Nr. 57 Erstes Blatt 189. Jahrgang Mittwoch, 8. März 1939 Erfcheml täglich., außer Sonntags und Feiertags BeUagen: Die Illustrierte (Siebener Familienblatter Heimat im Bild Die Scholle Monatt-Vezugspreir: Mit 4 BeUagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr „ -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüste unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Siehe« postschecttonto: Krantfurt am Main 11686 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Srühlsche UnlverfitStrdruckerei «.Lange In Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Lchulstraße ? Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg 25% mehr. 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Obwohl so das Thema seiner Besprechungen auf die Frage einer Verbesserung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Nordamerika und Brasilien beschränkt wurde, stellten sich auch hier einer Verständigung große Hindernisse entgegen. Brasiliens handelspolitische Interessen zielen heute in erster Linie darauf hin, für seinen Wirtschaftsaufbau, für die Erschließung seiner Naturreichtümer und Verkehrswege die erforderliche ausländische Mitarbeit zu möglichst günstigen Bedingungen zu erhalten und außerdem eine wesentliche Steigerung seiner Ausfuhr zu erzielen. Was Nordamerika in den Besprechungen von Washington Brasilien zunächst anbot, war die Bereitschaft, endlich — wie dies andere mit Brasilien Handel treibende Länder schon längst tun — für seine Ausfuhr nach Brasilien langfristige Finan zierungs Möglichkeiten bereitzustellen. Diese Bereitschaft stellt für Brasilien die Vorbedingung dar, um überhaupt in Zukunft noch in erheblichem Umfang als Kunde Nordamerikas auftreten zu können. In völligem Mißverstehen dieser Sachlage glaubte Nordamerika jedoch offensichtlich, für die „Gewährung" eines langfristigen Kredits zur Förderung seiner Ausfuhr nach Brasilien erhebliche Gegenleistungen fordern zu müssen. Es verlangte anscheinend, daß Brasilien sämtliche für die Durchführung seines Fünfjahresplanes erforderlichen Bestellungen ausschließlich an Nordamerika vergibt, wobei der nordamerikanischen Gesetzgebung entprechend die wichtigen Rüstungsbest e l l u n g c n sämtlich gegen sofortige Bezahlung in Devisen zu vergeben wären. Nicht genug, damit sollte Brasilien sich außerdem durch eine gesonderte Wiederaufnahme des Dienstes auf die in nordamerikanischem Besitz befindlichen Titel seiner Auslandsschuld sozusagen erst einmal kreditfähig erweisen. Für eine Steigerung der brasilianischen Ausfuhr nach den Vereinigten Staaten wurden gleichfalls erhebliche Gegenleistungen gefordert. Vom nordamerikanischen Landwirt- schaftsministerium wurde betont, daß Nordamerika wohl mehr Kaffee von Brasilien beziehen könne. Dazu müsse aber Brasilien „in seinem eigenen Interesse" erst einmal wieder mehr Kaffee anbauen und seine seit einigen Jahren so gesteigerten Baumwollpflanzungen einschranken. Ein Eingehen auf diese nordamerikanischen Vorschläge hätte Brasilien unter die völlige wirtschaftliche Vormundschaft der Vereinigten Staaten gebracht. Es hätte auf den Ausbau seiner Handelsbeziehungen zu Europa verzichten müssen, da Nordamerika ja sowohl die nichtmilitärischen Lieferungen für Brasiliens Fünfjahresplan wie die Rüstungsbestellungen für sich reserviert haben wollte. Brasilien hätte weiter auf den Ausbau jeder von Nordamerika als Konkurrenz empfundenen Erzeugung verzichten müssen. Der Uebergang zur Polykultur in Brasiliens Landwirtschaft, der die Ausfuhr Brasiliens während der jetzigen Rohstoffkrise vor einem Zusammenbruch bewahrt hat, sollte wieder der Monokultur des Kaffees Platz machen. Brasilien wäre erneut von den erheblichen Konjunkturschwankungen des Kaffeemarktes ausschließlich abhängig geworden, im besonderen sogar abhängig von den Schwankungen des noramerikanischen Kaffeemarktes. Der brasilianische Außenminister hat diesen nordamerikanischen Ansprüchen eine Reihe von Tatsachen entgeqengestellt. Er hat einmal darauf verwiesen, daß die brasilianische Zahlungsbilanz mit den Vereinigten Staaten seit 1 9 2 9 p ass i v ist, da Brasilien den angeblich vorhandenen Aktivsaldo aus seiner Handelsbilanz mit Nordamerika durch seine Zins- und Dividendenzahlungen nach Nordamerika aufgebraucht hat. Aranha betonte weiter, daß dieser von Nordamerika so betonte Ausfuhrüberschuß Brasiliens im USA. - (Majan gleichzeitig immer kleiner wurde, da Nordamerika immer weniger von Brasilien kaufte, Brasilien aber immer mehr von Nordamerika. Diese Entwicklung ist seit Abschluß des reziproken Handelsvertrags zwischen beiden Ländern besonders ausgeprägt. Drittens konnte er aber auch Nachweisen, daß der Ausfuhrüberschuß an sich stets recht prob(e= matisch war, weil Brasilien nordamenkanische Waren nicht nur aus Nordamerika f e 1 b ft em- fühxt, sondern in großem Umfange aus Kanada, noch stärker aber über die niederländischen Antillen, von denen aus fast das ganze nach Brasilien gehende Petroleum der nordamenkamschen Trusts verschifft wird. Nordamerika kann sich also nicht darauf stützen, daß es Brasilien einen großen Ausfuhrüberschuß in Devisen verschafft, da dieser Ueber- fchuß allein schon im Handelsverkehr durch and^- weitige Einfuhrzahlungen an nordamerikanische Unternehmen aufgebraucht wird. Darüber hinaus wird Brasilien noch durch die nach Nordamerika fließenden Zahlungen für in Brasilien angelegtes nordamerikanisches Kapital belastet. also nicht gewillt, für nordamerikanische Kredite den Preis üppiger Gegenleistungen zu zahlen, es hat vielmehr von Nordamerika erweiterte Ausfuhrmöglichkeiten für seine eigene Erzeugung zu fordern. Als die Besprechungen in Washington auf diesem Punkt angelangt waren, kündete Aranha seine Abreise an. Zur allgemeinen Ueberraschung wurde gleichzeitig bekanntgegeben, daß Präsident Roosevelt, der Aranha, den von ihm persönlich eingeladenen Gast der nordamerikanischen Regierung, bis dahin wegen Erkrankung nicht empfangen hatte, noch Mitte der Woche zu den nordamerikanischen Manö- vern vor der südamerikanischen Atlantikküste ab- reisen werde. In letzter Stunde hat Roosevelt nun doch noch Aranha empfangen. Aranha teilte mit, daß Roosevelt ihn gebeten habe, bis zu seiner Rückkehr von den Manövern in zwei Wochen die Besprechungen weiterzuführen. Gleichzeitig teilte er aber auch mit, daß für den Ausbau der brasilianisch-nordamerikanischen Handelsbeziehungen „Kredite im üblichen Sinn" wohl nicht mehr in Frage kämen. Es ist jetzt ein neuer Vorschlag aufgetaucht, der sich bemüht, den brasilianischen Wünschen nach Förderung der Ausfuhr Brasiliens entgegenzukommen. Die Ausbeutung der brasilianischen Naturreichtümer, die nicht mit nordamerikanischen Erzeugnissen konkurrieren, soll von nordamerikanischer Seite finanziert werden. Man denkt dabei an Manganerzförderung, an die Erzeugung von Spezialstahl, an den Anbau von Chinin, an verstärkte Gummigewinnung. Es ist sehr interessant, daß die beiden für Brasilien wichtigsten Zweige der Ausbeutung seines Naturreichtums, Eisenerz und Petroleum, nicht genannt sind, da ihre Ausdeutung eine Konkurrenz zur gleichartigen Erzeugung der Vereinigten Staaten bilden wurde. Noch interessanter ist aber, daß die nordamerikanische Finanzhilfe in einer Form gedacht ist, die für das brasilianische Streben nach wirtschaftlicher Unabhängigkeit eine ernste Gefahr darstellt. Sie soll nämlich nicht durch Warenlieferung oder Kreditbereitstellung erfolgen, sondern durch die Gründung eines gemischten brasilianisch - nordamerikanischen Unternehmens mit rein nordamerikanischem Kapitaleinfluß. Dieses Unternehmen soll mit nordamerikanischen Technikern und Sachverständigen die Ausbeutung der fraglichen Erzeugungszweige in Angriff nehmen. Es soll also mit anderen Worten eine U eberfremd ung wichtiger brasilianischer Wirtschaftszweige erfolgen. In der brasilianischen Presse wurde bereits darauf hingewiesen, daß das geplante Unternehmen m i t der brasilianischen Gesetzgebung in Konflikt geraten würde. Die nationalistische Wirtschaftsgesetzgebung, die in Brasilien wie in den meisten andern südamerikanischen Ländern während der letzten Jahre eingeführt wurde, sucht nämlich jeden ausländischen Einfluß in den volkswirtschaftlichen Schlüsselindustrien zu unterbinden. Brasilien hat deshalb sowohl einen Minenkodex wie einen Wasserkraftkodex erlassen, die eine Erschließung von Bodenschätzen ebenso wie die Ausnützung von Wasserkraft nur rein brasilianischen Unternehmen gestatten. Um auch verstärkten Aus- landseinsluß unmöglich zu machen, dari das Kapital dieser Unternehmen nur aus Namensaktien bestehen, die sämtlich im Besitz geborener Brasilianer sein müssen. Nicht einmal die brasilianische Frau eines Ausländers ober eines naturalisierten Brasilianers darf solche Aktien besitzen. Diese Entwicklung zu einem straffen wirtschaftlichen Nationalismus hat in Südamerika bereits so tiefe Wurzeln geschlagen, daß Brasilien seine Gesetzgebung kaum ändern wird, um nordamerikanischen Üeberfremdungswünschen zu genügen. Wenn die Besprechungen Aranhas doch noch Erfolg haben sollen, werden daher noch andere Vorschläge auftauchen müssen. Die nordamerikanischen Hoffnungen, wenigstens statt des mißlungenen Versuchs der politischen Bevormundung Südamerikas die wirtschaftliche Bevormundung zu setzen, scheinen jedoch wenig aussichtsreich. Seine Mizellen in Argentinien. Argentinische Regierungskommission widerlegt antideutsche Hetze. Buenos A i r e s . 7. März. (DNB.) Die Hetzkampagne, mit der das Geschwätz von einer^ Bedrohung Südamerikas durch die autoritären Staaten aufgefrischt werden sollte, ist kläglich zusammengebrochen. Mehrere Blätter hatten vor einer „Nazi-Infiltration in Patagonien" oder ähnlichen Ausdehnungsgelüsten des „Pangermanismus" gewarnt. Angesehene deutsche und argentinische Firmen, die für die Erschließung des Südens Pionierarbeit geleistet haben, wurden — mit gemeinsten Methoden einer unlauteren Konkurrenz — verdächtigt. Gesellige Zusammenkünfte Reichsdeutscher wurden zu Verschwörerzirkel um- gefälscht und auf großschraffierten Landkarten die Gebiete vorgeftihrt, deren Annektion in den Berliner Amtsstuben bereits fest beschlossen war. Die Regierung setzte eine Kommission von Abgeordneten ein, die mit eingehenden Nachforschungen an D r t und Stelle beauftragt wurde. Nach einer Reise von 2300 Kilometer kreuz und quer durch Patagonien stellte dieser Ausschuß jetzt fest, daß an allen Verdächtigungen kein wahres Wort sei und daß es vor allem keine faschistischen und nationalsozialistischen Zellen, die im Widerspruch zur Staatsverfassung ständen, im Lande gebe. E. P. Brüssel, 8. August. In Brüssel sind die Wahlvorbereitungen in vollem Gange. Die Parteioorstände tagen in Dauersitzungen. Nach nie ist eine Kammerwayl, die jetzt wegen des Osterfestes auf den 2. April festgesetzt wurde, innerhalb einer so kurzen Frist an- beraumt worden. Die Kandidatenlisten müssen im ganzen Lande schon bis zum nächsten Sonntag eingereicht sein. Dies hat zur Folge, daß die Versammlungen der Parteimitglieder, die „Pols", die die Kandidatenlisten aufstellen, nur eine sehr geringe Beteiligung aufweisen werden. Es ist technisch unmöglich, in dieser kurzen Zeit eine größere Anzahl der eingeschriebenen Parteimitglieder zusammenzubringen. Die „Libre Bel- giquez/ schreibt, die politischen Parteien seien über den ungewöhnlich kurzen Termin geradezu erschrocken. König Leopold hat an den Minister Präsidenten Pierlot einen Brief gerichtet, in dem er von der völligen Unmöglichkeit spricht, eine dauerhafte Regierung zu bilden, und an gewissen politischen Zeiterscheinungen scharfe Kritik übt. Er habe in einer der letzten Ministerratssitzungen zu seinem Bedauern feststellen müssen, daß die verfassungsmäßigen Grundsätze immer h ä u- f i g e r verkannt worden seien. Er habe manchmal Entscheidungen billigen müssen, die o h n e i h n getroffen worden seien. Dazu werde er häufig mit einer moralischen Verantwortung belastet, die ihm nicht z u f a l l e. Zudem fei der König der einzige Bürger, dem die Mittel zur Verteidigung feiner* Ansichten und Handlungen versagt seien. Zum Schluß sagt der König: „Bei der be= chlossenen Befragung des Landes bitte ich alle meine Volksgenossen,' ihre Gedanken und Wünsche auf die Lösung des für die Zukunft des Landes wesentlichen Problems zu richten: inneres Gleichgewicht, einträchtige Zusammenarbeit in gegenseitigem Verständnis und gegenseitiger Loyalität im Dienste der nationalen Einheit, des Zusammenhalts gegenüber den internationalen Problemen, die eine sehr nahe Zukunft aufwerfen kann. ...Die Geschicke Belgiens sind in den Händen der Belgier selbst. Mögen Sie einen Blick über* i e Grenzen werfen. Sie werden sich dann von der Notwendigkeit überzeugen, daß dem Lande unverzüglich ein Parlament gegeben werden muß, das in einem großzügigen Geist der Gerechtigkeit und Billigkeit die nationale Einhei? verkörpert und auf das ich eine Regierung stützen kann, die fähig sein muß, ich Respekt zu verschaffen und das geistige Prestige Belgiens aufrechtzuerhalten. Das find, mein lieber Ministerpräsident, die Betrachtungen, die ich Ihnen mitteilen zu müssen glaubte, nachdem ich das Auflösungsdekret unterzeichnet habe. Wenn Sie glauben, daß Sie das Wohl des Landes fördern können, ermächtige ich Sie, sie zu veröffentlichen." Der Brief wird von der ganzen belgischen Presse in großer Aufmachung wiedergegeben. Man hebt hervor, der König habe einen yohen Grad von Pflichtbewußtsein gezeigt und den Leitgedan- kenzurWahl gegeben. Dieser Wahlkampf müsse dem Ernst der Lage entsprechen-. Jeder Belgier müffe sich bewußt sein, daß die Einheit der Nation heute mehr denn je notwendig sei. Man unterstreicht, daß der König nicht die politischen Einrichtungen als solche, sondern nur die Art und Weise verurteilt ha.be, in der sie gehandhabt würden. So sehr auch die Parlamentsauflösung als eine Befreiung von der Ungewißheit begrüßt wird, so sehr bedauert man, daß sie überhaupt notwendig war. Nur die flämischen Nationalisten vermerken mit Genugtuung, daß dies die erste Kammerauflösung sei, die ihren Grund in dem Gegensatz zwischen Flamen und Wal- Ionen habe. Die liberale „Independence Beige" fordert die gefchäftsführende Regierung auf, sofort den Foll Martens zu lösen, damit dieser nicht im Mittelpunkt der Neuwahlen stehe. Es wäre unverzeihlich, wenn der ganze Wahlkampf sich um diese eine Person drehen würde. Die wallonisch-katholische „Gazette" meint hingegen, daß die Wähler sich für oder gegen Martens aus'sprechen müßten. Es handele sich um die Meinung für oder gegen einen „Verräter". Der flämisch - katholische „Courant" meint, Martens werde auf feinen Forderungen bestehen bleiben. Flandern müsse unter allen Umständen Kulturautonomie erhalten. Aehnlich äußert sich' der demokratisch - flämische „Standaard", der darauf hinweist, daß die flämischen Parteien mit den Forderungen nach Kulturautonomie und Durchführung der Einsprachigkeit in Flandern vor die Wählerschaft treten würden. „Volk e n Staat" betont, daß zum ersten Male in der belgischen Geschichte ein Parlament auf Grund der Nationalitätenfrage aufgelöst worden sei. Die Wahlen müßten die Abrechnung mit der zentralistischen Staatsidee und die Selbstregierung in Flandern bringen. Die konservativ - katholische „Nation B e i g e " meint, daß die Wahlen keine Milderung des flämisch-wallonischen Gegensatzes, sondern im Gegenteil eine weitere Verschärfu ng bringen würden. Nur die ebenfalls konservativ-katholische „Libre Belgique" stellt ein politisches Ziel der Wahlen in den Vordergrund: dem Drei-Parteiensystem ein Ende zu bereiten, indem die antimarxistischen Parteien genügend verstärkt würden, um ohne öie Mitarbeit der Sozialdemokraten regieren zu können. Maja behauptet sich gegen die Kommunisten. Burgos, 8. Mörz. (Europapreß.) Nach Meldungen aus Madrid, die sich mit den Aussagen der zahllosen Ueberläufer decken, haben die spanischen Kommunisten die Abschüttelung durch den neuen Miaja-Ausschuß nicht so ruhig hingenommen, wie man zuerst glauben konnte. Eine Reihe kommunistischer Bataillone haben sich zusam- mengeschlossen und versuchten, in Madrid einzumar- schieren. Zwei bewaffnete kommunistische Abteilungen konnten sich verschanzen. Anhänger des Miajas versuchten, die kommunistischen Abteilungen aus ihren Schlupfwinkeln zu vertreiben. Die beiden kommunistischen Abteilungen haben sich in den Abendstunden ergeben müssen. Miaja hatte Geschütze gegen die Schlupfwinkel der Kommunisten in Stellung bringen müssen. Als die Kommunisten daraufhin die Waffen streckten, versuchten die Einwohner von Madrid, die verhaßten Söldner der spanischen Tscheka zu lynchen. Die Soldaten Miajas mußten einschreiten, um die Kommunisten vor diesem Los zu bewahren. Miaja, Casado und Besteiro hielten Ansprachen an die Bevölkerung von Madrid, in denen sie auf die Notwendigkeit hinwiesen, den kommunistischen Umtrieben einen eisernen Widerstand entgegenzusetzen. 50 gefangene „Offiziere", die auf kommunistischer Seite gekämpft haben, wurden sofort e r - schossen. I m südlichen Stadtteil Madrids waren noch einige kommunistische Widerstandsnester. Es handelt sich um die sehr volkreichen und von jeher stark mit kommunistischen Elementen durchsetzten Stadtviertel, die sogenannten „Vier Wege". Die Kommunisten hatten sich in mehreren Gebäuden verschanzt. Die Junta-Milizen hatten an sie ein Ultimatum gerichtet, sich zu ergeben, andernfalls würden die Gebäude g e ft ü r m t werden. In den Abendstunden war in Madrid wieder Ruhe eingekehrt. Der „Verteidigungsrat" durfte damit Herr der Lage geblieben fein. Miaja hat an die Bevölkerung des noch unter roter Herrschaft stehenden Teiles Spaniens einen Aufruf gerichtet, in dem er ein baldiges Ende d e s K r i e g e s ankündigt. Der neue Verteidigungs- Ausschuß sei gebildet worden, so heißt es in dem Aufruf, um „in gesetzlicher und ehrenhafter Weise" dem Kriege ein Ende zu bereiten. Das sei die einzige Aufgabe des Ausschusses. Der Aufruf fahrt dann wörtlich fort: „Wir wollen kein unnützes Blutvergießen. Mein einziger Wunsch ist es, daß der Friede in Spanien wieder einkehre, und daß die Vernunft wieder zu ihrem Recht komme. Ich kann euch versichern, daß der Krieg bald zu Ende sein wird. Es gibt Leute, die glauben, daß sie für eine Regierung kämpfen, die nicht mehr besteht, nämlich für die Regierung Negrin. Wißt ihr, wo sie sich befindet? In Frankreich! Burgos fordert bedingungslose Unterwerfung. Burgos, 7. März. (Europapreß.) Das natio- nalspanische Außenministerium weist darauf hin, daß es für die nationalspanische Armee nicht notwendig sei, irgendeine Uebereinfunft einzugehen, um Ma drid in die Gewalt zu bekommen. Wenn sie es in der gegenwärtigen Stunde wollte, würde ihr dies ebenso leicht fallen, wie etwa eine Ennahme von Valencia oder Cartagena. Die Regierung sei nicht bereit, auf irgendwelche Bedingungen ihrer Gegner ein zu gehen. Wenn diese eine Beendigung der Feindseligkeiten wollten, sei eins die unbedingte Voraussetzung: die vo list ändiae und bedingungslose Unterwerfung. Darin, daß gewisse sowjetspanische militärische Befehlshaber und Politiker heute Negrin beschimpften, fei in Wirklichkeit nur eine Falle zu erblicken, in die aber die nationalspanische Regierung nicht gehen werde. Die Vorbereitung der militärischen Operationen gehe ohne jede Rücksicht auf die Ereignisse in der sowjetsponischen Zone vor sich. Aus diesem Grunde seien sowohl die Erklärungen Miajas sowie die Ansprachen Besteiros und Casa- dos ungehört verhallt. Angesichts ihrer Hal- fung müsse man auch alle Vermittlungsbestrebungen in London und in Paris als zwecklos bezeichnen. Der nationalspanische Sender Burgos stellt fest, daß die Angehörigen des neugegründeten Madrider roten „Verteidigungsrates" keineswegs besser als die übrigen roten Verbrecher sind. So sei D e « ft e i r o stellvertretender Leiter der ersten „republi* konischen Regierung" gewesen und habe bei Aus« bruch des Krieges nicht hinter dem berüchttgten Largo Caballero in feiner Ablehnung Francos und der Aufpeitfchung zum Klassenhaß gestanden. In Miaja stelle sich der Schöpfer jenes verbrecherischen Planes der Verteidigung der offenen Stadt Madrid vor. Tausende von Lebensmitielwagen vor den Toren Madrids. Burgos, 8. März. (Europapreß.) Der bereits ernannte nationalspanische Bürgermeister von Madrid, Alberto Alcocer, erklärte Pressevertretern, sämtliche Vorbereitungen seien soweit gediehen, daß bereits achtundvierzig Stunden nach dem Einmarsch der nationalen Truppen in Madrid alle öffentlichen Aemter funktionieren würden. Tausende mit Lebensrnitteln beladene Lastwagen warteten auf den Augenblick, um auf sämtlichen Zufahrtsstraßen nach Madrid zu fahren. In Merida Oie erste GroßdeutscheRektorenkonferenz ff Lebenszweck sind. ss. Berlin, 7. März. (DNB.) Mit einem Empfang, den der Chef des Amtes für Wissenschaft im Reichs- erziehunasministerium, Staatsminister Dr. Wacker, im „Kaiserho " gab, nahm am Dienstag die e r st e großdeut che Rektorenkonferenz ihren Anfang, die amtliche Leiter der deutschen Universitäten, Techni chen und Landwirtschaftlichen Hochschulen in Berlin vereint. Mit besonderer Freude begrüßte Staatsminister Dr. Wacker bei der Eroff- nungskundgebung als Gäste aus dem Auslande die Rektoren der Deutschen Universität und der Deutschen Technischen Hochschule in Prag, der Deutschen Technischen Hochschule i n B r ü n n, der Technischen Hochschule in Danzig und des Herder- Instituts in Riga, ferner zum ersten Male die Rektoren der nunmehr ältesten reichsdeutschen Um= ।