5, für ui» ö)e onen h ^°h jc. M£ Her bifi ’M« n M 4ert fc 'bheitsos die ßb dem $[V: im $$$ solche ff., te F°!. «8.!, Jein, <> wein. rpers Schüichtz ^djtigiu ?ule,t nit ein> - Schivi. t Art den in h >it der j,> ien. Self Srunbjdi Der w' npischi i «ihen fr . e der Tr altem t und eh [ der St )t- Zügle- ; 'tung k!" ng bes & Bemegr -del jrol Ausgax )schafb förperfi^i fahrt«', wnote r so geck ung bis: erfunildl Der äüb | md 6r tissunz: «M mb ! M- zesui'ü ege k an ein? DM. t:; beit amt’ jabengtfß gliche 6b ibesübimcr ■> endlich b gleicher b zu form1 wie s«' scharrte ci Hauses enburgsch neten er und |tj urd>einan.< tge Eirsi-' rstört <■ Haus«" cr m nichts ein * j«8 «*■ rfffl I* rfled«. * wungen J -st «*<£ toqen. E mgeM elzeug 9{f rE > ausget^ r Wf iben ha^ t den $ länilich 1Lj . trockene' tet 6°r ,t ra^L aeivuhk W*t »SU 6tfT*^ '*5 «*5 Nr. 186 Erstes Blatt 189. Jahrgang Zreitag, ft. August 1939 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • DieScholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Sietzea Postscheckkonto: Zrantfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dm® und Verlag: Srühlsche Univerfitätsdruckerei «.Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis8^/,Uhr des Dormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rpf., für Te§t- anzeigen von70mm Breit« 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/o mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenhettsanzei- gen 5 Rpf., Familienanzei. gen, Bäder-, Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Danzig bekennt sich zu Gwßdentschland und Adolf Kitter. Scharfe Abfuhr für alle Kriegshetzer und Einkreisungspolltiker. Danzig, 10. Aug. (DNB.) Die deutsche Stadt Danzig hat heute eine weltgeschichtliche stunde erlebt. Die ungeheuerlichen Drohungen X)er Polen gegenüber Danzig, die Großmäuligkeit inn verantwortlicher Stelle stehender polnischer Staatsmänner und großer polnischer Zeitungen, wie die Kriegsgelüste Polens unverschleiert enthüllen, mit frecher Stirn erklären, daß die „Er- »berung Danzigs" seit je zu den „politischen Zielen Polens" gehörte, die Drohung, daß man Danzig mit Kanonen zusammenschießen werde, haben die Danziger Bevölkerung heute abend zu einer machtvollen und entschlossenen Protestkundgebung veranlaßt. Sie zeigte der ganzen Welt, vor allem Iber auch den Einkreisungsmächten, die systematisch een polnischen Größenwahn gefördert haben, w i e i e Dinge in Wirklichkeit st ehe n. Sie -ewies, daß Danzig eine rein deutsche Stadt l't, daß die Danziger Bevölkerung deutsch denkt und n Ewigkeit deutsch sein will, daß sie im Schutz es starken Großdeutschen Reiches und ^iner Wehrmacht sich gesichert weiß, wenn die i8olen wirklich in ihrer wahnwitzigen Verblendung iie Brandfackel an das Pulverfaß legen sollten. Die große Protestkundgebung unter der Teilnahme der gesamten Danziger Bevölkerung auf z.em Langen Markt in Danzig gestaltete sich zu ran em flammenden, einmütigen, selbstbewußten, •j-us tiefstem Herzen kommenden Bekenntnis lum Reich und seinemFührer. Sie brachte imrd) den Mund des Gauleiters Forster eine Ärenfo deutliche wie energische Antwort aus die polnischen Unverschämtheiten, auf die Beschimpfun- 3en und Drohungen der Polen. Gauleiter Forster :ogte in seiner immer wieder von stürmischer Zu- lmmung unterbrochenen Rede: In ernster Zeit sind wir auf diesem historischen sangen Markt in Danzig zusammengekommen, um vor aller Welt mit größter Entschlossenheit zu pro- tjftieren gegen die seit Wochen durch polnische Red- •sr und polnische Zeitungen zum Ausdruck gebrach- in Kriegsdrohungen gegen Danzig. Es wäre fälsch, ^enn ausländische Journalisten annehmen wür- m, daß die heutige Protestkundgebung durchae- ührt wird, um. von Danzig aus eine neue Sensa- -®n in die Welt zu setzen. Uns ist die Lage viel M ernst, als daß wir Sensationen machen wol- ;;n. Es wäre uns in Danzig angenehmer, derartige 'lirotestkundgebungen nicht abhalten zu müssen. Über die alltäglichen Drohungen seitens der Polen uringen uns dazu. Lange genug hat die Danziger Bevölkerung diese polnischen Hetzreden und Hetz- christen hingenommen, ohne besonders dazu Stel- -■mg zu nehmen. Die Danziger Bevölke- jung hat in der Tat bewiesen, daß sie den rie-den liebt. Wären die Kriegsdrohungen wn polnischer Seite ganz vereinzelter Natur gewesen, hätten wir es gar nicht für notwendig ge- -anden, darauf einzugehen. Hätte man in Danzig -N Eindruck gewinnen können, daß der polnischen !-etze keine besondere Bedeutung beizumessen ist, » wäre es uns ebenfalls nicht eingefallen, dazu Stellung zu nehmen. ! Aber auf Grund der iäglich sich neu wieder- I holenden Kriegsdrohungen und der Tatsache, 1 daß auch amtliche Kreise Polens «an dieser hetze teilnehmen und sie inspirieren, i sind wir gezwungen, endlich einmal sehr eindeutig und klar unsere Meinung zum Ausdruck zu bringen. ütan denkt in Polen anscheinend gar nicht daran, 3rr Vernunft zurückzukehren. Man versucht im Gegenteil, alles zu tun, um den Haß gegen alles Rutsche noch mehr zu steigern. Ich möchte daher s»n vornherein betonen, daß, wenn wir nun einmal ti:t klaren unmißverständlichen Worten unsere Mei- irnng zum Ausdruck bringen, nicht wir Danziger Unruhe und Aufregung in die Seit tragen, sondern diejenigen, die nun schon W Monaten unablässig in verantwortungslosester Me zum Krieg hetzen. Daß wir recht haben, wenn imr eine derartige Protestkundgebung endlich einmal ßättfinden lassen, beweisen folgende Aeußerungen m, polnischen Zeitungen während der letzten Monate. Wie sie in polen hetzen. Am 28. April 1939 schrieb der „ K u r j e r kc> l s k i ": Da der jetzige Zustand in Danzig an- piichts der erschütterten Autorität der Genfer Liga ivcht lange mehr aufrechterhalten werden könne, iwe es nur eine Lösung der empfindlichen Danziger fcage, nämlich daß Polen das Protektorat über te: Freie Stadt übernehme. !2lm 2. Mai 1939 schrieb eine Krakauer Zei- ’• ng: 2IIs der Führer Oesterreich mit dem Reich deutsches Land vereinte, hätten Schlesien und uppreußen, die polnisch seien, an die Polen ab» peten werden müssen (Protestrufe), denn diese v? biete seien rein polnisch und in ihnen werde nur Östlich ein deutsches Element erhalten (Psui-Rufe). pülen brauche einen breiteren Zugang zum Meer ck den bisherigen. Arn 4. Mai 1939 wurde in der Posener Uni» iHirfität eine Kundgebung abgehalten, bei der j Redner folgendes zum Ausdruck brachte: b:iutschland fei aus einem ehemaligen Vasallsn- tcnt Polens entstanden. 1410 habe man die Deutschen bei Tannenberg geschlagen, jetzt aber werde man sie bei Berlin zusammenhauen. Dieser Redner verkündete dann außenpolitische Forderungen der polnischen Jugend, nämlich: die Rückgabe Danzigs, Einverleibung Ostpreußens und Schlesiens seien als Mindestforderungen zu betrachten, deren Erfüllung die rechte Odergrenze für Polen mit sich bringen würde, lieber dieses Minimum hinaus forderte der Redner auch noch das Lausitzer Gebiet für Polen. Ein weiterer Redner namens Rowacki stellt die Behauptung auf, daß die gemeinsame Grenze Deutschlands und Polens heute ungefähr 2700 Kilometer betrage. Rach der Besetzung Ostpreußens und nach der Errichtung der Odergrenze bis Stettin werde sie nur 700 Kilometer lang sein, aber nach dem Sieg von Berlin würde sie kaum mehr als 400 Kilometer betragen. Durch diesen gewaltigen polnischen Sieg, der den unvermeidlichen Krieg mit Deutschland krönen werde, würde Polen ganz Europa beherrschen. Am 4. Mai 1939 schrieb eine Krakauer Zeitung, indem sie eine Geschichtskarte Deutschlands aus dem Jahre 1000 veröffentlichte: Unsere Küste erstreckte sich einst von Lübeck bis Danzig. Jetzt ist uns davon nur ein kleiner Rest geblieben, der in westlicher Richtung um etwa 200 Kilometer erweitert werden müßte, da bis dahin das polnische Siedlungsgebiet reichte. Am 10. Juni 1939 wurde auf einer Tagung des West verbandes in Warschau darauf hingewiesen, daß Ostpreußen Polens Lebensraum fei. Man stehe zur Zeit vor der wichtigen Aufgabe, die polnische Expansion auf dieses urpolnische Gebiet zu lenken. In Polen müsse die Wahrheit verbreitet werden, daß der in Ostpreußen lebende Masure mit den in Polen lebenden Masuren eines Blutes sei. Am 2.Juli 1939 erklärte Oberst Wenda, der Stabschef des Lagers der Nationalen Einigung, auf einer Bezirksversammlung in Teschen: Die jetzige Grenze des polnischen Staates deckt sich nicht mit den historischen Grenzen. Polen, das niemals eine Verringerung seiner Rechte in Danzig zulassen werde, habe nicht nur- etwas zu verteidigen, sondern sogar noch etwas zu erobern. In diesem Versammlungslokal waren Schilder mit den verschiedensten Auf- Konferenz der Außenminister der Achse. Oie Besprechungen beginnen heute in Salzburg. Berlin, 10.Aug. (DNB.) Die beiden Außenminister von Deutschland und Italien werden sich in diesen Tagen in Salzburg treffen, um zusammen die Fragen der gemein- s a m e n Politik der beiden verbündeten Länder zu prüfen. Die das DNB. aus unterrichteten Kreisen in Salzburg meldet, wird das Zusammentreffen zwischen dem deutschen und dem italienischen Außenminister am Freitag, dem 11. August, stattfinden. Der italienische Außenminister Gras L i a n o trifft im Sonderzuge am Bormittag in Rosenheim in Begleitung von Gesandten B i t e t t i, Legationsrak del Drago, Konsul Bellia und Bizekonsul Farace ein, wo er von dem italienischen Botschafter in Berlin, A l l o l l c odem Botschaftsrat Magistrati und dem stellvertretenden Chef des Protokolls, Legationsrat von halem, empfangen wird. Graf C i a n o trifft mit seiner Begleitung im Sonderzug gegen Mittag in Salzburg auf dem Hauptbahnhof ein. Der italienische Außenminister wird am Bahnhof vom Reichs- minister des Auswärtigen, von Ribbentrop, empfangen. Der italienische Außenminister wird sich am Nachmittag nach Schloß Fuschl am Fuschlsee begeben, wo die Besprechungen mit dem Reichs- auhenminister von Ribbentrop stattfinden. Graf Liano abgereist. RechtzeitigeAbwehrrnaßnahrnen notwendig Rom, 11.Aug. (DRV.) Außenminister Graf C i a n o ist um 19.13 Uhr im Sonderzug nach Salzburg abgereift. Zum Abschied hatten sich neben dem Staatssekretär im Außenministerium B a ft i a n i n i und dem Staatssekretär im Innenministerium Buffarini-Cuidi sowie zahlreichen hohen Persönlichkeiten der deutsche Botschafter beim Quirinal, von Mackensen, und Botschaftsrat von P l e s s e n eingefunden. Die Begrüßung zwischen Botschafter von Mackensen, der den italienischen Außenminister auf seiner Reise begleitet, und dem Grafen Giano war überaus herzlich. Die im Bahnhof versammelte Menge bereitete dem Außenminister herzliche Abschiedskundgebungen. „G i o r n a I e d ' Italia" stellt fest, daß die Besprechungen von Salzburg dazu bestimmt seien, die Lage in der Welt zu prüfen, die man nicht gerade als geklärt und in jeder Weise befriedigend bezeichnen könne. Die von den Demokratien gegen Deutschland, Italien und Japan unternommene Einkreisungspolitik, die in offenem Widerspruch zur europäischen Zusammenarbeit stehe, wie sie sich in München anzukündigen schien, lasse die Zukunft recht unsicher erscheinen und mache rechtzeitige Abwehrmaßnahmen notwendig. Unter diesen Umständen sei es natürlich, daß die Außenminister der beiden im eisernen Pakt verbündeten Länder die Tatsachen und Möglichkeiten in einer ausgiebigen Untersuchung der gesamten Lage in aller Ruhe überprüften. Ebenso selbstverständlich sei es, daß hierbei nicht nur d i e europäischen Fragen, sondern auch die der übrigen Weltteile, einschließlich des Fernen Ostens, sowie hinsichtlich ihrer derzeitigen und zukünftigen Entwicklung gemäß den klaren und wohlbekannten Richt- linien der Achse behandelt werden. „Die Begegnung von Salzburg bestätigt somit, daß die Solidarität zwischen Italien und Deutschland stets gegenwärtig und aktiv sowie immer bereit ist, sich konkret im Rahmen der Außenpolitik sowie in allen militärischen, wirtschaftlichen und kulturellen Fragen voll und ganz auszuwirken." Lustmarschall Balbo bei Mussolini. Rom, ll.Aug. (DNB.) Mussolini hat am Donnerstag den' Generalgouverneur von Libyen, Luftmarschall Balbo, zur Berichterstattung über einige wirtschaftliche und militärische Fragen Libyens empfangen. Der Unterredung wohnte auch der Staatssekretär im Ministerium für Italienisch - Afrika, General Teruzzi, bei. Zwei Revolutionen im Gleichschritt. Umfassende kulturelle Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Ftalien. Venedig, 10. Aua. (DNB.) Das Deutsche Nachrichtenbüro und die Agenzia Stesani veröffentlichen folgendes Kommunique: Bei Gelegenheit des Besuches, den der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels und Reichspressechef Dr. Dietrich auf Einladung des italienischen Ministers für Volkskultur Alfieri zur Eröffnung der Biennale in Venedig abstatteten, wurden die zwischen den beiden Ministern in Wien und München aufgenommenen Besprechungen fortgeführt. Sie dienen dem harmonischen Zusammenwirken auf den Arbeitsgebieten der beiden Ministerien. An der Zusammenkunft in Venedig nahmen auch diesmal die wichtigsten Sachbearbeiter der beiden Aemter teil. Es wurde dabei eine Rede von konkreten Abmachungen getroffen, die sich auf die Gebiete der Presse, der Propaganda, des Rundfunks, des Filmes und des Theaters erstrecken. Auf dem Gebiet der Presse kam diese Zusammenarbeit durch die Anwesenheit von zahlreichen deutschen und italienischen Schriftleitern in Venedig zum Ausdruck. Sie erhält nunmehr eine feste o r - ganisatorische Form. Auf dem Gebiet des R u n d f u n k s hat die seit Jahren bestehende Rundfunk-Arbeitsgemeinschaft u. a. einen Ausbau der verschiedenen Sendungen der beiden Länder vor- genommen. Die Erfahrungen des im November v. I. abgeschlossenen Rundfunkabkommens zwischen Deutschland und Italien ermöglichen es, den Austausch und die Sendungen zu vermehren und den Rundfunk stärker noch als bisher zur inneren Annäherung der beiden befreundeten Länder einzusetzen. Auf Dem Gebiet der Propaganda wurden vor allem die Elemente, die in der gegenwärtigen Lage von Bedeutung sind, einer eingehenden Prüfung unterzogen und gewisse innere und äußere Maßnahmen gegenseitig abgestimmt. Für das Filmwesen haben die beiden Minister die Richtlinien festgelegt, die zu einer noch engeren Zusammenarbeit der beiden Länder führen werden. Sie haben beschlossen, in einem laufenden Erfahrungsaustausch alle die Fragen zu erledigen, die sich auf dem Gebiete des Spielfilmes sowie des Kultur- und Lehrfilmes ergeben. Im Bereich des Theaters wurden die Verhandlungen, die schon seit langem in freundschaftlichem Geiste geführt wurden, fortgesetzt. Im kommenden Spieljahr werden Gesangsga st spiele (Opern und Schauspiele) durchgeführt, die sich regel- L . . Namen nach; in Wirklichkeit ist Danzig mit Polen 1 zusammengekettet. — Der Franzose schreibt weiter: > Polen hat auf dem schönen Strand der Westerplatte Düsseldorf, 10. Aug. (DNB.) Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brau- chitsch, stattete am Donnerstag der Rheinmetall- Borsig-AG., Zweigwerk Düsseldorf, einen Besuch ab, um von dieser alten, für die Rüstung des Reiches bedeutsamen Waffenschmiede aus in einem großen Betriebsappell der Gefolgschaft des Werkes unb ben Arbeitern aller großdeutschen Heeresrüstungsbetnebe, bie ben Appell im Gemeinschaftsempfang mithörten, zu banken für ihre aufopfernde Tätigkeit. Dor dem großen Betriebsappell besichtigte Generaloberst von Brauchitsch unter Führung von Geh. Rat Wessig bas Werk. Immer wieber verweilte Generaloberst von Brauchitsch an einzelnen Werkplätzen unb unterhielt sich mit ben Männern, unter bereu Hänben bie Waffen entstehen, die bie beutsche Wehrmacht in ben Staub setzen, Ehre unb Freiheit bes Reiches zu schützen. Wo immer es der Gang ber Arbeit erlaubte, eilten bie Männer herbei unb entboten, erfüllt von stolzer Freube über bas Werk ihrer Häube unb über bie Anerkennung, die ihnen heute von höchster Stelle des Heeres zuteil wird, dem Oberbefehlshaber des Heeres ihren Gruß. Punkt 13 Uhr betrat ber Oberbefehlshaber bes Heeres, herzlichst begrüßt von ber vieltaufeubköpfi- gen Werksgefolgschaft, die festlich geschmückte Appell- Halle, wo er sofort bas Wort ergriff. Generaloberst von Brauchitsch begrüßte zunächst die Arbeitskameradeu unb «tarne« ratrinnen aus den Heeresrüstungsbetrieben und gab einer Freude Ausdruck, daß es ihm möglich sei, an diesem Tage zu ihnen zu sprechen. Er sagte ihnen Dank und Anerkenuna für die gewaltige Leistung, die sie vollbracht und täglich in rastloser Arbeit zu erfüllen hätten. Der Besuch bes Werkes habe ihm aufs neue bestätigt, daß ie ein schweres Tagewerk zu leisten haben. „Sie haben nicht nur Ihre Arbeitskraft eingesetzt, sondern durch Ihre Tüchtigkeit, Ihr Geschick unb Ihren Fleiß erstklassige Waffen und Geräte geschaffen von einer technischen Vollendung unb Präzision, wie sie von der übrigen Welt nicht übertroffen werden können." „Der beste Arbeiter der Welt hat dem besten Soldaten der Welt die besten Waffen der Welt geschmiedet. Dafür dankt Ihnen das ganze deutsche Volk, besonders aber der deutsche Soldat." abgeschnitten. Das ist ber erste schwere Schaben, ben. Danzig ist für Englanb nicht bie Knochen eines dem man einen zweiten gleichfalls sehr schweren einzigen britischen Soldaten wert. Garanten der Stärke Deutschlands. Generaloberst von Brauchitsch über die Verbundenheit der Wehrmacht und der Rüstungsindustrie. ein gewaltiges ÜRunitionsbepot angelegt (Stürmische Pfuirufe), bas eine ftänbige Gefahr für bie Stabt barstellt. Polen richtet ben Handel bes Hafens zu- grunbe. — Das schreibt ein Franzose! Derselbe Franzose schreibt weiter: Der Korribor unb Danzig finb Unmöglichkeiten, monstrehafte Mißgeburten, Sünben gegen bie Vernunft unb ben gesunben Menschenoerstanb. Diese ungerechten Machenschaften gehören zu ben politischen Fehlern, die unsere Nachkommen einmal in Erstaunen setzen werben. Der vorhin bereits genannte bekannte französische Schriftsteller Naudeau erklärt weiter: Kurz und bündig, ich beschränke mich darauf: Danzig zeigt alle Merkmale einer alten beutschen Stabt (Beifall). Man verletzt bas Selbstbestimmungsrecht ber Völker, wenn man bie Stabt Danzig, beren Seele zutiefst beutsch ist, vom Reiche trennt. Eine amerika- schriften angebracht, darunter folgende: „Vorwärts über die Ober!" ober: „Wir fordern den Boben, woher unser Volk stammt, bis zur Breslauer Burg!" Außer Obenst Wenda hielt auch der Generalkom- missär des Bezirkes Schlesien eine Ansprache, in der er u. a. sagte: Im kommenden Krieg verliere Polen nichts von seinen bisherigen Errungenschaften. Im Gegenteil! Dieser Krieg, ber für uns siegreich ausgehen wirb, muß uns das Oppelner Schlesien unb Ostpreußen zurückbringen. In einem Telegramm an den Jugendführer bes polnischen Regierungslagers heißt es wörttich: Wir glauben fest daran, baß ber kommende Krieg ein Krieg um ein größeres Polen, mit einem neuen Tannenberg enden wird. In dieser Ueberzeugung hängen wir feierlich vor dem Heim unserer Organisation die Landkarte des Polens von Morgen auf, dessen Grenze gegenüber Deutschland traft bes historischen Rechtes die Oder bilben wirb. Wir versprechen, so Gott es will, wenn der oberste Führer ruft, mit unserem Blut diese Grenze festzusetzen. Am 7. August 1939 schrieb der ,Llustrowany Kurjer Codzienny": Wenn Deutschland bemüht ist, zu verkünden, daß es Danzig schon ohne Krieg eingenommen hätte, so muß man feststellen, daß die Geschütze donner* würden, wenn Deutschland sich bemühen würbe, den Hafen über der Weichselmündung zu besetzen. Tags daraus schrieb bie konservative Zeitung „Cza s": Wenn die Behörden ber Freien Stadt Danzig Polen vor eine vollendete Tatsache zu stellen beabsichtigen, dann würben die polnischen Geschütze dröhnen trotz der Neigung, bie die polnische Nation für die alten Mauern Danzigs hege. (Pfuirufe.) Und die Krone zu all diesen Aeußerungen setzt Herr Rydz-Smigly selbst auf in einer Rebe, die schon etwas länger zurückliegt. In ihr heißt es: Wir werben bald gegen ben deutschen Erzfeind marschieren, um ihm enbgültig bie Giftzähne aus« zubrechen. (Protestrufe.) Die erste Etappe auf diesem Marsch wird bie Besetzung von Danzig sein. Wenn erst Danzig und Ostpreußen zum polnischen Mutterland zurückgekehrt finb, wirb auch Deutschland über ben Abschluß eines besonderen Vertrages im Osten mit sich reden lassen. Haltet Euch bereit für ben Tag ber Abrechnung mit dem arroganten Germanenblut! Die Stunde der Rache ist nahe! Zu alledem möchte ich — unb bas dürfte vor ollem für bas Ausland von Interesse sein — feststellen, baß diese Auslassungen nur eine kleine Blütelese dessen darstellen, was in Wirklichkeit in den letzten Monates in Polen geredet unb geschrieben worben ist. Danzigs Antwort an Polen. Im einzelnen zu allebem Stellung zu nehmen, ist uns unmöglich. Die Antwort, die mir darauf zu geben haben, kann zusammengefaßt werben in wenigen Worten: Polen mag folgendes zur Kenntnis nehmen: 1. Kriegsdrohungen, und mögen sie noch fo herausfordernd fein, schrecken uns keineswegs und werden in Danzig keinerlei Anzeichen von Angst Hervorrufen. 