Nr. 183 Erstes Blatt 189. Jahrgang Dienstag, 8. August 1939 Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis 8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 60 Rpf.,Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.25°/, mehr. ErmShigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- m behördliche Anzeigen 6Rpf. 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Viele Betriebe gerieten bis zur Existenzvernichtung in Verschuldung. Auch dem rhein-mainischen Winzer hat diese Zeit tiefe Wunden geschlagen, die noch nicht alle wieder geheilt sind. Eines aber ist gewiß: wie sich die Rebstöcke von Jahr zu Jahr fester in die rhein-mainische Erde klammern, so ist auch der rhein-mainische Winzer im Sturm der Zeiten nur fester und treuer und unzertrennlicher mit der Heimatscholle verwachsen. Und wie der Winzer und der Boden, so sind auch die Weine, fruchtig, stahlig und rassig. Angefangen vom kleinsten Konsumwein bis hinauf zur köstlichsten, weltberühmtesten Spitze, vermögen sie jedem etwas zu bieten. Es ist ihre besondere Eigenart, die sie wertvoll machen und gegenüber den anderen Weinen unterscheiden und hervorheben. Berlin. 7. Aug. (DRV.) Bei der Kommentierung der kürzlichen Rede des polnischen Marschalls Rydz-Smigly schreibt am heutigen Montag der konservative „L 300“ u. a.. wenn die Behörden der Freien Stadt Danzig polen vor eine vollendete Tatsache zu stellen beabsichtigten, dann würden die polnischen Geschütze dröhnen trotz der Neigung, die die polnische Nation für die offen Mauern Danzigs hege, die mit der Geschichte polens so eng verbunden seien. polnische „Diplomatie". Die Polen haben sich durch ihren Vertreter in Danzig, Minister Chodacky, ein geradezu tolles Stück Diplomatie geleistet, dem Aehnliches wohl kaum an die Seite zu stellen ist, selbst nicht in der Geschichte der Diplomatie jener Völker, die sich auf dem glatten Parkettboden der diplomatischen Gepflogenheiten erst seit dem Weltkriege bewegen. Dieser polnische Minister rief die Danziger Regierung auf Grund eines Gerüchtes an, man wolle die polnischen Zollbeamten in Danzig an der Ausübung ihrer Rechte hindern, und nicht genug damit, setzte er sich hin und wiederholte in einem Schreiben an die Danziger Regierung diese Behauptungen, zog darin Schlußfolgerungen und sprach natürlich im Namen Warschaus. Man kennt die Tonart, in der nicht nur in Warschau Politik gegen alles, was deutsch, ist, gemacht wird. Die Danziger Regierung hat die Angelegenheit der Qeffentlichkeit übergeben, sie hat festgestellt, daß! Danzig, 7. Aua. (DNB.) Der Seedienst, dampfer „Hanse st a d t Danzi g", der im Verkehr des Seedienstes Ostpreußen von Swine- münde nach Zoppot verkehrt, rettete heute morgen kurz nach 6 Uhr in der Nähe der Halbinsel H e l a die beiden Insassen eines polnischen Militärflugzeuges. Der Apparat kreiste mehrere Male über dem Schiff, und her Beobachter machte offensichtlich, wie deutlich zu erkennen war, photographische Aufnah- m e n. Kurz darauf stürzte das Flugzeug hinter dem Seedienstdampfer in die See. Innerhalb weniger Minuten war ein Rettungsboot der alarmierten Schiffsbesatzung an Ort und Stelle, und es gelang, . , die beiden Insassen des Militärflugzeuges zu retten. . Dank der fortgesetzten Steigerung der Gute der j Die ganze Rettungsaktion dauerte 10 Minuten. Hessen-Nassau, der Gau des Rheinweins 18000 ha Rebfläche. - 30000 Weinbaubetriebe. Don Gauleiter Reichsstatthalter Jakob Sprenger. ’ Danzigs Antwort überreicht Danzig, 7. August. (DNB.) Die Pressestelle des Senats teilt mit: Die Danziger Regierung hat am Montag dem diplomatischen Vertreter der Republik Polen die Antwortnote in der Angelegenheit der Tätigkeit der polnischen Zollkontrol- teure und der im Zusammenhang damit ergangenen ultimativen Drohungen Polens überreicht. polen will mit Menschenleben zahlen. Die Bettelei um das englische Geld. Warschau, 7.August (DNB.) Die große Un- Zufriedenheit, die in polnischen Kreisen über den Mißerfolg derAnleiheverhandl ungen in London besteht, kam am Montag zum ersten Male vollkommen im „Slowo" zum Ausdruck. Das Blatt gibt ohne jede Beschönigung zu, daß die Verhandlungen des Obersten Koc mit einem vollen Fiasko geendet hätten. Dieses Fiasko habe nicht nur die Polen, sondern auch alle die Leute in England und Frankreich in Erstaunen gesetzt, die sich ernsthaft auf eine bewaffnete Auseinandersetzung vorbereiten. „Slowo" macht bann England schwere Vorwürfe. England werde, so behauptet es, genau so von Deutschland bedroht wie Polen, das über mehr ausgebildete Soldaten ver- füge als England, das aber wieder mehr Geld besitze. Dies Geld sollte England Polen zu Rüstungszwecken zur Verfügung stellen, und zwar sofort. Dabei handele es sich um lächerliche 8Vr Millionen Pfund, die man Polen zur Vörde- reitungdesKrieges geben solle, also um eine Summe, die einen verschwindend kleinen Bruchteil des englischen Militärhaushaltes und einen Betrag darstelle, den die Staaten der Koalition im Falle des Krieges etwa im Läufe eines einzigen Tages ausgeben würden. Polens Divisionen sollten eigentlich für England eine ausreichende B e - gründung zur Gewährung derAnleihe sein. Englands Haltung ist nur Heuchelei. Einsichtige Amerikaner prangern die englisch-polnische Kriegshetze an. Das deutsche Volk hat in den letzten Monaten allerlei Erfahrungen mit den Polen sammeln können. Auf die Großzügigkeit Deutschlands gegenüber Polen haben wir eine Gegenleistung erhalten, die an Undankbarkeit und zugleich an Verständnislosigkeit für das eigene polnische Interesse nicht mehr zu übertreffen ist. Die Haßausbrüche, die täglichen Beschimpfungen und Verleumdungen Polens gegenüber dem deutschen Volk und seiner Führung, wie auch der polnische Vernichtungskrieg gegen die deutschen Volksgenossen im polnischen Machtbereich redeten bisher schon eine deutliche und für jeden gerechtdenkenden Menschen überzeugende Sprache. Was aber jetzt in der oben wiedergegebenen Stimme eines polnischen Blattes 3um Ausdruck kommt, überbietet alle bisherigen Haßgefänge der polnischen Kriegstreiber. Zugleich offenbart sich hier ein Größenwahn, der im umgekehrten Verhältnis ZU den Machtmitteln und der Bedeutung dieses erst durch deutsche Waffentaten im Weltkrieg entstandenen Staates steht, der sich im weiteren Verlaufe feiner Existenz doch nur durch den beispiellosen Betrug in Versailles und durch gemeinen Raub an Nachbarländern behaupten und erweitern konnte. Die polnischen Kriegstreiber und ihre Hintermänner mögen sich jedoch darüber im klaren sein, daß sich das machtvolle Deutschland Adolf Hitlers nicht endlos provozieren läßt, daß auch einmal der Zeitpunkt gekommen fein wird, an dem Deutschlands Geduld zu Ende ist. Dann werden die Polen die Erfahrung machen, daß die deutschen Waffen eine sehr eindringliche Sprache führen und dem polnischen Gernegroß ein für alle mal die Lust austreib en werden, Deutschland und die Angehörigen des deutschen Volkstums mit Vernichtung zu bedrohen und diese Vernichtungsabsicht weiterhin in die Tat umzusetzen, wie es jetzt schon in überreichem Maße in unserem früheren Reichsgebiet Westpreußen, Posen und Ostoberschlesien geschieht. Polen mag sich zur Warnuna gesagt sein lassen, daß es ,im Dienste seiner englischen Geldgeber nicht unbefristet und ungestraft mit der brennenden Fackel am Pulverfaß hantieren und dabei deutsches Volkstum, deutsches Land und deutsche Städte bedrohen darf. Dieses Fehlen einer wehrwirtschaftlichen Vorbereitung geht keineswegs allein zu Lasten der deutschen Wirtschaft. Wie der frühere Staatssekretär von Delbrück in seinem Buche „Die wirtschaftliche Mobilmachung in Deutschland 1914" darlegte, hatten bereits im Frieden viele bedeutende Industrien Vorsorge getroffen, um im Falle eines Krieges ihren Betrieb aufrechterhalten zu können. Auch Helfferich hat in seinem Werk „Der Weltkrieg" ausgeführt, daß Vertreter des Wirtschaftslebens schon vor dem Kriege auf die Notwendigkeit einer wehr- wirtschaftlichen Rüstung hingewiesen hatten. Auch trifft die deutsche Wirtschaft fein Vorwurf, daß sie nicht fähig gewesen wäre, sich für den Krieg und seine wirtschaftlichen Bedürfnisse umzustellen. Die deutsche Wirtschaft hat hierin vielmehr bewundernswerte Erfolge erzielt. Wenn trotz allem der wirtschaftliche Zusammenbruch Deutschlands im Kriege nicht abzuwenden es sich hier um böswillige Gerüchte han- dele, daß der Ton des groben „diplomatischen" Schreibens „als eine Unverschämtheit" angesehen werden müßte und die Regierung es daher ablehne, mit diesem Vertreter Polens über einen überhaupt nicht existierenden Fall in einen Briefwechsel einzutreten. Klarer und deutlicher kann eine polnische Provokation, auf Gerüchte hin Ultimaten zu stellen, nicht beantwortet werden. Aber was sagen die Freunde Polens in London und Paris zu diesem merkwürdigen Ausflug der polnischen Diplomatie der Hysterie und der Provokationen? Wir sind gewiß, daß sie diese merkwürdige Tattik für gut halten, da sie non Polen ausgeht, und die Londoner und Pariser Sonntagsblätter schlagen denn auch in die polnische Kerbe. Trotzdem ist der Vorgang eine offene Blamage für die Polen und sie kann auch durch größenwahnsinnige polnische Worte nicht bemäntelt werden. Wir kennen sie zur Genüge, als daß wir uns sonderlich darüber aufregten, aber was sich auf der Legionärstagung in Krakau Marschall Rydz-Smigly gestattete, übersteigt doch alles selbst einem Polen Erlaubte. Rydz-Smigly sagte kurz und bündig, Danzig sei — die Lunge Polens. Er scheint also Danzig als die deutsche Lunge in einem polnischen Dolkskörper zu betrachten und nicht Gdingen, das das gleiche Polen zu einer Konkurrenz gegen Dan- Zlg hochgezüchtet hat. Ein Körper mit zwei Lungen, die sich zudem stritten, ist aber ein Unding. Er wäre nicht lebensfähig. Ueberdies, wenn das deutsche Danzig wirklich die Lunge für Polen wäre, hätten die Polen alles getan, um die Funktion dieser Lunge zu unterbinden, denn der Wirtschaftsboykott, der Wirtschaftsterror, die Wirtschaftsspionage — sie richten sich nicht nur gegen die Volksdeutschen im polnischen Gemengsel-Staat sondern auch gegen Danzig. Das ist eine so bekannte Tatsache wie die, daß Danzig s e l d st deutsch war, deutsch ist und deutsch bleiben wird. Alle Provokationen auf Grund konstruierter Gerüchte, alle pathettschen und unlogischen Beteuerungen von höchster polnischer Stelle können daran nichts ändern. E. S. । Polen droht Danzig mit Geschützen. Neue Ausschreitungen des polnischen Größenwahns und Deutschenhasses Weine und des stillen, zähen Fleißes des Winzers hat sich der deutsche Wein im ganzen Volke einen Platz erobert, den er nie mehr verlieren wird. Freude und Frohsinn hat er dem deutschen Menschen seit alterher vermittelt. Nirgends in deutschen Landen klingen so viele schöne Volkslieder, nirgends hat sich Brauchtum, Tanz und Mundart so bodenständig erhalten wie in den Weinbaugebieten. Möge dieser Glanz von Freude und Frohsinn um den deutschen Wein und den deutschen Winzer für alle Zeiten hineinstrahlen in das schöne großdeutsche Vaterland. Deutsche retten polnische Militärflieger. Der Nationalsozialismus stellt in den Mittel- funtt seiner politischen Arbeit den Menschen. Er veiß darum auch, welches Kleinod an Dolkskraft br Winzer ft and ist, der seit Jahrtausenden itimerfort durch die Arbeit am Boden, da, wo er cm steilsten und steinigsten ift.in eine unerbittliche Acht und Auslese genommen wurde. Geschlechter im Geschlechter haben sich seit unvordenklichen Zei- tat in diesem Beruf gehalten, haben aus felsigen (-eröllhängen blühende Gärten gemacht und viele jinber großgezogen. Ein altes Wort sagt, daß der Sein eine Gabe Gottes fei. Diese Gabe aber s:llt dem Menschen nicht von selbst zu. Am allerwenigsten in meinem Gau. Was hier alljährlich feit Tihrtausenden die Erde an Reben trägt, muß der linder mühselig und hart in andauerndem Kampf rit pflanzlichen und tierischen Schädlingen den Einigen Schieferböden und steilen Hängen des feines, wie den tiefgründigen Lehm-, Kalk- und E^ndsteinböden abringen. Genügsam und fleißig tut dr rhein-mainische Winzer Jahr für Jahr jene Pflicht. Oft hat ein einziger Nachtfrost, ein T «etter- oder Hagelschlag ihn um den Ertrag feiner ferneren Arbeit gebracht. Hat er es aber einmal gjjchafst, dann belohnt ihn auch die Natur mit eiern Erzeugnis, wie es nirgends in der Welt eKer heroorgebracht werden kann. Die Geschichte des rhein-mainischen Weinbaues bginnt nachweislich schon lange vor der Rö - n« r 3 e i t. Die hier ansässigen Kelten und Ger- ninen haben bereits die Pflege des Weinstockes rcld die Kunst der Weinbereitung gekannt, wie ziylreiche Kulturdenkmäler aus jener Zeit beweisen. Ds Römer haben lediglich ihre reichere Erfahrung ir der Rebpflege mitgebracht und sie unseren Vor- 1euren vermittelt. Auf der vor zwei Jahren in Äninz veranstalteten Gauausstellung „Rhein und Dein" hatten auch die ältesten Reben der Welt D fstellung gefunden. Sie stammen aus Hessen- 51 jfau, aus Frankfurt-Niederrad und aus der Stet ter au, wo sie im warmen Klima vergange- »r Zeiten wuchsen, aus denen sie glückliche Um- fttibe als Versteinerungen in unsere Tage retteten. 5fcr nicht nur alles das, was das vorrömische Dinvorkommen in Deutschland beweist, findet sich in reichlichem Maße in Hessen-Nassau, sondern ebenso «auch Lie Zeugnisse dafür, wie die Germanen den W'inbau weiterbildeten und ihm mit der Erfindung be Fasses einen belebenden Stempel aufdrückten. Aus jener Zeit heraus hat sich der rhein-mainische D inbau dank der Aufgeschlossenheit und der Schaf- fersfraft und Zähigkeit hes Winzers zu einer Vollkommenheit entwickelt, die mit allen Weinbauge- fciren Schritt hält und in vieler Beziehung sogar rrdildlich ist. Der Gau Hessen-Nassau ist die H e i - tu: t des Rheinweins, dessen Weltruf un- flriitig ist. Rund 18 000 Hektar Red fläche — das beinahe ein Viertel des Gesamtwein - bctu g e b i e t e 5 des Altreiches — liegen im <&iu Hessen-Nassau. Sie verteilen sich auf 243 D.nbaugemeinden mit 30 000 Weinbaude- tr eben. Davon können 1600 als reine Wein- ba.lbetriebe angesprochen werden. Der Rest umfaßt lomwirtschaftlich-weinbaulich gemischte Betriebe. Di Weinerzeugung betrug im Durchschnitt der letzten bn Jahre über 700 000 Hektoliter mit pir m Gesamtwert von durchschnittlich 34 Millionen Ncchsmark. 0ine bedeutende Rolle spielen in Hessen-Nassau bi der großen Zahl der Kleinbetriebe die Win- Pe genoss ensch ast en. Es gibt deren heute Bl gegenüber 32 im Jcchre 1933. Fast alle Klein- U< mittleren Winzer der größeren Weinbau- »riemben gehören heute den Genossenschaften an, pr i durch geschulte Fachkräfte für eine einheitliche k-l^rwirtschaft, für vorschriftsmäßigen Ausbau der Lcme und gesetzmäßige Weinbehandlung Sorge firoen. Durch das immer weitere Vordringen der ^kllaus, des größten Feindes des Weinbaues, sind > h» rreblausverseuchten Weinbaugemeinden gezwun- tzi veredelte Reben mit Amerikaner-Unterlagen zu - Anzen, die nicht reblausanfällig sind. Don den j)/Millionen Amerikaner-Unterlagen, die jährlich lu die Herstellung von Veredelungen erforderlich sstd werden allein drei Millionen in den zehn ! fobmuttergärten erzeugt. Die Veredelungen werden IM 57 Rebenveredelungsgenossenschaften und eini- cien Privatbetrieben Dorgenommen. Um auch eine fihc.emäße und einheitliche Schädlingsbekämpfung r® Leinbau auf der Grundlage der' Gemeinschaft kiwä führen zu können, wurden in den letzten drei schien in allen größeren roeinbautreibenben Ge- 1 Hürden, im ganzen 100 an der Zahl, große Spritz- t tifnnlagen errichtet, wozu ein öOprozentiger Zu- shis zu den Kosten gegeben wurde. Eine neue ■Iifctabe ist den Genossenschaften durch den Vier- 1 ol)r e 5 p l a n auf dem Gebiet der Trauben- f itfernung zur Delgeminnung erwach- s er, Die ebenfalls von 56 Genossenschaften durch- llfii rt wird. Von 14 000 Hektar Weinbergflache ijrhen die gewonnenen Trester den Entkernungs- Ittün zugefuhrt und rund 20 Millionen Doppel- iwtber nasse Kerne geliefert. IW Förderung des Qualitätsweinbaues und der -usüldung des Winzernachwuchses dienen drei ndauschulen und fünf Landwirtschafts- s Mn mit Weinbauberatungsstellen, von denen die iLc und Versuchsanstalt in Oppenheim mit ganz- Jjjfärem Unterricht für Winzersöhne eine führende 9Mit in der Beratungstätigkeit wie in dem aus- Versuchswesen in allen Gebieten des ÜStnbaues spielt. Eine besondere Stellung nimmt die Rebenzuchtanstalt in Alzey Zistin Miß M c C 0 r m i ck der Legende entgegen, Polen sei eine Demokratie. In Wirklichkeit habe Polen noch größere politische Fehler gemacht als die Tschecho-Slowakei. Seine Minderheitenpolitik z. B. bestehe lediglich in gewaltsamer K 0 - l 0 n i f i e r u n g der anderen Volksteile. Im „Gaelic American" unterzieht der Leitartikler des Blattes die hinterhältige englische Außen- Politik einer beißenden Kritik. Er weist darauf hin, daß in Danzig neben 95 v. H. Deutschen auch ein paar Polen leben, ebenso wie in Neuyork einige Chinesen. Es würde aber niemand einfallen, Neuyork als eine chinesische Stadt zu bezeichnen, und die Neuyorker Chinesen träumten auch nicht