Nr. 211 Erstes Blatt Samstag, 9./5onntag, 10. September 1959 189. Jahrgang Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüfie unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zranlfurt am Main 11688 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfilatsdruckerei R. Lange in Sieben. Schristlettung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8»/,Uhrdes Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/a mehr. 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Bei Sandomierz gelang es, auf dem O st u f 5 r der Weichsel Fuß zu fassen. 3n der Verfolgung in Richtung auf Lublin wurden westlich der Weichsel Z w o l e n und Radom genommen, weiter nördlich bei G o r a - K a l w a r i a bis an die Weichsel durchgestoßen. Lodz wird heute von rückwärts gestaffelten Verbänden beseht werden, während die Waste der dort kämpfenden Truppen an der Stadt beiderseits vorbei st ohend südlich der Bzura dem wankenden Feind folgt Die Provinz Posen wird ohne feindlichen Widerstand fortschreitend beseht. Nordostwärts Warschau ist der Feind hinter den Bug bei Wyszkow und ostwärts geworfen. Die Luftwaffe hat während des ganzen Tages vor allem die Rückzugswege des Gegners westlich und ostwärts der Weichsel angegriffen. Von einigen Jagdflugzeugen über den Weichselbrücken zwischen Sandomierz und Warschau abgesehen, trat die polnische Fliegertruppe nur noch wenig in Erscheinung. Im ID e ft e n wurden zwei französische Flugzeuge über deutschem Gebiet ab- geschossen. Feindlicher Luftangriff abgeschlagen. Englisches Kampfflugzeug abgeschosseu. Berlin, 9. Sept (DNB. Funkspruch.) heute nacht wurde in Nordwestdeutschland der Angriff feindlicher Flugzeuge aus nordwestlicher Richtung gemeldet. Im Küstengebiet geriet der Gegner in das Abwehrfeuer unserer Flakartil- l e r i e. Die feindlichen Flieger wichen in südwestlicher Richtung aus und traten den Rückflug über Holland an. Bombenabwürfe haben nicht stattgefunden. An der holländischen Grenze wurden zur Abwehr der feindlichen Flugzeuge deutsche Nachtjäger eingesetzt. Ein englisches Kampfflugzeug stürzte an der Straße Schönstedt Ueberstedt ab. Die fünfköpfige Besatzung sprang mit Fallschirm ab und wurde gefangengenommen. Versprengte pohv’fdie Division. 3n den Waldgebieten südostwärts der PMca wurden versprengte Teile einer polnischen Division gefangen genommen. Dabei befanden sich drei vollständige Batterien mit Bespannung. Die Zahl der aus Polen nach Litauen übertretenden polnischen S o l d a l e n, die sch on in den letzten Tagen sehr erheblich war, wird jetzt, offenbar in Auswirkung der polnischen Niederlage, von Stunde zu Stunde größer. Oer Oberbefehlshaber des Heeres an der Nordfront. V e r l i n, 9. Sept. (DNB.) Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, begab sich am 8. September zu den Truppen an der Nordfront, die nach den harten Gefechten gegen die Bunkerlinie bei Wlawa und den Straßenkämpfen in Pultufk den Narew überschritten hatten. Der Generaloberst ließ sich an der vorderen Linie über den Verlauf der Kämpfe Bericht erstatten und sprach in Pultufk verschiedenen Truppenteilen, die sich besonders ausgezeichnet haben,'fei ne Anerkennung aus. polens Negierung flüchtet von Ort zu Ort. Stockholm, 9. Sept. (DNB. Funtspruch). Die Zeitung „Svenska Dagbladet" läßt sich aus Kowno melden, man erwarte, daß die polnische Regierung Um unseren Lesern den neuesten Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht noch am gleichen Tage übermitteln zu können, mußte gestern und heute eine kurze Verzögerung in der Zustellung der Stadtausgabe in Kauf genommen werden. nicht mehr lange in Lublin bleiben werde. Es werde angenommen, daß sie nach Lemberg oder Brest -Litowsk gehen solle. Das Einrücken deutscher Panzertruppen in Warschau bildet in Stockholm die Sensation des Tages. Englische Ablenkungsversuche können nichts daran ändern, daß die schwedische Oeffentlichkeit von dem unglaublich schnellen deutschen Vormarsch in Polen auf das tiefste beeindruckt sei. „Svensta Dagbladet" stellt fest, daß die Polen bei und westlich vor Warschau in einer sehr prekären Lage seien. Aeuyork verblüfft. Anerkennung der überlegenen deutschen . Taktik. N e u y o r k, 9. Sept. (DNB.-Funkspruch.) Wenn auch der als Hetzpresse bekannte Teil der hiesigen Blätter die ständigen polnischen Niederlagen auch noch nach dem Eindringen deutscher Truppen in Warschau als „tief durchdachte polnische Strategie" hinzustellen beliebt, verhehlen am Freitag weder amerikanische Militärsachverständige noch objektive Publizisten ihre Bewunderung über die Erfolge der deutschen Ostarmee nicht, deren schneller Vormarsch vielfach sogar Verblüffung auslöste. Das Hearstorgan „Journal American" schreibt, jedermann sei zwar von vornherein von der besonderen Qualität der deutschen Armee überzeugt gewesen, aber ohne einen ungewöhnlich brillanten taktischen Plan hätte selbst eine überlegene Armee keine so rapiden Erfolge erzielen können. Diese überlegene deutsche Taktik sei nach Meinung der Sachverständigen der Grund für den polnischen Zusammenbruch. Deutscher Dampfer in neutralen Hoheitsgewäffem angegriffen. Berlin, 8. Sept. (DNB.) Der deutsche Dampfer „Franke n" ist am 6. September in den Hafen P a d a n g (Sumatra) eingelaufen. Er wurde vorher in neutralen (holländisch-indischen) Gewässern von englischen Flugzeugen angegriffen, jedoch nicht beschädigt. Es handelt sich im vorliegenden Fall um eine neue schwere englische Neutralitätsverletzung, da kriegerische Handlungen auf Grund des Haager Abkommens von 1907 und der allgemein anerkannten Regelung des Völkerrechts in territorialen Gewässern nicht vorgenommen werden dürfen. England MrtarlchgegenNalienMdKnderKneg Deutschland wird auf den Versuch der Blockade mit wirksamen Mitteln antworten Berlin, 9. September. (DNB.) England ist durch die in der Kgl. Proklamation erlassene neue Konterbandenliste wiederum, wie im Weltkriege, zu einer Kriegführung übergegangen, die die uneingeschränkte Absperrung Deutschlands von der See zum Ziele hat Damit wird erneut der Versuch gemacht, uns auszuhungern, d. h. die Kriegsmittel werden auch gegen Frauen, Kinder, Kranke usw. rücksichtslos eingesetzt Diese Maßnahme spricht den wiederholten Erklärungen der englischen Regierung hohn, der Krieg richte sich nicht gegen das deutsche Volk, sondern gegen seine Führung. Diesmal macht sich die englische Regierung gar nicht mehr die Mühe, ihren Maßnahmen das Mäntelchen der Londoner Deklaration von 1909 umzuhängen, die auf der von England selbst einberufenen Seekonferenz seinerzeit als „im wesentlichen den allgemein anerkannten Grundsätzen des internationalen Rechts entsprechend" angenommen wurde. Von deutscher Seife ist niemals daran gezweifelt worden, daß England in einem zukünftigen Kriege an seiner jahrhundertealten Seekriegspraxis fest halten würde. Anders als im Weltkriege wird England diesmal einen Gegner finden, gegen den diese Maßnahmen nicht nur unwirksam sein werden, sondern der imstande und willens ist, seinerseits mit wirksamen Mitteln z u antworten. Die Konterbandeliste enthält u. a.: a) alle Art von Waffen, Munition, Sprengstoffen, Chemikalien oder Vorrichtungen, die für den Gebrauch im chemischen Kriege geeignet sind, Material und Maschinen für deren Herstellung oder Reparatur; b) Brennstoffe aller Art; c) alle Nachrichtenmittel ufro.; ck). Geldmünzen, Edelmetalle in Barren, Banknoten, Schuldurkunden und ähnliches; e) alle Arten Nah- rungs- und Lebensrnittel, Samen, Zucker und Futtermittel, Kleidung und Artikel sowie Materialien, die zu deren Erzeugung gebraucht werde". Auch in Ostoberschlesien entsetzliche Bluttaten polnischer Mordbrenner. Fast alle führenden Volksdeutschen von polnischen Insurgenten bestialisch umgebracht. Katt ° witz , S. Sept. (DNB.) Immer neue Em- zelheiten werden über den blutigen Terror bekannt, den die Jn'surgentenbanden in O st o b e r s ch l e - sien in den letzten Schreckenstagen des polnischen Regimes verübten. So wird aus Pleß berichtet, was für ein Blutbad die Insurgenten dort wahrend des Einmarsches der Truppen anrichteten. Als eine Bor- Hut der deutschen Truppen in der Stadt «Achten, wurde sie jubelnd und mit unbeschreiblicher Freude von der gepeinigten und verfolgten deutschen Bevölkerung begrüßt. Plötzlich vernahm man Malchin e n g e w e h r f e u e r und das Detonieren von Handgranaten mitten in diesem Bild der Freude. Polnische Insurgenten, die sich als D ach - u n v H e ck e n s ch ü tz e n irgendwo verborgen hielten, übten ihre letzte grausige Rache aus. 2 0 Volksdeutsche Männer und Frauen fielen diesem Mordgesindel zum Opfer, ebenso zwei Angehörige der deutschen Wehrmacht. U e b e r 3 0 Bolksdeuts che erlitten schwerste 23 er» Iletzungen. Sechs von ihnen starben kurze Zeit später. Die Truppe hatte sofort zum Gegenaugriff aus- qeholt und konnte das Mordgefmdel bald unfchad- kich machen. Dennoch sollte Pleh nochmals -m ahn- liebes blutiges Schauspiel erleben. Als die Opfer dieses Blutbades am Mittwoch in Anwesenheit emlkr großen Trauergemeinde zur letzten Ruhe be- stattet wurden, krachten erneut zahl- reiche Gewehrschüsse m die vor dem offenen Grabe versammelte Menschenmenge. PH reiche Personen wurden dabei verletzt Deutsche Soldaten qrif en sofort ein, um den Verbrechern das Hand- merk xu legen, als plötzlich aus der Kirche braus Maschinengewehrfeuer erfolgte Es kam w einem regelrechten Feuergefecht, b.s es £ r nn Verbrecher aus der Kirche herauszu- holen^'und unschädlich zu machen. Glücklicherweise ging dieses Feuergefecht ohne große Opfer auf deutscher Seite ab. Auch die polnischen Truppen hatten vor ihrem Abzug alles v e r w ü st e t, was ihnen noch unter die Hände kam. Zahlreiche Bauernwirtschaften im Kreise Pleß wurden ausgeplündert und in Brand gesteckt. Die Wirtschafts- und anderen Gebäude mehrerer Domänen wurden gleichfalls eingeäschert. Von den deutschen Besitzern fehlt bisher jede Nachricht. Sie sind ohne Zweifel verschleppt worden. Auch aus dem Bielitzer Gebiet kommen erst jetzt ähnliche Meldungen, da die Polen alle Telefonverbindungen und alle Nachrichtenmöglichkeiten restlos zerstört hatten. In diesem Gebiet wurden am Vortage des Einmarsches der deutschen Truppen fast alle führenden Persönlichkeiten des Deutschtums, soweit man ihrer noch habhaft werden konnte, aus den Häusern geholt und ermordet. In besonders viehischer Weise wurde das führende Mitglied der Jungdeutschen Partei, Johann Pie,ch aus Alexanderfeld abgeschlachtet. Ihm waren die Augen ausgestochen worden, die Zunge herausgerissen, Nase und Ohren abgeschnitten sowie der Bauch und die Lenden aufgeschlitzt worden. In ähnlicher bestialischer Weise sind die führenden Jungdeutschen Johann Jenkner aus Löbnitz und Karl Gillner aus Kamitz ermordet worden. Mindestens 25 volksdeutsche Führer und Unterführer sind in diesem Gebiet den bestialischen Mordbrennern des Ausständischenverbandes zum Opfer gefallen. Die Zahl der Verschleppten und Vermißten ist auch nicht annähernd festzustellen. Zu ihnen gebärt der bekannte Vorsitzende der Deutschen Partei Franz Schubert aus Bielitz und dessen Sohn. Auch hier wurde von den abziehenden polnischen Truppen zahlreicher deutscher Besitz nieder- gebrannt und gus g e x lündert, / Deutsche Fahnen über Polens Hauptstadt. Eine Kriegswoche liegt hinter uns, eine Woche großartigster Erfolge deutscher Waffen. Im Morgengrauen des 1. September traten auf Befehl des Führers deutsche Truppen zum Vormarsch über die polnische Grenze an, nachdem schon am Tage vorher die frechen Herausforderungen der Polen elbst vor schweren Verletzungen der Reichsgrenze nicht zurückgeschreckt waren. Deutschlands Wehrmacht wurde von ihrem Obersten Befehlshaber zum aktiven Schutz der Reichsgrenzen aufgerufen und holte zum Gegenschlag aus. Mit Stolz und Vertrauen blickte das deutsche Volk auf seins Wehrmacht, die im Kampf für die Verteidigung deut- chen Lebensrechts nun ihre Bewährungsprobe ab» egen mußte, die nun erweisen sollte, daß sie das charfe Schwert auch zu führen verstand, das der Führer und seine Mitarbeiter in harten Jahren zäher und zielbewußter Arbeit geschmiedet hatten. Mit verhaltenem Atem hat die Heimat iii dieser ersten Kriegswoche den unaufhaltsamen Vormarsch der deutschen Truppen über die Ostgrenze weit in polnisches Land hinein verfolgt. Voll Bewunderung und Dankbarkeit für die gewaltigen Erfolge schon dieser ersten Kriegswoche an allen Teilen der Front, die auch die kühnsten Hoffnungen weit hinter sich lassen, sieht das deutsche Volk sein Vertrauen gerechtfertigt. Die junge Wehrmacht des nationalsozialistischen Reiches, in deren Reihen aktive Jahrgänge mit kurzfristig^ Ausgebildeten und alten Frontkämpfern des Weltkrieges Schulter an Schulter marschieren, hat sich der stolzen Tradition preußisch-deutschen Soldatentums würdig erwiesen. Mit wuchtigem Elan haben die Truppen der deutschen Ostarmee den Feind aus seinen Grenzstellungen geworfen und in großartigem Schwung die deutschen Waffen tief in das Herz Polens hineingeftagem Die deutsche Luftwaffe errang sich schon in den ersten Tagen die absolute Vorherrschaft im gesamten polnischen Luftraum, so daß zahlreiche bereitgestellte deutsche Luftgeschwader bereits für andere Aufgaben zum Schutz des Reiches frei wurden. Die wesentlichsten Standorte der polnischen Rüstungsindustrie und ihrer Rohstoffbasis sind in deutscher Hand. Polens Hauptstadt ist von deutschen Truppen besetzt, Regierung und Zentralbehörden sind nach Lublin geflüchtet oder in Städten der Ostprooinzen verstreut. Schon in den ersten Tagen des Vormarsches war in schnellem Zupacken der Ko rrid or in der Linie Schneidemühl—Nakel—Kulm—Graudenz ab geriegelt, ostpreußische und pommersche Truppen reichten sich die Hand, das der Unvernunft von Versailles entsprungene Wahnsinnsgebilüe des Korridors war unter der Wucht des deutschen Ansturms zerschlagen, das alte Westpreußen war wieder deutsche Unter den Augen ihres obersten Befehlshabers erzwangen deutsche Regimenter bei Groudenz, der alten Weichselfeste, den Heb er gang über den Fluß und trieben die Polen nach Südosten vor sich her. Zehntausende von Gefangenen blieben in deutscher Hand, unübersehbare Mengen des verschiedensten Kriegsmaterials bedecken die Rückzugsstraßen der polnischen Truppen, die im Korridor massiert waren. Zu gleicher Zeit machte eine ähnliche Operation, die das o st oberschlesische Industrie r e v i e r auf beiden Flanken umging, dieses Land der Hütten und Zechen vom. Feinde frei. Deutsche Divisionen, die von Schlesien her über Tschenstochau und Wielun in breiter Front vorrückten, haben in stürmischem Vorwärtsdrängen ihren Angriff bereits südlich an Lodz vorbei üorgetraaen und hatten gestern bereits Nadarzyn etwa 20 km vor Warschau und Gora Kalwarja an der Weichsel etwa 25 km oberhalb Warschaus erreicht, womit die Rückzugslinie der polnischen Truppen nach Südosten in Richtung auf Lublin auf das schwerste bedroht ist. Südlich des Jndustriereviers stiegen deutsche Truppen vom Jablunka-Paß und den West- Beskiden in das Tal der oberen Weichsel hinab und gewannen in schnellem Weiterdrängen Krakau, Polens alte Krönungsstadt, womit durch den konzentrischen Griff von Süden und Norden die großen Industriestädte, anscheinend ohne wesentlich zum Schauplatz