Nr. 265 Erstes Matt 189. Jahrgang Donnerstag, 9. November 1959 Grlcheim täg ltd), auh« Sonntags and Feiertags Beilagen: Vte OUuftnerte Gietzener Familien blätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Sezugrpretr: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Giehen postscheckionto: Zranlfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfilälrdruckerei «.Lange in Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeige» für öte Mittagsnummer vis 8'/.Uhr des D ormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für anzeigen von 70mm Breite b0Npf.,Platzvorschrist nach oori). Dereindg 25°/e mehr. 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Da die «StaatSgeschäste den Führer zwangen, noch in der Nacht nach Berlin zurückzukehren, verließ er früher als ursprünglich vorgesehen den Bürgerbräukeller und begab sich zum Bahnhof in den dort bereitstehenden Zug Kurz nach der Abfahrr des Führers ereignete sich im Bürgerbräukeller die Explosion. Don den noch im Saale anwesenden Alten Kämpfern der Bewegung wurden 6 getötet und über 60 verletzt Das Attentat, das in seinen Spuren auf ausländische Anstiftung hinweist, löste in München sofort eine fanatische Empörung aus. Zur Feststellung der Täter ist eine Belohnung von Das Vermächtnis free 9. November. Wir gedenken am 9. November wieder des Opfer- ganges der ersten Nationalsozialisten in München. Sie waren 1923 unter Wolf Hitler ausmarschiert in dem Glauben, das Volk für eine befreiende Tot zu gewinnen. Im Kugelregen brachen viele von ihnen tot zusammen, andere wurden verwundet uüd gefangengesetzt. Sie löschten aber durch chre Tat und ihre Bereitschaft die Schmach ab, die mit dem November des Jahres 1918 verbunden war und sie erweckten neue Hoffnungen in den Herzen der deutschen Jugend auf die Mederaufrichtung eines starken Staates. Zehn Jahre später hat sich dieser Glaube erfüsit. Der Führer jener unbekannten und vielbefehdeten Männer des Jahres 1923 stand an der Spitze des Deutschen Reiches. Vollstrecker der deutschen ^Revolution, die sich am 9. November 1923 in München erstmals sichtbar vor aller Welt erhoben hatte. Er konnte bei der ersten Feier an der Feldherr nh alle seinen gefallenen Kameraden das stolze Wort zurufen: „Und ihr habt doch aesiegt!" Der Führer hat durch Taten ohne Beispiel bewiesen, daß das Volk ihn mit Recht als seinen Befreier erkannt hat. „Arbeit und Brot" und das anders Wort „Freiheit und Ehre" standen als Losungen am Beginn der nationalsozialistischen Bewegung. Das Größte aber vollbrachte der Führer, als er den Feldsoldaten des Weltkrieges ihre Ehre wiedergab, indem er die ärgsten Schandtaten des Versailler Diktates beseitigte, als er darüber hinaus die großdeutschen Hoffnungen unserer Nation erfüllte und als er das stählerne Werk des Westwalls am Rhein errichtete. Das Vermächtnis der gefallenen Männer von 1923 und der andern Opfer der nationalsozialistischen Kampfzeit konnte nicht besser erfüllt werden. Und nun gedenken wir dieses 9. November 1923 in einem Zeitpunkt, der das deutsche Volk wieder im Kampfe um seine wohlerworbenen Rechte sieht. Es ist so gekommen, was wir immer schon wußten, daß die Freiheit kein Geschenk ist, das vom Himmel fällt. Im Geiste der Männer des Weltkrieges, mit der Hingabe der Blutzeugen von 1923, so hat das deutsche Volk den Kampf ausgenommen. Die Helden, die in den Schlachten des Ostens fielen, die treuen Wächter und Kämpfer im Westen und die Tapferkeit unserer Seeleute legen dafür Zeugnis ab, daß Deutschland einig und entschlossen hinter Adolf Hitler steht wie die Männer vom 9. November 1923! Deutschlands Erneuerung, das war nicht nur Die Umwandlung des deutschen Menschen, seine Erziehung zum nationalsozialistischen Denken, seine Abkehr von aller Ueberfremdung durch Parlamentarismus, Marxismus und Demokratismus. Deutschlands Erneuerung war auch in erster Hinsicht der Kampf gegen Versailles, der erbarmungslos barte Widerstand gegen den Feind, der Mein und Ruhr besetzt hatte, gegen Lauheit und Laschheit im eigenen Volke. Die Tat allein entschied. Und diese Tat, die in den Sticknebel des Jahres 1923 wie ein befreiender Blitzschlag fuhr, mußte getan werden. „Denn", sagte der Führer am 8. November 1934 im Rückblick auf den 9. November 1923, „am Ende zwingt nur die Tat die Männer in ihren Bann." Die Tat vom 9. November 1923 aber war die Voraussetzung des späteren Sieges, des Sieges über den inneren und äußeren Feind. Die Göttin der Geschichte, als Göttin einer höheren Wahrheit und eines besseren Rechtes, die Adolf Hitler im Frühjahr 1924 vor den Richtern des bayerischen Staates anries, sie hat geurteilt, daß „mit fast mathematischer Genauigkeit" das Recht und die wahre Idee bei dem Führer und den Seinen lag Wenn Deutschland heute wieder groß geworden ist, wenn es einen Block von gewaltigster nationaler Geschlossenheit und Kratt darstellt, dann ist diese Reife undenkbar ohne die Tat des 9. November 1923, ohne den Beginn der nationalen Revolution. Die Mitmarschierenden damals wußten: „Deutschland darf nicht untergeben, aber Deutschlands Auferstehen kostet eine Höllenfahrt." Sie haben mit ihrem Blut ihren Glauben besiegelt. Und chr Glaube an Deutschlands ewige Sendung ist nun Wirklichkeit geworden. Deutschland wird leben, auch wenn wir sterben müssen! Dieser Gedanke eines rheinischen Arbeiters, er stand über dem 9. November 1923. Er steht auch als Stern über der ringenden Gegenwart. Durch Opier zum (Sieg. Der Führer bei seinen ältesten Kampfgenossen. München, 8. Nov. (DNB.) Am Vorabend des denkwürdigen Erinnerungstages der nationalsozialistischen Bewegung trat die Alte Garde vom 9. November 1923 zum großen Appell an der historischen Stätte, dem Bürgerbräukeller in der Msenheimer Straße an. Wie immer in den Jahren des Kampfes und auf dem Wege zur Größe des Reiches war der Führer in dieser Stunde des Gedenkens, des Erinnerns und des wagemutigen zuversichtlichen Einsatzes für die Größe 500000 Reichsmark ausgesetzt. Lieber die Ermordeten vorwärts zum (Sieg, Als mir am gestrigen Abend die Meldung von dem Attentatsversuch auf dem Bürgerbräukeller erhielten, stockte uns für Sekunden der Atem. Dann aber dmchströmte uns ein Gefühl unsagbaren Dankes an die Vorsehung. Der Führer lebt! Der Allmächtige, der bisher unseres Führers Weg in so sichtbarer Weise gesegnet hat, in tausend Schlachten und an jenem grauen Novembertag vor nunmehr genau 16 Jahren seine Hand schirmend über ihn gehalten hat, er schützte auch am gestrigen Tage unseren Führer! Wenn wir immer in unserem Innersten davon überzeugt waren, daß uns Adolf Hitler gesandt wurde, weil ihm die Erfüllung einer großen