Nr. 36 Erstes Blatt 189. Jahrgang Samstag, H./Sonntag,12.Zebrriar 1939 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drud» und Verlag: SrLhlsche Univerfitätsdruckerel «.Lange in Sieben. Schriftleitung und Seschöftrftelle: Schulftrahe ? Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für \ mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text» anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25°/o mehr. Ermähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder», Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. 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In Paris wirkte diese Besetzung geradezu alarmierend, aber auch England mischte sich sofort ein. Unterstaatssekretär Buller wies darauf hin, im Juni vorigen Jahres seien die englische und die französische Regierung Hankau > KWANGSI ilNAN 7WHUI 1 FRANZ Ha"Oi , INDOCHINA CHINA SZETSCH UAN Z SünVv^NAN ^>KWEITSCHAU Dünnan Won / gemeinsam in Tokio vorstellig geworden, um eine Besetzung dieser Insel zu verhindern. Sollten sich Komplikationen ergeben, so führte Buller aus, dann würden sich England und Frankreich so unterstützen, wie dies erforderlich wäre. Es ist zu verstehen, daß die Engländer, die durch die im vorigen Jahre erfolgte Besetzung Kantons durch die Japaner und damit die Umnöglich- machung der Versorgung Tschiangkaischeks mit Kriegsmaterial über Hongkong in Aufregung geraten, aber an und für sich ist die Insel Hainan unbestritten chinesisches Gebiet, Japan hat eine kriegerische Auseinandersetzung mit Tschiangkaischek, der China repräsentiert, und diese Besetzung liegt also im Zuge der kriegerischen Maßnahmen Japans, ohne daß sich die Briten und Franzosen, wenn sie wirklich neutral fein sollten darin einzunnschen hätten. Im Juni vorigen Jahres besetzte Frankreich plötzlich die Paracel-Inseln, die der Insel Hainan im Süden vorgelagert sind, auf Veranlassung des Kolonialministers Mandel, der nicht nur die Lieferung von Kriegsmaterial an die chinesischen Truppen begünstigte, sondern auch im März 1938 ein Geschwader und zahlreiche Truppen nach Indochina entsandte, um diese Kolonie gegen Japan zu „sichern". Die Paracel-Inseln waren unzweifelhaft chinesisch, aber Frankreich setzte sich darüber hinweg und begründete seine Besetzung mit „strategischen Interessen". Damals versuchte Paris Tokio zu beschwichtigen, es handele sich gar nicht um eine militärische, sondern um eine — meteorologische Truppe, die diese strategisch wichtigen Inseln gewissermaßen aus wissenschaflichem Interesse annektiert hätten. Aber das strategische Interesse konnte sich doch nur gegen Japan richten, und Japan hat jetzt seinerseits sein strategisches Interesse für Hainan betont. Diese große südchinesische Insel, der südlichste Teil Chinas, hat nur etwa 50 000 Einwohner, sie hat gute Häfen, sie quillt gewissermaßen von land- wirtschafllichen Produkten über und besitzt auch einige kaum ausgedeutete Gold-, Silber- und Zinnlager. Im Jahre 1898 hatten die Franzosen ihre Fänge nach Hainan ausgestreckt, aber die damalige chinesische Regierung leistete Widerstand, so daß Frankreich sich schließlich zurückzog. 1907 kam zwischen Japan und Frankreich das jetzt vielbesprochene Abkommen zustande, in dem sich die beiden Staaten dahin verständigten, die Insel nicht ju besetzen. Aber abgesehen davon, daß China, über dessen Fell es doch Hergang, bei diesem Abkommen nicht beteiligt war, hatte es nur einen zeitlich bedingten Zweck. Jetzt, wo Japan ein vitales Interesse daran hat, Tschiangkaischek die Waffenzufuhr abzuschneiden, haben sich natürlich diese Umstände radikal geändert. Die Besetzung ohne Schwierigkeiten vollzogen Schanghai, 10. Febr. (DNB.) Der Vormarsch der japanischen Truppen auf der Insel Hainan vollzieht sich ohne Schwierigkeiten. Vom japanischen Oberkommando wird die chinesische Besatzung der Insel auf wenige hundert Mann reguläre Truppen und rund 10 000 Mann schlecht ausgerüsteter Miliz geschätzt. Die chinesischen Truppen, deren Oberbefehlshaber General Changta zur Zeit aus dem Festland weitt, haben sich nach dem ersten Zusammenstoß vom Nordufer der Insel, wo die Hauptmacht stationiert war, in das mit Urwald bedeckte gebirgige Innere Hainans zurückgezogen. Den japanischen Truppen, die am ersten Tage fast 100 Kilometer zurücklegten, wird kein Widerstand geleistet. Die Städte K i u n g t s ch a u und H a i h a u , die von etwa zwei Dritteln der Bevölkerung unter Zurücklassung von Hab und Gut geräumt wurden, befinden sich fest in japanischer Hand, nachdem die Forts bei Haihau zum Schweigen gebracht worden waren. Der Oberkommandierende der japanischen Landungstruppen hat einen Aufruf an die Bevölkerung der Insel gerichtet, an ihren Wohnsitzen zu bleiben und Ruhe ihren Geschäften nachzugehen. Rücksichtslose Schärfe werde nur gegen die zur Anwendung kommen, die dem japanischen Vormarsch Widerstand leisteten. Kontrolle der südchtnesjschen Küste. Tokio, 10. Febr. (DNB.) Die Besetzung Hainans beurteilt man in Tokio als Entschluß des Hauptquartiers, die Blockade Südchinas wirksamer zu gestalten und eine seestrategische Basis zur Kontrolle der Bucht von Tonking und der nördlich von Hainan gelegenen Kwaichow-Bucht zu schaffen. Wichtig ist Hainan ferner als Ausgangspunkt für militärische Operationen nach der Kwangsi-Provinz und als Flugbasis. Nach Besetzung Hainans werden alle wichtigen Verkehrslinien zwischen Südchina und Französisch-Jndochina und Singapur durch japanische Marine kontrolliert werden. Mit Interesse beobachtet man, welche Haltung dritte S t a a t e n, insbesondere Frankreich, abs. London, 10. Februar. „Die Araber haben niemals anerkannt und werden niemals die Balfour-Erklärung oder das Mandat in Palästina anerkennen." Mit diesen Worten hat a m a l E f s e n d i H u s s a i n i am 9. Februar auf der ersten Arbeitstagung zwischen der englischen Vertretung und der arabischen Abordnung die Haltung des Arabertums zur Palästinafrage umrissen. Auf Grund eines Hebereinkommens mit her englischen Regierung wurde seine Erklärung erst am Freitagnachmittag veröffentlicht. Der Sprecher des Arabertums hat am 9. Februar die Hauptbeschwerdepunkte seiner Volksgenossen inhaltlich folgendermaßen zusammengefaßt: 1. Die während des Weltkrieges versprochene Hnabhängigkeit Palästinas ist nicht erfüllt worden. Nach feiner Verstümmelung wurde das Heilige Land unter das Regime einer „unverantwortlichen bürokratischen Herrschaft gestellt, bei der der zionistische Einfluß vorherrschend war und die Einleitung von Ausnahmemaßnahmen verursachte. Diese Maßnahmen haben die natürlichen und politischen Rechte des Arabertums verletzt. 2. Das Arabertum wendet sich gegen die Zulassung einer großen Anzahl jüdischer Emigranten fremder Zunge, Gebräuche,'Mpral und Lebensansichten. Dem Arabertum wurden dadurch die ihm zustehenden Handelsmöglichkeiten genommen und wirtschaftlicher Schaden zugefügt. Die Juden genossen demgegenüber außergewöhnliche Vorteile und Begünstigungen, insbesondere im Hinblick auf die Ausbeutung der Naturschätze des Landes, von der das Arabertum ausgeschlossen wurde. I einnehmen werden, da ja bereits gelegentlich der Besetzung der südlich Hainans gelegenen Paracel-Inseln durch Frankreich die Frage einer Besetzung-Hainans durch Japan als „unvereinbar mit der Sicherheit von Französisch-Jndochina" bezeichnet wurde. Der Sprecher des Außenamtes erklärte, daß die Besetzung nicht gegen das französisch-japanische Abkommen aus dem Jahre 1907 verstoße. Das Abkommen sei da- inals geschlossen worden, um innere Unruhen in China zu verhindern, da unter der damaligen Tsing-Dynastie die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung unmöglich gewesen sei. Seit jener Zeit hätte zwar die innere Hnruhe Chinas ständig abgenommen, aber im gegenwärtigen Konflikt sei Hainan eine wichtige chinesische Operationsbasis geworden. Die japanischen Operationen verfylgten lediglich den Zweck, die militärischen Kräfte der Chinesen zu vernichten. Es handele sich daher um eine Angelegenheit, die nichts mit der Frage der Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung, wie damals im Abkommen von 1907 festgelegt wurde, zu tun habe. Die Note, die zwischen Frankreich und China 1897 über eine Eer - Hinderung der Einmischung dritter Staaten in Südchina ausgetauscht wurde, beziehe sich nur auf China und Frankreich und fei daher nicht bindend für Japan. 3. Das Arabertum beschwert sich gegen die Erleichterungen, die dem Judentum unter zionistischem Druck in Palästina auf dem Gebiet des Landankaufs gewährt wurden, ohne daß dabei der heimischen Landwirtschaft ein gerechter Schutz zu- kam. Diese Taktik führte innerhalb des Arabertums zu einem ernsten Landhunger. Rach diesen Beschwerden hat das Arabertum vier Forderungen folgenden Inhalts vorgebracht: 1. Anerkennung des arabischen Rechts, die Unabhängigkeit des Landes zu vervollständigen. 2. Aufgabe des Versuchs, in Palästina ein Rationalheim für die Juden einzurichten. 3. Fallenlassen des Mandats und aller Ungesehmäßigkeiten. die aus dem Mandats-Status erwachsen. Das Mandat soll erseht werden durch einen Vertrag, ähnlich dem, der zwischen England und dem Irak abgeschlossen wurde. Damit soll Palästina zu einem souveränen arabischen Staat erhoben werden. 4. Sofortiges Abstoppendergesamten jüdischen Einwanderung und des Verkaufs von Land an die Judenschaft. In der Begründung dieser Forderungen heißt es: „Die Araber glauben, daß ihre Sache auf den Oie letzte Phase. D>e Weihnachtsoffensive General Francos hat ihr letztes Ziel erreicht. Ganz Katalonien ist im Besitz der nationalspanischen Truppen, nachdem die Trümmer der roten Armee Barcelonas in wilder Flucht die französische Grenze überschritten haben und in Konzentrationslagern interniert worden sind. Dieser außerordentliche Erfolg der nationalspanischen Waffen war weder der Zeit noch dem Umfange nach vorauszusehen, als Francos Armeen vor nunmehr annähernd sechs Wochen aus den Mitte April vorigen Jahres erreichten Linien längs der Flußläufe des Segre und des unteren Ebro in drei Stoßgruppen gegen die roten Stellungen vorbrachen. Die ersten Erfolge hatte der Vorstoß der südlichen Gruppe im Raume zwischen Lerida und der Küste. Das alte Tortosa, unweit der Ebro-Mündung, fiel in die Hände des marokkanischen Armeekorps des General Pague, weiter links drangen die Navarra-Brigaden des Generals Moscardo aus dem Abschnitt von Asco Mitte Januar auf Tarragona vor. Schwieriger war die Offensive ösllich von Lerida, da hier die Roten besonders starke Befestigungen angelegt hatten, und je weiter die Operationen in das Gebirge gelangten, je mühsamer wurde der Vormarsch für die Truppen, die bei rauhem Winterwetter das gebirgige Gelände überwinden mußten. Trotzdem gelang es den natio- nalfpanifchen Generalen in planvollem Zusammenwirken überraschend schnell durch Vordrängen auf den Flügeln die Roten zum Rückzug aus chren starken Stellungen vor Lerida zu zwingen, ohne ihnen Zeit zu lassen, in den mehrfachen starken Verteidigungsgürteln, die vor Barcelona angelegt worden waren, sich festzusetzen. Bereits am 21. Januar wird Igualada, die erste große Stadt der eigentlichen Provinz Barcelona, erobert und im Süden von Tarragona her bis Vendrell' vorgedrungen. Schon wenige Tage später, am 26. Januar, befindet sich Barcelona selbst im Besitz der nationalspanischen Truppen. Gleichzeitig geht auch weiter nördlich der Vormarsch unaufhaltsam weiter über Manresa, Tarrasa und Sabadell, während an der Pyrenäenfront, die die bedeutendsten Schwierigkeiten bietet, es gelingt, schon in den letzten Januartagen das Gebiet von Seo de Urgel zu erreichen. Am 4. Februar fällt 0 e r o n a , die letzte bedeutende Stadt Kataloniens, in die Hände Francos. Von der Küste bis in das Pyrenäengebirge sind die Roten auf das winzige Reststück östlich der Linie Palamos—-Gerona—Dich—Seo de Urgel beschränkt. Eine Woche später weht die rot-goldene Fahne des nationalen Spaniens an der französischen Grenze. In diesem letzten Abschnitt des katalanischen Feldzuges kann von Kämpfen nicht mehr die Rede sein. In wilder Flucht suchen sich die Trümmer der völlig aufgelösten roten Armee ihren Verfolgern durch den ©remüberfritt nach Frankreich zu entziehen. Den Truppen General Francos bleibt hier nur noch die Aufgabe, das Gebiet von einzeln herumstreifenden roten Banden zu säubern. Für Frankreich ist durch den Hebertritt von annähernd 200 000 Mann, unter denen sich freilich viele Zivilisten befinden, die die roten Milizen aus ihrer Flucht ostwärts rücksichtslos vor sich fjertrieben und die nun über Hendaye wieder auf national- panisches Gebiet zurückbefördert werden, eine chwierige Lage entstanden. Pariser Blätter erinnern an den Hebertritt der ftanzösischen Ostarmee des Generals Bourbaki auf schweizerisches Gebiet am 1. Februar 1871, nachdem die Entsetzung Bel- crts mißglückt war und Bourbaki von den "Truppen der Generale Werder und Manteuffel über Besan^on in den Schweizer Iura abgedrängt worden war. Die Parallele hinkt, da es sich bei der Armee Bourbakis um reguläre französische Truppen handelte, die gegen einen auswärtigen Feind im Felde gestanden hatten, während die jetzt auf fran- natürlichen Rechten eines Volkes beruht, im ungestörten Besitz seines Landes zu bleiben und weiter auf dem natürlichen Wunsch, die- em Volke seine nationale Existenz zu ichern und dafür zu sorgen, daß diese" Existenz gewährleistet und entwickelt wird in Frieden und in Harmonie mit den Traditionen und Idealen des Arabertums. Die Bedingungen des Mandats waren das Ergebnis einer fangen Beratung zwi- । scheu der englischen Regierung' und den zionistischen Juden. Die Araber, deren Land auf dem Spiele stand, wurden absichtlich von dieser Beratung ausgeschlossen . . . In zwanzig Jahren ist die jüdische Einwohnerschaft in Palästina von sieben au.f neun- undzwanzig Prozent gestiegen. das heißt bei einer Gesamtbevölkerung von 1 400 000 von 53 000 Juden auf 400 000. In der gleichen Zeit stieg der jüdische Landbesitz seit 1918 von 151000 Acres auf 333 000 bei einem zur Verfügung stehenden Gebiet von 1 750 000 Acres". Die Verhandlungen zwischen der englischen und der jüdischen Abordnung wurden Freitag fortgesetzt. Die Gespräche mit den Arabern sollen am Samstag wieder ausgenommen werden. Einiges Rätselraten herrfcbt hier über die Teilnahme des Vertreters der Nationalen Verteidigungspartei. Ragheb Bey Nashashibi. In seiner Hm- gebung äußerte man sich am Freitagnachmittag, Nashashibi, der zur Zeit krank ist, „könne unter Umständen für d i e Dauer der Gespräche krank fein". Damit scheint sich die Palästinakonferenz ihrer zweiten Krise zu nähern. Das Fernbleiben Ragheb Bey Nashafhibis von der Konferenz — wegen „Erkrankung" — wird als ein Anzeichen dafür gewertet, daß innerhalb der Arabischen Verteidigungspartei keine restlose Einigkeit herrscht. Die neue Lustverteidigungszone Hinter dem Westwall des Heeres wurde im Zuge der Grenzsicherungen auch eine große Lust- verteidigungszone West errichtet. Sie sichert das Reich gegen jeden Lufteinfall. Die Stellungen mit zahlreichen leichten und schweren Flakgeschützen, Scheinwerfer-Batterien und Luftsperr- verbänden sind bis zu 60 Kilometer tief gestaffelt. Unfere Aufnahme zeigt einen Ausschnitt aus einer der zahlreichen Scheinwerfer-Batterien der Festungs-Flak, die so gegliedert sind, daß sie eine dem Wirkungsbereich der Flakgeschütze (hinten links) entsprechende L e u ch t z o n e bilden. Im Vordergrund rechts sieht man die Strohtarnung für den Zugang zu einem unterirdischen, völlig gepanzerten Hnterstand. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Die Forderungen der Arader auf der Palästina-Konferenz. Palästina soll ein unabhängiger arabischer Staat werden. Zum Tode des Papstes Bürgerkrieg die Waffen gegen ein nationales Re- sEurovapretz). Dumpfes Glok-I des „Corriere della Sera", das Kardmalskolleglum gime getragen haben. Immerhin kann sich Frank- Nom, - F '. J hat bei Tagesanbruch verfüge über keine Persönlichkeit, die sich allen anreich an der vorbildlichen Haltung der Schweiz ein ^eng im ^tikonii^en Stadtviertel die Nach- deren aufdränge, so daß es nicht an Kandidaten Beispiel nehmen, die 1871 die 92 000 Mann d-r «m Freitag m ^ «mschen Donner« ^^ündet. fehle. Die Wahl 'eines nichtitalienischen .Papste; Armee B°urb->k>°> trotzi der ihr darau-h darauf folgten di- übrigen Kirchen könne für °uogrichl°ss-n gelten ebenso d>e -m«- der lingen befinden sich ja auch Tausende hochit unzu- den ni rang >vatikanischen Stadtviertels, von Geburt und Erziehung, hat seine Laufbahn verlässiger Elemente, die sich in aller Herren Lande Ponzep s Ableben Pius XL ganz im diplomatischen Dienst des Vatikans ge- für den Kampf gegen Franco anwerben U-b-n und Borg-> w«Mort non Mm an ^cht. Er war N u'n t i u s i n B e r l i n und War- nun, wo dieser Krieg für sie vorbei is^ einen ge beuochnchttyt w rde wertergegeben. Musso- schau und steht im 61. Lebensjahr. Kardinal Costa sährlichen Faktor der Unruhe b-Wen Eden so- die Mwn^gen ^eyo^en^em Vatikan benach-! stammt aus Venetien und hat sich stets in der Seel- hnfh mnn fip frei Iiefae. Ihre Heimatländer werden tlNi wu g O ____ __er riii« ^nnfnrt bpnnnn (Fr hiirffp B6rard, der in Die belgische lieaierungskrisi^. räumt werden. Bemerkenswert ist, daß der König bisher das Rücktrittsgesuch des Kabinetts Spaak noch nicht angenommen hat. offenbar den Gedanken aufgeworfen, daß Frankreich sich für die Unterbringung der roten Milizen durch Verwertung der von ihnen ^ beträchtlichen Mengen mit über die Grenze geschafften Waffen, vor allem der Geschütze, Tanks und Flugzeuge, meist sowjetrussischer oder amerikanischer Herkunft, chad- los halten und, wenn das nicht ausreicht, auf den noch immer bei der Bank von Frankreich deponierten Goldschatz der spanischen Nat'.onalbank zu- _ , r ahon zu einem starken Flottenstützpunkt ausgebaut haben. •70 Jahre behauptete sich England in dem Besitz der Insel. Erst nach dem amerikanischen Unab- kollegium. Heber die voraussichtliche Nachfolge Pius XI. chreibt der gutunterrichtete vatikanische Mitarbeiter sorge betätigt, die er als Kaplan begann. Er dürfte die meisten Stimmen jener erhalten, die einen Mann der Seelsorge auf dem Papstthron sehen wollen. Kardinal M a r m a g g i stammt aus einer bescheidenen römischen Familie und hat seine Laufbahn Kunst und Wissenschaft. Ehrung eines deutschen Künstlers in Rom. Unter dem Patronat des deutschen Botschafters Und unter Mitwirkung der Hauptstelle für bildende Kunst beim Beauftragten des Führers für die gesamte geistige und weltanschauliche Erziehung der NSDAP, hat der Leiter der Abteilung für Kulturwissenschaft des Kaiser-Wilhelm-Jnstituts in Rom, Dr. Hoppenstedt, in den erweiterten Räumen des Instituts eine Ausstellung von Werken des seit 30 Jahren In Italien und seit 15 Jahren in Rom lebenden Malers Professor Friedrich Stahl, Mitglied der Preußischen Akademie der Künste, eröffnet. An der Kundgebung des deutsch-italienischen Kulturaustausches zu Ehren des 75jährigen deutschen Künstters nahmen zahlreiche Vertreter des italieni« als Schreiber im Dienste des Kardinalstaatssekretariats begonnen und später den Papst in Bukarest, Prag und Warschau vertreten. Man spricht auch von Kardinal M a s s i m i, ehemaligem Dekan des päpstlichen Gerichts, und von Kardinal L a v i t r a n o , Erzbischof von Palermo, Kardinal Schuster, Erzbischof von Mailand und Kardinal F o s s a t i, Erzbischos von Turin, sowie von Kardinal Marchetti Selva^giani, ge- zösisches Gebiet übergetretenen rotspanischen Milizen und internationalen Brigaden entweder Aufständische oder marxistische Söldner sind, die im — .. L . v« cm . ff ______ - : — « U AT_ SR A - älteren Kardinäle. Am meisten Äussichen hätten der bisherige Kardinalstaatssekretär P a c e l l i, der Erzbischof von Florenz Elia della Costa und der frühere Nuntius von Warschau, Mons. M a r - sehen Geisteslebens, an der Spitze der Erziehnnns- Wege ge> IMinister Sottai, txil, Pacelli tjat die ausländischen Regierungen und die apostolischen Nunziaturen auf der ganzen Erde von dem Ableben des Papstes unterrichtet. Im Totengemach, in dem die päpstliche Nobelgarde Ehrenwache bezogen hat, haben die Aerzte am Frei- tagmittag die Leiche einbalsamiert, ; Präfekt der Zeremonien, TOfgr. R-Ipighi bekleidete sie mit den päpstlichen Prunkgewändern, der Bildhauer Mi- struzzi fertigte die Totenmaske an. Die Leiche Papst P'us' XI. wurde am Nachmittag in der Sixtinischen Kapelle aufgebahrt. Am Samstagnachmittag wird Pius Xi. in die P e t e r s k i r ch e zur öffentlichen Aufbahrung übergeführt. Wahrend des Vormittags wurden an zahlreichen Altären der Peterskirche sowie in sämtlichen Kirchen Roms und Italiens Totenmessen gelesen. Das Publikum wird neun Tage lang Gelegenheit haben, an der Bahre vorüberzuziehen. Nach Ablauf dieser Frist wird Pius XI. in der Peterskirche in einer Gruft neben dem Grabe Pius X. beigesetzt werden. Der Camerlengo hat im Thronsaal die erste Besprechung abgehalten, und zwar mit dem Kardinaldekan Belmonte, dem Leiter des Bischofsordens, dem Kardinal Ascalefi, dem Leiter des Priesterordens, und dem Kardinal Caccia Dominion!, dem Leiter des Diakonenordens. An der Versammlung nahmen auch der Sekretär des Kar- dinalkolleHlums, Msgr. S a n t o r o , und der Präfekt der Zeremonien, Msgr. Respighi, teil. Es wurden die ersten durch das Ableben des Papstes bedingten Beschlüsse gefaßt. Der Gouverneur der Vatikanstadt, Msgr. Serasini, und der Oberkämmerer, Msgr. Arborio M e l l a , haben sich dem Camerlengo zur Verfügung gestellt. Zwischen dem fünfzehnten und achtzehnten Tage nach dem Ableben des Papstes, also zwischen dem 25. und 28. Februar, wird das Konklave der Kardinäle versammelt werden. Während des Konklaves finden täglich in der Sixtinischen Kapelle vier Abstimmungen — zwei vormittags und zwei nachmittags — statt, bis einer der Kandidaten die vorgeschriebene Zweidrittelmehrheit erhält. Während seines Pontifikats hat Pius XI. 71 Kardinäle kreiert, von denen 52 noch am Leben sind. Diese bilden zusammen mit 10 noch von seinen Vorgängern, Benedikt XV. und Pius X., ernannten Kirchenfürsten das Kardinals- Zwei Todesurteile gegen Mitglieder der Eisernen Garde. Bukarest, 10. Febr. (DNB.) In dem großen politischen Prozeß gegen 59 Mitglieder der ehemaligen Eisernen Garde fällte das Klausenburger Militärgericht heute mittag das Urteil. Der 24jäh- rige Student Aurel Dasco und der 22jährige Student Jon Pop wurden zum Tode verurteilt, der Student Atofani zu lebenslänglicher Zwangsarbeit. Weitere 34 Angeklagte erhielten Gefängnis- ober Kerkerstrafen von einem Monat bis zu zwölf Jahren. Elf Angeklagte wurden zu Geldstrafen verurteilt und weitere elf freige- sprochen. Die beiden Todesurteile erfolgten wegen versuchten politischen Mordes auf Grund der neuen Verfassung vom Februar 1938, die dem Ministerrat das Recht verleiht, für politische Anschläge auf begrenzte Zeit die Todesstrafe einzuführen, was im Mai vorigen Jahres für ein Jahr erfolgte. Die beiden zum Tode Verurteilten sind zusammen mit dem zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilten Studenten Atofani die geistigen Urheber des am 28. November 1938 erfolgten Anschlages auf den RektorderKlaufenvurger Universität Stefanescu-Goanga, wobei der Rektor schwer verletzt und ein ihn begleitender Polizeiagent getötet wurde. Die beiden Studenten, die den Anschlag tatsächlich a u s g e f ü h r t hatten, wurden zu schwerem Kerker verurteilt, und zwar Dumitru U tz a zu zwölf und Andritzoi zu sieben Jahren. Die Verurteilung der übrigen Angeklagten, unter denen sich Vertreter aller Bevvlkerungsschichten sinden, erfolgte wegen Herabsetzung der nationalen Symbole, wegen Bombenanschlägen auf öffentliche Gebäude und Anstiftung zum Aufruhr. erklärt. Sie stellt den Versuch einer Sozialordnung auf ständischer Grundlage bar. Auch hier finb die Verhältnisse längst weitergeschritten, da bie jungen Nationen in ber Volksgemeinschaft bie höchste Form bet volklichen Orbnung gefunben haben. Die unenb chiebene Haltung bes Vatikans gegenüber geistigen Umwälzungen ist die Ursache, weshalb Papst Pius XI. zum Nationalsozialismus und zum Be- reiungskampf des deutschen Volkes keine positive Stellung genommen, hat. An Versuchen des Dritten Reiches, eine gemeinsame Linie im Kamps gegen alle zerstörenden Kräfte zu finden, hat es gewiß nicht gefehlt. Das Reichskonkordat vom Jahre 1933 ist dafür ein sprechender Beweis. Welche Kräfte hinter den Kulissen der Vatikanstadt im gegenteiligen Sinne tätig waren und sind, läßt sich unschwer