Nr. 84 Erstes Blatt 189. Jahrgang Dienstag, U. April 1939 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mtt 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzen Postscheckkonto: Krantfurt am Main 11688 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: SrShlsche Univerfilätsdruckerei R. Lauge in Sietze«. Schristleitung und SeschSftrftelle: Schulftraße 7 Annahme von Anzeigen für die Mitlagsnummer bis 8*/,Uhr des Dormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Npf., für Tertanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach oorh.Dereinbg.25°/„ mehr. 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Es kann aber gar keinem Zweifel unterliegen, daß diese scheinbare Nervosität, die man insbesondere jenseits des Kanals an den Tag legt, einen sehr realen und zweckvollen Hintergrund hat, nämlich den, aus der italienischen Aktion ein neues Schreckgespenst zu machen, das vor allem Griechenland, Jugoslawien, Rumänien un d d i e T ü r k e i zu Handlungen hinreißen soll, die wieder einmal allein im Interesse des . Empire liegen. Aber diese künstlichen Dernebelungsversuche sind in den letzten Wochen und Monaten schon allzu oft angewendet worden, als daß sie heute noch irgend einen Erfolg versprächen. Selbst den kleineren Staaten dürften die Vorgänge der letzten Zeit zur Genüge die Augen geöffnet haben, und es ist nicht anzunehmen, daß sie auf diese durchsichtige Pressekampagne heute noch in irgend einer Form hereinfallen. Sie sind sich mit Recht zu gut dazu, um eines kümmerlichen Lockmittels willen vor den Karren der englischen Interessenpolitik gespannt zu werden. Einen sehr deutlichen Beweis dafür liefern Belgien und Holland, die ausdrücklich betont haben, daß sie gar nicht daran denken, irgendwelche Schutzmaßnahmen Großbritanniens in Anspruch zu nehmen oder auch nur zu wünschen. Die berüchtigte Taktik des Bangemachens wird aber munter weitergetrieben. Selbst die albernsten und dümmsten Unterstellungen müssen dazu herhalten, den Balkanländern — mit denen Deutschland allenthalben gute, ja herzliche Beziehungen unterhält — Italien als den schwarzen Mann hinzustellen, der am Ende auch sie noch auffressen wird und vor dem man sich gar nicht zeitig genug mit Garantieerklärungen und Bekundungen der „Sympathie" in Sicherheit bringen kann. Es ist geradezu absurd, was man den „gefährdeten" Staaten alles weismachen will. „Man hat", fo schreibt der „Temps" z. B., „den bestimmten Eindruck, daß es sich um ein erstes Zufassen Italiens auf dem Balkan handelt mit dem Ziel einer weitergehenden Expansionspolitik über Albanien hinaus in Richtung Saloniki und auf das Aegäifche Meer." Die Beweise dafür bleiben diese Krisenmacher natürlich schuldig. Woher sollten sie sie auch nehmen, nachdem Italien ausdrücklich erklärt hat, daß es garnichtdaran denkt, Griechenland anzutasten, auch nicht nach seinem Zusammengehen mit der englischen Politik und nach der Ueberlassung seiner Häfen an die britische Kriegsmarine. Der „Eindruck", den sie haben, genügt diesen skrupellosen Aufwieglern, Himmel und Hölle in Bewegung zu setzen und eine mehr als plumpe Bauernfängerei zu betreiben. „Paris Soir" meint, das „italienische Einschüchterungsmanöver" richte sich gegen Jugoslawien und Griechenland, man wolle „den Balkanbund sprengen". Griechenland und die Türkei fühlen sich, dem „Paris Midi" zufolgen, direkt bedroht. In diesem Ton setzt sich die Stimmungsmache durch den ganzen Blätterwald in Paris sowohl wie auch in London fort, wobei noch eine reichlich verdächtige Einheitsfront mit öcn Kommunisten festzustellen ist, die ihrerseits nach Kräften in dieses Geheul mit einstimmen: es sei doch nun höchste Zeit, so meinen sie, daß sich Frankreich an die Spitze einer Bewegung für kollektive Sicherheit stelle, von der — natürlich — die Sowjetunion nicht ausge- schaltet werden dürfe. Wie nicht anders zu erwarten war, befinden sich Engländer und Franzosen geradezu in einer Jdeal- konkurrenz in dem Bemühen, das Vorgehen Italiens als einen „völlig unberechtigten und sachlich unbegründeten Gewaltakt" hinzustellen. Für jeden, der die Verhältnisse in Albanien und die bisherigen Beziehungen dieses Landes zu Italien auch nur einigermaßen kennt, liegt klar und unzweideutig auf der Hand, daß Italien hier zu keinem anderen Zweck eingegriffen hat, als zur W a hrung und Verteidigung seiner natürlichen Lebensrechte. Wie sehr das Vorgehen Italiens, das die Schaffung geordneter Verhältnisse in Albanien zum Ziele hat, auf die Zustimmung der vernünftigen und einsichtigen albanischen Bevölkerung selbst rechnen kann, geht aus zahllosen Danktelegrammen hervor, die dem Duce und seinem Außenminister aus allen Teilen des Landes zugegangen sind. U. a. hat auch der albanische Gesandte in Sofia, der sechs Jahre lang als Vertreter Albaniens in Rom weilte, ausdrücklich hervorgehoben, daß er während feiner ganzen Amtstätigkeit aggressive Absichten Italiens zum Schaden Albaniens niemals beobachtet hat. Diejenigen Leute, die mit so maßlosen Angriffen die Berechtigung dieser Aktion abstreiten möchten, sollten sich doch wieder einmal auf das brutale britische Vorgehen in Palästina besinnen, das jeder Menschlichkeit und Zivilisation Hohn spricht und gegen das die albanische Aktion mit ihrer aufbauenden und fürsorgerischen Ziel- setzung geradezu ein Musterbeispiel der Friedenssicherung und desOrdnungs- willens ist. Lson Blum hat sogar die Stirn gehabt, zu behaupten, kein anderer als der Führer hätte Italien zu seinem Unternehmen veranlaßt; Italien hätte Chamberlain „eine massive Antwort erteilen" sollen. Herr Blum unterschätzt die Selbständig- Wirtschastsrauin „Mittelelbe" Von unserem Or. Ho.-Sonderberichierstatter. feit, deren sich die beiden Partner der Achse Berlin—Rom trotz aller naturgegebenen Bindungen von jeher erfreuen. Es gehört entweder große Dummheit oder eine gehörige Portion Frechheit zu der Behauvtung, Italien hätte Albanien auf deutschen Einfluß hin besetzt. Zur Wahrung der Ehre und Würde unseres italienischen Bundesgenossen möchten wir hier nur mit aller Deutlichkeit feststellen, daß jede solche Version — die im Grunde genommen eine Art gegenseitiger Bevormundung Vortäuschen soll — eitel Lug und Trug ist und ebenso in das Reich der Fabel gehört, wie alle die anderen Märchen, die von den aufgeblasenen Friedensaposteln wieder einmal in reichlicher Menge auf- getischt werden. Italien wahrt seine Lebensrechte mit derselben Selbständigkeit, wie Deutschland das seinerseits tut, und weder der eine noch der andere .Staat hat es nötig, vom anderen ermuntert oder gar aufgeputscht zu werden. Man sollte es nicht für möglich halten, aber es ist tatsächlich so: eine französische Zeitung hat sogar die Dreistigkeit besessen, den spanischen Staatschef zu warnen. Franco solle sich ja nicht der aggressiven Achse Berlin Rom anschließen, man würde sonst — Spanisch-Marokko besetzen! Franco wird diese Drohung mit dem Zeigefinger sehr gelassen hinnehmen und er wird nur aufs neue einen Begriff von der „Ehrlichkeit" der französischen Politik bekommen haben, die unlängst eine so wohlwollende und freundschaftliche Geste an den Tag legte. Das „Gegacker der Demokratien", wie eine römische Zeitung diese österliche Angeberei sehr zeitgemäß betitelt hat, und die aufgeregte Haltung der plötzlich so aktiv gewordenen Londoner und Pariser Diplomatie, die sogar schon die Generalstäbler und die Flottenchefs angesteckt hat, kann weder Deutschland noch Italien irgendwie in ihren klaren Zielen beirren und wankend machen. Im Gegenteil: beide Staafp'i werden sich um so enger zusammenschließen und gemeinsam die Ideale verfechten, für die sie von jeher eingetreten sind: wahre Gerechtigkeit und dauerhaften Frieden. Daran werden alle Machenschaften, mögen sie aus Paris oder aus London kommen, nichts ändern können. Und auch die Balkanstaaten werden das plumpe Manöver durchschauen, das die Westmächte mit vorgetäuschter Friedenssorge nach alter Uebung auch hier wieder durchexerzieren wollen, sich dann nämlich erst recht als Retter hinzustellen, wenn sich eben nichts von diesen „Weissagungen" erfüllt hat. Die Behauptung, daß nur auf Grund dieser vorsorglichen Schutzmaßnahmen das angeblich Befürchtete nicht eingetreten fei, ist bann reich billig, weil der Beweis dafür niemals geführt werden kann. Magdeburg, im April 1939. Die Bezeichnung „Mitteldeutschland" ist nicht sehr genau; die Grenzen des Begriffes sind fließend. Jedermann aber weiß, was gemeint ist, wenn das Wort Magdeburg ausgesprochen wird. Jedoch, unvermutete Folge von der Schaffung des Groß- deutschen Reiches im Jahre 1938: „Mitteldeutschland", als Begriff bezogen auf Großdeutschland, ist nicht mehr das Land zwischen Elbe und Harz. Mitteldeutschland ist heute etwa an die Flußlinien Main-Eger verrutscht. Darum ist vom Gau Magdeburg-Anhalt der neue Begriff „üRittel e 1 b e" geprägt worden. Sicherlich ist er sehr viel anschaulicher und präziser als die Vorstellung, die durch den Namen „Mitteldeutschland" vermittelt wird. Ein großes und neuartiges Industriegebiet wächst hier hoch, ein gewaltiges Verkehrskreuz, das für Deutschland und für ganz Zentraleuropa als „Schleusentor der deutschen Strome" Bedeutung gewinnen wird, entsteht in „Mittelelbe". Schnittpunkt der Eisenbahnen, der Kanäle und natürlichen Wasserstraßen ist Magdeburg; in unmittelbarer Nähe liegt der Schnittpunkt der Autostraßen. Schnittpunkt: das ist die Kreuzung der Weftost- und der Südnord-Linien. Magdeburg ist ein vertrauter, einprägsamer Klung'. Wir sagen: „Klang". Klang ist weniger als Begriff. Wem Magdeburg eine deutliche Vorstellung ist, wird gerne hören, wie sich die alte Stadt wandelt und in Den neuen Wirt- fchaftsraum Mittelelbe hineinwächst; wem Magdeburg „Klang" ist, wird doch von irgendeiner E r - innerung angerührt: etwa an das frühmittelalterliche Kaisertum, an den deutschen Zug nach dem Osten, an das Magdeburgische Stadtrecht, das über Polen bis nach Rußland hinein wirkte, an die Nie- dermetzelung der Einwohner im Dreißigjährigen Kriege, an die Rolle der Festung Magdeburg in den Napoleonischen Feldzügen; und wenn alle diese Erinnerungsstricke reißen, so verbindet sich eben mit Magdeburg der Gedankengang, daß hier der Haupt- stapelplatz des deutschen Zuckerhandels ist — mitten in der gesegneten Magdeburger Borde, dem fruchtbaren Land für Getreide und Zuckerrüben. Die Landschaft ist weit, flach und herbe; sie ist keine Anfichtskarten-Schönheit. Aber eine Wanderung auf den Elbedeichen — entweder im saftigsten Grün eines Frühsommertages oder bei brauendem Herbstnebel — ist doch sehr einprägsam, besonders wenn der aufmerksame Wanderer an den Flutmar- ken ablieft, wie fruchtbar der Elbefttom „einhertreten kann auf der eigenen Spur". Oder ein anderes: Ein Getreidefeld ist immer schön, nur ist seine Schönheit verdammt schwer zu malen und gar nicht auf die Platte des Lichtbildners zu bringen. Diese Schönheit — das ist die Revanche für ihr Aschenbrödelsein — muß mit eigenen Augen gesehen werden; hier ist diese Schönheit in lieber» fülle zu Hause, und es gibt Getreideschlage, wo das Meer der Halme unendlich weit reicht und am Horizont verschwimmt. Bei Magdeburg und Tangermünde ist die Landschaft von verhaltenem Pathos. Dieses Pathos ist genau so beschaffen wie die Schönheit der Elbdeiche. Prag und Budapest sind herrliche Flußstädte; aber sie haben eine ganz andere Schönheit und ein ganz anderes Pathos. Ihre Schönheit und ihr Pathos find filmisch: die Schönheit und das Pathos der Landschaft um Magdeburg sind filmkonträr. Der Magdeburger Dom tritt hart an die Elbe heran. Sein Bauplatz wurde von Otto dem Großen im Jahr 968 ausgesucht. Der Dom ist nicht riesig, aber von ihm geht eine bestimmende Gewalt aus, als sprächen seine Erbauer aus ihrer Zeit noch ein unbeugsames und selbstsicheres: ,^ier stehe ich, ich kann nicht anders!" Es wirkt als Symbol, daß eine felsige Strombarre am Dom liegt; sie macht bei Niedrigwasser der Schiffahrt noch heute bitterböse zu schaffen. Nun gut: In der nächsten Zeit wird diese Strombarre überbaut. Dann wundern sich die alten Hausgeister des Doms, die an die tausend Jahre blühenden Ruhms, schwere Rückschläge und immer starken Lebensmut gesehen haben. Magdeburg hat noch ein Trumpfaß im Spiel; es gibt keine Stadt der Welt, die nach einem Unglück wie jener Niederbrennung und Niedermetze- lung von 1631 einen Bürgermeister vom Schlage des Otto von Guericke jemals hatte, der Bürgermeister und technisches Genie dazu war. Guericke ist der Pionier, der mit seinen berühmten Hohlkugeln den Luftdruck fand, die Wirkung des luftleeren Raums enthüllte, die glorreiche Erfindungsfolge von der Luftpumpe bis zum Manometer begründete und mit einer felbftgebauten Elektrisiermaschine feststellte, daß sich gleichnamige Elektrizität abstößt. Auf diesem Hintergrund von Landschaft und großer Ge» schichte und charaktervoller Eigenständigkeit ist ein tüchtiges Schaffen in unseren stürmenden Tagen verpflichtende Ehre. Viele tausend deutsche Arbeiter sind nach dem Wirtschaftsgebiet „Mittelelbe" und den anschließen- Zn Albanien die Ordnung wiederhergestelli. E. F. Rom, 10. April. In Albanien wurde nach der Flucht Zogus von der italienischen Regierung ein Verwaltungsausschuß eingesetzt, der vorläufig die Leitung der staatlichen Angelegenheiten übernommen hat. An der Spitze des Ausschusses steht ein Präfekt, dem mehrere albanische Offiziere und Beamte beigegeben sind. Von dem Ausschuß wurde eine Reihe von Derwaltungsbeamten eingesetzt und Anordnungen für die Wiederaufnahme der Amts- geschäfte bei den Behörden erlassen. Die Gerichtsbehörden haben ihre Tätigkeit wieder ausgenommen. Auch die Schulen sind wieder geöffnet. Die Gegner Zogus sind aus den Gefängnissen entlassen worden. Ferner hat der Ausschuß an alle Zivil- und Militärbehörden des Landes sowie an das albanische Volk einen Aufruf gerichtet, Ruhe zu bewahren, die italienischen Truppen ohne Feindseligkeiten zu empfangen und ihnen Gehorsam zu erweisen. Der Verwaltungsausschuß hat eine Huldigungsbotschaft an Mussolini gerichtet, in der ihm die Ergebenheit des albanischen Volkes versichert und der Dank dafür ausgesprochen wird, daß Italien Wohlfahrt, soziale und politische Gerechtigkeit für Albanien ,zugesagt hat. ©ener-al Guzzoni, der Kommandant des ita- lienischen Expeditionskorps in Albanien, hat in der albanischen Hauptstadt sein Hauptquartier aufge- schlagen, um mit seinem Stabe von hier aus die militärischen Anordnungen zu treffen. Sonntag sind aus Tarent weitere italienische Truppenoerstärkun- gen in Tirana eingetroffen, nachdem am Samstag ein Regiment Grenadiere mit 200 Flugzeugen von Tarent nach der albanischen Hauptstadt transportiert worden war. Die militärischen Maßnahmen vollziehen sich reibungslos und planmäßig. Bewaffnete Banden leisteten nur noch vereinzelt Widerstand. Inzwischen ist auch Südalbanien unter italienischer Kontrolle. Sonntag erreichten italienische motorisierte Truppen Argyroka- ftra in der südlichsten Ecke Albaniens. Auch die Stadt ©orica, deren Kommandant den italieni» fchen Truppen seinen Gehorsam schon am Samstag versichert hatte, ist unter italienischer Kontrolle. Go- rica liegt an der Südostgrenze des Landes und ist Provinzhauptstadt. Ein neuer Präfekt ist Sonntag in ©orica cingetroffen. Italienische Truppen haben am Ostermontag die historische Stadt Cruja, die Heimat des albanischen Freiheitshelden Skanderbeg, besetzt. Die Bevölkerung bereitete ihnen einen festlichen Empfang. Zahlreiche albanische Offiziere stellten sich den italienischen Militärbehörden zur Verfügung. Sie baten, dem italienischen Militärkommando unterstellt zu werden. Diele auf Außenposten stationierte albanische Soldaten kehren zurück und geben den Militärstellen ihre Waffen ab. Luftgeschwader sichern die Verbindungen mit den in das Gebirge oorrückenden italienischen Truppen und überwachen die noch unbesetzten Gebiete Albaniens. Lebhafte Befriedigung haben in Tirana die Spenden für die bedürftige Bevölkerung und die Befreiung der politischen Gefangenen und Gegner Zogus hervorgerufen. Der italienische Außenminister Graf C i a n o statfete am Samstag und Sonntag der albanischen Hauptstadt Tirana einen Besuch ab. Auf dem Flugplatz wurde Graf Ciano, der von dem albanischen Gesandten in Rom, General Sereggi, begleitet war, auch von den Gesandten De utschlands unb .Spaniens begrüßt. Eiano empfing eine Abordnung hoher albanischer Beamter und Polittker sowie Persönlichkeiten der Wirtschaft. Der ehemalige Regent von Albanien, Tkaper Papy, versicherte im Namen des albanischen Volkes seine Ergebenheit für Mussolini und bas faschistische Italien. Ciano erwiderte, der Duce wolle dem albanischen Volke Ordnung, Wohl- fahrt und Fortschritt sichern. Später nahm Ciano in der Stadt eine Truppenparade ab. Im Rathaus wurde er von einer Abordnung der Stadtältesten empfangen, die Hochrufe auf Mussolini und Italien ausbrachten. Auf Weisung