Nr. 60 Erstes Blatt 189.Jahrgang Samstag, ^./Sonntag,12. Marz 1939 Erfchetttt täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Vezllgrprelr: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Sietzen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 Lietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Srühlsche Univerfitätrdruckerei R. Lange in Sießen. Schristleitung und SeschSftrftelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8' /.Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text« anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.25°/o mehr. Lrmätztgte Grundpreise: Stellen-, Vereins«, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenhettsanzei« gen 5 Npf., Familienanzeigen, Bäder«, Unterrichts« u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Preßburg unter dem Standrecht. Tschechisches Militär gegen die demonstrierende slowakische Bevölkerung. Eine Note des Kabinetts Tiso an die Neichsregierung. Budapest, 10. März. (Europapreß.) Berichten, die telephonisch aus Preßburg hierher gelangt sind, sind über die politischen Vorgänge der letzten vierundzwanzig Stunden folgende Einzelheiten zu entnehmen: Die Stadt Preßburg wurde in bdr Nacht zum Freitag durch starke tschechische Polizei» kräfte, die mit Lastkraftwagen herbeigeschafft worden waren, von der Außenwelt abgeriegelt. Die Hlinka-Garden, die am Donnerstagabend in der ganzen Provinz alarmiert worden waren, konnten wegen der militärischen Absperrungen nicht mehr nach Preßburg hineinkommen. Die tschechischen Polizeikräfte besetz- t e n sämtliche wichtigen Punkte der Stadt Preßburg. Polizei- und Gendarmeriegebäude, Poft, Telephon- und Telegraphen-Direktion, ferner das Eisenbahn-Verwaltungsgebäude stehen unter tschechischer polizeilicher bzw. militärischer Besetzung. Um 11 Uhr vormittags wurde durch den Rundfunk mitgeteilt, über Preßburg sei das Standrecht verhängt worden. In dem slowakischen Studentenheim .,V o r a d o v", dem slowakischen „Alkazar", versuchte die Studentenschaft sich gegen das tschechische Militär zur Wehr zu setzen. Tschechische Polizei marschierte mit Panzerautomobilen auf und stürmte schließlich das Gebäude mit gefälltem Bajonett. Auch das Redaktionsgebäude des Hauptorgans der Hlinka-Garde, des „S l o w a f", wurde militärisch besetzt. Außer dem Propagandachef der slowakischen Landesregierung, Mach, und Professor Tuca, dem bekannten Vorkämpfer der slowakischen Selbständigkeit, wurden auch die beiden Unterführer der Hlinka-Garden, Farkas und Murgac, verhaftet. Auch deren Frauen wurden festgenommen. Gegen Mittag hatte sich vor dem Preßburger Re- gierunasgebäude eine vieltausendköpfige Menschenmenge angesammelt, die sich vornehmlich aus Arbeitern, Hlinka-Gardisten und Studenten zusammensetzte. Die Menge d e m o n - strierte in Sprechchören für eine freie Slowakei. Tschechische Polizei in Ueberfall- wagen versuchte, die Menge zu zerstreuen. Die Kundgeber empfingen die Polizisten mit lauten Pfuirufen und stimmten dos slowakische National- lied „Hej Slovakij" an. Schließlich trieb die Polizei mit Gummiknüppeln die Menge auseinander. Die Demonstrationen hielten den ganzen Nachmittag an. Dor dem Gewerbehaus im Preßburger Zentrum kam es zu einem schweren Zusammen st oß zwischen der tschechischen Polizei und der Hlinka- Garde. Im Laufe einer Schießerei wurden auf Seiten der Hlinka-Garde ein Mann erschossen und drei Personen schwer verletzt. Die Demonstranten rufen immer wieder in Sprechchören: Wo istTiso? Wo ist Mach? Wo ist Tuka? „Die Tschechen muffen hinaus." Demonstrationen in Preßburg gegen die Rückkehr tschechischer Gewaltherrschaft. Preßburg, 10. März. (DNB.) In den Abendstunden sammelte sich eine große Menschenmenge vor de m Gebäude der De utschenPartei an. Von den Anwesenden stürmisch begrüßt, erschien Staatssekretär Ingenieur - K a r m a ft n auf dem Balkon und hielt an die Menge eine kurze Ansprache, in der er u. a. erklärte, es gehe nicht an, daß wiederum die alten Zustände der tschechischen Vorherrschaft eingeführt würden. Er schloß seine mit ! begeisterter Zustimmung aufgenommene Rede mit iden Worten: .Lameraden! Zusammenhalten! 'Mag kommen, was kommen mag!" Nach dem Ab- Isingen des Horst-Wessel-Liedes, während dem auf idem Parteigebäude die Hakenkreuzfahne gehißt «wurde, zogen die deutschen Demonstranten gegen die tschechische Willkürherrschaft vor das Preßbur- ig e r Theater, wo sie gemeinsam mit der Hlinka-Garde eine neuerliche Kundgebung veranstalteten, bei der der Propagandaleiter fiber Deutschen Partei, Hauskrecht, u. a. erklärte, 8daß die Zustande der letzten 20 Jahre nicht wieder einreißen dürfen. Anschließend nahm ein ^Vertreter der Hlinka-Garde gegen die brutale tschechische Gewaltherrschaft Stellung. Die ohne Zwi- isschenfälle verlaufene Kundgebung wurde mit dem Horst-Wessel-Lied und der slowakischen Nationalhymne geschlossen. In Preßburg wurden nachmittags t s ch e ch e n - f « t n b I i d) e Flugze11el verteilt,in benen gegen neuerliche Willkürherrschaft und gegen Öre neue von Prag eingesetzte Regierung Stellung genommen wurde. Der politische Stabschef b-r Hlinka-Garde, Karl Murgas, konnte sich r-‘ seiner Verhaftung noch rechtzeitig verbergen. Er er« ieß einen Aufruf an die Hlinka-Garde, '.n dem es u. a. heißt: „Heute in der Nacht wurde nm slowakischen Volk b e r größte Verrat verübt, den bie Geschichte unseres Volkes kennt. Tine CliguevonVerrätern, an beren Spitze öer Gutsbesitzer unb Korruptionär Teplansky steht, bringt aus Prag in die Tschechoslowakei ein unb hat mit ben silbischen Schiebern unb den Bajonetten tschechischer Söldner die Tschecho-Slowakei und das slowakische Volk dem tschechisch-bol- chewistischen Terror ausgeliefert. Te- vlansky unb Sivak, diese Schänder des politischen Testaments Hlinkas, setzten sich auch um den Preis der Freiheit des Volkes in die mit Verrat gepolsterten Ministersessel. Teplansky, Sivak, Buday und So- L!ol verrieten unseren Eid, der lautet: Der Weg zurück ist nicht möglich! Vereinigt euch mit den deutschen Kameraden der FS. für unsere Slowakei gegen die Regierung unb gegen die tschechischen Eindringlinge. Diese müssen hinaus aus dem Lande. Es lebe die Freiheit des slowakischen Volkes; es lebe die deutsch- slowakische Zusammenarbeit und Brüderlichkeit. Hinter uns steht Dr. Tiso, Sidor, Durcansky und die anderen, die das Volk nicht verraten haben. Am Freitagabend haben die Preßburger Sicherheitsbehörden die Schließung sämtlicher Gaststätten unb Lichtspielhäuser ange= orbnet und die Bevölkerung aufgefordert, ihre Woh- mtngen aufzusuchen. Diese Maßnahme hatte zur Folge, daß die Kundgebungen in den Abendstunden etwas abflauten. Die'Kundgeber zogen sich von den Hauptstraßen in die Nebenstraßen zurück. Militärpatrouillen durchziehen die Stadt. Ueberhaupt wird der Sicherheitsdienst immer mehr in die Hände von Militär und Gendarmerie gelegt, da die Preßburger Polizei mit der Bevölkerung sympathisiert. Eine Note des Kabinetts Tiso an die deutsche NeichSeegierung. Berlin, 10.Mär;. n derTschecho-Slowakei. Durch die 'Befreiung der Sudetendeutschen und den Sturz des Benesch- Systems sahen die Tschechen sich vor die Notwendigkeit gestellt, ihr Verhältnis zu Slowaken und Kar- patho-Ukrainern auf eine neue Grundlage zu stellen. Sie wurde von allen Beteiligten in der Gewährung einer weitgehenden Autonomie für die Slowakei wie für die Karpatho-Ukraine gesehen, denseftalt, daß beide Länder ausreichend in der Prager Zentralregierung vertreten sind, die im wesentlichen für die Außenpolitik, das Heer und die Finanzen zuständig bleibt, während eigene Landesregierungen in Preßburg und Chust, der neuen Hauptstadt der Kar- patho-Ukraine, die beiden Länder in verwaltungsmäßiger, kultureller, wirtschaftlicher und sozialpolitischer Hinsicht selbständig betreuen. Die Durchführung der Autonomie hat in den letzten Wochen zu erheblichen Spannungen geführt, wohl weil man in Prag so bald nicht von dem eingebürgerten Zentralismus zu lassen vermochte und andererseits in Preßburg sowohl wie in Chust in der zurückhaltenden Art, wie Prag an die Einlösung des Autonomieversprechens ging, geradezu eine Sabotage des Autonomiegedankens sah, woraus sich notwendlger- meise ergab, daß in der Slowakei wie in der Kar- patho-Ukraine jene Strömungen, die über die Autonomie hinaus auf vollständige Selbständigkeit drängten, mächtigen Antrieb eryielten. Die Forderung, von diesen Kräften entschieden abzurücken, ist für die Tschechen anscheinend der Kernpunkt der Verhandlungen gewesen, die sie am Donnerstag mit den beiden Landesregierungen der Slowakei und der Karpatho-Ukraine in Prag geführt haben. Jene beiden verlangten dagegen eine für sie günstigere Berücksichtigung bei der Verteilung der gemeinsamen Haushaltsmittel, ferner eine stärkere Berücksichtigung in den Zentralbehörden und schließlich Reorganisation der Armee derart, daß die slowakischen Offiziere und Mannschaften ausschließlich in der Slowakei ihrer Militärpflicht genügen. Aus den aus der Tschecho-Slowakei vorliegenden Berichten ist noch nicht klar zu ersehen, wie sich die Dinge abgespielt haben, die gestern früh zur überraschenden Absetzung der slowakischen Landesregierung durch den Staatspräsidenten Hacha geführt haben, und welche Folgen sich aus der Neubildung der Regierung durch den bisherigen slowakischen Schulminister S i v a k ergeben werden, zumal dieser Regierungswechsel anscheinend in Formen vor sich gegangen ist, die man als ungewöhn- a "S *5 leDose-r^ otenfrow itholteo s echt« •dal Ring um Deutschland. Dg, wo über das flandrische Land, wett, eben, oi ins Unendliche reichend, der Wind vorn Meer eiüberweht, liegen sie, frühe Opfer einer frühen •itlbe. Da liegen sie, die Helden von Lange- niircf. Mochte ihnen der Wind Wort um Wort e- Liedes von ihren Lippen reißen, Ton um Ton ei Melodie, mit der sie gegen den Feind stürmten - sie sangen, und sie stürmten für Deutschland. :i kämpften, und sie fielen für Deutschland, feinen Innen auf den Lippen, aber im Herzen sein Blut. war nicht ein anderes, nicht ein Fremdes, dieses »lutschland, für das sie marschierten im Grauen e< höllischen Feuers: sie waren es selbst, sie waren 1 Land, das da schritt, sie selbst waren Deutsch- trfb. Mit ihnen fiel Deutschland, tapfer, heldisch. Doch sie nicht starben, sondern lebendig sind, so starb oirg nicht Deutschland. Es sank, brach nieder, ver- tr,, wie der Soldat im Tod, für eine Weile sich r. hen in den Weltmeeren und in allen Erdteilen, mter Afrikas sengender Sonne und in Asiens 2 eiten, in Rußland und in Polen, in den Kar- Ptthen unb an ber Ostpreußischen Grenze, m Flan- brrn unb in Frankreich, aber überall liegen he in eiern Boben, der durch ihren Tod zu deutscher W geworden ist, unb es ist beutscher Abel, als wchbenkliches Volk gut unb ehrfurchtsvoll mit ben Jbten umzugehen, sie mit Respekt zu behandeln md als Vorbilder der Pflichterfüllung zu rühmen. Am 17. März 1935 beging unser Volk den Helden- fltbenftaq in unvergeßlicher Weise; am Tage vorher fr tte der Führer Adolf Hitler das Gesetz der cE [gemeinen Wehrpflicht verkündet iieb/burd) eine Proklamation begründet. Das Gesetz t-ftimmte in einfachen unb klaren Worten: „Der Dienst in ber Wehrmacht erfolgt auf ber Grunblage der allgemeinen Wehrpflicht. — Das deutsche Friedensheer, einschließlich der übergeführten Truppen-Polizeien, gliedert sich in 12 Korpskommandos unb 36 Divisionen. «Ein gewaltiger Jubel brauste durch das ganze lind, denn nun wußte jeder, daß die Schmach von 2°rsailles beseitigt war, die dem Deutschen Reiche rar ein Heer von 100 000 Mann zugebilligt hatte. 1 e kleine Reichswehr durfte den Ruhm für sich boanfprudfen, trotz aller Beschränkungen und Be- siitzelungen den Geist der alten deutschen Armee chatten und das Ansehen deutschen Soldatentums ftckenlos bewahrt zu haben. Das Ausland mußte sch mit der Tatsache der Wehrhaftmachung ab- fnben. denn es vermochte den Vorwurf nicht zu rtträften, daß es nichts dazu getan hatte, eine o gemeine Rüstungsbeschränkung in Europa durchführen, trotz der jahrelangen Komödie der Ab- rsitungskonferenz in Genf. :Der Führer hat vom ersten Tage an erklärt, daß b- deutsche Wehrmacht als ein Schirm des Friedens für Reich und Do" I- seiner großen Reichstagsrede in der er die bekannten 13 Punkte aufstellte, betonte [ jft. Jedoch es lebte wieder empor, hob sich Hiner und herrlicher im Bild jener Jugend, die im als die Jugend von Langemarck unter uns tritt, umstrahlt vom Ruhm ihres Heldentums, Ver- iflchtung für alle, die Deutschland nun tragen. Ins noch immer weht der Wind vom Meere hsr jj< den roten Mohn, den das Niemandsland heute ti. damals trägt, über ben breiten Wassergraben schweren Bunkern, ben ruhenben Punkten 5. Unb in ber Halle, in ben Gängen |oU niemandem mehr gelingen, die alte deutsche Zwietracht noch einmal aufzuwecken und durch Selbstzerfleischung das deutsche Volk zur ohnmächtigen Beute fremder Willkür zu machen. Denn hinter den Worten des Führers steht im Geiste der einstigen Kämpfer um Deutschlands Größe geschlossen und einig das ganze Großdeutschland! Und wir Lebenden grüßen die Toten mit dem Gelübde: „So ziehen wir die neue Bahn Mit euch ins Leben wieder. Das Reich sie sollen lassen stahn. Das schwören wir euch, Brüder! Schon blinkt der neue Morgenstrahl, Um Deutschland zu verklären, Run braust's um euer Ehrenmal: .0 Deutschland hoch in Ehren!"' M. Ein Wort zur rechten Zeit. Heute wissen wir, was wir damals im Weltkriege nicht wußten, daß nämlich d i e deutsch-österreichischen Regimen- t e r aus der Steiermark, aus Kärnten, aus dem Sudetengau, um nur diese Gebiete zu nennen, die größten Blutopfer des Weltkrieges gebracht haben. Deshalb ist cs gerade heute, da eine Grenze uns um- schließt, zu sagen, was gesagt werden muß. Dies Wort zur rechten Zeit hat Werner Wirths gefunden in seinem Buche „Wir wurden gerufen", F. 21. Herbig Verlag, Berlin. Wir stünden zuvor noch einmal auf dem Soldatenfriedhof in Feltre, an den Gräbern der Kameraden, die wir zurückließen, inmitten der größten Kameradschaft des Todes. Was nahmen wir mit aus dem Erlebnis dieser Südfrontmonate? Wenig genug wußten wir von unseren deutschen Volksgeno'lsen in Oesterreich. Wir waren wieder einmal gekommen, um den „O e st e r r e i ch e r n" zu Helsen, und Oesterreicher waren für die meisten von uns Tschechen und Wiener, Ungarn und Kärtner, Bosniaken und Salzburger, Kroaten und Tiroler. Wir aber fühlten uns, als Soldaten des Deutschen Reiches, erhaben über diese Dielvölker- armee und rühmten unsere Disziplin, unsere Straffheit und Energie, die den Feind schlug, wo sie ihn traf. Was leisteten diese „Oesterreicher" schon Großes! Kommt erst einmal nach dem Westen, da werdet ihr erfahren, was Krieg ist! Aber dann erlebten wir eines nachts just dort, wo es von Quero hinab nach Daldobiaddene geht, an der Brücke von Alano, die ständig unter schwerem Fernfeuer lag, unliebsamen Aufenthalt. Warum geht es nicht weiter? Sicherlich sind die „Oesterreicher" wieder schuld, daß der Weg versperrt ist. Wir reiten nach vorn. Ein Geschütz, dessen Pferde getroffen wurde, lag umgestürzt, und die Mannschaft war dabei, es auf die Beine zu bringen. Ein österreichischer Hauptmann mühte sich vergeblich, sich mit seinen Leuten zu verständigen; er sprach deutsch, die Leute verstanden ihn nicht, und der Feldwebel, der beide Sprachen beherrschte, lehnte tot am Wege. Da traten uns, für Augenblicke, angesichts der stummen Geste dieses österreichischen Hauptmanns die ungeheueren Schwierigkeiten eines Vielvölkerheeres ins Bewußtsein, ging uns auf, daß diese k. und k. Armee nicht nur gegen den äußeren Feind zu kämpfen hatte. Der Hauptmann, der ein Deutscher war, wie mir, sprach nun aus: Was habt ihr Reichsdeutschen es gut, und was wißt ihr von den Deutschen in Oe st erreich! Diele von uns verstanden diesen Stoßseufzer nicht oder vergaßen ihn, kaum daß sie ihn gehört hatten. Aber weitete sich nicht in uns doch, für Augenblicke das Blickfeld, spürten wir nicht jäh die Torheit: zwischen Deutschösterreichern und Deutschen zu unterscheiden, als ob Staatsgrenze gewichtiger seien als Blut? ' Dann standen wir in den Weinhängen am User der Piave inmitten österreichischer Batterien; die feindlichen Batterien deckten uns zu, und wir halfen einander in selbstverständlicher Kameradschaft. Der Mecklenburger starb genau so auf Deutsch wie der Deutschösterreicher, und das Wort Mutter kam diesem genau so deutsch von den verbleichenden Lippen wie jenem. Und wieder spürten wir dumpf, und doch im Grunde unseres Herzens schon klarer, d i e größere Dolksgemeinschaft,die uns alle band. Und wenn wir zusammensaßen, und ein österreichischer Kamerad erklärte plötzlich offen: zerschlagt doch diesen Staat und nehmt uns Deutsche in Oesterreich zu euch ins Reich! Wir kämpfen Ja nicht um dieses Staates, um Habsburgs willen, sondern um das Reichder Deutschen, AU dem wir ebenso gehören wie ihr! — dann schwiegen wir fast erschreckt; denn — was wußten mir von den Deutschen in Oesterreich und ihrem