W Montag, 10. Zull 1959 Ur. 158 Erster Blatt 189. Zahrgang Das im Original ausgestellte Sturzkarnpf-Ulugzeug Junkers JU 87. (Presse-Bild-Zentrale-M.) Tages' tmit. men. «gen^ ieger. !le in chten. llngs, getreten. Erst dann freilich, wenn man tagelang kreuz und quer durch diesen vielgestaltigen Gau gefahren ist, vermag man annähernd zu ermessen, welch einen ungeheuren Auftrieb die Arbeiten an dem W e st w o l l diesem Gebiet brachten. Die Verlegung von Tausenden und aber Tausenden zusätzlicher Konsumenten brachte und bringt naturgemäß eine ganz außerordentliche Belebung für handel und Wirtschaft. Daß dabei die organisatorische Arbeit der Partei, vor allem der Deutschen Arbeitsfront, schon allein durch die Errichtung und Betreuung Auflegung der glatten Beplankung gepreßte Längs- rippen, die zusammen mit der Außenhaut einen selbsttragenden Verband ergeben. Auf diese Weise ist die Festigkeit sehr groß und die Bruchgrenze kaum zu erreichen. An der Hinteren Flügelkante ist ein Hilfsflügel angebracht, dessen äußerer Teil als Querruder dient, während der übrige Teil als Landeklappe zur Verringerung der Lande- und Startwege Verwendung findet. Zur Abgrenzung der Sturzfluggeschwindigkeit im Interesse eines zicl- Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf„ für Text- anzeigen von70mm Breite 50Rps.,Platzvorschrist nach vorh.Vereinbg.25"/o mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen--, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie ein- spaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts, u. behördliche AnzeigenbRpf. Mengenabschlüsse Staffel B Den Haag, 6. Juli. Die innerpolitische Lage in Holland und die Möglichkeiten einer Beilegung der Regierungskrise sind gegenwärtig noch ungeklärt. Der nach dem Rücktritt der Regierung mit der Neubildung eines Kabinetts beauftragte seitherige Ministerpräsident Dr. C o - lijn hat nach ergebnislosen Besprechungen mit den Fraktionsführern der sechs Parteien seinen Auftrag an die Königin zurückgege- b e n, und als aussichtsreichster Mann gilt jetzt der konservative Politiker de Geer, der der Christ- fel, aus neuen Bücker-Jungmeister-Schulflugzeu- gen unter dem Kommando von Hauptmann T r ü - benbach, vertreten. Ihre Flugfiguren, die mit größter Präzision asgeführt wurden, fanden stärkste Beachtung. — Die belgische Luftwaffe führte ihre verschiedenen Typen an Kampf- und Bombenflugzeugen vor und zeigte Geschwaderslüge. Die Franzosen zeigten Patrouillenflüge und mehrere Jagd- und Bombenflugzeuge. Die Engländer führten neun schwere Vickers-Wal- lington-Bomber vor. Leider wurde die Veranstaltung durch den tod- gleichzeitig eine übermäßige Einfuhr ausländischer Weine erfolgte. Es kam schließlich so weit, daß auf der Höhe des Sommers von 1935 den Winzern der größte Teil der ausgezeichneten Ernte von 1934 noch unverkauft in den Kellern lag. Damals schuf Gauleiter Simon die Einrichtung der Paten- meine. Auf dem Wege über die Gauleitungen wurde ganz Deutschland mit einem Schlage zum Absatzgebiet für die schönen Weine von Rhein, Mosel, Saar, Ruwer, Ahr und Nahe, aus der Pfalz und aus Hessen. Seit 1937 sind die Weinwerbewochen überflüssig geworden. Wo einst Absatzstockungen vorherrschten, kann man heute schon von einer Weinknappheit sprechen. Vor eine besonders schwierige, aber auch sehr lohnende Aufgabe sahen sich hier Partei und Reichsnährstand in der L a n d w i r t s ch a f t gestellt. Unter der Einwirkung des Realteilungsrechtes durch den napoleonischen Code civil, der noch bis zur Jahrhundertwende galt, sank hier der bäuerliche Einzelbesitz in fast drei Vierteln aller Betriebe unter fünf Hektar, betrug also weniger als 20 Morgen. Außerdem aber war felbst dieser Kleinbesitz in den meisten Fällen noch in so zahlreiche auseinanderliegende Kleinparzellen aufgeteilt, daß die Bewirtschaftung nicht nur schwierig und zeitraubend war, sondern auch oft zu an sich.begreiflichen Streitfällen führte. Die Kargheit des von Gebirgen durchzogenen Gebietes und schwierige Witterungsverhält- nifse kamen hinzu, so daß die Kleinwirtschaften die bäuerliche Familie nicht mehr zu ernähren vermochten; starke Abwanderung in die Industriegebiete der nördlichen Rheinprovinz war die Folge, Tausende von Bauernsöhnen haben in den letzten Jahrzehnten die heimatliche Scholle in Eifel, Hunsrück und Westerwald wohl oder übel verlassen müssen. Hier wird die moderne Landesplanung des Nationalsozialismus grundlegend Wandel schaffen. Längst ist an die Stelle der verzweifelten Resignation in der Bauernschaft aus der Systemzeit die zuversichtliche Arbeitsfreude in der Gewißheit gesicherten Absatzes »eitet' (i be» 18,75), j 96,65 gingen ij. Man Kurse, [en be« ■i). H NN mit 128,65), 113,50 gingen llnoer- isbatjn* liehen Unfall des deutschen Teilnehmers Hauptmann Wille getrübt, eines der Angehörigen der nach Brüssel entsandten deutschen Kunstflugstaffel. Aus bisher noch nicht geklärter Ursache kippte das Flugzeug von Hauptmann Wille über den linken Flügel ab und schlug außerhalb des Flugplatzes auf den Boden auf. Hauptmann Wille erlitt dabei so schwere Verletzungen, daß er nach wenigen Minuten, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben, verstarb. Die Nachricht vom Fliegertod des Hauptmanns Wille hat überall in Belgien warmes Mitgefühl hervorgerufen. Der König hat Hauptmann Wille den Leopoldorden verliehen. In feinem Nomen erschien der Minister für Landesverteidigung, Generalleutnant D e n i s , in Begleitung des Chefs der belgischen Militärluftfahrt und heftete dem* toten Offizier die hohe Auszeich- stung auf die Brust. Generalleutnant Denis und die 'ihn begleitenden Generäle begaben sich dann in die deutsche Botschaft und sprachen dem deutschen Botschafter und Generaloberst Milch das Beileid des Königs und ihre eigene Anteilnahme aus. Die Königinmutter Elisabeth brachte ebenfalls ihre Anteilnahme zum Ausdruck, ferner küe für den Holländer unangetastet über den Parteien und erinnert ihn auf feiner einsamen Höhe an einen Patriarchen. Wie die Regierungskrise auch gelöst werden sollte, so bleibt die parlamentarische Lage so oder so die gleiche, da die der Krise zugrunde liegenden Meinungsverschiedenheiten nicht aus der Welt geschafft sind. Es ist dabei sehr bezeichnend, m i t w e l - cher Gleichgültigkeit in der holländischen Oeffentlichkeit die Regierungskrise hingenommen und deren Entwicklung verfolgt wird. In fcharfem Gegensatz zu diesem öffentlichen Gleichmut stehen daher vereinzelte Presseauslassungen, die um „der internationalen politischen Lage willen" in ultimativer Formulierung eine sofortige Beendigung der Krise fordern, und die sich damit von selbst als künstliche Mache charakterisieren. Das holländische Volk ist der P a r t e i p o l i ti k müde geworden. Skandale, wie die der sozialdemokratischen Magistratsmitglieder in Amsterdam, vermochten aus diesem Grund den Sozialdemokraten bei den jüngsten Gemeindewahlen kaum Abbruch zu tun. — Auch die sogenannte Oßsche Affäre, in der sich der römisch-katholische Justizminister empfindlich bloßstellte, hat bezeichnenderweise in der Oeffentlichkeit keine politischen Auswirkungen gehabt. Der Verkebrsminister, der Kultusminister, der Wehrminister, sie alle haben im Verlaufe ihrer jetzt fast zweijährigen Amtsperiode Schlappen hinnehrnrn müssen die das Gros der Wählerschaft im Grunde kaum berührten. Die jetzige Kabinettskrise mit ihren Hintergründen ist der breiten Masse überhaupt kaum verständlich. Keine Partei denkt an Neuwahlen, was angesichts dieser Sachlage weiter nicht verwunderlich ist. Dr. Koolens mit der Bildunq des holländischen Kabinetts beauftraot. strie, hatten unter den Einwirkungen teils des Versailler Diktates, teils der verständnislosen Systemzeit in gleicher Weise zu leiden. In allen drei Gebieten ist mit der Energie, aber auch mit der wohldurchdachten Planmäßigkeit, die dem Nationalsozialismus eigen ist, gründlich Wandel geschaffen worden. Das ist vor allem der Verdienst des ebenso einfallsreichen wie tatkräftigen Gauleiters Gustav S i m o n. Es ist nur ein kleines, aber bezeichnendes Beispiel, wie er etwa den Winzern beisprang. Wer jemals Winzer an den überwiegend sehr steilen Hängen der Weinberge hier im Gau hat herumsteigen sehen, der bekommt eine leise Ahnung davon, daß es sich da um einen der körper- Handgrisf zum Abwurf lösen, so daß die Besatzung ungehindert frei nach außen mit Fallschirmen, die zur Ausrüstung gehören, abspringen kann. Das Flugzeug ist ausgerüstet mit Junker s - Hochleistungsreihenmotoren mit Leistungen bis zu 1200 PS, die auf Grund ihrer gedrängten Bauform eine sehr gute aerodynamische Verkleidung zulassen, wodurch unbehinderte Sichtmöglichkeiten nach vorn beim Sturzflug bestehen. Der Aufbau des Rumpfes ist in der modernen Schalenbauweise vorgenommen, der Rumpf besteyt aus Ober- und Unterschale, die komplett fertiggestellt und durch Nietung zusammengefügt werden. Der Flügel besteht aus dem Knickstück und den beiden Außenflügeln, die mittels Kugelverschraubung mit einander verbunden werden. Die Konstruktion weist starke Längsträger auf mit Ober- und Untergurt, die mit geschlossenen Profilen zu einem Träger verbunden werden. Die Träger sind durch Querverbände miteinander verbunden und erhalten für die Der Gturzbomber Zu 81 aus der Brüsseler Lustsahrtausstellung Hefter ! auf! Gym« forps laftrt. •otjtt iter« unt: oUs> rvyrt Nach. 14.10: »lütten , Aus« 17.10: gleiche Kampf ibe — enaus« öhliche Ligen« hoher Mosel M änüch- ■ Mörz vor Den Haag, 8. Juli. (DNB.) Dr. Colijn hat den Auftrag zur Bildung einer neuen Regierung zurückgegeben. Daraufhin hat die Königin Dr Koolens mit der Regierungsbildung beauftragt. Dr Koolens ist Mitglied des Staatsrates. Er gehört der Römifch-Katholifchen Staatspartei an. Die Königin hatte zu der Besprechung, die sie mit ihren politischen Beratern hatte, auch die Chefs der Land- und Seestreitkräfte hinzugezogen. Daraus schließt man, daß eine der Hauptaufgaben der neuen Regierung in der Durchführung der Aufrüstung bestehen soll. Die deutsche Lustwaffe beim Militärfliegertreffen in Brüssel. Die zweite internationale Lufifahrtausstellung. Grenzwirtschast im Ausbau Von unserem re-Sonderberichterstaiier. Die Regierungskrise in Holland Von unserem gr.-Korrespondenten. Trier, im Juli. Zweifellos ist der Gau Koblenz-Trier nicht nur eins der landschaftlich schönsten, fondern auch der wirtschaftlich interessanteften und wichtigsten Gebiete der westlichen Grenzmark. Es handelt sich hier ganz ersichtlich um ein ausgesprochenes Kampfgebiet. Denn seit dem Verlust von Elsaß- Lothringen und von Eupen-Malmedy sowie seit dem Ausfcheiden Luxemburgs aus dem Deutschen Zollverein wurde dieser wirtschaftlich sehr vielfältige Gau aus einem Binnengebiet zum Grenzgebiet. Wie in allen diesen Fällen, die auf die Verwüstungen durch das Versailler Diktat zurückgehen, wurden althergebrachte Handelsverbindungen zerrissen, Absatzgebiete gingen verloren, kurz Handel und Wirtschaft mußten sich im wesentlichen auf die Gewinnung neuer Absatzgebiete ostwärts, d. h. nach dem Reichsinnern umstellen, während ihre natürlichen Beziehungen früher aus handelsgeographischen Gründen westwärts gerichtet waren. Dazu kam aber noch die kaum errechenbare Schädigung durch die langjährige Entürilitari- sierung. Man bedenke beispielsweise nur, was es für die beiden größten Städte des Gaues, Koblenz und Trier, schon rein finanziell ausmachen mußte, wenn sie, früher Sitz starker Garnifonen, von einem auf den andern Tag die ständige starke Umsatzbelebung durch das Militär, vor allem im Handwerk, im Gewerbe, in der Bekleidungsindustrie usw. verloren! All dies zusammenaenommen macht es ohne weiteres erklärlich, wenn selbst 1935 i noch zwei Betriebe zusammenbrachen; die beiden Fälle waren besonders schwierig deshalb, weil es sich um Werke handelte, die für sich allein jedes in einem ländlichen Bezirk lagen und Hunderten von Arbeitern aus den umliegenden kleinen und klein- ! sten Dörfern Arbeit nd Brot gaben. Die drei Hauptwirtschaftsgebiete der Westmark, Weinbau, Landwirtschaft und Indu - XliptUliq UUUUll, UUQ UU Ulli t iut.il L/v«. •- M r ------ - V - . . -j. . , lich anstrengendsten Berufe handelt. Die System- zahlreicher Lager eine höchst segensreiche Rolle zeit hatte den Wein zum Luxusgetränk gestempelt, spielt, ist ohne weiteres klar. Darüber wird noch Ungeheure Absatzstockungen waren die Folge, zumal' eingehender zu berichten fern. Brüssel, 9. Juli. (DNB.) Am Samstagnach- mittag wurde im Großen Ausstellungspalast von Brüssel die Zweite Internationale Luft- fahrtausstellung eröffnet. An der Ausstellung sind neben Belgien die deutsche Luftfahrt, ferner England, Frankreich und das Protektorat Böhmen-Mähren beteiligt. Der Eröffnung wohnten außer führenden belgifdjen Persönlichkeiten auch Staatssekretär Generaloberst Milch, der deutsche Botschafter in Brüssel von Bülow- Schwante, der deutsche Luftattache Generalleutnant Wenninger, der Generalstabschef der französischen Luftwaffe, General Vuillemin und der englische Luftmarfchall Sir Cyril Newoll bei. Die deutsche Beteiligung umfaßt eine Gesamtfläche von rund 2000 Quadratmeter. Außer den Firmen der deutschen Luftfahrtindustrie sind die Deutsche Lufthansa owie das Deutsche Forschungsinstitut für Segelflug vertreten. Im Mittelpunkt des deutschen Standes lenkt ein Sturzkampfflugzeug Junkers Ju 87 die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich. Außerdem werden" Schul- und Uebungsmoschinen, das Olympia - Segelflugzeug „DFS Meise", ferner Modelle, Flugmotore und Zubehörteile gezeigt. Das Protektorat ist mit drei Maschinen, einem zweimotorigen Kampflugzeug, einem Jagd- und einem Sportflugzeug beteiligt. Am Sonntag wurde das große internationale Militärfliegertreffen anläßlich des 25jährigen Bestehens der belgischen Luftfahrt auf dem Flugplatz Euere bei Brüssel! vor über 100 000 Zuschauern durchgeführt. Der König wohnte der Veranstaltung bei; ferner waren der belgische Verteidigungsminister Denis, der deutsche Botschafter von B ü - low-Schwante, Staatssekretär der Luftfahrt und Generalinspekteur der Luftwaffe Generaloberst,,— -..........% ■ Milch sowie der französische Luftwaffenchef und in Brüssel anwesenden Chefs ausländischer imst- der britische Luftmarfchall anwesend. An den Vor- streitkräfte und andere hohe militärische Perfanttch- führunqen nahmen der der belgischen die deutsche, Fetten und Behördenoertreter. An der Lahre des die englische und die französische Luftwaffe teil, toten Offiziers hält eine Abordnung der belgischen Deutschland war durch eine K u nst f l u gst a f - Luftwaffe die Ehrenwache. Ite sich ich bejn and ie' erdings »0.« n M" , Jlotii 031. Ahe'"' m S- ; 123 bei gehalten M75). it 9ft50 ’W lerserte f U2-25; jchsbank , W; ' 21 in't -S Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle monat$:Be$ugsprels: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 lich-Historischen Partei angehört. Die Ursache der Regierungskrise ist in Meinungsverschiedenheiten der vier römisch-katholischen Minister mit ihren übrigen zehn Ministerkollegen über die Führung der S t a a t s f i n a n z e n zu suchen. Der 70jährige Ministerpräsident Colijn, dem man schon Amtsmüdigkeit nachgesagt hatte, stellte Mitte des Monats diesen vier römisch-katholischen Ministern in der Zweiten Kammer ein Ultimatum bis zum Ende des Monats, wobei er für den Ausgleich der zusätzlichen Kosten der Aufrüstung scharfe Einsparungen in allen anderen Verwaltungs- zweigen forderte. Für Colijn war dabei der Grundsatz maßgebend, keine leichtfertige Finanzpolitik zu- zulassen. Als dann die Römisch-Katholische Partei auf die Forderungen Colijns nicht reagierte und darüber hinaus vor allem der römisch-katholische Sozialminister an seinem kostspieligen Arbeitsbeschaffungsprogramm festhielt, war die Regierungskrise nicht mehr aufzuhalten, und das Kabinett Colijn gab entsprechend der Ankündigung des Ministerpräsidenten feinen Rücktritt. Die parlamentarische Lage ist nunmehr so, daß die Römisch-Katholische Staatspartei das Zünglein an der Waage bildet, da ohne diese Partei keine parlamentarische Grundlage für eine neue Regierung geschaffen werden kann. Die zurückgetretene Regierung hat bewiesen, daß einerseits eine Rechts- koalition mit den Römisch-Katholischen nicht von Dauer ist; anderseits dürfte ein ratsch w a r z e r Block noch weniger tragfähig fein. Da auch die letzte Möglichkeit, d. h. die Bildung eines überparteilichen Kabinetts offenbar nicht verwirklicht werden konnte, steht der von der Königin mit der Neubildung eines Kabinetts zu betrauende Politiker vor einer schwierigen Aufgabe. In politischen Kreisen ist man sehr skeptisch in der Beantwortung der Frage, ^ angesichts der derzeitigen Lage einem anderen Politiker das gelingen sollte, was einem Mann wie Colijn nicht geglückt ist. Der Siebzigjährige steht heute I Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfilätsdruckerei 8. Lange in Stehen. Schristleitung und Seschäftrftelle: Schulfttahe 7 Auf dem 2. internationalen Luftfahrt-Salon in Brüssel wird als deutsches Kampfflugzeug der Sturzbomber Junkers — J u 87 — gezeigt. Typisch für die Junkers Ju 87 ist die starke Knickstellung der Flügel, um ein möglichst niedriges Fahrwerk zu erhalten, das man nicht einziehbar bestimmen wollte. Dennoch aber mußte der Propellerkreis einen bestimmten Abstand vom Boden haben. Außerdem ist auf diese Weise die Spannweite verringert und eine ausgezeichnete Sicht nach hinten geschaffen worden. Die Bewaffnung besteht aus fest eingebauten, nach vorn gerichteten Maschinengewehren, deren Zahl vom taktischen Einsatz bestimmt wird. Nach hinten besitzt die Maschine ein bewegliches MG., und zwar sitzt der Beobachter, bzw. der Schutze, mit dem Rücken gegen den Flugzeugführer. Die Besatzung sitzt in einem vollkommen geschloffenen Raum, fo daß für günstige aerodynamische Strömungsverhältnisse gesorgt ist. An der Unterseite des Rumpfes find die Bomben untergebracht, deren Gewicht bis 500 Kilogramm oder mehr fein kann. Den Abwurf nimmt der Flugzeugführer durch die Zielvorrichtung vor. Außerdem besteht die Möglichkeit, an den Flächenenden je zwei weitere kleine Bomben mitzuführen. Selbstverständlich besitzt dieses Flugzeug Sende- und Empfangsgeräte für Telephonie und Telegraphie. Die Instrumentierung weist die neuesten Geräte für Navlga - Gewähr " könnet 'sowohl" der"" Füh^r ^ls auch I sicheren Äbwurfs'besitzt" der Flügel an der Unter- ber MG.