2. Wir Nationalsozialisten haben dafür gesorgt, daß die Danziger Bevölkerung in dieser spannungsreichen Zeit ihre Verven nicht verliert, weil sie auf Grund der bisherigen Erfahrungen das Vertrauen zur nationalsozialistischen Führung hat, daß diese im gegebenen Augenblick das Richtige tut. Z. Wir haben in Danzig in den letzten Wochen nämlich alles getan, um jeden Veberfall oder Handstreich, ganz gleich welcher Art, auf Danzig abzuwehren und entsprechend zu beantworten. 4. Polen mag sich darüber im klaren fein, daß Danzig nicht allein und berlassen auf dieser Welt steht, sondern daß das Großdeutsche Reich, unser Mutterland, und unser Führer Adolf Hitler jederzeit entschlossen sind, im Falle eines Angriffes von polnischer Seite in der Abwehr desselben uns zur Seite zu stehen. Das Verbrechen von Versailles im Urteil des Auslandes. Uns allen unb darüber hinaus dem ganzen deutschen Volk unb auch ben vernünftigen iluslänbern dürfte klar geworden sein, daß es angesichts derartiger sich immer wiederholender Aeußerungen durch Polen nicht so weiter gehen kann. Allen friedensliebenden Menschen muß allmählich klar werben, welch ein Verbrechen durch bas Versailler Diktat in Bezug auf Danzig unb die Grenzziehung im Osten beaangen morden ist. Ich möchte aber besonders betonen, baß nicht nur mir Deutsche einschließlich ber Danziger biefer Ansicht finb, fonbern baß es sehr Tatsachen in Danzig. Wenn ich bisher nur Aeußerungen von Ausländern zur Danziger Frage unb ben bamit zusammenhängenden Problemen miebergeaeben habe, so möchte ich nun noch besonders unseren eigenen Standpunkt klarstellen. Es ist im Augenblick, wenn man in ber Weltpresse nachliest, so, baß sich alle Völker, besonders Engländer unb Franzosen, nicht zu vergessen besonders bie Polen, mit der Danziger Zukunft beschäftigen. Sie tun gerade so, als ob Danzig englisch ober französisch ober polnisch märe. Wenn jemand überhaupt ein Recht hat, sich über bie Zukunft Daiyjp Gedanken zu machen, bann sind mir Danaer es selb st. Es ist in erster Linie unfere ureigen st e Angelegenheit, bie Gestaltung unseres Lebens unb unserer Zukunft zu bestimmen. Wir stellen dazu folgendes fest: 1. Danzig ist seit feiner Gründung, bas sind rund acht Jahrhunderte, immer eine urbeutsche Stabt gewesen. 2. In Danzig hat während seiner ganzen Geschichte bis zum Jahre 1919 nur Deutschland zu bestimmen gehabt. Die Danziger haben sogar im Jahre 1576 den polnischen König Stefan Batory mit Waffengewalt zurückgeschlagen unb zur Kapitulation gezwungen, als er versuchte, bie Rechte, besonders bie Seeherrschaftsrechte ber alten Deutschen Hansestadt zu schmälern. Die heutige* Danziger fürchten bie Kanonen Rybz-Smiglys ebensowenig, wie ihre Väter bie Kanonen bes polnischen Königs gefürchtet haben. 3. Danzig wurde im Jahre 1919 trotz mehrfachen einmütigsten Protestes seiner Bevölkerung vom Mutterlande abaetrennt. Das vom amerikanischen Präsidenten Wilson in feinen 14 Punkten angekündigte Selbstbestimmungsrecht der Völker wurde durch diese willkürliche Handlung auf bas rücksichtsloseste mit Füßen getreten. 4. Die feit ber Abtrennung vergangenen Jahre haben ben unwiderleglichen Beweis erbracht, baß Danzig unb seine Bevölkerung wirtschaftliche und kulturelle Schädigungen aller Art erlitten haben. Allein bie Tatsache, daß dem Danziger Hafen, ber Polens einziger Zugang zum Meere sein sollte und dessentwegen man Danzig vom Reich ab getrennt hatte, immer mehr mit einer grausamen Planmäßigkeit bie Lebensrechte entzogen worden sind, so baß ber Danziger Hafen schon heute gegenüber Gdingen an zweiter Stelle lieat, beweist, baß Dan» zig von Polen nur wirtschaftliche Nachteile und keine Vorteile hat. Die Ehrverletzungen, bie in den letzten 20 Jahren ben Deutschen in Danzig durch besondere polnische Maßnahmen zugefügt mürben, stehen auf einem besonderen Blatt. 5. Diese fortwährenden Schikanierungen der Dan' Ziger durch Polen auf allen Gebieten des ässen?' lichen Lebens und ber Umstand, daß Danzig op Befragen seiner Bevölkerung vom Reich abgetrero» mürbe, ist seit 20 Jahren für alle Danziger Del' anlaffung zu dem Ruf: „Wir wollen zurück zM Reich!" Geschloffen hinter dem Führer Adolf Hitler. 6. Die Danziger Bevölkerung ist sich heule vollständig darüber im klaren und glaubt selsen- fest, daß die Stunde der Befreiung kommt, d.h- daß Danzig wieder zum Deutschen Reich zurück- kehrt. I. Die Danziger fchauen in seltener Geschlossenheit und mit besonderer Liebe und Verehrung auf ihren Führer Adolf Hitler, von dem sie überzeugt sind, daß er ihren Wunsch nach Heimkehr ins Reich erfüllt, und damit dem Selbstbestimmungsrecht der Danziger wieder Geltung verschafft, welches man ihnen im Jahre 1919 verweigerte. In dieser seierlichen Stunde, glaube >ch, können wir nichts Besseres tun, als zu geloben, kein Schleppkahn, nicht einmal eine Barke! Nichts, soweit der Blick reicht. Von ber Höhe meines Beobachtungspostens übersehe ich ben Flußlauf: Kein Schiff am Horizont, wo früher Flachkähne, Schlepp- 3Üge, ja sogar große Schiffe ftromauf, stromab fuhren und Reichtum und Ueberfluß mit sich führten. Lloyd George, der berühmte Engländer, erklärte in einer Rebe vor dem Unterhaus: „Polen ist das allerletzte Land, welches ein Recht hat, sich über den Versailler Vertrag zu beklagen, da es ihn nicht erkämpft hat. Polen hat seine Freiheit nicht erobert, und mehr als jedes andere Land muß es daher jedes Komma dieses Vertrages beachten. Es verdankt seine Freiheit Frankreich und England." Ein weiterer Franzose schreibt in einem Buch: Die Frage bes freien unb sicheren Zuganges zur See ist in einer Weise entschieden worden, die man nur als ungerecht bezeichnen kann. In Wirklichkeit hat man Polen zwei Zugänge zum Meer gegeben anstelle bes einen und noch dazu in einer Farm, baß sie Deutschland einen doppelten unb sehr schweren Schaden zufügte. Durch bie Ausdehnung Palens Ein bekannter englischer Schriftsteller, Lyon, schreibt: Außerdem hat Polen seitdem selbst ben Semeis geliefert, baß für sein wirtschaftliches Wohlergehen der Danziger Hafen nicht notwendig war, denn es hat in einer Entfernung von wenigen Kilometer einen anderen Hafen gebaut, ber mit Danzig in direkten Wettbewerb getreten ist. Die Staatsmänner von Versailles, bie Danzig wieber bie Stellung verschaffen wollten, bie es zwischen der Mitte bes 15. unb dem Enbe des 18. Jahrhunderts eingenommen hatte, haben bie Geschichte nicht ganz verstanden. Die Stellung Danzigs ist von ber damaligen recht abweichend, denn heute ist die Freie Stadt Danzig nur dem Namen nach frei. Der berühmte Engländer Churchill, einer der größten Deutschenhasser, erklärte im englischen Unterhaus vor einem Jahre: Wenn die englische Regierung wirklich etwas zur Förderung des Friedens tun wolle, dann solle sie für Revision der Friedensverträge sorgen. England solle die Führung übernehmen unb bie Frage Danzigs unb bes polnischen Korridors aufrollen. Solange diese Fragen nicht gelöst werden würden, bestünde keine Hoffnung auf einen dauernden Frieden. — Das sagt der Engländer Churchill. In einer französischen Zeitung stand 1933 geschrieben: Seit fünf Jahren treten mir für bie Vertragsrevision ein unb vor allem für bie Beseitigung bes Danziger Korribors, ber einen unhaltbaren Zustand in Europa geschaffen hat. Während ich anfangs auf Protest und Verständnislosigkeit stieß, stimmen mir heute die Zuhörer rückhaltlos bei. Man solle ben Deutschen Danzia unb ben Korridor zurückgeben. Der Franzose scyreibt roeiter: Wenn ich ein Deutscher märe, gäbe es für mich keine andere Frage als die der Beseitigung des Danziger Korridors. Frankreich hätte sich niemals einen Korridor von Nancy nach Le Havre gefallen lassen. Lloyd George erklärte bereits kurz nach ber Niederlegung des Versailler Diktats: Der Vorschlag ber polnischen Kommission, 2,1 Millionen Deutsche ber Aufsicht eines Volkes von anderer Religion zu unterstellen, das noch niemals im Laufe seiner Geschichte die Fähigkeit zur Selbstregierung bewiesen hat, muß meiner Beurteilung nach früher ober später zu einer neuen Auseinandersetzung in Osteuropa führen. In einer englischen Zeitung schreibt ein (Engländer am 10. Juli 1939: Man braucht nur bie Freie Stabt Danzig zu besuchen, um die Tragödie zu begreifen, in bie bie Einmohner, bie für immer deutsch sind, durch die Regelung nach dem Kriege gebracht morden sind. Weil mir Engländer teil daran hatten, sind mir verantmortlich für die teil» roeife Ruinierung dieser alten schönen Hansestadt, und die Pflicht Großbritanniens ist es, bie Schmierigkeiten aus dem Wege zu räumen und sie nicht zu vergrößern durch Ministerreden. Ein meiterer Engländer schreibt in einer englischen Zeitung am 14. Juni dieses Jahres: Warum sollen mir Schutzmann spielen? Diejenigen, die einen Krieg roegen Danzig mit seiner deutschen Bevölkerung anfangen wollten, müßte man als kriminelle Irre betrachten. Wir Engländer haben genug gefährliche Probleme zu Hause, ohne anber» roärts ben Schutzmann zu spielen. Wieder ein anderer Engländer schreibt in einer Zeitung im Juni: Warum sollten junge Briten und Franzosen getötet unb verstümmelt merben, um eine beutsche Stabt daran zu hindern, nach Deutschland zurückzukehren, um Polen zu erhalten, eine Nation von ungebildeten, meist analphabetischen Menschen, die von feudalen Großgrundbesitzern aus- gebeutet und von einer militärischen Diktatur beherrscht merben? . Das schreibt ein Engländer, kein Deutscher, das möchte ich ausdrücklich betont haben. habe es auch nicht nötig, bie Welt mit Drohungen ei n z u s ch ü ch t e rn, lasse sich aber auch selbst nicht einschüchtern, am wenigsten durch irrsinnige Drohungen gewisser ausländischer Generale, die schon bie siegreiche Schlacht vor Berlin unb einen neuen Frieden von Versailles ankünbigen. Generaloberst von Brauchitsch wies bann auf eine andere wesentliche Stärke des deutschen Volkes hin, die es bank ber nationalsozialistischen Revolution besitzt. Es ist dies die innere nationale unb soziale G e s ch l o s s e n h e i t, wie sie außer dem faschistischen Italien fein anderes Volk ber Welt aufweist. „Diese Geschlossenheit wirb, auch wenn schwere Tage kommen sollten, ihre Prüfung erfolgreich bestehen. Eine heilige Versicherung kann ich euch als Oberbefehlshaber bes Heeres unb als einer der engeren Mitarbeiter unseres Führers hier geben: Niembls wirb ber Führer bas Leben bes beutschen Menschen leichtfertig aufs Spiel sehen. Wenn aber ber Führer einmal ben letzten unb höchsten Einsatz von uns fordert, bann können wir sicher sein, bah es keinen anderen weg gibt, sondern daß dies zur Erhaltung unseres Volkes eine unabänderliche Notwendigkeit ist." Zum Schluß seiner Ansprache wies ber Oberbefehlshaber auf bas Beispiel des Führers und Obersten Befehlshabers hin. Seme Person sei das Sinnbild ber Gemeinschaft zwischen Arbeiter und Soldat. Er selbst sei der erste Soldat und ber erste Arbeiter seines Volkes. Mit dem Siegheil auf Führer und Vaterland schloß Generaloberst von Brauchitsch seine Ansprache. Immer wieder unterstreichen begeisterte Zusttm- mungsfimbgebungen ber Arbeiter die Ausführungen bes Generalobersten. Nach dem Appell gingen bie Arbeiter wieber an ihre Werkplätze, gestärkt in ber Ueberzeugung, baß Wehrmacht und RüstungsinbU' ftrie vereint eine ewige Gewähr für ein unüberwindliches Deutsches Reich sind. Allen Teilnehmern gab der Appell die beglückende Gewißheit, daß ber deutsche Arbeiter, ber deutsche Soldat und ber deutsche Bauer eine einzige eiserne Front bilben, an der jeder Feind sich den Schädel einrennen wirt). daß mir Zusammenhalten wollen, ganz gleich, was kommen mag. daß wir jeden Angriff auf diesen heiligen deutschen Boden mit den uns zur Verfügung stehenden Kräften entschlossen abwehren werden und jeden Befehl unseres Führers Adolf Hitler, den er uns gibt, zur Ausführung bringen. Möge der Tag nicht mehr fern fein, an dem wir wiederum hier zusammenkommen, nicht mehr zu einer Protestkundgebung, sondern zur Feier der Wiedervereinigung Danzigs mit dem Grotzdeutschen Reich. „Wirwollen heim zum Reid) 1", fo klang n gewaltigem Chor der Hunderttausende der Ruf. Und immer wieder wiederholten sich diese Worte. -Die Rufe der Danziger galten allen deutschen Volksgenossen im weiten großdeutschen Vaterland. Grenzenlose Begeisterung brach sich Bahn, die .en Willen zum Durchhalten bis zum Letzten beendete, als der Gauleiter in sieben Punkten den Standpunkt Danzigs endgültig feststellte. Immer wieder hallten die Rufe: „Ein Volk, < in Reich, ein Führer!" aus den Kehlen der ^-underttausende in unbeschreiblicher Begeisterung Iber die Plätze und durch die Straßen der deutschen Stadt Danzig. Als der Gauleiter seine Rede mit !aem feierlichen Gelöbnis endete, jeden Angriff auf diesen heiligen deutschen Boden entschlossen abzu- mehren und dem Befehl des Führers zu folgen, and der Beifall kaum noch ein Ende. Als der Bauleiter zum Schluß noch der Hoffnung Ausdruck ent), daß dis nächste Kundgebung der Feier der Diedervereimgung Danzigs mit dem Grotzdeutschen leich gelten möge, war den Danzigern aus dem Kerzen gesprochen. Danzigs Treuegelöbnis an den Führer. Unter der begeisterten Zustimmung der Danziger Bevölkerung wurde an den Führer folgendes Telegramm abgefandl: „Wein Führer! Zehnlaufende deutsche Danziger. Ise zur Protestkundgebung gegen die polnische !»ohung, Danzig mit Kanonen zusammenzuschießen, nif den Plätzen der ewig deulfchen Stadt Danzig nrsammelt sind, blicken mit größtem ver- I au en zu Ihnen auf und grüßen Sie in lyrerbietung und unerschütterlicher Treue llr ihren Führer! Gez. Albert Forster. Gauleiter." „Sin poliiisches Ereignis ersten Ranges." Der Eindruck in London. iLondon, 11. Aug. (DRB. Funkspruch.) Die istriae Großkundgebung in Danzig und die Rede :es Gauleiters Forster werden von der Lon- hner Presse in ihrer vollen Bedeutung gewürdigt. Ise Korrespondenten der englischen Zeitungen sind nn der unerschütterlichen Geschlossen- 1 ?it und dem gewaltigen Ausmaß der m o n st r a t i o n sichtlich beeindruckt. Die „Times" bringt einen verhältnismäßig krzen Auszug des Reuterbüros, den sie mit dem Wsspruch Forsters überschreibt: „Bereit, jeden Angs ff zurückzufchlagen." .Daily Telegraph" bringt auf der ersten eöite folgende Meldung: „Die Danziger Bevölke- r.ng ist absolut klar und fest davon überzeugt, daß bie Stunde der Befreiung nahe ist und dtz Danzig wieder zum Reich zurückkehren wird. „.Daily Herald" bringt auf der ersten Seite b große Schlagzeile „Die Befreiung ist nahe. — iMschland wird und muß helfen." ..News Chronicle" hebt unter der lieber« Irrift „Die Stunde wird kommen" dieselben Stellen iroor wie „Daily Telegraph". „Daily Expreß" Itreibt, Forster erklärte, die Stunde der Befreiung ij nahe. Auch „Daily Mail" hebt als Kernpunkt b’7 Rede Forsters hervor, daß die Stunde der Be- friung nahe sei und der Tag der Feier der Wieder- rireimgung bald kommen möge. Der allgemeine Eindruck, den die Rede Forsters frvorgerufen hat, kann, soweit bisher Stellung- tchmen Dorliegen, was von amtlicher Stelle noch rcht der Fall ist, kurz in den Worten zusammen- o:aßt werden: Die nach der Panikhetze der letzten ?iit vermutete „Sofortaktion" ist ausgeblieben. Die Witter geben zu, daß Danzig zwar der Stunde b" Befreiung entgegenharre, aber nach den Worten Försters die Lage für Sensationen zu ernst sei. Die Blätter kennzeichnen die gestrige machtvolle timonftration der Danziger Bevölkerung allgemein ein politisches Ereignis er ft en Rian g e s und stehen sichtlich unter dem Eindruck le. unbändigen Willens der Bewohner Danzigs, IlLd wieder mit dem Reich vereinigt zu werben. Paris ist durcheinander. Karis, 11. Aug. (DRB. Funkspruch.) Die große frateftkundgebung der Danziger Bevölkerung mit le: Rede des Gauleiters Forster, die Ansprache lei Generalobersten von Brauchitsch sowie die jqegnung zwischen Reichsaußenminister von :< Sb b e n t r o p und Außenminister Graf C i a n o teen den Pariser Zeitungen zu diesem Thema viel Wen Stoff. Die Eindrücke über die schlagende Be- Lesführung der Rede Forsters kommen in einem M ligenDurcheinander zum Ausdruck, wo- in wie auch bei den übrigen Themen, alle Re- cher gezogen werden, um die Hauptursache der Mitten Lage, nämlich die Einkreisung, um jdm Preis zu verschleiern. Oie neuen Minister in Spanien. Madrid, 11. Aug. (DRB.) Amtlich wird fol- Zusammensetzung der neuen Regierung ® Spanien bekanntgegeben: Ministerpräsident: mieralissimus Franco; Außenminister: Oberst ’iii gb e b e r; Innenminister: Serano Sune r; ^nresminifter: General Varela; Marine- Bister: Admiral Moreno; Luftfahrtminister: jeueral Pague; Justizminister: Esteban Bil - ta*°; Finanzminister: Josö Larraz; Industrie- j J'* Handelsminister: Alarcon de la Sastra; ^Swirtschaftsminister: Joaquin B e n j u m e a; ^Steifetretär im Range eines Ministers: Gene- -Munoz Grande; Minister ohne Gefchäftsbe- lic:: Rafael Salchez Mazas und Petro Gamero Li Castillo. Die Eidesleistung der neuen Re- fiimg erfolgt am Samstag um 20 Phr. polens Ziel: Deutschland ein Triimmechaufen. Englands Blankovollmacht putscht den Haß auf. 5ßarfd)au,io. August. (DRB.) Der schwerindu- ftneüen Kreisen nahestehende „Ku r j e r Pol ki" veröffentlicht am Donnerstag einen Artikel, in dem er nicht weniger fordert als die Zerstörung Deutschlands! So wie Karthago vor 2000 Jahren zerstört werden mußte, erhöben sich heute immer mehr Stimmen, die den Herrschaftsgelüsten (!) Deutschlands über die Völker Europas ein für allemal ein Ende bereiten wollten, denn Deutschland sei an dem Wettrüsten, das die Welt zu riesigen Ausgaben zwinge, schuld. Deutschland trage angeblich auch die ganze Verantwortung dafür, der Welthandel nur vegetiert, ferner die Verantwortung für die Vertrauenskrise, die überall festzustellen sei; auch für die Wirtschaftskrise, die sich aus dem Weltkrieg, den die Deutschen heroorgerufen haben (!), ergebe. Das polnische Blatt fährt bann fort, vor zwanzia Jahren habe Europa vor dem Marsch' nach Berlin geschwankt. Man wollte nicht den Fuß auf den zu Boden geworfenen Gegner setzen. Anstatt die Friedensbedingungen in Berlin zu diktieren, habe man Deutschland an einen gemeinsamen Konferenztisch nach Versailles (!?) eingeladen. Dieser Fehler würde sich zum zweitenmal nicht wiederholen! Immer allgemeiner sei jetzt die Auffassung, daß „Karthago zerstört werden müsse". Es nähere sich mit raschen Schritten der Augenblick, in dem die Auffassung über die Notwendigkeit der Beseitigung des Pest Herdes im Zentrum Europas (!) Allgemeingut wird. Dann werde von Deutschland nur noch ein Trümmerhaufen übrigbleiben! Wohl selbst den engstirnigsten und für Polen voreingenommensten Menschen in der Welt, vor allem in England und Frankreich, wird es nach den bisherigen polnischen Haßausbrüchen gegen Deutschland und neuerdings nach der hier wieder- gegebenen Aeußerung des ,Kurzer Polski" klar sein, was Polen mit der ihm von England erteilten Blankovollmacht erstrebt. Daß dieses Streben Polens und feiner Hintermänner vollendeten Wahnfinn darstellt, zugleich auch ein ungeheuerliches Verbrechen gegen den Frieden in Europa ist, versteht sich von selbst. Deutschland wird natürlich dafür sorgen, daß dieses Ziel der Friedensfeinde in London, Pqris und Warschau nicht erreicht wird. Die st arte deutsche Wehrmacht wird das entscheidende Wort sprechen, falls man auf der anderen Seite wirklich so verrückt sein sollte, den Wahnsinn der Worte in den Wahnsinn der T a t umzuwandeln. Polen muß sich darüber im klaren sein, daß es dann um feine ganze Existenz spielt und sein jetziges, durch Lug und Trug, Raub und Diebstahl zusammengewürfeltes Reich nur eine kurze Episode in der Weltgeschichte wäre. Aber eins fei heute schon mit aller Deutlichkeit festgestellt: Die Verantwortung für diesen Wahnsinn der Polen und die daraus möglicherweise entstehenden Folgen fällt in erster Linie auf England! Womit selbstverständlich keinerlei Freispruch für Polen verbunden sein soll. polen — von innen gesehen. Oer Betrug an Oberschlesien. — Opll.