Herzschlag? Irgend etwas stand zwischen uns — und später erst, im großen Leid des Zusammenbruchs und der Entrechtung aller Deutschen, wurden wir uns bewußt: mir sahen damals nur den Staat und vergaßen darüber dis Volksgemeinschaft, wie sahen nur d i e Umwege der Geschichte und nicht ihren Sinn, die große Gemeinsamkeit, die trotz der Umwege der Geschichte nicht ausgelöscht werden konnte. Hüben und drüben der Reichsgrenze aber wuchs aus gemeinsamer Kriegsnot die neu erlebte Blutsverbundenheit. Eine Ahnung der tieferen geschichtlichen Zusammenhänge nahmen mir damals mit uns herüber nach Frankreich. gewöhnliche Vorteile gewähren mußte. Das wird sofort jedem Besucher r^ar, sobald er die Dimyhöhe (145 Meter über dem Meeresspiegel) erreicht hat. Frei schweift der Blick von hier aus nach West und Osten über die Niederungen der Scarpe, des La- Bassse-Kanals und die Kohlenfelder zwischen Lens, Böthune, Arras und Douai. Schon in den Kämpfen der französischen Ritter gegen die Engländer galt der Besitz von Notre Dame de Lorette als Gewähr des Sieges. Im Weltkrieg hat diese Legende erneut eine sehr reale Bedeutung gewonnen — auch für den benachbarten Bergrücken von Dimy. Seit im Oktober 1914 die erste fortlaufende deutsche Frontlinie auf dem beherrschenden Höhenzug gebildet wurde, haben nacheinander die Franzosen, Marokkaner, Engländer und Kanadier unermüdliche Gegenangriffe unternommen, bis endlich am 9. April 1917 die deutschen Truppen der Uebermacht weichen und über den steilen Ostabhang wieder in die Ebene hinabsteiqen mußten. Inzwischen hatte das Furioso des Trommelfeuers die baumbestandene Oberfläche des Dimyhügels erst glatt abrasiert, dann so vollständig umgewühlt, daß kein Quadratzentimeter Boden verschont blieb. Ja, selbst Das Innere des Berges mar zerfressen morden. Denn hier hatte sich, begünstigt durch die Eigenart des Geländes, eine Sonderform des mörderischen Stellungskampfes $ur höchsten Vollendung entwickelt: der Krieg mit Minensprengungen, Horch- bestecken und Stollengängen bis tief unter die feindliche Linie, der Krieg unter Der Erde. As mir Die Ueberrefte Dieses unheimlichen Kampfsystems vor uns sehen, als wir in Das Tiefenlaby- nnth des Kanadierstollens eindringen und Die aus dem Fels gehauenen Räume dieser unterirdischen Kasernenanlage betreten, als wir erfahren, daß Tausende von Bergarbeitern viele Monate lang Tag und Nacht nur damit beschäftigt waren, um diesen einen Stollen au graben, während die deutschen Soldaten solche Arbeiten selber übernehmen mußten, als mir unwillkürlich die riefenhafte Summe an Arbeit und Geld, an Schweiß und Todesangst, an Blut und Geist ermessen, die aufgewendet wurde, um nur wenige Quadratkilometer Boden, um nur einen einzigen Krater in dieser Mondlandschaft zu gewinnen, Da kommen uns jene Strophen in den Sinn, Deren Mystik wohl die allein mögliche Erklärung für solches Geschehen enthält. Wenn die Sonne gesunken. Der Nachtmind über Dimy Mondlichter gleiten. sweht, Ein Heer von grauen Schatten geht über die Hügelbreiten. In Grau und Blau und Khaki ziehen sie über den Plan, sie kennen sich besser im Tode, als sie's im Leben getan. Das ganze Gebiet der Vimyhöhe ist im wesentlichen bis heute so liegen geblieben, wie es die Truppen am Kriegsende verlassen haben. Rechts und links des sogenannten Kanadierweges, der, von Oie Westfront nach zwanzig Jahren. Von unserem ß. E -Sonderberichterstatter. I. Böttergrenze - Zeitenwende. Die Paßkontrolle an der belgisch-französischen Grenze ging ohne Schmierigkeiten oonitatten. Auch unser in Brüssel gemieteter Reiie-Autoous, der uns vier Tage lang über die Schlachtfelder und deutsche Kriegergraberstätten in Frankreich führen sollte, erweckte nicht den geringsten Verdacht. Kein Koffer, kein Gepäckstück wurde untersucht. Wir vertraten uns auf Der ärmlichen, von ungepflegten Häuschen umrahmten Dorfstrahe ein wenig Die Füße, und Dann ging es weiter — Richtung Lille. Dies geschah einige Wochen nach Der weltgeschichtlichen Zusammenkunft in München — Frankreich hatte die Demobilisierung seiner Streitkräfte soeben abgeschlossen —, aber noch vor Dem Ribbentrop- Besuch in Paris. Dieser Zeitpunkt ist bemerkenswert, weil man hätte annehmen können, daß die an dieser Straße diensttuenden französischen Zollbeamten, die an sich schon wegen ihres Pflichteifers einen fast internationalen Ruf genießen, angesichts Der kaum überstandenen Kriegsgefahr ihr normales Mißtrauen gegenüber einer deutschen Reisegefell- schäft noch verdoppeln würden. Nichts dergleichen. Ja, cs darf gleich hier gesagt werden, daß uns während der ganzen Reise kein Schimpfwort, keine unfreundliche Geste und kaum ein mürrischer Blick traf. Diese Beodachtuna ist wichtig, denn sie zeugt nicht nur von einer friedlichen Gesinnung im bodenständigen Volk, sondern beweist noch etwas anderes: die Franzosen haben mit sich selbst genug zu tun! So war unser Reisetermin — Herbst 1938 — in einem weiteren Sinne gut gewählt. »es sozusagen nur flüchtige Momentauf- rin konnten, die mir von dem Land und seinen Menschen machen konnten, hielten sie doch Frankreich in dem Augenblick fest, da es an einem vielleicht entscheidenden Wendepunkt seiner mehr als tausendjährigen Geschichte angelangt mar. Und wirklich, unsere Eindrücke erläuterten und bestätigten in überraschender Weise schon vorweg den tieferen Sinn der deutsch-französischen Friedenserklärung: Beide Nationen sind sich grundsätzlich über die Verschiedenheit, aber auch die Vereinbarkeit ihres künftigen Weges einig geworden. Während das junge, starke, aufblühende, fultur- trächtige Deutschland den gesamten europäischen Raum östlich des Rheins in seine getreue Obhut nimmt, erwacht Frankreich endgültig aus dem gefährlichen Traum einer militärisch-politisch-kulturellen Vorherrschaft über diesen Kontinent und kehrt \ ur eigenen Wirklichkeit zurück. Es tut dies aus zwingenden Gründen, Denn Die Basis, auf Der noch Der krankhaft-phantastische Ehrgeiz eines Clömenceau, eines Poincarö unD selbst eines Briand emporwucherte, ist — das lehrte uns jeder Augenschein — einfach zu schmal, zu schwach, zu unbedeutend geworden, als daß sie Die moralisch und materiell so ungeheuer kostspielige Last Des in Versailles errichteten Bündnissystems noch länger hätte tragen können. Frankreich also kehrt zu sich selb st zurück und sieht eine nicht minder schwere Ausgabe vor Augen: die Wiederbefestigung feiner nationalen Grundlagen, die seelische Erhebung und den Ausbau seines Kolonialreiches. Die dazu notwendigen schöpferischen Reserven sind Aweifellos vorhanden, aber sie gebrauchen, um wirksam zu werden, Ruhe und Entwicklung. Sie wären dem Risiko eines außenpolitischen Abenteuers wohl kaum gewachsen, und irgendwie hat auch der einfache Franzose Die Empfindung, daß Deutschland ihm dies Risiko er- spart, daß das neue Deutschland auf billige Triumphe keinen Wert legt. Man spürt in unserer Nachbarnation das ehrliche Interesse Des Führers an einem gesunden, in sich ruhenden Frankreich. Dieser völlige Umschwung der Dinge muß demjenigen Deutschen besonders bewußt werden, Der heute Die Gebiete in Frankreich betritt, Die noch vor gut zwanzig Jahren Der Schauplatz Des größten und furchtbarsten aller Kriege waren. Denn hier fand ja jene Bewährungsprobe statt, Die letzthin über Das fernere Schicksal Der Völker entschied. Diese Landschaft, Die das Blut von Millionen tapferer Männer trank, die den Nationen Das Mark aus Den Knochen sog, Die auf ihrem Rücken noch endlose Gräberfelder und die kaum vernarbten Wunden der Materialschlacht trägt, diese Landschaft wurde erst dadurch, Daß sie mit den Toten zugleich Den Keim zur deutschen Wiederauferstehung, zum europäischen Gesetz und zu einer neuen weltgeschichtlichen Epoche empfing, — wahrhaft unsterblich. Doch ist mit solcher Feststellung noch nichts getan. Die Größe der gebrachten Opfer verlangt mehr von uns. Sie fordert Den Dienst am lebenden und kommenden Deutschland, sie fordert aber auch Den Dienst an Denen, Die vor 20 Jahren für Das Reich Der Zukunft starben. Die Ruhestätten unserer Gefallenen müssen endlich jene Gestalt bekommen, Die Der unsterblichen Landschaft und die Dem unsterblichen Geist Des neuen Deutschland würdig ist. Dazu kann jeder mithelfen. Der Volksbund Deutsche Äriegsgräb\erfürforge weist ihm Den Weg. Auf der Vimy-Höhe. Nach Passieren Der belgisch-französischen Grenze acht es in schnellem Tempo über Die schnurgeraden Pappelstraßen des Departements Nord. Bald ist das geschäftige, von lebhaftem Verkehr erfüllte Lille erreicht. Schon hier wird die Erinnerung an Die eigentlichen Weltkriegszonen lebendig. Denn Lille war vom Oktober 1914 bis zum Oktober 1918 der Eckpfeiler der deutschen Flandernfront, es bildete das große Magazin und die Lerteilungszentrale für sämtliche in diesem Frontabschnitt benötigten Hilfsmittel. Die strategische Bedeutung dieser Festung veranlaßte die Gegner wiederholt, mit starkem Einsatz an Trupven und Material die Rückeroberung Lilles zu versuchen. Die Gräberstätten und Die berühmten Schlachtnamen vor den Toren Der Stadt zeugen davon. Auf dreierlei Weise spricht von nun an die Erinnerung an Den Weltkrieg immer wieder zu uns: durch die Schlachtfelder selbst, durch Die Menschen, die in den ehemaligen Hauptkampfgebieten wohnen, und durch die zahllosen Kriegsgräberstätten, in Denen unsere gefallenen Soldaten ruhen. Von den Schlachtfeldern soll hier zunächst die Rede sein. Die flache, waldlose Landschaft um Lille, die so viele hartnäckige Kämpfe sah und in Der auch der Führer am 13. Oktober 1918 seine schwere Gasver- giftung erhielt, zeigt ein Gesicht, das äußerlich nur noch spärliche Spuren des Krieges aufweist: ein paar rauchgeschwärzte Haustrümmer, hier und da zerbrochene Betonbunker auf freiem Felde, zusammengesunkene Erdbefestigungen, Wellblechbaracken... Um so schwerer wiegt der Klang vieler Dorfnamen, Der während her Fahrt an unser Ohr bringt und ganzen Kapiteln der Weltkriegsgeschicyte als lieber- schrift dienen könnte. Da ist Die Straße nach L a B a s s 6 e, an Der so viele deutsche Soldaten ruhen, da ist der L a - B a s s 6 e - K a n a 1, den wir in der Nähe Der deutschen Kriegsgraberstätte Salome Überschreiten, da ist die Kohlen- und In- dustriestadt Lens, die mit deutschem Reparations- gelb großzügig und weitläufig wieder auf gebaut wurde, freilich in einem Stil, Der uns nicht zusagt. Dann aber verändert sich Die Gegend. Die tellerflache Landschaft des Artois bekommt nach Westen hin plötzlich einen Rand, und auf diesem Rand sieht man schon aus Der Ferne zwei Bauwerke sich vom tyrnmel abheben — das Kanadier- Denkmal und die neue Loretta-Kapelle. Die beiden Punkte — Vimyhöhe und Lorettohöhc — bezeichnen eine der wichtigsten strategischen Stellungen an Der ganzen Westfront, Deren Besitz außer- ber Hauptstraße Lens—Arras abzweigend, über den Höhenrücken weiter nach Loretto führt, dehnt sich weithin das ehemalige Kampffeld mit feinen Granattrichtern, Gräben und Betonuntevstänben. Der kümmerliche Grasbewuchs, Die jungen Bäumchen und Sträucher, Die sich ohne menschliches Zutun hier und Da angesamt haben, vermögen Die Wunden Des Krieges nur notdürftig zu verdecken. Noch steckt überall Munition und vergessenes Kriegsgerät im Boden. Schilder am Wegrand warnen die Besucher vor Explosionsgefahr und zeigen ihnen den Weg zu den „Sehenswürdigkeiten". So kommt man zum hoch aufragenden, seltsam geformten Kanadier-Denkmal aus weißem Marmor, Das Der englische König 1937 einweihte, so kommt man zum französischen Denkmal, bas die „Flamme des Friedens" darstellen soll, so gelangt man auch zu dem berühmten Kanadier-Stollen und zu jenem ausgebauten Gra- ben-System, das durch Ausgießen Der Sandsäcke mit Zement der Nachwelt in feiner ursprünglichen Gestalt erhalten wurde. Nicht weiter als 20 Meter voneinander entfernt lagen sich hier beiderseits eines gewaltigen Kraters die Deutschen und Kanadier gegenüber. Das Niemandsland dazwischen ist noch heute mit dem Stacheldrahtgewirr ausgefüllt, das damals die Gegner trennte. Als Die Gegner einsahen, baß sie die zu Beton und Eisen erstarrte Front selbst mit dem größten Einsatz Der üblichen Mittel nicht mehr verändern könnten, da auch jede Nachschubbewegung durch das Sperrfeuer der Artillerie unterbunden wurde, begannen sie die Front in das Berginnere zu verlängern. Seit am 3. März 1915 Die ersten deutschen Minen unter den französischen Verschanzungen gesvrengt wurden, spielte diese Kampfesart bis zur endgültigen Aufgabe des Bergkammes die Hauptrolle. Im März 1916 wurden die Franzosen auf der Dimyhöhe von den Engländern abgelöst. Fortan galt folgende Taktik: Sobald ein wichtiger Punkt des feindlichen Schützengrabens unterminiert und gesprengt war — wobei sich die gegnerischen Pioniere an Tiefe und Schnelligkeit möglichst zu überflügeln trachteten — stürzte alles unter dem schützenden Feuerhagel der eigenen Waffen Die kurze strecke nach vorn, um den Rand des durch die gewaltige Explosion neuqebilbeten Kraters zu besetzen. Diese Krater erhielten besondere Namen. Die Engländer nannten sie beispielsweise „Broadridge- Krater", „Momber", „Love" ober ,Kenneby". Schließlich war bas Gelände fo oft bombardiert und unterminiert worden, daß besonders in der Nähe von Nouville-Saint-Daast die Linie nur noch aus zusammenhängenden Trichterlöchern ohne erkennbare Schützengräben bestand. Als bann im Oktober 1916 die Englönber wiederum von Den Kanadiern abgelöst wurden, hatte man die Älethobe des unterirdischen Stellungskrieges noch weiter verfeinert. Man begnügte sich nicht mehr damit, Laufgräben und Minen unter die feindlichen Krater zu legen, sondern man bediente sich auch zur Heranführung von Lebensrnitteln, Munition und Mannschaften langer Tunnelsysteme, welche die Front mit der Etappe verbanden bzw. eine Etappe unmittelbar unter her Front schufen Der größte der von englischen Ingenieuren angelegten Tunnels hatte eine Länge von 1,7 Kilometer. Diese Höhlen- chsteme enthielten die verschiedensten Unterkunftsräume, Entwässerungsanlagen, Rote-Kreuz-Statio- nen, Küchen, Dorratskammern und Wasserbehälter, eie hatten sogar Straßenbahnen und waren elef- irisch beleuchtet. Der „Pour le mörile"! Seit durch die große Tat des Führers Deutschland seine Wehrhoheit zurückerhielt, die allgemeine Wehrpflicht wieder eingeführt und die Wehrmacht in ihren drei Teilen Heer, Kriegsmarine und Luftwaffe gewaltig verstärkt wurde, finden wir wieder eme verhältnismäßig große Zahl von Trägern des Ordens „Pour le m 6 rit e", her höchsten preußisch-deutschen Kriegsauszeichnung, unter den "'ihrem der Wehrmacht. Aus den 62 Namen, ännern, Die sämtlich verdiente Soldaten und Füh- Den deMöstmeichischen Toten des Weltkrieges! TZon JRobert Hohwaum. Uns hat ma kennt! Wann mir von „Hoch und Spleni" am Ring flaniert san und am Schottentor, am Arm die Antschi, Mitzi oder Leni und die Virginier schiebrisch Hinterm Ohr, und erst am Abend dann im Wurstelprater, da war'n mir grab in unferm Element, mir fan, uns kennt ma, hört's nur Dös Theaters Die Deutschmeister vom vierten Regiment! Und mir, mir war'n halt immer Knecht und Bauern, Ham lieber g'schossen als wie exerziert, mir aus 'm Oetztal oder aus ’n Tauern, Wildschützen oft, Dös hat uns net scheniert. In Jnnschbruck stationiert, in Salzburg Droben, in Bozen oder gar scho in Trient, Da Ham mer oft a Glaserl z'viel gehoben, ja, mir vom Kaiserjagerregiment! Das ging’s uns schlechter. Bei Den schlesischen Schloten oder in Mähren hatten wir's nicht dick. Wir gingen oft verzweifelt zu Den Roten in Ruß unD Rauch Der dröhnenden Fabrik. Doch wenn wir am Novara-Tag Die Reifer ans Kappel steckten, Himmelsakrament! Da wußten wir nur eins: Wir finD von Kaiser- Infanterie, vom ersten Regiment! Und wir in Radautz oder Kolomea unD weiß Gott, welchem ostgalizischen Eck! Der Wirt hieß Isaak, (eine Tochter Lea, und unser Roß sank suhtief ein im Dreck. Doch wußten wir, wir armen Wildniswohn..: Wir fehn als Erste, wenn es Drüben brennt, unD fall'n zuerst, Ulanen unD Dragoner, als Grenzwache, Regiment bei Regiment! Und wir in Braun und Rot. Lebten im stillen mit unserm Rohr im betonierten Haus. Unsere Leutnants trugen manchmal Brillen und rechneten die schwerste Flugbahn aus. Doch in der Messe, wie von Gott entboten, mahnte ein Bild — wer's sah, vergißt es nie: Bei Koniggrätz. Die Batterie Der Toten. Auch sterben kann Deutschösterreichs Artillerie! Sie konnten sterben. Alle, alle, alle schützen sie euer, Deutschlands heil'ges Haus. Die Toten türmten sich gleich einem Walle, schöpft ihr Das Meer Des Blutes jemals aus! So wahrten sie als hoher Ehre Träger Das alte Banner, rein unD ruhmzerfetzt: Die Einserinfanterie, Die Kaiserjäger unD Die von „Hoch unD Spleni" mcht zuletzt! Und willst du mit Der Liebe Blüten kränzen, mein Vaterland, Den heil'gen Totenschrein, so frage nicht nach Namen und nach Grenzen, schließe auch uns in Deine Liebe ein! Der Schlagbaum fiel. Nun stehn Die vollen, Garben Der Ernte reich als eurer Liebe Pfand. Wir waren Saat. Und wissen, Daß wir starben,, Damit