versität Wien, der Universitäten Innsbruck |unt> Graz, der Technischen Hochschulen Wien und pers zur Voraussetzung, die Amtswalter des NSRL. haben durch Vorbild, Aufklärung und Erziehung für eine entsprechende sportliche Haltung unter Mei- dung von Alkohol und Tabak zu sorgen. Er wandte ich vor allem gegen die „Sportfreunde", die den Sieg ihres Vereins durch Bierspenden feiern und dadurch zu Totengräbern der Leistung werden. Ihre Ausmerzung sei unbedingt erforderlich. Auf der Schlußkundgebung umriß der Beauftragte des Reichsärztefuhrers, SA.-Gruppenführer Dr. Bruns, die zwölf Forderungen gegen den Alkohol- und Tabakmißbrauch und stellte dann vier Punkte heraus, für deren Durchführung sich das Amt besonders einsetzen werde. 1. Schutz der Jugend vor Alkohol und Tabak; Enthaltsamkeit ohne Festlegung der Altersgrenze; 2. Vermeidung von Alkohol im Verkehr für Berufs- und Herrenfahrer; 3. Herstellung bester, einwandfreier und preiswerter alkoholfreier Getränke; 4. restloses Verschwinden der mit der Volksgesundheit nicht zu vereinbarenden Industrie- Reklame in Zeitungen, im Film und im Funk. Wichtiger als die Bekämpfung des Alkohols und Nikotins an sich — so betonte Dr. Bruns abschließend — sei es, dem deutschen Menschen die Haltung zu geben, die ihn befähige, den Kampf gegen die Genußgifte erfolgreich zu führen. Kämpferischer Geist und Charakterbildung seien hierzu notwendig. Wir wollten fein Abstinenzlertum, sondern einen gesunden, starken und- leistungsfähigen deutschen Menschen. Die Arbeit werde nun ins ganze Reich weitergetragen mit dem Bewußtsein, hinter uns steht der Wille und das große Vorbild und Beispiel unseres Führers. weltanschaulich in den Gliederungen der NSDAP, bewährt habe, körperlich gesund und leistungsfähig sei und im 18. bis 24. Lebensjahre stehe. Die Erfahrungen feien so günstig, daß der Reichserziehungsminister eine wesentliche Erweiterung der Dorstudienausbildung erstrebe. Es werde Sache des Reichserziehungsministeriums und der Hochschulen sein, die Konzentration, die Tiefenarbeit und den wissenschaftlichen Ernst zu sichern und vor Auflösungserscheinungen zu bewahren. tDtid andere Nachwuchsproblem sei das des H o ch- s ch u l l e h r e r n a ch w u ch s e s. Die Notwendigkeit einer reichseinheitlichen wirtschaftlichen Sicherung des Hochschullehrernachwuchfes sei insofern eine nationale Notwendigkeit, als die deutsche Wissenschaft der größte Aktivposten im Haushalt der deutschen Kultur ist. Wenn die Reichsregierung mit dem Besoldungsgesetz daher die materielle Sicherstellung des wissenschaftlichen Nachwuchses unternommen fyabe, und wenn der Reichserziehungsminister in Ergänzung zu diesem Gesetz die Reichs-Habilitationsordnung erlassen habe, so lägen diese beiden Maßnahmen in derselben Richtung. In Verbindung mit den Auswirkungen des Frühehegesetzes sei erreicht worden, daß der Zugang zur Hochschullehrerlaufbahn heute gesichert sei für jeden weltanschaulich und wissenschaftlich geeigneten jungen Deutschen ohne Rücksicht auf das Prioat- oermögen feiner Eltern. Zum Problem der H o ch s ch u l p l a n u n g erklärte der Redner, durch eine systematische, auf das großdeutsche Reichsgebiet ausgedehnte Planungsarbeit sollten diejenigen Wissenschaftszweige, die nur an einigen Lehr- und Forschungsstätten vorhanden zu fein brauchten, die also nicht zu den Grundfakultäten gehörten, in geeigneter Weise verteilt werden. Sie werde jeder Hochschule gewissermaßen das eigene Gesicht geben. Minister Wacker schloß mit dem Bekenntnis: „Es gibt für die Wissenschaft keinen höheren Le- benssinn als den, den der Führer auch für die Bewegung geprägt hat, die kühle Wirklichkeitslehre schärfster wissenschaftlicher Erkenntnisse." Oie deuische Wissenschaft der größte Aktivposten im Haushalt der deutschen Kultur". lichePersonen sind nur für solche Stellen zuzulassen, die ihrer Art nach mit weiblichen Beamten besetzt werden müssen. Don Schwerbesch ä. D i g - ten, Wehrdienst- und Reichsarbeitsdrenstbeschadig- ten darf nur das für die betreffende Stelle erforderliche Mindestmaß körperlicher Rüstigkeit verlangt werden. Die Laufbahnen der Beamten beginnen im allgemeinen mit einem Vorbereitunas- oder Probedienst. In den Laufbahnen des einfachen Dienstes beträgt die Probezeit sechs Monate. In den Laufbahnen bes mittleren Dienstes ist eine Vorbereitungszeit von in der Regel einem Jahr oorgeschrieben. Für den g e h o b e n e n Dienst gilt eine Dorbereitungszeit von mindestens zwei Jahren. Für die Laufbahnen des höheren Dienstes stehen Bestimmungen über die Dauer der Dorbereitungszeit noch aus. ftenC."' J“ Aus ter Jugend- und Sportkund- merie und weitere Kind da- nach dem 1. April 1939 sprach der Goudietwart vam NSRL. ÄrVyrirtV<.n- 2 5 5 '1V DonJ°? 5® Gau Südmest, Dr. Kuhle, über die Bedeutung Schliehlich erhalt >ete Mutter bet ihrem Eintritt in L Leibesübungen, die zur Leistungsfähigkeit er« d-n Kreis der Kinterreuhen als Notgrchchen für .. . @enu&giftc aber zerstörten bie Kräste. Ein- ^Cnn®ÄUUnfl 'LrCr ^ gehend zeigte dann Olympiasieger 1936, SA.-Sturm- '00° RM.. von denen 4M RM. bereits be, der Ge- Wahrer Stack. Berlin, die Notwendigkeit der Ent- ° Haltung non Genußgisten bei Menschen, die körper- a.erten Kindes einbezahlt werden. Mutter, die schon Leistungen erzielen wollen. Eine entsprechende ”0J ft™ ILebensführung sei die Voraussetzung für ein gutes | erhalten diese Betrage noch nachträglich ausbezahlt, jraininq Alkohol und Tabak schadeten in jeder Be- 3anuar ™e n körperlichen Leistungsfähigkeit und das Leben schenken. zeigten oor allem im jugendlichen Körper verhee- Gemeindliches Beschaffunqswesen. rcnbe 5°!?.™- -»annsührer Dr med. Kihing ' erklärte: Die Jugend Adolf Hitlers habe weder einen Die Arbeitsgemeinschaft für das Beschaffungs- Trost noch einen Anreiz durch Alkohol und Nikotin wesen im Deutschen Gemeindetag trat am 8. März «nötig. Das Ideal der Männlichkeit sehe sie nicht im in Leipzig zusammen. Nachdem sich im vorigen Ertragen von großen Mengen von Bier und Ziga- Iahre ergeben hatte, daß die Gemeinden bis zum retten. Sie sei froh und glücklich, ihrem Führer mit Beginn Der Aufrüstung mit Beschaffungen i n dem Einsatz ihrer ganzen Person als gesunder Höhe von etwa drei bis vier Milliar- Pimpf und gesundes Mädel dienen zu können. Der den RM. der größte Einkäufer am b e u*t« I Reichssportwart für Mehrkämpfe in der Reichs- schen Markt waren, soll an die gemeindlichen führung des NSRL., SA.-Obersturmführer Bauer, Einkäufer daher der besondere Appell ergehen, bei hob hervor, daß der Dorsprung, den wir 1936 bei der Erteilung von Aufträgen keine Höhereniben Olympischen Spielen und seither bei internatio- P reise als rechtlich zulässig und wirtschaftlich ge- nalen Kämpfen in der Kraft der Jugend und des rechtfertigt zu bewilligen, damit Preise und Ähne Sportes gezeigt haben, gewahrt werden muß. Diese stabil erhalten werden können, wie es die Politik I internationale Leistungskraft habe die Meidung aller des Führers vorsieht. Ferner soll daraus geachtet' schädlichen Einflüsse auf die Bestleistung des Kör- Oie Regelung der Fälligkeit alter Hypotheken. Zu der Verordnung über die Regelung der Fälligkeit alter Hypotheken vom 22. Dezember 1938 veröffentlicht jetzt der „Reichsanzeiger" eine umfangreiche amtliche Erläuterung. Darin wird u. a. aus- aeführt, daß die Neuregelung nicht dahin führen oll, daß etwa alle alten Hypotheken, deren Gläubiger jetzt wieder ein Kündigunasrecht erhalten, alsbald gekündigt werden. Der Gläubiger werde das Kapital im allgemeinen nur dann ^urückfordern, wenn er es aus irgendwelchen lefonderenGründen für andere Zw ecke benötigt, oder wenn er d i e Sicherheit nicht mehr für einwandfrei hält. Die neue Verordnung habe den Zweck, den in solchen Fällen notwendigen Ausgleich der Interessen von Gläubiger und Schuldner in billiger Weise herbei- zuiühren. Dagegen liege es n ich t im Sinne der gesetzlichen Neuregelung, wenn ein Gläubiger, der grundsätzlich bereit ist, dem Schuldner das Kapital weiter zu belassen, die Kündigung lediglich deshalb ausspricht, um vom Schuldner für eine Verlängerung des Darlehens eine „Derlängerungs- Provision" gezahlt zu erhalten. Ein solches Vorgehen des Gläubigers müsse als ein Mißbrauch des gesetzlichen Kündigungsrechtes angesehen werden. Auf der anderen- Seite sei es aber auch vom Standpunkt der Allgemeinheit aus notwendig, daß die alten Hypothekenschulden im Rahmen der Leistungsfähigkeit des Schuldners — insbesondere durch Umwandlung in unkündbare Tilgungshypotheken — planmäßig abgebaut werden. Es sei erwünscht, daß auf diese Weise der Grundbesitz entschuldet und Kapital frei gemacht werde, das für neue Aufgaben eingesetzt werden könne. Ersuche eine Kreditanstalt aus diesen Gründen den Schuldner, mit ihr über eine allmähliche Abtragung der Schuld zu verhandeln, so sei es die Pflicht des' Schuldners, geeignete Vorschläge zu machen, wie die Zahlung des Kapitals der Leistungsfähigkeit des Schuldners entsprechend geregelt werden könne. Zur Abgeltung der Unkosten bei der Umwandlung in eine unkündbare Tilgungshypothek könne vom Schuldner die Zahlung einer Gebühr im Rahmen der üblichen Pauschalsätz'e verlangt werden. Die Verordnung habe nicht den Zweck, solche Schuldner zu schützen, die sich der Erfüllung ihren Verpflichtungen böswillig entziehen. Auf einen Fälligkeitsschutz hätten vielmehr nur solche Schuldner Anspruch, die die lausenden Zins- und Tilgungsbeträge regelmäßig bezahlen und auch im übrigen schutzwürdig sind. Einem jüdischen S ch u l d n e r werde ein Fälligkeitsschutz im Hinblick auf die planmäßige Ausschaltung der Juden aus bem deutschen Wirtschaftsleben in der Regel nicht zu gewähren fein. Im Einzelfall könne es aber, gerade um die Ueberführung des jüdischen Grundbesitzes in arische Hände zu fördern, geboten fein, die Fälligkeit einer auf jüdischem Grundbesitz lastenden Hypothek nach der Verordnung zu regeln Dies gelte insbesondere für Fälle, in denen die Ueberführung in arische Hände bereits im Gange ist. ieien arofce Menaen Gefrierfleisch und! werden, daß der Weg der Ware vom Erzeuger zum Fische bereit gestellt. Der soziale Hilfsdienst Verbraucher nicht durch Einschaltung volkswirtschaft- werde in den ^ersten Tagen nach der Einnahme ber lich entbehrlicher Zwischenstationen erschwert, ver- Stadt eineinhalb Millionen Portionen langfamt oder verteuert wirb. Essen verteilen. Zeamtenanwärter. Das lesbare Fachbuch. In Frankfurt am Main ist am 2. März die Fachbuch-Werbeaus sie Huug eröffnet worden, deren Bedeutung weit über den Rahmen einer Sonderveranstaltung hinausgeht. Gerade im natio- nalsozialistrschen Staat hat das Fachbuch eine Ausgabe zugewiesen erhalten, die nicht nur mit der Leistungssteigerung an sich zusammenhängt, sondern auch damit, daß Ausbildung und Leistung unmittelbar einander bedingen. Eine Fachliteratur, die Bucher und Zeitschriften umfaßt, hat es auch früher gegeben, ein fachliches Zeitschriftenwesen sag ar, das schließlich unter der eigenen Überproduktion zusammenbrach. Don wenigen Ausnahmen- abgesehen, war es auch mit dem Fachbuch nicht besser bestellt, denn entweder war es eine gelehrte Abhandlung, mit der in der Praxis nicht viel anzufangen war, oder es war eine buchhändlerische Spekulation. Was es vor der Machtergreifung nicht gab, wenigstens nicht in diesem Umfang, das ist die F a ch - b u ch h a n d 1 u n g. Sie fetzt ein Fachbuch-Schrifttum voraus, das sich im Dritten Reich zu einem stolzen Baum entwickelt hat. Es gibt Fachbücher für jeden Industriezweig, für Handel und Gewerbe. für das Handwerk, für alles, was mit dem Begriff Wirtschaft und Verkehr zusammenhängt. Die Zahl der Fachbücher, die heute Jahr für Jahr in Großdeutschland erscheinen, wird auf über 5000 berechnet, ist also höher als die Zahl der Neuerscheinungen, bie im Gebiet ber schönen Literatur hervorgebracht werben. Was das Fachbuch als solches aus- zeichnet, das ist, baß es allgemein verständlich ist und bleibt. Daran hat es früher vielfach gemangelt, denn ber Verfasser von Fachbüchern sah in ber Regel nur Leser vor sich, bie gerabe so wie der Verfasser zeitlebens nur in ober mit Büchern Umgang hatten. Bei der Eröffnungsrede ber Fachbuch-Werbeausstellung hat Staatssekretär Hanke auf biesen Umstand hingewiesen, aber auch hinzugefügt, wie viel sich daran im nationalsozialistischen Staat geänbert hat. Das Fachbuch soll praktischen Zwecken bienen, muß bannt so gehalten sein, daß sein Inhalt ohne weitere Schwierigkeiten verstanden werden kann. Die Ausgabe des Fachbuches ist es eben, die fachliche Durchschnittsbildung zu steigern, um so dazu beizutragen, eine allgemeine Lei - stungssteigerung zu erreichen. Darauf kommt es an, denn das Fachbuch soll nicht ein Zweck an sich sein, sondern ein Mittel zum Zweck, soll nicht nur fachliches Können und Wissen anschaulich dar» stellen, es soll alles herbeiholen, was Fortschritt und Entwicklung in jedem einzelnen Berufszweig mit sich gebracht haben. Mit dem Fachbuch hat auch die Fachzeitschrift im Dritten Reich eine Ausgestaltung und Ausweitung erfahren, die sich unmittelbar an das streng fachliche Interesse wendet. Nicht die Anzeigenseite ist die Hauptaufgabe einer Fachzeitschrift, wie das früher der Fall war, sondern der fachliche Inhalt in Form von Aussätzen und Mitteilungen. Das macht ein Fachbuch ober eine Fachzeitschrift für ben, den es angeht, ber etwas davon versteht ober verstehen will, bestimmt nicht langweilig, sondern er ist zunächst einmal froh darüber, daß das Schrifttum, bas feiner fachlichen Ausbildung zu dienen bestimmt ist, sich ohne Einschränkung dieser Aufgabe wibmet. Es ist erfreulich heute zu sehen, wie fachlich gehaltvoll gerabe bas Zeitfchriftenwesen geworben ist, wie es auch eine Leistung von besonderer Art darstellt, bem Fachbuch eine Bedeutung und eine Verbreitung verschafft zu haben, wie das nur in einem Volke möglich ist, für bas bie Arbeit von jeher das eigentliche Wesen und der eigentliche Oie Reichsfrauenführerin in London. London, 8. März. (DNB. Funkspruch.) Zu Ehren ber Reichsfrauenführerin Frau Scholtz- Klink, bie zu einem mehrtägigen Besuch in London weilt, veranstaltete die Anglo-German F e 11 o w s h i p ein Essen, an dem außer zahlreichen Mitgliedern ber beutschen Kolonie auch viele Vertreterinnen der englischen Frauenorganisationen teilnahmen, darunter bie Gattin des englischen Außenministers Discounteß Halifax, die Führerin der englischen Frauenliga für Gesundheit und Schönheit Lady Douglas-Hamilton, die konservative Abgeordnete Florence Horsburgh sowie Lord Brocket, während von deutscher Seite die Gattin des beutschen Botschafters Frau von D i r k f e n sowie ber Geschäftsträger ber beutschen Botschaft, Botschaftsrat Dr. Korbt unb Landesgruppenleiter Karlowa erschienen waren. Im Namen ber Anglo-German Fellowship hieß Sir Geoffrey Clarke die Reichsfrauenführerin in England herzlich willkommen. Er gab der zuversichtlichen Hoffnung Ausdruck, daß ihr Meinungsaustausch mit Persönlichkeiten der englischen Frauenorganisationen mit dazu beitragen möge, etwa bestehende Mißverständnisse zu beseitigen. Frau S ch o 1 tz - K1 i n k gab der Freude Ausdruck, vor englischen Persönlichkeiten von der Aufgabe und Arbeit des Deutschen Frauenwerks berichten zu können. Anschließend sprachen Florence Horsburgh und Lady Douglas-Hamilton über die Frauenarbeit in England, wobei beide für eine engere Zusammenarbeit mit Deutschland eintr^en. Die Zunahme der Geburtenzahl hat besonders in ber 2. Jahreshälfte 1938 eine erneute Steigerung erfahren. Im 3. Vierteljahr 1938 würben im alten Reichsgebiet 23 673 ober 7,7 v. H. Kinder mehr geboren als im 3. Vierteljahr 1937. Für bas 4. Vierteljahr 1938 ist gleichfalls mit einer Zunahme ber Geburten um 17 000 bis 20 000 zu rechnen. Die Gesamtzahl der fiebenbgeborenen im Jahre 1938 kann demnach für das alte Reichsgebiet auf 1340000 oder 19,6 je 1000 Einwohner berechnet werden. Hierzu kommen schätzungsweise 91 600 Lebendgeborene in Oesterreich und runb 52 000 ßebenbgeborene in ben subeten-, --- - - - u, --- beutschen Gebieten, so baß sich für das gesamte Graz, ber Hochschule für Welthandel in Wien, Großdeutsche Reich «ine Geburtenzoh, non 1 484 000 ber Spante für Bodenkultur in ©ten ter_ Iter» ergibt Diese Zahl bleibt allerdings hinter dem zur ärztlichen Hochschule ffiien der Montanisttschen Bestandserhaltung der Volks- und Wehrkraft erfor- Hochschule in 8 e oben, der Landmirtschastkchen terlichen Geburtensoll von 1650 000 noch Hochschule in T et s che N. um 1 65000 oder 10 v. H. zurück. DvWacker befaßte sich danri nut den Fragen Iber Sicherung des Hochschulnachwuch- __ wie sie fßin WIL unb i>er Planung im deutschen Hochschul- VJIUllIlll UH* JIS JSIII JVU* ivesen. Der bisherige Hochschulnachweis stamme nur Don unserer berliner Schristleitung. °u- einem Teil beo teut^en Sott«, trnb jwr «or- . wiegend aus dem sozial bessergestellten. Aus Dieser Vom 1. April ab wird ein unter dem Vorsitz des Erkenntnis erwachse die Lösung des Problems, Staatssekretärs Posse stehender Zentra laus- wenn es gelinge, aus bem Teil des deutschen Dol- schuß, bem die wichtigsten Behörben und Wirt- fes, bem aus wirtschaftlichen Gründen ber Weg zur schaftsg'ruppen angehören, alle statistischen Hochschule nicht ohne weiteres offen stehe, die B e - Erhebungen im Reiche überwachen und für gab ten herauszuholen und ihnen diesen diese Erhebungen genaue einheitliche Richtlinien auf» I $ßeg zu öffnen. Dr. Wacker schilderte den Ausbau stellen, um zu verhindern, daß es auseinander- her 'Aufbauschulen unb ber Zubringerschulen für bie laufende Ergebnisse gibt, mit denen man nachher höheren Schulen, die Maßnahmen zur Stubienzeit- in der praktischen Arbeit nichts anfangen kann. Die Verkürzung, die Begabtenprüfung und die Sonder- Ueberwachungstätigkeit fetzt aber die Anmelde- unb reifeprüfungen. In die Dorstudienausbildung des Genehmigungspflicht voraus. Von einigen Aus-1 „Langemarck-Stubiums" könne jeber deutsche Volks- nahmen abgesehen, dürfen ,künftig statistische Er- genösse aufgenommen werden, ber überburchschnitt- hedunHen ohne bas „Ja" bes Zentralausschusses! ftch begabt fei, eine hervorragenbe charakterliche nicht mehr bürchgeführt werden. Diese Regelung Haltung n-achzuweisen vermag, sich politisch und gilt zunächst für bie W i r t s cha f t s st a ti st i k. Alle im Laufe ber Zeit gemachten Erfahrungen werben für eine Generalreform ber Statistik benutzt x uajt °er fifdje Jugenberziehung auseinanber. In ber Jugend DasJtot» jei ejn Ehrgefühl zu wecken, bas sich auf wirklichen Die hier un» i $gjer|cn ben Erwachsenen als Vorbild aufbaue. """. wieder I HJ.