Ur. 109 Erstes Man 189. Jahrgang Donnerstag, 11. Mai 1939 R. G. Rom, 11. Mai. .Ä politische Laufbahn der Pariser wegen Gebisses und seiner Berlin. 11. Mai. (DBB.) 3n der Auslandspreise sind Kombinationen über die völlig private Seereise des Generalseldmarschalls G o - ring im Mittelmeer entstanden, wonach der Generalfeldmarschall angeblich beabsichtige, den in nächster Zeit staltsindenden großen Paraden in Spanien beizuwohnen. — Demgegenüber wird amtlich mitgeteilt, daß Generalfeldmarschall Göring im Anschluß an seinen Aufenthalt in San Remo einer ihm seit langem von der Ham - heutiger — das wäre seine und seines Landes Chance. Wenn er aber der alte Tardieu geblieben ist, der skrupellose parlamentarische Kondottiere der Dreyfus und Morgan, der Rüstungsindustrie und der Elektrizitätskonzerne, dann wird auch er das „Klima" nicht ändern können. Dann wäre seine Rückkehr ins politische Leben nur der Vorbote neuer schwerer innerer Kämpfe. So oder so — sie ist in jedem Falle für Frankreich ein sehr bedeutungsvolles Ereignis... N. »keit der sich und be- bei- Markowitsch am Mittwochvormittag in der italienischen Hauptstadt ein. Den Gästen wurde ein herzlicher Empfang bereitet. Auf dem prächtig geschmückten Bahnhof wurde das Prinzregentenpaar vom italienischen Herrscherpaar, Mussolini, den Mitgliedern der Regierung, den Würdenträgern des Staates, sowie den Spitzen der Partei empfangen. Nachdem die Gäste den Zug verlassen hatten, schritt König Viktor Emanuel III. auf den Prinzregenten Paul zu, umarmte und küßte ihn. Mit dem gleichen Zeremoniell begrüßte die Königin die Prinzessin Olga. Besonders herzlich war auch die Begrüßung des jugoslawischen Außenministers Cincar-Markowitsch durch den Duce und den Grafen Ciano. Die römische Hauptstadt hat aus Anlaß des Staatsbesuches den schönsten Festschmuck angelegt. Die Hauptstraßen der Stadt sind mit Blumen und Fahnen der beiden Nationen reich geschmückt. Vom Bahnhof aus setzte sich der Zug der Galakutschen mit den Gästen zum Quirinal-Palast in Bewegung. Aus der Piazza Esedra begrüßten der Gouverneur und der Stadtrat von Rom die jugoslawischen Gäste, die alsdann unter dem Jubel der Bevölkerung nach dem Quirinal weiterfuhren. Die e r ft'e Besprechung zwischen dem Prinzregenten und dem Duce, die kurz nach der. Ankunft der Gäste im Quirinal stattfand, dauerte etwas über eine halbe Stunde. Im Anschluß daran war der Prinzregent mit seiner Gattin Gast des Königspaares bei einem Frühstück. Am Nachmittag hatte der jugoslawische Außenminister Eine ar Markowitsch in Anwesenheit des italienischen Außenministers Graf Ciano eine längere Unterredung mit Mussolini. Eine Stunde später stattete der Prinzregent dem Duce einen Gegenbesuch im Palazzo Venezia ab. Darauf nahm er mit der Prinzessin Olga an einem Empfang teil, den der Gouverneur von Rom, Fürst Colonna, im Conservatoren- Palast veranstaltete. Am Abend fand zu Ehren der jugoslawischen Gäste ein Festessen im Quiri- n a l statt, bei dem der König und Kaiser an Prinzregent Paul einen Trinkspruch richtete, in dem er ausführte: Die Bande, die Jugoslawien mit Italien verbinden, sind fest im Herzen unserer beiden Völker verankert, die durch gemeinsame lebenswichtige Interessen und einen entschlossenen Willen zur Eintracht, verbunden durch den Belgrader Pakt, die sichere Grundlage für einen dauerhaften Frieden und eine fruchtbare Zusammenarbeit gelegt haben. Jugoslawien und Italien, verbunden im gemeinsamen Willen, die Ordnung und die Stabilität zu schützen und zu verteidigen, sorgen nicht nur für den Wohlstand ihrer Völker, sondern liefern, indem sie Aschen Politik kennt, weiß, üb erst recht, wer sich die 'nrdieus vor Augen' hält. 'Tardieu, den« die Spottlust Wie die Blätter ankündigen, wird demnächst der Brotpreis in Frankreich erneut erhöht werden. Das Kilogramm Brot wird dann fünf Centimes mehr kosten. Jnterpreß-Copyright. Paris, im Mai. Etienfur|t 'llerdings Ak M oemberq ) 140,13,] späten gen, fest eitsmarft videnden- Mb. Von ■ 110,59, gler mit 1 mit 98 > D. j). Graf Ciano, bereits um 6.50 Uhr die Reife nach Neapel angetreten. Die Presse unterstreicht die begeisterten Kundgebungen der römischen Bevölkerung und hebt hervor, daß Victor Emanuel III. und Prinzregent Paul in ihren Trinksprüchen die festen Freundschaftsbande und die enge Solidarität zwischen Italien und Jugoslawien bekräftigt haben. Generaloberst von Brauchitsch in Spezia und Genua. Rom, 10. Mai. (DNB.) Generaloberst von Brauchitsch besichtigte in Begleitung von Staatssekretär General P a r i a n i den Kriegs- Hafen Spezia, die großen Maschinenwerke von Mclara und wohnte dann Artillerieschießübungen bei. Anschließend folgte der Oberbefehlshaber einer Einladung ins Offizierskasino. Kurz nach 14 Uhr verließ Generaloberst von Brauchitsch nach herzlichem Abschied den Kriegshafen, um sich nach G e - n u a zu begeben, wo ihm von den Behörden und der Bevölkerung ein überaus herzlicher Empfang zuteil wurde. Nach einer Rundfahrt durch den Hafen und einer Besichtigung der Rüstungswerke sowie der Odero-Orlando-Werften setzte Generaloberst von Brauchitsch seine Reise nach Deutschland fort. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Brette 50Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. 93erembg.25°/0 mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie ein. spaltige Gelegenhettsanzei- gen 5 Rpf., Familienanzei. gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche AnzeigenbRpf. Mengenabschlüsse Staffel B Das jugoslawische Prinzregentenpaar hat Donnerstagmorgen in Begleitung des Königs Kaisers Victor Emanuel III. nach Neapel geben, um dort einer großen Flottenparade zuwohnen. Der jugoslawische Außenminister Gincar Markowitsch hatte, zusammen mit Außenminister b: M!' 4519. 5b qewicht ® 56 bis § 49 bis SA 42, b) N 1,52)56# irktoerlB unb W siegelt hat. Unsere beiden Regierungen vertreten die Grundsätze der Ordnung und Stabilität, indem sie in völliger Uebereinstimmung .an diesem nützlichen und dauerhaften Werk arbeiten. Bei dieser Tätigkeit haben sie immer die Vertiefung der guten Beziehungen mit den benachbarten und befreundeten Staaten im Auge, ebenso wie die Aufrechterhaltung der Ruhe und des Friedens in Europa. Heule große Floltenparade in Neapel. Vor der Kammererklarung Daladiers. Paris, 11. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Aufmerksamkeit der Pariser Morgenpresse ist auf den Wiederzusammentritt des Parlaments und auf die Erklärungen des Ministerpräsidenten D a l a d i e r in der Kammer gerichtet. Der „Matin" glaubt annehmen zu können, daß die allgemeine Aussprache eine Verstärkung der Regierungsmehrheit bringen werde, da sich anscheinend die Sozialistisch-Republikanische Vereinigung mehr und mehr dem Regierungsblock anschließe/ Die Opposition schrumpfe also einzig und allein auf die Sozialdemokraten und die Kommunisten zusammen. Ihre Stärke werde noch durch die tiefen Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Sozialdemokratischen Partei beeinträchtigt. L smes nicht zu übersehenden ?2gabung, nach langem, geduldigen Warten auf mmal zuzuschnappen und einen politischen Gegner ■. verspeisen, das ..Krokodil" getauft hat, hat sion einmal als politischer Redakteur einer Tages- zi.tung gewirkt, damals des „Temps". Und dabei w ein Haar Europa in einen Weltkrieg z; stürzt . . . Das mar 1911, wo er die Jnter- oen1 einer ziemlich problematischen französischen i olonial-Gesellschaft im Kongo vertrat. Sie versuchte clit, angebliche Schäden, die sie durch die Tätigkeit bmtscher Kolonisatoren im benachbarten Kamerun fcitien hätte, sich vom französischen Staat vergüten z. lassen. Als die Kammer das ablehnte, schürte sie b - deutsch-französischen Differenzen teils durch trü- gTrische Versprechungen an deutsche Finanziers, die bi.i raffinierten Gaunern glatt auf den Leim gin- gin, teils durch eine von Tardieu dirigierte Presse- limpagne, aus der sehr schnell die Marokko- Vom Ausland wenig bemerkt, hat sich in diesen Jagen in Paris ein Vorgang vollzogen, der für be Zukunft Frankreichs von entscheidender Bedeu- üng sein kann: die Rückkehr Andrö Tarim e u s ins politische Leben. Er ist in ise Redaktion des großen Pariser Morgenblattes, i°s „ 3 o u r n a I ", eingetreten und schreibt dort kaehrmals pro Woche Kommentare zur innerpoli- ischen Lage. Das ist alles und scheint der Aufregung lacht wert zu sein. Wer aber die Gesetze der fran- was es bedeutet — urückhal« chezu gt< Publikum Neiguno : merklich )t erreich! chen war M kleine se Stahl ), hoesch Bemberg ),65). Aull,25), Dt- mf 124,25 etallgejell- veiter M ich Pch -haupteteu Reichsalt- 0,13 v.h. ). j). » 5, 5 o.h 100) w netroN* ryl* b mit ew ,is 5 JW Baffer)? hen W! zu bünrtf i-bis w Italienische Miliz bei dem von Mussolini eingeführten Passo Romano. — (Scherl-M.) S-r i s e von 1911 hervorwuchs. Laillauxs Mäßigung verhinderte damals e i Unglück, und die Machenschaften Tardieus wur- bn schnell aufgedeckt. Die Linke wirft ihm die Wäre heute noch vor. Seine Karriere erlitt damals t’uen Bruch, und für eine Weile wurde es um den übermäßig ehrgeizigen Mann still. Außer dem flechten Ruf blieb ihm aus dieser Zeit ein kon - ijiMjuenter Deutschenhaß zurück. Er hat es Liutschland nie verziehen, daß es ihm damals das Wchäft verdarb. Dieses Gefühl trieb ihn später kju, Anschluß an Clemenceau zu suchen, indessen Schatten bann der große Aufstieg Tardieus Dr- sich ging. Er wurde schnell Abgeordneter, Mini- ftr und war in der Nachkriegszeit wiederholt lllmisterpräsident. Die Wahlen von 1928 mit ihrem Rtchtsruck machten Tardieu zum fast unumschränkten harscher über das französische Parlament. Die L cke bekämpfte ihn wütend, da sie aber in der Vmderheit blieb, hatte das keine weiteren Folgen, g| daß Tardieu seinem Haß gegen Deutschland noch le gegen alle zur Linken tendierenden Gesinnungen Göring ans privater Seereise im Mielmeer Eine amtliche Richtigstellung irriger Kombinationen. burg-21 merif a-£inie übermittelten Einladung gefolgt ist, an der Jungfernfahrt ihres neue st en Motorschiffes „huasca- ran“ im Mittelmeer teilzunehmen. Der Generalfeldmarschall befindet sich zur Zeit auf der „huascaran" auf der Fahrt längs der Küsten des westlichen Mittelmeeres. Er wird nach Abschluß der Seereise in den nächsten Tagen von einem italienischen Hafen aus nach Berlin zurückkehren. «V UC iv 11 v i 11 v ii i . rr\ !eilern Lande Europas ist der Typ des Ge- äöäfts Politikers so tief eingewurzelt wie in irmfreid), wo der Ausdruck „politicien“ deshalb Mi ein Schimpfwort geworden ist. Nicht daß die jftfe besser wäre, aber sie ist geschickter in der Kalogischen Tarnung des Geschäftspolitikertums. Uro jo ist die Vielzahl großer und kleinster Rechts- arlteien in Wirklichkeit kaum etwas anderes als parlamentarische Vertretung der großen Ge- Oebanten, Ändustriernagnaten usw. Und wenn । tt'ii bei den „Maringoüins", d. h. der von Louis ihr in geführten „Federation Repubhcaine“, be-- mKern bie reichlich überlebten Politiker aus der Zeit Dreyfus-Affäre unb bes Kampfes um bte Ver- ! Mlichung ber Schule bilben, mit der (Erinnerung K:tt, als er als Staatsminister unter Doumergue lipim bie große Verfassungsreform auf- 3ii •; gen wollte. Nach biefem Mißerfolg hat er sich b sine Villa in Menton an ber Riviera zurück- giigen, die Erneuerung seines Parlomentsmanba- ।ErfcheMi täglich, außer Sonntags und Feiertags I Beilagen: Die Illustrierte 'Gießener Familienblätter sheimat im Bild • Die Scholle Monatr-vezugspreir: Mil 4 Beilagen RM. 1.95 Vhne Illusttierte , 1.80 Zustellgebühr . . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen ®on einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzeu poftschecktonto: Frankfurt am Main 11686 Tardieus Rückkehr in die Politik Don unserem PH. L.-Korrespondenten. jt nol !fifi sich tr M * itM” 3 4% iften K ■er Wj f< * K tes abgelehnt unb sich ausschließlich ber literarischen Tätigkeit gewidmet. Er schrieb jede Woche für den „Gringoire" einen Artikel, dessen unveränderten Abdruck sich der vorsichtige Tardieu, der seine „Pappenheimer" kannte, durch eine hohe Konventionalstrafe vertraglich sichern ließ. Und er schrieb eine Reihe von Büchern, die in ihrer Gesamtheit eine unerbittliche Kritik der französischen Gesellschaft, namentlich aber der politischen Sitten in Frankreich barftellten. Nur einmal tauchte er wieder in Paris auf, da sah man im dortigen Justizpalast sein langes Nankee-Gesicht, als er vor Gericht den Oberst de la Rocque eindeutig der Bestechung überführte. Da aber Tardieu selbst der Bestechende gewesen war, hatte die zynische Art, wie er den einst von ihm „Subventionierten" erledigte, ihm wenig Sympathie eingebrocht. Aber es ging ihm darum, einen gefährlichen Konkurrenten, einen jüngeren Rivalen zu erledigen — und bei solchen Anlässen ist das „Krokodil" nie wählerisch in seinen Mitteln gewesen. * Und jetzt ist er wieder in Paris, er schreibt — und wartet auf feine Stunde. Er hat wenig Neigung, noch einmal Minister zu werden, aber wenn Frankreich eines Tages einen Diktator braucht, einen zähen Draufgänger vom Format eines Clemenceau, bann wird Tardieu zur Stelle fein. Schon jetzt kündigt er an, daß Frankreich fein „politisches Klima" ändern müsse. Er hat in den Jahren der Zurückgezogenheit sicher vieles überdacht und eine reiche Erfahrung durchgearbeitet. Vielleicht ist "r ein anderer geworden, größer, ein- Jugoslawisch-italienische Trinksprüche Oer Staatsbesuch des Prinzregentenpaares in Rom. '*!<» ■ b'r OllTih 'CtC ft feener .Reich;, "veM ?r einen Aufrüstung und Wehrpflicht in England. Wünsche und Wirtlichkeit. Triumphierend haben die englischen und vor allem die französischen Zeitungen bie Tatsache ber britischen Wehrpflicht festgestellt unb zwar, wie bas nicht anders erwartet werben konnte, mit einem klaren Hinweis auf Deutfchlanb. Wenn man in London ober in Paris hoffen sollte, daß wir durch bie Tatsache ber britischen Wehrpflicht bis ins Mark erschüttert worben seien, so irrt man sich. Wir haben sehr wohl gelernt, zu unterscheiben, was Bluff und was Wirklichkeit ist. Selbstverständlich prüfen unsere militärischen Sachverständigen mit allem Ernst die Folgerungen, die aus der britischen Wehrpflicht gezogen werden müssen. Um die brittsche Wehrpflicht mit ihrer Wirkung auf die britische Aufrüstung richtia zu werten, ist es notwendig, die Zahlen der britischen Wehrmacht zu kennen. Die Sollstärke ber verschiedenen Heeresteile im Haushaltsjahr 1939 betrug für bie reguläre Armee in ber Heimat unb lieber» fee ohne Jnbien 162 707 Mann. Die Zahl ber regulären englischen Truppen in Jnbien und Burma beziffern sich auf 46942. Die Truppen in den Kolonien betrugen 9522. Die Armeerefer - Den waren auf 144 000 Mann beziffert, dazu kamen 67 945 Mann als Ergänzungsreserve, weiter die Territorialarmee in Stärke von 249 480 Mann, schließlich noch Truppen auf Malta unb Bermuda unb die Ausbilbungsstäbe bei ben Offiziersausbilbungskorps. Damit war die gesamte Sollstärke, bie jahrelang 500 000 Mann betrug, auf nahezu 700 000 Mann heraufgesetzt worben. Die I st st ä r k e aber ist noch wesentlich niebriger. Nach den Ermittlungen beläuft sie sich gegenwärtig auf 580 000 Mann unb wirb in Kürze 600 000 Mann erreichen. Dazu können bann noch die 100 000 Mann ber Luftwaffe gerechnet werben. Insgesamt wird bie voraussichtliche Kriegsstärke auf etwa 2 Millionen Mann beziffert. Das ist aber eine Zahl, die auch durch die Wehrpflicht nicht heraufgesetzt wird, sondern bie sich gleich bleibt. Was bie Ausrüstung anlangt, so waren vorhanden, um nur einige Zahlen zu nennen, 1900 leichte Geschütze, 1000 schwere Geschütze, etwa 600 Kampfwagen unb 6000 Flugzeuge. Diese letzten Zahlen, bie für den Jahresbeginn galten, sind heute aber, das muß feftgefteUt werden, überholt, da auf die Erzeugung von Kriegsmaterial besonderen Wert gelegt wird. Was nun die Verstärkung ber Wehrmacht burch ler, n Sonn. °°er nor -0- (3:0) uenheiin '«Deut. W im ; Dainil ununter. 'dampit , Ullerdings war das „Krokodil" auch auf ber H Stiften eine sehr umstrittene Persönlichkeit. Er war II hi klügster Kopf und vor seiner Autorität unb i wiem harten Willen beugten sich schließlich alle. II Ihr es fehlte nicht an Neibern unb Gegnern. Um 4 ft. zu verstehen, muß man-sich über bas Wesen l| lei französischen Rechten im Klaren sein, sie ist ^iteressenten-Käufer" par excellence. Wohl in Gietzeim Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche UniverfitSlrdruckerei R. Lange in Sietzen. Schristleitung und SeschSftrftelle: Schulftratze 7 ____________ ____ ihre Beziehungen zu ben Nachbarstaaten pflegen Prinzregent Paul von Jugoslawien traf in Be- unb vertiefen, einen weitgehenben Beitrag zum gleitung seiner Gemahlin, ber Prinzessin Olga, Frieben und zur Befriedung Europas. Der Prinz- und des jugoslawischen Außenministers C i n c a r = regent antwortete, die beiderseitigen Beweise der Markowitsch am Mittwochoorrnittag in der Sympathie und Achtung stellen das beste Unterpfand dar für bie Festigkeit bes Abkommens, das die Freundschaft zwischen Jugoslawien und Italien be- Italiens Kriegsflotte für jeden Fall gerüstet. Rom, 10. Mai. (DNB.) Die faschistische Kammer hat den Voranschlag für die Kriegsmarine angenommen. Staatssekretär Admiral Cavagnari erklärte, ,/rlle politischen Situationen, denen Italien in der unmittelbaren oder weiteren Zukunst wird entgegentreten müssen, zwingen es vor allem aus seine Stärke zur See zählen zu können. Die italienische Flotte wird stets in der Lage sein, die Interessen Italiens und seiner Verteidigung zur See zu garantieren. Vinnen kurzem wird Italien 4 Großkampsschisfe von je 35 000 Tonnen, 4 modernisierte Linienschiffe von je 26 000 Tonnen, 19 schwere Kreuzer, 12 besonders schnelle leichte Kreuzer, 60 Hochseezerstörer, 70 Torpedoboote und Avisos und eine Zahl von U-Booten haben, die das Hundert weit übersteigt sowie einige Flottillen Schnellboote „MAS“ besitzen. Darüber hinaus habe der Duce kürzlich eine weitere Flottenver- stärkung beschlossen, die demnächst in Angriff genommen werde. Die Einheit des Kommandos garantiere die rasche Beweglichkeit der Flotte. Die Zusammenarbeit zwischen See- und Luftflotte sei noch weiter ausgebaut worden, die Tüchtigkeit und der Mut der italienischen Flieger sicherten jenes Zusammengehen zu Wasser und in der Luft, das die unerläßliche Voraussetzung für den Erfolg bilde. Wiederholte Mobilmachungsproben hätten gezeigt, daß die Kriegsmarine binnen weniger Stunden operationsbereit fei. Die Wirksamkeit der Kriegsflotte habe sich auch bei den Landungsmanövern in Albanien gezeigt. So sei die italienische Kriegsmarine i n jeder Weise gerüstet und vorbereitet und verfüge auch für den Fall eines langen Krieges über genügende Reserven. Dieses alles erlaube Italien, gelassen und ruhig in die Zukunft zu blicken. Unsere möglichen Gegner werden erkennen, wie hart die italienische Kriegsmarine zu kämpfen weiß. . Moskau und die Einkreisung. abs. London, 11. Mai. Mit allen publizistischen Mitteln wird der Versuch unternommen, das sowjetrussische Mißtrauen gegenüber den englischen Osteuropa-Plänen zu zerstreuen. Von rechts bis links stimmen alle Morgenzeitungen in den gleichen Chor ein. Sie unterstützen sämtlich die auf diesen Zweck abgestimmte Darstellung ihrer diplomatischen und politischen Korrespondenten mit ihren Leitartikeln, in denen die Sowjets um ein „Einsehen" gebeten werden. Sehr aufschlußreich ist in diesem Zusammenhang auch eine Verlautbarung aus gut unterrichteter Quelle, der zufolge Außenminister Lord Halifax am Mittwochnachmittag an den- sowjetrussischen Außenkommissar Molotow ein Telegramm gesandt hat mit der Einladung, am kommenden Montag zur Ratstagung der Liga nach Genf zu kommen und dort in Besprechungen mit Halifax und dem französischen Außenminister Bonnet einzutreten. Offenbar verfolgt man. in London mit dieser Einladung die Absicht, in Genf ein verstärktes Trommelfeuer auf den sowjetrussischen Außenkommissar einwirken zu lassen und gleichzeitig die Pleite der jeden Interesses entbehrenden Genfer Veranstaltung durch die reklamehafte Ankündigung von „wichtigen Besprechungen" etwas zu verhüllen. Die von sämtlichen Blättern geäußerten Hoffnungen auf eine solche Dreierbesprechung in Genf sind offensichtlich amtlich inspiriert. Im übrigen herrscht in den Presseauslassungen völlige Unklarheit über die gegenseitigen Pakt-Vorschläge und Gegenvorschläge. 