Nr. 107 Erstes Matt 189. Jahrgang Dienstag, 9. Mai 1939 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Movatr-Sezugsprek: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fenrfprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrShlsche UniversttStrdruckerei «.Lange in Siehe«. Schristleitung und Seschäfirftelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70mm Breite 60 Rpf..Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. Lrmähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemein* nützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- iu behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Der neue Kurs in Belgien. Don unserem pls -Korrespondenten. Brüssel, Anfang Mai 1939. Der belgische Finanzminister hat soeben bei einem holländischen Bankenkonsortium eine Anleihe in Höhe von 35 Millionen Gulden ausgenommen. Er hofft in Bälde bei Schweizer Banken eine weitere Anleihe von 25 Millionen Franken aufnehmen zu können. Neben der fühlbaren Erleichterung, diese Summe jetzt nicht aufbringen zu müssen, ergibt sich aus dem neuen Abschluß die wesentliche Erkenntnis: die belgische Regierungsmaschine arbeitet wieder, und im Ausland hat man zu denen, die sie bedienen, ein kreditgewährendes Vertrauen. Die vorteilhafte Veränderung, auf die sich dieses Vertrauen gründet, besteht vor allem darin, daß man jetzt, dank der geschickten Taktik der Regierung, nicht mehr um völkisch gefühlsbetont^, sondern um rechnerische Probleme debattiert, so daß der Kampf auf eine sachliche Ebecke übertragen wurde. Nicht mehr Flamen und belgische Nationalisten, wie im Falle Martens, sondern konservative Sparpolitiker und Anhänger der sozialistischen Wirtschaftsauffassung stehen sich gegenüber. Der Tatbestand, um den alle Debatten gingen, war unbestritten. Zu einem Defizit von 754 Millionen belgischen Francs, die der Staatshaushalt aus dem Rechnungsjahr 1938 mitschleppte, hotten sich neue Schulden hinzugesellt, und im Januar und Februar 1939 hatte sich bereits ein Minus von . 200 Millionen Francs ergeben. Bei einer sehr vorsichtigen Schätzung durch den Finanzminister G u t t zeigte sich, daß man mit 650 Millionen Gesamtdefizit in 1939 als einer Mindestsumme rechnen mußte. Hierbei trat erschwerend hinzu, daß der belgische Haushalt in den vergangenen Jahren keinen Fehlbettag gekannt hatte. Gerade nach der letztjährigen peinlichen Ueberraschung hatte man aber noch im November geglaubt, für 1939 besonders vorsichtig kalkuliert zu haben. Ein kleines Land, das über eigene Rohstoffe nicht verfügt, sich vom Export seiner Fabrikate ernährt und die größte Bevölkerungsdichte in Europa besitzt, läßt sich nicht mit dem gleichen Maßstab messen, wie eine zur Autarkie fähige Großmacht. Der Ausgleich des Haushaltes ist die 'Grundlage, auf der sich alles andere aufbaut. Er »allein gibt im Inland und im Ausland das Ver- itrauen, das für die staatliche Existenz lebenswichtig nst. Aus diesen Erwägungen drängte die Rechte, Ibestehend aus den konservativen Katholiken und Eben Lieralen, darauf, den Ausgleich des Budgets Hinter allen Umständen und mit allen Mitteln zu erreichen. Die Sozialisten hingegen, die den Wahlkampf unter der Parole .„feine Deflation!" geführt hatten, weigerten stich, eine Politik zu unterstützen, die man wegen zu fallen, wie man das bisher zur Genüge erlebt hat. Leicht war es nicht, zu diesem Ergebnis zu kommen; und die vergeblichen Besprechungen, die Pierlot in den vergangenen Monaten durchführte, sind nicht zu zählen. Doch seine Methode hat sich vorzüglich bewährt. Gewiß ist es auch heute denkbar, daß die Regierung über einen der anderen Gegen- Burgos, 8. INai. (DNB.) Der spanische Außenminister, 3orbana, richtete an den Generalsekretär der Genfer Liga ein Telegramm, in dem er im Namen der spanischen Regierung milteilt, daß Spanien hiermit seinen Austritt aus dem Bund bekannt gibt. Nach einer halbamtlichen Verlautbarung fipd für den Austritt Spaniens aus der Genfer Liga hauptsächlich drei Gründe maßgebend gewesen. Das Genfer Institut habe erstens seine völlige llnfähig- stände, die durch die Rahmengesetze nicht erfaßt sind, zu Fall kommt. Es wird auch sicherlich nicht leicht sein, alles das in die Tat umzusetzen, was man zu tun sich voraenommen hat: den Ausgleich des Budgets, die Förderung des Exports, die Reform der Verwaltung, die Einführung einer Zwangsversicherung gegen Arbeitslosigkeit und die Minderung der Arbeitslosenzahl, die jetzt an 200 000 heranreicht. Doch das wichttgste ist, daß es Belgien überhaupt wieder gelungen ist eine Regierung zu bekommen, von der man nicht von vornherein Überzeugt sein muß, daß sie in der nächsten Woche gestürzt wird, so wie das in dem letzten halben Jahr der Fall ständig war. keit, seine Ausgabe zu erfüllen, erwiesen. Es habe weder zur Befriedung noch zur gegenseitigen Verständigung beizutragen vermocht. Zweitens habe die Liga sich derart von ihren ursprünglichen Zielen entfernt, daß sie anstatt zu einem Instrument des Friedens zu einem Werkzeug für die Interessen bestimmter Länder wurde. Drittens schließlich habe der Genfer Verein im spanischen Bürgerkrieg restlos versagt. Genf habe sich unnötig und entgegen den Abmachungen bei der Frage der Frei- Die Verleihung des Gaukuliurpreises. Unser Bild zeigt, wie Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger während der Festlichen Kundgebung zur Eröffnung der Gaukulturwoche im Frankfurter Saalbau dem Dichter Thor Goote die Derleihungsurkunde für Gaukulturpreis 1939 überreicht. — (Aufnahme: NSG.) Spanien verläßt die Genfer Liga. Willigenzurückziehung in die Aufgaben des Nichl- einmifchungsausschusies eingemischt und hinsichtlich des Verbotes von Kriegsmaterial eine einseitige Haltung eingenommen. Politische Kreise bezeichnen den Austritt Spaniens als eine Selbstverständlichkeit und erklären, daß der Schritt nur deshalb nicht schon früher erfolgte, weil die Liga Burgos bisher nicht anerkannt hatte, hiermit überreiche Spanien die Quittung für die Behandlung, die es erdulden muhte. Es wird auch daran erinnert, daß auch diejenigen Mächte, mit denen Spanien durch den Antikominternpakt verbunden ist, der Genfer Liga nicht angehören. peinliche Leberraschung in London. abs. London, 9. Mai. Spaniens Beschluß, aus der Genfer Liga aus- zutteten, wurde in London erst am späten Montag bekannt. Man meinte, der Entschluß Spaniens habe die innere Logik für sich, er bedeute auch eine Sympath'iekundgebung für die Achse Berlin—Rom. Spanien bringe jetzt seine Außenpolitik in Einklang mit d-er Achse. Man könne den spanischen Schritt nicht nur als einen weiteren Erfolg der Achsenpolitik ansprechen, sondern müsse sich in London und Paris auch darüber im klaren sein, daß Spanien bei entscheidenden Wendungen in der europäischen Lage sich bisher immer auf der Seite des Gegners befunden habe und zweifellos auch in Zukunft stehen werde. Es fei eine Warnung, daß die Westmächte bei ihren politischen Schachzügen auch mit Spanien als Freund der Achsenmächte rechnen müßten. Mit einiger Besorgnis wird die Frage ausgerollt, ob nicht der bevorstehende Besuch des Prinzregenten Paul von Jugoslawien in Rom eine weitere unangenehme Ueberraschung zeitigen köpnte. Englands Verpflichtungen. Scharfe Kritik Lloyd Georges. London, 8. Mai. (Europapreß.) Im Unterhaus wurde am Montag die Debatte über das Wehrpflichtgesetz fortgeführt. Die Arbeiterpartei brachte eine große Anzahl Abänderungsanttäge ein. Lloyd George erklärte dagegen, er halte es für feine Pflicht, das Gesetz zu unterstützen. Allerdings seien die geplanten Maßnahmen seiner Ansicht nach völlig unzulänglich. Die englischen Garantien an Polen, Rumänien und Griechenland seien ohne ein englisches Bündnis mit der Sowjetunion unmöglich. Diese (Garantien seien die „leichtfertigsten Verpflichtungen, die England jemals eingegangen sei", zumal es tatsächlich »vorgesehener Einschränkung von Arbeitsvorhaben Lind sogar Lohn- und Gehaltskürzungen als „defla- ttionistisch" hätte bezeichnen können. Mit neuen Schuldenmachen und der Erteilung von Staatsaufträgen, so meinten sie, müsse man die Wirtschaft amfurbeln, um auf diese Weise, durch erhöhte Pro- tbuftion, auch erhöhte Einnahmen zu erreichen. Obwohl nun, nach der Wahl, die Katholiken und die Liberalen durch beiderseitigen Stimmen» Zuwachs — mit zusammen 106 Abgeordneten unter 202 Kammermitgliedern — auf die Mitarbeit der Sozialisten hätten verzichten können, hatte die Koa- iition trotzdem ihre Bedenken. Denn innerhalb des katholischen Blocks befindet sich die recht beträchtliche Gruppe der christlichen Demokraten, die sich in Ihrer Haltung weitgehend nach den Sozialisten rich- 3en muß, wenn die christlichen Demokraten ihre Wähler, die diese Partei eben nur wegen ihres christlichen Vorzeichens gegenüber den Sozialisten bevorzugen, nicht an die letztgenannten verlieren Dill. Das war der Grund, warum Ministerpräsident Vierlot alles daransetzte, die Sozialisten in die Regierung zu bekommen, und wenig geneigt mar, ihnen die geruhsamen Oppositionsbänke zu üben affen, von denen sich die unpopulären Sparmaßnahmen, zu deren Vornahme die Regierung gelungen war, gemächlich kritisieren ließen. Als aber !ser einberufene sozialistische Parteikongreß sich mit ;t18 000 gegen 248 000 Stimmen gegen eine Beteiligung an der „reaktionären" Regierung Pierlot iittschied, das Dreiparteienkabinett nach sechsltün- tiägem Bestehen schon wieder gesprengt war, da galt is für den Ministerpräsidenten, eine Formel zu inben, die es gestattete, auch auf eine Mehrheit , c co M LH M M r-o M N bl ►d H o td Wirtschaft Frankfurter Getreidebörse. Honen Mark, während mittel- und länger Rundfunkprogramm rnitlwoch, 10. Mai. Abendbörse gut behauptet. Schweinemarkt in Hungen. Fliegendes Rhein-Mainische Börse Sprechstunden der Nedaktion. Mittagsbörse still. 8. Mai. Auch zu Beginn I mit 16,50 (16,65) nur knapp behaupten. Von R n npnnPTKsmprto« ßloirhöH • t n rnnnpn JCrrrnff snrnnhhrfoihnnP fflnlh Sekretär Hubert Bonnie im Alter von 35 Jahren. In tiefer Trauer Gießen-Wieseck, Biebrich, Eisenach, den 7. Mai 1939, Unsere Augen 0234! brauchen Farben herrlich wenn sie echt sind Lieselotte Darum Indanthren im 8. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Familie August Hagel. Indanthren 02338 Anna Katharina Deibel im Alter von 55 Jahren sanft entschlafen. 02343 3260 A Danksagung. FfDrula Bleichwachs he A» . Li. Hel __ Am 7. 5. 39 wurde unser "ober Kamerad 3390D In tiefer Trauer Hubert Bonn Muschenheim, Oberhörgern, den 8. Mai 1939. 3388V Deutschland: Gefesselte Kunstflugkette im Sturzflug. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: Von Leipzig: Unterhaltungskonzert. 22: Nachrichten. 22.15: Weltwirtschaftlicher Monatsbericht für April 1939. 22.30: Kammermusik. 23: Von Wien: Musik aus Wien. 24: Don Leipzig: Nachtkonzert. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- mittag geschlossen Die TraueYfeier findet am Mittwoch, dem 10. Mai, nachmittags 4 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt mit 99 um. 6 v. 5). IG. Farben gewannen 0,13 o. 5). auf 122,13, und im Freioerkehr wurden Kom- munal-Umschuldung zu 93,65 und 4 v. H. Rentenbank-Ablösung zu 89,50 gesucht. Hovens „Unsterbliche Geliebte' unseren die ihm Nach langem, schwerem Leiden ist Freitagnacht meine liebe gute Frau, unsere gute Mutter und Schwiegermutter 5 Uhr: Don Breslau: Frühmusik. 6: Gymnastik. 6.30: Don Köln: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.40: Don Breslau: Froher Klang zur Werkpause. 9.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 10: Don Leipzig: Schulfunk. Das alte Puppenspiel von Dr. Faust, dem weltbeschrieenen Zauberer und Hexenmeister. 11.40: Ruf ins Land. 12: Aus Alzey: Werkskonzert in Verbindung mit der NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude". 13: Nachrichten. 13.15: Von Stuttgart: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Lehäriano. 16: Von Saarbrücken: Musik am Nachmittag. 17 bis 17.10: Bilderbuch der Woche. 18: Hier spricht der Jurist: „Wir haben uns verlobt". 18.15: Die Aufgaben der Deutschen Filmakademie. Gespräch mit Pg. Müller-Scheld, dem Präsidenten der Filmakademie. 18.30: Frauen der Vergangenheit: Beet- in Gang, da die Aufträge sich in engen Grenzen hielten. Es überwog wohl weiterhin kleine Nachfrage, anderseits kam auch hin und wieder etwas Ware heraus. Bei der Enge der Märkte wurden die Kurse z. T. mehr beeinflußt, im allgemeinen gingen die Abweichungen an den Aktienmärkten über Prozentbruchteile nicht hinaus. Daimler Motoren gaben bei kleinem Zufallsangebot 1,25 v.H. nach auf 138,75, im übrigen lagen Maschinen- und Motorenwerte gut behauptet, Adlerwcrke weiter leicht erhöht auf 104 (103,50). Von den Hauptwerten befestigten sich IG.-Farben auf 150,25 (149,75), Hoesch mit 109, Mannesmann mit 106,90 und Vereinigte Stahl mit 103,50 sowie AEG. mit 115,50 lagen unverändert. Am Rentenmarkt bestand weiterhin eher Nachfrage, doch kamen auch hier keine größeren Umsätze zustande. Reichsaltbesitz 0,13 v. H. leichter mit 131,90, Reichsbahn-VA. unverändert 124,90. Im Freiverkehr gingen Kommunal-Umschuldung mit 93,65 (93,55) und NF.-Steuergutscheine mit 98,40 um. Industrie-Obligationen weiter uneinheitlich bei kleinen Veränderungen, 6 v. H. IG. Farben jedoch 122 (122,50). Pfandbriefe, Staats- und Stadtanleihen notierten unverändert. Der Freiverkehr war ohne Bewegung und wenig verändert. Dingler 0,50 v. H. leichter mit 113,50 bis 115,50. Tagesgeld unverändert 2,25 v. H. innigsten Dank. Ferner sei allen denen Dam das letzte Geleit gaben. * Hungen, 7. Mai. Die S ch w e i n e Märkte in unserer Stadt wurden nunmehr ebenfalls wieder ausgenommen. Auf dem heutigen Schweinemarkt standen 155 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten bis zu 6 Wochen alte Ferkel 25 bis 28 Mark, 6 bis 8 Wochen alte 29 bis 36 Mark, 9 bis 13 Wochen alte Tiere 37 bis 45 Mark pro Stück. Das Geschäft ging gut. Der Markt wurde völlig geräumt. sind lästig! .uv Verlangen Sie portofrei Gratisprobe „Anuvalin“ Anuvalinfabrik Berlin SW 61 /A 208 Geschäfts-Drucksachen (141,75), Daimler mit 139 (138,75), Licht und Kraft mit 133,50 (133), anderseits konnten sich u. a. Rhein- stahl mit 136,75 (137), Bemberg mit 137,50 (138), Deutsche Erdöl mit 124,50 (124,75} und Laurahütte In tiefer Trauer: Wilhelm Deibel nebst Angehörigen. Martha Elser, geb. Görlach, und Kind Wilh. Eiset und Frau Hch. Görlach. Sonntag, den 7. Mai, nachmittags 4 Uhr, verschied nach schwerem, kurzen Leiden unser liebes Töchterchen und unsere gute Schwester Briefumschläge bei Brühl, Schulstraße 7 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen, sowie für die Kranzspenden, sagen wir auf diesem Wei Hildegard Bonnie, geb. Christ nebst Kind und Angehörigen. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 kg) in RM.: Weizen W9 213, WH 215, W 12 216, W13 217, W 16 220, W 18 222, W 19 224, W 20 226, Roggen R 11 199, R 12 200, R 14 202, R 15 203, R 16 205, R 17 206, R 18 207, R 19 209 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,95, W 16 29,95, W 18 29,95, W 19 29,95, W 20 (Kreis Alzey) 29,95, W 20 (Kreis Worms) 30,30 plus 0,50 RM. Fracht-Aus- gleich. Die Preise für Weizenmehl Type 812 mit Beimischung von Maisbackmehl liegen 0,30. RM. uner den Notierungen. Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 16 22,95, R 18 23,30, R19 23,50 plus 0,50 RM. Fracht-Ausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W18 11,00, W 19 11,10, W 20 11,20 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Roggenfuttermehl R 19 12,50, Roggenvollkleie R 19 11,00. Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R16 10,25, R18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Treber —. Wiesenheu, handelsüblich 5,40, Wiesenheu, gut, gesund, trocken 6,40, Kleeheu, gut, gesund, trocken 7,40 bis 7,80, Luzerneheu, gut, gesund, trocken 7,80 bis 8,20, Weizenstroh, bindfadengepreßt oder gebündelt 2,80, Roggenstroh, bindfadcngepreßt oder gebündelt 3,00, Hafer- und Gerstestroh, hindfaden- gepreßt oder gebündelt, 2,60 bis 2,70, Erzeugerpreis ab Erzeuger-Verladestation. Nach langer, schwerer Krankheit entschlief sanft infolge eiher Operation mein lieber Mann, mein herzensguter Papa, unser braver Sohn und Schwiegersohn durch d.von mirangew.einziq sichere Meth. unt. Garant, für immer mit d.Wurzel entfernt Frau B.Gulden. seit35 Fr.W.Henkel Für Mk.2.10. ober nur m Apotheken! Universitätsapotheke z. goldenen Engel, Pelikanapotheke. 1069V Verw. - Sekretär beim Heeres- Standort-Fürsorgeoffizier durch eine tückische Krankheit von uns gerissen. W ir betrauern in ihm einen aufrechten Soldaten u. guten Kameraden, einen pflichtbewußten, treuen Mitarbeiter. - Sein offenes Wesen soll undwird in uns fortleben! DieTrau- erfeier findet Mittwoch, 10. Mai, 16 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt. Wir erweisen ihm die letzte Ehre. Der Standortleiter. Die Geschichte einer Wildente von Werner Hagen „Erp" macht auch Ihnen Freude! Lesen Sie-den neuen Tier-Romane Gießen (Alter Krofdorfer Weg 17), den 9. Mai 1939. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 10. Mai, nachmittags um VI4 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Trotz weiterhin nur aeringer Kundenaufträge und dementsprechendem Geschäft konnten sich die Kurse an der Abendbörse überwiegend gut behaupten. Aktien ließen dabei weiter keine einheitliche Haltung erkennen, meist ergaben sich aber Besserungen um Prozentbruchteile in Anpassung an Berlin. Felten mit 135,50 (134,50) und Metallgesellschaft mit 114,75 (114) waren über den Durchschnitt von 0,25 bis 0,50 v. H. hinaus verändert. Von den Hauptwerten blieben IG. Farben mit 150 unverändert, Verein. Stahl gewannen 0,40 v. H. auf 103,65, Hoesch 0,50 auf 109,50 und Mannesmann 0,13 v. H. auf 107. Leicht gebessert waren außerdem Aülerwerke mit 104,25 (104), MAN. mit 142 durch Venus B verstärkt oder B. extra verstärkt Ueberraschendes Ergebnis. Versuchen Sie noch heute Venus, es hilfhwtrk- lieh! Venus-Gesichtswasser beschleunigt den Erfolg, ab 70 Rpf. Vollendete Schönheit d Venus-Tages-Creme. Tuben zu 50 und 80Rpf. Erhält!.! Fachgeschäften. März-Bilanzen der Kredit-Institute. Im März setzte sich, wie die soeben vorliegenden Monatsbilanzen der Kreditinstitute zeiaen, der Einlagenzuwachs bei den Banken weiter fort, wenn er auch nicht ganz das Ausmaß der Vormonate erreichte. Bei den Groß-, Regional- und Spezialbanken erhöhten sich die „sonstigen Gläubiger", also die Kundschastseinlagen, insgesamt um 102 Mill. Mark; dazu stiegen die Spareinlagen bei diesen Instituten um etwa 30 Mill. Mark und damit relativ stärker als bei den Sparkassen. Bemerkenswert ist dabei die zunehmende Umstellung der Einlagen auf kurze Fristen; bei den Groß- und Regionalbanken z. B. erhöhten sich die täglich oder binnen sieben Tagen fälligen Gelder im März um rund 175 Mil- Lpd. Worms, 8. Mai. Am Tage der Heimkehr des 24jährigen Flugkapitäns Fritz Wendel in sein Heimatdorf Monzernheim wurde dessen absoluter Geschwindigkeitsweltrekord auf einem Mes- serschmitt-Iagd-Einsitzer in einer Kundgebung gefeiert, an der das ganze Dors teilnahm. Kreisleiter Koch (Worms) und Ortsgruppenleiter D ö g e spra- d)en dem „schnellsten Mann der Welt" ihre Anerkennung und Glückwünsche für weitere Erfolge aus. Bürgermeister Lahr verkündete unter der begeisterten Zustimmung der Einwohner, daß Wendel wegen seiner Verdienste um die deutsche Luftfahrt zum Ehrenbürger von Monzernheim ernannt worden sei. Wendel dürfte damit wohl der jüngste Ehrenbürger einer deutschen Gemeinde sein. Gießen (Am Läufertsröder Weg 24), den 9. Mai 1939. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 10. Mai, nach- mit.t.aers 3'/. TThr auf dum Mpnon „n Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 9. Mai. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 801 Kälber, 35 Hämmel, 55 Schafe, 4514 Schweine. Es kosteten: Kälber 35 bis 65 Mark, Hämmel 40 bis 50, Schafe 26 bis 42, Schweine 49,50 bis 58,50 Mark. — Marktverkauf: Kälber und Schweine zugeteilt; Hämmel und Schafe mittel. 158 Seiten mit 12 künstlerischen Textabbildungen von Erich Schröder, Berlin. Leinenband mit mehrfarb. Schuhumschlag.......NM. 3,- 2llt und jung werden begeistert sein über die von Werner Hagen anschaulich ge- schilderte und abenteuerlich anmutende Lebensgeschichte einer Wildente. Ein ausgezeichneter Kenner der Dogelwelt am Wasser schenkt uns damit ein prächtiges, aufschlußreiches und spannendes Tierbuch, das man nicht eher aus der Hand legt, bis man Erps Schicksal kennengelernt hat. 