davon, daß Neuyork jemals ein Teil Chinas werde. Wenn man behaupte, daß Danzig wirtschaftlich von Polen abhängig fei, dann fei Danzig wohl in er- fter Linie zur Entscheidung über oiefe Frage berufen. Polen bilde sich doch wirklich nicht ein, daß Danzig für seine politische Sicherheit Polen brauche. Der Verfasser schließt feine Betrachtungen mit Worten der Sympathie für das polnische Volk, aber auch mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß Polen Frieden und Sicherheit finden möge, bevor es sich die Finger verbrenne, indem es Kasta - nien aus dem Feuer hole, um „der Welt den britischen Imperialismus zu erhalten." diesen Tagen, in denen sich die ersten beut« Siege des Weltkrieges zum 25. Male jähren, ist es notwendig, sich auch die wirtschaftlichen Ereignisse, die der Weltkrieg in Deutschland zeitigte, in Erinnerung zu rufen. Dieses um so mehr, als das heldenmütiae vierjährige Ringen der feldgrauen Front nicht zuletzt an dem Fehlen jeglicher wehr- wirtschaftlicher Vorbereitung zerbrach. Neuyork, 7. Aug. (DNB.) Das Danzig- Problem steht feit der Vertagung des Kongresses wieder im Vordergrund des amerikanischen Interesses, wobei es neben zahlreichen, von Geschichtsfälschungen und Verdrehungen strotzenden hetzerischen Meldungen und Artikeln auch nicht an einsichtigen Stimmen fehlt, die in derHaltung Englands lediglich einen heuchlerischen Vorwand zur Tarnung der wahren brittschen Absichten sehen. So schreibt Casseres am heutigen Montag in dem Hearstblatt „Journal America n", England wolle anscheinend einen Krieg heraufbeschwören, um die Rückkehr der deutschen Stadt Danzig ins Reich Zu verhindern, genau so, wie es im vergangenen September in Gemeinschaft mit Frankreich des Sudetenproblems wegen Europa beinahe in einen Krieg gestürzt habe. Der Verfasser des Artikels fragt in diesem Zusammenhang, was die Weltmei- n u n a wohl sagen würde, wenn Deutschland England mit Krieg bedrohte, um Irland oder Indien zu befreien, oder wenn Japan die Vereinigten Staaten von Nordamerika anzugreifen drohte, wenn die Vereinigten Staaten den Philippinen nicht sofort die volle Unabhängigkeit gewähr-, ten. All das unaufrichtige Geschwätz über die sog. Unabhängigkeit kleiner Staaten sei nur Heuche - lei zur Verschleierung machtpolitischer Absichten. In der „New Dort Times" tritt die Publi- war, dann deswegen, weil die Wirtschaft ihrem inneren Wesen nach liberalistisch und individualistisch eingestellt war und weil so zwischen der inneren Einsatzbereitschaft der Front und dem privatkapitalistischen Gefüge der Wirtschaft ein unüberbrückbarer Zwiespalt herrschte. Als Beispiele seien nur die riesigen Kriegsgewinne der Wirtschaft angeführt, denen aber — was nie vergessen werden darf — die Kriegsgewinne der von marxistischen Treibern beeinflußten Arbeiter in Gestalt von übermäßigen Kriegslöhnen zur Seite standen! Hier rächte sich das viel gepriesene „freie Spiel der Kräfte" abermals in der verhängnisvollsten Weisel Die volle Schuld an dem Versagen der Wirtschaft im Weltkriege trifft daher letztlich die politische Führung, die diesem freien Spiel der Wirtschaftskräfte ebenso tatenlos zusah, wie sie es auch versäumt hatte, wirtschaftliche Mobilmachungsmaßnahmen zu treffen, zu denen sie von Vertretern der Wirtschaft angeregt worden war. Eine einzige Ausnahme muß allerdings erwähnt werden. Sie bestand in dem „Gesetz zur Ermittlung von Getreideerzeugnissen für die menschliche und tierische Ernährung", durch das eine Art Vorratsstatistik für den Kriegsfall eingeführt werden sollte. Dieses Gesetz, vom Reichstag im Mai 1914 angenommen, kam aber zu spät. Das durch die politische Führung verursachte schuldhafte Fehlen jeglicher wehrwirffchaftlicher Vorbereitung muß um so mehr verwundern, als auf dem Gebiet des Verkehrs und der Finanzen eine vorbildliche Rüstung für den Kriegsfall getroffen worden war. Seitdem der große Moltke durch feine Schrift „lieber die militärische Benutzung der Eisenbahnen" (bereits 1843 erschienen!) eine Mobilisierung des Verkehrs im Kriegsfall eingeleitet hatte, ist nichts unterlassen worden, diesen Zweig der Wirtschaft für die Mobilmachung zu organisieren. Dasselbe lobenswerte Bild auf dem Gebiet der Finanzen! Bereits am dritten Mobll- machungstage des Weltkrieges konnten die im Frieden vorbereiteten und in den Tresoren der Reichsbank und des Reichsschatzamtes ruhenden Gesetzentwürfe vom Reichstag angenommen werden. So war Deutschland das einzige kriegführende Land, das keines Moratoriums bedurfte, wie denn auch die erste Kriegsanleihe mit 4,5 Milliarden Mark ein voller Sieg auf finanzwirtschaftlichem Gebiet war. Nicht um zu entschuldigen, aber um zu erklären, warum die politische Führung in rein wirtschaftlichen Fragen versagte, sei daran erinnert, daß die Kriege 1864, 1866 und 1870/71 ohne wehrwirtschaftliche Vorbereitungen geführt worden waren und auch geführt werden konnten. Dies war möglich gewesen, weil bis zum Jahre 1875 in Deutschland Nahrungsfreiheit bestand. Erst von diesem Jahre ab geriet Deutschland hinsichtlich seiner Ernährung in die Abhängigkeit des Auslandes. Auch die Beschaffung der Rohstoffe in den drei Kriegen des vorigen Jahrhunderts hatte keine Mühe verursacht, da die neutralen Staaten Deutschland zur Verfügung standen. Mit anderen Worten: Es gab bis zum Weltkriege keine „totalen" Kriege, d. h. weder die vom Kriege unberührten Gebiete litten Not, noch mangelte es an kriegswichtigem Nachschub. Wie wenig total der Krieg von 1870/71 gewesen war, geht aus einer Nebensächlichkeit hervor: Während der ganzen Dauer des Krieges konnten in Hamburg französische Soubretten auf den Theatern und in den Varietes auftreten! Der Krieg wurde nur an der Front geführt. Der Weltkrieg hat dieses „friedliche" Bild des Krieges mit einem Schlage verändert. Eine bis dahin nie gekannte und erbarmungslose Blockade Deutschlands setzte ein, mit der Hand in Hand die Bedrohung der Heimat durch die Luftwaffe ging. Der totale Krieg trat in die Erscheinung, ohne daß die politische Führung auch nur eine leise Vor- abnungft)on ihm gehabt hätte. Hinzu kam noch der feste Glaube, daß der Krieg nur kurze Zeit währen würde, ja, es gab vor dem Kriege genug führende Persönlichkeiten^ die den Ausbruch eines Krieges sogar für unmöglich hielten. Diese Meinung wurde durch die offizielle Nationalökonomie in der verantwortungslosesten Weise bestärkt. Wurde doch noch kurz vor dem Weltkrieg von den Universitätskathedern der Wirtschaftsgelehrten wörtlich verkündet, daß „ein Krieg zwischen den Großstaaten der Erde aus Gründen der weltwirtschaftlichen Verflechtungen unmöglich sei"! Deutschland hat diese Illusionen einer verflochtenen Weltwirtschaft, hat die Ahnungslosigkeit und das Oie italienischen Manöver abgeschlossen. Doller strategischer Erfolg der po-Armee. ■s A > 6 Neuestes Schnellfeuer-Panzerabwehrgeschütz bei den italienischen Manövern. Unsere Aufnahme zeigt ein Mitglied der deutschen Militärabordnung bei der Besichtigung eines der neuesten italienischen Panzerabwehrgeschütze, das bei den Manövern zum Einsatz kommt. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Mailand, 7. Aug. (Europapreß.) Die italienischen Manöver sind am Montagoor- mittag westlich von Turin im Susa-Tal abgeschlossen worden. Hier hatte die rote Partei eine letzte Verteidigung versucht. Sie wurde jedoch von der Po-Armee (blau) in einer glänzenden Schlacht überrannt und in die Grenztäler zurückgeworfen. Die Entscheidung führte die gepanzerte Division „Artete" herbei, die zugleich mit der motorisierten und der Schnellen Division oorgestürmt war. Die Stoßkraft der Panzerdivision mit ihren 500 Panzerwagen machte großen Eindruck. Zahlreiche Flugzeugstaffeln wurden im Kampf um das Susa-Tal eingesetzt. Es folgten Artillerie- und Infanterie-Angriffe, auch ein Bataillon chemischer Truppen trat in Tätigkeit, um das Vorrücken der motorisierten Division „Triefte" und der Panzerdivision „Äriete" durch künstlichen Nebel zu decken. Vom Beobachtungsstand auf der Schloßruine Avigliana konnte der Schlußkampf besonders gut beobachtet werden. Von hier aus folgten der König und Kaiser, der Kronprinz, mehrere Minister, über hundert Generäle — darunter die Marschälle Balbo, de Bono und Graziani — sowie die ausländischen Militärmissionen den Kämpfen. Die Militärattaches aller beim italienischen Hof beglaubigten Staaten wohnten den Manövern bei. Am 9. August findet eine große Truppen - parade vor dem König und Kaiser statt, bei der wahrscheinlich auch der Duce anwesend sein wird. Fehlen wehrwirtschaftlicher Rüstung bitter büßen müssen: der Wirtschaftskrieg ging verloren und rtß ein 65-Millionen-Volk in den Abgrund. Heute und an dieser Stelle die Schuld abwägen zu wollen, wäre ein nutzloses Beginnen. Wichtig allein ist bie' Lehre, die nicht nur jeder Wirtschaftstreibende, sondern auch jeder deuffche Mann, jede deutsche Frau und insbesondere die deutsche Hausrau aus dem Verhängnis der Vergangenheit zu ziehen hat: daß nämlich die Wirtschaft auch im tieften Frieden niemals eine Privatangelegenheit ist, andern daß sie den Befehlen der politischen Führung zu gehorchen hat. St. JRuf aus Aegypten: Orient erwache! Gegen die Ausbeutung durch England. Kairo, 7. Aug. (DNB.) Nahad Pascha, der mehrere Male in Aegypten Ministerpräsident war und Ende Dezember 1937 durch königlichen Erlaß von diesem Amt entbunden wurde, hielt in Alexandrien eine Rede, in der er die Unterdrückungsmethoden der Engländer und Franzosen anprangerte und den Orient zum Erwachen aufrief. Nahad Pascha erklärte, die Engländer hätten die Freundschaft des ägyptischen Volkes verloren, da sie versuchten, A e g y p - t e n mit Hilfe eines ihnen willfährigen Kabinetts auszubeuten. Im Namen der Freiheit, der Gleichheit und der Brüderlichkeit übten die Engländer in Palästina ihr Mandat mit Blutvergießen und Unterdrückungen jeglicher Ark aus. In Syrien unterjochten Engländer und Franzosen gemeinsam die nationalen Bewegungen. Die übernommenen Verpflichtungen würden sogar formell verletzt, indem dies für sie „Demokratie" bedeute. Der Orient müsse endlich erwachen und seine Einheit Herstellen, um dem Regime der Gewalt und der Unterdrückung ein Ende zu bereiten. Die ägyptische Zeitung „Al Mokkatam" beschäftigt sich in zunehmendem Maße mit den wachsenden Lasten Aegyptens für die englischen Militärrüstungen am Suezkanal, die auch andere ägyptische Blätter als immer drückender empfinden. Das Blatt fragt offen, warum Aegypten weiterhin so hohe Militärlasten zugunsten Englands tragen müsse. Die Zeitung stellt in diesem Zusammenhang fest, daß die Türkei acht Millionen Pfund weniger ausgebe als Aegypten und trotzdem eine bessere Militärorganisation und ein stärkeres Heer unterhalte. Die ägyptischen Finanzen würden für England aufs äußer st e angespannt, während die Türkei von London einen Kredit von zehn Millionen Pfund erhalte und noch als Geschenk den Sandschak von Alexandrette einheimsen dürfe. Es sei das besondere Schicksal Aegyptens, am Wege des englischen Empires zu liegen und für englische Militärkasernen zahlen zu müssen. KdF -Wagen für Nudolf Heb. München, 7. August (DNB.) Der Stellver« treter des Führers der NSDAP, empfing am Montag Reichsorganisationsleiter Dr. Ley zu einem Vortrag über aktuelle Fragen der Organisation der NSDAP, im Braunen Haus in München. Bei diesem Empfang übergab Reichsleiter Dr. Ley dem Stellvertreter des Führers einen der neu fertiggestellten KdF. - Wagen. Der Stellvertreter des Führers, der sich alle technischen Einzelheiten des Wagens erläutern ließ, wird ihn selbst für einige Zeit erproben, um ihn dann einem verwundeten alten Kämpfer der Bewegung zu übergeben. Registrierung des landwirtschaftlichen Besihwechsels. Die bisher nur im Lande Preußen durchgeführte Statistik des Besitzwechsels land- und forstwirtschaftlicher Grundstücke wird rückwirkend vom 1. Januar 1939 ab auf das gesamte Reichsgebiet ausgedehnt. Eine entsprechende Anordnung hat der Reichsernah- rungsminister soeben getroffen. Die Besitzwechsel- statistik soll einen Ueberblick über die Bodenbewegung und über die Entwicklung der Bodenpreise in den einzelnen Reichsgebieten ermöglichen. Die Bearbeitung der Statistik erfolgt durch das Statistische Reichsamt unter Mitwirkung der Genehmigungsbehörden. Generalfeldmarschall Göring in den Iunkerswerken. HM M H MSI t AM Generalfeldmarschall Göring nahm am Sams/-/ eine Besichtigung der Junkers-Flugzeugwerke in Dessau vor. Unser Bild zeigt ihn beim Gang durch das Werk. — (Scherl-Bilderdienst-M.) „Nicht mehr notwendig." London, 8. August. (DNB. Funkfpruch.) Dem Stockholmer Korrespondenten des „Daily Expreß" zufolge rechnet Strang, der auf seiner Rückkehr nach London am Montagnachmittag in S t o ck h o l m eintraf, nicht mit einer Rückkehr nach Moskau. Strang erklärte dem Korrespondenten, er glaube, daß seine Mitarbeit „nicht mehr notwen- d i g sei". Heber die Ergebnisse seiner Verhandlungen in Moskau könne er nichts sagen. Aus die Sekunde kommt es an. Von Franz Gchauwecker. Im Anfang des Großen Krieges, als man noch unbekümmert um das Feuer aller Art gegen den gut gesicherten Gegner losging und erst anfing, eine Ahnung zu bekommen, daß der Krieg — ohne daß die, welche ihn führten, es bemerkt hätten — feine Methoden inzwischen schon grundlegend geändert hatte —, in dieser Zeit des ersten überschwänglichen Ansturms gegen jeden Tod hatte ich zwischen zwei Vorsprüngen in einem Rübenfeld ein hastiges Gespräch mit meinem Kompanieführer. Ich war damals Unteroffizier, und der Rangunterschied wirkte sehr dämpfend, und daß er das angesichts des Todes tat, war für mich ein erschütternder Beweis für das, was man „preußische Disziplin" nennt. Während wir unter den breitblättrigen Rüben lagen und über und neben uns die Geschosse pfiffen, trillerten und fauchten und die Granaten ihre unheilvolle Bahn zogen, sagte der neben mir liegende aktive Leutnant von Uhlstädt Knall und Fall zu mir: „Unteroffizier, Sie sind ein vernünftiger Kerl, und ich will verdammt fein, wenn ich mich irre. Wir haben nicht mehr viel Zeit, wenigstens ich nicht. Der Offiziersrang ist ein Scheck auf den Heldentod, der eines Tages mit tödlicher Sicherheit abgehoben werden wird." Ich klappte im Liegen die Hacken zusammen — damals war das noch so — und lauschte neben feinen Worten den infernalischen Geräuschen der Schlacht. Meine Aufmerksamkeit war geteilt. Der Leutnant legte seinen Kopf flach zu mir auf den Unterarm und sagte: „Wir haben vermutlich noch etwas Zeit, bis wir kopfübergehen. Ein paar Minuten genügen. Hören Sie zu? Mit einem dumpfen Schlag klatschte ein Gewehr- geschoß zwischen uns in die Erde und warf schräg Erde zurück. „Es meldet sich an!" sagte er und lächelte. „Also rasch. Ich habe zu Hause ein Mädchen, das ich liebe. Mindestens bilde ich mir das ein. Jedenfalls ist das so. Ich stamme aus uralter preußischer Offiziersfamilie. Niemals hat irgendeiner von uns mit der Wimper gezuckt, wenn es drauf und dran ging, verstehen Sie mich " Ich verstand, und die Geschosse zwitscherten dazu. ,Lhre Ansicht ist übrigens gleichgültig. Sie haben für alle Fälle dies alles nach Hause zu überbringen, falls Sie selber davonkommen sollten, was ich" — er wurde milde — „hoffe". Indem er feinen Karabiner sorgfältig in Anschlag brachte, zielte und abdrückte, fuhr er fort: „Meine ganze Familie ist gegen das Mädchen. Ich aber" — er schoß — „halte zu ihr. Das geht Sie nichts an; es ist nur eine Mitteilung." Ich antwortete: „Zu Befehl!" „Richtig!" sagte er. „Das Schlimme dabei ist, daß mich die ... äh —> mein Gefühl zu diesem Mädchen als Soldat beeinträchtigt. Mit andern Worten: ich bin" — er schoß — „kein so guter Soldat, wie ich das als Führer fein müßte. Ich gebe mir zwar Mühe" — er zielte und setzte ab, ohne zu schießen — „aber es gelingt mir nicht, wenigstens nicht immer. Nehmen Sie die Nase nach vorn, Unteroffizier! Sie schießen nicht. Fallen müssen wir alle. Es ist wichtig, daß wir vor unserem Tode wenigstens einen Mann da drüben umgelegt haben, aber Sie lassen sich ablenken." Ich stieß eine Patrone in den Lauf und wandte mich dem Feind zu, während neben mir die gleiche gleichmütige Stimme ertönte: „Mich macht dies Mädchen vorsichtiger, als das der Fall sein sollte. Frage: Ist das die richtige Liebe oder nicht? Soll die Liebe einen nicht tapferer machen? Ist Liebe" — er schoß — „nicht ein herrlicher Stachel für den Ehrgeiz eines Mannes, sich richtig zu benehmen, auch wenn das betreffende" — er schoß — „Weib nicht dabei ist und es nicht sieht? Frage." „Meine Meinung, Herr Leutnant", sagte ich und lud, „ist die —" „Ihre Meinung behalten Sie bitte für sich. Ich —" , Das Folgende ging in einer schwer unmittelbar hinter uns einhauenden Artilleriesalve verloren. Gras und Erde regnete sekundenlang auf uns herab. „Manchmal bin ich mir im Zweifel, ob meine Familie recht hat ober ich. Aber jedenfalls habe ich recht. Meine Familie sitzt zu Haufe und trinkt Kaffee." Rechts von uns schrien Verwundete. Ein Sanitäter huschte gebückt vorbei. Das Feuer nahm zu. „Unteroffizier, nehmen Sie die Nase nach vorn. — Ußas ich