Ur. 9 Erstes Matt Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte ©ießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Vezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen van einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 189. Zahrgmig Mittwoch,U-Zamar 1959 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfilatsdruckerei R. Lange in Sieben. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps.. für Text- anzeigen von 70mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.25O/«, mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-., Vereins., gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördlicheAnzeigenbRpf. Mengenabschlüsse Staffel B dieser Losung Beneschs in dramatischer Eindring- Wenn man die Rolle, die Dmowski im Sckr'itt ist fest ja hart, die Gesichtszüge sind ernst,, vergleicht, wird deutlich sichtbar, daß es sich hier Grenze Asiens bis nach Europa hinein verschob, nur um die Mundwinkel liegt ein flüchtiges nicht mehr um eine zufällige Gleichrichtung ihrer mußte er notwendigerweise Gegenkräfte des Läckeln' aber diese Augen, wie leuchten sie vor Schicksale handelt. Als Exponenten einer abklm- Abendlandes auslosen. Nur das Polen Pll- ^1-eudel'" gettden Welle im geistigen Strom beider west- sudskis hat sich den Rucken im Westen frei ge- ü Mer * diesen Polen kurz vor seinem Tode sah, slawischer Völker mußten sie der gleichen Gesetz- macht, als es das Abkommen vom Jahre 1934 mit Chamberlain auf der Kahrt nach Rom Die Abreife Unlerhattung gab Gelegenheit Oie Sitzungen mit Reden der Alterspräsidenten beiden Regierungen hera«ffteltte ^öffnet. Im Senat, wo der 92jährige Al- •1 v . ... i Z < Sa. o t i ♦ a. •• r • v 1 r7x_________ h.» ni nr n rha h i pf I Wer diesen Polen kurz vor seinem Tode sah, mußte feststellen, daß jenes Lächeln der Freude und des Triumphes aus dem Antlitz seit langer Zeit ausgelöscht war. Hart gruben sich die Falten in die Wangen ein, die dicht bebuschten dunklen Augen sahen müde in die Ferne, als suchten sie jenseits von Weichsel und Pripjet den längst entschwundenen Glanz des Zarentums, als trauerten sie um den romantischen Schimmer des „Beherr- schers aller Reußen", der auch ein freies Polen Dmowski und seine Partei in hoffnungsloser Opposition, und er selbst hat in den letzten Jahren nichts mehr von sich hören lassen. Auch der Tscheche Kramarsch mußte nach seinem mißglückten Versuch, als erster Ministerpräsident der Republik dem dort vorherrschenden Marxismus Widerpart zu bieten, seine Segel streichen und sich damit bescheiden, das grollende Gewissen seiner Nation zu sein, dessen Mahnungen nicht erhört wurden. dem größeren Manne Pilsudski unterlag, weil er sich in bürgerlichen, veralteten politischen Formen der Vergangenheit bewegte. Nichts kennzeichnet seine Pedanterie greller als die Tatsache, daß er zur gleichen Zeit, als Pilsudski 1926 in Polen den entscheidenden Staatsstreich durchführte, in Italien theoretischen Studien des Faschismus nachging. dem nationalsozialistischen Deutschland schloß. Der tschechische Staat versuchte sich weiter auf alten Dmowski war wie Kramarsch ein kluger, geistreicher Kopf; er hat auf die geistige Ausrichtung des polnischen Volkes einen großen Einfluß ausgeübt. Ihm blieb die Tragik nicht erspart, daß er, während der Nationalstaatsgedanke die Grundlage des Wortes ein Opfer des trügerischen Zarenglanzes geworden. Während sie noch den Pulsschlag des Groß-Slawentums in Petersburg zu vernehmen glaubten, gliederten sich die Völker unter dem Druck der unerbitterlichen Tatsachen m den Rhytmus des mitteleuropäischen Raumes em. Dmowski hat Kramarsch um nicht einmal zwei Jahre überlebt. Als jetzt auch er in den Schatten des Todes trat, übernahm gerade der polnische Staat einen Teil der russischen Kronjuwelen, die in Warschau als Pfand für eme alte russische Schuld aufbewahrt worden sind. Es ist unter ihnen die alte Zarenkrone, ihrer Edelsteine beraubt und in sieben Teile zerbrochen ... Feierliche Bestattung OmowskiS. Der Sturz des Zarenreiches hätte für Dmowski ebenso ein Warnungszeichen sein müssen wie für Kramarsch. Indem der Bolschewismus die zwischen den l------ - - vollkommene Identität derGesichls- punkte im vollen Umfang zu bestätigen. Warschau, 8.Jan. (DRV.) Seit dem Tode Marschall Pilsudskis erlebte die polnische Hauptstadt ihre größte Beisetzungsfeier. Sie galt der Ehrung der sterblichen Ueberreste des polittschen Gegenspielers Marschall Pilsudskis, Roman Dmowski, des Mitbegründers der nationaldemokratischen Partei und geisttgen Haupts der Rechtsopposition. In Sonderzügen waren aus allen Teilen Polens rund 15 000 Personen nach Warschau gekommen. Der Totenmesse m der Warschauer Kathedrale wohnte neben Vertretern sämtlicher nationaler Oppositionsparteien auch der ehemalige Staatspräsident Wojciechowski bet Die Zahl derer, die dem ehemaligen Führer der nationalen Partei die letzte Ehre erwiesen, der auch als Schöpfer des Antisemitismus in Polen anzusprechen ist, wird auf rnchr als 100 000 geschätzt. Dmowski wurde auf einem Warschauer Friedhof beigesetzt. Besondere Trauerfeiern fanden auch noch in vielen anderen Städten Palens statt. Duclos erhielt 273 Stimmen, während sein Gegenkandidat Aubert, der den Radikalsoziaüsten nahesteht, 133 Stimmen auf sich vereinigen konnte. Auch die Wahl des der rechten Gruppe Marin angehörenden Kandidaten V a l l a t kam nicht im ersten Wahlgang zustande, da er nur 264 Stimmen aus sich vereinigen konnte, während für den farbigen Abgeordneten E a n d a c e , der schon bisher Vizepräsident war, 193 Stimmen abgegeben rvUrden. Oer Kommunistenhäuptling DucloS wiedergewählt. Der kommunistische Fraktionsvorsitzende Duclos ist entgegen den allgemeinen Voraussagen mit sehr knapper Mehrheit für ein weiteres Jahr zu einem der sechs Vizepräsidenten der Kammer w i eder- gewählt worden. In der Stichwahl entfielen auf ihn 246 Stimmen; die absolute Mehrheit betrug 237. Die Kommunisten, die Sozialisten und die kleinen Linksparteien sowie einige Radikalsozialiften haben für den Kommunisten get gegeben: , , . . „Rlinifferpräfibenf Chamberlain und Außenminister Lord Halifax, die sich auf der Durchreise nach Rom in Paris befanden, haben diese Gelegenheit benutzt, um sich im Quai d'Orsay mit den Herren Daladier und Bonnet zu unterhalten. Diese Unterhaltung gab Gelegenheit, die Herriot wieder Kammerpräsident Neue Sitzungsperiode des französischen Parlaments. Paris, 10.Jan. (Europapreß.) Das Parlament traf am Dienstagnachmittag zu einer neuen Sitzunasperiode zusammen. In beiden Häusern wur- Slawische Zeitenwende Eigener Bericht des Gießener Anzeigers failles verkannte, ja er sah in Deutschland einen Verbündeten gegen den fanatischen Feind im Osten, gegen den Bolschewismus. So ersparte er seinem Lund das Schicksal des Tschechentums, das von dem System Masaryk-Benefch irregeleitet zum Schlüsse keine andere Rettung mehr zu haben glaubte, als wieder eine russische Karte, diesmal die mit dem Sowjetstern, auf den grünen Tisch In Begleitung von Ministerpräsident Daladier und Außenminister Bonnet begaben sich sodann Ministerpräsident Chamberlmn und Außenminister Lord Halifax zum Lyoner Bahnhof, um von Dort aus um 19.30 Uhr WEZ. mit dem Rom-Expreß nach Italien weiterzufahren. „ ... In den Abendstunden wurden Einzelheiten über die Ministerbesprechung bekannt, die interessante Rückschlüsse auf die französisch-englische Haltung gegenüber den italienischen Forderungen zulitisen. Obgleich man sich weiterhin in französischen Kreisen gegen den Gedanken wehrt, daß die englischen Minister m Rom eine Vermittlung im französisch-italienischen Streit unternehmen «urden deutet doch alles darauf hin, daß die englischen Mim- Der Aufenthalt in Paris. E. F. Paris, 10. Januar. Ministerpräsident Chamberlain und Außenminister Lord Halifax sind mit ihrer Begleitung am Dienstag um 17.45 Uhr WEZ. mit Dem Luxuszug „Goldener Pfeil", aus Calais kommend, in Paris eingetroffen. Auf dem Nordbahnhof wurden sie von Ministerpräsident Daladier, Außenminister Bonnet, dem englischen Botschafter Sir Eric P h i p p s und Beamten des Quai d'Orsay empfangen. Mit Rücksicht auf die Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit spielte sich die Begrüßung m den knappesten Formen ab. Die aus sechs Wagen bestehende und von Motorradfahrern begleitete Kolonne setzte sich dann zum Außenministerium tn Bewegung. Beim Verlassen Des Bahnhofs wurde Chamberlain verschiedentlich durch Hochrufe begrüßt. Am Quai d'Orsay begann sofort eine Besprechung zwischen Chamberlain, Lord Halifax, Daladier und Bonnet im Rotundensaal. Nach deren Beendigung wurde folgende amtliche Mitteilung aus- Rom zu sefilichemEmpsang bereit Rom, 10. Jan. (Europapreß.) Die englischen Minister werden am Mittwoch um 16.30 Uhr mit dem Sonderzug in Rom erwartet. Im Hauptbahnhof und in dessen Umgebung sind die Vorbereitungsarbeiten für den festlichen Empfang der englischen Gäste in vollem Gang. Der Bahnhof wird reich mtt englischen und italienischen Flaggen, mit grünen Blattpflanzen und bunten Blumen geschmückt. Um Raum für Die Begrüßungsfeier zu schaffen, sind zwei Gleise überdeckt worden, so daß drei Bahnsteige miteinander verbunden sind. Die auf diese Weise entstandene breite Plattform ist vollständig! mit karmesinfarbenen Teppichen und roten Läufern bedeckt worden. An den Pfeilern und den Wänden der Bahnhofshalle wurden Wappen mit den Zeichen des Hauses Savoyen, dem Liktorenbündel, dem Adler des Imperiums oder den Farben der Stadt Rom angebracht. Auch die Außenfronten des Bahnhofs prangen im Flaggenschmuck. Gegenüber dem Seitenausgang, durch Den Die Gäste Den Bahnhof verlassen werden, ist eine große Tribüne für Die englische Kolonie in Rom errichtet worden. Zu Dem englischen Ministerbesuch ist eine große Zahl von Sonderberichterstattern aus London, Paris und anderen Hauptstädten in Rom eingetroffen. Die römische Presse geht auch am Vorabend der Ankunft des englischen Ministerpräsident ten Chamberlain und Des Außenministers Lord Halifax nicht aus ihrer Zurückhaltung hinsichtlich der bei Der Zusammenkunft zur Erörterung kom- menDen politischen Probleme heraus. Lediglich Die „Tribuna" bringt einen Leitartikel, Der in Der Feststellung gipfelt, daß Frankreich eine aus Dem Londoner Vertrag von 1915 sich ergebende Schuld an Italien abzutragen habe. Die Bezahlung Dieser Schuld seinurdurchGebietsabtretungen möglich. In Frankreich mache man natürlich Ausflüchte. Man weise darauf hin. Durch Derartige Zu- geständnisse könne Das demokratische Prestige leiden ober das autoritäre System gestärkt werden. Das sei zwecklos. Wenn etwa Die französische Regierung Die englischen Minister beauftragt habe. Derartige Argumente in Rom vorzubringen, Dann gehe Der gallische Stolz und der demokratische Optimismus zu weit. verklären sollte. Wenn man Das Schicksal Des WieDererweckers eines unabhängigen Polens betrachtet, Dann drängt sich unwillkürlich der Vergleich mit dem 1937 verstorbenen Führer Der tschechischen Nationaldemokraten, Karl Kram ar sch, auf. Beide setzten im, Kampfe um die Unabhängigkeit ihrer Völker auf Die russische Karte. Dmowski j realisierte Den NationalgeDanken seines Land- , manns Poplawski, inDem er Die polnische National- ’ Demokratie als Partei vornehmlich Des Bürger- , tums schuf, Die sich 1905 mit Dem Zarentum aus- j söhnte und im Deutschen Reich Den „g e» fährlichsten FeinD Polens" sah. Zur , gleichen Zeit spann Karl Kramarsch, damals Reichsratsabgeordneter in Wien, seine Fäden nach Petersburg unD trat in Den gemeinsamen Delegationen Der Wiener unD Budapester Parlamente für Die Lösung Des Bündnisses Der Monarchie mit Deutschland unD Dessen Ersatz durch ein Bündnis mit Rußland ein. Dmowski versprach sich von einem Sieg Rußlands über Das Reich Die Wiedererlangung Der polnischen Unabhängigkeit. Kramarsch verkörperte Den alten Traum des tschechischen Volkes nach einem slawischen Großreich mit dem Sitz in Petersburg unD feinem westlichsten Vorposten in Prag. Auf Dem Panslawistischen Kongreß in Prag, 1908, waren Dmowski und Kramarsch anwesend, jener freilich mehr zu dem Zwecke, um Verbündete für den polnischen Freiheitskampf zu suchen, Dieter aber als unbedingter Anhänger Des Russentums, Dem auch feine Frau entstammte. Nur Kramarsch war als echter Panslawist anzusprechen, Denn Roman Dmowski sah in dieser Idee in erster Linie eine Waffe gegen Die germanische Welt. Die Gegenspieler Der beiDen Slawen waren voneinander in Ideologie und Charakter völlig verschieden. Ueber Dmowski siegte der Revolutionär Pilsudski, Der sich in seinem Kampfe werbend an Die Soldaten und Arbeiter seiner Nation wandte und daher jene realpolitischen Kompromisse haßte, Die Das satte polnische Bürgertum um seiner wirtschaftlichen Existenz willen im Wechselspiel der Geschichte anwandte, und denen Dmowski auch dadurch Rechnung trug, daß er als Vorsitzender der polnischen Fraktion in die russische Reichsduma einzog. Kramarsch aber hatte es mit einem Philosophen Masaryk zu tun, der Den Begriff Der Demokratie mit Humanität übergoß und in einer überspitzten Form aus dem Westen Europas nach Prag zu verpflanzen suchte. Pil- .sudski baute auf Den Sieg der Mittelmächte über Rußland, Dmowski ging im Weltkrieg Die Westmächte um Hilfe gegen Deutschland und für Polen an weil sie die Verbündeten Rußlands waren, Masaryk sah im Gegensatz zu Kramarfch m ihnen nicht nur die Machtfaktoren Der Zett, sondern auch die ideologischen Keimzellen Des „Neuen Europa , Das er sich unter Der Führung Frankreichs vorstellte. Ihm gelang es, eine Einheitsfront mit Kramarfch während des Krieges herzustellen mtt jenem Kramarsch, Der Den Kampf um Böhmen innerhalb Der Grenzen Der Monarchie führte Damit wurde Den Tschechen jener Bruderkampf er- spart, Der Polen in zwei Lager, um Dmowski und um Pilsudski, zerrissen batte. Polen hat in Dmowski wohl einen Kramarsch, jedoch nie einen Masaryk erlebt Der große Pole aus Wilna, Pilsudski, war das^Gegentei des ideologisch verkrampften Demokraten Masarnk, Pilsudski war Soldat und als solcher Imperialist. Während Dmowski die Ansprüche des Polentums auf russisches Staatsgebiet freiwillig be^rankte und den Bug als Ostgrenze ansah, holte Pilsudski mit seinem Schwert wett nach Der Ebene aus. Dmowski wollte Dafür Das Rad der Geschichte zurückdrehen und fo genannte "Mansche Ansprüche" auf deutsches Land bis zur Elbe geltend machen. Pilsudski aber drängte nicht weiter gegen Den Westen als ihm Der Friedensschluß von Der- ster ermächtigt worden sind, die großen Linien der französischen Haltung dem Duce dar zu leg en und ihn vor allem einzuladen, die italienischen Forderungen auf dem direkten diplomatischen Wege Der französischen Regierung be- kanntzugeben. Man hat in gut unterrichteten Kreisen in Paris den Eindruck, daß Frankreich z u d r e 1 Zugeständnissen gegenüber Italien bereit sei: 1. würde Frankreich den Derwaltungsrat Der Suezkanalgesellschaft durch Italiener ergänzen; 2. würde es, was übrigens bereits im Laval- Mussolini-Abkommen vorgesehen ist, den Italienern in Tunis gewisse Rechte zusprechen und 3. wurde Frankreich unter Umständen in eine mehr oder weniger völlige Abtretung Der Eisenbahn Dschibuti — ADdisAbeda an Italien einwilligen. Es scheint sich hier um französische Zugeständnisse zu handeln, Die Die englischen Minister in Rom mitzuteilen ermächtigt sein sollen. Die englische Regierung würde aber selbst in die Verhandlungen nicht eingreifen, Die nach französischer Auffassung direkt zwischen Paris und Rom geführt werden müßten. , Die L 0 nd 0 ner Blä11er vom Mittwoch stellen einstimmig fest, daß Die Gespräche sich in Der Hauptsache auf Die spanische Frage bezogen hatten. Der gut unterrichtete „Daily Expreß' schreibt, Chamberlain habe erklärt, daß England einen letzten großen V e r mittlun gs schritt zwischen Den beiden in Spanien kämpfenden Parteien anstrebe. Die englischen Staatsmänner sollen von den Franzosen davon in Kenntnis gesetzt worden sein, daß Frankreich keine Aenderung der „grundlegenden Fragen" zulassen werde. „Daily Mail" behauptet, daß auch Die militärische Bereitschaft Englands und Frankreichs berührt worden sei. Don französischer Seite seien große militärische Anstrengungen Englands und im Kriegsfall die sofortige Einführung der Dienstpflicht ge- 1 fordert worden. Ferner habe man in Paris auch über Die Möglichkeiten einer industriellen Mobilisierung in England gesprochen. „Daily Expreß" erwartet, Chamberlain und Lord Halifax würden bei Mussolini als erstes die Einstellu n g d e s P r e s s e f e l d z u g e s gegen Frankreich durchzusetzen suchen. Die englischen Staatsmänner wurden diese Maßnahme als Vorbedingung für Die Ge- 1 spräche stellen. L 0 nd 0 n, 10. Jan. (Europapreß.) Ministerpräsident Chamberlain und Außenminister Lord Halifax traten programmähig am Dienstagvormittag ihre Reise über Paris nach Rom an. Als Chamberlain seine Dienstwohnung verließ, wurde er in Der Downing Street unD in Whitehall von einergroßenMenschenmengebegrüßt. Chamberlain, Der in Begleitung feines Privatfekre- tärs Cleverly Den Wagen bestieg, nahm Die freundlichen Zurufe Der Menge lächelnD zur Kenntnis. Er schwenkte seinen Regenschirm und lüftete feinen schwarzen weichen Hut zum Gruß. Auf Dem Viktoria-Bahnhof hatten sich mehrere MitglieDer Des Kabinetts sowie Die Botschafter Italiens unD Frankreichs eingefunDen. Auf Dem Bahnhof waren ungewöhnlich scharfe Absperrmaßnahmen ergriffen worDen. Der Ministerpräsident traf nur wenige Minuten vor Abfahrt Des Zuges auf Dem Bahnhof ein und begab sich zu Den Diplomaten unD feinen Ministerkollegen, um sich von ihnen zu ver- abfchieden. Kurz vorher versuchten Arbeitslose mit Dem durch die Kundgebungen der letzten Wochen berühmt gewordenen schwarzen Sarg auf den Bahnsteig vorzudringen. Sie wurden jedoch durch Die Polizei zurückgehalten. R. H. Warschau, 8. Januar. Der erste Totenschein Des Jahres 1939 in Der nortpolnWn Gemeinde Drozdowo wurde am 2. Januar um 11 Uhr vormittags °u-gestelltt Ueber dem uralten Siegel der Pfarrer |tet)t geschrieben: „Gestorben Roman Dmowstl, 74 Jahre alt Wiedererwecker des unabhängigen Polens . . . Der Mann Der fett Jahren verbittert unD einsam auf Den Tod gewartet hat, feierte im Jahre 1919 Den Triumph seines Lebens. Als Clömenceau im Schloß zu Versailles in alphabetischer Reihenfolge Die Delegationen der einzelnen Staaten zur eröffnet, -oni ökhul, ivu w v , ,, terspräsident Damecour Die Ansprache hielt, befanD sich unter Den bei Den Ergänzungswahlen gewählten neuen Senatoren auch Der ehemalige sozialistische Innenminister M a r x D o r - m o y. Der 79jährige Alterspräsident Der Kammer, Salles, sprach sich in seiner Eröffnungsrede für Die Politik von München und Das im Dezember in Paris unterzeichnete deutfch-französifche Abkommen aus. Zum Kammerpräsidenten mürbe H c r- riot mit 421 Stimmen wiedergewählt. Dann wurden Die Abstimmungen für Die Wahlen der sechs VizepräsiDenten vorgenommen, von Denen Die folgenden vier ohne Schwierigkeiten gewählt wurden- Paulin, Morin, Ducos und Buyat. ^Dagegen ließ sich die Entscheidung über die beiden ubri- gen Vizepräsidentenposten nicht so glatt DerbeifuD= ren. Der bisherige kommunistische Vizepräsident nami^Rutzland^ ft eht ^hinter unsDie^'iünasten wayreno oer ’jcanonaifiaaisgeuuiue uit ynunuiuyc ndmi! Rußland steht hinter uns. Die fungsten Neuordnung Europas wird, machtpoltti ch Ereignisse in Mitteleuropa haben die Irrsinnigkeit wnn9np nilludski unterlaa. weil er Unterzeichnung des Friedensdiktats aufrief, Da er- lichkeit beleuchtet. Der schon 1937 verstorbene Pan- boben sich bet Dem Ruf: „La Pologne!" P a D e -: flawist Kramarfch, Der bis zu feinem lobe den rewffi und Dmowski, burchschritten Die gan- Kreuzzug gegen Den Bolschewismus gepredigt hat, ,e Länge Des Saales, um im Namen eines Durfte diese letzte Genugtuung über den Zusam- Staates zu unterfertigen, Der 125 Jahre lang aus menbruch Der Politik seiner Gegner auf Der Pra- her Geschichte ausgelöscht war. Ein Zeitgenosse ger Burg nicht mehr erleben. hat diesen stolzen Gang Dmowskis so beschrieben: Wenn man Die Rolle, Die Dmowsk t tm Er sieht noch größer aus als sonst, vielleicht des- neuen Polen spielte, mit Der politischen Laufbahn halb weil er hoch aufgerichtet schreitet. Sein Kramarschs im tschechischen Staate nach 1918 slawischer Völker mußten sie Der gleichen Gesetzlichkeit erliegen. Dmowski vermochte wohl noch 1923 für kurze Zeit als Außenminister in Den. iiu/euHiiye ^uut VorDergrund zu rücken, gegen Den Tatmenschen! Gleisen, Die nach Paris unD Moskau führten. Der Pilsudski aber, der um sich eine neue, soldatische. Panslawismus aber hoffte untätig auf den Sturz Atmosphäre geschaffen hatte, gelang es ihm nur]Des roten Regimes im Kreml, Dem Dmowski eben- mit taktisch-parlamentarischen Methoden bis 1926 j so wie Kramarsch irrtümlicherweise nur ein kurzes Widerstand zu leisten. Seither verzehrten sich! Leben gegeben hatten. Sie sind im wahrsten Sinne I Die Jugend arbeitet an der Jungerhaltung des ganzen Volkes. Münchener Tagung -es Sozialamts -er Reichsjugen-führung stimmt, während etwa 100 Abgeordnete bereits vor der Wahl den Sitzungssaal verließen — Die Wahl von Duclos hat tn parlamentarischen Kreisen ziemliche Ueberraschung hervorgerufen Die „Liberte" sagt, die Haltung einer Reihe von Abgeordneten m der gegenwärtigen Regierungsmehrheit bestätige das Vorhandensein von geheimen Manövern gegen die Regierung und ihre Außenpolitik. Die Kriegspartei, die am 30. November beim Generalstreik eine gewaltige Niederlage erlitten habe, versuche in den Kammern Revanche zu nehmen. Der „Jour " bezeichnet die Wiederwahl Duclos als einen Skandal. Wie könne man es so einfach hinnehmen, daß gestern die Bänke der Linken voll besetzt gewesen seien, während man auf den Bänken der Mitte und der Rechten eine gähnende Leere habe feststellen müssen. Diese Abstimmung habe ein symbolische Bedeutung. Sie werde von den Extremisten ausgenutzt werden, die aus ihr die Behauptung ableiten würden, daß die Volksfront nicht tot fei. Duclos hätte mit den Stimmen der Marxisten allein nicht gewählt werden können. Die 40 oder 50 anderen Stimmen, die sich zu denen der Kommunisten und Sozialdemokraten gesellt hätten, seien diejenigen gewisser Radikal- sozi-alisten und Linksradikaler, die schändlicherweise von der neuen Mehrheit abaesprun- a e n seien und Verrat geübt hätten. Daladier werde hoffentlich die Warnung verstehen und die moralische Unsicherheit derjenigen erkennen, die ihm widerwillig folgten mit dem einzigen Ziel, ihn bei der ersten Schwäche zum Sturz zu bringen. Die marxistische und kommunistische Presse frohlockt natürlich über die Wiederwahl Duclos. Oaladiers Mitteimeer - Reife im Film Paris, 11. Ian. (Europapreß.) Die erste Vorführung des Films über die Reife des Ministerpräsidenten Daladier nach Korsika, Tunis und Algier fand am Dienstagabend im Feftfaal des Hauses der Chemie in Anwesenheit des Präsidenten Lebrun, fast des gesamten diplomatischen Korps einschließlich des italienischen Botschafters G vorig l i a und seiner Gemahlin, des Ministerpräsi- deuten Daladier, zahlreicher anderer Kabinettsmitglieder und Parlamentarier und der internationalen Bresse statt. Es handelt sich um einen umfassenden ropagandafilm, der im ersten Teil einen historischen Ueberblick über die am Rande des Mittel- meers lebenden Völker gibt. Daran schloß sich der Film über die Reise des Ministerpräsidenten an, der die Massenkundgebungen in Korsika, Tunis und Algier zeigt, vor allem auch die Paraden, wobei die Militärmacht Frankreichs illustriert wird. Der dritte Teil gibt eine vom französischen Standpunkt aus gesehene Darstellung des Mittelmeerproblems, die die Berechtigung der ablehnenden Haltung Frankreichs gegenüber den italienischen Forderungen im Mittelmeer dartun soll. Ein zweites Todesurteil wegen Landesverrats in Frankreich. Paris, 11. Ian. (Europapreß.) Die französischen Militärgerichte haben innerhalb weniger Tage das zweite Todesurteil in einem Prozeß wegen Landes- verrats gefällt. Vor einigen Tagen wurde vom Militärgericht in Nancy ein Elsässer wegen Landesverrats zum Tode verurteilt. Am Montag hat nun das Marinegericht in Tou- lon gegen den Seekadetten Aubert, der eingestanden hot, in den Jahren 1937 und 1938 militärische Geheimnisse an eine ausländische Macht verraten zu haben, zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde mit fünf gegen 2 Stimmen gefällt. Die Komplicin des Landesverräters, ein Freudenmädchen, wurde zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. — Das Gesetz, wonach Landesverräter zum Tode verurteilt werden, besteht in Frankreich erst seit einigen Monaten. Es wurde vom Ministerrat durch Dekret in Kraft gesetzt. Oie Strafe für Grünspans Onkel erhöht Paris, 10. Jan. (Europapreß.) Die Zehnte Kammer des Pariser Berufungsgerichts verwarf am Dienstag die von dem Onkel des jüdischen Mörders Herschel Grünspan, Abraham Grünspan, eingelegte Berufung. Abraham Grünspan war zu vier Monaten Gefängnis und 100 Franken Geldstrafe verurteilt worden. Das Berufungsgericht hat jedoch diese Strafe noch um zwei Monate Gefängnis erhöht. Die Frau Abraham Grünspans, Ghana Grünspan, erhielt eine Gefängnisstrafe von drei Monaten und 100 Franken Geldstrafe. Das Urteil erstreckt sich auf die Verletzung der fremdenpolizeilichen Bestimmungen bei der Beherbergung ihres Neffen, des Mörders Herschel Grünspan. Dagegen' ist die Frage ihrer Mitschuld an der Ermordung Des Gesandtschaftsrates vom Rath noch nicht geklärt. Mosley-Anhänger gegen deutsch-feindlichen proteflKRummet Londo n, 11. Jan. (Europapreß.) Der Fraktionsvorsitzende der englischen Arbeiterpartei, A t t ° l e e, und Sprecher anderer politischen Parteien sonne Religionsgemeinschaften wurden am Dienstagabend bei einer deutschfeindlichen „Protest"- Versammlung im Rathaus des Londoner Stadtbezirks Limehouse von politischen Gegnern durch das Absingen der englischen Faschistenhymne unterbrochen und niedergeschrien. Zwei Stunden