Nr. 185 Erstes Blatt 189. Jahrgang t Donnerstag, 10. August (939 ter das Volk zu schicken, wir würden ihnen gerne alles zeigen. Heute sitzen diese Jouma« listen in ihren Büros und kombinieren über politische Taktik. Sie arbeiten völlig ins Leere hinein, weil sie gar nicht wissen, wie und was das deutsche Volk heute ist. Die fremden Staatsmänner erhalten darüber auch keine Berichte. Das Ergebnis ist ein völliger Irrtum über die wirkliche Kraft des deutschen Volkes und über die Gründe, die das ganze deutsche Volk veranlassen, mit aller Entschiedenheit für einen Frieden zu arbeiten, wie ihn das deutsche Volk will. Es ist unmöglich, daß ein so zu höchster Leistung emporgestiegenes Volk sich irgendwie von anderen Völkern Vorschriften darüber machen läßt, wie sein Friede und sein Leben gestaltet werden sollen. Wenn die fremden Staatsmänner vielleicht auf dieser Reise nicht begriffen hätten, weshalb wir nach bestimmten Methoden produzieren und Wirtschaft treiben, sie hätten zum mindesten erkannt, daß sie dieses deutsche Volk nicht auf andere Methoden festlegen können. Auf jeden Fall aber hätten sie festgestellt, daß in Deutschland nicht die geringste Nervosität zu spüren ist. Wir sind vollkommen ruhig und zuversichtlich, im vertrauen auf den Führer und in der Erwartung des Friedens, den wir wollen. Wir find aber auch entschlossen, uns zu verteidigen, wenn die anderen etwa diesen Frieden uns nicht gönnen, oder wenn gar irgend jemand eine Dummheit macht und Europa in einen Krieg stürzen sollte. Zu mir hat auf der ganzen Reise kein Mensch von Krieg gesprochen, weder die Beauftragten der Partei und des Staates, mit denen ich stundenlange Unterhaltungen gehabt habe, noch die schaffenden Menschen. Sie haben alle nur von dem Ziel ihrer Arbeit gesprochen, und das ist eben die Sicherung der deutschen Lebenskraft. Wenn man von einer solchen langsamen, fast bedächtigen Reise, die eirte-1 wirklich mit den Menschen zusammenbringt, wieder heimkehrt und dann in den Stunden der Ruhe aus Zeitungen und Berichten entnimmt, wie die Menschen in den der Einkreisungspolitik verfallenen Völkern um uns herum zu denken gezwungen werden, was die Staatsmänner dort planen und was sie für Vorstellungen vom Ablauf der Politik in den nächsten Monaten haben, dann kann man nur sagen: Viele Torheiten, die geredet und geplant werden, können nur aus der reinen Angst entstehen, daß man sich völlig verrechnet hat und daß man sich wieder einmal über die Kraft und Sicherheit des deutschen Volkes täuschte. Wenn ich von den Reden und Artikeln lese, mit denen sich Po- lens Politiker heute als Chauvinisten vorstellen, dann kann ich dafür nur eine Erklärung haben, daß eben diese Menschen aus lauter Sorge und Angst nicht mehr wissen, was sie sagen. Wir werden wie bisher weiter arbeiten und unsere Entscheidungen nach den Gesehen treffen, die für das in höchster Arbeit und Leistung stehende Deutschland richtig sind. Das ist der Wille des ganzen deutschen Volkes, das haben Hunderttausende von Menschen, denen ich an dieser Stelle meinen herzlichen Dank ausspreche, dadurch zum Ausdruck gebracht, daß sie mich während meiner Fahrt über die deutschen Wasserstraßen begrüßten. Sie kamen aus den Fabriken und von den in der Ernte stehenden Feldern, sie warteten oft stundenlang auf den Brücken und an den Ufern. Der stärkste Eindruck meiner Reise war, wie durch diese Demonstration der Beweis des Vertrauens zum Führer gegeben wurde, der mich in dieses große Aufgabengebiet eingesetzt hat. Ich habe noch nie mit solcher Eindeutigkeit den Willen der Massen empfunden, dem Führer und seinen Mitarbeitern zu danken. Es. par eine Fahri der deutschen LoltsgememMtz — - Annahme von Anzeige» Hfr die Mittagsnummer vis 8l/,Ul)r des Vormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 60 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25ha mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche AnzeigenbRpf. Mengenabschlüsse Staffel B Die Sache mit Wilna. Am 8. September 1919 unterschreibt der polnische Außenminister Fürst S a p i e h a in Suwalki nach Verhandlungen mit den Litauern ein Abkommen, wonach Wilna bei Litauen bleibt und die Grenze südlich der Stadt verlaufen soll. Unmittelbar nach der Unterschrift reist der Fürst Hals über Kopf nach Warschau zurück: er weiß genau, daß am nächsten Tage, am 9. September, der polnische General Zeligowski mit seinen Truppen in Wilna einzieht — einen halben Tag nach jener polnischen Unterschrift! Das ist denn nun doch selbst der Entente und ihrer Botschafterkonferenz zuviel. Was tut Warschau? Es erklärt General Zeligowski mitsamt seinen Divisionen als „Meuterer", schickt ihm oen sofortigen „Räumungsbefehl" und — kurz fahrungen aufgebaut wurde und deshalb zu höchster Leistung berufen ist. Daneben entstehen Städte mit allen Einrichtungen. Wir haben ein Erzvorkommen für über hundert Jahre Abbau festgeslellt. Die erste der vier Baustufen des Hüttenwerks steht kurz vor ihrer Vollendung. Was viele nicht für möglich gehalten haben, ist Tatsache geworden, denn es gab Zweifler, als wir hier anfingen nach Erz zu schürfen. Jetzt ist die Feststellung getroffen, daß in größerer, zum Teil erheblicher Tiefe ein Eisenerz mit noch weit besseren Eigenschaften sich befindet, als das bereits im Tagebau erschlossene Erz. Alle Voraussagen über die Lagermenge und über die Güte des Erzes sind übertroffen. In wenigen Wochen wird der erste Hochofen angeblasen. Jedermann wird begreifen, daß wir damit in unserer Wirtschaft um ein erhebliches Stück weiterkommen. Im Ruhrgebiet habe ich die notwendigen Maßnahmen für die Förderung des Kohlenbergbaues getroffen. Weiter werde ich grundsätzliche Anweisungen für eine starke Entlastung der Reichsbahn und des Kraftwagenverkehrs treffen, und zwar durch eine Anordnung zur stärkeren Ausnutzung der Wasserstraßen." Dann erzählt Generalfeldmarschall Göring von seinem Besuch bei den Flugzeugwerken, bei Focke-Wulf in Bremen und bei Junkers in Dessau. Ich habe in ausländischen Zeitungen gelesen, daß ich in Dessau vor den Arbeitern nur deshalb gesprochen hätte, weil die Stimmung, sagen wir, habe aufgebügelt werden müssen. Als ich die Junkerswerke besuchte, war ich einfach von dem Fortschritt der Arbeiten und von der außerordentlichen Anstrengung der gesamten Belegschaft ergriffen. Ich habe gesprochen, weil ich das Gefühl hatte: Du mußt diesen Männern, die alles, was sie vermögen, für die Sicherheit des deutschen Volkes einsetzen, aus ganzem Herzen danken, und die Arbeiter haben mich gebeten, zu sprechen, denn sie wollten einmal von mir hören, wie man mit einfachen Worten sagt, was Deutschland zur Zeit bewegt. Die Reife habe ich auch beuuhk, um mich selbst um die Sicherheit der w i ch l i g st e n I n d u - striegebiele Deutschlands gegen feindliche Fliegerangriffe zu kümmern. Ich habe viele Flugplätze und sonstige Anlagen der Luftwaffe besichtigt, vor allem habe ich dafür gesorgt, daß das Ruhrgebiet, in dem die Menschen in Ruhe arbeiten müssen, den sichersten Schuh erhält, der überhaupt nur nach den technischen und militärischen Erfahrungen von heute möglich ist. Persönlich habe ich mich an vielen Stellen von den für das Ruhrgebiet getroffenen Maßnahmen gegen Luftangriffe überzeugt. Ich werde mich künftig um jede einzelne dort noch vielleicht einzufehende Batterie kümmern. Denn das Ruhrgebiet werden wir auch nicht einer einzigen Bombe feindlicher Flieger ausliefern. Und dann war ich am Westwall. Dort habe ich die letzten Anweisungen für den weiteren Ausbau der Luftverteidigungszone gegeben. Ich kann jetzt erklären, daß nach dem heutigen Stand der Technik dort das Vollendetste geschaffen worden ist, was es überhaupt gibt. Der Westwall hält die Wacht am Rhein, die nie mehr ins Wanken zu bringen ist, und mögen die anderen auch mit noch so großem Donnerhall dagegen anfahren. Es ist wirklich bedauerlich, daß nicht die Staatsmänner, die sich zur Zeit mit Einkreisungspolitik befassen, bei dieser Reise zugegen waren. Ich habe schon so oft gesagt, man möge doch einmal die Verleger fremder Zeitungen veranlassen, ihre Sonderberichterstatter iu Deutschland Wirtlich M3« polen - von innen gesehen. ileberfülle ungelösterAufgaben.-»Wunder an der Weichsel^ohne Glorienschein. Die polnische Unterschrift um Wilna. Berlin, 9. Aug. (DNB.) Generalfeldmavschall Hermann Göring ist heute von seiner 25tägigen B e s i ch t i g u n g s r e i s e durch Deutschland nach der Reichshauptstadt zurückgekehrt. Die Ergebnisse dieser Reise sind für Deutschlands politische und wirtschaftliche Stellung inmitten der durch die Einkreisungspolitik der Westmächte verursachten ernsten Lage von außerordentlicher Bedeutung. Der Gene- ralfeldmarschall gewährte am Tage vor seiner Rückkehr nach Berlin dem Sonderberichterstatter des Scherlverlages eine Unterredung, über deren Verlauf dieser u. a. folgendes berichtet: Mehr als 18 Tage war Generalfeldmarschall Göring an Bord seiner Jacht „Karin II" unterwegs. Die Reise ging über die Elbe, Weser, den Rhein und die Verbindungskanäle, über den Mittellandkanal, den Dortmund—Ems-Kanal, den Weser— Dattel-Kanal, sowie den Küstenkanal und erstreckte sich aus eine Entfernung von mehr als 4000 Kilometer. So wurde diese Reise zu einer Generalinspektion der Menschen, der Maschinen, der Rohstoffe, aller Versuche und Planungen im Vierjahresplan, aller Probleme politischer, wirtschaftlicher und seelischer Art. Generalfeldmarschall Göring suchte Antwort auf die Frage, wie weit Deutschlands unermüdliche Arbeit für den totalen Frieden vorwärts gekommen ist, wie weit wir aber gleichzeitig die t o - tale Verteidigung des nationalsozialistischen Deutschland gesichert haben, wenn die Einkreisungspolitiker es bis zum Aeußersten treiben. Generalfeldmarfchall Göring sagte im Laufe der Unterhaltung u. a.: „Ich habe auf dieser Reise den deutschen Menschen wirklich am Werke gesehen, so wie ihn auch der beste lieber» blick über alle Aufgaben und Leistungen des Vier- jahresplanes am grünen Tisch nicht zu erfassen vermag. Ich habe bestätigt gefunden, daß das Bekenntnis des deutschen Menschen zur Führung unendlich stark ist und daß das Vertrauen der deutschen Menschen zu Adolf Hitler über alles geht." Während der Fahrt über die Wasserstraßen habe ich die deutschen Bauern bei der Ernte, die Arbeiter beim Dau von Brücken und Straßen gesehen. Ich habe die ©rubenarbeitere in den Zechen, die Arbeiter an den Hochöfen, in den Stahlwerken erlebt. Ich war auf vielen Flugplätzen und in manchem Fliegerhorst. Ueberall habe ich festgestellt, daß ein voller Einklang zwischen der Ruhe des deutschen Volkes und der Ruhe besteht, mit der Adolf Hitler Deutschlands Politik in dieser Zeit der Krisen führt, für die nicht wir, sondern die Einkreisungspolitiker die Verantwortung tragen. Ueberall habe ich den vollen E i n k l a n g i n d e r Zielsetzung zwischen Führung und Volk erlebt. Die deutschen Arbeiter schaffen nicht nur, um Lohn zu erhalten. Ihnen ist eine Zielsetzung der Gemeinschaft zur Selbstverständlichkeit geworden. Das ganze Volk ist mit der durch den Dierjahres- plan gestellten Aufgabe erfüllt, alle seelischen und materiellen Kräfte, die ihm zur Verfügung stehen, zur höchsten Leistung auszunutzen und damit so viel Sicherheit, Ordnung und Wohlfahrt zu schaffen, daß allein durch die Kraft des Volkes der Friede gesichert ist. Der Generalfeldmarschall sprach dann von einzelnen Erlebnissen seiner Reise. „Ich war mitten im Kraftstrom des R u h r g e b i e t e s oder ein paar Tage später inmitten der Menschen, die sich um die Urbarmachung der Moore im E m s l a n d mühen. Ueberall die gleiche Stimme, die gleiche Meinung. Dann war ich in Salzgitter bei den unter meiner besonderen Initiative entstandenen Werken. Dor knapp zwei Jahren gab es dort nur Ackerboden. Heute erheben sich überall große Schachtanlagen. In einer für die Geschichte der Wirtschaft bisher einmaligen Leistung ist dort ein gewaltiges Jn- Nittewer? geschaffen, das nach den modernsten Er- Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewatt Zernsprechanschlüffe anter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 Ruhe und Zuversicht im Vertrauen auf den Führer Generalfeldmarfchall Göring über die Eindrücke bei seiner Besichtigungsreise. i „Polen hat noch niemals im Laufe seiner Geschichte die Fähigkeit zur Selbstregierung bewiesen." (Lloyd George als englischer Ministerpräsident in feiner Denkschrift an Elämenceau und Wilson vom 26. März 1919). nehmen und reorganisieren, der leidenschaftliche Widerstand Pilsudskis verhindert das. Auch am Narew werden unterdessen die polnischen Truppen zurückaeworfen. Der 15. August wird von Tucha- tschewski als Tag des Einzuges in Warschau bestimmt. Die sowjetrussische Führung, überrascht über so schnelle und leichte Erfolge, wird von Tag zu Tag leichtsinniger. Die Russen stehen schließlich nur noch knapp 15 km östlich von Warschau, die polnische Regierung läßt eine Anzahl Lokomotiven zur Flucht bereithalten. Schon liegen die östlichen Vorstädte Warschaus unter Artilleriefeuer, sowjetrussische Kavallerie dringt bis an die große Weichselbrücke vor. Weygands neuer Plan wird unter Heranziehung der letzten polnischen Reserven von Pilsudski mit äußerster Rücksichtslosigkeit gegenüber den von Märschen erschöpften Truppen ourch- geführt. Das „Wunder an der Weichsel" erklärt sich 1. durch das Eingreifen Weygands und seinen strategisch sehr einfachen Plan, 2. durch Zufallserfolge der Polen über abgezweigte russische Divisionen, 3. durch die erwähnte Erzwingung ungeheurer Marschleistungen seitens Pilsudskis, 4. durch die Dauertransporte französischen Kriegsmaterials für Polen über Gdingen, 5. durch die unverantwortliche Leichtfertigkeit der sowjetrussischen Führung, die den sicheren Sieg in der Hand hatte. In Warschau aber läßt man eine Broschüre drucken mit dem Titel: „Wie Sowjetrußland von Europa ferngehalten wurde". Man will es nicht mehr wissen, daß die militärische Führung Polens durch die erste Frühjahrsoffensive den Staat selbst aufs äußerste gefährdet hatte. darauf einen offiziellen „Gesandten", der die polnische Regierung bei der „Regierung Zeligowski" vertreten soll. Zeligowski, der den ganzen Dreh mit Wilna vorher in Warschau haarklein festgelegt hat, lebt noch heute guter Dinge auf seiner Besitzung. Natürlich setzt Warschau im Wilnaer Gebiet „Wahlen" an, nachdem sich vorher die polnischen Truppen vielfach wie Bolschewisten benommen hatten. Die „Wählen" werden von den Litauern, den Weißrussen und den Juden, also von der weit überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung, geschlossen boykottiert. (Fortsetzung folgt.) Immer toller. Danzig an Polen — oder Krieg. Warschau, 9. August (DNB.) Die weitverbreitete polnische Wochenschrift „P r o st o z M o st u" in Warschau versucht in ihrer neuesten Nummer, die auf den 13. August vordatiert ist (Nr. 33/254), in einem Artikel von zwei Druckseiten das deutsche Danzig für den polnischenLebens- raum zu beanspruchen. Die Geschichte Danzigs wird so entstellt, daß man sie kaum wieder- ertennt, denn in der polnischen Zeitschrift wird eine „polnische Vergangenheit Danzigs" konstruiert, die es gar nicht gibt. Der Verfasser versteift sich zu der Behauptung, daß die Mehrzahl der Bewohner von Danzig dort eigentlich nichts zu suchen habe, weil „Die schrecklichsten, die negativsten Tatsachen werden dem Autor von der polnischen Wirklichkeit geliefert. Und die ganze Welt weiß, daß dieses Gebiet der Tatsachen wahr ist! Noch mehr, daß die Wirklichkeit schlimmer ist." (Das Warschauer Blatt „Robotnik" über das Buch „Das ist Polen" von F. W. v. Oertzen, das aus eigenem Erleben des Verfassers geschrieben