDern sich sträuben, Dann verschwindet er zwischen Wurzeln und Standen. Unter Hopfengeschling und Farnkraut taucht er wieder auf, treibt sich ein Weilchen am Boden umher, untersucht ein dürres Borken stück, nimmt eine Käferlarve auf und fliegt hell flötend davon. Das quecksilbrige Vögelchen, auch ^chnerf oder Schneekönig genannt, Der kleinste Vogel unserer Breiten, ist immer keck und munter, lustig und aufgekratzt; darum sagt Der Volksmund: „er freut sich wie ein Schneekönig". Im Nestbau ist er ein Künstler, Der seinen aparten Baustil hat. Zwar bei Der Wahl des Nistplatzes für sein im Verhältnis zur eignen Winzigkeit großes Luftschlößchen ist der kleine Schlüpfer nicht eben anspruchsvoll; bald steht es in einer Mauerlücke mannshoch über Dem Bo- Den, bald im WacholDerbufch ober Brombeergestrüpp am Waldrand, bald auf Dem vorspringenden Dachbalken einer verlassenen Lehmhütte, bald in einem Reisighaufen, öder es hängt zwischen dichten Dunklen Eseuranken über Dem Torbogen eines Landhauses oder liegt im Spalt einer anbrüchigen Eiche oder Kopfweide — immer aber ist es in Form und Farbe der jeweiligen Umwelt wunderbar angepaßt. Das behagliche Innere ist — eine Seltenheit unter der europäischen Vogelwelt — überwölbt und geschlossen; denn cs ist nicht nur ein Sommerhäuschen, es muß häufig auch als schützendes Winterasyl Dienen. Die festen Wände ruhen auf einer GrunDmauer von Fichtenreisig und dichten Schichten von Moos, das überhaupt Den wesentlichen Baustoff bergibt. Die Höhlung ist weich und warm mit Federn ausgekleidet. Seitlich öffnet sich ein enges Türchen, oft von einem nieDlichen Vorbach verbeckt, Das es Den Blicken entzieht. Das ganze Gehäuse ist zweckvoll und "eigenartig, aber schwierig der Bau; Darum nimmt Die Ausführung zwei volle Wochen in Anspruch und Der zwerghafte Baumeister hat Damit nicht geringe Plage. Eine Eigentümlichkeit des Zaunkönigs ist es, während der Brut zur Kurzweil in Der Umgebung eine Anzahl weiterer Nester zu bauen, „Schlaf"- ober „Spielnester", wo er Die Nächte verbringt ober Zuflucht sucht, wenns stürmt ober regnet; nur Die Dorngrasmücke folgt Dem gleichen wunderlichen Triebe. Im Hof der Försterei unter Den alten Eichen steht ein buschiger Faulbaum; wenn er im Mai seine weißen Blütentrauben treibt, würzt Der süß-herbe Duft weithin Die Lust. Auf einer breiten Gabel im Dichtesten Grün hat Die gnomenhafte Majestät heuer ihr Moosschlößchen errichtet, und Die Frau Königin sitzt auf sechs runDlichen milchweißen, am runDen Pol rostrot gesprenkelten Eiern. Das Hähnchen ist eben herzugeflogen, spreizt sich schwanzwippenD auf Dem obersten Scheit Des Holzstoßes am Kuhstall unD meldet fein Kommen Durch eine prächtige Fanfare. Da verläßt Das Weibchen Das Gelege, flattert auf Den Zaun und lockt und ruft; unD sogleich schnurrt der Gemahl herbei und hockt einen Augenblick neben Der Ehelichsten, Dann nimmt er willig ihren Platz ein und wiDmet sich Dem ernsten Geschäft Des Brütens. Fast könnte man die Uhr nach ihnen stellen, so pünktlich erfolgt morgens unD nachmittags die Ablösung! Unterdes schwirrt Die Henne umher. Durchsucht Den Kornelkirschenstrauch im Garten nach Raupen und Spinnen, fliegt zur Weiß- Dornhecke, um Mücken unD Käfern nachzustellen, stillt den Dürft am Erlenbach über der Mühle unD macht schließlich einen Abstecher nach Dem lichten alten FichtenbestanD, unter dessen Stämmen Der tischhohe Ameisenhaufen liegt — sind Doch Die weißen schmackhaften Eier und Larven Das Beste von allem! Gchubert-Anekdoie. Von Zrmgard Thomas. Die Glocke Der Mariahilferkirche schlägt Die Mitternacht. Da wünscht am Tor der Wiener Vorstadt Der Maler Schwind seinen Freunden eine gute Nacht, Dem Bauernfeld, der Die luftigen Komödien schreibt, Dem Michael Vogel, der die Lieder von Franz Schubert so schön fingen kann. Der Schubert aber steht so ein bisserl abseits und scheint Die andern ganz vergessen zu haben in Der lauen Nacht, Die über Wien gekommen ist. „Morgen", sagt Der Schwind, „morgen, da geht's nach Plötzleinsdors. Da gibt’s einen Wein und eine Freude?" „Ich bin dabei", ruft Bauernfeld, „und Du und du, ihr alle! Schubert", bittet er „nun seht euch Den Schubert an, steht Da unD sagt kein Wort. Schubert, es geht Doch hinaus nach PlötzleinsDorf, und du sollst Deine Laute mitnehmen." Der ganz Versunkene roenDet die Augen von Der zarten, kleinen, mondbeglänzten Madonna auf Dem Brunnen. „Ja", nickt er, „ja, ja, ist schon recht, ich werd schon noch mitkommen nach Pötzleinsdors!" Und Dann winkt er ihnen allen einen Gruß zu zu unD geht Durch Die Nacht Davon, Die Hönde auf Dem Rücken gekreuzt unD ein wenig vornüber geneigt. Üm Die früheste Stunde kommen die Freunde anderen Tages Daher, um Den Franz Schubert abzu- holen unD seine Laute. Sie singen unD rufen schon von weit her, und wenn sie um die nächste Ecke biegen, Dann roerDen sie Den Schubert an Der Tür stehen sehen, so denken sie. Aber Die Tür ist verschlossen und fein Stuben- fenfter auch. Nur unter Dem Sims hängt an einem großen rostigen Haken eine alte Hose mit um gekrempelten Taschen. Das heißt; „Ich kann nicht mib kommen, ich hab' kein Geld. Gehfs allein und macht's mir nicht schwer." Da wissen Die Freunde, warum der Schubert so wortkarg war am vergangenen Abend am Maria- hilfertor, und sie rufen und fingen nicht mehr. Sie greifen in ihre Taschen. Viel ist nicht Darin, graD ein paar kleine Münzen. JeDer zählt sein Geld auf der flachen Hand. „Hört's", sagt Schwind, „wir können Den Schubert nicht daheim lassen an einem so schönen Tag. Da ist auch keine rechte Freud' für uns in Pätz- leinsdorf. Trinkt's jeder ein Viertele Wein weniger. Da kann der Franzi mithalten." Und eine Viertelstunde später geht Der Franz Schubert mit Den anderen zum Tor hinaus. Sie fingen wieder. Daß es eine Lust ist, und Die Laute begleitet sie. In Der Weinwirtschaft in PötzleinTDorf ist ein arger Trubel. Die Sonne unD Der heurige Wein Haven die Wiener herausgelockt aus Der StaDt. Die Freunde finden ein Eckchen und sitzen nieder bei ihrem Schoppen. Eduard von Bauernfeld sagt ein paar Verse, die er neulich gelesen hat. Schubert horcht auf: „Sag's noch einmal, Bauernfeld, sag's noch einmal. Das Gedicht ist halt arg schön. Da müßt ich eine gute Melodie dazu. Wenn ich nur ein Stücklein Notenpapier hält." „Wart' nur zu", lacht der Schwind. Und er langt sich die Speisekarte vom Nebentisch daher. „Gestatten die Herren?" Und dann zieht er in Den freien Raum unter Die Bratwurst und Die Eierspätzli ein paar Linien und läßt auf die oberste ein Vöglein hinhocken. EduarD Bauernfeld beginnt zum anderen Mal: „Horch, horch, Die Lerche im Aetherblau ..." Und Franz Schubert summt vor sich hin, vergißt den Wein und Die ganze Welt über einem neuen Lied. Hochschulnachrichten. Professor Dr. G. Ipsen, Ordinarius für theoretische Politik an Der Universität Königsberg, rourDe in gleicher Diensteigenschaft an Die Universität W i e n berufen. Professor Jpsen war einige Jahre Mitherausgeber Der Blätter für Deutsche Philosophie, sowie Des Handwörterbuchs des Grenz- und AuslandsDeutschtums. Unter feinen Veröffentlichungen nennen wir „Programm einer Soziologie des deutschen Volkstums", „Das Landvolk", „Blut und Boden (Das preußische Erbhofrecht)" und „Die Sprachphilosophie Der Gegenwart"^ bandes G i e v o n - L i e b i hat, freß ich still. X. Wetter, von dem schönen Holzveranda des Kameraden Karl Nagel jr. bekannt, der als aktiver Offizier mit den 116ern im Felde war und der der Kameradschaft die Treue hält. Es handelt sich hierbei um den seltenen Fall, daß Dater und Sohn der gleichen Kameradschaft angehören. Kamerad Emil Becker, der mit K. Nagel im Felde war, berichtete über gemeinsame Kriegserlebnisse. Das Schießwesen der Kameradschaft hat unter der Leitung von Kamerad Heinrich Kern gute Fortschritte gemacht. Am Sonntag wurde das Schießen um die bronzene Nadel abgeschlossen. Nächsten Sonntag beteiligen sich drei Mannschaften am Kreisschießen. Später wird in Verbindung mit einem Preisschießen das Wettschießen um die Meisterschaft der Kameradschaft ausgeführt. Am 25. Juni begeht die Kriegerkameradlchaft m Großen-Linden di« Feier ihres 65jährigen Bestehens. Die alten 116er beteiligen sich an dieser Veranstaltung und marschieren im Festzug mit. Das Andenken des verstorbenen Kameraden Heinrich D ö r i n g e r in Wiefeck wurde geehrt. bekundete Interesse zum Ausdruck gebracht. Der Voranschlag für das laufende Jahr wurde genehmigt. Dos freundliche Lächeln der Wirtin erstarrte, die