lang dauerten die Störungen der Versammlung. Dabei wurden Stinkbomben geworfen und § e u e r» werkskörper zur Explosion gebracht. Eine Gruppe von vierzig bis fünfzig Personen rief stän- oig „H^e i l Mosley!" und „Wir wollen Mosley haben!" Der Bezirksbürgeryieifter rief schließlich me Polizei herbei, die etwa zwanzig Versammlungsteilnehmer zwangsweise aus dem Saal entfernte. Ein Ariergesetz für lschecho-slowatische Rechtsanwälte und Aerzte gefordert iS r a<5 ’<101 $arL (Europapreß.) Tschecho-slowa- pl^^e Rechtsanwalts- und Aerzte - Organisationen haben einen Antrag für ein Gesetz zum Schutz der arischen Advokaten und Aerzte gegen die jüdische Expansion einge- vracht. Nach diesem Gntanirf soll die Aerzte- und Advokaten-Praxis nur von Personen ausgeübt werden dürfen, die tschechischer, slowakischer'oder ukrainischer Nationalität und arischer Abkunft sind. Personen nichtarischer Abstammung dürfen den Beruf eines Rechtsanwaltes oder Arztes nur soweit ausüben, wie der verhältnismäßige Anteil der nicht- arischen Aerzte und Anwälte den Anteil der Nicht- oder in der Gesamtbevölkerung nicht übersteigt. Staatsangehörige arischer Abstammung, die sich zu einer Nation bekannt haben, die nicht die tschechische, slowakische oder ukrainische ist, dürfen gleichfalls diese Berufe ausüben, doch gilt auch hier München, 10. Jan. (DNB.) Das Soziale Amt der Reichsjugendführuny veranstaltet in der Hauptstadt der Bewegung feine Reichstagung. Obergebietsführer Axmann begrüßte Reichsleiter Dr. Frank, der als Reichsrechtsführer die Rechtsarbeit der HI. fördert und als Präsident der Akademie für deutsches Recht die Möglichkeit erschlossen hat, im Jugend-Rechtsausschuß selbst an der Gestaltung der Neuordnung im Dritten Reich aktiven Anteil zu nehmen. Reichsleiter Dr. Frank ging davon aus, daß das Recht nicht eine Angelegenheit der Juristen ist, sondern in einem Rang mit den anderen großen Leitmotiven einer Nation steht. Es gibt nur einen Weg, Machtverhältnisse zu stabilisieren: diesen Weg zeigt das Recht. Die Gesetze eines Volkes geben eine Gewähr, daß eine Revolution sich durchsetzen kann, lieber Weltanschauung und Staatsmaxime erhebe sich die nationalsozialistische Führung. Die Führung des Volkes schaue in den geschichtlichen Raum, die Verwaltung schaue nach Innen in die Gemeinschaft. Der Führer sei geschichtlicher Gestalter, die Verwaltung sei die Ordnung des Apparates, mit dem man Geschichte macht Die Partei müsse die geschichtsbewußte F ü y - rungsgemeinschaft sein, und sie müsse die Verantwortung tragen für die gesamte Volksgemeinschaft. Die Erziehung zum jungen Führer könne dem Nationalsozialismus niemand abnehmen. Das fei nicht Aufgabe der Schule. Wer die Ordnungsgemeinschast des Nationalsozialismus wahren wolle, der dürfe auch nicht mit der alten juristischen Schulweisheit kommen. Das Gesetz des Rechts müsse das Erlebnis des Volkes fein. Die Jugend müsse in den eigenen Reihen den Rechts- geDanken fördern. Ihre höchste Pflicht sei es, voll und ganz bereit zu sein, der Idee zu dienen und die Ordnung zu wahren. Der Reichsjugendführer wandte sich bann an die Sozialabteilungsleiter und Gaujugendwalter mit der Mahnung, in ihrer Arbeit, die so verwandt sei mit der Ausgabe des Gesundheitsamtes und der Aerzte, die neue Aktion der HI. im Jahr der Gesundheitspflege zu unterstützen. Der Führer sei auch hier, wie in allen Fragen des Lebens, der Jugend schönstes Vorbild. Wenn man das Ergebnis des WHW. 1936/37 mit 422,8 Millionen RM. mit den Ausgaben für Nikotin im gleichen Jahre in Höhe von 2400 Millionen RM. vergleiche, so sei das kein befriedigendes Ergebnis, vor allem deshalb nicht, weil das deutsche Volk diese Ausgaben größtenteils in Devisen vornehme. Der Reichsjugendsuhrer erklärte sodann daß die HI. im Jahre 1939 keinen Feldzug asketischer Art etwa gegen alle G e - nüsse des Lebens unternehme. Nur wolle er Die Jugend in ihren Entwicklungsjahren vor dem Verbrauch von Genußgiften bewahren, deren massenhafte Vertilgung allzu oft in der Vergangenheit zum „guten Ton" gehört habe. Er wäre unglücklich, wollte man die Aktion der Jugend mißverstehen und sie -als gegen allen Lebensgenuß gerichtet auffassen. Es sei ein großer Unterschied, ob ein Erwachsener am Abend zwei Glas Wein trinke oder zwei bis drei Zigarren rauche, ober ob das ein Jugendlicher tue. Der Reichsjugendführer erörterte dann im einzelnen die Maßnahmen, die zur Bekämpfung der Zahnkrankheiten und Fußschäden unternommen werden sollen. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley wandte sich gegen die Behauptung, daß die Erfolge der letzten Jahre zu teuer erkauft seien Wenn Gegner behaupteten, daß dadurch, daß wir von der Gemeinschaft Gehorsam, Einsatz und Opfer verlangten, dem einzelnen Menschen etwas genommen würde, dann ständen sich hier zwei verschiedene Welten gegenüber. Die eine Welt erkläre, der Mittelpunkt sei der einzelne Mensch, und um diesen einzelnen Menschen drehe sich die ganze Welt. Diese Auffassung müsse zum Chaos, zur Zerstörung und Auflösung aller Dinge führen. Demgegenüber stehe die andere Welt, die sich zu einem sinnvollen Zusammenfügen aller Dinge bekennt, die sich auf Gemeinschaft und Ordnung, auf Rasse und Boden, auf Gesetz, Mäßigkeit, Gehorsam und Leistung aufbaue. Vornehmstes Symbol der Gemeinschaftsei die ordnende Erziehung, ihr erster Ausdruck die Einheit von Führer und Gefolgschaft. Die Führer der Jugend hätten die schönste Aufgabe, indem sie die fungen Menschen in die Welt des Nationalsozialismus hin- einführen und ihnen die Gemeinschaft wohnlich und heimatlich machen dürften. Alles hänge davon ab, die Menschen, unser wertvollstes Gut in der Wirtschaft, gesund und leistungsfähig zu erhalten und zur höchsten Leistung zu stet- g er n. Alle 80 Millionen deutsche Menschen müßten eine einzige Leistungsgemeinschaft fein. Unser Sozialismus fei die Sicherung des deutschen Lebens. Mit der zusammengeballten Kraft der ganzen Gemeinschaft könne auch das Schwerste erreicht werden für unser Volk und für Deutschland. Notwendig sei aber vor allen Dingen, daß das gesamte deutsche Volk zum Derant wortungsbewußtsein erzogen werde. Die Betriebe müßten eine Einheit fein und bleiben. Darüber müsse auch die Jugend wachen. Die Sozialabteilungsleiter und die Gaujugendwalter sollten mit den Begriffen Jung und Alt aufräumen. Jung fei das gesamte deutsche Volk. Alt werde nur der, der nicht den Willen zur Leistung und zum Fleiß habe. Die Jugend müßte ihre schönste Aufgabe darin sehen, Vorkämpfer zu sein für die Iungerhaltung unseres Volkes. Leistungssteigerung durch nationalsozialistische Rationalisierung Oie Arbeitskammer Hessen-Nassau tagt in Frankfurt. LPD. Frankfurt a. M., 10. Jan. Auf der 7. Tagung der Arbeitskammer Hessen-Nassau behandelten führende Männer der Partei Wege und Möglichkeiten im Hinblick auf die für die nationale Produktion notwendige Leistungssteigerung. Der Leiter der Arbeitskammer, Gauobmann Becker, begrüßte die Tellnehmer. Mit dem Leistungskampf müsse die Leistungssteigerung jedes einzelnen Gefolgschaftsmannes verbunden sein. Der Vierjahresplan habe zur Dorausfetzung, daß jeder Betrieb mit den Kräften haushalte, die unbedingt notwendig eien. Die Tagung solle ein Appell auch für den letzten Betrieb sein, mitzuarbeiten am Werke Adolf Hitlers. Der stellv. Gauleiter Linder überbrachte die Grüße des Gauleiters. Die Arbeitskammern sollten, nach einem Wort Dr. Leys, das arbeitspolittsche Gemeinschaftsorgan von Partei, Staat und Wirtschaft sein und sich mit allen arbeitspolitischen Fragen beschäftigen, deren Lösung irgendwie von Bedeutung ist. Damit sei die Arbeitskammer ein wichtiges politisches Instrument in der Hand des Gauleiters zur Verwirklichung der nationalsozialistischen Polittk. Die deutsche Wirtschaft sei in den Dienst der Volksgemeinschaft gestellt worden. Das Millionenheer der Arbeitslosen sei verschwunden, das Arbeits- empo in einem früher nie gekannten Maße ge- teigert worden. Doch eine Sorge bewege uns heute, die Frage, wo können wir noch Menschen für unsere Arbeit hernehmen. Die Lösung sei nur: Mehr Arbeit ohne mehr Arbeitskräfte. Wir müßten jeden Betrieb zur höchsten Produktion bringen und unmoderne, weniger pro- mkttve Arbeitsstätten befeiligen. Das sei Rattonall- ierung im nationalsozialistischen Sinne. Früher eien um des Profites willen Taufende von Arbeitern auf die Straße gefetzt worden, heute aber bedeute das Wort Rationalisierung: wir sind verpflichtet, jede rein mechanische Handbewegung möglichst durch Maschinenarbeit zu ersetzen, damit wir Menschen von der mechanischen Arbeit wegnehmen und sie mit höheren aualifizierten Arbeiten be- chäfttgen können. Alles, was auf sozialem Gebiete geleistet werde, diene dazu, dem Menschen seine Arbeitskraft möglichst lange zu erhalten. Die Parole laute daher: Leistungssteigerung, also mehr Arbeit ohne mehr Kräfte. Reichshauptamtsleiter Claus S e l z n e r Übermittelte dem Gau Hessen-Nassau die Grüße des Reichsorganisattonsleiters Dr. Ley. Der Wettkampf- gedanke, der sich im Leistungskampf der Betriebe äußere, solle die Widerstandslinie unseres Volkes verstärken; er fetze eine soldatische Haltung voraus und Soldat fein, heiße Sozialist sein. Unser Ziel heute sei: Konzentration und damit vermehrte Energie auf allen Lebensgebieten unseres Volkes. Selzner behandelte die Gegensätze zwischen dem deutschen Menschen und dem Juden. Die Welt des schöpferischen Idealisten könne niemals die Welt des parasitären Materialisten fein. Die Judenfrage fei heute fein innerdeutsches Problem mehr, sondern beschäftige die ganze Welt. Der Selbstbestimmung der Völker müsse die Selbstbesinnung vorausgehen, so würden auch die anderen einmal zur völligen Erkenntnis der Gefahren des Judentums kommen. Während den Juden ein müheloser Gewinn reize, befriedige den Deutschen nur die Arbeit aus Leidenschaft. Wir hätten eine Leiftungsaristo- fratie, die nicht einen Standesdünkel darstelle, sondern stolz sei auf ihre durch schwere Mühe für die Allgemeinheit erreichte nützliche Leistung. Unser Selbstbewußtsein baue sich auf auf die Leistungsfähigkeit unserer Rasse. Um das Höchste für unser Volk zu erreichen, müsse jeder einzelne seelisch, körperlich und geistig gefördert werden. Der stellv. Reichsärzteführer Dr. Bartels und der Leiter des Amtes für Berufserziehung in der DAF., Professor Dr. Arnh old, sprachen dann über die Gesundheitsführung im Betrieb und organische Betriebsgestaltung. Aerztlicher Kunst sei es, wie Dr. Bartels ausführte, in den letzten Jahrzehn, ten gelungen, das Lebensalter zu verlängern, nicht aber das ßeiftungsalter. Unserer Zeit fei es vorbehalten, sich mit dem Leistungszustand der Menschen zu befassen und durch ärztliche lieber« wachung möglichst früh Schäden im menschlichen Organismus zu erkennen. Der Zusammenarbeit zwischen Hausarzt, Bettiebsarzt und Betriebsführer fei hier ein weites Arbeitsfeld gegeben Prof. Arn- hold kam in feinem Referat zu dem Schluß: Der geistige Inhalt des Dierjahresplanes sei: deutsches Volk arbeite dich frei! Hierzu brauchten wir Menschen mit hohem Leistungskönnen und Leistungswillen. Beides könnte noch gesteigert werden, einmal durch Leistungssteigerung von der Berufs» feite her, also gründlichste Dor- und Weiterbildung aller Schaffenden, und zum anderen durch eine organische Betriebsgestaltung, oder besser gesagt: deutsche Rationalisierung. Wir rationalisieren nicht mehr von der Maschine und vom Stoff her, sondern stellten den Menschen in den Mittelpunkt mit dem Ziel, einen Betrieb zu schaffen, in dem alles klappt und in dem froh schaffende Menschen bei der Arbeit stehen. Das Ergebnis fei, ein Optimum an technischer Leistung. Zum Schluß behandelte Gauamtsleiter A v i e n y das nationalsozialistische Siedlungswerk. Im Gau Hessen-Nassau seien in den letzten Jahren 8000 Sied- lerstellen und ein Mehrfaches an Mietwohnungen errichtet worden. Das Leistungsabzeichen für ge- sunde Wohnungen und'Heimstätten fei der Nachweis für die Mitwirkung an einer der größten sozialen Arbeiten unserer Zeit. 14 Leistungszeichen für heffen-naffauische Beiriebe. _ Zum Abschluß der Tagung fand im Saalbau ein Festkonzert, ausgeführt vom Reichssymphonieorchester unter Leiter des Generalmusikdirektors Adam, statt. Gauobmann Becker hieß das Orchester in der Gauhauptstadt willkommen und gab dann die mit dem Leistungs^eichen ausgezeichneten Firmen bekannt. Es find dies: Für vorbildliche Förderung „Kraft durch Freude": Asbach 8t Co., Büdesheim; Makedon Nestor-Gia- naglis, Zigarettenfabrik, Mainz; StaatL Mineralbrunnen, Fachingen; Rockel & C o., Alsfeld; Gustav Genschow 8t Co., Hachenburg; Deutsche Milchwirtschaft, Zwingenberg; Feinpapierfabrik Louis Staffel, Ober-Schmitten; Hessische Eisenbahnbedarf-AG., Darmstadt; Neufag Allianz, Frankfurt a. M.; Hubaleck & Co., Steeden a. d. Lahn; NS. Musterbettieb Portland- Zement, Mainz-Weisenau; Aerztliche Berech- nungsstelle, Büdingen. Für vorbildliche He im statten und Wohnungen: Deutsche Milchwirtschaft, Zwingenberg; Portland- Zement, Mainz-Weisenau. der Grundfatz der Proportionalität. Juden, die sich im Jahre 1910 oder späterhin zur deutschen ober ungarischen Nationalität bekannt haben, desgleichen nichtarische Personen, welche erst am 1. Januar 1914 ich auf dem Gebiet der ehemaligen Tschecho-Slowa- kei niedergelassen haben, sind von der Ausübung der Praxis überhaupt ausgeschlossen. Zur Begründung dieses Gesetzesantrags werden einige Angaben über den bisherigen Anteil der Juden in diesen Berufsgruppen gemacht. So beträgt der Anteil der Juden in der Advokatenschaft in Mähren 46 v. H., in Böhmen mehr als 35 v. H., während der Anteil der Juden in der Gesamtbevölkerung die- er Landesteile sich auf fünf bzw. drei Prozent beläuft. Aehnlich liegen die Verhältnisse in der Aerzteschaft. Bei einigen Krankenkassen beträgt der Anteil der Juden bis 70 Prozent. Leni Riefenstahls Olympia-Kilm wird in Amerika nicht gezeigt. Der von Leni Riefen stahl geschaffene Film von den O l y m p i s ch e n S p i e l e n in Berlin 1936 hat nicht nur in Deutschland eine begeisterte Aufnahme gefunden, sondern ist ein Welterfolg geworden. Allein Amerika hat eine unrühmliche Ausnahme gemacht. Amerika hat den Olympia-Film nicht zu ehen bekommen; lediglich eine private Aufführung vor einem geschlossenen Kreise amerikanischer Filmkritiker kam zustande. Leni Riesen stahl, die elbst nach Hollywood gereift ist, und dort vergebliche Verhandlungen über eine öffentliche Aufführung 'hres Films in den Vereinigten Staaten führte, gab bei einem Tee-Empfang im Deutschen Konsulat vor ihrer Abreise folgende Erklärung ab: „Der Olympia- Ailm wird in Amerika nicht gezeigt werden, well die amerikanische Filmindustrie sowohl in der Produktton als auch im Verleih von Leuten kontrolliert wird die das heutige Deutschland politisch ablehnen Sie haben es dahin gebracht, daß die Amerikaner nicht Gelegenheit haben werden, sich anzusehen, wie ihre Athleten mit denen der übrigen Welt kämpften und siegten — und dies, obwohl es sich bei den Olympischen Spielen um ein reines Sportereignis handelt und obwohl der Film überall sonst in der Welt gezeigt worden ist." Niettsch zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Der Hochverratsprozetz gegen die „Widerstandsbewegung" abgeschlossen. B e rl i n, 10. Jan. (DNB.) Nach achttägiger Verhandlung fand am Dienstag das Hochoerratsverfahren gegen den 49jährigen Schriftsteller E r n st N i e k i s ch und seine beiden Mitangeklagten vor dem Ersten Senat des Volksgerichtshofes seinen Abschluß. Wegen Vorbereitung zum Hochverrat und Verbrechens gegen das Gesetz gegen die Neubildung von Parteien vom 14. Juli 1933 wurde Nie lisch zu lebenslänglichem Zuchthaus und dauerndem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte und der 42jährige Joseph Drechsel zu drei Jahren sechs Monaten Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust verurtellt. Der 38jährige Karl Tröger wurde eines Verbrechens gegen das Parteineubildungsgesetz schuldig gesprochen und zu einem Jahr neun Monaten Ge- fängnis verurteilt. Bei Drechsel und Tröger wird die Untersuchungshaft von einem Jahr neun Mo- naten auf die Strafe angerechnet, so daß die Strafe Trögers als verbüßt gilt und der gegen ihn bestehende Haftbefehl aufgehoben wurde. Die Verhandlung hat ergeben, daß Niekisch mit Hilfe seiner beiden Mitangeklagten seine „ W i o erst a n d s b e w e g u n g" auch über das Jahr 1933 hinaus trotz gesetzlichen Verbotes weiterzufüh- ren versucht gat. Auch in der Folgezeit hat er in seinen Schriften eine üble Hetze gegen den nationalsozialistischen Staat und seine führenden Persönlichkeiten ent» faltet. Er lebte in dem Wahn, durch seine Schrnutz- und Schmähschriften ein Chaos herbei führen und auf diesem Wege feinen „Zukunftsstaat" errichten ju können. Die Fortführung des „Widerstands- kreifes" stellt sich rechtlich als ein Verbrechen gegen bas Gesetz gegen die Neubildung von Parteien dar, während durch die Herstellung und Verbreitung 1 r Hetzschriften der Tatbestand einer Vorbereitung des Hochverrats verwirklicht wurde. Eröffnung der Zulms-Sireicher-Schule an der Berliner Universität. Berlin, 11. Jan. (DNB.) In der Neuen Aula der Berliner Universität fand die Eröffnung der Julius-Streicher-Schule in der Berliner Universität statt. Auf Vorschlag von Julius Strei» cher hat der Forschungsbeauftragte für Fragen des Judentums Dr. D e e g, der Verfasser des Werkes ,^Hofjuden", einen Lehrauftrag an der Berliner Universität erhalten. Er wird über das Thema .Luden in der deutschen Rechtsgeschichte" Vorlesungen halten. Gauleiter Streicher führte ihn in fein neues Amt ein, nachdem Gaudozentenbunds. führer Prof. Dr. Willing den aufs engste mit dem Kamvf gegen bas Judentum verbundenen Gauleiter begrüßt hatte. Julius Streicher sagte, der Vorwurf, baß der Nationalsozialismus der Wissenschaft und Forschung Fesseln anlege, sei durchaus unberechtigt. „Wir verwahren uns nur dagegen, durch hergelaufene unschöpferische Schwätzer unsere heiligsten Gefühle und unsere edelsten Symbole verunglimpfen zu lassen." Vor der Machtergreifung habe die deutsche Hochschule in weitem Ausmaß unter dem bestimmenden Einfluß der Juden, Judenfreunde und Loaenbrüder gestanden. Wer die Rasfenfrage erkannt habe, der wisse, daß das Judentum nur das eine Ziel kenne, einen Krieg zu entfesseln, um das deutsche und das italienische, Volk für immer zu vernichten. Die Juden frage sei Oer inter als Die Ansichten über die Bedeutung des Winters Zeit eine grundsätzliche Wandlung erfahren. Vor hundert Jahren, als Handel und Volkswirtschaft in dem Niesenausmaß des heutigen regionalen und britische Regimenter Durchsuchungen vorge- nommen worden. Eine große Anzahl von Arabern wurde verhaftet. geglichener Stellung abgebrochen. Am Donnerstag wird die fünfte Partie in Nürnberg in Angriff genommen. Aus Leichtsinn den Ireund erschossen. Ein funger Mann aus Rittersdorf (Kreis Bit- bürg) spielte in Gegenwart seines 18jährigen Freundes mit einein Tesching. Plötzlich ging ein Schuß los, und die Kugel traf den Freund ins Herz, so daß der Tod auf der Stelle eintrat. Der unvorsichtige Schütze wurde verhaftet. Der Tod in der Lawine. Bei einer Schitour auf den 2400 Meter hohen Gittenstein ist ein Wiener Ehepaar tödlich verunglück t. Es handelt sich um den Ingenieur August Hüther und seine Ehefrau, die von der Trappenkarsee-Hütte trotz der Warnung des Hüttenwirts abseits der normalen Aufstiegspur zum (Bit- tc-nstein aufzusteigen versuchten. Beim Ueberqueren eines Lawinenhanges lösten sie eine Lawine aus und wurden mit in die Tiefe gerissen. Der Hüttenwart, der mit dem Fernglas das Niedergehen der Lawine beobachtet hatte, machte sich sofort auf die Suche. Er konnte zwar die beiden Verunglückten bergen, aber bei dem verschütteten Mann war der Tod bereits eingetreten, und die Frau starb auf dem Transport zur Schutzhütte. » Bei einem Marsch im Formazza-Tal wurde, ein Bataillon der Alpini-Schule von Aosta von einer im Wege. S ü d - In Jerusalem wurden von einem Militär- gericht sechs Arad er,, die am I^Dezember^in Rationaler Vormarsch bei dichtem Rebel. S a r a g o s s a , 11. Jan. (DNB. Funkspruch.) Am Dienstag setzten die nationalen Truppen ihren Vormarsch in Südkatalonien weiter fort. Obgleich sie, wie der nationale Heeresbericht meldet, durch dichtenNebelbehindert wurden, übermannen sie jeden Widerstand der Roten. Im Norden und Feit seines Landes betrachtet. Deutschland besitzt in seinem Winterklima eine günstige Ausrichtung für das wirtschaftliche Leben. Die Fälle, in denen der Winter wirklich störend in den Kreislauf der Wirtschaft eingreift, sind erfreulicherweise selten. Der letzte Fall, der in dieser Beziehung katastrophale Folgen hat, ereignete sich in dem Polarwinter 1929, der von Januarbeginn bis Ende Februar ununterbrochen Frost stärksten Ausmaßes brachte. Eine kleine Kostprobe erhielten wir in diesem Jahre vor Weihnachten in Gestalt der plötzlichen Kältewelle, die später in Verbindung mit Schnee namentlich im Verkehrsleben sich nachteilig auswirkte, da der gerade in diesem Zeitabschnitt stark beanspruchte Personen- und Güterverkehr der Reichsbahn dem Einfluß Unsere Karte veranschaulicht die ungefähre Vor- Marschrichtung der Armeen Francos. — (Scherl-M.) Außenminister Graf Czaky hat dem Außen Minister von Mandschukuo mitgeteilt, daß die ungarische Regierung Mandschukuo anerkannt habe. . internationalen Wirtschaftsgüteraustausches noch unbekannt waren, deckte man sich für den Winter so ein, daß eine Ergänzung auf handelswirtschaftlichem Wege während des Winters nicht erforderlich war. Es genügte früher ein Sprung zum Kaufmann nebenan, um die notwendigen Lebensmittel heranzuschaffen. Der Kaufmann selbst besaß so viele Vorräte, um die bescheidenen Bedürfnisse feiner Kunden während der Winterperiode zu docken. Daher dachte man früher auch ziemlich gleichgültig darüber, ob der Winter alle Verkehrswege verschneien ließ und Außenarbeiten und damit verbundene Verdienstmöglichkeiten unterband, weil jede einzelne Existenz im Wohnraum der damaligen Klein- , und Mittelstadtsiedlungen im Laufe des Sommerhalbjahres soviel erarbeiten konnte, um im Winter auszukommen. Man legte sich auf die Bärenhaut und hielt gewissermaßen einen Winterschlaf. Die Industrialisierung der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts und der umfassende Einbruch der Technik auf allen volkswirtschaftlichen Gebieten in diesem Jahrhundert haben eine völlige Wandlung geschaffen. Heute sind Hünderttausende, ja Millionen auf einen beschränkten Wohnraum vereinigt. Die Großstadt- menschen unserer Tage besitzen nicht wie ihre Urgroßeltern jeder ein Stückchen Land, das ihnen die Lebensmittel für das Winterhalbjahr beschert, sondern heute sind diese Millionen von dem laufenden Ertrag ihrer Handarbeit abhängig, und die Volkswirtschaft muß dafür fernen, daß diese Ertragsmöqlichkeiten in keiner Weise ins Stocken geraten. Auch kommt es heute nicht nur auf die Existenz des einzelnen Menschen an, sondern auf die dauernde Wettbewerbsfähigkeit einer Nation im internationalen Wirtschaftsleben. Vor hundert Jahren war der Schwerpunkt des wirtschaftlichen und industriemäßigen Lebens auf Europa und wenige Teile Nordamerikas beschränkt, heute haben sich sämttiche Erdteile in den internationalen Wirtschaftswettbewerb eingeschaltet. Darunter befinden sich zum größten Teil Länder, die überhaupt keinen Winter kennen und damit auch nicht die störenden Einflüsse der kalten Jahreszeit. Die Länder der Winterzonen wie Deutschland, Frankreich, England, sind also gezwungen, das ganze Jahr hindurch unbekümmert um klimatische Störungen ihre wirtschaftliche und industriemäßige Aus aller Wett. „Arado 79" In Sumatra. In Bangkok startete das auf seinem Fernslua befindliche deutsche Reifeflugzeug „Arado 79 ' zu seiner nächsten Etappe nach Medan an der Nordküste Sumatras, wo es noch am gleichen Tage eintraf. Der zur Zwischenlandung vorgeschene Flug- platz Penang wurde nicht angeflogen. Mit dieser abermals im Ohnehältstua zurückgelegten Strecke von 1150 Kilometer hat die Besatzung, Oberleutnant Pulkowski und Leutnant 3e nett, einschließlich ihres Weltrekordfluges bisher 12 000 Kilometer ohne Zwischenfall zurückgelegt. Auf dem ganzen Flug hat sich der in das Flugzeug eingebaute 105-?8-Hirth-Motor trotz schlechtester Wet- terlagen und klimatischer Schwierigkeiten ausge- zeichnet bewährt. In Bangkok hatten sich die Flieger einige Tage aufgehalten und eine Reihe von Vor- führilngsflügen unternommen, die in den dortigen Fachkreisen rege Bewunderung fanden. Besonders herzlich wurden Flugzeug und Besatzung von der deutschen Kolonie gefeiert. künftig Lilzüge mit Dnrchgangswagen. Zu den Annehmlichkeiten der Reise gehört die Möglichkeit, in den Schnellzügen von einem Wagen zum anderen zu wandern, wenn einem das Sitzen im Abteil zu langweilig wird. Dieses Vergnügen will die Deutsche Reichsbahn künftig auch den Be- nutzem ihrer Eilzüge ermöglichen. Wie sie in ihrem vorläufigen Jahresrückblick mitteilt, sotten in Zukunft auch die vierachsigen Durchgangswagen für Eilzüge ebenso wie die v-Zugwagen mit geschlossenem Faltenbalg ausgerüstet werden. Schloß Biebrich wird restauriert. Dem nassauischen Residenzschloß in Biebrich soll durch Wiederherstellungsarbeiten seine frühere Schönheit wiedergegeben werden. Die notwendigsten Arbeiten sind schon vorgenommen worden. Figuren am Mittelbau und die Sandsteingesimse werden vor einer weiteren Verwitterung geschützt und instandgesetzt. Nach der Restaurierung beabsichtigt die Stadt Wiesbaden das Schloß zu übernehmen. Es ist geplant, einen Teil der Anlage als Gaststätte zu verwenden Der Park soll ein Kurpark am Rhein werden Die Gesamtanlage bildet das Kernstück in der städtebaulichen Lösung, die das Biebricher Nh ei nufer einmal erhalten wird. der „höheren Gewalt" unterlag und Störungen erlitt. Abgesehen davon, daß die Kältewelle im ganzen Reich schlagartig den Abbruch sämtlicher Hoch- und Tiefbauarbeiten