sagen wollte — gleich ist es so weit — verflucht!" ®in schwerer Einschlag vor uns bewarf uns mit Gestank und Erde. Halb blind und verschmiert stierten wir geradeaus, wo jetzt die Salven unserer Artillerie einschlugen. „Gut!" sagte der Leutnant. „Was meine Familie denkt, ist gleichgültig. Aber dies verdammte Frauen- zimmer hat mich schon zweimal bewogen eine Sekunde später aufzustehen und vorzugehe'n, als es notig gewesen wäre. Diese Sekunde hat vielleicht genügt, mir das Leben zu retten, und dafür sind vielleicht zwei andere Kerle gefallen. Das ist nicht — da, links, sehen Sie, Unteroffizier, da gehen die Kerle zurück, die.Engländer, sehen Sie — stimmt doch?!" Er hatte recht. Rechts gingen die Engländer zurück. Sie erhoben sich erst einzeln und dann in ganzen Gruppen. „Aber vor uns schießen sie noch, Herr Leutnant!" schrie ich, und in der Tat kamen die Geschosse wie Mückenschwärme herüber. „Es ist Zeit!" sagte der Leutnant. „Aus die Sekunde kommt es an! Los?" Er sprang auf, und obwohl ich ihn kannte, wurde ich jetzt erst gewahr, wie schlank und braun er war, ein junger Achill in der preußischen Uniform. Er schwang seinen Karabiner und stürzte vor. Drei Schritte weiter, während ich mich aufraffte, wuchs feine Gestalt senkrecht empor, als wollte er mit gebreiteten Armen in den Himmel fahren. Mit zurück- geworfenem Kopf sich halb um sich selber drehend schlug er vornüber und blieb liegen. Während die gesamte deutsche Linie vorging, bückte ich mich zu ihm. Ein Herzschuß hatte seinem Leben sogleich ein Ende gemacht. Vielleicht irrte ich mich, aber er schien mir zu lächeln. Friedrich der Grobe und Graun. Am 8. August 1759 starb in Berlin Karl Heinrich Graun, der bedeutende Komponist und Kapell- meister Friedrichs des Großen. Nachdem er schon als stnabe eine Reihe von aufsehenerregenden Kompositionen geschrieben und dann in Dresden, später m Braunschweig als Tenor gewirkt hatte, wurde er 1735 von dem damaligen Kronprinzen Friedrich zunächst auch als Sänger nach Rheinsberg gerufen, nad) dessen Thronbesteigung 1740 zum Kapell- nieifter in Berlin ernannt und stand dem König immer besonders nahe. Er richtete die Oper in Berlin ein und schrieb für diese etwa 30 Opern im italienischen Stil. Unter (Brauns zahlreichen Chor- roerten war das Passionsoratium „Der Tod Jesu" das wichtigste, das bis in die neuere Zeit hinein jebr beliebt blieb. Die interessante Geschichte dieses Werkes, die für Friedrich wie für den Komponisten febr charakteristisch ist, hat Karl Lö w e, der Meister der Ballade, auf Grund einer persönlichen Erinnerung m einem Aufsatz erzählt, der 1855 bei der Hundertjahrfeier der ersten Aufführung der Kantate oorgelefen wurde. Löwe hatte einen damals schon lange Zeit verstorbenen Geistlichen gekannt, der als junger Kandidat in Berlin den Vorzug hatte, sowohl bei Graun als bei dem Dichter des Textes, dem durch seine Oden und Anthologien als poettscher Lehrmeister bekannt gewordenen Karl Wilhelm Ram- l e r, Hausfreund zu fein. Als die beiden Männer sich zur Arbeit an der großen Kantate „Der Tod Jesu" zusammenfanden, legten sie zunächst mit außerordentlicher Sorgfalt den allgemeinen Plan des Werkes fest. Jeder warf feine Kunst in die Waagschale, um etwas besonders Wirksames zu gestalten, vor allem aber, was dem Könige Wohlgefallen würde. Bei der Ausführung der einzelnen Teile war Graun jedoch viel schneller mit der Komposition fertig als Ramler, der stets sorgfältig abwog und oft änderte, mit der Dichtung. Oft kam der ungeduldige Komponist mit dem Ausrufe zum Dichter: „Ramler, schaffen Sie mir Worte!", und Ramler wieder beklagte sich: „Der komponiert schneller, als ich dichte, und denken Sie sich, Herr Kandidat, vor einigen Tagen sehe ich, daß er ein Dersikulum .Christus hat uns ein Vorbild gelassen', 8 Folioseiten, sage, acht Folioseiten, dicht voll Noten geschrieben hat; was soll nun erst aus meinen großen Episoden werden?" Eines Tages fragte Frau Graun den Kandidaten: „Sagen Sie, Herr Kandidat, was ist das jetzt mit meinem Mann; er roeint so viel, ach, er weint früh und abends; er ist in sich gekehrt, und ist doch dabei gesund, er flajt über nichts, ja er sagt selbst: .Selig find die Trau' ernben, denn sie werden Freudigkeit erlangen/" ’ „2lls nun Friedrich der Große das Werk zuerst gebärt hatte, war der Kandidat am andern Tage oei (Braun, um ihm einiges von dem Eindruck zu erzählen, den feine Musik auf die Zuhörer gemacht hatte. Während sie noch sprachen, kam ein fönig; sicher Diener mit einem Briefe und einem Etui- Hastig entfaltete Graun den an ihn gerichteten Brief und las feiner horchenden Frau folgendes vor: „Mein lieber (Braun, ©eine Cantate, der Tod Jesu, habe Ich gestern gern gehört, und schicke Ihm anbey eine Sabotiere mit 30 Dukaten. Von denen Stücken, die Mir besonders wohlgefallen haben, nehme Ich jedoch aus die Arie .Ihr weich geschaffen Seelen' —" (hier war die Seite zu Ende, auf'der das Gesagte geschrieben war. (Brauns Hände ließen den Bries mit dem Ausruf sinken: „Meine Arie hat dem Könige nicht gefallen!" — „So lies doch erst weiter!" rief die Frau. Graun wendet um — da steht:) „denn die kann nicht bezahlt werden. Friedrich? Keine polnische Militärmission für Moskau. Warschau,?. August. (Europapreß.) Die in der englischen und französischen Presse verbreiteten Gerüchte über die angebliche Reise einer polnischen Militärmission zur Teilnahme an den eng- ljsch-französisch-sowsetrussischen Militärbesprechungen werden von hiesigen zuständigen Stellen als vollkommen aus der Luft gegriffen bezeichnet. Man nerrveift darauf, daß die Moskauer Besprechungen sich zwischen Frankreich, Großbritannien und Sowjetrußland abspielen und Polen an ihnen nicht teilnehmen werde. Ausdehnung der antibrittischen Bewegung in Nordchina. Tientsin, 8. Aug. (Europapreß.) Die a n t i ° britische Bewegung in Nordchina hat jetzt auch auf den von Fremden viel besuchten Luftkurort P e i p a i h o , 200 Kilometer nordöstlich von Tientsin, übergegriffen. Ueberall in der Stadt wurden am Montag antienglische Plakate angebracht Die Geschäftsinhaber wurden ersucht, von den Eng- ländern fünffache Preise zu fordern. Ein Sprecher des japanischen Militärkommandos in Tientsin erklärte am Montaa, es werde gegen antienglische Kundgebungen nicht eingeschritten werden, solange keine Ausschreitungen vorkämen. Auf den Protest der Engländer wegen der von japanischen Bomben getroffenen beiden Jangtse-Dampfer „KiangMo^ und „Chia- Wo" haben die japanischen Marinebehörden die Antwort erteilt, ein Bombenangriff auf die englischen Schiffe habe nicht stattgefunden. Diese Antwort wurde von den Engländern als unbefriedigend angesehen. Sie vertreten die Ansicht, der Luftangrif habe den beiden Dampfern gegolten und sei mit voller Absicht" durchgeführt worden. Infolgedessen wurde am Montag ein zweiter Protest abgesandt, auf den die japanische Antwort noch aussteht. Daß der Zwischenfall im Laufe eines Luftangriffs au die von den Chinesen gehaltene Stadt Jtschang entstanden ist, kann auch von englischer Seite nicht geleugnet werden. Deutschlands Tieskühlflotte im Ausbau. V. A. In aller Stille ist in Hamburg ein neues Werk der deutschen Hochseefischerei herangereist, das niitdelsen soll, die deutsche Ernährungsgrundlage weiter zu verbreitern. Es handelt sich um den Aufbau einer Tieskühlflotte, die — ähnlich wie beim Walfang — aus einem Mutterschiff und mehreren Fangschiffen besteht. Die Fangschiffe, es handelt sich um Fischdampfer modernster Konstruktion, fischen genau wie jeder andere Fischdampfer ihre Bezirke ab, bringen dann den Fang an das Mutterschiff wo er sofort verarbeitet wird. Auf diese Weise ist *5 möglich, unzählige Stunden bisherigen An- und Abmarsches vom Hafen zum Fangplatz und zurück !»inzusparen und mit denselben Einheiten zu wesent- ich größeren Fangerträgen zu kommen. Es handelt sich bei dieser Tiefkühlflotte aber nicht allein um den höheren Fangertrag, sondern vielmehr um die neuartige Verarbeitungsweise der Fänae. Das Mutterschiff der Tiefkühlflotte ist in Wirklichkeit eine aanz moderne Fabrikationsanlage. Wenn diese Fangdampfer den Fang gelöscht haben, werden die Fische aus dem Fabrikationsschisf mit tzilfe der modernen Fischverarbeitungsmaschinen 11 Filet verarbeitet. Die Filetstücke werden sauber n Cellophan zu 1-Kg-Paketen verpackt. Danach bmmen sie in den Tiefkühlraum und werden hier lun unter Anwendung sehr hoher Kältegrade in kürzester Zeit eingefroren. Es ist das Bemerkenswerte an dieser Derarbei- ung, daß der Tiefkühlprozeß die Nährwerte des -ischfleisches nicht zerstört, sondern ihn in vollem mfange erhält. Eiweiß, Vitamine und sonstige ^ ebensaufbaustoffe bleiben in ihrer natürlichen Zu- nrnrnensetzung und biologischen Kraft bestehen. Ein- x-hende Untersuchungen haben gezeigt, daß man liefe tiefgekühlten Fischfilets über zwei Jahre einwandfrei aufbewahren kann. Es ist unnötig, näher Liszuführen, welche ernährungswirtschaftliche Be« Tutung die nunmehr mögliche Vorratsstapelung wn Fischfleisch unter Anwendung des Tiefkühlver- mhrens gewinnen kann. Ist die Fabrikationsgrenze des Mutterschiffes er» ächt, dann werden die Fischmengen in einem be» •nberen Tiefkühlhaus des Hamburger Hafens, das iit den modernsten Kältemaschinen ausgerüstet ist, weiter verwahrt. Die Belieferung des Derbrauchers erfolgt über den üblichen Fischoersandhandel. Um die Kühlkette nicht zerreißen zu lassen, werden für den Versand dieser tiefgekühlten Filets besondere Tiefkühltruhen benutzt, die absolute Gewähr für ausgezeichnete Erhaltung des Nahrungsgutes bis zum Verbraucher bieten. Die deutsche Tiefkühlflotte, die von der Reederei Andersen & Co., Hamburg, erbaut wird, hat aber noch andere Aufgaben zu erfüllen. So gehört z. B. eine Fischmehlfabrikationsanlage zur Ausrüstung des Mutterschiffes. Abfälle und sonstige nicht verwertbare Fische werden zu Fischmehl verarbeitet, einem Produkt, das bisher noch in jedem Jahre in großem Umfange eingeführt werden mußte, trotz der von Jahr zu Jahr gestiegenen deutschen Produktion. Neben der Fischmehlgewinnung wird man auf dem Mutterschiff aber auch Fisch öl gewinnen, dessen wertvolle Bestandteile und mannigfache Ver- wendungsmöalichkeiten es zu einem begehrten Artikel der Fischwirtschaft gemacht haben. Das Mutterschiff der Tieskühlflotte wird begleitet von insgesamt vier Fangschiffen, die in Größe und Ausrüstung unseren modernsten Fischdampfertypen entsprechen. Die ersten drei dieser Fangschiffe sind inzwischen von Stapel gelaufen; es sind die „Harvestehude", die „Bahrenfeld" .und „St. Georg", Namen alter Hamburger Stadtteile. Diese Fischdampfer sind selbstverständlich auch in der Lage, unabhängig vom Mutterschiff auf den Frischfisch- fang zu fahren, und chre Kapazität ist so groß, daß sie im Durchschnitt 5000 bis 5600 Zentner ein« bringen können. Dieser neueste Zweiß unserer Hochseefischerei, von dem man in der Oefsentlichkeit bisher wenig gehört hat, wird die Leistungsfähigkeit der deutschen Fischwirtschaft um ein erhebliches steigern und die Fischversorgung Deutschlands später einmal bis zu einem gewissen Grade unabhängig machen von dem saisonmäßigen Anfall des Fisches. Wenn sich das Verfahren bewährt, wird der Ausbau dieser Fangflotten dem Ausbau unserer Walfangflotten entsprechen. Die dann mögliche fischwirtschaftliche Vorratshaltung wird in entscheidenden Stunden für den notwendigen Ausgleich auf dem Lebensmittelmarkt von nachhaltigem Einfluß f-ewu Sind die Reichsautobahnen blitzsicher? Beruhigende Antwort auf eine vielerörterte Frage. Oberammergau probt für 1940. Der Spielernachwuchs stellt sich vor. Als Auftakt zum Festspieljahr 1940, das wieder Aufführungen des Oberammergauer Passionsspiels bringen wird, veranstaltet Oberammergau in diesem Sommer von Juni bis September im Kleinen Theater Uebungsfpiele. Zur Aufführung gelangen die „Pestnot anno 1633", ein Stück, das die Entstehungsgeschichte des Passions- spiels schildert, und „Der Brandtner Kaspar schaut ins Paradies", ein Volksstück von Joses Maria Lutz. Wenn ein Passionsjahr heranrückt, dann beginnt die Welt jedesmal mit Spannung zu fragen: wie steht es mit dem Spielernachwuchs in Oberammergau? Sind in den Jahren seit dem letzten Passionsspiel neue Kräfte herangewachsen? Ist dem Pafsionsdorf eine neue große Spielbegabung erstanden? Spielbegabungen gibt es in Oberammergau feit 300 Jahren immer; denn jeder Oberammergauer hat Künstlerblut in den Adern. Und wenn er selbst auch noch nicht gespielt hat, so haben doch seine Vorfahren in der Passion irgendeine Rolle verkörpert. Zudem wird schon in den kleinen Kindern der Spieltrieb geweckt. Die erste Rolle, die ein Oberammergauer spielen kann, ist das „Adams- kind", das in einem der lebenden Bilder des Spieles auf dem Schoß seiner Mutter Eva sitzt. So ein herziges Adamskind ist meist nicht viel älter als zwei Jahre, aber schon begreift es, daß es still- halten muß, daß es auf der Bühne ist. Etwas größere Kinder spielen dann bereits in den Straßen- (jenen in Jerusalem mit, und damit wächst die Jugend bann allmählich hinein ins Fach der Solo- rollen. Den Spieltrieb wecken darüber hinaus auch die Kinder untereinander. In Oberammergau werden nur selten Spiele gespielt wie in anderen Orten. Die Oberammergauer Kinder spielen immer nur eines: die Passion. Sie kennen alle den Text auswendig; sie haben ihn ja gehört, wenn der Vater, der größere Bruder, ihre Rollen lernten, sie kennen ihn vielleicht vom Großvater her, der ein „Apostel" oder ein „Hoher Priester" gewesen ist. Und nun spielen also die Kinder auf ihre Weise die Passion in den Gärten, auf den Wiesen hinter dem elterlichen Anwesen. Wer sie jemals sah, war erstaunt und gerührt über den Ernst und die Vertiefung, die dieses kindliche Spiel beseelen. Mit dem Spielgedanken im Herzen wachsen die Kinder heran. Schon bald zeigt es sich, ob in einem ber jungen Burschen, einem der jungen Mädchen eine besondere Begabung steckt. Denn es ist altes Herkommen, daß in jedem Jahr zwischen den Passionen irgendein Bühnenstück gespielt wird, in dem junge Kräfte herausgestellt werden. Man spielt Thoma, Anzengruber, Ganghofer, Stücke religiösen Gepräges, und sehr bald stellt sich heraus, wer echtes Künftterblut in sich hat. In diesem Jahr, das der Passion 1940 vorausgeht, werden gleich zwei Stücke aufgeführt. Im Juni, Juli und August werden abwechselnd „D i e Pest not anno 1 633" und „Der Brandtner Kaspar schaut ins Paradies" gegeben. Beide Stücke ergänzen sich aufs beste. Das „Pestnotspiel" ist ernst und zeigt die geschichttichen Hintergründe des Passionsgelübdes der Oberammergauer vor 306 Jahren. Das andere ist ein gemütliches Volks stück, besinnlich heiter wie die weiß- goldenen Barockkirchen in Bayern. Joseph Maria Lutz hat das Stück geschrieben; er gehört selber zu Oberammergau, denn sein Vater ist Oberammergauer gewesen. Im Pestnotspiel, das bereits 1933 als Vorbereitung auf die Jubiläumspassion 1934 aufgeführt wurde, sieht man zum großen Teil die Spieler, die auch bei der Passion 1934 auf der Bühne standen. Im „Brandtner Kaspar" jedoch stellt sich der Spie» lernachwuchs vor, von dem man den besten Eindruck bekommt. Man sieht, die jungen Oberammergauer sind mit aller Freude bei dem Stück, in dem der schlaue Tegemseer Jäger, der Brandtner Kaspar, den Tod überlisten will, schließlich aber doch vom noch schlaueren Gevatter Tod besiegt wird. Diesen Brandtner Kaspar, der so am Leben hängt und gar nicht gern sterben will, spielt der S ch we i g h o f e r Ludwig. Der Schweighofer Ludwig ist nach allen Richtungen hin besehen ein Unikum. Erstens stammt er aus einer Familie, die noch nicht gespielt hat, was in Oberammergau eine große Seltenheit ist. Dann ist er bisher immer nur in der Musik verwendet worden. Er ist ein großartiger Musiker; aber eines Tages wünschte er sich auch einmal eine Bühnenrolle — und da war das Erstaunen groß. Denn der Schweighofer Ludwig stand als vollendeter Schauspieler auf der Bühne! Er gilt heute als eines der größten Spieltalente im Dorf und jeder, der ihn als Brandtner Kaspar sieht, ist davon überzeugt. Denn dieser zähe Jäger, der den Tod überlistet, um noch etwas länger zu leben, ist eine Prachtleistung. Mit ihm zusammen tritt dann der beste junge Nachwuchsspieler Oberammergaus auf: Hermann Hafer. Don Beruf ist er Schnitzer; er sitzt in der Werkstatt des Oberammergauer Schnitzverlags Lungs Erben am Marktplatz, und seine Künstlerhände fertigen zahlreiche der schönen Oberammergauer Schnitzereien, die in alle Welt gehen. Im „Brandtner Kaspar" spielt er den Petrus, der die abgeschiedenen Seelen in den Himmel hineinläßt; und er spielt ihn wundervoll echt, ganz so, wie sich Kinder den Petrus vorstellen: mit weißem Lockenbart und einer langen Pfeife. Seine Darstellung ist mit herrlichem bodenständigen Humor gewürzt. Man setzt große' Hoffnungen auf Hermann Hafer in Oberammergau, und man wird ihn bestimmt 1940 im Passionsspiel Wiedersehen. In den weiblichen Rollen kommen die Nachwuchsspielerinnen Maria Lang, die die Frau vom Brandtner Kaspar verkörpert, und Hermine F r e i s l, die eine Sennerin spielt, zur Geltung. Auch zwei kleine Oberammergauerinnen spielen als Engel mit. 3m ganzen sind es vierzehn künstlerische Kräfte, die man aus dem Nachwuchs ausgewählt und im gemütlichen Dolksftück vom Brandtner und vom Tod auf die Bühne gestellt hat. Die Spielleitung, die fo wie die der Passion in den Händen von Georg Lang liegt, gab diesen Nachwuchsspielern Zwei der bekannten Rollenträger von 1934 zur Seite: den Tod, der sich so gern betrügen läßt, um dafür einmal menschlich fühlen zu dürfen, spielt Melchior B r e i t s a m t e r, der Pilatus der letzten Passion; den Jäger-Sepp verkörpert Willy Bierling, der 1934 den Johannes gespielt hat. Heini Rutz, der Orchesterdirigent von 1934, ist auch der musikalische Leiter der Brandtner-Äaspar-Aussüh- rung. Welche Rollen dem Nachwuchs, der in diesem Jahre auf der Bühne steht, in der kommenden Passion zugeteitt werden, weiß noch niemand. Das große Rätselraten wird anhalten bis zu dem Tag im Oktober, an dem die gewählten Spieler verkündet werden. Eines aber ist sicher: daß sie eine Rolle erhalten werden, und daß ihnen ein Ausstieg als Passionsspieler bevorsteht. Sophie Rützow. :$n den jetzigen Hauptreisewochen, wie überhaupt t Verfolg der zunehmenden Motorisierung, des netteren Ausbaues der Reichsautobahnen und ihrer huern-b steigenden Benutzung wird immer häufiger he Frage gestellt, ob die Reichsautobahnen in ihrer (flamten Formung und bahntechnischen Ausstattung ,!