Samstag, 8./Sonntag,9.3uli 1939 189. Jahrgang Nr. 157 Erstes Matt Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bisM/.UHr des Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps-, für Text» anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25O/„ mehr. Lrmahtgte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemein- nützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördlicheAnzeigen6Rpf. 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Am schmerzlichsten wird der Umstand empfunden, daß die französische Ration hiermit die Liquidation ihrer traditionellen Nolle als Schätzerin der Chriftenheiti n d er Le - nante aufgegeben hat. Die Stadt Antiochia bedeutete viel für Frankreichl Der rechtsstehende „Jour" schrieb in diesen Tagen: „Wieviele Franzosen empfinden heute in ihren geraen mcpt jenen geheimen Schmerz um diese kleine ötaöt Antiochia, die mit dem Sandschak ausgeliefert wurde und die die e r st e u n d die b e r ü h m t e st e d e r französischen und christlichen Städte Asiens ist?" Don einem Heerführer Alexanders Stellung der Schweiz fei derart eindeutig, daß sich weitere Erklärungen erübrigten. Die Schweiz wurde es gerne sehen, wenn man sie völlig aus dem Spiele lasse. Der Bundesrat stimmte dieser Auffassung einmütig zu. Bundespräsident Etter wird nunmehr seine Ferien antreten. Dies kann als Beweis dafür gelten, daß die Schweiz die Lage Der bulgarische Ministerpräsident und Außenminister Kjosseiwanoff ist bei seinem Staatsbesuch in Deutschland auf das herzlichste begrüßt worden als der leitende Staatsmann einer Nation, mit der sich das deutsche Volk durch die Waffenbrüderschaft im Weltkrieg eng verbunden fühlt. Mit größter Bewunderung und Hochachtung haben wir den schweren Weg verfolgt, den König Boris und seine Ratgeber nach den furchtbaren Blutopfern dreier Kriege und dem vernichtenden Friedensdiktat von Neuilly unbeirrt durch außenpolitische Ranke und revolutionäre Umtriebe im Innern gegangen sind, um Bulgarien aus eigener Kraft in harter Arbeit und Selbstzucht wieder zu Ansehen und Wohlstand zurückzuführen. Wir haben es besonders begrüßt, daß es der klaren und aufrichtigen Politik der Könige Boris und Alexander gelang, die mazedonische Frage, die so lange als emig schwärende Wunde zwischen Bulgarien und Jugoslawien kein Vertrauen aufkommen ließ, aus dem Wege zu räumen und beide blutsverwandten Völker in einem ewigen Freundschaftsbund zusammenzuführen. Wir haben uns gefreut, daß es dem Bulgarenfursten beschieden war, die denkbar besten Beziehungen zu Italien herzustellen und sie durch seine Heirat mit einer italienischen Königstochter auch dynastisch zu festigen. Und mit Genugtuung haben wir schließ- lich feststellen können, daß die sorgfältige Pflege, die sowohl Deutschland wie Bulgarien ihren beiderseitigen wirtschaftlichen Beziehungen haben angedeihen lassen, einen wesentlichen Beitrag zur Erholung der bulgarischen Wirtschaft dargestellt haben. Zumal seit die bulgarische Landwirtschaft beginnt, sich in ihrer Erzeugung planmäßig auf den Bedarf des großdeutschen Marktes umzustellen, verspricht diese enge wirtschaftliche Zusammenarbeit für beide Länder die besten Früchte zu tragen. Es ist fein Wunder, daß Bulgarien dank seiner politisch wie strategisch gleich wichtigen Stellung auf dem Balkan in den Einkreisungsplanen der westlichen Demokratien eine besondere Rolle zu- gedacht war, aber die betonte Zurückhaltung der ich Bulgarien gleich wie sein jugoslawischer Nachbar befleißigte, hat die Einkreisungspolitiker davon abgeschreckt, auch in Sofia eines ihrer famo|en Garantieversprechen abzugeben, mit denen sie sonst o freigebig um sich geworfen haben. Bulgarien er- nnert sich noch zu gut des englischen Einspruchs, dem es zuzuschreiben ist, daß Bulgarien weder im Diktat von Neuilly, noch auf der Konferenz von Lausanne nach dem griechisch-türkischen Feldzug ein Zugang zum Aegäischen Meer zugestanden wurde, und es hat eben erst spüren müssen, daß Englands Garantieversprechen an Rumänien eine Verständigung mit Bukarest über die bulgarischen Ansprüche in der durch das Diktat von Neuilly abgetrennten, vorwiegend von Bulgaren bewohnten Sud- dobrudscha äußerst erschwert hat. Die Skepsis, mit der man in Sofia die britischen Einkreisungsplane betrachtet, ist also durchaus berechtigt. Auch anderswo hat England nicht mehr Gluck. Seit man Polen und die Türkei „garantierte", i|t die englisch-französische Einkreisungspvlitik nicht einen Schritt vorangekommen. Die sich nun schon Syrien protestiert. ' Paris, 8. Juli. (Europapreß.) Der syrische Ministerpräsident Dr. Bukari hot dem syrischen Staatspräsidenten Hachem Bey Atassi mitge- EnglischeAmtsstellen als Spionagezellen Oie Ausweisung des englischen Generalkonsuls in Wien. - Mißbrauch der deutschen Gastfreundschaft durch Geheimagenten der britischen Spwnage. Die baltischen Staaten wollen nicht in die Emkreisungssront einbezogen werden. Oer lettische Außenminister lehnt englische Garantieangebote eindeutig ab. Berlin, 7.3uli. (DRV.) wie in der p reffe bereits gemeldet, sah sich die deutsche Regierung veranlaßt, die englische Regierung oufzufordern. den englischen Generalkonsul in Wien. Gainer, zurückzuziehen. Der englische Generalkoniul in Wien ist in die A.^clegenheuen eines Verfahrens wegen Spionage verwickelt worden. Der englische Generalkonsul h a t Deutschland bereits verlassen. * Hierzu schreibt der „Deutsche D i e n st ": Die englische Regierung ist seit einiger Zeit dazu uber- qeqangcn, aus einem Geisteszustand kronkyaften Mißtrauens und übertriebener Angst, vor allem aber in der Absicht, auf jedem Gebiet den Nachweis angeblicher deutscher Aggression s a b f i d) t e n zu führen und dadurch die internationale Atmosphäre weiter zu vergiften, anständige und unbescholtene deutsche Männer aus England auszuweisen. Man hat sich dabei noch nicht einmal die Muhe genommen, die Maßnahmen zu begründen. Es genügte, daß diese Deutschen pflichtgemäß ihre Volksgenossen in England betreuten, ihnen mit Rat und Tat zur Seite standen, sie im Falle von Krankheit und Not unterstützten und sie in ihrem Deutschtum ruhig beurteilt. Oer Anfang der Rüstungsverschuldung. ter Eile auszubauen. In den Pariser Zeitungen wird lebhaft Propaganda für die Aufstellung eines leicht beweglichen, mit modernem Material versehenen französischen Ex p e- ditionskorps in Syrien gemacht. Entsprechende Maßnahmen scheinen eingeleitet zu sein. Auf englischer Seite trägt man sich mit ähnlichen Planen. Der Plan eines Autvstraßennetzes vvn Aegypten nach Bagdad macht, wie die große Pariser Nachmittagszeitung „Jntransigeant meldete, rasche Fortschritte. Die bei der Schaffung dieser Autostraße angewandte Technik ist ziemlich primitiver Natur. Man ebnet zunächst maschinell auf einigen vorhandenen Karawanenstraßen bestehende Unebenheiten des Bodens ein, versieht diesen daraufhin mit einer dünnen Schotterschicht und überstreicht diesen Schotter mit einem Zement- Sandgemisch. Das Ganze trocknet innerhalb weniger Tage unter der glühenden Sonne zu einer steinharten Straße. Aber nid)t\ nur die Aufstellung fliegender Korps und der rasche Ausbau riesiger Straften sollen die französisch-englische Herrschaft über die arabische Welt befestigen. Obwohl man sich in Pans zwischen den Türken und den Arabern für die Türken entschieden hat, haben die politisch einflußreichen Kreise der französischen Hauptstadt noch nicht die Hoffnung aufqegeben, auch die Araber für sich zu gewinnen. Immer wieder taucht in Paris das Gerücht auf, daß Daladier sich mit dem Plan trage, in Syrien einer arabischen Dynastie auf den Thron zu verhelfen. Diese Pläne zur Schaffung einer syrischen Dynastie sollen auch weitergehende türkische Hoffnungen auf Damaskus und Aleppo Frankreichs türkische Karte Don unserem Dr. W.-Korrespondenien. tiqes Gläubigerland wurden. Freilich weiß auch jedes Kind, daß ihre Forderungen an England und Frankreich oberfaul sind und daß die an England ausgeliehenen fast 4 Milliarden und an Frankreich verborgten 2 Milliarden Dollar (damaliger Wert des Dollars 4,20 RM.) in den Rauchfang geschrieben werden müssen. Schwere Verluste hat auch Frankreich mit seinen Vorkriegsanleihen an das zaristische Rußland einstecken müssen Die Abwertungen, die alle Währungen einschließlich der amerikanischen erfuhren, gehen z. T. auf diese ungeheure Verschuldung zutück. Man sdfatzt, daß der Goldwert dieser ungeheuren internationalen Schulden von 200 bis 220 Milliarden durch die Abwertungen um 40 bis 50 v. H., also fast um die Halste, vermindert worden ist. Sehr begreiflich, daß in England die Vergebung der neuen Köderkredite mit einem heiteren und einem nassen Auge beobachtet wird. Kein Seid für die Dominions. Die Einkreisungskredite erschöpfen die britische Finanzkraft. in fremder Umgebung stärkten. In dem gleichen Maße aber bemühten sie sich, loyale Gaste des Staates zu sein, in dem sie lebten und arbeiteten. Es genügte aber offenbar für eine Ausweisung aus England, ein überzeugter und treuer Anhänger des Führers und der nationalsozialistischen Weltanschauung zu sein. Diese englische Verkrampfung hgt zeitweise zu einer wahren Spionenfurcht geführt. In jeder deutschen Hausangestellten sah man eine ^Gefahr für das demokratische System und für die Sicherheit des britischen Weltreiches. Hingegen mußte Deutschland in letzter Zeit feststellen daß England mit allen Mitteln ein 'möglichst lückenloses Spionage- netz über ganz Deutschland zu svlN- n e n versucht. Man ist dabei m den Mitteln nicht wählerisch. In das Personal amtlicher eng- li cher Vertretungen, von Konsulaten und Generalkonsulaten, vor allem aber der Paßstellen, hat man besonders geeignete und geschulte Angehörige der großen englischen Nachrichten- organijation des „Secret S e r v l c e und des Intelligence Service kommandiert. Diese Durchsetzung des konsularischen Dienstes mit berufsmäßigen Spionen und Geheimagenten wird auf die Dauer unerträglich. London, 8. Juli. (DNB. Funftpruch) Der Beschluß der britischen Regierung, unter ihre Einkreisungsfreunde Kreditgarantien von 60 Millionen Pfund zu verteilen, hat die britische Finanzkrafr offenbar so stark angespannt, daß England im Augenblick nicht einmal in der Lage ist, .seinen Dominions zu helfen. Die Morgenblatter melden, daß der neuseeländische Finanzmlmster Nash, der' seit ungefähr 14 Tagen in London F'.nanz- verhandlungen gepflogen' hat und am heutigen Samstag nach Neuseeland zurückreisen wollte, ferne Abreise plötzlich aufgeschoben hat weil sich eine Einigung im letzten Augenblick zerschlagen hat. Die Regierung hat Bedingungen gestellt, die für Neusee- iand unannehmbar sind, und die Lank von England soll erst recht die kalte Schulter gezeigt haben. — Nash verhandelte über eine Export- Kredit-Garantie von 16 Millionen P und für Rüstungszwecke und mit der Bank von England über die Ablösung einer am 1-Ium 1940 fällig werdenden Anleiheschuld. Nash soll feine S^ung heruntergeschraubt haben. Trotzdem hat sich die bri tische Regierung offenbar geweigert, Neuseeland eine annähernd so hohe „Export-Kredit--Garantie zum Ankauf von britischem Kriegsmaterial zu gewähren wie sie, Polen erhält. Die Köderkredite, mit denen die englische Regierung Söldner für die Einkreisungspolltik sucht, werden zunächst auf 100 bis 150 M'^E/n ^un ober 1 2 bis 1,8 Milliarden RM. veranschlagt. Aber jedermann - innerhalb und außerhalb Englands - weiß daß das nur der herzhafte Anfang ist. D a s Beispiel des Weltkrieges steht noch vor aller Augen. Wie groß die internationalen Schuldverpflichtungen find, die im Laufe des Weltkrieges eingegangen wurden, steht noch immer nicht genau fest weil z. B. die englische und französische Regierung alles Interesse daran hatten, ihren eigenen Staatsbürgern die tatsächliche Höhe der etwa gegenüber dem zaristischen Rußland.^gegangenen Verbindlichkeiten zu verschweigen. Sachverständige schätzen aber die Höhe der internationalen Knegs- frebite von 1914-18 auf 200 bis 220 Milliarden NM. Allgemein bekannt ist, baß wahrend des Weltkrieges die ungeheuren englisch-französischen Betei- iigungen an der amerikanischen Wirtschaft Haut, di ert wurden, daß erst damit die Vereinigten Staaten endgültig aufhörten, ein Kolonialland zu sein, und daft sie umgekehrt ihrerjeits em gewal- teilt, die syrische Regierung sehe sich nach dem Erlaß des französischen Kommissars Puaux über die Dezentralisierung ber Verwaltung nicht mehr in ber Lage, ihre Amtsgeschäfte weiterzuführen. Die Regierung war am 15. Mai zurückgetreten unb hatte aber bisher bie Amtsgeschäfte provisorisch weitergeführt, weil bie Neubildung einer Regierung an bem Verhalten ber französischen Mandatsbehörden scheiterte. Auch der syrische Staatspräsident ist zurückgetreten, um gegen die Dezentralisierungsmaßnahmen zu protestieren. Nach Ansicht ber syrischen nationalen Kreise stellen bie französischen Dezentralisierungsmaßnahmen nichts anderes als eine völlige Zerreißung bes Lanbes dar. Aegypten dementiert jede Beteiligung an der Einkreisungspolitik. Berlin. 7. Juli. (DNB.) Die ägyptische Gesandtschaft in Berlin teilt mit: Die königlich - Aegyptische Gesandtschaft in Berlin ist bevollmächtigt, ganz kategorisch die Nachricht über einen abgeschlossenen oder abzuschließenden M i l i - tärpaft zwischen der Türkei und Aegypten zu dementieren. Sie ist ebenso in der Lage, zu versichern, daß der Besuch Seiner Exzellenz des ägyptischen Außenministers Jehia Pascha in den Balkanländern in keiner Weise die Absicht verfolgt, die Ein- kreisungspoliiik gegenüber Deutschland in irgendeiner Weise zu unterstützen oder zu verstärken. tretet der ..Times" i t Außenminister TU unter, es fei klar, daß die Haltung der baltischen Staaten ebenso wie die anderer Länder, die keinessalls Garantien wünschten, ein Hindernis für den Abschluß eines englisch-sranzo- sisch-sowjetrussischen Abkommens bilden könne, sofern man die baltischen Staaten gegen i h r en willen in die Einkreisung verwickeln wolle. Biunter erinnerte daran, daß man in der letzten %eit über die Möglichkeit einer Unterwerfung der baltischen Länder unter den Lmfluß Deutschlands geredet habe. Nichts derartiges habe «ich ,e- doch ereignet. 3m Gegenteil, Deutfchinnd habe erst kürzlich 71 i ch > a n g r i,, s n e r»r a g e m.t Estland und Lettland abgejchlosten und jo die Neutral - töt dieser Staaten anerkannt. Lettland wünsche keine S a ra n l i e seiner Unabhang.g- keil die politische Tatsache sei und a u h e r F r a g e stehe. Lettland wünsche auch kein e G a r a n l i e ieinct Grenzen, weil es ja selbständig abge- jchlossene vertrüge habe, in denen seine jetzige er- ritoriale Unversehrtheit anerkannt se, öie me- mals van irgend jemand bestritten Warden sei. Vach. "emderGenser Verein versagt habegebeessur Lettland nur eine Möglichkeit, nämlich strikte Neutralität, die es mit allen Mitteln verteidi- Frankrcich hat heute im östlichen Mittelmeer unb im vorberen Asien alles auf bie türkische Karte gesetzt Die Bebenken, bie in manchen politischen französischen Kreisen hinsichtlich ber Türkei bestehen, beziehen sich nicht nur auf bic Stabilität ber türkisch-französischen Freundschaft, sondern vor allen Dingen darauf, ob die türkische Karte w i r fl i d) bic Trumpstarte bei dem politischen epiel in diesen Gebieten ist. „Es gibt nicht nur Türken, c 5 gibt auch 21 r a b e r", lautete bie Ueberschnst eines Leitartikels, in dem bic radikalsozialistischc Zeitung „Oeuvre" bei der Abtretung des Sandschaks ihre Bedenken geltend machte. Diese Bedenken haben nicht getrogen. Die s y r i s ch e n N att i o n a - 1 i st c n sind über das französische Handelsgeschäft mit den Türken höchst erbittert, das sie als einen „Verrat Frankreichs an feinen Pflichten als Man- datsmacht" bezeichnen. Diese Gefühle werden von dem Arabertum weitgehend geteilt. Die englisch- französischen Nachrichtenkonzerne, die durch Den Einsatz aller zur Verfügung stehenden Machtmittel (die häufige Ausweisung von Journalisten, die weder französische noch englische Staatsangehörige sind, ist bekannt) sich bisher in diesen Gebieten eine Monopolstellung zu erhalten gewußt haben, vermögen natürlich leicht bie heftigen Rückäußerungen bes syrisch-arabischen Nationalismus auf bas Schacher- gefchäft um ben Sandfchack ber Weltöffentlichkeit zu verbergen, sie vermögen aber nicht zu verheimlichen, daß Frankreich und England sich gezwungen sehen, im Raum des östlichen Mittelmeers 11) r e militärische Machtstellung in steberhaf- Großmächte der Antike gelangt Die Jünger Christi seien von dort ausgezogen, um der Welt die christliche Lehre zu verkünden. Jahrhundertelang habe das Christentum mit den Mohammedanern um Antiochia gekämpft. Die Stadt habe zehn Konzile in ihren Mauern gesehen. Der französische Kreuzritter Gottfried von Bouillon habe dort em geistig-weltliches Fürstentum gearünbet. Später hätten von bort aus bie französischen Missionare bie französische Kultur in den Orient ausstrahlen lassen. Nach dem Weltkrieg habe die Dritte Republik das im Jahre 1084 von ben französischen Kreuzrittern, begonnene Werk erneut in Angriff genommen unb weiter fortgesetzt. Der „Jour" erklärt schließlich, baß Frankreich mit Antiochia em „Mandat des Herzens" aufgegeben habe und bringt damit bie Resignation vieler Franzosen zum Aus- bruck über bie Aufgabe einer wichtigen politisch-kulturellen Sendung ihres Landes im vorderen Orient. Die ersten türkischen Jnfanterieabteilungen sind f in den Sandschak Al exandre t t e emge- , ^>UH CiUcm rückt. Am 22. Juli wird bie offizielle Uebergabe QCen er. zu Ule °> Oie M iten -ten che e|er der adt. Heu. ?ng. eine der us. ucht :we. noch 'dert ls. ant 'ben uten mpf. ber kam b». letzer Irefie 3m« krieg her» i ein» nung stätte f sich setzte, last, e be» is im Das »rung cher oli. hilder ich in r mit jänbe ba& e ja» lüfte. ben bet zeld fe. macht lein» nünzen Ttra» brama» Ib ab. rundet, nMchs' ehr ge» igestellt ugeben iegs« Rapier« ■ mehk rieines eit im cd) bis t)t i|t ben5* .erfnap* Preise ltsam. hl. g voraus' nnischen Kräfte- len 200 erungs- jlbeteih* 1 einem ^pariejen )« w trat«» en W°d von W hritts' ehauplen- länb1* rte ihrer Renv , fiel oo» ihloerb"' “5# ken hat d°d jäh MAsV wesens betraut. TiSV.-Volkspflegerinnen. ist Togal ein spezifisch tvir-i kendes Heilmittel, beseitige rasch die Schmerzen u. stellt Landsrauen sotten sich erholenI Es ist eine bedrohliche Erscheinung, daß unsere Landfrauen heute bereits mit 40 Jahren alt und verbraucht sind. Die Urfactye davon ist, daß die Landfrau es sich kaum leisten kann, sich einmal eine gründliche Erholung zu gönnen. Daher ist die Landfrauen erholung im wesentlichen eine Frage der Vertretung der länblid>en Hausfrau und Mutter in ihrem vielseitigen Wirkungskreis. Im Sommer, in der Hauptarbeitszeit auf dem Lande, wird die Landfrau schwerlich Haus und Hof verlassen können. Auch im Winter zwar ist ihre Arbeitszeit nicht kürzer. Wohl aber ist es möglich, daß die Landfrau dann einmal für einige Zeit vertreten w-ird. — Aus diesem Grunde führt der Reichsnährstand gemeinsam mit der NSV. eine umfassende Landfrauenerholung, und zwar zum ersten- mal in dieser Form, vom Herbst 1939 bis zum Frühjahr 1940 durch. Es soll möglich gemacht werden, daß dem größeren Teil unserer arbeitsüberlasteten Landfrauen eine vierwöchige Erholung zugute kommt. Wenn es sich irgend einrichten läßt, soll die Landfrau die ganzen vier Wochen die Erholung ausnutzen, da bei besonders abgespannten Menschen erst nach längerer Erho-I lungszeit eine Wirkung eintreten kann. Die kosten für diese notwendige Ausspannung in den N«V.- Erholungsheimen sind außerordentlich gering. Von jeder Landfrau ist ein Unkostenbeitrag von 1 RM. pro Tag in bar oder in Lebensrnitteln zu leisten, der aber auch auf Antrag verringert oder ganz erlassen werden kann. Das Fahrgeld braucht nur zur Hälfte von den Landfrauen getragen zu werden; und auch diese Zahlung wird von der NSV. übernommen, wenn es die Landfrauen nicht aufbringen | können Wenn die Landfrau ein Kleinkind hat, | von dem sie sich begreiflicherweise ungern trennen möchte, so kann sie dies sogar in das Erholungsheim mitnehmen. Als schwierigste Frage bleibt immer noch die Vertretung wahrend der Er- holunqszeit. Hier wird in erster Linie eine Familien- oder Nachbarschaftshilfe angestrebt. Wenn dies nicht möglich ist, dann sollen unentgeltliche Vertretungen für jede Landfrau zur Verfügung gestellt werden: Arbeitsmaiden, NSV.-Haushaltshilfen oder Stadtsrauen, die von der NS.-Frauenschaft hinausgeschickt werden. Belgrad, 7.Juli. (DNB.) Die jugoslawische Presse bringt dem Berliner Staatsbesuch des bulgarischen Ministerpräsidenten starkes Interesse entgegen. Der Berliner Vertreter der „Vrerne" meldet, man höre in Berlin, daß Deutschland weiterhin auf dem Standpunkt des S e l b st b e st i m m u n g s- rechtes der Völker stehe und der Ansicht sei, dadurch die Arbeitsfähigkeit bald wieder her. Keine unangc« nehmen Nebenwirkungen! Machen Sie noch heute einen Veri such - aber nehmen Sie nur Togal. In allen Apoth. M 1.24^ Propaganda berufen und mit der Erfüllung eines besonderen Auftrages auf dem Gebiete des Film- Nach einer mehrmonatigen Krankheit starb der Marineminister der Vereinigten Staaten Glaube' Swanson im Alter von 77 Jahren. Swanson gehörte ber Regierung Roosevelt seit 1933 an. Seit 1910 war er nach seiner Amtszeit als Gouverneur von Virginien Mitglieb bes Senats, bis er 1933 ins Kabinett berufen wurde. Für die bei der NSV. beschäftigten Volkspflege- rinnen hat das Hauptamt für Volkswohlfahrt diese neue Dien st tracht geschaffen aus einem dunkelbraunen Jackenkleid und einem auf dem Jackenaufschlag zu tragenden Abzeichen mit der Aufschrift „Volkspflegerin der NSV.". (Presse-Bild-Zentrale-M.) Oie Reichsbahn verbessert die sozialen Leistungen. Berlin, 7. Juli. (DNB.) Mit ber Betreuung ber mehr als 900 000 Gefolgschaftsmitqlieber ber Reichsbahn befaßte sich der Reichsfachgruppenbeirat des Fachamtes „Energie- und Derkehrsverwaltung". Die U r l a u b s g e st a l t u n g und das System des Entgeltes wird neu überprüft werben, bamit eine zweckmäßige Gestaltung unb Einteilung bes Urlaubs ber i'm Gebinge stehenden Arbeiter gewährleistet wird. Um die Unebenheiten in der Ortslohnstaffeleinteilung zu beseitigen, die infolge der wirtschaftlichen Strukturveränderungen entstanden sind, wird sich bas Fachamt für eine Aenberung ber Ortslohnstaffeln beim Reichstreu- hänber einfetzen. Der Fraueneinsatz wirb in ber Weise burchgeführt werben, baß Frauen nur bort zum Einsatz kommen, wo ihre Eigenart es gesta11et. Die Leistungsfähigkeit ber Kranken- und Sterbekaffe soll gesteigert werben. Zu bem Zweck ist beabsichtigt, beide Kassen von einander zu trennen unb eine selbständige Krankenkasse sowie eine unabhängige Sterbekasse zu errichten. Die Reichsbahn hat die kostenlose Verwaltung beider Kassen zugesichert. 49 Züge mit mehr als 400 km Reisegeschwindigkeit. wenn der Grundsatz „der Balkan den Balkanvölkern" bis zum Schluß durchgeführt werde. Deutschland habe auch immer die Haltung der Balkanstaaten vollauf gewürdigt, die bis unlängst in allen Streitigkeiten der Großmächte neu« tral geblieben seien. Das Blatt weist auf die Bedeutung hin, die neben der deutsch-bulgarischen Freundschaft auch die Freundschaft zwischen Jugoslawien und Bulgarien für ben Frieben habe. Man höre in Berlin, daß Deutschland damit keinerlei neue „Fron t" bilden wolle, sondern nur wünsche, die freundschaftlichen politischen und wirtschaftlichen Beziehungen mit ben Ländern zu stärken, deren wirtschaftliche, Struktur sich natürlicherweise mit der seinen ergänze. Außerbem wolle man verhindern, baß die kleinen Staaten, welche neutral bleiben und sich aus den Jnteressenkämpfen ber Großmächte heraushalten wollten, trotzbem in ben Einkreisungsblock ein bezogen würben, was sich in erster Linie für diese kleinen Staaten selbst zum Schaden auswirken müßte. geschieden ist, wurde vom Führer der Dienstgrad eines NSKK.-Oberführers verliehen. ♦ Reichsminister Dr. Goebbels hat den Chef des Presse- und Propagandaamtes der Reichsjugendführung, Hauptbannführer Dr. Karl Lapper, in das Reichsministerium für Volksaufklärung und postwiffenschastliche Woche in Oldenburg. Oldenburg, 8.Juli. (DNB.) Auf der von den Reichspostdirektionen Aachen, Bremen, Dortmund, Düsseldorf, Köln, Oldenburg und Munster (Westfalen) beschickten P o st w i s s e n s ch a ftlich en Woche erklärte Reichspostmimster Dr.-Jng. e.h. Ohne sorge, daß die technische Entwicklung der Nachrichtenmittel, wie Fernsehen und Rundfunk, die Deutsche Reichspost vor neue Aufgaben gestellt habe. In allen Dienststellen verrichte das Personal den schweren Dienst einsatzbereit und halte so die Tradition der Reichspost, die modernste und gewissen- Kunst und Wissenschaft. Heinz Rühmann heiratete Hertha Feiler. Der Schauspieler Heinz Rühmann und Hertha Feiler haben vor dem Standesamt in Wannsee die Ehe geschlossen. Beide spielten zuletzt gemeinsam in dem Film „Lauter Lügen" und werben demnächst in einem Film „Lauter Liebe" (Terra-Probuktion) auftreten, den Heinz Rühmann selbst in Szene setzt. Hertha Feiler stammt aus Wien unb rückte mit dem Film „Männer muffen so sein" zum ersten Male ins Licht ber Oefsentlich, feit. Kleine politische Nachrichten. Der Führer hat seinen bisherigen Adjutanten der Kriegsmarine, Korvettenkapitän Albrecht, als Nachfolger des vor einiger Zeit 3"w Generalkonsul in San Franzisko berufenen NsKK.-Bn- gabeführers Hauptmami a. D. Wiedemann, zu seinem persönlichen Adjutanten ernannt Korvettenkapitän Albrecht, der am 30. Juni 1939 auf Wunsch des Führers aus ber Kriegsmarine aus- gen zu erörtern. Die Unterredungen waren von den herzlichen Gefühlen der alten Freundschaft getragen, die zwischen Deutschland und Bulgarien herrscht. Sie bewiesen von neuem, wie sehr die natürliche unb trabitionelle Freundschaft ber beiben ßänber untereinanber unb zu Italien bazu beiträgt, Bulgarien als Faktor ber Ordnung im südosteuropäischen Raum zu festigen. In diesem Sinne werden Deutschland unb Bulgarien ihre Beziehungen in politischer, wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht weiterhin vertiefen. Das Echo in Selarad. Oer bulgarische Staatsbesuch beendet Vertiefung der traditionellen Freundschaft beider Nationen. In Finowfurt überreichte ein Arbeitsmädel dem bulgarischen Gast einen Blumenstrauß zum Willkomm. Unser Bild zeigt links Generalarbeitsführer B o rm a nn, in der Mitte ^"^erpräslbent K j o sse - iw an off mid (etwas im Hintergrunb) Reichsarbeitsfuhrer Hier!. — (Scherl-Bilberbienst-M.) Hafteste Postverwaltung aller Kulturländer zu sein, aufrecht. Daneben habe sich aber ein neues Element ergeben, das sich auf die Begriffe Kameradschafts- treue unb Kamerabschaftsleistung aufbaue. Der Pflege biefer neuen Trabition bienten zahlreiche neue Einrichtungen, so ber Postsport, ber Postschutz, bas Sozial- und Fürsorgewesen. Diese, neue Trabition sei der sicherste Garant für den jederzeittgen bedingungslosen Gesamteiysatz der Gefolgschaft für Führer unb Volk. Ministerpräsibent Kjo sse iw an off und Frau verließen am Freitagnachmittag die Reichshauptstadt. Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop und Frau begleiteten die Gäste zum Anhalter Bahnhof, wo Ministerpräsident Kjosseiwanoff in Begleitung von Reichsaußenminister von Ribbentrop und bes bulgarischen Gesandten in Berlin Draganoff die Front der Ehrenkompanie abschritten. Zur Verabschiedung hatten sich auf dem Bahnhof Mitglieder der Reichsregierung und der Reichsleitung der NSDAP, sowie weitere führende Persönlichkeiten von Staat, Partei und Wehrmacht, die Mitglieder der bulgarischen Gesandtschaft sowie Angehörige der bulgarischen Kolonie in Berlin eingefunden. Der Reichsminister des Auswärtiaen überbrachte Ministerpräsident und Frau Kjosseiwanoff die Grüße des Führers. Die Aussprachen, die anläßlich des Besuches des bulgarischen Ministerpräsidenten in Berlin geführt wurden, boten Gelegenheit, die allgemeine Lage ebenso wie alle die deutsch-bul----—------- - - . - / - garischen Beziehungen betreffenden Fra- es liege im Interesse des europäischen Friedens, Vesuch beim Reichsarbeitsdienst und in Karinhall. Werbellin-See, 7.Juli. (DNB.) Am Freitagvormittag besichtigte der bulgarische Ministerpräsident Kjosseiwanoff unter Führung von Reichsarbeitsführer Reichsleiter Hier! die Reichsschule Finowfurt des Reichsarbeitsdienstes für die weibliche Jugend. Auf dem Lagerplatz über dem Uedersee empfingen die Arbeitsmaiden in ihrer schmucken blauen, weißen und roten Tracht die Gäste mit frischem Gesang. Ein Gang durch bas schöne Haus, bie Aufenthalts- und Arbeitsräume, das Musik- und Lesezimmer sowie Vorführungen ber Körperschule zeigten dem bulgarischen Gast das Ziel der Erziehungsarbeit des weiblichen Arbeitsdienstes, das unter einem neuen Ideal der Pflicht, der Harmonie und der Schönheit steht. Mit herrlichen Sträußen frischer Feldblumen fuhren Mini- Isterpräsident Kjosseiwanoff und Reichsarbeitsführer iHierl weiter über die Reichsautobahn zum Werbel- lin-See zur Reichsarbeitsschule 3/90 Schorf- Heide. Waldhornklänge empfingen den Gast, den Reichleiter Hier! durch die Abteilung und durch ihre schön im Stil märkischer Bauerndörfer gehaltenen Häuser führte. Um 13 Uhr begaben sich der bulgarische Ministerpräsident und der Reichsarbeitsführer zu einem Frühstück beim Generalfeldmarschall Göring nach K a r i n h a l l, an dem neben der Tochter und dem Stiefsohn des Ministerpräsidenten der bulgarische Gesandte in Berlin, Draganoff und Frau mit der Begleitung des bulgarischen Gastes teilnahmen. Die Reichsbahn hat in der Nachkriegszeit die Geschwindigkeit die Geschwindigkeit der Reisezüge planmäßig gesteigert. Bereits 1914 erreichte ber schnellste Zug auf der Strecke B erlin —Hamburg eine Reifegeschwinhigkeit von 88,8 Stundenkilometer. Diese Spitzenreisegeschwindigkeit ist infolge der Auswirkungen des Versailler Diktats erst 1929 wieder erreicht worden. Eine grundlegende Wandlung trat 1933 ein, als der erste Fernschnelltriebwagen eingesetzt wurde. Seitdem sind die Reisegeschwindigkeiten stark gestiegen. Im Jahre 1936 wurde auf ber Strecke Hannover- Hamm 132,3 Stundenkilometer erreicht. Wie im „Voraus" mitgeteilt wird, überschritten 21 weitere ?v-Triebwagenzüge und 27 Dampf- und Elektro-> zöge bie 100-Kilometer-GreNze, so daß insgesamt 4 9 Reisezüge diese Reisegeschwindigkeit aufwiesen. Der schnellste Dampfzug fuhr auf der Strecke Berlin — Ham bürg mit 115,5 Stundenkilometer. Um diese Reisegeschwindigkeit en halten zu können, muß natürlich die Höchstgeschwindigkeit, die der Zug auf der Strecke erreicht, wesentlich höher liegen. Während bie Höchstgeschwindigkeit vor dem Kriege bei 90 Stuu- bentUometer lag, steht der Rekord des Jahres 1938 auf 160 Stundenkilometer. Oie Vahnienübung der Heeresnachrichientruppe. Bad Wildungen, 7.Juli. (DNB.) Die Manöver der Heeresnachrichtentruppe wurden am Freitagmittag, wie beabsichtigt, abgebrochen. Am vorletzten Tage des Manövers sind von der Nachrichtentruppe 114 Kilometer Heeressernkadel, 260 Kilometer Felddauerleitung, 2330 Kilometer Feldfernkabel und 270 Kilometer schweres Feldkabel verlegt worden. Insgesamt sind bei der Uebung etwa 85000 Kilometer des Postnetzes von der Nachrichtentruppe benutzt worden. Verbindungen von etwa :250 Kilometer wurden in den letzten Tagen von den Nachrichtentrupps wieder eingezogen. A u f einem Netz von mehr als 1 1000 Kilometer haben somit die verschiedensten Stäbe ihre Befehle erteilt. Ein solches Nachrichtensystem zu organisieren und so zu bauen, daß es allen Anforderungen der taktischen Leitung entspricht, das ist eine Leistung, die bisher in Friedenszeiten noch nie von einem Heer vollbracht worden ist. Sie ist um so höher zu bewerten, als diese Rahmenübungen vollkommen kriegsmäßig durchgespielt worden sind und von der llebungsleitung alle nur erdenklichen Schwierigkeiten der Truppe gestellt wurden. Der Inspekteur der Nachrichtentruppe, Generalmajor Fellgiebel, hat sich mit größter Zufriedenheit über den Verlauf des Manövers geäußert. SchlagkrafiigedeulscheLustwaffe Generaloberst Milch bei gefechtsmätzigen Nebungen. Berlin, 7. Juli. (DNB.) Der Staatssekretär ber Luftfahrt unb Generalinspekteur der Luftwaffe, Generaloberft Milch, nahm an Vorführungen der Flak-Artillerieschule Rerik (Mecklenburg) unb ber Luftwaffen-Lehrdivision teil. Auch die Chefs der Luftflotten I bis IV waren unroefenb. Die Scharfschießen ber Flakbatterien aller Kaliber zeigten einbeutig, welchen hohen Stand unsere Flakwaffe hinsichtlich ihrer Ausbildung unb Ausrüstung erreicht hat. Die Vielseitigkeit ber Flakartillerie wurde burch ein eindrucksvolles Wirkungsschießen gegen Erd- und Seeziele .deutlich vor Augen geführt. Bei der Luft- waffenlehrdioision wurden Tag- und Nachtübungen durchgeführt. Die Kampf- und Jagd verbände zeigten in verschiedenen Angriffsarten und im scharfen Bombenwurf ihre fliegerische Disziplin und treffsichere Schlagkraft. Das Zusammenwirken von Fliegertruppen und Flakartillerie wurde an Gefechtsaufgaben, bie erschwerten Kriegsoerhältnissen Rechnung trugen, bargestellt. Die zweitägigen Vorführungen ergaben ein anschauliches Bilb, wie bie Luftwaffe zur Steigerung ihrer Einsatzbereitschaft und Schlagkraft an ber Vervollkommnung von Personal und Gerät ständig arbeitet. Oie Durchführung des Kündigungsschutzes. Der Reichskommissar für bie Preisbildung erließ im April bie Künbigungsschutzverorbnung, wonach ber Mieter der Kündigung von Wohn- und Geschäftsräumen widersprechen kann, wenn er zur Kündigung keinen Anlaß gegeben hat und diese für ihn eine nicht unerhebliche wirtschaftliche Belastung mit sich bringen würde. Hierzu hat der Reichskommissar für die Preisbildung jetzt die Durchführungsbestimmungen erlassen. Die Kundi-I gungsfchutzverordnung gilt u. a. nicht für Kündigungen, die im Rahmen der städtebaulichen Maß-1 nahmen zur Neugestaltung deutscher Städte ausgesprochen werden und für Miet- Verhältnisse mit Juden. Die Kündigung eines Mietverhältnisses, für das ber Schutz gilt, kann nur burch eingeschriebenen Briet erklärt werben. Das gleiche gilt für ben Wiber- spruch bes Mieters unb bie Zurückweisung durch ben Vermieter. Es bedarf dieser Form nicht, wenn der Empfänger eine Empfangsbescheinigung aus= s^Di'e Preisbehörde prüft zunächst, ob der Mieter Anlaß zur Kündigung gegeben hat. Ein solcher liegt vor, wenn der Mieter feine Vertragspflichten derart verletzt oder die Hausgemeinschaft derart gestört hat, daß dem Vermieter die Fortsetzung des Mietoerhältnisses nicht zuzumuten ist. .Em Verhalten des Mieters, das zur fristlosen Kündigung berechtigt, gilt stets als Anlaß zur Kündigung. Hat der Mieter keinen Anlaß zur Kündigung gegeben, so ist diese für unwirksam zu erklären, wenn der Vermieter die Kündigung in der Absicht ausgesprochen hat, eine unzulässige Erhöhung des Mietzinses zu erreichen. Trifft auch dieser Fall nicht zu, so prüft die Preisbehorde ob die Kündigung für den Mieter eine nicht unerhebliche wirtschaftliche Belastung bedeutet.^ Ist diese Voraussetzung nicht gegeben, so wird der Widerspruch des Mieters als unbegründet zuruck- geroief en. Andernfalls hat die Preisbehörde einen Vorschlag hinsichtlich der dem Mieter zu gewährenden Entschädigung und der Dauer der Rau- mungsfrift zu machen. Wetterbericht Die vom Atlantik- ausgehende lebhafte Wirbeltätigkeit setzt sich fort. Während ihrer Auswirkung trat im Süden des Reiches zeitweilige Bewölkungszunahme ein, im Nordwesten kam es vielfach schon zu Regen. Auch für die Folge bringt die Luftzufuhr aus West leichte Unbeständigkeit, doch wird b.er Witterungscharakter im ganzen nicht unfreundlich fein. 1 .. Vorhersage für Sonntag: Veränderlich mit zeitweiliger Aufheiterung, doch kommt es vereinzelt zu teilweise gewittrigen Niederschlägen: bei zeitweilig auffrischenden Winden aus Südwester! mäßig warm und etwas schwül. A Vorhersage für Montag: Bei Luftzufuhr aus West unbeständig, doch häufig Aufheiterung. ___________________________________ , Hauptschristleiter vr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertteter des Hauptschriftleiters: Eriftt Blumschein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Or. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot (beurlaubt), i. V.: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. D. A.Vl. 1939: über 9000. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. . . . natürlich mit ’ner guten Kamera! 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Dazu kommt die Strahlung der Sonne, die am Meer, und gar erst auf den Inseln, durch den großen Gehalt an ultraviolettem Licht einen wesentlich heftigeren Einfluß auf die Haut ausübt als im Binnenland und dadurch leicht gefährlich werden kann. Wehlar. Vom Bahnhof Bieber gehen wir durch das anmutige Biebertal an vier Mühlen vorbei. Hinter der letzten, der Obermühle, verlassen wir bei dem Wegweiser die Landstraße, gehen geradeaus in das Dünsbachtal, bis wir schwarze Punkte treffen, die vom Dünsberg kommen. Diese bilden zunächst uni er Wegzeichen, indem wir ihnen nach links folgen. Zuerst auf einsamen Waldwegen überschreiten mir bald darnach eine große Fläche freies Feld, von der sich uns überraschende Blicke auf Königsberg und den Dünsberg bieten, um sodann in das bewaldete Helfholz einzubiegen. An der Philippstanne vorbei fuhrt uns das Zeichen über den mit mächtigen Baumen bestandenen Hohensolmser Marktplatz Hals genannt, von dem man eine hübsche Fernsicht genießt, bis zur Führerschen Wirtschaft, wo es endet. Rote Striche führen uns nun zu dem benachbarten Altenberg, von dessen steinernem Turm sich em prächtiger Rundblick erschließt, und weiter über den bewaldeten Bieidenberg, sodann abwechselnd durch Feld und Wald über Herrmannstem nach unserem Endziel Wetzlar. Dauer der Wanderung fünf Stunden. _______________________ Med auf das Hiutersteiner-Tal Von Leonie Cleff. in weitem Umkreis verteilt und unter den schlanken Lärchen, deren Kronen sich sacht im Bergwmd wiegen, läßt es sich herrlich träumen und schauen auf die Wunderwelt der blumigen Matten und stolzen Bergketten, die bläulich im Sonnendunst gegen den südlichen Himmel stehen. Reifewinke. Die erste Postkutsche in Lüdwestdeutschland. In Gegenwart vieler Schaulustiger hat der Präsident der Reichspostdirektion Frankfurt a. M., Lohrn e y e r , die erste neue Postkutsche im sudwest- deutschen Gebiet in Wiesbaden ihrer Bestimmung übergeben. Das schmucke Gefährt, von dessen hohen Bock der „Schwager Lustig" sein Horn erklingen ließ, wurde allenthalben auf seinem Weg durch die idyllischsten Waldpartien von den Spaziergängern freundlich begrüßt. Die Fahrten der Postkutsche, die sehr bequem eingerichtet ist und neun Personen Platz bietet, werden vorerst zweimal täglich durchgeführt. Nach einigen Wochen wird das Zweigespann der Postkutsche, die die romantischen Bilder der Biedermeierzeit auferstehen läßt, durch ein Viergespann ersetzt werden. Wie Präsident Loh- meyer betonte, will die Reichspostverwaltung durch die Wiedereinführung der „Pferde-Personenposten" nachweisen, wie gut in landschaftlich schönen Bezirken hastender Verkehr und beschauliche Romantik nebeneinander bestehen können. Wiesbaden ist durch den Postkutschenverkehr um eine werbende Einrichtung reicher. Wann ist ein Platz im Zuge belegt? Erholung und gute Verpflegung finden Sie nicht nur in der Ferne, . sondern auch in den Sommerfrischen unh Gaststätten der ^estnat Friseur. , - Nun aber müssen noch die Natur fr enden genannt werden! Ausgedehnte Spazierwege im Tal und auf den Höhen, leichte und schwierigere Ber^ fahrten, Ruheplätzchen am rauschenden Gebirgsbach ober sprühenden Wasserfall, ein einzig schön gelegenes Schwimm- und Sonnenbad, Wanderfahrten über duftende Wiesen und durch dunkle Bergwalder in himmlischer Ruhe, all das verbürgt einen Erholungsaufenthalt, wie man ihn sich nur wünschen iann. . _ , Für Berqfreunde ist die Besteigung des Hoch- woqels (2595 Meter), dem König der Allgäuer Alpen, ein einmaliges Erleben. Das behagliche, vergrößerte Prinz - Luitpold - Haus (A.V.- Hütte) ist allein schon die kleine Anstrengung des Anstieges wert. Ein Sommerbüd vor der Hütte, ringsum die gewaltigen Berghäupter, tief unten das im Dämmerlicht des erlöschenden Tages versinkende Tal, ist ganz wunderbar. Wie ein Irrlicht blitzt das Lichtlein des einsamen Giebelhauses am Talfchlutz des Hintersteiner Tales auf. — Vom Luitpold-Haus sind gefahrlose Bergübergänge über das Himmeleck oder über das Laufbachereck nach Oberstdorf oder zum Nebelhorn sehr lohnende Bergfahrten. Besonders schöne Fernfichten hat man dann auch noch vom Iseler, vom Gaishorn, vom Daumen oder vom (Staubfreie, sonnige Lage — Laubund Nadelwälder — Höhenluft — Zentralheizung — Liegehalle. Tagespreis NM. 3.00 bis RM. 3.50 und 10% Bedienungsgetd. 3so«d Just 100 3af;re. alt trafen mir das im Volks, mund mit „altes Gichtbad" bezeichnete B ab Satz- [ d) I i r f bei Fulda. Es liegt im Schuft des mach- tiaen Waldbergruckens des Söderberges, der etwa die Mitte zwischen Rhön und Bogelsberg behauptet. In der Anlage feines Parks und der Anordnung der Surmittelljäufer, im Kurbetrieb und allen fon- ftiqen Aeußerungcn des Badelebcns zeigt sich m Bad Salzschlirf echte Gediegenheit und .zugleich familiäre Behaglichkeit eines alten Heilbades. Rheuma, Ischias und Gicht sind die Heilanzcigen seit langen Zeiten-, denn oor,100 Jahren wurde Salzschlirf nur „wiedererweckt . Vordem hatte der damalige hessische Staat die Quellen zugeschuttet, um einem anderen Bad eine lästige Konkurrenz zu nehmen. Allein der inzwischen zur Weltberühmtheit gelangte „B 0 n i f a t i u 5 b r u n n e n , der u. a. bei den immer stärker in Aufnahme gekommenen Haustrinkkuren" (wie auch die Helenenquelle von Bad Wildungen) eine große Rolle, m Deutschland Hinterstein im Hintersteiner Tal (Allgäu). — (Aufnahme: L. Cleff.) Kurhessen, das grüne Parkland. Lon Karl Lütge. den Einrichtungen dee Badehauses und des Inhalatoriums, die wissenschaftlich durchgebildeten Ärzte, die glücklichen geologischen Vorbedingungen werden für die I leilung Ihre* Leidens dienstbar gemacht. Neuer Sprudel (34 C), elark kohlentäurehaltig. 193S erhöhet. überlegen Sie »ich s einmal recht ernstlich und lassen Sie sich einen Prospekt zusenden. Daraus wird es Ihnen ersichtlich, warum BadSoden am Süd-Tountu schon Zehntausenden Hilfe gebracht hat. Bade- und Kurverwaltung V v am Süd-Taunus Nebelhorn. Aber es brauchen ja nicht immer gleich Hocy- touren zu sein. Gerade das Hintersteiner Tal ist so vielseitig an Tal-Wanderungen, daß es schade ist, nicht das Schönste wenigstens selbst geschaut zu haben. Den herrlichen Waldweg durchs Haidach am Ostrach-Ufer, wo in der Dämmerstunde das Wild aus den dunklen Bergwäldern heraus zum Wasser tritt und auf den Wiesen äst, muß man sich für das Tagesende aufheben. Zur großartigen Felsschlucht der'E i s e n b r e ch e (85 Meter tief), wo tief in einem ausgewaschenen Felskessel die weiß- chäumende Ostrach sich ihren Weg bahnt und donnernd über Gestein zu Tal eilt, muß man des Morgens und dann weiter bis zum einsamen Bergaasthof des Giebelhauses wandern. Ueberhaupt das Giebelhaus! Das ist ein wundervolles Ferienheim! Zwei Fuß-Stunden von Hmter- ftein entfernt, liegt das behaglich eingerichtete Haus am Ende des Hintersteiner Tales, wo das Bar- gündele Tal (Aufstieg zum Hochvogel) und das Obertal (Aufstieg zum Zeiger und Nebelhorn) ab- zweiaen. Spitz'ragt das Berghaupt des Giebels hinter dem Haus empor. Wenn die frühe Sonne schon die Bergkrone in Licht taucht, liegt hier am Ende des Tales das einsame Berggasthaus noch im kühlen Morgenschatten. Frei von allen Alltags- sorgen, läßt es sich hier wohl herrlich leben! Wenn man mal wieder unter Menschen sein will, braucht man nur nach Hindelang zu fahren. Uebrigens bringt den Unternehmungslustigen die Kraftpost von Hindelang nach Oberjoch (1136 Meter). SHIein bie Fahrt auf wunderbarer Autostraße in vielen Kehren den Jochberg hinauf mit ständig wechselnden Aus- Selten bin ich so erfrischt, so arbeitsfreudig und erholt aus den Ferien zurückgekommen, als im letz- tn Jahr. Es waren ja nicht nur die gesunde bräune, die blanken Augen und das verjüngte Aussen — nein — der ganze Mensch schien überholt, snd bei den Freunden Hub ein Wundern und ragen an, wo liegt das Paradies, wo man sich 0 erholen kann Wenn ich erst lächelnd, dann immer lieber begeistert ein Loblied auf das Hintersteiner al anstimmte, dann sahen mich fragende Augen n. Hinterstem? Ja, wo liegt denn öas eigentlich, t das sehr weit, wie kommt man denn da hin, ist ms auch was für mich? Wenn ich erklärend hmzm elfte, es liegt im Allgäu, dann weiß mand) iner noch immer nicht viel mehr, denn auch über ien geographischen Begriff Allgäu bestehen bei Dielen Menschen erhebliche Zweifel! h .. Mein Loblied auf eins der schönsten orusichen Hochgebirgstäler beginnt deshalb Zunächst mit Der tein 'sachlichen Feststellung, daß die Anreise über die P-Zuq-Strecke München, Jmmenstadt, Kempten, Lindau geht. In Jmmenstadt steigt man in den Lersonenzuq, wenn man nicht gerade durchgehenden Bäderzug nach Oberstdorf erwischt hat, nd nun fährt man in gehobener Fenenstimmung tn der Alpenkette entlang bis zum kleinen Stad ien Sonthofen, wo man in die bequeme Kräftigst umsteigt, die auf guter Gebirgsstraße ins Tal ^er Ostrach hinauffährt. In 25 Minuten ist zunächst Hindelang er- i-icht- es ist ein reizend gelegener Markt am tfufee -es Hirschbergs, dessen schmucke Häuser am Son- Anhang der Bergketten liegen. Das wald- und Diefenreidje Tal ist von den langsam sich empor- findenden Spazierwegen wunderbar zu überblicken. s»n 10 weiteren Minuten ist man dann in B a d Uberdorf, das durch eine hübsche Obstbaum- Landstraße mit Hindelang verbunden ist. Hier, in r3ab Oberdorf, wie auch im tiefer im Tal gelegenen hinter ft ein sind heute noch wie vor Hunderten ron Jahren die Nagel- und Messerschmieden tn Tätigkeit und manche alten sehenswerten Holzhäuser ceben Zeugnis von der alten Hausindustrie. Das stahe Luitpold-Bad (Schwefelmineralbad) an vindgeschützter Stelle in bunten Bergwiesen, ist em cf)r gern besuchter Erholungsort. Bei dem kleinen Weiler Bruck, reizend mit seiner winzigen Kapelle km rauschenden Gebirgsbach, macht die Ostrach plötz- ich einen rechten Winkel und die Straße windet ich nun in das malerische Hintersteiner Tal. , Still und einsam liegt das aus drei Teilen, dem vorderen, dem mittleren und dem hinteren Dorf begehende Hinterste in im reizvollen Talkessel !>er oberen Ostrach. Bergriesen umrahmen das ichmucke Dorf, dessen hohe Kirche, die Zierde des mittleren Dorfes, stolz in die Himmelsbläue ragt. Zwei Gasthäuser bieten auch des Abends nette Geselligkeit und Gemeinsamkeit mit den freundlichen Zinwohnern und die verstreut liegenden, teils noch tarn alten, urgemütlichen, schindelgedeckten dauern- Däuser bereiten den Ferienbesuchern eine heimische Unterkunft. Jedes einzelne Haus steht auf grüner Wiese, des Morgens scheint die Sonne auf den ireundlich gedeckten Frühstückstisch, der vorm Haus, .m Grünen steht. Es gibt keine Kies- oder Sand- roege, nur grüne Matten und grüne Wiesen und ganz kleine Bauernblumengärtchen am Haus. Fürs leibliche Wohl sorgt in jeder Weise die schwäbische Gastfreundschaft. Es gibt sogar in Hinterstem em paar kleine Läden, eine Postagentur und einen Nervös - Erschöpfte Spezialkuranstalt Hofheim 15 (Taunus) bei Frankfurt am Main. Telefon 214 Mäßige Preise. S.-R. Dr. M. Schulxe-Kahleyss, Nervenarrt spielt, ließ sich nicht für immer der Menschheit vorenthalten. Trotz der sommerseligen Stimmung, die jetzt Kurhessens Berge und Täler, Städte und Badeorte atmen, sind sie ernsthaft heilbeflissen; und die heil- klimatischen Kurorte des Landes — Arolsen im Waldeckischen, Rotenbura und Melsungen im Fuldatal, Usseln und Wi11inaen im Hochsauerland, W i tz e n h a u s e n an der Werra, Marburg- Ortenburg und nicht zuletzt Kassel- Wilhe Ims höhe, der Kneippkurort, u. a — werden gerade aus dieser Haltung heraus geschätzt. Im waldgrünen Gehügel der hessischen Landschaft zwischen dem Herkules hoch ob Kassel-Wilhelmshohe . unb der fröhlichen Studentenstadt Marburg ist zur hohen Sommerszeit vom Herben zum Lieblichen eine glückhafte Wandlung vor sich gegangen. Mit ' leider meist nur flüchtigem Erstaunen betrachtet sonst der Reisende in den großen Schnellzugen Berlin — und Hamburg—Frankfurt die reizvolle Wald- berglandschaft zu Seiten der Strecke zwischen Kassel und Marburg, bzw. Bebra und Fulda. Das hessische Land wirkt jetzt nun — und erst recht abseits der großen Strecken — wie ein einziger weiter lichter, großer Park mit innig schönen, so recht deutlchen Waldgebirgslandschaften. Bad Wildungen wächst unweit des 1200- jährigen, kräftig städtischen, historisch hochberuhmten Fritzlar einen Hügel hinauf. In malenswürdig bunter hessischer Fachwerkbauweise verläuft der Kurort unmerklich ins grünumschmeichelte eigentliche Kur- viertel. Hoch über der Altstadt thront Schloß F r i e d r i ch st e i n , das seit langen Jahrzehnten die beispielslose Entwicklung dieses Heilbades beobachtet hat. Aus aller Welt kommen Blasen- und Nierenleidende hierher ins einst Waldeckisch« und genesen durch die einzigartigen Heilwerte des Helenen- und Georg-Viktor-Brunnens, der dreimal am Tag in der neuen Wandelhalle am Ende des Kurparks im Kurschlenderschritt getrunken wird. Und sie erleben zugleich stark die Landschaft, deren Wesenszug voll Güte und Behagen ist — eine tatsächlich „heilende Landschaft". Etwa ebensoweit wie Wildungen von Kassel, der berühmtesten Kunststadt Mitteldeutschlands, entfernt, liegt das bekannte, familiäre Bad Sooden- Al l e n d o r f an der Thüringer Werra. Hier tritt zu den gutgeformten Waldbergen eine Flußlandschaft echt deutscher Prägung. Gegen den grünen Berghang lehnt das Kurviertel des neuzeitlich ausgebauten und trotzdem familiären Solbades und wird vom frischen Atem der Gärten und Anlagen zärtlich umspielt. Katarrhe, Asthma, Rheuma und Skrofulose heilt das jahrhundertealte Bad mit erstaunlich neuen Einrichtungen und Anlagen, so eine Trinkkuranlage völlig aus Jenaer Glas. Em Kranz entzückender alter Fachwerkhäuser baut sich rund um den kleinen Kurpark auf, und hat wohl die Salzgewinnung ehedem geschützt. Nahe den blinkenden Eisenpfaden der Hauptstrecke Eichenberg— Bebra ragen die Gradierbauten, jene wirksamen Freiluftinhalatorien des Bades, und jenseits der Werra steht der Stadtteil Attendorf als kostbarste altertümliche Stadt Hessens. Hoher Sommer läßt milde Luft die hier in Kur- hessen einziehende Werra hinabfluten, am ßuöroig« stein entlang, nach Witzenhausens weiten, gesegneten Obsthängen und Hann.-Munden am Zuiammen- fluß von Werra und Fulda. Karlshafen an der breitfließenden Weser, ein Solbad wie Bad Sooden-Salmünster im südlichen Kurhessen, kost die Sommerluft so freudig wie die stillen und abseitigen Landschaften in Rhön- und Knüllgebirge und kommt beherzt auch zur echten Mittelalterlich- keit vom berühmten 1200jähngen Bad Hers- seid, wo die in jeder Kunstgeschichte eingehend gewürdigte Klosterruine ragt und wo eine Stadt non aefeftigter Eigenart, altersstolz und gastfrei, die Schauenden empfangt; heilende Wasser lassen hier überdies im Badestadtgebiet Kuren gegen Magen, Darm und Zucker wirksam werden. 'fommeTfmd Braunfels Schwimmbad mit erwärmtem Quell wasser Luft-, Licht- u. Sonnenbad am Waldesrand. Auch Sonntags geöffnet. In nttchster Nähe der Oberniiihle, Schloßbrauerei. 4471 r» . A , ,im Spezialheilbad für H Katarrhe. Aethma. Hen- 1 leiden Bad Soden am Süd- Taunue. Die berühmten Heilquellen,(aus deren Salze auch die Sodener Mineral- pastillen hergestellt werden), die medizinisch hervorragen- •a. - Das alte England- dasandereDeutschland Don Or. Erich Schmidt Die Lehren des Weltkrieges sind für alle Völker so bitter gewesen, daß sie eigentlich unvergessen sein sollten. Wenn man aber heute die britische Politik betrachtet, so ergibt sich, daß sie in gar keiner Weise sich gegenüber der Einkreisunaspolitik der Vorkriegszeit geändert hat. „Im Jahre 1904", so beginnt Lloyd George seine unter dem Titel „Mein Anteil am Weltkrieg" erschienenen Memoiren, „an dem Tage, an dem der e n g l i s ch - f r a n z ö s i s ch e Bündnisvertrag bekannt gemacht wurde, kam ich zu einem kurzen Besuch bei dem verstorbenen Lord Rosebery nach Dalmeny. Seine erste Begrüßung war: ,Sie sind wohl mit diesem französischen Vertrag ebenso zufrieden wie die anderen auch?' Ich versicherte ihm, es erfülle mich mit großer Befriedigung, daß unsere knurrigen und bissigen Beziehungen zu Frankreich endlich ein Ende gefunden hätten. Er erwiderte: ,Sie irren sich sehr. Dieser Vertrag bedeutet letzten Endes d e n K r i e g miiDeutschlan bl‘N ftad) 1904 ist England den Weg bis zur Katastrophe weitergegangen, wie Lord Rosebery es vorausgesehen hatte. EnglaM) hat dies getan, obwohl es schon durch sein Vorkriegsbündnis auch mit Rußland neben Frankreich nicht gerade zur Stärkung des eigenen Weltreiches beigetragen hatte. Das Kernstück des britischen Weltreiches ist Britt sch-In dien mit seinem ungeheuren Reichtum und seiner Bevölkerung von über 350 Millionen. Schon vor dem Kriege sah England nicht nur in der Ungestörtheit der Verbindungswege zu den einzelnen Teilen seines Weltreiches eine für die britische Politik unbedingt entscheidende Aufgabe, sondern stellte auch das Ziel auf, den wertvollen indischen Besitz durch einen ihn umgebenden Gürtel von Staaten unter direkter oder indirekter englischer Vorherrschaft zu sichern. Eine Kette von Puf- serstaaten sollte Indien vollkommen von jeder uner- wünschten europäischen Eingriffsmöglichkeit ab- schließen. . Man muß nur einen Blick auf die Weltkarte werfen, um zu erkennen, daß England beides gleichzeitig nicht kann, nämlich das eben genannte Ziel bezüglich Indiens zu verwirklichen und Freundschaft engster Natur mit einem imperialistischen Rußland zu halten. Trotzdem aber hat England im Jahre 1907 das englisch-russische Abkommen geschlossen, von dem Lord Eurzon, der britische Staatssekretär des Aeußeren von 1918 bis 1924, am 5. Februar 1908 im Oberhaus erklärte: „Ich glaube nicht, daß dieser Vertrag, soweit er sich auf Persien bezieht, zur Sicherung Indiens, zur Unabhängigkeit Persiens oder zum Frieden in Asien beitragen wird." Gegen uns war damit der Ring der Einkreisung geschlossen. Der Weltkrieg war die Folge. Das englisch-russische Abkommen sollte nach den da- maligen Angaben des Foreign Office dem „europäischen Gleichgewicht" dienen. Es hat nur der Zerrüttung Europas gedient. Diese englische Politik vor dem Kriege und heute ist nur verständlich aus einer völlig falschen britischen Grundeinstellung heraus. Es war um die Wechnachtszeit des Jahres 1897, als das Amsterdamer „Handelsblad" schrieb: „Wer da wissen will, wie man sich früher gegenseitig mit Schimpfwörtern bewarf, der lese theologische Streitschriften aus dem 17. Jahrhundert; wer aber erfahren will, was die englische Sprache heute leisten kann, der lese einmal, was englische Zeitungsschreiber schreiben, sobald sie über den deutschen Kaiser und über das deutsche Volk sprechen. Die schändlichsten Beleidigungen des Enkels ihrer Königin werden nur so niedergeschrieben, als ob diese Leute nicht den geringsten Begriff von ihrer Verantwortlichkeit hätten. Die Worte des Kaisers werden aus dem Zusammenhang gerissen, einem kräftigen Ausdruck oder einem kühnen Bilde wird die blödsinnigste Bedeutung untergeschoben ..." In der Tat: Im Jahre 1897 hatte die Pressehetze englischer Blätter gegen den deutschen Kaiser und gegen das deutsche Volk einen Höhepunkt erreicht. Als in diesem Jahre Deutschland Kiautschau besetzte, ging fcin fürchterliches Geheul in der englischen Presse los. Man sprach von einer schändlichen 23er- aewaltigung des unschuldigen China, man tat so, als ob niemals in der Weltgeschichte ein himmelschreienderer Frevel begangen worden wäre. Das aber hinderte England nicht, wenige Monate später Weihaiwei einzustecken. Das hinderte auch die gleichen englischen Zeitungen nicht, dies mit Beifall als einen Akt höherer Weltgerechtigkeit zu begleiten. Aus diesem Beispiel der geschichtlichen Erinnerung, dem unzählige andere zur Seite gestellt werden könnten, erhellt sich schon weitgehend die britische Mentalität. Ist der Brite fromm, so begründet er mit seinem religiösen Gefühl seinen Standpunkt durch die Behauptung, daß die englische Nation das „auserwählte Volk Gottes" fei. Ist der einzelne Eng- länder weniger kirchlich gesinnt, und pflegt er die britischen Ansprüche lieber historisch als religiös „zu beweisen", dann sagt er, England sei der rechtmäßige Nachfolger des römischen Weltreiches. Diese englische Auffassung hat der Unterstaats, sekretär im britischen Außenamt Charles Dilke in seinem Buch „Das größere Britannien" einmal wie folgt formuliert: „Der Gedanke, der sich mir bei allen meinen Reisen aufdrängte als mein