Nr. 182 Erstes Blaff 189. Jahrgang Montag, r. August 1939 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Prüft und Verlag: Srühlsche UniversitStsdruckerei R. Lange in Sietzen. Schristleitung und SeschSstrftelle: Schulstratze 1 Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer vis8V»Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Tert- anzeigen von 70 m m Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg.25°/, mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-. Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder., Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Erschein! tüg ltch, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Sezugsprels: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr . . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: 8rantfurt am Main 11688 Es letzte der die Generaldirektor Koppenberg dankte dem Generalfeldmarschall im Namen Gefolgschaft und gab die Versicherung ab, daß Dessau, 6. August. (DNB.) Am Samstag besuchte Generalfeldmarschall Göring überraschend das Hauptwerk des Junkers-Großkonzerns in Dessau und unterzog die ausgedehnten Anlagen dieser Werke einer mehrstündigen eingehenden Besichtigung. Der Jubel der 8000 Arbeiter und Arbeiterinnen um Hermann Göring war groß. Aus Anlaß der spontanen und eindrucksvollen Kundgebung sprach sau findet in der Londoner Presse starke Beachtung. Die Blätter veröffentlichen mehr oder we- Niger lange Auszüge und bezeichnen die Ausführungen Görings als Warnung an England. Insbesondere wird hervorgehoben, daß Deutschland sich seine lebenswichtigen Rechte nicht streitig machen lasse und daß die Verantwortung für die Erhaltung des Friedens auf England ruhe. Jede Drohung, Deutschland wieder zu blockieren und an den Hunger zu bringen, wird ein zweites Mal unmöglich gemacht werden. Dafür wird die deutsche Luftwaffe sorgen und nicht zum letzten auch der große Vorrat an Brotgetreide. den wir in Deutschland gestapelt haben. Zum Abschluß möchte ich sagen: Wir wollen nicht den Krieg, ich kenne ihn und weiß, daß er die gewaltigste Verantwortung bedeutet, die ein Staatsmann auf sich nehmen kann. Wenn wir trotzdem so fieberhaft rüsten, dann, um den Kampf, der uns aufgezwungen wird, siegreich zu bestehen. Wir werden uns in Zukunft kein Lebensrecht mehr streitig machen lassen. Ans imponieren weder Drohungen noch Liebesbriefe. Ich wollte euch danken und euch bitten, weiter euren guten Mut zu bewahren und euer Herz mit Zuversicht zu erfüllen. Ich bin heilig überzeugt, gelingt uns das eine, die Volksgemeinschaft durch alles hindurchzuretten, so sind wir unüberwindlich. Da liegt unsere Stärke. Wenn wir Deutsche einig waren, waren wir immer siegreich, geschlagen wurden wir nur, wenn im eigenen Land die Zwietracht auftrat. Und daß wir uns zu dieser Geschlossenheit durchgerungen haben, das ist die größte Tat und unsere größte Machtposition. So wollen wir weiterhin im Vertrauen zueinander stehen. Ich habe zu euch ein blindes Vertrauen und bitte euch, dies Vertrauen auch zu mir zu haben. Junkerswerke ihrem Namen jederzeit Ehre machen werden und dies durch die Tat beweisen wollen. Mit Sieg-Heil auf Führer und Feldmarschall und den Liedern der Nation wurde die Kundgebung geschlossen. Unter tosendem Jubel begleiteten die Arbeiter ihren Hermann Göring bis zum Werksausgang. Generaldirektor Koppenberg begleitete anschließend den Generalfeldmarschall an Bord der „Karin II" zu einem längeren Vortrag über die Ju 88 und über andere neue Flugzeuge des Junkers- Großkonzerns. Starke Veachtuna in London. London, 7. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die Rede des Generalfeldmarschalls Göring in Des- her Feldmarschall: ist nun schon einige Jahre her, seit ich das Mal zu euch sprechen konnte. Diese Jahre „Oie Maginotlinie -er Wiegen." Wird Frankreich eine Großmacht bleiben? Von unserem Dr. W.-Miiarbeiter. Strang kehrt zurück. London sucht eine neue Formel. London, 7. Aug. (DNB. Funkspruch.) Während die britisch-französische Militärmission sich auf dem Wege nach Leningrad befindet, wird in London eine „neue Formel" ausgearbeitet. Die „Times" schreibt, man hoffe, daß es mit dieser Formel endlich gelingen werde, eine Einigung unter den drei Mächten über die Definition des „indirekten Mgriffes" zu erzielen. Nach einer Reuter-Meldung aus Moskau verläßt Strang am Montag im Flugzeug Moskau, um sich nach London zurückzubegeben. Strang habe Grund, auf die Ergebnisse seiner Tätigkeit stolz zu sein. (!?) „New Ehronicle" glaubt aus Moskau berichten zu können, daß Strangs Abreise vor dem Paktabschluß keinerlei Optimismus hervorgeru,er medizinischen Fakultät der Sorbonne in einer kürzlich von ihm veröffentlichten Schrift „Les kvortements Mörtels" auf jährlich eine Million Zölle geschätzt wird. In den Tagen internationaler Spannung, die die Welt gegenwärtig durchlebt, sind in Frankreich aller Lugen auf die Landesverteidigung gerichtet, und «Lrade die Notwendigkeiten der Landesver- ueidigung sind es, die die Franzossn erkennen iissen, daß die ererbten Rezepte für die.Staatsfüh- iiung und die Führung des persönlichen Lebens nicht nehr ausreichen. Das Bewußtsein, daß sich Fran k - mch seit Jahrzehnten mehr und mehr in ein Iltersheim verwandelt, wurde diesseits des Rheins zwar nicht gerade gern vermerkt, hatte aber m Grunde genommen bisher doch niemand gestört; ne Aussicht aber, daß eine weiter rückläufige Bevölkerungsentwicklung in ein paar Jahren dazu ühren muß, daß Frankreich seinen jungen und kinderreichen Nachbarn nicht mehr die genügende Zahl Soldaten zur Verteidigung seiner Grenzen ent- segenzustellen vermag, hat die Meinung aufkom- en lassen, daß der einzelne nicht mehr ausschließ- vch bestimmen darf, wieviele Kinder geboren voerben. Obwohl die ganze Ideologie der Dritten Republik auf den Schutz und die Förderung der Einzelpersön- chkeit ausgerichtet ist, hat die französische Regierung Itzt, in erster Linie aus militärischen E r - : ägungen heraus, sich entschlossen, auf dem 28ege der Notverordnung ein umfangreiches iiesetzeswerk zum Schutz und zur Förderung der ijm derreichen Familie, den sogenannten ’-'Ode de Familie“, herauszugeben, der, wie aus den französischen Kritiken sichtbar wird, die äußeren pichen des Stückwerks deutlich an sich trägt, denn bä Förderung der Familie ist niemals allein durch gjsetzgeberische Zwangsmaßnahmen zu erreichen, die immer nur die Kennzeichen des Vorläufigen tragen tröffen, sondern nur durch die freudige Bejahung der Eye und des Kinderreichtums durch die überwiegende I.ehrheit des Volkes. Vst dieser Gesinnungswandel aber in Frankreich Icion eingetreten? Die Gewerkschaften erklären auch Mte noch, daß die kinderreiche Familie den Lebens- ibmbarb des Arbeiters zu sehr herabdrücken würde, urib die Bauern sind in fast allen Gebieten — aus- yinommen einige sehr arme Landstriche — überzeugte Anhänger der Einkinderehe, da der in Fränkisch noch gültige Code Napoleon die Aufteilung des Nachlasses zu gleichen Teilen unter die Erben ver- ngt. Diese Bestimmung wurde von Napoleon derzeit getroffen, um den agrarischen Großgrund- leitz . langsam in ein gesundes, leistungsfähiges II: inbauerntum zu verwandeln. Sie hat aber heute in ihrer praktischen Auswirkung dazu geführt, daß as vor 200 Jahren noch menschenreichste Land Europas vor der Gefahr steht, in hundert Jahren tir Land mit der Bevölkerungsziffer Hollands zu ötrben. 4n Frankreich leben heute 42 Millionen Menschen, hei Millionen von ihnen sind naturalisierte Aus- lirfcer. Auf den Quadratkilometer kommen 76,5 Ein- vchner, während in dem viel weniger fruchtbaren ^kutschland 140 Personen auf dem Quadratkilometer >!l--n. Nach den von amtlicher Seite vorgenommenen Errechnungen können in Frankreich 70 Millionen huschen leicht ihren Lebensunterhalt finden. Der j-tz veröffentlichte „Code de Familie“ soll nicht nur ist; weiteren Abgleiten der Bevölkerungskurve Ein- (il: gebieten, sondern darüber hinaus Frankreich Hitäer zu einem der menschenreichsten Lander Euro- p: machen. Die wichtigsten Teile dieses Gesetzes- Mes, das am 1. Januar 1940 in Kraft tritt, sind trieben und zum Zwecke einer wirtschaftlichen Kräftigung ein System der Preisgerechtigkeit ausgebaut, das das falangiftifche Parteiprogramm verwirklicht und zu einem Schutze des bäuerlichen Betriebes führt. Weiter kommt hinzu, daß die spanische Agrarpolitik bemüht ist, die Kriegsfolgen, die in den landwirtschaftlichen Betrieben innerhalb der früheren Kampfgebiete besonders groß sind, zu beheben. Hierbei spielen vor allem die Pachtgebühren eine Rolle, die in der Kriegszeit nicht gezahlt werden konnten. Durch eine Neuregelung sind jetzt die Rückstände der Pachtzahlungen auf 50 v. H. ermäßigt worden. Nach dieser vorläufigen Regelung wird eine grundsätzliche Reform des landwirtschaftlichen Pachtwesens zur Sicherung der Erzeugung und eines seßhaften Bauerntums in Angriff genommen. Ferner sind um- fasserrde Siedlungspläne in Vorbereitung, um neue Flächen urbar zu machen und neues Bauerntum anzusetzen. Die Viehzucht wird mit allen Mitteln gefördert, und eine umfassende Aufforstung ist vorgesehen, um die Waldarmut Spaniens zu beseitigen. Alle diese Reformpläne der spanischen Regierung lassen eine starke Anlehnung an die deutsche Agrarpolitik erkennen, mit der R. Walther Darr6 seit sechs Jahren das gleiche Ziel verfolgt: Eine lebensfähige Landwirtschaft zu schaffen, da nur ein gesundes Bauerntum die Stellung eines Staates festigt und Grundlage und Voraussetzung einer gesunden Volkswirtschaft ist. Bo. Der Führer gratuliert. B e r l i n , 5. Aug. (DNB.) Zur Geburt einer Prinzessin hat der Führer sowohl Ihrer Majestät der Königin als auch Prinzessin Juliane und ihrem Gemahl telegraphisch Glückwünsche ausgesprochen. Gauleiter Sprenger beim Betriebsappell der OAF.-Gauwaltung. NSG. Auf einem Betriebsappel der Gefolgschafts- Mitglieder der DAF.-Gauwaltung sprach am Samstagnachmittag Gauleiter S p r e n g e r. In seiner Ansprache ging er davon aus, daß die vielseitigen Aufgaben der Volksführung durch die NSDAP, wohl eine Austeilung der Arbeit auf die Gliederungen und Verbände erforderlich gemacht habe, daß aber trotzdem jeder das Ganze sehen müsse. Der Gefolgsmann, der sich an den Reden und dem Buch des Führers jederzeit ausrichten könne, habe seine Treue täglich durch die Tat neu zu beweisen. Jeder hat sich so zu verhalten, wie der Führer will. Dabei gelte es, Kameradschaft und Disziplin richtig miteinander zu verbinden. Generaloberst von Brauchitsch spricht zu Mstungsarbeitern. Berlin, 6. Aug. (DNB.) Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst v. Brauchitsch, wird am Donnerstag, 10. August, einen der großen Rüstungsbetriebe des Heeres, die Rheinmetall- Werke in Düsseldorf, besichtigen. Anläßlich seines Besuches findet ein Betriebsappell statt, bei dem Generaloberst v. Brauchitsch zu den Arbeitern sprechen wird. Diese Ansprache wird auf den Deutschlandsender und die Reichssender Königsberg, Breslau, Böhmen, Graz, München, Stuttgart, Frankfurt am Main-und Köln von 13 bis 13.30 Uhr übertragen. Alle anderen Rüstungsbetriebe des Heeres halten zu gleicher Zeit Betriebsappelle ab und werden die Ansprache des Oberbefehlshaber des Heeres im Gemeinschaftsempfang mithören. Treffen japanischer Botschafter am Comer See. R o m, 5. Aug. (DNB.) Der japanische Botschafter in Rom, S h i r a t o r i, und der japanische Botschafter in Berlin, O s h i m a, trafen sich in diesen Tagen in der Villa d'Este am Comer See. Das Zusammentreffen wird in römischen Kreisen sehr beachtet. Es verlautet, daß die beiden Botschafter Fragen besprochen haben, die die Stellung Japans als Mitglied des Antikominternpaktes zu Deutschland und Italien betreffen. Kardinalproblem für Staat und Bolt. Leistungssteigerung im Kohlenbergbau durch Sondermaßnahmen. «Berlin, 5. Aug. (DNB..) Ministerpräsident Generalfeldmarschall Hermann Göring hat als Beauftragter für den Dierjahresplan den Reichs- amtsleiter Paul Walter zum Beauftragten für die Leistungssteigerung im Kohlenbergbau ernannt. Der fortschreitende Ausbau der Merjahresplan- produktion, die anhaltende Steigerung der Ru- stungsaufgaben sowie die gewaltige Ausdehnung des Verkehrs, die insbesondere seit dem vorigen Jahre eingetreten ist, haben den Kohlenbedarf derart in die Höhe getrieben, daß seine rechtzeitige und vollständige Befriedigung ohne besondere Maßnahmen nicht mehr sichergestellt werden kann. Das Kohlen- Problem ist damit aus dem Rahmen eines reinen Wirtschaftsproblemes herausgetreten und zu einem Kardinalproblem für Staat und Volk geworden. Nachdem im Rahmen des Dierjahresplans die Voraussetzungen für den technischen Ausbau des Kohlenbergbaues bereits geschaffen sind, tritt jetzt vor allem die Aufgabe in den Vordergrund, durch Bereitstellung der fehlenden Arbeitskräfte sowie durch besondere Fürsorge für den schwer arbeitenden Bergmann in gemeinsamer Arbeit mit den Werksleitungen und Gefolgschaften geeignete Maßnahmen zu entwickeln, die eine entscheidende Mehrförderung von Kohle gewährleisten, die für die Fortführung der großen nationalen Aufgaben notwendig ist. Generalfeldmarschall Göring hat dem neuernannten Beauftragten gegenüber besonders betont, wie hoch er die Einsatzbereitschaft des Bergsmannes und sein Derantwortunosbewußtsein anerkennt, und darauf hingewiesen, daß eine möglichst weitgehende Ausdehnung des Bergmannswohnungsbaues, die Sicherstellung einer den vom Bergmann geforderten Leistungen entsprechenden Ernährung und eine besonders nachdrückliche Fürsorge für seinen Gesundheitszustand Gegenstand der Sorge des Beauftragten sein müsse. Der Generalfeldmarschall legt besonderen Wert darauf, daß der Beauftragte seine Auf- Sabe vom Betriebe aus anfaßt, sich also ständig an rt und Stelle einen Ueberblick verschafft und so die Grundlage für seine Vorschläge schafft. Er soll insbesondere auch darauf hinwirken, daß in steigendem Maße leistungsfähige Bergbaumaschinen eingesetzt werden und daß den Gruben genügend Material zur Verfügung gestellt wird. Die Errichtung einer neuen Behörde ist mit der Einsetzung des Beauftragten nicht verbunden, dieser handelt vielmehr persönlich, und zwar in engster Zusammenarbeit mit dem Reichswirtschaftsministerium und den diesem Nachgeordneten Bergbehörden sowie mit de-m Reichsarbeitsministerium und den Behörden der Reichsarbeitsverwaltung. Der Beauftragte bedient sich zur Durchführung seines Auftrages der zuständigen Behörden und hält engste Fühlung mit der Deutschen Arbeitsfront. Paul Walter steht im 40. Lebensjahre. Er ist Auslandsdeutscher und war lange Jahre in einer Großbank tätig. Der NSDAP, gehört Walter seit dem Jahre 1926 an. Seit 1933 gehört er zum engsten Mitarbeiterstab des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley, der Pg. Walter mit verschiedenen leitenden Posten in der Reichsorganisationsleitung und der Deutschen Arbeitsfront betraute. Walter hat sich insbesondere auf dem Gebiete der Leistungssteigerung im Handwerk als Leiter des Deutschen Handwerks einen Ruf geschaffen. Oeutschlanvs Kolonialforderung. Eine nachhaltige Forderung des ganzen Boltes. Dresden, 6. Aug. (DNB.) Mit einer aus Anlaß des Besuches des Schirmherrn der Deutschen Kolonialausstellung 1939 und Bundesführer des Reichskolomalbundes, Reichsleiter Reichsstatthalter General Ritter von Epp, am Sonntagvormittag im städtischen Ausstellungspalast veranstalteten kolonialen Morgenfeier fanden die Veranstaltungen der Ausstellung ihren Höhepunkt. Nach einer musikalischen Einleitung begrüßte Gauleiter Mutschmann Ritter von Epp mit herzlichen Worten. Kitter von Epp gab zunächst seiner Freude darüber Ausdruck, wie das Verständnis für die koloniale Bewegung überall Baden gefaßt habe. Die Dresdener Kolonialaus- tellung trage dazu frei, neue Kämpfer für die koloniale Idee heranzubilden. Das Verständnis für die Notwendigkeit von kolonialem Besitz sei in Sachen, der „Werkstatt Deutschlands", besonders lebendig, denn die Bevölkerung spüre hier den Verlust der Kolonien im besonderen Maße, da die sächsische Deredelungsindustrie zu einem großen Teil auf Ein- und Ausfuhr angewiesen sei. Die Ausstellung ei eine Demonstratton der deutschen Forderung nach „kolonialem Lebensraum, des deutschen Lebenswillens und der deutschen Lebenskraft", sie wolle nicht Käufer, sondern politische Kämpfer werben. Jede der Mächte, die heule unsere Kolonien in Händen hielten, wolle ihre einseitigen Herrschaftsansprüche aufrechterhalten und unserem doppelt so großem Volke den Lebensraum bis zur Unerträglichkeit versperren, obwohl er nach geschriebenem und ungeschriebenem Recht unser Eigentum sei. Es wäre eine Verkennung unserer Aufgaben, wenn wir uns in der Kolonialfrage nicht rühren wollten, bis die anderen Fragen gelöst seien. Die politischen Gegner mühten überzeugt sein, dah es mit der deutschen Forderung nach Kolonien ernst sei und daß sie es mit einer nachhaltigen und nicht mehr abzulehnenden Volksforderung zu tun hätten. Auch in dieser Frage vermöge das Ausland keinen Keil zwischen die Führung und die Volksgemeinschaft zu treiben. Die Dresdener Ausstellung demonstriere wie alle anderen kolonialen Kundgebungen unseren Willen, die noch offenen Fragen zu regeln, unter denen an hervorragender Stelle die Zurückgewinnung unserer Kolonien stehe. „Wir vertrauen felsenfest daraus", rief von Epp zum Schluß aus, „daß der Füh- rerdiesesZiel erreichen wird. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, auf diesem Gebiet dem Führer eine besondere Stoßkraft durch eine starke Kampftruppe zu schenken. „Ölt Krieg gegen England aeht weiter.'1' London, 6. August. (DNB.) Trotz des scharfen Vorgehens gegen die JRA.