Nr. 264 «es Blaff 189. Mrgang Aeifag, 10. November 19Z9 (Er)d)etni rüg Itch. autzei Sonntags und Feiertags Beflogen: Die Illustrierte Gienener Familienblätter Heimat >m Bild Die Scholl» Monafr-Bezugspretr. Mil 4 ‘Beilagen RM. 1.95 Ohne illustrierte e 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gietzeo Postscheckkonto: firanffurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: vrühlsche Universitätrdrulkerei R. Lange in Stehen. 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November die Nachricht von dem Attentatsoersuch in München erfuhren, wurde es wohl einen Augenblick ganz still in uns. Die Ungeheuerlichkeit des Verbrechens schlug uns in Bann. Dock dann setzte das Denken wieder ein, und plötzlich ourchströmte uns ein unsagbares Glücksaefühl: der Führer lebt! Und wieder etwas später sahen wir prüfend in die Gesichter derer, die uns im f)aufe, auf der Straße, bei der Arbeit begegneten. Da entdeckten wir, daß alle das gleiche Erlebnis gehabt hatten, da lasen wir in den Augen unserer Frauen, unserer Kameraden, unserer Weggenossen überall die gleiche Empfindung, die auch uns beherrschte: die ingrimmigste Entschlossenheit, mit dem Verbrechergesindel und seinen geistigen Anstiftern im In- und Ausland radikal Schluß zu machen. Da ging es wie ein geheimer Schwur durch das ganze große Reich: Wer Adolf Hitler nach dem Leben trachtet, der will achtzig Millionen Deutschen ans Leben! Wer sich auch nur im geringsten, durch Wort oder Tat, an der Person des Führers vergreift, den wird die deutsche Volksgemeinschaft vernichten? So, aus tiefernsten Gedanken und Gesprächen, aus der Kenntnis der Umstände und aus der Erinnerung an frühere politische Vorgänge formte sich auch die Antwort auf jene drängende Frage, wo die Ursachen des ruchlosen Attentates zu suchen seien. Ein übermächtiger Veraeltungswille hatte von uns Besitz ergriffen und forderte Sühne. So erging es mir und dir, so erging es achtzig Millionen Deutschen. Wie aber sieht das Bild jener höllischen Welt aus, aus deren Schoße die grausige Mordtat allein geboren werden konnte? Blicken wir noch einmal in die Vergangenheit zurück. 9. November 1918 — durch die deutschen beendet war. Wegen der knapp bemessenen Zeit für seinen Münchener Aufenthalt war diesmal der Redebeginn um eine halbe Stunde vor- verlegt worden, und die sonst anderthalbstündige Rede hatte am gestrigen Tage kaum eine Stunde gedauert. So war der Führer schon kurz nach 21 Uhr mit seinen Ausführungen fertig. Richt wie so »ft verweilte er gestern noch längere Zeit in kameradschaftlichem Gespräch mit feinen alten Kampfgenossen, sondern verabschiedete sich kurz von den ihm zunächst sitzenden Parteigenossen, um mit der übrigen Führerschaft der Bewegung d,e Kundgebung zu verlassen. So allein ist es zu erklären. 600000 Reichsmark für Feststellung der ruchlosen Münchener Attentäter. München, 10. Nov. (DNB.) Die zuständigen Stellen haben alle Maßnahmen getroffen, um die Untersuchung und Aufklärung des ruchlosen Attentates im Bürgerbräukeller zu beschleunigen. Reichsführer ff Himmler hat im Interesse einer zentralen Leitung dieser Arbeit die gesamte Aufklärungstätigkeit einer Spezial^ kommission von Fachleuten übertragen. Diese Spezialkommission wertet selbstverständlich alle nur irgendwie in Betracht kommenden Anhaltspunkte für ihre Untersuchungen und Ermitt« hingen aus und ist bereits jetzt zu Feststellungen gekommen, die immerhin wichtige Schlüsse zulassen Die Bergung der Toten, Schwer- und Leichtverletzten im Bürgerbräukeller wurde dank der vorbildlichen Zusammenarbeit aller an Ort und Stelle eingesetzten Kräfte und unter Mitwirkung auch von noch anwesenden Alten Kämpfern in allerkürzester Zett bewerkstelligt. Dies verdient umsomehr hervorgehoben zu werden, als diese Bergungsarbeiten mitten in einem wüsten Durcheinander von Bauschutt, Trümmern und Einrichtungsgegenständen geschehen mußte. Zwischen der Polizei, der Feuerschutzpolizei, den Pionieren der Wehrmacht. den Angehörigen der Formationen, dem Rettungsdienst usw. herrschte schon vor der ersten Minute des Einsatzes an eine ausgezeichnete Zusammenarbeit, so daß die großen Schwierigkeiten der Rettungs- und Bergungsaktion reibungslos bewerkstelligt werden konnten. Rach den bisherigen Feststellungen handelt es sich bei der Tat auf keinen Fall um ein spontan verübtes Attentat, sondern vielmehr um ein sehr sorgfältig vorbereitetes. mit einem mechanischen Zeit- zünder verübtes Verbrechen. Es ist hier nicht etwas Primitives und vom Augen- blich Geborenes geschehen, was etwa erst ganz kurze Zeit vor der Kundgebung ausgeheckt wurde, sondern sowohl die Auswahl der Stelle als auch die .»fachmännische^ Arbeit weisen darauf hin, daß die Täter sehr sorgfältige Vorbereitungen getroffen haben. Das große Glück war nur, daß im Augenblick der Explosion der Führer bereits abgefahren war. Das ganze Verbrechen war offenbar planmäßig so angelegt worden, daß der Führer am exponiertesten war und daß ein Erfolg des Attentatsplanes Kleinarbeit wird auch das zusammengebrochene Mauerwerk auf das genaueste untersucht. Erst auf den unzähligen Einzelergebnisien der Untersuchungsarbeit kann sich die Mosaikarbeit der Polizei aufbauen. Erfreulicherweise nimmt die Bevölkerung in der Hauptstadt der Bewegung ungeheuren Anteil an der Aufhellung des Verbrechens. Fortgesetzt melden sich aus allen Schichten der Bevölkerung Personen, um Angaben zu machen und durch die Meldung von Anhaltspunkten zur Aufklärung des Attentats beizutragen. Wie die Gxvlosion geschah. München, 9. Rovember. (DRV.) Zu dem ruch- losen Attentat, das verbrecherische Subjekte am gestrigen Abend auf den Führer verüben wollten. und das ihn wie durch ein Wunder nicht erreicht hat, erfährt das Deutsche Rachrichtenbüro folgende Einzelheiten: Die verheerende Explosion im Bürgerbräukeller ereignete sich am gestrigen Abend etwa um 21.20 Uhr, zu einer Zeit, als der Führer schon den Sagt verlassen hatte, da er wegen dringender Staatsgeschäfte sofort nach Berlin zurückkehren wollte. Man kann es nur als ein Wunder bezeichnen, daß der Führer diesem Attentat auf sein Leben entging, diesem Attentat das zugleich ein Anschlag auf die Sicherheit des Reiches ist. 3n allen Jahren vorher war es üblich gewesen, daß der Führer etwa gegen 20.30 Uhr mit seiner großen Rede begann, die meist um 22 Uhr erst Der Führer wieder in Berlin. V ß 4* MW J' ’X- A' mit Sicherheit eintreten muhte. Wenn auch noch nicht auf bestimmte Täter oder Tätergruppen geschlossen werden kann, so zeigen immerhin Material und Spuren die Richtung an, in der sich die weitere Ermittlungstatigkeit zu bewegen hat. Im Rahmen dieser systematischen N°ck> der Teilnahme an der Gedenkfeier im Münchner Burgerbraukeller, wa er mit knapper Not hem ru-blolen Sprengstoffanschlag entgangen war, traf der Führer am Donnerstagvormittag wieder fn de^Reichshauptstadt ein. Neben dem Führer GeneralfeldmaZchall S ö r, n g. Hinter ihnen Oberst Srhmuntit links hinter dem Führer Reichsleiter Bormann, Gruppenführer Schaub und Reichs. Schmund t, unt-chum 2ENter,.- (Presfe-Jllustrationen-Hoffmann-M.) Berlin, 9. Rov. (DRV.) Durch einen freiwilligen Beitrag von privater Seite ist die zur Feststellung der Täter des Münchener Sprengftoffatten- tates ausgesetzte Belohnung von 5 0 0 0 0 0 R M. um weitere 100 000 RM. erhöht worden. daß bei der Explosion keiner der führenden Männer der nationalsozialistischen Bewegung verletzt wurde. Wäre der Verlauf der Veranstaltung wie in den früheren Jahren vor sich gegangen, so hätten an der Stelle, an der der Sprengkörper explodierte, sämtliche Führer der Partei ihren Platz gehabt. Welch niederträchtig und infam angelegtes Verbrechen, das die gesamte politische Führerschaft des nationalsozialistischen Deutschlands mit einem Sdjlage vernichten sollte! Gestern abend war der Saal ein großer Trümmerhaufen. Dies erklärt sich vor allem dadurch, daß die einzige, die Decke tragende Säule durch die Explosion angeknickt worden war. die Last des Gebälkes nicht mehr tragen konnte und mit allem Mörtel. Trägern und Balken Hernie d e r st ü r z t e. An der Stelle, wo die Führer der Bewegung während der Führerrede ihren Platz hatten, liegt heute ein drei Meter hoher Schutthaufen. Sieben Tote sind durch dies verbrechen zu beklagen, nicht nur Kämpfer der Bewegung, sondern auch eine Frau. 25 Schwerverletzte liegen in den Münchener Krankenhäusern, darunter auch wieder eine Anzahl Frauen. Rudolf Heß war es, der zusammen mit den Führern der Partei in München die ersten Maßnahmen zur Rettung und Bergung der Opfer veranlaßte. Wie eine Fügung der Vorsehung empfinden wir es. daß der Führer schon seinen Zug bestieg in dem Augenblick, als ihn die ruchlose Tat in der historischen Versammlungsstätte der Bewegung treffen sollte. Auf dem Wege nach Berlin erst erreichte den Führer die Meldung von dem verbrechen. Als Adolf Hiller am heutigen Vormittag in Berlin einfraf, empfingen ihn auf dem Anhalter Bahnhof Generalfeldmarschall Hermann Göring und Reichsminister Dr. Lammers. Die wenigen Menschen, die am heutigen Morgen zufällig auf den Straßen waren, durch die der Führer zur Reichskanzlei fuhr, grüßten ihn spontan und mit tiefernstem, dankbarem Gefühl gegen die Vorsehung, ihn. der ihnen allen an diesem Tage noch näher verbunden ist als je zuvor. Die Toten des 8 November sie sich bei Wert- unb schatzung erworben. Unschuld Münchener Rede des Führers vom 8. 11. Aeuhe- auffallend beflissen, die Hände in zu waschen? Oie Opfer des Anschlags Bisher sieben Tote, 63 Verletzte. finden sich 11 im Krankenhaus rechts der Isar und fünf in der Chirurgischen Klinik. Etwa 30 weitere Volksgenossen konnten nach ambulanter Behandlung in den Krankenhäusern mit unbedeutenden Verletzungen nach hause entlassen werden. Polizei. Leitstelle München, mitteilen. Zusätzliche Belohnung für Mitteilungen im Ausland. Berlin. 9. Rov. (DRB.) Der Reichsführer OerHeeresberichtvom Freitag Lebhaftere Spähtrupp-Tätigreit und etwas auflebendes Artillerie-Feuer. Berlin. 10. Rov. (DRB. Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Westen zwischen Mosel und Pfalzer wald lebhaftere Spähtrupptätigkeit als an den Vortagen. 3m übrigen nur an einzelnen Stellen der Front auflebendes Artilleriefeuer. Das am S.Rovember als vermißt gemeldete deutsche Flugzeug ist bei Friedersdorf an der deutsch-französischen Grenze von französischen Jägern ab geschossen worden. und Chef der Deutschen Polizei gibt bekannt: Die Spuren der Täter, die das Sprengstoffverbrechen in München begangen haben, führ en ins Ausland. Cs wird daher für Angaben, die im Ausland bei deutschen Missionen. Konsulaten usw. gemacht werden, und die zur Aufdeckung des Verbrechens führen, unabhängig von der in Deutschland ausgesetzten Belohnung von 600 000 RM. eine zusätzliche Belohnung in höhe von 300000 RM. in aus- ländischer Währung, auszahlbar durch die zuständige deutsche Vertretung, ausgesetzt. London will sich herauslügen Nundfunkhetze zur Vertuschung der Mordschuld. rungen darüber gehört haben, dah es merkwürdig wäre, dah nichts vorgekommen fei, oder die Zeuge davon waren, wie jemand mit Erstaunen feststellle, dah die Rede des Führers viel zu früh und viel schneller als man erwartet hatte, zu Ende war. wollen diese Wahrnehmungen sofort an die nächste Polizeidienststelle, am besten die Staats- Die beiden bei dem ruchlosen Sprengstoffanschlag im Bürgerbräukeller ermordeten Wilhelm Michael Kaiser und Franz Lutz verband eine lange Freundschaft. Schon seit dem Jahre 1914 standen sie Schulter an Schulter im Kampf für ihr Vater- land. Im Weltkrieg waren sie beide Kameraden in der 6. Batterie des 1. Bayer. Fußartillerie-Regi- mente. Für ihre Tapferkeit und ihren Helden- rnütigen Einsatz wurden sie mit dem E. K. II und dem Bayerischen Militärverdienstkreuz ausgezeichnet. Kaiser und Lutz waren gemeinsam am glei- Maria Henle war im Bürgerbräukeller Aus- Hilfskassiererin. Sie wurde herangezogen, wenn größere Veranstaltungen stattfanden. Durch ihr ordentliches, bescheidenes Wesen hatte ihren Arbeitskameradinnen Achtung London auffallend schnell unterrichtet. Belgrad und Sofia stellen dieselben verdächtigen Umstände wie bei der Ermordung Ealinescus fest. Belgrad, 9. Nov. (DNB.) Die Nachricht von dem Anschlag wurde in der jugoslawischen Hauptstadt in den frühen Morgenstunden durch die „Politika" bekannt, die unter ihren „Letzten Nachrichten" drei Meldungen »darüber veröffentlichte. Man schenkte diesen Meldungen zunächst keinen rechten Glauben, da zwei von ihnen aus London kamen. Nachdem um 7 Uhr der deutsche Rundfunk den Anschlag bestätigte, findet man die Herkunft dieser Meldung Höch st bezeichnend. Man erinnert sich, daß bei der Ermordung des rumänischen Ministerpräsidenten E a l i n e s c u London ebenfalls in überraschend kurzer Zeit von dem Verbrechen unterrichtet war und der britische Rundfunk schneller als andere Sender eingehend vorüber berichtete (!). Berlin, 10.Nov. (DNB. Funksprnch.) Ein ungemein interessantes Licht auf die Hintergründe des teuflischen Mordanschlages in München wirst die Tatsache, daß der Londoner Rundfunk als Sprachrohr des britischen Lügenministerriums einen seltsamen Eifer an den Tag legt, die ins Ausland weisenden Spuren der Mörder zu verwischen und das Attentat sozusagen als eine rein innerdeutsche Angelegenheit hinzustel- len. Immer und immer wieder kommt der Londoner Sender in seinem Nachrichtendienst auf die- I ses Thema