Augen warfen unruhig forschende Blicke auf die hübschen Gesichter der beiden Gäste. Madeleine und Irmgard warteten gespannt auf Antwort. Noch gespannter wartete Hilde, die sich auf dem Boden des kleinen Autos zurechtrückte, dar knapp vor der Veranda stand, auf der die Damen saßen. „Ich glaube nicht... sicher nicht", sagte die Frau verlegen. „Alois, das ist der Diener, hätte es mir sicher gesagt... Ich werde mich gleich erkun- tilgen ..." Sie verschwand eilends. '„Sehr gelegen ist ihr diese Frage nicht gekorn- men", murmelte Irmgard zufrieden. „Bestimmt nicht, aber es ist ein Fehler, jemanden kopfscheu zu machen. Jetzt glaubt sie vielleicht, wir verdächtigen sie oder einen Angestellten des Diebstahls", sagte Madeleine. „Macht nichts, Irmgard, sie wird sich von unseren-holden Reden und Augen stolz. „Wir haben die gleichen Preise wie die Tankstellen." Hilde schnupperte. „Gut riecht die Suppe", lobte sie. „Man ißt überhaupt gut bei euch. Das sagen alle Leute. Unlängst waren Freunde von uns hier, die waren direkt begeistert. Zwei oder drei Herren in einer blauen Limousine. Dor ein paar Tagen muß es gewesen sein." Alois runzelte die Stirne, so angestrengt dachte er nach. Mittwochabend fuhr ein Wagen vor, aber der war schwarz. Und es waren vier Herren mit", sagte er endlich. Kopfschutteln. „Nein. Ein Mann wie tausend andere." Da drückte ihm Hilde fünfzig Pfennig in die Hand und trollte sich. Madleine hatte die Rechnung bezahlt. Wenn Hilde Erfolg hatte, mußte sie alles wissen, was wissenswert war. Sie nickte freundlich der Wirtin zu, die sich nicht von ihrem Posten gerührt und sie nicht aus den Augen gelassen hatte. Irmgard schlüpfte in den grauseidenen Regenmantel und stieg ins Auto. Hupte kräftig. Da lief aus dem Garagentor ein blondes Mädchen in einem grauseidenen Mantel. Dieselbe, die eben ins Auto gestiegen war und gehupt hatte. Die Wirtin war totenblaß geworden. Wie war das möglich? Sie hatte die beiden doch keine Sc- Der Mann wurde unsicher, kratzte sich das struppige Haar. , ',^ch weiß nicht recht. Ich hab ihn mir nicht weiter angesehen. Nicht groß, nicht klein... Kein Gesicht..." v A „Na hören Sie, ein Gesicht wird er doch gehabt haben!" sagte Hilde entrüstet. „Freilich, freilich, aber kein Gesicht zum Merken. So wie jeder halt..." „Schnurrbart oi^er glattrasiert?" „Ich weiß nicht recht... so wie jeder halt", sagte Alois. Hilde war erstaunt. Trotz seiner mangelnden Geistesgaben hatte er die drei anderen richtig und genügend beschrieben. Gerade bei dem „durchschnittlichen" versagte er. „Was hat er gemacht, nachdem er den Wagen hereingeführt hat?" bohrte das Mädchen. „Nichts. Er ist wieder gegangen. Und Trinkgeld hat er mir überhaupt keines gegeben!" „Und vorher?" „Vorher war ich nicht da. Ich mußte ein Ehepaar, das ein paar Tage bei uns gewohnt hat, in die Stadt ins Kino führen. Ich bin gerade heimgekommen." „Und Sie können sich gar nicht erinnern, wie der Herr aussieht?" fragte Hilde noch einmal. aus den Augen. „Wenn die kein schlechtes Gewissen einen Besen", murmelte Irmgard. Madeleine nickte und sprach vom der Schönheit der Landschaft und schmiedeeisernen Hahn, der von der künde aus den Augen gelassen... Jetzt sprang sie in den Wagen, sie war doch gerade eben em» gestiegen! Und der Wagen fuhr die Landstraße hinunter ... Madeleine sah durch die Scheibe die Wirtin an. „Wenn die kein schlechtes Gewissen hat, ftesse ich diesmal einen Besenstiel", sagte sie. Madeleine hatte recht. Die Wirtin hatte damals, weil ihr eigenes Auto nicht zur Stelle war, die schwarze Limousine einem fremden Gast für knappe zwanzig Minuten geborgt. Der Gast wollte unbe- dingt einen Brief zum Neun-Uhr-Zug bringen. Es war sicher nicht recht gewesen, — ab ex er konnte ja gut chauffieren. Und hatte ihr für die paar Minuten fünf Mark gegeben! Ein netter, höflicher Herr. Wie hatte er nur ausgesehen? Mit dem besten Willen vermochte die Wirtin nicht, sich des Mannes zu erinnern. Nicht groß, nicht klein... so durchschnittlich... Aber der hatte bestimmt keine Wagendecke gestohlen! Hoffentlich hatte Alois nicht geklatscht. Wußte der Dummkopf überhaupt davon? Es war ein Abend gewesen, an dem sie alle viel zu tun hatten... Und wie konnte das blonde Mädchen gleichzeitig ins Auto steigen und aus der Garage gelaufen kommen? Die Wirtin bekreuzigte sich. Nie mehr würde sie einen Schritt vom rechten Wege abweichen, und wenn es viel mehr als fünf Mark eintragen sollte. Hilde berichtete indessen mit aller Genauigkeit Madeleine machte ein ernstes Gesicht. „Wieder ein durchschnittlicher Herr, an den sich niemand erinnert", sagte sie. „Was kann er nur gegen die Voigts haben? Er geht bestimmt aufs Ganze..." v „ v. , , . Sie machte so ernste Augen, daß die lachenden Mädchen erschraken. „Wollte er wirklich — Hans etwas tun? fragte Hilde zögernd. „Die beiden Voigts hätten sich garantiert den Hals gebrochen, wenn nicht zufällig der Motorradfahrer' sie gewarnt hätte", sagte Madeleine trocken. Auf der Heimfahrt verhielten sich alle drei sehö Di« diesjährige Tagung des K r e i s v e r - uuudes Gießen der Deutschen Stenographenschaft hatte der Ortsverem Schotbetören lassen." Die Wirtin kam wieder. „Es tut mir sehr leid, meine Damen, aber bei uns ist die Wagendecke nicht gefunden worden. Unser Alois ist zwar blitzdumm, aber dafür sehr ehrlich." . Madeleine kam wieder auf den guten Wein zu ' sprechen und tat, als wäre die Wagendecke keiner weiteren Erwähnung wert. Die Wirtin blieb zudem im Mittelpunkt dieser Veranstaltung peyenoen Feftvortrag eines Fachmannes über em Quelles wissenschaftliches Thema sollen außer den Mitgliedern Wissenschaftler und Männer der Praxis ein- geladen werden. Der zweite Tag ist für größere Führungen durch das Museum vorgesehen Dabei wird Amtsgerichtsrat Jöckel, ein Nachkomme Justus von Liebigs, über „Liebig unb das Liebig-Museum" eine allgemeinverständliche Einführung geben. Nach der Erledigung einiger orgam- fatoritoer Fragen Ichlotz Dr. Merck di- Sitzung mit Dankesworten an die Erschienenen. Monaisappellder^6er-Kameradschost Der erste Monatsappell nach dem ersten großdeutschen Reichskriegertag war auch bei der Kameradschaft ehemaliger 116er, die am Samstag nn „Andres" ihre Zusammenkunft hatte, den Berichten über diese erlebnisreichen Tage gewidmet. Kameradschaftsführer Hans Bill und die Kameraden, die die Fahnenabordnung gestellt hatten, gaben ihre Eindrücke über dieses große Soldatentreffen wieder. Gleichzeitig gab Kamerad Bill die Beförderung Roman von Konraö Trani Copyright by Carl Ouncker Verlag, 23erHn W35 13. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Das Essen ist wunderbar", lobte Madeleine, als die liebenswürdige Wirtin, eine üppige Frau, sich erkundigte, ob die Gäste zufrieden feien. Irmgard nickte mit strahlenden Augen und würgte an einem großen Happen, um geschwind zu Wort zu kommen. Sie wollte Madeleine zeigen, wie geschickt sie Leute ausholen konnte. „Und der Wein ist herrlich, gerade richtig gekühlt , fuhr Madeleine fort. „Wer beschafft Ihnen diese prächtige Sorte? Ich muß mir die Marke und das Jahr notieren..." , „Um den Keller kümmert sich mein Mann, da darf sich niemand einmischen", lachte die Wirtin. „Davon versteht er wirklich etwas, zum Unterschied von mir. Ich halte mich lieber ans Bier." Das sieht man, dachte Madeleine. „Es ist immer gut, wenn die Arbeit — und der Verdienst in der Familie bleiben", sagte Madeleine. „Haben Sie auch Kinder, die Ihnen helfen?" „Ja, unsere Tochter betätigt sich in der Küche, und unser Sohn studiert an einer Hochschule Landwirtschaft. Ich komme mit drei Angestellten aus und mit einem Hausdiener, der die Garage unter sich hat." „Mein Gott, jetzt hätte ich es fast vergessens" fiel Irmgard ein. „Vor ein paar Tagen sind spat am Abend Verwandte von mir bei Ihnen vorbeigekommen ... sie haben hier zu Abend gegessen... Drei Herren in einer schwarzen Limousine... Die haben mir aufgetragen, ich möchte mich erkundigen, ob sie etwa bei Ihnen die Wagendecke vergessen haben." te n übernommen. In der Vertr etervers amm I u n g, di« am vorgestrigen Samstag im „Hessischen Haus statt- fand und in d-r alle Drtsnereine des Krersverban- dcs vertreten waren, erstattete der Krsisoerbands- führer S. tz. Kuhl (Siegen) Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr. Er konnte noch besonders den Gauverbandsführer, Landtagsdirektor i. R. Werner (Darmstadt) be- artigen Aus dem Bericht ging hervor, daß in allen Ortsvereinen rege Tätigkeit herrscht und besonders die Unterrichtslehrgänge sehr gut besucht sind. Di« Ortsvereine Wieseck und Großen-Linden haben sich dem Ortsverein Gießen angeschlossen. Die auf Grund des Abkommens vom 8. Oktober 1938 zwi- chen der Deutschen Arbeitsfront, Gauwaltung Hessen-Nassau, Abteilung Berufserziehung und Betriebsführung, in Frankfurt a. M. und der Deut- chen Stenographenschaft, Gauverbandsfuhrung Hessen in Darmstadt, getroffene Regelung auf dem Gebiete der Kurzschrift und des Maschinenschreibens hat sich nach den Berichten der Vertreter der einzelnen Ortsvereine überall bewährt. Die Lehrgänge sind stark besucht, und die Zahl der Unterrichteten iat sich sehr gehoben. Die Verhandlungen der Deutschen Stenographenschaft, des NS.