geschichtlichen Aufgabe gestellt und vorbehalten wurde, so sind wir fe'it dem ruchlosen Attentat des gestrigen Tages von dem felsenfesten Bewußtsein erfüllt, daß der Führer niemals von uns gehen wird, ehe er sein Werk vollendet hat. Sein Werk aber ist Deutschlands Einheit, Macht und Größe! In Ehrfurcht aber neigen wir uns vor den jüngsten Toten der Bewegung. Sie alle hörten soeben noch bei der Gefallenenehrung in Ergriffenheit des Führers Wort, daß keiner von uns wissen könne, ob es chn nicht auch treffe. Nun fielen auch sie nach einer Stunde der Weihe und nationaler Begeisterung. Sie starben im wahrsten Sinne des Wortes f-ür d e n Führer, denn i h m galt dieses Verbrechen! Ihn wollte man morden, weil man Deutschland damit ins Herz zu treffen glaubte. Der Führer aber lebt! Für ihn starben seine Getreuen. Möge die Welt wissen, daß im deutschen Volke Millionen und aber Millionen nicht zögern würden, ebenso wie die Ermordetern des gestrigen Tages auch ihr Herzblut für den Führer und Deutschland zu geben. Wer sind die Mörder! Heute wissen wir es noch nicht im einzelnen, wie diese verbrecherische Tat vorbereitet wurde, wie sie möglich war. Eines aber wissen wir, die Anstifter, die Geldgeber, Deutschlands zu seinen alten Kämpfern gekommen, um zu ihnen und damit zum ganzen deutschen Volk zu sprechen. Am äußern BiL des Bürgerbraukellers und am Rahmen des Appells hat sich gegenüber den Vorjahren nichts geändert. Es ist der gleiche geräumige Saal mit den zwanglos zusammengestellten Tischen, der als einzigen Schmuck die Freiheitsfahnen der Bewegung trägt. Auf der Buhne hat der Gaumusikzug des Traditionsgaues Munchen- Oberbayern seinen Platz, der mit den alten Liedern aus der Kampfzeit und den zündenden Märschen der Wehrmacht der Alten Garde die Zeit verkürzt. Das Rednerpult steht an der alten Stelle in der Saalmitte. Die Säule hinter der Rednerkanzel ist mit einem Teppich aus dunkelrotem Samt verhängt, der das Siegeszeichen der Bewegung tragt. Lange vor Beginn des Appells sind Saal und Galerien bis auf den lebten Platz besetzt. Im Gegensatz zu den Vorjahren aber ist das Braun überaus stark durchsetzt von dem Feldgrau des Heeres, dem Dunkelblau der Kriegsmarine und dem Taubengrau der Luftwaffe. Eine große Anzahl trägt das Eiserne Kreuz. Diele neben den Auszeichnungen des Weltkrieges die Spange zum Enernen Kreuz. Laute Heilrufe melden jedesmal das Eintreffen einer der bekannten Gestalten der Bewegung Soeben kommen Alfred Rosenberg, Hermann Esser und Franz Xaver Schwarz, Julius Stricher, Dr Frick. Mar Amann, die Kämpfer vom Stoßtrupp „Adolf Hitler", an chrer Spitze Karl Fieh- ler. Unter den Ehrengästen des Führers werden Dr Goebbels, Dr. Ley, Konstantin Hier! und Dr. die eines so niederträchtigen, verabscheuenswürdigen Gedankens fähig sind, das find d ie s e lb e n , oie schon immer mit Meuchelmord in der Politik ge- arfypitet hoben: Es sind die Agentendes Secret Service! Hinter ihnen stehen die britischen Kriegshetzer und Juda. Wenn irgend ein Ereignis die Entschlossenheit der deutschen Staatsführung, den unerschütterlichen Siegeswillen des deutschen Volkes, die Treue eines jeden einzelnen von uns zum Führer steigern könnte, dann war es dieser Mordversuch an Adolf Hitler. Aber England soll uns kennen lernen! Auf halbem Wege bleiben wir — das ist der Schwur an der Bahre der Toten — nicht stehen. In dem Kampf, der nun beginnt, tritt das deutsche Volk nach diesem Ereignis wahrlich wohl vorbereitet ein. Wenn wir bisher noch Rücksicht auf Staatsfeinde genommen haben, so dürfte es klar fein, daß man vom heutigen Tage an mit ihnen jo verfahren wird, daß von ihrer Seite Leben und Sicherheit von Nationalsozialisten nicht mehr bedroht werden können. Denen, die für englisches Gold zum Verbrechen schreiten, wird man in Zukunft anders als bisher das Handwerk legen. Wenn die Brust auf den Feind gerichtet ist, dann muß der Rücken frei sein. England möge sich gesagt fein lassen, daß wir entschlossen sind, nunmehr den Feind nicht aus d en Augen zu lassen. Wir wissen nach dieser Tat: „Es geht ums Ganze!" Der Führer verließ München. München. 9. Nov. (DNB.) Nach Abschluß der Erinnerungsfeiern im Vürgerbraukeller verlieh der Führer im Sonderzug die Hauptstadt der Bewegung. Runbfunf deutschen Häusern, unzählige Regenschirme, deren sich die Poilus mit besonderer Vorliebe bedienen. Anscheinend eine neue Pariser Mode a la Chamberlain! Dann aber auch eine Fülle französischer Ausrüstungsgegenstände, Waffen und Munition. Diese Stellungen tragen unverkennbar die Merkmale einer eiligen Flucht. Neben einer wohlausgebauten, im Walde, gegen jede Sicht geschützt, anlegten Stellung, ein kleiner Tisch mit einem Stuhl. Das reinste Tischlein deck dich! Auf ihm freundlich einladend gefüllte Feldflaschen, Trinkbecher, mit Wein, Brot, Fleisch und Käse ... Daneben einige Briefe und Postkarten. Es liegt alles noch genau so da, wie es die Franzosen verlassen haben. Eigenartig! Diese Briefe tragen alle die gleichen edlen Schriftzüge. Wir blättern sie durch und lesen nicht ohne wachsende Anteilnahme und Bewegung ... Madame Suzanne schreibt an ihren Ehegemahl den Lieutenant Robert vom ... Regiment. Tag um Tag schrieb sie ihm, um allzeit mit ihrem Gatten verbunden zu sein. Und fast immer teilt sie ihm auch irgend eine kleine, süße Neuigkeit von ihrem Kindchen mit. Wie es jetzt schon lachen kann, wie das kleine süße Näschen und die blanken Augen mehr und mehr auf den Vater herauskom- men. O, und wie sie hofft und zuversichtlich glaubt, daß dieser böse Krieg nun bald ein Ende nehme. Ach, sie lebt ja nur der Liebe zu ihm und seinem Kinde. «Kehre bald wieder, zu Deiner Dich über alles liebenden, getreuen Suzanne!" Wie feiner hauch aus einer anderen Welt schwebt es über den zierlichen Blättern mit den feinen, charaktervollen Schriftzeichen Mit welch rührender Liebe diese Frau an ihrem Gatten hängt! Wo mag er jetzt sein? Unter den Toten vielleicht, die sie morgen dahinten feierlich bestatten werden? hier im Walde fanden wir ihn nicht! Wurde er vielleicht gefangen genommen? Wir wissen es nicht. Nur soviel können wir sagen, daß der deutsche Angriff den Leutnant mitten im Lesen seiner Briefe überrascht haben muß. So hatte er nicht einmal mehr so viel Zeit gefunden, das, was ihm so lieb und teuer war, noch zu sich zu stecken Arme kleine Suzanne! Als deutsche Soldaten wünschen wir, daß Dein Lieutenant Robert wieder heimkehrt zu Dir! Nach diesem Erlebnis wollen wir schweigen von den vielen Schandtaten, die von anderen französischen Soldaten in deutschen Dörfern, Sanatorien und Heimen verübt worden sind. Es ist überall das gleiche Bild, wie wir es