Du lebtest, großes Vaterland! rer waren, die an den' verschiedensten Fronten de-? großen Krieges glücklich und erfolgreich fochten, sch bei allen Waffen in vorbildlichster Weise bewährten, werben in einem Aufsatz von Hanns Möller Im der Märzfolge „W estermanns Monatsheft e" einige herausgeariffen, die für alle zeugen mögen. Da ist zunächst Generaloberst Fedor voin Bock, Oberbefehlshaber der Heeresgmppe 1 im Berlin, der als Generalstabsoffizier nach den glätt zenDen Erfolgen feiner damaligen Heeresgruppe ir. der „Großen Schlacht in Frankreich" den Ordern Pour le mSrite erhielt. — Oberst Erwin Rom- m e l erhielt als Frontoffizier und Oberleutnan: im italienischen Feldzug für feine hervorragendem Leistungen den Orden. — Em Artillerist, Dberfii Otto ßancelle aus .Tanten am Niederrhein der „Artillerist mit dem Jnfanterieherzen", trug dem Schlank achtzackigen blauen Stern am Halse, nach dem m wesentlich mit zum Gelingen des berühmten Durt» bruchs von Brzeziny unter General Litzrnann br getragen hatte. — Der Führer des NSFK., Central Friedrich Christiansen, dessen ßau' bahn an die eines uavoleonischen Marschalls etil" nert, trägt den Pour le m^rite. „Krischan", wie im Karneradenkreis heißt, schoß als Jagdflieger W Flugzeuge und das englische Luftschiff „L 27“ «L — Bei oer Riesenaufgabe der Schöpfung der deult schen Luftwaffe wurde auch der jetzt 71jährige neralleutnant Hermann von der Lieth Thomsen herangezogen, der als Generalstabsch« beim Kommandierenden General der Luftstreitkröft im April 1917 durch Verleihung des Ordens Po» le nitrite ausgezeichnet wurde. — Nach diesem alt»' Pionier der Luftwaffe ein junger Kämpfer: Ober Wolff von Stutterheim, der sich ben 01 den Pour le merite als Oberleutnant und Res mentsadjutant — als einziger während des ganzik Krieges! — im Kaiser-Alexander-Garde-Grenadiev regiment Nr. 1 erwarb. — Für hervorragende Lk' stungen erhielt der Hamburger Oberstleutnant ® w* st a v Sieh als U-Boot-Kommandant und der pitänleutnant H o r st Frhr. Treusch v. B u tü- lar-Brandenfels ben Orben Pour le msr>" Als Letzter wird Vizeadmiral Wilhelm Mac' schall, Der Befehlshaber der Panzerschiffe, nannt. Ihm wurde, nachdem er einen aus einen englischen Hilfskreuzer und zwei Dampfern bestehe»' den Geleitzug innerhalb anderthalb Stunden txf* nichtet und aus einem weiteren Keleitzug von fü>! Dampfern drei herausgeschossen hatte, vom Kaiser im Juli 1918 telegraphisch der höchste bßutfnn Kriegsorden verliehen. r SPITZENLEISTUNG OPEL g <3U en, Ist weitere Schritt Lpjgialgebiet abgestellte Ausbildung. Diese hat das DÜIcbaft nach einer 11 jelmoen Planung in, leiMänner Aum Wehrdienst erfolgt auf Grund ein* ir ichnbcr, karteimäßig festaelegter Ermittlungen, und e mehr die Notwendigkeit heroortritt, auch die Durch Italien nach Tripolis Eindrücke einer Jteife von Or. Paul Rohrbach. Isr weitere Schritt wäre eine auf der Grundlaae ile'tr Feststellungen erfolgende, bereits auf em ii !;ic Erfahrungen des Weltkrieges zeigen, daß ,ul die berufsfremde Frau als Jn-duftrieorbeiterin n »en verschiedensten Tätigkeiten mit Erfolg ver- oeibet werden kann. Sie beweisen aber auch, daß brlCinsatz mit allen Arbeitsverrichtungcn, die über «e eines reinen Hilfsarbeiters hinausgehen, eine !, fflnbroie geartete Anlernung vorausfetzt. ■ lie Methoden dieser Schulung werden im ein- ßli2n so verschieden sein wie die Betriebe selbst. Ziel au verfolgen, auch die berufslose,! Frauen, soweit sie für einen Einsatz in der Rüstungsindustrie in Betracht kommen, in bestimmten Arbeitsfunktio- nen — drehen, fräsen, bohren usw — soweit zu fördern, dah sie im Ernstfälle in der Lage sind, auf Grund dieser allgemeinen Fertigkeiten ohne viel Weiterungen in der praktischen Fabrikation beschäftigt zu werden und mindestens ungelernte bzw. angelernte Arbeiter für den Wehrdienst freizumachen. Die Vorbereitungen für eine zweckentsprechende Mobilisierung der weiblichen Arbeitskraftrescrve werden weiter sich darauf erstrecken müssen, die Schwierigkeiten, die sowohl auf Seiten der Betriebsführer wie auf Seiten der zu erfassenden Frauen auch trotz aller Einsicht in die unabweisbare Notwendigkeit einer erschöpfenden Heranziehung der einsatzfähigen Frauen vorhanden sind, zu beseitigen. Die Betriebsführcr werden im gegebenen Falle davon überzeugt werden müssen, daß durch geeignete arbeitsorganisatorische Maßnahmen die Beschäftigungsmöglichkciten auch für an sich ungelernte weibliche Arbeitskräfte viel umfangreicher sind als sie annehmen oder als sie wahrhaben wollen. Bei den Frauen kommt es darauf an, die Scheu vor ungewohnter und vielleicht auch gefährlich erscheinender Tätigkeit zu nehmen, Unterbringung, Arbeitszeit u. a. so zu ifareit heroortritt, auch bi e iX, i assung und Verteilung der weib- i t e n Arbeitskräfte in den Rahmen einer Sc mtmobilmachung einzuspannen, desto mehr wer- leifsich auch die dafür erforderlichen Organisations- lernen den für die Wehrpflichtigen geschaffenen an- ] pa'ien müssen. Auf jeden Fall muß alles daran- lll xrsUt werden, um die Improvisationen, die wäh- des Weltkrieges die Heranziehung der weib- 1 ; li»in Arbeitskraftreferoe kennzeichnen, in Zukunft Bild ober einer Statue einfach der Name des Dar- gestellten geändert wurde, um einem Späteren die Ehre zu geben, die dem früheren genommen wurde. Auf der Münze wie auf dem Mosaik ist das Gesicht glatt rasiert, die Augen sind groß, der Blick und ein Zug um den feinen Mund mit der etwas starken Unterlippe haben etwas Besinnliches, wie bei einem Mann, der auf ein Leben voll Ernst zurückschaut. Vom Palast Theoderichs sind in der Nähe seiner einstigen Kathedrale nur noch die Grundmauern vorhanden. Der Germanenkönig wollte nicht dort wohnen, wo die letzten römischen Kaiser, die wegen der sicheren Lage der Stadt in Ravenna residierten, Hof gehalten hatten. Sein Bau war dem Volk freier zugänglich, als die alten römischen Kaiserpaläste. in denen die Majestät hinter Toren und Vorgemächern thronte, die von Höflingen unb bewaffneten Leibwächtern erfüllt waren. Es war die Tragik im Schicksal des Gotenvolks wie des Gotenreichs, daß Theoderich keinen männ* regeln, daß sie sich wohlfühlen und daß ihre Arbeitskraft nicht unnötig angegriffen wird usw. Daß dazu ein klarer, gesetzlich begründeter Zwang unvermeidlich ist, beweisen die mit dem Hilfs- d i e n st g e s e tz gemachten Erfahrungen. Die Grundsätze, nach denen eine den Bedürfnissen der Kriegswirtschaft angepaßte Erfassung und Verteilung der weiblichen Arbeitskräfte einschließlich der heute nicht im Beruf stehenden erfolgen^ muß, lassen sich dahin zusammenfassen, daß alle Frauen, die tauglich und abkömmlich sind, ohne Ansehung des Berufes, des Alters, des Familienstandes und der sozialen Stellung zur Kriegsdienst lei- stung heran gezogen werden, wobei sich der Einsatz im einzelnen nach der vorher festgestellten Eignung bzw. nach der bereits durchlaufenen Ausbildung richten wird und daß an die Stelle jedes zum Wehrdienst einrückenden Mannes in kriegswichtigen Arbeitsfunktionen soweit wie irgend angängig eine Frau gesetzt wird. Dieser Austausch wird sich um so reibungsloser vollziehen, je gründlicher die im Frieden zu betreibende Ausbildung auf diesen Fall abgestellt ist uirb je sorg- Aältiger die Erfassung und Verteilung der weib- lichen Arbeitskräfte den Mobilmachungserforder- nissen angepaßt sind. m zuschalten. Dazu wird es notwendig sein, nach $«pneten Prüfungsverfahren zunächst die grund- a,che Eignung für bestimmte Berufe bzw. Arbeits- ilionen festzuhalten — soweit diese sich nicht lre- rtt aus der derzeitigen ober aus einer früheren Leus Stätigkeit ergibt — unb bann bie körperliche ?a.gglichkeit unb vor allem die Abkömmlichkeit zu ibqprüfen. Kraueneinsatz in der Kriegsw.rtschast. ! 6m flapifdnleutnanf Dr. Th (Sonnemann he Auffassung, daß auf die tätige Mitwir- !uig der Frau bei der Landesver- r ib t g u n fl nicht verzichtet werden kann, ist all- icricin gültig geworden. Sie folgt aus dem Begriff les totalen Krieges als des Kampfes mit 5ti werden abhängen von den zur Verfügung tklmden technischen Mitteln, von der Zahl unb i|. lei Qualität bes Lehrpersonals, von Raumfragen, et Häßlich auch von ber für die Anlernung oer- ikoenben Zeit. Die Ausbildung kann empirisch jkfi) am Arbeitsplatz erfolgen oder in plan- ai nc.ig aufgebauten theoretischen unb praktischen r Zugängen, also etwa in ber Form der Lehr- iiig sroerf ft ätten oder ber Umschulungs- hsti 600. Sehr gute Forftwellen sitzen im Höhler, Iicrsstrauch und Hard. — Beginn ^10 Uhr. Die J’Lid1 ’ Tlf.ilnc kommen in der angegebenen Reihenfolge, ft) ' 'Iiuiier besichtigen! 1738V «In Quell d. streuv« |ür den Naturfreund Velallsltzles Leven Äletne «reatur in Wäger, Busch und Halm Son Jlatl Otto •Bartel». 164 Naturaufnahmen aus dem Leden ber niederen Tierwelt mit er- läuternden Dildunter. |d)riften, Namensan. gab. u. aueführUchem Text (62 Seiten). Mil einem Geleitwort von Profess. Dr. Deesener. UniversitLt Derttn. Dieses Werk dringt erstaunlich vielseitige und trefflich gelungene Einzelbilder und Bild- folgen aus dem reichen -eben der zabllofen kleineren Lebewesen. Aus der Freude am Ve- obachten ist ein wertvolle» naturgeschicht- iiche» Urkundenbuch geworden, da» den» or- ragend geeignet Ist. die Liede auch xum kleinsten Naturgesche» hen zu erwecken. Gebunden NM. 4Z0. Bitte verlangen Sie k o st e n l o » unsere bedlld. Werbebllltter! Da» Buch ist durch sede Buldbandlung zu beziehend HugoBermühler Verlag Vorlln-LlchlersLlüe flötoPriial$cli«lßliieb Wernerwall 15 Bei Rheuma, Ischias, Nervenschmerzen rti Jin' irui1 und ähnlichen Beschwerden hat sich Klosterfrau-Melissengeist alS Einreibemittel ausgezeichnet bewährt. Warum? Klosterfrau-Melissenjzeist ist ein Destillat der Melisse und einer Anzahl anderer Heilpflanzen in reinem Weingeist und hat einen Alkoholgehalt von 87%. Rheumatische Schmerzen werden deshalb nach Einreiben mit Klosterfrau-Melissengeist rasch gelinoert oder beseitigt. Unterstützen kann man diese Wirkung noch durch gleichzeitige- innerliche- Einnehmen von einem Teelöffel Klosterfrau-Melisiengeist auf einen Eßlöffel Wasser, zwei- biS dreimal täglich. Herr Christian Walter (Bild nebenstehend), Zugführer a. D., Weil am Rhein, Heoelstr. 66, berichtet am 25. 9. 3.7: „Ich leide seit über 10 Jahren an Gelenkrheumatismus und erzielte früher keine absolute Besserung. Seitdem mir Klosterfrau-Melisiengeist zur Seite steht, bin ich äußerst zufrieden. "Ich habe im Frühjahr bei schlechtem Wetter mit akutem KnieaelenkrheumatiSmu- oft zu tun und wußte mir nicht zu helfen, bis ich auf Klostcrfrau-Melisiens- aeist aufmerksam wurde. Meine Anwendung-weise war sehr einfach: % GlaS Wasser mit 2 Eßlöffeln Klosterfrau-Melisiengeist früh nüchtern und abend- vor dem Zubettgehen getrunken. Ich hatte bann von Tag zu Tag eine fort« vor dem Zubettgehen getrunken. Ick hatte dann von Taa au Tag eine fort, fchreitende Besieruna zu verzeichnen. Auch ab und zu auftretende Herzbeschwerden, haben zy meinem trrstaunen ganz nachgelassen/ Wer ein gute-, schmerzstillende- Mittel bei rheumatischen und neuralgischen Anfällen sucht, wird durch iflostersrau-Melisscngeist nicht enttäuscht werden. Verlangen Sie Klostersrau-Melissengeist bei Ihrem Apocheker oder Drogisten in der blauen Original-Packung mit den drei Nonnen. Flaschen von RM 0.90 M; niemals lose. PFAFF Nähmaschinen- Vertrieb Selber nähen macht viel Freude Natürlich gehört auch die Pfaff- Zlok-Zaok- Nähmaschine zur Aussteuer Sie sollte in keinem Haushalt fehlen I WAGENERaSCHLQTEL Volker 01253 Sl Wäsche sein! 256773 151061 150 RM. gezogen. Außerdem wurden 1810 Gewinne zu je 99 A §e6r. <§eel6adj Rui 2486 1741A cSeltersweg 20 gießen 1756A Unsere Geschäfts- und Lagerräume befinden sich Dammstraße 40 Gießen N ell er j8?D 156QD Geschmackvoll Seltersweg 66 D. 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Pietsch Hans Veith Annemarie Veith. Gießen (Steinstraße 9), den 11. März 1939. Die Beisetzung findet in aller Stille statt J. Wellhöfer, Telephon 2313, Marb Str 24 Kleine Anzeiger? m Gießener Anzeiger werden von Tauienden beacht unb gelesen. o. 3 Professor der Rechte u. Referent Im Reichs- u Preußischen Ministerium für Wissenschaft,Erziehung u.Doi ksbildung 60 Seiten, in Leinen gebunden RM. 3.60. — Dieser ausführliche Kommentar der neuen bedeutungsvollen Reichsnaturfchutzgesehes aus der Feder dcr besten Kenner, aufgebaut nach nationalsozialisti|chen Grundsätzen, wird in besonderem Maße berufen sein, die Auswirkungen dieses Gesetzes jedem velständlich Dringen, dem die Sicherung deutscher Ralurschönheit nicht nur von Berufs obe Amt» wegen anverirout, sondern dem sie auch wirklich Herzensangelegenheit t|L- Heimatpflege und Heimatschutz sind voruehmste Pflicht jedes verantwortungso ' wußten Volksgenossen. Das gan^e deutsche Volk muß erkennen, daß Naturschutz Dienst an Volk und Vaterland bedeuteL • Bei der zu erwartenden großen Nachfrage empfiehlt sich sofortige Vorbestellung! Zu beziehen durch jede Buchhandlung! Hugo Bermühler Verlag • Verlin-Lichterselde RmiiDk Geräte Röhren Reparaturen durch msbA Radio-Kögel Bahohoistrafie 39 Telephon 2980 ’önrtbrcmibols. ä Wagen 5 Mk , 'hnmndibrh ä Wagen 6 Mt , 1 Satt Anmachholz 1 Mt frei Srfafy-Nerwemaclie Gute Nerven bringen Erfolg im Leben, im Beruf, beim Sport, trotz größter An. strengung immer frisch, konzentriert u. leistungsfähig durch den Aufbausfoft - ▲ llmit Lezithin für rierz und Nerven SIEG DER SCHÖNHEIT Die Schönheitsspezialistin der-Firma LEICHNER erwartet Sie in meiner Drogerie vom 11 bis 15. 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Da es jagdlichem Brauchtum entspricht, daß der Jäger, der froh gejagt hat, wenn die „Strecke Verblasen" ist, sich mit seinen Weidgesellen zu nicht weniger frohem Schüsseltreiben versammelt, wird auch an den Appell sich wieder ein „Grüner Abend", der Kameradschaft gewidmet, anschließen. ÄOM.-Untergau 116 Gießen. Die Gießener Führerinnen treten am Samstag, um 17 Uhr pünktlich, am neuen Studentenheim an. Führerinnenlagung des Untergaues Wetterau (116). Alle Führerinnen unseres Untergaues sind für heute und morgen zu einer großen Tagung nach Gießen einberufen worden. Sicher interessiert schon jetzt, was es bei dieser Tagung alles zu hören und zu sehen gibt. Ganz kurz wollen wir schon einiges erwähnen. Unsere Obergauführerin Ilse Riese wird wieder zu uns sprechen und neue Richtlinien für die Sommerarbeit geben. Die Obergauärztin Dr. Ria P i tz e n hält einen Vortrag über: „1939, das Jahr der Gesundheit". Außerdem spricht Professor Dr. Kranz vom Rassepolitischen Amt Gießen. Das BDM -Werk Gießen zeigt Ausschnitte aus seiner Arbeit. Wie in den allmonatlichen Wochenendschulungen werden auch diesmal die Schulungsthemen für März besprochen. Am Sonntag findet eine Morgenfeier statt. Ferner werden zwei Aus- stellunaen (Buch- und Werkausstellung) besichtigt. einer leider hier viel verbreiteten Regelwidrigkeit im Aufbau von Gehörnen, durch Knochenweiche bedingt, zeigt. In die Zeit der September-/Oktobertage 1938 führt uns ein Hirschgeweih zurück, das em Gießener Weidmann im südlichen Böhmer Wald erbeuten durfte. So wird die Gehörnschau dem Jäger wieder vielerlei Anregungen bringen. Bedauerlich ist es, daß die leidige Gießener Saalfrage (beinahe hätte die Schau außerhalb des Kreises stattfinden müssen!) es nicht gestattet, die Schau auch Nichtmitgliedern der Jägerschaft, unter denen sich nach früheren Erfahrungen immer zahlreiche Interessenten befinden, zugänglich zu machen. Der Kreisjägerappell wird neben Mitteilungen des Kreisjägermeisters über wichtige und für den Jäger unbedingt wissenswerte Vorgänge aus 1938 So unvorbereitet wie damals würde heute kein Regiment mehr angreifen." „Damals nun stürmten diese Jungen wirklich mit mehr Begeisterung und Schneid, als mit kriegerischer Ausbildung und Erfahrung. Sie können natürlich sagen, es war Glück, daß drüben Truppen lagen, die nach vier Jahren den Krieg schon satt hatten. Sie können sagen, es war Zufall, es waren gute Sterne. Ich habe mich darüber nie besonnen. Ich weiß nur noch, daß die Unseren den feindlichen Graben nahmen und Gefangene machten. Damals war ich ein junger Unterarzt. Ich mußte die Verletzten verbinden. Und da stand mir nun auch jener bärtige Franzose gegenüber, ein Südfranzose, ein Weinbauer aus der Rhonegegend. Er zeigte am linken Arm eine Rißwunde, die er sich, wie er sagte, beim Verlassen des Grabens zugezogen haste. Während ich verband, kamen wir ins Gespräch. Und da hörte ich das Merkwürdige. Er sei, so erzählte der Franzmann, beim deutschen Sturm in seiner Sappe plötzlich einem jungen Deutschen mit gefälltem Bajonett gegenüber gestanden. Weder der Deutsche noch er hätten von ihrer Waffe Gebrauch gemacht. Da habe auf einmal der Deutsche ganz laut geschrien: „Em- brassez la viel" — Der Franzose gestand mir, daß ihn dieser Ruf: „Umarmt das Leben!" als Kapitulationsaufforderung so überrascht und benommen habe, daß er einfach mitgegangen sei. Der Franzose konnte sich dies alles damals freilich nicht erklären. „Umarmt das Leben!" hatte bestimmt noch niemand zu ihm gesagt. Aber es konnte ja in seiner Situation nichts anderes heißen als: „Behalt' das Leben und komm' mit!" Und das war ja dann auch geschehen. Ich aber'wußte, daß die damals beim Sturm an- gesetzte Nachschubabteilung aus lauter Freiwilligen bestand, die vor Wochen noch die französische Sprache in der Schule gebüffelt hatten. Ich konnte mir denken, daß dem jungen Soldaten in der Schrecksekunde durch irgendwelche rätselhaften Vorgänge im Gehirn, so zwischen Leben und Tod, eben nur diese merkwürdige Aufforderung, das Leben zu umarmen, aus dem kargen Wortschatz seines Schnlfranzösisch eingefallen war. Später hätte er es bestimmt nie mehr zugegeben. Aber die Hauptsache war doch, daß er damit sich und dem Franzosen das Leben gerettet Der Arzt schwieg. Dann sagte der Förster: „Das Leben ist es auch mert!" und er meinte damit das Umarmen, wenn er es auch nicht noch einmal aussprach. Der Wirt, auch ein alter Frontsoldat, verzog keine Miene, als er vernehmen ließ: „Sie waren keine schlechten Soldaten, die Jungen von Achtzehn, auch wenn sie mir zu oft im Unterstand ihre Nase in Bücher steckten." Die drei Männer lachten. Es bedurfte keiner Worte mehr. Sie tranken ihr Bier aus und wünschten sich eine gute Nacht. Vornotizen. Tageskalender für Samstag. NSKOV.: 20 Uhr Cafe Leib Kameradschaftsabend. — Artilleriften-Kameradschaft 1895: 20.30 Uhr Hessischer Hof" Kameradschaftsabend. — Stadttheater: 20 bis 23 Uhr „Die andere Seite". — Gloria- Palast, Seltersweg: „Der Schritt vom Wege". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Aufruhr in Damaskus"; Spätvorstellung 23 Uhr „Im Trommelfeuer der Westfront". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. Tageskalender für Sonnlag. Heldengedenktag und Tag der Wehrfreiheit: 10 Uhr militärische Feier auf dem Trieb. — Stadttheater: 11.30 bis 12.30 Uhr Morgenfeier zum Hel- dengedenktgg mit dem Kriegsdichter Thor Goote und durchaus seinen Brief zu Ende schreiben wollte und damit bis ans Ende seines Lebens kam... Welche Hand hatte ihn auf den Sitz niedergedrückt, wo wir doch alle hinausgegangen waren? „Hast du uns gerufen, he?!" schrien sie den Gespannführer an, der uns den Hafer brachte. Nein, versicherte der und schüttelte staunend den Kopf. „Und doch muß es einer gewesen sein", kam da noch eine Stimme, die das Unergründliche erforschen wollte, und sie bebte ein wenig von verzweifelter Dankbarkeit, „vielleicht — ja, vielleicht die im kommenden Jahre besonders vordringlich erscheinen. Zu dem Jahresrückblick aber ge- hött auch die T r o p h ä e n s ch a u , die einen Begriff geben soll von dem jeweiligen Stand des Wertes der Schalenwildstände und von der Art, in welcher der die auswählende Büchse führende Jäger sich für die Erreichung des Zieles des Reichsjagdgesetzes: „ein zahlenmäßig nicht hoher, dafür aber starker und gesunder Wildstand" sich einsetzte. Die Bewertung der zur Schau gestellten etwa 540 Rehgehörne aus dem Jahre 1938 (zu denen flicht. neninden kleineren Rahmen der 6 Hegeringe gelegt wird, pflegt der Kreisjägermeister einmal im Jahre, und zwar in der Zeit des Jahreswechsels der Jagdjahre, seine Jäger zusammenzurufen, um ihnen einen Einblick zu geben in das, was im vergangenen Jahre sich ereignete, und einen Ausblick auf solche Fragen, s Tlittjl warten, dir dus einem groutr* Fjoor ein grauet fiopf geworden ist. worum ins fiintettteffen kommen,, weil man älter wirkt? wie jede Schönheitspflege ist ein färben Jhtes Hoares mit fileinol hesha Simpler heute selbst« verständlich und so einfach’ 20fluanken) naturecht in der Wirkung, gibt es, darunter auch die richtige für Sic! KLEINOL Llmarmi das leben! Von Hans Pflug-Iranken. „Daß uns oft auf der Klippe zwischen Leben und Tod merkwürdige, ja völlig unbegreifliche Einfälle anspringen und uns zu Handlungen zwingen, die wir später, in normalen Zeiten des Alltages, nicht mehr wahrhaben wollen, ist keine Neuigkeit", sagte der Landarzt und sog nachdenklich an seiner Virginia, „das Tollste in dieser Richtung habe ich an der Westfront beim Verbinden eines Franzosen erfahren." „Da wären wir also wieder einmal beim Krieg angelangt", brummte nachdenklich der Förster, „beim alten Lehrmeister Krieg." — „Es ist nur fraglich, ob wir wirklich viel von ihm gelernt haben", warf der Wirt ein, der solchen Wirtshausgesprächen gegenüber skeptisch war. — „Wenn wir bei einem solchen Lehrmeister nichts lernen, so ist es nur unsere eigene Schuld", ließ sich dazu der Landarzt hören und trank aus seinem Glas. Die drei Männer schwiegen. Sie waren die Letzten im Dorfwirtshaus. Es war schon spät geworden. Die Bauern hatten ausgetrunken und waren heimgegangen, denn ihr Tag beginnt früh. Das Licht hatte der Wirt bis auf eine Lampe über dem Stammtisch gelöscht. Die geräumige Stube lag im Duster. Blaue Rauchschwaden schwammen durch den Raum. „Wie war denn das mit dem Franzosen?" fing nach einiger Zeit der Förster wieder an. „Das war achtzehn, als wir schon das letzte Aufgebot in die Gräben schicken mußten", begann nachdenklich der Arzt. „Ich sehe heute noch die jungen Leute ankommen, die Blumen der Heimat an Helm und Koppelschloß, etwas zerdrückt und welk. Und am nächsten Morgen schon stürmten sie ... Ich frug mich damals, wann diese Kinder wohl die hohe und gefährliche Kunst des Bajonettfechtens erlernt hatten? Vor wenigen Wochen waren sie ja noch Pennäler gewesen. Und mit Begeisterung allein war so etwas doch nicht zu machen." „Sehen Sie", wandte sich der Erzähler an den Wirt, „da haben wir doch etwas vom Krieg gelernt! ORuf in der Nacht. Von Werner (Schumann. Wir lagen damals, erzählte einer, in einem polnischen Panjehaus. Es war alt, brüchig, himmelblau getüncht, und das Dach saß auf ihm wie eine tief herabgezogene Kapuze. Es hatte gezittert und gebebt unterm Schritt an die Front ziehender Kompanien, unterm dumpfen Bullern in Stellung gehender Artillerie. Nun war es plötzlich ganz still um uns geworden. Nur die Geschütze brummten aus der Ferne. In der schwarz herabsinkenden Nacht dünkten wir uns allein auf der endlosen Ebene Welt. Der Krieg war ins Weite entrückt, wir nahmen ihn kaum noch wahr. Mächtiger erschien uns in der Nachtstunde das Geräusch eifrig schreibender Bleistifte. Ich sehe noch heute ihre braunen, verwitterten Bartgesichter vor mir, ihre roten, rauhen Männerstirnen im Kerzenlicht, wie sie mild und zugleich schwer über die ungelenken Buchstaben gesenkt waren. Die seltene Stunde hatte etwas Traumhaftes, ja Feierliches, und mir war es, als dehnte sie sich über die ganze Nacht und wollte kein Ende nehmen. Ueberwältigt von ihrem Frieden, waren einige Kameraden darüber eingeschlafen. Ähre tiefen Atemzüge erfüllten das Haus. Plötzlich fühlte ich mich angerufen. Eine Stimme rief in befehlendem Ton von draußen: „Hafer fassen!" Ich nahm es deutlich wahr und schrieb doch ruhig weiter an meinem Bericht, ungehalten über die Störung zu dieser Stunde. Warum warteten sie nicht, bis es hell wurde? Aber natürlich, es hatte schon seinen guten Grund, im Kriege vollzieht sich oft das Wichtigste im Schutze der Dunkelheit. Und so gab ich denn ohne langes Besinnen, wie ich es gewohnt war, den Befehl weiter: „Alles draußen antreten zum Haferfassen!" „Jawohl, Herr Wachtmeister", knurrten einige, idie noch über ihren Briefen saßen. Die anderen, mit einem Rippenstoß geweckt, krochen übermüdet in die Stiefel. Nur einer stand merkwürdigerweise nicht «auf, er blieb sitzen am selbstgezimmerten Tisch, und 'feine dicke Faust schob beharrlich weiter über den tarierten Briefbogen. Es war der Gefreite Karl H, •er hatte daheim eine Frau, drei kleine Kinder und ein gutes Stück Ackerland, das die Frau allein 'bestellte. Sein Rock stand oben offen, die zerkaute Pfeife hing ihm aus dem Mundwinkel „Na, Karl", rede ich ihn an, denn.wir waren gute Freunde, "willst du nicht mit anpacken draußen?" Da erst legte er den Bleistiftstumpf aus der .Yand und sah mich an mit feinen grauen, treuen Augen: „Du, ist es denn wahr, daß da jemand ssoll gerufen haben?" Hab nichts gehört. Aber das iist wohl, weil mau so ganz zuhause ist, da sind idie Kinder manchmal lauter als der Krieg." Er llachte und schüttelte den Kopf. „Schafft ihr's nicht alleine? Kann ich das Ding da nicht zu Ende malen?" „3a, schreib du nur", sagte ich und streifte, während ich den anderen nachspringe vors Haus und in die Nacht, noch mit den Augen seinen tief ge-' neigten, schweren, bartumwucherten Bauernkopf, wie er dem Auf und Ab der Buchstaben leise folgte. An der Hoftür waren meine Leute schon angetreten. Sie empfingen mich sogleich mit der verwunderten Frage, wo denn die Fourage sei? Der Hafer? Kein Mensch, kein Gespann sei ja weit und breit! Ich stutzte und erschrak. Ich strengte meine Augen an, meine Sinne, rief mehrmals nach dem Kerl, der uns den Hafer verheißen hatte, schickte meine Leute in die Ställe und in weitem Bogen ums Haus. Sie kamen nach wenigen Augenblicken unverrichteter Dinge zurück und feixten sich eins: ist ja der reine Spuk, sagte einer breit und verdrossen. Mir war nicht wohl in diesen Augenblicken, hatte ich sie doch ohne allen Zweifel gehört, klar und deutlich durch die Nacht vernommen, die Stimme von draußen: „Hafer fassen! Hafer fassen!" Nein, beim Himmel, ich hatte nicht geträumt, sondern völlig wach und hellen Kopfes meinen Tagesbericht niedergeschrieben — bis es mich angerufen. Während ich unschlüssig dastand und überlegte, ob wir nicht besser wieder ins Haus zurückgingen, stieg hinter den Hügeln eine Leuchtkugel hoch, dann wieder eine, noch eine, und im Schein des weiß aufflammenden Lichtes sahen wir die Silhouette eines Wagens mit zwei ruhig dahintrottenden Pferden davor, die sich aus etwa 500 Meter Entfernung auf uns zu bewegten. „Hallo!" rief ich laut. Doch niemand antwortete außer den unablässig aufbrummenden Geschützen. So stand für uns fest, daß unmöglich dieser Gespannführer gerufen haben konnte, der da langsam durch die geisterhaft durchblitzte Nacht seinen Wagen auf unsere Gruppe zu lenkte. Ohne daß mehr Worte fielen, aus einem, allgemeinen, dunklen Gefühl heraus, zogen wir ihm entgegen. Wir warfen uns nieder, sobald der weit- greifende Lichtkegel uns erfaßte, zogen wieder weiter und sahen die Silhouette des Gespanns von Minute zu Minute wachsen, bis endlich das Knarren der Deichsel vernehmbar wurde und der leichte Schlag der Lederleine, wenn der Kutscher sie auf den Pferderücken fallen ließ. Da sauste — wir hörten es atemlos — in un- ferm Rücken dumpf und brausend etwas heran und explodierte mit mächtigem Getöse. Als wir uns zögernd, als ahnten wir das Furchtbare, um- wandten, war noch durch das Nachtdunkel die Säule aus Erde, Lehm, Steinen und Holzsplittern zu erkennen, die an der Stelle gen Himmel stieg, wo unser himmelblau getünchtes, kleines Panjehaus gestanden hatte. Einer sagte gelassen: „Volltreffer" Alle dachten, ohne es auszusprechen: unser lieber Gefreiter, der #LM40t Das erste graue Haar soll auch das letzte sein! „■? I- ß r ie|en lonnit. nit spritzender .Argonnerwald Das Denkmal Von Paul Awerdes. Das HJ.-Ehrenzeichen Nr. 44 409 ist gefunden worden. Der Eigentümer soll sich sofort auf der Dienststelle des Jungbanns 116 Gießen, Seltersweg wieder nach außenbords geholt wurde, weil der Fischer mit seiner Drahtwinde die Leine einhievte. Noch hatten wir kein Licht gezeigt, um uns nicht zu verraten, und der Fischer hatte noch nichts weiter gemerkt, als daß sein Netz an irgendeinem Hindernis gehakt hatte. Er war, wie üblich, mit „kleinen Feuern" vor seinem Netz getrieben, bis wir in dieses hineingefahren waren. Als er gemerkt hatte, daß sein Netz hakte, hatte er Kohlen aufgeschmissen, um den Dampf für seine Dampfwinsche Hochzukriegen. Dieses hatte ungefähr eine Dreiviertelstunde gedauert, während welcher Zeit wir den Fischdampfer mit seinem ganzen Netzkram, am Sehrohr hängend, durch das Wasser mitgeschleppt hatten, dann aber winschte er uns mit seinem Netz hoch. Als der Dampfer nun immer näher kam und auf unser Oberdeck zu hauen drohte, schoßen wir ihm einen weißen Leuchtstern in die Gegend. Nun konnten wir in dem Hellen Lichte deutlich die verängstigten Gesichter auf dem Fischdampfer erkennen. Alles lies zusammen, und erschreckt wurde das Drahttau losgeworfen, wir kamen so frei von dem Dampfer, der sofort davonfuhr. Aus Zeitungen erfuhren wir später, daß unser Freund ein holländischer Fischer aus 9)muiben war, der aussagte, daß er beim Aufleuchten unseres Sternes geglaubt habe, „den Düwel gefangen zu haben". In schwerer Nachtarbeit konnten wir uns dann schließlich von den Resten des fast 1000 Meter langen Netzes befreien, wobei es leider nicht ohne einige schwerere Verletzungen abging. Etwas zerschunden kamen wir zwei Tage später glücklich wieder in 1 Emden an. aber half. — Etwa eine Dreiviertelstunde konnten wir uns auf ungefähr 30, Meter Tiefe halten, dann zog uns eine Kraft von außen merklich höher. Bis zu 50 Grad hatte das Boot sich hierbei auf den Kopf gestellt. Immer höher und höher rückte der Zeiger des Tiefenmanometers — 25 Meter — 20 Meter 15 Meter. Bald mußte der Turm wiederum die Oberfläche, von uns ungewollt, durchbrechen. „Klar bei Schwimmwesten! Und Pistolen Anlegen!" waren meine nächsten Kommandos, wir wollten unser Leben wenigstens noch so teuer wie möglich verkaufen. Blieb nichts anderes übrig, so wollte ich nach dem Ueberbordspringen der Besatzung das Boot schnell versenken. Ich ließ daher „Preßluft auf alle Tanks!" geben, um alle Aussteigeluks möglichst schnell über Wasser zu bekommen. Der Turm war inzwischen schon aus dem Wasser heraus. Wir versuchten mit alle Mann aus dem Turm, das schwere Turmluk aufzustemmen. Vergeblich! Nur halb gelang es uns schließlich mit äußerster Kraftanstrengung, das Luk hochzudrücken. Ein fünf Zentimeter starkes Drahtseil hatte sich nämlich um die Sehrohre gelegt und versperrte die Oeffnung. Wir zwängten uns mühsam hindurch. Unser „U 28" war das erste U-Boot, das in ein, glücklicherweise harmloses, Fischernetz geraten war. Unsere Erfahrungen konnten aber dazu dienen, daß von unserem technischen Dersuchskommando im Zusammenarbeiten mit Ser U-Bootsfront in wenigen Wochen Vorrichtungen konstruiert routbcn, die allen U-Booten bald gestatteten, selbst durch die stärksten feindlichen U-Boots-Netze hindurchzufahren. NG.-Gemeinschast „Kraft durch Freude". Respekt. , . . In den' ersten Kriegsmonaten fuhren unsere U-Boote gerne, falls die See- und Grundverhaltniffe — Tiefe und Beschaffenheit des Grundes waren hier von ausschlaggebender Bedeutung — nicht das ruhige Liegen auf dem Meeresgründe während der Nacht gestatteten, auf einer Tiefe von etwa 20 bis 30 Meter zur Erholung der Besatzung. Auch bei schlechtem Wetter konnte man oft auf cixer Tiefe, bei der selbst die tiefstgehenden Schiffe über das U-Boot hinwegfahren konnten, mit sparsamer Fahrt eine ruhige Nacht verbringen. Die Minengefahr brauchte damals, noch nicht allzu hoch eingeschätzt zu werden, falls man nicht gerade unmittelbar vor engen Küstengewässern stand, mit dem Ausliegen von Ü-Boot-Netzen hatte man auch noch nicht in freien Gewässern zu rechnen. Im Oktober 1914 fuhren wir mit unserem „U 28" auf dem Rückmarsch von der englischen Ostkuste wegen schweren, uns genau entgegenstehenden Ost- Sturmes auf 20 Meter Tiefe. Eine Zeitlang f)alten wir nun herrliche Ruhe nach einem schweren Tag. Plötzlich klirrten aber starke Kettengeräusche von außen am Bootkörper, während das ganze Boot sich sofort 30 bis 40 Grad vorderlastig einstellte. Vom Turme meldete mir der Steuermann durchs Sprachrohr- „Die Sehrohre brechen ab!" — Aus allen Vieren mußte ich in,dem schräg liegenden Boot in den Kommandoturm kriechen, während ich „Alarm!" befahl. Ein scharfes Knacken war an den Sehrohren vernehmbar, die sich in ihren Heißstandern durch eine Kraft von außen scharf herumZeitschriften. — Eine Gesellschaft lustiger Wiener ist unterwegs nach Grinzing, zum Heurigen! Inmitten des sonntäglichen Trubels sieht man ein paar Volksgenossen, die eher eine „saure" Woche als frohe Feste erwarten. Ein Berichterstatter der „Sirene" folgt diesen Männern zu ihrem Bestimmungsort, der Landesgruppen - Luftschuhschule Oesterreich- das neueste Heft erzählt in einem interessanten Bildbericht. wie es ihnen dort erging. hierauf mit dem Gruß an den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht ihren Ausklang, sodann folgt vor der Volkshalle der Vorbeimarsch der Truppen, der Gliederungen und der sonstigen Verbände. Damit wird die militärische Feier beendet. ..... r. Etwa um 11.15 Uhr» wird der Standortalteste, Generalleutnant von Apell, am Gefallenen- Denkmal der ehemaligen 116er einen Kranz der Wehrmacht niederlegen. Nun konnten wir unsere Laae ubersehn. In etwa 50 Meter Entfernung lag em Fischdampfer, zu dem das Drahttau führte. Das Seil war mit einem riesigen Netz verbunden, in das sich unser Boot vollkommen hineingewühlt hatte. In vielen Lagen übereinander war das Netz auf unserem Oberdeck ausgeschichtet, rund um das Boot herum tanzten zahlreiche Netzbojen, so daß die Schrauben, um nicht unklar zu werden, gleich gestoppt werden mußten. Nach dem Stoppen der Schrauben schlug das Boot sofort quer zur hochstehenden See, die in voller Kraft gegen den Kommandoturm schlug. Alle unsere Be- mübnnqen, das Drahttau zu durchw'ihelu. schlugen fehl, da Die eben erst eingekerbte Stelle immer drehten. . , __ , ... Ich glaubte, daß wir in englische Suchgerate i bineingeraten wären. Hätten mir eine Mine gefaßt, so müßte diese eigentlich längst detoniert fein. Da mir trotz hoher Fahrt von dem Hindernis nicht frei kamen,' ließ ich das Boot vorsichtig nach oben Deutsches Jungvolk. Woche der Pimpfe. In der Woche der Pimpfe und Jungmädel von Montag, 13., bis Samstag, 18. März, ist allgemein Uniform (auch in der Schule) zu tragen. Fliegerhorst erst am 19. März! In unserem gestrigen Bericht über einen Besuch bei unseren Fliegern war durch einen Fehler vom 12. März als „Tag der Wehrmacht" gesprochen woi den. Selbstverständlich muß es hier richtig heißen 19 März „Tag der Wehrmacht . Unsere Dolk>_'- qenossen werden also erst am Sonntag, Dem 19. März, ihren Besichtigungsrundgang im Fliegerhorst unternehmen können. Oie Nindsmühle bleibt. Im Anschluß an unseren Artikel „Neuerungen im Gießener Wald" (Gieß. Anz. vom 25./26. Februar) teilen wir wunschgemäß mit bafo bei der Neuverwendung des Leihgesterner Waldes die Rmdsmuhle und ihre nächste Umgebung nicht mit ^Betracht kommt. Der Zugang zu dieser Ausflugsstatte wird also auch künftighin offenstehen. handharmonika-Kursus. 