-Männer geben diese den Kampf gegen England nicht auf. Seit einem Monat hatte man nichts mehr von dem irischen Geheimsender gehört. Jetzt melM „Sunday Dispatch", der Sender sei zum ersten Male seit einem Monat wieder deutlich in England und Irland gehört worden. Der Sprecher habe erklärt: „Der Krieg gegen England geht weiter. England wird sich unser nicht entledigen können. Irland wird frei sein — früher oder später." Einer der am Samstag aus England ausgewiesenen Iren erklärte bei seiner Ankunft in Dublin dem gleichen Blatt zufolge: „In spätestens zwei Monaten werde ich wieder in London sein. Wir haben geheime Befehle erhalten, uns in Irland zu sammeln, England wird uns nicht zum Einhalten bringen." Sank des Landvolkes. B e r l i n, 5. August. (DNB.) In dem Augenblick, in dem das deutsche Landvolk nach einem arbeits- reichen Jahr die Ernte einbringt, hat der Reichs- bauernführer Reichsminifter R. Walther Darrs den an dem in diesem Jahr umfassenden Ernteeinsatz beteiligten Organisationen den Dank des deutschen Land'volkes ausgesprochen. Dem Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, hat Darre zum Ausdruck gebracht, daß Rudolf Heß immer ein aufrichtiger Freund des Bauerntums gewesen sei. Dies ist der Landwirtschaft besonders in den letzten Monaten wieder voll zum Bewußtsein gekommen, als Rudolf Heß sich angesichts des durch die Stadtsucht eingetretenen Landarbeitermangels auch tatkräftig dafür einsetzte, Verständnis für die Notlage des Landvolkes bei allen Parteistellen und in der Oeffentlichkeit zu Erwecken. Mit dem Stellvertreter des Führers haben in erhöhtem Maße die Gauleiter und Parteistellen im Reich den vordringlichen Aufgaben der Landwirtschaft Rechnung getragen. Dem Führer der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Robert Ley, dankte der Reichsbauernführer für seinen Appell an die Betriebssichrer und Gefolgschaftsmitglieder in Gewerbe und Industrie, sich nach Möglichkeit zur Behebung des Landarbeitermangels dem Landvolk zur Verfügung zu stellen. Trotz anderer vordringlicher Arbeiten des Reichsarbeitsdienstes hat Reichsarbeitsführer Hier! fast ein Drittel seiner Arbeitsmänner dauernd zu landwirtschaftlichen Arbeiten eingesetzt. Reichsbauern, führer R. Walther Darrs hat dem Reichsarbeitsführer für diese wertvolle und unentbehrliche Hilfe gleichfalls seinen Dank ausgedrückt. Dem Reichsjugendführer Baldur von Schirach hat der Reichsbauernführer für den erfolgreichen Einsatz der HI. durch die Ausrichtung der jungen Führer auf die Bedeutung der ernährungswirtschaftlichen Aufgaben gedankt. Einen besonderen Dank hat der Reichsbauernführer an die Landdienstgruppen eingeschlossen, die heute schon als eine beachtliche Arbeitshilfe angesehen werden müssen. Reichserziehungsminister Rust hat der Reichs- bauernführer den Dank des Landvolkes für den Aufrvi an die Schüler und Schülerinnen ausgesprochen. Gleichzeitig hat Darre der deutschen Lehrerschaft zum Ausdruck gebracht, daß sie durch die ständige Unterrichtung über Sinn und Wert der Landwirtschaft den Schulkindern die Bedeutung des Landvolkes für die Erhaltung des Lebens unseres Volkes klarzumachen versucht haben. Dem Reichsstudentenführer Scheel dankt der Reichsbauernführer für den Einsatz der studentischen Jugend, die mit Begeisterung auf diesem ihr bisher fremden Arbeitsgebiet eine von Erfolg gekrönte Arbeit leiste. Zahlreiche Frauen sind dem Ruf der Reichs- frauenführerin gefolgt und aufs Land gefahren, um bei der Ernteeinbringung zu helfen. Der Reichs- bauernführer hat Frau Scholtz - Klink mitgeteilt, daß es bi? deutschen Landfrauen dankbar begrüßen, wenn auf diese Weise Stadtfrau und Landfrau sich gegenseitig verstehen lernen und bei den städtischen Frauen Verständnis für das schwere Tagwerk der Landfrauen geweckt wird. Die SA. als alte Kampftruppe der Bewegung hat wie immer besonders in diesem Jahre ihre Einsatzbereitschaft bei der Einbringung der Ernte bekundet. Darrs hat Stabschef Lutze ebenso wie dem Reichsführer ff Himmler gedankt, der in diesem Jahre wieder der ff-Verfügungstruppe Befehl gegeben hat, zur Arbeits- und Erntehilfe in der Landwirtschaft bereitzustehen. Nicht zuletzt brachte der Reichsbauernführer dem Generaloberst von Keitel zum. Ausdruck, bafc die althergebrachte Verbundenheit zwischen Wehrmacht und Bauerntum sich auch in diesen Wochen, in denen das deutsche Bauerntum in schweres Ernie- arbeit steht, neu bewiesen hat. Durch Beurlaubungen und Bereitstellungen an Wehrmachtskommandos schon bei den Bestellungs- und Pflegearbeiten sowie jetzt bei der Bergung der Ernte sei diese Schicksalsverbundenheit erneut bewiesen worden. Hallo — Baby! Von Werner Schumann. Ihr meint gewiß, nur Straßenbahnen, Autos, Motorräder und jene Mammuts, denen die übrigen Fahrzeuge respektvoll ausweichen, beherrschten die Straßen der Großstadt. Sind es aber nicht auch manchmal ein Wellensittich, eine altmodische Kutsche oder ein Maultiergespann, die unversehens das Leben der Straße auf sich ziehen? Und warum sollte es nicht einmal ein kleiner, unscheinbarer Kinderwagen sein? Er war freilich nur so lange unscheinbar und unbeachtet, als er gehorsam vor dem Schaufenster der Metzgerei stand. Bis es ihm plötzlich einfiel, sich in Bewegung zu setzen. Mutter, seine Hüterin, hatte ihr Augenmerk gerade auf die Zervelatwurftscheiben gerichtet, die sich säuberlich unterm Messer schichteten, als der Ausreißer schon das Freie gewonnen hatte und bald mit wachsender Geschwindigkeit — denn die Straße war stark abschüssig — abwärts zuckelte. In dieser herzklopfenden Mittagsstunde, da das weiße Vehikel unaufhaltsam die absinkende Bahn hinunterrollte, war die Straße menschenleer. Das Wägelchen ruckelte und schwankte zuweilen; aber es stürzte nicht. Es sauste in stummer Fahrt dahin. Die Straße hielt den Atem an. Weiß in ihrem Schrecken stand die junge Mutter vor dem Laden, Angst und Entsetzen sprengten ihr fast die Brust. Vielleicht schrie sie, während sie dem enteilenden Gefährt, das ihr Kind barg, nachstürzte, nach einer hilfreichen Hand, doch es hörte sie niemand, und niemand vermochte auch ihr in diesem entscheidenden Augenblick den Wagen zum Stehen zu bringen. Die Leute indessen in ihren Fenstern, die dies alles, zur Untätigkeit verdammt, erlebten und um Mutter und Kind bangten, sie machten sich mit Schrecken klar, daß ja die Straße unten eine ziemlich scharfe Kurve nach rechts nahm und folglich der Wagen zwangsläufig vom Bürgersteig auf den Fahrdamm schleudern und so — wenn nicht ein Wunder geschieht — geradeswegs in die Katastrophe rollen würde. Da brummte ein Fernlaster um die Ecke. Keuchend stampfte er die Straße hinauf. Der Zwerg aber saust dem Ungetüm entgegen, der kleine führerlose Kinderwagen den alles zermalmenden Rädern des Riesen. Es sind Sekunden, zu errechnen, wann das Unglück eintreten müßte. Doch heimlich irgendwo wartete das Wunderbare, bereit, den Schatten zu verscheuchen, den das Schicksal so bedrohlich geworfen hatte. Die Bremsen des Fernlasters kreischten auf, das Ungetüm stand, vom Führersitz sprang ein junger Mann, eilte mit langen Sätzen dem Kinderwagen entgegen, und ehe noch die vor Erregung und Freude weinende Mutter zur Stelle war, hielt er auch schon mit strahlender Miene das zarte Kindchen hoch. „Hallo— Baby! Gelt, die Sache hätte leicht schief gehen können!?" Und siehe, es lächelte wahrhasttg auch das ahnungslose Geschöpf, das da zufrieden und still und selig im Arm des fremden Mannes lag, es schrie nicht, nein, es lächelte wie in holdem Einverständnis in das sommerbraune, verschwitzte Gesicht des braven Retters, der nun das Bündelchen Glück, allen überschwenglichen Dank mit einer Handbewegung ablehnend, der noch zitternden Mutter zurückgab und dann seine Straße weiterbrauste. Moderne Blickrichtung in der Photographie. Von August Wagner, Lich. Wenn man heute einmal in Zeitschriften und Büchern Bilder aufmerksam durchsieht, wind man immer wieder die Feststellung machen können, daß die Blickrichtuna bei der Aufnahme eine entscheidende Rolle gespielt hat. Immer häuftger treffen mir Ausnahmen an, die entweder von unten aus der Froschperspektive oder von oben aus der Vogelperspektive gemacht wurden. Dor zehn Jahren hätte es beileibe niemand wagen dürfen, etwa „stürzende Linien" in seine Bilder zu bringen, es sei denn, er hätte damit einen photographischen Scherz machen wollen. Wenn sich nun diese neue Art der Bildgestaltung so allgemein durchgesetzt hat, so liegt dies einmal daran, daß die moderne Photographie überhaupt eine Wandlung durchgemacht hat, insofern nämlich, als es ihr heute weniger darum zu tun ist, den Gegenstand an sich photographisch zu erfassen, als vielmehr darum, sein Wesen zu ergründen und so dem Bild einen gedanklichen Inhalt zu geben. Ein weiterer Grund für das schnelle Vordringen dieser neuen Bildauffassung mag aber auch der zur gleichen Zeit zum Durchbruch gekommene Gedanke gewesen fein, daß eine Einzelheit mitunter mehr von dem Wesen eines Gegenstandes aussagen kann, als seine Gesamtansicht. Hier mag es vielleicht gerade der Film gewesen sein, der auf die Lichtbildkunst anreaend und fordernd gewirkt hat. Der entscheidendste Faktor war aber wohl der Siegeszug der Kleinkamera; denn erst diese ließ es zu, die Blickrichtuna des Objektivs genau wie die des Auges nunmehr in natürliche Bahnen zu lenken. Betrachten wir zunächst „die Blickrichtung von unten". Diese kommt der modernen Bildgestaltung, die ja, wie oben erwähnt, darauf zielt, einen Gegenstand auszudeuten, besonders entgegen, indem sie nämlich den Gegenstand von einem unruhigen Hintergrund loslöst und ihm durch ein Anwachsen gegen den Himmel Wucht und Kraft verleiht. Das Beispiel eines Fahnenträgers der Wehrmacht mag das Gesagte verdeutlichen. Diese Aufnahme würde, da der Fahnenträger aur Parade niemals allein steht, aus der Linienperspektioe photographiert, mit viel unnützem Beiwerk belastet werden, nimmt man ihn dagegen mit tiefem Blickpunkt auf, dann ist es möglich, ihn allein darzustellen, und nun mag er als der Fahnenträger schlechthin gelten. Das Bild des Fahnenträgers ist damit zum Symbol einer Idee, eines Glaubens geworden. Oder man will an einem alten Stadtturm die Idee des Historischen ausdrücken. Dann wird man ihn von seiner modernen Umgebung loslösen müssen und ihn so auf die Platte bringen, wie ihn Generationen schon Jahrhunderte vor uns gesehen haben. Andererseits lassen sich aber auch moderne tech- msche Anlagen wie Fabrikbauten, himmelstürmende Schlote, Eisenhämmer und Schmiedepressen sowie Schiffbauten durch dieses neue Mittel der Bildgestaltung wirkungsvoll zum Ausdruck bringen. Selbstverständlich läßt sich die Froschperspektive so gut wie auf Menschen, auch auf Tiere anwenden, nur treten dort oft, da es sich in den meisten Fällen um Längskörper handelt, perspektivische Verzeichnungen auf. Es ist daher zweckmäßig, nur Details, roie beispielsweise Pferdeköpfe, in dieser Form darzustellen. Vorsicht muß man in dieser Hinsicht auch in der freien Landschaft walten lassen. Nicht jeder Baum verträgt diese moderne Bildauffassung, vielmehr wird es auch hier immer auf günstige Begleitumstände in der Umgebung ankommen. Wenden wir uns nun der „Blickrichtung von oben zu. Wir wollen dabei von Flugbildern absehen und nur die betrachten, die uns in unserem "“jag auffallen. So wird man im allgemeinen Auf- ficpten haben: von Häusern herab, von hohen Treppen, von Brücken und von Bergen, um nur einige Beispiele zu nennen. Natürlich hat der Mensch auch schon in der Ebene die Möglichkeit, auf andere herabzusehen, und so besitzen wir gerade schöne Kinder- und Strandaufnahmen, die auf diese Weise zustandegekommen sind. Im allgemeinen sind die Motive jedoch Straßenszenen, meist vom Balkon aP.5 ausgenommen, oder Marktszenen. Auch tech- msche Bilder sind darunter, besonders solche, die in aroßen Fabrikanlagen mit ihren riesigen Maschinenhallen geschaffen wurden. Diese Art der Blickrichtung wird man immer dann wählen, wenn es gilt, einen ganzen Vorgang zu erfassen, denn genau so, wie die Froschperspektive den Gegenstand heraushebt und vergrößert, in demselben Maße wird der Gegenstand, von oben gesehen, verflacht und „erdrückt". Will man beispielsweise eine Reiterattake aufnehmen oder eine Werkaufnahme Herstellen, die das Ausladen von Säcken zum Gegenstand hat, so sind diese Vorgänge in ihrer Gesamtheit gar nicht anders aufzunehmen als aus der Vogelschau. Um einen besonderen Effekt zu erzielen, wird man hier mitunter auch das Gegenlicht benutzen,, denn dazu ist die Aufsichtsphotographie wiederum besonders geeignet, da der bei Gegenlicht stets störende weiße Himmel auf diese Weise wegfällt. Eine Besonderheit hat allerdings auch diese Art der Blickrichtung. Vielfach fehlt nämlich bei diesen Bildern die räumliche Tiefe. Dies ist auch der Grund, weshalb sie für Landschaftsaufnahmen nur in begrenztem Maße zu verwenden ist. Man wird sich hier manchmal mit einem betonten Vordergrund helfen können. Wo dies aber nicht möglich ist, wird das Bild dann durch glückliche Linienführung, wozu Wege sehr dienlich fein können, mehr in der Fläche als in der Tiefe wirken müssen. Rückblickend wird man sagen können, daß diese neue Art zu „sehen" manche überraschende Möglichkeit, von der man früher keine Ahnung hatte, der Photographie erschlossen hat. Man wird auf diese Weise von einem Gegenstand oft eine Bild- auffaffung geben können, die zum mindesten originell genannt werden darf. Dies wird einem um so leichter fallen, als die Blickrichtung von oben ober von unten vielfach sogar die natürliche ist. Allerdings wird man auch hier immer daran festhalltit müssen, daß ein Bild keine Rätsel auf geben darf. 3n diesem Falle wird es deshalb besser sein, wenn man auf die neue Art der modernen Bilügestaltung verzichtet. „Darüber spricht man nicht.'' Die kleine Annemarie ist ein liebes Kind, nur hat sie die Angewohnheit, alles auszuplaudem, was in Der Familie vorgeht. „Du mußt dir das abgewöhnen, mein Kind", sagt die Mutter. „Nimm dir mal die kleine Inge zum Vorbild! Wenn von der jemand etwas erfahren will, dann sagt sie einfach: .Darüber spricht man nicht!'" Annemarie gelobt, sich zu bessern, und schon am folgenden Tag kommt sie freudestrahlend zur Mutter. „Heute war ich sehr brav, Mutti. Herr Dr. König war hier und wollte wissen, wo du wärst. Und da habe ich ihm geantwortet: .Darüber spricht man nicht.'" („Berliner Jllustrirte".) 1 Denke daran - handle danach: lOTOClOnt wirkt abends am besten! Vluff aus WA. London, 7.August. (Europapreß.) Nach hier us Washington vorliegenden Meldungen gab am Sonntag Senator Key Pittman, der Vorsitzende :>es Senatsausschusses für auswärtige Angelegen- iciten, eine Erklärung zu den Beziehungen der Ze reinigten Staaten mit Japan ab. Zittman betonte, die Wiederherstellung sreundschaft- Icher Verhältnisse sei noch möglich. ’ Wenn jedoch ,apan seine Haltung gegenüber den amerikanischen Rechten in China nicht ändere, werde der Kongreß 'em Präsidenten Roosevelt Vollmachten zu „Vergeltungsmaßnahmen" geben. Die Ver- raugten Staaten hätten nicht die Absicht, die geue Ordnung in Asien, wie Japan sie sch vorstelle, anzuerkennen. Kammernachwahl bestätigt Abkehr von der Volksfront. Haris, 7. Aug. (Europapreß.) Bei einer Nachwahl zur Kammer, die am Sonntag im Wahlkreis La-Tour-de-Pinet in der Dauphine abgehalten wurde, wurde der antimarxistisch eingestellte radikalsozialistische Bewerber mit der Unterstützung der Sozialpartei des Obersten de la Rocques gegen den sozialistischen Kandidaten gewählt. Bei der Wahl im Jahre 1936 war der inzwischen verstorbene radikalsozialistische Kandidat im Zeichen der Volksfront mit Unterstützung der Sozialisten gewählt worden. Die Stimmenzahl der Kommunisten in diesem Wahlkreis ist von 1980 auf 780 zurückgegangen. polnische Anmaßung in Danzig. Haltlose Gerüchte als Mittel der polnischen Politik. Danzig, 7.August (DNB.) Aus zuverlässiger Quelle wird mitgeteilt: In den Morgenstunden des atzten Samstag hat der diplomatische Vertreter bt Republik Polen in Danzig, Minister C h o ° la ck y, zuerst telephonisch, dann schriftlich die Danaer Regierung in einer ungewöhnlichen und über« surzten Form von einem angeblich umlaufenden Gerüdjt in Kenntnis setzen wollen, demzufolge die cusführenden Organe der Danziger Zollverwaltung l-absichttgen, sich vom 6. August um 7 Uhr ab ! r Ausübung der Kontrollfunktionen durch einen c wissen Teil der polnischen Zollinspek- joren zu widersetzen. Die Danziger Stellen waren vcht nur über die ungewöhnliche Form der für V überraschenden Mitteilung, sondern auch über hn Inhalt des ihnen bis dahin unbekannten Gerichtes erstaunt. Umso unverständlich waren für die ixmjiger Regierung die Schlußfolgerungen, die in hm Briese des polnischen diplomatischen Vertre- 1T5 aus der Anfrage lediglich über ein unkon- tvlliertes Gerücht gezogen wurden. Die schriftliche Anfrage Polens über das eben zitierte angebliche drückst wurde nämlich in eine im diplomatischen ^rkehr nicht übliche ultimative Form ge- j k idet und enthielt u. a. die Drohung, daß die pol- r che Regierung unverzüglich Vergeltungsmaßnah- i ir*n gegen Danzig anwenden will. Die Danziger Regierung sah sich außerstande, auf ds Schreiben des diplomatischen Vertreters Polens friort einzugehen, da H. das angeführte Gerücht aufarund amtlicher ftftftettungen sich als unzutreffend erwies, 2. der Ton des Schreibens von der Danziger 9 gierung als eine Unverschämtheit ange- s »en wurde und 3. die Danziger Regierung es grundsätzlich nicht f.r nötig hält, von polnischer Seite gestellte und mit ÜL o h u n g verbundene Termine im Briefwechsel rizuhalten. 1 Wie wir hören, führt man an zuständiger Dcm- ’ijer Stelle die ganze Angelegenheit auf die wohl- ■ eerlegte Propaganda zurück, Panik zu er- l u g e n und den Versuch zu machen, die Danziger lyaierung aus ihrer Ruhe herauszulocken. Wie ltchtsinnig und bewußt alarmierend polnische Men operieren, geht auch daraus hervor, daß sünische Beamte in Danzig von höherem Ort An- rirrfung erhalten haben, wegen augenblicklicher Ge- frir ihre Familien außerhalb Danzigs in Sicherhit zu bringen. Es wird in sonst gut unterrichteten Danziger Kü-sen angekündigt, daß die Danziger Regierung ini ihrer Antwort den diplomatischen Vertreter Polens auf fern eigenartiges Verhalten aufmerksam mchen und dabei zum Ausdruck bringen wird, daß N, Schreiben lediglich auf einem unzutreffenden @a?