ist). «Es ist gerade in letzter Zeit von zahlreichen aus- lmdischen Beobachtern an Hand der 20jährigen Cüschichte des Versailler Staates Polen immer wie- dir festgestellt worden, daß Polen aus sich selbst hraus anscheinend nicht die Fähigkeiten zu be- tagen vermag, die zum Aufbau und zur Durch- siyrung der Derpfkichtunaen eines modernen Eaatswesens erforderlich sind. Die Warschauer N gierung ist oft genug darauf hingewiesen worden, djß sie besondere Aufgaben und Verpflichtungen scon deshalb hat, weil Polen kein National-, son- dm ein Nationalitätenstaat ist, in den durch das 2 :ftat der Entente von 1919 auf Grund polnischer Fälschungen mehr als ein Drittel der Gesamtein- rohnerschaft gegen alles Selbstbestimmungsrecht :id ohne Abstimmung hineingezwungen wurde. Warschau ist — wie gesagt, gerade von auslän- l cher Seite — immer wieder auf solche Not- isiÄigkeiten hingewiesen worden, wie auf die Ein- L'ltung seiner Verpflichtungen gegenüber Danzig nd gegenüber dem Danziger Hafen, oder auf die Wtwendigkeiten der Beseitigung des sozialen Elends ter polnischen Landbevölkerung, der Herstellung nmschenwürdiger Verhältnisse in Ostpolen und in dir Ukraine, der menschenwürdigen Behandlung 0 oberschlesiens und des Korridorgebietes, des Ausbißes halbwegs erträglicher Verkehrsverhältnisfe uta. Polen hat bis in die jüngste Zeit hinein auf alle scche Hinweise stets nur die Antwort gehabt, viel achtiger als alle diese Dinge sei doch wohl das fyer, die Aufrüstung. Wir greifen auf Grund der 5 uauflage des ausgezeichneten Buches „Das ist bien" im folgenden eine Anzahl skizzenhafter Alder heraus. Der Verfasser, F. W. v. Oertzen, kann ejs Grund seiner langjährigen eigenen Arbeit in bien als einer der besten Kenner dieses Landes (Iten. * -Rund 342 000 Quadratkilometer des heute pol» t'ichen Bodens waren vom Weltkriege und danach nn dem polnisch-sowjetrussischen Kriege stark mit» rnommen, beispielsweise waren- 63 v. H. aller Bahnhöfe und Haltestellen zerstört oder beschädigt, 410 Eisenhahnbrücken von insgesamt 900 unbrauch- hr. Aus diesem wie auf so zahlreichen anderen (Meten hätte intensivste Aufbauarbeit einsetzen nissen. Die Meldungen, die vor wenigen Wochen tter die teilweise geradezu sowjetrussischen Zustände o.Jf polnischen Eisenbahnen außerhalb der bebeu» tckdsten Derkehrsstrecken durch die ganze Presse gingen, besagten genug darüber, was Polen in p: anzigjähriger Selbständigkeit als Staat nicht ge» frn hat. * EOlan pflegt in Polen den Sieg über die Rote llimee von 1920 in einer Weise zu feiern, als rnn J^olen damals — als Staat eben erst anbert» $a^re ult! — die Heeresmassen des unendlich Nlll größeren Sowjetrußland nur so zu Paaren ^rieben hatte. Wie sah die Angelegenheit wirklich -Längst bevor die Polen sich darüber klar waren, rät sie dem Ansturm der Roten Armee unter Füh- ■1'9 des damaligen Generals Tuchatschewski Segnen wollen, hat Kamenew, der politische Füh- rti der von Trotzki organisierten Roten Armee, Ül polnischen Operationspläne, wie sie für alle 'Me Vorlagen, in der Hand. Die polnischen Führer ft ohne nennenswerte Kriegserfahrung-, auch Pil- 1t! ki, dessen ungeheure Energie und äußerster eige- tn Einsatz von niemanden bestritten werden, hat Kemals vorher strategische Entscheidungen zu fällen jtnbt. Die polnische „Eroberung" von Kiew, An- l:ß zu wilden Siegesfeiern in Warschau, ist nichts citeres als die kampflose Besetzung einer offenen HHt. Der polnische Oberkommandierende in der limine, der damalige General und heutige Mar- Ihcll Rydz-Smigly, geleitet von dem aus« läßlichen Wunsch, möglichst weitreichende Siege •nci Warschau melden zu können, wird bei seinem b Zu weiten Vordringen von seiner Gefechtsbasis ^schnitten und ist schließlich ohne jede Verbin- bg mit Warschau. Sein Rückzug wird zur Flucht nr den 6 Kavalleriedivisionen Budjennys, der am biami 1920 zur Offensive gegen Rydz»Smigly üi-geht und ihn binnen 10 Tagen auf seine ^Mngsstellung zurückwirst. Die polnische Nordick wird innerhalb von 20 Tagen um 450 Kilo- Mir nach Westen zurückgedrängt, in Warschau &rnnt die Panik. Gewiß, die polnische Armee Oil 1920 ist alles andere als ein einheitliches Heer - üie Rote Armee aber ist es noch ganz erheblich ®rrger. Cse non Frankreich auf Polens Hilferuf entsandte *1 färmiffion unter General Weygand will die : üiltitoen Xrwgea bis Stoei dis WsMLl zurückSiebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vröhlsche llniverfitälsdruckerei «.Lange in Sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 sie nur zugezogen sei. Das polnische Blatt möchte die Dinge Jo darstellen, als ob Polen üi der Danziger Frage weitestgehend Zugeständnisse gemacht habe. Niemals könne Polen, so betont der polnische Artikelschreiber, den Wünschen der deutschen Bevölkerung Danzigs folgen. Polen könne keine Kompromis e mit den Deutschen machen, sondern es gebe nur ein Ent« weder — Oder. Wörtlich schließt „Prosto z Mostu" seinen Aufsatz mit der Drohung: „Ent« weder die Deutschen erkennen unsere Ansprüche in ihrer Gesamtheit an und nehmen unsere Rechtsansprüche in vollem Umfange zur Kenntnis, daß Danzig im Gebiet des polnischen Lebensraumes gelegen ist, oder sie tun das nicht. Die Nichtanerkennung unserer Rechte diktiert uns nur einen einzigen Ausweg: den Krieg!" Wenn man sich in Polen einbildet, mit immer neuer Aufwärmung alter Lügen könne die unsinnige Forderung Polens auf den besitz Danzigs stärker fundiert werden, so irrt man sich gar sehr. Daß D an z i g eine rein deutsche Stadt ist, kann im Ernst auch von Polen nicht bestritten werden. Uebrigens haben ja Cham« b e r l a i n und der polnische Außenminister B e ck wiederholt öffentlich den völlig deutschen Charakter und die deutsche Geschichte Danzigs eingestehen müssen. Neuerdings hat sogar Kmg-Hall durch seinen Brief an den Führer der Hitler-Iuaend in Danzig bestätigt, daß „Danzig in Deutschland liegt. Das polnische Geschwätz über das angeblich „polnische Danzig" und über die ,LugeHörigkeit Danzigs zum polnischen Lebensraum" ist eben nichts anderes als em Teil des verbohrten Größenwahns der Polen, der schon fast pathologisch ist. Daher wird auch niemand mit gesundem Menschenverstand einer derartigen Unverschämtheit, wie sie in der vorstehenden polnischen Pressestimme wieder zum Ausdruck kommt, Gewicht beilegen. 3m übrigen wird das deutscheDanzigam heutiaen Donnerstagavend bei einer großen Kundgebung durch den Mund des Gauleiters Forster den Polen die erforderliche Anwort geben. „Danzig - Germany." Sogar King-Hall bescheinigt es. Danzig, 9. Aug. (DNB.) Der „Danziger Dor- posten" veröffentlicht das Faksimile eines Briefumschlages des berüchtigten englischen „Propagandagenies" King-Hall, der sich ausgerechnet den Führer der Danziger HI. ausgesucht hat, um ihn mit seinem Brief zu beehren. Das Inter- essante an diesem Schreiben des „ollen englischen Seemannes" dürfte die Tatsache sein, daß auch er endlich einmal einen Lichtblick gehabt hat. Auf seinem Briefumschlag steht als Bestimmungsort „Danzig — German y". Ist sich King-Hall bewußt geworden, daß seine Briefe doch nichts ändern können? Wir aber nehmen zur Kenntnis: Für England ist es klar: Danzig gehört zu Deutschland. Danzig in Germany! „10 Mionen Unterdrücke." Auch eine Rechnung. Oie Achse ist eine Verbindung der Herzen. Mtion-Isozia'istm un» Faschist-» sind Träg» der «»Wicklung des 20. Zahrhund-ris. Venedig, 9.Aug. (DNB.) Reichsproppganda- Minister Dr. G o e b b e l s und Reichspresseckef Dr. Dietrich haben am Mlttwochvormlttag in Be- gleituna des italienischen Ministers ur Boltsbll- dung A l f i e r i, in der Gedächtnishalle für die gefallenen Faschisten einen großen hakenkreuzgeschmückten Lorbeerkranz niedergelegt. Hierau, sand im Festsaal des Dogenpalastes eine außerordentliche Tagung des F°,chisti,ch-n V-rb°nd-s für freu Be- rufe zu Ehren von Relchspropagandamlmster Dr. Goebbels in Anwesenheit von Vertretern des ganzen italienischen Schrifttums unter besonders starker Beteiligung der Presse statt. Die Festver- ammlung begrüßteReichsminister Dr. Goebbels, Reichspressechef Dr. Dietrich und Minister Al- f i e r i mit stürmischem Beifall und brachte den deutschen Ehrengästen wiederholt begeisterte Huldigungen dar. Nach Ansprachen des stellvertretenden Bürgermeisters von Denedig und des Dekbandspräfidenten sprach Minister für JMbildungMien Er unterstrich dabei vor allem, das italienische Schrifttum sei stolz darauf, daß jeder in seinem Teil seine Kräfte für die Verwirklichung der vom Duce aufgestellten Richtlinien einsetze. Die Bedeutung der neuen Zusammenkunft mit seinem Freunde Reichsminister Dr. Goebbels werde auch im Auslande erkannt. Die i t a l i e n i s ch e n S ch r i f t« lei ter zählten, wie der Minister unter außerordentlich lebhaftem Beifall hinzufügte, den Reichs- Minister als einen der ersten und schärfsten Mitarbeiter des Führers aus der Kampfzeit des Na- tionalfozialismus auch zu den ihrigen. Er persönlich wolle diese Tatsache noch mit dem Hin- weis unterstreichen, daß er gerade im Hause des Reichspropagandaministers 1933 den Führer Adolf Hitler kennenlernen und mit ihm eine erste sehr wichtige Unterredung habe haben können. Im Gegensatz zu dem demokratischen Ausland und seiner Nervenkrise beobachteten Italien und Deutschland mit vertrauen auf den Duce und auf den Führer die internationalen Ereignisse völlig ruhig. Bei der Gestaltung der geistigen Gemeinschaft der beiden Großmächte und ihrer Völker fühlten sich die Schriftleiter der beiden Länder als die Bannerträger im Kampf um den geistigen Lebensraum der faschistischen und der nationalsozmllsti- schen Kultur. Reichsminister Dr. Goebbels drückte dann in seiner Rede zunächst seinen und seiner Mitarbeiter tiefempfundenen Dank aus für den wahrhaft enthusiastischen Empfang, den diese einzigartige Stadt ihm und seinen Mitarbeitern bereitet habe. Er richtete diesen Dank zuerst an seinen Freund und Kollegen Alfieri, dann an die Behörden und die Bevölkerung Venedigs. „Die- ser Empfang ist für uns auch ein Ausdruck und Beweis der t i »f e n Verbundenheit zwischen Italien und Deutschland, die weit über die Zweckmäßigkeit des rein Politischen hin- ausgeht. Die A ch s e ist heute eine Verbindung der Herzen, und ihre Politik bedeutet eine über die materiellen politischen Tagesinteressen hinaus- greifende Zusammenarbeit zweier Völker, zweier aus gleichem Geist geborener Revolutionen in der gleichen Atmosphäre der Verständigung." Dann nahm Dr. Goebbels die Festtaaung zum Anlaß, vor den Vertretern des italienischen Schrifttums zwei Gedanken besonders hervorzu- hcben. „Die sogenannte demokratische Welt", so erklärte Dr. Goebbels, „macht sich einen Beruf daraus, den totalitären Staaten Kulturlosigkeit vorzu- werfen. Zu allem anderen, nur nicht dazu hat sie ein Recht. Man braucht nur eine Fahrt durch Vene- dig zu machen, um festzustellen, daß etwa der Dogenpalast hier auf eine bedeutendere Kultur und Geschichte zurückschaut, als sie gewisse Parvenü- staaten besitzen, die sich als berufene Bannerträger der Demokratie ausgeben." Stürmischer Beifall dankte für diesen Vergleich. „Es besteht daher kein Grund, dieses demokratische Geschwätz ernst zu nehmen. Zumeist haben die Demokratien nur wenig von der Kultur, die sie besitzen wollen. Möaen sie sich also zuerst eine Kultur schaffen, die zu besitzen sie dann allerdings auch das Recht haben Seit jeher ist die politische Zusammenarbeit zweier Staaten immer dann besonders fruchtbar für die große geschichtliche Entwicklung gewesen, wenn sie von dem kulturellen Verständnis und einem lebendigen geistigen Austausch beider Völker begleitet war. Politische Zusammenarbeit an sich ist zunächst immer nur die tätige Auswirkung gleicher politischer Interessen. Politische Interessen aber können wechseln. Kulturelle Verflochtenheit dagegen ist etwas Bleibendes. Die ganze deulfch-ilattenlfche Geschichte ist ein einziger Beweis für eine kulturelle Zusammenarbeit von solchem Ausmaß, wie sie sonst zwischen zwei Völkern kaum wieder festgestellt werden kann. Wenn also die beiden großen Führer des deutschen und des italienischen Volkes sich in politischen Zielen fanden, so ist dies mehr als eine zufällige Ueberein- ftimmung politischer Interessen. Es ist die Erfüllung einer langen gemeinsamen Geschichte. Europa befindet sich heute in einer sehr schweren Krise, die nicht eher beendet fein wird, als nicht die Lebensinteressen auch der armen Völker geregelt sind. Es ist ein Unsinn, von Frieden zu sprechen, so lange diese Krise anhält. Sie zu lösen, heißt nicht den Frieden stören, sondern den Frieden schaffen. Diese Krise kann nur durch einschneidende Maßnahmen über« wunden werden. Wir sind heute ungefähr in der gleichen Lage, in der sich Europa in der Zeit von 1789 bis 1848 befand. Ist eine Revolution fällig geworden, dann haben einzelne Völker die geschichtliche Aufgabe, mit ihr zu beginnen. Frankreich bat die liberale Revolution an gefangen, hat ihre Idee ausgebildet und durchgeführt und gab damit für das damalige Europa ein Beispiel. Es gewann durch feine Revolution einen Vorsprung vor anderen Völkern. Andere Staaten setzten sich gegen den Durchbruch der Revolution zur Wehr. Aber umsonst. So erlebte das Ende des 18. Jahrhunderts die liberale Revolution. Heute erleben wir die Volksrevolution. Die liberale Revolution hat einen Stand befreit. Die Re- volution des 20. Jahrhunderts hat die Aufgabe, Völker zu befreien. Wir kämpfen nickt den Kampf der Klaffen, sondern den Gleichberechtigungskampf der Völker. Das 19. Jahrhundert ist nicht zufällig von Frankreich geistig beherrscht worden. Das Ergebnis der Französischen Revolution war nicht ein liberales Frankreich, sondern ein liberales Europa. Das Ergebnis der Revolution der Gegenwart wird nicht ein faschistisches Italien und ein nationalsozialistisches Deutschland, sondern ein neues Europa fein. Es bedarf kaum einer besonderen Voraussicht, um einzusehen, daß Deutschland und Italien dazu bestimmt sind, das geistige Gesicht des künftigen Europas zu prägen. (Stärkster Beifall.) Wir sehen deshalb mit souveräner Verachtung auf die frechen Überheblichkeiten der Demokratien herab. Wir stehen gefestigt in unserer Weltanschau- ung und in dem Glauben an unsere Mission. Belehrungen und wnnerhafte Ermahnungen haben wir nicht nötig. Wir wären im Gegenteil bereit und in der Lage, Europa Lehren zu erteilen, wenn schon Lehren gegeben werden sollen. Nationol« jozialisten und Faschisten wirken als Sie Träger der neuen Entwicklung der 20.1ahrhunderts. In der Arbeit an ihren geistigen Grundlagen treffen wir uns. Wir sind geistig und kulturell durch unsere Geschichte und für die Zukunft verbunden. Wenn demnach die Achse noch nicht existierte, dann müßte sie erfunden werden." Bei dieser Feststellung brachen die Vertreter des italienischen Schrifttums und der Presse, die den Ausführungen des Ministers Satz für Satz mit großer Spannung gefolgt waren, in stärksten Beifall aus. Sie unterstrichen damit das, was Dr. Goebbels in Beantwortung der Worte des Ministers Alfieri über die Tiefe der geistigen, kulturellen und politischen Bindung zwischen Faschismus und Nationalsozialismus gesagt hatte. Warschau, 10. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der Berliner Berichterstatter der „G a z e t a Polska" bemüht sich in aufhetzerischer Weise, die polnischen Begierden noch mehr aufzustacheln. Er bringt am Donnerstag eine glaubhaft sein sollende Zahlenkolonne von zehn Millionen durch Deutschland „unterdrückte Menschen". Er tut dies sichtlich in der Absicht, den Polen nahezulegen, zugleich mit Danzig, Ostpreußen, Schlesien usw. auch noch die von jenen zehn Millionen bewohnten Gebiete an Polen zu bringen, das ja sowieso ein Mosaikstaat ist. Die Liste der „zehn Mi l° lionen Unterdrückten" setzt der polnische Berichterstatter frivol wie folgt zusammen: 7 Millionen Tschechen, 1,5 Millionen Polen, 150 000 Slowenen und Kroaten, 130 000 Lausitzer (!), 78 000 Litauer, 12 000 Dänen, 8 000 Ungarn, 5 000 Slowaken und 4000 Friesen (!). Alle diese seien dazu ver- urteilt, germanisiert zu werden. Wenn man zu dieser Ziffer nach 500 000 Juden und 800 000 Halbjuden hinzurechnet, dann erhalte man 10,2 Millionen unterdrückte Menschen in Deutschland. Mitschuldig durch Verschweigen. Danzig, 9. Aua. (DNB.) Aus dem Langen Markt in Danzig findet am Donnerstag um 2 0 Uhr eine große Protestkundgebung der gesamten Danziger Bevölkerung statt, auf der Danzigs Gauleiter Albert Forster gegenüber der -n- glaublichen Drohung der Polen, Danzig mit Kano- ner den Bann des Verschweigens. Man freut sich, daß die Polen Deutschland so „kräftig" mit dem Mund bekriegen, aber man sagt dem englischen und dem französischen Volk nichts davon, denn polnische Annektionsabsichten könnten doch besser aufklären, als es lange Leitartikel zum Lobe der eigenen Wahrheitsliebe und der polnischen Duldsamkeit, sowie Betrachtungen über die deutsche Bösartigkeit tun würden. Die Verdummung des britischen, französischen und amerikanischen Leser« kreises ist ein Verbrechen gegen die Wahrheit, die nicht zum ersten Male von den Skribenten der Einkreisung gemeuchelt wird. E. S. Heute abend spricht Danzig. So weiß in den gelobten Ländern der „Pressefreiheit" der Leser nichts von den haßerfüllten Ministerreden Kwiatkowskis und anderer, nichts von der Rede des Managers des „Sauers der nationalen Einigung", des Obersten W e n o a , der bereits am 2. Juli Ostpreußen, Deutsck-Ober- schlefien und weite Teile des gesamtdeutschen Reiches verlangte und ein „Wehe euch" über die West- demokratien ausstieß, die angeblich diese „berechtigten" polnischen Forderungen nicht erfüllen wollten. Das polnische Militärblatt „Polska Zbrojna" hat noch nach Wochen die Ausführungen dieses Mitgliedes der Oberstenclique rühmend hervorgehoben. Von den irren Phantasien, die z. B. der Flieger- Hauptmann Poleszyns landauf landab vor den polnischen Reserveoffizieren produziert, und von der Mär der zu „befreienden" Gebiete, die tagtäglich die polnischen Gazetten ihren Lesern vorsetzen, wollen wir schweigen. Daß Polen nicht nur Danzig und Ostpreußen fordert, druckte noch am Dienstag der „Ilustrowany Kurjer Codzienny", der Jllu- ............ ftrierte Krakauer Kurier, schwarz auf weiß. I nen'zusammenzuschleßen, den Willen Ter deutschen Gegenüber solchen unverhohlenen polnischen Stadt Danzig vor aller Welt zum Ausdruck brin- Raubgelüsten verhängen die Londoner und Pariser | gen wird. Blätter ebenso wie die demokratischen Staatsmän- — Die Londoner „Time s" spricht im Hinblick auf die jüngsten Vorgänge von einer Intensivierung der deutschen Propaganda gegen Polen. Sie registriert zwar kurz die ungeheuerliche Bemerkung des „Czas", der polnische Geschütze auf Danzig gerichtet wissen wollte, aber sie hat ebenso wie die übrige englische und französische Presse ihrem Publikum kein Sterbenswörtchen davon erzählt, daß erst das britische Hilfsversvrechen die polnischen Kriegs« und Annexionsabsichten in geradezu tropischer Hitze entwickelte. Dor einigen Tagen noch schrieb die ehrenwerte „Times", weiter- gehende Ziele seien in Polen nur in einem sehr engen Kreise zu suchen, der keinen Einfluß auf die Voltsmassen hätte. Folgerichtig verschwiegen die englischen Lügengazetten alles, was sich an Größenwahn bei den Polen zeigte, bei der herrschenden Oderstenklique sowohl, wie bet deren Blättern. Die unüberbietbare Ruppigkeit des Tones, der lächerliche Größenwahn, der sich auf der anderen Seite mit Zerknirschung über die ausgebliebenen englischen Subsidien mengt, paßt natürlich in Lon- don und Paris ebensowenig zu den gegen Deutschland gerichteten Beschuldigungen, wie die Tatsache, daß in Polen ganz offiziell die Kriegs- und Eroberungsziele breitgetreten werden. Der englische Leser und der französische Demokrat dürfen davon natürlich nichts erfahren. Für sie muß Polen das Opferlamm fein, während es in Wirklichkeit der Amokläufer in Europa wurde. Der Londoner „Evening Standard" trieb die Niederträchtigkeit auf die Spitze, indem er am Dienstagabend darauf verweisen zu müssen glaubte, daß die deutsche Presse die bestehende Spannung verschärfe, indem sie Polnisch-Schlesien, Posen und den Korridor in den Komplex der Fragen einbezogen habe. In der Schriftleitung des „Evening Standard" scheint man nicht einmal deutsch lesen zu können. Trotzdem wird den geduldigen britischen Bürgern die angebliche Eroberungssucht Deutschlands ebenso fingerfertig bargelegt wie die Harmlosigkeit der Polen, denen Chamberlain und Halifax Loblieder spendeten, weil sie eben die polnischen Hände am englischen Geldbeutel nicht gerade lieben. Daß die Pariser Journaille, „Journal", „Epoque" und der halbamtliche „Petit Parisien", sich der englischen Gepflogenheit, aus Schwarz Weiß zu machen, anschließt, ist selbstverständlich, und die amtliche Agence Havas gibt zu dieser ungeheuerlichen Verfälschung eines jimpley Tatbestandes den Auftakt. Englands wahres Gesicht. USA. und Frankreich gegen Japan eingespannt. Io H o , 10. Aug. (DNB.-Funkspr., Ostasiendienst.) Die Geschäftsträger der Vereinigten Staaten von Amerika und Frankreich sprachen im Außenarnt vor und erhoben im Namen ihrer Regierungen Vorstellungen, wobei sie betonten, daß USA. und Frankreich hinsichtlich der Währungsfrage und der Auslieferung der Silbervorräte in den Konzessionen gemeinsame Interessen mit England hätten. Wie man in politischen Kreisen Tokios hierzu erfährt, habe die japanische Regierung diese Vorstellungen entschieden zurückgewiesen und erklärt, daß Japan Wirtschaftsfragen ausschließlich mit England erörtern werde. Das gut unterrichtete Blatt „Tokio Schimbun" erklärt in diesem Zusammenhang, daß das Vorgehen Amerikas und Frankreichs ein deutliches Zeichen für die Frontbildung d e r Demokratien gegen Japan fei, mit der Absicht, auf die Verhandlungen in Tokio zu Gunsten Englands einen Druck auszuüben. Dieser Dreh Englands, so betont „Mijaho Schimbun", Frankreich und Amerika gegen Japan auszuspielen, lasse Englands wahres Gesicht erkennen und werde für die Gestaltung der englisch - japanischen Beziehungen wenig forderlich fein. Die feindliche Haltung Englands werde der antibritifchen Bewegung in Japan und China einen neuen Auftrieb geben. »Schärfster Protest- Englands. London, 10. Aug. (Europapretz.) Der englische Botschafter in Tokio, Sir Robert Craigie, ist am Mittwoch von seiner Regierung angewiesen worden, gegen die japanische Forderung schärfsten P r o t e ft einzulegen, die in der Provinz Honan gelegenen Bergwerke der Anglo-Chi- nese Finance and Trabe Corporation a u s 3 u l i c • fern. Diese Forderung war von der japansreunb- lichen chinesischen Regierung von Honan gestellt worben. Die Kohlenbergwerke waren sei Oktober 1937 geschlossen. Zwischenspiel in Swaiau. England mutz sich entschuldigen. London, 10. Aug. (Europapreß.) Bei einer Machtprobe zwischen englischen und japanischen Marine- dzw. Militärbehörden in Fernost haben die Engländer nach gegeben. Wie am Donnerstagvormittag aus Hongkong gemeldet wird, hat das englische Marinekommando sich wegen des Zwischenfalls in Sm a tau vom Mittwoch beim japanischen Marinekommando entschuldigt, wie dies von den Japanern verlangt worden war. Es hatte sich um folgende Vorgänge gehandelt: In Swatau hatte der englische Generalkonsul Marineschutz für englische Geschäftshäuser am gefordert, vor denen chinesische Kundgebungen stattfanden. Daraufhin hatte bas englische Marinekom- manbo von zwei Zerstörern Landungsabteilungen geschickt, die gegen die Chinesen vor- gtngen. Dabei wurde eine Reihe von Chinesen verletzt. Vom japanischen Militärkommandanten wurde hierauf eine Entschuldigung verlangt, während anderseits die Engländer vom japanischen Generalkonsul die Zurücknahme der gegen ine Landungstruppen gerichteten Vorwürfe forderten. Der japanische Generalkonsul kam dem englischen Ersuchen nicht nach und der japanische Militärkom- manbeur weigerte sich, den englischen Generalkonsul zu empfangen. — Demnach hat sich jetzt die japanische Auffassung über den Zwischenfall durchgesetzt. Tommys im Streik. L 0 n do n , 10. Aug. (DNB. Funkspruch.) Mit der Devise „5 Pfund für einen Matrosen, aber nicht für einen Tommy" traten in dem Militärlager Houndstone zahlreiche Reservisten, die als Instrukteure dienen, am Mittwoch in den „S t r e i k". Es wird von 500 Streikenden gesprochen, obwohl das Kriegsministerium nur 150 zu- gibt Die Reservisten verlangen, nach „News CHw- nicle", beffere B e zahl ung als Entschäd/Mg für „Kleiberverschleiß" und Stellungsverlust, Francos Aufbauwerk. Burgos, 10.Aug. (DNB.) Der Caudillo erließ mehrere Dekrete, in denen er die Ernennungen für die führenden Posten innerhalb der Partei bekanntgibt. Zum Präsidenten des politischen Ausschusses der Falange wurde ernannt der jetzige Innenminister Serano Suner, der somit beide entstandenen Posten in Spaniens Innenpolitik beleihet. Zum Generalsekretär der Partei und Chef der Falange-Milizen wurde ernannt General Munoz Grande, der sich während des Krieges in den Kämpfen um Katalonien einen bedeutenden Namen erwarb. Zum Vizefekretär der Partei wurde ernannt Pedro Gemero del Castillo, einer der jüngsten Vertreter der Falange. Man betrachtet die Ernennungen als ein Anzeichen dafür, daß der kämpferische Geist der Bewegung beibehalten und verstärkt wird, da führende Posten der Partei Haupt« sächlich von jungen, aber bewährten Kämpfern bekleidet werden. Paris erkennt endlich die Wahrheit. Paris, 10. August. (DNB. Funkspruch.) Die durch General Franco vollzogene politische Neuorganisation in Spanien wird in der Pariser Presse einer eingehenden Betrachtung unter« zogen. Die Blätter müssen zugeben, daß das polt« tische Regime in Spanien f eft und un« erschütterlich dafteht. Große Beachtung findet vor allem die Verstärkung der Auto« rität des Staatschefs. Kammerauflösung in Frankreich? Paris, 10. Aug. (Europapreß.) In den Wan« bclgängen der Kammer verbreitete sich am Mitt« woch im Anschluß an eine Sitzung des Vorstands der radikalsozialistischen Äammeraruppe das Gfr rücht, daß im Oktober dieses Jahres mit erntt Auflösung der Sammer und ansckließendeo Neuwahlen zu rechnen fein dürfte, obwohl etji vor kurzem die verfassungsmäßig im Mai 1940 fal« ltgen Wahlen auf dem Verordnungswege um 3®# Jahre verschoben worden sind. Nach den Gw®* rungen eines führenden radikalsozialistischen Pom tikers würde Ministerpräsident Da lädier tnu einer solchen Politik den Zweck verfolgen, den Wahlfeldzug auf eine ganz kurze Zeitspanne, etwa fünfzehn Tage, zu beschran« ken, um den größtmöglichen Nutzen aus gegenwärtigen Volkstümlichkeit zu ziehen. Er hav an diese Möglichkeit bereits beim Erlaß der 25er* oränung über die Verschiebung der Kammerwahle» gedacht. Zur Kammerauflösuna gehört nach der stonzo« fischen Verfassung außer der Unterschrift Staatspräsidenten auch die Zustimmung des Senats, die D alabi er wohl sicher wäre, wenn die internationale Lage eine Entspannung er fahren würde. Die Kammerauflösung stellt an pw in der französischen Politik einen seltenen Vorgang dar, und derjenige, der sich ihrer als politischen^ ftruments bedient, gerät stets in den Derda C' W w ierbdtrid Ise. dir K r Ta-r irtfa fr 5, ums I* rte bttl liftigtU )en N- itte. Veracht ^nwkir ieltan’c, Mission, z "gtNhLl ntril biü riltn.vk ation« rhnoi lunghi 1 s h ■ M lchichü a ?mnad) b Ä Jl» tri, Cn! >ie Siü Mchit les nt bn ft fomil I® nenpofifi > lei uiM Oenero! 3> 5 W leuttnb®'- tills.ü Han bN iafür, M ibebatea« Partei^ flöm^ SaB nkspr^!,? polih -aW^ «6 Mit'; it 8* ing 3« **6 !s°iA -vr-k ad) W t S« al«^, oerfol^! ’« ! n v i$f .■ G jtaflii*1 x X & / *< 5F !/ r x<*< M j OB Aus aller Welt Haifischtony und die Galleonsfigur (Line unheimliche Seemannsgeschichie von Christian Munk. Zwetkowitsch fährt nach Rom. Belgrad. 9. Auoust. (Europapreß.) Der |ugo- slawische Ministerpräsident Zwetkowitsch wird am Donnerstag nach Rom abreisen. Minister. Präsident Zwetkowitsch, der Präsident der nationalen jugoslawischen Arbeiterorganisation „Jugoras" ist, folgt einer Einladung der italienischen nationalen Arbeiteroerbände. Sekerintrristag der deutschen Studenten Berlin, 9. Aua. (DRB.) Der Reichsstudenten- führer Dr. S ch e e l hat den 1 2. A u g u st (Schlage- ters Geburtstag) zum Bekenntnistag der deutschen Studenten erklärt. 0n Anwesenheit des Gauleiters von Tirol-Vorarlberg wurden am Brenner die S)itlerjunaen dieses Gebiets, die am Adolf-Hitler-Marsch teilnehmen, ver- übschiedet. Zum erstenmal begleitet auch eine Abteilung der italienischen Jugend mit ihren Feldzeichen »ie deutschen Jungen. Unser Bild zeigt die jungen Italiener beim Aufmarsch am Brenner. (Pressebild-Zentrale-M.) deutsches Küskenpatrouillenboot fährt Weltrekord. Die Pacht- und Bootswerft Friedrich Luerssen, Vegesack bei Bremen, führte auf der Weser eine Weltrekord-Versuchsfahrt mit einem seetüchtigen ütüstenpatrouillenboot durch. Die Versuchsfahrt, die 'uiter Aufsicht der Obersten Nationalen Sport- «lehörde stattfand, gestaltete sich zu einem vollen Erfolg. Das mit Daimler-Benz-Spezial-Diesel- Motoren ausgerüstete Küstenpatrouillenboot durch- urhr die genau vermessene Meile unterhalb von Krake in dem für diese Bootsklasse bisher nicht erreichten Stundenmittel von 68,13 Kilometer. Diese Leistung bedeutet einen neuen Weltrekord, ber an, die „Union Internationale" zur Anerkennung weitergeleitet worden ist. Schwere Unwetter im Gau Oberdonau. 1 Einzelne Teile von Oberdonau wurden von schweren Unwettern heimgesucht. Im Aurach- irird Wesenaurachtal wurden 14 Brücken weggerisseN. tämme, aller Schichten des Volkes, aller Rangstufen und aller Waffengattungen des Heeres zusammenfaßt. Der Verfasser hat sich dazu jahrelange Arbeit gemacht, die amtlichen Kriegsakten, Heeres- Unb Zeitungsberichte aller Länder, Truppengeschichten und Tagebücher der Kämpfer durchforscht, um dieses Heldenepos dem deutschen Volke zu geben. Alle Schilderungen beruhen auf einwandfreien, verbürgten Unterlagen. Das Buch ist eingeteilt nach den „Acht Pflichten des deutschen Soldaten" und schlägt dadurch die Brücke von den Soldaten des alten deutschen Heeres zu der jungen Wehrmacht des Großdeutschen Reiches, der in diesen schlichten, «in ihrer heldischen Größe überaus eindrucksvollen Berichten von der Front 1914/18 unvergleichliche Vorbilder des pflichtbewußten und jederzeit opferbereiten deutschen Soldaten gegeben werden. Manner am Feind: Offizier, Unteroffizier und Mannschaften, Munitionsfahrer, Arzt und Sanitäter sie alle haben in diesem Buche des deutschen Heldentums durch die anerkennenswerte Arbeit Bathes ein leuchtendes Ruhmesdenkmal für alle Zeiten tzrhatten. Den aktiven Soldaten und der Heranwachsenden Generation ist damit ein Buch der Erhebung und zugleich der Verpflichtung zugänglich gemacht worden, das sie mit glühender Begeisterung und mit größtem Nutzen für ihre eigene Pflichterfüllung im Dienste unserer Volksgemeinschaft lesen werden. Die Soldaten der Front von 1914/18 aber werden sich kein schöneres Denkmal an die deutsche Größe jener Jahre wünschen können, als es in diesem Buche für alle Zeiten geschaffen ist. * '' Jeder Pimpf weiß heutzutage allerlei von der Flak zu erzählen. Ihm ist diese Waffe.unserer jungen Wehrmacht einfach eine Selbstverständlichkeit. Ganz anders war es noch im Jahre 1916. Bis dahin wußte man selbst an der Westfront von der Flak nur sehr wenig. Die feindliche Luftwaffe batte •in den großen Abwehrschlachten an der Westfront bis 1916 eine teilweise erdrückende Uebermacht, in manchen Abschnitten beherrschte sie den Luftraum sogar vollkommen. In jenem Jahre wurde auch beim deutschen Heere eine Waffe geschaffen und immer stärker eingesetzt, die den Kämpfern im Graben und in den Feuerstellungen der Batterien ein guter Helfer war: die Flak. Von dieser Waffe und -ihrem Entstehen erzählt Hans Jancke in seinem Buch „Flak an der Somme" (Deutscher Verlag, Berlin, kart. 2 RM., geb. 2,85 RM.) — (90). Was dieses Flakgeschütz, das man in keiner Weise mit der Waffe von heute vergleichen kann, im Kampf bedeutete, wird in dem Buche in soldatischer Schlichtheit, ohne jegliche Ruhmredigkeit an Hand von Tatsachen dargelegt. In höchster Spannung erlebt der Leser den dramatischen Verlauf der Kämpfe diger erklärte babel, In dem Verhalten des Angeklagten nichts den jagdlichen Grundsätzen Wider« sprechendes feststellen zu können. Auf Grund dieses Gutachtens kam das Gericht zu einer Freisprechung. Witierungövorhersage für die Zeit vom 10. bis 19. August. Herausgegeben vom Forschungsinstitut für langfristige Witterungsvorhersage des Reichswetter, dienstes in Bad Homburg v. d. H. am 9. 