hundertfach antrafen. Als bemerkenswerte Feststellung sei lediglich hinzugefügt, daß selbst in eigenen französischen Dörfern, jenseits der Grenze französische Soldaten in ähnlicher barbarischer Weise gehaust haben. tteberlegenhett der öcutftien Waffen auf der ganzen Linie. Diese allgemeinen Betrachtungen über die Kämpfe an der Westfront seit Beginn des Krieges bis heute können nicht abgeschlossen werden, ohne auch der Leistungen unserer Flieger und der „Flak" zu gedenken. Gemäß der verhältnismäßig geringen Kampftätigkeit blieb auch ihr Einsatz begrenzt. Aber es zeigt sich doch, daß die Vorherrschaft unserer Flieger in der Luft auch im Westen unbestritten ist. Die Tätigkeit der Fernaufklärer ttug schließlich nicht zuletzt zur Uederlegenheit der deutschen Waffen auf der ganzen Linie bei. „Es zittern die morstien Knochen ... * Ein fahler Novembermorgen. Fein riefelt der Regen hernieder. Ein heftiger Windstoß fegt die letzten welken Blätter von den Bäumen. Soldaten marschieren, eine ganze — zwei, drei und mehr Kompanien zur Ablösung nach vorne. Die Offiziere an der Spitze ihrer Einheiten. Gewehrläufe und Stahlhelme blinken ttn Morgenlicht. Wie ferner dumpfer Trommelklang schwingt es im MarschtnÜ der Kolonne. Der Sturm trägt Fetzen ihres Liedes zu mir her: „Es zittern die morschen Knochen der Welt vor dem großen Krieg. Wir haben die Ketten gebrochen, für uns war's ein großer Sieg." Frei sind unsere Brüder im Osten und niedergerungen der übermütige Feind, heimgekehrt ins deutsche Vaterland die Menschen deutschen Blutes und deutscher Art. Endgültig gesprengt die Sklaven- ketten, die wahnwitzige Toren mit dem Schandvertrag von Versailles einem starken und ehr- liebenden Volk aufgezwungen hatten. Bei Frankreich allein liegt die Entscheidung darüber, ob es sich in Frieden und Freundschaft mit uns seines Wohlstandes und des Glückes feiner Bürger erfreuen will. Wie feine Entscheidung auch fallen mag, deutsche Soldaten zittern nicht oor ihr. Sie werden, wenn es fein muß, singend „weiter marschieren hauptfchriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertteter des hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gießen. Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenletter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pst mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. y - Ja • wer die »Astra* raucht, kann wirklich schmunzeln 1 Man schmeckt es gar nicht, wie leicht die „Astrcs* ist - so voll ist ihr Aroma. Kein Wunder, daß immer mehr genießerische und überlegende Raucher zur „Astra" greifen. Da heißt es dannt Versucht • geschmeckt • und treu geblieben I Denn auch die „Astra" selbst bleibt sich in ihren Vorzügen stets gleich. Besonderes Wissen um den Tabak und seine edelsten Provenienzen, dazu besondere Tabak- Mischkunst - beides im Hause Kyriazi schon in der dritten Generation verwurzelt - sorgen dafür. Kaufen Sie noch heute eine Schachtel „Astra" und bedenken Sie: Eine Ggarette, die so viel verlangt wird, kommt auch stets frisch in die Hände des Rauchers. So werden alle Ihre Wunsche von der, Astra* erfüllt Rauchen Sie „Astra"— dann schmunzeln Sie audü 1 -Willy. W4T^ Er zeigt sein Drei gute Gründe zaubern es hervor: • Die „Astra" ist aromatisch! • Die „Astra" ist leicht! • Die „Astra" ist frisch! Donnerstag, O. November My Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesfen) Nr. 265 Zweites Blatt D-- Me S°- entfällt die Pflicht Me Abfälle dem EM. (Nachdruck verboten.) 37. Fortsetzung. tut. (Fortsetzung folgt.) •SSfrtr f-nst -u-gem-cht haben, M weiter, man darf das nicht 1° -usfpinnen, janft wird'- am bei fügung zu stellen. In diesen Fällen wird nach eingehender Prüfung im Einvernehmen mit dem EHW. eine besondere polizeiliche Genehmigung erteilt. Die Hauseigentümer haben die Aufgabe, die vom EHW. genehmigten Sammeleimer zu beschaf- en, die bei den Ortsgruppen der NSV. zu einem angemessenen Preise erhältlich sind. Sie haben weiter für die Aufstellung an geeigneten wettergeschich- ten Stellen und für die regelmäßige und gründliche Reinigung zu sorgen. Die Polizeiverordnung bestimmt weiterhin, daß Personen, die Küchen- und Nahrungsmittelabfälle zu gewerblichen Zwecken sammeln wollen, eine ortspolizeiliche Erlaubnis beantragen müssen. Mit dieser Regelung sind alle Voraussetzungen für eine wirtschaftliche und restlose Erfassung der Küchen- und Nahrungsmittelabfälle zur Schweinemast geschaffen. Es ist damit zu rechnen, daß tue Zahl der schon vorhandenen bzw. vor der Fertigstellung stehenden 1200 EHW.-Mästereien in nächster Zeit weiter steigen wird. Dementsprechend wird sich der Beitrag des EHW. zur Nahrungssicherung des deutschen Volkes stetig erhöhen. Seit Emfuh- rung des EHW. bis zum Kriegsbeginn sind in den EHW.-Mästereien bereits über 24 Millionen Kilogramm Schweinefleisch und -fett aus Kuchenabfällen erzeugt worden. pflegt Eure stittgelegten Kraftfahrzeuge Während der Dauer des Krieges ist der überwiegende Teil der Kraftfahrzeugbesitzer und -Halter gezwungen, sein Fahrzeug stillzulegen. Die Pflege und Wartung dieser Fahrzeuge, die wertvolles Volksvermögen darstellen, müssen ,edem deutschen Kraftfahrer und, soweit dieser zur Front emgeruiH ist, dessen Angehörigen besonders angelegen fein. Heber die Motorstürme des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps wird daher ein Heftchen verteilt, herausgegeben vom Inspekteur für technische Aus- Doktor Severin steigt aus dem Münchener Zug und verläßt die Sperre. Dor dem Arnfelder Pro- Ledes Dors lustschrchbereit! Eine ernste Mahnung an alle Dorfbewohner. VDIN.-Werkgruppe 4a, Werkschar. Die nächste Theaterringvorstellung findet Sonntag, 15. November, statt. Die Karten sind Hedwig Dippel, Bahnhofstraße 12, abzuholen. Oer Opfersonntag mahnt. Roch mehr Schweinefett aus Küchenabsällen. Polizeiverordnung regelt Sammlung. — Bisher 1200 EHW.