und damit die Stilllegung des gesamten Arbeitseinsatzes auf diesem Gebiete nach sich zog, konnte jeder am eigenen Leibe verspüren, in welchem Ausmaß 10 bis 20 Grad Kälte das sorgfältig organisierte Wirtschafts- leben an feinen lebenswichtigen Stellen treffen können. Hier zeigte sich eine segensreiche Auswirkung der nationalsozialistischen Staatsform, die in dem Augenblick den Gemeinschaftseinsatz der Nation einschaltet, da einzelne Glieder des vielgestaltigen Wirtschaftslebens und die von ihnen ab- hängigen Volksgenossen in Schwierigkeiten gerieten. Die saflonwirtschaftlichen Vorteile, die Frost und Schnee für den Wintersport und einzelne an- gegliederte Wirtschaftszweige bedeuten, stehen in irischastsfein d. ein unfreiwilliges, aber immerhin nicht unangenehmes Nichtstun einleiten zu können. Heute sehen wir den Winter, sobald er mit Eis und Schnee seine Diktatur errichtet, als einen gefährlichen Störer des normalen wirtschaftlichen Kreislaufs. Insbesondere bildet er für die Planungswirtschast ein recht unliebsames Intermezzo, allerdings immer in dem Falle, daß der Winter extreme Formen In Gestalt besonders langanhaltender Kälte oder tiefer Schneemassen annimmt. Die Volkswirtschaft und ihre Stellung zu den Klimaformen ist eben auf den berühmten goldenen Mittelweg ausgerichtet. Ebenso wie ein ständig feuchter und milder Winter weiten Zweigen der Volkswirtschaft — wir nennen nur die. Konfektton, den Kohlenhandel — saisonmäßig große Ausfälle bereitet, stört ein strenger, schneereicher Winter den Arbeitseinsatz auf dem Bau- markt, den Ablauf des Güteraustaufchs namentlich auf dem Wasserwege und damit die Einkommensmöglichkeiten von Millionen Volksgenossen. Man sagt nicht zuviel, wenn man ein strenges Minter- klima, wie es z. B. die skandinavischen Länder und Kanada besitzen, beim gegenwärtigen Stande der Technik als ausgesprochenes Hindernis für die wirtschaftliche Entwicklung und Konkurrenzfähig- wie stark die Ergänzungsmöglicheiten sind. Italien ist arm an Steinkohle. Deutschland dagegen reich. Nachdem Deutschland und Italien gemeinsame Grenzen haben, steht jetzt einer vorzugsweisen Deckung des italienischen Steinkohlen- bedarss durch Deutschland nichts mehr in: Umgekehrt hat Deutschland einen Bedarf an fr lichten, Del- und Faserpflanzen, den Italien in wachsendem Maß aus der Erzeugung des Mutterlandes und des afrikanischen Kolomalreiches wird befriedigen können. Mannigfach sind die Austauschmöglichkeiten auf industriellem Gebiet. Für eine Reihe italienischer Halb- und Fertigwaren besteht in Deutschland eine gute Absatzmöglichkeit, während Italien beispielsweise Produkte der chemischen Industrie, Düngemittel usw. beziehen kann. Wenn zwischen zwei so hoch industrialisierten Ländern wie Deutschland und Großbritannien ein umfangreicher und vielseitiger Austausch an Fertigwaren möglich ist, so wird das zwischen Deutschland und Italien, das für wichtige Industriezweige noch im Stadium des Aufbaues steht, noch in viel höherem Maße möglich fein. Auch bei der Auswahl der Feldfrüchte kann sich Italien noch mehr als bisher den deutschen Bedürfnissen anpassen. Ein besonderes Gebiet, auf dem zwischen den beiden Ländern bereits seit Jahren ein Ausgleich besteht, ist das der Arbeitskräfte. Durch die Intensivierung der deutschen Landwirtschaft im Rahmen der Ernährungsschlacht hat sich ein Mehrbedarf an Landarbeitern ergeben, zumal der Zuzug von Arbeitskräften aus östlichen und südöstlichen Ländern zurückging. Dazu kam ein wach- sender Bedarf an Spezialarbeitern, für die Italien von je her ein reiches Reservoir bildete, namentlich für Bau- u nd Wegebauarbeiter. Deutschland steckt in Arbeitskraftnöten und hat von dem befreundeten Italien die Zusicherung erhalten, daß diesem Mangel im Rahmen des Möglichen abqebol- fen wird. Der italienische Korporationsminister L a n t i n i, der im Dezember in D-utschland weilte, hat sich davon überzeugt, daß sich diese Arbeiter im Reich wohlgefühlt haben, und daß man ihre Leistungen uneingeschränkt anerkennt. Es steht allo nichts dem im Weqe. daß im Jahre 1939 weitere Gruppen italienischer Arbeiter im deutschen Landbau, auf Baustellen und bei den Autobahnen verwendet werden. Cr. zwei Jungen beim Rodeln tödlich verunglückt. Ein Unfall, dem zwei Knaben zum Opfer fielen, ereignete sich in Giershausen bei Nassau. Zwei Knaben im Alter von 13 und 8 Jahren vergnügten sich beim Rodeln. Beim Passieren einer Straßenkreuzung wurden sie von einem Lastzug erfaßt und beide auf der Stelle getötet. Schachwettkampf vogoljubow—Lliskases. Die vierte Partie des Schachwettkampfes B o g o l - jubow — Eliskases wurde in Regensburg auggetragen. Bogoljubow spielte eine spanische Partie, Eliskases wählte die offene Verteidigung (5 Iug- S 16 schlägt e4). Es entwickelte sich em spannender Kampf, und merkwürdigerweise war die Partie bis zum 23. Zug von Weiß ldenttsch mit einer kürzlich im Karlsruher Turmer gespielten Partie Becker—Bogoljubow. Eliskases brachte eine Verstärkung der Verteidigung. Es entstand Wich- f.j. L:- in hem Boaolmbow das Läufer in feiner auf Selbstbehauptung in Nordafrika gerichteten Politik einen starken Rückhalt, wenn es weiß, daß ihm wie vor drei Jahren die deutsche Wirtschaftskraft zur Verfügung steht falls M in der Belieferung aus überseeischen Ländern Störungen ergeben sollten. Das Wesen der Großraumwirtschaft liegt darin, daß mehrere unter verschiedenen klimatischen und wirtschaftlichen Bedingungen arbeitende Gebiete in ein enges Gebe- und Nehme-Verhältnis zueinander treten.Reichswirtschaftsminister Funk hat diese Gedanken in einem Geleitwort behandelt, das die Deutsche Wirtschaftszeitung an die Spitze ihres ersten Heftes im neuen Jahr veröffentlicht. Der Minister erklärt, daß Großraumwirtschaft nichts Neues sei, und daß die Vereinigten Staaten von Amerika sie in ihren weiten von der gemäßigten bis fast zur tropischen Zone reichenden Gebieten innerhalb der eigenen Grenzen, G r oh» b r i t a n n Le n auf Grund der Ottawa-Verträge im britischen Weltreich verwirklicht hätten. Für eine Großraumwirtschaft erklärt es Reichsminister Funk nicht für unbedingt erforderlich, daß die Grenzen geändert werden. Auch fei es entbehrlich, daß die betreffenden Länder gemeinsame Grenzen haben. Ebensowenig brauche selbstverständlich eine lieber- einstimmuna der Staatsform zu bestehen. Unerläßlich ist jedoch, daß jeder einzelne Partner der Groß- raumwirtschaft wirtschaftlich gesund ist und eine gute Mitgift in das wirtschaftliche Zusammenleben hineinbringt. Reichswirtschastsminister Funk greift damit einen Gedanken auf, den der Führer bei einem früheren Anlaß ausgesprochen hat, und der darauf hinausläuft, daß sich jeder Staat im Interesse der Weltwirtschaft volkswirtschaftlich gesund erhalten müsse. Ein Blick in das Verzeichnis der Waren, die im Außenhandel der beiden Länder Deutschland und Italien eine Rolle spielen, zeigt deutlich, gericht sechs Araber, die am 18. Dezember tn 1 gJ?Mniel in dem Bogoljubow das Läufer- der Nähe von Hebron gefangen.Kommen w paar hatte, Eliskases dagegen Läufer und Springer. SStfw#® S«3".< — .............. gegen die Koloniallüge. Sie tfchecho.flowakifche Regierung hat für bie London, 10. Jan^Europopreß.) Eine fdikgenbe Dauer von ^^^^“"g^mteTetoatsgebiet ° - r- S»- Ny «, boten. ^l7i.chen°Sn^ket7a7"Bu7 r°7° Ä' hina unb ietbft ein fo deutWeindliches Llatt wle der^Manchester Guardian" gibt zu, baß dieses Luch »egen feiner wissenschaftlichen unb Iritiden Qualitäten arö&le Aufmerksamkeit ««biene Aus der Schlußfolgerung Rudins verdient die ^6^ude Fest- stellung wörtlich zitiert zu werden: ''Mein eigener Schluß ist daß Deutschlands koloniale Leistung n inNalbde? Lrzen St von ^^hrendenR^ kord einer ungewöhnlichen Großtat Irimgtn lyce iLniijujujuiup: uuv Erzeugung in Gang zu halten, wenn sie nicht konjunkturmäßige Unterbrechungen und Ueber- Gruppe nahm' weitere Orte in Besitz. Auf dem linken I Holungen in Kauf nehmen wollen. Ebro-Ufer eroberten die Nationalen den Ort Gar- Diese Tatsachen sind es, die uns heute die Ge- Cia her drei Kilometer nördlich von Mora de Ebro statt des Winters von einer ganz anderen Seite lieat Im Süden von Espluga de Francoli wurde als früher beurteilen lassen. Früher sahen wir „>a-----... <- ..... v. das Kloster Pöblet befreit. An der Cordoba- nur die ideale Form des Winters, die Pracht kemem Verhältnis zu den 21 u5fallen dte ftrengcr ctront gingen bie nationalen Truppen nach dem seines Schnees, den prickelnden Reiz des Eises Frost für die Gesamtwirtschaft nfit sich bringt. Scheitern der roten Offensive zum Gegenangriff über und vielleicht auch die Tatsache, für einige Wochen l unb eroberten mehrere feinbliche Stellungen. Die Roten erlitten babei starke Verluste.----" • , zä fXlXU darstellen und Deutschland zu einem sehr hohen I Tom Moonevs Geschichte, hang als erfolgreiche Kolonialmacht berechttgen. i Rudin begrüßt im übrigen die deutsche Offenheit i Tom Mooney, der 2 2 Jahre im f altf orni- über ben Wert der Kolonien für die Wirtschaft des schen Zuchthaus von San Quentin verbracht Mutterlandes. Interessant ist seine Feststellung, daß hat, hat unter dem Jubel der Einwohner San Fran- Eingeborenen in Kamerun, wohin er ziskos in Begleitung des stellvertretenden Gouver- QU£f) ^kommen sei, dieausgezeichnetedeut- neues Patterson bie Fahrt in bie Freih eit an- h e sßerroaltung gerühmt hätten. Die Ein- getreten. 200 Autos sympathisierender Anhänger geborenen hätten besonders betont, die Deutschen begleiteten ihn, die üblichen Requisiten eines großen reicn ^roar streng, aber immer gerecht amerikanischen öffentlichen Empfangs waren vor- ^wesen. hanben: wehende Fahnen, riesige Papierschlangen, .„jaiu tobenbe Menschen. England CtTUptCt Die Geschichte Tom Mooneys ist schnell erzählt: . m ssaanda Er war Arbeiterführer und wollte für seine ClflC viCgCr-Uliiveriiiui in wyunvu. Arbeitskameraden einen Anteil an ber mächtig ein- London 10. Jan. (Europapreß.) England macht setzenden Kriegskonjunktur in den Vereinig en Staa° Anstrengungen, um die Eingeborenenbeoölke- ten herausholen; bei alledem behielt er kaltes Blut bej. afrikanischen Mandatsgebiete auch tn kul- genug, um gegen den Eint ritt d e r De x. Beziehung u n t e r b r i t i f ch e n E i n f l u h einigten Staaten in den Krieg Einspruch bringen. So ist jetzt be chlo en worden, das zu erheben. Am 22. Juli 1916 wurde m 6^ran- ornge^^^^ { w Ugknda für die Sieger- zisko vom Dache eines Hochhauses eine Bombe 9 Tanganjika (früher Deutsch-Ostafrika), geworfen, die zehn Menschen tötete und über jugen^ Sansibar in den U n i v e r s i t ä t s- 40 verletzte. Tom Mooney „muhte die -Lombe r , u e r e b'e n Das neue Institut in Uganda geworfen haben, vergeblich wurde von Zeugen aus- eine Erweiterung des bisher bereits bestehenden gesagt, datz er flch zur Zeit des AnWage-^zehn ig,okarere-C°Uege dar^ Der Plan geht zuru-k auf den V™,* Ä 4'* "‘"f VE ÄS » Hilfe von Vergrößerungen nachgewiesen, daß sich un- Bomben dllf TstyUNgNNg. den dort anwesenden Personen Tom Mooney ..,. n i ch t befand. Der Staatsanwalt produzierte drei I Schanghai, 11- Jan. (Europapreß.) Bei dichten ^euaen von jener Art, wie sie sich in aufgeregten Nebel warfen am Dienstag fast hundert japanische Augenblicken allzu leicht finden, und zog sich MA Flugzeuge auf die Stadt Tschungking, den Sitz der lieh auf die Anklage zurück, daß, wenn Mooney nicht chinesischen Nattonalregierung und das Hauptquar- der tatsächliche Täter sei, er doch die ideell € tier des Marschalls Tschiangkalschek, Bomben ob. Wie Verantwortung trage. Der eine der Bela- die japanischen Berichte besagen, wurden wichtige ftungsgeugen gab einen wissentlichen Meineid zu, militärische Einrichtungen beschädigt. erklärtt^sich^durch ben^Staatsanwalt zu einer Fehl- PO(iftfd)€ IIüchnHELN. wuÄVachtE daß er sich gar nicht Der König von Italien und Kaiser von Aethlopien am Tatort befunden hatte, sondern nur aus Wich- hat Reichswirtschaftsmlnister F u n k mit dem Groh Mutrei feine Zeugenaussage abgegeben hatte. r r e u z d e s M a u r i 11 u s o r d e n s - der höchsten ^Fehlurteile können in allen Landern oorfommen, Auszeichnung, die er an Ausländer zu verleihen und Richter unb Staatsanwälte wissen, daß auch pflegt, ausgezeichnet. * Äb°?das ’wS” irt s°rp°lnifch°St°°t-pr°,id-n. empfing f^lt^zwei Jahrzehnten war der Sachverhaltpolnischen Außenminister Beck, der wie das bekannt ohne daß angesicht der Kampetenzver- Regierungsblatt „Expreß Paranny rechet dem leilung zwischen Bundesregierung und kalifornischer Staatspräsidenten über seine Unterredung Staatsregierung früher durchgegr.ffen werden dem Führer berichtete, konnte als bis letzthin bei einer Neuwahl der repu- » blikani'fche Gouverneur von einem Demokraten ab- Am Dienstag wurde ouf sämtlichen deut- aelöst wurde. Denn bie Republikaner, unter beren Hochschulen in der T sch ech o - Sl o- Herrschaft Tom Mooney verurteilt wurde, gaben r e i der Vorlesungsbetneb ln vollem Umfang Tom Mooney nicht frei. aufgenommen. Arn Mittwoch fmbet ein 2k>p Standorts Prag der Deutschen Studentenschaft stail, Em Amenkaner an dem auch alle Professoren teilnehmen. erst dann enbgüttta gelöst, wenn sie nicht nur bd uns, fondem auch tn oen übrigen Staaten gelöst sei. Dr. D e e g gab einen Ueberblick der Geschichte des Judenemanzipationsgesetzes von 1812 als ber vorbereitenden Tat für bas Einbringen bes Juden- . ..... n , . ,- tums auch in die deutsche Wifsenschaft. Ostsudentum 'M volkswirtschaftlichen Leben haben m neuerer und Judenemanzipation kennzeichnete er ihrem y' --"ndlablirn, Wnriht„„n schichttichen Zusammenhänge nach als zwei vvnein- ander unzertrennliche Begriffe. Den einen außer acht lasten, hieße den anderen historisch nie erfassen können. In diesem Sine werden Deegs Vorlesungen nicht allein die einstige staatsbürgerrechtliche Gleichstellung ber Juden in Deutschland behandeln, sondern auch den staatspolitischen Einfluß des Hosiubentums in den Ländern. Großraumwirtschast. Die Reden, die Reichswirtschaftsminister Funk und jein italienischer Kollege in R o m ausgetauscht haben, enthalten zwar nicht die Ankündigung eines Vertragsabschlusses, sind jedoch materiell so bedeut« sgm, baß sie die Wirtschaftspolitik unb die innere Aufbauarbeit der beiden Länder maßgebend beeinflussen werden. Die oeraytwortlichen Männer beider Läiider haben erklärt, daß sie in der Führung ber Wirtschaft in noch stärkerem Maße als bisher auf die Bedürfnisse des Partners Rücksicht nehmen werden, unb daß sie alles aufbicten werben, um eine gefährliche Abhängigkeit von ausländischer Zuftihr zu verringern. Hierbei klang auch die Wirtschaftshilfe an, die Deutschland dem befreundeten Italien vor drei Jahren während des ostafrikanischen Krieges erwiesen hat. Wie Mussolini Ende September 937 bei seinem Besuch in Berlin in seiner Rede im »lympia-Stadion feierlich versichert hat, wirb bas italienische Volk dieser wertvollen Unterstützung eingedenk bleiben. Im Jahre 1938 ergab sieh die Oe- ' legenheit, diesen Dienst zu vergelten, als sich gegen die Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Reich ; unb gegen die Eingliederung Sudetendeutschlands internationale Widerstände erhoben. Italien erfährt de Segne. IERIDA ßsndesa TDRTD5A ZlKi •nianueva. yGettnj ßena vent ^Lsoisoni GranadefUr RL ^Xcervera ' )or)85Biancas *hu X»' - ®XXX BARCE10NAE ^weitiAita /1 ' "Z ReuF^^^i Lawine überrascht. Die Abteilung war bantrt beschäftigt gewesen, eine Abfahrtsspur für einen Schi- wcttbewerb vorzubreiten, als sich plötzlich die Schneemassen von ihrer Unterlage lösten und über d-en Hang abrutschten. Einer der Soldaten wurde von der Lawine mitgerissen. Nach längeren Bemühungen konnte er als Leiche geborgen werden. 50 Grad hihe in Australien. Der Rauchschleier, der infolge der riesigen B u s ch- feuer sich fast über den ganzen Staat Viktoria ausbreitet, hat jetzt Melbourne selber erreicht. Er ist so dick, daß in der Port-Philipps-Bay, an der die Stadt liegt, von der Schiffahrt Nebelsignale benutzt werden müssen. Die Hitze ist in Melbourne am Dienstag auf 4 5 Grad Celsius, die höchste Temperatur seit 1862, gestiegen. Auch Neusüdwales wurde von der Hitzewelle erreicht. An zahlreichen Stellen wurden Temperaturen von etwa 40 Grad Celsius gemessen, und in dem Ort Jvanhoe stieg die Temperatur sogar auf 5 0 Grad Celsius. In dem letztgenannten Ort ist der Wassermangel bedrohlich. Gattenmörder zum Tode verurteilt. München, 10. Ian. (DNB.) Vor dem Schwurgericht des Landgerichtes München I hatte sich der 36 Jahre alte Martin Oskar Zimmerer aus München zu verantworten, der am 1. Dezember vorigen Jahres seine 34 Jahre alte Ehefrau Therese durch Stiche getötet hatte. Das Eheleben der beiden wurde schon sehr bald dadurch getrübt, daß der Mann der Arbeit aus dem Wege ging und sich dem Alkoholgenuß hingab, weshalb die Frau die Scheidungsklage eingereicht hatte. Die Anklage lautete auf Mord. Das Gericht kam zu dem Ergebnis, daß das Verbrechen mit Ueberlegung ausgeführt wurde, weshalb das Urteil auf Todes- strafe und dauernden Ehrverlust lautete. Säuberung des ungarischen Wirtschaftslebens von jüdischen Parasiten. Die ungarische Devisenpolizei nahm am Dienstag 38 jüdische Börsenmakler und Bankiers in Haft, die schwerer Devisenvergehen beschuldigt werden. Es handelt sich hier um eine gründliche Säuberung des ungarischen Wirtschaftslebens von einer Parasitenschicht, deren Mitglieder durch verbrecherische Manipulationen laufend Devisen in einem bisher noch nicht feststehenden Ausmaß ins Ausland verschoben. Die Festnahme der Schieber erfolgte während einer Razzia, an der sich mehr als 40 Detektive beteiligten. Die Valutenpolizei arbeitet mit Nachdruck an der Sichtung des bei den Massenhausdurchsuchungen beschlagnahmten Materials, um ein genaues Bild von dem verbrecherischen Treiben dieses jüdischen Schieberkartells zu erhalten. Jüdischer Schmuggelskandal in Jleuyork. Das Neuyorker Schmugglertrio des jüdischen Hochstaplers Chapereau alias S z a p i r o , der Frau des jüdischen Richters Lauers vom Obersten Staatsgerichtshof von Neuyork und des hochbezahlten jüdischen Radiokomikers George B i r n s alias Birnbaum ist um einen weiteren Juden bereichert worden. Der Radiostar und Komiker Jack Benny, dessen wahrer jüdischer Name Cubelsky wohl den wenigsten seiner Millionen Rundfunkhörer bekannt ist, wurde wie das genannte Schnruggler- trio unter die Anklage des Diamantenschmuggels gestellt. Chapereau, der mit Hilfe eines falschen Diplomatenpasses seine Schmuggler- Aus Schrott w Während die bisherigen Sammelaktionen für Schrott, die von der SA. durchgeführt wurden, hauptsächlich das flache Land und den Kleinbetrieb erfaßten, reicht die neue Aktion in die großen und mittleren Betriebe hinein. Ihre Durchführung erfolgt in der Zeit bis zum 15. Januar unter der Mitwirkung der DAF. und der Werkscharen. Deutschland muß bedeutende Mengen von Schrott emführen. Für die Steigerung der Einfuhr und der damit verbundenen Belastung der Deoisenbilanz waren in erster Linie staatspolitische Gründe maßgebend Wurde im 4. Vierteljahr 1937 die dreifache Menge Schrott des gleichen Zeitraumes im Vorjahre eingeführt, so stieg die Einfuhr 1937 auf insgesamt 557 640. Tonnen im Werte von 31 Millionen Mark. Im Jahr 1938 wurde allein schon im ersten Halbjahr diese Menge mit 558 231 Tonnen im Werte von 30 Millionen Mark überschritten. Für das ganze Jahr 1938 wird mit einer Gesamteinfuhr an Schrott von mindestens 45 Millionen Mark zu rechnen sein. Ein Grund für die erhöhte Einfuhr 1938 war die Tatsache, daß Schrott auf dem Weltmarkt billig zu kaufen war. Wenn auch das internationale Einkaufskartell für Schrott, das 1937 in Venedig gegründet wurde, Deutschland eine Quote an der Welterzeugung von Schrott sichert, so muß es doch unsere Aufgabe sein, dem Reiche Devisen ersparen zu helfen. Obwohl das rohstoffarme Deutschland schon heute 90 v. H. seines Schrottbe- ird neues Eisen. darfes selbst auf bringt, stützt man noch immer auf die erstaunliche Tatsache, daß von dem gesamten verwendeten Eisen nach zuverlässigen Schätzungen in den Städten 20 bis 22 o. H. und auf dem Lande sogar 35 bis 45 v. H. sinnlos dem Verderb preis- gegeben werden. Hier klafft eine Lücke, die es unter allen Umständen zu schließen gilt! Mit der gesteigerten Eisenerzerzeugung erhöht sich natürlich auch der Schrotteinsatz. Wurden im Jahre 1932 3,4 Millionen Tonnen Schrott benötigt, so waren es 1933 4,2 Millionen Tonnen. 1936 9,4 Millionen Tonnen, 1937 13,7 Millionen Tonnen. 1938 werden 16,7 Millionen Tonnen nach vorsichtiger Schätzung erforderlich gewesen sein. Das ist nahezu die fünffache Menge des Jahres 1932, Grund genug, die Schrotterfaffungsaktion der DAF. nach Kräften zu unterstützen! Voller Erfolg der Reichsanleihe. Berlin, 10. Jan. (DNB.) Die Zeichnung auf die 4,5prozentigen auslösbaren Schatzanweisungen des Deutschen Reiches von 1938, 4. Folge, ist am 9. Januar beendet worden. Der vom Reichsanleihekonsortium unternommene und zur Zeichnung aufgelegte Betrag von 1 500 000 000 Reichsmark ist in voller Höhe untergebracht. Die gezeichneten Beträge werden voll zu geteilt werden. 30 Meter weit mitgeschleift. Die 38jährige Frau Reiber wurde auf der Stelle getötet. Der Fahrer Schwe ikert und der Metzger Schö» m e n a u e r erlitten schwere Verletzungen, während ein vierter Mann, der hinten auf dem Wagen stand, mit leichteren Verletzungen davonkam. Mehrere Stück Großvieh, die mit dem Auto transportiert wurden, mußten notgeschlachtet werden. Zttonbregenbogen über England. Ein überaus seltenes Naturereignis wurde dieser Tage bei Hayes in der englischen Grafschaft Kent beobachtet. Es handelte sich um einen hellscheinenden Mondregenbogen, dessen aelber Kern von blauen, roten, violetten und ockerfarbe- । nen Kreisen umgeben war, während eine zweite kreisförmige Anordnung die roten, blauen und violetten Farben wiederholte. Die Erscheinung, die auch in London gesichtet wurde, hatte eine Ausdehnung, die etwa dem zwanzigfachen des Mond- durchmeffers entsprach. Wetterbericht Durch das vorübergehende Vordringen etwas kühlerer Luftmassen kam es in der Nacht zum Mittwoch in Westdeutschland zu verbreiteter Nebelbildung und wiederholten leichten Niederschlägen. Da die Störungstätigkeit über Westeuropa wieder lebhaftere Formen annimmt, werden sich mit südwestlichen Winden die milderen Luftmassen erneut durchsetzen, wobei es weiter zu leichten Regenfällen kommen wird. tätigkeit ausübte, wurde bereits vom Neuyorker Gericht verurteilt. Frau Lauers, die häustg nach Paris reifte und von dort Modekleider und Diamanten mit Chapereaus Hilfe kofferweise einschmuggelte, und Birnbaum haben sich schuldig bekannt und sehen ihrer Strafe entgegen. Birnbaum und Cubelsky dienten Chapereau als Hehler. Dreiste Juwelenräuber in London. Die Londoner Polizei ist um die (Ergreifung einer Diebesbande bemüht, die in den letzten Wochen in fast regelmäßigen Abständen Londoner Juwelierläden ausplündert. Bisher ist es nicht gelungen, auch nur eine einzige Spur von den Tätern zu entdecken. Bei den Diebstählen benutzten die Täter die modernsten Einbruchwerkzeuge und bedienten sich auch der schnellsten Kraftfahrzeuge, um mit ihnen verschwinden zu können, ohne daß es gelingt, ihnen durch den dichten Verkehr zu folgen. In den letzten Tagen brachen frühmorgens unbekannte Täter in einen Juwelierladen im belebtesten Londoner Westend ein und stahlen Schmuck in beträchtlichem Werte. Zur Zeit des Einbruches herrschte bereits reger Straßenverkehr. Die Schaufenster und die Räume waren die ganze Nacht hindurch erleuchtet gewesen, da der Inhaber mit der Ausarbeitung der Jahresabschlußaufstellung beschäftigt war. Die Täter sind trotzdem unerkannt entkommen. Großer Juwelendlebstahl in Kopenhagen. In Kopenhagen ist ein großer Juwelendiebstahl verübt worden. Bisher noch nicht ermittelte Täter drangen in die Räume eines Goldschmiedegeschäftes und stahlen Schmucksachen im Gesamtwert von 80 000 dänischen Kronen. Es handelt sich um Halsgeschmeide, Armbänder und Ringe aus Platin, Weißgold und Gold, die mit Brillanten und Saphiren besetzt sind. Die einzelnen Stücke sind mit den Goldschmiedezeichen IH, TT, HG, R sowie EL versehen. Die Kopenhagener Polizei vermutet, daß es sich um internationale Verbrecher handelt, die ihre Beute ins Ausland schaffen werden, um sie dort unter der Hand zu Geld zu machen. Auch die deutsche Kriminalpolizei hat daher umfassende Fahndungsmaßnahmen eingeleitet. Für die Wiederherbeischaffung ist von der dänischen Polizei eine Belohnung von 1000 dänischen Kronen ausgesetzt worden. Sachdienliche Mitteilungen nehmen alle deutschen Polizeidienststellen entgegen. Schwere Gas-Explosion in London. Im Osten Londons ereignete sich eine schwere E x ° p l o s i o n, durch die ein Haus vollständig in Trümmer gelegt wurde. Die Ursache ist wahrscheinlich in ausströmendem Gas zu suchen. Ein Mann und eine Frau konnten erst nach großer Mühe von der Feuerwehr geborgen werden. Sie wurden mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Von den umherfliegenden Mauerteilen wurden drei weitere Personen schwer und eine große Anzahl leicht verletzt. Neunjähriger Junge ertrunken. Der 9jährige Helmut Breit in Saarbrücken fuhr mit feinem Schlitten die Saarböschung hinunter, um (Eis loszuschlagen. Dabei rutschte der Schlitten in die Saar. Als der Junge ihn wieder herausholen wollte, stürzte er nach, geriet unter eine Eisscholle und ertrank. Lastauto vom Zuge überfahren. Zwischen Windesheim und Schweppenhausen bei Bad Kreuznach wurde ein mit Vieh beladenes Lastauto des Besitzers Karl Reiber aus Waldalgesheim an einem ungesicherten Bahnübergang von einem P e r s o n e n z u g erfaßt und etwa Vorhersage für Donnerstag: Meist stärker bewölkt und zeitweise leichter Regen; Tages- temperaturen um plus 5 Grad. Südwestliche.Winds. Vorhersage für Freitag: Fortdauer der unbeständigen, für die Jahreszeit zu milden Witterung. Lufttemperaturen am 10. Januar: mittags 6,7 Grad Celsius, abends 3,2 Grad; am 11. Januar: morgens 3,8 Grad. Maximum 6,7 Grad, Minimum heute nacht 2,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. Januar: abends 2,2 Grad; am 11. Januar: morgens 2,5 Grad. — Niederschläge 0,7 mm. Wintersport-Wetterbericht. Rhön. Wasserkuppe: Nebel, 1 Grad, Gesamtschneehöhe 50-cm, Pappschnee; nur Rodelmöglichkeit. Taunus. Kleiner Feldberg: Bewölkt, 1 Grad, Gesamtschneehöhe 20 cm, Pappschnee; Schi und Rodel mäßig. — Großer Feldberg: Bewölkt, 0 Grad, Ge-> samtschneehöhe 25 cm, Pappschnee; Schi und Rodel gut. Schwarzwald. Feldberg: Bewölkt, 0 Grad, Gesamtschneehöhe 80 cm, verharscht; Schi und Rodel gut. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 38:10843. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.' 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Jllu« ftrierten-15 Pf mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Am 7. Januar verschied nach kurzem schweren Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Großvater, Bruder und Schwager Georg Beckmann im vollendeten 70. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Marie Beckmann und alle Angehörigen. Gießen (Hinter den Schießgärten 10), den 11. Januar 1939. Die Trauerfeier fand in aller Stille statt Es wird höflichst gebeten, von Beileidsbesuchen abzusehen. fi1,R Nach kurzem schweren Leiden entschlief sanft mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Christian Schmidt im Alter von 65 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familien Schmidt und Vock. Aliendorf a. d. Lda., den 9. Januar 1939. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 12. Januar, nachmittags 14.30 Uhr statt. 199D Für die beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen Frau Marie Dapper Witwe erwiesene Teilnahme, für die trostreichen Worte des Herrn Dekan Sattler und der Krankenschwester für die liebevolle Pflege unseren herzlichsten Dank. Im Namen der Angehörigen: August Dapper. Wieseck, den 10. Januar 1939. Selbständiger, branchekundiger älterer Lagerist von größerer Kolonialwaren - Großhandlung gesucht. Eintritt wenn möglich sofort evtl, später. — Ausführliche Bewerbungsschreiben mit Gehaltsansprüchen und Lichtbild unter Nr. 0150 an den Gießener Anzeiger. Stellenangebote Zum 1.April wird WW m. Handelsschulbildung f. Lebensmittel- Großhandlung gesucht. Schriftliche Angeb. unt. 0151 an d Gies;. Anzeiger erbet. Unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter u. Tante Frau Emilie Bosold geb. Muskulus ist nach kurzer Krankheit, im 71. Lebensjahr, für immer von uns gegangen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Hans Klinkerfuß und Frau, geb. Bosold. Gießen (Löwengasse 25), Londorf, Bentheim, 9. Januar 1939 Die Trauerfeier findet am Donnerstag, 12. Januar, 14 Uhr in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt. 193d Die trauernden Hinterbliebenen. Am 10. Januar verschied nach kurzer, schwerer Krankheit Frau Kunigunde Rath im Alter von 54 Jahren. Gießen (Neuen Bäue 22), den 11. Januar 1939. Die Trauerfeier findet Freitag, den 13. Januar, nachm. 2 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt 4)155 Mädchen möglichst mit Fahrrad,f. nachmittags gesucht. Walltorttr. 31. gesucht. mD Waillorslraße 5. Gew sseobai es Heio verfett in Kurzschrift, Schreibmaschine u. einfacher Buchführung für Vertrauensposten in Dauerstellung Wögefwht. Schriftliche Angebote u. 206D an den Gießener Anzeiger erbet. Ehrliches Tagesmädchen von höherer Be- amtenfamilie gesucht. Näheres bei Frau Kuhn, Kaiserallee 20. Nachlässe von 3 bis 20 v. H. erhalten Sie bei wiederholten Veröffentlichungen einer Anzeige i Intelligentes Mädchen als i92d Photo-Lehrling mm 1. Avril gesucht. Wkö-WlMh,seilersMgll Lehvling möglichst fortbildungsschul- fret, auf das Büro einer hies. Zrgarrenfabrik zu Ostern gesucht. Handschrift!. Angebote unter 0154 an den Gieß. Anz. erbet. 0 Künstliche Augen fertigen wir für unsere Patienten am Dienstag, dem 17. Januar 1939, in Gießen, Hotel Prinz Carl. Gebrüd. Müller-Welt,Stuttgart. Zugelass, bei Kassen u. Behörd. 162V Solides, ehrliches Fräulein sucht Vertrauensposten (Kassiererin) Zeitweise Betätigung im Geschäft oder Haushalt angenehm. Schriftliche Angebote unter 074 an den Gießener Anzeiger erbeten. Keine Zeugnisse in Urschrift wabern nur Zeugst», obiditfften vem Bewerbungsschreiben bei legen 1 — Lichtbilder unoBewerüungsunter. tgen müilen zur Ber- «rtdung oon Verlusten ans der Nückjeite Kamen und ülnschriit c>« Bewerbers trauen I Tücht., ehrliches Midsta nicht unter 20 Jahren, z.l. Februar gesucht. Dr. A. lenz Gießen Liebigstraße 48. Pflichtbewußtes, älteres llleinm^clien (Zeugnisse aus guten Häusern) zum 1. Februar gesucht. Schrift!. Ang. unt. 105D a. d. Gieß. Anz. Stellengesuche, Maire langjährig., erprobter Fahrer siiilil Stellung für sofort oder später. Führerschein für Last- und Personenwagen. Schr.Angeb.unt. 0159 a. d. G. A. Kranfahrer 31 Jahre Führersch.Kl.Ill sucht Stellung auf Last- oder Personenwagen. Schriftl. Angeb. unt. 0148 an den Gießen. Anzeig. Perfekte Stenotypistin in ungekündigter Stellung sucht sich zu verändern. Schr.Angeb.unt. 0160 a. d. G. A. Hausgehilfin fast gkliM. Auskunft unter Tel. 4386. [207D Mädel aus gut. Familie, das Ostern die Schule verläßt, möchte sein Haushaltungsjahr (Pflichtjahr) in gutem Hause ableisten.Schrift- liche Angeb. unt. 97 D a. d. G. A. Mündlich können Sieesnurwenlgso sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige saaenSie es allen I Mietgesuche | 4-5-31«' WWW möglichst nahe dem Zentrum der Stadt baldigst gesucht. Schr.Angeb.unt. 0157 a. d. G. A. Angestellter . in sich. Stellung sucht 2-Zinuner-Wohn. zum 1. Februar oder 1. März. Schriftl. Angeb. unter 197D an den Gieß. Anz. | Wohnungstausch | Wohnungsiausßli. 2 Zimmer mit Küche,Miete Mk. 19.-, i.-.Innenstadt,geg.3°Zim° merwohnung zu tauschen gesucht. Schr.Angeb.unt. 0161 a. d. G. A. | Vermietungen [ Einfache Wohnung (2 Zimmer und Küche) zu ver- miet. Ausführliche Angeb. unt. 195D and.Giest. Anzeiger erbet, Donnerstag, den IL.Jauuar 1939, nachm. 2 Uhr, versteigere ich an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt in dem Versteigerungslokal Neuenweg 28 dahier) zwangsweise gegen Barzahlung: 3 Personenwag., Chaiselongues, Diplomatschreibtische, Schreibmaschinen, Bücher-,Wäsche- und Klerüerschranke, Klavier, Sofas, 2 Bilder, 1 Registrierkasse, Sessel, 1 Kredenz, 1 elektr. Bohrmasch., Büsetts, Nähmaschin., 1 Motorrad, 1 Kassenschrank, Diwans, 1 Rauchtisch, 2 Mantelkessel, 3 Wandschoner, 1 Ladenkasse, 25 Kaffeekannen, 250 Konservengläs., 60 Milchst, und and. Haushaltungsgegenst. £lliPU 2o»r> Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwtgstraße 33, Telephon 3239. Verlobungs-Anzeigen liefert Brühl’sche Druckerei Heute Stadttheater 19.30-21.30 Uhr Zum letzten Male! Der Hochverräter Preise: 174d RM. 0.60-3.10. 20—22 Uhr Außer Miete! Einmaliges Gastspiel Harald Kreutzberg tanzt! Am Flügel: Friedrich Wilckens. Preise: RM. 0.60-3.10. Nr.Y Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheften)________Mittwoch.ll.Zanuar 1959 Wehr und Waffen. 1 Artillerie-Regiment 1 Beobachtungsabteilung 1 Panzerabwehrabteilung GlÄrun "und Be°° nun einer deutschen Dwi- Wnungcn. S»l«* Sie setzt sich daher heute 116. Reg,mente wurde tend daß das jederzeit sichere Arbeiten der Verbindungen für die Führung der Luftwaffe von ausschlaggebender Bedeutung ist. Der B o d e n f u n k e r hat im wesentlichen die gleiche Aufgabe rote der Fernsprecher, jedoch arbeitet er „drahtlos", er nimmt die Nachrichtenübermittlung auf dem Funkwege vor. Unbedinate Sicherheit im Geben und Horen von Morsezeichen mit hohem Tempo ist Voraussetzung dafür. führten. c Der nun beginnende Vormarsch der französischen Armee durch Thüringen war mit Brand und Plünderung bezeichnet. Die Zumutungen an die Leistungsfähigkeit des Soldaten, die sich unausgesetzt kreuzenden Befehle und Märsche, der Mangel jeder geordneten Verpflegung und Fürsorge für das leibliche Wohlergehen von Menschen und Pferden wiesen die hungernden und frierenden Truppen direkt auf Selbsthilfe hin. „Böse Beispiele verderben gute Sitten", so auch hier. Täglich hatten unsere zwei Bataillone das schlimme Beisviel der Franzosen tm Plündern und noch übleren Dingen vor Augen, und es war kein Wunder, wenn auch bei ihnen die Manneszucht unter solchen Umständen litt Es kam vor, daß die ganze Kolonne auseinanderlief, um nach Brot zu suchen, das seit Tagen gänzlich fehlte, und daß selbst unter den Augen der Offiziere Gebofte vollkommen ausgeplündert wurden. Solches Verhalten war bisher bei den hessischen Truppen gänzlich unbekannt gewesen, und kann auch nur durch die sie umgebenden Verhältnisse erklärt werden. Die fran- zösischen Offiziere sahen aber solchem Treiben lachend zu und ermunterten sogar noch dazu. So kam es, daß die beiden Bataillone -durch Abgänge aller Art, hauptsächlich „Brotsucher", bereits am 12. Oktober auf die Hälfte ihres ohnehin schwachen Be- standes zusammengeschmolzen waren. Am 13. Oktober 1806 bewakierte das Korps Auge- reau bei Kahla. Aus Richtung Jena hörte man Kanonen- und Gewehrfeuer. Es war das Korps Lannes, das die Stadt und den steilen Landgrafenberg besetzte und dabei auf die preußischen Vorposten der Heeresabteilung Fürst Hohenlohe gestoßen war. Zur Sicherung der linken Flanke und zur Besetzung der großen Straße, die von Jena aus im tief ein- aeschnittenen Mühltal nach Weimar führt, ron den . Franzosen völlig unbekannt das preußische Korps . Nüchel stand, ließ Auaereau 7 Kompanien des ' 7. leichten französischen Infanterie-Regiments und t 4 Kompanien Hessen-Darmstädter, die aus unseren beiden Bataillonen entnommen und unter Befehl : der Kapitäne Fenner, Stuber, Duncker und Merk zu einem Bataillon unter Major von Gall form*°rt waren, vorgehen. Diese etwa 900 Mann starke Kolonne unter dem Beseh! des französischen Obers^ leutnants von Viviers kam aber nicht weit. Sie stieß auf eine preußische Reiterabteilung, die jedoch nach wenigen Schüssen zurückging, machte Halt und stellte Vorposten aus. Daß ihr auf den Höhen nördlich des Mübltales eine ganze preußische Armee auf kaum 3 Kilometer Entfernung gegenüberstand, davon hatte sie ebenso wenig Ahnung, wie die Preußen von ihrer Anwesenheit. Man kann heute nur den Kops schütteln über eine derartige Harmlosigkeit der Aufklärung, besonders da bereits bei Jena Gefechtsfühlung mit den dort eingerückten Franzosen be- früher in 2 Regimenter geteilt, sondern in einem Regiment zu 4 Abteilungen vereint, wodurch die Leitung des artilleristischen Feuerkampfes nach einheitlichen Gesichtspunkten erleichert wird. Das Artillerie-Regiment hat überhaupt keine leichten Ka- werden konnte. . Diele Krieqserfahrungen sind für die heutige 1 Pionier-Bataillon 1 Nachrichten-Abteilung 1 Sanitäts-Abteilung. Aus dieser Gliederung ersieht man, daß Kavallerie nicht mehr zum dauernden Bestände einer Division gehört. Erft im Kriegsfall bzw. im Manöver oder bei sonstigen größeren Hebungen werden den Divisionen von dem Kavallerie-Regiment des Armeekorps berittene bzw. motorisierte Schwadronen für die Aufklärungs- und Meldetätigkeit zugewiesen. Die Infanterie der Division hat durch ihre sehr starke Ausrüstung mit schweren und leichten Maschinengewehren sowie mit Infanteriegeschützen und Panzerabwehrkanonen (Paks) ein Vielfaches der Kampfkraft d§r Infanterie einer Dorkriegsdivision gewonnen und ist dadurch befähigt, auch die schärfsten Feinde des angreifenden Infanteristen, die MG.-Nester und Kampfwagen des Verteidigers, aus eigener Kraft zu überwinden. Die A r t i l l e r i e der Division ist nicht mehr wie stand. t Am 14. Oktober früh erhielten bte leichten Truppen Befehl, dem durch das Mühltal vorgehenden Korps Augereau zu folgen. Lebensmittel wurden nicht aus- gegeben, da nichts da war, und die Dörfer total aus- äeplündert waren. Viele Leute und auch der Kapitän Fenner wurden vor Hunger ohnmächtig. Der immer stärker werdende Kanonendonner in ihrer rechten Flanke trieb aber trotzdem zum eiligen Vorgehen an. Das Korps Augereau entwickelte sich nunmehr nach rechts, die beiden hessischen Bataillone, die ihre 93er- bände wiederheraestellt hatten, auf dem linken Flügel, an der steilsten Stelle der Straße Jena—Weimar, der sogenannten Schnecke. 25 Mann Plänkler, unter Leutnant Meyer voraus, erstiegen die Bataillone den steilen, bewaldeten Hang, der von der sächsischen Heeresabteilung, die auf preußischer Seite focht, verteidigt wurde. Aber sie kamen nicht vorwärts und erst, als das Bataillon". . .. Inzwischen hatte Napoleon gegen Preußen die * Berichtigung von Nr. 254/38 5. Aug. aus folgenden Truppen zusammen: 3 Infanterie-Regimenter Die Kampfkraft einer Division Von Major a. D von Aeiser. Es ist kein schönes Stück vaterländischer Geschichte, i s das ich jetzt behandeln werde. Und doch muß es | < sein! Denn nur aus der Vergangenheit können wir I lernen, nur aus der damaligen Zerrissenheit unseres i Vaterlandes den Vergleich ziehen mit dem einigen ; großen Deutschland, das uns der weltbewegende i Mann, unser genialer Führer gegeben hat. Die Gründe, die auch das Großherzogtum Hessen-Darmstadt zur Gefolgschaft des Kaisers Napoleon gezwungen hatten, habe ich bereits in Nr. 254, Jahrgang 1938, des Gießener Anzeigers klargelegt. Trotzdem will ich sie in Kurze wiederholen Der Landgraf Ludwig X. hatte lange gezögert, in den Rheinbund einzutreten. Er heute sich und fein Land neutral erklärt, aber bereits 1799 die Grafschaft Hanau-Lichtenberg nut Pirmasens an die Franzosen abtreten müssen und dafür das frühere Herzogtum Westfalen erhalten. Auch im Kriege 1805 gegen Oesterreich suchte der Landgraf die gleiche Politik aufrechtzuerhalten, denn ihm als echt deutschen Mann und Fürsten widerstrebte es mit allen Fasern, sich an die Seite Frankreichs zu stellen, das er jahrelang eifrig bekämpft hatte. Als aber in der sog. Drei-Kaiser-Schlacht bei Austerlitz am 2. Dezember 1805 die verbündeten österreichisch- russischen Armeen eine vernichtende Niederlage erlitten hatten, blieb ihm kein Ausweg mehr. Im Juli 1806 trat Hessen dem Rheinbund bet mit der Verpflichtung, die hessischen Truppen dem Kaiser Napoleon auf Verlangen jederzeit zur Verfügung zu stellen. Dadurch blieb Hessen-Darmstadt wenig- -stens das Geschick von Hessen-Kasiel erspart welches ja bekanntlich vollkommen zerschlagen und dem Ko- . nigreid) Westfalen cmaegliedert wurde. Der Land- , graf nahm den Titel „Großherzog von Hessen, Her- . zog in Westfalen" an (erst 1815 nach Abtretung - von Westfalen und Erwerbung von Rheinhessen t führte er den Titel „Großherzog von Hessen und bei Rhein" * und nannte sich als solcher Ludewig I. > Auch die Truppen erhielten neue Namen und - • - Das spätere I. Bataillon unseres uavuöuuv..« „Garde-Füsilier-Bataillon", das II. erhielt die Bezeichnung: „I. Leib-Fusilier- Aus der Geschichte des allen Regiments 116 Der Krieg 1806/02 unter Napoleon. Don Generalmajor a. D. Rudolf Mohr, Gießen. muß „hellhörig" im besten Sinne des Wortes fein und die feindlichen und eigenen Funkstellen auseinanderhalten und neu auftretende erkennen können. Die Aufgabe des Kraftfahrers ist eine doppelte. Neben völliger Beherrschung aller mit dem Fahrzeug zusammenhängenden Arbeiten und seines Wagens an schwierigstem Gelände muß er auch als Fernsprecher oder Funker ausgebildet sein, da er nicht nur sein Fahrzeug an den befohlenen Ort zu bringen, sondern auch im Nachrichtenbetriebsdienst mitzuhelfen hat. Die nachrichtentechnische Ausbildung geht ebenso wie die militärische Grundausbildung etwa nur in Hör- und Unterrichtssälen, am Uebungsplatz und bei kurzen praktischen Funkübungen innerhalb des Ko- sernenbereichs weiter, sondern im Gelände. In die nähere und weitere Umgebung der Garnisonen geht es zu großen Funk- und Fernsprechubunaen, um das schulmäßig Erlernte praktisch anzuwenden. Den Soldaten wird hierbei und in den Manovern der Wert und die Bedeutung der Nachrichtenmittel vor Augen geführt, und sie haben Gelegenheit, auf weit ausgedehnten Geländefahrten das schone Deutschland kennenzulernen. Es ist in kurzen Umrif* fen versucht worden, die Aufgaben der Soldaten der Luftnachrichtentruppe aufzuzeigen. So verschiedenartig die Dienstzweige auch sind, so dienen sie doch alle gewissermaßen einer Ausgabe: der taktischen oder fliegerischen Rührung her eigenen Luftwaffe oder ihrer fliegenden Verbände und einzelnen Flugzeuge. Auf ihre schwere und chren- volle Aufgabe, Führungstruppe der schnellsten Waffe der Wehrmacht zu sein, ist die Luftnachrichtentruppe ebenfalls stolz, wie sie sich auch der damit verbundenen hohen Verantwortung für den erfolgreichen Einsatz dieser Waffe und den Schutz der Heimat bewußt ist. Wie bisher, so wird sie -auch in Zu- ; kunft ihren Teil dazu beitragen, die deutsche Lug» maffe zu einer immer schärferen Waffe des Dntttw ' Reiches auszubauen. Politik der Nadelstiche fortgesetzt, bis diesem die ] Geduld.riß. Lange hatte es mit geradezu unbegreif- ; sicher Nachsicht alle Beleidigungen Napoleons ertra- • gen und die günstigsten Momente zum Losschlagen j versäumt, obgleich eine starke Kriegspartei unter dem Prinzen Louis Ferdinand stürmisch zum : Kampfe drängte und die Armee sich immer noch ganz im Geiste Friedrich des Großen, d. h. unbesiegbar, fühlte. Die Erkenntnis, daß sie trotz anerkannter Tapferkeit schwerfällig, mangelhaft ausgerüstet und von überalterten Offizieren geführt war, sollte ihr erst aus bitterer Erfahrung kommen. Insgesamt waren es höchstens 175 000 Mann Preußen emschl. 20 000 verbündeter Sachsen, die den an Organisation, Bewaffnung, Ausrüstung, Kriegsgeübtheit und Zahl weit überlegenen Franzosen zum entscheidenden Waffengang entgegentraten. Denn die Franzosen, di^ sich in Franken sammelten, waren allem 364 000 Mann mit 946 Geschützen stark. Dazu kamen die Rheinbundtruppen mit etwa 63 000 und die holländische Armee mit 49 000, zusammen also 476 000 Mann. Und an der Spitze dieser gewaltigen Masse stand der erste Feldherr ferner Zeit! Wirklich, der Ausgang konnte nicht zweifelhaft sein. Für die hessischen Truppen wäre Zeit genug vorhanden gewesen, sich auf den unvermeidlichen Waffengang, gleichviel auf welcher Seite, vorzubereiten. Aber es scheint fo gut wie nichts geschehen zu sein. Denn als auf einmal ganz unerwartet am 1. Oktober 1806 der Befehl eintraf, daß als erste hessische Truppen das Garde- und I. Leib-Fusilier- Bataillon zur französischen Armee abmarschieren und die übrigen Truppen so bald wie möglich folgen sollten, da zeigte es sich, wie mangelhaft vor- gesorgt war. Als am 2. Oktober 2.30 Uhr früh die beiden Bataillone alarmiert wurden und unter dem i Befehl des ältesten Bataillons-Kommandeurs, Major । v Gall, ausmarschierten, da wurde es klar, daß der Zustand ihrer Bekleidung und Ausrüstung eigentlich i alles zu wünschen übrig ließ. Am fühlbarsten war > das Fehlen der Mäntel, Decken und Kochkessel. Die Offiziere vom Stabskapitän abwärts mußten, fehr ungewohnt, von jetzt ab zu Fuß marschieren. Die Kleidung war eng und unbeauem. Die Tornister, früher stets gefahren (es ist alles schon einmal dagewesen!) mußten getragen werden, und zwar an einem einzigen Riemen an der Huste. Die Verpfleg Bordfunker zu werden, ist das höchste Streben jeden Funkers. Er gehört dann zu den Funkern der Luftwaffe, die Funker und Flieger m einer Person sind. Seine Aufgabe im Flugzeug ist es u. a., den Funkverkehr mit den Bodenfunkstellen und von Flugzeug zu Flugzeug zu fuhren, den Standort des Flugzeugs jederzeit festzustellen bei Schlechtwetter, Nebel oder Dunkelheit zur sicheren Landung beizutragen und Funkbefehle der Führung für die Besatzung der Flugzeuge entgegenzunehmen. Außerdem muß er als Fueger- schütze seinen Mann stehen und den angreifenben Gegner abwehren. Der verantwortungsvolle Dienst des P e i l f u n k e r s besteht in der ständigen Aufrechterhaltung der Funkverbindung mit den in feinem Funkbereich fliegenden Maschinen und deren Sicherung in der Luft. Er ist gewissermaßen der Lotse der Flugzeuge. Bei seinem Dienst kommt es in erster Linie auf schnelles Geben und Horen und sehr genaues Bedienen seines Pnlgerates an, da von der Genauigkeit seiner Arbeit das Leben der Flugzeugbesatzungen abhängen kann. Auf ebenso schnelles und zuverlässiges Arbeiten kommt es aber auch bei dem Funker des Flugmeld e d l e n st e s an, denn seine Meldungen von bem« Ueberfhegen der Reichsgrenze durch feindliche Flugzeuge müssen auf dem schnellsten Wege den Abwehrkrasteri übermittelt werden. Er muß neben seiner Funktatigkeit die notwendigen Beobachtungen unb Ueberwachung des Luftraumes durchführen. Eine ebenfalls besmi- ders gute funkerische Ausbildung muß der Horch- funker erhalten, ihm obliegt die Ueberwachung und das Abhören des feindlichen Funkverkehrs und die schnellste Weitergabe seiner Beobachtungen. Er in Erfurt, wohin die beiden Bataillone nach der Schlacht bei Jena und der Uebergabe der Festung als Besatzung gelegt wurden, zählte das Garde- Füsilier-Bataillon 13 Offiziere 436 Mann, das Leib- Füsilier-Bataillon 14 Offiziere 431 Mann. Zunächst rückten unsere beiden Bataillone in sehr anstrengenden Märschen nach Würzburg, das sie am 4. Oktober erreichten und dort dem 7. Französischen Armeekorps unter Marschall Augereau zugeteilt wurden. In diesem Verbände nahmen sie an den Operationen teil, die zu der Schlacht bei Jena der Rekrutenausbildung bei den Fernsprech- und Rekrutenkompanien beginnt bann die JJcann« schaftsausbildung innerhalb der einzelnen Dienstzweige, wobei eine nochmalige Sichtung der Soldaten für besondere Aufgaben, wie z. B. Bordfunker, Peilfunker, Horchfunker, Fernschreiber usw. erfolgt. Durch die Aufführung dieser Reihenfolge soll nicht etwa eine Bewertung des einen oder des anderen Ausbildungszweiges ausgesprochen werden, denn jede r Funker, als was er auch ausgebildet sein mag, ist wichtig für ben Nachrichtenverbindungsbienst der Luftwaffe unb hat auf seinem Posten sein Bestes zu gebenob tm Flugzeug als Borbfunker ober als Kraft,ahrer m schwierigem Gelände. Auf die Aufgaben und die Sonderausb Übungen in ben einzelnen Dienstzweigen näher einzugehen verbietet der Rahmen dieses Aufsatzes, sie können daher nur kurz gestreift werden. Das. Ziel der^Aus- bildung als Fernsprecher ist, abgesehen van der Fertigkeit im Bau und m der Instandsetzung der Kabel- und Drahtleitungen, die vollkommene Beherrschung der zum Betrieb eines großen Fernsprechnetzes notwendigen Apparate gen sowie der für bas reibungslose Arbeittn eines so empfindlichen Organismus erfordert ch^i ' triebsregeln und Dienstvorschriften. Die Ausübung eines Fernschreibers, der erst eine Grundausbildung als Fernsprecher erhalt, umfaßt neben der Beherrschung seiner Sern^re^ ichreibmaschine usw. die Sicherheit im ®I’nö^ret btn (Zehnfingerschrift) bis zur höchsten ®°He£bu(n£ Der Funker tm Fernsprech - und xeie graphenbau muß den Bau mit schwerem Feld- kabel oder im Telegraphenbau mit blankem Draht an festem Gestänge, den Aus- und Neubau bzw. : Wiederherstellung von . gestörten Verbindungen i durchführen können. Es ist ohne weiteres emleuch- Die Luftnachrichtentruppe ist die Fuhrungs- i truppe der Luftwaffe. Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit liegt im Betrieb von Verbindungen zwischen den im Krieg und Frieden zunächst unverändert festliegenden Stützpun ten der B o b e n - Organisation der Luftwaffe (Besehlsstellen, Fliegerhorste, Flugplätze u. a.m.). Neben diesen Auf-, gaben der Fernsprech-, Fernschreib- und Bodenfunkdienste hat die Luftnachrichtentrup^ eine Reihe von Sonderausgaben, u.a. den Funkverkehr m Flugzeugen und den F l u g m e! b e bi e n st Von dem schnellen und zuverlässigen Arbeiten der Luftnachrichtenverbindungen hangt in hohem Maße die Schlagkraft der gesamten Luftwaffe ab Es tzt daher erforderlich, den Ausbildungsstanb der ßiift- nachrichtentruppe im Interesse ihrer sofortigen Ein- sattbereitschaft bei Ausbruch eines Krieges auf ein Höchstmaß zu bringen. Voraussetzung hierfür ist, daß bereits im Frieden bas reibungslose Zu sammen- arbeiten mit ben anderen Teilen der Luftwaffe, Flieaertruppe unb Flakartillerie, durch gemeinsame Hebungen ^sichergestellt ist. Um dieses Ziel zu er- reichem bedarf es auch wegen der Dielgestaltigkeit der Nachrichtenmittel und ihrer Verwendung \ ders tüchtiger, befähigter Leute. Denn ein Funke, wie die Dienstbezeichnung der Soldaten der Lust nachrichtentruppe lautet hat nicht nur die Aufgabe zu funken er wird gleicherweise auch je nach Ver. Lnllqünq Fernsprecher, Fern,chre,der Perl-, Horch-und Bordfunker, im Telegraphen, und Kabel- bau oder als Kraftfahrer ausg-bild-t Der Ausbildungsgang eines Funkers | kurz folgender. Nach Einstellung als Rekrut be einer Lus,nachrichtena»eilung crl’a!