-Methoden in Brest-Litowsk. Oer Kall Grazynski. ii. Ob erschlesien 1921. Korfanty, der vor einigen Wochen erst als Emigrant nach Polen zurückkehrte, sofort verhaftet und nun plötzlich aus der Hast entlassen wurde, jetzt wieder auf großem Fuße lebt, ist 1921 groteskerweife Abstimmungs- kommissar in Oberschlesien. Dieser sonderbare Abstimmungskommissar kennt nur zwei Ziele: erstens engste Zusammenarbeit mit dem Kommandanten der 15000 Mann Franzosen, General Le Rond, zweitens die Vorbereitung des dritten Putsches der Aufständischen. Als Abstimmungskommissar? Selbstverständlich! In Polen fingert man dergleichen auf folgende Weise: Wie man den General Z eli go w ski, der unter Vertragsbruch Wilna besetzte, als „Meuterer" erklärte, so wird Korfanty durch Warschau von seinem Posten als Abstimmungskommissar „adge- setzt". Und nun gehfs los. Im Handumdrehen entwirft Korfanty falsche Telegramme „aus Berlin" über die angeblich bereits gefallene Entscheidung der Botschafterkonferenz hinsichtlich Oberschlesiens. Alle polnischen Blätter und danach selbstverständlich auch die Presse Frankreichs bringen diese Telegramme. Der Plan Warschaus, der Botschafter- konferenz auf jeden Fall in Ostoberschlesien vorzugreifen, ist geglückt. Gleichzeitig brechen die Verbände der polnischen Aufständischen gegen das unglückliche Abstimmungsgebiet los. Sie Hausen dort in unvorstellbarem Terror derart, daß schließlich der Kommandant des italienischen Kontingentes der Abstimmungstruppen den Kampf gegen die Aufständischen aufnimmt, jedoch nach Verlust von 30 Toten und 50 Verwundeten der Ueberrnacht weichen muß. Es kostet äußerste Ueberminbung, auch heute noch und gerade heute, die vielen Photos auch nur flüchtig anzufehen, die die Ermordung von unzähligen Oberschlesiern durch die polnischen Aufständischen wiedergeben. Was man auf diesen Photos sieht, ist das Werk einer so viehischen Grausamkeit, daß man nur noch die grauenhaften Folterungen der Tscheka in Sowjetrußland und die Bestialitäten des roten Verbrechergesiydels in Spanien als Vergleich heranziehen Fann. Frankreich verbietet der damaligen deutschen Reichsregieruna unter Drohungen jede Hilfe. Inzwischen hat General Le Rond die deutsche Selbstschutz-Polizei in Oberschlesien entwaffnen lassen! Der Weg für Korfantys Verbrecher- Horden wäre nun völlig frei — wenn nicht der deutsche Selbstschutz unter General Hoefer, dem Einarmigen, den Aufständischen trotz dürftigster Ausrüstung.und trotz aller Widerstände von Berlin (!) eine Niederlage nach 4 der anderen beibringen würde. Das geht aber direkt gegen die geheimen Abmachungen zwischen Korfanty und dem französischen General Le Rond. Der Franzose stellt sich mit seinen 15 000 Mann dem General Hoefer entgegen und zwingt ihn durch ein Ultimatum, nicht weiter vorzugehen. Der Erfolg der polnisch-französischen Zusammenarbeit: fast die Hälfte des Abstimmungsgebietes, nämlich 321342 Hektar, mit einer Million Oberschlesier kommen an Polen, dabei sind elf Zink- und Bleigruben, 15 Stahl- und Eisengießereien, 23 Hochöfen, 55 Kohlengruben, neun Walzwerke, 12 Eifenerzgruben. Die neue Grenze schneidet 31 Eisenbahnlinien und 45 Landstraßen einfach mitten durch. Seitdem führt Polen den Ausrottungskrieg gegen das Deutschtum in Ostoberschlesien. Di e Hölle von Brest-Litowsk. Als das polnische Parlament 1929 zusammentreten will, um gegen die enormen Etatsüberschreitungen des Fina'nzministers Czechowitz Stellung zu nehmen, wird die Versammlung durch das Zusammenströmen zahlreicher Offiziere im Parlamentsgebäude verhindert. 1930 wird der Sejm aufgelöst. Die regierenden Obersten wissen, daß eine reguläre Wahl eine vernichtende Niederlage der Regierungsparteien bringen muß. Am 10. September 1930 werden einfach fast alle Führer der parla- mentarischen Opposition verhaftet und in die Verließe von Brest-Litowsk geschafft, unter ihnen der frühere Ministerpräsident Witos und auch Korfanty, der „Held von Oberschlesien". Die Verhafteten werden von der Außenwelt so hermetisch abgeschlossen, daß nicht einmal ihre nächsten Angehörigen wissen, ob sie noch leben. Sie dürfen keine Post, keinen Besuch, nicht einmal den eines Rechtsbeistandes empfangen. Gleichwohl wird das, was sich in den Kasematten von Brest-Litowsk in diesen Monaten abspielt, in kurzer Zeit zu einem solchen politischen Skandal Polens, daß selbst die polenfreundliche westeuropäische und sonstige Auslandspresse spaltenlange Schilderungen über die entsetzlichen Marterungen bringt, denen die Verhafteten von Brest-Litowsk ausgesetzt sind; es genügt als Andeutung, daß es nur eine kleine Schikane im Vergleich zu den Folterungen ist, wenn beispielsweise die Abgeordneten die Soldatenaborte mit den bloßen Händen ausräumen müssen. Zuweilen hören die Häftlinge das Ausstößen von Gewehrkolben auf den Korridoren. Schlüssel klirren, Entsetzensschreie eines Zellen- insassen werden durch Kolbenhiebe zum Schweigen gebracht. Einige Minuten später kracht draußen im Hof die Salve. Immer wieder stößt man auf diese enge Verwandtschaft zwischen äußerster polnischer Brutalität und den bekannten Methoden der GPU.- Gefängnisse Sowjetrußlands. Der Fall Grazynski. In Ostoberschlesien fuhrt einer der berüästigsten Deutschenhetzer, der Wojewode Grazynski, unter wohlwollender Förderung durch die polnische Regierung den Ausrottungskrieg gegen alles, was deutsch ist. Wie sagte doch Grab ski im Oktober 1919 in einer Posener Rede: „Das fremde Element wird sich umsehen müssen, ob es sich nicht anderwo besser befindet. Das polnische Land ist ausschließlich für die Polen da." Und der frühere Ministerpräsident Witos antwortete einer Abordnung deutscher Bauern auf ihre Klagen über die niederträchtige Terrorisierung durch die polnische Polizei: „Dies ist der erste Stoß gegen die deutsche Intelligenz. Es ist h ö ch st e Zeit, daß hie deutschen Kulturträger verschwinden!" Grazynski, Wojewode, also Oberpräsident und damit der höchste Regierungsbeamte in Ostoberschlesien, führt diese Schreckensherrschaft, ins Vielfache gesteigert, fort. Der Deutsche Dolksbund verliert seine sämtlichen dokumeRtarischen Unterlagen über die rechtmäßigen Grundbesitzverhältnisse durch polizeiliche Beschlagnahme. Jederzeit hat Grazynski gekaufte Kreaturen als „Belastungs- zeugen" bei der Hand. 1826 werden allein von 8560 Anmeldungen zu den deutschen Schulen in Ostoberschlesien 7114 unter den albernsten Vorwänden einfach gestrichen. Wie Warschau, pfeift natürlich auch der Wojewode Grazynski auf die gegenteiligen Entscheinungen des Präsidenten Calo n d e r, auf die „Empfehlungen" des sog. Völker- bundsrates, und den Spruch des Haager Schiedsgerichtes von 1928 beantwortet er sofort mit der Schließung von weiteren 16 deutschen Minderheitsschulen. Mit Dokumenten, die sogar der polnische Rechtsanwalt W o l n y , Kumpan von Korfanty aus der Aufstandszeit, vor Gericht als Fälschungen nachweist, wird der deutsche Abgeordnete U l i tz angeklagt; der Leiter des polnischen Spitzeldienstes in Kattowitz, Kapitän Cychon, liefert auf Wunsch jedes „echte" Belastungsmaterial, das feine Auftraggeber verlangen. Bei den Wahlen von 1930 werden allein im Wahlkreis Kattowitz innerhalb von 48 Stunden 3 0 0 0 0 deutsche Wähler einfach aus den Listen gestrichen. Aber Grazynski kann noch ganz anders. Die Wojewoden und Staroften haben von Warschau Anweisung, auf jeden Fall eine Regierungsmehrheit zu besorgen. Sofort geht die nächste Terrorwelle über Ostoberschlesien, Hunderte von Deutschen werden niedergeschlagen, die polnische Polizei steht dabei und sieht zu. In jedem Wahllokal sind acht bis zehn Aufständische postiert; sie handeln nach der „Anordnung Nr. 4", die wörtlich lautet: „Jeder Wähler, dessen Stimmzettel von den Aufständischen nicht kontrolliert werden kann, wird als Gegner der Regierung angesehen und dann außerhalb des Wahllokals entsprechend behandelt." Das Uebermaß entsetzlicher Folterungen gegen Deutsche ist so groß, daß es trotz der französischen Warnung an die Reichsregierung zu einer Debatte in Genf über den polnischen Terror kommt. Allerdings hat den polnischen Außenminister Zalewski noch unmittelbar vor feiner Abreise aus Warschau der englische Botschafter über den un- schädlichen Verlauf der Genfer Sitzung im vertraulichen Gespräch völlig beruhigt! (Schluß folgt.) Einberufungen in Rumänien. Bukarest, 11.Aug. (DNB.) Für den 15.August hat Rumänien zehn Jahrgänge der Reserve zu den Waffen gerufen. Vier Armeekorps von sieben werden dadurch auf ihre volle Stärke gebracht. Ab 15. September sollen weitere Einberufungen erfolgen. Oäs Reich an der Seite Danzig«! Das deutsche Danzig hat durch den Gauleiter Al- bert F o r st e r den Polen und allen anderen in Europa, die meinen, sie könnten über Danzigs Schicksal frei schalten und walten, eine starke und mannhafte Antwort erteilt, wie sie am allerwenigsten von jenen Hetzern und Friedensstörern erwartet worden fein dürfte, die sich der seltsam an» mutenden Hoffnung Hingaben, sie könnten mit ihren Bestrebungen, eine neue Versailler Diktatatmosphäre 3,u schaffen, Glück haben. In der Tat, betrachtet man ich das Spiel der jüngsten Zeit, dann gewinnt man tarf den Eindruck, als ob die Versailler Gei - t e r wieder auferstanden wären. Da stellte man sich an der Themse und an der Seine hin und suchte mit drohendem Tone jede Regung Danzigs, vom S e l b st b e st i m m u n g s r e ch t Gebrauch zu machen, zu verbieten. Man wollte diktieren, man wollte nicht zuletzt aus den Polen einen Gendarmen und Büttel gegen Danzig machen. Und die Polen, von krankhaftem Chauvinismus beseelt, haben in der Tat nichts unterlassen, um erneut alle Erinnerungen an Versailles und seine Folgeerscheinungen zu er- wecken. Sie führten um Danzig herum wilde Kriegstänze auf, sie waren aber auch in ihrem liebermut nicht mehr zu bändigen, selbst gegen den deutschen Nachbarn Drohungen über Drohungen vom Stapel zu lassen. Jetzt hat das deutsche Danzig gesprochen, feierlich und würdig, fest und entschlossen. Es ist nicht gewillt, sich von dem Boden des Selbstbestimmungsrechtes abdrängen zu lassen, der durch den Präsidenten Wilson seinerzeit vorbereitet und geschaffen wurde, es ist erst recht nicht bereit, auch nur einen Bruchteil feines Rechtes auf Rückkehr ins Reich aufzuaeben. Aber gerade um dieses Recht geht der Kampf, um dieses Recht drehen sich alle Anstrengungen der Polen, dieses Recht war auch für Warschau Veranlassung genug, einem Wink seiner westdemokratischen Gönner schleunigst Folge zu leisten und durch ein Presseorgan verkünden zu lassen, man werde Danzig mit Kanonenschüssen in einen Trümmerhaufen verwandeln. Danzig hat die Aufmerksamkeit der Welt auf diese Politik der fortgesetzten Drohungen und Bedrohun- aen gelenkt, es fjat ein Uebriges getan und bärge» legt, daß es gegen jeden Akt der Verwirklichung derartiger Drohungen gewappnet ist. Und es fjat chließlich ebenso klar darauf hingewiesen, daß a n einer Seite das Großdeutsche Reich teht, daß Adolf Hitler und mit ihm das deutsche Volk gewillt und bereit sind, jeden Angriff auf Danzig mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln abzuwehren. Man gebe sich also nunmehr in Warschau und anderswo keinen trügerischen Hoffnungen mehr hin, und man glaube vor allem nicht, die Entwicklung aufhalten zu können, die Gauleiter Forster in sichere Aussicht stellte, als er davon sprach, daß die nächste Zusammenkunft auf dem Langen Markt eine Feier der Wiedervereinigung Danzigs mit dem Reich sein werde. Sch. Deutsche Kameradschaft. Generaloberst von Brauchitsch hat am gestrigen Donnerstag zu den Arbeitern und Angestellten der großen Rüstungswerkstätten Rheinmetall-Borsig gesprochen. Soldatische Worte, gewiß, aber auch Worte, die von echter Kameradschaft und tiefstem sozialem Verständnis zeugen. Aber gerade das wird in den westlichen Demokratien schwer oder gar nicht verstanden. Denn daß der Oberbefehlshaber des Heeres zu den Arbeitern in die Werkstatt geht, daß er kameradschaftlich zu ihnen spricht, daß er ankündigt, wie das Band der Kameradschaft zwischen Arbeitern und Soldaten noch enger geknüpft werden Fann, für bas alles fehlt es drüben an Beispiel und Verständnis. Es gibt allerbings drüben noch eine andere Auslegung. Es wird auch in diesem Zusammenhang versucht, im Sinne der Kriegshetze gegen bas großbeutsche Volk unb seinen Führer zu wühlen. Daß Generalfeldmarschall Göring, daß Generaloberst von Brauchitsch zu Arbeitern sprechen, damit aber auch zum ganzen deutschen Volke, bas wirb von ber öffentlichen Meinung in den westlichen Demokratien so gebeutet, als ob dem deutschen Volke Mut zugeredet werden müßte. Wie Hammerschläge, die sehr gut sitzen, hat Generaloberst von Brauchitsch auf diese unb andere törichte Täu chungsmanöver geantwortet: In Großdeutschland ist der beste Arbeiter ununterbrochen am Werke, um ür den besten Soldaten auf der ganzen Erde die denkbar besten Waffen und das denkbar beste Kriegsgerät herzustellen! Daß es so sein muß, ist nicht die Schuld Deutschlands, bas ist hundertprozentig noch immer bie Nachwirkung ber verbrecherischen Politik von Versailles. Das deutsche Volk hat vor bald 21 Jahren nach einem heroischen Widerstand ohnegleichen, getäuscht durch die feierlichen Zusagen demokratischer Staatsmänner, seine Waffen niedergelegt. Es wurde für diesen Beweis stolzen und männlichen Vertrauens in einer Weise aedemütigt unb ausgeplünbert, entehrt unb entwaffnet, wie es in ber neueren Ge- chichte noch feinem anderen Volke begegnet ist. Kein anderes Volk hätte die gewaltige Leistung fertig» gebracht, alle Kräfte zusammenzuraffen, um b e m zührer folgen zu können, ber unbeirrt voran- chritt, der die Fesseln von Versailles zerbrach, um bann ein neues unb gewaltiges Reich aufzurichten. Der Oberbefehlshaber bes Heeres ist wohl wie fein anderer mit den Dingen und Zusammenhängen vertraut, auf die es anfommt, unb er ist wie fein anberer berufen, aus bieser Kenntnis ber Tatsachen heraus bem deutschen Volke zu sagen, baß es gelassen und ruhig in die Zukunft blicken fann. Daß es so ist und nicht anders, wissen auch viele Leute in den westlichen Demokratien, in denen leider leichtfertig unb vielfach unverantwortlich mit Kriegs- zeschrei gespielt wird. Ehe sie sich darüber mit der eelischen und geistigen Beschaffenheit des deutschen Volkes beschäftigen, ehe sie sich drüben vorschwindeln, ber beutsche Arbeiter sei unzufrieben, mögen ie dort bie Slums in Lonbon ausrotten sowie bie grauenhaften Elendsviertel in Liverpool unb Birmingham. Vor allem aber auch in einem ber größten Elendsgebiete, die es überhaupt gibt, nämlich im Kohlendistrikt von Süd-Wales. In Frankreich ist es nicht viel anders, eher noch schlimmer, wie es denn eine Feststellung der Sozialstatistik ist, daß in den Industriegebieten Frankreichs die niedrigsten Lohne von allen europäischen Industrieländern ge» zahlt werden. Wäre es nicht so, so könnte es in Frankreich nicht Streikwellen von dieser Heftigkeit geben, nicht soziale Verhältnisse, die mit staatlicher Ordnung nichts mehr zu tun haben, sondern schon Anarchie sind. Es ist nicht mehr töricht, es ist schon närrisch, ? -.»t >'/■ ' <«6r-X'/'7<«-/ 5/ Faksimile des Briefumschlags des berüchtigten englischen „Propagandagenies" King-Hall, der ausgerechnet den Führer der Danziger Hitler-Jugend mit einem seiner lächerlichen Briefe beehrte. Interessant ist die Aufschrift mit dem Bestimmungsort „Danzig-Gerrnany". — (Scherl-Bilderdienst-M.) wenn von drüben her immer wieder versucht wird, das Vertrauensverhältnis zwischen dem großdeutschen Volk und seinem Führer zu erschüttern. Das ist wohl noch eine Erinnerung an die Vergangenheit, in der nicht ohne Mitwirkung der westlichen Demokratien das deutsche Volk parteipolitisch gespalten und damit ohnmächtig und willenlos war. Das kommt nicht wieder! Das deutsche Volk, Arbeiter und Soldaten, Bauern und Handwerker sowie alles, was wirkt und schafft, sind z u einer festen Gemeinschaft verbunden. Daß diese Verbundenheit zwischen Arbeitern und Soldaten besonders stark ist, dafür ist die Rede des Generalobersten von Brauchitsch in der Rüstungs- Werkstatt zu Düsseldorf ein Beweis, der noch gesteigert worden ist dadurch, daß die Arbeiter dem, was der Oberbefehlshaber des Heeres zu ihnen sagte, lebhaft und beifällig zugestimmt haben. Zugestimmt vor allen Dingen, daß das großdeutsche Volk und sein FührerdenFriedenwol- le n, daß sie aber auch entschlossen sind, vor keiner Einschüchterung zurückzuwei- chen. Es ist Soldatenart, nicht viel Worte zu machen, aber es ist die Art deutscher Soldaten, nicht nur zu handeln, sondern auch zu denken. Frankfurter Goethe-Preis 1939 für Geheimrat Larl Bosch. (Aufnahme: Archiv.) LPD. Frankfurt a. 21L, 10. August. Der verwallungsrat zur Verleihung des Frankfurter Goethe - Preises hat durch einstimmigen Beschluß den Goethe-Preis des Jahres 1939 Herrn Geheimrat Professor Dr. Carl Bosch zuerkannt. Die Ehrung gilt dem großen Chemiker und Techniker, der durch seine Kenntnisse und durch seine Tatkraft nicht nur unser Dissen von der Natur erweitert, sondern auch durch sie dem Vaterlande in der Not entscheidend geholfen hat. Die feierliche Aeberreichung des Preises erfolgt nach den Bestimmungen der Satzung am 28. August, am Geburtstag Goethes, In den Räumen des Frankfurter Goethe- Hauses am Großen Hirschgraben. * Earl Bosch wurde am 27. August 1874 in Köln geboren. Er durchlief die Oberrealschule und arbeitete dann ein Jahr lang praktisch in einer Formerei in Schlesien. 