Iir.184 Erstes Matt 189. Jahrgang Mittwoch. 9. August 1939 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vriihlsche Unlverfitätsdruckerei «.Lange In Stehen. Schriftleitung und SeschSftsftelle: Schulftratze 7 Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer vis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Text- anzeigen von 70 mm Breit« b0Rpf..Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.25°/a mehr. LrmShigle Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen. Bäder». Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rpf. 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In zynischen Worten erklärt das Blatt, man müsse sich von der falschen Einstellung freimachen, die dazu führt, daß alle Nationen seit Jahren der Ansicht sind, daß man Deutschland fortwährend etwas „opfern" (!) müsse. Europa könne nicht damit einverstanden sein, daß es Deutschland gegenüber die Rolle des Räubers spiele, der dem Beraubten andauernd etwas abgeben müsse. Das polnische Schmutzblatt wagt «dann eine geradezu groteske Verdrehung der Wahrheit, indem es behauptet, die Wirklichkeit sei anders. Deutschland sei der Räuber, „dem vor zwanzig Jahren ein großer Raub mißlungen ist", wobei es ganz vergißt, wie Polen durch Raub deutscher uni) anderer Gebiete zustandegekommen ist. Bei dieser Gelegenheit hätten damals die Ueberfallenen dem Räuber die Knochen gebrochen, ihm aber „edelmütig die Genesung" (lies Versailles) ermöglicht, sollen sie heute noch dem gefährlichen Rekonvaleszenten eine Abfindung geben? Das Blatt beschäftigt sich dann mit den „Kriegs- gielen" Polens: Wenigstens ein Frieden für 50 Äahre und die Sicherstellung eines geographischen Rahmens für den polnischen Staat. General Sosn- !?owski habe Polen und der Welt vor Augen ge- 'ührt, daß der Versailler Vertrag, der nach der Niederwerfung Deutschlands abgeschlossen wurde, keineswegs Grenzen geschaffen habe, die sich mit -oer nationalen Gerechtigkeit und den Bedürfnissen *er polnischen Nation decken. Ursprünglich polnische Gebiete seien außerhalb des geopolitischen Rahmens «es polnischen Staates geblieben, heißt es weiter, wobei die plumpe Lüge von angeblich „zwei Millionen Polen unter deutscher Herrschaft" aufge- särmt wird. Das Blatt gibt dann zu, daß die E r - i berung Danzigs ourch Polen von jeher ju den Zielen der polnischen Politik gehört hat, idem es von der jetzigen „halben Erledigung der Ranziger Frage" spricht. Auch die Forderung ach O st preußen fehlt nicht, denn weiter heißt is, die für Polen negative Erledigung der Frage Ostpreußen in Versailles habe dazu geführt, daß Deutschland schon ein Jahr später Europa mit der frage irgendeines Korridors zu beunruhigen besonn. Das Hetzblatt schließt seine aufschlußreichen Aus- uhrungen mit einem deutlichen Hinweis auf „Po- drns offengebliebene Rechnungen". ♦ Der polnische Größenwahn und die Kriegshetze ii Polen nehmen von Tag zu Tag zu. Das ist das Ergebnis der englischen Aufputschung Polens. Nach-» «m Deutschland gestern erst die unverschämten lieroaltantüningungen des „Czas" in unmißverständ- !icher Weise gekennzeichnet und keinen Zweifel dar- roer gelassen hat, wie im Falle einer polnischen !,eschießung Danzigs das gesamte deutsche Volk riit allen seinen Machtmitteln reagieren wird, Iimmt nunmehr das Krakauer-Hetzblatt mit seinen frechen Beschimpfungen Deutschlands und mit seinen rwhnwitzigen „Kriegszielen^ gegenüber unserem Üreich. Daß es dabei dem Krakauer Schmutzblatt nicht darauf ankommt, längst als irrsinnig bekannte faustdicke Lügen erneut vorzubringen, offenbart die moralische Minderwertigkeit dieser Gesellen, zugleich aber auch die hanebüchene Verantwortungslosigkeit, mit der sie zum Kriege gegen Deutschland Hetzen, gegen dasselbe Deutsche Reich und Volk, durch dessen Waffentaten und Blutopfer im Weltkriege Polen überhaupt erst erstand. Und wenn nun die großmäuligen Hetzer in Krakau von dem „edelmütigen" Versailles sprechen, zugleich auch, nachdem sie damals schon deutsches Land und Volk mit frechen Händen geraubt haben, neue Eroberungsabsichten auf deutsches Land ankündigen, so können wir ihnen nur noch einmal sagen, daß das nationalsozialistische Deutschland nicht das Deutschland vom November 1918 ist und daß das Großdeutsche Reich unter seinem Führer Adolf Hitler den polnischen Kriegstreibern eine Antwort geben würde, bei der den Herrschaften in Warschau und Krakau Hören und Sehen verginge. Wenn die kriegslüsternen Polen heute offenbar allen Sinn und Verstand verloren haben, so dürfte ihnen dringend Einkehr zur Selbstbesinnung anzuraten sein, ehe es zu spät ist. Das Danzig, 8. Aug. (DNB.) Der „Danziger Vorposten" befaßt sich mit den Auslassungen des „Czas" und schreibt: Seit Wochen werden alltäglich kriegerische Drohungen gegen Danzig ausgesprochen, so daß die hellhörige Danziger Bevölkerung sich angesichts der dauernden Ankündigungen trotz ihrer völlig gesunden Nerven durch den vorerst papiernen Kanonendonner des polnischen Kriegsalarms jeden Tag beim Aufstehen am Morgen aufs neue mit der Frage beschäftigen muß, ob die kriegslüsterne polnisch/e Soldateska nicht über Nacht den Ueberfaü auf Danzig gewagt hat. Dieser andauernde Zustand der täglichen Kriegserklärungen — und als solche müssen die Auslegungen des „Czas" bewertet werden — ist für uns Danziger unerträglich und kann auf keinen Fall länger von Danzig hin genommen werden. Wir haben Geduld und Großmut genug aufgebracht und bisher so getan, als ob wir die polnischen Kriegsdrohungen nicht hörten. Man kann aber nicht verlangen, daß wir den Mund verschließen, wenn eine ernst zu nehmende Warschauer Zeitung im Anschluß an eine Rede des polnischen Armeegenerals ankündigt, Danzig soll beschossen werden. Wir haben die unverschämten polnischen Redensarten bisher nur als Großmäuligkeit und Größenwahn bezeichnet, wir haben inzwischen aber feststellen müssen, daß die in der ganzen polnischen Oeffentlichkeit anzutreffende Eroberungslust und der Eifer, das Reich und Danzig in der unflätigsten Weise zu beschimpfen, eine direkte Gefahr für den europäischen Frieden darstellen. Wir halten es für unsere Pflicht, in diesem Augenblick der polnischen Kriegsdrohung nicht nur eine ernste Warnung auszusprechen, sondern auch die« deutsche Volk in seiner Gesamtheit hat jedenfalls keine Lust, sich noch länger von diesen unsauberen Weltkriegsgewinnlern provozieren zu lassen, sondern es wird dem Mißbrauch seiner Geduld nicht mehr lange zusehen. Erkenntnisse in London. London, 9. August. (DNB. Funkspruch.) Die eindeutigen Antworten der deutschen Presse auf die kriegshetzerischen Ausführungen des polnischen Blattes „Czas" haben in der Londoner Presse die größte Aufmerksamkeit gefunden. Neben langen Auszügen aus führenden deütschen Blättern wird insbesondere der Artikel des „Danziger Vorposten" stark beachtet. Man. scheint sich auch in London allmählich darüber im klaren zu sein, daß Deutschlands Geduld gegenüber den polnischen Provokationen nicht unerschöpflich ist. Die „Times" schreibt in dem Zusammenhang, die Antwort der deutschen Presse gegen Polen sei offenbar „nicht für den inneren Gebrauch bestimmt gewesen". Aus Warschau meldet das Blatt, daß von einer Entspannung, die man glaubt bemerken zu können, nicht die Rede sein könne. ganze Welt darauf hinzuweisen, daß von polnischer Seite hier nachweislich bewußt und überlegt alltäglich der Zündstoff an ein Pulverfaß gelegt wird, das jederzeit explodieren könnte. Die unverschämte polnische Sprache und die Drohung mit polnischen Geschützen gegen Danzig kann nur eine klare Antwort finden: Danzig hat sich — nachdem die militärische Eroberung der deutschen Stadt an der Weichselmündung von polnischen Politikern und Generalen prophezeit wurde — für eine Verteidigung eingerichtet. Noch niemals in der ruhmvollen und kriegserinnerungsreichen Geschichte der Hansestadt hat ein polnischer Soldat den Boden Danzigs be-\ treten. Selbst als ein polnischer König, Stefan Batory, mit feinem Heer Danzig besetzen wollte, blieb er als Geschlagener vor den Toren. Dieses geschichtliche Ereignis soll dem kriegslüsternen polnischen Volk zu denken geben. Danzig hat sich nicht nur aus eigener Kraft für die militärische Abwehr eingerichtet, sondern weiß sich im Schutz des starken Groß deutschen Reiches und der einsatzfähigen deutschen Wehrmacht. Der polnische Kriegsalarm darf in Zukunft nicht ungestraft zum Tagesprogramm der europäischen Politik gehören. Die Danziger haben es satt, in dauernder Bedrohung zu leben. Sie wollen die Augen einer großen Oeffentlichkeit auf das wahnsinnige Kriegsspiel lenken, das Polen seit Wochen in Szene gesetzt hat. Ltkrainische Passion. Mehr als 7 Millionen Menschen ukrainischen Volkstums leben in den Ostprovinzen der polnischen Republik. Diese Tatsache muß man sich vor Augen führen, wenn die chauvinistischen Schreihälse auf Rednerbühnen und in der Presse in Polen der Welt vormachen möchten, daß ganz Polen wie ein Mann hinter den größenwahnsinnigen Annektions- een polnischer führender Kreise stände. In Wirk- t kann man von den 34 Millionen Einwohnern dieses Staates nur höchstens 22 Millionen als echte Polen rechnen. Die anderen werden zwar auch zu allen staatsbürgerlichen Pflichten heraNge- zogen, als da sind Steuerzahlen und Heeresdienst leisten, im übrigen aber werden sie unterdrückt, entrechtet und geknechtet, und daß diese Politik eines schreienden Unrechts nicht durch alle Welt hallt, liegt in der Hauptsache daran, daß demokratische Ohren für eine Verletzung der sog. Menschenrechte eben dann nicht empfänglich sind, wenn es sich um die eignen Freunde handelt. Daß aber diese 12 Millionen nichtpolnischer, also unterdrückter Menschen begeistert hinter der unersättlichen imperialistischen Kriegspolitik der Polen stehen sollten, ist nicht recht zu glauben. Am allerwenigsten kann man das von der ukrainischen Volksgruppe erwarten. Als der Weltkrieg zu Ende ging, hatten die Ukrainer, weil sie an die These vom Selbstbeftimmungsrecht glaubten, sich für selbständig erklärt, hatten für Ostgalizien eine eigene Regierung in Lemberg eingesetzt und eine eigene Armee mit den bescheidensten Mitteln auf- gestellt. In erster Linie hatten sie sich gegen die Bolschewisten zu verteidigen, die nacy Westen vor- zustoßen strebten. Derselbe Druck lag auf dem Gebiet des neuerrichteten eigentlichen Polen, aber statt diese Invasion gehörig abzuwehren, fielen die Truppen des polnischen Generals Haller den kämpfenden Ukrainern in den Rücken und bemächtigten sich ihres Landes. Später hat die Botschafterkonferenz den Polen dieses Land unbegreiflicherweise zugesprochen, aber die Polen hatten versprochen, den Ukrainern eine Autonomie zu gewähren. Natürlich haben sie auch dieses Versprechen nicht gehalten. Immer waren sie nur groß im Nehmen. Die Einhaltung von Verpflichtungen kannten sie nicht, und selbst das, was ihnen noch nicht gehörte, wie Wilna und Oberschlesien, wußten sie sich durch sog. Aufstände und illegale Ueberfälle zu verschaffen. Macht stand vor Recht, und die Alliierten sanktionierten alles, was das ungeratene polnische Schoßkind der westlichen Demokratien auch nur anstellte. Das ukrainische Nationalbewußtsein hatte sich in den Okkupationsjahren von 1916—19 stark entwickelt. Die Ukrainer hatten Schulen gegründet, Zeitungen entstehen lassen und ein blühendes Genossenschaftswesen auf die Beine gestellt. Ihr nationales Leben gruppierte sich um die griechisch-unierte Kirche, an deren Spitze der greife Metropolit Szeptyckij stand. Das wurde mit einem Schlage anders, als die Polen ihre schwere Hand auf das Land legten. Hunderte von Kirchen wurden den Ukrainern weggenommen, teils in römisch-katholische Kirchen umgewandelt, teils einfach zerstört. In vielen Gegenden wurden die Genossenschaften liquidiert, mehrere hundert Schulen geschlossen und die Vereine aufgelöst. Das waren aber nicht nur Maßnahmen einer Übergangszeit, vielmehr geht die von den Polen planmäßig ange- etzte Aktion bis zum heutigen Tage unbeirrt weiter. Man will die Ukrainer zwingen, zur römischen Kirche überzutreten. Besonders dann, wenn sie — wie in den kongreßpolnischen Landesteilen — sich zum orthodoxen Glauben bekennen. Ein orthodoxer Ukrainer in Polen kann kein Land erwerben, da die Behörden ihm die erforderlichen Dokumente Danzig warnt Warschau. polens Kriegshetze ist eine Gefahr für den europäischen Frieden. Der M vom Westwall, ein Dokument der größten Gemeinschaftsarbeit des deutschen Volkes. 