größerer Kampfhandlungen geworden zu sein, in unsere Hand fielen. Damit hat auch hier einer der schlimmsten Fehlsprüche der „Friedensmacher von Versailles" seine Revision erfahren Oberschlesien, das vor zwanzig Jahren um der Schwächung Deutschlands willen und polnischer Habsucht zuliebe ohne Rücksicht auf die natürliche enge wirtschaftliche Verbundenheit feiner Industrieanlagen und Bergwerke mittendurch geschnitten worden war, wird nunmehr wieder eine wirtschaftliche Einheit im Dienst Großdeutschlands. Von Süden her sind also die deutschen Dim- fionen über die ruhmreichen westgalizischen Schlachtfelder des Weltkrieges hinweg beiderseits der oberen Weichsel in unaufhaltsamem Vormarsch begriffen, so daß es scheint, als ob sich die polnische Regierung in Lublin nicht gerade den sichersten Zufluchtsort ausgesucht hätte. Von Norden her erfolgte aus dem ostpreußischen Versammlungsraum der deutsche Vorstoß an den Narew ebenfalls auf dem historischen blutgetränkten Boden der Kriegsjahre 1914/15. Mit der Besetzung Warschaus sind "die gestern aus der Linie Strasburg—Thorn weichenden polnischen Truppen und alles, was an solchen noch in der Provinz Posen stecken mag, in eine unhaltbare Lage gebracht. Di« Panzer- truppen, die in der modernen Form des Bewegungskrieges, für den ja seit alters her die weite polnische Ebene der klassische Schauplaü ist, weitgehend die Aufgabe der Kavallerie übernehmen, also die der Aufklärung und des schnellen Vorstoßes, den sie freilich mit weit stärkerer Feuer* kraft und Nachhaltigkeit durchzuführen vermögen als ihre berittenen Vorgänger, haben dafür gesorgt, daß der polnische Rückzug an vielen Stellen der Front, wenn von einem solchen überhaupt noch gesprochen werden kann, in eine wilde Flucht ausartete und die Polen kaum irgendwo Zeit bekamen, Atem zu holen und sich zu neuem Kamps zu stellen. Dabei haben die Panzertruppen in den Schlacht- und Sturzkampfgeschwadern der Luftwaffe ihre besten Verbündeten, die durch ihre Angriffe auf die zurückflutenden Marschkolonnen und herangeführten Reserven wie durch Zerstörung der Rückzugsstraßen die Demoralisierung der feindlichen Truppen vollendeten. Sie haben neben Infanterie und Artillerie, die bei dem ungeheuren Tempo des Vormarsches gewaltige Leistungen an Ausdauer und Zähigkeit vollbracht haben, die man denen der Hochsommertage 1914 in Ostpreußen und Nordsrankreich gewiß parallel setzen darf, die jüngeren Waffengattungen der Wehrmacht, Luftwaffe und Panzertruppen ihren reichen Anteil an diesem großartigen, in seinem Umfang und in seinen Folgen noch gar nicht abzusehenden Sieg der deutschen Waffen im Osten. Daß sich in die stolze Freude über diesen Sieg Schmerz, Bestürzung und ehrlicher Zorn mischt über die entsetzlichen Greueltaten, die unmenschliche Horden polnischer Franktireurs vor ihrer Flucht in elender Rachsucht an Hunderten von wehrlosen Volksdeutschen verübt haben, wollen wir vor allem denen nicht vergessen, die durch ihre zynische Förderung polnischer Großmannssucht die Polen in einer Geistesverfassung bestärkt haben, die in ihrem grenzenlosen Deutschenhaß nun, wo der polnische. Chauvinismus durch die überraschend schnelle und vollkommene Niederlage der polnischen Waffen eine so gründliche Lektion erhalten hat, ohne daß der britische Bundesgenosse bisher auch nur einen Finger gerührt hätte, auch die letzten Hemmungen fallen läßt und sich in so grauenhaften Metzeleien austobt, wie sie uns aus Bromberg und zahlreichen anderen zurückgewonnenen deutschen Städten und Ortschaften berichtet werden. Schon die brutale Mißachtung des Roten Kreuzes, unter dessen Schutz feit mehr als 75 Jahren in der ganzen zivilisierten Welt alle diejenigen stehen, die sich ausschließlich der Verwundeten pflege widmen, und die Ermordung notgelandeter deutscher Flugzeugbesatzungen unter dem Vorwand, sie seien Fallschirmjäger, die man nicht besser als Spione behandeln dürfe, schon diese Vorfälle zeigten zur Genüge, welcher barbarischer Methoden man bei den von ihrer Regierung und deren chauvinistischen Hintermännern aufgehetzten und nun.so schnell auf das schmählichste enttäuschten Polen werde zu gewärtigen haben. Diese Schandtaten, die dem so oft und laut verkündeten Anspruch Polens auf Teilnahme an der europäischen Kultur Hohn sprechen, fallen ebenso wie die bestialischen Niedermetzelungen wehrloser Volksdeutscher schwer auf das Schuldkonto Englands, das der Welt glauben machen will, daß es für eine höhere Sittlichkeit im Völkerleben zu Felde gezogen fei, aber schon in der ersten Kriegswoche bewiesen hat, daß wie stets in der Geschichte britischer Kriegführung auch diesmal Lüge und Verleumdung die ersten Waffen Englands sind. Das furchtbare Blutbad von Bromberg ist ein Schandfleck auf dem Wappenschild des polnischen Volkes, dessen Regierung den Westmarkenvereinen, Aufständischenoerbänden und anderen chauvinistischen Organisationen skrupellos die Zügel schießen ließ, aber nicht minder eine Schmach für England, das durch seine Blankovollmacht für Polen dieses erst »in den von vornherein allen vorurteilsfreien Beobachtern aussichtslos dünkenden Krieg mit Deutschland hinein- .hetzte. Nur im Vertrauen auf die Hilfe des britischen Verbündeten konnte Polen es wagen, die Provokationen gegen das Reich auf 'die Spitze zu treiben und den von aufrichtigem Verständigungswillen getragenen und in wahrhaft europäischem Geiste gemachten Vorschlag des Führers abzulehnen. Nun mag es sich in London bedanken, wenn acht Tage nach Kriegsbeginn in den Straßen seiner Hauptstadt deutsche Panzerwagen rattern, der Marschtritt deutscher Bataillone dröhnt und seine Regierung nicht weiß, wie es einem schmählich getäuschten Volk die furchtbare Wahrheit beibringen soll, ohne daß die Niederlage auf dem Schlachtfelde in einem Zusammenbruch des Staates endet. Fr. W. Lange. Beruhigung in der Schweiz. Teil-Demobilmachungsmatznahmen zur Entlastung der Wirtschaft. Genf, 8.Sept. (Europapreß.) Die Schweiz beginnt zu demobilisieren. Um das durch die Generalmobilmachung zum Teil stockende Wirtschaftsleben nicht weiter zu gefährden, werden eine Anzahl der eingezogenen Wehrpflichtigen widerruflich beurlaubt. Es handelt sich vor allem um Be- triebssührer, deren Unternehmen während ihrer Abwesenheit kaum weitergeführt werden können oder in ihrem Bestehen bedroht sind. Weiter sollen eine große Anzayl Po st beamte und Angestellte der Rundfunkgesellschasten beurlaubt werden. — Am härtesten haben sich bisher die Einberufungen bei der Post bemerkbar gemacht. Hier schien der Betrieb zeitweise gefährdet: nicht wenige Postzweigstellen sind geschlossen, und zahlreiche Schalter werden nicht mehr geöffnet. Die über einige Tage hermetisch abgeschlossene französisch-schweizerische Grenze ist an verschiedenen Stellen vorläufig wieder geöffnet worden. Ein Uebergang ist aber weiterhin sehr schwierig. Die französischen Grenzbehörden lassen fast nur die in ihr Land zurückkehrenden schweizerischen Wehrpflichtigen durch. Die mit den schweizerischen Wehrmännern zurückwandernden Familienangehörigen werden in den meisten Fällen zurückgehalten. — Es wird in schweizerischen Kreisen vermerkt, daß die Haltung der deutschen Behörden eine ganz andere ist. Diese bringen den über die deutsch-schweizerische Grenze rückwandernden schweizerischen Wehrpflichtigen und ihren Angehörigen größte Zuvorkommenheit und Förderung entgegen. Die großen deutschen Erfolge im Osten haben in der Schweiz außerordentlich stark auf die polnischen Geldsorten eingewirkt. Für Münzen wird überhaupt nichts mehr gezahlt. Katastrophal steht es mit den polnischen Banknoten, die in der Schweiz so gut wie unverkäuflich geworden sind Dies ist besonders auf den völligen Kurszusammenbruch der oiereinhalbprozentigen polnischen Anleihe in der Schweiz zurückzuführen. Vor einer Woche wurde für sie immerhin noch ein Kurs von 15,50 gezahlt: jetzt ist sie kaum noch für 6 Prozent abzusetzen. Für die schweizerischen Besitzer der polnischen Anleihe, die früher unter den fremden Anleihen gut klassifiziert war, ist so die polnische Anleihe jetzt schon nach den wenigen Tagen des Konfliktes zu feinem fast vollständigen „Nonvaleur" geworden. Was Auslandsjournalisten in Bromberg sahen. Biele Hunderte von Volksdeutschen Opfer unbeschreiblicher Greueltaten polnischer Insurgenten. Berlin, 8. Sept. (DNB.) Das britische Jnfor- mations- und Brunnenvergiftungsministerium — und mit ihm die gesamte englische Regierung! — hat am Freitag vor der gesamten Weltöffentlichkeit die bitterste moralische Niederlage erlitten, die man sich vorstellen kann. Mit sichtlicher Erschütterung berichtete am Freitag ein Vertreter der öffentlichen Meinung jener Länder, die durch die haltlosen Lug- und Stunkmeldungen des Mister MacMillan gegen das nationalsozialistische Deutschland aufgehetzt werden sollten, über d i e grauenhaften Verbrechen des polnischen Gesindels, dessen tierische Instinkte durch die berüchtigte Blanko-Vollmacht Chamberlains entfesselt worden sind. Vertreter der neutralen Auslandspresse — Amerikaner, Italiener, Norweger, Schweden, Dänen, Ungarn und Spanier — hatten Gelegenheit, am Donnerstag im Flugzeug die Stadt Bromberg zu besuchen und hier mit eigenen Augen die Folgen der Bartholomäusnacht zu sehen, die polnische Mörder unter der deutschen Bevölkerung angerichtet haben. Im Namen dieser ausländischen Vertreter sprach ein dänischer Journalist über seine Eindrücke vor den Berliner Vertretern der Auslandspresse. Bei einer Würdigung dieses neutralen Berichtes muß festge- stellt werden, daß hier ein Beobachter sprach, der ohne jede vorgefaßte Meinung den Dingen gegenübertrat und sich bemühte, im Kreise seiner ausländischen Kollegen ein sachliches Bild ohne die geringste Uebertreibung und ohne Tendenz zu geben. Wenn trotzdem ht jedem Wort dieses neutralen Journalisten unverhohlenes Mitleid mit den Qualen des gepeinigten deutschen Volkstums, sowie Abscheu und Ekel vor den begangenen Verbrechen mitschwingt, wird die Welt daraus ermessen, welche Blutschuld Chamberlain auf sein Gewissen geladen hat, ohne dessen wohlwollende Unterstützung dieses schwärzeste Kapitel der Geschichte Englands und Polens nie geschrieben worden wäre. Nachdem die polnischen Behörden aus Vromberg abgezogen waren, hat hier, so führte der dänische Journalist aus, vor dem Eintreffen der deutschen Truppen eine „grausame Mörderei" stattgefunden. Der Berichterstatter schilderte, wie er mit eigenen Augen in einer Sandgrube acht Leichen gesehen habe, darunter sechs Frauen. Die Leichen seien teilweise „ganz furchtbar" verstümmelt gewesen. Einer Frau sei die. mittlere Hälfte des Gesichtes ganz entfernt, eine andere Frau mit nicht weniger als sechs Schüssen getötet worden. Der polnische Pöbel sei von Haus zu Haus gegangen, habe die Deutschen herausgeholt, weggeführt, erschossen oder mit Bajonetten erstochen. Weiter hat sich der Journalist selbst von der Richtigkeit der kaum faßbaren Tatsache überzeugt, daß eine gefesselte Frau Zuschauerin sein mußte, als man ihren Mann mit Bajonetten mißhandelt und ihm tödliche Verletzungen beibrachte. „25 Meter entfernt", fuhr der Berichterstatter fort, „fanden wir zwei erschossene Männer. Dem einen war die vordere Hälfte des Gesichtes weggenommen. Die tödlichen Verletzungen, die man einem neunzehnjährigen Lehrling bei geb rächt hatte, bezeichnete der Auslandsjournalist selbst als „vollkommen unbeschreibli ch". Er schilderte, daß nach Augenzeugenbekundungen dieser junge Mann mit dem Ruf „Heil Hiller" und erhobenem Arm fiel. Erschütternd war auch die Bekundung, daß eine völlig gebrochene Frau den Auslandspressevertretern schilderte, daß man über die Leiche ihres Mannes Erde geworfen hatte, daß ober die Hunde die Leiche gefunden hätten! „Während unserer nur halbstündigen Fahrt", schloß der Auslandsjournalist, „habe ich selbst sieben Leichen gesehen. Wenn ich noch eine Stunde geblieben wäre, hätte ich natürlich viel mehr sehen können. Daß die grausamsten Mißhandlungen statt- gefurtben haben, können meine Kollegen und ich nur bestätigen." So spricht ein Journalist, der. unvoreingenommen die Tatsachen gesehen hat. Wie erbärmlich wirkt nach diesem Bericht die Schilderung eines amerikanischen Journalisten, der ohne eigene Wahrnehmungen feinem Blatt telegraphiert hatte, Deutschland verbreite nur Greuelmärchen, um die Weiterführung des Krieges zu motivieren. Auch diesem amerikanischen Journalisten wird Gelegenheit gegeben werden, einmal eine Schilderung nicht vom Schreibttsch, sondern vom Ort der viehischen Verbrechen aus zu geben. Hoffen wir, daß er dann so die Wahrheit schildern wird, wie es heute der dänische Journalist im Namen seiner an dem Fluge teilnehmenden Kollegen getan hat. Gme wahre Varlholomäusnacht. Eindrücke eines Schweden. Stockholm, 8. Sept. (Europapreß.) lieber die Greueltaten von Polen an Angehörigen der deutschen Volksgruppe in Bromberg berichtet ein Sonderkorrespondent der „Stockholms Tidningen", der sich eigens nach Bromberg begeben hat. Eine fürchterliche Bartholomäusnacht habe vom Sonntag auf den Montag in Bromberg stattgefunden, bevor die deutschen Truppen diese Stadt besetzt hätten. Die Zahl der ermordeten und gräßlich verstümmelten Menschen — Deutsche sowohl als auch als deutschfreundlich angesehene Polen — wird von dem Korrespondenten auf etwa tausend geschätzt. „Ich habe selbst die Leichenhaufen fotografiert, die auf den Straßen, in den Gärten und Wäldern in Verwesung begriffen waren. Aber die Fotografien sind zu scheußlich, um sie in den Zeitungen der Öffentlichkeit unterbreiten zu können. Was ich hier in Bromberg sehen mußte", so fährt der Korrespondent der schwedischen Zeitung fort, „habe ich weder int letzten Weltkrieg, noch in den grausigen Bürgerkriegen in Deutschland ober bei den kommunistischen Unruhen in Hamburg erleben müssen. Denn die Deutschen in Bromberg sind regelrecht abgeschlachtet worden. Die Mißhandlungen und übelsten Zurichtungen an Deutschen wurden in erster Linie von jungen Polen vorgenommen, die der Bürgerwehr angehörten. Den ganzen Tag über sah man heute in Bromberg Fellrpolizei, Insurgenten mit erhobenen Händen vor sich herführen. Polizei untersucht jeden Winkel von Bromberg und die Truppen säubern die Wälder. In den Kellern hat der größte Teil der Bevölkerung drei Nächte ohne Verpflegung gesessen. Eine Masse von ihnen wurde jedoch von Insurgenten aufgestöbert und ermordet. Man rechnet damit, daß jetzt noch viele in den Kellern sitzen, weil sie nicht wissen, daß sich die deutschen Truppen bereits in der Stadt befinden. Erneute britische Neutralitätsverletzung über Dänemark. Zahlreiche britische Bomber überfliegen dänische Städte. Kopenhagen, 9. Sept. (Europapreß.) Im gleichen Augenblick, da die dänische Regierung bekanntgab, daß die von englischen Bombensplittern erschlagene Esbjergerin auf Staatskosten beerdigt werben soll, wurden in Kopenhagen neue englische Neutralitätsoerletzun- gen bekannt. In den frühen Morgenstunden des Freitag (in der Zeit von 2 bis 4 Uhr) hat eine größere Anzahl englischer Bombenmaschmen mehr als ein Dutzend Ortschaften im dänischen Teil Schleswigs überflogen. Sie warfen dabei Hunderttausende in deutscher Sprache abgefaßte Flugblätter ab. U. a. wurde das Mo- torengeräufch über Esbjerg, Ribe, Bramminge, Kolbing, Habersleben