‘ .eI ..3“" Ze°r"°ndeVe°Sol'd?t°d» gesamten Wehrmacht auch. Die Division ist der kleinste Truppenoerband, der aus Truppenteilen sämtlicher Waffengattungen Des Heeres besteht. Sie stellt eine selbständige Gefechtseinheit dar und führt den Kamps innerhalb ihres Gefechtsabschnitts aus eigener Ätafi unb mit gegenseitiger Unterstützung ihrer Truppen durch. Nach Divisionen wird darum auch die Stärke ganzer Armeen oder einzelner Heeres- teile berechnet, divisionsweise wurden im Weltkrieg die Truppen in ben Kampf eingesetzt unb doh einem Frontteil an einen andern gewoffen Auf der Division beruht die kriegsmäßige Ausbildung tm Zusammenwirken der verschiedenen Truv^ngattun- gen auf dem Gefechtsfelde, von den Maßnahmen Les Divisionskommandeurs und seiner Befehl jgebung hängt der taktische Erfolg tm Ernstfall in Kampfkraft einer Dioision ist abhängig von der Anfahl und Art der zu ihr gehörigen Truppen- uelle und von ihrer Bewaffnung^ Sie bat mit der starken Entwicklung der Feuerwaffen und dem reft- llosen Uebergehen von der Lin^artaktik zur zerstreutenDrbnnng Schritt halten müssen und ist daher 'in ben letzten 40 Jahren großen Veränderungen mnterroorfen gewesen. Noch bis kurz vor der Jahr- 'hunberfroenbe gehörten zum bauemben Bfftanbe i«iner deutschen Infanteriedivision nur Infanterie •unb Kavallerie, während die gesamte Artillerie den Korvstruvven zuaeteilt war und auch Pioniere erst im Ernstfall bei ben Divisionen ausgestellt würben. Mit ber größeren Gffechtsdreite der Divisionen aber unb ber Notwenbigkeit schnellen Einsatzes ber Artillerie zur unmittelbaren Unterstützung ber vor- .qehenden Infanterie würbe bie gesamte leichte Artillerie — bamals Feldartillerie genannt — ben D'visionen bireft unterstellt, so baß von nun an jede Division aus 4 Infanterie-Regimentern, 2 Ka- vallerie-Reaimentern unb 2 Felbarttllerie-Regimen- tern bestand. Mit dieser Gliederung und Kampfkraft zogen bie Divisionen 1914 in ben Krieg. Schon zu Krieasbeginn, während des Beweaunas- i frieaes zeigte es sich, baß eine im aroßen Verbände s des'Heeres kämvfende Division größerer Kav al- 1 [erie-Truppenteile überhaupt nicht bedurfte, daß vielmehr einige Schwadronen zur Nahaufklärung < vollständig genügten, ba bie Kavallerie im entschei- benben 'Feuerkampf angesichts ber. neuzeitlichen Feuerwirkung überhaupt nicht mehr in Aktion treten konnte. Während des Stellungskrieges verschwand die Kavallerie bann aänzlich aus bem Rahmen ber Divisionen. Bei ber Divifions a r t i 11 e r i e bewährten sich besonders bie leichten F e l d siau- b i tz e n , von benen iebe Division eine Abteilung befaß — neben 3 Kanonen abteilungen. Mit ihrem stärkeren Kaliber und ihrer steilerpn Ge^oß- bahn waren diese Haubitzen der französischen Dwl- sionsartillerie, bie zu Kriegsbeginn lebiglich über Kanonen — also Flachbahngeschütze , verfugte, entschieben überlegen und trugen im Bewe- gunaskrieg neben ber schweren, nicht zum Divisions- verbande aehörenben Artillerie bes Felbheeres erheblich zu den großen beutschen Erfolgen bei. Die D'visions Infanterie würbe noch während des Krieges anstatt zu 2 Brioaden mit je 2 Regimentern zu 3 Infanterie-Regimentern formiert, wodurch die Befehlsgebung und ber Einsatz ber Infanterie in ben Kornvf burch ben Divisionskornrnanbeur erheblich erleichtert würben. Jrn übrigen wurde bie Kampfkraft ber Infanterie burch erhebliche Verstärkung ber MG. und Einführung von Mmen- roerfern stark gesteigert. Mit bem immer zahlreicheren Auftreten von Kampfwagen beim ivetnbe machte sich aber bas Fehlen einer besonderen Panzerabwehrwaffe innerhalb bes Divisionsverbandes stark bemerkbar. Der B"barf an Pionieren tn vorderster Front war im Kampf, besonders im Stel- hm^frieg, so groß, baß er häufig kaum befnebigt nonenabteihmgen mehr, sondern lediglich 3 leichte bie von der Infanterie mcht geletzte weroen ron- F e l b h a u b i tz - A b t e i l u n g e n mit je brei nen, auszufuhren. Ohne bie Mitarbeit ber Pioniere Batterien unb sogar eine schwere Abteilung im Kampf wären d'.e übrigen Wfffengattungen mit mit 2 Batterien schwerer Feldhaubitzen und 1 Bat-1 allen ihren Kampfmitteln häufig mach los^ Auch ber terie m i 11 e l s ch w e r e r Kanonen. Dieser ar- Wert ber N a ch ri ch ten ab tilleristischen Bewaffnung einer Division liegt die Kampf ein sehr großer. Sie ist d°s Organ bes Dl- Kriegserfahrung zugrunbe, baß bie Artillerie im visionskommanbeurs, vermittels besten er seine Bevorbersten Kampfselbe gar nicht stark genug fein fehle aufs schnellste an bie untergebenen Truppen kann, um möglichst schnell bie Überlegenheit über übermitteln bzw. deren Meldungen empfangen die feindliche Artillerie zu gewinnen, bie Stützpunkte kann. Die Lufinachnchlenlrup-e unb ihre Soldaten Don Kens Doelhke, Kaupimann im M chslustfahrtminisierium. in der feindlichen Stellung zu stören und damit der, gung war mangelhaft oder blieb gynz aus. Nicht eigenen Infanterie ihren schweren Angriffsweg zu einmal Beile unb Spaten waren vorhanden Auch erleichtern. Die leichten Feldhaubitzen können im all- bie Starken ber Da^lllone waren sehr gering E s gemeinen bie gleichen Aufgaben wie die früheren ho,hl,n Bataillone nach Der leichten Feldkanonen erfüllen, haben aber gegen lebende Ziele hinter Deckungen eine weit größere Wirkung als jene. Die schweren Feldhaubitzen können auch stärkere Unterstände und sonstige Stützpunkte zerstören, während die 10-cm-Kanonenbatte- rie zur Bekämpfung lebender Ziele auf größere ■ Entfernungen, z. B. gegen anmarschierende feindliche Verstärkungen oder Munitionsnachschub auf den Anmarschstraßen des Feindes, bestimmt ist. Die Panzerabwehr-Abteilung verfugt . über 3 Kompanien mit Panzerabwehrgeschützen. Sic , hat die Aufgabe, durch die Panzerabwehr der vorne = kämpfenden Infanterie-Regimenter etwa durchge- - drochene feindliche Kampfwagen weiter hinten aufzufangen und zurückzuwerfen. Das Pionier- . bataillon der Division besteht aus zwei Fußkompanien und 1 motorisierten Kompanie. Seine Aufgabe ist, der Division ben raschen Uebergang über Wasserläufe zu ermöglichen, feinbliche Hinber- niffe und Tanksperren zu beseitigen bzw. eigene Hindernisse zu bauen unb schwierigere Erb ar betten, die von der Infanterie nicht geleistet werden kön- 1453 Kranke, also fast den dritten Teil ihres Bestandes, die in den französischen Lazaretten keine Aufnahme fanden und sich mühsam bettelnd von Ort zu Ort schleppten. Daß unter solchen Hmstcinden die kaum neu gefestigte Disziplin erheblich leiden mußte, ist nur natürlich. Hunger und Mangel aller Art trieben die Soldaten zur Selbsthilfe und Plünderung, die den unglücklichen Einwohnern auch noch das Letzte nahm, das ihnen die zuerst gekommenen Franzosen aelassen hatten. Endlich, am 11. November, traf der Befehl zur Heimkehr ein, die bis 30. Dezember dauerte. Aber auf den auch sehr beschwerlichen Rückmärschen1 wurden nach und nach wieder Soldaten aus den ausgemergelten und zerlumpten Gastalten, so daß ihr Einmarsch am 30.12.1807 mit großen Feier-1 lichkeiten begangen werden konnte. Die beiden Ba-1 taillone waren noch eben 700 Mann stark. Das Garde-Füsilier-Baicullon kam nach Darmstadt, das I Leib-Füsilier-Bataillon nach Homburg v. d. H., wo demobilisiert wurde. Es war kein Feldzug gewesen, auf den die hessischen Truppen mit Genugtuung zurückblicken konnten. In der Heimat schlecht vorbereitet und gerüstet, hatten sie unter französischer Führung den Krieg von seiner übelsten Seite kennen gelernt. Ihr Los war Hunger, Frost und Erschöpfung gewesen, kriegerische Lorbeeren waren ihnen nicht zuteil geworden. Die blieben erst der kommenden jZett vorbehalten. Fortsetzung folgt. Oer Kamps gegen den unsichtbaren Feind. * Das llebermikroskop entlarvt die Grippe. Von Dr. H. Woltereck. Wie vor einiger Zeit bekannt wurde, sind deutschem Forschergeist die Entdeckung und der praktische Ausbau des sogenannten „U e b e r m i k r o s k o p s" gelungen, dos bis- her völlig unbekannte Vergrößerungen ermöglicht. Auf diese Weise erhält die Heilkunde einen außerordentlich wichtigen Helfer in ihrem Kampf gegen einen der furchtbarsten Feinde des Menschen: jene winzigen Erreger, die weit kleiner als Bakterien sind und eine lange Reihe der gefährlichsten Krankheiten Hervorrufen, gegen die wir bisher in vielen Fällen nahezu machtlos waren. Eine neue Epoche der Heilkunde ist angebrochen: die Dirusforschung (Virus nennt man diese mit dem normalen Mikroskop unsichtbaren Erreger) wird schon in naher Zukunft die gleiche Bedeutung wie die bisherige Bakteriologie erlangen. In diesem Zusammenhang dürfte unsere Leser der nachstehende Artikel interessieren, der über die neuesten Erfolge im Kampf gegen den „unsichtbaren Feind" berichtet. Neben den Bakterien gibt es, wie die -Forschung weiß, eine große Anzahl von Krankheitserregern, die bisher auch für die schärfsten Linsen der besten Mikroskope unsichtbar blieben und nur in ihren Wirkungen am erkrankten Organismus erkannt werden konnten. Diese Wirkungen sind allerdings schlimm genug, denn es handelt sich hierbei um Krankheiten, die zu den gefährlichsten gehören, unter denen Menschen und Tiere zu leiden haben, darunter Pocken, Grippe, Hundswut, Gelbfieber, die gefürchtete Kinderlähmung, Papageienkrankheit und Maul- und Klauenseuche. In der allerletzten Zeit sind nun auf diesem Gebiet entscheidend wichtige Erfolge gelungen: man konnte zunächst eine ganze Reihe dieser Dirusarten durch neuartige Färbemethoden deutlich sichtbar machen und sogar im ultravioletten Licht photographieren. Erst auf diese Weise wird dann die Einleitung eines wirklich aussichtsreichen Kampfes gegen diese gefährlichen Feinde ermöglicht. Der zweite Forfichritt der Forschung, der ebenfalls erst in letzter Zeit erzielt wurde, bestand darin, daß man eine größere Anzahl der gefährlichsten Dirusarten im Laboratorium züchten und damit in ihrer Entwicklung beobachten und kontrollieren konnte. Da« Elektronen-Mikroskop. Der letzte und größte Fortschritt auf diesem Gebiet ist in der Schaffung des sogenannten „Heber- Mikroskops" zu erblicken, das mit einem Schlage jene Mauer beseitigt, die uns bisher die Welt des „unsichtbaren" Virus und anderer ebenso winziger Gebilde verbarg. Die erste Veröffentlichung über die Schaffung eines „Hebermikroskops" liegt schon ein paar Jahre zurück, aber inzwischen sind diese Arbeiten immer weiter gefördert, und nunmehr ist ein Gerät geschaffen worden, das allen Anforderungen der Praxis entspricht. Die Arbeitsweise dieses neuen Instruments ist allerdings wesentlich anders als die eines normalen Mikroskops. Nicht Glaslinsen werden zur Vergrößerung und dadurch Sichtbarmachung der zu untersuchenden Objekte verwendet, sondern elektromagnetische Spulen. Mit Hilfe großer Spannungen (6Ö 000 bis 80 000 Volt) werden in der komplizierten elektrischen Apparatur, die dieses „Mikroskop" darstellt, sogenannte Elektro- nenstrahlen ausgelöst, deren Wellenlänae ganz erheblich kleiner als die des Lichtes ist. Diese Elektronenstrahlen gehen durch elektromagnetische Spulen hindurch, die sozusagen als Ersatz der Glaslinsen eines gewöhnlichen Mikroskops wirken. Je nach der Spannung, die man durch diese „elektrischen Linsen" schickt, läßt sich das beobachtete Objekt wunschgemäß vergrößern und scharf einstellen. Auf einem Lichtschirm — ähnlich wie beim Fernsehen — wird das unsichtbare „elektrische Bild" wieder in ein optisches zurückverwandelt. So sehen wir Dinge, die bisher noch keines Menschen Auge geschaut hat, so werden ungeahnte Feinheiten im Dau aller möglichen Stoffe der Beobachtung zugänglich — und mit Hilfe des von deutschem Forschergeist erarbeiteten Hebermikroskops werden nun auch jene furchtbaren Erreger der Kinderlähmung, der Tollwut, der Grippe und vieler anderer Krankheiten sichtbar, die wir bisher als „unsichtbares Virus" bezeichneten. Ist das Virus lebendig oder nicht? Man sollte annehmen, daß ein gefährlicher Krankheitserreger, der sich in der von ihm befallenen Zelle in einem erstaunlich raschen Tempo vermehrt, zweifellos als „lebend" angesprochen werden muß. Bei den in so vieler Beziehung rätselhaften Dirusarten ist aber auch diese Frage keineswegs mit einem einfachen Ja oder Nein zu beantworten, und es ist heute noch eine durchaus ungeklärte Frage, ob diese gefährlichen Krankheitserreger als Lebewesen oder als unbelebte Substanzen zu betrachten sind. Allerdings spricht ihre Vermehrungsfähigkeit sehr stark für eine Zuordnung zu den Lebewesen, aber viele Dirusarten haben wiederum Eigenschaften, die man sonst nur der unbelebten Materie zuzuerkennen gewohnt ist. Bei gewissen Dirusarten, die Krankheiten der Pflanzen — z. B. die gefürchtete Mosaikkrankheit des Tabaks — verursachen, ist es in letzter Zeit gelungen, bestimmte Eiweißkörper ans dem Virus in Kristallform zu isolieren, die seine krankmachenden Eigenschaften sozusagen in höchst konzentrierter Form besitzen. Schließlich gelangen ähnliche Experimente auch bei Dirusarten, die beim Tier als Krankheitserreger Auftreten. Man erhielt beispielsweise nach ungeheuer mühevollen Arbeiten eine Substanz, von der die winzige Menge von einem Milligramm genügen würde, um eine Million Kaninchen anzustecken! Dieses „konzentrierte Virus" ist ebenfalls ein bestimmter Eiweißkörper — also keinLebewesen wie etwa die Bakterien. Gehen nun diese unheimlichen Stoffe im lebenden Körper in andere Formen Zentrum der Preußen bei Dierzehnheiligen zurückwich, gingen auch die Sachsen in einem großen Karree zurück, fortgesetzt von französischer Kavallerie attackiert. Auch die hessen-darmstädtischen Schützen waren den Sachsen gefolgt, als unerwartet französische Reiterei über sie herfiel und auf sie einhieb. Leutnant Meyer wurde schwer und sechs Schützen leicht verwundet. Die Franzosen hatten sie für Feinde gehalten, da die hessische Uniform der preußischen und sächsischen sehr ähnlich war. Noch ein zweites Mal wurden die Bataillone, die in Richtung Weimar vorgingen, von französischer Reiterei angegriffen, und es kostete große Mühe, diese davon zu überzeugen, daß sie Verbündete vor sich habe. Die beiden Bataillone folgten nur bis Oberweimar, bezogen dort Biwak und rückten, wie erwähnt, am 16. Oktober zur Besetzung von Erfurt ab, welche Festung sich bereits am Tage nach der Schlacht m schmachvollster Weise französischer Reiterei übergeben hatte. Der Zustand der beiden Füsilier-Bataillone war ein trostloser. Röcke und Hosen waren zerrisien, Hemden und Strümpfe nur noch Lumpen, und Schuhe waren überhaupt kaum vorhanden. Mit Mühe wurde eine Neubeschaffung aus den eroberten preußischen Beständen vorgenommen, aber noch lange fehlten Mäntel, Decken und Schuhe. In der folgenden Zeit wurden die Bataillone, zu denen in Erfurt auch die übrigen hessischen Truppen gestoßen waren, nur zu Gefangenentransporten und Nachtdienst verwendet, bis sie endlich am 20. No- oember den Weitermarsch antraten. Die beiden Ba- taillone waren nur je 13 Offiziere, 290 Mann stark. Der Marsch ging durch eine völlig ausgeplünderte Gegend zunächst nach Küstrin, von da am 15. De- gember nach Bromberg, von wo aus sie Vorposten auf den Straßen nach Marienwerder und Graudenz bezogen. Am 17. Januar wurde das gesamte hessische Truppenkorps der Belagerungsarmee von Graudenz zugeteilt, das bis zum Frieden von Tilsit fünf Monate lang vergeblich belagert wurde. Ich habe diese Belagerung bereits in einem besonderen Aufsatz (Nr. 200 Jahrgang 1937 des Gießener Anzeigers) geschildert und gehen nicht noch einmal auf diese für unsere Truppen der großen Kälte, schlechten Ausrüstung und jammervollen Verpflegung wegen besonders schwierige Zeit ein. Aber die Disziplin, die, wie wir gesehen haben, im Anfang des Feldzugs so manches zu wünschen übrig ließ, hatte sich in dem Maße, wie die Truppen des Kriegslebens gewohnt wurden und in festere, geordnete Verhältnisse kam, wesentlich gebessert. Bei Freund und Feind stand ihr Betragen in autem Ruf. Am 7. 7.1807 war zwischen Napoleon, Preußen und Rußland der Frieden von Tilsit geschlossen worden, der Preußen völlig zerstückelte und ihm kaum die Hälfte des Landes ließ. Aber die Hoffnung der Hessen, nun endlich heimzukommen, trog. Bereits am 17. Juli erhielt Generalleutnant vonWerner, der die hessischen Truppen befehligte, den Befehl, über Stettin zur Belagerung von Stralsund, das damals noch schwedisch und bereits van französischen und italienischen Truppen eingeschlossen war. abzu- rücken. Denn der König von Schweden hatte sich dem Tilsiter Frieden nicht angeschlassen und führte auf eigene Faust den Krieg weiter. Wieder begannen bei großer Hitze anstrengende Märsche bei völlig fehlender Dernllegung durch ausgeplünderte Gegenden bis nach Pütte (zwei Stunden vor Stralsund), wo auf nacktem Boden, ohne Stroh, Zelte und Nahrungsmittel ein Lager bezogen wurde. Die französischen Behörden sargten für nichts, das Leben der verbündeten Rheintruvpen war ja billig zu haben. Hnd von Zuhause kam ebenfalls nichts, er war eine Lage zum SeriroeMn. Glücklicherweise kam es nicht zum Kampfe, die Schweden räumten Stralsund und zogen sich zunächst nach Rügen zurück, das sie aber auch bald verließen. Die helll^ch"n Trunpen erhielten hierauf den Befehl, die Insel Rügen zu besetzen, wo sie unangefochten bis 24. Oktober blieben und dann Quartiere in Vorpommern bei Anklam und Demmin bezogen. Hier kam endlich eine große Heimatlendung an: 332 Mann Erlaß, aber völlia ohne Waffen, und der notwen- diast- B"darf an Kleidung. Geld überhaupt nicht, so daß die Trunren monatelang ohne Löhnung geblieben waren und die Heimatorte sogar Geldsammlungen für ihre Angehörigen auf Grund ihrer jammervollen Klagen veranstalteten. Am allerschlimmsten er» gina e« den Kranken, für die wenigen als nichts geschah Bereit? in Bütte hatten die hessischen Trunven Oie Wiener Llniversität. Von Anton Machart. Mitten in der „Reservation" der Wiener Altstadt steht das vornehme Barockgebäude der alten Hniver- fität. Ihre Portalfront bildet mit den beiden Brunnen die eine Seite des stillen Platzes, der sich zwischen der harmonischen Fassade der Jesuitenkirche und dem ehemaligen Konviktshaus ausbreitet, wo der Sängerknabe Schubert die Schule besuchte. Kaum bedenkt man noch, daß an dieser Stelle einst das fröhliche Leben der Studenten herrschte, seit Jahrzehnten ist ja die Hniversität auf die Ringstraße Der» legt und dieses Haus still geworden: es dient heute ols Sitz der „Akademie der Wissenschaften" den Zusammenkünften der Gelehrten. Das Merkwürdigste dieses barocken Palais, das der Baumeister Jean Nicolas Jadot erbaute, ist der alte Festsaal, der wohl nirgends seinesgleichen in der Welt findet. Die prächtige und doch intime Art des französischen Barock verleiht ihm den Charakter eines Zimmers; er wird überwölbt von einem farbenreichen Deckengemälde des berühmten Grega» rio G u g l i e l m i, der auch Schönbrunn mit Fresken ausgemalt hat: es stellt die von der Hniversität gepflegten Wissenschaften nach einer Anordnung dar, die von dem Dichter Metastasio stammt. Schon bei der Eröffnung erregte der Saal den Beifall der ganzen Welt, Voltaire schrieb sogar ein Preisgedicht auf ihn. Als wäre er schon von Anfang an zu Besonderem ausersehen: hier fanden historische Ereignisse statt. Zuerst diente er als offizieller Wiener Konzertsaal —- man sieht noch heute an der Fensterfront die Abdrücke des Podiums, wo sich das Orchester zu versammeln pflegte — und als solcher erlebte er unsterbliche Aufführungen von Haydn und Beethoven. Am 8. Dezember 1813 wurde hier zum ersten Male Beethovens „Siebente" aufgeführt. Mehr als hundert vorzügliche Spieler befanden sich in dem Saal, außerdem viele berühmte Komponisten und Virtuosen, die sich vereinigt hatten, um dem Werk Beethovens, dessen Genie sie erkannten, zum Sieg zu verhelfen. Mayseder, Schuppanzigh wirkten mit, Spohr war unter den Geigern, Hummel stand an der großen Trommel. Beethoven selbst dirigierte in feiner leidenschaftlichen Art. „Bei dem piano bückte er sich nieder", schreibt Spohr, „und um so tiefer, je schwacher er es wollte. Trat bann ein crescendo ein, fo richtete er sich nach und nach wieder auf und sprang beim Eintritt des forte hoch in die Höhe. Auch jchris ex manchmal, um das forte noch zu verstärken, mit hinein, ohne es zu wissen." Der Abend brachte als Ertrag Die ansehnliche Summe von 4006 Gulden ein. Das andere große musikalische Ereignis, das mit diesem Saal für immer verbunden bleibt, war die feslliche Aufführung der „Schöpfung" von Haydn am 27. März 1808, ein Jahr vor dessen Tod. Die Damen der Aristokratie, ihnen voran die Fürstin Esterhazy, zeigten sich so besorgt um die Gesundheit des Greises, daß sie ihn mit ihren Shawls einhüllten, damit ihm kein Luftzug schade. Auf einem berühmten Aquarell dieser Zeit sieht man Haydn als einzigen im Saale das Haupt mit einem Zweispitz bedeckt und wie eine Mumie umwickelt mit rotem, blauem, golddurchwirktem Musselin in einem Ehrenfauteuil sitzen. Die beiden ebenfalls abgebildeten prächtigen Eisenöfen — die ersten, gußeisernen — stehen heut noch und werden beim Gebrauch des Saales geheizt. Wiens Hniversität gehört zu den ersten Europas, neben Prag ist sie überhaupt die älteste auf deutschem Gebiet. Herzog Rudolf der Stifter, der sie am 12 März 1365 gründete, hatte ursprünglich einen ganzen Stadtteil — zwischen der Burg und dem Schottentor — für sie ausersehen, später wurde sie im Kloster der Dominikaner untergebracht, wo sie sich großen Ansehens erfreute. Humanismus und Gegenreformation wirkten im Lauf der Jahrhunderte tiefgestaltend auf sie ein und sie bat manchen großen Namen zu verzeichnen. Maria Theresia endlich mar es, die eine entscheidende Wendung in ihrem Schicksal herbeiführte: sie vereinigte die Fakultäten, die bis dahin in geistliche und weltliche Wissenschaften geschieden waren und getrennten Be- börben unterstanden, in ein Ganzes und stellte die Hniversität selbst somit unter den unmittelbaren Einfluß des Staates. Der berühmte van ©mieten mürbe mit der Durchführung dieses Planes betraut. Franz I. von Lothringen, der Gemahl der Kaiserin, brachte den Architekten nach Wien, dem die Errichtung des Hniversitätsgebäudes übertragen wurde: ^ean Nicolas Jadot, der auch die „Botschafterstiege" der Hofburg und die Maria Theresiengruft bei den Kapuzinern schuf. Als Inspektor und Eontrollor des k. k. Hofbauamtes" arbeitete er von 1753—1755 Daran und stellte das Palais schließlich mit einem Kostenaufmand von 230 000 Gulden her. Heute beherbergt die alte Hniversität die „Aka- bemie ber Wissenschaften", jenes höhere Forum von Gelehrten, bas schon 1497 von bem Humanisten Conrad Celtes und dann 1704 von bem Philo- fvphen Leibnitz für Oesterreich angeregt worden war — ein Plan, für den sich dann' auch Prinz Eugen lebhaft sinsetzte. Obzwar Kaxl lü, und Maria Theresia die Sache förderten, blieb es doch nur bei Verhandlungen, bis nach 1848 die Schaffung der Akademie Wirklichkeit mürbe Hier treten nun die Gelehrten immer mieber zu Besprechungen zusammen, deren Verlauf in Protokollen niebergelegt mird. So bient bieses Haus weiter der Kultur, in deren Zeichen es angetreten ist. Intermezzo im Schnee. Von Mich von Llechlrih. Sie gingen ganz langsam durch den knirschenden Schnee. Die Spuren ihrer Schier zogen eine lange Bahn hinter ihnen.- Sie waren ganz jung und darum sehr ernsthaft. Sie hielten sich für zu reif für die Liebe — so jung waren sie noch. Darum sprachen sie auch mir von den Schnee- veihältnissen, von steilen Abfahrten und gutem Gelände, von Telemark und Ehristiania. Manchmal auch über ihre Weltanschauung, in ber immer noch ein wenig das Knarren der Schulbänke mittönte. Heber ihnen stand schräg eine leuchtende Winter» sonne. Sie waren Sportkameraden — wer wollte das bezweifeln? Es mar ganz still um sie, und sie schwiegen beide. Er sah sie an. Nein, er sah nicht auf das faszinierende Gold ihrer flimmemben Haare, auf ihr Kindergesicht — er stellte nur wieder einmal fest, daß sie für ein Mädchen ungewöhnlich zweckmäßig ausgerüstet war. Außerdem gefielen ihm ihre bunten norwegischen Handschuhe. Man kann auch nicht sagen, daß sie ihn ansah; sie betrachtete nur mit fachmännischem Ernst seine ausgezeichnete Haltung beim Gehen — aber sie bemerkte doch wenigstens, daß der bunte Schal, den er um den Hals trug, ihm ganz unerhört gut stand. Das lag aber selbstverständlich ausschließlich an der Wahl der Farben. Sie waren endlich an dem Hang angelangt, von dessen ungeahnten Möglichkeiten für eine Abfahrt sie sich viel versprachen. Er sah sich nur einen Augenblick nach ihr um, bann sah sie ihn schon viel tiefer unten in vorschriftsmäßiger Haltung landen. Dann folgte sie, mar darauf bedacht, ihm an Eleganz und Haltung nicht nachzustehen. — Plötzlich lag sie im Schnee: wie es" eigentlich geschehen war, konnte sie selbst nicht sagen; jedenfalls lag sie. ‘ Sifi versucht- auszustehen« es wollte nicht ■* der über, werden sie dadurch vielleicht zu lebenden Er- regem? Diese Frage ist vorläufig noch ungeklärt — mir stehen eben noch ganz im Anfang der Virus- forschung und haben gerade die ersten tastenden Versuche gemacht, um diesen unsichtbaren Feind zu entlarven. Oer Kampf besinnt. Der Kamps gegen diese furchtbaren Feinde des Menschen wird in erster Linie auf dem bereits sehr erfolgreich beschrittenen Weg der Immunisierung geführt, da wir wenigstens bisher kein Mittel kannten, durch das sich das Virus im lebenden Körper abtöten ließ. In allerletzter Zeit ist es jedoch gelungen, gewisse Dirusarten durch Behandlung mit Farbstoffen und gleichzeitige Bestrah - l u n g mit langwelligem Licht zu vernichten — diese neue Entdeckung eröffnet einen durchaus erfolgversprechenden Weg zur Bekämpfung der Viruskrank- Heiken. Dor allem aber ist die Medizin jetzt bereits in der Lage, mit Hilfe der künstlich gezüchteten Kulturen der Erreger vieler gefährlicher Krankheiten von Mensch und Tier sehr wirksame Impfstoffe herzustellen, die durch rechtzeitige Anwendung Schutz vor diesen Erkrankungen gewähren. Wie wichtig dieser Kampf ist, geht schon daraus hervor, daß mir heute bereits 150 Dirusarten kennen, die Krankheiten Hervorrufen. Sie finden sich nicht nur bei Menschen und Tieren, sondern auch bei Pflanzen, beispielsweise bei der bereits erwähnten Mosaikkrankheit des Tabaks, der Kartoffel und der Tomate. Durch die Viruskrankheiten der Tiere und Pflanzen gehen der Landwirtschaft Jahr für Jahr riesige Betröge verloren, und es ist sehr erfreulich, daß die Forschung jetzt in der Lage ist, den Kampf gegen diese Krankheitserreger mit neuen Mitteln aufzunehmen. Rätsel um Krankheiten. Die Dirusforschung verspricht auch bei einer ganzen Reihe bisher noch ungeklärter Krankheiten des Menschen schon in naher Zukunft wirksame Bekämpfungsmethoden zu liefern. Das gilt 3. B. für die gefürchtete Kinderlähmung, als deren Erreger ein bestimmtes Virus gefunden wurde. Es besteht auch Aussicht, daß für Die so lange vergeblich gesuchte Lösung des Krebsproblems von dieser Seite her wichtige Aufschlüsse gefunden werden können. Bei einer anderen, bisher noch sehr geheimnisvollen Krankheit ist die Dirusforschung bereits ein gutes Stück vorwärts gekommen: es ist die Grippe, über deren Erreger namentlich aus Amerika immer wieder Meldungen verbreitet werden, die sich aber meist bei näherer Prüfung