üd)| basiert und deshalb der ungewöhnliche Ton irD die unerhörten Drohungen mit aller Ent- sitsedenheit als absolut unpassend zurückzuweisen fi:D. Son zuständiger Danziger Seite wird es als eine ir dieser augenblicklichen Situation besonders ge= ieirliche Provokation auf gefaßt, wenn in kirem ultimativen Schreiben des diplomatischen I.Ttreters Polens die Bewaffnung und Uniformierung aller bisher zivilen und unbewaffneten polnischen Zollkontrolleure angekündigt wird. Unabhängig von der Erledigung des von polnischer Seite mißbrauchten angeblichen Gerüchtes wird, wie wir hören, die Danziger Regierung mit dem Vertreter Polens wegen der grundsätzlichen Klärung der Zuständigkeit polnischer Zollkontrolleure in Verhandlung eintreten. Bei dieser Gelegenheit wird unseres Wissens noch einmal zum Ausdruck gebracht werden, daß sogenannte Zollinspekteure, die sich nachweislich ntit anderen als sachlichen Zöllsragen befassen, von Danzig für Öen Dienst als Organe der Ueberwachung der Tätigkeit von Beamten der Danziger Landeszollverwaltung nach wie vor nicht anerkannt werden. polnische Schaumschlägerei. Warschau, 6.August. (DNB.) Anläßlich der 25-Jahrfeier des Ausmarsches der ersten polnischen militärischen Organisationen zum Kampf um die polnische Unabhängigkeit, der bekanntlich an der Seite der deutschen und österreichischen Truppen gegen das zaristische Rußland geführt wurde, hielt Marschall Rydz-Smigly am Sonntag in Krakau vor Vertretern zahlreicher halbmilitärischer Verbände und Organisationen eine Ansprache, in der er den hinlänglich bekannten polnischen Standpunkt in der Danziger Frage erneut darlegte. Nach einem pathetischen Appell an die Vaterlandsliebe versicherte der Marschall, daß Polen gegen niemanden aggressive Absichten hege (?). Es bestehe aber auch kein Zweifel darüber, daß Polen jeden Versuch der unmittelbaren oder mittelbaren Antastung seiner Interessen und Rechte und der Würde des Staates zurück- weisen werde. Unter den Nationen habe Polen Freunde, die Polens Standpunkt verständen und ihr Verhältnis zu Polen geregelt hätten. In der Frage Danzig wärmte Marschall Rydz-Smigly die alte abgegriffene Phrase von der „Lunge des polnischen Wirtschaftskörpers" wieder auf und erklärte, Polen habe in klarer und unzweideutiger Weise seinen Standpunkt präzisiert. Anschließend begab sich Marschall Rydz-Smigly in die Wawel-Kathedrale, wo er an der Gruft Marschall Pilsudskis das Andenken des Neugründers des polnischen Staates ehrte, dessen politisches Vermächtnis von den jetzt regierenden Kreisen in Polen so leichtfertig mißachtet wird. An einer darauffolgenden Parade beteiligten sich außer militärischen Formationen zahlreiche Abordnungen halbmilitärischer Verbände und verschiedener politischer Organisationen, die dem Lager der „Nationalen Einigung" nahestehen. Bezeichnend für die angebliche „Einigkeit" des polnischen Volkes ist die Tatsache, daß die Blätter der Rechtsopposition, vor allem der „Dziennik Naro- dowy", das Hauptorgan der nationaldemokratischen Partei, nicht einmal mit einer Notiz auf die Krakauer Veranstaltung Hinweisen, wie denn auch an der Kundgebung selbst keinerlei Abordnungen der rechtsoppositionellen Parteien und Organisationen teilnahmen. Aus aller Welt. Furchtbares Autobusunglück bei Potsdam. Dolsdam -Babelsberg, 6.Aug. (DKB.) fci furchtbares Unglück hat eine ganze Stadt in fit« Trauer verseht. Mitten im belebtesten Verkehr rröe ein Omnibus der Stadt Potsdam, der mit Mreichen Fahrgästen beseht mar, von einem in toiler Fahrt befindlichen Güterzug gerammt, 300 Mer milgeschleift und vollkommen auf gespießt. Je« Unglück hat bisher elf Todesopfer ge- fwerl. Die Zahl der Verletzten betragt 12. .'öer Stadtomnibus überquerte im Ortsteil Ba- &en Schienenstrang, als aus entgegengesetzte kRichtung — nach dem Bericht von Augenzeugen -mn Guterzug in voller Fahrt herangebraust kam. 2e mit etwa 20 Personen besetzte Omnibus wurde Di der Lokomotive erfaßt, vollständig zertrümmert in diesem Zustande noch etwa 3M) Meter weit n'-nieschleift. Dann erst gelang es dem Lokomotiv- 'Per, den Zug zum Stillstand zu bringen. Hilfe •ft sofort von allen Seiten herbei. Die Rettungs- aciiten wurden geleitet von dem geschäftsführenden 'Pcidenten des Deutschen Roten Kreuzes, ^-Bri- «djführer Dr. Grawitz. In mühevoller Arbeit 1 kni ten die Schwerverletzten und die ihren Ver- ' langen erlegenen Fahrgäste geborgen werden. * fthn der Polizei und Feuerwehr beteiligte sich • t.i ein großer Teil der Bevölkerung an den Ret- • hisarbeifen. Die Ermittlungen zur Klärung der khlldfrage wurden bis in die Nacht zum Sonn- 1 k) ^fortgesetzt. Der Schrankenwärter, der an dem &lnübergang Dienst tat und die Schranken vor- H'ii geöffnet hatte, ist verhaftet worden. Mainfranken-Fahrt des „Graf Zeppelin". dis Luftschiff „Graf Zeppelin" ist am tttntag zu feiner Mainfranken-Fahrt gestartet. Es UI über Aschaffenburg, Bad Kissingen, Schwein- utmach Würzburg. Don dort startete es zur Heim- kn und landete abends im Luftschiffhafen Rhein- Großartiger Erfolg der Rundfunkausslellung. Die 16. Große Deutsche Rundfunk- und Rundfunk-Ferns eh-Aus st ellung schloß am Sonntag ihre Pforten, nachdem während der zehntägigen Dauer 320 000 Menschen die Drehkreuze passiert hatten. Die 17 Tage dauernde vorjährige Ausstellung sah rund 360 000 Besucher. Dem großartigen Besuch entsprechend waren die Geschäfte der Aussteller, deren Produktton auf lange Zeit ausverkauft ist. Die Ausstellung kann also als verheißungsvoller Auftakt für das neue Rund- funkjahr angesprochen werden. Deutsches Flugzeug in Spanien verunglückt. Berlin, 5. Aug. (DNB.) Das Flugzeug D- AUJG „Hans Wende", das gestern mittag einen außerplanmäßigen Flug zwischen Barcelona und Madrid ausführte, hat seinen Zielhafen nicht erreicht. Es wurde sofort eine Suchaktion eingeleitet, die zur Auffindung der zerstörten Maschine bei Hospitalet führte. Die an Bord befindlichen Fluggäste, Oberst o. Scheeler und das Ehepaar Kirschner, ferner die Besatzung Flugkapitän Mack, Funkermaschinist Beßmann, Flugzeugfunker Hänsel und der Monteur Bartsch kamen hierbei ums Leben. Frauenmörder hingerlchlel. Berlin, 5. August. (DNB.) Am 5. August 1939 ist der durch Urteil des Schwurgerichts in Freiburg ÜB. wegen Mordes zum Tode verurteilte Friedrich Reinhard Scherzerhingerichtet worden. Scherzer hat zwischen Nimburg und Eichstätten seine Braut in die Hochwasser führende Dreisam gestoßen, weil er ihrer überdrüssig war. Drei Arbeiter im Neckar ertrunken. Drei an einem Tiefbagger beschäftigte Arbeiter sind bei Neckar-Tailfingen auf der Heimfahrt von der Arbeit aus einem Kahn in den zur Zeit hochgehenden Neckar gestürzt und, da sie nicht schwimmen konnten, ertrunken. Ein vierter konnte sich ans Ufer retten. Die Leichen konnten noch nicht geborgen werden. Zwei Arbeiter durch ausslrömendes Gas getötet. Bei Reparaturarbeiten in einem Gasreiniger der Siegener Hüttenwerke kamen zwei Arbeiter durch ausströmendes Gas zu Tode; fünf weitere mußten mit Gasvergiftungen in ein Krankenhaus gebracht werden, doch befinden sie sich außer Lebensgefahr. Zwei Verkehrsunfälle bei Wien fordern 6 Todesopfer. In Guntramsdorf unweit Baden bei Wien ereignete sich ein Autounglück. Der Lenker eines Lastkraftwagens und eine neben ihm sitzende Frau wurden getötet. Zwei weitere Personen wurden schwer verletzt. Der Unfall wurde dadurch verursacht, daß der Lenker des Lastwagens durch die drei neben ihm sitzenden Personen in der Führung des Fahrzeuges behindert war. — Um die gleiche Zeit und am gleichen Ort ereignete sich ein zweites Unglück, bei dem zwei Männer und zwei Frauen getötet wurden. Aus bisher ungeklärter Ursache fuhr der Lenker eines Personenkraftwagens aus Wien in ein entgegenkommendes Lastauto einer Brauerei. Der Zusammenprall war so stark, daß alle vier Insassen des Personenautos auf der Stelle tot waren. Lehrer und drei Kinder auf dem Schulausflug ertrunken. Ein schweres Unglück ereignete sich in dem Jn- buftrieort Andreashütte, Kreis Groß-Strelitz (Oberschlesien. Der Lehrer Scheer hatte mit seiner Jungenklasse der Volksschule einen Ausflug unternommen. Wegen der großen Hitze legte man eine Badepause ein. Fünf Jungen im Alter von etwa zehn Jahren gerieten plötzlich in eine Untiefe und versanken. Der Lehrer machte sich sofort an die Rettung der Jungen, von denen auch drei geborgen werden konnten. Einer von ihnen war aber bereits t o t. Nach den zwei anderen Jungen, die ertrunken sind, wird noch gesucht. Lehrer Scheer kam bei den Rettungsarbeiten ebenfalls ums Leben. Schwere Explosion in einem Hüttenwerk bei Metz. Die Hüttenwerke von Kneuttingen bei Metz, in deren Nachbarschaft sich erst vor einigen Tagen durch den Absturz eines Förderkorbes ein Unglück ereignet hatte, wurden von einer schweren Explosion heimgesucht. Die Zentrale der Gasmotoren und das Elektrizitätswerk des Unternehmens sind durch die Explosion, deren Ursache noch nicht fest- gestellt werden konnte, völlig zerstört worden. Mehrere Hochöfen mußten stillgelegt werden, in dem großen Maschinensaal der Werke sind die meisten Maschinen zerstört. Durch einen glücklichen Zufall fand im Augenblick der Explosion gerade Schichtwechsel statt, so daß sich nur wenige Belegschaftsmitglieder in dem Maschinenraum befanden. Darauf ist es zurückzuführen, daß nur drei Arbeiter schwere Verletzungen erlitten haben. Der Sachschaden konnte noch nicht genau festgestellt werden. Starkes Hochwasser in der Schweiz. Infolge der anhaltenden Niederschläge ist in der Jnnenschweiz starkes Hochwasser aufgetreten. Die Reuß ift an mehreren Stellen über die Ufer getreten. Zwischen Andermatt und Hospenthal ist der Damm geborsten. Zeitweise wurde der Verkehr auf der Gotthardt-Strecke unterbrochen. Zwischen Hospenthal und Realp ging ein Erdrutsch nieder, der die Furkastraße verschüttete. Am schlimmsten wurde die Gemeinde Bronnen-Jngenbohl betroffen, deren Umgebung in einen See verwandelt wurde. Gewitterstürme in Italien. * lieber einige Gebiete der italienischen Doralpey gingen heftige Gewitter nieder. Die Gebirgsbäche schwollen an und verursachten Ueberschwemmungen. Der Verkehr wurde empfindlich gestört. Mehrere Wollfabriken und -Spinnereien wurden unter Wasser gesetzt; die Maschinenanlagen wurden beschädigt. In der Stadt Biella ist ein Kind umgekommen. Durch die anhaltenden Regengüsse traten auch der Corner See und der Lago Maggiore über die Ufer. Der Haupt platz von Como und die Uferstraße waren überflutet. Am Ufer des Lago Maggiore erfaßte ein Erdrutsch drei Personen — zwei Frauen und ein Mann — und riß sie in den See; sie ertranken. Auch von der Riviera werden Unwetter gemeldet. Verhängnisvolles Spiel mit Blindgänger und Handgranate. Beim Spielen mit einem bei den letzten italienischen Scharfschießübungen liegengebliebenen Blindgänger sind vier Kinder in der Nähe von Forli ums Leben gekommen. Knaben aus Wolframskirchen bei Jglau (Mähren) fanden beim Baden eine Handgranate, mit der sie spielten. Schließlich nahm ein Zwölfjähriger das Wurfgeschoß mit nach Hause, wo er es dem Vater zeigte, der es für einen Au tobe standteil hielt. Später, als zwei Personen bei der Familie zu Besuch weilten, holten die Knaben die Granate in die Küche und machten sich wieder an ihr zu schaffen. Plötzlich erfolgte eine Explosion, durch die der Zwölfjährige getötet und sein älterer Bruder sowie die übrigen vier Personen verletzt wurden. Die Handgranate stammte wahrscheinlich aus der Zeit der vorjährigen tschechischen Mobilmachung. Italienisches Wasserflugzeug ins Meer gestürzt. Ein breimotoriges Wasserflugzeug der italienischen Luftwaffe ist in der Nähe von Brindisi aus geringer Hohe ins Meer gestürzt. Die aus fünf Mann bestehende Besatzung ist ums Leben gekommen. Zwei Eisenbahnunfälle in England. Am Wochenende haben sich in England zwei Eisenbahnunfälle ereignet, bei Denen neun Menschen tödlich verunglückt sind, während die Zahl der Verletzten über 20 beträgt. In der Nähe von Saltcoate in der Grafschaft Ayershire entgleiste in einer scharfen Kurve ein aus Glasgow kommender O-Zug, in dem sich 400 Urlauber befanden. Die Lokomotive stürzte die Böschung hinab und riß vier Wagen mit sich, die vollständig zertrümmert wurden, da sie alle aus Holz waren. Nach mehrstündigen Bergungsarbeiten hatte man vier tote Fahrgäste geborgen, während ein fünfter auf dem Wege zum Krankenhaus starb. Ueber 20 Schwerverletzte wurden in die Hospitäler übergeführt. Man befürchtet jedoch, daß noch mehr Tote unter den Trümmern der Wagen liegen. — In der Nähe von Branshot in der Grafschaft Hantfordshire hat ein Schnellzug eine Arbeiterkolonne überfahren. Vier Arbeiter wurden auf der Stelle getötet, drei andere schwer verletzt. Ueberschwemmungen und Ernteschäden in Mittelengland. Die schweren Regenfälle der letzten Zeit haben in Mittelengland zu verbreiteten Ueberschwemmungen geführt. Die Heuernte ist an vielen Stellen des Landes vernichtet; auch dem Getreide ist schwerer Schoden zugefügt worden. Die Landwirte erklären, sie hätten seit vielen Jahren kein so ungünstiges Erntewetter gehabt. Ueberschwemmungen im Wardarlal. Die schon Wochen anhaltende außergewöhnliche Hitze in Jugoslawien führte in den letzten Tagen zu heftigen Gewittern. Aus verschiedenen Landesteilen werden schwere Schäden gemeldet, die meist durch Blitzschlag in Viehherden und Bauernhöfe sowie durch Wolkenbrüche verursacht wurden. Besonders bedrohlich gestaltete sich die Lage im Wardartal an der griechisch-jugoslawischen Grenze, wo der Fluß die Eisenbahngleise der Strecke Belgrad—Saloniki überschwemmte. Schreckensfahrt mit betrunkenem polnischen Lokomotivführer. Eine Schreckensfahrt erlebten die Fahrgäste eines Personenzuges auf der Bahnstrecke zwischen Rabenstein und Soßnowitz in Polen. Ihnen fiel zunächst nicht weiter auf, daß der Zug ungewöhnlich schnell fuhr. Als er sich aber einem Bahnhof näherte, verlangsamte der Lokomotivführer keineswegs die Fahrt, sondern Der Zug raste am Bahnsteig vorbei, obwohl zahlreiche Reisende dort aussteigen wollten. Einen Kilometer hinter dem Bahnhof hielt der Zug plötzlich an, und man stellte fest, daß der Lokomottvführer völlig betrun- k e n war. Den Heizer entdeckte man im gleichen Zustande in einem Abteil. Beide wurden sofort gefesselt und nach Kattowitz geschafft. . Eröffnung des britischen Flugposldienstes nach Amerika. Das britische Flugboot „Maribou" hat den bri- tischen Flugpost dien st nach Amerika eröffnet. Es traf nach Ueberquerung des Atlantik auf Neufundland ein. Zwei Stunden später flog die Maschine nach Montreal und Neuyork. — In Southampton wasserte der „American Clipper" mit 22 Fahrgästen. Das Flugboot hat die Strecke Neuyork — Neufundland — Irland — England in etwas mehr als 24 Stunden zurückgelegt. Großer Versicherungsschwindel mil vorgeläuschlen Autounfällen in USA. Die Bundesbehörden in USA. verhafteten in Omaha (Staat Nebraska) 20 Personen. Ihnen wird zur Last aelegt, mehrere Versicherungsgesellschaften durch Ansprüche, die sich auf vorge täuschte Autounfälle „stützten", innerhalb von fünf Jahren um rund 75 000 Dollar beschwindelt zu haben. Es sollen weitere Verhaftungen bevor- stehen. Aus der Veuyorker Unterwelt. In Verbindung mit der Suche nach dem flüchtigen jüdischen Gangster Louis Lepke wurde in Neuyork die Feststellung gemacht, daß verschiedene Kleidersabrikanten noch während der letzten Wochen Erpressungsgelder in Höhe von tausenden von Dollar an die Lepke-Banden zahlten und daß ein großer Teil dieser Gelder in die Hände von Lepke selbst gelangte. Die Behörden versuchen nun die Kanäle aufzuspüren, durch die Lepke in seinem Versteck Gelder zufließen. Bei der Prüfung der beschlagnahmten Geschäftsbücher der Kleiderfabrikanten, von denen die Lepke-Bande Gelder erpreßte und die diese Geldzahlungen sogar eintrugen, entdeckten die Behchden in einem Geschäftsbuch die Eintragung: „D. F. einzustellen". Die Behörden vermuten, daß D. F. die Anfangsbuchstaben des Namens des jüdischen Gauners waren, der für Lepke Gelder eintrieb und der zusammen mit seiner jüdischen Leibwache im Januar auf offener Straße von anderen Gangstern erschossen wurde. Die Behörden nehmen an, daß die Eintragung eine Anweisung Lepkes darstellt, keine Zahlungen mehr an D. F. zu machen, und daß D. F. auf Anordnung Lepkes niedergeschossen wurde, weil dieser befürchtete, er würde gegen ihn aussagen. Argentinischer Greuelheher als Erpresser entlarvt. Der Generaladministrator des übelsten deutschfeindlichen Hetzblattes „Noticias Graficas" in Buenos Aires, das seinerzeit das gefälschte Dokument über die angebliche staatsfeindliche Tätigkeit der Reichsdeutschen Argentiniens veröffentlichte, wurde wegen Erpressung verhaftet. Der Fall ist bezeichnend für die moralische Unsauberkeit sogenannter Betriebsleiter für die skrupellosen Methoden der Asphaltpresse. Der Verhaftete hatte sich an eine bekannte Persönlichkeit, die im Spiel Geld verloren hatte, herangemacht und mit der Veröffentlichung einer Skandalreportage des Privatlebens gedroht. Gegen Zahlung von 10 000 Pesos würde dies aber unterbleiben. Der Betreffende ging zum Schein darauf ein. Bei der verabredeten lieber» reichung der Geldsumme wurde der Bursche von der Kriminalpolizei verhaftet. Kunst und Wissenschast. Verdis und Beethovens Neunte in den Salzburger Festspielen. Salzburg, 6. August (DKK.) Neben deutschen Opern, die in italienischer Sprache auf geführt werden, bringen die Salzburger F e st s p i e l e zwei komische Opern italienischer Meister, die ebenfalls in der Originalsprache gespielt werden: den „Falstaff" von Verdi und Rossinis „Barbier von Sevilla". Die Vorstellung des „Falstaff" wurde im wesentlichen von den gleichen Kräften getragen wie im vergangenen Jahr. Tullio Serafin hatte die musikalische Leitung. Der feinsinnige Humor und mitreißende Schwung der Musik wurden von den Wiener Philharmonikern und einem spielfreudigen Ensemble vorzüglich wiedergegeben. In Der Inszenierung Guido Salvinis, die durch die Bilder R. K a u t s k y s einen stilvollen Rahmen erhielt, bewährte Mariano Stabile in der Titelrolle seine vornehm gestaltende Charakterkunst, die sich gesanglich auf einen beweglichen und ausdrucksvollen Bariton stützte. Gesanglichen Glanz, schauspielerische Erfahrung und sichere Ensemblekunst zeichneten das Quartett der „Lustigen Weiber" aus, das von Franca S o m i g l i, Angelica C r a o - cenco, Mita Safari und Augusta Oltrabe l l a verkörpert wurde. Begeisterter Beifall rief den Dirigenten und die Solisten vor den Vorhang. Lange hielt auch der Jubel an, der das Festspielhaus nach der Neunten Symphonie von Beethoven erfüllte. Hans Knapperts- busch -bot mit den Wiener Philharmonikern eine ausgeglichene Aufführung, an deren Erfolg auch der Chor der Wiener Staatsoper und ein gleichwertiges Soloquartett teilhatte, das von Efzter Rethy, Pirofka Tutfek, Anton Dermota und Herbert Alfen gebildet wurde. Die Hörer waren von der Musik Beethovens aufs tiefste ergriffen. Abstammungsurkunden aus dem Protektorat. Wenn Personen, die außerhalb des Protektorats Böhmen und Mähren wohnen, für ihren Abstammungsnachweis oder aus sonstigen Gründen Auszüge aus den im Protektorat geführten öffentlichen Matrikeln brauchen, müssen sie sich nach einem Erlaß des Reichsinnenministers an die Urkundenbeschaffungsstelle beim Reichsprotektor in Prag, Waldsteinpalais, wenden. Dort wird die Urkunde beschafft und dann dem Antragsteller nach Einzahlen der Gebühren übersandt, die regelmäßig die im Altreich festgelegten Sätze nicht übersteigen, wenn die Urkunde zum Nachweis der Abstammung gebraucht wird. Die Gebühren sind auf ein besonderes Konto in Reichenberg oder Wien einzuzahlen. Die Einzahlung bedarf der Genehmigung der Devisenstelle. Personen, die sich unmittelbar an die Matrikelführer im Protektorat wenden, müssen höhere Gebühren zahlen und können auch nicht mit einer Genehmigung der Devisenstelle rechnen. Deutsche Staatsangehörige im Protektorat müssen Urkunden aus dem übrigen Reich ebenfalls bei der Urkunüen- befchafsungsstelle beim Reichsprotektor anfordern. Dettervertcbi Durch einen über dem Festland liegenden Teilwirbel, dem von Osten her warme und von Westen her kühlere Luftmassen zuströmen, nahm die Unbeständigkeit über das Wochenende auch bei uns noch einmal zu und brachte teilweise sehr ergiebige ge= wittrige Regenfälle. Don Südwesten her hat sich ein Hochdruckausläufer auf das Festland hin entwickelt, der auch Deutschland vom Süden her Wetterbesserung bringt, aber noch kein für längere Zeit beständiges Wetter herbeiführt. Vorhersage für Dienstag: Wechselhaft, mit zeitweiliger Aufheiterung, doch auch Neigung zu einzelnen teilweise gewittrigen Niederschlägen. Bei Winden um Süd etwas wärmer. Vorhersage für Mittwoch: Teilweise aufgeheitert, ziemlich warm, aber nicht beständig. Hauptschriftleiter vr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauvtschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange (beurlaubt), i. 23.: Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An- zeigen: Theodor Kümmel. D. A. VII. 1939: 8855. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbe^ugz. preis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Jllu- strierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Wichtig für Lehrer und Schüler! Für die anläßlich unserer Silberhochzeit und zum 25jährigen Geschästsjubiläum erwiesenen Aufmerksamkeiten danken toif herzlich Hans Schmitz u. Frau Gasthaus zum Dentllchen, Sonnenstraße 13 Gießen, den Für die anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir herzlich Andreas Rogall u.Frau Gretel, geb. Schmitz '. August 1939 5409D 5WoOfW liieren nach der Naturschutzverordnirng vom 18. März 1936 (9t® BL I Sette 181) und den ergänzenden Bestimmungen, ans* führlich erläutert von Professor Dr. W. Weber, o.ö. Prof, der Rechte und Referent im Reiche- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenichen. Leiter der Reichsstelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Bestellungen durch alle Buchhandlungen 6ngo sermflüiet B erlog. Betlln-EkMerf. Haarausfall? Schuppen? — Dann nur die Ottve-Metbode! Wirkung überraschend! RM. 1.85. somD Statt Karten Ihre Vermahlung geben bekannt Hans Götz Marga Golz, geb. Krapp Äacharach am Rhein Gießen, Am Nahrungsberg 12 5. August 1939 03793 SELTERSWK47 »TELEFON L375 tiraue Haare verschwinden I durch Apotheker Walter Ulbrichts Haarfarbe'Wlederhersteller ..Nie - €rrau“. — In wenigen Tagen Naturfarbe zurück! Ein fache Anwendung! Kein Färbemittel! — Vollkommen unschädlich. Erstklassige Gutachten n.Sachverständiqen-ürtelle! 1 Orig.- Flasche, Monate ausreichend, RM. 3.50. Alleinverkauf: 5065V Germania-Drog. C. Seibel, Gießen, Frankfurter Straße 39, Telephon 3593 sorg* Nichts kann verderben, wenn Sie zum Einkochen die guten, verschlußfesten Gläser verwenden. Dann haben Sie auch im Winter einen schönen Vorrat an Obst und Gemüse. Gute Einkochgläser, den Einkoch-Apparat und alle Einzel- teile bekommen Sie bei Ms J.B.Häuser Gießen, am Oswaldsgarten X7 (Parkplatz), Ruf 2145-2146 GLORIr- L i PETER ST_____Glessen Heute bis einschl. Sonntag Der große Revue-Film der Ufa Harikä &)] mit Johannes Hesters Rudi Godden Mady Rahl ' .1 • $ • X „Hallo Janine“ ist der schönste, bezauberndste und temperamentvollste Film, der je mit und um Marika Rökk gedreht wurde, ein Ufa-Film, der keck und übermütig über die Schatten des Alltags springt und in dem alle guten Geister des Humors, der Musik und des Tanzes entfesselt sind Ferner das gute Beiprogramm sowie neueste Ufa-Ton-Woche Täglich 4, 6, 8.30 Uhr. Sonntags 3, 5.30, 8.30 Uhr I Vermietungen | 7-Zimmer- Wohnung m. Heizung, Bad in guter Lage p. 1. Oktober evtl früher zu verm. Schr. Ang. unt. 5402V a.d.G.A. mööLSimmer zu vermiet. 03830 Steiustraße 311 Keine Zeugnisse in Urschrift lonoetn nur Zeugnisabschriften Dem Bewerbungsschreiben beilegen I - Lichtbilder unoBewerbungsunter- ^gea müssen zur Bei- Meldung von Berlusteu aus der Rückseite Rc> «en und Anschrift oti Bewerbers tragenI Tüchtigen WWlier oder 5401 d Servierlräulein sucht HotelPrinzCarl (öiefeett. Ehrliche, nicht zu mnge taipWtt für Küche und Haus zum 15. August oder 1. Sevtember gesucht,evtl.Aush., auch tagsüb. s«iov Bahnhofstr. 47. Kleine Anzeige« IM Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und geiesea. äcllll* zum Bügeln in Dauerstellung gesucht. 54osD FärhereiCroon Marburg.Str.40 Saubere fleißige Hilfe für halbe Tage von Geschäft gesucht. (Mädchen oder Frau). Zu erfragen in der Geschäftsstelle d. Gieß. Anz. 54osv Krankenschwester staatl. gevr. sucht Wirkungskreis als Sprechstundenhilfe^. Laboratorium oder dergl. Kenntnisse in Stenographier u.Maschinenschr. Angebote unter 03826 a. d. G. A. Familiendrucksacheb Verlobungsanzelgen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brllhl. Sohulstr.? Parfümerie Bnchbernrer.am Bahnhof. Alleinverkauf für Gießen. Honigsdtleudera Honigsiebe Honigeimer TronspoHkannen Kunstwaben* und Rahmen Raudtblaser Entdeckelungsgesdtirr sowie sämtliche BienensuditrOeräte bei Edgar Bomnanni Gießen, Neustadt 5-7 Ruf 4156-4165. mmä Tapetenreste wie immer sehr günstig im Preis Tapetentiaus Ferdinand Nennsliel Sohn Gartenstraße 10 Telefon 3636 GewlnnauSzug 4. Klasse 1. Deutsche Relchölotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer siod drei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer ans die Lose gleicher Nummer in den drei Lbtellnngen I, n und m 2. Ziehungstag 5. August 1939 3n der heutigen gezogen 206087 195014 234596 367587 203521 253989 386541 5000 RM. 4000 RM. 3000 RM. 2000 NM. 500 RM. 149862 211499 258871 15661 167957 222555 338407 185475 217434 187467 230656 7316 288067 96546 32183 191178 227588 340227 297596 284162 32789 192315 230383 343684 69 Gewinne zu 63953 123394 3 Gewinne 3 Gewinne 6 Gewinne 6 Gewinne 3 Gewinne 6 Gewinne zu zu zu zu zu ---------zu--------- 18 Gewinne zu 1000 RM. 260572 313377 363187 DormittagSziehung wurden 100 000 RM. 1510 10 000 RM. 229628 279 Gewinne zu 400 RM. 1038 3721 9146 12342 18456 35550 35882 38757 42601 50559 51102 65810 68498 70068 72388 77462 78402 80994 82358 84705 91423 95967 96419 101156 103113 108764 114525 120983 124393 126873 126967 130070 130648 131810 131879 132976 135250 142521 144795 145952 149836 149953 154909 157185 158261 160357 161084 172563 176369 179466 199281 204309 209826 211737 217785 219388 220562 224398 229978 241167 245152 247357 249676 250426 255186 257734 260063 262669 267150 273475 278174 285161 286136 290737 298169 298648 299568 303837 306618 310300 316315 318487 323384 341694 341710 342984 343311 345898 357115 363522 382254 392510 395321 Außerdem wurden 537 Gewinne zu je 300 RM. und 6570 Gewinne zu je 150 RM. gezogen. In der heutigen Nachmlttagsziehung wurden gezogen 3 Gewinne zu 50000 RM. 94976 3 Gewinne zu 10000 RM. 271117 15 Gewinne zu 3000 RM. 67272 78459 167817 254640 373230 15 Gewinne zu 2000 RM. 96340 106675 150933 347214 397100 24 Gewinne zu 1000 RM. 5754 46289 192372 236229 248715 293161 341235 350762 90 Gewinne zu 500 RM. 9147 14496 15648 43996 46199 49266 71963 92761 116199 119768 121229 130937 160233 168722 185436 186268 196918 199837 219109 237924 246265 277753 302115 324828 328237 346469 356698 371651 381513 385635 7389 8225 10386 17853 108801 134632 153156 160694 185807 218945 237627 253876 270028 299082 343978 354810 381315 112868 138158 153220 163392 186381 225319 237874 255394 272225 299467 344944 355552 384332 115715 138981 155893 177322 189720 229038 242038 256904 274179 304352 347708 364128 387030 120215 140212 156778 177532 209368 231549 248779 259789 276695 313642 350240 364612 394608 61029 76772 106079 127039 142268 158472 180400 211614 231550 253757 261136 287332 328404 352415 366013 399670 128982 142861 158686 182831 211775 237395 253807 264251 297717 332097 354268 370796 309 Gewinne zu 400 RM__~ ___„ 25523 29125 46186 48329 51331 59867 63922 67117 69183 72179 73640 76609 78032 88621 97002 99918 101276 103593 106889 ------ ------ ------ ------ Außerdem wurden 528 Gewinne zu je 300 RM. und 6513 Gewinne zu je 150 RM. gezogen. Die Ziehung der 5. Klasse 1. Deutsche Neichslotterie findet vom 2. bis 29. September 1939 statt. Efasit-Wettbewerb 40 Mark in bar für 40 Worte! Heute wenden wir uns anSie alle! Wirwollen einkurzesUrteil derEfasit- Verbraucher über ihre Erfahrungen mit den Efasit-Fußpflege-Präpara- ten, sei es mit Fußbad, Fußpuder, einem der beiden anderen Präparate oder mit allen zusammen. Sagen Sie uns dies in 40 Worten I Einfache, überzeugende Worte sind oft wirksamer als eine gesuchte Ausdrucksweise. Wir wünschen keine Übertreibungen, sondern sachliche Urteile. Es kann und soll sich also jeder beteiligen! Wer aber Efasit nur dem Namen nach kennt, soll an diesem Wettbewerb nicht teilnehmen. Wir wollen Berichte von denen, die Efasit ausprobiert haben u. anwencW > Wir zahlen jeden Tag 40 Mark » für die beste eingehende Lösung, und zwar bis 16. Oktober 1939, aus* 5 genommen Sonn- und Feiertage. Die 40 Mark gehören Ihnen, wenn Ihre Einsendung — es dürfen weder mehr noch weniger als 40 Worte sein — die beste des Tages ist, an dem sie eingeht. Jeder Preisträger wird binnen 3 Tagen telegrafisch verständigt, der Gewinn wird sofort in bar ausbezahlt. Name und Lösung werden im Völk. Beobachter veröffentlicht. Einzel-Anfragen können nicht beantwortet werden. Das Preisgericht setzt sich zusammen aus den Herren: Dr. Max Reschreiter, Rechtsanwalt, München Hanns Lechner, Gaufachschaftsleiter NSRDW. München Kurt Hoffendahl, Drel-Kronen-Drogerle, München Dr. F. A. Schmitt, Direktor, München \ v . . Paul Offlnger Dipl.-Kaufmann Anton Ott, München J Insertionschef, München Die Preisrichter sind in ihrer Entscheidung unabhängig, diese ist endgültig und unanfechtbar. Die Einsendungen sind zu richten an: Efasit-Vertrieb Togalwerk München 27/ 284 Postfach Nr. 6 Die Efasit-Präparate: Efasit-Fußbad, Efasit-Fußcreme, Efasit-Fußpuder und Efasit-Hühneraugentinktur, finden überall begeisterten Anklang. Mit Efasit erhält man die Füße gesund und leistungsfähig und geht erfolgreich an gegen Hühneraugen, Hornhaut, Schwellungen, Fußschweiß, Blasen, wunde Stellen — kurz, gegen die vielfachen Beschwerden empfindlicher oder stark beanspruchter Füße. Allen, die vi^l gehen oder stehen müssen, ist Efasit wegen seiner erfrischenden, anregenden Wirkung hochwillkommen. Vielerorts klärt unser Riesenfuß an Plakattafeln und Litfaßsäulen über die Efasit-Fußpflege aut Efasit-Fußbad (8 Bäder)...M.-.90 I Efasit-Fußcreme..........M.-.55 Efasit-Fußpuder..........M. -.75 | Efasit-Hühneraugentinktur M.-.75 Efasit Ist zu haben in Apotheken, Drogerien und Fachgeschäften^ Efasit J Fusspflege AW MW für Büro perfekt in Stenographie und Schreibmaschine, evtl, auch Anfängerin, für sofort gesucht. Büro für Gartengestaltung Eberhard Schwarz ______Am Kugelberg 2. 03825 JKütte r verwenden für ihre Säuglinge im Sommer |. die neuzeitliche l M Paulys ■ Nährspeise M M Paket ab 85 Pfg. Kräuterhaiis lang Fachgeschäft für Kin- dern ährmittel, Gießen Herz der Stadt 5405D Gallensteine Rasche Hilfe durch natürliche Mittel „Rav ha- nose" und „Bulgarate", Paket 85 Pf. KränMaiis Jong Gießen. 5074D | Verkäufe Junge MW mit Mutterkalb zu verkaufen 03828 Gießen-Wieseck, Gießener Str. 10 Sehr gut erhalt, btagen billig zu verkauf. AmSandfeld 7. Nachlässe von 3 bla 20 v. H. tn halten Sie bei wiederholten Ven öffentHchungen einer Anzeige 5407V 250 -NORDSEE- lir.182 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen) Montag, 7. August My Aus her Stadt Gießen. Sroschengrab wird Millionengrab. Wieder werden wir daran erinnert, daß das Grab vieler sauer verdienter Groschen in der Unachtsamkeit, der Gleichgültigkeit oder auch der Unkenntnis zu suchen ist, die man in der Behandlung der Lebensmittel noch antrifft. Mit viel Mühe hat der Bauer die Ernte gesichert, mit aller Sorgfalt ist das Mehl und dann das Brot aus dem Korn entstanden, aber mit großer Nachlässigkeit wird es von manchen Leuten behandelt. Die Kinder müssen dazu erzogen werden, keine Scheibe ihres Frühstücksbrotes in der Schule verderben zu lassen oder gar wegzuwerfen; viele Brotreste gehen ferner in manchem Haushalt zugrunde, weil man sie vertrocknen oder gar verschimmeln läßt. Zusammengerechnet macht das im Haushalt des Volkes Millionen von Reichsmark aus. Nicht anders ist es mit der Be- bandlung von Gemüse und Obst in der heißen Jahreszeit. Die kluge Hausfrau sorgt für rasche Verwertung oder für das rechtzeitige 'Einkochen als Wintervorrat. Das gilt nicht nur für den Haushalt, sondern auch für viele Gärten, wo manches Pfund Beeren noch zu retten wäre, wenn man sich rechtzeitig die Mühe machen wollte, alles abzuernten, obwohl die Arbeit überall drängt. Mit Milch, Wurst oder auch Fleisch muß während des Sommers ebenfalls mit Vorsicht umgegangen werden, gerade dann, wenn der ersehnte Kühlschrank | fehlt. Wir haben eine starke Steigerung des Lebens- -nittelverbrauchs in Deutschland. Bei der Butter ist : er von 7,5 Kilogramm pro Kopf im Jahre 1932 auf 8,9 Kilogramm in 1938 gestiegen. Größer ist ; auch der Verbrauch an Seefischen und in allen ' Fleischwaren geworden. Gemüse und Kartoffeln vertragen noch eine gewisse Steigerung, besonders wird die Ernte an Kohl und Bohnen wieder ausgezeichnet sein. Es ist aber die Pflicht aller Erzeuger ; anb Verbraucher, die Früchte und empfindlichen Lebensmittel gut und sorgsam zu behandeln. Die | Hausfrau trägt hier wieder eine besondere Verantwortung. Durch ihre Hände läuft der größte Teil kos Nationalvermögens. Wenn in den rund 20 Millionen Haushaltungen des Reiches im wöchent- ! chen Durchschnitt auch nur für 10 Rpf. Lebens- Mittel verderben, so ergäbe das im Jahre eine gewaltige Summe. Die Einfuhr erfordert Devisen, fi Knser Stolz ist es zudem, zum allergrößten Teil | rus eigener Erzeugung zu leben und damit dem besetz der nationalen Unabhängigkeit zu dienen. Kenn der Bauer dafür in hingebender -und schwerer Arbeit, trotz der Leutenot auf dem Lande, Sorge ^ägt, wenn das Reich durch strenge Preisoorschrif- -N gegen willkürliche Preissteigerungen vorgeht, n muß auch der Verbraucher das Seine beitragen, .«mal Sparsamkeit dem eigenen Vorteil dient. Die Parole gegen das „Groschengrab" im Kampfe ^egen den Verderb wird daher als ein Appell zur wlkswirtschaftlichen Disziplin von allen Dolksge- i offen freudig unterstützt werden. Dornotizen. Tageskalender für Monkag. Gloria-Palast, Seltersweg.- „Hallo, Jcmnine". Erhöhter Kleiderzuschuß der Reichsbahn. Um den Pflichtmitgliedern der Reichsbahn-Kleider- bsse die Anschaffung der Dienstkleidung zu erleich- trrn, ist der Anteil der Deutschen Reichsbahn an 1-n Kosten der Dienstkleidung von einem Drittel auf be Hälfte erhöht worden. Der Zuschuß beträgt für jDes Pflichtmitglied monatlich 2,10 RM. bzw. jähr- ich 25,30 RM. Der laufende Beitrag der Pflicht- riitglieder beträgt ebenfalls 2,10 RM. monatlich. '•1 der Anordnung wird die Erwartung ausgesprochen, daß diese Vergünstigung zur stärkeren Be- lchtung der Bestimmungen über das vorschriftsmäßige Tragen der Dienstkleidung beitragen wird. Gießener Pimpfe und HZ. im Lager Eger. Zu unseren Bildern. N e b e n st e h e n d: An der Stadtgrenze von Bayreuth angetreten für den Marsch zum Führer. Oben rechts: Ge- sundheits - Appell. Hier werden die Füße einer Kontrolle unterzogen. Unten links: Eine Stunde der Ausspannung nach dem Schwimmen im Schwimmbad von Wunsiedel. (Aufnahmen: (3) Jungvolk.) Nach dem großen und freudigen Erlebnis der Begegnung mit dem Führer in Bayreuth nahm die Fahrtenabteilung der Gießener Pimpfe am Morgen des folgenden Tages die Sehenswürdigkeiten von Bayreuth in Augenschein. Zuerst wurde die Weihehalle im Hause der Deutschen Erziehung besucht. Dort hatten die Gießener Pimpfe Gelegenheit, ein wundervolles Orgelkonzert zu hören, wie es in der Zeit der Festspiele an jedem Vormittag um 11 Uhr stattfindet. Anschließend wurden die Lehr- einrichtungen des Hauses eingehend besichtigt und schließlich dem Markgräflichen Opernhaus ein Besuch abgestattet. Nach dem Mittagessen wurde noch dem Schloß Eremitage mit seinem Park und seinen Wasserspielen ein kurzer Besuch abgestattet, womit die schönen Tage von Bayreuth ihren Abschluß fanden. Lager Wunsiedel. Am Nachmittag des 1. August ging die Fahrt weiter nach Wunsiedel. Dort wurden am Abend auf dem Katharinenberg oberhalb der Stadt die Zelte aufgeschlagen und alles für die Uebernachtung vorbereitet. Während die Lagerfeuer prasselten, herrschte nach kurze Zeit der übliche Lagerbetrieb, dann ging es in die Zelte. Nachtwachen, die sich alle zwei Stunden ablösten, gingen um das Lager und betreuten die Ruhe ihrer Kameraden. Der Vormittag des 2. August brachte für die Gießener Pimpfe eine ©eneraljäuberung von dem bisherigen Fahrtenstaub. Dabei wurden alle Pimpfe auf ihren Gesundheitszustand geprüft, der Haarschnitt in Ordnung gebracht, die Fahrräder nachgesehen usw. Der ganze Vormittag war mit dieser Tätigkeit reichlich ausgefüllt. Nach dem selbstgekochten Mittagessen im Zeltlager, wo die Jungen eine schmackhafte Gemüsesuppe verzehrten, wurde geschlossen zur Luisenburg abgerückt, um dort auf der Freilichtbühne das Drama „Chrimhild und Brunhild" von Paul Ernst zu sehen. Nach der Aufführung wurde die Luisenburg besichtigt. Am Abend erfreute die Frauenschaft die Pimpfe mit einem prächtigen Kartoffelsalat und warmer Fleischwurst, dem etwa eine Stunde später noch ein wundervoller Pudding folgte. Auch die Hitler-Zugend sah den Führer. An diesem Abend traf auch die 25 Mann starke Fahrtengruppe der HI., Bann 116, in dem Lager ein und wurde hier mit der 70 Jungen starken Abteilung des Gießener Jungbanns zu einer g e - fchlofsenen Fahrtenabteilung vereinigt. Am Tage vorher hatten die Hitlerjunge'n aus Gießen in Bayreuth ebenfalls die große Freude erlebt, den Führer bei einem Besichtigungsgang treffen und begrüßen zu können. Ein Scharführer der Hitler- jungen meldete dem Führer die Gießener Gruppe, worauf sich der Führer in herzlicher Weife mit den Jungens unterhielt, sich nach dem bisherigen Verlauf, nach den weiteren Zielen ihrer Fahrt erkundigte, an allen Einzelheiten großen Anteil nahm und schließlich der Bitte der Jungen, ihnen Gelegenheit zu einer photographischen Aufnahme zu geben, in freundlichster Weise willfahrte. Hochbeglückt wurde