zurück. „Die Nazibehörden versuchen, den > Vorfall für ihre Zwecke auszubeuten", meldet der I Sender, „und die Verantwortung ausländischen ! Stellen in die Schuhe zu schieben". In einer anderen Meldung wiederum weiß der Sender zu berichten: „Schon die allerersten Meldunaen gaben dem brittschen Geheimdienst die Schuld." Dann ganz deutlich die Meldung: „Aus Bern, Amsterdam und anderen neutralen Städten wird gemeldet, dah .nir zweifellos der Versuch, Hitler zu ermorden, von deutschen Elementen ausgeht, die alle Ursache haben, s das Naziregime zu verabscheuen." In einer Hetzsendung zum 9. November wird mit dem üblichen englischen frommen Augenaufschlag er- «en Kampf um Bestand und Zukunft olkes d e r F ü h r u n g b e r a u b e n wollte, gehe aus Art und Zeitpunkt des Anschlages klar hervor. Es sei die schändlich st e Kampfmethode, die in höchster Niedertracht das ratlos gewordene Ausland zur Niederringung des heute schon als unbesiegbar erkannten stahlharten Reiches angewandt habe. ..Angesichts der Nachricht über dieses gehässige Attentat", so äußert sich „Gior- na le d'Italia", „gibt das faschistische Italien seiner tief st en Verdammung des Anschla- ges Ausdruck und übermittelt dem Führer feine allerlebhaftesten Glückwünsche, daß er der Gefahr entgangen ist. Das Attentat, das leider seine Ernte an Opfern unter der alten Garde der nationalsozialistischen Bewegung gefunden hat, hätte infolge der Heftigkeit der Explosion unendlich traurigere und schwerere Folgen haben können. Angesichts der Gefallenen, die alle den Stoßttupps des Vorabends der Revolution angehört haben, bringt Italien sein tiefes und aufrichtiges Beileid zum Ausdruck." „Messaggero" erklärt, „daß das Echo des verabscheuungswürdigen Attentats im Münchner Bürgerbräukeller jenes der tiestten und mitfühlenden Solidarität ist. Das Volk Italiens und die Schwarzhemden übermitteln den Braunhemden, den Opfern des verbrecherischen Anschlages ihren gerührten Gruß und ihr ehrerbiettges Gedenken." „L a o o r o F a s c i st a" hebt hervor der verbreck^e- rische Anschlag gegen das Leben des Führers, der chwere. Auch der „Standard" äußert die Auffassung, daß das Münchener Attentat, das sein Ziel nicht erreicht habe, dem jedoch sieben Menschenleben zum Opfer gefallen seien, die Situation weiter kompliziere. Dieser Anschlag, den man bedauern müsse, liege in dem Rabmen des englischen Schlagwortes „Weg mit Hitler!" Der „Nieuwe Rotterdamsche Courant" erklärt, Mord, und vor allem Meuchelmord, sein ein scheußliches Verbrechen, von dem sich jeder anständige Mensch mit Abscheu abwenden müsse. Glückwunschtelegramm der Königin der Niederlande. A m st e r d a m , 10. Nov. (Europapreß.) Amtlich wird mitgeteilt, daß Königin Wilhelmine der Niederlande an den Führer ein Telegramm gerichtet hat, in dem sie ihm ihren Glückwunsch ausspricht, daß er dem gegen ihn gerichteten Anschlag in München entgangen ist. Der Außenminister van K l e f f e n s sprach persönlich beim deutschen Gesandten Grasen Zech vor, um ihm die Befriedigung der niederländischen Regierung über das Mißglücken des Anschlages auszusprechen. Ferner hat Die Regierung den niederländi chen Gesandten in Berlin angewiesen, dieser Be riedigung auch gegenüber der Reichsregierung Ausdruck zu ver- leiyen. Die Schwei, mietet Lebensmitteldampfer. Philadelphia, 9. November. (DNB.) Im hiesigen Hafen wurden 245 000 Bushel Hafer auf dem Dampfer „Parpessa" verladen, der in dieser Woche zusammen mit dem Dampfer „Mount Parnaß" unter schweizerischer Flagge ein- traf. Auf den Schiffsseiten beider Dampfer war der Name Switzerland aufgemalt. Hafenbeamte erklärten, es handele sich um zwei von neun Schiffen, die die Schweiz von der griechischen Linie Rethymnis-Kulukundis für die Beförderung von Lebensmitteln gemietet hat. Die .Mount Parnaß" fuhr schon gestern mit Hafer, Weizen und Zucker an Bord in Richtung Genua aus. Todesurteil qegen einen Volksschödling Das hanseatische Sondergericht verurteilte in Bremen den 26jährigen Ewalo Wieczorreck wegen Straßenraubes, begangen während der Verdunkelung, zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte, sowie den 26- jährigen Hermann Beerta wegen der gleichen Straftat zu einer Zuchthausstrafe von 15 Jahren und zu Ehrverlust für die Dauer von 10 Jahren. Ein dritter Angeklagter, Franz Johann Gogolin, wurde wegen Hehlerei zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Die drei Verurteilten hatten in der Nacht vom 19. auf den 20. Oktober einen Ueberfall auf einen Passanten ausgeführt, wobei Wieczorreck diesen mit dem Messer niederstieß, ihm mehrere Verletzungen beibrachte und ihn seines Geldes beraubte. Beerta hat bei dieser Tat direkte Helferdienste geleistet, während eine Mittäterschaft des dritten Angeklagten nicht erwiesen werden ; konnte. Sicher ist nur, daß er später von dem 1 geraubten Gelds etwas abbekam Trotzdem Der Ueberfall in einer regnerischen, mondlosen Nacht i ausgeführt wurde, gelang es der Kriminal-Polizei, - die Täter bereits zwei Stunden nach der Tat zu - verhaften. das ganze nationalsozialistische Deutschland verkörpere, sei gescheitert. Einige alte Kämpfer jedoch hätten für ihren Glauben und für die Idee ihr Leben gelassen. Ihr Opfer werde nicht vergeblich sein, sondern es werde neue Energien wek- (en, die die Abwehrbereitschaft ganz Grobdeutsch- lands noch mehr stählen werde. Es gebe keinen Italiener, der nicht an der Freude des deutschen Volkes darüber teilnehme, daß fein Führer die Gefahr glücklich überstanden habe. „Ambrosiano" schreibt: Der vergebliche Versuch, dem deutschen Volk einen Dolchstoß in den Rücken zu versetzen und es seines Führers zu berauben, ist eine Schuld, die auf die unverantwortlichen Anstifter zurückfallen wird. Statt die Moral Deutschlands zu schwächen, wie vielleicht seine Feinde hofften und hoffen, hat die verbrecherische Episode des Bürgerbräukellers wenn möglich noch dazu beigetragen, die Deutschen des Dritten Reiches noch mehr in einen geschlossenen Block des Glaubens und des Willens zusammenzufchweißen. ZtaltenWe Anteilnahme. Rom, 10. Nov. (Europapreß) Unmittelbar nach dem Eintreffen der Nachricht von dem verbrecherischen Anschlag auf den Führer im Bürgerbräukeller richtete der König und Kaiser Viktor Emanuel 111. an den Führer folgendes Telegramm: „Ick bitte Ew. Exzellenz, meine lebhaften Glückwünsche für die glücklich überstandene Gefahr des ruchlosen Anschlags entgegenzunehmen, der in mir die tiefste Entrüstung her- Dorruft." Mussolini richtete folgende Drahtung an Adolf Hitler: „Die Nachricht von dem verbrecherischen Attentat gegey Ihre Person hat ein Ge- Auch in Sofia wird als besonders merkwürdig der Umstand empfunden, daß der bulgarische Rundfunk schon am Mittwochabend einer ha- vasmeldung aus London zufolge von dem Anschlag im Büraerbräukeller zu berichten mußte. Das zeigt, daß London in auffälliger Weise sehr rasch Bescheid wußte. Der Anschlag wird in der Oeffenttichkeit mit Abscheu als *en läge dem Stoßtrupp Adolf Hitler beigetreten. Sie blieben SA.-Kameraden und Kampfgefährten. Kaiser war stellv. Führer der NSKK.-Motorstan- barte 86. Lutz war SA.-Sturmhauptführer. Emil K a s b e r g e r war Flötist beim Gaumusikzug des Traditionsgaues München-Oberbayern. Er ist ein altes Parteimitglied, wirkte in früheren Jahren schon beim Reichsjymphonieorchester und war seit 1933 ununterbrochen beim Gaumustkzug, wo man ihn als ausgezeichneten Kameraden hoch' schätzte. Während der Kreistage und bei den hoch- eefahrten der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" lernten ihn viele Volksgenossen aus dem Traditionsgau kennen, unterhielt er doch mit feinem köstlichen Humor oft genug die Versammelten und das ganze Schiff. Zum Reichsautozug „Deutschland gehörten Eugen Schachta und Wilhelm Weber. Beide waren alte SA.-Männer. Schachta arbeitete mit dem Führer des Reichsautozug- schon, als dieser noch im Entstehen begriffen war, und trug in der tjolgyeit als Haupteinsatzleiter zusammen mit dem Führer des Reichsautozugs die große Verantwortung für den technischen Einsatz des Zuges bei den Führer- kundgebungen. Als stiller und bescheidener Arbeiter und Kamerad, der mit Begeisterung an^ seiner Arbeit hing, war Schachta auch beim Einsatz in Oesterreich, im Sudetenland und im Memelgebiet dabei. Wilhelm Weder, früher Funktechniker und Elektriker beim Traditionsgau, wirkte seit März d. I. im Reichsautozug. Er hat an dem Unglücksabend tech- nische Apparaturen mitaufgebaut und war zusammen mit Schachta eben dabei, diese abzuräumen, um sie noch in der Nacht für die Veranstaltungen des 9. November an anderer Stelle aufzubauen. * Leonhard Reindl gehörte schon seit September 1923 der NSDAP, an. Bei der Erhebung am 9. No- vemder 1923 stellte er als damaliger Direktor des Bürgerbräukellers feinen Kraftwagen dem am 9 November 1923 gefallenen Parteigenossen Scheub- ner-Richter zur Verfügung. Reindl hat sich stets durch seine Einsatzbereitschaft und Opserfteudigkeit für Volk unb Führer ausgezeichnet. Er war Inhaber des Grünen Dauerausweises für alte Kämpfer. fühl tiefer Entrüstung bei der Regierung und dem italienischen Volk heroorgerufen, sowie ein Gefühl der Trauer für die Opfer unter Ihren treuen Anhängern der ersten Stunden. In meinem persönlichen Namen und im Namen des faschlstl- chen Italiens fenbe ich Ihnen d l e Ausd rucke meiner außenordentlichen Genugtuung über bie überstandene Gefahr eines verwerflichen Versuchs, der der Einheit des deutschen Volkes um Sie und das Regime keinen Riß verursachen kann. gez. Mussolini. Starker Eindruck in USA. Washington, 10. Nov. (Europapreß - Funk- pruch.) Der Münchener Attentatsversuch bildet bas Hauptgesprächsthema in der Bundeshauptstadt Es ist bemerkenswert, daß der Anschlag in weiten Kreien unbedingt abgelehnt wird. Einen tiefen Eindruck hat es bei den stark religiös eingestellten Nordamerikanern aller Schichten gemacht, daß die chützende Hand Gottes offenbar den Führer vor Unheil bewahrt hat. In biefem Zusammenhang äußern manche Kreise, daß „Hitler unter höherem Schutz zu stehen scheint". Auch in Neu- york steht der Münchener Attentateversuch im Mittelpunkt aller Aufmerksamkeit, die Blätter bringen alle Meldungen unter Riesenüberschriften. An diese Meldungen knüpfen die Blätter die Vermutung, daß es zu scharfen „deutschen Vergeltungsmaßnahmen gegen England kommen werde. „Der übelbeleumdete britische Geheimdienst." Amsterdam, 9.Nov. (DNB.) „De Maasbode" schreibt, der Münchener Anschlag, der den tiefsten Eindruck hinterlassen habe, überschatte heute alle anderen Ereignisse. Selbst diejenigen, die Gegner des Nattonalsozialismus seien, müßten mit A b • scheu von einem solchen Anschlag er- Üllt fein und ihre Genugtuung darüber zum Ausdruck bringen, daß das deutsche Staatsoberhaupt unverletzt den Gefahren des Attentats entkommen fei. Jeder Kampf müsse mit anständigen Mitteln geführt werden, und Mordanschlage seien nicht dazu zu rechnen. Man könne völlig begreifen, daß in Deutschland die tiefste Entrüstung über dieses Komplott herrsche. Es sei auch völlig zu verstehen, daß die Anstifter dieses Anschlags in der Richtung England gesucht werden. Der übelbeleumundete britische Geheimdienst werde bereits genannt. Das Blatt meint daß dieser Anschlag die politische Lage noch er- uuu5 nu,ct uit u.™rau„#. sich entschuldigt, eine barbarische Tat beze.chnet. Mit ehrlicher Freude ---- - , - - . .. . - . । fiaat fick an!" mit einem spöttischen Augenzwinkern wird die Tatsache ausgenommen, daß der Führer vor der Vollendung seines Werkes von dieser Erde ' 'traten Wir aber erwarten eine sofortige wie durch ein Wunder dem Anschlag heil ent- schied. Unser Dank an die Drehung aber erneuert 9 Antwort: Warum ist man in London so gangen ist. unsere eigene Verpflichtung: So wie am 9 Novern-\ ' her 1923 sechzehn Deutsche und am 9.November <1 << a so stehen nun 80$Millionen bereit, um Adolf Hitler I Oie ganze Wen voller Empörung, mit ihrem Leibe zu decken. H. Evers. I Volksgenossen teilt verdächtige Tiefste Entrüstung in Italien. TBof)rncbniUngCtt her polijci mit. Rom, 9. Nov. (Europapreß.) Das heimtückische Berlin, 9. Roo. (DRV.) Der Reichsführer Attentat im Münchner Bürgerbräukeller, das aus- H unb Chef der Deutschen Polizei teilt mit: ländischer Anstiftung zugeschrieben wird, hat in Jta- Volksgenossen unb Volksgenossinnen, bie am lien eine Welle der Empörung ausgelost Daß der Schluß der durch den Rundfunk Übertragenen Anschlag dem Führer^zugedacht war Deutsch- xL -T.ihr«,,« «Am ft Wonho- land im heißesten Kampf um Bestand und Zukunft Straßen tobt das entfesselte Untermenschentum und reißt das Staatsgebäude einer morschen Monarchie ein. Feige ßumpen und vom Ausland bezahlte Landesverräter, Der sorgsam gezüchtete Abschaum unseres Volkes, richten ihr Regiment in Berlin auf Es ist die große Stunde unserer äußeren Feinde, es ist d e r T a g d e s T r i u m p h e s für XffÄSiÄ'»-1 E>»1 Millionen Männer, welche, die Schmach der hei- । Anschlag im Bürgerbraukeller sind, wie nunmehr mal vor Augen, doch den Glauben an eine reinere amtlich festgestellt wirb, sieben Tobesopfer zu ve- Zukunft nicht verloren haben. Sie sind allerdings (Iagcn Die Ramen der Toten sind: meist untätig, sie warten auf einen Befehl — wie »ran3 ^uh, München, Blutorbenstrager, An- sich sammel? ter te7 Widerstand gegen'^elgh-it, bei München, vlulordcnslräger, NSSS.