5 s- I' i ■M X.W-I ' ss%- ■■■■ ■; Vv . z •:< ' M 1 Vorn Donnerstag ab zeigen alle großen Filmtheater unter Fortfall von Wochenschau und Kultufilm den dokumentarischen Film „Der Westwall", der als Gemeinschaftsarbeit der Deutschen Wochenschauen unter der Gestaltung von Dr. Fritz Hippler entstanden ist. Der Film gibt einen tiefen Einblick in den Bau des Westwalls von feinen ersten Anfängen bis zu feiner stolzen Vollendung und ist damit ein großartiges Zeugnis für die größte Gemeinschaftsarbeit des deutschen Volkes, durch die ihm die absolute Sicherheit gegenüber jedem feindlichen Angriff gegeben wurde. Das Bild links wurde während der Entstehung der riesigen Verteidigungsanlagen gemacht: Arbeiter gehen auf einer Brücke über die bereits fertiggestellten Höcker» Hindernisse zu ihrer Arbeitsstelle. Mitte: Die Ablösung zieht in eines der 22 000 Panzerwerke ein. Rechts: Hohlgang in einem großen Panzerwerk, der die Geräumigkeit der unterirdischen Anlagen veranschaulicht. — (Scherl-Bilderdienst-M.) nicht ausstellen. Aus staatlichen und privaten Unternehmungen wird er entlassen, es sei denn, daß er seine Religion und damit seine Nationalität wechselt. Neue Arbeit findet er nicht, aber auch Arbeitslosenunterstützung ist ihm versagt. In vielen Bezirken Polens ist die Anwendung der ukrainischen Sprache in den Schulen verboten. Die höheren ukrainischen Schulen sind aufgelöst oder befinden sich unter polnischem Einfluß, an den Universitäten wird nur eine ganz minimale Zahl von Ukrainern zugelassen. Man will das Aufkommen jeder ukrainischen Intelligenz verhindern. Im sogenannten Cholmerland gibt es weder ukrainische Zeitungen, noch Bücher. Zusendungen von außerhalb unterschlägt die Post. r , Aber noch schändlicher sind die Maßnahmen der Polen, die sich direkt gegen Leben und Eigentum der Ukrainer richten, die „Pazifizierungsmaßnahmen" des polnischen Militärs. Wenn die Polen in ukrainischen Dörfern auf andere Weise das ukrainische Kulturleben nicht zu vernichten vermögen, oder wenn sie mit den großen Majoritäten der Ukrainer bei Wahlen unzufrieden sind, wenn die zahlreichen Verhaftungen oder kleinliche Schikanen nicht ausreichen, den Widerstand der Ukrainer zu brechen, dann schicken sie polnisches Militär oder Polizeitruppen dorthin, die den Auftrag bekommen „aufzuräumen". Sie umstellen die Dörfer, dringen in die Häuser ein, zerschlagen die Fenster und Türen, werfen das Hausgerät und die Vorräte auf den Hof und zerstören sie. Gegen die einzelnen Bewohner haben sie bestialische Grausamkeiten erfunden, mit denen sie ihren Eigenwillen brechen wollen. Vielfach werden die Bewohner in Kellern oder Scheunen zusammengetrieben und dann bis zur Ohnmacht geprügelt. Die Kirchen werden verwüstet und zum Teil niedergebrannt. In Ostpolen gibt es zahlreiche Dörfer, die von Menschen völlig entblößt sind, in anderen Dörfern wieder sieht man Hunderte von verletzten Ukrainern, die ihre Wunden heilen. Gelingt es den Bauern rechtzeitig, in die Wälder zu flüchten, dann werden regelrechte Treibjagden auf sie veranstaltet und die Flüchtenden ein- fach niedergeschossen. Wo die Bauern sich zur Wehr setzen, können sie allerdings auch furchtbare Gegner werden. Dann werden die „Pazifierungen" solange fortgesetzt, bis der Zweck erreicht ist. Trotz dieser schrecklichen Leiden und Martyrien aber ist es den Polen bis heute nicht gelungen, das Nationalbewußtsein der Ukrainer auszulöschen. Die Welt könnte daraus lernen, was es bedeutet, den Polen, die heute »schon wieder die Hand nach fremdem Land und fremden Menschen ausstrecken, nichtpolnisches Volkstum auszuliefern. Kr. Die Feierabend-Gestaltung. Dr. Leh über neue Aufgaben. Bayreuth, 8. Aug. (DNB.) Am Dienstagnachmittag sprach Reichsleiter Dr. Ley im großen Sitzungssaal der Gauwaltung der DAF. in Bayreuth zu den aus Anlaß des heute beginnenden Besuches der Bayreuther Bühnenfestfpiele durch 7000 KdF.-Festspielbesucher aus allen Gauen Groß- deutschlands in Bayreuth versammelten KdF.-War- ten und deren Feierabend-Referenten. Einleitend gab Dr. Ley einen kurzen Rückblick auf den Verlauf der letzten KdF.-Reichstagung in Hamburg. Dr. Ley beschäftigte sich weiter mit den neuen Aufgaben der Feierabendge- st o l t u n g und gab bekännt, daß in der neu zu errichtenden Stadt des KdF'Wagens Fäll ers- leben eine Reichsschule für Feierabend- Gestaltung ins Leben gerufen werde. Er teilte erner mit, daß er von zentraler Stelle d?r NSG. „Kraft durch Freude" aus die Aufstellung von 100 Ensembles veranlaßt habe. Schließlich wies er auf das im Bau befindliche große heizbare Leichtmetall- aelt hin, das fast 1000 Personen Raum biete und das die Durchführung von Theaterveranstaltungen, Konzerten und Vortragsabenden auch auf dem Lande ermögliche. Der Aufstellung von Laiengrup- pen widmete Dr. Ley besonderen Raum, wobei der Pflege des Gesanges besondere Sorgfalt gewidmet werden müsse. Im KdF.-Bad auf Rügen werde eine große Vergnügungsstätte geschaffen werden, die ein Vorbild in der Welt noch nicht habe. Er schloß mit dem Hinweis, daß die Arbeit von Kraft durch Freude der Erstarkung des deutschen Volkes und damit der Erreichung der höchsten Ziele gelte. Glanzvolle Eröffnung derZnterv ationalen Filmschau in Venedig. Herzlicher Empfang der deutschen Ehrengäste. — Großartiger Erfolg unseres „Robert-Koch^-Zilms. Venedig, 8. August (DNB.) Am Dienstag trafen Reichsminister Dr. Goebbels und Frau und Reichspressechef Dr. Dietrich in Venedig ein. Die Stadt bereitete den Ehrengästen einen triumphalen Empfang. Dr. Goebbels, Frau G o e b b e l s und Dr. Dietrich wurden mit größter Herzlichkeit von dem italienischen Minister für Propaganda und Presse Alfieri, und seiner Gattin willkommen geheißen. Dr. Goebbels und Dr. Dietrich fuhren mit Minister Alfieri in einer Gondel, gefolgt von den Gondeln mit den Mitgliedern der deutschen Delegation, durch den Canale Grande. In schneller Fahrt ging es bis zum Königspalast an der Piazzetta. Die deutschen Staatsmänner wurden von Minister Alfieri zum Königspalast geleitet, von wo sie im Motorboot die Fahrt nach dem Lido fortsetzten. - Der überaus herzliche Empfang des Reichspropagandaministers und des Reichspressechefs durch die Bevölkerung von Venedig wird von der römischen Abendpresse stark unterstrichen. Uebereinstim- mend betont man, daß man die zusammen mit dem Minister für Volkskultur Alfieri in Wien und München behandelten Argumente vertiefen werde, um auch auf kulturellem Gebiet eine immer engere Zusammenarbeit zwischen den beiden großen Völkern der Achse zu gewährleisten. Die 7. Internationale Filmkun st schau aus dem Lido nahm, wie der Berichterstatter der DKK. meldet, mit der Uraufführung des deutschen Tobis-Films „Robert Koch, dex Bekämpfet des Tode s", einen glanzvollen Anfang. An der Spitze der Gäste bemerkte man Reichsminister Dr. Goebbels, Reichspressechef Dr. Dietrich und den italienischen Minister für Dolkskultur Alfieri, Graf Volpi, den Präsidenten der Internationalen Filmkunstschau, öle Spitzen der italienischen Behörden, des Militärs uiTÖ des kulturellen Lebens. Graf Volpi betonte, daß die Internationale Veranstaltung ausschließlich der Kunst dienen solle. Sieben Jahre der Erfahrung hätten die große Entwicklung erwiesen, die der Film erfahren habe. Man erlebte den Triumph des Tonfilms und werde auch den Triumph des Farbenfilms erleben. Technik und Kunst seien vereint, um vollendete Werke des Filmes zu schaffen. Wie im vergangenen Jahre seien auch diesmal 18 Nationen bei'der Filmausstellung ver- treten. Graf Volpi sprach.unter stürmischem Beifall Reichsminister Dr. Goebbels für seine An- Wesenheit besonderen Dank aus. In seiner Eröffnungsansprache überbrachte Minister Alfieri die Grüße der faschistischen Regierung an alle, die ihren Beitrag zur Entwicklung der Filmkunst liefern. Den gemeinsamen Bemühungen der internationalen Produktion fei eine ständige Entwicklung der Filmkunst zu danken. Nicht nur hinsichtlich der künstlerischen, sondern auch der technischen Seite werde der Film eine immer größere Vollendung erfahren. Dann begann die mit Spannung erwartete Aufführung des deutschen Filmes „R o b e r t K o ch , der Bekämpfer des Todes", eine Darstellung des Lebenskampfes des großen deutschen Forschers. Unter der Spielleitung von Hans Steinhoff hat die deutsche Filmkunst damit ein Werk geschaffen, das in der Großartigkeit feiner Anlage, in der hervorragenden Besetzung feiner Rollen und vor allem auch in der geistigen Haltung seiner Handlung ohne Uebertreibung als eines der vollendetsten Meisterwerke angesehen werden kann, die auf dem Gebiet des Films je geschaffen worden sind. Mit dramatischer Wucht rollen die Geschehnisse aus dem Leben Kochs auf der Leinwand ab, die das Werk des großen deutschen Forschers, sein unermüdliches Streben im Dienste der Wissenschaft widerspiegeln. Emil Iannings hat mit der Darstellung Kochs eine Leistung vollbracht, die sich in die Reihe seiner großen Rollen einfügt. Wie er das Menschlich-Tragische und das Kämpferisch-Vorwärtsstrebende des Forschergeistes Robert Kochs, der der Welt eine der großen Erkenntnisse der Heilkunde geschenkt hat, zum Ausdruck bringt, gehört zu den hervorragendsten Gestaltungen der Schauspielerkunst, die man je im Film bewundern konnte. Daneben gibt Werner Krauß als Virchow eine in ihrer Eigenart ebenso unübertreffliche Charakterisierung des Lebens eines Gelehrten und universal gebildeten Mannes, das nicht weniger groß in der Geschichte der Medizin, eine der Persönlichkeit Kochs entgegengesetzte Linie eingeschlagen hatte. Zugleich mit der Darstellung des großen Arztes Virchow gibt Krauß auch ein lebenswahres Bild von den Auffassungen einer Epoche, in der das rein menschliche Fühlen unter erstarrten Formen wie mit eisernen Klammern gefesselt bleiben mußte. Die Szenen aus der Gründerzeit Deutschlands sprechen eine eindringliche Sprache. Steinhosfs Regiekunst steigert die inneren Gegensätze zwischen den beiden großen Männern mit unglaublicher Eindringlichkeit zu Szenen von Prag, 8. August. (DNB.) Die Einheiten der sächsischen und schlesischen HI., die zum Reichsparteitag nach Nürnberg marschieren, trafen auf ihrem Weg durch das Protektorat Böhmen und Mähren am Dienstagnachmittag in Prag ein, wo sie von der Bevölkerung freudig begrüßt wurden. Der Kreisleiter von Prag, Höß, erinnerte in feiner Ansprache im Rahmen einer Kundgebung auf dem Altstädter Ring daran, daß die Hakenkreuzfahne des Großdeutfchen Reiches Prag den Frieden gebracht hat, während der stellvertretende Oberbürgermeister P f itzn er u. a. feststellte: „Alle, die es nicht wohlmeinen mit uns, mögen die Hoffnung fahren lassen, daß dieses Reich jemals wieder zertrümmert werden könnte!" Die Krönung des denkwürdigen Tages bildete am Dienstagabend eine Großkundgebung auf dem Platz vor der alten Kaiserburg in Gegenwart Tausender deutscher Volksgenossen und zahlreicher Tschechen. Fackelträger bildeten Spalier für die auf» marschierten Formationen der HI., des BDM., des Jungvolks und der Jungmädel, die Gliederungen der Partei und Ehrenzüge der ^-Standarte „Der Führer". Bannführer Z o g l m a n n begrüßte als Beauftragter des Jugendführers des Deutschen Reiches beim Reichsprotektor in Böhmen und Mähren die Ehrengäste, besonders den Vertreter des Reichsprotektors, Staatssekretär ---Brigadeführer Frank, den Wehrmachtsbevollmächtigten beim Reichsprotektor, General Friderici. Im Auftrage des Reichsjugendführers sprach der Leiter des Organisationsamtes der Reichsjugendführung, Gebietsführer Kley. Wir sind glücklich und froh, so sagte er, daß die Fahnen der Jugend des Führers in so kurzer Zeit von der Garnison- kirche in Potsdam, dem Ort ihrer Wahl, den Weg Burgos, 9.August (DNB. Funkfpruch). Der Caudillo hat nunmehr das angekündigte Gesetz über die Umgestaltung der Regierung in Einklang mit der veränderten Aufgabenstellung nach Beendigung des Krieges erlassen. Danach werden einige Ministerien neu geschas- f e n. An Stelle des bisherigen Kriegsministeriums treten Ministerien der drei Waffengattungen, die zusammen einen Arbeitsausschuß bilden, der direkt dem Generalissimus unterstellt ist. Das Dizepräsi- dium der Regierung wird abgeschafft, sein Aufgewaltiger Größe. In dem harten Ringen zwi chen Virchow, der damals in der ganzen medizinischen Wissenschaft als unfehlbar angesehen wurde, und Koch liegt die eigentliche Dramatik der Handlung, die in der Schlußszene, in welcher Virchow dem von Erfolg gekrönten Forscher Robert Koch anerkennend stillschweigend seine Hand reicht, chren ergreifenden Höhepunkt findet. Auch die übrigen Rotten, die u. a. mit Viktoria von Ballas ko , Raimund S ch e l. cher und Hildegard Grethe besetzt waren, zeigten eine in jeder Hinsicht ausgefeilte und sorgfältig durchgearbeitete Prägung^ Der durchschlagende Erfolg des ersten Filmabends der Biennale, an dem man m Würdigung des deutschen Filmschaffens und der kulturellen Verbunden- heil Deutschlands und Italiens ein deutsches Werk allen anderen vorangestellt hatte, war ein klarer Beweis für die aufrichtige Anerkennung, die das internationale Publikum am Lido dem hohen kul- turellen Wert des deutschen Films zollte. Unter ju- belndem Applaus beglückwünschte Dr. Goebbels den Spielleiter Hans Steinhoff herzlich; Stein- hoff dankte dem Publikum für den Beifall, den er auch als Zeichen des Dankes an feinen Kollegen Emil Iannings aufgefaßt wissen wollte. — Im Anschluß an den deutschen Spitzenfilm folgte ein photographisch mit höchstem künstlerischem Empfinden hergestellter italienischer Film „Weißes Gold". zur alten Burg des Reiches antreten konnten. Wir marschieren zum Führer, wenn es aber sein muß, werden wir für ihn marschieren bis an der Welt Ende! Staatssekretär Karl Hermann Krank begrüßte anschließend die Jugend. Er wies darauf hin, daß es ihn mit Stolz und Freude erfülle, die Jugend in der alten deutschen Reichs* st a ö t Prag begrüßen zu können. Vergangenheit und Zukunft des Reiches kämen in dieser Stunde symbolhaft zum Ausdruck. Zum ersten Male marschierten in diesem Jahre M e m e l l a n d und Sudetenland in den Reihen der HI. Der Marsch der HJ.-Cinheiten durch das Protektorat sei Symbol und Ereignis zugleich. Wer hätte es vor einem Jahre für möglich gehalten, daß heute die Jugend des Führers mit den heiligen Hakenkreuzfahnen friedlich durch dieses Land marschiere, in dem 20 Jahre lang Zwist und Unfriede herrschten und in dem die Schergen Beneschs jedes nattonalfozialistische Symbol verfolgten und seine Träger in die Gefängnisse geworfen hätten. Der Führer habe mit ft ar f er Hand dieser Schmach ein Ende bereitet, die deutsche Ehre wiederhergestellt in diesem Raum und damit dem Lande den Frieden gegeben. „Wenn ihr einzieht in die Sttaßen Nürnbergs, so bringt dem Führer auch unseren Gruß mit. Vergeßt die Stunde nicht, da ihr als erste deutsche Jugend mit euren Fahnen durch die alten deutschen Reichslande Böhmen und Mähren marschieren konntet. In der Stunde aber, da ihr vor dem Führer stehen werdet, dankt es dem Mann, der es euch durch seine Tat ermöglichte und uns befreite." Die Lieder der Nation beendeten die Kundgebu/r- gabenkreis wird direkt dem Regierungschef unterstellt. Der Staatschef wird ermächtigt, Gesetze auch ohne vorherige Billigung durch den Mini st errat zu erlassen, falls schnelles Handeln erforderlich ist. In diesem Falle erfolgt nachträglicher Bericht an den Ministerrat. In Begründung des neuen Gesetzes wird u. a. festgestellt, daß die Anpassung der Regie- rungsorgane an d i e neuen Anforderungen zur tatkräftigen Durchführung der natio- Symbol und Ereignis. HI. aus dem Altreich marschiert zum erstenmal durch das Protektorat. Oer Neuaufbau Spaniens durch Franco. Umgestaltung der Regierung. — Stärkung des Einflusses des Gtaatschess. Tier mit zwei Buchstaben. Don Konrad Geiffert Mancher glaubt, die Sache mit den Kreuzworträtseln gehe vorüber. Irrtum! Es stellt sich heraus, daß kaum etwas so beständig ist wie das Kreuzworträtsel. Es gibt tiefgründige Abhandlungen über diese Rätselart, Derdammungsurteile und düstere Prophezeiungen. Und es ist ja wahr: die Sache kann zu einer Sucht werden, zu einer Krankheit, zur fixen Idee. Als Georg Inge kennen lernte, ahnte er von alledem nichts. Inge war ein nettes Mädel mit entzückendem Stupsnäschen und eleganten Beinen. Kein Mann, kein