Nr. 265 Erstes Blaff 189. Jahrgang Samstag, U./$onntag,l2. November 1939 Lrlchemi täg ltd), autzer Sonntags und (Veierlags Beilagen: Dte BDuftnerte Gieyener J-amtlienblättei Heimat im Bild Die Scholl» Monats vezugrprelr: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Iustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer (Beto all üenllprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Siehe» postschecflonto: grantfurt am Main 11688 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vru» und Verlag: vrühlsche Univerfitätsdruckerei «.Lange In Siehe». Schristlelinng und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeige» für öte Mittagsnummer bis8*/wllbr des Dormittags Grundpretfe für l mm tföhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Npf., für Text- anzeigen von 70 mm Breite 50 Npf.,Platzvorschrift nach vvrh ‘Bereinbq 25°/„ mehr. 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Die drei Bögen der Feldherrnhalle sind mit dunkelrotem Tuch ausgeschlagen In der Mitte steht ein mächtiger Podest, der auf rotem Tuch das Hakenkreuz trägt. Davor brennt eine Feuerschale. Oie lodernden Flammen vermischen sich mit dem Heuer der vier Pylonen, die vor der Feldherrhalle rrichtet sind. Sonst ist der ganze Platz in Dunkel ;ehüllt. Die Tribünen zu beiden Seiten der Feldherrn- zalle sind voll von schweigenden Menschen. Kopf an Ko^f stehen die Tausende bis zum Odeonplatz. i$ein 2aut unterbricht die Stille. Aus dem Dunkel oachsen die Schatten marschierender Männer. Zwei tompanien der jj, im Stahlhelm, nehmen vor den eitlidjen Tribünen Aufstellung. Der Turm der ^heatinerkirche kündet die zehnte Abendstunde. )umpf dröhnt der Rhythmus der Trommeln. Aus iem Hofgartentor heraus bewegt sich der Zug nit den Särgen, in denen die Toten ruhen, seden Sarg deckt ein rotsamtenes Tuch mit dem Hakenkreuz. Den Trauerzug geleitet nationalsozialistische Jugend mit brennenden Fackeln vor die Stufen der Feldherrn Halle. Stumm und in tiefer Ehrfurcht grüßen die Menschen die Toten. Dann ikurze Kommandorufe in die Stille. Die Truppe jräfentiert das Gewehr mit Blickwendung zu den bärgen. Der Präsentiermarsch erklingt. Die Männer, die die Särge tragen, setzen sie auf Podeste, |ie vor den Stufen der Feldherrnhalle stehen. SA.° Männer treten neben die Särge und halten Wacht lei ihren Kameraden. Der feierliche Akt ist beendet. Und nun ergießt sich der Strom der Dolksge- flössen nach der Feldherrnhalle, um vorbeizudefilieren ror den Helden des 8. November. Stumm, mit erhobener Rechten, ziehen sie vorüber und nehmen Nbschied von den Ermordeten. Machens Bevölkerung ehrt die Opfer des 8. November Im Dämmer des heraufziehenden Tages fetzte imeut die Wallfahrt zu den Särgen der sieben Opfer des 8. November vor der Feldherrnhalle ein, Vährend an den Häusern die Flaggen auf h a l b m a st gingen. Schon um die achte Morgen- iunde eilten HI., Pimpfe und BDM.-Mädel zu ier großen Spalierbildung der deutschen Jugend ings der Straßen des Trauerkonduktes. Auf dem )deonsplatz und vor der Feldherrnhalle nahmen auf en Bürgersteigen bereits die ersten Volksgenossen EuffteUung, um schon Stunden vor Beginn den rierlichen Staatsakt zu erwarten. Unablässig bewegte sich unterdessen von der driennerstraße her der Strom zur Feldherrnhalle. 5n Dreier- und Viererreihen zogen die Menschen h schweigendem Ernst mit erhobener Rechten an len Särgen vorüber, hinter denen die Opferslam- nen lodern. Männer, Frauen, Kinder, Marschierer les 9. November 1923, politische Leiter, Männer jer Gliederungen zogen vorüber SA -Männer hallen die Ehrenwache an sechs Särgen, an dem Sarg Kaisers Männer vom NSKK. Alle Verwundeten auf dem Wege der Vessernng. Gauleiter Adolf Wagner überbrachte die Grütze des Führers. München, 10. Nov. (DNB.) Wie das Deutsche Nachrichtenbüro auf Anfrage in den Münchener . Kliniken, die die Schwerverletzten des Anschlages iom 8. November aufgenommen haben, hört, hat fch das Befinden sämtlicher Verletzten n den letzten 24 Stunden erfreulicherweise gebessert, wenn auch bei Zweien die Krise noch nicht öanz überwunden ist. Eine besondere Freude wurde len Verwundeten am Freitagnachmittag dadurch bereitet, daß Gauleiter Staatsminister Adolf W agner jeden einzelnen im Auftrage des Führers besuchte, um ihm seine Wünsche für baldige Genesung zu übermitteln. Herzlich begrüßte b?r Gauleiter in der Chirurgischen Klinik einen Men Kämpfer der Bewegung, Oberamtmann a. D. Nichael S ch m e i d l, der durch eine Netzhautab- liJung fast erblindet ist und von seinem alten Kampfgefährten Kaiser aus den Trümmern des Dürgerbräukellers herausgeleitet wurde. Kaiser ist bann den bei der Explosion erlittenen Verletzungen selbst erlegen. Besonderen Anteil nahm der Gauleiter auch an dem Geschick der beiden in dieser Klinik liegenden verletzten Frauen, der Gymnastik- lchrerin Schirmer, die erhebliche Gesichtsoer- lchungen davongetragen hat, und der im Bürger- bräukeller beschäftigt gewesenen Kassiererin Sie- srcke, die bei der Aufräumung der Tische von der Explosion ereilt wurde und schwere Verletzungen am Oberschenkel aufweist. Im Krankenhaus rechts der 5far sind 16 Verletzte in einem Saal untergebracht, (fünf Frauen liegen in anderen Zimmern. Fußoer- ! binde. Arm- und Oberschenkelschienen und Gesichts- vrrbände zeigen die Verschiedenartigkeit der Ver- lchungen. Ein Besuch im Schwabinger Krankenhaus bildete den Abschluß. Die Angehörigen der Verwundeten, die zu der üblichen Besuchsstunde in den Krankenhäusern erschienen waren, begrüßte der Gauleiter herzlich und erkundigte sich nach ihren Verhältnissen. Alle Sender übertragen den Staatsakt für die Toten des 8. November. München. 10. Aon. (DRV.) Der Staaten» an der Feldherrnhalle für die Opfer des 8.November 1939 wird am Samstag, 11.November, um 11 Uhr über alle deulfchen Sender übertragen. Nach dem Staatsakt werden die Opfer des 8. November 1939 in feierlichem Zuge 3 u m Nordfriedhof geleitel, wo die Beisetzung ln einem Gemeinfchaftsgrab München, 10. Nov. (DNB.) Die das Deutsche Nachrichtenbüro erfährt, h ä u f e n s i ch bei der Sonderkommlssion zur Untersuchung des Verbrechens vom 8. November die Hinweise und Mitteilungen aus allen Kreisen der Volksgenossen. Die Sonderkommifsion ist daher um ein Dreifaches verstärkt worden, damit sie diese einlaufenden Angaben, die natürlich zunächst meist nur Hinweise allgemeiner Art enthalten, aber selbstverständlich auch Wichtigstes bringen können, erschöpfend bearbeiten Fann. Zur Zeit liegen wohl über 1 0 0 0 derartige Hinweise aus der Bevölkerung vor. Zur Zeit sind Sachverständige damit befaßt, auf das genaueste die aufgefundenen Teile des zur Entzündung der Sprengladung benutzten mechanischen Zündapparates festzustellen. Ls ist dabei Rom, 10. Nov. (Europapreß.) Staatsmimster F a r i n a c c i fordert im „Regime Fascista" offen zu Ve r g e l t u n gs m a ß n a h m e n für das Attentat von München auf. Er schreibt u. a., da der verbrecherische Anschlag mißlungen sei, werde die Rückwirkung jene treffen, die lhn aus- gedacht und organisiert haben. .Deutschland darf nach Belieben vergelten. Die im Bürger- bräuteUer explodierte Höllenmaschine kann mit einer Bombe verglichen werden, die der Feind zur Nachtzeit gegen das Zentrum einer Stadt abwirft. D i e zahlreichen Toten rufen nach Rache. Was sich in München ereignet hat, ist nur die logische Folge der Haßpolitik und Aufhetzung zu Verbrechen, die nicht nur gegen den Nationalsozialismus sondern auch gegen die Person des Fuh- rers selbst gepredigt werden. Als wenigstens erfolgt. Auf dem Wege zum Nordfriedhof entbietet die Bevölkerung der Hauptstadt der Bewegung den Toten den letzten Gruß. Flaggen auf Halbmast Berlin, 10. Nov. (DNB.) Der Reichsminister des Innern und der Reichspropagandaleiter der NSDAP, geben folgendes bekannt: Aus Anlaß der Beisetzung der Opfer des ruchlosen Münchener Attentats fetzen am Samstag, 11. November 1 939, alle öffentlichen Gebäude und die öffentlichen Schulen im ganzen Reich die Flaggen auf halbmast. Sämtliche Parteidienststellen sind angewiesen, ebenfalls halbmast zu flaggen. sehr wesentlich, daß die genaue Zusammensetzung der Metalle eruiert wird. Man kann schon heute sagen, daß jedenfalls in bezug auf die Legierung einzelner Metalltelle tatsächlich ein ausländischer Ursprung nachzuweisen sein wird. Es sind gegenwärtig Untersuchungen von verschiedenen Seiten im Gange, um ganz unabhängig voneinander ein absolut einwandfreies Ergebnis zu erhalten. Gerade diese Art der Untersuchung ist von entscheidender Bedeutung, um so mehr, als die Sonderkommission bereits eine ganz spezielle Richtung verfolgt, man kann sagen, daß vielleicht schon in den allernächsten Tagen ter Oesfentlichkeit nähere Einzelheiten bekanntgegeben werden können, damit die Sonderkommifsion, die alle Hinweise prüft, genauere Mitteilungen, speziell nach dieser Richtung hin, erhält. moralische Auftraggeber müssen alle jene betrachtet werden, die mit Reden, in den Zeitungen, Freimaurerlogen und Snnagogen zur Rache aufgefor- i dert haben Zum Glück ist Adolf Hitler unversehrt : und dem deutschen Volk durch die Vorsehung der Führer gerettet worden, der Deutschland zum sicheren Siege führen wird. Der halbamtliche „Popolo d'Jtalia" schreibt, je mehr ein Führer an der Spitze seines Volkes zur Wahrung der Interessen, der Ehre und Ideale hervorrage und die besten Kräfte des Volkes um sich schare, um so verbissener kämpften die dunklen und negativen Kräfte des Bösen gegen ihn. „Wir kenn en den Stil dieser Attentate gut und auch ihren Ursprun g", so fährt das Blatt fort, „aber wir kennen auch die göttliche Vor- sehung, die den Führer geschützt und der Liebe fei- Ausländischer Ursprung des mechanischen Zündapparates. Oie Sonderkommission zur Untersuchung des Verbrechens vom 8. November an der Arbeit. Die Stätte des ruchlosen Anschlages. Ein Blick in den Bürgerbräukeller in München am Tage nach dem ruchlosen Attentat. — (Scherl-M.) Das Echo in Italien. Farinacci fordert Vergeltungsmaßnahmen. Secret Service. Die ganze Welt steht im Banne des furchtbaren Geschehens in München. Noch zittert in jedem deutschen Herzen die Erregung nach, welch unausdenkbares Unheil die gütige Hand der göttlichen Vorsehung von unserem deutschen Volke abgewandt hat, als sie den Führer, den Schöpfer des neuen Großdeutschen Reiches und seinen ersten Schildträger in dem ihm von seinen Neidern und Hassern aufgezwungenen Kampf um eine gesicherte Zukunft in der Stunde höchster Gefahr wiederum so sichtbar unter ihren Schutz genommen hat. Noch wenige Augenblicke vor der grauenhaften Expldsion, die dem Führer und seinen ersten Mitarbeitern in Staat und Bewegung galt, hatte der Führer an der gleichen Stelle, die wenig später von einem unübersehbaren Trümmerhaufen bedeckt war, zum Schluß seiner Ansprache an die um ihn versammelten Alten Kämpfer der Bewegung dankbaren Herzens daran erinnert, wie sehr die Vorsehung seine Pläne habe richtig gestalten lassen und ihre Durchführung sichtbar gesegnet habe, und dann die prophetischen Worte gesprochen: „Wir sind daher des Glaubens, daß die Vorsehung das, was geschah, so gewollt hat!" So ist uns erneut die Gewißheit geworden, daß Gott es gut mit uns Deutschen meint und das Wort sich erfüllt hat, das Rudolf Heß in den kritischen Augusttagen in Graz sprach: „Wir haben den Glauben, daß der Höchste mit Deutschland ist und mit seiner gerechten Sache. Denn wir haben den Glauben, daß der Höchste den Führer gesandt hat zur Rettung aus tiefster Not. Indem wir zum Führer stehen, erfüllen wir den Willen dessen, der uns den Führer gesandt hat." Und in der Tat niemals vorher hat das deutsche Volk stärker die unauflösbare Verbundenheit mit feinem Führer empfunden, niemals vorher hat es sich so vollkommen eins mit ihm gefühlt und niemals vorher hat es stärker in sich den unbeugsamen Willen gespürt, mit ihm diesen Kampf zu bestehen, der um nichts anderes geht, als um die Freiheit der Nation und die Sicherung der Zukunft des ewigen Reiches der Deutschen. Das lähmende Entsetzen, das im ersten Augenblick alle gepackt hielt vor dem kaum Faßbaren der Münchener Schreckenstat, ist flammender Empörung über die Ruchlosigkeit des Anschlages gewichen und die Frage nach den Urhebern dieses zynischen Verbrechens will nicht verstummen. Niemand in aller Welt wundert sich, daß die Augen des deutschen Volkes immer wieder herüber nach England gehen und die Fragen sich immer mehr zu furchtbarer Anklage verdichten. Denn die Mordbuben, die die Höllenmaschine gefertigt und im Bürgerbräu- keller von langer Hand jene Explosion vorbereitet haben, die Adolf Hitler und mit ihm die führenden Männer der Bewegung und des Staates in die Luft sprengen sollte, können ja nur gedungene Werkzeuae gewesen fein, wie man sie gegen klingenden Lohn unter dem Abschaum der Menschheit immer und überall au finden vermag. Die alte Frage lautet: „Cui bono , wem zum Nutzen konnte die Beseitigung des Führers fein in diesem Augenblick, wo das deutsche Volk in einem Kampf auf Leben und Tod steht? Wer hat seit Jahr und Tag diesen Kampf in schrankenloser Hetze ganz auf die Person des Führers zugespitzt? Sind es nicht immer die gleichen Kreise der britischen Plutokratie gewesen, die mit den niedrigsten Mitteln der Lüge und Verleumdung ihren Kampf gegen Deutschland und seinen Führer betrieben haben? Unterirdisch, solange sie noch hoffen dursten, das deutsche Volk in seinen ihm in Versailles geschmiedeten Fesseln halten zu können, und dann mit immer skrupelloserer Offenheit, als das Wiedererstarken Deutschlands unter nes Volkes bewahrt hat. Um so schlimmer ist das Verbrechen, das jedes menschliche Gefühl beleidigt, um so größer ist die Verwünschung jedes ehrlichen Menschen der ganzen Welt und besonders der Faschisten, die die Freundschaft des Führers für Italien und für den Duce kennen und die historische Größe seiner Persönlichkeit ermessen. Die Italiener verurteilen das abscheuliche Attentatcheglückwünschen Hitler für die bestandene Gefahr und nehmen solidarisch an der Trauer des deutschen Volkes für die gefallenen Anhänger teil." Im übrigen befaßt sich die Presse eingehend mit allen Einzelheiten und Begleitumständen des Anschlages. Ausführlich werden nach den Veröffentlichungen der deutschen Presse die Vermutungen besprochen, die gehegt werden über die Anstifter des furchtbaren Anschlages. Es wird hervorgehoben, daß die Mehrzahl dieser Stimmen den englischen Geheimdienst als Urheber des Attentats vermutet. Ausführlich unterstrichen wird auch in den großen Schlagzeilen der römischen Presse diese gegen den englischen Geheimdienst gerichtete Anschuldigung sowie die von der deutschen Polizei bereits festgestellte Tatsache, daß die aufgefundenen Spuren ins Ausland führen. Unveränderte Lage im Westen Der Heeresbericht vom Samstag. Berlin. 11. November. (DNV.-Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Westen schwache Spähtrupp- und Artillerie- Tätigkeit. Ein französischer Fesselballon wurde bei kolmar durch ein deutsches Jagdflugzeug a b - geschossen. Herzliche Anteilnahme in aller Welt Fremde Staatsoberhäupter und Regierungschefs an den Führer. Sieben Familien trauern um die Opfer des verbrecherischen Mordanschlags. Zusammenarbeit und Selbstdisziplin! Ernste Mahnung Feldmarschatt Görings an Nörgler und Bürokraten kratische Engherzigkeit, Kleinlichkeit oder gar Anmaßung und Aeberhebllchkeit weniger denn je Raum hat. Jeder Beamte und Angestellte hat zu verstehen, daß er für das Volk und nicht das Volk für ihn da ist, und daß er in keiner Weise Vorgesetzter des Volksgenossen ist. Wer hinfort gegen die Grundsätze dieses Erlasses verstötzl, wird unnachsichllich und bei groben Fällen unter gleichzeitiger Entfernung aus seinem Amte schwerstens bestraft werden. Ich erwarte in gleichem Maße von jedem einzelnen Volksgenossen, daß er die Grütze und Schwere der Zeit versteht, daß er Haltung wahrt und Selbstdisziplin übt. Jeder einzelne muß bemüht sein, den Behörden ihre schwierige Arbeit zu erleichtern. Das seht in erster Linie voraus, daß er die öffentlichen Bekanntmachungen und Anweisungen über Lebensmittelkarten, Bezugscheine, Arbeitseinsatz, Familienunterhalt und andere kriegswirtschaftlich wichtige Bestimmungen gewissenhaft beachtet. Er soll nicht unbillige Forderungen stellen, sondern bedenken, daß der im öffentlichen Dienst Tätige unter dem Zwang der Kriegswirtschaft mit den Anweisungen versehen ist, die zum Ruhen der volksgesamtheit unbedingt eingehalten werden müssen. Die Forderung, die ich an jeden Deutschen richte, heißt: Ordne dich ein in das Ganze! Frage nicht zuerst nach deinem Recht, sondern handele nach der Pflicht, die die Kriegs« zeit dir auserlegt. Die Widerstandskraft der Inneren Front muß sich auch im Alltag bewähren. SiN muß stärker sein als alle kleinen Widerwärtigkeiten und Schwierigkeiten des Augenblicks. Die Zeit erfordert Härte und Einsatzbereitschaft, draußen rm Felde, wie drinnen in der Heimat! München, 10. Nov. (DNB.) Die fluchwürdige Tat am Abend des 8. November hat nicht nur die nationalsozialistische Bewegung wertvoller alter Mitkämpfer beraubt, sondern auch tief st es Leid über sieben deutsche Familien gebracht, ein Leid, daß nur gemildert wird durch das Bewußtsein, daß das teure Leben unseres Führers dem deutschen Volk und damit auch ihnen erhalten geblieben ist. Wie tief die Trauerkunde aus dem Bürgerbräukeller in das Familienleben der Betroffenen eingegriffen hat, das zeigt sich beispielsweise bei den beiden alten Kämpfern Franz Lutz und Leon- h a r d R e i n d l, deren einzige Söhne in Erfüllung ihrer deutsche Mannespflicht auf der Wacht an Deutschlands Grenze die Nachricht von dem jähen Opfertod ihrer Väter erhalten haben. Die beiden Frauen und Mütter aber sind des Familienhauptes und Ernährers beraubt, hart betroffen ist auch die Familie des in stiller, schwerer und treuer Arbeit beim Reichsautozug bewährten Parteigenossen Wilhelm Weber. Mit der Witwe stehen zwei kleine Mädchen im Alter von erst vier und fünf Jahren an der Bahre. Erst elf Monate in glücklicher Che verheiratet war der ebenfalls beim Reichsautozug beschäftigt gewesene SA.