-hanp'- Sckiwäche unb Dummheit zu organisieren beginnt, sturmführer unb stellvertretenber Führer der IHotor- 9. November 1923 — durch die Straßen Mun- stanbarte 86, Angehöriger bes Stoßtrupps „Adolf chens bewegt sich zum erstenmal seit dem Zusam- hi«er", geb. 1889; menbruch wieder ein Zug von a uf r e ch t e n Kassiererin im Bürgerbräukeller, Maria Männern, deren Denken und handeln absolut München, geb. 1909; klar ist, die zur Rettung des Vaterlandes ihr Leben m . y) e b e r Rundfunksprecher beim einzusetzen bereit sind, die den Kampf gegen mneres Wilhelm weurr, nunoTunqp ; und äußere Feinde bis zur letzten Konse - Reichsautozug Deutschland, geb. 1902 q u e n z führen wollen. Das Unternehmen mißlingt Leonhard Reindl, Vurogehilfe, geb. 1882, durch Verrat. Die demokratische Welt draußen atmet Emil kasberger vom Gaumustkzug Mün- erleichtert auf, aber es ist eine Selbsttäuschung. Der Hxn, geb. 1885; scheinbare Zusammenbruch der nationalsozialistischen Eugen Schachts, der älteste Mitarbeiter des MSsmÄS SÄ «Hrsrs LL -UM Fanal für bie ganze, aus den Albträumen 2 8 verletzte In den Kliniken. As schwer ihres Sklavendaseins allmählich erwachende Na- verletzt find 16 von ihnen anzufprechen, die übrigen tion 10 können bereits in nächster Zeit entlassen wer- Die alten Machthaber, die im Grund« nichts bedrohlich ist der Zustand bei zwei der anderes waren als Beauftragte fremder Interessen, ^tvcroerteMen. Von den 16 Schwerverletzten bemühten 1933 endlich ihren Platz räumen. Das neue - - - - " - - ""---- nationalsozialistische Reich erstand, und in den folge nben sechs Jahren spielte sich nun jenes zähe Ringen um das letzte Schicksal unseres Volkes ab, das der Führer noch in feiner letzten Rede im Bur- gerbräu geschildert hat. Auf der einen Sette das Streben der deutschen Staatsführung nach Sicher- heit, Gesundheit und Wohlstand unseres Volkes, das fortwährende Bemühen um die Beseitigung inneren Haders, um die Hebung der sozialen Lebensbedm- gungen, um die Schaffung großer kultureller und wirtschaftlicher Werke, die dem Lebenswillen des Volkes ein höheres Ziel geben als das der Befrie- bigung von bloß eigennützig-materialistischen Wünschen. Der grandioseste Versuch einer nur Dem eigenen Lebensraum zugewandten völkischen Daseinsentwicklung, der jemals unternommen wurde, und nicht nur ein Versuch, sondern schon die beginnende Vollendung. Auf der anderen Seite zunehmender Haß jener dunklen Mächte, die bisher das internationale Leben beherrscht haben, die um ihrer Geld- sack-herrschaft willen jeden sozialen Fortschritt und jede Versöhnung zwischen den Menschen und Volkern verhinderten, die nun aber erkennen mußten, baß das nationalsozialistische Deutschland mit den leuchtenden Tatbeweisen seiner sozialen und kultu- teilen Höherentwicklung eine Bresche in ihr Aus- beutungssystem schlagen könnte. Diese dunklen internationalen Machte erkannten auch ganz richtig, daß es nicht nur das fleißige, an- tänbige deutsche Volk, sondern daß es vor allem ein Führer war, der durch sein bloßes Bei- piel ihre angemaßte Herrschaft über fremde Völker bedrohte. So begann mit Lügen, Aufwiegelungs- versuchen, Drohungen und gelegentlichen Attentaten ihre unterirdische Wühlarbeit gegen bas neue Deutschland. Namen wie Gustloft und vom Rath, erste Opfer dieser Hetze, erhellen plötzlich die dunklen hinteraründe dieser Agitation. Und als die agitatorischen Mittel versagen, greift man zu den diplomatischen Mitteln. Man zwingt die Regierungen der westlichen Demokratien in seinen Dienst, kauft die Stimme bekannter Politiker und versucht noch einmal wie vor 1914 das Spiel ber Einkreisung. Als auch das nichts nützt, bleibt nur der letzte Auswed: Krieg! Und immer wieder ist es nicht allein das deutsche Volk, sondern in erster Linie der Führer, gegen t:r sich der haß dieser internationalen Verbrecher^seU- schäft richtet. Offen fordert man die Beseitigung Wolf «Her» ato de» Manne», der da, Zeitalter t kiärt:"','Es'ist niemals die Politik der Westmacht- der sozialen Gerechtigkeit heraufgefuhrt hat, un gewesen Mordtaten zu billigen, geschweige denn zu unbedenklich formt 'm UnterhE Stimm B^n- es mürbe reizen, diA Behauptung Chamberlains das enalische KnegszielIch hoffe ßont>on mit einigen Beispielen aus der m1? zu erleben, an dem Hitler ver- bluten Raub, und Eroberungsgeschichte des bri- tchtet ist. tifdien Empire zu erhärten. Wir möchten uns dar- Es ist gleichgültig, Waffen Hand ^p^ugstoff I beschränken, „Radio London" an das franzö- bn Saal des Burgerbraukellers angebracht Jati n Sprichwort zu erinnern: „Qui s’excuse, Denn die eigentlichen Mörder, um derenOpfer I Sollte Mister MacMillan sich über die rUIL rln^CrmÖ0/h- fr»0?61 ' Bedeutung dieses Sprichwortes nicht ganz im kla- lanMdjen Dankdirektoren- uud R^lstersesseln. Ihr wird ihm fein französischer Kollege Girar- verbrechenscher Plan mißlang. Er mußte mengeni i Versetzung: „Wer sich entschuldigt weil Gott nicht wollte, daß der Beste unter uns . an!" mit einem svöttiscken Augenzwinkerr vor der Vollendung seines Werkes von dieser Erde Kriegsgefahr im Güllen Ozean. Tokioter Betrachtungen. Tokio, 10. Nov. (Europapreß.) In einer Betvach» tung der internationalen Lage schreibt die Tokioter Zeitung „Kokumin Shirnbum u. a., nach dem Kriege in Europa sei es klar, daß ein weiterer Krieg im Stillen Ozean folgen werde, und zwar um den Besitz der natürlichen Hilfskräfte der südlichen Meere. Die japanische Zeitung fugt hinzu, den Kriegsschauplatz würden wahrscheinlich die ostindischen Inseln einschließlich der Phi- lipinnen bilden, um die verschiedene Mächte kämpfen würden. Um gegen diese Gefahr gerüstet zu sein, sei es für Japan von größter Bedeutung, den Frieden und die Ordnung in China zu sichern. — Das Blatt schließt, wenn die 93 er» einigte n Staaten auf ihrer bisherigen Po» l:tik gegenüber Japan beharren, würden sie nicht nur für sich selbst eine Krise heraufbeschwören, sondern auch Gefahr laufen, daß ihnen O st a s i e n vollkommen verschlossen werde. Amerikanische Tankschiffe bereits unter Panama-Flagge. Neuyork, 9. Nov. (DNB.) Der innerameri» konische Streit um die Ueberschreibung amerikanischer Schiffe auf Panama dauert mit zunehmender Bitterkeit an. Wie jetzt bekannt wird, hat die Standard Oil C y. in New Jersey innerhalb der letzten sechs Wochen 6 Tankschiffe auf die Panamaflagge überschrieben und plant die Ueberschreibung von weiteren neun Tankern. Die Gesellschaft begründet ihr Vorgehen damit, daß sie in Panama seit fünf Jahren durch eine Filiale vertreten sei, bestreitet aber die Ueberschreibung irgendwelcher Schiffe auf Kanada. Während sich die Proteste der amerikanischen Seemannsgewerkschaften gegen die Brotlosmachung ihrer Mitglieder durch die geplante Ueberschreibung mehren, attackiert ein erstaunlich großer Teil der U8A.-Presse die Ueberschreibungsabsicht als p l a n» mäßige Durchlöcherung des eben erst proklamierten Neutralitätsgesetzes. Die unabhängige „New Park Sun" schreibt, daß USA. dem benachbarten Panama etwas zumute, was nach der Ansicht des amerikanischen Bundeskongresses geeignet gewesen wäre, Nordamerika in den Krieg zu verwickeln, nämlich Schiffe in Kriegszonen fahren zu lassen. „New Port World Telegram" bedauert, daß der „allzu leichtgläubige Kongreß bereits nach Hause gegangen" sei. Die jüdische „New Port Post" spricht von einer ersten Kraftprobe des neuen Neutralitätsgesetzes und empfiehlt der Bundesregierung angesichts des wachsenden öffentlichen Widerstandes eine äußerst vorsichtige Behandlung des Falles, der sonst bestimmt bei dem Wiederzusammentritt des Kongresses neu aufgerollt werde. Einsame Soldaten werden nicht vergessen. Die Reichsfrauenführung hat eine Aktion zugunsten der einsamen Soldaten eingeleitet, jener Männer im feldgrauen Rock, die keine Verwandten in der Heimat haben und die dennoch ebenso auch aus der Heimat betreut werden sollen wie ihre Kameraden mit Familie. Bisher schon konnten über 2000 Anschriften durch das Deutsche Frauenwerk an Volksgenossen in der Heimat vermittelt werden. Diele Briefwechsel haben sich angebahnt. Während Kinder und junge Menschen meist sachlich und knapper schreiben, sind es vor allem die Briefe älterer Männer und Frauen, die sich durch besondere Offenheit und Herzlichkeit des Tones auszeichnen. Hunderte von Mütterbriefen sind darunter. Eine Witwe mit vier Kindern, die nicht mit Glücksgütern gesegnet ist, berichtet, daß sie schon ein Päckchen für einen elternlosen Soldaten gepackt habe, denn „wenn's für die vier eigenen Buben reicht, reicht's auch noch für einen fünften". Verschiedene Familien laden verwundete verwaiste Soldaten zur Erholung zu sich ein. Immer wieder lieft man den Satz: „Ich möchte einem Soldaten die Mutter ersetze n". Die Briefe der Männer beherrscht das Erlebnis des Krieges. Diele von ihnen waren im Weltkrieg schwerverwundet, haben Söhne und Kameraden im Felde verloren. Immer wieder liest man, daß sie „leider nicht eingezogen sind" und daß sie nun fast^ beschämt bequem und gesichert ihr Leben weiterführen können, während die Soldaten draußen für Deutschland auf der Wacht stehen. Westwallarbeiter aus einem Gemeinschaftslager haben für Päckchen zusammengelegt, und zahllos sind die besonderen lieber» raschungen, die sich Arbeiter und Bauern in der Heimat für die Feldgrauen ausgedqcht haben. Ausbildungsbeihilfen nur für den Schulbesuch. Zu der Ermächtigung des Reichsfinanzministers, Ausbildungsbeihilfen aus den Mitteln des Sondervermögens für Ehestandsdarlehen und Kinderbeihilfe zu gewähren, klärt Regierungsrat Dr. Malcomeß vom Reichsfinanzministerium in der „Steuer-Warte" einige Zweifelsfragen. Diese Ausbildungsbeihilfen können kinderreiche Familien für Kinder erhalten, deren besondere Förderung nach nationalsozialistischer Weltanschauung geboten erscheint. Die Beihilfen werden zum Besuch von mittleren oder höheren Schulen oder von Fachschulen oder Hochschulen gewährt. Es scheidet damit die praktische Berufsausbildung aus. Bei Juristen hört z. B. mit der ersten juristischen Staatsprüfung die Möglichkeit auf, Ausbildungsbeihilfen zu erhalten. Für Mediziner sind mit dem medizinischen Staatsexamen auch hier die Möglichkeiten für Ausbildungsbeihilfen erschöpft. Der Lehrling, der praktisch ausgebildet wird, ehe er eine Fachschule besucht, kann Ausbildungsbeihilfen nicht erhalten. Dasselbe gilt für die praktische Ausbildung der medizinischen und anderer Assistenten, Apotheker, Ingenieure, Land- und Forstwirte usw. Bürgersteuerhebesätze für 1940. Eine vom Generalbevollmächtigten für die Reichs- Verwaltung und vom Generalbevollmächtigten für die Wirtschaft erlassene Verordnung bestimmt, daß in den Gemeinden, in denen für das Kalenderjahr 1939 ein Hebesatz für die Bürgersteuer festgesetzt worden ist, dieser Hebesatz auch für das Kalenderjahr 1 9 4 0 gilt, es sei denn, daß für dieses Kalenderjahr ein abweichender Hebelatz besonders festgesetzt wird. _ Schlichte Gedenkfeier in der Hauptstadt der Bewegung. Bor dem Mahnmal. München, 9. Nov. (DNB.) Wieder schickt sich die Hauptstadt der Bewegung an, den Tag zu begehen, der dem Gedenken an die ersten Blutzeugen der Bewegung, an die 16 Toten der Feldherrnhalle, geweiht ist. Dieser 9. November aber ist durchzittert von der Erregung Hunderttausender über den ruchlosen Anschlag auf den Führer und erfüllt von einer grenzenlosen Genugtuung darüber, daß der Führer seinem Volk sowie seinem Werk erhalten blieb. Vor dem Mahnmal in der Feldherrnhalle, an der Stätte des Blutopfers der ersten 16 Freiheitskämpfer, haben Abordnungen der SA. und jj, des NSKK. und NSFK., der Politischen Leiter, der HI. und des Reichsarbeitsdienstes mit ihren Fahnen und Standarten Aufstellung genommen. Auf dem Odeonsplatz fährt der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß vor, begleitet von Gauleiter Staatsminister Adolf Wagner, dem stellvertretenden Kommandierenden General des VII. Armeekorps und Befehlshaber im Wehrkreis VII, General der Flieger W a ch e n f e l d , dem Kommandeur im Luftgau VII, Generalmajor Zenetti und dem höheren und Polizeiführer Freiherrn von E b e r ft e i n. Mit dumpfem Dröhnen künden 16 Schuß einer Ehrenbatterie der Wehrmacht, daß vor 16 Jahren 16 Männer ihr Leben für Deutschland gaben. Während dann verhalten die Weise vom guten Kameraden über den Platz klingt, legt der Stellvertreter des Führers den Kranz des Führers, legt General der Flieger Wachenfeld den Kranz der großdeutschen Wehrmacht nieder. Der Weiheatt auf dem Königlichen platz. Zur gleichen Stunde, wo in den Vorjahren der Weiheakt vor der ewigen Wache den Marsch des Steges beendete und der Gauleiter des Traditionsgaues die ersten Toten zum letzten Appell auf rief, ist auch in diesem Jahr der Königliche Platz wieder die Stätte der Feier, die dem Gedenken an Opfer und Sieg der jungen Bewegung gilt, lieber den Sarkophagen der 16 Blutzeugen lohen die Opferfeuer. Hoch über dem Platz flattern von riesigen Masten die Fahnen der Partei. Vor den erzenen Särgen stehen SA.- Männer, Blutordensträger. Sie tragen die Kränze des Führers. Das Gesicht auf die Ehrentempel gerichtet sind in mächtigen Blocks die Formationen der Partei angetreten: die gesamte Hitler-Jugend der Hauptstadt der Bewegung, Ehrenabordnungen der SA., des NSKK., der Politischen Leiter und der fj. Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, während der feierlichen Ehrung in bet Ewigen Wache. — (Scherl-BildeMenst°M.) Den breiten Mittelgang füllen in langen Reihen die Marschierer von 1923, an ihrer Spitze Julius Streicher, Christian Weber, Ulrich Graf. Sie stehen hinter der Blutfahne. Der eine oder andere der alten Kämpfer trägt einen weißen Verband — das Zeichen, daß er dem verbrecherischen Anschlag des Vorabends nur durch ein Wunder entronnen ist. Um 13 Uhr hallt ein Kommando über den Platz. Der Stellvertreter des Führers ist ein- getroffen. Mit ihm sind der Gauleiter Adolf Wagner und die Generale W a ch e n f e l d und Z e • netti gekommen. Rudolf Heß grüßt die Blutfahne und begibt sich dann zu den Ehrentempeln. Nun steht er zwischen den Sargen der toten Kameraden und deckt ihre Ruhestätten mit den Kränzen des Führers. Von den roten Bändern leuchtet in goldenen Buchstaben sein Name. Sechzehnmal wirbeln die Trommeln. Der Älusikzug spielt die Vergatterung. Mit erhobener Rechten stehen die ältesten Mitstreiter Adolf Hitlers um die Tempel. Dann geht Rudolf Heß zu den Hinterbliebenen der Opfer vom 9. November 1923. Jeden grüßt er mit Handschlag. Das Deutschlandlied und das Horst-Wessel- Lied beenden würdig den Weiheakt. Und dann geht ein Wallfahren an zu den Ehentempeln, zu den Särgen mit dem frischen Lorbeer und den leuchtenden Chrysanthemen des Führers. Der Führer mit feiner Alien Garde im Mrgerbränkeller. Der Führer weilte am Vorabend des 9. November bei seinen Getreuen von 1923 im Bürgerbräu- keller in München. — (Presse-Jllustrationen-Hoffmann-M.) & MM M , MM L- MV W. .< .vüfe. I -» aL. . •••&. . 4 : /. t t -MM * K'M ö .MM Z l 11 ;• •> U Wf J Ein reicherBiffen: S4000ZentnerZncker! Die Versenkung des englischen Dampfers »Olive Grove" durch ein deutsches fl-Boot. DNB. Wilhelmshaven. (PK.) „Rauchwolken backbord voraus in Sicht!" Der Obersteuermann meldet es dem Kommandanten des U-Bootes, das schon seit einiger Zeit auf Feindfahrt im Atlantik kreuzt. „Beide Maschinen große Fahrt voraus!" Scharf legt sich das U-Boot in den neuen Kurs und hält auf die schwache Dunstwolke über der Kimm zu. „Hoffentlich ist es ein fetter Tommy. Verdammt, hier Tage herumzukrabbeln und nichts vor die Flinte kriegen, ist eine trübe Sache!" Der Obersteuermann nickt dem Kommandanten zu. Es kostet in der Tat Nerven, für Wochen gegen Wind und Wetter anzukämpfen, dabei immer auf der Jagd, um dem Feind im Handels- und Seekrieg zu schaden. Aus 10 000 Meter hat sich U ... dem Schiff genähert. Kommandant, erster Wachoffizier und Obersteuermann spähen durch scharfe Doppelgläser. „Ich schätze, englischer Handels da mpfer mit Ladung ... In allen Abteilungen schrillen die Glocken. Wie oft ist über ihren Mißklang schon geflucht worden. Für Sekunden herrscht ein Durcheinander in dem engen Boot, dann steht alles auf Alarm st ationen. „Vorderes Geschütz — Feuererlaubnis!" Ein scharfer Knall, ein harter Rückschlag des Rohres, aus 9000 Meter Entfernung wird dem Tommy ein freundlicher deutscher Gruß vor den Bug gesetzt. Aha, er ft o p p t und läßt Dampf ab. In langsamer Fahrt nähert sich U . .. dem englischen Handelsdampfer. Nach 15 Minuten quellen dicke schwarze Rauchwolken aus dessen Schornstein: „Der Brite will abhauen! Zwo Schuß — Feuererlaubnis!" Der Geschützführer hat gut eingerichtet, 6 a g r j d) a r f vordem Bug steigen zwei Wassersäulen hoch. Wieder läßt der Engländer Wasser- bampf ab. An dem Mast des U-Bootes, das im Wellenschlag hin und her pendelt, steigen Signalflaggen hoch. Der Tommy kennt diese internationale Codesprüche: „Stop at once! Don’t use your wire- lass!“ — „Sofort stoppen! Funkgerät nicht gebrauchen!" Aufmerksam werden alle Vorgänge auf dem Dampfer verfolgt. Unter der Kimm werden vier Rettungsboote sichtbar. Die Tommys sind ausgestiegen! Aus dem Funkraum geht die Meldung an den Kommandanten, daß der Dampfer SOS-Rufe und seine Position gegeben habe. Das ist eine Feind- Handlung. „Torpedorohre klar!" Langsam nähert sich U... dem Dampfer. „Rohr 1 klar — Rohr 1 los!" Der „Aal" gleitet feindwärts, im Bugraum von der Besatzung vorher noch liebevoll gestreichelt: „Mach deine Sache gut!" Die Männer schauen auf die Sekundenzeiger ihrer Uhren. Gleich — jetzt — muß der Torpedo die Laufstrecke hinter sich haben — eine starke Detonation — nach Sekunden ist das stolze Schiff von wallendem weißen Wasserdampf umhüllt. Steuerbord erhält es immer stärkere Schlagseite. Auf 600 Meter geht U... heran. Der Bug des Briten hebt sich aus dem Wasser. Jetzt ist der Name zu lesen: „Olive Grove"! Noch einen Augenblick, dann sackt das Schiff übers Heck ab zu den Fischen. Losgerissene Teile schwimmen wie Korken aus dem Wasser und tanzen in der Dünung. Das U-Boot kreuzt an der Untergangsstelle, um etwa zurückgebliebene Besatzungsteile zu retten. Eine Rettungsboje wird als Andenken aufgenommen. Sie kommt in das Kriegsmuseum des U- Bootes, das jetzt Kurs zu den Beibooten aufnimmt. Die Gläser lassen erkennen, daß sich die Mannschaft mit Verzweiflung in die Riemen legt, um wegzupullen. Das schlechte englische Gewissen! Die Tommys entsinnen sich wohl ihrer Weltkriegsmethoden, als der englische Dampfer „Baralong" unter amerikanischer Flagge mit getarnten Geschützen ein deutsches U-Boot überfiel, versenkte und auf die hilflos im Wasser treibenden Ueberlebenden ein Scheibenschießen veranstaltete. U ... liegt in der Nähe der Boote. Eines wird längsseits befohlen. Todesangst in den Gesichtern, befolgt die Besatzung den Befehl. Heizer und Matrosen sind vom Schiff regelrecht geflohen, das sieht man ihnen an. Nur mit Hemd und Hose bekleidet, sitzen sie ängstlich in ihrem Boot. Dabei hätten sie so gemütlich aussteigen können! Auch das Boot des Kapitäns wird längsseits gerufen. Die Schifispapiere weisen den Dampfer „Olive Grove" mit 54000 Zentner Zucker an Bord auf dem Wege nach England aus. „Ein guter Fang", freut sich der deutsche U-Bootkommandant. Der englische Kapitän ist niedergeschlagen, zumal ihn das Schicksal so nahe der englischen Küste ereilte. Er ist Schotte und spricht von der Sinnlosigkeit des Krieges. Sehr richtig, bas soll er aber den englischen Kriegshetzern sagen und nicht einem deutschen Seeoffizier, der in diesem von England gewollten Krieg ritterlich gegen den Feind kämpft. Der deutsche Kommandant gibt den Booten Kurs zur Südspitze Irlands. „Mein Boot hält sich in Ihrer Nähe und wird Sie noch ein Stück zur Küste begleiten!" Der englische Kapitän dankt für diese Hilfeleistung. Die Dämmerung wirft ihre Schatten voraus. Die Boote steuern den angegebenen Kurs. An Backbord zeigen sich nach einiger Zeit Lichter, der Funkmaat kommt mit einem Funkspruch von dem amerikanischen Passagierdampfer „Washington", der hell beleuchtet zur Uebernahme der lieberlebenden der „Olive Grove" herbeieilte. U.. gibt den Booten der „Olive Grove" die Uebernahme durch den Amerikaner bekannt. „Many thanks“, dankt der englische Kapitän, „I hope to see you again when the war will be finished“ — ,Hch hoffe, Sie nach Beendigung des Krieges wiederzusehen!" Ein Gruß der Anerkennung für die ritterliche Haltung des deutschen U-Bootkommandanten. U... schießt zwei Notsignale, um die „Washington" auf die Beiboote aufmerksam zu machen und läuft dann ab. Die Scheinwerfer des Amerikaners spielen über das Wasser, die englischen Boote gehen längsseits und werden übergenommen. Nach kurzer Zeit funkt „Washington" einen Bericht über die Rettung der Besatzung des „Olive Grove" in deutsch und englisch und betont darin die hervorragende Haltung des deutschen U-Bootkommandanten. Und an U ... geht ein Funkfvruch: „Washington hat die lieber- lebenden von .Oliver Grove' gesunden und nimmt sie auf!" Aus aller Wett. Gustav-Adolf-Gedenkfeier in Lühen. Wie alljährlich fand auch jetzt wieder am 6. November in der Gustav-Adolf-Stadt Lützen eine würdige Gedenkfeier für den großen schwedischen König statt. In ber Gustav-Adolf-Kapelle spracyen in einem Gottesdienst der schwedische Seemannspfarrer Nils H u 11 g a r b und der Lützener Superintendent Dr. Hagemeyer. Danach legten am Gustav-Adolf-Denkmal vor der Kapelle Regierungspräsident Dr. Sommer als Beauftragter des Reichsministers des Innern einen Kranz nieder und der schwedische Oberst Julihn-Dannfelt als Vertreter der Kgl. Schwedischen Gesandtschaft in Berlin. An den König von Schweden und an Reichsminister Dr. Frick wurden Grußtelegramme übermittelt Dieser Tage wurde uns eine höchst merkwürdige Natur hier einen Dackel [Stellengesuche] LaTraviata [Stellenangebote zu billigen Preisen: Mk. 1.75, 1.55, 1.25, 1.05, 0 85 So haben Sie4 GLORIA Qwf 2135 121104 121925 H 100 RM. handwarm M WM LIM 159500 225399 263188 273197 294089 297884 314795 340888 352584 368824 14835 S Heute Zur Aufklärung! 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November, bis einschliefcl. Mittwoch, den 15. November: Launisches Spiel der Natur. ! 100 RM. gezogen. Karten-Vor verkauf Schanzenstraße 18. Zimmer 2, und an der Abendkasse. — Vorbestellte Karten müssen bis zum Samstag. 12 Uhr, in der Schanzenstraße abgeholt werden 6767V 75277 219764 74505 288214 388075 103828 199091 241119 288357 18537 47102 50609 Ja der heutige- Nachmittagsziehung wurden gezogen 3 Gewinne zu 100000 RM. 307779 3 Gewinne zu 4000 RM. 303717 „1ZA1 12 Gewinne zu 3000 RM. 232661 256157 376589 384604 3 Gewinne zu 2000 RM. 215450 _____ 18 Gewinne zu 1000 RM. 70915 110569 133333 255250 smnßüon Wien liieren nach der Naturschutzverordnung oom 18. März 1936 (RG Sl.1 Seile 181) und den ergänzenden Bestimmungen, ausführlich erläutert von Professor Dr. W. Weber, o. ö. Prof, der Rechte und Referent im Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenichen, Leiter der Reichsstelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Bestellungen durch alle Buchhandlungen, ßiro Bermüö er r erina.Betin-fWeit Ferner: Beiprogramm und Ufa-Ton-Wochenschau Aenderung des Vermögenssteuer-Gesetzes A Opern-Vorstellung am 11. November 1939, abends 8 Uhr der Schmutzlöser mit der Doppelwirkung < Alte > Schallplatten auch Bruch, kauft (6761D Musikhaus Busch . Gießen, Marktstraße 21 y nMlk 3 <'iw*VWAV AVfr^W^AWV r Wieder ist eine neue Serie naturgetreuer Vogelbilder und zwar mit unseren einheimischen „Sumpf- und Wasservögeln" erschienen. Die im Steindruck hergestellten Vogelbilder sind einzigartig. Wer sie kennen lernen will, der darf sich nur eine Packung der echten „mit den 3 Tannen" beschaffen. Beutel 35 Pfg., Dose 40 u. 75 Pfg- 3 Gewinne zu 25000 RM. 3 Gewinne zu 10000 RM. 9 Gewinne zu 5000 RM. 3 Gewinne zu 4000 RM. 12 Gewinne zu 3000 RM. 24 Gewinne zu 2000 RM. 251413 304698 344726 397787 18 Gewinne zu 1000 RM. 49045 76782 157812 2. Ziehungstag 8- November 1939 3« der heutigen Donnittagsziehung wurden gezogen Gewinnauszug 1. 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Für Kinder, die erst nach dem Stichtage der Veranlagung geboren wurden, wird der Freibetrag schon von dem auf die Geburt folgenden Jahr ab gewährt. Die Vermögenssteuer wird auf Grund der bevorstehenden Veranlagung ab 1. April 1940 erhoben werden. bedingt erforderlich, daß beim Versand stets dem Tarif entsprechende Jnhaltsbezeichnungen angewendet werden. Betreten des freigemachten Gebietes grundsätzlich nicht mehr zugelaffen. LPD. Es liegt Veranlassung vor, noch einmal darauf hinzuweisen, daß die Einreise tn_ die Kreise Wadern, Merzig, Saarlautern, Saarbrücken-Stadt, Saarbrücken-Land, Ottweiler, St. Ingbert, Homburg, Zweibrücken, Bergzabern, Pirmasens, Landau und Germersheim für Zivilpersonen, die in diesen Kreisen nicht ihren ständigen Wohnsitz haben, sich aber aus wirtschaftlichen Gründen dorthin begeben müssen, nur mit einem besonderen Ausweis möglich ist. Die Ausstellung eines solchen Ausweises darf nur in dringenden Fällen bei der für den Wohnort der Antragsteller zuständigen unteren Verwaltungsbehörde, soweit diese Kreispolizei ist, beantragt werden. Der Ausweis muß den Zweck der Reise erkennen lassen. Ausgabe von Fahrkarten durch die Reichsbahn nach Orten in den cn- geführten Kreisen findet nur noch gegen Vorlegung eines solchen Ausweises statt. Es wird ferner aufmerksam gemacht, daß das Betreten der freigemachten Teile dieser Kreise grundsätzlich nicht mehr zugelassen werden kann. Das Betreten des freigemach- ten Gebietes ist nur noch mit Genehmigung der zuständigen Armee-Oberkommandos gestattet. Diese Genehmigung wird nur in dringenden Ausnahme- Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder- Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein: für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Bruhlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., [äntütu) Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zelt ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Auflösung von Lehrverhältn ssen. Nach der Verordnung über die Beschränkung des Arbeitsplatzwechsels unterliegt auch die Auflösung von Lehrverhältnissen der Zustimmung des zuständigen Arbeitsamtes. Nur wenn sich die Vertragstelle über die Lösung des Lehr- verhältnisses einig sind, wenn der Betrieb st tilge l e g t werden muß, wenn der Lehrling zur Probe eingestellt und das Lehrverhältnis i n - nerhalb eines Monats beendet wird, fällt die Notwendigkeit weg. die Zustimmung des Arbeitsamtes einzuholen. Der Reichsarbeitsminister hat angeordnet, daß die Arbeitsämter sich bei der Entscheidung über die Auflösung von Lehrverhaltnissen in Zweifelsfragen der gutachtlichen Aeuße- rung der zuständigen Organisation der gewerblichen Wirtschaft bedienen sollen. Auch bei der Wiederunterbringung von Lehrlingen, die infolge der Kriegsverhältnisse ihre Lehrplätze aufgeben mußten, sollen die Arbeitsämter eine möglichst enge Zusammenarbeit mit den Gliederungen der Organisation der gewerblichen Wirtschaft pflegen. Richtige Frachtbriefbezeichnung. Fwd. In letzter Zeit haben die Güterabfertigungen der Deutschen Reichsbahn festgestellt, daß Versender von Gütern der Ernährungswirtschaft oft eine Frachlbsrecknung nach bestimmten Reaelflassen . oder Ausnahmetarisen mit Jnhaltsbezeichnungen im Frachtbrief fordern, die nicht der Gütereinteilung des Deutschen Eisenbahn-Gütertarifs entsprechen. Die Folge ist stets, daß eine überhöhte Fracht bezahlt werden muß, da eine nicht dem Tarif entsprechende Inhaltsangabe die Anwendung des höchsten Frachtsatzes zur Folge hat. Es ist daher un- 1 bcyähne J Löslichkeit • Achter .Apotheken^DV,an‘,,le-ln /; 20-22.30 Uhr. 7. Freitag-Miete! Erstanilührnng: Intermezzo am Abend Lustspiel von Möller und Lorenz Spielleitung: Hans Geißler Preise: RM. 0.60-8.10. 