-Leh Verbundes und der Deutschen Arbeitsftont über di« endgültige Regelung für das gange Reichsgebiet sind zwar noch nicht zu Ende geführt, doch wird diese voraussichtlich im Laufe dieses Jahres noch erfolgen. Im gesamten Kreisgebiet stellten sich alle Ortsver- e'rne mit ihren Mitgliedern und Unterrichtsleitern der Deutschen Arbeitsfront zu ihrem großen Reichs, leiftungsschrerben am 27. November zur Verfügung, so daß dieses einen glänzenden Verlauf nehmen konnte. Auch stellten der Gau- und der Kreisver- band für die besten Leistungsschreiber noch eine Anzahl Ehrenpreise zur Verfügung. Die Geschäfts ft enographenprufung an den Industrie- und Handelst am - mern wurde von den Mitgliedern der Deutschen unter der vorzüglichen Leitung von Prokurist August Siebert (Gießen) hatte alle Hände voll zu tun, um die abgegebenen 386 Arbeiten zu prüfen und . herabbaumelte. Hilde war aus dem Wagen geglitten, duckte sich unter das Geländer der erhöhten Veranda und schlich um das Haus. Sie mußte sich von rückwärts an die Garage anpirschen. Hoffentlich hatte sie einen anderen Eingang als den, der von der Veranda aus eingesehen werden konnte. Ja, hinter der Garage schienen zwei Dienstbotenzimmer angebaut zu sein, die einen eigenen Zugang zu einem schmalen Flur hatten. Die Garage war leer bis auf einen Wagen, der neu und gut gehalten war. Benzinbarrells standen herum. Ein paar Werkzeugkasten und eine Arbeitsbank ... Das Tor war zu, und durch die staubigen vergitterten Fenster fiel ein trübes Licht. „Was suchen Sie denn, kleines Fräulein?" brummte eine Männerstimme. Hilde fuhr zusammen. Das war Alois, der zwar blitzdumm, aber so schrecklich ehrlich war .. Strohblondes Haar (es sah aus wie eine struppige, schlecht gemachte Perücke) um einen runden Schädel. Abstehende Ohren und kleine, helle Augen. Er hielt einen tiefen Teller auf den Knien und löffelte Suppe. „Schmeckt's Ihnen?" fragte Hilde und schlenderte zu ihm. „Ich wollte mich nur erkundigen, was ihr hier für das Benzin rechnet. Ich habe da schon etliche Wunder erlebt, wenn ich in einem Gasthaus nachfüllen wollte..." „Bei uns nicht", antwortete der Diener Alois zu werten. , Nach dem Mittagessen fand eine F u h r u n g durch das Oberhessische H e i m a t - mufeum statt. Gewerbelehrer Sauer verstand es, in fesselnder Weise die Waffensammlung, die reichhaltigen Stickereien, das Arbeitszimmer von Landforstmeister Staatsrat Weber, die Bauernstuben, Webstühle und Entwicklung der alten Beleuchtungsformen zu erklären. . Später schloß sich eine Begrüßungsfeier mit gemütlichem Beisammensein und Tanz in der Turnhalle an. Ortsvereinsführer Brau n begrüßte insbesondere den Ortsgruppenleiter der NSDAP., Zeschky (Schotten) und die große Schar der Stenographen^Er gab einen kurzen Rückblick über die stenographischen Geschehnisse seit 1927, dem Jahre, als die Stenographen zuletzt m Schotten gesagt hatten. Er wies auf die großen Umwälzungen hin, die seit dieser Zeit in unserem Vaterland geschehen sind und dankte unserem Führer für feine Erfolge durch ein Sieg-Heil. Ortsgruppenleiter Zeschky dankte den Stenographen namens der Stadt Schotten für ihren Besuch und hob hervor, daß sich die Kurzschriftler in der Turnhalle gewissermaßen auf historischem Boden befänden, denn von hier, wie überhaupt von Schotten aus, wo unser Führer wiederholt geweilt hat, sei der nationalsozialistische Siegeszug im ganzen Vogelsberg ausgegangen. .... Kreisoerbandsführer Kuhl dankte der Süwt Schotten und ihrer Bevölkerung für die freundliche Aufnahme und Unterstützung durch Stiftung von Ehrenpreisen. In anerkennenden Worten zollte er auch dem Schottener Ortsverein, seinem langfähri- gen Dereinsführer, Kaufmann B r a u n, und seinem bewährten Mitarbeiterstab für ihre Verdienste, die sie sich um die Ausbreitung der Kurzschrift erworben haben, herzlichen Dank. Dem Schottener Verein gratulierte er zu seinem 40jährigen Stiftungsfest und wünschte ihm weiteres Blühen und Gedeihen. Als Zeichen der Dankbarkeit und Anerkennung überreichte er dem Verein eine Führer-Plastik. (lieber die Ergebnisse des Wettschreibens berichten wir morgen.) Dornotizen. Tageskalender für Montag Gloria-Palast (Seltersweg): „Mädchenjahre einer Königin". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Das blaue Licht". Wandertage der Zugendgruppen des Deutschen Frauenwerkes. Nun find für alle Menschen die Wandermonate gekommen. Der jungbelaubte Wald, die blühenden Wiesen locken hinaus ins Freie. So beschloß auch die Gießener Jugendgruppe des Deutschen Frauenwerkes, zu ihrer straffen Arbeit des Alltags und der Pflicht ein paar fröhliche Wandertage zuzulegen. Die nähere, schöne Umgebung Gießens und der leicht erreichbare Taunus bieten die herrlichste Gelegenheit, sich in fröhlicher Gemeinschaft einmal ganz auszuruhen. Viel beschwingter ist der Gedankenaustausch auf luftiger Wanderung, viel naher tritt die Schönheit des deutschen Vaterlandes an uns heran, viel selbstverständlicher noch ist die Kameradschaft in schöner, freier Natur. So haben sich die Mädels der Jugendgruppe wieder Kraft und Mut geholt zu ihrer Arbeit im Deutschen Frauenwerk. Mit größerer Freudigkeit gehts nun wieder an die Bastelabende, an das Herstellen von Sauglings- wäsche, das Dorbereiten von Feierstunden und all die vielseitigen anderen Arbeiten, die der Jugend- gruppe obliegen. Die schönen Wandertage bieten reichen Gesprächsstoff für die nächsten Heimabende. Steno-graphenschast durchgesuhrt. Diese Prufunge , die ein amtliches Zeugnis über die Fähigkeit der Stenographen ablegen, sind von 9^Z besonderer Wichtigkeit, sie wurden allen Kurzschriftlern dringend ans Herz gelegt. . Aus dem Bericht des Rechners Ludwig Grave- lius (Gießen) ging hervor, daß die Kasfenverhalt- nisse des Kreisverbandes und aller von ihm geprüften Ortsvereine in bester Ordnung sind. Ehrung desKreisverbandsführers Kuhl Hierauf gab Gauverbandsführer Werner (Darmstadt) eingehenden Aufschluß über verschiedene aufgeworfene Fragen und klärte besonders das Verhältnis zwischen der Deutschen Arbeitsfront und der Deutschen Stenographenschaft nochmals auf. Er dankte allen Ortsvereinsführern und Untervichtsleitern für ihre aufopferungsvolle Tätigkeit, die sie im Dienst für Volk und Vaterland dadurch ausüben, daß sie die Jugend mit der im heutigen Geschäfts- und öffentlichen Leben so wichtigen»Kurz- schrist vertraut machen. Er lud alle Ortsvereine zu der am 9. Juli in Bensheim stattfindenden Gau- Dertreterversammlung ein. Sodann gedachte er noch in erkennenden Worten der über 40jährigen Tätigkeit für die Stenographenschaft des Kreisverbands- führers K. H. Kuhl (Gießen), dem er eine von dem Graphiker Becker in Darmstadt ausgeführte Urkunde in Kassettenform überreichte, auf Grund deren er in Anerkennung seiner Verdienste um die Verbreitung und Förderung der deutschen Kurzschrift und des Maschinenschreibens und für feine jahrzehntelange vorzügliche Leitung des Kreisoerbandes Gießen zum Ehrenmitglied des Gauverbands ernannt wurde. Kreisverbandsführer Kuhl dankte für diese Ehrung und schloß mit einem Sieg-Heil auf den Führer die Versammlung. Ortsvereinsfiihrer Hermann Braun (Schotten) begrüßte die Vertreter namens des Schottener Vereins. Leistungsschreiben - Begrüßungsfeier. Am (Sonntagmorgen tarnen noch Hunderte von Stenographen und Gästen zu dem großen L e i - st u n g 5 f d) r e i b e n , das in sämtlichen Räumen der drei Schulen stattfand. Der Wettschreibausschuß geknöpft — und das Lächeln war merklich sauer geworden. , ,, _. „Wir möchten den Tank auffullen lassen, eie haben doch Benzin?" fragte Madeleine. „Bitte, schik- ten Sie uns Alois! Und zwei Schalen Mokka. ,Das wird der Kellner besorgen, das Benzin und den Kaffee, Alois rft leider nicht zu Hauses sagte die