-Schütze die Ueberdachung mit einem 1 Fante tm vorderen Drittel eine im Sturz,lug cm» „Tag der deutschen Kunst 1939." Glanzvolles Programm der Münchener Festtage. steWare Bremse. Mit fiiffe dieser Sturzflugbremse ist es möglich, nahe genug an das Ziel heranzu- kommen, ohne daß die Besatzung in ihrer Zielsicherheit beeinträchtigt wird. Danzig sicher in der Hand des Führers Bereit, sein Deutschtum gegen jeden Polnischen Angriff zu verteidigen. Danzig, 9. Juli. (DNB.) Gauleiter F o r st e r sprach am Sonntag vor Zehntausenden auf den Abschlußkundgebungen der Kreistage der NSDAP, in Oliva und in Neufahrwasser. Der Gauleiter forderte die Auflösung des widerrechtlich von Polen auf Danziger Boden, an der Hafeneinfahrt, der Westernplatte, unterhaltenen Munitions- b ecke ns, das eine ständige Bedrohung für den Hafen und die Stadt Danzig sei. Polen habe kein Recht, ausgerechnet in Danzig ein Munitionslager zu unterhalten, während es den Danzigern selbst verboten sei, Kriegsmaterial in Danzig zu lagern. Durch diese unberechtigten Privilegien Polens sei in Danzig ein Zustand geschaffen, der unhaltbar sei. — Danzig sei heute deutscher denn je, fuhr der Gauleiter fort. Die Danziger Bevölkerung wisse, daß es ihr i n Deutschland besser gehen werde. Aber selbst wenn es Danzig schlechter gehen würde, gäbe es keinen Danziger, der sich nicht mit jeder Faser seines Herzens ' i n s Reich zurück wünsche. Die Danziger aber seien vollkommen ruhig und fühlten sich sicher in der Hand des Führers, der durch Dr. Goebbels den Danzigern habe sagen lassen, daß 80 Millionen Deutsche für Danzig eintreten würden. Aber darüber hinaus seien die Danziger selbst bereit, ihr Deutschtum gegen jeden polnischen Angriff zu verteidigen. Auslese deutscher Lungmannschast. Das Sommerlager der Nationalpolitischen Erziehungsanstalten am Faaker See. Die ersten Tage des gemeinsamen Sommerlagers der nationalpolitischen Erziehungsanstalten. Groß- deutschlands am Faaker See (Kärnten) waren mit sportlichen Wettkämpfen aller Art ausgefüllt. Hieran schlossen sich Ansprachen und Dorträge von Persönlichkeiten des nationalsozialistischen Deutschlands. Der Inspekteur der nationalpolitischen Erziehungsanstalten, H - Obergruppenführer Heißmeyer, Reichsminister ^-Gruppenführer Seyß-Jn- q u a r t sowie der deutsche Volksgruppenführer der Slowakei, Staatssekretär Karmasin, besuchten das Lager. Die anstaltsweise angetretenen Erzieher und Junmannen wurden von Obergruppenführer Heißmeyer besichtigt, wobei er sich in vielen Fällen nach der Herkunft und den Berufswünschen einzelner Jungmannen erkundigte. Die Antworten bewiesen, daß'ein großer Teil der Jungen aus kleinsten Verhältnissen stammt, vielfach aus Kreisen der Arbeiterschaft und daß die hier und da noch vorhandene Annahme, daß die Anstalten nichts anderes als eine Vorschule für die Wehrmacht seien, durchaus unberechtigt ist. Natürlich beabsichtigt ein Teil der Jungmannen, zur Wehrmacht zu gehen oder sich anderen soldatischen Berufen zuzuwenden, aber mindestens ebenso viele Jungmannen wollen Techniker, Naturwissenschaftler oder Erzieher werden. Eindringlich führte Obergruppenführer Heißmeyer den Erziehern in einer Schlußansprache vor Augen, daß von ihrem Einsatz und von ihrem vorbildlichen Beispiel das Gelingen des Versuches obhänge, in den nationalpolitischen Erziehungsanstalten eine Bestenauslese deutscher Jungmannschaft heranzubilden. Für die Erzieher selbst stellte er folgende Grundsätze auf: Jeder soll verheiratet und Reserveoffizier sein oder die Möglichkeit haben, es zu werden. Er soll i n einer Formation der Bewegung aktiv Mitarbeiten soll das Reichssportabzeichen erwerben, mehrere Auslandsfahrten und einen Bergwerkseinsatz mitgemacht haben. Die Jungmannen ihrerseits sollten stolz darauf sein, daß sie einer Anstalt angehören, in der die chnen vom Schicksal verliehenen Gaben und Anlagen harmonisch entwickelt und vervollkommnet werden. Als Gegenleistung dafür sollen sie in der Hitler-Jugend sich durch ihre Leistungen zum Vortrupp der nationalsozialistischen Jugend hinaufdienen. Zum Abschluß des Zeltlagers traf auch Reichsminister R u st am Faakersee ein. Nachdem er die angetretene Lagerjugend begrüßt hatte, wurden die Kampfspiele der einzelnen Anstalten ausgetragen. Am Nachmittag sprach der Reichsminister nach der Aufführung des „Frankenberger Würfelspiels" zu den Jungmannen im Lager. Am sinkenden Abend wurden von Reichsminister Rust und ^-Obergruppenführer Heißmeyer die Siegermannschaften vor dem brennenden Holzstoß ausgezeichnet. Das Haus des Fremdenverkehrs in Berlin. Von den repräsentativen Bauten an der künftigen Nord-Süd-Achse in Berlin geht als erster am späteren Runden Platz das Haus des Fremdenverkehrs seiner Vollendung entgegen. Es wird vielfach angenommen, daß es sich bei diesem Bau um ein Riesenhotel handelt. Tatsächlich ist es der Sitz der Sp'itzenorganisationen des deutschen Fremdenverkehrs unter Leitung des Staatssekretärs Hermann Esser. 15000 Quadratmeter reine Bürofläche dienen im 2., 3. und 4. Obergeschoß der Unterbringung des R e i ch s a u s - schusses für Fremdenverkehr des Reichsfremdenverkehrsoerbandes, der Reichsbahn- zentrale für den deutschen Reiseverkehr, der deutschen Kongreßzentrale, der Wirtschaftsgruppe Gaststätten- ünd Beherbergungsgewerbe, der P o st r e i s e a u s k u n f t und anderer Stellen mehr. Im Erdgeschoß wird eine große R e i s e w e r b e - zentrale, verbunden mit einer ständig wechselnden A u s st e ll u n g der deutschen Reisegebiete und einem Reisebüro, die Schönheiten unseres Vaterlandes zeigen. Große Gaststätten werden das Haus zu einem Mittelpunkt von Geselligkeit und Gastlichkeit werden lassen. Weiter wird im Erdgeschoß ein großes M u st e r p o st a m t und eine Fernsehbild st elle entstehen. Das erste Erdgeschoß mit seinen hohen Fenstern am Runden Platz wird Sitzungs - und Empfangssäle enthalten, die zusammen mit einem 1500 Personen fassenden hälbrunden Tagungs- und Bankettsaal eine größzügige Raumgruppe bilden. Dieser Saal wird mit Tonfilm- und Mikrophon- München, 8. Juli. (DNB.) Das dreitägige Fest der deutschen Kunst beginnt am Freitag, 14. Juli, 11 Uhr, mit der feierlichen Eröffnung im Festsaal des Deutschen Museums. Um 16 Uhr empfängt im Rahmen eines künstlerischen Nachmittags der Reichspressechef Reichsleiter Dr. Dietrich die in- und ausländischen Journalisten in der Amalienburg beim Schloß Nymphenburg. Um 20 Uhr findet der Empfang der Gäste des Tages der deutschen Kunst durch den Führerim Führerbau am Königlichen Platz statt. Um 20.30 Uhr versammelt sich die Reichskammer der bildenden Künste zu einem K a - meradschaftsabend im Künstlerhaus. Gleichzeitig findet im Dante-Stadion das große Tanzfestspiel „Triumph des Lebens" statt. In den Münchner Theatern finden an allen Tagen F e st a u f f ü h - rungen statt; im Residenztheater „Die Entführung aus dem Serail", im Prinzregententheater Goethes „Faust", 1. Teil, im Theater am Gärtnerplatz „Die lustige Witwe", in den Kammerspielen die Tragödie „König und Gott" von Arthur Müller, im Dolkstheater „Der Talisman" von Nestroy, im Deutschen Theater „Variete-Festspiele". Am Samstag findet um 11 Uhr im Künstlerhaus die Jahresversammlung des Hauses der deutschen Kunst statt, um 15.30 Uhr im Festsaal des Deutschen Museums die Festsitzung der Reichskammer der bildenden Künste, auf der sprechen werden der Präsident der Reichskulturkammer, London, 10. Juli. (Europapreß.) In interessierten Kreisen Londons wartete man den Sonntag über vergeblich aus ein „hoffnungsvolles Zeichen" aus Moskau, wo um 6 Uhr die Pakt- besprechungen fortgesetzt worden waren. Groß war daher die Enttäuschung, als am späten Abend bekannt wurde, der Moskauer Sender habe erklärt, daß kein definitives Ergebnis erzielt worden sei. Es ist bezeichnend für die Verärgerung, die tu England herrscht, daß die Nachrichtenagenturen lange Pariser Berichte bringen, aus denen hervorgeht, daß man dort des ewigen Hin und Her müde ist. In der „Times" heißt es, ein Tag für die neueste Besprechung sei noch nicht festgesetzt worden. Genauere Informationen über die Besprechungen seien nicht erhältlich, das sowjetrussische Kommunique sei noch lakonischer als gewöhnlich. Wie man höre, hätten sich bei den Besprechungen über die Frage, wie man den Pakt hieb- und stichfest machen könne, noch mehr Fragen ergeben, die gelöst werden müßten, so daß es unmöglich sei, einen baldigen Abschluß der Derhandllunaen vorauszusehen. Die Definition des Begriffes „Angriff" werfe immer wieder neue Probleme auf, es fei schwer, Vorkehrungen für jeden Eventualfall zu treffen. Während des Wochenendes sollen in Paris Verhandlungen stattgefunden haben durch den demnächst als Botschafter nach Washington gehenden Lord Lothian. Es verlautet, daß hierbei der französische Wunsch nach sofortigem Paktabschluß im Vordergrund gestanden habe. Lord Lothian sott Tokio, 10. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der Sprecher des Außenamtes teilte auf eine Fraae über den Beginn der englisch-japanischen Verhandlungen mit, daß die Besprechungen kaum vor der nächsten Woche zu erwarten seien. Am heutigen Montag beginnen vorbereitende Besprechungen zwischen den Vertretern der japanischen Armee und des Außen amte s. Der in Tokio eingetroffene Vertreter der japanischen Militärbehörden in. Tientsin, General Muto, erklärte, daß die Konferenz erfolglos bleiben würde, falls nur über die lokalen Vorgänge in Tientsin verhandelt werden würde. Die Grundfragen der Konzessionen müßten schon deshalb erörtert werden, weil die militärischen Operationen in den beiden letzten Jahren ständig durch sogenannte internationale Niederlassungen behindert worden seien, besonders in den Kämpfen um Schanghai. Die britische Niederlassung in Tientsin sei das Zentrum agitatorischer Umtriebe und somit der Unruhen in Nordchina. Die Zahl von Terrorakten bolschewistischen Gepräges, deren Herd in der Konzession zu suchen sei, sei groß. In Tientsin seien über 150 Fälle von Brandstiftung und über 200 Fälle von Sabotageakten an Eisenbahnen, Ermordungen von japanfreundlichen Ehinesen und andere Ausschreitungen vorgekommen. Ohne genaue Kontrolle der britischen Konzession in Tientsin könne von Frieden keine Rede fein. Die japanfeindlichen Organisationen seien noch heute in den Konzessionen am Werk. Die militärischen Vertreter Japans in Tientsin fühlten sich als Repräsentanten des gesamten Volkes, und in diesem Geiste sollte die Konferenz geführt werden. Der Oberkommandierende der englischen China- Streitkräfte, Generalmajor Grasett, ist aus Tientsin nach Peiping roeitergereift, nachdem seine Versuche, in persönlicher Fühlungnahme mit den die dortige Blockade leitenden japanischen Offizieren zu einer Annäherung zu gelangen, fehlgeschlagen sind. Auch der Kommandant der Tientsiner englischen Besatzung, Brigadegeneral Sir John Laurie, konnte keine Fühlung mit den Japanern Herstellen. anlagen ausgestattet. Es werden ihm ferner ein großzügiges P r e ffe - und Tagungspoftarnt oorgeLagert. Einschließlich der umfangreichen unterirdischen Parkanlagen werden im Bereich des Hauses des Fremdenverkehrs 500 bis 600 Autos unterzustellen sein. Nach außen zeigt das 26 Meter hohe Haus ein 7,5 Meter hohes Erdgeschoß, aus fränkischen Mufchelkalksteinen gemauert. Das Erdgeschoß fallt nach dem Runden Platz hin durch Arkadengange mit Rundbögen auf, deren Decken mit Mosaik ausgefullt werden. Die Fenster des vierten Obergeschosses werden zu einer Galerie ganz aus Natursteinen zusammengezogen, die von einem 1,20 Meter ausladenden wuchtigen Gesims gekrönt wird, von dem einzelne Steine bis zu 150 Zentner wie- Reichsminifter Dr. Goebbels^ Gauleiter Staats- minifter Adolf Wagner, Oberbürgermeister Fieh- l e r und der Präsident der Reichskammer der bildenden Künste, Professor Ziegler. Nachmittags und abends spielen auf allen öffentlichen Plätzen und in den großen Parks die bekanntesten Orchester des Reiches Werke von Beethoven, Bruckner, Mozart, Pfitzner, Schubert, Strauß u. a. Das Nationaltheater bringt abends den „Tannhäuser", das Residenztheater Kleist's „Amphitrion", das Prinzregententheater Grillparzers „König Ottokars Glück und Ende" und die Kammerspiele Goethes „Torquato Tafso". Am Samstagabend ist die große Festbeleuchtung Münchens als Stadt der deutschen Kunst. Sonntag, 16. Juli, um 11 Uhr vormittags, e r - öffnet der Führer die Große Deutsche Kunstausstellung. Der Festakt wird umrahmt von den Berliner Philharmonikern unter Leitung von Professor Hermann Abendroth, und von dem Städtischen Singchor Augsburg unter Leitung von Professor Otto Jochum. Um 13 Uhr findet im alten Rathaussaal der Empfang der Stadt der deutschen Kun st statt, dem sich um 15 Uhr der große Festzug „2000 Jahre deutsche Kultur" anschließt. Seinen Ausklang findet der „Tag der deutschen Kunst" am Montag, 17. Juli, um 20.30 Uhr, mit dem großen Abschiedsabend, den die deutsche Künstlerschaft im Künstlerhaus gibt. weiter mitgeteilt haben, daß England auf Polen im Sinne einer „ruhigeren Politik" gerade im Hinblick auf die schwierigen Sowjetverhandlungen ein- geroirft habe und weiter einwirken werde. Ferner soll er auf die Möglichkeit hingewiesen haben, daß eine Entspannung der Lage noch immer dadurch möglich sej, daß die Westmächte in der Frage eines besseren Zuganges zu den Weltrohstoffen den autoritären Staaten entgegenkommen. Lord Lothian soll sowohl den Präsidenten Lebrun als auch den amerikanischen Botschafter in Paris, Bullitt, ausgesucht haben und über das Wochenende bei dem französischen Luftfahrtminister Guy la Chambre zu Gast gewesen sein. Schwere Enttäuschung in Paris. Paris, 10. Juli. (Europapreß.) Obgleich man in Paris in der letzten Zeit in der Beurteilung der Moskauer Verhandlungen ziemlich vorsichtig geworden ist, hatte die Tatsache, daß die sonntägliche Unterredung annähernd drei Stunden dauerte, doch einige Hoffnungen auf einen günstigen Ausgang erweckt. Die Enttäuschung ist darum in Paris um so größer. Der „Excelsior" schreibt: „Es hat den Anschein, als ob auch aus dieser Unterredung nichts Positives herausgekommen ist. Anderseits ist es nicht zweifelhaft, daß man in Paris und in London e i n Gefühl der Ermüdung, ja, der Mutlosigkeit empfindet." — Die „Actton Fran- e Betätigungen, Wesen und Sinn von Kampf, Gefahr und Sieg. Neue Moskauer Besprechung ebenfalls ohne Ergebnis. Französisch-englische Fühlungnahme. — Lord Lothian in Paris. Austakt zu der Tientsin-Konserenz. Japans Militär und Außenamt besprechen sich. Kleine politische Nachrichten Hotel B r e u l l " auf der Hochebene von Cervina südlich des Matterhorns zum Teil zerstört. Brand rouröe am Samstaamittaa bemerkt. lagen. * Aus aller Welt im bulga- g e s. Er wurde vom -Litt eine schwere Ge- Jn der lager bei Dee Die ei. Ar lNe> Schweres Explosionsunglück in der Provinz Salamanca. Provinz Salamanca soll ein Munitions- Tena Randa de Vracamonde in die tretene s unb ib Er- burd) wesens olgver- icn be> n dem i Der- nsde. bar» Er« äff, tten- «W längst -r ist , wie ■nbein Lejitz» war, baffen 3mpe» i oer» ?rnber Zehren bem DA« Mg. tums- erun» Haber Völker, oriale iigenb chland rg des inmte glichet 'n sich ) ben !>ens- ifatif Dvn einer Der Präsident der R e i ch s g e tr e i beste l l e , Daßler, wurde vom rumänischen Außen- Minister Gafencu empfangen. Präsident Daßler hatte Besprechungen mit Wirtschaftsmimster Bu- Die Gesamtzahl der Rundfunkgenehmigungen im großdeutschen Reichsgebiet betrug am 1. Juli 1939 12 591 706. Im Juni ist eine Zunahme von 10 730 Teilnehmern (0,1 o. H.) eingetreten. Unter der Gesamtzahl befanden sich 827 060 gebührenfreie An- Gegen den Präsidenten des ehemaligen roten Verteidigungsrates, Vorsitzenden der spanischen Sozialdemokratie und Präsidenten des Parlamentes^ Julian Besteiro beantragte der Staatsanwalt die Todesstrafe, weil Besteiro als Haupt der Sozialdemokratie verantwortlich sei für das namenlose Elend, das der Marxismus über Spanien gebracht habe. Kennzeichnend für Besteiro seien auch seine Verhandlungen mit Eden, bei denen er das notleidende Madrid schmählich an das Ausland verraten habe. Reichsarbeitsminister Se ld te traf in Stockholm ein, um an dem internationalen Kongreß für Wohnungswesen und Städtebau teilzunehmen. Am Bahnhof wurde er von dem deutschen Gesandten, einem Vertreter des schwedischen Außenministeriums, vom Landesgruppenleiter der NSDAP, und einem Vertreter der deutschen Handelskammer in Schweden begrüßt. * Reichsminister Dr. Goebbels hat die Leitung der Abteilung Ausland im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda dem ^-Oberführer Generalkonsul Köhn übertragen. Generalkonsul Köhn war zunächst als Presseattache der deutschen Botschaft in Buenos Aires zugeteilt. Während des Krieges in Spanien stand er als Leiter eines Sonderstabes zur Verfügung der nationalfpanifchen Regierung. stsisen. Liano auf dem Wege nach Spanien. Rom, 9. Juli. (DNB.) Der Panzerkreuzer „Eugenia di Savoia" mit Außenminister Gras (St an o oi Bord ist nach Spanien in See gestochen. Bei der Mfährt veranstaltete die Bevölkerung begeisterte Kundgebungen für den Duce und Außenminister (iiano. Ganz Spanien steht im Zeichen der Erwartung b 5 Ciano-Besuches. Die Städte, die der Minister Insuchen wird, sind dabei, ihren schönsten Fest- fomud anzulegen. In Barcelona wurde der Palast >dralbes für den Empfang des italienischen Außen- riinisters neu hergerichtet, lieber 100 Zimmer wur- 1 n für die Gäste bereitgestellt. Im Nationalpolast riird eine große Festtafel zu Ehren Cianos statt- fnden, zu der 260 Gäste geladen sind. Bulgarisch-jugoslawische Besprechungen. ttis Der il Qis dew N Fne. nun 5gltb wichen tting erden Der. t- Es iebe“ Stojadinowitsch aus der Partei ausgeschlossen. Belgrad, 9. Juli. (Europapreß.) Der bisherige Ohef der Jugoslawischen Radikalen 23er- lnnigung, der frühere Ministerpräsident Sto- j«adi n o w i ts ch , wurde am Sonntag aus der l-artei ausgeschlossen, ebenso acht weitere Mitglieder des Hauptausschusses, darunter sechs frühere M i n i st e r und der bisherige Generalsekretär T r i f k o w i t s ch. Zum neuen H räsidenten des Hauptausschusses und damit auch ^nm Präsidenten der Partei wurde Ministerpräsi- tiis. Hile, iebnf obeT ilnnb >« Me. Wem ber n ja ^rf °nal, .unb '!cher Men efeen, en. eine hohe Geschwindigkeit erreicht hatte, den R a n d st e i n des G e h st e i < Motorrad geschleudert und er! , , Hirnerschütterung. Das Motorrad raste darauf in die Menge hinein. Eine Frau wurde g e - tötet; sechs andere Zuschauer erlitten schwere Verbei einer Kletterfahrt über eine Felswand ab und blieb ebenfalls tot liegen. Ein 17jähriges Mädchen in der Lahn ertrunken. Die 17jährige Tochter einer Familie aus Fachbach bei Niederlahnstein saß mit ihrer Freundin auf einer Laufdiele, die hoch über die Lahn hinous- ragte. Plötzlich bekam das Mädchen das lieber» gewicht, stürzte in die Lahn und ertrank. Obwohl das Mädchen sofort geborgen werden konnte, waren I Wiederbelebungsversuche ohne Erfolg. Blitzschlag tötet drei Kinder. Ein schweres Unwetter verheerte den Kreis Dir schau an der Danziger Grenze. In einem Dorf schlug der Blitz in eine Gruppe von Kindern ein, die auf den Feldern Vieh hüteten. Drei Mädchen wurden tödlich getroffen. Großfeuer bei Jglau. In dem Marktflecken P i r n i tz bei Jglau (Mähren) brach