Mensch hätte ihr ansehen können, daß sie der Kreuzworträtsellösesucht verfallen war. Sie war es. Sie brachte Kreuzworträtsel mit, wenn sie sich mit Georg traf. Schön. Warum sollte er ihr nicht helfen! Niemand kann etwas dagegen haben, wenn ein Mädel ab und zu mal ein Kreuzworträtsel löst. Inge fing allerdings bald an, die Sache zu übertreiben. Aber wenn ein Mann in ein Mädel verliebt ist, dann sieht er über manches hinweg. Georg sah hinweg und hals. Und alles war .schön und gut. Sie saßen in einer Konditorei. Es waren Zeitschriften da. Zeitschriften sind mit Kreuzworträtseln ausgestattet. Die Zeitschrift, nach der Inge an diesem Tage zuerst griff, war neu, und das Kreuz- Worträtsel war noch nicht gelöst. Inge nahm ihren Bleistift und begann draufloszuschreiben. Die nordische Göttin, der griechische Gott, der Fluß in Irland, der Berg auf Island, die orientalische Sagengestalt, der weibliche Vorname — alles das machte ihr keine Schwierigkeit. Es ist ja — unter uns gesagt — fast immer so ziemlich das gleiche. Georg half tapfer mit. Es war ein sehr umfangreiches Rätsel. Seine rechte untere Ecke hatte es in sich. Da war wenig zu machen. Inge kam nicht weiter, weder von oben nach unten, noch von links nach rechts. Walter erschien mit Lisa. Sein Wagen stand draußen. Sie wollten mit Inge und Georg ein Stück fahren. Nun aber mußten sie sich erst setzen und helfen. Es stellte sich heraus, daß ihre Hilfe nicht viel wert war. Man entschloß sich, eine Pause eintreten zu lassen im Rätselraten und erst einmal wegzufahren. Und nun tat Inge das, was man nicht tun soll: sie riß das Kreuzworttätsel aus der neuen Zeitschrift heraus. Sie dachte nicht daran, daß sie eine geistreiche Novelle zerstörte, als sie das Rätsel herausriß, und daß die Wut und der Fluch anderer Menschen ihr folgen mußte. Sie fuhren los. Kaum saß Inge im Wagen, da ing sie mit dem Rätsellösen an. Sie sah nichts. Sie hörte nichts. Sie suchte die Stadt in Afrika; Lisa und Georg suchten mit. Selbst Walter, der am Steuer saß und der eigentlich auf andre Dinge als auf afrikanische Städte hätte achtgeben müssen, beteiligte sich lebhaft. Was zur Folge hatte, daß er ein paarmal arg ins Gedränge kam mit seinem Wagen. Als sie das Freie erreichten, hatte Walter einen Kotflügel verloren, und der Kofferraum war an zwei Stellen eingedrückt. Aber sie hatten dafür die Stadt in Afrika, die sie Jbadin tauften. Ob's timmte, stand nicht fest. Denn von oben nach unten ehlte etwas, das sich mit der afrikanischen Stadt kreuzte: ein Tier mit zwei Buchstaben. „Das sit Unsinn", sagte Georg, „es gibt kein Tier mit zwei Buchstaben!" Inge lächelte überlegen. Sie wußte genau,: „Wenn da steht: von oben nach unten Tier, basn ist es eben ein Tier. Und wenn es nur zwei Buchstaben haben soll, dann hat es nur zwei Buchstaben!" Bis zum Ziel der Fahrt ging der Kampf um bas Tier mit zwei Buchstaben weiter. Lisa beteiligte sich nicht mehr an ihm. Die Sache war ihr zu blöd. Georg warf ihr hin und wieder Blicke zu. Es waren bewundernde Blicke. Und sein Interesse an der Jagd auf das Tier mit zwei Buchstaben ließ nach. Werner und Elli freuten sich, als die Gesellschaft bei ihnen erschien. Elli war grab beim Eierkuchenbacken. Inge fragte sie in der Küche nach Tieren mit zwei Buchstaben. Elli wußte nicht eins. Es dauerte nicht lange, da saßen sie alle in der Küche beisammen und dachten nach, wie das Tier wohl heißen könnte. Sie bekamen es nicht heraus. Elli erreichte nur, daß ihr die Eierkuchen verbrannten. Sie mußte mit der Backerei noch einmal von vorn anfangen. Da war noch Richard, der dicke Richard, Ellis Vetter. Der lag in der Hängematte und döste (so etwas von Faulheit haben Sie sicher noch nicht gesehen!). Er nahm nicht den geringsten Anteil an der Kreuzworträtsellöserei. Er wartete auf feinen Eierkuchen. Als bann alle die Küche verließen, ging Inge mit dem Rätsel zu ihm. Und an der Seite seiner Hänge- matte wiederholte sich die gemeinsame Suche nach dem Tier mit zwei Buchstaben. Es wurde allerhand Lärm dabei gemacht, der aber den Richard nicht aus der Ruhe brachte und ihn nicht bewog, an der Lösung des Rätsels teilzunehmen. „Wenn es stimmt", schrie Inge, „von rechts nach links Jbadin und darunter Trinidad, bann kann bas Tier doch Ji heißen!" „Aber es stimmt nicht!" meinte Georg. Und er sah dabei zu Lisa hin, die sich ganz zurückgezogen hatte. Richard sagte: „Wenn ich meinen Eierkuchen gegessen habe, dann werde ich euch helfen, eher nicht!" Er bekam einen Eierkuchen, den größten. Er aß ihn, ohne sich groß anzuftrengen dabei. Inge war nervös geworden. So etwas hatte sie noch nicht erlebt; ein Kreuzworträtsel, das unlösbar war! Sie kam sich blamiert, klein und häßlich vor. Und sie war wütend auf Georg, der gänzlich versagte. Wenn nun der dicke Richard auch nicht helfen konnte, dann war's aus! Inge zitterte, und ihre Augen wurden feucht. „Zeig mal her!" sagte Richard, als er gegessen hatte. Inge gab ihm bas Rätsel. Er stierte mit seinen Kulleraugen auf bie Quadrate, grunzte, lächelte blöd und meinte bann so von oben herab: „Das heißt nicht Jbabin, sondern Ibadan, das hättet ihr wissen müssen!" „Ja, aber bas Tier! Das Tier mit zwei Buchstaben!" „Steht schon da! Ai!" „Ai?" „Ja. Ai. Stimmt!" Nun würbe allgemein bezweifelt, daß es ein solches Tier gäbe. Werner holte fein Wörterbuch, und da ftanb es: Ai, Faultier. Inge sah bewundernd zum Dicken auf. Nicht viel später konnte man beobachten, daß Georg und Lisa eng beieinandersaßen. „Und du wirst nie ein Kreuzworttätsel lösen?" fragte er. „Nie!" beteuerte sie und legte ihre Arme um seinen Hals. Es war selbstverständlich, daß man den dicken Richard mit nach Hause nahm. Er hatte Anspruch auf einen anständigen Platz im Wagen. Inge saß an feiner Seite. Walter fuhr schlecht. Er war in ekelhafter Stimmung. Wenn ich mich nicht - sehr täusche, sagte er sich, bin ich der einzige Leidtragende bei dieser Rätselraterei! Der Wagen muß repariert werden. Und die Lisa scheint sich — ach was! Er täuschte sich nicht. Aber die Inge täuschte sich. Richard war viel zu bequem, um sich später am Kreuzworträtselraten zu beteiligen. Die Sache mit dem Faultier mar nur ein Zufallstreffer. Zeitschristen. — Als der Griechengott Zeus zu>m letzten Mal Alkmenen verließ und wieder zum Olymp empor» stieg, wußte er kaum, daß bis zu fernem nächsten Ausflug nach der Erde einige taufend Jahre verstreichen würden. Wie die amüsanten Zeichnungen und Hexameter im August-Heft der „neuen Linie" (Verlag Otto Beyer, Leipzig, Berlin) berichten, geschah diese neue Erdenfahrt unter dem Titel „Zeus stieg herab" vor nicht allzu langer Zeit im schönen Oberbayern. In schönen Photos ist eine Wanderung durch das Salzburger Land festgehalten, und durch die Entdeckungen, die auf uns warten, führt ein zweiter, praktischer Reiseaufsatz „Unbekanntes Salzkammergut". Im Anblick Salzburgs verstehen wir auch die Liebe der Maler der Romantik für diese schöne Stadt, die in vielen Zeichnungen und Aquarellen von Salzburg zum Ausdruck kommt. Die „neue Linie" machte den interessanten Versuch, Ro- manttker-Bilder von Salzburg mit photographischen Aufnahmen der gleichen Motive in einer aufschlußreichen Gegenüberstellung „Salzburg romantisch und objektiv" zu sammeln. Diese Veröffentlichungen verdienen besonderes Interesse im Hinblick auf die Salzburger Festspiele. Der „Fahrplan durch die Küche der Ostmark" im gleichen Heft zeigt auf einer bunten und luftigen Karte, wo der Feinschmeckt neue Anregungen erhält. — Don der großen Kameradschaft der Bergsteiger sprechen die bisher unveröffentlichten Porträts der Teilnehmer an der Himalaja-Expedition 1938. Mit diesem Beitrag erhält die Augustnummer die Geschlossenheit eines Bergheftes. Hochschulnachrichten. Professor Dr. med. Otto Voß, der emer. Ordinarius für Ohren-, Hals- und Nasenheilkunde an der Universität Frankfurt, begeht seinen 7 0. Geburtstag. 1907 kam er als Direktor der Städtischen Ohrenklinik nach Frankfurt, wo er 1914 bei der Errichtung der Universität zum Ordinarius ernannt wurde. Eine 1928 an ihn ergangene ehrenvolle Berufung als Ordinarius nach München hat Professor Voß abgelehnt. Bis 1938 war er Mitherausgeber des Archivs für Ohren-, Nasen- und Kehlkopfheilkunde. Er ist Mitglied der Leopoldina in Halle und Ehrenmitglied verschiedener ausländischer wissenschaftlicher Gesellschaften. Professor Voß wurde wegen Erreichung der Altersgrenze 1936 von den amtlichen Verpflichtungen entbunden. M i i ; M * :W Rückreise im Flugzeug über Stockholm und Kopenhagen zurückgelegt. Englischerseits erklärt man, daß seine Anwesenheit in Moskau für die weiteren Verhandlungen nicht mehr notwendig sei, und daß dringende Arbeit in London auf ihn warte. Kommunistische Generalstreikhetze in Frankreich. Paris, 9. Aug. (Europapreß.) In den Blättern der marxistischen Linken wixd der Sturmlau gegen die Notverordnungen Daladiers und die Vertagung der Kammerwahlen fortgesetzt. Als weiteres Blatt wendet sich der „Jour" gegen die schwere Gefahr der von den Kommunisten betriebenen G e n e r a l st r e i k h e tz e für den Oktober dieses Jahres. Das Blatt bezeichnet „die Sowjets und alles, was in Frankreich bolschewistisch ist" als die treibenden Kräfte dieser Bewegung, für die die Notverordnungen Daladiers nur ein Vorwand seien, um ihre revolutionäre Agitation zu begründen. Das Blatt verweist warnend auf die dunklen ausländischen Geldquellen sowjetrussischer Herkunft, aus denen solche revolutionäre Bewegungen gespeist würden. ver- des ge- Bilanz der italienischen Manöver. Vie Leistungsfähigkeit der Armee bewiesen. polnische Jagdflieger von dem Seedienstdampfer „Hansestadt Danzig" gerettet. Auf der höhe der Insel Hela hatte — wie gestern von uns berichtet — ein polnisches Jagdflugzeug mehrmals den Seedienstdampfer „Hansestadt Danzig" umflogen und photographische Aufnahmen gemacht. Kurz darauf stürzte das Flugzeug hinter dem deutschen Dampfer ins Meer. Der Dampfer ließ sofort ein Rettungsboot aus, dem es gelang, die beiden Insassen des Militärflugzeugs zu retten. Unser Bild zeigt die polnischen Flieger in Zoppot, wo sie von dem Dampfer an Land gesetzt wurden. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Heringsfang bei Windstärke 9. 3m Kampf mit den Elementen. — Fangdampfer folgen den Heringsschwärmen. zu genau Bescheid wußten und von denen er hoffte, daß er sie über die polnische Grenze würde locken tonnen. Als er jedoch dahinter kam, daß die SA- Manner ihn durchschauten und ihm insbesondere auf feine Versuche hin, militärische Geheimnisse zu er- künden, sehr deutliche Antworten gaben, erging er jid) in muften Beschimpfungen über den Führer und Relchsminlster Dr. Goebbels. Der Alkohol der die SA.-Manner in die Falle führen sollte, hatte sich gegen Lipinski gewandt, der in seiner Derärgerunq alle Vorsicht vergaß. Nunmehr griffen die SA.- Manner zu und stellten fest, daß es sich bei dem angeblichen deutschen Oberleutnant um einen pol- nt)djen Zollinspektor handelte, der damit einen schlagenden Beweis dafür gab, was sein eigentliches Auf» gabengebiet m Danzig ist, nämlich für Polen Spionage zu treiben. Lipinski wurde zunächst flüchtig, konnte dann ledoch von der Polizei feftgenom» men werden. Strang wieder in London. London, 8. August. (Europapreß.) William Strang, der Leiter der Abteilung Mitteleuropa im Forelgn Office, ist am Dienstagnachmittag nach feinem mehrmonatigen Aufenthalt inMoskau wie. der in London eingetroffen. Er hatte die Japan und Europa. Wichtige Beratungen des inneren japanischen Kabinetts. 'Tokio, 8.August. (Europapreß.) Das innere spanische Kabinett trat am Dienstag zu ancr Sitzung zusammen, die fünf Stunden dauerte, jtc amtliche Nachrichtenagentur Domei teilt mit, die Atzung sei auf Veranlassung des Kriegsministers .Jagaki einberufen worden, der dem Minister- pafibenten Hiranuma wichtige Vorschläge unter- heitet habe. Zweck der Sitzung fei gewesen, bie spanische Politik zu den europäischen r'ragen festzulegen. Beschlüsse sind, einer uwr Die Sitzung ausgegebenen Verlautbarung zu- fiigc, vorläufig nicht gefaßt worden. wer Chef des General st abes, Prinz Ka ° J mYr^e DOn Kriegsminister Itagaki über | [85 Ergebnis der Armeebesprechungen und über die I ^spräche zwischen Jtagaki und Marineminister ®«ai unterrichtet. Anschließend begab sich der M ef des Generalstabes nach Hayama, dem Sommer- B des Kai ers, zur Audienz. Prinz Kanin hat, wie !vimei meldet, dem Kaiser „über eine wichtige ickenC9en^elt feinC5 Befehlsbereichs" Vortrag ge- Der englische Botschafter in Tokio, Sir Rodert ! aigie, hat seine neuen Weisungen [irmer noch nicht erhalten. Die Domei- Menhir teilt hierzu mit, in Japan gewinne die An- fdi an Boden, daß eine weitere Verzögerung durch (rgland ungünstige Entwicklungen beschleunigen Knute. Em „Zollinspektor" polens. Ranzig, 8. Aug. (DNB.) Die Große Straf- !ir?mer in Danzig verurteilte am Montag nach gehender Beweisaufnahme den polnischen Zoll- Rektor Jan Henryk Lipinski wegen St 5- ;iun g b e 5 öffentlichen Friedens zu einer roßen Sommermanöver gezogen. Diese jebungen hätten ihren Zweck erfüllt, so wird feft- !«stellt, nämlich die rasche Bewegungsfähigkeit einer noforifierten, einer autobeförderten und gepanzerten lirmee von 50000 Mann zu beweisen. Es wird Mont, daß die Truppen'Hunderte von Kilometer M ungünstiger Witterung in Eilmärschen zurück- I -legt und so ihre Leistungsfähigkeit b e • t iefen haben. Auch der hohe Grad der Ausbil- iung der Truppen und ihre Vertrautheit mit der neuen mechanischen Ausrüstung wird rühmend Tierft. Besonders eindrucksvoll habe sich trotz mgünftigen Wetters der Einsatz der Luftwaffe faltet. Donnerstag, Freitag, Samstag Todes-Anzeige. Johannes Philipp 12 Die trauernden Hinterbliebenen Watzenborn-Steinberg, den 9. August 1939. 5426D Gießen, Hilchenbach, Kreuztal, den 8. August 1939. e 03848 Kesselofen. 5440D MGerichtsvollzieberi.Giesren Ludwigstrane 33, Tel. 3239 in Kleiderstoffen: ZUM 1. 