6786d fällen erteilt. Ohne diese Genehmigung setzen sich die Volksgenossen der Gefahr aus, an den Grenzen des freigemachten Gebiets an dem Eintritt verhindert und zurückgeschickt zu werden. Äoiratswirtschast im Luftschutzkeller. Manche Hausfrau sorgt sich in diesem Winter besonders um die Aufbewahrung ihrer Vorräte. Natürlich soll nichts umkommen, in dieser Zeit erst recht nicht. Aber wie steht es nun mit dem Luftschutzkeller? Kann man die Vorräte dort ausbewahren und frischerhalten? Sicherlich, die Vorräte im Luftschutzkeller werden nicht anders aufbewahrt als sonst. Wichtig ist nur: Der Luftschutzkeller muß immer wieder gründlich durchlüftet werden. Inzwischen sind alle belehrt, daß die Fenster des Luftschutzkellers nicht bis obenhin mit Sand zugeschüttet oder sonst geschlossen werden dürfen, so daß sie nicht zu öffnen sind. Es muß immer die Möglichkeit bestehen, Licht und Luft zu den Fenstern hereinzulassen. Dann können auch die Vorräte getrost im Keller untergebracht werden. Gläser, Dosen und Flaschen müssen immer sonnengeschützt stehen. Hier ist besonders auf Sauberkeit und frische Luft zu achten. Die frischlagernden Vorräte, wie Kohl und Kartoffeln, müssen sorgfältig beobachtet werden. Sobald sich irgend etwas Schlechtes zeigt, ist es sofort zu entfernen. Um die Vorräte vor Kampfstoffen zu schützen, ist es zweckmäßig, Gläser, Dosen und Flaschen mehrfach gut Bornemanns Mifteltropfen extra stark, ist bestes Vorbeug.- Mittel b.hoh.Blutdruck, Schwindel, Beklemmungen, schlechter Blutzirkulation, ungenüg. Stoffwechsel, Herzbeklemmungen u. ähnlichen Symptomen. 6756a „ Flasche RM. 1.10 V f\$4)rriemanrf, Ein unerhörtes dramatisches Schauspiel, das sich mit der Macht eines elementaren Ereignisses vor unseren Augen abspielt. Das kämpferische, leidenschaftliche und sieghafte Leben des unsterblichen russischen Tondichters PETER TSCHAIKOWSKY. 6749a Darsteller: Zarah Leander / Hans Slawe / Marika Rökk / Len Slezak / Aribert Wäscher / Fritz Hasq / Pani Pahlke tief jede gezvgene Ru«»er find drei gleich hohe Gewinne gefallen, enb zwar je einet auf die Lose gleichet Nummer im den drei Abteilungen I, II und III 342 Gewinne zu 200 RM. 2308 6988 7075 7831 15505 15718 18620 25095 32140 32991 40372 40844 41154 43315 44794 47291 47606 59804 71196 84027 84532 85918 89595 92815 98034 107511 109564 109581 115568 117437 124156 " 132836 166880 191782 234681 251162 280874 307367 329804 369104 394482 in Papier einzuwickeln. Auch Steintöpfe und Fässer werden mit großen, gut anliegenden Bogen abge« deckt und mit Papier verklebt. Kartoffeln und sonstige freilagernüe Vorräte werden mit Stroh, Laub oder Tannenreisig und mehrfachen großen gut an. liegenden Papierboden abgedeckt. Die ständige An- wendung einer solchen luftabschließenden Verpackung ist mit Rücksicht auf die Haltbarkeit nicht angebracht. Eintragungen in das Handelsregister des Amtsgerichts Gretzen. Das Konkursverfahren über das Vermögen des Inhabers der Firma Jng. Heinrich Brinkmann in Gießen (Ingenieur Willy Paetsch), Gießen, Bahnhofstraße 58, wird eingestellt, da eine den Kosten des Verfahrens entsprechende Konkursmaste nicht vorhanden ist. — Der Ehefrau Marie des Kaufmanns Paul Blum in der Firma Mundlos- Nähmaschinen-Vertrieb Paul Blum, Gießen, ist Prokura erteilt worden. — Bei der Firma Heinrich Abel (Inhaber Karl Abel), Gießen, sind der Kaufmann Heinrich Abel und die Witwe Heinrich Abels, Frau Gretel, geb. Ommert, als versönlich haftende Gesellschafter in die Offene Handelsgesellschaft em- getreten. Die Firma ist geändert in Heinrich 2ml' Gießen. — Bei der Firma L att k e & C o., Gießen, ist Frau Melanie, verw. Peter, geb. Kropf, aus der Gesellschaft ausgeschieden. — Der Sitz der Firma Dönges & Co., Kohlebürsten- und Bur- stenhaltersabrik, Heuchelheim-Aberckistern, ist nach Krofdorf verlegt worden. — Bei der Firma Hermann Mettenheimer, Gießen, ist der Ehefrau Else des Kaufmanns Willi Menges Prokura er- teilt worden. — Die Firma Ludwig Höhn, Gie- ßen, ist erloschen. Bei der O b e r h e ssis ch e n Viehversicherungsan st alt, Gießen, ist eine neue Satzung angenommen worden. Auf Grund dieser Satzung besteht der Vorstand nur aus einer Person. Während der Dauer der militärischen Einberufung des Direktors versieht der seitherige Stellvertreter Ludwig Hofmann V., Lollar, des- sen Geschäfte. , Berlin, 7.Noo. (DNB.) Eine Verordnung zur Aenderung des Vermögenssteuer-Gesetzes enthält keine Erhöhung der Vermögenssteuer. Eine solche ist nicht vorgesehen. Die Verordnung regelt vielmehr für die zum 1. Januar 1940 bevorstehende cuic ...._______ Vermögens st euer-Veranlagung mehrere Kartoffel in die Einzelheiten. Für Juden wird kein Freibetrag mehr Schriftleitung gebracht, gewährt. Hinsichtlich der F a m i l i e n e r m a ß i - einiger Phantasie gungen werden neben den Kindern auch andere meinen, daß die Suche für sofort I tüchtigen jungen Bäcker unter 20 Jahren. ChristrvhKaiser Lang-Göns Bäckerei und Zwiebackfabrik Fernsvrech. Amt Gr.-Linden 218. AeWMli- Wse jungesMädchen, möglichst m. gut. Kenntnissen in Schreibmaschine und Stenographie, gesucht. Schr. Ang. unt. 6752Da.d.G.A. ÄÜlÜlÜsiLoonZdtt 20 v. 6. erhallen Sie bei wtederholien Aus« nahmen einer Ameise VerflonkelunSsrollo aus zähem Papier mit und ohne Zugvorrichtung fertigt sofort an in allen Größen Tapetenhaus Heinr. Kreiling Bahnhofstraße 29. 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Aber nicht kalt oder hem emwei- chen - handwarm wirkt die Burnus- Lösung am besten! Merken Sie tichi Burnus lost den Schmutz - zugleich macht es auch das Wasser weich \ F mehr von)deH Seife 2 Nr. 264 Zweites Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Freitag, 10. November 1939 forme Arbeit. li1 3 o q spricht über das m Körper". Mit dem teslgnae. rnel sind gekommen ... Sein Bub strahlte über das ganze Gesicht und flüsterte ausgeregt: „Vater, da mitfliegen können'. Die Mutter tauschte und hob die Hand. Sie wurden alle still. Das ferne Peitschen der Insurgenten- schüfst verhallte in einem gleichmäßigen Maschinen- aewehrfeuer. Da sprang der Bauer aus und schriet -■ 11 -r— BM>er sind dal! sondern auch land-, ja gaufremden Blutes bewahrt hat. Die spezifische Weltscheu der Schwaben arbeitet freilich in derselben Richtung. Als der Vater, aus dem Feldzüge hrimgekehri und nunmehr bereits Hauptmann, seinen Fritz das erste Mal auf seinen Arm genommen hatte und prüfend betrachtete, daß beim Fritz auch alles in rechter Ordnung war, der Schädel schmal, Härchen hell-rötlich, die Habichtnase leicht angedeutet, die blauen, geradezu blickenden Augen — da war es dem alten Hauptmann und ehemaligen Regimentsfeldscherer und Chirurgus eine besonders freudige Genugtuung, daß fein Fritz ein „echt schwäbisch- spöttisch Munderle" ererbt habe. Mit einem Aufleuchten in seinem nicht ungütigen, aber harten, viereckigen Gesicht gab der Hauptmann Johann Kaspar Schiller den kleinen Fritz der Mutter zurück. Mit einem Kuß dankte er ihr. Dann schloß er „Das Leben In unserem Körper." Im Rahmen der Volksbildungsstätte Gießen (NSG. „Kraft durch Freude") findet am kommenden Sonntag, 12. November, 11 Uhr, im Physiologischen Institut wieder eine Vorttagsveranstal- tung statt. Professor Dr. H e r^' ' Thema „Das Leben in unserem Körper . --------- Vortrag sind Film-Vorführungen verbunden. Oie Hochzeitsreise von Charles de Cosler heißt der neue Roman, der heute in unseren Familienbtättern beginnt tragischen Momente heraufführt, die Bacmeisters Dramen ausmachen. In seinem soeben im Verlag Karl Rauch, Markkleeberg bei Leipzig, erschienenen Lebensbuch Muchs und Werk" läßt Bac- m elfter uns tiefe Einblicke tun in seine Gedankenwelt und sucht sein dramatisches Werk aus seiner persönlichen Entwicklung uns nahezubringen. Herkunft, Kindheit, Schul- und Studienzeit werden vor uns lebendig, das Ringen des Werdenden um eine Persönlichkeit von eigener Prägung fordert unsere innere Anteilnahme, und von größtem Reiz ist die Schilderung seines leidenschaftlichen Kampfes um einen neuen Gehalt des Dramas und den ihm gemäßen Kunststil. So ist dies Lebensbuch Bacmeisters der beste Weg zum Werk des Dramatikers. Oie Kameraden am Himmel. Von Karl Robert Popp. Der Bauer Franz Denker hatte sich mit seiner Familie in die Wälder um Bromberg gefluchtet. Sie saßen dicht zusammengedrängt im dicken Unterholz und hörten von fern das Dellen der Jn- surgentengewehre. Die Frau betete und schluchzte dazwischen leise auf, der Mann stierte vor sich hin und stöhnte: „Nun gnade Gott unseren armen Brüdern ..." Ein wilder Schrei flog zum Walde herüber. Der Bub zuckte zusammen, dann fuhr ihm die Röte in die blassen Wangen und er faßte seines Vaters Hand: „Vater!! Hin müßt' man!!" Der Bauer schüttelte den Kopf und flüsterte: „War reiner Selbstmord, Bub. Sie haben uns den Ausweis ab genommen, und vor dem Walde liegt das polnische Militär. Wir würden gleich erschos..." Er hielt im Satz inne und horchte auf. Von fernher kam ein Brummen, das nun schon ein Drohnen war, und das Dröhnen ward im Nu zum Donnern, und da bravsten schon mit Wettern und Schmettern Mit aufgereckten Schwänzen und schwarzen Kreuzen ein Schwarm deutscher Flugzeuge über den Wald hin. Die Frau sah mit glänzenden Augen aufwärts, der Bub wollte etwas rufen, aber er kam nicht dazu, denn schon fegten neue Ffteger heran, Schwarm auf Schwarm, Staffel auf Staffel, bis die Luft nur noch von einem mächtigen urto gleichmäßigen Donnern erfüllt war, das der Bauer bis in sein letztes Glied hinein verspürte Und inmitten dieses dröhnenden Wirbels versank ihm der Wald, der Tod auf den Feldern und Gasen, und es erstand vor seinen Augen wieder dre granatendurchheulte, trichterzerwühlte Kampffront im Westen ... Warnung für Verdunkelungssünder Hundertprozentige Verdunkelung ist Pflicht für alle. Oie feiern des 9. November in Gießen Schlichte Gedenkstunde in den Gießener Ortsgruppen. Aus der Stadt Gießen. Oie erste Morgenstunde. Es herrscht noch Dunkelheit, wenn uns jetzt der Wecker in der Morgenfrühe an das Aufstehen mahnt. Wir mögen das warme Bett nicht verlassen. Noch ein paar Minuten, denkt man und ist bald wieder eingeschlafen. Doch der sorgende Hausgeist ruft noch einmal. Jetzt aber ist es allerhöchste Zeit. Man springt mit beiden Beinen zugleich aus dem Bette, schlüpft in die Kleider. Alles geht im schnellsten Zeitmaß, denn jede Minute muß ausgenützt werden. Beim Binden der Krawatte schaut man auf die Uhr. O weh! Rasch den heißen Kaffee hinuntergegossen, ein Stück Brot dazu. Mantel an, Hut auf! Tempo! Tempo! Dom nahen Kirchturm schlägt die Uhr. Man ist an Ort und Stelle. Gott sei Dank, gerade noch gepackt! Abgehetzt und erschöpft tritt man an den Arbeitsplatz. Im stillen nimmt man sich vor, am anderen Morgen etwas früher aufzustehen. Aber ... Ja, die erste Morgenstunde hat es in sich. Sie ist der Prüfstein für den ganzen Tag. Wenn wir so beginnen, wie hier geschildert wurde, dann ist schon viel verloren. Wie oft kommt es vor, daß ein Kragenknöpfchen bricht, oder ein Schuhriemen reißt. Dann kommen wir zu spät. Das ist nicht nur unseren Mitarbeitern unangenehm, sondern am meisten uns selber. Unpünktlichkeit aber ist Rücksichtslosigkeit dem Nächsten gegenüber, nicht nur Pflicht- erleuchteten Fenster tat er höchst erstaunt und be* * merkte, seine Ehefrau müsse wohl aus Versehen das Licht in der Küche eingeschaltet haben. Des näherem Zusehen stellte sich heraus, daß auf dem Küchentisch Rasierpinsel und Apparat lagen, was einen unzweifelhaften Schluß auf den wirklichen Täter zuließ. Trotz weiteren Leugnens und ttotz des raschen Wegwischens des noch sichtbaren Seifenschaums war der Täter Überführt. Da er ttotz des Klopfens nicht geöffnet, andere Hausgenossen verdächtigt und der Gendarmerie gegenüber geleugnet hatte, wurde der Wohnungsinhaber nach Aufklärung des Sachverhalts zur Anzeige gebracht und sieht nunmehr der gerichtlichen Bestrafung entgegen. r _ . . Ein anderer Bewohner einer größeren Gemeinde des Kreises wies eine Amtsträgerin des RLB, die ihn auf unvorschriftsmäßige Verdunkelung aufmerk- am machte, mit groben Worten zur Wohnung hinaus; auch gegen ihn ist ein Strafverfahren ein« geleitet worden. Die hier geschilderten Vorfälle mögen denen einy letzte Warnung fein, die glauben, es mit der 23er* dunkelung nicht ernst nchmen zu müssen. Vergessenheit. Und wie leicht können wir Abhilfe schaffen! Das einfachste und wirksamste Rezept heißt: Eine halbe Stunde früher aufstehen! Der Gewinn aus dieser halben Stunde ist sehr