in einem Hause ein Feuer aus, das sich Iso rasch ausbreitete, daß auch noch 12 Nach» ibargebäude eingeäschert wurden. Sämt» Iliche Gebäude waren Holzbauten, so daß das I Feuer rasch um sich griff. Auch Wirtschaftsgebäude mit vielen Einrichtungen, Futtervorräte ufw. tour* den vernichtet. Hotelbrand am Matterhorn. Durch ein Großfeuer wurde das „Grand-- B tz l g r a d , 9. Juli. (Europapreß.) Der rjsche Ministerpräsident Kjosseiwanoff ist am Sonntag auf der Rückreise von seinem Deutschland- l:such in B l e d eingetroffen, um als Gast des jt goslawischen Außenministers Cincar Marko- u itsch die Besprechungen sortzusetzen, die zwischen ten beiden Staatsmännern auf der Durchreise Wosseiwanoffs durch Belgrad auf der Fahrt nach i)>erlin begonnen worden' sind. Die beiden Minister machten nach einem Frühstück einen Ausflug nach Item Wocheiner See und verblieben während des ginzen Nachmittags in angeregtem Gespräch mib enanber. Die jugoslawischen Zeitungen widmen tem bulgarischen Gast äußerst freundschaftlich gehal- nne Begrüßungsartikel, in denen darauf hinge- llöesen wird, daß der jugoslawische und bulgarische Außenminister am ehesten dazu berufen seien, das 25 e r? ber jugoslawisch - bulgarischen 2erbrüderungfortzusetzen. Diese Freundschaft habe die gegenseitige Zusammenarbeit und die (mhaltung des Friedens auf dem Balkan zum 5üd. Armee» , kann nstjubi- würbe Nischen ir bei Feld. Krieges rde er rs VII, ib der Dar er rtiUerie» rff. Am ibo bes Oktober II. Am lrtillerie nallent- ion. Bei sse 1935 eral er- rff. >rt5 ge' Anlaß arbi^n weithin ebersicht onderen m Ober- t von -jt- und Oberst / vielen Wärter ltete der i e r a v - ben$°' ifk kr rft j-e Ä •ifen ’f u s b11 u l u n S- „ alle"1 Lire. Benzinbeladenes Schiff in Flammen. Beim Passieren der Schleuse des Nordostfee- k a n a l s entstand aus noch nicht geklärter Ursache auf dem schwedischen Motorschoner „Nobles", der Benzinfässer geladen hatte, ein Brand. Das Schiff, das in der Schleuse festgemacht hatte, stand in wenigen Minuten in Flammen. Von der Be» i satzung wurden ein Mann schwer und zwei leicht verletzt. Nachdem erst kürzlich 12 reichsdeutsche Schwestern des Julius-Krankenhauses in Rybnik von den polnischen Behörden ausgewiesen worden sind, ist jetzt den noch verbliebenen 14 deutschen Schwestern dieser Anstalt mitgeteilt worden, daß sie sofort ihre Tätigkeit aufzugeben hätten. Es handelt sich um hervorragende Fachkräfte, die jahrzehntelang ihre hilfreiche Tätigkeit gegenüber allen Kranken ohne Rücksicht auf ihr Volkstum ausübten. «cjritt, Deutschland und Italien als „faschistische Aqressoren" zu stempeln. ißenn sich aber der westliche Friedenswille an ei, en bestimmten „Status quo“ klammert, so wird reielmäßig schamhaft verschwiegen, wie dieser Hiatus nun eigentlich z u st a n d e g e k o m m e n fr Da ja gerade die Briten immer wieder die Nei- qmg zeigen, den eigenen Nutzen und Vorteil al sanktioniert zu betrachten, d. h. eine für Eng- Inib wünschenswerte Situation, ein bestimmtes Gleichgewicht" unmittelbar von Gott einge- j'ett zu erklären und jede organisch gewachsene Natu kraft, die durch ihr selbstgewisses Wachstum diesem Gleichgewicht ins Schwanken bringt, als Der» dömmenswert und unmoralisch zu verurteilen, ist Murn zu er märten, daß von westlicher Seite der Frieden durch eine andere Brille als die in Verfalles geschliffene gesehen werden wird. So träumt nun immer noch den Traum Clemenceaus von eher dauernden Zerstörung der deutschen Reichs- eftheit, einer für alle Zeiten besiegelte Ohnmacht i>(5 deutschen Volkes, garantiert durch Separatis- jin und Ententen östlicher Kleinstaaten. Dieser Franke wird vom Sondergericht abgeurteilt. Lpd. Hanau, 8. Juki. Der Pressedezernent beim Landgericht Hanau teilt mit: In der Mordsache Franke sind die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hanau nunmehr zum Abschluß gelangt. Der Mord an dem Reisevertreter Engelhardt ist von Frankeallein ausaeführt worden. Der ursprünglich von ihm als Mittäter belastete Hörst aus Frankfurt a. M. ist an dem Mord nicht beteiligt gewesen. Die Strafsache wird vor dem Sonder- g e r i ch t Kassel, das im Schwurgerichtssaal in Hanau tagen wird, ihre Sühne ftnden. Die Hauptverhandlung ist auf Mittwoch, 12. Juli, vormittags 9 Uhr, anberaumt worden. Die zweite Städtefahrt des Luftschiffs „Graf Zeppelin". Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist Sonntag vormittag 10.45 Uhr nach Leipzig aufgestiegen. Das Luftschiff befand sich um 13.45 Uhr über Aschaffenburg, um 14.21 über Brückenau und um 15.08 Uhr über Gera. Um 17 Uhr erreichte das Luftschiff die Reichsmessestadt, kreuzte bann aber noch längere Zeit im Norden Leipzigs. Kurz nach 18 Uhr erschien es über dem Flughafen Leipzig-Mockau, wo es unter dem Jubel der hunderttausend Besucher glatt landete. Nach halbstündigem Aufenthalt wurde um 18.45 Uhr der Start eingeleitet, fünf Minuten später erhob sich der stolze Lustriese in den Abendhimmel, um in direkter Fahrt den Heimathafen anzusteuern, den er um 23.20 Uhr wieder erreichte. 1100-Jahrfeier Marköbels. Die Landgemeinde Marköbel im Kreise Hanau ist in einer Urkunde mit dem Datum vom 23. April 839, unterzeichnet von Kaiser Ludwig, die im Original noch erhalten ist, erstmals erwähnt. Aus Anlaß seiner Jubelfeier prangte Marköbel im Fest- schm uck. An der Spitze der Ehrengäste aus der Partei, Wehrmacht und Behörden traf der stellvertretende Gauleiter Linder ein. An festlichen Deran- Wie die Reichsbahndirektion Regensburg mitteilt, fuhr in der Nacht zum Sonntag um 3.05 Uhr der Schnellzug 25 zwischen Blockstelle Reutlas und Bahnhof Marktredwitz der Hauptbahnstrecke Regensburg—Hof aus einen abgerissenen Zugteil des Durchgangs-Güterzuges DG 6239. Die beiden Lokomotiven sowie der Post- und Packwagen des Schnellzuges entgleisten. Dabei wurden die beide »Lokomotivführer getötet und die beiden Heizer schwer o e rl e tz t. Ein Reisender erlitt eine Gehirnerschütterung, sieben weitere trugen leichtere Verletzungen davon. Schwerer Motorradunfall bei einem Rennen. In der südmährischen Stadt Göding streifte beim Start der Junioren ein Fahrer, der bereits Der deutsche Kreuzer „Admiral Hipper __ v u_... ist zu einem dreitägigen Besuch im nordschwedischen Brand wurde am Samstagmittag bemerkt. Hafen Haernoesand eingelaufen. oberen Stockwerke brannten vollständig nieder. Der * Schaden beläuft sich auf etwa eine halbe Million Luft geflogen sein. Durch die Explosion soll die Hälfte des Ortes zerstört worden sein. Nach den ersten Feststellungen 'finö 30 Personen getötet und über 300 verletzt worden. Wind- und Wasserhose. Die Gewalt der W a f s e r h o s e ist jetzt kurz nacheinander an zwei Beispielen demonstriert worden. Einmal in Württemberg und dann in der Lüne» ।bürget Heide. In beiden Fällen wurden ganze Alleen umgeknickt, Dächer abgedeckt, Heuwagen entweder umgeworfen oder gar eine Strecke Weges mitgeschleift. Im allgemeinen ist auf dem Festlande die Windhose häufiger, die durch einen Luftwirbel gebildet wird, der von den Wolken bis auf die Erde reicht. Das Glück ist, daß diese Wettererscheinung nur einen schmalen Weg nimmt; aber auf diesem schmalen Weg richtet sie verheerendes Unheil an. Bei Regen verwandelt sich die Windhose in eine Wasserhose, und noch öfter kann man die Erscheinung der Wasserhose a n den Küsten beobachten. Auf der offenen See I ist der Blick auch nicht durch Berge, Häuser, Wälder Usw. abgelenkt, und man sieht dann ganz deutlich Idas erstaunliche Phänomen, wie das Meer und die Wolke sich in einem trichterförmigen Gebilde bedenk Zwekkowitsch, zum ersten Vizepräsidenten wieder Dr. K o r o s ch e tz und zum zweiten Vizepräsidenten an Stelle des verstorbenen Innenministers Spaho dessen Nachfolger Dr. Kuleno- witsch gewählt. Französische Diktatur in Syrien. Paris, 9. Juli. (Europapreß.) Nur wenige Pariser Morgenblätter bringen die Meldung aus Damaskus, daß nach Rücktritt des syrischen Staatspräsidenten H a ch e m A t a s s i und der Demission der syrischen Regierung der ftanzäsische Oberkommissar Puaux die Regierungsgewalt an sich genommen hat. Puaux hat zwei Verordnungen er- lassen. Die eine hebt die Dersassungsbestimmungen, soweit sie sich auf die Regierungsgewalt beziehen, die zweite das Parlament auf und verschiebt die Neuwahlen auf einen nicht näher bezeichneten Zeitpunkt. Ein neues syrisches Regierungsstaltungen sanden noch statt eine feierliche Gemeinderatssitzung, die Eröffnung der Ausstellung Ahnenerbe, ein Spiel, betitelt „Die freie Bauernschaft" und ein Fackelzug. Am Sonntag folgten eine Morgenfeier, eine Heldengedenkfeier, die Darbietung eines Volksspiels und ein prächtig gestalteter Festzug, woran sich ein Volksfest schloß. Lm neuer deutscher Weltrekord im Kleinflugzeug. Direktorium wurde vom französischen Oberkommissar gebildet. Englands llnterseeboots-Bauprogramm. London, 10. Juli. (Europapreß.) Das englische1 Unterseebootsbauproaramm wird, wie der „Daily Expreß" schreibt, beschleunigt durchgeführt werden. Die sechs augenblicklich auf Werft liegenden Boote werden noch in diesem Jahre fertiggestellt, sieben weitere sollen 1940 folgen und vier Schiffe, deren Konstruktion als „neuartig" bezeichnet werde, seien von der Admiralität geplant worden. Der Untergang der „Thetis" dürfte zu wichtigen Konstruktionsänderungen führen. In Marinekreisen habe man sich davon überzeugt, daß, entgegen der bisherigen Baumethode, der Sicherheitsfaktor stärker im Vordergrund stehen müsse. nicht geklärt werden, weshalb die Probetauchfährt nicht rechtzeitig abgebrochen wurde, obgleich alsbald nach Beginn des Tauchens feftgeftellt worden war, daß das U-Boot zu leicht war, also der Wasserballast nicht in Ordnung gewesen zu sein schien. Zwei schwere Autounglücke im Gau Riederdonau. In der Nähe der Ortschaft Greinsfurth (Gau Niederdonau) streifte ein Wiener Kraftwagen einen Autobus, dessen Lenker dadurch die Herrschaft über den Wagen verlor. Der Autobus raste in voller I Fahrt gegen einen Baum, den er niederriß, bann gegen einen Mast der Stark st romlei» tung, der ebenfalls umgelegt wurde und schließlich t n e i n e n Graben, hinter dessen meterhoher Böschung sich der schwere Wagen überschlug. Boni den neun Insassen des Autobusses wurden zwei Frauen aus Wien, eine Mutter unb ihre Tochter, getötet. ♦ In der Nähe von Amstetten geriet ein Wagen, der mit mehreren Personen auf der Straße nach Melk fuhr, in einer S-Kurve in rasender Fahrt auf die linke Straßenseite und rammte einen auf seiner richtigen Fahrbahn entgegenkommenden Kraftwagen, in dem sich ein Mann und zwei Frauen befanden. Die Wagen wurden zertrümmert und die Insassen hinausgeschleudert. Insgesamt blieben neun Personen mit zum Teil schweren Verletzungen liegen. Drei starben auf der Stelle, zwei sind kurz darauf ihren Verletzungen erlegen. Beim Sonntagsausflug verunglückt. An der Kreuzung der Straße Seligenstadt — Obernburg und Aschaffenburg — Groß-Ostheim stieß am Sonntagnachmittag ein aus Richtung Frankfurt kommendes Motorrad mit Beiwagen, das von einem Mann gesteuert wurde, der mit feinen zwei Töchtern einen Ausflug ins fränkische Land machen wollte, mit einem aus Richtung Groß-Ostheim kommenden Motorrad zusammen. Die beiden Motorräder wurden stark demoliert. Die beiden Tochter des aus Frankfurt kommenden Motorradfahrers wurden schwer verletzt. Zugentgleisung auf der Strecke Regensburg—Hof. letzungen. Zwei Jahre Gefängnis für fahrlässigen Autofahrer. Die Große Strafkammer des Landgerichts Lüneburg verurteilte den Autobusfahrer Boesmann, der mit einem mit Ausflüglem voll besetzten Wagen mit einem Triebwagen der Reichsbahn bei dem Dorf Wulfsen zusammengestoßen war, wobei 15 Personen getötet wurden, wegen fahrlässiger Tötung! zu zwei Jahren Gefängnis. Tödliche Unfälle in den Bergen. Ein schweres Bergunglück ereignete sich am Sonntag an der G ' m p e l - N o r d w a n d i n T i r o l, wo zwei junge Bergsteiger 150 Meter tief abstürzten und zerschmettert liegen blieben. Es handelt sich um den Bergsteiger Walter Ulmer aus Stuttgart und den Bergwachtangehörigen Anton Bickels aus Kempten. JnObernbergamBrenner stürzte der 16jährige Student Herbert Heinecke aus Berlin rührt, das sich nach oben erweitert und feine verhängnisvolle Bahn zieht. In den ostasiatifchen Ge» wäffern tritt der Taifun und in den bereinigten Staaten der Hurrikan in noch größeren Maßstäben an die Stelle unserer Wind- ober Wasserhose. Eine alte Linde enthüllt ihr Geheimnis. Dicht am Portal des alten Friedhofs in Coswig stand eine 300jährige Linde, die jetzt entfernt werden mußte, weil sie in der Gesamtanlage des neuen HJ.-Heimes störend wirkt. Beim Umlegen stellte man fest, daß die Wurzeln fest in Steinquadern eingewachsen waren. Diese Steinquadern gehörten zu einer Gewölbedecke, unter der sich ein Gewölbe mit zwei Särgen fand, in denen zwei Mönche aus dem 14. Jahrhundert lagen, deren braune Kutten die Jahrhunderte überdauert hatten. An einerweiteren Stelle der Ausschachtungsarveiten fand man Spuren eines größeren Bauwerks. Zwischen und unter den Brandresten lagen die Gebeine von Erwachsenen und Kindern, die von einer fürchterlichen Tragödie erzählen, die sich an dieser Stelle bet der Einnahme und Zerstörung des Klosters durch die Spanier im Jahre 1547 abgespielt hat. Als stärkstes Bauwerk wurde das Kloster von den Bewohnern aufgesucht, die beim Nahen der Truppen des Herzogs Alba flüchteten. Doch die Mauern gaben nicht den erwarteten Schutz. Wahrscheinlich hat sich die Besatzung des Turms am längsten gehalten, und die Belagerer haben ihn bann durch Feuer umgelegt. Wetterbericht Mit ber Verlagerung ber Wirbeltätig kett von England nach Skandinavien hat ihr Einfluß auf unser Wetter angenommen. Dabei kam es am Sonntag bei kräftigen Südwestwinden unb zunächst warm-schwülem Wetter zu vereinzelten Schauern, während die Nacht zum Montag mit dem Einbruch kühlerer Meeresluft in größerer Verbreitung Regen brachte. Ueber dem Ostatlantik hat sich ein Hochdruckgebiet aufgebaut, das im wesentlichen auch für unser Wetter bestimmend werden dürfte. Vorhersage für Dienstag: Heiter unb wolkig, auch vereinzeltes AuKreten von Schauern, trocken. Bei lebhaften Winden aus West bis Süd mäßig warm. Vorhersage für Mittwoch: Zunächst vielfach heiter unb trocken, tagsüber wieder wqrmer. Lufttemperaturen am 9. Juli: mittags 22,3 Grad Celsius, cckends 18,2 Grad; am 10. Juli: morgens 14,6 Grad. Maximum 23,4 Grad; Minimum heute nacht 13,6 Grab. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. Juli: abends 23,8 Grad; am 10. Juli: morgens 19 Grad. — Niederschläge 0 mm. — Sonnenscheindauer 8,1 Stunden. Hauptschriflleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum» schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot 1 (beurlaubt), i. V.: Dr. Fr. W. Lange; für Stabt ; Gießen, Provinz unb Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An» ! zeigen: Theodor Kümmel. D. A.VI. 1939: über 9000. Druck und Verlag: Brühlfche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbemtzs- i preis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, t mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- > preis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 L1 vom 1. September 1937 gültig. Nachdem erst vor wenigen Tagen ein Leichtflugzeug ber Gothaer Waggonfabrik einen Hähenrekorh in seiner Klasse aufgestellt hatte, erreichte nun ber Chefpilot ber HirtH-Motorenwerke Hermann Illg in Böblingen mit einer Me 108 „Taifun" mit Hirth- Motor eine Höhe von 9125 Meter. Illg stellte damit eine neue internationale Bestleistung für Leichtflugzeuge ber Klasse C, Kategorie I, auf. Damit würbe der seit 1938 in der Klasse C vom Auslände gehaltene Höhenrekorb um etwa 1200 Meter überboten unb die Leistungsfähigkeit deutschen Flugmaterials erneut bewiesen. Die Messerschmitt-Taifun war bei diesem Rekordflug mit einem luftgekühlten 8-Zylinber-Hirth-Motor HM 508 C. 270 PS mit Kompressor, einer Weiterentwicklung des international bewährten Hm. 508 H., ausgerüstet. Das „Thetis"- Unglück vor Gericht. Der erste Tag der Untersuchung des „Thetis"- Unglücks hat keine wesentlichen, neuen Punkte erbracht die das Sinken des englischen Unterseebootes aufqeklärt hätten. Die Aussagen des ersten Zeugey, des'Kapitäns zur See H. A. K. Oram bestätigten die Annahme, daß das U-Boot mit bem Bug voraus gesunken ist, weil Wasser durch ein Bug-Torpedorohr eingedrungen war- doch ließen die Angaben des Kapitäns, der die Probefahrt als Flottillenchef unb als Vorgesetzter ber zur ,Thetis"-Besatzung gehörenben Offiziere mit- qemacht hatte, noch keine Schlüsse bar üb er zu, ob ein Materialfehler ober bas Verschieben eines Besatzungsmitgliedes für bas Eindringen bes Wassers verantwortlich zu machen ist. Es konnte auch noch j o i u , mit bem Lanbwirtschafts- unb Domänenminister Cornatianu unb bem Finanzminister Constantinefcu. iaum ist bann ber „Fried e"! Oder verkündete man vielleicht nicht in Paris N7d London noch vor wenig Jahren unermüdlich riie angebliche Friedensmission Kleinöster- r> ichs, eines Staates, den es in dieser Form me niqeben hätte, wäre ihm feine Existenz nicht mrt rri)t drastifchen Mitteln buchstäblich aufgezwungen «irden? Jammert man nicht heute noch diesem in bc Retorte der Pariser Vororte erzeugten Homun- ki'us nach und spricht von Vertrags- und Rechts- biuch? Dabei ignoriert man einfach die ursächliche 'j?: rtnüpfung der Existenz dieses Staates, als wäre « von altersher ein integrierender Bestandteil E. ropas gewesen. Als man unmittelbar nach Kriegsende die nackten unb brutalen Egoismen noch um Dit-bfümt aussprach, da war klar unb deutlich aus v-stlichem Munde zu vernehmen, daß die Selb- si ndigkeit Oefterreichs nur im Sinne einer Verhinderung des Anschlusses und baut der Machtgewinnung Deutschlands zu ver- i.hen sei. Als sich aber die wahren Motive des 3 ktatfriedens zu verjähren begannen, da wurde a mählich dieser selbständige Staat zu einem Eck- prifer des europäischen „Friedens", zu einem Hort for europäischen Kultur, zum Herzstück des Abend- f-ibes. Daß sich diese Argumentation in Österreich ie ehrvergessene Parteiclique zunutze machte und j-) auf dem Zuspruch des Westens wohnlich iiblierte, hat wenig IBebeutung. Diese politischen . irnnegießer machten sich lediglich $u willenlosen Sprachrohren des Diktatfriedens, eines Friedens, I ir nun einmal seine klar umschriebenen Ziele hatte. Vn dieser Gleichsetzung der Unabhängigkeit Oester- chs eine scheinheilige Umschreibung ber anti- dutschen Funktion bieses Staates s— mit ben Ele- irnten des Friedens, offenbarte sich mit restloser arheit, nach welchen Regeln ber Westen ben Heben bewahren wissen will. Wenn nun heute London unmotivierte G a r a n - e n erteilt, so zeigt bas Beispiel Oesterreichs, wie re n i g bies mit einer positiven Anteilnahme am Schicksal jener Staaten zu tun hpt, die hier unbe- rfen in Schutz genommen werben. Man bekundet »iglich ein „westliches" Interesse unb möchte die Mroffenen Staaten in eine den westlichen Herr- c aftsansprüchen dienende Funktion hineinstellen. *1-1% diese ganze Aktton nach bem Versailler Schema cs tatkräftige Hilfe gegen eine angebliche germa= rjche Bedrohung hingestellt wird, zeigt bas Der- fiiubte dieser diplomatischen Routine. So entpuppt sch die ganze westliche Friedenspolittk immer wie- brr als eine nervöse und fahrige Anstrengung, b2 kläglichen Reste der Versailler „Friede n s " o r b n u n g neu zu beleben. Dieser Friede hct e in ohnmächtiges Deutschland zur ^raussetzung. Sowett aber diese Voraussetzung d rd) die deutsche Erneuerung nichtig geworden ist, scweit gilt Deutschland für ben Westen als <5tö» r: r „s eine s" Friedens, d. h. bes Status quo o-n Versailles. Doch ber Revolver, den man in ben Erster Vororten ben Deutschen vor die Brust ge- siZt hatte, wirb sich nun einmal durch keinen Zau- fcr in einen Oelzweig des Friedens verwandeln Schall heilt Krankheiten. Eine wichtige Entdeckung der deutschen Forschung. Von Or. Georg Meyer. Der nachstehende Artikel berichtet über eine neue Entdeckung der deutschen Forschung, die für die praktische Behandlung zahlreicher Krankheiten sehr bedeutsam ist. Es ist,jetzt gelungen, den sogenannten „Ultraschall" erfolgreich in den Dienst der Heilkunde zu stellen. In letzter Zeit konnte die Strahlungstherapie als selbständiger Zweig der Heilkunde durch eine Methode bereichert werden, die zwar im einzelnen noch nicht ausgebaut ist, aber doch bereits sehr hoffnungsvolle Ansätze erkennen läßt, die der Kunst des Arztes ganz neue Möglichkeiten erschließen. Während die Methoden, das Licht in seinen verschiedenen Formen für die Heilpraxis nutzbar zu machen, seit langem nach vielen Richtungen hin durchgearbeitet sind, hat man dem Schall erst jetzt größere Aufmerksamkeit zugewandt, nachdem sich gezeigt hat, daß der sogenannte Ultraschall recht erhebliche Wirkungen aus die Lebewesen ausüben kann. Ultraschall — was ist das? Die Wissenschaft bezeichnet mit diesem Worte Schallwellen, deren Schwingungszahl größer ist als die der „gehörten" Schallwellen. Wie unser Gesichtssinn nur einen im Grunde recht kleinen Ausschnitt aus dem riesigen Bereich der Lichtwellen wahrnimmt — die knappe Strecke zwischen Rot und Diolett —, so ist auch unser Ohr keineswegs in der Lage, jeden Schall zu empfinden. Der tiefste Ton, der noch als solcher gehört und in der Musik verwendet wird, hot etwa 16 Schwingungen in der Sekunde, während die obere Hörbarkeitsgrenze beim Menschen etwa bei 20 000 Schwingungen in der Sekunde liegt. Wir hören also etwas über 10 Oktaven; in der Musik werden Töne bis etwa 4000 Schwingungen in der Sekunde verwendet. Höhere Töne, die wir nicht mehr zu hören vermögen, fallen also unter den Begriff „Ultraschall". Es hat sich nun gezeigt, daß man mit solchen Ultraschallen Fische und kleinere Tiere töten kann, daß Mikroorganismen zerrissen und rote Blutkörperchen zum Zerfall gebracht werden. Bei Krankheitserregern wurde unter wechselnden Bedingungen eine Steigerung oder auch eine Verminderung ihrer „Virulenz" erzielt, das heißt die „Giftigkeit" wächst oder nimmt ab. Es ist nun eine bekannte Tatsache, daß viele Stosse, die in größerer Menge aus den Organismus schädigend wirken, in kleineren Dosen sehr günstige Wirkungen Hervorrufen: ein Gift kann unter Umständen heilenden Einfluß ausüben. Etwas Aehnliches hat man jetzt auch beim Studium der biologischen Wirkungen des Ultraschalles entdeckt. Die zerstörenden Erscheinungen Durch die glitzernde Drehtür betritt eine kleine, sehr zierliche Dame mit schneeweißem Haar das Großhotel Unter den Linden in Berlin. Der Mann in der Anmeldung grüßt tief: „Den Schlüssel Frau Blondin-Robioli, bitte!" Blondin... ? Blondin ... ? Hat man den Namen nicht schon oft gehört? Gab es nicht einmal einen Mann dieses Namens, der als erster Mensch auf einem Drahtseil über die Niagarafälle ging, ohne Balancierstange und ganz so, als ob es sich um einen alltäglichen Spaziergang handelte... ? „Verzeihen Sie, gnädige Frau . sagt der Zeitungsmann ein wenig atemlos, während er den nach oben gleitenden Fahrstuhl betritt, „sind Sie nicht die Tochter... nein, die Gattin ... ?" Die kleine, weißhaarige Dame lächelt ein bezauberndes Lächeln: „Die Tochter?" verbessert sie in fehlerfreiem Deutsch. „Die Tochter Blondins, des größten Drahtseilartisten der Welt?" Und dann setzt sie mit einer einladenden Handbewegung hinzu: „Wollen Sie eine Zigarette bei mir rauchen, mein Herr?" Ein seltsames Ultimatum. Die Wissenschaftler, die sich schon zu seinen Lebzeiten oft des „Falles Blondin" angenommen haben, erklären heute, daß das Wunder feiner nie treten, wie gesagt, fast ausschließlich bei hohen Stärkegraden des Schalls auf — was liegt also näher, als sich einmal mit der Wirkung geringerer Grade zu befassen! Sollte es nicht möglich fein, dabei „therapeutische" Wirkungen zu erzielen? Bei der Verfolgung dieses Gedankenganges ist man nun zu sehr merkwürdigen Ergebnissen gekommen, über die kürzlich berichtet wurde. Am Martin-Luther- Krankenhaus zu Berlin konnten von mehreren Aerzten Versuche mit dem Ultraschall an Patienten durchgeführt werden, die bereits schöne Erfolge erzielt haben. Mit Hilfe des Ultraschalls läßt sich zunächst das Durchdringungsoermögen der Haut erheblich steigern: praktisch gesprochen eröffnet sich damit die Möglichkeit, Medikamente in sehr feiner Verteilung durch die Haut hindurch einzubringen und so bei bestimmten Krankheitsfällen eine besonders gute Heilwirkung zu erzielen. Schon das ist zweifellos eine recht wertvolle Errungenschaft. Ferner hat sich gezeigt, daß die Ultraschallwellen in dem „durchstrahlten" Körpergebiet erhebliche Druck- und Zugunterschiede verursachen; dadurch ergibt sich gewissermaßen eine konzentrierte Massage von großer Tiefenwirkung. Der Erfolg ist eine erhöhte Durchblutung des Gewebes und eine Steigerung des Stoffaustausches zwischen den Zellen. Da sich die eingestrahlte Ultraschall-Energie teilweise in Wärme umsetzt, wird zugleich eine örtliche diathermische Wirkung erzielt. Man hat jetzt eine Apparatur konstruiert, die Ultraschall erzeugt und deren Endstück wie ein kleiner Massageknopf streichend über die zu behandelnde Stelle des Körpers geführt wird. Die neue Heilmethode hat sich in erster Linie bei der Behandlung gewisser Arten von Nervenschmerzen, der gefürchteten Neuralgien, bewährt: bei Ischias, der sogenannten Plexusneuralgie, Gelenkentzündung ufw. Manche vorher „unheilbaren" Jschiaspatienten konnten schon nach vier bis neun Bestrahlungen aus dem Krankenhaus entlassen werden. Bei Gelenkentzündung waren die Erfolge nicht ganz so eindeutig, immerhin wurde die Ultraschallbehandlung von den Kranken als sehr lindernd empfunden. Die Erfolge der neuen Methode beruhen wahrscheinlich in erster Linie auf der intensiven Massagewirkung des Ultraschalls: die dadurch bedingte „Zellgymnastik" steigert den Stoffwechsel der Zellen und führt dadurch Heilung ober wenigstens Linderung des Leidens herbei. Im übrigen sind die Untersuchungen zur Zeit noch im Gange, und man darf erwarten, daß die nächste Zeit uns auf diesem Gebiete noch manchen schönen Erfolg bescheren wird. wieder erreichten Leistung nur möglich gewesen sei durch eine besondere Funktion gewisser Gehirnstellen, die wir als Koordinationszentren bezeichnen. Aber Frau Blondin-Robioli.schüttelt energisch den Kopf: „Nein!" sagt sie unwillig. „Die Vollkommenheit der Leistung meines Vaters ist nichts anderes als das Ergebnis einer fast übermenschlichen Konzentration und eines ununterbrochenen Trainings. Blondin ging auf dem Seil wie auf ebener Erde, ohne Stange und ohne Schirm, und trug er eine zweite, manchmal sogar eine dritte Person auf seinen Schultern, bann verzichtete er auch dann noch auf Hilfen! Aber nicht, weil er irgendwie mit übernatürlichen Gaben ausgestattet war, sondern weil er von frühester Kindheit an bis in das Alter hinein sein tägliches Training absolvierte, selbst an seinem Hochzeitstage und an meinem Geburtstage!" Sie war sechs Jahre alt, die heute 75jährige Tochter des Seiltänzers (die noch so rüstig ist, baß sie zu ihrem Vergnügen eine Reise um die Welt macht), nachbem sie ein ganzes Leben lang beruflich gereist ist), als sie energisch verlangte, in ber Truppe bes Vaters mitarbeiten zu bürfen. Als Blonbins Frau eines Adenbs burch irgenbeine hausfrauliche Arbeit aufgehalten würbe, erschien die kleine Evelyn auf dem „Turm", um die Mutter zu vertreten. Sie stellte kurzweg ein Ultimatum: entweder arbeitete der Vater mit .ihr,-oder sie hinderte ihn an feiner Arbeit! Um das Publikum — das zunächst glaubte, es handele sich bei der geflüsterten Auseinandersetzung zwischen dem Mann und dem Mädchen um eine humoristische Einlage — nicht zu beunruhigen, gab der Artist endlich nach. Und die Mutter, die endlich mit einer kleinen Verspätung im Stall gang erschien, fiel fast in Ohnmacht, als sie die Kleine hoch auf den Schultern Blondins erblickte. Von diesem Tage an hat der Seiltänzer Blondin fast 30 Hahre lang seine Tochter Abend für Abend auf den Schultern oder auf dem Kopf über dem Seil getragen ... ohne Balancierstange und ohne Schirm! Ein merkwürdiger Vertrag. „Das heißt: ich muß mich berichtigen!" unterbricht Frau Blondin-Robioli sich und kloppt das dicke Album mit den vergilbten Fotografien zu. „Wir haben nicht 30 Jahre lang ununterbrochen im Zirkus und Variete gearbeitet, sondern einmal erhielt mein Vater für mehrere Monate einen „job" durch einen Manager, der — wie ich heute weiß — Blondins großes Können in der gewissenlosesten Weise ausnutzte. Als mein Vater als erster Mensch auf dem Seil über den Niagara gegangen war, schlug dieser Mann ihm vor, auch weiterhin solche „Spaziergänge" zu machen. Er selbst wollte dann auf das Gelingen des Wagnisses mit den Zuschauern Wetten abschließen und meinen Vater mit der Hälfte am Gewinn beteiligen. Es war im wahrsten Sinne des Wortes ein Spiel mit dem Leben, und es graut mich heute noch, wenn ich daran denke, wie oft der geldgierige Unternehmer meinen Vater ohne Hilfen über die Fälle schickte. Heute betrachte ich es fast als ein Wunder, daß niemals ein Unglück geschehen ist." „Hat Ihr Vater diese seltsame artistische Tätigkeit lange ausüben können, oder gelang es ihm, sich vorzeitig von diesem merkwürdigen Vertrage frei zu machen?" Frau Blondin-Robioli nickt eifrig. „Der Vertrag mit dem Manager wurde von den amerikanischen Behörden lange vor seinem Abläufen zwangsweise gelöst, nachdem es einen eigenartigen Skandal gegeben hatte, von dem die Welt allerdings kaum etwas erfahren hat. Eines Tages erschien ber Prinz von Wales — ber spätere König Eduard VII. von England — bei dem Unternehmer und bot eine sehr hohe Summe bafür, baß Blondin ihn einmal über den Niagara-Fall tragen sollte. Natürlich sagte ber gewissenlose Mensch sofort zu, aber als mein Vater von dem seltsamen Handel hörte, kabelte er einen empörten Bericht nach Lonbon, von wo postwendend ein kategorisches Verbot kam. Die Sache wurde irgendwie auch in Chikago bekannt und nun griffen die Behörden endlich ein und verboten die weiteren „Spaziergänge" über die Fälle, wofür ich ihnen heute noch aufrichtig dankbar bin." „Einmal gezittert!" Natürlich hat auch Frau Blondin-Ribioli als Assistentin und Mitarbeiterin ihres Vaters manche aufregende und gefährliche Situation erlebt. So erinnert sie sich z. B. daran, daß Blondin während einer Reise nach Indien zugesagt hatte, bei einem Bordfest mitzuwirken; er wollte seine Tochter auf den Schultern von einem Mast zum anderen tragen. In der Stunde, in der das Fest begann, setzte ein ziemlich heftiger Wind ein, der das Schiff stark schwanken ließ. Der Kapitän, ein Deutscher, der selbst Frau und Kinder hatte, bat Blondin, seine Vorführung — für die er ohnehin kein Honorar erhielt — 'ausfallen zu lassen. Aber ber inzwischen längst weltbekannt gewordene Artist wollte die Passagiere nicht enttäuschen, vielleicht aber wollte er auch sich selbst und den Zuschauern beweisen, daß ein Blondin selbst mit Wind und Wellen fertig wird. Er fragte lediglich seine Tochter, ob sie zurücktreten wollte; aber das Mädchen, felsenfest auf das Können und die Sicherheit des Vaters vertrauend, verneinte energisch. Und bann begann Blondin zu arbeiten. Wie immer ohne Hilfen, erschien er, seine Tochter auf ben Schultern, im Mastkorb unb begann seine gefährliche Wanberung. Schritt für Schritt tastete er sich auf bem schwankenden Seil vorwärts, zusammen- gerissen unb angespannt bis zum äußersten. Fast 20 Minuten brauchte er biesmal für eine Strecke, bie er sonst in wenigen Sekunben zurücklegte. „Unb als. er eüblich mit mir ben anberen Mast erreicht hatte, ba zitterte ber Mann, ben ich niemals vorher zittern gesehen hatte!" erzählt seine greife Tochter halblaut. Oer Seiltänzer über dem Niagara. Blondins Tochter erzählt Erinnerungen an einen der berühmtesten Artisten. Zur Belohnung ein Spiegele». Aber als ich sie bann fragte, welches benn nun ber tiefste unb bleibenbfte Embruck aus ihrer Zu- fammenarbeit mit bem Vater gewesen sei, ba er« innert sie sich nicht an eine neue, noch waghalsigere Situation, sonbern mit einem nachbenklichen Lächeln steht sie auf unb tritt an bas Fenster, an bem ber abendliche Verkehr ber Reichshauptstadt vorüberbraust: „Ich glaube", sagt sie leise vor sich hin, „wenn man alt wird, dann verschieben sich in der Erinnerung die Werte unb Begriffe. Gewiß weiß ich noch genau, wie aufregenb unb schön es war, wenn man Vater irgenbwo — in Moskau z. B. ober in Konstantinopel — mieber einmal einen hohen Orben verliehen erhielt ober wenn ein König ober Kaiser uns empfing. Meine schönste Erinnerung an unsere gemeinsame Arbeit aber ist, baß ich als Kinb nach Hiller-Urlaub gibt Lebensfreude. Melde deinen Gastplah der ben Vorstellungen immer bas Spiegelei e s- s e n bürste, bas mein Vater auf bem Drahtseil unter meiner Assistenz auf einem kleinen Spirituskocher briet. Sie werben es vielleicht nicht verstehen, aber es ist so: nie mieber im Leden hat mir ein Gericht so gut geschmeckt als bas auf bem turmhoch gespannten Seil in der Pfanne gebratene Ei, bas Blondin mir nach dem Auftritt als Belohnung für „braves Arbeiten" überließ. Und die schwerste Aufgabe, die mein Vater mir je gestellt hat, war es,, bei dem Feuerwerk, in dem mein Vater und ich bei Festvorstellungen untertauchen mußten, nicht zu niesen. Der Puloerqualm reizte die Nase entsetzlich — — aber ich mußte ganz still auf ben Schultern Blonbins ober auf feinem Kopf stehen, benn ein unvorhergefehenes Niesen hätte eine Katastrophe für uns beibe zur Folge haben können —" W. Höppner-Flatow. Feuerwehr erhält Polizei-Uniform. M——-MM - li .* * Die Feuerfchutzpolizei erhält, um auch äußerlich ihre Zugehörigkeit zur Polizei in Erscheinung treten zu lassen, eine Feuerwehrbien st kleibung, bie ber Uniform ber Orbnungspolizei angeglichen ist. Die Offizierte unb Beamten ber Feuerschutzpolizei tragen künftig bie Uniform ber Schutzpolizei bes Reiches (grünmeliertes Tuch) mit folgenben Abweichungen: bas Befatztuch ist schwarz, bas Abzeichentuch karmesinrot. An Stelle bes Tschakos und des Polizeistahlhelms tritt der Feuerschutz^ Helm (ohne Kamm) in der Farbe des Besatztuches. An Stelle des Polizeiseitengewehrs tritt das F a • schinenmesser. Unser Bild zeigt links den alten und rechts den neuen Feuerwehrdienstanzug. — (Scherl-Bilderdienst-M.) wäre noch ein < Z Edgar BORRMÄNNI Gießen, Neustadt 5-7, Ruf 4165 u.4156 FUegenschronk, Eismaschine, Prüfen Sie selbst die Preisyorreitebti Treppe gradläufig, ca. 2,40 Mir. hoch — mit Geländer — preiswert adzugeben. W.SG.Gchuchard _________Seltersweg 44. i835d Zwangsversteigerung. Dienstag, 11. d.M., nachm.LUHr, sollen i. Verkaufslokal Hartmesi, Neuenweg28,bzw.anOrtu.Stelle l Bekanntg. in ob. 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Amtliches Gutachten der Reichsflelle zur Förderung des deutschen Schrifttums im Reichsübcrmachungsamt der NSDAP, vom 25. 8.34: Das sorgfältig gearbeitete Buch schildert in knapper Form alle wesentlichen Fragen deutlich und allgemeinverständlich.Es wird klar und eindringlich gezeigt, daß wirklicher Naturschutz eine Mehrung des Volks vermögens und für unser Volk nicht nur seelisch durch die Erhaltung wichtiger Erscheinungsformen unserer Dolksheimat etwas bedeutet, sondern daß die Durchführung des Naturschutzes auch ein Teil der Erfüllung des Satzes: „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" ist. Das Buch ist rin vorzügliches Schulungsmittel und sollte in allen öffentlichen Büchereien vorhanden sein. Das Buch wird empfohlen." Iu beziehen durch jede Buchhandlung. - Verlangen Sie bitte ein Werbeblatt! Hugo Bermühler Verlag, Bln.-Lichterfelde | Verkäufe WenWünl Sofa ßommoöe umzugshalber zu verkaufen. [03405 Neuen Säue 21 Gebr. ob neuer w ZWenM evtl. Sackaufzug mit Hanbbetrieb zu kauf, gesucht. 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Juli 1939 4834D HGUTE MONTAG ERSTAUFFÜHRUNG des neuen Tobis-Film PQLQST SILVESTERNACHT am ALEXANDERPLATZ Hauptrollen: Jutta Freybe, Hannes Stelzer, Karl Martell Karl Raddatz. Hilde Hildebrand, JakobTiedtke Aribert Wäscher Ein mitreißendes Bekenntnis zum Leben, zu seinem Leid und zu seiner Schönheit. Dieser Film ergreift jeden, weil er jeden beglückt und lebensfroh macht Beiprogramm. Neueste Ufa-Ton-Woche Täglich 4, 6 und 8.30 Uhr ■ < ■ Montag,lO.ZuUMY Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) :r.!58 Zweites Blatt am für Zorstbeamte. lartel' icdtke 5 rrlich iljif treten j. ; i düng, glichen 6 WN olizei bfi nben Abdas üb- hakos uni rschutz' -satztuche-. das Faden alter inzug. - Leser baße 20 48311 Die Uhr geht vor Von Erich Grisar. Letzten Sonntag wollten Schultes einen Ausflug 1 machen. Früh um sechse schon sollte es losgehen, damit sie auch recht etwas hatten von ihrem freien i Tag. Und außerdem fuhr um diese Stunde der ! einzige Zug, der sie zum Ausgangspunkt ihrer ge- ' planten Wanderung bringen sollte. Den durften sie i auf keinen Fall versäumen. Nun, Mutter schulte i kennt ihre Pappenheimer und hat am Abend zuvor, ohne einem von der Familie etwas zu sagen, die Weckuhr um eine halbe Stunde vorgestellt. Was sic nicht hinderte am nächsten Morgen, kaum daß die Uhr anschlägt, aufzustehen und in die Küche zu huschen, wo sie sich wäscht und das Kaffeew.ißer • aufsetzt, ehe sie die Kinder aus dem Schlafe ruft. Komm, sagt sie zu der großen Tochter, es wird Zeit, wenn wir pünktlich an der Bahn sein wollen. Ist Papa schon wach, fragt das Mädchen und reckt sich wohlig in ihrem Bette. Nee den laß ich liegen bis zum letzten Augenblick. Der ist schnell fertig. Nachher steht er bloß in der Küche rum und hält uns auf. Aber du mußt jetzt kommen. , , Wie spät ist es denn, fragt das Mädchen. Fünf vorbei, antwortet die Mutter, und sie lächelt; denn sie denkt daran, daß es in Wirklichkeit noch eine halbe Stunde früher ist. Fünf vorbei, wiederholt Luise, und auch auf ihrem Gesicht spielt ein Lächeln. Dann steht fie auf. Bei Karl, dem Sohn, ist es das gleiche. Auch er will erst wissen, wie spät es ist, ehe er sich mit lautern Gähnen erhebt und in die Küche kommt, wo die Mutter schon dabei ist, das Brot zu schneiden und den Kaffee aufzugießen. Als das getan ist, weckt sie auch den Bater. Der kommt verschlafen aus der Kammer, wäscht sich, und nach einer Weile sitzt die ganze Familie gemütlich um den Kaftee- • ^Aber nicht lange, dann drängt Vater Schulte zum Aufbruch. Und als niemand Anstalten macht, aus ihn zu hören, mahnt er mit einem sorgenden Blick 1 auf die Uhr: Nun aber Dalli, sonst schaffen wirs i ^Mutter Schulte blickt ihn überlegen von der Seite , an und meint: Was du nur immer hast. Wir wer- L den den Zug schon kriegen. Brauchen doch keine l halbe Stunde auf dem Bahnsteig rumstehen Na meinetwegen, gibt Vater Schulte nach. An - Wunder glaubt er ja nicht, aber sich mit seiner Frau herumzanken, dazu hat er am Sonntagmorgen keine Lust. Sie wird, schM selber, sehen. Als sie dann auf der Straße sind, meint dw Frau versöhnlich: Viel Leute heute morgen auf der Straße, findest du nicht? Und weil ihr Mann keine Antwort gibt, fügt sie nach einer Weile hinzu: Lehrschcines für das SA.