Wirtin. Madeleine wußte, daß das eine Luge war. Eben nämlich war ein Hausdiener in die Garage gegangen, die etwa dreißig Meter mehr der Straße zu lag- „Wie Sie wollen", sagte sie gleichgültig und zündete sich eine Zigarette an. Hoffentlich hatte Hilde die Unterhaltung gehört und wußte, was sie zu tun hatte. Denn die Wirtin hatte sich in einer Ecke der Veranda niedergelassen und ließ sie nicht Wie Dr. Merck weiter mitteilen konnte, hat sich der englische Verein „The Link", der sich die Förderung der englisch-deutschen Beziehungen 31K Ausgabe gemacht hat, an ihn mit dem Ersuchen um Ueberlassung einiger Ausnahmen aus dem Museum für eine größere Ausstellung gewandt. In erster Linie kommen Aufnahmen von Justus von L1 e - big und A. W. Hofmann, der lange Jahre in London lebte, in Betracht. Dem Wunsche soll Rechnung getragen werden. Die Gesellschaft beabsichtigt, sich an die Gießener Vereine und Organisationen mit dem Ersuchen zu wenden, bei der Festsetzung ihrer Winterprogramme und namentlich bei De^ anftaltungen, bei denen auswärtige Besucher nach Gießen kommen, einen Besuch des LiebigMuseums in Erwägung zu ziehen. Die diesjährige Festsitzung soll als ein „Justus - " iebig <- Tag" durchgeführt werden. Zu Mittelpunkt dieser Veranstaltung stehenden Stenographen-Tagung in Schotten Großes Leistungsschreiben des Kreisverbandes Gießen. Neue Schrottsammelaktion im Gau Hessen-Nassau. NSG. Die Versorgungslage der Westdeutschen Schrottoerbraucher macht weitere Maßnahmen zur Schrotterfassung sofort erforderlich. Auf Anordnung des Reichskommissars für Altmaterial-Verwertung wird daher für die Gaue im westlichen Schrott-Anfallgebiet eine weitere Aktion zur Erfassung der in den Haushaltungen und im freien Gelände noch vorhandenen Schrottvorräte durchgeführt. Der Reichskommissar hat deshalb mit dem Gaubeauftragten im westlichen Anfall gebiet am Freitag in Frankfurt a. M. die organisatorischen Maßnahmen besprochen. Im Gau Hessen-Nassau wird der Reichsluftschutz- bunb, Bezirksgruppe Hessen-Rheinland-Süd, in Verbindung mit dem örtlichen Rohproduktenhandel diese Sammelaktion durchführen. Es wird erwartet, daß bei der kommenden Aktion alle noch überflüssigen Alteisenmengen für die sammelnde Organisation „Mittwoch kann stimmen, aber es waren drei Herren, wenn nicht nur zwei!" beharrte Hilde. „Vier!" sagte bockbeinig Alois. „Vielleicht meinen Sie eine andere Gesellschaft, lenkte Hilde ein. „Wie haben sie ausgesehen?" „Seit vierzehn Tagen war kein solcher Wagen bei uns. Und der eine Herr, der sich seinen Koffer holte und mit der Bahn weiterfuhr, fünfzig Pfennig hat er mir Trinkgeld gegeben für den kurzen Weg, der war blond und groß. Der Alte hat einen grauen Spitzbart gehabt. Der Jüngere war dunkel und hat ein braunes Gesicht, er hat viel gelacht und zu dem älteren Herrn „Vater" gesagt. Er hat mir eine Mark gegeben. Und dann war noch einer, der hat den Wagen in die Garage geführt... das war, bevor der Blonde den Koffer holte... Ja... Weil : ich mich gewundert habe. Ein Wagen ist schließlich nicht aus" Zucker. Wegen dem bißchen Regen lange 1 reversieren und einstellen. Ich habe an dem Abend oiel zu tun gehabt, aber das weiß ich, daß es vier [ Herren waren." „Wie hat denn der vierte ausgesehen, der den Wagen in die Garage brachte?" erkundigte sich Kriminalkommissar Rühle, der sich bisher in Neukirchen zwar gelangweilt, aber durchaus wohl befunden hatte, "wurde immer unruhiger. Der Bank- tiiener war noch immer nicht vernehmungsfähig. Die Aerzte pflegten feinen Schädelbruch und standen wie eine Mauer zwischen ihm und der wissensdurstigen Polizei. Das war eine Begründung, warum sie nicht vom Fleck tarnen, sagte sich Ruhle. In sehr stillen Nachtstunden gestand er sich, daß es ein* gute Ausrede vor der vorgesetzten Behörde und seinem Gewissen war: er war bereit, jeden Eid darauf abzulegen, daß der Gute nichts mitzuteilen hatte. Er war von hinten niedergeschlagen worden und hatte den Angreifer sicher mit fernem Auge gesehen! Ruhle hatte getan, was sich tun ließ. Unter an» tierm hatte er einen sachverständigen Beamten aus der Hauptstadt angefordert und die Kollegen jenseits der Grenze um Auskunft betreffs Peter Jlke an» Gegangen. (Fortsetzung folgt.) durch die Bevölkerung zur Verfügung gestellt werben. Sperrt die Katzen em! Mitte Juni werden die Jungen der bei uns brütenden Singvögel flügge und machen in diesen Tagen ihre ersten selbständigen Flugversuche. Meist gelingen diese ersten Flüge nicht recht, und mancher "junge Vogel erreicht sein Nest nicht wieder: er muß irgendwo in einer Hecke mit neuen Versuchen beginnen. Diele der jungen Vögel werden in diesen Tagen das Opfer der Katzen, die ihnen mit List und Tücke nachstellen. Sie jagen die halb flüggen Vögel, bis diese ermatten und sich nicht mehr erheben können. Dann fallen sie der Katze unrettbar zum Opfer. Es muß daher von jedem Katzenhalter verlangt werden, daß er die wenigen Tage über, an denen die jungen Singvögel fliegen lernen, die Katzen, besonders nachts, einsperrt. Diele tausend junger Singvögel würden dann am Leben bleiben. Abschluß der Alpenfahrl. Die großdeutsche Alpenfahrt endete am Sonntag g< it der dritten und letzten 123 Kilometer langen fc mit Etappe von Garmisch-Partenkirchen über den Fernpaß, Zirl, Seefeld und Mittenwald zurück nach hier kamen Hörmann Garmisch. Etappensieger wurde Richter (Chem- auf die nächsten Plätze. nitz) in 3:35:07 Stunden vor Kittsteiner und Keßler Hermann Lang siegt beim Wiener Höhensiraßenrennen Um die hessischen Turnermeisterschasten In i^ugya i zum Sier Das $ BDM. eine nommen. ** Besuch des Landschaftsbundes in der Milchzentrale. Die Mitglieder des Ortsringes Gießen des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat besichtigten am Sonntagvormittag die Milchzentrale der Gebrüder Grieb. Der Stellvertreter des Ortsringleiters, Oberstudiendirektor Dr. R o l o f f, begrüßte die Mitglieder. In der Milchzentrale gab Molkereibesitzer Grieb einen anschaulichen Ueber- blick über die Bedeutung der Milchzentrale im Dienste der Dolksernährung und Volksgesundheit. Bei dem anschließenden Gang durch den Betrieb wurden alle Einrichtungen besichtigt. Die Räume und die peinlich sauber gehaltenen Maschinen und Einrichtungen hinterließen einen sehr guten Eindruck. Serie II schwankten zwischen 98,10 bis 98,20 (98,05). ReichsbahnVA. bröckelten 0,25 v. H. ab auf 122. Reichsaltbesitz 10. Pf. höher mit 132. Liquidationspfandbriefe zogen z. T. bis 0,25 v. H. an. Industrie- Obligationen und die übrigen Rentenwerte lagen still. Steuergutscheine im Verlaufe stark schwankend, Serie I 102,80 bis 103 nach 102,70, Serie II Iuni- und Juli-Fälligkeiten 98,05 bis 97,95 bis 98,10. An den Aktienmärkten blieb die Haltung bis zum Schluß fest, ohne daß aber weitere Erhöhungen vorlagen. Auch ließ das Geschäft nach, da sich fast alles auf die Steuergutscheine konzentrierte. IG.-Farben nochmals 0,25 v. H. höher mit 152, Aschaffenburger Zellstoff 0,40 v. H. erholt auf 91,75, AEG. nach 114,65 und gestern 113,25. Die später notierten Papiere lagen überwiegend 0,50 bis 1 v. H. fester, Salzdetfurth Kali 139,50 (138). Der Freiverkehr lag ruhig. Tagesgeld zum Steuertermin etwas gefragt und auf 2,25 (2) v. H. erhöht. machte. Im Mannschastsdreikampf der Hitler-Jugend schossen die Friedberger (Gef. 33/116) den Vogel ab. Der Mannschaftssieg im Dreikampf der Pimpfe fiel an die tapferen Jungen aus Holzheim (Fähnlein 10/116), Sieger im gemischten Siebenkampf wurde Kurt Neuser aus der Gefolgschaft 1/116 (beide Nürnberg). Richter gewann damit auch die gesamte Alpenfahrt in 12:38:56 Stunden, gleick)- ,-alls vor Kittsteiner und Keßler. Schließlich war Richter mit 63 Punkten auch der beste Bergfahrer; hier kamen Hörmann (München) und Kittsteiner mann turnte übrigens die b e st e R e ck - K ü r des Tages (19,5 P.). Ludwig Herbert, Tv. 1846 Gießen, hatte Pech bei den drei volkstümlichen Hebungen (im Kugelstoßen nur 4 P.), am Gerät war er aber in guter Form, bei der Langpferd-Kür sogar bester Einzelturner (18 P); mit 176 P. wurde Herbert 5. Sieger. Im Deutschen Zehnkampf der Frauen gab es die folgende Rangfolge: 1. Else Enael(Bubser), Tv. Oberstedten, 177,5; 2. Käte Kregettus, CT. Hessen- Preußen Kassel, 160,5; 3. Margret Seim, Mtv. Gießen, 157,7 P.; 4. Lilo Grün, Tschft. Büdingen; 5. Friedel Otto, Kassel; 6. Emmi Witthauer, Kassel. Aus der engeren Heimat. Schuljunge erklettert Hochspannungsmast und stürzt zu Tode- Lpg. Biedenkopf, 10.Juni. Der siebenjährige Ern st Weide von hier erkletterte trotz aller Schutzvorrichtungen in jugendlichem Hebermut einen Hochspannung-Gittermast und kam mit der 20000-Volt-Leitung in Berührung. Er stürzte mir schweren Verbrennungen herunter, trug bei dem Sturz noch eine schwere Kopfwunde davon und fta r b nach wenigen Minuten. Landkreis Gießen. csd Eberstadt, 11. Juni. Heute konnte Frau Marie Bender bei guter Gesundheit ihren 8 6. Geburtstag begehen. Sie ist die zweitälteste Einwohnerin unseres Dorfes. Am kommenden Dienstag, 13. Juni, wird Frau Elise L ö s ch h o r n ihren 8 3. Geburtstag feiern können. Sie erfreut sich noch aller körperlichen Rüstigkeit und l,*7t noch mancherlei leichte Feldarbeiten verrichten. 