als nicht stichhaltig erweisen. Dieses so lange umkämpfte Problem scheint jetzt endlich vor der Losung zu stehen, denn es ist in letzter Zeit gelungen, ein Virus zu entdecken, das zweifellos als der Erreger der menschlichen Grippe anzusehen ist. Man hat diesen Erreger bereits in Kulturen züchten können. Es hat sich bei dieser Untersuchung auch der Grund dafür gefunden, warum gerade bei den Arbeiten über die Grippe so häufig nur scheinbar richtige Resultate erzielt wurden, die einer Nachprüfung nicht standhielten. Die Losung dieser Frage bringen einige neue Entdeckungen, die über die Entstehung der Grippe gemacht werden konnten. Es hat sich nämlich herausgestellt, daß die Grippe sehr wahrscheinlich durch zwei zusammenwirkende Erreger, und zwar den Jnfluenzabazillus und ein Virus verursacht wird. Die Grippe tritt nach dieser Annahme nur dann auf, wenn eine Doppel- i n f e f t i o n, ein Zusammenwirken von Virus und Bakterium, vorliegt. Im Zusammenhang mit diesen neuen Erkenntnissen sind bereits die ersten sehr erfolgversprechenden Ansätze zur Herstellung des bisher vergeblich gesuchten Jmpfftoffes gegen die Grippe zu verzeichnen. Im übrigen wird das neue Uebermikroskop der Heilkunde in ihrem Kampf gegen den „unsichtbaren Feind", das Virus, eine entscheidend wichtige Unterstützung geben. Das Mikroskop hat den Kampf gegen die Bakterien erst wirklich erfolgreich werden lassen — hoffen wir, daß die Erfindung des Elektronen-Mikroskops der Dirusforschung zu ähnlichen Erfolgen verhilft. rechte Fuß wollte nicht. „Sicher gebrochen", stellte sie sachlich und ungerührt fest. Dann eine Stimme von wett Herr „Haaalloook" Sie schrie zurück: „Hier!" Ein paar Sekunden später war er da. „Na, was ist denn nun?" fragte er — aber in feinen Augen war richtige ehrliche Angst, als er sich über ihren verletzten Fuß beugte. „Sicher gebrochen?", stellte auch er fest, aber ein wenig atemloser und nicht so ungerührt wie sie. Dann saßen sie nebeneinander im Schnee, zwei große, hilflose Kinder. „Wie bekomme icy dich nur hier runter, ohne dir weh zu tun?" Seine Stimme war ganz ratlos. Etwas in ihr rührte sich unter der Ratlosigkeit seines Tones — freute sie sich, daß er Angst um sie hatte? Plötzlich wollte sie gar nicht mehr tapfer feint sie lehnte sich in den Schnee zurück und biß sich mit verzerrtem Gesicht in die Lippen. „Tut es dir so weh?" — feine Stimme schwankte bedenklich. Statt aller Antwort lachte sie plötzlich hell auf — hell und glücklich. Er sah verdutzt aus... war sie verrückt geworden? Sie lachte immer noch —: „Wie dumm waren wir doch — wie dumm!" Plötzlich verstand er; — mit äußerster Vorsicht, um ihr krankes Bein nur nicht zu berühren, beugte er sich zu ihr hinüber und küßte sie. Ein wenig unbeholfen — aber sie lachte nicht mehr. Dann traten se behutsam den Heimweg an. Hochschulnachrichten. Von der Hniversität Bologna, die alle fünf Jahre das hefte wissenschaftliche Werk auf orthopädischem Gebiet durch den Hmberto-Prois, eine Stiftung des früheren italienischen Königs, auszeichnet, wurde dieser Preis in diesem Jahre dem Chefarzt der Orthopädischen Klinik des Städtischen Krankenhauses in Aachen, Dr. Fr. P a u w e l s , verliehen. — Die Italienische Gesellschaft für Gerichtliche Medizin inMai 1 and ernannte den Ordinarius für Gerichtliche und Soziale Medizin, Professor Dr. Gerhard Schrader in Halle zum Ehrenmitglied. Seine Arbeiten betreffen besonders das Gebiet der Elettropathologie, der forensischen Toxikologie und der postmortalen Verändeningen. Der Dozentin in der Medizinischen Fakultät der Universität München Dr. med. dent. Dr. med. Maria Kösters wurde die Dienstbsgeichnung mchtbeamtetLc MherochLMchex Professor verlichm, Mittwoch, U.Zanuar 1959 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheften) Ur. 9 Drittes Blatt NSG. Die Gaustraßensammlung am kommenden und Sonntaa bringt diesmal die reiz- ln st Harzabzeichen aus den Werk- Sanistaa und ( vollen Kunsth n b ir n msäänSEXSÄifflE wenn nicht Niepce, bevor die Erfindung ihren Weg in die Oefsentlichkeit nahm, gestorben wäre Niepce, eilte 901* ter reu ter- geben lef* hen n et s. nk> seii er« >15* bie Heimatlied. Ä r ... , Ännamirl kann auch böhmische Dorfmusik machen. Sie rollt ein Blatt Papier zu einer kleinen Trompete, die sie zwischen die Baßsaiten klemmt. So ~ . < r. ■ . ______«aIPa hiö ’KntlP S> in lie U6 •r« ilr [te in l«r k- Es 0* er litt Re ’S e« ir in is b. in r- weit iN- engte oemfl vor igen jten ein ie. pvei mit nme um semi sich tickte statten der Elfenbeinschnitzer in Erbach im Odenwald. Acht verschiedene Blütensormen wurden eigens für diese Straßensammlung entworfen. Es ist erfreulich, daß es schon fast zur Selbstverständlichkeit geworden ist, alljährlich eine Stra- hensammlung durchzusühren, bei der Erzeugnisse unseres heimischen Kunstgewerbes zu Gunsten des Winterhilsswerkes verkauft werden. Allein der Auftrag für diese Gaustrahensammlung brachte den Odenwälder Elfenbeinschnitzern, d. h. einigen hundert Kunsthandwerkern, mehrere Monate Arbeit und Brot. Wenn man sich eine Vorstellung davon machen kann oder einmal Gelegenheit gehabt hat, den Arbeitsgang vom • Rohmaterial bis zur Fertigstellung eines solchen WHW.-Abzeichens zu beobachten, dann erst kann einem klar werden, von welchem Ausmaße auch der diesjährige Auftrag des Winterhilsswerkes von 9 0 0 0 0 0 Abzeichen an die Odenwälder Elfenbeinschnitzer ist. Wer also eins ober mehrere dieser Kunstharz- abzeichen kauft, wird einerseits mit ba^u beitragen, daß den vielseitigen Aufgaben des Winterhilfswerkes weiterhin die notwendigen Mittel zuftießen, Lahn mit vollen Ufern. Bei der anhaltend milden Witterung hat nun doch das Eis der Lahn weichen muffen. Der Fluß bietet wieder bas gewohnte Bild — er zeigt feine Wasser. Allerdings hat sich der Wasserstand verändert. Die Lahn ist breiter geworden, auch fließt sie nicht so gemächlich dahin wie sonst zu Zeiten des Jahres. Die Schneeschmelze hat von vielen Bächen und Gräben so viel Wasser gebracht, daß die Ufer des Flusses ganz ausgefüllt und vbechalb und unterhalb der Stadt auch schon Ueberschwern- mungen der ausgedehnten Wiesen eingetreten sind. Immerhin hat das Wasser noch keine Höhe erreicht, die als bedrohlich angesehen werden könnte. Lehmig braun wälzen sich die Fluten dahin. Selbstverständlich bringt auch die Wieseck viel Wasser mit. An der Einmündung zur Lahn — dort sind gegenwärtig Bauarbeiten im Gange — hat' sie eine stattliche Breite bekommen und einen spondenz, die anfangs von beiden Seiten mit der größten Vorsicht und Zurückhaltung geführt wurde. Nach einigen Jahren vereinigten sie sich jedoch und schlossen einen Vertrag zur gemeinsamen Vervoll- tommnung „der von Niepce erfundenen und Da- querre verbesserten Erfindung". Nach dem 1833 erfolgten Tode von Niepce setzte Daguerre die Arbeiten allein fort. Auf silberplattierten, mit Joddampfen getränkten Kupferplatten, die auf diese Weise mit einer dünnen Schicht von Jodsilber überzogen waren, erhielt er durch^Belichtung in der Camera obscura unsichtbare „latente" Bilder, die durch eine Behandlung mit Quecksilberdämpfen sichtbar gemacht, „entwickelt", werden konnten. 1839 war Daguerre so weit, daß er feine Erfindung der Öffentlichkeit übergeben konnte. ,, „ Selten hat eine Erfindung so rasch die Aufmerksamkeit der Welt erobert. Zwei französische Natur- Wissenschaftler, der Physiker Arago und der Chemiker Gay-Lussac erstatteten in der Pariser Kammer im Juli und August 1839 ausführlichen und weitschauenden Bericht über das Verfahren, in dem sie sowohl seine wissenschaftlichen Grundlagen : als auch seine Bedeutung für die Zukunft ooll n)ur= : digten. Daguerre wurde zum Offizier der @bren= ; legion ernannt mit einem Ehrengehalt von 6000 „Oie bewundernswürdige Erfindung." Aus den Anfängen der Photographie vor hundert Jahren. Mädchen aus Böhmen Don Josef Baur. Das neue Lugendschuhgesetz trat am 1. Januar 1939 in Kraft. fünf Stif' M farzt oer* VW u-fül E Hl d» *5 niet jfliunj laben. , , Wir denken heute kaum noch daran, welche Entwicklung notwendig war, um aus den freien Pftan- n der Natur jene Zimmerpflanzen in den Blu- ; -entöpfen zu schaffen, die uns em Abbild des I ühenden Lebens schenken, wenn draußen alles He erstorben scheint. Ein interessantes Stückchen Kulturgeschichte ist damit sicherlich verknüpft, das om Fensterbrett zurückführt in jenes üppige Ur= ?»aldparadies, in dem die Vettern unserer Zimmer- Manzen noch heute in prächtiger Schönheit ge- lrihen. H- w- Sch- • Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 19.30 bis 21.30 Uhr „Der Hochver- inter". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Dir gehört mein Herz". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: ,heute abend — Hotel Ritz". — Oberhessischer < unstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turm- hus am Brand. Stadttheater Gießen. Heute abend findet die letzte Aufführung des Schauspiels „Der Hochverräter" von Curt Langen- tecf statt. Spielleitung: Hannes Razum, Bühnen- trid: Kari Löffler. Einmaliges Gastspiel Harald kreuhberg. Harald Kreutzberg tanzt am Donnerstag, E Januar, im Stadttheater Gießen. Am Flügel: Friedrich Wilckens. Das einmalige Tanzgaftspiel tmbet außer Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 52 Uhr. „ wend für Zitherspiel begeistert. Ännamirl erbietet sich, ihm Unterricht zu geben. Als es für uns Zeit wird, nach Hause zu gehen, rückt meine Frau damit heraus, daß sie Ännamirl gern einen Tag für sich haben möchte. Es gäbe ,etz so hübsche Trachtenkleider, sagt sie, und Ännamirl solle sich eines aussuchen. Peter und ich schließen uns eifrigst ihrer Werbung an. Run erfahren wir, daß auch die anderen Geschwister Ännamirl schon kennen. Onkel Hans null sie im Auto spazierenfahren und Tante Karola möchte mit ihr Kirchen,^ Museen und — Kondtto- "Annamiri^schmiegt ihren dickbezopften Mädchenkopf an Mutters Schulter. Sie sagt: „Ich geh' recht gern mit euch, allen, — aber Mutter!' muß auch mit dabei sein? „Hast schon recht, Ännamirl , sagt Mutter und lächelt, „schließlich bist du ja m c i n Kind aus dem Böhmer Wald!" lßroß mutter habe ein 'fremdes Kind, ein Mädchen, tttroa so alt wie er. „ . . Großmutter ist Witwe und lebt allem m einer TKtten kleinen Wohnung. Wir überraschen sie durch dnen Besuch. Das fremde Kind ist ein hübsches Rädchen mit schwarzen Hängezöpfen und klaren illauen Augen. Es ist im Böhmer Wald daheim und hammt aus einer kinderreichen Familie. Der Großmutter wurde es für einen Gastaufenthalt anoer- 900000 LHW.-Abzeichen aus dem Odenwald Oie Elfenbeinschnitzer als Hersteller. Franks. , . , v r Kaurn war die Erfindung bekannt geworden, so spaltete die Oeffentlichkeit sich in zwei Lager, von denen das eine die sogenannte „Daguer re o t y - p i e" stürmisch begrüßte, das andere sie m die Holle verdammte. Am tiefften waren die Maler erregt, besonders die Porträtmaler, die nicht ganz mit Unrecht einen Einbruch in ihre bis dahin unumstrittenen Vorrechte befürchteten. Don der Erklärung des berühmten Malers Delaroche, der sich dahin äußerte, „daß die bewundernswürdige Erfindung Daguerres 'ein unendlicher Dienst für die Künste fein würde", bis zu der Behauptung: „Von heute an ist die Malerei tot." fanden sich alle Urteile vertreten. Auch in den Zeitungen und Zeitschriften jener Tage wurde das Für und Wider leidenschaftliche erörtert. Auf jeden Fall aber wurde die Da° guerreotypie in kürzester Zeit große Mode. Für den berühmten Mann, für die elegante Frau der vierziger Jahre gab es nichts Schöneres als ein „Da- guerreotyp" von sich Herstellen zu lassen, ein auyersr umständliches Verfahren, bei dem der Darzustellende mehrere Minuten regungslos stillhalten mußte. Dafür sind denn auch diese frühesten .Lichtbilder , be-. vor sie durch das heutige Negativ-Positlv.Derfahren verdrängt wurden, von einem ganz ungewolmlichen Reiz auf denen, wenn wir noch solche Darstellungen unserer Urgroßeltern in der Familie besitzen, unser Auge mit Entzücken weilt. C. K. Hitler-Jugend Bann 116. Stamm 1/116 Gießen. Am kommenden Freitag, um 20.15 Uhr, findet im Heim der Marine-Hitler-Jugend eine Führertagung statt. Es nimmt daran die gesamte Führerschaft des Stammes 1/116 teil. Theaterring der Hitler-Jugend. Heute abend Theaterring der Hitler - Juaend (3. Vorstellung). Zusatzkarten. Es gelangt jur Aufführung „Der Hochverräter", Tragisches Schauspiel von C. Langenbeck. Anfang 19.30 Uhr, Ende 21.30 Uhr. Bann und llntergau 116 We terau. Am Montag, 16. Januar, findet die 1. Vorstellung des HI.-Theaterrings statt. Die Vorstellung beginnt um 8 Uhr, zur Aufführung gelangt „Der Hochverräter". Die Karten sind sofort einheitsweise auf der Verwaltungsstelle des Bannes abzuholen. Bund Deutscher Mädel 2R.- und IM. Untergau Wetterau (116). Am Donnerstag, 12. Januar, 20 Uhr, hält die bekannte Kunstfliegerin und Europameisterin Liefet B a ch in der Aula der Universität einen Lichtbildervortrag über das Thema „10 Jahre Kunstflug". Ermäßigte Karten zum Preise von RM. —,30 sind über die M.- bzw. JM.-Gruppe an der Abendkasse zu erhalten. „Glaube und Schönheit" Werkgruppe II. Auslandskunde. Donnerstag, 12. Januar, um 20 Uhr Antreten am Heim (Brandplatz). Straßenbahnwagen mit Anhänger. ist die Kinderarbeit, abgesehen von den Ausnahmen der §§ 5, 6 grundsätzlich verboten. Diese letztgenann- j ten Bestimmungen regeln die Beschäftigung von . Kindern bei gewissen Arbeiten im Handelsgewerbe, : im Sport, bei Theatervorstellungen, Musikauftüh- ; rungen, Filmaufnahmen usw. Der 3. Abschnitt des Gesetzes (§ 17 ff) trifft Bestimmungen über die Arbeitszeit von Jugendlichen. Die tägliche Arbeitszeit eines Jugendlichen darf acht Stunden und die Wochenarbeitszeit 48 Stunden nicht überschreiten. Nach § 8 ist den Jugendlichen die zur Erfüllung der gesetzlichen Berufsschulpflicht notwendige Zeit zu gewähren. Die Unterrichtszeit in einer Berufsschule ist auf die Arbeitszeit anzurechnen. Die Erziehungsbeihilfe oder der Lohn ist außerdem für die Unterrichtszeit wei- terzuzahlen. Nach § 11 ist das Gewerbeaufsichtsamt unter gewissen Voraussetzungen zur Arbeitszeitverlängerung berechtigt. Nach Beendigung der Arbeitszeit ist dem Jugendlichen eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 12 Stunden zu gewähren. Die §§ 15, 16 regeln die Ruhepausen und die Nachtruhe. 8 17 bestimmt — unter Berücksichtigung der Ausnahme des Abs. II — daß an Samstagen und den Tagen vor dem Weihnachts- und Neujahrsfest Jugendliche nach 14 Uhr nicht mehr beschäftigt werden dürfen. § 20 räumt dem Reichsarbeitsminister die Befugnis ein, die Beschäftigung von Jugendlichen in Betrieben, in denen sie besonderen Gefahren für ihre Gesundheit oder Sittlichkeit ausgesetzt sind, zu untersagen oder von Bedingungen abhängig zu machen. Eine ebensolche Befugnis steht in Einzel- fällen auch dem Gewerbeaufsichtsamt zu. § 21 ordnet an, daß jeder Betriebsführer jedem jugendlichen Gefolgschaftsmitglied alljährlich einen bezahlten Urlaub zu gewähren hat. Die Mindestdauer des Urlaubs beträgt für Jugendliche unter 16 Jahren 15, für Jugendliche über 16 Jahren 12 Nach § 26 steht die Aufsicht über die Ausführung der Vorschriften dieses Gesetzes den Gewerbeaufsichtsämtern zu, die auch Auskünfte erteilen. Seit etlichen Tagen verkehren unsere Straßenbahnwagen teilweise mit Anhängern. Der verstärkte Einsatz des Wagenmaterials erfolgt in den frühen Vormittagsstunden zur Zeit des Arbeitsbeginns in den Betrieben und in den Geschäften, damit den Arbeitskräften, die in den äußeren Bezirken der Stadt ober in den Vororten wohnen, Gelegenheit zur Fahrt nach ihren Arbeitsplätzen geboten ist: ferner werden die Anhänger in den späteren Nach- mittagsstunden gefahren, um dem verstärkten Verkehrsinteresse, das beim Arbeitsschluß und bei den Einkaufsgängen der Frauen in der Zeit von 16 bis gegen 19 Uhr eintritt, Genüge zu leisten. Außerdem werden die Anhänger an Samstagen und Sonntagen, etwa von 13 Uhr ab bis je nach Bedarf in den späten Abend hinein, in Verkehr gestellt. Durch diese Verstärkung der Verkehrsmittel soll dem nur zeitweise und stets gewissermaßen stoßartig auftretenden Spitzenverkehr in ausreichendem Umfange entsprochen werden. Diese Verstärkung des Straßenbahnmaterials, die vor allem eine Zusammenballung von Menschenmassen in einem einzigen Wagen verhütet, jedem Fahrgast einen Sitzplatz ermöglicht und zugleich der Flüssigkeit der Verkehrsabwicklung dient, kann nur mit Anerkennung verzeichnet werden. anderseits aber auch ein in unserem Gau beheimatetes Kunstgewerbe — von dem allein Erbach rund 1200 Schnitzer und Hilfskräfte in 120 Schnitzereien und Drehereien mit der Herstellung dieser Abzeichen. beschäftigte — fördern und erhalten helfen. Am 14. und 15. Januar wird die Straßensammlung in unserem Gau durchgeführt. Denke jeder daran, daß der Tradition unferes Gaues entsprechend der Erfolg dieser Straßensammlung noch größer sein muß, als in den früheren Jahren. Wir haben schon manches geleistet, wollen aber noch mehr vollbringen! An der Gaustraßensammlung sind beteiligt: NSKOV., NS.-Reichskrieger- bun'b, NS.-Marinebund, NS.-Studentenbund, Lehrerschaft, Reichsluftschutzbund und das Deutsche Rote Kreuz. 60000 Abzeichen für den Kreis Wetterau. Zum Verkauf der WHW.-Abzeichen am nächsten Samstag und Sonntag sind 60000 Stück für ben Kreis Wetterau bestimmt. Davon entfallen etwa 2 0 0 0 0 S t ü cf auf ben Verkauf in ber Stabt Gießen. ursprünglich Offizier, beschäftigte sich nach seiner Verabschiebung etwa ab 1814 in Chalons mit ber bort soeben bekannt geworbenen Lithographie Er versuchte, mit Hilfe bes Sonnenlichtes bu> Bi ber auf ben Stein zu übertragen. Den Schiefer ersetzte er burch anbere Stoffe unb erhielt enblich nach vielen mißlungenen Versuchen burch Belichtung von Zink- platten bie mit einer Asphaltlösung bestrichen waren, in ber Camera obscura bauernbe Silber. Von bem Niepceschen Verfahren, bas ber Erftnber selber Heliographie nannte, horte Louis Da - quer re, ein Pariser Maler, der Erfinder des ,^>io- ramas", des farbigen und perspektivischen Guckkastenbildes, dem Vorläufer des Kmos, der sich seit langer Zeit mit ähnlichen Problemen beschäftigte. 18^6 trat Daguerre durch Vermittlung des Optikers Chevalier mit Niepce in Verbindung, und zwischen beiden Männern entwickelte sich eine Korre- Be'j dem neuen „Mutteri" fühlt sich „Ännamirl Won ganz zu Hause. Der „Kanari" lä&t sich von iDr durch ein paar Pfiffe zu schmetterndem Gesang rlerlocken, und das Kätzchen „Bussi" ruht zutraulich schnurrend auf ihrem Schoß. Ännamirl plaudert munter und unbefangen m ihrer lieblichen Mund- I art. Wir hören ihr mit großem Vergnügen zu. Auf der Suche nach einer Unterhaltungsmöglich- I leit findet Ännamirl im Schrank eine Zither. Seit I Helen Jahren hat niemand mehr darauf gespielt; ciber keine Saite ist gerissen. Das Wunder erklärt sch daraus, daß Vater vorsorglich alle »n eri- Ipannte, — damals, als er das geliebte Instrument für immer in ben Kasten schloß. Nun werben sie roieber gespannt. Ännamirl kann Zither spielen. Geschickt und sorgchm mit schlanken Mäbchenhänden, stimmt sie bie Saiten. Sie macht iazu ein ernstes Fräuleinsgesicht -Vaters K hernng nuß kleiner gebogen werben, unb bann laßt Anna- irürl prüfend Akkorde erklingen. Lange haben wir diese Klänge nicht mehr gehört. Wir sind alle ganz liill. Ännamirl fragt: „/Soll ich fpie en fiang, lang st's heri — mit gebrochener Begleitung ? "Ach in", sagt Peter rasch, unb wir nicken. Ännamirl spielt wirklich schön; und sie singt auch kuu mit Heller, glockenreiner Stimme. Ich kann es richt' verhinbern, daß mir das Herz em wenig chwer wird. Meine Frau ist, wie ich sehe, den Tränen nah. Und Mutter sitzt regungslos ein i twas starres Lächeln um den Mund. Peter schaut »emunbernb auf Annamirls Hande, die mühelos L arre alles gefangen hält. . Gs ist bezeichnend: je mehr wir den Anblick Der blühenden Natur entbehren müssen, je kahler sich d:s kümmerlich gewordene Gezweig im warten n. snimmt, um so größer wird unser Verlangen nach bin vielfarbigen Kindern der Flora, die uns als Ksgmbol des immerwährenden Lebens erscheinen. Und um sie immer um uns zu haben, stellen wir 9 umenErippen auf ober räumen ihnen wenigstens dm schmalen Platz am Fensterbrett ein. Zimmerslanzen sind dankbare Geschöpfe; für das bißchen lscheidene Aufmerksamkeit das wir ihnen widmen r tschädigen sie mit einem .Blumenstar, der m dieser rinterlichen Zeit gerade rote ein Wunder wirkt. Allerdings sind es vor allen Dingen lene f-cheligen Gesellen, die Kakteen, die diests Wunder r.torinaen Obwohl sie in den. tropischen Zonen ire Heimat haben, entfallen sie ihren Blutenreich- tim qerabe dann, wenn es bei uns draußen schneit mb friert Es ist ein prachtvoller Anblick, ben bei- tiiriJroeib? ber Glieder- oder Weihnachtskaktus I aenwärtig bietet, wenn er mit zahlreichen leuchtet) roten Blütenkelchen geschmückt ist. Er ist einer frr beliebtesten unter seinen Artgenossen und des- Mb Ziemlich häufig zu sehen. Daß er trotz des winters seine schönen Blüten treibt, hangt bei ihm Jie bei allen Vertretern aus den heißen Landern cm fad) damit zusammen, daß es für die tropische Numenwelt solche durch die Jahreszeit bedingte .^achstumspausen, wie wir sie bei unseren heiml- |i,en Pflanzen kennen, meistens gar nicht gibt. Sie zachen und gedeihen, ob das Thermometer bei uns Temperaturen über ober unter Null anzeigt vor- msqesetzt, baß sie einen einigermaßen günstigen I Standort auf ber Krippe ober am Fensterbrett LUC ‘I* ’ I--7*1 /«•. ■ S. mehrere Menschen völlig unabhängig voneinander jahrzehntelang in leidenschafttilhern Bemühen mit ben gleichen Problemen rangen, die schließlich zur Erfindung der Photographie führten. Zwei Erfindungen waren es vor allem, Die der Lösung des Problems vorgearbeitet hatten: Die Camera obscura und die um die Jahrhundertwende von Senefelder in München erfundene Lithographie. Die Camera obscura ohne Linse war schon arabischen Gelehrten bekannt, die sich ihrer zur Beobachtung von Himmelsbildern bedienten. Später haben auch abendländische Gelehrte ber Erscheinung ihre Aufmerksamkeit zugewandt vor allem Leonardo da Vinci, ber um 1500 feine Er ahrungen mit der dunklen linsenlosen Lochkammer, die hell beleuchtete Gegenstände verkleinert unb auf dem Kopf stehend erscheinen ließ, genau beschrieb. Um deutlichere Bilder zu erzielen, wurde bald nach ihm bie Lochkammer mit einer Linse ausgestattet. Doch blieb das Problem bestehen, biese Bilber auch festzuhalten. Der Ruhm, ber Lösung bieser Ausgabe als Erster nah gekommen zu sein, gebührt einem Deutschen, bem Arzt Johann Heinrich Schulze in Halle. Dieser kopierte schon im Jahre 1727 m der Sonne Schriftzüge auf Platten, die mit silberhaltigem Kreideschlamm überzogen waren. -Aber die Zeit war noch nicht reif bafür. Seme Entdeckung und die qclehrte Abhandlung, in der er davon Kenntnis gab, fielen der Vergessenheit anheim. Es ist viel darüber gestritten worden, wer als ber eigentliche Erfinber ber Photographie anzusehen ist. Wahrscheinlich würben sich heute Nicephore N i e P c e und Louis Daguerre in die,en Ruhm teilen. Aus der Stadt Gieheu. Blumen am Fensterbrett. Freilich, gewöhnlich find es ja nur Eisblumen, di sich um diese Jahreszeit oft am Fenster zeigen. Zerliche Gewächse zwar, deren Formenreichtum entzücken kann, aber eben doch nur Gebilde, in feinen nicht das Leben pocht. Und im allgemeinen ben wir aus begreiflichen Gründen nichts da- q:gen, wenn diese Blumen rasch wieder verschwinde, denn die Temperaturen, denen sie ihr Dasein 1 oiidanken, erscheinen uns keineswegs verlockend. ' Inders ist es dagegen mit jenen wirklichen Blumen, ' dren leuchtend rote Pracht sich gerade jetzt so h^sisig 1 ch ------------ , ■ r, erstreckenden Prozeß des Suchens und ästens zum ->i- Saiten beherrschen, S Abschluß bringt Für keine Erfindung Nachdem das Lied verklungen 'st, fragt er, -N°lgrei-y , ? m h „ „ro D h t e. .Kannst du .Dort tief im Böhmer Wald ? latürlidi’" sagt Ännamirl. u"« mu „ Blick fügt sie hinzu: „Aber du mußt Mltsmgem ErfUlULKlU/c II . geradezu nach ber Erfindung der Photographie als .y.;° . r. ... ar.' a T)pr beite Be- CT Ä beste Be Aus -en Gießener Gerichtssälen Durch Fahrlässigkeit und Sorglosigkeit, Unksnnj, für fit; > in < einen für einen Hui mitverschlungen werden. 28. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) ms aller Angeklagten wegen übler Nachrede und verleumderischer Beleidigung zu einer Gesamtstrafe von zwei Monaten und einer Woche Gefängnis. In der Urteilsbegründung betonte der Vorsitzende, daß die Amtsführung des Ortsbeauftragten nicht die leisesten Zweifel an seiner Ehrlichkeit und Korrektheit habe aufkommen lassen. Er müsse als ehrenamtlicher Helfer einer großen sozialen Einrichtung ganz besonders gegen derartige unberechtigte Angriffe geschützt werden. Aus diesem Grunde sei eine ganz empfindliche Strafe am Platze gewesen. Lieferanten erhobenen Vorschuß nicht abgeliefert, sondern sich ungerechtfertigt angeeignet zu haben. Der von dem Angeklagten versuchte Wahrheitsbeweis mißlang kläglich, denn die Beweisaufnahme ergab einwandfrei die Haltlosigkeit der Behauptungen des Angeklagten. Ihm war es mit seinem verwerflichen Vorbringen nicht darum zu tun, der Gerechtigkeit zum Siege zu verhelfen, sondern den Ortsbeauftragten aus rein persönlichen Gründen gesellschaftlich und politisch unmöglich zu machen. Das Gericht ging deshalb nach einftünbiger Beratung über den Antrag der Amtsanwaltschaft hinaus und verurteilte den Liegenden heftige Fußtritte versetzt. Der Angeklagte konnte in der gestrigen Beweisaufnahme überführt werden. Er erhielt eine Gefängnis st rafe von zwei Monaten. Keine Streichhölzer in Kinderhände? Dringende Mahnung an die Eltern. li L ISA piM ** Verkehrssünder. Die Polizei sch; in der Zeit vom 23. Dezember 1938 bis 5. Jam Rundfunkprogramm Donnerstag, 12. Januar. »* tn .entöl" Von der Pressestelle der Ludwigs • Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Der ordentliche Professor für Deterinärhygiene und Tierseuchenlehre Dr. Karl Beller an unserer Universität ist zum 1- Januar 1939 an die Deutsche Gesellschaft Züchtungskunde berufen worden. Hundehaltung, wie sie sein soll! Ratschläge zu zweckmäßiger Fütterung. Maltet' Matz 1 Mzeich" JtitiarW !