8. 1939. In Schlesien und Ostpreußen in den nächsten Tagen bewölktes bis trübes Wetter, Abkühlung, verbreitete, teilweise recht ergiebige Niederschläge, bann — ungefähr ab Ende dieser Woche — wieder aufheiternd, Erwärmung und Nachlassen der Nie- derschläge; vor allem in Ostpreußen vielfach trocken. Ungefähr ab Mitte der nächsten Woche neuerdings unbeständig. Im übrigen Nordddeutschland, sowie m Mitteldeutschland zunächst noch unbeständig, wechselnde Bewölkung, verhältnismäßig kühl, zeitweise Regen- fälle. Gegen Ende dieser Woche Aufheiterung und Nachlassen der Niederschläge. Um das Wochenende vielfach trocken und warm. In der nächsten Woche bei überwiegend maritimer Luftzufuhr von Westen nach Osten fortschreitende Bewölkungszunahme, unbeständiges Wetter mit häufigen, von vereinzelten starken Gewitterregen abgesehen, aber nur leichten Regenfällen. Oestlich der Elbe und in Mitteldeutsch, land wahrscheinlich freundliches und weniger Nie« derschläge als im Westen. In Süddeutschland wahrscheinlich schon in den nächsten Tagen vielfach heiter und nur ganz vereinzelt Niederschläge. Es ist nicht ganz sicher, aber wahrscheinlich, daß das schöne und überwiegend trockene Wetter in Süddeutschland auch noch über das Wochenende hält, dann wird aber auch hier, von Westen nach Osten fortlaufend, wieder unbe» ständiges Wetter mit ziemlich häufigen Nieder« schlügen eintreten. Sonnenscheindauer in der Summe der 10 Tage meiftenorts zwischen 55 und 80 Stunden; in Ostpreußen wahrscheinlich über 80 Stunden. Wetterbericht Bei wechselhafter und häufiger Aufheiterung kam es am Mittwoch nur noch zu kleineren, einzelnen, örtlichen, allerdings recht heftigen gewittrigen Regenfällen. Zur Zeit ist eine Umgestaltung der Großwetterlage im Gange, die uns zwar noch kein durchaus beständiges, aber doch freundlicheres Wetter als in der letzten Zeit bringen wird. Vorhersage f ü r Freitag: Freundlich bis aufheiternd, nur noch strichweise leichte Niederschläge, bei Winden um Süd ziemlich warm. Lufttemperaturen am 9. August: mittags 18,4 Grad Celsius, abends 14,6 Grad; am 10. August: morgens 12,5 Grad. Maximum 20 Grad, Minimum heute nacht 10,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. August: abends 18,2 Grad; am 10. August: morgens 14,8 Grad. — Niederschläge 2,1 mm. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange (beurlaubt), i. V.: Ernst Blum- schein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An« zeigen: Theodor Kümmel. D. A. VII. 1939 : 8855. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. EinzelverkaM- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der > ftrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. !m Alter von 37 Jahren. Gießen-Wleseck, den 9. August 1939. 5447D Die Beerdigung findet Freitag, den 11. August, nachmittags 4 Uhr, von dem Sterbehause, Kornblumenstrafie 46, aus statt In tiefer Trauer: Heinrich Schmidt und Kinder nebst allen Angehörigen. Heute entschlief plötzlich und unerwartet meine herzensgute Frau, unsre treusorgende Mutter, unsre liebe Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Anna Schmidt, geb. Keßler Arbeitsvergebung. Für den Neubau des Mittelmarktes sollen die nachstehenden Arbeiten auf Grund der Vorschriften der RVO. öffentlich vergeben werden; 5443D 1. Dachdeckerarbeiten. 2. Spenglerarbeiten. Die Angebote sind bis zum Dienstag, dem 15. August 1939, vormittags 10 Uhr, auf dem Stadtbauamt Gießen einzureichen, wo auch die Unterlagen zu erhalten sind. Gießen, den 9. August 1939. Der Oberbürgermeister. Stadtbauamt. I. A.: G r a v e r t. f Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 6 Pf. für die Millimeterzeile veröffentlicht! Fliesen-UJandschoner, Edgar Handtuchhalter Löffelhalter. Sand Seife-Soda- Garnituren. । Schlüsselhalter | verchromt ».vernickelt BORRMANNc Gießen, Neustadt 5-7, Ruf 4165 u. 4156 Dr. Mehl von der Reise zurück 5454V im Gesicht und am Körper entfernt sofort vollkommen schmerzlos die völlig unschädliche viel tausendfach bewährte Enthaarungscreme Artisin TvbeM.2.-l.25 -.50 Zu haben: Parf. Bachberger. Am Bahnhof Drog.Elges, Selters weg 66 Drog.Karn, Schulstraße ns2v Parf. Koch, Seltersweg 63 Parf. Plank, Seltersweg 8 und einschlägigen Geschäften. KleineAnzeigeu tm Gießener Anzeiger werden bon Tausenden beachtet und gelesen. 1 Zimmer mit kl. Küche, an alleinst. Frau per 1. Sept, zu vermiet. 5449D Näheres Settersweg 85 in. 3stöckiges Lagerhaus mit Rampe, 600 qm, sauber und trocken, Büro, großer Hof usw. für alle Zwecke geeignet, evtl, auch m. Garagen zu vermieten. Näheres 03357 Gießen, Zozelsgasse 9. Garage frei Müblstraße 29 u. Löberstraße 3 Näheres 03553 Müblstraße 29. 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August teilnehmen wollen, auf Antrag der erforderliche Urlaub.mit Fortzahlung der Bezüge und ohne Anrechnung auf den Erholungsurlaub gewährt werden kann, soweit dienstliche Belange nicht entgegenstehen. Die Obersten Reichsbehörden sind ge- beten worden, gleiches anzuordnen. Anrechnung von Steuergutscheinen alter Art bei der Einzahlung von Reichssteuern. Der Reichsminister der Finanzen teilt mit: DiS Frist zur Anrechnung von Steuergutscheinen, die auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten vom 4. September 1932 ausgegeben sind, ist am 31. März 1939 abgelaufen. Viele Steuerpflichtige haben den Ablauf der Frist nicht beachtet. Die Finanzkassen und die Zollkassen sind zur Vermei- duno der daraus entstehenden Härten deshalb ermächtigt worden, Steuergutscheine in besonders gelagerten Fällen noch bis zum 30. September 1939 lir.185 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) 1 s M3J ‘ "'tu S"9 * 'N N, "Nie, in, 5 leicht KldeM l9er 9lih 1 m bt! xnz D;. cher, Qbi: Sieger1 noch ög ?uch fe der unfc; « Niedre 10 v» in $ i. 'Ning kv einzeln jemittrig; lltung V !war nc; undlichen wird. endlich K -derschla^ 18,4 i: morgtr num fe 0 cm B .0. AuM. ,1 mm. 1 Longe. H riiv )ie W. Nist Slur : für ZlunG- eigenleih: lt der b )39: W fsbrudiir. atsbt^ effgeb'i Mer tox sllftc aken- ia 01 :baft pfer- iZareiw ——- so ein „Ums-Quadrat-Bummeln". Ein Rosenstock, ganz allein auf saftigem Rasen. Jetzt sehe ich ihn. Wochenlang bin ich an diesem Garten vorbeigegangen, aber ich hatte nie Zeit. Jetzt habe ich sie. Jetzt sieht die Rose mich an, als habe sie nur darauf gewartet, daß ich sie sehe. Zwei Blätter liegen schon im Gras. Vorwurfsvoll. Ein Mädchen kommt mit einem dicken Buch aus der Leihbibliothek. Es springt hastig über die Gasse. Der Band erinnert an durchlesene Stunden, an Herbstnebel, Gasflammen, wohliges Umdrehen im Bett, knisterndes Blättern in einem neuen Roman. Die Straßenbahn rauscht heran. Ein paar Leute steigen aus. Sie haben kleine Pakete in der Hand. Rate, was drinnen ist? Käse, silbrig umhüllt. Saftige Wurst. Aprikosen. Tomaten. Pumpernickel. Ah, auf vielen abendlichen Tischen wird jetzt gedeckt, auf der Veranda. „Das Wetter wird schon halten." Ich bleibe an einem Zaun stehen. Die breite Lücke zeigt, wie alles reift. Ein Baum neigt sich unter der Fülle grüner, kernfester Aepfel, noch nicht ganz reif. Das Wasser läuft einem bitter im Munde zusammen, wenn man sie sieht. Weißt du noch, wie wir sie zum ersten Male aßen, grün, saftig, wie lief einem sauer das Wasser im Munde zusammen. Ein anderer Baum, mit Pfirsichen behängt von oben bis unten, wie ein Korallenbaum so rosig. Und dickes, hohes Gras, in das eines Tages die Birnen fallen werden, mit weichem, sattem Aufprall auf die weiche, herbstliche Erde. Ein Gatter fällt zu. Ein Depeschenbote schwingt sich auf sein Rad. Die kleine, rote, glänzende Ledertasche diese Art kokettes Mäppchen, hat die Schuldigkeit getan. Die Straße liegt still, vom ersten, bläulichen Dunst des Abends erfüllt und vom süßlichen Duft der Rosen. Was stand in dem Telegramm? Aber alle Fenster schweigen. r. k. Arbeit der Berufsschulpflichtigen an staalspolilisch bedeutsamen Tagen. Der Reichswirtschaftsminister hat zu der Frage Stellung genommen, ob bei Ausfall des Berufsschulunterrichts an staatspolitisch bedeutungsvollen Tagen die Aufnahme der Arbeit in den Betrieben verlangt werden kann. Es erscheint dem Minister wünschenswert, daß bei Ausfall des Berufsschulunterrichts aus staatspolitischen Gründen die berufsschulpflichtigen Jugendlichen für diese Stunden auch von der Arbeit im Betriebe befreit bleiben. Der Fremde am Zaun. Von Ernst Kreuder. »Hat er dir denn damals gleich auf den ersten Ätck gefallen?" fragte Nora verwundert. Sie beachtete die Freundin aufmerksam. .Ich weiß es selbst nicht", sagte Ann, „es war pikomlsch, wie ich ihn — wie ich Bernhard kennen Ilmte. Er kam an unseren Gartenzaun und fragte, er vielleicht einen Eimer Wasser bekommen !i mte, er hatte kein Wasser mehr im Kühler, sein 8-gen stand draußen am Bordstein. Weißt du, es Dc" ie^r heiß an diesem Tage, ich war im Liege- Ml unterm Sonnenschirm eingeschlafen und hatte .»ußlich geträumt. Ich glaubte erst, ich sei beim ücrmen gerufen worden, und dann sah ich, daß ihuhn gar nicht kannte, daß es ein Femder war. § betrachtete mich lächelnd, als besänne er sich er etwas, und als ich dann seine Stimme wieder fce, hatte ich das Gefühl, als müßte ich die 2j;en schließen und — ach, ich kann es dir gar ! tiftf, erklären." „--eine Stimme, wieso?" fragte Nora ungläubig. ! „Ja", sagte Ann, „es war eine tiefe ruhige rlinme, ich konnte sie nicht mehr vergessen. Ich q:* ihm, er solle ums Haus herum in'die Küche chm und sich einen Eimer geben lassen. Es war Mich unerträglich heiß, so zwischen zwei und drei ir und im ganzen Haus war kein Laut zu hören. .Ah jsah ihm nach, wie er ums Haus ging, er war • röiaer als ich und machte große, langsame Schritte; ' cn-i betrachtete ich einen Augenblick seinen Wagen' v. mar ein „Laubfrosch", aber weiß von Staub irb längst nicht mehr neu, wohl etwas klapprig, i:?: wie er so dastand, furchtbar gemütlich. Jetzt eÄien sein Besitzer wieder auf dem Weg, aber er::ug keinen Eimer in der Hand. Er sagte, er höi niemanden gefunden, alles sei wie ausgestor- dn Wieder diese eigentümliche Stimme. Sein Ge- fcf war zum Fürchten braungebrannt. Du lachst. ■ Ä lürchte mich gar nicht. Ich sah, daß er gar nicht ober betrübt war, er lachte, es schien ihm 1 cicg zu machen. iln mußte also mit ihm ums Haus herumgehen :M ihm die Küche zeigen. Dort nahm er den 1 besten Eimer vom Bord, stellte ihn unter die ighng und drehte sie auf. Ich stand einige Schritte jpiT ihm und konnte nur seinen Rücken sehen; j rs! hörte ich auch meinen Vater oben auf und ab c see i, dann rauschte das Wasser stärker, und bann ich einen Augenblick ben Einbruck, baß bies t lo:-nicht unsere Küche sei, daß ich hier ebenso fremd sei wie der fremde junge Mann, und daß ich gar nicht wüßte, wo ich nachher hingehen sollte. Kannst du sowas verstehen?" „Das verstehe ich nicht", sagte Nora, „so schnell kannst du dich doch nicht in ihn verliebt haben. Nein, das verstehe ich nicht. Komisch." „Ich hatte mich auch gar nicht in ihn verliebt", sagte Ann. „Ich war damals viel allein, nur mit meinem alten Vater und der Köchin in dem großen, stillen Haus, und ich hatte genügend Zeit für mich, über die Dinge nachzudenken, die mich beschäftigten und die für ein junges Mädchen meistens die gleichen sind. Und ich war sicher recht anspruchsvoll. Aber als ich jetzt in der Küche hinter ihm stand, die mir auf einmal so fremb vorkam, hatte ich ein ganz starkes, süßes Gefühl, immerzu hätte ich bem Rauschen bes Wassers zuhören können in der stillen, kühlen Luft ber Küche, in bie ich so selten kam. Er brehte die Leitung ab und hob den Eimer herunter, und dabei sah er mich an. Er hatte nämlich nicht gewußt, daß ich noch immer baftanb und ihm zusah. Das hatte seinen Bewegungen etwas Jungenhaftes, Unbekümmertes gegeben, er hatte den Kopf schief gehalten und mit dem Fuß irgend etwas taktiert, ‘er schien sehr erstaunt; und ich war nahe daran, wütend zu werden, denn nun sah es ja fast aus, als sei ich ihm nachgelaufen. Er sagte, er würde den Eimer sofort wieder zu- rücfbringen; ich erwiderte, das sei nicht nötig, er sollte ihn vor das Gartentor stellen. Er merkte, daß er damit verabschiedet war, machte mit bem gefüllten Eimer in ber Hanb eine Verbeugung, bankte unb ging. Drei Wochen später waren (Berba unb Emily bei mir zum Kaffee, ich hatte tm Garten gebeert unb einen zweiten Schirm aufgespannt; es war noch immer sehr heiß, meinem Vater ging es nicht gut, aber bei ber vergnügten Kaffeepartie vergaß ich meine Sorgen. Nun mußt du wissen, daß unser Haus ganz allein am Wald stand, etwa zwei Kilometer von ber Stabt entfernt. Es kamen nur sehr selten Wagen vorbei, unb als (Berba ge- rabe von einem Ausflug mit ihrem Tanzklub erzählte hörte ich ein Brummen in ber Ferne, bas ich zu kennen glaubte; es näherte sich rasch, unb bann hörte ich. wie braußen em Wagen hielt. Ich fühlte, baß ich errötete, unb wollte schon unter irgend einem Vorwand ins Haus, als ich feine Stimme am Zaun horte. Gerda und Emily sahen mich vielsagend an. Verwirrt und wütend Jtanb ich auf und trat an den Zaun. Er lachte schon, grüßte unb wiederholte seine Frage, ob er sehr gestört habe. Er habe sich gedacht, daß er mir bei diesem schönen Wetter ben Vorschlag machen könnte, ein Stück durch die Heide zu fahren, sie sei jetzt am Blühen. Ich hörte fast nur seiner Stimme zu. Ich hatte mich ganz in ber Hand und doch fühlte ich, wie etwas in mir nachgab. Aber ich war doch sehr froh, daß ich Besuch hatte unb absagen konnte. Ich atmete auf, als er auf die Uhr sah, und ich dachte, daß er sich einen passenden Abgang überlegen würde; da sagte er, daß es am Abend doch am schönsten in der Heide sei, und er könnte ja später noch einmal vorbeikommen — wenn ich nichts Besseres vorhätte, es würde ihm Freude machen. Sein Name sei Faber, er sei Arzt und er wolle in der Heide seinen Urlaub verbringen. Jetzt sah er mich vollkommen ruhig und sehr genau an, und bevor ich wußte, wie ich mich verhalten sollte, hatte ich genickt. Da nickte er auch und ging. Etwas benommen kehrte ich zu meinen Freundinnen zurück. Der neue Arzt, Dr. Faber, log ich, er erkundigte sich nach meinem Vater. Sie glaubten mir kein Wort und ich war froh, als sie später aufbrachen. Ich war wieder für einige Stunden allein und wollte mit mir zu Rate gehen — aber ich fühlte mich nicht imstande dazu, es war, als hätte ich mich in einem unbekannten Gefühl wie in einer völlig fremden Gegend verirrt. Verirrt und verloren. Wir fuhren am Abend in die Heide, wo es wirklich