'In ihrem „England und Rußland" überschriebenen Leitartikel gibt sich die „Times" alle erdenkliche Mühe, die in dem Moskauer Kommunique vom Dienstag enthaltenen Anschauungen zu entkräften und den Sowjets klarzumachen, daß die West möchte (England und Frankrcich) im Grunde nichts anderes wollten als d e Sowjetunion. Weiter heißt es in dem Artikel, die sowjetrussischen Geaenvorschläge hätten England in eine ideologische Front hineinbringen müssen, die weder der Weltanschauung, noch den Interessen des englischen Volkes entsprächen. „England", so behauptet die „Times", „setze sich für Anstand und gute Nachbarschaft in internationalen Angelegenheiten ein, nicht aber für Kommunismus und Faschismus." Die „Daily Mail" meint, die englische Regierung zögere, einen „hieb- u n d stichfesten Dreibund" abzuschließen. — Im „Daily Expreß" findet sich die Behauptung, ein gewaltiger Teil der englischen öffentlichen Meinung sei für den Abschluß eines Militärbündnisses mit der Sowjetunion. Gleichzeitig greift das Blatt die englische Regierung an und wirft ihr vor, sie besitze keine Führereigenschaft. In der gleichen Weise, nur noch antreibender in der Form, äußern sich die linksgerichteten Blätter „News Chronicle" und „Daily Herold". Das letztere Blatt will erfahren haben, die Sowjetunion neige im Augenblick weiter zur Unentschiedenheit. Moskau verlangt absolute Gegenseitigkeit. Moskau, 11. Mai. (DNB. Zunkspruch.) Die sowjelamtliche „Jsweslija" veröffentlicht heute einen Leitartikel „Zur internationalen £age“, der den Moskauer Standpunkt in bezug auf die gegenwärtigen Paktverhandlungen darlegt. Die Ausführungen taffen keinen Zweifel darüber, daß die Sowjetregierung einzig und allein auf der Basis der absolut en Gegenseitigkeit, d. h. gleicher Beistandsverpflichtungen zwischen Frankreich, England, der Sowjetunion und eventuell noch Polen, der von London geführten Einkreisungsfront beitreten würde. Bukarest soll Donauhafen werden. Von unserem Or. H.-Korrespondenien B u k a r e st, Mai 1939. Im Juni werden die U. C. B., die Bukarester Städtischen Werkstätten, den Bau eines Dumbo- vitza — Argesch — Donau-Kanals in Angriff nehmen, der die rumänische Hauptstadt auch auf dem Wasserwege mit der Donau verbinden und sie mittelbar zu einem Donauhafen machen soll. Man hofft, den Kanal in fünfzehn Monaten, also bis zum Oktober 1940, fertigstellen zu können. Außerdem ist in diesem Zusammenhang die Errichtung von drei großen neuen Elektrizitätswerken mit Wasserkraft geplant. Die Potwendigkeit zum Bau des Argesch—Donau- Kanals ergibt sich aus dem raschen Anwachsen Bukarests in der Nachkriegszeit. Seine Bevökkerungszahl iff in den letzten zwanzig Jahren von 310 000 auf 850 000 gestiegen, hat sich also fast verdreifacht. Fachleute rechnen damit, daß Bukarest in weiteren fünfundzwanzig Jahren zwei Millionen Einwohner haben wird. Dieses rasche Wachstum der Stadt stellt ihre Verwaltung vor besondere Aufgaben. Vor allem wird die Trinkwasser-Frage brennend, weil sich die Abgabefähigkeit der bisherigen Wasserquellen der Hauptstadt nicht mehr steigern läßt. Durch die Stadt hindurch fließt nur ein kleiner, unbedeutender Fluß, die Dümbovitza. Aber etwa fünfzehn Kilometer südwestlich des Stadtrandes gibt es einen größeren Fluß, den Argesch, der bei Oltenitza — fünfzig bis sechzig Kilometer in der Luftlinie von Bukarest entfernt — in d i e Donau mündet. Der neue Kanal soll nun den Argesch mit der Dümbovitza verbinden und einen Teil des Argesch- Wassers in die Dümbovitza ableiten. Man beabsichtigt, in etwa zwei Jahren auch einen regelmäßigen Dampferverkehr Bukarest — Oltenitza einzurichten. Gleichzeitig mit dem Kanal-Projekt ist ein Plan für die Anlage von drei großen Elektrizitätswerken ausgearbeitet worden, die mit dem Wasser des neuen Kanals betrieben werden und den Elektrizitätsbedarf der schnell wachsenden Hauptstadt sicherstellen sollen. Auch soll mit der neugewonnenen elektrischen Energie die Eisenbahnlinie Bukarest—Kronstadt elektrifiziert werden. Nicht minder wichtig ist die Anlage des geplanten B u f a « r e ft e r Hafens. Dieser muß aus bautechnischen Gründen etwas außerhalb der Stadt liegen. Schiffe bis zu tausend Tonnen und mit einem Tiefgang bis zu zwei Meter sollen hier vor Anker gehen können. Holz aus dem Banat, Steine aus der Dv- brudscha, Getreide, Früchte, Gemüse, Geflügel usw. aus allen Landesteilen werden in Zukunft auf dem Wasserwege bis nach Bukarest kommen. Man verspricht sich davon eine starke Herabsetzuna der Lebenshaltungskosten, die in der Hauptstadt wegen der hohen Transportkosten für die meist mit der Eisenbahn beförderten Waren im Verhältnis zum übrigen Land sehr groß sind. Die Kosten des neuen Vorhabens sind nicht gerade gering. Allein der Argesch—Donau-Kanal ist mit elfhundert Millionen Lei (27V2 Millionen Reichsmark) veranschlagt. Die neuen Elektrizitätswerke dürften auf dreihundert Millionen Lei (7V2 Millionen Reichsmark), die Arbeiten für den Bukarester Hafen auf zweihundert Millionen Lei (5 Millionen Reichsmark) und die Elektrifizierung der Eisenbahnlinie Bukarest—Kronstadt auf zwölfhundert Millionen Lei (30 Millionen Reichsmark) zu stehen kommen. Sonstige notwendige Bewässerungsund Ausbesserungs-Arbeiten, wie z. B. die Trockenlegung von Sumpfland, veranschlagt man auf bref= hundert Millionen Lei (7V» Millionen Reichsmark). Alles in allem errechnet man über vier Milliarden Lei (1000 Millionen Reichsmark) Baukosten. Der Bukarester aber hat die Genugtuung, daß seine Stadt noch mehr als bisher „bie junge amerikanische Großstadt im alten Europa" sein wird. die Wehrpflicht anlangt, so sollen ja nach den Worten des britischen Kriegsministers drei Jahrgänge zu je 1 50 0 00 Mann ein - gezogen werden. Das würde aber auch das Maximum bedeuten, und es gibt sehr wesentliche Anzeichen dafür, daß dies Maximum kaum erreicht werden wird. Mit einem Mehr ist keineswegs zu rechnen, denn das britische Heer, ob es nun die reguläre Armee oder die Territorialarmee anlangt, ist gar nicht in der Lage, eine Ausbildung über diesen Stand hinaus oorzunehmen. Zu den 1856 Exerzierhäusern, die England heute besitzt, müßten umfangreiche Neubauten vorgenommen werden, die nicht nur Geld kosten, sondern die auch Zeit fordern. Man hat sich für eine Ausbildung von sechs Monaten entschieden. Wir haben seinerzeit die zweijährige Dienstpflicht eingeführt, einmal aus den Gründen, die durch die politische Lage, insbesondere durch das französisch-sowjetrussische Bündnis, gegeben waren, zum anderen aber auch aus der Tatsache heraus, daß eine zweijährige Dienstpflicht notwendig ist, um aus den Rekruten brauchbare Soldaten zu schaffen. Gewiß kennen wir auch eine kurzfristige Ausbildung in den Ergänzungsbataillonen. Aber jedermann weiß, daß das nur ein Notbehelf ist, um denjenigen Jahrgängen, die nicht dienen konnten, wenigstens die Grundzüge einer militärischen Ausbildung angedeihen zu lassen. Es ist ja kein Geheimnis, daß die Soldaten der kurzfristigen Ausbildung den Soldaten der zweijährigen Dienstzeit nicht gleichwertig an die Seite gestellt werden können. Immerhin wird ja bei uns' auch versucht, durch weitere Uebun- gen diese Ausbildung zu verbessern. Was dem oberflächlichen Betrachter schon bei der englischen Wehrmacht auffällt, das ist die Tatsache, daß ein Mehrfaches hier unorganisch nebeneinander steht. Neben der regulären A r - mee steht die Territorialarmee als eine Sonderkonstruktion, und neben der Luftwaffe gibt es noch eine H i l f s l u f t w a f s e und gibt es noch eine große Anzahl von Organisationen, die in mehr oder weniger festem Verhältnis zur Wehrmacht stehen. Gewisse Schwierigkeiten werden auch heute noch die B e f e h l s v e r h ä l t n i s s e verursachen, obgleich sich hier viel gebessert hat. Wer die (Erinnerungen des Marschalls Haig gelesen hat, der muß sich eigentlich wundern, wie es möglich war, daß England den Krieg gewonnen hat, denn das, was an persönlichen Verstimmungen zwischen Parlament und Soldaten bestand, ist kaum zu glauben. Wir haben aber auch erst noch vor kurzem erlebt, daß an einer wichtigen militärischen Stelle aus politisch-parlamentarischen Gründen ein Zivilist stand, der erst jetzt durch einen Soldaten ersetzt wurde. Wir in Deutschland haben auch unter einer gewissen Unklarheit der Befehlsverhältnisse >m Weltkrieg gelitten. Aber die Vereinheitlichung der Wehrmacht in einem Führerstaat ist kein Problem mehr, und die Führeranordnung vom Februar vorigen Jahres hat hier auch noch das Letzte getan, was getan werden mußte. Selbstverständlich wird niemand bei uns daran denken, die Anstrengungen zu unterschätzen, nut denen England seine Aufrüstung durchführt. Das gilt im wesentlichen für die Luf twaffe, die deshalb auch im britischen Haushalt die meisten Kosten verursacht. Während man in früheren Jahren der Meinung war, daß die britische Luftwaffe sich völlig defensiv verhalten solle, wird heute schon der Gedanke vertreten, daß die beste Luftwaffendefensive auch in der Offensive zu suchen sei. Bei der Vermehrung der Luftwaffe ist natürlich auch die L u f t w e h r und der Küstenschutz ausgebaut worden. Diese Aufgaben sind ein Sondergebiet der Territorialarmee. Für die Bedienung der leichten Flaks sind Zivilisten vorgesehen, die dann, wenn sie glicht benötigt werden, ihrer Arbeit nachgehen können. Zur Hilfsluftwaffe gehören u.a. Sperrballon-Staffeln, von denen 10 für London und 37 für andere Industriestädte eingerichtet sind. In der Luftwaffen-Reserve sind rund 2500 Flugzeugführer vorhanden. Was die Flugzeugproduktion anlangt, so betrug der tägliche Aufwand für die Erzeugung von Flugzeugen 250 000 Pfund. Man rechnet damit, daß die Pro- durktion im Mai 1940 viermal größer ist als 1938. Von den geplanten Schattenfabriken sind bereits 11 im Betrieb. Nach den englischen Plänen soll der Hauptteil der Territorialarmee als Expeditionskorps Verwendung ftnden. Man hofft, im Ernstfall eine Million Mann auf die Beine zu stellen. Ob diese Zahl erreicht wird, läßt sich nicht sagen, denn nirgends ist in einem Lande der Unterschied zwischen Soll und Ist größer als in Großbritannien. Die geringste Steigerung im Haushalt verzeichnet die Marine, aber im wesentlichen aus dem Grunde, weil ja die Ausgaben für die Marine schon immer erheblich waren und weil hier einer Steigerung der Baumöglichkeiten von heute auf morgen natürliche Grenzen gezogen sind. Daß aber die Engländer nicht untätig sind, beweist die Tatsache, daß im Jahre vor 1914 170 000 Tonnen an Kriegsschiffbauten fertiggestellt wurden, während für 1940/41 219 500 Tonnen geplant worden sind. Dazu kommt eine Vermehrung der Marineluftwaffe und eine Vermehrung der Docks durch weitere Bauten. Vieles von dem was in England geplant wird, ist heute noch nicht Wirklichkeit, es steht einstweilen nur auf dem Papier. Anderseits sind aber Anstrengungen unverkennbar, um auch das durchzuführen, was angekündigt worden ist. Die sogenannte Wehrpflicht des Reichtums ist eine Tatsache geworden. Aber die finanziellen Anstrengungen nützen allein heute nichts mehr, denn diejenigen, die heute als englische Verbündete angesehen werden müssen, haben deutlich genug erklärt, daß die silbernen Kugeln nicht ausreichen. Wir unterschätzen die Engländer als Soldaten nicht. Wer sie kennen- gelernt hat, der weiß, daß sie sich hervorragend schlagen, die deutsche Wehrmacht hat größte Achtung vor ihrem Gegner aus dem Weltkriege. Immerhin bleibt Tatsache, daß das Engländertum von heute nicht jene soldatischen Eigenschaften aufweist, die das deutsche Volk nach Lage und Beschaffenheit seiner Grenzen für sich als unerläßlich empfinden muß. Davon darf man auf der anderen Seite des Kanals überzeugt fein: Wir sehen ruhig zu, wie die Engländer das Ihre tun. Wir tun das Unsere. W. S. Englands Marinepolitik in Ostasien. London, 11. Mai (Europapreß). Die verschiedenen Oberbefehlshaber der englischen Flvtten- Streitkräste in den pazifischen Gewässern werden nach einer Mitteilung des „Daily Telegraph" in aller Kürze eine Konferenz in Singapur abhalten. Die Besprechung soll der Regelung von Verteidigungsmaßnahmen in Fernost für den Kriegsfall dienen. Teilnehmen dürften die Oberkommandierungen der China-Station, der Marinestützpunkte in den malaiischen Staaten und der Ost- inbienxotaiüDiL Wer WahrjchMiHW MH büßten auch die Kommandanten des a u st r a l i s ch e n und des neuseeländischen Geschwaders nach Singapur kommen. Das gleiche Blatt will in Erfahrung gebracht haben, auf Grund von Verhandlungen zwischen der englischen und der australischen Regierung würde eine Reihe englischer Schlachtschiffe im Ernstfälle in den Stillen Ozean abgehen. Durch die Entsendung dieser Kriegsschiffe werde jedoch das Kräfte-Gleichgewicht im Ost-Atlantik und im Mittelmeer nicht zu Ungunsten Englands beeinträchtigt werden. Nach Ansichten unterrichteter Stellen sei eine Gefahr für die australischen Gebiete heute nicht mehr wie noch vor einem oder zwei Jahren zu befürchten. Um Südafrikas Neutralität. Pretoria, 10. Mai. (DNB.) Die unter Leitung von Professor V il j o e n stehende Neutralitätsbewegung, die Südafrika aus jedem Konflikt der europäischen Staaten h e ra u s h a 11 e n will, macht gute Fortschritte. Der Sekretär des Ausschusses für die Volksbefragung, Dr. Waffenaar, erklärte, überall hätten sich zahlreiche führende Südafrikaner burischer wie auch englischer Abstammung an der überparteilich durchgeführten Unterschriftensammlung beteiligt. Sobald die Aktton beendet sei, wür- bie Listen dem Premierminister General Hertzog Mrgelegtt Die Formulare zur Unterschriftensammlung tragen die Ueberschrist: „Haltet Südafrika neutra I!" Jrn Text heißt es: „Wir fordern, daß die Union unverzüglich Schritte unternimmt, um mit aller Kraft die Neutralität zu bewahren, sowohl gegen innere, als auch gegen äußere Strömungen, welche die Neutralität untergraben könnten und in gewissen anderen Ländern Gefühle der (Erbitterung gegen Südafrika herausfordern." Belgiens Tlvaabwehr. Brüssel, 10. Mai. (DNB.) Dem Verteidigungsausschuß der Kamkner teilte Kriegsminister Denis Einzelheiten über die Organisierung der Flugabwehr mit. Von dem für die Luftverteidigung bereitgestellten Kredit von 600 Millionen Franken sind danach 340 Millionen für den Kauf von Sperrballons und Flakartillerie, 176 Millionen für Flugzeuge und 83 Millionen für den Luftschutz ausgeworfen worden. Die Flugabwehr soll von einer Territorialtruppe wahrgenommen werden, deren Dienstzeit auf acht Monate festgesetzt wird. Für den Luftschutz wird ein Generalkommissar eingesetzt, der Vollmacht für ganz Belgien besitzen wird. In der Staatszeitung wird gleichzeitig die Schaffung einer Abteilung für Lebensmittelversorgung und zivile Unterstützung im Falle einer Mobilmachung angekündigt, die dem belgischen Wirtfchaftsmmisterium 'unterstehen soll. Oie Neutralität des Nordens. Stockholm, 10. Mai. (DNB.) Die Außen« Minister der vier skandinavischen Lönoer Däne« mark, Finnland, Norwegen und Schweden, die auf Grund der deutschen Fühlungnahme wegen Abschlusses von Nichtangriffsoerträgen am 9. d. M. in Stockholm zu einem Gedankenaustausch zusammengekommen waren, haben in einer amtlichen .Verlautbarung erneut ihren Willen, im Falle kriege- rischer Verwicklungen in Europa unbedingte Neutralität zu beobachten, betont. Die Außenminister begrüßen Aeußerungen von feiten jedes anderen Landes, die Integrität und Unabhängigkeit der nordeuropaifchen Länder refpektteren zu wollen, d. h. konkreter gesprochen, auch die deutsche Fühlungnahme wegen des evtl. Abschlusses von Nichtangriffsverträgen zwischen Deutschland und ihren Ländern. (Eine endgültige Stellungnahme ist nicht erfolgt. Sie liegt bei den einzelnen Regierungen. Das Osloer „Morgenblad" schreibt, der Kernpunkt sei, daß jedem der vier Staaten überlassen werde, selbst zu antworten. — „Tidens Tegn" meint, daß die Lage für die einzelnen nordischen Länder verschieden sei. Dänemark habe die gemeinsame Grenze mit Deutschland, eine Tatsache, die eine natürliche Grundlage für den Abschluß des Paktes biete. Bei Finnland ergebe sich auch ganz natürlich das Eingehen auf einen Pakt mit dem Deutschen Reich. Norwegen wünsche nur eines, nämlich sich aus jeder Kombination der verschiedenen Großmächte heraus- z u h a 11 e n und seine vollkommene, unbedingte Neutralität zu wahren. Litauens Armeechef in Polen. Warschau, 10. Mai. (DNB.) Der litauische Armeechef General Rastikis hat Flugzeugwerke und Truppenübungsplätze • besucht, wo ihm mili- torische Hebungen vorgeführt wurden. Anschließend begibt sich der litauische Armeechef in den zentralen Jndustriebezirk zu einer Besichtigung der neuen polnischen Rüstungsindustrie, die dort aufgebaut wird. General Rastikis gab feiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß er die führenden Persönlichkeiten Polens kennengelernt habe. Litauen müsse mit Rücksicht auf seine jetzigen Bindungen von Natur aus eine Politik der Neutralität fuhren, die es bereits seit mehreren Jahren entschlossen gemeinsam mit anderen baltischen Staaten führe. Er.zweifle nicht, daß die Beziehungen zwischen Litauen und Polen immer freundschaftlichere Formen annehmen würden. $ranfreid? baut einen neuen Flugzeugträger. Paris, 10. Mai. (DNB.) Der Kriegsmarine« Minister hat bei einer Werft in St. Nazaire einen neuen Flugzeugträger in Auftrag gegeben, der den Namen „Painleve" führen wird. Das Schift wird 18 000 Tonnen Wasserverdrängung haben, 236 Meter lang und 34 Meter breit sein. (Es soll stark bestückt werden, seine Geschwindigkeit soll dreißig Knoten betragen. Das Schiff foll vierzig Flugzeuge an Bord nehmen können. Frankreich besitzt bislang ebenso wie Italien nur einen Flugzeugträger, den 22 000 Tonnen großen „Bear n". Neben dem Flugzeugträger „Painleve" ist auch noch ein zweiter Flugzeugträger gleicher Größe bereits bewilligt, der den Namen „I o f f r e" tragen soll. Deutsch - portugiesische Flottenfreundschast. Lissabon, 10. Mai. (DNB.) An Bord der Flaggschiffes „Admiral Graf Spee" gab Flottenchef Admiral Böhm zu Ehren des portugiesischen Flottenchefs Admiral Matta Olivera, ein Galafrühstück. Admiral Böhm feierte die großen Seehelden Portugals, deren kühne Entdeckunas- fahrten der Weltgeschichte angehören. Er sprach die Hoffnung auf einen Gegenbesuch portugiesischer Flotteneinheiten in Deutschland aus und schloß mit einer Ehrung des Staatspräsidenten General Carmona. Admiral Matta Olivera wies auf die Jahrhunderte alten Beziehungen der Marinen beider Länder hin. Schon zur Zeit der Kreuzzüge hätten die Kreuzfahrer des germanisch-deutschen Reiches im Lissaboner Hafen kameradschaftliche Aufnahme gefunden. Er freue sich, daß sich die Jahrhunderte alte Kameradschaft bei dem jetzigen Besuch der Kriegsschiffe der ruhmvollen deutschen Flotte noch fester gefügt habe. Am 12. Uioi Luftparade bei Madrid. Burgos, 11. Mai. (Europapreß.) Es steht nunmehr fest, daß Franco am 12. Mai die große Luftparade der spanischen Luftstreitkräfte und der befreundeten Luftstreitkräfte, die zur Entscheidung des spanischen Krieges beigetragen haben, in B a r a- j a 5 bei Madrid abnehmen wird. Etwa 7 0 0 Flugzeuge werden an der Parade teil* nehmen. — Im Anschluß- an diese Luftparade wird ein Bankett abgehalten werden, an dem die Korps- und Divisionskommandanten der Truppenteile teilnehmen, die am kommenden Siege s m a r s ch beteiligt sein werden. Kleine politische Nachrichten. Der Generalgouverneur von Libyen, Marschall B a I b o , hat in Begleitung des italienischen Gesandten Mazzolini dem ägyptischen Ministerpräsidenten Mahmud Pascha einen Besuch abgeftattet. An einem Bankett, das der italienische Gesandte gab, haben außer den ägyptischen Regierungsmitgliedern auch der britische Botschafter und die Oberbefehlshaber der ägyptischen und englischen Truppen teilgenommen. * Der Stellvertretende Außenkommifsar der Sowjetunion, Poternkin, wurde vom polnischen Außenminister Oberst Beck empfangen. Die Besprechung dauerte über eineinhalb Stünden. Potem- kin trat sodann die Rückreise nach Moskau an. * Die chinesischen Behörden von Tschungking. dem Hauptquartier Tschiangkaischeks, bereiten die Räumung der Stadt vor. Frauen, Kinder und Greise, die Beamten, Lehrkräfte ufw. muffen die Stadt verlassen. ♦ Unter der Führung des neuernannten General- stabschess George Marshall reifte eine a m e r i • konische Militärabordnung an Bord des Kreuzers „Nashville" zum Besuch nach Brasilien ab. * Im faschistischen Amtsblatt fordert Parteisekretär Starace sämtliche Parteimitglieder auf, keinen Kaffee zu trinken. „Auf diese Weise", so sagt j»utsche uen In Bord \ ■ö gt. A rltere Angestellte bei den Behörden. )len. | er lifauit I WeugV-1 >hm i, I rnschlchl n zenl^-I der niiir I Mfgebd zkuung bet I PersönIi^I men wl 'n von 31h litätD entschloß iten fühv oischen b :te Form: Der vom Lager der Nationalen Einigung geformte Boykott deutscher Preffeerzeug- lisse wird in Lemberg seit dem 4. Mai rück- jchtslos durchgeführt. Weder die Buchhandlungen ivch die ?"k "" "* ßtarace, „werden mir jene Länder hcreinleaen, ße für ihren Kaffee nicht durch unsere Waren, son- Hm durch unser Geld bezahlt werden wollen". Olivetti le die grojr Entdetuy $r spracht portufli«* Deutle 1 des W imiral 9f te alten v r hin. iboner W t. Er tamerabl^ ife der w iigt habe- | ;j jjiaUfi*- riegsmotine« Lzaire einen jen, bei btr> Das Tchiii a haben, M Es soll N soll drM fl esitz! bislang flträger, Jr Jeeben bi? id) ein M its bewiE:? ll. t her b' ii? k * B» ;S' Ä RegteJ^ und ische"^ I .