-Bannführer Lübke gjiber Jugend- oort angelegt weroen, wo iyre strafte xverte IWjen. frn Arbeits- und Wirtschaftsleben aespro- Eigenheime für kinderreiche ftmilien. Mit besonderen Maßnahmen zur Betreuung kin- schäft, in der Haltung gegenüber ben Genußgiften derreicher Familien unb zur Steigerung ber Ge- Dorbilb zu fein. Eine Neuformung des b i o» burtenfreubigteit tritt bie Stabt Wattenscheidlogischen Unterrichtes sei notwendig. Zum an die Oeffentlichkeit. Dom 1. Januar 1940 an Über- Schluß ber Konferenz berichtete Schuldirektor D o g 1 nimmt sie die Verpflichtung, für jebe* erbgefunbe über feine Erfahrungen in ber alkoholfreien kinberreiche Familie mit einem Einkommen unter Jugenderziehung ber Ostmark. Seit Jah- 8000 RM., in der nach bem 1. Januar 1940 ein ren werbe in ber Ostmark eine alkoholfreie Er- oiettes ober weiteres Kind geboren wirb, bas ziehungswoche mit Belehrungen unb Proben ber Eigenkapital zur Errichtung e i n e s I Frischfäfte bürchgeführt. Im Gesunbheitsjahr ber eigenen Heims ober auf Wunsch zur Erian- HI. müsse bie Schule die HI.-Führung unterstützen, gung einer modernen Dierraum-Woh-I Diese Arbeit dürfe jeboch nicht von engstirnigen Al- n u n g mit Bad zum Mietpreis von höchstens koholgegnern, sondern nur von klugen Erziehern 35 RM. monatlich darlehensweise zur Verfügung zu I geleistet werden. Ndz. Die Verordnung über die Vorbildung Starke Zunahmen " iV* sÄ?" - der Heiraten und Geburten. I ober angehört haben müssen. Bei ber Auswahl ist Aber das Geburtensollnoch immer f^pers^nlichgnun^un^cha™la£rne6 um 10 Prozent unterschritten. Arbeitsmänner unb S o lb at e n und K i n- . ... m . der aus kinderreichen Familien erhallen Die Bevölkerungsentwicklung des Deutschen Jtei» Vorrang. Für Versorgungsanwarter gelten bie ches zeigte, wie das Statistische Reichsamt mitteilt, «ür rie er{anen€n besonderen Bestimmungen. Weid» im 3. Vierteljahr unb bis zum Jahresenbe von 1938 >' einen sehr g ü n ft i g e n Verlauf. Die Heiratshäufigkeit mar weiterhin sehr hoch. Im ganzen wurden im Jahre 1938 im alten Reichsgebiet nach der Vorschätzung des Statistischen Reichsamts 22000 Ehen mehr geschlossen als 1937. Diese Zunahme ist um so beachtlicher, als nunmehr . auch die schwachbesetzten Jahrgänge bes männlichen Geschlechts in bas Heiratsalter eintreten. Eine außerordentlich starke Zunahme der Eheschließungen wird aus Oesterreich gemelbet. Hier wurden im 3. Vierteljahr 1938 allein 22 218 Ehen geschlossen, das sind mehr als doppelt soviel wie im 3. Vierteljahr 1937 (10803). „ MGesundheitssühllW des deutschenSpoctterö Durch unsere Wirtschaft wirb angesichts der ent»! 1 , sprechenden Verordnung des Beauftragten für den Abschluß btt Frankfurter ReichStagUNg „DolkSgesUNdhelt Uttd GeNUßgtfte". Dierlahresplan ein Aufatmen gehen. Sie drohte ' v " bereits — ohne daß Damit etwa bem Statistischen 2luf ber Erzieher-Konferenz wurde von Reichsamt ein Vorwurf gemacht werben soll ~ G^Eannfübrer Dr. Kitzing (Reichsjugenbfüh- ber Flut statistischer Erhebungen unterzugehen. Alle > erklärt, baß bie HJ.-Führung von den Er- fünf Minuten kam eine anbere Stelle die einen roQV|enen Unterstützung in ihrem Kampf gegen ben Fragebogen zirkulieren ließ. Viel Ueberflusstges mar von Genutzgiften erroarte. Sie sollten barunter, worüber man sich mit Recht ärgerte was sorgen, daß ben Jugendlichen weder Al- Dann wieder zur Folge hatte, daß die Unterstützung I f 0 g 0 l noch Nikotin angeboten werden, nützlicher statistischer Erhebungen zu wünschen ^/-Stammführer Dr. R e i b von ber Reichsjuaenb- übrig liefe. Die Papierflut machte es notwenbig beschäftigte sich mit dem Einfluß bes Alko- bafe in ben kleineren Betrieben bas Büropersonal .fs Unb Tabaks auf ben jugendlichen Körper. Die mit Statisttk befchäftigt würbe so daßi anbere wich- Genußgifte seien besanbers schädlich, da sie die Aus- tigere Arbeiten liegen blieben. Großbetriebe richteten be5 jugendlichen Organismus (Gehirn-Drü- umfangreiche statistische Abteilungen em, die nur M mit jnnerer Sekretion) gefährdeten. Unversehrt- für die jeden Morgen einlaufenden neuen Frage-1^-^ Hirngeschehens und des richttgen Funkttonie- bogen da waren. Dieser Hochflut an ilatistttchen des zentralen und vegetativen Nervensystems Erhebungen wird jetzt Einhalt geboten. Es finden « Voraussetzungen für eine normale Entwicklung iefet nur noch Erhebungen zur Forderung oller K iuqeni)lj*en Körpers. Anfchließ-nd setzte sich Aufgaben des Vieriahresplanes statt, dazu m oer= I Hermannfen, Landjahrbannführer einheitlichter unb vereinfachter Form, wodurch sich L mit ber Bebeutung der persönlichen dann im Ergebnis das ideale klare Bild erg^t. h e n s f ü h r u n q für Willensschulung und poli- Für die Wirtschaft verschwindet ber SRnrrnft horl ... - - - v -- A------*■ Fragebogen schlagartig, es bleibt nur wenbigste übrig. Unb die Kräfte, produktiv beschäftigt werben, können Dort angesetzt werben, wo ihre Kräfte Werte schaffen. und aus Gründen der Gerechtigkeit muß das Land- zu die Innere Spannungen in der Mecho-Slowakei gern, leit NES STER UJ i/1 i an nicht । dar schritt Weig |jf$t er sich jetzt einrichten. Da alle Bestrebungen, - hei knappem Raum an die Stelle der Badewanne > iine Duschecke zu setzen, nur als Notlösungen an- 1 «sehen werden und nicht zu einer Standardaus- j Ehrung führen dürfen, ist die Haushalttechnik benützt, andere Vorrichtungen zu schaffen, die bei be- 1 Hrünktem Platz dennoch ein Vollbad gewähren. 1 6 ierzu gehören die K ü ch e n b ä d e r, die bei Nicht- ! Benutzung als Bad den Arbeits- oder Abwaschtisch Iler Hausfrau bilden. Selbst die an mehreren Stellen \ «zeigte Stufenbadewanne, die nur etwa ein Meter 1 iing ist, verdient gegenüber der Duschecke den Dor- > _lg. Darüber möge aber Klarheit bestehen, daß die Husche nicht zu verwerfen ist, sondern neben dem Vollbad ihren Platz behauptet. Spritzsichere Niesel- j tinge, die sich der Duschende über die Schultern längt, sind als beachtliche Neuerung in dieser Be- | Setzung zu werten. . f „ Die Frage der Raumheizung wird ebenfalls von ] !er Haustechnik auf mannigfache Weise gelöst. Als wertvollste Heizeinrichtung darf man wohl den Rehrzimmerofen bezeichnen, den äußerlich in Kachelofen, im Innern aber ein Eisenofen ist | anb die Möglichkeit bietet, bei Unterhaltung einer inzigen Feuerstätte fünf Zimmer zu heizen. Auch vielt das Gas als W ä r m e t r ä g e r für Dauer- «izungen eine immer größere Rolle, besonders, wo s sich um eine wartungslose Beheizung von Ein- nmilienhäusern (Warmwasserheizung) handelt. Als lrusatzheizung leisten Gas und Elektrizität in Wohn- inumen, Badezimmern und Garagen wertvolle Vienste. Selbst die elektrische Vollheizung steht be- xits im Bereiche der Möglichkeit, Einzelheizkörper nb ebenso wie Decken- unb Fußbobenheizungen veiter entwickelt worben. Unb nur zur Küche! Eine Unmenge kleiner und feinster Geräte streben danach, der Hausfrau ihre Arbeit zu erleichtern. K ü ch e n w a a g e n mit gut chtbaren, leuchtenden Skalen, mit Gehäuse aus nrbigem Preßstoff, Feineinstellungen, die aus der Küchenwaage eine Briefwaage machen, bitten ebenso m die Gunst der Besucher wie die neuartigen Srotschneider, mit denen man hauchdünne Schnitten vom Brotlaib abhobeln kann. Auch Schin- Xn, Wurst, Speck und andere Kostbarkeiten lassen ch mit diesen Hobeln aus hochwertigem Tiegelguß- ahl ganz dünn Herstellen. Daneben führen Sägend Kullenmesser als Flach- ober Rundmesser ihr nbestrittenes Dasein weiter. Die Zahl der Z e r - Ileimerungsmaschinen für rohes Gemüse Äer Obst, die der Zerteiler von Eiern, Tomaten, Zwiebeln und anderen schwierigen Kochgütern oder ifie Fülle der Kaffeemühlen hat eher noch m- als abgenommen. Desgleichen verdienen die prächtigen blanken Kochgeschirre aus Chrom und Fackel mit Kupferboden ebenso ewähnt zu werden Die die neuen Leichtmetallgeschirre, die ion hohem kochtechnischem Werte sind. Unter den Lochherden hat der mit zwei Energien arbei- ?nde Herd die Führung übernommen: er arbeitet -üt Kohle und Gas ober mit Strom unb Gas. Er ।at, je mehr die kleinen Zentralheizungen verfchwin- jen, die Raumheizung in der Küche mit zu über- ehmen. An die Stelle der Blechverkleidung ist teilweise die weiße keramische Seiten- und Vorder- wand getreten, während die der Wand zugekehrte Fläche des Herdes aus einer Asbestzementplatte be- eht. Die Herde werden aber auch mit Zentral- .eizungsöfen kombiniert gebaut, mit Warmwasser- .ereitern, mit ein unb zwei Bratösen, je nach Be- iarf für Stadt oder Land. Der Parole „Kampf dem Verderb" haben die Hrifchhaltevorrichtungen vom einfachen Nieselring bis zum automatischen Kühlschrank zu in diesem Sinne in die Entwicklung eingegriffen durch die Schaffung des Volksempfängers, der bis Ende 1938 eine Produktionsziffer von 3,1 Millionen Stück erreichte. Der Massenabsatz der Rundfunkindustrie werde heute vom Volksempfänger und dem Deutschen Kleinempfänger beherrscht. So hätten diese beiden Typen allein in der Zeit von Auaust 1938 bis Ende Januar 1939 einen Jndustrieabsatz von einer Million Stück erreicht. 50 v. H. des Gesamtabsatzes an Rundfunkgeräten seien damit bereits weitgehend rationalisiert. Die größte zu beseitigende Typenzahl liege beim Markenkreiser. Ob unter diesen Umständen die Produktion von Mehrkreisern noch zweckmäßig sei, bleibe fraglich. Auch innerhalb der Gruppe der Superhets habe sich in den letzten Jahren e:ne grundlegende Verschiebung des Absatzes zugunsten der kleineren Geräte vollzogen. Die Konsequenz hieraus wäre die Massenfabrikation eines billigsten Kleinstsupers und die Beschränkung der Typenzahl der Mittelsuper. Die Deckung des Massenbedarfs der einkommensschwächeren Schichten auch mit höherwertigen Supergeräten sei eine ausschließliche Frage des Verkaufspreises. Erst die im Rahmen der Rationalisierung erfolgte Herabsetzung der Selbstkosten werde die Grundlage für die Befriedigung des Massenbedarfs schaffen. Kleine politische Nachrichten. In Berlin versammelten sich die Leiter der Reichspropagandaämter und die Reichsund Stoßtruppredner im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda zu einer Ar- fchrift ismeb ftreng ’njeiti ie ha: 3W Dc ir bei r Den *m ti W- en be> ufonbe > ich ewor- iberer unb nur von lidje volk Anteil an hygienischen, sanitären, arbeitserleichternden und zeitsparenden „komfortablen" Einrichtungen zu angemessenen Bedingungen haben. Es gehört nicht gleich zu jedem Kuhschwanz ein Ventilator, der die Fliegen vertreibt, wohl aber '" jedem Hofe eine 'Badeeinrichtung, auch im Winter benutzt werden kann! we- lch- rift- nem idjer übe. Will Zahl roh- rech- nun- xor» aus- nb- siach ' sah wie cheru 8ach- nte inzu- ischen ischen daß mben In betft Konflikt zwischen Prag und Preßburg sind die Kräfte etwas besser verteilt. Die Slowa- k e n sind als Volk stärker und größer, sie treten den Tschechen gegenüber selbstbewußter auf, ja, sie arbeiten geradewegs auf eine Selbstverwaltung hin, die die Slowakei so weit auf eigene Beine stellen soll, daß sie unter Umständen auf den ganzen Staatsverband, wie er jetzt noch vorhanden ist, verzichten kann. Darum auch die energische Forderung nach einer eigenen Armee. Prag hat ziemlich brüsk gefordert, daß die slowakischen Wünsche begraben werden. Aber Preßburg bat Vergangenes nicht vergessen, zudem sieht es, wie die Tschechen mit den Karpatho-Ukrainern umspringen. Vor den Prager Verhandlungen. Preßburg, 8. März. (Europapreß.) Der slowakische Ministerrat behandelte die tschechischen Forderungen. Vor allem drei Punkte: 1. Vollkommene Loyalität der Slowakei gegenüber der Tschecho- Slowakei, 2. Unterbindung der Propaganda für die Selbständigkeit der Slowakei, und 3. Entfernung mißliebiger Personen (darunter des Pressechefs Mach). Prag wendet sich ferner gegen die Forderung nach einer eigenen slowakischen Armee Zu dem Ergebnis der Sitzung schreibt das Blatt der Slowakischen Volkspartei, „Slovak": „In den Beratungen wurde festgestellt, daß sich in den wesentlichen Existenzfragen des slowakischen Volkes die Ansichten aller entscheidenden Faktoren auf der Linie des Silleiner Manifestes vom 6. Oktober 1938 und der Regierungserklärung vom Februar 1939 bewegen. Damit wurde allen Alarmmeldungen die Spitze abgebrochen. Auch bei den letzten Beratungen wurde dahin entschieden, daß sich die Slowakei beim Ausbau einer besseren Zukunft freie Hand vorbehält, sich durch keinerlei Rücksichten auf fremde Interessen beeinflussen läßt und nicht der Sklave fremder Ideologien werden wird. Die Slowakei ist sich dessen bewußt, daß das Schicksal Mitteleuropas nicht ohne den großen deutschen Nachbarn unb eben deshalb nicht gegen die Interessen Groß- deutschlands gestaltet werden kann. Die neue Slowakei hat sich nicht nur aus diesen Gründen, sondern auch auf Grund ihres zwanzigjährigen Kampfes und des Willens des slowakischen Volkes aufrichtig an die Seite jener großen Völker gestellt, welche den Kampf gegen jüdischen Marxismus führen. Der Weg des slowakischen Volkes in die Zukunft steht im Zeichen des Strebens nach Freundschaft und Zusammenarbeit mit allen Nachbarn." — Am Donnerstag trifft in Prag die gesamte slowakische Landesregierung ein, um mit der Zentralregierung die Verhandlungen über die Durchführung des slowakischen Autonomiegesetzes fortzusetzen. bit °r- ler iio-. J’1 der ern tel- Bii= her bae zu- )en, eilt, inq, »ar, dienen. Wo Wassereis vorhanden ist, liegen die An- chaffungskosten für ein Kühlgerät niedrig, die Be- riebskosten aber hoch. Beim automatischen elektri- chen oder Gaskühlschrank kehren sich die Verhältnisse um. Interessieren dürfte besonders, daß ein Werk, das jahrelang den motorlosen Absorptions- chrank mit Eifer verfochten hat, heute für größere Einheiten dem Motorantrieb verfallen ist. Anderer- eits ist das Problem des Volkskühlschran- ' e s noch nicht gelöst worden. Seine Notwendigkeit ist aber angesichts der riesigen Mengen an Nahrungsmitteln, die im Haushalt mangels ausreichender Frischhaltegeräte verderben, teinesroegs geringer geworden. Die elektrischen Haushaltgeräte sind immer ein besonderer Anziehungspunkt. Staubsauger und Waschmaschinen, Kaffeemühlen und Bügeleisen, Brotröster und Warmwasserbereiter, Heizkissen und Höhensonnen gibt es in ansehnlicher Fülle und preiswerter Ausführung. Jedoch sind in konstruk- ttver Hinsicht keine neuen Wege zu erkennen, ein Beweis für Vollkommenheit der vorhandenen Geräte. Aandererseits sind „Probleme", wie die einwandfreie Bewegung der.Zuleitungsschnur am Bügeleisen, die Geschirrspülmaschine für kleine Haus- haltu'ngen ober bie Strumpfstopfmaschine, noch nicht gelöst warben. Manchen Fortschritt können jeboch die Heizplatten für Elektroherde verzeichnen, die Spezialgeschirr für den Elektroherd überflüssig machen wollen. Die Ringkochplatte ist als Uebergang von der ganz geschlossenen Masse- platte zur ganz offenen Heizftabplatt^ besonders zu werten. Die Frage der elektrischen Heißwasserbereitung wird dahin beantwortet, daß es richtiger ist, für eine häufige Entnahme kleiner Heißwassermengen zu sorgen als für die dauernde Bereithaltung großer gefüllter Speicher. Als vorbildliche elektrische Wohnung können die nach den Richtlinien der DAF. ausgeführten Siedlungen beim Volkswagenwerk oder beim Großkraftwerk Zschornewitz bezeichnet werden. Ein großer Teil der Haushaltderäte appelliert an den Form- und Farbensinn der Frau. Besonders unter den Erzeugnissen aus Glas, Porzellan unb Keramik sinb Ausführungen zu färben, bie bem Geschmack ihrer Schöpfer bas beste Zeugnis ausstellen. Daß unter ihnen bie böhmischen Glasbläser, die ostmärkischen Schnitzer unb bie Wiener Kunstgewerbler besonders zahlreich vertreten sind, kann als wertvolle Bereicherung des deutschen Handwerks durch die Heimkehr von Ostmark und Sudetenland bezeichnet werden. „Komfort" fein Monopol der Stadt. ZdR. Wenn van „ländlichen Verhältnissen" die Rede ist, denkt der gelegentliche Gast auf dem Lande meist an gewisse Mängel, die dem Landleben bisher zu eigen waren. Für ein paar Ferienwachen nimmt der Städter ja alles so hin. Aber nur zu bald Oie Hausfrau auf der Leipziger Meffe -bon unserem IB.-Sonderberichierstaiicr. Ms- 38 ver- msang- a. aus-- führen ' eten, recht cp r (9Iäu= n dann eichen Zwecke erheit Verord- len not en von f herbei- inne der deshalb Zerlänge- -ungs' hesLr- braud) jen ®eP ud) vE idig, der friere durch theken " ; fei?- r> b e s' b emachl -setzt ®er: «di-? e -aHiw , so sei t 6** w i) -Ä , i»S !N a7t zv n'L beM L in Leipzig, 7. März 1939. Wir leiden noch immer an einer Unterbewertung |cr Haushalttechnik, obwohl sie einen Ad- ,2tzmarkt vor sich hat, mit dessen Größe sich keine indere Branche messen kann. Großdeutschland zählt heute rund zwanzig Millionen Haushaltungen, die .lle Verbraucher der verschiedenen Haushaltgeräte snd. Diesen Verbrauch zu fordern, gehört zu den Aufgaben der Leipziger Messe; die Vorbe- iingung aber ist eine straffere ausstellungsmäßige Zusammenfassung gerade dieses Warengebietes, das och unübersichtlich auf alle Hallen unb Häuser oer- -ilt ist. Immerhin darf man angesichts ber Viel- tiltigfeit der Hausratausstellung schon jetzt von einer urtschrittlichen Haushalttechnik sprechen. Besonderem Interesse begegnet natürlich ber Jaderaum. Selbst in den kleinsten Wohnungen kommt der Tag, an dem das Wort vom „mangelnden Komfort" fällt. Unter Umständen wird dabei sogar die Fehlverbindung zur Kultur hergestellt, obwohl doch höchstens von Zivilisation die Rede sein könnte. Ganz sicher aber betrachten viele den Komfort als Monopol der Städte. Obwohl wir nicht alle das gleiche unter Komfort verstehen, sind wir doch darin einig, daß mit dieser Sammelbezeichnung nicht etwa ein verächtlicher Hang zur Bequemlichkeit gemeint ist. Der würde zum Landvolk auch gar nicht passen. Allein der überlasteten Landfrau wegen hat auch das Dors seine zentrale Wasserversorgung und jederHosseineWasserlei- tun g zu beanspruchen. Wo das noch undurchführbar ist, wird die Elektrizitätsversorgung ber Landgemeinden bie Errichtung ber elektrischen Pumpe im Hause ermöglichen, bie genügend Zapfstellen versorgt. Die Elektrizität ist geeignet, im Landhaushalt Arbeit und Zeit sparende Geräte zu bedienen, die ebenfalls nicht allein in der Küche, sondern auch in der Waschküche, dem Stalle und an anderen Arbeitsstätten ausgestellt werden sollen. Komfort ist kein Vorrecht ber Stabt. Nicht weil bie Dörfer unb bie barin lebenben Menschen rückstänbig sinb, mußte bas Lanboolk auf seine zahlreichen Vorteile verzichten, sondern weil bas Dorf nicht genügenb versorgt unb bie Landarbeit zu gering bewertet würbe. Mindestens im Interesse ber Volksgesunbheit Typenbereinigung auch in der Nundfunkwirtschast. Aehnlich ber Regelung für bie Kraftwagenprobuk- tion werben auch für bie Rationalisierung ber Rund- funkwirtschaft Maßnahmen vorbereitet. Im Einvernehmen mit bem Reichswirtschaftsminister hat ber Reichskommissar für bie Preisbildung die Wirt- fchaftsgruppe Elektroindustrie beauftragt, ent- prechende Vorschläge zu machen. Etwa 18 Ausschüsse ind mit der Klärung aller Einzelmaßnahmen auf )en verschiedensten Fachgebieten der Rundfunk- inöuftrie tätig. Der Sachbearbeiter des Reichspropa- gandaministeriums, Dr. Schaefer, weist im „Rundfunkarchiv" auf die Überschwemmung des deutschen Marktes mit einer Unzahl von G e - rätetypen, die eine rentable Mengenproduktion von vornherein illusorisch machte und daneben jede Uebersicht des kaufenden Publikums zerstörte. Der Schlüssel für die Rationalisierung der Rundfunkindustrie liege ebenfalls in der Typenbereinigung, die sich nicht allein auf bie Runbfunkgeräte erstrecken bürfe, sondern auch eine weitgehende Normung d e r Einzelteile umfassen müsse. Die politische Rundfunkführung habe bereits 1933 Jedes Staatswesen will organisiert sein, das gilt auch für die Tschecho-Slowakei in ihrer neuen Gestalt. Aber die Organisation, die dieser Staat erhalten soll, ist von Prag aus so aufgebaut worden, daß darüber die Slowaken und die Karpatho-Ukrai- ner in nicht geringe Erregung geraten sind. Denn Prag versucht, die Selbstverwaltung dieser beiden Völker stark e i nz u e n g e n, um dann eines Tages vielleicht der jungen Autonomie ein Ende bereiten zu können. Der tschechische Staatspräsident hat den karpatho-ukrainischen Minister Julian R e v a y des Amtes enthoben. Weiterhin drückt Prag offenbar auf den verbleibenden karpatho-ukrainischen Minister Woloschin, sich künftighin mit der Justiz und Schulverwaltung zu schästigen, während die neuen Vertrauensleute Prags die eigentlich wichtigen Landes- Dermaltunyen übernehmen sollen. Vor einigen Wochen wurde von Prag aus der tschechische General P r ch a 1 a nach der karpatho-ukrainischen Hauptstadt Chust entsandt, er Übernahm dort das Innen- und Verkehrsministerium und auch die Landesfinanzen. An Stelle Revays soll der bisherige Vorsitzende der Landwirtschaftskammer in Chust, Klotschurak bie Wirtschaftsressorts einschließlich des Gesundheitswesens und der öffentlichen Fürsorge übernehmen. Wie bekannt, spielen auch zwischen Prag unb Preßburg „ernste Verhanblungen" über bas zukünftige staatsrechtliche und wirtschaftliche Verhältnis zwischen Tschechen und Slowaken; es liegt nun eine mehr als deutliche Drohung gegen Preßburg vor, wenn Prag über die Slowakei hinweg in dem östlichsten Landesteil, der Karpatho- Ukraine, so heftig angreift. Am Anfang der Auseinandersetzungen zwischen der Karpatho - Ukraine und den Tschechen stand, genau so wie zwischen Prag und Preßburg, das Problem ber Abgrenzung ber Staatseinkünfte. Die politisch erfahreneren Tschechen waren nach ber Septemberkrise schlau genug, sich ben Ertrag ber indirek- ten Steuern für ben gemeinsamen Staatshaushalt unb bie ungeheuerliche Schulbenlast zu sichern, bie Benesch aufgetürmt hat. Sowohl ben Slowaken wie ben Ukrainern verblieben die weniger ergiebigen direkten (Steuern. So hat denn auch Revay jetzt gefordert, daß die gesamten Staatseinnahmen ber Ukraine zunächst ungeteilt ber Landes- regierung in Chust zufließen, die erst ihrerseits einen Beitrag an den gemeinsamen Staatssäckel leisten soll. Er war bereit, als Gegenleistung ben Tschechen 3000 tschechische Beamte „zur Verfügung zu stellen", bie seinerzeit unter bem Benesch- System in bie Karpatho-Ukraine importiert worden waren und die Septemberkrise überstanden hatten. Man kann sich unschwer vorstellen, daß Prag über die angebotene „Gegenleistung" nicht besonders erquickt gewesen rst.