-Wehrabzcichen besonders stark besucht. Hier werden die betreffenden Führer und Männer mit allen einschlägigen Fragen und GeneralversammlungderGemeinnühigen Baugenoffenschast 1894. Dornotizen. Tageskalender für Montag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Silvesternacht ! lexanderplatz". Don der Universität Gießen. In Anerkennung ihrer langjährigen treuen Dienste erhielten vom Führer das Treudienst-Ehrenzeichen verliehen: 1. Stufe (Goldenes Trsudienst-Ehrenzeichen für 40jährige treue Dienstleistung): Oberforstmeister Der SA-Mann ist Frontsoldat im täglichen Leben. 1«l i 'Piritus, Ochy mir eit 1 hum, lene tz khnunc chkvech QL war ter un) 'n, nitz 3fe ent tuf Men e Kate, w« —- atow. ,9er MrsM von «Meld " »raufführung der Marburger Festspiele. Es war eine Helle Freude, am vergangenen Samstag im Marburger Schloßtheater ZU sitzen und ,wischen leuchtendem Abend und sternfunkelnder Uacht ein Spiel zu verfolgen, „das sich dereinsten ingetragen im fernen alten Engelland" (wie es im Jorfprud) heißt und nun unter den Bogen der Marburger Freilichtbühne fröhliche Auferstehung seierte. Wenn es dann im Dorspruch weiter hieß: „Es ist so gestern, wie auch heute neu. Weil es ein Gleichnis ist von Pflicht und Treu. ann spürte der Hörer wohl schon zu Beginn des «eiteren Spiels, daß dies den ernsten Unterton behütete. Der Vorsprecher ließ aber — nach geschickter Kunstpause und in wohlgesetzten Worten noch mehr wissen: „Was sag ich da! Von Pflicht und Treu!? Nicht nur! Die Liebe kommt hinzu auf zarter Spur! Wie könnte auch ein Held von Treu und Pflichten, Ich bitte euch, auf Liebesglück verzichten!?" Es ist notwendig, daß man von dieser Stelle ■ aus einmal ganz kurz den Einsatz und die Leistun- 1 qcn unserer SA.-Männer beleuchtet, damit verschiedene Kreise ein Bild darüber bekommen, welche Belastungen und Aufgaben der SA.-Mann neben einer beruflichen Tätigkeit noch auf sich genommen )at. Es ist freilich bedeutend bequemer, Sonntag ür Sonntag mit feiner Familie spazieren zu gehen und sonst noch in der Woche alle Bequemlichkeiten des Lebens auszukoften, statt sein ganzes Ich, ja die gesamte Familie in den Dienst für Fiihrer, Volk und Vaterland zu stellen. Kaum ist der CT.-Mann tagsüber mit seiner gewiß nicht leichten Arbeit fertig, sei es als Kaufmann, Beamter, Landwirt oder Landarbeiter, Kraftfahrer ufro., geht es im Sturmschritt nach Hause, werden zwischen Umziehen und Essen schnell mit der Frau die notwendigsten familiären Angelegenheiten durchgesprochen, und schon sieht man nach kurzer Zeit den Mann in seinem SA.-Dienstanzug zum Schar-, Trupp- oder Sturm dienst eilen. Diese treuesten Gefolgsmänner des Führers wissen, was ihnen ein Manneswort bedeutet — heute und ewig. Sie haben sich freiwillig auf diesen Platz gestellt, damit einen Teil ihrer persönlichen Freiheit aufgegeben, und werden aus innerem Pflichtbewußtfein fchärfstens darüber wachen, daß die vom Führer gegebenen Ausgaben restlos erfüllt werden. Die neue Aufgabe des Führers vom 19. Januar 1939 an feine SA. hat nun wiederum alle Kräfte mobil gemacht und erfordert eine intensive Ausbildung aller Kräfte, d. h. Führer, und Manner. Neben' Wehrmachts-Ausbildungslehrgangen werden die Führerfchulen der Obersten SA-Fuhrung und Gruppenschulen für den Erwerb des Prüf- und Fürwahr! Ein gutes altes Rezept für eine Dolks- omödie, für eine Komödie, die Hans Wolf- £ ang Hillers mit vieler Sorgfalt und im Wissen um das ureigne Leben einer alten Dichtung, iiinem alten Fragment aus elisabethanischer Zeit niachschuf und in jene Form brachte, die eine weite Sühne unter weitem Himmel räumlich füllen und ous einem Fragment ein Ganzes werden liefe. Der Dichter hat es an nichts fehlen lasten. Er rief mit fincm Werke fo viele Gestalten auf die Buhne, .urch raschen Szenenwechsel schuf er fo'viel Leben inb Bewegung, dafe man sich Shakespeare nahe- Mhlte,. zudem das Stück im alten England spielt und ursprünglich in Shakespeares Zeit und Umwelt reicht. Sprache und Reim sind außerdem noch ähnlich! Das Stück hat also eine reichbewegte Handlung. Der Held ist Georg Green, ein Flurschütz seines Zeichens, sympathische Figur und starker Mann. Dem Abgesandten der Rebellen tritt er kühn ent- gegen, den Anführer und feine nächsten Spießge- Ü ftllen lockt er in den Hinterhalt, um bann mit • ihnen, drei gegen einen, für feinen König Eduard gu fechten und — zu siegen. Schottlands König (der zum Rebellen stoßen will) wird durch einen an- | neren wackeren Recken, den greifen Musgrove, be- I liegt und gefangen genommen. Und England ist ge- edicht von Wilhelm Lennemann Ein duftumfloff'nes, reifes Roggenfeld, Daraus der Erde Segensstrome quellen, Macht' ich zum Frommen einer Großstadtwelt Ihr nächtens auf den weiten Marktplatz stellen, Daß in der Frühe mit dem Morgenrot Sein Segen müßt' in alle oeelen Rinnen, Daß sie sich auf den Tag und auf ihr Brot, Auf Gottund Bauer und sich selbst .besinnen/' . In Bälde ist die Erntezeit da. Sie ist für den hnbmann das, was für den Soldaten die Manover- . lt jst Da heißt es, alle Knochen zusammenreißen nb das Beste und Letzte hergeben. Geschont wird !T zst und Drückeberger gibt's nicht. Es muß klap- nn! hieß es immer bei den Preußen, wenn es ins 'Lanöver ging. Die gleiche Parole gilt auf dem Bauernhof zur Erntezeit. Eine große Musterung be- t mit. Die Mähmaschinen werden auf Herz und Vieren geprüft und startbereit gemacht. Alle Gerate fröen in Ordnung gebracht, die Sensen werden c schliffen, die Gabeln zum Aufstecken geputzt. In i n Scheunen beginnt das große Aufräumen. Die Bennen werden gefegt. Etwaiges Stroh, das sich nd) in den Scheunenwinkeln vorfindet, muß heraus! is wird Platz gemacht für die neue Ernte. Sorgsam c ht der Bauer durch das Gehöft und wacht über Vorbereitungen zur Erntearbeit. Em alter (pruch sagt: „Mit einem Herren steht es gut, der, r as er befiehlt, auch selber tut." • Die Roggenfelder wogen, mit reifenden Aehren igen sich die Halme, als ahnten sie der Sense ( hnitt. Jetzt ist die Zeit, da die Roggenmuhme i ich das reifende Getreide schreitet. Sic wird den Indern als gespenstige, grauköpfige Alte mit roten xenaugen vorgegrault, die Kornblumen pflückende inder tief ins Roggenfeld verschleppt, so daß sie iicht wieder heraussinden. Die Roggenmuhme hat sich eine böse Entstellung ( fallen lassen müssen; denn in vorchristlicher Zeit i :lt sie als segenspendende Erntegöttin, als Frau (Libc, Wotans Gemahlin, auch als Frau Holle bc= :nnt, die in hoheitsvoller Gestalt, im Schmuck res langwallenden Blondhaares, durch das reife iehrenfelb schreitet, um es vor Unwetter und Hagel- hlag zu schützen und dem Bauern eine gedeihliche Ernte zu verheißen. Der Stadter möge sich bar auf b sinnen, daß die Ernte, die ihm und unserem Volke ) 5 Brot schasst, erarbeitet sein will durch den deut- □en Bauern. An den Großstädter wendet sich das Und wie sie sich alle Hetzen. Na ja, brummt Vater Schulte nun, wenn wir unfern Zug noch kriegen wollen, müssen wir die Beine auch in die Hand nehmen, aber seine Frau lächelt nur, und sie denkt wieder, wie klug es war, die Uhr eine halbe Stunde vorzustellen. Karl, der Sohn, lächelt ebenfalls, und Luise findet nun auch, daß schon sehr viele Leute unterwegs sind ür diese frühe Stunde. Was ihr nur immer mit eurer frühen Stunde habt, brummt Vater Schulte nun wieder, es ist gleich sechse. Nee, lacht die Frau, aber halb. Denkst du, antwortet ihr Mann angriffshifhg. Denke ich nicht nur, kommt sie nun mit ihrem - Trumpf heraus, das ist auch so; denn ich hab gestern abend die Uhr eine halbe Stunde oorgestellt. Wie, du auch, platzt Karl heraus, und im gleichen Augenblick entfährt auch Luise das Geständnis, daß sie dem Tag ebenfalls eine halbe Stunde zu gewinnen suchte, indem sie die Uhr vorrückte. Ja, dann kann es ja eben erst halb fünf fern, meint die Mutter, nachdem sie kurz gerechnet hat. Nee, aber nach sechse ist es, sagt Vater Schulte nun und zeigt auf die Bahnhofsuhr, die eben vor ihnen auftaucht. Ja wie ist das denn möglich, stottern Frau und Kinder auf einmal. Ganz einfach, klärt der Vater sie auf. Ich bin die Nacht über auf gewesen, und weil es gerade drei Uhr vom Rathaus schlug, hab ich die -Uhr richtig gestellt. Ich konnte doch nicht wissen, was ihr für n Theater mit der Uhr gemacht habt. Ja, um Gottes Willen, schrie Mutter Schulte nun heraus, dann kriegen wir ja den Zug nicht mehr. Das hab ich doch die ganze Zeit gesagt, meinte Vater Schutte bedächtig, aber ihr wolltet ja nicht auf mich hören. Zeitschriften. — Die „Modenwelt" bringt über 100 neue . Modelle für den Hochsommer. In bunter Folge steht . man duftige Kleider für Vor- und Nachmittag, Kleidung für Strand und Sport, Neues nut weißem i Besatz, Elegantes für den Sommerabend und Kin- • berkleidung, neue Handarbeiten, modisches Drum i und Dran, Interessantes über den Glockenrock, An- stinger-Schnitte und Die Gemeinnützige Baugenossenschaft 1894 Gießen hielt am Samstagabend im "Burghof ihre ordentliche Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates Stadfamtmann W. M a r 11 n , eröffnete die Hauptversammlung im 45. Jahre des Bestehens der Baugenossenschaft. Hierauf erstattete der Vorfitzende des Vorstandes, Heinrich Schneider, den Jahresbericht, auf dessen Einzelheiten nur bereits in unserer Samstag^Ausgabe ausführlich eingeqanqen waren. Vorstandsmitglied W. e r “ n e r gab Erläuterungen zur Vorlage des Fahres- abfchluffes, der wie wir gleichfalls schon berichteten, einen zahlenmäßigen Aufschluß über die gesunde wirtschaftliche Aufwärtsentwickelung der Genosien- schaft gab. U. a. war aus diesem Bericht noch zu entnehmen, daß die Baugenossenschaft auch ihre Verpflichtung gegenüber dem WHW. wiederum in gebührender Weise ablöste. Vorstandsmitglied W. Werner schloß seinen Bericht mit dem Hmweis auf die Liquidität und die sehr gute Zahlungsbereit- schaft der Genossenschaft. Aufsichtsratsvorfitzender Martin erstattete den Bericht des Auffichtsrates, der neben dem Aufschluß über die Tätigkeit des Vorstandes und des Aufstchts- rates auch oen Hinweis auf unvermutete Kassenprüfungen enthielt, bei denen sich Beanstandungen nicht ergeben haben. Es wurden darin weiterhin die Prüfungsarbeiten des Reoifionsausfchuffes angeführt die gleichfalls weder in formeller, noch m fachlicher Hinsicht Anstände ergeben haben In dem, Bericht heißt es weiter hinsichtlich der Abschreibungen, daß diese sich für den Altbesitz auf 1 wH. und für den Neubefitz auf 1,25, 1,50; 2 und für das Anwesen Liebigstraße 88 auf 2,50 v. H. belausen. Hm- sichtlich der Mieten wurde festgestellt, daß uneinbringliche Mieten nicht bestehen und der erfreulichen Ausbildungsrichtlinien vertraut gemacht und zum Führer einer Wehrmannschaft herangebildet. Diele Ausbildung stellt nicht nur hohe geistige Anforderungen an jeden Mann, fonbern auch die körperliche Ausbildung kommt zu ihrem vollen Recht und macht den SA.-Führer und -Mann zu einem starken, widerstandsfähigen, jederzeit einsatzbereiten Kämpfer. Durch diese Harmonie des Körpers und des 2)Gr Sonderzug des Bannes 116 geht am Diens- Geistes wird ein Menschentyp geschaffen, der allen ^g, 11. Juli, um 17.22 Uhr, in Gießen ab. Alle Anforderungen des Lebens. gerecht wird, ein Ge- Teilnehmer haben bis 15.15 Uhr auf dem Hof der schlecht, welches mit fester Hand fein Geschick selbst Alten Klinik, Liebigstraße, einzutreffen. Damit die meistert und bestimmt. Zufahrt nach Gießen mit verbilligten Karten er- Dies ist der Typ des heutigen SA.-Mannes. folgen kann, haben die Gefolgschaftsführer dafür Stark und selbstbewußt, durch seine dauernde Em- sorgen, daß sofort alle Fahrkarten bei der Ver- fatzbereitschaft widerstandsfähig und zäh. Dies zeigte j.waltungsftelle des Bannes abgeholt werden. Des- sich jetzt ganz besonders bei den in Kassel durch-rZeichen müssen alle Teilnehmer im Besitz ihres geführten' Gruppenwettkämpfen. Mit welcher Ener- Fahrtautzweises sein. Die Fahrtstrecken gehen dein gic und Härte hier gekämpft wurde, kann auf dem Abteilungsführern zu, die fie dann an die Grup- Papier nicht geschildert werden. Es wäre für alle p^^führer weiterverteilen. Um 15.30 Uhr erfolgt Volksgenossen am Platze, in Zukunft ihre Ver- Meldung der Fahrtabteilungsführer an den Adju- bunde'nheit mit der SA. durch rege Teilnahme zu des Bannes, Gefolgschaftsführer Krech- bekunden, um fo an der Lebensaufgabe der CT. Berger. Die Aufstellung.erfolgt im offenen Vier- mehr Anteil zu haben. eck nach der Liebigstraße. Von hier aus rücken bie Voller Stolz wird die SA. in die Zukunft Fahrleitungen zum Bahnhof, schauen, denn sie hat unter Beweis gestellt, daß ste , . in der Lage ist, große geschichtliche Aufgaben zu Treudlenst-EhreNZelcheN vet derpottZet. lösen. Sie hat die Verantwortung dafür über- |iIberne Treudienst-Ehrenzeichen für 25jäh. nornmcn, daß ber ^utidje ®tann bis ins rige treue Dienstleistung mürbe vom Führer m An. Lebensalter wehrfähig bleibt. Jeder SA.-Mann u ! Innung ihrer langjährigen treuen Dienstzeit ver- swlz darauf, im Mittelpunkt der EreignMe zu ^^n dem Polizeioberinfpektoi; Hugo Berate, demi stehen und m vorderster Front kämpfen zu dürfen. Polizeiinspektor Otto Rau, den PolizeisekretärenI > Karl Lautenschläger, Wilhelm Sch ä fer und Ludwig Wallbott, und den Polizeibüro-- assistenten Konrad B e r ft, Max Bertram, Peter Kaiser und Alfred Thormann, sämtlich ber Die bewährte Regiekunst Dr. Buddes hielt das vielfältige Gefchehen gut im Fluß; das Spiel chwang förmlich über die ganze Bühne hin und bewegte sich glücklich in Breite und Tiefe des gro- ;en Raumes, den die Marburger Freilichtbühne ^^DieUSchaufpieler hatten sichtlich selbst ihre Freude an dem bewegten lustigen Spiel und taten alles, um ihm zum Erfolge zu verhelfen. Hans Coffy, der Flurfchütz Georg Green, traf gut den Ton und die Haltung des Helden, wie auch des tief betrübten Liebenden. Er führte sich schon in einer der ersten Szenen großartig ein als er den Abgesandten der Rebellen drastisch nach Hause schickte. Lilo Dietrich als Bettris, Greens Geliebte, verband Anmut und schelmischen Spott in glücklicher Mischung. Herbert Steinmetz gab aut den abergläubischen Rebellenhäuptling, der feiner Sache selbst nicht sicher ist, den Wahrsager nach dem Erfolg feines Kampfes fragt und es bei Worten und großen Gesten laßt. Karl Bockx (der Bursche Willy), Wolfgang Go lisch (Untcr- lurschütz), Erwin A d e r h o l d (Scharlach) und Helmut Peine (Much) holten sich mft viel Geschick bi* Lacher auf ihre Seite. Wilfried H e r Z stellte mit schöner innerer Sicherheit den König Eduard dar. Seppl Litsch legte den König Schottlands behäbig breit, böse und demütig m reicher Skala an. In ber Besetzung der vielen anderen Rollen hatte die Regie eine glückliche Hand bewiesen Herzlicher und anhaltender Beifall belohnte die Dar- fteller. Heinrich Ludwig Neuner. rettet! Um diesen Grundgehalt von Pflicht und Treue rankt fich die Liebesgeschichte Georg Greens und seiner schönen Bottris, die er nicht kriegen oll, weil er nur Flurschütz ist. Aber ber König weiß ihm Dank für seine Taten und sorgt ür das Glück der beiden. Liebesgeflüster und Zrügelszenen, derber Scherz und Verrat, Wahr- agerei und düstere Drohung spielen mit hinein. Es bedurfte dazu aber noch mancherlei Perforier.! Da ist noch Robin Hood, „ber schöne, edle Räuber" und seine Frau, bie Sängerin, da sind noch Much und Scharlach, die Spießgesellen Hoods und tapfere Kerle, wenn sie betrunken sind, des Königs ganzer Hofstaat, die Schuster von Bradford, die Bürger von Wakefield und ihr greiser Friedensrichter, der Unterflurfchütz und der Bursche Willi, die schone Jane Barley und ihr Sohn, der seiner Mutter Ehre retten will. Es geschieht also etwas auf ber Bühne. Dies läßt es auch vergessen, daß einige Szenen nicht ganz rund aneinanderpassen. Es gibt aber viel und herzlich zu lachen. der Polizeidirektion Gießen. Treudienst-Ehrenzeichen , s & । für Angehörige der Universität. Tatsache Ausdruck gegeben, daß sich die Mieter- » . . schäft immer mehr Ihrer Verpflichtung der Bauge- Der Führer hat den nachverzeichneten Angehörigen! nossenschaft gegenüber bewußt wird und burd) ber Ludwigs-Univerfität Gießen das Treubienft- pünktliche Mietzahlung die Geschäftsführung der Ehrenzeichen für 25jährige Dienstzeit verliehen. Der Genossenschaft erleichtert. Anberfeits würbe darauf Rektor überreichte den Belichenen bie Auszeichnung hinqewiefen, daß bie Zahlungen auf bie Geschäfts- und sprach ihnen gleichzeitig Dank und Anerken-. anteile noch immer nicht befriebigen unb baß eine nung der Ludwigs-Universität aus: Susanne Arndt, Reihe von Mietern, die nach ihren Verhältnissen Weißzeugbeschließerin; Georg Balser, Operations- durchaus dazu in der Lage wären, ihre Zahlungen gehilfe; Professor Dr. Beller; Karl Bopp, Kanzlei- in dieser Hinsicht nicht erfüllen. Alles in allem wurde gehilfe; Professor Dr. Brüggemann; Wilhelm Dern, abschließend festgestellt, daß die Geschäftsführung Masseur; Professor Dr. Feulgen; Otto Freihöffer, sich in guter Ordnung befindet und Vorstand und Werkmeister; Karl Frischkorn, Operationsgehilfe; Aufsichtsrat auch im abgelaufenen Jahre in har- Schwester Mathilde Furtwängler; Schwester Elisa- monischer Weife zufammengearbeitet haben, so daß b(th German; Professor Dr. Haas; Marie Heiden- die Genossenschaft den Mitgliedern des Vorstandes reich, techn. Röntgenasfistentin; Professor Dr. von sich für ihre erfolgreiche Tätigkeit zu Dank verpflich- Jgfchke, Marie Kaiser, Oberpflegerin: Ludwig Luh, iet fühlt Pfleger; Schwester Gertrud Martinius; Oberfchwe- meöswstasBBS »efriebuna »r- @erf>art> R-iZ>°Id; Karl !Rcpp, Heizer unb Sd’Inei.bC>, ' rn&n 3?ij wfriöÄ 6eran- werden soll, einen Einblick in das deutsche Studenten« leben zu gewinnen, die Einrichtung großer deut« scher Betriebe kennen zu lernen und bekannte deutsche Gegenden und Städte zu besichtigen. Im Rahmen der Gießener Möglichkeiten ist diesen Aufgaben weitgehend entsprochen worden. Das Verhältnis der ausländischen Studenten zu den deutschen Karne« der Wissenschaft" ener Studenten« und können in kurzer Zeit ein ganzes Kartoffelfeld kahl fressen. Die Nachkommenschaft eines einzigen Kartoffelkäfe?weibchens beträgt 31 Millionen Tiere, diese brauchen zu ihrer Ernährung das Laub von 10 Morgen Kartoffeln. Das bedeutet die Vernichtung von zirka 450 Doppelzentner Kartoffeln. Ein derartiger Verlust an Dolksoermögen ist untragbar, darum müssen diese Schädlinge vernichtet werden, wo sie sich zeigen. Jeder verdächtige Fund ist der Ortspoli^eibehörde anzuzeigen, damit die nötigen .Bekämpfungsmaßnahmen sofort durchgeführt werden können. liche Veranstaltungen, aememsame Wanderungen, Einladungen der Ausländer zu den Veranstaltungen der Kameradschaften usw. erheblich beitrugen. Der Der Samstag als „I a int Rahmen d> tages 1939 brachte nach der -auptkundgebung am Vormittag, über die wir am Sarnstatz bereits berichteten, im Verlaufe des Nachmittag einen „Tag der Kameradschaft." sche Student steht in der vordersten Linie des Dolkstumskampfes, er hat sich da schon bewährt und wird auch weiterhin hier seinen Mann stehen durch den Ernteeinsatz im Osten. Am Nachmittag folgte im Studentenhaus bei guter Beteiligung die TagungdesAS.