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Demgegenüber hatten die Banken im März außerordentlich starke Kreditansprüche sowohl des Staates, als auch der Privatwirtschaft zu befriedigen. Der staatliche Kreditbedarf trat diesmal vor allem in einem hohen Angebot an kurz- und mittelfristigen Schatzanweisungen und Lieferschätzen in Erscheinung. Das Portefeuille der Kreditinstitute in diesen Werten erhöhte sich im März um 641 Mill. Mark (gegen nur 288 Mill. Mark im Februar). Zugleich stiegen aber auch die Ausleihungen an die Privatwirtschaft und an andere Kreditinstitute nochmals um 150 Mill. Mark. Um diese vielfältigen Ansprüche befriedigen zu können, nahmen die Banken einige Umdispositionen in ihren sonstigen Anlagen vor. Es wurden für 95 Mill. Mark Reichsanleihen weiter placiert und auch sonstiger Wertpapierbesitz abgestoßen. Dor allem aber wurde das Wechselportefeuille um 531 Mill. Mark vermindert. Diese einschneidende Verlagerung in den Bankanlagen von den Wechseln zu den Schatzanweisungen macht deutlich, wie prompt und elastisch sich die Banken den jeweiligen Finanzierungsmethoden des Reiches anpassen, eine Haltung, die auch für den Erfolg des „Neuen Finanzplans" von wesentlicher Bedeutung werden dürfte. Flugkapitän Fritz Wendel Ehrenbürger von Monzernheim o nr. 107 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefsen) Dienstag, 9. Mai (939 Aus der Stadt Gießen. Ein Morgen im Walde. Noch hängen die letzten Schatten der Nacht über dem dunklen Walde. Nun steigt der junge Tag aus dem Dämmer herauf, lieber taunasse Gräser tastet flimmernd sich das erste Licht, hüpft von Blatt zu Blatt und malt zitternde Lichtreflexe auf die dunklen Stämme Brandrote Strahlen huschen durch das Stangenholz und setzen warme Farbentöne auf die Rinden. Sie lassen das Alte und das Neue aufleuchten, das Lebendige und das Tote, das junge Grün und das alte Laub, das dürre Gras und die welken Reifer. Vor Wochen schon hat der Frühling seinen Einzug in das weite Land gehalten, und wo er mit leisen Sohlen über die Fluren schritt, da erhob sich ein Blühen und Jubilieren. Stiegen auch ab und zu noch manchmal graue Wolkenballen am Himmel hoch, dann wurden sie doch bald wieder siegreich von der Sonne zur Seite geschoben. Warme, weiche Lüfte weckten im Wald den Haselbusch auf, und seine langen gelben Blütenkätzchen, die „Lämmerschwänzchen", wehen im Winde. Am eilenden Bach haben die Erlen ihre Zweige über und über mit roten Troddeln geschmückt und bringen durch ihre lebhaften Farben Abwechslung in die Landschaft. Ein Raunen und stilles Weben von werdenden, kommenden Tagen geht durch die erwachende Natur. In Blüten steht der Weidenbusch wie ein flammendes Jubellied des Lebens über des Winters Not und Graus. Denn aller Tod in der Natur ist Wiedergeburt, und im Sterben erscheint sichtbar die Erhöhung des Lebens. Immer mehr nimmt die Sonne zu an Kraft, und alles drängt sich zum Lichte. Wie kriecht und krabbelt, flirrt und schwirrt, summt und brummt es, wenn die Sonne über den dunklen Ackerschollen liegt und es in der Luft von silbernen Pünktchen schimmert. Strahlend entfalten sich die gelben Sterne ;bes Löwenzahnes und des Huflattichs und stark -riechend die rosaroten Blüten des Seidelbastes. Auf- .gebrochen sind die dunklen, saftigen Knospen der 'Bäume. Aus den Wipfeln schlanker Kiefern tönt Les Täubers Liebeswerben und der Drossel Ruf. »Schon in der Vorfrühe, wenn noch die Dämmerung aibcr den dunklen Wäldern liegt, begrübt sie mit chellem Ruf den jungen werdenden Tag. Stark Duften die roten Blüten des Seidelbastes, und vom 'Winde bewegt schaukeln die weißen Kelche der ^Kuckucksblumen. In den Fichtendickungen zirpen mit Dünnen Stimmchen die 'Goldhähnchen und tönen die Lieder unserer anderen kleinen Freunde aus der Wogelwelt, die dem geheimnisvollen und ewig rätscl- Ühasten Triebe ihrer kleinen Herzen folgend aus den unendlichen Weiten afrikanischer Steppen kommend «nieder bei uns eingetroffen sind. Von Ast zu Ast lobolzt die Meise. Vorsichtig äsend stehen einige Stücke Rehwild auf der Waldblöse. Aufgeschreckt durch zwei Eichhörnchen, die keckernd den Stamm einer hohen Aichte in Spiralen herabrukschen, wirft der Bock sichernd auf. Aber bald beruhigt er sich wieder, Denn er weiß, daß solange der Zaunkönig noch mit hochgestelltem Schwänzchen in den Himbeerstauden herumhüpft und das Rotkehlchen leise tik- ,eent> sein vom Morgenbad noch nasses Gefieder schüttelt, sich ihm nichts Feindliches nähert. Außerdem sitzt noch ruhig das HähelPaar, wunderliche Laute von sich gebend, auf dem Kiefernast und läßt nch sein Gefieder von der Morgensonne durchwärmen. Erst wenn laut und rätschend ihr Warnruf rtönt und mit klatschendem Flügelschlag die Tauben «breiten, dann scheint es an der Zeit, sich in Sicherheit zu bringen. Höher ist die Sonne gestiegen. Langsam hoppelt iin Hase die Waldschneise entlang. Von Zeit zu Zeit letzt er sich auf die Hinterläufe, macht ein Männchen md läßt seine langen Löffel spielen. Schimpfend liebt die Amsel, die eben noch mit viel Getöse in dürren Laub nach Schnecken und Würmer suchte, lb, denn sie hat Meister Reinecke gemerkt, wie er rmgsam und leise durch den Wald schleicht, so ge- Hochschultvoche der Ludwigs-Llniversität Gießen. Vorträge und Besichtigungen am ersten Tage. Am gestrigen Montag nahm die Hochschulwoche der Ludwigs-Universität Gießen, die in den großen Rahmen der Gaukulturwoche des Gaues Hessen- Nassau eingespannt ist, ihren Anfang. Der erste Tag brachte eine Reihe von Vorträgen und Besichtigungen in Instituten unserer Veterinär-Kliniken, die besonders von einer Anzahl Interessenten aus dem Kreise der Tierschutzarbeit besucht waren. Professor Dr. Schauder brachte im Veterinär-Anatomischen Institut vor einer stark investierten Zuhörerschaft „Veterinär-Anatomische Vorweisungen zum Tierschutz". Dabei machte er seine fesselnden Darlegungen noch besonders interessant durch Erklärungen an Hand von Präparaten und von Modelle, wobei die Maßnahme des Tierschutzes, wie überhaupt eine liebevolles Verhalten des Menschen gegenüber den Tieren in ihm einen warmherzigen Fürsprecher hatten. Nach kurzer Uebersicht über die Lehr- und Forschungsgebiete des Veterinär-Anatomischen Jnstitu- werden, sowie Leistungssteigerung der Tiere für die Volkswirtschaft erzielt werden können. profeffor Dr. Küst gab seinen Hörern in der Ambulatorischen und Geburtshilflichen Veterinärklinik in einem fesselnden Vortrage einen umfassenden Ueberblick über „D i e Bedeutung der Zuchtkrankheiten unserer Haustier für die Volksernährung". Seine Darlegungen bereicherte er durch eine Reihe von Hinweisen und Beispielen aus un- serm engsten Heimatgebiet, in dem sich die Arbeit seines Instituts zu einem bedeutenden Teile. abwickelt. Die Sicherstellung der Ernährung unseres Volkes aus eigener Kraft ist eine zwingende Notwendigkeit. Die Fett- und Fleischversorgung spielt hierbei eine maßgebliche Rolle, und diese muß durch eine Vermehrung der Produktion auf allen Gebieten der Tierzucht und Verbesserung in der Haltung erreicht und gesichert werden. Die mit Erfolg immer mehr gesteigerten Leistungen auf diesen Gebieten können durch verschiedene Momente wesentlich beeinträchtigt werden, wobei die Zuchtkrankheiten unserer Haustiere eine maßgebliche Rolle spielen. Diese führen bei Störungen der regelmäßigen Fortpflanzung durch Ausfall an Nachwuchs und an Milch nicht selten zu einer erheblichen Beeinträchtigung in der Fett- und Fleischversorgung. Die Bangkrankheit und die übrigen Zuchtkrankheiten haben in den letzten Jahren infolge ihrer immer wachsenden Ausbreitung eine außerordentlich große wirtschaftliche Bedeutung erlangt. Die direkten Verluste betragen jährlich viele Millionen, und schon seit längerer Beiratssihung der Industrie- und Handelskammer Gießen. les ging der Vortragende auf das -neue deutsche Reichs-Tierschutzgesetz vorn 24.11.1933 ein, welches als Kulturfortschritt die grundlegende Aenderung brachte, daß das Recht der Tiere, um ihrer selbst willen geschützt zu werden, Anerkennung gefunden hat (Tierschutzrecht). Nicht die wesentlich verschärften Strafen dürfen von Tierquälerei und Pslichtver- gessenheit des Menschen gegenüber dem Tiere ab- schrecken, sondern es gilt, darüber hinaus als ethische Verpflichtung sich selbst und andere zum Mitgefühl mit dem Tiere, einem der höchsten sittlichen Werte des Volkes, zu erziehen. Dagegen wird noch oft verstoßen, nicht so sehr aus Böswilligkeit als aus Unverstand und Gleichgültigkeit. Solcher Unkenntnis, durch die häufig gegen den Tierschutz zum vorübergehenden oder gar dauernden Schaden des Tieres gefehlt wird, kann anschauliche Aufklärung über den funktionellen Bau und die Schmerzempfindung der Tiere, im besonderen der Gebrauchstiere, zweckdienlich entgegenwirken. An einer Reihe von Beispielen mit Vorweisungen anatomischer Präparate hauptsächlich des Bewe- gungs- und Verdauungsapparates und des Nervensystems wurde das erwiesen und zugleich betont, daß durch üerhünftiaen Tierschutz gesundheitliche und somit auch wirtschaftliche Schäden vermieden Nach kurzen Begrüßungsworten gedachte Präsident Dipl.-Jng. Sch r o t h zunächst des verstorbenen Hauptgeschäftsführers Dr. Fröhlich. Sein Nachfolger, Syndikus Dipl.-Kfm. Klementz, behandelte anschließend in einem eingehenden Referat den neuen Finanzplan unter Berücksichtigung der Durchführungsverordnung vom 26. April d.J. Ausgehend vom (sinn und Zweck des Gesetzes schilderte er anhand von praktischen Beispielen die Auswirkung der Mehreinkommensteuer, sowie Steuergutscheinausgabe auf die Wirtschaft und die übrigen Steuerpflichtigen. Seine Ausführungen über den Inhalt der Durchführungsverordnung ließen erkennen, daß der Gesetzgeber den berechtigten Wünschen und Belangen aller betroffenen Steuerpflichtigen durch die Bestimmungen der Durchführungsverordnung weitgehendst Rechnung tragen will. Nach einem eingehenden Finanzbericht des Vizepräsidenten Niederhausen über das abgetan« jene Geschäftsjahr sprach Dipl.-Volkswirt Krauss über die kürzlich ergangene Anordnung zur Beseitigung der Uebersetzung im Einzelhandel. Präsident Dipl.-Jng. Schroth behandelte anschließend verschiedene allgemein-wirtschaftliche Fragen und wies in feinen Ausführungen besonders darauf hin, daß die gesamte Kammerarbeit auf eine möglichst lebensnahe Verbindung mit allen Firmen ausgerichtet sein muß und daß zur Verwirklichung dieses Zieles neben Vortragsveranstaltungen auch auswärtige Sprechstunden in aller Kürze eingerichtet werden. Nach Bekanntgabe einiger geschäftlicher Mitteilungen durch den Hauptgeschäftsführer wurde im Verlaufe einer allgemeinen Aussprache die Frage des Arbeitseinsatzes, wie überhaupt die Lage auf dem Arbeitsmarkt lebhaft erörtert. räufchlos, daß er an keinem Blatte rührt und keinen Halm knickt. Lebhaft gehen die bernsteinfarbenen Seher umher, unruhig spielen die Gehöre nach der Dickung, und sichernd prüft die lange spitze Nase den eben aufkommenden Wind. Etwas scheint ihm heute nicht geheuer zu sein, denn leise, wie er gekommen, schnürt er wieder zurück, um erneut Witterung zu nehmen. Dann scheint auf einmal etwas besonderes feine1 Aufmerksamkeit zu erregen. Unverwandt mit triefenden Lefzen schaut er nach jiiner kleinen sonnigen Erhöhung im Walde. Seine Seher funkeln, aufgeregt zuckt die buschige Lunte hin und her. Leise drückt er sich zwischen Dorngebüsch und Farngestrüpp hindurch, macht sich ganz klein, schiebt vorsichtig einen Lauf nach dem andern vor und setzt zum Sprunge an, denn dicht vor ihm, an einem Ameisenhaufen, spaziert gemächlich ein Fasanenhahn hin und her und scharrt nach Käsern und Würmer. Da huscht etwas Rotes durch die Luft, und schon hat der Fuchs den Hahn am Kragen. Mit heiserem Schreckenslaut und heftig mit den Flügeln schlagend sucht der Hahn zu entkommen, aber fest und sicher hat der alte Räuber zugepackt, und bald ist der ungleiche Kampf entschieden. Heller ist es inzwischen geworden, hoher strömt strahlende Frühlingssonne/Sonnenflut keuchtet, verschwunden sind die brennendroten Lichter auf den Stämmen der Bäume und mit ihnen die Pracht des aufglutenden Tages. O. M, Vornotizen. Tageskalender für Dienstag. Gaukulturwoche: Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Der Alte geht um"; — 10 bis 13 Uhr und 15.bis 18 Uhr im Oberhessischen Museum (Altes Schloß) Sonderausstellung „Das Haus- und Dorfbuch". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Stimme aus dem Aether". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Spaßvögel". Uraufführung „Der Alle gehl um“ im Gießener Sladllheater. Im Rahmen der Gaukulturwoche Hessen-Nassau 1939 findet heute abend im Stadttheater Gießen die Uraufführung „Der Alte geht um", Volksschauspiel in fünf Akten von Karl Ruckelshausen, in Anwesenheit des Verfassers statt. Es ist dies das erste Werk des Gießener Autors, das auf unserer Bühne zur Uraufführung gelangt, und das unsere oberhessische Heimat als Schauplatz hat. Spielleitung Hans Geiß-1 (er. Bühnenbild Karl Löffler. Die Trachten wurden von dem oberhessischen Heimatdichter Georg Heß, Leihgestern, zur Verfügung gestellt. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 31. Vorstellung der Dienstag- Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Gießener Hochschulwoche. Am heutigen Dienstag, 9. Mai, sind folgende Veranstaltungen vorgesehen: Vorträge und Besichtigungen: 16.15 bis 18 Uhr (Prof. Brüggemann) Heilstätte Seltersberg, Körnerstraße 8; 16.15 bis 18 Uhr (Prof. Gerthsen) Physikalisches Institut, Stephanstraße 24; 20.15 bis 21 Uhr (Prof, von Jaschke) Frauenklinik, Klinikstraße 32; 20.15 bis 21 Uhr (Prof. Weitz) Chemisches Institut, Ludwigstraße 21; 21.15 bis 22 Uhr (Prof. Feulgen) Physiologisches Institut, Friedrichstraße 24; 21.15 bis 22 Uhr (Prof. Rudolph) Kunstwissenschaftliches Institut, Ludwigstraße 34; 21.15 bis 22 Uhr (Prof. Weitz) Chemisches Institut, Ludwigstraße 21. Zu sämtlichen Vorträgen und Besichtigungen ist die gesamte Bevölkerung eingeladen. Der Eintritt ist kostenfrei. Mit dem Gongschlag... (Line Geschichte von Peter Mattheus. Wie andere Leute Briefmarken sammeln, so sammelte Mr. Cormick Berühmtheiten. Nicht etwa die I nterschriften von Berühmtheiten, sondern die Be- lühmtheiten selbst. Er war so reich, daß er sich das 1 iften konnte. (Er bewohnte ein prächtiges Haus, eine knappe Autostunde von Neuyork entfernt. Das Haus lag in einem großen Garten. Die Besitzung enthielt alles, v'as zur Besitzung eines reichen Mannes gehört, liuch ein Schwimmbassin. Es war ein sehr schönes Schwimmbassin. Ganz und gar gekachelt. Es lag unmittelbar bar unter der Südterrasse des Hauses, cuf der einen Seite beschattet von hohen Bäumen. Hierher, in dieses Haus, lud Mr. Cormick alle Leute, die sich in der Welt einen Namen gemacht bitten und irgendwann einmal nach Neuyork innen. Ganz egal, ob es sich um Professoren, Gei- qir, Fußballcracks oder Fallschirmabspringer han- dllte. Er pflegte sie mit einem märchenhaften Auto a,'zuholen und mit ihnen auf der Terrasse oder in dir Bibliothek zu frühstücken. Je nach der Jahreszeit. In einem mehr oder weniger geeigneten tugenblicf tauchte dann der Sekretär mit einem Fotoapparat auf und machte drei Aufnahmen von jfe.r. Cormick und seinem derzeitigen illustren Gast. Iiie beste dieser Aufnahmen wurde ausgewählt, rrnnberte in ein Album und wurde beschriftet, registriert und katalogisiert. In ganz ernsten Fällen lild bei entsprechender Berühmtheit des Opfers ent- i jÄloß sich Mr. Cormick auch zu eigenen Reisen, kmschließlich Sekretär und Photoapparat. Siebzehn dickleibige Folianten, angefüllt mit Mdern berühmter Leute sämtlich im Gespräch mit Di. Cormick, ruhten in einem feuersicheren Panzer- xjiank und bildeten den Stolz ihres Besitzers. Mr. Eirmicf war sehr glücklich. Dann geschah die Sache mit Teddy Burns. Teddy Burns stammte aus den Wäldern Kanadas ie galt als der kommende Mann des Boxrings, k hatte bereits eine hübsche Zahl von Kämpfen ü iter sich, aus denen er ausnahmslos als Sieger jeroorgegangen war. Manche Leute tippten groß ii f ihn. Mr. Cormick lud ihn ein. Ts war ein sehr heißer Sommertag, als Teddy 5 irns erschien. Er war ein netter junger Mann, HI und bescheiden, mit breiten Schultern, sonst £?r schlank. Seine Fäuste sahen gar nicht so ge- itiirlid) aus. Mr. Cormick, der diesmal den Besuch ji.Haus erwartet hatte, empfing ihn in Anbetracht der herrschenden Hitze in einer kurzen blauen Schwimmhose und schlug vor, rasch vor dem gemeinsamen Frühstück noch ein erfrischendes Bad zu nehmen. Teddy Burns kam dieser Aufforderung gerne nach. Eine Weile plätscherten beide in dem kristallklaren Wasser umher. Dann ließen sie sich in zwei Liegestühlen am Rande des Bassins nieder und begannen ein Gespräch. Und dabei geschah es, daß Teddy Burns einschlief. Möglicherweise lag es an Mr. Cormicks Unterhaltung. Möglicherweise war es auch die Sonnenglut des Tages. Möglicherweise aber war auch die Tatsache schuld, daß Teddy Burns gerade einen Kampf hinter sich hatte und etwas ruhebedürftig war. Kurzum, er nickte ein und schlief etwa zehn Minuten lang durchaus fest. Unterdessen hatte der Diener den Frühstückstisch auf der Terrasse gerichtet und trat mit einem Gong in der Hand an die Brüstung. Mr. Cormick, der seinen Liegestuhl verlassen und sich am Rande des Bassins die Füße gekühlt hatte, erhob sich und betrachtete lächelnd den Schläfer. Wummmmmm... Der Gongschlag dröhnte von der Terrasse herab. Teddy Burns taumelte schlaftrunken von seinem Sitz empor. Den Klang im Ohr, gewohnt aus vielen Kämpfen, starrte er blinzelnd vor sich hin. In gleichem Maß benommen von der Hitze und dem Schlaf, sah er zehn Schritt von sich entfernt einen Mann in einer kurzen Hose stehen. Das genügte. Mit vorbildlicher Beinarbeit, die Arme angewinkelt, stürzte er auf den vermeintlichen Gegner los und landete einen kurzen, trockenen Rechten. Worauf Mr. Cormick mit sehr ungraziösem Schwung rückwärts ins Bassin fiel und das Wasser hoch auf- spritzte. Teddy Burns Erstaunen war dreifach. Einmal, weil sein Gegner so blitzartig geschwind verschwunden mar. Zweitens, weil er bei näherem Hinsehen keinen Ring entdecken konnte — nicht eine Spur von Seilen. Und drittens, weil der Diener auf der Terrasse mit dem Gong in der Hand völlig erstarrt stand und stumm herunterblickte. Dann kam Teddy Burns mit einem Schlag die Lage zum Bewußtsein. Tief unglücklich ging er mit einem Kopfsprung in das Becken und half dem heftig plätschernden Mr. Cormick, Worte der Entschuldigung murmelnd, auf die Leiter. — Mr. Cormick sammelt immer noch. Aber mit Einschränkung. Sportgrößen der schwerkalibrigen Art sind bei ihm gestrichen und kommen nicht mehr in die Sammlung. Grundsätzlich. Und von noch einer Aenderung ist zu berichten: der Gong ist abgeschafft. Mr. Cormick duldet kein derartiges Instrument mehr im Haus. Immer, wenn ein Mahl bereitet ist, tritt der Diener vor und sagt sonor, ruhig und voll Würde: „Es ist angerichtet!" „(Stimme aus dem Aether." Gloria-Palast. Die Frage nach dem filmgerechten Stoff umschließt wohl noch immer das brennendste Problem unserer Filmproduttion. Es ist in letzter Zeit verschiedentlich der Vorschlag gemacht' worden, den Rundfunk in den Themenkreis künstlerischer Filmgestaltung einzubeziehen: hier ist ein Versuch, abseits von den oft beschrittenen Wegen Neuland zu gewinnen; hier ist ein Film aus der Welt des Funks. Es ist keine Frage, daß mit der Stellung des Themas zugleich ein neues Problem auftaucht, das gleiche, das sich meistens auch bei einer anderen, aber viel häufigeren Gattung von Filmen meldet, bei denen es sich nämlich um die Welt des Theaters handelt: in beiden Fällen ergibt sich die Notwendigkeit, das Charakteristische einer künstlerischen Ausdrucksform mit den grundsätzlich verschiedenen Mitteln einer anderen Form aufzufangen und wiederzugeben. Es ist dabei nicht zu vermeiden, daß im Endergebnis manches „übertragen" wirkt, eben aus zweiter Hand. Dem steht aber als merklicher Gewinn der Umstand gegenüber, daß hier wirklich einmal ein mehr als oberflächlicher Blick in einen Lebenskreis geworfen werden kann, der viel neuer, fremder und unbekannter erscheinen muß als etwa die oft und immer gezeigte Welt des Theaters. Die Drehbuchverfasser Edgar Kahn / Helmut Käutner (der ehemalige Münchner „Nachrichter") und B. E. L ü t h g e sind sich offenbar darüber klar gewesen, daß es hier nicht mit einer schlichten Reportage aus dem Funkhaus und dem Senderaum getan war, denn sie hatten es auf einen Spielfilm, nicht bloß auf einen Kulturfilm abgesehen. Die Reportage erlebt man nebenbei; amüsant und lehrreich genug: es gibt auch hier, wie beim Theater und beim Film, die Kehrseite, den Blick hinter die Kulissen, und es wird viele geben, die gern einmal erfahren möchten, wie es da aussieht, von wo alltäglich, allabendlich die Stimme durch den Aether zu ihnen in ihr Haus dringt. Die Organisation und die technischen Funktionen in einem großen Sendehause geben -an sich schon allerlei brauchbare Motive auch für die Filmkamera; wir denken beispielsweise an de>4 luftigen Besuch in der „Geräuschkulisse". Aber der Film hatte den Ehrgeiz, nicht nur die technischen Funktionen der jüngsten Errungenschaft des Jahrhunderts uns ein wenig bildhaft vorstellbar zu machen, sondern auch art seine heute schon vielfach wieder ganz selbstverständlich gewordene Zauberkraft zu erinnern, an jene magischen Möglichkeiten, welche sich in dem Titel „Stimme aus dem Aether" andeuten. Es entstand also zugleich und vor allem ein Spielfilm mit einer wechselnden, halb heiteren, halb traurigen, lebendigen und zeitnahen Handlung, deren Konflikte sich aus den Wirkungen wie aus den natürlichen @ren* zen dessen ergeben, was wir unter dem Namen des Funks als eine Alltäglichkeit unseres Daseins kennen und besitzen. Daß diese Handlung (die wir nicht nachzuerzählen beabsichtigen) im wesentlichen von jungen Menschen getragen wird, die nach einem Ziel, einer finnvollen Zukunft, einer Bewährung und der Erfüllung eines Traumes suchen, kann diesem Film nur Sympathien gewinnen. Harald Paulsen hat ihn geschickt und lebenswirklich in« szeniert und aus dem neuen Thema, wie uns scheint, alles herausgeholt, was auf den ersten Anhieb zu gewinnen war. Man macht auch die Bekanntschaft mit einer noch jungen Begabung aus dem Nachwuchs, die unseres Wissens bisher erst einmal vor der Kamera herausgestellt wurde: Anneliese Uhlig ist die Trägerin der geliebten, namenlosen, fernen, zärtlichen Stimme aus dem Aether. Mady Ra hl heißt ihre temperament- und humorvolle Freundin, deren Talente mehr ins komische Fach weisen. Ernst Waldow (Herr Seidelbast) gibt wieder einen jener drolligen Käuze mit verstecktem Gemüt, die ihm unübertrefflich gelingen. Auch Kurt Waitz - mann (bekannt aus „Urlaub auf Ehrenwort"), Erich Fiedler, Lotte Werckmeister, Floral h, Ettel und Schroth seien vom Ensemble hervorgehoben. — (Terra.) Im Vorprogramm sieht man einen Sonderbericht der Ufa vom 1. Mai, außerdem einen Kultur- und Aufklärungsfilm „Hinter den Zahlen" und einen originellen und anregenden Vorspann zum „Florentiner Hut" mit Heinz R ü h m a n n. Hans Thyriot. Hochschulnachrichien. Dem Professor Dr. Leonhard Franz wurde unter Ernennung zum Ordinarius an der Universität Leipzig der Lehrstuhl für Dor- und Frühgeschichte übertragen. Professor Dr. Max Dasmer, Ordinarius für slawische Philologie an der Universität Berlin, der im Wintersemester 1938/39 an der Columbus« Universität (USA.) Vorlesungen hielt, hat einen Rus dorthin abgelehnt. Zeit ist man bemüht, hier Abhilfe zu schaffen. Wegen der großen ernährungspolitifchen Bedeutung hat die Regierung sich veranlaßt gesehen, durch viehseuchenpolizeiliche Anordnungen geeignete Grundlagen zu schaffen für eine planmäßige Bekämpfung dieser Zuchtkrankheiten, die schon jetzt erfreuliche Erfolge gezeitigt hat. Im Anschluß an den Vortrag zeiate er noch eine Reihe von Lichtbildern, die das gesprochene Wort, das durch die populärwissenschaftliche Art des Vortrages bereits sehr aufschlußreich war, noch in bester Weise ergänzte. Der Eindruck von der grosten Bedeutung der Arbeit auf dem Fachgebiet des Vortragenden wurde schließlich noch durch die Vorführung eines Films verstärkt, der die Tätigkeit der Geburtshilfe bzw. des tierärztlichen Eingriffes vor der Geburt zwecks Erhaltung des Muttertieres in anschaulicher Weise zeigte. Schließlich führte Professor Dr. K üst seine stark interessierten Besucher noch durch die Räume seines Instituts, wo er sie die praktischen Arbeitsstätten und deren Nebeneinrichtungen sehen ließ und in großen Zügen erläuterte. Dabei gewann man den Eindruck, daß ein Neubau für dieses Institut, der bereits geplant ist, eine besondere Notwendigkeit darstellt. Oberarzt Dr. Sell machte in der Orthopädischen Klinik die Besucher in anschaulicher Schilderung zunächst mit den Aufgaben der orthopädischen Wissenschaft und Praxis bekannt. Dabei erhielten die Hörer einen Einblick in die mannigfachen orthopädischen Krankheiten und die Maßnahmen der Wissenschaft zur Heilung oder mindestens zur Linderung der Leiden der Patienten. Man lernte auch erkennen, in welch vielseitiger Weise heute für die orthopädischen Kranken die Errungenschaften der Wissenschaft und Forschung nutzbar gemacht werden, um das Lebenslos dieser Volksgenossen nach Möglichkeit leichter zu gestalten und ihnen ein fruchtbares Wirken im Rahmen unserer Volksgemeinschaft zu bieten. Sodann erfolgte ein Rundgang durch die Klinik, bei dem sich die Gäste von den hervorragenden Einrichtungen dieser Heilstätte überzeugen konnten. Professor Dr. Scharrer sprach in seinem Agrikulturchemischen Institut vor den interessiert lauschenden Hörern über die „Aufgaben der Landwirtschaftschemie im Kampf um unsere Nahrung sfreihei t". Nach einem kurzen Hinweis auf die Grundlagen der Pflanzenernährung wurden zunächst die wichtigsten Aufgaben der Landwirtschaftschemie auf diesem Gebiet besprochen. Diese Maßnahmen bestehen darin, bei Erreichung größtmöglicher Erträge die Qualität der Ernteprodukte zu steigern, insbesondere hinsichtlich des Eiweiß- und Fettertrages, und die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten bzw. nach Möglichkeit zu erhöhen. Die einzelnen Maßnahmen, die nötig find, um dieses Ziel zu erreichen, und die große Bedeutung einer entsprechenden Versorgung unserer Kulturpflanzen mit den unbedingt nötigen Nährstoffen für Güte und Menge der Ernteerträge, wurden an •einigen Beispielen kurz erörtert und moderne Verfahren zur Bestimmung der Düngebedürftigkeit des Bodens besprochen. Im zweiten Teil des Vortrages wurden einleitend di2 wichtigsten Grundlagen und Grundtatsachen der tierischen Ernährung erörtert und jene Faktoren besonders hervorgehoben, die heute in ernährungsphysiologischer Hinsicht von größter Bedeutung sind. Dazu gehört insbesondere, unsere landwirtschaft- Ilichen Nutztiere möglichst auf wirtschaftseigener Grundlage bei gleichzeitiger Leistungssteigerung und Gesunderhaltung zu füttern. Dabei spielt wiederum das Eiweißproblem eine Hauptrolle, und dieses wird daher im Verein mit Mineralstoff- und Vitaminfragen, sowie ^utterkonservierungs- und Ein- fäuerungsfragen besonders erörtert. Ferner hat in der heutigen Tierernährung die bestmögliche Ausnutzung des Wirtschaftsfutters und ein weitgehender Ersatz von Produkten des Getreidebaues durch solche des Hackfruchtbaues eine besondere Bedeutung. Sodann wurde über landwirtschaftliche und -technologische Maßnahmen berichtet, durch die es ermöglicht wird, die Ernährung der Nutztiere möglichst wirtschaftseigen zu gestalten. Zum Schluß wurde auf die Zusammenhänge zwischen Pflanzen- und Tierernährung hingewiesen und gezeigt, daß für die Ernährung der landwirtschaftlichen Nutztiere eine entsprechende Nährstofs- versorgung unseres Grünlandes und unserer Futterpflanzen von ausschlaggebender Bedeutung ist, und zwar nicht nur für die Erzeugung genügender Mengen an Futter, sondern auch für dessen Qualitätssteigerung und damit für die Gesunderhaltung und Leistungserhöhung der Tiere. Professor Dr. Herzog zeigte im Hörsaal des Physiologischen Instituts vor zahlreichen, mit großer Spannung lauschenden Zuhörern Filme „Heber die biologische Bedeutung der Gewebezüchtung". Bei diesen Filmbildern lernten die Hörer einen sonst wohl nur selten in breiter Oefsentlichkeit sichtbar werdenden Ausschnitt aus der Forschungs- und Lehrtätigkeit des Vortragenden kennen. Auch bei der Züchtung außerhalb des Körpers in der Brutschrankkultur folgt das tierische Gewebe Gesetzen und sind diese grundsätzlich die gleichen, die im Körper herrschen. So treten in der Gewebskultur bei Zusatz von Fremdkörpern oder Tuberkelbazillen gleichartige Zellformationen auf, werden unbrauchbar gewordene Elemente von Freßzellen (Phagozyten) abgeräumt. Kleine Blutgefäße werden in der Kultur, in der das fließende Blut wegfällt, aufgelöst, größere durch Zellwucherungen verschlossen, wie es im Körper geschieht, wenn die Blutgefäße außer Funktion gesetzt werden. Auch erfolgt in der Kultur, wie innerhalb des Körpers, um ab- geftoßene Gewebsteile herum eine Abkapselung durch bindegewebige Faserbildung. Man kann bei diesem biologischen Geschehen vom „Geist" der lebendigen Substanz sprechen. In diesem Sinne gilt das Dichterwort „Es ist der Geist, der sich den Körper baut". Tagung Der Geflügelzüchter in Gießen. Im „Burghof" zu Gießen hielt am Sonntag die Kreisfachgruppe der Ausstellungs- aeflügelzüchter unter guter Beteiligung der Kreisvereine ihre Jahreshauptversammlung ab. Kreisfachgruppenoorsitzender Heß (Watzenborn- Steinberg) stellte fest, daß von den 18 Ortsvereinen 13 ihre Vertreter zur Kreisversammlung entsandt hatten. Dem Tätigkeitsbericht sei entnommen, daß die Arbeit der Vereine im verflossenen Jahr namentlich der Beratertätigkeit der ländlichen Geflügelkleinhalter gewidmet war. Die Erfolge waren in allen Orten festzustellen. Der Kreisgruppenvorsitzende hielt im Geschäftsjahr acht Lehrgänge über Geflügelzucht im Kreisgebiet ab. Weitere Lehrgänge sollen im laufenden Jahr durchgeführt werden. Den Rechnungsbericht erstattete Kreisfachgruppen- kaffenwalter Hergert (Gießen). Die Gesamteinnahmen beliefen sich auf 618,51 Mk., die Gesamtausgaben auf 405,87 Mark, so daß ein Heberschuß von 212,64 Mark zu verzeichnen war. Die Rechnung war von den Mitgliedern Bauer (Gießen) und May (Lang-Göns) geprüft und für richtig befunden worden und fand die Genehmigung der Ver- sammluna. Dem Kassenwart wurde der Dank für (eine mustergültige Arbeit ausgesprochen und Entlastung erteilt. Es wurde beschlossen, dem Verein Lollar die Unkosten für die Vorbereitung der zweiten geplanten Kreisschau durch die Kreisfachgruppe zu ersetzen. Die Kreisgeflügelschau für den kommenden Winter wurde wieder dem Geflügelzucht- aerein Lollar übertragen und als Ausstellungstag der 19. November d. I. festgelegt. Der Landesfachgruppenvoxsitzende Maas (Darmstadt) überbrachte die Grüße des Landesverbands Hessen-Nassau und sagte der Kreisfachgruppe Gießen seine Unterstützung bei der Erreichung der Genehmigung zur kommenden Kreisausstellung zu. Als Preisrichter für die Ausstellung sollen die Herren Weber (Weinheim), Gutmann (Vilbel), Ludwig M o g k (Echzell) und N e r n (Pohl-Göns) gewonnen werden. Die Kreisfachgruppe beschloß, auch für dieses Jahr einen ansehnlichen Betrag für die Bewertung der Tiere auf der Kreisausstellung zur Verfügung zu stellen. Es sollen deshalb für jedes Mitglied 0,10 Mk. zur Stärkung des Ehrenpreisfonds erhoben werden. Einige Vereine planen auch im kommenden Winter Ausstellungen abzuhalten. Diese Ausstellungen wurden wie folgt festgesetzt: Klein-Linden am 20. Januar 1940, Großen-Linden am 13. Januar 1940, Londorf am 17. Dezember 1939, Lang-Göns am 12. November 1939 und Holzheim am 17. Dezember 1939. Züchtertag. Am Sonntagnachmittag trafen sich im Saale des „Burghof" diele Züchter aus den Kreisen Gießen, Friedberg, Büdingen, Lauterbach, Alsfeld und Wetzlar zu einem Züchter tag der Ausstellungsgeflügel- züchter, zu dem die Landesfachgruppe Hessen-Nassau eingeladen hatte. Vereinsführer Bauer vom Gießener Verein eröffnete mit Worten herzlicher Begrüßung die Veranstaltung. Sodann sprach der Landesfachgruppenvorsitzende Maas Darmstadt) herzliche Begrü- ßungs- und Dankesworte. Preisrichter und Kreisfachgruppenvorsitzender des Kreises Friedberg, Jean Kolter (Bad Nauheim), hielt sodann einen lehrreichen Vortrag über das Thema „Zuchtgrunds ätze und Bewertungsfrage n". Einleitend schilderte er den Jdealtyp bei den vier anerkannten Rassen Rebhuhnfarbige Italiener, Weiße Leghorn, Rote Rhode- länder und Weiße Wyandotten und führte auch die Nutzfähigkeit der anderen Rassen vor Augen. Alle Züchter müßten sich mit aller Kraft dafür einsetzen, die vom Reich gestellten Aufgaben zu lösen. Er betonte dabei ausdrücklich, daß nicht Höchstleistung eines einzelnen Tieres, sondern eine gleichmäßige Hochleistung aller Tiere zu erzielen sei. Es stelle dabei die Zucht auf Leistung bedeutend höhere Anforderung an einen Züchter, als die Zucht auf Schönheit. Was die Geflügelzüchter leisteten sei Dienst an der Ernährung des ganzen Volkes. Landesfachgruppenleiter Maas sprach dann eingehend über das Thema „Vier fahres- vlansarbeit der Geflügelzüchter". Er führte u. a. aus, daß in der Betreuung und Beratung der ländlichen Geflügelkleinhalter den Mit- alieoern der Vereine eine besondere Aufgabe gestellt sei, die zu lösen die vornehmste Aufgabe aller Züchter sei. Er behandelte eingehend die Fragen der Fütterung, der Leistungsfähigkeit und der Unterbringung und ermahnte, in allen