Mussolinis hat Ciano sofort 190 000 Goldfranken unter die bedürftige albanische Bevölkerung verteilen lassen In Durazzo ist das erste italienische Schiff mit Kleidungstücken und Lebensmitteln eingetroffen, die sofort verteilt wurden. Im übrigen beginnt in Albanien das normale L e - b e n wieder zurückzukehren. In der Hauptstadt und in den Hafenstädten herrschte schon am Sonntag wieder das alltägliche Treiben. Die Geschäfte sind wieder geöffnet. Die albanische Polizei unterstützt die italienischen Truppen beim Einzug der Waffen, die von aufrührerischen Banden aus den Waffenlagern entwendet worden waren. Die bewaffneten Banden hatten an mehreren Orten Plünderungen durchgeführt. Der königliche Palast in Tirana ist vollkommen ausgeplündert und teilweise beschädigt. Die italienischen Blätter befaßten sich die Öfter» tage über eingehend mit der Notwendigkeit des italienischen Vorgehens in Albanien. An Hand der bestehenden Verträge und der völkerrechtlichen Grundsätze wird die Berechttgung Italiens zu dieser Aktion klar herausgestellt.. Zugleich aber werden die Auslassungen der englischen und französischen Presse, die gegen Italien den Vorwurf erhoben, eine kleine Nation vergewaltigt und die Interessen der Westmächte in Albanien verletzt zu haben, mit aller Schärfe zurückgewiesen. In der „Voce d'Italia" weist Gayda auf die wiederholten Versuche der Franzosen und Engländer hin, Albanien unter Jugoslawien und Griechenland auf» zutei 1 en. Damals sei die Zerstückelung Albaniens nur durch d e n Wider st and Italiens verhindert worden. England und Frankreich hätten nicht die geringste Berechtigung, heute eine Papierlanze für Zogu zu brechen, den sie ständig mit dem albanischen Volke verwechselten. Wenn die „Times" von englischen Interessen in Albanien spreche, müsse man sich fragen, ob England beabsichtige, seine Vorherrschaft auch auf die Adria auszudehnen und auch dort seine Einkreisungspolitik gegen Deutschland und Italien weiter zu verfolgen. Italien kenne keine lebenswichtigen Interessen Großbritanniens und noch weniger Frankreichs in Albanien und erkenne solche Interessen auch nicht an. Wenn England aus Berechnung eine andere Auffassung vertrete, müsse es daraus die ihm nötig erscheinenden Folgerungen Ziehen. Italien behalte es sich vor, diese zur Kenntnis zu nehmen und danach seine eigene Haltung zu richten. Der „Popolo di Roma" stellt fest, daß England bereits im Londoner Vertrag von 1915 das Recht auf die Souveränität über einen Teil Albaniens Italien zuerkannt habe und dieses Recht durch eine Erklärung vom Jähre 1921 a u f ganzAlbanien ausgedehnt habe, wobei es gleichzeitig sein Desinteressement in Albanien bekundete. Dieser politische Sachverhalt sei durch die englisch-italienischen Österoer» träge von 1938 erneut ausdrücklich bekräftigt worden. Es gebe deshalb in Albanien keine englischen Rechte oder Interessen. Geht Zog» nach Aegypten? Rom, 10. April. (Europapreß.) Zogu ist mit seiner Gattin und weiteren 105 Personen im Som derzug in der griechischen Prooinzhauptstadt L a • riss« (Thessalien) eingetroffen. Er soll Oie Absicht haben, sich n a ch A e g y p t e n zu begeben. * Ein nach Bari gekommener Angestellter der Albanischen Nationalbank hat nach einer Meldung des Deutschen Nachrichtenbüros erklärt, daß Zogu aus der Staatskasse 400 000 alba» nische Goldfranken mitgenommen habe, die zur Deckung der Banknoten dienten. Da dieses Geld nicht Privateigentum des Königs, sondern Staatseigentum war, müsse man von einem Diebstahl sprechen. Glücklicherweise sei das im Umlauf befindliche Papiergeld in Höhe von 24 Millionen durch Metallreserven der Bank von Italien gedeckt. Für die Albanien-Deutschen feine Gefahr Berlin, 10. April. (DNB.) Wie aus Tirana gemeldet wird, waren die dort befindlichen Deutschen in den letzten Tagen stark non dem Terror bewaffneter Banden bedroht. Nachdem die Ordnung in Tirana nunmehr durch die italienischen Truppen wiederhergestellt ist, besteht keine Gefahr mehr für die Sicherheit der Deutschen, die sich sämtlich wohlauf befinden. Art ausgebildet. Nebenerzeugnisse sind Brom, Magnesia, Chlormagnesium, Bittersalz, Eisenoxyd und Säuren. ri e . s Eine bezeichnende Einzelheit: die starke industrielle W a s s e r n u tz u n g hat zu einer empfindlichen Senkung des Grundwasserstandes geführt, besonders da das Gebiet im Regenschatten des Harzes liegt und zu den niederschlagsärmsten Deutschlands gehört. Um die drohende Wasserknapphelt nicht aufkommen zu lassen, ist der Bau der Bode- tal sperren im Rahmen des Dierjahresplanes vorgesehen, wobei eine Jahreserzeugung von 45 Millionen Kilowattstunden für die mitteldeutsche Energiewirtschaft nebenbei abfällt. An der Erschließung von Erzlagerstätten wird gearbeitet. Und nun erst kommen wir zu der großen Zukunfts-Perspektive diese Gebietes. Reben den großen Verkehrswegen der Bahnen und Autostraßen entsteht hier das Achsen-Kreuz der deutschen Binnenstraßen. Der Mittellandkanal verbindet Rhein, Weser, Elbe, Spree und Oder. Bom Rhein wird eine Kanal-Verbindung über den Main an die Donau führen; aber auch v o n der Öder aus wird durch den Donau-Oder-Kanal dieselbe Verbindung hergestellt; und schließlich geht die Tschecho-Slowakei mit dem Gedanken um, die obere Elbe bis etwa Pardubitz aufzustauen und von hier aus eine abkürzende Kanalverbindung a n den Donau-Oder-Kanal zu legen. Wenn hier immer wieder der Name der Donau auftaucht, so hat das seinen gewichtigen Grund; denn Donau bedeutet Schwarzes Meer und Balkan. Das äußere Symbol dieser gewaltigen binneneuropäischen Verbindung ist das S ch i f fs h e b e we r k Roth e n s e e, das Schiffe und Kähne von der Elbe m den höher gelegenen Mittellandkanal umsteigen laßt und umgekehrt. Politiker Osterdetrieb in London und Paris. Das britische Parlament für den Donnerstag einberufen. den Gauen im Süden und Westen in den letzten vier Jahren neu zugezogen; vorzüglich aus den Grenzgebieten, in denen die Arbeitslosigkeit ein zäheres Leben hatte als hier, in dem wehrpolitisch geschützten Mittelstück des Altreiches. Auch aus der Ostmark und dem Sudetenland kamen viele Zuzügler. So wird es denn auch in weiten Teilen des Reiches lebhaft interessieren zu erfahren, wie denn nun der Wirtschaftsraum Mittelelbe beschaffen ist. Hier handelt es sich hauptsächlich um den Gau Magdeburg-Anhalt. Und dann gibt es gleich im Anfang eine kleine Sensation. Bis in die Gebirgshütten des Jsergebirges. der bäuerlichen Ostmark und der österreichischen Alpen weiß man aus Gesprächen von Mund zu Mund, daß hier ein neues großes Industriegebiet entsteht; und siehe da: auch jetzt nach dem starken Zuzug der letzten Jahre kommen in dem Gau Magdeburg-Anhalt nur 120 Bewohner a u f den Quadratkilometer, während es im Reichsdurchschnitt 135 Menschen sind. Und das trotz der starken, neuen Industrialisierung! Die großräumige Landwirtschaft hat lange Zeit diesem Wirtschaftsraum das Gepräge gegeben. Gewiß wuchsen auch hier Industrien seit 1850 hoch, aber sie lehnten sich doch ursprünglich sehr stark an die Bedürfnisse der Landwirtschaft an. Aust dem fruchtbaren Lößboden der Börde lohnt der Boden die Bestellung. Auf den „lumpigen" 13 000 Quadratkilometer des Gaues Magdeburg-Anhalt wachsen 6,9 v. H. Weizen, 9 v. H. Erbsen, 10 v. H. Gurken, 9 v. H. Feldgemüse, 16,3 v. H. Zuckerrüben, 41,3 v. H. Zwiebeln des jeweiligen Gesamtertrages dieser Früchte im ganzen Altreich! Eine so intensive Landwirtschaft hat immer einen starken „L e u t e" - B e d a r f für die Spitzenarbeiten aehabt. Schon vor fünfzig und sechzig Jahren sprach man von den „Sachsen-Gängern" (der Name kommt von der Provinz Sachs'n) oder von der „R üben-Wanderun g". Damals gab es auch eine Sozialpolitik. Aber diese Sozialpolitik beschränkte sich auf die ärztliche Untersuchung nnd Impfung der Sachsen-Gänger, die außerdem in den ersten vier oder sechs Wochen ihres Aufenthaltes von den einfäsfigen Landarbeitern und Bauern getrennt waren. Daher wurden für sie die uns heute so furchtbar anmutenden „Schnitter-Kaser- n e n" gebaut, in denen Männer und Frauen getrennt hausten, auch wenn es sich um Ehepaare handelte. Auch heute sind die Probleme der Binnenwanderung nicht leicht zu lösen. Aber welche Fürsorge umgibt heute den Zuzügler! Wenn er nicht sofort seine Familie nachkommen lassen kann, so sorgen doch Urlauber-Züge dafür, daß die einzelnen Perioden der Trennung von der Familie nicht allzu lange ausgedehnt werden. Und die Errichtung neuer Werke ist begleitet von einem ausgiebigen Wohnungsbau, ja oft geht der Wohnungsbau zeitlich noch dem Werkbau'voraus — eben um die Unzu- römmlichkeiten der starken und plötzlichen Binnenwanderung zu mildern oder (worauf man heute schon großen Wert legt) überhaupt nicht aufkommen zu lassen. Welche Ergebnisse auch mit einer vorausschauen- den Siedlung in der Großlandwirtschaft erzielt werden können, wurde uns- auf dem — allerdings pionierhaften — Gut in Peseckendorf gezeigt, das 2400 Morgen umfaßt. Die Zahl der ausgezeichnet untergebrachten Landarbeiterfamilien wurde von 52 huf 64 erhöht; während vor dem Kriege 60 polnische Wanderarbeiter für Arbeitsspitzen benötigt wurden, ist dank der vermehrten Ansetzung deutscher Landarbeiterfamilien die Zahl der Wanderarbeiter auf 20 bis 22 Italiener zurückgegangen. Der Boden gibt hier dem Menschen dreimal Arbeit: auf der Oberfläche wachsen die Feld- fr ü ch t e ; in etwa 50 Meter Tiefe liegen schier unerschöpfliche Braunkohlenlager: und einige hundert Meter tiefer ziehen sich weite Lager an Kalisalzen. Auf Braunkohle und auf Kali gründet sich die neue Industrie. Jedermann hat schon etwas von den Fortschritten der Kohlen- ch e m i e gehört. Dank der Kohlenchemie werden Treibstoff und Mineralöle aus der Braunkohle herausgeholt. Auf der Braunkohlen-Grundlage ruht auch eine starke E l e k tr i z i t ä t s g e w i n n u n g , deren Kraftstrom als Antrieb sowohl in der Schwerindustrie wie in der Präzisionsindustrie dient. Aus den Abwässern der Kali-Salzlager-Stätten wird das Leichtmetall Magnesium gewonnen, das durch verschiedene Legierungen veredelt wird und in der in Mittelelbe durch die Junkers-Werke so stark vertretenen Flugzeug-Industrie vielfache Verwendung findet. Steinsalzlager, Kalksteinbrüche und Braunkohlenvorkommen geben auch die günstigsten Vorbedingungen für die Gewinnung von Soda und Aetznatron. Die in Bernburg bestehende Fabrik der Deutschen Solvay-Werke wird zu dem größten europäischen Unternehmen dieser London, 10. April. (Europapreß.) Die Dow- ning-Street zeigte an den Osterfeiertagen eine für englische Verhältnisse, ungewohnte Geschäftigkeit. Ministerpräsident Cyamberlain, der seinen Osterurlaub in Schottland zu verbringen beabsichtigte, kehrte am Sonntagmorgen nach London zurück. Er empfing am frühen Vormittag den Außenminister Lord Halifax, der vorher den Besuch des griechischen Gesandten im Auswärtigen Amt gehabt hatte. Lord Halifax hatte nachmittags eine einstündige Besprechung mit dem Chef des Reichs- Generalstabs, Lord Gort, Vizeadmiral Cunningham und dem Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Str Alexander Cadogan. Im Laufe des Sonntags stattete der italienische Geschäftsträger in London, Cr olla, Lord Halifax drei Besuche ab. Halbamtlich wurde mitgeteilt, es habe ein eingehender Meinungsaustausch über die gegenseitigen Auffassungen der beiden Länder in der albanischen und Mittelmeerfrage stattgefunden. Das Kabinett trat am Ostermontagvormittag zusammen. Mit Ausnahme von Lord Runciman und Macdonald, die beide im Ausland weilen, nahmen alle Minister an der Sitzung teil. Das Kabinett hat die Einberufung beider Häuser des Parlaments auf Donnerstag beschlossen. Montagmittag hatte der griechische Gesandte im Außenministerium eine längere Unterredung mit dem Leiter der Südosteuropa-Abteilung, Ingram. Lord Halifax empfing hier den rumänischen Gesandten Tilea. Auch der italienische Geschäftsträger C r o l l a stattete Lord Halifax am Nachmittag einen Besuch ab. Chamberlain empfing in den Mittagsstunden den Oppositionsführer Attlee, der über die Beschlüsse des Kabinetts unterrichtet wurde. Um 16 Uhr trat in der Dienstwohnung des Ministerpräsidenten unter seinem Vorsitz der Außenpolitische Ausschuß des Kabinetts zusammen. Es waren anwesend: Außenminister Lord Halifax, Dominionminister Sir Thomas I n s k i p , Verteidigungsminister Lord Chatfield und sein Vertreter im Unterhaus, Morrison, Handels- Minister Oliver Stanley, Innenminister Sir Samuel Hoare und der Unterstaatssekretär im Außenamt, Butler. Wie die Abendpresse wissen will, soll der Ausschuß mit einem von England beabsichtigten und, wie bekannt, von Griechenland nicht erbetenen Garantieange- b o t an dieses Land beschäftigt gewesen sein. Ferner glauben die Blätter, daß sich der Ausschuß auch mit der Formulierung eines Schrittes befaßt habe, den die englische Regierung bei Italien unternehmen wolle. In gut unterrichteten Kreisen verlautet jedoch, daß noch keine endgültigen Beschlüsse gefaßt worden sind. Die Londoner Abendpresse, die bereits von der Abfassung der diesbezüglichen Schriftstücke wissen wollte, dürfte in dieser Hinsicht zumindest voreilig gewesen sein. Die Schwierigkeiten lagen vor allem bei Chamberlain, der im Gegensatz zu der Mehrzahl seiner Ministerkollegen einen Bruch mit Italien vermieden sehen möchte. Demgegenüber drängen Lord Halifax und die Wehrminister auf einen nachdrücklichen Schritt Englands in Rom, der möglichst durch Flottendemonstrationen im Mittelmeer begleitet sein soll. Es ist vorläufig noch nicht abzu- schen, ob Chamberlain sich diesen Wünschen beugen wird. ., Wie Europapreß am Montag spät abends erfährt, hat sich bisher die Auffassung Chamberlains durchgesetzt, der einen Bruch mit Italien vermeiden möchte. Die englische Regierung wird er- klären, daß sie trotz der Besetzung Albaniens bereit sei, weiterhin an dem englisch-italienischen Pakt festzuhalten, falls Italien eine größere Anzahl italienischer Freiwilliger aus Spanien zurückzieht. Die G a - rantie für Griechenland wird aber trotzdem ausgesprochen werden, doch wird sie im Gegensatz zu den bisherigen Absichten keine ausgespro« chen italienfeindliche Note erhalten, sondern, so hofft man in England, ähnlich dem englisch-polnischen Pakt einen zweiseitigen Beist a n d s p a k t darstellen. Die Londoner Morgenpresse behauptet, Rumänien sei bereit, die südliche Dobrudscha an Bulgarien abzutreten, was zur angeblichen Bereitschaft Bulgariens fuhren soll, der Einkreisungsfront beizutreten. Die Blätter wollen ferner von einer Bereitschaft der.T ürkei wissen. Die Haltung Griechenlands wird als „wachsam" bezeichnet. Belgrader Korrespondenten behaupten, daß bei den Kroaten eine antideutsche und antiitalienische Stimmung vorhanden sei. Kabinettsberatungen in Paris. Paris, 10. April (Europapreß). Während der Dfterfeiertage herrschte in Paris lebhafte Tätigkeit. Außenminister Bonnet empfing am Sonntagmittag den Ersten Sekretär der britischen Botschaft, Nack, der ihm eine Mitteilung der englischen Regierung überbrachte. Dann begab sich Bonnet in den Elyseepalaft, um dem Präsidenten der Republik Kenntnis von der englisches Mitteilung zu ■geben. Nachmittags hatte Bonnet eine Besprechung mit Ministerpräsident Daladier. In den frühen Abendstunden trat ein engerer Kabinetts- r a t im Kriegsministerium unter Vorsitz Daladiers zusammen. An ihm nahmen auch die drei Landesverteidigungsminister teil. Nach Beendigung des Kabinettsrats wurde der britische Botschafter Sir Eric Phipps von Bonnet von dem Inhalt der Beratungen in Kenntnis gesetzt. Am Ostermontag erschien neuerlich der englische Botschafter Sir Eric Phipps bei Bonnet, um ihn über die Beratungen des englischen Kabinetts in Kenntnis zu fetzen. Bonnet empfing auch den sowjetrussischen Botschafter Suritz. Die Pariser Nachmittagsblätter wollen wissen, daß das französische Kabinett am Dienstagnachmittag neue Beschlüsse fassen wolle. Am Mittwochvormittag fände dann unter dem Vorsitz des Präsidenten Lebrun im Elysee- P al a st ein Ministerrat statt, in dem alle Maßnahmen beschlossen und dem Präsidenten zur Unterschrift vorgelegt werden würden. In Belgrad völlige politische Ruhe. Belgrad, 10. April. (DNB.) lieber die Oster- feiertage herrschte in ganz Jugoslawien vollkommene Ruhe. Die Vorgänge in Albanien, welche in der Oeffentlichkeit noch am Samstag stark besprochen worden waren, haben heute jeden aufregenden Charakter verloren. In maßgebenden Kreisen Jugoslawiens ist man von den verschiedenen italienischen Erklärungen ä u ß e r st befriedigt. Bezeichnend für die ruhige Beurteilung der Sage dürfte sein, daß Ministerpräsident Z w e t k o w i t s ch die Ostertage in N i s ch verlebte und auch die übrigen Mitglieder der Regierung die Feiertage in ihren Heimatorten oder auf dem Lande verbrachten. Don .italienischer Seite erfährt man, daß der italienische Gesandte Jndelli im Auftrage des Duce der jugoslawischen Regierung den b e s o n d er en Dank für ihre freundschaftliche Haltung in der albanischen Frage aussprach. Gleichzeitig verlautet, daß der Duce noch eine besondere Depesche an die jugoslawische Regierung gefchick habe, von deren Inhalt diese äußerst befriedigt sei. Gafencus Besuch in Istanbul. I st a n b u l, 10. April. (DNB.) Nach einem zweitägigen Besuch ist der rumänische Außenminister Gafencu wieder abgereist. Dor seiner Abreise empfingen die Außenminister der Türkei und Rumäniens die Vertreter der Presse, denen sie eine amtliche Mitteilung übermitteln ließen. Darin wird gesagt, daß angesichts derletztenEreig- nisse die gemeinsamen und solidarischen Interessen beider Länder im Rahmen des Balkan-Paktes besprochen wurden. Die friedliche und feste Außenpolitik der Balkan-Entente wird fortgesetzt. Ihr Ziel sei, die Sicherheit und die Unadhängikeit der verbündeten Völker zu verstärken sowie auch die Beziehungen zu den befreundeten Nachbarn im Geiste des Abkommens von Saloniki zu vertiefen. Diese Politik werde mit Entschlossenheit fortg e führt. Außenminister Grafencu betonte, es habe sich in Istanbul nur um eine Aussprache, nichtaberum Verhandlungen gehandelt. Englische Maßnahmen im Mittelmeer.