steter Begleiter und Fichrer, als der Schlüssel, der mir das Verständnis für alles das erschloß, was mir in fremden, neuen Ländern rätselhaft und wunderbar erschien, war der überwältigende Eindruck von der Größe unseres Stammes, der schon jetzt den Erdball umspannt und wohl dazu bestimmt ist, diesen einst ganz zu erfüllen." Das ist britische Wettauffassung! Sie wird nicht nur geteilt von den hohen Beamten des Foreian Office. Sie wird ebenso vertreten von dem einfachen Mann auf der Straße. Sie wird auch für richtig befunden von hohen Würdenträgern der englischen Kirche wie von den britischen Kaufleuten unt> erst recht von den englischen Politikern. Auch die Opposition der Labour Party denkt hier nicht anders als die Konservativen. Aus dieser Einstellung heraus ist England stets jeder Nation entgegengetreten, von der es — berechtigt oder nicht — der Meinuna war, eine Riva- lität befürchten zu müssen. Mehr als ein Jahrhundert hindurch kämpfte aus diesem Gedanken heraus Enaland gegen Frankreich. Dann wandte es sich gegen Deutschland. Diesen Kampf gegen Deutsch- land hat England vor dem Kriege mit allen Mitteln geführt. Nur ein Beispiel sei gebracht: Im Jahre 1909 erschien unter dem Titel „Unsere deutschen Vettern" ein von der „Daily Mail" heräusgegebenes Buch. Wer annimmt, daß bei dem genannten Titel der Schrift hier von der englischen Zeitung der Versuch gemacht worden wäre, den deutschen Ansprüchen Rechnung zu tragen, der irrt sich gewaltig. Vielmehr wurde in der Schrift über Deutschland unter anderem folgendes gefönt: „Auf der einen Seite ist das emporstrebenoe Deutsche Reich jung, vertrauensvoll, ehrgeizig, eine fruchtbare Rasse, die jährlich um 900 000 Menschen wächst, so daß man ausgerechnet hat, daß innerhalb des Jahrhunderts die Bevölkerung Deutschlands auf 200 Millionen anwachsen wird. Die ständige Vervielfältigung der Volkszahl allein würde genügen, sie zu zwingen zu einer Ausdehnungspolitik, um für den Volks- Überschuß eine neue Heimat in anderen Klimaten zu finden. Dann hieß es weiter: „Aber wohin in der Welt sich Deutschland wendet, es findet überall den britischen Koloß, sicher im Besitz unbegrenzter Gebiete, zivilisiert, durchforscht, entwickelt in Jahren des Friedens, sich immer enger einfügend in die mächtige Umarmung des Mutterlandes. Deutschland erschien zu spät auf der Welt- bühne. Die 25$elt war schon v erteilt, als das Reich an jenem Januarmorgen in Versailles ausgerufen wurde. Und man kann vermuten, daß das am Herzen des Deutschen von heute nagt, und daß es, er mag wollen oder nicht, seinen politischen Ausblick überschattet, und daß es ihn reizt, jeden Muskel spielen zu lassen, jede Anstrengung daran zu setzen, in jeder Beziehung den höchsten Grad der Wirkungskraft zu entfalten." Für Die Bildung der öffentlichen Meinung in England verantwortliche Stellen logen also dem eigenen Volke vor, Deutschland werde in wenigen Jahrzehnten auf 200 Millionen Menschen angewach- ien fein und werde, ob es wolle oder nicht, so zu er großen Gefahr für das britische Weltreich. Es muß hier nicht bewiesen werden, daß Enaland heute wiederum seine Einkrei- sungspoutik gegen Deutschland führt, wie vor dem Kriege. Es ist also das alte geblieben und hat nichts hinzugelernt. Was hat England, das ein Weltreich fein eigen nennt, in Osteuropa verloren? Mit welchem Recht mischt es sich in Dinge, die es nichts angehen? Es ist dies alles nur erklärlich aus der ganzen britischen Grundeinstellung heraus. Hat England trotz der Lehren des Weltkrieges nichts hinzugelernt, so haben w i r es getan. Wenn von der Führung des Großdeutschen Reiches immer wieder betont wird, daß sich die englische Einkreisungspolitik heute einem anderen Deutschland gegen- übersteht, so genügt ein Hinweis auf die Wehr- Politik vor dem Kriege und heute, um dies zu erhärten. Der konservative Dorkriegspolitiker Graf Westarp ließ vor einigen Jahren den ersten Band seines Werkes „Konservative Politik" erscheinen. Was Westarp hier über die Dorkriegspolitik Deutschlands berichten mußte, ist geradezu erschütternd. „Frankreich , so schreibt er, „hatte 82 Prozent, Deutschland nach Erlaß der drei Wehrvorlagen erst 58 bis 59 Prozent der in den Listen des Geburts- ortes Eingetragenen bei den Fahnen. So blieben im letzten Jahrzehnt vor dem Kriege jährlich etwa 70 000 Mann, wie Bassermann schätzte, ober nach Angabe des Reichskanzlers 60 000 Taugliche von der Dienstpflicht frei." Mit ihnen hätten in wenigen Jahren spielend noch mehr als jene drei Armeekorps aufgestellt werden können, die Ludendorff als Abteilungschef im Generalstab schon vor dem Kriege mit seherischem Blick stürmisch for- derte und deren Fehlen in der Unglücksschlacht 1914 an der Marne den für uns so furchtbar Verhängnis- vollen Ausschlag gab. Westarp kommt aufgrund fei- ner eingehenden und einwandfreien Untersuchungen zu folgendem Schluß: „Unter Fürst Bülow ist der Gedanke der allgemeinen Wehrpflicht also praktisch, jo sogar grundsätzlich preisgegeben worden." Westarp hat mit dieser Feststellung tausendfach recht. Denn es war keine allgemeine Wehrpflicht mehr, wenn von jedem Jahrgang der männlichen Jugend fast 100 000 trotz voller Diensttauglichkeit nicht zu den Fahnen berufen wurden, weil der Reichstag die Mittel für ihre militärische Ausbildung nicht bewilligte. Heute dürfen die Feinde des Deutschtums nicht mehr darauf hoffen, daß Deutschland die Wehrkraft seines Landes nicht zur vollen Entfaltung bringt. Das andere, das neue Deutschland, steht einig und geschlossen und ist deshalb stark genug, alle Bedrohungen abzuwehren. Algier, Frankreichs Zukunstsland. I. Franzosen im Kolonialland. Don Or. Lenore Kühn. Wer von Frankreich aus nach Algier hinübergeht, erlebt eine große Ueberrafchung. Es ist, als ob es nicht dasselbe Volk wäre, das im Mutterlande sich sein Leben und seine Kultur gestaltet und das auf afrikanischem Boden nun [eit uv er hundert Jahren, Schritt für Schritt vor- oringend, eine neue koloniale Provinz schuf, das eigentliche Algier oder „Territoire du Nord“, und die Wüsten gebiete, das „Territoire du Sud“. 9m Mutterlande sehen wir eine gerade uns Deutschen fast unfaßbare Rückständigkeitauf allen, aoer auch allen Gebieten, — geistig-ideenmäßig so gut wie materiell-zivilisatorisch. Der verlotterte, verfallene schäbige Prunk von Anno Toback, das ersichtliche Fehlen jeder Erneuerung (außerhalb der „Metropole" Paris), auch nur eines Pflastersteins, wenn es nicht dem unmittelbaren Nutzen dient wie Hafenanlagen und dergl., der traditionelle, aber doch immer wieder erstaunliche Schmutz, eingerostete Gewohnheiten und verknöcherte Sitten wirken geradezu devrimierend und abstoßend. Ein mehr als liberales „laissez-aller, laissez-faire“ schließt sich dort zu einem Gesamtbilde von trostloser Zukunsts- losigkeit zusammen. Dagegen ist im französischen Gebiet, jenseits des Meeres, um Algier überall ein frischer Zug, lebendige junge Kräfte, tatenfreudige Tüchtigkeit zu verspüren, die eine völlig andere Atmosphäre verbreiten und den Franzosen selber in neuem Licht zeigen. Es ist, als ob Frankreich seine besten Kräfte an dieses Land abgegeben hat, oder richtiger: als ob alles, was den Moder und Muff dieser stark gealterten Schönheit, der „Doirce France“, nicht mehr ertragen kann, sich auf dies neue Tätigkeitsfeld geflüchtet habe. Dort zeigt das französische Volk — auch noch außerhalb der bäuerlichen Schichten — einen Kern von Tüchtigkeit, Kühnheit und gesunder Erneuerungsfähigkeit, der offenbar im eigenen Mutterland nicht zur Auswirkung kommen kann, erstickt und erdrückt von Ideologien, gehemmt durch Traditionen, überaltert! Das ist das, was uns heute ganz Frankreich in feiner Kultur entgegenschreit. Wer sich vor 25 Jahren schon über die komischen liliputanischen Waschgeschirre, die unvorstellbaren sanitären Einrichtungen und antediluvianischen Esenbahnwagen wunder mußte, wundert sich mit Recht nach 25 Jahren noch mehr über die gleichen unveränderten Dinge. Ein neuer Typ von Bahnwagen, ohne die rührende „Kutschenform" der Wagen, die man noch in der Umgebung von Paris antreffen kann, und ohne die naive Heizung der „Bouillotten", mit heißem Wasser gefüllte blecherne Fußunterlagen der Reisenden — das erscheint dort fast schon wie ein Wunder in der ganzen zerbröckelnden, aber prätentiösen Lebens« kulisse der französischen Heimat. Es wirkt alles wie Dom Trödelmarkt. Dagegen hat schon der Zwang zum Prestige und zur kulturellen und staatlichen Repräsentation gegenüber der eingeborenen Bevölkerung Algiers (summarisch als „Araber" bezeichnet) nicht nur den Franzosen selber zur Entfaltung neuer Methoden und zu größter Sauberkeit im Koloniallande und in den kleinen Kolonialstädten erzogen, — soweit dies nach den örtlichen Bedingungen und den Lebensgewohnheiten der Eingesessenen möglich ist, — sondern auch zu modernen Maßnahmen auf allen möglichen Gebieten. Wer Frankreich nur von Algier her kennte, der würde sich ein völlig falsches Bild von den Zuständen des Mutterlandes machen. In Algier-Stadt, wo die eingeborenen Frauen noch streng verschleiert, wie weiße Pakete, eingemummelt bis über die Nase herumlaufen, zum Teil mit den barbarischen Fußringen auf Seiden» strümpsen, fahren diese fo Verhüllten doch in schönen, modernen und reichlich vorhandenen elektrischen Bahnen, ja in höchst eleganten großen Autobussen, die besonders für die weitere Umgegend bestimmt sind. Neben dem dunklen Gewirr der Trep» penstrahen des Eingeborenenviertels, das Kasbah- Viertels, das sich an den hohen Hügeln der Stadt malerisch hinaufzieht, erstehen doch weite Stadtteile, keineswegs nur Europäerviertel, wo sich acht- bis neunstöckige Häuser modernsten -Stils, fast schon Wohnfabriken erheben, mit breiten, hellen Straßen, kleinen Schmuckparks und Spielplätzen der Kinder. Der alte Seeräuberhafen Algier, der es einst zum Schrecken Europas noch bis zur französischen Eroberung machte, dicht neben dem einstigen Sklaven- markt, wo die europäischen Gefangenen der Piraten nackt verkauft wurden, verschwindet heute in einem Winkel der großen modernen Hafenanlagen, die diese herrliche Ducht begleiten, welche landschaftlich nur mit dem Golf von Neapel zu vergleichen ist. Weithin dehnen sich rings die sonnigen, grünen Hügelvorstädte und unzählige Vororte. Zwar sind die schönen malerischen Dillengärten der einheimischen Reichen jetzt zurückgedrängt worden von den zahlreichen europäischen Villen und Bauten des üppigen Gartenviertels von Algier, „Mustapha", hoch am Berghang, wo auch das deutsche Generalkonsulat in wunderbarer Lage seinen stillen, umgrünten Sitz hat. Die „Hand der 9atme", das Schutzzeichen über dem Eingang einheimischer Anwesen, ist nicht mehr allzu häufig in jenem Viertel zu sehen. Wenn sich aber eine europäische Reisegesellschaft, im Galopp durch das Eingeborenenviertel der Kasbah gejagt, nicht genug über „die engen, winkeligen, stinkenden und licht- losen Straßen" (aber Schatten gilt ja als Wohltat und ist es auch dort) entrüsten konnte, so haben diese Leute offenbar die vielen riesigen modernen Wohnbauten für die Einheimischen über« sehen, die gleich daneben aufragen. Die eingefeffe« Nachbar Feuervogel. Von Hans Friedrich Blunck. Eigentlich hat mein Freund Feuervogel keine Zeit für mich. Nur an Nachmittagen, wenn er seine brütende Frau ausschickt, um Futter zu suchen, läßt er sich herab, mit mir zu schwätzen. Husch, wie ein Glutball schwang er sich eben in die Eiche. Ein un» geguldiges Jekjekjek und Piropiropirol! Da weiß die Frau, die mannshoch in einer großen Astgabel ihr Nest gebaut hat, daß der hohe Herr sie ablösen will, sie fliegt eilig durch die Schwarzerlen und ist im Augenblick davon. Nun sitzt mein gelber Freund, der in so oräch- tigen Farben schillert, wie man es kaum nunter in Traumwäldern findet, mir gegenüber. Er hat den Kopf auf mich und meine Angelrute gerichtet, wir konnten Zwiesprache pflegen. — Es ist noch nicht lange her, daß ich ihn entdeckt habe; der Vogel Pirol ist ein wilder, unsteter Herr, der sich oorm Menschenauge geschickt verbirgt. Um so besser halten wir heute Freundschaft. Ich muß nur einige Rücksicht nehmen und, wenn er mit flachen Schwüngen vorn Niederholz in seine Nesteiche einfällt, rasch auf die Angel blicken; er ist ein stolzer Gesell und mag nicht, daß ich zuschaue, wie er sich zum Brüten setzt. Ich tue ihm den Gefallen; ich habe auch genug zu bedenken! Da wohnen viele dicke Schleie und sogar Aale im Mudd meines Teiches. Einen Aal haben wir neulich bei den Erbsen erwischt — Kreckkreck? fragt mein Nachbar. Er will es mir nicht glauben, und ick werde verlegen. Aber wenn ich's nicht selbst war, so hat es doch der alte Fischer in Lütjensee beschworen. Man müsse nur früh ausstehen, sagt er, jeden Morgen griffe er einige Aale in seinen Erbsenbeeten. Warum soll es nicht wahr fein? Diele Fische wandern, die Aale sitzen in den abseitigsten Heidetümpeln, wie kämen sie dahin? Bei den Hechten kann man sich's anders erklären; die wilden Enten bringen den Laich in die Mergel- kulen oder wo sie just einfallen. Aber Aale laichen im Karibischen Meer, Aale müssen also über Land wandern; sie werden auch in die Erbsen gehen, wenn sie Lust haben, der Alte am Lütjensee wollte einen Eid darauf leisten. Die sommerliche Glut spiegelt sich im Wasser; Haselnüsse, Erlen und Evereschen hängen dunkel über meinem Teich. Enten schnattern leise, sie halten Mittagsschlaf im Schatten; nur eine von ihnen muß Wache stehen und beobachtet mich unaufhörlich. Auch der Pirol hat mich scharf im Äuge, das weiß ich ohne aufzuschauen. Und weil die Hitze einen unerträglichen Dürft macht, möchte ich ihn wohl fragen, ab es wahr ist, was die Bauern behaupten, daß er nämlich gar kein Vogel Pirol sei, daß er nur immer schrie: „Bierholen, Bierholen". Es gibt indes Dinge, zu denen man nicht den rechten Mut findet, und ich weiß nicht, ob es die Freundschaft stören würde, wenn ich mich im Ernst danach erkundigte. Ich weiß ohnehin, er lauert und lauert nur auf den Augenblick, wo fein Weib heimkommt, um ihm die Wacht im Nest wieder abzunehmen; unstet ist er und taugt nicht wie unsereins dazu, die Angel auszuwerfen und eine Stunde lang einen alten Pfropfen im Auge zu haben. Jst's nicht fo? — Da, wie ich unsicher hinüberschaue, hat auch er nach mir Ausblick gehalten — wipp, hebt sich der goldgelbe Kopf mit dem roten Schnabel über dem Nest auf. Nun, ich frage nicht, ich muß mit meinem Durst allein fertig werden. Eine blaue Wolke, die langsam in meinem Rücken höherkam, sendet mir zum Trost einen Schauer weißen Regens herab, noch mitten in den Sonnenschein hinein. Ich kriege drei Schritte zurück auf den Haselhügel. Mit einem Blick habe ich noch die Angel im Äuge, mit dem andern muß ich das Wunder des Regenbogens fassen, der überm Hudeland steht und vom Gewölk wie Gottes siebenfarbene Flagge niederfällt. Uebrigens sind Pirol und ich nicht die einzigen Nachbarn. Gerade als ich pflichtgemäß nach der Angel ausfchauen will, hoppelt Mümmelmann, der auf Nachbarschaft hält und dem ich schier jeden Tag begegne, bis dicht vor meinen Haselbusch und macht sein Männchen. Ick bin ein höflicher Mann und hebe die Hand an Die Mütze. Er dankt und grüßt, indem er sein Ohr nach vorn legt. Dann setzt er sich wieder in Gang und hoppelt weiter, hier und dort einmal ein wenig naschend. Kreckkreck, sagt der Vogel, und piropiropirol. Er hat besser auf meine Angel aufgepaßt als ich; gerade sehe ich noch, wie der Korken untergeht. Mit einem Satz bin ich am Wasser und schwinge die Rute hoch; aber sie ist federleicht, der Köder ist längst abgenagt. Querquerquerbülobülobülo, spottet der Nachbar. Oder vielleicht kümmert er sich schon gar nicht mehr um meine Angel; er hat keine Lust, zu brüten. Ihm fällt ein, daß er Weibsarbeit verrichtet; Bülobülobülo, lockt er zärtlich und ruft ungeduldig ein böses Jeckjeckieck hinterher. Da kommt seine Frau, ganz außer Atem vom raschen Flug. Was der Ndann einen vollen Tag über erjagen darf, das muß sie sich in einer Viertelstunde der Ablösung fangen. Ein kurzer Zank, einige Worte der Rechtfertigung über das lange Wegbleiben, dann drängt die Frau den Gatten zur Sette, und während ich betrübt eine neue Brbtkugel um die Angel tue, steht der Nachbar rotgolden, buttergelb, mit schwarzen Flügelbändern und purpurnem Schnabel auf dem Nestrand, dehnt sich mit einem hellen Pirolpirol und ist, hui, auf und davon. Schon im nächsten Augenblick ist kaum noch ein Funke von ihm zu sehen. Nur der Regenbogen hängt siebenfarbig aus der überglühten Wolke. Er scheint im Wind zu schwingen, leise hin und her zu schwingen. Vom plumps, den die Karpfen machen. Von Anton Schnack. Menschen, die sich gerne am sonnenbeschienenen Spiegel regungsloser Teiche oder sttller Altwasser aufhalten, kennen den Laut. Man hat sich, über eine von Heuschrecken sirrende und schwirrende Wiese gehend, dem Schilfrand des stehenden Wassers genähert, dessen Spiegel mit schönen herzförmigen Wasserrosenblättern überwachsen fft — jetzt entsteht der tiefe, dumpfe und geheimnisvolle Laut. Karpfen haben mit einer jäfjen Bewegung, weil sie von dem herannahenden Schatten erschreckt wurden, das Geräusch verursacht und sind aus dem warmen Wasser der Teichoberfläche blitzschnell in die undurchschaubare Tiefe getaucht. Der ganze Schwarm ist nicht mehr zu sehen, nur der sich verbreiternde Wasserkreis, der aus der Bewegung entstand, wandert in großen Ringen weiter und bringt sämtliche Wasserpflanzen und Rohrschäfte am Ufer zum Schaukeln. Immer geringer und unsichtbarer wird bas Ringspiel, schließlich verebbt- die Bewegung, und Regungslosigkeit wie vordem breitet sich wieder über den pflanzengrünen Wasserspiegel. Nur zeitweilig steigt eine glitzernde Schnur von Lustperlen empor, die an der Oberfläche knisternd zerspringen. ♦ Ich liebe es, an einem sonnenüberkochten Teich zu sitzen, der einen starken Duft ausatmet, gebraut aus verdampfendem Wasser und verfaulenden Pflanzen, wozu noch der wilde Atem der Minze und die flüchtige Lieblichkeit der weißblühenden Zaunwinde kommen. Die Seele einer solchen Wafserlandschast ist aus bleiernem Schlaf und ununterbrochenem, schweigsamem Wachstum gemacht, dabei zärtlich durchspielt vom klirrenden Stroh- geräusch tändelnder Libellen. Ein Karpfenschwarm mit gelben und graugrünen Rücken fft wieder aus der Tiefe getaucht und treibt, das runde, ringförmige Maul geöffnet, träge durch das warme Oberwasser, das 'sie behaglich schlürfen und wieder ausstoßen. Der Rand des Teiches ist ringsum bestickt mit weißen Wasserrosen, der Nymphäea alba, aus deren porzellanener Blüte das reine Antlitz der Nymphe schimmert, die den starken Herakles liebte, ober aus unerwiderter Liebe an gebrochenem Herzen starb und von der Huld der Gotter in die seltsame Blume des Wassers verwandelt würbe. Plötzlich jagt der Schatten einer pfeilschnell dahin» schießenden Taubenwolke über die mittägliche Wasserruhe — ich höre den muschelhohlen, kurzen Plumps. Der eine Plumps entfesselt andere, zum Teil von anderen Karpfenschwärmen, die ebenfalls die Sonnenwärme der oberen Wasserschichten ausgesucht haben, aum Teil von auf den Blättern sich sonnenden Fröschen verursacht, die in das Wasser zurückspringen und untertauchen. Plumps . . . Plumps . . . Plumps . . . Traumklang des Wassers, Baßnote einer Sommersinfonie, lockender Ton der Wassermärchen und Wasserwefen, Stimme des gold- schuppigen Wassermanns, der, versteckt im Schilf, in seinen Mund Wasser gurgeln ließ und es behaglich wieder ausblies. Zeitschnffen. — Menschen, die wir nicht kennen, schildern zwei ^Beiträge des Juliheftes von Del Hagen & K l a« finge Monatsheften: die Arbeit des Kellners in einer großen Gastwirtschaft bildet den Hintergrund für eine reizvolle Novelle Paul Apels; Kapitäne der Landstraße, d. h. die Fahrer von Fern- laftkraftzügen, bieten Kurt Künkler den Stoff für einen aufschlußreichen Bericht. Gerade recht für die Zeit der Ferien kommt die anmutige Plauderei vom Reisen von Professor Dr. Bruno Bauch. An den Tag der deutschen Kunst und seinen Festzug klingt die Deröffentlichung der Miniaturen Jörg Äölbe- rers zum Triumphzug Kaiser Maximilians an, gründlich erläutert von Professor Dr. Wilhelm Waetzoldt. Ebenfalls farbig illustriert ist ein Aufsatz von Hans Leip über den Hamburger Maler Paul Mechlen. Zwischen Dichtung und Historie schwebt die Arbeit über Hortense Beauharnais, die Mutter Napoleons III., von Wilhelm von Sckolz. lieber Flugzeugschiffe berichtet ein illustrierter Aussatz von Professor Dr. Werner von Langsdorff. Das Heft bringt noch zahlreiche Kunstbeiligen, viele kleine Betträge und die Fortsetzung des großen baltischen Romans gerbst auf Herrenhöfen" von Gertrud von den Brincken. iüros. Aber Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen! rung der Verhältnisse und der Gier nach Verdienst. Das liegt nicht nur daran, daß in Algier ein großer Stamm seßhafter Existenzen von zum Teil uralter Kultur neben der Kultur des Islam mit dem Lande t, was wir bereits Erwartungen über- daß der deutsche Glanzleistung vollbracht ' te der festen Derteidi- Zwischen Bunkern und Orahivechauen Eine Fahrt zum Westwall. - Festungen unter der Erde. Don unserem D. S.'Sonderberichterstatter. Als Ludi durch den Laden und weiter hinauf in ein Stübchen stürmte, da war der alte Dudenkopp o verblüfft, daß ihm die Handkäse, die er gerade einpacken wollte, auf den Boden rollten. Und Emilie, die Mutter, bekam diesmal Schrei- und Wem- krampfe. , . , , v . . Der Bäckermeister Waffelsack aber lud seine Getreuen am gleichen Abend zu einem saftigen Zwiebelkuchen und guten Kümmelschnaps ein, und das Späßchen wurde noch viel belacht. „Ei ja no", erklärte Waffelsack, „solch einem Windbeutel gehören ab und zu die Flügel gestutzt, sonst ist ja vor ihm kein Schürzenzipfel mehr sicher. gehalten wurde. Und nun kommt noch ein ganz wichtiger Tatbe. stand hinzu: Der Bauer lebt sehr viel einfacher als der Städter. Bis zu einem gewissen Grad ist der starke Verbrauch von Brot und Kartoffeln auch durchaus verständlich und erträglich, weil die rege Arbeit in frischer Luft die Verdauung ganz anders fördert als die Stubenhockerei in den Büros. Aber selbstverständlich ißt der Bauer auch ganz gern em ordentliches Stück Schweinebraten statt Kartossein mit weißem Käse und Buttermilch. Was soll man kaufte, da machte der Ludi begehrliche Augen und wollte es in die festen, roten Backen kneifen. Nee nee", sagte Gretel, denn sie hatte ihren Schatz in Birkenhain. Der hieß Konrad und konnte so schöne Gedichte in die Briefe schreiben, daß ste manchmal meinen mußte. Und ,^Pnrflb ein guter Kerl, und einen anderen Schatz wollte ste ni^ber der Ludi ließ nicht locker. Auf allen Wegen strich er dem Mädchen nach und flötete ihm hundert Schmeicheleien ins Ohr, fo daß es in feiner Be- drängnis zum Bäckermeister Waffelsack lief und ihm seine Not klagte. Der Bäckermeister war em Schalk. Als Ludi wieder einmal fragte: „Gehen wir bald einmal miteinander fort?" da flüsterte sie: „Am Mittwochnachmittag bin ich allem zu Haus . „O du, da werde ich kommen", schmachtete der Derber „Ja, ' um vier durchs Hintertürchen", bat das Mädchen und huschte zum Laden hinaus. Am heihersehnten Mittwoch gegen vier schlüpfte Ludi in sein Staatsgewand, kämmte sich sorgsam den Schopf und schwänzelte dann eilig .zu seiner Hintertür hinaus und zu jener des Bäckermeisters Waffelsack wieder hinein. Hei wie das klappte! Im Hauseingang stand auch schon Gretel im blauen Kleid und hatte rote Backen. Es führte den Liebhaber ins Stübchen „Da steht ein Stuhl", sagte Gretel, lief geschäftig hin und her, ordnete ihre Kleider, die auf der Truhe lagen und machte begehrliche Augen. Da klopfte es mit harten, knochigen Fingern an die Tür. Das traf den Verliebten wie em Keulen- Oer Zauber im Kleiderschrank. Von Ernst Eimer. Friedrich Dudenkopp hatte einen gut gehenden Krämerladen im Städtchen Pappelberg. Er verkaufte Nudeln und Schuhwichse, Kaffee, Mehl und Heringe, Rosinen und Handkäse und andere Herrlichkeiten mehr. _ . „Emilie", sagte Dudenkopp zu seiner Frau, „unser Geschäft gefällt mir ganz gut, es geht wie am Schnürchen, aber unser Ludi gefällt mir nicht. Der Schlappch verschläft das halbe Leben. Er ist im Laden keinen Schuß Pulver wert und steigt im Städtchen allen Mädchen nach." „Ach Gott", verteidigte Emilie, „ßiibi ist lebenslustig, und Jugend will zu Jugend!" „Ei ja, freilich", rief Dudenkopp, „aber der Sausebeutel sollte mit seinen zweiundzwanzig Jahren wissen, was er tut!" Darüber was er tat und was er nicht tat machte sich der junge Dudenkopp wenig Sorgen. Er steckte seinem Alten die Füße unter den Tisch, bettelte der Mutter das Geld aus der Ladenkasse, verkaufte auch ab und zu Rosinen und Heringe und richtete im weiteren fein Leben nach feinem Wohlgefallen. wohl abgewogene Fruchtfolge, auch ein Zukauf von Handelsdünger zur ständigen Wiedererneuerung der Bodenkraft. Der deutsche Dauer kann unmöglich so billig produzieren wie der Ackerbauer, der mit dem Hakenpflug eine Furche ritzt, dann die Saat m den Boden bringt und im übrigen den lieben Gott mal« ^Die^Stadtmenschen wissen, daß ihnen heute manchmal eine gewisse Entsagung zur Pflicht gemacht wird und daß zeitweise Einschränkungen unumgänglich sind. Aber was sie vielleicht nicht wissen, ist die doch immerhin erhebliche Tatsache, daß die Erfassung der landwirtschaftlichen Produktion zu,..ihren Gunsten so weit durchgebildet ist, daß die ländliche Bevölkerung selbst keinen Uebersluß an Nahrungsmitteln hat. Mancher Städter mag während seines Urlaubs mit einer gewissen Verblüffung feststellen, daß m einem Dorswirtshaus Milch durchaus nicht nach Belieben verfügbar ist; ja, es wird oft genug vorkommen, daß überhaupt keine Milch abgegeben werden kann, weil schon in aller Herrgottsfrühe Die ganze Milch zur Molkerei gebracht wurde. Der Landwirt ist im Winter und im Vorfrühling mit Gemüse und Obst oft schlechter daran als der Städter, wenn die eigenen Vorräte entweder von vornherein beschrankt waren oder wenn mit ihnen nicht sorgfältig haus^st^^ie Mauer auch aus Beton und Stahl, so besteht sie doch gleichzeittg auch aus einsatzbereiten, geschulten und erprobten Kriegern. Denn in der Abwehr wird stets die deutsche Angrisfsleidsnschaft ihren Ausdruck finden. Man wird also niemals nur in den Bunkern bleiben, sondern den Kampf aus den Befestigungen heraus durch den Gegenangriff in offener Feldschlacht unterstützen. So erhalten die Westbefestigungen einen doppelten Wert. In dieser Wertsteigerung liegt aber auch die Überlegenheit über das französische Be- festigungssystem, das nur darauf abgestellt 'st, den Waffenträger an sich zu fesseln und ihm sowohl die Lust, im Freien zu kämpfen, zu nehmen wie überhaupt seine persönliche Einsatzbereitzchaft auf ein Minimum zu drücken. Letzten Endes ist es immer der Daterlandsoerteidiger, der |eber Ver- teidigungsstellung ihren Wert gibt. Heute stehen längs der Grenze die Formationen, Die sowohl in den Befestigungen als auch vor ihnen zu kämp. fen wissen. s Nicht vergessen werden darf aber jene Armee der Spaten- und Spitzhackenträger, der Ingenieure, Baumeister und Bauarbeiter, die seit dem Sommer des vorigen Jahves in ununterbrochener Arbeit die Befestigungen aufführten. Sie standen hier im Angesicht eines Gegners, der Finsteres brütete, aber bereits im September 1938 mit seinen Planen an der Entschlossenheit der Arbeitsmänner aus allen deutschen Gauen scheiterte. Diese Männer eben Alters und jeden Berufes, einig aber am Westwall und ausgerichtet auf ein gemeinsames Ziel, haben Großes geleistet. Sie haben auf Befehl des Führer- der deutschen Nation ein Bollwerk errichtet, wie es die Geschichte noch niemals kennen gelernt hat. wirklich verwurzelt ist, wahrend Tunis in höherem Maße das Völker- und Rasfengemifch durchziehender Scharen erlitt und auch das Zivtlisations-Proleta- riat viel verbreiteter ist. Sondern unzweifelhaft hat auch die Erziehung zu europäischer Gesittung durch die französische Herrschaft daran Anteil. Die Kenntnis der französischen Sprache ist dort in Algier weit verbreiteter; die junge Generation lernt sie jetzt in der Schule. Anstand, Beherrschung und sonstige Gesittung sind in Algier viel mehr zu finden als in dem sich selbst überlassenen Lande des Beis von Tunis, wo nicht so nachhaltig eingegrifsen werden konnte. Denn der erzogene Eingeborene — meist handelt es sich dabei um eine an sich nicht ungünstige arabischcherberische Mischung — ist auch