®Ut. I M S eip'6i«, K Md«« 7«> zelnrn d ötaa|(. vorteR J ,bi$ > w ndlage f;J nnland fd hetzen CJ "l°eg, 7 M; heraus unbebinj1 Unter Teilnahme führender Persönlichkeiten der Achtens: Der Fachmann erkennt bereits an der Glimmjähigkeit die Qualität, die Herkunft und die Anbaulage, denn an den Südhängen der klassischen Tabakgebiete nimmt die Pflanze bestimmte Stoffe auf, die das Glimmen so abstimmen, daß der Duft beim Rauchen zu größter Entfaltung kommt. Der Kenner stellt die Qualität seiner Cigarette daran fest, ob sie gleichmäßig, langsam, glatt und mit schmaler Zone glimmt. Ä\ I **c^*^2 WSO .r.-i~ "zz °* \ \ die Garantie übernimmt. Ebenso soll befähigten Handwerkern die Existenzgründung ermöglicht werden. Zunächst sind drei Millionen Reichsmark als Anlaufmittel für das Soziale Bereitschaftswerk bereitgestellt worden. Die Gesellende i m e der DA F. konnten im letzten Jahr 46000 Verpflegungstage für Handwerksgesellen verbuchen. In den Fachschulen wurden über 3500 Teilnehmer in Tages- und Abendlehrgängen gezählt. Außerdem wurden rund 3200 Berufserziehungsmaßnahmen mit fast 70 000 Teilnehmern aus dem Handwerk durchgeführt. Demnächst steht dem Deutschen Handwerk in der DAF. eine Schulungsburg in Burgwedel bei Hannover zur Verfügung, durch die jährlich mehrere tausend Männer des Handwerks gehen werden. Oie Gaukulturwoche. Uraufführung „Erbe im SM" in Worms. NSG. Im Städtischen Spiel- und Festspielhaus in Worms wurde im Rahmen der Gaukulturwoche das Schauspiel „Erbe im Blut" von Schwank- Telfon von der Rhein-Mainischen Landesbühne uraufgeführt. Die Uraufführung brachte dem Werke einen vollen Erfolg und den Besuchern ein großes Erlebnis, das besonders eindringlich war, weil der Zuschauer Zeuge einer zeitgmäßen Abhandlung wurde. Das Schauspiel stellt eine der bedeutendsten völkischen Gesundheitsforderungen des Nationalsozialismus in den Mittelpunkt des Geschehens: Äampf den Erbkrankheiten. Es ist gewiß nicht leicht, ein solches Thema ohne Tendenz zu gestalten und • die sicher immer harten Erkenntnisse und Forderungen, die der Arzt kranken Menschen zu eröffnen hat, in einem Schauspiel erträglich für das Publikum und wirklichkeitsnah zu formen. Die gute schauspielerische Leistung bewährter Kräfte der Nhein-Mainischen Landesbühne verhalf dem Autor zu seinem Erfolg. Veranstaltungen am Donnerstag. Frankfurt: „Rasse und Musik". Dortrag von Dr. Herbert Gerigk, Berlin. Durchgeführt vom Hessen-Kontor der Nordischen Gesellschaft und der Gaudienststelle des Deutschen Volksbildungswerkes. Wiesbaden: Festliche Tagung der Reichsmusikkammer. Es spricht der Präsident der Reichsmusikkammer Prof. Dr. Dr. Raabe. Mainz: Erstaufführung des Schauspiels „Wind überm Sklavensee" von Georg Basner. Der Arzt im Dienste der Raffenpflege. In Würzburg wurde das neue I n st i t u t für Vererbungswissenschaft und Rasse n f o r s ch u n g an der Universität seiner Bestimmung übergeben. Der Rektor Prof. Dr. Seifert gab seiner Freude über die Fertigstellung Ausdruck. Im Namen des Studentenbundführers sprach Prof. Das Beamtentum NSG. Auf der dritten Haupttagung des Ge- r.eralapnells der deutschen Beamten in Frankfurt zeigte Reichsamtsleiter Universitätsprofessor Dr. Alfred B ä u m l e r , daß der Nationalsozialismus unter Bewahrung all der großen Institutionen, wie sie als Militärhoheit, Finanzhoheit und Zentralgewalt entstanden seien, den alten Staat in eine neue hohe Form aufgehoben habe, nämlich in das Reich. Es sei die Partei, die den Staat repräsentiere und verwirkliche. Darum müsse auch der Beamte seinen Dienst nicht nur von der Vorschrift her, sondern vom Reich, d. h. vom inneren Wesen des deutschen Menschen her tun. Jede Aufgabe sei aus der Aufrechterhaltung der innigen Beziehung der Volksgenossen untereinander zu lösen. Der Beamte müsse daher ständig getragen sein von dem gewaltigen Strom der nationalsozialistischen Bewegung und ihrem Feueratem, den sie dem Volke eingehaucht hat. Denn nur dadurch werde er in der Lage sein, zu der Einheit des Volkes die Einheit des Herzens und des Geistes zu fügen. Dies aber sei die Einheit des Reiches. Staatssekretär Dr. F r e i ß l e r stellte dann an der Entwicklung des germanisch-preußisch-deutschen Amtsträgertums dar, welcher Wille das Beamtentum im Großdeutschen Reich Adolf Hitlers beseelt. Das neue Reich der Deutschen trägt in sich die sittlichen Kräfte und Grundlagen des germanischen Heerstaates, die Hoch-Zeit des deutschen Lehens- Dr. S ch r e p f e r, der die große Bedeutung der Vererbungslehre und Rafsenhygiene im Rahmen der nationalsozialistischen Wissenschaftsauffassung würdigte. Den Festvortrag hielt Prof. Dr. Schmidt über den erzieherischen Gehalt der Rafsenhygiene. Rasfenbiologie und Hygiene müßten wirkungslos bleiben, solange nicht jeder einzelne willens ist, ihre Forderungen in die Wirklichkeit umzusetzen. Darum verlangt z. B. die neue Studienordnung vom werdenden Arzt gründliche Beschäftigung mit Vererbung und Rasse, Dolkswachsstim und Volkstod, Auslese, Erb- und Rassenpflege. Die Wichtigkeit solcher Erkenntnisse soll er dann später dem Volke vermitteln. Gleichzeitig soll dem Studenten klar werden, welche Bedeutung rassebiologische Gedanken in bezug auf die eigene Lebenshaltung haben, damit er später dem Volke Vorbild werden kann. Den Gesetzen des Lebens dieser Erde gehorchen heißt unser Schicksal begreifen, heißt aber auch unser Schicksal meistern. Das ist der erzieherische Gehalt der Rassenbiologie. Oer „Fliegende Rheinländer Dor sechs Jahren bedeutete es eine Sensation, als die Reichsbahn auf der Strecke Berlin — Hamburg einen Schnelltriebwagen einsetzte, der eine Geschwindigkeit von 160 Kilometer in der Stunde fahren konnte. In der Folgezeit hat sich der deutsche Reisende schon daran gewöhnt, daß die in der Reichsidee. reiches und die Blüte preußischer Pflichtgebundenheit. Es ballt dies zu einer Einheit bewußten Handelns und damit unbegrenzter Einsatzbereitschaft zusammen. Organe dieses Reiches sind die deutschen Beamten. Das Amt ist das Lehen, der Dienst und die Ehre, die der Führer ihnen gab. Wie das Reich seinen ständigen politischen Bekenntnis- und Willensimpuls durch das Volk selbst, d. h. durch seine vom Führer geschaffene politische Bewegung empfängt, muß auch der Beamte in Treue zum Führer in dieser politischen Bewegung mitmarschieren. Als Gefolgsmann des Führers wird der Beamte Diener des Volkes selbst fein. Entscheidend für ihn ist nur der Wille des Führers, dessen autoritäre Steuerungen wie Leuchtfeuer die Richtung der Reichserkenntnisse weisen. Er braucht dazu seine F a ch k e n n t n i s s e. Sie müssen heute auf ein Höchstmaß der Vollkommenheit gesteigert werden, denn die Arbeit des Beamten finde eine reales Ergebnis nur in seiner Leistung. Fachkenntnisse bilden aber keinen Son derbereich, die man von politischen Grundanschauungen durch eine Chinesische Mauer trennen könnte. Darum hat das nationalsozialistische Beamtentum fein Ideal der Neutralität, sonder bas Ideal mutigen, einsatzbereiten Kämpfer- t u m 5. Ein von solchem Willen getragener Dienst ist seine Ehre. verschiedensten „Fliegenden" die hauptsächlichsten Wirtschaftszentren des Reiches mit Berlin verbanden. Dieses System von Schnelltriebwagen-Verbindungen wird jetzt durch Einsatz des F Dt 49/50 auf der Strecke von Dortmund nach Basel einen weiteren Ausbau erfahren. Unterwegs werden Essen, Duisburg, Düsseldorf, Köln, Bonn, Koblenz, Mainz, Frankfurt, Darmstadt, Mannheim, Karlsruhe, Baden-Oos und Freiburg berührt. Don Frankfurt bis Freiburg fährt der Zug genau 2 Stunden 48 Minuten. Daß bei der hohen Geschwindigkeit, die der Wagen fährt, besondere Sicherheitseinrichtungen vorhanden sind, ist selbstverständlich. Es ist neben einer besonders guten Druckbremse noch eine Magnetschienenbremse vorhanden. Zur weiteren Sicherheit ist der Wagen mit einer selbsttätigen induktiv wirkenden Zugbeeinflussung ausgerüstet. Das Fahrzeug wird dadurch gegen das Ueberfahren geschlossener Signale oder geöffneter Wegschranken geschützt. Eine Sicherheitfahrschaltung schaltete bei Dienstunfähigwerden des Triebwagenführers nach kurzer Frist den Motor ab und legt die Bremsen an. Die Inneneinrichtung ist in feinen Hölzern und dazu passend abgetönten Bezügen der Polster gehalten. Außer den 100 Sitzplätzen bietet der Speiseraum für 30 Fahrgäste Platz. Kunst und Wissenschaft. „Spiel im Sommerwind" erhielt das neue Filmprädikat „volkstümlich". Mit der Einführung des neuen Prädikates „volkstümlich" ist die Möglichkeit geschaffen worden, auch solchen Filmen die Anerkennung und Vorteile eines Prädikates zukommen zu lassen, die wegen ihres, besonders zeitnahen und lebensechten Inhaltes eint Auszeichnung verdienen. Als erster Film for jüngsten Produktion hat' nunmehr nachträglich der Film der Terra-Filmkunst „Spiel im Somme r w i n d" das neue Prädikat erhalten. Eine neue deutsche Nanga-parbat-Expedition. Wie aus Bombay gemeldet wird, sind die vier deutschen Bergsteiger Äufschneiter, Schicken. Harrer und L o b e n h o f f e r, die sich auf dem Wege zum Nanga Parbat befinden, in Bombay eingetroffen. Der Führer der Expedition erflärh, das Ziel der Expedition bestehe darin, einen neuen Anstiegsweg zum Gipfel des Nanga Parbat zu suchen. Falls die Expedition Erfolg haben sollte, hoffe man, im nächsten Jahr eine größere deutsche Expedition zum Himalaja entsenden zu können. Damit würde eine deutsche Expedition zum fünften Male den Versuch machen, den Nanga Parbat zu bezwingen. Wetterbericht Deutschland liegt noch immer auf der Grenze zwischen Hoch- und Tiefdruckeinfluß, so daß das um sichere Wetter noch andauert. Mit dem Aufkommen beständigen Schonwetters kann also noch nicht gerechnet werden. Die Temperaturen werden iyi wesentlichen durch Ein- und Ausstrahlung bestimmt und nicht mehr, wie bisher, durch Kaltluftzusthr aus Nordost. Vorhersage für Freitag: Wolkig un- zeitweilige Aufheiterung, nur geringe Niederschlags- neigung bei Tagestemperaturen von 15 bis 20 (9rab, veränderliche Äinde. Lufttemperaturen am 10. Mai: mittags 12,3 Grad Celsius, abends 10,2 Grad; am 11. Mai: morgens 9,6 Grad. Maximum 12,6 Grad, Minimum heute nacht 9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Diese am 10. Mai: abends 11,8 Grad; am 11. Mai: morgens 11,2 Grad. — Sonnenscheindauer 0,1 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr.W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 39: 9530. Druck und Verlag: Brühlsche Universitäts« brutferei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preis« liste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. 02373 Nur 3 Tage! Verlag des Giefeener Anzeigers 3404D feflf nicht locker, bis dos Höhnerouge locker ist! ELASTOCORN Schriftliche Angebote u. 02378 an den Gießener Anzeiger erbet. Kontoristin mit allen Büroarbeiten vertraut, für sofort gesucht. Schristl. Bewerbungen unt. 3440D an den Gieß. Anzeig. Zuverlässiges selbständiges Mädchen zum 15. Mai od. 1. Juni gesucht. Frankfurter StratzetzO. lsäsiv Zuverlässige Aufwartung 2mal in d.Woche von 9 bis 12 Uhr gesucht. Zu erfragen in d. Geschäftsstelle des Gieß. Anz. [02367 Ein Hühnerauge verursacht Streit in der Straßenbahn. Die Straßenbahn* war ein bißchen plötzlich durch die Kurve gefahren. Die Fahrgäste kamen ins Purzeln, und der kleine dicke Herr hatte dem anderen „auf die Hühneraugen getreten". Schon war der Krach da, und der Schaffner hatte alle Mühe, die beiden Kampfhähne zu beschwichtigen. Mußte das sein? Nein, das mußte nicht sein! Mit Elastocorn wäre jener Herr seine Hühneraugen längst losgeworden. Eine Schachtel Elastocorn kostet 50 Pf. Sie ist erhältlich in Apotheken, Drogerien und Sanitätsgeschäften. Junge Stenotypistin sofort oder zum 1. Juli gesucht. Meilverdienst | bietet sich Persönlichkeiten mit guten Beziehungen zu Industrie und Handel. Keine Werbetätigkeit, nur Adressenvermittlung. Angebote unter F. ML 488 an Ala, Frankfurt/M., Kaiserstr. 15. Wir suchen ein jüngeres Svarrlein welches in der Durch schreibe- Buchhaltung sowie in allen Büroarbeiten bewandert ist. Bei schöner Handschrift auch Einarbeitung möglich. $4220 -KSblev Herren- u. Knabenüekleidung, Gießen, Seltersweg 17. VerkSufevi« gesucht mit guter Handschrift evtl, mit Schreibmaschinenkenntnissen für leichte Büroarbeiten. Schriftliche Angebote unt. 3453D an den Gießener Anzeiger erb. 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Mit einem sowohl für den einzelnen wie für die Volksgesamtheit wichtigen Problem, der Gattenwahl, beschäftigt sich Dr. Paul Danzer vom Reichsbund der Kinderreichen in dem Stampfblatt „Völkischer Wille". Es sei eine leider „natürliche" Folge der sittlichen Entwicklung im Zwischenreich, daß der Durchschnitts-Mann — wobei der Ton auf dem „Durchschnitts" liegt — diejenigen Mädchen bei der Gattenwahl bevorzugte, die es ihm am wenigsten schwer machten. Daß diese „Erleichterung" sehr bedauerliche Folgen habe, davon könne man sich überzeugen, wenn man sein Augenmerk auf diejenigen Mädchen lenke, die Wert darauf legen, daß sich die Männer um sie bemühen, statt umgekehrt. Diese achtbaren Mädchen von echt fraulichem Gepräge und einer stolzen Haltung seien es aber, die als deutsche Mütter besonders geignet sind, doch bei ihnen sei der Andrang ganz erheblich geringer und die Heiratsfähigkeit leider auch. Man brauche nur einmal in die Frauenberufe hineinzusehen, in denen das mütterliche Wesen am augenfälligsten in Erscheinung tritt, um dies feftzustellen. Es sei kein Ruhmestitel für das männliche Geschlecht, daß es offensichtlich in der Werbung um die Lebensgefährtin immer bequemer geworden sei. Es komme darauf an, daß die wertvollen Gaben, die gerade in nicht aufdringlichen, sondern stolzen Mädchen unserem Volke gegeben sind, diesem erhalten bleiben. Deshalb sei es an der Zeit, der heiratsfähigen männlichen Jugend allen Ernstes einmal zu sagen, daß sie bei der Gattenwahl auch ihrem Volke verantwortlich ist. Der leider nicht geringe Bestand an unverheiratet gebliebenen wertvollen Frauen sei ein lebendiges Schuldkonto für die sogenannten „Herren der Schöpfung", em Schuldkonto, das unerbittlich getilgt werden müsse. Stärkerer Iraueneinsatz fordert vollwertige Mädelausbildung. Ndz. Auf einer Reichsschulung für die Betriebsjugend walter des Fachamts „Banken und Versicherungen" der DAF., sprach die Mädelreferentin des Jugendamtes der DAF., Obergauführerin Erna P r a n z. Da im Zuge des allgemeinen Nachwuchsmangels die Zahl der zum Einsatz kommenden männlichen Arbeitskräfte ständig zurückgeht, würden auchindenBanken und Versicherungsbetrieben zwangsläufig wieder mehr Mädel beschäftigt. Für sie mühten aber hinsichtlich der Ausbildung die gleichen Grundsätze gelten wie für die männlichen Jugendlichen. Die restlose Durchsetzung dieser Forderung sei zwingende Voraussetzung dafür, daß die Mädel vollwertige Arbeit leisten zu können und damit als vollwertige Arbeitskräfte zu werten sind. Diese keineswegs auf die Bank-Angestellten zu beschränkenden Grundsätze sollten insbesondere auch für die Stenotypistinnen Anwendung finden. Gerade auch diese Mädel dürften nicht lediglich einzelne Fertigkeiten vermittelt bekommen, wie etwa nur Stenographieren und Maschinenschreiben. Durch Erledigung auch der mit dem ganzen Schriftwechsel zusammenhängenden Ordnungsarbeiten solle der Stenotypistin ein Einblick in den Gesamtbetrieb verschafft werden. »Sitzenbleiben" darf nicht durch Schulwechsel umgangen werden. Das Reichserziehungsministerium übermittelt den Ländern Richtlinien für die Aufnahme von Schülern in die höhere Schule. Danach ist bei der Anmeldung auch ein Abgangszeugnis der bisherbesuchten Schule vorzulegen. Jedes Abgangszeugnis muß die Bemerkung enthalten, daß der Schüler versetzt worden ist oder das K l a s - senziel nicht erreicht hat. Der Schulwechsel darf keinesfalls zu einer Umgehung der Bestimmung beitragen, daß ein sitzengebliebener Schüler während eines ganzen Schuljahres den Unterrichtsgang seiner bisherigen Klasse w i e r - holen muß. Verläßt ein Schüler kurz vor dem Versetzungstermin die Schule und geht mit einem für die Versetzung nicht ausreichenden Zeugnis zu einer anderen höheren Schule über, so darf er nicht in die. nach st höhere Klasse aufsteigen oder übernommen werden. Jeder Schüler, der von einer anderen Schulart zur öffentlichen oder anerkannten privaten höheren Schule übergehen will. muß durch eine Prüfung nachweisen, daß sein Wissen und Können der Klassen stufe entspricht, in die er einzutreten wünscht. Die Prüfung muß sich auch auf das Gebiet der Leibeserziehung erstrecken. Die Aufnahme erfolgt nur probeweise auf mindestens ein halbes, längstens ein ganzes Schuljahr. Der Hinweis - ein Vlilk in die Zeitschriften Paradies für Lyriker. Unter dem Titel „Land der Lyrik" gibt uns G. H. Neuendorfs im Aprilheft der Zeitschrift. „Die Li t e- r a l u r" einen Einblick in die spanisch-amerikanische Gegenwartsdichtung. Zu unserer Ueberraschung entdeckten wir in Mittelamerika, das wir bisher als Land des Kaffees, der Vulkane, der Malaria und anderer Dinge kannten, ein Paradies der Lyrik: „Die Kunst des Verses ist in Spastisch-Amerika nicht nur, wie es von Japan behauptet wird, ein Kennzeichen feiner gesellschaftlicher Bildung, sondern Besitz breiter Volksschichten. Das beweisen die aus dem Stegreif entstehenden geselligen Lieder, Liebesgeschichte, schnadahüpfelartigen Neckverse und Tanztexte der Bauern, Hirten, Landarbeiter — beweist auch eine Anzahl volkstümlicher oder literarisch anspruchsvollerer Zeitschriften, die so gut wie ausschließlich der Aufnahme lyrischer Erzeugnisse dienen. In der mexikanischen Stadt Oaxaca, die etwa 25 000 Einwohner zählt, hat sich kürzlich jemand die Mühe gemacht, Lokalpoesien aus den letzten fünfzig Jahren in einem Band von rund 700 Seiten zu vereinigen. Die stattliche Anzahl von über hundert Autoren in einer mittleren Provinzstadt ist ebenso bemerkenswert wie die Tatsache, daß diese Gedichte gar nicht schlecht sind, wiewohl natürlich öfters die gebildete spanische Sprache „für den Dichter gedichtet und gedacht" haben mag (Florilegio Oaxaqueno, Mexiko). Oder: Ein Mittelamerikaner veröffentlicht — vermutlich auf eigene Kosten, was die Regel zu sein scheint — eine Sayimlung von hundert Sonetten, die als Ehrung von ebenso vielen Freunden und Bekannten des Dichters gedacht ist. Strophen „aus dem Handgelenk", die jedem etwas Angenehmes sagen, nicht besonders originell ... kein Wunder, wenn drei Dutzend anmutige Senjoritas aus San Jose und ein Schock Aerzte und Diplomaten, Kaufleute und Handwerker in gehobenem Stil angedichtet werden sollen! ... aber liebenswürdig, volltönend und beachtlich sicher in der Form." Goethe und Schiller auf den deutschen Bühnen. In der Viermonatsschrift der Goethe-Gesellschaft „G o e t h e" veröffentlichte Hans Knudsen eine „Statistik der Goethe- und Schiller-Aufführungen für die Spielzeit 1937/38", die über die Rolle der beiden großen Dichter im Spielplan aller deutschen Bühnen einschließlich der österreichischen Aufschluß gibt und zusammenfassend einen Ueberblirf über die Aufführungen von Werken der beiden Klassiker überhaupt gibt. Von Goethes Werken steht „Faust I." mit 171 Aufführungen an der Spitze (im Vorjahr waren es allerdings 260), es folgen dann „Götz von Berlichingen" mit 121 und „Egmont" mit 99 Aufführungen. In weiterem Abstand reiht sich an „Clavigo" (44), „Iphigenie" (43), „Bürgergeneral" (36), „Stella" (23) und „Geschwister" (22). Der „Tasso" wurde nur neunmal gespielt. Im ganzen war im Berichtsjahr eine starke" Zunahme der Goethe-Inszenierungen zu beobachten, nämlich 144 Aufführungen mehr als im Vorjahr. Schillers Dramen erscheinen 973mal im Spielplan. Das weitaus am häufigsten aufgeführte Stück ist „Wilhelm Tel l" mit 240 Ausführungen. Es folgen „Kabale und Liebe" (122), „Don Carlos" (112), „Maria Stuart" (110), „Wallenstein", und zwar der ganze Wallenstein (93), „Die Räuber" (85), „Jungfrau von Orleans" (75), „Tu- randot" (53), „Fiesco" (21), „Braut von Messina" (5). Aus aller Well. Ehrenmal für den Sanitätsdienst im Weltkrieg. Arn 21. Mai wird im Reichsehrenmal Tannenberg das Ehrenmal für den Sanitätsdienst im Weltkriege eingeweiht: es wird an den heldenmütigen Einsatz des Sanitätspersonals, der Acrzte und Schwestern erinnern, die unter dem Zeichen des Roten Kreuzes ihr Leben ließen. Von den im Heeres-Sanitätsdienst und in der Krankenpflege unter diesem Zeichen tätig gewesenen Aerz- ten, Sanitätsdienstgraden, Krankenträgern und -Schwestern blieben viele Tausende auf dem Felde der Ehre. Träger der Veranstaltung ist das Deutsche Rote Kreuz. Die Weiherede hält der geschäftsführende Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, W- Briaadeführer Dr. Grawi tz. Die Kriegsschwestern, DRK.