17820 Wir beginnen in den nächsten Tagen mit unserem Handharmonika-Kursus für die diathonischen und chromatischen Instrumente. Anmeldung und Auskunft in unserer Kartenverkaufsstelle, Seltersweg. WSW. Ortsgruppe (Sietzen-Ost. U-Boot im Reh. Von Korvettenkapitän a.D. $r6r v.Iorstner. Bei Kriegsbeginn wußten wir, daß die Engländer zur U-Boots-Abwehr Netze verwandten. Diese waren unseres Wissens aber nur leichte, sogenannte „Such- netze", die an Teilen des gegen sie fahrenden U-Boote s festhaken sollten, um Bewachungsfahrzeugen durch an der Oberfläche dann mitgeschleppten Bojen oder Fähnchen das ahnungslose Boot zu verraten. Bald aber härter wir von stärkeren und stählernen Netzen auf englischer Seite, in denen unsere U-Boote sich derartig festfahren sollten, daß sie eine leichte Beute von' Wachttahrzeugen werden mußten. Vor derartigen Netzen hatten wir deshalb einen großen steuern, um nach Möglichkeit den Grund erforschen zu können. Kaum war unser Kommandoturm aber durch die Oberfläche hindurchgebrochen, als ich durch die Seitenfenster in unmittelbarer Nähe Hellen Lichterschein entdeckte, wir mußten also ein Fahrthindernis gefaßt haben, das in Verbindung mit Schiffen stand. So schnell es ging, steuerten wir daher wieder auf 20 Meter hinunter. Alle verfügbaren Tanks ließ ich fluten, um so mit höchster Fahrt die Hindernisse abstreifen zu können. In wenigen Sekunden waren wir wieder auf Tiefe. Bis zu rund 20 Tonnen Untertrieb muhte das Boot jetzt haben, nichts Dem Bändchen „Ihr Opfer — unser Leben aus der „Jungen Reihe" des Albert Langen / Georg Müller Verlages in München entnehmen wir folgenden Beitrag: „Neulich erzählte mir ein Mann, daß er am Weihnachtsabend vor der Bescherungszelt, zwischen Dämmerung und Nacht, das Kriegerdenkmal unlerer Stadt zu besuchen pflege. Er sagte, daß er um diese Stunde fast immer ganz allein dort gewesen wäre, obwohl das Denkmal sonst viel besucht rotrD. Das Denkmal ist eine Art von Ehrenhof oder besser noch: eine ungeheure Gruft, deren Deckel der j)itn= mel ist- an ihren steinernen Wänden ringsum sind in Reih und Glied die Namen der gefallenen Münchener zu lesen, dreizehntausend und etliche Namen, alphabetisch nach den Jahren ihres Todes geordnet. Es liegen immer Blumen und Kränze zu Fußen Der Namen, manche mit einer Inschrift darauf. In Dtr Mitte dieses Hofes ist unter einem Quaderstein noch eine zweite Gruft zu sehen; das steinerne Bild eines jungen Soldaten im Todesschlaf ist barm aufgestellt. Damals, sagte der Mann, waren oben auf dem Quaderdeckel zwei mächtige Tannenbäume aufgerich- tet, aber sie hatten keine Lichter. Wie er aber dann, nach seinem Brauch, an den Namenstnfeln entlang gegangen sei, da habe er doch ein Licht brennen sehen. Es brannte zu seinen Füßen; ein Wachsstock brannte da an einem winzigen Tannenbäumchen, das in einem irdenen Topf mit Erde steckte. Er habe sich danach gebückt, und da sei ein Stück weißer Pappe an dem Bäumchen gehangen, unter dem Licht, so daß er die Inschrift darauf lesen konnte. Sie war mit ungelenker Schrift, mit Feder geschrieben, und sie lautete: „?f~ 1915 — Dein unvergeßlicher Michel." , Der Mann sagte noch, es sei damals gar fein richtiges Weihnachtswetter gewesen, sondern die Luit habe fast lau geschmeckt, wie im Vorfrühling, und am Himmel oben seien graue Wolken vor einem starken Weststurm gezogen, zwischen denen er hier und da einen Stern habe aufblicken sehen. Damals, so sagte er, hätte er ans einmc* das gewisse Gefühl gehabt, daß alle die Toten nicht tot seien, sondern daß sie weiterlebten, solange noch einer in Liebe ihrer gedenke; ja, es sei ihm gewesen, als tarne ihr Unvergängliches von der Kraft einer treuen Liebe gezogen, dort oben durch Den Aether heran. Er habe eine fast heitere Ruhe empfunden, fast ein Glua. und habe auch die Nähe seiner eigenen gefallenen Freunde und Kameraden so klar gespürt, daß er sie laut mit Namen an^eretet habe ..." gebeten, die Pfundspende bereitzuhalten und den Inhalt auf dem Päckchen außen sichtbar zu vermerken. WHW. Ortsgruppe Gießen-Mitte. Bett.: Pfundspende. Am 14. und 15. März sammelt die NS -Frauen- schaft der Ortsgruppe Gießen-Mitte die Pfundspende ein. Die Hausfrauen werden gebeten, die Päckchen bereitzuhalten und den Inhalt auf der Umhüllung kenntlich zu machen. Ehrenkreuz der Deutschen Mutter. Der Oberbürgermeister fordert alle in Gießen wohnhaften deutschen Mütter auf, soweit sie vier und mehr Kinder lebend geboren und im Jahre 1938 mindestens das 60. Lebensjahr vollendet haben, das vom Führer gestiftete Ehrenkreuz der Deutschen Mutter zu beantragen. Auf diese Bekanntmachung werden die in Betracht kommenden Mütter und ihre Angehörigen hingewiesen. HL., Bann und Lungbann 116. Bett.: Whw.-pfund-Spende. Montag, 13., und Dienstag, 14. d. M., wird im Bereich unserer Ortsgruppe die Pfundsammlung — durch die NS.-Frauenschaft durchgefuhrt. Es wird! Nr. 52, melden. dem Städtischen Orchester; 19 bis nach 22 Uhr „Die M andere Seite". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der ■ Schritt vom Wege". — Lichtspielhaus, Bahnhof- ■ strotze: „Aufruhr in Damaskus"; Frühvorstellung ■ 11 Uhr „Im Trommelfeuer der Westfront"; Spat- ■ Vorstellung 23 Uhr „Im Trommelfeuer der West- ■ front". — Oberhessischer Kunstverein: 11 bis 13 Uhr ■ Ausstellung im Turmhaus am Brand. — Bauerfcyer ■ Gesangverein: 16 Uhr in der Neuen Aula Jubi- ■ läumskvnzert. . Stadtthcatcr (Äietzcn. Heute um 20 Uhr findet die erste Wiederholung der I Ausführung von „Die andere Sette", Dparna von ■ R.C. Sherriff statt. Spielleitung: Hannes Razum I Bühnenbild: Karl Löffler Die Vorstellung findet ■ gleichzeitig als 10. Vorstellung ur den KdF.-Feier- ■ abendring statt. Ende gegen 23 Uhr. ■ Am Heldengedenktag, Sonntag, k2. Marz, findet ■ im Stadttheater die 10. Morgenveranstaltung „Zum ■ Heldcngedcnktag" in Verbindung mit der NS -Ge- ■ meinschaft „Kraft durch Freude" statt. Es heft der ■ ^ekannte^ K^iegsdichter Thor Govte aus eigenen I Werken. Thor Goote wurde durch ferne beiden Mo- ■ mane „Wir fahren in den Tod" und „Rangehen ist H alles" bekannt. Das Städtische Orchester spielt unter I Leitung von Heinz Markwardt von Beethoven die W Coriolan-Ouvertüre und von Schubert: Unvollendete ■ Spmphonie h-moll. Die FeieMbegmnt Punkt 1130 ■ Uhr Ende 12.30 Uhr. — Am Abend des Helden- I gedenktags findet eine Wiederholung des Kriegs- ■ stückes „Die andere Seite", Drama von R.'L. ©^1:^ I statt. Spielleitung: Hannes Razum. Bühnenbild. ■ Karl Löffler. Die Vorstellung findet außer Miete I Katt Anfang 19 Uhr, Ende 22 Uhr. . Dienstag, 14. März, Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr: I Die andere Seite". Drama von R. C. Sherriff. ■ Dienstag-Miete 23. Vorstellung. ■ Mittwoch, 15. März, Anfang 19.30 Uhr, Ende ■ 21 30 Uhr: zum letztenmal „Ballettabend der Tanz- ■ gruppe"? Musikalische Leitrmg: Heinz^Markwardt. I Choreographie: Thea Maaß. Mittwoch-Miete 23. Vor- ■ 17. März, Ansang 20 Uhr, Ende gegen I 23 Uhr: Erstaufführung „Der fliegende Hol ander ■ Romantische Oper von Richard Wagner. fiMisikalische I Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Gert Puchheim. I Chöre: Heinz Markwardt. Frettag-Miete 24. Vor- I '^Sonntag, 19. März, Erässnung der Gießener I Goethe-Festwoche, Anfang 11.30 Uhr, Ende 12.3011^. I 11. Morgenveranstaltung, Erö ffnungs ansprache von I Professor Dr. Ernst Hamm, Goethegedichte, aespro- ■ chen von Hermann Schulhe-Griesheim, herauf: I Die Laune des Verliebten", em Schaferspiel in I Versen von I. W. von Goethe. I Razum. Musikalische Umrahmung: Städtisches Or-, chester unter Leitung von Hemz Markwardt. I 19 W, Ende gegen 22 Uhr : „Der fliegende Hollan- ■ ber", Romantische Oper von Richard Wagner. Außer I Miete! Heldengedenktag 11 und Tag der Wehrfreiheit in Gießen. Am morgigen Heldengedenktag und Tag der Wehrfreiheit wird o 0 l l st a ck geflaggt. Die Fahnen bleiben auch noch am Montag — vgl. Meldung im politischen Teil - gehißt. Die Wehrmacht stellt für die Zeit von 8 bis 18 Uhr am Gefallene n- Denkmal der 116er auf dem Landgraf-Philipp- Piatz einen Doppelposten als Ehrenwache. Um 9 Uhr werden die Partei und ihre Gliederungen, sowie die Organisationen der alten Sol- baien an den Kriegerdenkmälern für die Gefallenen des Weltkrieges und des Krieges 1870/71 Kranze niederlegen. Um 10 Uhr beginnt auf dem Trieb zwischen bet' Dolkshalle und der Bleidom-Kaferne die militärische Feier des Heldengedenktages. Vis 9.50 Uhr müssen alle Ehrengäste und Abordnungen ihre Plätze eingenommen haben. Um 10 Uhr trifft der Swndortälteste, Generalleutnant von A. p e 11, ein, der sogleich mit dem Kommodore des Kampfgeschwaders 155, Generalmajor Süßmann, tue Paradeaufstellung der Truppen abschreiten und anschließend die Ehrengäste und die Abordnungen begrüßen wird. Nachdem dann das Musikkorps ' J.-R. 116 das „Deutsche Volksgebet" von Dürcke gespielt hat, wird Generalleutnant von Apell die Gedenkansprache halten. Die Feier findet BerwirdAdols-Hiüer-SchüleralisiinseremGau? ft eine eine ver- 246, vol- gung zu verantworten. H. war nebenamtlich mit der Führung der Kassengeschäfte einer Bauleitungsstelle und -kantine betraut unb hatte sich seit März 1938 laufend kleinere und auch größere Beträge in Höhe von insgesamt 848,50 RM. angeeignet. Mit dem veruntreuten Geld hat er Schulden bezahlt und auch gut gelebt, er hat weiterhin aus dem Markenguit- tungsbuch ganze Seiten gerissen, die Seitenzahlen ausradiert und geändert, sowie die in diesem Buch aufgeführten Quittungsbeträge gefälscht, um die Entdeckung der Unterschlagung bzw. Untreue zu hindern. - (Vergehen und Verbrechen nach g§ 266, 267, 268 StGB.) Der Angeklagte mar in lern Umfange geständig. Der Vertreter der Anklage beantragte, auf Gesamtgefängnisstrafe von acht' Monaten und _____ Geldstrafe von 200,— RM. zu erkennen. Straferschwerend sei zu berücksichtigen die Höhe des veruntreuten Betrags und die große Zeitspanne, in der die Straftaten begangen wurden. Der Angeklagte habe seine Verfehlungen erst dann nicht mehr fort- geseßt, als er dachte, die Verfehlungen seien entdeckt. Strafmildernd komme das umfassende Geständnis des Angeklagten in Betracht. Urteil: „Der Angeklagte ist eines Vergehens "her Untreue in Tateinheit mit einem Vergehen der Unterschlagung und eines Verbrechens her Urkundenfälschung schuldig und wird zu eÜM Gesamtstrafe von sechs Monaten Gefängnis und zu einer Geldstrafe von 100,— RM., ersatzweise 20 Tage Gefängnis, verurteilt." Was das Landmädel lernen kann. ZdR. Das BDM.-Werk „Glaube und Schönheit", as auf dem Lande mit den ganz auf die länd- chen Gegebenheiten abgestellten Arbeitsgemeinhaften Bäuerliche Berufsertüchtigung, Volkstums- irbeit, Werkarbeit auf dem Lande, Gesundheits- iihrung und Leibesübungen und Sport durchgeführt oird, bietet der weiblichen Jugend die Möglichkeit, die ländliche Berufsausbildung zu ergänzen. So Wellen diese Arbeitsgemeinschaften eine vertiefte und gründlichere Fortsetzung der zusätzlichen ländlichen Lerufsschulung dar. Sie finden an einem Abend :n der Woche statt und werden als BDM.-Dienst gewertet. Insgesamt laufen 4300 Arbeitsgemeinschaften, an denen 64 000 Landmädel teilnehmen. Geleitet werden die Arbeitsgemeinschaften von besonders dafür ausgebildeten Landmädeln, von Lehrerinnen der landwirtschaftlichen Haushaltungskundc sowie von Beraterinnen. Don den Landmädeln konnten allein 620 Leiterinnen in 34 Ausbildungs- lehrgängen auf ihre Aufgaben vorbereitet werden. Obwohl die Leistungen des BDM.-Werkes „Glaube und Schönheit" auf dem Lande noch nicht in ihrem ganzen Umfang bisher zahlenmäßig festgestellt werden konnten, .läßt sich doch schon erkennen, daß das BDM.-Werk von unschätzbarem Wert für die Jugend ist, die sich einem ländlichen Frauenberuf verschrieben hat. Siebener Dochenmarktpreife * Gießen, 11. März. Auf dem heutigen Wochen- Iarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 Mark, katte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, mtsche Eier, Klasse S 13, A 12%, B 12, C 11%, 10%, Wirsing, % kg 18, Weißkraut 12 bis 13, otkraut 14 bis 15, Karotten 12 bis 15, rote Rüben ) bis 16, Spinat 28 bis 35, Unterkohlrabi 8 bis 10, osenkohl 30 bis 45, Feldsalat 90 Pf. bis 1,10 Mark, io 10 bis 15 Pf., Tomaten, % kg 30 bis 45 Pf., wiebeln 15 bis 17, Meerrettich 40 bis 70, Schwarz- urzeln 20 bis 40, Rhabarber 40 bis 60, Kartoffeln, ■ kg 5 Pf., Mäuschen 7 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 95 Mark, Aepfel, % kg 35 bis 60 Pf., Hähne 1,10 Äs 1,25 Mark, Tauben, das Stück 45 Pf., Blurnen- ftl)l 30 bis 35, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 12, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 40, % kg 35 bis f, Radieschen, das Bündel 15 Pf. 75 Iahre a l t. Das 75. Lebensfahr vollendet am 13. März Herr Kriminalpolizeimeister i. R. Karl Zink, hier, Liebigftraße 67. Dem Jubilar unseren herzlichen Glückwunsch. ** Treudien st-Ehrenzeichen bei der Reichsbank. Dem Reichsbankoberzählmeister Karl Köhler, Gießen, wurde das vom Führer gestiftete silberne Treudienst-Ehrenzeichen für 25jäh- rige Dienstzeit verliehen. Die Ueberreichung fand in würdiger Form durch den Behördenleiter statt. ** Ernennung beim Landratsamt. Der Herr Reichsstatthalter in Hessen hat den Verwaltungspraktikanten Wilhelm Brück beim Landrat in Gießen zum Verwaltungsinspektor ernannt. Große Strafkammer Gießen. Der K. G. W. H. in Wieseck hatte sich gestern wegen Urkundenfälschung, Untreue und Unterschla- NSG. In der Gebietsführerschule Hessen- Nassau in Niederwalluf findet z. Z. wieder der Endausleselehrgang für die Adolf-Hitler-- Schulen statt. 