9. GLppe Wien—Graz der Großdeutschtandfahrt. Schild Tagessieger. Wien stellten sich am Sonntagvormittag zur Heimische Fußballmannschaften in Ausstiegs- und Freundschaftskämpsen 9. Etappe der Großdeutschlandfahrt nur noch 49 Fahrer. Kijewski und Island mußten die Weiter- fahrt wegen Sitzbeschwerden einstellen, und der Däne Jacobsen bekam durch seine Sturzverletzung Wundsieber, so daß Bettruhe erforderlich wurde. Auf der kürze-sten Tagesstrecke der ganzen Fahrt überhaupt — nur 197 Kilometer waren von Wien bis nach Graz zurückzulegen — fanden die Teilnehmer nicht das beste Wetter vor. Beim Anftteg zu dem 1000 Meter hohen Semmering störte ein Landregen empfindlich, und 50 Kilometer vor dem Ziel wurden die Fahrer in Bruck von einem hef- ttgen Gewitter überrascht. Hmbenhauer trägt das gelbe Trikot, Schild wurde Tagessieger in 5:04,56 Stunden. Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. Aktien weiter fest. Frankfurt a. M., 10. Juni. Auch zum Wocyen- schluß setzten sich am Aktienmarkt kleine Kundschaftskäufe fort, so daß sich die festere Haltung weiter verstärken konnte. Die Hmsatztätigkeit war, gemessen an den sehr stillen Vortagen, teilweise etwas größer, blieb aber noch weit von früherer Geschäftstätigkeit entfernt. Verkäufe erfolgten kaum. Weiter schwach waren lediglich Aschaffenburger Zellstoff mit 91,40 (92,50). Sonst erfuhren die Kurse durchschnittliche Steigerungen von 0,50 bis 1,50 v. H. Stärker befestigt waren erneut Rheinstahl auf 134 (132), außerdem am Elektromarkt Schuckert auf 180,90 (179,25), Licht und Kraft auf 129 (127,25) und Gesfürel auf 133 (131,50). IG.-Farben zogen nach um). 151 auf 151,75 an. Reichsbank-Anteile bei größeren Hmsätzen 179 (178,50). Verein. Stahl befestigten sich auf 101,75 (101), Hoefch auf 108,25 (108), f erner Rheinmetall auf 127 (126), Berger Tiefbau auf 140,50. (139,50) u. a. Westdeutsche Kaufhof auf 99,25 (98,75) und Bemberg auf 134,50 (134). Am Rentenmarkt lag das Hauptgeschäft wiederum bei Steuergutscheinen. Insbesondere im Verkehr von Bank zu Bank hatten Serie I lebhaftes Geschäft mit 102,60 bis 102,95 bis 102,70 (102,15). Das gestern in Marburg stattaefundene Ausscheidungsturnen für die Meisterschaftskämpfe war nur schwach oesetzt. Es wurden aber durchweg gute Leistungen geboten. Im Deutschen Zwölfkampf der Männer wurde Franz Beyer, ACT. mit 199 Punkten Gaumeister vor Hffz. Rolf Etzel, ACT. (14./JR. 15) Kassel, der 185,5 P. erreichte. Der 3. Platz schien während des ganzen Kampfverlaufs für Ernst Schöffmann, Tv. Wieseck, gesichert, Da gelang bei der letzten Hebung, dem Stabhochsprung, dem Erbacher Heupel, der 3,10 Meter (22 P.) sprang (Schöffmann nur 3 Meter = 20 P.), sich mit 183,5 P. noch vor Schöffmann zu placieren, d-er mit 183 P. auf den 4. Platz kam. Schäft - Auf der herrlichen Ausflugsstraße von Grinzing zum Kahlenberg erlebte am Sonntag die Wiener Bevölkerung das bisher größte Motorsportereignis der Ostmark. Hier wurde das 2. Wiener Höhen- straßenrennen für Rennwagen, Sportwagen und Krafttäder entschieden, das für die Rennwagenfah- rer als erster Lauf zur Bergmeisterschaft gewertet wird. 120 000 Zuschauer umsäumten in vielfacher Reihe die Straße und roarfn Zeugen schneidiger Fahrweise unserer besten Rennfahrer. Hermann Lana (Mercedes-Benz) siegte mit dem besten Durchschnitt für zwei Auffahrten mit 106,8 km/st vor Paul Müller (Auto-Hnion) mit 106,1, Manfred von Brauchttsch (Mercedes-Benz) mit 106 und dem Titelverteidiger Hans Stuck (Auto - Union) mit 104,5 km/st. Stuck wird feine Bergmeisterschaft kaum noch erfolgreich verteidigen können, da er im zweiten Lauf am 6. August auf dem Großglockner selbst im Falle eines Sieges nur noch fünf Punkte erhalten kann. In der kleinen Rennwagenklaste (bis 1500 ccm) ward Paul Pietsch (Maserati) mtt ^einem Durchschnitt von 96,5 km/st überlegener Sieger vor F. Martin (Bugatti). Der dritte Bewerber, R. Spindler (MG.), mußte im zweiren Gang wegen Maschinenschaden abgeben. Bei den Sportwagen der 2-Liter-Klasse endete Dr. Werneck (Garmisch-Partenkirchen) auf BMW. mit 88,5 km/st überlegen in Front. In der V/j« Liter-Klasse fuhr der Offenburger H. Molders (MG.-Eigenbau) mit 80,6 km/st den besten Durchschnitt heraus und in der kleinen Klasse bis 1100 ccm überraschte der Münchener Reichenwall- ner durch seinen Sieg mit 75,7 km/st auf Fiat. Bei den Prüfungen der Motorrad-Lizenzfahrer beherrschte die Auto-Union-DKW. einwandfrei die Lage. Das Zfchopauer Werk stellte nicht nur die drei Tagessieger, sondern belegte auch fast alle Plätze. In der Halbltterklasse gewann der mit der Strecke gut vertraute Wiener Privatfahrer Nowotny (DKW.), wobei Rührschneck (BMW.) nur Fünfter wurde. Waldfried Winkler (DKW.) war der Sieger der 350er-Klasse und sein Markengefährte Bernhard Petruschke wurde erster Preisträger in der Klasse bis 250 ccm. Die Reichssportwettkämpfe, die vor acht Tagen die gesamte Hitler-Jugend in einem Dreikampf sahen, und die der Bannführung eine Heberschau ermöglichten über den Stand der Leibesübungen in der Hitler-Jugend, dienten dem Zweck, alleJugend- 1 i cf) e zur körperlichen Leistung herauszufordern. Die Bann- und Hntergau-Wettkämpfe des gestrigen Sonntags aber wurden unter anderen Gesichtspunkten durchgeführt. Sie galten der Heberfchau über den Stand oes Leistungssports. Die Bannfüh- rung hatte die Ergebnisse des Vorsonntags überprüft und die besten Einheiten zu den Bann- und Hnter- gausportwettkämpfen nach Gießen berufen. Darüber hinaus wurden auch Einzelkämpfer zur Teilnahme aufgefordert, die sich int Laufe des Jahres in sportlicher Hinsicht hervortaten. So ergab sich für den gestrigen Sonntag die Anzahl von 800 Wettkämpfern und Wettkämpferinnen der Hitler-Jugend, die nun darum zu ringen hatten, sich in den verschiedenen Wettbewerben, für die Teilnahme am Ge« Gebietssportfestin Frankfurt am Main, vielleicht auch für die Deutschen Jugendmeisterschaften in Chemnitz als würdig zu erweisen. So wurde mit viel Ehrgeiz gekämpft! Es bot sich in manchem Wettbewerb, in manchem Lauf, in mancher Staffel ein hinreißendes Bild kämpferischen Einsatzes. Mehrkämpfe. Schützenfest in Watzenborn-Steinberg. Teutonia schlägt Phönix Vilbel 8:1 (1:1). Einen etwas unerwarteten Ausgang nahm gestern das Aufstiegsspiel in Watzenborn-Steinberg. Hatte man wohl allgemein mit einem Siege der Platzbesitzer gerechnet, so glaubte man doch nicht, daß er so eindeutig ausfiel. Das Spiel hatte zwei grundverschiedene Halbzeiten. Vilbel begann mit großem Eifer. Nach zehn Minuten führte sogar Vilbel, und es sah nicht nach einem Siege der Steinberger aus, denn in deren Sturm klappte es nicht. Tändeleien boten den Gästen immer wieder Gelegenheit, ihr Tor reinzuhatten. Aber nach dem Wechsel wurde es besser, und die Teutonen zeigten, was in ihnen steckt. Steinberg spielte in bester Besetzung, also mit Happel, Fett,' Buß, Naumann, Hederich, Heinze- mann, Haas, Däublin, Schmidt, Lang und Hirz. Steinberg hatte Anstoß und wurde erst im Strafraum abgestoppt. Sofort antwortete Vilbel mit weiten, gefährlichen Paßbällen. Die Mannschaft überbot sich im kämpferischen Einsatz, und manchmal saß der Sturm in Steinbergs (Strafraum fest. In der zehnten Minute führte dann auch Vilbel. Bei einem Gedränge erwischte der Mittelstürmer das Leder und schoß unhaltbar ein. Verdutzt über diesen Rückstand, versuchten die Platzbesitzer, unbedingt den Gleichstand zu erzielen. Aber bie Zusammenarbeit im Sturm war mangelhaft. Erst kurz vor der Pause leitete Lang eine schöne Kombination ein. Don ihm wanderte der Ball zu Däublin, biefer verlängerte direkt zu Schmidt, und gegen dessen Bombenschuß war alle Abwehrkunst vergebens. Nach Wiederanstoß bemerkte man plötzlich mehr Angriffsgeist in den Reihen der Teutonen. Jeder setzte sich vollkommen ein und