-Mästereien bildung und Geräte des NDKK., mit dem Ittel „Pflegt Eure stillgelegten Kraftfahrzeuge , Ms — gerade dem technisch weniger geschulten — Volksgenossen wertvolle Ratschläge erteilt, wie auch er sein Fahrzeug vor Verfall bewahren kann. 18 415,65 Reichsmark. Bei der von den Kampfverbänden der Partei durchgeführten 2. Reichsstraßensammlung wurden im Kreise Wetterau insgesamt 18 415,65 RM. gesammelt. Durch den energischen Einsatz der Forma- MWMöerMöe Roman von Walter Klocpfer llWtghl Du Jarl Dnntftr vertag * Berlin w 62 400 Schweine in Gießen zur Mast ausgestellt. jur cf) das Ernährungshilfswerk Gießen werden gegenwärtig rund 400 Schweine gemästet. Erfreulicherweise ist der Anfall an Futter aus Kuchenabfällen der Gießener Haushaltungen nach wie vor sehr groß. Die Schweine befinden sich also in Auswirkung dessen in bestem Futterzustand. Die Eimer, die der Aufbewahrung der Abfälle dienen, sind bei |ber Kreisamtsleitung der NSV. erhältlich. meinden und Gemeindeoerbände erneut auf die ernährungspolitische Bedeutung des Ernährungshilfswerks hingewiesen und betont, daß die Arbeiten zum Ausbau dieses Werkes im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten nach wie vor zu fordern find Der sich daraus ergebenden Forderung nach restloser Erfassung aller Küchenabfälle wird jetzt durch eine Polizeiverordnung über das Sammeln von Küchen- und Nahrungsmittelabfällen Rechnung getragen. Darin werden die Grundsätze festgelegt, nach denen sich die Haushaltsvorstände, die Inhaber von Betrieben, sowie die Hausbesitzer an.der Durchführung der Abfallsammlung zu beteiligen haben. Die Bestimmungen der am 1. November im ganzen Reichsgebiet in Kraft getretenen Polizeiverordnung finden stets nur in den Gemeinden oder Gememde- tetlen Anwendung, in denen das Ernährungshisis- werk bereits die Küchen- und Nahrungsmittelabfalle zur Schweinemast erfaßt. Die Sammlung der Abfälle kann also erst dann beginnen, wenn die erforderlichen Einrichtungen zu ihrer Verwertung geschaffen worden sind. Der Beginn der Sammlung wird jeweils vom EHW. bekanntgegeben. Hat das EHW. zur Sammlung d er Ab falle auf- qerufen, dann sind die Haushaltsvorstände nach der 'Polizeiverordnung verpflichtet, ihre Küchen- und Nahrungsmittelabfälle dem EHW. zur Verfügung zu stellen und sie regelmäßig in die dafür ausgestellten EHW.-Haussammeleimer zu schütten. Für die Hausfrauen, die sich bisher schon bereitwillig dieser kleinen Mühe unterzogen haben, bedeuten die neuen Vorschriften keine Aenderung des bisherigen Zustandes. Sie werden die Küchenabfalle weiterhin sammeln und dafür sorgen, daß nichts in den Mülleimer gelangt, was als Schweinefutter zu verwerten ist. Auch die Inhaber von Betrieben, in denen Nahrungsmittelab^älle entstehen, müssen diese nunmehr für das EHW. sammeln Soweit Tierhalter bisher Kuchenabfalle zur Der- fütterung für die eigenen Tiere gesammelt haben, tionen der Partei gestaltete sich das Ergebnis dieser Sammlung ganz besonders günstig. Es liegt erheblich über dem Ergebnis der gleichen Sammlung des Vorjahres. Die Leistungen der Kan^fverbande, wie auch die Opferbereitschaft unserer Bevölkerung für die edle Sache des Kriegswinterhilfswerkes verdienen dankbare Anerkennung. Nochmalige dringende Warnung an die Bevölkerung. NSG. Es ist notwendig, die Bevölkerung von neuem darauf aufmerksam zu machen, beim Ertönen von Flakfeuer Deckung in Gebäuden aufzusuchen und nicht, wie es häufig geschieht, auf die Straße zu taufen und dem Schießen zuzusehen. Ls besieht nicht nur die Gefahr der Verletzung durch Sprengsiücke, sondern es kann auch vorkommen, daß Geschosse, die in der Luft explodieren sollen, infolge versagens erst beim Aufschlag auf dem Boden zerspringen. ileberleitung in den (Goethe-Bund. Vor einiger Zeit hat der Vorstand der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde in Gießen beschlossen, die Gesellschaft dem Goethe-Bund anzuschlie- ßen Ein Einspruch der Mitglieder der Gesellschaft gegen diesen Beschluß ist nicht erfolgt. Demnach kann, wie der Vorstand der Gesellschaft letzt in einem Rundschreiben an die Mitglieder erklärt, der Anschluß jetzt vollzogen werden und damit eine gedeihliche Zusammenarbeit mit dem Goethebund beginnen. Der Goethebund ist dem Wunsche des Anschlusses entgegengekommen und hat einer Vereinbarung zugestimmt, in ber u. a. fest gelegt ist'daß der Vorsitzende der Gesellschaft für Erd- und Dal- kerkunde in den Beirat des Goethebundes berufen wird, wodurch die Fortführung der Tradition der Gesellschaft auch nach dem Anschluß gewahrt ist. Die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde hat mit ihren Dorträgen während 43 Jahren zum Kulturleben unserer Stadt wesentlich bei getragen. Unfälle verbüken' ich sie mir vorgestellt habe. Du hast nua) man gern — laß mich jetzt ausreden und ich mach dir das auch nicht zum Vorwurf. Es kann keiner für fein Herz, und du hast alles vorher wahrfchem- lich nicht so überlegt. Das ist aber kein Grund, daß wir zusammen in unser Unglück rennen. Ich bab lang geglaubt, es fällt dir das ßiebfem bloß am Anfang so schwer; aber seit drei Tagen weiß ich, daß es zwischen uns nie anders werden wird. Wozu wollen wir uns gegenseitig das Leben verbit- tern? Machen wir Schluß. Ich geb dir dein Wort -nrück und du mir meins, dann sind wir qmtt. uno mir können in aller Kameradschaft auseinander^ gehen oder uns nimmer angucken; wie du willst. Er hat drei volle Tage hin und her sinmert und das ist das Ergebnis. Er vermutet, daß ein anderer Mann hinter Nikolines Frostigkeit steckt, und er rat zuweilen sogar auf Severin. Aber er ist sich seiner Sache nicht sicher, und es konnte ia auch so fern, daß sein Wohlstand das Mädchen verlockt hat und Friedrich pafft an seiner Zigarre, die keine Luft hat; dann schaut er Nikotine an und erwidert. .Zch werde dich nimmer oft stören. Deswegen bin ich ja heute da. Also, das mit uns zweien .faxen- dch nochmal, so geht das nicht! Meinst du ich merk nich, wie du mir immer au sw eichst und niemals warm wirst? Wenn das jetzt schon so ist, wie soll es denn später werden? Das gibt keine Ehe, nne — ’ vorgestellt habe. Du hast mich nicht ^Ein Hast hoppelt über den Weg und macht Männchen. Ein Specht hämmert zuoberst in den Drei Brüdern". Bulli liegt schläfrig am Boden und streckt alle viere von sich. Nikotine sieht Friedrich eine Weile nach, dann läuft auch sie weg und hält erst in der Honoldwiese an atemlos, betäubt und zum Zerspringen mit Gluck gefüllt. Glockenblumen sind da, Margariten, Lichtnelken und das scharfe Gelb des Arnikas. Auch em bißchen Wind ist da, der gegen die stechende Sonne ankampst. 