__ B* 1 ee _ tUEU tikfieinS tu u m m m Ca) ST) m N m uq Q Z uj 3n3. ach garantiert ***ä?*• Ecks,ein N0' 5, fünffach ,0 5. Darum: garantiert beitstagung, bei der Referate über wichtige Tagesfragen hielten Staatssekretär Dr. Syrup über Arbeitseinsatz, Staatssekretär Esser über Fremdenverkehr, Oberbaurat Stephan über die Baukunst, Ministerialdirektor Lange über Finanzierung großer Aufgaben, Generalmajor von Hannecken über die Erfolge des Dierjahresplanes und Generalmajor Thomas über wehrwirtschaftliche Fragen. Reichsminister Dr. Goebbels gab einen umfassenden Ueberblick über die politische Loge. * Der Reichsjugeudführer ernannte seinen langjährigen Mitarbeiter Obergebietsführer Dr. Rainer Schlösser zum Chef des Kulturamtes der Reichsjugendführung. Schlösser wird seine Tätigkeit als Reichsdramaturg und als Leiter der Theaterobteilung im Reichsministerium für Bolksaufklarung und Propaganda auch fernerhin beibehalten. Der Reichsminister der Luftfahrt, Generalfeldryor- schall Göring, hat dem Reichsorganisationsleiter der NSDAP., Reichsleiter Dr. Robert Ley, den Dienstgrad eines NSFK--Gruppenführers verliehen. Reichswirtschaftsminister und Reichsbankpräsident Funk hat den Vorsitzenden des Vorstandes der JG.-Farbenindustrie AG., Geheimrat Dr. Hermann Schmitz, als Nachfolger des zurückgetretenen Kommerzienrates Dr. Paul R e u s ch zum Mitglied des Verwaltungsrates der B a n k f ür Internationalen Zahlungsausgleich in Bafel, und zwar als Vertreter der deutschen Industrie, ernannt. Vertreter der deutschen Banken ist Baron von Schröder (Köln). Der italienische Landwirtschaftsminister Rosso n i ist als Gast des Reichsministers für Ernäh- rung und Landwirtschaft, 2) arrd, zu einem mehrtägigen Besuch in München eingetroffen. Neben einer Besichtigung landwirtschaftlicher Einrichtungen und Musterbetriebe gilt die Zusammenkunft dem Erfahrungsaustausch im Sinne einer fruchtbaren Zusammenarbeit der beiden Länder auf landwirtschaftlichem Gebiete. Im Zeremoniensaol der Wiener Hofurg fand ein Empfang der Reichsregierung zu Ehren des italienischen Justizministers Dr. Solmi und der italienischen Gruppe der Arbeitsgemeinschaft für die deutsch-italienischen Rechtsbeziehungen statt, die sich zu einer Arbeitstagung in Wien befinden. Für die Reichsregierung empfing Reichsminifter Dr. Frank die Gäste. Bei den Aemtern und Amtsstellcn der Reichspost sind in den Monaten Januar und Februar insgesamt 298 000 Postsparbücher mit einer Ge- samteinlage von 32,5 Millionen Mark ausgestellt worden. Auf ein Postsparbuch entfallen demnach rund 95 Mark. * PapstPius XII. hat am Sonntag den deutschen Botschafter beim Heiligen Stuhl, von Bergen, zur Entgegennahme der Glückwünsche des Führers sowie der Reichsregierung empfangen. Der japanische Vormarsch Schanghai, 8. März. (Europapreß.) Gleichzeitig mit dem Vormarsch in der Provinz Hupeh melden die Japaner auch große Erfolge ihrer inzwischen in Nord-Kiangsu eingeleiteten Operationen. Dort geht es darum, den letzten oryam- sierten chinesischen Widerstand zu brechen. Am Dienstag wurde die Stadt P a o y i n g am Großen Kanal von den Japanern erobert. Seit Beginn des Vormarsches sollen die Chinesen nach japanischen Darstellungen 6000 Tote verloren haben. — Auf dem H u n g - t s ö , einem großen Tiejlandsee in der Provinz Kiangsu, wurden 2 0 0 D s ch u n k e n mit chinesischen Truppen durch japanische Flugzeuge versenkt. Durch die Erfolge in Hupeh bedrohen die japanischen Streitkräfte die rechte Flanke der chinesischen Derteidigungsstellen am Han-Fluß. Sie hoffen, von dort aus 300 000 Chinesen im Rücken fassen zu können. Aus aller Wett. Zwei Streckenarbeiter vom D>3uq getötet. Lpd. Fulda, 7. März. Auf der Bahnstrecke Fulda—Bronzell ereignete sich ein folgenschwerer Unfall, bei dem zwei Menschen ums Leben kamen. Als das Herannahen eines Güterzuges gemeldet wurde, begaben sich die auf den Gleisen arbeitenden St r e ck e war b e i t e r vorschriftsmäßig in Sicherheit. Zwei von ihnen traten auf das Nebengleis und überhörten bei dem Geräusch des heranbrauscnden Güterzuges das Nahen eines aus Richtung Frankfurt a. M. kommenden Fern-D-Zu- ges. Die beiden Arbeiter wurden von dem D-Zug erfaßt und zur Seite geschleudert: sie waren auf der Stelle t o t. Jüdischer Steuerbetrüger. LPD. Dieburg, 7. März. Durch Strafbescheid ist gegen den Juden Siegfried Israel Goldschmidt in Dieburg wegen fortgesetzter E i n k o m m e n st e u e r h i n t e r z i e h u n g in den Jahren 1936 und 1937 eine G e l d st r a f e von 1 2 5 0 R M. festgesetzt worden. General Gabain f. In Berlin-Lichterfelde st a r b im 79. Lebensjahr General der Infanterie a. D. Arthur von Gabain, Ritter des Ordens Pour le merite mit Eichenlaub und zahlreicher anderer hoher Auszeichnungen. 1914 war v. Gabain als Kommandeur der 12. Jnf.- Brigode in Brandenburg ins Feld gezogen, wo er an allen Kämpfen des III. AK. unter persönlichem Einsatz im Feuer teilnahm. 1919 wurde er Generalinspekteur des Militärerziehuugs- und Bildungs- wesens, später auch Präsident des Reichsmilitärgerichtes. 1920 schied er aus dem aktiven Dienst aus. schwere öchncefchäden im Allgäu. Am Dienstagnachmittag ging über Füssen (Allgäu) und Umgebung cm stundenlanger heftiger Schneefall nieder. Durch den Schnee wurden zahlreiche Licht- und Fernsprechleitungen beschädigt, so daß die Verbindungen nach mehreren Richtungen empfindlich gestört wurden. In der Stadt wurden eine Reihe von Leitungsmasten umgelegt und die Leitungen buchstäblich zerrissen. Auch die Stromzufuhr geriet ins Stocken, so daß die Straßenbeleuchtung an vielen Stellen längere Zeit außer Betrieb gesetzt war. Der Schneefall dauerte bei sinkenden Temperaturen die ganze Nacht über an, so daß im Tal bereits 20 bis 25 Zentimeter Neuschnee liegen. Auch am Mittwochmorgen schneite es bei minus drei Grad weiter. Schwere Gewitter über Schottland. Die Stadt Glasgow und ganz Westschottland wurden von einem Gewitter mit Hagelschlag heimgesucht. Etwa dreißig Gebäude wurden durch Blitzschlag getroffen. In zahlreichen Fällen brachen Brände aus, die jedoch auf ihren Herd beschränkt werden konnten. In Glasgow wurde der Glockenturm einer Schule vom Blitz getroffen und in Brand gesteckt. Ein Privathaus fing gleichfalls Feuer. Am schwersten wurde der kleine Badeort Millport auf der Insel Cumbrae in der Clydemün- dung betroffen. Blitzschläge gefährdeten die Schule, ein Fremdenheim und das Krankenhaus des Ortes. Geheimnisvoller Diebstahl in London. Scotland Yard und das englische Kriegsministerium find zur Zeit mit der Aufdeckung eines geheimnisvollen Diebstahls wichtiger Militärpapiere beschäftigt. Die Papiere wurden aus einem haltenden Kraftwagen im Londoner Weftend gestohlen. Daß es sich um Schriftstücke von größter Bedeutung handelt, geht daraus hervor, daß die Spionage-Abwehr des Kriegsminifte- riums Sonderbeamte mit dem Fall betraut hat. Selbsthilfeaktion flandrischer Bauern. Am Dienstag kam es in dem flandrischen Städtchen Blaringhem zu ernsten Zwischenfällen. Ein Bauer sollte mit seiner sechsköpfigen Familie wegen Nichtzahlung der Pacht von Haus und Hof vertrieben werden. Der Gerichtsvollzieher hatte bereits vergeblich versucht, seines Amtes zu walten, da der Bauer bei der Bevölkerung der ganzen Umgebung Hilfe fand. Als der Beamte erneut erschien, diesmal in Begleitung van sechs Abteilungen Garde mobile und 30 Gendarmen, insgesamt 200 Mann, erklärte der bäuerliche Selbftverteidigungs- ausschuß, daß er sich den Anweisungen des Beamten weiter widersetzen werde, und benachrichtigte die umliegenden Ortschaften von dem Eintreffen des Polizeiaufgebotes. Kurz darauf waren 700 Bauern zur Stelle, die mit feindseligen Rusen das Gehöft umringten. Am Mittag kam es zu ernsteren Reibereien zwischen der Garde mobile und den Bauern, bei deren Verlauf die Polizei einige Verhaftungen vornahm. Als die Bauern dann sahen, daß sie eine Ausquartierung des Bauern nicht verhindern wür. den, zogen sie sich wieder zurück. Frecher jüdischer Gaunerstreich. Einen besonders frechen Gaunerstreich beging der getaufte Jude Rudolf K o l i s ch, der in einer Wiener Pfarrkanzlei nach Bestechung des Mesners eigenhändig Fälschungen im Taufbuch vornahm und so die mosaische Abkunft feiner Eltern verschleierte, die bei ihrer Verehelichung zum katholischen Glauben übergetreten waren. Den Vornamen seines Großvaters, Samuel, fälschte der dreiste Jude in Johann um. Auf Grund dieser gefälschten Eintragungen stellte dann der Mesner die von dem Juden Kolisch gewünschten „arischen" Tauf- und Trauurkunden aus. Während es Kolifch gelang, zu flüchten, wurde der Mesner verhaftet und nunmehr vom Gericht wegen Dokumentenfälschung zu einem Jahr Kerker verurteilt. Wetterbericht Um das nordatlantische Ties und das jetzt über der Biscaya liegende Hochdruckgebiet werden jetzt im Zuge einer lebhaften Nordweftftrömung unein- liche Luftwaffen nach Deutschland verfrachtet. Dies gibt zu verbreiteten Schauern Anlaß, die im höheren Bergland in Form von Schnee niedergehen. Die unbeständige Wetterlage wird auch weiterhin anhalten, da mit dem Eindringen neuer, vom Atlantik ausgehender Störungen zu rechnen ist. Vorhersage für Donnerstag: Wolkig bis bedeckt, noch immer einzelne meist schauerartige Niederschläge, im höheren Bergland Schnee, kühl, lebhafte nordwestliche Winde. Vorhersage für Freitag: Weiterhin unbeständig und kühl. Lufttemperaturen am 7. März: mittags 5,4 Grad Celsius, abends 2,4 Grad; am 8. März: morgens 2,0 Grad. Maximum 7,5 Grad, Minimum heute nacht 0,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. März: abends 5,7 Grad: am 8. März: morgens 4,6 Grad. — Niederschläge 2,1 mm. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. II. 39: 10 631. Druck und Verlag: Brühlsche Universitäts- druckerei R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Ps. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf- aut der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Schreiner gesucht für unser Werk in L1CH im Alter von 77 Jahren. Angersbach, den 6. März 1939. 1658D Danksagung. Herrn Zimmermeister Karl Keller Freienseen, Gonterskirchen, im März 1939. WFDRF DRUCKSACHEN VV C H D C Brühl. GieBen 1663 D niste. 1669Ö 1673' Stadttheater erwiesen wurde, sagen wir herzlichen Dank. Besonders danken wir Herrn Pfarrer Zulauf zu Sellnrod für die trostreichen Worte am Grabe, den Gefolgschaftsmitgliedern sowie dem Tum- und Gesangverein für die Kranzspenden und ehrenden Nachrufe, auch allen Firmen, der Zimmer-Innung für den Kreis Gießen, Berufskollegen, Freunden und Bekannten für die Kranzspenden und zahlreiche Begleitung zur letzten Ruhestätte unseres lieben Vaters danken wir herzlichst, für unsere Abt. Einkauf und allg» Verwaltung in cntwicklungsfäh. Dauerstellung nach Lieh gesucht. Bewerbungen an Gerichtsvollzieher ut Gießen. Ludwigswaße 33 Telefon 3230. Für die überaus große und herzliche Teilnahme, die uns bei unserem schweren Verluste unseres lieben Vaters Aus einem arbeitsreichen Leben, sowie nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden verschied mein innigstgeliebter Mann, Bruder, Schwager und Onkel Dissertationen liefert BrühFsche Druckerei Haltungsgegenstände. Höll 19.30 bis n. 22 22. Mittwoch- Miete I Eretanhflhrung Die andere Seile Drama von R. C. Sherriff. Spielleitung: Hannes Razum Preise: RM. 0.60-3.10. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 9. März, nachmittags um 2 Uhr vom Trauerhause aus statt. [Vermietungen | Z-Zimmer- Wohnungen mit Bad im Ostviertel per 1. 4. bezw. 1.5. ds.J. zu vermieten. Preis RM. 60- bezw. RM. 62.-. Schr. Anfr. unt. 1664Da.d.G.A. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Elisabethe Wahl. Die trauernden Hinterbliebenen : Die Kinder. Lehrling (männlich, oder weiblich.) mit höherer Schulbildung für sofort oder später gesucht Goethe - Buchhandlung Neuen Baue 3. 1659D Büromöbelfabrik Hch. 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Erstmals hat er damit diesen Schritt getan, denn in den vergangenen Jahren sprach er die Jungen und Mädel selbst an und wies ihnen den Weg in die Gemeinschaft. Dieser Aufruf an die Elternschaft ist getragen von dem Vertrauen, welches die Hitler-Jugend von dem Tag an die Eltern setzt, da sie ihr Wertvollstes, ihre Kisider, führen und weitererziehen darf Aus den Worten Baldur von Schirachs klingt das Glück, welches er alljährlich in den Augen des Führers lesen konnte, wenn er am Morgen des 20. April meldete, daß wiederum Hunderttausende den Weg in seine Jugendbewegung gefunden haben. Freiwillig sind die Jungen und Mädel in die Reihen der Jugend getreten, die als höchste Verpflichtung den Namen des Führers trägt. Fast ausnahmslos sind sie Jahr für Jahr in das Jungvolk eingerückt. Ich sage fast ausnahmslos! Wenige nur waren es, die auch in 'Unserem Gau nicht kamen, die ihren eigenen Weg gehen. Ist es aber bei diesen Wenige^, wirklich der eigene Wille gewesen, der sie schon mit zehn Jahren zum Außenseiter, zum Alleingänger werden ließ? Seien wir ehrlich, sagen tpir ruhig: Nein! Nicht die Jungen und Ptädel. sondern ihre Eltern wollten nicht! Wer nur einmal erlebt hat, wie die Jungen und Mädel auf den Tag warten, da auch sie e r st m a l s eine Uniform anziehen. mit ihren Kameraden in einer Gemeinschaft leben, marschieren, spielen und singen dürfen, der weiß, daß in ihnen, wenn auch noch unbewußt, der Ruf des Führers nach der Einigkeit des deutschen Volkes seine Antwort findet. In diesem Jahr ist es erstmals ein Jahrgang Großdeutschlands, der antritt. Freudig haben die Männer und Frauen dieses neuen Deutschlands dem Führer ihr Ja gegeben, wenn er sie nach jedem Kampfabschnitt seines Ringens um bie Befreiung unserer Brüder im Sudetengau und in der Ostmark aufforderte, sich für oder gegen sein Handeln zu bekennen. Die Jugend erlebte so das Werden der Gemeinschaft unseres Volkes. Es ist das Vorrecht der jungen Generation, die heute in der Hitler-Jugend erfaßt ist, ohne die Vorbelastungen einer vergangenen Zeit politischer Gegensätzlichkeiten in revolutionärer Weise an der Vollendung und Festigung unserer Volksgemeinschaft zu arbeiten. Die Voraussetzung einer Vollendung wird aber erst damit geschaffen, daß die jüngsten Glieder des deutschen Volkes in ihrer Gesamtheit 'burd) bie Grundschule der Einheit unseres Reiches, durch die Hitler-Jugend, erfaßt werden. Der Führer hat der HI. die Aufgabe der t o t a - H e n Erziehung der jungen Generation zum mationalsozialistischen und politischen Menschen ge- sstellt. Den entscheidendsten Anteil an dieser gewaltigen Erziehungsarbeit hat darum die HI. schon Dadurch zu leisten, daß sie die unerbittliche Forderung aufstellt, die Jugend bis zum letzten ;3 ungen und Mädel in ihren Reihen zu erfassen, denn unser deutsches Volk kann die vom Führer uns gegebene Einigkeit nur dann für alle .Zukunft bewahren, wenn seine Jugend in einer Gemeinschaft und nach einem Willen aufwächst. Die freiwillige Meldung der Zehnjährigen des ersten Jahrganges unseres Großdeutschen Reiches muß in diesem Jahr zu einer besonderen Vertrauenskundgebung des deutschen Volkes zum Führer und der von ihm aufgestellten erzieherischen Ideen werden. Die Hitler-Jugend weiß, daß die dem Führer vertrauende deutsche Elternschaft auch in diesem Jahre ihre Kinder ihr und damit Adolf Hitler zuführen wird. Will jedoch die junge Generation ihre Sendung als Träger des Werkes unseres Führers wirklich erfüllen, so muß es das Ziöl ihres diesjährigen Werbeeinsatzes sein, den Jahrgang 28/29 bis zum letzten Jungen und Mädel zu erfassen. Es wäre doch ein leichtes, so denkt hier sicher mancher Volksgenosse, auf Grund des Gesetzes, das der Führer über die Hitler-Jugend am 1. Dezember 1936 erlassen hat, einfach mit den Mitteln einer staatlichen „Pimpfenmusterung" den Jahrgang der Zehnjährigen und damit auch die Kinder der wenigen Zehntausend „Neinsager" zu erfassen. Diesen Vorschlag auszufül)ren, wäre nicht schwer, doch wer so denkt vergißt eines: die Jungen und Mädel, die heute in den Reihen der HI. marschieren, werden einmal Träger einer Bewegung sein, die aus dem Gesetz der freiwilligen Gefolgschaft und des unerschütterlichen Glaubens die Kraft erhielt, nicht nur sich zu behaupten, sondern durch den beispiellosen Einsatz ihrer Gefolgschaft ihre politische Gegnerschaft überzeugte. Soll darum die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei für alle Zukunft Kraftquell der Einheit unseres Volkes bleiben, so muß schon die Hitler-Jugend als die Nachwuchs-Organisation der Bewegung sich auf der Grundlage der Freiwilligkeit alljährlich ergänzen. t Die Elternschaft hat für die Arbeit der Hitler- Jugend Vertrauen gewonnen, denn sonst hätten die vergangenen Jahrgänge der Zehnjährigen nicht mit 95 v. H. und mehr erfaßt werden können. Was wäre die Arbeit der HI. ohne das Vertrauen der Elern schäft, was hätten wir erreichen können, wenn nicht hinter jedem Jungen und Mädel in unseren Reihen sein Vater, seine Mutter stehen würden im Glauben an die Richtigkeit unserer Sache? Können wir uns aber in diesem Jahr damit begnügen, nur 96 oder 97 v. H. des Jahrganges 28/29 zu erfassen? Ich sage nein, unser Ziel ist hoher gestellt! Daß als traurige Reste einer vergangenen Zeit der Zerrissenheit unseres Volkes noch wenige Tausende sich abseits der großen Gemeinschaft Deutschland stellen, werten wir gleich den Schlacken, die vom großen Reinigungsprozeß übrigblieben und durch die Gesetze der Natur bald beseitigt sein werden. Die Herzen der Jugend aber sind erfüllt von heißem Glauben an den Führer. Sie kann und wird es nicht dulden, daß in diesem Jahr irgendeiner der abseits stehenden „Zeitgenossen" versucht, auch nur einen Jungen, nur ein Mädel dem Führer vorzuenthalten. Alle müssen es sein, die der Fahne der Jugend folgen und eintreten in den Dienst am Werk Adolf Hitlers. Am 20. April muß der Reichsjugendführer melden können: Führer! Großdeutschlands Jugend ist angetreten! Komm auch zu uns ins Jungvolk! G * * (Aufnahme: Herbert Philipps.) pimpfen-probe! Das Fähnlein hat zwanzig neue Jungen auf- genommen. Heute war Pimpfenprobe für die Neuen. Wir schauten zu! — Draußen am Exerzierplatz hatten wir gestern eine 60-Meter-Laufbahn abgesteckt und ein Sprungfeld gegraben. Mit Winkerflaggen hatten wir Start und Ziel und die verschiedenen Weiten beim Weitsprung genau gekenn- zeichnet. . Und nun standen diese zwanzig Jungen da und sollten laufen, springen und ballweitwerfen. Die meisten waren noch in Zivilkleidung, hatten noch keine Uniform, aber das war ja auch jetzt noch nicht notwendig. Erst sollten die Kerle zeigen, daß sic tatsächlich zu uns gehören! — Von meiner Klasse waren Werner, Fritz und Frank darunter. Manchmal schauten sie zu mir her und zwinkerten mit den Augen. — Was das bedeuten sollte, wußte ich nicht. Ich war jedenfalls sehr gespannt auf den 60-Mc- ter-Lauf, den Fritz machen sollte. In der Schule war er doch immer weggeblieben, von wegen dem „verknaxten" Fuß! — Und Werner! Der hatte immer, wenn er schleckt gelaufen war, gesagt, daß es ein „schwarzer Tag für ihn sei. — Ich glaube, der hatte nur „schwarze Tage"! Frank ist sehr gut im Laufen. Schon immer! Deshalb guckte er auch wahrscheinlich so siegesbewußt drein. — Also, ich war gespannt. In drei Gruppen waren sie geteilt. Die einen werfen mit dem Schlagball, die anderen machten das Weitspringen und die dritte Gruppe lief die 60 Meter. Bei jeder Gruppe stand ein Jungzugführer mit einer Mordsliste in der Hand. Darauf schrieb er bann immer die einzelnen Leistungen. — Genau wie bei einer Sportveranstaltung! — Als erster kam Frank zum Laufen bran. Natürlich schaffte er's in 11 Sekunden. Er brauchte sogar nur 10 Sekunden dazu. — Und bann lächelte er, sehr überlegen, wie ein Olympiasieger! — Aber keiner von uns achtete darauf. Das galt bei uns schon lange als Selbstverständlichkeit! — Nach Frank lief Fritz. — Ich habe genau achtgegeben. — Er hat sich furchtbar angestrengt. Sein Gesicht war rosarot angelaufen, aber er hat es wenigstens in 11 Sekunden gemacht. Auch Werner brauchte zu den lumpigen 60 Meter so lange! — Trotzdem hatte er, wie ich glaube, diesmal keinen „schwarzen Tag" und Fritz keinen „verknaxten" Fuß. — Die andern hatten aber doch alle geringschätzig mit den Schultern gezuckt. — Da hab ich mir vorgenommen, mit Fritz und Werner einmal Über das zu sprechen! Im Weitsprung konnten sie auch gerade noch drei Meter schaffen. Fritz sprang 3,10 Meter und Werner 3,15 Meter. Frank war wieder besser. Er sprang 3,80 Meter. Das Ballweitwerfen hat bei allen sehr ordentlich geklappt. Alle warfen über 30 Meter. Diese drei Hebungen der Pimpfenprobe konnten alle fertigbringen. Bis auf zwei! — Ein ganz Kleiner, mit einem Milchgesicht. Und einer, der uns schon vorher durch fein albernes Gesicht und Benehmen aufgefallen war. Ich mußte unbändig lachen. Hernach habe ich mich mit Fritz und Werner unterhalten. Ich habe ihnen gesagt, daß sie öfter mit mir zum Exerzierplatz kommen sollen, daß mir bann zusammen laufen unb weitspringen könnten. — Da waren sie gleich einverstanden? — Karlmanns erster Austritt. Nun hatte Karlemann seine Sachen um und um .