-Schwestern und Schwestern anderer Organisationen, die im Weltkriege unter dem Roten Kreuz eingesetzt waren, Sanitätssoldaten und Krankenträger werden der Feier beiwohnen. Anmeldungen bis zum 14. Mai an das Deutsche-Rote-Kreuz-Prä- si'dium, Berlin W 35, Hansemannstraße 10. Bremen bereitet den Ersten Internationalen Tabakkongreh vor. Die Vorarbeiten zum Ersten Internationalen Tabakkongreß, der auf Grund gemeinsamer Beschlüsse der Centre International du Tabac zu Rom und der Internationalen Tabakwissenschaftlichen Gesellschaft zu Bremen vom 25. bis 30. September •1939 im Deutschen Reiche durchgeführt werden soll, sind nun zum Abschluß gekommen. Die beiden Or- ganisationen haben die Hansestadt Bremen zum Kongreßort gewählt. Entsprech"nd der bisherigen organisatorischen Aufteilung der Arbeitsgebiete werden auch auf dem Ersten Internationalen Tabak- kongreß alle landwirtschaftliche nFragen des Tabaks in Sektionen behandelt, die von der Zentralstelle für Tabak in Rom bereits einberufen find. Die sich aus dem Tabakhandel, seiner Industrie und seiner Finanzwirtschaft ergebenden Fragen wurden der Internationalen Tabakwissenschaftlichen Gesellschaft zu Bremen zur Vorbereitung und Durchführung zugewiesen.. Daher umfaßt der Kongreß sechs Sektionen, die sich mit dem Tabakanbau, der Tabakzüchtung, der Botanik, den Krankheiten und Schädlingen des Tabaks, der Aufbereitung und der Agrarchemie des Tabaks und den landwirtschaftlichen Problemen beschäftigen werden, sowie weitere fünf permanente Sektionen für Tabakhistorie, für Chemie und Hygiene, für die Technik der Tabakaufbereitung, für Wirtschaftswissenschaft und für Finanzwissenschaft. Der Giftmordskandal von Philadelphia. Die Mordaffäre von Philadelphia wird immer ungeheuerlicher. Die Untersuchung hat jetzt ergeben, daß man es mit zwei Mordbanden zu tun hat, die wenigstens 200 V ersi ch erun gs» morde in den letzten 10 Jahren verübt haben. Die Zahl der Opfer ist also doppelt so groß, als man bisher annahm. Die eine Bande vergiftete ihre 'Opfer mit Arsenik und hat auch einige ertränkt. Als „Honorar" erhielten die meist jüdischen Banditen einen gewissen Prozentsatz der Versicherungssumme. Die zweite Bande benutzte andere Giftmittel und verlangte eine bestimmte „Mordgebühr". Die Banditen mordeten auch oft noch die Verwandten des versicherten Opfers, um in den Besitz der gesamten Versicherungssumme zu gelangen oder das Geheimnis zu wahren. Die Zahl der Verhafteten ist auf 24 gestiegen, darunter befinden sich 12 Witwen, die mit Hilfe dieser Banden ihre versicherten Ehemänner durch Gift beseitigen ließen. Die Behörden verhörten jetzt eine Anzahl Leichenbestatter. Zahlreiche Ausgrabungen mutmaßlicher Opfer wurden auf den Friedhöfen von Philadelphia angeordnet. Auch auf Friedhöfen in New Jersey und anderen Oststaaten werden entsprechende Nachforschungen eingeleitet, da man auch hier ähnliche Mordfälle vermutet. Dreister Raubüberfall in Brüssel. — 750 000 Franken erbeutet. Ein Raubüberfall von seltener Frechheit wurde im Zentrum Brüssels, vor dem Portal der Nationalbank, ausgeführt. Ein Kassierer der Antwerpener Kreditanstalt wurde dort von einem Unbekannten durch einen Schlag auf den Kopf nieder- gestreckt. Der Räuber entriß dem Kassierer eine Aktentasche mit einem Inhalt von 7 75 000 ganten und raste in einem in der Nähe parkenden eleganten Kraftwagen davon. Der Ueberfall wickelte sich so schnell ab, daß die Passanten nicht eingreifen konnten. Die Polizei hat die Ermittlungen sofort aufgenommen. Ein kostspieliger Blitzschlag. In Triest schlug ein Blitz in eine elektrische Umformerstation. Dadurch geriet ein großer Transformator in Brand und explodierte. Der Schaden beläuft sich auf rund 750 000 Lire. Das Hindenburg-Denkmal auf dem Kyffhäuser. r 8* A ■ — , Auf dem Kyffhäuser wurde — wie wir schon berichteten — ein Denkmal des Generalfeldmarschalls von Hindenburg durch den NS.-Reichskriegerbund eingeweiht. Hier legt General der Infanterie Reinhard einen Kranz des NS.-Reichskriegerbundes nieder. Im Vordergrund der Kranz des Führers. Das Standbild aus grünem bayerischen Porphyr ist ein Werk des Bildhauers Professor Hermann H o - s a e u s. — (Scherl-Bilderdienst-M.) ^Ib-Biber. Von Karl Scherer. Der Prozeß des Werdens und Vergehens, dem die gesamte Schöpfung unterliegt, kommt auch im Tierreich nicht zum Stillstand, vollzieht sich aber in Zeiträumen, die der Mensch nicht übersieht. Um die Mite des letzten Jahrhunderts kannte man etwa 74 000 Tierarten, um die Jahrhundertwende hatte ihre Zahl die 300 000 bereits überschritten. Diesem gewaltigen Zuwachs stehen mehr als 100 000 Arten aller Klassen gegenüber, die entweder völlig aus- gestorben oder nur in geringer Zahl noch vorhanden sind. Zu diesen Todgeweihten rechnet der Biber der Alten Welt. lieber den Auwäldern der Elbe südlich der alten Bischofsstadt Magdeburg blaut wolkenlos ein frischer Herbsttag. Diese Forsten, noch heute ein von starken Rot- und Damwildrudeln bevölkertes Wildparadies seltener Art, haben in - Deutschland nicht ihresgleichen. Herrliche Laubwälder, deren alte Elchen und Ahorne ihre breitästigen Kronen über kräftig treibende Eschen und Rüstern recken, wechseln mit weiten frischgrünen Wiesenflächen. Dazwischen dehnen sich jumpfige Strecken; denn der mächtige Strom, heute durch Dämme und Deiche zu geregeltem Lauf gebändigt, verließ, wie der Rhein, noch in geschichtlicher Zeit wiederholt sein ursprüngliches Bett, teilte sich in Arme und Rinnen, die sich zwar wieder vereinigten, aber Sümpfe und wasserreiche Niederungen hinterließen, aus denen eine üppige Pflanzenwelt aufschoß: Teichrosen bedecken den Wasserspiegel, Erlen und Weiden. Moobirken und Schilfrohr säumen die Ufer, und dazwischen wuchern Nachtschatten und Korallenkirsche mit gelben Blüten und scharlachroten Früchten. Diese Baum- und Pflanzendickungen sind das Dorado und Vorbehaltsgebiet der letzten Nachkommen des deutschen Bibergeschlechts. Der Herbst hat nach wochenlangen Regengüssen schwere Ueberschwemmungen gebracht. Von Rlesen- qebirqe und Böhmerwald drängen Wassermassen das Elbtal entlang und überfluten die Niederungen des mittleren Stromlaufs. Das Hochwild hat stch vor den wachsenden Fluten in die angrenzenden Heidewälder gezogen, Rehe stehen auf den künstlich angelegten Rettungshügeln umher, wo die bet der ersten Meldung über das drohende Hochwasser gefüllten Raufen chnen das Leben fristen. Soweit der Blick reicht, breitet sich die Ueberflutung aus, in den tieferen Lagen umspült das Wasser meterhoch die Bäume, das Strombett der Elbe ist nicht mehr erkennbar. • Aus den flutenden Gewässern ragt ein hoher, von den fleißigen Bibern in guter Zeit zusammengetragener Reisighaufen heraus, dessen festes Gefüge dem Andrang der Wellen widersteht. Auf der Oberfläche hockt ein alter Biber und schält mit den zollangen messerscharfen Schneidezähnen die Rinde eines Weidenzweiges ab — ein kräftiger, plumper Geselle. Der fast meterlange, in einen abgeplatteten schuppigen Schweif, die „Kelle", endende Rumpf, tragt einen breiten dicken Kopf mit stumpfer Schnauze und starken Kiefern. Schwimmhäute zwischen den fünf Zehen der Hinterläufe machen ihn zum gewandten, sicheren Schwimmer. Zarte Rinde ist neben den Wurzelstöcken und Schläuchen der Wasserpflanzen seine bevorzugte Aesung, und da jene nur an den Zweigenden und Reisigspitzen zu finden ist, schneidet er dicke Laubbäume an, bringt sie durch wochenlanges Nagen in kreisrundem Schnitt — die Schnittstelle gleicht schließlich den Trichtern einer Sanduhr — zu Fall, und die Krone des m mühseliger Arbeit „gefällten" Stammes liefert ihm Nahrung auf Monate hinaus. Dadurch wird er der Forstwirtschaft schädlich, doch in seinem Reservatgebiet der Eibauenwälder ist ihm alles erlaubt. Jetzt läßt sich „Blockert" klatschend ins Wasser fallen, schwimmt dem buschigen Weidengestrüpp des Ufers zu und verschwindet in seinem Bau. Diese Bauten — der Biber liebt die Gesellschaft anderer Artgenossen und lebt mit ihnen in volkreichen Ansiedlungen — sind oft von gewaltigem Umfang und jahrhundertelanger Dauer, sogenannte „Biberstädte . Ein Zugang der mit Reisig und abgenagten Zweigen überdeckten „Hütte" unter der natürlichen Rasendecke mündet nicht selten über dem Wasserspiegel; immer aber findet sich dann eine zweite Röhre, die unter der Wasserfläche ausläuft und so tief hegt, daß sie auch bei sinkendem Wasserstand unsichtbar bleibt. Doch nach langer Dürre im Hochsommer fällt der Strom bisweilen so stark, daß auch der Not- ausgang bloßgelegt wird; dann zeigt sich der Biber in seiner ganzen Klugheit: er baut ein Stauwehr in Gestalt eines Dammes, um den Wasserstand |o zu regeln, daß die Notröhre wieder überspült wird. Bei breiten Stromläufen ist ein solcher Dammbau nicht möglich, darum siedelt der Biber gern an den bewaldeten Mündungen der Nebenflüsse und m Seitenarmen. Zunächst werden unterhalb der Hütte hohe Bäume so angeschnitten, daß sie beim Fall in das Wasser stürzen, sie bilden die Grundmauer. Nun schleppt die ganze Sippe nächtlicherweile Reisig und Rohrftengel, Rasenstücke und Steine, Schlingpflanzen und Wurzelstöcke schwimmend herzu und verdichtet damit das Wehr so wirksam, daß die Strömung gestaut und gegen die Ansiedlung abgedrängt wird. Bald liegt die Röhre von neuem unter Wasser — der Zweck des mühseligen Werks ist erreicht... Sternklare Winternächte. Am Buschwerk des Ufers hängen Eiszapfen, wachsen über Nacht und greifen mit langen Armen nach der Strommitte; bald treiben die ersten Schollen zu Tal, die ein klirrender Frosttag zum Stehen bringt. Dann leidet der Biber Not. Die als Wintervorräte aufgestapelten Weidenruten und Espenbüsche vereisen, den Zugang zum Wasser sperrt die fußdicke Eisdecke, die Röhre friert zu. In der Hütte liegt die Sippe dichtgedrängt zusammen, aber mit dem Winterschlaf ist es bei leerem Magen auch nichts. Dann bohrt der Biber nicht selten durch die Kuppel des Baus ein Loch und wandert, Nahrung suchend, weit umher. Doch die Eisdecke des Stromes bricht. Die früh treibenden Weiden ergrünen, schon schwellen an Busch und Baum die Blattknospen, und der junge Schuß des Uferröhrichts liefert Nahrung. Bald nimmt der Holzfäller feine Arbeit wieder auf... Das Wunder der altchinesischen Apotheke. Die Heilmittelkunst Chinas blickt auf eine viel- tausendjährige Geschichte zurück, die für den Forscher noch viele Überraschungen bietet. Besonders sind die alten chinesischen Apotheken eine wahre Fundgrube für den Kenner. Sie enthüllen eine Welt, die um viele Jahrhunderte zurückliegt und uns in die Zeit versetzt, da auch bei uns die Apotheken noch geheimnisvolle Wunder bargen. Der Besucher einer solchen alten Apotheke kommt durch das prächtig eingerichtete Empfangs- und Beratungszimmer nach dem Laboratorium, in dem unter anderem auch der Friseur seines Amtes waltet. In den verschlossenen Hinterzimmern befinden sich die Kostbarkeiten an Arzneimitteln, die nur für die oberen Zehntausend in Betracht kommen, so das Spitzhorn einer Büffelart aus Siam, das gegen Fieber wirksam sein soll, ein Kasten mit Moschusbeuteln, ein anderer mit Ambra, Sandelholz, eßbare Schwalbennester und Ginsengwurzeln, denen man Menschengestalt gegeben hat, und die mit Gold auf- aewogen werden. Außerdem finden sich hier Pulver aus den Knochen von Tigern und Löwen sowie aus diesen Knochen bereitete Gelatine, die großen Absatz findet. Ganze Hirsche und Rehe werden zu Pillen verarbeitet. In einem neben der Apotheke liegenden Hoftaum werden mehrere prachtvolle große Hirsche gehalten, jeder in einem besonderen Verschlage. Diese schönen und stolzen Tiere werden mit Maulbeerlaub gefüttert und später zu einem Arzneimittel verarbeitet, bas noch einige vegetabilische Zusätze enthält und als kräftiges Tonikum in Ansehen steht. Bis auf die Haare werden die ganzen Tiere hierzu verwendet. Sie dürfen nicht geschlachtet werden, damit kein Blut verloren geht, sondern werden durch Aufhängen getötet. Die Fleischteile und die inneren Organe werden gekocht, getrocknet, zerstückelt und endlich nach völligem Austrocknen zu Pulver verarbeitet. Diesem gibt man die vegetabilischen Pulver und Honig hinzu und formt Pillen daraus. Alle Arbeiten werden in ganz primitiver Form ausgeführt. Hochschulnachrichten. Es sind berufen worden: der ordentliche Professor Dr. Erwin Aichinger in Freiburg i. Br. (Forstschutz und Forstbenutzung) an die Hochschule für Bodenkultur in Wien, der ordentliche Professor Dr. Hans Barion in München (Kirchenrecht; Kath.-Theol.) an die Universität Bonn, der ordentliche Professor Dr. Kleophas P l e y e r in Königsberg (mittlere und neuere Geschichte), an die Universität Innsbruck, der ordentliche Professor Dr. Werner Schmeidler in Breslau (Mathematik) an die Technische Hochschule in Berlin. Es ist übertragen worden: dem an. Professor Dr. Martin Lohmann in Kiel unter Ernennung 3um ordentlichen Professor an der Universität Freiburg i. Br. der Lehrstuhl für Betriebswirt- schaftslehre, dem ao.Professor Dr.Rudolf (Streite r in Leipzig an der Universität Halle der Lehrstuhl für wirtschaftliche Staatswissenschaften, dem nb. ao. Professor Wilhelm Tiedje an der Technischen Hochschule Stuttgart der Lehrstuhl für Entwerfen (Werklehre und technische Darstellung). Von den amtlichen Verpflichtungen sind entbunden worden: der ordentlich- Professor an der Technischen Hochschule Wien Dr. techn. Emil 21 r t m a n n (Hochbau), der ordentliche Professor an der Technischen Hochschule Berlin Dr. Christian von Hofe (Technische Optik), der ordentliche Professor an der Technischen Hochschule Wien Dr. Franz Jung (Mechanik) und der ordentliche Professor an der Technischen Hochschule G r a z Dr. e. h. Robert T h o . mann (Maschinenbau) wegen Erreichens der Altersgrenze. Aus der Stadt Gießen. wurde sofort nach der Chirurgischen Klinik gebracht, verstarb aber leider schon auf dem Wege dorthin. Gießener wochenmarktpreije. Gießener Hochschulwoche. Am heutigen Donnerstag, 11. Mai, finden im Rahmen der Hochschulwoche folgende Vorträge und Besichtigungen statt: 15.15 bis 17 Uhr (Professor Vogel und Professor S e s s o u s) Oberer Hardthof und Versuchsfelder des Institutes für Pflanzenbau; 16.15 bis 18 Uhr (Professoren W e i tz , Krollpfeiffer und B e h a g h e l) Chemisches Institut, Ludwiastraße 21; 16.15 bis 18 Uhr (Professor Hummel), Geologisches Institut, Braugasse 7b; 18.15 bis 19 Uhr (Professor Vogel) Landwirtschaftliches Institut, Senckenbergstraße 17; 19.15 bis 20 Uhr (Professor Sessous) Landwirtschaftliches Institut, Senckenbergstraße 17; 20.15 bis 21 Uhr (Professor Rauch (Kunstwissenschaftliches Institut, Ludwig- straße 34; 20.15 bis 21 Uhr (Professor Fischer) Dorlesungsgebäude, Ludwigstraße Nr. 23, Hörsaal 45; 21.15 bis 22 Uhr (Professor Stade) Kunstwissenschaftliches Institut. Der Vortrag von Professor Gerthsen über „Atomzertrümmerung" mußte am Dienstag wegen Ueber- füllung vor Beginn für die weiter ankommenden Interessenten geschlossen werden. Derselbe Vortrag wird am heutigen Donnerstag, 11. Mai, 17 Uhr, ebenfalls im Physikalischen Institut, Stephanstraße Nr. 24, von seinem Assistenten Dr. rer. nat. hab. Fünfer wiederholt. Führung durch den Botanischen Garten im Rahmen der Hochschulwoche. Die Führung durch den Botanischen Garten (morgen, Freitag, 12. Mai,) wird durch einige Vorführungen im Botanischen Institut ergänzt werden. Die Leitung der Führungen übernimmt Professor Dr. K ü st e r. Die Teilnehmer werden gebeten, 16.15 Uhr im Botanischen Hörsaal sich einzufinden (Eingang durch den Botanischen Garten, Brandplatz 4). NSD., Ortsgruppe Mitte. In der Zeit von Donnerstag, 11., bis Samstag, 13. Mai, wird im Bereich der Ortsgruppe Gießen- Mitte die Pfundsammlung (Lebensmittelopferring) durchgeführt. Die Hausfrauen werden gebeten, an Stelle von Pfundpäckchen Geldspenden zu geben. Anfahrt zur Hesien-7!affau-Jahrt des BOM.-Obergaues. NSG. Am 12. Mai beginnt die erste diesjährige Hessen--Nassau-Fahrt des BDM.