spielte den Ball wunderbar ab. Als ungefähr nach sieden Minuten einer der Steinberger Stürmer mit voller Wucht auf das Tor rannte, "schlug der Verteidiger Zeiler das Leder selber ins Netz. Steinberg führte, und kurz danach erhöhte Däublin auf 3:1. Als noch Fett einen von Schmidt verursachten Elfmeter verwandelte, stand der Sieg sicher. In der restlichen Spielzeit war es dann noch Däublin, der durch vier schöne Tore das Ergebnis auf 8:1 schraubte. Nicht unerwähnt darf die Arbeit von Lang bleiben, der durch tadelloses Spiel und technisches Können die schönen Torgelegenheiten herausarbeitete. Damit errangen die Teutonen den seit langem ersehnten eindeutigen Sieg, der leider doch nicht mehr zum Aufstteg reicht. wart F o n t i u s. Das weite Feld, die vorbildlichen Laufbahnen, die schönen Sprunganlagen auf dem Hniversitäts- sportplatz, der weite grüne Rasen gestatteten die Durchführung der zahlreichen Wettbewerbe in vielfachem Nebeneinander. Hier war das Jungvolk beim Ballweitwurf, ober beim Weitsprung, dort startete bie Hitler-Jugend zum 100-Meter-Lauf usw. Immer wieder wurden bie Kampfplätze von ben Mannschaften gewechselt (stets ein Führer und zehn Mann), bis jede Mannschaft jede Hebung hinter sich gebracht hatte. Neben ben Dreikämpfen von IM. und BDM., von JH. und HI. wurden aber schon am Vormittag die leichtathletischen Einzel- wettkämpfe in Angriff genommen. Von 8 bis 12 Hhr herrschte eine Wettkampftätigkeit, die in jedem Zuschauer Helle Freude auslöste, darüber hinaus aber auch allen aktiven Teilnehmern sichtlich Spaß im Sieg. Das Wetter am Nachmittag machte der Wettkampfleitung leider einen Strich durch die Rechnung. Die vorgesehenen Wettbewerbe der Jung-- mädel und des BDM. mußten, als der Gewitterregen einsetzte, gestrichen werden. Im Interesse der Gesundheit wurden die Mädchen unter Dach geschickt und auf die Durchführung der Wettkämpfe verzichtet. Die Kämpfe der Pimpfe und der Hitler-Jugend wurden restlos durchgeführt. Nach der ersten Halbzeit des Fußballspiels (und nach vor Beginn des Gewitters) zeigten Mädchen vom 2227.. .. .. Körperschule. Dann wurden bie Entscheidungen in der Leichtathletik in Angriff ge- Hessens neue Ringer-Meister. Die hessischen Ringer-Meisterschaften im griechisch-römischen Stil wurden bei guter Beteiligung in Alsfeld abgewickelt. In allen sieben Klassen wurde bei ben Aktiven gerungen. Die Altersklasse war nur im Schwergewicht vertreten. Die Ergebnisse. Bantam: Seisried (H.-Pr. Kassel); Feder: Lücke (Reichsb. Kassel); Leicht: Wissel (Reichsb. Hanau); Welter: H. Müller (Reichsb. Hanau); Mittel: Ahrens (Reichsb. Kassel); Halb schwer: Schlüter (Reichsb. Kassel); Schwer: Kräcker (Tv. 1860 Hanau). — Altersklasse (Schwer): H. Schwalm (Alsfeld). AnstrengendeGroßdentscheAlpenfahrt. Zweite Etappe. Mit der 206 Kilometer langen zweiten Etappe von Garmisch-Partenkirchen über Oberammergau, Sonthofen, ben Adolf-Hit! er-Paß, Geichtpaß, Leermoos zum Startort zurück hatten bie Teilnehmer an der 2. Großbeutschen A(penfahrt ber Amateure am Samstag bie längste und zugleich schwerste Prüfung zu bestehen. 10 Mann entschieden schließlich in Garmisch-Partenkirchen im Spurt über den Sieg, ben der Chemnitzer Siegel in 5:53:14 vor seinem Lanbs- mann Richter, Heller (Schweinfurt) unb Hörmann (München) gewann. Don ben Auslänbern konnte sich diesmal nur ber Prager Rozvoba in ber Spitzengruppe behaupten. Schalke ist Admiras Gegner. Dresdener SL. im Wiederholungsspiel 2:0 (1:0) geschlagen. Im Wiederholungsspiel der Vorschlußrunde zur Deutschen Fußballmeisterschaft schlug am Sonntag Schalke 04 als die klar bessere Mannschaft den Dresdener SC. im Berliner Olympiastadion mit 2:0 (1:0) Toren. Schalkes Spiel funkelte wie in alten Zeiten. Die Westdeutschen waren technisch und taktisch klar besser, überragten im Spielaufbau unb wiesen vor allem bie größere mannschaftliche Geschlossenheit auf, bie ber Dresbener SC. mit seiner unzerbrechlichen Kampfmoral allein nicht überwinden konnte. Lintfort, die große lleberraschung' Vorschlußrunde zur Handball-Meisterschaft. Die Vorschlußrunde zur Deutschen Handball- Meisterschaft der Männer wurde am Sonntag mit den beiden Vorkämpfen begonnen. Beide Ergebnisse, die in München unb ßinfort erzielt wurden, überraschten. Der deutsche Meister MTSA. Leip- z i g hatte es in München gegen den Post-SV. viel schwerer als erwartet. Nach ausgeglichenem Kampf in der ersten Halbzeit siegten die Gäste sehr knapp 4:3 (2:2). Einer Sensation gleich aber kam der überlegene 13:2-(8:2-)Sieg, den der Niederrhein- meister ßintforter SV. zu Hause gegen die erfahrene westfälische Elf des MSV. Hindenburg Minden errang. Am kommenden Sonntag steigen die beiden Rückspiele, wobei Leipzig und Minden Gastgeber sind. gestartet Immer wieder krachte die Pistole des.Jughardt von der Marinegefolgschaft 1/116 Starters. In der Erregung des Kampfes um bieJ Entscheidung gab es aber auch manchen Fehlstart. In steter Bereitschaft standen die Kampfrichter am Ziel, stoppten die Zeiten, jede Leistung wurde sorg- fältig in die Listen geschrieben, in Punkte umgewertet, und damit neben ber wettkämpferischen Tätigkeit auch viel Organisations- unb Rechnungsarbeit geleistet. Der Hitler-Jugenb ftanben aus eigenen Reihen bewährte Kräfte zur Verfügung. Kameraden aus dem Reichsbund für Leibesübungen halfen mit. Die Gesamtleitung ber Wettkämpfe hatte der Bannsport- Die Leichtathletik. Die Mehrzahl der Meistertitel wurde in bet? Leichtathletik vergeben. Es war ein erfreuliches Leistungsniveau festzustellen. Schon in den Dorläufen hatte sich der Gießener B e ch t (Gef. 2) als Schnellster erwiesen. Er gewann auch deutlich m der guten Zeit von 11,7 Sek. Der 4 0 0«, 800« unb 1500-Meter- Lauf waren durch den auf- kommenden Gewitterregen beeinträchtigt. Heber 400 Meter hatte Klein (Gef. 33) die größeren Kraft- refernen behalten unb siegte in 57,0 Sek. vor Jox (Fähnlein 4). Heber 800 Meter bewies Deibel (Fhnl. 19) sein Können, indem er feine Mitbewer« ber in der beachtlichen Zeit von 2:10,0 Min. schlugt Die 1500 Meter ergaben einen sehr wechselhaften! Kampf, in dem sich Cawein (Gef. 3) in 4:44,1 Mim durchsetzte. — Im Hochsprung und Weit- sprung wurden Leistungen gezeigt, bie auch Aktiven zur Ehre gereicht hätten. So übersprang Schwarz (Gef. 2) die Latte in Höhe von 1,65 Meter und im Weitsprung landete Beppere« »(Gef.33) bei 6,26 Meter, Nicht ganz Schritt mit di« Teutonia „Alte Herren" — Buhbach „Alte herren" 2:2 (0:2). Die beiden „AH."^Mannschaften lieferten sich einen ausgeglichenen Kampf und trennten sich mit dem gerechten Hnentschieden. Lollar I — Ounlop Hanau (Gauliga( 3:5 (1:2). Mit diesem verhältnismäßig knappen Torunter- schied konnte die Lollarer Elf geftem noch mehr als befriedigt das Spielfell) verlassen. Waren doch für bie Platzbesitzer bie Vorzeichen berart schlecht, baß jeder bestimmt mit einer bedeuten!) höheren Niederlage rechnete. Lollar hatte durch besondere Hrn- stänbe keinen ber neuen Spieler zur Stelle. So mußte die Elf mit noch mehr Ersatz das Spiel bestreiten. Doch leistete die Mannschaft vor allem in der zweiten Halbzeit einen heroischen Widerstand und verlangte dem Gegner alles ab. Heber den Kampfoerlauf berichten wir noch. DfB.-Reichsbahn I. — Groß-Karben I. 1:1 (0:1). Das Spiel stand auf keinem hohen Niveau, man merkte, daß es auf den Sommer zugeht. Die Grün- Weißen waren gezwungen, für bie Soldaten Ersatz einzustellen und mußten mit der gleichen Mannschaft wie gegen Großen-Buseck antreten. Bester Spieler war Leutheuser I. Im Sturm mangelte es am Verständnis. Der Gegner hatte nur 10 Mann zur Stelle, war aber körperlich ben Grün-Weißen überlegen. Der beste Mannschaftsteil war bie Hintermannschaft. Die Grün-Weißen waren wohl meist feldüberlegen, boch fielen Tore vorerst nicht. Das einzige Tor für die Gäste fiel in ber 40. Minute auf Vorlage des Mittelläufers zu halblinks, ber einen schwachen Schuß ab gab. Mit biefem Ergebnis ging es in bie Pause. Nach Halbzeit ging Kraft in die Läuferreihe zurück und Godglück in ben Sturm. Dadurch wurde das Spiel flüssiger und in ber 60. Minute fiel durch Godglück der längst verdiente Ausgleich. Lauterbach — 1900 2:2. Die Mau-Weißen lösten ihre Aufgabe in Lauterbach besser, als man es unter Berücksichtigung ber derzeitigen Umftänbe in der Mannschaftsaufstellung erwarten durfte. Denn von der bei ben letzten Verbandsspielen gewohnten Besetzung waren lediglich Rensing und Heuser mit von der Partie. Ein Beweis also, daß die Blau-Weißen um ben erforderlichen Nachschub nicht zu bangen brauchen. Die bann« und Mergau-Sporlwettkampfe 1939 Barm-Meisterschafien. - 800 Teilnehmer im Wettkampf. Verheißungsvoll begann ber Tag. Heller Sonnenschein ließ ben Hniversitätssportplatz zu einer idealen Kampfstätte werden. Die Jugend belebte in ihrem freundlichen Sportdreß den Platz. Moraens wurden in der Hauptsache bie Mehrkämpfe entfliehen. Aus dem ganzen Bann- unb Untergaubereid) mußten bie besten Dreikamps-Mannschaften ermittelt werden. Die Jugend unserer Stadt maß unmittelbar mit ber Ju- qenb vom Lande (aus dem ganzen Kreisgebiet Wet- — — ------ , terau) bie Kräfte, Ununterbrochen Wurden bie Läufe | und Mi leichtathletischen Fünfkampf kam Fritz Karl ■ - ..M . '*>1 ■ ■ M ^3 DMA :• ■• ' 4x den Sturm 14/116, 1,55' Meter; 3.' Walter Größer, Nochrichten- -ten Minute I gef., 1,50 Meter. 