- Paris, 11. April. (DNB. Funkspruch.) Die „Epoque" meldet aus London, daß gewisse Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden seien, die sich aber im wesentlichen auf Malta und Gibraltar beschränken. Sämtliche Urlauber der britischen Kriegsschiffe, die in Malta vor Anker liegen, seien z u r u ck g e r u fe n worden und der Flugverkehr zwischen Malta und Sizilien eingestellt. Man habe vorher die Küstenschutzbatte- rien und die Flakgeschütze auf der Insel in Kampfstellung gebracht. Gleiche Vorsichtsmaßnahmen seien in Gibraltar getroffen worden. Sämtliche englischen Kriegsschiffe, die sich in italienischen Häfen aufgehalten hätten, seien ausgelaufen. Generalfeldmarschall Göring in Tripolis. Tripolis, 10. April. (DNB.) Generalfeldmarschall Göring traf am Ostersonntag mit seiner Gattin von Reggio kommend mit dem deutschen Motorschiff „Montserrat" der Hamburg—Amerika- Linie in Tripolis ein. In seiner Begleitung befanden sich Staatssekretär Körner, Ministerialdirektor Staatsrat Dr. G r i tz b a ch, Oberstleutnant Konrad, SA.-Oberführer G ö r n e r t und Hauptmann Hackbarth. Drei Zerstörer der italienischen Kriegsmarine geleiteten den Generalfeldmarschall nach Tripolis. Im Hafen begab sich Luftmarschall Balbo an Bord, um den. Generalfeldmarschall und Frau Göring zu begrüßen. Unter dem Donner des Saluts der im Hafen ankernden Kriegsschiffe betrat dann der Generalfeldmarschall den Boden Libyens. Dort hatten, umrahmt von einer unübersehbaren Menschenmenge, Einheiten der in Libyen stationierten Truppen und der faschistischen Partei sowie aus der einheimischen Bevölkerung gebildete Formationen Aufstellung genommen. Nach Abschreiten der Fronten unter den Klängen der Nationalhymnen begrüßte der Generalfeldmarschall die Spitzen der Behörden und hohen Würdenträger und begab sich dann im Kraftwagen zum Sottunersitz Balbos, den dieser dem Feldmarschall für die Tage des Aufenthaltes zur Verfügung gestellt hat. Die Fahrt dorthin vollzog sich unter brausender - Begeisterung der Bevölkerung, die die in reichem Flaggenschmuck prangenden Straßenreihen dicht umsäumte. Willkommensgruß Ribbentrops an Evanien. Berlin, 8. April (DNB.) Der Reichsrnmister des Auswärtigen, von Ribbentrop, hat an den spanischen Außenminister, Grafen Jorda- n a, das nachstehende Telegramm gerichtet: „Nach volzogenem Beitritt Spaniens zum Pakt gegen di e Kommunistische Internationale möchte ich Eurer Exzellenz meine freudige Genugtuung darüber zum Ausdruck bringen, daß Ihr Land nach feinem heldenhaften und siegreichen Kampf gegen den Kommunismus auf eigenem Boden nunmehr zur dauernden Aufrechterhaltung von Ordnung und Gerechtigkeit in den Kreis der Mächte eingetreten ist, die sich zur Bekämpfung der den Weltfrieden bedrohenden zerfetzenden Elemente zusammengeschlossen haben. Ich Wo Birger Jarl vor Anker ging. Ein Frühlingsflug nach Schwedens schöner Hauptstadt. Kon Rudolf Hartmann Es mag ganz unwahrscheinlich klingen, daß man sich bei dem Wetterwechsel dieser Tage einen Frühlingsausflug nach Stockholm vornimmt. Und doch ließen wir uns nicht abbringen von der einmal gefaßten Idee; wenig später ging es mit einer schnellen Junkers bereits über den letzten Ausläufern des deutschen Festlandes hinweg. „Herrgott, hast du die Welt schön gemacht" hat schon mancher im Anblick des Meeres ausgerufen, wenn er sich som- mertags in den Fischerbooten ein Stück ^hinaus segeln ließ. Welche Pracht offenbart sich aber erst, wenn man das Reich der Schären und ungezählten Seen Schwedens aus 900 Meter Höhe während eines Fluges im Sonnenschein sehen darf. Ob man will oder nicht, man kommt den Träumen der Entdecker näher, die mit brennenden Augen auf den Kommandobrücken ihrer Windgänger erkundeten, was nur eben zu erkunden ging. So auch der Folkunger Birger I a r l. dessen Flotte eines Tages an einer der schönsten Stellen der schwedischen Schären vor Anker ging. So etwas Gewaltiges hatten sie selten gesehen, diese Männer, die auf tausend Streitfahrten unterwegs waren, um ihrer Heimat den Boden zu erobern. Heute liegt Birger Jarl, der Folkunger Recke, in goldenem Granit zu Füßen des einzigartig schonen Stadthauses, das sich das Stockholmer Bürgertum als Sinnbild seiner Macht erbaut hat. Die steinernen Züge des toten Helden schauen still durch das offene Visier der Rüstung über den Mälarsee auf die Gruppe der zahlreichen Inseln, auf deren granitenen Fundamenten sich Schwedens schöne Hauptstadt erhebt. Das stolze Königtum der Wasa sand seine Denkmäler von der Natur erstellt vor; man brauchte nur noch die Inschriften mit den Heldennamen hineinhauen. Wer sieht sich nicht, wenn er in eine fremde Stadt kommt, zuerst die noch erhaltenen Zeugen ihrer Vergangenheit an, so auch wir, die wir plötzlich glaubten, daß wir einige Jahrhunderte zurückgegangen seien. Hoch erheben sich südlich des gewaltigen Norrströms die Häuser aus der Hansezeit, deren deutsche Bewohnernamen und deren Sinnsprüche über den Torflügeln von guter, nordischer Kaufmannsart sprechen. Nicht weit davon ragt das Königliche Schloß empor, vor dem hier und da die Schildwache, das Gewehr zwischen den gespreizten Beinen, steht. Es ist, als wollten die Stockholmer den Fremden, der ihre Stadt besucht, zu einer kurzen Wanderung durch die Zeitgeschichte einladen. Denn diese Soldaten tragen nach immer die gleiche Uniform, die sie einst von den Preußen übernom-- men haben — Pickelhaube und preußischblaues Tuch der Waffenröcke. Eigenartig, wenn man sie in der Marschkolonne auftreten sieht. Da glaubt man, ein Bild aus dem Berlin der Vorkriegszeit an sich vor- überziehen zu sehen, und das Spielen deutscher Marschmusik verstärkt diesen Eindruck bis ins Unwahrscheinliche. Aber wie überall in dieser Stadt sich gesunde Vergangenheit mit gesunder Gegenwart fast auf Schritt und Tritt ein Stelldichein gibt, so auch auf der Südseite der schwedischen Hauptstadt. Da ist das Kaffeehaus mit dem schönen Namen „Katharina Hissen". Der merkwürdigste und wohl auch der größte Fahrstuhl der Welt führt zu seiner Plattform hinauf. Gleichzeitig aber dient der Riesenaufzug der Bevölkerung, die in höher gelegenen Stadtteilen wohnt. Man erlebt zum Beispiel in Stockholm die Kuriosität, daß man, am Fuße eines Hauses stehend, in gleicher Höhe, in der Ferne, das Dach eines der beiden Wolkenkratzer schaut, die an einer markanten Stelle der Kungs- Nie ist man den Felsen mit den Mitteln der > modernen Sprengtechnik näher zu Leibe gerückt, als es nötig war. So nehmen sich die auf den Felsen erstellten Mietshäuser eigenartig aus, die an die Bergnester fremder Völker erinnern. Dom Kaffeehaus „Katharina Hissen" liegt Stockholm dir in seiner ganzen Schönheit zu Füßen. Du schaust auf das belebte Bild des riesigen Hafens, du siehst lleberfeebampfer genau so einlaufen wie die Fischerboote, die aus den Schären mit reichem Fang heimkehren. Wer nicht ein gar zu großes Fischgeschäft betreibt, der läßt sich mit feinem Kahn und Fangnetz an einer der großen Brücken nieder, wo die Wildwasser übermütig schäumen, den tummelnden Lachs mit sich führend. Ja, hier versteht man zu leben. Gleich wie man’s haben will. Kommt man in eines der eleganten Speisehäuser, dann hat es zuerst auch wieder in den Gaststätten, wo vornehmlich junge, hübsche Mädel bedienen. Sie sind alle hübsch, da oben in Schweden! Mit freundlichen Worten den Anschein, als habe man ein Museum betreten, in dem sämtliche Delikatessen der Welt aufgebaut wurden. Der Schwede ist stolz auf den Nahrungsmittelreichtum seiner Heimat. Er zeigt ihn dem Fremden in der Gaststätte ober im Heim mit gleicher Selbstverstänblichkeit unb gleicher Diskretion. Die reichhaltige Tafel ist beileibe nicht zur hemmungslosen Auswahl für Vielfraße zurechtgebaut worben. Beileibe nicht! Man soll nur ben Appetit anregen. Nun, und babei wirb bas „fmörgas", bie berühmte schwedische Vorspeise, jebem Kenner kulinarischer Genüsse gerecht. Unb überall, zu jeher Jahreszeit, Blumen, Blumen, Blumen. Kein Wun- ber, baß es sich ba gut sitzen läßt. Welche Art haben bie Stockholmer, ben Fremben auf bie Eigenarten ihres Lebens unb ihrer Stabt aufmerksam zu machen! Zum Beispiel im Straßenverkehr: Hilflos steht man anfangs an ber Borb- schwelle ber Bürgersteige, um über ben Fahrbamm zu kommen. Man muß sich erst an ben Links- verkehr gewöhnen. Aber ba ist triefe Ratlosigkeit schon von einem Taxifahrer bemerkt worben, ber wortlos fein elegantes Fahrzeug hält — man sieht als Mietsautos fast ausnahmslos nur elegante Amerikaner — unb mit freunblicher Geste ben Weg für ben Fußgänger freigibt, ©ebulbig wartet auf ber Gegenseite schon ein anderer Wagen, baß man qatan, einer Hauptgeschäftsstraße, erbaut würben. I gefahrenlos ben Fahrbamm überschreiten soll. Diese — - 1 — schlichte, betonte nordische Heiterkeit erfahrt man unb einem sonnigen Lachen wirb einem zu verstehen gegeben, baß in ber geforberten Bezahlung ber Speisen ober Getränke noch keine ServiceMelb enthalten ist. Rührend ist geradezu anzuschauen, wie sich jeber einzelne Mensch bemüht, ben Fremben in feiner Heimatsprache — bas ist meistens beutsch ober englisch — anzureben. Wenn bie Stockholmer Jugend Frühling macht — unb bas tut sie jetzt—, bann zieht sie entroeber nach bem in ben Schären gelegenen Landsitz .her schwedischen Könige, Drott« ningholm, hinaus, ober sie geht hinaust nach Skan- sen, bem schönsten Naturpark, den man sich denken Fann. Hier sind die alten nordischen Bauernhöfe in Urform wieder aufgebaut worden. Die Bewohner tragen die Trachten ihrer Heimat, und in den behaglichen Stuben prasselt noch immer das Feuer im offenen Kamin. Es ist nicht selten, daß man hier und da die alte Form des Hakenkreuzes, in Runenkränze gebettet oder im schwereichenen Hausrat, roieöertrifft. Auf dem Friedhof, der auf Skanfen mit feinen Grabsteinen wie ein Mahnmal des Vergänglichen angelegt wurde, ist das Hakenkreuz in fast jedem Gedenkstein zu finden. Dieser Gang nach Skansen lohnt sich für den Stockholmer seit vielen Jahren. Kann man daran nicht ermessen, was er erst dem Fremden zu bieten hat? In gleicher Sorgfalt, wie man uralte Bauernkultur des Nordens Wiederaufleben ließ, versuchte man auch das noch letzte, erhaltene Wild einzutreiben. So ist in diesem Naturpark der Wisent genau so zu sehen, wie seltene Exemplare aus der nordischen Dogelwelt bewundert werden können. Flink und scheu ist das Spiel ber wilben Ponys, hie sich übermütig hinter ben Koppeln tummeln. An ber schonen Aussichtsstelle von Skansen aber ist ein herrliches Cafe aufgebaut worben, auf besten Freilufttanzflächen bie Jugenb flirtet unb lacht. Unb zu ihren Füßen wälzt sich majestätisch der weite, breite Norrström. Stockholm liegt bir zu Füßen... Aus aller Welt niens a m RC1q *et'Or>s. Minister hat an orda- imai« seiner ltschen lenka- eitung [teriab utnant haupt- nischen irschall irschall ill und ier des betrat ibyens. hbaren statin' i sowie e For- fjreiten alhym- 5pi|en begab albos, 1 bes Mrt tynud eer. Die Dor- sich und Bei= ister Mp- mä« Alge- >3- ri- tah- Die ente uce en U. 'ch- lere lickt >gt Wie das deutsche Volk gezählt wird Die technischen Vorbereitungen der großen Statistik am 17. Mai. de« Ae- >eiste Öiefe hrt. stan- uin Unter i der ein« batte- impf, seien 1 eng- chen O,ese ^e/^Tfen schichtet einen Berg von der fünffachen Höhe der Zugspitze ergeben würden. In diese Lochkarten werden alle Angaben, die durch die Zählung ermittelt wurden, eingestanzt. Zu diesem Zweck müssen vorher alle diese Angaben verschlüsselt werden, was wieder nicht so einfach ist, wenn man weiß, w i e vielseitig auf manchen Gebieten die Angaben sein können, beim Beruf, bei der Religion und den anderen Fragen. Der gleiche Beruf hat in den verschiedenen Landesteilen die verschiedensten Bezeichnungen, aber auch hinsichtlich der Unterscheidung abweichender Tätigkeiten des Hauptberufs. Für die Verschlüsselung stehen deshalb besonders alphabetisch geordnete Verzeichnisse zur Verfügung, in denen beispielsweise 25 000 verschiedene Berufsbezeichnungen und ebensoviele verschiedene Betriebsbennungen aufgeführt werden. Ein Verzeichnis enthält rund 1000 verschiedene Religionsbezeichnungen, die in den Antworten der Haushaltungslisten möglicherweise erscheinen können. Alle diese Angaben werden in die festgelegten Gruppen eingeorbnet und verschlüsselt, um dann auf die Lochkarten übertragen zu werden. Run setzt die eigentliche Zählung ein, für die es elektrische Spezialmaschinen gibt. Selbsttätig nehmen diese sinnreich konstruierten Maschinen an Hand der Lochkarten das Zählgeschäft vor, das dann durch die Zusammenstellung der Ergebnisse und ihrer Auswertung fdine Krönung erfährt. Allein für die. Volkszählung stellt das Statistische Reichsamt etwa 1200 Kräfte zusätzlich ein, für die beiden Betriebszählungen weitere 500 bis 600. 1600 bis 1700 Locherinnen haben mit der 'Herstellung der Lochkarten zu tun, 400 Arbeitskräfte mit der Bedienung der Zähl- und Sortiermaschinen. Ende Juni etwa beginnt die große Zähl- und Auswertungsarbeit, und mehr als ein Jahr arbeiten dann die Belegschaften in voller Stärke, bis die Hauptarbeit geschafft ist und die wichtigsten Ergebnisse der Volks-, Berufs- und Betriebszählung dem Staate und der Oeffentlichkeit vorliegen. Dr. Tfchenghfikeng, einen führenden Politiker der neuen Pekinger Nordchina-Regierung, e r« schossen. Bei feiner Flucht feuerte der Mörder blindlings in die Menge und tötete den schweizerischen Staatsangehörigen Charles Ufer, den Chefingenieur der Elektrizitätswerke der französischen Niederlassung. Ferner wurde der bekannte japanische Sportsmann Mansurow schwer verwundet. Dr. Tschenghsikeng hatte die Leitung der Staatsbank der neuen Nordchina-Regierung in Tiensin übernommen und mar für den Posten eines Oberzollkommissars in Tientsin ausersehen. Seine Ermordung ist dazu angetan, die gespannten Beziehungen zwischen den britischen Behörden und japanischen Behörden noch schwieriger zu gestalten. jährigerDiensteinderWehrmacht feine Möglichkeit einer äußeren Anerkennung mehr, wie sie z. B. in der Zivilverwaltung durch die Treudienstehrenzeichen gegeben ist. Die höchste Klasse der Dienstauszeichnung für die Wehrmachtangehörigen, die 1.Klasse, wird bereits nach 2 5 jähri - 9 er Dien stzeit verliehen. Zur Ergänzung der Verordnung über die Stiftung von Dienstauszeichnungen hat der Führer daher jetzt als Anerkennung für 40jährige Dienste in der Wehrmacht e i n Eichenlaub zur Dienstauszeichnung 1. Klaffe gestiftet. Das Eichenlaub wird am Bande der 1. Klasse getragen. Die Reichsbahn stellt Kranen ein. Die Reichsbahnhauptverwaltung hat mit Rücksicht auf den Mangel an Arbeitskräften verfügt, daß auch weibliche Arbeitskräfte, insbesondere Jugendliche über 16 Jahre, einzustellen sind, falls die Arbeitsämter männlichen Nachwuchs nicht vermitteln können. Außer dem reinen Kanzleidienst kommen insbesondere für weibliche Arbeitskräfte Verwaltungsdienst, Dienst in Fahrkartenausgaben, Stat i o n s - kaffen und Güterabfertigungen in Frage. In das ständige Arbeitsverhältnis sind die weiblichen Arbeitskräfte überzuführen, sobald ihre Eignung für den Eisenbahndienst feststeht, spätestens aber nach neun Monaten. Im übrigen werden sie bei der Einstellung und im weiteren Dienstverlauf wie die vergleichbaren männlichen Arbeiter behandelt. Selbstverständlich darf durch die Einstellung weiblicher Kräfte der Eintritt von männlichen in keiner Weise gehemmt werden. Die Maßnahme soll auch dazu' führen, daß für den Betriebsdienst erforderliche und geeignete männliche Kräfte frei gemacht werden, die bisher nicht durch Neueinstellungen hätten ersetzt werden können. Der älteste deutsche Eisenbahnbeamle und älteste preußische Staatsbeamte gestorben. In Altentreptow (Tollense, Prov. Pommern) verstarb im 9 9. Lebensjahre der älteste deutsche Eisenbahn- und älteste preußische Staatsbeamte August Kaeding. Kaeding mar über 50 I a h r e l a n g bei der Preußischen Staatseisenbahn- vermaltung in Bromberg tätig. Reichsluftschuhwoche 1939. Die diesjährige Reichsluftschutzwoche findet vom 8. b i s 1 4. Mai statt. Jeder Volksgenossen soll erkennen, wie notwendig und zweckmäßig die Ausbildung im Selbstschutz, und wie wichtig es ist, daß die erforderlichen Geräte immer bereit sind. Die Mil- lionen von Amtsträgern, Selbstschutzkräften und Mitgliedern des Reichsluftschutzbundes werden in dieser Woche in den Dienst der Werbung gestellt. An der Reichsluftschutzwoche wird vor allem auch die Jugend aktiv teilnehmen. Am Jugend- luftschutztag, dem 10.Mai, wird sich zunächst die S ch u l e des Luftschutzes besonders annehmen, und in der HI. und im VDM. wird diese Arbeit dann vertieft. Der 12. Mai wird der Arbeit der F r a u im Luftschutz gewidmet fein. In der „Sirene wird an alle deutsche Frauen appelliert, sich an diesem Ehrentage zur Sache des Luftschutzes zu bekennen. Deutsche cusksahrttechniker und Wissenschaftler in Italien. Vom 11. bis 19. April sind 20 führende Männer der deutschen Luftfahrttechnik und -Wissenschaft aus dem Kreise der Lilienthal-Gesellschaft Gäste der italienischen Schwestergesellschaft, der italienischen aerotechnischen Gesellschaft „AIDA". Die Reise führt über Oberitalien nach Rom. Hierbei werden alle wichtigen Erzeugerwerke des italienischen Flugzeugbaues, des Flugmotorenbaues und die großen For- kxzellenz Ausdruck enhaften unismus en 8Wf* qkeit in 'sich 3^ den Serben. Ich ! Orden und Ehrenzeichen, die satzungsgemäß Land und auf der link en Bru st feite zu oll. Diese hrt man rnehml'ch le hiibM Worten zu oer- hlungder Geld ens* uen, ®.ie emdenw 6 deutsch Ockholmer e jetzt."' i -ch<"7 Drott' ad) Stauch denken Äöf-'N VemoM n den be' i’S -L ?