-Mann Eugen S ch a ch t a, der mitten aus dem allmählichen Aufbau seines iungen Hausstandes herausgerissen wurde und dessen junger Frau die herzliche, kameradschaftlichst warme Anteilnahme der SA.-Kameraden sich zuwenüet. Mitten in der Ausübung seines begeistert geliebten Berufs als Mitglied des Gaumusikzugs, der am Abend des 8. Novembers den musikalischen Teil der Kundgebung bestritt, wurde Altparteigenosse Emil Kasberger aus dem Leben gerissen. Eine Frau und eine Heranwachsende Tochter trauern um diesen wackeren Mann. Der Name des Blutordensträgers Michael Wilhelm Kaiser wird auf Befehl des Korpsführers des NSKK., Adolf Hühnlein, weiterleben in dem Motorfturm 9/M 86. Recht tragisch ist das Schicksal der einzigen bei dem Anschlag dahingerafften Frau, der Maria Henle, die durch ihre Arbeit im Bürgerbräukeller ihrem Lebensgefährten den Familienunterhalt bestreiten half. Der Mann steht nun mit zwei kleinen Kindern im Alter von drei und neun Jahren da, und muß die Kinder in Pflege geben, da er außerhalb arbeitet und Tag für Tag zwölf Kilometer zu seiner Arbeitsstätte zurücklegen muh. Es zeugt von dem standhaften, durch die Erziehungsarbeit der nationalsozialistischen Bewegung gestärkten deutschen Wesens der Betroffenen, daß alle die schmerzliche Nachricht von dem Verlust ihres Angehörigen mit Fassung und Beherzheit aufgenommen und ihren Trost im Leide in der Rettung des Lebens Adolf Hitlers gefunden haben. nationalsozialistischer Führung fte um ihre Welt- Herrschaft fürchten ließ. Der Führer selbst hat ge- rohe in seiner letzten Münchener Rede mit überzeugenden Argumenten darauf hingewiesen, daß die neuen sozialen Gedanken, die der Nattonalsoziatts- mus in Deutschland zu verwirklichen begann, die Versöhnung von Kapital und Arbeit durch ein ganz neues soziales Ethos, das beide in den Dienst der Nation stellte und damit jene unzerstörbare Volksgemeinschaft schuf, die keine Klassen und keine Klassenkämpfe kennt, daß diese neuen sozialen Ideale in der jüdisch-plutokratischen Herrenkaste ■ Englands nur mit äußerstem Mißtrauen vernom- , men worden waren, hier spürte man instinkttv, daß in Deutschland eine revolutionäre Tat geschah, die allem ins Gesicht schlug, was im britischen Empire mit seiner brutalen Unterdrückung aller nichtbritischen Völker und Rassen, seiner schrankenlosen Herrschaft des Geldes, feinem scharfen Kontrast zwischen der kleinen Kaste rücksichtsloser Politiker, die ihre persönlichen Interessen ohne Bedenken mit dem Wohl des Landes identifizieren, und der großen Masse des Volkes, die durch einen beispiellosen so- zialen Schlendrian in Elend und Not verkommt, bislang den führenden Männern als ,Hdeal" gegolten hatte. So lag ihnen nichts an einer politischen Verständigung mit dem nationalsozialistischen Deutschland, nichts an einer engen politischen Zusammenarbeit, zu der der Führer immer wieder in großzügigen und weitschauenden Vorschlägen ihnen die Hand bot. Sie fürchteten, daß das Beispiel Deutschlands, die sozialen Großtaten des Nationalsozialismus eines Tages einmal dem britischen Volke die Augen öffnen und die Fundamente chrer Macht, Gewalt und Lüge, nackter Klassenegoismus und Parteienherrschaft zertrümmern werde. So begannen sie mit allen Mitteln gesinnungsloser Nie- dertracht und abgrundtiefer Gemeinheit chren Feldzug gegen den „hitlerismus", mit dessen Ausrottung sie jenen neuen Geist tödlich zu treffen gedachten, in dem sie den gefährlichsten Feind ihrer so- Fialen Reaktion und des britischen Imperialismus sahen. , In einem solchen Kampf sind die britischen Machthaber noch niemals auch vor den verwerflichsten Mitteln zurückgeschreckt, um ihre Ziele zu erreichen, wenn man selbst dabei nur im Hintergrund bleiben konnte und mit der widerwärtigen Heuchelei, die seit jeher ein besonderes Kennzeichen der bri- tischen Politik ist, vor aller Oeffentlichkeit sich in der Rolle des Hüters der „Moral" und der „Humanität" gefallen konnte. Das wirksamste Instrument Englands in diesem unterirdischen Kampf ist der berüchtigte Secret Service, der Geheimdienst, der nach seinen Aufgaben getrennt in Ab- teilungen für das Heer, die Marine und das Aus- wärtige Amt mit seinem Netz von Agenten und Spionen den ganzen Erdball umspannt. Ihm stehen unbeschränkte Geldmittel zur Verfügung, und er wird überall da rücksichtslos eingesetzt, wo es gilt, der britischen Politik entgegenstehende Schwierig- ketten aus dem Wege zu räumen. Wo er seine Hand im Spiel hat, bezeichnen Dolch und Pistole. Dynamit und Gift den schaurigen Weg des britischen Imperialismus. Wie Englands Geschichte wie die keines anderen Volkes mit Blut geschrieben ist, so ist der Secret Service eine Institution, deren Anfänge wait zurückreichen in die Jahrhunderte. War er damals vornehmlich das Werkzeug der englischen Herrscher zur Beseitigung ihrer innerpolitischen Gegner, so wurde er später das wesentlichste Instrument der englischen Außenpolitik und wurde mit dem Wachsen des britischen Imperiums zu jener umfassenden Organisation, die überall ihre Agenten und Helfershelfer hat, ohne daß diese oft wissen, wer ihr Auftraggeber ist. Diese absolute Anonymität ist das wesentlichste Merkmal des britischen Geheimdienstes, der selbst im Verborgenen bleibt, wenn er seine Fädenl spinnt, durch Mittelsmänner seine Instruktionen erteilt, seine käuflichen Subjekte zur Spionage ansetzt und seine Werkzeuge zum Mord bewaffnet. Niemand weiß etwas vom anderen, keiner kennt die Zusammenhänge, aber alle spüren die scharfe Konttolle, unter der sie Berlin, 10. Nov (DNB.) Aus Anlaß des fluchwürdigen Attentats gegen den Führer hat eine große Anzahl ausländischer Staatsoberhäupter und Regierungschefs dem Führer ihre Anteilnahme für die Opfer und Glückwünsche für die Rettung des Führers aus großer Gefahr zum Ausdruck gebracht. Aus Italien sandten, wie gestern schon gemeldet, der König und Kaiser Viktor Emanuel III., der italienische Regierungschef Benito Mussolini, die Marschälle Balbo und Graziani sowie Außenmimster Graf Ciano und Minister Dino Perrone telegraphisch herzliche Anteilnahme. Ferner bekundeten ihre Teilnahme und ihre Glückwünsche: Der König der Belgier, der König von Bulgarien, die Königin der Niederlande, der König von Rumänien, Prinzregent Paul von Jugoslawien, der Reichsverweser des Königreichs Ungarn und der Staatspräsident der Slowakei. Seine Heiligkeit, der P a p st, ließ durch den Apostolischen Nuntius seine persönlichen Glückwünsche übermitteln, bei dieser Gelegenheit brachte der Nunittus als Doyen die Anteilnahme des Diplomatischen Korps zum Ausdruck. Aus Anlaß des ruchlosen Attentats gegen den Führer haben die Vertreter folgender Staaten dem Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop ihre Anteilnahme für die Opfer und ihre Genugtuung über die Rettung des Führers zum Ausdruck gebracht: Argentinien, Bel- gien, Brasilien, Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, Holland, Iran, Italien, Japan, Jugo- slawien, Litauen, Norwegen, Portugal, Rumänien, Schweden, die Slowakei, Sowjetrußland, Spanien, die Türkei, Ungarn und Venezuela. Ferner haben die Außenminister von Bulgarien, Holland, Japan, Portugal, Rumänien, Schweden, Sowjetruß- land, Spanien und Ungarn den in ihren Ländern akkreditierten deutschen Vertretern gegenüber im Namen ihrer Regierungen ihre Freude über die glückliche Errettung des Führers ausgesprochen. Der bulgarische Ministerpräsident Kjosse-Jwanoff und der honvedminister von Bartha haben dem Reichsaußenminister telegraphisch ihre Anteilnahme übermittelt. Der Reichsprotektor Freiherr von Neu- lx ath richtete an den Führer folgendes Telegramm: erhalten zu haben. Ein besonders bevorzugtes Feld des brittschen Geheimdienstes ist seit jeher der vordere Orient gewesen. Es sei nur daran erinnert, daß König Fei- sal von Irak, der sein Land aus den Schlingen des englischen „Bündnisses" zu lösen suchte, während eines Aufenthaltes in Zürich im Jahre 1933 nach dem Genuß einer Tasse Kaffees sich in Todeskrämpfen wand und verschied. Der Kaffee war vergiftet. Auch der irakische General B e k r S e d k y, der ein erbitterter Gegner Englands war, fiel im August 1937 von der Kugel eines irakischen Soldaten, den der britische Geheimdienst gedungen hatte. Und schließlich erlitt auch der Nachfolger Faisals, König Ghazi, einen „Autounfall", um den britischen Intriganten den Weg freizumachen, die unter der Regentschaft für einen unmündigen Knaben eher gewonnenes Spiel zu haben glaubten, als unter einem tatkräftigen, nach Unabhängigkeit dürstenden jungen Menschen, hier freilich durch- chaute das irakische Volk die polittschen Hintergründe dieses „Autounfalls" und erkannte die wah- en Schuldigen. Das britische Konsulat wurde gestürmt und der Konsul von der empörten Menge gesteinigt. Noch in aller Erinnerung steht die Ermordung des rumänischen Ministerpräsidenten Calinescu am 21. September dieses Jahres. Calinescu war ein überzeugter Anhänger der engen wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Rumänien. An seiner Aufrichtigkeit zerschellte die von dem rumänischen Gesandten in London, Tilea, inszenierte Hetze gegen die deutsch-rumänischen Wirtschaftsabmachungen. Er war es auch, der sich einer Einreihung Rumäniens in die von England aufgezogene „Friedensfront" entgegenstellte und mit großer Entschiedenheit einen Kurs striktester Neutralität steuerte, der in dem Augenblick von besonderer Bedeutung wurde, als Polen unter den vernichtenden Schlägen der deutschen Waffen zusammenbrach und die Warschauer Machthaber in Rumänien Zuflucht suchten. Weil Calinescu auch in dieser schwierigen Situation entschlossen eine klare Neutralität bewahrte, mußte er beseitigt werden. Es ist dem brittschen Geheimdienst nicht schwer- gefallen, Werkzeuge zu finden, die die Pistole ab- drückten, die England geladen hatte. So ist der Mord bis in unsere Tage die Waffe des Secret Service, und es wird niemanden in Er- staunen setzen können, wenn die Ermittlungen, die über das Sprengstoffattentat von München anae- stellt werden, ergeben, daß auch dieser ruchlose Anschlag, der Deutschland seines Staatsoberhauptes und das deutsche Volk seines Führers berauben sollte, dem britischen Geheimdienst zur Last fällt. Eine solche gemeine Untat konnte ja nur erdacht werden in der jeder sittlichen Haltung baren Atmosphäre politischen Verbrechertums, die sich schon durch die Heimtücke und Niedrigkeit ihres Verleum- dungsseldzuzges gegen Deutschland und seinen Füh- rer hinreichend bloßgestellt hat. Aber die Wirkung ist nicht ausgeblieben, freilich anders als die Drahtzieher in London es sich gedacht hatten. In aller Welt beginnt man Englands verbrecherisches Spiel zu durchschauen, und des deutschen Volkes Antwort auf diesen Frevel ist eiserne Entschlossenheit zum Kampf gegen den britischen Imperialismus. । In der Einheit von Führer und Volk, die das Attentat von München aufs neue erhärtet hat, liegt unsere Unüberwindlichkeit. Für Freiheit und Recht treten wir in den Kampf gegen Meuchelmord und Terror, und wir wissen, daß unserer guten Sache der Sieg beschieden sein wird. Fr. w. Lange. skrupellos England seinen Verbündeten bespitzeln ließ und wie man vor nichts zurückscheute, um die Kriegspartei am Ruder zu halten. Die Erinnerungen Meriel Buchanans, der Tochter des damaligen britischen Botschafters in Petersburg, und Lockharts Memoirenbuch „Vom Wirbel ersaßt" werfen ein bezeichnendes Licht auf das Doppelspiel Englands, das bedenkenlos den Zaren fallen ließ und mit den bolschewistischen Machthabern liebäugelte, um einen Sonderfrieden mit Deutschland zu hintertreiben. An dem brittschen Geheimdienst hat es nicht gelegen, wenn die Russen trotzdem ihren Frieden maajten. Noch im Juli 1918 fiel der deutsche Oberbefehlshaber in Kiew, Feldmarschall von Eichhorn, einer englischen Bombe zum Opfer. Der Mörder, ein gewisser Donzow, erklärte im Verhör, von einer Dienststelle des britischen Secret Service den Auftrag zu seinem Attentat Berlin, 10. Nov. (DNB.) Generalfeldmarschall Göring hat als Vorsitzender des Ministerrats für die Reichsoerteidigung folgenden Aufruf an die deutschen Volksgenossen erlassen: In meiner Rede vom 9. September in den Rheinmetall-Borfig-Werken, die nicht nur an den deutschen Arbeiter, sondern über den Rundfunk an jeden deutschen Volksgenossen gerichtet war, habe ich kraft des vom Führer mir erteilten Auftrags als Vorsitzender des Ministerrats für die Reichsverteidigung vor der Nation das Versprechen abgegeben, daß die Staatsregierung aufkommende h e m m n i f s e o d e r M i ß ft ä n d e , die sich gegen die Gemeinschaft des Volkes richten, nicht dulden oder gar verschweigen, sondern schon im Keim ersticken wird. Ich habe mir dazu die Mithilfejedeseinzelnen Volksgenossen erbeten. Seit diesem Appell sind neun Wochen ms Land gegangen. Die deutsche Wehrmacht hat in einem beispiellosen Siegeszug im Kampf gegen Polen in allen Wehrmachtsteilen ihre Aufgabe erfüllt und neuen Siegesruhm an ihre Fahnen geheftet. Sie ist heute als Schützer und Schirmer der Heimat am Westwall bereit, in dem uns von den Westmächten aufgezwungenen Kampfe Blut und Gut einzufetzen. In der Heimat wirkt und werkt im harten und unermüdlichen Einsatz der deutsche Schaffende für die Aufgaben, die der Krieg der inneren Front stellt. Die praktische Anwendung zahlreicher kriegswirtschaftlicher Bestimmungen hat sich dank einer verständnisvollen Unterstützung durch die Bevölkerung erwartungsgemäß und bestens eingespielt. Was sich noch nicht in Vollkommenheit ab- mickelt, ist der Verkehr mit einzelnen Dienststellen, die den Volksgenossen in der Sicher st ellnng des kriegsnot- wendigen Lebensbedarfes zu betreuen haben. Es handelt sich hier um Mängel, die, an der Gesamtausgabe gesehen, bedeutungslos erscheinen mögen. Ich wünsche jedoch, daß gerade auf diesem Gebiet — wie beispielsweise bei der Beantragung von Bezugsscheinen oder von Familienunterhalt — auch die f lein ff en Reibungen vermieden werden. Ich habe meinem Versprechen gemäß alle Beschwerden, die mir in dieser Hinsicht zugegangen sind, prüfen lassen. Ich habe dabei feststellen müssen, oaß in einer Anzahl von Fällen Beamte, Behör- denangestellte und in Krieg so rganisattonen ehrenamtlich tätige Volksgenossen in der Behandlung von Antragstellern ein Verhalten an den Tag gelegt haben, das mit ihren Pflichten völlig unvereinbar ist. Die Betreffenden sind inzwischen mit harten, aber gerechten Strafen belegt worden. Auf der anderen ©eite hat diese Nachprüfung aber gezeigt, daß die größere Anzahl der mir zu gegangenen Beschwerden nach genauer Prüfung des Sachverhalts als Nörgelei und zum Teil als übles Q u e r u I a n t e n t u m herausgestellt hat. Ich habe mich hier zunächst mit Verwarnungen begnügt und nur dort, wo es die Gerechtigkeit unbedingt erforderte, Strafen aussprechen lassen. Im ganzen handelt es sich bisher um Einzelfälle, die an sich, gewogen an der anerkennenswerten Opferwilligkeit und der vorbildlichen Pflichterfüllung der großen Masse des Volkes und aller im öffentlichen Dienst Tätigen, noch nicht schwer ins Gewicht fallen. Sollte aber ein solches, die Volksgemeinschaft störendes Benehmen Schule machen, so könnte es Gefahren mit sich bringen, die ich nicht aufkommen lassen werde. Ich habe deshalb heule einen Erlaß an alle Behörden, Parleidienslslellen und Kriegsorganisationen gerichtet, in dem allen im öffentlichen Dienst Tätigen, auch den ehrenamtlich Beschäftigten, die unmißverständliche Weisung gegeben wird, daß eine zuvorkommende Haltung gegenüber dem Volksgenossen das Grundgesetz ihrer Tätigkeit zu sein hat. Ich habe dabei zum Ausdruck gebracht, daß ihre Arbeit Dienst am Volke sein muh und daß die heutige schwere Zeit für ihre büro- Tief entrüstet über den ruchlosen Anschlag im Mün- chener Bürgerbräukeller bitte ich Sie, mein Füh- rer, gleichzeitig im Namen aller meiner Mitarbeiten und sämtlicher deutschen Volksgenossen im Protektorat Böhmen und Mähren, mit unseren herzlichen! Glückwünschen den Ausdruck tiefempfundener Dankbarkeit für gnädige Schicksalsfügung und Rettung Ihres Lebens aus schwerer Gefahr entgegennehmen zu wollen. — Präsident D r. Hacha fanbte dem Führer ein Telegramm, in dem er zum Aus« druck bringt, daß ihn die unfaßbare Nachricht Dort dem ruchlosen Attentat in München tief erschüttert und empört habe, daß er das verabscheuungswürdige Verbrechen mit aller Entschiedenheit verurteile und die Opfer der Greueltat aufricht bedauere. Die in Berlin beglaubigten fremden Misi s i o n 5 d) e f s und viele andere Mitglieder des Diplomatischen Korps, als erster Botschafter Atto« l i c o und Gemahlin, bezeugten ihre Freude über die Errettung des Führers durch Eintragung in das in der Präsidialkanzlei ausgelegte Buch. Zahlreiche führende Persönlichkeiten des Staates, der Wehrmacht und der Partei, zahlreiche Verbände und Gefolgschaften, sowie viele andere Personen des Jn- unb Auslandes sandten Telegramme, in denen die Entrüstung über das verabscheuungswürdige Verbrechen, die große Freude des deutschen Volkes über die Bewahrung des Führers vor großer Gefahr lebhaften Ausdruck fand. ©er ©ank des Führers an König und ©uce. Das