-Obergaues 13. Die Fahrtgruppen aus allen Teilen des Obergaues haben sich als Ziel die landschaftlich schönsten Gegenden unseres Gaues ausgesucht, um hier auf zehntägiger Wanderung Lanoschaft upd Menschen ihrer weiteren Heimat kennenzulernen. Während ein großer Teil der Fahrtgruppen mit fahrplanmäßigen Zügen das Fahrtengebiet erreicht (so den Vogelsberg, Taunus und Odenwald), benutzen die Üntergaue 116 (Wetterau), 88 (Wetzlar), 254 (Büdingen) und 304 (V o - g e l s b e r g) einen Sonderzug, der in Alsfeld ausläuft und bis Niederlahnstein fährt. Die Abfahrtszeiten find wie folgt: Alsfeld ab 8.20 Uhr; Zell-Romrod 8.33; Ehringshausen 8.46; Burg- und Nieder-Gemünden 8.57; Nieder-Ohmen 9.06; Mücke 9.13; Grünberg 9.22; Reiskirchen 9.32; Großen-Buseck 9.40; Gie - ß e n 10.10; Wetzlar 10.25; Braunfels 10.37; Weilburg 10.53; Runkel 11.15; Limburg 11.25; Nassau 11.55; Bad Ems 12.06; Nieder-Lahnstein 12.12 Uhr. Die Kriegsmarine stellt Offiziersanwärter ein. Das Oberkommando der Kriegsmarine gibt bekannt: Für die Einstellung im Oktober 1940 bellelst noch Einstellungsmöglichkeit für alle Offizier uf- babnen. Bewerber hierfür melden sich möglichst bald, spätestens bis Ende Juni 1939, bei der Inspektion des Bildungswesens der Marine (Einstellungsbüro) in Kiel. Lustschuhräume im Keller. Der Reichsarbeitsminister hat im Einvernehmen mit dem Reichslustfahrtminister Ausführungsbestim- mllngen zu den Schutzraumbestimmungen erlassen, in Lenen auch einige Fragen von allgemeiner Bedeutung behandelt werden. So ist darauf hingewiesen worden, daß der Einbau der Luftschutzräume im Kellergeschoß von Wohngebäuden häufig dadurch erschwert wird, daß das Kellergeschoß in seiner ganzen Ausdehnung für die den Woynungen zuzuteilenden Wirtschaftskeller beansprucht sei. Hierzu wird bemerkt, daß in den Fällen, in denen es auch bei sparsamster Einteilung des Kellergeschoßgrund- risses nicht möglich ist, neuen den Wirtschaftskellern noch den für den Luftschutzraum nötigen Teil freizumachen, eine Möglichkeit gefunden werden muß, wie sie nach den Schutzraumbestimmungen often- aelassen ist, daß nämlich die Räume einer Luftschutzraumanlage im Frieden anderweitig benutzt werden können, wenn Gewähr gegeben ist, daß sie bei Aufruf des Luftschutzes in kurzer Zeit und ausschließlich ihrem Hauptzweck zugeführt werden können. Ist auch diese Möglichkeit erschöpft, so sind Sonderbauten zu errichten, für die noch besondere Bestimmungen ergehen. In geeigneten Fällen können auch für nebeneinanderliegende Gebäude gemeinsame Luftschutzraumanlagen in einem dieser Gebäude geschaffen werden. Sofern ein Sonderbau notwendig ist, soll durch Auflage bei der Baugenehmigung die Nachholung dieses Sonderbaues sichergestellt werden. Es find ferner Zweifel darüber entstanden, ob jeweils zu einem Luftschutzraum oder zu einer Gruppe von mehreren Räumen eine Gasschleuse gehört. Als Richtlinie gilt, daß mindestens für je 100 Personen ein Zugang und eine Gasschleuse anzuordnen ist. Schließlich wird darauf hin- gewiesen, daß die Höchstbelegungszahl eines Luftschutzraumes von 50 Personen unter keinen Umständen überschritten werden darf. Bürgermeistertagung in Gießen. Die Kreisabteilung Gießen des Deutschen Gemeindetags, Landesdienststelle Hessen-Hessen-Nassau, hat eine Tagung der Bürgermeister des Kreises Gießen aus nächsten Dienstag, 16. Mai, 10 Uhr, in den Sitzungssaal des Landratsamtes Gießen einberufen. Auf der Tagesordnung stehen folgende Vorträge: Kreisleiter Backhaus spricht über die Aufgaben des Bürgermeisters, Oberregierungsrat Dr. List, der Direktor des Arbeitsamtes Gießen, spricht über Arbeitseinsatz fragen. Zwischen Lastauto und Anhänger tödlich verunglückt. Auf tragische Weise kam am gestrigen Mittwoch der Arbeiter Heinrich Koch aus Oppenrod ums Leben. Er hatte den Anhänger eines Lastautos von dem Motorwagen abgekoppelt und befand sich noch einen Augenblick zwischen den beiden Fahrzeugen. Dabei muß sich der schwere Anhänger unversehens plötzlich in Bewegung gesetzt haben, denn der bedauernswerte Mann wurde mit dem Kopf und dem Oberkörper zwischen beide Fahrzeuge so stark gequetscht, daß er schwerverletzt zusammensank. Er * G i e ß e n, 11. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 Mark, Matte 25 bis 50 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing, neuer, Vi kg 20 bis 25, Weißkraut 15, Karotten 15 bis 16, Spargel 1. Klasse 90 Pf. bis 1,10 Mark, 2. Klasse 80 Pf. bis 1 Mark, 3. Klasse 60 Pf., Erbsen 25 bis 30, Tomaten 45 bis 50, Zwiebeln 16 bis 20, Meerrettich 40, Schwarzwurzeln 45 bis 50, Rhabarber 20 bis 25, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,40 bis 4 Mark, Aepfel, kg 45 Pf., Salat, das Stück 25 bis 30, Salatgurken 80, Oberkohlrabi 22 bis 28, Lauch 5 bis 15, Sellerie 10 bis 50, Rettich, neue, 20, das Bündel 30, Radieschen 10 bis 15, Spinat 18 bis 25 Pf. * ** Dienstjubiläum. Am heutigen Tage kann der Bankbeamte und Tresorverwalter der hiesigen Filiale der Dresdner Bank Heinrich Gischler, Gießen, Bahnhofstraße 43, auf eine 25jährige Tätigkeit bei feinem Institut zurückblicken. Aus diesem Anlaß versammelten sich heute vor Arbeitsbeginn Betriebsführer und Gefolgschaft an dem festlich geschmückten Arbeitsplatz des Jubilars zu einer schlichten Feier. Dem Jubilar wurden hierbei sowohl von dem Betriebsführer, Bankdirektor Z e l t m a n n, als auch von feinen Arbeitskameraden unter anerkennenden und ehrenden Worten wertvolle Geschenke überreicht. Die schöne Feier endete mit Worten des Dankes von fetten des Jubilars. Kreisparteitag in Alsfeld. Alsfeld steht ein besonderes Ereignis bevor. Am 13. und 14. Mai findet der zweite Kreisparteitag nach dem Zusammenschluß der beiden Kreise Alsfeld und Lauterbach der NSDAP, statt, diesmal in den Mauern von Alsfeld. Ueberall in den Parteidienststellen, aber auch in der Stadtverwaltung, wird eifrig gearbeitet, um die beiden Tage bis ins kleinste organisatorisch und technisch vörzubereiten und um der Veranstaltung einen würdigen Rahmen zu geben. Platzkonzerte der Musikzüge der SA.-Stan- darte 254 und der Reichsarbeitsdienst-Gruppe 223 werden den Kreisparteitag am Samstag um 16 Uhr einleiten. Um 17 Uhr versammeln sich die Ortsgruppen-, Zellen- und Blockleiter und die" Führer und Führerinnen der Gliederungen zu einer Arbeitstagung. Der Abend gehört dem Frohsinn und der Geselligkeit; ein von KdF. veranstalteter Gemeinschaftsabend wird die Alsfelder und ihre Gäste in der festlich geschmückten Reithalle auf dem Lindenplatz vereinen. Außerdem werden am Marktplatz fünfzehn starke Scheinwerfer das Rathaus, das Weinhaus, den Walpurgisturm und die prachtvollen alten Fachwerkhäuser an feiner Nordwestseite in eine Lichtflut tauchen, die, wie die Probeanstrahlungen in vergangener Woche bewiesen haben, ungeahnte Wirkungen hervorruft und eine Märchenstimmung herbeizaubert, die lange im Gedächtnis haftet. Der Sonntag beginnt mit einem Wecken durch den SA.-Musikzug. Um 9 Uhr findet im „Deutschen Haus" eine NS. -Feier stunde statt, die von Arbeitsmaiden und Arbeitsmännern gestaltet wird. Um 10 Uhr folgen die Arbeitstagungen der verschiedenen Parteiämter. Ab 12 Uhr wird während eines Standkonzertes auf dem Lindenplatz mit der Essensausgabe an die auswärtigen Parteitagteilnehmer aus den Gulaschkanonen des RAD. begonnen. Der Nachmittag bringt den Höhepunkt der ganzen Veranstaltung: der Gauleiter, Pg. Sprenger, spricht in einer Großkundgebung auf dem Marktplatz und nimmt danach in der Ädolf-Hitler- Straße den Vorbeimarsch der Formationen ab. An- und abschließend wird sich auf dem Lindenplatz ein Volksfest entwickeln, für das wieder KdF. verantwortlich zeichnet und von dem damit fsststeht, daß es lebendigster Ausdruck unserer Zeit wird, die dem deutschen Volke die Freude zurückgebracht hat und aus ihr die Kraft zu immer neuem Schaffen. Mit dem Beginn des Kreisparteitages wird in Alsfeld auch eine Ausstellung eröffnet, die ein Bild der Wohnkultur der Landbevölkerung unserer Heimat geben soll. Selbstverständlich ist dies nur in Teilausschnitten möglich, da für eine umfassende Darstellung das Gebiet zu groß ist. Eine nach den Angaben von Professor W a l b e (Darmstadt) angefertigte Modellsammlung der Siedlungsund Hausformen in Hessen wird veranschaulichen, wie Natur, Boden und Klima einerseits und Anlage und Gemütsverfassung der Menschen anderseits den Bau der Wohnstätten und das Straßenbild bestimmen. Neben dieser Schau, die ländliche Häuser als Ganzes vor Augen führt, wird ein einzelner Raum mit vollständiger Innenausstattung, und zwar ein Schwälrner Zimmer, eine Vorstellung von der Wohnkultur unserer Landbevölkerung vermitteln. Damit auch die Kleidung als kulturelle Ausdrucksform Beachtung findet, wird in diesem Raum die Tracht der Schwalm in Originalstücken zu sehen sein. Hacke und Pflug als den von jeher wichtigsten Werkzeugen des bäuerlichen Menschen ist die nächste Abteilung gewidmet. In interessanter Zusammenstellung wird gezeigt, wie sich diese beiden Geräte im Laufe der Jahrtausende entwickelt und verändert haben. Das „Dorfbuch", dessen Anlegung und Führung sich jede dörfliche Gemeinschaft in Zukunft unbedingt zur Aufgabe machen sollte, in beispielhafter und vorbildlicher Weise zu zeigen, ist Aufgabe einer Sonderschau, die besondere Beachtung verdient. Da das Museum des Geschichts- und Altertumsvereins Alsfeld am Marktplatz in vieler Hinsicht eine Ergänzung der Ausstellung bedeutet, wird jedem Ausstellungsbesucher trotz des niedrigen Eintrittspreises noch freier Eintritt in das Museum gewährt. Um zu diesem Besuch anzuregen, sind in einem Nebenraum der Ausstellung außerdem die letzten Neuerwerbungen des Museums aufgestellt. Die Ausstellung wird bis zum 20. Mai geöffnet bleiben. Aus der engeren Heimat. Prämiierungsmarkt in Schotten. * S ch o tte n , 11. Mai. Arn 30. Mai (3. Psingst- feiertag) findet hier in traditioneller Weise der Pferde-, Rindvieh-, Schweine-, Ziegen- und Krämermarkt statt. Mit dem Markt ist auch die gewohnte Prämiierung verbunden. Zuchttierschau in Lang-Göns. 8. Lang-Gons, 10. März. Am heutigen Mittwoch fand hier eine Vorführung und Besichtigung der hiesigen Schweinezuchttiere statt. Lang-Gons ist bekannt durch seine vorbildliche Schweinezucht. Als erste Gemeinde in Oberhessen ging es an die Aufgabe, gute Zuchttiere heranzuziehen. Es hat also den ältesten bäuerlichen Zuchtbetrieb dieser Art in Oberhessen. Im Besitz der hiesigen Züchter sind über 50 eingetragene Muttersauen. Bei der Besichtigung waren allein 36 Erstlings-Muttertiere. Die Veranstaltung wurde vom Dierzuchtamt in Gießen unter Leitung von Tierzuchtinspektor Dr. Schneider durchgeführt. Im Anschluß fand der Verkauf einzelner Tiere statt. Auch von auswärts waren Käufer erschienen. Neben den Zuchtsauen wurden auch Zuchteber vorgeführt. Im allgemeinen war das gezeigte Tier- material (Veredeltes Landschwein) ausgezeichnet. Das Lied der 75 er. Lpd. Marburg, 10. Mai. Zwecks Schäftung eines Regimentsliedes für das Infanterie-Regiment Nr. 57 wurde ein Wettbewerb veranstaltet, aus dem der Wehrmachtsangestellte Hans Mehn aus Siegen als erster Preisträger hervorging. Die von ihm geschaffene Dichtung wird Musikmeister Deisenroth in Siegen (früher in Marburg) als „Lied der 57er" vertonen. Landkreis Gießen. △ Großen-Lind en, 10. Mai. Lehrer^ Meyer ist mit Rücksicht auf seine Gesundheit in den Ruhestand getreten. Die Schulstelle, die er innehatte, verfällt dem Abbau und wird infolge- dessen nicht wieder neu besetzt. Es wirken künftig nur noch sechs Lehrkräfte an unserer Volksschule. — Vor kurzem hat am Ortsausgang nach Lang-Gons zu in der Nähe der Universitätsmühle ein Storchen paar auf einem Baum sich ein Nest gebaut. Wie die älteren Leute wissen, ist dies seit vierzig Jahren wieder das erste Storchnest in unserer Gemarkung. Da der Bau des Nestes von der Straße aus gut zu sehen war, wurde der Vorgang von jung und alt mit größtem Interesse beobachtet. Es wäre nur zu wünschen, daß dies immer nur aus genügender Entfernung geschähe. Nun hat die Nörchin das Brutgeschäft begonnen. <£ Holzheim, 9. Mai. Der 15 Jahre alte Hans K l e i n b i e n ft von hier stieß frühmorgens, als er sich mit feinem Fahrrad auf dem Weg zur Arbeit befand, mit einem Personenkraftwagen zusammen. Der bedauernswerte Junge verunglückte dabei so schwer, daß er nach Gießen in die Klinik gebracht werden mußte. Die polizeilichen Ermittlungen über die Schuldsräge find im Gange. — Auf der Reichsautobahn in der Nähe unseres Dorfes geriet ein mit Holz beladener Lastzug ins Schleudern und fuhr dabei in voller Fahrt die Böschung hinab. Wagen und Anhänger stürz, ten um. Zum Glück blieben die Insassen unverletzt. Nach mehrstündiger Arbeit konnte das Fahrzeug wieder flottgemacht werden und seine Fahrt fort, setzen. £ Li ch, 9. Mai. Aus Anlaß der Wieder» erneuerung des im vorigen Jahr im Reichs- wettkampf der Betriebe errungenen Gaudiploms fand heute morgen im neuen Kamerad- fchaftsraum der Brauerei Jhring-M eich i o r ein Betriebsappell statt, an dem auch Kreis- betriebsgemeinschaftswalter P i p p e r und der stellvertretende Kreisobmann Reitz von der Kreis- maltung Gießen der Deutschen Arbeitsfront teil- nahmen. Nach der Eröffnungsansprache durch den Betriebs führ er, Brauereibesitzer H. I h r i n g , er griffen die beiden Vertreter der DAF. das Wor -- 1 ........ ■■ 1 ........- —■ Die kinderlandverfchickung braucht Pflegestellen für unsere Jugend! und sprachen Betriebsführung und Gefolgschaft die Glückwünsche der Kreiswaltung aus. Es freue sie ganz besonders, betonten die Redner, daß dem Betrieb in diesem Jahre das Gaudiplom erneuert werden konnte. Diese Auszeichnung bedeute zugleich Dank und Ansporn. Bettiebssührung und Gesolg- schäft müßten nun alles daransetzen, um auch einmal als Reichssieger aus dem Wettkampf der Betriebe hervorzugehen. Mt dem Gelöbnis, alles zu tun, um diesem Ziel immer näherzukommen, schloß Betriebsobmann T r e ch s l e r in der üblichen Weise den Betriebsappell. Kreis Friedberg. = Butzbach, 10. Mai. Die Bautätigkeit hat bis jetzt noch nicht in vollem Umfange eingesetzt. Während im östlichen Stadtteil einige Bauten größeren Umfanges im Entstehen begriffen, sind gegenwärtig im Westen der Stadt zwei Wohnhäuser im Bau. Daneben werden die inneren Ausbauarbeiten in etlichen im Herbst bereits im Rohbau fertiggestellten Häusern verrichtet. Im Lause der Sommermonate werden noch eine Anzahl Wohnhäuser zum Bauen freigegeben. Kreis Aisfeld —.— Homberg, 10. Mai. Während der Landwirt Ludwig Frese am vergangenen Sonntag seinen 74. Geburtstag feiern konnte, vollendet am 11. der Schneidermeister Ludwig Diehl sein 74., Bürstenmacher Johannes Seibert XII. am 12. das 75. und Schneidermeister Daniel Köhler I., Ww., ebenfalls am 12. das 72. Lebensjahr. Die hochbetagten Jubilare erfreuen sich noch einer guten Gesundheit. — Am 18. und 19. Juni findet hier der Generalappell des Unteroerbanbes Homberg des N S. Deutschen Reichskriegerbundes (Kyfthäuser) statt. Außer den in Betracht kommenden Gästekameradschaften beteiligen sich an diesem Treffen pflichtgemäß zirka 20 Kameradschaften des Unterverbandes Homberg und der Nachbarverbände, so daß mit einer stattlichen Besucherzahl zu rechnen sein dürfte. Die umfangreichen Vorbereitungen sind im Gange. Die junge Schützenabteilung der hiesigen Kameradschaft hat jetzt ihre ersten Erfolge zu verzeichnen. Mit der bronzenen Ehrennadel konnten Kamerad Karl W a l d s ch m i d t und Schütze Berthold Wilhelm ausgezeichnet werden. Mißglückter Naubüberfall auf ein Zuwelengeschäst. Die Inhaberin schwer verletzt. — Der Täter verhaftet. Lpd. Frankfurt a. M., 10. Mai. Am Mittwochvormittag kurz vor 9 Uhr betrat ein junger Mann ein Juwelengeschäft in der Kaiserstraße 42. Als die Inhaberin erschien, wurde sie von dem Mann mit einem Cisenrohr niedergeschlagen. Bei dem Täter handelt es sich um einen 24jährigen jungen Mann, der die Tat schon am Tage vorher geplant und sich die Oertlichkeit genau angesehen hatte. Am Mittwoch ging er um 8.55 Uhr in das Geschäft und schlug der allein anwesenden Inhaberin, Frau Preutenbordeck, mit einem Montiereisen mehrmals über den Kopf. Der Bursche riß der Frau dann im Handgemenge eine Brosche vom Kleid und flüchtete. Trotz ihrer erheblichen Verletzungen konnte die Ueberfallene noch um Hilfe rufen, worauf Passanten von der Kaiserstraße den Burschen ergriffen und ihm einen gehörigen Denkzettel verabreichten. Der Täter wurde dann von dem inzwischen alarmierten lieber* fallkommando ab geführt. Rundfunkprogramm Samstag, 13. Mai. 5 Uhr: Don Breslau: Frühmusik. 5.50: Bauer, merk' auf! 6: Fuga m c-moll, von Georg Friedrich Händel, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Von Berlin: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Deutschland — Kinderland: „Neugierde — Wißbegierde". 8.40: Froher Klang zur Werkpause. 10: Schulfunk. König der Wissenschaft. Ein Hörspiel um Alexander von Humboldt. 11.40: Ruf ins Land. 12: Von Wien: Mittagskonzert I. 13: Nach* richten. 13.15: Von Wien: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Hokuspokus mit Karl Valentin und anderen lachenden Philosophen. 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: Stimmen aus dem Alltag. 15.30: Das „Mondschiff". Eine Pimpfenphantasie. 16: Frohe Fahrt in den sonnigen Mai. 18: Aus Bad Kreuznach: Gar lustig ist die Jägerei, allhier auf grüner Heid'. Zum Treffen der ehern. Rheinischen Jäger. Einlage (von Frankfurt): Ein praktischer Geschichtsunterricht. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Bühne und Film im Rundfunk. 20: Nachrichten. 20.15: Don Berlin: Liebe alte Weisen. 22: Nachrichten' 22.20: Von München: Wir tanzen in den Sonntag. 24 bis 3: Nachtkonzert. vT M.' 3um Grundieig brauchen Sie: knapp V11 mikh. 400 g Butte« (ITlatgannel 2 Päduhen Dc Oetker Soßen- 1 kg IDeijcnmcht 400 g Zucker, Verarbeitung seigf ühnen mein neuer färb ig er Prospekt,, Hierin besuch kvrnrnt'.'Sie ertiaiten Um kostenlos bei Jhremiebensmlttel Händler semstgem portofrei von Sr. OugusrOetker, Bielefeld UI puloer Oonillegcfchmatk 2 Päckcken Dt. Oetker „Badüfl* Nr. ld<) Drittes Blatt ——— Aus -er Stadt Gießen. Reisevorfreude. Der Zauber eines Maimorgens gibt uns — noch ehe wir unser Tagewerk beginnen — neue Kraft, neuen Mut. Da flüstern die Gräser, das Getreide rauscht feierlich. An den Blüten und Blättern der Pflanzen glänzt der Morgentau. Dann kommt die Sonne durch die Wolken. Ist das ein Funkeln und Leuchten! Die Lerchen steigen in die Himmelsluft ... Da packt uns uralte Sehnsucht nach der Ferne. Gings unfern Vorfahren nicht ebenso? Sind sie nicht auch hinaus in die weite Welt gezogen, erfüllt von ewiger Sehnsucht? Wer deutsch fühlt, wer sein Vaterland kennen und lieben will, der mutz es sich erwandern; denn Wandern ist Sehnsucht nach Befreiung, ist Entdeckerfreude und Hingabe. Das weite Deutschland wartet auf uns ... Im Frühling will das menschliche Herz nicht zur Ruhe kommen. Reisen und Wandern, das ist ja die Wiederkehr der Jugend. Mit offenen und beglückten Augen wollen wir hineinschreiten in die schöne Welt. Alle Verpflichtungen lassen wir hinter uns, wir sind frei und ungebunden. Wir freuen uns über die Landschaft, über die Menschen, wir sind glücklich ... Nun kommen die Tage der Vorbereitung, die Tage der Erwartung, nun kommt der Ausblick auf die Sommerreise. Es ist so, als ob wir auf einem hohen Turme stünden und schauten hinaus in eine weite Landschaft. Ganz drüben, hinter den blauen Bergen, wissen wir ein Plätzchen, am plätschernden Bach, ganz heimelig und lauschig. Da brachten wir ein paar Wochen im vorigen Jahre zu, da fanden wir Erholung und Erquickung, Sorgen und Arbeit waren vergessen ... Wir holen das Kursbuch mit den vielen Zahlen. Aus den trockenen Zahlen und schwarzen Strichen weht ein geheimer Hauch! Sommerreise! Wir vergleichen und studieren die verschiedenen Züge, versuchen statt der v-Züge beschleunigte Züge zu nehmen, und siehe! es geht! Da haben wir Anschluß, da geht es wieder nicht. Fangen war also von vorne an. Vielleicht geht da ein Auto. Auch darüber gibt uns das Kursbuch Auskunft. Wir stellen fest, daß wir gerade noch Aufenthalt haben, um in M. einen guten Freund zu besuchen. Dann geht's wieder weiter, die letzte Viertelstunde zu Fuß. Dann sind wir an Ort und Stelle. So ziehen tausend Hoffnungen, tausend Erwartungen durch unser Herz, wie gaukelnde Schmetterlinge umflattern sie uns, erhellen uns den Tag und Gommer-Fahrplan 4939 des Gießener Anzeigers AufGrund einer Anordnung desNeichsverbandes der Deutschen Zeitungsverleger vom 8. ds. Mts. ist der Vertrieb von Fahrplänen in Hestform nur gegen Berechnung eines Verkaufspreis es statthast. Demgemäß kann die Aushänd'gung des neuen Sommer-Fahrplanhefies nur gegen Erhebung von 10 Rpf. erfolgen. Oie Auslieferung durch unsereAusträgerinnen in derStadt und durch unsere Dertriebsstelleninhaber in den Landgemeinden wird von Samstag, dem 13. Mai, an durchgesührt. ' Verlag des Gießener Anzeigers Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Donnerstag, 1L Mai 1959 Jahresfeier der Ludwigs-Universität Gießen. Diesmal etwas zeitiger im Jahr beging die Ludwigs-Universität am gestrigen Mittwoch in Verbindung mit der Hochschulwoche ihre 3 3 2. Jahresfeier. Nach dem Einmarsch des Senats und der Fahnen leitete der Akademische Gesangverein unter Mitwirkung von Gustav Bley und unter Stabführung von Musiklehrer Schüttler den Festakt mit dem Vortrag eines Chores aus Schillers „Lied von der Glocke" in der Vertonung von Max Bruch ein. Danach betrat Se. Magnifizenz der Rektor Pros. Br. Seifer: dgs Podium, um in herzlichen Worten die Ehrengäste der Universität zu begrüßen, an ihrer Spitze Staatssekretär Reiner von der Landesregierung, Kreisleiter Backhaus, den Kommandierenden General des IX. Armeekorps, General der Artillerie Dollmann, Seine Magnifizenz den Rektor der benachbarten Philipps - Universität zu Marburg, Professor Dr. G i e s e k i n g , und Oberbürgermeister Ritter. Dann führte der Rektor folgendes aus: In das laufende Studienjahr fällt die 332. Wiederkehr des Gründungstages der Universität. Die wechseloolle Geschichte ihrer ruhmreichen Vergangenheit zieht an diesen Tagen im Geiste an uns vorüber. Ein kleines Kulturzentrum im hessischen Raume, hat die Ludoviciana wie andere Kulturstätten auf deutschem Boden im Laufe der Jahrhunderte eine Kraft entfaltet, die den Rahmen ihrer regionären Bedeutung sprengte und hervorragenden Gelehrten aller Wissensgebiete in Gießen eine dauernde oder vorübergehende Heimstätte bot. Ich erinnere nur an allbekannte Namen wie den Physiker Röntgen, der in Gießen zur Ruhe gebettet ist, und Justus Liebig, den Begründer des Weltrufes der deutschen Chemie, der 57 Semester in Gießens Mauern wirkte und hier seine grundlegenden Arbeiten schuf. Schon im 18. Jahrhundert hatten die Naturwissenschaften und deren angewandte Disziplinen einen bedeutenden Auftrieb erhalten. Die vielfach führende Stellung Gießens entsprang der Gegenwartsnahe, die richtunggebend für die Entwicklung und den Ausbau der Ludoviciana war. 1720 wurde die Anatomie errichtet, 1767 das chemische Laboratorium im botanischen Garten, der, dts einer der ersten in Deutschland, schon 1609 erstanden war. 1765 führten sich in Gießen die ersten geologischen Exkursionen auf Deutschlands Hochschulen ein. Die 1777 begründete einzigartige ökonomische Fakultät umfaßte bereits die Disziplinen der Forstwissenschaft und der Tierheilkunde. Seit dem Jahre 1828 ist die Tierheilkunde ohne Unterbrechung vertreten, seit 1914 als selbständige Fakultät. Der Anspruch auf Einführung des Unterrichts in der Landwirtschaft wurde von der philosophischen Fakultät schon 1860 erhoben, um dann 1870 befriedigt zu werden. Für die fortschrittliche und lebensnahe Geisteshaltung der Universität war besonders bezeichnend ihre positive Einstellung gegenüber den Forderungen der aufblühenden Technik an die Wissenschaft. 