*• entttW "* “5 bi-«11 oersu-h! A un6,JV statisch tragen sind, werden an der Ordensschnalle von der echten nach der linken Körperseite in einer bestimmten Reihe angebracht, die durch Verfügung d-s Oberkommandos der Wehrmacht unter Eindeichung neu gestifteter Auszeichnungen in einer Oolge von 36 Rangnummern vorgeschrieben wird. Ede beginnt: 1. Eisernes Kreuz, 2. Hausorden von hchenzollern, 3. Roter Adlerorden 3. ober 4. Kl., | 4 Kronenorden 3. oder 4. Kl., 5. Oesterreichischer Kilitär-Praria-Theresien-Orden, 6. Oesterreichifcher Lopold-Orden mit der Kriegsdekoration, 7. Bayerischer Militär-Max-Joseph-Orden, 8. Bayerischer I Mitär-Sanitätsorden, 9. Sächsischer Militär-St.- hi-inrich-Orden, 10. Württembergischer Militär-Ver- d 'nstorden, 11. Badischer Militärischer Karl-Fried- lich-Verdienstorden, 12. Preußisches goldenes Mili- iöwerdienstkreuz, 13. Preußisches Militärehrenzei- hin 1. und 2. Kl. am schwarzweißen oder weiß- vwarzen Band, 14. Oesterreichische goldene Tapfer- !eÄs-Medaille, 15. Bayerische goldene und silberne Dzpferkeits-Medaille. — Angehörige der frühe- i n deutschen Staaten, einschl. Oesterreich, h.gen die ihnen verliehene höchste Kriegsaus- ! । i d) n u n g ihres Landes unmittelbar H n t e r d e m Eisernen Kreuz. Eichenlaub für 40jährige Dienste in der Wehrmacht. Nach Wegfall der bisherigen Dankschreiben des jchrers bestand bei dem wichtigen Abschnitt 40» übersende Eurer Exzellenz in dem Augenblick der öffentlichen Bekanntgabe dieses Entschlusses, durch den die deutsch-spanischen Beziehungen noch enger gestaltet werden, meine aufrichtigsten Wünsche für ein glückliches Gedeihen Spaniens." Nordchinesischer Politiker in der britischen Niederlaffung von Tientsin ermordet. Peking, 10. April. q- _ */>d ä; ruht dar °esfeift 'ten 3,'tä Ma Erstens: Richtig ausfermenlierte Tabake sind hell- bis sattbraun Es ist ein Irrtum, nur helle Tabake als leicht zu betrachten. Oft sind es ziemlich dunkle Farben, die dem Fachmann einen hochwertigen ausgereiften und besonders leichten Tabak beweisen. Der Kenner achtet darauf daß die Tabakfäden möglichst Abstu- fangen voi1 satten, warmen gelbbraunen Farbtönungen zeigen* 's 9) Die tsm4 auf 'S "'t'On ke/1 1 Ni vH iH rrr.8 Letzte Sportnachrichten Die eifrigsten Verfechter des Kompressormotors lom; 4.0. Lne eijngjien xjeijeujici ; 11. 6.1 im Form etwa gen waren Deutschland und Italien. Mietgesuche | |Stellenangebote Einfaches STADTTHEATER GIESSEN JE.» Spengler- iiiöiil. Zimmer gefeite 5UM 15. _2lvril selbständig arbeit von berufstätig. a Darmstadt (Am Herrenacker 8), im April 1939 j| Vermietungen"! Garage m 15Uhr: Anschiehen Stadtschulamt. 3.23.: Nebeling. kedr,ch s | Herr J Nen. ' vtein a ' L'lei|;n® rÄen Wied, 'chnend | ^ew'o l v nhcr 3ur li "be^ le’S”«« ItiJS « I ! wv mit guter Schulbildung, und iuuges Mädel für leichte Arbeiten. Schriftl. Ang. unt. 2567 D q. d. Gieß. Anz. Stau oder MW dreimal wöchentlich 2-3 Stunden vormitt, gesucht. Liebigstraße 56. KletneAnzeigev im Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und aelelen- % O/h) Nr.84 Zweites Blatt Aus der Stadt Gießen. 5 fa«. Untrem P loö >n. wie oft mögen die Gedanken der bl üben rtellemvch i, Mittags' rad. Wind« ch a teilte Genfer mis der ihres Der« er Diö. rchmitt. gewesen. das Der« q g : ich roarme? 'leier. 'Silber, furniere Dom VlSpokÄ, 1,e beim Jten auf« i ihm auf ijtimmenb. dem Vfl- uf unfen Die Tem- n Lange. m|t BluiN' die Bilder: ns Thymti haft: Ernst ig Neuner, ich für den D. 21III. 39: nioersität5> n Gießen, ch 25 Pf. Pf. mehr, s 15 Pf- ist stvg. Qcmann (262 km) • (einem Franzosen Eindrücke aus dem Memellande. Von Erwin Kroll. „Es kann ja nicht immer so bleiben hier unter dem wechselnden Mond" — Wen. ibech in Asses sind die Anfangszeilen eines Gedichts, Iigguft von Kotzebue im Sandkrug bei Memel i-j"te, als er des Sturmes wegen auf der großen, '■Äy L'< Ä» i.m\ Ä UW’ Gehrung wohnenden, lettisch sprechenden Kuren von 'IP" . . u zur deutschen Kultur und Sprache bekannt W°n. Die Fischer des Kurischen Haffs, die Bauern 5s flachen Landes um den Memelstrom, die Be- f***^^v" aahner der Städte Memel und Heydekrug als der 5tel>^> ckrsschaftlichen Mittelpunkte — sie alle haben zwi- frei sich und den „russischen" Litauern stets einen WtA Icnnungsstrich gezogen. g5 hat lange gedauert, bis man die landschaft- al%rMa i Wm Schönheiten Ostpreußens entdeckte. Noch irt&rti leröer und E. M. Arndt gingen achtlos an ch beim Geister. h eintn enborfer Kommerzienrat Adolf Noll f. Arn Ostersonntag früh ist nach längerer schwerer Krankheit der Seniorchef der Zigarrenfabriken Ioh. Balth. Noll in Gießen, Kommerzienrat Adolf Noll, im 77. Lebensjahre verstorben. Mit ihm ist eine Persönlichkeit heimgegangen, die weithin in 2tadt und Land bekannt war und sich großer Wert- chätzung erfreute. Kommerzienrat Adolf Noll war Gießener, wo « am 26. September 1862 geboren wurde. Nach fr em Besuch des Gymnasiums trat er in das väterliche Geschäft ein, wo er zunächst seine kaufmännische Ausbildung erhielt. Er diente dann als Einjährig- Freiwiliger beim damaligen Hessischen Garde-Drago- »er-Negiment Nr. 23 in Darmstadt und weilte anschließend zu seiner weiteren Aus- und Fortbildung ils Kaufmann in Holland und Amerika. Nach seiner ^ückkehr aus dem Ausland trat er wieder in die väterliche Firma ein. Anfangs der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts ll-dernahm Adolf Noll zusammen mit seinem Bru- ft'-er Georg und dem Prokuristen Georg Emil Mähl : as väterliche Geschäft. Durch Todesfall schieden im Jahre 1906 sein Bruder Georg und der Mitinhaber ^eorg Em>l Möhl aus der gemeinsamen Arbeit us. Nunmehr übernahm Adolf Noll als Allein- mhaber die Führung des Unternehmens. Unter ”iner umsichtigen und tatfrohen Leitung nahm die Iirma einen großen Aufschwung. Neben den bereits isstehenden Fabriken in Gießen, Wieseck, Burkhards- elbcn, Rodheim a. d. Bieber, Krumbach und Launs- !>ach wurden im Laufe der Jahre neue Filialbe- riebe in Altenvers, Mudersbach, Beuern, Großen- Iuseck, Garbenteich und Schotten eingerichtet, ferner ilbemahm die Firma vor einem Jahre noch eine iröfrere Zigarrenfabrik in Kaiserslautern. Anläßlich des 100jährigen Bestehens der Firma m Jahre 1911 wurde Adolf Noll von dem damali- iLn Großherzog von Hessen als äußeres Zeichen ter Anerkennung der Titel „Kommerzienrat" ver- isehen. Die Kriegsjahre und die Nachkriegszeit mit ter verhängnisvollen Inflation und den mancherlei riberen großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten teilten Kommerzienrat Noll und seine Firma vor : elfältigc schwierige Aufgaben. Der kaufmännischen msicht und der richtigen vorausschauenden Ein- chätzung der Entwicklung durch Kommerzienrat ' oll verdankt es das Unternehmen, daß es jene Aahrvolle Zeit glücklich überstand und Hunderten mn Männern und Frauen der Arbeitsplatz erhal- 1m blieb. Als Frucht feines Schaffens und Mühens bmnte Adolf Noll eine ständige erfreuliche Aufwärtsentwicklung seines Unternehmens verzeichnen; c_ißerdem hatte er die Freude, bei feiner Gefolg- s^aft ohne Ausnahme die größte Wertschätzung zu cmießen. Die enge Verbundenheit zwischen ihm und dien seinen Mitarbeitern kam bei seinen Besuchen i den Filialbetrieben, bei Veranstaltungen der Be- tiebsgemeinschaft und in jüngster Zeit ganz beson- t rs bei der Feier des 125jährigen Bestehens der fiirma im August 1936 vielfältig in herzlicher Weise z. m Ausdruck. An den Sorgen und Freuden aller j ner Gefolgschaftsmitglieder nahm er stets regen Anteil, und wo er raten und helfen oder durch ein Iemunternbes Wort aufrichten konnte, ließ er es nie Wen. Wer sich mit Angehörigen seiner Gefolgschaft unterhielt, konnte immer wieder die Wahrnehmung mdjen, daß alle nur mit Liebe und Verehrung von „unserem Kommerzienrat" sprachen. I Neben seiner geschäftlichen Tätigkeit wirkte der it nmehr Verewigte auch noch in manchen ehrenamtlichen Stellungen im Dienste der Allgemeinheit. 5* war er in den Kriegsjahren Vorstandsmitglied ihr Darlehenskasse bei der Reichsbank. Viele Jahre lmg stand er an der Spitze des Aufsichtsrates der hi ndels- und Gewerbebank, an deren Aufstieg er ir verdienstvoller Weife mitwirkte. Sein Interesse ai der Natur bekundete er durch rege Mitarbeit in br Sektion Gießen-Oberhessen des Deutsch-Oester- inchischen Alpenvereins. Als kerndeutscher und von 'knkstem Nationalbewußtsein erfüllter Mann fan- bk.Vtwach! (J.d35Ovr*M 4^ Aufnahme gefunden hatten, war schon 300 a re vor der Entdeckung Amerikas im Besitz des e^schen Reiches, und Memel selbst ist eine der Wen Gründungen des Deutschen Ritterordens, liir weilten in Preußens trübster Zeit König ir^brid) Wilhelm III. und Königin Luise, hier schuf iciiherr vom Stein die Grundlage zu einem neuen «riußen. Hier umgeben die Bronzebüsten eines in, Hardenberg, Schon, Schröter, Scharnhorst, iriiifenau, Porck und Dohna das Denkmal der Hoiussia, die, das Schwert in der Linken, die zer- brthenen Ketten niedertritt. Hier stand und steht j.z wieder das Denkmal Kaiser Wilhelms I. Be- liqineni), daß sich auch die von Litauen abstammen- Bn Bewohner des Memellandes und die auf der iw irbett- o i Königsberg nach Riga führenden Poststraße myt weiter, kam. „Es kann ja nicht immer so j llitrn vorüber. Erst ein weiter Gewanderter, Wil- । hlii von Humboldt, fand auf seinen Dienst- I ’m (in die heimlichen Reize dieses Landes. Als er » eic stürmische Mondnacht an der samländischen I llf'2 erlebt hatte, schrieb er an seine Frau: „Es ’ Hi ein sehr großes Schauspiel. Ich werde die ’ Sic-t nie vergessen; sie ist das Größte und Schönste, 1 <15 ich seit meiner Abreise aus Italien erlebt Nach einer Wanderung über die Kurische iW'ung ist feine Begeisterung noch gestiegen: „Die Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesfen) Dienstag,Il.April (YZY Ostern im Frühlingsglanz. Ungewöhnlich schwacher Reiseverkehr bei der Reichsbahn. Die Dfterfeiertage brachten eine angenehme Überraschung: wer bei dem regnerischen Wetter und der kühlen Temperatur Mitte voriger Woche angenommen hatte, während der Osterfeiertage zu Hause am geheizten Ofen bleiben zu müssen, der konnte an beiden Feiertagen die erfreuliche Feststellung machen, daß der Frühling uns ein nettes „Osterei" in Gestalt von herrlichem Frühlingswetter mit strahlendem Sonnenschein brachte. An beiden Feiertagen herrschte ein Festwetter, wie wir es uns besser gar nicht wünschen konnten. So war denn auch der Ausflüglerverkehr in die im ersten Frühlingsschmuck prangende Natur an beiden Feiertagen sehr stark. Schon morgens konnte man in den Ausfallstraßen der Stadt große Scharen von Ausflüglern zu Fuß, auf dem Fahrrad oder in Kraftfahrzeugen sehen. In den Abendstunden herrschte gleichfalls reger Verkehr in umgekehrter Richtung. Während der Tagesstunden waren die Anlagen und die engere Umgebung der Stadt, namentlich auch die Ausflugsstätten, stark besucht. Eine Enttäuschung hinsichtlich des Verkehrs brachten beide Feiertage nur der Reichsbahn. Wie wir auf Anfrage bei der zuständigen Stelle der Reichsbahn in Gießen hören, entsprach hier der Reisendenverkehr vom Ostersamstag bis zum gestrigen Ostermontagabend in keiner Weise den Erwartungen und den Vorbereitungen der Reichsbahn. Am Ostersamstag war die Benutzung der Züge auffallenderweise noch schwächer als an jedem anderen Samstag, und auch an den beiden Feiertagen wurde der Verkehr jedes anderen gewöhnlichen Sonntags nicht einmal erreicht. Daß die Reichsbahn unter diesen Umständen keine Sonderzüge fahren ließ, ist selbstverständlich. Lediglich die schon vor Wochen für Ostern bestimmten Urlauberzüge wurden gefahren. Dieser außerordentlich schwache Verkehr bei der Reichsbahn ist jedenfalls eine für unsere Gießener Verhältnisse ungewöhnliche Erscheinung. Polizei, Gendarmerie und Notes Kreuz wurden erfreulicherweise während der Feiertage nicht in Anspruch genommen und hatten völlige Festtagsruhe. Die Osterbilanz kann man also, bis auf die Ausnahme bei der Reichsbahn, als durchaus befriedigend bezeichnen. nationalen Haltung und Politik unseres Volkes gerichtet waren, bei ihm alle Sympathie. Seine kompromißlose nationale Haltung veranlaßte ihn auch, in der Systemzeit, als die Sozialdemokratie dem in Gießen, im jetzigen Hause der Firma Noll an der Ecke Kirchstraße/Burggraben, geborenen Marxistenführer Liebknecht eine Gedenktafel an diesem Hause widmen wollte, seine Zustimmung rundweg zu versagen, sehr zum Aerger der Marxisten, die deswegen in Gießen und auch außerhalb durch ihre Presse heftige Angriffe gegen Kommerzienrat Noll richteten. Aber das alles vermochte den charaktervollen, von heißer Vaterlandsliebe erfüllten Mann nicht irre zu machen. Er blieb allezeit seiner nationalen Gesinnung treu und begrüßte es mit großer Freude, als im Januar 1933 der nationale Gedanke überall in unserem Volke wieder zum Durchbruch kam. Bei seiner vorbildlichen Haltung als Kaufmann und Inhaber eines großen Betriebes und feiner warmherzigen Verbundenheit mit allen seinen Mitarbeitern war er auch im Verkehr mit feinen Geschäftsfreunden und mit feinem Bekanntenkreis stets ein Mann, der sich alle Sympathie erwarb. Sein vornehmer Charakter und seine offene deutsche Art verschafften ihm nicht nur einen großen Kreis von Freunden und Bekannten, sondern auch hohe Wertschätzung in weiten Bevölkerungskreisen. So wird das Andenken an diesen Mann nicht nur im Kreise feiner Gefolgschaft, sondern weit darüber hinaus bei allen denen, die mit ihm in Berührung tarnen, stets in Ehren und in dankbarer Erinnerung fortleben. Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 20 bis gegen 23 Uhr „Der Vetter aus Dingsda". — Gloria-Palast: „Drunter und drüber". — Lichtspielhaus: „Wasser für Canitoga". — Oberhessifcher Kunftverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. Spielplan des Sladtthealers vom 11. bis 16. April. Heute abend Wiederholung von „Der Vetter aus Dingsda". Operette in drei Akten von Eduard Künneke. Musikalische Leitung Joachim Popelka, Spielleitung Gert Buchheim, Tänze Thea Maaß. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 27. Vorstellung der Dienstag-Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende gegen 23 Uhr. Mittwoch, 12. April, Anfang 19.30 Uhr, Ende gegen 22 Uhr: „Ein ganzer Kerl", Komödie von Fritz Peter Buch. Inszenierung: Hans Geißler. Mittwoch-Miete, 27. Vorstellung. Donnerstag, 13. April, Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr: Gießener Konzertverein, Viertes Orchesterkonzert des Großen Städtischen Orchesters (9. Platzmiete-Konzert). Leitung: Paul Walter. Freitag, 14. April, Anfang 20 Uhr, Ende nach 22 Uhr: Erstaufführung „Einen Sommer lang", Lustspiel von Katharina Stoll. Spielleitung: Günter Winkel. Freitag-Miete, 27. Vorstellung. Samstag, 15. April, Anfang 20 Uhr, Ende nach 22 Uhr: KdF. - Feierabendring (12. Vorstellung), zum letzten Male, „Flitterwochen", Lustspiel von Paul Helwig. Spielleitung: Günter Winkel. Sonntag, 16. April. Anfang 11.30 Uhr, Ende 12.30 Uhr: 13. Morgenveranstaltung, „Kammermusik", Werke von Dvorak und Schubert. Aus- führende: das Gießener Streichquartett Ewald Lassen, Karl Jost, Georg Scheuermann, Ernst Schneider. — Anfang 19 Ühr, Ende 22 Uhr: Zum letzten Male „Die Tänzerin Fanny Elßler", Operette von Johann Strauß. Musikalische Leitung: Joachim Popelka, Spielleitung: Gert Buchheim. Außer Miete! Viertes Orchesterkonzert im Stadttheater. Am Donnerstag, 13. April, findet das Vierte Orchesterkonzert des großen Städtischen Orchesters im Stadttheater statt. Leitung Kapellmeister Paul Walter. Das Programm sieht vor: Mozart, Haffner — Sinfonie in D-dur K. V. 385 — Bruckner, Fünfte Sinfonie in B-dur. — Das Konzert findet gleichzeitig als 9. Platzmiete-Konzert des Konzertvereins statt. Anfang des Konzertes 20 Uhr, Ende 22 Uhr. Don der Universität Gießen. Prof. v. Haenchen, Gießen, wurde als Nachfolger des an die Universität Berlin berufenen bisherigen Dekans der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität M ü n st e r , Prof. D. Friedrich Wilhelm Schmidt, auf den Lehrstuhl für Systematische Theologie der Universität Münster berufen. Prof. D. Haenchen wurde 1894 im abgetretenen Posen, in Czarnikau, geboren und war bis 1918, als er schwer verwundet wurde, Kriegsteilnehmer. Er ist Schüler von Prof. Dr. Heim in Tübingen, wo er sich auch habilitierte. Sein Hauptarbeitsgebiet ist Systematische Theologie, ferner ist er ein besonderer Kenner der nordischen Theologie. Gießener Wochenmarktprelse. * Gießen, 11. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 Mark, Matte 25 bis 50 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Weißkraut. % kg 15, Rotkraut 18, Karotten 15 bis 17, Spinat 35, Unterkohlrabi 8 bis 10, Feldsalat, 1ho 15, Tomaten, % kg 45 bis 50 Pf., Meerrettich 40 bis 50, Kartoffeln, % kg 5 bis 7 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, Saatkartoffeln, frühe, % kg 8 bis 10 Pf., späte 6 bis 8, Aepfel 45, Blumenkohl 35 bis 50, Salat 40 bis 45 Pf., Salatgurken 1 Mark, Lauch 5 bis 15 Pf., Sellerie, Va kg 40 bis 50, Rettich 10 bis 15, Radieschen, das Bündel 15 bis 25 Pf. Das Recht des 1. Mai darf nicht geschmälert werden. Lpd. Da das deutsche Volk in Kürze wieder den 1. Mai feiert, verdient eine neue Entscheiduna des Reichsarbeitsgerichts (207/38) allgemeines Interesse. Im letzten Jahre fiel der 1. Mai auf einen Sonntag. Ein bei einer Wirtschaftsbetriebsgesellschaft beschäftigter Kellner verlangte auf Grund der Tarifbestimmungen einen Betrag als Ausgleich für den für die Arbeit am 1. Mai nicht gewährten bezahlten freien Tag in der folgenden Woche. Die Gesellschaft wandte ein, daß dieser bezahlte freie Tag im Gastwirtsgewerbe zum Ausgleich dafür gewährt werde, daß die übrigen Werktätigen durch den 1. Mai einen zusätzlichen Wochenfeiertag erhalten haben. Dieses Moment entfalle, wenn der 1. Mai ein Sonntag sei. Alle drei Rechtszüge haben dagegen dem Kläger seinen Anspruch zuerkannt. Das Reichsarbeitsgericht erklärt,, daß der Ausgleich nach der Tarifordnung nicht dafür erfolge, daß die Werktätigen durch die Gewährung eines weiteren Wochenfeiertages einen wirtschaftlichen Vorteil haben, sondern dafür, daß den Beschäftigen im Gastwirtsgewerbe die Beteiligung an der Maifeier durch den Zwang zur Anwesenheit im Betrieb unmöglich gemacht werde, also zum Ausgleich eines ideellen Verlustes. Zum Ausgleich für die entsprechende Maifeier werde der zusätzlich bezahlte freie Tag gewährt. * , ** Reichsbahnpersonalien. Rückwirkend ab 1. Janaur 1939 wurden die nachgenqnnten Schaffner des Bahnhofs Gießen zu Zugführern ernannt: (9g. Jung I., Karl Erbe, Karl Seipp, Wilhelm Menges, H. Freihöfer, Beck, Bünde, Pepp- müller, Polofcheck, (9g. Jung II. und Armin Wolf. ** Vergiftungsverfuch. Ein hiesiger Einwohner machte den Versuch, sich durch Essigsäure zu vergiften. Er wurde in ärztliche Behandlung gebracht. Die Beweggründe zu dieser Tat konnten noch nicht ermittelt werden, da er noch nickst vernehmungsfähig ist. ** Unfälle. Durch einen Sturz von einem Scheunenboden zog sich der 28jährige Kaufmann Heinz Will, Cbelstraße, einen Schädelbasisbruch zu, der seine sofortige Ueberführung in die Chirurgische Klinik notwendig machte. — Durch einen Schwindelanfall veranlaßt, stürzte die 74jährige Frau Marie Michel, Weserstraße, eine Treppe hinab und erlitt dabei einen Oberschenkelbruch. Der 51jährige Arbeiter Bernhard W e st b r o ck wurde bei seiner Arbeit von deinem Pferd an die Wand gedrückt und erlitt dabei Brust- und Rippenquetschungen. ORunhfunfprogramm Mittwoch, 12. April. 5.50 Uhr: Bauer, merk auf! 6: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. 10: Schulfunk: Und der Hauptmann hat's gesagt. Alte und neue Signale. 11.40: Ruf ins Land. 12:'Werks- konzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. Es spielt das große Rundfunkorchester. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch... 16: Musik am Nachmittag. Gespielt vom kleinen Orchester des Reichssenders Saarbrücken. Einlage 17 bis 17.10: Das Mikrophon unterwegs. 18: Hier spricht der Jurist: Haften Eltern für die Schäden ihrer Kinder? 18.10: Das neue Staatsarchiv zu Marburg. 18.30: Frauen der Vergangenheit: Königin Luise. 19: Zum 50. Male: „Fliegendes Deutschland". Zwei Jahre NS.-'Fliegerkorps. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 20: Nachrichten. 20.15: Unterhaltungskonzert. 21: Gastkonzert des japanischen Dirigenten Hidemaro Konoye. 22: Nachrichten. 22.15: Bilderbuch der Woche. 22.30: Musik aus Wien. 24 bis 3: Nachtkonzert. Kurische Nehrung ist so merkwürdig, daß man sie eigentlich ebensogut als Spanien und Italien gesehen haben muß, wenn einem nicht ein wunderbares Bild in der Seele fehlen soll. Ein schmaler Strich toten Sandes, an dem das Meer unaufhörlich auf einer Seite wütet und den an der andern eine ruhige, große Wasserfläche, bas Haff, bespült. Die ödesten Sandhügel, die schrecklichsten, traurigsten Kiefern, die ganze Stunden lang, soweit man sehen kann, bloß aus dem Sand ohne einen einzigen Grashalm hervorwachsen und nur oben durch die Lust zu leben scheinen..." Auch am weiteren Memelgebiet, „wo schon die Namen erschrecken", findet er landschaftliche Reize. Bekanntlich ging die Versailler Grenze mitten durch die Kurische Nehrung, so daß die schönsten Teile dieses schmalen, aus Sanddünen, Wald und Palwe geflochtenen Landstreifens, der, von Cranz bis Memel sich hinziehend, Ostsee und Haff trennt, dem Reiche entrissen waren. Vor allem hatten wir den Verlust jener beiden Haffdörfer Nidden und Schwarzort zu beklagen, die feit Jahrzehnten den Dichtern und Malern und neuerdings auch reiselustigen gewöhnlichen Sterblichen vertraut sind. Schon im Frühling, wenn die vom Schacktarp aufgetürmten Eisschollen geschmolzen sind, ist die Nehrungslandschaft voller Reize. Der Sommer läßt die Natur sich prächtig entfalten, die See lockt jetzt zum Bade. Am schönsten aber ist der Herbst. Da hat sich der Schwarm der Gäste verlaufen, in unwahrscheinlich satten Farben glänzen Meer, Haff und Wanderdüne. Der Wald ist dicht bevölkert von Schwärmen nach Süden ziehender Vögel. Elchfamilien ziehen friedlich vorüber. Noch weht die Luft lind vom sommerlich angewärmten Wasser her. Wenn die Dämmerung aufs blinkende Haff niedersieht, fahren die stattlichen Fischerkähne hinaus. Langsam verschwinden ihre buntgeschnitzten Wimpel in der Dunkelheit. Wie eintönig, wie gefahrvoll das Leben der Fischer! Vom Kampfe dieser Braven wissen die Dorfkirchhöfe am Haff zu melden. Hart ist das Ringen ums tägliche Brot, und karg nur spendet die Natur. Nidden! An der Dorfstraße, die sich das Haff entlangzieht, liegen die Häuser der Fischer-Wirte. Die hohen Dünen, die von dem Seewinde angeweht wurden und mit ihrem Sonde Hous und Hof, ja ganze Dörfer zu verschütten pflegten, sind längst bepflanzt, und tragen mehr oder minder üppigen Baumschmuck. Kirche und Leuchtturm erheben sich auf ihnen und weisen den Schiffen den Weg. Gar manches Fifcherhaus ist noch aus Holz gezimmert und entbehrt den Schornstein. UeberaU grüßen Fenster, aus hellblau angestrichenen Rahmen. Ein üppig buntes Bauerngärtlein fehlt vorn nirgends, muß auch jede Krume fruchtbare Erde mit Mühe herangeschafft werden. Hinter den Häusern pflanzt man Kartoffeln in den Sand. Andere Feldfrüchte gedeihen hier nicht, und das Heu zum Füttern des Viehs müssen sich die Fischer auf ihren Booten vom gegenüberliegenden Festlande holen. Der Fischfang war in den letzten zwanzig Jahren für sie keine sonderlich lohnende Beschäftigung. Es fehlten die richtigen Absatzgebiete, und so litt man in Nidden, Preil und Schwarzort oft Not. Welch ein anderes Bild bietet dagegen ein Markttag in Memel! Da sieht man auf dem riesigen Platz in der Nähe des Hafens Hunderte von kleinen Wagen. Von weither sind die Bauern angefahren, um ihre Erzeugnisse — Butter, Eier, Honig, Obst, Gemüse, Geflügel und felbstgewebtes Seinen — anzubieten. In den großen Hallen nebenbei findet man Fleisch, Brot und Kuchen die Fülle. Ein Paradies für die Hausfrau! Aber wie oft mußten die Bauern infolge der Ueberfülle des Angebots heimkehren, ohne ihre Waren losgeworden zu sein, ohne in den zahlreichen Läden der Stadt ihrerseits Einkäufe gemacht zu haben ... Mit ihren Wiesen und einsamen Mooren bietet die Niederung des Memellandes ein anderes Bild al^ die Nehrung. Der nährende, aber auch zerstörende Memelstrom, der einst gewaltige Holztriften trug und hoffentlich wieder tragen wird, gibt der Landschaft den Charakter. Sudermann, der Sohn Heydekrugs, hat Land und Leute seiner Heimat oft geschildert; er widmete ihr aus der Ferne einen dichterischen Segensgruß, der mit folgenden Worten beginnt: Blaues Haff und bunte Wiesen, Krähenwald und Weidenstrauch ' Seid gegrüßt und seid gepriesen, Heimatstadt, du fei es auch. Von der besonderen Eigenart des Memelmenschen, vom Ur-Pruzzischen in seinem Blute kündet Alfred B r u st, der allzu früh verstorbene Dichter, in seinem Roman „Die verlorene Erde". Auch die Stadt Memel hat ihren Poeten. Es ist der alte Simon Dach, dessen Bild uns vom Turm der Johanniskirche und vom Aennchen-Brunnen auf dem Theater- Platz grüßt. Gern hätte er in seinen letzten Tagen von Königsberg aus noch einmal seine Heimat besucht. Aber die Reise war damals zu beschwerlich, und so widmete er seinem lieben „Mümmel" wenigstens noch ein Abschiedsgedicht, in dem es u. a. heißt: Nun, werte Mümmel, gute Nacht, Du mögest glückhaft leben, „Du mögest glückhaft leben" — bas ist ein Wunsch, auf dessen Erfüllung die nunmehr heimgekehrte nördlichste Stadt Großdeutschlands sicherer rechnen kann als je zuvor. Das Osterwiegen. Wenn heute die „schlanke Linie" trotz aller Anfeindungen noch immer bevorzugt wird, so ist sie früher und jedenfalls beim Volke nie beliebt gewesen, im Gegenteil, die Dünnen und Mageren hatten immer viel unter dem Spott zu leiden, und wenn es auch bei uns nicht so war wie bei den Orientalen, die die Schönheit nach den Fettpolstern abzuschätzen scheinen, so haben sich doch auch in unserem Volksbrauch die Dicken stets einer besonderen Beliebtheit erfreut. Das hat sich nie deutlicher gezeigt als bei einer eigenartigen Dfterfitte, die an manchen Orten üblich war: das Osterwiegen. Zu Ostern war der große Augenblick gekommen, da Bauer und Bäuerin auf die Waage traten, um feft- zustellen, was sie in den fetten Wintermonaten „geschafft" hatten. Alt und jung beteiligte sich an diesem Osterwiegen, das zu den beliebtesten Festfreuden gehörte. So war es in 4)er Soester Börde seit altersher üblich, daß man sich zu Ostern auf die Waage stellte und bescheinigen ließ, welch ein „gewichtiger" Kerl man war. Daß es gerade zu Ostern geschah und nicht im Sommer trber Herbst, hatte seinen guten Grund. Die schwere Erntearbeit kostete manchen Schweißtropfen und nahm den Körper mit, auch wenn er besser und reichlicher genährt wurde. Ebenso wenig gestatteten die Herbstarbeiten, vor allem das Dreschen, keine erhebliche Zunahme der Körperfülle. Aber nach Weihnachten, nach Lichtmeß, da war die schwere Arbeit vorbei, ein Schlachtfest folgte dem anderen, da gab es „fette Dage". Alter Sitte gemäß bekamen die Nachbarn immer von dem Guten etwas mit, so daß der Landmann in der Zeit bis Ostern sich ordentlich „int Smeer" legen konnte. Gutes Essen und wenig Arbeit, dabei konnte man großartig dick und stark werden, und cs bestand zu Ostern keine Gefahr, wenn man sich auf die alte Balkenwaage stellte: man „was guct dorn Winter fummen". Und wem es trotz alledem nicht gelungen war, den nötigen Speckansatz zu erzielen, der hals wohl auch ein wenig drirch Steine nach, die er sich in die Tasche steckte, um die gewünschte Schwere zu haben und dem Spott der lieben Nachbarn zu entgehen. Der schwerste Mann, die dickste Frau, das war die gewichtigste Person, die für einige Tage in aller Munde 'war, und auf diesen Ruhm war jeber, der ihn einmal erlangte, stolz. B. Aus der engeren Heimat tot SP SJ.4pori hier ; Miel flet I pu|e I tu i । . .Die 2 ' ^turm । war. Schwerer Motorradunfall. Lin Toter und ein Schwerverletzter. Holl auch wissen, daß der Bindestrich auf der langen Strecke in Verlust geraten war. Er überlegte, ob diese Drahtung eine Antwort nötig machte, und entschied sich für nein. Jetzt kam es aus einen Tag mehr oder weniger auch nicht an. Morgen kehrte er sowieso nach München zurück, und dann würde er ja sehen, was an dieser undurchsichtigen Geschichte war. Nach dem Abendessen pilgerte Holl zum Kurhaus, wo Promenadenkonzert war. Es war ein milder Septemberabend mit Ansichtskartenrot auf den Bergen, mit bunt angegilbten Platanen und schluchzender Musik von Puccini. — In der Tiefe floß die Passer durch ein Flußbett aus Beton, das ihr Menschenhände gebaut hatten. Da und dort erglommen erste Lichter an erdunkelnden Hängen. Junge Offiziere der italienischen Armee bewegten sich zwischen schwarzen Südlandsfrauen. Holl wandelte den Fluß entlang, bis die Musik leiser wurde und das Rauschen der Passer stärker. Dann holte er das ein wenig verblaßte Mädchen Maxie aus seiner Erinnerung und versuchte, es sich zu vergegenwärtigen. Denn sieben Tage Fahrt und Ablenkung hatten heilsam in ihm gewaltet. Seine Finger spielten mit einem zerknitterten Papier in der Rocktasche. Sollte dies Telegramm eine Anbahnung sein? Und wenn — warum eigentlich? Daß Frauen so selten folgerichtig schreiben konnten und alles wie Kraut und Rüben durcheinanderbrachten! Wie es ihnen Zusammenhang zu suchen hatte. „Bedauere Scheuert sowie Schwiebussache unendlich." Was sollte das erfaßt und überfahren. Die Verletzungen waren derart schwer, daß das Kind auf der Stelle Lpd. Offenbach a. M., 8. April. Am Karfrei- tag ereignete sich kurz nach 14 Uhr auf der Der- bindungsstraße zwischen Bürgel und Rumpenheim in der Nähe der Gemarkungsgrenze ein Motor, r a d u n f a l l, dem ein Menschenleben zum Opfer fiel. Das mit zwei Personen besetzte Fahrzeug wurde in starker Fahrt aus der Kurve getragen und rannte gegen eine Laterne. Der Fahrer des Motorrades erlitt einen Schädelbruch und wurde auf der Stelle g e t ö t e t. Der Beifahrer kam mit einer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus. bezog. — Am nächsten Tag gings über den Brenner nach Haufe. Kurze Rast in Innsbruck, verbunden mit kleiner Abschiedsfeier. Herr Mayerscder aus Plauen nannte Herrn Dr. Holl den reizendsten Reiseleiter aller Zeiten und Zonen. Nur eine Eigenschaft wäre an ihm zu tadeln — sene mimosenhafte Zurückhaltung gegenüber den jüngeren Teilnehmerinnen. Ein Eisblock sei hitzig dagegen. Holl lächelte gezwungen und erwiderte spöttisch: Wenn dem wirklich so sei, dann sorge Herr Mayerseder entschieden für Ausgleich. Als der Autobus in München eintraf, begann es zu dämmern. Als der Wagen vor dem Büro der „Monachia" hielt, begann das Aussteigen, das Händeschütteln und feierliche Schwurleistung, sich als- bald zu schreiben und sich nächstes Jahr wieder zu treffen. Schwüre, die erfahrungsgemäß nie gehalten werden. Die begeisterte dicke Holländerin zog Holl zur Seite und wollte ihm durchaus einen Geldschein in die Hand drücken, bis er sie überzeugte, daß hierfür der Chauffeur der gegebene Mann sei. Dann begab sich Holl ins Büro und ordnete seine Obliegenheiten. Als er endlich wieder auf der Straße erschien, hatten sich die Leute verlaufen und der Wagen fuhr nach der Garage Dor der Auslage mit den farbigen Prospekten stand eine junge Dame, die befangen auf ihn zutrat. Es war Maxie Hegemann. Holl zog seinen Hut und machte eine leichte Der- beugung, die steif und feindselig wirkte. „Sie haben mir nach Meran gedrahtet, Fräulein Hegemann?" „Ja", erwiderte sie leise. Sein „Sie" brachte sie aus der Fassung. Sie schritten ziellos und stumm nebeneinder her. „Offengestanden habe ich Ihr Telegramm nicht ganz begriffen. Weshalb haben Sie die Anna darin erwähnt?" begann er, als das Schweigen unerträglich wurde'. „Ich war so aufgeregt damals. Es war so viel los an jenem Tag. Ich bin gekommen, um dir zu sagen, daß ich mich sehr albern betragen habe. Mit Scheuer!, dem Tinser, mit der Schwiebus, mit allem ganz einfach. Ich sehe das heute vollkommen ein und — Man kann das auf der Straße nicht so besprechen", meinte sie hilflos. Sie trug ein einfaches Kleid und hatte auf Derschünerungen heute völlig verzichtet. zerrten Zieler fjufon«! sowie Schwiebussache unendlich/ heißen? Das war doch geölter Blödsinn! Wie sollte Zwei tödliche Äerkehrsunfälle im Taunus. LPD. Königstein, 10.April. Ein in Richtung Kronberg fahrender Personenkraftwagen aus Frankfurt geriet beim Ueberholen eines Lieferwagens auf den unbefestigten jzußweg und fuhr hier in eine Fußgängergruppe hinein. Der etwa 53jährige Schmied Wilhelm D e u- finger aus Kronberg wurde sofort getötet. Sein Schwiegervater Ludwig Weber wurde am Fuß verletzt und ein im Kinderwagen befindliches Kleinkind wurde herausgeschleudert, blieb jedoch glücklicherweise unverletzt. Ein weiterer schwerer Unfall ereignete sich m Neuenhain. Ein dort zu Besuch weilender vierjähriger Junge aus Frankfurt wurde von einem aus Königstein kommenden Kraftwagen gerade einfiel! Ob ein anderer hinterher Scherereien mit ihren Ergüssen hatte, war ja einerlei. Holl schob die Gedanken an Maxie Hegemann ärgerlich beiseite und machte kehrt. In einer altertümlichen Gasse mit Bogengängen vor den Häusern kaufte er sich einen halben Liter Traminer und stellte seine Abrechnungen für die „Monachia" fertig. Lira, Schilling, Mark. Vertrackte Spalten mit endlosen Einträgen. Deutsche Gründlichkeit. Es war gar nicht so einfach, Reiseleiter zu fein. Dann zündete er sich eine dieser miserablen Regiezigarren an und schlenderte durch die nächtliche Stadt zu seinem Hotel. Auf dem Nachttisch lag aufgeschlagen der Baedeker, aus dem er den größten Teil seiner vielbestaunten Kenntnisse SA.