^den (3 & '^in Mchlichb ■k in i Mnina b Ms ha in:e Spie Mmme Men da ■ ijoir noä tMrfrn, t M Es i iriifimlfni teer Moi ßen sind von glitschigem Matsch überzogen. Da heißt es gute wasserdichte Schuhe und Stiesel tragen! Sonst aibt es nasse Strümpfe, nasse Füße unbi kranke Leute. Nichts ist so ungesund wie schnee- uni eiswassernasse Strümpfe und kalte Füße. „Füße, warmhalten" ist eine alte Gesundheitsregel. Das« gilt in erhöhtem Maße für die Jugend, die besowl ders leicht empfänglich ist für alle möglichen Qsr-fl kältungen. Eltern, ermahnt daher eure Kinder, nasse Schuhe und nasse Strümpfe rechtzeitig zu wechseln!, Ihr bewahrt sie dadurch vor heimtückischen Krank-! heilen, spart Sorgss, Arzt und Apotheke. Warnungen. LPD. Füße warmhalten — eine alte Gesundheitsregel! Des Winters erste Kälte 1 ist plötzlich durch Tauwetter gebrochen worden. Da- Eis der Flüsse und Bäche ist abgetrieben, die Stro. - Seine Mutter, deren Wiege in Köln gestanden hatte, würde ihn sicher nach den deutschen Mädeln fragen, und er wollte von Elisabeth erzählen können, von gemeinsamer Liebe und gemeinsamen Zukunftsplänen. „Wozu bist du in Deutschland, Jung, wenn du nicht einmal eine deutsche Frau mit heimbringst?" So würde sie fragen, seine Mutter. Und Jago trug sich mit großen Plänen. Das deutsche Geschäft und der deutsche Besitz der Firma waren in den letzten Jahren so sehr gewachsen, daß nch ^ucht gut für einen der Brüder ein ständiger Wohnsitz in Deutschland ergeben konnte. Und die Mutter, die eine echte Kaufmannsfrau war, jede ®orge und jede Freude miterlebend, mit jeder Arbeit vertraut, nach dem Tode ihres Mannes in einem wahren Sinne die Seele des Geschäfts, diese Mutter würde sicherlich Elisabeth willkommen heißen. Ob auch die Schauspielerin? Jedenfalls, eine Aussprache mit Elisabech tat not. Er mußte endlich einmal Ernst machen. ber Treppe traf er Jte, die gerade von Elisabeth kam. rief sie ihm zu, „ber Augenblick ist falsch gewählt!" .Mas heißt das? Ich will und nmß in den nächsten Tagen fort und komme erst im nächsten Jahr zurück. Sie weicht mir aus. Was soll das Ganze denn? Ich werde doch noch das Recht haben, mit ihr zu sprechen?" Jte trägt ein grünes Kostüm mit Pelzbesatz. Sie sicht zwei Stufen höher auf der Treppe und ist nun fast so groß wie Jago. „Recht schon, Jago, aber vom Recht ist hier nicht die Rede, sondern..." Jago hat seine wilden Augen. „Sondern?" fragt er laut. Jte streift ihm mit chrem behandschuhten Finger die tiefe Falte zwischen den Brauen glatt. „Schau nicht so böse drein! Ich kann ja nichts dafür! Sondern von Klugheit." „Klugheit? Unsinn! Ich will von der Liebe reden! Und du, Jte, warst es doch, die mich aufgefordert Große Strafkammer Gießen. Wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung (§ 222, 230, 73 StGB.) erschien der H. St. aus Lumda vor der Großen Strafkammer. Der Angeklagte war auf der Baustelle Lumda der Reichsautobahn als Lokomotivführer der Fellrbahn, mit der die Baumaterialien herangeschafft wurden, beschäftigt. Im Frühjahr v. I. rangierte er wieder mit seinem Zuge. Als er mit seinem Bähnchen zurückstieß, fuhr er in eine Arbeiterkoloivre hinein, die sich unbemerkt an das Stopfen des Unterbaues gemacht hatte. Bedauerlicherweise wurde dabei der Kolonnensührer F. getötet. Zwei weitere Arbeiter wurden an Kopf und Beinen verletzt. In der gestrigen Hauptverhandlung wurde eine Reihe von Zeugen gehört. Der Vertreter der Anklage stellte die Entscheidung in das Ermessen des Gerichtes. Da sich im Laufe der Verhandlung ergab, daß den Angeklagten an dem Unfall kein Verschulden trifft, mürbe er «nif Kosten der Reichskasse sreigesprochen. Vezirksschöffengencht Gießen. Wegen wibernatürlicher Unzucht (§ 175 StGB.) hatten sich ber O. O. aus Ober-Florstadt unb ber W. K. aus Riesel (Kreis Höxter) zu verantworten. Die Verhanblung fanb unter Ausschluß ber Öffentlichkeit statt. Das Gericht verurteilte bie betben Angeklagten unter Zubilligung milbernber Umstänbe gemäß § 51 Abs. II StGB, zu einer Gefängnis- strafe von je zwei Monaten. Dem Angeklagten K., ber aus ber Untersuchungshaft vorgeführt würbe, rechnete bas Gericht drei Wochen Untersuchungshaft auf feine Strafe an. Amtsgericht Gießen. Gestern wurde vor dem Einzelrichter bie Verhanblung gegen ben K. Sch. aus Gröningen fortgesetzt. Wie wir bereits berichteten, hatte der Angeklagte nach einem Wirtshausbesuch einen anberen jungen Mann zu Boben geschlagen unb bem am Boden etwas zum Beißen. Deswegen geben wir ihnen auch Hundekuchen hart und nicht eingeweicht. Grieß, Graupen, Gemüse und Kartoffeln dürfen nur Zu- kost und Abwechslung darstellen. Stark gewürzte Speisen verderben die gute Nase. Auch Kochsalz bekommt dem Hunde pickt. Junge Hunde brauchen besonders reichlich Fleisch und Kalk. Milch bekommen sie nur in den ersten Monaten. Vitamine sind im rohen Fleisch enthalten. Zweimal in der Woche ein Teelöffel Lebertran kann, besonders im Winter, mchts schaden. Suppen verursachen lediglich Durchfälle. Der Iunghund bekommt täglich drei bis vier Mahlzeiten. Dagegen müssen die „älteren Herren" unter den Hunden besonders sparsam gefüttert werden. Bei falscher Ernährung bekommen sie chronische Nierenentzündung, Hautjucken und auch Ausschläge. Zuviel Knochen in ihrer Nahrung verursachen hartnäckige Verstopfung. Wir sehen heute einen Hund nicht mehr als Haus- tier wie Rind und Schwein an, sondern als eine Art vierbeinigen Kameraden. Wenn wir ihn angemessen und vernünftig füttern, schützen wir ihn vor dem „Hunde-Elend" eines verfetteten Mopsdaseins, das die Hundeliebhaberei eine Zeitlang arg in Verruf gebracht hat. 1938 den örtlichen Beauftragten ber NSV. verächtlich zu machen unb in ber öffentlichen Meinung herabzuwürbigen versucht, inbem er ihm wieberholt öffentlich ben Vorwurf machte, sich W H W.- W u r st angeeignet unb in seinem Haushalt verbraucht sowie als Milchfuhrmann einen für einen Lieferanten erhobenen Vorschuß nicht abgeliefert, 6.30: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froh« Klang zur Werkpause. 9.30: Nur Koblenz-Trier: Nachrichten. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche uni Haus. 10: Schulfunk. „Die schönsten Lieber der Jahres 1938". 11.30: Ruf ins Lanb. 12: Mittags« konzert I. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Aus dem Wintergarten des Festspielhauses in Worms: Musik nach Disch. 15; Für unsere Kinder: „Heute erzählen wir uns lustigr Geschichten". 15.30: Die Sache mit bem Blumen- seines Herzens geraten, unb er wußte nicht ein unb aus. Als er Ites Bewegung sah, sagte er leise: „Du brauchst nicht bange fein!" „Wovor?" „Daß ich dir etwas tue!" Da reichte ihm Jte lächelnd die Hand, und er küßte sie in Dankbarkeit — die Hand —, bann fragte er: „Also Jte, nun mal ruhig, was hast du gesagt?" Und hier begann Jte nun zunächst ein ganz nein wenig und bann immer heftiger zu lügen. Oder richtiger: es war nicht einmal lügen: Sie erzählte zwar anbers, als es in Wirklichkeit gewesen mar, und insofern könnte man es lügen heißen, aber sie traf damit bie Wahrheit näher, als die Wirklichkeit sie getroffen hätte. Denn in Wirklichkeit hatte Elisabeth zunächst gerufen: Aber ich denke gar nicht daran, ich habe genug von diesem Geldmen« scheu, der unsere Sorgen gar nicht ahnt und ber spanischen Tänzerinnen nachläuft! — bis ihr Jte alle diese Ausreben, mit benen Elisabeth ihr wundes Herz zu becken versucht hatte, als Ausreden und Blendwerk des Satans erwiesen hatte. Das war gar nicht so einfach gewesen, unb es märe Jte vielleicht gar nicht einmal gelungen, menn nicht vorher Jte die Strafprebigt Elisabeths geduldig hätte über sich ergehen lassen. „Ich kenne meine Fehler und meine Schattenseiten und habe bich vorhin ruhig ausreden lassen", so hatte Jte zu Elisabeth gesagt. „Aber jetzt ist es auch einmal an ber Zeit, daß ich dir die Augen über beine Fehler öffne!" Unb bann hatte Jt? über die Blonden im allgemeinen gesprochen und schließlich über Elisabeth im besonderen. „Und menn biefer Jago nicht gar so ein vornehmer Charakter und anftärtbiger Kerl märe, so mürbe er sich von dir nicht an dieser langen Leine herumfuhren lassen!" Und dann mar Jte immer klarer und deutlicher gemorden und Elisabech immer kleiner unb bescheidner. Der Jago — ein Geldmensch, ber sich mit feinen Peseten über die Sorgen und Nöten der Deutschen hinwegsetze? Jte wüßte über Elisabeths Gagenoerhältnisse Bescheid unb wußte, daß Jago zahlte, um Elisabeth ben Kampf für ihre Heimat erst möglich zu machen. Sie klärte nicht auf. aber sie mies Irrtümer zurück. Unb ber Jago ein Mädchen- jäger? Gewiß, in Wismar unb am Schweriner See. „Ein Jäger nach beinern Herzen, Elisabeth, ber mir oft genug von seiner Liebe erzählt hat und ber es verdient, daß auch du dein Herz mal ein wenig erforschest!" (Fortsetzung folgt.) Der Hund bekommt nur eine Mahlzeit. Er ist von Natur aus darauf eingerichtet. Auch in der Freiheit kann er sich nicht zum Frühstück, Mittag und Abend etwas fangen, sondern er muß als Raubtier oft zufrieden sein, wenn er nur jeden zweiten oder dritten Tag etwas erbeutet. Als Raubtiere können Hunde auch nicht von Reis, Gemüse, Brot oder Kartoffelbrei leben. Ihre natürliche und gesündeste Nahrung ist rohes Fleisch, wobei es sich selbstverständlich um Abfälle von Pferdefleisch handelt. Zuviel Knochen wirken stopfend. Diejenigen, die im Fleisch enthalten sind, werden jedoch gern mitgefressen, besonders menn sie frisch sind. Auch Geflügelknochen kann man den Hunden geben, nur soll man die langen Röhrenknochen des Geflügels beiseite tun. Salzfische sollen sie niemals bekommen; frische Fische und Fischabfälle sind dagegen eine gern begrüßte Abwechslung. Ebenso gut bekommen unseren Hunden ganze Köpfe von Hasen, Kanin- Einstellung von Fahnenjunkern im Herbst 1940. Gesuche müssen jetzt eingereichl werden. Das Oberkommando des Heeres macht darauf aufmerksam, daß Bewerber für die Offizierslaufbahn des Heeres, bie als Schüler höherer Lehranstalten bis zum Frühjahr 1940 voraussichtlich in den Besitz des Reifezeugnisses gelangen, ihr Bewerbungsgesuch um Einstellung als Fahnenjunker im Herbst 1940 bereits jetzt — in der Zeit vom 1. Januar bis 30. April — einreichen müssen. Später eingehende Gesuche können nur in begründeten Fällen berücksichtigt werden. Alle Einzelheiten, die bei ber Bewerbung zu beuchten sind, enthalten die Merkblätter für ben Offiziernachwuchs bes Heeres, die bei allen Truppenteilen und Wehrersatzdienststellen erhältlich finb. Jedes deutsche Haus lustschutzbereit! Lpd. Der Präsident des Reichsluftfchutzbunbes, Generalleutnant von Roques, stellt in einem Aufruf an die Amtsträger des Reichsluftfchutzbunbes die vordringlichen Luftschutzaufgaben des neuen Jahres hervor. Die Krisenzeit des September habe auch dem letzten Volksgenossen die Augen offnen und ihn von der Notwendigkeit der Selbstschutzmaßnahmen im Luftschutz überzeugen müssen. Wir hätten aber gesehen, wie mit dem Abkommen von München, bas den Frieden sicherte, auf einmal bei ungezählten Volksgenoffen der Luftschutzwille plötzlich wie eine Seifenblase zerplatzt war. Diesen müsse klargemacht werden, daß nur der ben Frieden erhält, der aufs höchste zum Kriege gerüstet ist. Unb zu dieser Rüstung gehöre auch ber Luftschutz-Selbstschutz. Ganz besonderer Wert sei auf Mitarbeit der Frau zu legen. Es dürfe fein Zweifel darüber bestehen, daß im Ernstfälle der ganze Lustschutz-Selbstschutz mit der opferfreudigen Einsatzbereitschaft der deutschen Fran steht unb fällt. Die Losung für bas Jahr 1939 ift: Nicht ruhen und rasten, bis unsere Aufgabe restlos gelöst ist, die heißt: Jebes deutsche Haus luftschutzbereit! Arbeitsbücher für Lehrlinge und Anlernlinge. Fwd. Wie die kürzlich vorgenommene Arbeitsbucherhebung eraeben hat, stimmen die daraus ermittelten Zahlen der Lehrlinge häufig nicht mit den von den Handwerkskammern bzw. Industrie- und Handelskammern übermittelten Zahlen überein. Die Reichsanstalt hat deshalb in einem neuerlichen Erlaß nachdrücklich auf die Arbeitsbuchpflicht hingewie« sen. Der Erlaß weist die Arbeitsämter an, die Erfüllung ber Arbeitsbuchpflicht gegenüber Handwerksmeistern und sonstigen Betrieben auch bei Beschäftigung von Lehrlingen unb sonstigen schulentlassenen Jugendlichen unter allen Umständen durchzusetzen. Das gleiche gilt für die Einstellungsanzeigen und die Anzeigen über die Aenderung ber Beschäftigungsart. Die Reichsanstalt betont außerdem, baß die Ausstellung ber Arbeitsbücher für Lehrlinge und Jugendliche künftig so beschleunigt werden muß, daß die Arbeitsbücher für Schüler der Frühjahrsentlas- 'fung spätestens Ende April, für die im Herbst aus der Schule ausscheidenden Jugendlichen spätestens Ende Oktober ausgestellt sind. Die Obermeister unb Lehrlingswarte werden gebeten, in den Jnnungsver- sammlungen auf die genaue Beachtung ber Vorschriften bezüglich der Arbeitsbücher für Lehrlinge wiederholt hinzuweisen. Der Erlaß verwendet erstmalig für die Anlernberufe die neue Bezeichnung „Anlernling". Unter Anlernlingen sind Jugendliche zu verstehen, die in den ausdrücklich anerkannten Anlernberufen in einem Ausbildungsverhältnis stehen. ®08liiielft9ii,6liWli? Roman von Hubert Naufle. Copyright by Albert Langen/Georg Müller, München Jte hob die schmalen Schultern. „Eine eifersüchtige Frau glaubt alles. Und Elisabeth ist eifersüchtig; eifersüchtig, weil sie verliebt ist. Und verliebt in dich, mein verehrter Jago!" .Jago saß stocksteif still, wie der steinerne Gast seiner spanischen Heimat. Er hörte die Engel fingen. Aber er glaubte den Gesang noch nicht. Eine feine Röte stieg ihm in fein braunes Gesicht, unb seine blauen Augen würben sanft wie die eines Kindes. „Jte!" sagte er, und seine große Hand suchte bie schmale braune vor ihm auf dem Tisch. Jte ließ sie ihm und schickte nur einen suchenden Blick zu den Nachbartischen. „Zerdrück sie nicht!" sagte sie. „Sie gehört mir!" ,Jst es denn wahr?" Jte nickte nur, beugte sich vor, löste ihre Hand und strich ihm einmal liebkosend übers Haar. „Doch, Jago, es ist wahr? Ich kenne eure ganze Liebesgeschichte vom ersten Tag an. Du hast mir aU deine Sorgen erzählt, und Elisabeth mir die ihren. Ich habe alles werden unb wachsen sehen. Ich kenne bein Herz unb kenne bas ber Elisabeth. Jetzt endlich ist es soweit. Ich weiß ganz genau, was ich sage: Sie hat dich lieb, so wie bu sie liebst." „Zahlen!" schrie Jago. Das Fräulein mit der weißen Schürze machte ein ängslliches Gesicht. Jte schüttelte den Kopf unb lachte sie beruhigend an. Er beißt nicht, hieß das, und mit dem Zahlen hat's noch Zeit. „Ich muß natürlich zu ihr!" sagte Jago. „Nein", sagte Jte, „bas mußt du gar nicht. Sie hat dich nicht nur furchtbar lieb, sondern sie ist auch furchtbar wütend auf dich. Ich würde dir wirklich nicht raten ..." „Wütend?" Jago macht ein ganz seltsames Gesicht. „Ja, sehr sogar. Liebe äußert sich oft aus bie komische Art und Weise. Und Elisabeth hat heute, so glaube ich, ben Zustand ihres Herzens selbst erst ganz richtig erkannt. Wie sie gar so gegen dich wetterte, da habe ich sie plötzlich unterbrochen: „Aber du liebst ihn ja!, Elisabech!" „Hast bu?" sagte Jago. Er schob dem jungen Mädchen, das sonst Trinkgelder nicht nahm, einen funkelnagelneuen Tausendmarkschein in die Hand unb winkte ab. „Danke, es stimmt ganz genau!" Die Kleine legte ben neuen Schein mit freudigem Herzen in ihre Tasche. „Wirklich, hast bu bas gesagt?" ®r wollte mieber Ites Hand ergreifen, aber sie gog sie schnell zurück. Am liebsten hätte er bie ganze Jte in seine Arme genommen unb gründlich geküßt. Er war in eine große und gewaltige Verwirrung Teil des dortigen Baugeländes überschwemmt, so daß sich bie Arbeiter für einige Zeck in ihrer Wirksame!! gehemmt sehen. Auch von allen anderen heimischen Fluß- und Bachläufen wird hoher Wasserstand gemeldet. Don ber Universität Gießen. DNB. Trotz jahrelanger Aufklärungsarbeit häufen sich in letzter Zeit in auffallender Weise Meldungen über Brände, die von Kindern durch Spielen mit Streichhölzern usw. verursacht werden. In den letzten zehn Jahren sind in Deutschland durch Brandunglücksfälle dieser Art 10 500 Kinder ums , ■ . . - - r •- - -- - Leben gekommen. Täglich entstehen durchschnittlich chen urtb Wild. Federn und Haare können habet 13 solcher Brände, meistens durch Spielen mit Streichhölzern. Daneben bilden noch umgeworfene Unsere vierbeinigen Hausgenossen brauchen Petroleumlampen und Kerzen, brennende Äiaaret- hat, endlich aus dem guten Verehrer ein richtiger Liebhaber zu werden!" ,Komm!^ sagte Jte. Und nimmt Jagos Arm und zieht ihn wieder die Treppe hinab. „Natürlich sollst du Liebhaber werden — wir Frauen wollen bas immer, wir Frauen alle, ob blond oder schwarz —, aber natürlich nicht bei der Falschen!" „Was heißt bei der Falschen?" 1 „Zum Beispiel bei der Argesilla?" Jago macht ein sehr böses' Gesicht, er reißt zwei tiefe Furchen zwischen die Brauen und kämpft hinter dieser Front eine leichte Verlegenheit nieder: wußte man von jenem Tanzabend im Adlon, den er törichterweise verschwiegen hatte? Und warum hatte er ihn eigentlich verschwiegen? Er blitzte Jte mit bitter bösen Augen an: „Das ist doch Blödsinn!" Jte machte ein harmloses Gesicht und zuckte die Achseln. „Ich weiß nicht. Ich bin nicht Jago, Gott sei Dank! Ich weiß nur, daß man Dummheiten immer eingestehen soll. Ich sage z. B. immer die Wahrheit und fahre soaar gut dabei." „Und ich sage auch die Wahrheit — meistens wenigstens — unb komme dabei in den schiefsten Verdacht!" brummte Jago. „Das ist bedauerlich , sagte Jte. „Aber daran trage ich keine Schuld. Jedenfalls bist du im Augenblick nicht für Elisabeth geeignet Komm mit, ich er* zahle dir warum unb weshalb, denn auch mir hat sie vorhin eine schöne Straf predigt gehalten!" „Dir? Warum?" „Weil sie mich für ähnlich treulos hält wie dich!" „Bei dir stimmfs ja auch", sagte Jago. Und dann rächte er sich: M bin, Gott sei Dank, nicht Jte." In einer Konditorei saßen sie wie ein heimliches Liebespaar beisammen. „Nun erzähle, Jte. Und denk daran, daß ich in wenigen Tagen verreisen muß. Ich hoffte, zu Weihnachten meine Entscheidung in der Tasche zu haben, hoffte zur Mutter als Bräutigam zu kommen. Am liebsten nahm- ich ja Elisabeth kurzerhand mit nach Madrid!" y „Wenn bas ginge!" „gort aus Klatsch unb Tratsch und aus ber Unruhe unb Hetze dieser gepeitschten Stadt Kein Wunder, wenn die lächerlichsten Gerüchte geglaubt werden. Hast bu gelesen, daß ich ein Hauptaktionär Theaters fein soll, mit maßgebendem Einfluß auf Spielplan und Engagement?" „Ich habe es gelesen, unb Elisabeth auch!" »Aber sie glaubt es doch nicht!" 6 N6 • M.1! ' tim m dlosss M Mvße U Hier i/ölfni) Wuro 5i Me ben Mze iin de leberlf rllnfi mf Ti rächte gerat üngfic ’urg oerhäl gegen ! ’tefß. 18 W.Br I Sa Uha M 6d NW ' Up. G tenftummel, Feuerzeuge, Explosionskörper aller Ali usw. in Kinderhand die Ursache großer Schoby, feuer. Wer ist ber größte Feind unserer Haushunde? Sicherlich bie übermäßige unb unvernünftige Liebe ihrer Besitzer. Sie glauben, baß ein Hunb etwa dieselben Portionen bekommen müßte, wie ein Mensch. Kommt bann noch zu wenig Bewegung, besonders bei Hunden in der Stiadt, hinzu, so stellt sich das Ergebnis dieser falschen Ernährung bald in ber Sprechstunde des Tierarztes ein. Welches sind die richtigen Futtermen- gen? Darüber schreibt der Zeitungsdienst des Reichsnährstandes: Ganz große Hunde, wie Bernhardiner, Doggen, Neufundländer, vertilgen 1 bis 1,5 kg am Tage. Die mittelgroßen, also die Schäferhunde, Dobermänner, Airedaleterrier, Jagdhunde, fressen 400 bis 500 g; Dackel, Zwergspitze, Skyl- terrier und alle übrigen Kleinhunde nur 200 bis 300 g täglich. Gefängnis für Verleumdung eines Beauftragten der 7!GV. § Ulrichstein, 10. Ian. In der heutigen Strafsitzung des Amtsgerichts kam u. a. eine Strafsache gegen den H. B. aus Babenhausen II zur Verhandlung. Der Angeklagte hatte in den Jahren 1936 bis 1939 ein: gegen Kraftfahrzeugführer mit 3 Anzeige und 4 gebührenpflichtigen Verwarnungen; gegen sonstige Fahrzeugführer mit 5 Anzeigen und 3 ge bührenpflichtigen Verwarnungen; gegen Radfahren ‘ mit 2 Anzeigen und 5 gebührenpflichtigen 23er| ■ 1Ü cn 29-9® Wien, ß 6 Uhr: Morgenlieb, Morgenspruch, Gymnastik. Grer. $ 30: Früh kontert. 8.10: Kvmnastik. 8.30: ffrnhw jJe5 U BL topf. Eine heitere Szene von Otto Justus Sander. 16: Nachmittagskonzert. Einlage: 17: bis 17.10: „Am Wasser" von Wilhelm Kahl. 18: Aus Arbeit und Beruf. 18.30: Volkstum und Heimat. „Winte?- freuben in ben Bergen." 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19.45: Aus der Jugendbewegung Adolf Hitlers. Du hast bie Pflicht, gesund zu sein. 20: Nachrichten. 20.15: Unser singendes, klingendes Frankfurt. Eduard Künneke. 22: Nachrichten. 22.20: Unsere Kolonien: „Aufgaben und Ziele der Kolonialschule Witzenhausen." 22.30: Volksund Unterhaltungsmusik. 24 bis 2.15: Nachtkonzert. Freitag, 13. Januar. 6.30 Uhr: Gymnastik. Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Morgengymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. Einlage: In einer Muster- Lehrlingswerkstatt eines Kasseler Großbetriebes« 9.30: Gaunachrichten. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. »Kasseler Leibgerichte." 10: ^chul- unk. Hirne und Hände am Werk. 10.30: Aus örperlichen Erziehungsarbeit einer Rundfunkspiü» schar der HI. 11.30: Volk und Wirtschaft: »Kassel als Industriestadt". 12: Aus der großen Lokomotio- halle der Henschel und Sohn AG.: In den Domen der Arbeit. „Deutsche Romantik." 13: Nachrichten. 13.15: Militärkonzert. Einlage: „Kassel, die alle Militärstadt". 14: Nachrichten. 14.15: Schallplattem konzert. 15: Kammermusik. 15.30: Ringel-Ringel- Ringelein. Ein Reigen um Johann Lewalter. 16: Bunter Nachmittag im Kasseler „Stadtpark". 18: Zeitgeschehen im Rundfunk. „Die Gauhauptstadt Kassel als kultureller und wirtschaftlicher Mittelpunkt des Gaues Kurhessen". 19: „Chasalla". Ein Hörbild um eine tausendjährige Stadt. 20: Nachrichten. 20.15: Aus dem Preußischen Staatstheater Kastel: „Tiefland", Musikdrama. 22.40: Nachrichten. 22.50: Das Sportleben in Kastel. 23: Unterhaltungs- und Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. und Kopflosigkeit, sowie durch NichtbeaAnna Warnungen unb Belehrungen wird viel Elei^ ! und Kummer über Eltern uno > Kinder gebracht Schuld hieran sind größtenteils die Eltern, die es ! entweder an ber nötigen Aufsicht fehlen lassen oder aber solche gefährlichen Gegenstände nicht so sorg- fällig verwahren, daß sie nicht in Kinderhand kom, 11 , men können. Derart sorglose Ellern sind zivil« unL , strafrechtlich haftbar. 11M & X. M Mliche Tagung des NS^L. eite des zusammengesetzten Laufs, Josef h, selbst Deutscher Meister von 1923, war der Zweite Adolp Vorbereitungen euneiuer uiujieii |ui yjtuiuici unv V1V , . . , r r. , ..... vier Läufen entschieden, die Meisterschaft Zuge zu spat. So entschloß man sich urzerharS zur sitze in drei Läufen. Das Programm ent- Verlegung des Rennens, das ohne tue Dortmunder werden in seinen ganzen Reiz verloren hätte. AeuiMen aus dem Auiorennsport Mehrarbeit im Zachamt Handball 40:25 Christi Cranz am Sckilist. hnb. mnr_- p-ininp interessante und dieses Gebiet betreffende Di- seweillge Tagung wurde durch - ne V Fr/g-n, um bann zu dem eigentlichen Thema seines trag des Krersfachwartes O u Y emgereriel. « « Nartraaes Svielordnuna, Schiedsrichterwesen und l eXXen'' üSiÄen. Darin'wurden der Runden aus, bchandelte die amau y ruiammenfäf end alle Einzelheiten erläutert und m keit der zuständigen Instanzen un g . J , <-tel- das Gedächtnis der verantwortlichen Männer zurück- fafsenden Einblick m die Arbeit d-r emzelnenMel- vas«eo°^ £ Ausführungen bezüglich der kn auf. °°rwal.ungsteck>n.s^Gein°t. Gerad-^d.- «rufen ..... Wirtschaft höher. Reich, 40 v. H aus der Ostmark und 10 v. S). aus dem Sudetenland. Am besten waren eigentlich die Schisportler aus dem Sudetenland vertreten, und ein Sudetendeutscher, der damals allerdings auf reichsdeutschem Boden, auf dem Reifträger oberhalb Schreiberhau, wohnte, wurde auch Erster Großdeutscher Schimeister: Kurt E n d l e r. Auch 10 9 8 7 8 11 8 8 8 26:16 31:17 16:12 19:23 33:44 18:24 13:25 9:19 Punkte 14:6 12:6 11:5 9:5 8:8 7:15 6:10 6:12 5:11 Meier und Kluge im Auto-llnion Rennwagen. Altreich, aus Oesterreich oder dem Sudetenland. So wurde denn auch bereits im Jahre 1925 in Kitzbühel stattsanden. Die Einzelmeisterschaften für Männer und Frauen Welch hoher Wertschätzung sich die beiden deutschen Radrennfahrer Kilian und Dopel überall erfreuen, beweist die Verlegung des Kopenhagener Dreistundenrennens. Kilian-Dopel, die nur auf einer Besuchsreise in Europa weilen und am 19. Januar wieder nach USA. fahren, wurden mit Stortange- boten überhäuft und hatten für das erste Wochenende im neuen Jahr Verpflichtungen für die Dortmunder Nacht und die Kopenhagener Dreistunden. Rund 15 Stunden standen zur Reise zur Verfügung, Zeit genug für heutige Verhältnisse; aber das Wetter machte einen Strich durch die Rechnung. In Hamburg mußte der Fluqweg unterbrochen werden, und die Rennfahrer erreichten Kopenhagen mit dem Neuschöpfung auf europäischem Boden erproben will und damit endlich auch einen amerikanischen Wagen in den Kampf der europäischen Firmen eingreifen läßt. In Frankreich hat T a l b o t einen neuen Formelwagen herausgebracht. gerufen. Besonders die Ausfichrungen bezüglich der Juqendfrage fanden allseitiges Interesse. Den jeweiligen Abschluß der Lehrgänge bildete eine zwanglose Aussprache, bei der bie Note der Gemeinschaften besprochen und Ratschlage zu ihrer Behebung gegeben wurden. Für das nächste Wochenende sind die Stützpunkte Wetzlar und Herborn an der Reihe. ein Sudetendeutscher. Nun treten zur Großdeutschen Schimeisterschaft unsere Besten nicht mehr als Angehörige verschiedener Staaten an, sondern sie alle tragen aus der Brust den Adler des Reichs mit dem Hoheitszeichen der Bewegung. Zum ersten Male kämpfen die deutschen Schiläufer aller Gaue unter einer Flagge! Europameisterschaften der Hohler. im Doppelsitze in drei Läusen. Das Programm hält noch ein Jubiläums-Rennen um einen Sonderwagen nachzueifern und gleichfalls Konstruktionen herauszubringen, die unseren silbergrauen Wagen Widerstand entgegensetzen können. Freuen darf man sich vor allem über die Nachricht, daß der amerika- FV Sarnau iS3. Hartenrod W. Eckelshausen Sfß. Wallau x. Sp. Wetter der Kundschaft vor. .. Im Freiverkehr nannte man Dmgler mit 99,25 bis 101,25, Elsass. Bad. Wolle mit 90 bis 92, Verein. Fränk. Schuh etwas leichter mit 77,50 bis 79,50, ebenso Rastatter Waggon mit 56 bis 58. Katz & Klumpp waren zu 90 v. H. gefragt. Tages» gelb unv 2,25 v. H. Slbendbörfe freundlich. An der Abeiidbörse bewegte sich das Geschäft in«- folge des kleinen Auftragseinganges in engem Rahmen, die freundliche Haltung des Mittagsverkehrs bestand aber fort. Die Kursentwicklung war weiter^ hin etwas ungleichmäßig, überwiegend oder noch nach oben gerichtet, wobei die Veränderungen allere dings nur Bruchteile eines Prozentes ausmachten. Adlerwerke Klener gewannen 1 v. H. auf 103,50 und von Schiffahrtswerten erholten sich Hapag um 0,75 auf 58,75. Von Bergwerkswerten erhöhten sich Buderus auf 104,50 (104), wogegen Rheinstahl 0,50 vom Hundert nachgaben auf 129, jedoch Verein. Stahl mit 104,75, Mannesmann mit 107,40 und Hoesch mit 107 behauptet lagen. JG.