1894—96 studierte er in Eharlottenburg Maschinenkunde und Hüttenwesen, danach Chemie in Leipzig, wo er 1898 promovierte; er blieb noch ein Jahr als Assistent in Leipzig, bis er 1899 bei der „Badischen Anilin- und Sodafabrik" in Ludwigshafen als Chemiker eintrat, wo er in der aufbluhenden Indigo - Abteilung Verwendung fand und fein konstruktives Talent verwerten konnte. Noch mehr war das der Fall, als 1908 von Professor Fritz Haber das Verfahren zur synthetischen Darstellung von Ammoniak erworben wurde. 1913 war die Arbeit soweit gefördert, daß das erste Ammoniakwerk in Oppau in Betrieb genommen werden konnte. Der weitere Ausbau war im wesentlichen Boschs Werk während der folgenden Kriegsjahre. Das zweite große Ammoniakwerk in Leuna wurde 1917 betriebsfertig. Bosch kam rasch in leitende Stellungen bei seiner Firma; 1911 erhielt er Prokura, 1914 wurde er stellvertretender Direktor, 1916 Vorstandsmitglied und war seit 1919 Vorsitzender des Vorstandes und damit Leiter einer der wichtigsten deutschen Produktionsstätten. Seit der Vereinigung der deutschen chemischen Industrie zu der IG. Farbenindustrie AG. war er Vorsitzender des Vorstandes dieses Konzerns. — Aehnlich weltbekannte Bedeutung wie das HaberBosch-Verfahren hat das Bergin-Verfahren (Herstellung flüssiger Kohlenwasserstoffe aus Kohle) gewonnen, das die IG. auf Boschs Betreiben 1924 übernahm; in den Leuna-Werken wird die Durchführung des Verfahrens ermöglicht. Bosch lebt, nur seiner Arbeit hingegeben, äußerst zurückgezogen in Heidelberg. Die Ehrungen zahlreicher wissenschaftlicher Organe, die Verleihung von vier Ehrendoktortiteln sowie seine Berufung in den Vorstand des Reichsoerbandes der deutschen Industrie und in den Generalrat der deutschen Wirtschaft (1933) kennzeichnen seine hervorragende Bedeutung für die deutsche Wirtschaft. Nach dem Tode des Geheimrats Duisberg übernahm Bosch im April 1935 den Vorsitz im Verwaltungsrat der IG. Farbenindustrie AG. Büchertisch. — Editha Spiegel: Auf der Schwelle. Roman. Seinen 4,80 RM. Verlagshaus Bong & Co., Berlin. — (159) — Gabriele ist ein sehr junges Mädchen, sportgestählt und von knabenhaftem Reiz, das während sorgloser Ferienwochen an der See ihre Umgebung und sich selber in aller Unbewußtheit durcheinanderwirbelt. Sie steht „auf der Schwelle zum jungen Weibe, zart und dabei mutig, in ihrer naturwüchsigen Frische ein Bild gesunder Jugend. Der Roman ist eine unterhaltsame Lektüre für den Urlaub. — Freude, Zucht, Glaube. Handbuch für die kulturelle Arbeit im Lager. Im Auftrage der Reichsjugendführung der NSDAP, herausgegeben und bearbeitet von Claus Dörner. 256 Seiten, 80 Bilder. Ganzleinen 3,80 RM. LudwigDoggen- reifer Verlag, Potsdam. — (207) — Für die aktive Führerschaft in HI. und BDM. ist das in einer bedeutend erweiterten Neuausgabe erschienene Buch unentbehrlich geworden, da es alle Fragen, die beim Vorbereiten und Durch führen eines Lagers auf. tauchen können, mit praktischen Beispielen und Ma- terialangaben beantwortet; es sieht seine Aufgabe darin, vom Lageraufbau über die Gestaltung eines Lagertages, über die Morgenfeier und Flaggenhifsung, über den Nachmittag und Gemeinschaftsabend bis zu den Sonderausgaben des Elternabends, der Musikarbeit, der Lagerbücherei und der gemeinschaftlichen Dorfveranstaltung hinzuführen. So er- füllt es die Forderung des Reichsjugendführers, praktische Vorschläge und Hinweise für die Durchführung der Hitler-Jugend-Lager zu geben, und enthält die Summe aller Erfahrungen auf dem Gebiete der Feier- und Freizeitgestaltung, wie sie bisher in dieser Uebersichtlichkeit, Sachkenntnis und Vollständigkeit kaum niedergeschrieben wurden. — Dr. Sandro Simbach: Roh- und Werk, stofse, Gewinnung, Verarbeitung und wirtschaft, liche Nutzung. — Band 2, Felix Höhne, Inge- nieur: Nicht-Eisen-Metalle. 62 Seiten mit 42 Abb. Halbleinen 1,80 RM. Verlag I. I. Arnd, Leipzig CI. — (139) — Der Verfasser schildert das Wesen der Nichteisenmetalle; er beschreibt ihre Gewinnung und Verwertung, erklärt die Bedeutung der Normung metallischer Werkstoffe und weist die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten für Nichteisenmetalle nach. Wetterbericht Mit der Ausbildung eines sich durch Süddeutsch- land westostwärts erstreckenden Hochdruckrückens hat sich auch bei uns freundlicherer Witterungscharakter durchgesetzt. Die Zufuhr feuchter Meeresluft ließ st- doch am Donnerstag noch zu vereinzeltem Auf. treten meist unbedeutender Niederschläge kommen und läßt auch für die Folge noch nicht allgemein niederschlagsfreies Wetter erwarten. Vorhersage für Samstag: Häufig auf. geheitert, doch besonders nach Norden hin noch Regen möglich; bei Winden aus meist südlicher bis westlicher Richtung tagsüber warm. Lufttemperaturen am 10. August: mittags 19,8 Grad Celsius, abends 18,8 Grad; am 11. August: morgens 15,5 Grad. Maximum 20,5 Grad, Minimum heute nacht 13,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. August: abends 18,6 Grad; am 11. August: morgens 16,3 Grad. — Niederschläge 0 Millimeter. — Sonnenscheinüauer 1,1 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange (beurlaubt), i. V.: Ernst Blum- schein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VII. 1939 : 8855. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezuas. preis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkauss- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Jllu- ftrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Gießen, den 11. August 1939. 03863 Die trauernden Hinterbliebenen: Marie Burger und Kinder. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank, insbesondere dem Herrn Pfarrer für die wohltuenden Worte am Grabe. Dr. Franz Geyer Arzt ist vom 12. ds. Mts. verreist bis zum 4. September. Vertreter die Herren: Dr. Wilh. Klein Dr. Mehl Dr. Neumann-Spenfiel (nach seiner Rückkehr) Dr. Wolf. 5459D Klein Anzeigei richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den BieBener Anzeiger | Mietgesuche | Mu* 7-8-ZINIMl- öoöunng mit Zentral-Hei- zung und Bad zum 1. 9. oder 1. 10. 1939 in Gießen z. mieten gesucht. Gest. Ang. unt. 03874 a. d. G.A. Gutes möbL WM mit stiebendem Wasser ab sofort gesucht. In guter Sage. Schr. Ang. unt. 03871 a.d. G. A. [Stellenangebote! Keine Zeugnisse in Urschrift «andern nut Zeugnis- abschriften Dem Br- werbungSschreiben beilegen l - Lichtbilder andBewerbungsunter- ^gen müssen zur Ber- Meldung von Verlusten aut der Rückseite Romen und Anschrift bei Bewerbers trauen I Junger Kaufmann für Büro zum 1. Oktober evtl, früher gesucht. Carl Hensel (Inh. F. Fung) Putzfrau täglich von 18 bis 19V2 Uhr gesucht 546&D BahnboMr. 68. Suche zum 15. 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Die Musik wird von dem Musikkorps der Fliegerhorst-Kommandantur Gießen unter persönlicher Leitung des Herrn Musikmeisters Pfarre ausgeführt Wafferfportliche Darbietungen Eintritt M. 0.50 einschl. Sportgroschen Es ladet freundlichst ein Gießener Ruderkluh „Hallia* 1906 e.V. 5458D Anläßlich des Opfertafies der Deutschen Haderer findet am Sonntag, dem 18. August 1939, nachmittags 4 ühr, an! dem Platse des G.R. „HASSIA“ an der Lahn Großes JKilitärftonzert A\1 llllllllllllllllllllllllllllll WfllöroeDen Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern 150 Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleden des heimatlichen Waldes auf 128 Kupfertiefdruck, tafeln, mit lebendigem und aufschlußreichem Einführungstext von K.Gerhard u.G.Wolff. Preis RM. 4,80. „(Es lebt und webt in dem Buche, und wer es versteht, mit empfänglichen Sinnen die bildgeword. Naturschönheiten in fick auf- zunehmen, dem fingen u. klingen die Tafeln tausend Erinnerungen wach an einstmals leibhaft Erschautes." 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Sie geben schon heute einen Begriff von der Bedeutung der Ausstellung, die die einzige Großveranstaltung dieses Jahres im Gau Hessen-Nassau ist. Während die Massivfassaden in einer Frontlänge von über 350 Metern und einer durchschnittlichen Höhe von sechs Metern angebracht werden, geht gleichzeitig mit fieberhaftem Fleiß der Innenausbau vor sich. Der Laie sieht verwundert auf die unzähligen Holzstapel und Ballen Bekleidungsmaterial, steht staunend vor der Masse der von über 20 Waggons angefahrenen Ausstellungsmaterialien aller Art, die ihres Einbaues harren. Eine ungefähre Vorstellung von dem riesenhaften Verbrauch an Bauzeug aller Art, das nur mit Tausenden rechnet und zählt, bekommt man, wenn man überlegt, daß allein für Inneneinrichtung der Halle schätzungsweise 25 000 Quadratmeter Deckenmaterial benötigt werden. lieber 8000 Quadratmeter Wandeinrichtungen, über 15 000 laufende Meter Holzplatten und annähernd 20 Kilometer Draht 3uni Abspannen der Decke geben einen weiteren Begriff von den riesenhaften Ausmaßen dieser großzügigen Ausstellung. Es versteht sich, daß insbesondere der Innenausbau von langjährig geschulten Spezialarbeitern durchgeführt wird, denen die Arbeit, wie es scheint, spielend von der Hand geht. Noch eine interessante Zahl! Mehr als 20 000 Nähte müssen genäht werden, um Stoffbahn um Stoffbahn aneinanderzureihen. Damit ist das Zahlenbeispiel, das lediglich einen kleinen Ausschnitt aus der großen Hallenstadt darstellt, noch längst nicht erschöpft. Das gesamte Verkleidungsmaterial reicht an eine für tiaien unvorstellbare Ziffer heran und dürfte insgesamt gesehen weit über 150 000 Quadratmeter hinausgehen. Alles in allem imposante Ziffern, die die Weiträumigkeit und das große Ausmaß der Ausstellung erkennen lassen. So wird buchstäblich eine gewaltige Leistungsschau aus dem Boden gestampft, die nach ihrer Fertigstellung mehrere Stunden eingehender Besichtigung notwendig hat und — auch das ist ausgerechnet worden — gemessen an der Länge des Weges eine Wegstrecke von 10 Kilometer hat. So ist aus dem Willen geboren eine Ausstellung im Entstehen begriffen, der die Tat auf dem Fuß folgt und die zu bewundern Tausende von Besuchern demnächst, in Wiesbaden Gelegenheit haben werden. Gesundheitsfürsorge auf dem Lande. NSG. Wir wissen alle, daß auch in der bäuerlichen Bevölkerung sich vor wenigen Jahren ein Absinken des Lebensstandardes bemerkbar gemacht hatte, der in den Jahren vor der Machtergreifung durch die nationalsozialistische Bewegung zum wirtschaftlichen Ruin vieler Bauernstellen führte. Zugleich damit zeigte sich auch ein erhebliches Äbsinken der Geburtenzahlen. Derartige Feststellungen waren aber für den völkischen Staat keine private Angelegenheit mehr, sondern sie gingen das ganze Volk an, und es wurden deshalb Mittel und Wege gesucht und auch gefunden, diese Mißstände zu beseitigen. Es war die N S. - V o l k s w o h l f a h r t, die sich alsbald auch um die Verhältnisse auf dem flachen Lande zu kümmern- hatte. Die immer schon schwere Arbeit des Bauern wurde durch die geforderte Leistungssteigerung der Landwirtschaft noch vermehrt.- Anderseits saugte die in wirtschaftlicher Blüte stehende Industrie nicht nur den Ueberschuß, sondern auch dringend notwendige Kräfte aus der Landbevölkerung auf. Es galt deshalb, dem so'stark in Anspruch genommenen Bauernstand Erleichterungen zu verschaffen und seine Gesundheit vor Schäden durch eine Reihe von vorsorglichen Maßnahmen zu bewahren. Wenn es in Großdeutschland bereits gelungen ist, die Säuglingssterblichkeit in den letzten Jahren um fast zwei Prozent zu senken, dann ist das nicht zuletzt -ein Verdienst der vielen ländlichen Hilfsstellen „Mutter und Kind", der Einrichtungen der Haushaltshilfen bei Verfchik- kung von Landfrauen in Müttererholungsheime, der Schaffung von Kindergärten, insbesondere Erntekindergärten und Spielringe, die alle eingerichtet wurden, um die Gesundheit der Landbevölkerung zu heben, besonders die Lebensquelle dieser Landbevölkerung, die Mutter, .auf dem Lande zu kräftigen und sie für ihre weiteren Aufgaben zu stärken. Gerade in der arbeitsreichen Zeit vom Frühjahr bis zum Herbst war bisher die Versorgung und Beschäftigung der Kleinkinder ein schweres Problem für die Landfrauen. Hier half die NSV. durch einen großzügigen Einsatz von Kindertagestätten. Wie die weit über hundert Schwesternstationen im Gau Hessen-Nassau, dienen auch die Kindertagestätten der NSV. als Stätten zur Ueberwachung und Hebung der Volksgesundheit. Auch auf anderen Gebieten- hat sich die NS- Volkswohlfahrt seit geraumer Zeit .ihr Arbeitsfeld auf dem Lande bereitet. Durch die Schulzahnpflegestellen, d. h. die Ueberwachung der Schulkinder durch Zahnärzte, wird im Auftrage der NSV. ständig der Gesundheitszustand der Zähne bei den Schulkindern beobachtet und hierdurch späteren gesundheitsschädlichen Folgeerscheinungen vor- aebeugt. Ganz erheblich ist auch der Einsatz der NSV. bei der Bekämpfung der Tuberkulose unter der Landbevölkerung. Mittel der NSV. waren es auch, die der Bevölkerung in Notstandsgebieten, wie zum Beispiel in der Rhön, Verbesserungen hygienischer Einrichtungen brachten. Neben der Einrichtung von Schwesternstationen und Kindergärten, sogenannten Gesundheitshausern, wurden gesunde Wohnungen und Siedlerstellen, aber auch Verbesserungen von Wasserleitungen finanziert. Wir wissen, daß diesen hochzubewertenden Leistungen des deutschen Volkes sür die Landbevölkerung ebensolche Leistungen der Landbevölkerung für das gesamte deutsche Volk gegenüberstehen. Die Bauernschaft spendete vorbildlich für das Winterhilfswerk, sie unterstützt die NSV. durch die Spende von Ferienplätzen für Kinder der „Kinder-Land- Verschickung" und für Urlauber der „Hitler-Freiplatz-Spende". Don der Universität Gießen. Ernannt wurde Dr. med. vet. habil., Dr. phil. Oskar Wagner zum Dozenten für das Fach Parasitologie unter Zuweisung an die Veterinärmedizinische Fakultät der Universität Gießen. Aus der Stadt Gießen. Zn einer Hochsommernacht. Ich sitze in der Gartenlaube. Ein, mattes, von 'lauem,Seidenstoff umspanntes Lämpchen leuchtet, 'lad) drückender Tageshitze ist nun die kühle Nacht gekommen. Ein Aufatmen geht durch die Natur. IlDte Blumen duften stärker in diesen Stunden, ie Vögel sind verstummt, nur die Grillen zirpen .munterbrochen ihre ewige Melodie. Das kleine Lämpchen ist aber doch hell genug, um die nächtlichen Schwärmer anzulocken. Sie, ie tagsüber hinter den großen Blättern des wil- en Weines gesessen haben, angstvoll jeden Son- lenstrahl meidend, sie wagen sich nun heraus aus Krem Versteck und gaukeln durch die kühle Sommernacht. Die kleine Lichtflamme ist ihr Ziel. Taumelnd schweben sie der Lampe zu, rasten einige Sekunden auf dem Schirm, und von neuem be- iinnt das Spiel. Zum Teil haben die Nachtfalter >anz prächtig gefärbte Flügel. Nun setzt sich einer ! luf meine Hand. Wie sein leichter Körper atmet, nie er die kühle Nachtluft einsaugt! Zwei große Die Punkte sind auf seinen Flügeln, von denen ein ?iner Staub auf meine Hand rieselt. Eine kleine Bewegung — er fliegt auf, wieder der Lampe zu. «b das glühende Licht den Tierchen als erftrebens- ■ocrtes Glück erscheint? Haben auch diese zarten Zeschöpfchen eine Sehnsucht im Herzen? Ganz dunkel spannt sich der Nachthimmel über acr Erde. Die Sterne funkeln, und ein leichter Mein hinter den Bergen zeigt das Kommen des Rondes an. Einzelne Nebelfetzen legen sich wie in weißes Gewand über die Bergeshänge. In den Ställen der Nachbarhäuser klirren manchmal die betten. Irgendwo bellt ein Hofhund. Der Bach Trüben in den Wiesen rauscht stärker. Schon sehe | :ih, wie sich die ersten Mondstrahlen im Wasser siegeln. Nun steht der volle Mond am nächtlichen Him- - el. Die ganze Landschaft ist wie mit Silber über- ! Men. Da, wo vorher Waldbäume und Himmel einanderflossen, ist jetzt ein klarer, heller Grenz- || preisen. Und wie glänzt der Spiegel des Mühlen- mches! Da drunten rauscht das Wasser über das 88ehr. Das Mühlrad dreht sich, und dumpf klappert be Mühle, während Müller und Knecht schlafen. Getreide wurde ungefähren, und neues Mehl rieselt die Säcke. In allen Häusern sind die Lichter erloschen. Nur :c Grillen zirpen noch, und ganz in der Ferne iiett ein junger Künstler auf seiner Geige ein Sieben Schubert. Ganz unwillkürlich lausche ich auf sese feinen Töne. Das gibt die rechte Stimmung. ! welche Zaubergewalt hat eine solche Sommer- i :acht! 1 Es ist schwer, in solchen Nächten zu schlafen. Tom Kirchturm schlägt es Mitternacht. Fern am vorizont ziehen einige dunkle Wolken auf. Wie ro§e, blaue Gebirge überdecken sie die Landschaft, rann zuckt irgendwo ein Blitz, und weithin wer- :'n Wald und Wiesen beleuchtet. Der Donner ist acht zu hören. Es ist, als hätt' der Himmel die Erde still geküßt, daß sie im Blütenschimmer von ihm nun träumen müßt ... (Eichendorfs.) Infanterie-Regiment „Großdeutschland" stellt noch Freiwillige ein. !Das Infanterieregiment „Großdeutschland" Motorisiert) stellt noch eine geringe Anzahl von Feiwilligen ein. Spätester Meldetermin i d e r 2 0. A u g u st. Merkblätter, die genaue Auskünfte über Einstellungsbedingungen usw. geben, rrrden den Bewerbern kostenlos zugesandt. Änfra- xm sind unmittelbar zu richten an: Jnfanterie-Re- fiment „Großdeutschland", Berlin, Rathenower Sraße 10. „Der Westwall." Ein dokumentarischer Film im Gloria-Palast. Wie bereits angekündigt wurde, ist gestern in zu- rtchst 850 deutschen Lichtspieltheatern der dokumenta- rche Film „Der Westwall" angelaufen, der innerhalb cm acht Wochen sämtliche Lichtspielhäuser des,Reichs \ jjieren und überdies in großem Umfange auch 1 Auslande gezeigt werden soll. Der Film ist eine ^'meinschaftsarbeit der deutschen Wochenschau- t'irmen; ein ausgewählter Stab unserer besten R- meraleute hat die Aufnahmen geliefert. Die Ge- scmtgestaltung des Films stammt von Dr. Fritz i P P l e r; ihm standen Hauptmann Kühne vom ^rerkommando des Heeres (für militärische Fra- fnn) und Oberbaurat Henne in fachtechnischer h'-nsicht als Berater zur Seite. Der Film ist 1270 D ter lang und hat die Prädikate „Staatspolitisch nfo künstlerisch besonders wertvoll", „Als Lehrfilm il erkannt" und — als erster deutscher Kulturfilm r. „Jugendwert" erhalten. Der Film, der übrigens ilH auf der Biennale in Venedig gezeigt werden ; v-., erschien gestern bei uns zum ersten Male im Seoria-Palast ah Stelle des sonst üblichen, aus ' L'chenschau und Kulturfilm zusammengestellten ! ^Programms. i in der sehr dezenten und zurückhaltenden musika- lst,en Begleitung klingt zweimal die Melodie der I:acht am Rhein" an, und die Worte „Lieb Vater- lu£>, magst ruhig sein" könnten wahrhaftig mit it'sm Grunde als Motto über dem Werk stehen. V Film — in der Lückenlosigkeit und Plastik :i;er bildmäßigen Anschauungskraft unübertreff- d — geht von einer kontrastreichen und sehr zum i icchdenken anregenden Gegenüberstellung aus, in- ■7i er an den Zustand von 1914 erinnert und dem Schauer klar macht, wie damals die deutschen Ernzen jedem feindlichen Zugriff offen und unge- hstzt dalagen ... In einem außenpolitisch entscheiden Augenblick, am 28. Mai 1938, gab der Füh- p und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht den ^°ehl zum Bau des Westwalles, der heute voll- ^rt dasteht. Was es mit diesem Befehl und seiner . , ’fübrung innerhalb einer unwahrscheinlich