-Wehrabzeichen-Urkunde wird dem Inhaber des SA.-Wehrabzeichens die Teilnahme an der Wieder- holjungsüdung beglaubigt. Im übrigen wird darauf hingewiesen, daß alle SA.-Dienststellen über alle mit dem SA.-Wehrabzeichen und den Wiederholungsübungen zusammenhängenden Fragen Auskunft geben. Leipzigs Turner wieder in Front. Glatter Sieg über Hamburg und Berlin. Zum 36. Male standen sich die Turner-Auswahl- Mannschaften der drei Städte Berlin, Leipzig und Hamburg gegenüber, dessen Ausgang diesmal über den Besitz des vom Reichsstatthalter von Hamburg gestifteten Ehrenpreises entscheiden sollte. Leipzigs Turner, die eine ausgeglichene Mannschaft stellten und keinen Versager 'in ihren Reihen hatten, errangen einen verdienten Sieg, der mit über 15 Punkten Vorsprung vor dem Zweiten, Hamburg, sehr deutlich ausfiel. Der Endstand lautete: 1. Leipzig, 870,3 Punkte; 2. Hamburg, 854,5 Punkte; 3. Berlin, 830,9 Punkte. Bester Einzelturner war der Leipziger Haustein mit 115,4 Punkten vor den Hamburgern Kribic (115,3) und Jürgensen (111,1). Rund 7000 Zuschauer wohnten dem Dreistädtekampf der Turner in der Hamburger Hanseatenhalle bei. Sofort nach dem Kampf wurde bekanntgegeben, daß Leipzigs Oberbürgermeister einen neuen Ehrenpreis gestiftet habe. Massensturz im Karlshorster Ofterpreis Als erste Berliner Großbahn eröffnete Karlshorft traditionsgemäß am Ostermontag mit dem Oster- preis. Prächtiges Frühlingswetter hatte den Besuch außerordentlich begünstigt. Tausende hatten die Fahrt nach der Wuhlheide angetreten, die Totoumsätze erreichten eine ansehnliche Hohe, so daß sich Karlshorft eigentlich keinen besseren Start in fein neues Rennjahr wünschen konnte. Der über 3400 Meter führende Ofterpreis wurde leider durch Zwischenfälle stark beeinflußt. Melnitz verlor am Start unzählige Längen, und gleich am ersten Sprung vielen nicht weniger als vier Bewerber des Elferfeldes einem Massensturz zum Opfer. Raubritter kam zu Fall, und über ihn hinweg stürzten Feldpost, Magul und Rodrigo. Raubritter und Rodrigo blieben dabei leider tot am Platze, während bet Jockey H. Michaels mit einer Gehirnerschütterung und Schlüsselbeinbruch ins Krankenhaus gebracht werden mußte. — Der in schweizerischem Besitz befindliche Franzose Le Rex, der in diesem Jahr im Westen schon zwei Rennen gewonnen hat, hatte dann nicht mehr viel zu schlagen, zumal auch Norman noch durch Sturz ausschied. gemacht habe. Du kannst dich bei Doktor Klotz erkundigen. Und neuerdings habe ich so ein paar Familien, denen ich den Haushalt versehe. Die ganze Zeit her erziehe ich an mir herum und es wird schon werden, ich bin ja noch jung", sägte sie zuversichtlich und hob das Näschen. „Na, dann wäre ja alles so ziemlich in Ordnung", meinte Holl befriedigt. „Da komm' mal her und gib mir einen Kuß; es schaut gerade niemand her. Wollen wir uns wieder vertragen?" Maxie nickte zweimal sehr energisch und legte dann die Stirn an seine Schulter. Sie war sehr glücklich in diesem Augenblick. Plötzlich fiel ihr etwas ein. Herrgott, sie mußte ihm fa noch den Bries geben. Sie kramte ein großes graues Amtskuvert aus ihrer Handtasche. Ich war am Vormittag bei deiner Mutter, Georg. Sie hat mir das für dich mitgegeben. Es ist in der Frühe gekommen." „Vom Physiologischen Institut der Universität München", las Holl. Sollte das schon der Bescheid auf die durch den Professor übermittelte Arbeit sein? Er öffnete den Umschlag voll Erwartung. „Laß mal sehen, was schreiben denn die? Ich lese es vielleicht am einfachsten vor. Also: ,Wir haben Ihre wissenschaftliche Arbeit, die uns von Herrn Professor Dr. Brettschneider übergeben wurde, der gewünschten Nachprüfung unterzogen. Wir stimmen Ihren Ergebnissen in allen Punkten zu. Nach unserem Dafürhalten besteht kein Zweifel, daß der von Ihnen gefundene und mit Antikörper X bezeichnete Wirkstoff die Autolyse verhindert und somit das Problem der Blutübertragung in ein völlig neues Stadium bringt. Wir stehen nicht an, Sie zu dieser wertvollen Entdeckung zu beglückwünschen, und sehen einer baldigen mündlichen Aussprache entgegen. Gleichzeitig stellen wir Ihnen nach Rücksprache mit den maßgeblichen Behörden anheim, um die erledigte Stelle eines zweiten Assistenten an unserer Anstalt einzukommen. Buhmütter." Holl ließ den Kopf sinken, ihm war plötzlich sehr warm. Eine gute Nachricht das, dachte er, eine vortreffliche Nachricht. Ueberhaupt ein feiner Tag heute. Am meisten freute ihn die rückhaltlose Anerkennung seiner Leistung. „Was sagst du dazu, Maxie?" „Großartig, Georg! Eigentlich habe ich ein biß’ chen Angst davor, einen so furchtbar gescheiten Man« zu bekommen." „Jetzt mach' einen Punkt, ja. Ader weil du gerade von ,Mamst rebetft, meinst du, ich könnte, jetzt bei deinem Vater anklopfen?" „Ich habe mit Papa heute früh schon gesprochen- Er war riesig nett. Er hat gegen unsere Heirat goM und gar nichts. Kann ich vielleicht noch einen Kuv haben? Du haft mich die letzten zwei Wochen W knapp gehalten", maunzte sie. „Du, das kann nachgeholt werden. Hier ist die erste Rate! Und jetzt will ich nobel sein und zweimal italienischen Salat spendieren. Prost, Maxie! Ende. Oer deutsche Sport am 20. April. Beteiligung an den Veranstaltungen der NSDAP. Der Reichssportführer gibt folgendes bekannt: „Am 20. April begeht der Führer seinen 50. Geburtstag. Dieser Tag wird vom ganzen deutschen Volk in besonders festlicher Weise gefeiert werden. Träger der Veranstaltungen sind überall die politischen Ortsgruppen der NSDAP. Ich ordne hiermit an, daß die Führer der Gemeinschaften des NSRL. dafür Sorge tragen, daß sich alle Mitglieder des NSRL. geschlossen an den festlichen Veranstaltungen der NSDAP, beteiligen, soweit sie nicht durch ihre Zugehörigkeit zur Partei und ihren Gliederungen anderweitig beansprucht sind. Die Plätze, Heime und Sportanlagen des NSRL. sind am Geburtstag festlich zu beflaggen. Eigene Veranstaltungen des NSRL. werden am 20. April nicht durchgesuhrt." Wiederholungsübungen zum SA.-Wehrabzeichen. Nach dem Befehl des Führers haben die SA.- Wehrabzeichenträger ihre stete Einsatzbereitschaft und den Stand ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit alljährlich durch die Teilnahme an den Wiederholung sübun gen zu beweisen. Die vom Stabschef der SA. herausgegebenen Richtlinien bestimmen für die Wiederholunasübungen, die vom 1. Mai bis zum 15. Juni mit Kleinkaliberschießen, Handgranatenzielwerfen und 1500-Meter-Geländelauf beginnen, daß jeder Inhaber des SA.-Wehrabzeichens, dem das Abzeichen gemäß dem auf seinem Besitzzeug- nis stehenden Datum vor dem 1. Januar 1939 verliehen wurde, zur Teilnahme verpflichtet ist. Don der Teilnahme befreit werden kann: 1. Jeder, der durch Krankheit oder aus beruflichen Gründen an einem festgesetzten Tage nicht abkommen kann. Er muß hierüber der zuständigen SA.-Dienststelle einen Beleg beibringen und erhält von dort Bescheid, ob seine Entschuldigung anerkannt roirb. 2. Jeder, der sich zur Zeit der Wiederholungsübung im Wehrdienst befindet. Selbstverständlich gilt diese Befreiung nur für die Hebung, die in die Zeit fallt, in der er tatsächlich bei der Wehrmacht dient. Er muß jedoch hierüber durch Vorlage des Wehrpasses der für ihn zuständigen SA.-Dienst- stelle einen Nachweis erbringen. Zu den vom Stabschef angeordneten Frühjahrs- Wiedeeholungsübungen hat jeder SA.-Wehrabzeichenträger dafür zu sorgen,' daß die in seiner Hand befindlichen Unterlagen, wie SA.-Wehrabzeichen- Urkunde, Uebungsbuch (Leistungsbuch, Leistungskarte) und Besitzzeugnis in Ordnung find. In der F auch 1 *Mr uni W erften A „Wir können ja in ein Lokal gehen", schlug er erfig vor. „Bitte!" Holl wußte eine kleine Weinstube in der Nahe des Karlstors. Wenige Minuten später saßen sie in einer stillen Ecke, zwei Gläser und eine Stengel- vase mit künstlichen Blumen vor sich. Eine verrückt geformte Laterne zauberte Rot auf ihre Gesichter und Hände. Es roch nach Bratenfett und verschüttetem Alkohol; die Stammgäste waren zum Glück noch nicht erschienen. . „Bitte!" ermutigte Holl und starrte tampfluftig auf sein unberührtes Glas. „Ja also — vor allem das mit der Schwiebus , wollte Maxie beginnen. „Mich würde das mit Tinser mehr interessieren , unterbrach sie Holl. „Ihr wart doch damals in Gattersee? Wie war das eigentlich}?" „Harmlos, ganz harmlos; besser gesagt, fad. Ich habe Tinser nur aus Trotz mitgenommen, weil ich mich dafür revanchieren wollte, daß du mit der Anna los bist. Wir sind schon am Nachmittag zurück. Es war ein verpfuschtes Unternehmen, Georg." „Na, und weiter? Später? Bißchen was vorgefallen? Abgeküßt?" inspirierte er. „Gar nicht! Auf Ehr und Seligkeit! Mir ist Tinser doch ganz schnuppe", stieß sie hervor. „So? Warum heißt es denn in jenem Brief: ,Nach allem, was vorgefallen ift‘ oder so ähnlich? Ich habe bas auf unseren Krach unb auf Tinser bezogen." „Damit habe ich boch etwas ganz anderes gemeint. Daß die Anna an jenem Dienstag bei dir im Zimmer war. Ich war doch eifersüchtig auf sie. Schon die ganze Zeit her. Ich habe damals draußen gestanden vor deiner Tür mit dem besten Willen zum Einlenken und da hast du zu ihr gesagt: .Zieh' dich jetzt an, Anncr, unb das habe ich falsch aufgefaßt. Und bann hab' ich eben diesen Brief geschrieben. Ich war doch so unglücklich! Ich habe gemeint, du hast mich hintergangen. Ich bin nicht schlecht, das darfst du nicht glauben von mir. Mit Tinser wohl gar nichts. Wo denkst du denn hin! Und wie sich das mit der Anna aufgeklärt hat, habe ich dich überall gesucht, aber du warst schon unterwegs. Und da habe ich in meiner Verzweiflung bas Telegramm abgeschickt, unb es ist keine Antwort gekommen", schloß sie weinerlich und fahndete in ihrer Tasche nach dem Tüchlein. Eifersucht also, dachte Holl und rückte eine Handbreit näher. Was mit Eifersucht zusammenhing, begriff er ausgezeichnet und sofort. „Und ich habe mir eingebildet, du hast mich über", brummte er. „Keine Spur. Wenn du wüßtest, wie es mich berumgetrieben hat! Und ich habe mir doch so Mühe gegeben, deinen Beruf zu verstehen unb ba- binter zu kommen, wie eine Arztfrau eigentlich sein soll. Seit ich diese Entbindung gehabt habe, verkehre ich viel mit einem Dr. Klotz, der mir —" „Was hast du gehabt?" fiel ihr Holl in die Rede. „Eine Entbindung; bei einer gewissen Frau Tukan. Ich glaube, nicht, baß ich meine Sache schlecht 93 Jahre alt * Deckenbach (Kreis Alsfeld), 11. April. Am morgigen Mittwoch, 12. April, kann der älteste Einwohner unseres Ortes, Georg Kornmann, im Kreise von 4 Kindern, 16 Enkeln und 15 Urenkeln seinen 9 3. Geburtstag begehen. Der alte Herr hat in Gießen im Infanterie-Regiment 116 gedient unb ben Feldzug 1870/71 mitgemacht. Am 18.August 1870 mußte er schwer verwundet in die Heimat verbracht werden. — Ebenfalls am morgigen Mittwoch kann die Witwe Bertha Müller ihren 7 6. Geburtstag begehen. Beiden Jubilaren unseren herzlichen Glückwunsch. Jahresabschluß der Kreisviehkasse Biedenkopf. Die diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung der K r e i s v i e h k a s s e Biedenkopf V. a. G. fand in ihrem Verwaltungsgebäude in Biedenkopf unter Leitung des Vorsitzenden des Aufsichtsrates, Kreisbauernführer Heinrich Veite (Silberg) und in Anwesenheit des 1. Direktors, Landrat Dr. Burghof statt. Geschäftsführer Plitt erstattete den Bericht über das Geschäftsjahr 1938. Der Geschäftsbetrieb hat auch im Jahre 1938 weiter zugenommen. 413 Mit- alieber sind neu eingetreten, 19 schieden aus. Das Versicherungskapital betrug am Ende des Geschäftsjahres 1938 6 262 481 Mark gegen 6 065 606 Mark im Jahre 1937, mithin eine Zunahme von 196 875 Mark. An Beiträgen gingen ein 153 922,40 Mark gegen 143 941,60 Mark, mithin eine Zunahme von 9 980,80 Mark. Versichert waren: 2406 Pferde, 10 001 Stück Rindvieh, 11 322 Schweine und 1728 Ziegen' und Schafe, zusammen 25 457 Stück Vieh. Entschädigt wurden: 198 Pferde mit einer Entschädigungssumme von 68 384 Mark, 504 Stück Rindvieh mit einer Entschädigungssumme von 56 969,10 Mark, 512 Schreine mit einer Entschädigungssumme von 26 700,50 Mark, 115 Ziegen und Schafe mit einer Entschädigungssumme von 3015,50 Mark. Insgesamt wurden 1329 Stück Vieh mit einer Entschädigungssumme von 155 069,10 Mark entschädigt, gegenüber einer Entschädigungssumme von 141149,15 Mark im Jahre 1937. Für Tierarztkosten wurden 5390,49 Mark ausgezahlt. Bei den Pferden, dem Rindvieh, den Ziegen unb Schafen reichten bie Versicherungsbeiträge nicht aus. Bei den Schweinen wurden Ueberschüsse erzielt. Die außergewöhnlichen Verluste betrugen im Geschäftsjahr 1938: 12 590,90 Mark. Diese wurden durch den Stiftunassonds und bie Entschädigungsrücklage gedeckt. Da seit Bestehen der Versicherung immer Ueberschüsse erzielt wurden, hat der Vorstand davon abgesehen, Nachschüsse zu erheben. Die rückständigen Beiträge sind bis auf einen kleinen Rest eingegangen. Das Vermögen beträgt am 31. Dezember 1938: 149 610,28 Mark. Die Kreisviehkasse Biedenkopf V. a. G., die in diesem Jahre auf ihr 70jähriges Bestehen zurückblickt, erstreckt sich auf zehn Kreise. Die Jahresrechnung und Vermögensübersicht waren geprüft worden, Anstände ergaben sich nicht. Die Versammlung nahm von den Ausführungen des Geschäftsführers Kenntnis unb genehmigte die Rechnung. Dem Vorstand und Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. Sodann fanden die Wahlen zum Aufsichtsrat statt. Die infolge Ablauf der Wahlzeit ausscheidenden Mitglieder Bürgermeister und Bauer Jvhs. Preis (Wittelsberg, Kreis Marburg), Gemeinderechner und Bauer Heinrich Gottschalk (Münchhausen, Kreis Marburg), Ortsbauernführer Willi Becker (Rodenroth, Dillkreis) unb Landwirt Heinrich Feußner (Ercksdorf, Kreis Marburg) wurden wiedergewählt. Die silberne Medaille nebst Diplom für langjährige treue Dienste erhielt der Ortsbevollmächtige Friedrich Klein (Quotshaufen). Zum Schlüsse wurden noch einige Dereinsangelegenheiten besprochen. Schweinemarkt in Nidda. Nidda, 11. April. Zum jüngsten Schweinemarkt waren 210 Ferkel aufgetrieben. Bei hohen Preisen ging der Verkauf nur schleppend. Es wurden bezahlt für Ferkel bis 6 Wochen 30 bis 35, bis zu 8 Wochen bis 40, bis zu 12 Wochen bis 55 Mark. Landkreis Gießen. * Harbach, 11. April. Gestern gegen 13 Uhr geriet auf der Straße zwischen Harbach und Hattenrod der Personenkraftwagen eines Kraftfahrers aus Ober-Besfingen in Brand. Der Wagen fiel den Flammen vollständig zum Opfer. Der Lenker des Fahrzeuges konnte sich glücklicherweise in Sicherheit bringen. 00 Beuern, 10. April. Im Saale von Dietrich fand die Prüfung der für den Dienst im Roten Kreuz ausgebildeten 16 Männer und 26 Frauen statt. Dazu waren auch Vertreter des Roten Kreuzes Gießen erfchiedene. Die Prüfung schloß mit einem vollen Erfolg ab. Die Ausbildung der Männer und Frauen hatte Dr. Augst (Allendorf a.d. Lda.) durchgeführt. Nach der Prüfung vereinigten sich die Männer und Frauen vom Roten Kreuz noch zu einer Stunde kameradschaftlicher Geselligkeit. In unserem Orte wurde eine Ortsgemeinschaft des Deutschen Noten Kreuzes mit 42 Mitgliedern errichtet. £ Kesselbach, 11.April. Unser Mitbürger Heinrich Schnell wird am 13.April 78 Jahre alt. Herr Schnell ist körperlich und geistig noch sehr rüstig, unb täglich sieht man den alten Herrn, wie er seinen Mitbürgern ihr Heimatblatt, den Gießener Anzeiger, zustellt. 