zauberhaft schön war, und dann brachte er mich wieder zurück, und es war nicht ein einziges vertrautes Wort zwischen uns gefallen. Oh, er fühlte meinen Stolz unb ließ mir Zeit. Er hatte keine weitere Verabredung vorgeschlagen, aber ich wußte, daß er wiederkommen würde. In den nächsten Tagen zwang ich mich, nicht an ben Zaun zu treten unb bie Straße hinunter zu schauen, ich zwang mich, nicht auf jedes Geräusch von braußen zu horchen; ich lief wie in einer leichten lähmenben Trance umher, unb als ich eines Nachmittags plötzlich bas Brummen eines Motors aus ber Ferne hörte, mußte ich auf mein Taschentuch beißen, benn ich zitterte wie vor Frost. Unb boch kam es mir vor, als hätte ich bie ganzen Jahre nur gelebt, um biefen Augenblick zu erwarten. Ich ging in ben Garten und hörte seine Stimme am Zaun, unb bann bat ich ihn, hereinzukommen. Das war bas Aeußerste, was ich tun konnte. Er kam über den Rasen unb nahm meine Hand, unb als er mich küßte, schrie ich. Niemanb hatte es gehört. Später heirateten wir bann. Unb jetzt erwarte ich bas Kinb. Wie soll ich dir sagen, ob er mir gleich auf den ersten Blick gefallen hat? Ich weiß es nicht. Als er mich küßte vor der stillen Laube, drehte sich der Boden unter meinen Füßen, unb ich fürchtete hinzufallen. Wirksam herrlich erfrischend, verhindert derv Ansatz des gefürchteten Zahnsteins. Sroßa Tuba 40 *Bf., klaina Tuba 25 *BL bei ber Einzahlung von Reichssteuern (mit Ausnahme ber Einkommenssteuer unb ber Körperschaftssteuer) anrechnen zu lassen. Es wirb schon jetzt darauf aufmerksam gemacht, daß diese Ermäch- ttgung mit dem Ablauf des 30. September 1939 endet. Eine Anrechnung von Steuergutscheinen nach diesem Zeitpunkt ist ausgeschlossen. Arbeitstagung der Gerichtsvollzieher. Unter dem Vorsitz des Bezirksobmannes Karl Moll (Gießen) fand hier am Mittwoch eine Arbeitstagung der Bezirksarbeitsgemeinschaft der zum Landgericht Gießen gehörenden Gerichtsvollzieher statt. Zur Eröffnung der Tagung überbrachte Land- gerichtsdirektor Dr. Brill als derzeitiger Vertreter des Landgerichtspräsidenten die Grüße der Behörde und verband damit ben Wunsch für einen anregenben Verlauf ber Tagung. Am Vormittag würben zur Vermittelung von Warenkenntnissen, bie ber Gerichtsvollzieher für seine Berufsarbeit braucht, Besichtigungen zweier Fachgeschäfte vorgenommen. In einer Tuchgroßhanblung gab ber Inhaber einen Einblick in bie Tuchfabrikation unb erläuterte ein- aehenb bie Qualitäts-. unb Preisunterschiebe ber einzelnen Stoffarten. Unter ben gleichen Gesichtspunkten würbe bie zweite Besichtigung in einem .........i Weißt bu, manchmal erschreckt er mich noch. Dani- steht er plötzlich braußen am Zaun unb ruft nach Wasser. Unb bann gehen wir mieber zusammen irr die Küche und ich sehe ihm zu, wie er die Leitung aufdreht und den Eimer füllt. Und da fühle ich es zuweilen wieder, wie damals, wie alles fremd und verzaubert wird, und das macht mich sehr glücklich. Es muß aber ein ganz heißer Tag fein* wie heute." Zeitschristen. — Die Augustfolge der Zeitschrift des Deutscheck Alpenvereins, „Der B e r g st e i g e r", wird durch einen Beitrag „Via Eterna" eröffnet, der die dritte Begehung des Ringbandweges und bes Wischbergmassivs in Wort unb Bilb schildert. Das find jene Bänder, über bie Dr. Kuqy schon in seinem Buche „Aus dem Leben eines Bergsteigers" schrieb, und die auf seinen Wunsch im Jahre 1930 bas erstemal begangen würben. In weiteren Artikeln wird eine Ueberschreitung des Triglavs geschildert, unb Dr. V. Paschinger schreibt über das Blumenwunber der Kornischen Alpen. Auch bie Reprobuktionen ber Ge- mälbe bes Malers Joseph Anton Koch beleben bas Heft, in bem auch Dr. Karl 231 obig Erinnerungen an ben alpinen Maler E. T. Comton erzähl^ — (Verlag F. Bruckmann, München). Hochschnlnachrichten. Der o. Professor Dr. Hans Vogt, Direktor der Universitäts-Kinderklinik in Münster, beging feinen 6 5. Geburtstag. Er habilitierte sich 1906 in Marburg unb sieb eite brei Jahre später nach Breslau über. 1910 wurde er als Oberarzt nach Straßburg berufen. 1913 kam Vogt als Direktor an bas Städtische Kinderkrankenhaus in Magdeburg unb folgte 1924 bem Ruf als o. Professor nach Münster. Seine Hauptarbeitsgebiete sind Ernährung unb Ernährungsstörungen im Kindesalter, sowie Lungenkrankheiten. Seine Entpflichtung wegen Erreichung ber Altersgrenze würbe bis Ende September 1940 hinausgeschoben. Auf bem Gebiete ber chronischen Lungenerkrankungen bes Kindesalters gilt Professor Vogt als einer der besten Kenner. Der med. habil. Heinrich Schade ist zum Dozenten für Erbbiologie und Rassenhygiene, der Regierungsrat Dr. jur. habil. Adalbert Erler zum Dozenten für deutsche Rechtsgeschichte, Bürgerliches Recht unb Steuerrecht an der Universität Frank« f u r t ernannt worben. Haus für Innendekoration unternommen, wobei die Tagungsteilnehmer über die Unterschiede bei Teppichen aufgeklärt wurden. Die Besichtigungen fanden lebhaftes Interesse, und Obmann Moll übermittelte den Geschäftsinhabern den Dank seiner Berufskameraden. Anschließend an die Besichtigungen wurden bei einem kameradschaftlichen Zusammensein die gewonnenen Kenntnisse in einer Aussprache erweitert. Nach der Mittagspause fand im Amtsgericht ein Vorttag des Bezirksrevifors beim Landgericht, Justizoberinspektor W. Hardt statt, der über neue Bestimmungen, in erster Linie über die des Buchungswesens, sprach. Mit einem Austausch von Erfahrungen wurde die Tagung geschlossen. Zeder Dogelnistkasten muß jetzt nachgesehen werden. Lieber keine Nistkästen aufhängen, als sie nachher sich selbst überlassen, so schreibt Resierungsforstrat Dr. Henze, Leiter der Vogelschutzwarte Garmisch, in der „Deutschen Forstzeitung" in einem Appell an die Forstmänner, der aber auch für andere sehr beachtlich ist. Und er fügt hinzu: Falls nicht jedes Jahr im August-September jedes Nistgerät nachgesehen und sauber gereinigt wird, muß leider festgestellt werden, daß sie sonst alle: 1. nach zwei bis drei Jahren mit alten Nestern vollgefüllt sind, bald faulen und nur vier bis fünf, statt zehn bis fünfzehn Jahre aushalten; 2. Ungezieferzuchtanstalten darstellen, woraufhin die Geräte von den Vögeln gemieden werden; 3. von Jahr zu Jahr immer mehr von Hornissen (Eichenwald) und Wespen (Fichtenwald) besetzt werden; 4. zur Eindämmung der Forstinsekten mit Hilfe von Singvögelbruten keinerlei prakttschen Wert mehr besitzen können; 5. keinen Aufschluß über ihre technische Brauchbarkeit liefern; 6. nicht erkennen lassen, oo noch mehr Geräte aufgehängt werden sollten oder nicht; 7. nicht erkennen lassen, ob die erwünschten Vogelarten zu- oder abnehmen; 8. nicht erkennen lassen, ob jeder Kasten am geeigneten Ort hängt; 9. nicht erkennen lassen, ob Geräte gestohlen wurden, Reparatur oder Ersatz nötig sind; 10. nicht erkennen lassen, welche Räuber den Dogelbruten nachstellen und wie dem abgeholfen werden kann; 11. jegliche Kontrolle über Wert oder Unwert wei- lerer Dogeischutzmaßnahmen vermissen lassen; 12. nicht erkennen lassen, ob das Geld für die Nistgerätbeschaffung umsonst oder nutzbringend aus« gegeben wurde. Gießener Wochenmarktprelse. * G i e ß e n, 10. Aug. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 RM., Matte 25 bis 50 Rpf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing, % kg 6 bis 9, Weißkraut 6 bis 9, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 12, Spinat 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grün 13 bis 28, gelb 15 bis 25, Erbsen 20 bis 25, Tomaten, deutsche 30 bis 35, italienische 20 bis 25, Zwiebeln 12 bis 15, Rhabarber 8 bis 10, Pilze 35 bis 50, Kartoffeln, neue, J4 kg 5 bis 6 Rpf., 5 kg 55 bis 58 Rpf., 50 kg 4,50 bis 5 RM., Frühäpfel, r/r kg 20 bis 28 Rpf., Falläpfel 8, Pfirsiche 40 bis 42, Brombeeren 40, Birnen 15 bis 30, Kirschen 35, Heidelbeeren 40, Stachelbeeren 10 bis 20, Johannisbeeren 15, Pflaumen 15 bis 18, Zwei- schen 25 bis 30, Mirabellen 30 bis 40, Renekloden 30 Rpf., Hähne 1,20 RM., Suppenhühner 90 Rpf., Blumenkohl, das Stück 5 bis 50, Salat 5 bis 8, Salatgurken 10 bis 30, Einmachgurken 1 bis 6, Endivien 8 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis lO^Rpf. ** VdA-Schulsammlung in Hessen. Der Volksbund für das Deutschtum im Ausland hat wiederum die Erlaubnis erhalten, eine Schulsammlung durchzuführen. Für Hessen ift der^Zeichunkt dieser Sammlung auf die Zeit vom 26. August bis 2. September festgelegt. Zu der Schulsammlung tonnen Kinder im Alter vom vollendeten 10. Lebensjahr herangezogen werden. Das Sammeln ist lediglich un Bekanntenkreis der Sammler gestattet und darf nicht auf Straßen und Plätzen, in Gast- und Vergnügungsstätten oder von Haus zu Haus, sondern ausschließlich in den Wohnungen der Sammler oder ihrer nächsten Bekannten geschehen. An Stelle der früheren Ouittungsbücher sind jetzt Spendenmarken zu verwenden. Die Sammeltätigkeit und die Abrechnung hat außerhalb der Unterrichtsstunden zu liegen. ** Zwei betrunkene Radfahrerfest- genommen. Gestern nachmittag wurden in der Steinstraße zwei betrunkene Radfahrer festgenommen, die es ttotz ihres Zustandes immer wieder versuchten, sich auf die Fahrräder zu schwingen. Da sie sowohl sich selbst, als auch den Verkehr im allgemeinen gefährdeten, wurden sie in Polizeigewahrsam gebracht. Auch die Blutprobe wurde genommen. ’ ** DomMotorradangefahren. Gestern gegen 13 Uhr ereignete sich in der Frankfurter Straße ein Derkehrsunfall. Eine Frau aus Trais- Horlosf wurde von einem Motorradfahrer angefahren und mußte durch die Sanitätsbereitschaft vom Deutschen Roten Kreuz in die Klinik gebracht werden. Zeder trägt die Reichsparteitag-Plakette. NSG. Während das ganze deutsche Volk in diesen Tagen beschäftigt ist, die Ernte zu bergen und die Grenzen des Landes gegen die geplanten lieber« fälle neidischer und gehässtaer Völker zu sichern, sind die Gedanken schon wieder auf das große Ereignis des Jahres, den Reichsparteitag in Nürnberg, geschloffen und einheitlich ausgerichtet. Dies find die Tage der ganzen deutschen Nation, da sie aus dem Munde des Führers und feiner Mitarbeiter den Marschbefehl für die Zukunft empfangt. Und so wird es auch in diesem Jahr in den Tagen vom 2. bis 11. September in Nürnberg sein, wo Hunderttausende von Männern und Frauen aus allen deutschen Gauen sich sammeln. Es ist der glanzvolle Höhepunkt in der Jahresarbeit der nationalsozialistischen Bewegung. Jahr für Jahr ist zum Reichsparteitag eine Plakette herausgekommen, die symbolhaft zum Ausdruck brachte, was das Volk besonders bewegte. Auch in diesem Jahre werden alle Volksgenossen Gelegenheit haben, die Plakette des Reichsparteitages 1939 zu erwerben und zu tragen als sichtbares Bekenntnis zur nationalsozialistischen Bewegung und damit gleichzeitig zur Volksgemeinschaft. Die Plakette ist mehr als ein Festzeichen! So werden sie nicht nur jene tragen, die das Glück haben, nach Nürnberg fahren zu können, sondern auch jene, die das große Ereignis nur durch die Zeitung oder den Rundfunk erleben. Die Welt soll wissen, daß der Wille und die Entschlüsse des Führers, wie sie auch immer lauten, nichts anderes sind als Hoffnung und Wunsch des gesamten Volkes. Wenn die Polittschen Leiter und die Walter der Deutschen Arbeitsfront uns die Plakette des Reichsparteitages überbringen, dann werden wir sie schon von diesem Tage an tragen und uns freuen an dem Relief, das uns an Staat und Ernte mahnt. Der wehrhafte Adler des Reiches sichert die Früchte des Landes, die Erträge der Arbeit des schaffenden Volkes und spannt seine schützenden Flügel über Mutter und Kind. Wir wissen, daß dieser Adler stark und mächtig genug ist, jedem Feind zu begegnen und ihm für immer die Lust zu nehmen, den Frieden des deutschen Volkes zu stören. In dieser stolzen Gewißheit tragen wir alle die Plakette des Reichsparteitages 1939. Aus her engeren Heimat. 90 Jahre alt. * Kesfelbach, 10. Aug. Am kommenden Montag, 14. August, begeht Ober-Eisenbahnassistent a. D. Johannes M e i ß i n g e r im Kreise seiner vier Kinder, acht Enkel und zwei Urenkel bei voller Rüstigkeit seinen 9 0. Geburtstag. Der Jubilar ist Kriegsteilnehmer von 1870/71. Er diente im JR. 116. Der hochbetagte Mann nimmt an allem Zeitgeschehen noch regen Anteil. (Wir beglückwünschen zum Geburtstag!) Rektor i. R. Köhler 80 Jahre alt. ex) Langsdorf, 10. Auaust. Am morgigen Tage vollendet ein verdienter hessischer Schulmann in unserem Orte sein 8 0. Lebensjahr, der Rektor i. R. Henrich Köhler. Er entstammt einer unserer ältesten und verbreitetsten Bauernsippen, die in den verschiedenen Jahichunderten der Gemeinde manchen namhaften Vertreter gestellt hat. Köhlers Vater und Großvater waren Gemeinderechner, der Großvater war der erste hauptamtliche Rechner, den es überhaupt hier gab, während vorher die Gemeinderechnung von den jährlich wechselnden „gemeinen" Bürgermeistern geführt worden war. Heinrich Köhler fand nach vollendeter seminaristischer Ausbildung seine erste Verwendung im Schuldienst zu Stumpertenrod im Vogelsberg. Diese Tätigkeit wurde nur für kurze Zeit unterbrochen durch eine Dienstleistung in Wallenrod, von wo er aber wieder nach Stumpertenrod zurückkehrte. Ein gutes Jahrzehnt wirkte er bann in Ulrichstein, wo er sich mit einer Bauerntochter aus seinem früheren Wirkungskreis verehelichte. Im Jahre 1900 wurde er an die Schule zu Watzenborn-Steln. berg berufen, an der ihm noch 24 Jahre pädv. gogischen Wirkens beschieden waren. Im Zuge der Neuordnung des Schulwesens nach 1918 wurde ihm das Rektorenamt übertragen. Mit der Erreichung der Altersgrenze trat er 1924 in den wohlverdienten Ruhestand. Er blieb zunächst an feiner bisherigen Wirkungsstätte wohnen; da aber sein einziger Sohn sich nach Langsdorf verheiratet und den bäuerlichen Beruf der Ahnen wieder erwählt hatte, zog Rektor Köhler 1926 in die alte Heimat. Nach einigen Jahren erfuhr er hier ein Glück, das den meist heimatlosen Beamten unserer Tage nur sehr selten widerfährt: da seine einzige Schwester kinderlos gestorben war, erbte er das elterliche Haus, das er heute noch bewohnt. In seltener Rüstigkeit des Körpers und Frische des Geistes kann er die Doll, endung seines achten Lebensjahrzehntes begehen, geachtet und geehrt von unserer ganzen Gemeinde. Dem Jubilar güt auch unser herzlicher Glückwunsch. Der NSV.-Kindergarten in Lich. H Lich, 9. Aug. Der hiesige vor einem Jahr auf Anregung von Gauamtsleiter Haug ins Leben gerufene NSV.-Kindergarten, der sich einer immer größeren Beliebtheit bei Eltern und Kindern erfreut, veranstaltet am kommenden Sonntaa auf dem schön gelegenen Spielplatz auf dem historischen Wall ein frohes Kinderfest, das unter der Leitung der beiden Leiterinnen des Kindergartes, Frl. Me. decke und Frl. Hamel, steht. Nach einem kleinen Festzug durch die Straßen unserer Stadt, unter Dorantritt einer Musikkapelle, wird der Beaufi tragte der NSD. Bürgermeister a. D. Walz, die Gäste und Kinder begrüßen. Die Kleinen werden dann bei Spielen, Gesängen und anderen Darbietungen Zeugnis ablegen von der Dielseittgkeit des Lehr, stofses, der ihnen im Laufe des Jahres unter der umsichtigen Führung ihrer Leiterinnen geboten wurde. 3n der Iauchegrube den Tod gefunden. LPD. Biedenkopf, 9.August. Eine hiesige Einwohnerin, die ihr zehn Monate altes Enkelkind auf dem Arm trug, stürzte mit dem Kind in die Jauchegrube, wo beide den Tod fanden. Wieder ein tödlicher Derkehrsunfall bei Limburg. LPD. Limburg, 9. August. Nachdem in bei Limburger Gegenb lange kein löblicher Verkehrs« Unfall mehr zu verzeichnen war, ereignete sich nun innerhalb 14 Tagen ber britte löbliche Unfall in der Umgegenb. Auf ber Straße Kirberg—Limburg würbe bei der ©emeinbe Linter die von bort flam- menbe 15jährige Margot Zollmann von einem Auto angefahren unb am Kopf schwer verletzt. Der Autofahrer brachte bas Mäbchen nach Hause, wo es nach kurzer Zeit, ohne das Bewußtsein wiebererlangt zu haben, an ben Folgen der schweren Verletzung starb. Landkreis Gießen. } Lich, 9. Aug. Die seit einigen Monaten verwaiste Zollassistentenstelle des Zollkommissariats Nibba würbe biefer Tage durch den von ber Westgrenze nach hier versetzten Zollassistenten Kropp neu besetzt. — Der von bem Kleinkaliberschützen« verein erworbene Schießstand des NS.