und ^olüffenb kurzen Zeit auf sich hat —: dies zu • -hen, ist Ausgabe und Inhalt des Films. Er gibt in-n Aufriß der gewaltigen, mit der Präzision Uhrwerks ineinandergreifenden Organisation ■Mit der Oberleitung von Generalinspekteur Dr. t, er zeigt die vorbereitende, großzügige Pla- *irg, bann bie erforberlichen Vermessungsarbeiten «i der Grenze, — endlich den Bau, die Vollendung itö Ausgestaltung des Werkes selbst. Nur ein im Verhältnis zu unserer gesamten Be- völkerungszif-fer geringer Teil des Volkes hat den Westwall bis jetzt aus eigener Anschauung kennen gelernt. Es soll ihn aber jeder kennen lernen, und dazu gibt der Film — weit über das bisher durch die Presse in Bild und Wort verbreitete Material hinaus — einen großartigen Anschauungsunterricht. Mit Staunen und tiefer Bewunderung wird man hier Zeuge einer unerhörten Kraftanspannung der gesamten Nation zum Schutze ihres Lebensraumes, einer Zusammenfassung von Menschen und Material, einer Konzentrierung physischer und seelischer, organisatorischer, militärischer und technischer Kräfte, wie sie wohl bisher noch nirgends in der Welt erlebt worden ist. Erst wer diese Bilder sieht, wird einen Begriff davon bekommen, was hier in kürzester Zeit aus dem Boden gestampft wurde, was hier an Ingenieuren, Bauleitern, Technikern, Handwerkern, an Arbeitern und Soldaten, an Stahl, Beton, Stacheldraht, Kies und Holz, an Waffen und Munition, an Lebensmitteln und zahllosen anderen Dingen des täglichen Bedarfs aufgeboten und zusammengetragen werden mußte, um den Westwall in der ganzen Länge der Grenze, vielfältig gestaffelt und tief gegliedert, entstehen zu lassen — als eine unüberwindliche Mauer, eine unzerstörbare Front schwerster und modernster Panzerwerke, Höckerhindernisse zur Tankabwehr, Jnfanterie- sperren, Bunker und Flakstellungen ... Einige Zahlen, die-für sich sprechen, seien genannt: 695 000 Kubikmeter Holz wurden bereitgestellt, sechs Millionen Tonnen Zement wurden zu Beton verarbeitet (ein Drittel der gesamten deutschen Jahresproduktion!), drei Millionen Rollen Draht wurden zu Stacheldrahthindernissen verarbeitet — täglich rollten 8000 Eisenbahnwaggons mit Baustoffen zum Westen, dazu Schiffstransport auf Schiffstransport. Der Reichskraftwagenbetriebsoerband organisierte den Einsatz von 15 000 Lastkraftwagen aus allen Gauen und allen Branchen. * Beton und Stahl und Maschinen allein, so heißt es einmal, find aber nur totes Material: erst der lebendige Mensch, der hier eingesetzt wird, macht den Wall zu dem enormen Verteidigungswerk, als das er geplant und errichtet wurde. Mit der in die Stellung einrückenden Truppe gleichsam betritt der Beschauer des Films ein Panzerwerk Und darf in feinem geräumigen Innern Umschau halten. Es würde zu weit führen, alles aufzuzählen, was die bewegliche Kamera hier festgehalten hat, aber man sieht: es ist an alles gedacht worden, und man muß wiederholen, daß der Anblick immer aufs neue unser Staunen und unsere Bewunderung hervorruft... und vor allem das Gefühl unbegrenzter Sicherheit. * „Hier kommt keiner durch!" —: diese Feststellung, bie wir in ben letzten Wochen wiederholt in Reden und Beschreibungen vom Westwall gehört und gelesen haben, wird der Beschauer aus eigener Anschauung und tiefer Ueberzeugung bestätigen, wenn er die Bilder des Films auf sich hat wirken lassen, und zumal, wenn er anschaulich erlebt, wie die Luftoerteidigungszone dem eigentlichen Westwall elastisch und wiederum vielfältig in sich gestaffelt folgt, ausgerüstet mit allem, was uns an hochwertig wirksamen Abwehrmitteln überhaupt zu Gebote steht, den Gürtel aus Stahl und Beton noch verstärkt, vertieft und gewissermaßen überhöht ... Etwas Besseres und Vollkommeneres, als es hier geschaffen wurde, gibt es heute nicht. Und so gewaltig der Einsatz an Menschen war, den die Errichtung dieses riesigen Bollwerkes erforderte, so verhältnismäßig gering ist die Zahl der militärischen Kräfte, die zu seiner Besetzung gebraucht werden, und die dennoch sehr starke gegnerische Angriffskräfte binden würden. * ■ Von der belgischen bis zur schweizerischen Grenze eine unüberwindliche Front, 50 Kilometer tief, gespickt mit 22 000 der modernsten Panzerwerke, ist der Westwall ein Symbol der geballten Kraft und des unerschütterlichen Abwehrwillens der gesamten Nation. Wir glauben, daß dieser Film eben heute in einem psychologisch richtig gewählten Augenblick erscheint und vor allem auch im Auslände seine Wirkung nicht verfehlen wird. Bei uns wird ohne- h>n niemand versäumen, ihn sich anzusehen, weil er jeden einzelnen unter uns angeht. Hans Thyriot. Aufregende Tigerjagd in England. Die Flucht von zwei Tigern aus einem Zirkus in Birkenhead während der Nachmittagsvorstellungen führte zu einer Reihe aufregender Zwischenfälle, bevor beide Tiere wieder eingefangen werden konnten. Ungefähr 2000 Zuschauer, fast ausschließlich Kinder, waren zu der Vorstellung, im Zirkus- zelt versammelt, als der Direktor kurz vor der letzten Nummer zu seinem Entsetzen bemerkte, daß zwei dreijährige Tiger, Romeo und Bengal, aus dem Käsig entsprungen waren und, ohne zunächst von jemand bemerkt zu werden, unter die Bankreihen krochen. Es gelang dem Direktor eine Panik zu vermeiden, indem er der Musik leise den Auftrag gab, die Nationalhymne zu spielen. Daraufhin verließen die Zuschauer, ohne eine Ahnung der drohenden Gefahr, den Zirkus und das Feld, auf Dornoüzen. Tageskalender für Freilag. Gloria-Palast (Seltersroeg): „Hallo, Janine!"j Spät-Dorstellung, 22 Uhr: „Stenka Rasin" und der Don-Kosaken-Chor. „Reisebegleiterin gesucht" mit Ittaria Paudler. Am Samstag, 12. August, gastiert im Stadt- theater Gießen die auch durch den Film bekannte Schauspielerin Maria P a u d l e r in dem Lustspiel von Heinz Klimmer „Reisebegleiterin gesucht — An- aebote unter F. 5000 postlagernd." Die Berliner Gastspieldirektion — Klubertanz — hat in Stück und Besetzung der Rollen wiederum eine glückliche Wahl getroffen. Das Gastspiel des Berliner Ensembles verspricht einen Abend beschwingter Heiterkeit. Die Vorstellung beginnt 20 Uhr und endet -gegen 22.15 Uhr. IMlitärkonzert beim Ruderklub „hassia". Am kommenden Sonntag veranstaltet der Gießener Ruderklub „Hassia" 1906 aus Anlaß des Opfer- tages der deutschen Ruderer aus seinem Platze an der Lahn ein großes Militärkonzert, das vom Musikkorps der Fliegerhorst-Kommandantur unter der Leitung von Musikmeister Pfarre ausgeführt wird. In den Pausen des Konzerts werden verschiedene wassersportliche Darbietungen zur weiteren Unterhaltung beitragen. Unsere Pimpfe und Hitlerjungen kommen am Sonntag zurück. Am Sonntag, 13. August, kommen unsere Pimpfe und Hitlerjungen von ihrer herrlichen Egerfahrt aus Eisenach, dem Endpunkt der Fahrt, zurück. Die Fahrtabteilung des Bannes und Jungbannes 116 trifft um 12.04 Uhr mit dem Zug aus Fulda in Gießen ein. Bannführer Taesler wird in einem Schlußappell an der Alten Klinik die Teilnehmer in ihre Heimatstandorte entlassen. Marschemheit Westfalen der HZ. unterwegs. Zu einer großen Kundgebung der nationalsozialistischen Jugend gestaltete sich die Verabschiedung des Adols-Hitler-Marsches 1939 in Siegen, die am 8. August 1939 auf dem Marktplatz der südlichsten Stadt Westfalens stattfand. Eine Anzahl von Ehrengästen der Partei, des Staates und der Wehrmacht wohnten der feierlichen Kundgebung bei, in deren Verlauf Gebietsführer G. A. L a n g a n k e die Marfcheinheit feines Gebietes verabschiedete und ihr den Befehl gab, die Feldzeichen der westfälischen Hitler-Jugend, 33 Bannfahnen aller Banne seines Gebietes, nach Nürnberg und dort am Führer vorbeizutragen. Die Marscheinheit der westfälischen Hitler-Jugend wird — wie mir,- bereits berichteten — von Rodheim her am Montag, 14. August, voraussichtlich noch in den Vormittagsstunden, unsere Stadt passieren, um dann am Abend in Lich zur lieber» nachtung zu sein. Die Zulassung zum einfachen Deamiendienst. Auf Grund der Verordnung über die Vorbildung und Laufbahnen der deutschen Beamten hat der Reichsinnenminister nunmehr eine Ausbildungsordnung auch für die Anwärter des einfachen Dienstes in der allgemeinen und inneren Verwaltung erlassen. Zur Laufbahn des einfachen Dienstes in der allgemeinen und inneren Verwaltung sind danach Militäranwärter, Anwärter des Reichsarbeitsdienstes und Versorgungsanwärter alten Rechts zugelassen. Zivilanwärter können nur zugelassen werden, wenn sich innerhalb einer bestimmten Frist keine geeigneten Bewerber der bevorrechtigten Gruppen gemeldet haben oder wenn sonstige Möglichkeiten der Abweichung von den festgesetzten Stellenoorbehalten gegeben sind. Für die Auswahl und Einberufung von Militäranwärtern usw. gelten die für dem er stand. Inzwischen hatten die Zirkusanhestell-, tert die Jagd^aufgenommen. Einer der Tiger raste durch einen Stall mit zwanzig Pferden, glücklicherweise ohne eines davon zu verletzen. Dann sprangen beide über einen vier Meter hohen Zaun auf einen benachbarten Fußballplatz, wo der eine, Bengal, rasch in eine Ecke getrieben und eingefangen wer-, den konnte. Romeo dagegen rannte auf die bewohnte Gegend zu. Ein zehnjähriges kleines Mäd^' chen, Nancy Shimmin, war unterwegs nach Hause, als es plötzlich den Tiger auf sich zukommen sah. Es flüchtete zu dem nächstgelegenen Hause einer Familie Miller, die ihm die Vordertür öffnete, ein paar Sekunden bevor der Tiger in ihrem Garten erschien. Sie konnten sich gerade noch zurückziehen und die Tür zuschlagen. Gleich darauf tauchte Romeos Kopf am Eßzimmerfenster auf, und die Familie suchte eilig Zuflucht in den oberen Räumen. Der Tiger setzte über, den Zaun in den Nachbargarten, wo ein Trupp von fünfzig.Verfolgern, Zirkusleute, Tierwärter und Polizei, ihn einhölte. Stevs Hill, ein Zirkusangestellter, kletterte auf das Dach einer Garage und öffnete die Tür, während Senor I. Vargus, nur mit einem Stöckchen bewaffnet, sich dem Tiger näherte, ihn hineintrieb und die Tür schloß. Ein fahrbarer Käsig wurde herangebracht, mit Schienen ein Laufgang gebaut und nun die Tür wieder geöffnet. Auf einen Pfiff des Wärters sprang Romeo mit einem mächtigen Satz wieder in die Gefangenschaft zurück. Eine Stunde hatts sein Ausflug in die Freiheit gedauert. B. Hochschulnachrichten. Professor Dr. jur. Siegfried Reicke, Ordinarius für Deutsche Rechtsgefchichte, Kirchenrecht, Bürgerliches und Handelsrecht an der Universität Mar^ bürg, l)at eine ehrenvolle Berufung nach Leipzig abgelehnt. Professor Reicke, 1897 in Nürnberg geboren, begann seine akademische Laufbahn als Dozent an der Universität Berlin; 1933 übernahm er vertretungsweise eine Professur in Königsberg und folgte 1936 dem Ruf nach Marburg. Dem nb. ao. Professor Dr. med. Albert Viethen wurde unter Ernennung zum Ordinarius an der Universität Erlangen der Lehrstuhl für Kinderheilkunde übertragen. Professor Viethen, 1897 Vr München-Gladbach geboren, hat sich 1932 in Freiburg habilitiert und war dort als Oberarzt an der Universitäts-Kinderklinik tätig. 1935 übernahm er vertretungsweise die Leitung der Universitäts-Kinderklinik in Heidelberg. Dem Dozenten Dr.-Jng. Karl Bechtold rourbd unter Ernennung zum ordentlichen Professor an der Bergakademie Clausthal der Lehrstuhl füij Maschinenkunde und Elektrotechnik übertragen. sie erlassenen besonderen Bestimmungen. Als Zivilanwärter können im wesentlichen nur Angestellte und Arbeiter zugelassen werden, die sich mehrere Jahre im Dienste der Verwaltung bewährt und das 27. Lebensjahr vollendet haben. Die Bewerber müssen die gesetzlichen Voraussetzungen für die Ernennung zum Beamten erfüllen und eine deutsche Volksschule mit hinreichendem Erfolg besucht haben. Gegebenenfalls sind auch fachliche Kenntnisse nachzuweisen. Voraussetzung für die Einberufung ist, daß der Bewerber auf Grund der von den beauftragten Hoheitsträgern der Partei auf Ansuchen der Anstellungsbehörde ausgestellten politischen Begutachtung die Gewähr dafür bietet, daß er jederzeit rückhaltlos für den nationalsozialistischen Staat eintritt. Der einberufene Bewerber wird im allgemeinen als Beamter „auf Probe" in der Eingangs- ftufe seiner Laufbahn anaestellt. Die Probezeit dauert sechs Monate. Der Anwärter führt wahrend dieser Zeit die Amtsbezeichnung mit dem Zusatz „auf Probe", z. B. „Amtsgehilfe auf Probe". Beamte „auf Probe" — die Probezeit kann um weitere sechs Monate verlängert werden —, die sich für ihren Dienst als körperlich unbrauchbar oder sonst in Fleiß und Anforderungen nicht genügend erweisen, sind zu entlassen. Nach erfolgreicher Probezeit wird der Beamte in seiner Stelle böstätigt. Die Dienstzeit, die Angestellte und Arbeiter als volle Arbeitskraft bei der allgemeinen und inneren Verwaltung ab-geleiftet haben, wird grundsätzlich auf den Probedienst angerechnet. Solche Angestellte und Arbeiter können alsbald auf Lebenszeit angestellt werden. Die Verordnung tritt mit dem 1. Dezember 1939 in Kraft. , Berufsschulpflicht der Pflichtjahrmädchen. Um bestehende Unklarheiten zu beseitigen, weist der Reichserziehungsminister durch Erlaß darauf hin, daß alle berufsschulpflichtigen Mädchen, die nach der Anordnung des Beauftragten für den Vierjahresplan über den verstärkten Einsatz weiblicher Arbeitskräfte in der Land- und Hauswirtschaft ihr land- oder hauswirtschaftliches Jahr ableisten, während dieser Zeit die ländliche bzw. haus- wirtschaftliche Berufsschule zu besuchen haben. August-Zuchtviehversteigerung in Gießen. In der Rhein-Main-Versteigerungshalle wurde am gestrigen Donnerstag und am heutigen Freitagvormittag die Zuchtoiehversteigerung des Monats August von den Landesverbänden der Rinderzüchter, Gruppe Fleckvieh und der Schweinezüchter in Hessen-Nassau, durchgeführt. Der Auftrieb, der bereits am Donnerstag erfolgte, zeitigte ein Ergebnis von 51 Bullen des hessischen Fleckviehs und 67 Ebern, davon 63 des Veredelten deutschen Landschweines und 4 des Weißen deutschen Edelschweines. Am Donnerstag wurde die Einteilung in die Wertklassen vorgenommen. Dabei erwies es sich, daß beim hessischen Fleckvieh keine Spitzentiere vorhanden waren, weil diese für eine spätere Veranstaltung zurückgestellt wurden. Das vorhandene Zuchtmaterial war zufriedenstellend, so daß 23 Tiere der Gruppe der herdbuchfähigen Bullen und 14 davon der Wertklasse II zugeteilt werden konnten. Bei den Ebern des Veredelten deutschen Landschweines konnten 23 von 63 Tieren der Wert- klasse II zugeteilt werden. Das Tiermaterial war ausgeglichener. Heute morgen fand die Versteigerung statt. * ** Ein Fünfundachtzigjähriger. Der Invalide Ludwig Stein, Anneröder Weg 18, kann am morgigen Samstag, 12. August, seinen 85. Geburtstag begehen. (Herzlichen Glückwunsch!) ** Ein Einundsiebzigjähriger. Am morgigen Samstag, 12. August, kann der Reichsbahnschaffner i. R. Karl Fischer, Krofdorfer Straße 4, seinen 71. Geburtstag feiern. Der betagte Mann erfreut sich aller geistigen und körperlichen Rüstigkeit. Wir beglückwünschen zum Geburtstage! ** Ehrung für Friedrich L u d w i g I a h n. Am gestrigen Donnerstagabend legte Oberturnwart Karl E r b im Namen der beiden Turnvereine (Turnverein 1846 Gießen und Mannerturn- oerein Gießen) am Jahn-Gedenkstein an der Ecke Berg- und Gartenstraße -aus Anlaß des 161. Geburtstages des Turnvaters Jahn einen Kranz nieder. Dor dem kleinen Kreis der Teilnehmer an dieser Kranzniederlegung gedachte Kamerad Erb in ehrenden Worten des deutschen Mannes und völkischen Vorkämpfers, in dessen Geiste es auch fernerhin für die körperliche Ertüchtigung unseres Volkes zu wirken gelte. ** Kleine Gäste aus dem Protektorat. Morgen früh um 7.35 Uhr werden unter der Obhut der NSV. 50 Kinder aus dem Protektorat Böhmen in Gießen eintreffen, die zu einem mehrwöchigen Erholungsaufenthalt in unserer Stadt und der Umgebung untergebracht werden. ' ** Entwichen. .Aus der Landes-Heil- und Pflegeanstalt an der Licher Straße ist dieser Tage der 56 Jahre alte Johann D r a d w o h l aus Gau- odernheim entwichen. Der Kranke ist 1,60 Meter qroß, hat schwarze Haare und einen Stoppelbart, ist kriegsbeschädigt und hinkt auf der linken Seite. Sachdienliche Mitteilungen über den Verbleib des Entwichenen erbittet die Gendarmerie Gießen bzw. die Landes-Heil- und Pflegeanstall, ** Austreten glimmender Tabak- r e ft e i ft Feuer- und Tierschutz! In letzter Zeit wurden dem Reichstierschutzbund wieder^ holt Berichte zugeleitet, wonach Hunde vornehmlich kleinerer Rassen nicht unerhebliche Brandoerletzun- gen durch das Treten in glimmende Zigarren- und Zigarettenstummel daoongetragen haben. Die glühenden Tabakreste hatte sich zwischen die Zehen oder Ballen geklemmt und die Behaarung angesengt, so daß den Tieren nicht unerhebliche Brand- oerletzungen zugefügt wurden. An die Bevölkerung ergeht aus Rücksicht auf die zwei- und vierbeinigen Barfußgänger sowie zwecks Brandverhütung die Mahnung, glühende Tabakreste auf der Straße nicht achtlos wegzuwerfen, sondern durch Austreten unschädlich zu machen. Aus der engeren Heimat. Bauern! Großdeutschland braucht zur Sicherung seiner Freiheit dringend eine Steigerung der Fetterzeu- gung. Steigert deshalb jetzt beträchtlich den Oel- fruchtanbau, ohne die Viehwirtschaft zu vernachlässigen. Die neuen erhöhten Oelsaatpreise sichern Euch die Wirtschaftlichkeit des Anbaues. Jetzt ist es Zeit, Raps und Rübsen zu bestellen. Laßt Euch dabei vom Reichsnährstand beraten! Unfälle auf dem Lande. Die Ehefrau des Bäckermeisters Müller aus Lützellinden stürzte beim Futterholen so unglücklich vom Wagen, daß sie einen Bruch der Wirbelsäule erlitt. — Mit schweren Rücken- und Beckenprellungen mußte der 40jährige Hilfsheizer Heinrich W einandt aus Großen-Linden in ärztliche Behandlung gebracht werden. Der bedauernswerte Mann war rücklings von einer drei Meter hohen Leiter abgestürzt. — Der 20jährige Reichsbahnarbeiter Erwin Mühlig aus Vetzberg schlug sich bei seiner Arbeit mit der Spitzhacke in den rechten Fuß und erlitt eine große und schmerzhafte Verletzung. Die Verunglückten wurden in die Chirurgische Klinik ausgenommen. Ein Versicherungsschwindler am Werk. Lpd. Nidda, 10. Aug. Nach dem tödlichen Un- alücksfall eines Mannes in einem Nachbardorf erhielten die Hinterbliebenen aus der Lebensversicherung einen größeren Betrag ausbezahlt. Einige Zeit später erhielten sie die briefliche [[Mitteilung von der Versicherungsgesellschaft, daß ihnen weitere 5000 RM. auszuzahlen seien, worauf aber 400 RM. für Unkosten bezahlt werden müßten. Ein Angestellter werde diesen Betrag in den nächsten Tagen kassieren, so daß dann die Auszahlung der 5000 RM. erfolgen könne. In der Tat erschien einige Tage später ein Mann, der die 400 RM. abholen wollte. Die Schwiegertochter des Verstorbenen war jedoch durch einige Umstände bedenklich geworden, so daß sie den Unbekannten bat, noch einmal wiederzukommen, weil der Betrag gerade nicht im Hause sei. Mit lebhaften Worten des Bedauerns über den vergeblichen Weg entfernte sich der Mann und blieb seitdem verschwunden. Eine Rückfrage bei der Versicherungsgesellschaft ergab, daß es sich um das auch an anderen Orten schon bemerkte Treiben eines gerissenen Schwindlers handelte, dem es unerklärlicherweise gelungen war, sich Briefbogen, Formulare und Umschläge der Versicherungsgesellschaft zu verschaffen, mit deren Hilfe er seine Schwindeleien einleitete. Die polizeilichen Ermittlungen nach dem Gauner sind noch im Gange. Landkreis Gießen. * Holzheim, 11.Aug. Am heutigen Freitag, 11.August, kann der Landwirt Hartmann Jäger in körperlicher und geistiger Frische seinen 8 3. Ge - burtstag feiern. Seine Ehefrau Klara, geb. Sames, konnte vor einiger Zeit ihren 81. G e - burtstag feiern. Seinen Lebensabend verbringt der Jubilar im Kreise seiner Angehörigen. Er nimmt noch regen Anteil am Zeitgeschehen. (Wir gratulieren herzlich.) Gesundheit durch richtige Ernährung. NSG. Nun gibt es reichlich Gemüse und Früchte, nach deren Vitaminen unser Körper besonders stark verlangt. Aber auf dem Lande, wo die Bäuerin so leicht Gemüse und Obst auf den Tisch bringen könnte, wird oft am wenigsten Gemüse gegessen. Die Frau scheut meist die Arbeit des Zubereitens, obwohl sie kaum größer rft als beim Fleisch. Fleisch muß zurecht gemacht und mit Zutaten versehen werden. In derselben Zeit ist auch ein Blumenkohl kochfertig. Außerdem ist er schneller gar als Fleisch, liefert also ein schnelles Mittagsgericht. Auch die Zubereitung von Salaten macht wenig Mühe, wenn sie frisch und jung aus dem Garten geholt werden. Die Landfrau hat durch ihren Garten die Möglichkeit, das Essen so vielseitig zu gestalten, daß Mann und Kinder sich ein Gericht nicht so bald über essen. Allein aus den Kartoffeln, die besonders gesund sind, wenn sie in der Schale gekocht werden, lassen sich unzählige Gerichte Herstellen. Die verschiedenen Küchenkräuter, die das Gewürzgärtlein der Hausfrau liefert, verändern diese Gerichte immer wieder. Sellerie an die Brühe getan, ergibt nicht nur eine gesunde Suppe, sondern auch einen Salat, der die notwendigen Vitamine enthält. Wenn die Landfrau während der Hauptfeldarbeit keine Zeit findet, Gemüse zuzubereiten, so kann sie sie während der Erntezeit einmachen oder zu Säften verarbeiten. Diese werden nach der Mahlzeit gereicht. Denn nicht nur Obstsäfte, sondern auch Mohrrüben- und Rote-Rübensäfte sind gesund. Die Landfrau ist verantwortlich für die Gesunderhaltung und richtige Ernährung ihrer Familie. In ihrer Hand liegt es, ob ihre Kinder gesund sind oder schlechte Zähne und Zahnerkrankungen bekommen, ob sie als Säugling von der Rachitis, der gefährlichen Kinderkrankheit, ergriffen werden oder später als junge Männer von der Teilnahme am Wehrdienst wegen Untauglichkeit ausgeschlossen werden.müssen. Jeder Ernährungsfehler macht sich bei den Heranwachsenden Kindern bemerkbar. Man sieht es der Frische der Kinder an, ob sie durch Gemüse und Früchte genügend Vitamine zu sich nehmen, man merkt es, wenn ihnen anstatt RoggenDer Täter mitten unter uns Roman von Kurt Riemann Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau L Sa. 3. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Und als sich Hellmers erstaunt erkundigte, ob er tatsächlich eine Ahnung von solchen Dingen hätte, da tönte es ganz friedlich — nur ein verstecktes Lachen gluckste dabei in der Stimme —: „Ach, so ’n bißchen! Ich bin nämlich der alte Perkins. Nehme an, daß Sie die Leute aus der Branche kennen." „Perkins ...? Etwa Sir John Perkins von der Londoner Großspinnerei und Webwaren Companie?" Ein trockenes Lachen von drüben war die Antwort. „Stimmt. Sie haben's getroffen. Ich bin Perkins, derzeit auf einem Europatrip befindlich. Aber deswegen brauchen Sie nun nicht gleich liebenswürdig zu werden! Erzählen Sie mir lieber mal ’n bißchen ausführlicher, was Sie da erfunden haben!" Da hatte denn der unbekannte, stellungslose Dr. Hellmers, der nicht wußte, wovon er in den nächsten Wochen seine Zimmermiete bezahlen sollte, dem Mann neben ihm im Stroh von seiner Erfindung erzählt. Von feinem Kampf, diese Erfindung als sein Geistesgut schützen zu lassen, und wie sie ihn gejagt hätten, um die Sache in die Hände zu bekommen ... dis er' kurz entschlossen, diesem Werk den Rücken drehte. „Ja, und bann habe ich den Riemen stramm gezogen, zu Hause weitergearbeitet, bis ich alle die grundlegenden Verbesserungen patentreif hatte." „Und dann?" „Dann habe ich mich rund tausend Meter überm Meeresspiegel ins Stroh gelegt und daraus gewartet, daß der liebe Gott kommt und mir das nötige Geld für mein Patent vorstreckt." Das war eine Frechheit. Aber einmal war es ja rundum stockdunkel, zum andern hatte Hellmers in diesem Augenblick gar kein Gefühl dafür. Was tat es auch, ob er dem bekannten englischen Industriellen fehle Geschichte erzählte ober einem Konfektions- reifenben im Eisenbahnabteil? Der eine wie ber anbere wirb mit geheucheltem Interesse zuhören, bebauernb nicken unb mit bem Ausbruck bester Wünsche roieber losgehen. Aber Hellmers hatte sich boch getäuscht. Der Nachbar jammerte nämlich nicht, jonbern schwieg in allen Tonarten, bis sein Schweigen langsam in ein gleichmäßiges Schnarchen überging. Am Morgen jeboch, als er sich ben Schlaf aus beri Augen wischte, stellte Hellmers zu seinem Erstaunen est, baß sein Nachbar sich bereits heimlich bavon- gemacht hatte. Kopfschüttelnb war er schon geneigt, bas Ganze für einen Traum zu nehmen, für einen Spuk der regenschweren Nacht. Aber auf dem Tisch entdeckte er dann eine schmale Karte: „John Perkins, London." Und auf ber Rückseite nichts als ein Wort: „Kommen!" Damit begann die seltsame Freundschaft zwischen den beiden ungleichen Männern. In jener Hütte begann sie und auf einem Felsvorsprung der südwestlichen Steilküste Englands endete sie. 5. M r. Pembroke taucht auf. „Guten Abend, Herr Doktor!" sagt ber schlanke junge Mann mit dem Gesicht eines verlegenen Primaners und erhebt sich von dem Sofa, auf dessen Kante er bisher gehockt hat. Ueberrascht bleibt Joachim auf ber Schwelle seines Zimmers stehen. „Wie kommen Sie denn in mein Zimmer? Wer sind Sie? Und was haben Sie hier zu suchen?" /Der junge Mensch wird schrecklich verlegen. „Entschuldigen Sie, Herr Doktor, ich war seit heute mittag bereits dreimal hier und immer sagte ihre Haushälterin, Sie seien verreist." „Ja, und was kann Sie das interessieren?" „Sehr viel, Herr Doktor. Ich mußte Sie doch sprechen." Belustigt schüttelt Hellmers den Kopf. Das ist ja eine merkwürdige Sache! „Jetzt mitten in der Nacht wollen Sie mich sprechen? Ja, sind Sie denn bei Tröste? Ich bin müde wie ein Hund und möchte ins Bett. Morgen habe ich tüchtig zu tun." „Ich weiß, ich weiß", nickt der junge Mensch eifrig. „Sie sollen die neuen Maschinen auf der Zehntonnenstraße ausprobieren! Ist sicher ein schönes Stück Arbeit. Gebe Gott, daß alles klappt, Herr Doktor. Ja, wenn bas ber alte Herr noch erlebt hätte!" Hellmers bleibt im ersten Augenblick starr vor Staunen die Sprache weg. Langsam schließt er die Tür hinter sich. „Alle Achtung! Sie scheinen ja glänzend im Bilde zu sein. Wer hat Ihnen denn diese Weisheit vermittelt?" Der große Junge lacht wieder verlegen und tritt von einem Fuß auf den andern. „Herr Doktor — ich — ich bin boch keine Plan- dertasche, nicht wahr? Bestimmt nicht. Ich weiß es und damit ist’s gut. Wer das gesagt hat, ist ganz gleichgültig, nicht währ? Das können Sie doch sicher begreifen?" „Vielleicht, aber noch immer kann ich nicht begreifen, was Sie eigentlich hier wollen. Wer zum Teufel sind sie eigentlich?" „Oh — Sie kennen mich nicht?" Das Jungen- aesicht staunt mit offenem Mund über die erschütternde Tatsache, daß Dr. Hellmers ihn nicht kennt. Dann zieht ein strählendes Lächeln über sein Gesicht. „Herrlich. Und ich habe immer gefürchtet, ich wäre viel zu bekannt. Ich heiße Pembroke, Ellery Allan Pembroke, wenn Sie geflattert. Seit zehn Jähren leite ich den — wie soll ich sagen — nun, den Geheimdienst in den Perkins-Werken." „Donnerwetter!" Joachim kommt aus dem Staunen nicht heraus. Mit ungläubigem Lächeln betrachtet er den jungen Mann da vor sich, der kaum den Anflug eines Bartes auf den Lippen hat und sich benimmt wie ein verlaufener Schulbub. „Sie sind — der berühmte, gefürchtete Pembroke, den alle kennen und niemand gesehen hat?" „Soll ich Ihnen etwa meine Papiere...?" „Danke! Danke!" wehrt Hellmers ab. „Ich glaube es Ihnen auch so. Entschuldigen Sie bitte mein Erstaunen, ich habe bas wirklich nicht hinter Ihnen vermutet." „Kenne ich!" lächelt Pembroke. „Kenne :ch! Man hält mich immer für ’nen Pennäler. Wenn ich ben Leuten 'erzähle, daß ich 1918 bereits im Geheimdienst arbeitete, halten sie mich glatt für wahnsinnig. Aber schließlich kann ich ja nichts dafür, daß die Natur mich offenbar im Jünglingsalter konservieren will, doch kommen wir zur Sache, Herr Doktor. Denn zu einem Plauderstündchen bin ich nicht bei Ihnen eingebrungen." „Eingedrungen?" „Natürlich!" Pembroke tut, als sei das ganz selbstverständlich. „Ihre Haushälterin hat mich keinen Zoll über die Schwelle gelassen. Die ist wachsam. Aber ich habe ja zu Ihrer Wohnung auch einen Schlüssel." „Sie haben ...?" „Einen richtigen Schlüssel! Hier!" Er hält Joachim tatsächlich einen Schlüssel vor die Nase, der seinem eigenen wie ein Ei dem anderen gleicht. „Ich habe die Schlüssel zu den Wohnungen aller unserer wichtigen Leute. War so eine kleine Eigenart Sir Johns, daß er ben Menschen mißtraute. Nur mir nicht. Ich bitte zu bedenken, daß ich dieses Vertrauen beinahe zehn Jahre nicht enttäuscht habe. Sie waren außer mir ber einzige, dem er im gleichen Maße vertraute. Obwohl Sie kein Engländer, sondern Deutscher sind. Das ist ein großes Lob für Sie und Ihre Nation, Mister Hellmers!" „Toll!" Hellmers wischte sich über die Stirn, denn ihm beginnt, vor diesem Mann unheimlich zu werden. Weizenbrot gegeben oder zu Gunsten des Brotes das warme'Abendbrot gestrichen wurde. Durch richtige Ernährung verhilft die Landfrau den Ihren zur Gesundheit, macht die Kinder zu starken Män- nern unb kraftvollen Frauen, um ihren Dienst an der Scholle zu erfüllen und ihre Aufgabe im Rah. men der Ernährungssicherung des ganzen Volkes zu übernehmen. Elf Personen wegen Oevisenvergehens verurteilt. Lpd. Frankfurt a. M., 10. Aug. In zwei« tägiger Sitzung verhandelte die Erste Strafkammer gegen elf Angestellte eines Reiseunternehmens, die sich gegen das Devisengesetz vergangen hatten. Es handelt sich dabei z. T. um Leute, die schon seit vielen Jahren bei dem Unternehmen tätig sind und sich bisher nichts zuschulden kommen lie- ßen. Die Angeklagten wurden je nach dem Grad der von ihnen hervorgerufenen Schädigung bestraft und erhielten G e f ä n g n i s st r a f e n von vier Monaten bis 3 Jahre drei Monate und außerdem Geldstrafen von 200 RM. bis 36 000 RM. Beschlag- nahmte- Erlöse wurden eingezogen. Zu Gunsten ber Angeklagten würbe angenommen, baß sie ber Meinung waren, daß ihre Manipulationen von gerin« gerer Bedeutung seien, da es sich nicht um Demsen- schiebungen herkömmlicher Art handelte, und daß mangelnde Kontrolle sie in die Lage versetzte, die strafbaren Handlungen zu begehen. Briefe aus !5rauelihänden. Bereits 20 Briefträgerinnen tm Dienst. Lpd. Frankfurt a. M., 10. Aug. Die Frank- furter Hauptpost hat neuerdings Frauen als Briefträgerinnen eingestellt. Bisher find es 20 Briefträgerinnen, die ihren Dienst im Frank- furter Hauptpostamt ausgenommen haben; in Kürze werden es 110 fein. Diese Maßnahme ist notwendig geworden, da die Paketumschlagstelle im Ostbahn- Hof für den Weihnachtsverkehr bedeutend vergrößert werden soll. Frankfurt ist die größte Paketumschlag, stelle im Reich, weil hier von allen Richtungen sich die Pakete kreuzen und umgeleitet werden müssen. Um allen Anforderungen gewachsen zu sein, soll eine größere Anzahl von Briefzustellern für den Dienst im Ostbahnhof abkommandiert werden, für die Frauen eingestellt wurden. Rundfunkprogramm Samstag, 12. August. 5 Uhr: Fvühmusik. Die Tanzkapelle des Reichs« fenders Breslau. 5.50: Bauer, merk auf! 6: Mor- genlied, Morgenspruch — Nachrichten — Gymnastik. 6.30: Frühkonzert In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Deutschland — Kinderland. Lachen und Weinen um ein Stückchen Himmel. Mutti fährt in Ferien. Plaudereien aus einer kinderreichen Familie. 8.40: Vom Landessender Danzig: Froher Klang zur Werkpause. 9.30: Nur Frankfurt. Gaunachrichten. 10: Schulfunk. Böhmen, H erstand des Reiches. Hörfzenen. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. „Wiener Bilder." Das kleine Orchester des Reichssenders Wien. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert (Fortsetzung). Stabs- musikkorps eines Luftgaukommandos. 14: Nachrichten. 14.10: Kinder, wie die Zeit vergeht! (Industrie - Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: Am Rande des alltäglichen Geschehens. 15.30: „Wind von Acker unb von Korn". Großstadt-Jungmädel erleben die bäuerliche Welt. 16: Frohsinn und Rhythmus. 18: Unb abends, wenn fein Dienst mehr drückt. Dec &>!• datenchor des I. Bataillons und das Musikkarps öes Infanterie-Regiments 105. Einlage: Kamerad, wo bist du? 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Buhne unb Film im Rundfunk. 20: Nachrichten. 20.15; Aus Zell an der Mosel: Zeller Schwarze Katz’. Winzerfest aus Zell an der Mosel. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.15: Sport in Kürze. 22.20 bis 24: Wir tanzen in den Sonntag. In Verbindung mit der NS.-Gern ein schäft .Irast durch Freude". ' „Und da schleichen Sie ganz einfach in die Wolp nung irgendeines Beamten ober Angestellten ..." „... wenn es die Umstände erfordern, gewiß. Das gehört zu meinen Aufgaben. Ab et eins vorweg, lieber Herr Doktor! Ich versichere Ihnen auf Ehrenwort, daß ich in diesem Raum nichts getan habe, als still unb bescheiden auf ber Kante des Sofas gesessen. Können Sie mir glauben?" Hellmers zuckt bie Achseln. „Was soll ich sonst tun? Ich muß wohl. Es will mir nur nicht in ben Kopf, baß ich in ben vier Jahren, bie ich nun hier arbeite, Sie noch nie gesehen habe!" Da lächelt Pembroke wieber sein Jungenlächeln unb meint ganz ruhig: „O boch! Gesehen haben Sie mich schon? Ich habe sogar schon einmal vier Wochen lang Ihr Laboratorium aufgeräumt. Bloß Sie haben den jungen Mann im blauen Pullover nie betrachtet. Aber nun lassen wir bas einmal beiseite; denn, was mich zu Ihnen führt, ist wichtiger. Herr Doktor, ich brauche Ihr volles Vertrauen unb Ihr Ehrenwort, daß nie ein Mensch von biesem Gespräch erfährt. Glauben Sie, mir beibes geben zu können? „Wenn es bas Interesse bes Werkes verlangt?" „Unb Ihr eigenes!" „Das zählt nicht. Hier gilt nur bas Wohl und Wehe ber Perkins-Werke." „Ich habe also Ihr Wort?" „Sie haben es." „Gut. Dann will ich Ihnen reinen Wein einschen' ken. Ich glaube Anhaltspunkte bafür zu haben, daß Sir John Perkins nicht freiwillig gestorben ist." nicht freiwillig? Wie soll ich bas verstehe/ Pembroke beachtet ben Einwurf gar nicht fährt fort, als habe er nichts gehört. „Weiterhin ist eine Gesellschaft von vorläufig UN' bekannten Dieben Ihrer Erfindung auf ber 6pur' So. Das ist allerhanb Ueberraschung um bie Mittel' nachtsstunde, nicht wahr? Aber ich mochte nicht länger warten." Mit einem Schlage schwindet R’J Lächeln. „Sir John Perkins ist ermorbet. Das wew ich, obwohl ich es nicht beweisen kann. Aber es M nicht nur um ihn, sondern um sein Werk. E haben wir nicht retten können, aber fein Werk nicht ebenso heimtückisch in bje Tiefe gerissen wer« ben wie er." ' In diesen Augenblicken ist aus dem Jünm'^ plötzlich ein Mann geworden, dessen Worte so ha» und bestimmt klingen, als flirre Stahl auf Stem. Impulsiv streckt ihm Hellmers die Hand entgegen. „Auf mich können Sie zählen, Pembroke. Sn jeder Lage. Wenn Ihr Verdacht wahr ist — wollen wir den Mörder jagen wie einen t311£n Hund!" - „Verlassen Sie sich darauf, es ist wahr. Geheimrat wurde ermorbet." /Fortsetzung folgt.) Wenn -ie Zähne vorzeitig ausfallen... Klima und paradentose. - Dorbeugen ist besser als heilen. Der Mensch braucht ein gesundes Gebiß. Ist der Mensch der Gegenwart noch so gesund, wie seine Vorfahren, die vor vielleicht tausend Jahren lebten? Wenn man heute die Zahl der Krebs- rkrankungen, der T u b e r k u l o s e f ä l l e getrachtet, so könnte das dazu verleiten, die Frage 11 verneinen. Aber früher starben zahlreiche Menschen n Krankheiten, die nicht richtig erkannt, und des- alb auch nicht als zu dieser oder jener Gruppe gehörige aufgesührt wurden. Außerdem starben sie im Durchschnitt alle erheblich früher, wodurch die Sta- istik eines Vergleichs zwischen der 5)äufigfeit des lluftretens einer bestimmten Krankheit einst und stzt wiederum verfälscht wird. Wir wissen heute mit Zestimmtheit, daß der Gegenwartsmensch an Lebenskraft seit tausend oder noch mehr Jahren nicht :-.as geringste eingebüßt hat, daß er anlagemäßig d gesund ist wie ehedem. Er tut heute nur eines: er schafft sich mehr Drankheitsmöglichkeiten durch ungesunde Lebensge- isohnheiten. Solche Gewohnheiten führen u. a. auch ui einem stärkeren Auftreten der großen Volks- ^ankheit, die durch vorzeitiges Ausfallen !er Zähne, durch das krankhafte Zurückgehen i3)n Knochensubstanz, Bindegewebe und Zahnfleisch les Zahnhalteapparates gekennzeichnet ist, und die 7ian als „P a r a d e n t o s e" bezeichnet. An sich hat 65 Zahnbettschwund, vorzeitiges Ausfallen der Zcih- also Paradentose ebenso wie Zahnfäule oder !>aries immer schon beim Menschen gegeben, sie ist um Teil sogar erbbedingt! Aber ihre Häufigkeit it ganz verschieden. fung von Zahnstein kann zu Paradentose fuhren. Das Zahnfleisch entzündet sich dabei, die Entzündung wandert vom Zahnfleisch zum Knochen, dieser wird zerstört, der Zahn verliert seinen Halt und fallt aus. Eine schlechte Blutoersorgung des Kiefers und Zahnsystems durch eine krankhafte Veränderung der feinen Blutgefäße kann ebenfalls Paradentose zur Folge haben. Auch einseitige Ernährung, z. B. das Fehlen des vor allem im Gemüse enthaltenen Vitamin C, das ja auch das Antiskorbut-Vitamin heißt, wird als Ursache bezeichnet, wenn auch auf der Tagung der Ernährung bei Paradentose nicht die überragende Rolle zu- gesprochen wurde, wie das bei vielen anderen Krankheiten der Fall ist. Auch das Zahnsystem braucht sein Training. Ausschlaggebend für den Erfolg einer Paradentosebehandlung ist, daß sie so frühzeitig wie möglich in Angriff genommen wird. Wenn ganze Zahnreihen wackeln, wenn der Betreffende sie mit der Zunge berührt, ist es zu spät. Ist der Lockerungsgrad noch nicht sehr stark, so gelingt es fast stets, durch einen Metallbügel den Zahn zu befestigen, ihn vom Kaudruck zu entlasten, bis er sich nach seiner Umstellung der Lebensweise des Patienten wieder gekräftigt hat. Während man noch vor wenigen Jähren eine Heilung bei Paradentose als aussichtslos betrachtete, gelingt es heute immer häufiger selbst bei erblichen Krankheitsfällen das Gebiß auf lange Zeit hinaus gebrauchstüchtig zu erhalten. Wichtiger als alle lokalen Maßnahmen und als die Behandlungsmethoden, die sich hauptsächlich von einer Aenderung der Lebensgewohnheiten und einer Ernährungsumstellung das Heil versprechen, ist die Vorbeugung, die beim Kinde beginnen muß. Das Daumenlutschen der kleinen Kinder beeinflußt oft den noch formbaren Kiefer so ungünstig, daß die Zähne später schief stehen und beim Kauen dann einseitig belastet werden, was zum Ausbruch einer Paradentose führen kann. Sowohl der Erwachsene wie das Kind müssen ihren Zahnhalteapparat ständig in Hebung halten. Man hat bei Säuglingen, die künstlich ernährt wurden, festgestellt, daß sie um 50 v. H. weniger Kieserbewegungen ausführen als Altersaefährten, die von der Mutter gestillt werden. Ein solches Kind kann nie einen gesunden, widerstandsfähigen Zahnhalteapparat ausbilden. Es ist von vornherein für Paradentose disponiert. Wer schon lockere Zähne hat, kann sich neben der unbedingt notwendigen ärztlichen Kontrolle durch Selbstbehandlung ausgezeichnet helfen. Neben einer gesunden Ernährung können eine tägliche Massage des Zahnfleisches mit der Fingerkuppe, dreimaliges Bürsten mit einer harten Bürste und einer säuerlichen Zahnpasta, ihm selbst in Fällen das Gebiß erhalten, wo sonst in kurzer Zeit ein vollständiger Zerfall eintreten würde. Damit erweist man nicht nur seinem Aussehen, sondern vor allem der gesamten Gesundheit des Körpers einen unschätzbaren Dienst; denn ohne vollständige Zahnreihen ist eine geregelte Verdauung und damit eine richtige Nahrungsaufnahme und Verarbeitung nicht möglich. Rifkabylen haben bessere Zähne ... Wie Dr. H r u s k a (Mailand) auf dem VIII. In- irnationalen Kongreß für Paradentoseforschung in ireiburg berichtete, kann man in Nordafrika eine Msame Beobachtung machen. Fast alle Kabhlen s-fteuen sich selbst im höchsten Lebensalter noch V.