-Altherreubundes Arn Sonntagnachmittag fand eine Tagung des NS.-Altherrenbundes unter Leitung des HochschulEmpfang des Außenamtes im Hause der Kameradschaft Brockwitz im Wetzlarer Weg. Daran nahmen neben den ausländischen Studenten und Studentinnen auch zahlreiche Gäste teil, an ihrer Spitze Vertreter der Partei. Der Leiter des Außenamtes, Schmelz, hielt einleitend eine Ansprache, in der er einen lieber» blick über die Arbeit und Aufgaben des Außen« amtes der Studentenführung gab. Dabei steht im Vordergrund die Betreuung der ausländischen Stu« deuten, denen es durch das Außenamt ermöglicht dium zugeführt werden. In großen Zügen ga eine Uebersicht über die Art und Weise der S)i Der gestrige Sonntag als „Tag der Kameradschaft^ brachte vormittags die VolksdeuWe Morgenfeier. Um ihre willensmäßige Einstellung und ihre Verbundenheit mit dem Dolksdeutschtum kundzutun, hatte sich der NS.-Studentenbund mit zahlreichen Gästen am Sonntagvormittag zu einer schlichten Feier hinter dem Studentenheim im Garten versammelt. Die volksdeutsche Morgenfeier wurde mit dem gemeinsam gesungenen Lied .Siehst du im Osten das Morgenrot" eröffnet; ein Zeichen dafür, daß der Osten unseres Reiches wieder stärker denn je in den Brennpunkt der politischen Ereignisse gerückt ist. Es folgte ein Gedichtvortrag des Studentenbundskameraden Hahn mit dem Gedicht von Thieme: „Jenseits der Grenzen". Ein Lied, von dem Studentenchor unter Leitung des Studentenbundskameraden I m b e s ch e i d vorgetragen, leitete zu der Rede des Pg. Dr. Neumann aus Darmstadt über, der der Altherrenschaft einer unserer Kameradschaften an» gehört. Ausgehend von der Rede des Stellvertreters des Führers Rudolfs Heß, die er im Anblick des Westwalles auf dem Gauparteitag des Gaues Saarpfalz in Kaiserslautern hielt, und in der er der übrigen Welt zurief: „Sie mögen nicht vergessen, daß das deutsche Volk ein politisches geworden ist , entwarf der Redner ein Bild von der politischen Haltung des deutschen Volkes innerhalb und außerhalb der Grenzen des Großdeutschen Reiches Adolf Hitlers. Der geschloffene Block des deutschen 100-Millionen-Dolkes ist einheitlich ausgerichtet auf das eine politische Ziel der Erhaltung des deutschen Blutes aust deutschem Volksboden. In diesem Kampfe ist die Verantwortung des einzelnen gleich groß, ob er nun Reichsdeutscher, Auslandsdeutscher ober Volksdeutscher ist. Ihr aller Führer ist Adolf Hitler. Dieser Rede war wiederum ein Gedichtvortrag der Studentenbundskameradin Fischer vv'-ausgegan- gen mit dem Gedicht: „Volk meines Glaubens" von Schmidt-Gorsblock. Ein Gedichtvortrag, von dem Studentenbundskameraden Gimpel vorgetragen: „Ein Lied für Ausländsdeutsche" von Will (Polen) leitete zum Schluß der Morgenfeier über, der gebildet wurde von dem Lied: „Heilig Vaterland", das wiederum der Studentenchor sang. Und so klang aus dieser Feier heraus: Der deutweckten die Erinnerung an die ersten Studentenheime im Hause des früheren „Caf6 Ebel", dem jetzigen „Burghof", und auf der „Schönen Aussicht" und an die Bauperioden des jetzigen Studentenheimes. Daran schloß sich eine Reihe von Aufsätzen und Berichten aus dem „Gießener Anzeiger" und dem „Schottener Kreisblatt" an. Die trostlosen Verhältnisse jener Nachkriegsjahre kennzeichnete der Schriftwechsel, aus dem u. a. zu entnehmen war, daß eine Schweizerisch - Deutsche Hilfsgemeinschaft 1922 den Gießener Studenten 500 000 Mark als Unterstützung sandte. Wie ernst die Verhältnisse damals waren, erhellte ein weiteres Schreiben, in dem um die Genehmigung zur Verwendung von 4,5 Millionen Mark als Anteil für den Ankauf einer dringend benötigten Kuh eingeholt werden muhte, die allerdings beim Eintreffen der Antwort für den genannten betrag nicht mehr zu kaufen war. Der Leiter der Dienststelle Gießen des Studentenwerkes, Dipl.-Volkswirt Grebe, eröffnete im Auftrage des Reichsstudentenwerkes die Tagung, zu der auch Gaustudentenbundsführer Kugelmann und der Rektor der Universität, Professor Dr. ©eifer, erschienen waren. In großen Zügen gab er einen Ueberblicf über die Entwicklung des Studentenwerkes. (Wir haben darüber im „Gieß. Anz." vorn 17./18.3uni 1939, Nr. 139, in einem Aufsatz „Das Studentenwerk als wichtiger Aufbaufaktor" bereits eingehend berichtet. D. Schriftltg.) Er verband mit seinem Bericht den Dank an alle, die bisher zum Gelingen beigetragen haben. Sein ganz besonderer Dank galt Professor Dr. (Eger, dem „Vater der Gießener Studenten", dessen uneigennützige und erfolgreiche Arbeit er besonders betonte. In großen Linien umriß dann Herr Grebe die Aufgaben des Studentenwerkes, die durch den Gesundheits-, den Wirtschafts- und jetzt auch Beratungsdienst eine großzügige Forderung der Studierenden zum Ziele haben, für die in erster Linie Zuschüsse des Reiches zur Verfügung stehen. Die Forderung ermöglicht geistig und körperlich gesunden jungen Menschen, die ihren Einsatz in einer der Gliederungen der Bewegung zu erkennen gegeben und einige, weitere Voraussetzungen zu erfüllen haben, das Studium. (Darüber wurde in unserem Aufsatz v. 17./18. Juni ebenfalls eingehend berichtet. D. Schriftltg.) Im Anschluß an den fesselnden Bericht von Dipl.- Volkswirt Grebe sprach der Leiter des Bezirksberatungsdienstes, Dr. Weber (Frankfurt a. M.). eingehend über die Wege und Mittel, um frühzeitig den Nachwuchs für die akademischen Berufe zu erfassen. Dieser Vortrag wurde am Sonntag auch in der Tagung des NS.-Altherrenbundes gehalten. (Siehe Bericht über diese Tagung.) führung an die akademische Berufsausbildung und über die erforderliche Auslese. Dabei machte er verständlich, daß die bisherige Art der Werbung durch die einzelnen Hochschulen nicht den Notwendigkeiten entspricht, sondern daß eine umfassende und planmäßige Erfassung der regsamsten Kräfte im Interesse des Volksganzen erforderlich ist, die schon in der Schule einsetzen muß und über den Arbeitsdienst «und die Zeit der Wehrpflicht hinausgreifen muß. Dr. Weber ging auf die Aufgaben und Verpflichtungen der Altherrenbünde bei dieser Beratung ein und zeigte, wie der Arzt, Apotheker, Ingenieur usw. dadurch, daß er den für diesen Berufszweig interessierten Abiturienten oder jungen Menschen einmal einen Einblick in den Arbeits- und Aufgabenbereich bietet, ihm die Entscheidung erleichtern kann. Durch die Hinzuziehung der vor der Berufs.-, wähl stehenden jungen Menschen zu den Zusammenkünften des Älcherrenbundes und durch die Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt soll eine taktvolle Berufslenkung erfolgen, damit jeder junge Mensch seinen Begabungen und Anlagen entsprechend auf den Platz geführt wird, auf dem er der Volksgemeinschaft den höchsten Dienst erweisen kann. ringführers Professor Dr. R i e h m statt, bei der der Leiter des Dezirksberatungsdienstes Dr. Weber (Frankfurt a. M.) die Aufgaben und Zielsetzung der Beratungsstellen erläuterte. Er schilderte die äugen«' blicklichen Verhältnisse, die bedingen, daß auch die akademischen Berufe für einen Nachwuchs zu sorgen haben uno daß, wenn schon das Reich außerordentliche Mittel für die Ausbildung durch ein Hoch- schulstudium $ur Verfügung stellt, auch wirklich die besten und fähigsten jungen Menschen diesem Stu« rab er Wilhelm Lipp, Forstamtssekretär Konrad (Eifert, beide in Gießen, Revierförster Georg Heinrich, Revierförster Georg Heinrich Scheig in Atzenhain, Karl Blum in Lumda, Jakob Stauth in Wahlen. 2. Stufe (Silbernes Treudienst-Ehrenzeichen für 25jährige Dienstleistungen): Forstrat Hermann Gutfleisch in Butzbach, Hermann Koch in Ortenberg, Wilhelm Jochem in Storndorf, Forstamtssekretär Otto Heußinger in Grünberg, Ludwig Schneucker in Gießen, Heinrich Ruhl in Grebenhain, Revierförster Heinrich Förster in Allendorf, Karl Funk in Bellersheim, Ernst Dillemuth in Bermutshain, Christian Braun in Daubringen, Adolf Simon in Elpenrod, Philipp Keil in Ettingshausen, Johannes Decker in Harbach, Peter Becker in Hausen, Wilhelm Bechtold in Forsthaus Hochwart bei Gießen, Karl Kirschner in Hochweisel, Rudolf Göbel in Kirtorf, Kaspar Kipper und Konrad Heinrich Textor in Lich, Karl Frank in Rainrod, Georg Johannes Eichenauer, in Reinhardshain, Karl Schäfer in Rockenberg, Karl Brück in Rödgen, Peter Richtberg in Strebendorf, Heinrich Spamer in Vadenrod, Forftwart Friedrich Peppler in Hörgenau, Heinrich Wilhelm Damm V. in Reiskirchen. Schädlinge im roten Rock. Redner bat die ausländischen Studenten, die nun in ihr Heimatland zurückkehren, schöne Erinnerun- gen an Gießen und seine Universität mitzunehmen und in ihrer Heimat davon zu berichten. Der Redner gab bann einen Ueberblick über die studentische Außenarbeit und deren Aufgabenstel- lung, nämlich: 1. die Erziehungsaufgabe der Studentenschaft unter Führung des NSDStB. auf diesem Teilgebiet durch Bereitstellung der Kräfte und Bearbeitung des Materials zu unterstützen, 2. aus dieser Erziehung und aus dem praktischen Einsatz diesseits und jenseits der Grenzen die notwendigen Nachwuchskräfte zur Verfügung zu stellen, 3. die in dem studentischen Rahmen gestellten Aufgaben sicher und verantwortungsbewußt zu lösen. Weiterhin gab der Redner einen Rückblick auf die Beziehungen der Deutschen Studentenschaft zu den ausländischen Studenten-Organisattonen, ferner einen Einblick in das Volksdeutsche Arbeitsgebiet der Deutschen Studentenschaft unter besonderer Berücksichtigung der Aufgaben des Außenamtes. Schließ« lich begründete er noch den Austritt der Deutschen Studentenschaft aus dem Internationalen Studentenwerk, da dieses den berechtigten deutschen Forderungen gegenüber jegliches Verständnis und Entgegenkommen vermissen ließ. In der studenttschen Generation in allen Völkern der Welt beginne aber heute ein Erwachen. Dies sei das Bekenntnis zu einer neuen politischen Lebensordnung der Volker. Die Deutsche Studentenschaft werde in Zukunft mehr denn je die Studentenschaften der anderen Länder mit sich verbinden zum gemeinsamen Einsatz an den vor uns liegenden großen Aufgabe. Anschließend berichtete ein Student aus Irland, Herr van Stockum, in fesselnder Weise über das Studentenleben an der irischen Universität Dublin. Schließlich sprach noch der Gründer und Leiter der Auslandsstelle der Universität, Professor Dr. Fischer, kurz über die verpflichtenden Aufgaben der Universitäten im Sinne der Auslandsstellen. Der weitere Verlauf der Nachmittagsstunden brachte den Teilnehmern frohe Geselligkeit. Tagung des Studentenwerkes. Zu der Tagung des Studentenwerkes war eine interessante Ausstellung aufgebaut, die einen Ueberblick über die aus der „Gießener Studentenhilfe" zum „Studentenwerk" entwickelte Selbsthilfeeinrichtung der Gießener Studentenschaft gab. Lichtbilder Häufig findet man jetzt auf Kartoffelfeldern rote, anfangs 2 mm lange Larven, die einen schwarzen Kopf und an den Seiten 2 Reihen schwarzer Punkte..---------.... u- — ----.....— haben. Es sind die Larven des schwarz-gelb ge- raden war immer ein recht gutes, wozu gesellschaft« streiften Kartoffelkäfers. Sie sind ungeheuer gefräßig liche Veranstaltungen, aemeinfame Wanderungen, Rundfunkprogramm Dienstag, 11. Juli. 5 Uhr: Frühmusrk. 5.50: Bauer, merk auf! 6: Morgenlied. Morgenfpruch. Nachrichten. Gymnafttk. 6.30: Frühkonzert. Ausführung: das kleine Orchester des Reichssenders Frankfurt. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Es spielt das Rundfunkorchester des Reichssenders München. 10: Schulfunk: Unser täglich Brot. Bauernbrauch bei Saat und Ernte. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. Ausführung: Kurhessisches Landesorchester Kassel. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch. (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnah- Ynen.) 16: Nachmittagskonzert. 17 bis 17.10: Das Mikrophon unterwegs. 18: Volk und Wirtschaft: Eine Million Schweine mehr — durch dasEHW. 18.15: Im Museum der Vorzeit. 18.30: Gute Unterhaltung, liebe Hörer! (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 19.15: Tagesspiegel. Don München: Zum Tag der deutschen Kunst: „Was wir nicht vergessen wollen." Peter Parier, der Dombaumeister von Prag. 19.30: Im Sommer, da woll'n wir wandern. Von frohen Fahrten in Lied und Wort. 20: Nachrichten des drahtlosen Dienstes. Anschließend: Hier spricht die Reichsgartenschau. 20.15: Orchesterkonzert. 21.10: Aus dem Preußischen Staatstheater Kassel: „Der Arzt wider Willen." Komische Oper (frei nach Moliöre). 22: Nachrichten. 22.15: Sportnachrichten in Kürze. 22.20: Vom Deutschlandsender: Politische Zeitungsschau. 22.40: Internationale Segelwettkämpfe um den Marine-Pokal auf der Kieler Förde. 22.45 bis 24: Tanzmusik. Sprechstunden Der ' ?rnktron. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- mittag geschlossen. GROSSGARAGE •OltU/esten. Roman von Harald Baumgarten Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35 11. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Nach Beendigung des Telephongespräches mit Margit — Vallendar hatte es von einem Kaffeehaus aus geführt — war er wieder in Notar Gru- ßendorfs Büro zurückgekehrt. Etwas ungeduldig setzte er sich vor die lange Schranke, hinter der der Bürovorsteher und zwei \ Fräulein arbeiteten, und wartete. Hoffentlich kam der Notar bald vom Gericht zurück? Margits Stimme hatte am Schluß sonderbar geklungen. Ob er Pernau anrief —? Mit jeder Sekunde wurde er ungeduldiger. Endlich ging Tür auf, und ein Mann von ungefähr fünfundvierzig Jahren betrat "bas Büro. „Guten Tag, Herr Notar, begrüßte ihn das Personal. Der Anwalt legte ab und machte Vallendar eine kleine Verbeugung, stutzte und lächelte erfreut. „Herr Vallendar — wenn ich mich nicht irre?*' „Ganz recht: Vallendar. Ich muß Sie was fragen, Herr Notar!" Grußendorf öffnete die Tür zu seinem Sprechzimmer. „Bitte sehr!" Dann schob er dem Schauspieler einen bequemen Sessel an den Schreibtisch. "2hx letzter Film hat mir außerordentlich gefallen. Meine kleine Frau ist sehr begeistert von Jynen." Er setzte sich hinter seinen Schreibtisch. „Hoffentlich fuhrt Sie keine persönliche Unannehmlichkeit zu mir?" „(Es geht eigentlich nicht um mich, Herr Notar. Es ist eine Sache, bei der ich einer jungen Dame behilflich sein mochte. Ich rief Sie ja gestern noch spät abends an." „Gewiß. Und kaum hatten Sie angehängt, kam ein zweiter Anruf. Und zwar loste der die Fragen, die Sie mir stellten. Mister Burd meldete sich nämlich und sagte mir, die Sache habe sich erledigt, er könne den Vertrag nicht abschließen; ich möchte entschuldigen." Liebenswürdig blickte der Notar Vallendar an. Er hätte gern noch über den Film geplaudert; seine Frau würde es bestimmt interessieren, wenn er ihr etwas von Vallendar erzählte. Aber sein Blick blieb gebannt an dem Gesicht des Schauspielers hängen. „Was setzt Sie denn so in Erstaunen, Herr Vallendar?" „Verzeihung, Herr Notar! Sie sagten eben, kurz nach meinem Anruf hätte Mister Burd Sie nochmals angerufen? Könnten Sie sich nicht in der Zeit irren?" „Wieso denn? Jeder Irrtum ist ausgeschlossen." „Und es war Burds Stimme?" „Ich kenne Burd nicht, persönlich. Als er mich vom Palasthotel aus anrief, horte ich seinen Namen zum erstenmal. Aber es schien mir die gleiche Stimme wie beim ersten Anruf zu fein." Vallendars braunes Gesicht wurde blaß. Er stand auf. „Als ich Sie anfief, Herr Notar, war Burd bereits tot. Er ist gestern abend gegen halb zehn in der Großgarage Alter Westen einem Herzschlag erlegen. (Eine halbe Stunde später rief ich Sie an." Der Notar schüttelte den Kopf. „Verstehe ich nicht. Belm erstenmal und auch beim zweitenmal behauptete der Mann, Mister Burd zu sein." Sein Gesicht wurde ernst. „Wollen Sie mir nicht sagen, Herr Vallendar, was Sie hierhergeführt hat?" fragte er nach kurzem Nachdenken. Lebhaft hob Vallendar die Hand. „Das kann ich nicht! Es sind ja nur Vermutungen von mir." Er sprudelte über. „Ich hatte plötzlich das Gefühl, daß sich hinter den Erlebnissen eines jungen Mädchens, das ich gestern erst kennenlernte, etwas Besonderes versteckte. Sie war nämlich zu Mister Burd bestellt, den sie von früher her flüchtig kannte. Und nun kommt dieser seltsame Anruf hinzu! Das interessiert mich aufs höchste. Vorläufig kann ich aus der ganzen Geschichte noch nicht klug werden, Herr Notar. Jetzt noch nicht. Aber ich werde schon dahinterkommen! Ich werde--Vielen Dank für die Auskunft, Herr Notar! Sie müssen mich jetzt entschuldigen, aber ich muß nachdenken!" Man merkte, daß ihm der Boden unter den Füßen brannte. (Er streckte dem Anwalt die Hand entgegen. „Auf Wiedersehen, Herr Notar! Und vielen, vielen Dank!" Er war schon an der Tür. Nachdenken! Nachspüren! Es gab nichts, was den Schauspieler Vallendar mehr fesselte als das wechselnde und geheimnisvolle Spiel des Lebens ... Notar Grußendorf blieb ein paar Minuten vorm Schreibtisch sitzen. Er grübelte. Dann hob er die Hand und nahm den Telephonhörer ab. * Die Uhren schlugen sieben. „Acht, neun, zehn", zählte Fritz Huckemann schnell an den Fingern ab. — Eine Gewohnheit, die er von der Schule beibehalten hatte. Noch drei Stunden, dann hatte er frei! Wo die Hilde wohl jetzt sein mochte? War doch allerhand, so ganz allein mit der „Verleih" zu fahren. Und bann zu übernachten und im Wirtshaus ZU sitzen. Ob sie an ihn dachte —? Um neun (Uhr bestimmt. Das hatten sie ausgemacht: Punkt neun Ufjr dachten sie jeden