9.1939 Ewald Menne Üd) MODEHAUS Gießen, Walltorstraße 35 Schneberger 5441D Gießen, Schulstraße 4 SOMMERSCHLUSSVERKAUF DOPPELHERZ fV Im Namen aller Angehörigen: Lina Menne, geb. Ockel. n 1 o tu n C nach kurzer, schwerer, mit großer Geduld ertragener Krankheit im Alter von 35 Jahren in die Ewigkeit abzurufen. und vieles andere zu besonders billig611 Restpreisen i n 0 6 lllö nne roll Wir verlieren in dem Dahingeschiedenen einen stets treuen und zuverlässigen Arbeitskollegen, dessen Andenken wir stets in Ehren halten werden. H6q: h Mkin W 8hei Dr. Menz Gießen, Liebigstraße 48 Vistra-Mousseline, Lavabel, Mattcrepp, sowie Einzelstücke und Restpaarei Damen-Handschuhe, Söckchen, zurückgesetzte Wäschestücke und bodenständigen Zucht. Vor hundert Jahren, also 1839, wurde das Wickrather Gestüt durch Allerhöchste Kabinettsorder gegründet. In dieser Zeit gelang es, aus einem Bestand von 31 Hengsten in mehr als einem Dutzend Rassen, unter denen dann noch die Tiere ausläistüscher Herkunft überwogen, ein Gestüt völlig bodenständiger Rasse heranzuzüchten. Don über 300 schweren Hengsten des Jahres 1935 waren nur noch 5 Belgier: seit 5 Jahren hat jede Einfuhr fremdländischer Tiere aufgehört, und 80 Prozent aller in Deutschland verwendeten Kaltbluthengste entstammen heute der rheinischen Zucht, an deren Aufbau das Wickrather Gestüt an erster Stelle beteiligt ist. Devisenfrage und züchterische Forderung sind sich hier in den letzten Jahren glücklich begegnet: Beträge bis zu 70 000 RM., wie sie vor der Machtübernahme für (zweifellos wertvolle) ausländische Zuchthengste bezahlt wurden, wären heute nicht mehr zu verantworten. In diesen Jahren ist man hier entschieden und erfolgreich auf das Zuchtziel: das eigengezogene „rheinische" Pferd, losgegangen. Die staatliche Reit- und Fahrschule, eine bei einem aus ausschließlich schweren Pferden bestehenden Gestüt doppelt bemerkenswerte Einrichtung, erwies sich ebenfalls als unentbehrlich. Landwirtschaft und Wehrmacht haben von jeher dem hier gezüchteten Material besonderes Interesse bewiesen .. Es klingt wie ein Witz der Geschichte, daß diese in ein paar deutliche Zahlen gekleideten Absichten Praxis bis 12. Sept, geschlossen Vertreter: Herr Dr. Storck Die Betriebsführung und Gefolgschaft der Firma Rudolf Rödiger o.H.G. keinen anderen als Napoleon zum Anreger haben. Er war es, der auf dem 92 Morgen großen Areal des 1794 vor den andringenden Franzosen geflüchteten letzten regierenden Reichsgrafen von Duadt- Wyckrath-Hüchtenbruch im Jahr 1808 ein „kaiserlich- französisches Gestüt und Hengstdepot" entrichtete, um „eine bessere Gattung von Pferden zu erziehen . 1814, als Wickrath an Preußen zurückfiel, wurde die Franzosengründung aufgelöst, um 25 Jahre später zum rheinischen und schließlich zum preußischen Landgestüt zu werden. Jetzt besteht es also hundert Jahre. Seitdem im Jahre 183F die ersten Fohlen — wie heute mit dem Gestütbrand, der Königskrone mit dem Buchstaben R gezeichnet — fielen, hat das Wickrather Landgestüt heftig umstrittene Entwicklungen durchgemacht. Bis 1876 war die Zahl der Zuchthengste erst auf 48 gestiegen, die Zahl der Deckstationen betrug nur 23. Die Klagen über das für den schweren rheinischen Boden zu leichte Hengstmaterial wollten erst verstummen, als man sich entschloß, zunächst ausschließlich Kaltblut in belgischen Hengsten weiterzuzüchten. In den besten Jahren standen im Wickrather Gestüt über 200 schwere Hengste; mehr als 60 Stationen waren angeschlossen. Alljährlich werden fast alle schweren Hengste in den Dorfrühlingstagen auf die Deckstationen im Rheinland abtransportiert. Der Bezirk des Gestüts ist da sehr weit gezogen; Deutschlands schwerste Pferde verteilen sich dann auf die Regierungsbezirke Düsseldorf, Aachen, Köln. Koblenz, Trier; auch das Saarland wird seit dem Bestehen des Wickrather Gestüts von hier aus mit besonders ausgewählten Tieren versorgt. Assistenzarzt sucht 3-4-3«- MliilNg (2Personenhaus- halt) zum 1. Oktober oder auch später ohne Bevorzugung der Lage. Schriftl. Angebote unter 08845 a. d. G. A. „Das Preußische Landgestüt Wickrath", sagte uns sein Leiter, Landesstallmeister Kuhse, „nimmt unter den Staatsgestüten des Reiches einen Sonderrang ein. Es ist das einzige Gestüt, in dem nahezu ausschließlich Kaltblüter stchen, und sie sind, wiederum von einer Handvoll Ausnahmen ab- gesehen, alle aus der rheinischen, also der deutschen Die Ooppelherz=Nachhur! Neu gewonnene Energien werden erhalten — reines ßlut, stählerne Nerven steigern Schaffenskraft, Lebensfreude I Eine Köstlichkeit, eine Wohltat! Die Beerdigung findet Freitag, den 11. August, um 14 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Nach kurzer, schwerer Krankheit verschied gestern unser langjähriger treuer Mitarbeiter Einmal im Jahr hat das niederrheinische Landstädtchen Wickrath seinen großen Tag: das Zauberwort „ H e n g st p a r a d e ", in vielerlei Ankündigungen variiert und plakatiert, setzt auf Schiene und Straße Tausende aus dem Westen in Bewegung. Die langen Alleen mit mehrhundertjährigen Linden, die sich in der Form einer geschlossenen Krone um das weiße Barockschloß legen (einer Krone, die auch in den charakteristischen Brandzeichen dieses Gestüts wiederkehrt), find verstopft von Menschen und Gefährten. Auf dem 10 000 Quadratmeter großen Jnnenhof, der die beiden Flügel des vom Barockbaumeister van Couwen gebauten Schlosses trennt, sind dann die Tribünen aufgeschlagen. Schmetternd steigt.zwischen Marschmusik, Kommandos und Pferdetritten, die im Sand der Fahrbahn knirschen, der Beifall aus Tausenden von Bauernfäusten hoch; es ist das alljährliche Schauspiel der schweren Hengstprüfung, eine sinnfällige Demonstration von urwüchsiger Kraft (die nicht ohne Schönheit ist), das diese Zustimmung hervorruft. Wohnung mit Küche u. Bad gesucht. SchrifilicheAn- gebote unter 5431D an den Gieß. Anzeiger. BgUmu- geht schnell und mühelos mit dieser kleinen Bohnen -Schneidemaschine. Einmal angeschafft, hält sie viele, viele Jahre. Sie kostetwenlg bei J.B.Häus er Gießen, a. Oswaldsgarten (Parkplatz) Fernruf Nr. 2145 - 2148 bn tilg Ihig Ui bur siiin Wetterbericht Die Störungstätigkeit, die sich bisher im wesentlichen auf die Gebiete weftlich der Elbe erstreckte und dabei auch unserem Gebiet außerordentlich un. beständiges und regenreiches Wetter brachte, hat jetzt ostwärts weitergegriffen. Dabei find wir unter kräftigem Luftdruckanstieg in den Bereich einer küh- leren Luftströmung gekommen, innerhalb deren es zeitweise wieder zur Aufheiterung kommen wird. Mit aufkommender Beständigkeit ist mit dieser Entwicklung keineswegs zu rechnen. Vorhersage für Donnerstag: Wechsel- hafte Bewölkung und Neigung zu weiteren Niederschlägen, Temperaturen wenig geändert, Winde aus Südwest. Lufttemperaturen am 8. August: mittags 17,3 Grad Celsius, abends 15 Grad: am 9. August: morgens 13,8 Grad. Maximum 18,6 Grad, Minimum heute nacht 12,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. August: abends 17,8 Grad. V erkaufsstelien: Drogerie H.Elges, Seltersw. 66. Ludwigsplatz-Drog. Hans Noll. C. Seibel, Frankfurter Str. 0. Winterhof!, Kreuzplatz 9/10. Drog. Bornemann. Bahnhofstr. 17. Engel-Apotheke, Habrich, Marktpl Grün berg: Karl Schott u. sämtliche Filialen. Lanbach: Solms- Laubacher Drog. Karl Klein. 272v fcur toll Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzeile veröffentlicht 1-2 gutmöbl. Zimmer (Wohn u.Schlaf- zim.w.Reichsbe- amten für sofort gesucht. Preis- ang.unt.F.M.829 (5427V) an den i Verlag. Keine Zeugnisse in Urschrift icnoern nur Zeugnisabschriften dem Bewerbungsschreiben beilegen, - Lichtbilder unoBewerüungsunter- tgen müssen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Namen und Anschrift det Bewerbers tragen! Erst wenn die schweren Hengste im Laufe des Sommers, zusammen mit den Gestütswärtern, dis sie auch auf den Deckstationen betreuen, zurück- kehren, fetzt auf dem Schloßhof der Gestütsbetrieb wieder ein. Es ist ein besonders überraschender Anblick, dann die Fahrschule im Training zu sehen. Von der Trabaktion an der Hand bis zur Fahr- quadrille reichen die kraftgeballten und doch wieder von scheinbar spielerischer Leichtigkeit geführten Bewegungen der schweren Hengste auf dieser einzigartigen Anlage unter den Landgestüten des Reiches. Das sind dann die Vorbereitungen auf die große Hengstparade, die im 100. Gestütsjahr in besonders eindrucksvollem Stil durchgeführt werden soll. Zrs. Kraftfahrer für Lastwagen gebucht. 03846 BleWt*3 Hier stehenOeuischlands schwerste Pferde 100 Jahre Landgestüt Wickrath. — Eine Gründung Napoleons. Lebensmittel-Agentur und -Großhandel sucht tüchtige Stenotypistin in Dauerstellung. Ausführliche Angebote unter 5434D an den Gießener Anzeiger. | Mietgesuche | Suche Wie» Woimung mit Köche u. Bad. Schr. Ang. unt. 5432Da.ü.G.A. BERGFREUNDE! 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August 1939, nachm. 2 Uhr, versteigere ich an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im Versteigerungslokal, Neuenweg 28 dahier) zwangsweise gegen Barzahlung: 1 Diplomatschreibtisch, 1 Kautsch, 1 Kleiderschrank, 2 Diwans, drei Klaviere, 2 Schreibmaschinen, 1 Registierkasse, 1 Warenschrank, 1 Standuhr, 1 Personenwagen, Alluminium-Fleischtöpfe, Thermosflaschen, Wäschetrockner, Milchtöpfe, Schrubber und ein nach kurzem Krankenlager im fast vollendeten 84. Lebensjahr zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren heben Vater, Großvater, Urgroßvater, Bruder, Schwager und Onkel Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 10. August, nach-' mittags 3/2 Uhr, von der Nußmühle aus statt t 1 Nr. 184 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwochs. August 1939 Aus der Stadt Gießen. Der erste Zwetschenkuchen. Wer ein bißchen vom Obstbau versteht, verwechselt niemals eine Zwetsche mit einer Pflaume. Gar manchem Stadtbewohner ist freilich alles, was vom Obst blau aussieht, eine Pflaume. Die Hausfrauen aber, die das Obst auf den Kuchen verwerten wissen schon, was eine Zwetsche ist. Aber jetzt im August? Jawohl. Deutschem Züchterfleiß ist es gelungen, Frühzwetschen heranzuziehen, die in diesen Tagen voll reif sind. Sie haben die länglich schöne Form der Hcruszwetsche, werden aber noch dicker, das Fleisch ist fest und goldgelb, der Stein löst sich leicht, und es ist eine Lust, sie zu ernten — sechs Wochen vor der Hauszwetsche! Nach dem vorigen obstarmen Jahre hat die gesamte Familie in der letzten Zeit Ausschau gehalten nach dem Buschbäumchen, das ganz hinten im Garten steht. Es sind Frühzwetschen, sie führen den Namen .Lützelsachsen". Ich habe den Baum vor einigen Jahren gepflanzt, da ich in der ersten Augusthälfte meinen Geburtstag habe und weil ich Zwetschenkuchen gern esse. Die andern aber auch. Daher die ständige Nachschau. Wenn's den Kindern nachgegangen wäre, hätten wir schon Ende Juli mit dem Ernten begonnen. Da färbten sich die Früchte nämlich gerade blau. Aber nun sind sie schön reif. Wir brauchen keine hohe Leiter, nur einen Stuhl. Schnell ist das Körbchen gefüllt. Wie die Augen der Kinder leuchten! Sie erhalten die dicksten zum Essen. Was sie vorher schon aus Neugier abgepflückt haben, will ich nicht wissen. Kinder sind nun einmal so. Auch die Hausfrau lachte, als ich die Zwetfchen brachte. Morgen zum Geburtstag gibt's Zwetfchen- ckuchen, sagte sie. Das größte Kuchenblech wurde geholt, und dann wurde entsteint! Die glänzenden Augen der Kinder, die Freude der Hausfrau und «das andächtige Versunkensein des Hausherrn in wessen noch gar nicht gebackenen Zwetschenkuchen, das war wirklich sehenswert. Dann kam er zum Bäcker. Zum Nachmittagskaffee wurde er versucht, und «ille, alle aßen. Er war köstlich. Eine Stille herrschte Mm Kaffeetisch wie in der Kirche. Und immer roie- •töer holte sich wer ein Stück vom Teller ... Das Gefühl, etwas ganz Köstliches zu besitzen, ließ die Kuchenesser in Andacht erstarren, und auch «das Bewußtsein, daß es der erste Zwetschenkuchen nst, trug mit dazu, bei, die Genußfreudigkeit zu erhöhen. Froh bewegt griffen wir zum ersten Stück ... Dann kam Besuch ... Am .Abend war unser schöner Zwetschenkuchen nicht mehr. Das Haus Hatte eine Kostbarkeit weniger.. Der erste Zwetschenkuchen! Ist das nicht ein ^säuberwort, das auch die finstersten Gesichter er» Hellen kann? Große und Kleine, Alte und Junge, Db auf dem Lande, oder in der Stadt: Alle sind derselben Meinung, daß Zwetschenkuchen etwas wundervolles ist! Wie leuchten die Augen, wenn der erfte auf dem Tisch erscheint. Und nun war er da! Aber unsere Bäume sorgen «euer dafür, daß er viele Nachfolger haben kann. h.— Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Gloria - Palast (Seltersweg): „Hallo, Janine!" M-Wntöflft Ä Kraft öuno Sreuöe Vorberettungskurfus für das Reichssportabzeichen. Samstag 12. August, 16.30 Uhr, Beginn eines Vvr- nereitungskurses für das Reichssportabzeichen der MSG. „Kraft durch Freude" auf dem Universitäts- Iportplatz. Dauer: 5 Doppelstunden. Teilnehmer- Mbühr: 2,— RM. mit Jahressportkarte. Interessenten wollen sich bitte sofort auf der Geschäftsstelle, seltersroeg 60, in die dort aufliegende Liste ein- rragen.'5423V VHE.-Mrkienmgslasel am Vahnhofö-Borplatz. Der B HC.-Zweigverein Gießen, der ein Wegenetz von 500 Kilometer Länge markiert und damit zu den schönsten Punkten unserer Heimat führt, hat, wie wir bereits vor einiger Zeit berichten konnten, eine große Tafel unfertigen lassen, auf der sämtliche Markierungen verzeichnet sind. Die Tafel, die in überaus sorgfältiger handwerklicher Weise ausgeführt wurde, ist nunmehr am Bahn- hofsplatz, und zwar unweit der Treppe zur Friedrichstraße, angebracht worden. Die Tafel gibt rasche Auskunft über die Wonderwege der näheren und weiteren Uni« gebung der Stadt Gießen. tofcrr nnfear» r - . W Oinüartl^8faöarf “ ■ yAfftndsv fr ir o X ' fcäs! • ****2ÄS? 4X» • K2 MI tert' R x ßeiber ist es wiederholt vorgekommen, daß draußen in Wald und Feld die Wegezeichen, die immerhin erhebliche Opfer an Zeit und Mühe kosten, auf mutroillige Weise zerstört worden sind. Daß solche Missetäter wegen Sachbeschädigung gegen das Gesetz verstoßen und gerichtlich belangt werden können, ist ihnen anscheinend noch nicht zum Bewußtsein gekommen. Die dringende Bitte um Schonung der Markierungen dürfte daher am Platze fein. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Das Gesetz gab Urlaub - die HZ. gestaltet ihn. 10 Tage Lager im Rödelbachtal. NSG. Die Gebietsführung Hessen-Nassau und die Gaujugendwaltung führen in diesem Jahr zum erstenmal Zeltlager durch, an denen auch Jugendliche teilnehmen können, die der HI. nicht angehören. Das erste Lager, an dem 170 Jungen aus verschiedenen Kreisen sich beteiligen, findet zur Zeit im W ö = delbachta 4 bei Bad Schwalbach im Taunus statt. Die schönste Erholung und Urlaubsgestaltung ist für einen rechten Jungen immer das Zeltlager, an das sich in späteren Jahren die Fahrt in nahe oder ferne Gebiete anschließt. Das Zeltlager ist heute der Ausdruck der neuen, kraftvollen Lebenshaltung unserer deutschen Jugend. In der Gemeinschaft gleichaltriger Kameraden verbringt sie ihren Urlaub, der durch das neue deutsche Jugendschutzgesetz bei dem Besuch eines HI.