1 Nikoline läßt sich ins Gras gleiten verschlingt die Hände über den Knien und muß Ordnung schäft fen in ihrem wirbelnden Kopf. Nun kann alles noch gut werden, überlegt sie, nimmt einen Grashalm livischen die Zähne, schaut in das Blau über sich und füllt die blaue Wölbung des Himmels mit ihren Träumen. Bulli trabt mit Blmzelauqen und erdiger Nase heran; denn er ist emem Hasen nach und hat ein Mausloch durchforscht. Genüsse, von denen die Menschen keine Ahnung haben. Nikoline bläst ein Haarbuschelchen aus der Stirn und ist schrecklich erleichtert. Friedrich ist doch em feiner Kerl, sieh mal an, wie der alles gespannt W- Eigentlich tut er ihr leid; der arme Kerl muß letzt wieder einschichtig herumlaufen, wahrend sie ... wieder nichts. Severin hat gestern eine Karte geschrieben, daß er morgen kommt. In München ge- falle es ihm nicht mehr, und er gehe wieder nach Eschelbrunn, nachdem sich dort die Verhältnisse er- fteulich geändert hätten. Er wird natürlich Die Moorgeschichte meinen, die ohne Zweifel der Praxis einen starken Auftrieb geben wird. Das klappt ja herrlich „Komm mal her, Bulli. Bist mein guter Hund. Nein, du bekommst keine Schelte. Wir wollen uns jetzt ein bißchen verrückt benehmen, ja? Und sie packt den gelben Boxer bei den dicken Vorderpfoten und probiert mitten auf der Honoldwiese einen tollen Dreher. , . Vitus Friedrich bearbeitet unterdessen em Fichtenstämmchen mit der Axt und schwitzt über Gebühr, weil er diese Sorte von Arbeit nicht gewohnt ist. Auch die erhoffte seelische Erleichterung bleibt aus. Dann schlendert er grämlich heim und schildert die Abschiedsszene seiner Mutter. „Du bist ein Esel, Vitus", zankt Frau Friedrich, , jetzt hast du die Bescherung." Und em Wort gibt das andere, und der schönste Krach ist ferhg. Friedrich schmettert wütend die Wohnzimmertur zu und beschließt eine längst geplante Geschäftsreise anzutreten. Mitten in sein Kofferpacken platzt Bürgermeister Heller. ., , . „Vitus biet mir einen Schnaps an; ich bring Geld." „Du ßügenbeutel! Wahrscheinlich ist es ein Steuerbefehl." ,Falsch. Der Stadtrat hat in der letzten Sitzung beschlossen, deine dreitausend Mark Spitalzinsen zu übernehmen; da ist der Scheck, gib mir eine Qmt- ^Friedrich schenkt dem Bürgermeister ein Gläschen Wacholder ein, dann schreibt er seinen Namen hin. Jetzt zahlen die dem Doktor seine Schulden, denkt er dabei, die müssens ja dick haben. Na, mir kanns recht sein. In die Freude über das unerwartete Geld mischt sich die Beschämung. Als Heller gegangen ist, packt er umständlich weiter. Der Kofferdeckel will nicht zugehen, und er kniet sich ächzend darauf. Heute läuft schon alles verquert. Nivea für fleißige Hände Hausarbeit hinterläßt leicht häßliche Spureru ober Nivea machfs wieder gut. Schnell sind die Hände wieder glatt und geschmeidig undl von frischem, gepflegtem Dosen und Tuben: 22-90 PL vinzbahnhof steht der getreue ßucki, und em eleganter junger Herr hat den Fuß auf dem Trittbrett- Der Kontrast ist nicht zu übersehen. „Kollege Wenz?" „Ganz richtig. Wenn Sie hier nichts halt, rönnen wir loskutschieren. Wollen Sie ans Steuer?" „3a, bitte." t Severin läßt sich genußvoll hinter dem abgegnffe- nenßenfrab nieder und umschließt es fest mit beiden Händen. Es ist eine symbolische Geste der Besitzergreifung. . . . „Darf ich mir die Frage gestatten, wie es in der Stadt- war?" fragt Dr. Wenz und legt seine langen Beine zurecht. „Doch, es war eine nette Abwechslung", erwidert Severin. Nicht um alles in der Welt wurde er die Wahrheit eingestehen. „Kann ich mir denken, Stadt bleibt Stadt. Da kann einer sagen, was er will. Ich bin ftoh, daß Sie kommen, Herr Kollege. Es war 'ne Menge los in Ihrer Abwesenheit." „Flaut ab Sie werden staunen, jnie voll ich Ihnen das Krankenhaus gelegt habe." , „Es tut mir leid, daß Sie so viel Aroett hatten. Oh, sagen Sie das nicht. Dolle Journale sind eine schöne Sache", lächelte Wenz, „Anfangs habe ich mir ein bißchen schwer getan an diesen ländlichen Verhältnissen, aber jetzt bin ich ziemlich in schütz. Und ich hab' ne Masse zugelemt. Sehen Sie, wenn einer aus der Stadt stammt und egal m den Kliniken herumsitzt, kriegt er nie so richtig Fühlung mit den einzelnen Patienten und ihren Privatsorgen. Und das ist auch wichtig. Ich verstehe fetzt un- stre großen Aerzte, die immer den ganzen Men- scheu behandelt wissen wollen und nicht bloß em paar Symptome, und vor den Landdoktersch habe ich einen gemaltigen Respekt gekriegt. Wer nie aufs ßanb kommt, hat ganz falsche Vorstellungen davon. Don wegen Murkserei und Steinzeftmstru. menten. War ein kleiner Irrtum. Ich leiste Abbitte. Severin, ein neuer Mensch mit Vorsätzen und Betätigungsdrang, hört diese Auslassungen mit Vergnügen, denn sie sind eine Art Ehrenrettung fernes Berufszweiges, der — häufig verkannt und genna geachtet — dhne viel Getöse feine schwere Pflicht Aus einer von vielen Unfallanzeigen, die bei einer Berufsgenossenschaft einaingen: „A. saß auf einer Kiste, die auf der Ladefläche eines fahrenden ßastwagens stand. In der Kurve einer belebten Verkebrsstraße wurde er vom Wagen herunter auf das Straßenpflaster geschleudert, wobei er* sich schwere Kopf- und Schulterverletzungen zuzog. Der kurz und klar geschilderte Un^aÜbergang ergibt einwandfrei einen schweren Verstoß gegen die Unfallverhütungsvorschriften, nach deren Wortlaut der Austnthalt auf unsicheren Plätzen während der Fghrt ausdrücklich verboten ist. An einem einzigen Vormittag wurden von einer Berufsgenossenschaft allein 35 Verstöße gegen diese Vorschrift vor einem großen Güterbahnhof im Lichtbild festgehalten. Alle diese Fälle von fahrlässigem Verhalten des Fuhr- und Begleitpersonals der Last- und Rollwagen tragen zu den hohen Unfallziftem der Fuhr- betriebe bei. Darum ergeht an alle Gefolgschaftsmitglieder der Fahrzeugbetriebe die Aufforderung^ die Unfallverhütunasvorschriften (Verbot des Stehens, Auf- und Abspringen während der Fahrt usw.) zu beachten. Die Unternehmer haben die Versicherten zur Benutzung der Schutzvorrichtungen und Beachtung aller Anweisungen anzuhalten. Unfälle, die allein durch fghrlässiges Verhalten verursacht werden, sind in unserer Zeit der höchsten Anspannung aller Kräfte untraabar. Sie bedeuten eine Schwächung der Wehrkraft, lassen sich verhüten un-d müssen vermieden werden. Gießener Dockzenmarktprelse. * Gießen, 9. Nov. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, ¥1 kg 1,60 RM., Matte 25 bis 50 Rpf., Käse, das Stück 5 bis 10, Wirsing. kg 6 bis 7 Rpf., 50 kg 6 RM., Bauer, sei wachsam, sei luftschutzbereit, werde luftschutzfest! Auch dein Dorf, Hof, Stall, Scheune, Vieh und deine Ernteoorräte sind luftgefährdet! Noch hat der Gegner deutsche Heimat, Stadt und Dorf nicht angeflogen, noch bist du von Fliegerangriffen und Bombenabwürfen verschont geblieben. Wie lange noch, ist ungewiß, aber die Stunde kann kommen, in der auch du in eisernem Abwehrwillen luftschutzfest stehen mußt. Nicht viel gehört dazu, (ein Geld und Arbeitsaufwand, nur ein bißchen Wissen und Wollen, Lust- angriffen standzuhalten und diese abzuwehren. Du sicherst die Nahrungsfreiheit deines Volkes, gehst mit Bedacht an die Bestellung deiner Aecker und Felder, läßt den Pflug gehen, senkst dein Saatgut in die gare Erde, versäumst keine Kulturmaßnahme, bis schließlich die Ernte reif und eingebracht ist. t ., Nun schütze das Werk — deiner Hande Fleiß eines langen Jahres — vor Zugriffen der feindlichen Flieger, die bei ihrer Beweglichkeit