der Photoapparat in Tätigkeit gesetzt und als der Führer schließlich die Gruppe verließ, schenkte er seinen Gießener Hitlerjungen als Zuschuß zu ihrer Fahrtenkasse den mit größter Freude begrüßten ansehnlichen Betrag von 100 Mark. Von dem unvergeßlichen Erlebnis der Begegnung mit dem Führer erzählten die Kameraden des Bannes 116 am Abend im Lager voller Begeisterung. Ein Teil der Fahrtenabteilung besuchte am Abend noch die Freilichtbühnenspiele auf der Luisenburg, wo der erste Teil von „Faust" aufgeführt wurde. Voll höchster Befriedigung über den schönen Tag ging es dann in die Zelte zum Schlafen. Fahrlengruppen am Ziel. Der 3. August brachte frühmorgens zunächst den Abbau des Zeltlagers und die orbnungsmäßige ingens stattfindet und dann Sport, unfr ?ni''F die Sbirtnons (jpfr+mffmen ,' '>4-<;Vs Herrichtung des Lagerplatzes. Dann ging die ganze Abteilung zum Schwimmen in das Schwimmbad von Wunsiedel. Mit gutem Appetit wurde hierauf das von den Lagerköchen hergerichtete Mittagessen verzehrt und sodann nach einer kurzen Ruhepause die Weiterfahrt nach Eger zum dortigen Zeltlager angetreten. Gegen 18 Uhr traf die ganze Abteilung in dem Zeltlager Eger em. Hier wurden die 96 Hitler- jungen und Pimpfe in zwei Verpflegungsgruppen eingeteilt, deren jede vier Zelte zur Verfügung hat, so daß je 12 Jungens in einem Zelt beieinänder- wohnen. Das Laaer, das insgesamt 103 Zelte zählt, Ijegt etwa zwei Kilometer vor der Stadt an einem Berghang in der Nähe der Eger. Nach der Essenausgabe wurden die Zelte hergerichtet und dann war es aüch soweit, daß alles in die „Klappe" stieg. Das Lagerleben im Zeltlager Eger wickelt sich in der Weise ab, daß vormittags zunächst eine Schu- wird. Nach dem Mittagessen folgt eine zweistündige Lagerruhe, anschließend hören die Jungens wieder bedeutsame Vorträge. Führende Männer der Bewegung und der HI. sprechen über weltanschauliche Themen zu den Lagerinsassen. An einem Nachmittag findet gemeinsamer Ausgang statt, verbunden mit dem Besuch der Schiller-Festspiele in Eger. Jeweils der letzte Tag des Lageraufenthaltes einer Fahrtabteilung ist einer Großfahrt gewidmet, bei der sämtliche Abteilungen vom Morgen bis zum Abend eine Fahrt in das Sudetenland unternehmen, die am Abend mit der Rückkehr in das Lager Eger ihren Abschluß findet. Jede Fahrtabteilung hat dabei ihre eigene Strecke und eigene Ziele, so daß die verschiedensten Gegenden des Landes besucht werden. Am 4. August wurde das Aufstehen im Lager bis gegen 8.30 Uhr verschoben, da anhaltendes Regen- wetter den Frühaufstehern ja doch das Konzept verdorben hätte. Dann begann der übliche Tagesdienst. Rückfahrt durch Thüringen. Da es durch den Fahrkzufchuß des Führers möglich wurde, eine größere Strecke mit der Bahn zu fahren, wurde die Heimfahrt in das Thüringer Land verlegt Die Fahrtstrecke führt jetzt von Eger über Hof, Saatfeld, Friedrichsanfang bei Erahwinkel uuch Eifenach. Die Post ist also nicht nach Coburg Das Strandgut. Von Frank $. Braun. -Wir saßen in der Bar „Zum blauen Elefanten", (e war mittags, und wir gehörten um die Zeit er nicht dahin. Aber Heinrich hatte mich einfach hmemgezerrt, als er mich auf der Straße traf. .„Ich muß dir etwas erzählen, Mensch", sagte e. Nach dem ersten Whisky hatte er Mut. „Also, 1011 «S rtllr3 ZU machen: ich habe mich verheiratet." .„Wieso?" Wr nahm die Frage wörtlich. „Hertha wollte es jjim, und da sie mir das Leben gerettet hat, konnte ic es ihr nicht abschlagen." ^Jch starrte ihn an. „Vielleicht erzählst du mir das nl genauer." .„gerne", sagt er. „Es war in Amrum." .„Also im Sommer." ..Natürlich im Sommer; im Winter ist da nichts ■< 7$ i Sommer, Mensch, es war wunder- Hll. Jeden Tag draußen, mit dem Boot, im Bade- orflug, Schlicklaufen, Schwimmen ..." I-Fasse dich kurz! Nimm Rücksicht auf Wartende!" .Richtig. Es war ein Freitag. Man soll sich an « Regeln der Altoorderen halten, Mensch. Es war ir Unglücks-Freitag. Ich fuhr mit dem Boot hin- us. Dann legte ich es still und sonnte mich. Aber ri das fo ist, man muß in der Gegend aufpassen w Ebbe und Flut. Plötzlich merkte ich, daß ich Maß. Das Boot war auf Grund geraten. Meine Überlegung war, daß demnach Ebbe kommen »irbe. Ich hatte, wenn ich nicht loskam, sechs CLnben ba auf bem Watt abzusitzen. Das paßte Hin nicht. l>ch lasse mich behutsam am Bootsranb ins Wasser Feten, fasse im weichen Schlick Fuß unb beginne Ji! Boot abzuschieben. Das gelingt mir auch. Das $o*t schießt ein Stück vorwärts ins offene Wasser. A aber sitze fest. Wahrscheinlich haben sich meine »eine beim Abbrücken bes Bootes zu tief in ben Sechen Schlickboben gebrückt. Ich fitze fest. Mensch, J5)jage dir, mir brach vielleicht der Schweiß aus! wühlte, machte mit ben Armen Schwimmbe- *2 ungen, unb schließlich, nach Ewigkeiten wollte E- mir scheinen, kam ich los. Slber ba war bas Boot so weit abgetrieben, baß fl!I kein Gebaute aufkommen kann, es jemals ein- 5^*len. Unb Mensch! mein Irrtum, nicht bie Ebbe, Alut kommt! Dih merke es beutlich. Das Wasser steigt. Mensch, uf agte dir, bas waren Viertelstunden. Sann war die Flut ba. Sie reichte mir bis zum Halse. Dann gingen die Wellen mir über ben Kopf. Äch schwamm. Nach einer halben Stunde war ich matt. Ich lasse vorsichtig die Beine hängen, tauche unter unb habe vielleicht einen Viertelmeter unter Wasser festen Boben. Was für eine scheußliche Situation! Auf der Stelle Wasser treten bis Zur Erschöpfung, bann eine Minute absacken, mit vollgepumpten Lungen unter Wasser stehen unb ausruhen. Dann roieber hoch, weiterschwimmen." Er machte eine Pause, trank mit einem Ruck sein Glas aus unb fuhr fort: „Als ich roieber einmal blaurot im Gesicht auftauchte, sah ich ein Boot. Es kam munter, strahlend weiß herangesegelt. Ich schrie, aber erst nach einigen entsetzlichen Minuten der Ungewißheit sah mich Hertha." „Hertha, bas ist deine jetzige Frau; sie war im Boot?" „Du errätst auch alles. Hertha entdeckte mich und zog mich zu sich an Bord. Wir waren in der Saison bie Sensation unb bas Tagesgespräch von Amrum. Weißt du, wenn man so zusammen gefeiert wirb, überall, wo man auftaucht, machen sich bie .Leute aufmerksam und tuscheln, ba bleibt einem nichts anderes, man verlobt sich dann schon lieber. Und Hertha hatte ja auch ein Recht darauf. Nach westfriesischem Stranbrecht war ich von ihr gerettetes Strandgut, bas ihr zu- ftanb." Er erhob sich. „Ich muß weiter, Mensch. Kommst bu heute abenb einmal zu uns heraus? Meine Frau möchte dich gern kennenlernen." „Ja, gerne", sagte ich. Ich war bann viele Male bei ihnen draußen. Hertha ist eine nette junge Frau. Sie ist ganz besonders hübsch, und als ich gesprächsweise sagte, sie sei doch sicher viel umschwärmt worden und Heinrich habe wohl Mühe gehabt, an sie heranzukommen, sah sie sich mit gutmütigem Lächeln um, ob Heinrich nicht horchte und flüsterte mir zu: „Er wäre mir gar nicht aufgefallen, wissen Sie. Aber er fuhr eines Tages kurz vor mir mit bem Boot hinaus. Als er sah, baß ich in ber Nähe war, ließ er sich ins Wasser fallen unb tat, als sei er am Ertrinken. Ich habe ihn bann gerettet." Ihre Augen lachten mehr als ihr Munb. „Wie bas bann so ist in einem Seebab, wo nichts passiert, bie Leute feierten uns. Ich fand Heinrich nett. Wir verlobten uns. Heute Heben wir uns und sind glücklich. Sein Schwindel ist geglückt." Sie lachte. Heinrich kam mit der Bowle. „Wer hat einen Witz erzählt?" fragte er, „war er gut, bann laßt ihn mich auch hören." Aber wir hüteten uns. Sommerliche Hofmusik. Von Anke Ehlers. In der Ecke des Hofes steht der Kastanienbaum. In seinem Schatten sitzt ein kleines Mädchen, das seine Puppe wiegt. Schmale, braune Beinchen baumeln von der niedrigen Mauer, die ben Wirtschafts- Hof vom grünen Garten trennt. Im bichten Sommerlaub bläst ber Winb bie sanfte Flöte, so daß die Töne — goldene Lichter — auf Haar und Schulter des versunkenen Kindes fallen. Wie blendet die Sonne von ben weißen Wänden im Geviert bes Hofes! Eine Schwalbe schwingt sich mehrere Male rundherum im Kreis, ein blitzendes Vogelkarussell. Im heißen Sand haben Hühner. Laut gatfernb gesellt sich eine Henne ihnen zu, die eben vom Nest kommt und ihre Leistung aller Welt verkündet. Ein kleiner, roter Hahn singt Kikiriki. Qjr weiß, er muß verschwinden, wenn ber weiße Sussex- hahn sich zeigt, ber in ber Hierarchie bes Geflügelhofes ben Abelsstanb vertritt. König ist ber Pfau. Don der Gartenmauer läßt er die bunte Schleppe herunterhängen, unb feine Damen schreiten als feine Königinnen über ben Rasen. Wo sie erscheinen, weicht bas Geflügelvolk zurück. Ihr Schrei ein Urlaut ber Natur. Ihr Flug vom Dach ber Scheune im schrägen Licht bes Morgens —. eine Vision aus exotischer Märchenwell. Wenn ber Herr im Liebesspiel knisternb seinen Fächer entfaltet, baß bie schillernben Augen die Umworbene bannen unb Brust unb Hals als göttliches Dreieck im Flammenrad schimmern — welch ein Schauspiel! Nur von hinten, ach von hinten soll ihn dann niemand besehen. Wie ein König in Unterhosen, wie ein Dichter in Pantoffeln ist er anzu- schauen. Und wer liebte nicht die Illusion! Uebrigens macht sein streitbares Temperament es zum Wagnis, sich ihm zu unrechter Zeit zu nahen. Wobei ber zornmütige Vogel allerdings riskiert, eines echten Tyrannentodes zu sterben wie fein Vorgänger, ben man eines Tages mit gewürgtem Hals tot am Wege liegenb fanb. Doch biejer hier lebt noch mit aller Kraft unb hat vor einem nur Respekt: vor Troll, bem ungarischen Steppenhunb. Wenn Troll, schwarz wie bie Nacht unb bunte! wie bas Schicksal, im Hof auf» taucht, ergreift ber Pfau bie Flucht. Rusch! fegt fein Schweif um eine Mauerecke. Troll roieberum, ber finstere Teufel, — es gibt keinen, mag er noch so furchtbar scheinen, ber nicht roieber einen Mächtigeren fürchten müßte — auch Troll ist nur bis zu einem gewissen Grabe souverän. Denn wie er sich behaglich ■im Schatten bes Kastanienbaumes zu einem Schläfchen eingerichtet hat, erscheint Frau Schnüfti auf dem Plan, bie Katzenmutter mit vier seidenweichen, spielerischen Katzenjungen. Vierfache Sorge für ein Mutterherz. Ist es zu verwundern, wenn sie faucht, den Buckel krümmt und scharfe Prankenhiebe austeilt an den, der ihre Lieblinge anzuknurren wagt? — Troll wagt dies längst nicht mehr, die Nase tut ihm jetzt noch weh von Frau Schnüftis mütterlich-behender Ohrfeige. Und ba Frauen eher hunbert Guttaten als eine schlimme Tat vergessen, zieht er zottelnd ab. Sein buschiger Gang ist Aerger, Vorwurf, melancholische Gekränktheit. Nun ist Familie Schnüfti unter sich. Das ist ein Balgen, Spielen, Ueberkugeln! Den Stamm hinauf, baß bie Borke unter ben Krallen knackt, unb roieber hinunter, kopfüber, kopfunter, und lautlos, lautlos dieser ganze Tumult, auf samtenen Katzenpfötchen. Da begibt es sich, daß eins auf die Mauer springt, dem Kinde in den Schoß und gerade auf bie Puppe, bie endlich eingeschlafen ist. Muß bas nicht bie Puppen- mutter verdrießen? Ihre kleine, braune Hand packt das vorwitzige Kätzchen im Genick unb beförbert es im Bogen in ben Garten. Dann sitzt bas Mäbchen roieber still. Die Hühner kauern im heißen Sand. Ein Falter taumelt trunken. Droben im bichten Sommerlaub spielt ber Wind bie sanfte Flöte. Sochschulnachnchten. Geh. Reg.-Rat Professor Dr. Wilhelm M auch ot, Drbinarius für organische Chemie in München, vollenbete sein 7 fl. Lebensjahr. Der Gelehrte habilitierte sich an ber Universität Göttingen unb wurde bereits 1903 als ao. Professor nach Würzburg berufen. 1914 folgte er einem Rufe an bie Technische Hochschule in München, an ber er seitdem ununterbrochen gelehrt hat. In Anerkennung seiner wissenschaftlichen Leistungen wurde Manchot 1929 zum Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften ernannt. Von den amtlichen Verpflichtungen sind entbunden worden: der ordentliche Professor an der Universität Köln Dr. August D a r a p s k y (Chemie und chemische Technologie), der ordentliche Professor an ber Universität Erlangen Dr. med. Bruno Fleischer (Augenheilkunde), der ordentliche Professor an der Universität Erlangen Dr. med. Leonhard Hauck (Dermatologie und Geschlechtskrankheiten) wegen Erreichung der Altersgrenze, der ordentliche Professor an der Technischen' Hochschule Graz Dr. Wilhelm Heyn (Maschinenbau) auf seinen Antrag. - —• und Gersfeld, wie erst vorgesehen, zu senden. Die neuen poststationen sind bis zum 11. August Saatfeld und 12. August Eisenach. Da die Fahrtabteilun- gen des Bannes und Jungbannes seit Wunsiedel vereinigt sind und die Fahrt gemeinsam durchführen, kann auch die Hitler-Iugend Post über folgende Anschrift empfangen: Oberfähnleinführer 2Hoos, z. 3. (poffotf angeben), hauptpostlagernd, für 3g. (Harne). DieAnkunft in Gießen erfolgt am Sonntag, 13. August, 12.04 Uhr, mit dem Zuge von Fulda. TlSD., Ortsgruppe Sießen-Ost. Betr.: Lebensmittelopferring. In der Zeit vom 7. bis 10. d. M. wird im Bereiche unserer Ortsgruppe die Sammlung zum Lebensmittelopferring durch die NS.-Frauenschaft durchgeführt. Die Volksgenossen werden gebeten, während der Sommermonate ihre Geldspenden der NSV. zum Zwecke der Volksgesundheit zur Verfügung zu stellen. „Luftschutzwart" kommt ins Arbeitsbuch. Der Reichsarbeitsminister hat durch Erlaß, im Einvernehmen mit dem Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe, die Eintragungen im Arbeitsbuch über Luftschutzausbildung einheitlich neu geregelt. Die Luftschutzausbildung von Arbeitsbuchinhabern ist danach auf Antrag im Arbeitsbuch und auf der Arbeitsbuchkarte zu vermerken. Antragsberechtigt für die Angehörigen des Selbstschutzes sind die Dienststellen des Reichs- luftschutzbundes, für die Angehörigen des erweiterten Selbstschutzes die Betriebssichrer und für Die Angehörigen des Werkluftschutzes die Vertrauensstellen der Reichsgruppe Industrie. Soweit es sich um in Beschäftigung stehende Arbeitsbuchinhaber handelt, werden die antragsberechtigten Stellen dahin wirken, daß das Arbeitsbuch zur Vorlage beim Arbeitsamt vom Unternehmer für kurze Zeit zur Verfügung gestellt wird. Der Vermerk über die Ausbildung im Luftschutz wird im Arbeitsbuch u. a. eingetragen bei einer Ausbildung im Selbstschutz als Luftschutzwart, Hausfeuerwehrmann, Laienhelferin, Amtsträger des RLB. und Luftschutzlehrer des RLB. Selbverständ- lich werden auch die Ausbildungen im Werkluftschutz, im erweiterten Selbstschutz, im Sicherheits- und Hilfsdienst entsprechend vermerkt. Monatsappell der alten Artilleristen. Am Samstagabend trafen sich die Kameraden der Artilleristen-Kameradschaft 1895 Gießen im Kameradschaftsheim „Hessischer Hof" zu ihrem üblichen Monatsappell. In Vertretung des verhinderten Kameradschaftsführers leitete der Schriftführer Kamerad Heinrich Siebert den Appell. Er gab einleitend in großen Zügen einen Ueberbücf über die Entwicklung der Organisation der alten Soldaten, von den örtlichen Kriegervereinen von einst über den Kyffhäuser-Bund bis zur jetzigen großen Organisation des NS.-Reichskriegerdundes. In Verbindung mit dieser Rückschau behandelte er einige Fragen und Aufgaben der Traditionspflege und der traditionsgemäßen Verbundenheit zwischen den alten Soldaten und den jungen Kameraden der aktiven Wehrmacht. Seine Darlegungen ließ er in dem freudig aufgenommenen Gruß und Treugelöbnis für den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht ausklingen. Der weitere Verlauf des Appells galt der Besprechung mancher Einzelheiten des demnächst stattfindenden Familienfestes, sowie einiger Angelegenheiten organisatorischer Art, die durch die Eingliederung der Artilleristen-Kameradschaft in den NS.-Reichs- kriegerbund nunmehr akut geworden sind. Kameradschaftliche frohe Geselligkeit beschloß den Abend. Jahreshauptversammlung -er Iriseur-Znnung Ehrung für Obermeister Götz. Im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung der Friseur-Innung für den Land- und Stadtkreis Gießen die am Sonntagnachmittag im „Burghof abqehatten wurde, stand eine Ehrung für den aus feinem Amte ausgeschiedenen Obermeister Hans Götz Der neue Obermeister der Innung, Friseurmeister Willi Lotz (Lich), begrüßte die Berufskameraden und erstattete den Jahresbericht, wobei er die Arbeit streifte, die durch die Einführung der Gesetze für die Altersversorgung im Handwerk und für den Jugendschutz notwendig wurden. Weiterhin erinnerte er noch einmal daran, daß jeder Handwerker, der noch keine Meisterprüfung abgelegt*hat, diese bis zum Ende des Jahres 1939 nachzuholen habe. Die Innung unterstützt diese Kameraden bei der Erbringung des Verkommnungsnachweises durch besondere Fachkurse. Im abgelaufenen Jahre hat auch die durch die Initiative des Altmeisters Götz ins Leben gerufene Fachschule in der Kreis- handwerkerschule bessere Unterbringung erfahren. Den im letzten Jahr verstorbenen Berufskameraden Reich (Gießen) undH 0 rny (Mufchenheim) wurde ein ehrendes Gedenken gewidmet. Der Kassenbericht und der Haushaltsvoranschlag fanden einstimmige Anerkennung. Außerdem wurden weitere berufliche und organisatorische Fragen geregelt. Der stellvertretende Kreishandwerksmeister Hartmann sprach über die Bedeutung und die Aufgaben des Obermeisters. Anschließend wurde die Vertrauensfrage für Obermeister W. L 0 tz gestellt, die unter starkem Beifall eine einstimmige Bejahung fand. Nachdem der stellvertretende Kreishandwerksmeister Hartmann dem Obermeister die Glückwünsche der Kreishandwerkerschaft ausgesprochen hatte, dankte Obermeister Lotz für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und berief den Beirat in folgender. Zu- fammenfetzung: stellvertretender Dbermeifter H e r - röder, Schriftwart O. Schön, Kassenwart Emil Noll, Jugendwart P. Dunkel und Gesellenwart Sonntag, sowie mit Sitz und Stimmrecht Altmeister Hans Götz. Anschließend wurden Lehrlingsfragen besprochen. Lehrlingswart Dunkel sprach über die Pflicht der zusätzlichen Ausbildung der Lehrlinge und- vermittelte Erfahrungen aus dem Vorjahr. Bezirksinnungsmeister Weidner würdigte die Verdienste des bisherigen Obermeisters Hans Götz um die Gießener Innung, die dieser in den Jahren von 1922 bis 1933 und nach kurzer Unterbrechung von 1933 bis 1939, also 17 Jahre hindurch mit Umsicht geführt hat. Er erinnerte an manche große Veranstaltung, durch die die Gießener Innung dem Friseur-Handwerk die Wege geebnet hat und sagte Hans Götz im Namen des Reichsinnungsmeisters und der Bezirksstelle Dank für seine Mühen und Opfer. Zugleich gab er unter dem lebhaften Beifall der Berufskameraden bekannt, daß der Reichshandwerksmeister Schramm dem scheidenden Obermeister für Verdienste um das deutsche Handwerk das Amtszeichen des deutschen Handwerks verliehen hat, eine Ehrung, die nur sehr selten norgenommen wird. Mit der vom Reichshandwerksmeister ausgestellten Ehrenurkunde überreichte der Bezirksinnungsmeister dem verdienten Obermeister zugleich das goldene Amtszeichen mit dem Wunsche, daß er es als Anerkennung für all das, was er für feine Berufskameraden getan hat, stolz und in Ehren tragen möge. Obermeister Lotz übermittelte Hans Götz die Glückwünsche der Innung. Hans Götz dankte dem Bezirksinnungsmeister für die Auszeichnung und vor allem auch dafür, daß er ihn bei feiner Arbeit tatkräftig unterstützt hatte. Im weiteren Verlauf der Versammlung erstattete der Bezirksinnungsmeister einen Bericht über die Bezirksinnungstagung in Fulda. Schließlich berichtete der Bezirksinnungsmeister noch über die Reichstagung des Friseurhandwerks, die in Wien stattfand und internationale Bedeutung hatte. Kriegertreffen in Lauter. Feier des SO jährigen Bestehens der Kriegerkameradschast Lauter. + Lauter, 6. August. Der Samstagabend brachte nach dem Antreten der Kameradschaft zunächst eine Gefallenenehrung. Nach einem Fackelzug zum Friedhof, wo' durch Kranzniederlegung das Andenken der verstorbenen Gründer und Kameraden geehrt wurde, ging es zum Ehrenmal bei der Schule, wo in feierlicher Weise der Gefallenen des Weltkrieges gedacht wurde. Es schloß sich dann ein Appell im Saale der Wirtschaft Hock an. Die Festansprache hielt der Kameradschaftsführer Richard Schäfer. Er gab in großen Zügen einen geschichtlichen Ueberblick über die Entstehung und weitere Entwicklung der Kameradschaft, die am 4. August 1889 von 24 Kameraden gegründet wurde. Sie trat bald dem Bezirk Grünbera bei und gehörte damit dem Landesverband „Hassia" an. Fünf von den Gründern leben noch. Kurz vor Ausbruch des Weltkrieges wurde der Kameradschaft am 26. Juli 1914 durch den damaligen Großherzog Ernst Ludwig zum 25jähri- gen Bestehen eine Schleife verliehen. Im Weltkrieg gaben 7 Mitglieder von der damals 34 Mann zählenden Kameradschaft ihr Leben hin. Auch in der Systemzeit blieb der alte Soldatengeist in der Kameradschaft lebendig. Schon 1920 zeigt sie eine Mitgliederzahl von 48, sämtliche Kriegsteilnehmer sind Mitglieder, 1925 beginnen die Schießübungen. Nach der Einführung der Wehrpflicht und Gründung des NS.