Abend aneinander — ganz lebhaft und stark. Gott sei Dank, daß der Letzte vorbei war! Man konnte ganz durcheinanderkommen. Mühsam benahm sich wie ein kleiner Vogel, der in seinem Bauer herumflatterte. Er war wohl in Sorge, ob ber neue Pächter ihn behalten würbe; vielleicht machte ber die ganze Buchführung selbst. Was Mühsam ihn heute nur 'rumgehetzt fyafte! Bei dem vielen Wagenwechsel! Da waren Wagen 'rausgegangen, die bis zum Frühjahr aufgebotft wurden; von Leuten, denen es kein Spaß machte, in den Wintermonaten zu fahren. Und dabei war heute so schönes, klares Wetter gewesen! Und eine ganze Menge neue Wagen waren gekommen. In den Sammelgaragen war besonders viel Wechsel gewesen. Nun mußte er erst mal die neuen Mieter kennenlernen. „Fritz!" Mühsams Kopf reckte sich durchs Fenster. „Jawoll, Herr Mühsam?" „Morgen um elf kommt ein Herr Meier — will die Garage ansehen, will sie pachten. Daß alles morgen früh wie geleckt aussieht! Er soll gleich wissen, daß wir hier die Sache in Schuß haben/ „Ist ja alles tadellos in Ordnung. Herr Mühsam!" Jotte doch, der zitterte ja förmlich... Hier ist immer alles in Ordnung gewesen, Herr Mühsam, und wird es auch morgen sein — da verlassen Sie sich drauf!" „Ja. Aber gestern abend diese Geschichte! Man ist doch nicht von Holz. Sie ist mir ordentlich in die Knochen gefahren... Sind die Wagen alle gut in den Sammelgaragen untergekommen, daß nicht immer so viel hin und her geschoben werden muß? Sie müssen sich^genau erkundigen, Fritz, wer abends spät einfährt, damit er nach dem Gang hin zu stehen kommt. Hat der Zornack 'nen guten Platz erhalten?" „Zornack? Wer ist denn bas?" „Der Vertreter mit der grauen Limousine, ber vor brei Stunden gemietet hat. Das müssen Sie boch wissen, Huckemann!" „Richtig, ber! Ja, ber ist in C gekommen!" „Unb ber „Garage" muß ganz nach hinten — in ben kleinen, leeren Raum, den man nicht vermieten kann. Der Wagen wird doch nicht mehr so oft gebraucht." „Gut, Herr Mühsam!" „Und sagen Sie Preetz, er müsse ben Dienst für ben neuen Mieter, Box 18, übernehmen! Scheint sehr genau zu sein." „Mache ich. Preetz-kommt gleich. Ich sage ihm alles." Mühsams Kopf verschwand. Die Wagen aus der Stadt kamen. Das tägliche Bild. Hallo — was war denn das? Da kam einer, ber hatte den Kotflügel verbogen. Er fuhr in bie Einfahrt. „Was ist denn los, Herr Riemers?" Der Fahrer ftteckte den Kopf heraus. „Bin angefahren worben. Am Großen Stern. Kommt da einer auf mich losgerast... Aber ich habe die Nummer!" „Na, denn ist's gut. Geht ja auf Versicherung. Melden Sie es man gleich! Das kostet ’nen neuen Kotflügel." Der Wagen fuhr weiter. So war bas immer. Angefahren? Natürlich: Der Riemers war auch einer, der gern um die Ecken b raufte... Preetz kam über die Straße, „’n Abend, Huckemann!" „lag, Preetz! Fahr man den „Garage" ganz nach hinten! Mühsam will es so. (Er meint, jetzt werbe der Wagen doch seltener gemietet." „Tja, wat sagste, Fritz? Nun bin ick den schönen Job los. Essig mit dem Privatchauffeur!" „Schade. Was macht deine Frau." „Wunderbar, Fritz! Doktor Römer war heute da. Er meint, morgen oder übermorgen würd' es wohl losjehn. Wenn's nur ein Junge wird —!" „Wir nehmen, was wir kriegen — wie, Preetz? Oder soll ick dem Storch telephonisch--" „Quassel nid)! Sowat bringt mich in Ratze. Kannst du jar nich begreifen, wie einem zumute ts. Man sitzt hier und denkt: Jetzt vielleicht jeht es los... Drei Weiber hocken bei mir in ber Küche. Ick muß alle Tage ’n halbes Pfund Kaffee kaufen — bet schmerzt im Portemonnaie!" Er ging hinunter ins Fahrerzimmer. Wagen kamen ... Dort ber kleine Zweisitzer von Fräulein ©anher. Nun würbe der Doktor auch bald eintrubeln. Wenn bas nichts wurde mit den beiden —! Was die nur so lange überlegten? Herrgott: Wenn er so ’ne Praxis hätte, er würbe nicht fünf Minuten mehr fackeln mit ber Hilde! „’n Abend, Fräulein Sander!" Sie grüßte zurück: „’n Abend, Herr Huckemann!" Weg war der Wagen. Huckemann griff sich an den Kopf. Hoffentlich hatte der Neue seine Limousine nicht an Fräulein Sandners Platz gestellt? Wie hieß doch ber bloß? War doch so was mit „Wut". Diese verflixten Namen!! Nachher mußte er mal bei Mühsam bie Listen einsehen. Ach, richtig: Zornack! Drüben tauchte der Doktor auf. Na ja, bas hatte er doch gewußt! „Fritz!" schrie es laut von unten herauf. „Mal schnell! Fritz!" „Ich komme!" Huckemann mar dazu bestellt, um Ordnung zu machen. Ein feiner Posten, Erster in der Garage zu sein. Pächter freilich — das wäre noch besser. Unten traf er die Wagenwäscher, die beieinanber- standen. In der Mitte Preetz. Er mar es, der gerufen hatte. „Nun sieh dir bloß die Schweinerei an! Das war nicht — bas weiß ich! Das wär’ mir boch aufgefallen. Wie ick den „Garage" ’reinjefah» ren habe, kann bet nich jemesen fein. Det is später jemacht worben." „Was habt ihr denn?" Preetz zeigte in ben Garagenwagen. „Wer ben Wagen jewaschen hat, will ick wissen! Hat er doch bet janze Polster airfjetiffen! Natürlich: Außen hui und innen pfui — immer mit der scharfen Bürste über die Polster rüber." - (Fortsetzung folgt.) SJ.-fpor/ en Besitz des Ehrenpreises des Führers setzte. Die Kämpfe am Samstag. Am Wochenende führte der Gau Hessen in Hanau Im Berliner Olnmpia-Stadion wurden am us b«. Soppelersolg der Auto Llmon in Reims Der Auko-Unlon-Nachwuchr. arüia die Listen das hatte ruf- > * ®rft« ® bas ®"rl -idnanW •rtS -ar. M 'retnie^ t ss s 'r te ter k K enl^ »n SS Ä uh;-iä tn lluchj, galten Der ’L Ls Die gestern vormittag auf dem Universitatssport- platz durchgeführten Leichtathletik-Kreismeisterschas- ten erfüllten nur teilweise die gehegten Erwartun- aen Einmal standen durch die notwendig gewordene Verlegung der Kämpfe - die Veranstaltung war ursprünglich für den 4. Juni vorgesehen — eine Anzahl der besten Könner nicht zur Verfügung, zum anderen ließen aber auch viele Vereine das notwen- diqe Interesse vermissen. Die gezeigten Leistungen blieben daher in vielen Wettbewerben unter dem Üblichen Niveau. Am besten vertreten waren noch die Iungmannen, unter denen sich einige talentierte Kräfte befanden. Oie Ergebnisse: Männer. ............ ...........vorweg, fit. HÜlling (Breslau) bestätigte erneut, dafe er auf der langen Hürdenstrecke unsere schärfste Waffe geworden ist. Dafe er sich aber schon eindeutig zur Weltspitzen- klasse heranschieben könnte, hatte niemand erwartet. Mit seinen 51,6 Sekunden unterbot er nicht nur Glaws deutschen Rekord, sondern er schuf auch eine neue europäische Bestleistung. Rudolf H a r b i g erfüllte die in ihn gesetzten Hoffnungen wieder vollauf. Die 1:49,4 Minuten, die er auf seiner Spezialstrecke über 800 Meter erzielte, bedeuten neuen deutschen Rekord; vor wenigen Wochen erst hatte er mit 1:50,5 seine alte Bestleistung verbessert. Völlig unerwartet kam der dritte Rekord durch den Münchner Eber« lein, der mit 14:27,2 Minuten nicht nur unter dem noch bestehenden Rekord Syrings (14:41,4), sondern auch unter den 14:34,6 blieb, die Fellersmann vor einer Woche in Kopenhagen gelaufen war. Don weiteren guten Leistungen sind noch zu erwähnen die 3:52,4 Minuten von Mehlh ose über 1500 Meter, die 21,1 Sekunden Scheurings über 200 Meter, die 14,7 des Hageners Kumpmann im 110-Meter-Hürdenlauf und die 49,35 Meter Lamperts im Diskuswerfen. Unsere Frauen bewiesen in den technischen Hebungen wieder ihre große Klasse. So kamen im Kugel- stoßen Gisela Mauermayer auf 13,53 Meter unb Frau Schröder auf 13,00 Meter, im Speerwerfen belegte die Münchnerin Lisa G e l i u s mit 44,34 Meter den ersten Platz. Im übrigen wurden bei den Titelkämpfen 1939 insgesamt nicht weniger als 15 neue Meister und Meisterinnen ermittelt; nur elf Männer und Frauen setzten sich wieder durch. Frauen. Diskuswerfen: Mauermayer (München): Hochsprung: Gräfin zu Solms (Berlin); Weit- sprung: Schulz (Münster); 200 Meter: W in' kels (Köln); 80 Meter Hürden: Peter (Oppeln): 100 Meter: Ida Kühnel (München) 12,1 Seck.: Speer: Lisa G e l i u s (München) 44,34 Meter; l: G. Mauermayer (München) 13,53 Am Wochenende führte der Gau Hessen in Hanau Balmer Olympia-Stadion wurden am Sams- dazu nicht weniger als drei deutsche Rekorde und seine Titelkämpfe der Schwerathleten im Freistil-L bie 44 Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften eine europäische Bestleistung. ------ ringen, Gewichtheben und Gewichtwerfen Lurch. aonnen Die Wetter» und Bahnverhältnisse waren Nehmen wir die Rekorde Bei den Gewichthebern triumphierten mit Aus» »zeichnet Rund 25 000 Zuschauer füllten die (Breslau) bestätigte erneut nähme des Halbschwergewichts, wo Sittmann ° Hänge um die Kampfbahn. Ein Ueberblick Hürdenstrecke unsere schärfst (88 Marburg) sich durchsetzte, überall Kasseler Der- üßer den ersten Tag der Titelkämpfe lehrt, dafe Daß er sich aber schon em eine; am erfolgreichsten waren die Vertreter uonLir aetroft den Olympischen Spielen in Helsinki klasse heranschieben konnte, J Keglersieg gegen Belgien. Deutschlands Kegler siegten am Sonntag in caarbrücfen in einem Länderkampf gegen Belgien üt 5331:5136 Holz. In der Einzelwertung belegten ie Deutschen Die 0 ering (565) und Lange 565) die ersten Plätze vor dem Belgier Bürge- 1 a n (542). Lohmann und Ilse Sieger bei den Frankfurter Steherrennen. Ein starkes Steherfeld findet noch immer eine •arte Anhängerschaft. Das zeigte sich am Samstag» cbend au der Frankfurter «portfeldbahn, auf der Lch ein Dutzend guter Dauerfahrer um die Siege »n Großen und Kleinen Goldenen Rad stritten. "000 freuten sich an dem verbissenen Einsatz der genau 'einen Punkt mehr als ihre schärfste Rivalin, die Chemnitzerin Gudrun H a r t e n st e 1 n. Po- s e i d 0 n W 0 r m s kam in der 3X200-Meter-Brust- staffel für Frauen in der Klasse für Vereine ohne Winterbad in 10:19,8 Minuten zu einem neuen schönen Erfolg. Germania Mainz-Mo mbach sicherte sich hier die 400-Meter-Lagenstaffel für Manner. Worms wurde in diesem Wettbewerb Dritter. Duisburg 98 Wafferballmeister Die im Rahmen der Schwimm-Meisterschaften in Eimsbüttel ausgetraqene deutsche Wasserball-Meisterschaft endete am Sonntagabend mit einem überraschenden Siege von Duisburg 98. Die Westdeutschen schlugen den siebenfachen deutschen Meister Wasserfreunde 98 Hannover im Endkampf mit 3:2 Toren, nachdem die Hannoveraner zur Pause noch 2:0 geführt hatten. mische SV. wieder der erfolgreichste Verein. Mit Rundmund, Heidel, Klöpsch und Fischer sicherte er sich die 4X100-Meter-Kraul-Staffel in 4:11,2 Minuten gegen Spandau 04 und Schwaben Stuttgart. Den zweiten Staffelsieg am Sonntag holten sich die Bremer in der ßagenftaffel in 5:07,0 vor Hellas Magdeburg und Gladbeck 13. Die Bremer sind da» mit dreimal Staffelmeister geworden. Eine unerwartet schwache Rolle spielte bei der 3X100-Meter-Kraul-Staffel der Frauen Nixe Char- lottenburg als Titelverteidiger. Spandau 04 siegte sehr sicher in 3:41,4 Minuten. Viel Interesse richtete sich auf die Entscheidung mir getrost den Olympischen Spielen in Helsinki entgegensehen können. Wie hart die Kämvfe waren, beweist am besten die Tatsache, dafe nicht weniger als acht Meister und Meisterinnen schon am ersten Tage ihre Titel abgeben mußten. Nur in vier Fällen glückte es den Vorjahresmeiern, ihre Wurde erfolgreich zu verteidigen. Daß wir uns auch weiterhin auf unsere „starken ! Männer" verlassen können, ist im Berliner Olym- pia-Stadion zur Gewißheit geworden. Im Hammer- die Nächststehenden zurück, abtr der „Schorsch" riß werfen, wo Erwin B l a s k den Hamburger Karl ich wüt gewaltigem Schwung aus seinem Sitz und Hein mit 57,17 Meter abloste, kamen drei Mann iel auf die. Straße. Die züngelnden Flammen an über 55 Meter. Olympiasieger Hans W o l l k e einem Rennanzug wurden schnell gelöscht Auch kam im Kugelstoßen diesmal mch;^e': 16 Meter der Wagen war von den Monteuren mit Kohlen- und mufete den Titel an den Linkshänder Trippe äurefdynee „bearbeitet" worden. Meier stieg wie- abtreten, der mit 16,21 Meter (0 Gerhard Stock der ein und unter den begeisterten Zurufen der um 2 Zentimeter ubertaf. Nicht so schnitten hingerissenen Franzosen brauste der Europameister, unsere Weitspnnger ab; L o "6 'regte mit 7,41 nun der eigentliche Held dieses Rennens geworden, Meter vor Leichum (7,24 Meters Dor allem wieder davon. mangelt es an der notigen Konzentration. Ganz Indessen hatte sich nur wenig geändert. Lang hervorragend war ber hatte in der 23. Runde in 34 Sekunden getankt, des Münchners K aindl, der 9.06,8 Minuten Meier hatte eine Runde eingebüßt. In foweräner1 für .fiel Art, vertraut mit Motor und Steuer, fuhr Lang mit einem Vorsprung von 1:25 an der Spitze, nachdem er in der 20. Runde mit 2:32,2 (184,865 km/st) die schnellste Runde des Tages und absoluten Streckenretord erreicht hatte. Ader das Unheil nahte schnell. Blaue Gaswolken dampften plötzlich aus dem Auspuffrohr von Langs Wagen und der wackere Schwabe mußte nach drei weiteren Run- ■ vhm«u«. j/uiivi.*«»/ —77«;" V • r ~ y den endgültig die Waffen strecken. Damit war der nächsten Jahre an! Em Stillstand ia sogar R letzte Mercedes aus dem Wettbewerb. 1-------hsn ^nfrhn*fDrtnaem al Der 33. Große Preis von Frankreich auf dem Dreieckskurs von Gueux bei Reims wurde zu einem roßen Erfolg der Auto-Union und zu einer un» •Jütflidben Fahrt für Mercedes-Benz. Mit Runden- Ursprung beendete H. P. Müller auf Auto-Umon !as an Zwischenfällen so reiche Rennen vor fernem Lameraden Oberfeldwebel Georg Meier. 3n>et osfnungsvolle Vertreter des Nachwuchses, die sich chon als Motorradfahrer einen Namen gemacht iahen, kamen damit zu ihren ersten großen Erfolgen i'm Rennwagen. Mercedes-Benz saß tief im Unglück. Nuvolari vorn. Beim Start nahmen mit blitzschnellen Vorstößen !>ie beiden Auto-Univn-Fahrer Tazio Nuvolan und Müller die Spitze vor Hermann Lang (Mercedes- Lenz), der sich aber auf der langen Geraden auf >en zweiten Platz brachte. Bald darauf vermißte man Saracciola, der mit seinem Wagen in einer Kurve Bei Gueux gegen eine Hausmauer geprallt war, ilücklicherweise aber unverletzt blieb. Mit 177 km/st Durchjagten die deutschen Wagen den Kurs. Brau- chitsch und Stuck hielten den vierten und fünften Platz vor Georg Meier und Etancelin. Hermann Langs Vorstoß. Ein leichter Regen, der vorübergehen-d niederging, il konnte die Fahrt auf der kritischen Strecke mcht > bremsen. Der fünfmalige Sieger der neuen Renn» seit, Hermann Lang, strebte auch jetzt unaufhaltsam an die Spitze und trotz Runden von über 180 km/st mußte Nuvolari ihm in der fünften Runde die Fuh- rung überlassen. Wenig später forderte die tolle Jagd chon ihr zweites Opfer. Nuvolaris Wagen ftreitte. Mit einem Schlage hatte somit Hermann Lang einen großen Dorsprung von 50 Sekunden unb lag unbedrängt in Front. Nach ber 9. Runde waren bereits alle ausländischen Teilnehmer von ben Deut« fchen überrunbet. Manfreb von Brauchitsch stieg in der 17. Runbe wegen Motorschabens aus. Ein Heldenstück Meiers. u heute vürd' e$ -!N Preetz' n W imuie 15- : jeht es. ee kaufen, jing hin» Wer von auch halb den bei« icke mcht Ebitha Busse. t Qum 200-Meter-Kraulschwimmen traten 16 Be- werber an, bie in zwei Abteilungen gestartet wur- ben. Die beste Zeit erzielte der ausgezeichnete Stet- tiner Nachwuchsschwimmer Mansred Laskowski mit 2 19,2 Minuten unb mürbe barmt auf Anhieb Meister vor dem Magbeburger Köninger mit 2:20 unb bem Breslauer Heimlich mit 2:21^. Leichter als erwartet verteidigte Erhard Weiß feinen Meistertitel im Turmspringen Seme bestechende Sicherheit und feine elegante Haltung sind immer noch unübertroffen. Sehr sicher holte sich Hemz Arendt (Berlin) wieder den Titel über 1500 Meter Kraul m 20:16 4^ Ein großes Nachwuchstalent sill)erte sich über 100 ,4 Meter Rücken ber Frauen den Meistertitel: die er ft e«| 14jährige Lifel Weber (Bayreuth). >r\ Bei den Staffelwettbewerben war ber Bre- Wie im Dorjahre die Untertürkheimer, so be- herrschten nun die Fahr-rau- Chemnitz bas Ren. „oaenuen ------- nen. Dorn fuhr H. P. Muller in hervorragend - Mauermayer noch immer gleichmäßiger Fahrt seinem ersten Sieg entgegen v Diskuswerfen. Mit 46,76 Meter übertraf sie unb hinter ihm hatte sich Meier am „ertränkten - , aaqemann um fast 6 Meter. Die 1,60 Wagen Stucks vorbei auf den zweiten Platz 8^' Meter im Hochsprung würben von ber erfolgreichen kämpft. Während Stucks Wagen zusehensnach- ^telverteibi gerin Gräfin zu Solms unb von liefe, eroberte sich L e Dögue vor seinem Talbot- Eiede Kann bewältigt. Christel Schulz aus Markengefährten Etancelin den dritten Platz, fünfter eroberte mit einem Weitsprung von 5,92 Auch Sommer schob sich noch vor Stuck, ber Lmeter AUm ersten Male bie Meisterschaft. Im 200- bei einem weiteren Aufenthalt an der Box auch Meter-Lauf mar Grete Winkels in 25,3 Sek. noch die Motorhaube verloren hatte. erfolgreich, unb Frl. Peter (Oppeln) gewann in Müller nahm für feinen ersten Sieg bie h 17 «Set bie 80 Meter Hürben vor Siegfnebe wünsche seiner Freunde entgegen. Die Zuschauer zollten den deutschen Sieaem herzlichen Beifall und p 1 a\ ehrten sie durch rhythmisches Klatschen. Feierlich I XJrCI UCUIIU? erklang bie deutsche Nationalhymne unb Minister Marchandeau nahm bann in Gegenwart des herzlich aufgenommenen Korpsführers die Siegerehrung I vor. Die letzte Etappe ber Rabfernfahrt Mailanb— München brachte eine Flachstrecke über 183 Kilo- neter von Innsbruck nach München. Nur noch 23 fahr er nahmen ben Kampf auf, ba ber Italiener Üagiomi wegen einer Sturzverletzung bie Waf- n gestreckt hatte. Im Spurt vor bem Haus ber Rutschen Kunst in München siegte ber Münchner > ö r m a n n in 5:20:59 unb gewann bamit ben 'hrenpreis ber Hauptstabt der Bewegung. Da sich ud) ber Italiener Ronconi im Hauptfeld befand, rrang er als Sieger ber Gesamtwertung ben Preis es Duce, währenb sich bie beutsche Mannschaft in ^2 0^0^Meter, Sbreismeifter: Rf. Koch (SA.Kg. Gießen) 24,2 Sek.; 2. Zerndt (DfB.-R. Gießen) 24,3 Sekunden. Iungmannen: 1. Menzmger (Tv. Braunfels) 25,8 Sek.; 2. SA.-M. Decker (SA.-Kg. Gießen), 25,9 Sekunden, lieber 200 Meter erging es Koch nicht viel besser als über 100 Meter 4 00 Meter, Kreismeister: Schmuck (DfB.-R. Gießen), 56,9 Sek.; 2 SA.-M Franz (SA.-Kg Gießen) 57,7 Sek.: 3. Rf. Koch (SA.-Kg. Gießen) 60,3 Sek- als Gast: Gefr. Deirfer (1- J«R. 36, Tgde. Friedberg), 55,0 Sekunden. Der junge Schmuck lief aut konnte allerdings den früheren 1900er Deicker, der zur Zeit in Friedberg seiner Militärpflicht genügt. nicht gefährden. - 80 0 M e t e r, Kreismeister: Heller (DfB.-R. Gießen) 2:12,3 Minuten; als Gast: Gefr. Deicker (Frieb- berg) 2:02,9 Minuten. Dcickers Zeit war wohl die Stabhochsprung: Haunzwickel (Wien); Weitsprung: Lang (Leipzig); Hammei-werfen:^B l a s k (Berlin); 3000 - Meter - Hinbernislaus: K a i nöl (München); Kugelstoßen: Trippe (Berlin); 100 Meter: Neckermann (Mannheim); 10 000 Meter- Syring (Wittenberg); 200 Meter: Scheu» ring (Ottenau) 21,1 Sek.; 400 Meter: Hamann (Berlin) 48,1 Sek.; 800 Meter: Harbia (Dres- ben) 1:49,4 Min.; 1500 Meter: M e h l h o s e (Der- lin) 3:52,4 Min.; 5000 Meter: S ber lein (München) 14:27,2 Min.; 110 Meter Hürden: Stump- mann (Hagen) 14,7 Sek.; 400 Meter Hürden: fit 5)0 Hing (Breslau) 51,6 Sek.; Hochsprung: Gehmert (Berlin) 1,95 Meter; Dreisprung: Ziebe (Dessau) 14,58 Meter; Speer: Berg (Leipzig) 69,48 Meter; Diskus: Lampert (München) 49,35 Meter. 