erraten. Pius XI. hat Wert darauf gelegt, trotz seines hohen Amtes und vorgerückten Alters ein moderner Mensch zu fein. Er war einst Bergsteiger gewesen und hat ein Buch über den Alpinismus verfaßt: er kannte die Bedeutung der Propaganda und stellte den Rundfunk in den Dienst seiner Politik. Seine Regierungszeit aber fiel — soweit es sich um das deutsche Schicksal handelt — in eine Zeit des Umbruchs, die nicht mit herkömmlichen Maßen zu betrachten war. Das neue Konklave. Papst Pius XI. hat verfügt, daß das Konklave, also die Versammlung der Kardinäle zu einer neuen Papstwahl, nicht wie bisher innerhalb von neun Tagen nach dem Tod des bisherigen Papstes erfolgen muß, sondern daß dafür eine Frist von 18 Tagen vorgesehen wird, um Öen amerikanischen Kardinälen die Teilnahme zu ermöglichen. Die nächste Papstwahl beginnt also am 28. Februar. Wir wiederholen kurz die Einzelheiten dieses Wahlaktes, der schon oft beschrieben worden ist. Die Kardinäle versammeln sich in einem drei Stockwerke hohen Palast am Peters-Platz und werden während der Wahlzeit von der Außenwelt ab- geschlossen, können aber Post und auch dringende Besuche erhalten: freilich darf gegenüber Besuchern nicht von der Wahl gesprochen werden. Der neue Papst muß mit einer Zweidritt el-Mehr- heit gewählt werden. Es ist nicht notwendig, daß er aus der Reihe der Kardinäle gewählt wird. Nach jedem Wahlakt, der keine schlüssige Zweidrittel- Mehrheit ergibt, wird in einem Kamin ber Sixtinischen Kapelle nasses Stroh verbrannt, das dunklen Rauch gibt: nach erfolgter Papstwahl wird aber trockenes etrof) verbrannt, dessen weißer Rauch den beendeten Wahlakt anzeigt. Seit dem Jahre 1522 ist kein Nicht-Italiener zum Papst gewählt worden. Die Höchstzahl der Kardinäle beträgt 70; doch ist das Kollegium selten vollzählig. Bis zur erfolgten Papstwahl ist Kardinal-Staatssekretär Pacelli Camerlengo — wörtlich: Kämmerer — der römischen Kirche. In dieser Funktion erledigt er die unaufschiebbaren „laufenden Geschäfte" des Vatikans. Aber eine alte Ueber- lieferung hat den Umfang dieser Dertretungsgewalt weitgehend beschränkt. In der Zeit vom Tode eines Papstes bis zur Wahl des neuen Papstes ruht gewissermaßen der Geschäftsgang in den vatikanischen Aemtern. Mit der formellen Anzeige des erfolgten Todes des bisherigen Papstes tritt eine tatsächliche Unterbrechung in den diplomatischen Beziehungen zu anderen Regierungen ein, bie erst im eigentlichen Sinne wieder aufgenommen werden, wenn der neue Papst gewählt ist; selbst innerhalb der innerkirchlichen Geschäfte wird eine Ruhepause eingelegt, die geistlichen Gerichte sprechen fein Urteil mehr, iff, es- wird nach Möglichkeit nicht ein- nalen Unterhändler nach Port Mabcm gebracht und die roten Machthaber vor der Besetzung der Insel fortgeschafft. Dabei sind weder bei dieser Aktion noch beim Vorrücken der katalanischen Armeen Francos an die französische Grtnze italienische Freiwilligen-Kontingente eingesetzt worden, und der italienische Außenminister Graf Ciano hat auf eine besorgte Anfrage aus London dem britischen Botschafter wiederholt, daß bie italienifcben Freiwilligen zurückgezogen würben, sobald ber spanische Bürgerkrieg burch einen völligen Sieg Francos beendet sei. Daß hierbei die Betonung auf dem Wort „völlig" liegt, ist selbstverständlich und sollte die Regierungen Frankreichs und Englands zu der Ueberlegung veranlassen, wieviel sie selbst dazu tun können, diesen nun wohl auch von ihnen als unabwendbar erkannten Zustand herbeizuführen. Allzu lange haben sie ihr Interesse ausschließlich der falschen Seite zugewandt, um nun meinen zu können, wenn sie jetzt General Franco ihre wirtschaftliche Hilst antrügen, ihre Doppelzüngigkeit vergessen zu machen. Die Zeit, mit der längst überfälligen Anerkennung Francos politische Geschäfte machen zu können, ist vorbei. Spaniens nationale Unabhängigkeit ist. gesichert, gleichgültig, wann Frankreich und England sich entschließen, ihre Botschafter nach Burgos zu entsenden. Nur ein vorbehaltloses und nicht an Bedingungen geknüpftes Zusammenwirken zur schnellen Beendigung des Bürgerkrieges durch Aufgabe des roten Widerstandes kann den beiden Westmächten die von ihnen erstrebte Herstellung normaler Beziehungen zu Spanien erleichtern. Dr. Fr. W. Lange. Die ganze Grenzlinie in ranco* Hand Bilbao, 10 Febr. (DNB.) Arn Freitag setzte die 5. Navarradivision im Küstenabschnitt ihre Operationen fort. Sie erreichte ebenfalls die französische Grenze und besetzte Port Bau. Gleichzeitig drang bie Maestrazgo-Armee auf den Grenwrt Puigcerda vor und besetzte ihn. Damit ist die ganze französische Grenze mit den drei rpichtigen Üebergangsstellen Puigcerda, Perthus und Port Bou in nationaler Hand. Negrin und del D a y o sind von Alicante kommend in Vale n c i a eingetroffen, wo sie mit dem „General" Miaja zusammenkommen werden. genmärtig Vikar von Rom, einem Mann von großer Tatkraft, der Ingenieur war, bevor er Priester wurde. Ferner werden als Kandidaten Kardinal Fumasoni B i o n d i, Präfekt des Missionswesens, Kardinal T e d e s ch i n i und Kardinal M a g l i o n e, die Nuntien von Madrid und Paris, und endlich Kardinal S a l o 11 i genannt. Das Beileid des Führers. Berlin. 10. Febr. (DNB.) Aus Anlaß bes Ablebens des Papstes Pius XI. lieh bet Führer burch ben Slaalsminister unb Ehef ber Prä- fibialkanzlei, Dr. 7N e i h n e r, bem Apostolischen Nuntius Monsignore Orsenigo sein Beileib aussprechen. Der Reichsminister bes Auswärtigen von Ribbentrop, begab sich in Begleitung bes Chefs des Protokolls, Freiherrn von Dörnberg, in die Apostolische Nuntiatur unb sprach dem Apostolischen Nuntius seine unb ber Reichsregierung Anteilnahme zum Ableben bes Papstes Pius XI. aus. Die Präsidialkanzlei, bie Reichskanzlei, bas Auswärtige Amt unb ber Reichstag haben heute in ber üblichen Meise halbmast geflaggt. Die Teilnahme Italiens. Rom, 10. Febr. (Europapreß.) Aus Anlaß des Ablebens Papst Pius XI. hat der König und Kaiser von Italien eine achttägige Hoftrauer angeordnet. Der Duce hat an Kardinalstaatssekretär Pacelli als Kämmerer der katholischen Kirche ein Beileidstelegramm gerichtet. Außenminister Graf Ciano traf Freitagabend in Begleitung des italienischen Botschafters beim Hl. Stuhl in ber Vatikanstadt ein, um dem Kardinalkämmerer persönlich noch einmal das Beileid der italienischen Regierung auszusprechen. Gemeinsam mit Kardinal Paoelli weilte Graf Ciano in der Kapelle Sixtina an der Bahre des toten Papstes. Der Große Rat des Faschismus war um 22 Uhr zu einer Sitzung zufammengetreten, die jedoch nur eine halbe Stunde dauerte unib mit Rücksicht auf das Ableben des Papstes nach einer Beileidskundgebung auf kommenden Mittwoch vertagt wurde. Pius XL Als am 6. Februar 1922 Ambrogio Damiano Achille Ratti, Kardinal-Erzbischof von Mailand, durch das Konklave zum Papst gewählt wurde, war er 65 Jahre alt. Seitdem hat er 17 Jahre Jem Amt an der Spitze der römisch-katholischen Kirche geführt und fast bis. zum Schluß des Lebens eine starke körperliche Rüstigkeit bewiesen. Der frühere Papst Pius X. galt als der Urheber kirchlicher Reformen. Benedikt XV. sah sein Pontifikat durch die Wirren des Wellkrieges umdüstert. Pius XI. aber muß m erster Linie als politischer Papst betrachtet werden. Sein Werdegang deutete darauf hin. Aus einer Fabrikantenfamilie Oberitaliens stammend, hatte der Theologe die übliche Stufenleiter der priesterlichen Laufbahn bald durchmessen. Er war dann über 12 Jahre als Bibliothekar im Vatikan und vier Jahre in diplomatischer Eigenschaft in Polen tätig. Seine Vorliebe für die Wissenschaften unb bie politische Aktivität haben ihren Ursprung in bieser Laufbahn. Der Papst beherrschte auch die beutsche Sprache. Das Bestreben Pius XI. ging barauf hinaus, ben Einfluß unb ben Bestand ber römisch-katholischen Kirche in allen Weltteilen unb Länbern zu festigen. Er war am Schluß bes Krieges als Beauftragter ber Kirche in den Abstimmungsgebieten des deutschen Ostens tätig gewesen und dann Nuntius in Warschau. Don dort führte ihn fein Weg als Erzbischof nach Mailand. Er kannte also die Verhältnisse in Osteuropa aus eigener Anschauung unb machte sie als Papst durch den Abschluß zahlreicher Konkordate mit den östlichen Staaten nutzbar. Auch in Deutschland gelang es ihm, die Verhältnisse zum Abschluß von Staatsverträgen mit den einzelnen Ländern auszunutzen. Darüber hinaus schloß Pius XI. mit dem faschistischen Regime einen Akkord, der jetzt auf 10 Jahre zurückblickt, bie sog. Lateranoerträge von 1929. Sie bebeuteten insofern ein geschichtliches Ereignis, als barmt bie katholische Kirche ihren Anspruch auf das Gebiet des früheren Kirchenstaates aufgab; dafür erhielt der Papst in der Vatikanstadt eine Residenz mit eigener Souveränität. Anderseits hat der Faschismus an dem Vorrang ber vaterlänbifchen Jugenderziehung nicht rütteln lassen. In letzter Zeit haben sich bie Stimmungen getrübt, als ber Papst gegen bie Rasse- gesetzgebung bes Faschismus eine ablehnenbe Stellung befunbete. Die politischen Ziele bes Papstes gingen aber noch weiter. Seit 1924 trat eine Entspannung in bem Verhältnis zu Frankreich ein, mit England wurden freundliche Beziehungen ange- knüpft, ber Katholizismus in Amerika würbe aktiviert unb bie Eucharistischen Kongresse in Buenos Aires unb Manila würben Demonstrationen bes weltpolitischen Willens bes Papsttums. Der Gedanke einer Union ber lateinischen mit ben orientalischen Kirchen ist von Pius XI. stets gefördert worden. Er ernannte auch Farbige zu Bischöfen der Kirche. Der Papst ist der eigentliche Gründer der „K a - tholischen Aktiv n", bie bas programmatische Ziel erhielt, alle ßänber mit bem Geiste bes katholischen Kirchentums zu erfüllen. Daraus ergaben sich naturgemäß gewisse Gegensätze, besonbers zu bem faschistischen Staate. Es zeigte sich aber auch, baß in der modernen Zeit die Totalität beim Staate liegt, nicht bei der Kirche. Als Grundlage für ein neues Gesellschaftsleben wurde bie Enzyklika „Quadrage- simo anno“ („Im 40. Jahre") vom 15. Mai 1931 rü(fgreifen solle. .,, , . , Wie Franco barüber denkt, ist noch nicht bekannt geworben, aber es ist kaum anzunehmen, baß er । daran interessiert sein wirb, benstlben Franzosen jetzt aus ihrer Verlegenheit zu helfen, bie burch ihre । Einmischungspolitik unter bem Volksfrontregnne alles getan haben, den Bürgerkrieg zu verlängern unb ihm den Sieg streitig zu machen. Frankreich hat dies Schaukelspiel ja bis in die jüngsten Tage fortgesetzt, denn während es durch Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zur nationaispanischen Regierung in letzter Minute Anschluß an bie Tätlichen sucht, haben die aus Barcelona geflohenen roten Machthaber, mit Diplomatenpässen ausgerüstet, auf französischem Boden Herumreisen können, um die Fortsetzung des Kampfes gegen Franco zu organisieren. Darüber scheint man sich allerdings im roten Hauptguartier nicht einig zu fein. Während ber ehemalige Präsibent ber Republik Azana unb der Präsident ber katalanischen Generalidad Companys anscheinend dafür einget/eten finb, ben nach bem Verlust Kataloniens völlig sinnlos geworbenen Widerstand aufzugeben, sollen der rote Regierungschef Negrin unb fein Außenkornrnisfar bei Dayo sich für eine Fortsetzung bes Kampfes ausgesprochen haben. Negrin, dessen Regierungssitz auf ber spanisch-französischen Grenze in ben letzten Häusern von Le Perthus dank bem schnellen Vorrücken ber Franco-Truppen eine Eintagsepisobe blieb, hat sich im Flugzeug nach Alicante begeben, wohl um von bork ben in Mabrib das Kommando führenden roten General Miaja zu einem letzten verzweifelnden Widerstand zu ermutigen. Damit wendet sich der Blick auf dieses Reststuck der roten Derteibigungsfront, dos nur noch an- nähernb ein Fünftel Gesamtspaniens umschließt, freilich mit der Hauptstabt Madrid die wichtiaen Hafenstädte Almeria, Cartagena, Alicante und Valencia. Es wird alles darauf ankommen, ob die Zertrümmerung der roten Katalonien-Armee, ber ja auch ein vollständiger moralischer Zusammenbruch war, in ihren Auswirkungen hinreicht, bem roten Oberbefehlshaber von Mabrib die Sinnlosigkeit einer Fortsetzung bes Kampfes klarzumachen. Da bie von Miaja Immer wieder versuchten Entlastungsoffen- siven an ber Estremaburafront ohne jeden Erfolg blieben, obwohl Franco bie Mehrzahl seiner Truppen in Katalonien eingesetzt hatte, wirb man sich in Mabrib keinerlei Täuschung barüber hingeden können, baß es ein hoffnungsloses Unterfangen fein mühte, ben nun im Norben freigeworbenen nationalen Armeen ben Endsieg streitig machen zu wollen. Es könnte sich nur darum handeln, bie Greuel bes Bürgerkrieges zu verlängern und in Gebiete zu tragen, bie zum Teil bislang noch davon verschont geblieben finb. Auch auf Hilfe von außen können Negrin unb Miaja nicht mehr rechnen, sobald Frankreich unb England ben Weg nach Burgos gefunben haben. In London denkt man anscheinend daran, öen letzten roten Machthabern goldene Brücken zu bauen. Dabei soll wohl die Uebergabe M i - norcas als Vorbild dienen. Diese östlichste der Balearen-Inseln hat, wie früher schon in ben Beziehungen Spaniens zu ben übrigen Mittelmeermächten, auch im spanischen Bürgerkrieg eine besondere Rolle gespielt. Minorca verdankt bies Interesse vor allem seiner Lage auf bem Seeweg von Marseille nach Algier. Frankreich ist baher in steter Sorge, bah von bieser Insel aus eine fremde Macht die französische Verbindungslinie nach Nordasrika bedrohen konnte. Daß Mi- richtigt. — Der Polizeipräfekt von Rom hat sofort einen umfassenden Ordnungsdienst auf dem Pe- tersplatz und in der Umgebung bes Vatikans an- aeorbnet. Unaufhörlich kommen eiligen Schrittes bie Karbinäle, Bischöfe unb Prälaten, ferner Dip norca tatsächlich einmal in frembem Besitz war, freilich in englischem, unb zu einer Zeit, als Frankreich noch fein machtpolitisches Interesse an ber Verbinbung mit Norbafrika hatte, macht bie Lage für die Franzosen nicht tröstlicher. Nach dem spanischen Erbfolgekrieg war Minorca nämlich feit 1713 in ben Hänben der Engländer geblieben, bie ben ausgezeichneten Hafen Por hängigkeitskrieg, in ben neben Frankreich auch Spanien eingriff, konnte letzteres 1783 bie Insel Minorca zurückgewinnen. Wir berichteten gestern schon, baß Minorca in biefem spanischen Bürgerkrieg nach bem Scheitern bes Aufstandes bes Mi- litärgouverneurs der Insel in den Besitz der Roten geriet, die sie mit ausländischer Hilfe mit modernen Befestigungsanlagen versahen. Frankreich und England, einig in dem Wunsch, den italienischen Einfluß im westlichen Mittelmeer zu beschränken, zeigen das größte Interesse daran, zu verhindern, daß die Insel von den italienischen Freiwilligen Genera! Francos besetzt würde, was sie besonders befürchteten, da das benachbarte Mallorca in nationalspanischem Besitz war. Obwohl Italien in den Präliminarien zum Oster- oertrag mit England im vergangenen Jahr aus» drücklich zugesagt hat, bie Integrität Spaniens einschließlich ber Balearen-Inseln unb Spanisch-Marokkos zu achten, ist ber Argwohn in Lonbon doch so übermächtig gewesen, daß man es für zweckmäßig gefunden hat, sich bei ber Besetzung Minor- cas durch die Truppen des Generals Franco ein- zuschalten. Ein englischer Kreuzer hat einen natio» Brüssel, 10. Febr (DNB.) König Leopold hatte mit bem bisherigen Ministerpräsidenten Spaak eine Unterredung. Der König soll Spaak ersucht haben, zusaminen mit anderen Persönlichkeiten eine beruhigende Lösung ber Affäre Martens, bie bie Ministerkrise ausgelöst hat, zu suchen. Man vermutet, baß bie Beibehaltung bes Ministeriums Spaak angestrebt wirb. Zu diesem Zweck müssen bie Streitigkeiten wegen. ber Ernennung von Professor Martens zum Mit- glieb ber flämischen Akademie ahs bem Wege ge.! halb man fie frei ließe. Ihre Heimatländer werden auf bie Rückkehr bieser marxistisch verseuchten JBri> ganten wohl meist keinen Wert legen, unb m Frankreich würben sie bet ben bestehenben starken sozialen Spannungen balb eine bebenkliche inner- ä'±a$mu’i,iri9emaSm,L W» in den Ba- ® ™ Ht fert:a werden wird, tikan, wo päpstliche Gendarmen den Ordnungs- ü °na»°aar'n?ch°a^ ufehL «u*“ne bienft verfehl sC Siplomate. m Dr- und diese scheint das Kabinett Daladier nats-Saal von bem Sektlonschef bes Kardinal- wr&sr'.-w »ssesm mss saras» SSI® mal eine Urkunde mehr ausgefertigt Die Heber« lieferung verlangt also, daß das Amt des Camer- Icngo sich im strengsten Sinne auf die Erledigung unaufschiebbarer „laufender Geschäfte" ohne grundsätzliche Bedeutung beschränkt. Vertreter 0er Rhein-Jllaimschen Wirtschaft beim Gauleiter. NSG. Auf Einladung des Gauleiters und Reichsstatthalters versammelten sich am Freitagabend die führenden Männer der Rhein-Mainischen Wirtschaft im kurfürstlichen Schloß u Mainz. Im Mittelpunkt des festlichen Abends standen die Ausführungen des Gauleiters über Fragen der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik. Er zeigte dabei den nationalsozialistischen Wirtschaftsführern die Richtigkeit der nationalsozialistischen Denkungs- metfe, die von Anbeginn erklärt habe, daß die Vor- auss^ung für das Leben des Volkes und damit der Wirtschaft einzig und allein die politische Macht sei. Die Partei habe nach der Erreichung dieses Zieles der Wirtschaft immer helfend beim weiteren Aufbau zur Seite gestanden Sie habe die Fabriktore geöffnet und den Aufschwung des wirtschaftlichen Lebens gefördert, wie sie nur konnte. Nunmehr sei es wieder die Partei, die die Wege zeige, durch welche die zur Zeit bestehenden Fragen z. B. des Arbeiter- und besonders des Facharbeitermangels behoben werden sollen Der Gauleiter verwies hierbei auf die Forderung der Rationalisierung, die der Führer bereits im Jahre 1932 vor versammelten Wirtschaftsführern des Rhein-Ruhr-Gebietes ausgesprochen habe, indem er damals einen vernunftgemäßen Arbeitseinsatz verlangte. Weiterhin zeigte der Gauleiter die vielfältigen Möglichkeiten der Umschulung. Im Großen gesehen werden viele Zweige der Wirtschaft auch eine P r o - duktionsumstelluna auf die dringend st en Bedürfnisse unseres Volkes vornehmen müssen. Die Partei habe in all diesen Fragen eine hervorragende Aufgabe. Die Gauleiter sind verantworllich für die Generallinie der Wirtschaftspolitik in ihren Gauen. Sie stehen durch ihre Gallwirtschaftsberater in dauernder Fühlung mit dem Reichswirtschaftsministerium. Unter dem dankbaren Beifall der Versammelten schloß der Gauleiter seine Ausführungen mit einem Hinweis darauf, daß er auch bei der Durchführung der kommenden Aufgaben alle Möglichkeiten der Partei zur Verfügung stellen werde. — Der Rede des Gauleiters schloß sich ein kameradschaftliches Beisammensein an. Kommandeure des Heeres beim Bührer. Berlin. 10. Febr. (DJIB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht sprach am Freitag im großen Sitzungssaal der Krolloper zu den Truppenkommandeuren des Heeres über Aufgaben und Pflichten des Offiziers im nationalsozialistischen Staat. 3m Anschluß an die Rede waren die Offiziere Gäste des Führers in der neuen Reichskanzlei. * Zum erstenmal stattete der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, am Donnerstag Braunschweig einen Besuch ab, um die Truppen des Standortes zu besichtigen und eine Reihe von Kasernen in Augenschein zu nehmen. Intelligenz und Intellektualismus. Ein Aufsatz von Reichspropagandaminister Dr. Goebbels. Berlin, 11. Febr. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels veröffentlicht im „Völkischen Beobachter" einen Aufsatz, in dem er sich mit dem Begriff des Intellektualismus auseinanderfetzt. Er schreibt dazu u. a Auf unsere letzte Auseinandersetzung mit dem politischen Witzemacher sind uns eine Unmenge von Zuschriften zugegangen, die fast ausnahmslos bejahenden und zustimmenden Inhalts waken. Bet dieser Gelegenheit ist auch sehr häufig der Wunsch an uns herangetragen worden, doch einmal eine nähere Charakterisierung des Typs des Intellektuellen vornehmen zu wollen, da unsere Angriffe gegen den Intellektualismus, soweit sie ohne klare Begründung vorgenommen würden, Anlaß zu vielfachen Mißver- st ä n d n i s s e n und Verstimmungen böten. Dieser Bitte kommen wir hiermit nach und führen den von uns gemeinten und mit Recht angeprangerten Intellektuellen in Freiheit dressiert vor. Es sei gleich vorweg betont, daß mit dieser Charakterisierung nicht etwa der brave und anständige geistige Arbeiter gemeint ist, der sein Wissen, seine Erfahrung und fein Können in den Dienst seines Volkes und feiner Nation stellt. Er verkörpert in feiner Gesamtheit die deutsche Intelligenz, zu der auch wir uns rechnen. 'Es besteht ein scharfer Unterschied zwischen dieser Intelligenz und dem sogenannten Intellektualismus. Nicht jeder, der etwas gelernt hat und etwas kann, ist ein Intellektueller. Ein Intellektueller ist jener sogenannte Mensch, bei dem der zivile Mut im umgekehrten Verhältnis zum angelernten Wissen steht. Er ist meistens das Ergebnis unserer früheren gänzlich falschen und fehlgeleiteten Schulbildung und Erziehung. In Wirklichkeit ist dieser Intellektuelle eine durch geistigen Drill künstlich hochgezüchtete Wissensansammlung. Er ist in seiner Auswirkung gefährlicher als der ungebildete Nichtskönner, da er nicht so leicht durchschaut werden kann. Kein Wort gegen den intelligenten gebildeten Menschen, der für das Leben und für die Freiheit seines Volkes arbeitet und kämpft, aber so weit er das tut, steht er heute in den Reihen des Nationalfozialis- mus oder ist ein begeisterter Anhänger der Bewegung, und wenn nicht schon aus Idealismus, dann doch wenigstens aus Klugheit und aus höherer Vernunft. Der hier charakterisierte Intellektuelle jedoch ist weder idealistisch noch klug noch vernünftig. Er ist, so schlau er sich auch geben mag, in Wirklichkeit maßlos kurzsichtig und vor allem maßlos feige. Darum wirkt er manchmal so aufreizend. Nach seiner Ansicht kann auch Wissen, Bildung und Stellung nur auf dem dafür vorgeschriebenen Wege erworben werden, genau so wie er das getan hat. Wagt es einer, das auf andere Weife zu versuchen, so ist er ein Außenseiter und wird deshalb abgelehnt, kritisiert, benörgelt und bekämpft. Diese Menschen in ihrer Gesamtheit, stellen einen großen Teil jenes einen Prozent dar, der bei allen Wahlen, selbst bei denen, die geradezu geschichtliche Entwicklungen abschlossen, immer noch zum Nationalsozialismus und zum Werk des Führers nein sagte und vermutlich in aller Zukunft nein sagen wird. Wir haben nicht die Absicht, ihn zu gewinnen, nicht nur deshalb nicht, weil wir ihn nicht gewinnen könnten, sgndern deshalb auch, weil wir ihn nicht gewinnen wollen. Er würde für.uns nur eine unnötige Belastung darstellen. Im übrigen können wir uns mit der Tatsache trösten, daß sie durchaus nicht etwa eine typische Erscheinung nur unserer Zeit darstellen. Sie sind seit jeher dagewesen und werden vermutlich in Ewigkeit nicht aussterben. Sie umflatterten die großen Figuren der Weltgeschichte, die Männer, die vom Schicksal berufen wurden, historische Entwicklungen einzuleiten und durchzuführen. Man kann schon verstehen, daß diese manchmal Menschenoerächter wurden, wenn sie nicht die Gelegenheit oder die Möglichkeit besaßen, sich einen gewissen Ausgleich gegen» gegenüber diesen sogenannten Intellektuellen im Verkehr mit dem Volke selbst zu verschaffen. Die Intellektuellen sind zahlreich in der sogenannten besseren Gesellschaft zu finden. Dort verbinden sie sich immer mit jenen Parasiten, die auf einen schaffenden Menschen wie ein Brechmittel wirken. Es gibt unter ihnen welche, die noch niemals in ihrem Leben eine Hand zur Arbeit gerührt haben. Morgens schon, wenn sie erwachen, telephonieren sie sich gegenseitig an. Mittags treffen sie ficfTbeim gemeinsamen Frühstück. Nachmittags sind sie bei der Cocktail-Party vereint und abends sehen sie sich beim Diner wieder. Es sind das immer dieselben Menschen. Es handelt sich dabei in einer großen Stadt wie Berlin höchstens um tausend Vertreter dieser edlen Kategorie von Zeitgenossen. Aber sie führen das große Wort. Wie Männer durch gemeinsamen Mut und durch gemeinsame Gefahr zusammengehalten werden, so werden sie zusammengehalten durch gemeinsame Angst. Sie wissen nichts, sie können nichts und haben auch nichts gelernt. Sie ernähren f i ch nur von Gerüchten: wird Geschichte gemacht, dann verspüren sie plötzlich den unwiderstehlichen Drang in sich, ihre warnende Stimme zu erheben. Sie sind viel zu klug, um offen herauszusagen: Wir haben Angst! Deshalb geben sie ihren Mangel an Zioilkourage als höhere Einsicht aus. Sie sind gar nichts als nur ein Rudel von schwatzenden, faulenzenden, parasitären Gesellschaftstypen. Wie herrlich ist demgegenüber unser deutsches Volk und unsere nationalsozialistische Bewegung. Wenn man manchmal gezwungen ist, mit solchen Menschen umzugehen, und man tritt dann plötzlich wieder unter das Volk, so möchte man jedem einfachen Menschen eine besondere Freude antun, so nahe und so verbunden fühlt man sich mit ihm. Wie widerwärtig erscheinen einem dann diese übergescheiten Hohlkopfe. Genau so, wie sie das Empfinden haben, daß sie nicht zu uns gehören, haben wir, Gott sei Dank, das Empfinden, daß wir nicht zu ihnen gehören. Das mußte einmal zur Steuer der Wahrheit gesagt werden. Wir ziehen unseren Hut ab o o r dem ehrlichen geistigen Arbeiter. Unsere Hochachtung gilt den braven deutschen Lehrern, Beamten, Aerzten, Rechtsanwälten, Ingenieuren und Künstlern, die den Schatz ihrer Erfahrung und ihrer Klugheit und die reife Bildung ihres Herzens* in den Dienst unseres deutschen Volkes stellen. Die echte deutsche Intelligenz findet unsere höchste Bewunderung. Ihr haben wir Großtaten des deutschen Wiederaufbaues zu verdanken. Diese Intelligenz marschiert gottlob in unseren Reihen. Der Intellektuelle der besseren Gesellschaft aber steht abseits. Wir können ihn nicht gewinnen und wollen ihn nicht gewinnen. Er wird ewig nein sagen, weil er auf Grund seines Charakters und feiner inneren Veranlagung tatsächlich nicht zu uns gehört. Man soll sich auch gar nicht mehr über ihn ärgern. Man täte ihm zu viel Ehre an, wollte man ihn bekämpfen, hassen oder gar verfolgen. Man muß ihn sich selbst überlassen und ihn im übrigen mit souveräner Verachtung strafen. Kleine politische Nachrichten. Der Führer hat dem Präsidenten der Staatlichen Akademie der Tonkunst in München, Professor Richard Trunk in München, anläßlich der Vollendung des 60. Lebensjahres in Anerkennung seiner Verdienste um das deutsche Musikleben die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. * Der Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, gab zu Ehren des von Berlin scheidenden Königlich Jugoslawischen Gesandten und neuernannten jugoslawischen Außenministers, Alexander Cincar-Markowitsch, und dessen Gattin ein Frühstück im Hotel Kaiserhof, an dem auch Legationsrat Covacevic von der jugoslawischen Gesandtschaft teilnahm. Ministerpräsident Daladier empfing am Freitag- oormittag den französischen Botschafter in Berlin Coulondre, der auch eine Besprechung mit Außenminister Bonnet hatte. Wetterbericht In der über Europa bestehenden Westströmung werden weiter ziemlich viel milde Luftmassen herangeführt, so daß unbeständiges Wetter mit den für die Jahreszeit zu hoch liegenden Temperaturen erhalten bleibt. Vorhersage für Sonntag: Meist stärker bewölkt und zeitweise auch leichter Regen, unverändert mild, Westwinde. Lufttemperaturen am 10. Februar: mittags 8,2 Grad, abends 7,7 Grad: am 11. Februar: morgens 7 Grad. Maximum 9,3 Grad, Minimum heute nacht 6,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. Februar: abends 0,6 Grad: am 11. Februar: morgens 2,4 Grad. — Niederschläge 0,7 mm. Hauptschristleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Gange; für Feuilleton: Dr, Hans Thyriot; fürden übrigenTeil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. 