und Tandem gehört. In Esbjerg löste das Erscheinen der einroanbfrei als englisch festgestellten Maschinen eine wahre Panikstimmung aus, da bie Bewohner noch unter dem Eindruck des Bombardements vom vergangenen Montag standen. Diele Menschen verließen fluchtartig ihre Wohnungen und begaben sich aufs flache Land. In den anderen Ortschaften war die Wirkung nicht minder panikartig. Die Oeffentlichkeit ist über die nme Grenzverletzung besonders aufgebracht, weil der englische Ge- sandte in Kopenhagen, Sir Patrick Ramsay, noch am Mittwochabend eine feierliche Erklärung abgegeben hatte, in der es hieß, die englischen Flieger hätten strikten Befehl erhalten, die dänische Neutralität zu achten. Von englischer Sette wurde bereits der Versuch gemacht, die neue Neutralitätsverletzung abzu st reiten, bzw. zu „erklären". Es wurde gesagt, die Flugblätter seien über deutschem Gebiet abgeworfen: der Wind müsse sie daher auf dänisches Gebiet abgetrieben haben. Dem wird hier entgegengehalten, daß es in der Nacht zum Freitag über dem betroffenen Gebiet völlig windstill war, die Flugblätter daher über Dänemark abgemorfen worden fein müssen. Augenzeugen bestätigen, daß die Maschinen als englische erkannt wurden. Die zivilen dänischen Luftschutzbehörden haben sich infolge der ständigen englischen Neutralitätsvergehen entschlossen, an der dänischen Nordseeküste, an der deutsch- dänischen Grenze und an gewissen Punkten der dänischen Hoheitsgewässer Markierungen an- zubringen, die nachts von Scheinwerfern angestrahlt werden. Neutralität gegen britisches piratenium. Die englische Regierung hatte es im Kriege von 1914/18 unterlassen, die Blockade gegen die deutsche Nordseeküste formell zu erklären. Es war ihr offenbar darum zu tun, das Blockade recht wieder einmal in dem Sinne fortzubilden, wie das einzig und allein im britischen Interesse liegt. So hat England schon seit Jahrhunderten verfahren, insbesondere aber seit dem Zusammenstoß mit Napoleon I. Aus der fogenannten Blockade, die damals England über alle Häfen von Brest bis Hamburg verhängte, sowie aus dem Gegenschlag Napoleons mit der Kontinentalsperre hat England für seine Interessen ein Seekriegsrecht entwickelt, das in ferner tatsächlichen Auswirkung nichts anderes ist als reines Piratentum. So hat es sich auch 1914/18 gezeigt, denn eine effektive Blockade konnte England über die deutsche Nordfeeküste garnicht verhängen, was England sehr wohl wußte, weshalb es auch von Anfang an auf die Seerechtsdeklaration von 1908/09 pfiff. Worauf es England ankam, war, über Deutschland eine Fernblockade zu verhängen, was in der Weise geschah, daß England, zunächst gestützt auf feine Verbündeten, die ihm willfährig sein mußten, sodann auf seine Flotte, die über alle Meere herrschte, ein Verfahren zu entwickeln begann, das Gmglanö gewissermaßen instand setzen sollte, von Rechts wegen den Waren- und Schiffsverkehr auf allen Meeren der Erde zu kontrollieren. England schuf eine Reihe von Verordnungen, die scheinbar auf die Neutralen Bezug hatten, denn diese mußten es sich gefallen lassen, daß England ihnen nach und nach vorschrieb, was und wieviel von einer Ware sie überhaupt bei sich ein- oder ausführen durften. Die Neutralen haben alle Ursache, sehr aufmerksam zu fein, ob England dieses gefährliche Spiel, das sich nicht nur gegen Deutschland richtet, sondern gegen alle anderen Länder, die noch etwas auf sich halten, wieder einleiten darf. Die englische Regierung kann weder durch eine echte Blockade noch durch eine Fernblockade mit der Erweiterung der sogenannten Bannliste bis zur äußersten Konsequenz Deutschland ernstlich schaden. W i r sind gegen eine Blockade g e r ü ft e t, was auch England weiß, was aber gleichwohl den Versuch nicht verhindert hat, auf einem Umweg sich das Anerkenntnis aller Länder zu erzwingen, allein zur Seeherrschaft und zur Seepolizei berechtigt zu sein. Daß Frankreich sich dies Netz Überwerfen lassen will, geht schließlich Frankreich allein an. Daß aber die Neutralen, soweit sie am internationalen Warenaustausch insbesondere aber am Seeverkehr beteiligt sind, ruhig zusehen sollen, daß England wie im Kriege 1914/18 zur internationalen Seepolizei üb ergeht, ist eine Sache, die unmittelbar das friülliche Zusammenleben aller Völker berührt. Die englische Regierung behauptet, sie fei gegen die Aggression aufgestanden, während sie tatsächlich eine Aggression in einem Umfange plant, wie sie die Geschichte Überhaupt noch nicht gekannt hat. Es kommt nicht nur darauf an zu erklären, wir sind und bleiben neutral, es kommt auch darauf an, daß das Wesen der echten Neutralität vor dieser gefährlichen Aggression der englischen Regierung nicht zusammenbricht. Es ist wohl nicht nur Zufall gewesen, daß der Erzlügner und Erste Seelord der englischen Admiraltiät, Winston Churchill, vor einigen Wochen in einem Aufsatz, der durch die internationale Presse ging, allen Neutralen mit der Macht der britischen Flotte drohte. D. S. Englische Minensperre legt dänische Fischerei und Schiffahrt lahm. Apenrade, 9. Sept. (DNB. Funkspruch.) Das vor Esbjerg liegende englische Minenfeld hat die dänische Fischerei völlig lahmge- l e g t. Durch die Minensperre ist auch der sehr umfangreiche Exporthandel erloschen. Im Hafen herrscht Todesruhe. Schon jetzt steht fest, daß 1 die Lahmlegung dieser zwei für die Stadt außerordentlich bedeutsamen Wirtschaftszweige sich katastrophal für Esbjerg auswirken wird. IUtterliches Verhalten deutscher Ll-Boote. Amerikanischer Kapitän zeugt für Deutschland. Berlin, 8. September. (DNB.) Aus Nsuyork wird berichtet, daß Kapitän Stedman vom Dampfer „Washington" der Unweb States Line über die Versenkung des 4060 t großen britischen F r a ch t d a m p f e r s „Oliver G r o v e", der sich mit Zuckerladung auf dem Wege von Kuba nach England befand, einen ausführlichen Funkbericht gegeben habe. Dieser Bericht stünde im st arten Gegensatzzusonstigen Lügenberichten über die Torpedierung von Frachtdampfern durch deutsche U-Boote. Aus dem Bericht gebt hervor, daß das Unterseeboot entsprechend der Prisenordnung den Dampfer „Oliver Grove" anhielt, alle Mann des Frachters anwies, diesen zu verlassen, und den Frachter erst dyrch Torpedofchüsse nerfenfti*, nachdem s i ch die Rettungsboote in sicherer Entfernung des zur Versenkung bestimmten Dampfers befanden. Der deutsche U-Bootskomman- dant sei in seiner Behandlung der „Ueberlebenden" äußer st höflich gewesen, habe die Kompasse der Boote nachgeprüft und die Besatzung mit dem richtigen Kurs versehen. Kapitän Stedmann berichtet weiter, daß sich das deutsche U-Boot erbot, die Rettungsboote des Frachters „Oliver Grove" ins Schlepp zu nehmen, gleichzeitig 808-Rufe ausfanbte und zwei große Raketen steigen ließ, so daß es der „Wafhing- ton" möglich war, die Rettungsboote im Atlantik auf der Höhe der irischen Küste in der Nähe des Eingangs zum englischen Kanal zu sichten und die Besatzung des versenkten Frachtdampfers zu übernehmen. Die Mannschaft des Dampfers befände sich in guter Verfassung und sei ausnams- los am Leben. In dem Bericht hebt der amerikanische Kapitän Stedman noch hervor, daß das U- Boot alles getan habe, um für die Sicherheit öer Besatzung des versenkten Dampfers zu sorgen und erst abgedreht sei, nachdem es sich davon ver- gewlssert habe, daß die „Washington" sich zur Ueberncchme der Besatzung nähere. Die amerikanische Neutralität. Starkes Ansteigen der Lebenshaltungskosten. Washington, 7. Sept. (Europapreß.) An die Offiziere der amerikanischen Armee und Marine erging die Anweisung, sich unter allen Umständen aller Aeußerungen zu enthalten, die eine Stellungnahme für oder gegen eine der kriegführenden Mächte enthalte, da derartige Aeußerungen aus dem Munde eines Offiziers von der Allgemeinheit nicht als persönliche Meinung gewertet würden und daher als Verletzung des amerikanischen Neutralitätsgesetzer aufgefaßt werden könnten. Verschiedene von polnischer Seite eingeleitete Geldsammlungen zur Unterstützung der polnischen Kriegführung wurden entsprechend den Bestimmungen der von Roosevelt erlassenen Neutralitätsproklamation eingestellt. Die Sammlungen hatten in Neuyork ganze 6000 Dollar ergeben. ö ö 3n den Vereinigten Staaten ist in den letzten Tagen ein gewaltiges Emporschnellen der gesamten Lebenshaltungskosten zu beobachten. Weizen stieg feit einer Woche um über 20 Cents je Bufhel (35 Liter) oder um 33 v. H., Mehl m zwei Tagen um 75 Cents je Faß, ebenso andere Lebensrnittel wie vor allem Zucker, Fleisch und Buchfenfrüchte. Rohwolle und Seife verzeichneten ebenfalls außerordenlliche Preissteigerungen. Daß man diese Entwicklung an maßgebender Stelle Mlt Sorge'betrachtet, geht aus der Tatsache hervor, daß Präsident Roosevelt das Landwirtschafts- und Justizministerium aufgefordert hat, unverzüglich Maßnahmen zur Einschränkung der Spe- kulationund ber übermäßigen Kriegs- gewinne vorzubereiten. Kleine politische Nachrichten. Seit Tagen ist der Umfang der schwei- 3 e r t f d) e n Tageszeitungen außerordentlich eingeschränkt worden. Blätter vom Format des „Journal de Genöve" haben die Hälfte und mehr ihres Umfanges eingebüßt. Der holländische Minenleger „Willem van & e.r3 $ bet Den Helder auf eine eng- Lifaje Mine gelaufen und völlig zerstört worden. Von der 51 Mann starken Besatzung wur. ^den 29 Mann getötet und acht schwer verletzt, Berlin, 8. Sept. (DNV.) Die zur Abwehr tat iberwachen." r 9.Sept. Wir liegen an einem Damm i den. Ueberläufer. Am Damm.»erden sie enb Links und rechts bellen unsere Ma- gegengenommen. Aufgeregt reden die Manner durch Da erscheint an einem Waldrand vor uns e i n - < • r < f » X < a f n A r t < »ur. len» die eut. 5on. der Sine Hube tatt- rtadt räß. als nirb s n b Zwecke zu verfolgen, not- l vernicytet wird. Berlin, 8. Sept. (DNV.) Amtlich wird, mif- (eteilt: ^Troh der Aufforderung, das Krastwagen- jihren auf unbedingt notwendige Fälle zu beschränken und von Fahrten zu pri- v-alen Zwecken völlig abzusehen, finden fch noch immer Kraftfahrer, die sich über diese heute Wslversländlichen Gebote hinwegsehen. Diese Krast- sthrer werden nochmals darauf hingewiesen, daß iue Tankausweiskarten keine Frei- I riefe zur unbeschränkten Benutzung ! e r Wagen sind. Bei der Aushändigung der i arten wird vielmehr erwartet, daß der Kraftstoff i ur zu den Zwecken verbraucht wird, die für die Begründung des Antrages auf <5e- v»ährung von Tankausweiskarten angegeben »orben sind. Sollten in Zukunft Kraftfahrer fest- leffeöt werden, die ihre Wagen nur zur Bequem- ichkkit oder zum Vergnügen fahren, so würden Für Vergnügungs» und Bequemlichkeitsfahrten darf kein Tropfen mehr verschwendet werden. Wer heute noch glaubt, aus d-er Reihe tanzen zu können, irrt sich gewaltig. Im Augenblick, wo ein Appell an das! Anstandsgefühl und das Pflichtbewußtsein nicht von 100-prozentiger Wirkung ist, müssen andere Maßnahmen angewendet werden. Wer sich einen Tank- ausweis verschafft hat, weil er ihn angeblich unbedingt benötigt, um ihn dann mißbräuchlich zu verwenden, darf sich rticfyt wundern, wenn man ihm den Ausweis sofort entzieht und sein Fahr- zeug beschlagnahmt. Leute, die sich Benzin erschleichen oder es aus privaten „Tankstellen^ in n »•» Schuh gegen Volksschädlinge Todes- und Zuchthausstrafe gegen gemeine Verbrecher. » @e« noch kla- eng- i, die Seite Neu- i „er- seien Lind rieben es in n Ge- ilätter fein chinen n da- je der tschloß euksch« n der n an« strahlt den isfen uß. hkeit i«s tzten n in uhen in in )tet .Zu- Rinie der Tag 3n. hren. und llern ächte hnen stö. daß nicht is in Versorgung mit Brot und Mehl gesichert! SezugSscheinpflicht für Mehl zur Verhinderung von Mißbrauch. — Neuregelung des Bezuges von Kaffeezufahmitteln. Kein Benzin für Vergnügungsfahrten polizeiliche Kontrolle des Krastwagenverkehrs. ifen. fti «■* dert. Der Lu....« - gleichmäßige Deckung des der ganzen Bevölkerung m Beamte wird wenn er Ln die ine er* itänben n, die n eine rartige rs von mg 9e' a des fetz er m Pol‘ ngen g wur* sfr* inge' t ganze letzten n der in / m üb/r 3 » i>;' eben!« FlH rerzeich irungen- r Stelle hervor, ts- und .rzüglich riegr' Fürsorge und Betreuung der Angehörigen der Wehrmacht Neue Gesetze stellen den Familienunterhalt sicher. einander. Wir können kein Wort verstehen. Nur das eine hören wir aus dem Durcheinander heraus, daß sie alle gut deutsch sprechen. Und nun machen unsere Infanteristen Mund und Augen auf: Die Ueberläufer behaupten allesamt, auch gute Deutsche zu sein, aus der Gegend von Schneidemühl zu stammen und von den Polen zumK am pfgezwungen worden zu sein. In ihren dicken Uniformen freilich, die so plump aus- sehen, mit ihrem kahlgeschorenen Kopf — die polnischen Barbiere taten gute Arbeit; die polnischen Soldatenköpfe werden radikal abgeschert und man wird bei den Polen schon wissen warum — in diesem Aufzug freilich sehen die Überläufer nicht gerade wie Deutsche aus. Wenn man ihnen ober in die Gesichter sieht, dann denkt man doch anders. Man muß da unwillkürlich an gefangene polnische Soldaten denken, deren Transport man auf dem polnische Soldaten wider Willen Volksdeutsche kommen in die deutsche Front. Von dem Sonderberichterstatter des ONB. Ostoberschlesien Ml die deutsche Kriegswirischast Starke Steigerung der Kohlen-, Eisen-, Stahl- und Zinnerzeugung. bürokratisch, sondern menschlich befaßt — in der Unterhaltung mit dem Antragsteller, in der Beurteilung seines Auftretens und seiner Lebensverhält- nisie erkennen, ob er es mit echtem Bedarf oder getarnter H a m st e r e i zu tun hat. Dies wird es in den meisten Fällen überflüssig machen, daß die Behörde inquisitorische Maßnahmen trifft, um den wirklichen Bedarf sestzustellen. Wir wollen keine Kleiderschrankschnüffeler, sondern verständig urteilende Beamte. Dies hat allerdings zur Voraussetzung, daß die Verbraucherschaft durch ihr eigenes Verhalten dazu beiträgt, daß die Behörde der unangenehmen Notwendigkeit enthoben wird, unpopulär zu verfahren. Wirklicher Bedarf wird und kann gedeckt werden. Dem Bedürfnis aber, mit Hilfe des Bezugsscheines kleine Hamsterlager anzulegen, wird der Beamte durchaus kein Verständnis entgegenbringen. Befürchtungen, daß der Antragsteller sich einem hochnotpeinlichen Verfahren unterwerfen muß, werden verschwinden, sobald es sich herumgesprochen hat, daß niemand besorgt sein muß, der wirkliche und echte Sorgen um seine Kleidung hat. Der Bezugsschein sollte zunächst einen Riegel vorschieben, um willkürliche und eoenso unnötige wie unerwünschte Käufe zu unterbinden. Er sollte dar- Berlin, 8. Septencker. (DNB.) Der General- Inserent im Reichswirtschaftsministerium, Präsident jians Kehrl, erklärte zur Handhabung der Bezugsscheine, soweit sie sich auf Textilwaren beuchen. ' .. er „Die Verbrauchsregelung für Spmnstoifwaren und Schuhwaren diente dem Zweck, unter allen Imständen den Warenbedarf der Bevölkerung und insbesondere der werktätigen Volksgenossen aus Irnge Zeit sicherzustellen. Sie erschien plötzlich, um riefet von vornherein das Gelingen der mit der Lerbrauchsregelung angestrebten Absichten zu gefährden. Mit dem Bezugsschein muß verhütet wer- ien, daß der Vorsprung, den die Volksgenossen nvit ticherem Einkommen gegenüber der weniger be- rnttelten Bevölkerung haben, ausgenutzt werden tonnte. Hätte