-Reichskriegerbundes stellt sich weiterer Zuwachs ein, so daß die Kameradschaft heute 60 Mitglieder zählt, eine beachtliche Zahl für ein kleines Dorf. Mit dem Bekenntnis zur Parole des Bundes „Soldatentum und Nationalsozialismus" schloß der Kameradschaftsführer. Anschließend nahm er eine Anzahl Ehrungen vor. Zunächst überreichte er den fünf noch lebenden Gründern: Karl Pitz, Philipp Pfaff, Heinrich Pfeffer, Karl V i e h l und Ludwig Zimmer die goldene Ehrennadel für 50jährige Mitgliedschaft. Folgende 9 Mitglieder: Herrn. Dörr, Otto Kröll, K. Sch l e e r, E. Schlosser, Hch. Schmidt III., Karl Schmidt II., Karl Schmidt III., Wilhelm Sprankel und Georg W i e ß n e r erhielten die silberne Ehrennadel für 25jährige Mitgliedschaft. Die weiteren neun Mitglieder: Peter Aff, Hermann Birkelbach, Jakob Klös, Philipp Lind, Philipp Pfaff, August S ch l ö r b , Karl Trailer, Karl Viehl und Heinrich Wirth wurden durch Überreichung eines Bildes des Führers für eine Mitgliedschaft von 40 und mehr Jahren ausgezeichnet. Für die Partei sprach Ortsgruppenleiter Schütz (Grünberg). Er erinnerte an Die Zeit vor 25 Jahren und wies weiter darauf hin, daß auch in der Systemzeit die Krieaerkameradfchasten Vaterlands, liebe, Treue und wehrhafte Gesinnung hochgehalten haben. Diese Tugenden sind auch heute nach der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht für die geistige Verfassung des Volkes nötig, denn neben einer starken militärischen Macht hilft die vom NS.. Reichskriegerbund gepflegte Wehrgesinnung mit an der Sicherung des Friedens. „ Weiter sprach noch Untergaufuhrer Roth (Grun- berg), der die Glückwünsche des Unterverbandes überbrachte. Er betonte die Aufgabe der Kriegerkameradschaften, auf deren geschichtttche Entwicklung er kurz ein ging und'die heute im NS.-Reichskrieger- dund in 40 000 Kameradschaften etwa 3 Millionen Mitglieder aufweisen, wovon 70 v. H. Frontkämpfer und Kriegsteilnehmer sind. Kameradschaftsführer Albrecht G r 0 ß h a u s (Grünberg) überreichte als Geschenk der Kameraschaft Grünberg eine Plakette mit dem Bildnis des Führers. Gedichtvorträge von Schülern, mehrere Chöre des Gesangvereins und die Musikoorträge, ausgeführt von Mitgliedern der Kapelle des Kiegerhorstes Gießen, umrahmten den gut verlaufenen Festabend. Der Sonntag brachte nach dem Wecken und einem Platzkonzert der Kapelle ab 12 Uhr das Einholen von 18 G a ft d e r e i n e n , die sich dann zu einem Umzug durch das festlich geschmückte Dorf aufstellten Mittlerweile war auch Kreisführer Dr. M 0 n - narb (Gießen) in Begleitung seiner Mitarbeiter eingetroffen. Nachdem die Kreisführung, wozu sich auch noch Ortsgruppenleiter Schütz (Grünberg) gesellte, am Ehrenmal Aufstellung genommen hatte, sand hier ein Vorbeimarsch der 350 Kameraden, voraus ein Fahnenblock mit 20 Fahnen sowie der im Zuge mitmarschierenden Abteilungen SA. und NSKK. statt. Der Festzug bewegte sich dann zum Festplatze an der idyllisch im Tal liegenden Bing- mühle. Nach Begrüßungsworten des Kameradschafts- führers Schäfer sprach Kreisführer Dr. Mon- narb. Er beglückwünschte die Kameradschaft zu ihrem Jubiläum und kennzeichnete dann die Aufgaben der Kriegerkameradschaften, stets die alten soldatischen Tugenden zu pflegen. Er wies auf den Reichskriegertag in Kassel hin, bei dem der Führer durch sein Erscheinen seine alten Frontkameraden geehrt habe. Der vom Führer geschaffene NS.« Reichskriegerbund vereint jetzt alte und junge Sol- baten im gleichen Geiste der Einsatzbereitschaft und Wehrtüchtigkeit, wodurch eine geistige Abwehrfront neben der stählernen Front geschaffen wird. An- schließend überreichte er zwei verdienten Mitgliedern das vom Reichskriegerführer Reinhard verliehene silberne Ehrenkreuz 2. Klaffe, den Kameraden Attbürgermerster Peter Aff und Fabrikant August S cy l ö r b. Ortsgruppenleiter Schütz (Grünberg) gab bann einen Ueberblick über die politische Entwicklung der letzten sechs Jahre, in der Großbeutschland vom Führer geschaffen wurde. Er erinnerte an das Opfer der zwei Millionen Gefallenen des Weltkrieges, deren Blut die Saat für Deutschlands Auferstehen war und deren Taten unserer Jugend stets als Vorbild dienen soll. Er schloß mit dem Gelöbnis zu Führer und Vaterland. Es folgte bann kameradschaftliches Beisammensein offiziellen Feier einsetzende starke Regenwetter be- unb Volksfest, das durch das bald nach Schluß der einträchtigt wurde. Bauern! Großbeutschland braucht zur Sicherung seiner Freiheit dringend eine Steigerung der Fetterzeugung. Steigert deshalb jetzt beträchtlich den Oel- fruchtanbau, ohne die Viehwirtschaft zu vernachlässigen. Die neuen erhöhten Oelsaatpreise sicher Luch die Wirtschaftlichkeit des Anbaues. 3eht ift es Zeit, Raps und Rübsen zu bestellen. Laßt Luch dabei vom Reichsnährstand beraten! GROSSGARAGE -flltet U/eiten Roman von Harald Baumgarten Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35 (Schluß.) Vallendar ließ den Brief sinken. „Nun bist du ein reiches Mädchen, Charly! Du konntest halb Bärenbruch kaufen, wenn Bärenbruch verkäuflich wäre." Sie legte ihm die Arme um den Hals. Er beugte sich zu ihr nieder und küßte sie, und zwischen zahllosen Küssen sagte sie leiser: „Ich hab dich so lieb, Werner! Was soll ich mit dem Geld?" Mitten in der kleinen sanften Bucht, die der See bildete, lag das Schwanenhaus. Es ruhte auf sechs moosbewachsenen Pfählen über dem Wasserspiegel. Wenn das Schwanenmännchen, dem irgend jemand den Namen „Perseus" gegeben hatte, einen Spaziergänger auf der Uferpromenade sah, wandte es den Kopf. Manchmal hob es sich zu kurzem Flug und ließ sich, die Kraft der gestutzten Schwingen ausnutzend, auf den Seespiegel gleiten, daß das Wasser eine silberne Furche zog. Das aber tot es nur, wenn es vertraute Bekannte sah. „Da kommt Perseus!" sagte Margit Larsen. Dr. Romer schloß hinter ihr die Tür der Veranda. Nebeneinander gingen sie durch den Garten, der sich zum See hinabsenkte. Die Aeste der Bäume glitzerten im Rauhreif; der Kies knirschte unter ihren Schritten. „Ich glaube, mein Nachfolger wird wenig Sorge mit Ihnen haben, gnädige Frau. Ihr Aussehen ist ganz vorzüglich!" Sie lachte. „Ich fühle mich auch wohl, obgleich ich fast jeden Tag im Atelier stehe. Der neue Film geht gut vorwärts!" Perseus, der Schwan, schwamm aufmerksam vor der Uferpromenade hin und her. Margit warf Brot ins Wasser. „Er weiß genau, daß ich immer etwas für ihn habe. Er überwintert im Schwanenhaus. Manchmal kommt ein Wärter, um nach ihm zu sehen." Romer betrachtete, wie sie in ihrer anmutigen Art das Brot ins Wasser warf. Er bewunderte sie. Kein Wort, das die nahe Vergangenheit berührt " hatte, war zwischen ihnen besprochen worden. Und doch hatte jeder gleichgülttge Satz, der bei dem Abschiedsbesuch Dr. Romers gesprochen worden war, unter dem Eindruck des Erlebnisses gestanden, daß Vallendar und Charly sich gefunden hatten. Die erste Winterkälte zauberte auf ihre Wangen ein zartes Rot. Was für eine'Kraft steckt doch in einem Menschen! empfand Romer. Der Sturm braust über ihn hin, beugt ihn tief, und doch richtet er sich wieder hoch und blüht wieder auf — anders und vielleicht noch schöner als früher ... „Ich habe Sie noch nie so heiter gesehen, Frau Larsen, wenn Sie arbeiten, wie gerade heute. Macht Ihnen die neue Rolle solche Freude?" „Ja", erwiderte sie und ging langsam weiter, „man muß ganz eins sein mit seiner Kunst. Es darf keine Unstimmigkeit zwischen Wollen und Können bestehen." Voll blickte sie ihn an. „Ist es nicht so, als stünde man auf einer Scheibe, die sich dreht, und wir kreisen um den Inhalt unseres Lebens und bekommen jeden Tag neue, andersartige Ausblicke — und andere, uns selbst fremde Gefühle? Und wenn wir zurückblicken, können wir über das lächeln, worüber wir zuvor meinen mußten ..." Sie schwieg eine kurze Weile. „Ich habe keine Furcht mehr", fuhr sie leise fort, „keine Furcht vor der Zukunft. Das, was ich kommen sah, ist oorübergegangen. Aus einem Schiffbruch habe ich etwas Köstliches gerettet: den Glauben an mich selbst. Sehen Sie, Doktor, das ist die Harmonie, die mich heiter stimmt!" Der Schwan ruderte unter die Aeste der Trauerweiden, die sich in das Wässer des Sees hinab- fenkten. Margit hatte die Hand leicht auf Romers Arm gelegt. „Eigentlich beneide ich Sie, Doktor. Es muß doch wundervoll fein, für so viele Kinder wie ein Vater sorgen zu können! Wann ziehen Sie nach Gatow?" „Von morgen ab wohne ich bereits draußen in der Klinik. Zuerst wird es freilich ein wenig einsam für mich werden." Er lächelte sie an. „Aber ich hoffe, die Scheibe, auf der ich stehe, wird auch weiterrücken. Der Egoismus unseres Herzens ist ein hartnäckiger Feind, Frau Larsen. Er bedrängt uns am meisten, wenn wir glauben, ihn besiegt zu haben." Die Uferpromenade endete. Margit blieb stehen. „Wir werden uns doch nicht verlieren, Doktor?" „Ader nein! Im Anfang werde ich sehr viel Arbeit haben. Ich muß doch auch noch meine Praxis in der Stadt abwickeln. Aber bei der Premiere sehen wir uns bestimmt!" „Darüber würde ich mich sehr freuen. Vallendar wird prachtvoll sein. Wir hoffen alle auf einen großen Erfolg." Sie reichte ihm die Hand. „Auf ein ftohes Wiedersehen, Doktor!" Er beugte sich über ihre Hand und küßte sie. „Auf Wiedersehen, Frau Larsen!" Er blieb stehen und sah ihr nach, bis sie in ihr Haus zurückgekehrt war. Dann hob er den Kopf, log tiefe frische Winterluft ein und begann, den Berg hinaufzusteigen. Es ist der letzte November. Fritz Huckemann steht vor der Garage Atter Westen und hält seine Uhr in der Hand. 23on der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche schlägt es sechs Uhr abends. Noch eine Stunde, denkt Fritz Huckemann, dann bin ich der Pachter Der Garage! Noch eine kleine Stunde, und ich bin selbständig! Es hat dieses Jahr sehr früh geschneit. Weiß und weich liegt die Schneejchicht, die heute .iach- mittag vom Himmel herabfiel, auf den Straßen Die Baume tragen weiße Mutzen Die Kind-r schlittern; wenn sie atmen, dampft es. Alles tUngt gedämpft. Das Leben der Riesenstadt läuft wie auf Socken. Fritz Huckemann sieht die Tankstelle an, an der jetzt große neue Schilder prangen. „Winteroel! Jetzt Oelwechsel! Schutzhauben für den Kühler!" Ich wäre schon dumm gewesen, wenn ich nein gesagt hätte! Ich habe es genommen — das Geld, das mir Fräulein Sandner vorgeschossen hat, damit ich die Garage pachten konnte. Recht hat sie gehabt, als sie mir sagte: ,Es ist ja nur, damit unsere Wagen gut untergebracht sindll Ja, da könnt ihr ein Haus darauf bauen, meine Herrschaften, einen ganzen Wolkenkratzer! Die Hilde — was für ein praktisches Mädel! ,Nimm das Geld, Fritz — gibst es ja wiederll hat sie gesagt. Und es wird gehen! Es wird großartig gehen! Eine Stunde noch, dann ist der Vertrag wirksam. Der Notar Grussendorf hat ihn aufgeschrieben und gestempelt., „Beginn: 30. November, 7 Uhr abends." So, nun wird er, Fritz Huckemann, noch mal schnell nach dem Rechten sehen, ehe die Wagen aus der Stadt kommen! Es ist wieder mel Wechfel. Das alles muß er nachher noch mit Mühsam besprechen! Fritz läuft in den Tunnel hinein. Die Wagenwäscher versammeln sich eben. Es können schon ein paar Wagen gewaschen werden. Sie arbeiten in der Nische. Das Wasser zischt. „'nen Abend!" ruft Fritz laut, obwohl es gar nicht nötig wäre, denn an Der Tankstelle hat schon jeder ihn begrüßt. „'n Abend, Herr Huckemann!" Wie das klingt! Man muß doch ein wenig straffer hatten ... „'n Abend, Leute!" Er muß lachen, er ist zu glücklich. „Also es bleibt natürlich alles beim alten, nicht wahr? Wenn Id) nun sozusagen der Chef bin ..." „Natürlich, Herr Huckemann! Uns is nich bange." „Na, dann wascht mal schon! Ich überprüfe nachher die Wagen!" Ein bißchen aufspielen muß man sich; es würde einen sonst zersprengen. Jetzt geht er den Gang hinunter. Das muß alles frisch gestrichen werden! Die Türen der Boxen recht freundlich! Das wird er bald mit Hilde besprechen. Er bleibt stehen. Das Häuschen draußen in Nedlitz ist wunderbar und gar nicht teuer. Das kann er sich leisten. Wozu hat er denn das Kapital ausgenommen? Das ist eine gute Anlage. Im Januar wird geheiratet. Fritz sieht die zweiundeinhalb Stuben unten und die zwei Räume oben im ersten Stock, die etwas schräge Wände haben, vor sich. Die Einrichtung! Es kostet allerhand Kleingeld. Aber er wird Den Laden hier schon in Schwung bringen, daß es klappt. Wieder blickt er nach der Uhr. Die Stunde will nicht vergehen. Schrecklich lang, so'ne ganze Stunde! Er geht zum Chauffeurzimmer und öffnet die Tür. Preetz sitzt da und wartet auf einen Anruf. Bald wird er die ersten Wagen von Der Wohnung abholen. „Na, Preetz, was macht der Sohn?" „Ausjezeichnet, Fritz! Der wächst jewalttg. Ick sage dir: Wenn der mich sieht — er kennt mich janz jenau —, Der dreht Die HänDchen schon immer so. als Drehe er ’n SteuerraD. Der wirD mal Chauffeur!" „Na, Preetz, Das kannst Du Dir ja noch 'ne Weile überlegen! llebrigens — ich wollte mal was fragen ..Er druckst ein bißchen rum. „Was is denn, Fritz?" „Na, ich meine, du haft Doch Erfahrungen. Wir hoffen doch nun auch, meine Hilde — ich meine —" „Ach so? Ihr heiratet? Na, bet kann ja noch 'ne Weile dauern, bis ich dir da mit meine Erfahrungen aufwarten kann." Fritz legt den Kopf in Den Nacken. „Wer kann Das wissen, Preetz?" Sein Lächeln schwankt zwischen Verlegenheit und Stolz. „Ach, so is bet?" Preetz schmunzelt verständnisinnig. „Na ja, denn sieh bloß zu, daß Deine Frau bis dahin Freundinnen hat! Denn jeht alles wie am Schnürchen!" Hritz Huckemann -begibt sich wieder hinaus. Oben steht der Tankwart Hellmuth und wartet auf Kunden. Ein Kopf schiebt sich aus dem Bürofenster. „Fritz! Verzeihung, — wollte sagen: Herr Huckemann!" „Schon gut, Herr Mühsam! Ich komme!" Fritz geht ins Büro. „Also passen Sie auf, Herr Mühsam! Box 26 wird frei. Der Doktor Römer zieht ja nun nach Gatow. Da kommt Steinberger ’rein. Und das „Fräulein" soll ’ne besondere Box bekommen. Fräulein Sandner will den Wagen behalten. Nehmen wir 11! Und Dann Die übrigen Neueinstellungen ..." Sie reden hin und her. Die Wagen kommen. Die Uhren schlagen sieben. „Stopp!" Huckemann reckt sich. „Jetzt bin ich Päch' ter, Herr Mühsam! Natürlich: „Herr Huckemann — das muß sein, lieber Mühsam. Aber sonst — es bleibt alles beim alten!" „Danke schön, Herr Huckemann! Danke schön! Ich bleibe heute lange im Büro. Ich muß Die Abrech' nungen noch machen." Fritz tritt vor seine Garage. Ein großer Wagen verläßt eben Die Ausfahrt- Er stoppt; seine Lichter funkeln wie eine gan3e Italienische Nacht. Der geht nach Treuenbrietzen! denkt Fritz. Den Garagewagen seh' ich nicht wieder! Einen Augenblick erinnert er sich Daran, wie Der Wagen vor vier Wochen mit Preetz am Steuer einfuhr, geradewegs aus Hamburg. Was hat sich da alles getan! Die ganzen Verhandlungen! Dem James Miller hoben sie ordentlich was aufgebrummt; auch Schmal uno Schramm sind nicht gut weggekommen .. • 2lk>er nun Schluß! Nun fängt alles neu an! Er blutt auf die Straße. Zwei Wagen kommen hintereinander her: dos „Fräulein" und der „Star". Das „Fräulein" fahrt voraus, und der „Star" folgt der Vorspur so genau, als hätte das „Fräulein" ihn im Schlepptau. Huckemann winkt mit beiden Händen. Es ist ja dos letztemal, daß Fräulein Sandner aus dem Geschoss kommt. Sie wird bald heiraten; Herr Vallendar har sie zum letztenmal abgeholt. „Willkommen, öj’®' lein Sandner! Willkommen, Herr Vallendar! Mm* I kommen in meiner Garage!" &.4.-fport Hollands Leichtathletinnen geschlagen. Länderkampf Holland—Deutschland. Auch der dritte Länderkampf der deutschen Leichtathletinnen gegen die Vertreterinnen Hollands endete am Sonntag im Aachener Waldstadion vor 4000 Zuschauern mit einem klaren deutschen Siege. Mit 62:30 Punkten wurden die „Meisjes" bezwungen, mit einem Unterschied, wie er bisher noch nicht erzielt wurde. Lediglich die blonde Fanny Koen, die vielseitigste holländische Leichtathletin, erkämpfte einen Sieg für ihre Farben; sie gewann Die 100 Meter sicher in 12,1 Sekunden vor Ida Kühnel. Im Weitsprung blieb die Holländerin lur 2 Zentimeter hinter der deutschen Wettrekord- erin Christel Schulz, die auf 5,95 Meter kam, und im Hochsprung erreichte Fanny Koen ebenso Die die deutsche Meisterin Gräfin zu Solms und Elfriede Saun 1,60 Meter; die Zahl der Versuche entschied über die Reihenfolge Solms- Koen—Kaun. Die 4X100-Meter-Staffel wurde trotz >er schnellen Fanny Koen von den deutschen Frauen dar in 48,2 Sekunden gewonnen. In allen übrigen Wettbewerben gab es' deutsche Doppelsiege. Beson- Iters groß trat die deutsche Ueberlegenheit erwar- !ungsgemäß in den Wurf- und Stoßübungen zutage. Aisela Mauermayer sicherte sich zwei Konkurrenzen. das Kugelstoßen mit 13,83 Meter und das Diskuswerfen mit 46,21 Meter. Die 200 Meter Iahen die deutsche Meisterin Grete Winkels in Schwimmländerkampf Klare Führung am ersten Tag. Zum zweitenmal standen sich am Wochenende in erfurt Deutschland und England im Schwimm- .