1.39: 10 896. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. 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Dieser Stoff bewegt Forst seit Jahren: schon im Winter 1935, gerade als sein grandios inszenierter Film „Maskerade" anlief, erwarb er die Rechte für den „Bel-ami"-Stoff, die damals ungenützt in amerikanischen Händen lagen. Willi Forst hat anfangs nicht daran gedacht, den „Bel ami" zu spielen Er wollte ihn nur unter seiner regierenden Hand vor der Kamera entstehen lassen. Er hatte eine ganze Reihe von Schauspielern unter die Lupe genommen, um einen „Bel ami" unter ihnen zu finden, aber keiner schien ihm von der Art, daß er hätte sagen mögen: dieser und kein anderer ist es. So fand Willi Forst nach langem Suchen schließlich — sich selber. Der Regisseur Forst mußte die Hälfte seiner Kräfte an den Schauspieler abgeben, was er, seitdem er vor fünf Jahren in die Filmregie überging, noch nie getan hat. „Der Roman ,Bel ami* ist kein Film", sagte uns Willi F o r st, „wir, Axel E g g e b r e ch t und ich, -mußten erst einen daraus machen. Wir konnten den Moman nicht einfach zum Drehbuch umsetzen. Wir brauchten für den Film hier und da neue dramaturgische Lösungen. Dann mußten wir den Charakter Der Maupassantschen Darstellung gänzlich wandeln: «wir mußten die Verdorbenheit, die der gesellschafts- ckritische Maupassant in dem Paris um 1900 auf- i zeigt, ins Komödienhafte überführen. Was Mau- kpaffant als durch und durch morbide zeigt, legen mir liebenswürdig als menschliche Schwäche aus. Im Grunde ist bei uns jeder der vielen Mitspieler »nehr oder weniger ein guter Kerl, dem — bis zum Minister hinauf — nur etwas zuviel zugemutet wird, im Verhältnis zu seinem wirklichen Können, unb für jede Missetat, die bei uns im Film einer । begeht, kriegt er am Ende auch sein sogenanntes ! Lett. Wir wollen also keine, ich will mal sagen: bösen Menschen, sondern nur unzulänglichen Men- sjchen der damaligen Zeit zeigen, und das aus hei- l fitere verzeihliche Weise. Bei uns ist der „Bel ami" ! Varum auch nicht ein durch und durch negativer Mensch wie bei Maupassant, sondern ein harmloser netter Kerl, der durch die Gunst der Frauen vom Habenichts zwar zum Minister avanciert, der sich iber über die Unverdientheit dieser Karriere ganz m klaren ist unb nach 24 Stunden schon wieder ab- >anft. Unb währenb seiner kurzen Ministerzeit ge- ingt es ihm sogar, ein paar gute Taten zu voll- »ringen." . • Es ist ein ungewöhnlich hanblungsreicher Film. *ßcnn man aber meint, baß sich Willi Forst vom yanblungsreichtum bieses Films eine allererste Wir- ung verspricht,/gibt er sogar eine kostbare Regie- ' in in ute her, um uns eines anberen zu belehren: ■ .Wichtiger als bas Was bieses Films ist für mich hias Wie. Der ,Bel ami‘ hat mich nicht seines Schick- , als wegen gereizt, sondern der größte Reiz dieses Stoffes lag für mich in dem Rahmen — bedenken Sie: das Paris von 1900! Was leuchtet da nicht lles auf: die Pracht der Moden, der Zeremoniell Iler damaligen Gesellschaft, der Duft der Parfüms, las Schillern der Farben, die Pikanterie des dama- Ijlcgen Lebens — wie ich in Maskerade" das Wien Schöpfungswunder vor der Kamera. 23cm Max Ingolf. Wenn wir den Weg des Films die vier Jahr- Mhnte feines Erdendaseins hindurch verfolgen, so ISßt sich eine anfänglich schwer in Fluß kommende, fann ober in geometrischer Folge sich steigernde ( ntwicklung der künstlerischen Darstellung und der technischen Mittel erkennen, eine Entwicklung, die tiefer jungen Kunst mannigfache Aufgaben stellt. E ie sind wohl ähnlich denen anderer Künste, wie e wa des Theaters, aber aus der besonderen Gesetz- Ichkeit des Films geboren. Der Film vereinigt Kunst und wissenschaftliche Erkenntnis, Kulturpropa- gnda und politische Wirksamkeit in einzigartiger eise. Die Liebe des Deutschen zu allem Lebendigen, sein Mustischer Drang der rastlos zu immer neuen Zielen d üngenden Erkenntnis geheimer Lebenszusammen- Ihinge hat im Film ein hochwillkommenes Instrument gefunden, das die Schönheit und die Lebens- frrmen der Menschen in ihrer eingebundenen Eigenart, das Leben der Tiere und die verborgensten Wachstumsvorgänge des pflanzlichen Organismus auf den Filmstreifen zu bannen vermag, nicht zu riben von jenen Spiel- und Kulturfilmen, die in Mdern von hoher künstlerischer Prägung die Seele euer bestimmten Landschaft in lebendiger Anschauung vermitteln und sie zum fühlenden, atmenden Schauspieler machen. All die verschiedenen heute zur Verfügung stehen- din technischen Hilfsmittel: der Z e i t r a f f e r . der tibier weite Zeiträume reichende Vorgänge wie die Entfaltung des Keimes ober das Äufbrechen der Knospe, die Entwicklung des Tieres im Ei u. v. a. dmi menschlichen Auge in seinen entscheidenden Jgafen sichtbar ckacht und dem menschlichen Verständnis näher bringt, die Zeitlupe, die im Zsgensatz hierzu Vorgänge von ungeheurer Schnel- durch Zerlegung in winzige Einzelbewegun- M erkennen läßt, die Farbenphotographie »'»er die mikroskopischen Aufnahmen, i-i es wirkt zusammen in der erkenntnismäßigen Lurchbringung ber lebenbigen Natur. So faßt ber Film in seinen verschiebenen Erschei- i. ngsformen sinnbilbhaft bie Schöpfung zusammen, 'croeit sie menschlicher Wahrnehmung überhaupt zu- pmglich ist. Er hübet sie ab, wo sie sich barbietet, ipürt ihr, wo sie bem naiven menschlichen Auge 'erborgen bleibt, mit all ben Mitteln nach, von )knen wir einige der wichtigsten nannten, unb wo um 1900 zeigte, will ich in ,Bel ami‘ bas Paris von 1900 bringen." Heber zehn Monate hat bie Arbeit an dem Drehbuch gedauert. Es ist ein fix und fertiges Drehbuch wie selten eines, die winzigste Kamerabewegung ist darin festgelegt. Aber trotzdem bedeutet dieses „Herunterdrehen" für Willi Forst eine „Viechsarbeit", wie uns einer der Beleuchter sagte und wie mir uns selber überzeugen konnten, eine „Viechsarbeit" darum, weil Forst den „Bel ami" zugleich dreht und spielt. Keine einzige Einstellung, ob nun mit ober ohne Forst, bie er nicht selbst eingerichtet hat. Wir haben eine Drehszene mit bem „Bel ami" im Frack erlebt: erst wirb die Szene von einem Double gespielt, während Forst noch an der Kamera sitzt unb von ba bas Double, bas er nachher selber jein wirb, birigiert. Das Double hat Willi Forst erst nach langem Suchen gefunben. Es ist ein junger Schauspieler Joachim Below, der bis dahin noch nie vor einer, Kamera gestanden hat. Below hat genau die Größe wie Forst und genau fein schmales „Format", unb er sieht Forst sogar ein wenig ähnlich. Je nachdem, in welcher Einstellung Joachim Below doubelt — er muß immer den gleichen Anzug anhaben, den die jeweilige Einstellung von Forst verlangt. Das Double muß ben Text genau so beherrschen wie ber wirkliche „Bel ami" Forst, es muß genau so mimen wie er, bis hinab zur kleinsten Fingerbewegung. So gewissenhaft arbeitet Willi Forst mit seinem Double jebe Szene, die er dann selber spielt, vorher aus. Hat das Double dann seine Vorstellung beendet, springt Forst rasch nebenan zu seiner improvisierten Garderobe, schminkt sich, schlüpft in den Frack — bie Hose hat er bereits vorher ungezogen —, setzt sich vielleicht noch einmal rasch im Frack an bie Kamera, unb’bann spielt er die Szene, die er bereits „auf den i-Punkt genau" vorher unter seiner eigenen Regie vorbereitet hat. Die vielen Männer vom Filmstab, die mit Forst diesen Film zusammen machen, stehen ganz im Banne seiner eigenen Hingabe an die gemeinsame Arbeit. Sie arbeiten alle schon Jahre mit Forst zusammen, vom Produktionsleiter bis zum Standphotographen. „Wir sind eine richtige Bande", sagte uns einer der Männer neben der Kamera, „und für unseren ,Bel ami‘ gehen wir durchs Feuer wie für keinen anderen. Weil uns kaum ein anderer so Vorbild ist für Kameradschaft und Besessenheit!" fb. M-Mmbergs Herrlichkeit neu erstanden. Veit Harlan über seinen ftilm „Das unsterbliche Herz". In Nürnberg fand kürzlich, wie berichtet, die Uraufführung des Veit-Harlan-Films „Das u n st e r b l i ch e Herz" statt, der das Schicksal des Erfinders der Taschenuhr Peter Henlein schildert. Für die Gestaltung der Bilder vom alten Nürnberg hat sich bie Staatsführung selbst mit umfassenden Maßnahmen eingesetzt. Veit Harlan erzählte unserem Mitarbeiter etwas über die Gebauten, die ihn bei der Anlage unb Durchführung bieses Films bewegten, über die Fäden, die sich von der alten Zeit zu unserer heutigen hinüberspinnen. „Ich hatte ein Vermächtnis zu erfüllen ..." Der Regisseur Harlan legt zwischen uns auf den Schreibtisch einen schmalen Band. „Dies Buch enthält ben künstlerischen Traum eines deutschen Dichters. Mein Vater, der Schriftsteller j * zz.essW’ * Paul Henckels als Kaufmann. Dr. Walter Harlan, schrieb um ben Nürnberger Uhrmachermeister unb Erfinder Peter Henlein dies Theaterstück „Das Nürnbergisch E i". Es war sein Lieblingswert. Der Weg dieses Theaterstücks über bie beutschen Bühnen ist ihm nicht leicht gemacht worben. Peter Henlein führte einen ähnlichen Kampf gegen Enge und Ungeiftigfeit, gegen Rückschritt unb Verflachung. Sein heroisches Werk, heroisch, weil er sein Leden daran verblutete, galt nicht nur einer technischen Erfindung, nicht dem Spiel einer vorwärtsspllrenden erfinderischen Laune — es war ein bewußtes Werk des Fortschritts. Unb wo ber Fortschritt ist, da leuchtet eine neue Freiheit. Das war der Grundzug jener Zeit, die mit der Geschichte vorn „Nürnbergisch Ei" gest-altet wurde: Es. war eine grenzenlose Erwartung ber Seelen. Unb diese Unruhe der deutschen Seele erfüllte auch Harlan, als er das Theaterstück vorn Peter Henlein schrieb — er hatte die Zeit nicht mehr gesehen, in ber diese beutsche Sehnsucht mit bem neuen großen Reich eine Erfüllung sand. Es blieb dies Stück als ein Zeugnis bafür. Inzwischen ist es über viele deutsche Bühnen gegangen, unb nun konnte ich, ber Sohn, nach langen Jahren, in benen bie Gestalten bieses Stoffes mit mir herumgegangen sind, im Bild des Films die Stimme bes Rufers und Mahners neu gestalten ..." Der Regisseur spricht über seinen Film. Die Gestalten bes mittelalterlichen Nürnberg werden leben- big. Ohne daß er es ausspricht, wird einem sofort klar, daß hier nicht ein Bilberbogen geschaffen würbe. Die Gestalten reben unb hanbeln wie Menschen von heute. Die Sehnsucht bes beutschen Künstlermenschen, all sein Werk unb sein Werben in den Dienst seines Volkes zu stellen, bas ist bas große Thema dieses Films. Damit wirb er zum Bild von heute. Denn diese Zeit des Peter Henlein gleicht ber unseren: Die großen geistesgeschichtlichen Entschei- bungen sind in diesem Nürnberg bes Peter Henlein bestimmenb. Es ist das Nürnberg, bas Martin Luther „bas Auge und Ohr Deutschlands" nannte, jenes Nürnberg, in döm ein mächtiger Bürgergeist bie Vorherrschaft des Klerus unb ber lateinischen Wissenschaften schon längst gebrochen hat, ehe es mit all seinen Patriziern unb Bürgern sich zu ben Jbeen der Reformation bekennt. Hinter ber Hanblung dieses Films flattern bie Sturmfahnen eines neuen Geistes, ber bald von Nürnberg aus über bie beutschen Lande wehen wirb. Es fegen Sturmwinde um bie Geschichte von ber Erfindung jener kleinen Ta- Heinrich George als Peter Henlein. U T schenuhr, die bald bas „Nürnbergisch Ei" genannt würbe. Die Geschichte bebient sich oft ber kleinen Ranb- figuren. Diese Meister bes Handwerks, ehrsame Bürger vom Schöffenstuhl bes Rates einer freien Reichsstadt und einsame Grübler hinter den blei- gefaßten Fenstern ihrer Werkstätten unb Studier- jtuben, sind schon über bie PZelt des Mittelalters hinausgewachsen in eine neue Zeit, in die Erkenntnis bes beutschen Eigenlebens. Im Nürnberg bes 16. Jahrhunberts findet in Bauten, Bildwerken, Gesängen, Erfindungen das alles feinen deutschen Ausdruck. Hier stehen die Menschen in selbsterrungener Freiheit unb Kraft da, bie Menschen von Richard Wagners Meistersingern. Die Männer, die schon das SPITZENLEISTUNG OPEL fertige große deutsche Reich im Herzen tragen. Wie Peter Henlein sagt, am Ende dieses Films: „Mein Herz hört auf zu schlagen, aber meine Uhr wirb weiter schlagen — sie wirb ticken durch die Zeit unb über bie ganze Erde." Der Film führt die Welt bes alten Nürnberg bis zum Gleichnis unserer Tage. Das ist jenes unsterbliche Herz, das hinter ber Geschichte um ben Uhrmacher Peter Henlein unb seinen großen Freund, ben Seefahrer Martin Behaim, schlägt — das unsterbliche Herz ber ewigen beutschen Sehnsucht. Der Bogen der Jahrhunderte schließt sich, wenn bie Glocken der alten Nürnberger Kirchen über das Bild der Burg unb ber Giebeldächer schwingen, wenn bie Kamera unter bie Bogen von St. Lorenz leuchtet unb im Chorgewölbe ben „englischen Gruß" des Veit Stoß aufnimmt. Und Veit Harlan sagt voll lebhaften Dankes: „Diese ganze Arbeit wäre gar nicht möglich gewesen, wenn nicht in gerabezu beispielloser Weise die Staatsführung sich für diesen Film so eingesetzt Hütte: nur unter Adolf Hitler ist es möglich geer zergliedert, führt er doch immer wieder zurück in die großen Zusammenhänge des Lebens, zu den großen Gesetzen und unwandelbaren Ideen, die in allem Werden und aller Wandlung, in allem Erdenschicksal sich ewig bekunden. Es mag manchem erscheinen, als seien solche Worte zu gewagt. Dennoch, es bleibt dabei: die Photographie des Lebendigen hat Wunder enthüllt, Erkenntnis gefordert, die ohne sie undenkbar gewesen wären. Jeder weiß, welch wesentliche Rolle der Film in der Medizin spielt, nicht nur im Hörsaal, wenn die Studierenden durch die Ton- filrmUebertragung etwa eine Operation viel genauer verfolgen können als bei unmittelbarem Verweilen am Krankenbett, sondern auch ganz allgemein bei biologischen Forschungen verschiedenster Art. Ein besonderes Erlebnis für den Filmbesucher pflegen jene wissenschaftlichen Kulturfilme zu fein, in denen bestimmte Themen aus dem Tier- und Pflanzenleben vor uns auf der Leinwand entwickelt werden. Em großer Teil derartiger Filme ist in der seit vielen Jahren bedeutsamsten Stätte dieses Filmzweiges entstanden, in der Kulturabteilung ber Ufastabt Babelsberg, wo bie Herren Dr. Ulrich K. T. Schulz unb Jung- Hans mit großer Hingebung Tiere unb Pflanzen betreuen unb keine Mühsal scheuen, um Bilber wie biejenigen vom Bienen- ober vom Ameisen- ft a a t ober von ber Entfaltung bes pflanzlichen Lebens auf ben Celluloibstreifen zu bannen. In biegen naturwissenschaftlichen Kurzfilmen hat bisher auch bie Farbfilmtechnik ihre höchste Wirkung gehabt unb Bilber von mitunter märchenhafter Schönheit geschenkt. Erst in biefen Tagen roieber sinb eine Reihe solcher Kulturfilme zugleich mit ben Uraufführungen großer Spielfilme vor bas empfängliche aber auch kritische Auge bes Filmbesuchers gekommen unb haben herzliche Ausnahme gefunben. So war in München ber Farbtonfilm ber Ufa „Farbenpracht auf bem Meeresgrund" zu sehen. In Berlin und auch hier in Gießen sah man den packenden Kurzfilm „Können Tiere denken?" unb ben von ber Ufa gemeinsam mit ber Terra - Filmkunst geschaffenen Film „Die Schönheit ber Tiere in ber Bewegung". Weitere neue Ufafilme ber Kulturabteilung sinb „Orunbftoffe der Ernährung" unb ein Expebittonsfilm aus bem Aztekenlanbe, „S t e i n s ch l a n g e n unb Vogelmensche n". Es ist bies nur ein kleiner Ausschnitt, zu bem Filme vorwiegend ber Ufa unb ber Tobis aus beutscher unb frember Lanbschaft, von ber Arbeit bestimmter Berufe u. v. c. in beliebiger Zahl hinzu- zurechnen sinb. Daß im übrigen auch in ben großen Hauptfilmen Tier in all ihrer unbefangenen Schönheit oft eine große Rolle innehaben, ist ja allgemein bekannt. Die Harry - P i e l - Filme sinb hier an erster Stelle stehenbe Beispiele, aber bei weitem nicht bie einzigen. Ein Hunb, ein Kätzchen, ein Pferd, ein Kanarienvogel — sie werben gern einer Filmhanb- lung eingefugt in all ihrer gemütvollen Freunb- schast zum Menschen. Die Kamera ist bas immer unruhvolle Auae ber Filmschäffenben. Sie fängt in ihren Zauberspiegel bas Schicksal bes Menschen ein, bes Bewußtseinsträgers ber Erbenwelt, seine Schönheit bes Leibes und der Seele, feine Freude unb feine Tragik. Von biefem Mittelpunkt aber schweift sie zu allen Wesen unb Dingen ber uns umgebenben Welt, unb sie lehrt auf ihre befonbere Weise die Ehrfurcht vor bem Schöpfergeist, in besten Werk sie neue unb erhebend Einblicke gewährt. Filme nach Gewicht. Was geschieht mit ausgedienten Kopien? Währenb bie Entstehung eines Filmes meist aufmerksam verfolgt wirb, kümmert sich kaum ein Mensch barum, was mit bem Film geschieht, nach- bem er ausgebient hat. Nicht viele wissen, baß bie Lebensbauer eines Spielfilms nur sehr kurz ist. Schon nach wenigen hunbert Aufführungen ist eine Kopie zerkratzt, unb bie Bilber sehen aus, als ob es bauerregnete. Die unbrauchbaren Kopien wan- bern zur Filmverwertung. Revuefilme, historische Stücke unb Lustspiele haben bort ben gleichen Wert. Denn alle gehen nach Gewicht. Das Kilo Film bringt im allgemeinen nicht einmal eine Reichsmark. Ein Spielfilm, an bem vielleicht monatelang gearbeitet würbe, ber Zehntausende von Reichsmark gekostet hat, ist noch ganze 20 Mark wert. Weit draußen am Rande der Großstädte liegen, wegen ihrer Feuergefährlichkeit, bie Filmverwertungsfabriken, in benen ungeheure Mengen bes leicht brennbaren Zelluloibs gestapelt sind. In großen feuerfesten Kisten ruhen bie Filmstreifen bis zu bem Augenblick, ba sie in ihre Bestanbteile aufgelöst werben. Flinke Frauenhänbe sortieren bie Rollen Da wirb nicht auf die Szene gesehen, sondern lediglich auf die Qualität des Zelluloids. Oft müssen so ganze Filme zerstückelt und mit Teilen anderer Filme zusammengeklebt werden, um Rollen mit der gleichen Zelluloidbeschaffenheit zu bekommen Sonderbare Filme entstehen so; aber kein Mensch wird sie je sehen. Denn gleich daraus laufen die Filmstreifen durch ein mechanisches Bad. lieber eine Unzahl von Rollen schlängelt sich der Film, immer blasser werden die Bilder, bis sie schließlich ganz verschwunden sind. Am Ende kommt aus dem Bad der leere, durchsichtige und rein gewaschene Zelluloidstreifen. Ganze Welten, ferne Länder, Paläste und Menschenschicksale sind in diesem Bad zurückgeblieben. Die Zelluloidrollen werden, je nach ihrer Qualität, in verschiedene Fabriken weitergeleitet. Ein Teil geht in die Lackfabrik. Lacke in allen Farben werden aus dem ehemaligen Film gemacht, unb vielleicht wirb ber gleiche Zelluloidstreifen, ber Tausende einmal als Film beglückte, noch einmal als Lackschuh in ein Kino kommen. Die mittlere Zellu- loibqualität wandert in die Kunstlederfabriken. Alle nur erdenklichen Gegenstände, vom Lesezeichen bis zur Damenhandtasche, werden daraus hergestellt. Was dann noch übrig bleibt, wird zu Kitt verarbeitet. Durch bie Bäber laufen Unmengen von Filmstreifen. Immer bunkler wirb die Brühe, bis sie nicht mehr stark genug ist, neue Filme abzuwaschen. Dann wirb bas Bad ausgepumpt, denn in ihm befinden sich noch bedeutende Werte. Wie jebe photographische Platte enthält auch ber Filmstreifen in ber lichtempsinblichen Schicht Silber; aus bem Bad wirb es burch ein kompliziertes chemisches Verfahren ausgeschieben. Von 1500 Kilogramm Flüssigkeit werben auf biefe Weise häufig bis zu 20 Kilogramm Silber gewonnen Auch dieses Silber wird wieder verarbeitet. Manche Filmbesucherin wird ein silbernes Etui aus einem alten Film bei sich tragen ober ben Kaffee mit einem Löffel umrühren, ber einmal sozusagen als Heinz Rühmann Freube bereitet hat. vielleicht wirb einer feinen Liebling in einem Zwei-Mark-Stück eingeschlvssen haben, natürlich ohne es zu wissen ... So enbet bie Scheinwelt bes Films. Alle Filme, ob gut ober schlecht, ob unbeachtet ober Welterfolg, kommen einmal in bie Verwertungsfabriken. Alle Schauspieler ber Erbe kommen einmal dorthin. Aber kein Bild biefer Filmgrößen verläßt mehr bie Räume ber Fabrik. Im Bad zerrinnen sie. Denn die Filmverwertungsfabriken haben die Verpflichtung, ohne Ausnahme jeden Filmstreifen zu vernichten, damit mit den Bildern, die oft, wie z. B. die Wochenfchaustreifen, großen Wert besitzen, fein Unfug getrieben werden kann. Dieses Ende der Filme rft wenig romantisch. Aber bie Menschen kümmern sich nicht darum. Sie werben sich immer nur für bie kommenden Filme inter« essicren. Hawa. Egon im Schnee. Von Sofie von llbde. Die ganze Schihüfte war in Aufregung: unser Freund Egon hatte sich angesagt, und mir blickten alle düster in die Zukunft. Wir schätzten Egon sehr, aber nicht in den Bergen-, er ist eine alpine Unmöglichkeit, und vom Schiläufen hat er keine.Ahnung. Auf irgendeinem geistreichen Tee oder einer mondänen Tanzpartie ist er weit mehr am Platze. „Geh du ihn abholen", sagte der Hausherr Robby zu mir. „Natürlich schleppt er wieder viel zu viel Zeug mit und wenn er unterwegs schlapp macht — und das macht er sicher —, darf ich den Scherfer tragen: einer Frau kann er das doch nicht zumuten." Diese Argumente leuchteten mir ein, und so schnallte ich denn die „Brettln" an, pfiff den Hunden und sauste die 1000 Meter Höhenunterschied ins Tal hinunter. Egon winkte schon aus dem Zuge Er war wahnsinnig stadtfein, küßte mir die vorn Schiwachs gebräunte Hand und war so schön wie eine Modefigurine auf einer Sportausstellung. Sein Rucksack hatte wahrhaft erschreckende Dimensionen: schon hatten ein paar Bauernkinder ihn erspäht und riefen schallend: „Den schaugt's o mit sein g'schwollenen Scherfer; der tragt g'wiß sei Großmutter spazier'n", und