groß. Du kannst dich in aller Gemütsruhe sorgfältig anziehen. Wenn irgend etwas nicht in Ordnung ist, kannst du rin anderes Kleidungsstück wählen, ohne erst im ganzen Haufe herumzutoben und alle Menschen aufzuregen. Dann fetzest du dich an den Frühstückstisch. Zum ersten Male siehst du, wie einladend alles dasteht. Deine Kinder kommen und fetzten sich zum Frühstückstisch. Du bist mitten unter ihnen, die erste und schönste Familienzusammenkunft. In Ruhe können die Arbeiten für den kommenden Tag besprochen werden. Du gehst dann langsam — du hast ja genügend Zeit! — deinem Ziele zu. Du freust dich, wenn die ersten Sonnenstrahlen über die Dächer huschen, grüßt deine Bekannten und rufst ihnen ein frohes Wort entgegen. Mit heiterem Gesicht trittst du an H. geholt. Um seine jetzige Eheliebste Anna Maria Münz hatte er auf dem Röhrachhof bei Rietenau freien dürfen, und deren Familie und Verwandtschaft, die Münze, die Pfleiderer saßen seit Menschengedenken als freie Bauern vom 17er-Gericht zu Seebach- Altdorf, zu Backnang, als Meier auf dem Ungeheuerhofe bei Lorch. Alles das waren reine unverfälschte Schwaben, ein wenig ungelenke, versponnene und auch verschlossene Naturen, aber „wacker , d. h. bieder, fleißig, fromm und ... stolz, voll Stolz auf ihr Schwabentum! Kein Tropfen leichtes Frankenblut, kein Tropfen von dem der derberen Baiern im Osten; es waren Sueben, vom selben alten Germanenstamme, aus dem die großen Geschlechter der Hohenstaufen, der Welfen, der Habsburger, der Hohenzollern entsprossen sind. Und die Familie des Schwiegersohnes war gottlob auch eine alldahiesige, gut-schwäbisch, in Sitten« feto und gar in dem hohenstaufischen Waiblingen und Lorch, um Feuchtwangen und Crailsheim, also im Urschwäbischen saßen auch die Schillerschen Verwandten, die Schiller als Bäckermeister, die Schatz als Uhrmacher, die Haag als Küfer, die Kvnckel als Gärtner. Es waren sozial gleichgestellte Ackerbürger und bäuerliche Hofbesitzer, die sich hier in ihrer Erbmasse überschnitten, nirgends ein Durchbruch in bje bereits repräsentativen Kreise des gehobenen Bürgertums, wie bei der Handwerkerfamilie Goethe durch die pattizifchen Texters Es macht den Eindruck, als ob ein harter Rasseinstinkt diese urgesunde schwäbische Welt der Hohenstaufen- Enklave vor dem Einbruch nicht nur artfremden, Flieger, der in sicherer Höhe über den Stellungen seine Kreise zog und das schwere Geschütz der anderen dirigierte. In ohnmächtiger Wut richteten die Verlorenen in der vordersten Stellung immer wieder die Feuergarben ihrer Maschinengewehre auf den Flieger. Vergebens! Unaufhaltsam und unerreichbar schwebte der Tod über ihnen, der sichtbar! gewordene Tod. Denn jede Schwenkung des Flugzeugs gab der feindlichen Artillerie eine neue Schußrichtung, ließ aufs neue die Kameraden sterben. Und die Lebenden verfolgten zähneknirschend den fliegenden Tod, indessen schwere Treffer links und rechts einschlugen und immer besser einschlugem Flüche wurden hinaufgeschrien und wilde Drohung ^Unfo 'bann waren sie plötzlich alle erstarrt. Mik einem Male war aus einem Wolkenvorhang ein deutscher Flieger im Rücken des feindlichen hervor* geschossen! Er stieg ustd stieg, bis er weit über dem! andern war. Hoffend und zweifelnd zugleich starrten sie alle zu ihm empor, die da unten hilflos m den Gräben lagen. Die Schwingen des deutschen Fliegers blinkten in der Sonne auf, und plötzlich stürzte! er sich wie rin Adler auf den Frind herab. Einmal ... wieder empor ... noch einmal. Dann löste sich etwas vom Rumpf des feindlichen Fliegers, fiel schwer wie ein Stein herab, dann schlug eine Stichflamme aus dem Motor, und dann stürzte das ganze Flugzeug brennend ab. Da kam aus allen Löchern und Gräben ein einziger, rubelnder Schrei und stieg hinauf zu dem deutschen Fliege^ der wieder in der Wolkendecke verschwand ... Anderntags ging es von Mund zu Mund: „Das war I m m e l m a n n ! Unser Jmmelmann!!" Sie wußten nun alle, wer ihr Retter gewesen war ... * Der Bauer holte tief Atem. Das Donnern der Motore verhallte ... Er fuhr sich mit der Hand über die Augen und sah wie aus einem schweren Traum erwachend um sich. Sah seine Frau, seinen Jungen ... und eine wilde Freude kam über ihn. In seinem Blick, mit dem er den Fliegern nachblickte, lag alles, was sein Herz in dieser Stunde sagen wollte: „Ihr Fliegerkameraden, habt immer gute Fahrt! Fliegt über diese Städte und Dörfer und befreit uns Deutsche, wie ihr uns schon einmal geholfen und befrrit habt! Unser Dank fliegt zu euch hinauf, und er wird zu einem großen Segen« der immer euren Flug begleitet!" Da er aber kein Mann van Worten war, jagte er nur so recht aus tiefftem Herzen: „Die Kameraden am Himmel ... Die Kameraden am Him- Der Landrat des Landkreises Gießen teilt uns Von den Gendarmeriebeamten und den im Auftrag der Polizeibehörden tätigen Amtsttägern des RLB. wird allabendlich darauf hingewirkt, daß die Grundstücke, Wohnungen, Läden, Geschäftsräume im Landkreis Gießen entsprechend den Vorschriften des Luftschutzgesetzes verdunkelt werden. Bei fest- gestellten Anständen werden die Beteiligten in geeigneter Weise auf ihr fahrlässiges Verhalten hin- gewiesen und zur Beseittgung der Anstände aufge- sordert; bei erheblichen Verstößen wurden in einigen Fällen durch die Gendarmerie gebührenpflichtige Verwarnungen vorgenommen. Die bisher geübte Nachsicht hat b e i einzelnen Volksgenossen offenbar zu der Auffassung geführt, daß die Pflicht zur hundertprozentigen Verdunkelung nicht ernst genommen zu werden braucht und daß den Gendarmeriebeamten und Amtsträgern des RLB. Schwierigkeiten bei der Erfüllung ihrer Aufgaben bereitet werden könnten. So wurde bei einer in den letzten Tagen von der Gendarmerie durchgeführten Revision in einer Gemeinde des Lumda-Tals festgestellt, daß einige Fenster eines Hauses hell erleuchtet waren. Da auf das Klopfen der Beamten nicht geöffnet wurde, obwohl im gleichen Augenblick das Licht ausging, verschafften sich die Beamten durch eine andere Tür Eingang in das Haus. Der Wohnungsinhaber trat ihnen in halb rasiertem Zustand, den Schaum noch am Kinn, entgegen. Auf Vorhalt über die hell Gießen-Ost. Die Ortsgruppe Gießen-Oft hat ihre Feierstunde der Politischen Leiter in der „Germania" abgehalten. In seinen Eingangsworten würdigte Ortsgruppenleiter Treser die Bedeutung des 9. November 1923 in der deutschen Geschichte. Propagandaleiter Dr. Rohwedder las dann einige Abschnitte aus Hitlers Buch „Mein Kampf" vor, in dem der Zukunftsglaube an Deutschland zum Ausdruck kommt. Er ging hierauf auf die Geschehnisse des 9. November 1923 ein, und als die Namen der 16 Mann, die die ewige Wache im Glauben an die Wiederauferstehung und die Freiheit Deutschlands bezogen haben, vorgelesen wurden, erhoben sich die Männer von ihren Plätzen. Auch derer, die in den zum Mutterland zurückgekehrten deutschen Landen für Deutschland gefallenen, und derer aus der Ortsgruppe, die im Kriege gegen England geblieben sind, wurde ehrfurchtsvoll gedacht. In seinen Schlußworten brachte Ortsgruppenleiter Treser den Abscheu gegen das gemeine Verbrechen gegen den Führer, das zugleich rin Anschlag auf die Freiheit und Sicherheit des Reiches war, zum Ausdruck. Dann gelobten die Politischen Leiter erneut dem Führer die Treue. Gießen-Süd. Die Ortsgruppe Gießen-Süd hielt chre schlichte Feierstunde, an der auch ein SA.-Sturm teilnahm, in der „Stadt Wetzlar" ab. Nach einem gemeinsam gesungenen Kampflied fprach Ortsgruppenleiter Grahlmann. In einer Ansprache schilderte er die Entwicklung der politischen Verhältnisse im Reich unter den Einwirkungen des November 1918 bis auf den heuttgen Tag. Er führte an, wie die im Herbst 1918 im Schlamm der Schlachtfelder sich tapfer und erfolgreich wehrenden Armeen dem Verrat im eigenen Volke zum Opfer fielen und in ein trostloses Vaterland und eine unheilschwangere Zukunft zurückkehren mußten. Er schilderte das Eindringen der roten Dämpfe in die Hirne der Menschen und fchilderte dann jene feldgrauen Männer, die ohne jeden Befehl ihre Uniform nicht ablegten, sondern an die Grenzen zogen, ins Baltikum, an Rhein und Ruhr und nach Oberschlesien, und die ohne viele Worte zu machen, ihre Pflicht taten, weil sie sich gebunden fühlten an die zwei Millionen toter Kameraden auf den Schlachtfeldern. Der Orts- aruppenleiter erinnerte dann an die Verwirrung im Vaterland und die traurigen Verhältnisse, die Not und das Elend bis zu dem Augenblick, als ein unbekannter Feldgrauer aufttand und feine Männer zum „Stoßtrupp Hitler", über dem die Sturmzeichen einer neuen Idee wehten, in Bewegung fetzte, der eine neue Zukunft erzwingen sollte. 16 Tote besiegelten ihren Glauben an die Wiederauferstehung des Reiches und der Nation mit ihrem Blute. Die Manner waren lautlos von ihren Plätzen aufgestanden, und während das Hakenkreuzbanner sich senkte, las rin SA.-Mann die Namen der Toten vom 9. November 1923 und derjenigen des Gaues vor und schloß in das Gedenken all her er,, die für ihr Volkstum ihr Leben gelassen haben, diejenigen ein, die bei der Wiedervereinigung deutscher Lande mit dem Reich gefallen waren, ebenso auch die tapferen Soldaten aus dem Bereich der Ortsgruppe, die jetzt vor dem Feinde geblieben find. Der Ortsgruppenleiter fuhr dann fort in feinen Ausführungen, indem er auf die 16 Männer hin- auch bie f-ldzraue Uniform vertreten Die Mufib kapelle Krengel leitete die Feier em. Ein Vorsprach wurde vorgetragen, dann wurde bas Lied „Volk ans Gewehr" gesungen. ,. m « Ortsgruppenleiter Thomas hielt bte (9eöenr=’ an spräche. Er ging dabei aus von dem 9. Novenwer; 1918, dem schwarzen Tag in der deutschen Geschichte, an dem der Verrat einer Handvoll Marxisten den, stolzen Frontgeist brach. Unbesiegt im großen Rm* gen 1914/18 verlor das deutsche Volk seine Ehre^ Das Friedensdiktat von Versailles brachte .uns grvßes Elend. In höchster Not erstand dem deutschen Volke ein Retter: Adolf Hitler, dessen Programm noch heute heißt: Glaube an Deutschland! Der Ortsgruppenleiter schilderte dann die Ereignisse vorn 9. November 1923, an dem 16 deutsche Männer vor der Feldherrnhalle Blutzeugen der Bewegung mur*. den, vor deren Sarkophagen auch heute wieder Deutschland sich in Ehrfurcht neigt, zugleich in der Erinnerung an die zwei Millionen Gefallenen des . Weltkrieges und an die Gefallenen im Kriege gegen. England. Während nun die Kapelle das Lied vom guten Kameraden spielte, erhoben sich die Versammelten von ihren Plätzen. Ortsgruppenleiter T h o * m a s sprach erneut aus, daß ihre Opfer nicht um* sonst gewesen sind. Dann wandte er sich den jüngsten. Ereignissen in München zu und gab der Empörung, aller Deutschen über das verabscheuungswürdige! Verbrechen in München Ausdruck. Der Vorsehung danken wir von ganzem Herzen, daß sie den Führer I in seinen Schutz genommen hat. I Ortsgruppenleiter Weber sprach dann aufrüt* wies, die die ewige Wache halten für den ewigen Glauben an Deutschland. Er betonte, wie auch in Zukunft der Kamps des Volkes um feinen Bestand und feine Einigkett fortgeführt werden wird, und gab schließlich in mahnenden und erhebenden Ausführungen den Gefühlen des Volkes darüber Ausdruck, daß die Vorsehung unser Volk mit einem Manne gesegnet hat, der so außerordentlich viel für sein Volk getan hat und nichts für sich tut, der der Geschichte seines Volkes seinen Namen aufgedrückt hat und von dessen Persönlichkeit ein Segen nicht nur für die Gegenwart, sondern auch für die ungeborene Zukunft des Volkes ausgeht, solange das deutsche Volk sich zu ihm bekennt. ' Ortsgruppenleiter Grahlmann brachte schließlich noch die Freude des Volkes darüber zum Ausdruck, daß das jetzige fluchwürdige Verbrechen gegen den Führer mißlang, und daß auch diesmal wieder, wie in den zahllosen Schlachten des Weltkrieges, die Vorsehung den Führer für eine größere Ausgabe bewahrte. Der Treugruß an den Führer war ein erneutes Bekenntnis der Liebe und Anhänglichkeit an den Schöpfer Großdeutschlands. Gießen-Nord und -Mitte. Im „Frankfurter Hof" hielten am gestrigen Donnerstagabend die Politischen Leiter der Ortsgruppen Gieeßen-Nord und -Mitte der NSDAP, gemein- am eine schlichte Feier zum Gedenken an die Gefallenen vor der Feldherrnhalle ab. Die Feierstunde stand ganz unter dem Eindruck der Ereignisse des Vortages in München. Unter den Braunhemden war Schillers Ahnen. Zum 180. Geburtstag des Dichters am 10. November. Arn Nachmittag des 10. November 1759 gebar die Frau des Herzoglich Württembergischen Leutnants Schiller, geb. Kodweiß. im Neckarstadtchen Marbach ihrem im Felde gegen Friedrich II. von Preußen stehenden Gatten Johann Kaspar ihr zweites Kind und ersten Sohn. Erbe kann man nicht gut sagen, denn das Geburtshaus gehörte ihrem Vater, dem Bäckermeister a. D. Kodweiß, der gerade um die Zeit, als ihm der Großsohn Fritz geboren wurde, in große Geldnot geraten war. Er hätte das Gasthaus'„Zum Goldenen Löwen" übernehmen müssen und muß dabei in finanzielle Schwierigkeiten geraten fein. Das Immobil war ihm verblieben, aber er mußte seine Tage als städtischer Torwart beschließen, was gar verdrießlich war, wenn man aus einem soliden alten Backerund Bürgermeistergeschlecht stammte. Seit Menschengedenken hatte kein Kodweiß es notig gehabt, sich als Torwart in Nahrung zu setzen; Backer, Schultheiße-Büraermeister, auch nebenamtlich Herzogliche Feldmesser waren die Vorfahren gewesen, ihre Frauen hatten sie sich aber meist vom Lande Ernst Bacmeister. Am 12. November wird der bedeutende deutsche Dramatiker Ernst Bacmeister 65 Jahre alt. ©em Werk, das bisher in etwa einem Dutzend Daumen, einem Bande Essays, Natur- und Lebensbetrach- tunqen und einem biographischen Skizzenbuch vorliegt zeugt von Eigenwilligkeit und Kompromiß- losig'keit. Folgerichtig bezieht Bacmeister m st men Dramen, von denen hier „Maheli", „Der Kai,er und sein Antichrist", „Siegfried" und „Kaiser Kon- stantins Taufe" genannt werden sollen, den Ge st selber als lebenschöpfend heroisch und leidenschaftlich in das Bühnenspiel ein im Kampf mit dem erdverwurzelten Sinn und Denken der Menschen- menge, die dem Geist Widerstand leistet und |o die Dornotizen. Tageskalender für Freilag. Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Intermezzo am Abend". — Gloria-Palast (Seltersweeg): „Es war eine rauschende Ballnacht." — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „An heiligen Wassern." Sladtthealer Gießen. Heute Abend kommt das Lustspiel „Intermezzo am Abend" von A. Möller und H. Lorenz zur Erstaufführung. Diese Gesellschaftskomödie der beiden bekannten Lustspielautoren erlebte bri seiner Uraufführung in Bremen einen großen Erfolg und ging bereits über mehrere deutsche Bühnen. Spielleitung Hans Geißler. Bühnenbild: Karl Löffler. Die Vorstellung findet als 7. Vorstellung der Frri- tag-Miete statt. sich in seine Kammer ein. In der Schillerschen Familien-Bibel findet sich folgende Eintragung von des Hauptmann Schillers Hand: „Und Du, Wesen aller Wesen, Dich habe ich nach der Geburt meines einzigen Sohnes gebeten, daß Du demselben an Geistesstärke zulegen mochtest, was ich aus Mangel an Unterricht nicht erreichen konnte, und Du hast mich erhört!" In welchem Umfang fein Gebet erhört worden war, davon hat der schlichte Johann Kaspar Schiller wohl keine vollkommen richtige Vorstellung sich machen können, auch mir können es nicht mehr voll ermessen, welch' rin Titan Schiller an Starke des Geistes gewesen ist. Ein Erwecker voll echten heroischen Pathos, ein prophetischer Aufrüttler, der eine verspielte, verrottete Generation herausreißen konnte aus selbstzufriedener Genügsamkeit, aus spießiger Hörigkeit und egozentrischen Süchtigkeiten, der die Besten, die Jugend, zum Opfergang des^Befreiungskrieges bereit gemacht hat. Auf einem Postament steht in Weimar fein Standbild neben dem Goethes, des universalen Geistes, der den Volkerfruhling 1813 noch erlebt hat. Im Heroischen überragt den Patri- üeriobn der Schwabe Schiller um mehr als Haup- • - Hans von Schroeder. Sie lagen damals mit ihrer Kompanie in weit vorgerückter Stellung. Das englische Geschützstuer trommelte auf die dünnen deutschen Linien und riß immer neue Lücken. Als die Männer, die in dieser Hölle von Dreck und Schlamm Tagen, starr- „Sie fmilöa! Unsere deutsch« ten mtt haßerfüllten Augen auf den feindlichen! Und die Mutter faltete die Hande. „Sie haben gut reden! Da soll man sich nicht ärgern, wenn einem der Vitus solche Geschichten zusammenmacht! Vor vierzehn Tagen verladt er sich, gestern geht es wieder auseinander. Nichts wie Verdruß habe ich, seit diese Ferber im Ort ist", jammert die Greisin. „Sie meinen das Fräulein Ferber, das bei mir ist?" vergewissert sich Severin betreten. „3a, die. Aber sagen Sie's um Himmels willen nicht weiter. 3ch hab's dem Vitus versprechen müs- sen, und es ist mir vorhin dummerweise heraus- gerutscht." Severin nickt abwesend. Nikoline war mit diesem Friedrich verlobt? Ist es zu glauben? „Sie dürfen nicht soviel reden, Frau Friedrich", befiehlt er. „Die Magd soll das Zimmer abdunkeln, und abends sehe ich wieder nach. Er trifft noch ein paar Anordnungen und macht sich dann nachdenklich auf den Heimweg. „Verlobt — entlobt", das Hat ihm einen schönen Stoß gegeben. Eigentlich kann er sich die beiden nicht gut als Paar vorstellen. Auch ist ihm früher nie auf- aefallen, daß sich Nikoline für diesen Hopfenhändler sonderlich interessiert hätte. Auch hat sie vorhin keineswegs wie eine gramgeoeugte „gewesene Braut" ausgesehen. Teufel nochmal, das ist eine ganz vertrackte und undurchsichtige Angelegenheit und eine äußerst unbehagliche dazu! Unter diesen Umständen ist es natürlich ausgeschlossen, die unterbrochene Erklärung fortzusetzen. Er wird sich doch nicht blamieren. Verstimmt betritt er das Wahnzimmer und fachsimpelt mit Dr. Wenz über Berufsfragen. Nikoline sitzt aufmerksam und höflich dabei, aber das glückliche Lächeln verschwindet langsam aus chrem Gesicht. Wenn sie eine Zwischenfrage stellt, antwortet Severin mit erzwungener Freundlichkeit; aber er vermeidet es, sich an sie selbst zu wenden. Nikoline, hellhörig und zartfühlend, bemerkt diesen Stimmungswechsel sehr wohl, aber sie kann ihn sich nicht erklären. Der Tag geht zu Ende und mit ihm eine von ihren Hoffnungen. Ist es zu ertragen, daß der Mann, den man seit Monaten liebt, immer nur freundliche Kühle von sich gibt? Daß er einen Anlauf nimmt und dann plötzlich umschwenkt? Sie wird diese Komödie nicht mehr lange mitmachen; sie ist aüch nur ein Mensch, und jede Kraft hat ihre Grenzen. Mit einem großen Seufzer kriecht NikoHne in ihr knarrendes Bett und weint in die Kissen. (Schluß folgt/ in tiefer Dunkelheit fahren die Briefkastenleerer mit ihren Fahrrädern von Brieftasten zu Briefkasten und führen sowohl die Abendleerung, als auch die Spätabendleerung durch. Trotz mancher Schwierigkeiten geht die abends aufgegebene Post mit den erreichbaren abgehenden Zügen noch hinaus. Weihnachts-Ausstellung oberhessischer Künstler. Der Oberhessische Kunstverein veranstaltet in seinem Ausstellungsraum im Turmhaus am Brandplatz eine Weihnachtsausstellung, die das Schaffen unserer heimischen Künstler einem breiteren Kreis unserer Bevölkerung nahebringen soll. In der diesjährigen Ausstellung, die in der Zeit vom 3. bis 23. Dezember stattfinden wird, sind nicht nur die Gießener Künstler mit ihren Werken vertreten, vielmehr sollen alle oberhessischen Künstler mit ihren besten Werken beteiligt sein. Es werden dadurch etwa 40 Künstlerinnen und Künstler erfaßt. Der Obelhessische Kunstverein eröffnet mit dieser Weihnachts-Ausstellung die Kulturarbeit des Winterhalb- jahres 1939/40. ** Geschäfts - Stenografenprüfung Herbst 1939. Wie die Industrie- und Handelskammer Gießen uns mitteilt, fand am Sonntag die diesjährige Herbft-Geschäftsstenogra- fenprüfung statt, die in der Abteilung 150 Silben von Hildegard Henning (Heuchelheim), Gustel Domm (Lauterbach) und Emil Walther (Lauter- bad)) bestanden wurde. Aus der engeren Heimat. Landkreis Glesien. 4- Grünberg, 9. Nov. Dem hiesigen Jagdaufseher Otto Eifert gelang es, am Donnerstag- Oer (Sport und das Knegs-WHW. Opferlage und Sonderveransiallungen. Der deutsche Sport, dessen Bedeutung gerade in unseren Tagen allenthalben erkannt und gewürdigt wird, setzt sich mit besonderer Kraft für das Kriegs- winterhilfswerk ein. Wie schon in den vergangenen Jahren werden besondere Opfertatze und Veranstaltungen dem großen deutschen Sozialwerk zu dienen suchen. Die Reichssportführung hat im Einvernehmen mit den Reichsfachämtern und Verbänden für die einzelnen Sportarten die Opfertage wie folgt festgelegt: Fußball: 19. November für die Gaue und Bereiche, für die der Bußtag (22. November) kein Die nächsten Handballkämpfe im Kreis Gießen. morgen im Walde bei Nieder-Ohmen eine Wildsau zu erlegen. Das etwas über ein Jahr alte Tier hatte ein Gewicht von etwa 120 Pfund. Im gleichen Jagdrevier hatte einen Tag vorder Lehrer Mül- l e r (Merlau) ebenfalls ein Wildschwein zur Strecke gebracht. Kreis Friedberg. = Butzbach, 9. Nov. Trotz Kriegszeit hat die Bautätigkeit in unserer Stadt kaum nachgelassen. Bis jetzt wurden acht Eigenheimhäuser erbaut und zum Teil völlig fertiggestellt. Andere stehen vor der Vollendung. Jedem Haus ist ein ansehnliches Stück Garten zugeteilt. — Dieser Tage löste sich aus einem Lastzug einer Wetzlarer Firma aus unbekannter Ursache ein Anhänger und fuhr eine Böschung hinunter, wobei der starke Holzzaun eines Gartens völlig demoliert wurde. Zum Glück befand sich in diesem Augenblick auf der sonst sehr belebten Straße kein Mensch. Nach langwierigen Anstregungen gelang es dem Abschleppdienst, den beladenen Wagen wieder flott zu machen. Mainz weihte sein Horst-Weffel-Oenkmal. Lpd. Mainz, 9. Nov. Als eine der ersten Städte Großdeutschlands weihte am Donnerstag Mainz fein Horst-Wessel-Denkmal. Während die Dämmerung sich von dem wolkengrauen Himmel niederzusenken begann, scharten sich Abordnungen der Partei und ihrer Gliederungen, an ihrer Spitze Kreisleiter und Politische Leiter, sowie inmitten zahlreicher Ehrengäste Vertreter der Behörden und der Wehrmacht und zahlreiche Volksgenossen um das Gedächtnismal. Kreisleiter Fuchs hielt die Weiherede. Nach der Rede des Hoheitsträgers übernahm Provinzialdirektor Dr. Wehner als Vertreter des Oberbürgermeisters das Denkmal in die Obhut der Stadt Mainz. Feiertag ist, sonst 22. November. — Handball: 26. November; Ringen und Judo: 17. Februar bis 3. Marz; Gewichtheben: 28. Januar; Boxen: 15. Nov. bis 15. Dezember; Schwimmen: 19. bis 26. November; Fechten: 21. bis 28.Januar; Rudern: 7.April; Kanusport: 21. April; E i s- und Rollschuhsport: 21. Januar; Segeln: 4. März; Kegeln: 3. bis 10. März; Schießen: 3. bis 10. März. Für die übrigen Sportarten, wie Turnen, Leichtathletik, Hockey, Tennis, Tischtennis, Billard, Schisport, Bob- und Schlittensport, Wandern und Bergsteigen, werden die Opferveranstaltunaen jeweils von den Bereichs- oder Gauführern festgesetzt. telnde Worte über die Bewährung des National- fozialisten in dem Kampf unserer Tage. Die sechzehn Toten vom 9. November 1923, die noch dem Willen des Führers auf ewiger Wache stehen, sollen dem deutschen Volke Vorbild sein. In das Gedenken an diese Gefallenen der Bewegung schloß Ortsgruppenleiter Weber jene Toten und Verletzten der Jahre nach 1933, die auf fremdem Boden dem Volke die Treue hielten, oder bei der Rückkehr deutschen Landes in das Reich ihr Leben ließen, sowie die Ge- fallenen des Krieges gegen England ein. Auch in den kommenden Tagen wird das deutsche Volk sich zu bewähren haben, und auch dann soll das Wort bleiben, das der Führer gesprochen hat: Das deutsche Soldatentum hat sich den Lorbeerkranz wieder fest um das Haupt gelegt. Und ihr habt doch gesiegt! Das Bekenntnis zum Führer klang aus in den Liedern der Natton. Kampflieder der Bewegung, gespielt von der Kapelle Krengel und gesungen von der Versammlung, bildeten dann die Ueberleitung zu einer interessanten Erlebmsschilderung des Politischen Leiters Beck von der Ortsgruppe Mitte, der als Hilfspolizeiwacht- meister zunächst im Westen, dann in Polen eingesetzt war. Or. Eduard Ritsert achtzig Jahre alt. Am morgigen 11. November 1939 vollendet Eduard Ritsert sein 80. Lebensjahr. Er ist ein geborener Darmstädter, studierte in Gießen, Darmstadt und Berlin Pharmazie und promovierte in Bern zum Dr. phil. mit einer Arbeit über „Das Ranzigwerden der Fette". Als Schüler Professor Gaffkys in Gießen bestand er im Jahre 1884 sein Staatsexamen als Apotheker. Im Jahre 1892 ließ er sich als Fabrikant pharmazeutischer Arttkel in Frankfurt a. M. nieder, war auch lange Jahre daselbst Mitinhaber der Dr. Schleußnerschen Trockenplattenfabrik. Im Jahre 1890 entdeckte Ritsert in dem Aminobenzoesäureäthylester das erste synthe- ttsch ungiftige Dauerlokalanästhetikum, das Anäs- ihesin, die Stammbausubstanz sämtlicher wasserlöslicher Aminobenzoesäureester, wie Novocain, Tuto- cain, Pantoeain, die das giftige Kokain weitgehend ersetzt haben. So wurde durch Ritserts Entdeckung die Anästhesiefrage auf eine ganz andere Grundlage gestellt. Denn is wurde von chm zum ersten Male gezeigt, daß die anästhesierende Wirkung der kompliziert zusammengesetzten, sehr giftigen Man- zenbase Kokain auch durch einen einfachen, synthetisch hergestellten, ungiftigen Körper erzeugt werden kann. Novocain ist ein Anästhesin-Derioat. Es ist wenn man von der Oberflächenanästhesie absieht, bis heute das lokale Betäubungsmittel geblieben zur Verhütung des Operationsschmerzes. Eduard Ritsert war während seiner Gießener Studienzeit ein eifriger Turner und Mitglied des Turnvereins von 1846, als welches er einst namhafte Preise errang. Seine Mutter war eine To älter des ehemaligen Gießener Bürgermeisters Karl Silbereifen. Heute noch ist der Jubilar, der in Frankfurt a. M. lebt, ein begeisterter Sportsmann, Reiter und Jäger. F. G. Don der llniversität Gießen. Ernannt wurden: zum außerplanmäßigen Professor der nichtbeamtete außerordentliche Professor in der Juristischen Fakultät Dr. Earl H e y l a n d ; zum Dozenten der Dr. rer. techn. habil. Arnold Scheibe von der Philosophischen Fakultät unter Berufung in das Beamtenverhältnis; zum Dozenten neuer Ordnung der Dozent in der Philosophischen Fakultät Dr. phiL habiL Helmut Arntz. Regelmäßige Briefkastenleerung gesichert. In jüngster Zeit sind manche Volksgenossen, die Briefe oder Karten in den Briefkasten zu werfen im Begriffe waren, dadurch etwas in Zweifel geraten, daß der Zeitweiser an den Briefkasten (im kleinen runden Feld) nicht die erwartete Auskunft gab. Auf unsere Anfrage bei der Post hören wir, daß die Stellung dieses Zeittveksers durch die nächtliche tiefe Dunkelheit nicht immer so möglich ist, wie es an sich wünschenswert wäre. Aus einer falschen Stellung des Zeitweisers braucht deshalb nicht geschlossen zu werden, daß der Briefkasten vielleicht erst am