man für den Bezugsschein eine Anlauf- öder Uebergangszeit eingeführt, so wurde es t otz aller guten Gesinnung, die sich gerade m den l tzten Wochen im deutschen Volke so prachtvoll tswährt hat, unvermeidbar gewesen sein, daß Ie nach dem Geldbeutel des Einzelnen — ^Hamsrer- Sihrfe getätigt worden wären, und daß damtt oer über hinaus der Verbraucherschaft — zusammen mit dem Handel und der Industrie — die Erkennt- nis vermitteln, daß in der heutigen Zeit die Wünsche des einzelnen hinter die Interessen der Gesamtheit zurücktreten müssen. Dieser Zweck ist schon jetzt erfüllt, denn selbst die nicht bezuasscheinpflichtigen Waren werden mit nur normalen Umsätzen gekauft. Ls wird sich ermöglichen lassen, bereits in den nächsten Tagen die Reihe der freien Waren zu erweitern. So werden Daren freigegeben werden, die saisonbedingt sind oder nicht der Deckung des unbedingt lebenswichtigen Bedarfes dienen. Dies trifft z. B. zu für: Teppiche, Gardinen. Handarbeitsgarne, kiffen, Diwandecken, kunstseidene Kaffeedecken, Wieder, Abendkleidung und ähnliches; ebenso sollen Scheuertücher, Wischtücher und ähnliche Wirtfchaftsartikel freigestellt werden. Wir wissen die schwere Aufgabe der deutschen Hausfrau sehr wohl zu schätzen und wollen sie der Pflicht entheben, wegen jedes einzelnen Scheuertuches den Gang zum Wirtschaftsamt antreten zu müssen. bisherige schlechte Ausnützung der polnischen Anlagen läßt außerdem noch weitere erhebliche Mag- lichkeiten der Leistungssteigerung erwarten. An Eisenerzen sind die reichen Vorkommen in dem bereits besetzten Gebiet von W i e l u n, die erst kürzlich von den Polen in Angriff genommen wurden, für die Erweiterung unseres Kriegspotentials von Wert. Vergleichsweise am größten ist die Stärkung unserer Zinnerzeugung. Mit über 100 000 Tonnen machte die polnische Zinkerzeugung, die zum guten Teil nach Deutschland ausgefuhrt wurde» selbst in den letzten Jahren noch mehr als die Hälfte der deutschen Produktion aus. Alle diese wertvollen Anlagen können um so rascher für die Versorgung unserer Wirtschaft und unseres Heeres eingesetzt werden, als Z e r st ö r u n- g en nu? in nicht nennenswertem Umfang vorliegen und aus der Zeit vor der Lostrennung Ost-Oberschlesiens und der damals zu Oesterreich gehörigen Gebiete noch eine ein- gehendeKenntnis der deutschen Stel- l e n über die Vetriebsverhältnisse in den besetzten Revieren zur Verfügung steht. An vielen Stellen konnte die Arbeit sofort nach der Besetzung wieder ausgenommen werden, und die organische Zusammenfassung der besetzten Industriegebiete mit dem eng benachbarten und verwandten westoberschlesischen Revier läßt eine Leistungssteigerung erwarten, die erheblich über die bisher erzielten Produktionszahlen hinausgeht. beitet, den sollen nach der Verordnung die schärfsten Strafen bis zur Todes st rase treffen. Ausschließlich mit dem Tode bedroht die Verordnung denjenigen, der zum Schaden der deutschen Wehrkraft und Wirtschaftskraft Gebäude in Brand setzt, den Verkehr auf der Eisenbahn und Straßenbahn gefährdet oder sonst eine gemeingefährliche Straftat begeht. Schließlich verfällt dem Tode, wer in einem Gebietsstreifen, den die Zivilbevölkerung aus militärischen Gründen geräumt hat, plündert. Wer in solchen Gebieten stiehlt, ist so verächtlich, daß die Verordnung hier den Vollzug der Todesstrafe durch Erhängen vorsieht. So wird mit den härtesten Waffen der Kampf gegen gemeine Verbrecher ausgenommen, die sich in ernster Zeit aus Ichsucht, Habgier oder anderen niedrigen Beweggründen außerhalb der Volksgemeinschaft stellen; die Verordnung Aeugt von dem unbeugsamen Willen, derartige Dolksschädlinge aus- zumerzen. Das deutsche Volk, das in geschlossener Front hinter seinem Führer steht, um den ihm auf- gezwungenen Kampf zum siegreichen Ende zu führen, soll die Gewißheit haben, daß, wer aus dieser Hätten alle Besitzer einer Tankausweiskarte so viel Disziplin und so viel Anstandsgejühl, wie es die Staatsführung voraussetzte, als sie den Tankausweis schuf, dann könnten und dürften heute keine Autos mehr vor den Restaurants und den Kaffeehäusern, an den Tennisplätzen und in der Nähe von Badeplätzen stehen. Leider ist das heute noch so. Die Feststellung ist bedauerlich. Sie führt aber zwangsläufig dazu, daß diese Mißstände radikal beseitigt werden. Durch dasEinsatz-Wehrmacht-Gebühr- n i s g e s e tz wird die Besoldung, Verpflegung, Unterbringung und Heilfürsorge aller W eh r- ma ch t sang e h ö r i g e n während des besonderen Einsatzes geregelt. Alle diese Wehrmachtsangehörigen, gleichgültig, ob sie bisher aktive Soldaten oder Wehrmachtsbeamte waren oder ob Weil Benzin so unendlich wichtig ist, wurde der Tankausweis geschaffen, der allein zum Bezug des Treibstoffes berechtigt. Der Tankausweis eht eine Grenze zwischen Kraftwagen, die für sbensnotwendige Zwecke laufen müssen, iitt> solchen, die angesichts der großen Aufgaben der Nation in der Garage bleiben müssen. Eine auch nur oberflächliche Betrachtung der Straßen und Plätze zeigt, daß die Zahl der Personenwagen, bie c uch heute noch fahren, sehr groß ist. Ter Landrat eines Berlin benachbarten Kreises hat < ne Kontrolle durchführen lassen. Von 556 kontrollierten Kraftfahrzeugen befanden sich nach den eige- neu Aussagen der Fahrer 4 6 6 au f Ausflugs- f«a h r t e n. So geht das auf keinen Fall weiter! Kindlicher Fliegerangriffe gebotene Verdanke- iu n g darf verbrecherischen Elementen nicht den lnreiz bieten, in ihrem Schutz ein lichtscheues Treiben zu entfalten. Eine Derordnuna des Mi- chterrats für die Reichsverteidigung schiebt der- trügen Versuchen einen Riegel vor. Wer bei Flie- (eralarm oder unter dem Schutze der Verdunkelung u rauben oder stehlen, andere zu verätzen oder gar das Leben eines Volks- cen offen anzugreisen unternimmt, wird mit dem Tode oder mit lebenslanger oder zeitlicher Zuchthausstrafe bis zu 15 Jahren bestraft. Dieselbe Strafe trifft auch denjenigen, der in andrer Weise unter Ausnutzung der durch '"en Kriegszustand geschaffenen besonderen Verhältnisse eine Straftat be- Berlin, 8.Sept. (DRV.) Die Versorgung les deutschen Volkes mit Brot und 5t ehl ist dank den bekannten großen Vorräten an Getreide und der sehr guten Getreideernte dieses Wahres, die eine weitere Erhöhung der nationalen Reserve im Laufe des Jahres möglich macht, für lange Jahre gesichert. Diese Erhöhung der Reserve zwingt sogar dazu, alle irgendwie verfüg- hren behelfsmäßigen Lagerräume über bs bisherige Maß hinaus in Anspruch zu nehmen. s»iese reichliche Derforgung entbindet jedoch nicht vn her Pflicht, zu verhindern, daß Mehl -erschwendet oder mißbräuchlich verwendet wird. Der bisherige Mehlverbrauch soll Hoch nicht beeinträchtigt werden. ' Deshalb darf Roggen- und Weizenmehl ■j sofort nur gegen die mit Brot oder Mehl bezeich- :sten Abschnitte Nummer 1 und 2 der in der Zand der Verbraucher befindlichen Ausweiskarten ^gegeben werden, und zwar 25 0 Gramm j e Familie zu fein. Da für die Familien her F e st- besöldeten eine unverdiente Besserstel - lang eintreten würde, wenn neben diesen Leistungen in der Wehrmacht die Friedensbezüge und Gehälter in voller Höhe bestehen bleiben würden, ist angeordnet worden, daß von diesen Gehältern ein Aus gleich s betrag abgezogen wird, weil durch die Abwesenheit des Wehrmachtsange- hörigen im Haushalt Einsparungen eintreten können. Die Höhe dieses Ausgleichsbetrages richtet sich nach dem Familienstände, wobei Familien mit fünf und mehr Kindern keine Einschränkung erfahren. Der nationalsozialistische Staat sieht es weiter als feine Ehrenpflicht an, den Soldaten, welche bei opferfreudigem Einsatz chrer Gesundheit und ihres Lebens während eines besonderen Einsatzes der Wehrmacht durch Waffen- oder sonstigen Kampfmittel oder im Kampfgebiet einen Körperschaden erlitten haben, eine über den Rahmen der für den Frieden geltenden Gesetzesbestimmungen hinaus- gchende Fürsorge und Versorgung zu gewähren. Diesem Zweck dient das Einsatz-Fürsorge- und Versorgungsgesetz. Aber auch diejenigen'Volksgenossen, die infolge eines Angriffes auf das Reichsgebiet oder eines besonderen Einsatzes der Wehrmacht Schaden an Leib oder Leben erleiden, und ihre Hinterbliebenen erhalten auf Antrag Fürsorge- und Versorgung nach dem neuen Personenschädengesetz. lieber alle Einzelheiten geben die Fürsorge- und Versorgungsdienststellen der Wehrmacht, die 23er- sorgungs- und Hauptversorgungsämter, die Dienststellen des Reichstreubundes ehemaliger Berufssoldaten e. D. und die Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung e. V., ferner für die Familienunterstützung die Oberbürgermeister und Landräte (Be- zirksfürsorgeverbände) Auskunst. innen sofort die Tankausweiskarten entzogen (Der die Wagen ftillgelegt werden. Bei grobem Witzbrauch der Tankausweiskarten müssen ii.e Kraftfahrer außerdem damit rechnen, datz sie t e st r a f t werden. Die Polizeibehörden werden die Einhaltung dieser Grundsätze, die selbstverständlich cuch für alle übrigen Kraftstoffverbraucher gelten. Abschnitt. Der Abschnitt Nummer 1 berechtigt Sur Entnahme in der Zeit vom 9. September bis _ 16. September 1939, der Abschmtt Nummer 2 zur! ^em Beurlaubtenstand angehörten oder als Frei- Entnahme in der Zeit vom 17. bis elnschließlich in die Wehrmacht eintreten, erhalten zur 24. September 1939. Diese Regelung erstreckt stch Deckuna ihrer persönlichen Bedürf- selbstverständlich auch auf Spezial- und Kuchenmehl (gmeit diese nicht in Natur geleistet wer- Eer Art. . fcen, gleiche, nach dem Dienstgrad gestaffelte Ge° Kaffeezusatzmlttel dürfen nur noch gegen tzüh'rnisse (Wehrsoll). Weiter erhalten alle Anden mit „Kaffee, Tee oder Kaffee-Ersatzmittel be- ^höriqen der Wehrmacht, und zwar ohne Unterzeichneten Abschmtt der Auswerskarte abgegeben Dienstgrades, eine gleichmäßige werden. Die Höchstgrenze für Kaffee, Kaffee-Ersatz Verpflegung. Alle Angehörigen der Wehrund --Zusatzmittel wird auf 100 Gramm je macht werden durch die Dienststellen der Wehrmacht Woche (bisher 63 Gramm) festgesetzt^Das Der- u n t e r g e b r a ch t. Die vorbildliche Organisation häUnis, in dem aus diesem Abschnitt Kaffee bezo- Wehrmacht-Sanitätswesens bietet schließlich die gen werden kann, richtet sich nach der leweils oer- m^ghr bafür, daß jedem Wehrmachtsangehörigen fügbaren Menge. Die Einzelbetriebe dürfen aber ausreichende Heilfürsorge zuteil von den am 9. September 1930 noch bei ihnen vor- w-r& handenen Mengen Röstkaffee höchstens 20 Gramm Darüber hinaus erhalten diejenigen Wehrmachtsan den in der Ausweiskarte genannten Dersor- angehörigen, durch deren Einberufung zur Wehr- gungsberechttgten abgeben. Imacht der Unterhalt ihrer Familien oder die Erfüllung ihrer sonstigen Verpflichtungen nicht mehr gesichert ist, vom Staate einen Familienunterhalt. Bei Bemessung dieses durch Verwaltungs- oder Gemeindedienststellen zu gewährenden Familienunterhaltes werden die bisherigen Le b e n s v e r h ä l t- nisse und das im Frieden bezogene Einkommen berücksichtigt. Die Fortführung des Haushalts unter Beachtung der durch den besonderen Einsatz gebotenen Einschränkungen, die Erhaltung des Besitz st andes und die Erfüllung übernommener Verpflichtungen werden in vertretbarem Ausmaße gesichert bleiben. Es braucht also kein Angehöriger der Wehrmacht? in Sorge um das Wohl feiner I Iiefjt, röenn das gesunde Dolksempfinden wegen der ! e s o nderen Verwerflichkeit der Straftat iLne besonders harte Strafe fordert. Wer etwa linen Betrug an der Familie eines Kriegsteilnehmers darauf aufbaut, daß ihr natürlicher Be- chützer, der Ehemann und Vater, im Felde steht, mer die Besttmmungen über die Kriegsbewirtschaf-. -jng von Vorräten umgeht, wer Warenbestände I Front ausbricht, um auf dem Rücken seines Volkes ernichtet, um aus anderen Waren höheren Ge- eigennützige verbrecherische Zwe' □tnn einzustreichen, wer als Verwalter kriegswirt- falls mit Den härtesten Waffen gastlich wertvollen Gutes in die eigene Tasche ar-1 -------- Berlin, 9. Sept. (DNB.) Im gleichen Maß, wie Polen seine gesamte Schwerindustrie durch den Vormarsch unserer Truppen einbüßte, hat Deutschland hier einen wertvollen Zuwachs seiner starken kriegswirtschaftlichen Kraft erfahren. Die deutsche Steinkohlenwirtschaft erhalt aus den Gebieten von Oberschlesien-Dombrowa und Krakau, wenn man allein die 1938er Förderung zu- C1IU/ICW./CU ~ ««-. r------- ß.nnl; I arundeleat, eine Ausweitung um etwa 38 Millionen der Form von in der Garage aus gestielten Kani- ”, oder rund 2 0 v. H. Das übersteigt erheblich stern beziehen, sind nicht besser als Hamsterer in! Kohlenverbrauch, den die gesamte deutsche Lebensrnitteln, tm Gegenteil! Eisenerzeugung und Verarbeitung im letzten Jahre Es kann niemand mchr sagen, daß er nicht ge- ' <^abtiei £arcn bisher polnischen Gruben wußt hätte, wie bitter notwenNg wir den TrSlb- letzten Jahren bei weitem nicht voll aus- stoff brauchen, und es kann noch xM wemger *. Allein im Jahre 1929 hatten die genannten jemand sich auf die ^srefoe 9“«^^ ©ebiete mit 46 Millionen Tonnen reichlich 20 v.H. Me von l^mn^>u75;9ef1^^e^iÄ gefördert als im letzten Jahre. Hinzu kommt seien aus Unachtfamkett erfolg. Es ist keine 'ben ^olen vor einem Jahr besetzte und letzt Schande, tn der Sttaßenbcchn zu fahren. Die Wich beutrtf)er aanb befindliche Dlf agebiet mit tigkeit, das Ansehen und der Ruhm einer^Person I er Federung von etwa 7,5 Millionen Tonnen, sind nicht abhängig von dem großen <5portcabno= besonderem Wert ist diese Olsakohle wegen ihrer lett, das man benutzt. Unsere SoD^en bringen am l ichneten dur Koksherstellung und dere Opfer als das eines Verzichtes auf Lu^s- bomi?als Grundlage zur dortigen Eisen- und^Stahl- fahrten. Der Staat wird, wenn es keine rubere Insgesamt wächst die deutsche Kohlen- Möglichkeit der Belehrung mehr gürt fo ertugung aus den genannten polnischen Revieren merden müssen, daß es wahrscheiN ich zu empfehlen erzeugu 8 b , . i e r t e l. ist, sich von selbst darauf zu be linnen ^sche kriegswirtschaftliche Kraft bringt i-! was man m ernsten Zetten dqr Allgemeinheit L nßr Besetzung des ostoberschlesischen, des - schuldig ift Dombrowa- und Olsagebietes eine Steigerung ! I ------ der Eisen- und Stahlerzeugung um jmehr als zwei Millionen Tonnen. Die Die Bezugsscheinpflicht für Textilwaren wird gelockert Bestand an greifbaren und für die Verteilung unter die Gesamtheit des deutschen Volkes bestimmten Waren erheblich verringert worden wäre. Der Einzelhandel hat Gruber hinausauch .! !- "^ 'lluna" Links und rechts bellen unsere Ma- Berücksichtigung des absolut notwendig ars Bunkerstellung, die die Polen als Schreckgespenst - inD°ut,chl°ndumd.