Antworttelegramm des Führers an den König von Italien und Kaiser von Aethio- pien lautet: „Euere Majestät bitte ich, für die telegraphisch übermittelten freundlichen Worte meinen tiefgefühlten Dank entgegenzunehmen. Adolf Hitler." Der Dank des Führers an den Duce lautet: „Für die mir im eigenen Namen wie im Namen des faschistischen Italiens übermittelte Anteilnahme an dem Tode meiner alten Mitkämpfer und für Ihre freundschaftlichen Worte für mich selbst danke ich Ihnen herzlichst. Ich habe sie als einen erneuten Beweis der kamer ad- sch a f t l i ch e n Gefühle, die uns verbinden, mit dankbarer Befriedigung ent» gegen genommen. Mit meinen besten Grüßert stehen. Wieviele der niemals restlos aufgeklärten polittschen Mordtaten, die in den letzten Jahrzehnten in aller Welt Aussehen erregt haben, auf das Konto des brittschen Geheimdienstes fallen, wird sich nicht mehr klarstellen lasse. Aber es ist gewiß kein Zufall, daß England stets das größte Interesse daran gehabt hatte, diesen oder jenen Mann gerade in diesem Augenblick von der polittschen Bühne verschwinden zu fehen. So war es zu Beginn des Weltkrieges der bekannte französische Sozialistenführer Jean I a u- r d s, der am 31. Juli 1914 ermordet wurde, weil er sich mit aller Entschiedenheit der brittsch-fraw Sn Kriegspolitik widersetzt hatte und die Hetzer in Paris und London seinen Einfluß auf "die französische Arbeiterschaft fürchteten. Zu gleicher Zeit wurde der berühmte Burengeneral de la Rey, der sich damals gegen den Eintritt Südafrikas in den Krieg einfetzte, auf einer Autofahrt von Iohannisburg nach Pretoria durch einen brittschen Agenten „irrtümlich" erschossen, für England jedenfalls sehr gelegen. Heute ist es in Südafrika wieder sehr ähnlich, aber die aufrechten Männer, die für Südafrikas Neutralität kämpfen, kennen die skrupellosen Verbrechermethoden der brittschen Politik. Ein wenig später war das gleiche Los dem berühmten Vorkämpfer der irischen Freiheit, Sir Roger C a s e m e n t, mgedacht, zu dessen Ermordung der britische Geheimdienst in Norwegen feinen Diener gedungen hatte. Casement entging dem Anschlag, erst ein Jahr später sollte sich sein Schicksal erfüllen, als er nach dem von den Engländern grausam niedergeschlagenen irischen. Osteraufstand durch Verrat in ihre Hände fiel und im Tower gehenkt wurde. Eine besonders emsige Tätigkeit entfaltete der Secret Service während des Weltkrieges in Rußland, dem man in London nach den schweren Mißerfolgen der russischen Waffen nicht mehr über den Weg traute. Je mehr die innere Gärung in Rußland wuchs und in Petersburg eine Gruppe die Oberhand zu bekommen drohte, Die in klarer Erkenntnis der verhängnisvollen innerpolittfchen Folgen eines verlorenen Krieges, für einen rechtzeitigen Friedensschluß mit Deutschland eintrat, gegebenenfalls ohne die Alliierten, desto intensiver setzte die Arbeit des brittschen Geheimdienstes ein, um Rußland bei der Stange zu halten. Der ehemalige russische Ministerpräsident Graf Witte war die Seele der Freunde eines Separatfriedens mit Deutschland. Wenige Tage nach der Rückkehr von Besprechungen mit einem deutschen Unterhändler starb er in Petersburg eines geheimnisvollen Todes. Sir Samuel Hoare, mehrfach brittfcher Minister und auch heute wieder im Kriegskabinett Chamberlain an führender Stelle, war während des Weltkrieges im Dienst des Secret Service in Petersburg. Er hat über seinen Aufenthalt dort ein bei aller gebotenen Zurückhaltung doch höchst aufschlußreiches Buch geschrieben („Das vierte Siegel", Meine Mission in Rußland 1916—1917). Es schildert mit der ganzen Naivität des Briten, wie ARZNEIMITTEL Finnlands Moskauer Verhandlungen wriÄ'K iS«! mm. 1ÄÄ E Mt.g. lungen würden s o r Jeder trage dazu bei, datz die Helmatftont uner« schlitterlich steht, Indem er sich für seine Gesundheit verantwortlich fühlt und rechtzeitig den Arzt und die Arzneimittel seines Vertrauens zu Hilfe holt. Eine solche dauernde unverminderte Hingabe an dir schweren Aufgaben der Zeit stellt hohe Anfordemn« gen an die körperliche und seelische Widerstandskraft. Daraus erwächst eine erhöhte Verantwortung für die eigene Gesundheit. Wir haben keine Zeit, krank zu sein. Wir brauchen eine starke und gesunde Heimat« front. Der Arzt und die pharmazeutische Wissen« schast wachen über der Erhaltung der deutschen Volks- und Wehrkraft. Alle Arzneimittel, die zur Sicherung und Stärkung der Volksgesundheit not« wendig sind, werden nach wie vor hergestellt. Deutschland besitzt einen reichen Schatz an Heil« Mitteln, die die Bewunderung der Welt erregen. Sic kommen jetzt in erster Linie dem deutschen Volk zugute: den Soldaten an der Front, den Frauen und Kindern und den Arbeitern in der Heimat. Helsinki, 11. Nov. (Europapreß.) Freitag haben in Moskau keine weiteren Beratungen statt« gefunden. Nachdem am Vormittag Gerüchte bereits von einem prinzipiellen Uebereinkom- men zwischen Rußland und Finnland wußten, teilte Minister Tanner auf eine telefonische Anfrage mit, daß der russische Vorschlag und der finnische Gegenvorschlag Gegenstand eingehender (Erörterungen waren, die aber zu keinem Ueber- einkommen geführt hätten. Die Verhand- Delegation bleibe vorläufig in Moskau. Man sei noch nicht zur Beratung von Einzelfragen über- gegangen, da vorerst die Hauptfragen noch offen- tünben. Auch dir Heimat ist Front. Sie ist das Rückgrat der kämpfenden Männer drautzen. 3n dieser Front ist jeder mobilisiert, jeder ist aufgerufen,seinen Mann zu stehen, auch die Frauen, unentbehrliche Helfer für die Erfüllung so mannigfacher notwendiger Aufgaben. Hier werden die Waffen geschmiedtt, die Verwundeten gepflegt, neue Soldaten ausgebildet und die Kinder im heroischen Geiste unserer Zeit erzogen. Jeder ist verpflichtet, feine ganze Kraft daranzusetzen, um das innere Gefüge des deutschen Lebens und der Wirtschaft vor Erschütterungen zu bewahren. Washington, 11. Nov. (DNB. Funkspruch). Roosevelt hat dem Druck seines Außenministers Hüll und der überwiegenden Mehrheit amerika- mscher Kreise nachgegeben, um seine Genehmigung zum Flaggenwechselder USA.« Dampfer zurückzu ziehen. Der von Reedern und anderen interessierten Kreisen ausgeheckte Plan, durch die Hintertür der Flagge Panamas den Alliierten große Mengen amerikanischer Tonnage für die Beförderung ihrer Kriegsbedürfnisse aus Amerika nach Europa zur Verfügung zu stellen, -st damit ins Wasser gefallen.' In der Pressekonferenz teilte Roosevelt heute mit, er verhandle mit Gewerkschaften, Seeleuten und Schauerleuten, die durch den Ausfall der amerikanischen Schiffahrt nach Europa brotlos werden. Er werde der nächsten Tagung des Parlaments vorschlagen, daß sie die Arbeitslosenunter st ützu 'n g bekommen, die nach dem geltenden Sozialgesetz nur für Industriearbeiter gewährt wird. Inzwischen erwäge er, um sofortige Abhilfe zu schaffen und Offiziere wie Mannschaft nicht tatenlos am Strand oder in den Städten herumlungern zu lassen, die Einrichtung von Lehrkursen, worin sie weiterhin in allen Fragen der Handelsschiffahrt ausgebildet werden sollen. Die stillgelegten etwa 35 Schiffe könne man nicht plötzlich in den Verkehr mit Südamerika oder Asien einsetzen, da dafür weder eine genügende Zahl an Passagieren noch hinreichende Frachten vorhanden seien. Er beabsichtige daher, wenigstens einen Teil der Schiffe für die H e r a n b r i n g u n g der kriegswichtigen Rohstoffe zu benutzen, die in den Vereinigten Staaten nicht Die Heimatftont steht! Kein Flaggenwechsel der USA-Schiffahrt Roosevelt zieht seine Zustimmung zurück. _ Britisches Kriegsschiff „Northern Rover^ stark überfällig. Amsterdam, 10. November. (DNB.) Der Sekretär der britischen Admiralität teilte mit, daß das Kriegsschiff „Northern Rover" stark überfällig fei. Sein Verlust müsse angenommen werden. Die Verwandten der Besatzung wurden benachrichtigt. Die Admiralität gibt bekannt, daß von der „Northern Rover" vier Offiziere und 23 Mann vermißt werden. Kleine politische Nachrichten. Reichswirffchaftsmimster Funk hat eine Reise in die von den Polen befreiten Gebiete an- aetreten, um mit den Gauleitern von Ostpreußen, Westpreußen und dem Wartbegau die Fragen des wirtschaftlichen Wiederaufbaues an Ort und Stelle zu klären. In Begleitung des TH- nifters reift auch der Leiter der Haupttreuhand, stelle Ost beim Generalfeldmarschall Göring, Bürgermeister a. D. Dr. Winkler. Viktor Emanuel III. ist als Sohn des späteren Königs Humbert von Italien geboren und damit der dritte der Könige im geeinten Italien. Den Thron bestieg Viktor Emanuel im Jahre 1900. Er war ein streng verfassungsmäßiger Monarch und hat nur widerstrebend den Eintritt Italiens in den Weltkrieg mitgemacht. Die Strömungen im Lande dafür waren aber übermächttg geworden. Nach dem Weltkrieg, der auch Italien schwere Wunden ge» kostet und Enttäuschungen gebracht hatte, führte der König die innere Befriedung herbei, als er im Jahre 1922. die faschistische Bewegung mit Benito Mussolini mit der Regierung betraute. Den Höhepunkt außenpolitischer Erfolge brachte der abessinische Feldzug, der gegen, eine Welt von Widerständen durchgeführt wurde und die Genfer Sankttonen zur Folge hatte. Seitdem ist die Tradition des Imperiums wieder ausgenommen, und der König trägt auch den Titel des Kaisers von Aethio- pien. König Viktor Emanuel ist bei seinem Volke überaus beliebt, sein Familienleben gilt dem Lande als Beispiel. Eine Tochter ist mit dem Prinzen Philipp von Hessen vermählt, der als Oberpräsident in Kassel roifft. Der König pflegt auch wissen- schaftliche Neigungen, so gilt er als Numismatlker (Münzkundler) von Weltruf und hat über dieses Gebiet ein mehrbändiges Werk herausgegeben. Hauptschristleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Slum- schein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Dlumschein: für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Bruhlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., santtnchi n Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. emschließlicd 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf und ^mstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. wehr Zur Zeit erhältlich sind und zu deren Beschaffung die letzte ordentliche Tagung des Parlaments 10 Millionen Dollar bewilligte. Außerdem habe er ein Abkommen mit England getroffen, wodurch der Vertrag geändert wird, demzufolge Ame- rika im Taufchwege Baumwolle nach England und England Kautschuk nach den Vereinigten Staaten bringen sollten. Da die USA.» Dampfer unter gar keinen Umständen in die Kriegszone fahren dürfen, so werde England sich die Baumwolle holen müssen. Er werde die o-digen USA.-Dampfer zur Heranbringung von Gummi aus Ostindien einsetzen. Um die Bestimmungen über die Kriegszone zu umgehen, kündigt die nordamerikanische „Scantic- ßini/' Versuchsfahrten nach Bergen (Norwegen) anstelle der bisher angelaufenen südlicher gelegenen skandinavischen Häfen an. Ursprüng- • lich befuhr diese Linie die Ostseehäfen und Leningrad. Nach Kriegsausbruch wurden dann die skandi- ncwischen Häfen angelaufen. Der norwegische Hafen Bergen wurde nunmehr bestimmt, da die von Roosevelt proklamierte Kriegszone Bergen nicht ein schließt. Man ist jedoch skeptisch, daß diese versuchsweise Wiederaufnahme des USA.-Schiffs« verkehrs nach Europa zu einem regelmäßigen Der- kehr erweitert werden kann. Besonders werden die Verbindungen durch die britische Blockade in Frage gestellt, da nach den bisherigen Erfahrungen durch zeitraubende Schiffsdurchsuchungen die amerikanischen Frachtdampfer derart lange auf- gehalten werden, daß sich das Frachtgeschäft nicht rentiert. Don der Scantic-Linie sind zunächst zwei Fahrten nach Bergen vorgesehen. In Kattowitz konnte Gauleiter und Oberpräsident Josef Wagner die verantwortlichen Männer für die innere Verwaltung des neuen Regierungsbezirkes Schlesien in Kattowitz, den Regierungspräsidenten Springorum und den Vizepräsidenten Dr. Keßler einführen. Im Spiegelsaal des Regierungsgebäudes hatten sich dazu die Chefs der zivilen, staatlichen und kommunalen Be- Hörden, die Spitzen von Partei und Wehrmacht, Vertreter der früheren volksdeutschen Verbände und Persönlichkeiten der schlesischen Wirffchafi und der Industrie^ eingefunden. * In einer Kundgebung in Lodz übernahm Reichsstatthalter Gauleiter Greiser durch einen| feierlichen Akt den Lodzer Bezirk in b en Reichsgau Wartheland und damit in den Verband des Großdeutschen Reiches, lieber 30 000 Deutsche aus Lodz hatten sich unter freiem Hirn- mel versammelt um in jubelnden Zurufen an den Reichsstatthalter ihren Dank an den Führer, für die Befreiung aus Unterdrückung und polnischem Kriegsterror auszudrücken. Die beiden Führer der lodzer Deutschtumorganifattonen Herbert M e e s und Ludwig Wolff legten im Namen der Deut- schen des Lodzer Bezirkes den Gauleiter ein Bekenntnis zu einmütiger Zusammenarbeit im Geiste der nattonalsozialisttschen Volksgemeinschaft ab. und meinen aufrichtigen Wünschen für Sie und das faschistische Italien verbleibe ich Ihr freundschaftlichst ergebener Adolf Hitler." Italien feiert den Geburtstag Drktor Emanuels. Rom, 11. November. rog. Karl Klein. 272V Einlagen Leibbinden Gummistrümpfe 6475 A J. Frohn Marktplatz 19 Lieferant aller Krankenkass. Leibbinden Bruchbänder Einlagen Anfertigung in eig. Werkstätte Kurt Kling vorm. Heger Nach. Baudaöisteomeist. Marktstr. 16 Lieferant der Krankenkassen Damen Bedienung Uio W Bahnhofstr. 39 Telephon 2980 Kurt Holderer Univ. - Buchhandlung Seltersweg 75 gegenüber d. 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Weber, 0.8. Prof, der Rechte und Referent >m Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenichen, Gelter der Reichsstelle für Naturschutz. Gebunden NM. 3,60. Bestellungen durch alle Buchhandlunge». 611 oBermüü er r erlag. Betin «ett. Suche für sofort tüchtigen jungen Bäcker unter 20 Jahren. EhristtvbKaiser Lang-Göns Bäckerei und Zwiebackfabrik Fernsprech. Amt Gr.-Linden 218. Füllfederhalter und Füllbleistifte mit passender Ledertasche Briefpapier, 25 Bogen, 25 Umschläge von 35 Pf. an Notizbücher - Tabak-, Zigarren- und Zlgaretten-Dosen Otto Georg vorm. H. Kühn, Seltersweg 86 Tlavel- und LaubhoU, Schnittmaterialim aus eigenen großen Produktionen Ostpreußisches Mesernschniitholz Sperrholz - Lsolierplatten - Iurniere Hartplatlen für Fußboden usw. Es werben eingestellt: Losverkauiee zum Ber auf der WHW.-Lose! Guter Nebenverdienst für Rentner usw., auch bei halber Tagesarbeit. 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Paul Rohrbach Von eng!ischenFrauen,Sandsälken undAachiklubs KRÄNCHEN für ihre ent- begluckend wirkt hoch ein aufgeräumter Mensch! fragte er- gleich, t. Als sie den „Und die Ante? Mann in der dieses kleine Beispiel ist ebenso wichtig, denn es Front das große sten wie im größten Kreise; während vor dem 1 . . zw. t < . rr . IC.aUav. 1, mh ft* Zx^n bem ® Ulfen«! bi* Not ruft; ober er tämpft nicht um des Kampfe. Form unseres Volkes entfpnogeuden Telaffenheit 85. SS» .......ft.'ssiÄM'Ä jsjb et« ä"!:- äs fVs ist die Hei* des kleinen, munteren, blitzblanken Beispiels für die in der Heimat gekommen, roäl)« rend die Front das große Beispiel auffteüt. Aber Von der Gelassenheit Von Zosel Moonus Wehner. gleich verstand. Dirks hatte schon umgeschnallt, da gingen sie noch zu Anke fyinein. Ante lochte wieder^srnd strampelte vergnügt mit den Beinen. Mit einemmal aber lag die Anke ganz ruhig und sah Dirks lange an, als überlegte sie. Dann blies das Kind die Backen Nichts wäre verkehrter als der Glaube, der ge-Tichkeit, die herzliche Hilfsbereitschaft des zuverlasst, lassens Mensch habe weder Feuer noch Leidenschaft; gen Kameraden. Unterdrückt jede Aufregung, Der» er hat vielmehr beides, nur hat das Elementare wandelt Sorge in Sorgfalt, Unrast in Arbeit, Um in ihm seine Fassung und damit seine größte Wir-! mut in Mut. Seid heiteren Sinnes, räumt ieden kungskraft gefunden. Jeder Handarbeiter weiß, daß Morgen in euch se'ber auf: wie belebend, befreiend, in einem richig geführten Hammerschlag mehr Kraft -1-6k v— — steckt, als im blindwütigen Drauflosichlagen. Jlur schwache Menschen sind unruhig und hauen daneben, der ruhige Schütze trifft meistens in» Der Schweizer Dichter Jakob Schaffner wird am Montag im Goethe-Bund aus eigenen Werken lesen. Schwarze. dieses kleine Beispiel ist ebenso wichtig, Gelassenheit ist auch nicht zu verwechseln mit hilft mit siebzig Millionen Annen den zebi Gemütskälte; sie ist im Gegenteil gesammelte, gleich- nen Armen, die draußen an der Front o „ _ bae Jlotröenblae im rechten Augenblick zu tun. mäßige Wärm- kein Feuer freilich, fonbem Licht. Feuerrad wälzen. Keiner ist auegefchloffen. feder ist Seine AN weckt Vertrauen und G-horfam im klein- kein Bich, fonbem eher der Kerze verglich-! mit i-b«n,v°rbunben inaner un^Eltzbaren selb». v>°» He da Herausfamen. Zwei Tage blieb Dirks. Immer war Charlott im ihn. „Rühe dich doch ein wenig aus!" mußte innig beruhigt. Auch der gelassene sicheren Gemeinschaft, die ihre Kraft ichöpst aus unrudiMN M-nlchsn alle Wehn fliehen und sich Mensch weiß zu stürmen und zu kämps-n, wenn di- dem Mann um» uu» «w v« , büUte Sonne, um die sich gerne bie unruhig eilen- lichen wie ben Kräften der Natur ihr« Möglich- voll Luft, baß sie ganz rund und rot wurden wie; den Sterne sammeln, um Richtung und Gesetz,1 teilen lassen, zu wirken. Das tut ber gelassene Aepfel im September. Als Anke den Mund auf-1 Maß unb Ziel von ihm zu empfangen. Mensch unb barum ist er gesegnet; er hat ben """ ""! So sicht der gelassene Mensch als ber Befehls- großen Ueberblitf über ben unzerreißbaren Zu- .;über immer in der Mitte; er führt auch im grötz- sammenhang; darum bringen ihn kleine Verlusts ! ten Aufruhr bie Menschen zu sich selbst zurück, er nicht äus ber Fassung; er weiß ja, baß an einem j entbindet ihre brängenben Kräfte, bie ja auch reif anderen Orte wieder kräftig aufersteht, was vor ™™-fr.