1819 wurde eine Professur für Technologie, Eisenhütten- und Bergwerkskunde errichtet, womit für Hessen die Universität Gießen auch die Funktionen einer technischen Hochschule übernahm. 1820 begannen die Vorlesungen, verbunden mit Führungen durch Werkstätten und Fabriken. 1838 folgte ein Lehrstuhl für chemische Technologie, und noch 1864 ein Institut für Bau-, insbesondere Jngenieurwissen- schaften. Von 1819 bis 1874 konnten die Poly- techniker nur in Gießen den Doktorhut erwerben. Das Institut für Bau- und Jngenieurwissenfchaft mußte 1874 mit der Verlegung dieser Lehrstühle nach Darmstadt die Pforten schließen, das technologische 18§2. Das architektonische Kabinett wurde von Hugo von Riethgen, dem letzten Vertreter des Baufachs und dem Wiederhersteller der Wartburg, als kunstwissenschaftliches Institut der Universität weitergeführt. So war es der Ludoviciana von einem schnöden Schicksal mißgönnt, die moderne Universitas restlos zu entwickeln. Es ist nicht überflüssig, zum Ruhme Gießens auf die Priorität dieses Gedankens und seine erste Verwirklichung hinzuweisen. Es sind also nicht immer unabwendbare Katastrophen gewesen, die die Universität heimgesucht und ihr Gefüge erschüttert haben. Umso schmerzlicher ist es, daß auch das vergangene Jahr wieder eine Bresche schlug und die Forstabteilung der Universität einem Auflösedekret zum Opfer fiel. Schon 1777 nach Errichtung der ökonomischen Fakultät hatte der bedeutende Staatswissenschaftler und Kameralist Schlettwein die Forstwirtschaft in den Lehrplan eingefügt. Aber erst 1788 mit der Berufung Friedrich Ludwig Walthers begann der reguläre Vorlesungsbetrieb. Am 10. Oktober des vergangenen Jahres konnte somit die Ludoviciana als einzige Universität einer 150jährigen lückenlosen Pflege der Forstwissenschaft gedenken. 1800 wurde der forstbotanische Garten eingerichtet und 1825 nach dem jetzigen Forstgarten am Schiffenberg ver- Man kann jetzt auf 2 Arten braun werden: 1 Allmählich an die Sonne gewöhnen, was dos vernünftigste ist. Dann nimmt man die bewahrte NIVEA-CREME! 2. Vom ersten Tag an lange in der Sonne bleiben und - schnell braun werden I Dann braucht manNIVEA-ULTRA-OLmit dem verstärkten Lichtschutz. legt. Die 1825 gegründete und seither mit der Universität in einer gewissen Personalunion verbundene Forstlehranstalt wurde 1831 gleichberechtigtes Universitäts-Institut, Die gleichzeitige Eingliederung der Forstwissenschaft in die philosophische Fakultät, die von der Forstabteilung bis in die letzten Tage als die glücklichste Lösung vertreten wurde, sicherte die enge Verbindung mit den Grundwissenschaften. Anläßlich der 100-Jahrfeier dieser Ereignisse konnte der damalige Rektor mit Stolz betonen, daß damit Hessen als erstes Land der Welt einen Schritt vollzog, der für die Zukunft der Forstwissenschaft Dort grundlegender Bedeutung war. 1882 wurde eine Reichsappell der schaffenden Jugend. Am Montag, 15. Mai, früh 7 bis 7.45 Uhr, findet der 2. Reichsappell der schaffenden Jugend des Großdeutschen Reiches statt. Im Rahmen dieses Appells spricht der Leiter des Jugendamtes der Deutschen Arbeitsfront, Berlin, Oberbannführer Schroeder, zu den überall in Stadt und Land versammelten Jungen und Mädeln, ebenso wie zu den Betriebsführern, Ausbildern, Handwerksmeistern und Erziehern. Im Rahmen dieses Reichsappells ist in allen größeren Betrieben ein diesbezüglicher Betriebsappell der Jugendlichen (einschließlich der in kaufmännischen Abteilungen beschäftigten Jungen und Mädel!) anzusetzen. Für die in Kleinbetrieben und in Handel, Handwerk, freien Berufen und in der Hauswirtschaft beschäftigten Jugendlichen ist ein Gemeinschaftsempfang angeordnet worden, über dessen Durchführung örtlich von den Dienststellen der Deutschen Arbeitsfront entsprechende Bekannt- machungen ergehen. Es wird erwartet, daß die Jugendlichen sich restlos beteiligen und daß sie hierzu von ihren Be- triebsfuhrern und Meistern angehalten werden. An alle in der Betreuungs- und Erziehungsarbeit der schaffenden Jugend stehenden Volksgenossen und Volksgenossinnen ergeht die Aufforderung, dem Gemeinschaftsempfang beizuwohnen. Bann-, Iungbann- und DOM.-Sozialsten«. Am Montag, 15. Mai, von 7.15 bis 7.45 Uhr, findet der zweite Reichsappell der schaffenden Jugend statt. Alle Jungarbeiter und Jungarbeiterinnen haben in ihren Standorten an diesem Appell teilzunehmen. Die näheren Anweisungen ergehen noch durch die Standortbeauftragten. Sind größere Betriebe vorhanden, die Gefolgschaftsappelle abhalten, so haben die Jg. und Jgn. hieran teilzunehmen. die Arbeit. Leicht und beschwingt gehen wir unfern Geschäften nach. Nachts kommen Reiseerinnerungen in unsere Träume. Wir versäumen keinen Zug, ärgern uns nicht über unangenehme Nachbarn. Noch ist alles rosig überdeckt mit dem Schleier der Vorfreude. Aber Geduld müssen wir noch haben. Der Sommer ist ja noch nicht da. Wir wollen gern warten, und wenn wir einen vorbeifahrenden O-Zug sehen, dann wird unser Herz schneller klopfen, und wir werden ihm mit erwartungsvollen Augen nachschauen und denken: Nur noch ein paar Wochen, dann kann ich auch reifen. Dann sollen die schönsten Tage des Jahres für mich anbrechen. Die Vorfreude aber soll inzwischen unser Herz erfüllen und uns bei der Arbeit helfen. Sie ist vielleicht das schönste an der ganzen Reise. Wir müssen sie genießen wie die Kinder die Tage vor dem Weihnachtsfest. H. Dornotizen. Tageskalender für Donnerslag. Gaukulturwoche: 10 bis 13 Uhr und 15 bis 18 Uhr im Oberhesfischen Museum (Altes Schloß) Son- derausstellung „Das Haus- und Dorfbuch". — Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr, Gastspiel Lil Da- gouer „Spiel im Ernst". — Gloria-Palast (Selters- weg): „Der Florentiner Hut". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Das Abenteuer geht weiter". Lil Dagooer im Sladtlheater. Staatsschauspielerin Lil D o g o v e r gibt heute ein einmaliges Gastspiel im Stadttheater. Die bekannte Bühnen- und Filmkünstlerin gastiert mit Berliner Ensemble in „Spiel im Ernst", Komödie von G. T. Buchholz. Die Spielleitung hat Karl-Heinz Martin, Bühnenbild Karl Löffler. Es wirken ferner mit Camilla Weber, Heinz Könnecke, Henry Rübesam, Edu Wefener. Dieses einmalige Gastspiel findet außer Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Achtet auf den Fahrplanwechsel. Lpd. Wer in diesen Tagen verreisen will, tut gut daran, sich rechtzeitig in den Reisebüros ober an den Auskunftsschaltern der Bahnhöfe über die Fahrpläne genau zu unterrichten. Denn in der Nacht vom 14. zum 15. Mai, ober genauer am 15. Mai 0 Uhr, tritt bei der Deutschen Reichsbahn der Sommerfahrplan in Kraft. Er bringt roieber zahlreiche Fahrplanänberungen und vor allem eine Fülle neuer Verbindungen und Anschlüsse, so daß es sicher in manchen Fällen ratsam erscheinen kann, eine dieser Tage geplante Reise erst nach dem Fahrplanwechsel anzutreten. Aufgaben und Ziele der Deutschen Filmakademie. Ein Vortrag von Wilhelm Müller-Scheld. Im großen Saale des Frankfurter Saalbaues sprach gestern abend in einer Kundgebung der Gau- kulturwoche der Präsident der Deutschen Filrnaka- bemie, Wilhelm Müll er-Scheld, über Aufgaben und Ziele der Deutschen Filmakademie. Nach einerh musikalischen Vorspiel des Rhein-Mainischen Landesorchesters unter Leitung von Gaumusikinspizienten Fritz Cujä hieß Landeskulturwalter S t ö h r im Austrage des Gauleiters die Anwesenden willkommen. Er begrüßte insbesondere die Vertreter von Partei und Staat, Wehrmacht und Behörden sowie den Redner des Abends, Pg. Müller-Scheld, und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß dieser auch nach seiner ehrenvollen Berufung in fein jetziges Amt immer mit seinem alten Gau und mit Frankfurt (vornehmlich durch Uraufführungen feiner Stücke) in Verbindung geblieben sei. Darauf ergriff Präsident Müller-Scheld das Wort. Er erinnerte an den Erlaß des Führers vom 18. März 1938, durch den die Film-Akademie gegründet wurde, womit der Film allen anderen Künsten als gleichberechtigt an die Seite gestellt ist, und an bas Wort bes Führers, baß bie Kunst eine heilige, zum Fanatismus verpflichtenbe Mission sei. Die Aufgaben bes Films habe Dr. Goebbels dreifach umschrieben mit den Sätzen, daß Kunst von Können komme; daß Wirtschaft und Technik der Kunst untergeordnet seien; und daß der Dienst am Volke das vornehmste Anliegen des Films fei. Aus der im Vergleich zum Drama ungeheuren Breitenwirkung des Films ergebe sich eine außerordentlich hohe Verantwortung. Der Film fei heute das, was früher das Volkstheäter war; er könne alle Schichten des Volkes erfassen — als Kulturbringer wie als Erzieher. Eingehend auf bie Wirkungsmöglichkeiten bes Films mürbigte ber Präsibent bie filmischen Funktionen ber Aufklärung, ber Meinungsbilbung, ber Sprachpflege. Es habe lange gebauert, fo fuhr er fort, bis ber Film ernst genommen und gesellschaftsfähig würbe; erst seit 1933 habe der beutsche Film ein Programm unb ein eigenes Gesicht bekommen. Ein Aufschwung ber Entwicklung sei nicht zu leugnen, aber ber Erfolg einer entschlossenen Film-Kulturpolitik werbe sich erst später zeigen. Wir brauchen für ben ibeaten Film Persönlichkeiten: bie sollen auf ber Film-Akademie ausgewählt und erzogen werden. Aufklärung tue not: bie meisten Kinobesucher hätten keine Ahnung bavon, wie eigentlich ein Film entsteht. Es gebe allein 23 Berufsgruppen, die an ber Entstehung eines Filmes beteiligt seien. Präsibent M ü l l e r - S ch e l b zählte sie im folgenben auf und und kennzeichnete einige der wesentlichsten: den Lektor, den Dramaturgen, den Autor — „die Erneuerung des Films kann nur über den Autor kommen" — aber die Autoren verhielten sich vielfach (unb nicht ganz ohne Grunb) ablehnenb gegen ben Film, ba sie von diesem schlecht behandelt würden. Die Bildung eines Stammes von Filmschriftstellern, womöglich, sogar von Dichtern, sei eine der schönsten Aufgaben. Es war des weiteren bie Rede von der Notwendigkeit einer originalen Filmmusik, von ber Berufung zum Spielleiter, vom dornenreichen Beruf des Darstellers, über dessen Tätigkeit noch immer völlig falsche Vorstellungen im Umlauf seien. In der Filmakademie müsse jede einzelne Berufsgruppe in der Ausbildung harmonisch auf das große Ganze abgestimmt fein; für jeden Schüler muffe auch ein lleberblicf über alle Zweige und Funktionen ebeiifo gefordert werden wie die weltanschauliche Voraussetzung. Es sollen keine Spezialisten gezüchtet, sondern Persönlichkeiten geformt werden. Die Ausbildung an der Akademie solle nicht mit Angstzuständen, sondern mit Lustgefühlen vor sich gehen; keine Referate und Zettelkataloge — sondern Substanzvermittlung: d. h. beispielsweise, der Schüler solle in Literatur nicht nur über Kleist und Shakespeare etwas hören, sondern gleichzeitig von ihnen, damit er eine lebendige Anschauung bekommt. Nach einem interessanten Exkürs über bie Frage ber Diskussion unb ber Meinungsäußerung im Unterricht gab ber Präsibent eine Uebersicht über Lehrplan unb Methoben ber Akabemie. Es gibt brei Fakultäten, bie künstlerische (unter Lieben- einer), bie technische unb bie wirtschaftliche. Der gesamte Stoff ist auf vier Semester verteilt, bie organisch aufeinanber aufbauen. Erst kommt die allgemeine Uebersicht, bann bie spezielle Ausbildung, dann die praktische Ausbildung, zuletzt die Generalleistungsprobe oder das „große Herbstmanöver": bie Akabemie breht mit lauter eigenen Kräften einen eigenen Film. Wer soll aufgenommen werden? Die Zahl der Schüler ist beschränkt, bie Zahl ber Angebote riesengroß. Entscheibenb sind nicht „Beziehungen", sondern ganz außergewöhnliche Begabung. Die Arbeitsweisen und Auslesemethoden der Akademie schilderte Präsident Müller-Scheld temperamentvoll und anschaulich an Hand sehr interessanter Beispiele aus der Praxis; er schloß mit dem wiederholten Hinweis auf die ungeheuer verantwortungsvolle Arbeit, die an der Akademie zu leisten fei: man müsse die Reichweite und Wirkungsmöglichkeiten des Filmes bedenken. Aus jährlich 430 Millionen Besuchern würden in zwei Jahren 600 Millionen geworden fein! Und wenn man auch nicht behaupten könne, daß ein Film gut oder schlecht macht — besser oder schlechter (es sei wie mit den Büchern) mache er bestimmt. Nach dem mit starkem Beifall aufgenommenen Vortrage erklärte Landeskulturwalter Stöhr, man könne mit Genugtuung feststellen, daß in Müller- Scheld ein echter Nationalsozialist an der Spitze ber Akademie stehe. Mit dem Gruß an den Führer und dem Gesang der Nationalhymnen wurde die Kulturkundgebung geschlossen. hth. Meisterleisiungen des deutschen Kulturfilms. Eine der wertvollsten Veranstaltungen der Gau- kulturmoche war eine Kulturfilm-Vorführung im Frankfurter Gloria-Palast, zu der der Landesleiter Hessen-Nassau der Reichsfilmkammer, Aloys H i l d - m a n n, eingeladen hatte. Landeskulturwalter S t ö h r wies nach einem musikalischen Vorspiel in einer Einführung darauf hin, daß man einen Film- Tag, wie er in jeder Kulturwoche üblich ist, nicht mit einem Starfilm-Programm und Autogrammjägerei habe begehen wollen; vielmehr wolle man einem Stiefkinds des deutschen Films, dem Kulturfilm nämlich, eine Würdigung zuteil werden lassen, die er verdient. Wir haben heute, so führte der Landeskulturwalter aus, noch keineswegs den mustergültigen nationalsozialistischen Spielfilm; die Schwierigkeiten seien hinlänglich bekannt, aber mancher Spiölsilm müsse doch vom nationalsozialistischen Standpunkt abgelehnt werden. Was den Kulturfilm betreffe, fo fei eine solche Ablehnung nicht oder nur ganz selten erforderlich. Hier sollen nun eine Reihe von Kulturfilmen gezeigt werden, die als vorbildlich und in hohem Maße volksbildend und volkserzieherisch zu gelten haben. Der deutsche Kulturfilm habe allenthalben, auch vor dem Forum einer strengen internationalen Kritik (Biennale in Venedig!) die höchste Anerkennung gefunden. Der Landeskulturwalter schloß mit der Bitte an die Presse, sie möge dem Kulturfilm (dessen Bewertung meist hinter der bes Spielfilms zurücktrete) künftig eine eingehenbere Würbigung zuteil werben lassen. Daß diese Aufforderung gerechtfertigt erscheint, erwies die kleine Folge ber Kulturfilme, bie anschließend vorgeführt wurden. Man sah hier eine Auswahl ber deutschen Kulturfilmproduktion (Ufa, Terra, Tobis), die samt und sonders als Spitzenleistungen auf diesem Spezialgebiet angesehen werden dürfen und eine Auszeichnung mit hohen Prädikaten verdienen. Einige von ihnen sind übrigens, wie wir uns entsinnen, bereits früher bei uns in Gießen gelaufen. Eine ausgezeichnete Arbeit ist der Film von der Heeres-Reit- und Fahrschule in Hannover, der Meisterschule der deutschen Reiterei. Der Film zeigt die Arbeit in den verschiedenen Abteilungen (Dressur, Springstall, Rennstall, Fahrschule) und ihre Anwendung in ber Praxis der deutschen Wehrmacht. Die Photographie ist künstlerisch hervorragend und kann in keinem Spielfilm vollkommener sein. Besonders die Zeitlupenaufnahmen der edlen Pferdeleiber in der Versammlung der klassischen hohen Schule oder in der freien Aktion des Sprunges vermitteln einen reinen ästhetischen Genuß. Uebrigens sind auch Landschaft, Kostüm und Architektur' in historischen Episoden mustergültig in die Bildfolge hineingearbeitet. — Naturkundlich sehr interessant ist ein Kulturfilm „Riesen in der Käferwel t", ber ebenfalls vorzügliche Aufnahmen in starker Vergrößerung bringt und so belehrend wie stellenweise fast aufregend anmutet. Das Duell zweier Hirschkäfer beispielsweise ist so spannend wie ein kleiner Kriminalfilm. Ein sehr hübscher Einfall brachte ben Kulturfilm „G r o ß ft a d t - Ty p e n" zustande: man sieht (und hört) den „Mann auf der Straße" in Berlin — vorn Briefträger bis zum Schupo, von der Blumenfrau bis zum Bolle-Mädchen, vom Zeitungsfahrer bis zum Straßenmusikanten; ein guter, lebensnaher Stoff, an dem man sieht, daß ber Kulturfilm auch Humor haben kann. — Einen Kulturfilm von großer volkserzieherischer Wichtigkeit, der zugleich aufklärend, warnend und abschreckend wirkt, bringt die Terra unter dem Titel „W e r w a r e s?" Hier wird der Zuschauer in anschaulich-volkstümlicher Form über die ungeheuren Gefahren des, fahrlässigen Landesverrates unterrichtet. — ^Jungens, Männer undMotoren" ist ein Film, der in vortrefflichen Bildern das hohe Lied ber Sportkameradschaft kündet und von der Arbeit in den NSKK.