und brutalen Wucht auch dir Schläge versetzen können. Entziehe bei Nacht das Dorf der Sicht der Flieger, hatte Derdunkelungsdiszrplin! Ein einziges Aus der Stadt Gießen. Der Vorzug. Mitglied einer so großen, so starken und so ausgezeichneten Nation zu fein, das ist ein Vorzug, für den wir alle Gott dankbar , fern sollen, so lange wir leben! Bismarck zu Ploener Gymnasiasten 1893. Wer eines Vorzuges teilhaftig sein will, muß sich dessen würdig erweisen. Gerade die Gegenwart beweist die Tatsache, daß es ein Vorzug ist, dem deutschen Volke anzugehören; denn es offenbart sich wieder als „eine große, starke und ausgezeichnete Nation". Wenn in jenem Sinne Bismarck zu jungen Deutschen sprach, dann geschah es aus dem Bestreben, das Derantwortlichkeitsgefühl in den Herzen zu steigern. Auch wir führen nur das Wort um des gleichen Zieles an. Wenn Bismarck von der Dankbarkeit gegen Gott sprach, so wollte er sagen, daß es unsere Bestimmung ist, in dieses Volk hineingeboren worden zu sein, und ferner, daß der Dank nichts mit dem leeren Worte, aber alles mit der Tat zu tun hat. Die Frage, die wir uns täglich vorlegen müssen, muß lauten: Führe ich ein Leben, das des Vorzuges wirklich würdig ist, dem deutschen Volke an- zug^hören? Trage ich mein Teil zu der Gesamtwürde bei? Und gliche mein Beitrag nur einem Scherflein, das eine Hand aus einem stillen kleinen Winkel darreicht! Jedes zuversichtliche Wort, das ich spreche, jeder feste Blick meiner Augen, jede zielsichere Gebärde, alles, was ich in meinem Kreise und auf meinem Platze schaffe, jede kleinste Hilfe, die ich einem anderen an gedeih en lasse: Dies alles ist mein Beitrag zur Würde meines Volkes. So verantwortungsvoll denkt jeder wahre Deutsche. Aus solchem Denken blüht die unverwüstliche deutsche Kameradschaft, deren Sinn in dieser Zeit es ist, der Welt ein Beispiel zu geben von dem, was deutsch ist! „Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, der täglich sie erobern muß". In solchem Sinne sind wir Tag für Tag zunächst Eroberer unserer Selbst, unseres Tiefsten und Besten durch alles Schwere, vielleicht ein persönliches Leid hindurch. So treten wir aus uns heraus und hinein in die Forderung unseres Tages, um das Unfrige zu tun, würdig, tapfer und treu. R. B. Dornotizen. Tageskalender für Donnerstag. es nun bereut. t . __. Nikoline steht mit hängenden Armen da und ist ein bißchen schwach in den Kmen, em nervöses Zucken jäuft über ihr rechtes Augenlid und die festen weißen Zähne bearbeiten die Unterlippe. Sie sieht abgehetzt und unschlüssig aus und erweckt Mitleid in Friedrich. Der Gedanke, was nun aus der Zinsengeschichte wird, läßt keine Freude m ihr helles Licht kann dem ganzen Dorf zum Verhängnis werden. Es ist doch |o einfach, die wenigen schwachen Lichtquellen in Stube, Stall, Scheune und Futterküche bei Arbeiten in der Dunkelheit ab» zublenden. Räume auf in Hof, Scheune und Stall, schaffe dir freien Zugang zu jeder Stelle, an der ein Brand durch Brandbombenabwurf aufkommen kann. Halte Löschwasser bereit, lege ab die törichte Angst und Scheu vor dem Feuer und setze an ihre Stelle Vertrauen und Zutrauen in deine eigene Löschkraft. Entstehungsbrände — alsbald fest gestellt — kannst auch du allein Niederkämpfen. Hast du keine Handfeuerspritze, gelingt es dir im Eimerangriff. Merke: ein einziger Eimer Wasser zur rechten Zeit ist weitaus wirksamer als die großen Wassermengen, wenn sie verspätet vergeudet und verspritzt werden. Sei daher wachsam, um einfallende Brandbomben schnell festzustellen und Brände im Keim ersticken zu können. Fürs erste genug! Das nächste Mal werden wir uns weiter über Brandbekämpfung, Schutz deines Viehes und Sicherung vor Kampfstoffen ober — wie man meist sagt — Giftgasen unterhalten. Gloria-Palast (Settersweg): „Eine Frau wie Du." — Lichtspiechaus (Bahnhofstraße): „An HM- gen Wassern." BOM.-Uniergau 446 Gießen. An die Spielschargruppe 5/116 Gießen. Der nächste Dienst der Spielschargruppe 5/116 Gießen (Orchester und Singschar) findet am Sonntag, 12. November, um 9.30 Uhr im Horsaal der Universität statt. Was du mir auf der Heimfahrt vom Notar gesagt hast, habe ich mir durch den Kopf gehen lassen. Du hast in allem recht behalten. Sie bauen letzt die Wasserleitung, und der Moor kommt daran, und mit Eschelbrunn geht es aufwärts. Du bist eine gute Prophetin. Vielleicht hast du auch nut dem Doktor recht. Vielleicht bin ich besser dran, wenn ich ihm diese Schnaufpause lasse." „ Ich danke dir, Vitus. Du bist so anftanbtg , haucht sie erlöst. Also doch noch ein Wunder. Man muß dem lieben Gott nur Zeit lasset Anständig? Ich? Keine Spur. Ich konnte dir vormachen, es ist Edelmut. Aber glaub mir, es ist blanke Berechnung. Ein Hopfenhandler muß kalkulieren und sich zur rechten Zeit umitellen tonnen , sagt er voll Spott. Dabei wartet er auf em Wort von ihr, das alles gutmachen soll. Aber dieses Wort stellt sich nicht ein. Da schultert er seine Axt und streckt ihr die Hand hin. . , „ Laß dir's gut gehen, Nikotine. Vergessen wir s. Er schreitet rasch davon, und die Büsche ver- NSG. Unsere Soldaten schützen unser Vaterland seit Wochen vor unseren Feinden. Ihr restloser Einsatz muß uns in dieser Zeit Vorbild sein. Er mahnt uns, auch in der Heimat unsere Pflicht gegenüber Führer und Volk zu erfüllen und uns ihrer Talen würdig zu zeigen. Der kommende Sonntag ruft uns erneut zum Opfern auf. An diesem Tage wird die Bevölkerung im Gau Hessen-Nassau wieder durch ihr Op.er beweisen, daß sie sich ihrer Pflicht bewußt und bered ist, nicht nur eine Spende zu geben, sondern sich selbst auch Einschränkungen aufzuerlegen. Der Opfersonntag ist ein Bekenntnis zur Gemeinschaft! Wer dieses Bekenntnis nicht freudig und aus innerem Drange ablegt, der hat noch keine Bindung zur Gemeinschaft. In der Größe des Opfers wird man am Sonntag die Stärke des Gemeinsinnes erkennen. Empfehlungen K^ßl^HARDT - A nC^M. - v M U die Gesellenprüfung bestanden haben. Die auf diese Weise fortgeführten Betriebe bleiben selbstverständ Weißkraut, % kg 5 Rpf., 50 kg 4 RM., Rotkraut, % kg 8 Rpf., 50 kg 7 RM., gelbe Rüben, % kg 8 bis 9, rote Rüben 8 bis IQ, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 42, Feld- Durch diese ausgleichende Regelung wird in vielen Fällen den eingezogenen selbständigen Handwerkern eine Sorge wegen der Fortführung ihres Betriebes abgenommen. Darüber hinaus liegt es aber auch im allgemeinen Interesse, daß die leistungsfähigen Handwerksbetriebe 'm vollen Um- fange einsatzfähig bleiben. Das deutsche Handwerk Bestimmung finden wir in der Dritten Verordnung über den vorläufigen Aufbau des deutschen Hand- kcMschen Darbietungen der Sing» und Spielgruppen sind vor allem die in großer Anzahl zur Verfügung stehenden NSRL.