-gekrempelt. Ratlos stand er vor dem Durcheinander. ^Nirgends war der Gesundheitspaß zu entdecken. Da- Irbei hatte er ihn extra sorgfältig verpackt. Da war .guter Rat teuer. Sollte er hingehen unb sagen, daß i^r seinen Paß verbummelt habe? Sie würden beim :Jungvolk gleich eine schöne Meinung von ihm bekommen. Oder ob er heimlich zu dem HJ.-Arzt ziehen und sich einen neuen Ausweis ausstellen lassen -sollte? Dann würde der ihm ja noch einmal mit dem jscheuhlichen Pinsel in den Hals fahren und ihn von , allen Seiten behorchen und beklopfen, als wäre iirgend etwas nicht in Ordnung! Karlemann wartete noch einen Taa und grübelte, rwo er den Gesundheitspaß hinaelegt habe. Er konnte jsich noch ganz genau an den Tag der Untersuchung ifür das Jungvolk erinnern. Alle in der Klasse hatten jsich so sauber gewaschen, als gäbe es ein großes -Fest. Natürlich hatten sie ihn, Karlemann, wieder einmal wegen seiner dunklen Hautfarbe verdächtigt rund mit angefeuchtetem Finger davon überzeugt, ldaß die braunen Stetten auch wirklich echt waren. Was konnte er dafür, wenn er im Sommer gleich Lbei der ersten Sonne bräunte?! Auch dem HJ.-Arzt troar das ausgefallen. Er hatte die Sache mit einigen ^Fremdwörtern abgetan und dann feftgeftellt, daß Karlemann für feine zehn Jahre gut geraten sei. Leider gab es dafür kein Ausrufungszeichen bei dem „stauglich" im Gesundheitspaß. Alle Zehnjährigen in Der Klasse hatten diesen Ausweis erhalten unb wehe, iwenn sie ihn irgendwie verlieren würden! Dann Itonnten sie nicht ausgenommen werden, hatte der "Jungvolkführer gesagt. Selbstverständlich hatte Karlemann fein „tauglich iallen Leuten gezeigt, die er kannte. Der Kaufmann Ihatte ihm darauf vier Sahnbonbons geschenkt, und ldie Mutter von Karlemann hatte sich den Gesund- lheitspaß auch immer wieder besehen. Warum sie ibann jedesmal ein wenig stolz vor sich hingelächclt lhatte, war dem Zehnjährigen nicht ganz aufgegan- igen. Auch der Vater hatte ein freundliches Wort ge- j i brummt und sich von der Untersuchung erzählen ' llassen. Das war schon einer der erlebnisreichsten -Tage im Leben Karlemanns gewesen. In der allge- imeinen Aufregung hatte er dann den wichtigen Ge- !sundheitspaß vielleicht zu sicher versteckt — halt mal, ' .das stimmte ja auch nicht. Am andern Tage hatte er [ iihn ja noch in der Schule herumgereicht. • Ganz plötzlich wußte Karlemann, wo der Paß iwar Das hätte ihm auch früher einfallen können. ' 'Er packte das Lesebuch aus dem Schulranzen, faltete iben Umschlag auseinander und da lag der Gesund- Iheitspaß, wohlverwahrt und ohne den geringsten ^Fleck'. Karlemann fragte die Mutter, wann sie denn .zur Meldestelle für das Jungvolk gehen wollten. Es iwäre überhaupt höchste Zeit! Der Junge hatte es inun sehr eilig. „Wir müssen gleich jetzt hingehen, sonst machen sie am Ende noch zu und ich komme nicht ins Jungvolk!", meinte Karlemann. Das wäre ja nicht auszudenken! Vorsichtshalber ging er einmal an dem Hause vorüber, wo über der Tür auf einem weißen Transparent zu lesen war „Jungvolk-Meldestelle". Eben kam ein Junge heraus, den Karlemann kannte. Er rempelte ihn an und fragte: „Warst du zum Anmelden?" Der andere bejahte. „Mensch — so ganz ohne deine Mutter?" wunderte sich Karlemann. „Ist doch gar nicht nötig. Bloß der Aufnahmeschein muß unterschrieben sein und dann ist alles in Butter!" erklärte der andere. Er faßte sich ein Herz und ging in die Meldestelle. Kein Mensch beachtete ihn, als er vorschriftsmäßig grüßte. Sie hatten anscheinend oies zu tun. Karlemann zeigte seinen Gesundheitspaß vor und tat so, als ginge daraus alles weitere hervor. Er machte ein trotziges Gesicht, obwohl ihm vor Aufregung die Stirn ganz schweißig war. Sie fanden nämlich seinen Namen in ihren Listen nicht. Am liebsten hätte Karlemann mitgesucht. Es ging aber auch ohne ihn. Endlich hatte er seinen Aufnahmeschein in der Hand und sollte ihn von seinen Eltern unterschreiben lassen. Karlemann lief schnell nach Hause, und da die Mutter gerade eintaufen war, nahm er gleich einen Federhalter und die Tinte mit. Er konnte es nun einfach nicht mehr abwarten! Auf dem Deckel einer Keksbose unterschrieb seine Mutter den Schein und sagte zu den Leuten, bie noch im Laden standen, daß Karlemann in den letzten Wochen nur noch vom Jungvolk spreche und sicher nachts davon träume. Der Junge aber stürmte mit seinem Schein zur Meldestelle und gab ihn ab. Er kam nicht gleich dran. Dor ihm wartete noch ein anderer, und der wischte sich ganz verstohlen an den Augen herum, die ganz rote Ränder hatten. Karlemann beugte sich vor. Er wollte sehen, ob der andere wirklich nicht heulte. Der hatte wohl Angst? Gerade wollte ihn Karlemann mit einigen ermunbernben Worten in die Seite stoßen, als der Fähnleinführer sagte: „Peters — du mußt noch einmal nachuntersucht werden, wenn deine Eltern dich schon in diesem Jahr ins Jungvolk haben möchten. Auf deinem Paß steht nur .bedingt tauglich'!" Darauf nickte Peters unter Tränen und ging weg. Karlemann hatte Mitleid unb sah ihm nach. Der hatte Angst, baß er nicht ins DJ. kommen könnte! Eine Eintrittsbestättgung schrieben sie ihm aus — wahrhaftig — eine richtige Eintrittsbestätigung! Damit könnte er hingehen unb sich eine Uniform kaufen. Tragen bürfe er sie zum erstenmal bei ber Aufnahmefeier am Vorabend des Führergeburts- tages. Nur das Fahrtenmeffer mußte er sich noch mit der Pimpfenprobe verdienen! Karlemann bekam mit der Eintrittsbestätigung zusammen noch einen Zuweisungsschein. Darauf stand, wann und wo er zu seinem ersten Dienst anzutreten hatte. Für seine Eltern gaben sie ihm noch eine Broschüre mit vielen Bildern mit, die Karlemann gleich vor der Tür ansehen mußte. „Jetzt bin ich Pimpf!" sagte er zu Hause, dabei hatte er noch keinen Dienst mitgemacht. Noch standen die vier Wochen der Probedienstzeit vor ihm. Aber Karlemann hatte den festen Willen, sich zu bewähren und ein ordentlicher Pimpf zu werden. Und bas macht viel aus! Kho. Einer von uns. Im Grunbe ist er ein unbeschriebenes Blatt unb wirb allgemein Tübcl genannt, was unbestreitbar bas Beste von ihm ist. Seine Beharrlichkeit, fein Gesicht, auf bcm Pfiffigkeit unb Sommersproffen durcheinandergemischt sind, seine bröge Art, jemanden auf die Schippe zu nehmen, bringen ihm den Ruf eines Kerls ein, mit dem man Pferde stehlen gehen könnte. Wenn er lacht ober einen guten Witz gemacht hat, verzieht sich sein Gesicht vor Seligkeit und sieht aus wie eine frischgebackene Semmel, bie der Bäcker gerade aus dem Ofen gezogen hat. Dann sieht man zwei Striche, und seine Aeuglein sind futsch. Vorn auf seinem rotborftigcn Kugelkopf hat er sich soviel Haare stehen lassen, um sich einen strammen, exakten Scheitel ziehen zu können. Meistens, und oft bann, wenn es nicht fein soll, haben sie aber den unwiberstehlichen Trieb, sich wiberspenstig hochzustellen, weshalb er sie bes öfteren — natürlich unter uns gesagt — mit Fett ober — wenn fein großer Bruber auf Montage ist — mit wohl- riechenber Pomabe einbalsamiert. Um auch von feinen Ohren zu sprechen, so starren sie ihm vom Kopfe ab wie Suppenteller, unb bei einem Witz versteht er es, bamit auf eine freunbliche Art zu wedeln. Wenn Tüdel im Grase liegt, muß man wirklich annehmen, er könne damit das Gras wachsen hören. Aber am schönsten sieht Tüdel aus, wenn er in Wut gerät. Seine strammen Haare sträuben sich in Büscheln, bie Sommersprossen treten wie kleine Teerspritzer aus seinem weißen Gesicht hervor, bie Nasenflügel seiner hoffnungsfteubigen Himmelfahrtsnase blähen sich, und aus seinem Mund ertönt ein geradezu unheimliches Fauchen. Und obgleich er auf den ersten Blick nur aus einer speckigen Fahrtenbuxe, ein paar Bottichen, worin Füße stecken, und einer windschiefen Physiognomie besteht, ist Tüdel keiner von denen, deren zwanzig ein Dutzend ausmachen. Ganz abgesehen von der Tatsache, daß er zäh wie sieben Pfund Karrengaulfleisch ist, kann ihm auch sonst keiner. Und Tüdel kann alles und macht auch alles am besten: den Gepäckmarsch, die 300 Meter Fahrten- schwimmen, Kugelstoßen, Diskus, Speer, Hochsprung, Segeln, Boxen, alles kann er. Telemark, Christiania und Temposchwung — wir haben vielleicht bie Augen aufgerissen, als uns Tübel auf der letzten Schifahrt in diese tiefsten Geheimnisse des Schilaufens einweihte. Ueberflüssig zu erwähnen, daß er auch als erster im Jungzug das DJ.-Lei- stungsab^eichen erworben hatte. Sogar zweistimmig pfeifen, mit der Gurgel knarren, mit den Ohren wedeln, echt seemännisch spucken, wenn es sein muß, die Haare sträuben und noch eine ganze Menge Eigenschaften mehr zeichnen unfern Tüdel aus. Bloß fingen kann er nicht, dafür kann er aber auf Fahrt schnarchen, daß sich mit jedem Atemzug bie Zeltbahnen heben und senken. Und ganz so schlimm mit dem Singen ist es nun auch nicht, gewiß, wenn er singt: „Die Trommeln dröhnen durch das Land", bann bröhnen bie Trommeln auch, unb es hört sich nicht etwa so winbelweich und zuckersüß ait — es gibt ja bekanntlich zwischen Singen und Singen Unterschiede. Na also. Und wenn Singen kommandiert wirb, bann singt er halt, schön ist es ja gerade nicht, aber er singt. Alles in allem ist Tüdel eine Haut, die zu uns paßt wie der Deckel zum Kochpott. Frajof. Kurz vorm Antreten. „Hört mal, ich weiß 'ne nette Sache!" erzählt Rolf, unb schon stecken die Pimpfe neugierig die Kopfe zusammen. „In einer Kleinstadt hat 'mal ein Wanderzirkus gehalten. Da war auch ein Löwe bei — mit ’ner mächtigen Mähne. Gebrüllt hat er nicht viel, dafür um so mehr gegähnt. Aber traurige Augen hat er immer gemacht — ganz traurig. Sicher sehnte er sich nach der Freiheit zurück. Da hat sich heimlich ein Junge aufgemacht und ist spät abends auf den Platz geschlichen, wo der Zirkus stand. Ganz still und vorsichtig hat der Junge bei dem Wagen mit dem Löwenkäsig die Tür aufgemacht und sich dahinter versteckt. Er dachte, daß der Wüstenkönig mit einem gewaltigen Satz ins freie Feld springen würde. Es blieb jedoch alles ruhig und der Junge hat seinen Kopf langsam hinter der Tür hervorgeschoben. Was meint ihr wohl, was er da gesehen hat?" spannt Rolf die Kameraden auf die Folter. „Los — weiter — erzähl doch!" „Der Löwe hat feinen Kopf gehoben, den Jungen aus müden Augen angeguckt, hat fein riesiges Maul aufgesperrt und — herzhaft gegähnt! Dann hat er sich auf die andere Seite gedreht und ist wieder eingepennt!" Die Pimpfe staunen mit kugelrunden Augen und wissen nicht recht, ob sie nun über so eine faule Sache überhaupt lachen sollen. Dann grinsen sie. Nur Heiner bleibt ernst. „Du hast es wohl noch nicht verstanden, was?" fragt ihn Rolf mitleidig. „Doch — schon — verstanden ja. Aber sag mal, was hat eigentlich der Löwe mit der ganzen Sache zu tun?" sagt Heiner trocken. Nun wissen die Pimpfe endlich, worüber sie lachen können. Ho. sich meist schon können, noch einmal das Melken und erkennen dabei, daß sie auch in dieser Fertigkeit noch profitieren können. Sie erfahren aber auch alles Nötige über Gesundheits-, Kranken- und Säuglingspflege. Sie beschäftigen sich mit Ernährungslehre. Sehr eifrig betreiben sie das Fach „Deutsches Bauerntum", und schließlich singen und turnen sie und tanzen Volkstänze. Jede macht jedes, abwechselnd in Gruppen in der Küche oder in der Nähstube. Sie lernen aber auch nicht etwa nur an einem bestimmten Gerät zu arbeiten, etwa nur am Kohlenherd zu kochen, sondern auch an einem Gasoder elektrischen Herd. Sie erproben praktisch, wie wichtig Sitzgelegenheiten für die Arbeit sind und bringen den Satz mit nach Hause, daß die moderne Hausfrau bei der Arbeit mehr sitzt, als es bisher üblich war. An jedem Handgriff wird ihnen gezeigt, rofe er einfache?, praktischer un5 kräftesparender geübt werden kann. Nichts in der Schule ist dabei irgendwie luxuriös eingerichtet. Nur praktisch und zweckmäßig und stets so, wie es auch auf dem elterlichen Hof möglich und durchführbar ist. Denn es hat ja keinen Zweck, die Mädchen an Arbeitsverrichtungen zu gewöhnen, die sie später nur schmerzlich vermissen würden. Äersammlung aus dem Stegreif. Wenn die Mädchen nach den fünf Monaten die Schule verlassen, kehren sie mit viel neuem Wissen und viel neuen Fertigkeiten auf die elterlichen Höfe zurück. Daß sie die gelernten Kenntnisse aber auch in der Praxis anwenden werden, davon zeugt eine improvisierte Nährstandsversammlung; da werden die einzelnen Referate über Berbrauchslenkung bei der Kartoffel, über Ernährung durch Fisch, über Arbeitserleichterung im ländlichen Haushalt und über den bäuerlichen Gemüsegarten gehalten. Dann schließt sich eine Aussprache an. Klar und ausführlich sind die Antworten auf die gestellten Fragen. So wird hier eine Jugend erzogen, die ihren Pflichtenkreis einst voll und gut erfüllen wird. H. El. Künftige Landfrauen lernen. Besuch in einer Landwirtschastsschule. — Theorie und Praxis der bäuerlichen Haushaltsführung. Merkur und Saturn am Westhimmel Oer gestirnte Himmel im März. Bon Or. Erwin Koffinna. Seit dem Spätsommer 1938 konnten wir Saturn als Stern 1. Größe am Abendhimmel beobachten. Er bewegte sich zunächst sehr langsam rückläufig in den Fischen, seit 15. Dezember aber wieder rechtläufig. Im Laufe des Winters ist der Planet mit dem Sternbild der Fische allmählich immer weiter nach Westen gerückt; sein Untergang verfrühte sich dabei mehr und mehr, so daß wir jetzt Saturn nur noch bis zwei Stunden nach Sonnenuntergang tief am Westhimmel sehen können. Ende des Monats verschwindet er bereits in der Dämmerung. Etwa vom 10. März an erscheint auch Merkur über dem Westhorizont und nähert sich dem Saturn bis zum 22. März immer mehr, an welchem Abend auch die schmale Sichel des zunehmenden Mondes über den beiden Planeten sichtbar wird. Die Helligkeit Merkurs ist zu Beginn seiner Sichtbarkeit um den 10. März erheblich größer als die des Saturn, übertrifft auch noch die Kapella im Fuhrmann merklich, nimmt aber rasch ab, so daß am 22. März beide Planeten ungefähr gleich hell sind. Man wird daher mit Vorteil schon vor dem 15. März nach Merkur slrchen und mit einem lichtstarken Fernglas den westlichen Horizont eine Strecke nach Sonnenuntergang mustern. Denn trotz seiner bedeutenden Helligkeit hebt sich der Planet nur wenig von dem Dämmerungsbogen ab, und in unseren Gegenden gibt es nur wenige ganz klare Abende, an denen der Horizont nicht durch Dunstschleier getrübt ist. So nahe scheinbar Merkur und Saturn einander kommen, so ist ihre gegenseitige Entfernung doch sehr groß. Vom Merkur trennen uns 150 Millionen, vom Saturn jedoch 1530 Millionen Kilometer. Außer diesen beiden Planeten steht im Westen ferner der allerdings nur mit dem Fernrohr auffindbare Uranus im Widder, der um die Mitte des Monats gegen 23 Uhr untergeht. Wer über ein Fernrohr verfügt, findet den Neptun am Ostrand des Sternbildes Gr. Löwe; der Planet gelangt am 13. März in den Gegenschein zur Sonne. Die hellstrahlende Venus ist nach wie vor Morgenstern; ihre Sichtbarkeitsdauer währt jedoch nur noch eine Stunde und wird immer kürzer, je früher die Sonne aufgeht. Mars bewegt sich östlich von dem ihm in der Farbe ähnlichen Antares und erscheint 3 Stunden vor Sonnenaufgang am Südosthimmel. Im März können wir uns während der frühen Abendstunden noch an dem wunderbaren Glanz der Wintersternbilder erfreuen. Orion mit den hellen Sternen Nigel, Bellatrix und Beteigeuze, dazu Sirius, Prokyön und Aldebaran, stehen zu Beginn der Dunkelheit hoch im Süden und strahlen um die Wette. Betrachten wir aber das Firmament gegen 22 Uhr, so sind die Wintersternbilder schon stark nach Westen gerückt, während im Osten neue Stern- gruppen heraufgekommen sind. Den Südhimmel beherrscht jetzt das schöne Sternbild des Großen Löwen, in dem der Königsstern Regulus als hellster Lichtpunkt strahlt. Zwischen Regulus und den Zwillingen K a st o r und Pollux finden wir den Krebs, ein ziemlich unscheinbares Sternbild, in welchem aber der schon mit freiem Auge erkennbare Im Kampf gegen die Landflucht hat die Berufsertüchtigung und Berufsausbildung der ländlichen Jugend heute eine ganz besondere Bedeutung. Der Reichsnährstand veranstaltete aus diesem Anlaß eine Pressefahrt, auf der unter anderem Gelegenheit geboten wurde, die Mädchenabteilung der Landwirtschaftsschule Oranienburg-Luisenhof in der Mark zu besichtigen. Es sind gesunde und kräftige Mädel, die — m gleichmäßigen blauen Kleidern und weißen Schürzen — in der Küche der Mädchenabteilung der Landwirtschaftsschule Oranienburg- Luisenhof hantieren. Töchter von Bauern, Landwirten und Siedlern aus der Kurmark, die hier in einem fünfmonatigen Lehrgang sich vorbereiten auf ihre künftige Aufgabe als Hausfrau eines Betriebes, in dem etwas geleistet werden fall. Die Frau ist stets die Seele einer wahren Fa- miliengemeinfchaft. Besonders aber ist sie der Mittelpunkt dort, wo, wie in der Landwirtschaft, die Familie auch eine Arbeitsgemeinschaft ist. Denn hier ist die Frau nicht nur Hausfrau und Mutter, sondern auch treue Mitarbeiterin des Mannes in Haus, Hof und Garten. Gerade heute aber, und besonders im Zeichen des außerordentlich starken Arbeitermangels auf dem Dorfe, ist der Landfrau eine besonders große und verantwortungsvolle Aufgabe gegeben. Ihr täglicher Einsatz in der Landwirtschaft ist für die Nahrungsfreiheit des deutschen Volkes genau so wichtig wie der des Mannes. Sie hat dabei heute aber auch eine Arbeitslast zu tragen, die sie auf die Dauer nur bewältigen kann, wenn sie die Arbeit so zweckmäßig, so sinnvoll und zeit- und kräftesparend einteilt und