der ganze Bahnhof schrie vor Freude. Egon hatte natürlich nichts verstanden und meinte anerkennend: „Wie froh die Menschen hier sind!" Wir schnallten die Schier an und machten uns an den Aufstieg durch die stillen, weißen Wälder. Egon war zunächst begeistert, die sakrale Ruhe der Gipfel, die einsame Pracht der glitzernden Tannen griff ihm doch an sein Großstädterherz. Und obwohl ihm die Schier alle Augenblicke nach rückwärts glitten, daß er umsank und mit AUihe wieder auf- gerichtet werden mußte, obwohl der wahrhaft vier- dimensionale Rucksack mehr und mehr zu drücken begann, blickte er mit Emphase um sich. Die Pudel jagten natürlich wieder mit schauderhaftem Gebell. Dabei war der Jäger im Walde! Der Teufel sollte sie holen! Aber Egon sand es schön und meinte voll Poesie: ,Köstlich dies Geläut der Hunde in den tiefen Wäldern?" Nun, ich fand es weniger köstlich, und schon ging richtig ein Fluchen los in allernächster Nähe. Pan und Bolle brachen aus dem verschneiten Unterholz, schuldbewußt bei mir Schutz suchend — hinter ihnen der alte Waldhüter. Der schnaubte mich an: „Ietza woaß i doch, wem's g'hörn, die Sauviecher, die miserabligen, die wo mir allweil's Wild verscheuchen. No amal, wann i's derwisch, na knallt's, verstehst mi, Madl. Na kannst es z'sammklaub'n, deine Hund'ln, und als Brat'l servier'n, daß d' es woaßt! Pfüat Gott, bei» nand." Und er verschwand im Wald. Ich war schwer erschüttert. Egon hatte wieder nichts verstanden, hatte höflich an die Mütze gegriffen und mich interessiert gefragt: „Was erzählte der alte Herr?" Aber nachdem ich es ihm in gleichwertige Berliner Injurien verdeutscht hatte, war er höchst ägriert, fand es eine unerhörte Ansprache an eine Dame und wollte dem Alten nach und Genugtuung für mich fordern. Ich hielt ihn voll Schrecken zurück. Mehr und mehr begann der Rucksack zu wirken. Egon fiel in Schneckentempo, die Schweißtropfen liefen ihm in den blütenweißen Kragen, er machte sichtlich schlapp, „er schob ein Spinattvagerl", wie es im Hüttendeutsch heißt, aber er wollte es nicht wahr haben. Zuweilen raffte er sich gewaltsam auf und rief enthusiastisch: „Göttlich, diese Berge!", während er vor Erschöpfung wankte. Als er sah, daß meine Blicke auf ihm ruhten, wurde er weltmännisch und sagte: „Famos siehst du aus, fabelhaft sportlich!" — mit erlöschender Stimme sagte er es. Aber diese Bewunderung des erschöpften Mannes ergriff mich nicht schlecht, und ich meinte voll Güte: „Gib den Rucksack her, Egon, wir kommen sonst vor Nacht nicht mehr in die Hütte." Er schrie zwar indigniert auf: „Wo denkst du hin, ich werde mir doch von dir nicht den Rucksack tragen lassen!", ließ ihn aber schon stöhnend von den Schultern gleiten. Ich nahm ihn um. D du gerechte Vorsehung, welches Gewicht? Er hatte wahrhaftig feine Großmutter drinnen? Nun hieß es aber Fassung bewahren und sportliches Training zeigen! Und ich stapfte los, hinter mir der erleichterte und beschämte Egon. _ So freudig hatte ich die endlich auftauchende Hütte noch nie begrüßt. Natürlich standen Robby und Pips davor und lachten sich kaputt, weil ich nun doch den Rucksack hatte tragen müssen. Nun, ich erholte mich, auch Egon lebte wieder auf und zog aus seinem Gepäck so viel erlesene Genüsse, daß der Tag in eitel Lust und Freude endete. Am anderen Morgen bekam Egon Schiunterricht. Wir beteiligten uns alle, am eifrigsten Pips, welcher selig war, daß er nun einen Kompagnon für seine fulminanten Stürze erhielt und nur noch frecher losfuhr. Die beiden machten wahrhaftig eine G. m. b. H. auf; wo der eine nicht lag, lag der andere. Aber während Pips aus Tollheit und blindem Wagemut stürzte, fiel der unselige Egon aus unüberbietbarer, sträflicher Talentlofigkeit. Der schöne Steilhang hinter unserer Hütte sah bald wie ein zerwühltes Schlachtfeld aus, und der sportliche Robby fand es aus Herzensgrund eine Schweinerei. Oh, er rächte sich an Egon, indem er ihn zu den schmutzigsten Hüttenarbeiten anstellte; aber der Neuling arbeitete mit Schwung, er sand alles fabelhaft „apart", und obwohl er nichts verstand, überall zu Schaden kam, von uns natürlich aufs übelste mißbraucht wurde, kannte seine Begeisterung keine Grenzen. Am dritten Tage schon machten wir mit unferm Schisäugling eine Fahrt und schleiften ihn auf den nächsten Gipfel. Was für eine Freude, diese rührende Freude des Flachlandmenschen, der zum ersten Male von hoher Warte über die Welt hinaussieht! Iltis andern, die wir diese Berge als unser vertrautes Eigentum liebten, ging das Herz noch mal so weit auf beim Anblick feiner Hingerissenheit. Wir verziehen ihm jede Ignoranz und genossen in völ» liger Eintracht die fonnenumflutete, windumdrauste Gipfeleinsamkeit. Aber bann kam die Abfahrt! Der erste Hang unter dem Grat war verdammt steil, und Egon zögerte schaudernd. „Fahr doch endlich los!" schrie Robby roh, und der erschreckte Egon fuhr los. Aber er kam nicht weit, in rasender Fahrt tauchte er kopfüber in den Schnee. Da sich nun die Schispitzen sowohl wie die angstvoll vorgestreckten Arme in den Grund bohrten, bildete sein Körper eine Brücke, dem seine Bekleidung nicht gewachsen mar. Diese zarten, schönbeschnittenen Knickerbockers? Sie rissen still und stetig, während wir sie entzückt umstanden, und Egon, der allein nicht loskam, innig und fruchtlos um Hilfe flehte und sich schließlich an mein weiches Frauenherz wandte. Ich machte ihn los und fetzte ihn mit seiner lädierten Gartenfront in den kühlen Schnee, wobei et; sehr schnell die ganze Tragweite seines Mißgeschicks begriff und sich errötend weigerte, auf» zustehn. Die weitere Heimfahrt wurde eine vollendete Katastrophe. Egon lag hier, Egon lag dort, er sauste auf den Kopf, er sauste auf den Rücken, und hatte er anfangs seine Akrobatik mit erstaunten Ausrufen begleitet, wie: „Nicht zu glauben'" oder „Eine ganz fabelhaft komplizierte Sache!", so verstummte er zum Schluß leidvoll und blieb nach jedem Sturz düster sitzen, wo er saß, „wie eine Nebelwolke am schweigenden Hügel", um mit Ossian zu reden. Wir konnten ihn nur mit viel Anstrengung zur heimatlichen Hütte zurückbringen. Ich habe dann noch einen Tag lang an den Knickerbockers geflickt. Egon hat ttotz unserer vierzehntägigen Bemühungen keine Ahnung vom Schiläufen bekommen. Aber er beherrscht die Fachausdrücke, und wenn er in ber Stadt beim Nachmittagstee in einem interessierZwei Wege. Von Hans Hartmann. wesen, einen solchen Film zu gestalten. Wir haben tief in das alte Nürnberg tauchen dürfen. Der Gauleiter Streicher hat mir wirklich einen fast nie geglaubten Traum als Regisseur möglich gemacht. Nürnberg stand für lange Zeit ganz im Zeichen unserer Filmaufnahmen. Straßenbahnen wurden um» geleitet, Häuserfronten zu ihrer alten Form verändert, riesige Absperrungen vorgenommen. Aus den Menschen von 1938 wurden nicht nur durch Kostüm Volkstums. .... Beide Haltungen des Geistes und der Seele muffen bann, jede zu verschiedener Zeit und auf verschiedene Weise, auf die Frage nach Gott stoßen. Kant und mit ihm alle rein geistig Denkenden werden in Gott den letzten Sinn alles Seins und Lebens erkennen. Er wird im wesenllichen die Zuge des Schöpfers alles „Guten" tragen, ohne ihn wäre bas Leben leer unb kalt, unb ber Mensch wäre ohne ihn ein Atom im All, ohne höheren Sinn und ohne tiefere Weisheit. Darwin aber unb die anschaulich Denkenben werben Gott hinter der Fülle der Naturtatsachen suchen müssen. Sie werden zunäckst^ um einen von Darwin geschaffenen Ausdruck zu gebrauchen, überall nur den „Kampf ums Dasein" finden, also ein Prinzip ber Zerstörung, der Verschwendung von Milliarden von Geschöpfen, ber anständig erfahren. _ r, „ So kann man sagen, daß die Gottesvorstellung eine andere „Tönung" oder Färbung bekomme, je nachdem ob man mehr auf dem Wege Kants oder auf dem Wege Darwins zu ihr gelangt. Und das hängt mit unserer Geistes- und Herzensveranlagung zusammen. Prüfen wir uns nur, welcher Art sie ist, unb gehen wir bann unerschrocken unseren Weg mehr im Sinne Kants ober mehr im Sinne Darwins. Tun wir es auch, inbem wir immer roieber um bie Stille ......... " *—i in ihrem fcheinenb völlig unethischen unb „amoralischen' Struktur bes Daseins. Gott wird hinter biesern bunten Schleier von Naturtatsachen immer roieber oerschwinben. Gleichwohl hat gerabe Darwin gezeigt, baß bazu keine innere Notwenbigkeit besteht. Darwin selbst hat immer roieber bie Größe Gottes aus ber Natur erlebt, unb Goethe hat barüber hinaus bie Natur geradezu als eine Offenbarung Gottes Dem Auge das Beste! Lassen Sie sich beraten von Optiker JHagnus Gießen, Seltereweg 33, Fernsprecher Nr. 3608 Kassenlieferant ten Kreise nachlässig von „Umfprung" unb „tiefer Hocke", von „opbreken" unb „Vorarlbergtechnik" spricht, macht er entschieden den Eindruck eines Sachverständigen. Mnd um den Eiffelturm. „Lichtstadf ohne LichtreUame. - Parlamentarier und Sport. Oer Abgeordnete mit sechs Frauen. Eigener Bericht des Gießener Anzeigers. XVI. Leichtmetall aus Ton. Man schrieb das Jahr 1808, als ber englische Chemiker Humphry D a o y in einer offentlich-sest- lichen Vorlesung demonstrierte, wie man durch eine einfache Elektrolyse die Minerale Kali und Natron zerlegen und daraus neue Körper»M e t a l l e gewinnen könne. „Diese Körper haben die Undurchsichtigkeit, den Glanz und die Dehnbarkeit ber Metalle, sie leiten Warme und Elektrizität ebenso — und ihr sehr geringes spezifisches Gewicht allein scheint mir kein Grund, sie nicht Metalle zu nennen." So hieß es in dieser epochalen Vorlesung. Unb bann weiter „ich bin selbst m die Berge von Donegal gestiegen unb hab mir jenes alaunhaltige Gestein geholt, das ich als nächstes zu zerlegen gedenke. Ich bin sicher, auch in ihm ein neues, leichtes Metall zu finden, das ich heute schon ,A l u m i n i u m‘ nennen möchte." Diese Vorlesung machte den 30jährigen Gelehrten zu einem berühmten Mann. Die Londoner Gesellschaft war stolz auf den großen Engländer. Aber — das Aluminium hat er nicht entdeckt. Er blieb einen Schritt davor stehen. Das angekündigte Alu- mmiumerperiment unterblieb. Erst etwa 20 Jahre später hat der stille deutsche Gelehrte Wöhler, der Freund des großen Liebig und Schüler des schwedischen Meisters Berzellius, Tonerde gewaschen, getrocknet, mit Kohle gemengt und mit Chlorgas gereinigt, sie in einem Plattntiegel solange erhitzt, bah sie glühte unb ben Tiegel von innen heraus erleuchtete. Dazu tat er dann Kalium und ließ das Chloraluminium mit dem Kalium zusammen schmelzen. Das ergab eine häßliche, schwarz- graue Flüssigkeit. Die ließ er erkalten und warf den erkalteten Tiegel in ein mit frischem Wasser angefülltes Becken. Ein häßlicher, übelriechender Gasnebel stieg hoch und als der sich nun verzogen hatte, schwamm auf der Wasseroberfläche ein leicht glänzendes, graues, metallisches Pulver. So war in dem Labor des Wöhler 1827 zum erstenmal aus Tonerde Aluminium geworden. Das war die Darstellung eines neuen Elementes. Man konnte darüber einen gelehrten Artikel schreiben, eine Notiz eintragen in das große Buch der wissenschaftlichen Chemie. Die Welt aber kümmerte sich nicht um die Metallrezepte des Professor Wöhler. Damals war die Suggestion einer chemischen Erfindung noch nicht allzu groß. 20 Jahre später hat bann Wöhler seine Experimente mit dem Aluminium wieder ausgenommen. Er nimmt ein Mikroskop zu Hilfe. Er sieht, daß das graue Pulver aus kleinen Metallkügelchen besteht. Er kann sie posieren unb zu Plättchen aushauen. Der Gelehrte ahnt die Zukunft seiner Endeckung und schreibt folgende Prophetie: man könne bei Verwendung von Aluminium anstelle des Eisens fast ebenso dauerhafte Eisenbahngefährte wie bie jetzt üblichen Herstellen und unter Verwendung derselben Zugkraft bei viel stärkerer Belastung sie ebenso leicht bewegen wie bie schwereren eisernen." Allein, nicht in Deutschland, sondern in Frankreich begann bie industrielle Entwicklung des Aluminiums. Die Politik interessierte sich für bas neue Metall. Napoleon III. selbst unterstützte den Professor Sainte-Deville von der Ecole normale unb in einer kaiserlichen Fabrik würbe nach dcr^Methode Wöhlers ber erste Barren von Chlor- aluminium, metallischen Natriums und eine Stange Aluminium beraeftellt. die 2 Mund woa. Im Va- unb Maske die Menschen von 1500 — sie erlebten wie durch ein Wunder die alle Zeit der freien Reichsstadt wieder: lieber bie allen Straßen, zwischen ben uralt-schönen Brunnenfiguren und den hohen Giebelfassaden lebten wie durch emen Zauber bie Menschen bes alten Nürnberg. Em Werk konnte so geschaffen werden, dessen gesegnetes Motto ja bas alte große Wort fein sollte: "Ehret eure deuftchen Meister!" K. H. U u w e 11. Der 12. Februar ist der Todestag Immanuel Kants (1804) und ber Geburtstag Darwins (1809). Wer sich gelegentlich überlegt, ob nicht boch etwas von ber inbischen Seelenwanbe- rungslehre wahr fei, ber wirb angesichts dieses seltsamen Zusammentreffens vielleicht meinen, daß die Seele Kants sich fünf Jahre später in Darwin verkörpert habe. Unserem Denken liegt das Verständnis ber Seelenwanderungslehre allzufern. Das hinbert uns aber nicht, eine tief ins Weltanschauliche unb zugleich Religiöse bringenbe Verwandtschaft zwischen ben beiben Zeugen eines hohen, ja Herden norbischen Geistes, zwischen Kant unb Darwin, festzustellen. Vergessen wir nicht, daß ber große deutsche Denker Kant von ber Naturwissenschaft herkam unb sich zunächst einmal Gebauten über Weltall, Astronomie unb Physik machte, ehe er bie großen unb letzten Fragen stellte: Was können wir wirklich erkennen? Wie können wir trotz ber überall waltenden Naturgesetze ein ethisches Bewußtsein haben unb ein ethisches Leben führen? Beibe Männer finb nur zu verstehen, wenn wir bie Mitte ihres Wesens erkennen. Unb bas ist bie EhrfurchtvorberallwaltenbenNatur, vor ber Größe ihrer Gesetze unb vor bem Reichtum ihrer Schöpfungen. Dabei hat Kant mehr bie Größe ber Gesetze, Darwin mehr ben Reichtum ihrer Formen betont. Das muß mit einer ursprünglichen Geistes- unb Herzensanlage zusammengehangen haben. Wir werben gerabe aus biefer Tatsache menschlicher Verschiebenheit inneren Gewinn ziehen können. Denn auch bei uns ist es so: ber eine ist mehr nach innen gerichtet, wie Kant, er versenkt sich in bie Fragen nach bem letzten Sinn bes Seins, des Kosmos, des Menschen, der Zweckmäßigkeit und Schönheit ber Dinge. Der anbere aber hat ein stets offenes Auge, er übt feinen Blick am Reichtum ber Formen, bie er in innere Beziehung zueinanber fetzt, wie es Darwins Bestreben war. Unb er kann sich nicht satt sehen an ihrer Fülle, ihrem strengen Maße und bann roieber ihrem über» strömenden Reichtum. Wir fühlen, baß in dieser Beziehung eine starke Verwandtschaft zwischen Darwin, dem großen Engländer, und Goethe besteht. Diese Tatsache ist uns ein Sinnbild dafür, daß innerhalb einer großen Gemeinschaft, wie es die Rassen und । zurückgezogenen Leben wichtig lais de l'Jndustrie konnten die Besucher aus aller Well jenes berühmte „Silber aus Ton" bewundern 900 Franks kostete 1855 das Kilo. Ein Jahr darauf nur noch 270 Franks, 1859 hatte man 700 kg im Jahr fabriziert für 240 Franks je Kilo, 1867 war ber Preis auf 120 Franks gefallen. Große Schwierigkeiten bestanden mit dem Ausgangsmaterial. Denn reine Tonerde gab es Nirgends Aus dem Mneral K r y o l i t h hatte man sie noch am besten erschließen können. Da griff roieber deutsche Gelehrsamkeit in die Entwicklung ein. Dem Chemie-Professor Heinrich Rose gelang es aus dem natürlichen Kryolith, ben bie Berliner Seifensieb er aus Grönland als „Mineralsoda" einführten, Aluminium herzustellen. Das gab der Geschichte dieses Leichtmetalls einen weiteren Auftrieb. Aber immer noch war die Fabrikation zu teuer und schließlich kannte die Agence Havas am 8. Oktober 1870 melden: Man werde das Aluminium „aus den Einge- roeiben von Paris selbst ziehen". Franzosen hatten es gelernt, aus einer (Erbart, die über 50 v. H. Tonerbe, dazu Eisenoxyd, Kieselsäure und Kalk enthielt und die man nach ihrem Fundort unweit der Stadt Baux — Bauxit nannte, bas Aluminium zu fabrizieren. Jedoch an eine Großfabrikation, an eine allgemeine Einführung in bie Industrie, um Eisen unb andere Metalle zu ersetzen, könne nian immer noch nicht denken. Wenn es möglich wäre — so schrieb in jenen Tagen Deville, ein Verfahren ausfindig zu machen, das Aluminium „mit geringen Kosten aus feinem Erz, ber Tonerbe, abzuscheiden, so würbe es das allgemeinste aller Metalle werden". Robert Bunsen, den man vielleicht ben größten Chemiker des 19. Jahrhunderts nennen kann, führte bie Entwicklung zur Entscheidung. Er verstand es, aus billigem unb konstanten Strom eine Kraftquelle zu erzeugen, um das Aluminium aus feinen Verbindungen zu reißen. Bunsen gelang zuerst bie Ele ktrolys e bes Aluminiums. So führte er bie Aluminiumindustrie an, die bann später an die Stelle der Bunsen-Kette große und gewaltige Dynamo-Maschinen setzte. Damit begann man Ende der 80er Jahre. Sell 1889 nützen wir die Wasserkräfte bes Rheinfalls zu Schaffhausen aus, um Alu- mimumfabritation zu betreiben. Das Verfahren bazu haben ein Schweizer namens 5)eroult und ber Ingenieur Kiliani aus der Fabrik Schlegelstraße der AEG. zu Berlin ausgearbeitet. Die AEG. hat gemeinsam mit einem Schweizer Werk die Alu- minium-Jndustrie-Gesellschast in Neuhausen gegründet. Tausende von Tonnen Aluminium wurden hergestellt. Aber bald stoppte der Absatz. Aluminium war zu weich. Es war für die weitere Entwicklung dieses neuen Metalls von entscheidender Bedeutung, daß ein Zufall und die gute Beobachtungsgabe dem Alfred W i l m zu Hilfe kamen. Er arbeitete mit Aluminium unb stellte eine Aluminium-Magnesium-Legierung mit Kupfer und Mangan her. Allein bie Mischung ber einzelnen Bestanbteile ergab noch nichts Brauchbares. Erst als sie eine Zeitlang stehen blieb, wurde entdeckt, daß die Zeit schöpferisch gewesen sei, denn die Legierung bildet sich in einer „Nachreife". Er entdeckte, daß das Aluminium zum Duralu- m ini u m zu härten und zu veredeln sei. So wurde es möglich, auch Leichtmetalle in die Technik ein- zusetzen. So begann die grandiose Revolutionierung ber Metallwirtschaft durch die Leichtmetalle, die einst vor über 100 Jahren von einem stillen deutschen Gelehrten vorausgesagt wurde. H. Sch-r. Chemie erschließt die Welt. Von den Grundlagen und Aufgaben des chemischen Zeitalters. er, unb Goethe ve|ieyl. Diese wir es aucy, inuem uju muuti Sinnbild dafür, daß innerhalb ringen, die diesen beiden großen Denkern ifrhaff. wie es bie Rassen unb I zurückgezogenen Leben wichtig und heilig war. H. B. Paris, Februar 1939. Man erinnert sich noch, daß vor einigen Wochen die Pariser Lichtspieltheater ihre Pforten schlossen, weil die Besitzer erklärten, die neue, von der Stadt Paris erhobene Sonderst e u e r nicht bezahlen zu können. Mehrere Tage dauerte der Streik, bis dann eine Regelung gefunden wurde, die, wie man gleich sehen wird, überhaupt nichts regelte. Die Stadt erklärte sich nämlich bereit, während 14 Tagen mit der Erhebung dieser Steuer warten zu wollen, bis eine Neuregelung gefunden sei. Aber man fand nichts, unb bie Kassierer der Stadt begannen dieser Tage mit dem Einkassieren der Steuersummen. Die Besitzer der Lichtspieltheater beschlossen jetzt, zu einem zweiten Angriff vorzugehen, ber, ohne bie Hunderttausenden von Filmbegeisterten um ihr Vergnügen zu bringen, wie es bei einem neuen Streik der Fall wäre, doch ben Stadt und die Stadt, unb darüber hinaus noch die Zeitungen unb die privaten Rundfunkstationen, empfindlich schädigen wird. Sie beschlossen nämlich, die Lichtreklame aufzuheben, auf die Plakatanschläge an den Pariser Mauern zu verzichten, fast keine Zei- tungs» unb gar keine Rundfunk re klame mehr zu machen. Nur noch die Einzeilenreklame in den Zeitungen soll bestehen bleiben. Für die Lichtreklame und die Plakatanschläge erhalten Staat und Stadt die Völker finb, die beiden Haltungen zum Ur. geheimnis ber Natur ihre Berechtigung haben. Kant und Darwin bezeichnen so bie beiben Pole innerhalb bes norbischen Denkens, Kant unb Goethe be^eid)« nen bie gleichen beiben Pole innerhalb des beutjdjcn wöchentlich ansehnliche Steuerbeträge; allein für die Plakatanschläge erhält der Staat wöchentlich 200 000 Franken. Auf Lichtreklame ist die Steuer noch viel höher. Diese Maßnahmen sollen vom nächsten Mittwoch an in Kraft treten, falls bis dahin eine Einigung nicht zustande kommt. Die Aufhebung ber Lichtreklame ist die schärftte Waffe, die die Kinobesitzer führen, und zwar nicht nur in materieller Hinsicht. Die „Lichtstadt Paris" ohne Lichtreklame, unb wenn es auch nur bie der Hunderte von Lichtspieltheatern ist, bas ist für ben Ruf ber französischen Hauptstadt ein - schwerer Schlag, auch wenn noch viele andere Lichtreklamen bleiben. Ein besonders sentimentaler Filmgewaltiger meinte, daß „Paris bann in Trauer" sein werbe. Traurig werben vor allem die Stadtvätex sein, denen große Summen Steuergelder entgegen werden und bie zudem noch bie Sorge haben, ob ber Ruf von Paris als Lichtstadt nun nicht so geschädigt wird, daß zahlreiche Fremde anderswo hinfahren. Denn solche Angelegenheiten haben immer einen revolutionären Beigeschmack, auch wenn sie sich in friedlichsten Formen abspielen. Die Filmgewaltigen kündigen selbst an, daß es sich dabei nur um „e r ft e" Maßnahmen handle, sozusagen um die sanfte Einführung zu bem gewaltigsten Filmstreik „in the world“. Sie ziehen näm- Zeitschriften. — „A u s der N d t u r" („Der Naturforscher"), Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde. Der Preis vierteljährlich 2,50 Mark, Einzelheft 1 Mark. Aw ei Aufsätze aus der Feder bekannter Fachmänner schildern im Februar-Heft, wie es der deutschen Wissenschaft und Technik mehr und mehr gelingt, die Eigenversorgung unseres Landes mit Rohstoffen zu sichern. Studienrat M. Dubrau läßt an Hand von anschaulichen Aufnahmen aus einem führenden Wert das Werden der deutschen Zellwolle von der Zellulose bis zum vielseitig verwendungsfähigen ©pinngut erleben. Prof. Dr.-Jng. Robert Dürrer gibt eine Uebersicht über bie neuen Wege in ber Verhüttung von Eisenerzen. Auch Dr. Alfons Fischer führt mit seinem Aufsatz „Wildrassen und Kulturpflanzen" in den Kampf um unsere Existenzgrundlagen hinein. Professor Dr. W. Goetsch kann von weiteren Ergebnissen seiner letzten Forschungsreise nach Südamerika berichten, unb zwar über bie argentinischen Blattschneider-Ameisen, deren Lebensweise bisher noch manches Geheimnis barg, lieber ben Stoffwechsel der mikroskopisch kleinen Tiere berichtet Dr. med. et phil. Theobor Wense mit feinem Aufsatz „Hormone als Wirkstoffe von Urtierchen", und in die unendlichen Fernen des Weltalls zu dem merkwürdigen veränderlichen Stern „Zeta Auri-ae" führt die Abhandlung von Professor Dr. Plah- mann. Dr. Wilh. Erpelt unterrichtet darüber, was sich am Wintersternhimmel mit einfachen Mitteln beobachten läßt. Kleine Beiträge and kurz gefaßte Forschungsberichte aus allen Gebieten der Naturwissenschaften, Bücherbesprechungen, Preisfrage beschließen das Heft. — „Der Bergsteiger" und „Mtttellungen des Deutschen Alpenvereins", Alpenverlag F. Druck- mann & Holzhaufen, München, Wien. Aus bem Inhalt des Januarheftes, bas mit einem farbigen Bild „Winterabenb in ber Ramsau" eröffnet wird, feien heroorgehoben: Schifahrten am Brenner: Der Schilauf als Seroegungsftubie; lieber Schi' Unfälle und deren Verhütung; Lehrbuben als Erstersteiger (die erste Begehung des Südgrates am Plattigen Habach in den Hohen Tauern durch den Lehrwart-Eiskurs des DAV.): Moutelet, das Wiesel, von O. E. Meyer, eine Erzählung, bie sich um ben alten Montblancführer Marie Couttet rankt; Volks- Fünft — Baucrnkunst: Stilles Leuchten, eine landschaftliche Jahreszeitenschau. Aus aller elt Auf Bei Herzbeschwerden nervöser Art Ihre Verlobung geben bekannt im Februar 1939 989D afe-Restaurant» Rheingold Heute große Kappensitzonü Kurhaus 0722 Bekanntmachung bis 8.30 Uhr ^stündlich % 23.50 MusikaJienhaus Challier. esoD SELTERSWEG 47 Karten-Vor verkauf bei; Musikhaus Challier, Neuenweg. 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Februar: Bunter Abend mit Tanz Rosenmontag: Nachmittags Kinder-Kostüm-Fe st Abends: Bunter Abend mit Tanz Fasching-Dienstag: Nachmittags Kinder-Kostüm-Fest Abends: Fasching-Kehraus Zu allen Abendveranstaltungen wird dunkler Anzug erbeten. — Fasching-Dienstag-Abend Eintritt nur gegen Verzehrkarten von Mk. 2.