-Reichskrie- gerbunbes auf der Hardt wurde in den letzten Wochen durch die jungen Kameraden einer gründlichen Reparatur unterzogen. U. a. wurde eine neue Schießhalle errichtet, sowie bie beiben Schießstände auf 50 Meter verkürzt. Voraussichtlich wird am 2. Fortsetzung. (Nachbruck verboten!) ‘ Opekta ben schweren Weg, der zum Erfolg führte, schildert in lebendigen Worten des Toten Werk. Mit feinem Wort aber erwähnt er die Töchter des Toten oder den Bruder. Der Propagandachef wirft fragende Blicke zu Dr. Hellmers, aber der scheint nichts zu bemerken oder alles in Ordnung zu finden. So schweigt er und beschließt diese Unterlassungssünden des Geistlichen nicht weiter zu beachten. Schließlich ist es ein alter Mann und außerdem hat bis gestern noch niemand etwas davon gewußt, daß Sir John Perkins zwei Töchter und einen Bruder tjat — sehr herzlich können die Beziehungen nicht gewesen sein. Bei den übrigen Teilnehmern der Trauerfeier hin- aegen wird dieser Mangel außerordentlich stark bemerkt. . „Haben Sie gehört? Kein Wort von den Töchtern und dem Bruder!" „Der alte Perkins soll bie Möbels 'rausgeworfen haben! Und daß er einen Bruder hat? Naja, warum eigentlich nicht?" „Klatschereien! Wahrscheinlich sind sie nicht so kirchenfromm wie er! Wer weiß ..." „Und der Bruder...? Warum hat man von dem nichts gehört und gesehen?" „Keine Ahnung! Wußte überhaupt nicht, daß ber Verstorbene Kinder unb Bruder besitzt!" So schwirrten die Vermutungen offen und heimlich zwischen ben Beteiligten hin und her. Trotzdem versäumte es niemand, vor ben beiden Damen sehr tief ben Zylinder zu lüften. Man konnte nicht wissen, wie sich die Dinge entwickelten ... Mit teilnehmendem Händedruck verabschiedeten sich "die Trauergäste von den beiden Herren, die mit den beiden Töchtern gekommen waren: dem Bruder des Verstorbenen und einem hochgewachsenen schlanken Mann, dessen Gesicht wohl jeder glaubte schon einmal gesehen zu haben. Allerdings weiß niemand, wer er ist. Dis bie Frau des Kapitäns Lanson plötzlich b>e Lösung findet: Holgerson, der bekannte Tenor von Cooent-Garden. Auf dieses Stichwort hin ist gleich alles im Bilde. „Richttg! Erinnern Sie sich, daß die eine Tochter, bie hübsche, sehr jung geheiratet haben soll? Irgend- ein bekanntes Tier vorn Theater. Da haben wir's! Dieser Holgerson ist ihr Mann!" „Ein leichtsinniger Bursche! Stammt aus bester schwedischer Familie!" So wendet sich das Interesse ber Damen besonders biesem Manne zu, unb wenn Sir John Perkins nicht unter jenem Hügel von Kränzen und Blumen längst schliefe, so hätte er sicherlich diese Gelegenheit wahrgenommen, eine seiner bissigen Bemerkungen anzubringen, mit denen er zu seinen Lebzeiten nicht sparsam war. in den Bergen herumtteiben mitten im Alltag, was?" hatte der Unbekannte gefragt. Und Hellmers gab augenzwinkernb zurück, daß es ihm scheinbar ebenso ginge, wie gewissen älteren Herren, bie sich roeber burch Höflichkeit noch durch sonstiges Entgegenkommen auszeichneten. „Jedenfalls wäre es besser. Sie hätten in Ihrem Alter Zeit, sich auszuruhen, unb ich junger Kerl hätte Arbeit!" So hatte er feine Antwort abgeschlossen. „Hm!" knurrte der Alte unb kaute nachbenklich auf feinem Schwarzbrot, währenb er sich mit einem Taschenmesser bitte Speckscheiben bazu schnitt. „Sie halten mich also für altes Eisen unb finb gekränkt, baß ich scheinbar noch arbeite, währenb Sie als junger Kerl feiern müssen? Auch ein Stanbpunkt. Wenn's nach mir ginge ..." unb bann hatte er abgewinkt. „Abwarten! Ist noch nicht aller Tage Abend. Vermutlich 'rausgesetzt, nicht wahr?" „Nein. Ich habe selber aufgehört", war Hellmers kurze Antwort. „Wie? Sie haben von selbst aufgehört? Ja, gibt'S benn bas auch noch, daß heute einer kommt unb sagt, er will aufhören?^ „Anscheinenb. Ich habe es {ebenfalls getan. Oder halten Sie es für richtig, noch ben Kopf hinzuhalten unb ,Banfe* zu sagen, wenn eine Banbe braus und bran ist, eine erstklassige Erfindung zu stehlen?" „Sehr interessant!" Der Alte wickelte feine Abend« brotrefte sorgfältig in Pergamentpapier unb verstaute sie in eine Aluminiumbose. Dann holte er eine kohlschwarze Brasil aus seiner Seitentasche unb begann mit großer Hingabe zu paffen. „Tja, Anstanb ist heute mitunter ein teures Vergnügen!" Hellmers hatte bereits bie Stiefel ausgezogen unö es sich auf bem Stroh bequem gemacht. „Haben Sie etwa ein neues Schlafmittel erfun» ben? Ober ’ne Patentschuhwichse?" fragte ber Alte nach einer kleinen Ewigkeit, unb es lag so viel HO in feinen Worten, baß Hellmers roütenb würbe. „Nein, solch ein Zinnober hat mich nie intereffiflt Aber bamit Ihre Neugierbe enblich gestillt wird: $ habe ein neues Spinnverfahren ausgearbeitet! Sehen Sie, alter Herr, nun können Sie meinetwegen Bau- klötzer staunen, benn verstehen tun Sie davon einen Dreck!" „Hm!" war bie einzige Antwort. Und bann eine ganze Weile gar nichts. Inzwischen streckte sich auch ber Alte aus, nachbem er sorgfältig bas Feuer ge* löscht hatte. Draußen rauschte der Regen in Strömen, er trommelte melancholisch auf bas Dach unb klopfte an die Scheiben. In den Wipfeln orgelte ber Sturm. Da fragte plötzlich sein Nachbar ganz ruhig,, oo es sich um einen Selfaktor, eine Ringspinnmaschine, hanbele. (Fortsetzung folgt) Der Täter mitten unter uns Roman von Kurt Riemann Copyright by Verlag Oskar Weister, Werdau L Sa. Still unb fast unbemerkt entfernt sich Dr. Hellmers. Er hat Morell gebeten, in ber Kantine auf ihn zu warten. Er kriegt es jetzt einfach nicht übers Herz, sich in bie Menge ber schwatzenden Menschen zu begeben. Ihn treibt nur ein Verlangen: mit denen zusammen zu sein, bie bas finb, was Sir John war: Arbeiter. 4. Ei ne Bekanntschaft Spät in ber Nacht kehrt Joachim Hellmers in seine Wohnung zurück. Ein schlichtes kleines Landhaus zwischen Basking unb Upminster hat er für sich gemietet, das ihn selbst im Schatten ber Schlote ein Stück Natur sehen läßt. Es hat ihn nicht mehr gelitten zwischen ben Mauern bes Werks. Ein unbänbiger Drang nach Alleinsein, nach bem spärlichen Walb unb ben grünen Hügeln jener Lanbschaft östlich von Lonbon hat ihn übermannt, unb kurz entschlossen setzt er sich in seinen Roabster unb sucht bas Weite auf. Eine knappe halbe Staube . bann umgibt ihn Wiese, ein wenig Walb unb viel Einsamkeit unb Stille. Es finb bie gleichen Dinge, bie Sir John Perkins so über alles geliebt hat. In einer solchen Stunbe ber Besinnung hat er vor vier Jahren zum erstenmal ben kurzgebrungenen Mann im grünen Rock getroffen, ber mit feinen mächtigen Schultern, bem kurzgeschnittenen grauen Haar unb seinem harten Wesen eher einem pensionierten Major glich als einem Jnbustrieherrn. In Deutschland) war es, in seinem Vaterlanb, hoch oben in ber Einsamkeit bes Riesengebirges. Das Wetter hatte sie überrascht. Es begann zu regnen, nein, zu gießen, unb in ber einsamen Jäger- Hütte hatten bie beiden Männer miteinander Freundschaft geschlossen, der Alte und ber Junge. Hellmers sieht bas heute roieber alles, als fei es gestern gewesen: Er stößt bie Tür zur Hütte auf, unb wie er sich ben Regen aus ben Kleibern schüttelt, fährt ihn brinnen eine knurrende Stimme auf englisch an, gefälligst bie Tür zuzumachen. Den Namen hat wohl niemanb verstauben bei ber knappen Verbeugung, bie sie gegeneinanber machten. Doch bann mürbe ber alte knurrige Herr mit bem Feuer nicht recht fertig. Es gab einen höllischen Qualm, aber keine Flamme, bis sich Hellmers ber Sache annahm unb in wenigen Minuten bas Teewasser zum Singen brachte. „Sie scheinen gar nicht so bämlich zu sein!" Das war bie erste zusammenhängenbe Aeußerung bes unbekannten grauhaarigen Gastes, unb auf Grunb biefer Anerkennung mürbe es bann boch noch ganz gemütlich. Auf jeben Fall hatte ber Alte eine bunbsgemeine Art, bärbeißig zu sein. Trotzbem konnte man ihm nicht böse sein. Daß fein Partner englisch mit ihm sprach, erschien ihm in ber golbenen Unbekümmertheit bes Englänbers als felbftoer- stänblich. „Scheinen viel Zeit zu haben, baß Sie sich hier ■ Damals begann er dieses Werk aufzubauen. Es Bar klein und roenig bekannt, eine bescheidene Eßerfftätte, die mohl ihren Besitzer nährte, aber im ijrofjen Getriebe ber Welt roenig zu sagen hatte. I Was aber steht heute, ba mir um ihn zum letzten klbschied versammelt sind? I Mehr als zehntausend Arbeiter schaffen und loirfen, weit sind die Säle, in denen die Spinn« smaschinen klappern und die Webstühle raffeln. Die Essen rauchen über die Stadt hinweg, und die Fäden bes weiten Betriebes spannen sich über Länber unb Meere, über bie Grenzen unseres Vaterlandes weit hinaus. Das aber ift dein Werk, deins ganz allein, John Perkins! Du haft gebetet, und Gott hat dich gesegnet, du hast gearbeitet, und dein Werk wuchs. Nun aber ruhe aus. Der Herr, ber dich zu sich rief, wird feine Augen offen halten über deinem Werk Tag und Nacht... um deines Friedens willen..." Der weißhaarige Geistliche hält inne. Ihm will die Stimme brechen, die Bewegung hat ihn übermannt. Seit Jahrzehnten kannte er den Mann, ber auf ber Bahre liegt, unendlich viel Not hat feine Hand mit dem Reichtum des Verstorbenen gelindert. Doller Pläne war dieser Mann noch vor einem Monat zu ihm gekommen. Du hast ihn gut gekannt, denkt Joachim Hellmers und schließt bie Augen, bu auch... Unb bann schaut er hinüber zu den Arbeitern am Sarge. Vorn an ber Ecke steht Morell, Werkmeister aus Saal B, über bie Sechzig schon lange hinaus, aber noch immer ein Kerl wie ein Baum. Ihm kollern die Tränen in ben breiten eisengrauen Bart; er ver- zieht keine Muskel seines zerfurchten Gesichtes, aber er kann nicht hindern, baß er weint... Ja, ja, denkt Hellmers, bu Alter, du host mit ihm angefangen, ihr habt beide miteinander die ersten mechanischen Webstühle aufgestellt. Sir John hat mir’s oft erzählt. Bis in die Nacht hinein habt ihr geschuftet, und wenn der Chef in den Saal B kam, hat er sich aus ber Thermosflasche einen Schluck Kaffee geben lassen. Ich weiß, alter guter Morell, du hast ihn gut gekannt... du brauchst dich deiner Tränen nicht zu schämen ... Inzwischen redet ber Geistliche weiter, schildert kommenden Sonntag das erste Schießen auf dem neu errichteten Stand stattfinden. Q Kesselbach, 9. Aug. Die hiesige Sparund Lorschußkasse veranstaltete aus Anlaß ihres 60jährigen Bestehens für ihre Mitglieder einen Ausflug. In froher Erwartung fuhren Vie Teilnehmer (insgesamt 570) aus dem Lumdatal mit dem Sonderzug über Lollar und diejenigen aus Roßberg, Dreihausen und Ebsdorf mit zwei Autobussen nach Marburg. Die Ausflügler wurden von Beauftragten der NSG. „Kraft durch Freude" empfangen und zunächst in geschlossenem Zuge in Vie Aula der Universität geführt. Im Rahmen der Begrüßung der Gäste wurde leider mitgeteilt, daß Die Nachmittagsvorstellung der Festspiele ausfallen mußte. An Stelle dessen wurden die Gäste in mehreren Gruppen durch die Stadt geführt und eingehend die Sehenswürdigkeiten besichtigt. Zu Mit- kag sand man sich in den verschiedenen Gaststätten ein. Anschließend wurden die Besichtigungen fortgesetzt. Schließlich traf man sich in den geräumigen Stadtsälen zu einem kameradschaftlichen Zusammensein, das die Mitglieder des Gesang-.i.r.'ins Kes. selbach durch schöne und ausgezeichnete Licdvorttäge unterhaltsam gestalteten. Eine Musikkapelle spielte leißig zum Tanz auf. Ueberaus zufrieden mit allem was der Tag gebracht hatte, machte man sich auf die Heimfahrt. kreis Alsfeld. —Homberg, 8. August. Die erste Mann- schäft der Hornberger Schützengilde war auf Grund ihrer guten Leistung beim Unterkreis, schießen zu dem in Gießen.stattgefundenen Kreis- schießen zugelassen worden. Die sich daran betei- ligenbe Mannschaft in der Besetzung Becker, Goß. selber, Leininger, Ramge erreichte hierbei das gute Ergebnis von 566 Ringen. Daniel Becker war bester Schütze mit 156 Ringen. Da die Mannschaft als Sieger der 8-Klasse hervorging, wird sie auch zum Gauschießen am 24. September zugelassen. 9. jl.-'Sport völlige Llebereinstimmung. Anläßlich seines Aufenthaltes in Berlin hatte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Braf Baillet-Latour (Belgien), eine Aussprache mit Dr. Ritter von Halt, dem Präsidenten für die V. Olympischen Winterspiele 1940 in Barmisch-Partenkirchen. Dabei ergab sich eine völlige llebereinstimmung der Ansichten der beiden Sport- nihrer bezüglich der Verhandlungen mit dem Internationalen Schiverband. Oblt. £emp vor Bramfeldt. Deutscher Doppelerfolg in Dünsdorf. Der Vierländerkampf im Modernen Fünfkampf «urde am Mittwoch in Wünsdorf entschieden. Deutschland belegte in der Gesamtwertung mit 87 Punkten vor Ungarn mit 133, Italien mit 136 und Finnland mit 148 Punkten den ersten Platz. Außerdem gab es in der Einzelwertung durch Oblt. üe m p und ff«Uftuf. Bramfeldt einen schönen Kutschen Doppelsieg. Lt. Bo'lgar (Ungarn), Ser- [*ont Halme (Finnland) und Oblt. C e c c a r e l l i Italien) belegten den dritten bis fünften Platz und waren somit die besten Ausländer. Der Präsident les IOK., Graf Baillet-Latour, nahm die Äegerehrung vor, und General der Artillerie von hidjenau würdigte in einer kurzen Ansprache üie ausgezeichneten Leistungen der Fünfkämpfer. Als letzter Wettbewerb wurde am Mittwochmo» «n der 4000- Meter-Geländelauf durch- «sührt, der vor zahlreichen Ehrengästen, unter snen sich auch der Reichssportführer v. Tscharn- ii e r und Osten befand, vollen Einsatz von den Läufern verlangte, da der Boden durch Regen tief md schwer geworden war. Die beste Zeit erreichte «r finnische Favorit für diesen Lauf, Sergeant »alrne, mit 13:10 Minuten. f^-Uftuf. Bramfeldt und ter ungarische Lt. Bolgar teilten sich mit 13:57 in ten zweiten Platz. Oblt. Lemp wurde zwar in ti:17 nur Zehnter, doch reichte es für ihn zum ti-efamtfieg. Ransfeld fährt die BMW.-Maschine. Die O. N. S. teilt mit: Die Bayerischen Motorenwerke haben nach dem bedauerlichen Unfall von (uropameister Georg Meier beim Großen Preis von Schweden die Werksmaschine, die Meier für den Großen Preis von Großdeutschland am kommenden Sonntag in Hohenstein-Ernsttal erhalten sollte, einem Wunsch von Korpsführer Hühnlein entsprechend, Kurt M a n s f e l d zur Verfügung gestellt, der damit nach längerer Pause in ein internationales Rennen eingreifen kann. ♦ 21 uch Walfried Winkler (DKW.) kann am nächsten Sonntag beim Großen Motorradpreis von Großdeutschland auf dem Sachsenring nicht starten, da er sich beim Großglocknerrennen schmerzhafte Verletzungen zugezogen hat. Motorschar 1/116 Lang-Göns. Bei der Hessischen Heimatfahrt konnten die Fahrer der HI.