47 der befähigtsten Jungen aus allen Gebieten des Gaues wurden zu diesem Lehrgang einberufen, aus denen am Sonutag- vormittag Gauleiter Sprenger persönlich die 13 besten Pimpfe aussuchcn wird, die dann auf den Schulen des Führers, ihre Erziehung und Ausbildung erhalten. Dunkle Wolken ziehen schnell am Himmel dahin titb öffnen oft ihre Schleusen über der zu neuem £vben erwachenden Natur. Ab und zu bricht die Eonne durch die grauen Massen. Ihre wärmenden torahlen umfangen im Garten der Gebietsführer- It»ule „Christian Crößmanck" in Niederwalluf, tvn dem aus der Blick über ein herrliches Stück beut* st-er Rheinlandschaft schweifen kann, 47 frische, auf* SViüedte Jungen, die sich bei Sport und Spiel himmeln. Die tüchtigsten und leistungsfähigsten Jun- M aus dem Gau Hessen-Nassau sind es, die hier ihr .irnnen auf körperlichem, aber auch auf geistigem Gebiet messen und als Anwärter für die Adolf-Hitler- Lchulen gelten. In den letzten Monaten wurden sie m vier Vorausleselehrgängen in Frankfurt, Wies- bsden-Biebrich, Alzey und Laubach aus mehreren binbert Jungen als die geistig, körperlich und charak- le lich Besten ausgesucht. Aus ihnen werden nun in di fern Endausleselehrgang wieder die 13 leistungs- söiigsten ausgewählt, die die Schulen des Führers bi uchen dürfen und dort ihr Rüstzeug für den fi: mpf des Lebens erhalten. Sine Freude ist es, diesen 47 Pimpfen, die seit Sem 3. März in der Gebietsführerschule weilen, zu- zu«ehen. Eine Gruppe boxt, eine andere spielt und toller andere Jungen messen ihre Kräfte beim Hindernislauf. Mit ganzem Herzen sind sie bei der & che. Frisch und aufgeweckt gehen sie an alles heran, was ihnen zur Aufgabe gestellt wird. Bei ihrem Anblick muß man sich erneut davon überzeugen lassen, daß aus der nationalsozialistischen Jugend einmal ein gesundes und hartes Geschlecht heranwächst, das. keine Gefahren kennt und sich vor nichts fürchtet. Neben ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit und Ausdauer müssen die Jungen auch Mut besitzen. Wird dieser schon beim Boxen auf eine harte Probe gestellt, so zeigt er sich erst recht, wenn es gilt, mehrere Meter hoch in ein Sprungtuch zu springen. Wer glaubt, ein Junge würde sich davor drücken, der ist im Irrtum. Keiner steht hinter dem anderen zurück, und jeder will der erste bei sportlichen Hebungen sein. Oft genügt ihnen nicht, was von ihnen verlangt wird. Sie wollen noch höher herabspringen oder länger boxen, und es kostet Mühe, sie davon abzuhalten. Die körperliche Veranlagung aller 47 Jungen ist hervorragend. Sie gibt den Schluß, daß die Pimpfe später zu großen Leistungen fähig sind. Den Bann- und Jungbannführern, die als Gruppenführer die Jungen bei Spiel und Sport beobachten und beurteilen, wird es schwer, auf sportlichem Gebiet die besten Pimpfe aus den 47 herauszuziehen. Für die Auswahl ist aber noch die geistige Leistungsfähigkeit ausschlaggebend, in der sich die Jungen doch mehr oder weniger unterscheiden. Zwischen den Sport werden Stunden eingeschaltet, in denen die Jungen schriftliche Arbeiten erledigen, oder sich mit ihren Gruppenführern zwanglos über alle Gebiete des Lebens unterhalten. Bei den Unterhaltungen erhält der Gruppenführer ein umfassendes Bild über das Denk- und Urteilsvermögen des Jungen, der nicht nur die Tatsachen des politischen Geschehens wissen, sondern auch über die Gründe und Auswirkungen dieser ober jener Maßnahme der Regierung Nachdenken soll. Die tüchtigsten 47 Jungen aus dem Gau Hessen- Nassau wollen zur Adolf-Hitler-Schule, 13, die sich als die besten erweisen, dürfen es aber nur sein. Die Auswahl fällt schwer, doch die Methodik der Auslese, die nichts mit schulischen Prüfungen zu tun hat, gibt die Garantie, daß auch wirklich die leistungsfähigsten Pimpfe als Adolf-Hitler-Schüler die Gebietsführerschule am Montag verlassen. Welche Bedeutung die Partei der Auslese beimißt, zeigt am Sonntag der Besuch des Gauleiters, der die letzten Entscheidungen selbst trifft. Kinderlandverschilkung - Wer-Freiplähe. Neuer Gemeinschastsdienst im Kreise Wetterau in Vorbereitung. In der Dienststelle der Kreisamtsleitung der NSD. fand am gestrigen Freitagnachmittag unter Leitung des Kreisamtsleiters Frank eine Besprechung zahlreicher Vertreter der Partei und ihrer Gliederungen, Beauftragten von Behörden, Körperschaften und Organisationen usw. statt, die sich mit der wichtigen Aufgabe der Kinderlandoerschickung und der Bereitstellung von Freiplätzen im Rahmen der Hitler-Freiplatzspende beschäftigten. Kreisamtsleiter Frank gab zunächst in großen Umrissen einen Ueberblick über einige Neuerungen bei den Maßnahmen zur Erfüllung dieser Aufgabe. Daraus war u. a. zu entnehmen, daß die Werbung von Gastplätzen für die Kinderlandoerschickung und für die Hitler-Urlauber von den Gliederungen bzw. den anderen Organisationen in Gemeinschaft mit dem zuständigen Ortsgruppenamtsleiter der NSV. erfolgen soll. Soweit es sich im Rahmen bestimmter Gliederungen um die Beschaffung einer nur geringen Zahl von Freiplätzen handelt, können diese durch direkte Vereinbarung zwischen der Leitung dieser Organisationen und den Spendern ausgemacht werden. Zur Mithilfe bei diesem großen Gemeinschaftswerk sind neben der Partei und ihren Gliederungen die Beamten, die Frauenschaft, Handwerker, Reichsnährstand, die Organisationen der alten Soldaten, der Reichsluftschutzbund, die AerUe, Technische Nothilfe usw., kurzum alle deutschen Volksgenossen in Stadt und Land aufgerufen. Es wird erwartet, daß alle nach besten Kräften sich in den Dienst der guten Sache stellen. Für das Gebiet des Kreises Wetterau kommt die Unterbringung von rund 10 0 0 Kindern im Rohrn e n der Kinderlandverschickung in Betracht. Die Aufnahme der Kinder in den gastgebenden Familien soll in fünf verschiedenen Zeitabschnitten erfolgen, und zwar erste Gruppe, vom 27. April bis 25. Mai, zweite Gruppe vom 2. Juni bis 5. Juli, dritte Gruppe vom 20. Juli bis 22. August, vierte Gruppe vom 5. September bis 10. Oktober, filmte Gruppe oom 17. Oktober bis 21. November. Als Feriengäste kommen Kinder aus Hamburg, aus der Ostmark, aus Schleswig-Holstein und Groß-Berlin in unser Kreis-Gebiet. Es ist dem Belieben der gast- gebenben Familien Überlassen, für welchen Zeitabschnitt sie ein Kind bei sich au'nehmen wollen Im Rahmen der Hitler-Freiplatzspende werden für 6 0 0 Urlauber Gaftplätze benötigt. Dem Auge das Beste! Lassen Sie sich beraten von Optiker Jttagnus Gießen, Seltersweg 33, Fernsprecher Nr. 3608 Kassenlieferant Sogenannte Urlauber-Kameradschaften, wie sie in früheren Jahren in Gießen durchgeführt wurden, sollen in diesem Jahre nicht in Betracht kommen. Als Erholungsaufenthalt der Hitler-Urlauber kommen jeweils 8 oder 14 Tage, je nach der Urlaubsdauer der betreffenden Männer in ihren Betrieben, in Frage. Für den Aufenthalt der Hitler-Urlauber ist nicht etwa ein fester Zeitabschnitt im Verlaufe des Sommers vorgesehen, sondern diese Gäste werden über den ganzen Sommer verteilt in unserem Kreisgebiet weilen. Die Werbung der Freiplätze soll allenthalben beschleunigt werden, da schon in nächster Zeit mit Bedarf zu rechnen ist und vorher natürlich auch organisatorische Maßnahmen zu treffen sind. Ablösung durch Geldspenden soll nur in ganz besonderen Ausnahmefällen in Betracht kommen, da es sich vor allem darum handelt, Gastplätze für die angekündigten Besucher bereitzuhalten Der Postbeamte im Dienste des Volkes. Am gestrigen Freitagabend fand sich im Schulungsraum der Reichspost Gießen (im ehemaligen Hotel Kühne) eine stattliche Schar von Postbeamten und -beamtinnen ein, um im Interesse der beruflichen Weiterbildung an einem Schulungsabend teilzunehmen. Der Leiter des Postamtes, Poftrat Z o l l f r a n k, hieß die Gäste und Kameraden willkommen und begrüßte besonders den Leiter des Amtes für Beamte, Ulrich (Gießen). In kurzen grundsätzlichen Ausführungen sprach dann Postrat Zoll frank über die Notwendigkeit der fachlichen Weiterbildung und stellte dabei seinen Gedanken ein Führerwort voraus, in dem gesagt wird, daß jeder Beamte zur Höchstleistung verpflichtet ist und alles tun müsse, um sein Wissen und Können so auszubauen, daß er im Dienste des Volkes seinen Mann stehe. Höchste Leistung im Betrieb sei aber, so fuhr Poftrat Zollfrank fort, nur möglich durch stetige Fachausbildung. Das Amt für Beamte der NSDAP, und der Reichsbund der deutschen Beamten förderten diese Ausbildungsarbeit auch ihrerseits mit allen Kräften. Von jedem Beamten werde verlangt, daß er von der Erkenntnis durchdrungen fei, daß er vorbehaltlos im Dienste des Volkes stehen müsse. Der stellv. Unterrichtsleiter, Postassistent Hill, sprach sodann über den nationalsozialistischen Leistungsgedanken und seine Verwirklichung bei der Reichspost. Er stellte seinen Darlegungen voraus, daß die Begriffe Arbeitgeber und Arbeitnehmer als endgültig überwunden gelten dürften. An die Stelle dieser Unterscheidung sei die Kameradschaft getreten. Die Wertung der Arbeit erfolge nach Form und Leistung. Allgemein sei die Erkenntnis, daß die Arbeit und die Arbeitskraft die höchsten Güter sind. Arbeit fei Recht und Pflicht zugleich. Jeder fei auf feinem Platze notwendig. Sodann wandte sich der Redner der Reichspost zu und ließ zunächst die großen 'Aufgaben erkennen, die die Reichspost als Dienerin des Volkes und als Vermittlerin kultureller Güter zu erfüllen hat. An Hand einiger Zahlen ließ er außerdem die überragende allgemeine Bedeutung der Reichspost erkennen, die jährlich 6,5 Milliarden Briefe und 300 Millionen Pakete befördere, 2,3 Milliarden Ortsgespräche und 225 Millionen Ferngespräche ermögliche. Der Vortragende stellte dann den Gedanken heraus, daß die Reichspost darauf sehe, daß jedermanns Anspruch auf Schutz und Erhaltung der Arbeitskraft geachtet wird, daß eine gerechte Entlohnung erfolge, körperliche lieber* belaftungen vermieden würden, wenngleich von jedermann volle Pflichterfüllung erwartet werde. In feinen weiteren Darlegungen umriß der Redner die Bemühungen der Reichspost um eine gerechte Verteilung und Organisation der Arbeit und des Einsatzes an menschlicher Arbeitskraft und stellte hier die Form früherer statistischer Systeme der Erfassung und Auswertung des Arbeitsvolumens den gegenwärtigen und unter nationalsozialistischen Gesichtspunkten stehenden Bemühungen um einen planvollen und sozial gerechten Einsatz der Arbeitskraft aller Arbeitskameraden gegenüber. Er betonte dabei besonders, daß die Arbeit der Reichspost als einer Reichsverwaltung nicht nach einem Gewinnstreben ausgerichtet sei, sondern unter dem Grundsätze des Dienstes am Volk stehe. Der Vortrag wurde mit großer Aufmerksamkeit verfolgt und fand lebhaften Beifall. Im weiteren Verlauf des Schulungsabends wurde noch über eine technische Neuerung gesprochen. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittag geschlossen Roderich, das Leckermaul, und Gemahlin Garnichtfaul. Mein Leckermaul ist sehr für Fett", So denkt Frau Garnkchtsaul für sich. sDoch sand' sie es bestimmt nicht nett. Wenn darben müßte Roderich.) Drum handelt sie als kluge Frau: Sie kocht und bäckt viel süße Sachen — Denn Zucker nährt wie Fett genau! lWie wär's wenn Sie das auch so machen?) Leckermaul jedoch spricht froh: „Teures Weib — nur weiter so!" ') Beachten Sie die neuartigen Rezepte im TeNteil dieses Blattes und denken Sie daran: Zucker ist besonders nahrhaft und vermag in leichter Form dem Körper viel Fett zu ersetzen. Mehr Milch, mehr Gier,hochbe- wertete Kaninchen durch die echte gewürzte Futterkallmlschung Äwevg - Marke Zu haben In den einschlägigen Geschäften SMMWIkMeil Liebigftraße 16 3-semestrige unter Staatsaufsicht stehende Fachschule für Baugewerbe, Maschinenbau und Elektrotechnik,Maler ».Schreiner Staatliche Abgangsvrüfung. Semesterbeginn: 17. Avril. Auskunft und Prospekte kostenlos. 9asD Die Direktion. Sieflen, Bahnholstr. 49. 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Frohn Marktplatz 19 Fernsprecher 3004 Krankenkassen - Lieferant I 1799 A Lange mit Ischias behaftet „Schon nach wenigen Tagen wesentliche Besserung erzielt" Herr Rudolf Zöllner, Werkmeister, Saarhölzbach-Saar, Adolf-Hitler- Straße 218a, berichtet uns am 15. September 1938: „Seit langem war ich mit Ischias behaftet und was ich infolge dieses aufreibenden Leidens mitgemacht habe, vermag ich nicht in Worte zu fassen. Meine Freunde rieten mir es einmal mit Togal zu versuchen, wovon ich eigentlich nichts wissen wollte. Trotzdem griff ich doch noch zu Togal und was ich hier erlebte, war erstaunlich. Schon nach wenigen Tagen verspürte ich eine wesentliche Besierung, die solche Fortschritte machte, daß ich sagen kann, daß ich diesen Erfolg nur Togal verdanke. Allen Jschiaskranken empfehle ich im Interesse ihrer Gesundheit es unbedingt sogleich mit Togal zu versuchen." Die Erfahrungen anderer sind wertvoll! 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Regelmäßige Messungen der Größe, des Gewichts und des Brustumfangs. In der Sprechstunde findet sich mancher junge Kamerad beim HJ.-Arzt ein. machen und sie zur Mit- ; arbeit anzuregen. Dies Die Untersuchung — wichtiges Teilgebiet der Aufgaben des HJ.-Arztes. heitsbefund der untersuchten Einheiten sowohl im Gesundheitsstammbuch als auch in dem Gesundheitspaß zu vermerken. Da der Monat März auch im Aktionsprogramm des „Jahres der Gesundheit" im Zeichen der Zahnuntersuchung steht, dürfte er zum Höhepunkt im Einsatz der HJ.-Zahnärzte und -Aerztinnett werden. Mit der Durchführung der Aktion „Du hast die Pflicht, gesund zu sein" sind für jeden Stamm und Jungstamm zwei bis drei Aerzte beauftragt, die, zusammen mit der Führerschaft der HI., für das Wohl und die Gesundheit der Jugend verantwortlich sind. Erste Aufgabe des HJ.-Ärztes ist es, den des jungen Körpers auftreten. Ebenso wichtig wie die Ueberwachung des HJ.-Dienstes ist die persönliche Aussprache des Jungen mit dem Arzt seiner Einheit. Hier sprechen sich zwei Kameraden, von denen der eine Hilfe sucht, die der andere gern gibt. Nach einer gründlichen Einzeluntersuchung, einer Aufklärung über gesundheitliche. Fragen kann der Arzt helfend eingreifen. Er kann eine kostenlose NSV.-Verschickung beantragen, oder er gibt Verhaltungsmaßregeln und Behandlungsvorschläge. Ueber den einzelnen hinaus nimmt der Arzt Reihen - Untersuchungen und Reihen - Durchleuchtungen vor. Die Ergebnisse werden im Gesundheitsstammbuch und im Gesundheitspaß eingetragen, an Hand deren man sich jederzeit über die Gesundheit des Jungen vergewissern kann. Ganz besondere Aufmerksamkeit schenken die HJ.-Aerzte der Aufklärung über die verheerenden Folgen des Nikotins und des übermäßigen Alkoholgenusses. Vor allem appellieren sie an den Verstand und die Einsicht ihrer Kameraden, deren erste Pflicht es ist, sich gesund zu erhalten. Gesund sein heißt nicht nur nicht krank sein, sondern leistungsfähig an Körper, Geist und Seele hcitszustand der BDM.-Mädel überprüft durch Ge- 1 sundheitsappelle, die jedes Jahr einmal stattfinden. 1 Das BDM.-Mädel sieht in seiner gesundheitlichen Betreuerin nicht nur die Aerztin; diese ist vielmehr Kameradin unter Kameradinnen, da auch sie am Dienst teilnimmt. Da die Aerztinnen somit den gesamten Dienst aus eigener Erfahrung kennen, so können sie auch die Anforderungen des Dienstes wirklich beurteilen. Weiterhin wird die gesamte Dienstplangestaltung ärztlich überwacht, und es ist somit Sorge getragen, daß Ueberanstrengun- gen vermieden werden. Der ganze BDM.-Dienst ist auf die Leistungsfähigkeit normaler, gesunder Mädel zugeschnitten, d. h. daß jedes gesunde Mädel den Dienst ohne Ueberanstrengung mitmachen kann. Wenn die Eltern merken, daß ihr Kind dem Dienst nicht ganz gewachsen ist, so sollen sie es ruhig melden, ja, so müssen sie es melden. Es wird dann sofort nachgeprüft, ob es vielleicht am Dienst liegt oder, was 'wahrscheinlich ist, an den Mädeln selbst. Es komnst ja häufiger vor, daß Mädel in den Wachstums- und Entwicklungsjahren nicht zu jeder Zeit gleichmäßig leistungsfähig sind. In allen diesen Fragen werden die Eltern gebeten, sich an die BDM.-Aerztinnen zu wenden. Es kann auch nichts schaden, wenn die Eltern hin und wieder selbständig einige Ueberlegung in gesundheitlichen Dingen walten lassen. Auf Wahrten z. B. wird immer wieder beobachtet, daß die Kinder zu schweres Gepäck mit sich führen. Es wird ihnen aus übertriebener Sorge alles mögliche eingepackt, überflüssige Lebensmittel oder Kleidungsstücke, so daß die Kinder nachher eine wird von allen Aerztinnen, die dem BDM. angehören, ausgeführt, ferner von den BDM.-Zahnärztinnen, -Apothekerinnen und Gesundheitsmädeln. Wenn man von der ärztlichen Arbeit spricht, so denkt man im allgemeinen zunächst an Untersuchungen. Aber diese Untersuchungen der Mädel sind nur eine von den vielfältigen Aufgaben. Bei den Untersuchungen kommt es darauf an, zu entscheiden, ob ein Mädel für den Dienst volltauglich ist, d. h. ob sie den gan^n Dienst mitmachen kann ohne gesundheitliche Gefährdung, oder ob sie beschränkt dienstfähig ist, d. h., ob sie den Dienst nur in beschränktem Maße mitmachen kann. Zur besseren Ueberwachung des Gesundheitszustandes hat der BDM. Gesundheitspässe eingeführr, die alle Mädel bekommen, die auf Diensttauglichkeit untersucht werden, und aus denen der jeweilige Gesundheitszustand zu ersehen ist. Dadurch ist es ein leichtes für Aerztin oder Führerin, sofort den Gesundheitszustand des Mädels festzustellen. Eine falsche Annahme wäre es, daß die BDM.-Aerztin- nen auch mit dem Behandeln kranker Mädel etwas zu tun haben. Dies ist Sache eines jeden Arztes. Der Dienst der BDM.-Aerztinnen ist Dienst am Gesunden und an der Gesunderhaltung. Wird bei den Untersuchungen eine vielleicht bisher verborgene Erkrankung oder ein früher nicht erkannter körperlicher Fehler entdeckt, so wird das betreffende Mädel sofort in ärztliche Behandlung geschickt. Dann ist es Sache des Mädels bzw. deren Eltern, dafür zu sorgen, daß dieser körperliche Schaden behoben wird. Dies ist z. B. ein Gebiet, auf dem die Eltern und Erzieher die gesundheitliche Ueber- roadjunq ihrer Kinder wirksam unterstützen können. Zu diesem Zwecke wird auch laufend der Gesund- Die Verkündung des „Jahres der Gesundheit" durch den Reichsjugendführer brachte vor allem der HJ.-Aerzteschaft ein erhöhtes Maß von Aufgaben, die durch eine Verteilung auf die einzelnen Monate eine leichtere Lösung finden. Denn würden alle für das Arbeitsjahr 1939 durch den Leitsatz „Du ha st die Pflicht, gesund zu sein" gesteckten Ziele durch die Führerschaft der Hitler-Jugend, insbesondere aber durch die HJ.