einrichtet, wie es den Umständen und Möglichkeiten des Betriebes nur irgend entspricht. Das Maß ihrer Erkenntnis von der Notwendigkeit einer richtigen Ernährung, nicht nur ihrer kleinen Hofgemeinschaft, sondern des ganzen Volkes, von einer zweckmäßigen Vorratswirtschaft, von einem Haushalten auf lange Sicht und von einer weiteren Leistungssteigerung ist wesentlich für das Gelingen der großen Aufgaben, die dem deutschen Landvolk heute gestellt sind. Wer nimmt an den Kursen teil? Die Töchter der Bauern und Landwirte auf diese ihre kommenden Pflichten vorzubereiten, dienen die Mädchenabteilungen der Landwirt- schaftsfchule, die überall — neben den Land- frauenschulen — in Deutschland bestehen. Sie sollen die weibliche Landjugend in die Aufgaben der Bäuerin im nationalsozialistischen Staat einführen, ihr allgemeine Anregungen und Weiterbildung vermitteln und auch starke Förderer fein der bäuerlichen Kultur. Da die bäuerliche Familie während der Haupt- arbeitszeifdes Sommers und Herbstes keine einzige Kraft entbehren kann, sind die Kurse grundsätzlich in die Wintermonate gelegt. Sie laufen von November bis März. Das Mindestalter der Kursusteilnehme- rinnen ist auf 16 Jahre festgesetzt. Die meisten der Mädchen sind etwa 18 und 19 Jahre alt. Natürlich kommen auch bin und wieder ältere in die Lehrgänge. Zum größten Teil leben die Mädchen während der fünf Monate in Heimen, die den Schulen angefchlofsen sind. Nur einige, deren elterlicher Hof nicht weit entfernt von der Schule liegt, fahren am Abend nach Hause. Das Schulgeld beträgt monatlich 10 RM. Für Verpflegung und llnterbringmia kommen jeden Monat etwa 50 RM. hinzu. Allerdings ist dieser Satz in manchen Schulen auch niedriger, je nach der Gegend und ihren Ernährungsgewohnheiten. Alles, was die Landfrau können muß. Was aber lernen nun die Mädchen in einem solchen Lehrgang? Nun, alles, was irgendwie mit der bäuerlichen Haushaltsführung zufammenhängt. Sie verrichten praktisch alle Arbeiten, die auf dem Bauernhof von der Frau verrichtet werden müssen. Sie kochen, sie backen, sie waschen, plätten, bessern aus und schneidern. In der Freizeit weben sie. Dazu kommt die Arbeit im Garten und im Viehstall. Die Mädchen lernen den Gartenbau, sie kümmern sich um die Geflügelhaltung und um die Milchwirtschaft. Sie lernen z. B., obwohl sie es an Sternhaufen der Krippe für die Beobachtung mit dem Fernglas ein sehr dankbares Objekt bietet. Der Krebs spielte in der Astronomie und Astrologie des Altertums eine wichtige Rolle. Wenn die Sonne in dieses Sternbild gelangte, erreichte sie zugleich den nördlichsten Punkt ihrer Jahresbahn und wandte sich wieder nach Süden. Nach der Sommersonnwende im Sternbild des Krebses nennen wir noch heute den betreffenden Parallelkreis am Himmel, wie auch auf der Erdoberfläche den Wendekreis des Krebses. Seit dem Altertum sind aber 2500 Jahre vergangen. Inzwischen sind der Frühlingspunkt und die Tierkreiszeichen um ein Sternbild fortgeschritten, so daß gegenwärtig die Sommersonnwende im Sternbild der Zwillinge liegt. Im März steigt die Ekliptik ober scheinbare Sonnenbahn steil an. Ihre hohe Lage wird durch die hellen Sterne Aldebaran, Pollux, Regulus und Spika angedeutet, die den Tierkreisbildern Stier, Zwillinge, Löwe und Jungfrau abgehören. Die Spika erscheint gegen 22 Uhr über dem südöstlichen Horizont, und rechts von ihr bemerken wir das Sternoiereck des Raben. Nahe dem Südhorizont können wir die lange Sternlinie der Wasferschlange oder Hydra verfolgen, deren hochaufgerichteter Kopf durch fünf eng zusammenstehende Sterne unter dem Krebs bezeichnet wird. Im Osten sind die Sternbilder Bootes, Nördliche Krone und Herkules heraufgekommen. Arkturus im Bootes, einer der hellsten Sterne des Himmels, den unsere germanischen Vorfahren den Tagstern nannten, kündet das Nahen der wärmeren Jahreszeit an. Im Gegensatz zu Reaulus und Spika, die in bläulich weißem Licht strahlen, ist Arkturus tiefgelb gefärbt. Wenden wir unseren Blick nach Westen und Nordwesten, so sehen wir dort Perseus und Kassiopeia bereits in ziemlich tiefer Lage, und auch die sehr helle Kapella im Fuhrmann, welche wir während des Winters nahe dem Zenit erblickten, ist merklich nach Westen gewandert. Mit diesen Sternbildern hat sich auch die Milchstraße dem westlichen Himrntts- rand genährt; ihr zarter Glanz kommt in dieser tiefen Lage nicht mehr recht zur Geltung. Einen prächtigen Anblick gewährt der Himmelswagen im Großen Bären, der rückwärts rollend immer höher steigt. Von feinen sieben hellen Sternen sind fünf durch eine gemeinsame parallele Bewegung im Raum gekennzeichnet und von uns 70 bis 90 Lichtjahre entfernt. Sie bilden einen Sternstrom, dem auch Sirius und Gemma in der Nördlichen Krone angehören. Dagegen wandern Dubhe und Benetnasch in ganz anderer Richtung durch den Raum. Um den Himmelspol gruppieren sich der Kleine Bär mit dem Polarstern, die gewundene Sternreihe des Drachen und der Kepheus. Tief am nördlichen Horizont funkelt die blauweiße Wega. Die Sonne überschreitet am 21. März, 13.29 Uhr, den Himmelsäquator. Mit dem Uebertritt unseres Tagesgestirns auf die Nordhalbkugel beginnt astronomisch der Frühling. Alle Orte Der Erdoberfläche haben am 21. März Tag- und Nachtgleiche. Kehlschlag in der Morgenstunde Bon Peter Mattheus Es war fast zwei Uhr moraens. Die Ulmenallee. eine friedliche Villenstraße, lag in tiefer Stille und Dunkelheit Nur alle hundert Schritt brannte eine Gaslaterne Ein Mann mit einer glimmenden Zigarette im Mundwinkel schlenderte gemächlich den Fußsteig entlang. Er trug eine speckige Schirmmütze, die verwegen nach hinten gerückt war, und hielt die Hände tief in die Hosentaschen versenkt. Plötzlich blieb er stehen und lauschte. Aus dem Haus, vor dem er sich befand, drang verworrenes Geräusch. Dann klappte eine Tür, und gleich darauf näherten sich eilige Schritte auf dem Gartenkies. Blitzschnell nahm der Mann die Zigarette aus dem Mund und drückte sich in den Schatten der Mauer. Die Gitterpforte neben ihm wurde hastig auf- gerissen und ebenso hasttg wieder zugeschlagen. Ein Herr in Hut und Mantel stand auf der Straße und blickte über die Schulter zurück in das Dunkel des Parks. Sein Atem ging kurz und ftockweife. In der Hand trug er eine Aktenmappe, die sonderbar geschwollen ausfah. „Hallo!" sagte der Mann mit der Mütze und kam jäh aus dem Mauerschatten hervor. Der Herr im Mantel fuhr zusammen, als habe er einen Schlag bekommen. Er öffnete den Mund und bewegte krampfhaft die Lippen, aber er brachte keinen Laut heraus. „Na? Erschrocken?" fragte der Mann mit der Mütze fröhlich. „Schonen guten Morgen! Sie scheinens ja mächtig eilig zu haben." „Ich... ich bin Arzt", stotterte der andere. „Ein Patientenanruf. Sie verstehen, nicht wahr? Ich muß schleunigst .." Er drehte sich schnell um und wollte fort. Doch der Mann mit der Mütze faßte ihn am Arm und hielt ihn fest: „Hö, hö... sachte", faßte er gemütlich. „Nur nicht so hitzig! Einen feinen Beruf haben Sie, scheint mir. Tag und Nacht kleckert Ihnen das Geld in die Tasche, was? Ich meine, Sie könnten mir eigentlich was abgeben." „Wie —?" fragte der andere schrill. „Na, ja, was Sie gerade so bei sich haben", sagte der Mann mit der Mütze und grinste breit „Bargeld wird bevorzugt. Aber schlimmstenfalls nehme ich auch 'ne goldene Uhr oder 'ne Krawattennadel. Ich bin nicht kleinlich in solchen Dingen." Der Herr im Mantel starrte ihn fassungslos an und schnappte nach Lust. „Machen Sie keine Geschichten, mein Lieber", fuhr der Mann mit der Mütze bedächtig fort. „Wir sind hier aanz allein, nicht? Weit und breit ist keine Menschenseele. Ich könnte Ihnen glatt eine versetzen und mir einfach nehmen, was ich will. Aber ich will's in Ruhe und Freundschaft mit Ihnen versuchen, verstanden? In Ruhe und Freundschaft! Also —?" „Sie Gauner!" zischte der Herr wütend. „Sie niederträchtiger Gauner, Sie!" „Oh bitte", sagte der Mann mit der Mütze ungerührt, „schimpfen Sie ruhig weiter. Wenn Sie wollen, helfe ich Ihnen gerne mit ein paar Kraft- ausdrücken aus. Vermutlich können Sie in dieser Beziehung von mir noch was lernen." Er grinste noch breiter als vorher und blinzelte seinem Opfer vergnügt zu. Der Herr maß ihn eine Sekunde lang mit einem Blick voller Empörung. Dann sah er sich nervös nach dem Haus um, zuckte zornig die Achseln und drückte ihm den Griff der Attenmappe in die Hand. „Hier, Sie Schuft!" sagte er heiser. „Sie hundsgemeiner Lump! Aber jetzt lassen Sie mich gehen." Mit einem plötzlichen Ruck riß er sich los und rannte dicht an den Zäunen entlang in wilden Sätzen die Straße hinunter. Schon nach wenigen Augenblicken hatte ihn die Dunkelheit verschluckt. Der Mann mit der Mütze guckte ihm etwas verblüfft nach. Kopfschüttelnd wog er die Aktentasche in der Hand. Sie war schwer — erstaunlich schwer. Doch als er sich anschickte, sie zu öffnen, wurde er durch zwei rasch aufeinanderfolgende Ereignisse daran gehindert. Wiederum drangen verworrene Geräusche aus dem Hause jenseits der Mauer. Wieder klappte eine Tür, und wieder näherten sich eilige Schritte auf dem Gartenkies. Aber diesmal ging die Sache nicht in Schweigen vor sich. Im Gegenteil. Diesmal brüllte eine Stimme: „Einbrecher! Hilfe! Haltet ihn...!" Der Mann mit der Mütze zuckte zusammen und stand eine Sekunde lang wie erstarrt. Und in dieser Sekunde trat das zweite Ereignis ein. Aus einer Seitenstraße tönte das laute Brummen eines Automotors. Ein großer Wagen mit grellen Scheinwerfern schwenkte in voller Fahrt um die Ecke und hielt mit schmetterndem Hupensignal unmittelbar neben dem Mann mit der Mütze. Vier Polizeibeamte sprangen ab und umringten ihn, ehe er noch Zeit fand, sich aus seiner Erstarrung zu lösen. Einer der vier legte ihm die Hand auf die Schulter und sagte: „UeberfaUfommanbo! Na? Hat fein geklappt, was? Da sind wir ja gerade zur rechten Zeit gekommen." Im gleichen Augenblicken tauchte hinter der Gittertür ein aufgeregter Herr in Pyjamahofen und flatterndem Schlafrock auf. „Meine Münzsammlung ..." keuchte er atemlos. „Alle Schränke erbrochen und vollkommen ausgeräumt ..." „Beruhigen Sie sich", sagte der Beamte und deutete auf die Mappe. „Ich nehme an, hier werden wir alles finden." Der Herr ftiefe einen erleichterten Seufzer aus _ „Denken Sie, der Treppenläufer ist an einer Stelle los", sprudelte er hervor. „Der Kerl mufe gestolpert sein. Ich erwachte von dem Lärm, sprang aus dem Bett und lief in das Zimmer, in dem meine Sammlung steht. Und als ich die Bescherung sah, stürzte ich ans Telephon ... und —" „Donnerwetter", sagte der Beamte, der inzwischen die Mappe geöffnet und eine Taschenlampe angeknipst hatte. Er griff hinein in die Mappe und holte eine Handvoll goldener und silberner Münzen heraus, Die er langsam zurückgleiten liefe. „Donnerwetter!" sagte er noch einmal. „Das wäre eine ganz hübsche Beute gewesen, was?" Jetzt erst fand der Mann mit der ^Nütze die Sprache wieder. „Ich... ich... das Ganze ist ein Irrtum, nichts als ein Irrtum", stammelte er verstört. „Wahrhaftig! Die Tasche hat mir eben ein wildfremder Herr gegeben. Hier an dieser Stelle... vor zwei Minuten ... Geschenkt sozusagen .. .* Kunst und Wissenschaft. Verleihung des Vesimarkenpreises des Gaues Saarpfal;. In einer Feierstunde fand im Gautheater oaar« Pfalz in Saarbrücken die Verleihung des West- mar kp reis es für 1939 statt. Gaukulturwart Koelsch nahm die Verleihung der einzelnen Preise in Hohe von je 2000 Mark vor. Den Kurt-Faber- Preis für Schrifttum erhielt die pfälzische Dichterin Lina Staab (Neustadt-Weinstraße) in Anetten- nun ihrer hervorragenden dichterischen Leistungen, die sie aus der Schönheit und dem Reichtum der heimischen Landschaft gestaltet hat. Den^Johann- Stamitz-Preis für Musik erhielt der in Frankfurt a.M. ansässige Dr. Bodo W o l f in Anerkennung feines erfolgreichen Wirkens für die deutsche Musik während der Abtrennungzeit des Saarlandes in Saarbrücken und in Würdigung seines umfassenden kompositorischen Schaffens. Der Albert-Weißgerber- Preis für bildende Kunst wurde dem pfälzischen Maler AdolfKeßler (Godramstein-Pfalz) zuerkannt für feine ßeiftungen auf dem Gebiete der Malerei. Besondere Würdigung fanden feine Hohenstaufen- Fresken im Hohenstaufen-Saal zu Annweiler. Ausstellung eines Giefeener Künstlers in Darmstadt, In Darmstadt wurde in der Kunsthalle am Rhein tor die Ausstellung „Die deutsche Landschaft" eröffnet mit Werken der im Rheinland schaffenden Maler Georg Roder, eines geborenen Gießeners, dessen 70. Geburtstag vor kurzem in der Ruhmes- halle zu Barmen durch eine Sonderschau begangen wurde, und seiner Söhne Paul und Adolf. Aus allen Arbeiten spricht die Liebe zur deutschen Scholle, die Vater und Söhne im deutschen Norden und Süden festhielten. Von einer Reise nach Italien künden weitere Arbeiten. Freilichlspiele im Rhein-Main-Gebiet. NSG. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" im Gau Hessen-Nassau hat soeben die Planung D -r Freilichtspiele für das Sommerhalbjahr 1 *3 abgeschlossen. Wieder werden zahlreiche Freilichtspule mit der Rhein-Mainischen Landesbühne durchgeführt, so u. a. in Oberhessen, im Westerwald -und im Odenwald. Zur Aufführung kommen Schillers „Räuber", die „Weiber von Weinsberg" von Gerd v. Clafe und der „18. Oktober". Vorgesehen sind wieder die Ulrich-von-Hutten-Spiele auf der Steckelburg bei Schlüchtern. An den in Gelnhausen durch die NSDAP, durchgeführten Barbarossaspielen und Den Romerbergspielen der Stadt Frankfurt ist die NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude" durch Heranführung von Besuchern beteiligt. Bücheriisch. — Moritz Jahn: I m weiten La n d. Erzählungen. Albert Langen/Geora Müller, München, 1938. — (455.) — Die in diesem Bändchen vereinigten Erzählungen, deren jede, sei sie besinnlich, sei sie heiter, oder wie die unvergleichliche Geschichte von Till Eulenspieael und dem verlorenen Lachen beides in einem, lassen Moritz Jahn als einen Dichter erkennen. Sie werden dazu verhelfen, daß Jahn, der mit die besten plattdeutschen Gedichte schuf, auch als Erzähler die ihm gebührende Schätzung erfährt. — E. G. Kolbenheyer: Wahrheit des Lebens. Worte aus seinen Werken. Ausgewählt von Rolf Meckler. Albert Langen/Georg Müller, München, 1938. — (55) — Die „Kleine Bücherei" hat ihr hundertstes Bändchen dem Dichter E. G. Kolbenheyer zu seinem 60. Geburtstag gewidmet. In drei Kreise — Mensch, Volk und All — die Auswahl gegliedert, und dreifach erklingt aus dem Gesamtwerk des Dichters und Denkers die Wahrheit: „Alles Lebendige lebt Natur." — Paul Jaeger: Am geheimen Webst u h l Gottes. 2. Teil: Wanderjahre. Kart. 2,00 RM., Seinen 2,50 RM. I. F. Steinkopf, Verlag, Stuttgart. —(376)— Die „Wanderjahre" Des vielgelesenen Freiburger protestantischen Theologen zeichnen sich durch zahtteiche Begegnungen mit bedeutenden Persönlichkeiten des geistigen Lebens aus, an denen uns Der Verfasser teilneymen läßt. Daneben erfahren wir in dem von echter Religiosität getragenen Bande allerlei Wissenswertes aus des Verfassers Lehrtätigkeit an einer englischen Schule und auf einem Herrensitz der Mark. — F. I. Hoder: Der Marder. Kriminalroman. 237 Seiten. RM. 2,85. Henry Burmesier Verlag, Bremen. — (507) — Ein spannender englischer Kriminalroman, in dem der „beste Mann von Scotland Pard" eine entscheidende Rolle spielt. Er kam nicht weiter. Die Polizisten und der Herr im Schlafrock brachen in ein schallendes Gelächter aus. „Mensch!" sagte Der eine Beamte und wischte sich Die Tränen aus Den Augen. .„Nun machen Sie aber mal'n Punkt! Das können Sie Ihrer Großmama erzählen, Die glaubt's vielleicht. Vorwärts — 1" Er machte eine einlaDenDe Handbewegung zum Auto hin. Der Mann mit Der Mütze spie wütend in Der Ricktung aus, in Der kurz zuvor ein gewisser Herr verschwunden war. Dann zuckte er die Achseln und flieg in Den Wagen. „Verflixt unD zugenäht!" knurrte er giftig, während der Motor ansprang. Zeitschriften. — „21 us Der Natur" („Der Naturforscher ), Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde, März- Heft. (Vierteljährlich 2,50 Mark. Einzelheft 1 Mark.) — Professor Dr. Thienemann hat in Wort und Bild die eigenartige Stimmung des Vorfrühlings in Lappland, in feiner Pflanzen- und Tierwelt, eingefangen. — Dr. H. Borriß führt in feiner Abhandlung „Wechselseitige Beziehungen der Pflanzenteile" vor Augen, wie merkwürdig sich die wachsenden Sprosse durch Wuchs- und Hemmungsstoffe beeinflussen. — Mit dem Leben unserer Kulturpflanzen erwachsen auch ihre Feinde, über deren besonders im Sinne des Vierjahresplanes dringend notwendige Bekämpfung Dr. Herbert Weidner in feinem Aufsatz „Tierische Schädlinge und Volkswirtschaft" spricht. — Professor Dr. Hans Nachtsheim veröffentlicht unter Beigabe von Bildern die Ergebnisse seiner Beobachtungen an den oen ihm für Ver- erbungsversuche gezüchteten 20 000 Kaninchen und kann zeigen, welche Aehnlichkeit in den „Erbleiden bei Mensch und Tier" bestehen. — Dr. Franz Graf Zedtwitz berichtet zu Aufnahmen von Horst Kyser Neues und Beachtliches vom Luchs, und her Vogelkundler Dr. Georg Steinbacher, Direktor des Tiergartens in Frankfurt a. M., über die erfolgreichen Versuche der Wiedereinbürgerung der Nachtreiher. Kleine Beiträge und Forschungsergebnisse aus allen Gebieten der Naturwissenschaften, BuckMschau und Preisfrage beschliefeen das Märzheft. Nr. 57 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheßen) Mittwoch. 8. März M Gießener Artillerie schießt bei Münzenberg agig der die Die Landschaft um Münzenberg war am gestrigen Dienstag wieder der Schauplatz für das Winterschieß'en der Gießener Artillerie (I I I. A.-R. 9). Heute wird das Schießen fortgesetzt. Auch der Donnerstag und der Freitag werden dem Uebungsbetrieb gewidmet sein. In weitem Umkreis stehen die Sicherheitsposten und sperren das Gelände ab. Äier Tage lang hallt die nördliche Wetterau wider vom Donner der Geschütze. Das Wetter war gestern für das Schießen recht günstig. Das Zielfeld konnte gut eingesehen werden. Allerdings die Wege und die Aecker und Wiesen waren nach den Regenfällen der vergangenen Tage und der vorhergegangenen Nacht grundlos geworden, und sicherlich hätte der Antransport der Ge- chütze erhebliche Schwierigkeiten bereitet, wenn man nicht in weiser VorauDcht diesmal auf die Pferde verzichtet hätte. Die Gießener Artillerie bot also diesmal nicht das gewohnte Bild. Es gab weit und breit kein Pferd zu sehen! Den Geschütztransport besorgten schwere Zugmaschinen von geradezu uriger Kraft und Gestalt, für die es schlechterdings kein Hindernis im Gelände gab. Tief gruben sie aber auch ihre Spuren in das weiche Erdreich. Der gestrigen Vormittag war zunächst einem Belehrungsschießen gewidmet, das sehr abwechslungsreich gestaltet wurde und für die Rekruten außerordentlich aufschlußreich war. In der Form von „Richtig" und „Falsch" wurde gezeigt, wie exakt bei richtiger Bedienung der Geschütze, insbe- ondere der Richtmittel, geschossen werden kann und welche erhebliche Fehlergebnisse zu verzeichnen sind, wenn auch nur geringfügige Fehler am Geschütz gemacht werden. Sehr anschaulich war dabei auch die Darstellung der Geschoßbahn, die durch Vorverlegung der Zündung in ihrer großen Linie sichtbar gemacht werden formte. Das Belehrungsschießen fand vom Galgenberg aus statt und wurde als direktes Schießen durchgeführt. Schon hierzu fand sich eine stattliche Anzahl Zuschauer ein, die von dem erhöhten. Punkt, auf dem die beiden Pfeiler des mittelalterlichen Galgens stehen, den Verlauf des Schießens ebenso gut verfolgen konnten, wie die Rekruten, die in einigem Abstand von den Geschützen Aufstellung genommen hatten. Der Nachmittag brachte dann das U e b u n g s - schießen aus verdeckter Feuerstellung. Die Zugmaschinen beförderten in kurzer Zeit die Geschütze aus der Stellung vom Galgenberg in das Tal, wo sie an Feldwegen südöstlich von Oberhörgern erneut in Stellung gebracht wurden. Die einigen Sekunden auch der Schall der Explosion vom Ziel herüberörang. Gestern schoß die 7. Batterie ihre Hebung; das Kommando hatte der Batteriechef, Oberleutnant Grisar. Während des ganzen Tages wellten der Regimentskommandeur .Oberst Zeh 1 er (Siegen) und der Abteilungskommandeur Major von W jede r s h e i m auf der Beobachtungsstelle bzw. in dec Feuerstellung. Heute schießt die 8. Batterie unter dem Kommando von Hauptmann E ck a r d t. sagt er. ,Das gibt nur vierundzwanzig Punkte!' ,Es gibt noch zwölf dazu, wenn ich auch die vom Schlitz nehme!' ,Bist du verrückt', sagt Ola, und bewundert ihn, ,du kannst doch nicht die Knöpfe vom Schlitz nehmen!' Doch, das kann Einar. Nach kurzer Zeit sind alle Knöpfe von der Sonntagshose abgetrennt, und nach wiederum kurzer Zeit hat Ola auch diese gewonnen." Beobachtungsstelle blieb auf dem Galgenberg, und vom Dorfe aus wurde nun durch telephonische Verbindung das Feuer geleitet. Reibungs- und fehlerlos erfolgte die Hebermittlung der Befehle, minutiös wurden die Befehle an den Geschützen ausgeführt. Schuß um Schuß krachte, und wie ein fernes Echo war an den Geschützen der Einschlag zu vernehmen. Hoch über den Köpfen der Offiziere und Mannschaften auf der Beobachtungsstelle rauschten die Granaten dahin, schlugen sichtbar ein, bis bann nach wall — Wernerwall — Horst-Wessel-Wall — Sei- tersweg — Hindenburgwall. Die militärischen Vorführungen deS I.