-Schmalfilme heranzuziehen. bat in seiner Gesamtheit gerade unter den heuttgen Ktiegsverhältnissen außerordentlich bedeutsame Aufgaben zu erfüllen. werks vom 18. Januar 1935, in der werter ausgeführt wurde, daß di« nach dem 1. Januar 1900 geborenen Handwerker, die ab 1. Januar 1932 in die Handwerksrolle eingetragen sind, ohne die Meisterprüfung abgelegt zu haben, die Prüfung bis zum 31. Dezember 1939 nachholen mußten. Handwerker, die diese Forderung nicht erfüllt hatten, mußten mit dem 1. Januar 1940 aus der Handwerksrolle gestrichen werden. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, daß zahlreiche junge Handwerker, die bereits selbständig waren, in den letzten Jahren die Meisterprüfung abgelegt haben. Aber es bleibt immer noch ein« Anzahl übrig, für die jetzt nach Ausbruch des Krieges neue Bestimmungen erlassen worden sind. Durch diese „Verordnung über Maßnahmen auf dem Gebiet des Handwerksrechts" vom 17. Oktober 1939 bleiben solche Handwerker auch weiterhin in die Handwerksrolle eingetragen, und zwar bis zu dem Zeitpunkt, da die allgemeinen Voraussetzungen für eine Endregelung gegeben sind. Im übrigen sind die Befugnisse der Handwerkskammer zur Der- Mein-Mainische Börse. Weiler kleines Anlagegeschäfl. Frankfurt a. M., 8. Nov. Bei weiterhin ruhigem Geschäft setzte sich an der Börse seitens der Kundschaft kleine Anlagetättgkeit fort, so daß die Haltung an den Aktienmärkten überwiegend fest blieb. Zwar war di« Kursentwicklung etwas uneinheitlich, es stellten sich aber zumeist Erhöhungen von 0,50 bis 1 v. H. ein. Eine Sonder- bewegung hatten Vereinigte Deutsche Metall nach eintägiger Pause mit 150 (144). Fest lagen erneut Zellstoffaktten, Waldhof 112 (112,25), Aschaffenburger etwa 98 (95,50). Auch Autowerte etwas stärker erhöht, so Adlerwerke auf 87,75 (86,25) und BMW. auf 140,75 (139,25), aber Daimler 0,50 v. H. leichter mit 115,50. Elektrooktien zogen meist 0,25 bis 0,75 o. H. an, von Nebenwerten Lechwerke Augsburg 106 (104). IG. Farben gewannen 0,65 v. H. auf 159,40, Scheideanstalt 0,50 v. H. auf 208,50. Auch am Rentenmarkt erhielt sich die Nachfrage, was aber kursmäßig wenig zum Ausdruck kam. Reichsbahn-Vorzugsaktien jedoch 0,40 v. H. höher mit 124,65. Zeitweise etwas lebhafter waren bei leicht erhöhten Kursen Steuergutscheine I. Liqui-Pfandbriefe bröckelten z. T. leicht ab, ferner von Industrie - Obligationen 4,50 v. H. Doigt & Haeffner auf 95 (95,50). Die übrigen Rentenwerte lagen nahezu unverändert, Reichsaltbesitz 0,25 o. H. leichter mit 135,13. Frankfurter SchlnchtviesimarN Frankfurt a. M., 9. Nov. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 891 Rinder (84 Ochsen, 125 Bullen, 451 Kühe, 238 Färsen), 241 Kälber, 60 Härnmel, 40 Schafe, 872 Schweine. Es kosteten: Ochsen 35 bis 46,50 RM., Bullen 34 bis 44,50, Kühe 20 bis 44,50, Färsen 28 bis 45,50, Kälber 30 bis 65, Hümmel 35 bis 50, Schafe 20 bis 42, Schweine 50 bis 56 RM. — Marktverlauf: Alles zugeteilt. salat, */io 10 bis 15, Zwiebeln 8 bis 10, Meer- Für das deuffche Handwerk sollte das End« des rettich 30 bis 60, Kürbis 6 bis 8, Kartoffeln, Jahres 1939 insofern von einschneidender Bedeu- kg 4 Rpf., 5 kg 40 Rpf., 50 kg 3,15 bis tung werden, als geplant war, daß bis zu diesem 3,45 RM., Aepfel, % kg 15 bis 25 Rpf., Birnen ■ Zeitpunkt alle Handwerker bis zum 40. Lebensjahr 15 bis 20, ausländische Kühlhauseier, das Stuck Meisterprüfung abgelegt haben sollten. Dies« 11)4, Blumenkohl 10 bis 60. Salat 8 bis 12, - - ■ • ■ • - - - Endivien 8 bis 10, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch nach Tisch. 15: Mozart-Konzert. 17: Nachrichten. 17.10: Konzert. 18: Klingende Liebesgabe. Eine fröhliche Stunde des Reichssenders Frankfurt für die Kameraden am Westwall. 19.10: Konzert. Dazwischen: 19.10: Berichte. 19.45: Politische Zeitungsschau. 20: Nachrichten. 20.15: Übertragung vom Deutschlandsiender. Dazwischen: 22 bis 22.15: Nachrichten. Förderung des Semeinschastslebens im 7ISBL. Der Reichssportführer gibt bekannt: Der uns aufgezwungene Kampf um unser Lebensrecht hat im ganzen Volk das Bedürfnis wachgerufen, näher zusammenzurücken. Auch in den Gemeinschaften des NS.-Reichsbundes für Leibesübungen ist das Bestreben, in verstärktem Maße das kameradschaftliche Leben zu pflegen, unbestreitbar vorhanden. Ich wünsche daher, daß die verantwortlichen Kameraden der Vereine, vor allem auch die Füh- rer der neuen Orts^sportgemeinschaften, der Gestaltung eines anregenden und gehaltvollen Gemeinschaftslebens ganz besondere Aufmerksamkett widmen, umso mehr, als hierdurch auch eine bedeutungsvolle Möglichkeit gegeben ist, zur Festigung der inneren Widerstandskraft des deutschen Volkes beizutragen. Ich erwarte insbesondere von den Dietwarten aller NSRL.-Gemeinschaften, daß sie tn der sorgsamen Pflege des kameradschaftliche Vereinslebens ihre derzeitig wichtigste Aufgabe erkennen. Wo immer bi« bestehenden Verhältnisse keine unüberwindlichen Schwierigkeiten bereiten, sollen sich die Angehörigen der NSRL.-Gemeinschaften nach Möglichkeit wenigstens einmal monatlich zu einer kameradschaftlichen Veranstaltung zukammen- finden. Jede solche Veranstaltung wird unter einen Leitgedanken gestellt, der der engen Verbindung unserer Arbeit auf dem Gebiet der Leibeserziehung mtt den Forderungen, die der Leben sbampf unseres Volkes an alle stellt, deutlichen Ausdruck gibt. Die Abende dürfen jedoch nicht rein« Vortragsabende bleiben, sondern sie sind möglichst lebendig und abwechslungsreich zu gestalten. Neben dem gemeinsamen Lied und — wo möglich — den musi- bracht hat, eine Milderung bei einigen Vorschriften eintreten. So ist in der angezogenen Verordnung zugelassen worden, daß der Betrieb eines verheirateten selbständigen Handwerksmeisters von seiner Ehefrau fortgeführt werden kann, wenn dieser zur Wehrmacht oder zu andersartiger Dienstleistung eingezogen ist. In den meisten Fällen ist es natür- lich so, daß die Eheftau weder die Meisterprüfung abgelegt hat, noch sonst die Befugnis zum An- 5 bis 10, Rettich 5 bis 15, Sellerie 10 bis 35, Spinat, % kg 15 Rpf. ** Eine Siebzigjährige. Am morgigen Freitag, 10. November, kann Frau Marie Wagner, Wwe., Wetzsteingasse 20, ihren 70. Geburts» tag fei«rn. Der Jubilarin unseren herzlichen Glückwunsch. ** Alt« Schallplatten verwerten! In zahlreichen Haushaltungen gibt es noch alte Schallplatten, di« nicht mehr benutzt und von den Eigentümern mir als unnützer Ballast betrachtet werden. Dieses Altmaterial sollte der Wiederverwendung in unserer Erzeugung nicht vorenthalten werden, da auf diese Weise ein