„ ..„x (a.aw XnrA (aih kTa« OfiiAdn ifm11ffipht hinter ^luß wie die Saale. Wir machten einen kleinen llmroeg, um ein unscheinbares Gutshaus in einem romantischen Park zu besuchen: Quellenhof, früher Witwensitz einer Gräfin Tiesenhau - 1 e n. Sie war befreundet mit Bismarck; der Kanzler bekam von ihr einige seiner aroßen Doggen «schenkt, auch den berühmten Reichsyunb „Tyras". Mellenhof ist Restgut. In den Zimmern wurden ;ur Repatriierung nach Deutschland Möbel verpackt. Ein langes, schon zerfallenes Mockhaus im Park beherbergte einst zur Sommerzeit die vielen unb häufigen Gäste der Gräfin. Weit, weit liegen die Zeiten zurück! Bald war Groß-Roov erreicht, ursprüntzlich i'in festes Schloß des Erzbischofs von Rigg, später ange Zeit im Besitz derer von Rosen. Um dies balttsche Geschlecht geht eine blutige Sage von tra- rischem Siebe st eib unb grausamer Daterhärte. Ein nosen, heißt es, habe bem Jüngling der die Tochter üriberte zu machen! — Mitten im Aufbruch gilt Doch baltische Gastfreundschaft. Noch eine Stunde weiter sind wir im Städtchen Wenden. Das Schloß ist die livländische Marien- Strahlen müssen Farbe bekennen. Achtzig Jahre Spektralanalyse. Von Rolf Burk. griff ober zur Abwehr oder zur Hilfeleistung für andere Fronten. Gegenüber dieser Planlosigkeit auf polnischer Seite finden wir eine ungemein klare und feste Zielsetzung bei der deutschen Heeresleitung, nämlich die im großen Weichselbogen versammelten polnischen Hauptkräfte umfassend anzugreifen, zum Kampf zu stellen und zu vernichten. Dementsprechend wurden nördlich der polnischen Hauptarmee im Posener Raum je eine Armee aus Ostpreußen und Pommern, südlich der polnischen Hauptarmee zwei Armeen aus Schlesien zum Angriff, und zwar alle in der allgemeinen Richtung aus Warschau, d. h. in den Rücken der feindlichen Hauptkräfte, angesetzt, während eine fünfte Armee, Liese Hauptoperation in der rechten Flanke sichernd, aus Oberschlesien und dem slowakischen Raume heraus die polnische Südarmee möglichst umfassend packen und vernichten sollte. In der vorspringenden polnischen Front westlich Posen sollten die feindlichen Hauptkräfte zunächst nicht angegriffen werden, damit die Umfassung sich um so sicherer auswirken und der Einkreisungsring geschlossen werden konnte, ehe die feindliche Hauptarmee, die Gefahr erkennend, den Rückzug nach Osten über die Weichsel anzutreten in der Lage war. Ein Feldzugsplan von sehr großer Kühnheit, der auf der Moltteschen Lehre „Getrennt marschieren, vereint schlagen" sind der Schlieffenschen Vernichtungslehre beruhte. Das Wagnis, das in der ursprünglichen weiten Trennung der deutschen Armeen einem entschlossenen Gegner gegenüberlag, konnte die deutsche Heeresleitung um so eher auf sich nehmen, als die Stärke des deutschen Heeres an Panzer- und sonstigen motorisierten Truppen schnelle Operationen über weiteste Räume hinweg begünstigte. Auch in der Ausführung der Operationen finden wir auf polnischer Seite ein gänzliches Versagen der Führuna. Gegenüber der durch den stürmischen deutschen Angriff gänzlich veränderten Lage hatte die polnische Heeresleitung nicht die Fähigkeit, einen neuen Entschluß zu faßen, sondern wartete untätig, bis die Einkreisung vollendet war und ihr nur noch verzweifelte Durchbruchsversuche übrig blieben. Dieser gänzliche Mangel an Initiative und Entschlußkraft, weder zum schnellsten Angriff auf Ostpreußen sofort bei Kriegsausbruch noch zur entschlossenen Abwehr gegen den deutschen Angriff in weiter rückwärts gelegenen starken Flußabschnitten, an denen Polen so reich ist, trägt die Hauptschuld an der furchtbaren Katastrophe des polnischen Heeres. Im Gegensatz dazu entsprach die Führung der Operationen auf deutscher Seite genau dem vorher festgelegten Operationsplan und vollzog sich mit geradezu erstaunlicher Sicherheit und fast uhrwerks- artiger Genauigkeit. Durch die Zusammenfassung der beiden nördlichen und der drei südlichen Armeen in die Heeresgruppen Nord und Süd wurde die Einheitlichkeit der Führung auf beiden zunächst sehr weitgetrennten Kriegsschauplätzen bei straffer Leitung durch den Oberbefehlshaber des Heeres gewahrt. Vorbildlich war das Zusammenwirken der einzelnen Armeen, der schlagartige Einsatz der Panzer und sonstigen motorisierten Truppen unter Ausnutzung ihrer Schnelligkeit und die glänzende Unterstützung der Erdoperationen durch die Luftwaffe. Binnen drei Tagen war die polnische Korridorarmee durchbrochen und ihr nördlicher Teil abgeschnürt, binnen zehn Tagen hatte sich der Ring um die polnischen Hauptkräfte im Weichselbogen an der Bzura und bei Radom geschlossen, binnen 17 Tagen waren auch die noch östlich der Weichsel und des San befindlichen polnischen Heeresteile von Süden und Osten her vollständig umfaßt. Damit war das eigentliche Operationsziel erreicht, die endgültige Vernichtung bzw. Kapitulation der umklammerten Feindmassen war dann Sache der taktischen Entscheidung auf dem Schlachtfelde. Der große Vernichtungsstratege Graf Schliessen hat einmal gesagt: „Der Angriff gegen die Flanke ist der wesentlichste Inhalt der ganzen Kriegsgeschichte ... Nicht mit einem Korps oder zwei Korps muß der feindliche Flügel angegriffen werden, sondern mit einer oder mehreren Armeen, und ihr Marsch darf nicht auf den Flügel, sondern muß auf die Rückzugslinie gerichtet sein." Es gibt in 'ter gesamten Kriegsgeschichte keine glänzendere Bestätigung dieser Lehre als den Feldzug der zwanzig Tage in Polen. Aus aller Wett. Neue Personenstandsverordnung der Wehrmacht. Berlin, 9. Nov. (DNB.) Die Reichsminister der Justiz und des Innern und der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht haben eine Per- sonenftanüsverordnung der Wehrmacht erlassen, durch die eine Eheschließung zugelassen wird, ohne daß der Mann zum Zwecke der Eheschließung vor dem Standesbeamten zu erscheinen braucht. Der Mann, der im Felde steht, kann seinen Willen, die Che einzugehen, vor seinem Bataillonskommandeur erklären, während die Frau demnächst vor dem Standesbeamten erscheinen und ihre Eheschließungserklärung abgeben muß. Damit ist die Möglichkeit geschaffen, daß Verlobte, die die Absicht der Che- schließnng vor dem Einrücken des Mannes ins Fell) nicht mehr verwirklichen konnten, dies ohne Zeitverlust nunmehr nachholen. — Ferner ist Vorsorge getroffen, daß die S t e r b e f ä l l e von Soldaten mit tunlicher Beschleunigung in den Personenstandsbüchern beurkundet werden, damit die Angehörigen in kürzester Frist in den Besitz der zur Nachlaßregulierung und zum Bezüge von Witwen- und Waisenrenten unentbehrlichen Sterbe- urkunden gelangen. Ekelettfund in Gelnhausen. LPD. Gelnhausen, 10. Nov. Im Hof der Kreishandwerkerschaft in der Brentanostraße wurde knapp 30 cm unter der Oberfläche das Skelett einer weiblichen Person gefunden. Das Grundstück war bis vor kurzem jahrzehntelang im Besitz von Juden gewesen. Das Skelett lag unter Steinplatten, die ehemals den Fußboden eines läng abgerissenen Stalles bildeten. Der Schädel wies a zwei Stellen Einwirkungen auf, so daß der Verdacht besteht, daß die Tote erschlagen worden ist. Die Behörden haben die Uebersührung des Fundes zur weiteren Aufklärung an das Institut für gerichtliche Medizin in Frankfurt angeordnet. Todesurteil vollstreckt. Am 10. November 1939 ist der am 1. Mai 1913 in Berlin geborene Werner Kramer hingerichtet worden, der vom Sondergericht Halle a. d. S. wegen Mordes zum Tode verurteilt worden war. Kramer, ein gefährlicher Gewohnheitsund Sittlichkeitsoerbrecher, der den Schrecken der Bevölkerung in der Dübener Heide bildete, hatte am 11. Juni 1939 in der Nähs von Ein Verfahren, das es ermöglicht, den Bau der Sterne kennenzulernen, Bodenschätze zu erforschen und Spuren von Vergiftungen im menschlichen Körper aufzuspüren, wurde in einer Schrift be- chrieben, die Bunsen und Kirchhoff im Spätherbst des Jahres 1859 der Berliner Akademie der Wissenschaften Übergaben: Die Spektral- analyfe war geboren. Daß man mit Hilfe eines dreieckigen Glaskörpers, eines sogenannten Prismas, das weiße Licht der Sonne in Regenbogenfarben zerlegen kann, hatte Newton schon zweihundert Jahre vorher entdeckt. Niemand hatte seither daran gedacht, daß man mit der Zerlegung des Lichtes auch auf die Zusammensetzung eines Körpers Rückschlüße ziehen könne, von dem Licht ausgeht. In Heidelberg wurde 1855 die Gasbeleuchtung eingeführt. Ganz Heidelberg pries den egensreichen Fortschritt, der die umständlichen Petroleumlampen überflüssig machte. Nur einige Bürger der Stadt waren mit der technischen Neuerung nicht ganz einverstanden. Das Licht sei viel zu hell, o erklärten sie, und müsse den an Petroleumschein gewöhnten Menschen Kopfschmerzen bereiten. Auch Professor Bunsen war mit den Gasbrennern unzufrieden, allerdings aus einem anderen Grund; ihm schien der Fortschritt nämlich nicht groß genug, die Heizkraft der Gasbrenner war für ein Laboratorium höchst unzulänglich. Als Chemiker kam er auf den Gedanken, der Flamme zur Verbrennung mehr Luft zu verschaffen. Er bohrte das Loch des Brenners seitlich an und schuf o den Bunsenbrenner, der allerdings keine leuchtende Flamme gab, aber dafür eine Hitze von 2000 Grad Celsius. Bunsen war sich rasch darüber im klaren, daß die kleine heiße Flamme seines Brenners, dessen Konstruktion wir noch heute in unseren Gasherden verwenden, ihm ausgezeichnete Dienste erweisen konnte. Da sie nicht so gelb war wie eine Kerzenflamme, sondern fast farblos brannte, sandten Salzverbindungen oder Metalle, die man in ihr zum Glühen brachte, ihr Licht viel reiner und ungetrübter aus als bisher. Nun konnte man eindeuttg feststellen, daß es z. B. nur das Natrium war, das eine Flamme leuchtend gelb färbte, wenn man die Natrium-Chlor-Derbindung, das Kochsalz, hineinbrachte. Rot färbte sich die farblose Flamme mit einem Salz des Kaliums uff. Strahlen werden seziert. Um nun jedoch einen Lichtstrahl in alle Einzelheiten zu zerlegen, genügt es nicht, daß man einfach ein Glasprisma vor das Licht hält. Man mußte es durch den engen Spalt eines Rohres zwängen, von dort durch em Prisma, um es in einem zweiten Rohr mit einer Linse wieder aufzufangen. So bekam man, bei der Sonne z. B. einen Farbstre i° f e n mit aufeinanderfolgenden leuchtenden Linsen. Erst die heiße, farblose Bunsenflamme erlaubte es aber, nun von allen Stoffen solche Spektren herzu- stellen. Künstlich zum Leuchten gebrachte feste Körper ergaben im Spekttum Farbbänder, glühende Gase, Linien von ganz bestimmter Wellenlänge. „Muß es nicht möglich sein, wenn man die Farbstreifen aller auf der Erde vorkommenden wichtigen Elemente und Verbindungen festgestellt Hat, neue Elemente zu entdecken? Kann man damit nicht die Zusammensetzung der Sonne, ja, selbst der Fixsterne erforschen?" Diese Ueberlegung von Bunsen und seinem Freund Kirchhoff war bald von überraschendem Erfolg gekrönt. Bunsen brachte aus Bad Schköna eine 55jährige Frau ermordet, nachdem er vorher versucht hatte, an ihr ein Sittlichkeitsverbrechen zu verüben. Vollstreckung eines Todesurteils. Am 8. November 1939 wurde der am 24. September 1904 in Leipzig geborene Kurt Han sch - man n hingerichtet, der vom Schwurgericht in Hannover am 11. August 1939 wegen M o rde s zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden ist. Hansch- mann, ein wegen Totschlages mit Zuchthaus vorbestrafter Verbrecher, hat am 24. Mai 1939 in Hannover ein junges Mädchen er- tochen, weil es seine Annäherungsversuche abgewiesen hatte. Erdrutsche am Eomerfee. Infolge der anhalten Regengüsse ereigneten sich am Comersee mehrere Erdrutsche, durch die sowohl die Straße am Westufer des Sees bei Cernobbio als auch die Sttaße nach Bellagio verschüttet sind. Auf einer Sandbank inmitten des Flüßchens Taro bei Parmo waren zwei Männer mit ihren Pferdefuhrwerken von einem plötzlich eintretenden Hochwasser überrascht worden. Erst nach 30 Stunden gelang es, die Leute zu retten. Zwei beherzte junge Männer waren durch die Hochwasser- fluten zu der Insel geschwommen und hatten den Fuhrmännern, die bis zu den Knöcheln im Wasser stehen mußten, etwas zu essen gebracht. Der Jsonzo führt ebenfalls Hochwasser, das ein Todesopfer gefordert hat und großen Materialschaden verursachte. Schweres Bergwerksunglück in Japan. Durch Erdrutsche in einer Schwefelmine bei Matsuo in der Provinz Twate wurden über 4 0 0 Bergarbeiter verschüttet. Bisher konnten 34 Tote und etwa 50 Verletzte geborgen werden, während 39 Arbeiter noch vermißt werden. Die übrigen Verschütteten konnten gerettet werden. Wassereinbruch in einem chinesischen Bergwerk. Nach einer Meldung des „Karriere della Sera" aus Tschungking hat sich in einem Bergwerk bei Kutschinaschien ein schweres Unglück ereignet. Aus noch nicht näher festgestellten Gründen sind 2000 chinesische Bergleute durch Eindringen großer Wassermassen ertrunken. Zwei schwere Unglücksfälle in Holland. Beim Legen von Landminen ereigneten sich am Freitag in Holland zwei schwere Unglücksfälle, bei denen insgesamt sechs Personen getötet wurden. In Gelderland tarnen vier Soldaten ums Leben, weil eine Landmine, die gerade gelegt worden war, zur Entladung kam. In der Provinz Groningen fanden ein Soldat und em Zivilist unter ähnlichen Umständen den Tod. Im Dell geraucht und verbrannt. In Kirn (Nahe) hatte der 40jährige unverheiratete Ludwig Michel abends getrunken und sich bann mit einer brennenden Zigarette ins Bett gelegt. Dabei wurde das Bett in Brand gesetzt, ohne daß der Mann etwas bemerkte. Dürkheim Salz aus der dortigen Sole mit. Als die Forscher es im Bunsenbrenner zum Glühen brachten, entdeckten sie im Spektralapparat zwei neue Elemente, die sie Cäsium und Rubidium nannten. Der Siegeslauf der Spektralanalyse hatte begonnen. Immer neue Anwendungsmöglichkeiten taten sich auf. Sterne geben ihr Geheimnis Preis. Ein Förster kehrt von seinem Dienstgang nicht zurück. Er wird erschossen aufgefunden. Lag hier ein Unglücksfall ober ein Verbrechen vor? Bom Arzt wird ein kleiner Hautstreifen des Schußkanals herauspräpariert und einem Chemiker zur Untersuchung übergeben. Im elektrischen Lichtbogen verdampft, wirft die Spur von Blei, die das Geschoß beim Eindringen an der Haut abstreifte, einen feinen Strahl durch das Prisma des Spekttalap- parates. Da der Förster keine Geschosse mit Bleimantel bei sich hat, ist erwiesen, daß ein Verbrechen vor liegt. — In einem anderen Fall bekommt ein Chemiker eine Lösung, um zu untersuchen, wieviel Nickel in der Flüssigkeit enthalten ist. Anstatt nun den Nickelanteil chemisch auszufällen, zu filtrieren, einzudampfen und wiederum zu wiegen usw., nimmt er den Spektralapparat zu Hilfe, um fast im Handumdrehen z. B. aus der Zahl der im Spekttum aufttetenden Linien festzustellen, daß in der zu untersuchenden Lösung genau ein hunderttau- sendstel Gramm Nickel vorhanden ist. In einer chemischen Fabrik erkrankt ein Arbeiter. Es besteht Verdacht auf Metallvergiftung. Klar und eindeutig zeigt in solchen Fällen der leuchtende Streifen des Spektrums, ob der Körper des betroffenen eine Spur mehr als das zulässige Höchstmaß von dem fraglichen Metall enthält. Auch Stahl, der in den hochbeanspruchten Teilen unserer Kampfflugzeuge verwendet wird, wird mit feiner Hilfe auf seine Reinheit geprüft. Millionen Jahre eilt ein Lichtstrahl durch den Weltenraum, bis er zur Sternwarte gelangt. Mit dem Fernrohr fängt ihn der Astronom ein und leitet ihn auf ein kleines Glasprisma. Das Glas ist zwar durchsichtig, dennoch setzt es, da es dichter ist als Luft, dem Licht etwas Widerstand entgegen, die Geschwindigkeit von 300 000 Kilometer in der Sekunde wird ein klein wenig herabgesetzt. Aber nicht alle Teile des Lichtstrahles werden gleich stark abgebremst. Die Teilchen, denen es leichter fällt als den anderen, das Glasprisma zu durchbringen, werden weniger aus ihrer ursprünglichen Richtung abgelenkt wie die übrigen, und so wird der Sttahl, wie Wasser durch ein Sieb, in feine Ein- zelsttahlen zerteilt. Ein Sonnenstrahl wird jedoch anders zerlegt als ein Sttahl, der vom fernen Sirius zur Sternwarte gelangt. Und darauf kommt es dem Forscher, in diesem Fall dem Astronomen, an. Zwar beobachtet er den Lichtstrahl nicht direkt. Er bringt eine Kamera am Ende des Fernrohres an und überläßt es der photographischen Platte, von dem zerlegten Strahl ein Bild festzuhalten. In aller Ruhe kann er nachher den Bildstreifen, den das Lichtteil aus fremden Welten hinterlaßen hat, untersuchen. Er kann bie Zahl der Linien und ihre Dicke messen, um das Spektrum zu analysieren. Und wie es Bunsen vor 80 Jahren vorausgesehen hat, die fernsten Sterne verraten dem Asttonomen nun, aus welchen Stoffen sie gebaut sind, und der Schlüssel zu diesem Geheimnis heißt Spektralanalyse. Arbeitskameraden, die nachts durch den Brandgeruch aufmerksam wurden, drangen in das Dachzimmer Michels ein und fanden den Schläfer besinnungslos im Bett liegend; er hatte bereits starke Verbrennungen erlitten. Man brachte den Mann ins Freie, doch ist er bald darauf feinen schweren Brandver- letzungen erlegen. Inzwischen hatten die Flammen schon auf die Möbel und den Dachstuhl übergegriffen, Hausbewohner konnten jedoch den Brand noch löschen. Der Wind fragt ein Vermögen fort ... „Vom Winde verweht" ... pflegt man zu sagen, wenn ein Vermögen nach allen Richtungen zerstoben ist. Ein belgischer Geschäftsmann muhte allerdings dieser Tage erleben, daß der Wind auch im wahrsten Sinne des Wortes selbst