° Kl-.dung .6 nfo Me deutsch- Arm-° langst hinter w e n r g w i e u m d l e E r n a y r u n g i 8 Einzige Bewohner der Bunker sind jetzt noch sein müssen. H^bei s _ zurückstellen wie es Schwärme von Fliegen und anderen Insekten. Die daß wir eigene Wunsche sowe zm ' b Maschinengewehre am Bahndamm schweigen plotz- die S l ch e r u n g d e s w i r k 1 i ch o r i n g e n o e beschösse her Artillerie heulen noch durch Bedarfes erfordert cheine ist den die Lust. Die Polen sind geflohen man ®fwä^=rne VW »W* mehr non ihnen. Unsere Truppen snlgten amten erwachst eine besondere Verantwortung dl- ch. einem Waldran!» vor UNS e i n sowohl Takt wie gelunden st-nd °N°r n ,nischer Soldaten, die khaki- - Beamte muß,sich bewußt Uniform ist weithin sichtbar. Die polnischen . jn feigen fiänben liegt. Der Soldaten laufen auf die deutsche Stellung zu, di e '» sich mit sed°m M chcht Arm- erhoben und weiße Tücher m den Han- Marsch zur Front begegnet ist, man muß an ble verlottert aussehenden Bewohner der kleinen polnischen Städte und Dörfer denken, an die vielen Judenvisagen, die einem in diesen Städten begegnen; man muß auch an die schmutzigen und primitiven Wohnungen der Polen denken: diese Gesichter, die man da am.Damm vor sich hat, haben mit alldem nichts zu tun. Diese Gesichter sind — je länger man sie anschaut, desto gewisser wird man — sind deutsch, und die Männer beweisen dies sofort. Der eine zieht einen Brief von einer Braut aus Schneidemühl aus der Tasche, der andere holt ein Medaillon mit den Bildern der Eltern hervor, und ein dritter zeigt eine Reihe von Photos. Unsere Infanteristen geben den Uederläufern zu rauchen und zu trinken und lassen sich von ihnen erzählen, wie es bei den Polen aussieht. Da hören sie das bestätigt, was sie in den letzten Tagen bei ihren Kämpfen mit den Polen selbst erlebt haben. Die Polen leisten nur geringen Wiederstand. Jetzt, da die Warthestellung gefallen ist, erst recht. Die Ueberläufer werden unter Bewachung mrückge- bracht, man wird genau prüfen, ob ihre Angaben stimmen. Daß in der polnischen Armee genügend Volksdeutsche wider Willen dienen müssen, wissen wir ja. Daß die Polen damit, einen Unsinn begangen haben, werden sie auch jetzt erkennen. Denn von diesen Volksdeutschen läßt sich keiner in der polnischen Armee halten, sie laufen zu den Deutschen über. Straffe Zusammenfassung der Forst- und Holzwirtschaft. Berlin, 7. Sept. (DNB.) Die besondere Bedeutung der Versorgung unserer Kriegswirtschaft mitdemRoh - und Werk st off Holz hat den Reichsforstmeister veranlaßt, eine R e i ch s st e l l e für Holz zu schaffen, in der alle Fäden der deutschen Holzerzeugung und -Bedarfsdeckung zusammenlaufen. In ihr gehen auf: die seitherige Reichsstelle für Holz als Ueberwachungs- stelle für die Einfuhr und die Marktvereinigung der deutschen Forst- und Holzwirtschaft mit allen Aufgaben, Befugnissen, Rechten und Pflichten dieser Stellen. Die Reichsstelle für Holz ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechtes und ihre Nachgeordneten Dienststellen sind die durch die Verordnung über die Wirtschaftsverwaltung errichteten Forst- und Holzwirtschaftsämter. Zum Reichsbeauftragten, der die Reichsstelle für Holz leitet, wurde Ministerialrat Parchmann, Abteilungsleiter im Reichsforstamt, ernannt. Die Erzeugung sowie die Regelung und Deckung des Bedarfes an Holz und forstlichen Nebenerzeugnissen ist durch Schaffung der Reichsstelle, die unter Umständen auch Beschlagnahmen auf Grund des Reichsleistungsgesetzes vornehmen kann, sichergestellt. Einsatz für die Derufskameraden in der Front. Reichsminister Dr. Hans Frank, Reichsleiter der NSDAP., spricht in einem Aufruf an die Rechtswahrer Großdeutschlands die Erwartung aus, daß jeder da feine Pflicht tun möge, wo ihn die Führung des nationalsozialistischen Reiches hinstellt. Der Reichsgeschäftsführer des NSRB., Dr. Heuber, appelliert an das Gemeinschaftsgefühl der Rechtswahrer, die daran denken müßten, daß viele der an der Front kämpfenden Bundeskameraden in der Wirtschaft, als Anwälte oder sonst i n freien Berufen tätig gewesen sind. Die Anwälte, die noch im Beruf tätig sind, werden ermahnt, freiwillig den Aufgabenkreis der an der Front kämpfenden Kameraden zu übernehmen und ihnen durch diese freiwillige Arbeit die oft in Mühe und Not aufgebaute L e b e n s st e l - l un g zu sichern. Diejenigen Bundesmitglieder der freien Berufe, deren Tätigkeit nicht mehr den Einsatz ihrer ganzen Person erfordert, sollen sich bereit halten, ihre Dienste dem Vaterland an geeigneter Stelle zur Verfügung zu stellen. Die Reichsführung des NSRB. werde alles vorbereiten, daß sie ihre Kraft und das Können eines ganzen Mannes beweisen können. Schließlich gelte es, Frauen, Müttern und Kindern der an der Front stehenden Kameraden die Kraft der Gemeinschaft zurSeite zu stellen, ihnen mit Rat und Tat beizustehen und sie, wenn nötig, in die eigene Familie auszunehmen. Gemeinden im Dienste der Landesverteidigung. Reichsinnenminister Dr. Frick hat Maßnahmen an geordnet, um auch in den Gemeinden die Vereinfachungen durchzuführen, die im Interesse der Landesverteidigung notwendig sind. Durch die Unterstellung der Körperschaften des öffentlichen Rechts unter die Aufficht der obersten Reichsbehörden sind die Beschränkungen, denen die Kommunal- aufficht unterliegt, vorläusig aufgehoben. Die Gemeinden und Gemeindeverbände sind jetzt den Aufsichtsbehörden gegenüber Nachgeordnete Dienststellen, die deren Weisungsrecht unterliegen. Es ist aber nicht Sinn und Zweck dieser Regelung, daß die Eigenoerantwortung allgemein ausgeschaltet wird. Von der Weisungsbesugnis ist vielmehr nur dann Gebrauch zu machen, wenn dringender Anlaß hierfür vorliegt. Auch bei den Gemeinden sind diejenigen Arbeiten zurück z u st e l l e n, deren Fortführung nicht aus Gründen der Landesverteidigung geboten ist. Das gilt auch dann, wenn eine Verwaltung an sich noch über hinreichende Dienstkräste verfügt. Die gesamte Verwaltung soll von im Augenblick nicht notwendigen Aufgaben entlastet werden. Völlig e i n z u st e l l e n sind u. a. die Arbeiten über die Aenderung von Gemeindegrenzen und zur Hebung der Verwaltungskraft kreisangehöriger Gemeinden. Ebenso sind die Arbeiten der Verkehrsämter, der Heimatpflege, des Städtebaues und der Planung weitgehend einzustellen. Der Gemeindeleiter >hat sofort zu prüfen, welche weiteren Einschräntungsmaß- nahmen zu verfügen sind. Auch für die Gemeinden wird der Grundsatz durchgeführt, daß nach Möglichkeit Verwaltungsentscheidungen, für die höhere Behörden zuständig wären, auf Nachgeordnete Behörden übertragen werden. In zahlreichen Fragen des gemeindlichen Verfassungsrechts, des Wirtschaftsrechts und des Beamten- und Arbeitsrechts werden die Entscheidungen der Gemeinden künftig ohne Einschaltung der Auffichts- behörde getroffen. Auch im Bereich der Steuern und des Kreditwesens werden solche Vereinfachungen durchgeführt. Namentlich auf dem Gebiete des Finanz- und Besoldungsrechts erfolgt eine weitgehende Befreiung von der aufsichtsbehördlichen Mitwirkung. Die Gemeindeleiter, so heißt es, müssen sich bewußt sein, daß die im Kriege mehr denn je notwendige geordnete Finanzwirtschaft nur gesichert werden kann, wenn alle Mittel ausschließlich für die Kriegs- und lebenswichtigen Aufgaben eingesetzt werden. Aus aller Welt. Unfall des Kopenhagen-Verlin-Expretz. Der Kopenhagen-Berlin-Expreß ist Freitag zwischen Nykjöbing und Gjedser aus den Schienen gesprungen. Die Lokomotive stürzte eine Böschung hinunter. Der Lokomotivführer und der Heizer wurden auf der Stelle getötet. Die Lokomotive riß den einzigen mit elf Personen besetzten Wagen mit sich. Die Fahrgäste trugen jedoch keinen Schaden davon. Das Unglück wurde durch ein Pferd verursacht, das gegen die Lokomotive gerannt war. Prado-Kunslschähe wieder in Spanien. Die Genfer Stellen, die die Kunstschätze des Prado vorübergehend in ihrer Obhut hatten, erfahren aus Spanien, daß die Kunstwerke wohlbehalten an der spanischen Grenze angekommen sind. Eine MorÄNUNg des spanischen Außenministeriums nahm aus dem Bahnhof von Jrun die Kunstschätze in die Obhut der spanischen Delegation. Zwölf Wasserhosen auf einmal! Ein äußerst seltenes Naturschauspiel ereignete sich an d er lettläirdisch en Küste bei L i b a u. Kurz vor Sonnenuntergang erhob sich ein heftiger Sturm, der jedoch die örtlichen Fischer nicht zur Einstellung ihres harten Handwerks veranlaßte. Plötzlich ertönte donnerähnliches Grollen verbunden mit einem bisher unbekannten eigenartigen Geräusch. In nächster Nähe des Ufers erhoben sich mit Blitzesschnelle riesige Wassermassen und bildeten gleichzeitig zwölf „Wasserhosen". Die Fischer berichteten, sie seien von der Gewalt dieses Naturschauspiels so erschreckt gewesen, daß sie sich fluchtartig an Land begeben hätten. Die Höhe der Wasser* säulen habe mindestens 100 Meter betragen. Dis mit den Wasserhosen verbundenen Geräusche sind viele Kilometer weit gehört worden. Lose der Reichslotterie können noch erneuert werden. Der Präsident der Deutschen Reichslotterie gibt bekannt: Die Ziehung der 5. Klasse der 1. Deutschen Reichslotterie ist im Gange. Lose, die bisher FOTO-Arbeiten preiswert 277D FotO-Ruhl, Seltersweg 67 nicht rechtzeitig erneuert werden konnten, können bei den Lotterie-Einnehmern auch jetzt noch angefordert werden, soweit die Lose bis zum Zeitpunkt der Einzahlung des Lospreises noch nicht gezogen find. Ist einem Spieler die derzeittge Anschrift seiner Lotterie-Einnahme nicht bekannt, so kann er das Los bei der Deutschen Reichslotterie, Berlin W 35, Viktoriastraße 29, anfordern und an diefs bezahlen. Dabei ist das Los der 4. Klasse einzusenden^ Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnachs mittags geschloffen. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und die Bilder^ Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot (z. Z. abwesend), i. V.: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport Heinrich Ludwig Neuner (z. Z. abwesend)^ i. V.: E. Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodo? Kümmel. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsn druckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen« Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pft Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehrtz Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf.- mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preis« liste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Todesanzeige. Am Donnerstag, dem 7. September, vormittags 11.30 Uhr, verschied plötzlich und unerwartet an einem Herzschlag In Altenglan (Saarpfalz) mein lieber Mann, mein guter Vater, mein lieber Sohn, unser lieber Bruder, Schwager, Onkel und Pate Herr Karl Oßwald Polizei-Hauptwachtmeister Im 45. Lebensjahr, In tiefer Trauer? Frau Elisabeth Oßwald nebst Sohn Familie Daniel Oßwald Familie Heinrich Krämer Familie Hans Markert Gießen, Gießen-Wieseck, den 9. September 1939. Die Beerdigung findet Sonntag, den 10. September, nachm. 3% Uhr, auf Wunsch des Entschlafenen vom Elternhaus in Wieseck, Ecke 4, aus statt _________________________________________________________________________5883D Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, im September 1939. 5888V 04209 Für die innige Teilnahme, die uns beim Hinscheiden unserer lieben und unvergeßlichen Mutter Für die uns beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen erwiesene herzliche Teilnahme sprechen wir unseren innigsten Dank aus. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Döll. Gießen, im September 1939. Frau Elise Proescher geb. Rausch erwiesen wurde, sagen wir unseren herzlichsten Dank. Ruf 2135 lAf EDDE DRUCKSACHEN VW CriDE Brühl. OieBen Man braucht kein Geld für neue Sachen HZ« Marten helfen aus Altem Neues machen •* X*} 5890 A V f15'tfrnema/in figlictectalplelmosl Ludwig Kohlermann IV. Inh. L«. 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März 1936 (RGBl.I Seite 181) und den ergänzenden Bestimmungen, ausführlich erläutert von Professor Dr. W. Weber, 0. L. Prof, der Rechte und Referent im Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenichen, Leiter der Reichsstelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Bestellungen durch alle Buchhandlungen, öugo ßermüöier Verlag. Veriln-Mlers. SätBS' Kotor-Fahrrad 75 ccm, f. 65 zu verk. [04210 Jakob Hensel, Wetzsteingasse 10 KräuterhausJung Mäusburg 15. 58690 z-mmm in unserem Hause Johannesstratze Nr. 17, 1. Stock, zum 1. Oktober evtl, früher zu vermieten, [ssgsd Sommer;- und privat-Vank. toll (Gleichstrom) preiswert zu verkaufen. Zu erfr. i. d. Geschäftsst. I d. G. A. [ 04219 Kirchliche Anzeigen. tG. = Gottesdienst, KG. — Kindergottesdienst, HG. = Hauptgottesdienst, , HG.-Abendm. = Hauptgottesdienst mit Beichte und Abendmahl.) Gießen. Sonntag, 10. September. 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Nachdem man vor einigen Jahren gelegentlich der Oesfnung der großen Totenkammer der Heiliggeisb. kirche in Heidelberg die Grdndmauern der frühgotischen Kirche und das Pflaster des ehedem tiefer gelegenen Marktes entdeckt, auch das bis dahin unbekannte alte gotische Westportal festgestellt hatte, wurden jetzt in der Kirche neue Aufdeckungen gemacht, die die Fundamente der frühgotischen Kirchs bestätigen. In den Gräben des Langhauses fand man Grabplatten aus dem 15. Jahrhundert, an der Nordseite des Langhauses zwei unterirdische Zisternen in Form der mittelalterlichen Bäder. Dis Grabungen gehen weiter. Äon wem ist der „Hohenfriedberger^? In einem Aufsatz des Septemberheftes Dort Velhagen & Klafings Monatsheften weist Dr. Peter Panoff nach, daß weder der Hohenfriedberger noch der Torgauer Marsch vom Großen Preußenköniq stammen. Zwar war der „Hohenfriedberger" schon im 18. Jahrhundert in der Märscheauswahl des berühmten Dragonerregiments „Bayreuth": es ist sogar durchaus möglich, daß et in der Schlacht bei Hohenfriedberg gespielt wurde. Doch die Urheberschaft Friedrichs des Großen läßt sich nicht beweisen. Das mindert nicht die Volkstümlichkeit und Bedeutung dieses Marsches, er ist und bleibt einer der herrlichsten alten Soldaten, Märsche, die die Musik überhaupt besitzt. MO September 1959 Nr. 2U Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) -rk _8ibt Deut. 