nächsten Tage geleert wird. Vielmehr wird bisher unverändert an den Zeiten der Briefkastenleerung fest gehalten. Auch Während die Staffel 3 bereits mit der Rückrunde beginnt, erledigen die beiden übrigen Gruppen die restlichen Spiele der Vorrunde zum Lahnpotal. Während in Mtv. Gießen und Tv. Garbenheim bereits zwei „Halbzeitssieger" festftehen, wird die Entscheidung in der Staffel 1 vielleicht diesmal fallen. Tv. Hörnshelm — Tv. Dornholzhaufen Tv. Münchholzhausen — Tv. Hochelheim Tv. Dutenhofen — W^Aledergirmes Mlv. Gießen — Spog. 1900 Gießen Tv. Londorf — VfB. R. Gießen. Dornholzhausen verfügt über eine Panz vorzüglich ringesvielte und wendige Elf, die sich als Ueber- raschung der ganzen Spiele erwiesen hat. Bisher wurde nur ein Spiel verloren. Wird Hörnsheim den Siegeslauf abstoppen können? Es wird einen harten Kampf geben. Im Spiel in Münchholzhausen geht es darum, wer die besseren Nerven hat und über das größere Stehvermögen verfügt. Die Mannschaft, die durchsteht, wird Sieger fein. Dutenhofen ist ins Hintertreffen geraten. Es ist deshalb vonnöten, daß man sich etwas anstrengt und wenigstens diesmal seine Anhänger nicht enttäuscht. Normalerweise sollte ein Sieg möglich sein, weil die Gäste noch nicht richtig eingespielt sind. Das Gießener Lokaltreffen wird auch diesmal wieder alles in sich haben. Beide Mannschaften haben schon im Vorspiel gezeigt, daß sie auch mit Ersatz spielen können. Wer Sieger wird, ist hier weniger wichtig. Wichtig ist vielmehr, daß es ein Spiel gibt, an dem man seine Freude haben kann. Londorf hat am letzten Sonntag versagt. Die Elf hat bei weitem nicht die Leistung aufzubringen vermocht, die man von ihr gewohnt ist. Gerade deshalb wird erwartet, daß sie diesmal wieder voll auf Touren kommt und ihrem Gegner das gleiche Spiel wie in der Vorrunde liefert. Die Jugend beginnt mit folgenden Treffen: Großen-Bufeck — Beuern; Garbenyeim gegen Krofdorf; Großen-Oinden — Heuchelheim; Dutenhofen gegen Münchholzhausen; Nauborn — Katzenfurt; Hochelheim — Ebersgöns; Hörnsheim — Grüningen. Jugendhandball der Spvgg. 1900. Am Sonntag trifft die 1. Jgd. auf die 1. Mannschaft des Mtv. In diesem Spiel um den „Pokal" dürfte es auf dem Universitätsplatz zu einem anregenden Kampf kommen! Hier die junge, technisch gute Elf der Blau-Weißen, dort die erfahrene Kampfmannschaft des Mtv. Obwohl die Jungen der Spvgg. sich bis jetzt in den Spielen sehr gut gehalten haben, dürste es ihnen doch sehr schwer fallen, ein ehrenvolles Ergebnis herauszuholen. Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. Aueinhelttich. Frankfurt a. M., 9.Nov. Der etwas kleiner gewordene Auftragseingang der Kundschaft und vereinzelte Glattstellungen, auch aus Berufs kreisen, führten an der heutigen Börse zu einiger Zurückhaltung. Trotz nicht ganz einheitlicher Kursent- wicklung am Aktienmarkt war die Gesamt- Haltung der Börse weiterhin freundlich, das Geschäft zeigte allerdings eine weitere Schrumpfung. Bei der Marktenge stellten sich teilweise stärkere Veränderungen als durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H. ein. So gingen u. a. AG. für Verkehr auf 107,50 (110,50), von Maschinenaktien Rheinmetall auf 116,75 (118) und am Chemiemarkt Scheideanstalt auf 206,50 (208,50) zurück, anderseits gewannen Südd. Zucker 1,75 o. H. auf 218,75. Don den führenden Werten blieben JG.-Farben mit 159,25 (159,40) und Verein. Stahl mit 94,40 (94,50) behauptet, während u. a. AEG. auf 115 (116) und Rheinstahl auf 130,25 (131,25) nachließen. Am R entenmar kt zeigte die Nachfrage kaum eine Minderung, besonders gefragt blieben Industrie-Obligationen, aber auch Pfandbriefe und verschiedene Reichstitel. Das Geschäft war allerdings durch den herrschenden Materialmangel vielfach beschränkt. Die kursmäßigen Abweichungen gingen über -Prozentbruchteile nicht hinaus, Liqui-Pfand- briefe bröckelten z. T. noch leicht ab. Auch im Verlaufe blieb Die Kursentwicklung bet kleinsten Umsätzen uneinheitlich, es überwogen jedoch Abschwächungen. Zweite Notierungen lagen nur vereinzelt vor, Verein. Stahl 94 nach 94,40, JG.-Farben um). 159,25 Brief. Von später fest- gestellten Kursen wichen etwas stärker ab: Schuckert 180,50 (182), Elektro Lieferungen 132 (130,50), Berger Tiefbau 140 (137,25). Feinmech. Ietter kamen nach Pause und Geldstreichung der letzten Schätzung entsprechend nur am Dnheitsmarkt mit 98,25 (91) bei 40 v. H. Zuteilung zur Notiz. Don Freiver^kehrs werten gingen Elfäfs. Bad. Wolle höher mit 78,50 (75), daaegen Verein. Fränk. Schuh 1 v. H. schwächer mit 64 um. Tages- gelb unv. 2 v. H. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Fr an t f ur t a. M., 9. November. Auftrieb: Rinder 1403 (gegen 1511 am 2. 11.), darunter 217 (335) Ochsen, 190 (182) Bullen, 612 (556) Kühe, 384 (438) Färsen. Kälber 629 (477), Schafe 211 (432), Schweine 1648 (695). Notiert wurden je 50 Kilo Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 44 bis 46,50 (44 bis 46,50), b) 40,50 bis 42,50 (40 bis 42,50), c) 36,50 bis 37,50 (35 bis 37,50). Bullen a) 42 bis 44,50 (43 bis 44,50), b)37,50 bis 40,50 (38 bis 40,50), c) 35 bis 35,50 (32 bis 34). Kühe a) 42 bis 44,50 (41,50 bis 44,50), b) 36,50 bis 40,50 (38 bis 40,50), c) 28 bis 34,50 (28 bis 34,50), d) 15 bis 25 (21 bis 25). Färsen a) 43,50 bis 45,50 (43 bis 45,50), b) 39 bis 41,50 (39 bis 41,50), c) 34 bis 36,50 (33,50 bis 36,50), d) 28 (26 bis 28). Kälber a) 62 bis 65 (62 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c) 45 bis 50 (45 bis 50), d) 30 bis 40 (30 bis 40). Hämmel a2) 49 bis 50 (49 bis 50), b2) 44 bis 48 (44 bis 48), c) 42 (36 bis 42). Schafe a) 40 bis 42 (40 bis 42), b) 33 bis 39 (35 bis 39), c)25 bis 32 (20 bis 32). Schweine a) 56 (56), bl) 56 (56), b2 56 (56), c) 55 (55, d) 52 (52), e) 50 (50); Sauen gl) 56 (56). Marktoerlauf: Groß- vieh, Kälber, Hämmel, Schafe und Schweine zuge« teilt Tkundfunkprogramm Samstag, 11. November. 6 Uhr: Landvolk, merk auf! 6.05 Morgengymnastik. 6.30: Frühkonzert. Ausführung: Das kleine Orchester des Reichssenders Frankfurt. 7 bis 7.15: Nachrichten. 8.05: Gymnastik. 9.30: Kleines Konzert. 10: Deutschland — Kinderland: 1. Kinderfüße — Kinderfüße. 2. Die Zügel fester fassen. 10.15: Frohe Weisen. 11: Konzert. 12: Stadt und Land — Hand in Hand. 12.10: Mittagskonzert. 12.30 bis 12.40: Nachrichten. 14: Nachrichten. 14.15: Beliebte Melodien. 16: Nachmittagskonzert. 18: Frohsinn zum Wochenende. Dazwischen 18.30: Aus dem Zeitgeschehen. 19.10: Berichte. 19.45: Politische Zeitungsschau. 20: Nachrichten. 20.15: Uebertragung vvm Deutschlandsender. 22 bis 22.15: Nachrichten. MfrsliMöerftmöe Roman M Walther KIWer lWrlght t>y farl Dtmtftr Verlag»Berlin w 62 38. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Der Wagen hat jetzt die Amfelder Fabrikschlote nn Rücken und rollt durch offenes Land. An den Chausseeratnen glühen die blauen Rosetten der Zichorie. Es riecht nach Benzin, nach Dung und Humus. Die Ackerfurchen sind mit Kartoffelbüschen bestickt und der spärliche Roggen beginnt sich ernte« nah zu neigen. Durch das Wiesengründlein schlängelt sich ein Dach, und in der Ferne riegeln grau- gelbe Föhrenwälder die Erde gegen den Sommerhimmel ab. Manchmal winkt ein ledergesichtiger Bauer oder ein Radler, der die Insassen von Lucki erkannt hat. Das Antlitz der Landschaft ist wie chre Menschen: Herd, verkniffen und ohne Ueberschwang. Jedes Korn, jeder Halm muß ihr unter Schweiß abgetrotzt werden. Zu viel Sand, zuviel Giyster, zu wenig Regen. Oder gleich das Gegenteil drüben auf der anderen Seite: säuerndes Moor. Schmelben, Mißwachs. Hier wird keinem das Brot geschenkt; auch dem Doktor nicht. Und dennoch läuft Severin in dieser Stunde das Herz über, er spürt ziehend und stark: hier ist die Heimat, hier werde ich für die Meinen schaffen. Später taucht das Schloß auf, der spitze Kirchturm, das Fenster geblinke des Krankenhauses und das Gewimmel der hochgiebeligen Hauser von Eschelbrunn. Sie haben Fahnen aufgezogen, irgendeiner Veranstaltung halber, und wenn Severin unbescheiden rft, mag er es auf sich beziehen. Vor dem Doktorhaus stehen die Kinder auf den Zehen und gucken sich rein die Augen aus dem Kopf. „Da sind sie", brüllt Atto und reißt Luis an der Hand vorwärts. Während Dr. Wenz den Wagen in die Garage bringt, wird Severin von den Seinen zu Tode begrüßt. Alto hängt an einem, Luis zappelt am andern Arm. Bulli vollführt Indianertänze und springt mit seinen dreckigen Pfoten an Severins bestem Anzug hoch. Ein paar Eschel- brunner bleiben stehen und bestaunen das Ereignis, Frauen mit weißen Kopftüchern, rasch zusammengelaufene Buben, ein paar Arbeiter. Niko- fine wartet strahlend unter einem Transparent: Herzlich willkommen! We. hübsch sie lachen kann, denkt Severin und schüttelt ihr die Hand. „Ich bin doch recht froh, daß ich wieder da bin. Aber sagen Sie es nicht weiter", slüsterte er lächelnd in ihr Ohr. Dann sitzen sie alle um den gemütlich gedeckten Wohnzimmertisch, auf dem ein riesiger Feldblumen- sttauß prangt. Es gibt Bohnenkaffee und Hefekuchen. Auf jedem Knie ein Kind, erzählt Severin die Unterredung mit Bürgermeister Heller, von der Nikoline noch keine Ahnung hat. Sie macht große Augen über das unverhoffte Angebot. „Das mit den Hypothekenzinsen ist anständig", meint Wenz. „Die werden sich halt klargemacht haben, was es für Eschelbrunn bedeutet, wenn das Spital auf fliegt. Insofern hatte diese Epidemie ihr Gutes. Nächste Woche fangen sie auf dem Moor zu arbeiten an." Nikoline schaute ftumm in ihren Schoß. Sie muß sich mit dieser großen Neuigkeit erst abfinden. Wie doch das Schicksal oft leichtfertig mit einem Menschen umspringt. Mit eins gewinnt es den Anschein, als sei ihr Opfer gar nicht nötig gewesen, und das Abenteuer mit Friedrich wird zu einer übereilten und komischen Veranstaltung degradiert. Trotzdem bleibt ein gutes und erhebendes Gefühl in ihr zurück, well sie jene Ausschreibung verhindert hat. „Herrschaften, das ist noch nicht alles", fährt Severin in seinem Bericht fort. „Auch bei der Moor- kultur profitiere ich. Wahrscheinlich werde ich dem Spital eine kleine Landwirtschaft angliedern und Selbstversorger werden. Jetzt braucht nur noch der Hopfen teuer einzuschlagen." Er ist gesprächig, lustig und voller Zuversicht; Nikotine erkennt ihn gar nicht wieder. „Wissen Sie, was ich mir vorgenommen habe, Fräulein Ferber? Kein Jahr mehr ohne drei Wochen Urlaub, und zwar in der Großstadt. Dann schätzt man sein Zuhause erst wieder. In diesem Punkt habe ich zwölf Jahre lang gesündigt." Die Kinder zerren ihn in den Garten, denn er soll ihre Beete begutachten. Alto hat in dem seinen Rettiche gezogen, Luis hingegen Schlangengurken. Severin lobt, aber schüttelt den Kopf. .Finder, was seid ihr materiell veranlagt! Habt ihr das von mir? Warum so profane Sachen und keine Blumen wie Tante Nikoline?" Und er entsinnt sich voll Beschämung jenes Anfalls von Sparwut, in dem er Nikoline ein paar Mark für Blumen verweigert hat. Trotzdem leuchtet der Garten tn Blütenpracht, und es bleibt unverständlich, aus welchem Geheimfonds Fräulein Ferber diese Farbenorgien beftreitet. Severin hat eine brennende Sehnsucht nach chr und mochte ihr etwas sagen, was er seit Tagen mit sich herumträgt. Endlich bietet sich eine Gelegenheit. Nikotine ist mit ihm im Wohnzimmer, die Kinder sind auf der Straße und Dr. Wenz packt seine Koffer. Severin schält die Handtasche aus ihren Hüllen und überreicht sic Mkoline. hoffentlich habe ich nicht allzuweit nn Ihrem Geschmack vorbei geschossen. Wir Männer stellen uns ein bißchen dumm an beim Einkäufen." „Aber gar nicht", sagt sie froh. „Schlangenhaut, au fein! So eine habe ich mir schon immer gewünscht. Wunderschön ist sie, viel zu schön für Eschelbrunn." „Für Sie rft nichts zu schön, Mkoline" erwidert er fröhlich in ihre blanken Hummelaugen hinein und hält ihre hübsch gepolsterte kleine Hand fest. „Sie sind ein Prachtstück von einer Frau, und es ist beschämend für mich, daß ich so spät dahinter- komme. Ich möchte Sie fragen ob ...?" Er spricht seine Liebeserklärung nicht zu Ende, denn es wird chm plötzlich bewußt, daß er nicht so mit der Tür ins Haus fallen kann, nachdem die Sache mit der Fabri doch erst wenige Wochen zurückliegt. „Was möchten Sie fragen?" lächelt ihn Mkoline ermutigend an. In diesem Augenblick läutet das Telephon. „Moment mar, entschuldigt sich Severin und saust an den Apparat. Die Magd von Friedrich ruft an und bittet sofort zu kommen. Die alte Frau habe einen furchtbaren Anfall, und sie wisse sich nicht mehr zu helfen. Fünf Minuten später stcht er vor der Kranken, die nach Luft schnappend und blaulippig in einem Dackenstuhl sitzt. Sie ist voll quellender motorischer Unruhe, und der schreckhaft geweitete Blick verrät dem Arzt das Nötige: Lufthunger, Stenokardie. Severin injiziert ein krampflösendes Präparat und wartet. Er zieht sich einen Stuhl heran, nimmt den Puls zwischen die Finger und sagt etliche Trostworte. Eine Handbewegung scheucht die verstörte Magd hinaus. „Jetzt wird es besser, nicht?" Die alte Friedrich nickt, kleine ölige Schweißtropfen auf der grauen Stirn. Ihre verkrampften Züge glätten sich allmählich. „'Wir haben lange keinen Anfall mehr gehabt, Frau Friedrich? Und jetzt auf einmal? Wie kommt denn das? Haben Sie sich überanstrengt?" Sie schüttelt den Kops. „Aufgeregt habe ich mich, Herr Doktor." „Ach so. Aufregungen müssen Sie natürlich vermeiden, das habe ich Ihnen ja seinerzeit ringe- schärft!"