ein kleines Vermögen davonttagen kann. Solches geschah in der Nähe des Parkes von Mouscron, wo der Belgier, der sich auf einer Geschäftsreise befand, seinen Wagen ab gestellt hatte. Beim Aussteigen hatte er aber seine Brieftasche verloren, was ihm schon nach einigen hundert Schritten auffiel. Zu spät. Zwar ging er sofort zurück, doch seine Brieftasche tanzte im Winde auf der Straße herum und war ... völlig geleert. Zwölftausend Franken, die der Kaufmann in Banknoten bei sich gehabt hatte, waren zerstoben. Er fand in dem Park nach längerem Suchen noch 800 Franken im Herbstlaub. Mehr war aber von seinem Gelde nicht mehr aufzutteiben. Vor dem Mikrophon tot zusammengebrochen. Ein tragischer Vorfall ereignete sich dieser Tage im Senderaum des Bessarahien-Senders Kischi- new. Der angesehene Cello-^Künstler Leonida Tscherbakow, ein Mann von 64 Jahren, der zuletzt in wirtschaftliche Notlage geraten war, hatte einige Tage vorher ein Engagement beim Kischine- wer Sender erhalten. Trotz großer innerer Erregung spielte er fein erstes Konzert mustergültig zu Ende. Kaum war der letzte Ton des „Herbst" von Tschaikowsky verklungen, als Tscherbakow zusammenbrach und starb. Im Fallen ging auch sein geliebtes Violincello in Trümmer. Das Geräusch des fallenden Mannes und des zerbrechenden Instrumentes wurde von den Rundfunkhörern deutlich wahrgenommen. Frühgermanischer Fund in Dänemark. Das dänische Nattonalmuseum beschäftigt sich zur Zeit mit einem interessanten steinzeitlichen Fund. Es handelt sich um ein B o o t , das aus einem Eichenstamm gearbeitet worden ist. Das Boot ist fünf Meter lang. Dänische Archäologen schätzen das Alter des Bootes auf 4000 Jahre. Das Boot wurde in dem uralten germanischen Siedlungsgebiet bei Ulftrupbrö in Nvrdjütland aufgedeckt. Die Reihe der vorgeschichtlichen Funde der letzten Jahre ist damit um ein wertvolles Stück bereichert worden, wenngleich das neue Fund-Objett auch an Interesse und Bedeutung nicht verglichen werden kann mit dem vor wenigen Jahren in der Nähe von Odense auf der Insel Fünen ausgegrabenen Latby-Schlff, in dem sich ein großer eiserner Anker, Waffen und Totengaben befanden. Bücheriisch. — So sah ich Afrika. Von P.C.Ettig« Hoffer. (Verlag C. Bertelsmann, Gütersloh. Gebunden 4,80 NM.) — (76) — Vor einiger Zeit hielt Ettighoffer in der Aula der Gwßener Universität einen Vortrag über seine Reise quer durch Afrika. Von dieser Reise erzählt er in diesem Buche noch eingehender, als es an diesem Vortragsabend natürlich möglich war. Es ist von außerordentlichem Reiz, den Kriegsschriftsteller hier einmal als Reiseerzähler kennenzulernen, der sich überall gründlich umzusehen pflegt und anschaulich davon erzählen kann. Allein begab er sich in Begleitung von „Max" (seinem Auto) und „Melusine" (die Schreibmaschine) auf die Fahrt, die über die „Kleinigkeit" von 20 000 Kilometer durch Südwest, Rhodesien und schließlich durch unsere frühere Kolonie Ostafrika führte. Eine Fülle von Erlebnissen findet in diesem Buche ihren Niederschlag, bereichert durch viele gute Bilder, die den Leser von Anfang bis Ende in größter Spannung halten. Dieser prächtige Erlebnisbericht ist ein ausgezeichneter Wegbereiter für den deutschen Kolonialge« danken, und auch darum darf man ihm eine besonders weite Verbreitung in unserer Volksgemeinschaft wünschen. Ernst Biumschein. — Rebellen um Ehre. Von Herbert V o l ck. (Verlag C. Bertelsmann, Gütersloh. Gebunden 3,25 RM.) — (77) — In diesem Buche berichtet Volck von seinem unermüdlichen Ringen und Kämpfen für die nationale Erhebung, das tim von 1918 bis 1933 durch unzählige Stationen der deutschen Not Vec Optiker am Bahnhof Lieferant auch Iheev Krankenkasse führte. Voll Tatkraft setzt er überall feine Person ein, um an feiner Stelle gegen das Weimarer System anzugehen und den Weg zur deutschen Freiheit bahnen zu Helsen. Don den Kämpfen im Baltikum bis zu dem Aufstand der Bauern in 5)oh stein unter der schwarzen Fahne der Bauernnot, durch viel Kämpfe und Leiden, sogar ins Zuchthaus, geht der Weg dieses Mannes. Er erzählt überall in feinem Buche nur schlicht und ohne jedes Aufbauschen, klar und unwiderleglich die furchtbaren Tatsachen jener Zeit, und gerade durch diese soldatische Schlichtheit und Gradlinigkeit wird dieses packende Buch nicht nur zu einem glühenden Bekenntnis eines ewigen Soldaten, sondern auch zu einer gewaltigen Anklage gegen die Machthaber des überwundenen Systems, deren großes Schuldkonto gegenüber unserem Volke" hier rücksichtslos offenbart wird. Möchte dieses Buch viele Leser finden^ Ernst Blumschein. — Heinrich Zerkauten: Komm mit nach Madeira. (Nationalsozialistischer Verlag für den Gau Sachsen in Dresden.) Das Erlebnis einer KDF.-Urlaubsfahrt, wie es Tausenden von deutschen Arbeitern in bislang beispielloser Weise zuteilgeworden ist, hat in diesem Buche seinen dichterischen Niederschlag.gefunden. Zerkauten hat sich aufgeschlossen und warmherzig in die einzigartige Atmosphäre dieser Urlaubsfahrt deutscher Arbeiter eingefuhlt und ganz den richtigen Ton getroffen. So ist hier, mit vielen hübschen Bildern ausgestattet, ein Büchlein entstanden, das die soziale Mee des Nationalsozialismus ungemein wirkungsvoll und schlagkräftig illustriert. Fr. W. Lange. — Spannende Kr i e g s e r z ä h l u n g e n in Heftchen für jeden Jungen, aber auch interessant für ältere Leser, liegen uns in den Ausgaben mehrerer Verlage vor. Im Verlag von C. v. Lamas Nachf. K. Widmann, München, erschien das Heft von A. A l ck e n s „Tsingtau 1914, unser Heldenkampf 1914/18." Der Berichterstatter weiß darin sehr interessant zu erzählen. Bilder und eine Karte sind beigefügt. — (20) —. Der Verlag von C. Bertelsmann, Gütersloh, legt zwei fesselnde Heftchen von Tanaka Hokusai unter der Ueberschrift „Bomben auf Nanking" und ,Luftkampf über Schanghai" vor, in denen der als Leutnant der japanischen Luftflotte später vor Kanton gefallene Verfasser sehr anschaulich vom japanisch-chinesischen Krieg berichtet, soweit dabei die Luftwaffe in Be* tracht kam. Die Heftchen verdienen ein empfehlendes Wort. — (104/105) —. Wirtschaft. Mein-Mainische Börse. Still und wenig verändert. Frankfurt a. M., 10. Nov. An der Börse hat wieder eine stärkere Zurückhaltung Platz gegriffen, so daß es allgemein nur zu wenigen Abschlüssen kam. Das weiterhin vorhandene Anlagebedürfnis konnte in den meisten Fällen glatt befriedigt werden, da sich vielfach leichte Abgaben fortsetzten. Am Aktienmarkt war die Kursgestaltung erneut uneinheitlich, im großen und ganzen erfuhren die Kurse aber nur geringe Abweichungen. U. a. eröffneten JG.-Farben mit 158,25 (159,25). Scheideanstalt mit 206 (206,50), Hoesch mit 108,25 (109), Rheinstahl mit 130 (130,25), Nheinmetall mit 116 (116,75), Verein. Deutsche Metall mit 149 (150), anderseits waren AEG. auf 115,40 (115), Bekula auf 150,50 (150), Deutsche Erdöl auf 132,50 (131,50) und AG. für Verkehr auf 108 (107,50) be- festigt. Lahmeyer und Rhein. Elektro mit je 110 und Adlerwerke mit 88 lagen behauptet. Arn Rentenmarkt erhielt sich überwiegend kleine Nachfrage, doch war auch hier die Lage ausgeglichener. Erhöhtes Interesse verblieb für die neuemittierten 5 v. H. RWE.° und 5 v. H. HEW.- Anleihen, ebenso wurden Pfandbriefe noch verhältnismäßig rege gesucht. Don Liqui-Pfandbriefen Meininger fest mit 102,50 (102,13). Bei den amtlich notierten Industrie-Anleihen ergaben sich verschiedentlich Abbröckelung bis 0,25 v. H., ebenso gingen einzelne Stadtanleihen bis etwa 0,50 v. H. zurück. Don Auslosungswerten Reichsaltbesitz 135,30 (135,25), Mannheimer Altbesitz 132,50 (132), dagegen Dekosama II 158,25 (158,75). Steuergutscheine I wenig verändert, ebenso Kommunal-Um« schuldung mit 93,40 weiter behauptet. Auch in der zweiten Börsenstunde herrschte Zurückhaltung und Geschäftsstille und die Kurse tröpfelten überwiegend etwas ab; besonders die erst später notierten Papiere lagen rückläufig. Am stärksten Demag mit 139,50 bis 138 (141,75) und Bemberg mit 121,50 (123,50), dagegen gewannen MAN. bei 6,8 v. H. Dividendenabschlag rund 2 v. H. auf 143,25 (148). Unnotierte Werte lagen still und behauptet Katz & Klumpp etwas höher mit 92 bis 94 (91,50 bis 93,50), ferner Bürbach Kali 87 (85,50). Tages- geld unv. 2 v. H. 1I./I2. November 1939 Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) -.265 Drittes Blatt 125 Lahre Universitäts-Frauenklinik in Gießen. Die ehemalige Entbindungsanstalt in der Senckenbergstraße. i ■A Walther in seinem Aufsatz mitteilte, als Reservelazarett für Kranke und Verwundete zunächst französischer, später preußischer und russischer Truppen verwandt, bis endlich im Frühjahr 1814 das Lazarett geräumt und die Verwundeten nach Kloster Arnsburg verlegt wurden. Nur die Offiziere blieben noch für einige Monate zurück, bis im Herbst 1814 die vollständige Evakuierung möglich war. In jener Zeit herrschten in dem neuerrichteten „Entbindungshause" — bekannt unter dem Namen „Accoucheurhaus", im Volksmund nannte man es „Engagierhaus" — schwere Kriegsseuchen mit großen Opfern. Darunter befand sich auch der als Leiter der neuen Am 15. November 1939 jährt sich zum 125. Male der Tag der Gründung der Universitäts-Frauenklinik und Hebammen-Lehranstalt in Gießen. Wie das hundertjährige Jubiläum am 15. November 1914, so fällt auch der 125. Gedenktag der Gründung dieses Instituts in eine Kriegszeit. Damals wurde im Hinblick auf die Zeitverhältnisse von einer feierlichen Veranstaltung abgesehen, diesmal wird das bemerkenswerte Ereignis gleichfalls in aller Stille verzeichnet. Anläßlich des hundertjährigen Bestehens der Frauenklinik veröffentlichte der „Gießener Anzeiger" in seiner Nr. 269 vom 16. November 1914 einen Aufsatz aus der Feder des Medizinalrates Professor Dr. Walther, der die wichtigsten Punkte aus der Geschichte der Frauenklinik mitteilte. Aus jenem Artikel ging hervor, daß der Bau des Klinikgebäudes — es war das Haus in der Senckenbergstraße, in dem gegenwärtig das Landwirtschaftliche Institut untergebracht ist — im Jahre 1809 begonnen wurde. Die damaligen Kriegszeiten wirkten auf die Fertigstellung des Baues hindernd ein, so daß erst am 15. November 1814 der endlich fertiggestellte Bau seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Die vor diesem Zeitpunkt errichteten Teile des Hauses wurden, wie Professor Anstalt ausersehene Professor H e g a r, der als Chirurg Chefarzt des Reservelazaretts war und ebenso wie einige seiner Assistenten und Schüler von dem „Lazarettfieber" (vermutlich Typhus?) im Februar 1814 dahingerafft wurde. Nach dem Tode Hegars folgte als erster Leiter der Anstalt der Professor für Geburtshilfe und Chirurgie Ferdinand August Ritgen, der zwar erster Direktor der Anstalt, jedoch nicht deren Gründer war. Wie Ritgen selbst in seinen Jahrbüchern ausdrücklich hervorhebt, muß als Gründer der Anstalt der damalige Professor Dr. Balser, früherer Medizinalreferent bei der Provinzialregierung in Gießen, bezeichnet werden. Dessen Bemühungen war es gelungen, hier in erster Linie zur Ausbildung von Hebammen und Studierenden die Errichtung einer Entbindungsanstalt durchzusetzen, nachdem bereits 1790 der damalige Erbprinz, spätere Großherzag Ludwig L, die Summe von 10 000 Gulden dafür gestiftet hatte. Lange Verhandlungen führten 1808 zur Genehmigung des von Professor Balser entworfenen Planes, zu dem Ritgen „einige wenige Veränderungen und Zusätze" gemacht hat. Professor Walther bemerkt hierzu, die Anregung zur Errichtung einer solchen Anstalt gehe allerdings noch etwa 30 Jahre zurück; hier war es Professor Nebel, der das Fach der theoretischen Geburtshilfe vertrat und im Jahre 1777 bei der Landesregierung die Gründung einer geburtshilflichen Anstalt als unbedingt erforderlich für die Ausbildung in der Geburtshilfe gefordert hatte. Unter Ritgens Leitung nahm die Entbindungsund Hebammen-Lehranstalt einen starken Aufschwung. R i t a e n starb am 14. April 1867. Unter seinem Nachfolger Professor Birnbaum erfuhr die Anstalt eine wichtige- Erweiterung, ebenso wurde der Unterricht weiter ausgebaut. Im April 1872 übernahm Professor Kehrer mit seiner Ernennung zum Ordinarius für Geburtshilfe auch die Leitung der Entbindungs-Anstalt mit der Verpflichtung, geburtshilfliche Klinik zu halten und Heb- ammen-Unterricht zu erteilen. Professor Birnbaum trat ganz in seine Praxis zurück, bis er im Jahre 1894 verstarb. Professor Kehrer folgte 1881 einem Rufe nach Heidelberg. Sein Nachfolger in Gießen wurde Professor A h l f e l d , der aber bereits 1883 nach Marburg übersiedelte. Am 24. März 1883 wurde Professor Kaltenbach zum Nachfolger ernannt, unter dessen Leitung die Frauenklinik so weitreichend an Aufgaben wuchs, daß sich die Regierung zum Neubau eines Hauses für die Klinik entschließen mußte, mit dem 1887 auf dem Gelände an der jetzigen Klinikstraße begonnen wurde. Kaltenbach übersiedelte 1887 nach Halle an der Saale, sein Nachfolger H o f m e i e r folgte 1888 einem Ruf nach Würzburg. Von 1888 bis 1901 stand nun Professor Dr. Löh le in als Leiter an der Spitze den Frauenklinik. Unter seiner Führung wurde die neue Klinik am Seltersberg am 28. Juli 1890 eröffnet. Damit vollzog sich der Uebergang der Frauenklinik in die Verwaltung der Universität, während bis dahin die Entbindungsanstalt unter der Verwaltung der Provinzialdirektion der Provinz Oberhessen gestanden hatte. In das Haus in der Senckenbergstraße zog im Jahre 1891 das Physiologische Institut ein, das dort bis zum Sommer 1927 verblieb und dann in sein jetziges Heim in der Friedrichstraße übersiedelte. L ö h l e i n starb im Jahre 1901. Sein Nachfolger wurde Professor P f a n n e n st i e l, der im Jahre 1904 nach Ablehnung eines Rufes nach Freiburg eine Erweiterung des Klinikgebäudes durchsetzen konnte.Damals wurde der westliche Flügelbau errichtet, durch den die Klinik in den Besitz eines modernen Operationssaales, Kreißsaales, Sterilisierraumes und einiger Nebenräume kam, ferner eine Vermehrung der Krankenbetten erfuhr. Pfannenstiel übersiedelte im Herbst 1906 nach Kiel. Sein Nachfolger wurde Professor von Frunque, unter dessen Direktion der Ausbau fertiggestellt <* AS« Blick in den Kindersaal der jetzigen Klinik. Der große Hörsaal der Frauenklinik. Der Hörsaalbau und die Privatklinik von der Gartenseite gesehen. (Aufnahmen [4]: Neuner, Gießener Anzeiger.) wurde. Nach Franquäs Weggang wurde Professor Dr. O p i tz zur Leitung der Frauenklinik berufen* der zur Zeit des hundertjährigen Bestehens im Jahre 1914 an der Spitze der Klinik wirkte und ebenfalls eine Reihe von Verbesserungen hinsichtlich der zeitgemäßen Ausgestaltung der Klinik herbeiführte. Nach der Berufung Opitz' nach Freiburg int. Jahre 1918 übernahm der gegenwärtige Direktor der Frauenklinik, Professor Dr. Edler von Jaschke, die Leitung der Klinik. Seit 1. April 1912 wirkte Professor von Jaschke bereits als Ober-- arzt an der Klinik. Im Juli 1912 habilitierte er sich hier, und am l.Juli 1916 wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt. Am 1. April 1918 erfolgte nach primo-loco-Vorschlag seine Berufung als Ordinarius und Direktor der Universitäts- Frauenklinik zu Gießen. Seinem Wirken sind der seit jener Zeit zu verzeichnende starke Aufschwung und die Vermehrung des Ansehens dieser Klinik weithin in Deutschland in erster Linie zuzuschrei- den. Im Sommer 1920 lehnte Professor von Jaschke einen Ruf nach Wien ab, nachdem es ihm unter Darlegung der dringenden Notwendigkeit gelungen war, bei der damaligen Regierung einen großzügigen Erweiterungsbau der Klinik durchzusetzen. 'Dieser Bau, der östliche Flügel, wurde 1921 bis 1923 errichtet und verschaffte der Frauen» klinik einen bedeutsamen Platz in der vordersten Reihe der modern ausgestalteten deutschen Kliniken. Durch den Erweiterungsbau wurde erreicht, daß der Unterrichtsbetrieb räumlich vollkommen von dem übrigen Klinikbetrieb getrennt werden konnte; es entstand ein großer und neuzeitlich ausgestatteter Hörsaul, weiter wurden moderne Räume und klinische Einrichtungen geschaffen. Als besonders bedeutsam ist hervorzuheben, daß von trief em Zeitpunkt ab auch eine moderne, allen hygienischen Erfordernissen entsprechende Unterbringung der KALOD zur Pflege der Hände IN TUBEN ZU RM -.27-.45 UND-.90 öie Jtau m öer Jremöc Roman oon HJallhcr Rlocpfcr espgrighl du Jarl Duntfer Verlag, Berlin w 62 (Schluß.) 