-. _______________________________________ 995D übt Klosterfrau-Melissengeist eine beruhigende und Kräftigende Wirkung aus auf das gesamte Hers- und Nervensystem. Regelmäßig angewandt behebt er auch manche Begleiterscheinung, die auf übermäßige Beansvruchung des Herzens hin- weist, wie Gliederschwere oder Schlaflosigkeit. Seine vielseitige Anwendbarkeit erklärt sich daraus, daß er als Hetlkräuter-Destillat neben der seit je als Herzstärkung bekannten Melisse noch Auszüge aus anderen hellkräftigen Pflanzen einer sechsmonatigen Reise durch den Senegal, über das er der ungekrönte König zu sein sein, nach Frankreich zurück und hat sich in Begleitung seiner Frau, einer Negerin, photographieren lassen. Damit aber ja keine Verwirrung der Begriffe entsteht, hat Monsieur Galandou Dious der Presse erklärt, daß dies seine jüngste von sechs Frauen ist, 28 Jahre alt und aus einer sehr noblen Negerfamilie stammend. Die Pariser Blätter teilen voll Bewunderunb miT, das Frau Galandou Dious N. 6 ihren afrikanischen Sitten auch in Paris treu bleibt, keine europäische Kleidung trägt, ihren Salon in dem reinsten afrikanischen Stil ausstatten und sich bemühen wird, „ben geistreichen Franzosen die Kunst und den Geschmack ihres Landes zugänglich zu machen". (Paris Soir.) Der Durchschnittsfranzose, dessen Neugierde erst jetzt über sein Mutterland nach den Kolonien und Protektoraten durchzudringen beginnt, hat aber mit Erstaunen vernommen, daß es einen französischen Abgeordneten gibt, der mit Wissen aller Vielweiberei treibt und dafür nicht bestraft wird. Pulkowsky auch in Madras, um das neue deutsche Reiseflugzeug vorzuführen. Hierbei ereilte ihn das tragische Geschick. Für die deutsche Luftfahrt bedeutet der Tod dieses jungen Fliegers, der durch seinen Afrikaflug im vorigen Jahr und ins- besondere durch seinen-jetzigen Fernflug nach Australien sein großes fliegerisches Können bewiesen hat, einen schweren Verlust. Sie Heidismusiktage der HZ Leipzig, 11. Febr. (DNB.) Auch am 2. Tage der Relchsmusiktage der HI. bildete eine eindrucksvolle musikalische Leistung einer HJ.-Spielgemein- fchaft den Auftakt. Das Freiburger Bannorchester brachte frisch und lebendig alte Meister zu Gehör. Der Solist, der 15jährige Hitlerjunge Schärnack, konnte mit der hervorragenden Wiedergabe des Violinkonzertes E-dur von Johann Sebastian Bach einen großen Erfolg ernten. Ein offenes Singen zur Werkpause in dem nationalsozialistischen Musterbetrieb Leipziger Wollkämmerei brachte Arbeiter und Jugend unter dem Motto „Fanget euer Handwerk freudig an" zu gemeinsamem Lied von Freude und Arbeit zusammen. Am Nachmittag bildete die Jugend mit ihren Gästen eine Hörergemeinschaft, die sich von Hermann Diener und seinem Collegium musicum in das Wunderland Bachs führen ließ. Im Mittelpunkt stand eine bis ins letzte klanglich ausgewogene Wiedergabe des „Musikalischen Opfers" über das „Thema regmm" von Friedrich dem Großen. Der Tag klang mit einem festlichen Bläserabend „Mit Pfeifen, Trommel und Trompeten" aus, der Wie Klostersrau-Meliffengeist wirkt, dafür einige Urteile seiner Verbraucher. Herr Franz Kemner (Bild nebenstehend). Kaufmann. Bochum. Bongardstt. 33. schreibt um 1.8. 38: „Klosterfrau-Melissengeist benutze ich seit einiger Zeit bet Herzbeschwerden nervöser Art. Er hat mir hierbei ausgezeichnete Dienste geleistet. Schon kurz nach Einnahme beruhigte sich das Herz. Weiter Herr Norbert Kucklich, Kaufmann. Köln. Jfabellenstr. 7. am 7, 7. 38: „Klosterfrau-Melissengeist hat sich bei mir bei nervösen Zuständen und Herzbeschwerden als äußerst hilfreich erwiesen. Mit dem Erfolg bin ich sehr zufrieden." Warum sollten Sst nicht den gleichen Erfolg haben? Den echten Klosterfrau- Original-Packung mit den drei Nonnen erhalten Sie in Avothcken und Droge- ' ... . 7 77. TL. 7-L- L.-L. 77. L..te noch eine Packung! Oberleutnant Pulkowsky hatte zusammen mit Leutnant kennet, der an dem Dorführungsflug in Madras nicht teilnahm, mit dem Reiseflugzeug „A r a d o 7 9" einen Fernflug nach Australien durchgeführt. Hierbei stellte die Besatzung auf der Strecke Bengasi (Nordafrika) — Gaja (Hinterindien) mit einer Flugstrecke von 6400 Kilometer einen neuen internationalen Langstreckenrekord für Leichtflugzeuge auf. lieber vier Erdteile führte der Flug, zunächst nach Australien und von dort über Manila, Sumatra, Bangkok, Kalkutta nach Madras. Annähernd 40 000 Kilometer legte die Besatzung mit ihrem Flugzeug ohne jeden Zwischenfall zurück und überwand alle Schwierigkeiten des Klimas und der Wetterlage, eine sowohl für das Flugzeug als auch für die Besatzung hervorragende Leistung. Wie in vielen anderen Städten, so startete Oberleutnant Mission Henry Börenger; dieser ist ein schon älterer Herr und einer der Vertrauten jeder französischen Regierung in außenpolitischen Fragen: jener ist ein erst im Herbst gewählter jüngerer Herr aus der Bretagne, der mit seinen vierzig Jahren im Kreise der ehrwürdigen Senatoren fast wie ein Jüngling wirkt). Wir finden als Turnierteilnehmer noch den ehemaligen Ministerpräsidenten F l a n ü i n , der mit seinen zwei Meter Länge ohne Mühe der größte Spieler ist. Und schließlich hat es sich auch Jean Zay nicht nehmen lassen, sich einzuschreiben. Seine Spielfähigkeiten sind der breiteren Oeffentlichkeit undbekannt, und leider wird es auch so bleiben, denn die Oeffentlichkeit ist, wie gesagt, zu diesem friedlichen Turnier mcht zugelassen. Nur die Sport- journallsten haben Zutritt. Wäre es für die Oeffent- lichkeit nicht eine sehr angenehme Abwechslung, die Parlamentarier einmal in voller Tätigkeit zu sehen, ohne sie zu hören? Da ist Monsieur Galandou Di auf, schwarzer Abgeordneter der französischen Kolonie Senegal, aus ganz anderem Holz geschnitten. Er kam von j emand wird ernstlich behaupten, daß die fran- < »sichen P arlamentarier große Sportler M Dazu fehlen die Voraussetzungen einer moderen Sporterziehung, wie sie im Dritten Reich oder 1t lalien seit einigen Jahren bestehen. Anderseits 11 ins Durchschnittsalter der französischen Abgeord- > etm viel höher als das der Reichstagsabgeordneten । »e der Mitglieder des Großen 'Faschistischen Rates. - -m»erhin Hot sich in Frankreich seit zwei Jahren i raches geändert. Der Franzose hat, kann man fast I igm, in den beiden letzten Jahren das Schwimmen, i asKampieren im Freien und vor allem das Schi- T min erst entdeckt. Seit der - verunglückten Mont- Nloc-Besteigung des jüdischen Unterrichtsministers Leer Zay, der sich nebenbei und ganz vage auch intiden Sportangelegenheiten zu befassen hat, tab-n namhafte Parlamentarier in fporllichen An- ^rlmnheiten nicht mehr von sich reden gemacht. IM ist ein Tennisturnier für P ar - in entarier aufgezogen worden, das jedoch — mai weiß nicht genau warum — unter völligem AKuchluß der Oeffentlichkeit in der neuen Sport- 1 ill an der Porte de St. Cloud ftattfindet. Nam- tifi Parlamentarier aller Parteien find eingeschrie- tiliri,linier anderem der Rechtsabgeordnete Tixier- Sj|:nancDurt, der der Favorit des Turniers ii» Isr Senator Berenger (nicht zu verwechseln nit nem Vorsitzenden der auswärtigen Senatskom- jctzt bereits für den Fall, daß ihre erste War- i 115 keine Wirkung hat, den G e n e r a l ft r e i k in isr gesamten französischen Filmindustrie in ü mägung. Die Filmproduktion soll vollkommen ein- I j;llt werden. Zehntousende von Personen wür- )ti dadurch mit einem Schlage arbeitslos. Die Film- iiÖijtrieUen und Lichtspieltheaterbesitzer behaupten, ) BAYER k E ) xr y übersieht und vergißt dabei, daß gerade die E r • nährungsgrundlage auch d i e Grundlage seiner Existenz in der Stadt ist. Im kommenden Frühjahr werden alle Dienststellen der Partei, der Gliederungen und die Behörden in der Frage des Einsatzes von Arbeitskräften auf dem Lande eng Zusammenwirken müssen. Die so oft ausgestellten Bescheinigungen von verschiedenen Stellen, daß dieser oder jener Grund für den Abzug aus der Landwirtschaft maßgebend sei, können für die Folge nicht mehr als ausreichend angesehen werden. Der Ortsgruppenleiter, der Orts- bauernführer, der Obmann der Deutschen Arbeits- ftont, der ^A.-Führer, der Vertrauensmann des Reichsbundes der Kinderreichen, der Bürgermeister Samstag, 18. Februar, Zum erstenmal! „Ballettabend der Tanzgruppe." Chorographie Thea Maaß. Musikalische Leitung Heinz Markwardt. Außer Miete! Sonntag, 19. Februar, Zum Karneval noch einmal — mit karnevalistischen Einlagen „Die luftige Witwe", Operette von Franz Lehar. Musikalische Leitung Heinz Markwardt. Spielleitung Gert Buch- heirn. Außer Mele! Lichlbildervorlrag „Wien, die Stabt der deutschen Ostmark". Zu dem nächsten Vortragsabend hat der Goethe- Bund in Verbindung mit dem Kaufmännischen Verein den Direktor der Kunsthalle in Bremen, Professor Dr. Waldmann, zu einem Lichtbildervor- trag über „Wien, die Stadt der deutschen Ostmark" für Mittwoch, 15. Februar, verpflichtet. Der Vortragende wird in seinem Vortrag an Hand von prachtvollen Lichtbildern von der bescheidenen Bür- gerstadt des 15. Jahrhunderts, über das 16. Jahrhundert zum Stadtbild des Frühbarock und des Hochbarock bis zu den großen deutschen Baumeistern führen, die den großen deutschen Stil schufen. Vortragsabend der kneippbervegung. Der Ortsverein Gießen der Deutschen Kneipp- bewegung veranstaltet am Mittwoch, 15. Februar, 20 Hhr, im Katholischen Vereinshaus einen Vortragsabend. Frl. Floß (München) spricht über „Die Kneippanwendung in gesunden und kranken Tagen". usw. — sie alle müssen das ihrige dazu tun, daß die Abwanderung vom Lande in die Stadt aufhört. Sonst wird das Land feiner sämtlichen, für die Landwirtschaft dringend, notwendigen besten Arbeitskräfte entblößt, der Bauer steht in Haus, Hos und Stall mit seiner Frau allein und ist nicht in der Lage, die für die Volksernährung notwendigen Arbeiten zu leisten. Im kommenden Frühjahr werden mit den staatlichen Stellen und den großen Betrieben — wie 4um Teil schon geschehen — Vereinbarungen über die Einstellung von Arbeitskräften vom Lande, weibliche und männliche Personen, dahingehend getroffen werden, daß diejenigen bei der Besetzung von gewerblichen Stellen besonders berücksichtigt werden, die sich für die Landarbeit bereitroiüigft eingesetzt haben und immer wieder einzusetzen gewillt sind. Hnsere jungen Menschen müssen sich zu diesem Einsatz freimütig zur Verfügung stellen, da sie auf diese Weise einen großen Teil'ihrer Verpflichtung zum Dienst für die Gemeinschaft erfüllen können. Der junge Mann, der von der Landarbeit her zürn Arbeitsdienst und zur Wehrmacht kommt, findet dort ohne weiteres vielerlei Möglichkeiten zur guten Erfüllung feines Dienstes und auch für sein weiteres Fortkommen. Nunmehr ergeht vom Arbeitsamt Gießen an alle jungen Mädchen, die jetzt ihr Pflichtjahr zu erfüllen haben, die Aufforderung, sich noch in diesem Monat — und zwar je früher je besser — bet den für ihren Wohnort zuständigen Dienststellen des Arbeitsamtes zu melden, damit sie rechtzeitig in das Pflichtjahr auf dem Lande eingeteilt werden können. In Zusammenarbeit mit den Dienststellen des Reichsnährstandes wird vom Arbeitsamt Gießen gesichert, daß die für den Einsatz der Mädchen in Betracht kommenden bäuerlichen Haushaltungen in jeder Beziehung einwandfrei sind. B. ©er neue Pfarrer der katholischen Gemeinde. Mit Wirkung vom 1. Febr. d. I. wurde Pfarrverwalter und Studentenseelsorger Karl Joseph De ufter zum Pfarrer der katholischen Kirchen, gemeinde zu Gießen ernannt. Am 12. Februar wird er von der kirchlichen Behörde in fein Amt eingeführt. Der neue Pfarrer wurde am 11. März 1899 zu Mainz geboren, besuchte drei Jahre die Volksschule, dann die Oberrealschule und das Alte Gymnasium in Mainz und studierte am Pviestersemi- nar in Mainz katholische Theologie. Er empfing un Jahre 1925 zu Mainz die Priesterweihe. Seelsorgerisch tätig war er in Erbach i. O. von 1925 bis 1927, am Dom zu Worms von 1927 bis 1932, feit 1932 wirkt er als Kaplan in Gießen. Am 9. Dezember 1938 wurde er nach dem Tode des bisherigen Pfarrers und Dekans, Geistlichen Rates und Ehrendomkapitulars Johannes Bayer zum Pfarrverwalter ernannt. Er kämpfte als Musketier im JR. 447 in den Jahren 1917 und 18 bei Reims und Verdun und geriet bei Peronne 1918 in Gefangenschaft. (Siebener Wochenmarkkpreise. * Gießen, 11. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10 Eier, deutsche, Klasse 8 15, Klasse A 14%, Klasse B Drei Menschen. Von Karl Heinrich Waggerl. Das ist cttso Anita, so sieht sie aus! Eine glatte braunäugige Frau unter der breiten Krempe ihres Strohhutes, und Strümpfe hat sie wohl gar keine an — oder find es doch Strümpfe? Sie sitzt schon vor dem Haus und trinkt Milch, während der Mann flott über den Anger her angeraffelt kommt. Fröhlich und hübsch sitzt sie da in ihrem hellen Kleid. Der Mann spannt aus und stellt das Pferd ein: nach einer Weile kommt die Frau, blank gekämmt und bei Gott nicht übel in ihrem bunten Zeug. „Ja — wie und was?" Wie und was, sie heißt Anita und ist die Frau eines Ingenieurs, und sie bleibt da, so lange es schön und warm ist, sagt sie zu den Bauersleuten. „Aber ihr dürft euch nicht stören lassen", bemerkt Anita, „das bitte ich mir aus. Ich will nur Milch trinken und schlafen, sonst brauche ich nichts. Hnd Wenn du mir jetzt mein Zimmer zeigen willst..." Das Zimmer. Der Mann hat ja wohl ein Zimmer „für die fremde Frau, aber er ist trotzdem ein wenig nn Verlegenheit, er hat sich allzusehr hinter Geheimmissen verschanzt. Mir war immer, du hättest nur eine Werkstätte da oben? wird die Frau vielleicht jsagen. Hebrigens ist auch die Treppe gar nicht fertig. Anita muß noch ein Stück auf den Anger hinaus» Zehen, bis er die Pfosten angelehnt und festgenagelt hat. Die Treppe kommt zwischen Haus und Stall 3u liegen, auf die Tenne gewissermaßen, es sieht ganz gut aus, eine behäbige Stiege in den ersten Stock. „Wenn wir das Wandbrett da weghängen", sagt der Mann später in der Küche, „dann hättest du gerade Platz für einen Kasten, wie ich ihn oben jabe." „Sp! 5)aft du oben einen Kasten? Das weiß ich licht, was du alles in deiner Werkstätte hast!" Ach ja, es ist schwer; da liegt nun auch ein icerer Strohsack in der neuen Kammer. „Du bringst rembe Leute her", sagt die Frau unbarmherzig, । und denkst nicht, daß ich ja mein bestes Leintuch habe zerschneiden müssen. Nein, wahrhaftig — und Das sonst noch alles nötig ist, ein Tisch doch wenigstens..." „Das nicht, ein Tisch ist oben.. " Darauf hatte die Frau nichts mehr zu sagen. Wortlos nimmt sie Wäsche aus ihrem Koffer, in Lottes Namen, es ist ja nicht mehr viel. Hnd Dann seht sie über die neue Treppe hinauf, in die Kammer der fremden Frau. k Der Mann kriecht in den Heuboden und hott dort etwas, einen Spiegel. Den nagelt er über den Wäschekoffer der Frau. Er war ja eigentlich auch für die neue Stube bestimmt, aber nein, mag er da hängen! Die Frau kann nicht lange böse sein, das ist das beste an ihr. Sie ist wie ein Wasser, das sich schnell ein wenig kräuselt, aber in der Tiefe bleibt es ruhig und klar. Später holt sie sogar ein paar Blumen aus dem Garten. Ja, das kann sie tun, die aute Seele. Hnd Anita, die gute Fee, hat nicht vergessen, an die Frau... Die Frau ist glücklich mit ihren Handschuhen aus grauem Wildleder, sie sind nicht ein bißchen zu eng. ^„Ach", sagt Anita, „da habe ich nun wirklich diese Schuhe eingepackt, daß es nur möglich ist?" Sie sind ganz neu, aber zu klein, Anita kann sie nicht tragen. „Versuch du es einmal", sagte sie zur Frau, „ich möchte wissen, ob dir diese Schuhe passen!" Nein, die Frau kann auch nicht hineinschlüpfen, aber sie zieht den dicken Strumpf aus, und da geht es leicht, seht nur her! Nun, und dann muß die Frau die Schuhe auch gleich behalten, es ist unnütz, lange davon zu reden. Das ist gut und aufmunternd, einen Gast in der Einöde zu haben, aber vieles ist auch neu und schwierig und muß lange überlegt sein. Am frühen Morgen stampft Simon über die Treppe hinaus und klopft. Nein, um Gottes willen, jetzt darf er nicht hereinkommen. Anita wäscht sich. Was tut sie? Sie badet, das kann man auch. Der Mann geht zur Frau und bespricht sich mit ihr. „Was meinst du", sagt er, „wegen des Schweines — es ist wohl hoch an der Zeit, daß wir es schlachten?" Herr, mein Gott. Die Frau zweifelt wirklich, ob der Mann der ist, der den Weizen anbaute, wenn er jetzt das Schwein schlachten will! Es muß noch wenigstens einen Finger breit Fett ansetzen, wo es doch nun Rüben gibt und Kartoffeln und allerlei! Ja, ja, aber der Mann geht doch den ganzen Vormittag umher mit lauter Mord im Gesicht, und wenn Anita zu Mittag nur ein wenig länger an dem Schaffleisch gekaut hätte, so wäre das Schwein nicht mehr zu retten gewesen! Anita ist den ganzen Tag unterwegs, man sieht sie bei den Tieren auf der Wiese oder sie singt irgendwo im Wald, und manchmal kommt sie auch an den Bach und schaut zu, wie der Mann ein Mühlrad baut. Die Frau steht auf dem Anger und muß zuweilen zweimal rufen, ehe die beiden zum Essen kommen. Die Frau tut ihre Arbeit und ist doch nicht wie1 sonst. Ein wenig bekümmert ist sie, auch das bunte Zeug hat sie wieder abgelegt. Der Mann ist draußen, Anita ist draußen, früh und spät. Einmal liegt Anita unten beim Bach, sie hat sich des Mannes Rock unter den Kopf geschoben und schläft. Aber am Abend nimmt die Frau ein hellbraunes Haar vom Aermel des Mannes, noch eins. Oh, viele hellbraune Haare! „Du hast deine Handschuhe bei mir oben vergessen", sagt Anita am nächsten Tag. Ja, ja, die Frau hat allerlei in der neuen Stube erfahren müssen. Sie hat zum Beispiel Anitas andere Schuhe probiert, es gab ihr einen bösen Stich, als sie dahinterkam, daß alle zu klein für sie waren! Anita ist jung und schlank und schön, ein Federchen, eine leichte Wolke. Der Mann muß in das Kar hinaufsteigen, um seine Schafe zusammenzusuchen. Anita geht mit ihm Sie klettern umher, und der Mann ruft, er hat Salz in der Tasche, damit lockt er die Tiere und hält sie an sich. Dann liegen die beiden irgendwo auf einer warmen Felsplatte und essen von dem Rauchfleisch, das der Mann mitgenommen hat, von dem Brot aus seiner Tasche. Anita ftreeft sich hin und dehnt ihren Leib. Man sieht die junge Brust unter dem dünnen Stoff. Dem Mann wird es ein wenig warm in der Sonne, er schnauft, und fein Blick verfängt sich an den vielerlei Falten und Rundungen des Hellen Kleides. Wahrhaftig, Anita errötet vor dem Manne! „Gehen wir jetzt?" jagt sie, und der Mann ist selbst froh, daß sie sich nun auf den Weg machen wollen. Es wird schon Abend, ehe sie wieder Heimkommen. Aber die Frau ist nirgends zu sehen. Ach ja, die Frau hatte alles wohlvorbereitet, allein und verlassen, wie sie war, bestellte sie noch das Haus. Bis zum letzten Atemzuge tat sie ihre Pflicht. Sie nahm auch den Ring von der Hand und streifte ihn über, ein gelbes Tuch, das sie einst vom Mann bekam — ein Andenken für den Mann, wenn er nach Haufe kam und vielleicht doch ein wenig bekümmert war, ein bißchen traurig über den Verlust ... Der Mann stürzt in die Stube. Da liegt etwas auf dem Tisch. Ein winziges rotes Ding auf einem Berg von Tüchern, es rührt sich auch und kräht wie ein junger Hahn. O Gott, da liegt es wahr und wahrhaftig, ein lebendiges Kind, ein Knabe, soviel der Mann sehen kann. „Hehe!" sagt der Mann und verschluckt sich auch gleich an seinem dummen Gelächter. Die Frau liegt in der Kammer und ist so weiß wie das Leintuch, aber man darf Wohl schon einen Augenblick zu ihr gehen und mit der Hand über die Decke streichen. „Mann", sagt die Frau, „willst du mir wohl meinen Ring wieder anstecken?" Hochschulnachnchten. Geheimer Regierungsrat Professor Dr. Hermann Thiersch, Ordinarius für klassische und palästi- nenstsche Archäologie an der Universität Göttin gen, wurde wegen Erreichung der Altersgrenze von den amtlichen Verpflichtungen entbunden. Geheimrat Thiersch, der aus München stammt, wo er sich 1903 auch habilitierte, wurde 1874 geboren. In Göttingen war er seit 1918 tätig. Er ist ordentliches Mitglied der Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen. Professor Dr. Otto Zietzschmann, Ordinarius für Anatomie, Histologie und Embryologie an der Tierärztlichen Hochschule Hannover beging seinen 6 0. Geburtstag. Er habilitierte sich 1902 in Dresden. 1906 wurde er nach Zürich berufen und dort ein Jahr später zum Ordinarius für Veterinäranatomie ernannt. 1924 erfolgte seine Berufung nach Hannover, wo er auch Direktor des Anatomischen Instituts ist. Seit 1915 gibt Professor Zietzschmann die „Jahresberichte der Veterinärmedizin" heraus^ Er ist Mitglied der Leopoldina in Halle. Sein Hauptarbeitsgebiet ist die Anatomie der Sinnesorgane uni) der Haut, sowie die Entwicklungsgeschichte der Haut- organe, ferner Geschlechtszyklus und Anatomie des Hundes. Zietzschmann behandelte auch das Problem der eineiigen Zwillinge sowie die Entwicklung des Horns der Wiederkäuer. Professor Dr. Fritz Wilke, Ordinarius für alb testamentliche Wissenschaften in Wien, vollendete fein 6 0. Lebensjahr. Wilke habilitierte sich 1905 in Greifswald als Privatdozent für alttestamentliche Wissenschaften. 1908 wurde er nach Königsberg berufen, 1909 nach Wien, wo er ein Jahr später Ordinarius wurde. Im selben Jahre wurde ihm der Dr. thedl. h. c. verliehen. Wilke ist Mitglied verschiedener wissenschaftlicher Gesellschaften. Der Dozent Dr. med. dent. Herbert Hofrath an der Medizinischen Akademie Düsseldorf wurde zum nb. ao. Professor ernannt. Er vertritt das Fach der Kiefer-- und Zahnheilkunde. Der Ordinarius der Englischen Philologie an der Wirtschaftshochschule Berlin, Professor Dr. phil. Heinrich Spies, ist wegen Erreichung bet Altersgrenze mit Ablauf des Wintersemesters 1938/39 von den amtlichen Verpflichtungen entbunden morden« 14, Klasse C 13X, Klasse D 12%, ausländische Eier, Klasse A 12, Wirsing, % kg 14 bis 15, Weißkraut 10 bis 12, Notkraut 12 bis lo, gelbe Ruben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 14, Spinat 25 bis 30, Unterkohlrabi 7 bis 8, Grünkohl 18 bis 20, Rosenkohl 40 bis 45, Feldsalat, ‘/io 12 bis 15. Tomaten, % kg 40 bis 50, Zwiebeln 14 bis 15, Meerrettich 35 bis 60, Schwarzwurzeln 15 bis 40, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 43 Pf-, 50 kg 3,75 Mark, Aepfel, % kg 45 bis 50 Pf-, Nüsse bis 45 Pf-, Hahne 1,10 bis 1,25, Suppenhühner 90 Pf- bis 1 Mark, Enten 1,20 Mark, Tauben, das Stuck 50 bis 60 P Blumenkohl 20 bis 50, Salat 20, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 12, Sellerie 10 bis 40, Rettich a bis 15 Pf. MvlevlüilMeHrvMrsni Aufruf. Bec Bptiker amSahntiof 16.30 Uhr. 11.00 Uhr. ! 11, Geschichten aus aller Welt Schalegen, und als er so glücklich davongekommen war, UUl, Mill VII 1 11 y** **!**/***•*■• ** ' I II, M liv UU VL | V yiUUHUJ UU vUllLjvl uilllllvll LUUL , aus dem Käfig zu bringen. Die beiden Tiere wurden suchte er, do er keinen Pfennig mehr in der Tosche aus einen Lastkraftwagen geladen unfc nach Lomshatte uni) Lein HotelMmei bezahlen konnte, die Uhr Uhr Uhr 6h bei kri« ob ga! wi 15.00 Uhr 15.30 Uhr 16.00 Uhr , 9.30 10.00 10.30 Hal 11/ Gi de fd be g° de oi tr n u 3i lc u 1 o ü „(5 cir eii der Sai aU< S üt L, lo ®er allaemeine Aufschwung unseres Wirtjchasts-sAn eingegangenen Pak-ten wurden im lebens trttt jedermann auch in unserer engeren Rj 1832 insgesamt 328 888 Stuck gezahlt, im 5tl- d- br y zi' Ql 9 D ll 9 ai gc Heimat täglich an vielerlei Merkmalen im privaten Leben und im geschäftlichen Betrieb vor Augen. Im Gießener Anzeiger Nr. 6 vom 7 /8. Januar haben wir z. B. Mitteilungen über die gewaltige Steigerung des Steueraufkommens bei den wichtigsten Steuerarten im Bereiche des Finanzamtes Gießen veröffentlicht. Jener Schilderung, die eine Steigerung der Hauptsteuerertrage von 3Vs Millionen Mark im Jahre 1933 auf 13 Millionen Mark im Jahre 1938 berichtete, lassen wir heute einen aufschlußreichen Ueberblick über die wichtigsten Verkehrsbetriebe des Postamts Gießen folgen. Hier ist ein bemerkenswerter Aufschwung schon daran zu erkennen, daß im Jahre 1932 zum Bereich des Postamts Gießen, neben dem Hauptpostamt und der Nebenstelle Stadtpost, noch 16 Postagenturen und 16 Poststellen zählten, während im Jahre 1937 zum Postamt Gießen noch die Zweigpostämter Stadt- post, Fliegerhorst und Ävndorf, ferner 19 Post- agenturen und 33 Poststellen gehörten. Diese Steigerung wurde durch die erheblich angewachsenen Verkehrsbedürfnisse im Postbetrieb des Gießener brüll erfüllt war. Man versuchte es mit einem Spiegel, und schließlich mußte man Feuer anwenden, um die Löwin zu erschrecken und zur Flucht der S- 52 1leb der Mi Heb befördert; sie waren für 300 000 Lire gegen den versichert. Die verlorene „Visitenkarte". Bezirks erforderlich. Im Rechnungsjahre 1932 belief sich die Zahl der gewöhnlichen Briefe, die beim Postamt Gießen befördert wurden, auf 11296 385 Stück. Diese Zahl wuchs im Rechnungsjahre 1937 auf 16 160 010 Stück an. Die Zahl der vom Postamt Gießen beförderten Luftpostsendungen belief sich im Rechnungsjahre 1932 auf 2128 Stück, rm Rechnungsjahre 1937 dagegen auf 5706. An eingelieferten Einschreibsendungen wurden im Rj. 1932 bei der Gießener Post insgesamt 82 508 Stück gezählt, im Rj. 1937 war diese Zahl auf insgesamt 130 327 Stück angewachsen. Eine ebenso starke Steigerung erfuhr die Zahl der eingegangenen Einschreiben d u n g e n , die sich im Rj. 1932 auf 72 586 Stück belief, im Rj. 1937 aber auf 126 615 erhöhte. Die eingelieferten Pakete wurden für das Rj. 1932 mit 372 393 Stück festgestellt, im Rj. 1937 hatte man hier 464 446 Stück zu verzeichnen. kern Geh erw, Ren und HUg Die Wettkampfgruppe „(Eifen und Metall" hat am Samstag wieder einen Wettkampftag. 