-Motor-Sportschülen und schweren Geländefahrten im Har; berichtet, die an Menschen und Material die höchsten Anforderungen stellen. — Einen glanzvollen Abschluß bildete der Film „Das Buch des deutschen Volkes": er schildert in vorzüglichen Ausnahmen den hand- werkskünstlerischen Werdegang der monumentalen Peraament-Ausgabe von Adolf Hitlers „Mein Kampf", welche die deutsche Beamtenschaft dem Führer bargebracht hat. Hans Thyriot. forstliche Versuchsanstalt gegründet und in den Jahren 1926 bis 1928 das bisherige Garnisonslazarett zum Forstinsütut umgebaut. Namen von Weltgeltung ragen hervor aus der Gelehrtenreihe, die den wissenschaftlichen Ruf der Gießener Forstabteilung begründet haben oder wahren mußten. Der klassischen Aera Hundeshagen und Carl Heyer folgte dessen Sohn Gustav Heyer. Dann Männer wie Heß, Wimmenauer und Borgmann, der mit Unterstützung von Staat und Stadt zwölf Jahre lang den Ausbau des Instituts zu einer vollwertigen Forschungsstätte betrieb. Ihnen allen, wie insbesondere auch den letzten Vertretern, die wir schweren Herzens als Kameraden verabschieden mußten, dankt die Ludoviciana am heutigen Tage nochmals herzlichst für ihren vorbildlichen Einsatz im Dienste der Wissenschaft. Dank auch der Staatsforstverwaltung, die die ungeschmälerte Pflege von Lehre und Forschung stets aus innerer Ueber^eu- gung und -in treuer Waffenbrüderschaft verfochten hat! Dank auch der Stadt, die gerade mit der Forstwissenschaft in inniger Beziehung stand und durch Ueberführung des Garnisonlazaretts aus städtischem in den staatlichen Besitz erst den letzten Ausbau bes Forstinstituts ermöglicht hat. Es spricht für die Vitalität der Universität Gießen, daß sie noch alle Schicksalsschläge zu überwinden und' den Verlust durch produktive Kraft auszuglecchen verstand. Und so ist die Ludoviciana auch gegen- wärttg wieder im Begriffe, in den alten Räumen einen neuen Forschungszweig zu verankern und allen Schwierigkeiten zum Trotz zur Entfaltung zu bringen. . . Das heuttge Jahresfest ist umschlossen von den Tagen der Hochschulwoche und durch Sondervorträge Mit der Gaukulturwoche verknüpft. Es ist bewußt in diesen Rahmen gestellt, denn es entspricht der Ehrfurcht vor ihrer jahrhundertealten Tradition, daß die Ludoviciana nie versagt, wenn der Geist der Zeit an ihre Pforten um Einlaß pocht. Diese Einsatzbereitschaft hat die Universttät auch in der jüngsten Vergangenheit bewiesen. Die Leitung der Volksbildungsarbeit in Gießen und dem Gesamtgebiet der Kreisleitung Wetterau liegt seit einigen Jahren in den Händen eines Angehörigen der Um- versität und über 80 v. H. der eingesetzten Redner gehören dem Lehrkörper an. Die 14 Dortragsver- anstaltüngen im Halbjahr Oktober/März waren insgesamt von 1700 Hörern besucht. Aus Wunsch der Teilnehmer, die allen Schichten des Volkes entstammten, wurden manche Vorträge wiederholt und in lebhafter Aussprache neue Anregungen für dre Zukunft entgegengenommen. Mit seiner Tätigkeit im Volksbildungwerk steht Gießen z.Z. an der Spitze aller Umversitäten. Die ausgezeichnete Zusammenarbeit von Partei und Hochschule auf diesem Gebiete gewinnt umso größere Bedeutung, als das Volksbildungswerk vor kurzem auf Verordnung des Führers der alleinige von Partei und Staat anerkannte Träger der Erwachsenen-Bildung geworden ist. Der Widerhall, den ihre Redner gefunden haben, hat die Universität ermuntert, durch die Veranstaltung einer Hochschulwoche die Beziehungen zur Bevölkerung zu verttefen und enger zu knüpfen. Sie soll Einblick in die Tagesarbeit und die Aufgabengebiete der Wehrmacht vermitteln, um die Eigenart wissenschaftlicher Leistung verständlich zu machen. Das Bemühen, die Jugend und die Elternschaft heranzuführen an diese Probleme, bedeutet zugleich Werbung im Dienste der Aufbauarbeit, die dringend des akademischen Nachwuchses bedarf, um bereits fühlbare Lücken zu schließen. Die Durchführung der Hochschulwoche wurde ermöglicht durch die bereitwillige Unterstützung der Landesregierung. Ich versichere sie und alle Stellen von Partei und Staat, die sich werbend um den Erfolg bemühten, am heutigen Tage unseres herzlichsten Dankes. Das Entgegenkommen der Kreisleitung und der höheren Schulen sei noch besonders hervorgehoben. Es liegt im Bestreben des Reichswissenschaftsministeriums, die Kraft der deutschen Stämme und der Landschaft heranzuziehen, um das Gesicht der deuffchen Hochschule zu formen. Möge der hessische Raum seiner ehemaligen Landesuniversität die Treue bekunden, deren sie bedarf! Die Hochschule ist redlich bemüht, dafür die Voraussetzungen zu schaffen und, ihrer volkstümlichen Grundhaltung enffprechend, ihre Pflicht zu tun. Der Festvortrag. Dann betrat der Direktor des Zoologischen Institutes der Universität, von Professor Dr. Schmidt das Vortragspult zu seiner Festtede über „ D i e Lehre vom zelligen Aufbau desTrer- körpers einst und jetzt". Der Vortragende ging in feiner Rede von der vor etwa 100 Jahren auf dem Gebiete der Biologie errungenen Erkenntnis der Wissenschaft aus, daß Tiere und Pflanzen aus wesensgleichen kleinsten Lebenseinheiten, den Zellen, bestehen, und daher wählte er als Zoologe diesen Gegenstand zum Festoortrag bei der Jahresfeier. Er beschäftigte sich sodann mit der Skizzierung dessen, was die Zellenlehre der Biologie gab: auf Fortpflanzung, Formbildung und Leistung des Organismus hat sie helles Licht geworfen und mit der Vererbungslehre ist sie so innig verwachsen, daß die Grenzziehung schwer fällt. Daran anschließend gab er eine geschichtliche Betrachtung van Botanik und Zoologie, Anatomie und Physiologie, von zahlreichen Zweigen der angewandten Biologie, in Heilkunde, Tier- und Pflanzenzucht, ohne die eine eingehende Würdigung der Zellenlehre für das letzte Jahrhundert nicht denkbar ist. Bei der Schilderung der Entwicklung auf diesem Gebiete der Wissenschaft gab der Vortragende einen sehr eingehenden Ueberblick über die Arbeiten der Fachwissenschaft etwa seit Beginn des 19. Jahrhunderts, wobei er die verschiedenen Stufen der Forschungsarbeit erkennbar machte und ihre Bedeutung für die Ganzheit der. Zellenlehre unter Beweis stellte. Bei diesem Ueberblick über den Entwicklungsgang der Lehre vom zelligen Aufbau des Tierkörpers trat von selbst der große Anteil hervor, den die deutsche Wissenschaft auch an der Fortentwicklung der Zellenlehre hat. Man sah auf diesem Felde d i e Seiten unseres Wesens sich bewähren, die auch sonst der deutschen Naturwissenschaft Weltgeltung verschafft haben: zäher Fleiß und vollständige Hingabe an die zu lösende Aufgabe, tief eindringende Beobachtungen, die auch dem kleinsten und letzten liebesvolles Bemühen schenkt, und zugleich damit die Fähigkeit, unter strengster Beachtung der Tatsachen die großen Zusammenhänge zu erfassen. \ Dabei blieben aber auch der Zellenlehre trotz ihrer gewaltigen Erfolge mancherlei Angriffe nicht erspart, mit denen sich der Redner am Schlüsse seines Festvorttages in einigen wesentlichen Gesichtspunkten auseinandersetzte. Nach einem Zwischenspiel des Collegium musicum nahm das Wort Sludentensührer Frank: Seit drei Jahren steht nunmehr das gesamte deutsche Studententum unter der einheitlichen Führung des Reichsstudentenführers Dr. Scheel. Ebenso ist es gelungen, das gesamte Altakademiker- tum im NS.-Altherrenbund zu einen und unter eine Führung zu stellen. Gleichzeitig wurde Dr. Scheel die Leitung der großen Förderungseinrichtung der studentischen Jugend, das Reichsstudentenwerk, übertragen, so daß nunmehr die vier Säulen der Organisation des deutschen Studententums, der NSD.-Studentenbund, die Deutsche Studentenschaft, der NS.-Altherrenbund und das Reichsstudenten- werk in einer Hand vereint sind und eine einheitliche Ausrichtung erfahren haben. Im letzten Drittel des vorigen Jahrhunderts war der Drang und der sehnsüchtige Wille nach dem Reich so groß geworden, daß ein Patriot wie Bismarck endlich es erreichen konnte, was uns nahezu 600 Jahre versagt geblieben ist. Und wir sind stolz darauf, daß in diesem Ringen der deutsche Student in vorderster Linie kämpfte. Das Zweite Reich war geschaffen, schien stark und unbesiegbar, aber dennoch, das wissen wir alle, fehlte ihm die Einheit, die es gebraucht Hätte, um länger zu leben, als diese gewiß an Erfolgen und Taten reichen 50 Jahre. Die Prücke zwischen dem Zweiten und dem Dritten Reich haben auch wieder deutsche Studenten bauen helfen. Und auch daran wollen wir denken, daß ein großer Teil bester nationalsozialistischer Vorkämpfer deutsche Studenten waren. Nicht Gruppen und Einzelinteressen haben Deutschland frei gemacht, sondern der eiserne Block der Gemeinschaft. So hat auch der Reichsstudentenführer seine Aufgaben, die er vom Führer erhalten hat, angesehen, und weil er wußte, daß im deuffchen Studententum und Altherrentum beste Kräfte der Natton liegen, darum wandte er sich an alle und die meisten kamen freiwillig und sind bereit, das zu tun, was Führer und Staat heute von uns verlangen. Auch meine Studentenschaft in Gießen hat diesen Ruf gehört und verstanden. 95 v. H. der ersten bis dritten Semester stehen als Jungkameraden in den Kameradschaften als den harten Erziehungsgemeinschaften des NSDStB. Durch diese faft restlose Erfassung war es uns möglich, zu Beginn dieses Semesters eine 8. Kameradschaft zu gründen. Darüber hinaus stehen meine Kameraden zu etwa 80 v. H. in den Gliederungen der Partei, oder sind als Polittsche Leiter tätig, oder tun als ehrenamtliche Helfer Dienst im Luftschutz, der NSV. usw. Der weitaus größte Teil der unteren Semester meiner Kameraden ist Reserveoffizieranwärter und zum Teil schon Offizier der Reserve. Ich mache diese Angaben, um uns daraus Kraft zu holen für unsere kommende Arbeit und unseren Gästen zu zeigen, daß sie wiederum stolz auf die Studenten sein können, wie dies zu allen Zetten der Fall war und gar nicht anders sein darf. Das deutsche Altakademikertum hat sich im NS.- Altherrenbund zusammengefunden. So haben sich in Gießen aus 12 Alcherrenverbänden acht starke Altherrenschaften des NS.-Altherrenbundes entwickelt, die uns acht ehemalige Korporationshäuser zur Verfügung stellten. Die katholischen Altherren- verbände sind im letzten Jahr aufgelöst worden und das Vermögen wird dem eigens deshalb errichteten Reichszweckoerband zugeleitet. Ebenso wurden in den letzten Monaten einige kleine Altherrenverbände, die glaubten, aus irgendwelchen Gründen nicht mithin zu können, aufgelöst, und das Vermögen wird ebenfalls dem Reichszweckoerband, der studentischen Belangen dient, überwiesen. Der NSDStB. ist eine Gliederung der Partei. Es tritt also der Student nicht in die Kameradschaft X ein und ist damit Mitglied des Studentenbundes, sondern er tritt ein in den NSD.-Studen- tenbund und. wird alsdann in eine Kameradschaft überwiesen. Es kann sich zwar jeder Student eine bestimmte Kameradschaft wählen, der er zugeteilt wird, soweit durch die Zusammensetzung unsere politische Arbeit nicht darunter notleidet. Andernfalls kann der Studentenführer von sich aus Zuweisungen vornehmen. Wenn ich heute am Jahrestag der Universttät unsere Kameradschaften betrachte, so bin ich noch nie so zuversichtlich gewesen, wie dies heute der Fall ist. Acht Kameradschaften mit Mitgliedern, die es freiwillig auf sich genommen haben, durch diese Schule zu gehen, und dahinter ebenso acht starke Altherrenschaften, die Willens sind, den akademischen Nachwuchs ideell und materiell zu unterstützen. Dies macht mich um so glücklicher, da ich weiß, wie unlösbar eine positive Entwicklung des NSDStB. mit seinen Kameradschaften sich mit der Entwicklung der Universität deckt. Genau wie früher wird heute der Alte Herr feinen Sohn wieder an die Stätte schicken, wo auch er seine. Studienjahre verbracht hat. Diese Frage und ihre erfolgreiche Durchführung wird ein wesentlicher Faktor für den Bestand der Universität in der Zukunft sein. Daß diese Arbeit einer erfolgreichen Entwicklung unserer Hochschule in diesem Sinne nur in engster Kampfgemeinschaft von Dozentenschaft und Studentenschaft durchgeführt wird, ist unsere feste Ueberzeugung: Nur in der Einigkeit und Geschlossenheit liegt unsere Stärke! Das Ergebnis der preisaufgaben. Der Prorektor Professor Dr. Dietz berichtete dann über die Ergebnisse der für das Jahr 1938/39 ausgeschriebenen akademischenPreisaufgaben. Die Aufgabe der Medizinischen Fakul. tät lautete: „Gibt es einen hormonal gesteuerten Scheidenzyklus beim Neugeborenen?" Die hierzu von Hans Hermann Weber, Med.-Prakt., Gießen, eingereichte Arbeit wurde mit einem vollen Preis bedacht. Die Aufgaben der Philosophischen Fa- kultät und ihre Preisträger sind: a) Aus dem Gebiet der Griechischen Philologie: „Die Reste der verlorenen Werke des Hesiodös sind zu sammeln, zu ordnen und zu erklären." Preisträger: Wilhelm G l e n z, cand. phil. dass., Darmstadt. b) Aus dem Gebiet der Englischen Philologie: „Das Problem der Heranwachsenden Jugend im Spiegel des zeitgenössischen englischen Romans." Preisträger: W. I a r r a s ch , cand. phil., Darmstadt. c) Aus dem Gebiet der Wirtschaftswissenschaften: „Die Versuche zur Schaffung eines gesamtdeutschen Wtttschastsraumes seit Friedrich List." Preisträger: Walther S ch ü ck i n g, Dipl.-Volkswirt, Gießen. d) Aus dem Gebiet der Landwirtschaft: „Rationelle Eiweißverwertung durch neuzeitliche Mechoden der Tierzüchtung und Derernährung." Preisttäger: Werner V o r m s ch l a g , cand. agr., Gießen. Alle genannten Preisträger erhielten einen vollen Preis. Der D i e z p r e i s wurde dem Studienreferendar Kurt Zeiger aus Lich zuerkannt für die von ihm vorgelegte Arbeit „LAT. Laborare (und arare) im Französischen". Preisaufgaben der Osann-Beulwih-Stiftung. 1. für Studierende. Die von cand. med. Josef Frink aus Düsseldorf eingereichte Arbett „Untersuchung kleinster Joddvsen bis zu homöopathischen Verdünnungen auf den Stoffwechsel" wurde mit einem vollen Preis bedacht. 2. für andere wissenschaftlich gebildete Bewerber: Der zu dem Thema „Das Siedlungsgebiet im west, lichen Vogelsberg nach Boden, Klima und Besitz. Verhältnissen betrachtet" von Dr. Karl Löw, Assistent am Geographischen Institut der Ludwigs- Universität vorgelegten Arbeit wurde der volle Preis zuerkannt. Nachdem der Rektor in begeisterten Worten ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer ausgebracht hatte, beschloß der Ausmarsch der Fahnen und des Senats die Feierstunde. Vernichtungskrieg gegen den Kartoffelkäfer. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat am 9. Mar 1939 die 7. Verordnung über die Abwehr des Kartoffelkäfers erlassen, in der unter Auswertung der bisherigen Erfahrungen alle Maßnahmen geregelt sind, die bei der Bekämpfung dieses gefährlichen Schädlings getroffen werden müssen. Neben der allgemeinen Verpflichtung, auf das Auftreten des Kartoffelkäfers zu achten und bei Feststellung des Befalls oder verdächtiger Erscheinungen Anzeige zu erstatten, ist das Absuchen der Kartoffelfelder in dem befallenen und bedrohten Gebiet angeordnet worden. Außerdem sind alle im Bekämpfungsgebiet vorhandenen Kartoffelfelder vorbeugend mit amtlich anerkannten Spritz- ober Stäubemitteln zu beharüleln, um den Kartoffelkäfer daran zu Hindern, sich auf diesen Pflanzen festzu- setzen und zu ernähren. Der Kartoffelkäferabwehrdienst des Reichsnährstandes, dem die Ueberwachung dieser Maßnahme obliegt, hat durch intensive Aufklärungsarbeit die Grundlage für die Durchführung der Maßnahmen aefchaffen. Um die Einschleppung des Kartoffelkäfers aus Ländern, in denen er auftritt, zu verhüten, ist die Einfuhr von Befallspflanzen und der Erzeugnisse, mit denen der Schädling einge- schleppt werden kann, verboten oder nur unter den Beschränkungen zugelassen, die eine Einschleppung verhindern. Aehrliche Maßnahmen mußten für den Versand bestimmten Erzeugnisse aus dem deutschen Befallsgebiet in das sonstige Inland vorgesehen werden. Es ist jedoch dafür gesorgt, daß diese Beschränkungen zu keiner unbilligen Belastung der betroffenen Kreise führen. Durch das Zusammenwirken dieser Maßnahmen und die verständige Mitwirkung aller Beteiligten muß es gelingen, das weitere Vordringen des Kartoffelkäfers zu verhindern. Hine Frau mit Herz Roman von Hedda Lindner Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin 24 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Und damit war sie wieder bei ihm angelangt. Er hatte fast die ganze Zeit während des Tanzens leise abgerissene Worte mit seiner zärtlichen melodischen Stimme gesprochen. Nur einmal hatte er sich jäh unterbrochen, und als sie überrascht aufgesehen, war fein Gesicht verändert gewesen: das Lächeln war verschwunden, er hatte viel älter und böse ausgesehen. Unwillkürlich hatte sie sich umgeblickt, was diese Veränderung verursacht haben könnte, aber sie hatte nur einen behäbig lächelnden älteren Herrn gesehen. Sie mußte sich wohl geirrt haben, denn als sie Joe gleich darauf wieder angesehen, hatte er den liebenswürdig-heiteren Ausdruck wie immer gezeigt und von den Zeiten weitergesprochen, an die sie nicht erinnert werden wollte, weil jedes Zurückdenken gefährlich war. Dina warf abermals ihre Decke zurück und machte Licht. Sie entsann sich eines Schlafmittels, das ihr der Arzt gegeben hatte, falls sie sich nicht gleich an die Höhenluft gewöhnen konnte. Es war sehr milde, aber in genügender Menge würde es helfen. Sie nahm mehrere Tabletten — so, das würde reichen. Und war es zuviel, dann war es auch egal. Allmählich wurde sie ruhiger, das Mittel begann zu wirken. Auch der Föhn schien nachzulassen, sein zorniges Tosen war sanfter geworden, klang fast wie Musik — wie eine Geige — wie ein Menuett. — Als Dina am nächsten Tage sehr spät erwachte und ans Fenster ging, sah sie, daß es heftig geschneit hatie; die zahlreichen Schispuren, die den großen Abhang vor dem Hotel kreuz und quer durchschnitten hatten, waren völlig verschwunden. Pulverschnee. Es mußte heute ein herrliches Laufen fein, zumal die Sonne schon wieder durchgekommen war. Aber Dina hatte dennoch keine Lust. Sie fühlte sich müde, leer, wie ausgepumpt nach dieser Nacht. Sie ging wieder ins Bett und bestellte den Kaffee aufs Zimmer. Als sie endlich angezogen war — es ging schon gegen Mittag —, meldete sich Margit und schlug vor, noch ein Stück die Dorfstraße entlang zu bummeln, ehe man zum Essen ging. Als sie wieder zum Hotel zurückkehrten, begegnete ihnen Mikeny, die Schier auf der Schulter — er hatte inzwischen mit dem Lernen angefangen —, in Begleitung des älteren behäbigen Herrn, den Dina am Abend vorher im Hotel gesehen hatte. Man blieb beieinander stehen. „Mr. Grisfin aus USA.", stellte Mikeny ihn den Damen vor, woraus Mr. Griffin sich feierlich verbeugte. Zu einer längeren Unterhaltung kam es nicht; Mikeny berichtete nur kurz, daß er seit drei Tagen an einem Schikurs teilnehme und daß am heutigen Abend kein Tanz, sondern Wunschkonzert im Claridge fei; die Damen möchten sich rechtzeitig über ihre Lieblingsstücke klarwerden. Dann trennte man sich mit Schiheil, Mr. Griffin machte abermals eine feierliche Verbeugung, und Dina überlegte während der nächsten zehn Schritte, was ihr an diesem Manne aufgefallen war; irgend etwas hatte sie befremdet, aber sie wußte nicht, was es war. Es lohnte auch kaum, darüber nachzudenken. — Holk war tatsächlich verhindert gewesen. Er hatte sogar sein möglichstes versucht, sich frei zu machen, und die Mißstimmung darüber, daß es ihm nicht gelungen war, hatte feine Stimme bei der telefonischen Absage etwas weniger herzlich klingen lassen als sonst. Es paßte ihm durchaus nicht, die Frau, die er heiraten wollte, dort oben in Gesellschaft ihrer Kusine und ihres früheren Mannes zu wissen. Ueber Margit hatte er sein Urteil fettig. Die halbe Stunde ihrer Bekanntschaft, unterstützt durch das, was Dina ihm erzählt hatte, genügte ihm, und daß ein Mann, der aus sah wie Mikeny, immer eine Gefahr war, darüber gab er sich feiner Täuschung hin. Um so mehr drängte es ihn zur Entscheidung. Ein HinuNdherziehen lag feiner energischen Natur ohnehin nicht, und außerdem lenkte ihn die Ungewißheit von seiner Arbeit ab. Neulich hätte er um ein Haar Mist gemacht bei der Einteilung, als die Wiener Maschine plötzlich ausfallen mußte, weil der Motor nicht klar war. Das hätte eine schöne Schweinerei geben können, und es war ziemlich unwahrscheinlich, daß der Bezirksleiter Verliebtheit als genügende Entschuldigung angenommen hätte. Er war bereits entschlossen, bei nächster Gelegenheit wieder nach Arosa zu fahren, als ihm am Montagfrüh Dinos Airruf mitgeteilt wurde. Er Heß sich sofort verbinden. „Man sagte mir, daß am Samstag von Arosa angerufen wurde, ist etwas passiert?" fragte er besorgt, als er sie am Apparat hatte. „N—nein", tarn es zögernd zurück, „mir fiel nur ein, daß Sonntag ein großes Schichilbi auf der Camennahütte war, und da dachte ich. Sie könnten sich vielleicht doch frei machen." „Sonst hatten Sie keinen Grund, mein Kommen zu wünschen?" Einen Augenblick blieb es still, bann: „Sie wissen, daß ich wich immer freue, wenn Sie kommen." „Um höfliche Reden auszutauschen, brauchten wir uns eigentlich nicht über die Landesgrenzen zu unterhalten", kam es ironisch zurück. „Es wäre gut, wenn Sie kommen könnten", sagte Dina nun, „ich — ich fühle mich augenblicklich nicht wohl." „Dann mache ich mich auf alle Fälle zum Wochenende frei." „Cher können Sie Nicht?" Jetzt lag offenes Drängen in ihrer Stimme. „Frühestens Donnerstag abend, wenn