21. Kapitel. Ein paar Tage später überrascht Severin Fräulein Ferber beim Kirscheneinmachen. Er nimmt ihr die Schüssel mit den entfernten Früchten weg und sagt kategorisch: „Schluß! Sie haben sich jetzt genug abgeplagt. Das andere soll die Gunda besorgen oder Luis. Die strolcht so bloß den ganzen Tag herum. Ich fahre jetzt hinaus zu den Arbeitern. Dg ist heute großer Betrieb. Haben Sie nicht Lust, mitzukom- men?" Nikotine hat gar feine Luft, was soll ihr das Moor und das Gaudium der anderen? Aber sie n>agt es nicht zu sagen und erwidert: „Oern!" Sie bürstet ihre rotfleckigen Finger mit Bimsstein und Zittonensäure, sie wechselt das Kleid und setzt das schiefe Hütchen auf. Dabei denkt sie höhnisch: Sieh mal einer an! Also Autofahren darf ich mit ihm — jetzt fehlen nur noch die Mohrenköpfe, dann sind die „drei Wünsche" komplett. Aber die Tage rinnen so hin, und es geschieht nichts, und ich bin «ine schamlose Närrin, weil ich nicht Schluß mache. — Mit malträtierter Unterlippe und meuternden Gedanken steigt sie ins Auto und preßt sich in ihre Ecke. Lucki wird alle Tage klappriger, und auch der «ine neue Kotflügel vermag ihn nicht zu verschönern. Aber er tut seine Pflicht und befördert sie zum Gemeindegefpann, wo es nach Völkerwanderung ausfieht. Ganz Efchelbrunn ist auf den Beinen, um die denkwürdige Stunde des ersten Spatenstiches nicht zu versäumen. Und alle sind da, die Arbeiter und die Zuschauer, die Gutgewillten und die Meckerer. „Dreihundert Erwerbslose haben sie eingestellt", triumphiert die Silberhorn, als wäre es ihr Verdienst. „Manchen wird das Bücken hart ankommen", wispert die Einbirn Emmerenz. Severin steuert Lucki vorsichtig durchs Gelände und erläutert: „Zuerst werden Gräben gezogen, damit das Wasser ablaufen kann. Und diese Kanäle müssen das richtige Gefälle haben, das ist das schwerste. Wenn der Boden trockengelegt ist, wird er umgebrochen und gedüngt. Und dünn muß man halt sehen, was wächst." Nikoline hat sich aufgestellt und bettachtet das Gewimmel der Arbeitskolonnen. Die einen legen Schienen für die Kippwägelchen der Feldbahn, andere zimmern an Balken herum, die Baracken und Kantinen ergeben sollen, und die dritten hantieren an eisernen Baggerungetümen, vor denen die Efchelbrunner die Mäuler aufreißen. Die Mehrzahl aber handhabt Pickel und Schaufel, Grund auswer- fend in schnurgeraden Richtungen und mit wohlausgewogenen Schwüngen. Die flirrende Luft hallt wider von Lärm und Geschrei, von Spatengeräusch und Hammerschlägen. Bekassinen flattern auf, und verstörte Häschen machen spaßhafte Sprünge. Der Hilfsarbeiter Siebenttitt, an dessen Gruppe sie eben vorübergehen, hat die Mütze im Genick und spuckt in die Hände. „Na, Siebentritt, was macht der Stammhalter?" erkundigt sich Severin. „Dank der Nachfrage. Ein Mordskrawatt. Wenn der so weitermacht, frißt er mich arm", lacht Siebentritt herüber. Sie mögen alle Doktor Severin, weil er gutmütig ist und nicht viel Wesen von sich macht, obschon er ein Studierter ist. „A Bluatshitz is heut und gwohnt ist man's auch nimmer", sagt ein anderer. „So, du Hunding!" keucht er und haut verbissen auf eine zähe Weidenwurzel los, die nicht auseinander will. Die Leute sind in guter Laune und froh, daß die jahrelange Herumhockerei ein Ende hat. An einer anderen Stelle werkeln sie an einer höchst sonderbaren Maschine, die drehbare Krane, Raupenräder wie ein Tank und gezähnte Greff- werkzeuge hat, dann dreht sie sich schwerfällig und spuckt die Erde zentnerweise in die bereitstehenden Loren. Es gibt aber noch mehr anzustaunen. Die Lastautos, deren Boden durch ein sinnreiches Gewinde schräg gestellt werden kann, damit der Inhalt von selbst abgleitet, die Liliputlokomotive, die riesigen Stapel der Werkzeuge, die Feldschmiede und anderes. lieber all dieser Geschäftigkeit schwebt etwas Festliches. Nicht nur wegen der Reden vorhin, wegen der Uniformen und Fahnen. Die versammelten Menschen empfinden mehr oder minder stark dasselbe: hier vollzieht sich ein symbolischer Akt. Deutsche Arbeiter gehen deutschem Boden zuleide, damit deutsche Bauern neue deutsche Scholle erhalten. Und jeder denkt: was ich hier sehe, ist nur ein Ausschnitt, ein Teilchen von dem vielfältigen Geschehen im ganzen Reich. Severin zumal spürt dieses Unausgesprochene sehr hefttg. Er saugt an seiner billigen schwarzen Zigarre, gibt Gas und sagt mit einer komisch belegten Stimme: „Na schön, gehen wir ein Haus weiter. Ich will mal mein Grundstück besehen. Es wird Ihnen nichts ausmachen." In seinem Innern schaut es wüst aus. Diese Nikoline hat beträchtlichen Unfug darin angerichtet. Er hat sich zwar nicht auf den ersten Blick in sie verliebt, sondern es war ein spätes Erkennen und ein schrittweises Sichhinfinden, auf Umwegen und allerlei Jrrgängen gewissermaßen; aber zum Schluß war Nikoline aus feinen Zukunftsplanen überhaupt nicht mehr wegzudenken. Er braucht sie, wenn nicht wieder alles in, die Brüche gehen soll; noch mal neun Jahre ohne Frau, ohne Kamerad, ohne Zuflucht hält er nicht aus. Er war letzthin ziemlich sicher, keinen Korb zu bekommen, und fchmeichelt sich, ihr nicht ganz gleichgülttg zu fein. Und nun stellt sich heraus, daß sie die ganze Zeit her einen andern im Kopf hat. Wamm tut sie ihm diese Heimlichkeiten an, anstatt klipp und klar zu sagen, mit mir und Friedrich steht es so und so? Das wurmt Severin, das verschlägt ihm die Sprache, das treibt ihn herum und macht ihn unlustig zu jeder Arbeit. Er möchte Klarheit schaffen, aber es gebricht ihm an Mut, die entscheidende Frage zu tun. Unglücklich, eifersüchtig und trotzig kaut er auf seiner Zigarre herum. Sie sind auf dem Spital- grundstück angelangt. „Das ist ja die richttge Wüste", kritisiert Niko- line. „Sogar die Ziegen sind genäschig und überlegen sich, ob sie das Zeug fressen sollen." „Stimmt. So wie es daliegt, ist es Dreck. Nun lassen Sie es aber mal kultiviert sein, und Sie werden sich wundern", verteidigt er seinen Boden. Er zeigt ihr die Grenzen. „Ganz passables Stück, nicht? Eine Goldgrube wird diese Praxis trotzdem nicht; ist auch nicht nötig. Ich bin zufrieden, wenn ich mit Anstand durchkomme. Heute haben's die meisten nicht leicht, und etwas Sicheres ist es doch. Die gröbsten Sorgen bin ich Gott sei Dank los. „Das finde ich auch", sagt Nikoline. Sie sieht geradeaus, bis ihre Augen schmerzen. Man kann nicht lebenslänglich einem Mann nachlaufen, von dem man verschmäht wird; man muß den Schneid aufbringen und Schluß machen, denkt sie zornig. „Es geht jetzt ohne mich. Deshalb mochte ich kündigen. Wir haben zwar nichts ausgemacht, aber vielleicht paßt Ihnen der Erste?" „Wie? Ja, aber warum denn? Gefällt es Ihnen denn nicht mehr bei uns?" stottert er erschrocken. „Gott, ich mochte mich yalt mal wieder verändern", sagt sie und wundert sich selbst über ihre Ruhe. „Herrgott, ich bin wie vor den Kops geschlagen! So aus heiterem Himmel wollen Sie meutern? Da steckt sicher dieser Friedrich dahinter", schreit er roü« tend. „Ich weiß schon, wie das war! Sie haben sich verkracht mit ihm, und nun ist Ihnen Efchelbrunn verleidet." „Sie tun Herrn Friedrich unrecht. Wie kommen Sie überhaupt auf den?" „Ich habe so was läuten Horen. Den Kragen konnte ich dem Kerl umdrehen, weil er mir ein Bein nach dem andern stellt. Oder soll ich annehmen, daß Sie der schuldige Teil bei diesem Zerwürfnis waren? „Wir haben uns ja gar nicht überworfen. Wtt find ganz friedlich auseinandergegangen", erklärt Nikoline. „Ja, aber weshalb denn?" „Weil ich ihn nicht heiraten mag." „Warum verloben Sie sich bann zuerst mit ihm? Das ist doch unlogisch, wenn Sie gestatten!" ruft Severin und bremst den Wagen. Der Kuckuck tarnt bei eines solchen Disput chauffieren. Nikoline dreht ihr Gesicht zur Seite und schweigt. Sie will nicht weinen, aber sie muß es doch. Sie kann dieses Herumspielen aus ihren Nerven nicht mehr ertragen. Ihr Weinen geschieht zaghaft und voller Rücksicht, und Severin erkennt es nur an der leisen Erschütterung ihrer Schultern. Er schleudert seine Zigarre weg und legt seinen Arm um Nikoline. „Wie wäre es, wenn Sie etwas Vertrauen zu mir hätten? Nicht mehr heulen, geh. Schütten Sie Ihr Herz aus, und es wird sich schon Rat schaffen lassen", drängt er zart und gebraucht noch viele gute Worte, die indes an der tatsächlichen Lage ziemlich vorbeischießen. Bis Nikoline den Kops hebt und zornig erklärt: „Das ist ja alles ganz anders, als Sie denken! Ich mag Friedrich doch gar nicht! Ich wollte ihn ja nur heiraten, damit Ihre Geldgeschichte in Ordnung kommt." Nun begreift Severin, und zwar so vollständig, daß er gleich aufs Ganze geht. Er nimmt ihr Gesicht in seine großen Hände und küßt es. Er tut sich keinerlei Zwang an, obwohl in der Ferne Kopse auftauchen und näherkommen. „Haft du mich denn'so gern, Nikoline?" „Natürlich!" Sie küßt ganz anders als die Fabri, muß et flüchtig denken, sehr andächttg und sehr unschuldig ... Als Nikoline aus dieser Kußveranstaltung aus- taucht, sagt sie rasch: „Du, ich hab dich schon immer lieb gehabt. Aber ihr Männer seid ja jo dunM und merkt rein gac Nichts!" hing: Harry Grünste. Die Vorstellung findet außeß Miete statt. Dichterlesung von Jakob Schaffner In Gießen. Die Lesung des bekannten Schwyzer Dichters Dakob Schaffner, die der Goethe-Bund und Kaufmännische Verein Gießen am Montag, 13. November, 20 Uhr, im Großen Hörsaal der Universität veranstalten, hat eine besondere Bedeutung. Jakob Schaffner ist „überzeugter Schweizer deut, scheu Stammes und ein tulturdeutscher Mensch schweizerischer Nationalität". Seine künstlerische Sendung — so schreibt man uns — gilt damit nicht allein der Schweiz als der engeren Heimat, sondern auch dem Land, mit dem die Schweiz in schwesterlicher Kulturgemeinschaft lebt: Deutsch» land. Er gibt nichts von seiner engeren Heimat, keine ihrer Traditionen auf, wenn er von seinen Schweizer Landsleuten fordert, den Nationalsozialismus als völkische Bewegung zu verstehen und volkhaft zu denken.^ Es siiÄ kühne, klare Worte, die Schaffner damit spricht. Es ist für alle Freunde des Schrifttums ein seltenes Erlebnis, den Dichter persönlich am Dortragstisch zu hören. Gießener Konzert-Verein. Die hervorragende Pianistin Poldi Mildner veranstaltet am Sonntag, 19. November, in der Neuen Aula einen Klavierabend. Mit ihren 23 Jahren gehört diese jugendliche Künstlerin heute schon zu den ersten Pianistinnen der Welt, wie aus Den Kritiken Deutschlands und des Auslandes her» vorgeht. Die „New York Times" schrieb: „Poldi Mildner ist eine der größten unter den jungen Pianistinnen: phänomenale Technik im Dienste einer scharfsinnigen musikalischen Intelligenz." Die Paga- nini-Bariationen spielt sie mit einer spielerischen Selbstverständlichkeit ohnegleichen, wie das Berliner Börsenblatt berichtet. Die Wandererfantasie soll man nicht besser spielen können. Die Brillanz ihrer Technik, ihr männlich-kraftvoller An- schlag und die überlegene Auffassung sichern ihr üoerall durchschlagende Erfolge. NieÄolksgasmasken werden überprüft Wie der örtliche Lustschutzleiter uns mitteilt, ist dem Reichslustschutzbund der Auftrag erteilt worden, in der Zeit vom 15. Oktober bis 30. November eine Überprüfung der Volksgasmasken durchzu- führen. Die Ueberprüfung erfolgt im Interesse der Sicherheit der Bevölkerung, damit jeder Besitzer einer Volksaasmaske die unbedingte Gewähr hat, daß seine Gasmaske jederzeit gebrauchsfähig ist. Es handelt sich also um eine Maßnahme, die im eigensten Interesse jedes Besitzers der Dolksgas» maske liegt. Wie der örtliche Lustschutzleiter betont, ist jeder Volksgenosse verpflichtet, dem mit der Ueberprüfung beauftragten Vertreter des Reichs- luftschutzbundes die Volksgasmaske vorzuweffen. Buch spenden noch bis juml S.November NSG. Die Düchersammlung der Partei für unsere Wehrmacht, die seit Mitte Oktober durchgeführt wird, ist in unserem Gau von großem Erfolg begleitet. Fast keine Familie schloß sich von der Spende aus. Die Volksgenossen trennten sich von Büchern, die ihnen gute Freunde geworden waren. Für unsere Soldaten war kein Buch zu wertvoll, als daß sie es ihnen nicht schenken wollten. Aus allen Greifen unseres Gaues laufen die Meldungen ein, daß die Sammlungen ein überraschend gutes Ergebnis brachten und im allgemeinen auch nur wertvolle Bücher gespendet wurden. Auf Grund zahlreicher Anfragen weisen wir die Bevölkerung darauf hin, daß die Büchersammlung für unsere Wehrmacht im Gau Hessen-Nassau noA nicht abgeschlossen ist. Alle Volksgenossen, die noch ein Buch für die Front- und Lazarett-Bücherei spenden wollen, werden gebeten, dies bei den Blockleitern der Partei, oder in den Dienststellen, der Ortsgruppenleitungen , abzugeben. Letzter Termin für die Entgegennahme der Bücher ist der 15. November. Gießen-Klein-Linden. Ihren 75. Geburtstag feiert am morgigen Sonntag 12. November, in voller Rüstigkeit die Witwe Wenn Äugen versagen Magnus-Brillen tragen! Der Kampf der Inneren Front. Oer Gau Hessen-Nassau tritt erneut zur Opferbereitschast an. NSG. Eine siegreiche Schlacht beendet noch keinen Krieg. Wie oft haben mir das schon in der Kriegsgeschichte erlebt. Auch der Feldzug in Polen war nicht mit einer Schlacht abgeschlossen, sondern immer wieder mußten unsere Soldaten einsatzbereit und opfermutig weiter vorgehen. Täglich und stündlich wurde von ihnen der Einsatz chrer ganzen Kraft und ihres Lebens gefordert. Ihre vorbild- liche Haltung erzwang Sieg um Sieg. Auf die Kette der Siege folgte endlich und mit unglaublicher Schnelligkeit die Niederwerfung des Feindes. Wir sind Im Augenblick alle Soldaten des Führers, gleichgültig, ob mir draußen an der Front stehen, ober zur kämpfenden Truppe der Heimat gehören Der Einsatz der kämpfenden Heimat ist genau so erforderlich, wie die Opferbereitschast des Frontsoldaten. Der Kampf der Inneren Front gilt der lieber- Windung des Hungers und der Kälte und der Stärkung der Heimat. Der Gau Hessen-Nassau ist bereits dreimal im Kriegsrninterhilfswerk erfolgreich angetreten. Ein weiterer Einsatz im sozialen Feldzug der Inneren Front steht am morgigen Sonntag, am zweiten Opfersonntag des Kriegswmter- Hilfswerkes, bevor. Opfer müssen wir heute alle bringen. Erfolge aber werden nur durch eine besondere Opferwilligkeit erzielt, die größer ist als die alltägliche Bereitschaft. Auch der morgige Opfersonntag muß in allen Städten und Dörfern des Gaues wieder ein überzeugender Erfolg der kämpfenden Heimat, der geschlossenen Inneren Front sein! Gießener Mädchen der Oberschule im Kriegshilfsdienst. In den vergangenen Wochen wurde, veranlaßt durch die Ereignisse der Gegenwart, der Unterricht an der Gießener Oberschule für Mädchen mehrfach unterbrochen. Viel Zeit wurde von den Mädchen während der Unterrichtspausen für die volkswirtschaftlich so überaus notwendige Erntehilfe geopfert. Ganze Klassen waren zur Bergung der Kartoffeln und der Obsternte mehrere Wochen Lang draußen zur Arbeit. Wieder andere Mädchen weilten gar zur Weinernte im Rheingau und in Rheinhessen. Für viele der beledigten Mädchen war das ein besonderes, neues Erlebnis. Da. wie die Schülerinnen der Oberschule für Mädche-n nicht nur aus der Stadt, fon- bern auch zu etwa 30 v. H. vom Lande unferer näheren Umgebung kommen, wurde einer stattlichen Anzahl auf Antrag der Eltern Urlaüb für weitere Erntehilfearbeit im elterlichen Betrieb gegeben. Darüber hinaus standen zahlreiche Mädchen in den verschiedenartigsten KriegshilfMensten. In den ersten Septembertagen halfen die Oberschülerinnen bei der Verpflegung und Betreuung der Rückwanderer, sie arbeiteten Mit im Bahnhofshilfsdienst, halfen beim Kochen, beim Abwaschen des Geschirrs, teilten Essen aus und was es dabei sonst noch alles zu tun gab. Wieder andere Mädchen waren zeitweise zur Unter st ützung kinderreicher Mütter eingesetzt und hatten sich hier zu bewähren. Bei .einigen Dienststellen waren auch einige der Kameradinnen tätig, und schließlich machten sich Schülerinnen der Oberprima mit Eimer und Besen bei einem größeren Einsatz rm Kriegshilfsdienst sehr nützlich. Zusammenfassend läßt sich sagen, daß auch in der Oberschule für Mädchen sowohl vom Lehrkörper, als auch von den Schülerinnen, die Notwendigkeiten der Gegenwart erkannt und mit aller Tat- freüdigkeit bejaht worden sind. Mit unermüdlichem Eifer widmeten sich die Schülerinnen ihren kriegs- wtrtschaftlichen Aufgaben. Jetzt aber sitzen sie fast alle wieder auf der Schulbank, denn die eigentliche Aufgabe der Schule muß natürlich grundsätzlich in ihren Rechten bleiben. N. »ugeborenen möglich wurde, der Klinikbetrieb eine jumlicb zweckentsprechende Austeiluna in perschie- bene Abteilungen erfuhr, Aerste und Schwestern bessere Unterkunstsräume erhielten und vor allem für die Patienten der Klinik nun noch besser Vorsorge getroffen werden konnte, als es vorher möglich gewesen war. Es ist ein mit Dielen Stationen gekennzeich- neter Weg, den unsere Universitäts-Frauenklinik zurückgelest hat. Auf diesem Wege ist eine große Reihe segensreicher Leistungen und bebeutsamer Erfolge zum Wohle der Patienten und zur Förderung der Volksgesundheit zu verzeichnen. Daher gebühren dieser Klinik und ihren Leitern an dem jetzigen Gedenktage Dank und Anerkennung unserer Volksgemeinschaft, besonders auch derer, denen neben der praktischen Hilfe für die Patienten die Förderung der Wissenschaft, die in dieser Klinik eine besondere Pflegestatt besitzt, am Herzen liegt. B. Aus der Stadt Gießen. Geheimnisvolles Leuchten. Wer kennt nicht jene kleinen geheimnisvoll leuch« tenden Punkte, denen wir des Abends in den verdunkelten Straßen begegnen und die wir zu allermeist selbst auf dem Mantelaufschlag tragen? Leuchtplaketten nennt sie der nüchterne Handelsverkehr, der uns zugleich belehrt, daß es zweierlei Arten von Leuchtplaketten gibt. Die einen leuchten „von selbst", will sagen, ohne jede äußere Einwirkung. Man nennt sie gern radioaktive Leuchtplaketten. Es ist aber kein Radium, das in der Finsternis leuchtet, sondern Mesotholium, das in Radio- thortum zerfällt. Die anderen Plaketten, die nicht „von selbst" leuchten, sollen — so sagt man oft — PHosphorplaketten sein. Aber auch das stimmt nicht. Vielmehr ist es das Zinksulfid, das den Plaketten die Eigenschaft verleiht, als „Lichtspeicher" zu dienen. Sie leuchten nur eben dann, wenn auf sie Licht gefallen ist, das sie auffpeitfyern und dann in der Dunkelheit wieder ausstrahlen. So haben also, nüchtern betrachtet, weder die einen noch die anderen Leuchtplaketten, etwas absonderliches oder gar geheimnisvolles an sich. Und dennoch! Dieses Leuchten will uns Nicht aus dem Sinn kommen. Zu sehr sind wir von der Vorstellung befangen, daß eine Lichtquelle, wie etwa das Gas oder die Elektrizität die Ursache des Leuchtens sein muß. Denn: kann wirklich etwas „von fett)ft" leuchten? Indem wir darüber nachsirmen, denken wir un- willkürlich an eine große Persönlichkeit, von der ein Leuchten ausgeht, ohne daß mir es uns erklären können. Ein bedeutender Mensch, ein Dichter, ein Genie, — ja, von ihnen allen geht ein geheimes und geheimnisvolles Leuchten aus. Aus ihnen leuchtete die Kraft des göttlichen Funkens, der in sie hineingeleat ist. Auch von einer Mutter kann dieses innere Leuchten ausgehen. Es ist die unauslöschliche Mutterliebe, die aus ihren Augen leuchtet. Wie aber steht es mit den anderen Menschen? Leuchten sie immer „von selbst"? Wie steht es Mit unseren Freunden, Mit unseren Kameraden? Gewiß! Auch von ihnen geht ein Leuchten zu uns herüber. Aber es ist nicht das Leuchten des Genies, auch Nicht das Leuchten der sich immer wieder opfernden Mutter. Woher kommt es, daß Freund- schäften und Kameradschaften eines Tages matter leuchten ober ganz verlöschen? Denken wir an die zweite Art der Leuchtplaketten, an die „Lichtspeicher". Das soll kein Vorwurf gegenüber unseren Freunden und Kameraden fein. Wir selbst, wir müssen uns nur allzu oft den Vorwurf machen, daß eine Freundschaft, eine Kameradschaft matter leuchtet ober verlöscht. Denn nur zu o t haben mir unseren Freunden und Kameraden selbst nicht genug geleuchtet, so daß sie gar kein Licht aufspeichern konnten, um es auf uns wieder aus« zustrahlen. Und so wie es mit den Freunden und den Kameraden ist, ist es auch mit der Volksgemeinschaft! Wir selbst verlangen Volksgemeinschaft! Haben wir auch alles getan, um Volksgemeinschaft empfangen zu können? Nicht immer. Oder jedenfalls nicht immer genügend viel, um erwarten zu können, daß sich die Volksgemeinschaft auch um uns kümmert. So also Heißt es für uns — Licht spenden, damit es aufgespeichert und dann wieder ausgestrahlt werden kann. Wie können wir diese Pflicht erfüllen? Wir können es morgen schon wieder. Denn am morgigen Sonntag ist abermals ein Opfertag des Krieg s wi nterhilf swerk s. Zeigen mir uns dieses Tages würdig! Opfern wir, damit wir auch der Opfer wert find, die draußen an der Front und drinnen in der Heimat tagtäglich geleistet werden. Dann erhebt sich auch das, was viele, sehr viele jenseits der deutschen Grenzen als so geheimnisvoll empfinden, dann erhebt sich: eine leuchtende Volksgemeinschaft, an der wir alle teil haben. F. B. Äornotizen. Tageskalender für Samstag. Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „£a Traviata". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Es war eine rauschende Ballnacht". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „An heiligen Wassern". — Verein ehern. 116er: 20.15 im „Auerhahn" Kameradschaftsappell. Tageskalender für Sonntag. NSG. „Kraft durch Freude", Volksbildungsstätte Gießen: 11 Uhr im Physiologischen Institut Vortrag mit Filmvorführungen, Professor Dr. Herzog „Das Leben in unserem Körper". — Stadttheater: 14.45 Uhr nur für HI.: „Für die Katz"; 19 bis 21.45 Uhr „Der Zigeunerbaron". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Es war eine rauschende Ballnacht". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „An heiligen Wassern". — DHC.: Monatsoersammlung im Hopseld. Geschlossene Vorstellung für KdF. „La Traviata-. Am heutigen Abend wird die Oper „La Traviata" in einer gefchlossenen Vorstellung im Stadttheater für die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" wiederholt. Musikalische Leitung: Richard Boeck. Spielleitung: Bernhard Schmitz. Die Titelrolle singt Anni Assion. Bühnenbilder: Karl Löffler. Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Die Vorstellung findet als 1. Vorstellung des KdF.-Theaterrings statt. Kein freier Kartenverkauf. 2. Vorstellung für den Theaterring der Hiller-Jugend. Am morgigen Sonntag findet um 14.45 Uhr die zweite Vorstellung des Theaterrings der Hitler- Jugend statt. Zur Aufführung kommt das Lustspiel „Für die Katz" von August Hinrichs unter der Spielleitung von Karl Volck. Ende gegen 17 Uhr. Kein freier Kartenverkauf. „Der Slgcunerbaron“ im Stadttheater. Am morgigen Sonntag wird „Der Zigeunerbaron", Operette von Joh. Strauß, wiederholt. Spielleitung: Harry Grüneke. Bühnenbilder: Karl Löffler. Anfang 19 Uhr, Ende 21.45 Uhr. Die Vorstellung findet außer Miete statt. Der Spielplan des Stadttheaters für die nächste Woche. Dienstag, 14. November, Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr: Intermezzo am Abend", Lustspiel von Möller und Lorenz. Spielleitung: Hans Geißler. 7. Vorstellung der Dienstag-Miete. Mittwoch, 15. November, Anfang 19.30 Uhr, Ende gegen 22 Uhr: Erstaufführung „Die lustigen Weiber von Windsor", Oper von Nicolai. Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Harry Grüneke. 7. Vorstellung der Mittwoch-Miete. Freitag, 17. November, Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr: „Das Wintermärchen , Tragikomödie von Shakespeare. Spielleitung: Dr. Hannes Razum. 8. Vorstellung der Freitag-Miete. Sonntag, 19. November, Anfang 19 Uhr, Ende 22 Uhr: „Gasvarone", Operette von Karl Millöcker. Musikalische Leitung: Heinz Markwardt. Spiellei- Gießener Stadttheater. Intermezzo am Abend." Die Gesellschaftskomödie, die gestern abend im! Stadttheater zur ersten Aufführung gelangte, hielt es über drei Akte und zweieinhalb Stunden lang eindeutig mit einer unproblematischen Heiterkeit, die sehr rasch auf den Zuschauerraum Übergriff und sich auch nicht verflüchtigte, als die Handlung zum Ende des zweiten Aktes in Ernst umzuschlagen drohte. Dank der Geistesgegenwart einer der beteiligten jungen Damen geschieht aber nichts Böses. Diese geiftesgegenroärtige junge Dame ist überhaupt die Seele des Stückes. Sie bringt den dringend erwünschten Vertragsabschluß der Schatt- plattenfirma mit dem bekannten Schlagerkomponisten zustande, sie sorgt aber auch geschickt für die eigene Verlobung. Daß beides nicht auf Anhieb, sondern auf dem Umweg über einige Schwierigkeiten gelingt, liegt auf der Hand. Glücklich werden alle Klippen umschifft, der Schlagerkomponist unterschreibt und zum Schluß gibt es zweimal zwei glückliche Liebende, die befriedigt den Schauplatz spitzer Gespräche, begründeter und unbegründeter Verdächtigungen, entzückender Irrtümer und eines anhaltenden Eiertanzes um den erwähnten Vertragsabschluß verlassen. Die Komödie, die von zwei Verfassern (A. M ö l - l e r und H. Lorenz) mit erstaunlicher Geschicklichkeit gemixt morden war, gab den Künstlern unseres Stadttheaters reichlich Gelegenheit zu lebhafter und origineller Aeußerung. Hilde Heinrich stattete die Rolle der geschäftstüchtigen Privaffekre- tärin mit viel fraulichem Takt aus und sicherte auf nette Weife nicht nur den Vertragsabschluß, sondern für sich persönlich auch den Herrn Direktor. Viktor von Gschmeidler erwies sich sehr ge- schickt als Direktor, der nie so ganz im Bilde ist und kaum seine eigene Liebeserklärung an seine Privatsekretärin ohne deren Hilfe zu starten vermag. Herr Erl er gab den umworbenen Schlager- fomponiften mit etlichen angebrachten Ueberzeich- nungen. Allerdings hat man von ihm in jüngster Zeit schon manche origineller gestaltete Rolle gesehen. Elisabeth Leip reckt stellte seine lebenslustige und etwas fragwürdige Braut mit großer Lebhaftigkeit dar und traf dabei auch den richtigen Ton. Hilmar Manders mimte als Gesellschafter, Mit knappsten darstellerischen Mitteln „Es war eine rauschende Battnacht." Ein Carl-Froelich-Film der Ufa. nicht, daß sie mit ihm Not und Elend teilt. So heiratet sie ohne Neigung den reichen Muräkin und läßt Tschaikowsky in Lethargie zurück. Aber sie sehen sich wieder! Musikprofessor Hinsinger, getreuer Ekkehard der beiden, verhilft ihnen zum Wiedersehen. Katharina beschließt, mit des Professors Vermittlung, ihm, dem Komponisten, aus dem Ueberfluß ihres Mannes zu Helsen, seinem Genie den Weg zu ebnen, seine Werke drucken zu lassen, ihn die Straße des Erfolgs zu führen — ohne daß er dies alles wissen darf. Er wird auch berühmt, begeistert Europa, kehrt nach Moskau zurück und Katharina verläßt nun um seinetwillen den ungeliebten reichen Mann. Aber in seinem großen Konzert reißt ihn der Tod vom Dirigentenpult, er stirbt ihr unter den Händen, und ihr, der liebenden Frau, bleibt nur feine Unsterblichkeit. Der Film nimmt Wahrheit und Dichtung mit allem künstlerischen Ernst auf, gestaltet die Hand- In der Rolle der liebenden Frau Katharina Alexandrowna fordert Harah Leander zu Bewunderung heraus. Mit inniger Anteilhaftigkeit steht sie neben dem Komponisten. Unnachahmlich erscheint sie in der stetigen seelischen Ablehnung neben ihrem ungeliebten Mann. Mit einiger Erschütterung verfolgt man ihre schuldbewußte Unsicherheit Murakin gegenüber. In den Szenen des Schmerzes und der Trauer um den sterbenden und toten Komponisten luna mit reichen Mitteln äußeren Auftrags und darstellerischen Könnens. In scharfer Ausprägung erfahrnen die Charaktere. Die leidenschaftliche Musik verbindet, ohne sich zum Selbstzweck zu erheben, Szene um Szene in sinnvoller Harmonie. In manchem Austritt, insbesondere zwischen Katharina und ihrem ungeliebten Manne, zwischen Tschaikowsky und Murakin liegt eine Spannung von solcher Unheimlichkeit, die fast an die Grenze des Menschlich- Tragbaren vorstößt. Die Regie (Prof. Carl F r o e - l i ch) hielt in klaren Strichen am Wesentlichen fest. Greta Garbos „Anna Karemna" nahe. Heinz S t ü w e verkörpert den Komponisten. Fast geschieht es etwas bürgerlich, obwohl man gerade für diese Rolle eine Darstellung erwartet hätte, die in den Grundzügen an Romangestalten Dostojewskis erinnern müßte. Dies ist nur in wenigen Augenblicken erreicht! Ganz ungewöhnlich und fern aller üblichen Form stellt Aribert Wäscher den reichen Murakin dar, besonders eindringlich in jener Szene, da feine Frau Katharina ihm und vielen Gästen in der ftioolen Form eines Chansons das Leid ihrer Ehe wissen läßt. Das einzige unbeschwerte Element bringt Marikka Nöck als Tänzerin Nastassja in die Spannung der Handlung. Mit ihrer naiven, hoffnungslosen Liebe zu Tschaikowsky, mifr ihrem Charme, ihrem tänzerischen Können und ihrer Unproblematik schafft sie Gegensätze, die Emst und Schwere des Schicksals der beiden Liebenden besonders erkennen lassen. Zu nennen sind ferner Leo S l e z a k als Musikprofessor Hinsinger, der Musikkritiker von Fritz Rasp und der Musikverleger von Paul Dahlke. Dem Film der Ufa muß die reife künstlerische Gesamtleistung rückhaltlos zuerkannt werden. Heinrich Ludwig Neuner. der Schallplattenfirma eine gediegene Berliner Type. Eine prächtige Figur lieferte Siegfried L o • w i tz in der Rolle des ungarischen Kapellmeisters. Die Damen Eckert, Kneip und Eiben und die Herren Volck und Seitz steuerten auch ihr Teil zum Erfolg bei. Herr Löffler sorgte für einen geschmackvollen modernen Hintergrund. Es gab manchen Beifall auf offener Szene und viel Zustimmung zum Schluß. Heinrich Ludwig Neuner. - [o M&t « in einigen Zeilen einleitenden T-xks. I ^“8“ ^Ruhe unb»oB. Aber schon erklingen Melodien deo genialen russi- 3” der Gesamtleistung liegt fast ein B-rgleich mit scheu Komponisten, dessen Leben und musikalische Sendung in die Hand einer Frau gegeben sind, in die Hand der schönen Katharina Alexandrowna. So will es der Film! Sie soll es gewesen sein, die ihn zu seinen Liedern, Walzern und Symphonien begeisterte. Sie ist es aber auch, die nicht des Glücks an seiner Seite teilhaftig werden soll, denn er will Geschichten von Victor Emanuel HL Der König und Kaffer Victor Emanuel, der ent 11. November seinen 70. Geburtstag feiert, liebt es sehr, sich in seinem Lande ganz zwanglos zu bewegen. Das hat schon oft, namentlich in seiner Jugend, zu lustigen Zwischenfällen geführt. Einst hatte das Auto des Königs in einem Dörfchen einen Unfall, und die Menge strömte hinzu. Darunter befanden sich auch zwei englische Autofahrer. Da sie in einer fremden Sprache sprachen, hiellen sie sich für sicher vor Lauschern und führten folgend« Unterhaltung: „Hübsches Autol" ,La, und die Dam$ ist auch hübsch." „Mehr als man von dem Mann sagen kann. Hast du je einen so kleinen Mann in einem so großen Wagen gesehen?" „Ich habe fast keinen Brennstoff mehr. Ob er mir welchen geben kann. Soll ich ihn fragen? Vielleicht spricht er französisch." ,Zch will Ihnen gern einen Dienst erweisen und Ihnen von meinem Brennstoff ab- geben", sagte hier plötzlich der König in tadellosem Englisch, und er fügte noch hinzu: „Kann ich Ihnen weiter nützlich sein? Mein Königreich steht zu Ihrer Verfügung. Es ist nicht so klein wie sein Herrscher." „Teufel!" schrie der eine Engländer auf, und der andere rief entsetzt aus: „Der König!" Ein andermal ging das Königspaar in der Näh« des Schlosses Racconigi spazieren, und da der Tag warm war, bekam die Königin Dürft und wollt« gern ein Glas Milch ober Wasser haben. Eine alte Frau hütete in der Nähe eine Kuh. Der König ging zu ihr und bat sie um etwas Milch. Die alte Bäuerin, in dem Glauben, der junge Mann sei ein gewöhnlicher Tourist, erwiderte, ihre Kuh gebe keine Milch. „Aber Sie haben doch zu Hause etwas Wasser. Können Sie nicht so gut sein, mir ein Glas davon zu holen?" „Ja, wenn Sie so lange auf meine Kuh aufpassen wollen." „Schön", antwortete der König und achtete nun sorgfältig auf die Kuh. Nach zehn Minuten kam die Frau mit dem Wasser zurück. „Wie kommt es, daß heute hier so wenig Menschen sind?" fragte der König. „Alle sind zum Schloß gegangen, um den König, die Königin und die kleine Prinzessin zu sehen. Nur ich bin als alte Frau zu Hause geblieben und habe nun nicht das Glück, den König zu sehen." — „Hier sehen Sie ihn", sagte der König und drückte ihr ein Geldstück in die Hand, „ich bin der König und diese Dame ist bte Königin." QK Unermüdlich am erk Aus der Arbeit des Deutschen Frauenwerkes man SJl.-'fpOTt Kämpfe der Iußball-Mnde OA bei Grippe, Katarrh, Nervenschmerzen zu „Ich möchte in den Luftschutz eintreten!" „Das freut uns." .Kann es sofort geschehen?" „Sofort. Sie brauchen nur dieft Erklärung Fips verwünschte sich, daß es eine Art hatte. Awei Posten hatte er jetzt, aber ganz anders, als er sie erwartet hatte. Wo war fern Wagen? Wo blieben feine Ausflüge mit Helene? Gab es denn gar keinen Weg? Dor einem Plakat blieb er stehen. Die Zeit verging wie im Fluge. Montags hob Fips Laufgräben aus, dienstags verteilte er Lebens« mittelkarten, an drei Nachmittagen fuhr mit dem Fcchrrad auf ein Landgut und an den zwei übrigen Tagen blieb genug zu tun übrig. Fips gestand sich, daß ihm das abwechslungsreiche Leben recht be- hagte. Neue Menschen lernte er kennen, der Sinn der Gemeinschaft ging ihm auf. neue Interessen traten in sein Leben. Er hatte schon ganz vergessen, daß er einen Wagen daheim hatte, xta, sogar Helenes Schönheit begann zu verblassen. Oder war es die blonde Maria, eine Pflegerin, die er beim Landdienst kennengelernt hatte und die mit ihm wöchentlich zweimal auf dem Rad in die Stadt hineinfuhr? So groß dünkte ihn der Unterschied auch nicht, ob man nun nebeneinander im Auto saß oder auf zwei Rädern nebeneinander durch di« Gegend fuhr. Eines war so schön wie das andere. „Sie haben doch einen Wagen?" begann Maria eines Tages. unterschreiben." Frps unterschrieb. Jetzt war Otto abgemeldet, wo er angemeldet war! m „Ich stelle auch gern meinen Wagen zur Verfügung", sagte er. „Ihren Wagen? Ja. Ich habe einen Wagen. Sie brauchen mir nur zu bestätigen, daß ich ihn fteibekonnne." Der Mann hinter dem Schreibtisch schüttelte den Kopf. „Wagen haben wir mehr als genug", sagte er, wir brauchen auch niemanden mehr für den Außendienst. Jetzt sind die Aushebungen von Lauf- gräben wichtiger. Sie haben doch nichts dagegen, wenn Sie jede Woche einmal schippen helfen? Em Dienst ist so gut wie der andere." „Gewiß", antwortete Fips kleinlaut. Dann verschwand er. „Ja. Nur darf ich ihn nicht fahren." „Wenn Sie ihn für uns fahren, bekommen Sie ihn frei." „Wozu?" „Wir fahren Stadtkinder aufs Land. Wenn Sie also Lust haben?" M Fips fyatte Lust. Er bekam sofort feinen Wagen frei. Ein rotes Dreieck leuchtete am Nummernschild. Am nächsten Sonntag fuhr er acht Stadtkinder aufs Land. Sie waren schmal und blaß, aber ihre Augen leuchteten, als sie die Reise antraten. Auch Fips freute sich, die kleine aufgeregte Schar in seinen Wagen zu verstauen. Fast dünkte es ihm, selten eine so schöne Fahrt gemacht zu haben. Als Maria ihm die Kinder abnahm, fragte er: „Fahren Sie abends mit mir zurück?" „Ich nicht. Sie bekommen dafür eine andere Fracht — wieder Kinder, die schon eine Woche hier draußen waren." „Und Sie?" „Mr radeln übermorgen wieder zusammen! Minuten für 200 Meter einen neuen Weltrekord auf. Die alte Bestleistung hatte feit 1937 die Holländerin Waalberg mit 2:56,9 Minuten inne. ♦ Mit einem Sch auturnen in Linz (Donau) beschlossen die italienischen Turner ihre Deutschlandreise. Auch die Linzer Veranstaltung, an der auch die Deutschlandriege teilnahm, gestaltet« sich in jeder Hinsicht zu einem großen Erfolg. * Die Prager Eisbahn war am Mittwochabend der Schauplatz des ersten Eissportfeftes. Im Eishockeytampf siegte der LTC. Prag mit 3:0 (1:0, 0:0, 2:0) über di« Wiener EG. An den Kunstlaufvorführungen war auch der deutsche Meister Horst Faber beteiligt. vierzig Jahre lang arbeitete er von frühester Jugend an tn auswärtigen Betrieben, um sich später lediglich seiner Landwirtschaft zu widmen. Seit Jahrzehnten ist er Leser des „Gießener Anzeigers". Dem alten Herrn gilt auch unser herzlicher Glückwunsch zum Geburtstag. (D Gleiberg, 11.Nov. Die bereits genehmigten U m b a u p l ä n e im Nassauer Bau unserer Burg Gleiberg zur Verbesserung des Gastwirtschaftsbetriebes sollen erst nach Kriegsende in die Tat umgesetzt werden. Eines Tages erschien Helene. Sie hatte sich bisher nie' mehr anschauen lassen. Heute aber kam sie voller Zärtlichkeiten. „Mein süßer, goldiger Fips!" rief sie, „unten steht ja dein Wagen! Du darfft wieder