Fragen das gute Beispiel vorzuleben. Der Redner gab noch die Richtlinien über die Zuschüsse bekannt. Es werde heute gewährt: auf Stallumbauten für den Quadratmeter 1,50 Mark, bis zum Höchstbetrag von 15 Mark, für Stallneubauten 3 Mark für den Quadratmeter, bis zum Höchstbetrag von 30 Mark, für Kükenheime 50 v. H., bis zum Höchstbetrag von 15 Mark, für Eintagsküken 15 Pf. und für Junghennen 50 Pf. Alle Züchter, sagte der Redner am Schluß, sollten an der Durchführung der Reichsmaßnahmen Mitarbeiten zum Wohle der Allgemeinheit. Als letzten Vortrag hörten die Züchter die Ausführungen von Vereinsführer Bauer (Gießen), eines erfahrenen und intensiv arbeitenden Ausstel- lungsgeflügelzüchters, über das Thema „Allge - meineZuchtfragen,vondem Gedanken derSchönheitszuchtaus gefehe n". In feiner Einleitung sprach Züchter Bauer über die ideale Seite der Geflügelzucht für jeden arbeitenden Menschen, über die Entspannung des Menschen nach harter Tagesarbeit, über das Gebundensein an Heim und Scholle. Er wandte sich auf Grund seiner langjährigen Erfahrung namentlich an die Heranwachsende junge Generation und streifte die Fragen: Rasse, Platzsorgen, Farbenschlag, Tierankauf, Bezug von Bruteiern, Abstammung, Zusammenstellung von Zuchtstämmen, Erkennung der Fehler und bergt mehr. Er machte klar, daß nur Ausdauer und Beharrlichkeit zum Ziele führten. Den Vorträgen schloß sich eine fruchtbringende Aussprache an, an der sich namentlich die Preisrichter beteiligten. Nach Schluß- und Dankesworten der Herren Maas urtb Bauer wurde der anregend verlaufene Züchtertag in üblicher Weife geschlossen. Hitler-Jugend Dann 416. Fliegergefolgschaft 1/116 Gießen. Heute, 9.5., treten sämtliche Jg., die am 20.4. aus dem Jungvolk überwiesen wurden, um 19.15 Uhr an der Medizinischen Klinik (Klinikstraße 32) in Uniform zur segelflugtauglichen Untersuchung an. Es ist mitzubringen: HI.-Gesundheitspaß und 30 Pf. für Flugbuch und 30 Pf. für Arbeitsbuch sowie ein Lichtbild. Ferner treten die Jg. zur Untersuchung an, die 1939nochnicht untersucht wurden. Mitzubringen ist ebenfalls das Flugbuch. Wirtschaftspolitische Arbeitsgemeinschaft. Die nachstehend aufgeführten Jg. treten am 10. 5., um 20.30 Uhr, zum Dienstabend im Sitzungssaal des Arbeitsamtes Gießen, Bahnhofstraße 90, in Uniform an. Betr. Jg. PH. Boll, H. I. Henning, K. Pauly, K. Ruiter, W. Schmidt, H. Weil. Nichterscheinen hat Ausschluß zur Folge. DOM - u.IM- Untergau 116 Gießen Betr. Ausstellung: „Unser Dorf- und Hausbuch". Im Rahmen der Kulturwoche findet diese Ausstellung im Museum statt. Sie ist für unsere Mädel kostenlos zu befichttgen. Die M.- und JM.-Grup- penführerinnen machen in ihren Einheiten noch einmal auf den Besuch aufmerksam. Die Arbeits- gemeinschaft für Volkskunde 3a/116 geht geschlossen hin. Betr. VDW.-Werk Gr. la/116, Gymnastik. Die Gymnastilstunde ist vomerlegt worden und findet jetzt immer Mittwochs, 20.15 Uhr, in der Schillerschule statt. Don der Universität Gießen. Der nb. ao. Professor Dr.-Jng. Dr. med. vet. Paul Luy wurde beauftragt, in der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Gießen die Vertretung der freien Professur für Veterinär. Physiologie wahrzunehmen. Professor Luy habilitierte 1930 in Hannover für Physiologie und med. Chemie. Gleichzeitig wurde er Leiter der Apotheke der Tierärztlichen Hochschule in Hannover und erhielt einen Lehraufttag für die Abhaltung von pharmazeutischen Hebungen. 1935 wurde er dort zum nb. ao. Professor ernannt. Seine besonderen Arbeitsgebiete sind Physiologische Chemie der Körperflüssigkeiten, Intermediärer Stoffwechsel unb Toxikologie der Flußsäure und des Quecksilbers. Treudienst - Ehrenzeichen bei der Reichsbahn. Für 25jährige Dienstzeit wurden den Reichsbahn- bediensteten der Bahnmeisterei 1 Gießen: Ludwig A g e l, Rottenmeister, Friedrich Weber, Rottenführer und Daniel Seibel, Betriebsarbeiter, das Treudienstehrenzeichen nebst Urkunde durch den Dienstvorsteher der Bahnmeisterei 1 in feierlicher Weise ausgehändigt. Monatsappell der Kavalleristen. Die Kameradschaft ehern. Kavalleristen hielt diesmal ihren Monatsappell beim Kameraden Ludwig Gerlach in Bieber ab. Kameradschaftsführer Hartmann sprach dabei aus, daß die Treue der Kameraden im Biebertal und besonders Kamerad G e r l a ch , der nicht mehr zu den Jüngsten zählt, für feine langjährige Zugehörigkeit eine Anerkennung erfahren sollte. Kameradschaftsführer Hartmann gab einen Rückblick auf die Feier des 50. Geburtstages des Führers, bei der auch die Kamerad- u. mächt frilche femtv/eiche flaut Eine Frau mit Herz Roman von Hedda Lindner Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin 22 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Wenn Holk da wäre, würde alles in Ordnung fein, Holk war Klarheit, Sicherheit, Zuverlässigkeit. Wußte er denn nicht, daß sie hier oben schutzlos einem Einfluß überlassen blieb, der schon einmal zerstörend in ihr Leben eingegriffen hatte. Holk durfte sie jetzt nicht allein lassen! Holk mußte kommen! Mit zitternder Hand nahm sie den Hörer ab und verlangte Verbindung mit Biringen. Sie versuchte, sich abzulenken, während sie wartete, ordnete sie ihre Schubfächer, blätterte in einem Buch, alle zwei Sekunden fing sie etwas anderes an. Dann ging das Telephon, es hatte keine halbe Stunde gedauert, aber ihr schien es eine endlose Zeit — Biringen meldete sich. Sie fragte nach Holk, es gab ein undeutliches Gemurmel, darauf eine fremde Stimme: „Herr Holk ist vor zehn Minuten nach Gutstadt ge« fahrn, darf ich etwas bestellen?" „Nein, danke", sagte Dina tonlos und' legte den Hörer auf; sie mußte zweimal ansetzen, ehe er richtig auf der Gabel lag. Sie hatte sich nie, selbst nicht, als ihr Vater starb, so verlassen gefühlt wie in diesem Augenblick. — An diesem selben Samstagnachmittag, während Dina sich in ihr Zimmer zurückgezogen hatte und ihre Cousine beim Friseur saß, um für den abendlichen Ball gerüstet zu sein, entstieg dem Schlitten des Claridge ein Mann, dem kein Mensch es ansah, daß er dazu bestimmt war, in der von Margit v. Roeder inszenierten Komödie nunmehr die Regie zu übernehmen, während sie von diesem Augenblick an zur unbedeutenden Statisttn herabsank. Aber es war so: alle Dinge, die nachher geschahen, bis zu ihren letzten Konsequenzen, wurden in dieser einen Sekunde ausgelöst, die der Fremde brauchte, um die Eingangstür des Claridge au durchschreiten. Aeußerlich sah man ihm diese Bedeutung wahr- lich nicht an. Ein etwas rundlicher Herr, gute Mittelgröße, bartlos und nicht mehr jung. Als er die Mütze abnahm, enthüllte er eine ansehnliche Glatze, die von einem Kranz dunkelbrauner Haare umgeben war. Er war ein Mann, der unzählige Male gesehen werden könnte, ohne den geringsten Eindruck zu hinterlassen. Er verlangte in etwas fremd klingendem Deutsch ein Zimmer, worauf der Empfangschef sofort in fließendem Englisch antwortete: sein Ohr war sogar geschult genug, an der gedehnten Sprechweise des nunmehr sich ebenfalls des Englischen bedienenden Gastes den Amerikaner zu erkennen. Die Eintragung bestätigte es. „John W. Griffin, Annville, Pa. USA." schrieb er mit klarer und gut lesbarer Schrift auf den Anmeldezettel. Als er zum Lift schritt, wandte er sich nochmals um. „Ich sehe, Mi- keny spielt bei Ihnen. Wohnt er hier im Hotel?" jawohl, mein Herr." „Oh, das freut mich. Ich habe ihn drüben kennengelernt. Welche Zimmernummer Hai er?" „226. Dritter Stock." „Okay. Thank you.“ Eine Stunde später, kurz nach sieben Hhr — klopfte es an die Tür von Zimmer 226. Der Bewohner dieses Zimmers war soeben beschäftigt, frisch gebügelte Frackhemden in den Schrank zu räumen. „Herein", sagte er gleichgültig, im Glauben, daß es das Zimmermädchen sei. Erst als nach dem Oeffnen und Schließen der Tür alles stumm blieb, wandte er sich um. Das Hemd, das er gerade hielt, entfiel feinen kraftlos gewordenen Händen; es gab einen seltsam schleifenden Laut, als es auf dem glatten Parkett des Bodens noch ein Stückchen weiterglitt. „Du?" sagte er nur. John W. Griffin lächelte fast ■ gemütlich: ,Zn ganzer Person. Du erlaubst, daß ich mich setze." Damit saß er auch schon in einem der tiefen Sessel, hotte eine schwarze Brasil aus der Tasche, biß die Spitze ab, die er ungeniert auf den Teppich spuckte, und griff nach der vor ihm liegenden Streichholzschachtel. Diese belanglosen Be- wegungen verrieten eine gestraffte Energie, die zu dem gemütlichen Lächeln und zu der ganzen Erscheinung des Mannes im Widerspruch stand. Erst als die Zigarette brannte, wandte er sich wieder Mikenn zu. „Willst du für ’ne Schneeplastik da unten Modell üben, daß du so angenagelt dastehst?" fragte er spöttisch. Mikeny ging darauf nicht ein. „Wie kannst du es wagen, hierher zu kommen?" brach er los. Der keuchende, gepreßte Ton seiner Stimme verriet eine ungeheure Aufregung. „Aber ich bitte dich —" Der andere hielt bas Spöttisch-Heberleaene bei. „Warum soll Mister John W. Griffin aus USA. nicht die Schönheiten eines Winteraufenthattes in Arosa genießen?" „Also Griffin heißt du jetzt?" sagte Mikeny verächtlich. „Ganz recht. Den Namen August Holtermann habe ich als zu populär inzwischen abgelegt." . „Timotheus Bruuns vermutlich aus dem gleichen Grunde?" Griffin stieß einen leisen Pfiff aus. „Bist doch ein Köpfchen, mein Junge. Hast gleich auf mich getippt?" „Nicht nur ich. Die Polizei auch, wie du wohl wissen wirst." Mr. Griffin zeigte grinsend einen neuen goldenen Eckzahn, der seine MuNdpartte gründlich veränderte. „Natürlich weiß ich das. Aber kein Mensch wird auf den Gedanken kommen, daß John W. Grifsin mit Timotheus Bruuns etwas zu tun hat." Mikeny mußte ^ugeben, daß die Verwandlungskunst dieses Mannes wieder erstaunlich war. Er hatte die Berichte über den Diebstahl des „Blue Ray" genau verfolgt und die eingehende Beschreibung des vermeintlichen Täters oft genug gelesen. In dem glatzköpfigen, beweglich rundlichen Herrn vor ihm konnte niemand den schlanken würdigen Reverend mit dem dichten weißen Haar und der gemessenen Haltung vermuten. Die Gefahr der Entdeckung war nicht groß, aber das besserte feine Stimmung nicht. „Unb was willst du hier?" fragte er brüsk. „Oh — diesmal scheint dein Köpfchen dich im Stich zu lassen", sagte John W. Griffin offenbar aufrichtig bedauernd. „Nicht ganz. Aber eines laß dir gesagt sein: ich mach die Schweinerei nicht mehr mit!" Die treuherzigen Augen des Mr. Grifsin veränderten sich jäh. Sie wurden wachsam und tückisch wie die eines gereizten Raubtieres. „Sieh mal an! — Der Herr ist augenblicklich wohl gut bei Kasse und hat den allen Sam nicht nötig. Aber nachher, wenn wieder alles verpokert ist und man weder die Gagen noch die Hotelrechnungen bezahlen kann, dann heißt es: Sam, ich brauche Geld! Na, und habe ich es dir nicht immer gegeben?" „Ja — und dich tausendfach bezahlt gemacht, du Hund! Erst hieß