ich Urlaub anfordere. Dina, sagen Sie doch, ist etwas geschehen?" Der Draht Übertrug das Lachen, aber nicht, wie mühsam es erzwungen war. „Nichts ist geschehen, ich freue mich auf unsere nächste Schitour. Auf Donnerstag abend bann." Dennoch wurde Holk die quälende Unruhe in diesen Tagen nicht los. Weil er Dina liebte, fühlte er die Gefahr, die ihr und bannt seinem Glück drohte, ohne sie verstandesgemäß zu erfassen. Leider, denn dann hätte er wahrscheinlich um sofortigen Urlaub gebeten: zum Ordnen feiner Privatangelegenheiten. Als er schließlich am Donnerstag erschien, war Dina Wegner vier volle Tage länaer dem Einfluß des Mannes ausgesetzt gewesen, der einmal ihre große Liebe war und nun — darin unterschieden sich diese Tage von den vorhergehenden — bewußt alle Register zog, um sie wieder zu gewinnen. Im geheimen unterstützt von Morgtt und angefeuert durch die Anwesenheit des Mister John W. Griffin, der seine Rolle so vollendet spielte, daß er trotz Mikenys geheimem Widerstand in dem Roederschen Kreis Einlaß fand. Mr. Griffin wirkte sehr harmlos und manchmal foaar ein klein wenig lächerlich; er war der typische ältere Junggeselle, der seine besten Jahre den Geschäften gewidmet hatte und nun vor Toresschluß noch etwas vom Leben mitnehmen möchte. Dina fand ihn nicht sonderlich sympathisch, obwohl er zu ihr von ausgesuchter Höflichkeit war. Sie wußte jetzt auch, was ihr beim ersten Zusammentreffen an ihm aufgefallen war: sein Blick hatte manchmal etwas Scharfes, Stechendes, was nicht zu seinem biederen, gemütlichen Aussehen paßte und ihm ein ganz anderes, fremdes Gesicht gab. Sie war immer nur sehr kurz, diese Veränderung, kaum Sekundenbruchteile — und Dina wahrscheinlich die einzige, die es beobachtet hatte. Holk fand Dina sehr viel weniger frisch als vor vierzehn Tagen und von einer nervösen Reizbarkeit, die er bisher nicht an ihr gekannt hatte. Es ergab sich von selbst, daß er nun ebenfalls dem Kreis ein gefügt wurde, was ihm nur recht war; ihm lag daran, die Leute um Dina etwas näher zu betrachten. , So lernte er Mikeny schon am ersten Abend kennen, und sofort war auch die Gegnerschaft zwischen den beiden Männer da. Gegnerschaft nicht nur wegen der Frau, Gegnerschaft auch aus der Verschiedenheit ihrer Natur heraus. Holk war fein Philister; er hatte während feiner Motenzeit in Columbien sich oft genug als Draufgänger gezeigt, denn an schwierigen und gefährlichen Untern^« mungen hatte es dort nicht gefehlt. Aber er war ein grober und klarer Mensch, das Schillernde, Unangreifbare in Mikenys Wesen stieß ihn ab. Er roitierte hinter der glatten Außenseite Dinge, die erheblich weniger glatt waren, und es empörte ihn, daß dieser Mann es wagte, sich Dina aufs neue zu nähern. Denn das tat er ganz offenkundig, tat es mit einer gewissen lächelnden Ueberlegenheit, die Holk bei sich eine Unverschämtheit nannte. Allein die Tatsache, daß Mikeny Dina mit der französischen Form ihres Namens nannte — als einziger — reizte ihn jedesmal, wenn er es hörte. Es schuf ein Band zwischen den beiden — und gleichzeitig entfernte der ungewohnte Name unwillkürlich die Frau von ihm. Und daß ihre Nervosität irgendwie mit ihrem früheren Mayne zusammenhing — es brauchte nicht allzuviel Kombinationsgabe, um das herauszufinden. Mikeny seinerseits begriff auf den ersten Mick, daß Holk ein ernst zu nehmender Rivale war; ein Mann, der in so kurzer Zett zum zweiten Male in Arosa austauchte — er hatte ihn sofort wiedererkannt — den zog mehr als nur ein flüchtiges Gefallen. Hatte er bisher in erster Linie an Dinas Vermögen gedacht — von dessen Umfang er nur nebelhafte Vorstellungen hatte — nun er Holks Interesse merkte, wurde sein Mannesinstinkt a* reizt; jetzt ging.es auch ihm um die Frau. Vielleicht hat der schöne und verwöhnte Joe Mikeny niemals vorher so die Eifersucht kennen gelernt, wie in diesen wenigen Tagen in Arosa. (Fortsetzung folgt.) SJlxfport Mannschaften waren sich ziemlich gleichwertig, was auch der Stand des Ergebnisses zum Ausdruck bringt. Kurze Sporinotizen. General Oollmann bei der Reiter-SA. NSG. Nachdem bereits schon vor einigen Tagen der Beauftragte für die Reit- und Fahrausbildung, SA.-Obergruppenführer Lietzmann, dem Reitstall der SA.-Gruppe Hessen einen Besuch abge- stattet hatte, erschien am Mittwoch der Kommandierende General des IX. Armeekorps, General der Art. D o l l m a n n , im Reitstall der SA.-Gruppe Hessen in Rödelheim, um sein Interesse für die wehrerzieherische Arbeit der Reiter-SA. zu bekunden. Er folgte den vorgeführten Leistungen für die Reiterscheinpvüfungen mit großem Interesse und ließ sich von dem Gruppenreiterführer der SA.- Gruppe Hessen genauere Angaben über den Stand der Ausbildung innerhalb der Reiter-SA. machen. Dem General wurde vom Gruppenreiterführer u. a. vorgeführt: eine fortgeschrittene SA.-Abteilung, eine SA.-Abteilung und zwei HI.-Abteilungen, sowie eine Abteilung von Jungreitern. Mit vier Gespannen wurde weiter eine Fahrschule, von SA. und HI. gefahren, vorgeführt. Zum Schluß zeigten bekannte Turnierreiter vom Reitstall der SA.-Gruppe Hessen die Pferde des Stalles bei der Springarbeit. Ueber die bisher von der Reiter-SA. geleistete Arbeit sprach sich General Dollmann anerkennend aus. Drei Aufstiegspiele in Hessen. Im Gau Hessen gibt es am nächsten Sonntag drei Kämpfe um den Aufstieg, zwei in der Gruppe Nord und einen in der Gruppe Süd. Tura Kassel müßte sich eigentlich auch beim FV. Breidenbach behaupten, und das gleiche nehmen wir von Borussia Fulda an, die in Bebra zu Gast ist. In der Südgruppe stehen sich SE. Wirges und 1860 Hanau gegenüber. Der Lahnmeister, der in Watzenborn einen Punkt holte, wird in seinem Heimspiel sicher eine scharfe Klinge schlagen. Hessen Bad Hersfeld fährt zu einem Freundschaftsspiel nach Würzburg. Wehlar 05 Zugendmannschasten bei 1900. Den letzten spielfreien Sonntag vor dem Beginn der Endrunde um die Bannmersterschaft im Fußball haben die Blau-Weihen dazu benutzt, sich einen Gegner mit gutem Ruf zu verpflichten. Die Gäste aus Wetzlar hatten schon immer eine §ute Jugendmann schäft. Auch heute sind ehemalige ugendspieler unter den besten Leuten in der ersten Mannschaft. Die 1. Jugend der Blau-Weißen, die sich zur Zeit in ausgezeichneter Derfassung befindet, wird alles aufbieten, um zu einem eindeutigen Siege zu gelangen, damit das in sie gesetzte Vertrauen gerechtfertigt wird. Ebenfalls wie die erste Jugend, spielt auch die zweite Jugend gegen die zweite Jugend aus Wetzlar. Durch erstklassigen Spielerzugang kann man auch dieser Mannschaft der Blau-Weißen die größeren Siegesaussichten einräumen, obgleich ein Sieg nicht so einfach errungen werden dürfte, wie voraussichtlich bei der 1. Jugend-Mannschaft. Die Sportgemeinde Steinbach veranstaltet einen Sportwerbetag und konnte nur noch gegen die 3. Jugend ein Spiel ausmachen, da die 1. und 2. Jugend schon seit längerer Zeit den Spielabschluß mit Wetzlar getätigt hatte. Den Jüngsten wird ein Sieg in Steinbach sehr schwer fallen, doch werden sie alles daransetzen, um zu zeigen, daß auch sie das Fußballspiel verstehen. Sportgemeinde Großen-Buseck. Fußball: Großen-Buseck I. — Wißmar I. 8:2. Handball: Großen-Buseck Jgd. — Tv. Launsbach Jgd. 3:2. Am vergangenen Sonntag weilte die 1. Mannschaft des Spv. Wißmar in Großen-Buseck. Obwohl die Busecker immer noch mit Ersatz antreten mußten, konnten die Gäste nie gefährlich werden. Bon Anfang an beherrschten die Schwarz-Gelben das Spiel, hatten aber im Sturm großes Schußpech, so daß vorerst keine Erfolge eintraten. Die Gäste spielten etwas hart, und ein Elfmeter und ein Strafstoß stellten in kumer Zeit eine 2:0 - Führung her. Die Busecker drängten immer mehr, und ein dritter Treffer folgte, denen die Gäste einen Gegentreffer anbringen konnten. Aber bald war der alte Stand wieder hergestellt. Kurz vor der Pause kamen die Gäste mehr in das Spiel und konnten durch ein Mißverständnis in der Busecker Hintermannschaft nochmals einsenden, dem aber auch Buseck einen weiteren Treffer entgegensetzen konnte. Nach der Pause sah man dasselbe Spiel, nur die Einheimischen spielten etwas zerstört, was sich sofort bemerkbar machte. Dies nutzten die Gäste aus und kamen mit schönen Kombinationen vor, aber das Busecker Derteidigerpaar machte jegliche Vorstöße zunichte. Die wuchtigen Abschläge verhalfen dann auch zum großen Teil zu drei weiteren Toren. Schiedsrichter Hofmann (Wieseck) leitete zur Zufriedenheit. Vor dem Spiel der Fußballmannschaft trafen sich die Jugendmannschaften. Man bekam ein sehr schönes Spiel zu sehen, das flott vonftatten ging. Die Die BDM. - Reichswettkämpfe im Schwimmen, die am Wochenende in Duisburg statt- finden sollten, sind auf den 10. und 11. Juni verlegt worden. Altmeister Emil Döring (Hainburg), der deutsche Ruder-Einermeister der Jahre 1889 bis 1893 ist im Alter von 73 Jahren gestorben. * Ungarns Amateurboxer wurden auf ihrer Deutschlandreise erneut geschlagen, doch entsprachen nicht alle Urteile den im Ring gezeigten Leistungen. Der DDF. Heros Bremerhaven „siegte" mit 12:6 Punkten. Die längste Radnmdsahrt der Well. Internationale Großdeutschlandfahrt vom 1. bis 24. Juni. Immer näher rückt der Termin der Internationalen Großdeutschlandfahrt. Am 1. Juni werden mehr als 60 Fahrer in Berlin ihre beschwerliche Reise durch Deutschland antreten und in der längsten Radrundfahrt der Welt um Sieg und Plätze streiten. Der Streckenplan liegt, schon fest, in den Etappenorten und bei der Fahrtleitung ist für alles vor- gesorgt. Mit als letzte Arbeit gilt jetzt die Verpflichtung der Fahrer. Sämtliche unter Fabrik- Vertrag stehenden 44 deutschen Berufsfahrer vertreten unsere Farben, dazu kommen 24 Ausländer, deren Nationalmannschaften inzwischen teilweise bekannt geworden sind. Leider haben die Italiener auf den Start verzichten müssen, da sie ihre guten Fahrer für die nationalen Rennen benötigen und nur eine wirklich erstklassige Mannschaft entsenden wollen. Frankreich, Belgien und die Schweiz find mit vollständigen Mannschaften vertreten, dazu gesellt sich noch eine gemischte Mannschaft mit Fahrern aus Holland, Dänemark und Spanien, so daß insgesamt sieben Nationen an der Rundfahrt beteiligt sind. Als besonders stark sind die Belgier anzusehen, die mit Bonduel, dem vorjährigen Zweiten der Deutschlandfahrt, ihren derzeit besten Mann schicken. In Wierinckx, Christiaens und Coelaert hat Bonduel zudem starke Helfer. Von den Franzosen stehen erst vier fest. Level und Lachat sind alte Bekannte vom letzten Jahr, Oubron hat sich in Querfeldeinrennen hervorgetan, und Fontenay kann ebenfalls eine ganze Menge. Von den Schweizern überragen Nievergelt und Amberg. «Der Holländer Schulte ist vielleicht der stärkste Mann der gesamten Teilnehmerschaft, er ist aber leider kein Etappenfahrer, wie er zuletzt bei der „Tour" erklärte. Trotzdem ist er gut für einige Etappensiege. Im einzelnen haben die ausländischen Mannschaften folgendes Aussehen: Belgien : Bonduel, Spießens, Christiaens, Wierinckx, Coelaert, Grysolle; Schweiz: Amberg, Nievergelt, Zimmermann, Stettler, Kern, Joh. Meier; Frankreich: Lachat, Level, Oubron, Fontenay (zwei fehlen noch); gemische Mannschaft : Schulte, Middelkamp (beide Holland), Jakobsen, Petersen (beide Dänemark), Canardo, Ezquerra (beide Spanien). 14. Ostpreußenfahrt. Die erste Etappe von Königsberg nach Lyck. Kaum gelichtet haben sich die stattlichen Felder nach der ersten Etappe der 14. Ostpreußenfahrt, die am Mittwoch ausgefahren wurde. Von den 400 gemeldeten Teilnehmern fanden sich 358 zum Start auf dem Königsberger Trommelplatz ein. Es waren 208 Krafträder und 150 Wagen. Unter den Fehlenden befanden sich der Eilenriedefieger Ludwig K r a u s, die starke Wehrmacht-Mannschaft Möhrke, Struwe, Hundrieser. Die erste Etappe führte über 358 Kilometer von Königsberg nach Lyck. Zunächst ging es über glatte Straßen von Königsberg nach TiMt. Wenig später stieß Korpsführer Hühnlein, der in den Vormittagsstunden die memelländischen NSKK.-Kame- raden begrüßt hatte, zu der Kolonne und machte die Fahrt mit. Unterwegs gab es zwei Sonderprüfun- gcn. Zunächst war eine Wasserdurchfahrt in der Gegend von Parnit zu nehmen, wobei der morastige Untergrund einige Schwierigkeiten bot. Bei herrlichem, nicht zu heißem Wetter hatten die Fahrer als einzige Schwierigkeit gegen dicke Staubwolken anzukämpfen. In den Goldaper Bergen war die zweite Sonderprüfung am Steilhang zu überwinden. Im großen und ganzen stellte das Gelände keine allzu großen Anforderungen, so daß es vorerst nur wenige Ausfälle und auch kaum Strafpunkte gab. Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. INittagsbörse still und uneinheitlich. Frankfurt a. M., 10. Mai. Die Umsatztätig- teit hielt sich weiterhin in engsten Grenzen, indessen verblieb trotz der starken Zurückhaltung der Kundschaft ein freundlicher ' und widerstandsfähiger Grundton am Aktienmarkt. Die zahlreichen Meldungen aus der Wirtschaft boten dabei weiterhin eine gute Stütze. Die ersten Notierungen erfolgten allerdings nur spärlich und lagen vielfach etwa 0,25 bis 0,50 v. H. unter dem Stand der Abendbörse, wobei aber auf dieser Basis eher etwas Nachfrage vorlag, während nennenswertes Angebot weiterhin fern blieb. Von den führenden Werten fetzten IG. Farben mit 149,90 (149,75), Hoesch mit 109,75 (109,65), Mannesmann mit 106,75 (107) und Vereinigte Stahl mit 103 (103,50) ein. Maschinenöl nd Motorenwerte blieben gut gehalten, Daimler 0,25 v. H. höher mit 140,25. Zellstoff Waldhof gaben 0,65 v. H. ab auf 122,40. Elektro- und Bauwerte sowie" eine Reihe anderer Papiere waren zunächst ohne Notiz. An den festverzinslichen Märkten hielt sich das Geschäft zwar ebenfalls meist in engen Bahnen, jedoch war weiterhin Anlagebedarf vorhanden. Fest lagen auf den bevorstehenden Kupon- abgang Reichsbahn - Vorzugsaktien mit 125,50 (125,25) und später etwa 125,75. Reichsaltbesitz nicht ganz gehalten mit 132 (132,13). Im Freiverkehr schwankten Kommunal-Umschuldung zwischen 93,55 bis 93,65 (93,65), NF.-Steuergutscheine II zwischen 98,70 bis 98,80 (98,70). Liquidationspfandbriefe, Industrie-Obligationen und Stadtanleihen wichen z. T. bis 0,25 v. H. ab, während Goldpfandbriefe, Kommunal-Obligationen und Staatspapiere unverändert blieben. NF.-Steuergutscheine II stiegen im Verlaufe auf 99 nach 98,75. In der zweiten Börfenstunde traten nur wenig Aenderungen ein, das Geschäft blieb gering. Daimler waren vorübergehend 1 v. H. ermäßigt auf 139,25, später 139,50, Mannesmann bröckelten auf 106,40 nach 106,75 ab. IG. Farben mit 149,90 und Vereinigte Stahl mit 103,13 blieben auf dem Anfangsstand. Bei den hä ter notierten Papieren überwogen leichte AbsHMchungen von etwa 0,50 bis 0,75 v. H., ElektrisHe Lieferungen gaben 1,50 v. H. nach auf 129, ebenso Gessürel auf 134,25, ferner gingen u. a. Bemberg auf 138,25 (139,25) und Holzmann auf 152 (153) zurück. Deutsche Bank 0,50 v. H. erholt auf 111, Commerzbank 105,25 (105,40). Im Freiverkehr blieben die Kurse behauptet, Elsäss. Bad. Wolle ex. Div. 92,50 bis 94,50. Tagesgeld sehr leicht und 2 (2,25) v. H. Abendbörse behauptet. Die Unentschlossenheit der Kundschaft gab auch der Abendbörse das Gepräge. Soweit überhaupt Abschlüsse erfolgten, bewegten sie sich in engsten Grenzen und lösten nur geringe Abweichungen aus. Am Montanmarkt Buderus uno. 102,25, Mannesmann unv. 106,40. Verein. Stahl 0,13 v. H. höher mit 103,25, Rheinstahl —0,25 v. H. auf 136,75. Von Maschinenaktien Adlerwerke 103,50 (104), Daimler 140 (139,50), MAN. 143,25 (143), Feinmetall 129,50 (130), Moenus unv. 125, ebenso Demag mit 143,50. In der Eelektrogruppe blieben Schuckert zum 2 v. H. festeren Mittagskurs von 180 gefragt, Bekula gewannen 0,50 v. H. auf 159, Rheag 0,25 v. H. auf 117, Gesfürel unv. 134,25. Die Farbenaktie lag mit 149,75 (149,90) gehalten, ferner Goldschmidt mit 137,75 und Metallgesellschaft mit 114,75. Sonst notierten u. a. Bemberg mit 138 (138,25), Westdeutsche Kaufhof mit 105 (105,25), Holzmann mit 152,50 (152) und DDM. mit 173. Am Renten- markt erhielt sich etwas Nachfrage, insbesondere für Reichsbahn-DA. zu 125,75 (125,65), auch für 6 v. H. JG.-Farben bestand zu unv. 122,25 Interesse. 4,50 v. H. Krupp knapp gehalten mit 97,75 (97,90), 5 v. H. Gelsenberg 0,25 v. H. erholt auf 100. Kommunal-Umschuldung nannte man unv. 93,70. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt, a. M., 10. Mai. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) im Reichsmark: Weizen W 9 213, W11 215, W12 216, W13 217, W 16 220, W 18 222, W 19 224, W 20 226, Roggen R 11 199, R 12 200, R 14 202, R 15 203, R 16 205, R 17 206, R 18 207, R 19 209 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,95, W 16 29,95, W 18 29,95, W 19 29,95, W 20 Kreis Alzey 29,95, W20 Kreis Worms 30,30 plus 0,50 RM. Fracht - ausgleich. Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 16 22,95, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W18 11,00, W 19 11,10, W 20 11,20 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Roggenfuttermehl R19 12,50, Noggen- vollkleie R19 11,00. Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R 16 10,25, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlen- festpreis ab Mühlenstativn. Treber, getr. —. Wie- senheu, handelsüblich 5,40, Wiesenheu, gut, gesund, trocken 6,40, Kleeheu do. 7,40 bis 7,80, Luzerneheu do. 7,80 bis 8,20, Weizenstroh, binfadengepreßt oder gebündelt 2,80, Roggenströh do. 3,00, Hafer- und Gerstestroh do. 2,60 bis 2,70 Erzeugerpreis ab Erzeuger-Verladestation. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 11. Mai. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 1244 Rinder (208 Ochsen, 123 Bullen, 543 Kühe, 270 Färsen), 516 Kälber, 10 Hämmel, 19 Schafe, 367 Schweine. Es kosteten: Ochsen 37,50 bis 46,50 Mark, Bullen 35,50 bis 44,50, Kühe 20 bis 44,50, Färsen 36,50 bis 45,50, Kälber 35 bis 65, Hämmel 44 bis 50, Schafe 30 bis 42, Schweine 49,50 bis 58,50 Mark. Marktverlauf: Großvieh, Kälber und Schweine zugeteilt; Hämmel und Schafe mittel. Rundfunkproqranim Freitag, 12. Illai. 5 Uhr: Frühmusik. 5.50: Bauer, merk' auf! 6: Morgenlied, Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Von Königsberg: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Mutter turnt und spielt mit dem Kind: „Kindersportklub". 8.40: Von Köln: Froher Klang zur Werkpause. 10: Don Hamburg: Schulfunk. Der Glaube an das Werk. Hörspiel um die Entdeckung eines schwedischen Kupferlagers. 10.30: Von Köln: Gesundheitsappell! Ein Besuch in einer Banndienststelle. 11.40: Ruf ins Land. 12: Von Saarbrücken: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. 13.15: Von Saarbrücken: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Märchenbilderbuch. 16: Zwei Stunden im Rhythmus der Freude. Einlage 17 bis 17.10: „Der Streit um die höchste Ehre". Kurzerzählung aus der Geschichte des Handwerks. 18: Zwischen Enkel und Ahn. 18.15: Sport der Woche und für den Sonntag. 18.30: Von Koblenz: Allerlei Volksmusik. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. Anschließend: Hier spricht die Reichsgartenschau. 20.15: Deutsches Handwerk in deutschen Landen. Ringsendung zum Handwerkertag. 21.15: Musik um das deutsche Handwerk. 22: Nachrichten. 22.15: Gespräch mit dem Präsidenten der Reichsmusikkammer. Prof. Dr. Peter Raabe. 22.30: Anläßlich der Gau-Kultur- woche: Festkonzert des Städtischen Kurorchesters Wiesbaden. 24 bis 3: Don Königsberg: Nachtkonzert. Sprechstunden der Medaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittag geschlossen. In Deutschlands modernster Raffinerie wird aus deutschem Erdoel durch das berühmte Doppel-Lösungsverfahren ein Oel hergestellt, wie es von der ganzen Welt nicht besser geliefert werden kann: Mobiloel. Frei von allen schmierungsfeindlichen Bestandteilen, ist es „Reiner Schmierstoff"! Mobiloel Unser lieber Arbeitskamerad Heinrich Koch Gießen, den 10. Mai 1939. 3448D Vorsteliende Preise verstehen sich GIESSEN. 3430D Gießen (Neuen Baue 2), Karlsruhe, den 10. 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