-Lagers auf 18 Tage festgesetzt ist. Im Lager, das der weltanschaulichen Erziehung und körperlichen Ertüchtigung dient, kommt die Gemeinschaftserziehung am klarsten und besten zum Ausdruck. Im Lager ist jeder auf sich selbst gestellt. Im Rahmen seiner Zeltgemeinschaft muß er sich in den straffen Lagerbetrieb einordnen. Bei Sport und Spiel wird sein Körper gestählt, daß er nach Beendigung des Urlaubs seine Arbeit mit neuer Kraft aufnehmen kann. Zu den unschätzbaren erzieherischen Werten eines Lagerlebens kommt die staatspolitische Erziehung und weltanschauliche Ausrichtung, die der Führer in dem Gesetz vom 1. Dezember 1936 der HI. für die gesamte deutsche Jugend übertragen hat. Auf diese richtige Urlaubsgestaltung wird im Jugend- schutzgesetz ebenso großer Wert' gelegt, wie dadurch die Erziehungsarbeit der HI. ihre Anerkennung erfahren hat. Die Urlaubs- und Freizeitmaßnahmen geben der HI. die Möalichkeit, einmal im Jahr ihre Jungen und Mädel für längere Zeit zusammenzufassen.' Weil sich der Auftrag des Führers, die deutsche Jugend staatspolitisch zu erstehen, auf die gesamte Jugend erstreckt, wird nun auch den Jungen, die außerhalb der HI. stehen, die Möglichkeit geboten, an den Lagern der HI. teilzunehmen, da allein die Freizeitmahnahmen der Hitler-Jugend die Jugenderziehung im nationalsozialistischen Geiste gewährleisten. Aus dem Recht des Jugendlichen auf den Urlaub, dessen gesetzliche Regelung ein Kernstück des Jugendschutzgesetzes darstellt, erwächst ihm die Pflicht, seinen Urlaub auch sinnvoll zu gestalten. Wenn das Gebiet Hessen-Nassau und die Gaujugendwaltung nun zum erstenmal Zeltlager durchführen, in denen die Nichtorganisierten Jugendlichen in Gemeinschaft mit den HI.-Angehörigen ihren Urlaub verbringen können, so eröffnen sie damit allen Jugendlichen die Möglichkeit, ihren Urlaub in der vom Jugendschutzgesetz angeführten Weise sinnvoll zu verbringen. Die Jungen, die im Zeltlager im Rödelbachtal bei Bad Schwalbach zusammengefaßt sind, verleben hier zunächst 10 frohe Lagertage, dann bleiben immer noch acht Tage für ihre ganz persönlichen Urlaubswünsche. Das Zeltlager Rödelbachtal liegt nicht nur in einer schönen Gegend unseres Gaues, sondern es ist auch .gut eingerichtet. Ein flotter, abwechslungsreicher Dienstbetrieb und Vorträge von führenden Männern unseres Gaues sorgen dafür, daß jeder aus dem Lager, das unter der Leitung bewährter HJ.- Führer steht, gesund und tüchtig mit neuer Spannkraft an seine Berufsarbeit geht. Postorte für die Egerfahrt des Bannes und Zungdannes 116. Die Postorte für die Teilnehmer der Egerfahrt des Bannes und Jungbannes 116 Wetterau find bis zum 10. 8. (also nicht bis zum 11. 8.) Saals^ld und bis zum 12. 8. Eisenach. Die Post ist unter folgender Anschrift zu senden: Oberfähnleinführer K. H. Moos, zur Zeit (Postort angeben), Hauptpostlagernd, für Jgg. (Name). Die DentWe d MellssM Achtung! Achtung! Reue Beitragsmarken zur Deutschen Arbeitsfront ab 1. Oktober 1939. hierdurch machen wir unsere Mitglieder darauf aufmerksam, dah die Deutsche Arbeitsfront am 1. Oktober 1939 neue Beitragsmarken einführt. Eventuelle Rückstände müssen bis spätestens 30. September 1939, auch wenn gestundet, ausgeholt sein, da am 1. Oktober 1939 die seitherigen Marken ungültig werden. Sämtliche Ortswallungen der Deutschen Arbeitsfront und alle Betriebe mit Betriebskassierung wollen dementsprechend eine Ueberprüfung sämtlicher Mitgliedsbücher vornehmen, damit keine Rückstände vorhanden sind und dadurch den Volksgenossen der Anspruch auf die Leistungseinrichtung nicht verloren geht. Wir machen ausdrücklich darauf aufmerksam, daß bei Beitragsrückständen von zwei Monaten der Anspruch auf jegliche Unterstützung verfällt. Die Deutsche Arbeitsfront üreiswaltung Welterau Abt.: Verwaltungsstelle 24 5054D Gießen, Schanzenslrahe 18. Anschluß des Flug- und LustschiffhafenS Rhein-Main an die Reichsautobahn. NSG. Der große Verkehr vom und zum Flug« und Luftschiffhafen Rhein-Main erfährt eine bedeutende Verbesserung, die vor allem von den Verkehrsteilnehmern begrüßt werden wird, die aus der weiteren Umgebung zum Flughafen wollen. Leiden (Sie unter Nervosität und den damit zusammenhängenden Beschwerden wie: Schlaflosigkeit, nervösen Herz- und Magen- beschiverden, Herzklopfen oder nervösem Kopfweh - Dann machen Sie doch einmal einen Versuch mit Klosterfrau - Melissengeist, der eine überaus nute Wirkung auf Verdauung und Ncrvensnstem ausubt! Trinken Sie 2-3mal täglich einen Teelöffel Klosterfrau-Melissengeist mit einem Eßlöffel Wasser verdünnt. Bei regelmäßiger Anwendung werden Sie meist bald eine ivobltuende Wirkung feststellen. Besorgen Sie sich noch beute den ecbttn Klosterfrau-Melissengeist in der blauen Packung mit den 3 Nonnen, den Ihr Apotbeker oder Drogist in Maschen zu NM. 0.90, 1.65 und 2.80 (Inhalt: 25, 50 und 100 ccm) vorrätig hält. »422V Nachdem der Flug- und Luftschiffhafen bisher nur auf gewöhnlichen Verkehrsstraßen zu erreichen war, ist er nunmehr auch an die Reichsautobahn Frankfurt a. M.—Darmstadt angeschlossen worden. Nach beiden Richtungen ist die Ab- und Zufahrt möglich. Die doppelseitige Anschlußstelle der Reichsautobahn bei Kilometer 501, früher 2,1 an den Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main wird am Donnerstag, 10. August, dem Verkehr freigegeben. Kinderbrandstistungen müssen aufhören In einem Erlaß an die Unterrichtsverwaltungen der Länder ordnet der Reichserziehungsminister an, daß die Aufklärungsaktion der Reichsarbeitsgemein- fchaft Schadenoerhütung „Schützt die deutsche Ernte vor Brandgefahr" im Unterricht in geeigneter Weise zu unterstützen ist. Der Minister hebt hervor, daß die erforderliche Aufklärung über den Umfang der Erntebrandschäden und ihre Bedeutung für die Sicherstellung der Ernährung des deutschen Volkes nur von Erfolg sein wird, wenn sie — im Hinblick auf die große Zahl der Kinderbrandstiftungen, insbesondere bei den Kindern der unteren Jahrgänge, die auf den Spieltrieb zurückgehen — von einer dem Alter der Kinder entsprechenden starken erziel)* lichen Einwirkung begleitet ist. Wiegenlied der Welt. Von K. ö. Bühner. Mitten in der Nacht schlug ich die Augen auf: nn das eine offene Fenster spannte sich der tiefblaue Himmel, der mit klar und ruhig leuchtenden Sternen übersät mar; im andern stand einsam in Her schweigenden Nacht die scharfe, kupferfarbene Sichel !ses zunehmenden Mondes, die die Strahlenbündel teer Sterne von der ewigen Wiese mäht ... Ich mußte mich besinnen, wo ich mich eigentlich kesand; es dauerte eine Weile, bis ich den Meridian sn eines nächtlichen Lagers wieder bestimmt hatte, •da: mehr als tausend Meter über dem Meeres- Riegel war ich im Hochschwarzwald und streckte mich im groben Bett eines freundlich aussehenden Wirtshauses, das abseits der großen Wanderstra- fa?n auf Gaste wartet. Es führt zwar eine Krone tu Schild, aber der Volksmund gab ihm den frosti- t°-n Namen „Zur kalten Herberge" in der Erinnerung an eine Sage, die von einem alten Bettler «-zählt, der hier oben mitten im Sommer am ge- h'iZten Ofen erfroren sei. Mag dies zunächst wie Übertreibung klingen —: die Bilder und Zeich- rungen an den hölzernen Wänden der geräumigen TÜrtsstube bestätigen die sprichwörtliche Rauheit der C'xgenb: von einem tief verschneiten, weglpsen Ge- lllnde ober einem furchtbaren verheerenden Lawinensturz geben sie Bericht, ber vor zwei Menschenackern in ben nahen tiefen Tälern nieberging. I lEin kühler Wind fächelt über mich hin — eine hcirzig buftenbe Wolke aus dem nahen Wald, dessen Inwarze, zackige durchbrochene Wipfelsilhouette ich idien kann, wenn ich mich im Bett aufrichte. Wald, d.irch ben ich schon tagelang wanberte, meist auf h'henwegen, an deren Säumen ich die stahlblauen hiibelbeeren von hohen Stauben pflückte — Hände 01:11 schmackhafter Früchte, die den Gaumen kühlten. sehe mich wieder in bem klaren, frischen, schwatz- c "ten Bächlein haben: ich habe roieber- ben erschreckte'. Laut im Ohr, den eine fette Rehgeiß ausstieß, rl-> ich sie achtlos von ihrer Mittagsrast am son- ii: en Rain aufscheuchte. Ihr braunes, glattes Fell (f mmerte wie Samt im Licht bei ihrer Flucht hrdjs hohe Gras, und gleich darauf hüpfte auch ir prächtiger Hase aus der Wiese, wählerisch noch r Sprung, beit Hochwald hinauf, daß, der Sand ru~ so hinter ihm stäubte. Äeläut blecherner Schellen weckte mich wieder... -£ trat ans Fenster: der Himmel strahlte; eben äl'b der Hirtenbub, barfuß, ben bunkelgebrannten rt'ohhut schon auf bem Kopf, mächtig bie Peitsche Zwingend und knallenb, die Kühe und die paar Schafe auf die Weide. Als dann die Sonne Hinterm Wald hervorkam, war es im ganzen Haus schon lebendig. Der Bauer ging mit der Schar der Knechte und Mägbe zur Mahb bes späten Heus, unb bie ersten Gäste, die unter bem riesigen Dach übernachteten, zogen roieber die Fahrstraße hinauf, am Saum bes Waldes hin. In der Schenke saß bereits der erste Zecher beim schäumenden Bier. Nach dem Frühstück suchte ich mir einen schattigen Platz im Grünen, an einer umbuschten Halbe, bie mir Aussicht auf bie fruchtbare Mulbe bes Tälchens bot. Ein Bächlein sickerte bie Wiesen hinab. Aecker schwangen sich zur Höhe des Hochwalbes auf, der den Horizont ringsum abschloß wie eine dunkle Mauer gegen das Unenb- liche. Erwachter Winb stürzte vom Walb brüben mitten in bie ewig unruhigen Kornfelber hinein, schaukelte auf den hohen fetten Halmen hin bis ans andere Ende des Ackers, ftürmte den kleinen Hügel herauf, feine wilde Stimme mischte sich mit ben zarten Geräuschen der bewegten Gräser unb Blumen. Die kleinen Heuschrecken hörten, vor Angst vielleicht, zu zirpen auf. Ein Habicht zog unsichtbar über mir, ich hörte nur seinen kurzen, erzürnten Ruf ... So singt die Natur ihr tägliches Wiegenlieb, balb leiser, balb lauter ... vom Morgen bis in ben Abenb hinein unb roieber zum Morgen. Dazwischen surrt einmal ein großes Flugzeug herauf unb zieht feine vergängliche silberne Spur über bie Einsamkeit ber Berge und Wälber. Es wirb Mittag, es wird Abend; der Schatten der beiden gegabelten Tannen vor mir ist jetzt fast ganz um mich herumgewandert. Der rosige Tag erbleicht vor der kühlen Nacht, die schon hinter dem Tannengitter droben lauert. Noch eine Weile dürfen die Kühe am Rain grafen, dann kehrSn fie träge unb brüllend in bie warmen Ställe heim. Em Pferbegespann führt bas gebörrte Futter in bie Scheunen, bie Knechte folgen ihm zu Fuß ober auf bem Rab, benn bie Wiesen liegen wie in einer anbern Welt, ein gut Stück Hinterm Walb, wo man bie jährlich gefällten Bäume zersägt unb ben Hoben robet. Ja, es ist eine mühsame Arbeit, so ein Stück Walb urbar zu machen. Jahre ziehen ins Lanb, bis ber erste Pflug bie steinige Erde schürfen kann unb bas erste Korn auf nieberem Halm geerntet wirb... Die Schwalben, bie fich tagsüber in ferne hohe Himmel zerstreuten, kehren abenbs zurück. Noch einmal kreisen sie wie zum Abschied in feierlichen gleichsam beschwörenden Kurven ums Haus, setzen sich erst noch eine Weile auf des Daches First, die Paare eng beieinanber. Schließlich fliegen fie in ihre Nester unterm Dach ober durch bie Lücke im Scheunentor Das paar auf dem Wasser. Von Hermann Linden. Schon hat bic Glocke geläutet, und noch liegt bas Schiff wie schlafend im Wasser. Der Steuermann hockt unbeweglich, raucht sein Pfeifchen und starrt auf die Planken, die übrige Besatzung sitzt auf ben Eisenstangen bes Ufergelänbers unb pen- belt schweigenb mit ben Beinen, zuweilen kratzt sich einer am Kopfe, wozu er bie Lebermütze ab» nehmen muß. Ein Dampfer ist keine Eisenbahn, benke ich, als bie Glocke zum zweitenmal läutet. Wozu läutet sie überhaupt, wenn ihr Tönen von niemanbem ernst genommen, ja fast kaum beachtet wirb? Die fahrplanmäßige Abfahrtszeit ist schon eine ganze Viertelstunbe überschritten. Jetzt geschieht etwas: ein Herr kommt zum ßan- bungssteg gerannt. „Warten Sie bitte noch einige Sekunben", sagt er zu ben Schiffern, bie sich bei seiner Anrebe keineswegs von ihren harten Sitzen erheben, „es kommt gleich noch eine Dame, sie ißt gerabe noch brüben im Restaurant einen jungen Hahn, bas geht nicht so schnell." „So, so", sagt einer ber beiben Schiffer, „ist sie hübsch, bie Dame?" „Sie werben sehen", erroibert ber Herr als hoffe er mit biesen Worten, bie ebenso unverbinblich wie verheißungsvoll waren, bie ßeute zu einer Verzögerung zu bewegen. „Es geht nicht mehr", sagt ber zweite Schiffer bazwischen, „wir müssen fort, bas Schiff nach Sch. muß gleich hier anlegen!" „Das tut nichts zur Sache", sagt jetzt ber erste Schiffer, ber wahrscheinlich schöne Damen gerne sieht, „wir fahren ab, halten aber noch einmal an ber nächsten ßanbungsfteüe, bis bahin wird bie Dame wohl fertig sein mit ihrem Hahn!" „Gewiß, gewiß", ruft ber Herr unb springt hinüber zum Restaurant. Der Steuermann legt die Pfeife aus bem Munb, bie Schiffer hüpfen von ben Eisenstangen, knirschenb setzen sich bie Räber bes Dampfers in Bewegung. Dann roieber Ruhe, Stille, Warten. Wie zum Zeitvertreib läutet roieber einmal bie Glocke. Jetzt kommt das Pärchen, es beeilt sich nicht einmal. „Aha", sagt der erste Schiffer, als er sie sieht; ber Ton biefes Aha zeigt Zusriebenheit und Beifall. „Jetzt fahr' schon endlich mal los", poltert sein Kamerad. Mit feinen fünf Passagieren fährt der Dampfer ab. Die Dame sucht sich einen Platz auf der Bank, ben besten für die Augen. Sie probiert mehrere Plätze unb gerät in bie Nähe der beiben Herren, bie an ber Bugspitze sitzen. „Noch ein bißchen näher", ruft der eine unb lacht, ohne Beachtung zu finben. Jetzt hat sie ben Platz gefunben, aus bem sie sitzen bleiben wirb. Sie legt ihre langen, schlanken Beine aus die Bank. Ihr Begleiter sitzt hinter ihr, sie kann ihn nicht sehen, aber sie kann ihren Rücken roiber ihn anlehnen. Das tut sie auch. Das Schiff fährt ziemlich schnell über ben Fluß,, viel zu schnell für bie schöne Uferlanbschaft. Es ist Dämmerung. Kanus mit Menschen in Schwimm- anzügen tanzen unzählig auf bem Wasser, ßichter glühen auf, in Fenstern, auf Kais und zwischen Jnselbäumen, der Wind ist weich und