es — Päckchen — Kleinigkeit im Artistengepäck — wo ich doch auch gefällig war — oh, ich kenne die ganze Walze noch, die du damals vor drei Jahren aufzogst, als ich in Rio im Dreck saß" „Na ja, aber es funktionierte doch. Der Herr Mikeny — der berühmte Herr Mikeny — brachte so schöne Sachen in seiner Geige mit über die Grenze und verdiente ein so schönes Stück Geld dabei, daß er pokern und trotzdem noch die besten Leute für seine berühmte Kapelle bezahlen konnte. Ohne den allen Sam wärst du damals gepfändet worden, mein Junge — und verreckt." „Unb mit dem alten Sam bin ich ein Handlanger von Verbrechern geworden. Der Teufel mag wissen, wie es enden mi b", sagte Mikeny bitter. „Du mußt das nicht so grob ausdrücken", Mr. Griffin ging wieder zu seinem gemütlichen Ion über. „Du erweist mir gelegentlich kleine Gefälligkeiten und ich finanziere deine vornehmen Passionen — eine glatte Sache, sollte ich meinen." „Ich will nicht mehr, Sam." Mikeny sagte es ganz einfach, ganz leise, aber dieser Ton überzeugte mehr als seine empörte Abwehr vorhin. Jetzt wurden Mister Griffins Augen zu schmalen Schlitzen. „Wenn du mich verpfeifst, mein Junge — Sing-Sing ist dir sicher, dafür laß mich sorgen." „Und wenn du mich verpfeifst, erwartet auch dich ein Stuhl, nicht ganz so bequem, wie der, auf dem du augenblicklich sitzt. Oder ziehst du die englische Methode vor: to be hanged on the neck, until you are dead." Voll ätzenden Hohn zitierte er die Formel. Unwillkürlich faßte Mr. Griffin sich in den Kragen, die Vorstellung war doch verdammt un« gemütlich. Wie aufsässig der Junge mit einem Male war — ob er irgendwo eine andere Geld aber angeschlagen hatte? Aber richtig war es schon: verpfeifen konnten sie sich gegenseitig nicht, dazu wußten sie zuviel voneinanber. Wenn er aber nicht mehr arbeiten wollte, war er nur ein überflüssiger und gefährlicher Mitwisser — man mußte überlegen, was zu tun war. Mr. Griffin pflegte seine Pläne immer reiflich zu überlegen. Daher war es ihm auch stets geglückt, im Hintergrund zu bleiben, während anbere für ihn arbeiteten. Nur die Sache mit dem „Blue Ray", die hatte er selber machen müssen, soviel Geschicklichkeit traute er keinem seiner Mitarbeiter zu. Jetzt griff er wieder zu seiner bewährten Methode, nichts zu übereilen. „Nun reg dich bloß nicht künstlich auf, mein Lieber!" Er hatte schon wieder das Biedermanns» gesicht. „Vorläufig will ich ja gar nichts von dir. Daß ich mich hier einmal ein bißchen erholen möchte, wirst du mir kaum verwehren können." „Warum hast du dir dazu ausgerechnet Arosa ausgesucht?" „Ein Ort ist so gut wie der andere. Im Trubel einer Wintersportsaison kann man am besten untertauchen, und das will ich mal für ein paar Wochen. „Vis die Erinnerung an den Reverend Bruuns etwas verblaßt ist", spottete Mikeny. „Stimmt. Vorläufig wird man ihn allerdings mehrfach in Paris sehen, ich habe ein paar ganz geschickte Leute in meiner dortigen Organisation. Unb — darum wird man auch den Stein in Pans glauben." Mikeny machte eine abwehrende Bewegung. mag nichts davon hören." (Fortsetzung folgt.) i Reichsbch, hen: £1*4 )er,MA iorbeihi, das e durch kn in Mch frM :heN leriftn. ten hielt Ke* roten ßubroij idfchaftsfM die Treue du )ers Kam«!! lüngften steine Anerki' sftihrer ho: t des 50.5 die teer 16. en. 'M toi 11 Mn? Intenl3'1 Sftj "schäft. . keten : SSüi 'Straße \ »4 6ausb^> * bitl« «l& Mete tyju Z«ten £ D'e Ait>Z ! gefchlvfstz Mnastik. worden 1 Uhr, in di- ißen. t. med. vt r Deterini Gießen d r Deterinc Luy habt M und mä der Apot^ wer und t: ialtung tm rde er bon e befondem nie der Kör. wechsel und uecksilbers. m »drücken", J mütlichen - kleine GeH rehmen W netnen/ iün? Lon uberz^ rchin. en zusch^ mein W mich Hl -artet an-- e ter, < ,u die : neck, >4 rte erW ? -°rd-^ e Geldadels ,ä ufete «i-E nmerr« 1 stets andere 'viel K> <> 'N i < V oere"° 4 i lingshausen ist verdienter Sieger geworden. S.Jlxfport einwand In der zweiten Halbzeit kam auch VfB.-R. mehr ins Spiel und verringerte auf 2 :•!. Doch auch der Sturm von 1900 war da, und Teßdorf konnte auf 3:1 erhöhen. Gegen Mitte der zweiten Halbzeit ging VfB.-R. zu dem Endspurt über. Der Erfolg waren zwei weitere Tore. Dieses Ergebnis blieb bis zum Schlußpfiff. Die zweite Jugend bestritt ein Freundschaftsspiel in Göbelnrod gegen die durch aktive Spieler verstärkte Jugendmannschaft. Die Mannschaft war dem Gegner in körperlicher Hinsicht haushoch überlegen und konnte nach einem spannenden Spiel mit 2 :0 als Sieger hervorgehen. Das einzige Heimspiel bestritt die 3. Jugend gegen die 1. Jugend von Fellingshausen. Ebenso wie bei der 2. Jugend war auch dieser Gegner körperlich überlegen. Die Blau-Weißen zeigten lange nicht das von ihnen gewohnte Spiel, wozu sich,noch allzu, Aus der engeren Heimat. Verkehrswerbearbeit in Lich. Lich, 5. Mai. Der Verkehrs- und Ver- sfschönerungsverein hatte zu einer Bespre- «hung eingeladen, bei der u. a. auch Bürgermeister Weil und Brauereidesitzer H. Jhring, ein eifriger Förderer des Vereins, zugegen waren. Der Vorsitzende, Lehrer Hild, gab einen eingehenden ^Bericht über die im ersten Viertel des neuen Jahr's Zeleistete Arbeit. U. a. gab er davon Kenntnis, daß ldie Arbeiten an der Ausgestaltung der Anlage in wer Bahnhofstraße im Laufe der Woche beendet werden. Die frühere Wiese hat durch eine hiesige Gärtnerei eine Ausgestaltung erfahren, die bedeutend zur Verschönerung unserer Stadt beiträgt. U. a. wurde in der Mitte der Anlage ein großes Blumenbeet geschaffen, das das Stadtwappen darstellt und ün den Stadtfarben gelb-rot gehalten wird. Weiter der Rettung eines Teiles der Kleintiere bestand. Die Entstehunasursache des Feuers ist noch nicht 'ifrei festgestellt. Es wird vermutet, daß der 3000 Meter: 1. Gefr. Reidel, 2/JR. 116 (Tv. Heuchelheim), 9:09,6 Min.; 2. Gefr. Zörnsch, Fliegerhorst (VfB.-R.), 9:59 Min.; 3. Rf. Glagow (SA.- Kspgem.), 12:14,8 Minuten. Weitsprung: 1. Stahlhut (To. Heuchelheim), 6,53 Meter: 2. Menzel (DfB.-R.), 6,37 Meter: 3. Möll (DfB.-R.), 6,36 Meter. Dreisprung: 1. Stahlhut (Tv. Heuchelheim), 12,24 Meter; 2. Kronauer (VfB.-R.), 10,95 Meter; 3. Munzert (VfL. 1883 Lollar), 10,67 Meter. Kugel st oßen: 1. Stahlhut (To. Heuchelheim), 11,69 Meter; 2. Menzel (DfB.-R.), 11,22 Meter; 3 Dietz (DfL. 1883 Lollar), 10,87 Meter. Speerwerfen: 1. Stahlhut (Tv. Heuchelheim), 41,81 Meter; 2. Möll (DfB.-R.), 39,19 Mtr.; 3. Scharf. Butz (SA.-Kspgem.), 35,34 Meter. Diskuswerfen: 1. Scharf. Niemann (SA.- Kspgem.), 33,46 Meter; 2. Menzel (VfB.-R.)„ 30,86 Meter; 3. Stahlhut (Tv. Heuchelheim), 30,23 Meter. Einzelkämpfe für Frauen. 100 Meter: 1. L. Diehl (DfB.-R.), 13,8 Sek.; 2. E. Ludwig (VfB.-R.), 14,1 Sek.: 3. E. Schäfer (Mtv.), 14,4 Sekunden. Hochsprung: 1. H. Clarius (Mtv.), 1,34 Meter; 2. L. Diehl (VfB.-R.), 1,28 Meter; 3. L. Keßler (Mtv.), 1,23 Meter. Weitsprung: 1. L. Diehl (VfB.-R.), 4,69 Meter; 2. H. Clarius (Mtv.), 4,57 Meter; 3. E. Schäfer (Mtv.), 4,50 Meter. Kugel st oßen : 1. L. Keßler (Mtv.), 9,66 Meter: 2. L. Diehl (VfB.-R.), 9,11 Mtr.; 3. E. Schmidt (VfB.-R.), 8,95 Meter. Speerwerfen: 1. M. Seim (Mtv.), 26,59 Meter: 2. E. Schäfer (Mtv.), 21,68 Meter. Staffeln. 4X100-Meter-Staffel für Männer: 1. SA.-Kampffvielgemeinschaft Gießen, 46,4 Sek.; 2 VfP.-Reichsbahn Gießen, 47,1 Sekunden. 4X100-Meter-Staffel f ü r Frauen^ 1. VfB.-Reichsbahn Gießen, 55,9 Sek.; 2. Männerturnverein Gießen, 57,7 Sekunden. Brand durch einen Schaden an dem Ofen oder durch einen Schaden am Brutapparat entstanden ist. Amtsgericht Gießen. R. A. in Gießen erhielt einen Strafbefehl über sechs Wochen Gefängnis, gegen den er Einspruch einlegte. Im Herbst 1938 hat er fortgesetzt Beitragsgelder in kleinen Beträgen für eine Organisation kassiert, diese Gelder aber nicht abgeliefert, son- dern für sich verbraucht. Die veruntreuten Beträge -sind ersetzt worden. Der Verteidiger beantragte mit Rücksicht auf die Notlage, in der der Angeklagte gehandelt habe, ihm in weitgehendem Maße mildernde Umstände zuzubilligen. Wenn von der Mög- Uichkeit, das Verfahren wegen Geringfügigkeit ein= .zustellen, kein Gebrauch gemacht würde, könnte die !Tat doch mit einer Geldstrafe, die den Angeklagten »auch hart treffen würde, gesühnt werden. Der Ver- itreter der Staatsanwaltschaft beantragte auf die im »Strafbefehle ausgesprochene Strafe zu erkennen. !Der Angeklagte wurde zu einer Gefängnis- 'strafe von sechs Wochen verurteilt. LeichWletik-ünterkämpfe in Gießen Schöne Kämpfe und gute Leistungen. B. f. K Lich. öutzbach komb. — Lich T. 1:5; Butzbach Jgd. — Lich Jgd. 1:2. Nach mehrfachen Absagen kamen am Sonntag diese Spiele zum Austrag. Die Rasenspieler, die mit der Ersten in der Aufstellung Holzapfel Lotz, Älbach, Hisgen, Merle, Rau, Stark, Fey, Bayer, Kaiser nud Werner, also mit drei Ersatzspielern, den Kampf aufnahmen, waren in diesem Spiel in ganz vorzüglicher Spiellaune. Schon in der ersten Spielminute schoß Kaiser ein unhaltbares Tor. Aber nicht lange dauerte es, und Butzbach hatte ausgeglichen. Trotz überlegenem Spiel der Licher konnten die Gastgeber ihr Tor rein halten, bis es kurz vor Halbzeit Bayer gelang, die Grün-Weißen in Führung zu bringen. Auch in der zweiten Spielhälfte diktierten die Rasenspieler das Spiel, und in fast gleichmäßigen Abständen fielen schließlich noch drei Tore, von denen das letzte ein prachtvolles Kopfballtor von Bayer war. Die Jugend wollte der Ersten nicht nachstehen und zeigte auch in diesem Spiel den schon in den letzten Kämpfen bemerkbaren Formanstieg. Obwohl sie ihrem Gegner in körperlicher Hinsicht bedeutend unterlegen war, verließ sie als knapper, aber sicherer Sieger den Platz. Fuhball im Tv. 1889 Klein-Linden. Klein-Linden I. — Garbenteich I. 1:2 (1:2). Klein-Linden war gezwungen, auf eigenem Platz 6 Leute aus der Jugendmannschaft einzustellen. Diese gaben sich wohl alle Mühe, konnten aber keine zufriedenstellende Leistung bieten und damit auch keinen Sieg erringen. Klein-Linden, das zudem noch mit nur 10 Mann antrat, hielt den Kampf wohl lange Zeit offen, mußte sich aber schließlich schon nach der ersten Halbzeit als geschlagen bekennen. Ein gutes Spiel lieferte lediglich die Perteidigung der Gastgeber. Um den Davis-pokal. Deutscher 5:0-Sieg gegen die Schweiz. Am Montagnachmittag wurde in Anwesenheit von Reichsminister Dr. Seyß-Jnquart bei gutem Besuch und herrlichem Wetter im Prater zu Wien der Da- vispokal-Kampf zwischen Deutschland und der Schweiz mit den beiden letzten Einzelspielen beendet. Wie erwartet, kamen die deutschen Tennisspieler zu einem glatten 5:0-Siege. Henner Henkel schlug im ersten Kampf den Schweizer Boris Maneff in knapp % Stunden 6:2, 6:1, 6:2, und Roderich Menzel war gegen den an Stelle von Fisher spielenden Nachwuchsmann Jost Spitzer 8:6, 6:4, 6:3 erfolgreich. tung errungen hat. Nach der Regelung einiger geschästlicher Fragen wurde die Abordnung bestimmt, die am Reichskriegertag in Kassel anfangs Juni teilnehmen wird. Die Kameradschaft erhält jetzt auch eine neue Marschfahne. Der Sommerausflug mit Angehörigen ist für Juli geplant und wird durch das hessische Hinterland zum Lahnhof, der Quelle der Lahn, führen. Kamerad Jmmel berichtete über das Schiebwesen und nahm die neue Einteilung vor. Kamerad Strock sprach über das Propagandawesen, wobei auf die Aufforderung des Reichskriegerfüh- res verwies, durch die jeder alte Soldat verpflichtet wird, feine Kräfte in den Dienst der großen Sache zu stellen. Nach Erledigung der organisatorischen Fragen kam auch der fröhliche Reitergeist zur Geltung. Gießener Dochenmarktpreife. * Gießen, 9. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 Mark, Matte 25 bis 50 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Karotten 15 bis 16, Spinat 20 bis 28, Spargel 80 Pf., 1 und 1,20 Mark, Erbsen 30 Pf., Tomaten 45 bis 50, Zwiebeln 16 bis 20, Schwarzwurzeln 45 bis 50, Rhabarber 22 bis 25, Kartoffeln, ’X kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,40 bis 4 Mark, Salat, das Stück 25 bis 30, Lauch 5 bis 15, Rettich, alte 10 bis 15, neue, das Bündel 30, Sellerie, das Stück 15 bis 50, Radieschen, das Bündel 15 bis 20 Pf. - 1 * ** Silberne Hochzeit. Am morgigen Mittwoch, 10. Mai, begehen die Eheleute Heinrich Hofmann und Frau Marie, geb. Mohr, Grünberger Straße 64, das Fest der Silbernen Hochzeit. Dem Jubelpaar unfern herzlichen Glückwunsch. ** Brand eines Gartenhäuschens. Am gestrigsü/Montag zwischen 21 und 22 Uhr entstand in einem Gartenhäuschen im „Alten Feld" (Nizza), das dem Stellmacher Wilhelm Eisenacher gehörte, ein Brand, durch den das Häuschen völlig eingeäschert wurde. Das in dem Haus gelagerte Brenn- und Werkholz fiel gleichfalls den Flammen vollständig zum Opfer. Die in einem Kleintierstall untergebrachten Kaninchen und Hühner konnten von der Feuerwehr zum Teil gerettet werden, dagegen sind etwa 50 Kücken mitverbrannt. Da das Martenhaus weit abseits von allen Wassermöglichkeiten stand, konnte die Feuerwehr nur den in der Spritze enthaltenen und natürlich beschränkten Wasservorrat bei der Löscharbeit benutzen. Bei dieser Sachlage ist es denn auch verständlich, daß die aufopfernde Arbeit unserer Feuerwehrmänner nicht den erhofften Erfolg hatte, sondern nur in Landkreis Gießen. cZ Lollar, 9. Mai. Am morgigen Mittwoch können die Eheleute Georg Wisse mann und Frau Katharine, geb. Bierau, daß Fest ihrer Silbernen Hochzeit begehen. K A l b a ch , 8. Mai. Am gestrigen Sonntag konnte Herr Johannes Diehl in guter Gesundheit seinen 7 0. Geburtstag feiern. Er ist noch in feinem Berufe als Schuhmacher tätig. Geboren ist er in Paris, wo seine Eltern damals dem Erwerb nachgingen. + (Brünberg, 7. Mai. Am Samstag fand im Distrikt „Hölzchen" des Stadtwaldes eine Sonderfällung von 4 Fichten statt. Wohl die mächtigsten Exemplare ihrer Art im hiesigen Stadtwalde, mußten sie der Axt zum Opfer fallen, da sie seit diesem Frühjahr dürre Wipfel zeigten. Eine Anzahl Zuschauer beobachteten mit Interesse das Werk der Holzhauer, wie diese nach vorbereitender Arbeit an den Wurzeln mit Hilfe von drei Holzfällmaschi- nen die Riefen in fachkundiger Weise umlegten. Die Zählung der Jahresringe ergab für die Baume das stattliche Alter von 140 Jahren. Bei einer Länge der Stämme von 40 Meter und einem Durchmesser am Boden von 80 bis 100 Zentimeter wird jeder Baum erwa 10 bis 12 Festmeter Holz einschließlich des Stock- und Astholzes liefern und einen Ertrag von 250 bis 300 Mark erbringen. Auf der Nutzholzversteigerung einige Tage vor der Fällung wurden die Stämme von Holzhändlern erworben. Für den politischen Kreis Gießen kamen am Sonntag auf dem Sportplatz des VfB.-Reichsbahn die sog. Unterkreiswettkämpfe als Auftakt zur Bahnsaison zum Austrag. Wenn man auch am Start eine Anzahl namhafter Vertreter unserer heimischen Leichtathletik vermißte, so gab es doch durchweg ansprechende Leistungen und spannende Kämpfe. Die zweifellos beste Note verdient die 3000-Meter- Zeit mit 9:09,6 Minuten von Gefr. F. Neidel 2/JR. 116 (Tv. Heuchelheim). Nicht minder gut in Form war fein Vereinskamerad Stahlhut, der z. B. den Dreikampf in der Männerklaffe mit folgenden Leistungen an sich brachte: 100 Meter = 11,12 Sekunden, Weitsprung = 6,53 Meter, Kugelstoßen = 11,12 Meter. In der Frauenklasse boten gute Leistungen L. Diehl (VfB.-Reichsbahn) über 1Ö0 Meter und H. Clarius (Mtv.) im Hochfprung. Nachstehend die Ergebnisse: Dreikampf: 100 Meter, Weitsprung, Kugelstoßen. Männerkla'sse: 1. Stahlhut (To. Heuchelheim), 1964,8 Pkte.; 2. Rvttenf. Koch (SA.-Kampf- spielgem.), 1631,1 P.; 3. Munzert (VfL. 1883 Lollar), 1505,8 P.; 4. Gefr. Stöger, 2/JR. 116 (1900), 1492,9 Punkte. Jungmannklasse: 1. Menzel (VfB.-R.), 1813,2 P.; 2. Kronauer (VfB.-R.), 1512,0 Punkte. Altersklasse I: 1. Scharf. Niemann (SA.- Kampfspielgem.), 1636,1 P.; 2. Bepperling (1900), 1335,2 P.; 3. Dietz (VfL. 1883 Lollar), 1244,9 P.; 4. Väkenstedt (Schi-Klub), 892,9 Punkte. Frauenklasse: l.L. Diehl (VfB.-R.), 117 P.; 2 H. Clarius (Mtv.), 86 P.; 3. L. Keßler (Mio.), 81 P.; 4. M. Seim (Mtv.), 58 Punkte. Einzelwettkämpfe für Männer. 100 Meter: 1. Stahlhut (Tv. Heuchelheim), 11,5 Sek.; 2. Rottens. Koch (SA.-Kspgm.), 11,5 Sek.; 3. Menzel (VfB.-R.), 11,6 Sekunden. 200 Meter: 1. Möll (VfB.-R.), 24,3 Sek.: 2. Nf. Koch (SA.-Kspgm.), 24,4 Sekunden. 80 0 Meter: 1. Rf. Clarius (SA.-Kspgm.), 2:12,0 Min.; 2. G. Koch (VfB.-R.), 2:13,7 Min.; 3. Heller (VfB.-R.), 2:15,8 Minuten. zum Waldschwimmbad vor, die ein eindrucksvolles Werbemittel darstellen werden. Ferner gab der Redner davon Kenntnis, daß im kommenden Sommerfahrplan der Reichsbahn zwei weitere Züge eingelegt wurden, und zwar werden 7.28 Uhr ein Zug in Richtung Gelnhausen und um 7.52 Uhr ein Zug in Richtung Gießen den Bahnhof Lich passieren. Ein Blumenschmuckwettbewerb wird auch in diesem Jahr, wenn auch unter verschärften Bedingungen, durchgeführt werden. Nach Dankesworten an den Bürgermeister für die seitens der Stadtverwaltung gewährte Unterstützung gab Bürgermeister (Beil einen kurzen Ueberblick über die bevorstehenden Arbeiten zum Ausbau des Schwimmbades, der Butzbacher Straße und der Herrichtung der Zifferblätter des Turmes. Nach Beratung verschiedener weiterer Punkte konnte der Vorsitzende die Sitzung in der üblichen Weise schließen. Jleue Sport- und Schwimmbadanlage in Schotten. § Schotten, 5. Mai. Unsere Stadt hat ein vor 30 Jahren am Auweg erbautes Schwimmbad, das an sich schön eingerichtet ist, stets klares, ftisches Wasser hat das aber in feiner Größe nicht mehr ganz den Zeitverhältnissen entspricht. In einer Besprechung des Gemeinderats und des Bade- k l u b s , der Eigentümer des Schwimmbades ist, wurde die Errichtung eines neuen Schwimmbades besprochen. Herr Sauer vom Kulturbauamt Gießen erläuterte die Pläne des neuen Sportplatzes und des dabei vorgesehenen Schwimmbades auf den „Weiherwiesen". Ein modernes, großzügiges Projekt ist ausgearbeitet, Aufstiegspiel zur Bezirksklaffe. Dillenburg I. — Lollar I. 1:2 (1:2). Die Lollarer sorgten in Dillenburg für eine Überraschung und konnten sogar noch besser, als es die Torzahl ausdrückt, den Sieg erringen. In völlig veränderter Aufstellung trat die Mannschaft diesmal wie folgt an: Haas; Geißler, Gabriel; Hch. Ziegler, Ad. Ziegler, Schilling; Klinkei, Kreiling, K. Ziegler, Rudolf, W. Ziegler. Diese Umstellung hat sich also bestens bewährt, und .man hofft nun, daß endlich wieder Stabilität in der Mannschaft Platz greift, mit der man immer rechnen kann. Obwohl die Dillenburger stark mit einem Sieg rechneten, blieb es ihnen diesmal nicht erspart, die technisch besser spielenden Lollarer als überlegener Gegner anzuerkennen. Es waren dies für Lollar zwei wertvolle Punkte, die noch für den Aufstieg ausschlaggebend sein können. Sofort rom Anstoß an diktierte Lollar das Spielgeschehen. Die Dillenburger Hintermannschaft hatte viel Arbeit zu leisten. Mit solchem Eifer hatten die Gastgeber nicht gerechnet. Es dauerte auch nicht lange, da konnte Kreiling, der zum ersten Male wieder mitspielte und sich schon früher als talentierter Stürmer hervorgetan hatte, durch einen scharfgeschossenen Ball in die lange Ecke zum Führungstor einsenden. Dillenburg war dadurch etwas verdutzt, strengte sich nun aber mächtig an und versuchte auszugleichen. Aber die Lollarer Verteidigung stand fest und sicher, zumal Gabriel sich wieder in guter Form befand. Demgegenüber kam Lollar kurz darauf zum zweiten Treffer. Durch einm Strafstoß beförderte K. Ziegler den Ball aus 16 Meter Entfernung direkt aufs Tor. Der Dillenburger Torhüter war aber der Ansicht, daß der Ball am Tor vorbeiging und bemühte sich nicht um ihn. Zu seinem größten Erstaunen mußte er ihn doch aus seinem Heiligtum herausholen. Somit stand es schon nach einer Viertelstunde 2:0 für Lollar. Das rüttelte die Gastgeber ganz auf, und sie setzten ihrerseits mehr Druck dahinter. Wenig später bekam Dillenburg einen Elfmeter zugesprochen, den Haas wohl das erstemal in die Höhe vor dem Tor abwehrte, ihn aber schließlich selber noch bei der zweiten Abwehr tns eigene Tor faustete. Mit diesem Stand wurden die Seiten gewechselt. Nach der Pause war Lollar weiter tonangebend. Die Gäste verstanden diesmal nicht nur den Vorsprung zu halten, sondern setzten den Platzbesitzern noch gehörig zu. Jedoch die Torerfolge blieben jetzt aus. Außer einem verschossenen Elfmeter wurden noch einige sichere Gelegenheiten ausgelassen, die leicht zu einem höheren Resultat der Lollarer hätten führen können. Die zwischendurch erfolgten Angriffe der Gastgeber konnten von der Lollarer Hintermannschaft sicher abgewiesen werden. Mit dem Schlußpfiff konnte Lollar als verdienter Sieger den Platz verlassen. Zugendfußball der Sp.-Vg. 190t). Mit vier Mann Ersatz mußten die Blau-Weißen gegen die komplette Jugendmannschaft des VfB.-R. antreten. Nach ein paar Minuten hieß es bereits 1:0 für 1900. Weiterhin stellte in der ersten Halbzeit 1900 die bessere Mannschaft und konnte auf 2:0 erhöhen. fcas bet den hohen Kosten nur nach und nach durch- großes Schußpech gesellte. Die Mannschaft von Fel- gefuhrt werden kann. Bei der kommenden Feld- .......... bereinigung wird das entsprechende Gelände aus- geschieden. Die Frage des Schwimmbades soll als vordringlich behandelt werden. schast mit einer Fahnen ab ordnung vertreten war, legte der Vorsitzende die neuen Bildeintrittskarten und hob besonders die außenpolitische Bedeutung ‘ ..... der Parade vor dem Führer hervor. Er erinnerte an die große Rede des Führers und forderte die Kameraden auf, nie müde zu werden im Dienst für den Mann, durch den Deutschland wieder Weltgel- — Erste Deutsche Reichslotterie Die Ziehung der ersten Klasse beginnt am 16. 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