ändcrkampf der Männer und der Frauen gegen- ilber. Wie erwartet, holten die Deutschen gegen 'ihre i-nglischen Kameraden, die nicht in stärkster Be- s tzung antreten konnten, schon am ersten Tage eine tare Führung mit 27:17 Punkten heraus. Vor über« laschend gutem Besuch wurden die Kämpfe am I^amstagnachmittag im Erfurter Nordbad begon- len. Bei den Männern erlebten die Zuschauer nur Rutsche Siege. Dagegen wurden die deutschen grauen in zwei Wettbewerben geschlagen. Ganz überlegen holte sich Arthur Heina die 200 Teter Brust in 2:42,9 Minuten vor dem Engländer Tonie in 3:06,2. Eine noch bessere Zeit erzielte je- isd) außer Wettbewerb Jochem Balke, der 2:40,4 Iftin. schwamm. Der junge Magdeburger Köninger intte die 400 Kraul jederzeit sicher. Nach 4:57,4 Rinuten schlug er an und ließ seinen Gegner Gray m fast 19 Sekunden hinter sich. Nie gefährdet war cuch unser Meister Heinz Schlauch (Erfurt) im 100- Reter-Rückenschwimmen. Seine Zeit betrug 1:09 Minuten; 1:15,1 schwamm der Engländer French- Billiams. Klar in Front lag im Kunstspringen !vppelmeister Jonny Weiß (Dresden), der mit seiner pänzenden Technik bestach und 20 Punkte besser ! wertet wurde als der Engländer hodges. Den nften Wettbewerb bei den Männern holte sich msere 4X200-Meter-Kraulstaffel in 9:17,9 Minuten. Bedeutend schwerer hatten es unsere Frauen. Am Wen schnitten hier die jüngsten Teilnehmerinnen c.. Inge Schmitz gewann die 200-Meter-Kraul in 239,1 Minuten klar vor der Engländerin Pate (i-45,2). Die Bayreutherin Weber übertraf in der 3<100-Meter-Lagenstaffel, die von den Englände- rinnen in 3:51,8 Minuten gewonnen wurde, mit ifter Zeit von 1:17,9 über 100 Meter Rücken den deutschen Rekord von Inge Schmitz, der auf 1:18,7 : sicht. Erfreulicherweise konnte sich Olga Eckstein im lurmfprinaen gegen die englische Doppelmeisterin üstty Slaoe knapp durchsetzen. Den zweiten eng« (gen Sieg errang Frl. Hutton über 400-Meter- 25,3 Sekunden nur knapp vor Dora Voigt mit der gleichen Zeit in Front, lieber 80 Meter Hürden schließlich bestätigte Siegfriede D e m p e ihre gute Form durch einen neuen Erfolg über die Meisterin Lilo Peter. Neuer 4 mal 400-Meter-StaffeIrekord Luflwaffen-Sv. Berlin lief in Hannover 3:16,8 Ulin. In der Hindenburg-Kampfbahn zu Hannover wohnten am Sonntag 4000 Zuschauer den leichtathletischen Wettkämpfen bei, deren Höhepunkt die 4X400-m-Staffel bedeutete. Der Luft- waffen-SV. Berlin stellte in der Besetzung Ahrens, Giesen, hähnel und Strafen mit 3:16,8 Minuten einen neuen deutschen Rekord auf, der um so bemerkenswerter ist, als der in der vorhergegange- nen Nacht gefallene Regen die Bahn recht schwer gemacht hatte. Die alte Bestleistung hielt Teutonia Berlin seit 11 Jahren mit 3:17,2 Minuten. Schmeling —Neusel in Dortmund. In den Vormittagsstunden des Samstags konnten in Berlin die seit Tagen schwebenden Verhandlungen um den Europameisterschaftskampf der Schwergewichtsboxer abgeschlossen werden. Max Schme- l i n g als Europameister verteidigt feinen Titel gegen den Deutschen Meister Walter N e u f e I am 1. Oktober in Dortmund. Der Kampf soll als Freiluft-Veranstaltung in der Kampfbahn „Rote Erde" durchgeführt werden. gegen England 65:35. Kraul in 5:55,0 Minuten gegen Ruth halbsguth (5:55,4). Ein leichter Sieg. Die Vormachtstellung des deutschen Schwimmsports in Europa ist derart klar, daß Länderkampfe gegen Gegner in der Alten Welt kaum noch Anstrengungen für unsere Schwimmer bedeuten. Es lohnt sich tatsächlich bald, einen Vergleichskampf zwischen der deutschen Ländermannschaft und einer Auswahl aller europäischen Schwimmnationen durchzuführen. Auch den könnten wir kaum verlieren! Ebenso klar wie die Schweden wurden am Wochenende auch die Engländer geschlagen. Das Punktverhältnis von 65:35 drückt dabei die lieber« legenheit nicht einmal so deutlich aus, wie sie in Erfurt tatsächlich vorhanden war. Bei den Wettbewerben der Männer erzielten die Briten nicht einen Sieg, wobei wir allerdings nicht vergessen wollen, daß sie ihren schnellsten Kraulschwimmer, Norman Wainwright, nicht zur Verfügung hatten. Günstiger schnitten die Engländerinnen ab, die am Sonntag zwei Wettbewerbe gewannen, harrowby schlug Gisela Arendt über 100-Meter-Kraul mit 1:08,2 und Storey die Deutsche Meisterin Inge Schmitz über 200 Meter Brust in 3:07,1. Trotz der klaren Ueberlegenheit in den meisten Wettbewerben gab es einige recht gute Zeiten. So gewann Fischer die 100-Meter-Kraul in 59,4 vor dem Europa« meisterschaftszweiten Dove, der 1:00,6 benötigte. Die 14jährige Sie fei W-eber siegte über 100 Meter Rücken in der schönen Zeit von 1:18,5, die erneut knapp unter der alten Rekordmarke liegt. Das Springen gewann Gerda Daumerlang, der mit 113,44 Punkten ein Sieg vor der englischen Europameisterin Betty Stabe glückte. Von der ausgeglichenen und guten Form unserer Nachwuchskrauler zeugte ein 200-Meter-Kraulschwim- men, das als Einlagewettbewerb durchgeführt wurde. Schröder (Bonn) siegte in 2:20,5 vor Laskowski 2:20,6, Köninger 2:20,7 und Fiedler (Leipzig) 2:21,2. Der Wasserballkampf brachte einen 5:1= (4:0)-Sieg Deutschlands. Deutsche Siege vor 250000 Zuschauern. Großer Motorrad-preiS von Schweden. i3n mitreißenden Kämpfen wurden am Sonntag 6im Großen Motorradpreis von Schweden auf der jkmbftrede von Saxtorp bei Malmö alle beftehen- bu Rekorde gestürzt. Deutschlands Streitmacht schlug siy prächtig und erregte die Bewunderung der 23 000 Zuschauer. Europameister Kluge (Auto- lüon-DKW.) siegte in der 250-ccm-Klasse vor (i-tnem Stallgefährten P e t r u s ch k e. Heiner Fleisch mann brachte auf der DKW. den Sieg ir der 350-ccm-Klasse an sich, nachdem er in der leiten Runde Europameister Mellors abgehängt hckte. Riesiges Pech hatte Europameister Georg IV-eier, berjeine Aussichten bei einem glimpflich verlaufenen Sturz verlor. Sieger des Großen Prei- I* wurde der Italiener S e r a f i n i auf Gilera in.i 156 km/st. Zum Schluß drehten Rudolf Carac- itMa mit dem Mercedes-Benz und Kluge mit dem iUto-Union-Rennwagen noch einige schnelle Run- )ei, denen die begeisterten Zuschauer noch einmal :r merksam folgten. Vutes Wetter und die harten Kämpfe der besten unopäischen Rennfahrer und Maschinen schufen irner den Zuschauern, unter denen man auch Mtt- rtiiber ber königlichen Familie sah, bie beste Stim- annng. In allen Klassen waren 20 Runben (290 km) 31 fahren. Ein erbittertes Ringen zwischen ben El tzenfahrern von BMW. unb Gilera brachte bas Seimen der Halblitermaschinen. Georg Meier er« oute sich die Spitze in der zweiten Runde, fuhr mi: 162,34 km/st neuen absoluten Rundenrekord int führte bis zur fünften Runde. Dann zog der bxiitauf folgende Italiener Serasini mit der Gilera ir Front, hart bedrängt von Meier, ber in ber l^.Runde beim Ueberholen burch zu scharfes Bremse von der Bahn geriet und durch einen Gartenzaun flog. Bis zum Eintreffen des Krankenwagens rauchte der tapfere Oberfeldwebel gemütlich eine beruhigende Zigarette. Der Weg für Serafini war frei. Der Italiener siegte und übertraf mit 156 km/st den alten Rekord Otto Leys (147,6 km/st) wesentlich, hinter Serafini wurde sein Stallgefährte .Vailati Zweiter. Kraus (BMW.) wurde Dritter. Einen harten Dreikampf lieferten sich Heiner Fleischmann, Siegfried Wünsche (beide DKW.) und Mellors (England) auf Velocette in der 3 5 0-ccm-Klasse. Nach vier Runden besaß Mellors einen Vorsprung von gerade 100 m, den er aber beim Tanken wieder einbüßte. Rad an Rad jagtert alle drei über den Kurs, bis sich Fleischmann in der letzten Runde in Front schob und mit 2/io Sekunden Vorsprung vor Mellors und Wünsche gewann. Mit 138 km/st verbesserte Fleischmann (der durch diesen Sieg in der Europameisterschaft mit Mellors punktgleich geworden ist) den auf 131,2 km/st stehenden bisherigen Klassen- reforb des Engländers Frith (Norton) ganz beträchtlich. In der 2 5 0-ccm-Klasse gab es trotz der riesigen Ueberlegenheit der Auto - Union - Fahrer Kluge und Petruschke ein herrliches Rennen. Petruschke setzte sich in der ersten Runde an die Spitze, mit nur zwei Meter Abstand folgte Kluge. Die Zuschauer waren von diesem scharfen Duell begeistert. Erst in der letzten Runde schob sich Kluge in Front, um mit 130,35 km/st zu siegen und den alten Rekord von Walfried Winkler auf DKW. (121,6 km/st) zu schlagen. Petruschke kam als Zweiter vor dem DKW.-Privatfahrer Lottes und Rudi Meier ein. Harte Mlorsportkäinpse am Großglockner. Deutschlands unbestritten erfolgreichster Renn- fer dieses Jahres, der nun sechsfache Sieger bie« st Rennzeit Hermann Lang, gewann am Sonn« h auf dem Großglockner den zweiten Lauf Mr Ätschen Bergmeisterschaft und erhielt dafür den Mlf-hühnlein-Pokal. Durch diesen Sieg sicherte sh Hermann Lang den Titel des deutschen Berg- lejters 1939. Im übrigen siel am Sonntag noch jn Entscheidung im Kampf um die deutsche Mei- Ist chaft: bei den Sportwagen erwarb sich der ^tuchener Reichenwallner durch einen Sieg einen roßen Punktvorsprung, daß er nicht mehr ein« Stilen ist. Alle Fahrer hatten nicht nur mit der überaus schwierigen, 126 Kilometer langen Strecke von Fer- leiten zum Fuschertörl (mit 1258 Meter Höhenunterschied und Steigungen bis zu 12 0. h.) zu kämpfen, sondern sich auch mit den Witterungsver- h ölt n iss en auseinanderzusetzen. Regenfahrer H. Lang Im Mittelpunkt stand das Rennen der großen Wagen, in dem bie Bergmeisterschaft entschieden wurde. Wie beim Wiener Höhenstraßenrennen fuhr Hermann Müller (Auto-Union) im ersten Lauf mit 8:54,3 Min. die überhaupt schnellste Zeit vor Aus Winnetous Spuren am Mississippi. Am Lagerfeuer des Sioux-Lndianers. - Verklungene Romantik. - Flucht vor der Zivilisation. Endlos windet sich das breite Band des Mississippi, an dessen versumpften Ufern einst die bunten Wigwams der Rothäute gestanden haben, heute wird man vergeblich nach ihnen Ausschau halten, aber die alte Jndianerromantik ist noch nicht ganz erloschen. Das sollte ich kürzlich auf einer Reise feststellen, die mich in die unbekanntesten Teile des riesenhaften Mississippi-Deltas führte. Mit einem winzigen Ruderboot, das mit Proviant, Zelttuch und Flinte beladen ist, bringe ich weit in bie tropische Wildnis vor. Tagelang führe ich ein ungebundenes Robinson- leben, beobachte die Alligatoren in Öen' flachen Lagunen und schieße mir zum Mittagessen ein paar bunte Vögel aus der Luft. Seit meiner Abfahrt habe ich keinen Menschen mehr gesehen, und ich glaube ganz allein in diesem ungeheuren Delta her- umzustreifen, bis ich eines Tages eine feine Rauchfahne über den Schilfbüschen erkenne. Eine schmale Wasserstraße führt in vielen Windungen durch das Dickicht auf die geheimnisvolle Stelle zu, und man könnte fast glauben, sie sei von Menschenhand angelegt worden. Bas einsame Tipi. Vor mir steht auf einem breiten Erdwall das feil« gedeckte „Tipi" eines Sioux-Indianers! Ein Jugendtraum geht in Erfüllung. Aber dann kommt mir die unheimliche Lage zum Bewußtsein, und ich greise angstvoll nach meiner Flinte. Unsinn! Die wilden Zeiten sind längst vorbei. Laut rufe ich einen englischen Gruß. Als hätte er auf diesen Augenblick gewartet, tritt ein greiser Indianer aus dem Zelt. Mit würdevollen Schritten kommt er auf mich zu und begrubt mich in englischer Sprache. „Fremdling, wikr haben dich schon seit mehreren Sagen beobachtet. Du bist der erste Weiße, der sich in diese Wildnis wagt. Teile in Frieden unser dürftiges Lager, und stelle deine Flinte fort — es geschieht dir nichts. Ich hege keinen Groll mehr gegen den weißen Mann!" Mehrere Tage lebe ich bei der gastlichen Rothaut, schlafe des Nachts auf weichen Buffelfellen und esse mit Wohlbehagen die duftenden Fische, die von Ta- topia, dem schönen Jndianerweib mit viel Geschick über dem Lagerfeuer geröstet werden. Außer uns dreien ist niemand im Lager. Am nächtlichen Feuer begann der Alte aus seinem Leben zu erzählen: „Ich bin Hakada vom Stamme der Sioux. Meine Ahnen waren einst mächtige Krieger, die ein großes Gebiet östlich vom Mississippi bewohnten. Aber um diese Zeit begann das Glück von unserem Stamm zu weichen. Ich war noch ein Kind, als in den Südstaaten ein furchtbarer I n - bianeraufftanö losbrach. Einmütig hatten sich die roten Krieger zusammengerottet, um gegen die fremden Farmer, die sich auf ihrem Boden ansiedeln wollten, zu Felde zu ziehen. Darüber war der große Weiße Vater in Washington sehr erbost, und er ließ seine schwerbewaffneten Truppen gegen die Aufständischen vorrücken. Die Sioux hatten nichts mehr zu verlieren. Sie wünschten nur noch ehrenvoll im Kampfgetümmel zu sterben, niemand wollte in Gefangenschaft geraten. In dem allgemeinen Tumult hatte ich meine Eltern verloren. Unbeachtet stand ich in dem schrecklichen Getümmel und sah meine roten Freunde im Kugelregen zusammenbrechen. Plötzlich wurde ich von einer kräftigen Hand zurückgerissen. Es war eine weiße Hand. Da schrie ich laut und begann, wie ein kleiner Tiger um mich zu beißen. Aber die weißen Soldaten lachten nur und zogen mich in ihre rußgeschwärzten Reihen. Ich kam in eine große Stadt und wurde von einem reichen Pflegevater ins Haus genommen, der mir viel Liebe entgegenbrachte. Bald merkte ich, daß die weißen Männer keine sv schlechten Teufel waren, wie man uns im Jndianerlager erzählt hatte. Mit der Unbekümmertheit der Jugend lebte ich mich schnell in meine neue Umgebung ein. Jahre vergingen, und ich dachte kaum noch an meine Kindheit auf der freien Prärie zurück. Ich war der Stolz meines alten Pflegevaters, der mir eines Tages zur Belohnung ein prächtiges Reitpferd schenkte. Dieser ungestüme Mustang trug mich zum erstenmal seit langer Zeit wieder in die endlose Weite der Steppe hinaus. Verwundert stellte ich fest, daß der Wandertrieb meiner roten Ahnen wieder in mir erwacht har. Verirrt in der Arizona-Wüste! Tausende von Kilometer legte ich im Sattel zurück. Bis in die sonnenverbrannten Wüsten Arizonas trug mich mein wilder Mustang. Es war, als begann auch dieses edle Tier den ungestümen Frei- heitsdrang zu spüren. Denn als ich eines Morgens erwachte, war ich allein in der Einöde! Ich wußte, was das bedeutete. Ohne Reittier war ich völlig hilflos in der unwegsamen Wüste — ein Kind des Todes! Ich irrte mehrere Tage in der Wildnis umher. Dann hatte ich fein Trinkwasser mehr und wußte, daß alles zu Ende war. Mit ausgedörrter Kehle legte ich mich auf den heißen Sand, um zu sterben. Bald war es tiefe Nacht um mich her. Als ich wieder zum Bewußtsein kam, glaubte ich Jahre geschlafen zu haben. Meine Lippen schmeckten kühlendes Wasser, und als ich die Augen öffnete, blickte ich in das lächelnde Antlitz eines Jndianer- mädchens. Es war jung und stattlich gebaut, von der starken Schönheit einer wilden Prärielilie. Aus einmal vergaß ich meine Erziehung bei den weißen Männern, ich dachte nicht an meine Schulbücher und Kameraden. Ich kehrte zu den Meinen zurück — ich war wieder Indianer! Ohne mich umzusehen, folgte ich dem Mädchen in das väterliche Tipi und bin seitdem nicht mehr von seiner Seite gewichen. Tatopia, meine Squaw, war es, die mich damals vor dem Tode des Verdurstens gerettet hat!" Mit einem befreiten Seufzer beschloß der Alte seine Erzählung und trat in sein Zelt. Später haben wir nach oft am Lagerfeuer gesessen, und bei solcher Gelegenheit vernahm ich, daß meine indianischen Gastgeber aus dem Schutzgebiet am Coloradofluß kamen, wo auch ihre Kinder lebten. Hakada litt es nicht mehr in diesen Gebieten, wo des öfteren weiße Regierungsbeamte durchreisten und ihn an sein früheres Leben in der Zivilisation erinnerten. So hatte er sich mit seiner schonen Squaw in die unbekannte Einsamkeit des Mississippi-Deltas zurückgezogen, nährte sich bescheiden von Fischfang und Jagd, und wartete gelassen auf den Augenblick, wo auch er in die ewigen Jagdgründe einziehen würde. Rudolf Jacobs. L a n g (Mercedes-Benz), Stuck (Auto-Union) und v.' Brauch it sch (Mercedes-Benz). Im zweiten Lauf aber übertraf dann Hermann Lang alle übrigen. Im schweren Gewitterregen jagte er mit unerhörtem Schneid den Berg hinauf und hotte sich mit einer Zeit von 11:12,6 den Gesamtsieg vor Hans Stuck, H. Müller und von Brauchttsch. Der Sieger erzielte einen Durchschnitt von 75,09 km/st. Reichenwallner schaffte es. Die Sportwagen trugen ihren vorletzten Lauf zur deutschen Meisterschaft aus. In der 11 0 0 - ccm= Fiat zum Siege kommen und sich damit in der Klasse konnte Reichenwallner (München) auf Fiat 3um Siege kommen und sich damit in der Wertung vom dritten auf den ersten Platz oor- schieben. Sein Punktvorsprung ist so groß, daß er den Titel jetzt schon sicher hat. In der 1,5-Literklasse war Kathrein (Lorsbach) auf BMW. zweimal der Beste. P 0 l e n s k i (Berlin) auf BMW. und von Honstein (Leonberg) lieferten sich in der Zweiliterklasse einen harten Kampf, den schließlich Polenski knapp gewann. Bei den kleinen Rennwagen sah man die Italiener vorn. Bei den Krafträdern konnte sich Walfried Winkler (Auto-Union-DKW.) in der kleinen Klasse wegen einer Handverletzung nicht durchsetzen. Sieger wurde der Wiener Schneeweiß mit 63 km/st. Einen wetteren Wiener Sieg gab es durch Faß! (NSU.) mit 62,8 km/st in der 350-ccm- Klasse. In der 500-ccm-Klasse siegte der bereits in Schotten ausgefallene Unteroffizier Georg (Mittenwald) auf DKW. ,mit der größten Geschwindigkeit aller Motorräder von 66,85 km/st. Schlußtag der „20. Rhön" ohne Start. Mit dem Schiklub Gießen zur Wasserkuppe. Die „20. Rhön" hat ihren Abschluß gesunden. Der Wettbewerb wurde wieder zu einem großer Erfolg. Obwohl das Wetter während des ganzen Wettbewerbs nur sehr wenig den Wünschen der Segelflieger entsprach, wurden doch nicht weniger als rund 75 000 Kilometer in insgesamt 2150 Flugstunden zurückgelegt, während im Vorjahre und unter günstigeren Wetterbedingungen etwa 78 000 Kilometer geflogen wurden. Der letzte Tag der „20. Rhön" ließ sich wenig günstig an. Es war während des ganzen Tages kein einziger Start möglich. Die Wasserkuppe war bis in die Mittagsstunde von einer undurchdringlichen Wolkendecke umhüllt, die selbst die größten