warm, wie eine berührende Hand. „Das ist eine Stimmung, in der ich zärtlich werben kann", sagt bie Dame. In biesen Minuten begreife ich bas Glück bes Malenkönnens, ben Rausch, Schönheit in Farben für die Ewigkeit festzuhalten. Dieses Paar, das da brüben sitzt, ist ein ungemaltes Renoir. Welche Seligkeit muß es sein, ein solches Paar so festhalten zu können, in feinen Farben, in seinem Glück. Rote, lange Haare hat bas Mäbchen. Der Mann, der bei ihm sitzen darf, ist weder jung noch schön, aber er ist einer jener Männer, die etwas von Schönheit verstehen. Er hat schmale, leichtgebräunte Hände; wenn er mit einer dieser Hänbe über bas Haar bes Mäbchens streichelt, als fei jebes einzelne Haar ein Wunber ber Natur, so ist es verstänblich. baß bas Mäbchen sich bichter an diesen Mann drückt, daß es seinen Kopf trotz ber unbequemen Bewegung hebt und ihn anlächelt. Jedesmal wenn sie ihn anlächelt, bin ich, der fremde Zuschauer, gewiß ebenso entzückt wie ber Mann, bem bas ßächeln gilt; denn in biesen Augenblicken ist der ganze Glanz, den ein glückliches, schönes Mädchen haben kann, in diesem Gesicht ausgebreitet. Herrgott, warum kann man nicht malen, wenn man möchte: diese großen Augen, diese schräg- gestellten großen Augen mit ihren graugrünen Pupillen, diese weißen, blitzenden Zähne, biefer rote, jugenblich blühenbe, schön gewölbte Munb, biefes bunkle, kupferrote Haar unb bas zarte Gesicht bes Mannes bahinter, dessen Augen eine große Hornbrille verschleiern — diesen violetten Abendhimmel hinter den beiden Menschen, die Kanus — die Pappeln, die ßampen... dieses Bild bes Erlebens, der Schönheit und des Glückes möchte ich malen in feiner Herrlichkeit und es ausstellen in ber Öffentlichkeit, in ben ßäben ber Zeit, wo es sich als Zeugnis blühend erheben könnte, damit man sieht, daß es ewig etwas gibt, das unzerstörbar und unvergeßlich bleibk Glück der Liebel Dogelabschied im August. Anfang August find die Mauersegler oder Turmschwalben südwärts gezogen, und die Goldamseln folgen ihnen nach. Gegen Mitte des Monats August sammeln sich die Störche und nehmen Abschied. In Norddeutschland wandert die Mandelkrähe oder Blauracke. In Süddeutschland ziehen die Wiedehopfe fort. Gegen Ende des Monats schwillt der Vogelzug mächtig an: Gartenammern, Gartenlaubvögel, Dorngrasmücken, Rohrdrosseln, Braunkehlchen und Fliegenschnäpper, selbst Nachtigallen und erste Schwalbenzüge verlassen die heimatlichen Nistplätze und Jagdreviere. Mit dem ersten großen Dogelabschied im August setzt mählich auch ein Schwinden des Sommers ein. Erstes Laub färbt in den Wäldern, und vereinzelt flattern auch schon die grauen Nebel über spinnwebüberzogene Heiden. Der malerische Herbsttag hält dann Einzug in Garten, Feld und Hain. Beschränkung des Arbeitsplatzwechsels und Lehrlinge. Zur Klarstellung veröffentlicht der Reichsarbeits- Minister eine Uebersicht über die geltenden Bestimmungen für den Arbeitsplatzwechsel von Lehrlingen. Die Lösung von Lehrverhältnifsen ist danach nicht an die Zustimmung des Arbeitsamts gebunden. Der unmittelbare Uebergang aus dem Lehrverhältnis in ein Beschäftigungsverhältnis als Arbeiter oder Angestellter im Lehrbetrieb unterliegt nicht den Em- stellungsbeschränkungen. Die Einstellung eines Jugendlichen als Lehrling bedarf jedoch der Zustimmung des Arbeitsamts. « ** Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 28.7. bis 3.8.1939 ein: Gegen Kraftfahrzeugführer mit 16 Anzeigen und 16 gebührenpflichtigen Verwarnungen-, gegen sonstige Fahrzeugführer mit 3 Anzeigen; gegen Radfahrer mit 15 Anzeigen und 47 gebührenpflichtigen Derwarnun- gen; gegen Fußgänger mit 1 Anzeige und 6 gebührenpflichtigen Verwarnungen. * Vereinigte Krankenversicherung s- A G. Die Gesellschaft hatte im Jahre 1938 ein gutes Ergebnis zu verzeichnen. Sie war dadurch bereits zum siebenten Male in der Lage, an die Versicherten, die im letzten Jahre keine Schäden angemeldet haben, eine Prämienrückgewähr in Höhe von 4^ Monatsprämien auszuwerfen. Der Gesamtbetrag ergab die Summe von 2,7 Millionen RM. Aus der Bilanz ist zu entnehmen, daß die Reserven um 3 550 000 RM. erhöht werden konnten. Der Dermögensbestand ist auf 6 700 294 RM. gestiegen, der Grundbesitz hat sich durch Ankauf eigener Geschäftshäuser in Breslau und München ebenfalls wesentlich vergrößert. Die Gesellschaft verzeichnete am 31. Dezember 1937 insgesamt 459 018 versicherte Personen, am 31. Dezember 1938 waren es 502 453 Versicherte. Das Ergebnis des Jahres 1938 steht im Zeichen des allgemeinen wirtschaftlichen Aufbaues. Ein Schwarzfahrer auf der Eisenbahn. LPD. Frankfurt a. M., 8. August. Ein 29jähriger Mann befand sich auswärts in Stellung. Als seine Kameraden Urlaub nach Frankfurt erhielten, begleitete er sie zur Bahn und stieg, nur mit einer Bahnsteigkarte versehen, in den Zug und fuhr mit. Es gelang ihm auch, unbemerkt durch die Sperre zu kommen. Daß er Schwarzfahrer war, kam nachher dadurch heraus, daß er kurz darauf bei der Polizei Angaben über eine angeblich begangene strafbare Handlung eines Drit- ten machte, wobei man auch Interesse für seine Person zeigte. Das Schöffengericht verurteilte den Schwarzfahrer wegen Betrugs gegenüber der Reichsbahn zu zwei Wochen Gefängnis. Gießener BScker-Lnnung besichtigt die Reichsfachschule des Bäckerhandwerks. Auf vielseitigen Wunsch veranstaltete die Bäcker-Innung Stadt und Kreis Gieße n am Sonntag eine Sonderfahrt zur Besichtigung der Reichsfachschule des Bäckerhandwerks tn Weinheim an der Bergstraße. Die Jnnungsmitglieder trafen sich mit ihren Angehörigen, Gesellen und Lehrlingen auf dem Luo- wigsplatz in Gießen, um in gemeinsamer Fahrt in Omnibussen und Privatwagen in Richtung Sternbach (Reichsautobahn) die Fahrt zu beginnen. In Steinbach schlossen sich die Teilnehmer aus der Laubacher Ecke, Lich usw. an, so daß nunmehr 220 Teilnehmer in einer stattlichen Wagenkolonne mit sechs Omnibussen und 15 Personenwagen ihre Fahrt über die Reichsautobahn in Richtung Bad-Nauheim— Frankfurt a. M.—Darmstadt fortsetzten. Beim Flug- Hafen Rhein-Main wurde die Fahrt unterbrochen, um das Luftschiff „Graf Zeppelin" zu besichtigen, das bereits am Ankermast zur Abfahrt nach Würzburg bereit lag. In Darmstadt verließ man die Autobahn, um die Fahrt über die Bergstraße fortzusetzen. Die Wagen erreichten* gegen 13 Uhr das Ziel, die „Fuchs'sche Mühle" in Weinheim, wo gemeinsam das Mittag- efsen eingenommen wurde. In einer kurzen Ansprache begrüßte der Obermeister Ludwig I h r i n g (Lich) die Teilnehmer und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß sich eine solch stattliche Zahl von Jnnungsmitgliedern mit ihren Angehörigen und Gefolgschaftsmitgliedern an dieser Fahrt beteilrgte, was einmal ein Zeichen guter Kameradschaft, zum andern aber auch das große Interesse für die Rerchs- fachschule zu werten sei. Besondere Grüße entbot er dem Kreishandwerksmeister Stühler sowie den Vertretern des Reichsinnungsoerbandes Bezirksstelle Baden und der Innung Weinheim, die sich zur Führung zur Verfügung gestellt hatten. Nach dem Mittagessen fuhren die Teilnehmer zur Besichtigung der wunderschön gelegenen Wachenburg. Danach wurde die Fahrt zur Reichsfachschule fortgesetzt. Die Schule wurde abteilungsweise besichtigt und fand mit ihren Gesamteinrichtungen und ihrer herrlichen Lage allen Beifall. Hier werden Meister, Gesellen und Verkäuferinnen in allen neuzeitlichen Anforderungen des Bäckerhandwerks unterrichtet und weitergebildet. Schöne Gartenanlagen und eine herrliche Umgebung sorgen aber auch für Erholung. Nach gemeinsamer Kaffeetafel wurde abends die Rückreise ab_ Lorsch über die Reichsautobahn angetreten. Als schönen Abschluß des Tages konnte ein Teil der Teilnehmer noch die Landung des Luftschiffes „Graf Zeppelin" erleben. Wohlbehalten kehrten die Teilnehmer an den Ausgangsort der Fahrt zurück. Dem Veranstalter der Fahrt, dem Obermeister Ludwig Jhring, war jeder Teilnehmer herzlich dankbar. Aus den Gießener Genchtssa'len. Große Strafkammer Gießen. Unter Ausschluß der Oeffenttichkeit wurde gegen den L. F. in Lauterbach wegen Kuppelei verhandelt. Er wurde beschuldigt, in den Jahren 1933 bis 1935 gewohnheitsmäßig und aus Eigennutz der Unzucht Vorschub geleistet zu haben. Der Angeklagte wurde unter Zubilligung mildernder Umstande zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt. ♦ Der E. G. R. in Annerod hatte sich wegen Brand- ftiftung zu verantworten. Er hat am 3. März 1939 eine Scheune in der Domäne Schiffenberg vorsätzlich in Brand gesetzt. Durch den Brand wurde der gesamte Dachstuhl zerstört und die in der Scheuer lagernden Erntevorräte -vernichtet: Der Sachschaden betrug etwa 4000 RM. Der Angeklagte, ein schwachsinniger Mensch im Alter von 22 Jahren, war auf dem Schiffenberg beschäftigt. Im Untersuchungsverfahren hatte er die Brandlegung eingestanden. Heute wollte er sich auf nichts mehr besinnen können. Der Sachverständige hält den Angeklagten für einen schwachsinnigen, vermindert zurechnungsfähigen, fast zurechnungsfähigen Menschen, der wahrscheinlich immer wieder zu strafbaren Handlungen neigen würde, und empfiehlt seine Unterbringung in einer Heil- und Pflegeanstalt. Der Vertreter der Anklage beantragte, den vermindert zurechnungsfähigen Angeklagten zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und sechs Monaten zu verurteilen und feine Unterbringung in einer Heil- und Pflegeanstalt anzuordnen. Der Der- teidiger war der Ansicht, daß dem Angeklagten, trenn er überhaupt schuldig erkannt würde, der Schutz des §511 StGB, zuzubilligen und er in einer Heil- und Pflegeanstalt unterzubringen sei. Der Angeklagte wurde der vorsätzlichen Brandstiftung schuldig erkannt und unter Zubilligung mildernder Umstände zu einer Gefängnis st rafe von einem Jahr, abzüglich fünf Monate Untersuchungshaft, verurteilt. Ferner wurde die Unterbringung des Angeklagten in einer Heil- und Pflegeanstatt angeordnet. Vezittsschöffeligericht Gießen. Unter Ausschluß der Oeffenttichkeit wurde gegen den W. Fl. in Ober-Erlenbach wegen widernatürlicher Unzucht, begangen im Mai 1939 in Kaichen, verhandelt. Der Angeklagte wurde zu einer G e ° fängnisstrafe von vier Monaten, abzüglich sechs Wochen Untersuchungshaft, verurteilt. Da der Angeklagte nur teilweise geständig war, wurde ihm nur ein Teil der Untersuchungshaft angerechnet. Der H. Z. in Reichelsheim hatte sich wegen Be- trugsoersuchs zu verantworten. Es wurde ihm zur Last gelegt, er habe im September 1938 durch Verschweigen der Tatsache, daß das ihm gehörige Pferd schon seit längerer Zeit an periodischer Augenentzündung litt, die Inanspruchnahme dieses Tieres durch die Pferdebeschaffungskommission in Friedberg zu einem Werte von 1500 RM. bewirkt. Nach der Rückgabe des inzwischen völlig erblindeten Tieres im Oktober 1938 habe er einen Schadensersatzanspruch erhoben und vor der hierüber befindenden Kommission zunächst behauptet, das Tier sei vor der Inanspruchnahme gesund gewesen und deshalb die Abnahme des Pferdes durch die Kommission zu dem obigen Schätzungswert verlangt Erst auf entsprechenden Vorhalt des Oberveterinärs hat er zugegeben, daß das Tier vor der Abnahme eine Trübung auf dem rechten Auge gezeigt hätte, aber noch voll dienstbrauchbar gewesen sei. Hierdurch hat er erreicht, daß eine Wertminderung in Höhe von 550 RM. anerkannt wurde, die aber nicht ausbezahlt wurde. Es wurden 18 Zeugen und ein Sachverständiger vernommen. Der Vertreter der Anklage beantragte eine Gefängnisstrafe von 2 Monaten. Der Verteidiger beantragte Freisprechung mangels Beweises und für den Fall einer Verurteilung eine Geldstrafe. Der Angeklagte wurde mangels ausreichenden Beweises s r e i g e 11> r o ch e n. Es konnte nutzt «n. wandfrei nachgewiesen werden, daß die Pferdebesitzer bei der Musterung allgemein aufaeforbert worden waren, etwaige Mängel oder Fehler ihrer Pferde anzugeben. Aus der engeren Heimat. Bauern! Großöeulschland braucht zur Sicherung seiner Freiheit dringend eine Steigerung der Fetterzeu- gung. Steigert deshalb jetzt beträchtNch den Oe(- fruchtanbau. ohne die viehwirtschaft zu vernach. lässigen. Die neuen erhöhten Oetsoatpreise sichern Luch die Wirtschaftlichkeit des Anbaues. Jetzt ist es Zeit, Raps und Rübsen zu bestellen. Laßt Luch dabei vom Reichsnährstand beraten! Tödlicher Insektenstich. LPD. Schlitz, 8. August. Ein achtzehn« jähriges Mädchen, das bei einem Bauern in Hutzdorf beschäftigt war, wurde vor kurzem von einem Insekt gestochen. Der Stich ver- heilte anscheinend gut. Später stellten sich ,edoch Vergiftungserscheinungen ein, an deren Folgen das Mädchen jetzt im Krankenhaus ge- ft o r b e n ist. Landkreis Gießen. § Alten-Buseck, 8.Aug. Am Samstagabend trafen sich, einer schönen Sitte gemäß, die hiesigen Schulkameraden und -kameradinnen des Jahrganges 1889 zu einer Wiedersehens feier im Saale der Gastwirtschaft Rühl. Auch die auswärts wohnenden Kameraden waren fast vollzählig er« schienen. Alterskamerad Rau (Gießen) begrüßte mit herzlichen Worten alle Teilnehmer und gab der Bedeutung des Tages mit treffenden Worten Ausdruck. Man gedachte dabei auch der bereits verstorbenen und im Weltkrieg gefallenen Kameraden und widmete ihnen ein stilles Gedenken. Die folgenden Stunden des Beisammenseins waren hauvtsächlich dem Austausch aus der Schul- und Jugendzeit gewidmet, wobei manches heitere, wie auch ernste Erlebnis ins Gedächtnis zurückgerufen wurde. In froher Unterhaltung bei Gesang und Tanz verlebte man einige fröhliche, unvergeßliche Stunden. Er wurde einstimmig beschlossen, in einigen Wochen eine gemeinschaftliche Fahrt an den Rhein zu unternehmen. Man nahm voneinander Abschied mit dem Vorsatz, diese Wiedersehensfeier in einigen Jahren zu wiederholen. ZSteinbach,9. Aug. Am Freitag, 11. August, feiert das Ehepaar Johann Karl Horn und Maria, geb. Reuschling, das Fest der Goldenen Hochzeit. Der Gesundheitszustand der beiden im 76. Lebensjahr stehenden Eheleute ist befriedigend, Herr Horn kann in der Landwirtschaft noch mithelfen. Dem Jubelpaar unsere herzlichen Glückwünsche. # Ullendorf (Lahn), 8. Aug. Zu einem Fest schöner Gemeinschaft wurde die am Sonntag und Montag abgehaltene Kirchweih. Da das Wetter den Aufenthalt im Freien nicht zuließ, fand sich alt und jung in den großen Räumlichkeiten der Wirtschaft „Zum grünen Grund" ein. Eifrig wurde nach alten und neuen Weisen getanzt, und bald herrschte eine prächtige Stimmung. Am Montagmorgen