ützficher" für den Autoverkehr sind. Es verbinden W mit dieser Frage, die übrigens nicht nur von s-aftsahrern gestellt wird, sondern auch die Allge- rreinheit stark interessiert, keinerlei Vorurteile oder tofce Angstgefühle, (andern die Empfindung ist maßgeblich, daß der Kraftwagen auf der breiten bahn der Strecke im Landschaftsbild, insbesondere ii der Ebene, den einzigen erhöhten, wenn auch smell beweglichen Punkt darstellt. Der Autofahrer chht von der landläufigen Meinung aus, daß er» ähte Punkte im offenen Landschaftsbild im Der« firften Maße blitzanziehend wirken. .Wie auf dem Gebiete der Blitzgefährdung noch mnche falschen Meinungen und Regeln an der Ta» gsortmung sind, so ist auch diese Frage der Blitz» siyerheit auf den Reichsautobahnen im Interesse bp- Verkehrswirtschaft, der Motorisierung und der oij gemeinen Aufklärung des Publikums überaus wchtig und einer Erörterung wert. Allgemein ist zunächst die Feststellung von Be- öiutung, daß bisher kaum Fälle bekannt geworden jijb, wonach der Blitz unmittelbar in ein in Fahrt diiindliches Auto auf freier Strecke eingefchlagen |tf. Lediglich aus Amerika kennt man einen zlll, wonach der Blitz in das Heck eines Roadsters schlagen haben soll. Der Wagen wurde zerstört, Fahrer kam mit einer vorübergehenden Betäu- .i-ng davon. Damit ist allerdings erwiesen, daß ächt, wie man denken könnte, Kraftwagen durch die stierende Gummibereifung grundsätzlich gegen den Dtz gefeit sind. Gegen eine so hohe elektrische La- cMg, wie sie beim Blitzschlag eintritt, schützt auch ii< Gummibereifung nicht. Außerdem ist der himmi ja beim Gewitterregen naß und damit leit« äig geworden. Wenn im übrigen von Autokata- r phen während eines Gewitters berichtet wird, so vcr niemals, wie einwandfrei feststeht und mit konderem Nachdruck vermerkt sein muß, der Blitz- fpg in das Auto die unmittelbare Ursache, son- hm man erkannte wegen schlechter Sicht zu spät Ndernisse auf der Fahrbahn, etwa durch Sturm iti Blitz in die Bahn geschleuderte Bäume. Natür- ö ist beim Bau der Reichsautobahnen von vorn- '«Lin die Baumbepflanzung an den Seiten so be» ?mzt, daß eine Gefährdung der Fahrbahn aus« schlossen ist. Aus den gewöhnlichen Reichsftraßen Landstraßen ist es selbstverständlich, daß ein Mtfabrer im Unwettergebiet gerade mit Rück« auf diese Unfallmöglichkeiten mit höchster Dor» M fährt. .bezüglich der Blitzsicherheit der Autobahnen^ die *•“ in erster Linie interessiert, ist vom General- i vektor für das deutsche Straßenwesen festgestellt, ..4: >eit Bestehen und Inbetriebnahme der Reichs- oiIdahnen, also seit fünf Jahren, keinerlei Schä- , Witz an Fahrzeugen oder Personen auf y1 Reichsautobahn vorgekommen sind, noch hat es lgmdeine durch Blitz verursachte Verkehrsstörung gegeben. Doch man ist noch weiter gegangen und hat die gegenwärtig rund 3000 Kilometer umfassende Betriebsstrecke der Reichsautobahnen bezüglich Blitzeinwirkungen auf der Betonstrecke untersucht. Es sind insgesamt sechs Fälle gefunden worden, bei denen kleine Stücke aus der Betonschicht gesprengt waren. Don diesen sechs Fällen befanden sich drei im Küstenbezirk der nordwestdeutschen Reichsautobahnen, die anderen Fälle verteilten sich auf das ganze Reichsgebiet. Die von fachmännischer Seite darauf vorgenommenen Bodengrunduntersuchungen ergaben, daß diese wenigen und in ihrem Wirkungsgrad harmlosen Fälle mit Blitzschlägen durch unterirdische Wasseradern zu- sammenhingen. Die Tatsache, daß drei der Fälle ausschließlich im nordwestdeutschen Küstengebiet der Reichsautobahnen vorgekommen sind, berechtigt zu der Vermutung, daß in diesem Gebiet entweder ein ausgesprochener Gewitterherd liegt, so daß prozentual sehr viele Gewitter vorkommen, oder daß die flache Landschaft ohne hohe Bäume weniger Ablenkungspunkte aufweist. Vielleicht wirken aber auch die Grundwasserverhältnisse in dieser Gegend besonders blitzanziehend. Doch das sind Fachfragen, die für die Praxis des Kraftwagenverkehrs auch auf dieser Strecke völlig ohne Bedeutung sind. Wenn man nun weiß und berücksichtigt, mit welcher Sorgfalt die Reichsautobahnen ständig von den Ueberwachungsstellen beobachtet werden, und wenn man namentlich in Rechnung stellt, daß diese sechs Fälle sich im ganzen Reichsgebiet auf fünf Jahre und mehr als 3000 Kilometer Betriebsstrecke verteilen, so kann man wohl sagen — und das wird vom Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen besonders betont — daß die Blitzgefahr auf den Reichsautobahnen außerordentlich gering ist. Es sind nicht die geringste Ursachen für zweckentsprechende bauliche Maßnahmen gegeben. Herrschte in Kraftsahrerkreisen bisher schon gemeinhin die Ansicht, daß für ein Auto in normaler Fahrtschnelle auf offener Strecke keine Blitzgefahr besteht, so ist diese Ansicht auch für die im äußeren Sinne stärker blitzanziehend wirkenden Reichsautobahnen nach den bisherigen Erfahrungen unbedingt gerechtfertigt. Im übrigen braucht nicht besonders betont zu werden, daß die vereinzelten Fälle geringer Betonbeschädigung, die wir oben nannten, schon Anlaß dazu geben, auch diesem gewissen blitzanzichenden Einfluß unterirdischer Wasseradern zukünftig vorzubeugen, so daß diese letzte, praktisch wohl kaum in Betracht kommende Gesahrenguelle noch ausgemerzt wird. So unbekümmert der Kraftfahrer mithin bei Gewitterlagen die Autobahnen benutzen kann, umso notwendiger erscheint es allerdings, Fußgänger vor dem Betreten der Reichsautobahnen bei Gewitter m warnen. Was für das schnellfahrende Auto absolut gefahrlos ist, wird für den stillstehenden bzw. wesentlich langsamer sich fortbewegenden Fußgänger zu einer großen Gefahr. Der Fußgänger stellt als erhöhter Punkt auf der Reichsautobahn die gleiche Anziehung dar, wie er sie auf freiem Felde erzeugt, er übernimmt dann die Rolle des in der Ebenen- landschaft alleinstehenden Baumes . St Der Hinweis - ein Ä in die Zeitschriften. Der Mensch über vierzig — ist keineswegs von minderwertiger Leistungsfähigkeit. Statistische Untersuchungen über die Arbeitsleistungen der verschiedenen Lebensalter bringt die Zeitschrift „Der Ausländsdeutsche" (Juliheft) unter bem Titel „Ein wichtiges und interessantes Prüfungsergebnis": „Unter irgendwelchen Einflüssen machte sich nach dem Kriege allenthalben die Meinung breit, daß der Mensch, der die Vierzig überschritten hatte, beruflich weniger leisten könne, als der jüngere. Wir wissen, zu welch traurigen Folgen diese Meinung in der ganzen Welt führte: sie machte überall die älteren Angestellten, die Familienväter also, brotlos. Fetzt hat die Abteilung Organische Betriebsgestaltung des Amtes für Berufserziehung und Betriebsführung der DAF. die Ergebnisse der Untersuchun- aen vorgeleat, die sie in Textilbetrieben angestellt hat, um diese Meinung, die zu erheblichen sozialen Störungen führte, auf ihre RichtiAeit hin zu prüfen. Die Untersuchungen bezogen sich sowohl auf die güte-, als auch mengenmäßigen Leistungen. Sie ergaben, daß sich unter den 34 Webern mit ungenügender oder schlechter Leistung' nur zwei ältere befanden. Bei der Untersuchung des Akkordverdienstes von 141 Zweistuhlwebern ergab sich, daß die 26 Bestleistungen zur Hälfte von solchen Webern erzielt wurden, die im Lebensalter zwischen 50 und 65 Jahren standen. Bei den mittleren Akkordverdiensten zeigte sich, daß die besten Verdienste beim Mann zwischen 42 und 45 Jahren, bei der Frau zwischen 45 und 50 Jahren liegen. Wir ersehen daraus, wie falsch jede Meinung von der verminderten Leistungssähigkeit der über 40 Jahre alten Schassenden ist und wie wichtig es ist, daß man die Gelegenheit wahrnimmt, von der grö- jeren Erfahrung der Aelteren, von ihren größeren Kenntnissen und Fähigkeiten am richtigen Platz den richtigen Gebrauch zu machen." Wanderer an der Donau. Entwicklung und heutigen Stand des Donaudeutschtums jenseits der Grenze macht Karl von Möller zum Gegenstand eines Beitrages in der Zeitschrift „Die Westmark" (Jutiheft). Er schließt diese Ausführungen („Donaudeutsches Volkstum"): „Wie waren die Kolonisten stammesmäßig gegliedert? Der Herkunftsforscher Friedrich Lotz in Neusatz, Jugoflawien, errechnete, daß zum Beispiel in die Batschkaer Ortschaft Torza 117 Pfälzer Familien kamen gegen 25 aus Rheinhessen, 34 aus Rheinpreußen, 18 aus Baden, 7 aus oem Elsaß, 2 aus Lothringen, 4 aus Württemberg uff., ftr Crvenka kommt er zu ähnlichen Ergebnissen. In Se- kitsch verschiebt sich das Verhältnis zugunsten des unteren Elsaß und Lothringens. Serbas wieder ist weitgehend pfälzischer Herkunft. Im Banat über» wiegen die Pfalz und ihr Umkreis fast in den meisten Ortschaften; Saderlach bildet hier eine auffallende Ausnahme; es ist alemannisch. Im Komitat Karasch aber leben Deutschböhmen, in den Berg- feengebiefen auch Nachfahren von Tirolern, Steiermärkern und Zipfern. In den Städten liegen die Dinge zum Teil anders. Die ersten Einwanderer für den Hauptort des Donaudeutschtums Temeschburg-Temesvar zum Beispiel stammen aus der Ostmark, aus Bayern und weithintecher erst aus der Saarpfalz, Baden, Hes» sen usw. Wien versah auch in der Folge diese deut» sche Stadt mit Bürgern und Beamten aller Schot- tierungen. Die Mundart der Temeschburger Bevölkerung ähnelt heute noch der der Wiener. Es wäre irrig, anzunehmen, daß die Bauernschaft, der Volkskern also, 70 ja vielleicht 80 v. H. aller Donaudeutschen, ungarisch geworden sei; bloß die Städte und die Jntelektuellen des Landes mußten daran glauben, daß alle in Ungarn lebenden Menschen von Arpad abstammten und aus Asien zugewandert seien auf kleinen Rossen mit dem Fleisch für die Mahlzeit unferm Sattel. Heute freilich bekennt sich auch wieder die „obere Schicht" des Donaudeutschtums zum Muttervolk, ausgenommen ein Teil noch der „Intelligenz" im heutigen Ungarn. Man findet die deutsche Herkunft einer Ortschaft auf ihre Stirn geschrieben, wo die Siedlung auch liegen mag, ob im Banat, in der Botschko, der Baranya, ob in Galizien oder in Syrmien. So geordnet, sauber, gehoben ist keine fremdvolkliche Niederlassung, so zu wirtschaften wie die Donaudeut- schen versteht kaum wo ein anderer deutscher Volkssplitter. Wer würde die Städte Weißkirchen etwa und Werschetz nicht sogleich als deutsche Schöpfungen ansprechen, wer kann die Herkunft selbst Ofens verkennen, die Entstehung Fünfkirchens, die der Stadt Esseg, der Festung Peterwardein, des Kernes von Temefchburg? Und wer unterschiede nicht auf den Märkten die donaudeutschen Frauen, ohne erst der Tracht zu achten, auf den ersten Blick von den juaoslawischen, rumänischen, ungarischen? Und muß nicht ein nachdenklicher Wanderer durch diese Gebiete zu der Annahme kommen, daß dieser blühende, fleißige, fortschrittliche Stamm auch Geistiges von Belang geschaffen habe? Wie in der Urheimat, wie in der Pfalz, mit der sich das Donau« deutschtum geistig und seelisch auf das Innigste verbunden fühlt." Wie ost verriet England? Eine Uebersicht auf Englands Verräterpolitik seit sechshundert Jahren gibt Ernst Schultze im Juliheft der Zeitschrift „Geist der Zeit" in einem Beitrag „Englands Verrat an seinen Bundesgenossen". Aus dem inhaltreichen Material, das der Verfasser wie eine Chronik vor uns aufreiht, bringen wir einige Auszüge: „Schon in dem hundertjährigen Kriege, den England seit 1340 auf dem Festland gegen Frankreich führte, setzte es am liebsten französische Streitkräfte für sich ein: mißvergnügte Ritter und ehrgeizige, unbotmäßige Feudalherren, die gegen die Krone Frankreichs ins Feld zogen. Gegen Ende dieses langen Kampfes glückte es England, Karl den Kühnen von Burguyd auf feine Seite zu ziehen, so daß dessen Völker — Flamen, Lothringer, Elsässer — auf den Schlachtfeldern Frankreichs Blutopfer zum Vorteile Englands brachten. Mit König Friedrich II. von Preußen schloß England am 16. Januar 1756 den Vertrag zu Westminster. Der ältere Pitt, der im Juni 1757 an die Spitze der Regierung trat, setzte durch, daß an diesen Bundesgenossen jährlich vier Millionen Hilfsgelder gezahlt wurden. Die Hoffnungen des neuen Ministers erfüllten sich schnell: wie er selber im englischen Parlament nach der Erstürmung Quebecs sagte, ist Kanada auf den preußischen Schlachtfeldern erobert worden. — Als aber Preußens Kräfte an Geld und Menschen 1761 erschöpft waren, zog sich England kaltlächelnd zurück. In Zukunft war Friedrich von jenem Mißtrauen gegen die Engländer, dieses „immer schwankende Volk", erfüllt, das ihn nie wieder verließ. Aber es dauerte nicht lange, bis England wiederum auf die Suche nach Bundesgenossen ging. Ohne sie hätte es den Kampf gegen Napoleon nicht bestehen können. Und abermals wurden sie mit Undank belohnt. Namentlich Preußen erhielt auf Veranlassung Großbritanniens im Wiener Kongreß die schlechteste Westgrenze. Den Gipfel der Rücksichtslosigkeit erstteg England mit seinen Verbündeten, indem es darauf verzichtete, wenigstens den Zaren und seine Familie zu retten, wenn man schon das System nicht retten wollte. Ferner ist es Tatsache, daß Sir George Buchanan sich weigerte, der alten gebrechlichen Gemahlin des Hofministers, die von den bolschewifttschen Bestien verfolgt wurde, Zuflucht in der englischen Botschaft zu gewähren. Wäre der alten Dame nicht Schutz durch den Vertreter eines heidnischen fremden Staates zuteil geworden, so wäre sie von den Bolschewisten ermordet worden. Schmählichsten Verrat hat England, das ist jetzt unwiderleglich bewiesen, an den Arabern verübt, die sich im Weltkriege gegen die Türken erhoben und der englischen Sache durch ihre Bundeshilfe einen unermeßlichen Nutzen gebracht haben. Die Voraussetzungen waren jene Versprechungen der britischen Unterhändler, die sich für das Jahr 1915 aus der berühmten Macmahon-Korrespondenz ergeben sowie aus der Kairoer Dokumentensammlung des syrischen Oppositionsführers Dr. Schab ander." Demokratie wird geistige Diktatur. Die Arme des Moskauer Propagandaupparates reichen um die ganze Erde. Eminent entwickelt sich die politische Bedeutung der kommunisttsch-akade- mischen Jugend in den USA. Eingehend berichtet darüber die Zeitschrift „Contra Comintern": „Wie im gesamten wirtschaftlichen und sozialen, so ist auch im akademischen Leben der jüdische Anteil ein erstaunlich großer. Die jüdischen Studentenvereinigungen wie der verschiedenen „Jewish Student Clubs" haben sich bereits eine eigene Machtstellung an den Universitäten erobert. Diese Vereinigungen sind teilweise völlig kommunisttsch, und von ihnen geht auch ein wesentlicher Teil der Beherrschung des öffentlichen akademischen Lebens und der akademischen Meinung aus. Sv ist die Chefredakteurin der sehr verbreiteten Studentenzeitschrift „Daily Marovn" eine jüdische Studentin, die ausgesprochen radikalkommumstisch ist. Das Blatt, das den Studenten in erster Linie zwar die neuesten Fußball und Rugbyresultate übermittelt und die nächsten dancing-varies bekanntgibt, bringt nebenbei auch noch kaum merkliche Propaganda. Gewisse Professoren werden gelobt, andere Dozenten totgeschwiegen oder kritisiert und solche, die im Verdacht stehen „faschistenfreundlich" zu sein, mit erlogenen und verdrehten Behauptungen der Lächerlichkeit preisgegeben. Die Hörerschaft der University of Chicago, einer der bedeutendsten Universitäten des Landes, ist zu etwa 60 bis 70 Prozent jüdisch, dazu einzelne Fakultäten fast vollständig. So ist Jura mit etwa 80 Prozent und die Finanz- und Wirtschaftsvorlesungen auch mit etwa 90 Prozent Mischen Hörern belegt. Dabei kann gerade die University vf Chicago als ausgesprochen kommunistisch bezeichnet werden. So verwandelt sich die geistige Führung unter den Augen der Demokratie in eine geistige Diktatur. Damit aber werden die Universitäten zu Keimzellen für den Kommunismus, indem sie sich unter dem Dorwand, tolerant zu sein, immer mehr in die Hände der bolschewistischen Drahtzieher begeben, ohne es selbst zu merken, ohne es je glauben zu wollen. p , Einen Studenten der University of Chicago fragte ich einmal in einer Unterhaltung: „Die Universitäten scheinen mir doch aber reichlich radikal zu sein. Sind sie im Grunde nicht weitaus politischer als die deutschen Universitäten?" „Nein", meinte er darauf, „was wollen Sie? Wir sind nicht radikal, wir sind nur liberal, America is a free country.