-5 Glanzes eines vollständigen Gebisses, während Ise benachbarten Araber, die unter genau denselben tiebingungen leb eh, häufig schon in jüngeren Jcch- nn kaum einen Zahn mehr im Munde haben, luß aber die Paradentose nicht erst hervorgerufen rurde durch die Verweichlichung des Menschen in« flcje höheren Kultur- und Zivilisationsstandes, be- I2ijen Untersuchungen an Schädeln von Menschen br Jungsteinzeit und an Alemannenschädeln, bei innen auch schon Paradentose nachgewiesen werden turnte. Allgemein ist die Krankheit jedoch in frühen Zeitaltern bei den Menschen der nördlichen Steren Klimazonen bei weitem nicht so verbreitet iwesen, wie in den heißen südlichen Ländern; jiälte schützte offenbar vor Zah n au s- ill. Wie sehr Zahn und Kieferbildung übrigens im d i e Rasse gebunden ist, ynö wie ungünstig ich auch hier Rassenmischung auswirken, bewies (in anderes von Dr. H r u s k a angeführtes Beispiel: i n einer Studienreise nach Finnland stellt er fest, !iß dort häufiger als anderswo Menschen mit zu- ü?nig Zähnen zu finden sind. Es zeigte sich, daß b?s fast ausnahmslos Nachkommen aus Ehen Mchen hochgewachsenen nordischen Frauen und versetzten finnländischen Männern mit ostbaltischem (-mschlag waren. Oie Ursachen der paradentose. Wenn in Deutschland heute in vielen Fällen schon panzigjährige Menschen von Paradentose befallen jiäb, kennzeichnet dies die Notwendigkeit einer o gant fierten Bekämpfung dieser §2 u ch e. Noch ist man sich über die letzten Ent- slMNgsursachen des krankhaften Zahnausfalls nicht nilos im Klaren. Man weiß jedoch, daß er bei bin Menschen auftritt, die — auch ohne erbbedingte fiira'dentoseanlage — ihre Zähne unbewußt allzu ichen Belastungsdrucken aussetzen. Menschen, die b. Schreckvorstellungen nachts mit den Zähnen li.rschen, pressen dabei den Zahn, der wie mit üiunmibänbern in der Knochenhülse bes Zahnhalte- aiparates aufgehängt ist, so stark, baß der Halte- ciparat geschädigt Wirb. Auch anormale Anhäu - Aus aller Wett. Zum Flugkapitän ernannt Der Wormser Flugzeugführer Ernst Seibert würbe vom Generalfeldmarschall Hermann G ö - ring zum Flugkapitän ernannt. Er erhielt gleichzeitig von Generaldirektor Dr. Koppen- b e r g die Goldene Junkers-Nadel. Flugkapitän Seibert hat zusammen mit seinem Kameraden Heintz zwei Weltrekorde auf Flügen zwischen Dessau und der Zugspitze errungen, die er über 1000 und 2000 Kilometer mit zwei Tonnen Nutzlast auf einem Junkers-Bomber aus führte. 600 Sack Zucker als deutsche Spende für Spaniens Sozialhilfe. In Bilbao traf der deutsche Frachtdampfer „Las Palmas" ein, der als Spende des Deutschen Reiches 600SackZucker für die spanische Sozialhilfe an Bord hat. Jenny ftammersgaarb zur zweiten Ostsee-Durchquerung gestartet. Die dänische Schwimmerin Jenny Kammers- g a a r b , bie im vergangenen Jahr bie Ostsee von Dänemark nach Deutschland burchschwamm, ist am Mittwochabenb, 20 Uhr, in Darsser Ort zu einer Durchquerung ber Ostsee in entgegengesetzter Richtung gestartet. Ihr Ziel ist bas bänische Hafenstäbtchen Gebser. \ Gummiwarenfabrik in Bromberg eingeaschert. In ber polnischen Gummiwarenfabrik „Siplo- nia" in Bromberg brach ein verheerendes Feuer aus, bas die ganze Fabrik einäscherte. Das Feuer' entstand durch eine Explosion in der flüssigen. Kautschukmasse. Ein Arbeiter wurde dabei schwer verletzt. Die Bemühungen der Feuerwehr waren 3um Scheitern verurteilt, weil es in ber ganzen Umgebung der Fabrik nicht einen einzigen Hydranten gab. 118 Iahre all geworden. In Craiova (Rumänien) starb im Alter von 118 Jahren Frau Trana Eonstantinescu. Sie war 1821 geboren, hatte dreizehn Kinder, von denen noch fünf am Leben sind, außerdem über hundert Enkel und Urenkel. Sie ist während ihres ganzen Lebens nicht ein einzigesmal krank gewesen, sondern war bis zwei Tage vor ihrem Tode munter und guter Dinge. Ihr Mann ist vor 23 Jahren im Alter von 95 Jahren gestorben. Goldvorkommen in Spanien entdeckt. Eine allem Anschein na'ch bedeutende Goldader ist bei Robledillo de Gata in der spanischen Provinz Caceres entdeckt worden. Die Goldader weist einen außerordentlich hohen Gehalt an reinem Gold auf. Der Gauleiter von Caceres hat sofort General Franco auf telegraphischem Wege Bericht erstattet. Dieser hat einen größeren Betrag für Forschungsarbeiten zur Verfügung gestellt und Techniker zur Prüfung des Goldvorkommens entsandt. Kunst und Wissenschast. OeutscheKuttursilm-ErfolgeinVenedig Venedig, ll.Aug. (DNB.) Auf ber Internationalen Filmkunst schau kamen an den auf die Eröffnung folgenden beiden Spieltagen Frankreich, die Schweiz und die tschechische Produktion des Protektoratsgebietes mit Spielfilmen ZU Wort. Der französische Film „Hinter der F a s s a d e" (Derriere la Fagade) unter der Spielleitung von Mi ran de und Lacombe behandelt mit typisch französischem Geschick Vorgänge aus dem Leben des Alltags. Er fand eine recht gute Aufnahme. Mit dem Film „Das Gold in den Berge n") (L’Or dans la montagne) — Spielleitung Max Haussier — gab die Schweiz zu ernennen, daß auch die Filmkunst dieses kleinen Landes eine beachtliche Höhe erreicht hat. Hervorzu- heben sind die herrlichen Bilder von der Hochgebirgswelt. Eine starke Wirkung ging von den unter der Spielleitung von Ladislav Brom hergestellten tschechischen Film „Der Vagabund Macoum" aus. Auch ohne Uebersetzung des tschechischen Textes konnte man dem Geschehen mit der größten Selbstverständlichkeit folgen. Sehr erfreuliche Leistungen zeigte der Kultur- film. Hier sind es wie in den vergangenen Jahren die deutschen Dokumentarfilme, die einen besonderen Platz einnehmen. Mit starkem Beifall wurde der herrliche Film „Flieger zur See" ausgenommen, der in unübertrefflicher Photographie ein fesselndes Bild von der Tätigkeit der deutschen Marineflieger entwirft. In dem vom Propagandaamt der DAF. hergestellten Film „Schiff 754" wird das Entstehen des Urlauberschiffes „Wilhelm Gust- lofs" gezeigt. Hier spricht der Geist der Arbeit, der deutschen Technik seine machtvolle Sprache. Die herrlichen Kunstschätze Deutschlands allen zugänglich zu machen und gleichzeitig zu werben, liegt in der Absicht des schönen Films der Reichsbahnzentrale „Schatzkammer Deutschland". Hervorragender Photokunst gelang es, deutschen Kunstwerken eine Plastik zu verleihen, die immer wieder überraschte. — Städte und Landschaft Griechenlands hat sich der schweizerische Regisseur Fred Sur- v i l l e zum Gegenstände mehrerer Kulturfilme gewählt, von denen am eindrucksvollsten der Film von der Stadt Athen wirkte. 7000 deutsche Arbeiter erleben Bayreuth. Bayreuth, 10. August. (DNB.) Die Festspielstadt Bayreuth steht in diesen Tagen im Zeichen der 7000 KdF.-Urlauber, die es Reichsorganisationsleiter Dr. Ley danken, daß ihnen dieses Kunsterleben zuteil wird. Die Teilnehmer sind aus allen deutschen Gauen zusammengekommen. Eine Anzahl von Reichsautobahnarbeitern ist gleichfalls unter den Festspielbesuchern. Ein besonderes Ereignis war das Werkkonzert, das in der Ludwig-Siebert-Halle 2500 Arbeitskameraden aus den Bayreuther Betrieben vereinigte, und das, von 7 Neichssendern übertragen, Millionen zum Kunstgenuß wurde. Oie Feier am Tannenberg-Ehrenmal. Hohen st ein, 10. Aug. (DNB.) In wenigen Wochen jährt sich die ruhmreiche Tannenbergschlacht zum 25. Male. Etwa 150 000 deutsche Volksgenossen werden für diesen Tag zum Staatsakt am Reichsehrenmal Tannenberg erwartet. Seit längerer Zeit ist in dem kleinen ostpreußischen Städtchen Hohen st ein die Aufmarschleitung bei der Arbeit, um einen glatten Verlauf des 27. August zu gewährleisten. Die etwa 150 000 Volksgenossen aus Ostpreußen, Teilnehmer der Tannenbergschlacht und die Soldaten der neuen deutschen Wehrmacht werden in 42 Sonderzügen nach Hohenstein herangeführt werden, andere kommen auf Last- oder Personenkraftwagen. Die Hitler-Jugend wird zu dem Staatsakt aus Ostpreußen etwa 20 000 Hitlerjunaen und BDM.-Mädchen in einem dreitägigen Radfahrmarsch nach Hohenstein führen.. Aus dem übrigen Reichsgebiet werden die Volksgenossen in 16 Sonderzügen zum Reichsehrenmal gebracht. Der Staatsakt beginnt am Vormittag mit einer Kranzniederlegung im Reichsehrenmal, bei der die Fahnen der ehemaligen Schlachtregimenter von Tannenberg und ihrer Traditionsregimenter, sowie sämtliche Fahnen des I. Armeekorps einschließlich der Fahnen ber Luftwaffe und der Marine, ange». treten sein werden. Verdiente Offiziere und Mannschaften werden an dieser historischen Stätte eine besondere Ehrung erfahren. Nach der Kranznieder- legung marschieren die Fahnen und bie Ehrengäste auf dem großen Platz vor dem Reichsehrenmal', wo die etwa 150 000 Volksgenossen bereits zu dieser gewaltigen Kundgebung am Erinnerungstage der Schlacht von Tannenberg aufmarschiert find. Etwa 40 000 Schlachtteilnehmer werden an der denkwür- bigen Kundgebung teilnehmen, und der weite Platz wirb von 2500 Fahnen der Bewegung" umsäumt. Der Kundgebung schließt sich eine große Feldparabe an, an der sämtliche Waffen unb auch Verbände der Luftwaffe beteiligt sind. Büchertisch. — Carl Oskar Jatho: „Stromeinsamkeit und ein Menschenherz". Ein Dona u b u ch. Kleine Bücherei des Verlages Albert Langen/Georg Müller, München. Preis 0,80 RM. Wer das gesegnete Stromland der ins Reich heim- gekehrten Ostmark kennenlernen will, wird sich ihm, der uns kundig zu führen weiß, gern anvertrauen. Und so begleiten wir ihn denn von den Auen unb Wäldern ber jungen Donau bis hinunter in bie Wachau, durch Stromengen, an stillen Felbern, alten Städtchen unb Fünen Burgen entlang auf seiner stimmungsvollen Paddelbootfahrt unb werden rasch gut Freund mit ihm und mit der Land- schaft dieses alten deutschen Schicksalsstroms. Hinter -en Kulissen -es Puppentheaters. Von Hans Brandenburg. Mit dem Auto kommt das Theater angefahren, oh?r yicht mit einem Lieferwagen, sondern einem »gewöhnlichen Personenwagen, den kleine, grüne ssMstervorhänge — ein angedeutetes Zunftzeichen — tl den alten „grünen Wagen" der Fahrenden aus- ( öiifen. Auf den beiden Rücksitzen hat die ganze zu- Immengelegte Bühne mit allen Figuren, Kulissen, Üguisiten und technischen Einrichtungen Platz: zwei Inten und Zubehör. Der Chauffeur am Steuer ist i U lrich Theaterdirektor und sein eigener Theater- haiter, Theatermaler, Maschinist, Sprecher, ja, der ccöpfer aller seiner Spiele und Spieler, und die 2cme neben ihm, seine Frau, ist sein ganzes Perfol, feine Kostümschneiderin, feine Mitsprecherin, Mer in. l'tewiß, es gibt raffinierte Marionettentheater, j:koe, die einen Stab von Künstlern, Entwerfern, Gdiaufpielern, Sängern beschäftigen, die ihre Fi- fiiien von stumm bleibenden Personen, jede möglichst i:t einer anderen, führen lassen, während die Spre- dt: und Sänger der Rollen svnst nichts zu tun htm, und die ein Repertoire aus der gesamten fetaufpieh und Singspielliteratur aufführen. Es fü gute und beste Theaterchen darunter, aber ihr Crneinfames besteht darin, daß sie mit dem Theater trilebenben Menschen wetteifern, daß sie es mehr t!e' weniger nachmachen, vielleicht auch mehr oder t?figer zu übertreffen suchen. Die künstlerischen ^penspiele entstammen noch ganz dem Wesen und ü'riWelt der Puppe und der echten Tradition des ^Ipenspieles. Dazu gehört, daß sie immer Kasperl, »fr! Unverwüstlichen, zum Helden machen. Dazu ge- m., daß sie sich unverhohlen zum Primitiven, Ur- ^ifigen bekennen, zum Holzgeschnitzten der Köpfe, Eie auch der Hände, zum gesteigerten Ausdruck in J* rm Unverhältnismäßigen der Glieder und in dem k ontieren ihrer Bewegung. Dazu gehört, daß alles erster und eigener Hand ist, alles selbst gemacht, vc selbst gedichtet, der Dialog gar aus dem ©teg= ~ kupz, dazu gehört diese Personalunion, das ^göttliche einer kleinen Weltschöpfung, einer Welt o* Qauberer, Engel, Tierbändiger, Wucherer, armer • p»» Menschenfresser, Marsbewohner, Spießbürger, Achrten, jungen Damen und Bauern — aller > "^»schichten unter, auf und über der Erde. JöO sah den Puppenspieler im Sommer zwischen ! UstWalieren, Graswald und Klatschrosen mit auf» gekrempelten Hemdärmeln und Arbeitsschurz über feinem Schnitzwerk sitzen. Er schnitzte frei aus der Hand, den Holzklotz unter dem Messer unter die Brust gestemmt. Den Feldrain nebenan kränzten Kornblumen und Mohn, und die Roggenblüte roch warm wie ein Backofen nach Brot. In der Wohnstube drinnen reihte sich an der Wand der „Weg zum Christ": Kasperl als Bub und Berta, das aller- bravste Mädchen, ihre Eltern, das heilige Paar und das Christkind, und am Ofentür! hingen frisch bemalt kopfüber Pharao und der englische Archäologe Professor Krubauwau und seine Tochter Miß Anny zum Trocknen. Und dann fährt der Puppenspieler zu Gastspielen in Schulhäuser und andere Säle. Wenn er wo angekommen ist und abgelabet hat, bann quellen an Ort unb Stelle bie Kisten über vom Bilberbuch bunter Schauplätze unb von Zwergenmöbeln unb Puppenstubenbingen. Kein Weihnachtsmann entläßt aus feinem großen Sack solche lieber» raschungen, wie sie hier aus lauter kleinen Säcken sich herausschälen,. autz beren jebem ein ganzer Mensch ober ein ganzes Ungeheuer zum Vorschein kommt. Die leeren Kisten hüben bann ben Sockel für ben Bühnenboben, ber mit einer ganzen Reihe Dersenkungsklappen versehen ist, Schrauben unb Klammern liegen bereit, unb schnell erhebt sich, aus ein paar Latten und Lattenrahmen bestehend, das szenische Gerüst. Nichts als Pappdeckel mit bunten Treiben bemalt, finb bie Seitenkulissen unb Hinter- grünbe für nächtliche Straße. Wohnstube, Schloßpark, Gefängnis, unb seitlich, rechts unb links von ben Kulissen, ba finb sie alle aufgehängt, die Herrschaften, die in dem heiteren Spiel „Die Mondlaterne" mitwirken sollen, jedes^ an acht oder neun Fäden: der Mond mit Armen und Beinen, Kasperl, Herr und Frau Meier, König und Königstochter, Diener und Teufel, auch die Laterne hängt ba, in bie ber Monbmann bie Erfüllung für brei Wünsche eingeschlossen hat. Ober „Kasperls Fahrt zum Mars" wirb aufgebaut: ba baumelt, außerhalb einer Mars- lanbschaft ber Ingenieur Nepomuk Luftschuß neben seinem Raketenschiff, ba baumeln Kasperl unb seine Eltern, ber Zirkusbirektor Joachim Löwensprung, bie Marsmenschen, als ba finb ber Marsfürst, bie Marsminister, ein Zweikopf unb ein Ungetüm. Wenn ber Puppenspieler zwischen bissen Gestalten unb Szenen fauernb, hämmert unb bastelt, bann ist er Gulliver im Zwergenreich. Schon wirb er fertig, aber schon haben sich auch bie Sitzreihen vor bem Vorhang gefüllt. Die Lichter ber kleinen Rampe werben eingeschaltet, auf einen Hebelzug klingelt unb trillert eine Spieluhr bie Ouvertüre: „Das Wanbern ist des Müllers Lust", den Lindenbaum oder den Radetzkymarsch, Herr und Frau Direktor steigen auf Hocker, von wo sie hinter und über den Wolken Stimmen und Schicksale herabsenden, das Unmöglichste möglich und das Unglaubhafteste glaublich machen, daß bie Kinder lachen unb weinen unb bie Erwachsenen auch zu Kinbern werben; sie ergreifen mit jeber Hanb eines ber kleinen hölzernen Führungskreuze, an benen bas Fäbenspiel ihren Figuren gehorcht, unb der Vorhang geht hoch ... Oie Geschichte vom Fenster. Von Hans Joachim Mütter. Mit ben Unzuträglichkeiten, die uns auf Reisen zuweilen begegnen, ist es eine eigene Sache. Es kommt in den meisten Fällen nur darauf an, wie wir die Dinge aufnehmen. Und daran hapert es eben. Da war an einem schönen Sommerabend der Schlafsaal des Watzmannhauses restlos ausverkauft. Als die letzten Ankömmlinge unter die Decke gekrochen waren und die vorschriftsmäßige Nachtruhe hätte beginnen sollen, erhob sich nach einleitendem Aechzen und Stöhnen eine kräftige Männerstimme mit der Feststellung: Das sei ja hier eine Lust zum Ersticken. Man hört, wie sich jemand im Bett wälzt, trapp, trapp, trapp, Schritte durch den Raum, das Fenster wird aufgemacht, trapp, trapp, trapp, jemand steigt wieder ins Bett. Stille. Aber jetzt räuspert sich eine andere Kehle. Ja, sie hüstelt, sie hustet sogar, denn es" ist ihr ernst. Und die andere Stimme erklärt bescheiden, aber voll Festigkeit, ihr Bronchialkatarrh vertrüge keinesfalls' diese eisige Bergluft. Trapp, trapp, trapp, Fenster zu, trapp, trapp, trapp. Schwung ins Bett. Der Husten verstummt befriedigt, das Aechzen jedoch erhebt sich wieder. „Naa, a solchem Lust!" Schritte, Fenster auf, Schritte, Sprung ins Bett. Die Luft ist sofort merklich besser. Räuspern, Husten, „— glauben Sie, ich hole mir eine Lungenentzündung wegen Ihnen bei meiner unterhöhlten Gesundheit?" Eilige Füße, Fenster zu, Laufschritt zurück, krach in die Falle. Nunmehr sind auch die letzten Schläfer aufgewacht, zwölf Uhr nachts, und wer ba Sportgeist hat, lauscht in das Dunkel und harrt voller Spannung der Dinge, die kommen müssen. Aber es gibt nur Stellungskrieg. „Himmiherrgottsakra!" stöhnt die erste Stimme gar lästerlich, und sie sei keineswegs geneigt, sich von einem Weichling die Lust abschneiden zu lassen. Atmen muß der Mensch halt. Sprung auf, marsch, marsch, das Fenster fliegt auf, ein tiefer, befreiter Atemzug folgt. „Ich hole mir aber nicht den Tod!" hustet verzweifelt der Bronchialkatarrh. „Legen Sie sich doch ins Freie auf die Steine, wenn es Ihnen Spvß macht. Sie — Sie Neandertaler!" Das Fenster schlug zu. Das Fenster ward aufgetan und ging wieder zu. Schritte trappten immer eiliger durch ben nächtlichen Raum. Die Matratzen krachten. Niemand tat ein Auge zu. Schließlich schlug einer aus Sachsen in dem beschwichtigenden Tonfall dieses Landes vor, das Fenster in Anbetracht des nahen Morgens doch ein kleines Stückchen aufzumachen, da sei jedem geholfen, vor allem denen, bie schlafen wollten. So geschah es. Der Lufthungrige schlief seufzend ein, während sich der Bronchialkatarrh nur noch schwächlich räusperte. Als sich aber die ersten Schläfer im grauen Morgenlicht zum Ankleiden erhoben, siehe, da zeigte es sich, daß das umkämpfte Fenster den Streit mitnichten verlohnt hatte. Es war tags vorher einem Unfall zum Opfer gefallen und befaß gar keine Scheibe mehr. Die wackeren Männer hoben es heraus unb legten schlicht ben leeren Rahmen wie einen Heiligenschein ums Haupt des schnarchenden Brottchialkatarrhs. Zeitschriften. — Die neue Nummer der Leipziger Jllu» ftrirten Zeitung enthält u. a. zwei naturgetreue farbige Wiedergaben von Gemälden aus dem Wallraf-Richartz-Museum in Köln. Aus dem übrigen Inhalt erwähnen wir eine ganzseitige Auf- nähme von Frau Goebbels und ihren Kindern, einen doppelseitigen Bildbericht über die Reichs- wettkämpse ber SA., sowie eine ausführliche bildliche und textliche Würdigung der deutschen Universität in Prag. Im Mittelpunkt dieses Heftes steht ein umfangreicher Modebeitrag, dem sich ein interessanter Bildbericht unter dem Titel „Geheimnisvolles Leben der Tiefsee" anschließt. Erwähnenswert ist auch die Artikelfolge „Große Deutsche in Italien", in deren Rahmen diesmal folgende Themen behandelt werden: „Johann Joachim Winckelmanns letzte Jta» lienfahrt", „Goethe in Rom", „Richard Wagner in Italien" unb .Ltalien-Flucht Nietzsches", Edelweißabzeichen für unsere Gebirgstruppe Gießen m 94,5 Börse Elf Jahre alter Rekord unterboten v. 5). Rhein-Mainische Börse. Mittagsbörse Aktien uneinheitlich. In einer Sitzung der Kreisfachwarte des NS.