-Motorschar 1/116 Scharführer Albert >ü l- I e r, Rottenführer Helmut Belten und Igg. Heinz Müller je eine goldene Plakette erringen. Gießener Rundstreckenrennen. (Ein „Rennen der Gefchäflsradfahrer". Im Rahmen des Gießener Rundstreckenrennens, das am kommenden Sonntagvormittag von der Gießener Radfahrer-Vereinigung durchgeführt wird, wirb auch ein Rennen der Geschäftsradfahrer aus- getragen. Diese Rennen, die in anderen Städten schon seit langen Jahren veranstaltet werden, sollen auch in diesem Jahr erstmals in Gießen durchgeführt werden. Bei dem „Rennen der Geschäftsradfahrer" können sämtliche männlichen Volks- genossen teilnehmen, die in ihrem Berus sich des Fahrrades bedienen müssen, seien es die Bäcker- lehrlinge, die früh morgens die Brötchen ausfahren, seien es die Metzgerlehrlinge, die ihren Kunden die Fleischwaren bringen usw. Gefahren wird nur auf Geschäftsrädern, d. h. solchen Fahrrädern mit einem kleinen Vorderrad und dem Gepäckständer. Gestartet wird in zwei Klassen und zwar unter 18 Jahren und über 18 Jahren. Die Teilnehmer der Klasse unter 18 Jahren müssen die Rundstrecke fünfmal, diejenigen über 18 Jahren zehnmal durchfahren. Es ergeht an alle Betriebssichrer die Bitte, ihren Mit- arbeitern zur Teilnahme an diesem „Rennen der Geschäftsradfahrer" die Geschäfts- rät)er zur Derfüguklg zu stellen. Deutschlands Ruderer im Melkamps. 28. Meisterschastsrudern auf dem Maschsee bei Hannover. Mit den deutschen Meisterschaften, die am Wochen» ehe auf dem Maschsee bei Hannover zur Ent sch ei- hng stehen, erreicht das nationale Ruderjahr fei- rin Höhepunkt. Eine große Spannung und Unge» rißheit liegt über dem 28. Meisterschaftsrudern, ltben doch die Regatten der letzten Wochen nur i ganz wenigen Bootsgattunaen eine Klärung des Kräfteverhältnisses gebracht. Als Favoriten kann nan Eckstein/Stelzer (Berlin) im Zweier o. St., lMstmann/Adamski, Stm. Holstein im Zweier m. (:1t. und den Wiener Hasenöhrl im Einer anspre- een, aber über allen anderen Meisterschaftsrennen Ifigt tiefste Dunkelheit, was der Veranstaltung auf km Maschsee einen besonderen Reiz verleiht. Die i Hannover ermittelten Meister werden — wie üblich — die deutschen Farben bei den Europameisterschaften vertreten, die in diesem Jahre vom 1. bis 3. September in Amsterdam stattfinden. In sieben Bootsgattungen werden die Meistertitel vergeben. Don den vorjährigen Meistern fehlen der Europameister im Achter, Berliner RE., dessen umbesetztes Boot nicht den Erwartungen entsprach, im Vierer o. St. der Regensburger RV. und im Doppelzweier die Frankfurter Germanen Mar- quardt/Paul. Hasenöhrl (Wien) im Einer, Eckstein/ Stelzer (Berlin) im Zweier ,,ohne", @u ft mann/ Adamski (Berlin) im Zweier „mit" und Wratislawia Breslau im Vierer m. St. verteidigen dagegen ihre Titel. Vor der hessischen Fanstball-Ganmeisterschast (Hauspieltag in Marburg. Die der hessischen Faustball-Gauklasse angehören- I ton Mannschaften haben in diesem Sommer in drei Sruppen aespielt. Die Runden wurden jetzt zu Ende zaMrt. Als Gruppensieger stehen fest: Gruppe Hessen-Preußen Kassel; Gruppe Eder: u. Wasenberg; Gruppe Süd: To. 1846 Gießen, der Wenge Gaumeister. Der Gruppensieger treffen am kommenden Sonn- beim Gauspieltag des Gaufachamtes Turnen i Marburg zur Ermittelung des Gaumeisters zu- Briefkasten ver Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Anfrage f) 7V. Da Ihre Tochter kinderlos verstorben ist und eine letztwillige Verfügung nicht hinterlassen hat, ist deren Ehemann neben Ihnen zur Hälfte der Erbschaft als gesetzlicher Erbe berufen; daneben gebühren ihm außer diesem Erbteil die zum ehelichen Haushalt gehörigen Gegenstände und die Hochzeitsgeschenke als Voraus. Das Erbrecht Ihres Schwiegersohnes, sowie das Recht auf den Voraus (Hochzeitsgeschenke und die zum ehelichen Haushalt gehörenden Gegenstände) ist ausgeschlossen, wenn der Erblasser zur Zeit seines Todes auf Scheidung wegen Verschuldens des Ehegatten zu klagen berechtigt war und die Klage auf Scheidung ober Guf Aufhebung der ehelichen Gemeinschaft erhoben hatte. Maßgebend für die Entscheidung der Frage, ob dem Schwiegersohn ein Erbrecht zusteht, ist daher die Tatsache, ob Ihre Tochter die Klage aus Ehescheidung ober Aufhebung der ehelichen Gemeinschaft wegen Verschuldens ihres Ehemanns bereits vor ihrem Tode erhoben hotte; war bies der Fall unb wäre die Klage be- grünbet gewesen, so hat Ihr Schwiegersohn keinerlei Ansprüche unb Rechte an bem Nachlaß Ihrer verstorbenen Tochter. warten läßt. Nicht weniger als 36 Mannschaften beteiligten sich heuer an ben Spielen ber Kreise, das ist die breifache Zahl bes Vorjahres. In Marburg wird aus ben vier besten Mannschaften bes Gaues der Gausieger ermittelt, der dann an der Vorrunde zu den Reichsendspielen teilnimmt. Mit Tgm. Hanau, Tv. Bad Ems, CT. Hessen-Preußen und einer weiteren Kasseler Mannschaft treten Mannschaften an, die uns schöne unb ausgeglichene Kämpfe versprechen. Der Marburger Gauspieltag wirb unter Leitung von Gauobmann Dr. P f e f f e r (Gießen) durch- ge führt. -bürg zur Ermittelung bes Gaumeisters zu- iiTimen. Tv. 1846 Gießen, ber in seiner fr-uppe ungeschlagen geblieben ist, hat in Marburg le: Gaumeistertitel gegen zwei Gegner zu vertei- tigen, die als alte Fauftdallpioniere ul>er reifes und ftis?res Können verfügen. Da sich die Gießener aber ii flbiefem Jahre in gan* ausgezeichneter Form befinden, dürsten sie nur schwer zu schlagen sein. .»er Gaumeister, ber in Marburg ermittelt wirb, Timmt an den Gaugruppenspielen, d. h. ber Vor- AEbe für die Deutschen Meisterschaften teil; das- litte gilt von ben Gausiegern der beiden Alters- fafen, die am Sonntag ebenfalls in Marburg lisgestellt werden. Äehr gut besetzt ist die Altersklasse I (32 bis 40 Jfare). Es treten die folgenden Kreissieger an: Ä'Wetzlar, Tuspo Treysa, To. Korbach, Tgm. Bad Driburg, Tv. Mühlen (Lahn), VfL. I80O Marburg, ^izeispo. Hanau, ACT. Kassel. Es wird in dieser Mfe, die über erfahrene Faustballspieler verfügt, * hochwertigen Wettspielen kommen, die denen «1 Gau-klasse bestimmt nicht viel nachstehen werden. •m der Altersklasse II (über 40 Jahre) werden E. Tmn. Bad Homburg, Licht-Luft Hanau unb oizeispv.Kassel gegenüberstehen und beweisen, in ^tb hohem Maße ber Gedanke bes Wettkampfes £r:ibe in ber älteren Schicht der Mitglieder des -ML. noch lebendig und wirksam ist. E»chr erfreulich ist es, daß der Gau Hessen im mmen bes Marburger Gauspieltages erstmals auch rinn M e vft erschaft imK 0 rbbal 1 durchführt. 2e?s Frauenspiel hat im Gau in kurzer Zeit eine Gilroirflung genommen, bie weiteren Anstieg er» Beihilfen und Trennungszuschläge für Dienstverpflichtete. Großzügige Berechnungsgrundlagen. - Steuerfreiheit. Der Reichsarbeitsmi nister hat Durchführungsbestimmungen über bie neuen Beihilfen unb Trennungszuschläge für Dienstverpflichtete erlassen, die, entsprechend ber Anweisung bes Beauftragten für ben Bierjahresplan, in großzügiger Weise dafür sorgen, daß diejenigen Volksgemüien keinen finanziellen Nachteil erleiden, die zu staatspolitisch bedeutsamen und unaufschiebbaren Arbeiten verpflichtet werden. Ausgangspunkt für die Berechnung der Dienstpflichtbeihilfe ist das bisherige Durchschnittsarbeitseinkommen. Bei feiner Ermittlung sind die Verhältnisse ber letzten vier Wochen vor ber Dienstleistung zu Grunbe zu legen. Dabei gelten als Arbeitseinkommen auch Vergütungen für regelmäßig geleistete Mehrarbeit unb" Zulagen unb Zuschüsse, es sei benn, baß sie im Berechnungszeitraum nur ausnahmsweise ober zufällig erzielt würben. Als Dienstpflichtbeihilfe wirb ber Unter- schiebsbetrag zwischen bem früheren Einkommen unb dem besonders ermittelten „betriebsüblichen Arbeitsverdienst" im Einsatzbetrieb gewährt. Wenn z. B. ein Hilfsarbeiter bisher wöchentlich 40 RM. hatte, währenb er in ber neuen Arbeitsstelle üblicherweise nur 35 RM. oerbient, finb ihm 5 RM. wöchentlich als Beihilfe zu geben. In beiben Fällen ist vom Bruttoverbienst auszugehen. Außerbem wirb ber Trennungszuschlag ba gewährt, wo wegen boppelfer Haushaltsführung Mehrkosten entstehen. Beihilfe unb Trennungszuschlag sollen an ben vom Dienstverpflichteten benannten Empfangsberechtigten, in ber Regel bie Ehefrau ober ein erwachsener Angehöriger, möglichst überwiesen werben. Zu Gunsten ber Dienstverpflichteten wird bestimmt, daß — abgesehen von der Sonderregelung für die auslaufenden Westmaßnahmen — bie Leistungen nach der Neuregelung rückwirkenb von der Lohnwoche an Zu gewähren finb, die mit ober nach bem 1. Juli 1939 begonnen hat. Die Erstattungspflicht bes Unternehmers bezieht sich nur auf die Dienstpflicht- beihilfen, nicht auf etwa gewährte Trennungs- Zuschläge. Wie ergänzend aus einem aufschlußreichen Kommentar von Ministerialrat Dr. Zschucke vom Reichs- arbeitsministerium im „Reichsarbeitsblatt" zu entnehmen ist, ist die Höhe der Dienstpflichtbeihilfe jeweils ein fester Betrag. Ist der betriebsübliche Arbeitsverdienst gleich dem bisherigen Einkommen, oder ist er höher, so errechnet sich keine Beihilfe. Ist dagegen der betriebsübliche Arbeitsverdienst niedriger, so wird die Beihilfe fällig, und zwar ohne Rücksicht darauf, ob ber Dienstverpflichtete etwa von vornherein — durch Akkord usw. — mehr als den betriebsüblichen Arbeitsverdienst erzielt. Ein solcher Mehrbetrag bleibt jhm zur eigenen Verfügung als Leistungslohn unb Anreiz zur weiteren Leistungssteigerung. Ebenso wie bie Beihilfe selbst ist ber Trennungszuschlag eine soziale Leistung, bie daher von Steuern unb sozialen Abgaben frei unb der Pfändung nicht unterworfen ist. Das Einkommen von Angehörigen bleibt sowohl für den Trennungs- Zuschlag als auch für bie Beihilfe völlig außer Betracht. Eine Versagung ber Dienstpflichtbeihilfe ist im allgemeinen nicht vorgesehen. Nur in einem Sonderfall kann bie Versagung, gewissermaßen strafweise, erfolgen, nämlich bei solchen Arbeitskräften, bie aus berufsfrember Beschäftigung durch die Dienstverpflichtung wieder in die Landwirtschaft zurückgeführt werden müssen, nachdem sie vorher die berufsfremde Beschäftigung unter Verstoß gegen bestehende Einstellungs- oder Arbeitsplatzwechselbestimmungen ausgenommen haben. Wirtschaft. Wechsel als ZinanzierungSinstrument. Die große wirtschaftliche Bedeutung des Wechsels besteht darin, baß durch ihn der Käufer sich Ware auf Kredit verschafft, unb ber Verkäufer mit dem erhaltenen Wechsel eine Schuld bei seinem Liefe- ranken begleicht. Der Wechsel kann ferner, bereits vor bem Fälligkeitstag in Kapital umgewandelt, diskontiert werden. Die Bank zahlt den Wechselbetrag nach Abzug des Diskonts, d. h. der Zinsen für die Zeit vom Tage des Ankaufs bis zur Fälligkeit des Wechsels. Es gab früher einmal eine Zeit, da von Bankseite wiederholt Klage darüber geführt wurde, baß sich bie Wirtschaft zu wenig des Handels- Wechsels bediene. Untersuchungen einer Großbank haben nun gezeigt, baß sich bas Aufkommen an Handelswechseln zwar heute auf einer tieferen Ebene als früher bewegt, daß es aber durchaus nicht rück- läufig ist, unb daß ber Warenwechsel [eine Be- beutung auch keineswegs verloren hat. Im Zuge der Wirtschaftsentwicklung gibt es verschiedene Gewerbezweige, wie z. B. die Eisen-, Metall- unb Mäschinemndüstrie, bie infolge größerer Umsatzsteigerungen ben Handelswechsel wieder stärker benutzen. Aber auch die kleineren Unternehmer unb Gewerbetreibenden sind im Zuge der Vollbcschäfti- gung der Wirtschaft stärker zur Wechselfinanzierung übergegangen. Auf zwei Gebieten hat er sich besonders stark eingebürgert, und zwar, bei der Finanzierung der Getreidevorratshaltung und des Auto- absatzes. Wenn auch der Wechsel auf bestimmten Gebieten weniger verwendet wird, so hat er doch auf anderen sich neue Möglichkeiten erobert, die mit aller Deutlichkeit erkennen lassen, daß er sich als zweckmäßiges Finanzierungsinstrument im bisherigen Umfange auch in $ufunft behaupten wirb. Bei der Hereinnahme von Wechseln lassen bie Banken naturgemäß die entsprechende Vorsicht walten, um sich und die Kundschaft vor Verlusten zu bewahren. Diese vorsichtige Prüfung hat bisher auf bie Wechselmoral einen sehr günstigen Einfluß gehabt unb ist damit auch der Allgemeinwirtschaft zugutegekommen. Rhein-Mainische Börse. Mitlagsbörse: Tendenz eher schwächer. Frankfurt a. M., 9. Aug. Gegenüber weiteren kleinen Glattstellungen aus ber Börse heraus blieben bie mäßigen Kaufaufträge der Bankenkundschaft fast ohne Wirkung. Trotz des leichten Gegengewichts, das diese Käufe boten, war die Haltung am Aktienmarkt eher weiter schwächer, wobei die starke Geschäftsstille nicht ohne Einfluß blieb. Von den zunächst in nur sehr geringer Zahl notierten Werten stellten sich IG. Farben 0,25 v. H. fester auf 147, ferner gewannen Adlerwerke 0,25 0. H. au 99,75, Conti Gummi ohne Umsatz 1,25 v. H. au 217,50, Lechwerke Augsburg 0,50 0. H. auf 97, anderseits gingen Rheinstahl auf 125 (126), Rheinmetall auf 116 (116,65), Heidelberger Zement auf 142,50 (143), Reichsbank auf 179,40 (179,75) unb Thüringer Lieferung Gotha auf 114,75 (115,50) zurück. Der Rentenmarkt lag unoeränbert still unb ohne stärkere Veränberungen mangels entsprechen- ber Aufträge. Pfanbbriefe unb Staatsanleihen hatten ausgeglichene Marktlage unb unoeränberte Kurse. Auch Stabtanleihen unb Industrie-Obligationen waren meist behauptet, letztere z. T. leicht angc- boten. Reichsaltbesitz unb Reichsbahn-Vorzugsaktien notierten unoeränbert 132,10 bzw. 122,65. Im Frei- verkehr waren Kommunal-Umschulbung 0,13 überholt auf 93,13, währenb im telephonischen Freiverkehr Steuergutscheine erneut 0,13 bis 0,25 0. H. nachgaben. In ber zweiten Börsenstunbe blieb bie Haltung schwächer, doch kamen nur in einzelnen Papieren zweite Notierungen zustanbe. Matt lagen AEG. mit 112,50 .nach 113,90. IG. Farben verloren 0,40 v. H. auf 146,65. Bon später notierten Werten gingen Zellstofswerte bis 1,50 v. H. zurück, im übrigen hielten sich bie Schwankungen unter 1 v. H. Unnotierte Werte lagen still unb behauptet, lagesgelb unoeränbert 2,25 0. H. Abendbörse behauptet. An ber Abenbbörse war kaum noch Abgabenneigung zu beobachten, anberfeits war aber auch nur jögernbes Kausinteresse festzustellen. Trotz kleiner Schwankungen bis etwa 0,50 v. H. nach beiben Seiten war bie Grunbhaltung eher etwas gebessert. IG. Farben gingen 0,25 v. H. höher mit 147,2-5, anberseits Verein. Stahl 0,50 v. H. schwächer mit 97,50 um. Ein wenig höher lagen u. a. Mannesmann mit 103,13 (103), MAN. mit 141,50 (141), AEG. mit 112,75 (112,50), BMW. mit 132,25 (132), Daimler mit 118,25 (118) unb Reichsbcmt mit 179,50 (179,40). Nicht ganz behauptet waren Hoesch mit 105,65 (105,75), Rheinstahl mit 124,75 (125), Adlerwerke mit 99,.50 (99,75), Licht unb Kraft mit 129,50 (129,75), Sübb. Zucker mit 220 (220,25), unb je 1 v. H. nichtiger gefragt waren in Anpassung an Berlin Holzmann nut 149 unb Demag mit 138,50. Renten waren still. 6 v. H. IG. Farben gingen 0,18 v. H. nichtiger mit 120 um, Reichsbahn- Vorzugsaktien unoeränbert 122,65. Steuergutscheine I würben in ben Abschnitten Januat/März im Verkehr von Bank zu Bank mit 98,05 umgesetzt. Jrantfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 9. Aug. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige fe 100 kg) in Mark: Weizen W 9 195, W 11 197, W 12 198, W 13 199, W 16 202, W 18 204, W 19 206, W 20 208, Rog- gen R 11 181, R 12 182, R 14 184, R 15 185, R 16 187, R 17 188, R 18 189, R 19 191 Groß- Handelspreise der Mühlen der genannten Preisge- biete. Futtergerfte —, Futterhafer —, Weizenmehl Type 812 W 13 bis W 20 einschließlich Kreis Alzey *30,05, W 20 Kreis Worms 30,40; do. Type 630 W 13 bis W 20 einschl. Kreis Alzey 31,20, W 20 Kreis Worms 31,55; ho. Type 1600 W 13 bis W20 emschl. Kreis Alzey 23,05, W 20 Kreis Worms 23,55; Roggen mehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, N 16 22,95, N 18 23,30, R 19 23,50 alles zuzüglich 0,50 RM. Frachtausgleich; Welzcnsutter- mehl W 19 13,60, Wcizcnvollklcie W 19 11,60, Wei- Zenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W 18 11,00, W 19 11,10, W 20 11,20 Mühlenfcstprcis ab Müh- lenstation: Roggenfuttctmehl R18 12,90, Roggen- vollkleic R 18 10,90, Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 16 10,25, R 18 10,40 R 19 10,50 Mühlen- festpreis ab Mühlenstation; Treber —, Wiesenheu, honhelsüblich 5,00 bis 5,20, do. gut, gesund, trocken 5,60 bis 6,00; Ackerheu, gut, gesund, trocken 6,00 bis 6,30, Klceheu, handelsüblich 6,00 bis 6,40, do. gut, gesund, trocken 6,40 bis 6,80, Luzerneheu, handelsüblich 6,60 bis 7,00 do. gut, gesund, trocken 7,00 bis 7,50; Weizen st roh, bindfadengepreßt ober gebündelt, alte Ernte 2,50, Roggenstroh, do. 2,70, Hafer- unb Gerstenstroh, do. 2,30 bis 2,40 Erzeugerpreis ab Erzeugerverladestation. Tendenz ruhig. Frankfurter Schtachtviehmarkt. F r a n k f u r t a. M., 10. August. (Dorbcricht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Voraustrieb: 828 Rinder (112 Ochsen, 109 Bullen, 420 Kühe, 187 Färsen), 626 Kälber, 30 Hämmel, 62 Schafe, 799 Schweine. Es kosteten: Ochsen 37,50 bis 46,5 RM., Bullen 35,50 bis 44,50, Kühe 20 bis 44,50, Färsen 35 bis 45,50, Kälber 35 bis 65, Hämmel 35 bis 50, Schafe 25 bis 42, Schweine 53 bis 62 RM. Marktverlauf: Rinder, Kälber, Schweine zugeteilt; Hämmel und Schafe mittel. Rundfunkprogramm Freitag, 11. August. 