4,55 Meter: 3. Stiller, Fhnl. 21/116, und Gebhardt, schießt der Halbrechte Kraft II. durch eine Flankei Stabhochsprung: 1. Müller-Leutert, Gef. des Rechtsaußen Schmück den Führungstreffer für Flieger-HI., MTW, 2,60 Meter; 2. Georg Eunch, 190Q. Auch in den weiteren ersten Minuten des Gef. 34/116, 2,50 Meter; 3. Ernst Theiß, Gef. 1/116, Pimpfe : 2,20 Meter. wurden die Seiten gewechselt. BDM. Lotte Keßler, BDM.-Werk den von lei» bil- Siegerehrung. die LiukZ.; Am Startplatz öu Leu LäuLem = ÄLÄtLLAm LüM Lex WeMmpfe, ÄunLinädel mMen Pauls und. LaMeüdm Wnge.tr der Ziehh§rDLvjrÄ - 2. Ernst Werner Fhnl. 33/116, 4,50 Meter. Schlagballwe'tmurf für und vor Dichtete gerecht. Den Absd)luß auf dem Universitätssportplatz dete die gegeben. In kurzen und eindringlick-en Worten sprachen Jungbannführer T a c s l e r und Kreisleiter Backhaus über den tieferen Sinn solcher Sportveranstaltungen, über die Aufgaben, die der deutschen Jugend gestellt sind, von den Aufgaben, die insbesondere die Jugend in der Zukunft zu erfüllen hat, aber auch von der Dankbarkeit, die die Jugend erfüllen müße, angesichts der klaren Zielgebung. die Hanert, Ditlapp, Köth, Schüßler, Peter, Altmann« Ellermeier, Seibert. 5.32L 36 Butzbach — 2.71.-21.9 Wetzlar 8:5 (3:5)« Wetzlar hat Anwurf und komnit verschiedene Male! vor das Butzbacher Tor, aber Reifert arbeitet sicher; ein Gegenangriff, von Lippert eingeleitet, bringt füg Butzbach lediglich eine Ecke ein. Nach etwa 6 Mi« nuten spielt sich das Jnnentrio der Wetzlarer gut durch, und ein durchdachter Kombinationszug schließt mit dem ersten Erfolge ab. Wenig später heißt cs 2:0 für Wetzlar! Lippert kann in der 13. Minute den ersten Gegentreffer anbringen. Butzbach dcm. kürzt weiter auf 3:2, aber dennoch läßt die Z. 9l.=2£<" 9 nicht locker. Abwechselnd gelangen beide Tore in Gefahr, und überraschend fällt der vierte Treffer« Beide sind bis zur Pause je noch einmal erfolgreirl). 5:3 für Wetzlar. Nach der Pause besinnt sich Butz« bad) und drängt mächtig auf das gegnerische Tor; da verschuldet Wetzlar einen unnötigen Freiwurf, den Will sicher zum 5:4 ein sendet. Wenig später ist es wieder Will, der auf eine weite Vorlage den Gleichstand herstellt. 5:5! Longe Zeit behält der Kamps dieses Unentschieden, beide Torleute arbeiten sauber, bis in der 8. Schlußminute Zöller gut freikommt und Butzbad) die Führung bringt. Wetzlar versud)t aufzuholen, aber Kastrup ist es, der in den letzten Minuten das 7. Tor erzielt und somit den Sieg sid)erstellt. Einmal nod; ist Butzbad) erfolgreich, und der Schlußpfiff bringt mit einem 8:5-Siege der 5. JR. 36 Butzbach die Divisionsmeisterschaft im Handball. (Drcikampf): Mädelgruppe 26/116 Butzbach, 2120 P.; 2. 1/116 Giehen-Süd, 1980 P.; 3. 9/116 Großen- Linden, 1896 P.; 4. 2/116 Gießen-Mitte, 1879 P.; 5. 3/116 Gießen-Ost, 1854 P.; 6. 6/116 Heuchelheim, um die Divisionsmeisterschaft die beiden letztett Mannschaften, Butzbach und Wetzlar, an. Gespannt war man auf den Ausgang dieses Treffens, standen fid) doch zwei vollkommen gleichwertige Gegner gegenüber. Es gab einen harten Kampf um die Meifterehre, der erst in den letzten Spielminuterr für Butzbach entschieden wurde. Dem Schiedsrichter Becker (Gießen) stellten sich die Mannsd)aften zum Endspiel in folgender Aufstellung: 5. IN. 3 6 Butzbach: Reifert, Jüngel, Wickel, Nöll, Zöller, Boch, Bednarkiwicz, Lippert, Kastrup, Lauth Will. .. 2. N. - A. 9 Wetzlar: Kluthe, Eckert, Kramer, 1851 Punkte. Kugelstoßen: Spieles beherrscht 1900 das Spielfeld und die nur einzelnen Angriffe von Butzbach scheitern an der Läuferreihe und an der Verteidigung von 1900. In der 15. Minute bekommt wieder Kraft II. von dem Halblinken Bonarius eine fabelhafte Vorlage, die der Spieler verwertet. 2:0 für 1900. Die Butzbacher stellen nun um und verteidigen sich. Doch auch dies hilft nichts! In der 32. Minute ist es wieder Kraft II., der mit Hilfe des Mittelstürmers Schäfer einen weiteren Erfolg für die Blauweißen erzielt. Gegen. Ende der ersten Halbzeit beginnt Butzbach nod) einmal kräftig zu drängen, aber die Angriffe scheitern an der Läuferreihe von 1900. Die Verteidigung war nun zu weit ausgerückt. Butzbad) kommt zu einem überraschenden Angriff und der aus dem Tor laufende Torwart von 1900 konnte das Leder nicht mehr erreichen. Mit 3:1 Reichssportwettkampf des la/116' 9,52 Meter; 2. Elfe Ludwig, BDM.-Werk la/116, 8,98 Meter; 3. Gertrud Muhl, BDM.-Werk la/116, 8,48 Meter; 4. Heilwig Clarius, BDM.-Werk la/116, 8,19 Meter. Weitsprung: 1. Heilwig Clarius, Mädelgruppe 3/116 Gießen-Ost, 4,50 Meter; 2. Guirun Weitsprung: 1. Franz Depperer, Gef. 38/116, 6,16 Meter; 2. Bepperling, Gef. 23/116, 6,12 Meter; 3. Klein, Gef. 33/116, 5,70 Meter. Kugel st oßen: 1. Fritz-Karl Jughard, MHI. 1/116, 12,47 Meter; 2. Fritz Walther, Gef. 16/116/ 12,04 Meter; 3. Wilhelm Schmidt, Gef. 8/116, 11,33 Meter. Keulenweitwerfen: 1. Walter Väth, Gef. 116/116, 72,00 Meter; 2. Fritz-Karl Jughard, MHI. 1/116, 69,40 Meter; 3. Fritz Walther, Gef. 16/116, 62,50 Meter. Speerwerfen: 1. Fritz Walther, Gef. 16/116, 43,50 Meter; 2. Fritz-Karl Jughard, MHI. 1/116, 40,15 Meter; 3. Wilhelm Schmidt, Gef. 8/116, 39,80 Meter. Diskuswerfen: 1. Rudi Wittmann, Gef. 36/116, 32,82 Meter; 2. Fritz-Karl Jughard, MHI. 1/116, 32,31 Meter; 3. Fritz Walther, Lef. 16/116, 29,10 Meter. 4 0 0 - Meter - Lauf: 1. Klein, Gef. 33/116, 57,0 Sek.; 2. Jox, Fhnl. 4/116, 58,4 Sek.; 3. Löhr, Fhln. 13/116, 59,4 Sek. Dreisprung: 1. Werner Schmidt, Gef. 6/116, 11,57 Meter; 2. Engelbert Klein, Gef. 33/116, 11,52 Meter; 3. Dietrich, Gef. 2/116, 11,48 Meter. 60-Meter-Lauf f ü r Pimpfe: 1. Jost Lynker, Fhnl. 3/116, 8,0 Sek.: 2. Lotz, Fhnl. 33/116, 8,1 Sek.; 3. Stiller, Fhnl. 21/116, 8,2 Sek. Weitsprung für Pimpfe: 1. Lynker, Fhnl. 3/116, 4,70 Meter; 2. Schwenz, Fhnl. 27/116, Jungbannführer Taesler beglückwünschte einzelnen Sieger durd) Handschlag. Gleichzeitig wurden die entsprechenden Sieger-Urkunden aus- 1. Heinbuch, Fhnl. 33/116, 65,50 Meter; Heißler, Fhnl. 11/116, 60,50 Meter; 3. Wagner, Fhnl. 27/116, 58,00 Meter. Beste Einzelkämpfer HI.: Die HJ.-Mannschaft der Spielvereinigung 1900, die aus dem Wettbewerb von 56 Mannschaften als Sieger hervorging. Stehend von links nad) rechts: Standortführer Dr. Schneider Kraft II, Schäfer, Launspach, Schmück, Kraft I, Weniger, Fiedler (Bannfachwart für Fußball), Storck (Jugendfußball-Leiter 1900); kniend: Bötz, Bonarius, Dinges, Heeg, Neuling. (Aufnahmen [3]: Neuner, Gießener Anzeiger.) Der Standortoffizier^ Major Krehan, beglückwünscht hie Mannschaft des JR. 36 Butzbach zu ihrem hart erkämpften Sieg. Im Bilde links ist del Wanderpreis des Divisionskommandeurs zu sehen, der, wenn ihn die 36er noch einmal erringen, endgültig in ihren Besitz üb ergeht.' (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) 12 1 Sek 8 0 0 Meter: 1. Kurt Deibel, Gef. 19/H6, 2:10,0 Min.; 2. Zentgraf, Gef. 4/116, 2:12,5 Mm.; 3. Kreiling, Gef. 6/116, 2:14,5 Mm m 1 5 0 0 Meter: 1. Garnern, Gef. 3/116, VsVs-R., 4:44,1 Min.; 2. Klee, Gef. 10/116, 4:47,0 Min.; 3. Söll, Fhnl. 1/116, 4:50,5 Mm. Hochsprung: 1. Willi Schwarz, Gef. 2/116, VsB.-R., 1,65 Meter; 2. Reinhard Zentgraf, Gef. Nachdem bereits am Freitag die Mannschaften der 2. Beob.-Abtlg. Marburg und des 6. Kav.° Reqts.3 Göttingen ausgeschieden waren, wurden die Spiele am Samstag und Sonnig fortgesetzt. Im Rennen lagen noch 2. JR.116 ©lepen, 5- 3JL 36 Butzbach und 2. N.-A. 9 Wetzlar. Letztere Mannschaft war durch ein Freilos am Samstag spielfrei, so daß für diesen Tag folgende Begegnung anstand: 2. 3K. 116 Gießen — 5. 