- Reichsbundes für Leibesübungen, die gestern abend im „Bayerischen Hof" stattfand, wurde durch Kreis- sportwart Mohr ein umfasselider Ueberblick über das bevorstehende Bundesfest des Kreises VIII im NSRL. gegeben, das am 19. und 20. August in Grünberg stattfindet. Mit besonderer Freude nahm man davon Kenntnis, daß für die Wettkämpfe, die mit dem Bundesfest verbunden sein werden, sehr viele Meldungen eingegangen sind. Da die verschiedensten Fachämter aktiv an der Veranstaltung beteiligt sind, rechnet man mit insgesamt über 1300 Wettkämpfern. Allein für den volkstümlichen Dreikampf liegen 800 Meldungen vor. Für das Schwimmen wurden 100, für das Radfahren ebenfalls 100, für das Schießen 250 und für die Schwerathletik 50 Meldungen abgegeben. Die große Zahl der Teilnehmer an den Wettkämpfen stellt außerordentliche organisatorische Anforderungen. Trotz alledem hofft man, daß die Wettkämpfe am Sonntagmittag abgeschlossen sein können. Mit besonderer Freude nahmen die Kreissachwarte davon Kenntnis, daß die Hitler-Jugend und BDM. mit insgesamt 400 Kameraden und Kameradinnen vertreten sein werden. NSG. Im Rahmen einer Beratung mit den Ratsherren der Stadt Frankfurt a. M. wurde am Donnerstagnachmittag im Römer der neue Frankfurter Stadtbaurat Arntz von Gauleiter Sprenger in sein Amt ein- gesührt. Dabei machte der Gauleiter grundlegende Ausführungen über die bauliche G e st a l t u n g von 'Frankfurt a. M., die einer Gauhauptstadt würdig sein müsse. Seit längerer Zeit war Frankfurt ohne einen Stadtbaurat. Auf Vorschlag von Gauleiter Sprenger als Beauftragter der Partei wurde nunmehr der Stadtbaurat Arntz aus Köln zum Stadtbaurat der Gauhauptstadt ernannt. Die Einführung des neuen Stadtbaurats nahm Gauleiter Sprenger am Donnerstagnachmittag vor einer Beratung der Rats- Herren vor. In seinen Ausführungen ging der Gauleiter zunächst auf die Gemeindeordnung ein, die bestimmt, daß bei Ernennung und Abberufung von führenden Männern in der Verwaltung die Partei bestimmend eingeschaltet werden muß. Der Gauleiter wies hierbei u. a. darauf hin, daß er für eine Reihe von Stödten, und besonders für Frankfurt a. M-, Die Entscheidungen sich selbst vorbehalten und nicht damit untere Parteidienststellen beauftragt habe. Er werde sie erst dann damit beauftragen, wenn der Reichsgau erklärt ist. Jetzt und später sei aber immer bei der Ernennung von leitenden Beamten zu prüfen, ob sie bewährte Nationalsozialisten sind, um im Auftrage des Führers handeln zu können Der Gauleiter betonte dann die Verantwortlichkeit des Amtes eines Baurates in einer so wichtigen Stadt wie Frankfurt a. M., die den bedingungslosen der Marburger für die kommenden Punktkämpfe einzuspielen. Es ist kein Geheimnis mehr, daß die Grün-Weißen von jetzt an auf die guten Spieler der Luftwaffe verzichten müssen, da die Flieger einen Luftwaffensportverein ins Leben gerufen haben. Die Grün-Weißen haben aber genügend Spielermaterial, um auch ohne Soldaten eine starke Mannschaft zu stellen, die mit zu den besten dieser Gruppe zählen wird. Die Marburger, die von ihrem alten Kämpen Heinz Fischer trainiert werden, schlagen eine scharfe Klinge und beim Vorspiel mußten sich die Grün-Weißen knapp geschlagen bekennen. Die Gäste haben ihre Mannschaft durch Jugendspieler stark verjüngt und konnten am letzten Sonntag anläßlich des Kreisschiedsrichtertages in Marburg ihr Können unter Beweis stellen und gewannen gegen ihren Rivalen Hartenrod sicher. Don den alten Spielern ist außer Fischer noch Schuppert, Rueff und Weigand dabei, die jungen Kräfte fügen sich gut in die Mannschaft ein und versprechen eine große Verstärkung. Die Grün-Weißen werden voraussichtlich mit folgender Mannschaft antreten: Gottschalk (Benner), Mühl, Kramer (Leutheuser), Kraft, W. Leutheuser, Lehrmund, Schlitz, Godglück, Heß, Koch Mattern. Diese Elf sollte stark genug sein, den Marburgern einen Sieg schwer werden zu lassen, man wird daher auf dem Waldsportplatz mit einem spannenden Kampf zu rechnen haben. berget Schwimmbad. Die Schwerathleten werden im Festzelt auf dem Podium ihre Kämpfe austragen. Die Radfahrer starten zu einem 50-Kilometer- Rennen der Jugendlichen und zu einem 100-Kilo- meter-Straßenrennen der Aktiven. Die Strecke führt von Grünberg über Reiskirchen mach Gießen, von Gießen nach Lich und über Münster nach Grünberg zurück. Die Jugendlichen fahren die Strecke einmal. v. H. gewannen auf 148,65. Zellstoffwerte waren erneut angeboten, Aschaffenburger 86,65 (88), Waldhof 107,75 (108,50). Vorwiegend nur knapp gehalten lagen Montanwerte, Hoesch 105,40 (105,65), Klöckner 114,13 (115), Verein. Stahl 97,25 (97,50), dagegen Mannesmann 103,25 (103,13). Matt tendierten Schiffahrts- und Verkehrswerte, Hapag 44 (45), Nordd. Lloyd 46 (47,75), AG. für Verkehr 107,50 (109,50). Im übrigen kamen vorerst noch AEG. mit 112,50 (112,75), Gessürel mit unverändert 125,50, Rheinmetall mit 115,75 (116), Heidelberger Zement unverändert 142,50 und Reichsbank mit 179,75 (179,50) zur Notiz. Renten lagen nach wie vor äußerst ruhig und im ganzen wenig verändert. Dekosama I zogen 0,25 v. H. an auf 136,75, während Serie II 0,25 v H. abbröckelten auf 155,40. In Pfandbriefen überwog bei unveränderten Kursen leichtes Angebot. Liguidationspfandbriese bröckelten zum Teil 0,13 v. H. ab. Stadtanleihen lagen unverändert, Industrie-Obligationen schwankten bis 0,25 v. H., 5 v. H. Eisenbahn-Rentenbank 0.50 v. H. schwächer mit 96. Im Freiverkehr gaben Kommunal-Umschuldung auf 93 (93,13) nach, Steuergutscheine lagen im außerbörslichen Verkehr behauptet. An den Aktienmärkten blieb es im Verlaufe äußerst ruhig, die Kurse tagen mangels weiterer Aufträge behauptet. Weiter fest aber IG. Farben mit 149 50 nach 148,65. Die erst später notierten Papiere wichen 0,50 bis 1 v. H. ab, während Westdeutsche Kaufhof 1,25 v. H. verloren auf 95,50. Im Freiverkebr blieb es sehr still. Tagesgeld unverändert 2,25 v. H. Zeder kann helfen; Durch einen Ferienplatz für ein erholungsbedürftiges Kind! Abendbörse behauptet. An der Abendbörse war die Gesamthaltung trotz fortdauernder Zurückhaltung und demzufolge nur kleinem Geschäft gut behauptet. Die Kurse entroll» kelten sich am Aktienmarkt uneinheitlich, wobei die Schwankungen kaum mehr als 0,25 bis 0,75 v. H. ausmachten und sich ziemlich ausglichen. IG. Farben gaben von ihrem hohen Mittagskurs 0,50 v. H. ab auf 149, ferner waren AEG. mit 112,13 (112,50), Scheideanstalt mit 205 (205,25), Demag mit 138 (138,50), Adlerwerke mit 99,50 (99,7b), Buderus mit 94,25 (94,50) und Rheinmetall mit 115 (115,75) nur knapp gehalten. Anderseits ^san- Kopfkohl im Vordergrund. Der Gemüsemarkt weist jetzt eine der Jcchreszeii entsprechende außerordentlich reichliche Beschickung aus. Vor allen Dingen steht Frühweißkohl in aus« gezeichneter Beschaffenheit und in großen Mengen zur Verfügung, daß die Unterbringung nicht imme möglich ist. Es wäre daher wünschenswert, wenn die Verbraucher in stärkerem Maße auf WeißkoY zurückgreifen würden. In ebenfalls überreichliche Mengen wird der Markt mit Wirsing- und Rotkoy beliefert, die gleichfalls mehr Beachtung verdienen- Die Belieferung mit Blumenkohl ist ausreichend vi reichlich. Bei Karotten ist gleichfalls ein f/ärrere Verbrauch erforderlich. Einen Anstieg weisen o Zufuhren von grünen Bohnen auf, so daß 0 Märkte in vollem Umfange des Bedarfes verfeye waren. Eine kusreichende Beschickung war auch D Kopfsalat zu beobachten. Salatgurken wurden t genügenden Mengen angeliefert. Günstige LJ kaufsmöglichkeiten bieten sich jetzt ferner bei beln, da die Eigenernte an Frühzwiebeln in volle Gange ist und außerdem auch ausländische Zwieo zur Verfügung stehen. nen Ilse Genuß 1 v. H. auf 134, Harpener nach Pause 1,25 v.H. auf 130,75, MAN. 50 v.H. auf 142,50, Gessürel 0,50 v. H. auf 126, ferner BMW., Holzmann und Licht und Kraft je 0,25 v. H. Verein. Stahl mit 97,50, Mannesmann mit 103,13, Rhein» stahl mit 124,75 und Hoesch mit 105,40 blieben behauptet. Von Renten bröckelten 6 v. H. IG. Farben auf 120 (120,13) ab, Reichsbahn-VA. notierten unverändert 122,65. Steuergutscheine I hatten bei unveränderten Kursen kleines Geschäft. Freitag, 11. August, fällt die Abendbörse aus Anlaß der Kundgebung der Wirtschaftskammer Hessen aus. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 10. Aug. Auftrieb: Rinder 828 (gegen 918 am 3.8.), darunter 112 (117) Ochsen, 109 (163) Bullen, 420 (456) Kühe, 187 (182) Färsen. Kälber 627 (582), Schafe und Härnmel 92 (113), Schweine 800 (1122). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 44,50 bis 46,50 (45,50 bis 46,50), b) 40 dis 42,50 (42,50), c) 36,50 bis 37,50 (37,50). Bullen a) 43 bis 44,50 (43,50 bis 44,50), b) 40,50 (39,50 bis 40,50). Kühe a) 41,50 bis 44,50 (43 bis 44,50), b) 39 bis 40,50 (39 bis 40,50), c) 30 bis 34,50 (30 bis 34,50), d) 21 bis 25 (18 bis 25). Färsen a) 44 bis 45,50 (45 bis 45,50), b) 40 bis 41,50 (41,50), c) 36,50 (34 bis 36,50). Kälber andere a) 63 bis 65 (62 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c) 45 bis 50 (47 bis 50 , d) 30 bis 40 (30 bis 40). Härnmel al) 51 (-4 bl) 49 bis 50 (49 bis 50), b2) 43 bis 46 (43 bis 44), c) 40 (38 bis 42). Schafe a) 42 (42), b) 34 bis 39), c) 20 bis 32 (25 bis 32). Schweine a) 62 (62), bl) 61 (61), b2> 60 (60), c) 56 (56), d) 53 (53). Sauen gl) 61 (61). Marktverkauf: Rinder, KiM und Schweine zugeteilt, Härnmel und Schafe mitt* Oie Strecke für dos Gießener Rundflreckenrennen. Das am kommenden Sonntagvormittag stattfindende Gießener Nundstreckenrennen, das auf der Rundstrecke Wilhelmstraße—Aulw'g—Riegelpfad— Ludwigstraße durchgeführt wird, wird in drei Klassen gestartet werden. Zuerst gehen die Fahrer der S-Klasse, das sind die Nachwuchsfahrer unserer deutschen Amateure, an den Start. Diese Fahrer haben die Rundstrecke 30maI = 45 km zu durchfahren. Im Anschluß daran wird das Rennen der 'Geschäftsradfahrer und dieses wiederum in zwei Klassen, für Fahrer unter 18 Jahren und über 18 Jahre, und zwar auf Geschäfts- und Tourenrädern, gestartet. Hier müssen die Teilnehmer unter 18 Jahren die Strecke fünfmal und diejenigen über 18 Jahre zehnmal bewältigen. Zum Schlüsse startet dann die A= und 8-Klasse, wo die deutsche Amateur-Spitzenklasse am Start sein wird. Diese Fahrer fahren die Runde 50mal — 75 Kilometer. VfB. Reichsbahn Gießen. Dfv.-Reichsbahn Gießen I —VfL. 1860 Marburg I. Den ersten Spielsonntag des neuen Spieljahres benutzt die Mannschaft des VfB.-Reichsbahn, sich durch ein Freundschaftsspiel gegen die bekannte Els Die Mannschaft des Luftwaffen-Sportvereins (von links nach rechts): Ahrens, Giesen, Hähne! und Strasen, konnte den feit elf Jahren bestehenden Rekord in der 4X400-m-Stasfel mit 3:16,8 unterbieten. — (Schirner-M.) Feierstunde am Samstag. Nachdem bereits am Samstagnachmittag die ersten Hebungen für die Mehrkämpfe bestritten werden, findet am Abend eine Feierstunde statt, in der Kreisleiter Backhaus oder ein Vertreter des Kreisleiters sprechen wird. Kreisführer Dr. Schäfer wird dann das Fest als Leiter der gesamten Veranstaltung übernehmen. In dieser Feierstunde, die durch den Kreisdietwart Dr. Römer gestaltet wird, wirken auch Politische Leiter, SA., NSKK., HI. und Kameraden im NSRL. mit. Dieser ernsten Einstimmung folgt dann eine Reihe von Vorführungen, die allen Teilnehmern an diesem Festabend schon eine eindringliche Ueberschau über die Arbeit in den verschiedenen Fachämtern geben wird. So ist u. a. vorgesehen, daß die Kreisriege der Geräteturner am Reck und am Barren ihr Können zeigt, die Turnerinnen des Mtv. Gießen werden mit schönen Hüps- übungen aufwarten, die Turnerinnen des Turnvereins Heuchelheim werden chorische Gymnastik zeigen, und die Turnerinnen von Wieseck werden mit ihren harmonischen Tänzen zu begeistern wissen. Auch der Turnverein Wetzlar wird zur Verschönerung des Abends beitragen. Die Radfahrer werden durch ein Einer-Kunstfahren und außerdem durch einen Vierer- Einradreigen der Kameraden aus Großen-Linden die Aufmerksamkeit in Anspruch zu nehmen wissen. Oer Festsonntag. Der Festsonntag wird zu sehr früher Stunde, bereits um 5.30 Uhr, das Wecken bringen und um 7 Uhr werden die Wettkämpfer bereits auf den Kampfstätten antreten. Während auf dem Haupt- kampfplah die Mehrkämpfe ausgetragen werden, beginnen auch die Schützen auf den Schießständen und, ebenfalls sehr frühzeitig, die Schwimmer mit ihren WMämjiscn im herrlichen gelegenen Grün- Fr a n k f u r t a. M., 10. Aug. An der herrschte weitgehendste Zurückhaltung. Die Auftragserteilung der Kundschaft blieb klein und zufällig, so daß sich die Kurse am Aktienmarkt weiterhin uneinheitlich entwickelten und teilweise verhältnismäßig starke Abweichungen aufwiesen. Bemerkenswert fest blieben IG.. Farben, die 1,40 Das Vundessest in Grimberg. Das Programm liegt fest. - 1300 Wettkämpfer beteiligt. die Aktiven zweimal. Großer Aufmarsch. Den Höhepunkt des Haupttages des Bundesfestes in Grünberg wird ein festlicher Aufmarsch darstellen, an dem sich restlos alle diejenigen beteiligen werden, die sich der Sache des Reichsbundes für Leibesübungen unmittelbar verbunden fühlen. Die Partei und Gliederungen werden ebenfalls teilnehmen, dem Aufmarsch zu einer erweiterten Bedeutung verhelfen und damit ihre Verbundenheit mit dem NS-Reichs- bund für Leibesübungen zum Ausdruck bringen. Am Aufmarsch werden neben dem Kreisführer, feinen Einsatz eines Mannes verlangt, Mfen Senf m unb Handeln von der nationalsozialistischen Weltanschauung bestimmt sein muß. Für die Gauhauptstadt sei eine schöpferische Kraft notwendig, die dem natto- nalsozialistischen Bauproaramm gewachsen ist. Wir Nationalsozialisten, so fuhr der Gauleiter fort, wurden in einer Großstadt nicht eine willkürliche und regellose Zusammenballung der Hausermassen, sondern einen planvoll eingeleiteten und gesund wachsenden Organismus sehen. Es müsse also eine einheitliche Stadtbaukunst am Werke sein, ob es sich nun um Siedlungen, neue Straßen, öffentliche Bauten oder Grünanlagen handelt. Der verantwortliche Leiter des städtischen Bauwesens müsse daher alle Forderungen und Notwendigkeiten des Lebens der Stadt kennen. Der Gauleiter zeigte dann die großen Probleme auf, die verwirklicht werden sollen und an deren Lösung man bereits herange- qangen ist. Die Auflockerung der Altstadt sei im Gange, die Neugestaltung der M a i n- u f er stehe in naher Zukunft. Der Gauleiter unterstrich dann die Notwendigkeit, der Schaffung von Parkplätzen und Großgaragen. Diese Pläne müßten sofort in Angriff genommen werden. Man dürfe hier nicht warten bis der KdF.-Wagen im Verkehr ist. _ ... Zum Schluß hob der Gauleiter hervor, daß für Stadtbaurat Arntz alle Voraussetzungen zu einer erfolgreichen und produktiven Arbeiten gegeben sind. Unter diesen Umständen müsse es ihm gelingen, Frankfurt a. M. in der äußeren Gestaltung die Form zu geben, die allein ihr als Gauhauptstadt würdig ist. Anschließend nahm der Oberbürgermeister die Verpflichtung des neuen Stadtbaurates vor. Buderus'sche Eisenwerke, Wehlar. Fwd. Auf Antrag eines Bankenkonsortiums unter Führung der Mitteldeutschen Creditbank, Niederlassung der Commerz- und Privatbank, Frank- urt a. M., sind dieser Tage die restlichen 6 Millionen RM. Aktien der AG. Buderussche Eisenwerke, Wetzlar, zur Notierung an der Frankfurter Börse, und soeben auch an der Berliner Börse, zugelassen worden, so daß jetzt das gesamte AK. von 26 Millionen RM. notiert wird. Laut dem beigegebenen Prospekt chnd in den restlichen 6 Millionen NM. Aktien 4,31 Mill. RM. Aktien enthalten, die den Restbetrag des bei der Goldmarkumstellung gemäß §31 Abs. 2 der Durchführungsverordnung zum Goldbilanzierungsgesetz vom 28. März 1924 behandelten Aktienbetrages darstellten. Der in Goldmark umgerechnete, eingezahlten Nennbetrag dieser Aktien beträgt 65 446 GM. In der Bilanz sind diese Aktien als „Ausgleichsposten wegen Dorratsaktien" mit 3,39 Mill. RM. aktiviert. Dem Prospekt liegt der Jahresabschluß für 1938 zugrunde. In den Jahren 1934 und 1935 wurden jeweils 4 v. H. und in den letzten drei Jahren jeweils 5 v. H. Dividende ausgeschüttet. Die Gesamtumsätze für die letzten drei Jahre werden wie folgt beziffert: 1936 = 56,34, 1937 = 60,98 und 1938 -- 58,29 Mill. RM., wobei im letzten Jahr infolge der Herstellungsbeschränkung im Bauguß ein Umsatzrückgang um fast 4,5 v. H. eintrat. Bereits im letzten Bericht und auch jetzt im Prospekt wird mitgeteilt, daß der Umsatzrückgang des Vorjahres völlig ausgeglichen werden konnte und daß die Gesellschaft in das neue Jahr mit einem großen Auftragsbestand eingetreten fei. Der Bedarf bleibt weiterhin lebhaft, so daß die Beschäftigungsaussichten der 10 376 Mann betragenden Gefolgschaft günstig beurteilt werden könnten. Letzter Frankfurter Kurs werden sich Radballkämpfe liefern, und der Nach, wuchs der Radfahrer wird mit einem Kunstfahren in Erscheinung treten. Leichtathletische Kampfe. Staffeln, Freiübungen der Turnerinnen usw. werden den Nachmittag ausfüllen. Der abschließende Aufmarsch aller Teilnehmer zur Siegerehrung wird noch einmal eindrucksvoll den Gedanken „Em Volk in Leibesübungen" dokumentieren. Die Sieger- ehrung wird für diese Heerschau der Leibesübungen in unserer engsten Heimat der krönende Abschluß 1C2)ie Wünsche aller Beteiligten treffen sich..nun in der einen Erwartung, daß dem Bundesfest günstiges Wetter beschieden sein möge und dadurch der Erfolg erreicht wird, der dem großen Aufwand an idealistischer Arbeit entspricht. engsten Mitarbeitern und neben den Kreis,achwar- ten auch alle Vereinsführer des Kreises 8 in Reih und Glied erwartet. Im Rahmen des großen Aufmarsches werden die Gießener Radfahrer in an- chaulicher Weise die Entwicklung des Fahrrades zeigen, und Alsfelder Radfahrer werden mit einigen blumengeschmückten Kraftwagen beteiligt sein. Nach dem festlichen Aufmarsch wird der Nachmittag ausgefüllt sein von verschiedenen Vorführungen, vom Vereinsriegenturnen und von den Spielen. FC. „Teutonia" Watzenborn-Steinberg und Sportverein 06 Alsfeld werden sich in einem Fußballspiel gegenüberstehen, die Turnvereine Hörnsheim und Lützellinden werden mit einem schönen Spiel für die Sache des Handballs werben, außerdem sind Korbballspiele vorgesehen. Die Radfahrer Die bauliche Gestaltung der Gauhauptstadt. Frankfurt muß in baulicher Gestaltung einer Sauhauptstadt würdig sein. Aehnlich wie das Deutsche Alpenkorps während des Weltkrieges das Edelweiß führte, wurde dieses nun auch für die heutige Gebirgstruppe eingeführt. Das Bild zeigt links die Bergmutze mit dem Abzeichen und rechts eine Offiziersdienstmutze, bei der sich das Abzeichen unterhalb des Hoheitszeichens befindet. Unten links das Abzeichen für die Dergmutze, m der Mitte das für den Aermelauffchlag und rechts das für die Dienstmütze. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Wirtschaft.