-Farben bröckelten 0,25 v. H. ab auf 147,50, ebenso Metallgesellschaft auf 117,50, ferner Daimler auf 131. Etwas höher lagen u. a. Reichsbank mit 187,50 (187,25), Gesfürel mit 131 (130,50), Lahrneyer mit 114 (113,50), Rheinmetall mit 127,25 (127) und Westdeutsche Kaufhof mit 100,75 (100,25) sowie AEG. mit 115,75 (115,50). Der Rentenmarkt war geschasts- los, es notierten nur 6 v. H. IG.-Farben mit 118,25, ebenso blieben im Freiverkehr Kommunal-Umschul- düng mit 92,85 auf dem Mittagsstand. Sranffurte- Sctstochtvtetzmarkt Die vom Fachamt Handball zu Anfang des neuen Jahres ausgeschriebenen Lehrgänge nahmen am Samstag ihren Anfang. Zweck und Ziel der Arbeit ist diesmal nicht die Durchsprache der rein technischen Seite, sondern der verwaltungsmäßige Aufbau und die damit zusammenhängende praktische Arbeit. Wie ernst man innerhalb der einzelnen Gemeinschaften gerade diese Art der Schulung genommen hat, beweist die Tatsache, daß an den beiden ersten Stutzpunkten nur drei Vereine fehlten. Darüber hinaus konnte aus der regen Aussprache festgestellt werden, daß tatsächlich auch das notwendige Interesse für die Sache vorhanden ist und daß in gewissen Zeitabständen derartige Lehrgänge unumgänglich Neue Meldungen zur Winterfahrl. Die Kraftfahrzeua-Winterprüfung vom 7. bis 11. Februar im Siwetenland sieht die Erzeugnisse der gesamten deutschen Industrie am Start. Besonders zahlreich ist Mercedes-Benz vertreten. Klink, Seiler und Rauch starten als Fabnk-Mann- schaft auf dem bei der Winterfahrt 1938 zum ersten Male eingesetzten 170 VS. Der im Verkehr erprobte Dieselwagen wurde ebenfalls für diese schwere Prüfung gemeldet. Bewährten Fahrern der ff und des NSKK. werden sechs 170 VS, sieben 230 S und drei 3,2 Kübelsitzwagen zur Verfügung gestellt, so daß das Werk mit insgesamt 20 Fahr- zellqen an dem Wettbewerb teilnimmt. Selbst- verständlich meldeten auch Wehrmacht und Reichs- post eine große Zahl von Mercedes-Benz- Wagen aus eigenem Wagenpark. Die Bayerns ch e n Motorenwerke haben zwei 600-ccm-Seiten- wagengespanne für die Gruppe Einzelfahrer gemeldet. j. ^chsfachamtsleiter Dr. von Halt hat ver- M. daß Wettbewerbe im „Gehen nur ausge- IBieten werden dürfen, wenn sie auf der Bahn jeUtaltef werden. Gehsport-W-ttb-w-rb-, di- auf Strafte ausgetragen werden, führen Zukunft *Mii Bezeichnung „Wettmärsche", Z. B. "“I£^d0Ö£nrr iMttnarsch rund um . . . Das Ziel ist, aus dem volksgewohnten Marschieren 130» pvrtliche Gehen zu entwickeln und aus der tai^n Masse der Marschierer den gehsportlichen kSychnkönner herauszuschälen. Frankfurt a.M-, 10.Jan. Auftrieb: Kalber 707 (gegen 490 am 3. Jan.), Hämmel und Schafe 318 (497), Schweine 2285 (1345). Notiert wurden, je 50 Kilogramm Lebendgewicht m Mark: Kalber a) 62 bis 65 (63 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c) 46 bis 50 (47 bis 50), d) 30 bis 40 (—)- Hammel b2) 47 bis 50 (48 bis 52), c) 44 bis 46 (40 bis 45), d) 35 bis 43 (35). Schafe a) 40 bis 42 (38 bis 41), b) 35 bis 38 (33 bis 35) c) 20 bis 32 (20 bis 25). Schweine a) 58,50 (58,50), bl) 57,50 (57,50), b2) 56,50 (56,50), c) 52,50 (52,50), d) 49,50 (49,50). Sauen gl) 57,50 (57,50). Marktoerlam: Kälber und Schweine zugeteilt, Hammel und Schafe mittelmäßig. Hauswirischastliche £oaer des BDM. preis und Altersrennen, an denen sich der erste Europameister, Rudolf Kauschka, beteiligen wird. 500 (^dwimmennnen in Frankfurt. Das nationale Frauen-Schwimmfest, das auch in diesem Jahre wieder in Frankfurt a. M. stattfindet und vom Reichsfachamt zu einer offiz i e l l e n Prüfung unserer Spitzenklass e bei den Frauen erklärt wurde, hat eine erstklassige Besetzung erhalten. Am 21. und 22. Januar wird in der Mainstadt alles vertreten sein, was im deutschen Frauen- Schwimmsport Rang und Namen hat. Daß auch zahlenmäßig eine wesentliche Steigerung gegenüber den Vorjahren in der Teilnehmerliste eingetreten ist, beweist am besten eine Gegenüberstellung. Schickten im Jahre 1936 21 Vereine rund 300 Schwimmerinnen nach Frankfurt, so waren es 1937 bereits 35 Vereine und 350 Schwimmerinnen, 1938 sogar 42 Vereine und 400 Schwimmerinnen. Zu den Prüfungskämpfen 1939 haben 56 Vereine Meldungen füf rund 500 Schwimmerinnen abgegeben. Neben 275 Einzelnennungen wurden nicht weniger als 9 0 S t a f f e l n gemeldet. Damit ist die Voraussetzung dafür geschaffen, daß die Frankfurter Prüfungskämpfe ihren Zweck auch wirklich erfüllen. Kopenhagen wartet auf Kilian-Vopel »taSfeW ist für d°n Derein-spiel- wart unerläßlich, weil dadurch mancher unnötiger Schriftwechsel vermieden und viel Mehrarbeit umgangen werden kann. Ein weiterer Beweis für den Umfang der Tätigkeit wurde durch Bekanntgabe einiger Zahlen erbracht, die nicht nur der Kreis- fachwart sondern anschließend auch ^er ^rcl[Ws' richterobmann erläuterte (Zahl der Mannschaften, 3fL. 1860 Marburg £. Sv Ockershausen ' M. Breidenbach SpV Bottenhorn Börsengeschäft zuwenden wird. Die heutige Börse zeigte am A k t i e n m a r 11 eine freundliche Grund- ftimmung, die Umsatztätigkeit vermochte sich aller- Dings noch kaum zu beleben. Zu den ersten Noti^ runaen erfolgten meist kleine Käufe, ohne daß sich aber die Kurse nennenswert veränderten, zumal auch anderseits weiterhin kleine Abgaben vorlagen.. Am Montanmarkt gewannen Rheinstahl 1 v. H. auf 129 Vereinigte Stahl nach unv. 104 0,25 v. H. unD Hoesch 0,13 v. H. auf 107,13, Mannesmann unv. 107 IG.-Farben tagen mit 146,75 und Scheideanstalt mit 200 unverändert. Gut behauptet setzten ferner Maschinen- und^Elektrowerte ein. Etwas Edn- ger lagen Reichsbank mit 187,25 (188,13). Auch im Verlaufe herrschte eine freundliche Tendenz, das Geschäft blieb aber klein. Am Rentenmarkt lagen Reichsaltbesitz 0,13 vom Hundert leichter mit 128,50, bagegen Reichs- bahn-VA. 122.50 (122,40). Im Freiverkehr gin^n Kammunal-Uinschuldung mit unn 92,85, fpak T SS* äs Die Gerüchte, daß der Münchner Motorrad- nifcfje Konstrukteur M i 11 e r in dieser Rennzeit seine Europameister Georg M e i e r in der neuei Rennzeit - " - '-------E-----------w,fr am Steuer eines der deutschen Rennwagen sitzen würde, Haden sich bestätigt. Georg Meier, der im vergangenen Jahr nach einem schier unaufhaltsamen Siegeszug zur internationalen Spitzenklasse im Motorradsport aufstieg, wurde als Nachwuchsfahrer von Der Auto-Union verpflichtet. Auch Ewald Kluge, ein zweiter deutscher Europameister, wird in Zukunft sein großes fahrerisches Können am Lenkrad Des Auto-Union beweisen. (Siebener Schlachtviehmarkt. QU Dem gestrigen Gießener Schlachwiehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Biehversteig - rungshalle Rhein-Main in Gießen nmrDen 12 Ochsen, 6 Bullen, 31 Kiche, 24 Färsen, 122 Kalber, 55 Schweine, 10 Schafe aufgetrieben. Preise: Ochsen 41 bis 45,5, Bullen 40 brs 43 94 bis 43 5, Färsen 22 bis 4a, Kalber 30 bis 65 ^fe 30 615 46 Pf. i° '/- kg L-b°udg-w,chp Für 64roetnc wurden je kg Mb-ndg-wicht solg-ich- greife bezahlt: Klaffe a (150 kg und mehr» 1,16. ui h hiq 149 5 k°0 114 b2) (120 bis 134,5 kg) U2(1c (WO bis 1195 kg) 1.04, 0-'(unter 100 kg) 098' crl (fette Specksauen unD ^lltschneider) 1,1 , a2 (andere Sauen) und h (Eber) 1,02 - ° Marktverlauf: Großvieh und Schweine zugeteilt, Kälber und Schafe ausoerkauft. Mein-Mainische Börse. NSG. Die hauswirtschaftlichen Lager des BDM.- Obergaues, die bereits in Den Wintermonaten 1937/38 durchgeführt wurden unD sich immer größerer Beliebtheit erfreuten, werden in diesem JL"^pSfe'L. sich natürlich aus das 'Ärmm°1.D"käl7Endspstl-s ist man M in großen darüber klar gewesen, wer M Brnstel gegen einen spielen soll. Reichstrainer -erberg-r will a„., noch den nächsten Meisterschasts-Sonntag ab- Cnt5n. für den Fall nämlich, dah es Berletzunqen acht Es ist also damit zu rechnen, dasi die deutsche ’•> xfefeollmannschast für Brussel am Sonntagabend e mek Montaqmorgen bekannt wird. D-stunmt ent- * still sie eine Seihe Wiener Spieler, sicherlich aber ‘j aiut im chinblick auf Helsinki die eine oder andere E ^s-aiiwuchskraft. 2 Mball der Äezirkskloffe Marburg. U 1860 Marburg — ZV. Hartenrod 1:7 (0:2). tlr vergangenen Sonntag gab es in Der Bezrrrs- IW- Marburg nur ein Spiel unD gleichzeitig eine nrolie Ueberraschung. Unter sehr schlechten Platzten iiersültnisien brachte Der Kampf Dem Tabellenführer ? '■ JMura eine Derbe Abfuhr Durch Den Tabellen- ’1 rfeiit Die Elf von HartenroD fanD sich Mit Den * ;ila?verhältnisien erstaunlich gut ab; Die Läuferreihe i hißte Den Sturm immer roieDer nach vom, unD bis J m Halbzeit stanD es bereits 0:2 für Hartenrod. SInö in Der zweiten Halbzeit änberte sich nichts an •’ i Ueberlegenheit Der Gäste, vielmehr waren sie mit l!r {k|rttr Unterbrechuna stänDig überlegen unD erzielten ^Brnuf Tor Der Mittelstürmer Weber von Harten- L brachte allein fünf Erfolge auf sein Konto. Die vzcsrs gewannen Das Spiel nerDient —Die übrigen uHrünalidi vorgesehenen Sniele Der Bezirksklasse ‘ kAiburg wurd-n mit Rücksicht auf die schlechten >' -ll-iiv-rhältnist- abgesagt. Die Tabelle der Klasse * ijiim gegenwärtig folgendes Aussehen: ■t™ i Spiele Tore Mlttagsbörfe freundlicher. «L« L'.U- 6Ä"’ * Aus der engeren Heimat. Nassauische Marmorarbeiter als Gäste des Führers. Lpd. Weilburg, 10. Jan. Unter den Arbeitern aus allen Gauen Deutschlands, die anläßlich der Einweihung der Reichskanzlei Gäste des Führers in Berlin sind, befinden sich auch etwa 60 Arbeiter aus den Marmorbrüchen und Werken des Lahn-Marmorgebiets. Bei dem Bau der Reichskanzlei ist auch in großem Maße Lahnmarmor verwendet worden. Mit dem Lastauto tödlich verunglückt. LPD. Wetzlar, 10. Jan. Auf der Fahrt durch den Taunus kam in der Nähe von Schmitten ein großes Mehltransport-Lastauto der hiesigen Mühle A m e n d auf der eisglatten Straße ins Rutschen und st ü rzt e eine hohe Straßen- böschung hinab. Dabei wurde der Beifahrer Ernst Weber, der sich durch Abspringen zu retten suchte, von dem fallenden Wagen getroffen und so schwer verletzt, daß der Tod des bedauernswerten Mannes bald darauf eintrat. Der Lenker des Autos und ein weiterer Mitfahrer kamen mit leichten Verletzungen davon. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 10. Jan. In der Wirtschaft „Zur Burg" sprach Landwirtschaftslehrer Dr. Becker von der Landwirtschaftlichen Berufsschule über Düngung, Zwischenfruchtbau und den Anbau von Eiweißpflanzen. An Hand zahlreicher Lichtbilder gab er ferner Aufschluß über den Anbau von Kartoffeln und die Entstehung von Kartoffelkrankheiten. Die lehrreichen Ausführungen wurden mit größtem Interesse ausgenommen. Ortsgruppenleiter Dr. Crößmann sprach den Bauern Dank aus für ihre aufopfernde Arbeit. # Mainzlar, 11. Jan. Ein Bussard, der fortgesetzt den Bestand eines Hühnerhofes bedrohte und dem schon manches Huhn zum Opfer fiel, wurde nunmehr mit sicherem Schuß durch den hiesigen Jagdpächter erlegt. 5 Steinbach, 11. Jan. Am morgigen 12. Januar feiert der Wagnermeister Karl W e h r u m I. seinen 7 0. Geburtstag. Herr Wehrum erfreut sich einer guten Gesundheit und kann noch seinem Berufe als Wagner und Landwirt nachgehen. Der Jahrgang 1869, die diesjährigen 70er, haben sich in Steinbach tapfer gehalten. 1883 wurden 11 Knaben konfirmiert, die alle noch am Leben sind, davon 9 in Steinbach. Von den 5 Mädchen lebt nur noch eine in Steinbach, eine in Gießen. In A l b a ch wurden im Jahre 1883 insgesamt 5 Knaben und 2 Mädchen konfirmiert, in Albach leben nur noch 2 Männer, die dieses Jahr ihren 70. Geburtstag feiern können. * Garbenteich, 11. Jan. Am heutigen Mittwoch, 11. Januar, kann unser Einwohner Heinrich Ruhl, Ledergasse, in körperlicher und geistiger Frische seinen 8 2. Geburtstag feiern. Lange Jahre war er in der Zigarrenfabrik von Rinn & Cloos beschäftigt. Noch heute hilft er in der Lan- wirtschaft eifrig mit. — Ebenfalls am heutigen Mittwoch kann Heinrich W a l l b o t t X. seinen 7 8. Geburtstag feiern. Der alte Herr ist noch sehr rüstig und vermag heute noch seiner Arbeit in der Schmiede und auf dem Felde nachzugehen. Wir gratulieren zu den Geburtstagen herzlich. Diamantene Hochzeit in Garbenteich. * Garbenteich, 11. Jan. Am morgigen Donnerstag, 12. Januar, können der Landwirt und Kaufmann Balth. H ä u - f e r und Frau Karoline, geb. Kissel, das seltene Fest der diamantenen Hochzeit feiern. Beide Jubilare — sie stehen im 85. und 83. Lebensjahr — erfreuen sich noch aller körperlichen und geistigen Frische. Der Jubilar ist gebürtiger Steinberger. Die Wirtschaft „Zur Nuß" ist sein Elternhaus. Seine Frau entstammt der angesehenen Garbenteicher Familie Kissel. Aus der Ehe sind 3 Söhne hervor- gegongen, deren einer im Jahre 1913 verstarb. Der älteste Sohn genießt als Geschäftsmann in Gießen besten Ruf. Der andere Sohn ist in Eßlingen ansässig. Beide machten den Weltkrieg von Anfang bis zum Ende an der Front mit. Mit dem Jubelpaar feiern außer den beiden Söhnen noch fünf Enkel und ein Urenkelkind. Das Ehepaar Häuser, dem in Garbenteich alle Hochachtung entgegengebracht wird, hat ein überaus arbeitsreiches Leben hinter sich. Ihre Arbeitskraft war stets der Landwirtschaft und der Führung eines Gemischtwarengeschäftes gewidmet. Auch heute legen beide Ehegatten die Hand nicht in den Schoß. Den hoch-betagten Mann sanden wir bei unserem Besuch in Garbenteich in der Scheune vor, wo er eifrig mit Holzsägen beschäftigt war. Die Hausfrau wirtschaftete im Haushalt und ließ ihre 82 Jahre nicht vermuten. Seit 50 Jahren zählt das Ehepaar Häuser zum Stamm der treuen Bezieher des Gießener Anzeigers. Aus Anlaß des seltenen Ehejubiläums wird dem Jubelpaar sicherlich mancher Glückwunsch zuteil. Auch wir gratulieren herzlich. NSV.-Kindergarten Laubach. F L a u b a ch , 10. Jan. Im Rahmen einer Feier wurde dieser Tage die bisherige Kinderschule als NSV.-Kindergarten übernommen. An der Feier nahm Gauamtsleiter Haug (Darmstadt), Kreisamtsleiter Frank (Gießen), Ortsgruppenleite^ Naumann und Ortsgruppenamtsleiter M ö n - n i g teil. Auch der Leiter des Gräflichen Johann- Friedrich-Stiftes, Graf Georg Friedrich zu Solms-Laubach war anwesend. Die Kinder der bisherigen Kinderschule, ihre Mütter und ihre Gäste nahmen an der denkwürdigen Feier regen Anteil. Bürgermeister Högy hieß alle herzlich willkommen und gab seiner Freude über die Anwesenheit des Gauamtsleiters der NL>V. Ausdruck und dankte dann dem Grafen zu Solms-Laubach für die unentgeltliche Ueberlassung der Räume für den NSV.- Kindergarten. Sodann gab er einen kurzen geschichtlichen Rückblick auf die Geschichte der Kinderschule, die im Jahre 1841 vom Urgroßvater des Grafen Georg Friedrich gegründet und dann der Verwaltung des Johann-Friedrich-Stiftes angegliedert wurde. Die Stadt Laubach trug durch Bargeldleistungen und die Stellung von Brennholz dazu bei, daß die Schule ihren Aufgaben gerecht werden konnte. Der Redner schilderte, wie die Kinderschule mehrmals umziehen mußte, bis sie schließlich im Jahre 1898 in ein eigens für sie errichtetes Heim einziehen konnte. Nach lOOjähriger segensreicher Tätigkeit übernehme nun die NSV. in der Form des NSV.-Kindergartens die Arbeit der Betreuung der Kinder, mit der nun gleichzeitig eine erste Erziehung zur Volksgemeinschaft verbünden sein wird. Neben Spiel und Lied, neben Märchen und Geschichten würden die Kinder nun auch etwas aus der reichen deutschen Geschichte erfahren, soweit kindliches Vermögen aufzunehmen in der Lage ist. Mit besten Wünschen für die Arbeit des NSV.- Kindergartens übergab Bürgermeister Högy dem Gauamtsleiter Haug die Schlüssel zu den Räumlichkeiten des NSV.-Kindergartens. Gauamtsleiter Haug dankte vor allem dem Leiter des Johann-Friedrich-Stifts und betonte, daß er diese alte Einrichtung um so lieber übernehme, als sie aus der Hand eines Freundes der nationalsozialistischen Bewegung komme. Worte des Dankes widmete er auch dem Bürgermeister, der die Entwicklung wertvoll durch sein Entgegenkommen gefördert habe. In grundsätzlichen Worten wies der Redner darauf hin, daß jeder Kindergarten ein Werkzeug nationalen Aufbaues fei, das dem Zwecke diene, jungen Menschen schon frühzeitig nationalsozialistischen Geist kennenlernen zu lassen. Die Ansprache schloß mit der Aufforderung an alle, .stets in Pflichterfüllung für Führer und Volk einzu- stehen. Bürgermeister Högy versicherte, daß in Laubach durch die Partei, durch die Stadt und die Bevölkerung alles getan werde, um das Werk im Interesse der Pflege der Jugend zu,fördern. In den WinterSprechstunden her Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnait mittag geschloffen. monaten wird der Kindergarten von 9 bis 12 UJ von 14 bis 17 Uhr geöffnet sein. Für den SommÄ werde eine andere Regelung getroffen. Durch (f J abende soll manche Gelegenheit zur Aussprache QJ gegeben werden. Zum Schluß der Feier stellte der BürgermeW die neue NSV.-Kindergärtnerin, Fräulein Annül marie Je n tsch (Frankfurt a. M.), vor. Ihre ferin ist Fräulein Elfriede Stotz aus Laubach. J dem Gruß an den Führer fand die Feier ihtJ Abschluß. Landkreis Gießen. A Lich, 10. Jan. In unserer Stadt, btr(. Bevölkerung zum größten Teil der Industrie, Handel und Gewerbe angehört, gibt es immetz? etwa 75 landwirtschaftliche Höfe, unter die beiden. Gutshöfe des fürstlichen Ha^. inmitten der Stadt und in Kolnhausen. Bei letzten Viehzählung wurden folgende Zahh. mitgeteilt: Pferde unter 1 Jahr 1, über 1 Jahr \r Rindvieh unter 1 Jahr 144, über 1 Jvhr 4 Schafe unter 1 Jahr 245, über 1 Jahr 5fr Schweine, Ferkel und Jungschweine bis V2 3* alt, 424, über V2 Jahr alt 373; Ziegen unter 1 12; über 1 Jahr 157; Kaninchen 315; Federvisi 1938 ausgeschlüpft, 1426, über 1 Jahr alt 187? Gänse 117; Enten 51; Bienenstöcke 64. Zu st, merken wäre hierzu, daß dieser Viehbestand nie allein bei den ausgesprochenen Bauern und wirten ermittelt wurde, daß auch ein großer £ der nicht Landwirtschaft treibenden Bevölken« einen erheblichen Viehbestand aufzuweisen hat. * U t p h e , 10. Jan. Die T r e i b j a g d e n in uns rer Gegend brachten gute Jagdbeute. Im Revier» Gutsbesitzers Otto Rinn wurden 163 Hasen, Füchse und sieben Fasanenhähne erlegt, während Revier des Bauern Otto Schneider 28 Hasen $ Strecke gebracht wurden. D Weickartshain, 10. Jan. Die Privat Zentralmolkerei Karl Seim wurde m dem l.Januar 1939 stillgelegt. Die von den umli genden Ortschaften seither bezogene Milch geht nir zu Teilen an die Genossenschaftsmolkerei Gros Eichen und nach Burg- und Nieder-Gemünden. - Die Baumaterialienhandlung Emil Schme! konnte dieser Tage auf ihr 25jähriges Be stehen zurückblicken. Während des Weltkrieges - der Inhaber stand vier Jahre an der Front — ffy ten seine Frau und sein Bruder das Geschäft. Kreis Alsfeld. —Homberg (O h m), 10. Jan. Die GeW im hiesigen NSV. - Kindergarten, Repp, erlitt einen Unfall. Beim Abholen Kleinsten glitt sie so unglücklich aus, daß sie fit einen Beinbruch zuzog. <£ Deckenbach, 11. Jan. Am kommend,- Samstag, 14. Januar, kann Frau Louise Löche Witwe, geb. Kornmann, im Kreise ihrer fiii Kinder und 13 Enkelkinder ihren 8 2. Geburt? t a g feiern. (Wir beglückwünschen.) — Aus d,i Buchenbeständen der nahen Wälder hat sich ein re: cher Erntesegen ergeben. Es wurden von Schulkin dern und Einwohnern etwa 40 bis 50 Zentne: Bucheckern gesammelt, die vom Forstamt i? Homberg znm Presse von 25 Pf. je 500 Grmm ausgekauft wurden. In letzter Zeit gaben Händlii sogar 50 bis 55 Pf. für das gleiche Gewicht. • ■>■■■■■■!■■ in ■■■■■■■■ mm nun 111111111111 in 11 im» | STADTTHEATER GIESSEN | i Donnerstag, 12. Januar, 20—22 Uhr Harald Kreutzberg ______tanzt______ l Karten zu RM. 0.60, 1.00, 1.35, 1.85, 2.60, 3.10 »n ................................................................................................. Gegen Haarausfall Schupp en, Jucken der Kopfhaut, Thüringer Hof NORDSEE VON HAMBUf^r i na80 Seiten mit 59 Abbildungen in Leinen RM. 4,-. Zu beziehen durch jede Buchhandlung. Werbe- blatt kostenlos. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde „Nordsee" Gieben, Selters weg 18, Ruf 2467 191 r> Seelachs ohneK5°opofg 30 pf. KahliauohneKo5poog32pf. Schellfisch ohne Kopf in geschuppt......500 g AL Pf- Seelachs-Filet o.Gr., 500 g 40 pf. Kablian-Filet o. Gr., 500 g 45 pf. Goldbarsch-Filet o.G.,5oog52Pf. alles Irisch wie aus dem Netz! Audi im neuen Jahr Irischen Seelisch Ve_____ aus der IBORSIG BUROMASCHINEN RH EINMETALL-BORS IG AKTIENGESELLSCHAFT WERK SOMMERDA/THUR. Unser Herstellungsprogramm sichert gute Verkaufsmöglichkeiteiv Standard -Schreibmaschinen (nrf ollen neuzeitlichen Einrichtungen — Vier gegeneinander auswechselbare Wogenbreiten — Jede gewünschte Tastatur und Sdiriftarl Klein-Schreibmaschinen In verschiedenen Farben, mit allen Schriftarten — Auf Wunsch mit Setztabulator Schreibmaschinen mit Daumenschaltung Die kräfleschonenden daher leistungssteigernden Modelle werdet» als Standard- und Klein-Schreibmaschinen hergestellt Addier-, Subtrahier- u. Saldiermaschinen mit fester Rolle oder breitem Springwogen — 10 Modelle für Hand- und elektrischen Antrieb Rechenmaschinen mit Volllastotur für Hand- und elektrischen Antrieb — Zahlreiche Modelle mit verschiedenem Stellenbereich A Fakturier- und Buchungsmaschinen addieren, subtrahieren und multiplizieren automatisch, schreiben die Erget> nisse selbsttätig nieder W 'M Generalvertretung und autorisierte Reparaturwerkstätte Ernst Heinz Kom.-Ges. Marburg/iahn Bahnhofstraße 13 — Deutschhausstraße 36 - Ruf 2397 190D Sichsähige Instandsetzung von Waagen aller Art speziell Neigungswaagen im Spezialgeschäft Jean Göbel, Waagenbauer, Gießen Stemstrnße 38._____________77d Geschmackvoll Oleee 3 w*®8er't||Chen Eigenschaften der guten Vornehm Familien-Drucksache °ers6n!ich Bietet Ihnen in zahlreichen neuzeitlichen Aue- fUhrungsarten schnell und zu mäßigen Preisen BrühPsche Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 miniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiim Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von S Pf. für die Millimeterzeile veröffentfl Bettfedern 203A füllkräftige Qualitäten. bei W“ billig Ludwig Haas 0lockstr. 7 I h _____________A < Edgar BORRMANNs. Gießen, Neustadt 5-7, Rnf Nr. 4165 die guten Helfer der Hausfrau! Weil häufig >im6ebrauöi W Qualität achten! Vfo Sie diese Iq» en.natürlich ba- Biber in Deutschland Von Professor Dr. Gustav Hinze 75 Seiten mit 9 Textabbildungen und 62 Abbildungen auf Kunstdrucktafeln nach Natururkunden des deutschen Bibervato Amtmann Behr auf erstklass. MietwohngrundstÄ alsbald gesucht. Günstige sung garantiert. Schriftl.Ai unter 202V an den Gieß. Verzili" Lchriftl.Angeboie en Gieß. Änzeig. Druckschrift^ In gefalzten Bogt8 In Heftform und gebunden klar In der Schrill* übersichtlich an geordnet und sorgfältti gedruckt, dienen d«h Belangen von Hand* und Verkehr,Industrie und Gewerbe, Beh6r den, Landwlrtach«* und Verelnlgugo*11, Lieferung schnell, und preiswert durd* Brühl’sche Drucker* Scbulstr, 7, Ruf 22# RM. 6000 2. Hypothek Gastwirtschafts- Verpachtung. 9n der Univer- sitäts- u. Garnisonstadt Gießen ist eine Gastwirtschaft mit Fremdenpension nebst gr.mittl.Saalzu verpacht. Jung, strebs. Leuten ist hier eine sichere Eristenz geboten. Eine kl. Kaution "-wünscht/ ledoch ht absolut et» derlich, da es auf ordentl./ ehrbare,brave Leute in ersterLinie ankommt. Die Verpachtung od.Ver- kaus erfolgt weg. vorgerücktem Lebensalt. Bewerber woll.sich unt. 205 D d. Gießen. An zeig, melden. vermittelt Mio Kirche Abteilung Immobilien Bleichllra&e 18 Verkäufe *] Radio mit Lautsprecher: für Gleichstrom Grammophoi mit zahlreiche" Platten billig! verkaufen. Kaiserallee M | Empfehlungen | ScheMo.8. 500 g...35 Pf. Seelachs,Kabeljau o. K., 500 g 25 Pf. NWlel 500 g .35,40 und 48 Pf. Hch. Kalbfleisch ^pel. 3685. lisgl) | Verschiedenes | ÄÜOlässt 0OTI3M» 20 v. S. erhalten sie bei wiederholten Auf. nahmen einer Ameise Herausgegeben von der Reichsftelle für Naturschutz, Berlb In Leinen gebunden RM. 3,00 2Bie Wisent und Elch, so gehört auch der Biber zu jenen Tierart« die einst in Deutschlands Gauen weit verbreitet waren, aber buri das unnachsichtige Eingreifen des Menschen mehr und mehr k 1 Vernichtung anheimfielen. Es gehört heute zu den wichtigst« Aufgaben aller Freunde unserer heimischen Tierwelt, dieses seltsa« Nagetier vor c-cm Aussterben zu schützen und die wenigen in Deutst land noch vorhandenen Biber zu erhalten und zu hegen. Ein hervst ragender Kenner gibt hier in trefflichen Schilderungen und herrlich Natururkunden ein anschauliches Lebensbild vom deutschen Bibi I Hugo Bermühler Verlag,Berlin-Lichterfel»