für die Anforderungen modernen Lebens sehr wohl zu brauchen. Intelligent und strebsam ergreift er in seinen besten Elementen die Bildungs- und wirt- schaftlichen Förderungsmittel, falls sie ihm borge» boten werden. Man konnte viel Gewissenhaftigkeit und sachliche Tüchtigkeit in Algier unter den beamteten Eingeborenen beobachten, auch auf Gebieten, die diesen ursprünglich ferner liegen wie etwa die Technik. So ist bei den erzieherischen Bemühungen der Franzosen und ihrer auch das Wirtschaftlich- Technische fördernden kolonisatorischen Tätigkeit dieses schöne und reiche Land Algerien in der Tat als ein „Zukun ftsland" Frankreichs zu betrachten. kostbaren Inhalt verstaut, dann schoben die Männer ihr Frachtgut dem Marktplatz zu. Der aus allen Himmeln gefallene Ludi hatte sich in sein Schicksal ergeben und war mäuschenstill in seinem Häuschen. Die großen Spalten sorgten für frische Luftzufuhr, und so hatte der Gefangene auch noch keinen Grund, in seinem Kerker laut zu werden. . Waffelsack hatte die inhaltrelche Fuhre auf Den Marktplatz bringen lassen, weil dort gerade eine große Nachlaßoersteigerung von allerlei Haus- und Küchengeräten und aus diesem Grunde em Men- schengewoge war wie auf dem Jahrmarkt. „Waffelsack", rief der Büttel mit schallender Stimme, „soll dein Schrank auch auf die Ver- ,te,',3aUunb nein", schrie der kleine choppelsritz der auf allen Jahrmärkten, bei allen Hochzeiten, Kmd- taufen und Versteigerungen zu finden war Der Kauz hatte die lustigsten Einfalle, hexte den Leuten die Warzen aus dem Gesicht und genoß den Ruhm, in allen geheimnisvollen Dingen Bescheid zu wi |en. Hoppelfritz kroch flink auf den Wagen und stellte sich neben dem Kleiderschrank aus. Er setzte seine große Hornbrille auf die Nase, wand sich em rotes Tischtuch um die Schultern und klopfte Mit einem dicken Kartoffelstößer den Kasten ab. ,Dölkerscharen sammelt euch", schrie er in die Menge Aber das hatten die Scharen bereits getan. Dicht gedrängt standen sie Kopf an Kopf um den ^'^Wer^soll"^euch in diesem Kasten erscheinen?" „Ein Güterzug", rief cs. Ein Walfisch", tarne von anderer Seite. "$in Mondkalb", verlangte ein dritter. „Bald haben wir die Spur", meldete der Hoppel- ^ßubi Dudenkopp!!" schrie jetzt eines aus der ^JBHam, Ludam, Morarn", sagte der Zauberer mit Grabesstimme, schloß auf, hielt benÄartofeb stvßer beschwörend über seinen kahlen Schädel, uno aus dem Kasten sprang - Ludi Dudenkopp. Die Menge gröhlte, raste und lachte und dem Zauderer wurde dröhnender Beifall geschenkt. „Nee, ach nee", rief die Grete in einem fort; sie mar auch unter den Zuschauern und mußte so lachen, daß sie nicht mehr aus den Augen gucken ^Ludi Dudenkopp hatte 4s gar nicht leicht, sich einen Weg durch die dichte Menge zu bahnen. Ob- L mohl er in Sprüngen seinem Kramladen Aueilte, i gab ihm doch das halbe Marktvolk das Geleite. Felder weckt. Schwer genug war die Arbeit. Der Reichsnährstand hat schon im vorigen Jahr die Zahl der seit 1933 vom flachen Lande abgeroanberten Menschen auf mindestens 600 000 geschätzt. Die reine Statistik schließt nicht die ganze Wahrheit ein. Die guten Erträge der Landwirtschaft müssen mit Arbeit, viel Arbeit erkauft werden. Wir erzeugen auf dem Hektar (10 000 Quadratmeter) rund doppelt so viel Weizen und Roggen als Ungarn und rund dreimal so viel als Rumänien. Bei unserem oft bürftiaen Sandboden und mittelmäßigen Klima sind solche Ergebnisse keine reinen Gottesgeschenke; sie müssen mit viel menschlicher Arbeit erreicht werden. Dazu gehört die pfleglichste Behandlung der Felder, eine ^kfierein! Jetzt kommt aber schnell", schrie das Mädchen und öffnete dem Ludi die Tur zum Kleiderschrank. Kaum war er verwahrt und der Schlüssel der Schranktür abgezogen, da polterte auch schon der Bäckermeister Waffelsack mit drei handfesten Leuten in die Stube. Das waren seine zwei Gesellen und ein Pferdeknecht aus der Nach- ^SoX Jungen", sagte Waffelsack zu den „Ein» aewMten" das wäre also der Schrank; er ist wackelig, und es, ist höchste Zeit, daß er zum krächzte einer, „das Luder hat ja ein Gewicht wie Blei. . Ei ja no", erklärte Waffelsack „das ist fern Wunder, es ist gutes, kerniges Eichenholz. mor dem Bäckerhause stand schon ein Karren bereit. Auf diesen wurde der Schrank mit feinem Oie Narrenkappe. Seefahrer. Zwischen Schottland und den Orkney-Inseln führte eine gefahrvolle Schiffahrtsstraße hindurch: der Pentland Firth. Kap Warth, an der westlichen Ein- fahrt des Firth gelegen, wird als der schottische Friedhof der Schiffe bezeichnet — zu viele Klippen sorgen hier für die Strandung der Schoner und Frachter. Eine dänische Bark nahm daher vor der Durchfahrt einen Lotsen an Bord. „Na, McPershon", begrüßte der dänische Kapitan den Lotsen, „Sie kennen natürlich die Küste hier ganz genau, wie?" „Well, Sir", antwortete der Lotse, „jebe einzelne ^Im^selben Augenblick stieß bas Schiff auf Grund, so daß ein heftiges Zittern vom Kiel bis zum Topp lief. McPershon spuckte seinen Priem über Bord und meinte gedankenvoll: „Das war zum Beispiel eine, Sir..." Schwierige Frage. Ein witziger Privatdozent stellte einmal mit seinen Studenten vom juristischen Seminar und gleich daraus mit einem Kreis von Laien ein kleines witziges Experiment an. Binnen zehn Minuten mußte die Frage beantwortet werden: „Kann jemand nach altlübischem Recht die Schwe- fter seiner Witwe heiraten?" . Erst in der neunten Minute kam em Student nach angestrengtem Grübeln darauf, daß diese Frage zu verneinen sei, da niemand, nach welchem Recht es auch sei überhaupt, dazu im Stande ist. Das gleichgroße Auditorium von Laien, dem dann die gleiche Frage vorgelegt wurde, war schon nach drei Minuten mit der Beantwortung fertig und lachte schallend ob des Unsinns dieser Preisaufgabe. Kämpfer sicheren Schutz xu gewähren, ihm olles zu bieten, worauf fein Kamerad 1914/18 so oft zum Nachteil feiner Kampfkraft verzichten mußte und gleichzeitig diese Betonblöcke mit einer Feuerkraft ausjurüften, die jeden Angriff zerichellen lassen muß. Man kann beruhigt fein: keine Boden- alte, keine Geländevorteil ist ungenutzt geblieben, aber auch dem etwaigen Gegner keine Möglichkeit gegeben, vielleicht doch noch irgendwo durchbrechen zu können. Heber lange Strecken ging die Presse- ahrt durch diesen Abschnitt der Westbefestigungen: mmer uno überall das gleiche Bild einer unerschütterlichen Wehrhaftigke t und einer Abwehrbereitschaft, wie sie nun einmal nötig ist, um von vornherein den Ein- (reifem klar zu machen, wie hoffnungslos jedes Beginnen ist, vom Westen her in das Reich ein- ©artenbau und Braunkohle. Nanu, was ist denn das? Sollen die Kirschen und die Pflaumen beim Verschwelen der Braunkohle erzeugt werden? Keine Sorge! Hier handelt es sich nur um die kleine Feststellung, daß der Gesamtwert der deutschen gartenbaulichen Erzeugung rund ebenso hoch ist wie der Wert der geforderten Braunkohle. Es ist einmal ganz gut, sich einen solchen Tatbestand recht drastisch vorzustellen und inne zu werden, daß die Summe des Kohlrabis und der Radieschen, der Kirschen und der Pflaumen und was sonst noch zum Gartenbau gehört, mit einer so hoch entwickelten Industrie wie Dem deutschen Braunkohlenbergbau Schritt halten kann. Ebenso ist der Gesamtwert der milchwirtschaftlichen Erzeugung in Deutsch- land so hoch wie der der Eisen - und Stahl- gewinnung. Für diese Feststellung gibt es keinen geeignete- ren Zeitpunkt als Die letzten W och e n der Ernte. Die Einbringung des Heues ist schon in vollem Gang, und das Korn hat abgeblüht. Die Ernteberichte aus dem ganzen Lande sind wiederum recht günstig. Wir wollen nicht den Tag vor dem Abend und die Ernte vor der Einbringung loben, aber wir hoffen alle, daß ein gnädiges Walten des Allmächtigen die Erwartungen bekräftigen wird, die ein Spaziergang durch die sommerlichen Negertum gibt im Gesamteindruck dort in Tunis eine viel rohere, ungebildetere und dazu raffgierige Dolksmischung ab, wo bisweilen die fast tierische " " tbar wird, wenn diese Menschen einen Vor- ........ ;_jen oder ein „Geschäft" ver- eitelt glauben. Von den Ureinwohnern am Schatt ei Dscyerid behaupten manche Forscher, daß sie im Typus dem Neandertaler noch am nächsten stehen. Uno in der Tat konnte man Typen sehen, die an Friedrich und Emilie hatten ja mit ihrem Spröh- ling einmal höhere Pläne gehabt. Der sollte fein Dasein nicht hinter dem Ladentisch verbringen, sondern sollte zur Hochschule. Aber er hatte nur em prahlerisches Maulwerk, eine durstige Kehle und dabei ein leeres Hirn. So mußte er die Schule verlassen. Aber wenn er hinter dem Ladentisch Pfeffer und Schuhwichse verkaufen sollte, da meldete sich bei ihm die Bummellust Er dachte an die Minna im „Weißen Lämmchen", an die Fanny in der Brunnenstrahe, an die Frieda am Bärenplatz und an manches andere. Da ließ der Leichtfuß Pfeffer und Schuhwichse liegen, nahm sein Stöckchen unter den Arm und strich am Hellen Werktage in den Gassen des Städtchens herum. Er dehnte seine Entdeckungs- und Vergnügungsreisen aus bis in den dunklen Abend, oft bis in die Mitternachtsstunde. 2ttn fol- genben Morgen lag Ludi wie tot in den Federn, und der alte Dudenkopp schickte aus seinem Krämerladen die kräftigsten Spruche und Wünsche hinauf ins Faulenzerstübchen. Neben Dudenkopps Krämerladen stand Das Haus vom Bäckermeister Waffelsack. Der hatte ein bildhübsches, blondbezopftes Hausmädchen, bte Grete aus Birkenhain, frisch und gesund wie ihre ganze Heimat. Und wenn das Mädel bei Dudenkopps ein- Die letzten Verteidigungsanlagen längs der beut- fchen Westgrenze nähern sich ihrer Vollendung. Wa- , ren schon im Herbst die wesentlichsten Befestigungen ( fix unt) fertig und vor allem dem menschlichen Blick i entzogen, so sind inzwischen auch die großen und ! größten Werke in die Erde hinein versenkt worden. Es ist dem Gau Koblenz-Trier zu danken, daß dieser Tage Pressevertreter eine Fahrt durch < die Westbefestigungen machen konnten. Diese Fahrt hat nicht nur bestätigt, was wir bereits , mußten, sie hat sogar noch alle Erwartungen über- ‘ men. Es ist tatsächlich so, daß der deutsche Oberhand über die Rinderkultur. Das Halfagras d r . .. , cflt vier Jahre hindurch Erfahrungen im Steppe, das für Matratzen und ähnliches im Lande M« yar er ^rfen die dem deutschen Volke geringere Rotte als z. m Tums wo es in neigen Gegner eine Chance zum Eindringen in ^DikkaLlkünd SstLschk Leistung Frank. reich- tritt noch deutlicher h-rnor. wenn man »u « Grenze überschreitet, die nack Turn * fuhrt, das Errichtung dieser großartigen Verteidigungs- LSMSMMW UMM-MWMMW hort wüste zerlumpte, auch rassisch widerwärtige Breite und Tiefe gehende Mnensperre. A? >Ä,»" HfS SÄ sLäÄ'äM viel degeneriertes oder von seinem Boden losgelöstes > ganz modern, vollkommen barau^j^ nen Handwerler allerdings leben gern in der al- heften Stadt, und man kann die Metallschneide« und Vunzarbeiten, die künstlichen Metalleinlegearcheiten, bei denen in die vorgeritzte Zeichnung auf Holz Wut sichtbar wird, wen ickmale Messingbänder mit staunenswerter Geschick- teil sich entgehen fehei schreit zu schönen Mustern eingehämmert werden, eitelt glauben. Don de nur dort noch bewundern, ebenso wie man auch dort die besten Silberschmiedearbeiten nach uralter Tra- vition findet, — Buckelapmbänder, Kinnketten und ------- - - - ,, . nnr af em die merkwürdigen, altertümlichen huf. die Rekonstruktlonen desselben erinnern — flache elfenartigen RirHfibeln mi? Dorn, meist paarweise Stirn, dicke Augenwülste, platte breite Nase, tierische am Gewände d^iutzt und von großem archäologi- Mundpartie. Auch ist hier von Osten und von der ftfc, faulld) eljer nod) ein auch das Nomadentum der Südhälfte des Frankreich, und die Auslagen der^^rtigen &anl)e6 lebt m festen Verbänden). oards bemühen sich, pasMe'Laden, etwa den ^jer, trotz der großen Armut bestimm- „Bon Marchä , und pariserische Ware nachz h , L r hegenden, so etwa der einsamen Bergbewohner nur. .etwas grober und greller für Afr iS^ und der Nomadenstämme, im ganzen doch einen §acht. Aber fehr viel deutlicher noch ß> Y . wohlgeordneten und sogar überraschend gesitteten dieser großen buntscheckigen Stadt hat Fra z 6inbru(f macht — auch in der Negerbevölkerung—, Algerien einen ganz neuen, h irflb;non6n so ist in Tunis, von den ansässigen Oasenbewohnern fachgemäßen, aber doch an die Londes f abgesehen, alles wie überschattet von der Verlotte- ÖÄoTÄ rU"S bcr $5er^“nif!e Unb b6? ^r.n°ch ^rhienfL besonders die sehr rührige »Compägme Trans- atiantique“ unterhält Musterhotels selbst in kleineren Ortschaften des fianoesinnern. Die auch dem Verwöhnten nichts zu wünschen übrig laisen. Wirtschaftlich hat Algier bereUs dem Mutter ande reiche Frucht getragen. Sem Reichtum beruht aus der Landwirtschaft, sawahl Vichw.rtschaft wie Feld- und Gartenwirtschaft. All-rdma» ist hier alles durch die Gunst der Wiiterung bedingt, und fo albt es oft bö e Mißernten. „Alle sieben Jahre' ekn aukes W, er^en ..die Pessimisten unter den Landwirten. Aber In günstigen Jahren bietet Algiers Feld- und Gartenwirtschaft sogar mit bedeutenden Weinbau im Norden das Bild eines erstaunlichen blühenden Reichtums — im nord- liehen Küstenteil ein grüner ©arten, von Almer bis fast nach Constantine und noch bis nahe an den ftufc des Atlasgebirges heran, wo die reichlichen, wenn auch meist undichten Wälder allerdings noch wenig benutzt werden. Verschiedene Bergwerke mit Phosphat und Eisen, auch Zink und Blei mußten zum Teil wegen Unrentabilität im Atlasgeblrge wieder, einlcklafen: sie gedeihen nur in der Nähe der Küsten- “onerL ftäbfe, schon wegen Der Verkehrsverhältnlsse. In der Festungsbaue^ nun dazu sagen, wen« ein Städter während ssknes Urlaubs auf dem flachen Land gteid) am ersten Tag in die vewegliche Klage ausbricht, er hätte sich schön seit langen Monaten nicht mehr an Rühreiern sattessen können? Wir sind sehr weit davon entfernt, dies üble Beispiel verallgemeinern zu wollen. Aber diese Taktlosigkeit ist vorgekommen. Kein vernünftiger Mensch wird ein Verbrechen daraus machen wollen, wenn sich irgend jemand einmal einen „guten Happen" zulegen will. Das tun wir alte! Aber auch hier macht der Ton die Musik, und es ist ganz etwas anderes, ob jemand sich nach der Verfügbarkeit einer Leckerei erkundigt oder ob jemand mit weithin schallender Stimme ein ganzes Gasthaus über seine Eiersorgen informiert. Etwas ähnliches mag wohl auch der Reichsstatthalter für den Sudetengau, Gauleiter Konrad Henlein, im Sinne gehabt haben, als er neulich in einem Zeitungsgespräch sagte: „Mir scheint es wesentlich, daß auch die Reisenden, die privaten Besucher aus dem Altreich, den psychologischen Gegeben h e it,e n unseres Gaues Rechnung tragen, yd) möchte betonen, daß das Sudetendeutschtum aus seiner langjährigen Sehnsucht nach der Heimkehr ins Reich eine vielleicht starke idealistisch gefärbte Vorstellung von allem hat, was aus dem SOfretd) W Cs wäre daher! doppÄt SedeMv- lich, wenn dieses Bild durch Verständnislosigkeit oder auch Taktlosigkeit einzelner getrübt würde." Man kann es kaum deutlicher sagen. Da ist es ein viel besseres Vergnügen, sich während der kostbaren Urlaubstage lieber ein ganz klein wenig— und sei es auch nur sehr theoretisch — in die Geheimnisse der Landwirtschaft und ihrer heuttgen Anstrengungen einweihen zu lassen. Man frage nur tüchtig herum und begnüge sich durchaus nicht mit einer Einzelauskunft. Selbstverständlich gibt es Bauern, die schwören, niemals Mais anzubauen; und andere Bauern, die für die Gründüngung mit bitteren Lupinen schwärmen und bedauern, daß der Anbau der Süßlupine den gleichzeitigen Anbau der bitteren Lupine ausschlietzt. Aber mit ein wenig gesundem Menschenverstand und Bereitwilligkeit kommt auch der ahnungslose Städter über diese „internen" landwirtschaftlichen Betriebsfraaen hinweg und auf das zu, was das wichtigste ist: sich ein Bild zu machen von der ungemeinen Vielfalt der landwirtschaftlichen Betriebsausgaben ihren inneren Zusammenhängen und dem Maß an Verstand, Fleiß, Ausdauer und Berufstreue, den sie von jedem einzelnen fordern. Dr. Ho. Aus aller Welt. Ehrung für den Entdecker des Morphiums. Dr. Friedrich Sertürner, der Entdecker des Morphiums, hat feine letzte Ruhestätte in Einbeck (Hannover) gefunden. Im Jahre 1804 entdeckte er das Morphium, das feit 135 Jahren Millionen Kranker und Verletzter geholfen hat. Auch an der Bekämpfung der Cholera hat er wirkungsvoll mitgeholfen. Mit. Hilfe der Deutschen Apothekerschüft wurde die alte Kapelle/ in der Sertürner ruht, zu einer würdigen Gedächtnis st ätte umgebaut. Eine große Ueberraschung war beim Umbau die Entdeckung alter Wandgemälde aus dem 15. Jahrhundert. Im Rahmen einer Apothekertagung wird die Gedenkstätte demnächst eingeweiht werden. Ehrenschild „Kriegskamerad" für 7369 Kriegspferde. Durch die von der Zeitschrift „D er deutsche Tierfreund" unter der Leitung von Dipl.- Landwirt F i n u s durchgeführte Aktion zur Erfassung und Ehrung der Kriegspferde wurden 7369 Pferde mit dem Ehrenschild „Kriegskamerad" ausgezeichnet. 2856 Kriegspferde im Besitze bedürftiger Volksgenossen erhielten durch dieses Hilfswerk Ehrenhaferspenden. Dipl.-Landwirt Finus wurde vor einem halben Jahr durch den Reichsverband für Zucht und Prüfung deutschen Warmblutes mit der goldenen Plakette für besondere Verdienste ausgezeichnet. Die Bergungsarbeiten der „Thetis" unterbrochen. Die Bergungsarbeiten an der „Thetis" mußten wegenschweren Südwest sturmes unterbrochen werden. Das Bergungsschiff „Celo" verlor nach Mitternacht im Sturm beide Buganker. Eines der um die „Thetis zur Hebung gelegten 4,5zölligen Stahlseile ist durch Bojen gesichert worden, aber ein um den vorderen Teil gelegtes Seil glitt ab, so daß die Arbeiten nach Einsetzen besseren Wetters von neuem beginnen müssen. Da die Wetteraussichten eine baldige Besserung nicht vermuten lassen, ist die „Celo" nach Birkenhead zur Reparatur beordert worden. Eine Anzahl der an den Bergungsarbeiten beteiligten Hilfsfahrzeuge hat vor dem Sturm Schutz unter Land gesucht. 50 000 Zentner Stroh durch Blitzschlag vernichtet. In M a l t s ch (Schlesien) wurde eine Feld- s ch e u y e der Schlesischen Cellulose- und Papierfabriken AG. durch Blitzschlag in Brand gesetzt. Das Feuer griff auch auf zwei in der Rühe liegende große Strohhaufen über, so daß die hier lagernden 50 000 Zentner Stroh bald ein einziges Flammenmeer bildeten. Die Feuerwehren aus Maltsch, Neumarkt und Liegnitz mußten sich darauf beschränken, die zunächst stark gefährdeten F a - brikanlagen zu schützen. Drei Tote bei einem Flugzeugunglück in Frankreich. Ein Flugzeug des Flugzeugstützpunktes Mour- melon streifte in der Nähe von Reims über einem Wald den Gipfel eines Baumes und stürzte ab. Das Flugzeug ging in Trümmer. Von den vier Insassen wurden drei sofort getötet und der vierte verletzt. Fleischvergiftungen in einem ostgalizischen Älarktflecken. An einer Fleischvergiftung erkrankten in dem ost- galizischen Marktflecken Jaworow 20 Personen, von denen bisher sieben gestorben sind. Die übrigen Erkrankten befinden sich in Lebensgefahr. Drei Frauen bei einem Straßenbahnunglück in Stockholm getötet. Im Stadtzentrum von Stockholm ereignete sich ein schweres Eisenbahnunglück. Infolge Versagens der Bremse stürzte ein Wagen um. Dabei wurden drei Frauen getötet. Mehrere Fahrgäste wurden verletzt. Tödlicher Sturz von der Drücke. Der achtjährige Reinhart Bauer in Brücken bei Aschaffenburg wurde mit einer schweren Kopfverletzung in der Kahl tot aufgefunden. Vermutlich ist der Junge auf dem Heimweg von der Schule aus bisher noch unbekannter Ursache von der Brücke in die Kahl gestürzt und ist beim Sturz mit dem Kopf auf einen großen Stein aufgeprallt. Die Berge wahren ihr Geheimnis. Der Bruder des Kunsthändlers Koffka aus Bad Reichenhall, der 52 Jahre alte Apothekenverwalter Waldemar Koffka von Nürnberg und dessen Ehefrau sind nunmehr seit 1 2 Iah - r e n in den Allgäuer Alpen in der Gegend von Oberstdorf verschollen. Sie hatten sich am 27. Juli 1927 auf den Aufstieg zur Höfats begeben und wurden noch beim Aufstieg vom Kreuzeck zum Neues für den Bücherüfch. — Dr. Franz Graf Zedtwitz: Gams in ihrer Bergheimat. Ein Lebensbild der Gemse im Wechsel der Jahreszeiten. Insgesamt 137 Seiten mit 94 Aufnahmen des Verfassers. In Leinen gebunden 4,80 RM. Hugo Bermühler Verlag, Berlin- Lichterfelde. — (153) — Dieses Buch wird alle Tier- und Bepgfreunde erfreuen: Graf Zedtwitz, vielen von ihnen seit langem als einer der besten deutschen Tierbeobachter und Tierphotographen bekannt, hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein Loblied auf das scheue Bergwild zu singen, das den allermeisten Flachlandbewohnern kaum aus eigener Anschauung oder allenfalls aus dem Zoologischen Garten bekannt sein dürste. Und zwar handelt es sich hier nicht um Jagd- und Wilderer-Geschichten rund um den Garns — Zedtwitz bevorzugt Herrn Professor Duden zum Trotz, der von der Gemse spricht, diese männliche Bezeichnung —, sondern um eine Lebensgeschichte aus persönlicher Beobachtung; er hat auf unzähligen Pürschgängen zu allen Jahreszeiten den Gams in freier Wildbahn, in seiner heimatlichen Bergwelt belauscht und, oft aus erstaunlicher Nähe, photographiert. Die reiche Sammlung von Photos, die über das Buch verstreut sind, geben ein vollkommenes, lebensechtes Bild vom Gams und seinem Lebenslauf im Wechsel der Jahreszeiten; sie machen das in jeder Hinsicht vorzüglich ausgestattete Werk — auch über den Kreis der Jäger und Alpinisten hinaus — zu einem wertvollen, lehrreichen und anregenden Besitz für jedermann. Hans Thyriot. — D r. Wolf Strache: Auf allen Autobahnen. Ein Bildbuch vom neuen Reisen. 6 RM. L. C. Wittich Verlag, Darmstadt. — (168) — „Dieses Buch", so heißt es im Vorwort, „will das Gegenteil von einem technischen Spezialwerk fein. Bilder und Texte entstanden ohne Auftrag und Bindung, allein in der Absicht, die Schönheit des Autobahn-Reifens darzustellen, das neue, herrliche Gefühl der Weite, der mühelosen Geschwindigkeit, des „fliegenden Teppichs", der allen gehört, einzufangen ..Das ist, wie uns scheint, vollauf gelungen. Die Aufnahmen kommen aus einer meisterlich sicheren Hand, und da das Bild den Eindruck des Werkes entscheidend bestimmt, so entstand ein richtiges Reisebuch neuen Stils, ein Buch zum Lustmachen und Pläneschmieden, ein Buch für den Urlaub und für den Sommer. Die im Vorwort umschriebene Absicht wird auf eine unaufdringlich-anregende Weise erreicht, zumal der knappe Text den Bildeindruck vorzüglich unterstützt. Die Wiedergabe der Photos, die fast alle von Dr. Strache stammen, ist tadellos, auch die übrige Sius* stattung von erfreulicher Gediegenheit. h' — In der Reihe der „Tieck-Bücher" des Verlages W. Scheuermann, Wien I, aus der wir früher u. a. „Trost bei Goethe" und „Freude mit Kindern" besprachen, sind zwei neue Bändchen erschienen (166/167), die anzuzeigen dem Betrachter ein Vergnügen ist: „Herz, wag's auch du" heißt ein kleines „Buch der Andacht und Liebe" mit einer Auswahl der schönsten deutschen Gedichte von Goethe bis Liliencron, von Eichendorff bis Löns, von Claudius bis Ina Seidel; in den Text verstreut Reproduktionen nach Dürer, Altdorfer, Baldung-Grien, Etienne Jeaurat und Schnorr von Carolsfeld. — Das zweite nennt sich „Ihr gelben Chrysanthemen!" und enthält japanische Lebensweisheit der sogenannten Haiku-Dichtung in knappen lyrisch- impressionistischen Dreizeilern, die es bei uns kaum gibt. Wundervoll abgestimmt auf die zarten poetischen Bilder: ausgezeichnet gelungene Reproduk. tionen von vier altjapanischen Jahreszeiten-Gemäl- den. Auch diese beiden neuen Bücher, mit dem gleichen bibliophilen Geschmack ausgestattet wie ihre Vorgänger in der Reihe, eignen sich ganz besonders gut als anmutige kleine Geschenke von bleibendem Wert. Hans Thyriot. Rauheck beobachtet. Vermutlilch wollten sie infolge eines aufkommenden Schneesturmes ins Oytal absteigen und sind dabei ab gestürzt. Es ist jedoch auch möglich, daß die beiden einem Verbrechen 3 u m Opfer gefallen sind. Das Ehepaar Koffka war aufs beste ausgerüstet mit Steigeisen, Seil, Pickel und hatte 700 Mark Bargeld bei sich. Alle Nachforschungen nach dem Verbleib der beiden Vermißten waren bis jetzt erfolglos. Gefängnis wegen Verweigerung der Hilfeleistung. Der Fahrer eines Kraftdrofchkenunternchmers wurde vom Schöffengericht Trier zu drei Wochen Gefängnis verurteilt, weil er die nach dem Gesetz feftgelegte Pflicht, bei Unglücksfällen, Gefahr und Not Hilfe zu leisten, verletzt hatte. Auf den nächtlichen Anruf eines Arztes, ihn in feiner Wohnung abzuholen und zu einer schwerkranken Frau zu fahren, die dringend ärztliche Hilfe brauchte, hatte der Chauffeur sich geweigert zu fahren mit der Begründung, er habe nocheine andere Fahrt auszuführen, die er nicht ab sagen könne. Er blieb auch bei der Weigerung, als man ihn darauf aufmerksam machte, daß er den Arzt auf der Rückfahrt von dieser Fahrt mitnehmen könne. Schließlich mußte ein anderer Chauffeur angerufen werden. Ellernglück auf dem Ausflug. Ein überaschendes Elternglück erlebte ein Ehepaar, das sich an dem Ausflug eines Gesangvereins nach der Eifel beteiligte. Obwohl die Frau in absehbarer Zeit niederkommen sollte, glaubte sie doch, sich an dem Ausflug unbesorgt beteiligen zu können. Unerwartet jedoch trat die schwere Stunde ein, als die Gesellschaft gerade das Ziel ihres Ausfluges, die Nordeifeler Seenplatte, erreicht hatte. Man wollte die Frau mit einetrt Kraftwagen zum nächsten Arzt bringen, doch kam es nicht mehr dazu. In einem Prioathaufe in Gemünd schenkte die junge Frau zwei kräftigen Jungen das Leben. Daß dieses seltene Ereig* ms in den Kreisen der Sangesbrüder größte Freude auslöste, braucht wohl kaum betont zu werden. Ihre Freude brachten die Ausflugsteilnehmer dadurch zum Ausdruck, daß sie für die jungen Erdenbürger einen Kinderwagen und eine Wiege schenkten. Farbige Rennuniform für Rennreiter des Heeres. Am 9. Juli führt der Verein für Hindernisrennen in Karlshorst erstmalig den „Tag deÄ Heeres" durch. Es gelangen sieben Offiziersrennen und ein Rennen der nationalsozialistischen Verbände zur Ausschreibung. Das Nennungsergeb- nis fand mit der Anmeldung von 176 Einzelpferden» für sieben Rennen einen für Berliner Rennbahnen noch nie erreichten Abschluß. Erstmalig werden Angehörige von 31 Regimentern in der vom Oberbefehlshaber des Heeres genehmigten farbigen Rennuniform sich vorstellen. Windhose über dem Westerwald. 1000 Bäume vernichtet. Lpd. Dillenburg, 7. Juli. Eine Windhose, die über die Ortschaft Leun und die angrenzenden Gebiete zog, richtete schweren Schaden an. Der Gewalt der Windhose fielen etwa 1 0 0 0 O b st- und andere Bäume zum Opfer; sie wurden entweder geknickt oder sogar mit der ganzen Wurzel aus dem Boden gerissen. ' Bekanntmachung des Arbeitsamtes Gießen. Laut Verordnung des Neichsarbeiisministers über das Arbeitsbuch vom 22. April 1939 müssen selb« ständige Berufstätige der Landwirtschaft und deren mithelfende Familienangehörige im Besitz eines Arbeitsbuches fein. Anträge auf Ausstellung sind auf dem vorgeschriebenen Formular bis zum 31. Juli 1939 zu stellen. Die Formulare sind bei dem Arbeitsamt Gießen, seinen Nebenstellen und den Bürgermeistereien zu erhalten. Oie Anträge sind nach sorg, faltiger Ausfüllung über die Bürgermeistereien der örtlich zuständigen Dienststelle des Arbeitsamtes Gießen — also den Nebenstellen oder dem Hauptamt — zuzuleiten. Or. List Oer Leiter des Arbeitsamtes. 4824V M Sreuöe an Her Mur ML MMler-Wer! bteibt Bahnhofstr. » Die kleine Schreibmaschine mit den großen Vorzügen General vertrieb Baums & Treibig Gießen Verschlußfeste Gläser sind beim Einkochen sehr wichtig, denn kein Glas soll aufgehen, nichts verderben. In allen Größen bekommen Sie solche Einkochgläser, Gummiringe, Einzelteile und auch den Einkoch-Apparat bei [ffil J.B. Häuser „ Gießen, am Oswaldsgarten Ä XX (Parkplatz), Ruf 214M146 £ sorgt für den Winter \ttj DANKSAGUNG Herrn Wilhelm Wenzel sagen wir allen hierdurch unseren herzlichsten Dank. Anna Wenzel und Kind. Gröben-Linden, im Juli 1939. 4828V Gießen, den 8. Juli 1939. 03363 am 5. Juli 1939 gestorben. Er war einer unserer Besten, dem wir ein treues Andenken bewahren werden. Die Beerdigung findet in aller Stille statt. Die Altersvereinigung 1870/1920 Für die liebevolle Anteilnahme an unserem Schmerz, sowie die Ehrung unseres lieben, unvergeßlichen Entschlafenen Giesser Friedrich st r.7 Lieferant aller Kassen Die Beerdigung findet Montag, den 10. Juli, 14 Uhr, stätt. 