-R.116 und der III./A.-R.9 werden auf dem Landgraf-Philipp-Platz, im Hofe der Zeughauskaserne, im Hofe des Gymnasiums am Hindenburgwall, ferner am Hitlerwall zwischen Theater und Moltkestraße gezeigt werden. Bei diesen Vorführungen wirken alle vorgenannten, an dem Marsch beteiligten Truppenteile mit. Das Musikkorps spielt die einzelnen Truppenteile zu ihren Plätzen und dann etwa von 15.15 Hhr bis 16.30 Hhr am Stadttheater, während in dieser Zeit die Vorführungen der Truppen im Gange sind. Propagandamarsch der Flieger durch die Stadt. Vom Fliegerhorst wird eine Kompanie des Kampfgeschwaders 155 zu einem Propa - ganda marsch mit dem Mujikkorps der Flieger an der Spitze ausrücken. Diese Truppe marschiert vom Fliegerhorst aus durch die Kaiserallee und wird Links: Geschütz in Feuerstellung zwischen Oberhörgern und Münzenberg. — Rechts: Der Geschütztransport erfolgt diesmal mit großen Zugmaschinen. — (Aufnahmen s2s: Neuner, Gießener Anzeiger.)_________________________ Heber den Heldengedenktag am nächsten Sonntag, 12. März, hinaus richten sich die Blicke unserer 'Volksgenossen jetzt immer mehr auch auf die Veranstaltungen unserer Garnison am „T a g der Wehrmach t", der am 18. und 19. März, wie überall in unserem Wehrkreis, auch in Gießen die Truppen aller Waffengattungen im Einsatz für das WHW. zeigen wird. Die Vorbereitungen für diese große Veranstaltung sind außerordentlich umfangreich. Infanteristen, Artilleristen und Flieger werden sich mit militärischen Vorführungen verschiedensten Art und mit Führungen durch Kasernen in den Dienst der Sache stellen. Aus der Stadl Gießen. Knöpfe. Als ich noch ein Kind war, bedeutete es eine große Auszeichnung, wenn man mit den Knöpfen spielen ■ durfte. Sie waren in einem großen, mit Papier über- • zogeuen Kasten, der noch von der Großmutter ! stammte. Er hatte verschiedene Einsätze, die alle in kleine Gefächer abgeteilt waren. Noch heute erinnere ' ich mich genau an den geheimnisvollen Duft, der ihm ' entströmte. , Was gab es da nicht alles für Knöpfe! Die kleinen Hände wühlten selig in den Schätzen, und die Kinder- augen konnten nicht genug staunen über all die ■ Pracht: da waren Horn-, Stoff- und Holzknöpfe, ' Hosen- und Schuhknöpfe, schimmernde Perlmutt- ; knöpfe und goldene Matrosenknöpfe mit einem Anker darauf. Die schwarzen aus Jett waren besonders hübsch, aber am schönsten waren die bunten Glasknöpfe, die so zauberhaft in allen Farben leuchteten! , Und was für verschiedenartige Formen gab es da: Kugeln und Halbkugeln, Näpfchen und flache Tel- lerch^n, Sterne und Dreiecke. Niesenknöpfe und klein- Wie wichtig ist aber auch so ein Knopf! Man denke nur daran: Was ist der Mensch, wenn unterwegs am Spangenschuh der Knopf abgeht! Und wie groß war die Verzweiflung der ganzen Familie, als em Vetter — beim Militär — wegen eines wackelnden Knopfes nicht befördert werden konnte! Immer hat sich Frau Mode lebhaft für die Knopfe interessiert, und alle Industrien stellen sie nach ihren Wünschen her: in Metall, Holz, Emall, Galalith, Bernstein, Porzellan oder Silber. Em Wiener Modebericht aus dem Jahre 1787 lautet: „Modern sind jetzt Knöpfe mit Miniatur-Malerey unter Glase. Die Malerei) davon stellt Amors, Reiter, Pferde, Landschaften, weibliche Köpfe und mythologische Gegenstäilde dar. Ein Freund hat mich versichert, sogar eine Garnitur mit den „Leiden des jungen Weither" gesehen zu haben, davon der letzte Knopf am Fracke die Pistolen-Scene vorgestellt habe." Und im Frühjahr 1939 hören wir: „Knöpfe sind als Ausputz sehr beliebt Da gibt es welche in Form kleiner, weißer Masken, von der tragischen bis zur heiteren Muse kann die Trägerin ihre Wahl treffen. Neu sind Knöpfe in Form von bunten Aepfelchen und von geschlungenen Schleifen. Für den Vormittag gibt es lederüberzogene Knöpfe, die zu Handschuhen und Tasche passen." f Eine gute Gelegenheit, sich neue Handschuhe und eine neue Handtasche zu wünschen! Und sollten die Knopfäpfelchen — oder sagt man besser die Apfelknöpfchen? — vielleicht ein sinniger Hinweis auf das Paradies sein? t. Zum Schluß noch eine Knopfgeschichte, die Marie Hamsun in einem ihrer Bücher schildert: „Die Buben aber spielten um Knöpfe. Dazu brauchte man viele Knöpfe. Ola war tüchtig und weitblickend imd hatte sich mehrere Dutzend gesammelt. Einar dagegen gehört nicht zu denen, die sich um des kommenden Tages willen Sorgen machen. Aber wenn der Augenblick da ist und man die Knöpfe braucht, dann müssen sie eben herbeigeschafft werden. Darum konnte auch die Mutter am Morgen nicht einen einzigen Knopf finden, als sie in ihrem Nähkorb suchte und so notwendig einen hätte haben müssen. Darum hingen die Hosen gerade jetzt so schlaff und merkwürdig an Einar. Denn die Hosenknöpfe waren abgetrennt! Das Glück steht ganz auf Olas Seite, bald hat Einar sowohl die Knöpfe aus dem Nähkorb, als auch die von seiner Hose verloren. ,Jch kann ja auch noch die Knöpfe von meiner Sonntagshose abtrennen', Tag der Wehrmacht am 18. und!9.März Die Vorbereitungen in Gießen. Als Auftakt Marsch durch die Stadt und militärische Vorführungen der Infanterie und Artillerie. Bereits am Samstag, 18. März, in früher Nachmittagszeit wird der „Tag der Wehrmacht" in Gießen feinen Anfang nehmen. Er beginnt mit einem Marsch der Soldaten von der Berg-Kaserne, der Bleidorn-Kaserne und vom Fliegerhorst aus. Um 14.30 Hhr werden ab Bergkaserne vom In f.- R g t. 116 zum Marsch in die Stadt 2 Schützenkompanien, 2 MG.-Kompanien, der Regiments- Reiterzug, der Regiments-Nachrichtenzug, 2 Züge der 14. (Pz.-Abw.) Kompanie, 1 Schützenkompanie des E./J..R..116, ferner von der III. Abt. Art. - Ngt. 9 eine Batterie abmarschieren, um sich zu den Plätzen für die militärischen Vorführungen zu begeben. Dieser Marsch zur Stadt erfolgt unter Vor- antritt des Mufikkorps J.-R. 116. Marschweg: Berg-, kaserne — Licher Straße — Moltkestraße — Hitler- , Der>4711'Haut-Creme \\Vt / \ < V Macht wettei fer \ Wr \ ' ' -23 -.45 Agnes Miegel. Zum 60. Geburtstage der Dichterin am 9. März. Ihr Werk ist nicht umfangreich. Ein paar schmale Gedichtbände mit Liedern und Balladen — 1895 tauchte ihr Name im Göttinger Musenalmanach auf — Erzählungen, die wie Balladen in Prosa wirken, oft nur wenige Buchseiten umfassend; Jugenderinnerungen, deren Kapitel an kleine Blätter Chodo- wieckis gemahnen. Sie sitzt über den Stickrahmen nebütft, während die Mutter aus Gottfried Kellers Seldwyla-Gefchichten vorlieft, sie schildert das Bad am Samstagabend, wo die Kinder alle zusammen im Holzkübel abgeschrubbt werden, und den Mandelduft des Marzipans. Es ist das behagliche ausgeglichene Leben in den Bürgerhäusern des deutschen Ostens, mit ihren schmalen hohen Fenstern und den schönen Wolmtreppen. r _ ,, Hier wächst Agnes Miegel auf. Tochter eines Kaufmannes der Königsberger Reformierten- Gemeinde. Wanderjahre, in denen fie Paris, Weimar und London erlebt — in manchen ihrer frühen Gedichte glaubt man den Klang der alt- enalifchen Balladen zu hören. In Berlin verbringt sie „schlimme Zeiten voll Heimweh". Geht dann nach Ostpreußen zurück, „im Zeitungsdienst taug . Die Hochschule ihrer Heimatstadt verleiht ihr den Doktor honoris causa. 1933 wird sie in die neugegründete Dichterakademie aufgenommen. Die geheimnisvolle, bannende Kraft des Ostens zieht sie heim. Es ist die Kraft, die den Deutschmeister Heinrich von Plauen sich auf der Burg Lochstädt in Sehnsucht verzehren läßt. Das Mosaikbild der Mutter Gottes an der Chorwand der Marienburger Schloßkirche, das mit seinen leeren, harten Augen über das endlose Land blickt, erscheint ihr als das Sinnbild dieser Kraft, die die Menschen unentrinnbar festhält. In all ihren Werken spürt man dieses Land, das warme goldene Wogen der Weizenfelder, das in den Bernfteinkronen der alten Götter widerleuchtet, die langgestreckten Dünen, von denen der Wind den feinen Sand emporwirbelt, wie flatternde Rauchschleier. Hinter ihnen das dumpfe Brausen des Meeres. Man sieht die medri- qen Dächer verschneiter samländischer Dörfer, schreitet durch die fliesenbelegten Wehrgänge der alten Ordensburgen, atmet den Duft der blühenden Linden und den leis fauligen Geruch des Pregelwafsers, wenn man nächtlich mit Simon Dach zwischen den Buden und Bänken auf der Fischbrücke steht und an das Anke van Tharau denkt. Die Heimat rst Agnes Miegel „Beginn und Schicksal und letztes Ziel unserer Vergänglichkeit, uns überdauerndes Gleichnis des Höchsten". Dieses Land hat auch die Menschen geformt, die! den Pflug durch feine Erde zogen und an feiner | Küste Bernstein fischten. Viele deutsche Volksstämme haben Siedler in dieses Land jenseits der Weichsel gesandt: Alemannen und Pfälzer, Nassauer und Salzburger, Thüringer, Niedersachsen und Schlesier. Sie kamen, Volk an Volk, von Abend, von Mittag, von Norden. Sie haben ihr rotes warmes Blut im Kampf um mich vergossen, sie haben mein Blut in Brot und Frucht, in Honig und Milch genossen, bis sie Blut meines Bluts, bis sie Hauch meines Hauchs, bis sie Staub meines Staubes geworden. Es gibt den Menschen die Erdenschwere seiner Aecker, das Dunkel seiner unendlichen Wälder, die Tiefe seiner Seen. Es prägt ihren Zügen die Merkmale harten Kampfes und steter Bereitschaft auf. Immer wieder hat Deutschland seine Menschen gegen die Wellen fremden Volkstums eingesetzt, die dieses Land zu überfluten drohten. Gotenstämme zogen mit ihrem Troß von Ochsenkarren durch den knirschenden Sand; Kreuz und Adler der deutschen Ordensritter hielten Wacht über der Weichsel; die Siedler der preußischen Könige stießen ihre Spaten in das pestverödete Land. Man spürt die Wildheit und Leidenschaft in den Menschen dieser Erde: im Herzog Samo wie in den sieben Ordensbrüdern, die mit Not dem Schicksal entgehen, mit dem Hof des Pruzzenfürsten Dorgo verbrannt zu werden, in der Üngehemmtheit, mit der die Magd Engelke zur Kindesmörderin wird und mit der sie dann ihre Schuld zu sühnen sucht, und in der heidnischen, sinn- betörenden Mär von der schönen Malone. Herbheit und Güte, Heiterkeit und Schwere, Kampf und Traumpersunkenheit, die ganze Seele dieses Landes und seiner Menschen lebt in den Versen und (Erzählungen Agnes Miegels auf. co wie sie in der Sammlung „Herbstgesang" gesagt hat: Hnb ich sang in den Wind, in das Wirbeln rauchender Dünen, In das dröhnende Brausen fang mein tönender Mund. Sang meiner einsamen Heimat Götter und rote Burgen, Sang ihr mütterlich Herz, sang ihr grüngrünes Kleid. Sang, was groß und gekrönt durch meine Träume gewandert . . . Sang ich, mir selber kaum deutbar, was Schatten und Erde mich lehrten, Sang ich Liebe und Tod — fang ich das eigene Geschick. Walther Sch wer dtf eg er. „Aufruhr in Damaskus." Lichtspielhaus. Bevor mir diesen Film gesehen hatten, besuchte uns auf der Schriftleitung ein hier ansässiger, ehemaliger deutscher Palästina-Kämpfer, um uns zu erzählen, welch großen Eindruck der „Aufruhr in Damaskus" auf ihn gemacht habe. Er habe damals, Herbst 1918, an der arabisch-syrischen Front gestanden und vieles 0011 dem miterlebt, was hier berichtet wird. Es sei alles so geivescn, alles Erlebnis und unverfälschte Wahrheit. Hnb es fei zu hoffen, daß viele diesen Film sehen, der den Weltkrieg von einer wenig oder gar nicht bekannten Seite schildert, den hofsnungslosen Krieg einer kleinen deutschen Truppe in der Wüste, gegen eine erdrückende feindliche Hebermacht, in glühender Hitze, ohne Nachschub, unter dem Mangel an Wasser, Proviant und Munition leidend, von schweren Verlusten geschwächt, von Hitzschlag und Ruhr' dezimiert... Wir geben diese Stimme gern weiter, denn auch uns hat der Film Eindruck gemacht, aber wir waren damals nicht dabei und können nicht beurteilen, wie weit dies alles authentisch fei. Wir könnten uns sogar vorstellen, daß mancher.Besucher einiges davon für Phantasie und spätere Zutat halten möchte. Aber Herbert Tjadens, her das Manuskript schrieb, hat es miterlebt, er hat sich 1917 freiwillig gemeldet und zwei Jahre lang als Funker den klein- asiatischen Krieg mitgemacht; erst 1919 kehrte er nach Deutschland zurück. Nach seinem Expose schrieben später Ph. L. Mayring und Jacob Geis das Drehbuch, das Gustav Hcicky für die Terra inszenierte. In dem Buche „Die sieben Säulen der Weisheit" des berühmten Obersten Lawrence finden sich die folgenden Sätze, die der Bilderfolge als Motto vorangestellt sind:.....Hier zum erstenmal wurde ich stolz auf den Feind, der meine Brüder getötet hatte. Sie waren zweitausend Meilen von ihrer Heimat entfernt, ohne Hoffnung im fremden Land, in einer Lage, verzweifelt genug, um auch die stärksten Nerven zu brechen. Dennoch hielten ihre Trupps fest zusammen, geordnet in Reih und Glied, und steuerten durch das wirr wogende Meer von Türken und Arabern wie Panzerschiffe, schweigsam und erhobenen Hauptes. Wurden sie angegriffen, so machten sie Halt, nahmen Gesechtsstellung und gaben wohlgezieltes Feuer. Da war keine Hast, kein Geschrei, keine Hnjicherheit. Sie waren prachtvoll..." Was es mit diesen sparsamen Sätzen eines gefährlichen Gegners auf sich hat, sieht man aus der Handlung, deren Bilder der Spielleiter Gustav Hcicky mit einer ruhigen, fast nüchternen Sachlichkeit aufge- genommen hat: sie wirken eben durch ihren völligen Mangel an Pathos und Pose. Hcicky hat schon früher (in Filmen wie „Yorck", „Morgenrot", „Mensch ohne Namen", „Savoy-Hotel 217", „Der zerbrochene Krug") gezeigt, was er zu leisten vermag. Hier war kein Erlebnis zu erfinden, kein Abenteuer zu ersinnen, nichts aufzumachen und für die Wirkung im Publikum anzukurbeln — hier war nur zu berichten, was damals, vor mehr als zwanzig Jahren, geschehen ist. Die Schlichtheit und Natürlichkeit der Szenen sind von unmittelbarer Wirkungskraft. Es wohnt ihnen etwas von dokumentarischer Gültigkeit inne. Der Kampf um das vorgeschobene Fort, der Marsch durch die Wüste, der englische Fliegerangriff, der Aufruhr in Damaskus, die Bilder im Lazarett, die fast stumme, erschütternde. Szene, vielleicht die stärkste im ganzen Film, in der die Deutschen eine kleine vorgeschobene Gruppe in ihrer Stellung finden, einsam im Wüstensand, alle tot und furchtbar zugerichtet, aber jeder Mann auf dem Posten, auf den er gestellt wurde, „wie das Gesetz es befahl" — dies alles wird dem Beschauer mit unmittelbarer Eindringlichkeit zum bildhaften Erlebnis. Der deutsche Heeresbericht verzeichnete mit wenigen Worten das Ende einer kaum bekannten ober längst vergessenen Odyssee: „Am 30. Oktober erreichte Leutnant Keller mit 14 Mann die deutsche Grenze." Aus der sehr einheitlichen Darstellung, die als eine kameradschaftliche Gemeinschaftsleistung gewertet werden darf, heben sich eine Reihe prachtvoller Sol- datenfiguren'heraus: Hans Nielsen, Paul Otto, Paul Westcrmeier, Gerhardt Dienert und vor allem Joachim Gottschalk, der eben jenen Leutnant Keller gibt; er spielte zuletzt in dem Film „Du selber bist das Rad" mit Brigitte Horney, und diese, allein unter lauter Männern in einem sehr männlichen und kriegerischen Stück, erfüllt ihre Szenen als deutsche Krankenschwester in Damaskus mit dem innigen Klang ihrer Stimme, mit der Zartheit und Zärtlichkeit ihres fraulichen Wesens. Ihr klares, stilles Gesicht bleibt einem lange im Gedächtnis. — Willy S chmidt- Gentner schrieb die Musik, bereu melobisch schlichtes Leitmotiv burch viele Szenen geht. * Vorher sieht man eine aktuelle Wochenschau und ben Kulturfilm „Wertvolles Wasser". Hans Thyriot. Hochschulnachrichien. Dem nb. ao. Professor Dr. med. habil. Hans Jost in Frankfurt, Mitglied des NS.-Do- zentenbundes, wurde die außerordentliche Professur für physiologische Chemie an der Hnioersität Innsbruck sowie die Leitung des Physiologisch" Chemischen Instituts daselbst vertretungsweise übertragen. An die Eltern der Zehnjährigen! Vierzehn Tage dauert die Aufnahmeaktion der HZ. Am 1. März hat im ganzen Reich die Aufnahme des ersten großdeutschen Jahrgangs der Zehnjährigen begonnen. Vierzehn Tage hat die HI. für den Schuljahrgang 28/29 die Möglichkeit zum Eintritt m die Jugendorganisation der nationalsozialistischen Bewegung gegeben, vierzehn Tage sind die Führer und Führerinnen in erhöhtem Maße in den Dienst der Aufnahmeaktion gestellt und jederzeit bereit, sowohl den Zehnjährigen, wie ihren Eltern Auskunft zu geben, über die Bedeutung und Aufgaben der Hitlerjugend. Bereits am 20. April, am Geburtstag des Führers, wird durch den Reichsjugendsührer an Adolf Hitler die Zahl der Jungen und Mädel gemeldet, die als seine jüngsten Mitkämpfer in feine Bewegung em- getreten sind. Für jeden Jungen und jedes Mädel ist es aber verständliche Vorschrift, einen vierwöchentlichen Probedienst vor der entgültigen Aufnahme mitgemacht zu haben. In dieser Probedienstzeit muß als Mindestdienstleistung an einem Heimnachmitlag und einem Dienstunterricht über die Aufgabengebiete des Pimpfen- oder Jungmädels teilgenommen werden. Hinzu tritt noch die Beteiligung an einem Sportnachmittag, an dem jeder der Zehnjährigen eine Mutprobe ablegen muß. Den Willen zu diesem Emfatz aber wird sowohl der Pimpf, wie das Jungmadel m einfachen, sportlichen Hebungen beweisen, die von ihnen sowohl Mut, als auch Entschlossenheit fordern. Erweist es fich auf Grund des Urteils der für die Leitung dieses Probedienstes besonders vorbereiteten Führer und Führerinnen als erforderlich, so wird eine Nachuntersuchung durch den HJ.-Arzt bzw. die BDM.-Aerztin vorgenommen. Ergibt diese Untersuchung besondere körperliche Mängel, so erfolgt eine Zurückstellung bis zum nächsten Jahr. Aus der Schilderung des Verlaufes der Aufnahmeaktion geht hervor, in welchem Maße tue gesamte HJ.-Führerschaft eingespannt ist. Je früher deshalb die Eltern die Abgabe der Aufnahmeverpflichtung für ihren zehnjährigen Jungen oder ihr Mädel veranlassen, desto leichter wird es der HI., die gesamte Aufnahmeaktion in der gesetzten Frist vorbildlich durchzuführen. An die Eltern ergeht deshalb die Bitte, sich schon in dieser Woche zu entscheiden und im Vertrauen und Glauben an den Führer und seine Bewegung ihre Zehnjährigen der großen Kampfgemeinschaft, der nationalfozialistischen Freiheitsbewe-ung einzugliedern. FWD. Altpapier ist nach wie vor ein wertvoller Rohstoff und muß daher in stärkstem Maße bei der Papierherstellung Verwendung finden. Im Rahmen des Vierjahresplanes ist inzwischen die Erfassung von Altpapier von rd. 0,65 Mill. Tonnen bereits auf 1,0 Mill. Tonnen erhöht worden. Diese Gesamtmenge stellt einen bedeutenden volkswirtschaftlichen Wert dar. Setzt man pro Tonne nur den relativ niedrigen Durchschnittspreis von 40 RM. an, dann ist der Gesamtwert der deutschen Altpapiererfassung des Jahres 1938 auf 40 Mill. RM. zu veranschlagen. Leider muß aber, wie der Reichskommissar für Altmaterialverwertung mitteilt, nach wie vor fest- gestellt werden, daß in vielen Fällen das Altpapier in einem völlig verunreinigten und damit wertlosen Zustand dem Sammler übergeben wird. Insbesondere dort, wo zur Entlastung der einzelnen Haushaltung und des Sammlers sog. Hausvorsammelstellen errichtet worden sind, werden in diese Behälter leider außer Altpapier die verschiedensten Verunreinigungen abgelegt. Dadurch findet der Sammler und Händler zuletzt ein Material vor, das er als Altpapier nicht mehr über den Großhandel an die Industrie weiterliefern kann. Daher ergeht nochmals die Mahnung, Zigarettenschachteln aus Blech, Milckdosen, Farbbänder, Kordeln, Heftklammern, Speisereste usw. nicht mit Altpapier zu vermischen, da dies in der Fabrik zu einer Gefährdung wertvollster Maschinen und damit deutschen Volksguts führen würde. Eine nachträgliche Sortierung stark verunreinigten Altpapiers beim Handel und in der Fabrik kann aus technischen und aus Kostengründen das Material nicht mehr in jenen wertvollen Rohstoff verwandeln, den das Altpapier in sauberem und verarbeitungsfähigem Zustand für die Volkswirtschaft darstellt. Um die erwähnten Schwierigkeiten rasch und gründlich zu beseitigen, werden mit sofortiger Wirkung die Sammler ermächtigt, die Annahme von Altpapier, das offensichtlich stark verunreinigt ist, künftighin abzulehnen. Also nochmals die Mahnung: nur sauberes Altpapier sammeln, keine Blechschachteln, Kordeln, Heftklammern oder gar Speisereste in Altpapier werfen! etwa um 14.45 Uhr an der Kreuzung Moltkestraße- Kaiserallee sein. Don dort geht der Marsch weiter durch folgende Straßen: Ludwigsplatz, Neuen Baue, Sonnenstraße, Seltersweg, Horst-Wessel-Wall, Bahnhofstraße, Marktstraße, Marktplatz, Walltorstraße, Hitlerwall, Moltkestraße, Kaiserallee zum Fliegerhorst zurück. Dieser Marsch wird von Sammlern des NS.