bestimmter Teil ausländi- schen Rohmaterials, das uns nur Devisen kostet, entbehrlich gemacht werden kann und die sonst erforderlichen Devisen für volkswirtschaftlich mutigere Dinge eingesetzt werden können. Aus der engeren Heimat. Erhöhter Oämpfkolonneneinsatz im (Sou Hessen-Tlaffau. NSG. In dem großen Kartoffelanbaugebiet Hessen-Nassau haben Dämpfkolonnen schon früh eine bedeutende Rolle gespielt, aber das laufende Jahr hat mit einer Erhöhung des Bestandes um 60 Kolonnen auf insgesamt 250 den namhaftesten Zuwachs gebracht. Ueber 60 v. H. dieser Gesamtzahl sind den genossenschaftlichen Dämpfkolonnen zuzurechnen. Ihre Leistungen erreichen durchschnittlich in den Monaten von Herbst bis Frühjahr je 5000 Doppelzentner, wobei einzelne Kolonnen bis 13 000 Doppelzentner für die Einsäuerung bereiten. Eine Häufung der Standort« weisen die nördliche W e 11 e r a u, die Kreise Alsfeld, Biedenkopf und Bingen, wie der südliche Kreis Groß- Gerau und der nördliche Kreis Odenwald auf. Wegen Llebertretung der Lustschuhbest mm'inoen bestraff. Lpd. Marburg, 8. Nov. Mit einer interessanten Verhandlung wegen Übertretung der Luftschutzbestimmungen seitens eines Gasthofbesitzers beschäftigte sich das hiesige Amtsgericht. Eines Nachts bemerkte ein« Polizeistreife, daß in einem Fremdenzimmer eines Gasthofs nicht genügend abgeblendet war. Gegen den deshalb dem Gasthofbesitzer zugesandten polizeilichen Strafbefehl, der auf 5 RM. lautete, wurde gerichtlicher Entscheid beantragt. In der Verhandlung machte der Verteidiger des Gasthofbefitzers geltend, daß der Beklagte in keiner Weise sich strafbar gemacht hätte, denn alle Bedingungen seien durch Beseitigung der Lichtbirnen bis auf ein auf dem Nachttisch befindliches Notlicht erfüllt gewesen. Wenn dann ein Gast eigenmächtig anders handle, könne doch der Vermieter nicht haftbar sein. Er beantragte Freisprechung wegen erwiesener Unschuld. Der als Zeuge vernommene Zimmergast bekundete, daß er erst spät ein- getroffen sei und nun in dem dunklen Zimmer nach Irgend einer Lichtquelle gesucht habe, da er noch einen eiligen Brief hätte schreiben müssen. Die Birne in dem Nachtlicht habe er dann abgeschraubt und benutzt. Er fügte hinzu, daß man ihm am folgenden Tage ein anderes zur Verdunkelung geeigneteres Zimmer angewiesen habe. Das Gericht kam nach eingehender Darlegung der Sachlage zu dem Entscheid, daß der Beklagte sich strafbar gemacht habe, denn die Derdunklungsmaßnahmen müßten auf alle Fälle so beschaffen fein, daß man das Zimmer be- leuchten könne, ohne daß von der Straße aus ein Lichtstrahl zu sehen sei. Das Urteil lautete auf 10 RM. Geldstrafe. Landkreis (Biehen wg. Großen-Buseck, 9. Nov. Am morgigen Freitag, 10. November, feiern Balthasar Dort und Frau Susanne, geb. Schäfer, Zeilstraße 69, das Fest der goldenen Hochzeit. Der Jubilar, der als Zimmermeister weit über die Grenzen des Busecker Tals hinaus bekannt ist und größte Wertschätzung genießt, steht im 78. Lebensjahr, di« Jubilarin im 76. Lebensjahr. Beide erfreuen sich bester körperlicher und geifttger Rüstigkeit. An den Ereignissen unserer Zeit nehmen sie regelt Anteil Dem Jubelpaar gelten auch unsere herzlichen Glück- wünsche. * Birklar, 9. Nov. Am heutigen Donnerstag, 9. November, kann der Schuhmacher Ludwig W e i • s e l von hier in bester Gesundheit seinen 8 5. Geburtstag begehen. Dem Jubilar, einem lang- jährigen treuen Bezieher des Gießener Anzeigers, übermitteln auch wir unsere herzlichen Glückwünsche. * Holzheim, 9. Nov. Unser Mitbürger Hartmann Jäger und Frau Klara, geb. Sames, können am heutigen Donnerstag, 9. November, in guter Gesundheit das Fest ter Diamantenen Hochzeit feiern. Der Jubilar steht rm 84. Lebensjahr, feine Lebensgefährtin ist 83 Jahr« alt. Mr beglückwünschen herzlich zum Ehejubiläum. Hundsunkvrogramm Freitag, 10. November: 6 Uhr: Landvolk, merk' auf! 6.05: Morgengymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7 bis 7.15: Nachrichten. 8.05: Gymnastik. 9.30: Schulfunk. 10: Mutter turnt und spielt mit dem Kind. 10.15: Frohe Weisen. 11: Kammermusik. 12: Stadt und Land — Hand in Hand. 12.10: Mittagskonzert. 12.30 bis 12.40: Nachrichten. 14: Nachrichten. 14.15: Das Stündchen | Reue Maßnahmen in -er Han-werksgefetzgebung. I einfachung des Verfahrens erweitert worden. So' lernen von Lehrlingen besitzt. Aber auch in all j können gewisse Ausnahmen von den Zulassungs- diesen Fällen kann bi« Eheftau bis auf weiteres Vorschriften zur Meisterprüfung und zur Anleitung den Betrieb ungehindert fortführen. । oon Lehrlingen, die bisher von der höheren Der-1 Noch schwieriger liegen die Dinge, wenn ein ein- waltungsbehörde zu bewilligen waren, jetzt von der berufener selbständiger Handwerker unverheiratet, ! Handwerkskammer entschieden werden. Das gilt verwitwet ober geschieden ist. In diesen Fällen insbesondere für die Zulassung von Facharbeitern : kann fein Gewerbebetrieb von einem Stellvertreter | aus der Industrie, die mindestens 5 Jahre als fortgeführt werden, der die Gesellenprüfung in dem solche tätig gewesen sind. Außerdem sind den Hand- einschlägigen Handwerksberuf bestanden hat. Die werkskammern zum Zwecke der Vereinfachung der gleiche Regelung gilt, wenn der Betriebsleiter einer Beschlußfassung verschiedene Aufgaben übertragen,1 „juristischen Person", die ein Handwerk betreibt, die bisher den Innungsoersammlungen oblagen. । ober der Leiter eines handwerklichen Nebenbetriebes I Im übrigen gestattet die neue Handwerksgesetz- ‘ eingezogen ist. Solche Stellvertreter sind unverzüg- gebung nicht, daß jemand ohne besondere Zulassung lich der Handwerkskammer zu melden, wobei der zu der Meisterprüfung einen bestimmten Hand- Nachweis zu erbringen tft, daß die Stellvertreter werksberuf selbständig ausübt. Man geht wohl nicht, die Gesellenprüfung bestanden haben. Die auf diese fehl in der Annahme, daß dieser Grundgedanke: Weise fortgeführten Betriebe bleiben selbstverständ- auch für die Zukunft beibehatten wird, anberfeUs lich in der Handwerksrolle eingetragen. muß aber im gegenwärtigen Augenblick infolge ber' besonderen Verhältnisse, die der Krieg mit sich ge- FÜr ganze oder halbeTage werden dringend Frauen «mb LNadGen zum Reinigen von Büroräumen auf einige Zeit benötigt. Bezahlung: Tarif. «7«d Sofortige Anmeldung beim Arbeitsamt Gießen / Zimmer Nr. 32. Lichtspielhaus ...... GIESSEN — Gewaltig wie die Alpenwelt, in der die Handlung spielt, ist die dramatische Stel gerung dieses Films und die Liebe der Menschen, um die es geht! Ferner.- 6739 a Beiprogramm und OlaWotaGbaii. Ab heute Donnerstag bis einschl. Sonntag, 12. November 11. 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