03403 In tiefer Trauer: H. Heuser und Frau Lina, geb. Rau Wilhelm Schmidt Walter Heuser Kath. Rau, geb. Engelhardt Trohe, den 8. Juli 1939. „M 100", Gr. E050 130x75 RM. JO „MIO!", Gr.Z jgO 150X75 RM.O't Prospekte auf Wunsch! 234D Holzwarenfabrik E.H.Müller GießeruTeL2332 Todesanzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute früh um 1/25 Uhr unsere liebe Tochter, Schwester und Enkelin Irmgard Heuser im Alter von nahezu 13 Jahren von ihrem qualvollen Leiden in die ewige Heimat abzurufen. Nach langem, schwerem Leiden ist unser lieber Altersbruder Emil Horst Hartbrennholz, ä, Wagen 5 Mk , Anmachholz. ä Waaen 6 Mk , 1 Sack Anmachholz 1 Mt. frei Steuer r92d J. Wellhöfer, Televhon 2313, Marb Str. 24 Kleine Anzeige* richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Daran: Kleinanzeigen in die Hei- matzeitung, den .. . . habe Immer an Müdigkeit und Abspannung gelitten, aber seit ich regelmäßig diesen Kraftspender nehme, bin ich ein fescher Kerl mit meinen 59 Jahren und mache viele Hochtouren." So schreibt P.Eichenhofer.Grofjhesselohe b.München am 25.4.38 über QUICKmit Lezithin für Herz und Nerven bei e-E" bringt die leichte Bekanntmachung. Betr.: Ehrenkrcuz der Deutschen Mutter. Anträge auf Verleihung des Ehrenkreuzes der Deutschen Mutter können noch gestellt werden, auch von Müttern unter 60 Jahren. Das Ehrenkreuz wird verliehen an Mütter, die mindestens vier Kinder lebend geboren haben, falls die Eltern der Kinder deutschblütig und erbtüchtig sind, und die Mutter der Auszeichnung würdig ist. Antragsvordruck wolle alsbald beim Standesamt (Altes Rathaus, Marktplatz 14) in den Sprechstunden werktags von 8 bis 10 Uhr und 15 bis 16 Uhr — mittwochs und samstags nur vormittags — abgeholt werden. Meldeschluß: Montag, 31. Juli 1939. An diesem Tage müssen alle Vordrucke ausgefüllt und von der zu ehrenden Mutter unterschrieben beim Standesamt eingegangen sein, andernfalls Verleihung zum 1. Oktober 1939 (Erntedanktag) nicht mehr vorgeschlagen werden kann. G i e ß e n, den 5. Juli 1939. 47890 Der Oberbürgermeister. I. V.: Vogt, Beigeordneter. Anmeldung zur industriellen Zacharbeiter-Lehrabschluß- und stausmannsgehilfenprüsung im Herbst 1939: Die Anmeldungen haben zu erfolgen: für alle Facharbeiter- und Kausmannslehrlinge, die ihre Lehre bis zum 30. 6.1940 beenden, in der Zeit vom 17. 7. — 31. 7.1939. Die Anmeldung der Lehrlinge aus den Kreisen Gießen, Alsfeld und Lauterbach hat bei der Industrie- und Handelskammer Gießen, Lonystr. 7, unter Vcr- Wendung der hierfür bestimmten Vordrucke zu erfolgen. DieVordrucke sind bei der vorgenanntenJndustrie- und Handelskammer erhältlich. Die Prüfungsgebühr beträgt für Teilnehmer an der Kaufmannsgehilsen^ Prüfung RM. 3,— je Lehrling, für. Teilnehmer an der Facharbeiter- und Lehrabschlußprüfung RM. 6,— je Lehrling. Die Prüfungsgebühr ist mit der Anmeldung durch Ueberweisung auf das Postscheckkonto der Kammer, Frankfurt a. M. Nr. 61599 zu entrichten. 4803ö Industrie- und Handelskammer zu Gießen. Für Ihren Hausbedarf verarbeite ichIhreJohannisbeeren.Stachel- beeren und Brombeeren zu Süßmost l Linhart Mtkel Aruchtsafttelterei Gießen, Marb. Str. 79, Tel. 4389 Obstannahme nur nach Voranmeldung Verkauf Vom Barackenabbruch hinter bet Tankstelle Rheinpreußen in Gießen sind 50 000 Ziegelsteine und 13000 Dachziegel abzugeb., auch in kleinen Partien. Aust, beim Polier. ^seS Koffer FOR die REISE und Taschen von [4795A Leder-Röhrig 43 Neustadt 43 8./Y.ZU1NYZY Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Nr. 157 Dritter Blatt I Schule über den Arbeitsdienst, den Wehrdienst, das I Studium, den Einsatz für die Partei und ihre Glie- Empfang durch den Studentenführer WSW mag. * der also zu Alfredo, das? „Du kennst bedeutet... derungen bis zum Abschluß der Studentenzeit. Dabei hörte man u. a." daß viele Studenten wöchentlich 40 bis 50 Arbeitsstunden allein für ihre Ausbildung zu bewältigen haben, ganz abgesehen von dem Dienst für bie Partei und ihre Gliederungen sowie für den übrigen Einsatz im Dienste der Volks- gemeinfchaft, wie jetzt wieder bei der Erntehilfe. Dennoch aber, so betonte der Studentenführer, sind die Studenten willens und bereit, ihr Bestes herzugeben, um an den großen Aufgaben des Führers mitzuarbeiten. Hochschulringführer Prof. Dr. ORidjm hob die erfreuliche Tatsache hervor, daß die Gießener Akademikerschaft jetzt geschlossen in dem NS.° Altherrenbund aufgegangen ist und in enger Kameradschaft mit dem NSDStB. arbeitet. Den Alten Herren dankte der Hochschulringführer für diese Bereitschaft zur Mitarbeit. Nachdem nunmehr der schätzung der eigenen Wichtigkeit auf Reisen gehen, empfehlen. Alfredo zu besuchen. Sie mögen sich dann fragen, ob sie in ihrem Fach ebenso aufgehen wie dieser einfache Mann, der geradezu ein Sinnbild dafür ist, daß jede, aber auch die einfachste Arbeit eine ernste und heilige Aufgabe ist, deren Erfüllung zu wahrem Herzensglück führt. Der größte bekannte Stern. Zu den interessantesten Erscheinungen am Sternenhimmel gehört der Stern Epsilon im Bilde des Fuhrmanns, dessen veränderliche Helligkeit bereits 1821 erkannt, aber erst durch den Potsdamer Astronomen Ludendorff 1903 genauer festgestellt wurde. Es handelt sich um einen Stern, bei dem der Lichtwechsel durch den Vorübergang eines dunklen Begleiters hervorgerufen wird, lieber die neueren Untersuchungen dieses Sterns und ihre Ergebnisse berichtet Dr. Boda in der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau". Die Veränderungen der Bedeckung haben sonst bei Sternen nur kurze, nach Tagen zu zählende Perioden; bei Epsilon dauert diese jedoch 27,1 Jahre. Auch die Dauer der Verdunkelung ist sehr groß über 800 Tage; ein halbes Jahr dauert die Lichtabnahme bis auf die Hälfte der ursprünglichen Helligkeit, in der der Stern dann gleichmäßig etwa ein Jahr verbleibt, um in einem weiteren halben Jahre wieder zur ursprünglichen Helligkeit anzusteigen, die nun fast 25 Jahre beibehalten wird. Daraus folgt, daß zwei Sterne von gewaltigen Dimensionen im Zeitraum von 27 Jahren umeinander kreisen. Die Dichte des größeren kann kaum den hundertmillionsten Teil von der des Wassers betragen, und er stellt wahrscheinlich nichts anderes dar als eine Anhäufung kosmischen Staubes. Die neueren Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, daß der helle Stern, dessen Temperatur etwas höher ist, als die der Sonne, einen 160 mal so großen Durchmesser wie diese besitzt und eine 32mal so große Masse. Der Durchmesser des dunklen Begleiters ist 2800mal so groß wie der der Sonne; er würde den Raum zwischen der Sonne und der Bahn des Neptuns nahezu ausfüllen. Seine Masse beträgt „nur" 23 Sonnenmassen. Die Dichte dürfte nicht viel mehr als ein Millionstel von der unserer Luft betragen. Man hat eine Temperatur pon 1000 Grad Celsius für ihn errechnet. Wenn er vor dem hellen Stern vorbeigeht, wird dieser zwar verdeckt, leuchtet aber durch den dunklen noch hindurch. Nach einer neueren Untersuchung des Breslauer Astronomen Schönberg ist anzunehmen, daß in den dünnen atmosphärischen Hüllen des dunkleren Sterns auch feste oder flüssige Partikel ein- t gebettet sind. Auch der helle Hauptstern, dessen Tom- , peratur und Leuchtkraft noch die unserer Sonne • übertrifft, ist ein gewaltiger Riese, dessen Durch- ! Messer dem Abstande des Mars von der Sonne ent- 1 spricht.. sagte mein Vetter. Alfredo? wunderte ich mich. Wer ist Die beiden lachten mich vergnügt an. Um 21 Uhr bog der Fahrer nach einer halsbrecherischen Fahrt durch winkelige, alte Gassen auf einen winzigen dreieckigen Platz ein und hielt vor einem nicht gerade übermäßig neuen und reinlichen Haus. Aber ein Wagentüraufmacher mit hohler Hand war da, riß zuerst den Wagenschlag auf, meiner Base den Mantel von den schultern und dann sie selbst aus dem Wagen heraus, wirbelte unverständliche Sätze und öffnete großartig die Tür einer Trattoria, aus der uns Musik entgegen- klang. Ein kleiner Mann kam uns entgegengestürzt Er hob die Hand zum Faschistengruß und empfing meine Verwandten, als habe ihm der Duce persönlich die Ehre gegeben. Sein ehrUches Feldwebel- Glücklicher Alfredo. Von Erich August Mayer. Vollkommen glücklich kann zweifellos nur fein, der feinen Beruf einwandfrei beherrscht. gesicht mit dem kriegerisch aufgezwirbelten schwarzen Schnurrbart strahlte vor Glück. Auch ich mußte ihm die Hand geben. Ich hatte das bestimmte Gefühl, schon gestern bei ihm gewesen zu sein. Wir mußten unbedingt alte Bekannte fein. Ich kann etwas Italienisch. Aber ich verstehe nur solche italienisch sprechende Leute, die nicht in Italien geboren sind.. Ich gab es also auf, den schwierigen^ diplomatischen Verhandlungen zu folgen, die Alfredo, denn er war es, mit meinen Verwandten führte, und faßte mich in Geduld. Ich erkannte nur, daß es eine Angelegenheit von allergrößter Wichtigkeit war, was sie besprachen. Denn Alfreda zog die Stirne kraus, schüttelte bedenklich den Kopf, rollte die Augen, hob die Schwurfinger zum Himmel, sah meine Base starren Blickes an ... ich fürchtete den Abbruch der diplomatischen Beziehungen. Aber da sagte meine Base ein Zauberwort, ich habe es vergessen wie es lautete — das geht ja bekanntlich schon dem Prinzen in den Märchen so — und Alfredos Miene entspannte sich. Er nickte, schrieb einen Zettel voll und schwang sich davon, indem er beim Gehen seine fast waagrecht vor den Körper gehaltenen Arme wie Flügel auf und nieder schwang. , , , . f. Meine beiden Verwandten saßen und lächelten Ich muß sagen: es stand dafür. Denn plötzlich setzte die Musik mit einem donnernden Tusch ein, der Gastraum wurde plötzlich finster. Durch diese Finsternis aber kam, indem er sich wie ein verzückter Negertänzer um seine Achse drehte, Alfreda dahergestürmt, über feinem Haupt in hoch ausflackernden Flammen die Omelette schwingend. Sein Gesicht, so gut man es bei diesem Wirbel sah, war selig verzückt. Es war kein Spaß für ihn, es war ür" ihn eine heilige Berufshandlung. Dann wurde es licht, und er legte uns mit todernstem Gesicht Als er sich entfernt hatte, sprachen wir über ihn Siehst du", sagte mein Vetter zu mir, „das ist ein wahrhaft glücklicher Mensch. Amerikanische Hotels haben ihm ein Vermögen angeboten, wenn er feine Tätigkeit nach Amerika verlegen wollte. Aber er sagt nein und bleibt hier. Er konnte vielleicht Millionär werden. Aber er bleibt lieber tn feiner Heimat, wo er sein treffliches Auskommen hat und zufrieden ist." Es ist merkwürdig. Wenn ich setzt an meinen Aufenthalt in Rom zurückdenke, dann drängt sich mir immer wieder das Antlitz dieses Menschen vor, dessen ganzes Glück sich daraus herleitet, daß er in seinem Fach ein wahrer Meister ist. — Ich mochte allen jenen, die voll Bildungsdünkel und lieber- Im Rahmen des Gießener Studententages 1939 stand der gestrige Freitag für die Studenten unserer Universität im Zeichen des sportlichen Leistungskampfes. Auf dem Unioerfitätssportplatz und auf den Schießständen am Schützenhaus herrschte schon vom frühen Morgen an ein lebhafter Betrieb. Während die Schützen schon ihre Wettkämpfe in den Vormittagsstunden zu Ende führten, wurden auf der Aschenbahn und auf den Sprung- und Wurfkampfstätten zunächst die Vorkämpfe für die verschiedenen leichtathletischen Disziplinen ausgetragen. Es standen verschiedene Mannschaftskämpfe, aber auch Mehrkämpfe auf dem Programm. Darüber hinaus wurden Einzelwettkämpfe durchgeführt, die sparlnende Begegnungen brachten und die Studenten in hartem Ringen um den Sieg sah. Ein besonderes Moment des Anreizes zur Leistungssteigerung war die Anwesenheit zweier auswärtiger Mannschaften. Die Mannschaft der Universität Frankfurt a. M. war leider ausgeblichen, dafür aber nahmen die Leichtathletik-Mannschaft der Technischen Hochschule Darmstadt und die der Städtischen Ingenieurschule Darmstadt teil, die einige vorzügliche Könner Ergebnisse: Mannschafts - Sechskampf: 1. Kameradschaft „Ulrich von Hutten" 98,77 P.; 2. Kameradschaft Kaiser 94,93 P.; 3. Kameradschaft van Geöns 92,44 P. . Mannschaftskampf im Kleinkaliberschießen: 1. Kameradschaft Schuster 181 Ringe (nach Stechen entschieden); 2. Kameradschaft Kaiser 181 Ringe; 3. Kameradschaft „Ulrich von Hutten" 173 Ringe. , ' Sechskampf: 1. Max Jung 90 P.; 2. Karl Schäfer 88% P.; 2. Siegfried Kuwilsky 88% P.; 3. Boni Dchwörer 88% P. Dreikampf: 1. Helmut Möll 1544 P.; 2. Wilhelm Kohlhaas 1324% P.; 3. Heinrich Ruppert 1303% P. Klein - Kaliberschießen: 1. Fritz Schmidt 53 Ringe; 2. Josef Kafka 49 Ringe; 3. Jakob Buchholz 48 Ringe; 3. Fritz Seng 48 Ringe. 1 0 0 - Meter - Lau f: 1. Helmut Moll 11,2 Sek.; 2. Albert Schmidt 12,2 Sek.; 3. Heinrich Ruppert 12,3 Sek. 200-M eter-La u f: 1. Helmut Möll 24,4 Sek.; 2. Heinrich Schmenger 25,2 Sek.; 2. Siegfried Kuwilsky 25,2 Sek. 400 -Meter-Lauf: 1. Heinrich Ruppert 57,4 Sek.; 2. Heinz Walter 57,8 Sek.; 3. Fritz Kröh 60,5 Sekunden. schen gemacht hat. Als ich in Rom ankam, empfing mich auf dem Hauptbahnhof mein junger Vetter mit seiner noch jüngeren Frau. Was ich mir während meines nur eintägigen Aufenthaltes anzusehen gedächte? Natürlich die Sistina, natürlich die freigelegte Zufahrt zur Peterskirche, natürlich den Moses von Michelangelo. Und dann müssen wir natürlich auch Im Rahmen des Gießener Studententages 1939 fand am gestrigen Freitagabend im Saale des Studentenhauses ein Empfang der führenden Männer der Partei und ihrer Gliederungen, der Wehrmacht, des Staates, der Stadt, der Universität, der Alt-Herrenschaften usw. durch den Studentenführer tatt. Es war ein großer Kreis von Männern, der der Einladung gefolgt war. Siudenlenführer ftronf begrüßte in seiner Ansprache das Führerkorps von Partei, Wehrmacht und Staat mit herzlichen Wor- Alfredo nicht? Alfredo ist... Alfredo aber nein, er soll selbst sehen" entschied die kleine Frau. „Du fährst jetzt in den Gasthof, und bann gehen wir zu Alfredo. Wer nicht bei Alfredo war, der war nicht in Rom." Ich schwieg. Denn erstens soll man jungen hübschen Frauen nicht widersprechen, und zweitens wollte ich mich nicht mit ungeschickten Fragen lächerlich machen. Weiß Gott, wer dieser Alfredo sein ein Meister ist. Das mag wohl auch der Grund dafür fein, daß es wirklich glückliche Menschen in bim einfachen Berufen viel häufiger gibt als in ben schwierigen. Ein Straßenkehrer wirb es , gewiß früher zur Meisterschaft in seinem Beruf bringen ass ein Feinmechaniker. In ben geistigen Berufen aber, ba ist es ganz schlimm; benn welcher Künstler hat es jemals zur wahren Vollkommenheit gebracht? Unter den großen Künstlern habe ich noch keinen wahrhaft glücklichen Menschen gefunben. Ein jebec rang mit bem marternben Gefühl, trotz aller Mühe himmelweit von ber Vollkommenheit entfernt zu fein. Einen Meister habe ich aber kennen gelernt, ber mir ben Einbruck eines wahrhaft glücklichen Men- SchleüssnerFilm mil Garantieschein gegen Fehlbelichtung geheimnisvoll. . . Nach etwa zehn Minuten kam em Kellner, ordnete bic Teller unb machte eine Ecke bes Tisches frei Dann kam ein zweiter mit einer Schüssel herrlich gelber Bandnubeln. Hinter ihm schritt wie em römischer Sieger Alfrebo, in ber erhobenen rechten Hanb Löffel unb Gabel, bie er bei jebem Schritt silbern aneinanbertlingen ließ. Eine Verbeugung. — Die Vorstellung begann. Die beiben Kellner traten ehrfurchtsvoll zur eeite, Alfrebo beschrieb mit Löffel unb Gabel zwei welt- umfassenbe Bögen burch die Luft unb tauchte bann bie blitzenben Werkzeuge mit einer unnachahmlich weichen Bewegung in ben zitternben Banbnudel- fang nehmen konnte. Zur Freube ber Zuschauer würbe gestern durch zwei Dozentenmannschaften ein neues Rasenspiel I gezeigt, bas mit verkürzten Hockeyschlägern und einem kleinen Ball gespielt wird. Das Spiel forderte große Geschicklichkeit unb Beweglichkeit heraus unb nahm einen sehr unterhaltsamen unb lebendigen Verlauf. Die „bessere Mannschaft" siegte mit 6:1 Toren. Ein Fußballspiel, bas über den Zeitraum . einer Stunde durchgeführt wurde, fah eine kombinierte Mannschaft ber Kameradschaften Kaiser unb Eisenkramer im Kampf gegen bie Universitäts- mannschaft im Felde. Die Mannschaft ber Universität siegte mit 3:0 Toren. Das Spiel brachte keine außerorbentlichen Leistungen. Die Siegerehrung nahm Dr. König, ber Leiter des Instituts für Leibesübungen, vor, der in einer kurzen Ansprache erkennen ließ, wie sich durch die Pflege von Wissenschaft, Leibesübung und Kameradschaft an der Universität die Erziehung än den ganzen Menschen wendet. Den Siegern in den Mir lief das Wasser im Munde zusammen. Ich war aufgeregt, ganz gewöhnlich aufgeregt. Und jetzt hatte Alfredo meinen Teller ergriffen, ein Schwung, der Teller machte einen Purzelbaum in der Luft und fiel mit einem niedlichen Knall auf Alfredos Linke. Ein Schwung — ein Berg von Nudeln lag auf meinem Teller. Alfredo richtete sich auf stemmte den Arm in die Hüfte -und sah mich an wie Napoleon nach einer gewonnenen Schlacht. Nun griffen auch wir zu unseren Werkzeugen und aßen, stumm — andachtsvoll, ergriffen. Alfredo stand unfern und beobachtete gespannt unseren Ge- ichtsausdruck. Unter der Einwirkung dieses zwingenden Blickes lächelte ich und nickte ihm zu. Ich glaube, ich hätte es auch getan, wenn seine Nudeln aus Blech gewesen wären, die Butter Benzm- geschmack gehabt hätte. Ich hätte nicht das Herz gehabt, etwas anderes zu sagen als „wunderbar, unübertrefflich". Aber die Nudeln waren auch wunderbar, waren unübertrefflich! Wir sagten es ihm; ba zog sich fein Gesicht m die Breite, unb bie weißen Zähne leuchteten. Er lächelte wie ein Kinb. mit einem seltsam rührenben Ausdruck, der dabei doch einen tiefen inneren Stolz verriet. Als meine Base hinzufügte: Alfrebo ist einzigartig in seinem Beruf, ba machte er eine tiefe, geschmeibige Verbeugung unb sah sie mit einem Blick wahrer Dankbarkeit an. Wir aßen bann Jnbian, ber uns auf ber Zunge zerfloß, mir bestellten allerhanb anbere Herrlichkeiten. Zum Schluß eine „Omelette fiamme", „con tutta la ceremonia" fügte meine Base ausbrücklich in ihren Reihen hatten. Den Gästen von ber Technischen Hochschule Darmstabt gelang es, ins-befonbere ben Sieg im Hochschulwettkampf an sich zu reißen, wenn auch erst im letztlln Wettbewerb bie Entscheibung zu ihren Gunsten fiel. Nach brei Wettbewerben lagen bie Darmstadter noch mit 4321 Punkten vor ber Universität Gießen mit 4216% Punkten unb ber Stäbtischen Ingenieurschule Darmstabt. Mit bem Weitsprung holten bann aber bie Gießener auf unb führten bei ber fünften Hebung mit 5367% Punkten vor beh Darmstädtern mit 5356 Punkten. Der 4 X 100-Meter-Lauf brachte bann bic Entscheibung. Die Darmstäbter führten währenb bes ganzen Rennens unb ließen bie Gießener kaum herankommen. Auch der ausgezeichnete Schlußmann ber Universität Gießen konnte ben Vorsprung ber Gäste nicht mehr ausgleichen. Die Zeitbifferenz war so, baß bie Stubenten ber Technischen Hochschule knapp in ber Gesamtwertung bie Oberhand behielten. In den Einzelwettbewerben gab es verschiedene sehr ansprechende Leistungen. Eine Ueberraschung war das Abschneiden von Helmuth Möll, der sich an sehr vielen Wettbewerben beteiligte und überall ganz hervorragend abschnitt. Neben verschiedenen ersten Siegen konnte er auch mehrere zweite Siege an sich reißen, so daß er bei ber Siegerehrung eine ganze Sammlung von Siegerurkunben in Emp- 1500-Meter-Lauf: 1. Hubert Franz 4:30,7 Min.; 2. Hans Naab 4:57,2 Min.; 3. Berthold Schmidt 5:21,7 Min. 3000 -Meter-Lauf: 1. Rolf Decker 10:04,3 Min.; 2. Ulrich Lehmann 10:04,7 Min.; 3. W. Fi cher-Desoy 11:36,05 Min. Kugel st oßen: 1. Hans Ringt 10,56 Meter; 2. Heinz Jtzen 9,91 Meter; 3. Gottfried Skriba 9,70 Meter. o Keulenweitwurf: 1. Karl Schäfer 58,32 Meter; 2. Helmuth Möll 55,98 Meter; 3. Kurt Volk 54,60 Meter. w , Weits prung: 1. Helmut Möll 6,31 Meter; 2. Hans Naab 5,87 Meter; 3. Siegfried Kuwilsky 5,82 Meter. , Dreisprung 1. Heinz Walter 12,38 Meter. 2. Hans Weber 11,£ Meter; 3. Richard Hötzelt 10,50 Meter. Hochsprung: 1. Helmut Möll 1,58 Meter; 2. Hans Naab 1,53 Meter; 3. Karl Schäfer 1,46 Meter; 3. Hubert Franz 1,46 Meter. Speerwerfen: 1. Hubert Franz 41,69 Meter; 2. Helmut Möll 41,09 Meter; 3. Boni Schwözer 40,58 Meter. 4X 100-Me ter-Staffel: 1. Kameradschaft Kießling 49,4 Sek.; 2. Kameradschaft „Ulrich von Hutten" 49,7 Sek.; 3. Kameradschaft Schuster 49,9 Sek. . „ f Hochschulwettkampf (100 Meter, Hochsprung, Kugelstoßen, Speerwerfen, Weitsprung, 4X100-Meter-Staffel): 1. Technische Hochschule Darmstabt 6147,0 P.; 2. Universität Gießen 6090,1 Punkte; 3. Ingenieurschule Darmstabt 5473,8 P. habe noch in meinem Leben keinen Menschen Löffel unb Gabel fo halten gesehen, wie Alfrebo sie hielt — mit gerunbeten Armen, bie Höhlung des Löffels gegen sich gekehrt, in einem ganz bestimmten Winkel zur Waagrechten. Das Wunderbare aber war, daß die Nudeln wie lebendige Schlangen um diese Werkzeuge herumzugleiten schönem Auf dem Teller war ein seltsames Fließen und Winden zu sehen. Keine dieser Nudeln zerriß. „Wenn auch nur eine einzige Nudel zerreißt, tragt er das Gericht weg und bringt frische Nudeln" flüsterte mir meine Base ins Ohr, während sie mit brennenden Augen zusah, wie er auf dem Teller die Nudelschlangen tanzen ließ, gleich einem indischen Schlangenbeschwörer. Nun sprüht er mit dem Löffel Butter über das Schlangenwirrsal. Noch rascher, noch behender glitten bie Schlangen. Stumm stauben bie beiben Kellner neben ihm, an ben Tischen ringsum waren bie Gäste aufgestanden und sahen herüber. äußere Rahmen gegeben sei, habe der NS.-Alt- herrenbund nach der Weisung des Reichsstudentenführers ben Auftrag zu erfüllen, für ben akademischen Nachwuchs zu sorgen. Das sei vor allem eine Aufgabe der örtlichen Gemeinschaft des Altherrenbundes, die dafür zu sorgen habe, daß dem NSDStB. immer neues und gutes Blut zugeführt, mit dem NSDStB. aber auch in guter Kameradschaft Freud und Leid, Arbeit und Erholung gemeinsam getragen werde. Am Schlüsse seiner Ansprache brachte der Redner den Studentenkamerab- schaften volle Anerkennung für bie Form unb ben Inhalt biefes Stubententages, ferner für ihre biszi- plinierte unb vorbilbliche Haltung zum Ausbruck. Kreisleiter Backhaus rühmte in seiner Ansprache zunächst bie herzliche Kamerabschaft, die sich zwischen ber Stubentenschaft unb ber Hochschule einerseits unb der Partei anderseits im Laufe der Zeit herausgebildet hat. Darüber empfinde er als Hoheitsträger im Kreise Wetterau besondere Freude und Genugtuung. Er habe es sich zur Aufgabe gemacht, diese Kameradschaft immer noch enger zu gestalten. Dabei lege er besonderen Wert auf ständigen persönlichen Kontakt, wie die Partei überhaupt immer mitten im Volke stehe und wirke. Wenn nun die äußere Organisa- „Tag des Sportes" der Gießener Studenten Hochschulwettkampf Gießen - Darmstadt. ten, an der Spitze den Hoheitsträger im Kreise Wetteraü, Kreisleiter Backhaus, ferner besonders SA.-Brigadeführer Schwarz. Oberbürgermeister Ritter, Landrat Dr. L o tz, Se. Magnifizenz den Rektor Professor Dr. Seifer, Generalmajor S ü ß m a n n , Jungbannführer T a e s l e r , weiter zum ersten Male in diesem Kreise den neuen Wehrbezirks-Kommandeur, Oberstleutnant Kühne, und vor allem auch die Vertreter des NS.-Altherren- bundes. Dann sprach er kurz über bie vielseitigen und großen Arbeitsaufgaben des StudLnten von heute, angefangen von der Entlassung aus der Links: Gießener Studenten marschieren zu den Sportwettkämpfen auf. Rechts: Sieger-Ehrung auf bem Umverfitatssportplatz. un ö (Ausnahmen s2j: Neuner, Gießener Anzeiger.) ____ Wettkämpfen mürben schöne Ehrenpreise, u. a. mehrere Buchpreise, überreicht, unb ihnen unter Hanbschlag bie Siegerurkunben übermittelt. tion der Studenten au einem gewissen Abschluß gekommen sei, so müsse jetzt mit aller Kraft an der inneren Entwicklung gearbeitet werden. Die Stadt und die Universität Gießen seien vollkommen dazu angetan, das studentische Leben in jeder Hinsicht zu fördern, da hier in der kleineren Stadt und an der kleineren Universität der persönliche Kontakt viel enger sei, als in der Großstadt an einer großen Universität. Der Kreisleiter rühmte dann, daß aus unserem deutschen Studententum allzeit Männer heroorge- qangen seien, die stets bereit waren, ihr Bestes für das Vaterland zu geben. An dieser Tatsache könnten auch gewisse weniger erfreuliche Erscheinungen in der Zeit vor der Machtübernahme nichts ändern. Mit besonderer Anerkennung hob er hervor, daß schon vor der Machtübernahme bei den studentischen Wahlen die Studentenschaft auch in Gießen sich rückhaltlos zum Nationalfozialismus bekannt hat. Darauf könnten die Gießener Studenten stolz sein, denn dadurch werde bewiesen, daß auch in jener Zeit der gesunde Kern in der Studentenschaft sich erhalten und durchgesetzt habe. Daher könnten die Gießener Studenten von heute mit Stolz und Freude auf die studentische Tradition in Gießen zurückblicken. Weiter betonte der Kreisleiter das stete gute Zusammenarbeiten des Studentenführers Frank mit der Partei, wobei er darauf hinwies, daß diese enge Zusammenarbeit mit der Partei für alle Organisationen nur vorteilhaft und damit auch zum Besten unserer Volksgemeinschaft sei. Ferner rühmte der Redner die stets zutage getretene Einsatzfreudigkeit der Studenten, die auch jetzt wieder mit ihrem bereitwilligen Dienst zur Erntehilfe in der Landwirtschaft bekundet werde. Diese Hilfe für den deutschen Bauern und für die Volksgemeinschaft bezeichnete der Kreisleiter als ein wunderbares Zeichen der inneren Einstellung der Studentenschaft. Damit zeige der deutsche Student wieder eindrucksvoll, daß er stets zum Dienst am Vaterland bereit sei. Den Gießener Studenten sprach er dafür seinen besonderen Dank aus. Mit der Aufforderung, sich auch in Zukunft immer mit aller Kraft für das Werk des Führers durch Mitarbeit in der Partei und ihren Gliederungen und im Einsatz überall da, wo er gefordert werde, mit aller Kraft einzusetzen, schloß der Kreisleiter seine Ansprache, die er mit den besten Wünschen für einen großen ideellen Gewinn aus dem Gießener Studententag ausklingen ließ. Oberbürgermeister Stifter hob hervor, daß der Gießener Studententag nicht nur eine Angelegenheit der Studenten allein, sondern auch der gesamten Universität und der ganzen Stadt Gießen überhaupt sei. Auch hierbei fühle sich die Stadt eng mit den Studenten der Universität wie in einer verschworenen Gemeinschaft verbunden. Das große Vorbild unseres Führers, seine Person und seine Taten, die alle deutschen Volksgenossen zu ehrlicher und treuer Gefolgschaft gewonnen hätten, stehe auch bei diesem Studententag im besonderen Blickpunkt aller Teilnehmer. Dabei werde bei allen erneut der Entschluß gestärkt, zu jeder Zeit und überall den Führer in seinem Kampf zu unterstützen und sein Werk für das Wohl und die Größe Deutschlands mit aller Kraft zu fördern. In diesem Gedanken könnten wir alle in Gießen diesen Studententag mit wahrer innerer Freude feiern. Der Nationalsozialismus habe von jeher die Forderung vertreten, daß die Erziehung der Jugend in enger Verbundenheit mit dem Lande erfolge. Daraus ergebe sich auch, daß an einer kleinen Universität wie Gießen wesentlich günstigere Vorbedingungen für die Ausbildung und das Leben der Studenten gegeben seien, als in der Großstadt, wo die enge Verbundenheit mit dem Lande nicht bestehe. Unsere Gießener Studentenschaft könne stolz sein auf ihre Tradition, auf alle die Männer, die aus den hiesigen Korporationen in den Krieg zogen und dort als gute, tapfere Soldaten für das Vaterland kämpften. Diese Tradition verpflichte auch die heutige studentische Jugend. Weiter legte der Oberbürgermeister überzeugend und eindringlich dar, wie groß und weitreichend die Vorteile des Studiums an der kleineren Universität gegenüber der Hochschule in der Großstadt sind, und er leitete daraus die Gewißheit ab, daß auch unsere Universität Gießen in Zukunft noch ein reiches Arbeitsfeld mit vielen fruchtbaren Auswirkungen biete. Mit dem Wunsche, daß der Segen unserer Gießener Universität immer weitere Volkskreise erfassen möge, schloß er seine Ansprache. Der weitere Verlauf des Abends gab den Teilnehmern während mehrerer Stunden Gelegenheit zu anregendem Gedankenaustausch. „Tag der iffenschast." Oie Hauptkundgebung in der Aula. Am heutigen Samstagvormittag brachte der „Tag der Wissenschaft" seinen Höhepunkt mit der Hauptkundgebung in der Neuen Aula der Universität. Die Kundgebung in Gegenwart der Vertreter von Partei, Staat und Wehrmacht gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Feier. Nach dem Einbringen der Fahnen und dem gemeinsamen Lied „Ein junges Volk steht auf" leitete Studentenführer Frank die Kundgebung mit Begrüßungsworten ein. Im Anschluß an ein Musikstück stand dann der Vortrag von Gauamtsletter, Dozentenbtmd- fiihrer Prof. Dr. Kranz, Gießen über das Thema: „Der Rassegedanke in der geistigen Auseinandersetzung unserer Tage" im Mittelpunkt der Feier. Einleitend betonte der Vortragende, daß das Ringen um die rassische Erneuerung unseres deutschen Volkes im Innern als durchaus erfolgreich angesprochen werden müsse und daß unser Kampf um die Anerkennung unseres Rassegedankens nach außen hin, dem inneren Erfolg par.allel laufend, als ein unaufhaltsamer Siegeszug zu bezeichnen fei. Heber die Kräfteverteilung bei dieser geistigen Auseinandersetzung um den nationalsozialistischen Rassegedanken sagte der Redner, daß auf unserer Seite mit echt germanisch-deutschem Bekennermut, mit kompromißloser Einsatzbereitschaft und den besten geistigen Kräften unserer lebendigen Volksgemeinschaft gefochten wurde, währened auf der Gegenseite vorwiegend die Lüge, die Bosheit und die Verleumdung zum Einsatz gelangten. Im Vordergrund unserer Gegner erkennen wir dabei das Weltjüde-ntum als Kerntruppe und Generalstab des gegnerischen Lagers, sowie das Weltfreimaurertum, außerdem politische Hetzer und Emigranten. Der Redner beschäftigte sich hierauf eingehend mit den Positionen in der Frontstellung des Gegners gegen unsere Maßnahmen der Ausmerze kranken Erbautes und gegen den Rassegedanken als solchen. Als solche Positionen nannte er den Kampf unserer Gegner gegen die quantitativen Maßnahmen unseres Aufartungsprozesses, d. h. gegen die staatlichen und parteiamtlichen Bemühungen zur Ueberwindung des Geburtenrückganges; den Kampf gegen unsere Maßnahmen auf dem eigentlichen Gebiet der Rassenpflege und der Ausmerze; schließlich die Frontstellung unserer Gegner gegen den Begriff „Rasse" als solchem Wenn wir zusammenfassend den Stand des Kampfes auf dem rein erbpflegerischen Gebiet betrachten, so können wir erstens feststellen, daß der Gegner eine große Zahl von Stellungen bereits verloren hat und däß trotz aller Lügen und böswilliger Verdrehungen bei uns und auch bei der übrigen Welt das gesunde und naturgegebene Denken sich immer mehr durchsetzt. Zweitens ist es mit dem Blick auf die Gesundheit unserer kommenden Geschlechter für uns eine ebenso stolze wie glückliche Feststellung, daß sich in unserem Volke bereits die ersten praktischen Auswirkungen des Erbgesund- heitsgesetzes erkennen lassen und daß unser deutsches Volk hinsichtlich der Gesundheit feiner lebendigen Substanz an Leib und Seele für die Zukunft an erster Stelle unter den Kulturvölkern der Erde marschieren wird. Wenn wir den Stand des Kampfes um den Begriff „Rasse" als solchen betrachten, so können mir heute ebenfalls mit Freude und Genugtuung feststellen, daß wir auch diese dritte gegnerische Front aufgerollt haben, daß sich die Wahrheit durchgesetzt hat und die nationale Voreingenommenheit anderer Völker und Rassen gegen unseren Rassenstandpunkt weitgehendst zurückgegangen ist. Der Kampf einer alten gegen eine neue Welt der Ideen wird aber weitergehen. Wir werden in diesem Kampf nicht müde werden, immer wieder an das gesunde rassische Empfinden,-an die menschliche Vernunft und an die Erkenntnis zu appellieren. Wir wissen auch, daß unser Glaube an die Wahrheit unserer Idee und ihre sieghafte Kraft die allergrößte völkische Realität darstellt. Auf allen drei Fronten sind mir unseres Sieges gewiß. Getrost können mir daher in die Zukunft blicken, die immer und zu allen Zeiten denjenigen gehört hat und auch roeiter-- hin gehören mird, die mit der Uederzeugung und der Begeisterung auch die Kraft und das aus ihr strömende Selbstbewußtsein verbinden. Und dankbar malten mir der Vorsehung sein, die uns das verpflichtende und stolze Glück zuteil werden ließ, diese große Zeit des Kampfes und Ringens mitzuerleben und nicht nur Zeitgenossen, sondern auch Volksgenossen und Gefolgsmänner unseres einmaligen Führers zu sein. Eröffnung des ReichsberufS- wettkampfes der Studentenschaft. Nach dem packenden Vortrag und einem Musikstück fand die Eröffnung des 5. Reichs- berufsmetttampfes der Deutschen Studentenschaft durch den Leiter des Amtes „Wissenschaft Und Facherziehung", Straube, statt. Das Schlußwort sprach der Hochschulringführer Professor Dr. Riehm. Mit dem Gruß an den Führer und dem Gesang der Lieder der Nation fand die Kundgebung ihren Abschluß. Gemeinnühige Baugenossenschaft 1894 Gießen. 135 Häuser mit 228 Wohnungen. — Errichtung von Siedlungshäusern geplant. In der Bauwirtschaft und Wohnungsproduktion in. Gießen nimmt die Gemeinnützige Baugenossenschaft O1 8 9 4 Gießen eine wichtige Position ein. Es ist erst etwa zehn Jahre her, daß sie eigentlich die alleinige Erbauerin von Wohnhäusern in unserer Stadt mar. Das roaren jene Jahre, in denen die öffentliche Finanzwirtschaft immer mehr ins Hintertreffen geriet. Damals hatte es auch die Gemeinützige Baugenossenschaft 1894 nicht leicht, ihre Wohnungsbautätigkeit fortzuführen. Dank der genossenschaftlichen Treue ihrer Mitglieder, aber auch dank der Unterstützung durch die Stadt nach Maßgabe ihrer finanziellen Möglichkeiten, gelang es dem gemeinnützigen Unternehmen doch immer wieder, beachtenswerte Leistungen im Wohnungsbau zu erzielen. Dann kam freilich auch für die Baugenossenschaft 1894 vor der Machtübernahme der Augenblick, da sie ihre Neubautätigkeit ein» stellen und sich auf die rein verwaltende Seite ihrer Arbeit beschränken mußte. Jedoch schon bald nach der Machtübernahme durch den Führer mar es auch der Baugenossenschaft vergönnt, sich wieder kräftiger regen zu können. Die Jahres-Hauptversammlung der Gemeinnützigen Baugenossenschaft 1894 am heutigen Samstag läßt das Wirken dieser genossenschaftlichen Gemeinschaftsarbeit wieder besonders in den Vordergrund treten. Man erinnert sich dabei der erfreulichen Tatsache, daß die Genossenschaft im Verlaufe ihres bisherigen Wirkens einen erheblichen Beitrag zur Linderung des Wohnungsmangels in unserer Stadt, besonders auch im Kampfe gegen die Klein-wohnungs- not, geleistet hat. Es tritt aber auch die erfreuliche Tatsache wieder hervor, daß von der Baugenossenschaft 1894 gute Klein- und Mittelwohnungen geschaffen wurden, nicht etwa Steinklötze mit einer Anzahl von mehr oder minder kleinen Räumen, etwa im Mietskasernenstil. Erfreulich ist es ferner, daß das Eigenheim mit Garten, wie z. B. in der Jahnstraße, im Bauprogramm der Genossenschaft 1894 eine gebührende Pflegstatt hat. So ist es erklärlich und auch durchaus berechtigt, wenn die Leitung der Baugenossenschaft 1894 heute mit Stolz und Genugtuung im Geschäftsbericht für 1938 auf ihr Wirken eingeht. Eine Durchsicht dieses Berichts zeigt zahlreiche achtunggebietende Erfolge der Genosfenschaftsarbeit. Der gesamte Besitz der Gemeinnützigen Baugenossenschaft 1894 Gießen weist die für Gießener Verhältnisse außerordentlich bedeutsame Höhe von 9 5 Ein - und 40 Mehrfamilienhäusern mit einer Gesamtzahl von 2 7 8 Zwei- bis Sechszim - merwohnungen auf. Die Summe dieser Häuser und Wohnungen stellt gewissermaßen eine kleine Stadt dar. Daß bie Baugenossenschaft ein Zusammenschluß von Volksgenossen der verschiedensten wirtschaftlichen und sozialen Lagen ist, erhellt aus der Höhe der Mietsätze für die Wohnungen, die zwischen 28,45 RM. .auf der unteren Grenze und 125 RM. auf der obersten Linie pro Monat fixiert sind, dazwischen aber in den verschiedensten Höhen liegen. Und daß man gerne wohnt in diesen Häusern, beweist die Tatsache, daß im Geschäftsjahr 1938 keinerlei Leerstand an Wohnungen zu verzeichnen und die Nachfrage nach Genossenschafts- wohnungen größer als das Angebot war. Wohnungswechsel trat nur in 25 Fällen ein. Ein Bauprogramm auf lange Sicht, nämlich die Errichtung von Siedlungshäusern, ist von dem Vorstand und dem Aufsichtsrat der Genossenschaft erschöpfend vorbereitet morden, es konnte aber roegen Geländeschmierigkeiten bis jetzt noch keine bestimmte Form annehmen. Der Vorstand der Genossenschaft will bemüht fein, dieses Projekt zu gegebener Zeit zu verwirklichen, wie er auch die Schaffung von weiteren G e s ch o ß m o h n u n g e n in der Friedens st raße bis jetzt noch nicht verwirklichen konnte, da bisher die Baugenehmigung noch nicht vorliegt. Auch für dieses Projekt sind die Vorbereitungsarbeiten soweit gediehen, daß im Augenblick der Bauerlaubnis die Verwaltungsorgane über den Baubeginn entscheiden werden. Die im Mai vorigen Jahres begonnene Errichtung von zwölf Dreizimmerwohnungen mit Badezimmer, Bodenzimmer und sonstigem Zubehör in drei Doppelhäusern, wodurch praktisch das Zweifamilienhaus entstand, konnte so beschleunigt werden, daß diese neuen Wohnungen zum 15. Oktober bzw. 1. November und 1. Dezember v. I. zum Bezug freigegeben wurden. Der Genossenschaft gehörten am 31. Dezember 1938 insgesamt 541 Mitglieder an, gegenüber 523 Mitgliedern am 31. Dezember 1937. Die Mitgliederzahl setzt sich zusammen aus 278 Mietern und 263 fördernden Mitgliedern und Wohnungsinteressenten. In der Uedersicht über die Bilanz wird der Bilanzwert des Wohnhausbesitzes der Genossenschaft für Ende 1938 auf 2 1 00 783,88 Mark beziffert. Die in der Jahnstraße errichteten Einfamilienhäuser im Gesamtwert von 130 688 Mk. sind verkauft und infolgedessen in dem vorgenannten Bilanzwert nicht enthalten. Die Abschreibungen konnten um rund 4560 Mark höher vorgenommen werden, als im Voranschlag von 1938 vorgesehen mar. Für die folgenden Jahre sind im Interesse der Rentabilität höhere Abschreibungen auf überteuerte Wohngebäude vorgesehen. An Mietrückstand wurde am 31. Dezember 1938 der Betrag von 1956,30 Mark, das sind 1233,40 Mark weniger als am Schlüsse des Vorjahres ausgewiesen. Dieser Rückstand verteilt sich auf die Jahre 1936 bis 1938 einschließlich. Für ausgeliehene Hypotheken hatte die Genossenschaft am 31. Dezember 1938 den Betrag von 31 278,47 Mark zu fordern, das sind- 3061,52 Mark weniger als 1937. Die Tilgungen erfolgten im Jahre 1938 vertragsgemäß. ' Von dem sonstigen Umlaufsvermögen ist ein Betrag von 72 000 Mark für erste und zweite Hypotheken für die Neubauten im Tannenweg, die noch nicht in Anspruch genommen wurden, von Interesse Die Geschäftsguthabender Mitglieder bezifferten sich Ende 1938 auf 1 4 2 6 1 4,65 Mark. Im Reservefonds ist die gesetzliche Rücklage mit 30 889,97 Mark um 1 264,10 Mark höher als Ende 1937. Die Hilfsrücklage wird mit 139 494,98 Mark ausgewiesen. Die Bauerneuerungsrückstellung ist mit 42 508,15 Mark upi 9293,94 Mark höher als Ende 1937. Die Gesamtsumme der Verbindlichkeiten der Genossenschaft bezifferte, sich am Schluffe des Geschäftsjahres 1938 auf 1 9 46 342,1 8 Mark, das sind 13572,27 Mark weniger als am Schlüsse des Vorjahres. .In der Gesamtsumme der Verbindlichkeiten sind die vorerwähnten 72 000 Ndark für die Neubauten im Tannenweg, die noch nicht in Anspruch genommen wurden, enthalten. Die Tilgung auf Hypotheken belief sich im Berichtsjahre auf 30 157,31 Mark. In der Verlust- und Gewinnrechnung werden unter „Aufwendungen" insgesamt 36 799,36 Mark Abschreibungen auf Wohngebäude, Geschäftseinrichtung und Mieten erwähnt. Die Geschäftsunkosten zifferten sich auf 9769,85 Mark = 5,85 v. H. der Sollmiete ober 36,70 Mark pro Wohnung und Jahr. An Betriebskosten wird eine Gesamtausgabe von 34 725,66 Mark genannt, an Instandsetzungskosten ein Gesamtaufwand, einschließlich einer Zuweisung an die Bauerneuerungsrückstellung, von 12 202 Mark ausgewiesen. Für Zinsen wurden 71510,36 Mark gezahlt, das sind 3077,28 Mark weniger als im Vorjahre. Unter den „Erträgen" wird eine Sollmiete einschließlich Mietzuschüsse von 167 077,35 Mark, das sind 1860,54 Mark mehr als im Jahre 1937 angeführt. Sonstige Kapitalerträge erbrachten 5476,09 Mark. Der Reingewinn für das Geschäftsjahr 1938 wird mit 7161,40 Mark verzeichnet. Die wirtschaftliche Lage der Genossenschaft wird dadurch gekennzeichnet, daß bei einem Gesamt- oermögen von 2 310 323,53 Mark auf fremdes Kapital 1 954 815,78 Mark entfallen, das Vermögen der Genossenschaft selbst sich auf 355 507,75 Mark beläuft und gegenüber der Endrechnung 1937 um 9849,77 Mark höh ex ist. Das Genossenschaftsvermögen beträgt also etwa 15,4 v. H. des gesamten Geschäftsvermögens. Die Genossenschaft ist mit 63 524,4 1 Mark l i - q u i b e , ihre Zahlungsbereitschaft kann somit als gut bezeichnet werben. Aus bie(en Zahlen vom Schlüsse des Geschäftsjahres 1938 ist ersichtlich, baß bie Gemeinnützige Baugenossenschaft 1894 Gießen auch in wirtschaftlicher Hinsicht ein bebeutfamer Faktor in unserer Stabt ist. Nimmt man ihre bisherigen Leistungen als Erbauer unb Vermieter von Wohnungen hinzu, so ergibt sich als Gesamtbild ein Wirken von so gutem gemeinnützigen unb wirtschaftlich erfolgreichen Gepräge, daß man dieser genossenschaftlichen Gemeinschaftsarbeit 'nur volle Anerkennung zollen kann. ' B. KdF-Urlauber im Vogelsberg. NSG. Zwei Sonderzüge der NS.-Gemeinschaft ...Kraft durch Freude" kommen in diesem Monat mit Urlaubern in den Vogelsberg. Sie bringen am 24. Juli Arbeitskameraden der Opelbetriebsgemein- schaft in Rüsselsheim. Die Urlauber bleiben bis zum 31. Juli im Kreis Büdingen. Ferienzeit — goldene Zeit! „Ferien" — ein Zauberwort! Wochenlang schon hat man sich darauf gefreut. Urlaub auf ein paar Wochen! Es ift immer bas gleiche befeugenbe Gefühl. Unb immer bie gleiche, wie bei Kindern, nid)t weitbenkenbe Vorstellung am Anfang, bie kein Enbe biefer schönen Zeitspanne sieht, kein Später, kein Nachher. Die ganze Welt wirb sich roanbeln, wäh- renb man weg ist, alles muß sich zum Guten brehen. Nur Schönes wirb fürberhin in der Welt noch fein, bie — ganz gewiß — irt ber Zwischenzeit noch einmal neu erschaffen wirb. Das lebenshungrige, siegessichere Ich triumphiert über alles Ungemach, bas war — unb niemals wieberkommen wirb. Unb bann neigen sich bie" Ferien bem Enbe zu; wie ein schöner Traum gehen sie bahin. Der heran- rücfenbe graue Alltag stiehlt sich hin unb mieber schon ins Bewußtsein unb entlockt einen kleinen Seufzer. Der letzte Tag steigt auf, der letzte Abend hängt dunkel über der lieben Ferienbleibe. Noch einmal versammelt sich die kleine Gemeinschaft aus allen Gegenden zusammengekommener Urlauber um ben großen Tisch, spricht von ben gemeinsamen Erlebnissen ber Ferienzeit, hell klingen die Gläser auf und fröhlich — oder verstohlen. — guckt man in andere Augen. „Leb' wohl!" — Die Trennung steht vor der Tür. Der Reisemorgen graut, ber letzte Tag ber, ach, s o schönen Ferienzeit! Nach einigen Stunben erreicht man eine Stabt. Wie schwer sich ber bumpfe Bec Optiker am Lahlchof j „Mief" auf bie voll Lanbluft gepumpten Lungen legt! Man steigt um, fährt, fährt ... ist enblich in der Heimatstadt!!! Luft!? — Und bas Gehupe und Geklingele von Automobilen, Straßenbahnen — unb überhaupt ber ganze Krach! Mißmutig ruckt man ben Koffer in bie anbere Hanb. Viel schwerer zieht er an ben Schultern als bamals, als man fröhlich beschwingt mit ihm hineinfuhr in bie Ferienzeit. Unb babei ist hoch garnicht ein Tüpfelchen mehr barin. Verbrießlich schlenbert man seinen Weg nach Hause. So geht es allen. Unb bas ist im Grunbe gut so. Denn hätten wir nur Ferientage, würbe uns balb ihre Unerträglichkeit packen. Immer würden wir verdrießlich schauen unb uns nie mehr recht unserer golbenen Freiheit freuen können. Gar nicht mehr sehen würben wir, wie gut wir es haben in ben Ferien, bem Urlaub auf ein par Wochen, — ein paar Wochen unb ein Reisetag! Unb bann kommt einem auf einmal ein Bekannter entgegen: wie gut man aussähe unb wie braun gebrannt man sei; bas seien boch sicher schöne Ferien gewesen. „Ja, bas waren sie auch", — unb ba tauchen auch gleich bie abwechslungsreichen Freuben, bie neuen Bekannten mieber vor bem geistigen Auge auf, überhaupt all' bas, was ben Ferien ihr Gepräge gab. Nun freut es einen auf einmal, von all bem Schönen erzählen zu können. Damit hat auch bie Stabt mieber ein ganz anberes Gesicht; man grüßt bie altbekannten Häuser, überhaupt bas liebe Gewohnte. Unb ziemlich vergnügt hält man seinen Einzug in bie behagliche Stube zu Hause. Unb wie- ber läßt sich erzählen von ber schönen Zeit, bie gewesen. Dann packt man die Sachen aus; hin und wieder stiehlt sich ein kleiner Seufzer dazwischen, anders schon als in den letzten Ferientagen. Da sind ja auch die Photographien und bie Postkarten. Schnell wirb bas eine und andere an die Wand geheftet, von sehnsüchtigen Blicken begleitet. Und noch ein kleiner Seufzer dazu. Aber dann sind die Ferien mit heimgewandert in die Stube, bie wohlbekannte, unb bie sieht nun schon gar nicht mehr so trüb unb grau aus, wie es zuerst wohl schien. Lilles erfreut auf einmal, unb bie Sehnsucht plagt nicht mehr so sehr. Unb später, wenn wir erst richtig zur Ruhe gekommen sinb, wirb bas Album mit ben Photographien mit Liebe zusammengestellt; in Gedanken spüren wir schon, wie oft es uns unb lieben Freun- ben noch Freube bereiten wirb. Nun schnell noch ein paar Einkäufe zum Abenb- brot, überhaupt, was so in bie „Küche" gehört; auch babei mieber erzählen, m i e schön es mar, unb hören, mie gut erholt man aussähe. Hernach noch bas Arbeitszeug in Orbnung gebracht, benn dazu mar am Tage der Abreise mirklich keine Zeit mehr. Und pünktlich am anderen Tage ist man an der Arbeitsstätte. Auch hier erfreuen die alten, bekannten Gesichter, das ganze Drum und Dran. Unb irt ber Frühstückspause mird erzählt, erzählt, — benn! es ist boch gar zu schön gemesen. Kräftig packt man bie Arbeit an, unb alles geht so viel leichter von ber Hanb als vorher. Das macht ber Urlaub, bie, ach so schöne Zeit unb ihre Erinnerung baran ... unb bie Heimkehr, die schließlich gar nicht so schrecklich mar, mie es am Anfang scheinen mollte. L. Fr. Vornotizen. Tageskalender für Samstag. Gießener Studententag 1939: 19 Uhr Sommer* fest in ben Räumen, unb im Garten des Studenten* Hauses. — Baugenossenschaft 1894: 20 Uhr Jahres- Hauptversammlung im „Burghof". — Turnverein 1846: 20.30 Uhr: Außerordentliche Hauptversammlung im „Schipkapaß". Tageskalender für Sonntag. Gießener Studententag 1939: 11 Uhr Volksdeutsche Morgenfeier im Garten des Studentenhauses. ■— Gloria-Palast, Seltersmeg: Weiß Ferdi „D'er arme Millionär". Erweiterung des Personenkreises der Arbeitsbuckinhaber.' Der Reichsarbeitsminister hat angeordnet, daß eine Ermeiterung des Personenkreises der Arbeitsbuchinhaber erfolgt. Der Leiter des Arbeitsamts Gießen hat heute miederholt in ber öffentlichen Bekanntmachung sämtliche Landwirte unb ihre mit* helfenden Familienangehörigen zur Antragstellung aufgefotbert. Die für bie Antragstellung vorgesehenen Formulare sind beim Arbeitsamt, seinen Nebenstellen unb den Bürgermeistereien erhältlich. Zur Antragstellung sind verpflichtet die Betriebsinhaber, sowie grundsätzlich alle Personen, bie als Familienangehörige im Betrieb bes Ehegatten, ber Eltern, Voreltern, von Abkömmlingen ober sonstigen Verwanbten ober Verschwägerten mitarbeiten, ohne baß ein Arbeitsvertrga geschlossen ist. Danach erhalten bas Arbeitsbuch z. B. Ehefrauen ober nicht mehr volksschulpflichtige Kinber, die in ber Landwirtschaft des Ehemannes bzw. ber Eltern mit- helfen. Es wirb nochmals darauf hingewiesen, baß es Forderungen -er Verkehrsgemeinschast Haupfftraße fährst! 3. Vor dem Einbiegen noch links die eningen- kommenden Fahrzeuge vorbei lassen! Recht- 4. 4. 5. 5. 6. 7. 8. 8. 9. 10. 9. olungsübung nicht angerechnet werden darf. 10. Hitler-Jugend Bann 116. halten! Radfahrer. 4. 6. 5. 6. 7. 9. 10. verloren. bisher Geschichten aus aller Welt Was ist die Lehrlingsrolle und was bezweckt sie? können! Obstreste und andere Gegenstände nicht auf Gehweg oder Fahrbahn werfen! Bei Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel während der Fahrt weder auf- noch abspringen! Die Fahrbahn nicht kurz vor oder hinter einem Fahrzeug, besonders einer Straßenbahn, überschreiten! An Straßenkreuzungen nur die gekennzeichneten Uebergänge benutzen! Verkehrszeichen und Verkehrsregelung genau beachten! Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Der Trauring im Kuhmagen. Ndz. Oslo. 14 Kilometer südlich von Mitau im 100-Kilometer- Tempo mit einem Fleischerfuhrwerk zusammengestoßen. Dabei wurden der Fleischer und sein Pferd getötet. Der Wagen wurde völlig zertrümmert und das Auto stark beschädigt. Die Insassen wurden zum Teil schwer verletzt, und auch Melderis mußte in das Mitauer Krankenhaus gebracht werden. Es ist eine strenge Untersuchung dieses Vor- alls'eingeleitet worden. Ein Geist stellt Gemälde aus. Ndz. Wellington. 7. An Straßenecken nicht stehenbleiben! 8. Nicht vergessen, daß Fahrzeuge bei nassen und glatten Straßen nicht immer sofort halten 1. Benutze die Gehwege! 2. Die Fahrbahn gehört dem Fahrzeug! Daher Vorsicht vor dem Betreten der Fahrbahn! 3. Die Fahrbahn stets auf kürzestem Wege und nur dann überschreiten, wenn sie wirklich frei ist! Kraftfahrer. 1. Vorfahrt achten und beachten! Besonders vor Hauptstraßen, die gekennzeichnet sind! 2. Stets rechts fahren, nach links in weitem und nach rechts in engem Bogen einbieyen! 3. Dor dem Einbiegen nach links die entgegenkommenden Fahrzeuge vorbeilassen! Rechtzeitig abwinken! zeitig abwinken! Nach links in weitem und nach rechts in engem Bogen einbiegen! Dich überzeugen, ehe du aus einem Grundstück herausfährst, ob du auch den Straßenverkehr nicht gefährdest! Bei Dunkelheit oder Nebel an deinem Fuhrwerk links und rechts je eine hellbrennende Laterne führen! Dafür sorgen, daß die Ladung deines Fuhrwerks seitlich nicht herausragt! Das äußere Ende deiner Ladung, wenn ste über dein Gefährt herausragt, durch eine große rote Flagge und bei Dunkelheit oder Nebel durch eine rote Laterne kennzeichnen! Ein unbespanntes Fahrzeug bei Dunkelheit oder Nebel grundsätzlich von der Straße fernhalten! Benn Verlassen des Fuhrwerks die Bremse anziehen, die Leine kurz anbinden und die Tiere innen absträngen! Fußgänger. darmeriestelle oder Ortspolizeibehörde zu benach richtigen. Pferd und Hitzschlaggefahr. und die Geschwindigkeit nicht erhöhen! 6. Nicht halten und auch nicht parken in Kurven oder an unübersichtlichen Straßenstellen! nehmen! 10. Dein Fahrrad stets in verkehrssicherem Zustand halten! 7. Rechtzeitig abblenden! Bist du angetrunken oder übermüdet, bleib weg Im Reichtum verkommen. Ndz. Buenos Aires. Ein ungewöhnliche Fall von Geiz ist in Buenos Aires bekanntgewordm. Eine 80jährige Witwe, die ihr ganzes Leben lang im tiefsten Elend zugebracht hat, ist gestorben. Ihre Nachbarn hatten errechnet, Die Gefahr des Hitzschlages bedroht nicht nur den Menschen, sondern auch einen seiner treuesten Gehilfen, das Pferd. Man gebe daher den Pferden mährend der heißen Jahreszeit vor allem öfter und genügend frisches Wasser, nchme die Tränkeimer mit, lasse die Pferde bei starker Anstrengung öfter an schattigen Stellen einige Zeit ausrühen und vermeide es möglichst, die Tiere während der heißesten Tagesstunden 'zur Arbeit zu verwenden. Der Beginn der Erkrankuna des Tieres an Hitzschlag zeigt sich an einer rasch zunehmenden Ermattung, Schwanken, ängstlichem Blick und angestrengter Atmung. Bei dem ersten Auftreten solcher Anzeichen spanne man sofort aus, bringe das Tier an einen schattigen Platz, begieße seinen Kopf und die Beine mit frischem Wasser und rufe eiligst einen Tierarzt herbei. Pferde, die in dieser Lage nicht sofort aus dem Dienst gestellt werden, sind in der Regel Verhängnisvolle Wettfahrt mit dem v-Zug Ndz. Riga. Ein trauriges Ende nahm der Versuch des bekannten lettischen Basketspielers und führenden Mitglieds der lettischen Nationalmannschaft, Melderis, den Berliner v-Zug mit einem Personenkraftwagen einzuholen. Melderis hatte sich in Riga um wenige Minuten zum Zuge verspätet. Er reiste mit anderen lettischen Basketspielern zusammen, die eine Studienreise nach Amerika antraten, um die dortigen Basketballspielverhältnisse kennen zu lernen. Er mußte den v-Zug erreichen, wenn er nicht den Dampferanschluß in Gdingen verpassen wollte. Daher versuchte er, im Auto in rasender Fahrt auf der Landstraße, die von Riga nach Mitau zur lettischen Grenze führt, den Berliner v-Zug zu erreichen. Die Bahnverwaltung hatte sich bereit erklärt, auf dem Grenzbahnhof den Zug 10 Minuten aufzuhalten, doch verstrichen die kostbaren zehn Minuten, ohne daß M. eintraf, und der Zug ging ohne ihn ab. Wie es sich herausstellte, war M. Kutscher. 1. Scharf rechts am Rand der Fahrbahn fahren! 2. Kraftfahrzeuge und Straßenbahnen vorfahren lassen, wenn du nicht auf gekennzeichneter Wie wir schon berichteten, tritt am 1. August der Lehrer Otto Reich, der von einer 46jährigen Dienstzeit 40 Jahre an der Schule in Gießen tätig rar, in den Ruhestand. Am gestrigen letzten Schul- :cg war in der Neuen Pestalozzischule die feier» iche Verabschiedung. Im Anschluß an die Flaggen- inziehung, bei der sich die Schüler, wie üblich, aus c»em Platz vor dem Skagerrak-Denkmal aufstellten, ' d) zunächst Abschied von der Ge- Dabei wurde ihm von einer daß sie im Monat kaum 20 Pesos, knapp 12 Mark nach deutschem Wert, für ihre Lebenshaltung ausgab. Immer wieder fanden sich gute Seelen, die der armen Bettlerin halfen, obwohl es auch Leute gab, die ihr nicht ganz trauten. Diese Skeptiker hoben recht behalten. Nachdem die denkbar ärmliche Bestattung vollzogen war, wurde bei der Regelung eventueller Erbschaftsansprüche ermittelt, daß die Alte in ihrem Haus Bargeld, Wertpapiere und Schmucksachen im Gesamtwerte von einer halben Million Pesos, fast 300 000 Mark, verborgen hatte. In Löchern in den Wänden, unter den Bildern, unter dem Fußboden und anderen Verstecken kamen diese ungeheuren Werte zum Vorschein. Weiter konnte die Polizei ermitteln, daß die Geiztante nach ihrem Tode um 50 000 Pesos bestohlen wor- den ist. Einer ihrer Nachbarn, der offenbar mehr als eine Ahnung von dem Reichtum hatte, benutzte die Leichenfeier, um ihr Haus gründlich zu untersuchen. Er war aber von Nachbarn beobachtet worden, als er mit einem gefüllten Sock das Haus verließ. Bei einer Haussuchung fand man bei ihm über 5000 Pesos in bar und Schmucksachen im Werte von über 40 000 Pesos. Die Nadel im Heuhaufen. Ndz. Neuyork. Mr. Moran, ein amerikanischer Staatsbürger, der im vergangenen Jahr von sich reden machte, als er auszog, um den Eskimos Kühlschränke zu verkaufen hat jetzt eine neue Heldentat vollbracht. Er hatte es sich in den Kopf gesetzt, einmal festzustellen, wie lange es dauern würde, um die sprichwörtliche Nadel in einem Heuhaufen zu finden. Er besorgte sich also Heu im Gewichte von zwei Tonnen, ließ es aus seinem Grundstück ausbreiten und bat einen Bekannten, eine Nadel in diesem Heuhaufen zu verstecken. Feierlich wurde die Zeit feftgeftellt, und der Wißbegierige begann seine Suche. Nach 82 Stunden und 35 Minuten war die Nadel gefunden. Mr. Moran schickte die Nadel einem Neuyorker raufen, schaftlichen Institut mit einer ausführlichen Darstellung seines Experimentes. — Die Tat eines Verrückten? Durchaus nicht! Mr. Moran ist em tuch- tiger Geschäftsmann. Er hat ein paar hundert Mark dadurch verdient, daß er die Heubündel qn An- denkenfäger verkaufte, die bei feiner Suche zugesehen hallen. nahm Lehrer Rei -amffchülerschaft. Schülerin ein Blumenkorb überreicht. Später versammelten sich die Lehrer in dem nut Grün und Blumen geschmückten Konferenzzimmer. .Der Rektor der Schule führte in seiner Ab- Ichiedsansprache an Lehrer Reich u. a. folgendes aus: Weite Kreise der Bevölkerung Gießens nehmen Anteil an diesem Abschied von der aktiven Schularbeit; denn es haben mehr denn zwei Generationen als Schüler vor ihm als Lehrer gesessen. Den Berufskameraden aber sei es ein herzliches Bedürfnis, mit ihm in dieser Stunde, die einmalig im Leben eines Menschen sei, zusammen zu sein. t)err Reich könne in seiner Berufsarbeit auf Erfolge zurückblicken, die nicht alltäglich seien. Darauf könne er stolz sein, wie auch die Schule stolz darauf sei. Der Redner hob dann die Begabung des Scheidenden hervor, immer freundlich und verständnisvoll dem andern zu begegnen, als Mensch unter Menschen, als Freund seiner Kameraden. Mit Herz- lichen Worten des Dankes verband er die Bitte, Herr Reich möge auch in der Zukunft die ihm lieb und wert gewordene Verbindung mit der Schule wahren. Zum Schluß brachte der Rektor noch die besten Wünsche der Schule und der Be- Die diesjährige Herbstausstellung der Akademie der schönen Künste des Staates Neuseeland in Wel- lington weist eine Besonderheit auf, die bisher, trotz Ben Akiba, wohl noch nicht da war. Unter den Ausstellern befindet sich nämlich auch eine Künstlerin aus der Geisterwelt. Es handelt sich bei den Werken aus dem Jenseits um vier ungewöhnliche Feder- Zeichnungen, die von der Akademie zur Ausstellung angenommen wurden. Sie wurden eingereicht durch eine Mrs. Berta Sinclair Burns, die jedoch erklärte, daß sie niemals Unterricht im Malen gehabt oder sich auch nur der Mühe von Uebungen unterzogen habe. Sie will ihre Zeichnungen vielmehr nur nach den Anweisungen und als ausführende Hand eines ihr er dnenenen Geistes „Zara" ausgeführt haben. Der Geist „Zara" sei eine vor vielen Jahrhunderten verstorbene Aegypterin, die der Drang nach künstlerischer Betätigung offenbar nicht ruhen läßt. Die Zeichnungen selbst stellen abftrafte Wiedergaben dar die Blättern und Früchten ähneln. Sie zeichnen sich durch eine hervorragende Technik und künstlerischen Rhythmus aus Deshalb hat die Akademie ste angenommen, nicht aber, wie die Ausstellungsleitung erklärt, wegen ihrer geisterhaften Herkunft... fahren! 