1N mg di, ber ber Bebet iungbtt -wh bie u forgei irorbeni. n hoch, 'klich bi« >nt 6tih jab er ’ heran, mg urö ‘ er Der ig durch >igkei!rn ib plan, im 3n< schon in Arbeits' ^greifen mb Ber> Beratung Ioniern fsjmeig mföen N* ichüui Berujf Zusao bie 3'-: ;ne tab :r junge entspn- n er btt erwe'isn Der erste große' Kampftag bei den Deutschen! Titeloerteibiger in der,Lagenstaffel ber V ^ms- .Schwimmeisterschaften inHamburg am Samstag burger Frauen-SD., ohne Wollschlager antreten. rgab10über bie Leistungsstärke unserer Schwimmer Nach dem ersten Wechsel hatte öwar einen Do^ mnd Schwimmerinnen manchen Lichtblick, aber viele sprung von zehn 10 Metern wurde bann aber doch Leistungen und Zeiten gaben auch zu.bedenken, em- vom A SD. B r e s la u knapp tn 5.47,8 geschlagen. d°ch nod) hinter ben allen Die 3X200-Meter-Bruststafsel der FrEn ftel an ... . .. •• • । ...St . MAAtl 11 M H rt • 11 r * (n i A n O m I n M «in n Ff fi TI iJiIPTI Du L ungen Fahrer und der klugen, erfahrenen Taktik eines so erprobten Kämpfers wie Walter Lohmann, der sich als der klar überlegene Mann erwies und auch das Große Goldene Rad über 60 Kilometer gewann, nachdem er schon vorher im zweiten Dorlauf über 40 Kilometer den Sieg davon- getragen hatte. Der Wiesbadener Adolf Schön trug I Ä®=. GT6Ä l.Miru« ,u Amu. e»u »«. ft ,S mann war beim 25. Kilometer in rasantem Spurt Aber erst ihr lehter aus dem Hinterfeld an die Spitze gezogen und ver- ^te 'hren st-llte der Meisterin teibigte die Führung in staubigem Abwehrkampf Sprung, «ml Mit^l5 33 Dunkten erhielt sie hier mit den anstürmenden Gegnern bis zum Schluß mit den Sieg sicher. Mit 15,33 Punkten eryieu sie yier Erfolg. In den beiden Dorläufen über je 40 Kilometer hatten sich Schön, Wißbröcker und Island sowie Lohmann, Schön und Merkens für die Entscheidung durchgesetzt. Der Bochumer Ilse erkämpfte sich in den letzten Runden den Sieg im Kleinen Goldenen Rad über 40 Kilometer vor dem TRunt) um Schotten" vor 70000 Zuschauern Der Verlauf der Rennen berget in war, van der KdF.-Wagens Thorn-Prikker. Lommel in der 5O0er-klasse. (114,50). Am Rentenmarkt waren Reichsaltbesitzan-! leihe gefragt und auf 131,65 (131,20) erhöht, ferner Dekosama I auf 137,25 (137), während Reichsbahn- Dorzugsaktien 0,13 v. 5). abbröckelten auf 121,50. Pfandbriefe hatten bei einigem Geschäft unveränderte Kurse, ebenso Liquidationswerte meiist behauptet. Staats- und Stadtanleihen lagen ruhig, 4,50 v. $). Mannheimer 97,50 nach 97,75. Industrie- Obligationen wichen kaum ab, 5 u. Mittelstahl 100 bzw. 95,50). Im Verlaufe erhielt sich ungeachtet kleiner Wochenendrealisationen die feste Grundtendenz, kursmüßig kam es aber mangels weiterer Umsätze nicht zum Ausdruck. Roch etwas höher lagen Deutsche Linoleum mit 145,25 nach 144,75. IG. Farben schwankten zwischen 145 bis 145,50, Vereinigte Stahl blieben zu unverändert 100,50 gefragt. Auch bei den später notierten Werten ergaben sich überwiegend Erhöhungen bis zu 1 v. 5). Ilse Genuß 1,25 v. H. höher mit 128, do. Stammaktien nach Plus-Ankün- digung ca. 165 (162). den Stunden brachte Rennen um Rennen. Man sah die Maschinen der verschiedenen Kategorien in mörderischem Kampf gegen die Stoppuhren, im Kampf um die schnellsten Runden, im Kampf um den Sieg für den Fahrer. Schon bei den Rennen der Ausweisfahrer war klar zu erkennen, daß der Nachwuchs stürmisch voran drängt und auf dem besten Wege ist, sich zu qualifizieren. Dies ist um so höher zu bewerten, als die meister der Ausweisfahrer aus eigener Initiative, aus eigener Liebe zur Sache kommen und manches Opfer für den Motorsport bringen. Allerdings, eine stattliche Anzahl der gemeldeten Ausweisfahrer konnte nicht am Start fein, da mehrere Kameraden die vorge- schriebenen Trainingszeiten und Trainingsrunden nicht hinter sich gebracht hatten. Durchschnittsge- (99,90). 5 v. $). Gelsenberg 99,40 (99,50). Steuergutscheine lagen erneut schwächer und still. Serie I in allen Abschnitten 99 bis 98,90 (99,20), Serie II Juni 95,40 (95,75), Juli und August je 95 (95,55 sch wind igkeiten von über 100 Kilometer waren das Ergebnis fast aller Rennen. Es wurden, besonders in den Schlängelkurven zwischen Rudingshain und dem Ziel Geschwindigkeiten erzielt, die naturgemäß ganz bedeutend höher lagen, als die Durchschnittsgeschwindigkeiten lauteten. Die Zuschauer verfolgten das Rennen mit Staunen über die phantastischen Geschwindigkeiten und Bewunderung der hervorragenden Fahrtechnik eines großen Teils der Fahrer. Eifrig notierten die Zuschauer auf den dem Programmheft eingefügten Rundenzähltabellen. Darüber hinaus gab man durch den Lautsprecher von den verschiedenen Sprechstellen der Strecke aus Nachrichten über den Stand der Rennen. Seldst- verständlich wurden auch die Reimen der Sportwagen mit größter Aufmerksamkeit verfolgt. Der Sieg in der 500-ccm-Klasse der Motorräder fiel an den Breslauer Lommel mit der ausgezeichneten Zeit von 1:05:44,2 und einem Durchschnitt von 117,3 km/st. Der Breslauer lag vom Start weg in Führung. Dicht hinter ihm hielt sich der Vorjahrssieger Ziemer (Danzig) auf NSU. Ihm gelang es ' aber trotz aller Anstrengungen nicht, an den Breslauer heranzukommen, da Lommel in der letzten Runde noch einmal gehörig aufdrehte und mit 118 km/st die schnellste Runde des Tages fuhr. Im übrigen bedeuten alle Zeiten bei den Motorrädern neue Rekorde, da die Strecke seit dem Vorjahre bekanntlich im Rechtskurs befahren wird und so die allen (besseren) Zeiten als Maßstab nicht mehr herangezogen werden können. Kampf der Sportwagen. In drei Klassen traten die Sportwagenfahrer zum dritten Meisterschaftslauf an. In der 2000- Dcr Kampf der Ausweisfahrer. Wie üblich eröffneten auch diesmal die Ausweisfahrer den motorsportlichen Kampftag im Vogelsberg. Schnellster Mann war hier Unteroffizier Georg (Garmisch), der in der Klasse bis 500 ccm auf der DKW. mit 112,7 km/st (42:50,2 für 80,4 km) den besten Durchschnitt erzielte, der je von einem Ausweisfahrer auf dem Schottenring erreicht wurde. In der Klaffe bis 350 ccm schnitt der Karlsruher Norton-Fahrer Schnell mit einer Zeit von 45:25,2 und 106,3 km/st am besten ab. In der kleinen Klasse schließlich siegte nach verbissenem Zweikampf der Wiesbadener Wolf auf DKW. in 46:23 (104,1 km/st) vor seinem Hamburger Markengefährten Meller mit 46:23,2 Minuten. Petruschke nie gefährdet. Das Rennen eines Mannes, des DKW.-Fabrik- fahrers Petruschke, war die acht Runden lange Fahrt der 250-ccm-Klasse bei den Lizenzfal)rern. Der Ehemnitzer zog schon gleich nach dem Start an die Spitze und ließ sich bis zum Schluß nicht mehr verdrängen. Ebenso sicher wie der Chemnitzer den ersten Platz hielt der bekannte Privatfahrer Gab lenz mit der DKW. die zweite Position. Auf dem dritten Platz lag bis kurz vor Schluß de"r temperamentvolle Marburger Lottes, der aber dann noch den Cottbuser Häusler vorbeiziehen lassen mußte. Petruschke als Sieger benötigte 1:10:08,4 Stunden und erzielte einen Durchschnitt von 109,9 km/st. Walfried Winkler fehlte... Im Rennen der kleinen Maschinen vermißte man den einzigen Fabrikfahrer Walfried Winkler mit seiner' Auta-Union-DKW. Beim Training schon hatte sich ein Fehler an der Maschine herausgestellt, der trotz emsiger Arbeit bis zum Rennbeginn nicht behoben werden konnte. So lieferten sich die Privatfahrer einen harten Kampf. Der Berliner Rudge- fahrer Richnow und N i t s ch k y (Karlsruhe) auf DKW. stritten sich über acht Runden um bim Sieg, der schließlich dem Berliner zufiel. Der Karlsruher selbst unterlag in der letzten Runde noch einem verblüffend stürmischen Angriff des.^Zodes- Links: Staatssekretär Reiner überreicht den Ehrenpreis des Gauleiters an Reichenwallner. — Rechts: Der schnellste Wagenfahrer, von Han st ein, freut sich über den Ehrenpreis des Korpsführers. — Rechts: In dichter Menge säumten die Zuschauer die Strecke. Links - KdF-Wagen auf der Rennstrecke „Rund um Schotten . - ü (Ausnahmen [4|: Neuner, Gießener Anzeiger.) Meter. Der Braunfelser Jungmann Heß bewies | gute Veranlagung. | Diskuswerfen. Kreismeister: Lindenstruth (Mtv. Gießen) 27,96 Meter: 2. Eidmann (Schiklub Gießen) 27,80 Meter; 3. SA.-M. Deuker (SA.-Kg. Gießen) 24,85 Meter. Jungmannen: 1. Schmuck (VsB.-R. Gießen) 30,10 Meter, 2. Kronauer (VfB - R. Gießen) 27,55 Meter; 3. Holz (VfB.-R. Gießen) 25,30 Meter. Altersklasse: 1. Schf. Niemann (SA.- Kg Gießen) 30,64 Meter; 2. Bepperling (1900 Gießest) 27,60 Meter; 3. Väkenstedt (Schiklub Gießen) 26,87 Meter. _ Speerwerfen. Kreismeister: SA.-Mann Deuker (SA.-Kg. Gießen) 43,37 Meter; 2. SA.-Mann! Franz (SA.-Kq. Gießen) 42,67 Meter. 3. Utffz. Lippert, 2./IN. 116 (1900 Gießen) 42,61 Meter. Dreikampf (100 Meter, Weitsprung, Kugelstoßen). Allgemeine Klasse: Lindenstruth (Mtv. Gießen) 1630,1 P. Jungmannen: 1. Kronauer (VfB.-R. Gießen) 1659,1 P.; 2. Rau (Mtv. Gießen) 1561,4 P.; 3. Heß (Tv. Braunfels) 1536 P.; 4. Ott (Tvgg. Ruttershausen) 1479,4 P. Altersklasse: l.,Schf. Niemann (SA.-Kg. Gießen) 1634,1 P.; 2. Zerndt (VfB.-R. Gießen) 1482;9 P.. grauen. 100 Meter. Kreismeisterin: Frau Grila Mar- tin-Röhmig (Mtv. Gießen) 13,6 Sek.; 2. Elfriede Werner (1900 Gießen) 14,2 Sek.; 3. Margret Seim c c m - K l a s s e kam erwartungsgemäß von Han- ft c i n auf BMW. mit 114,6 km/st zum Sieg, nachdem durch den Ausfall Polenfkys (Berlin), dessen BMW. in der dritten Runde wegen eines Benzin- rohrbruchs liegen geblieben war, der gefährlichste Gegner fehlte. , In der 1 5 0 0 - c c m - K l a f f e siegte H. Molde r s auf MG -Eigenbau und verhalf damit der Renngemeinschaft Offenburg zu einem schönen Erfolge.' Der Dessauer Rosenhammer auf BMW. folgte als Zweiter. Im Meisterschaftskampf fuhrt ip 'dieser Klasse allerdings immer noch der Düsseldorfer Roese, der infolge eines Sturzes beim Training nicht teilnehmen konnte. Ist der Klasse bis 1100 ccm schließlich hat der Münchener Reich enwallner (Fiat) durch den Sieg in Schotten seinen Vorsprung im Meisterschaftskampf erheblich vergrößert. Sieger-Ehrung — Abschlußfeier. Don schönen Abschluß des Kampftages stellte die Siegerehrung bar, die Prinz Richard von Hessen vornahm. Er rühmte besonders die ausgezeichneten Leistungen des Nachwuchses, dem er besonderes Lob aussprach. Er dankte ferner aüen, anderen Fahrern für ihren Einsatz, den Kameraden im NSKK. für ihren Einsatz im Streckendienst, un Verkehrsordnungsdienst und gedachte nicht weniger dankbar auch der Kameraden aus dem Kreis der Gendarmerie. Weiterer Dank galt allen denen, die sich um die Durchführung des Rennen verdient gemacht hatten. Im Anschluß daran wurde die Preis- verteilung vorgenommen. Zahlreiche schöne, wertvolle und durchaus praktische Geschenke, vom Korps- führer des NSKK., von den Parteistellen und der Industrie zur Verfügung gestellt, wurden von den siegreichen Fahrern mit herzlichem Dank entgegen» genommen. Die schnellsten Fahrer auf Motorrädern und Sportwagen wurden mit Preisen des Korpsführers bedacht. Mit dem Treuegruß an den Führer und mit den Liedern der Nation fand der Renntag seinen offiziellen Abschluß. Wenige Minuten später mar dann Schotten wieder einmal erfüllt vom Lärm der Motore all derer, die heimwärtsstrebten, und bereij manche noch mehrere hundert Kilometer zu fahren hatten. Der reibungslose Verlauf der Rennen war nicht zuletzt ein Verdienst der bewährten Kräfte der ONS. und der Motorgruppe Hessen, die sich für das Gelingen des Renntags energisch einsetzten. Das sportliche Ergebnis ist außerordentlich befrie- digend. Mensch und Maschine waren mit glänzen- den Leistungen hervorgetreten. Der Preis des Korpsführers erhielt als schnellster Motorradfahrer NSKK.-Mann Lommel. Den Preis des Korpsführers für den schnellsten Wagenfahrer des Tages erhält ---Obersturmführer von Ha n st e i n auf BMW. 2000 ccm. Tödlicher Sturz am Samstag. Leider ereignete sich beim Training am Samstag- nachmittag ein Todessturz. Der Göttinger Ausweis- fahrer W e n d h u t war in der Nähe von Kilometer 16 in einer flachen Kurve mit seiner BMW. zu Fall gekommen und hatte sich dabei tödliche Verletzungen zugezogen. (Mtv. Gießen) 15 Sek. Hochsprung. Kreismeisterin: Frau E. Martin (Mtv.Gießen) 1,30 Meter; 2. M. Seim (Mtv ^as Rennen „Rund um Schotten", das ober- Gießen) 1,25 Meter; 3. E. Werner (1900 Gießen) Motorsportereignis, stand in diesem Jahre 1,121 Meter. — .. unter einem günstigen Stern. Es herrschte sömmer- Weitsprung. Krelsmelsterm: 1. Frau Martin Wetter die Bahn blieb während des ganzen (Mtv. Gießen) 5,28 Meter; 2. M. Seim (Mtv. L trocken, so daß um den sportlichen Erfolg Gießen) 4,44 Meter; 3. E. Werner (1900 Gießen) .iU fürditen mar unb aufjerbem lodte ber fd)öne 4,42 Meter. Mit ber Weite von 5,28 Meter roartete $ Zuschauer in ben Vogelsberg, die einen Frau Martin mit einer ganz ausgezeichneten ^Cl: 1^^ Kranz um die Rennstrecke bildeten. Rad) flung auf. . _ .• ben Schätzungen der Obersten Nationalen Sport- Kugelstoßen. Kreismeistenn: Frau E. Martin Kraftfahrt (ONS.) unb nach dem amt- (Mtv. Gießen) 11,00 Meter; 2. E. Werner (1900 L. ‘ n Bericht säumten 70 000 Menschen die Straße. Gießen) 7,82 Meter; 3. M. Seim (Mtv. Gießen) einem Schauplatz rassiger Kämpfe murde. 7,80 Meter. _ _ . ... . - „ Blauer Himmel unb rasch d'ahinziehenbe weiße Diskuswerfen. Kreismeistenn: Frau1 $aufenwolfen ließen ben Vogelsberg in seiner Martin (Mtv. Gießen) 32,01 Meter; E. Wer- landschaftlichen Schönheit unb in immer ncr (1900 Gießen) 23,17 Meter; 3. M. Ockel (1900 Licht erscheinen unb immer roteber Gießen) 22,71 Meter. . schweiften deshalb die Blicke aud) in die Ferne in Speerwerfen. Krelsmeisterln: M. Seimkjc ^ler unb über die Höhen. Der gestrige Tag (Mio. Gießen) 24,40 Meter. war sicherlich aud) ein Werbetag für unser heimi- Dreikamps (100 Meter, Weltsprung, Kugel- ., Gebirae. stoßen): 1. Frau E. Martin (Mtv^Gießen) 2127 Jf.; 1 Anmarsch ber Zuschauer, die auf Tausenden 2. E. Werner (1900 Gießen) 1437 P.; 3. M. Seim l Qn Kraftfahrzeugen, mit Sonderzügen der Eisen- (Mtv. Gießen) 1289 P. Die von ^rau Martini er-1 öic Jugend' der nächsten Umgebung aber aud) Zielten 2127 Punkte dursten wohl die absolut befte qu- Fahndern, kamen, vollzog sid; völlig reibungs- Leistung der gesamten Wettkampfe barstellen. L05 Aus weitem Umkreis strömten sie zusammen. -------- Auch in unserer Stabt Gießen machte sid) die An- cxiipl miä Wimbledon für LISA, reise ber Zuschauer beutlich bemerkbar Sd)on um ou“T <*iiW "Uv /OJliiiPituuii ,ui xuutterten bie Motorraber in den Straßen Die Wimbledon-Tennis-Meisterschasten endeten unserer Stadt. Bis 9 Uhr floß dann fast ununter- mit einem gewaltigen Triumph der USA.=23ertreter, brodjen der Strom ber Fahrzeuge. Der Verkehr die alle iin'f Titel an sich brachten. Meister würben: würbe mustergültig geleitet. Viele Hunderte von Männereinzel: Robert Ri g g s ; Fraueneinzel: Alice NSKK.-MännerN wiesen bie Zuschauer zu den Marble ; Männerdoppel: Riggs-Cook e; Parkplätzen und zu den Stellen, von denen aus die Frauendoppel: M a r b l e - F a b y a n ; Gemischtes Rennen am besten zu verfolgen waren. Die Gen- Doppel: Marble-Riggs. Riggs unb Miß darmerie trat ebenfalls für die Sicherung des Ver- Marble gewannen also je drei Meisterschaften! kehrs in Erscheinung. An ben Parkplätzen sammcl- .. . ... .. ten sich bie Fahrzeuge in fast unübersehbarer Menge Norwegen meidet für me an. Für bas leiblid)e Wohl war durch viele sliegenbe I Händler gesorgt. Diele der Zuschauer hatten sid) O(t)nipiid)Cn OpidC in ^90rmnw. laber auch auf Selbstoerpslegung eingestellt. In der M- erstes Land stat Norwegen ^re.EmMnng Mousangkurve in der Poppenstruth in den SchlE- den O nmpischcn Winterspielen Garmisch-Parten- gelkurnen zwischen Rudmgshmn und dem Ziel lirchen 1848^angenommen.Die Zusage der Nor- bauten sich Tausende von Zuschauern au..Du-Zu- weger -rsoigte unmittelbar nach Erhalt der deutschen Muer kamen ganz aus ihr-Rechnung Es gab me Einladung. Di- Skandinavier werden in allen Eis- ZU bewundern. Die Fahrer kampst n m t unerhar- Wettbewerben einschließlich Eishockey vertreten sein, lern Schneid um den Sieg und die guten st tz . Eine Beteiligung an den Schivorführungen ist noch Sie hatten sich gründlich vorbereitet und gingen mit zu erwarten - letztem Einsatz über die Strecke. «Öflfyer deutscher Hondballsieg Zahlreiche Ehrengäste hatten sich eingesunden, in Äuforest. Als Vertreter des Gauleiters nahm Staatssekretär e Reiner teil. Kreisleiter Backhaus (Gießen), Aud) im 3. Länderkampf gegen Rumänien ram I ^reisleiter Gorner (Büdingen), SA.-Brigadefüh- die deutsche Nationalelf zu einem hohen 19:3- (12:1) rer Schwarz (Gießen) mit Kameraden seines Sta- Sieg. Die Rumänen wurden am Samstag in Bu- ^es, Landrat Dr. Lotz, Vertreter der Wehrmacht, karest sogar nod) hoher geschlagen als 1936 in Her- Vertreter ber Behorben bes Staates und ber Ge- mannftabt und im Rückkampf des gleichen Jahres, feinden sah man die Nennen mit großem Jister- Das Spiel, das vor 2000 Zufd)auern stattfand, stand c«e verfolgen. durchweg im Zeichen eines überlegenen Angriffs- fpiels ber Deutschen, bie bie weitaus reifere Technik I 0llf hei JiCIlltfll tOiC. unb bas ausgeprägtere Ballgefühl aufmiefen und ^or Beginn der Nennen wurden der großen Zu- auch an Schnelligkeit und in der Kombination türm- fchauermenge zwei KdF.-Wagen gezeigt, in denen hoch den etwas in der Entwicklung steckengebliebenen verschiedene Ehrengäste Platz genommen unb da- - Rumänen überlegen waren. bei Gelegenheit hatten, sich einen Eindruck von den Fahreigenschafteii des KdF.-Wagens zu machen. , Die Wagen wurden in langsamem Tempo gesah- ^yeln-Mamucve ren, so daß es jedermann möglich lieberroiegenb fest. Form unb der Straßenlage des ^rnnf flirt n W 8 Juli An der Wochen- einen Eindruck zu gewinnen. Den Wagen wurde sck)lußbörse ergab **^1? 'am « 11 iTn m a r f | eine lebhafte« Interesse entgegengebracht. vorwiegend feste Tendenz, die Umsatztätigkeit war FlaggenhissUllg. 'S" ÄS Ä ,f«*"«SffflßK k™ s dnSÄsra« ä »“Tr “ s i 100,50 (99,50); bie übrigen Bergwerkswerte erhöh- Klasse Ä unb B zogen ^"orst ihre Maschinen zum ten sich bis 0,75 v. H., Rheinstahl sogar um 2 v. H. Start, zum ersten auf 135. Uebcr den Durchschnitt hinaus erhöht! bunte ßi^t auf,,Q6.°5 ^nld)arp;3dl(,n waren außerdem u. a. Bemberg auf 128,75 .(127), JJ^art und den Startschuß a 9 • p 9 ) Rillqcrswcrkc auf 135,25 (134), Schlickert aus 174,1? Augenblick als der Schuß fiel, tnatteitfn otttb d)on (173). Nicht ganz gehalten waren u. a. AG. für Der- die Motor- und das Rennen begann. Sic folgen- kehr mit 108 (109), Scheideanstalt mit 207,75 (208,50), Felten mit 136,50 (137), RWE. mit 114 i