-Fliegerkorps begleitet sein, die mit ihren Sammelbüchsen Spenden für das WHW. entgegennehmen. Rückmarsch der Infanterie und Artillerie. Nach dem Abschluß der Vorführungen der Infanteristen und Artilleristen werden diese Truppen etwa von 16.30 Uhr ab von dem Musikkorps des IN. 116 an den Vorführungsplätzen abgeholt. Der Rückmarsch dieser Einheiten geht vom Theater aus über den Hitlerwall, Wernerwall, Horst-Wessel- Wall, Hindenburgwall, Ludwigsplatz, Licher Straße zur Berg-Kaserne. Sowohl der Marsch zu den Vorführungsplatzen, als auch der Rückmarsch dieser Einheiten wird von Sammlern der NSV., des NS.-Reichskriegerbundes und der DAF., Abt. Wehrmacht, begleitet sein, die während dieses Marsches, ebenso wie auf den Vorführungsplätzen, Spenden für das WHW. sammeln. Militärkonzerte im Stadttheater und im Cafe Leib. Am Abend des 18. Marz von 20 bis 24 Uhr werden im Stadttheater und im Cafä Leib Mili- tarkonzerte stattfinden. Im Stadttheater roirb das Musikkorps IR. 116 konzertieren, das Konzert im Cafe Leib gibt das Musikkorps des Kampfgeschwaders 155. Die Eintrittspreise für diese Konzerte sind auf 1 Mark und 75 Pf. festgesetzt. Karten zu 1 Mark werden nur für das Konzert im Stadttheater verkauft. Den Vorverkauf der Eintrittskarten und der Musikfolgen hat die NSV. übernommen. Die Spendeabzeichen. Als Abzeichen für die Spenden für das WHW. werden kleine Schulterklappen ausgegeben, die zum Preise von 20 Pf. zu haben sind. Der Besitzer des Abzeichens hat damit auch das Recht zum Eintritt in alle Kasernen zur Besichtigung am nachfolgenden Sonntag, 19. März, erworben. Alle Volksgenossen mögen sich frühzeitig die Spendeabzeichen und Eintrittskarten zu den Konzerten besorgen! Vornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr: „Die andere Seite". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Deckenbach, 6. März. Im Gasthaus „Zur Post" fand eine Versammlung statt, an ber bie Bevölkerung von Deckenbach unb Höingen zahlreich teilnahm. Ein Beauftragter bes Kartoffelkäfer-Abwehr» bienstes sprach ausführlich an Hanb von Bilbern über bie Schäblichkeit bes Kartoffelkäfers unb über bie notwendigen Abwehrmaßnahmen. haben ober breimal als Reservespieler zur Verfügung stanben. Damit soll verhinbert werben, baß übereifrige Vereins- unb Abteilungsführer zu Beginn ber Kämpfe um bie Deutsche Meisterschaft neue Kräfte heranziehen, um schwächere Spieler, bie bisher voll ihre Pflicht taten unb bie Gaumeisterschaft mit erringen halfen, zu ersetzen. Die deutschen Rennwagen in Monza. Auf ber Monza-Bahn bei Mailanb herrscht äugen« blicklich roieber einmal reger Betrieb. Die beutschen Rennmannschaften von Auto Union unb Mercebes- Benz finb roieber eingezogen, unb auch mehrere italienische Sportroagenfahrer haben sich Monza als Uebungsstätte ausgewählt. Sie proben für das Wüstenrennen am 26. unb 27.März. Dr. Feuer» e i s s e n , der Rennleiter der Auto Union, schulte an den letzten Tagen seine beiden Rennwagen-Neulinge Ulrich Bigotte unb Georg Meier, die täglich ihre Runden zogen und mit dem Fahrzeug immer vertrauter werden. Tazio Nuvolari, Hans Stuck unb H. P. Müller werben noch in biefer Woche erwartet, unb bann gelten bie Fahrten mehr technischen Versuchen zur Weiterentwicklung bes Formelwagens. Mercebes-Benz hat gleichfalls feine Zelte im alten Quartier aufgefchlagen unb macht Versuchsfahrten. Waldlauf- und Handballmeisterschast der oberhess. Landwirtschaftsschulen. Am Dienstag würben von den Lanbwirtschafts« schulen Büdingen, Nidda, Schotten, Friedberg, Gießen, Wetzlar, Grünberg, Alsfeld und Lauterbach die Waldlaufmeisterschaft in (Brünberg aus- getragen. Die Laufstrecke begann am Waldeingang der Weickartshainer Straße und wies starke Steigungen auf. Die Länge betrug 3000 Meter. Die beste Mannschaft stellte Grünberg, deren drei Läufer bie Strecke in 11,35, 11,56 unb 12,30 Minuten zurücklegten. An bie zweite Stelle kam Bübingen. Den dritten Platz belegte Schotten. Beste Einzelläufer waren: 1. Zimmer (Grünberg), 11,35 Min.: 2. Haas (Gießen), 11,42 Mim; 3. Roth (Büdingen), 11,46 Min.; 4. Görnert (Grünberg), 11,56 Minuten. Vorher trugen bie Hanbballmannschaften ber Schulen Büdingen unb Lauterbach, bie in voraus- gegangenen Spielen als beste ermittelt mürben, bas Entscheibungsspiel aus, das Bübingen mit 6:1 Toren gewann. Die Siegermannschaften im Handball unb im Walblaus sowie ber beste Einzelläufer nehmen am 15. März in Darm stabt an ben Schlußkämpfen mit ben Siegern aus ben brei anberen Bezirken (Darm- ftabt, Mainz und Wiesbaben) ber Lanbesbauern- schaft Hessen-Nassau teil. lungen 1039 in Gießen. gramm um ein 1 e i ch s o f f e n e s Straßenrennen erweitern. Das Rennen soll durch folgende Straßen der Stabt führen: Start unb Ziel Ludwigstraße (vor ber Universität)—Gutenbergstraße—Nahrungsberg— Gnauthstraße —Bleichstraße—Lubwigstraße. Diese Strecke wirb mehrmals (etwa 50mal) durchfahren, und zwar wird das Rennen in brei Klaffen ausgeschrieben werden, der ^/8-Klasse, der OKlasse unb ber Jugenbklasse. Dieses Rennen wird das sportlie- benbe Publikum begeistern, da es ihm durch die Kürze ber Rennstrecke möglich ist, das Rennen in allen Phasen mitzuerleben. Neben diesen Großveranstaltungen werden außerdem noch einige Kreisrennen durchgeführt, deren Termine noch nicht festliegen. Fußball der Preisklassen. Krofdorf I. — Rodheim I. 9:2 (4: 2). Nachdem Treis das fällige Pflichtspiel abaefagt hatte, verpflichtete Krofdorf noch in den letzten Stunden die erste Mannschaft des Tv. Rodheims zum Gesellschaftsspiel. Man war auf das Ab« schneiden der Krofdorfer Mannschaft gegen ben Vertreter ber I. Kreisklasse sehr gespannt. Das Spiel hat dabei gezeigt, in welch guter Verfassung sich die junge Mannschaft von Krofdorf befindet. Während des ganzen Spieles hatte Krofdorf das Heft in der Hand und zeigte sich hauptsächlich in gutem Zuspiel tonangebend. Schon nach brei Minuten Spieldauer konnte des kleine Mittelstürmer ein schönes Tor durch Kopfball erzielen und kurze Zeit darauf auf 2:0 erhöhen. Rodheim versuchte nun, dem Spiel eine Wendung zu geben, scheiterte aber immer wieder an der aufmerksamen .Hintermannschaft von Krofdorf. Erst kurz vor Halbzeit gelang es Rodheim, zwei Tore aufzuholen. Krofdorf sorgte aber umgehend wieder für eine 4:2- Führung in der Halbzeit Nach Wiederanstotz zeigte sich die Ueberlegenheit der Gastgeber noch deutlicher. Steinbach I.—Lich L 3:2. Einen unglücklichen Kampf kämpften die Rasenspieler gegen die sich in ansteigender Form befindlichen Steinbacher. Mit der Mannschaft Gilbert, Lotz, Heller, Albach, Merle, Mayer, Weißensee, Fey, Nau und Höpfl, also mit nur zehnSpielern, lieferten die Lichcr auf dem völlig aufgeiveichten Gelände in Steinbach ihrem Gegner'einen Kampf auf Biegen und Brechen. Nur allzugroßes Pech brachte sie um ein verdientes Unentschieden. In der Mitte der ersten Halbzeit unterlief dem rechten Läufer der Grün-Weißen Handspiel. Der verhängte Elfmeter wurde vom Gastgeber glatt verwandelt. Bald darauf glückte den Platzbesitzern ein zweites Tor, dem die Licher kurz vor Halbzeit eines entgegen setzten. In der zweiten Spielhälfte gelang jeder Partei noch ein Tor. Mit diesem Spiel haben die Nasenspieler die diesjährigen Punktekämpfe erledigt. . Ä Ricdcr-Ohmen—F.C.^saasen 8:0. Als letzter Verbandsspielgegner spielte am Sonntag der F. C. Saasen in Nieder-Ohmen. Der starke Regen hatte das Spielfeld in einen trostlosen Zustand versetzt. Beide Mannschaften traten mit Ersatz an. Nieder-Ohmen war gezwungen, fast die ganze erste Hälfte mit nur zehn Mann zu spielen, trotzdem gelang bis dahin eine 3:0-Führung, die bis Halbzeitschluß auf 6:0 vergrößert wurde. Nach dem Wechsel hielt die Ueberlegenheit von Nieder-Ohmen weiter an, aber nur zwei Tore waren die Ailsbeute der zweiten Hälfte. Den Gästen, die sehr eifrig und zeitweise sehr schön spielten, blieb der Ehrentreffer versagt. Ein Abkommen zur Förderung des Segelsports. Admiral von Trotha bei Dr. Ley. Reichsleiter Dr. Ley empfing am Samstag Vizeadmiral v o n T r o t h a zum Abschluß eines für die weitere Entwicklung des „Kraft-durch-Freude-Sports" bedeutsamen Abkommens. . Der „Deutsche Hochseesportverband Hansa e. V." hat sich zum Ziel gesetzt, den Segelsport binnen und auf See zu fördern und für ihn zu werben. In dieser Zielsetzung begegnet er den Bestrebungen der NSG. „Kraft durch Freude" der Deutschen Arbeitsfront zur körperlichen und geistigen Ertüchtigung aller schaffenden Volksgenossen, denen auch die Ausübung des Segelsports erschlossen werden soll. Beide Organisationen gründen daher gemeinsam eine Stiftung unter dem Namen „Hansa, Stiftung zur Förderung des deutschen Segelsports". Sie hat ihren Sitz in Berlin. Schirmherr der Stiftung ist der Reichsorganisationsleiter der NSDAP, und Leiter der DAF. In sportfachlicher Hinsicht hat der Reichssportführer das Aufsichtsrecht. Zweck der Stiftung Die Jezirksmeister-Mamschast Wahmbom-Slemberg Wirtschaft Gießener Schlachtviehmarkt. Zu dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Viehversteige- runqshalle Rhein-Main in Gießen wurden 4 Ochsen, 7 Bullen, 33 Kühe, 28 Färsen, 102 Kälber, 125 Schweine, 5 Schafe aufgetrieben. Preise: Ochsen 42,5 bis 45,5, Bullen 42,5 bis 43, Kühe 17 bis 43,5, Färsen 40 bis 44,5, Kälber 32 bis 65, Schafe 42 bis 49 Pf. je '/- kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,15, bl (135 bis 149,5 kg) 1,13, b2) (120 bis 134,5 kg) 1,11, c (100 bis 119,5 kg) 1,03, d—f (unter 100 kg) 0,97, gl (fette Specksauen 1,13, i (Altschneider) 1,11, g2 (andere Sauen) und h (Eber) 1,01 Mark. Marktverlauf: Großvieh und Schweine zugeteilt, Kälber und Schafe ausverkauft. Mein-Mainische Börse. Mittagsbörse schwächer. Frankfurt a. M., 7. März. Die Börse wurde auch heute oon starker Geschäftsstille beherrscht. Das Publikum schritt überwiegend zu mäßigen Abgaben, die offenbar der Geldbeschaffung für den Steuertermin am 10. Mürz dienten. Anderseits waren Käufe kaum zu beobachten. Am Aktienmarkt war die Haltung daher meist etwas schwächer, z. T. fand das herauskommende Material in Limiten Aufnahme. Bei den führenden Papieren hielten sich die Rückgänge in engen Grenzen. IG. Farben 149 (149,25), Verein. Stahl 109,65(110), Mannesmann 109,25 (109,50), AEG. 114 (114,25). Stärkere Einbußen erfuhren aber Rheinstahl mit 135 (136,50), Nheinmetall mit 130,50 (132), Scheideanstalt mit 203,50 (205), V.D.M. mit 180 (181) und weiter ausgesprochen schwqch lagen Akkumulatoren mit 209,50 (213,50). Auch nach den ersten Kursen blieb die Tendenz schwächer, man nannte vielfach nochmals 0,25 bis 0,50 v. H. niedrigere Kurse. Am Rentenmarkt wies das Geschäft ferne Belebung auf. In kurzfristigen Fälligkeiten verblieb bet wenig veränderten Kursen Nachfrage, auch Kommu- nal-Umschuldung wurden gesucht mit 93,30 (93,25). Von den öffentlichen Papieren bröckelten Reichsalt- besitz auf 129,85(130) und Reichsbahn-VA. auf 123,25 (123,40) ab. Am Pfandbriefmarkt lag teilweise kleines Angebot vor. Von Liquidationswerten gingen Rheinische auf 101 (101,20) zurück. Stadtanleihen bröckelten z. T. 0,13 bis 0,25 v. H. ab, höher 1928er Mainz mit 97 (96,75). Industrie-Obligationen waren wenig verändert, 5 v. H. Mittelstahl 0,25 v. H. höher gesucht mit 100,75, andererseits 5 v. H. Hoesch 101 (101,25). Reichsaltbesitz später auf 170,13 befestigt. Im Verlaufe ruhte das Geschäft fast völlig, die Haltung war unerholt. Schwächer vor allent AEG. mit 113 bis 112,40 nach 114, sonst blieben die Veränderungen in engen Grenzen. Mannesmann 109 nach 109,25, Verein. Stahl 109,50 nach 109,65. In den meisten Fällen kamen zweite Notierungen nicht zilstande. Bei den später festgestellten Kursen über- wogen Rückgänge von 0,50 bis 1 v. H., BMW. ver- lorem2v. H. Der Freiverkehr lag still und meist behauptet, schwach aber Rastatter Waggon mit 51 Bries (52 bis 54). Tagesgeld unv. 2,25 v. H. Abendbörse lustlos. Infolge der weiterhin geringen Publikumsbeteiligung zeigte auch die Abendbörse eine ausgesprochen aktien mit 123,25. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a.M., 7. März. Austrieb: Kälber 909 (gegen 822 am 28.2.), Hümmel und Schafe 442 (102), Schweine 3505 (3572). Notiert wurden, je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 62 bis 65 (62 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c) 46 bis 50 (44 bis 50), d) 30 bis 40 (35 bis 40). Hammel bl) 49 bis 50 (48 bis 50), b2) 43 bis 45 (42 bis 44), c) 35 bis 42 (—). Schafe a) 40 bis 42 40 bis 42), b) 33 bis 39 (35 bis 39), c) 20 bis 32 (24 bis 32). Schweme a) 58,50 (58,50), bl) 57,50 (57,o0), b2) 56,50 (56,50), c) 52,50 (52,50), d) 49J50 (49,50). Sauen gl) 57,50 (57,50). Marktverlauf: Kalber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittel. Starker Aufstieg der genoffenschastlichen Biehverwertung. Fwd. In der Genossenschaftlichen Reichs-Viehver- Wertung m. b. H. sind 15 Zentralgenvssenschaften für Viehverwertung im Altreich zusammengeschlossen. Etwa 1300 Viehverwertungsgenossenschaften waren 1938 in der genossenschaftlichen Erfassung von Vieh tätig. Es wurden im Jahre 1938 genossenschaftlich erfaßt- 443 988 (i. V. 341065) Rinder, 649 599 (540 004) Kälber, 2 200101 (2091074) Schweine und 170063 (133001) Schafe. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr Zunahmen von 30,2 v. H. bei Rinder, 20,3 v. H. bei Kälbern, 5,2 v. H. bei Schweinen und 27,8 v. H. bei Schafen. 99 (i. V. 95) v. H. des erfaßten Schlachtviehs wurden auf Märkten und Verteilungsstellen verwertet, auf denen 124 (111) landwirtschaftliche Verkaufsstellen bestanden. Der Erlös betrug rund 512 (i. V. 409) Mill. RM. Im Nutz- und 'Zuchtoiehgeschäft der Genossenschaften wurden für rund 33 Mill. RM. umgesetzt (70 000 Rinder und Kälber, 150 000 Schweine und Ferkel, 7000 Schafe). Die Gesamterfassung stieg gegen das Vorjahr um 11 (i. 23. 27) v. H. auf 3,7 (3,3) Millionen Tiere, während der Erlös nochmals um 24 (wie i. V.) v. H. auf 545 (440) Mill. RM. anwuchs. Unser Bild zeigt die Mannschaft des FC. „Teutonia" Watzenborn- Steinberg, die am vergangenen Sonntag nach hartem Kampf gegen die Elf der Spielvereinigung 1900 Gießen die Bezirksmeisterschaft erringen konnte. In vielen erfolgreichen und in vielen harten Kämpfen hat sich die Mannschaft den Titel verdient gesichert. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) lustlose Haltung. Die Aktienkurse waren größtenteils ohne Umsatz, jedoch wenig verändert. Von Autowerten gingen BMW. weiter zuruck auf 147 (148), auch Adlerwerke kaum behauptet mit 105,25 (105,50), dagegen Daimler unverändert 133,75. Von Bergbauaktien bröckelten Buderus und Deutsche Erdöl je 0,25 v. H. ab auf 104,25 bzw. 123,25, bereinigte Stahl gut gehalten mit 109,65 (109), daneben Mannesmann 109, Rhemstahl 135 und Laurahütte 13,25. In der chemischen Gruppe verloren IG. Farben 0,25 v. H. auf 148,75, Scheide- anstalt unverändert 203,50, ebenso Bemberg mit 133,75. Sonst notierten u. a.: Rheinmetall 130 (130,50), Junghans 94,75 (95), Kaufhof 10350 (103,65), Gesfürel 135 (134,25), Demag 145,50, Feinmech. Setter 93,50, Metallgesellschaft 115, DDM. 180, Schöfferhof 184. Am Einheitsmarkt stiegen Schramm Lack bei einigem Umsatz um 3 v. H. atst 160. Am Rentenmarkt gingen NeichsaltbeNtz zu dem erholten Mittagskurs von 130,13, 4»/- v. H. Stadt Wiesbaden mit 98,13 (98) und Kommunal- Umschuldung mit 93,30 um; 6 v. H. IG. Warben unverändert 120,75, ebenso Reichsbahn - Vorzugs- Iglo ri ti GIESSEN*MÄUZBUR GIG 1655 A 9 Photo — Kino i65oA Kreuzplatz i)t den,. Dam. 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März 1939 Ön der heutigen Dormittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 20 000 RM. 83973 2 Gewinne zu 10 000 RM. 88615 ' 2 Gewinne zu 5000 RM. 376250 « ______ 6 Gewinne zu 3000 RM. 97720 185085 389277 12 Gewinne zu 2000 RM. 34796 60173 127968 144383 148676 345826 _____ 82 Gewinne zu 1000 RM. 18311 19933 39933 46462 50004 69454 73926 76330 80573 92862 108292 109150 112887 115918 143772 150092 155786 158186 176146 178208 196268 196496 200414 221900 222690 228094 242627 263701 289978 291021 296424 298655 305332 306860 342742 346073 352353 358604 364330 391283 102 Gewinne zu 500 RM. 18354 __21753 37500 38133 42556 43962 44292 63502 70905 72988 98402 109731 113863 117945 133403 134659 135729 150660 152993 177905 192446 197529 201057 205308 30557 69560 126679 175957 210264 279621 300364 314609 367008 302104 308128 323267 340273 390154 394937 312755 355920 395125 313289 363891 313291 364745 236 Gewinne zu 300 RM. 2 9027 11794 16260 17939 19459 23191 26758 33787 34180 35624 38052 40533 42146 42232 43665 45806 46243 47345 47861 49479 49559 59680 63475 68671 72114 76773 77587 83357 85512 87038 90878 91604 91665 102706 106764 110355 113447 122590 131581 136773 140410 140636 141060 150841 153421 154122 154852 155667 158979 159152 59430 166170 170346 176575 181726 189961 193638 196700 220009 220154 221039 222238 228956 230481 240285 241647 242077 242574 244392 249059 251948 252714 262526 263025 266712 270421 270628 272341 273244 275104 276594 280066 281607 284729 286082 288485 294386 295005 298821 301383 308048 308807 315469 322312 323170 333104 339718 340121 340337 340657 344569 346025 351082 354514 361789 365538 371855 374025 378519 378815 380842 383477 383809 385796 388331 392591 398713 Auherdcm wurden 4556 Gewinne zu ie 150 RM. gezogen. Ön der heutigen Nachmiuagsziehung wurden gezogen 4 Gewinne zu 5000 RM. 115719 213354 " 6 Gewinne zu 3000 RM. 26568 1 77602 239892 10 Gewinn«^ 2000 RM. 9417 241450 320646 48 Gewinne zu 1000 RM. 4187 67394 .73765 99797 105460 110854 128563 157002 160485 168701 187818 226624 235108 243307 252996 262279 286134 319313 319971 325467 355765 Z^vGew^??zuRM. 6828 17746 31228 44617 44735 49048 55536 61344 70630 79225 90853 105406 118577 121795 123538 125316 129312 131339 138702 168691 178357 210829 220987 252363 252390 258532 259662 260001 267509 281659 295497 306212 308480 308897 321118 326757 r 336912 339321 357763 366186 369451 370019 383838 395787 398171 176 Gewinne zu 300 RM. 432 481 7872 13089 15318 21006 24440 31280 31570 32634 40069 43949 46981 54603 64487 65508 68385 72290 83317 89679 92519 93029 98495 108732 109418 117675 120093 122208 124773 125616 125662 129144 135084 139443 141122 143120 143278 45028 148412 153500 153772 159703 161436 85946 191741 192896 194392 206887 207236 214477 214958 216025 218992 226872 227824 228900 231433 233602 234804 235360 261531 269283 278696 284978 287598 290175 295930 299270 306140 307696 312035 320122 321752 322057 323012 325614 325623 339045 346829 350878 355842 358224 358339 361536 362169 372811 384496 395321 Auheidem wurden 3666 Gewinne za je 150 RM. gezogen. 3m Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne ?u je 1 000 000 NM, 2 zu se 30 000, 8 zu je 10 000, 8 zu se 5000, 10 zu se 3000, 36 zu se 2000, 110 zu je 1000, 150 zu je 500, 364 zu je 300, 6310 zu je 150 NM