traf man sich dann noch zu einem Frü^ schoppen, der durch musikalische und gesanMHe Darbietungen verschönt wurde. Wegen falscher Anschuldigung ins Gefängnis. LPD. Frankfurt a. M., 8. August. Das Schöffengericht verhandelte gegen einen 34jährigen Angeklagten, der im Sommer v. I. an die Handwerkskammer Wiesbaden zwei Briefe gerichtet hatte, in denen er behauptete, daß ein Handwerks- Der Täter mitten unter uns Roman von Kurt Riemann Copyright by Verlag Dskar Meister, tDerbau L Sa. 1. Fortsetzung. (Nachdruck verboten ) 2. Was nun? Die Nachricht vom Tode Sir John Perkins hat wie eine Bombe eingeschlagen. Für einen Nachmittag ist London voll vom Äben und Sterben dieses stillen Mannes, der so vielen Lohn und Brot gab. Spaltenlange Nachrufe in den Blättern versuchen, die Zurückgezogenheit seines Privatlebens zu erhellen. Doch was für die Millionenstadt nur eine von vielen Neuigkeiten ist, das bedeutet für Barking im Augenblick das einzige und ausschließliche Gesprächsthema. In den Korridoren und Kontoren, in den Hallen und Werkstätten, überall die gleichen Fragen: „Wie konnte das nur geschehen? Der Chef tot! Es ist unglaublich? Und was wird nun? Wer soll an seine Stelle treten?" Im Arbeitszimmer des Prokuristen aber sind die Herren von der Direktton der „John Perkins Comp." versammelt, der Generalstab dieser kleinen „Stadt in der Stadt", die über fünftausend Menschen Brot gibt, die ihre Webwaren in alle Weltteile versendet, die in Tiburry an der Themse eigene Hafenanlagen besitzt und eine Flotte von vierundzwanzig Schiffen dazu. Gardens, der alte Prokurist des Hauses, der sich des besonderen Vertrauens des Toten erfreute, hat die Herren zu sich gebeten. „©entfernen", beginnt er nach einer kurzen Pause, „Sir John Perkins ist tot. Sie wissen es. Seine sterblichen Ueberrefte befinden sich auf dem Wege in die Stadt." Nun muß er sich räuspern und die Brille putzen. Er hat sich sehr stark gemacht, aber es hilft nichts. Wer wie er durch lange Jahre Tag für Tag neben einem Manne steht, den er liebt und verehrt, und eines Tages ins Leere schauen muß — der findet sich so schnell nicht darein. Es wagt auch niemand über die Schwäche des Alten zu lächeln. Man refpeftiert seine Fassungs- losigkeit und schaut ernst und selbst ein wenig an» gerührt vom Schmerz dieses alten Mannes zu Boden. „Meine Herren", fährt er endlich fort, „Sir John hat mir vor mehr als sechs Jcchren einmal gesagt, daß in seinem Schreibttsche ein Brief läge, der von der Hand des jeweiligen Prokuristen in Ihrer Gegenwart geöffnet werden sollte. Ich habe damals gelacht, und unser verehrter Chef auch. Wir haben es wohl beide nicht für möglich gehalten ... ich jedenfalls habe nie geglaubt, daß ich einmal in die Lage kommen würde, mich dieser Worte zu erinnern, denn ich bin ein alter Mann und der Chef war jung im Vergleich zu mir. Nun hat es das Schicksal doch anders gewollt. Ich möchte Sie also bitten, Zeuge zu fein, wie ich den Brief in Ihrer Gegenwart öffne. Bitte, Direktor Drummond, wollen Sie das Siegel prüfen? ... Danke!" Gardens öffnet den schmalen gelben Umschlag, auf dem mit den steilen Buchstaben des Toten, die jeder dieser Männer so gut kennt, deutlich zu lesen ist: „Im Falle meines Todes vom Prokuristen zu öffnen!" „Bitte, Herr Direktor! Lesen Sie! Ich kann's ... mit meinen Augen nicht so recht." Die ernsten, verschlossenen Gesichter der Abteilungsleiter, Direktoren, Werkführer und Chef-Jnge- nieure des Werkes werden wach und aufmerksam. Obwohl sich jeder von ihnen hütet, dem andern einen Blick in sein Herz, in seine Gedanken zu erlauben — was ihr verstorbener Herr ihnen zu sagen hat, das reißt doch manchem von ihnen die Maske kühler Beherrschtheit vom Gesicht. Seine letzte Anordnung ist knapp und klar, wie alles, was der Chef dachte, schrieb oder mündlich kundtat. „Wenn ich sterben sollte, geht der Betrieb unverändert weiter. Die Leitung übernimmt inzwischen der jeweilige Prokurist, jeder Abteilungsleiter haftet für sein Arbeitsgebiet. Don meinem Ableben sind sofort folgende Personen zu benachrichttgen: Mrs. Vivian Holgerson, geb. Perkins, Brentford, Claire Perkins, London-Tottenham, sowie mein Bruder William Perkins in Firma Perkins & Co., Stockholm. Er soll mich nach Maßgabe meines Testaments bis zur endgültigen Losung ersetzen." In dieser Atempause, die der Dorlesende macht, sehen sich einzelne Herren verwundert an: Ein Bruder? In Stockholm? Nie hat jemand gewußt, daß Sir John einen Brüder hat. Es war wirklich eine Ueberraschung, davon zu hören. „Ich will nicht in meinem Hause, sondern im Werk aufgebahrt werden. Von irgendwelchen Kundgebungen ist abzusehen. Die Nachrichten von meinem Ableben sind auf das geringste Maß zu beschränken, um jede wirtschaftliche Ausnutzung des Interregnums durch die übrige Industrie nach Möglichkeit zu unterbinden. John Perkins." Der Leser hält inne. „Es folgen Ort und Datum", fetzt er still hinzu und reicht dem Prokuristen das Blatt zurück. ,Lch danke JhnenL" sagt der. „Sie hoben gehört, was Sir John uns mitzuteilen hatte. Ich werde also tun, was er wünscht, und bitte Sie, in ihrem Geschäftskreis das gleiche zu bewirken... Entschuldigen Sie mich, meine Herren!" Er wendet sich kurz und dreht den Anwesenden den Rücken. Sie sehen alle: mit der mühsam bewahrten Fassung des Alten ist es endgültig vorbei. Als sich Prokurist Gardens "mwendet, ist er allein. Von der Fensterbank sieht ihn das Bild Sir John Perkins an: ein großer Mann mit energischem Kinn und klugen Augen. Das war er. 3. Ein Mann von Rang und Stand. Die Fahnen wehen halbmast. Alle Räder stehen still. Der Lärm schweigt, der sonst brandend das Werk durchtost. Die Schlote rauchen nicht. Heute geleitet man den Mann zu Grabe, desien Kraft dieses Werk trug, dessen Name seine Erzeugnisse in aller Welt berühmt gemacht hat: John Perkins. In der weiten Empfangshalle des Bürogebäudes ist es wie ausgeftorben. Wer vorübergeht, bemüht sich, kein Geräusch zu verursachen, denn gerade über diesem Raum liegt der weite Sitzungssaal und dort schläft er seinen langen Schlaf, er, dem diese Be- hutsamkeit gilt. Still liegt er da, auf weißen Kissen prächtig auf« gebahrt, umgeben von vielen, vielen Blumen, umrahmt von Oleander und Lorbeerbäumen. Die mächtige Stirn hat der Tod mit kühler Schönheit gefrönt, schmal und scharf liegen die Lippen auseinander, eines Messers Schmtt. Es scheint, als denke der Tote noch immer angestrengt nach. P Doch der Mund bleibt stumm. Ein anderer hat gesprochen, ein höherer hat dem rastlosen Fle-.ß „Halt!" geboten. Das Angesicht des Toten blieb unverletzt, den armen zerschmetterten. Körper hat man mitleidig in Blumen gehüllt. Langsam füllt sich der große Raum. Wo sonst über die Geschicke des Werkes verhandelt wurde, wo in langen Redeschlachten so manche wichtige Frage geklärt und durch sein Wort entschieden wurde, schweigt nun alles und nimmt in ehrte r- Stetiger Behutsamkeit letzten Abschied. Würdige, schwarzgekleidete Männer kommen, Uniformen sieht man blitzen, ein stummes Neigen der Köpfe, die Stuhlreihen beginnen sich zu füllen. Was Namen und Rang hat, ist heute morgen hter in diesem Raum versammelt: der Bürgermeister, die Vertreter der Industrie, der Danken. Um den Sarg stellt sich die Abordnung der Ar- bester auf. Die Männer, deren Fäuste ihm im Leben halsen, sollen ihm den letzten Dienst crmetfen und ihn die Stufen hinabtragen zur letzten Fahrt. Es ist zehn Uhr. Um diese Zeit soll die Feier eigentlich beginnen, und der Propagandachef, zu dessen Pflichten nun auch die Ausgestaltung und der Verlauf dieser schweren Stunde gehört, sieht bereits besorgt nach der Uhr. „Die Damen haben doch ihre Ankunft gemeldet?" vergewissert er sich noch einmal, und Dr. Hellmers, der Mann, dem nun die zentrale Führung der Werke neben dem Prokuristen obliegen wird, neigt zustimmend und beruhigend den Kopf. „Nur keine Unruhe! Da kommen sie schon!" Er wendet sich den beiden Männern und zwei ttefverschleierten Damen zu, die nun in den geöffneten Flügeltüren erscheinen. Er verbeugt sich, nennt seinen Namen und führt die Damen zu ihren Plätzen. Ein Blick zum Pfarrer, der schon bereit steht —* der Männerchor und die Werkkapelle setzen ein. Die Feier nimmt ihren Anfang. Hellmers hat auf einem der Stühle Platz genommen, die im Rücken des Geistlichen aufgefteHt finb. Don hier aus kann er das Ganze gut übersehen. Das sind also die einzigen Verwandten dteses Mannes, dem er alles verdankt: fein ganzes Leben, feine Arbeit, feinen Erfolg. Zwei Tochter, ein Schwiegersohn, ein Bruder, den nie jemand gesehen hat. Der Mann aber, dem diese Feierstunde gN schläft nun dort den ewigen Schlummer. Dor wenigen Tagen noch ging er umher, frO und voller Arbeitskraft, sein Blick hielt das Ganze zusammen, feine Stimme, knurrend und ein wen'g verrostet, gab wie immer Anordnungen, die voller Klarheit und Zielsicherheit waren. Kein Gedanke daran, daß dieser Mund plötzlich verstummen konnte, kein Gedanke an Tod und Sterben.. - Nie war Sir John Perkins krank. Und doch hat ihn der Unerbittliche abberufen, unerwartet, unvorbereitet. Don jenem Wochenendausftug in die geliebten Berge brachte man ihn al? Toten zurück. Die Rede des Geistlichen beginnt Er erzählt von Sir Jcchn, von seinem Leben und Schaffen- Und die Totenrede wird zu einem lebendigen Rechenschaftsbericht tätigen Lebens eines Lebens, das Kampf war, erbitterter harter Kampf. „Ich habe das Glück gehabt, den Toten zu kennen, als er noch einer von den Millionen war, die den Feldherrnstab im Tornister trugen, unbekannt, UN' genannt. Ich war ein junger Mensch wie er, f«!1 drei Jahrzehnte lang sind wir in dieser Stadt gemeinsam durchs Leben geschritten. (Fortsetzung folgt) It g •" :: •• "*» "T '< ■... • '-V ■ : iL - Die Kämpfe im Modernen Fünfkampf SJ.-fporf noch Wotapeks Oiskussieg in London > r/ Schaffung einer zweiten Ei; hörigen Kampfplatz entsteht gleicher Größe von 30X6( Eisfläche. Hinter dem bis« Wirtschaft Wettkämpfe finb ausgeschrieben für Vereine tb ohne Winterlxrd. Es kann sich also jeder Die nahm I biegen, dann gestaltet er es einmal im Bewußt-1 Bundesfeft' I ei, Baustein gewesen zu sein an den Höhen deut-1 Fest der L 48:20 56:14 36:27 3:1 0:3 1:3 0:3. Generaloberst von Brauchitsch bei den Fünfkämpfern. . , t eine weitere Fläche in 30X60 Meter, die ebenfalls mit und ohne ---------- - . . kleine Landverein, wenn er Schwimmer in seinen Gießen—Philippstein Gießen—Nauborn Gießen—Herborn Der Oberbefehlshaber des Herres, Generaloberst von Brauchitsch, wohnte am Dienstag in der Heeressportschule Wünsdorf dem Pistolenschießen bei. Bei dieser Gelegenheit begrüßte der Generaloberst auch die Teilnehmer. — (Scherl-Bilderdienst-M.) prächtige Leistungen von Oblt. Lemp. Gleich zwei Hebungen erledigten die Teilnehmer am Modernen Fünfkampf am Dienstag in Wünsdorf mit dem Pistolenschießen und dem 300-Meter^Schwimmen. Oberleutnant Lemp konnte sich mit prächtigen Leistungen weiterhin in der Ge- die westlich von den beiden Eisplätzen entsteht und ebenfalls eine Neuheit darstellt, fallen die Wettbewerbe auf dem Rießer See weg. Der Olympia- türm wurde fast an der gleichen Stelle wieder gebaut wie 1936. Eine weitere Neuerung bedeutet das Olympia-Funkhaus am Stadion. Gleiche Sorgfalt wie den Bauten der Sportplätze wird auch den Straßenbauten zugewendet. So wird die Olympia-Straße erheblich verbreitert, und auch die Straßen in Garmisch-Partenkirchen selbst werden verbessert. Abgaben vornahm. Am Aktienmarkt war die Kursentwicklung bei merklich geschrumpfter Umsatztätigkeit zwar un- einheitlich, meist ergaben sich aber Rückgänge um Bei den englischen Leichtathletik-Meisterschaften im Londoner White-City-Stadion, die unter teilweise wolkenbruchartigem Regen litten, konnte der Wiener W o t a p e k den einzigen deutschen Sieg erzielen, und zwar mit einem Diskuswurf von 48,85 Meter. — (Schirner-M.) W'.' unb ? in denk ■d N' |tn eili nde. nerfeti iben. L Dechr: untij mit bt: jin't. bit P gtch genieß*; '.jM bnmj t nrirb, d Mm tut Q usvärd jBj ö. begchs gab V en Lv. oerftor. then L OloflAh von Tribünen umsäumt ist. Der Zugang vom Stadion zum zweiten Eisplatz geht durch einen acht Meter breiten Tunnel. Dann folgt die neue 400-Meter-Bahn für Schnelläufer auf einer Kunsteisfläche. Während die neuen Tribünen im Stadion 12 000 Personen fassen, können auf der Tribüne des zweiten Eisplatzes 6000 Zuschauer untergebracht werden. Auf der Mitteltribüne zwischen den Eisplätzen werden die Pressevertreter ihre Arbeitsstätten finden. Gleich daneben wird auch ein eigenes Postamt eingerichtet. Die Besucher der Mitteltribüne können die Kämpfe auf beiden Eisflächen beobachten. Durch die Schaffung der neuen Bahn für die Schnelläufer, nachdem er in der Vorrunde punfflos geblieben war, in der Rückrunde nicht zu erscheinen. Durch die Derlustpunkte in der Vorrunde für Herborn ergab sich nach Beendigung der Rückrunde ein Punktgleichstand zwischen Herborn und Ballersbach, die nunmehr zu einem Entscheidungsspiel antraten, das von Herborn mit 37:17 Punkten für sich entschieden wurde. Damit ist Herborn Kreismeister und ruckt mm in dem kommenden Jahr zur Gau- klasie auf. Mit einigen der spielfreien Mannschaften trug der Gaumeister 1938, Tv. 1846 Gießen, einige Einladungsspiele aus, die Gießen sämtlich überlegen gewinnen konnte. Die Ergebnisse der Einladungsspiele. i.jlM Ate. ahch m7U nb, hui mchtlsu. nemjjd niag in! 15 8tP.! fand ft ntrn tc H Bll!.’ nb M Dtonii i V tW Garmisch-parlenkirchen bereitet vor. Große !lm- und Neubauten für die V. Olympischen Winterspiele. g bri b : ihm B 1 cm« ien W dir Ke * '■ ilfung hört, R Das Vllndessefl in Grünberg Gin Fest der Leibesübungen. famtmertung an der Spitze behaupten und dazu seinen Punktvorsprung — an zweiter Stelle >it r it' » r-L sS* & meister bet Ablegung der Meisterprüfung unehrlich seine Verwandte des Tietze, wo sie ermittelt und ,Aks«u ..