'Diese Arbeit verrichtet Herr Schnell bereits über 50 Jahre. Darüber hinaus ist er schon über 40 Jahre als Vereinsdiener für ben Gesangverein Lieberkranz tätig unb hat sich auch hier das Vertrauen feiner Mitbürger erworben. Dem Jubilar unseren herzlichen Glückwunsch. $ Albach, 11. April. Das Fest der silbernen Hochzeit feiern am 13. April die Eheleute Landwirt Karl Horn nnb Eleonore, geb. Fink, verwitwete Atzbach. — Am 12. April kann Landwirt Karl Arnold feinen 78. Geburtstag feiern. Herr Arnold erfreut sich noch einer guten Gesundheit. Beiden Jubilaren unsere herzlichen Glückwünsche. Allershausen, 10. April. Die hiesige NS. -Kriegerkameradschaft hielt unter Leitung ihres Kameradschaftsführers Johann Heinrich Nachtigall ihren Jahresappell im Saale von Hormann ab. Der Kameradschaftsführer gedachte zunächst der Gefallenen des Weltkrieges unb her Ermordeten der Bewegung, ferner der im verflossenen Jahre verstorbenen Kameraben, deren Andenken in üblicher Weise geehrt wurde. Sodann erstattete er ben Jahresbericht, aus bem eine rege Tätigkeit der Kameradschaft im verflossenen Jahre zu entnehmen war. Seinen Mitarbeitern sprach der Kameradschaftsführer Dank aus für ihre eifrige und treue Mitarbeit. Kassenwart L i ch erstattete den Kassenbericht, der einen einwandfreien Stand auf* wies. Rechner und Kameradschaftsführung wurde herzlicher Dank gesagt und Entlastung erteilt. Der Kameradschaftsführer schloß den Appell mit der Aufforderung an die alten Soldaten, jederzeit einsatzbereit zu sein für Führer, Volk und Vaterland. Mit dem Gruß an den Führer fand der Appell den üblichen Abschluß. Kreis Bübingen. + Gedern, 11. April. In einer unübersichtlichen Kurve geriet der 24jährige Friseur Ernst Ziegler von hier gegen ein entgegenkommendes Auto. Er stürzte und erlitt einen schweren Schädelbasisbruch. Durch das Schottener Rote Kreuz wurde er in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht. I * | Derb i Md)l Ften Ren fi M- i fS, pifo« s ' Ken Noman von Mlthec ffloepffer. Eopyrlght by Earl Buncker Verlag,ÄerllnV^Z5 40 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Heute war der vorletzte Tag der Reise. Man hatte diesmal aus irgendwelchen technischen Gründen die Venedigstrecke, die einer Schleife glich, umgekehrt gefahren, so daß man in Meran nicht am zweiten, sondern erst am vorletzten Tag eintraf. Während Holl einer alten dicken Holländerin nachsah, die asthmatisch die Treppe hinaufkeuchte, schnippste der Empfangschef mit Daumen und Zeigefinger an das Telegramm und sagte: „Seien Sie mir nicht böse, Doktor, weil ich das Dings aufgemacht habe. Es geschah in Ihrem Interesse. Wäre etwas von Todesfall oder Großem Los dringestanden, hätte ich es Ihnen natürlich vorausgehetzt. So aber las ich nur von „Mißverständnis" und „Vergebung", und das erschien mir nicht so wichtig. Habe ich das rechte getroffen?" Holl nickte. Sieben Tage Verspätung waren für eine Depesche allerdings haarsträubend. Dieser Mensch hatte sie einfach liegen lassen. Holl versenkte sich nochmals in den Wortlaut. — Was Fräulein Hegemann da schrieb, war reichlich verworren. Es war auch nicht einzusehen, was die Anna in diesem Lei htt ijifllten ' I« »*■ L -in w * KL W ii e ö V it, 6' r; „ 3.4 dach, Fw- ; Gai der J iß klo «15 S >ie Gruni Wi erhi Lpd 'M •»Wf >< beherrsch H die Gast H WM aqeißen I Msbeute konnten. M, Toi trolarcn n S Krebs ai Xqm Ball imann an j N‘ ji# sch« tartebr Dom Jnhtioncn. Me > iljwrf yr j Wg mi i noch eini 3 (Begenan j Tor mit i wandelte i waren 1 I ®ä|te w F Zecher c iiin Gotts G o vierten ' S pibüne, ö von rech vfr | Einen j vermß ni I kamen t Weißen i |> liniteden. Leus Hetzen I Die B h ieren Um | Munden ö Iufchaue Üdas Koni Stcinberc Mou hat Griff gel -eiche, tr Sturm h dieses C j sichte S I sthaftsau ! I'5 auf [ sturmer I stihrte. 1 ianau Toren. Handball während der Osterseiertage (2:3) (8.6) 'W Haas Fritsche js Ste-inberg: Immer noch Mnlerspm 2:5 rigkeiten. Sprunglauf. schäften Linden mit 5:1 TV. Holzheim — SpV. 98 Darmstadt 4:7 TV. Holzheim — TV. Londorf 11:2 (8:1) TV. Hochelheim — TV. Dutenhofen 17:13 im ge- 3:2 9:2 3:1 2:2 1:0 Mer des " Wieder. (Rodheim) gezwungen steht, einen Elfmeter zu verhängen. Fett ist zur Stelle und dem Torhüter der Gästemannschaft bleibt es nur vorbehalten, den placiert geschossenen Ball aus dem Retz zu holen. Watzenborn-Steinberg führt 1:0! Die Gäste sind wieder leicht im Angriff, im Felde spielen sie sehr schön, aber die Angriffe des einheimischen Sturmes sind immer gefährlicher. Kurz hintereinander gibt es zwei Ecken für die Gäste. Happel, der sich in blendender Form befand, war anscheinend heute unschlagbar. Aber er muh schließlich doch einen Erfolg der Gegner zulasten, als Steinmeyer aus etwa 16 bis 20 Meter schießt, Mittelstürmer Waigand wunderbar täuscht und den Ball in seiner alten Richtung über die Torlinie laufen läßt. Bei diesem Stande blieb es denn auch bis zur Pause. Auch nach dem Wechsel hatten sich die Gäste schneller gefunden und trugen einige gefährliche Angriffe vor. Dann aber wendete sich das Spielgeschehen. Die Teutonen drücken auf das Tempo und der Sturm findet sich immer mehr. Däublin, auf halblinks laufend, schießt aus ziemlicher Entfernung in die äußerste obere rechte Ecke zum 2. Treffer ein. Rach kaum 5 Minuten fängt Mittelstürmer Hch. Schäfer einen Schuß der Gästeverteidigung ab, läuft noch einige Schritte und lenkt dann an Bergmann vorbei zum 3. Tore ein. Das ist den Gästen zuviel! Sie legen jetzt ein noch stärkeres Tempo vor, setzen sich für einige Minuten im Strafraum der Teutonen fest, aber Happel stand immer an der richtigen Stelle. Dann berührt Fett im Fallen den Ball mit der Hand und der Schiedsrichter deutet auf die Elfmetermarke. Maier, der repräsentative Mittelläufer der Gäste, schießt den Ball, aber Happel hält ihn vorerst. Der Ball war jedoch mit Wucht geschossen, so daß er von Happel adspvang. Gegen den Nachschuß von Maier war er machtlos. 3:21 Dann liegen aber die Teutonen in stetem Angriff und ein von Däublin von ganz links geschossener Ball landet wiederum im Tor der Gastmannschaft. Eine Viertelstunde vor Schluß kommt der Ball zu Buß, gegen dessen Flachschuß wiederum Bergmann keine Chance zum Eingreifen mehr hatte. Die Teutonen führen nun 5:2 und in den restlichen Spielminuten läßt das Tempo auf beiden Seiten etwas nach. Die Gäste aus Hanau hinterließen infolge ihrer fairen Spielweise den Der Sprunglauf der polnischen Osterschiwett- kümpfe konnte ebenfalls nicht auf der vorgesehenen Anlage durchgeführt werden, so daß auf einer improvisierten Schanze gesprungen wurde. Der Oberstdorfer Sepp Weiler errang seinen größten Erfolg, indem er den Polen Jan Kula, der vor zwei Wochen Weltmeister Bradl im Schwarzwald besiegen konnte, auf den zweiten Platz verwies. Entscheidend war der zweite Durchgang, in dem Weiler mit 48,5 Meter den weitesten Sprung überhaupt Noch punkteip.eie in Hessen. Im Gau Hessen waren auch die Ostertage nicht frei von Punktespielen der Gauliga. Der Spieloer- ein Kassel schlug Kurhessen Kassel mit 3:1 und sicherte sich damit endgültig den vierten Tabellenplatz, während der VfB. Groß-Auheim durch einen 5:1-Sieg über die absteigende Wachcnbuchener Elf auf den fünften Rang kam. Es steht nun noch der Kasseler Lokalkampf zwischen BC. Sport und Kurhessen aus. , Meister Kassel 03 trug bereits am Samstag ein Freundschaftsspiel gegen die in der Bezirksklasse führende Kasseler Tura aus und siegte mit 5:2. Der VfB. Friedberg mußte gegen Westende Harnborn - daß alle ^'Wehrab, Zusammen- Mannschaft gewonnen. Zäh war das Ringen, unermüdlich die Arbeit zur Heranbildung der Einheit. Neben dem herzlichen Glückwunsch für die große Leistung verbinden wir gleichzeitig den Wunsch, daß es Hörnsheim gelingen möge, sich auch bei den kommenden Kümpfen zu behaupten. Freundschaftsspiele. Um für die kommenden großen Aufgaben gerüstet zu sein, ist es erforderlich, eine möglichst kampfstarke Kreisauswahl-Elf zusammenzustellen. Zum Zwecke der Sichtung der Spitzenspieler war am Karfreitag in Katzenfurt eine Auswahl des Dillkreises — verstärkt durch zwei Spieler des Tv. Garbenheim — gegen eine Mannschaft des To. Garbenheim angetreten. Die Erwartungen der Kreisspielleitung wurden bei weitem nicht erfüllt. Die Kombination tonnte nur selten gefallen, ihre Spielweise war zu primitiv, als daß man sie zu größeren Aufgaben heranziehen könnte. Das magere Unentschieden von 10:10, erzielt gegen die ersatzge- dafür. schwächte Platzmannschaft, ist der beste Beweis Der Spielbetrieb an den beiden Feiertagen war nicht allzu umfangreich. Es gab zwar eine Reihe interessanter und spannender Freundschaftskämpfe; die rein sportliche Auswertung war aber nur gering. Immerhin ist bemerkenswert, daß nunmehr endlich auch der Staffelsieger der Staffel V der Be- zirksklasse' feststeht. Damit steht also dem Beginn der Aufstiegspiele zur höchsten Klasse nichts mehr im Wege. Tv. kahenfurl — Tv. Hörnsheim 5:6 (2:3). Bis kurz vor Schluß noch stand der Kampf unentschieden 5:5. Erst im Endspurt, wo die Mannschaft nochmals alle Register ihres zweifellos großen Könnens zog, gelang es das siegbringende Tor zu erzielen und damit die Meisterschaft sicherzustellen. Es war ein herrlicher Kampf, den sich beide Gegner lieferten. Anständig und ritterlich wurde auf beiden Seiten gekämpft'und die zahlreichen Zuschauer hatten ihre Helle Freude an dem ausgezeichneten Können der Spieler. Mit Hörnsheim hat ohne Zweifel die beständigste stand. Haslinger belegte den vierten Platz, Gstrein stürzte bei beiden Sprüngen. 3fnnctvein fdm>i rd*er Odiimeiffer. Zm kleinen Walsertal wurde an den Ostertagen die schwäbische Schi-Meisterschaft in dep alpinen Kombination entschieden. Bei ausgezeichneter Beteiligung gab es spannende Kämpfe, die bei den Männern Weltmeister Josef Je nne wein (Sonthofen) klar in Front sahen. Jennewein siegte im Absahrts- lauf mit 4:13,4 Min. vor seinem Kameraden Albert Pleiffer (Sonthofen) und dem Pfrontener Gottlieb Mayr, die 4:18,2 bzw. 4:34,4 Minuten benötigten. Beim Torlauf war Jennewein im ersten Durchgang mit 1:03,4 der Schnellste. Im zweiten Durchgang kam er dann auf 1:05,1 und wurde somit auch Torlaufsieger mit der Gesamtnote von 128,5 vor Pfeiffer, der im zweiten Durchgang sogar eine Sekunde schneller als Jennewein war. Die Kombination war Jennewein sicher. Bei den Frauen holte sich die Einheimische Tmi Ritsch (Schiklub Klein-Walsertal) den Titel in der Abfahrt, während im Torlauf Gisela Dünsser (Oberstdorf) erfolgreich war. Ritsch wurde hier mit einer wesentlich schlechteren Zeit Zweite, sodaß Gisela Dünsser auch die Kombination gewann._______ In Holzheim herrschte auch diesmal wieder Hochbetrieb. Die Verpflichtung der beiden Mannschaften bewies wieder einmal mehr, wie groß das Interesse ist und zu welchen Leistungen sich der Bezirks- klasse-Neuling aufraffen kann. Darmstadt ist als spielstarke Einheit bekannt. Wenn trotzdem kein großer Unterschied zutage trat, so beweist dies mehr als deutlich, wie stark heute Holzheim ist. Londorf war dem Ansturm der Platzbesitzer nicht ganz gewachsen, wiewohl die Elf über ein ausgezeichnetes Können verfügt. Versteht es erst einmal, feinen Sturm aus allen Lagen schießen zu lassen, werden sicherlich bald andere Ergebnisse — auch gegen gute Mannschaften — Zustandekommen. Was in beiden Fällen herausgehoben werden muß, ist die anständige Spielweise aller Mannschaften. Dutenhofen hatte nicht seine stärkste Elf zur Stelle und mußte sich deshalb mit einer Niederlage zufrieden geben. Die Platzbesitzer waren auch diesmal wieder in hervorragender Verfassung und vor allem der Sturm so hervorragend, daß die gegnerische Hintermannschaft — die ersatzgeschwächt war — einfach nicht mehr mithalten konnte. Auch hier war der grundanständige Kampf von vielen Zuschauern besucht. Gau Südwest. Eintracht Frankfurt — Rapid Wien...... Borussia Neunkirchen — Eintr. Braunschweig FC. 09 Sprendlingen — SV. Feuerbach . . . Wormatia Worms — VfB. Leipzig...... FV. Saarbrücken — Neumeyer Nürnberg . . Gau Bayern. BC. Augsburg — Blau-Weiß Berlin..... FC. Bayern Hof — FV. Zuffenhausen Damm-Aschaffenburg — SSV. Troisdorf . . 0:3 2:3 2:4 Deutsche Siege in Zakopane. Abfahrlslauf. Innerhalb einer Woche hatten Sonne und Föhn von der Schneelage in der Hohen^Tatra, die zwei Meter Mächtigkeit aufwies, soviel weggeschmolzen, daß der Abfahrtslauf der internationalen Öfter» Schiwettkämpfe in Zakopane auf einer Notstrecke ausgefahren werden muhte. Josef G st r e i n führte lange Zeit, wurde aber vom Vorletzten, dem Polen Panek, um eine halbe Sekunde geschlagen. Die 3 Kilometer lange Strecke, die 700 Meter Höhenunterschied aufwies, hatte technisch wenig Schwie- Fett Junker Happel Feiertage im Zeichen der Freundschaftsspiele. Gau Hessen. Rugby: Frankfurt — Paris 8:3. Die berühmte französische Rugby-Mannschaft von Red Star Olympique Paris gab am Ostersonntag am Riederwald ein Gastspiel bei der Frankfurter Eintracht. Da es sich um ein Vorspiel zu dem Fußballkampf Eintracht Frankfurt — Rapid Wien handelte, waren einige tausend Zuschauer anwesend, die ■einen schönen Kampf und einen unerwarteten Sieg der Frankfurter mit 8:3 (5:3) erlebten. Im vergangenen Jahre weilte die Eintracht, der Südwest- Meister im Rugby, an den Osterfeiertagen in der französischen Hauptstadt und wurde dort mit 18:6 geschlagen. Um so erreulicher kam diesmal der Sieg der Mainstädter. Die Gäste zeigten wohl ein gutes Spiel der Dreiviertelreihe, konnten sich aber nicht recht entfalten. Bester Mann war der Linksaußen der Dreiviertelreihe Frick, der auch den einzigen Versuch der Franzose legte. Die Eintricht hatte ihre besten Kräfte im Angriff, der unermüdlich kämpfte. Harter Kampf um den Aufstieg. Sportfreunde Wehlar I — Lollar I 2:1 (1:1). Bei herrlichem Wetter und in zuversichtlicher Stimmung begleitete eine große Anzahl Fußballanhänger die Lollarer 1. Elf nach Wetzlar zum Aufstiegsspiel. Wie groß war jedoch die Enttäuschung, die die Anhänger sowohl wie die Mannschaft selber hinnehmen mußte. Die Lollarer Elf konnte zwar in der ersten Halbzeit nicht zufriedenstellen und zeigte ein sehr zerfahrenes Spiel. Außer der Verteidigung vermißte man in den anderen Reihen jeglichen Zusammenhang. Der Kampf hätte bis zur Pause schon entschieden sein können. Auf der anderen Seite wurden die Lollarer durch die schiedsrichterlichen Entscheidungen stark benachteiligt. Der Kampf nahm immer härtere Formen an. In der vorgesehenen Aufstellung wurde mit K. Ziegler; Ad. Ziegler, Geißler; Hörstel, Klinkel, Rudolf; Hch. Ziegler, W. Ziegler, Gabriel, Walter, Haas das Spiel durchgeführt. Lollar hatte Anstoß, jedoch die Vorlage war gleich zu steil und Wetzlar konnte mühelos klären. Beide Gegner waren reichlich nervös. Wetzlar spielte immer hoch und Lollar machte es nicht viel besser und ließ sich das hohe Spiel aufbrängen^ Die Lollarer Läuferreihe verfiel in den alten Fehler und hielt sich wieder zu weit hinten auf. Dies verhalf auch Wetzlar zum ersten Erfolg. Der Ball wurde vom rechten Läufer verfehlt und für den linken Flügel war es dann noch ein leichtes, die Verteidigung zu überspielen. Wetzlar konnte überraschend in Führung gehen. Lollar drängte jetzt stark. Aber erst zehn Minuten später konnte W. Ziegler mit großem Mühe, aber sehr geschickt, den Ball über einen Verteidiger hinweg ins leere Tor befördern. Trotz größter Anstrengung beider Gegner blieb es bis zur Pause beim 1:1. Nach dem Wechsel hoffte man nun, ein schöneres Spiel zu sehen, jedoch das Gegenteil trat ein. Wetzlars harter Einsatz konnte sich unbehindert durchsetzen. Zudem war ein Tor für Lollar nicht anerkannt. Ein von rechts geflankter Ball landete an der inneren Torlatte und prallte sofort an die gegenüberliegende, dann köpfte ihn ein Spieler an die oberen Tormaschen. Ein hinzugeeilter Wetzlarer Verteidiger nahm den Ball mit der Brust und beförderte ihn aus dem Tor ins Spielfeld. Statt einem Torentscheid ging das Spiel ruhig weiter. Wenig später wurde Gabriel von einem anderen Spieler im Strafraum sehr unsanft gelegt. Die Strafe blieb aus. Eine harte Elfmeter-Entscheidung brachte für Wetzlar dann den Sieg. He Teutonen mußten Schmidt und Lang Sturm ersetzen, ferner für Naumann und den pcirten Schmandt Ersatz einstellen. Die eingesetzten :p3e(er Schäfer und Junker, Nachwuchsspieler der iltonen, spielten bisher in der 2. Elf und fugten ih auch.gestern sehr gut ein. Der Rechtsaußen hnrum Spielte gestern zum ersten Male m der fum Mannschaft. Auf dem Posten von Heinrich d-manöt stand gestern Heinzemann, der zum ersten !c'e für die Farben der Teutonen spielte. Er ist der 1. Mannschaft des Altmeisters Spielverem Doktor so ein pc- I verseht- erum unö - mfl", in Ordnuni mal niemand V ft. lAfoi. ■Wotou «tt Erzeug öetr^ unb k°n> NhüUs. besten Eindruck. Vor diesem Spiel standen sich die Jugendmann- von Watzenborn-Steinberg und Großen- gegenüber. Die eifrigen Teutonen siegten Schäfer Hch. Däublin Wehrum Hedrich Heinzemann front Berlin. stAusivahi -tlpzig un! esmal übk i jjambuii e-Leipzig )aft fteatft hatten, er» it über 15 Hamburg, v. 1. Leip 5 Punkt«, iutner m en vor bm lien (111,1). istädtekamf lenhalle btt legeben, das i neun er Stell« (§ni inenlal - reifen Qualität - Fortfehritt -Wirtschaftlichkeit! )flerprtii e KarlsHsn dem Öfter- den W hatten bii die Iota1 so daß sitz üart in |eii I r über M : durch > )r am SW fen Sprung r des El!»' Raubrilui rj/en M rd Mrig: ityctvb fr cfchüitem: . gebiüh m Besitz bi1 (em Ach '■ n Hai W ial auch D Sie mar b' fi«r* och den > Amtsk^ Mutter, gsift*«* 1 tw E •>*> 'ffiirfh«* X W*. (f. üusspr^G: -S- VfB. Groß-Auheim — Kewa Wachenbuchen . . 