1000Ü Samstag nachmittag ab 15 Uhr: Abnahme der sportlichen Leistungsprüfung im Rahmen des RBWK in der Volkshalle. Hierzu können auch weibliche Erwachsene, die ihren Sport noch nicht am Wettkampftag erledigt haben, ab 16.30 Uhr antreten. Am Sonntag ist die praktische Prüfung für we Teilnehmer der Wettkampfgruppe „Der Deutsche handel". Sie wird in folgenden Firmen abgenommen: 1. Berufssparte Lebensmittel. Beginn 8 Uhr: Fa. Adolf Plack, Neuen Bäue Fa. Gustav Geisse, Seltersweg (statt Fa. Otto Avemann, Walltorstraße) Fa. Jakob Maternus, Frankfurker Straße. 2 Berufssparte Papier- und Bürobedarf. Beginn 8 Uhr: Fa. Heinrich Noll, Mäusburg.. 3. Berufssparte Elektro und Radio. Beginn 8.30 Uhr: Fa. Appel (Inh. Fritz Schmidt), Seltersweg. 4. Berufssparte Drogen. Beginn 8.30 Uhr: Fa. Otto W int erhoff, Kreuzplatz. 5. Berufssparte Schuhe und Lederwaren. Beginn 8 Uhr: Fa. Schuhhaus Haas, Marktplatz Fa. Schuhhaus W a l d s ch m i d t, Seltersweg Fa. Leder-Becker, Bahnhofstraße. 6. Berufssparte Eisen und Eisenwaren. Beginn 8.30 Uhr: Fa. I. B. Häuser, Neustadt Fa. Borrmann K.-G., Neustadt. 7. Berufssparte Textilien und Bekleidung. Beginn 8. 30 Uhr: Fa. 4). Kaeß N a ch f., Kreuzplatz Fa. Bernard & Sohn, Plockstraße Fa. Gebr. I m h ä u s e r, Marktplatz Fa. Herrenbekleidungshaus Möhl, K.-G., Marktplatz Fa. TheodorKöhler, Seltersweg 1932 auf 15 062 im Rj. 1937 ermäßigt, da durch den Umstand, daß bei der Uebermittlung vieler -^ie- gramme direkt durchgeschaltet wird, sich eine neue Bearbeitung der Telegramme im hiesigen Telegraphenamt erübrigt. Die Zahl der Fernsprech-Hauptan- schlüsse beim Postamt Gießen ist von 2187 nn Rj. 1932 auf 2689 im Rj. 1937, die Zahl der N e - benanschlüsse in der gleichen Zeit von 1288 auf 1821 gestiegen. An Ortsgesprächen wurden im Gießener Fernsprechamt im Rj. 1932 insgesamt 1 987 513 gezählt, dagegen im Rj. 1937 insgesamt 2 319 797. Die Ferngespräche nach dem Inland erfuhren eine Steigerung von 318 038 im Rj. 1932 auf 455 475 im Rj. 1937. Einen sehr erheblichen Aufschwung brachte das R u n d f u n k w e s e n , das am Ende des Rechnungsjahres 1932 in Gießen 4566 Teilnehmer zählte, Gastfreundschaft eines der zahlreichen Hospize für Pilger auf. Da aber erreichte ihn noch größeres Mißgeschick. Die Stadt war von der Gefahr einer Flecktyphusepidemie bedroht, und die Behörden hatten für diese Nacht eine umfassende Razzia in allen Asylen und Pilgerheimen angeordnet, um sämtliche Fremden einer' durchgreifenden Desinfizierung zu unterziehen. So lebhaft Dobrieski auch protestierte, es half ihm alles nichts, er mußte sich der gleichen Behandlung unterwerfen wie alle anderen: der Kopf wurde ihm geschoren, Schnurrbart und Backenbart wurden ihm abgeschnitten, er wurde in ein Karbolsäurebad gesteckt, und nachdem das alles glücklich überstanden war, konnte er, auf weite Strecken durch die scharfen Gerüche bemerkbar, am folgenden Tage seine Rückreise nach Warschau antreten, wo ihm noch eine erfreuliche Erfahrung bevorstand: es dauerte einige Zeit, bis seine Familie und seine Freunde ihn wiedererkannten. Giraffenhals und Eisenbahn. Ndz., Kopenhagen. Die dänische Staatsbahnverwaltung ist vor ein schwieriges Problem gestellt worden durch Passagiere, auf deren Beförderung sie nicht vorbereitet war. Es sind Giraffen, die der Kopenhagener Zoo bei Hagenbeck in Hamburg gekauft hat. Der Schiffstransport der Tiere wird aus verschiedenen Gründen als unzweckmäßig betrachtet, und auch die Beförderung in Lastkraftwagen kommt nicht in>Frage. Als bekannt wurde, daß die Giraffen mit der Eisenbahn ankommen mürben, aing ein Regen von Warnungsschreiben aus dem Publikum auf die Staatsbahnverwaltung nieder. Ob die Verwaltung denn gar nicht an die langen Girafstnhälse und an die niedrigen Eisenbahnbrücken gedacht habe? Es sei doch unverantwortlich, wenn die unschuldigen Tiere beim Unterfahren einer Brücke enthauptet würden. Es kamen auch Vorschläge zur Lösung des Problems. Man sollte Spezialwagen mit so niedriger Grundfläche einsetzen, daß die Giraffenlänge dadurch ausgeglichen werde/Die Verwaltung stand vor einer schwierigen Aufgabe, die jedoch bald eine einfache Lösung fand. Bei Hagenback wurde die Länge der Giraffen gemessen. Ein Vergleich ergab, daß auch , die niedrigsten Brücken der dänischen Eisenbahn noch der längsten Giraffe ungehinderte Durchfahrt er- : laubtdß. , - MlschastsaussKwung im Spiegel des Gießener Postamts Erhebliche (Steigerung des Postverkehrs. Eine ünferrebung des Gießener Anzeigers beim Postamt Gießen. 1937 dagegen 460 142. Die eingelieferten Wertbriefsendungen beliefen sich im Rj. 1932 auf 2276, im Rj. 1937 auf 5778. Eingegangene Wertbriefsendungen zählte man im Rj. 1932 insgesamt 3095, im Rj. 1937 dagegen 5056. An eingezahlten Zahlkar- ten und Postanweisungen wurden beim Postamt Gießen im Rj. 1932 insgesamt 382 989 Stück registriert, im Rj. 1937 aber 505 300 Stück. Ausgezahlte Zahlungs- und Postan- Weisungen stiegen von 147 125 im Rj. 1932 auf Lieferant auch Ihrer Krankenkasse 173 033 Stück im Rj. 1937. Für die Gesundung unseres Wirtschaftslebens spricht die Tatsache, daß die Zahl der Postpro - te ft aufträge von 8190 im Rj. 1932 auf 6739 im Rj. 1937 gesunken ist und die Zahl der durch die Post protestierten W e ch s e l von 908 Stück über einen Betrag von 786 366 Mark im Rj. 1932 auf 317 Stück über einen Betrag von 36 274 Mark im Rj. 1937 zurückging. Die eingegangenen Nachnahme-Briefsendungen nahmen — ebenfalls ein Zeichen für die Gesundung der Wirtschaft — eine gleiche rückläufige Entwicklung, nämlich von 114 506 Stück im Rj. 1932, auf 91 205 Stück im Rj. 1937. Die Zahl der Nachnahme-Pakete stieg von 24 719 im Rj. 1932 auf 33151 im Rj. 1937; ein Zeichen dafür, daß der Warenabsatz sich des bequemen Geldeinzugs auf diesem Wege in steigendem Maße bediente. Die Zahl der a u.f g e g e b e n e n Telegramme hat sich von 13 963 im Rj. 1932 auf 14 523 im Rj. 1937 nur verhältnismäßig gering erhöht, dagegen ist die Zahl der eingegangenen Telegramme von 16706 im Rj. 1932 auf 14539 im Rj. 1937 gesunken; hier macht sich die zunehmende Ausbreitung des Fernsprechverkehrs ebenso bemerkbar, wie auch die Einrichtung der verbilligten Telephongespräche zu gewissen Frühmorgen- und Abendstunden, die vom Publikum an Stelle von Telegrammen gerne benutzt wird. Auch die Zahl der im Durchgang bearbeiteten Telegramm« hat sich beim Gießener Postamt von 20 358 im Rj. AS. Warschau. Nicht jeder Dieb macht es der Polizei so leicht, ihn zu stellen, wie der, der in der Wohnung eines Warschauer Kaufmanns einen Einbruch verübte. Dem Dieb fielen Geld und Schmucksachen im Werte von über 1000 Mark in die Hände. Der Kaufmann benachrichtigte sofort die Polizei. Bei der Durchsuchung der Wohnung des Bestohlenen fanden die Beamten zu ihrem größten Erstaunen, zerknittert zwar, aber doch recht gut lesbar, den Entlassungsschein eines Warschauer Gefängnisses, der auf den Namen eines alten Berufsverbrechers lautete. Der zerstreute Dieb muß wohl in seine Arbeit so vertieft gewesen sein, daß er seine „Visitenkarte" verlor, als er die reiche Beute in seinen Taschen verstaute. Daraufhin konnte man natürlich den Dieb überraschend schnell stellen. Vergnügter Abend in Czenstochau. B. Warschau. In der Stadt Czenstochau, die in ganz Polen wegen der Pilgerfahrten dorthin berühmt ist, erlebte der Warschauer Kaufmann Dobieski ein Abenteuer, das er nicht so leicht vergessen wird Er hatte seine Geschäfte abgewickelt und wollte sich einen vergnügten Abend gönnen, und zu diesem Zweck begab er sich in ein Nachtlokal. Der Wein, die Musik und die Gesellschaft zweier reizender, schnell gewonnener Freundinnen brachten Dobieski sehr schnell in einen Zustand höchst gesteigerter Glückseligkeit. Als der Abend unter ausgelassenem Lärm zu Ende ging und der Augenblick kam, die Rechnung zu bezahlen, machte der vergnügte Kaufmann die unliebsame Entdeckung, daß leine Brieftasche nicht zu finden mar. Um kein Aussehen zu erregen, wollte er dem Besitzer des Lokals seine goldene Uhr als Pfand hinter- Ende des Rj. 1937 auf 10 594 Teilnehmer angewachsen war und Ende Januar 1939 insgesamt 11 997 Rundfunkanschlüsse verzeichnete. Für das Rj. 1938 liegen noch keine abschließenden Zahlen vor. Aus der bisherigen Entwicklung des Postverkehrs im Verlaufe dieses Rechnungsjahres ist aber eine weitere aufwärtsgerichtete Tendenz klar zu erkennen. Dabei tritt besonders zutage, daß es sich bei dieser neuen Steigerung um eine durchaus organische und gesunde Entfaltung handelt. Die erhebliche Ausdehnung des Arbeitsvolumens stellt natürlich an die Männer der Post in allen Abteilungen außerordentlich hohe Anforderungen. Ueberall kann jedoch die erfreuliche Feststellung gemacht werden, daß man mit aller Tatkraft bei der Bewältigung der gewaltigen Mehranforderunaen ist und sich dabei vor Augen hält, auch auf diesem Gebiete wertvolle Dienste zum Besten unserer Volksgemeinschaft zu leisten. B. man stieg mit dem Redner empor zum deutschen Ausgrabungshaus, das vom Nestor der deutschen Ausgrabung, Dörpfeld, geschaffen wurde und das geistige Zentrum der deutschen Ausgrabungs- arbeiten in Pergamon darstellt. Der Redner ließ in anregenden Schilderungen wissen, unter welchen Voraussetzungen die Grabungen dort vorgenommen werden, die schon seit 1880 betrieben werden, die 1900 bis 1914 fortgesetzt und 1927 in großem Stil fortgeführt wurden. Eine freudige Ueberraschung bedeutete dann für alle Zuhörer die Wiedergabe eines Modells des klassischen Pergamons, wie es sich nach jahrzehntelanger Forschungsarbeit ergeben hat. Der Redner führte nun feine aufmerksamen Zuhörer in diese Stadt, man stieg mit ihm die Terrassen hinauf, hielt Umschau im weiten Rund des Theaters, man wurde im Geiste in die Säulenhallen und in die Heiligtümer, die dem Zeus und der Athene gewidmet waren, geführt, man sah die Kaiserburg und die berühmte pergamenische Bibliothek und sah die Ergebnisse der Ausgrabungen eines großen Arsenals, wie es an keinem anderen Ausgrabungsplatz bisher vorgefunden wurde. Eingehende Schilderungen widmete dann der Vortragende dem großen Altar von Pergamon, der sich in Berlin befindet und dort außerordentlich viel besucht ist. In klaren Bildern lernte man den Altar in seiner ganzen großzügigen Anlage, wie auch in seinen Einzelheiten kennen, man sah mit Freude und Erstaunen die ausdrucksvollen Skulpturen, die Darstellungen der Giganten, die in den ausgezeichneten Lichtbildern zum Leben erweckt wurden, und gewann so einen Gesamteindruck, wie er in der kürzen Zeit dieses Vortragsabendes nicht schöner und geschlossener zu gewinnen war. Mit kurzem und bescheidenem Hinweis auf den eigenen Anteil an der Arbeit, an diesem großartigen Ausgrabungswerk beschloß der Redner den Vortrag und wünschte jedem, daß 1893) . , Wettkampfteilnehmer der Fachschaft „Der Deutsche Handel, die am Sonntagvormitlag lhren praktischen Wettkampf durchführen, begeben sich nach der praktischen Arbeit zu der Dolkshalle und melden sich bet dem Sportabnehmer. Ein Farben-Wörterbuch. Ndz. London. Nach mehrjähriger Vorbereitungsarbeit, an der verschiedene Fachorganisationen beteiligt waren, ist nun in England ein Farben-Wörterbuch erschienen, das dem Chaos in der Farbenbezeichnung ein Ende machen und für jede Farbe und Farbenschattierung einen einheitlichen Namen durchsetzen soll. Das ist besonders wichtig für die Textilindustrie. Hier gibt es bei der Ausführung vom Bestellungen häufig Mißhelligkeiten, weil Bezeichnungen wie „altrosa", „lachsfarbep", „ziegelrot", „rostrot" usw. für ganz verschiedene Farbentöne gebraucht werden. Das neue Farben-Wörterbuch führt 800 verschiedene Farben auf. Jede hat ihre Nummer. Der Besteller weiß also, daß er die von ihm gemünschte Farbe erhält, wenn er die dafür im Wörterbuch eingesetzte Nummer angibt. Die Zahl von 800 Standardfarben ist nicht einmal übermäßig hoch, wenn man erfährt, daß bei den Vorbereitungsarbeiten für das Werk 4000 verschieden gefärbte Blumen untersucht wurden. Das Werk, das sich „Horticültural Colour Chart“ nennt, gehört zu den teuersten Büchern der Fachliteratur. Lo endete eine Liebe. .. A. S. Belgrad.. Ein dreiundzwanzigjähriger Bauernsohn hatte mit einem siebzehnjährigen Mädchen aus dem Orte Tuzla in Bosnien ein Liebesverhältnis. Durch irgendwelche Umstände kühlte sich aber das Verhältnis ab, und das Mädchen glaubte, dies dem Burschen zuschreiben zu müssen. Als sich nun die beiden vor einigen Tagen vor dem Hause des Mädchens zufällig trafen, fragte das Mädchen seinen ehemaligen Geliebten, warum er sich von ihm zurückgezogen habe und ob er es nicht heiraten wolle. Als der Bursch dies glatt verneinte, lief das Mädchen aufgeregt in das Haus und kam mit einem Gewehr bewaffnet zurück. Mit der Waffe in der Hand stellte es noch einmal die so heikle Frage. Bei dem sich entwickelnden Wortwechsel ging auf einmal das Gewehr los und traf den Unglücklichen tödlich. Vor den Behörden bedauerte dos Mädchen den Vorfall und erklärte, daß der Schuß nur zufällig losgegangen sei und daß es niemals daran gedacht hätte, dem ehemaligen Geliebten trotz feiner Weigerung, es zu heiraten, ein Lew (m^utujk Der Ltolz der Venezianer. 1 C. K. Venedig. Der Stolz der Venezianer waren seit zwei Jahren die beiden Löwen „Marco" und „Roma", die sie in einem öffentlichen Garten in der Nähe des Bahnhofs bewundern konnten. Beide waren der Stadt 1936 von dem Marschall Graziani geschenkt worden: Marco, ein prächtiger zehnjähriger Löwe, war bei den Trümmern des fliehenden Heeres des Ras Nasiibu aufgefunden worden, während die dreijährige Löwin aus dem kaiserlichen Tierpark von Addis Abeba stammte. Der Wunsch, daß die beiden eine glückliche Ehe schließen und den Venezianern eine gute Nachzucht bescheren möchte, erfüllte sich nicht, Roma wies die Aufmerksamkeiten von Marco nachdrücklich zurück, und es nutzte auch nichts, als man die Kälte als den Grund dieser Zurückhaltung zu erkennen glaubte, und die Käfige stark heizte, um ihnen ein heißeres Klima vorzutäuschen. Als die Venezianer vor kurzem wieder zu dem Löwenkäsig kamen, mußten sie zu ihrem Leidwesen feststellen, daß er leer war. Die beiden Tiere hatten das feuchte Klima von Venedig auf die Dauer nicht vertragen können, alle Pflege hatte nichts geholfen, und so hatte man sich entschließen müssen, sie wieder fortzuschicken, und zwar nach Rom, wo sie im Zoologischen Garten ein zuträglicheres Klima finden werden. Der Transport gestaltete sich durchaus nicht einfach. Die beiden Löwen zeigten nicht die geringste Lust, in die beiden großen Metallkästen hinein zu gehen, deren Dehnungen an den Käfigausgang an- geschlossen waren. Mit Marco ging cs schließlich, als man ihm ein großes Pferdebeefsteak oorhielt, aber Roma wollte durchaus nicht folgen, und die Bemühungen der Wärter erforderten eine Stunde, während Der die ganze Umgegend von. ihrem Ge- Betr.: Durchführung des Sportwettkampfes im Rahmen des Reichsberufswettkampfes. Für männlich« auswärtig« Teilnehmer, die in Gießen am Wettkampf teilg-nammen habenwrö der Sportwettkampf am Samstag, dem H« ^nar, ^Gruppe'I (Jahrgang 1923 unbl9^) Gruppe II (Jahrgang 1921 und 1922) Gruppe III (Jahrgang 1920) Sruppe IV, V und VI (Jahrgang 1919 bis 1907, 1906 bis 1899, 1898 bis es ihm einmal vergönnt sein möge, die Stätten der hohen Kultur von Pergamon kennenzulernen. Der Vortrag wurde mit reichem Beifall ausgenommen. i * . ** 7 6 Jahre alt. Der Schneidermeister i. R. Heinrich Loos, Licher Straße 31, feiert am morgigen 12. Februar bei bester Gesundheit seinen 76. Geburtstag. Unseren herzlichen Glückwunsch. ** Omnibusverkehr nach dem Fliegerhorst. Seit gestern ist probeweise ein ständiger Omnibusverkehr nach dem Fliegerhorst im Anschluß an die Straßenbahn eingerichtet worden. Die Direktion der Stadtwerke gibt heute die Verkehrszeiten dieser neuen Einrichtung bekannt. ** Die Gewerbeschule Gießen gibt den Semesterbeginn der Fachschulen für Baugewerbe, Maschinenbau und Elektrotechnik, Maler und Schreiner bekannt. ** Aliceschule und Fröbelseminar machen auf ihre Seminare, Kurse und Schulungen aufmerksam. Große Girasiammer Gießen. Der O. K. in Pirmasens wär beschuldigt, zwischen Mücke und Grünberg auf der Reichsstraße als Kraftfahrer durch Fahrlässigkeit den Tod eines Menschen verursacht zu haben. Der Beschuldigte fuhr am 21. Oktober 1938 in völlig übermüdetem Zustand mit seinem Personenkraftwagen in so hohem Tempo in eine Kurve der Reichsstrahe 49 zwischen Mücke und Grünberg, daß er die Herrschaft über den Wagen verlor, an die Abprallsteine der Kurve kam und der Wagen sich mehrmals über- schlug. Dabei flog ein Beifahrer aus Pirmasens aus dem Wagen und zog sich einen schweren Schä-, delbruch zu, an dem er in der Universitätsklinik in Gießen am 22.10.1938 verstarb. (Vergehen gegen § 222 1 und 2 StrGB.) Die Beweisaufnahme, ins- Fa. C. O. Reuter, Seltersweg Fa. Franz Bette, Mäusburg. 8. Berufssparte Uhren und Schmuckwaren. Beginn 8.30 Uhr: Fa. Carl Schmidt, Bahnhofstraße. Am Sonnlagvormillag um 10 Uhr wird an der Mädchenberufsschule, Kirchstraße, nochmals für weibliche Teilnehmer am RBWK. Sport abgenommen. Alle Mädels, die den Sportwettkampf noch nicht mitgemacht haben, treten zu diesem Termin mit Turnzeug und Sportkarten versehen an. „Die Ausgrabungen in Pergamon/ Mit einem Vortrag, der einem regen Interesse begegnete, setzte gestern abend die Volksbildungsstätte Gießen ihre Vortragsreihe „Wissenschaft im Dienst am Volke" fort. Man fand sich diesmal im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Jnstttuts ein, der fast bis auf den letzten Platz besetzt war. Der stellvertretende Kreisreferent für die Dolksbildungs- ftätte, Herr Hirz, eröffnete den Abend mit Worten der Begrüßung. Dann sprach Professor Dr. Zschi etschmann sehr anregend über die „Ausgrabungen in Pergamon". Er schilderte die Anreise nach Vorderasien, nach Smyrna, gab zunächst einen in großen Linien gezeichneten Rückblick auf die Geschichte Vorderasiens über den Zeitraum mehrerer Jahrtausende und kennzeichnete insbesondere jene Epochen, in denen das Pergamenische Reich in hoher Blüte stand und in den großartigen Bauten von Pergamon seinen kulturellen Ausdruck fand. Er schilderte die herrliche Landschaft um Smyrna und Bergama (Pergamon), sprach vom Leben, wie es sich jetzt dort abspielt und tarn bann schließlich auf jenes Pergamon zu sprechen, dem schon seit langer Zeit die intensive, sorgfältige und überaus erfolgreiche deutsche Ausgrabungsarbeit gilt. Da sah man im Lichtbild den überragenden Burgberg von Pergamon, der einst die Stadt und ihre heiligen Bezirke trug, Sämtliche Gruppen treten zu den entsprechenden Seiten an der Bolkshalle an. ° Die RBWK.-Teilnehmer, die in Gießen mobuen, treten am Sonntag, dem 12. Februar, zu nachstehenden Zeiten, an der Dolkshalle an: Gruppe I (Jahrgang 1923 und 1924 Gruppe II (Jahrgang 1921 und 1922) Gruppe III (Jahrgang 1920) Gruppe IV, V und VI (Jahrgang 1919 bis 1907, 1906 bis 1899, 1898 bis besondere das Gutachten des Sachverständigen, ergab die Schuld des Angeklagten. Der Vertreter der Anklage machte geltend, daß sich der Angeklagte auch einer Uebertretung der Straßenverkehrsordnung schuldig gemacht habe und beantragte, auf eine Gefängnisstrafe von fünf Monaten zu erkennen. Der Verteidiger beantragte Freisprechung oder für den Fall, daß der Angeklagte schuldig erachtet werden sollte, unter Zubilligung mildernder Umstände auf eine geringe Strafe zu erkennen. Es erging folgendes Urteil: Der Angeklagte ist schuldig der fahrlässigen Tötung nach § 222 1 und 2 StrGB. in Tateinheit mit einer Zuwiderhandlung gegen §§ 1, 9, 49 der Reichsstraßenverkehrsord- nung und wird deshalb zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten verurteilt. Aus der engeren Heimat. Sturmbann 11/116 hat eine zweite SA.-Dienststelle geschaffen. Nach tatkräftiger Zusammenarbeit mit Partei und Gemeinde kann nunmehr am morgigen Sonntag der Sturmbann 11/116 dem Sturm 13/116 in Watzenborn-Steinberg die neu errichtete S A. - D i e n st st e l l e übergeben. Die feierliche Uebergabe beginnt vormittags 11 Uhr bei oer auch der Führer der SA.-Gruppe Hessen, Obergruppenführer Beckerle, zugegen sein wird. Nach der Uebergabe findet ein Vorbeimarsch vor dem Obergruppenführer statt. Anschließend versammeln sich sämtliche Teilnehmer zum Eintopfessen in der Volkshalle. Mit dieser Uebergabe hat der Sturmbann 11/116 die zweite SA.-Dienststelle dieser Art im Gruppenbereich geschaffen. Derkehrsunfälle auf eisalatten Straßen * Eberstadt, 11. Febr. Am vergangenen Donnerstag ereigneten sich auf der Straße zwischen Lich und Eberstadt unweit dem Abzweig nach Dorf-Gill zwei Verkehrsunfälle. In den Morgenstunden verlor der Lenker eines Lastkraftzuges (Motorwagen und zwei Anhänger) die Herrschaft über die Wagen. Der Motorwagen fuhr dabei in den tiefen Straßengraben und riß einen Anhänger mit sich, der zweite Anhänger riß sich los und stürzte um. Es entstand erheblicher Materialschaden. Personen wurden nicht verletzt. Die Aufräumungsarbeiten nahmen viel Zeit in Anspruch. — In den Nachmittagsstunden fuhr außerdem ein Personenkraftwagen, dessen Lenker auf der eisglatten Straße ebenfalls die Herrschaft über das Fahrzeug verlor, etwa fünf Meter tief in den Straßengraben, wobei der Wagen erheblich beschädigt wurde. Auch hier erlitt der Fahrer glücklicherweise keine Verletzungen. * Reinhardshain, 11. Febr. Auf der Reichsautobahn ereignete sich infolge Glatteisbildung ein Veckehrsunfall, der schwere Folgen nach sich zog. Ein L a st k r a f t w a g e n aus Frankfurt am Main, der, ins Rutschen geraten war, fuhr bafrei auf den mittleren Grünstreifen. Ein nach,algender Personenkraftwagen, dessen Lenker das Hindernis auf der Autobahn zu spät bemerkte, muhte scharf bremsen, konnte den Wagen aber nicht mehr rechtzeitig zum Stehen bringen. Durch das rasche Anziehen der Bremsen geriet der Personenkraftwagen auch ins Rutschen und stieß mit großer Wucht gegen den Anhänger des Lastwagens. Der Personenwagen wurde erheblich beschädigt. Zwei Insassen erlitten Verletzungen, die ihre Ueberführung in die Chirurgische Klinik nach Gießen notwendig machten. Kurhaus-Maskenball in Bad-Aauheim Ein Ereignis des Rhein-Mainischen Karnevals ist der große Bad-Nauheimer Kurhaus-Maskenball am Samstag, 18. Februar. Es wird sich auch in diesem Jahr wieder ein Leben und Treiben abwickeln, das alle Erwartungen übertrifft; sei es in dem phantastischen Silbersaal, dem Palais Selim Bassa, dem Geisha-Haus oder dem originellen „Hamburg ahoi", überall wird fröhlichste Stimmung und heiterste Laune herrschen. Fünf Tanzkapellen werden pausenlos zum Tanz spielen. Landkreis Gießen * Heuchelheim, 11. Febr. Am heutigen 11. Februar begeht die Kriegermutter Elisabeth Pfaff in Heuchelheim ihren 80. Geburtstag. Sie verlor durch den Weltkrieg einen Sohn, der beim Infanterie-Regiment 224 diente. Der Reichskriegsopferführer, SA.-Gruppenführer Oberlindober hat für die hochbetagte Mutter eine Ehrengabe zur Verfügung gestellt. Von Herzen wünschen wir ihr Gesundheit und alles Gute. * Alten-Buseck, 10. Febr. Der Kegelklub „Gut Holz" veranstaltete im Gasthaus Einhäuser ein Winterhilfe-Kegeln. Dem WHW. konnte ein Betrag von 16,12 Mark abgeführt werden. w Lollar, 10. Febr. Hier werden jetzt durch den Reichsluftschutzbund die Selbstschutz k r ä f t e ausgebildet. Schon vor Weihnachten fand ein Lehrgang für die Hausfeuerwehr statt. Dieser Tage nahmen zwei Lehrgänge ihr Ende, in denen etwa 80 Personen, fast nur Frauen, als Luftschutzwarte, stellvertretende Luftschutzwarte, Hausfeuerwehrleute und Melder ihre Ausbildung gefunden haben. In den nächsten Tagen beginnen zwei weitere Kurse, an denen etwa die gleiche Zahl Selbstschutzkräfte teilnehmen wird. Außerdem iß im Laufe des Winters noch ein Lehrgang für die Laienhelferinnen vorgesehen. Leiter der Kurse ist der Gemeindegruppenführer des Reichslüftschutzbundes, Luftschutzführer Eberle. Im Laufe dieses Monats wird auch in unserer Gemeinde noch eine Luftschutzübung stattfinden. y Watzenborn-Steinberg, 10. Februar. Heute, Freitag, beging* unser Mitbürger Schmiede- meister i. R. Ludwig Schäfer III. seinen 70. G e - b u r t s t a g. Der Hochbetagte erfreut sich bester Gesundheit. (Unseren herzlichsten Glückwunsch!) — Im Saale der Gastwirtschaft „Zur Krone" fand ein Vortrag von Dr. Hahn über die Bekämpfung des Kartoffelkäfers statt. Der vorgeführte Film war sehr lehrreich und wurde auch von den oberen Schulklassen angesehen. — Eine ordentliche Generalversammlung hielt die hiesige Kameradschaft des NS.