32L 36 Butzbach 2:9 (1:4). Die Gießener mußten in diesem Kampfe eine empfindliche Niederlage einstecken und konnten gegen das technisch bessere und weitaus ausgereff- tere Spiel der Butzbacher nicht ankommen. Im Rahmen des Bannsportfestes trafen sich beide Gegner zu dem Endspiel um die Bannmeisterschaft. Die Blauweißen hatten sich vorgenommen, die in Langendielbach erlittene Niederlage durch einen eindeutigen Sieg gutzumachen. Es gelang ihnen. Der Anstoß von Butzbad) wurde abgefangen. Der Ball wanderte von der Läuferreihe in den der Blauweißen und bereits in der vierten Minute I gef., l,s0 Meter. Die Endspiele um die Diviswnsmeisterschafi im Handball 5.3K 36 Butzbach wurde Oivisionsmeister. ihr durch den Führer und durch die nationalsozialistische Bewegung zuteil wurde. Mit dem Gedenken des Führers und dem Lied der Jugend fand die Siegerehrung, zu der der ganze Stamm 1/116 aufmarschiert war, ihren Abschluß. Ein eindrucksvoller Vorbeimarsch aller Enrheiten des Stammes in der unteren Kaiserallee beschloß den Kampftag der Hitler-Jugend.. Ergebnisse der Wettkämpfe von ZÄ. und HZ. Mannschaftsdreikampf der G e f o I g- schaften: 1. Gef. 33/116, 2976 P. (Friedberg); 2. Gef. 34/116, 2871 P. (Friedberg); 3. Gef. 6/116, 2840 P. (Heuchelheim). Mannschaftsdreikampf der Fähnlein: 1. Fhnl. 10/116, 2451 P. (Holzheim); 2. Fhnl. Lehrf. 116, 2219 P. (Gießen); 3. Fhnl. 11/116, 2214 P. (Hungen). Gemischter Siebenkampf: 1. Kurt Neuser, Gef. 1/116, TV. 1846, 530 P.; 2. Alfred Henning, Gef. 6/116, TV. Heuchelheim, 476 Arnold Müller-Leutes, Fligef. MTV., 471 P^, 4. Werner Kreiling, Gef. 6/116, TV. Heuchelheim, 43Ö 5 fß Leichtathletischer Fün skamp f: 1. Fritz Karl Jughardt, Mannegef. 1/116, MTV., 4719,5 2. Bepperling, 34/116, TV. Ruttershausen, 4250 P-, 3. Kurt Engel, 15/116, Spvg. 1900 4225,5 4X 100-Meter der Gefolgschaften. 1. Gefolgschaft 2/116, 48,3 Sek ; ,2- Gefolgschaft 33/116, 48,7 Sek.; 3. Gefolgschaft 3/116 50,3 Sek. 10X60 - Meter - P e n d e l sta f f e l der F ä h n l e i n : 1. Fhnl. 3/116, 1:47,8 Mm.; 2 Fhnl. Spielichar 1:48,6 Min.; 3. 3tynl. 2/116, 4:48,7 100 Meter: 1. Helmut Vecht, Gef. 2/116, MTV., 11,7 Sek.; 2. Franz D/ppner, Gef. 38/116, 12,0 Sek.; 3. Hans Dietrich, Ges. 2/116, DfB-N., Aud) in der zweiten Halbzeit geben die Blau- weißen den Ton an, doch Butzbach wehrt fid) mit aller Kraft. Zwei sichere Torgelegenheiten werden von Schäfer vergeben. Ein von der Butzbacher Verteidigung abgefangener Ball kommt dann zu Kraft II., der . diesen Ball durch einen Weitschuß verwandelt. Nuii zog es Butzbad) wiederum vor, mehr zu verteidigen. Die Angriffe von 1900 wurden immer zahlreicher. Zwei weitere Tore fallen in dem weiteren Spielverlauf, die der Halblinke von 1900 auf Vorlagen von Kraft I. und Heeg in der 70. und in der 73. Minute einsandte. 1900 kommt schließlich noch zu einem Eckball, den Kraft II. zu dem 7. Treffer eintöpft. ' Kurz vor Schluß stellt Bonarius durch eine Flanke von Kraft II. das Endergebnis von 8:1 her. Gießen hat Platzwahl und spielt die erste Halbzeit mit der Sonne. In der 5. Minute erhält Will auf Linksaußen eine steile Vorlage, kommt geschickt an seinem Deckungsspieler vorbei, und ein wunderbarer flacher Schuß in die lange Ecke schließt mit einer l:0-Führung für Butzbach ab. Wieder liegen die 36er in Front, bedrängen das Gießener Tor, und im Anschluß an einen Flankenwechsel kann Kastrup von rechts freistehend auf 2:0 erhöhen. Wenig später verwandelt Will einen Freiwurf zum 3:0. Die 2. JR. 116 kommt diesem mit einem schönen Schuß von Dietzemann nach. 3:1 steht der Kampf. Mit einem weiteren Erfolg stellt Will den Halbzeitsstand von 4:1 her. Nach dem Wechsel kommen die Gießener besser auf; die besten Ansätze hierzu gibt schon nad) wenigen Spielminuten der 2. Erfolg durd) Lippert. Angriff auf Angriff rollt vor das Butzbacher Tor, das Spiel schien schon fast eine Wendung zu nehmen, aber der 36er-Schlußmann hält! Alle Anstrengungen bleiben erfolglos. Wohl keiner hatte mit einem so klaren Siege der Butzbad)er gerechnet, und dennock) geht das Ergebnis vollkommen in Ordnung. Systemvoll bauen die Butzbacher ihre Angriffe auf, und zweimal ist es der Mittelläufer, der auf 6:2 erhöht Damit ist schon der Kamps entschieden. Lippert vergrößert auf 7:2, und ein weiterer schöner Schuß fällt durd) den Mittelläufer. Ein Freiwurf von Will beendet das Spiel mit 9:2 für die bessere Butzbacher Mannschaft. Das Spiel wurde von Kreis-Schieds- richter-Obmann Becker (Gießen) geleitet. Am Sonntagvormittag traten dann zum Endspiel Sturm, Gef. 33/116, 368 Punkte; 100°Meter° Lauf: Gante, Gef. 2/116, 12,1 Sek.; Weit- (prung: Bepperling, Gef. 23/116, 6,15 Meter; K e u l e n w e i t wur f : Dappner, Gef. 33/116, 62 Meter. Veste Einzelkämpfer D3.: Brückel, Fhnl. 10/116, 298 Punkte; 75-Meter° Lauf: Lotz, 33/116, 8,4 Sek.; Weitsprung: Müller, Fhnl. 10/116, 4,89 Meter; Schlagba 11 - w u r f: Brückel, Fhnl. 10/116, 77 Meter. Ergebnisse der Wettkämpfe von LM. und BDM. sen Ergebnissen hielten die Leistungen in den nicht so gepflegten Drei- und Stabhochsprüngen. Hier wurden die Sieger mit 11,53 und 2,60 Meter ermittelt. Mehr als zufrieden konnte man auch mit den Wurfergebnissen sein. Arn meisten in das Auge sticht hier der 7 2 - M e t e r - K e u l e n w u r f von Fäth (Gef. 16). Im S p e e r w e r f e n war sein Kamerad Walter mit 43,50 — mit dem 800- Gramm-Speer erzielt! — der Beste. Das Diskuswerfen brachte Lippmann (Gef. 36) knapp vor Jughardt (Marine-HI.) an sich. Dafür holte fid) dieser den Bannmeistertitel im Kugelstoßen (6,25 Kilogramm) mit schöner Weite. Die Pimpfe waren natürlich auch mit ganzem Herzen bei der Sache. Den 6 0 - M e t e r - Lauf gewann der stämmige Linker (Fhnl. 3); auch im Weitsprung kam er auf den ersten Platz. Schlagballweitsieger wurde Heinbuch (Fhnl. 33) mit gutem Vorsprung. Bei den Mädeln wurden die besten Leistungen im 100-Meter° Lauf erzielt. Hier lief Else Ludwig in 13,6 Sek. vor M. Schmoll (13,9 Sek.) durchs Ziel. Im Hochsprung kam H. Clarius auf den Lasten Rang vor L.'Keßler, die allerdings dieselbe Hohe erreichte. Dafür hielt sich die letztgenannte im Äpeerroerfen schadlos. ^Von den Staffelkämpfen hinterließ den Müßten Eindruck die 10X60-Meter-Pendelstaffel der Mmpfe, die auf der schönen Rasenfläche des Uni- ckkrsitätssportplatzes vonstattcn ging und vom Fähnlein 3 knappp vor der Spielschar gewonnen wurde. Auch die 4X100-Meter-Staffel der HI. und des BDM. brachten schöne Kämpfe. So konnte die Gefolgschaft 2 erst auf den letzten 50 Meter die Friedberger (Gefolgschaft 33) niederringen. Bei den Mädeln gewann allerdings die Sportdienstgruppe im MTV. sicher vor la/116 Gießen. 1900'3 Fußballjugend ungeschlagener Fußball-Bannmeister. Buhbad) verliert 8:1 (3:1). Weber, BDM.-Werk la/116, 4,32 Meter; 3. Emm! Reinstädtler, Mädelgruppe 6/116 Heuchelheim, 4,30 Meter; Hermine Buß, 2/116 Gießen-Mitte, 4,30 Meter; 4. Lotte Keßler, BDM.-Werk la/116, 4,23 Meter; 5. Annelore Krotz, 1/116 Gießen-Süd, 4,10 Meter; 6. Lotte Steinbrecher, 26/116 Butzbach, 4,00 Meter. Speerwerfen (500 g) BDM.: 1. Lottö Keßler, BDM.-Werk la/116, 24,30 Meter; 2. Heil« roig Clarius, BDM.-Werk la/116, 16,97 Meter. Speerwerfen (BDM.-Werk): 1. Herta Brü« ning, BDM.-Werk la/116, 26,90 Meter. Diskuswurf (BDM.): 1. Irmhilde Schmidt, BDM.-Werk 2a/116, 28,74 Meter; 2. Gertrud Muhl, BDM.-Werk la/ 116, 24,70 Meter; 3. Emmi Rein- städtler, Mädelgr. 6/116 Heuchelheim, 21,90 Meter« 100-Meter-Lauf: 1. Else Ludwig, BDM.« Werk la/116, 13,6 Sek.; 2. Marianne Schmoll, 13,9 Sek.; 3. Heilwig Clarius, BDM.-Werk la/116, 14,2 Sek.; 4. Hermine Buß, Mädelgruppe 2/116, 14,3 Sek. Hochsprung: 1. Heilwig Clarius, BDM.-Werk la/116, 1,35 Meter; 2. Lotte Keßler, BDM.-Werk la/116, 1,35 Meter; 3. Jrmi Schmidt, BDM.-Werk 2a/116, 1,15 Meter. 4X100-Meter-Staffel BDM.: 1. Mädest gruppe 2/116, 57,6 Sek.; 2. 3/116, 60,0 Sek.; 3. 1/116, 61,0 Sekunden. Leichtathletik -- Fünfkampf: 1. Lotte Keßler, BDM.-Werk la/116, 2912 Punkte; 2. Heil« wig Clarius, BDM.-Werk la/116, 2833,25 Punkte. Dreikampf der Jungmädel: 1. Jung- mädelgruppe 4/116, 2411 P.; 2. 1/116, 2348 P.; 3. 3/116, 2324 P.; 4. 4/116, 2317 P.;, 5. 33/116, 2205 P.; 6. 31/116, 2182 Punkte. 1900 war diejenige Mannschaft, die reifer technisch schöner Fußball spielte. Sie zeigte allen Dingen das nötige Zusammenspiel. — bad) versuchte die technische Unterlegenheit durd) einen energischen Kampfgeist auszugle'chen. der aber bald gebrochen war. Der Mannschait fehlt das nötige Zusammenspiel. Das Ergebnis entspricht dem Spielverlauf. Schiedsrichter Bücher (Gießen) Vtv