“ (Zeitschrift „Die Bewegung", Folge 29.) Aus aller Welt. Schweres Unwetter über dem sudetendeutschen Aiesengebirge. Am Sonntag erlebten die Bewohner des sudetendeutschen Riesengebirges ein schweres Unwetter, das erheblichen Schaden anrichteie. Auf das drük- kend heiße, hochsommerliche Wetter der letzten Tage folgte ein ungewöhnlich starkes Gepulter, das von einem heftigen Wirbelsturm begleitet war. — In Hohenelbe wurden zahlreiche Dächer beschädigt und teilweise abgedeckt. Licht- und Telephonleitungen wurden zerstört, der Verkehr unterbrochen. In den Ostböhmischen Kalkwerken wurde das hohe Fabrikdach weggerissen und auf das Maschinenhaus geworfen, das durchschlagen wurde. Bäume wurden entwurzelt und umgebrochen. Obstgärten und Ge- tteidefelder bieten ein Bild der Verwüstung. Im Schwimmbad wurde ein SA-Mann durch Teile einer vom Sturm fortgerissenen Badekabine schwer verletzt. Die Straße von Hohenelbe nach Spindelmühle war für jeglichen Verkehr gesperrt, weil der Sturm ganze Bäume umgelegt und auf die Straße geschleudert hatte. Zwei Personenkraftwagen wurden von den stürzenden Bäumen getroffen und schwer beschädigt. In den benachbarten Gebirgstälern sind fast alle Häuser beschädigt worden. In Langenau wurde ein Mann von einem stürzenden Baum getroffen und in schwerverletztem Zustande in das Hvhenelber Krankenhaus gebracht. In Niederhof wurde eine Frau ebenfalls schwer verletzt. Professor Dr. Lehnich verunglückt. Auf der Fahrt von Wien nach Karlsbad stieß in einer Kurve der Kraftwagen des früheren Präsidenten der Reichsfilmkammer, des Staatsministers a. D. Professor Dr. Lehnich, auf der Reichsstraße zwischen Petschau und Karlsbad gegen einen Baum. Professor Lehnich wurde schwer verletzt, doch gibt fein Zustand zu Besorgnis kein Anlaß. Er erlitt eine Gehirnerschütterung und Quetschwunden im Gesicht und am Kopf. Professor Lehnich befindet sich in einem Marienbader Krankenhaus. Der Fahrer des Wagens trug eine Gehirnerschütterung und Rippenbrüche davon. Hollands jüngste Prinzessin. Amsterdam, 7. Aug. (DNB.) Am Montag erfolgte unter dem üblichen Zeremoniell im Schloß Soestdijk die Aussetzung der Geburtsurkunde der am Samstag geborenen zweiten Tochter des Kronprinzenpaares. Die Prinzessin erhielt die Namen Irene, Emma, Elisabeth. Zeugen waren bei diesem Staatsakt der ehemalige Ministerpräsident C o l i j n und der Vizepräsident des Staatsrates B e e I a e r t s d a n Blokland. Der Zustand von Mutter und Kind ist weiterhin sehr zufriedenstellend, so daß keine amtlichen Bulletins mehr veröffentlicht werden. Italienischer Weltrekord für Dassergleitboote. Ein neuer Weltrekord für Wasser gl ei t- bo o t e mit Luftschraubenantrieb wurde von dem italienischen Obersten G o r i n i auf dem nördlich von Rom gelegenen Braccano-See aufgestellt. Gorini erzielte eine Geschwindigkeit von 176,816 km/st. Der bisherige Weltrekord wurde von dem Franzosen Fischer mit 137 km/st gehalten. Der Tod auf den Schienen. Der Weichensteller Wilhelm Bürger aus Worms verunglückte bei Arbeiten an der Reichsautobahn tödlich. Als er das Gleis überschreiten wollte, rutschte er aus, wurde von dem anfahrenden Zuge erfaßt und konnte nur noch als Leiche geborgen werden. Verkehrsunfälle fordern drei Todesopfer. In Trier wurde der von Emil Liebig aus Dresden gesteuerte schwerbeladene Lastwagen aus der Kurve getragen; das Fahrzeug wurde fast völlig zertrümmert. Im Fahrersitz erlitt Liebig durch Einklemmen hinter dem Steuer so schwere Verletzungen, daß er nach kurzer Zeit im Krankenhaus ft a r b. Eine mitfahrende Frau aus dem Saargebiet kam mit leichteren Verletzungen davon. Infolge zu hoher Geschwindigkeit wurde am Dorfeingang von Mutterstadt (Pfalz) ein Motorradfahrer aus der Kurve getragen und stürzte so schwer, daß er sofort tot war. Auch fein Mitfahrer erlitt so schwere Verletzungen, daß er ins Krankenhaus geschafft werden mußte. * Zwischen Nürburgring und Dottinger Hohe (Eifel) wurde ein mit fünf Personen besetzter Kraftwagen von einem anderen Auto gestreift, geriet aus der Fahrbahn und überschlug sich. Dabei wurde eine Insassin, Loni Radermacher aus Adenau, getötet. Außerdem gab es mehrere Verletzte. Gasexplosion in einer Saarbrücker Schule. In der Hindenburg-Schule in Saarbrücken erfolgte eine heftige Gasexplosion, bei der der Hausmeister Kopfverletzungen und Brandwunden erlitt, so daß er ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Auch die Frau des Hausmeisters und eine Hausangestellte erlitten Brandwunden. Die Explosion verursachte außerdem bettächtlichen Sachschaden. Nach den bisherigen Feststellungen hatte ein Jnstallationsgehilfe an der Gasleitung Arbeiten ausgeführt, ohne den Gashahn dicht zu schließen. Das ausströmende Gas entzündete sich plötzlich, als der Hausmeister unvorsichtigerweise mit einem brennenden Streichholz ine Stelle festzustellen versuchte, an der e$ entwich. Drei Todesopfer eines Verkehrsunglücks in Wien. In Wien ereignete sich nach den schweren Unfällen am Wochenende ein weiteres Verkehrs- Unglück, dem abermals drei Menschenleben zum Opfer fielen. Ein Kraftradfahrer, der auf dem Rücksitz seiner Maschine vorschriftswidrig zwei Personen mitführte, fuhr in rasendem Tempo über die Kreuzung zweier Hauptstraßen und rannte mit voller Wucht in einen Straßenbahnwagen hinein. Alle drei Personen, der Fahrer und zwei Mädchen, waren sofort tot. Die Zahl der Opfer, die der Verkehr in Wien am Samstag und Sonntag gefordert hat, erhöht sich damit auf neun. Englischer Dampfer auf einen Eisberg gelaufen. Der englische Dampfer „Beaoerhill" ist vor der Nordküste von Neufundland auf einen Eisberg gelaufen. Das Schiff, das mit einer gemischten Ladung von Montreal nach London unterwegs ist und keine Passagiere an Bord hat, soll sich nicht in unmittelbarer Gefahr befinden. Die erste Nachricht traf in Boston von dem Küstenwachschiff „Champlain" ein. Die „Champlain" teilte mit, daß sie sich zur Hilfeleistung an die Unfallstelle begeben hat. Leichter Nebel soll die Hilfe jedoch erschweren. Bei der englischen Versicherungsfirma Lloyds in London ist die Nachricht eingetroffen, daß sich auch der britische Dampfer „Ausonia" und der kanadische Dampfer „Montclare" an die Unfallstelle begeben haben. Die „Beaoerhill", die 10 041 Tonnen groß ist, gehört der Canadian Pacific Railway Company; ihr Registrierungshafen ist London. Das Schiff wurde 1928 gebaut. Kunst und Wissenschaft. 7000 Arbeiter erleben Vayreulh. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley hat das Festspielhaus in Bayreuth für vier Tage für den deutschen Arbeiter gewonnen. 7000 Arbeiter aus allen Gauen Großdeutschländs werden nach Bayreuth kommen und dort die einzigartigen Festspielaufführungen erleben. Die Teilnehmer wurden von den „Kraft - durch - Freude"-Dienststellen sorgfältig ausgewählt. Männer und Frauen aller Berufe sind' vertreten, auch 190 Reichsautobahner befinden sich darunter. Der Gedanke der Betriebsgemeinschaft findet einen schonen Ausdruck in der Teilnahme von Betriebsführern, die zusammen mit einer Anzahl ihrer Gefolgschaftsmitglieder nach Bayreuth kommen. Um den Teilnehmern ein volles Erleben der Opern zu vermitteln, wurden in allen Gauen Einführungsvorträge in die Wagneropern gehalten. In Bayreuth selbst findet vor Beginn einer jeden Oper eine Einführung in das auf dem Spielplan stehende Werk Richard Wagners statt. Zur Aufführung gelangen „Der fliegende Holländer", „Tristan und Isolde" und „Parstfal. Der italienische Goethepreis verliehen. In Malcesine am Garda-See wurden die Preise in dem zweiten nationalen Dichterwettbewerb um den Goethe-Preis übergeben. Zunächst wurde an dem Hause, in dem Goethe auf seiner Italien» reise gewohnt hatte, eine Gedenktafel enthüllt. Bruno F a 11 o r i und Marianna Giudici erhielten dann für ihre Gedichte „Gesang der Zwanzigtausend" und ,Linder" zu gleichen Teilen den diesjährigen Goethepreis. Panzertruppenabzeichen ' der Legion ßonöor. IMr Ft" H....... In Anerkennung der hervorragenden Leistungen der Panzerttuppe in Spanien hat der Oberbefehlshaber des Heeres genehmigt, daß das vom Kommandeur der deutschen Panzertruppe in Spanien verliehene Abzeichen auch weiterhin in und außer Dienst zur Uniform getragen wird. Das Abzeichen besteht aus einem ovalen Eichenkranz, in dem sich über einem Panzerkampfwagen ein Totenkopf befindet; (Scherl-Bilderdienst-M.) Wetterbericht Während sich in den Gebieten östlich der Elbe seit geraumer Zeit wärmeres und im übrigen trockenes und schönes Wetter hält, herrscht im Westen und Süden des Reiches heute unbeständige und niederschlagsreiche Witterung. Dabei kam es auch am Montag wieder zu teilweise gewittrigen Niederschlägen, die örtlich sehr ergiebige Mengen brachten. Da die Luftzufuhr aus Süd-Südwest weiter anhält, ist eine durchgreifende Witterungsänderung vorerst noch unwahrscheinlich. Vorhersage für Mi ttw o ch : Wechselhaft mit weiteren teilweisen gewittrigen Niederschlägen bei Winden aus Süd bis West. Für die Jahreszett zu kühl. Vorhersage für Donnerstag: Wechselhafte Bewölkung und noch immer unbeständig. Lufttemperaturen am 7. August: mittags 19,1 Grad Celsius, abends 13,3 Grad; am 8. August: morgens 13,3 Grad. Maximum 20,5 Grad, Minimum heute nacht 11,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm T«(e am 7. August: abends 17,4 Grad, am 8. Augvst: morgens 15,3 Grad. — Niederschläge 8,2 mm. — Sonnenscheindauer 7,2 Stunden._________________ _ Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertteter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange (beurlaubt), i. V.: Ernst Blum- schein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VII. 1939: 8855. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Wir zeigen hocherfreut die Geburt einer Tochter arbenrausch versetzen, so bringen sie doch auch den Abgesang der schönen Jahreszeit. Dann ist es aus iit Öen sommerlichen Tagen, die jetzt noch die Köstlichkeit der Morgenstunden bescheren, bevor das Mögliche Werk gebieterisch die Pflichterfüllung ordert ... H. W. Sch. Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. «Gloria-Palast, Seltersweg: „Hallo, Janines Was 3. Platzkonzert in Steins Garten. Am morgigen Mittwoch, 9. August, findet in der 5 ‘it von 17 bis 18 Uhr in Steins Garten das dritte Platzkonzert statt. Es musiziert das Musikkorps der ftiegerhorstkommandantur Gießen unter der Leitung rin Musikmeister Pfarre. Für das Konzert ist nchstehende Vortragsfolge vorgesehen: 1. „Regimentskinder", Marsch von Fucik. 2. „Rakoczy-Ouvertüre" von Keler-Bela. ■ 3. „Slawische Rhapsodie" von Friedemann. 4. „Ball bei Ziehrer", Walzer-Potpourri von Schneider. !5. „Klingende Ostmark", Potpourri von Schneider. 6. „Gewehr über!", Marsch von Thiele. In der Zeit vom 7. bis aum 9. September wird in Gießen die 25. Jahresversammlung der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft abgehalten, zu der nach den bisherigen Anmeldungen etwa 120 Wissenschaftler aus dem ganzen Reich und aus der Ostmark erscheinen werden. Für die gesamte Tagung liegt die Leitung in Händen von Professor Dr. E. Lehmann (Gießen), dem Leiter des Instituts für Mineralogie und Petrographie an der Ludwiqs- unwersität. Die Vorarbeiten für die Tagung sind im Gange und in wesentlichen Teilen abgeschlossen. Für die Vorbereitung war eine Fülle der Arbeit notwendig, da es sich bei dieser Jahrestagung nicht nur um eine dreitägige wissenschaftliche Tagung handelt, sondern auch um die Durchführung großer Exkursionen, die die Tagung über die Zeit vom 4. bis zum 15. September erstrecken lassen. Den Auftakt der Jahresversammlung der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft bildet die Vorexkursion, die in der Zeit vom 4. bis 6. September in den Vogelsberg und in das Hessische Hinterland führt, um den Teilnehmern eine Fülle der interessantesten Vorkommen kennenlernen lassen. Es werden Gruben und Brüche bei Fellingshausen, Endbach, Rachelshausen, Amelose und Mornshausen, im Vogelsberg Ober-Widdersheim, Michelnau, Ortenberg, Hoherodskopf, Bilstein ufw. besucht. Ein weiterer Teil dieser Vorexkursion führt in die nähere Mit dem Ende des Sommer-Semesters 1939 hat die Veterinärmedizinische Gesellschaft Gießen ihr 4. Arbeitshalbjahr beendet. Am 16. November 1937 als Abteilung „Veterinärmedizin" der Oberhessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde begründet, hat sich die Veterinärmedizinische Gesellschaft Gießen zur Aufgabe gesetzt, die wissenschaftliche Fortbildung auf dem Gebiete der Veterinärmedizin, sowie die Eintracht der Tierärzte Gießens und Umgebung zu pflegen und zu fördern. Dieser Zweck soll erreicht werden durch wiederkehrende Versammlungen mit wissen ftlichen Vorträgen, durch gemeinsam mit der i wissenschaftlichen oder der medizinischen Abteilu.tg der Oberhessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde veranstaltete Vortragsabende und durch geselliges Beisammensein der Mitglieder und ihrer Familien. Während der abgelaufenen vier ersten Semester der Gesellschaft wurden in zwölf wissenschaftlichen Sitzungen 28 Vorträge gehalten, darunter 4 von auswärtigen Gästen. An geselligen Veranstaltungen fanden im Vorjahr ein Sommerfest in Bad Salzhausen, im Februar ein Winterfest im hiesigen Studentenheim und kürzlich ein Sommerfest in Weilburg statt. Im übrigen trafen sich die Teilnehmer an den wissenschaftlichen Sitzungen jeweils anschließend zu einem kameradschaftlichen Beisammensein. Die Gesellschaft zählt jetzt 87 Mitglieder und umfaßt damit fast alle Tierärzte Gießens und seiner Umgebung. Den Vorsitz fuhrt der Gründer der Gesellschaft, Professor Dr. Dr. Curt Krause, Direktor des Veterinär-pathologischen Institutes; stellvertretender Vorsitzender ist Regierungsveterinärrat Dr. Gilbert (Gießen), Schriftführer und Schatzmeister Oberassistent Dr. E. Schwarzmaier (Gießen). Die Themen der in den wissenschaftlichen Sitzungen gehaltenen Vorträge wurden stets so gewählt, daß der Abend unter ein Gesamtthema zu stehen kam. So auch im Juli bei der letzten Sitzung im Sommer-Semester, die sich in zwei Vorträgen mit der Physiologie und Therapie der Wiederkäuerverdauung befaßte. Professor Dr.Paul Luy, der zum Semester- Umgebung von Gießen (Ganseburg, Weitershain, Mücke, Londorf, Treis an der Lumda und nach Mainzlar). An dieser Vorexkursion nehmen bereits 70 Wissenschaftler teil. Die wissenschaftliche Tagung in Gießen beginnt am Mittwoch, 6. September, mit Begrüßung, Vorstandssitzung und kameradschaftlichem Beisammensein. Der Donnerstag, 7. September, bringt die Eröffnung der Tagung im Großen Hörsaal des Dorlesungsgebäudes, anschließend die wissenschaftliche Sitzung. Der Nachmittag sieht einen. Besuch bei Leitz in Wetzlar vor. Äm Freitag, 8. September, wird die wissenschaftliche Sitzung im Großen Hörsaal fortgesetzt. Der Nachmittag bringt eine Fahrt in die Lindener Mark, nach Rockenberg und der Burg Münzenberg. Auf der Burg Münzenberg findet ein Heimatabend statt. Am Samstag, 9. September, findet zunächst die Mitgliederversammlung statt, dann folgen weitere wissenschaftliche Vorträge. Die nächsten Tage sind dann den Nachexkursionen Vorbehalten, die in das Lahngebiet, in das Siegerland und in den Emser Grubenbezirk führen werden. Auch für diese Nachexkursionen haben zahlreiche Wissenschaftler ihre Teilnahme angemeldet. Ausgangspunkt und ständiger Quartierort für alle Fahrten ist unsere Universitätsstadt Gießen. anfang von Teheran nach hier übergesiedelte Veterinärphysiologe, sprach über „Betrachtungen zur Physiologie der Magenverdauung insbesondere der Wiederkäuer". Er ging dabei aus von einem Vergleich der Stoffwechselleistungen eines Ein-Zellers mit denen der „fachlich" spezialisierten Zelle im hochentwickelten Säugetierorganismus. Die höhere Entwicklung und Spezialisierung der Zelle hat den Verlust gewisser primitiver Eigenschaften im Gefolge. In großen Zügen schilderte der Vortragende sodann, wie in der Dreiergemeinschaft Fleischfresser — Pflanzenfresser — Pflanze die durch den Verlust einer Zellulose im Pflanzenfresserorganismus aufgetretene Schwierigkeit von der Natur gelöst wird, und welche Gründe zur Anlage einer geräumigen Gäranlage für die Auswirkungsmöglichkeit der Symbionten, Bakterien und Infusorien beim Rind unmittelbar im Anschluß an die Speiseröhre, beim Pferd in den hinteren Darmabschnitten geführt haben, was beim Rinde die Einschaltung des Wie- derkauaktes ermöglichte. Schließlich ging Professor Luy noch auf die chemischen und mechanischen Verhältnisse in den Vormagenabschnitten und auf den Wiederkauakt ein. Den zweiten Dorttag hielt Professor Dr. Graf ^Zürich) als Gast über „Arzneiwirkungen am Wiederkäuermagen". Arzneiliche Eingriffe in den gestörten Arbeitsmechanismus der Dormägen und des Wiederkauens — mit Ausschlüssen der Erkrankungen durch Fremdkörper — sind auf zwei Zufuhrwegen möglich. Die innerliche Verabreichung von arzneilichen Eingüssen 'bringt den Arzneistoff in Beziehung zum Vormageninhalt und in Bezug auf feine Verteilung zum Mechanismus der Schlundrinne. Dabei bestehen vielerlei noch unklare, aber wichtige Einflüsse des Mageninhaltes auf die Arzneistoffe, die von großer Bedeutung für die letztlich e Wirkung sind. Sodann ist es möglich, mit erregenden und hemmenden Arzneistoffen durch Beeinflussung des autonomen Nervensystems auch auf den Vormagenapparat einzuwirken. Auch hier sind noch weitere Forschungen nötig, um alle wirksamen Faktoren aufzuklären. Professor Graf behandelte in anregenden Ausführungen an Hand zahlreicher Tafeln und Kulturbilder die sehr aufschlußreichen VetermärmedizimscheGesellschastGießen Ergebnisse zumeist eigener Untersuchungen über die. Wirkung der für die Vormägenbehandlung zur 23er* fügung stehenden Arzneistoffe und zeigte die Richt* linien für die weitere Forschung auf. Die nächste Sitzung der Gesellschaft wird Endg Oktober stattfinden. Dr. E. Schwarzmaier. Unser neuer Roman. Nachdem wir in der gestrigen Ausgabe unseres Blattes den Abdruck des Romans „Großgarage Alter Westen" von Harald Baumgarten zu Ende geführt haben, beginnen wir in der heute erscheinenden Nummer des Gießener Anzeigers mit der Veröffentlichung eines neuen großen Rornan- werkes, von dem wir uns einen nicht geringeren Erfolg in allen Leserschichten versprechen dürfen, zumal wir dabei die Bekanntschaft mit einem Autor erneuern, der schon einmal in unseren Spalten zu Worte kam und dessen 1938 bei uns erschienener Roman „Kleine Frau mit großem Mut" in allen Kreisen unserer Leserschaft ungeteilten Beifall fand. Der neue, erst kürzlich vollendete Roman, mit dessen Abdruck wir heute beginnen, heißt „Der Täter mitten unter uns" von Kurt Riemann und rft ein Kriminalroman von ganz ungewöhn* licher Spannung, der uns vom ersten bis zum letzten Kapitel gefangennimmt Kurt Riemann hat schon, wie viele unserer Leser sich mit Vergnügen erinnern werden, mit seinem früher hier gelaufenen Roman „Kleine Frau mit großem Mut" bewiesen, daß er mit Temperament und Humor zu erzählen und den Leser für seine Gestalten und Ereignisse einzunehmen versteht; diese erfreulichen Eigenschaften wird man auch durch den neuen Roman bestätigt finden, in dem ein Kriminalfall und eine Liebesgeschichte sich kreuzen und dessen Handlung reich ist an Geheimnissen, Ueberraschun* gen und dramatischen Steigerungen. So sind wir gewiß, allen unseren Leserinnen und Lesern in Stadt und Land eine höchst unter* haltsame, von Fortsetzung zu Fortsetzung mit freudiger Erwartung begrüßte Lektüre zu bieten. Höchste Zeit zur Anmeldung. NSG. Der Meldetermin für di« Ostpreußenfahrt Zum Reichsehrenmal bei Tannenberg ist bis zum 10. August verlängert worden. Die Teilnehmer müssen sich sofort bei den Dienststellen des NS.* Reichskriegerbundes melden. Die Fahrt- und 23er* pflegungskosten sind so niedrig gehalten, daß jedem die Teilnahme ermöglicht ist. Jedem Fahrtteilnehmer ist Gelegenheit geboten, die ost-preußischen Schlachtfelder zu besuchen. Die Sonderzüge fahren mit 75 v. H. Fahrpreisermäßigung, d. h. 1 Rpf. je Kilometer. Die Teilnehmer, die von chren Heimatorten erst zu dem Abfahrtsbahnhof des Sonderzuges fahren müssen, erhalten ebenfalls 75 v. H. Ermäßigung bis zu einer Entfernung von 150 Kilometer von und zum Abfahrtsbahnhos. bräunt-fchüfzt- Creme -.23, «A5, -.90 Hauf-Oel -JO, L2O Rast, die auf dich wartete. Von Hans Brandenburg. Mlaube nicht, du könntest die Natur erjagen, c reisen. Nur wo du dich und deinen Wunsch über ' • vergißt, wo du dich ihr hingibst, findest du sie, uüd dort wist du gar selbst ihr Mittelpunkt. Nur M du sie nicht fuchst, hat sie dich erwarte!. — tu möchtest gerne abseits rasten, dir die richttge rrelle wählen. Aber du sinkst irgendwo gleich neben hm staubigen Weg nieder, weil dich plötzlich deine । W,e nicht länger tragen wollen, und packst gleich- mitig deinen mitgenommenen Imbiß aus. Da mün- k auf einmal die Straße in dich ein, um aus dir v iterzufliehen, der arme Feldrain und die schlich- le Hügel um dich herum in der Nähe der glän= jeiiöen Aussichtspunkte stellen ein uroertrautes Zei- । hm einer im Traume geschauten Heimat vor dir i a., und bn dankst dem kargen Baume über dir j^t mit einem wehmütigen Abschied. Du wirst hi niemals Wiedersehen, du könntest ihn nicht •jj-berfinben, aber er ist dir Freund geworden, riwar dir für diesen Augenblick vorbestimmt seit toner Geburt und schon zuvor. ?0u möchtest im Waldsiuß baden. Es ist keine der Ihiaen und gut geeigneten Stellen, an der du li-ft, an diesen bist du leider vorübergegangen, h willst umkehren, doch Wasser ist schließlich Ochser. Bald indes merkst du, daß stärkere Sttm- neu als deine Bequemlichkeit und das Bedürfnis di :es erhitzten Leibes dich geheimnisvoll, dir un- ltvußt, geladen haben. Nur hier formen Ufer und phom sich dir ganz an, nur dies ist dein 23abe= Sqj. Allein hernach scheint dir die Rast nicht taugen wollen; der Boden ist unbequem, uneben, stache- — bis du merkst, daß er, und nur er, dir das i$' des Sommers bereiten wollte, dir oder nur Ih' selbst, indem er dich dazu brauchte. Denn dies y dir verwünschte Gestrüpp ist blühende Distel, ^!lNhut, Johanniskraut, Spiräe und Minze, fürst- 5, gedeckte Tafel für Kaisermantel, Pfauenauge Admival, Damenbrett und Schwalbenschwanz; Zwischen hindurch nippen die Gäste deine von w-ine und Bergwasser erblühte Haut. Wirf dich naum IM |0mmeriia)en ^ucyenzeuei einneijrnen. ,l:g. pnir oO Rvs. können 25 000 RM. gewonnen (gef0(^t blau, nach Forellenart, ist er eine noch we- werd'n Die sind im öffentlichen ^osbandel njq bekannte Delikatesse, auf die man aber nach der und b?i den Dienststellen des RLB. erhältlich. ( - -...... • 1 ' t -TY-y. ISCTe - -r-’-WUTWl V.'N-TCT.- • -,7/Y ,ax-n<-lÄ-DT.VJL-,* ... -MSTB31 Der Täter rmttrii unter uns }\oman von Kurt Riemann «lopgriflbt by Verlag Dskar Meister, Werdau i. Sa. 1. „D a liegt ein Mensch ...!" Ein strahlendschüner Sonntagmorgen steigt über die Höhen von Cornwall. Der Frühnebel braut noch in den flachen Talern von Dartmoor-Forest, aber die Sonne laßt ihm keine Ruhe. Sie schiebt und drängt ihn hin und her, und mag er sich noch so zäh an tropfendem Gezweig festklammern, mag er sich auch in die Ginsterbüsche verkriechen oder sich den Gräsern der Waldwiese in den Gründen anheften wollen — es hilft ihm nichts. Die Sonne ist heute mächtiger als er. Als die Glocken von der Höhe des Kirchberges rufen, ift's mit feiner Herrlichkeit zu Ende. Ein herrlicher Sommertag, voll von Sonne, wie man ihn hier, in Südweftengland, so selten genießt, hebt an. Im Sumpf- und Hochmoor quarrt und schimpft das Volk der Wasseroögel, die Lerchen werfen sich auf» jauchzend in die wärmende Morgensonne. Vom Meere her weht es leise und gleichmäßig. Alle Anzeichen versprechen einen schönen Tag. Das kommt den Sonntagsröcken der Bauern zugute. Die kommen sowieso nur alle acht Tage aus dem Schrank, und hätte man den Kirchweg unterm Mantel gehen müssen, bann wäre der Geruch nach Mottenpulver während des Gottesdienstes noch aufdringlicher gewesen. Die Sonne freut sich der taufrischen, sonntäglichen Bergwelt, sie spiegelt sich in den Tautropfen an Sträuchern und Gräsern, sie blinkt in den hellen Augen der Mädchen und läßt die bunten Sonntagskleider hell aufleuchten. Ja, das ist endlich einmal ein rechter Sonntag! Bedächtig steigen die Bauern aus dem Tal zur Höhe hinauf. Sie haben wohl ein Gasthaus im Dorfe, aber keine Kirche und müssen deshalb ins Nachbardorf, zu dem der „Schwarze Weg" führt, durch Sumpf und Moor, oft auch hart an der Küste entlang, die hier schroff und steil zum Strand, zur Brandung hin abfällt. Die drei, die da nebeneinander einträchtig zur Höhe steigen, wohnen unten im Dorf so weit auseinander, daß sie nur selten Gelegenheit zu einem Schwatz finden. Wie schön, daß der Sonntag da ist! denken sie, rauchen zur Feier des Tages einen guten Tabak und sprechen auch ab und zu ein Wort dabei. Die drei wackeren Männer sind die drei Brüder Crandorne. Der Aelteste ist Bauer, Schmied der zweite und der Jüngste arbeitet bei seinem Bruder auf dem Hofe. P.ötzlich bleibt der Aelteste stehen. „Guckt doch mal da!" Er deutet mit der kurzen Pfeife über Sen Abgrund hinweg in die Tiefe. Seit einigen Minuten schlängelt sich her Weg in der Nähe her Steilküste entlang. Es ist ein Fußpfab, nur ben Einheimischen bekannt unb auf ben üblichen Land- farten kaum zu finden. Er ist bei Nebel unb in her Nacht nicht ungefährlich zu gehen, aber er spart bafür auch gut eine Stunbe Weges. „Nu ... was gibt’s?" fragen hie beiben, bleiben stehen unb strengen ihre Augen an. Sie können nichts Befonberes entbecken. Die See liegt ruhig unb glatt wie ein Spiegel. In her Ferne zieht unter einer langen Rauchfahne ein Schiff ostwärts, irgenbein Trampschiff Dann reibt sich her Aelteste langsam bas Kinn. Jeboch es kratzt unb schrappt nicht, weil er heute in her Frühe mit bem Rasiermesser bereits ganze Arbeit geleistet hat. Nun aber, ha er bas gewohnte Geräusch nicht hört, bestärkt sich plötzlich seine Ueber- zeugung noch mehr, bah hier etwas nicht stimmt. „Guckt mal ba grab unter euch, Jungs! Nein, nicht ganz unten in her Brandung! Verdammt, macht doch die Augen auf! Was siehst du, Robert?" „Das is ’n Jackenärmel! ..." „Hm", nickt her Jüngste, „... und da unten? Da grab an bem Vorsprung, wo bie Kreibe wie eine Hakennase heraussteht?" Sie beugen sich vor, starren angestrengt in bie Tiefe, unb bann schauen sie sich schweigenb an unb ziehen biete Qualmwolken aus ihren Pfeifen. „Da liegt einer!" meint her Aelteste enblich ernst, unb als er bas stumme Nicken her Brüber sieht, erinnert er sich, baß er nun wohl irgenb etwas an« orbnen muß. „Da liegt ein Mensch!" nickt er. „Lauf zum Doktor!" roenbet er sich an ben Jüngsten. „Vielleicht ist noch was zu machen. Rufe auch gleich bie Polizeistation an! Verstanben? Vielleicht ist was passiert!" „Ist wohl bas beste." „Unb mach schnell!" Der Jüngste nickt und setzt sich schon in einen leichten Trab, währenb bie beiben Aelteren einige hunbert Meter weiter einen Pfab suchen, her sie an ben Fuß bes abschüssigen Steilhanges bringt; benn hier an biefer Stelle geht's nicht gut. Hier versuchen bas höchstens bie Jungens, wenn 'sie her Hafer sticht. Aber ein Mann mit Familie schlägt brei Kreuze unb klettert ba, wo es nicht gleich ben Kopf zu kosten braucht. Immerhin, es vergeht etwa eine halbe Stunbe, ehe sie unten ankommen. Unb ba sehen sie auch schon Dr. Mibbletown auf seinem hochbeinigen alten Auto heranschaukeln. Er verachtet in eherner Stanbhaftig- feit sämtliche Verbotszeichen her Polizei unb erkennt nur eine Beschränkung seiner Freiheit an: er fährt ba nicht, wo es wirklich unmöglich ist. Ader den „Schwarzen Weg" zu fahren, ist nicht unmöglich. „Da ist er ja schon!" nickt der Aelteste, und der Bruder meint, da müsse der Jüngste Glück gehabt und den Arzt gleich im Dorf angetroffen haben. „Morning!" grunzt Middletown unb holt ächzenb seine überlangen Säbelbeine aus dem altertümlichen Benzingesährt hervor. „Ist 'n schöner Weg hier 'raus. Na, und ba ist ja bie Sonntagsbescherung. Lebt er denn noch?" Damit beginnt er mit erstaunlicher Geschicklichkeit den Abstieg zur Unfallstelle. Die Brüder schütteln den Kopf. „Nein", sagt der Aeltere bedächtig, „der ist alle. Sehen Sie doch bloß mal, wie dem die Beine stehen! Den hat's eklig -geschnappt. Ist nicht gerade erfreulich, so 'nem armen Teufel auf nüchternem Magen zu begegnen." „Im Krieg war's auch nicht wie bei feinen Leuten!" knurrt der Arzt und macht sich an die Untersuchung. „Und ein armer Teufel scheint mir das auch nicht gewesen zu sein, im Gegenteil. Das ist erstklassige Schneiderarbeit, diese Joppe hier. Sehr bekannte Londoner Firma. Alle Achtung! Der arme Teufel ist bestimmt ein reicher Mann gewesen! Diese Jacke kostet glatt mehr als mein Auto." „Da oben hängt noch ’n Jackenärmel, Doktor!" „Auch das noch!" knurrte er. Da, wo der Fels nackt und scharf wie eine riesige Faust hervorstößt, muß her Verunglückte aufgeschlagen sein. „Wahrscheinlich war's da schon vorbei! Die Wirbelsäule ist gebrochen!" „Möchte bloß wißen, wie bas möglich war!" wundert sich der Jüngere. „Der Weg ist doch weiter nicht gefährlich. Soll einer begreifen, wie ein Mensch hier abstürzen kann!" „Vielleicht war er nicht ganz nüchtern, unb neblig war's auch in her Früye.'^ „Das kann sein. Der Jüngste scheint er ja nicht mehr gewesen zu sein." Der älteste Bruder beutet in bie Höhe zum Felsvorsprung. „Kommt mir übrigens so vor, als wenn ba noch was liegt, 'ne Tasche ober so etwas." Der Jüngste ist mit einigen geschickten Kletter- schritten schon hinauf. „Eine Brieftasche ift’s!" ruft er herunter. „Soll ich sie mitbringen?" „Her bamitr antwortet ihm Dr. Mibbletown. Schnell ist her jüngste Granborne wieher unten. „Hier!" Damit überreicht er bem Arzt eine Brieftasche aus rotem Saffianleber. „Ist ihm wohl im Fallen aus bem Rock gefallen", nickt Dr. Mibbletown unb vertieft sich schnell in ihren Inhalt. „Aha, nun wissen mir auch, roer’s ist!" „Mir ist bas gleich!" winkt her Aelteste, her Bauer, ab. „Mir und unserm Herrgott auch. Tot ist tot." „Der Tote ist der Fabrikant Sir John Perkins!" Jetzt machen bie beiben hoch sehr erstaunte Gesichter. Perkins? Den sie hier draußen alle bem Namen fügung gestellt werden. Die Arbeitszeit beträgt 54" Stunden in der Woche. Es ist eine Freude, die gesunden, gebräunten Gestalten der Jungen und Mädel im Landdienst zu gehen. Man merkt ihnen die Beschäftigung in Irischer Luft und die gute Bauernkost an. Wenn man sie fragt, wie es ihnen auf dem Lande gefällt, j>o hört man immer nur ein gutes Urteil. Ein beträchtlicher Prozentsatz, besonders von den Mädchen, hat den Wunsch, auf dem Lande zu bleiben. Damit ft das große Ziel des Landdienstes der HI., junge Menschen auf das Land zurückzuführen, erreicht. Le. Amtsgericht Gießen. Der K. H. F. in Gießen nahm am 14. Mai 1939 tin Kraftrad, das er in einem Hofe in der Licher Straße in Gießen vorfand, unbefugt in Gebrauch und fuhr damit bei Dunkelheit ohne Licht, und ohne m Besitze eines ordnungsmäßigen Führerscheins ;u sein, etwa 2 Kilometer auf der Grünberger Straße. Der Angeklagte ist geständig und gibt an, -r habe nur einmal eine Fahrt machen wollen, weil -x selbst kein Kraftrad besitze. Der Vertreter der Anklage führte aus, der Angeklagte sei derart vom ttlkohol beeinflußt gewesen, daß er die Lichtzeichen, He ein Zeuge gab, nicht gesehen habe. In diesem Zustand und bei dem Fahren ohne Licht hätte der Angeklagte die Verkehrssicherheit schwer gefährdet. Der Anklagevertreter beantragte eine Gefängnis- krafe von zwei Wochen. Der Verteidiger hielt die Dat des Angeklagten für einen „Dummenjungen- treid)" und beantragte Einstellung des Verfahrens □egen Geringfügigkeit der Schuld, oder doch, falls ch das Gericht diesem Standpunkt nicht anschlie- s.en könne, nur eine Geldstrafe. Der Angeklagte wurde zu einer Gefängnis st rafe von zwei Aus der eng Bauern! Großdeutschland braucht zur Sicherung seiner Dreiheit dringend eine Steigerung der Fellerzeu- »mg. Steigert deshalb jetzt beträchtlich den Oel- uchtanbau, ohne die Viehwirtschaft zu vernach. lässigen. Die neuen erhöhten Oelsaatpreise sichern imch die Wirtschaftlichkeit des Anbaues. Jetzt ist es jeif, Raps und Rübsen zu bestellen. Laßt Luch inbei vom Reichsnährstand beraten) Gedenken an Philipp Köhler. * Langsdorf, 7.August. Am gestrigen Sonn- g war unser Dorf das Ziel einiger Volksgenossen, he vor mehreren Jahrzehnten mit dem hier am 1 August 1859 geborenen antisemitischen Landtags- ind Reichstagsabgeordneten Köhler eng verenden waren und jahrelang unter den schwierigen Verhältnissen diesen ihren Vorkämpfer gegen bis Judentum unterstützten. Postinspektor Lucas Fießen), Photograph Boller (Langgöns) und Eckereibesitzer Klein (Gießen) gedachten am »rabe Köhlers (aus Anlaß seines 80. Geburts- Wes) dieses Streiters, der damals von feinen poli- :,chen Gegnern gefürchtet, aber auch beachtet wurde, (s kam die Freude zum Ausdruck, daß der Kampf, hn Köhler 20 Jahre lang gegen die Juden geführt Et, von den Nationalsozialisten weitergeführt wurde irib heute siegreich beendet ist. Neisehung von AltbürgermeisterFendt. -4- Hungen, 7. Aug. Gestern wurde der weit üier die Grenzen seiner Vaterstadt hinaus bekannte Ülirgermeifter Julius Fendt unter zahlreicher Heiligung der Einwohnerschaft von Hungen und 1 ilnehrner aus der näheren und weiteren Entfer- mng von Hungen zu Grabe getragen. Auf feinen Aunfch trugen ihn Mitglieder der Freiwilligen ^uerwehr, deren eifriger Förderer er während Inner 30jährigen Tätigkeit als Bürgermeister der €:-:abt Hungen mar. Die beiden Gesangvereine „Lie- tarkranz" und „Eintracht" Hungen erwiesen ihm dirch Chorvorträge am Grabe die letzte Ehre. Eänze legten unter ehrendem Nachruf