3. Immer die Radwege benutzen! 4. Die Lenkstange stets fesch alten und die Füße auf den Pedalen lassen! 5. Nur dann überholen, wenn genügend Platz ist und keine Gefahr besteht; nach links in weitem und nach rechts in engem Dogen einbiegen! ‘ Vor dem Einbiegen nach links die entgegen- kommenden Fahrzeuge vorbeilassen! Rechtzeitig abrointen; vergiß nicht, daß deine Zeichen bei Dunkelheit ober Nebel schwer zu erkennen sind! Kraftfahrzeuge und Straßenbahnen vorfahren lassen, wenn du nicht auf gekennzeichneter Hauptstraße fährst! 8. Dich nicht anhängen, kein Vieh führen und andere Fahrzeuge nur dann ziehen, wenn sie mit deinem Rade fest verbunden sind! 9. Nur ein Erwachsener darf ein Kind bis zu sieben Jahren auf einem besonderen Sitz mit« vom Steuer! Besonders vorsichtig fahren, wenn die Fahrbahn durch Regen, Schnee oder Eis glatt ist oder Nebel die Sicht behindert! Dein Kraftfahrzeug immer in verkehrssicherem Zustand, vor allen Dinaen Steuerung, Bremsen, Bereifung und Beleuchtung stets in Ordnung glicht eines jeden Aufgerufenen ist, die Antrog ?llung sofort vorzunehmen. Irgendwelche Kosten ntstehen nicht. Die Ausfüllung der Anträge muß ergfältig erfolgen, insbesondere muß die Hand- ihrift deutlich lesbar sein. Weitere Auskünfte erteilt das Arbeitsamt und (tue Nebenstellen. Achtung! SA.-Wehrabzeichenträger. Die Standarte 116 gibt bekannt, daß der zweite ermin für die erste Wiederholungsübung 1939 auf »onntag, 9. Juli, festgesetzt wurde. Allen Wehrabzeichenträgern, die am 25. Juni an der Teilnahme verhindert waren, ist damit Gelegenheit gegeben, ihre Uebungen abzuleisten. 21 n t r e t e n am Sonntag, 9. Juli, vormittags Uhr, auf dem Schießstand an der Hardt in ließen. Mitzubringen sind Sportzeug, SA.-Wehr- bzeichenurkunde, Leistungsbuch und Besitzzeugnis. kartei vorgesehen. Für jede Innung ist eine besondere Jnnungsbestandskartei auf dem laufenden zu halten; aus ihr muß die Zahl der Lehrlinge und deren Ausbildungsstand sowie die Zahl der gesamten Lehrbetriebe und der Lehrbetriebe hervorgehen, die tatsächlich Lehrlinge halten. Zweck der Lehr- lingsrolle ist die Ermittlung des Nachwuchsbedarfs. Durch sie wird es möglich, die Heranbildung und Verteilung des Nachwuchses den volkswirtschaftlichen Erfordernissen anzupassen. (Biefoener lvochenmarktpreffe * Gießen, 8. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten Markenbutter, Vi kg 1,60 Mark, Matte 25 bis 50 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, deutsche Eier, Klasse S 13, A 12/4, B 12, C 11/4, D 10S, Wirsing, S kg 14 bis 16, Weißkraut 14 bis 18, gelbe Rüben 25, das Bündel 12 bis 14, rote Rüben 10 bis 15, Römischkohl 10 bis 15, Erbsen 20 bis 25, Tomaten 25 bis 35, Zwiebeln 15 bis 18, das Bündel 10 bis 15, Rhabarber 12 bis 16, Pilze 50, Kartoffeln, neue, % kg 10 bis 13 Pf., alte, S kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,40 bis 4 Mark, Pfirsiche, S kg 40 bis 42, Himbeeren 40 bis 50, Kirschen 30 bis 44, Heidelbeeren 45, Stachel- beeren 20 bis 40, Johannisbeeren 20 bis 25, Erdbeeren 30 bis 58 Pf., Hähne 1 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Dauben, das Stück 50 bis 65 Pf., Blumenkohl 20 bis 50, Salat 5 bis 12, Salatgurken 20 bis 40, Oberkohlrabi 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel Links überholen und nur bann, wenn dadurch der übrige, insbesondere der entgegenkommende Verkehr, nicht gefährdet wird! Sonderregelung bei der Straßenbahn beachten! Wenn du überholt wirst, stets rechts bleiben >as SA.-Wehrabzeichen ist anzulegen. Es wird darauf hingewiesen, daß das Wieder- olungsjahr 1939 beim Fehlen einer Wieder- 1. Scharf rechts am Rand der Fahrbahn fahren! 2. Grundsätzlich nicht neben anderen Radfahrern Wo bleibt der Schilling? Ndz. London. Eine Denk-Aufgabe, die ein Polizeibeamter beiläufig in einem Vortrag stellte, den er vor den Mitgliedern einer englischen Mädchen^Organisation in Chelsea hielt, geriet durch einen Zufall in eine Zeitung. Mit Windeseile machte die Aufgabe die Runde, und bald zerbrach sich ganz England den Kopf darüber, wo — der Schilling geblieben war. Der Sachverhalt, der der Rechenaufgabe zugrunde liegt, ist äußerst einfach. Drei Männer essen in einem Restaurant ein Menü. Das Essen kostet zehn Schilling pro Person. Jeder zahlt für sich. Der Kellner bringt 30 Schillinge dem Kassierer, der ihm erklärt, er habe fünf Schillinge zuviel berechnet, und hinzufügt: „Sie müssen deshalb den Herren fünf Schillinge zurückzahlen." Aber der Kellner ist unehrlich. Er steckt zwei Schillinge in seine eigene Tasche und erklärt den Gästen, das Essen se: um einen Schilling billiger, so daß jeder nur neun Schillinge zu zahlen hätte. Dreimal Essen zu neun Schillinge macht nach Adam Riese 27 Schillinge. Zwei Schillinge sind in der Tasche des unehrlichen Kellners. Was ist aber mit dem 30. Schilling passiert? Die Rache der weißen Mäuse. AS. Warschau. In einem Straßenbahnwagen in Warschau, der vollbesetzt durch die Stadtmitte fuhr, sprana mit einem Schmerzensschrei plötzlich ein gut gekleideter junger Mann von seinem Sitz auf. Gleichzeitig huschte ein Schar weißer Mäuse durch den Wagen. Unter den Fahrgästen brach eine Panik aus, so daß die Straßenbahn zum Stehen gebracht werden mußte. Was war geschehen? Der gut aussehende junge Mann war ein Taschendieb. Bei einer Durchsuchung der Taschen seines Nachbarn fand er einen Beutel, den er seelenruhig an sich nahm und in aller Heimlichkeit öffnete. Plötzlich aber wurde er kräftig in den Finger gebissen. In dem Beutel befanden sich nämlich weiße Mäuse, die von ihrem Herrn, einem Züchter, in ein Seruminstitut geschafft ©erben sollten. Der so vom Pech verfolgte Taschendieb würbe verhaftet. rufstameraben zum Ausdruck und überreichte bem Scheidenden ein Bild, eine Häusergruppe Alt-Gießens, die Arbeit eines Gießener Malers, barste!- lend. Sichtlich bewegt brachte Lehrer Reich feinen herzlichen Dank für diese Ehrung und die schöne Feier zum Ausdruck. Ehrung bei der Reichsbank. Dem Reichsbankkassier Max C r e u tz b u r g wurde vom Führer das silberne Treudienst-Ehrenzeichen für 25jährige Dienstzeit verliehen. Die Überreichung sand in würdiger Form durch den Behördenleiter statt. Borsicht! Einbrecher mit Schußwaffe. Lpd. Anfang dieses Jahres wurden in den Dörfern der Landkreise Hersfeld, Marburg, Fritzlar, Frankenberg, Eder, Kreis des Effenbergs, Ziegenhain und Korbach Einbrüche am laufenden Band ausgeführt. Die polizeilichen Ermittlungen haben ergeben, daß als Täter die zwei nachstehend beschriebenen Personen in Frage kommen: - 1. Der Zigeuner August Weiß, geboren am 19.2.1912 in Ober-Rodenbach (Kreis Hanau) der auch unter dem Namen Matthias Polvoni, geboren am 23.3.1910 in Niedermendid, auftritt. Weiß ist etwa 1,70 Meter groß, hat dunkles Haar, dunkle Augen, trägt dunklen Anzug und blaue Schlappmütze. 2. Eine männliche Person, die den Spitznamen „Andres" führt. Andres ist 1,65 Meter groß, hat hellblonde Haare, blaue Augen, schielt auf dem linken Auge und trägt hellgrauen Anzuy. Beide Täter führen Fahrräder bei sich. Andres ist im Besitz einer Pfftole. Beim Auftreten der vorstehend ' Genannten wird gebeten, die nächste Gen- Es ist schon häufig vorgekommen, daß auf dem I Felde verlorene Ringe nach vielen Jahren wieder ans Tageslicht kamen. Ganz ungewöhnlich aber liegt ein Fall, der sich in Norwegen ereignete. Dort hatte vor 30 Jahren eine junge Bauersfrau auf dem Acker bei Skollerod ihren Trauring verloren. Nach mehreren Jahren wurde die Wirtschaft in ein anderes zwei Meilen entferntes Dorf verlegt. Jetzt fand der Sohn der Bäuerin beim Pflügen den Ring, der vor 30 Jahren auf dem früheren Hofe verloren wurde. Diese Ortsveränderung des Schmuckstückes läßt sich nur so erklären, daß eine Kuh beim Weiden den Ring mitgefressen und daß sie ihn noch im Magen hatte, als der Umzug nach dem anderen Hof vorgenommen wurde. Dort ist dann wohl der Ring den Weg allen Kuhfutters gegangen und zugleich mit dem Naturdünger in den Acker gekommen. 8 bis 12 Pf. ** Ehrenkreuz der deutschen Mutter, Der Oberbürgermeister fordert heute zu weiteren Anträgen auf Verleihung des Ehrenkreuzes der deutschen Mutter auf. Insbesondere können jetzt auch die Mütter unter 60 Jahren das Ehrenkreuz beantragen. Um Beachtung der Bekanntmachung werden alle in Frage kommenden Mütter und ihre Angehörigen besonders gebeten. ** Anmeldung zu Lehrabschlußprüfungen. Die Anmeldung zur industriellen Facharbeiter-Lehrabschluß- und Kausmannsgehilfenpru. fung im Herbst 1939 hat für alle Facharbeiter- und Kaufmannslehrlinge, die ihre Lehre bis zum 30.6.1940 beenden, in der Zeit vom 17.7. bis 31. 7.1939 zu erfolgen. An den Prüfungen nehmen sämtliche in Frage kommenden Lehrlinge der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach teil. ** Jnstandsetzungsarbeiten im Volksbad. Vom kommenden Montag ab sind bie Schwimmhalle und das Römisch-Irische Bad im Volksbad wegen Jnstandsetzungsarbeiten bis auf weiteres geschlossen. Alle übrigen Abteilungen des Volksbades sind in der üblichen Zeit geöffnet. ** Don b e r Gießener Hütte. Den Mit- gliebern und Freunden des Deuffchen Alpenvereins, Sektion Gießen-Oberhessen, wird die 65. ordentliche Hauptversammlung des Deutschen Alpenvereins, die am 29. und 30. Juli in Graz stattfindet, eine angenehme Ueberraschung bringen. Der Dereinsführer des Gesamtvereins beabsichtigte nämlich, aus den haushaltsplanmäßig für 1939 bereitstehenden Mitteln der Sektion Gießen-Oberhessen eine Beihilfe von 1000 Mark zu gewähren. Der Betrag soll zur Ueberholung und zur Schaffung einer Wasserleitung für bie Gießener Hütte Verwendung finden. Sprechstunden Der '.neoaktron. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach» i mittag geschlossen. Dienstbefehl. Best.: Hesen-Nassau-Fahrt. Der Sonderzug des Bannes 116 geht am Diens- ag, 11. Juli, um 17.22 Uhr m Gießen ab. Alle ' Teilnehmer haben bis 15.15 Uhr auf dem Hof der Llten Klinik, Liebigstraße, e.nzutref en. Damit bie Zufahrt nach Gießen mit verbillig en Karten er- Dlqen kann, haben die Gefolgschaftsfuhrer dafür u sorgen, daß sofort alle Fahrkarten bei ber Ver- valtungsstelle des Bannes abgeholt werben. Desgleichen müssen alle Teilnehmer im Besitz ihres Irahrtausweises sein. Die Fahrtstrecken gehen den Ibteilungsführern zu, die sie dann an bie Gruppenführer weiterverteilen. Um 15.30 Uhr erfolgt Meldung der Fahrtabteilungsführer an den Adju- anten Des Bannes, Gefolgschaftsführer Krech- e r g e r. Die Aufstellung erfolgt im offenen Vier- ck nach der Liebigstraße. Don hier aus rucken die sahrtabteilungen zum Bahnhof. Fliegergefolgfchaft 1/116, Gießen. Sonntag, 9.7., treten sämtliche Jg. am Heim in Inisorm an, die 1. auf Hessen-Nassau-Fahrt, 2. bie yliegerlager Platte unb Gras-Ellenbach vom 23.7. äs 5.8.1939 besuchen. Mitzubringen ist: ber Säger« teitrag von 12 RM. sowie der Einberufungsschein. 2er Dienst beginnt um 9.30 Uhr. Ein verdienter, langjähriger Lehrer Gießens tritt in den Ruhestand. Für bie Lehrlinge im Handwerk wurde eine Lehrlingsrolle in der Haupffache von den Innungen oder Kreishandwerkerschaften geführt. Nach einer Anordnung des Reichswirtschaftsministers war nun bis zum 1. April 1939 eine einheitliche Lehrlingsrolle zu schaffen, die von den Handwerkskammern geführt werden muß. Diese Lehrlingsrolle erfaßt alle Lehrlinge unb Lehrbetriebe auf befonberen Karteikarten. Die Lehrlingskarte enthält alle Angaben, die sich auf bie Person,'Schulbildung unb Ausbilbung be« ziehen, ferner Angaben über bie abgelegten Pru* jungen, Anerkennungen für hervorragende Leistungen in' ben Prüfungen sowie über bie weitere Forderung ber beruflichen Ausbildung nach Abschluß der Lehre. Die Lehrbetriebskarte enthalt neben ben persönlichen Angaben und dem Nachweis der Berechtigung des Lehrmeisters zur Lehrlingshaltung auch Aufzeichnungen über bie Eignung bes Lehrbetriebs zur Lehrlingshaltung, über bie Zahl ber Lehrlinge unb der durchschnittlich beschäftigten Gesellen, ferner über bie Prüsungsergebnisse bei ben Lehrlingen, über Ehrungen des Lehrmeisters für besondere Leistungen, insbesondere in ber Ausbildung von Lehrlingen und über Ehrungen ber von ihm ausgebildeten Lehrlinge und Gesellen. Um die Zahl der Lehrlinge unb Lehrbetriebe in den einzelnen Handwerkszweigen jederzeit feststellen zu können, ist die Führung einer besonderen Bestands- FOTO-Arbeiten preiswert 727D FotO-Rllhl, Seltersweg 67 Ser Hinweis - ein Blick in die Zeitschriften x s Ihre Vermählung beehren anzuzeigen 9. Iuli 1939 Gießen Landgraf-Philipp-Platz 9 03370 Badezeiten geöffnet. 4777 A Es ladet ein 03341 der Gastwirt Ludwig Schäfer („Anneröder Mühlchen“) RHEINPREUSSEN jeden Samstag. 4794V Für Ihre Reise! 42140 . MARBURGER fttTSPIHi .Gesellschaftsreisen. 1 Woche (Verlang, mögl.) nach Bayrischzell RM. 82.- an Zell am See . RM. 98.- an Seefeld. . . . RM. 105.- an einschl. Bahnfahrt (3. Kl. D-Z.) ab und bis Frankfurt. Abfahrt Dillenburg Hauptstraße 13 Ich fand die Landschaft auf wundervolle Weise mit dem modernen Zustand und der Kraft und Ge- schwindiakeit vermählt, die uns zugewachjen stno. Ich habe jetzt Italien im Kopf, so überschaubar wie eine Landkarte, aber gleichzeitig durchwegs belebt und bebildert mit lebenden Menschen, brandenden Küsten, schweigenden Hainen, Tempelgebalken und 'Renaissancepalästen, Oelbaum, Fenchelstoude und heiterer blauer Luft. Solch Erlebnis ist das Erlebnis vieler, wenn auch nicht aller moderner Menschen." Homanauferstehung durch den Film. Ein guter Rat zur Einmachzeit... Viele Früchte haben stark färbende Eigenschaften, die sich in hartnäckiger Verschmutzung der Hände bemerkbar machen. Meist dringt der Saft tief in die Hautrillen ein und ist schwer zu entfernen. — Zum Reinigen verfärbter und verschmutzter Hände nehmen Hausfrauen heute das bewährte AT^, weil es schnell und gründlich säubert, die Haut nicht angreift und billig ist. ATA macht die Hände rein __ Veranstalter: Lloyd -Reisebüro Sy» Frankfurta.Main LLQ Vertr. H. Kretxschmar XUJJ Gießen, Seltersweg 24. Künstliche Augen fertigen wir für unsere Patienten am Samstag, 16. Juli, in Gießen, Hotel Prine Carl, Seltersweg 40 Gebrüder Müller-Welt Stuttgart. Zugel, b.Kass. u.Behörd. Robert Baum Ona Saum, geb. Eckstein MARKEN BENZIN leistungsstark, klopffest, sparsam HEBEBUHNE, SCHMIERDIENST — Kostenlose Beratung, moderner Kundendienst „Jluf der Platte am Sonntag, dem und Montag, dem 10. Juli Vermischtes. Der Badeofen ist kein Vank-§afe. Ein richtiger Pechvogel ist ein Metzgermeister in der bosnischen Hauptstadt Sarajewo. Er ließ von fremden Leuten seinen Wohnung reinigen. Lus Furcht, daß die Leute in einem unbeachteten Augenblick in seine Kästen einbrechen und seine Wertsachen stehlen könnten, ve r ste ck t e e r e i n Spar- buch und Wertpapiere, alles im Werte von rund einer halben Million Dinar, im Ofen des Badezimmers, das er absperrte. Am Abend kam er müde nach Hause und wollte ein Bad nehmen. Also machte er Feuer im Ofen des Badezimmers. Als der Ofen bereits lichterloh brannte, erinnerte er sich an das Vermögen, das im Ofen versteckt war. Schnell löschte er das Feuer, doch es war bereits zu spät. Das Bankbuch und die Wertpapiere waren verbrannt. Das Geld vom Bankbuch konnte er zwar noch retten, aber die Wertpapiere waren für immer verloren. Blitz fuhr in ein Jagdgewehr. Ein eigenartiger Blitzschlag war wahrend eines schweren Gewitters im Gerghof bei Kallmünz (Bayr. Ostm.) zu verzeichnen. Der Blitz fuhr durch den Kamin ins Haus und kam in der Wohnstube zum Ofen heraus, ohne zu zünden. Er riß jedoch die Ofentüren weg und beschädigte sie stark. Don da aus sprang der Blitz auf ein an der Wand hängendes Jagdgewehr über, das geladen, aber gesichert war. Es gab einen lauten Knall, die Patrone explodierte und zerriß das Gewehr. Dann war der kurze, aber gefährliche Spuk vorüber. Die " t im Zimmer weilten, kamen Tpnninhp Läufer,Bettumrandungen I GppiUllG Polstermöbel, Möbelbe- zugsstoffe, Dekoratlons- u. Gardinenstoffe, Stepp- und Daunendecken bis 10 Monatsraten.Ford.Sie unverbindl.Ang. 425 Teppich-Schlüter, Bonn 86. Größtes u.leistungsfähigsLTeppich- Spezial -Versandhaus Westdeutsch!. Bekanntmachung. Heu, alter und neuer Ernte, gut, gesund, trocken, kauft sofort und laufend frei Boden fuhren- und waggonweise 4725D Verwaltung der Beterinärkliniken u. Institute Gießen. Hühneraugen? 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Hillers 45560 ,mt Marburg nnez ^ayr. den jum l) die n da rtgen» r ge- , die Dann Die MUttl weniger als 35 000 Meter durch eine Verständigung mit der Rennleitung von jedem Punkt der Straße aus ermöglicht. Ueberall konnte man schon in den Tagen des Trainings die Soldaten in schöner Einträchtigkeit neben den Stameraben des NSKK. auf ihren Posten sehen. Durch Lautsprecher werden die Zuschauer auch diesmal wieder über den Rennverlauf unterrichtet, soweit sie ihn nicht selbst verfolgen können. Nachdem vor einigen Jahren durch Korpsführer Hühnlein die Nennen der Motorräder mit Seitenwagen vom sportlichen Programm der Rennveranstaltungen abgeselzt wurden, fürchtete man zunächst für das Rennen „Rund um Schotten" eine langen Rennstrecke erfüllt von dem' unerhörten Lärm der Motore, die sich im Kampf um die beste Zeit und um die schnellste Runde gegenseitig förmlich zu überbrüllen versuchen. Das Nennen bringt auch in diesem Jahre wieder jenen eigenartigen Zusammenklang, jene Synthese von Mut, Kraft, Geschicklichkeit und Draufgängertum der Fahrer und der Leistungsfähigkeit der Materie in den hochgezüchteten Maschinen. Im hinreißenden Kampf um den Sieg findet diese Synthese Ausdruck und Erfüllung. * Das Training für die große Auseinandersetzung hat schon am ersten offiziellen Trainingstag mit aller Kraft eingesetzt. Silke prassen zeitliche Stallglas- ichtdielf Iw Interesse d/r Sicherheit der Fahrer hat die s Rennleitung auch in diesem Jahre wieder alles i aetan was zu tun notwendig und möglich war. : H Vor den Kurven wurden । wieder jene großen Tafeln aufgestellt, die genau wissen lassen, wenn eine Kurve-'kommt und wie sie verläuft. Ueberall in den- Kurven und an schwierigen Stellen wurden Strohballen (insgesamt rund 1000 Stück) ausgestellt, die die Fahrer eindeutig davor warnen, sich den Reihen der Bäume am Straßensaum allzusehr zu nähern. Die Zuschauer werden sich an den interessantesten Plätzen hinter Drahtzäunen und in geziemendem Abstand von der Fahrbahn aufbauen, sich damit selbst vor Gefahren schützen und auch nicht auf den Gedanken kommen, die Fahrbahn zu betreten. Darüber aus ist ein vorbildlicher ninasrunden. Streckendienst organisiert, Das Rennen „Rund um Schotten" (auch die Sanitätsbereitschaft Gießen ist vertreten) stehen in Bereitschaft. Man kann nur wünschen, daß es bei dieser Bereitschaft bleibt! Auch die Gendarmerie ist eingesetzt und wird insbesondere bei der Lenkung der Anreise und der Abfahrt der Zuschauermengen nach dem Rechten sehen. Die »isen* l.)nacb 82.- an 98.- an 05/ an Abfahrt 4794V Iter: sebür» rsweg > ^Pernau senkte den Kopf. Das war eine neue Larsen! Das war — —! Zum Teufel: Vielleicht wurde es etwas? Etwas ganz Großes, gans Neues — etwas, dos die letzte Erfüllung in sich trüge „Spiel die Rolle, Margit! Ich bin einverstanden. " Sie schloß halb die Äugen. Ein feiner Schmerz hämmerte an ihren Schläfen. „Gs ist abgemacht,. Jonny! Ich fahre jetzt nach Hause. Ich mochte nicht warten, bis Werner kommt." (Fortsetzung folgt.) -es ?,s£ dl-A0?’ «ir unser« SÄ ißt ferner!" Ja ein reizendes Geschöpf! Frisch und natürlich ' Aber sie ist da in eine Sache hinemgera- ten die, wie auch der gute Doktor Römer denkt, vorläufig ein bißchen unklar ist- interessiert mich mehr zu erfahren ... In einer Stunde komme ich! Was ist mit der Besetzung? Die Frau des Ingenieurs wahrscheinlich? Sage Pernau, ich hatte bereits einen Vorschlag! Wir hatten da in dem Aeqyptenfilm eine Darstellerin ... A jo, Margit, bis nachher! Ich will mich jetzt nicht aushalten. Desto schneller bin ich dann draußen. Du wartest doch bestimmt?" „Ja, Werner. Auf Wiedersehen!" „Bis nachher, Margit!" Margit Larsen schloß die Tür der Telephonzelle hinter sich. Müdigkeit überfiel sie Jetzt kommt es über mich! wußte sie. So oder so. Ob cs wahr wird oder nicht, ob Werner sie gewinnt oder an ihr vor- beigeht — für mich bleibt es das gleiche. Es genügt, erkannt zu haben. Erkennen ist wichtiger als Erleben ... Als sie in die Gaststube zurückkehrte, lächelte sie. Die he ttige 'Rede, die an ihrem Tisch geführt worden war, brach ab. Sie wußte: Man war keinen Schritt weitergekommen. Langsam ging sie an dem Tisch vorbei und trat ans Fenster Sie sah auf den Hofplatz hinaus und auf dessen Garten mit den verspäteten ^ommer- tischen. Ein Bild, das sie tausendmal gesehen hatte. Sie drehte die Uhr ihrer Erinnerung um drei Jahre Beeinträchtigung der sportlichen Anziehungskraft. Es ist aber anders gekommen, als man ursprünglich allgemein annahm. Au Stelle der gewagten Seiten- wagenrennen sind die Rennen der Sportwagen getreten, die dazu beitragen, daß das Rennen „Rund um Schotten" in seiner Bedeutung mehr gehoben worden ist, als es je durch die Seitenwagen hatte der Fall sein können. Gilt doch der diesjährige Wettbewerb der Sportwagenfahrer in den drei Klaßen (1100 ccm, bis 1500 und bis 2000 ccm) bereits als Meisterschaftslauf. Bereits das Training in den vergangenen Tagen hat bewiesen, daß es hier zu Kämpfen kommen wird, die jeden Zuschauer in ihren Bann reißen werden. Schon rein äußerlich hat das Bild der Rennoeranstaltung durch diese oporb waqenrennen gewonnen. Wundervoll liegen die Rennwagen auf der Straße. Man sieht die verschie- densten Typen, von den eigenartig gebauten „Neandertalern" über MG. bis zu den schnittigen BMW.-Wagen, die in großer Anzahl vertreten mb. Wenn es für das Rennen „Rund um Schotten einen sehnlichen Wunsch gibt, dann ist es jener, daß dem Renntag solches Wetter beschieden sein mochte wie es am ersten Trainingstag herrschte. Noch deutlich wird sich jedermann erinnern, wie es im vorigen Jahre war: da prasselte Regenschauer um Regenschauer nieder! Wie festlich kann dieser große Rcnnsporttag sein, wenn neben den Bemühungen der Rennleitung die reibungslose Durchführung ces Rennens auch durch gutes Wetter begünstigt wird. Wie ganz anders nähme sich auch der qelsberg aus, wenn er sich nicht hm,ter Nebelschleiern verbergen würde, sondern seine Schönheiten im Glanze einer strahlenden Sommersonne für sich werben ließe.__________________ probt. Die ganze Luft war voll Duft und voll Musik 0^Damals hatte es angefangen — damals vor drei Jahren. Das war es gewesen, warum sie Burd gesagt hatte, sie ginge nicht nach Amerika .. Und Werner hatte gesprochen. Hatte den Inhalt de» Films in wenigen Sätzen zusammengcstellt, und Die Bleistifte der Berichterstatter waren ubcrs Papier geflogen. Und hatte dabei noch einen Menschen angeblickt': sie — Margit.Larsen. Und jetzt war es Herbst ... Die letzten Blätter taumelten.herab. Jetzt lag der Garten leer und ode, und nicht ein einziger Ton Mufik klang aus. „Jonny —!" rief sie leise, ohne sich umzudrehen. Pernau sprang auf und trat auf sic zu. „Kommt Werner bald?" Ihr schönes Antlitz blieb dem Garten zugewandt. Sie sah die leeren Bänke, sah einen alten Schauspieler, der jetzt noch als einziger Gast dort saß. Ich Spiele die Frau des Ingenieurs Jonny — ober ich spiele überhaupt nicht!" Ihre stimme zitterte in kaum verhaltener Wehmut. Pernau hörte den Ton und horchte auf. Da war etwas, das die ßarfen bislang nie gegeben batte, nie hatte geben können: ein allerletztes, allerhöchstes, schlichtestes Menschentum ... Erregt wandte er sich um. „Kinder, laßt uns mal allein!" Verwundert gingen die Autoren mit dem Regieassistenten hinaus. , . , q ~ , „Du willst die Frau des Ingenieurs spielen? Dir verlangst es, Margit?" Halb wandte sie ihm ihr Profil zu. Sie stand in einem leichten Netz von Schatten. Zwei feine, unverwischbare Falten liefen von der Nase bis zu den Mundwinkeln, um den ein großer, tiefer Schmerz Viele Fahrer hielten cs für ratsam, sich rechtzeitig einzufinden, sich mit der Strecke vertraut zu machen und zu studieren, wie jede der vielen Kurven genommen sein will. Jeder weiß, daß cs der Schottener Kurs in sich hat, daß die Strecke höchste Anforderungen an die Fahrkunst stellt. Es erübrigt sich fast, die Schwierigkeit der Stadtkurve zu schildern oder nachzuweisen, wie schwer die Kurven in der Poppenstruth geworden sind, dadurch, daß sie nun bergab gefahren werden müssen. Und jeder Fahrer weiß auch, daß die Moufangkurve mit ihrem großen Radius, nut besonders sorgfältig erwogenem Tempo gefahren werden muß. Allerdings ist es den Rennfahrern für dieses Jahr wiederum um einige, wenn auch fast unwägbare Momente leichter gemacht worden. Die Strecke hat wieder einige Verbesserungen erfahren. So wurde die weite Eingangskurve von Rudingshain (gefürchtet und nach wie oor ein Punkt, der höchste Aufmerksamkeit herausfordert) auf etwa 8 Prozent überhöht. Die Kurve ist dadurch etwas schneller" geworden. Sie kann rascher genommen werden. Die Kurve am Südausgong wurde gar um sechs Meter verbreitert, außerdem überhöht und ausgerundet, soweit es möglich war. Die ganze Strecke befindet sich nun in einem Zustand, der kaum mehr wesentlich geändert werden kann, wenn der Charakter als schwierige kurvenreiche Mittelgebirgs-Rennstrecke erhalten blei- ,Unsinn! Was würde Vallendar dazu sagen? Ihr seid ein Paar — ihr seid Partner fett drei Jahren. Du solltest uns die Geschichte nicht mit olchcn Dingen erschweren. Ueberlege lieber, wer die Rolle spielen könnte! Ob mau's mal mit der Wendt versucht —?" o . Ein Kellner trat an den Tisch: „Frau Laisen wird am Telephon verlangt!" Margit stand auf. „Einen Augenblick, bitte!" Während sie hinausging steckte sich Maaß eine neue Zigarette an. „Ist wohl ein bißchen ineit- chmerzlich angehaucht, die gute Larsen? Hat es was mit Vallendar gegeben?" 01c schmunzelten, alle ein wenig Der Gedanke verlor allen 011111, wurde ,3U einem Scherz, über den man spötteln Durfte... Margit war in die Fernsprechzelle getreten. „Ja, bitte Ihre Stimme klang heiter und frisch. Nein, es war unnötig, daß sie sich Sorgen machte, oie hatten sie ausqelacht! Es war wohltuend gewesen -- beruhigend und wohltuend wie die letzte Kritik, in der so viel von ihrer Schönheit und Jugend ge- der von den Kameraden des NSKK. verschiedener Standarten gestellt und dafür sorgen wird, daß die Rennstrecke während der Rennen für die Zuschauer „tabu" bleibt. Etwa 1000 Kameraden werden für den Strecken- und den Verkchrs?Ord- unngsdienst eingesetzt werden. Die M 0 t 0 r = ftnnbarte 1 47 Gießen ist mit insgesamt etwa 18 0 M a n n bctci=. ligt und hat ihr Arbeitsfeld auf der Strecke von Kilometer 1 bis Kilometer 9. Selbstverständlich ist auch der Sanitätsdienst vorbildlich organisiert. 