fahren? Wie glücklich bin ich! Stell dir vor, ich war schon zwei Sonntage nicht in Gottes herrlicher Natur! Otto hat man nämlich den Wagen einfach wea- aenommen, weil er Vergnügungsfahrten gemacht hat! Wegen den paar Kilometern! Was sagst du dazu? — Aber du haft ja jetzt wieder deinen Wagen! Wieviel tausendmal lieber fahre ich mit dir als mit dem langweiligen Otto! Nicht wahr, wir fahren nächsten Sonntag, liebster Fips?" Fips traute seinen Ohren nicht. „Freust du dich nicht über dein heimgefundenes Helenchen?" fragte Helene und schmiegte sich zärtlich an ihn. Fips schob sie von sich. . „Danke", sagte er, „das war einmal! Du wirst schon noch einen anderen Wagen finden." „Eben nicht!" rief Helene. „Umso besser!" Da zerplatzte Helene wie nichts in eine Seifenblase. Es war kein Wunder. Denn sie war weiter nichts als ein« schillernde bunte Oberschicht und innen war sie hohl gewesen. Trockenschikurse - die Vorbereitung für den Schilauf. Die in den früheren Jahren bereits mit großem Erfolg durchgeführten Trockenschikurse des Schi- klub Gießen werden auch in diesem Jahr in der alten Reichalle am Brandplatz durchgeführt. Durch ausgesuchte Uebunaen werden bereits jetzt dis Muskelpartien geschult, die beim Schiläufen die Hauptarbeit zu leisten haben. Außerdem wird jedem Teilnehmer erklärt, wie er feine Schiausrüstung zu pflegen und für den Winter vorzubereiten hat. «kurze Sportnotizen. Maria Lenk, die deutsch-brasilianische Brustschwimmerin, stellte in Rio de Janeiro mit 2:56 Die Blau-Weißen haben für morgen einen Gang vor, der nicht gerade zu den leichten zählen wird. In Leihgestern zu gewinnen ist nicht leicht, denn auf eigenem Platze haben die Gastgeber schon häufig ihre Gefährlichkeit erwiesen. Dor allem haben sie immer reichlich Zuschauer um sich, die begeistert ihre Mannschaft unterstützen. Außerdem kommt hinzu, daß die Leihgesterner noch ihre nahezu komplette Mannschaft zur Stelle haben und deshalb zu einer einheitlichen Leistung fähig sein sollten. Ein 11 nent* ,Zch verteile die Lebensmittelkarten." Der. Beamte klappte das große Buch zu. „Nein, mein Lieber", sagte er, „dazu können mir wirklich kein Benzin geben! Das können Sie alles per pedes apolostorum erledigen, außerdem steht 9f)nen ja die Straßenbahn zur Verfügung." * Fips verließ zornig die Wachstube. Was hatte er sich da eingebrockt! Jetzt konnte er in seiner Freizeit die Karten verteilen und der Wagen stand nach wie vor im Stall. Zum Uebersluß und zum Verdruß kam noch sein Freund Petermann tm eigenen Wagen daher. „Hallo, Petermann! Wieso fährst Du noch deinen Wagen?" „Ich bin im Luftschutz." „Da wird der Wagen freigegeben?" „Gewiß. Für Dienstfahrten. „Gut xu wissen!" rief Fips. Er lief, was er konnte, zur Luftschutzbehorde. Sagd nach Benzin. Von 3o Hann-r Rösler. Wie schön ist das Leben! Wie schön ist die Liebe! Wie schön ist das Leben, wenn es eine Helene gibt, die uns liebt! Eine Helene, die so schön ist, daß man vor Entzücken schier vergeht, wenn man (le nur ansieht! Aber wie grau wird die Welt, wenn-- „Lieber Fips!" hatte sie geschrieben, „ich kann Kommenden Sonntag nicht mit Dir ausgehen. — Du mußt das verstehen, Fips, ich sitze die ganze Woche in der Stadt, sonntags muß ich einfach tn die Natur hinaus. Ich muß!!! Otto hat mich ein- yetaben. Wir fahren schon früh mit dem Auto weg, er hat ja noch seinen Wagen und darf sichren. Sei überzeugt, daß ich vieltausendmal lieber mit Dir führe! Aber Du warst ja so ungeschickt und hast Deinen Wagen nicht freibekommen. Bist Du mir sehr böse? Tausend zärtliche Küsse! Deine Helen«. PS. Ich werde Dir von unterwegs eine Karte schreiben!" Fips zersprang vor Wut. Otto und Helene! Einen ganzen langen Sonntag in Ottos Wagen! Er weiß doch, wie das geht mit Helene. Wenn Helene glücklich ist, denkt sie sich gar nichts dabei, auch andere glücklick zu machen. Helene ist nicht allein so. Viele Mädchen sind so. Warum hatte auch Otto seinen Wagen frei bekäme! Wie, wenn er sich einer Behörde zur Verfügung stellte? Natürlich, viel Zeit Dürfte es ihm nicht in Anspruch nehmen, sein Feier- tag war ihm heilig und der freie Sonntag zu lieb. Wo aber gibt es so ein Pöstchen, gerade groß genug, ihn nicht zu sehr zu belasten, und wieder groß genug, feinen Wagen freizubekommen? Er fand ihn bald. Mtt offenen Armen nahm ihn der Bürgermeister auf, als er bat, die Verteilung der Lebensmittelkarten zu übernehmen. Er bekam auch 'ogleich seinen Ausweis und eilte damit auf die Polizei. p . „Ich möchte meinen Wagen freibekommen . sagte er. „Haben Sie einen triftigen Grund?" „Ja. Ich bin im staatlichen Hilfsdienst." Der Beamte nickte freundlich. „Das ist selbstverständlich etwas anderes. Dann werde ich Ihnen sicher Ihren Wagen zu Dienst- r^rten freistellen können. Was für eine Aufgabe haben ©ie übernommen?" Rundfunkprogramm Sonntag, 12. November: 6 Uhr: Hafenkonzert. 1 bis 7.15: Nachrichten. 8: Wir fingen den Sonntag ein! Soldatenchor eines Jnf.-Regts. 8.45: Dichter unserer Zeit! Otto Brues. „Worte eines Vaters von heute an feinen Sohn". 9: O wie schön ist so ein Feiertag! 10: Gläubiges deutsches Herz. Eine Stunde der Besinnung am Feiertag. 11: Konzert. 12: Mittagskonzert. 12.30 bis 12.40: Nachrichten. 14: Nachrichten. 14.15: Uns gehört der Sonntag! Ein Reigen sorgloser Melodien. 15: Für unsere Kinder: ,Lie zertanzten Schuhe". Ein Märchenspiel. 15.25: Volkstum und Heimat: „Bauernland am Westwall". 15.50: Sport des Sonntags. 16: Großes Wunschkonzert der Wehrmacht. Dazwischen: 17 bis 17.10: Nachrichten. 20: Nachrichten. 20.15: Uebertragung vom Deutsch- landsender. Dazwischen: 22 bis 22.15: Nachrichten. Montag, 13. November. 6 Uhr: Landvolk, merk auf! 6.10: Morgengynv' nastik. 6.30: Frühkonzert. Orchester Hermann Hage- stedt. 7 bis 7.15: Nachrichten. 8: Gymnastik. 9.10: Kleine Ratschläge für den Garten. 9.30: Schulfunk (Grundstufe). Der Posener Rathausturm und der Krähenkönig. Märchen und Lieder aus Posen und Westpreußen. 10: Frohe Weisen. 11: Kammermusik. 12: Stadt und Land — Hand in Hand. 12.10: Schloßkonzert Hannover. 12.30 bis 12.40: Nachrichten. 14: Nachrichten. 14.15: Das Stündchen nach Tisch ... 15: Nachmittagskonzert. Ausführung: Das große Orchester des Reichssenders Frankfurt. 15.45 bis 16: „Vom Rhein zur Saar". Gedichte und Erzählungen aus der faarpfälzifchen Heimat.' 17: Nachrichten. 17.10: Musikalische Kurzweil. 18: Klingende Liebesgaben. Eine fröhliche Sendung des Reichssenders Frankfurt für die Kameraden am Westwall. 19.10: Musik am Feierabend. Dazwischen: Berichte. 20: Nachrichten. 20.15: Übertragung vom Deutschlandsender, 22 bis 22.15: Nachrichten. Gfs. Im Monat Oktober ging die reguläre Arbeit der einzelnen Abteilungen des Deutschen Frauenwerkes neben dem Sondereinsatz der Kriegs- ze'tt unentwegt weiter. Die Abteilung Volkswirtfchaft-Haue- wirtschaft setzt« sich in Kursen ein, vor allem aber in Aufklärungs- und Rezeptarbeit, die den jetzigen Zsitumständen angepaht sind. Die Bera- tungsstunden am Lindenplatz gehen vielbesucht weiter und geben allen Ratbedürftigen ausreichenden Aufschluß. Ein sehr nettes Rezeptblatt: „Was fange ich mit meinen Tomaten an? , konnte dort auch erworben werden. Von der derzeitigen Arbeit der Mteilung Grenz- lond-Ausland wurde schon öfters an dieser Stelle berichtet. Hoffentlich können wir einmal einen der hübschen Säuglingskörbe, die dort gearbeitet werben, wenn sie ferfriggestellt sind, im Bild stütz alten, bevor sie ihrer Bestimmuna zugehen. Außerordentlich erfolgreich arbeitet die Abteilung Hilfsdienst, die im Augenblick vielleicht wichtigste Abteilung. Am Bahnhof, beim Luftschutz, vor allem aber im täglichen Leben greift der Hilfsdienst seinem Namen entsprechend „hilfreich" Än. So ist es jeder Ortsgruppe in Gießen und zum Teil auch auf dem Lande gelungen, mehrer« Frauen jeder- zeit für die Nachbarschaftshilfe bereitzuhalten. Gerade dies ist in der jetzigen Zett eine ungeheuer wohltättge Einrichtung. Die Abteilung Mütterdienst warb für »er- schieden« Kurse mtt dem Erfolg, daß am Dienstag nächster Woche zwei Kurse bereits beginnen können. So wird der Kurs, Kinderbeschäftigung Vfv.-Reichsbahn — Londorf Steinberg — Grohen-Vuseck Leihgestern — 1900 Krofdorf — Steinbach. Sofern sich das Wetter bessert, ist mit sehr spannenden Kämpfen zu rechnen. Auf dem Waldfportplatz dürfte Londorf nicht um eine Niederlage herumkommen. In Steinberg wird der Meister Mühe haben, sich der gut aufgelegten Großen- Busecker zu erwehren. Auch 1900 hat tn Leihgestern noch Nicht gewonnen und muß alles aufbieten, damit eine Schlappe vermieden wird. In Krofdorf feinen Vordermännern dafür sorgen wird, baß nicht allzu viele Tore fallen. Die Grünweißen stellen di« gleiche Mannschaft wie am Dorsonntag. Em Sieg sollte sicher sein, er ist auch unbedingt notig, damit das Tor- und Punktvechältnis verbessert wird. FC. Teutonia — FE. Großen-Vuseck. Zum fälligen Rundenspiel empfängt am morgigen Sonntag die 1. Mannschaft des 5®- Teuttmi11 Watzenborn-Steinberg die gleiche des FE. Großen* Buseck. Dieses Tressen, das zweifellos eine Vorentscheidung in der Spitzengruppe bringt, wird seine Anziehungskraft nicht verfehlen. Wahrend dis Einheimischen, wie überhaupt in den letzten Spie, len, den größten Teil der etatsmäßigen Später ersetzen muß, hat der Gegner bis dahin noch das» Glück, fast seine komplette Elf zur Stelle zu haben. Die Schlagkraft dieser Mannschaft dürfte noch aus den vorjährigen Meisterschaftsspielen der 1. Kreis« klasse bekannt sein, bei denen Großen-Buseck lediglich durch ungünstige Umstände der Endsieg versagt blieb. Zweifellos zählen die Gäste in den beseitigen Rundenspielen zu den Favoriten. Die Teutonen werden jedoch darum bemüht fein, einen weiteren Erfolg an ihre Fahne zu heften, und damit in der Tabelle weiter nach vorn« zu rücken. Erst beim Schlußpfiff dürste der Sieger dieses Treffens fest- stehen. Spielvgg. Leihgestern — Spielogg. 1900. tritt Steinbach an und hat Aussichten, das Spiel knapp für sich zu entscheiden. VfB.-Reichsbahn I. — Turnverein Londorf I. Die Grünweißen empfangen auf dem Waldsportplatz die Mannschaft des Tum-vereins Londorf zum fälligen Rundenspiel. Wenngleich di« Gäste bisher schlecht abgeschnitten haben, so darf das für die Grün weißen doch kein Grund fein, den Gegner zu unterschätzen. Schon der hohe Sieg der Londorfer gegen Großen-Linden hat bewiesen, daß die Mannschaft unberechenbar ist. Die Gäste haben vor allem einen hervorragenden Torwart, der im Verein mit und Erziehung jungen Frauen und Mädels Gele- genbeit geben, sich ausreichende Kenntnisse für die Beschäftigung und Erziehung der Kinder in Gruppen auszubilden. Auch ein Kurs für Gesundheitsund häusliche Krankenpflege wird abgehalten. Wie wichtig ist es gerade jetzt für jede Frau, über das Nötigste hierin Bescheid zu wissen, ist es doch unmöglich bei der vielen anfoerm eifrigen Beschäftigung der Aerzt«, immer gleich einen Arzt zu holen. Und noch viel wichtiger ist die vorbeugende Behandlung der anvertrauten Menschen. Die Abteilung für Erb - und Rassenpflege arbeitet durch aufklärende Vorträge weiter. Es sei auch einmal der im Sttllen so viel Gutes sttftenden Abteilung Schlichtung gedacht. Es ist keine leichte Aufgabe, in allen Fällen von Mißverständnissen die Wichtige Lösung zu finden, oder an die maßgebende Stelle zu verweisen. Eine weitgestellte Aufgabe haben auch die O r t s- frauenschaftsleiterinnen, die sowohl im persönlichen Leben als auch an den Gemeinschaftsabenden ihren Frauen Stütze und Aufmunterung sein müssen. Tatkräftig stehen Urnen Zell- und Vlockfrauen zur Seite. Der Sprelkreis der Mteilung Kultur, Erziehung, Schulung gibt durch musikalische Darbietungen allen Veranstaltungen oft die richtige Weihe. So wird tm Deutschen Frauenwerk unermüdlich geschafft und mitgeholfen am großen Aufbauwerk unseres Führers, und immer ist der Einsatz da, wo er clm wichtigsten ist, am größten. „Meldet euch zum Landdionst!" las er. Als Fips dies las, wußte er sofort, was er tun mußte. Ich möchte gern in den Landdienst eintreten", begann er, als die Reche an chm war, „ich muß jedoch bemerken, daß ich in der Stadt leben muß, da ich hier meinen Beruf habe und außerdem im Luftschutz und in der Lebensmittelverteilung tätig bin. Ich müßt« also jedesmal zum Landdienst hinaus und herein fahren." „Das läßt sich machen." „Wirklich?" „3a. Sie können fahren." „Wunderbar! Tragen Sie mich sofort ein. Für drei Nachmittage." Fips frohlockte. Jetzt konnte chm nicht mehr viel geschehen. „Wollen Sie das Fahrgeld vergütet?" fragte der Beamte. „Nein. Ich fahre meinen eigenen Wagen. „3ft er freigegeben?" „Bis jetzt nicht", gestand Fips, „aber wo ich nunmehr zum Landienst fahren muß, wird er «s bestimmt!" Der Beamte schüttelt« den Kopf. „Machen Sie sich keine falschen Hoffnungen, Kamerad! Da ist schon manch einer enttäuscht worden. Fahren Sie mit der Eisenbahn oder mit dem Fcchhrad. Sie kommen genau so schnell hin." den Liedern der Natton aus. — Wildschweine treiben in der Gemarkung wieder ihr Unwesen und haben verschiedentlich Schaden angerichtet. Mehrere Treibjagden sind gegen sie angesetzt. Kreis Dehiar. (D Krofdorf, 11. Nov. Am heutigen Tage begeht Georg Krombach, Hauptstraße 57, feinen 3 0. Geburtstag. Der Jubilar, der feinen Le- bensabend in der Familie feiner einzigen Tochter »erbringt, kann dank guter Gesundheit noch leichter landwirtschaftlicher Beschäftigung nachgehen. Fast Bertha Volk, geb. Weber, Frankfurter Straße 1 126. Im Weltkrieg stellte sie dem Vaterland fünf Söhne, vier im Felde und einen in der Heimat, von denen einer apf dem Felde der Ehre fiel. Sie ist Trägerin des Goldenen Ehrenkreuzes der deutschen Mütter, sowie des Ehrenkreuzes für Krieger- Hinterbliebene. Der Jubilarin bringen wir. unsere herzlichen Glückwünsche dar. Trauerfeier für Fabrikant Derkenhoff. Am geftrigen Freitag wurde auf dem hiesigen Friedhof der Fabrikant^Karl B e r k e n h o f f, der Mitbegründer und Pionier der heimischen Draht- industrie. unter großer Beteiligung zu Grabe getragen. In der Frieohofskapelle sprach der Pfarrer, ein Freund des Hauses Berkenhofs, zu den Hinterbliebenen. Er würdigte den aufrechten und gottesfürchtigen Mann. In ihm ist ein Leben der Erfüllung dahingegangen, das nach harter Lebensarbeit von reichen Erfolgen gekrönt war. Nach der Trauerfeier gaben die Abordnungen der einzelnen Werke dem Verstorbenen das letzte Gelett und legten mit Worten dankbarer Erinnerung Kränze an seinem Grabe nieder. Sie alle rühmten die vorzüglichen Eigenschaften dieses Mannes, der das Werk seines Vaters erfolgreich fortgeführt und ein Unternehmen der Drahtindustrie gefdjaffen hatte, das sich über mehrere Orte der heimischen Landschaft verteilt und durch fein« weltweiten Beziehungen internationalen Rus erlangt hat. So wie er feinen Mitarbeitern und Gefojgschaftsmitgliedern stets Berater und Freund war, so hat er auch seinen fachmännischen Rat all denen erteilt, die ihn darum baten. Gießener Dochenmarktpreiie * Gießen, 11. Nov. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, 7» kg 1,60 RM., Matte 25 bis 50 Rpf., Käse, das Stück 5 bis 10, deutsche Eier, Klasse S 13, A 12^, B 12, C 11K D 10ausländische KühlhauseierlO, Wirsing, Vi kg 6 bis 7 Rpf., 50 kg 6 RM., Weißkraut, kg 5 Rpf., 50 kg 4 RM., Rotkraut. kg 8 Rpf., 50 kg 7 RM., gelbe Rüben, % kg 8 bis 9 Rpf., rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 20 bis 40, Feldsalat, 1ho 10 bis 15, Zwiebeln, % kg 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Kürbis 6 bis 8, Kartoffeln, kg 4 Rpf., 5 kg 40 Rpf., 50 kg 3,15 bis 3,45 RM., Aepfel, N kg 15 dis 25 Rpf., Birnen 10 bis 18, Blumenkohl, das Stück 10 bis 60, Salat 8 bis 12, Endivien 8 bis 10, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 15, Sellerie 10 bis 35 Rpf. "* * Ein Zweiundsiebzigjähriger. Der Glasermeister Heinrich Baum, Bleichstraße 2, kann am morgigen Sonntag, 12. November in aller geisttgen und körperlichen Usche, seinen 72. Geburtstag feiern. Der betagte Mann arbeitet noch heute unermüdlich in der Werkstatt. (Wir beglückwünschen den treuen Leser zum Geburtstag!) ** Der Ortsv er ein Gießen der Deutsch em Stenographenschaft gibt bekannt, baß demnächst bei entsprechender Teilnehmerzahl Kurse für Kurzschrift (Anfänger-Kursus, Fortbil- dungs- und Diktatkurse) beginnen werden. Aus der engeren Heimai. Landkreis Gießen. 5 Steinbach, 10.Nov. Am heuttgen 10.No- Dembtr feierte Iah. Karl Horn in erträglicher Gesundheit feinen 76. Geburtstag, am 13. November kann Karl Halfer V. in guter Gesundheit feinen 76. Geburtstag begehen. kreis Büdingen. j Schotten, 10.Nov. Einen interessanten Dor- trag über den Westwall hielt in der gut besetzten Turnhalle Kreisgeschäftsführer Bull- mann von der Kreisleitung Büdingen. Die guten Lichtbildaufnahmen gaben einen Einblick über die ausgedehnten, starken Befesttgungsanlagen, in denen unsere tapfere Wehrmacht eben die Wache gegen Westen hält. Zur freudigen Ueberrvschung der Zuhörer wurde die Führer-Rede aus dem Bürger- vräukeller München übertragen. Gestern abend fand Lio Feier zu Ehren der Gefallenen des 9. November in der stimmungsvoll geschmückten Turnhalle statt. Nach einleitender Weihemusik und Vor- sprüchen der SA. und der HI. wurden die Toten des 9. November geehrt. Nach einer Ansprache und dem Sieg-Heil auf den^FMrer^klang^dieLei^^Nlt, chieden oder ein knapper Sieg der Gießener wäre chon ein Erfolg. Die Spielvereinigung 1900 schickt olgende Mannschaft ins Treffen: Dinges; Schnei- )er, Goß; Günther, Jäger, Hain; Bonarius, Kraft, Karsten, Theiß und Feuser. Auf das Ergebnis wird -----mtt einigem Recht gespannt sein dürfen. die im Herbst getragen werden K n ii d fi ■ g i Hi r i b n (I b s> I I i 11