nieder: Reg.» Weber für das Landratsamt und den Land- k -is Gießen, ein Bürgermeister für den früheren W sch en Landgemeindetag, Beigeordneter Mül - l r für die Stadt Hungen, ein Vertreter des DHE. den Gesamtoerein, Lehrer Schmidt für den 2HC., Zweigverein Hungen, Oberbrandmeister §ühler für die Freiwillige Feuerwehr Hungen, V ein Vertreter der Dampfziegelei Hungen und dren Gefolgschaft. Auf einem Kran totgedrückt. LPD. W e tz l a r, 7. Aug. Der Kranführer Heinrich Ei e 11 e r aus Münchholzhausen, der in den hissigen Stahlwerken Röchling-Buderus beschäftigt is'. verließ bei der Nachtschicht das Führerhäuschen dc? Kr a n s, um auf Der Laufschiene etwas nach- iturüfen. Offenbar hat der Mann dabei aus Verben die Antriebsoorrichtung des Krans berührt, )!daß die Laufkatze in Gang kam und den Kann auf der Laufschiene totbrüdte. Ziegenprämiierung in Hungen. Hungen, 8. Aug. In Verbinbung mit bem c? em hier abgehaltenen Schweinemarkt fanb auch im Ziegenpramiierung statt, zu der viele 5iire und zum Teil sehr gutes Material vorgeführt möen. Die Prämiierung hatte folgendes Ergeb- is: Zocke, 3 jährig und älter: Gemeinde Etzenborn-Steinberg la-Preis; Gemeinde Laubach Gemeinde Laubach 2b-; Gemeinde Großen- it“ecf 2a-Preis. BJöcfe, 2 jährig : Gemeinde Harbach 3. Preis. Äöcke, Ijährig: Gemeinde Holzheim 2.Preis; Gemeinde Hattenrod 3. Preis. I * i e g e n , 3 jährig und älter: 1. Heinrich $imfter, Hattenrod, la-Preis; 2. Ehr. Scheid, Gro- l!r-Buseck, lb=; 3. Wilh. Keil II., Ettingshausen, p» 4. Karl Schmalz, Steinberg, 2a-; 5. L. Scheld, ßt ßen-Buseck, 2b-; 6. Heinrich Münster, Hatten- v! 2c-; 7. Hermann Müller, Eberstadt, 2d=; 8. M Philipp, Steinberg, 2e-; 9. Karl Gerlach, Eber» Mt, 3d=; 10. Valentin Weppler, Harbach; 3b-; Jakob Lerch, Lich, 3c-; 12. Hugo Keil, Ettings- ir^en, 3a=; 13. Karl Gerlach, Eberstadt, 3e=; 14. M Peter, Laubach, 3k-; 15. Karl Herzberger, ßen-Buseck, Id-Preis; 16. Ernst Mehl, Holzheim, ^'-Wilhelm Wedemann II., Holzheim; 18. Möhning, "; 19. Heinrich Bley, Ettingshausen; 20. Hein- Bierwirth, Ettingshausen; 21. Eduard Pfeiffer, 6tngshausen, je eine Anerkennung. siegen, 2-jährig: 1. Ehr. Scheld, Großen- r!l«ck, la-Preis; 2. Karl Wilh. Wagner, Großen» lb=; 3. Karl Schneider, Eberstadt, 2a-; 4. «iloelm Hahn III., Großen-Buseck, 2b»; 5. Karl Sngel, Holzheim« 2o; 6. Jakob Naumann« Laubach, Wochen verurteilt. Straferschwerend kam in Betracht, daß sich der Angeklagte in einem üblen und oerkehrswidrigen Zustands auf der Straße bewegte. Die K. R. in W. hatte sich wegen Betrugs zu verantworten. Sie bezahlte am 14. Mai 1939 eine Milchrechnung in Höhe von 0,96 RM. mit einem außer Kurs gesetzten 20-Markschein und ließ sich darauf 19,04 RM. zurückgeben. Die Angeklagte bestritt, gewußt zu haben, daß der von ihr verausgabte 20-Markschein außer Kurs gesetzt war sie wurde aber überführt. Der Vertreter der Anklage beantragte mit Rücksicht darauf, daß der Schaden ersetzt und die Angeklagte unbestraft ist, eine Geld- [trafe von 100 RÄi. Die Angeklagte wurde unter Annahme mildernder Umstände zu einer Geld- strafevon 6 0 RM. ersatzweise 12 Tage Gefängnis verurteilt. Der benutzte Geldschein wurde ein- gezogen. * Die am 31 v. M. vertagte Verhandlung gegen die W. St. in Gießen wegen gefährlicher Körperverletzung, über die wir bereits berichteten, wurde gestern fortgesetzt. Der Vertreter der Anklage vertrat die Ansicht, daß keine Veranlassung bestehe, die im Strafbefehl ausgesprochene Gefängnisstrafe von einem Monat herabzusetzen. Die Angeklagte wurde der gefährlichen Körperverletzung schuldig erkannt und unter Annahme mildernder Umstände zu einer Gefängnis st rase von 1 Monat verurteilt. * Unter Ausschluß der Öffentlichkeit wurde gegen den H. S. und die P. D., beide in Gießen, wegen Ehebruchs verurteilt. Die Angeklagten wurden je zu einer (Begängnis ft rafe von 1 Monat verurteilt. tren Heimat. 3a°; 7. Hermann Müller, Eberstadt, 3b-; 8. Karl Schmalz, Steinberg, 3c-; 9. Otto Diehl, Laubach, 3d°; 10. Karl Stein, Ettingshausen, 3e=; 11. Karl Gerlach, Eberstadt, 3k-Preis; 12. und 13. Heinrich Köhler, Bettenhausen; 14. Valentin iEeppler, Harbach; 15. Hugo Keil, Ettingshausen; 16. Krd. Silz, Laubach, je eine Anerkennung. Ziegen, l-jährig: 1. Hrch. Harbach, Gro- ßen-Buseck, la-Preis; 2. Wilh. Kutscher, Hattenrod, lb=; 3. Karl Herzberger, Großen-Buseck, 2a=; 4. Wilh. Wagner, Großen-Buseck, 2b-; 5. Wilh. Gorr, Lich, 2c-; 6. Ernst Mehl, Holzheim, 3a=; 7. Herrn. Müller, Eberstadt, 3b-; 8. Karl Stark, Ettingshausen, 3c-; 9. Jakob Naumann, Laubach, 3d-; 10. Wilhelm Stein, Lich, 3k-; 11. K. Wilh. Wagner, Großen-Buseck, 3g--; 12. Hrch. Pfeiffer, Steinberg, 3h»; 13. Hugo Keil, Ettingshausen, 3e-; 14. Wilh. Keil II., Ettingshausen, 3i-Preis; 15. Wilh. Diehl, Holzheim; 16. Hrch Köhler, Bettenhausen; 17. Valentin Weppler, Harbach; 18. Wilhelm Wedemann II., Eber- fta'bt; 19. Karl Pitz II., Steinbach; 20. unb 21. Krb. Silz, Laubach, je eine Anerkennung. Landkreis Gießen. = Steinbach, 7.Aug. Der 17jährige Sohn Karl des Chauffeurs Karl Wilhelm Haas verunglückte bei landwirtschaftlichen Arbeiten auf dem Felde. Als die Fahrkühe durchgingen, versuchte er, die Tiere zurückzuhalten. Dabei glitt er auf dem grasigen Untergrund aus und brach das Bein. Er wurde nach Gießen in die Klinik verbracht, wo ein doppelter Bruch des Schienbeines festgestellt wurde. (X) Beuern, 7. Aug. Ein Fähnlein Jungvolk, das sich gegenwärtig auf Fahrt befindet und in unserem Dorfe Quartier genommen hat, dankte für die gastfreundliche Aufnahme durch eine unterhaltsame Veranstaltung unter dem Titel „Zelt-Zirkus". Die jungen Gäste, zeigten dabei ihr vielfältiges Können Und brachten Lied- und Gedichtvorträge zur Aufführung, warteten mit Vorträgen in Düsseldorfer Mundart, mit lustigen Boxkämpfen usw. auf. Leider fand die Veranstaltung durch den einsetzenden Regen ein vorzeitiges Ende. Das Fähnlein, das ursprünglich auf dem Roten Holzberg ein Zeltlager aufgeschlagen hatte, wurde wegen des anhaltend schlechten Wetters von den einzelnen Bauern unseres Ortes in Quartier genommen. Kreis Alsfeld. —.— Homberg, 6. Aua. Am Samstagabend um 20.30 Uhr trafen die „Renner" hier ein. Sie kamen von Alsfeld über Leusel, Angenrod, Ober- Gleen, Maulbach und beschritten den mit H bezeichneten Höhenweg. Am 12. Juli 1937 hatten sie die gleiche Strecke durchwandert. Im „Frankfurter Hof" machten sie Rast. Einige Mitglieder des hiesigen Wanderoereins leisteten ihnen Gesellschaft. Nach Der Begrüßung durch Wand er führ er Allendör - f e r und nach Erledigung einiger geschäftlicher Angelegenheiten ging man zum gemütlichen Teil über. Am Freitagm'orgen wurde unter sachkundiger Führung unser Städtchen besichtigt. Nach dem Gesang ihres Wanderliedes traten dann die „Renner" die Wanderung in Richtung Höingen wieder an. Die Hornberger begleiteten sie ein großes Stück. — Die frühere Kleinkinderschule (Elisabethenschule) geht durch Kauf in den Besitz der Stadt Homberg über. Der bisher in der Stadthalle untergebrachte NSV.- Kindergarten siedelt später in dieses Gebäude über, das gleichzeitig auch den beiden Kinderschwestern als Wohnung dient. <£ Deckenbach, 8. Aug. Am heutigen Dienstag, 8. August, kann unser Einwohner Peter Lin- gelb a ch II. im Kreise von 6 Kindern und 11 Enkeln und 3 Urenkeln seinen 7 6. Geburtstag feiern. (Wir beglückwünschen!) Kreis Wehlar. # Wißmar, 8. Aua. Am heutigen Dienstag, 8. August, feiert der Lehrer i. R. Georg Pfaff in körperlicher und geistiger Frische seinen 8 0. Geburtstag. Lehrer Pfaff stammt aus einem alten Lehrergeschlecht, das in mehreren Generationen von 1680 bis 1750 in Wißmar und Launsdach tätig war. In Wißmar wirkte der Jubilar 43 Jahre an der Volksschule, nachdem er schon als Präparand vor seiner Seminarzeit ein Jahr eine hiesige verwaiste Lehrerstelle versehen hatte. Dem Jubilar bringen auch mir unseren herzlichen Glückwunsch dar. Rundfunkprogramm Mittwoch, 9. August. 5 Uhr: Frühmusik. Es spielt das Musikkorps eines Flak-Regiments. 5.50: Bauer, merk auf! 6: Übertragung nach Saarbrücken. Morgenspruch — Nachrichten. Gymnastik. 6.30: Konzert. Ausführung: Das Rheinische Landesorchester. In der Pause. 7: Nachrichten. 810: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Es spielt das kleine Unterhaltungsorchester. 9.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten 10: Schulfunk. Die Auswanderer im Spiegel deutscher Dichtung. Eine Hörfolge. 11.40: Ruf ins Land. 12: Werkskonzert in Verbindung mit der NS.-Gemein- schaft „Kraft durch Freude". 13: Nachrichten. 13.15: Konzert. Ausführung: Das kleine Orchester. 14: Nachrichten. 14.10: 50 bunte Minuten. (Jndustrie- Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 16: Aus alten und neuen Operetten. Ausführung: Das Kur» orchester Bad Kreuznach. Einlage: 17 bis 17.10: Das Mikrophon unterwegs. 18: Das Recht im All- Neues für de< Oer Lyriker Wilhelm von Scholz. — Wilhelmvon Scholz: Lebensjahre. Gedichte. 60 Seiten. Propyläen-Verlag, Berlin. — (220) — In der Reihe der kleinen Propyläen-Bücher, von denen wir früher schon eine Anzahl mit Beiträgen zur gegenwärtigen deutschen Lyrik angezeigt haben, ist eine neue Sammlung von Gedichten erschienen, die Wilhelm von Scholz seinen Freunden und sich selbst zum 65. Geburtstage beschert. Unsere Leser kennen und schätzen Scholz seit langem als dichterischen Mitarbeiter am Feuilleton und an der Unterhaltungsbeilage des Gießener Anzeigers und werden sich, darüber hinaus, gern der reichen und unveralteten Gaden erinnern, mit denen er als Dramatiker und vor allem als Novellist und Romancier das deutsche Schrifttum unserer Zeit großartig bereichert hat: ein Buch wie die „Perpetua" ist, wie uns scheint, noch lange nicht nach Gebühr bekannt und gewürdigt, als eines der außer- ordentlichsten Zeugnisse nämlich unserer ganzen neueren Literatur, und wir finden jeden Anlaß, diesen im besonderen, geeignet, die Aufmerksamkeit wieder darauf $u lenken, auch auf eine so meisterliche Novelle wie „Die Pflicht" ober die geistreichen und tiefsinnig-amüsanten Untersuchungen über den Zufall als Vorform des Schicksals und die „Anziehungskraft des Bezüglichen" ... Was den schmalen Gedichtband betrifft, den wir heute anzeigen, so darf er als ein lnrisches Brevier der Sammlung, der männlich-menschlichen Reife und Einsicht, der klaren und ruhevollen Rückschau auf ein schöpferisch erfülltes Leben gelten. Was aus den formal und thematisch vielfältig voneinander unterschiedenen Gedichten den Leser ober Hörer anspricht unb nachklingenb bewegt, ist meber eine betörende sprachliche Melobie noch ein gefällig gemaltes Bild, sondern bie dichterisch geformte Erkenntnis der Lebensmächte, bie unser Dasein regieren, und die erschauernde Ahnung letzter Vollendung, die bem künstlerischen Menschen deschieden sein kann. Einer großen, elementaren Gesetzen gehorchenden Natur sind diese Gedichte nicht minder verpflichtet als bem Kreise der Freunbe, dem Erbe der Ahnen und bem ewigen Vermächtnis ber für Deutschland gefallenen Jugend. Das vorletzte Gedicht des Bandes, „Denkmalsweihe 1938" wurde für die Gefallenen des 2. Nassauischen Feldartillerie- Regiments Nr. 63 „Frankfurt" geschrieben, denen auch der als blutjunger Fähnrich 1917 feinen Wunden erlegene Sohn des Dichters zugehört. Hans Thyriot. Blick durchs Fenster. — Friedrich Sieburg: Blick durchs Fenster. Aus zehn Jahren England und Frankreich, Preis in Ganzleinen geb. 6,80 RM. Socie- täts-Verlag, Frankfurt a. M. — (182) — Friedrich Sieburg gehört zu den Auslandsjournalisten, die von ber Hast der Tagesarbeit immer wieder einen besinnlich sich umschau end en „Blick durchs Fenster" tun und daraus erst die Erkenntnis der tiefen Zusammenhänge von Landschaft und Volkstum und der geschichtlichen Bedingtheiten des heutigen geschäftlichen Bildes schöpfen, die ihre politischen Berichte so anregend und fruchtbar machen. Die hier zu einem ungemein liebenswerten Buch vereinigten Essays lassen die Politik ganz am Rande, trotzdem sind sie für den, der sie zu lesen versteht, höchst aufschlußreich, weil sie zum inneren Wesen fremden Volkstums vordringen und uns der Atmosphäre nahebringen, die zum Verständnis der politischen Grundanschauungen eines Volkes gehört. In dieser Hinsicht ist die Plauderei über das englische Landhaus sehr interessant. Sieburgs ganze Liebe gehört bem alten Paris und seiner Geschichte. Mit ihm durch die alten Gassen zu wandern, in dies und jenes Haus einen Blick zu tun und es zum Reden zu bringen von den Menschen, die hier in der Zeit der großen Revolution und der Aera Napoleons ein» und ausgingen, das ist ein hoher ästhetischer Genuß und eine Anregung, Geschichte einmal anders zu betrachten. Ganz impressionistisch, leicht hin- gesetzt, in lichten flimmernden Farben sind die Studien aus bem gesellschaftlichen Leben Frankreichs und Englands. Eindrücke des Augenblicks, wie sie dem stets empfänglichen Beobachter haften blieben, unb immer spürt man die Atmosphäre, bie andersartig ist in Paris und London und wieder ganz anders als bei uns. Das zu erfassen und daraus viele Schwierigkeiten des Alltags zu begreifen, ist auch ein, wenn auch nicht beabsichtigter Erfolg der Lektüre dieses Buches, beffen großer Reiz ja gerade in ber anmutigen Unbeschwertheit und bem bezaubernden Charme biefer Skizzen liegt. Dr. Fr. W. Lange. Bücher vom Krieg in Spanien. Vor uns liegen drei Bücher, in denen von den deutschen Teilnehmern am Krieg in Spanien berichtet wirb. Es sind außerorbentlich fesselnd unb leden- big geschriebene Kriegsgeschichten aus eigenem Erleben, mit denen Angehörige ber einstigen Legion Conbor unser Volk mit biefen Büchern bekannt machen. In bem Buche „Deutsche kämpfen in Spanien", herausgegeben von der Legion Conbor (Verlag von Wilhelm Limpert, Berlin SW 68, Preis 1,— RM.) — (175) — hat der Leser bie erste amtliche Veröffentlichung über den Einsatz unb bie Kampfleistungen ber in ber Legion Conbor zusam- mengefaßten beutschen Solbaten vor sich. Neben einem geschichtlichen Abriß ber Ereignisse bei ber LC. erfährt ber Leser burch zahlreiche Einzelschilberungen den vielfältigen Einsatz unserer Kämpfer für bas nationale Spanien. Das Buch ist flott geschrieben, der reichhaltige Stoff ist übersichtlich unb aufschlußreich gegtiebert. Der Verlag Gerhard Stalling in Oldenburg hat bas Buch von Alfreb Lent „Wir kämpften für Spanien" (kart. 2,40 RM., gebb. 2,80 RM.) — (190) — herausgebracht. Hier berichtet ein junger Freiwilliger, ber bei einer Flak-Batterie der Legion Condor mitkämpfte, über allerlei Erlebnisse in ber Etappe, auf bem Marsche, an der Front, im Ruhequartier, im Stellungskampf und bei den großen Offensiven Francos im Jahre 1938. Der einfache Feldsoldat spricht hier, der bie Dinge natürlich nur aus seiner Blickweite sehen kann, aber da- tag. Der Zeuge unb seine Entschäbigung: 18.15: Kleines Kapitel vom Leben. 18.30: Frauen der Vergangenheit. Charlotte von Stein. Eine Hörfolge. 19: Fliegenbes Deutschland. Westdeutschlands Segel» flieger in der Rhön. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: Tanz und Unterhaltung. 21: Abendkonzert. Das große Orchester bes Reichssenders Hamburg. 22: Nachrichten. 22.15: Sport in Kürze. 