'isher i polens Hauptstadt. die Hammelrippchen und die Postpferde für die frer Herren des britischen Weltreiches bereithalten muffen, l sich, Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen! irt 9 67 im r? wie itze, sehe t bei er arten 2146 Warschau verdankt seine Entstehung als Großstadt und vor allem als wesentlicher Flußübergang derselben Tatsache wie Magdeburg. Wie in Magdeburg das westliche überhöhte Ufer hart an die Elbe herantritt, so in Warschau am rechten Ufer der Weichsel eine Moränenwelle, die rund 25 Meter über dem Mittelwasser der Weichsel liegt. Warschau zählt heute rund 1,2 Millionen Einwohner, darunter sehr viel Juden und vor allem auch Judenmischlinge. Die Industrie ist besonders in der reizlosen Vorstadt Praga am Ostufer der Weichsel ansässig. Vertreten sind Maschinenbau, chemische, graphische, Textilindustrie und Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Die Weichsel ist hier 450 Meter breit und für Schiffe bis zu 1000 Tonnen befahrbar. Die günstigen geographischen Voraussetzungen haben über Warschaus Schicksal entschieden. Warschau ist Kreuzungspunkt der von Westeuropa über Berlin und von Südosteuropa über Wien nach Rußland führenden Straßen und Bahnen, zugleich ist es ein internationaler Flughafen. Die Stadt beherbergt Weißrussen und Ukrainer, doch ist die weitaus überwiegende Mehrheit der Bevölkerung polnisch, wie überhaupt Warschau neben dem jetzt ebenfalls von deutschen Truppen besetzten Krakau als die Herzkammer Polens bezeichnet werden kann. Freiburg, das vom Feinde schon viel gelitten und dem auch dieser Franzosenflug gegolten hatte, beglückwünschte der. Großherzog den jungen Flieger vor versammelter Mannschaft und schickte ihn dann ins Hauptquartier, dem Oberbefehlshaber zu berichten. Der verlieh ihm das Eiserne Kreuz erster Klasse und heftete es ihm im Namen des Kaisers auch gleich an, noch handwarm, wie man sagt. der Stadt zeigen sollte, mußten die alten Krüge und andere Gebrauchsgegenstände der Innungen im polnischen Interesse so hingestellt werden, daß ihre ausschließlich deutschen Inschriften die guten Warschauer nicht verblüfften. Warschau kann bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts als der Zentralpunkt des Deutschtums in Mittelpolen angesprochen werden. Noch 1857 gab es in diesem Gebiet 8 Städte mit überwiegend deutscher Bevölkerung und 3 Städte, in denen sich ebensoviel Menschen zur deutschen wie zur polnischen Sprache bekannten. Im Bereich des bisherigen Gesamtpolens liegt Warschau noch in der westlichen Hälfte des Staates. Berlin dich endens rbnung eite 181) igen, -ms- i Dr. 0i ) Referent erium für isbilbung, enichen, hutz. iMungen. l-tiwrf. onnen ange. ipunft dazwischenliegenden Landstrecken zu okkupieren große Besitzungen zu eigen hat, nicht alle wünscht, sondern zufrieden ist, wenn ihm die Gasthöfe an der Straße offenstehen und ihn mit guten I Hammelrippchen und tauglichen Postpferden versehen, so ist es England auf der Straße nach Indien um die offene Tür und um die nge. Slum« Silber? hyriot Stabt schein; el-M, .. Ver, ijeobot 'sitätA ließen, ’5 Pf. mehr; Prei^ „Da liegt der Hund begraben." In dem am Jnselsberg zwischen Friedrichroda und Ruhla gelegenen Thüringer Walddorf Winterstein findet man in unmittelbarer Nähe der Burgruine Winterstein, der Stammburg des alten, noch heute weitverbreiteten Thüringer Geschlechtes von Wangenheim, ein merkwürdiges Grab. Die etwa dreiviertel Quadratmeter große Steinplatte trägt das Bild eines sitzenden Hundes und eine Inschrift, nach der „der brave Stutzel" hier 1630 „ob seiner große Treulichkeit, die er seine Her und Fraven beweist", begraben wurde, „das in nicht fressen die Rawen". Außerdem enthält die Platte in Anfangsbuchstaben noch die Namen ihrer Stifter: des Fürstlich 'Sächsischen Jägermeisters Christoph von Wangenheim und seiner Gemahlin Anna geb. von Seebach. Stutzel soll — einer bestimmten Leseart 311= folge — die Liebesbriefe eines Wintersteiner Edel- fräuleins und eines im nahen Gotha lebenden Junkers so. zuverlässig und heimlich befördert haben, daß man seine rührende Treue nach seinem Tode durch diesen Gedenkstein ehrte. Eine andere Lesart geht dahin, daß er in Kriegszeiten mit unfehlbarer Sicherheit die Verhandlungen zwischen dem Herrn der Burg Winterstein und dem Kommandanten des Schlosses Friedenstein vermittelte. Nach einem dritten Bericht soll der treue Hund einem im Schloß Friedenstein gefangengehaltenen Wintersteiner Junker unter geschickter Umgehung der Wachen Lebensmittel zugetragen haben. Schließlich gibt es noch eine vierte Ueberlieserung, nach der Stutzel, solange es seine Kräfte erlaubten, tagtäglich nach dem anderthalb Stunden „entfernten Woltershausen gelaufen fei, um dort „Einkäufe zu machen". Sein Tod ging der Jägermeisterin so zu Herzen, daß sie ihm ein großes Begräbnis aus- Worum kämpft England? Von Dr. Erich Schmidt Alles menschliche Leben beruht auf zwei Faktoren: der Macht und dem Recht. Wir nennen hierbei die Macht zuerst. Denn ohne Macht gibt es kein Recht. Wir Deutsche haben das in der bittersten Weise erfahren müssen. In den Jahren nach Versailles gab es für die Welt kein deutsches Recht. Die deutsche Macht war zerschlagen. Das deutsche Recht wurde von der Welt daraufhin mit Füßen getreten. Erst die wiedererstandene deutsche Macht 'konnte das deutsche Recht wieder zur Geltung bringen. Ist die Macht so Voraussetzung des Rechtes, so bildet das Recht umgekehrt eine ständige Kraftquelle der Macht. Das Bewußtsein, mit den eigenen Forderungen, mit den eigenen Handlungen i m Recht zu sein, verleiht der Macht jenen Elan, der sie die stärksten Widerstände brechen läßt. So sind Recht und Macht die Grundpfeiler nicht nur ■ jeder menschlichen Kultur, sondern des staatlichen Lebens überhaupt. Kein Staat kann bestehen ohne Macht. Keine staatliche Macht vermag sich auf die Dauer zu behaupten ohne das Recht. In diesem Grundgesetz der Wechselwirkung von Macht und Recht liegen Aufbau und Bestand des Staates einbegriffen. Aus diesem Grundgesetz folgert sich aber als ewiger Anschauungsunterricht der Geschichte, daß ein Staat verloren ist, der sein Recht preisgibt. Fragen wir, was diese ehernen Naturgesetze der Geschichte der Menschheit für das heutige Geschehen zu sagen haben, so ergibt sich die Antwort von selbst. Es ist selbstversiändlich deutsches Recht, die Wiedergutmachung des uns an unseren Ostgrenzen in Versailles zugefügten Unrechtes zu fordern, und, da es fein mußte, mit Waffengewalt zu erzwingen. Ein Deutschland, das fein Recht hier aufgegeben hätte oder aufgeben würde, wäre nicht wert, vor der Geschichte Bestand zu haben. Ein solches Deutschland hätte auch keinen Bestand. Denn die Macht eines Staates muh morsch und hohl werden, wenn sie nicht eingesetzt wird zur Erkämpfung des Rechts. Seit dem Ausgang des fünfzehnten Jahrhunderts sehen wir in Europa zwei Gruppen von staatlichen Gebilden: die Nationalstaaten und die Imperien. Als der Hauptvertreter imperialer Staatsauffassung steht England mit seinem Weltreich vor uns. Während der deutsche Nationalstaat nur das Ziel hat, den eigenen staatlichen Lebensraum zu sichern, will das britische Imperium die Welt umspannen. Rücksichtslos und brutal wurden Völker auf Völker von den Engländern unterworfen. Rücksichtslos und brutal sieht der Engländer den Sinn der Weltgeschichte in der Erhaltung des britischen Imperiums. Lord Palmerston hat einmal das Wesen der britischen Politik bezüglich Indiens in echt englischer Weise wie folgt gekennzeichnet: „Wie ein Edelmann, der im Norden und Süden des Landes Ostoberschlesien. Vor siebzehn Jahren, am 16. Juni 1922, mußte Deutschland die östlichen Teile Oberschlesiens den Polen übergeben, obgleich nicht weniger als 62 v. H. der dortigen Bölkerung für Deutschland und kaum mehr als ein Drittel, 38 v. H. für Polen gestimmt hatten. Nach dem Versailler Diktat sollte das strittige Gebiet der Staat bekommen, der die einfache Stimmenmehrheit erhielt, aber durch unsaubere Machenschaften wurde diese Bestimmung zugunsten der Polen gebrochen. Seitdem ist dieses „Land unterm Kreuz" unsäglich drangsaliert worden. Wie durch einen brutalen Beilhieb waren mit der Zertrennung Oberschlesiens alle Verhältnisse irn dortigen Industriegebiet zerschmettert. Polen erhielt rund 3200 Quadratkilometer wertvollstes Industriegebiet und fast eine Million Einwohner. Wir verloren Kattowitz und Königshütte, Pleß und Rybntt, wir mußten von 67 Steinkohlengruben 53 an Polen abtreten, von 16 im Betrieb befindlichen Zink- und Bleierzgruben 11, und mit ihnen verloren wir 70 d. H. der deutschen Zinkerzförderung. Don 37 Hochöfen erhielten die Polen 21, von 14 Stahl-, Eisen- und Walzwerken 9, und zwar die lieferungsfähig- ft en. Außerdem verloren wir sämtliche Zink- und Meihütten. Das größte oberschlesische Elektrizitätswerk bei Chorzow fiel an Polen, die Eisenbahn- und Wegenetze wurden brutal, zerschnitten. Alles, was deutsche Arbeit aufgebaut, wurde von Polen geraubt. Einst ein menschenarmes Land, war es durch die Tatkraft des preußischen Ministers Grasen Reden und unzähliger anderer Deutscher zu einem Hauptsitz der deutschen Schwerindustrie geworden. Die berüchtigte „polnische Wirtschaft" verdarb dieses Gebiet sehr schnell. Alles verfiel. Im polnischoberschlesischen Steinkohlenbergbau waren 1938 rund 53 700 Arbeiter beschäftigt, unter deutscher Herrschaft 1913 aber 89 700. Im Blei- und Zinkerz, bau wurden 1913 rund 10 000 Personen beschäftigt, 1937 nur 2000. Die übrigen waren arbeitslos geworden. In der ostoberschlesischen Rohstahlgewinnung sank die Erzeugung gegenüber der Vorkriegszeit um ein Siebentel. In der Walzeisenerzeugung ging die Produktion um 28 v. H. zurück. Charakteristisch ist ferner, daß die Zinkblecherzeugung von 42 500 Ton- neu im Jahre 1913 auf 14 200 im Jahre 1927 sank. Die Polen vertrieben deutsche Ingenieure und Tech, niker, die Geschäftsleiter, Werkmeister und hoch, qualifizierten Arbeiter. Der berüchtigte Wojewode Graszynski hat aus Ostoberschlesien ein Gebiet des Hungers und Elends, der Verkommenheit und der echt polnischen Brutalität der Zerstörung gemacht. Auch der Oberschlesier polnischer Zunge hatte bald selbst nichts mehr zu beißen. Die Notrufe Ostober, schlesiens fanden bei den Westdemokratien kein Echo, obgleich Lloyd George am 8. August in Paris auf einer Sitzung des „Hohen Rates" anerkannt hatte, daß Oberschlesien 700 Jahre hindurch deutsch, davon 177 Jahre preußisch gewesen war, und daß eine Teilung für England nicht in Frage käme. Es wurde geteilt, die Westdemokratien brachen ihr eigenes Wort über Oberschlesien, das sie im Versailler Dik- tat niedergelegt hatten. Jetzt haben wir uns das wiedergeholt, was uns immer gehört hatte, ein Ge- biet deutschen Fleißes, deutscher Zucht und Ordnung. Schon immer ist es das Ziel der britischen Politik gewesen, ganz ohne Rücksicht aus die natürlichen Grenzen der Völker, völlig unter Mißachtung des Rechtes auf den notwendigen Lebensraum den europäischen Kontinent politisch möglichst zu zersplittern, um überall die Gasthöfe für sich offen zu halten. Daß die Wege des Imperiums auch gesichert werden könnten durch eine Verständigung und ehrliche Zusammenarbeit mit der größten kontinentalen Macht Europas, mit Deutschland, dieser Gedanke ist England bis jetzt überhaupt nicht in Sinn gekommen. So ist England in seinem Bestteben nach Sicherheit für sein Weltreich durch eigene Schuld der eingeschworene Feind der großen National st a a t e n Europas geworden. Diese Feindschaft galt — wir sagten es bereits — Frankreich, solange Deutschland zersplittert und ohnmächtig war. Diese Feindschaft richtete sich dann gegen uns, sobald wir durch die Schaffung des Deutschen Reiches die stärkste kontinentale Militärmacht geworden waren. Wenn Frankreich sich für diese bri- ttsche Feindschaft hat einfangen und mißbrauchen lassen, so ist Frankreich für England immer dabei nur das Werkzeug. Allen Ernstes hat ja ein englischer Politiker kürzlich dem französischen Generalstab den Vorschlag gemacht, doch auf eine eigene Luftwaffe z u verzichten, den Schutz der Luft ganz England zu überlassen und dafür die gesamte französische Volkskraft nur zum Ausbau und zur Stärkung der französischen Landarmee einzusetzen. Bei der heutigen Bedeutung der Luftwaffe zeigt dieser „Vorschlag", wie sehr der französische Soldat endgültig der Söldner der britischen Weltmachtpolitik .sein soll, wobei allerdings den Sold für ihn noch das französische Volk allein zu zahlen hätte. Lassen wir uns noch einmal kurz zu dem Gedanken zurückkehren, den wir unserer Betrachtung vorangestellt haben. Die Schlußfolgerungen, die dann von jedem Einsichtigen in der Welt gezogen werden müßten, sind völlig eindeutig und klar. Das große 90-Millionen-Volk der Deutschen im Herzen Europas kämpst um sein Recht, kämpft um seinen Lebensraum. England ist es in dabei zumute war. .. Aber zwei, drei Stunden weiter weg, nämlich über dem fogenannten Heideacker, ging bald hernach das Schauspiel los, nur war jetzt das Stau- .....' V m ..._____ -S.____ htf Unteroffizier Böhme. Don Heinrich G. Kromer. Um Morgen des 25. September 1915, kurz nach acht Uhr, sahen die Bewohner des Dorfes Haslach im Schwarzwald in großer Höhe über ihrem Ort ungebetenes Geflügel, nämlich drei Flugzeuge, Die aus dem Westen gekommen waren. Sie bestaunten zwar, die surrenden Vögel, dachten sich aber nichts Gutes dabei, sei es aus Haß oder aus Furcht. Sie wußten, wenn dergleichen was fallen ließ, war es nicht, wie von einem Spatzen; sie hielten sie ohne weiteres und mit Recht für feindliche Flieger, Franzosen oder auch Engländer, und fragten sich besorgt, wo die wieder mit Bomben und Granaten ihren Besuch ankündigten. Der galt zwar nicht den guten Haslachern, die sich drum wieder an die Arbeit machten und das Ereignis ruhig ober auch aufgeregt und unruhig besprachen, je nachdem jedem Die Stadt selbst wurde 1224 zuerst geschichtlich als Fischerdorf erwähnt. Bis 1526 war sie Residenz der Herzöge von Masvvien. Im Jahre 1550 erhob König Siegmund die Stadt zur Residenz, aber erst, als 1596 die Residenz der Polenkönige von Krakau nach Warschau verlegt worden war, begann das Aus blüh en der Stadt als Mittelpunkt Polens. Seit 1656 war Warschau auch der Sitz des berüchtigten polnischen Landtags", in dem das Veto eines einzigen Schlochtschitzen, der Adligen, die Versammlung in die Luft sprengen konnte. Während die polnischen Bauern Jahrhunderte hindurch von ihrer Schlachta wie das Vieh gehalten und mit Religion und Schnaps gefüttert wurden, wuchs Warschau durch fremde, vor allem deutsche Hilfe. Es verschönerte "wenn auch heute noch im Judengetto und s 6S 7 en iinein bhes. 'ich. ^schex : atur. '| lucht. ^sser.: I ■ Diz ! [mb anderen Stadtteilen für westliche Ohren, Augen und Nasen undefinierbare Miasmen aufsteigen. Im Jahre 1656, vom 28. bis 30. . Juli, wurde hier König Kasimir von einer schwedischHranden- burgischen Armee unter dem Großen Kurfürsten und Karl Gustav vernichtend geschlagen. Im großen nordischen Krieg wurde Warschau 1702 durch Karl XII. von Schweden besetzt. Nach den schweren Rückschlägen durch die .Aufstände der Schlachta wurde Warschau 1795 Hauptstadt der preußischen Provinz Südpreußen, 1806—13 war es Hauptsitz des von Napoleon gegründeten Großherzogtums Warschau. Seit 1815 bis zum Weltkriege stand Polen mit Warschau unter russisches Herrschaft, aber die mißglückten Erhebungen warfen Warschau immer wieder zurück. Im Weltkrieg als Brückenkopf von Bedeutung, wurde es am 5. August 1915 durch die 9. deutsche Armee genommen und blieb bis zum 11. November 1918 in deutschem Besitz. Nach dem Weltkrieg wurde Warschau von den Russen bedroht, die aber in der Schlacht bei Warschau vom 6. bis 21. August 1920 ab gedrängt wurden. Wenig bekannt ist, daß Warschau — genau so wie Krakau — die stärksten Antriebe von der deutschen Siedlung empfangen hat, die hier im 13. Jahrhundert die Weichsel aufwärts im Sumpf- und Oedland die damals moderne Dreifelderwirtschaft und auch schon die Ansätze einer Entwässerung des Landes brachte. Auch die Eigenschaft teilt Warschau mit Krakau, daß in beiden Städten deutsche und,italienische Kunsteinslüsse sich kreuzten. Wenn man will, so kann man sagen, daß sich hier und in Krakau die westöstliche und die nordsüdliche Kulturentwick- lung überschnitten. Im 17. Jahrhundert gibt es bereits zwei deutsche Druckereien in Warschau. 