«x das Prufungsergebnis erschlichen festgenommen werden konnten. Nach der Einliefe« klagte war der falschen Anschuldi- rung ins Polizeigefängnis gelang es Tietze, sich llört SPnrPirAho nnnAPfn»! ,, „ S „„.X. X...X rr. — .'1 in... r. • v . u 1 / Gießener Gchlachtviehmartt. Zum gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Diehversteige- rungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 7 Ochsen, 5 Bullen, 21 Kühe, 21 Rinder, 102 Kälber, 310 Schweine, 2 Schafe aufgetrieben. Preise: Ochsen 37 bis 45L Rpf., Bullen 37 bis 42,5 Rpf., Kühe 26 bis 42,5 Rpf., Rinder 35 bis 44,5 Rpf., Kälber 35 bis 65 Rpf., Schafe 27 Rpf. je kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 122 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,20, 62) (120 bis 134,5 kg) 1,18, c (100 bis 119,5 kg) 1,10, d—f (unter 100 kg) 1,04, gl) (fette Specksauen) 1,20, i (Altschneider) 1,18, g2 (andere Sauen und h Eber) 1,08 RM. Marktverlauf: Alles ausverkauft ^bein-Mainische Börse. Mitlagsbörse überwiegend schwächer. Einzel. Insel — Leuthäuser Pamler — Zerndt Weppler — Michel Steuernagel — Kohlenberg Specht — Schmuck Frl. Schäfer — Heller Weisbecker — Seim Hisgen — Lang Doppel. Pamler-Weppler — Zerndt-Michel Steuernagel-Specht — Heller-Leuthäufer Jnfel-Frl. Schäfer — Kohlenberg-Schmuck Schüttler-Breivogel — Lang-Berghöfer durch das Fenstergitter hindurch zu zwängen und ms Freie zu gelangen. Er flüchtete und versteckte sich auf dem Speicher eines Hauses, wo er alsbald gefunden und ins Gefängnis zurückgebracht werden tonnte. Rundfunkprogramm Donnerstag, 10. August. 5 Uhr: Frühmusik. Gau-Musikzug der NSDAP., Gau Ostpreußen. 5.50: Bauer, merk auf! 6: Morgen- lted. Morgenspruch. Nachrichten. Betriebssport der DAF. 6.30: Frühkonzert. Das Leipziger Sinfonieorchester. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Orchester und Chor des Reichssenders Königsberg. 10: Schulfunk: Dolkslied- fmgen, Blatt 9. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittags- konzert. Das kleine Rundfunkorchester. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Rudolf Gonszar singt! (Industrie«Schallplatten und Etgenaufnahmen.) 14.45: Für unsere Ktnder: Von kleinen Königen und winzigen Prinzessinnen. Eine Geschichte aus einem seltsamen Königreich. 16: Zwei Stunden im Rhythmus der Freude. 17 bis 17.10; Heiteres Wissen von den Reisegenüssen. 18: Aus Arbeit und Beruf: 1. Aktuelle Nachrichten. 2. Das Haus im Steuerrecht. 18.30: Klang der Landschaft: Der Hunsrück. Hörfolge. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: Das singende, klingende Frankfurt. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.15: Sport in Kürze. 22.20: Unsere Kolonien: Neue Kolonialbücher. 22.35 bis 24: Volks- und Unterhaltungsmusik. Das kleine Rundfunkorchester. Auf dem Truppenübungsplatz Döberitz wurde der Dierländerkampf im Modernen Fünfkampf, an dem deutsche, italienische, finnische und ungarische Reiter beteiligt sind, begonnen. — Unser Bild zeigt Oberleutnant Lemp (Deutschland) beim Geländeritt, bei dem er sich mit null Fehlern und der Zeit von 9:30 Minuten den ersten Platz errang. (Scherl-M.) Reihen hat, an den Wettkämpfen beteiligen. Für Vereine ohne Winterbad sind die Wettkampfitrecken 50 Meter, während sonst 100 und 200 Meter geschwommen werden. Auch das Springen soll zu seinem Recht kommen. Für Männer und Frauen sind je drei Pflicht- und drei Kürsprünge ausgeschrieben. Interessant werden wieder die Staffelkämpfe werden, die auch wieder getrennt nach Vereinen ohne und mit Winterbad zum Austrag kommen. Den Abschluß bildet ein Wasserballspiel, das voraussichtlich zwischen Gießen und Wetzlar zur Entscheidung kommen wird. Das Ganze wird sich in den Rahmen des großen . , ...... o,________________- .... —__M- —^-^stes einpaffen und dazu beitragen, ein ei, Baustein gewesen zu sein an den Höhen deut-1 Fest der Leibesübungen gestatten zu helfen. scher Leibeserziehung, zum andern im Willen, jene von dort empfangenen Impulse weiterzugeben und weiterzuttagen in das letzte Dorf und in die letzte Gemeinschast feines Bundes. Unfere Heimat ist in letzter Zeit nicht gerade arm gewesen an turnerischen und sportlichen Veranstaltungen. Noch sind das 1. Gau-Altersttefien in Heuchelheim und das Weidig-Bergfest auf dem „Schren- zer" in frischer Erinnerung, es steht außerdem das Hoherodskopfbergfest vor der Tür. Die 23e ran ft al hing in Grünberg wird über den Rahmen dieser Treffen hinausgehen. Während dort immer nur bestimmte Fachämter antraten, wird hier die große Gemeinschaft des NSRL. aufmarschieren. Es ist kein Turnfest im alten Sinne, auch kein Kreisfest des alten Reichsbundes für Leibesübungen, sondern das Bundesfest des NSRL., ist die neue Form der Gemeinfchaftsfeste deutscher Leibeserziehung, die im Bekenntnis zur Idee der Leibesübungen, zum „Volk in Leibesübungen" gipfelt. Schwimmen beim Bundesfest. In dem fchönen Freischwimmbad der Stadt Grünberg werden sich bei dem Bundesfeft am" Sonntagvormittag die 19 Wettkämpfe der Schwimmer abwickeln. Da das Bad etwas weit vom Festplatz abliegt, wird ein ständiger Omnibusverkehr die Zuschauer zum Bad und auch zu den in der Nähe liegenden Schießständen bringen. Querschnitt des täglichen deufichen Uebungsbe- titös", den jene 1000 Männer und Frauen unter hi Leitung des Reichssportführers dem Auslande Sitten, aber dieser „Querschnitt" riß unsere nor- Freunde zu einer Begeisterung und die irrigen" zu einer Bewunderung hin, für die die vergleiche fehlen. — Olympia war Spitzenkönnen, «»stau Breitenschau und Stockholm Schau beut« tyc: Leibeserziehung vom frühen Kindesalter bis £r Greis. Die Weltgeltung deutscher Körperkultur Ttfbc jedesmal eindeutig unterstrichen. Söiefe Hochfeste waren nicht „aufgezogen", waren Jät „kommandiert um der Propaganda willen", V Taren gewachsen aus der jahrelangen Arbeit all ‘IT, die sich dem deutschen Sport verschrieben yfcin. Sie waren die Summe aller täglichen tfcmgsftunben, aller örtlichen und gebietlichen Siripfe, Veranstaltungen und Feste, wie sie die Ar-einschaften des NSRL. Tag für Tag ausrichten. Baenn unser Sportkreis sich anschickt, die letzten Eiriereihmgen zu treffen, um am 19. und ! Lugust in Grünberg fein Bundesfeft zu gehandelt und das ' habe. Der Angeklagte _______ gung und der üblen Nachrede angeklagt und wurde zu einem Monat Gefängnis verurteilt, wobei das Gericht annahm, daß er, entgegen der Auffassung der Anklage, nicht wider befferes Wissen handelte, sondern die Anzeige leichtfertig erstattete. Er mar damals von einem anderen Manne beauftragt worden, die Anzeige aufzugeben. Dieser Mann dielt sich im Hintergrund, und der Angeklagte ver° säumte es, vor Erstattung der Anzeige sich zu erkundigen. Beleidigend war, daß er in einem Schreibet den Handwerksmeister als Saboteur des Dier- jahresplanes bezeichnete. Das Gericht war der Ansicht, daß durch eine solche Angabe nicht nur das Ansehen der Prüfungskommission, sondern auch der Prüflinge in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme fei bei der Prüfung alles mit rechten Dingen zugegangen. Zwei Ausbrecher dingfest gemacht. LPD. Mainz, 8.August. Am Montag gelang es der Kriminalpolizei, zwei schwere Jungen dingfest zu machen. Es handelt sich um den 22jährigen Wilhelm Schulmeister aus Bremen und den gleichaltrigen Helmut Tietze, die eine mehrjährige Freiheitsstrafe wegen schweren Diebstahls zu verbüßen haben. Die beiden sind am 2. August aus dem Gefangenenlager in Oberroden ausgebrochen, stahlen von Badenden am Main zwei Fahrräder und tarnen nach Mainz. In der Gemarkung Mombach haben sie gemeinschaftlich mehrere 'Gartenhauseinbrüche und einen Einbruchsdiebstahl in einem Bootshaus verübt, wo sie Kleider und der- gleichen entwendeten. Die Verbrecher hatten die 'Absicht, nach Hamburg zu gelangen und von dort über See nach dem Ausland. Sie besuchten hier 0,50 bis 1 v. H. IG -Farben gaben nach noch festem Beginn 1 v. H. nach auf 147 (147,65), ferner gingen Scheideanstalt auf 206 (206,50), am Montanmarkt Mannesmann auf 104 (104,50), Rheinstahl auf 126,75 (127) und Verein. Stahl auf 98,50 (99) zurück. Stärker ermäßigt waren Daimler Motoren auf 118,25 (120). Von Elektropapieren bröckelten AEG. 0,40 v. H., Gesfürel 1 v. H. ab; Lahmeyer tarnen nach mehrtägiger Pause mit 112,90 (117) zur Notiz. RWE. zogen 0,50 v. H. an auf 116. Im übrigen eröffneten Gement Heidelberg mit 143 (144), Zellstoff Waldhof mit 109 (110), Conti Gummi mit 217,50 (218) und Rheinmetall mit 117,25 (117,75). Der Rentenmarkt war vorerst ohne Geschäft. Lediglich in Steuerguficheinen erfolgten bei etwa 0,25 bis 0,50 v. H. rückläufigen Kursen einige Abschlüsse. Serie I gingen nach 98,60 rasch auf 98,15 zurück. Reichsaltbesitz, Reichsbahn-VA., ferner Gold» Pfandbriefe und Staatspapiere lagen behauptet, während Liquidationspfandbriefe verschiedentlich bis 0,13 v. H. und einzelne Stadtanleihen bis 0,25 v. H. niedriger lagen. Auch Industrie-Obligationen schwächten sich teilwefie etwas ab. Im Verlaufe herrschte Geschäftsstille und für die führenden Werte hörte man meist nochmals leicht abbröckelnde Kurse. Bei den später notierten Papieren gingen die durchschnittlichen Abweichungen bis zu 1 v. H., wobei Rückgänge in der Mehrzahl waren. AGA.-Beise 6er Jugoslawen gesichert. Jugoslawiens Davispokalspieler P u n c e c, Mitic und Kukuljevic können am 10. August von Bremen aus die Reise nach den Vereinigten Staaten antreten, nachdem die Regierung die nötigen Mittel zur Verfügung gestellt hat. Das Gießener Kundstreckenrennen. Für das am kommenden Sonntag stattfindende ..Gießener Rundstreckenrennen" wurde folgende Rennstrecke innerhalb der Stadt Gießen ausgewählt: Wilhelmstraße—Aulweg—Riegelpfad—Ludwigstroße. ätart und Ziel: Wilhelmstraße. Diese Runb- ttrecke befindet sich, mit Ausnahme eines »fürfes im Aulweg, in erstklassigem Zustande. 3iefe Rundstrecke befindet sich, mit Ausnahme nnes Stückes im Aulweg, in erstklassigem Zustande. Das etwas schlechte Stück im Aulweg wird in dankenswerter Weise vom Bauamt ausgebeffert bzw. »erben die groben Steine abgekehrt, so daß auch !iese Strecke gut befahrbar «ist. Die Wilhelmstraße wird sich als wunderbare Spurfitrecke erweisen. Die Ludwigstroße vom Riegelpfad bis zur Wilhelm- nafje wird einige größere Anforderungen durch ie Steigung an die Teilnehmer stellen. Es werden ach hier interessante Kämpfe abwickeln. Kreismeisterichast im Faustball. Tv. Herborn erster Kreismeister. Wie in dem Dorbericht bereits angedeutet wurde, :>aten die Mannschaften zu der Rückrunde in der !> reismeisterschaft teilweise in völlig veränderter ii usstellung an. Vor ollen Dingen hatte Herborn :ine Mannschaft durch einen äußerst sicheren 1,-chnurspieler so verstärkt, daß es dieser Mannschaft ??long, sämtliche Spiele mit einem wesentlichen Punktvorsprung zu gewinnen. Lediglich Ballersbach md Nauborn konnten sich einigermaßen gegenüber verhorn verteidigen. Da die Sinner Mannschaft lork geschwächt antrat, verlor sie dieses Mal sämtliche Spiele. Der Neuling Katzenfurt zog es vor, p N.! 1* «WÄ stunde I er. onhel'^ d ein J y Drei Ereignisse sportlichen Geschehens gaben der teeiten Oefientlichkeit Aufschluß über den Weg, den cs deutsche Leibeserziehung im nationalsozialistischen Staate zu gehen bestimmt ist. 1936 wurde zuerst eine Leistungsprobe abgelegt; die zeigte, daß der dMtsche Sport in seinen vielfältigen Erscheinungs- icrmen über Könner verfügt, die im Kampf mit öm Besten der Welt keinen Gegner zu scheuen yrben. Die Olympischen Spiele in Berlin i urden ein überwältigender und für viele auch Lrerraschender Erfolg der Vertreter der jungen Litton. 1938 rief Breslau die Turner und Sportler u einem großartigen Fest zusammen. Die ganze weite des deufichen Sports trat zum Kampfe, noch -i;hr aber zum Bekenntnis einer neuen ßebens« i ihn an. Leibesübungen, nicht mehr um ihrer selbst ! »ßlen ober von Zweckmäßigkeiten biftiert, sondern kSbesübungen als völkische Aufgabe, als Ausbruck fl’ser neuen völkischen Kultur vom Leibe her, wurde ! ta Bekenntnis von Breslau. Das Jahr 1939 brachte ein drittes Fest, bas Um« Ifnoa unb Weg der deufichen Leibeserziehung in layhaltigster Weise zum ersten Male im Ausland remonstrierte. Die Lingiabe in Stockholm würbe Si seinem Triumph ber Deutschen. Es war nur ein liegt jetzt ^-Untersturmführer Bramseldt — Der* arößern. Oberleutnant Lemp belegte im Pistolenschießen den ersten Platz, unb im Schwimmen wurde er nur von bem Italiener Oberleutnant Decchi geschlagen, der die famose Zeit von 4:12,5 Minuten schwamm. Die Finnen hatten mehrere Versager im Schießen, boten bann aber im Schwimmen mit dem vierten, fünften unb siebenten Platz wieder eine sehr gute Mannfchaftsleistung. Tischtennis: VfB -B.—Lich. Am vergangenen Samstag traten die Tischtennisspieler des VfB.-R. Gießen gegen eine Mannschaft aus Lich an. Die Gießener fanden in diesem Kampf gleichwertige Gegner. Der Wettbewerb der aus acht Einzel- und aus vier Doppelspielen bestand, endete unentschieden mit 6:6 Punkten. Die Ergebnisse waren folgende (Lich ist jeweils zuerst genannt): Gleich nach Vergebung ber V. Olympischen Winterspiele 1940 an Deufichlanb würben in Garmisch - Partenkirchen in riesigem Ausmaß bie Um« unb Neubauten ber verschiebenen Sportanlagen in Angriff genommen. Die Pressestelle ber V. Olympischen Winterspiele hatte am Montag bie Münchener Presse- unb Bilbbericht- erstatter nach bem Olympiaort geloben, um sie Zeugen sein zu lassen ber großen Fortschritte ber umfangreichen Arbeiten, bie schon in wenigen Monaten beenbet fein müssen, bamit bei Eintritt einer Schlechtwetter - Periode die Hauptarbeiten unter Dach finb. Unter den Gästen befanden sich ber Generalsekretär für bie V. Olympischen Winterspiele sowie Vertreter ber Wehrmacht. Die Führung über bie Olympia-Abfahrtsstrecke hatte ber mehrfache Heeresmeister Hauptmann B a b e r übernommen. Völlig oeränbert wirb die Olympia- Abfahrtsstrecke am Kreuzjoch, beren Umbauarbeiten' die Wehrmacht übernommen hat. Die Abfahrt ist gegenüber bem Vorjahre kaum noch zu erkennen; sie würbe fast an allen Stellen stark verbreitert. Dor allem würbe ber viele Stürze ver- ursachenbe Steilhang umgangen. Durch die Verbreiterung ber Kurven, bie auch gut faschiniert werben, fit bem Steilhang ein großer Teil seiner Gefährlichkeit genommen. Doch haben bie Läufer jetzt eine so hervorragenbe Uedersicht, baß sie ihre Ge- chwinbigkeit noch steigern können. Aber nicht nur auf ber Olympia-Abfahrtsstrecke chreitet bie Arbeit rüstig vorwärts. Auch im Schi- Stabion ist man baran, neue Tribünen zu bauen, unb im Eisstäbion, bas in riesigen Ausmaßen vergrößert wirb, hat man bie alten Tribünen abgerissen unb arbeitet bereits an ber Frankfurt a. M., 8. August. Die Börse nach ben festen Vortagen heute einen überwiegend schwächeren Verlauf. Kaufaufträge ber Kundschaft lagen nur noch vereinzelt unb ba in nur kleinem Umfange vor, währenb ber Berufshanbel einige HM SjW* iWxKIVI __ r / // j Tibr^ri