- Aerzte insgesamt in Angriff genommen werden, so würde nicht nur die Berufstätigkeit der ehrenamtlich und freiwillig in der HI. diensttuenden Aerzte ungsstellen in erster Linie die Mitarbeit der Eltern auf. Leider ist es bisher noch nicht gelungen, die Mitarbeit der Eltern und Jugenderzieher in größerem Umfange für diesen Gesundheitsdienst zu gewinnen. Aber diese Mitarbeit ist nötig, und es kann auf sie nicht verzichtet werden. Aus diesem Grunde ist gerade in diesem Jahre auch der BDM. bestrebt, die Eltern und Erzieher mit seiner Arbeit bekannt zu die Gesundheitsverhältnisse ihrer Kinder aussprechen können. Der Gesundheitsdienst in den einzelnen Gauen Jungen ferner Einheit Kamerad zu sein. Er besucht geschieht am besten durch sie regelmäßig bei den Diensten und macht den Elternabende, in denen Einheitsführer auf etwaige Überanstrengungen auf- Eltern rückhaltlos merksam. Bei den Fahrten der HI. sorgt er für । mit den Aerztinnen über die nötigen Ruhepausen, so daß keine Schädigungen ■ • leiden, sondern die Jungen und Mädel würden durch die Fülle der über sie hereinstürzenden Probleme in panischen Schrecken geraten, wenn ein i HJ.-Arzt nur schon von weitem auftauchte. i Eine vordringliche Aufgabe ist seitens der Gesund- l heitsabteilung des HI.-Gebietes Hessen-Nassau be- | reite im ersten Monat dieses Jahres gelöst worden: । die Erweiterung der Gesundheitsdienstorganisation | im Hinblick auf die gesteigerten Anforderungen : durch die Jahresaufgabe. Rund 180 HJ.-Aerzte, i 200 BDM.-Aerztinnen. 50 HJ.-Zahnärzte, 25 BDM.- i Zahnärztinnen, 20 HI.-Apotheker und 20 BDM.- i Apothekerinnen standen am Abschluß des Monats : Januar zur Verfügung. Hierzu traten 1000 HJ.- Feldschere und über 1000 Gesundheitsdienstmädel des BDM. zum Gesundheitsdienst an der Jugend unseres Gaues an. Damit war der organisatorische Aufbau vollendet. Mit dem Monat Februar konnte die praktische Arbeit beginnen. In Elternabenden sprach die HI.- und BDM.-Aerzteschaft über den hohen Sinn des „Jahres der Gesundheit" und seine Auswirkungen für die Steigerung der Leistungskraft unserer Jugend. Diese Elternabende, meist als Ausspracheabende durchgeführt, sind bis zum Monatsende Februar in einer großen Anzahl von Standorten durchgeführt worden. In besonderem Maße wurde die Weiterbildung der Feldschere und Gesundheitsdienstmädel im Februar betrieben. Bei den Feldscherübungen hatten die HJ.- Feldschere Gelegenheit, ihre Fähigkeiten als die „guten Kameraden" der aktiven Einheiten unter Beweis zu stellen Allwöchentlich gilt es sowohl für die Aerzte als auch für die Apotheker der HI., den Feldscheren im Unterricht has Rüstzeug zu geben. Die Erkenntnis der Wichtigkeit einer hinreichenden Zahnpflege für den gesamten Gesundheitszustand kommt in der Durchführung des diesjährigen „Gesundheitsappells der deutschen Jugend" im Monat März zur Geltung. Wenige Tage nur stehen der HJ.-Aerzteschaft zur Durchführung dieses Appells zur Verfügung. Ihre Festlegung erfolgt durch einen besonderen Befehl des Gebietsführers. Mit Hilfe der Aerzte des Amtes für Volksgesundheit wird es innerhalb weniger Tage möglich sein, den Gesund- arbeiten zu können. *■ Obwohl schon wiederholt die Gesundheitsüberwachung in den Jugendorganisationen Gegenstand der Berichterstattung war, soll doch hier in Anbetracht der außerordentlichen Wichtigkeit der Gesundheitsüberwachung der weiblichen Jugend diese einmal eingehender behandelt werden. An der Gesundung unserer Jugend tragen nicht nur Aerztinnen und Aerzte große Verantwortung, sondern auch das Elternhaus. Das Elternhaus ist die Keimzelle zur Erkennung sich etwa einschleichender Krankheiten, denn das Kind steht die meiste Zeit unter Ueberwachung der Eltern. Diese merken oft am ehesten, wenn sich Veränderungen im Wesen des Kindes einstellen. Darum fordern die ärztlichen Betreu- Homan von Mlthcc ßlccpffcr. Copyright by Carl Juncker Verlag,Aerlin^Z5 17. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Gel', da schauen S'? Der Bub von einer Besonnten. Ich hätt' ein bissel was in der Verwaltung ZU tun. Macht es Ihnen was aus, wenn ich den Kleinen so lange in Ihrer Obhut lasse? Vielleicht Lars er sich die Tiere ansehen?" „Lassen Sie ihn ruhig da, Herr Baron. Wir wer- uben schon fertig miteinander, nicht wahr, du dünner Spatz? Auf Wiedersehen!" Als Herr von Tinser gegangen war, sagte der alte Mann freundlich: Komm nur, jetzt' zeige ich dir alles. Hier sind die Kaninchen und dort die Meerschweinchen und da Orüben die Mäuse.". Und er ging mit bem Mann- berl von Stall zu Stall und von Käfig zu Käsig. Als er tue leuchtenden Augen des Knaben sah, fragte er: „Soll ich dir einen von den Hasen heraustun?" „Bittschön", sagte der Bub zutraulich und hatte poft keine Angst mehr. „So. Kannst ihn ruhig streicheln; er kratzt nicht." „Gehören die alle dir?" „Alle." „Mußt du aber reich sein!" „Es geht an." „Wenn ich groß bin, kauf ich mir auch so viele Meerschweindeln und Hasen. Die Mäus' mag ich nicht besonders", erklärte das Mannderl ernsthaft. Emil Gieseke lachte. Das war mal ein unterhaltsamer Junge! Schlank, weißblond und nicht auf den Mund gefallen, gute nordische Rasse. Gieseke mochte Kinder eigentlich gern; nur war mit Kindern nicht 3iel los hier im Werk. „Wie heißt du denn, mein Junge?" „Reimar-Dieter Gieseke. Aber die Paulamama lagt immer nur Mannderl zu mir", erzählte der Lud und strich dem Kaninchen die Haare glatt. Da wurde ein alter Mann, der vor zehn Jahren •eine Tochter verstoßen hatte, plötzlich schwach in >en Knien. Eine unsichtbare Hand zog ihm das Kinn legen die Brust und machte ihm den Rücken krumm. Er drehte sich langsam von dem Knaben weg und stierte in den Käsig von Eusebius. Zehn Jahre sind eine Menge Zeit. Zum Nachgrübeln, zum Sichverbohren, aber auch zum Zweifelbekommen und Mürbewerden. Nach zehn Jahren ist manches anders als zu Anfang. Man kann feinen Groll nicht auf Flaschen ziehen, auch wenn man letzthin vor dem Baron so getan hat. Ach so, der. Der hatte ihm den Buben ja hergeschleppt. Der kennt sie ja, die ... Paula. In zehn Jahren hätte die leicht ein gutes Wort finden können, wenn sie gewollt hätte. Aber nichts von Demut und Verzeihung, bloß Gekränktsein und Stolz. Was will sie heute, nach zehn Jahren, plötzlich mit ihrem Buben? Kann sie die gestohlenen Jahre ersetzen? Gieseke richtete sich mit einem Ruck auf, machte eine Wendung und starrte mit harten Augen auf den Reimar-Dieter, der jetzt das Häschen zwischen den Löffeln traute. Der Bub hat ganz ihre Augen, auch 'ihr Gesicht, wenigstens guckt dieser fremde Windhund nirgends raus, ging es Emil Gieseke durch den Kopf, und feine Augen verloren ein bißchen von dem harten Glanz. „Haben die Hafen auch ihre Kinder lieb?" fragte das Mannderl arglos. „So wie mich die Paula lieb hat? Sag, Großvater." Emil Gieseke zuckte zusammen. Seine jahrealter Groll war wie ein pomphaftes Gebäude, das an vielen Stellen unterhöhlt ist und nur auf den letzten entscheidenden Stoß wartet, um einzustürzen. Dieser Stoß war das Wort „Großvater", von einem ahnungslosen Kindermund ausgesprochen. Dieses „Großvater" war nicht eingelernt, sondern leuchtete auf wie ein Funken der Gnade. „Sag, Großvater", drängte das Mannderl. „Darüber habe ich noch nicht nachgedacht mein Junge aber es wird wohl fo fein" gab der alte Mann unsicher Auskunft. Das kam davon, daß man fo lange keinen Umgang mit Kindern gehabt hatte. Wie mager und blaß der Bub war! Vielleicht hatte er nicht genug zu effen. Gieseke strich dem Mannderl eine Haarsträhne aus der Stirn. „Willst du den Hasen da haben?" „Furchtbar gern. Aber meinst nicht, daß er trauert, wenn er von den anderen wegkommt?" „Dann müssen wir eben noch einen Spielkameraden herschaffen. Wie wär's denn mit dem da, diesem weißen?" ... So ein Bub, so ein herziger! ... Was kann denn der für die Geschichten der Eltern? „Dank schön! So, jetzt sind es zwei, jetzt haben sie nicht Langeweile. Du bist ein guter Großvater, das wird die Paula freuen. Die sitzt jetzt in der Stadt und sorgt sich ab und wartet", plauderte das Mannderl mit den beiden Tierchen im Arm, einem braunen und einem weißen. „So, und nun gehen wir mal in die Wohnung und sehen nach, ob nichts zu essen da ist", sagte Gieseke mit komischer Stimme. Sie klang, als seien verschluckte Tränen darin. Als Tinser nach einer Stunde das Mannderl abholen kam, saß der Bub zwischen Gieseke und seiner Frau auf dem Sofa und hatte zwei Kaninchen auf dem Schoß. Auf dem gedeckten Tisch standen Kaffeetassen und Teller mit belegten Broten, zwischen denen das Mannderl Verheerungen angerichtet hatte. Frau Gieseke hatte feuchte Augen und ihr Mann knurrte: „Wer hat denn das nun eigentlich angeftiftet, Herr Baron?" „Ich, Herr Gieseke. Ich ganz allein. Ihre Paula hatte zuviel Angst. Kann ich den Buben jetzt wieder mitnehmen?" „Den lassen Sie man getrost hier. Dem gefällt es ausgezeichnet. Es ist fo nichts los bei uns alten Leuten." „Ja aber — was soll ich denn feiner Muller bestellen?" stotterte Tinser. „Die kann ihn sich ja holen, wenn sie ihn wieder-- haben will!" Als Tinser zur Paula zurückkehrte, machte sie eine ängstliche Miene. Haben Sie etwas erreicht, Herr von Tinser?" „Alles. Das Mannderl sitzt zwischen seinen Großeltern, wird mit Butterbrot und Eingemachtem überfüttert, und es soll mich nicht wundern, wenn es morgen Bauchweh hat. Ich soll ausrichten, wenn Sie den Buben zurückwollen, sollen Sie ihn abholen. Wenn ich mich nicht irre, steht sogar noch eine unbenutzte Kaffeetasse auf dem Tisch", erzählte Tinser strahlend. „Ach", sagte sie nur und es war ein. vogelhast zarter Wehlaut der Erleichterung. „Kommen Sie. Wir flitzen hinaus. Zkis geht jetzt in einem Aufwaschen hin; ich bin gerade so schön in Schwung", drängte er. Paula Gieseke erhob sich und drückte seine Hand. „Sie sind ein guter Mensch, Herr von Tinser. Sie haben so viel für uns getan. Ich kann das nie vergelten." „Sie dürfen nicht so übertreiben", erwiderte Tinser verlegen. * Als Tinser nach Seesham zurückfuhr, war der Sitz neben ihm leer. Denn Paula und das Mannderl waren in München geblieben; die alten Giefekes hatten die beiden nicht fortgelaffen. Tinser war beauftragt, dem Käptn auszurichten, er möge sich einige Tage allein behelfen. Tinfer hatte Paula nach reiflicher Ueberlegung geraten, in der Stadt einen Käufer für ihre zwei Boote zu suchen. Tinser war auf dieser Heimfahrt in gehobener Stimmung. Seit er Wien im Rücken hatte, ging auf einmal alles gut, nein vortrefflich. Die Arbeit freute ihn, das mit dem argentinischen Geschäft hatte geklappt, er trug eine feste Anstellung in der Tasche, und auch das Intermezzo mit dem Mannderl war gelungen. Nur das mit Maxie Hegemann hatte nicht funktioniert. Nun — alles konnte der Mensch eben nicht haben. Wegen Maxie hatte er sich — leicht entflammt und leicht abgekühlt, wie er war — bereits getröstet, wenn schon er dem Mädchen gegenüber seine leidende Miene beibehielt. In Seesham angelangt, fuhr er sogleich nach der Garage; es war dort immer etwas dämmerig. Plötzlich vernahm Tinser hinter sich eine Stimme, die ihm bekannt dünkte. „Habe die Ehre, Herr Baron!" Tinser vergaß die Zündung abzustellen, drehte den Kopf und erblickte zu seinem Verdruß Herrn Gaidl, jenen entlassenen Laboratoriumsdiener, der ihm damals in der „Puella" die tausend Schilling abgenommen hatte. „Ja — was tun denn Sie hier?!" stotterte er verblüfft. „Mich ein biffel nach Ihnen umschauen, Herr Baron", kicherte Gaidl verschmitzt. „Eigens wegen Ihnen hab ich den weiten Weg gemacht, hihi." „Das verstehe ich nicht!" (Fortsetzung folgt!) Aus -er engeren Heimat Dec Zptikcr am Sahnßaf \ ICH Fußball-VeMsklaffe mit vollem Programm Alen Wirtschaft Die Kreisklassen im Kamps um die Punkte men, Ostmark. 22: Nachrichten. 22.20: Marschmusik. 22.30: Ihrer Krankenkasse viel zu große Last zu schleppen haben. Den Mädeln wird genau vorgeschrieben, was sie auf Fahrten und ins Lager mitzunehmen haben, die Eltern müssen sich daran halten. Auch beim Sport setzt die ärztliche Betreuung genau in demselben Maße ein wie bei Lager und Fahrt, so daß auch hier volle Gewähr für das einzelne BDM.-Mädel geboten ist. Die Ausbildung, Belehrung und Schulung in erster Hilfeleistung nimmt im Arbeitsfeld der BDM.-Aerztinnen einen breiten Raum ein. In den großen Kursen, die 20 und mehr Doppelstunden umfassen, werden im BDM.'Werk Gesundheitsmädel herangebildet. In den Ringschulungen, die besonders auch auf dem Lande stattfinden, werden die Führerinnen der Mädel und Iungmädel unterrichtet, desgleichen die Scheideanstalt mit 203, Lahmeyer mit 111, Holzmann mit 150, Rheinmetall mit 130, VDM. mit 180 und Westdeutsche Kaufhof mit 103. Hapag besserten sich auf 61,25 (61). Von Einheitswerten stiegen Schramm Lack auf 169 Geld (167,50). Der Rentenmarkt lag still bei nominellen Kursen: 6 v. H. IG. Farben 120,90, Reichsbahn-VA. 123,25, Kommunal-Umschuldung 93,30. Äerbandskanipf im Gingen! Zu seinem letzten Derbandskampf in dieser Serie empfängt der 1. Kraft- und Sportklub 1893 ®lcBcn am kommenden Samstag in der Turnhalle der Alten Pestalozzischule den achtfachen Gaumelster von Hessen, den VfK. Alsfeld. Wenn auch die Alsfelder durch das Hinzukommen der kampfstarken Hanauer Musik zur Unterhaltung. 17 bis 17.15: Sportereignisse des Sonntags. 18: Den Gefallenen des großen Krieges. Eine Stunde stillen Gedenkens. 18.30: Tritt gefaßt! (Militärmusik.) 19.30: Sportspiegel des Sonntags. 19.45 Berichte vom Arlbergrennen um den Tschammer-Pokal. 20: Nachrichten. 20.10: Festliches Konzert. Einlage: „Nachtgedanken". Ein Bries aus dem Schützengraben vom 14. November 1914. Bon Walter Flex (gefallen am 16.10. 1917)). 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Sportbericht. 22.30: Unterhaltungskonzert. 24 bis 3: Nachtkonzert rNonlag, 13. März. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für den Garten und die Zimmerpflanzen. 10: Schulfunk. Dornröschen. Ein Märchenspiel. 11.40: Ruf ins Land. 12: Schloßkonzert I. 13: Nachrichten. 13.15: Schloßkonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Ballett-Musiken. 16: Musik am Nachmittag. 17 bis 17.10: Das Mikrophon unterwegs. 18: Hier spricht der Jurist. Wann verjährt eine Straftat? 18.10: In einer Lehrlingsmusterschau. 18.20: Kleines Kapitel vom Leben. 18.30: Auf Hieb und Stich. Ewige deutsche Fechtkunst. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten, Grenzecho. 20.15: Stuttgart spielt auf. Volksmusik, Lieder und Märsche der Uniformen in feinster Maß-Anfertigung für Heer, Luftwaffe, Marine, Förster, Arbeitsdienst. Vollständige Offiziers-A usrüstungen Krevert & Sohn übergeben werden. firete Bübingen. - Nidda, 10. März. Am Donnerstag veranstaltete der hiesige Gartenbauverein einen außergewöhnlich stark besuchten Heimatabend, in dem der Blumenschmuck-Wettbewerb des Jahres 1938 den Mittelpunkt bildete. Den Besuchern des neu hergerichteten Gambrinussaales bot sich ein herrliches Bild, sowohl durch die Ausschmückung sämtlicher Tische mit etwa 200 Topfpflanzen der verschiedensten Größe und blühenden Stöcken als Gewinn bei der späteren Verlosung als auch durch die geschmackvolle Gruppierung prachtvoller Palmen, üppiger Blattpflanzen und blühender Blumenstöcke als Prämien, 111 an der Zahl, für lobenswerte Leistungen im Blumenschmuck des vergangenen Jahres. Mannschaft wird von Sonntag zu Sonntag besser Da der Spielausschuß in der Lage ist, fast immer die gleiche Elf zu stellen, sind Experimente nicht nötig. Die Elf hat folgendes Aussehen: Gottschalk, Leutheuser I, Schöller, Krämer, Luckaschewski, Kramer, Berlenbach, Fischer, Heß, Gorrissen, Wunderlich. Die Grünweißen können auf diese Spieler bauen und wir rechnen mit einem sicheren Siege, zumal ja noch die Revanche fällig ist. Lollar I — Burgsolms I. Das zweite Aufstiegsspiel zur Bezirksklasse bestreitet die 1. Elf des Sportvereins morgen auf eigenem Platz. Dies dürfte schon von vorneherein ein Dorteil für die Platzmannschaft bedeuten. Die Gäste wie auch ihre Spielweise sind hier weniger bekannt. Schnell und wuchtig dürfte sich das Spiel auch morgen wieder gestalten. Und Lollar muß sich etwas vorsehen, daß es zu keinen unliebsamen Ueber- raschungen kommt. Das letzte Spiel konnte in Gro- ßen-Linden wohl gewonnen werden; aber die Gesamtleistung der Lollarer Mannschaft war nicht überzeugend. Man weiß aber, daß die Platzelf fähig ist, ein Spiel zu zeigen, das dem Gegner die nötige Achtung abverlangt. So ist man auch im Lager der Anhänger zuversichtlich, daß der Elf dies morgen gelingen wird. Walter Neusel gegen AlÄelaney! In letzter Stunde haben sich die Veranstalter der Frankfurter Berufsboxkämpse am Samstagabend in der „Festhalle" noch nach einem anderen Gegner ür den deutschen Schwergewichtsmeister Walter N e u s e l umsehen müssen, denn von dem Franzosen Andre L e n g l e t kam aus Paris eine Absage, die mit Krankheit begründet wurde. Zum Glück ist es gelungen, sehr schnell einen anderen erstklassigen Gegner für Neusel zu finden, und zwar den kanadischen Schwergewichtler Al D e l a n e y. Neusel hat sich im Interesse einer reibungslosen Abwicklung der Veranstaltung sofort bereit erklärt, gegen den Kanadier zu boxen, obwohl dieser ein weitaus stärkerer Gegner als Lenglet ist. Der Franzose liegt mit einer Blinddarmentzündung im Pariser Militar- Hospital. ______ Lokalkamvf 1900 - MTÄ. Am morgigen Sonntag haben die 1900er ihren Lokalgegner Mto. zum fälligen Rückspiel der Pflichtrunde zu Gast. Das Treffen dürfte, wie auch die früheren Begegnungen, von seinem Anreiz nichts eingebüßt haben und verspricht einen spannenden Verlauf. Wenn auch die Männerturner auf Grund ihres Tabellenplatzes etwas stärker eingeschätzt werden müssen-, so ist doch die Mannschaft der Spiel- vereinigung 1900 in der Lage zu erachten, mit einer ebenbürtigen Leistung aufzuwarten. Voraussichtlich treten beide Mannschaften mit Ersatz an. Jedoch dürfte dies dem Spielniveau keinen Abbruch tun, da die Lücken gut ausgefüllt werden können- Die 3. Jugendmannschaft bestreitet ein Freundschaftsspiel in Gießen gegen die 2. Jugendmannschaft von Heuchelheim. Lollarer Jugend — 1900 tb-3ugcnb. Ebenfalls vor einer schwierigen Aufgabe steht die Lollarer Jugendmannschaft. Diesmal kann die Elf tatsächlich beweisen, ob sie die nötige Kraft besitzt, mit dem morgigen Gegner fertig zu roerben, und sie in der Bannmeisterschaftsfrage noch weiter ein Wörtchen mitzureden gewillt ist. Jugendfußball im VfB.