1757 erscheint die erste Nummer der „Warschauer Zeitung", die ständig die Straßennamen der polnischen Hauptstadt in deutscher Sprache nennt. Da gibt es also eine Krakauer Vorstadt, ein Eisernes Tor, eine Marschall-, Gold-, Senatoren-, Taubenstraße usw. Als vor einigen Jahren in Warschau eine Ausstellung veranstaltet wurde, welche die Entwicklung nen und Verwundern bei den 51 iegern selbst, die plötzlich ihrer viere waren und nicht gleich wußten, ob sie da einen Genossen bekommen hatten oder einen Widersacher. Freilich blieb ihnen zu solchen Fragen wenig Zeit, um so längere aber zum Kämpfen und Abwehren; denn da droben, wo es weder Boden noch Balken gibt, umeinander herum surren und Maschinengewehr- und Flintenmusik machen, obendrein gegen einen so kühnen, zähen Gesellen wie diesen feindlichen Stößer, der ihnen auf den Schwingen das Eiserne Kreuz wies — dafür mochten drei Viertelstunden wohl eine Ewigkeit dünken. Aber sie nahm ein Ende: der Deutsche, der sich als Einzelflieger mit dreien hedumbalgte, schoß zwei der Flugzeuge ab, jedes mit zwei Mann besetzt, eins davon mit Vater und Sohn, wobei die zwei aus demselben luftigen Platz gemeinsam zu rühmlichem Tod kamen: hoch oben erschossen! Im andern Bogel mar der eine tot, sein Begleiter wundersamerwei e heil. Jetzt hielt es der dritte für ratsam, das Wette zu suchen, und es mochte ihm seltsam zumute sein, als er einsam die französische Grenze wieder überflog, seinem Befehlshaber zu melden, wo er jeme Kameraden gelassen hatte. Für den deutschen Flieger aber war es ein Glück, daß der dritte das Hasenpanier ergriff. Ihm waren nämlich, kaum, daß er die andern niedergezwungen, Flug- wie Schießstoff aus gegangen; denn er hatte ursprünglich nur einen Probeflug rorgebabt und nur aus Vorsicht und zur Hebung das Nötigste mitt genommen. Aber von Kolrnar im Elsaß bis Haslach in Baden und darüber hinaus kann einem in Kriegszeiten manches zustoßen, auch hoch in der Luft. Er ging also mit seinem Flugzeug nieder, wie nach vollbrachtem Tirili eine Lerche ins Stoppelfeld, und kam unversehrt bald nach den abgeschossenen Feinden an. Dort auf dem sicheren Boden hat ein Schwarzwälder Landmann beim Grasmähen, der Schultes- bauer von Mühlenbach, dem bösen Kampf über sich zu gesehen, auch mit bösem Bangen, wer da Meister werde, und ist denn auf den einen abgeschossenen Vogel zugestürzt, eben als der französische Oftizier heil das Weite suchen will. Er schwingt wie der leibhaftige Tod von Basel die Sense über ihm, fahrt ihm dann an die Gurgel und fragt, ob sonst noch einer unter dem Vogel stecke. Der Franzose hebt den einen Zeigefinger, das heißt auf deutsch einer, mit der Linken weist er zu Boden und sagt: Kaputt. Das war sein ganzes Deutsch, aber der Bauer versteht es. Er schultert ruhig die Sense und nimmt den Offizier gefangen, wie nach Vorschrift. Wie er nun in der Nähe einen weiteren Vogel niedergehen sieht, bedeutet er dem Franzosen mit einem Fingerzeig, auf dem tfled rennt auf das Flugzeug los und mochte den Fahrgast, der eben ausgestiegen ist, wie vorhin den Franzosen an der Gurgel nehmen. Aber der wirst ihm fürs erste ein paar faßliche Tiernamen zum Gruß hin, duzt ihn und gibt ihm schließlich em besondere Einladung, worob der Schultesbauer stutzt und einstweilen auf einen Bayern rat. Das ist der Flieger denn auch, und zwar kein anderer a s der Unteroffizier Böhme, em blutjunger Soldat, der auf seinem Uebungsflug das feindliche Dogelge- schwader zufällig entdeckte und verfolgte und unschädlich machte, bevor es feine Eier auf friedliche deutsche Städte hatte fallen lassen können Böhme und seine Tat wurden schnell bekannt.. Die deutsche Heeresleitung erwähnte am 26. September feinen Namen im Tagesbericht, und in Jung ^J869D igtll' .Kinde- ■rä vchmldtk HbZ 8, f* Ingers IO; * Kö Sß I Bequemlichkeit d er Durchfahrt zu tun." Diese „Politik der Hammelrippchen" hört sich nach außen so harmlos, ja fast gemütlich an. In Wahrheit aber ist sie seit Jahrhunderten die Ur fache des Unfriedens und der Kriege in der Welt. Denn die offenstehenden Gasthäuser, die Hammelrippchen und die Postpferde auf den Straßen der Welt zu seinen überseeischen Besitzungen glaubt England nur bann gesichert, wenn auf die- sen Weltstraßen möglichst zersplitterte und ohnmächtige Staaten liegen, die jederzeit bereit sind, der geflissentliche Diener des britischen Imperiums zu sein. Deshalb führte England ein Jahrhundert hindurch den Kampf gegen Frankreich. Deshalb wandte es sich gegen Deutschland, sobald das Deutschtum in seinem starken und mächtigen Reich geeint war. Deshalb spielt England sich so gern als der huldvolle „Freund der Kleinen" auf, weil eben diese kleinen Staaten Wahrheit nicht eine Sekunde lang auf Polen selbst an gekommen. Es können genügend englische Stimmen angeführt werden, die zeigen, wie der Engländer in Wirklichkeit über Polen denkt. England kam es allein darauf an, d i e deutschen Lebensrechte im Osten zu beschneiden, um Deutschland nicht zu seiner natürlichen Stärke und Macht kommen zu lassen. Es ist die Angst um die Hammelrippchen und um die Postpferde, von der das britische Verhalten dikttert wird, die Sorge, sich durch eine ehrliche Verständigung mit der großdeutschen Macht die Hammelrippchen und Post- pferde sichern zu müssen, anstatt sie durch eine Zersplitterung der kontinentalen Kräfte ohne einen Verständigung s will en gesichert zu sehen. Während also das Machtstreben des deutschen Nationalstaates allein die Sicherung des eigenen Lebensraumes zum Ziele hat, sind Machtstreben und Sicherheitsgedanken des Britischen Weltreiches nur von dem Ziel erfüllt, alle anderen Staaten in Ohnmacht zu schlagen ober in Abhängigkeit zu halten. Wo aber liegt bei diesen Tatbeständen bas Recht? Muß man die erst noch aussprechen? Es ist die britische Politik Hammelrippchen und Post- pferde, die sich immer gegen bas natürliche Recht großer National st aaten gerichtet hat. Diese Politik, die sich, wie die zitierten Worte von Lorb Palmerston zeigen, so gern das Gesicht des Biedermanns gibt, zeigt dann der Welt von Zeit zu Zeit ihr wirkliches Antlitz. Sie hat dies getan, als England in der Form eines unverschämten Ultimatums uns den Krieg ansagte. Wir aber glauben daran, daß in dem jetzt von England vom Zaune gebrochenen Ringen bas Recht siegen wird. Niemals wieder wirb es England gelingen, durch ben Triumph seiner Lügenpropaganda die innere Geschlossenheit Deutschlands zu zerstören und damit Deutschland ein Versailles aufzuzwingen. Wir kennen heute die englische Politik und die englische Lügenpropaganda. Wir wissen, daß die deutsche Macht stark genug ist, dem deutschen Recht zum Siege zu verhelfen. So gehen wir voll Zuversicht in den uns aufgezwungenen Kampf mit der Gewißheit, daß Recht und Macht und damit der I Sieg auf unserer Seite sind. sal, ob mir sie klug und mutig mit fester Hand zu zügeln wissen oder ob sie uns ins Verderben reißen". Zeitschriften. — Danzig und Ostpreußen, die im Mittelpunkt des Weltinteresses stehen, finden auch im September» Heft der neuen l i n i e, Verlag Otto Beyer, Leipzig, (RM. 1,50), ihre aktuelle Behandlung. In dem mit ungewöhnlich schönen Fotos ausgestatteten Landschaftsaufsatz „Schicksalsland Ostpreußen". Hinter dem Bild dieser Landschaft, das gerade jetzt zur 25jährigen Wiederkehr des Tages von Tannenberg unsere Gedanken beherrscht, tauchen die Profile der beiden großen Feldherren des Weltkrieges Hindenburg und Ludendorff auf. Sie beschließen auch die Reihe jener großen Krieger, die in der „Ahnengalerie der Strategen" zu einem großartigen geschichtlichen Rückblick zusammengefaßt sind. Don der soldatischen Tugend, die aus ihren großen Taten spricht, sind auch die Gesichter der „Gemeinschaft eines Fliegerhorstes" erfüllt. Ein Kapitel Geschichte des Seekrieges bietet der Beitrag „Die Seeschlacht". Ein buntes „Festungsspiel", das der Leser als spiel- fertige Vorlage dem Heft entnehmen kann, beschließt zusammen mit dem Beitrag „Schlacht auf dem Brett" und mit den heiter-philosophischen Betrachtungen „Männer unter sich" die männliche Well dieses Heftes. Im übrigen erscheint das reichhaltige Heft als Jubiläumsnummer der „neuen link" zu ihrem 10jährigen Bestehen. Der Herausgeber beschreibt noch einmal rückblickend Weg und Ziel dieser Zeitschrift. Bekannte Autoren und Künstler gratulieren ihr und ihre bekanntesten Mttarbeiter, erschienen zum 10. Geburtstag „der neuen linie" in ihren eigenen Kinderbildern. Diese Zusammenstellung enthält auch einige Preisträger des Erzählerwettbewerbes der neuen linie, zu dem das Preist gericht und die Schriftleitung für das Jahr 1940 im Heft aufrufen. — Die Illustrirte Zeitung vom 7.9.1939 steht ganz im Zeichen des historischen Geschehens der letzten Tage. Die Nummer kann mit ihren eindrucksvollen Bildberichten und überzeugenden graphischen Darstellungen als ein Dokument von bleibendem Wert an gesprochen werden. Aus dem übrigen Teil des Heftes erwähnen wir eine Arttkelfolge über das Geschlecht der Fürsten Colonna aus Anlaß des Todes des Gouverneurs der Stadt Rom. Ferner eine Doppelseite „Griechische Bildhauer der Gegenwart", eine Kunstbeilage „Am Rathaus in Lübeck", eine Bildseite „Tiergesichter" und den, Meressantea Beitrag ,Kampf um Oel", An alle Verkehrsteilnehmer. Aus der Giadi Gießen. Das Gartenhäuschen. Die langjährigen Schrebergärtner schätzten den Achtzigjährigen als klugen Berater und erfahrenen Mitarbeiter. Seit Jahren bestellte er mit seiner verheirateten Tochter das kleine Pachtstück, da der Schwiegersohn als Geschäftsreisender meist auswärts war. Der Alte besorgte das Umgraben und Gießen, während die Frau sich den leichteren Arbeiten, dem Pflanzen und Jäten widmete. Der Alte hatte auch das schmucke Gartenhäuschen gebaut und gestrichen, das für viele in der Nachbarschaft durch seine praktische Ausnützung des Raumes vorbildlich geworden war. Es enthielt außer einer behaglichen Stube mit Tisch, Stühlen und einem alten Sessel einen Geräteraum, der auch als Küche diente, wo man sich auf dem Spirituskocher schon einmal einen Tee oder Kaffee brauen konnte. Wenn der Alte müde war, rückte er sich den Sessel vor die Stubentür oder bei Regen vor das breite Fenster und genoß mit leuchtenden Augen und tiefen Atemzügen das kleine Gartenglück. Er kannte nichts Köstlicheres als den Duft der Erde und Blüten. Aber eines Tages wurde er trotz seines gesunden Lebens krank und lange bettlägerig, was den Schwiegersohn veranlaßte, das Pachtstück abzugeben, zumal seiner Frau die Arbeit in Haus und Garten zusammen, allein zuviel wurde. Dem Kranken erzählten sie zunächst nichts davon. Sie ahnten nicht, welche Gedanken sich der Alte um seine Beete machte, die er verkoiymen und vom Unkraut überwuchert wähnte. Um so überraschter war er, als er auf seinem ersten Ausgang seine Schritte zu den Schrebergärten lenkte und schon aus einiger Entfernung alles in Ordnung sah. Er fühlte es und es wurde ihm zur schmerzlichen Gewißheit, als er das Schlüsselversteck vergeblich abgetastet hatte, daß hier andere Hände an der Arbeit waren. Nachbarn grüßten den Ausgeschlossenen, der sich müde am Zaun hielt und luden ihn zur Rast in ihr Gartenhaus ein. Die Tochter sah es dem Heimgekehrten an, daß er alles wußte. „Wir haben ihn abgeben müssen. Es ging nicht mehr!" sagte sie, und der Alte nickte stumm. Am folgenden Tage stand er wieder am Zaun, und diesmal arbeitete eine junge Frau im Garten. Sie bat ihn wie einen guten Bekannten einzutreten und erfüllte ihm gern seine Bitte, sich ein wenig in seinem Sessel ausruhen zu dürfen. Er kam von da an täglich und half der Frau, die morgens allein war, so weit es seine noch immer schwachen Kräfte zuließen. Er meinte oft, neben seiner Tochter zu stehen, so herzlich war die Fremde zu ihm, die sich lächelnd beraten ließ und seine Vorschläge ausführte. Auch der Mann wurde sein junger Freund, und der Schlüssel hing wieder wie früher in der gleichen Zaunecke, so daß der Achtzigjährige ein- und ausgehen konnte, wie es ihm beliebte. Manchmal blieb er den ganzen Tag allein. Dann arbeitete er mit aller Anspannung, so daß er zu Hause todmüde ankam. Seine Tochter, die sein Tun heimlich als kindisch empfand, ihn aber gewähren ließ, erzählte er nur noch von seiner Arbeit und seinem Garten. Er hatte die feste Ueberzeugung, daß er den jungen Leuten unentbehrlich war und hörte glücklich das Lob der jungen Frau, wenn sie etwa ein umgegrabenes, zur Einsaat bereitetes Beet vorfand. Eines Mittags hatte er eine ganz besondere Ueberraschung für sie: das Gartenhäuschen leuchtete sie mit frischen Farben an, und im Eingang saß der Alte nach vollbrachter Arbeit still vor sich hinlächelnd im Sessel und schlief... War für immer eingefchlafen, wie der Erschrockenen die herbeiqerusenen Nachbarn bestätigten. P. B. Bornotizen. Tageskalender für Samskag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Paradies der Junggesellen". Tageskalender für Sonntag» Gloria-Palast (Seltersweg): „Paradies der Junggesellen". _______________________________ Die pollzeldirektion Gießen bittet uns, folgendes mitzuteilen: 2Hit Aufruf des zivilen Luftschutzes wurde die öffentliche Beleuchtung ausgeschattet. An ihre Stelle sind die blauen Richtungslampen getreten, die, an Straßeneinmündungen und -kreuzungen ausgestellt, allen Verkehrsteilnehmern zur Orientierung im Strahenwerkehr dienen sollen. Die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs wird im wesentlichen durch diese Einrichtung bedingt. Da die Richtungslampen, ihrer Zweckbestimmung entsprechend, stellenweise unmittelbar an den Bürger- steigkanten ausgestellt werden müssen, ist beim Lin- biegen an Straßenecken größte Vorsicht geboten und auf die Fahrbahnbegrenzung durch weißen An- Wenn man am Abend die Straßen passiert, kann man durchweg beobachten, daß die Fenster nach der Straßenfront zu wirksam abgedunkelt sind. Hier und da muß man allerdings auch feststellen, daß plötzlich ein Licht in einem Zimmer aufflammt und rasch darauf wieder verlischt, oder ein Lichtschein durch die geöffnete Tür eines anderen Zimmers hindurchschimmert; ein Beweis dafür, daß die Inhaber dieser Wohnungen sich bis jetzt noch lediglich auf das Nichteinfchalten der Beleuchtung beschränken. Derartige auch nur minutenlange, mehr oder minder starke Lichtstrahlen in die Finsternis ringsum sind selbstverständlich mit den Erfordernissen einer vollkommenen Verdunkelung nicht zu vereinbaren. Die Inhaber dieser Wohnungen werden daher gut tun, im Hinblick auf die von Tag zu Tag weiter fortschreitende Verkürzung des Tageslichtes nunmehr für die wirksame Abblendung ihrer Fenster zu sorgen und sich nicht nur mit dem Nichteinschalten des Lichts zu begnügen. Sie mögen aber auch bedenken, daß derartige Verstöße gegen die Verdunkelungsvorschriften größte Gefahr für die Volksgemeinschaft darstellen und daher unter Strafe gestellt sind. Noch seltsamer ist es, wenn der Beobachter die Straßenfrontseite der Hänser zwar völlig dunkel vorfmdet, an der R ü ck fr o n t d e s Hauses aber durch die kleinen Fenster der Speisekammer, oder des Klosetts, nicht selten auch im MaNsardengeschoß volles Licht in die Dunkelheit hinausstrahlen sieht. Hier liegt eine geradezu unfaßbare Gedankenlosigkeit vor, die darauf zurückzuführen ist, daß manche Wohnungsinhaber wohl glauben, auf die Rückseite der Häuser käme es Nicht so sehr an. Daß diese Meinung völlig falsch ist, bedarf keiner weiteren Erörterung. Es handelt sich doch darum, zur wirksamen Verdunkelung jede L i ch t q u e ll e nach außenhin zu vermeiden, also auch an der Rückseite der Häuser auf vollkommene Dunkelheit zu sehen! Ein feindlicher Flieger wird ja nicht nur die Straßenfronten, sondern auch die Rückseiten der Häuser sichten können, und wenn er hier auch nur die kleinste Lichtquelle erkennen kann, so dient