20 Aerzte, 90 Sanitäter und 6 moderne Krankcn-Transportwagen fla®iecn6thnmc aus der Muschel draug bekannt an ihr Ohr. „Hier Werner. Tag. Margit! Jhi mußt mich entschuldigen ... Du bist doch gestern gut nach Hause gekommen?" Ja danke — sehr gut, Werner! Wir warten alle auf dich. Wir können uns über Die Besetzung "^Bittt^beßelle Jonny, ich käme eine Stunde lväter! Ich habe noch einen kleinen Weg zu machen. Die Sache gestern abend — es hat sich da eine Verwicklung ergeben, die mich 'Nteressiert. Das junge Mädchen nämlich — ich erzählte es Dir doch gestern abend ... Uebrigens, du kennst sie 61 Ze'ßt Sandner. Sie ist Zeichnerin .m Salon Helga", wo du ja auch arbeiten laßt. Du mußt dich an sie erinnern, Margit. Sie hat so goldbraune Augen. Charly Sandner . Margit hörte zu. Die Hand, die den Hörer hielt, bebte leise Wie seltsam er den Damen aussprach, ihn wiederholte! Es tat ihm wohl, ihn auszuspre- chen Sie fühlte es. Vielleicht wußte, er es gar nicht einmal? Vielleicht glaubte er wirklich, es fei nur ein besonderes Ereignis, das ihn fesselte? Aber sie kannte ihn besser ... „Charly Sandner. gab sie •(Htei U/eäten Roman von Harald Baumgarten Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35 10. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Vallendar ist nicht gekommen! dachte Margit. Sie Das kleine und schöne Dogclsbergstadtchen nchot- tn — jetzt durchpulst vom Strom des Verkehrs der iraftfalirieime aller Art - lebt ganz m der Er- tarlung des großen motorsportlichen Ereigiiilles iRunb um Schotten" und der vielen Gaste, deren \ diesem Jahre etwa 70 000 erwartet werden, schotten selbst hat sich aus Anlaß des großen kennens besonders schön herausgeputztt Ueberall Litern schon seit Tagen die Fahnen de- Groß- Lutschen Reichs und die Fahnen des N«KK., und Rot der Flaggen kontrastiert lebhaft mit dem Mau des Himmels, dem Weiß der Wolken und 'm kräftigen Grün der nahen und fernen Berge, 'n der Stadt wurden in jüngster Zeit viele Hauser m hcrqerichtet, so daß sich das Straßenbild he nb freundlich ausnimmt. Mit besonderer Sorgfalt iben sich die berufenen Handwerker des Rathauses igenommen, das völlig überholt worden ist imb i-lj nun im liefen Verputz und Anstrich besonders it ausnimmt. In den Gaststätten der Stadt sind le Vorbereitungen getroffen, um viele Gaste ver- istigen zu können. Seit Tagen liegen schon^ die llotorrad- und Sportwagenrennfahrcr in der etabt 11 Quartier, und ihre Maschinen stehen, wenn sie icht gerade auf der Strecke sind, in Winkeln, Gassen nb Höfen Die Stille, die sonst die Gassen der , Stadt beherrscht, ist einem geräuschvollen Truoel -cwichen. * , Seit dem Donnerstag dieser Woche beherr- hcn die Kampfgefährten des Motorsports den Schottenring. Seit Donnerstag ist die Lo.nd.chast „h"ir'Bnum im Bannkreis der 16,08 Kilometer Gendarmerie des Kreises Gießen Pellt dafür 15 Mann ab. Mit großer Sorgfalt ist ein Fernsprechnetz gelegt worden. Kameraden von der Warp richten-Al'teilunq 15 Frankfurt a. M. haben nicht nie. 000 Meter Leitungen gelegt und da- ^Eine Sommernacht war es gewesen. Eine zauberisch duftende Sonimcmacht. Dort an dem langen Tisch hatten sie alle gesessen am letzten Tag des ersten Films, den sie nut Vallendar gedreht hatte. Die Herren von der Presse waren gekommen. Man hatte ich erkundigt, die Darsteller ausgejragt nach den Eindrücken, die die Arbeit hinterlassen habe, nach ihrer Auffassung der Rollen. Oben am Kopfende neben ihr hatte Vallendar gesessen tiesbraun geschminkt, in seiner Uniform als Kapttan Flin h. Er hatte den Kragen geöffnet, weil es heiß »m Atelier gewesen war. Der ganze Platz hatte von Schau- vielem und Komparserie gewimmelt. Großausnahme. Drüben hatte das Orchester noch einmal ge-1 vergaß ganz, wo sic war. ( Die beiden Autoren tuschelten miteinander. - „Nee!" rief Pernau in seiner heftigen Welse, in der er immer redete, sobald von künstlerischen -um- । gen gesprochen wurde. „So mache ich das nicht. Margit — gib mir doch recht!" Sic atmete einmal tief. „Wie wäre es, Jonny, wenn ich die Nolle der Iiigenieursfraii spielte? Es wurde still am Tisch. Maaß rückte sich vor Staunen die Brille auf die schmale, gewölbte Stirn. Der Regieassistent Röhr kicherte in sich hinein. Aus ! was für verrückte Einfälle solche Stars manchmal z lamen! Die Juanita war doch die Rolle der Larsen, war ihr Fach, war ihr Typ! Du bist wohl nicht gescheit, Margit?" antwortete Pernau endlich unwillig. „Deine Rolle ist doch — Er stutze eine Sekunde. „Unsinn — deine Rolle ist die junge Juanita!" Aber in der winzigen Pause, die er gemacht «hatte hatten sich Gedanken breitgemacht. Er war es "gewesen, der die Larsen entdeckt hatte. Unter feiner Regie hatte sie augefangen. Diele Filme hatten sie' verbundeii. Große Erfolge. Aber cm Allerletztes — ein Allerhöchstes und Allerttefstes — war immer ausgeblieben: Margit war zwar cm Star geworden, aber kein großer. Jetzt lachten Die beiden Drehbuchautoren. „Das hieße, das Problem auf den Kopf stellen, gnädige Frau! Sie werden doch nicht die altere Rolle spielen?" Sie amüsierten sich köstlich. „So, wie eie aussehen, gnädige Frau, so wie das Publikum oie kennt und liebt — man würde Ihnen das einfach nicht glauben! Es kann nur ein Scherz fern/ Für kurze Zeit sonnte sich Margit in Dem Gefühl ihrer Jugend. „Na, Jonny, was meinst du? Buhbach-Licher Eisenbahn AG * Butzbach, 7. Juli. Im „Hessischen Hof" fand heute die ordentliche Hauptversammlung der Butzbach— Licher Eisenbahn statt. Die Gesellschaft, deren Hauptaktionär die Aktiengesellschaft für Verkehrswesen, Berlin, ist, verfügt über Bahnanlagen in einer Länge von 57,05 Kilometer. Wie aus dem Jahresbericht zu entnehmen ist, wurden im abgelaufenen Jahr 221712 Personen und 228 521 Tonnen Güter (einschließlich Tiere) befördert. Zur Zeit des Baues der Reichsautobahn von Frankfurt nach Alsfeld war die Bahn stark in Anspruch genommen. Nach der Fertigstellung dieser Baustrecke haben die Verfrachtungen nachgelassen, so daß auch der Betriebsüberschuß zurückge- gangen ist. Der aus der Gewinn, und Derlustrech- nung verfügbar bleibende Betrag in Höhe von 33 097,72 Mark reicht aus, um die vorgeschriebene Einlage in den Erneuerungsfonds voll zu decken. Um diesen für die Instandhaltung des Oberbaues und der Betriebsmittel und damit für die Aufrecht- erhaltuna des Bahnbetriebes notwendigen Betrag zur Verfügung zu haben, wurden die Inhaber der Schuldverschreibungen um den Erlaß der Zinsen für 1938 und um Stundung der für 1939 fällig wer- denden Zinsen bis zur Feststellung des Abschlusses 1939 gebeten. Wie aus dem Bericht weiter zu ersehen ist, stehen den Betriebseinnahmen von 363 512,98 Mark Betriebsausgaben von 328 461,01 Mark gegenüber, so daß ein Betriebsüberschuß in Höhe von 35 051,97 Mark verbleibt. Die Jahresbilanz schließt in Aktiven und Passiven mit 5146 644,40 Mark. Die Sonderrückloge hat sich von 33 765,51 Mark um 1350,62 Mark für Zinsen auf 35116,13 Mark erhöht. Bei dem Fonds besteht bis zur Auffüllung ein Einlagerückstand von 13 136,21 Mark. Der Erneuerungsfonds hat sich von 40 595,97 Mark um 3853,57 Mark aus Einnahmen und um 33 097,72 Mark in der Gewinn- und Der- lustrechnuna nachgewiesenen Einlage auf 77 547,26 Mark erhöbt. In Ausgaben wurde der Fonds mit 40 645,76 Mark belastet, so daß sein Bestand 36 901,50 Mark beträgt. Die Aktiven der Bilanz weisen ein Anlagevermögen (Bahnbetriebsgrund, stücke, Bahnkörper und Betriebsgebäude) 2 284 023,10 Mark, Gleisanlagen 2 058 024 Mark, Streckenausrüstung usw. 25 787 Mark, bebaute und unbebaute Grundkapital, 923 129,23 Mark gesetzliche Rücklage, 586 900 Mark, Werkstattmaschinen, Werkzeuge usw. zusammen 15 000 Mark) von zusammen 4 975 234,10 Mark, Umlaufsvermögen 101 485,95 Mark, Posten zur Rechnungsabgrenzung 69 924,35 Mark aus. Die Passiven setzen sich zusammen aus 1 756 000 Mark Grundkapital, 923 129,23 Rtark gesetzlilche Rücklage, 35116,13 Mark Sonderrücklaae, 36 901,50 Mark Erneuerungsfonds, 961 966,42 Mark diverse Posten, 1301216,62 Mark Staatszllschuß und 132 314,50 Mark zur Rechnungsabgrenzung. Die Gewinn- und Derlustrechnung schließt mit 395 259,62 Mark. Vorstand und Aufsichtsrat wurden Entlastung erteilt. Der Aufsichtsrat setzt sich zusammen aus: Direktor Dr. Stephan, Berlin (Vorsitzer), Oeko- nomierat Hoffmann, Hof-Güll (Stellvertretender Vorsitzer), den Bürgermeistern Geil, Lich, Hahn, Bad-Nauheim, und Dr. M o e r s ch e l, Butzbach, ferner aus Pfarrer Nies, Ettingshausen und Derkehrsdirektor K a b i s ch , Berlin. Den Vorstand bilden die Regierungsbaumeister i. R. N o a ck und K a b i tz aus Berlin. Im Anschluß an die Hauptversammlung fand eine Sitzung der Inhaber der Schuldverschreibungen statt. lieber 900 Nennungen für das Neit- und Fahrturnier Bad-Nauheim. Im vergangenen Jahr erreichte das Reit-, Spring- und Fahrturnier in Nad-Nauheim einen Höhepunkt in sportlicher Hinsicht und daneben einen Er- sola bei den vielen tausend Zuschauern, der eine weitere Steigerung fast unmöglich erscheinen ließ. Das kommende Turnier am 15. und 16. Juli scheint jedoch seine Vorgänger noch übertreffen zu können. Es wird in genau vem gleichen Rahmen gehalten, wie es sich seit 1939 bewährt hat. Lediglich mit dem Amazonen-Jagdspringen Klasse M ist eine weitere Springkonkurrenz angefügt worden. Die Zahl der Nennungen hat 900 bereits überschritten. Großartig besetzt sind die Springwettbewerbe. Uebertrof- fen werden diese vielleicht noch von den Gespannprüfungen. Allein 27 Einspänner, teilweise über» ragender Klasse sind genannt worden, darunter auch Gespanne aus Hannover. Zwei große Geländeritte und zwei Vielseitigkeitsprüfungen werden mit riesiger Beteiligung entschieden werden. Schon vor dem eigentlichen Turnierbeginn werden die Ereignisse auf der Marathonfahrt Der Wehr- macht-Gespanne allenthalben Interesse wecken. Diese wichtige Gebrauchsprüfung sieht wieder in dreitägiger Folge Dauerleistungen von Zweispännern und Diererzügen vor und wird mit einem „Schnellwettbewerb" beendet, lieber diese Fahrt, an der über 100 Pferde beteiligt sind, wird noch zu reden sein, zumal sie weit nach Oberhessen und Hessen- Nassau hineinführt. Die Veranstalter des Turniers: Generalkommando des IX. Armeekorps und SA.- Gruppe Hessen, haben auch mit dem Einsatz von zwei eindrucksvollen Schaunummern der Wehrmacht sicher den Geschmack ihrer Zuschauer getroffen. Gau Hessen beglückwünscht Paul Schüler. Wir haben in unserer Ausgabe vom 29. Juni aus Anlaß des goldenen Turner-Jubiläums des langjährigen Gießener Bezirks- bzw. Kreisober- turnwarts Paul Schüler (Wetzlar) die turnerische Laufbahn dieses treuen Helfers am Aufbau der deutschen Leibesübung eingehend gewürdigt. Auch der Gau XII Hessen hat die Perdienste Paul Schülers anerkannt. Dem Jubilar ging aus Kassel folgendes Glückwunschschreiben zu: Kassel, im Juli 1939. Lieber Kamerad Paul Schüler! Zu Ihrem 50- jährigen Turnerjubiläum übermittle ich Ihnen die herzlichsten Glückwünsche, zugleich auch im Namen aller Kameradinnen und Kameraden des Gaues XII Hessen. Wir alle wissen, welcher Idealismus, wieviel Liebe zu unserer Sache und welche Einsatzbereitschaft dazu gehören, um 50 Jahre aktiver Turner zu sein und außerdem in dieser Zeit noch nahezu 30 Jahre lang in führender Stellung der turnerischen Arbeit zu wirken. Deshalb auch kommen unsere Glückwünsche zu Ihrem Ehrentage aus tiefstem Herzen. Wir hoffen gerne, daß wir Sie noch recht viele Jahre in den Kreis unserer Kameraden zählen dürfen. Heil Hitler! Hermann Schäfer, Gaufachwart Turnen. Schwimmfest im Licher Waldschwimmbad Anläßlich der Einweihung des hiesigen Wald- schwimmbades und des damit verbundenen Schwimmfestes vor zwei Jahren wurde dem Wunsche Ausdruck gegeben, dieses Schwimmfest jedes Jahr durchzuführen. Die Stadt stiftete auch damals einen Pokal für den Sieger in einer 4X50- Meter-Bruststaffel. Im letzten Jahr mußte die Veranstaltung wegen den im Waldschwimmbad abgehaltenen Kreisschwimmwettkämpfen ausfallen. Liesen Sommer nun sollen die Kämpfe wieder zur Austragung kommen, weshalb auch Bürgermeister Geil vergangenen Mittwoch die Vertreter der Partei, deren Gliederungen und der sporttreibenden Vereine zu einer Besprechung eingeladen hatte. Den Ausführungen des Bürgermeisters mar zu entneh- men, daß das Schwimmfest am Sonntag, dem 23. Juli abgehalten werden soll. Neben der 4X50- Meter-Bruststaffel um den Pokal der Stadt Lich, an der sich alle aktiven Mannschaften der Licher Gliederungen, der Hitler-Jugend und der Vereine beteiligen können, werden noch verschiedene Einzelwettkämpfe ausgeschrieben werden. Pokaloerteidiger ist die Tb Auch die Jugend (Jungvolk, BDM. usw.) wird eine 4X50-Meter-Bruststaffel schwimmen. Die siegreiche Mannschaft erhält eine Tornister. Die technische Leitung liegt in den Händen von Gou- schwimmwart Sauer. Gießen, dem hiesige bewährte Kräfte zur Seite stehen werden. Sehr wahr- scheinlich werden auch einige Gießener Schwimmer und Schwimmerinnen Schauvorführungen im Schwimmen und Kunstspringen zeigen. Tanz- und Musikvorträge des HJ.-Mufikzuges werden zur Unterhaltung beitragen. Gesteigerte Geschwindigkeiten. Zweiter Trainingslag zu Rund um Schollen. Auf dem schnellen Schottener Kurs herrschte auch am zweiten Tage wieder lebhafter Trainingsbetrieb. Von dem abermals günstigen Sommerwetter gefördert, gab es in allen Klaffen Geschwindigkeiten, die über den Vortagsleistungen lagen. So verbesserte sich der Auto-Union-Fabriksahrer Petruschke mit der 2 5 0 er- Maschine auf 8:51,0 (111,1 km/sr). Der Karlsruher Prioatfahrer Gablenz kam auf 8:52,1 — 108,1 km/st. In der 350er-Klasfe waren diesmal die Privatfahrer ganz unter sich, da sich der Fabrikfahrer der Auto - Union, Walfried Winklek, noch einen Tag Ruhe gönnte. Er wird erst am Samstag fein Können zeigen. Der Berliner Richnow schnitt auf seiner Rudge mit 8:21,3 (115,4 km/st) am besten ab, gefolgt von dem Karlsruher Nitschky auf DKW. in 8:34,4 (112,4 km/st). In der großen Klasse war der Stuttgarter Schmid auf Norton mit 8:16,2 (116,6 km/st) eine Kleinigkeit besser als Vaasen (Hambach) am Vortage. Der Mannheimer Bock brachte seine BMW. in 8:18,2 mit einem Mittel von 116,15 km/st über den Kurs. Der Vorjahrssieger Ziemer (Danzig) mutete diesmal feiner NSU. schon etwas mehr zu und erreichte 8:18,3 (116,1 km/st). In den Vormittagsstunden wohnte auch Gruppenführer Prinz Richard von Hessen dem Training bei. Auch die Sportwagenfahrer drehten gehörig auf. In der Klasse bis 1500 ccm schaffte W. Spindler (Pößneck) die beste Runde mit 9:30,3 Minuten. Der große Favorit Roese (Düsseldorf) brachte es mit dem BMW. auf 9:41,3. Reichenwallner (München) benötigte in der kleinen Klasse mit dem Fiat 10:00,1, und in der Kategorie bis 2000 ccm legte von Haustein auf BMW. den Kurs in 8:26,0 Minuten zurück. Sommerkampfspiele der Schulen. Arn Dienstag wurden auf dem Sportplatz von Ettingshausen die Sommerkampfspiele der Schulen Ettingshausen, Harbach, Hattenrod und Göbelnrod ausgetragen. Zu- früher Stunde traten die Spielmannschaften zum Grenzballspiel an. — Ergebnisse: Knaben: Ettingshausen gegen Harbach 16:0; Ettingshausen gegen Hattenrod 23:0; Harbach gegen Göbelnrod 11:2; Harbach gegen Hattenrod 6:3. Mädchen : Ettingshausen gegen Hattenrod 16:1; Ettingshausen gegen Harbach 8:3; Harbach gegen Göbelnrod 13:1; Harbach gegen Hattenrod 7:0. Amerikaner gewinnt das Männer-Einzel. Bobby Riggs (USA.) siegte im Endspiel des Män- ner-Cinzels bei den englischen Tennis-Meisterschaf, fen in Wimbledon gegen seinen Landsmann Ellwood Cooke 2:6, 8:6, 3:6, 6:3, 6:2. Im Trostrunden-Tur- nier scheiterte Roderich Menzel in der Vorschlußrunde an dem Amerikaner Don McNeill 7:9, 1:6. Amtsgericht Gießen. Der H. D. in Gießen erhielt durch Strafbefehl eine Haftstrafe von fünf Wochen. Er fuhr am 31. März und 1. April 1939 in Gießen ein Kraftfahrzeug, obwohl er unter erheblicher Wirkung von Alkohol stand. Gegen den Strafbefehl legte der Angeklagte Einspruch ein. In der gestrigen Hauptverhandlung wurde er überführt. Der Vertreter der Anklage beantragte, auf zweimal sechs Wochen Haft zu erkennen und daraus eine Gesamtstrafe von zehn Wochen Haft zu bilden. Wegen lieber» tretung der Straßenverkehrszulassungsordnung wurde der Angeklagte zu einer Haftstrafe von sechs Wochen verurteilt. Kleine Strafkammer Gießen. H. S. in Gießen erhielt durch Strafbefehl eine Haftstrafe von drei Wochen, weil er sich feiner gesetzlichen Unterhaltspflicht gegenüber feiner aeschie» denen Ehefrau und seinem Kind entzogen hat, so daß fremde Hilfe (Sozialamt) in Anspruch genommen werden mußte. Gegen den Strafbefehl legte der Angeklagte Einspruch ein, er wurde aber in der Hauptoerhandlung vor dem Amtsgericht Gießen am 28. April 1939 überführt und erhielt wiederum drei Wochen Haft. Gegen dieses Urteil legte er Berufung ein. Zu der gestrigen Berufungsverhandlung war der Angeklagte trotz ordnungsmäßiger Ladung nicht erschienen. Seine Berufung wurde daher verworfen. Oie Frauen in der Erntehilfe. lleberall kann der Landfrau geholfen werden. NSG. Die Reichsfrauenführerin Frau Scholz-Klink hat die Frauen zu kamerad» fchaftlicher Hilfe in der Erntezeit aufgerufen, da es in der Landwirtschaft an Arbeitskräften mangelt. Im Gau Hessen-Nassau hat sich auf diesen Appell hin auch bereits eine große Anzahl hilfsbereiter Kräfte zur Verfügung gestellt. Wenn wir an dieser Stelle verschiedene Arten des Einsatzes beleuchten, so sollen diese Vorschläge Wegweiser sein für unsere hilfsbereiten Frauen und Mädel, um der Landfrau und allen denen, die jetzt während der Erntezeit arbeitsfähige Kräfte benötigen, eine wesentliche Entlastung zu bringen. Denken mir einmal an die stundenweise Hilfe, die gar nicht ausschlaggebend erscheint, für den gefaulten Einsatz, aber von großer Bedeutung ist. Wir wissen alle, wie der Tag der Siedlerftau bis zur letzten Stunde ausgefüllt ist und daß gerade jetzt zur Obst- und Gemüsezeit viel Arbeit verrichtet wer- den muß. Hier können wir mit viel Erfolg einspringen! Wohl jede Hausftau ist mit den Geheimnissen des Einmachens vertraut. Fahren die Frauen nun einen Tag hinaus in die Siedlung und beginnen mit dem Pflücken des Obstes, dann wird die Siedlerfrau beglückt fein, von dieser Arbeit entbunden xu werden, denn gerade hierbei verliert sie Zeit, die sie noch nutzbringender verwerten könnte. Gibt es wohl eine schönere Freude als wenn man nach getaner Arbeit die vollen^ Gläser und Flaschen im Keller aufstellen kann und die Siedlerfrau ihre Ernte geborgen weih? Um die Landfrau nicht zu belasten, nehmen die grauen sich ihre Verpflegung mit. Später soll auf diese Weise auch das Gemüse eingemacht werden. Frauen, denen es ganz unmöglich ist, au* nur für Stunden aus dem Hause zu gehen ober Die so wohnen, daß die Fahrt auf das Land schon viel Zeit erfordert, sind durchaus nicht von der Hilfe ausgeschlossen. Schon die Tatsache, daß die Bäuerinnen ihre Wäsche zum Waschen und Stopfen in die Stadt geben können, bedeutet für sie eine wesentliche Erleichterung. Hier ist ein Weg, den alle die Stadt» frauen einxuschlagen vermögen, die durch kleine Kinder gehunoen sind und die doch noch gerne eine oder die andere Stunde helfen mochten, oder für ältere Frauen, die zu ihrem Teil auch noch mit» helfen wollen. Schon in vielen Gegenden gehen regelmäßig Flickkörbe von Hand zu Hand. Auch in unserem Gau wird niemand, der noch ein wenig Zeit für eine so wichtige Hilfe übrig hat, zurückstehen wollen. Wenn auch diese stundenweise Form des Einsatzes auf dem Lande und für die überbeanspruchte Bäuerin schon vieles vermag, so soll vor allem der ganztägigen Erntehilfe unsere Sorge gelten. Ganz- und halbtägiges Bereitstehen einer Städterin bedeutet für Die Landfrau, daß ein Mensch für sie da ist, der ihr in der Zeit des größten Arbeitsanfalls entweder die Sorge für den Haushalt und die Kinder abnimmt, oder sie bei der Feldarbeit so entlastet, daß sie sich dem Haushalt zu widmen vermag. Es wird im wesentlichen wohl so sein, daß die Stadtfrau sich bei einem ganztägigen Einsatz um den Haushalt der Landfrau kümmert. Manches wird ihr zwar auch im Landhaushalt fremd fein, manche Bequemlichkeit, manche Erleichterung, an die sie gewähnt ist, wird sie vermissen, aber die Arbeit leibt im Grunde dieselbe. Und wenn eine Frau zur Hilfe entschlossen ist, wird es sie wenig kümmern, daß diese Hilfe eine kleine Umstellung verlangt. Diese kleine Mühe wird durch den Dank der Landftau reich vergolten. Sollte eine Frau besondere Freude an Gartenoder leichter Feldarbeit haben, an der Arbeit am Boden selbst, die bei aller Schwere die größte Befriedigung zu gewähren vermag, so stehen natürlich auch hier alle Möglichkeiten offen. Es gibt ja so viele Stellen, an Denen frauliche Hilfe eingesetzt werden kann. Diese Hilfe darf die Bäuerin, die selbst nie gezaudert hat, mit allen ihren Kräften für die Nahrungsfreiheit einzustehen, von den Frauen der Stadt erwarten, von denen vor allem, die keinen Beruf haben oder die nur einen kleinen Haushalt versorgen. Die Bäuerin ist sich in diesen Jahren stets be« mußt gewesen, was sie für uns alle zu leisten hat, und das war mehr, als von irgendeiner anderen Berufsgruppe in Deutschland verlangt wurde. Die Frauen aus den Städten unseres (Baues werden sich daher nicht beschämen lassen, wenn sie in diesem Sommer, in dem die Bäuerin es nicht mehr allein schaffen kann, zur Hilfe aufgerufen werden. Angesichts des Mangels an landwirtschaftlichen Arbeitskräften und der Ueberbeanspruchung der Landfrau wird jede Frau ihren Stolz darin sehen, nach ihren Kräften zur Einbringung der Ernte und damit zur Sicherstellung der Ernährung ihres Volkes beizutragen. Anmeldungen zur Erntehilfe, auch von Nichtmit- gliedern der NS.-Frauenfchaft-Deutsches Frauenwerk, nimmt jede Ortsfrauenschaftsleiterin entgegen. Rundfunkprogramm. Sonntag, 9. Juli. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Schone, kleine Suiten. (Eigenaufnahmen des Deutschen Rundfunks.) 8.40: Dichter im Dritten Reich: Die Erscheinung. Kurz- erzahlung von Hermann Eris Busse. 9: Morgenfeier der Hitler-Jugend: Heber den Glauben an Deutschland. 9.25: Deutsche Meister. 1. Sinfonie in C-dur, Werk 21, von Ludwig van Beethoven. Verstärktes Städtisches Orchester Freiburg. 10: „Gläubiges deutsches Herz". Eine Stunde der Besinnung zum Feiertag. 10.50: Zauber der Melodie! (Jndu- strie^Schallplatten.) 11.15: „Die Lust ist voller Ler- chenlaut." Eine sommerliche Hörfolge. 12: Musik am Mittag. 13: „Rund um Schotten". Die Rennen der Motorradfahrer. 13.15: Musik am Mittag. 14: Unfer Kasperl für groß und klein. Kasperle auf Ent- deckungsfahrt zwischen zwei Bratwürsten. Ein heiteres Spiel von Josef Stander. 14.30: Unterhalt tungskonzert. Ausführung: das kleine Orchester des Reichssenders Frankfurt. Dazwischen „Rund um Schotten". — 3.Meisterschaftslauf der Sportwagen. 15.15: Volkstum und Heimat: Du, Bauer, sollst ein Junker sein! Ein historisches^ Hörbild. 16: Nachmittagskonzert. Es spielt anläßlich der Gruppenwettkämpfe der SA. der Musikzug der SA.- Gruppe Westmark unter Leitung von Obersturmführer Hermann Passens. Einlage: Die Gruppenwettkämpfe der SA.-Gruppe Westmark. 18: Aus Eppstein i. T.: Froher Dorfsonntag. Spiel und Tanz unter der Dorflinde. Unfere Jungen und Mädel in froher Runde mH der Dorfgemeinschaft. 19: Kleine Tonfilm-Revue. (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 19.30: Sportspiegel des Sonntags. 19.50: „Rund um Schotten". Ausweisfahrer, Lizenz- fahrer und Führer der Sportwagen: Die Sieger. 20: Nachrichten. 20.15: „Waldmeister". Operette in drei Akten von Johann Strauß. 22: Nachrichten. 22.15: Sportbericht. 22.30 bis 24: Unterhaltungskonzert. Montag, 10. Juli. 5 Uhr: Frühmusik. Es spielt das kleine Orchester des Reichssenders Breslau. 5.50: Bauer, merk auf! 6: Morgenspruch. Nachrichten. Wetterbericht. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Ausführung: Mu'sikkorps des Jnf.^Regts. 75. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für den Garten. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Es spielt das kleine Unter« Haltungsorchester unter Emil Gielnik. 10: Schulfunk: Der starke Hans. Nach einem nordischen Volksmärchen. 11.40: Ruf ins Land. 12: Schloßkonzert. Ausführung: das Niedersachsenorchester. 13: Nachrichten. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Deutscher Volkslied ^Schatz. (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 16: Nachmittagskonzert. Ausführung: Kurorchester Bad Homburg. 17 bis 17.10: Neues für den Bücherfreund. 18: Die ungleiche Waage. Eine ernste Betrachtung um den Kampf gegen die Landflucht. 18.30: In froher Runde — 3/< Stunde. (Jndustrie-Schallplatten und Eigen auf- nahmen.) 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. (Jndustrie-Schallplatten und Eigen- aufnahmen.) 20: Nachrichten. 20.15: Ein froher Sommerabend in Traben»Trarbach an der Mosel in Verbindung mit der NS.-Gemeinsachft „Kraft durch Freude". 22: Nachrichten. 22.15: Sportnachrichten in Kürze. 22.20: Weltwirtschaftlicher Monatsbericht für Juni 1939. 22.35 bis 24: Kurz vor Mitternacht. Wirtschaft. Neue Frühkartoffel-Erzeugerpreise. Fwd. Für die Zeit vom 10. bis 15. Juli werden für Speise früh k a rto fiel n folgende Ei/zeugerfestpreise je 50 kg in RM. netto ausschließlich Verpackung frachtfrei Empfangsstation festgesetzt: weiße, rote und blaue Sorten 4,95, runde gelbe Sorten 5,35, lange gelbe Sorten 5,75 RM. Fwd. IG. -Farben-Anleihe nicht unerheblich überzeichnet. Wie der DHD. erfährt, ist die JG.-Farben-Anleihe, deren Zeichnungsfrist bekanntlich am 6. 7.1939 ablief, nicht unerheblich überzeichnet worden, fo daß volle Zuteilung nicht erfolgen kann. Nhein-Mainische Börse. Millagsborse still und uneinheitlich. Frankfurt a. M., 7.Juli. Die Börse entbehrte jeder Anregung und lag daher auf allen Gebieten ziemlich still. Am Aktienmarkt entwickelten sich die Kurse infolge Der Zufälligkeit der Aufträge sehr unregelmäßig, wobei die Schwankungen bis 1,50 v. H. erreichten. Montanwerke waren allgemein nur knapp behauptet, Mannesmann 103,75 (104,25), Hoesch 105,13 (106), Ilse Genuß 126,75 (128). IG. Farben gingen nach unverändert 145 auf 144,50, ferner Scheideanstalt auf 208,50 (209) zurück, während Metallgesellschaft auf 112,25 (111,50) anzogen. Von Elektropapieren kamen lediglich einige Nebenwerte mit unveränderten Kursen zur Notiz. Im einzelnen setzten u. a. Daimler mit 119 (120,40), Westdeutsche Kaufhof mit 94.50 (96,13), Deutscher Eisenhandel nach Pause mit 131,40 (132,75) ein. Anderseits erhöhten sich AG. für Verkehr auf 109 (107,50), VDM. auf 163,50 (162), Conti Gummi auf 212 (210), Reichsbank auf 179,65 (179,40) und Heidelberger Zement auf 139,50 (139). Am Rentenmarkt war die Geschäftsstille noch ausgeprägter, doch wiesen die Kurse weiterhin nur wenig Abweichung auf. Reichsoltbeiitz 131,30 (131,25), Rrichsbahn-VÄ. 121,75 (121,90). Steuer- gukjcheine 1 schwankend mit 99,20 bis 99,00 bis 99,20 (99,50). Die Kurse der Serie II lagen weiter- hin kaum verändert. Von Industrie-Anleihen befestigten sich 6 o. H. IG. Farben auf 119,25 (118,75), von Stadtanleihen 4,50 v. H. Heidelberg auf 96,65 (96), und von Liquidationspfandbriefen gingen Meininger auf 101 (101,25) zurück. Äm Verlauf horte jede Geschäftstätigkeit auf. Man hörte vielfach 0,25 bis 0,50 o. H. abbröckelnde Kurse. Auch bei den erst später festgestellten Kursen betrugen die Schwankungen bis zu 1,50 v. H. Fest lagen u. a. Felten mit 137 (133,75), Holzmann mit 150,50 (148), anberfeit. u. a. Bemberg 127 (128,65), Harpener 130,50 (132,50), Rheinmetall 113,50 (115,25), AEG. 110,65 (112,25). Daimler gingen nach 119 auf 118,50, Deutsche Erdöl von unverändert 118 auf 117,50 und von Renten Reichsbahn- VA. auf 21,65 nach 121,75 zurück. Der Freiverkehr war geschäftslos. Tagesgeld unverändert 2,25 v. H. Abendbörse unverändert. Das kleine Geschäft der Abendbörse wickelte sich bei meist wenig veränderten Kursen ab. Nach dem vorwiegend schwächeren Mittagsverlauf bestand jedoch eher etwas Nachfrage, was sich allerdings kursmäßig kaum äußerte. IG. Farben konnten 0,40 v. H. anziehen auf 144,90, Siemens gewannen gegen Berlin 0,50 v. H. auf 187,50 (letzte hiesige Notiz 183,75), ferner waren AEG. 0,40 v. H. und MAN. 0,65 v. H. erholt auf 111 bzw. 134,75 und Rheinstahl um 0,25 o. H. auf 133. Dagegen waren Ges- fürel 1 v. H. niedriger im Angebot mit 123 bei einem Berliner Kurs von 122,75. Knapp gehalten waren außerdem Mannesmann mit 103,50 (103,75), Verein. Stahl mit 99,50 (99,65), Buderus mit 91,50 (92) und Westdeutsche Kaufhof mit 94,40 (94,50). Im übrigen notierten u. a. unverändert: Adlerwerke 97,50, Scheideanstalt 208,50, Metallgesellschaft 112,25, Moenus 115,50, Rheinmetall 113,25 und Reichsbank 179,50. Am Rentenmarkt wurden 4,50 v. H. Wiesbaden mit 98,30, 4,50 Preuß. Boden-^oD R 21 mit 99 gehandelt, Reichsbahn-VA. zu unverändert 121,65 und 6 v. H. IG. Farben zu unverändert 119,25 gefragt. Steuergutscheine ruhig, kleine Umsätze hatten Serie I in allen Abschnitten zu 99,20.