-Reichskriegerbundes bei Mitglied Gg. Philipp II. ab. Kameradschaftsführer Karl Andermann umriß in seinem Jahresbericht die Ereignisse des verflossenen Jahres. Kreis Hrledberg. )—( Münzenberg, 9. Febr. Dieser Tage wurde der neue Bürgermeister, Ortsgruppenleiter Metzger, auch mit dem Amt des Ortsae- r i ch t s v o r st e h e r s betraut, das seither noch Altbürgermeister Pg. Wetz verwaltete. Pg. Wetz ist damit endgültig in den Ruhestand getreten. 28 Jahre stellte er als Bürgermeister seine Kraft in den Dienst der Gemeinde. Während seiner Amtszeit wurde die Feldbereinigung durchgeführt, die Wasserleitung wurde gebaut, das Hofgut aufgeteilt und noch vieles mehr. In den langen Jahren seiner Dienstzeit war er immer ein verantwortungsbewußtes Oberhaupt seiner Gemeinde, das jedem Einwohner mit Rat und Tat zur Seite stand. Auch in der näheren und weiteren Umgebung war er bekannt und geschäht. — Der hiesige -Gesangverein „Eintracht" hielt in seinem Vereinslokal bei Georg Metzger seine Generalversammlung ab. Vereinsführer H i tz e l begrüßte die Sänger und gedachte der im vergangenen Jahre verstorbenen Mitglieder. Sodann erstattete er den Jahresbericht. Kassenwart Otto Müller gab den Kassenbericht, der ein günstiges Ergebnis aufwies Im Namen des Vereins wurde ihm für seine mustergültige Arbeit gedankt. Sangesbruder Wilhelm G o rr 9. wurde> für 25- jährige aktive Sangestätigkeit zum Ehrenmitglied ernannt. Ihm wurde ein Diplom übermittelt. Zum Schluß verlas der Ehrenvorsitzende A. M e tz g e r die Satzungen des Vereins und ermahnte die Sängerinnen und Sänger zu eifrigem Singstundenbesuch. = Butzbach, 9. Febr. Der Zweigverein des Vogelsberger Höhen-Clubs hielt sein diesjähriges Auszeichnungsfest ab, das sehr gut besucht war. In Verhinderung der beiden Vorsitzenden sprach der Wanderwart des Gesamt-VHC., Wilhelm Seippel, nach kurzen Grußworten über die Eingliederung der Ostmark und des Sudetenlandes und deren Bedeutung für die Wandersache. In der Vortragsfolge wechselten Musikstücke, Lieder der Gesangsabteilung des Vereins, gemeinsame Lieder, ein Kinderspiel und ein Theaterstück miteinander ab. Bei der Auszeichnung konnten acht Vereinsangehörige zum drstenmal, sieben zum zweitenmal, fünf zum drittenmal, drei zum viertenmal, zwei zum fünftenmal, vier zum sechstenmal, zwei zum siebentenmal, einer zum achtenmal, vier zum zehntenmal, einer zum elftenmal, einer zum zwölftenmal, zwei zum fünfzehntenmal und einer zum sechzehntenmal mit entsprechenden Abzeichen bedacht werden. — Der Feierabendring Butzbach derNSG. „K r a f t d u r ch Freude" veranstaltete im großen Saale des „Hessischen Hof" seine 14. Winteraufführung durch die Rhein-Mainische Landeswanderbühne. Der Saal war voll besetzt. Die Darsteller ernteten für ihre hervorragenden Leistungen reichen Beifall. Kreis Alsfeld. —.— Homberg, 9. Febr. Der hiesige Bahnhof, der bisher eigentlich nur als Haltestation bezeichnet werden konnte, hat einige Verbesserungen erfahren. Läute- und Signaleinrichtungen wurden geschaffen. Die Gleisanlagen wurden erweitert. Kreis Bübingen g Schotten, 8. Febr. Der hiesige Obst- und Gartenbauverein hatte zu seinem Winterfest, verbunden mit Preisverteilung des Blumenschmuckwettbewerbes eingeladen. Die Turnhalle war mit Blumen reichlich' geschmückt. Rektor Steinhauer als Vorsitzender begrüßte die zahlreich Erschienenen. Ein kleines Streichorchester und gemeinsame Lieder schufen eine fröhliche Stimmung. Obstbauinspekteur Metternich aus Büdingen hielt einen interessanten Lichtbildervortrag über Blumenschmuck, Anlage von Vorgärten und gab viele Anregungen für die 23er« chönerung der Stadt. Die farbigen Bilder, be« anders die Aufnahmen aus der Reichsgartenaus» tellung in Essen, fanden lebhaften Beifall. Bürger» meister Menge! übermittelte den Dank der < Immer elegant Damen-Maß-Kostüm im Schneiderstil Krevert & Sohn y Stadt und bat um tatkräftige Unterstützung bei der kommenden Verschönerung der Stadt. Etwa 120 Preise konnten den Preisträgern des Blumenschmuckwettbewerbes ausgehändigt werden. Die Zahl hat sich gegen früher verdoppelt, sie wird weiterhin steigen. Eine Tombola und Versteige» rung von Blumenstöcken sorgte für Belebung. Ausstellung „Nationalsozialistischer Ausbauwillen". NSG. Im Rahmen des großen Bauern- tages in Lauterbach vom 2 4. bis 2 8. Februar veranstaltet die Kreispropagandaleitung im Lauterbacher Hohhause eine Ausstellung „N a - tionalsozialistischer Aufbauwillen". Diese Schau soll Zeugnis ablegen von dem unbändigen Gestaltungswillen und den großen Leistungen des Dritten Reiches auf den Gebieten, die für den Kreis Lauterbach von besonderer Bedeutung sind. Die Reichsverkehrsbetriebe geben u. a. durch Bildtafeln und Modelle Einblick in den hohen Stand ihrer Arbeit. Die Kulturbauämter werden durch Uebersichtspläne von den bereits durchgeführten, oder noch geplanten Kulturplänen berichten. Die Arbeitsämter, Krankenkassen und Finanzämter werden an Hand ihrer Betriebszahlen zeigen, wie sich in unserem Gebiet die Arbeitslosigkeit radikal geändert hat. Die NS.-Frauenschaft und das Deutsche Frauenwerk werden in einem großen Raume von den verschiedensten Zweigen ihrer Tätigkeit berichten. Die NSV. bringt außer ihrem statistischen Material einen richtigen NSV.-Kindergarten mit Einrichtung und Kindern zur Schau. Reichsarbeitsdienst, SA., NSKK., Reichsluftschutzbund und zahlreiche andere Stellen sind vertreten. Der Hitler-Jugend ist ein sehr breiter Raum Vorbehalten. Die Eltern werden Gelegenheit haben, im Vorhofe des Hohhauses ein vor» schriftsmäßiges Zeltlager besichtigen zu können. Ebenso bedeutungsvoll wird die Abteilung der Deutschen Arbeitsfront sein. Neben dem zahlreichen Material aus ihren Arbeitszweigen wird sie die Frage beantworten, wo die Lauterbacher und die Alsfelder Arbeiter ihren Urlaub verbringen. Dem Städtebau, Siedlungswefen, der Erziehung zur Volksgesundheit, dem Sport, der Fliegerei sind weitere Abteilungen gewidmet. Es ist nicht möglich, im Rahmen dieser kurzen Uebersicht alles zu erwähnen, was für diese Ausstellung vorgesehen ist. Sie wird jedenfalls sehr interessant, da sie auch lebendig gestaltet wird. Für jeden wird es ein Erlebnis sein, in der Zeit vom 24. bis 28. Februar in Lauterbach sowohl die Große Bauernausstellung, als auch die Ausstellung „Nationalsozialistischer Aufbauwillen" zu besuchen. Sitzung her Rateherren in Grimberg. + Grünberg, 11. Febr. Da Bürgermeister Craemer bis auf weiteres beurlaubt ist, leitet der -Erste Beigeordnete A l b g ch die Sitzung. Zum Punkt „Erweiterungsbau der Volks- s ch u l e" gibt Architekt Balser die nötigen Erläuterungen. Der ursprüngliche Plan, ein vollständig neues Gebäude zu errichten, wurde wegen der Höhe der Kosten fallen gelassen. Dafür soll der schon bestehende Anbau erweitert und aufgestockt werden. Dadurch ist es möglich, vier neue Schulsäle und zwei Zimmer neu zu beschaffen. Die Baukosten für diesen Plan sind mit rund 43 000 Mark, veranschlagt, wobei die Inneneinrichtung der Säle mit Schulmobilar nicht einbegriffen ist. Die alte Abortanlage im Hof soll verschwinden, die neue Anlage soll im Keller des Hauptgebäudes angebracht werden mit Zugang von außen, von der Nordostseite her. Die Finanzierung dieses Planes ist s i ch e r gestellt. In der Beratung wurde noch die Unterkellerung des jetzigen Anbaues besprochen, ebenso die Frage der zu wählenden Decken (Eisenbeton oder Holz) und die Form und Bedeckung des Daches in Verbindung mit dem Dach des Hauptgebäudes. Auch sollen die Schulleitung und die Lehrer der Berufsschule nochmals wegen' etwaiger Wünsche gehört werden. Im übrigen sind die Ratsherren mit dem Dorgetragenen Plan einverstanden. Für die Theo-Koch-Straße wird die Herstellung des Bürgersteiges mit Plattenbelag vorgesehen. Da nämlich die hier anliegenden Gebäude des Finanzamtes und der Bezirkssparkasse schon diesen Belag haben, müße man der Einheitlichkeit wegen diesen Belag für die gesamte Straße wählen. Die Kosten sind von den Anliegern zu tragen und werden sich pro Quadratmeter auf 8 bis 8,80 Mark stellen. Zur Errichtung einer B r a n d r e s e r v e ist die Aufstellung eines unterirdischen Bassins auf dem Marktplatze vor dem Weißschen Hause geplant. Dasselbe soll ein Fassungsvermögen von 160 Kubikmeter haben und in Verbindung mit dem aufzustellenden Marktbrunnen stehen und das Kandel- maffer der Gebäude am Marktplatz durch eine Tonröhrenleitung aufnehmen. Der Kostenooranschlag stellt sich auf 6700 Mark, wozu von der Brandversicherungskammer ein Zuschuß von 2000 Mark geleistet wird. Aus finanziellen Gründen wünscht man eine Zurückstellung dieses Planes für nächstes Jahr, sofern der staatliche Zuschuß auch dann noch gewährt wird. lieber die Ausgestaltung des Denkmalplatzes am Kriegerdenkmal 1870/7 1 sowie auch des Kirchenplatzes werden verschiedene Vorschläge besprochen. An ersterem sind die alten Bäume entfernt worden, an letzterem ebenfalls teilweise. Es wird auch hier die vollständige Entfernung gewünscht. Vor der endgültigen Entscheidung über die Gestaltung der beiden Plätze soll eine Ortsbesichtigung stattfinden. Vier Anlieger an der Theo-Koch-Straße erhalten das hinter ihrem Anwesen liegende städtische Gelände zum Preise von einer Mark pro Quadratmeter zugesprochen mit der Auflage, die Entwässerung auf eigene Kosten vorzunehmen. — Dem Obst- und Gartenbauverein wird ein Zuschuß von 50 Mark gewährt. Briefkasten her Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) p. P- Ein Geschäft, dessen Inhaber Mischling 1 Grades ist — zwei Großeltern jüdisch — ist als deutsches Geschäft zu bezeichnen, es »fei denn, daß der Inhaber aus einem der in § 5, Absatz II, der 1. 23.0. zum Reichsbürgergesetz angegebenen Gründe als Jude gilt. D. M. in A.-V. Die Pflichtentziehung in dem Testament der beiden Ehegatten ist unwirksam, da ein hierzu berechtigter Grund in der letztwilligen Verfügung nicht angegeben worden ist. Bei dem Tode der Ehefrau waren also ihre Eltern, trotz der Bestimmung im Testament, pflichtteilsberechtigt, d. h. ihnen stand je die Hälfte ihres gesetzlichen Erbteils zu, während der überlebende Ehegatte V- des Nachlasses und ein weiteres '/«, das bei der Pflichtteilszuteilung an die Schwiegereltern übrigblieb, erhielt. Da der Ehemann, nachdem er sich wieder verheiratet hatte, kinderlos und ohne Testament gestorben war, wird er mit gesetzlicher Erbfolge von seiner Witwe zu Vs und seinen Eltern zu je V« beerbt; seine Geschwister kommen dagegen nicht zum Zuge, da sie von ihren noch lebenden Eltern von der Erbfolge in den Nachlaß ihres Bruders ausgeschlossen werden. P455C/39 per5^U^U n Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlacs- erzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damitdurch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Aus der Natur4' Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Gießen, Bahnhofstr. 49, Rnf 3941 Schreibtische an denen zu arbeiten Freude macht. Kräftig, elegant irnd praktisch, preiswert bei 652sA Alicelchuie u. Frübelleniinar Gießen. Technisches Seminar für Hauswirtschafts- und Handarbeitslehrerinnen. staatlich anerkannte Abschlußprüfung. Haushaltungsschule(1/2-u.ljährig). Haus wirtschaftliche Berufs lach- schule iy2- und liährig). Kurse: Schneidern. Weißnähen. Auskunft und Anmeldung: Alice- schule, Steinstraße 10. Kindergärtnerinnen-Hortnerinn.- Seminar.staatl. Abschlußprüfung. Schule für Kinderpflege-u. Haushaltgehilfinnen. 98 * * TtUhb ■- . der Heeresfachschu- i e n. Ihr Ziel wurde wie folgt festgestellt: „Der Lehrplan mit seiner starken Hinwendung zum militärischen und bürgerlichen Wert der soldatischen Erziehung führt den Mann zu klaren Entscheidungen." In der Reichswehr (Heer und Marine) mußten alle Soldaten die Fachschulen zur Vorbereitung auf den späteren bürgerlichen Beruf besuchen. Diese Regelung brachte damals in großen Garnisonen eine Stärke der Schülerzahlen, die um tausend herum lag. Viele ehemalige Reichswehrsol- daten haben diese Schulen mit gutem Rußen für ihren Zioilberuf und da- mit auch für ihr Wirken in der Volksgemeinschaft besucht. Unsere Wehrmacht hat es stets als eine besondere Verpflichtung angesehen, den nach langjähriger Dienstzeit aus dem Heere ausscheidenden Unteroffizieren eine gute Berufsausbildung für das Zivilleben zu vermitteln und ihnen bei den Bemühungen um eine Anstellung fördernd zur Seite zu stehen. In der alten Wehrmacht war zu diesem Zwecke der Kapitulanten-Unterricht geschaffen, in dem sich die älteren Unteroffiziere, wenn das Ende ihrer Dienstzeit allmählich herannahte, ansehnliches Wissen für ihren späteren Beruf erwerben konnten. Diese Männer wurden dann auch für eine gewisse Zeit, durchweg wohl ein halbes Jahr, von ihrer Truppe zur Dienstleistung bei einer Behörde oder dergl. beurlaubt, damit sie dort Probedienst leisten und feststellen konnten, ob und wie die Aussichten für ihr Fortkommen waren. Der größte Teil unseres vorbildlichen, im Dienst für Volk und Vaterland bewährten Beamtentums ist in seinen jungen Jahren diesen Weg gegangen, und der soldatische Geist, den diese Männer aus dem Heere in das Zivilleben Mitnahmen, hat sich in segensreicher Weise für unsere Volksgemeinschaft ausgewirkt. Die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht im März 1935 hat an der Bedeutung der Heeresfachschule nichts geändert, denn die Versorgung, in deren Dienst sie steht, ist und bleibt eine staatspolitische Frage ersten Ranges. Die Heeresfachschule wird jetzt nicht mehr von allen Soldaten besucht. Der nur seiner zweijährigen Dienstpflicht genügende Soldat ist nicht schulpflichtig. Schüler der Wehrmachtfachschule ist nur der zwölf Jahre und länger dienende Berufssoldat des Unter- offizierstandes. Die Schulpflicht besteht vom neunten Dienstjahr ab für die Klasse A 4. Rach dem Besuch dieser Klasse entscheidet es sich, ob der Mann für die Prüfung II oder I geeignet ist. Wer den Anforderungen der Prüfung II nicht gewachsen ist, besucht den Unterricht erst vom elften Dienjtjahre ab wieder in der Klasse B 2. Die anderen Männer besuchen den Unterricht in A 3, A 2 und A 1, nach dem Besuch der Klasse A 1 findet die Abschlußprüfung II statt. Die Schulbesucher vom neunten bis zum elften Dienstjahr müssen vormittags ihren militärischen Dienst tun, ein- bis zweimal wöchentlich besuchen sie nachmittags den Unterricht. Im zwölften Dienstjahr gehören diese Männer ganz der Schule, sie sind von jedem militärischen Dienst befreit. ' * Es gibt drei Gruppen von Heeresfachschulen: für Verwaltung (V), Technik (T), Landwirtschaft (L). In Gieße n haben wir für den Standort Gießen eine Heeresfachschule für Verwaltung (V), die von den zwölf Jahre und länger dienenden Berufssoldaten der Gießener Truppenteile besucht wird. Die Heeresfachschule (V) hat den langdienenden Soldaten auf den Beamtenberuf vorzubereiten. Sie vermittelt die dafür erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten. Im Einklang mit der militärischen Erziehung schult sie ihn im Geiste der nationalsozialistischen Weltanschauung. Die Heeresfachschule (V) führt zwei Lehrgänge (A und B). Lehrgang B bereitet auf die Abschlußprüfung I vor; sie ersetzt die Vorprüfung für die einfache mittlere micht- technische Beamtenlaufbahn. Lehrgang A ist die Vorbereitung auf die Abschlußprüfung II; diese Es ist ein großes, unvergängliches Verdienst des Organisators unseres einstigen 100 000 - Mann - Heeres, des verstorbenen Generalobersten von Sceckt, daß er in der kleinen Reichswehr die Einrichtung für die zivilberufliche Ausbildung der lang- dienenden Soldaten neuzeitlich und erheblich ausbauen ließ. Das Jahr 1921 brachte den Aufbau Maschineschreiben nach dem Zehnfingersystem — sehr wichtig! Chemie-Unterricht dient besonders dem Verständnis des Vierjahresplanes. <• UM K'M-. ü wird der Primareife gleichgewertet und gilt als Ersatz für die Vorprüfung für die gehobene mittlere nichttechnische Beamtenlaufbahn. Die Heeresfachschule (V) in Gießen hat ihre Unterrichtsräume in dem Gebäude der sog. Alten Klinik. * Der gesamte Unterricht ist vom Geiste der nationalsozialistischen Weltanschauunggetragen. Reben der Rationalpolitik sind Deutsch, Geschichte und Erdkunde die wesentlichsten Träger der national- politischen Erziehung, die durch das maßgebliche Lehrbuch „Das neue Deutschland im Werden durch die Monatsschrift „Die Wehrmacht - Fachschule", durch den Lesestoffplan und die Fachbücherei einheitlich ausgerichtet ist. Im Mittelpunkt des Lesestoffplanes stehen die soldatischen Stoffe. Hier kommen die Großtaten in der deutschen Geschichte und der Glaube an Deutschland als Kraftquell in Gegenwart und Zukunft vor allem zur Geltung. Der Lesestoff wird unter dem großen Gesichtspunkt des Segens der Arbeit und des Willens zur Macht durchgearbeitet. Die hohen Gedanken von Einigkeit, Recht, Ehre und Freiheit sind die Grundlagen des Lesestoff-Unterrichts. Dazu treten als weitere starke Pfeiler des geistigen Baues der Schule der verpflichtende Gedanke der Gemeinschaft und der deutsche Staatsgedanke. Dieser große geistige Reichtum für das Leben wird den Männern in der Heeresfachschule durch das gemeinsame Lesen der bedeutendsten Werke deutscher Klassiker und des besten deutschen Schrifttums, u. a. aus der Zeit des großen Krieges und aus dem Ringen des Rationalsozialismus, ferner an Hand der großen Reden des Führers und anderer führender Männer de? Bewegung übermittelt. Es ist eine außerordentlich breite Grundlage, auf der sich diese geistige Arbeit aufbaut und als Gemeinschaftswerk von Lehrern und chülern vollzieht. Daß dabei die für unsere Zeit und für alle Zukunft besonders wichtigen Gedanken vom deutschen Soldatentum, von der heldischen Lebensbaltung, von der Volksgemeinschaft, von der Rasse, von der Arbeit als sittliche Pflicht, vom deutschen Bauern- ,tum usw. ihren gebührend hervorragenden Platz haben, ist selbstverständlich. Im Deutsch- Unterricht ist das Ziel die bildende Kraft der deutschen Sprache. Volkstum uird Heimat und die Gehalle des besten deutschen Schrifttums werden dabei für die Erziehung nutzbar gemacht. Im Lehrgang B soll von den Schülern die Fähigkeit gewonnen werden, die Gedanken mündlich und schriftlich sprachrichtig auszudrücken, die Rechtschreibung zu beherrschen, Verständnis für die Werte des deutschen Schrifttums und ihrer nationalpolitischen Bedeutung zu gew'.n- Elementare Kenntnisse der Physik werden ebenfalls vermittelt. X ... . Ein ungewohntes Bild: Soldaten auf der Schulbank. (Aufn. [5,: Neuner, Gießener Anzeiger.) Schuß im Zunkhaus. Ein Roman von Maria Oberlin. Copyright by Prometheus-Verlag, Dr. Elchacker, Gröbenzell bei München. 19. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) „Wollen Sie etwas trinken?" Der Patient schüttelte den Kopf. „Nein, danke, Schwester..." Etwas wie Unruhe kam in die scharf- i gefügten bleichen Züge. „Schwester, ich bat Sie, zu veranlassen, daß die Untersuchung in meinem — meinem Unglücksfall «eingestellt wird ... ist das geschehen?" Sein Blick suchte mit Spannung das ruhige aus- igeglichene Gesicht der Schwester. „Ich bin selbst bei Kriminalrat Schaub ge- iwesen —" meinte die Schwester ausweichend. „Ich chabe natürlich Ihre Bitte vorgetragen..." „Und?" Bortefeld versuchte sich aufzurichten. „Man wird sicher Ihrem Wunsch entsprechen ..." Wortefeld sank zurück und schüttelte leise den Kopf. „Also — man hat es nicht zuqesaqt? Die Polizei >ist schon bei der Untersuchung?" __„Bitte, regen Sie sich nicht auf, Herr Bortefeld! söiß müssen jetzt nicht an diese Sachen denken, Sie müssen sich schonen ..." Die Schwester beobachtete besorgt, wie sich das Gesicht des Kranken erregt tötete und heiß und fleckig wurde. „Wo bin ich eigentlich hier?" fragte der Mann in den Kissen jetzt matt. „In der Universitätsklinik, Herr Vortefeld. Sie wurden in der Wohnung des Hausmeisters operiert. — Seien Sie ohne Sorge — ?— es ist alles gut verkaufen ... jetzt sind Sie hier und sollen schlafen ..." Das Gesicht des Patienten wurde nicht ruhiger. 5r schwieg zwar eine Weile, begann dann aber nach ’iiner Weile wieder: „Wissen Sie, ob man in der Untersuchungssache ttwas festgestellt hat?" Die Schwester seufzte ein wenig. „Bitte, Herr Zortefeld, seien Sie doch ruhig! Nein, soviel ich gehört habe, weiß man noch nichts Bestimmtes ... Man erzählt im Funkhaus, ein Fräulein Kay fei im Verdacht, aber--" Mit Hefti geilt Ruck richtete sich Bortefeld auf. „Evelyn--inan weiß von ihrem Besuch?" Heftig röteten sich seine Wangen. „Was ist — was wissen Sie davon — um Gotteswillen sprechen Sie doch!" „Bitte, seien Sie doch ruhig, Herr Bortefeld!" Das Gesicht der Schwester wurde angstvoll. ,„Ich kann es nicht verantworten, daß Sie sich so auf- regen ... Ich hätte nicht sprechen sollen--im übrigen weiß ich ja auch nichts Näheres, als das, was ich Ihnen sagte!" Die Schwester drückte den Patienten leise in die Kissen zurück. „Sie müssen jetzt ruhig sein!" sagte sie eindringlich. „Sie haben eine Operation auf Leben und Tod hinter sich ..." Der Kranke lächelte jetzt. „Keine Sorge, ich habe eine Bärennatur, Schwester — mich bringt so leicht nichts um ..." Er lag eine Weile still, die Unruhe, die sich in den festgefügten Zügen malte, wurde immer heftiger. „SBie fpät ist es jetzt, Schwester?" Die Schwester sah auf ihre große silberne Armbanduhr. „Ein Viertel vor Zwölf, Herr Bortefeld ..." Wieder war es eine Weile still. „Hann waren Sie bei Herrn Kriminalrat Schaub?" „Vor einer Stunde etwa — Herr Bortefeld ... aber bitte, sprechen Sie nicht mehr ..." Nach einer Weile begann er wieder: „Die Untersuchung fand im Funkhaus statt, nicht wahr? Sie sagten zuerst, man habe Herrn Schaub ein Zimmer eingeräumt ...?" „Ja, allerdings ... warum meinen Sie?" Die nervösen Hände des Dirigenten spielten unruhig auf der Bettdecke herum. „Glauben Sie, daß er noch dort ist? Oder schon in seiner Wohnung? Ich möchte mit ihm telephonieren--jetzt sofort — bitte, veranlaßen Sie das, Schwester ...!" Die Schwester fühlte sich seltsam bewegt von dem fordernden bittenden Klang der Stimme. Aber sie schüttelte abwehrend den Kopf. „Jetzt? Mitten in der Nacht ... das ist doch unmöglich — das kann ich nicht !... Ich müßte auch erst den Herrn Professor um Erlaubnis fragen ..." Der Patient sah die Schwester bittend^ an. „Ich bitte Sie, Schwester, versuchen Sie es doch eben ... Ich m u ß Herrn Schaub sprechen ... man verdächtigt da ja jemanden--es ist ja Wahnsinn!" Wieder begannen seine Wangen fieberrot zu glühen. Die Schwester stand langsam auf. „Gut, ich will es versuchen", sagte sie schließlich. „Versprechen kann ich es Ihnen allerdings nicht ... Wäre es nicht besser, Sie warteten bis morgen früh?" Der Verletzte schüttelte so heftig den Kopf, daß die Schwester seufzend nickte. „Also gut — um Sie zu beruhigen--ich will C5 versuchen!" Sie wies auf den Klingelknopf an langer Schnur, der in der Nähe des Patienten lag. „Wenn Sie etwas brauchen sollten, läuten Sie bitte hier." Wilhelm Bortefeld nickte nur. Leise schloß sich die hohe gepolsterte Doppeltür. Professor Hepstedt wusch sich gerade im Vorraum seines Untersuchungszimmers die Hände, breite, weiche, ein wenig ausgelaugt wirkende Hände. „Nun, Schwester?" fragte er verwundert. „Ist nicht alles in Ordnung da oben? Bortefeld hat doch alles so ausgezeichnet überstanden ..." „Doch, ja, Herr Professor ... er hat geschlafen und ist jetzt sehr frisch ... Er hat nur allerlei Wünsche ... Ich soll ..." Der Arzt unterbrach sie kurz. „Schlafen soll er — ruhig liegen, nicht viel sprechen, wenn er Durst hat, kalte Milch oder Zitrone — ist noch was ...?" „Er will unbedingt jetzt noch telephonieren! Er läßt mir keine Ruhe!" Der Arzt wandte sich brüsk um. „Was will er? Telephonieren? Verrücktheit! Reden Sie ihm das aus, Schwester!" „Ich kann es nicht, Herr Professor! Er fängt immer wieder davon an. Es