22.20: Kam- mermufi.f 23: Unterhaltungsmusik. Ausführung: Das Unterhaltungsorchester bes Reichssenders Wien. t Büchertisch. mit mitten in bas große solbatische Erleben hineinführt. Die packende Schreibweise, die anschauliche Schilderung der Ereignisse, bie Frische des Stils unb ber oft zutage tretenbe Solbatenhumor machen dieses Erlebnisbuch eines Frontkämpfers nicht nur als Zeitbericht interessant, sonbern ber Leser erhält hier auch einen fesselnben Ausschnitt aus der Geschichte ber spanisch-beutschen-italienischen Waffen» brüberschaft, beren Herzlichkeit in ber Erzählung immer roieber zutage tritt. „W i r fünfen für Franco" betitelt Hellmut H. Führina bas im C. Bertelsmann Verlag, Gütersloh (gebb. 2,85 RM.) erschienene Buch. — (213) — Das Buch entstaub nach Aufzeichnungen unb eigenen Photos bes Unteroffiziers ber Luftnachrichtentruppe Heinz Oppermann, ber sich im November 1936 freiwillig zur Legion Conbor melbete. Als Funker, Kraftfahrer und Fernsprecher hat Oppermann an den verschiedensten Kampffronten mitgekämpft, unb er weiß von seinen reichen Erlebnissen als Nachrichtenmann sowohl hinter, als auch mitten in ber fämpfenben Front außerorbentlich fesselnd zu berichten. Dabei kommt auch bas hohe Lied ber engen Frontkamerabschaft mit den Spaniern unb den Italienern prächtig zum Ausdruck. Hellmut H. F ü h r i n g verstand es, diese Erlebnisse in frischer, humorvoller und spannender Art den Lesern zu übermitteln. Den Büchern gebührt eine warme Empfehlung an alle biejeniaen, bie für das deutsche Soldatentum allezeit aufgeschlossen sind, insbesondere an unsere Jugend, aber auch an alle alten Solbaten. Ernst Blumschein. Kulturgeschichte. — Im „Gang der menschlichen Kultur über die Erde", den das große „Handbuch der Kulturgeschichte" (Akabemische Verlagsgesellschaft Athenaion, Potsdam) schildert, kommt den orientalischen Kulturen, allein nach dem Erdraum gemessen, über den sie sich erstrecken, eine kaum zu überschätzende Bedeutung zu. In fünf Teilthemen gliedert sich ber Stoff. Prof. Dr. Erich Schmitt (Bonn) läßt die 4 Jahrtausende alte Kultur Chinas lebendig werben in ihrer untrennbaren Einheit von Religion unb Leben, von Naturphilosophie und Staatslehre und zeigt bie Bestrebungen Jungchinas, dieses große Ahnenerbe organisch auszubauen und sinnvoll zu erweitern durch die moderne Wissenschaft und Technik des Abendlandes. Dr. Oskar Kreßler (Bonn) schildert den einzigartigen kulturellen und zivilisatorischen Werdegang bes japanischen Volkes. Die Kultur der Inder behandelt Professor Dr. Willibald Kirsels. Professor Dr. Hans Heinrich S ch a e d e r gibt eine Darstellung bes „Vorderen Orients". Babylonier, Perser, Griechen, Römer, Christentum und Islam, Arabien und die Türkei, das sind einige Stichworte aus einem historischen Umkreis, der gerade in kulturgeschichtlicher Perspektive die größten Zusammenhänge offenbart. Aegypten endlich, über das Professor Dr. Walther Wolf (Leipzig) schreibt, rundet den sich zu einer großartigen kulturgeschichtlichen Schau zu- sammenschließenden Kreis. Ulrich von Hutten. — In der von der NSG. „Kraft durch Freude", Gauamt Hessen-Nassau, herausgegebenen Reihe „Feiersiunben beutscher Meister" erschien im Verlag von Karl Christ, Gießen, als Banb 1: Ulrich von Hutten. Bearbeitet von Alwin Rüffer. — (18) Das Buch will, wie bas Vorwort bemerkt, nicht nur eine kleine, schnell orientierenbe Biographie sein, sonbern auch zur Veranstaltung besinnlicher Feier- ftunben anregen. Den Hauptteil des Inhaltes bilden charakteristische Proben aus Huttens kämpferischen Schriften; ferner findet man Leseproben aus Will Vespers Hutten-Roman unb aus bem Spiel „Laßt Hutten nicht Derberben!" von Erich Bauer, das alljährlich auf der Steckelburg aufgeführt wird. Das mit guten Silbern geschmückte Bänbchen enthält auch einen gebrängten Ueberblick über Huttens bewegtes Leben in Stichworten unb zum Schluß eine kleine Literaturzusammenstellung. Das hanbliche Büchelchen erscheint wohl geeignet, ben im Vorwort umschriebenen Zweck zu erfüllen und mag auch vor allem junge Leser zu eingehenderem Studium anregen. hth; Deutsche Erzähler. — Gerhard Scholtz: Reich mir deine Hand. 142 Seiten. 2,80 RM. Eugen Salzer Verlag, Heilbronn. — (128) — Eine klar und sauber geschriebene Erzählung von den letzten Lebenstagen unb dem Ende des Generalmajors Carl von Clausewitz. Die menschliche Reife und Charakterstärke des großen Soldaten unb Kriegstheoretikers, der zu den unvergänglichen Gestalten preußischer Geschichte gehört, wird dem Leser biefer historisch wohlfunbierten Silberung zum nachhallenben Erlebnis. hth. — „Lügengeschichte n." Band 223 der Kleinen Bücherei des Verlages Albert Langen/Georg Müller, München. Preis 80 Rps. Noch heute sind in deutschen Lanben ßügenbeuteleien im Schwange, bie von Munb zu Munb gehen und immer wieder Anlaß geben zu fröhlichem Lachen und saftigem Behagen. Heinz Diewerge gibt hier eine Auswahl biefer köstlichen, herzhaften Aufschneidereien, die in der unveränderten Frische festgehalten sind, wie sie bis auf diesen Tag allenthalben unter Bauern, Jägern unb Handwerkern in allen Landschaften unseres Volkes, erzählt zu werben pflegen. — Lena Christ: „21 us meiner Kind- h e i t". Banb 102 der Kleinen Bücherei des Verlags Albert Langen/Georg Müller, München. Preis 80 Rps. In diesem Bändchen der Dichterin aus bayrischem Stamme, bie sich in Ehren neben Ludwig Thoma behaupten kann, begegnen mir einem Stück Kindheit von besonderem menschlichen Reiz. Das Hineinwachsen eines Kindes in das bäuerliche Leben des Hofes, ber Familie unb einer altbayrischen Dorfgemeinschaft ist echt unb voll sehnsüchtiger Liebe nach einer glücklichen, für immer entschwundenen Zeit geschildert worden. — (169b.) Sprechstunden oc tiou. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach« mittag geschloffen. SJL-'Spoit Dreißig liennwagsn in Donington. Der Große Preis von Donington-Park wird als einziges englisches Autorennen für Formelwagen ausgeschrieben. England rechnet stark damit, daß am 30. September wie in den letzten Jahren die deutschen Werke Auto-Union und Mercedes-Benz starten. Das Rennen führt über 400 km (80 Runden) und erhält als Höchstbeteiligung 30 Rennwagen. Schischek schwamm Europarekord. Jugoslawien besitzt in dem jungen Schischek einen ausgezeichneten Schwimmer, dem es nunmehr in Sufchak gelang, seinen erst vor wenigen Tagen mit 4:49,4 ausgestellten jugoslawischen Landesrekord erheblich zu verbessern. Diesmal schwamm Schischek die famose Zeit von 4:46,4 Minuten und verbesserte damit den seit dem Jahre 1931 von dem Franzosen Jean Taris gehaltenen Europarekord von 4:47 Minuten um sechs Zehntelsekunden. Der Sieger der „20. JUjön". -- WM M I Der 20. Rhön-Segelflugwettbewerb wurde von dem RSFK.-Sturmführer r a f t (unser Bild) von der Gruppe 15 Schwaben mit 2550,25 Punkten vor NSFK.-Obersturmsührer Schmidt (Südwest) gewonnen. — (Schirner-M.) Sport- und Werbetag in Wißmar. Der Turnverein Wißmar führte am -Sonntag unter großer Beteiligung auf dem Sportplatz Schacht seinen diesjährigen Sport- und Werbetag durch. 90 Jugendturner,' Schüler und Schülerinnen traten zu den Wettkämpfen an. Die Wettkampfleitung lag in Händen des Oberturnwartes Am e n d (Wißmar). Im Gemischten Wettkampf — Leichtathletik und Geräteturnen — wurden Lauf-, Sprung-, Wurf-. Barren- und Pferdübungen ge- 36 (Es ist dem Verein gelungen, seine im Vorjahre gefaßte Absicht, den Turn- und Sportgedanken in der Jugend lebendig und für die Dereinsarbeit fruchtbar zu gestalten, in die Tat umzusetzen. Trotz der kurzen Uebungszeit, da der Verein noch in bet Aufbauarbeit steht, waren die Durchschnittsleistungen zufriedenstellend und standen teilweise auf achtbarer Höhe. , Ergebnisse. Turner: 1. Riege: Willi Kraft und Kurt Weber je 148 Punkte, Erwin Todt 145 Punkte; 2. Riege: Willi Zörb 172 Punkte, E. Wirth 155 Punkte, W. Mühlich 148 Punkte. Turnerinnen: I. Schnorr 122 Punkte, M. Rupp 113 Punkte. H. Will 82 Punkte. Schüler: 1. Riege: K. Bittendorf 173 Punkte, W. Rupp 153 Punkte, W. Speier 146 Punkte; 2. Riege: G. Rupp 118 Punkte, H. Bechthold 115 Punkte, E. Bechthold 104 Punkte; 3. Riege: H. Will 90 Punkte, W. Pfaff 88 Punkte, O. Mülich 86 Punkte. Schülerinnen: 1. Riege: L. Platt 89 Punkte, H. Stroh 87 Punkte. E. Leib 85 Punkte; 2. Riege: E. Schmidt 112 Punkte, E. Würz 99 Punkte, H. Mülich 92 Punkte. Zum Abschluß richtete Vereinsführer Herrmann eindringliche Worte an die Teilnehmer und ermahnte ganz besonders auch die älteren Mitglieder des Vereins, sich mit dem gleichen Eifer, den die jugendlichen Wettkampfteilnehmer gezeigt hätten, sich an der Vereinsarbeit und dem Sport zur Ertüchtigung des Körpers und des Geistes zu beteiligen. Mit dem Gruß an den Führer fand die Veranstaltung einen würdigen Abschluß. Kurze Eportnotizen. Zwei deutsche Siege gab es bei der internationalen Ruderregatta in Lüttich, und zwar im Zweier m. St. durch die RG. Wiking Berlin (Kunze - Knorr, Stm. Winkler) und im Vierer o. St. durch die Frankfurter RG. Germania. Im Achter wurde Baldeneysee Essen überraschend von Reuß Luzern geschlagen. Deutscher Jugendmeister im Kajak- Slalom wurde in Ulm der Ulmer Hitlerjunge Robert Schneele vor Josef Reith (Ulm) und Hch. Brachert (Ulm). * Das Schwimmen Quer durch Kassel sah in der Hauptklasse über 2000 Meter den Göttinger Scharenberg in 41,51 Minuten vor John (Kassel) und Leichsernring (Kassel) siegreich. Bei den Frauen siegte Frl. Dülfer (Kassel). Erich Bautz (Dortmund) gewann das Wuppertaler Rad-Rundstreckenrennen über 200 km, das als Weltmeisterschaftsprobe gedacht war, in 6:01,59 Stunden vor Schild (Chemnitz), Roth (Frankfurt a. M.) und Wengler (Bielefeld). Das Fachamt Handball auf dem Vundesfest in Grimberg. Erstmalig ist man, trotz häufiger früherer Anregungen in diesem Jahre dazu übergegangen, auf dem Bundesfest des NSRL. (früher Kreisfest) in Grünberg einen Pflichtkampf für Handball- und Fußballspieler auszuschreiben. Für viele unserer eingefleischten „Ballakrobaten" man diese Entscheidung der Kreisführung eine Belastung sein. Der weitaus größte Prozentsatz, der die Sommerspielsperre ohnedies als eine günstige Gelegenheit empfindet, zwischendurch auch eine andere Sportart (beispielsweise Leichtathletik oder Schwimmen) zu betreiben, wird seine Meldung gern und freudig abgeben. Die Hebungen sind allen Anforderungen angepaßt und können von jedem guten Spieler ohne große Mühe erfüllt werden. Richt nur die geforderten Leistungen als solche, sondern auch die Art und Weise der Zusammenstellung des Dreikampfes lassen keinerlei Wünsche offen. Reu ist außerdem die gleichzeitige Wertung des Mannschastskampfes bzw. der Mannschaftsleistung. Vier Spieler, deren Zusammensetzung und Benennung den einzelnen Gemeinschaften überlassen bleibt, bilden die Mannschaft, während die insgesamt errungene Punktzahl den Ausschlag für die Plazierung gibt. Gerade mit Absicht ist auch hier der Gedanke der Mannschaft in den Vordergrund gestellt worden und es wird darauf ankommen, welcher Mannschaftsführer die glücklichere Hand hat. Reben diesen interessanten und aufschlußreichen Kampf treten die Handballer mit einer weiteren Vorführung an die Oeffentlichkeit. Das allseits mit großer Spannung erwartete Zusammentreffen der beiden Lokal-Rivalen Hörnsheim und Lützellinden im Endspiel um den Wanderpreis des RSRL.-Kreisführers wird ohne Frage einen der Höhepunkte der ohnehin großen Festfolge des Bundesfestes werden. Beide Gegner haben die Verpflichtung, sich als Repräsentanten des Handballspieles nicht nur ihren eigenen Anhängern gegenüber, sondern vor allen Dingen werbend zu zeigen und alles zu tun, damit gerade ihr Auftreten der Handballsache neue Freunde zuführt. Die Sieger vom Weidig-Vergsefl in Butzbach. Nachstehend veröffentlichen wir einen Auszug aus der Sieger-Liste des Weidig-Bergfestes voy Butzbach. Dreikampf, Männer-Unter st ufe (164 Teilnehmer, 157 Sieger): 1. Erich Hochstein, Spg. Großen-Buseck, 79 Punkte; 4. Friedr. Ott, Tv. Ruttershausen, 72 P.; 5. Karl Seipp, To. Großen- Linden, 70 P.; 6. Erich Opper, To. Reiskirchen, Otto Bruck, Spg. Großen-Buseck, je 69 P.; 7. Heinr. Harbach, Spg. Großen-Buseck, Alfred Köller, Tuspo Butzbach, Herbert Fischer, To. Großen-Linden, Hermann Braun, To. Hochelheim, je 68 P.; 8. Hans Deuker, Spg. Steinbach, Rolf Wettigg, BsB.-R. Gießen, Peter Pfeifer, Mtv. Gießen, je 67 P.; 9. Hugo Schreiner, To. Ruttershausen, 66 P.; 10. Otto Eger, Mto. Gießen, 65 P.; 12. Otto Rau, Mto. Gießen, Werner Herbert, Spg. Steinbach, je 63 P.; 13. Walter Schäfer, To. Leihgestern, Karl- Heinz Krausch, Mtv. Gießen, je 62 P.; 14. Fritz Meyer, T. u. Ges. 23. Schotten, 61 P.; 15. Karl Heller, VfB.-R. Gießen, 60 P. Jugend-Ober st ufe, Vierkampf. H J.° Klasse A (114 Teilnehmer, 111 Sieger): 1. Fritz- Karl Jughardt, Mtv. Gießen, 117 Punkte; 4. Willi Bepperling, Tog. Ruttershausen, 97 P.; 5. Willi Schwarz, VfB.-R. Gießen, 94 P.; 7. Willi Hagel, Tv. Lich, 88 P.; 8. Richard Krieger, HI. 5/116, Tv. Heuchelheim, 87 P.; 9. Willi Gilbert, Spvgg. 1900 Gießen, Werner Schmidt, Tv Heuchelheim, je 86 P.; 11. Willi Dietz, To. Großen-Linden, Kurt Pflüger, Mtv. Gießen, je 83 P.; 12. Wilhelm Georg, HI. 116, Tv. Lich, 82 P.; 15. Walter Ott, Tv. Ruttershausen, Arthur Sack, 6/116, Tv. Heuchelheim, je 77 P. Dreikampf, Jugend-Unter st ufe, H J.° Klasse B (238 Teilnehmer, 191 Sieger): 1. Reiner Scheuermann, Tv. Wetzlar, 80 Punkte; 4. Erwin Hermann, VfB.-R. Gießen, Werner Berg, Jungbann 116, Utphe, je 71 P.; 5. Heinr Junger, Tv. Reiskirchen, Erwin Knauß, Mtv. Gießen, Hans {Saute, Spvgg. 1900 Gießen, je 69 P.; 8. Richard Döring, Tv. Reiskirchen, Hans Demper, Spvgg. 1900 Gießen, je 65 P.; 9. Richard Bachttiann, T. u. Ges.-V. Schotten, Reinhardt Mohn, Tv. Gröningen, Karl Leicht, Tv. Bieber, je 64 P.; 10. Wilh. Reitz, To. Holzheim, Reinh. Weber, Tv. Bieber, Helmut Sommerkorn, Tv. Hochelheim, je 63 P.; 11. W. Seidenspinner, Tuspo Butzbach, 62 P.; 12. Willi Diehl, Tv. Kirchgöns, Reinhold Wehrum, Spg. Großen-Buseck, Karl Schmandt, Tv. Watzenborn- Steinberg, je 61 P.; 13. Walter Volkmann, To. Heuchelheim, Walter Alles, T. u. Ges.-V. Schotten, Werner Kreiling, Tv. Heuchelheim, Albert Rinn, To. Heuchelheim, je 60 P.; 14. Heinz Reitz, Tuspo Gambach, Werner Happel, Tv. Großen-Linden, Reinhardt Best, To. Waldgirmes, Hermann Süßel, Tv. Lich, je 59 P.; 15. Karl Wagner, Spg. Großen- Buseck, 58 P. Dreikampf, Altersturner 30 bis 40 Jahre (38 Teilnehmer, 35 Sieger): 1. Fritz Schaller, Tv. Oberstedten, 81 Punkte; 3 Walter Zerndt, VfB.-R. Gießen, 65 P.; 4. Fritz Weiters- haus, Tv. Großen-Linden, 64 P.; 5. Heinrich Mattern, Poftspv. Gießen, Wilhelm Leitner, To. Großem Linden, je 63 P.; 6. Walter Deckhut Tuspo Butzbach, 60 P.; 10. Erwin Häuser, Tuspo Butzbach, 54 P.; 11. Georg Kohlmeier, Tgd. Friedberg, Karl Größer, Spg. Steinbach, Heinrich Schulz, Tuspo Butzbach, je 52 P.; 12. August Beckei To. Wieseck, 51 P.; 13. Otto Köster, Tv. Lang-Göns, 49 P.; 15. Otto Bender, Tuspo Rodheim, 46 P.: Dreikampf, Altersturner B, 40 b i s 5 0 Jahre (18 Teilnehmer, 18 Sieger): 1. Heß, Braunfels, 62 Punkte; 4 Karl Gissel, Tv. Waldgirmes, 57 P.; 6. Ludwig Hasselbach Tuspo Rodheim; Heinrich Reul, ff, Tv Storndörf, je 53 P.; 7. Otto Hofmann, To. Großen-Linden, 52 P.; 8. Heinrich Becker, Id. Holzheim; Rudolf Keller, Tuspo Rodheim, je 49 P.; 10. Willi Keßler, Tv. Lang-Göns, 47 P.; 11. Karl Diehl, Tuspo Butzbach, 45 P.; 12. Richard Stroh, Post-SD. Gießen, 42 P.; 13. Georg Heller, Tuspo Butzbach; Wilh. Schmidt, Post-SV. Gießen, je 38 Punkte. Vierkampf, Frauen über 18 Jahre (18 Teilnehmerinnen, 18 Siegerinnen): 1. Hedi Langlouis, Tuspo Butzbach, 77 Punkte; 2. Margret Seim, Mto. Gießen, 74 P.; 3. Elfriede Krack, Tgd. Bad-Nauheim (BDM.), 73 P.; 6. Fneda Reichwein, Tgd. Bad-Nauheim (BDM.), 65 P.; 7. Gertrud Muhl, VfB.-R. Gießen, 61 P.; 8. Emmy Ruppel, Tuspo Butzbach, 60 P.; 12. Elfriede Faber, To. Holzheim (BDM.), 45 P.; 14. Elfriede Kleh, To. Holzheim, 42 Punkte. Frauen, Jugend-Ober st ufe 19 21/2- (37 Teilnehmer, 23 Sieger): 1. Heilwig Clarius, Mtv. Gießen, 54 Punkte; 3 Lotte Bayer, Tuspo Butzbach, 47 P.; 7. Emilie Jung, To. Holzheim, 41 P.; 8. Hildegard Keßler, To. Großen-Linden, 40 P.; 9. Lieselotte Krausch, Mtv. Gießen (BDM.); Lucie Ebner, Tuspo Butzbach, je 39 P.; 10. Erna Repp VfB.-R. Gießen; Marie Schäfer, Spg. Großen-Buseck (BDM.), je 38 P.; 12. Marie Rühl, Spg. Großen-Buseck (BDM.); Tilli Nern, Tv. Kirch- Göns; Erna Hahn, Tv. Heuchelheim (BDM.), je 36 P.; 13. Henny Heßler, Tuspo Butzbach; Anneliese Debus, To. Wieseck, je 33 Punkte. Frauen, Jugend - Unter st ufe, 1923 und jünger (BDM.-Klasse B), Dreikampf (91 Teilnehmer, 86 Sieger): 1. Emmi Kröck, Tv. Heuchelheim, 78 Punkte; 3. Irmhild Schmidt, Mto. Gießen, 70 P.; 4. Ottilie Stoll, Tv. Lang-Göns, 67 P.; 5. Erika Reitz, Tuspo Butzbach, 65 P.; 6. Frieda Wagner, Spg. Großen-Buseck; Hermine Buß, Mtv. Gießen, je 64 P.; 9. Rosemarie Kle- mann, Untergau 11/21 Berlin; Ilse Braun, Tuspo Butzbach, je 60 P.; 10. Johanna Heller, Tv. Wieseck; Minna Rasch, Tuspo Fauerbach, je 59 P.; 11. Ilse Streb, Tuspo Griedel; Hilda Röder, Tgd. Bruchenbrücken; Margot Leistert, Tuspo Butzbach; Irene Müller, Tv. Lang-Göns, je 58 P.; 12. Margot Kaiser, Tv. Lang-Göns, 57 P.; 13. Emmi Hußke, Mtv. Gießen; Marga Langlouis, Tuspo Butzbach, je 56 P.; 14. Inge Büch, Tuspo Butzbach; Anni Nagel, Tuspo Gambach, je 55 P.; 15. Hildegard Müller, Tv Kirch-Göns; Elfriede Straßheim, Tuspo Griedel; Emmi Fay, Tv. Grüningen, je 54 Punkte. Dreikampf, Altersklasse C, übet 50 Jahre (7 Teilnehmer, 7 Sieger): 2. Philipp Götz, Post-SD. Gießen, 55 P.; 3. Adolf Neurath, To. Massenheim, 53 P.; 4. Hch. Wieland, Tgd. Friedberg, 51 P.; 5. Franz Fiedler, Tuspo Butzbach, 48'P.; 6. Balthasar Spamer, Spg. Dortel- weil, 39 P.; 7. Johann Bernhard, Tv. Vorwärts Pfaffenwiesbach, 37 Punkte. Vierkampf, Männer-Oberstufe (12 Teilnehmer, 12 Sieger): 1. Bruno Deppner Tuspo Wölfersheim (HI.), 82 Punkte; 3. Konrad Jehner, Tgd Friedberg, 76 P.; 5. Karl Schorge, Tv. Großen-Linden, 68 P.; 10. Kurt Schmidt Tv Butzbach, 53 P.; 11. Siegfried Clanus, Schiklub Gießen, 49 Punkte. Vierländerkampf im Modernen Fünfkampf. Oberleutnant Lemp führt. Der Vierländerkampf im Modernen Fünfkampf wurde am Montag in Wünsdorf mit dem Degenfechten fortgesetzt. Oberleutnant Lemp, der Sieger im Geländeritt, behauptete auch weiterhin die Führung, jedoch ist der italienische Oberleutnant C ec- car e l l i als bester Fechter bis auf einen Punkt nahegerückt. Die erfolgreichste Nation im Fechten waren die Finnen, die sämtliche Länder, Deutschland mit 10:8, Italien 10:9 und Ungarn mit 12:8 besiegten. Da jedoch nur Einzelsiege gewertet wurden, sind die Finnen trotzdem in der Nationenwertung auf den dritten Platz hinter Deutschland und Italien zurückgefallen. Oberleutnant Lemp hatte in den Gefechten innerhalb der eigenen Mannschaft neben zwei Siegen auch zwei Niederlagen zu verzeichnen, er kam aber schließlich doch noch auf neun Einzelsiege und belegte damit innerhalb dieses Teilwettbewerbes den fünften Platz. *****«$#Bt Wz S < >'