-Reichsbahn. Am kommenden Sonntag tritt die 1. Jugend in Watzenborn-Steinberg an, um dort ein rückständiges Freundschaftsspiel zu erledigen. Die 1. Jugend wird mit der gleichen Mannschaft wie gegen Ehringshausen antreten. Die 2. Jugend tritt nach der 1. Mannschaft gegen die 1. Jugend von Oppenrod auf dem Waldsportplatz an. Die Gäste stellen eine gute Mannschaft ins Feld. Da die Gießener mit einigen neuen Spielern den Kampf bestreiten, ist der der Ausgang offen. Handball. Die Vor- und Rückrunde zur Bannmeisterschaft ist nunmehr soweit abgeschlossen; noch wenige rückständige Spiele werden am Sonntag nachgetragen, die aber zum größten Teil für die Ermittlung der Staffelsieger nicht ausschlaggebend sind. 6 Staffelsieger stehen bereits fest; nur eine Staffel, und zwar sind dies die Spiele mit Münzenberg, hinkt noch hinten nach. Die jeweiligen Tabellenführer werden nm 26. März zu den Endspielen zur Bannmeiste» schäft antreten. In der Gruppe Gießen stehen nur noch zwei Spiele an, die am Sonntag erledigt werden. Es sind dies: Mtv. a-Iugend — Heuchelheim: Man sollte annehmen, daß die Männerturner auch dieses letzte Auftreten mit einem Siege abschließen werden und somit die Meisterschaftsspiele ohne Punktverlust beenden. SpDg. 1 9 00 b - Jugend — Großen- Buseck: Auch in dieser Staffel ist bereits die Spitzenfrage geklärt, 1900 kann auch bei einer Niederlage nicht mehr eingeholt werden. Jedenfalls glauben wir, daß, wenn 1900 nicht verstärkt antritt, die Mannschaft auch auf eigenem Platze einen schweren Stand haben wird. Rundfunkprogramm Heldengedenklag. Sportwartinnen aus ihren Schulungen und Lehrgängen. All diese Einrichtungen bieten volle Gewähr, daß der größte Teil der BDM.-Fuhrerlnnen selbst in gesundheitlichen Fragen gut durchgevlldet wird. Die gesamte Gesundheitsführung innerhalb des BDM. steht in engster Zusammenarbeit mit Kliniken, Fachärzten und dergleichen, so daß im Sinne der Volksgesundung unserer Jugend eine einheitliche Richtung erzielt wird. Auch die enge Zusammenarbeit mit den Schulärzten des staatlichen Gesundheitsamtes hat sich der Gesundheitsfuhrung des BDM. sehr förderlich erwiesen. Das Ziel ist: eine gesunde Jugend, die spater dem Kampfe des Lebens gewachsen ist und ihre Kräfte für den Dienst an ihrem Volk voll einsetzen kann. Vereine nicht mehr die dominierende Rolle spielen können, wie früher, so stellen sie doch eine sehr starke Mannschaft. Den Vorkampf verlor die ersatzgeschwächte Gießenxr Mannschaft hoch. Da aber m diesem Kampf sehr wahrscheinlich die derzeitig beste Mannschaft der Gießener aufgeboten wird, so erscheint der Ausgang des Kampfes doch offen. Wünschenswert wäre es, wenn den Gießener Ringern wieder einmal ein Mannschaftssieg gelingen wurde. Die Gießener Mannschaft tritt sehr wahrscheinlich in folgender Aufstellung an: Guckes, Fritz ^unk Alois Funk, Klotz, RAD.-Truppführer Becker, Uffz. Richter und Belloff. Alsfeld meldet: Schuchmann, Schott Schember, Fritz (früher Berlin), Albert, Kister und Fischer. zurückblicken. * , OO E b e rst ad t, 10. März. Im Saale der Gastwirtschaft „Zum Deutschen Haus" fand der Ab- chlußabeud des zehntägigen Kursus für häus- iche Krankenpflege statt. Schwester Jo- ephine Englert sprach einleitend über Sinn und Bedeutung der Kursusarbeit, sowie über die geleitete Arbeit. Sodann wechselten ernste und heitere Gedichtvorträge, Lieddarbietungen und die Aufführung kleiner Theaterstücke miteinander ab. Eine luftige Gymnastikgruppe erfreute mit ihren Vorführungen. Zum Schluß der Feier wurden den Kursus- teilnehmerinnen die entsprechenden Urkunden überreicht. Frau R e u h l dankte Schwester Josephine für ihre aufopfernde Tätigkeit und überreichte ihr einen Blumenstock zum Geschenk. — Die Orgel unserer Kirche, die im Laufe der Zeit reparaturbedürftig geworden war, hat nunmehr eine durchgreifende Ueberholung erfahren. Die Arbeit war der Orgelbau-Firma Förster & Nikolaus (Lich) übertragen. Durch die fachmännische Arbeit wurde die Orgel vollkommen neu gestaltet, und sie darf nun als eine der modernsten der Umgegend gelten. Der Spieltisch ist mit zwei Manualen und neuzeitlichen Klappregistern versehen und wurde von der Orgelempore in den Chor verlegt. Von hier aus t*“— Hunderte von Drähten in einer Kabelleitung zu den 800 neuen Pfeifen. Der entfernte Platz des Organisten gestattet nun eine bessere Klangkontrolle. Die erneuerte Orgel konnte bereits ihrer Bestimmung I. kreisklasse. Großen-Buseck — Wißmar. Großen-Linden — Steinbach. Hungen — SA.-Kampfspielgemeinschaft. II. Kreisklasse. Grünberg — Harbach. Nieder-Ohmen — Göbelnrod. Geilshausen — Saasen. Treis — SA. II. Staufenberg — Londorf. Krofdorf — VfB -R. III. Im letzten Spiel muß Wißmar in Großen-Buseck antreten und hat keinerlei Aussichten auf Erfolg. Steinbach wird es wohl kaum fertigbringen, den neugebackenen Meister im letzten Spiel zu bezwingen. Wenn die SA.-Männer mit ihrer kompletten Mannschaft in Hungen antreten können, sollte es immerhin möglich sein, einen knappen Sieg zu erzielen. Harbach reift nach Grünberg und hat dort einen der stärksten Gegner vor sich. Es sollte der Mannschaft wohl kaum gelingen, den Dorspielsieg zu wiederholen. Der Tabellenführer empfängt Göbelnrod und sollte das Spiel für sich entscheiden können. Geilshausen erwartet Saasen. Die Gäste haben stark nachgelassen. Für die SA. besteht wenig Aussicht, das Spiel in Treis zu gewinnen, es sei denn, daß die Gastgeber keine vollzählige Mannschaft stellen können. Londorf muß in Staufenberg antreten Dort ist sehr schwer zu gewinnen. Da es aber um die Befestigung der Tabellenführung geht, werden die Gäste das letzte aus sich herausgeben, wir tippen auf einen glatten Sieg Londorfs. Die dritte Mannschaft des VfB.-Reichsbahn geht einen aussichtslosen Gang nach Krofdorf. Da beide Vereine Um die Bannmeisterschast im Huhbatt. 1900 1. Jugend — Garbenleich 1. Jugend. Am kommenden Sonntag beginnen die Zwischenrundenspiele um die Bannmeisterschaft im Fußball. Mit den besten Aussichten gehen zwei Mannschaften der Spielvereinigung 1900 in diese Kämpfe. Die 1. Jugendmannschaft hat wohl ihr schwerstes Spiel zu bestreiten, denn Garbenteich hat eine der besten Jugendmannschaften des Kreises. Durch ihre zahlenmäßig hohen Siege bewies sie, daß sie in der Vergebung der Meisterschaft eine Rolle mitspielt. Die i. JugendmannschaU der Spvg. 1900 tritt in ihrer zur Zeit stärksten Ausstellung an. Die Spiele der Bezirksklasse werden morgen mit fünf Begegnungen fortgesetzt, die lediglich der weiteren Tabellengestaltung dienen. VfB.-R. — Naunheim Sinn — 1900 Wetzlar — Steinberg Frohnhausen — Burg Bissenberg — Ehringshausen. Die Begegnung Frohnhausen — Burg ist für die Burger eine aussichtslose Sache, für die Dränier eine Gelegenheit, das Torverhältnis weiter zu verbessern. Das Spiel Bissenberg — Ehringshausen bringt den Platzbesitzern die Möglichkeit, sich für die Vorspielniederlage zu revanchieren. Sinn — 1900. Zum vorletzten auswärtigen Spiel müssen die Blauweißen nach Sinn. Seither als eine nicht besonders ernste Angelegenheit betrachtet, ist dies durch die plötzlich wieder eingetretene Spielstärke der ©inner zu einem nun wieder schwierigen Vorhaben geworden. Selbst die bereits entschiedene Meisterschaftsfrage dürfte hierbei weniger ins Gewicht fallen, da ja die Sinner noch etwas vom Vorspiel her gutmachen wollen. Den Blauweißen, die in derselben Aufstellung des Vorsonntags, also mit Herbst (3/116), Pankok (2/116), Lippert (2/116), Renstng, Quick (3/45), Schäfer, Löbsack, Krämer, Zeller, Hor- mel (2/116), Heuser antreten, steht also eine starke Prüfung bevor. Wetzlar I — Steinberg I. Kaum ist der harte Kampf des letzten Sonntags vorbei, müssen schon wieder die Teutonen zu einem schweren Spiel nach Wetzlar. Der Gastgeber wird wohl alles aufbieten, um dem Spitzenreiter eine empfindliche Niederlage beizubringen; Wetzlar hat eine Mannschaft, die zu großen Energieleistungen fähig ist. Dies beweist deutlich genug das Vorspiel in Watzenborn-Steinberg, in dem die Gäste aus einem Rückstand von 4:1 fast noch den Gleichstand erzielt hätten. Die Elf ist kämpferisch stark auf der Höhe, und Leute wie Didlapp und Zehner verfügen über erstklassiges Können. Die Teutonen sind sich aber auch bewußt, welches Lüftchen in der Dornstadt weht. Seither wurde noch nie ein Punkt dort erobert. Ob es den Teutonen gelingt, morgen einen oder sogar zwei Punkte zu holen, erscheint fraglich. Wetzlar wird alles daransetzen, sich einen guten Tabellenstand zu sichern. Die Steinberger sind noch ge- zigsten Geburtstag. Am 12. d. M. feiert der Landwirt Heinrich Wilhelm P i tz seinen siebzig- tenGeburtstagin verhältnismäßig gutem Ge- undheitszustand. Herr P i tz ist seit 43 3af)rcn 33e= zieher des „Gießener Anzeigers". Herzliche Glückwünsche den beiden Siebzigjährigen. Gis. Burkhardsfelden, 10. März. Hier fand ein Säuglingspflegekurs der Abteilung Mutterdienst des Deutschen Frauenwerks statt. Die Beteiligung und das-Interesse waren sehr gut. Frl. Reuter leitete den Kurs und veranstaltete die wohlgelungene Abschiedsfeier. Hierbei sprach sie noch über Zweck und Ziele der Abteilung Mütterdienst. Ein Film über die Entwicklung und Ernährung der Säuglinge gab noch lehrreiche Anschlüsse. # Mainzlar, 10. März. Der bei den hiefigk Didierwerken beschäftigte Arbeitskamerad W: Helm Kehr aus Daubringen kann am 12. März auf eine 2 5jährige Tätigkeit in dem Betrieb 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Besinnliche Morgenstunde. Einlage: Gläubige Gemeinschaft. Voii Alfred Kratz. 8.50: Deutsche Meister. Robert Schumann. 9.40: Kriegsdichter erzählen. 10: Chorgesang. 10.30: In memoriam (Konzert). 14: Für unsere Kinder. „Sorge und Leid". Ein Märchenspiel. 14.30: Stimmte uns begeistern! 15.15: Sterb' ich in fremder Erde ... An den Gräbern unserer toten Helden. 16: behauptet. Leicht abbröckelnd waren Buderus auf 103 (103,50), Conti Gummi auf 212 (212,40), Daimler auf 133,75 (134), Demag auf 145,50 (145,75), etwas höher stellten sich am Elektromarkt Licht & Kraft mit 132 (131,75) und Gesfürel mit 134,75 (134,50). IG. Farben konnten sich bei kleinem Umsatz voll be- Kamerad wo bist du? 22.45: Nachtmusik und Tanz, baupten mit 150, ferner Verein. Stahl mit 110,25, 24 bis 3: Nachtkonzcrt. Mein-Mainische Börse. Ruhig und uneinheitlich. Frankfurt a. M., 10. März. Die Geschäftsstille war noch ausgeprägter als an den Vortagen, da weder Angebot, noch nennenswerte Kaufneigung vorlag. Es herrschte allgemein äußerste Zurückhaltung. Am Aktienmarkt tarn zunächst nur eine verschwindend geringe Zahl voll Kursen zur Notiz, die im allgemeinen wenig verändert waren. Später hörte man jedoch vorwiegend nur knapp gehaltene Bewertungen. Auf Abschlußhoffnungen weiter gefragt waren von Nebenwerten Feinrnech. Jetter mit 95,50 (94). Leicht gefragt waren ferner Reichsbank mit 180 (179,75) und am Montanmarkt Verein. Stahl mit 110 (109,75). Im übrigen eröffneten IG. Farben mit 150 (150,50), Scheideanstalt mit 203 (203,50), AEG. mit 113,50 (114), Gesfürel mit 134,50 (135,25), Mannesmann mit 109,40 (109,50), Hoesch mit unv. 108 und Westdeutsche Kaufhof mit unv. 103. Der Rentenmarktlag ebenfalls sehr ruhig. Reichsaltbesitz weiter abbröckelnd auf 130 (130,13), nachdem die letzttägige Kauforder offenbar erledigt ist. Kom- inunal-Umschuldung bei kleinem Umfatz gut gehalten mit 93,30. Am Pfandbriefmarkt glichen sich Angebot und Nachfrage etwa aus, das Geschäft war denkbar klein. Liquidationswerte z. T. leicht erhöht; Franks. Hyp. 100,90 (100,65), Meininger 101 (100,75). Stadt- anleihen notierten überwiegend nominell und unverändert; die beiden Darmstädter je 0,25 v. H. höher mit 97. Industrie -Obligationen lagen meist nur knapp behauptet, 5 v. H. Hoesch 100,50 (100,75), 5 v. H. Mittelstahl 100,50 (100,65), 5 v. H. Gelsenberg 100 (100,13), andererseits 6 v. H. IG. Farben 120,90 (120,75) und 5 v. H. Eisenbahn-Bank 86 (85). Im Freiverkehr blieben Dingler Maschinen gefragt zu 107 bis 109 (106 bis 108), Rastatter Waggon unv. 50 bis 52. Tagesgeld im Zusammenhang mit dem Steuertermin gefragt und auf 2,75 (2,25) v. H. versteift. Abcndbörse sehr ruhig. Publikumsaufträge lagen nach keiner Richtung hin vor, auch sonst bestand die Zurückhaltung fort. Am Aktienmarkt war die Haltung wenig verändert, die meiften der nicht zahlreich notierten Papiere lagen Auf der Oienstfahrt tödlich verunglückt * Mücke, 11. März. Ein schwerer Verkehrsunfall, bei dem leider ein beliebter Beamter während seines Dienstes den Tod fand, ereignete sich am gestrigen Freitag kurz nach 20 Uhr am Anfang unseres Ortes von Grünberg her 'bei der lieber- führung der Laubacher Bahnstrecke über die Landstraße. Um diese Zeit befand sich der 40 Jahre alte Gendarmerie - Hauptwachtmeister Haas aus Nieder-Ohmen, auf einer dienstlichen Streife aus Richtung Grünberg kommend, mit dem Fahrrad unterwegs nach Nieder-Ohmen. Dabei geriet der Beamte in der Nähe der Gleisüberführung in einen plötzlich losbrechenden Schnee sturm. Unglücklicherweise kam dem auf seinem Fahrrad mühsam vorankommenden Gendarmeriebeamten ein L a st - auto aus Gießen entgegen, dessen Lenker anscheinend durch den Schneesturm ebenfalls in der Sicht so stark behindert war, daß der schwere Wagen zu weit nach dem Straßenrand von der Fahrbahn abkam. Hierbei wurde der bedauernswerte Beamte von dem Lastauto angefahren und mit großer Wucht zu Boden geschleudert. Er erlitt so schwere Kopfverletzungen, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Der Vorfall wurde von der Nachbarschaft bemerkt, die sofort herbeieilte, den Beamten aber bereits tot vorfand. Der Lenker des Lastautos konnte später in Gießen festgestellt werden. Er gab zu, daß er wohl mit seinem Wagen gegen ein Hindernis geraten sei, von dem verhängnisvollen Ausgang der Karambolage will er aber nichts wahrgenommen haben, weshalb er atich seine Fahrt fortgesetzt habe. Heimgekehrter Spanienkämpfer. <£ Saasen, 10. März. Ein Freudensturm herrschte dieser Tage in unserem Orte. Es hatte sich die Nachricht verbreitet, daß Karl Wagner nach 15monatiger Abwesenheit — er focht im spanischen Freiheitskampf mit — wieder in das Dorf zurück- gekehrt sei. Seine Angehörigen und viele Bekannte, wie auch der Gesangverein hatten am Bahnhof die Ankunft des Zuges erwartet, um ihm einen fest- lichen Empfang zu bereiten. Den Nachmittag verbrachte er im Kreise seiner Eltern und Angehörigen. Am Abend fand eine Kundgebung der Ortsgruppe Saasen der NSDAP, statt, an der fast das ganze Dorf teilnahm. Ein langer Zug bewegte sich im Scheine einiger Fackeln auf den Veitsberg vor das Elternhaus des Heimgekehrten. Nach einem Lied, vom Gesangverein gesungen, sprach Ortsgruppenleiter Sch epp über die Einsatzbereitschaft Karl Wagners und seine Leistungen im Kampf gegen den bolschewistischen Weltfeind. Er betonte, daß Wagner stolz sein könne, an dem entscheidenden Kampf zur Vernichtung des Bolschewismus in Spanien teilgenommen zu haben. Karl Wagner dankte für den freundlichen Empfang und brachte ein Sieg- Heil auf den Führer aus. Der Abend schloß mit einigen Stunden der Kameradschaft. Landkreis Gießen. ^Steinbach, 11. März. Am heutigen Tage feiert Frau Phllippine Gerhard, geb. Döring, Witwe des 1935 verstorbenen Postagenten, Wirtes und Landwirtes Georg Johannes Gerhard, ihren sieb- zwungen, mit zwei Mann Ersatz das Spiel zu bestreiten. Im übrigen tritt die Mannschaft in der gleichen Ausstellung wie am vergangenen Sonntag an. „ . , BsB.-Reichsbahn I — Naunheim L Meder ein Kampf auf dem Waldsportplatz! Lange hat man die Naunheimer nicht mehr auf dem Waldsportplatz gesehen und gerade diese Mannschaft war es, die die Meisterschaftshoffnungen der Grün- weißen zunichte machte. Den Gästen geht ein guter Ruf voraus. Die Manschast ist zu großen Leistungen fähig. Erst am Sonntag konnte der Altmelster Wetzlar nur nach Verlängerung die tapfere Mannschaft knapp bezwingen. Die Grünweißen haben in den letzten Spielen eine konstante Form gezeigt. Die