scheint ihn irgend etwas furchtbar zu beunruhigen, man verdächtigt da wohl jemanden ... Er wird ganz fiebrig, wenn man davon spricht, und bekommt Temperatur ..." Der Arzt sah einen Moment nachdenklich vor sich hin. „Temperatur? Das muß unbedingt vermieden werden! Dann tun Sie ihm um Gotteswillen den Gefallen. Natürlich darf er nicht selbst sprechen — ausgeschlossen! Stöpseln Sie einen Apparat in sein Zimmer und sprechen Sie! Und vor allen Dingen eins: Er soll sich nicht anstrengen — Ruhe! Sonst können wir seinen Wunsch nicht erfüllen ... Verstanden? Daß Sie ihn mir ja schonen! Ich komme nachher nochmal selbst und sehe nach ..." „Ja, Herr Professor, ich will alles tun ..." Kriminalrat Schaub hatte die Dame im hellen Mantel zum Sitzen gebeten. Aber sie blieb stehen, sah ihn aus verstörten Augen angstvoll an. „Sie wollten mich sprechen?" fragte er schließlich mit leiser Ungeduld und sah die Besucherin scharf an. Sie hielt ihm ein Zeitungsblatt entgegen. „Ich habe das gerade gelesen ... es ist ja entsetzlich, ich wußte nicht, ich war in der Oper — —• jetzt komme ich auf die Straße, da rufen die Zei- tmzgsjungen das aus! ..." Sie brach verwirrt und verstört ab und sank ganz auf dem schmalen Stuhlsitz zusammen. Schaub betrachtete sie kopfschüttelnd. Dann, griff er nach dem Blatt, es war eines der Abendblätter. Dicke Schlagzeilen: „M ordanschlag im Funkhaus! Ein aufsehenerregender Anschlag wurde heute abend kurz vor acht Uhr auf den Generalmusikdirektor Dr. M. Bortefeld, den neuen sehr verdienstvollen musikalischen Leiter unseres Sendehauses verübt. Ein Angestellter des Hauses sand Bortefeld schwer verletzt und angeschossen in seinem Zimmer liegend. Die Tat wurde anscheinend mit einem kleinen Revolver, den man unweit des Tatortes fand, verübt. Nach den ersten Ermittlungen erfolgte der Schuß aus etwa zwei Meter Entfernung. Kriminalrat Schaub, der zur Zeit des Mordes im Sendehaus weilte, hat sofort mit der Aufklärung des Falles begonnen. Er verfolgt bereits eine Spur. Der Fall ist um Io ve- dauerlicher, als mit der Tätigkeit Dr. B,'s ein erfreulicher frischer Zug in den musikalischen Betrieb des Funkhäuses kam. Dr. Bartefeld hat schwere Verletzungen erlitten, sein Befinden ist ernst. Dr. Berke und Professor Hepstedt bemühten sich um den Kranken, der sich, wie wir hören, einer Operation unterziehen muß." (Fortsetzung folgt!) nen. Im Lehrgang A sind als Ziel des Unterrichts wesentlich höhere Anforderungen als im Lehrgang B zu erfüllen. Insbesondere muß hier völlige Sicherheit in allen Teilen der Rechtschreibung vorhanden sein. Das Ziel des G e f ch i ch t s - Unterrichts besteht darin, bie Schüler zu befähigen, die Sendung des deutschen Menschen innerhalb der arischen Kulturwelt gefühls- und verstandesmäßig erfassen zu können, die großen Entwicklungslinien der deutschen Volkwerdung von der kulturschasfenden und staatsbildenden Kraft der germanischen Völker bis zur machtvollen Aufrichtung des Dritten Reiches unter besonderer Berücksichtigung der großen Führer unseres Volkes aufzuzeigen. Im Erdkunde- Unterricht handelt es sich darum, die Kenntnis der Zusammenhänge der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Verhältnisse mit der rassischen Sonderart und dem Lebens- raum der Völker darzustellen, unter besonderer Betonung der Lage unseres Vaterlandes und des großen politischen Willens unseres Führers. Der Unterricht in Ratio nalpolitit faßt die Schulungsergebnisse in Deutsch, Geschichte und Erdkunde zusammen. Darüber hinaus werden die Schüler in das gewaltige Geschahen unserer Zeit auf völ- krschem, politischem, wirtschaftlichem, sozialem und kulturellem Gebiet eingeführt. Der Unterricht stellt die weltanschaulichen Grundlagen des neuen Deutschlands klar heraus, fördert die Einsicht in die Notwendigkeit der Erhaltung und Erstarkung von Volk und Reich dienenden Maßnahmen und gibt so dem Trieb zum politischen Handeln Richtung und Stoßkraft. .. v . Rechnen und Mathematik sind besonders geeignet, die geistige Zucht zu pflegen. Die zahlenmäßige Durchdringung und die mathematische und schematische Darstellung der Verhältnisse des neuen Deutschland sollen das allgemeine nationalpolitische Erziehungsziel fördern. Der Lehrgang B verlangt Sicherheit in den einfachen bürgerlichen Rechnungsarten und Berechnungen von Flächen und Körpern einfacher Art. Im Lehrgang A soll Sicherheit und Gewandtheit im angewandten bürgerlichen Rechnen erreicht werden, ferner erhalten die Schüler hier die Einführung in Arithmetik und Raumgeo- metrie. Der Unterricht in Physik und Chemie, der nur im Lehrgang A 1 erteilt unrd, soll die Grundlagen für das Verstehen einfacher alltäglicher physikalischer und chemischer Vorgänge, ferner das Verständnis für die unserem völkischen Daseinskampf so wichtige Technik vermitteln. Alle diese Arbeiten vollftehen sich völlig unter dem Gesichtspunkt des Dierjahresplans. Der Unterricht in Englisch beginnt in A3 mit der Einführung in die Sprache und Kultur des englischen Volkes. Das Ziel ist geläufiges Lesen mit guter Aussprache, Verständnis für die leichteren englischen Schriften und Zeitungsausschnitte, Hebung im Verstehen vom gesprochenen und dem eigenen mündlichen Ausdruck. In der Deutschen Kurzschrift soll der Schüler eine möglichst hohe Fertigkeit im Nachschreiben der gesprochenen und im sofortigen Wiederlesen der nachgeschriebenen Worte erzielen. Die Mindestleistung erfordert hier 100 Silben, für den Kanzleidienst 120 Silben in der Minute. Der Unterricht im Maschineschreiben soll die Schüler zu einer möglichst hohen Fähigkeit im Schreiben nach Diktat und in der formgerechten Gestaltung eines Entwurfstextes führen. Mindest- leistung 100 Anschläge, für den Kanzleidienst 120 Anschläge in der Minute. * Das Ziel der gesamten Arbeit der Heeresfachschule sei hier am besten mit den Worten gekennzeichnet, die der maßgebende Fachmann des Heeresfachschul- wesens, Dr. Seger, in einem grundlegenden Vortrag gesagt hat: „Die Wehrmacht stellt den nach 12 Jahren ausscheidenden Soldaten als vollwertigen Mann hinein in das neue Reich, dem er bisher mit der Waffe gedient hat, und dem er nunmehr als Beamter, d. i. als Vollstrecker des Willens des von der NSDAP, getragenen Staates dienen soll ... Den Waffenträger des neuen Deutschland auch geistig wehrhaft zu machen und ihn nach seiner 12jährigen Dienstzeit einzureihen in die Kampfgemeinschaft des großen Deutschen Reiches." Diesem hohen Ziel strebt die Heeresfachschule (V) in Gießen mit vollem Einsatz aller Kräfte der Lehrenden und Lernenden unermüdlich zu. B. S.Jl.-'fpOTt Regennasse Rekorbstrecke. Die bisher so erfolgreichen Rekordjäger Rudolf Caracciola und Ing. Hä der le mußten am Freitag weitere Versuche unterlassen, da die regennasse Bahn alle Unternehmungslust dämpfte. Man will nun am Samstag versuchen, die Rekordserie fortzuführen. Standarten, das am Samstagabend entschieden wird und nach dreimaligem Gewinn in den Besitz des betreffenden Regiments bzw. Standarte übergeht, einen Wanderpreis gestiftet, während dem Sieger des schweren 8b-Jagdspringens am Sonntagabend der Preis des Reichsstatthalters in Hessen, Gauleiter Sprenger, zufällt. Weitere Ehrengaben wurden zur Verfügung gestellt. nen mit einer in allen Teilen ausgeglichenen Mann- chaft aufwarten, von der wiederum die Stürmerreihe besonders zu nennen ist. Lollars Hintermannschaft dürfte wieder einer harten Probe ausgesetzt sein, die sie aber zu meistern verstehen wird. Heuchelheim konnte das Vorspiel, nach einer an- änglichen Führung Lollars, knapp (2:1) für sich entscheiden. Die Lollarer Elf wird wohl die Folgerungen aus der ersten Begegnung gezogen haben und sich diesmal weniger unter Druck setzen lassen, zumal es morgen um den Meistertitel geht. Heuchelheim gilt als gleichwertiger Gegner. Ob die Revanche ür die Dorspielniederlage glückt, ist noch fraglich. Die Tagesform der Manschaft dürfte ausschlaggebend sein. Wie die Lollarer Elf aussieht, ist noch nicht bekannt. Bei geschickter Aufstellung und m Anbetracht des Platzvorteils sollte man den Gastgebern einen Sieg zutrauen. I eich I. — Grohen-Linden L Die Verbandsspiele der Kreisklasse gehen all* mählich ihrem Ende entgegen und die Frage nach ' bem zukünftigen Meister dieser Klasse durste vorerst am vergangenen Sonntag zu Gunsten der I Gäste geklärt worden sein. Das bedeutet aber keineswegs, daß das sonntägliche Spiel ziemlich bedeutungslos sei, denn die Rasenspieler werden alles daran setzen, dem Tabellenführer noch kurz vor „Toresschluß" eine Niederlage beizubringen, um so eventuell die Derbandsrunde als Tabellen- zweiter zu beenden. Der Spitzenreiter dagegen wird versuchen, auch die Klippe Lich sicher zu umsegeln. Nach den Leistungen beider Mannschaften in ihren letzten Spielen müßte man den Gästen einen knappen Sieg zutrauen. Man erwartet^ einen feinen Kampf, dessen Sieger erst mit dem Schlußpfiff ermittelt wird. Handball im Kreis 8. Bezirksklasse. Heuchelheim — 1860 Marburg * Niedergirmes — Garbenheim Wetzlar — Katzenfurt Die Heuchelheimer sollten, gemessen an ihrer vor- onntäglichen Leistung, auch diesmal wieder Sieger bleiben. Denn die Gäste sind wohl etwas besser geworden; ihr Können reicht aber noch nicht aus, um den heimischen Vereinen — zudem noch auf deren Plätzen — gefährlich werden zu können. Zu einem scharfen Kampf sollte es in Niedergirmes kommen. Das Vorspiel hat Garbenheim nur i napp gewonnen, so daß es also möglich ist, daß die Platzbesitzer den Spieß umdrehen. Der vorjährige Gaumeister hat nach seinem kläglichen Abschneiden gegen Garbenheim keine Chance, den Neuling selbst auf eigenem Platze niederzuhalten. Handball-Lokalkampf Luftwaffe — MTB. Der kommende Sonntag bringt für die Handballer des Männerturnvereins volle Beschäftigung. 4 Mannschaften treten auf fremden Plätzen zu den Verbandsspielen an. Erste und zweite Elf sind Gäste des Luftwaffensportvereins Gießen. — Im Dorfpiel hatte die zweite Elf der Männerturner verlieren müssen; inzwischen aber hat sich die Re- erve des MTV. wesentlich verbessern können und ollte den Fliegern am Sonntag einen ebenbürtigen Kampf liefern. Den Hauptkampf, vielleicht auch mit das ent» cheidende Spiel für diese Staffel der Bezirks- Nasse, blldet das anschließende Lokalderby der beiden ersten Mannschaften. Noch liegen die Männer- turner knapp mit einem Punkt in Führung; beide Mannschaften haben bis jetzt etwa gleichwertige Leistungen vollbracht, es ist auch nicht annähernd irgendwelche Vorhersage für diesen Lokalkampf zu reffen. Eines jedoch steht fest: Das Spiel verspricht einen abwechslungsreichen Verlaus zu nehmen; beide Gegner werden sich bemühen. Die stärkste Aufstellung herauszubringen und unter all ihrem Können und Einsatz das bieten, was dieser bevorstehende Kampf unbedingt fordert. Die beiden Jugendmannschaften spielen gegen den VfB.-Reichsbahn und Tv. Klein-Linden. Während die erste Jugend einen Sieg heimbringen sollte, werden die Jüngsten in Klein-Linden schwer zu schäften haben. Preisklassen. Dutenhofen — Grüningen Luftwaffe II. — Mtv. Gießen II. VsB.-R. Gießen — SA. 116 Gießen Londorf — Lich Wer in Dutenhofen die Oberhand behalten wird, läßt sich ohne weiteres nicht sagen. Zwar steht fest, daß beide Gegner nicht mehr über die Kampfkraft RUHL Seilersweg Nr. 67 I adiO Telephon Nr. 3170 I eparaturen 1897 1 | verfügen wie zu Beginn der Runde. Es ist aber auch bekannt, daß man sich bemüht, den Tabellenplatz durch den einen oder anderen Punktgewinn zu verbessern. Nauborn hat in Dillenburg keine Gewinnchance und wird um eine hohe Niederlage nicht herum- kommen. Sollte es der SA. gelingen, das Vorspielergebnis zu verbessern? Die Aussichten sind vorhanden, weil die Platzbesitzer mit Ersatz antreten müssen. Lich wird gegen Londorf kaum ankommen können, weil ja Londorf zu Hause bis jetzt noch kein Spiel verloren hat. Ueberbies würde sich eine Niederlage auch recht ungünstig auswirken. Belgischer Sieg im Zweier-Bob. Die Zweierbob-Wellmeisterschaft wurde in St. Moritz am Donnerstag mit den beiden letzten Läufen entschieden. Beide Male fuhr der belgische Bob mit Baron Lundun am Steuer die beste Zeit und sicherte sich so mit einer Gesamtzeit von 5:29,2 den Titel vor den beiden deutschen Bobs mit den Titelverteidigern Fischer-Thielecke und Zahn-Kilian. Das Frankfurter Beit- und Fahrturnier. Wertvolle Ehrenpreise für die Sieger. Eine Reihe wertvoller Wanderpreise stehen für die Sieger beim 6. Reit- und Fahrturnier der SA.- Gruppe Hessen und des Frankfurter Reit- und Fahr- Klubs, das am heutigen Freitagabend in der für derartige Veranstaltungen besonders geeigneten Frankfurter Feschalle seinen Anfang nimmt, bereit. Der Stabschef der SA., Viktor Lutze, hat für das Mannschafts-Jagdspringen der Regimenter und HI.-Schwimmer in Prüfungskümpfen. NSG. Die Gebietsführung Hessen- Nassau der HI. veranstaltet in Gemeinschaft mit dem BDM.-Obergau am kommenden Sonntag in Darmstadt die zweiten Winterschwimmwett- fämpfe. Diese Veranstaltung wird mit dem Ziel durchgeführt, die besten Nachwuchsschwimmer zu ermitteln. Die ausgeschriebenen Wettkämpfe werden wie folgt durchgeführt: Kraulstaffel HI 6X50 Meter (offen); Brustschwimmen HI. 200 Meter Klasse 1 und 2; Rückenschwimmen BDM. 100 Meter Klasse 2 und 3; Kraulschwimmen HI. 100 Meter Klasse 1 und 2; Rückenschwimmen HI. 100 m Kl. 1, 2 und 3; Brustschwimmen BDM. 100 m Kl. 2 und 3; Bruststaffeln HI. 3 X 100 m (offen); Kraulschwimmen BDM. 100 m Kl. 1, 2 und 3; Schauspringen und Lagenstaffel BDM. 3 X 100 m; doppelte Lagenstaffel HI. 100, 200, 100 m; Wasserball. Wball her Vezirksklasse Gießen. Von den für Sonntag angesetzten vier Spielen unterliegen drei der Punkteklausel, während das Spiel Frohnhausen — Aßlar nur als Gesellschaftsspiel unter den üblichen Wettspielbedingungen durchgeführt wird, da die Spiele des VfB. Aßlar nur mit den beiden Tabellenletzten mit Punktwertung durchgeführt werden. 1900 — Biffenberg Steinberg — Burg Sinn — Ehringshausen Frohnhausen — Aßlar 1900 hat gegen Bissenberg durch den Platzvorteil die besseren Aussichten. Die Begegnung Steinberg — Burg dürste dem Spitzenreiter lediglich zur Verbesserung seines Torverhältnisses dienen. Obwohl das Spiel Sinn — Ehringshausen durch den Ueberraschungssieg der Ehringshäuser gegen Naunheim einen offenen Charakter angenommen hat, halten wir die ©inner auf eigenem Gelände für spielstärker. Frohnhausen wird sich von dem jüngsten Neuling nicht aus dem Konzept bringen lassen, selbst wenn der Ausgang für die Tabelle keinen Einfluß hat. 1900 — Bissenberg Die Blau-Weißen empfangen morgen den Turn- und Spielverein Bissenberg zum Rückspiel. Im Vorspiel trennte man sich mit einem Unentschieden. Demzufolge müßte diesmal ein Erfolg der Platzbelitzer möglich sein. Wie schwer dies gerade gegen Pissenberg der Fall ist, beweisen die beiden Spiele der Vorjahrsserie, wo auf dem Trieb gerade noch ein 2:2 zustande kam, obwohl die Gäste bei der Pause mit 2:0 führten und der knappe 2.1- Erfolg in Bissenberg, der erst durch einen Elfmeter sichergestellt wurde. Mit der Mannschaft Herbst, Pankok, Lippert, Krämer, Quick, Schäfer, Schellhaas, Rensing, Liebel, Hormel, Löbsack hofft man jedoch diesmal auf ein günstiges Abschneiden. 1900 II — Bissenberg N Der Reserve der Blau-Weißen ist eine Wiederholung des Dorspielsieges eher zuzutrauen, als den Bissenbergern die Revanche. Teutonia Steinberg I — Burg I. In einem weiteren Heimspiel empfangen morgen die Teutonen die gleiche Elf des SC. Burg. Allgemein gelten hier die Platzbesitzer als hoher Favorit. Wenn nicht wieder einmal dtmas Außergewöhnliches eintreffen sollte, dürfte es auch einen hohen Sieg der Teutonen geben. Gerade Burg war es, das dem Tabellenführer auf eigenem Gelände einen Punkt abtnüpfen konnte. Die Teutonen haben das hoffentlich noch nicht vergessen und setzen morgen alles daran, um wieder einmal zu einem eindeutigen Siege zu kommen. Wohl werden ihnen die Gäste es nicht leicht machen, aber die größere Spielerfahrung und die bessere Technik werden eine entscheidende Rolle für den Ausgang des Kampfes spielen. Aller Voraussicht nach treten die Teutonen in der gleichen Aufstellung an, wie am vergangenen Sonntag. Zngendlokalkampf 1900-$f3.=2R. um die BannTNeisterschaft. Am morgigen Sonntag trägt die la-Jugend der SpDgg. 1900 das letzte Spiel um die Gruppenmeisterschaft der Gruppe 1 gegen den DfB.-R. aus. Das Vorspiel konnte die Jugendmannschaft der Blauweißen mit 4:3 Toren für sich entscheiden. In der Zwischenzell sind beide Mannschaften etwas Der« türkt worden, so daß man mit einem sehr spannenden Kampf rechnen kann. Die Jugendmannschaft ist zwar unbesiegter Tabellenführer, doch werden es die Grünweißen versuchen, ihre seinerzeitige Niederlage durch einen Sieg ober ein Unentschieden gut zu machen. Man rechnet mit einem sportlichen Kampf, aus dem die Blauweißen als Sieger hervorgehen dürften. Die Ib-Iugend ist spielfrei. Die Ha-Jugend trägt ein fälliges Spiel gegen Lollar aus. Das Vorspiel in Lollar verloren die Blauweißen mit 3:0. Die Ilb-Jugend pausiert ebenfalls. Fußball der Kreisklassen. 1. Preisklasse: Lollar — Heuchelheim Leihgestern — Steinbach Lich — Großen-Linden 2. Kreisklasse: Saasen — Grünberg Geilshausen — Göbelnrod Ettingshausen — Nieder-Ohmen. _ Das Programm des Sonntags umfaßt nur wenige Spiele, denn durch verschiedene Umstände mußten mehrere Spiel abgesetzt werden. In Lollar fällt die Entscheidung. Steinbach hat in Leihgestern keine Aussicht auf Spielgewinn. Lich wird versuchen, sich für die Niederlage im Vorspiel zu revanchieren. Grünberg reift nach Saasen und muß das Spiel sehr ernst nehmen, die Platzherren sind wieder gut im Schwung. Ein offener Kampf sollte in Geils- Hausen zu erwarten sein, wo Göbelnrod antreten muß. Ettingshausen wird wohl kaum um eine Niederlage selbst auf eigenem Platze gegen den Tabellenführer kommen. Lollar I — Heuchelheim I. Das interessanteste Treffen der Sfreistfane dürfte morgen in Lollar zum Austrag kommen. Die Gäste aus Heuchelheim gelten als zäher Gegner und ton- Rundfunkprogramm. Sonntag, 12. Februar. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Ev. Morgenfeier. 8.50: Orgelmusik norddeutscher Meister. Einlage: Aus der Geschichte einer Großmacht. 9.30: Dichter unserer Zeit: Ottfried Graf Finckenstein: Die Werbung. 9.45: Chorgesang. 10.15: Wie schön ist so ein Feiertag! Frohsinn auf Schallplatten. 11.25: Das Tier und wir. Unterhaltsames und Belehrendes aus dem Frank- urier Tiergarten. 12: Musik am Mittag. Dazwischen Berichte von den Schi-Weltmeisterschaften in Zakopane. Der Abfahrtslauf für Männer und Frauen um den Weltmeistertitel. 14: Kinderstunde. Kasperle für groß und klein. 14.30: Uns gehört der Sonntag! Ein Reigen sorgloser Melodien. 15.15: Volkstum und Heimat: „Fastnachtsbräuche im Hunsrück und in der Eifel". Hörfolge. 16: Das bunte Magazin. 18: Dorfsonntag der Jugend: Oh, du herrliche Eifel! 18.45: Schi-Heil! — Brettl hupf! — Schi-Salat! — „oi—oi—oi!" 19.30: Sportspiegel des Sonntags. 19.45: Reit- und Fahrturnier in Frankfurt a. M. 20: Nachrichten. 20.10: Großes Dolkskonzert in Verbindung mit der NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude": Schumann-Abend. 21 bis 21.15: Aus dem Leben Robert Schumanns. 22: Nachrichten. 22.20: Sportbericht. 22.30: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 3: Nachtkonzert. Montag, 13. Februar. 6 Uhr: Morgenlied. Morgenfpruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für den Garten und die Zimmerpflanzen. 10: Schulfunk: Der unsichtbare Gast am Mittagstisch. Hörfolge. 11.30: Ruf ins Land. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrich- ten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch. 15: Für unsere Kinder: Bastelstunde. 16: Nachmittagskonzert. Das Mikrophon unterwegs. 18: Hier spricht der Jurist: „Der Meineid". 18.10: Der Handelsvertreter. 18.20: Auf gut deutsch ... 18.30: Soldatenleben, hei, das heißt lustig fein. 19: Erste Wiener internationale Frühjahrsmesse im großdeutschen Raum: Wiener Mode — Wiener Messe. 19.10: Tagesspiegel. 19.25: Der fröhliche Lautsprecher. 19.45: Schi-Weltmeisterschaften in Zakopane: Die Entscheidung des 4 X 10- Kilometer-Staffellaufes. 20: Nachrichten. Grenzecho. 20.15: Stuttgart spielt auf. I. Richard Wagner. II. Militärkonzert. 22: Nachrichten. 22.20: Marschmusik. 22.30: Kamerad, wo bist du? 22.45: Nachtmusik und Tanz. 24 bis 2: Nachtkonzert. Wirtschaft. Handels- und Gewerbebant eGmbH., Gießen. In der gestrigen Verwaltungssitzung der Handelsund Gewerbebank e. G. m. b. H., Gießen, teilte der Vorstand mit, daß die günstige Weiterentwicklung des Instituts auch im Jahre 1938 angehalten hat. Der Gesamtumsatz auf beiden Seiten des Hauptbuchs stieg von 174 Millionen RM. im Jahre 1937 auf 200 Millionen RM. im Jahre 1938 und hat sich feit 1933 fast verdreifacht. Auch die Bilanzsumme hat eine Steigerung um mehr als eine halbe Million Reichsmark erfahren und beträgt jetzt 4 549 789,65 Reichsmark. Das Geschäftsergebnis war günstig und gestattet wiederum die Verteilung einer Dividende von 5,5 v. H. Heber die einzelnen Positionen der Bilanz berichten wir ausführlich anläßlich der Generalversammlung (28. Februar 1939). Bbein-Mainiscke Börse. Willagsbörse leicht befestigt. Frankfurt a. M., 10. Febr. Kleine Käufe der Privatkundschaft, unterstützt von einigen Anschaffungen des Berufslpmdels, schufen an den A k - ti en märt ten eine vorwiegend festere Tendenz und führten zu durchschnittlichen Kurserhöhungen von 0,50 bis 1 v. H. Vielfach ergaben sich darüber hinaus Steigerungen bis zu 1,50 v. H. Indessen hat sich das Geschäft kaum verbreitert, vielmehr kommen die meisten Erhöhungen nur zu kleinsten Beträgen zustande, wobei das fast völlige Fehlen von Angebot die feste Haltung nicht unwesentlich unterstützt. Zeitweise etwas belebter waren von den führenden Werten JG.-Farben mit 151,50 (150,25), Verein. Stahlwerke mit 110,90—111,25 (110,25), Rheinstahl mit 139,50—140 (139). Etwas mehr erhöht waren Scheideanstalt auf 210 (208,50), Cement Heidelberg auf 154 (152,50), andererseits lagen Th. Goldschmidt mll 136 (136,50), Aschaffenburger Zellstoff mit 109,13 (109,50) und Deutscher Eisenhandel mit 140,75 (141,25) nur knapp gehalten. Nach den ersten Notterungen ergaben sich leichte Schwankungen. Am Rentenmarkt hielt sich das Geschäft weiter in engen Grenzen und stärkere Abweichungen traten kaum ein. Von öffentlichen Anleihen gewannen Reichsattbesitz 0,25 v. H. auf 129,50, Reichsbahn- VA. lagen mit 123,13 unverändert. Am Pfand- briefmartt wurden sämtliche Serien der Bad. Kommunal-Goldpfandbriefe um 0,25 v. H. auf 99,25 ermäßigt, ferner bröckelten die beiden Frankfurter Liquidattonspfandbriefe um 0,20 v. H. auf 101 ab. Industrie-Obligationen lagen vorwiegend bis 0,25 v. H. niedriger, 5 v. H. Mittelstahl — 0,40 auf 100,65. Von Stabtanleihen 28er Mainz 97 (96,75), 4,5 o. H. Heidelberg 96.75 (97). Im Freiverkehr zogen Kokhmunal-Hmschuldung auf 93,20 (93,15) an. Auch im Verlaufe blieb die Haltung recht fest, ohne daß jedoch weitere Erhöhungen eintraten ober die Hmsätze zugenommen hätten. JG.-Farben leicht schwankend mit 151,25—151,50, Mannesmann 112,50 nach 112,40. Die später notierten Papiere lagen zumeist bis 1 v. H., Licht & Kraft 1,50 v. H. höher (133,50). Im Freiverkehr blieben Din gier Maschinen weiter beachtet bei 104,50—106,50 (104—106), ferner nannte man Elsäß. Bad. Wolle mit 96—97, Verein. Fränk. Schuh mit 78—79 und Ufa mit 84,50 (85). Tagesgeld uno. 2,25 v. H. Abeudbörse still und behauptet. Der bevorstehende Wochenschluß ließ an der Abendbörse keine Hnternehmungslust aufkommen, zumal sich die Kundschaft fast nicht beteiligte. Trotz der Geschäftsstille konnten sich die Kurse am Aktienmarkt auf dem erhöhten Mittagsstand meist gut behaupten, vereinzelte Abweichungen betrugen f«um mehr als 0,25 bis 0,50 v. H. Die Grundtendenz blieb recht freundlich. Don den führenden Werten notierten IG. Farben 151,50, Verein Stahl 111,25, AEG. 122 (121,90), Mannesmann 112,50, Rhein- stahl 140, dagegen Hoesch 110 (110,50) und Reichsbank 182 (162,50). Eine Kleinigkeit erhöht waren Adlerwerke auf 108,50 (108,25), BMW. auf 153,50 (153), Betula auf 158,75 (158), Deutsche Erdöl auf 128,25 (128), Licht und Kraft auf 133,75 (133,50), Metallgesellschaft auf 121,50 (121,25) und Hapag auf 63,25 (63). Am Einheitsmarkt zogen Gritzner- Kayser 1 v. H. an auf 89,50, Henninger-Bräu unverändert 118. Bon Renten waren Reichsaltbesitz weiter etwas fester mit 129,65 (129,50), anderseits Reichsbahn-VA. 123 (123,13). 6 vH IG. Farben unverändert 119,25. Kommunal-Hmschuldung halb« amtlich 93,22V- (93,20).