5:0 SpV. Kassel — Kurhessen Kassel......... 3:1 VfB. Friedberg — Westende Hamborn..... 0:4 Rb. 05 Bad Homburg — Reichsb. Frankfurt . . 1:3 Hessen Hersfeld — Westende Hamborn..... 5:4 Teut. Watzenborn-Steinberg — Dunlop Hanau 5 2 SC. 03 Kassel — Tura Kassel........... 5:2 Schwarz-Weiß Zennern — BC. Sport Kassel . Heinnch-Adolph-Gedächtnislauf. Meister Cranz unter den Letzten. Daß der deutsche Meister Rudi Cranz beim Ab« fahrtslauf an der Hampelbaude nur den 27. Platz belegte und damit unter den Letzten rangierte, war die 'große Ueberroschung bei den Osterschiwettkämp« fen im Riesengebirge. Sieger wurde der Dresdner Fricke. Im Torlauf siegte Rudi Cranz.vor seinem Bruder Harro und sicherte sich damit in der Kombination wenigstens noch einen siebten Platz. Fricke hielt hier nicht ganz Schritt mit den „Cränzen", so daß Harro doch noch den Mehrkampf gewann. Bei den Frauen kam Christel Cranz zu einem dreifachen Sieg Nach der überraschenden Abfahrtsniederlage durch Werner Fricke (Luftwaffe Dresden) auf der Hampelbaude mußten sich Rudi und Harro Cranz auf dem Reifträger im Schlußwettbewerb der Heinrich- Adolph-Gedächtniswettbewerbe die zweite Niederlage ihrer Schlesienreise gefallen lassen. Im Ab- fayrtslauf des Schlußwettbewerbs lief Berti Brodler (---Sportgemeinschaft Riesengebirge), der Sieger der Klasse 3, mit 1:50,8 Min., die weitaus beste Zeit. Rudi Cranz gewann in der Klasse 1 in 1:53,1 Min. vor Fricke 1:58 und Harro Cranz 2:13,1 Min. Christel Cranz war mit 2:09,7 Min. nicht zu schlagen. Juliane Wünsche (Harrachsdorf) belegte mit 3:34,4 den zweiten Platz. Torlauf unter Sternenhimmel. Am Ostersonntag wurde zum ersten Male in Schlesien ein Nacht-Torlauf durchgeführt. Es war ein eigenartiges Bild, als die 50 Teilnehmer in der sternenklaren Nacht über die von Tiefstrahlern beleuchtete Strecke an der Hampelbaude schossen. Rudi'Cranz siegte in 48,6 Sekunden vor seinem Bruder Harro, der 51,2 benötigte. Bei den Frauen war Christel Cranz in 62,4 Sek. die Schnellste. Ruth Eichmann (Arnau) wurde in 67,8 Sek. Zweite. Weltmeister Bradl siegte in Beit im Winkl. Das schisportliche Ereignis am Ostersonntag in Oberbayern bildete das große Schispringen des WSV. Reit im Winkl, das nocheinmal eine Anzahl unserer besten Springer im Kampf zusammenführte. Bei verkürztem Anlauf konnte zwar der Schanzenrekord von 65 Meter nicht mehr erreicht werden, doch sah man schone Sprünge. Sieger wurde unser Weltmeister Josef Bradl, der in sicherer und sauberer Haltung zweimal 57 Meter durchstand. Toni Eisgruber kam ihm am nächsten, dagegen anaren der Einheimische Franz Haselberger und der Norweger Randmond Sörensen nicht ganz auf dem Posten 1700 Zuschauer waren von den gezeigten Leistungen begeistert. Ofterfpringen in Schreiberhau. Sicherer Sieger des von 41 Mann bestrittenen Osterschispringens auf der Himmelsgrundschanze bei Schreiberhau wurde Hans Lahr von der ---Sportgemeinschaft Riesengebirge, der seinen Kameraden Willi. Hollmann sicher auf den zweiten Platz ver- : wies. Lahr sprang auf der Schanze, deren Anlauf • nur zur Hälfte freigegeben war, mit 54 Meter die • größte Weite. Die 'drittbeste Wertung erzielte der I Jugendliche Riedel (Polaun), der zweimal 52 Meter 1 stand. VfB.-B. I - Union Biederrad I 3:4 (1:4). iktt herrlichem Frühjahrswetter standen sich auf : len Waldsportplatz die beiden genannten Mann- lirten im Freundschaftskampf gegenüber. Die gölte konnten überzeugen und siegten durchaus ver- )ie t. Flach wanderte der Ball von Mann zu ih in, das Stellungsspiel war ganz ausgezeichnet. In der Technik waren die Gäste den Grünweißen ibdegen. Die Platzbesitzer hatten gegen diesen teilen Gegner einen schweren Stand. Dem Schieds- icher Nesseldreher (Heuchelheim) stellten sich ölende Mannschaften: ü i eberr ab : Gaß, Pflug, Wolf, Krock, Pohan, J-ifoer, Siebert, Herrmann, ©umbmann, Krebs, Mer; Ü f B. - R.: Gottschalk, Qeutheuser L, Minder, Stebach, Thron, Kramer, Schlitz, Kraft, Godglück, )tU Frei. Sie Gäste hatten Anstoß und kamen bis vor das loi der Grünweißen, wo Leutheuser mit weitem oft ag klärte. Vorerst sah man verteiltes Spiel, doch ijsidas Spiel der Gäste besser. Ueberraschend kamen lielIrünweißen nach zehn Minuten zum ersten Tor. M erhielt eine schone Vorlage, lief nach innen iji) schoß aus spitzem Winkel unhaltbar ein. Dieser Er'nlg gab den Grünweißen mehr Antrieb, und sie teb.rrfd)ten eine Zeitlang das Feld. Dann waren es Gäste, die sich immer wieder frei machten und ;es:hrliche Situationen vor dem Tor der Grun- oeßen schufen. Aber nur einige Ecken waren die In beute dieser Angriffe, die abgewehrt werden lernten. Beide Parteien hatten mehrmals Gelegen- jei Torschüsse anzubringen, aber die Torwächter seien nicht zu schlagen. In der 35. Minute schoß tzrvs aus dem Hinterhalt, und Gottschalk mußte )C! Ball passieren lassen. Noch einmal schoß Gumd- nnn an die Latte, dann pfiff der Schiedsrichter tai Pause. ... pun drehten die Gäste mächtig auf, die Laufer- lils schwamm bedenklich,' dadurch hatten die Gäste i|(t vom Spiel und zeigten wunderbare Kombi- Wonen. Die Hintermannschaft der Grünweißen schwer zu kämpfen und wurde überlastet. fW Freistoß, knapp an der Strafraumlinie, schoß sZsvg wuchtig unter die Latte. Die Gäste erzielten itoöt einige Ecken, die aber nichts einbrachten. Im Bcicnangriff konnte Pflug den Ball nur noch im Co mit der Hand abwehren, den Elfmeter ver- fowbelte Kramer mit ungeheurer Wucht. Noch »den 18 Minuten zu spielen, und der Druck der Bälle wurde stärker. Eine schlechte Abwehr nutzte Qeaecr geschickt aus, und langsam rollte der Ball in Gottschalks Gehäuse. Wenige Minuten später M ©umbmann, der gefährlichste Stürmer, den »eiten Treffer. Die Zuschauer verließen schon die fcüjoüne, als es Heß Vorbehalten blieb, auf Vorlage bar rechts den dritten Gegentreffer anzubringen. VfB.-R. II. — Heuchelheim I. 8:0 (5 :0). ittinen hohen Sieg landete die Reserve gegen die rmß nicht schlechte Els von Heuchelheim. Die Gäste men gegen die in guter Fahrt befindlichen Grün- Lt ßen'nicht auf und mußten eine hohe Niederlage Biniecfen. ,Teutonia" Watzenborn-Steinberg gdgen „Dunlop" Hanau 5:2 (1:4). Freundschastskämpse aus heimischen Fußballseidern „Teutonia" siegt! - DfS.-R. nur knapp unterlegen. [ 'friß Begegnung hatte in der näheren und wei- In Umgebung von Watzenborn-Steinberg Anklang nden. Es umsäumten bei Spielbeginn etwa 1000 chauer das Spielfeld. Bei diesem Spiel galt es, Können des Bezirksklassenmeisters Watzenborn- -nberg mit dem eines Gauligisten zu vergleichen, rn hatte mit „Dunlop" Hanau keinen schlechten iff getan. Was die Mannschaft im Feldspiel äe, 'war vollendetes Fußballspiel, lediglich im irm haperte es. Daß die Vertreter der ©auliga es Spiel gegen die „Teutonen" nicht auf die Mte Schulter genommen hatten, zeigte die Mann- Isaufstellung. Die Mannschaft trat komplett an auf den in Wachenbuchen verletzten Mittel- uner Eppelein, für den Waigand den Sturm rte. inau : Bergmann ■ Schlett Michel Roth Maier Puth Lause Steinmeyer Waigand Gruner Dornhecker i'.el gekommen. Der Spielverlauf. 2 unlop Hanau hat Platzwahl und wählt den deuten Wind als Bundesgenossen, der ihnen auch i ven ersten 10 Minuten zu einer Feldüberlegen- iti: verhilft, zumal das Zuspiel auch schon von der »s«n Minute an hervorragend ist. Bei etwas mehr lu'chschlagskraft der ©ästestürmer hätte in diesen taten ein Erfolg erzielt werden können. Dann men sich die Einheimischen und die ersten An- ijffe werden vorgetragen. Däublin dirigiert den lirrm, stellt selbst oftmals sein hervorragendes fii dies Können unter Beweis und schießt auch (ndimal sehr herzhaft. Nach 15 Minuten kommt r Ball zu dem temperamentvollen Linksaußen utz, der seinem Bewacher durchgeht, in den gegne- |c en Strafraum spurtet, hier aber etwas hart ge- mmen wird, so daß sich Schiedsrichter Bremer eine O:4-Niederlage einsteckcn, während Hessen Hersfeld die etwas ermüdeten Rheinländer mit 5:4 bezwang. „Teuton U" Watzenborn-Steinberg, der Gießener Bezirksklassenmeister, schlug Dunlop Hanau mit 5:2, dagegen zog RTSV. 05 Bad Homburg mit 1:3 gegev Reichsbahn Rotweiß Frankfurt den Kürzeren. Um die deutsche Fußball-Meisterschast. Warnsdorfer Fk. — 1. FL. Schweinfurt 1:4. Mit dem Bayernmeister 1. FC. 05 Schweinfurt griff am Ostermontag der letzte der 18 Gaumeister in die Kämpfe um die deutsche Fußballmeisterschaft ein. Die Schweinfurter hatten einen vorzüglichen Start, denn sie gewannen in Außig ihren Kampf gegen den Sudetenmeister Warnsdorfer FK. glatt mit 4:1 (2:0) Toren und setzten sich kst-imit an die Spitze der Gruppe 2 b. Die Schweinfurter warteten mit der geschlosseneren Mannschaftsleistung auf und ihr Sturm erwies sich als wesentlich durchschlagskräftiger als der der Warnsdorfer. Die Warnsdorfer Stürmer scheiterten meistens schon an der vorzüglichen Schweinfurter Läuferreihe, in der die Nationalspieler Kupfer und Kitzinger wieder unheimlich arbeiteten. Der Sturm wurde von Niederhauser überaus geschickt geführt, ober der Beste in der Fünferreihe war einmal mehr der Linksaußen Gorsky, der auch in der zweiten Halbzeit zwei feine Treffer erzielte. Der Sudetenmeister konnte in diesem Treffen nicht die gegen den Dresdner SC. gebotenen Leistungen erreichen. Die Hintermannschaft war nicht frei von Schwächen und der Sturm blieb von Anfang bis Schluß eine stumpfe Waffe. Der Sieg fiel, alles In allem, auch in dieser Höhe verdient an die Schweinfurter. Hapid Wien in Frankfurt geschlagen. Am Ostersonntag erschien der Pokalsieger Rapid Wien in Frankfurt zum Freundschaftsspiel gegen die Eintracht. Natürlich wollten sich die Sportbegeisterten dieses Ereignis nicht entgehen lassen. Sie wollten die Mannschaft sehen, die den Sportverein im Endspiel um den Tschammer-Pokal in Berlin bezwungen Omnium Deutschland-Belgien 10:9 Die Mannheimer Radrennbahn eröffnete die Sommer-Rennzeit am Ostermontag mit einer internationalen Veranstaltung, in deren Mittelpunkt das Omnium Deutschland —Belgien und ein 150-Run- den-Mannschastsrenncn standen. Es gab auf der ganzen Linie packende Kümpfe vor gutem Besuch. Im Länderomnium siegten die Deutschen Postler (Paderborn) und Miller (München) knapp vor den Belgiern de Boeveren - v. d. Acker. Das Mannschaftsrennen endete mit einer Ueberraschung. Denn nicht die Favoriten Miller-Hörmann oder P o st l c r - B i e h m e i er (Paderborki) behaupteten sich, sondern die Stuttgarter Kurz-Renz. Lohmann siegt in Mailand. Auf der Mailänder Bigorelli-Bahn starteten am Montag Lohmann und Purann gegen eine ausgesuchte Gegnerschaft und schlugen sich dabei aushatte. So pilgerten 15 000 hinaus zum Riederwald und erlebten bei schönstem Frühlingswetter einen Kampf, der überraschend zum großen Teil im Zeichen der Eintracht stand. Gewiß, die Wiener spielten nicht schlecht, sie zeigten oft großartige Einzel- leistungen, aber im Zusammenspiel waren ihnen die Frankfurter entschieden überlegen. So war auch der knappe 3:2- (1:0) Sieg der Eintracht durchaus verdient. gezeichnet. Lohmann wurde mit 99,830 Kilometer Gesamtsieger des in zwei Läufen ausgetragenen Steherkampfes vor Severgnini 99,800 Kilometer, Meuleman 99,530 Kilometer, Lemoine und Bovet. In den Amateurwettbewerben mußte sich Purann abermals von dem Holländer D e r k f e n geschlagen bekennen, ließ aber wiederum Astolfi (Italien) und dessen Landsmann Bergomi hinter sich. Derksen stellte außerdem im Rundenzeitfahren mit 23 Sekunden einen neuen Bahnrekord auf, während Purann mit 23,4 Sekunden abermals auf dem Ehrenplatz endete. holländische Rab-Siege in Krefeld. Mit internationalen Amateurrennen leitete die Radrennbahn Krefeld ihre neue Rennzeit am Ostersonntag ein. Die holländischen Gäste zeigten sich von bester Seite. Smits gewann den Fliegerkampf sicher vor Aeymans, Holzhüter und Kneller, während sein Landsmann v. d. Baay in einem 50-Runden-Ren- nen erfolgreich war. Das 50-Kilometer-Mannfchafts° rennen, dn dem Smits - Aeymans nicht beteiligt waren, ergab einen Ueberraschungssieg von Nolden- Dykstra. Auf der Mannheimer Radrennbahn gab es am Montag ein Omnium Deutschland gegen Belgien der Amateure. Die Deutschen Postler lPo- derborn) und Miller (München) siegten knapp mit 10:9 Punkten. Die Stuttgarter Kurz - Renz waren im 150-Runden-Mannschaftsrennen siegreich. Hackebeil gewann Berlin-Leipzig. Das erste Rennen des Jahres 1939, das zur Auswahl der neuen Nationalmannschaft der Straße diente, führte am Ostersonntag von Berlin nach Leipzig über 145 Kilometer. Die etwa 300 Teilnehmer wurden auf der ganzen Fahrt zur Messe- stadt vom Rückenwind begünstigt und hielten unterwegs dicht zusammen, so daß der Spurt am Ziel über die genaue Placierung und damit die Zuge- hürigkeit zur Nationalmannschaft entscheiden mußte. Der Chemnitzer Hackebeil erwies sich hier als schnellster Mann und siegte in 3:47:29 Stunden vor dem Berliner Bartoskiewicz und weiteren 50 Fah. rem, die dichtauf folgten. Kurze Sportnotizen. Hollands Hockey-Elf gewann den in Amsterdam ausgetragenen Länderkampf gegen Schottland überraschend glatt mit 4:0 Toren. Die Toskana - Radrundfahrt endete mit dem Siege des Italieners Gino Bartali. Deutsche Radfahrer in internationalen Kämpfen. im 77. Lebensjahre. Gießen, 9. April 1939. Statt besonderer Anzeige. 26161) im 77. Lebensjahr. Gießen, den 9. April 1939. 26230 im 88. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Gießen, den 10. April 1939. 2617 D durch Venus B verstärkt Mittwoch Verschiedenes! Gießen (Wernerwall 24), den 11. April 1939. 1 la Ackerland I 3irEci 850 qm, am . alten Krofdorfer Baue gut mit Ab ermann । Weg, ganz oder geteilt, zu ver 26140 pachten.Näheres uiedrc Drucksachen Llrofd. Str. 5. Brühl, Gießen frommer- Stadttheater In der Frühe des Ostersonntags entschlief sanft nach langer Krankheit mein lieber Mann, unser guter Vater Verlobungs-Anzeigen liefert Brühl'sche Druckerei oder B extra verstärkt Ueberraschendes Ergebnis Versuchen Sie noch heute Venus, es hilft wirk- licht- Venus-Gesichtswasser beschleunigt den Erfolg, ab 70 Rpf. Vollendete Schönheit d Venus-Tages-Creme. Tuben zu 50unfl 80 Rpf Erhält! i Fachgeschäften. Emmy Noll, geb. Cappenberg Dr. iur. Adolf Noll Gertrud Noll, geb. Schmidt. Mehr Freude an der Nalar • durch Bemiililer-Bii* Die Beisetzung findet am Donnerstag, dem 13. April, 14 Uhr, von der Kapelle des Alten Friedhofs aus statt Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. 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Über 50 Jahre wirkte er unter unermüdlichem Einsatz seiner ganzen Persönlichkeit bis zu seiner Krankheit an seiner Arbeitsstätte und leitete die Geschicke der Firma mit fester, zielbewußter Hand in echtem Kaufmannsgeiste. Neben den Sorgen seines Betriebs lag dem Entschlafenen stets das Wohlergehen aller seiner Mitarbeiter am Herzen. Dieser hochbegabte und korrekte Kaufmann von lauteren Charaktereigenschaften wird von uns nie vergessen werden. Wir werden seiner immer in Ehren und treuer Anhänglichkeit dankbar gedenken. Betriebsführunö und Gefolgschaft Job. Balth. Noll, Zigarrenfabriken, Gießen. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 12. April, nachmittags 3% Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Auf Wunsch der Verstorbenen findet die Trauerfeier in der Stille statt. In tiefem Schmerz: Mathilde Vigelius Eugenie Suur, geb. Vigelius In tiefer Trauer; Frau Elise Listmann, geb. Kullmer. Am 9. April starb nach längerem Leiden unser Seniorchef Herr Kommerzienrat Adolf Noll Am 8. April, mittags 12,20 Uhr, verschied nach kurzem schweren Leiden mein geliebter, treusorgender Mann, Schwiegervater, Großvater, Schwager, Onkel und Pate Herr Heinrich Listmann Oberpostschaffner i. R. im 73. Lebensjahre. Nach kurzer schwerer Krankheit ist unsere liebe, gute Schwester Auguste Vigelius von uns geschieden. im Alter von 45 Jahren durch einen Herzschlag von uns genommen. Gießen- (In Löbers Hof 6), den 9. April 1939. 26150 Z Heute wurde mein treuer Lebenskamerad, mein guter Mann, mein lieber Vater, unser unvergeßlicher Sohn und Bruder, Schwager und Onkel Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 12. April, nachmittags 4 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. In tiefer Trauer: Frau Anna Bellof und Sohn nebst allen Angehörigen. Herr Georg Bellof Lackierermeister