5 Uhr: Frühmusik. Musikkorps des Infanterie- Regiments 105. 5.50: Bauer, merk auf! 6: Morgenspruch, Nachrichten, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Es spielt das Musikkorps des Jnf.-Regiments 5, Marinc-Artillerie-Bataillon Pillau. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Mutter turnt und spielt mit dem Kind: Machet auf das Tor. 8.40: Froher Klang zur Werkpausc. Leo Eysoldt mit seinem Orchester. 10: Schulfunk. Deutscher Geist bezwingt ben Raum ber (Erbe. (Eine Hörfolge um beütsche (Erfinhungcn. 10.30: Zollkreuzer auf Strei- * fensahrt. Rundfunkberichte vom Zolldienst an ber deutschen Norbostgrenze. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. Das kleine Orchester bes Reichs- fenbers Saarbrücken. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert (Fortsetzung). 14.10: Beliebte Suiten und Potpourris. (Jnhustrie-Schallplattcn und Eigenaufnahmen.) 16: Aus Bah Ems: Konzert. Einlage 17 bis 17.10: Die bcutfchen Golfmeisterschaften tu Bah Ems. 18: Zwischen Enkel unb Ahn. 18.30: Sport ber Woche und für ben Sonntag. 18.45: Konzert. Der Chor bes Rcichssenbers Frankfurt. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Hau-Ruck — ber Westwall steht. 20: Von Stuttgart: Nachrichten bes Drahtlosen Dienstes. Anschlicßcnb: Hier spricht die Ncichsgartenschau. 20.15: Unterhaltungs-Kon^erk. Das große Orchester bes Rcichssenbers Frankfurt« 21.15: Stimmen in ber Nacht. (Ein sommerliches Notturno von Werner Brink. 22: Nachrichten. 22.15: Sportnachrichten in Kürze. 22.20: Bilberbuch ber Woche. 22.35 bis 24: Unterhaltungs- unb Volksmusik. Zunge deutsche Nation Gesundheit und Schönheit ver- Heinrich Hest. lichem Leben und Denken. ist in poltern die Stiefel der Jungen, die längst ihre Müdigkeit vergessen haben. Nun geht es zunächst einmal in den Stall. Der Herbergswart berichtet voll Stolz, daß im vergangenen Jahr soundso viel Schweine geschlachtet wurden, und daß seine große Huhnerschar eine immerhin beachtliche Zahl von Eiern legt. Das Schönste aber kommt noch: Die Schweine zu futtern, kostet fast keinen Pfennig. Dazu werden die Abfälle aus der Küche benutzt, und wenn das nicht reicht^ hilft eine benachbarte Jugendherberge aus, die selbst keine Tiere halten kann, weil sie mitten in der Stadt gelegen ist. Unten auf dem Söller sitzen ein paar Madel und singen. Die Pimpfe kichern, aber dann haben sie selbst so viel Spaß am Singen, daß sie mittun. Und so vergeht die Stunde am Abend wie im Fluge. In den Schlafräumen geht es dann noch einmal hoch her. Der eine mag lieber das obere Bett, der andere das untere, oft muß ein Aelterer als Schiedsrichter eingreifen. Die warmen Wolldecken werden sorgsam mit den mitgebrachten Lebens in engster Gemeinschaft mit dem Bauern und seiner Familie kennenlernen. Dann erst werden sie verstehen, welche völkische Verantwortung auf den Schultern des Bauern ruht, wie von seinem Fleiß die Ernährung des ganzen Volkes abhängt. . ♦ Der Junge aber, der in der Kammer des Bauernhauses schläft, der beim Morgengrauen die ersten Arbeiten aus dem Hofe miterlebt und der schnell zupacken lernt, der findet zuerst zum Bauerntum zurück, zum Verständnis und vielleicht zu mehr noch! Und das soll er ja auch. Mancher Junge, der als Erntehelfer zum erstenmal überhaupt auf das Land kommt, wird vielleicht sein erstes Erleben im Bauernhaus fo verstärken und vertiefen, daß er schließlich völlig zur Scholle zurückkehrt. Heute hat ja die Jugend die Möglichkeit, auch ohne Vermögen sich zu einem freien Bauern auf eigener Scholle emporzuarbeiten. So wird aus diesem Ernteeinsatz der Hitler- Jugend viel mehr, etwas, was sich vielleicht in Jahren erst voll auswirken wird. Der Ernteeinsatz der HI. wird so zu einer Brücke für die Stadtjugend zum bäuerlichen Leben und zur bäuerlichen Arbeit zurück. Aus der Lebensschule der Erntehilfe und des Landdienstes der HI. geht ein neues Jungbauerntum hervor, daß der Verstädterung des deutschen Volkes entgegentritt. Hier wird bestimmt nicht „aus der Not eine Tugend gemacht", aber es zeigt sich, wie eine sinnvolle Führung der Jugend auch aus einem taggebundenen Anlaß, wie aus der Erntehilfe, immer wieder Einsatz im Sinne der großen völkischen Aufgaben im Großdeutschen Reich vorbereiten kann. Was heute nur Erntehilfe ist, ist in seiner letzten Auswirkung Kampf gegen die Stadtsucht, Rückführung der kommenden Generation Großdeutschlands zu bäuer- Die Gefundheitsführung der deutschen Jugend eine Aufgabe, der sich die HI. in diesem Jahre besonderem Maße zuwendet. Auf der Tagung des Sozialen Amtes der Reichsjugendfuhrung m der Hauptstadt der Bewegung, München, Hat der Reichsjugendführer Baldur von Schirach die Parole der „G e s u n d h e i t s p f l i ch t" für alle der HI. und dem BDM. angehörigen Jugendlichen ausgegeben. Sieben Millionen junge deutsche Menschen sind in diesen beiden Organisationen zu- sammengefaßt. Sie gesundheitlich zu betreuen und -u überwachen erfordert ein gewaltiges Maß von Arbeit, das nur bei straftfter und gut eingesetzter Organisation bewältigt werden kann, lieber diese Organisation und ihre hauptsächlichsten Aufgaben unterrichten eine Reihe von Aufsätzen im amtlichen Organ des Jugendführers des Deutschen Reichs, Das junge Deutschland". In ihm äußert sich Dr. med. Ursula Kuhlo, die dem Gesundheitsamt der Reichsjugendführung angehört, über die Gesundheitsführung im BDM. Sie sagt in dem Auf, jatz „Gesundheit und Schönheit" u. a.: „Im BDM. wollen wir lebensmäßig erziehen. Eine solche Er- Ziehung erfordert eine gleichgerichtete For« mung der Seele und des Körpers. Die Mädel sollen nicht nur körperlich gesund sein, son, dern auch gesund fühlen, denken und handeln. Aus dieser Harmonie der Gesundheit des Körpers und der Seele ergibt sich der Begriff jener Schönheit, die unser letztes Erziehungsideal darstellt. Das mit dem Nachtquartier bei dem Bauern, von dem das deutsche Soldatenlied nun seit Generationen berichtet, ist nur für einen Teil jener deu- schen Jugend zutreffend, die sich freiwillig zum Ernteeinsatz gemeldet hat. Es werden längst nicht alle Jungen beim Bauern Nachtquartier beziehen. In reinen Landwirtschaftsgebieten werden z. B. viele Helfer in Ernteeinsatzlagern untergebracht. Andere werden nur auf ihren Fahrten oder vom Sommerlager aus zur Erntehilfe eingesetzt, ohne die Lager- oder Fahrtengruppengemeinschaft zu verlassen. Bei allen Arten dieses Einsatzes aber ist gleich gut organisiert und gleich gründlich die Ueberwachung durch die HJ.-Aerzte, so daß die Jungen unter einer dauernden gesundheitlichen Kontrolle stehen. * Das soll nicht heißen, daß nun diese Kontrolle durch die Aerzte der HI. so dringend nötig sei, weil den Jungen eine übermäßige Arbeit zugemutet wird. Bestimmt nicht! Die Jungen sollen arbeiten, denn schließlich ist ja ihr Einsatz als Erntehilfe nicht eine Spielerei, sondern eine Arbeit, die ernst genommen wird, weil sie einen tiefen Sinn hat und einem ernsten Gebot entspricht. Für manchen Jungen wird diese Arbeit — und er braucht deswegen noch lange fein verwöhntes Muttersöhnchen zu sein — anfangs gar nicht so einfach sein. Denn stundenlang Heu mit dem Rechen wenden oder mit gekrümmtem Buckel im Herbst Rüben zu ziehen oder kniend Kartoffeln zu buddeln, das will nicht nur gelernt, sondern vor allem geübt sein. Anfangs wird mancher Muskelkater knurren, aber schließlich ist es eine gesunde Arbeit, in frischer Luft und in fröhlicher Gemeinschaft. Dafür aber hat unsere Jugend heute ein sehr feines Empfinden. Auch wenn sie in eine neue, anfänglich fremde Umgebung kommt, sie spürt doch bald, was für ein Geist hier herrscht und ob die Arbeit ihr eine innere Befriedigung verschafft. Und welche Arbeit könnte das mehr als die auf der Scholle, als gerade die Erntearbeit! Ja, dieses Gefühl einer innerlichen Befriedigung wird noch verstärkt durch den Einblick, den die Jugend in das bäuerliche Leben erhält, vor allem jene Jungen, die einzeln Bauern zugeteilt werden und damit in die bäuerliche Familie ausgenommen werden. Diese Art Ernteeinsatz, vielleicht die intensivste, wird von manchen Eltern mit völlig falschen Bedenken betrachtet. Ihnen scheint das Verbleiben des Jungen in einem HJ.-Lager ober in einer Einsatzgruppe irgendwie eine Art Sicherung für das Wohlbefinden des Jungen. Das leuchtet zwar ein, ...zu dem dauern in das Nachtquartier." Deutsche Jugend findet über den Ernteeinsatz zur Scholle zurück. aber auch der einzeln eingesetzte Erntehelfer liert ja nicht die Fühlung mit der Einheit. Mehr aber noch als andere Erntehelfer hat er Gelegenheit, das Leben der deutschen Bauern, ihr ganzes Tagewerk aus nächster Nähe kennen und lieben zu lernen. Es ist wahrhaftig kein leichtes Leben, sondern ein Tagewerk, dessen Inhalt und Umfang sich nicht nach eigenen Wünschen beschränken läßt. Es steht unter dem unwandelbaren Gesetz der Scholle. Und wenn es noch so heiß ist, die Arbeit muß gemacht werden! Und wenn die Arbeit auf dem Felde noch so lang und schwer war, zuerst muß das Vieh besorgt werden! Es gibt aus dem Gesetz dieses bäuerlichen Tagewerkes kein Ausweichen, kein Nachlassen! Es tut gut, wenn junge Menschen aus der Stadt einmal diese harte Seite bäuerlichen Die Breitenarbeit in der körperlichen Ertüchtigung besteht in einer allgemeinen Grundschule, die Bewegungs- und Haltungsübungen mit einem Heben der verschiedenen Sportarten, wie Schwim- men, Leichtathletik usw. in sich vereinigt. Für dis jüngeren Jahrgänge werden diese Ausgaben in die Form des Spieles gekleidet und damit der fee» lischen Eigenart der Jungmädel angeglichen. Selbstverständlich werden außerhalb dieser Grundschule auch sportliche Einzelleistungen gefördert. Der weid- liche Nachwuchs für die Olympischen Spiele soll in Zukunft aus den Reihen des BDM. gestellt werden. Durch gewisse sportliche Leistungen, die der Entwicklung in den verschiedenen Lebensaltern entsprechen, wird eine Leistungssteigerung und eine damit verbundene allgemeine Kräftigung der Muskulatur und des Kreislaufsystems erreicht. Zugleich wirken die Leibesübungen in der Richtung einer damit verbundenen harmonischen Formung des Gemüts. Durch Freude am Spiel, an der Bewegung und auch an der Leistung wird das Mädel fröhlich und frei; bei der Lösung gemeinsamer Aufgaben bildet und stärkt sich das Kameradschaftsgefühl. Einen breiten Raum innerhalb der körperlichen Ertüchtigung nimmt die ausgedehnte Fahrten« und Lagerarbeit der Sommermonate ein. Die Anforderungen auf Fahrt werden fo gewählt, daß sie von jedem Mädel ohne Anstrengung bewirb tigt werden können; für sachgemäße Unterkunft und Verpflegung ist in jedem Falle gesorgt. Der Klima- reiz, der Aufenthalt in Lust, Wind und Sonne trägt zur Gesundung, Stählung und Kräftigung bei. Jedes Mädel muß wissen, daß es verpflicht?/ ift, gesund zu sein. Man bleibt nicht von selbst., gesund, sondern muß diese Gesundheit hegen und pflegen. Durch umfassende Schulung werden die Madel im BDM über die Bedingungen einer gesunden Körper- und Schönheitspflege unterrichtet, ferner über die Anforderungen an eine gesunde Wohnung und Kleidung. Die gesamte Führungsarbeit des BDM. besteht aus einer eng gekoppelten Erziehungsarbeit am Körper und an der Seele. Sämtliche Aufgabengebiete, fei es die Kulturarbeit, die weltanschauliche Schulung, die soziale Arbeit, seien es die Leibesübungen, die Fahrten und das Wandern, sei es endlich die Gesundheitsführung, sie dienen alle dem gleichen Erziehungsziel: gesunde und schöne Mädel zu formen." Schlafsäcken bezogen, und darunter schläft man genau so gut, wie in seinem eigenen Bett. Das heißt, eigentlich noch viel besser, nach einem solchen Tage! Die helle Sonne scheint schon in die Fenster, als dann morgens geweckt wird. Nur einer ist schon auf: Der große Herbert muß sich bereits rasieren, und da beginnt er lieber etwas früher mit der morgendlichen Verschönerungskur, weil er sonst nachher am Kaffeetisch zu kurz kommt. Vorher gibt es aber noch einen kleinen Morgenlauf, damit jeder auch den richtigen Hunger für das Frühstück mitbringt. Dann aber schlägt schon die Stunde des Abmarsches. Ein langer Tag liegt noch vor den Jungen, die sich nur ungern von der Jugendburg trennen. So fein hat es sich kaum einer von ihnen in der Jugendherberge vorgestellt. Man wußte ja schon allerlei davon, aber erst wenn man selbst dagewesen war, konnte man ja mitreden! Später, wenn diese Pimpfe längst zu den „alten", erfahrenen Hasen gehören, roerfoen sie sicher noch oft von dieser ersten Fahrt ihres Lebens sprechen. Horst. Sie erste pimpsensahtt. Zum erstenmal auf Fahrt über Samstag und Sonntag! Die Pimpfe des jüngsten Jahrgangs find begeistert. Das ist doch endlich einmal eine Sache! Da braucht man also nicht wieder abends heimwärts zu fahren, um in das gewohnte Federbett des elterlichen Hauses zu kriechen, sondern es liegt noch ein zweiter Tag ungebundener Fahrtenfteiheit vor einem. Freilich, in Zelten darf nicht übernachtet werden. Das ist eine Sache für die Aelteren. Aber ist nicht eine Jugendherberge mindestens ebenso schön? Wartet nur ab, ihr sollt euer blaues Wunder erleben! Und dann marschieren sie los, mit leichtem Gepäck, wie man es für die zwei Tage braucht. Das Wandern ist fo schön, wenn man endlich einmal nicht das gewohnte Straßenpflaster unter den Sohlen hat, sondern weichen Waldboden oder sandige Feldwege. Aber nach und nach werden die unternehmungslustigen Pimpfe doch müder. Immer leiser wird die Unterhaltung, immer schleppender der Schritt. Selbst ein Lied will nicht mehr die schlaffen Glieder zusammenreißen. Doch einmal wird auch das fernste Ziel erreicht, und dabei war der Weg heute gar nicht so sehr lang. Noch zwei Kilometer, bann sind wir da! Zuletzt geht es durch ein Städtchen. Jetzt klappern die beschlagenen Stiefel wieder munter auf den holprigen Steinen. Wo bleibt nur die Jugendherberge? Aber es geht wieder hinaus aus dem Häusergewimmel, auf einen alten Park zu, der am Rande der Stadt liegt. Und dort hinein führt em Seitenweg, der jetzt eingeschlagen wird. Dicke Mauern sind zu erkennen, und hinter den grünen Kulissen der knorrigen Bäume blinken die kleinen Fenster eines großen Baues, der von einem niedrigen, dicken Turm gefrönt ist: die Jugendburg! Jetzt hält es schwer, die ganze Bande beisammenzuhalten. Jeder möchte am liebsten gleich auf Entdeckungsreise gehen. Aber zunächst einmal wird das Gepäck auf dem Burghof zusammengelegt, und dann geht es in den Waschraum zur Generalreinigung. In den zahlreichen Waschkauen lassen Waschströme schnell den Staub der Landstraße verschwinden. Blanke Augen leuchten wieder aus rotgeriebenen Gesichtem, und nun meldet sich auch schon der ” Hunger. . Einer hat die Küche entdeckt, die im etwas tiefer gelegenen Erdgeschoß zu finden ist. Er schnuppert und meint, daß sich bas, was dort so gut riecht,