ihm diese als An flugs punkt, und im Handumdrehen kann das schwerste Unglück über die Stadt hereinbrechen. Alle Volksgenossen mögen sich immer vor Augen halten, daß inmitten eines vollkommen verdunkelten Bezirks auch das kleinste Kerzenlicht weithin leuchtend zu sehen ist, um wieviel mehr aber der Schein eines elektrischen Lichts, auch wenn dieses nur durch ein kleines Mansarden-, Speisekammeroder Klosettfenster seine Strahlen nach außen schickt. Daher die unbedingte Forderung: Auch die Rückseite der Häuser unter allen U m - ständen in sorgsam st er Weise dunkel halten und auch minutenweises Licht zu vermeiden, wenn nach außen hin nicht in wirksamer W eise ab geschirmt ist! Ein anderes Kapitel zur Beanstandung ist der strich zu achten. Alle Verkehrsteilnehmer, vor allem die Kraftfahrer, werden hiermit dringend zur Beachtung dieses Hinweises ermahnt. Wer künftig durch Unachtsamkeit die Lampen beschädigt oder zerstört, wird wegen Verkehrsgefährdung bestraft. Desgleichen hat jeder, der Richtungstampen in ihrer Wirksamkeit beeinträchtigt oder mutwillig zerstört, mit der schwersten Bestrafung zu rechnen. Wer in dieser Zeit Einrichtungen unwirksam macht, von denen die Sicherheit für Leben und Gesundheit der Volksgenossen abhängt, stellt sich außerhalb der Volksgemeinschaft und wird entsprechend behandelt. Der örtliche Luftschuhteiter bittet alle Volksgenossen, dabei mitzuwirken, daß die für die Sicherheit aller bestimmten Einrichtungen nicht zerstört werden. Gebrauch von Taschenlampen beim abendlichen Ober nächtlichen Gang durch die Straßen. An sich ist es das Dernünfttgste, daß jedermann, der nicht unbedingt nach Eintritt der Dunkelheit aussen muß, zu Haufe bleibt, vor allem die Jugendlichen, wenn sie nicht einen dienstlichen Auftrag zu erfüllen haben. Wer dennoch in der Dunkelheit ausgeht, muß sich unter allen Umständen des Gebrauchs der Taschenlampe aus der Straße enthalten, wenn die Taschenlampe nicht abgeblendet rst. Es ist einfach unverantwortlich, mit hell brennender Tas^enlampe durch die Straßen zu wandern, ebenso unzulässig ist es, helles Taschenlampenlicht beim lieb er queren der Fahrdämme zu benutzen. Wer gegen diese Vorschrift verstößt, gefährdet dadurch ebenso die ganze Stadt wie derjenige, der durch nichtabgeblendete Wohnungsfenster das Licht hinausstrahlen läßt. Daher lautet hier die Forderung: Abends daheimbleiben, beim Ausgang kein T a - fchenlampen licht auf der Straße ein- schalten, wenn die Taschenlampe nicht in der oorgeschriebenen wirksamen Weise a b g e b 'I e n b e t i ft! Wer sich weiterhin Verstöße zu Schulden kommen läßt, die in der Richtung der hier gerügten liebel» stände liegen, hat von jetzt ab mit polizeilichen S trasm a ß n a hme n zu rechnen. Und es sei hin- 5Ugefügt, daß die Polizeibehörde sehr strenge und sehr weitreichende Vollmachten besitzt, um unter allen Umständen die Einhaltung völliger Vevdunke- lungsbisziplin zu erzwingen. Daher zum letzten Male: Nunmehr überall jedes Licht nach außen hin vermeiden, oder unliebsame Bekanntschaft mit der Polizei! NSDAP., Ortsgruppe Gießen-Nord. In der Geschäftsstelle Marburger Straße 20 befindet sich eine Beratungsstelle, in der sämtliche Volksgenossen und Volksgenossinnen Rat und Hilfe finden. Sprechstunden: Montag, Mittwoch und Freitag von 16 Uhr bis 18 Uhr. NSV., Ortsgruppe Gießeu-Ost. Betr.: Lebensmittel-Opferring. In der Zeit vom 11. bis 13. d. M. wird im Bereiche unserer Ortsgruppe die Sammlung zum Lebens- mittel-Opferring durch die NS.-Frauenschaft durchgeführt. Im Hinblick darauf, daß der NSV. zur Zeit sehr große und wichtige Aufgaben gestellt sind, wird gebeten, größere Geldbeträge als seither zur Verfügung zu stellen. Zeigt, daß wir eine Not- und Schicksalsgemeinschaft sind! Ehrung bei der Veichsbank. Dem Reichsbankinspektor Fritz Ehrig wurde vom Führer aus Anlaß der Wiedervereinigungder sudetendeutschen Gebiete mit dem Deutschen Reich die Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938 verliehen. Die Ueberreichung sand in würdiger Form durch den Behöbden-leiter statt. Studienrat Or. Heinrich Fuhr f. Mitten aus einem tätigen und arbeitsreichen Leben hat der unerbittliche Tod Studienrat Dr. Heinrich Fuhr herausgerissen. Eine tückische Krank- heit, der ärztliche Kunst keinen Einhalt Gebieten konnte, zehrte in wenigen Tagen seine Kraft auf. Heinrich Fuhr war ein Sohn unserer oberhessi- scheu Heimat, mit der er sich stets verwachsen suhlte. Lich war feine Vaterstadt, wo er am 2. Ium 1897 geboren wurde. Am Realgymnasium in Gießen er- warb er sich das Zeugnis der Reife und widmete sich bann an der Ludwigsuniversität dem Studium der Mathematik und Physik. Mit einer nicht ge- wöhnlichen Kraft mathematischen Denkens ausge- stattet, versprach er schon in seinen Studienjahren wesentliche Leistungen für diese Wissenschaft, in der er 1921 mit einer bedeutenden Arbeit über auto- morphe Funktionen promovierte. Nach mehrjähriger Tätigkeit als Assistent am Mathematischen Seminar verließ er die Universität, um in den Schuldienst einzutreten. Den Vorbereitungsdienst für das höhere Lehramt erledigte er an der Justus-von-Liebig- Schule (damals Oberrealschule). Nach vorübergehender Verwendung an der Realschule in Hungen trat er in den Lehrkörper der Anstalt ein, an der er seine Ausbildung empfangen hatte. Ihm gehörte er bis zu seinem Tode an. Seine Arbeit in der Schule war getragen von tiefem, wissenschaftlichem Ernst, einem reichen Maß pädagogischer Fähigkeiten und vorbildlicher Pflichtauffassung. Zur Entwicklung und besonderen methodischen Ausprägung des mathematischen Unterrichts an feiner Schule hat er Entscheidendes beigetragen. Darüber hinaus erlangte fein Wirken Bedeutung durch feine Mitarbeit bei der Ausbildung der Studienreferendare und feine Veröffentlichungen über Fragen des mathematischen Unterrichts. Seit 1930 beanspruchte die Hochschule wieder einen Teil seiner Kraft und erteilte ihm 1932 offiziell einen Lehrauftrag. Er hielt Vorlesungen und Uebungen über niedere und höhere Geodäsie, über viele Gegenstände der höheren und insbesondere der angewandten Mathematik, sowie über die didaktischen und methodischen Grundlagen der Schul* Mathematik. Seine wissenschaftlichen Arbeiten beziehen sich auf Kreis- und Kugelmessung und vor allem'auf die Lösung höherer Konstruktionsaufgaben mit einem neuen Instrument, dem Zeichenwinkel. Er hat das wichtige Ergebnis gefunden, daß man mit diesem Hilfsmittel alle klastischen Konstruktionsaufgaben und darüber hinaus alle Aufgaben dritten und vierten Grades lösen kann. Heinrich Fuhr besaß ein außerordentlich umfassendes und krittsches Wissen, eine wirklich hin- gebende Liebe zu seiner Wissenschaft und seinem Beruf und eine unermüdliche Arbeitskraft, die er ht der uneigennützigsten und selbstlosesten Weise der Wissenschaft und der Schule dienstbar machte. Poiizeihauptwachtmeister Oßwald f. Im Alter von nur 44 Jahren ist der bet der Po- llzeidirektton Gießen tätig gewesene Polizeihauptwachtmeister Oßwald durch einen Herzschlag plötzlich aus dem Leben abberufen worden. Der so jäh verstorbene Beamte stammte aus Wieseck. Nach seiner Schulentlassung widmete er sich der Musik und trat kurz vor Ausbruch des Weltkrieges bei dem Musikkorps des Infanterie-Regiments 99 in Zabern in iben Heeresdienst ein. Mit seinem Regiment zog er alsbald ins Feld. Nachdem er im Verlaufe des Weltkrieges noch bei verschiedenen anderen Truppenteilen an der Westfront Dienst für das Vaterland geleistet hatte, kehrte er als Unteroffizier aus dem Felde heim. Im Jahre 1920 trat er in die hessische Sicherheitspolizei ein. Seine ausgezeichnete Führung im 29/30 - 2!U. Jedes Licht nach außen vermeiden? Ein ernstes Wort an die Minuten-Knipfer. — Oie Rückseite der Häuser ist nicht nebensächlich. - Fort mit hellbrennenden Taschenlampen. - Die Polizei läßt Nachsicht nicht mehr walten. Der Zufall im Weltgeschehen. Von Bruno H. Bürgel. Friedrich der Große hatte als junger König eine Zeitlang eine starke Zuneigung zu dem ungemein geistreichen, aber charakterlich etwas zweifelhaften französischen Philosophen und Schriftsteller Voltaire, der ja auch zwei Jahre lang fein Gast in Potsdam war. Es wird berichtet, daß beide Männer einst in einen lebhaften Disput gerieten über die Frage, ob das Weltgeschehen nach der Vorausbestimmung und dem Willen eines weisen Weltenlenkers ablaufe oder ob es sozusagen ein buntes Würfelspiel sei. „Die ganze Welt" — so rief damals Voltaire aus — „regiert Seine Majestät der Zufall!" Friedrich ist nicht ganz dieser Meinung, auf alle Fälle glaubt er, daß die Natur eine „Intelligenz" besitze wie der Mensch und also nicht mit ihren Kräften blind würfele. „Eine intelligente Natur muß notwendigerweise beim Aufrechterhalten des Universums den Vorsitz führen. Die ganze Welt beweist diese Intelligenz!" Ganze Bibliotheken sind über diese Frage geschrieben worden. Im Grunde ist sie mit dem Verstand des Menschen nicht zu lösen, wie alle letzten Probleme für uns unlösbar sind; alles Raten und Meinen darüber ist mehr oder minder geistreiche Hypothese. So sicher es ist, daß es letzten Endes keinen Zufall gibt und alles durch Ursache und Wirkung miteinander verknüpft ist, auch der bekannte Sperling nicht ohne Grund vom Dache fällt — man kann hier doch verzwickte Fragen stellen, die sich nicht beantworten lassen. Es ist wohl kein Zweifel, ^atz ein einziger Mensch, ein Genie, ein Erfinder, Denker, Staatsmann die ganze Well umkrempeln kann. Denken wir z. B. an Napoleon! Aber um em Haar wäre der junge Napoleon 1796 im Kampf um die Brücke bei Arcvle, als fein Pferd scheute und ihn in den Sumpf warf, ertrunken; mit Muhe zog man ihn heraus. Welchen Weg hätte die Weltgeschichte genommen, wenn der Korse, der ja eben erst anfing, die Ruhmesleiter zu ersteigen, umgekommen wäre? — Von einem gewissen Standpunkt aus kann man behaupten, daß unser ganzes Dasein auf dieser Erde eine Zufälligkeit sei. Es läßt sich wohl nicht bestreiten, daß alles Leben auf Erden allein durch die Sonnenstrahlen ermöglicht wird; der Planet Erde, der unsere Heimat ist, hat eine außerordentlich günstige Stellung im Sonnensystem, die eben die Entwicklung höherer Lebensformen ermöglichte. Aber die Astronomen, die die Bahnen der Gestirne genau kennen, mit höchster mathematischer Schärfe anzugeben wissen, weshalb ein Planet, Komet, Meteor eben diese und keine andere Bahn im Sternenraum beschreibt, zeigen uns, daß diese Bahn der Erde um die Sonne einzig und allein der Tatsache zuzu- ■ chreiben ist, daß unser Planet, als er sich vor grauen Zeiten als ein Glutspritzer von der Sonne löste, zufällig eine bestimmte Geschwindigkeit erhielt. Heute läuft die Erde mit einer Geschwindigkeit von 30 Kilometer in der Sekunde in ihrer nicht sehr von einem Kreise abweichenden Bahn um das große Wellenfeuer; hätte diese Geschwindigkeit aber etwas über 40 Kilometer in der Sekunde betragen, so wäre diese Kugel, auf der wir hausen, immer weiter und weiter in den fernen Sternenraum hinausgeflogen, hätte sich immer mehr von der Sonne entfernt und wäre in Nacht und Eis versunken für alle Zeiten. Nie hätte sich Leben auf ihr bilden können. Gewiß, ein frommer Mann kann nun sagen, Gottvater, der Weltenlenker, hat das so gewollt. Aber es erhebt sich 'bann die Gegenfrage, warum er es bei den anderen Gestirnen nicht so gewollt hat, und man kann sich auch auf den Standpunkt stellen, daß wahrscheinlich damals, als das Sonnenreich entfta.Vo, sehr viele Planeten gebildet wurden, von denen eben nur die übrig blieben und noch heute der großen Weltkörper-Familie angehören, deren Geschwindigkeit zufällig so beschaffen war, daß sie ständige Mitglieder der Familie blieben, während die anderen eben „auswandern" mußten in die Nacht der Unendlichkeit. Es ist nicht einzusehen, washalb das eine Gestirn begnadet, das andere unbegnab-et ist! Eine sonderbare Vorstellung ist es, daß alles Menschentum, die ganze Menschheitsgeschichte im Grunde abhängig war von der ursprünglichen Geschwindigkeit der von uns bewohnten Kugel. In unserer allernächsten Nachbarschaft kreist eine andere Weltkugel, deren einsame Felsenlandschaften wir in den heutigen Riesenfernrohren mit größter Genauigkeit studieren können: es ist der Mond. Wie interessant wäre es, wenn er der Erde gleich bewohnt wäre- wir würden mancherlei davon wahrnehmen, denn'selbst größere Anlagen und Bauwerke blieben uns heute nicht verborgen. Aber nie hat dieses Ge- ’ftirn höher entwickeltes Leden tragen können, weil Seine Kleinheit, bester gesagt seine geringe Masse und Anziehungskraft die Bildung und Festhaltung einer Lufthülle und größerer Wasserbecken verhinderte. Die Gase, die dafür in Frage kommen, losten sich vom Monde, Detinren sich im Himmels raum, während die an Masse achtzigmal mächtigere Erde sie eben festzuhallen vermochte. Bei einer großen kirchlichen Feier sprang eines Tages beim Läuten der Glocken ein Teil des mächtigen Klöpfels ab, sauste durch das Schalloch des Turmes und erschlug eines von vielen hundert Kindern, die am Domplatz aufmarschiert waren. Ohne Zweifel läßt sich durch Fachleute' genau feststellen, wieso und weshalb der Klöpfel zersprang und daß er nach den Gesetzen der Physik eben diesen Weg beschreiben mußte, an eben diesem Punkt den Erdboden erreichen mußte. Ursache und Wirkung sind streng gesetzmäßig verknüpft, und der Anatom und Physiolog kann haargenau nachweisen, weshalb das so getroffene Kind sterben mußte. Niemand aber kann ber Mutter die Frage beantworten: „Weshalb gerabe mein Kind, weshalb nicht bas benachbarte?" Und warum fiel der Klöpfel nicht in eine Lücke zwischen den Kindern? Der Physiker wird sagen, daß der Klöpfel, ben Fallgesetzen entsprechend, gar nicht anders fallen konnte, aber niemand kann erklären, weshalb eben an diesem Punkt ein Kind stand. Schon die Alten haben sich mit diesem Problem herumgeschlagen; die Griechen sprechen von „Moiren", die Römer von den „Parzen , den Schicksalsgöttinnen. Klotho ist die Spinnerin des Lebensfadens, den schließlich Atropos mit der Schere durchschneidet, je nachdem, welches Los für seinen Lebensweg Lachesis dem Menschen zuteilte. Sind wir viel klüger geworden als die Allen mit ihrer Götterlehre? Unsere Philosophen haben dickleibige Bände geschrieben über bas Physische und das Metaphysische, das Sichtbare, Erkennbare und die dahinterliegenden, letzten Endes nicht mehr erkennbaren und erklärbaren Umstände und Gründe. Sie sagen uns nicht viel mehr als die bunten Bilder der Alten, die bei Göttern enden. Es ist interessant, daß auch Napoleon, wie Voltaire am Ende seines Lebens, immer in der Gefangenschaft auf St. Helena, ben letzten Gründen seines Zusammenbruchs nachgrübelnd, zu dem Schluß kommt, daß der Zufall schließlich über Erfolg und Mißerfolg enstcheide. Hier aber widersprechen mir, denn der Mensch ist doch in weitem Masse Herr seiner Entschlüsse und, wenn wir auch alle unseren Erbanlagen entsprechend vorbestimmt sind, auch ein Napoleon nur werden konnte, was er im Kern seines Wesens von Anfang an war. Den Weg nach St. Helena hat er sich selber geebnet, wenn auch manche Zufälligkeiten im guten wie im bösen Sinne in seinem Leben eine Rolle spielten. „Die Sonnenpferde", sagt einmal Goethe, „versuchen, mit unserem Lebenswagen durchzugehen; es ist unser Schick-