Bauten auf dem „heiligen Berg der Segelflieger" kaum auf 10 Meter Entfernung erkennen ließ. Am Samstagabend tobte ein anhaltendes und ungemein heftiges Gewitter um die Wasserkuppe, das starken Regen brachte. Jeder Grashalm war mit Wasserperlen behängt und blieb es den ganzen Tag. Erst kurz nach der Mittagsstunde hob sich die Wolkendecke für den Zeitraum einer halben Stunde und gab einen wundervollen, wenn auch leicht dunsttgen Rundblick frei, aber dann brach wieder dichtester Nebel ein, der gleichzeitig peitschenden Regen mit sich brachte, der den Tag in seinen Wasserfluten zu Ende gehen ließ. Die Flugzeuge lagen dicht gedrängt in der „Her- mann-Göring-Halle", und kaum eines lag, vielleicht eines Startes gewärtig, im Freien. Einige der schlanken Vögel wurden nur zum Zweck der Verladung aus der Halle geholt und abmontiert. Zahlreiche Motorflugzeuge standen mit wohlverpackten Motoren gespenstisch und triefend in Nebel und Regen. Die Fahnen wehten schwerfällig und naß in der feuchten Luft. Die Wasserkuppe zeigt sich zum Schlußtag von ihrer unangenehmsten Seite. * Trotzalledem und obwohl das Wetter schon in den Morgenstunden sehr wenig einladend war, sanden sich zahlreiche Mitglieder des Schiklubs Gießen am Ludwigsplatz ein, harrten des Omnibusses und fuhren in die Rhön, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, diese Fahrt etwas abzublasen. Wenn bann auch der Tag nicht die Erfüllung der gehegten Wünsche brachte, so war man doch einig in der Meinung, daß man die Rhön auch einmal von dieser Seite kennenlernen mußte. Nach dreieinhalbstündiger Fahrt, quer durch das schöne oberhessische Land, lanate man auf der Wasserkuppe an. Nach einer Kaffeepause machten sich die Gießener Fahrtteilnehmer auf, um zu sehen (soweit überhaupt Sichtmöglichkeit vorhanden war), was eigentlich „los" war. Es war wenig los, genau gesagt: es war nichts los! lieber die Lautsprecher klang Musik in das milchige Weiß, in dem die Klänge schon auf kurze Entfernung erstickten, hin und wieder wurden einige technische Bekannt- machungen durchgegeben. Die Gießener Rhönfährer nahmen Gelegenheit, dem Fliegerehrenmal an der Westseite der Wasser- kuppe einen Besuch abzustatten und dann auch die neue Ehrenhalle, die zu Beginn des diesjährigen Wettbewerbs durch Korpsführer Generalleutnant Christiansen ihrer Bestimmung übergeben worden mar, zu betrachten. Die mächtige, breite und hohe Glaswand, die in einer vielfältig aufgebauten und vielfarbigen Glasmalerei das Zeichen des NS- Fliegerkorps, den fliegenden Menschen zeigt, wurde viel bewundert. Zu einem starken Effekt ist die Glasmalerei dadurch gesteigert, daß sie sich im Ehrenraume selbst im geschliffenen marmornen Bodenbelag spiegelt. Zahlreiche Kränze schmückten die Ehrenhalle. * Zu einem Erlebnis von starkem und eigenartigem Reiz wurde bann für alle Teilnehmer ber Fahrt zur Rhön bie Siegerehrung. Im ftrömenben Regen unb im dichten Nebel marschierten der Ehrensturm des NS.-Fliegerkorps, ein Musikkorps des NSFK., die Segelflieger selbst und dann cm schlichten Arbeitsdreß die stillen -elfer der Segel- flieger, die Start- und die Transportmannschaften vor dem „Grönhoffhaus" auf, während sich das ganze Bild vor den Zuschauern nur in Grau und yülchigem Weiß darbot. Gruppenführer Krüqer überbrachte die Grüße Les Korpsführer Christiansen und des Generalobersten M i l ch. Er gab dann in kürzester und Ifarfter Zusammenfassung einen Ueberblick über die Aufgaben des NS.-Fliegerkorps und kennzeichnete gleichzeitig an Hand eindrucksvoller Zahlen die Entwicklung des Segelflugsports im Laufe der vergangenen zwei Jahrzehnte. Worte dankbaren Gedenkens galten jenen Männern, die vor 20 Jahren die Jugend zum Segelflugsport führten und die grandiose Entwicklung einleiteten. Anschließend wurden die Sieger des Wettbewerbs mit den goldenen, silbernen und bronzenen Medaillen ausgezeichnet, die diesmal erstmalig auch an die Transportmannschaften vergeben wurden. Die Transportmannschasten haben insgesamt 320 000 Kilometer in Tag- und Nachtfahrten zurückgelegt und es ihren Piloten auf diese Weise ermöglicht, jeden Morgen wieder auf der Wasserkuppe neu in den Wettbewerb eingreifen zu können. Unter den Siegern des Wettbewerbs befand sich auch der bekannte Weltrekordsegelflieger Kurt Schmidt, der mit dem zweiten Preis der Klasse Ä des Wettbewerbs ausgezeichnet wurde. Sein Vater, Waffenmeister Schmidt, war am gestrigen Sonntag mit dem Schiklub zur Wasserkuppe gefahren, um seinen Sohn zu seinem Erfolg persönlich beglückwünschen zu können. Kurz vor der Abfahrt hatten die Gießener Teilnehmer die Freude, den Weltrekordsegel- slieger bei sich im Omnibus zu sehen. Gegen 16 Uhr traten die Gießener die Heimfahrt wieder an. Im Omnibus herrschte bald jene lustige Stimmung, die beim Schiklub auf solchen Heim- sährten von jeher Tradition ist. Gegen 21 Uhr traf man wieder auf dem Ludwigsplatz ein. Das Ergebnis der „20. Rhön^. Klasse A, Einsitzer: 1. Sturmführer Kraft (Gruppe 15 Schwaben), 2550,2 Punkte; _ 2. Obersturmführer Schmidt (Gruppe 16 Südwest), 2533,7 Punkte; 3. Sturmführer Treuter (Gruppe 8 Mitte- Eschwege), 2332,2 Punkte (die drei Ersten erhielten die Goldene Hermann-Göring-Plakette des NSFK.); 4. Sturmführer Haase (Gruppe 4 Berlin-Kurmark), 2295 Punkte; 5. Hauptsturmführer Bräutigam (Gruppe 7 Elbe-Saale), 2256,7 Punkte; 6. Sturm» führer Hofmann (Gruppe 4 Berlin-Kurmark), 2185 Punkte; 7. Jörg Schuchard (DDL. Berlin), 2175,5 Punkte; 8. NSFK.-Mann von Treuberg (Gruppe Mdig-Vergsest mit Die „frohen Höhen" des Schrenzers bei Butzbach mit dem herrlichen Blick ins hessische Land hatten auch beim 3. Weidig-Bergfest, das am Sonntag durchgeführt wurde, eine starke Anziehungskraft ausgeübt. Mit 738 Wettkämpfern, erstmals auch solchen aus dem Nachbargau Südweft, hielt das Bergfest die Linie des Aufstiegs. Dabei waren mehr als 100 der Gemeldeten nicht angetreten. Die schlechte Wetterlage am Samstag mag wohl manchen Verein veranlaßt haben, vom Besuch des Festes noch im letzten Augenblick Abstand zu nehmen. Abv alle, die gekommen waren, hatten es nicht zu bereuen. Der regenschweren Nacht war ein Sonntag gefolgt, der günstiges Wetter bescherte mit frischer Berglust, zum Wettstreite wie geschaffen. NSRL.-Kreisführer SA.-Obersturmführer Otterbein (Friedberg) gestaltete die einstimmende Morgenfeier, die eindrucksvoll den kampffrohen Tag auf der herrlichen Heimathöhe einleitete. Die von Lied und Spruch umrahmte Ansprache des Kreisführers würdigte kurz das Lebenswerk Fr. L. Weidigs, diesem Vorkämpfer des Gedankens der deutschen Einheit, der vor 125 Jahren auf dem durch geschichtliche Erinnerungen aus der germanischen Kampfzeit geweihten Schrenzer den ersten hessischen Turnplatz einrichtete. Nach dem begeisterten Gruß, der unserem Führer galt, wurde unter Leitung von Kreisfachwart Langsdorf (Bad-Nauheim) in die Wettkampfarbeit eingetreten, die eine flotte und reibungslose Abwicklung fand. Hart wurde in allen Klassen um den Sieg gerungen. Besonders erfreulich war die starke Beteiligung unserer Jugend. Zahlreich war sie dem Rufe ihres Bannführers T a e s 1 e r gefolgt: „Die Jugend Adolf Hitlers beweist durch die Teilnahme am Weidig-Bergfest in Zahl und Haltung, daß sie weiß, was Jahn mit dem Turnplatz auf der Hafenheide wollte. Sie sieht in der Kampsttätte des Berges diesen Turnplatz der Wehrkraft und Volksgemeinschaft." Unter der Aufsicht des I^-Stellenleiters beim Banne 116, Gefolgschaftsführer Weerth, fügten sich die Jugendkämpfe kameradschaftlich in die große Gemeinschaftsveranstaltung ein. Zur großen Freude aller Festteilnehmer sand sich «auch Kreisleiter Backhaus gegen Mittag auf dem Berge ein, von Kreisführer Otterbein herzlichst begrüßt. Kamerad S t a h 1 h u t vom Tv. Heuchelheim, der vorjährige Weidig-Bergfest--Sieger, dem es nicht schwer gefallen wäre, seinen Titel erfolgreich zu verteidigen, konnte eines freudigen Familienereig- nisses wegen nicht anwesend sein. So wurde im Dierkampf der Oberstufe Bruno Deppner, Turn- und Sportgemeinde Wölfersheim, Weidig-Bergfest- Sieger 1939 vor Berger (Tv. Grebenhain, NSKK.) und Jehner (Tgm. Friedberg). An guten Einzellei st ungen für ein Bergfest mit seinen natürlichen Wettkampfanlagen sind u. a. zu verzeichnen: Hochspruna: Deppner (Wölfersheim), 1,85 Meter, Schmidt (Tuspo. Butzvach) 1,75 Meter, Berger (Tv. Grebenhain) 1,75 Meter; Weitspruna: Höchstem (Großen-Buseck) 7,30 Meter, Pfaff (Jahngemeinschaft Oberursel) 6,90 Meter; Kugel st oßen: Jehner (Tgm. Friedberg), 12,25 Meter; Schorge (To. Großen-Linden) 12 Meter; 100-Meter-Lauf: Glas und Zeig- ner (Oberursel) sowie Zerndt, VfB.-R. Gießen (Altersklasse 1) 12,1 Sekunden. Hochsprung- Frauen: Margret Seim (Mtv. Gießen), Hede Langlouis (Tuspo. Butzbach 1,35 Meter; Kugel- stoßen-Frauen: Gertrud Muhl (DfB.-R. Gießen) 10,20 Meter; Weitsprung-Frauen: Elfriede Krack (Tgm. Bad-Nauheim) 5,10 Meter, Else Engel (Tv. Oberstedten) 5 Meter, Margret Seim (Mtv. Gießen), Hede Langlouis (Tuspo Butzbach) 4,90 Meter; Vollballweitwurf: Ottilie Stoll (To. Langgöns) 27 Meter, Emmi Kröck (Tv. Heuchelheim) 26,50 Meter. Harte und spannende Kämpfe gab es am Nachmittag bei den Staffelläufen, bei denen es nur in der 4X 100-Meter-Pendelstaffel um den Weidig- Wanderpreis dem vorjährigen Sieger, Jahngem. Oberurjel, gelang, den Sieg zu wiederholen. Im 4X100-Meter-Pendelstaffellauf der Frauen um den Albert-Wamfer-Wanderpreis wechselte der Dertei- 14 Bayern-Süd), 2168,2 Punkte (alle fünf erhielten die Silberne Hermann-Göring-Plakette); 9. Wolfgang Späte (DFS. Darmstadt), 2094,5 Punkte, 10. Flinsch (DVL. Darmstadt), 2057 Punkte (bronzene Plakette des Korpsführers des NsFK.); 11. Obersturmführer Opitz (Gruppe 11 Hessen - West- mark), 2037,2 Punkte; 12. Obersturmführer Huth (Gruppe 3 Nordwest), 1983 Punkte; 13. Hauptsturmführer Ludwig (Gruppe 7 Elbe-Saale), 1941,7 Punkte; 14. Obersturmführer Beck (Gruppe 15 Schwaben), 1781,5 Punkte; 15. Truppführer Bauer (Gruppe 15 Schwaben), 1745 Punkte. Klaffe 8, Doppelsitzer: 1. Sturmführer Kühnold-Rottenführer Schröder (Gruppe 7 Elbe- Saale), 1105 Punkte; 2. Sturmführer Römers- Truppführer Prestele (Gruppe 14 Bayern-Süd), 995 Punkte (Goldene Hermann-Göring-Plakette des NSFK.); 3. Obergefreiter Mudin - Obergefreiter Deleurant (Luftwaffe), 705 Punkte; 4. Hauptsturm- mhrer Bergens - NSFK.-Mann Malchow (Gruppe 4 Berlin-Kurmark), 639,5 Punkte (Silberne Hermann- Göring-Plakette des NSFK.). Klaffe C, Nachwuchs: 1. Rottenführer Päfold (Gruppe 13 Main - Donau), 527 Pünkte (Goldene Hermann-Göring-Plakette des NSFK.); 2. NSFK.-Mann Urban (Gruppe 12 Niederrhein), 445 Punkte (Silberne Hermann-Göring-Plakette); 3 Oberscharführer Hannoschöck (Gruppe 3 Nordwest), 434 Punkte (Goldene Plakette des Korpsführers). Die Goldene Plakette des Korpsführers für die größte Höhe erhielt Obertruppführer Fick (Gruppe 2 Nord), die Silberne Plakette NSFK.-Sturmfuhrer Treuter (Gruppe 8 Mitte-Efchwege). Die größte Gesamt-Zielflugstrecke mit 1272 Kilometer erreichte Sturmführer Haase (Gruppe 4 Berlin-Kurmark), der als einziger die geforderte Mindestleistung erfüllte und dafür die Goldene Plakette des Korpsführers bekam. Der Nehring-preis vom Sauleiter verliehen. NSG. Am Sonntag, am letzten Tag des diesjährigen Segelflugwettbewerbs auf der Rhön, ließ Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenge r^ dem NSFK.-Obersturmführer Zitier von der NSFK.- Gruppe Schlesien als Anerkennung für seine hervorragenden fegelfliegerischen Leistungen den von ihm gestifteten Nehring - Wanderpreis überreichen. NSFK.-Obersturmführer Ziller hatte am 21. Noo. 1938 bei einem Höhen-Segelslug, der als Höhen- Weltrekord anerkannt wurde, eine Höhe von 8600 über Normal-Null erreicht. 738 Wettkämpfern. diger, Mtv. Gießen, vom ersten auf den dritten Platz. Die Jugendstaffel um den Moritz-Kuhl- Wanderpreis gewann sicher die HI. Gießen. Nach der Siegerehrung am Nachmittag sprach Ortsgruppenleiter Bürgermeister Dr. Mörschel, der am Dormittage selbst sich tätig um die Durchführung des Festes bemühte — er nahm in den nicht weniger als 14 Riegen die völkische Aussprache ab — das Schlußwort, das ausklang in einem eindrucksvollen Führergedenken. Die Ergebnisse. Vierkampf-Männer-Oberstufe (12 Bewerber, 12 Sieger): 1. B. Deppner, Tuspogem. Wölfersheim, 82 Punkte; 2. Hch. Berger, Tv. Grebenhain (NSKK.), 81; 3. Konrad Jehner, Tgm. Friedberg, 76 Punkte. Dreikampf-Männer-Unter stufe (164 Bewerber, 157 Sieger): 1. Erich Hochstein, Spvg. Großen-Buseck, 79 Punkte; 2. K. Pfaff, Jahngemeinschaft Oberursel, 75; 3. Kurt Mohr, Tgm. Bad-Nau- heim, 73 Punkte. Vierkampf-Jugend-Ober st ufe (HJ.- Klasse A: 114 Bewerber, 111 Sieger): 1. Fritz Karl Jughardt, Mtv. Gießen, 117 Punkte; 2. Leo Grimm, Tuspo. Massenheim, 113; 3. Alfred Sedier, Tuspo. Friedrichsdorf, 102 Punkte. Dreikampf-Jugend-Unter st ufe (HJ- Klasse B: 238 Bewerber, 191 Sieger): 1. Reinhard Scheuermann, Tv. Wetzlar, Hermann Kirch, Jahngem. Oberursel, 80 Punkte; 2. Adolf Armbrust, Tv. Vilbel, 75; 3. Emil Stieh, Tuspo. Friedrichsdorf, 72 Punkte. D r e i k a m p f - A l t e r s k l a s s e 1 (32 bis 40 Jahre, 38 Bewerber, 35 Sieger): 1. Fritz Schalter, Tv. Oberstedten, 81 Punkte; 2. Adolf Pfeffer, Tv. Nieder-Eschbach (SA.), 68; 3. Walter Berndt, VfB.- Reichsbahn Gießen), 65 Punkte. Dreikampf-Altersklasse 2 (40 bis 50 Jahre, 18 Bewerber, 18 Sieger): 1. Heß, Tv. Braunfels, 62 Punkte; 2. Adam Popp, Tgm. Friedberg, Robert Schepp, Tuspo. Griedel, 61; 3. Anton Weide, Spv. Ober-Mörlen, 58 Punkte. Dreikampf-Altersklaffe C (über 50 Jahre, 7 Bewerber, 7 Sieger): 1. Wilhelm Markgraf, Spg. Dortelweil, 58 Punkte; 2. Philipp Götz, Postfpv. Gießen, 55,3; 3. Adolf Neurath, Tuspo. Massenheim, 53 Punkte. Vierkampf-Frauen (18 Bewerberinnen, 18 Siegerinnen): 1. Hede Langlouis, Tuspo. Butzbach, 77 Punkte; 2. Anneliese Volk, Jahngem. Oberursel, Margret Seim, Mtv. Gießen, 74; 3. Gertrud Greger, Spg. Dortelweil, Elfrede Krack, Tgm. Bad-Nauheim, 73 Punkte. Dreikampf-Weibliche Jugend (BDM- Klasfe A: 37 Bewerberinnen, 23 Siegerinnen): 1. Hedwig Clarius, Mtv. Gießen, 54 Punkte; 2. Elfriede Schneider, Tv. Oberstedten, 52; 3. Elisabeth Mag, Jahngem. Oberursel, Lotte Bayer, Tuspo. Butzbach, 47 Punkte. Dreikampf-Weibliche Jugend (BDM.- Klasse B: 93 Bewerberinnen, 86 Siegerinnen): 1. Emmi Kröck, Tv. Heuchelheim, 78 Punkte; 2. Marie Wolf, Tv. Oberstedten, 71; 3. Irmhild Schmidt, Mtv. Gießen, 70 Punkte. Staffeln. 4Xl00-m-Staffel, Männer: Jahngem. Oberursel, 49,5 Sek.; 2. VfB.-Reichsbahn Gießen, 50; 3. Tuspogem. Wölfersheim 51,4 Sek. 10X 10 O-m-Staffel,Jugend: 1. HI. Gießen, 2:09,8 Min.; 2. Tuspogem. Wölfersheim, 2:13,1; 3. Tv. Heuchelheim, 2:15 Min. grauen: 4X100-m-Staffel: 1. Jahn- gememschaft Oberursel. 1 Min.; 2. Sportgem. Dortelweil, 1:01,8; 3. Mtv. Gießen, 1:03,4 Min. Turze Sportnotizen. Zwer schöne Erfolge errang die SA- «ruppe Pommern bei den Reichswettkämpfen der Manne-SA. in Kiel. Im Segeln kamen die Pommern m 2:24:2,48 zum Siege und im Wettrudern in o:44,5. ■ Bmh2IrbCILt5[19au 23 Thüringen schnitt im ffiebrrnannidjaftstampf mit 521.6 Punkten om b-l -n Ob vor dem Arbeüsqou 7 Schleswig-ch°,stein. Hessen-Nord und Hessen-Suü belegten den vierten und fünften Platz. Hessische HeimWri des ASM. 400 Teilnehmer. — 296 am Ziel. Die Hessische Heimatfahrt, die von der Motorgruppe Hessen am Sonntag zum ersten Male durchgeführt wurde, hatte mit rund 400 Teilnehmern einen erfreulich starken Zuspruch gefunden. Nicht nur die Gruppe Hessen, sondern auch die benachbarten Gruppen und Motorsportschulen entsandten ihre Männer, die sich die Gelegenheit, weitere Punkte für das Deutsche Motorsportabzeichen zu sammeln, natürlich nicht entgehen ließen. Die Fahrt diente der Schulung und Prüfung der Fahrer für Orientierungs- auf gaben. Sie war vor allem als Prüfung für die Nachwuchsfahrer gedacht, die ja für künftige größere Aufgaben vorbereitet werden müssen. Selbstverständlich sah man auch manchen befanden Fahrer. Start und Ziel der Prüfung befanden sich in Friedberg, von wo aus eine etwa 220 Kilometer lange Strecke durch den nördlichen Taunus zurückzulegen war. Die Orientierungsaufgaben bestanden im wesentlichen im Aufsuchen einer Anzahl von Kontrollstellen, die diesmal aber vor Antritt der Fahrt mit dem Planzeiger feftgeftellt werden mußten. Die Hauptkontrollen mußten angefahren werden. Ein Auslassen bedeutete Ausschluß. Das An- ahren der Nebenkontrollen war freigestellt, jedes Auslassen wurde jedoch mit 5 Strafpunkten geahndet. Nach Beendigung der Fahrt wurde noch eine Fahrzeug-Zu st andsprüfung vorgenommen, die ein sehr günstiges Ergebnis brachte. Die eng begrenzten Sollzeiten zwangen auf den teilweise verschlammten Wegen und glitschigen Stra- zen die Fahrer zu restlosem Einsatz. Nur wenigen gelang es, die geforderten hohen Ge- chwindigkeiten einzuha'lten. So entschloß sich die Fahrtleitung, Fahrern mit 20 Strafpunkten noch die Goldene, mit 40 Strafpunkten noch die Silberne und mit 60 Strafpunkten nach die Eiserne Plakette zu geben. Trotz aller Schwierigkeiten (auch das Feststellen der Kontrollen mit dem Planzeiger war keineswegs leicht) erreichten von den 390 Gestarteten noch 296 das Ziel — ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann. Hessenfahrer passieren Gießen. In der Mittagsstunde trafen die Hessenfahrer in Gießen ein. Sie kamen vom Oswaldsgarten her, den Horft-Weffel-Wall entlang und mußten beim Cafe Hettler in die Kurve gehen. Die etappenweise dicht aufeinanderfolgenden Fahrzeuge erregten viel Aufsehen. Am Selterstor standen zahlreiche Zu- chauer, die mit regem Interesse den durchfahrenden Wagen nachfahen. Trotzdem die Zuschauermafsen die Fahrtrichtung kennzeichneten, gab es manche Ableitung vom Wege. Die Wagen oder Krafträder fuhren den Hindenburgwall weiter, und nach einiger Zeit ah man sie sachte wieder auf die Hauptstrecke zurückkehren. Es war interessant zuzusehen, wie die einzelnen Fahrer (außer NSKK.-Männern sah man auch Soldaten und Zivilisten), die in großem Tempo am Selterstor anlangten, hier die Kurve, die oft durch die haltenden oder gerade durchfahrenden Straßenbahnen eingeengt war, nahmen. In der Frankfurter Straße gab es am Bahnübergang gleiche Hemmungen, so daß sich die Wagen mehr» mals stauten. Auch hier und bis zur Wilhelmstraße standen viele Zuschauer, die sich die bunte Reihe der Wagentypen und der Fahrer betrachteten. Die Gewinner der Goldplaketten. Da die Fahrtleitung infolge der großen Schwie» rigfeiten die strenge Ausschreibung etwas aufae- lockert hatte, konnten bei der Hessischen Hemiatfahrt der NSKK.-Motorgruppe Hessen am Sonntag an Einzelfahrer und Mannschaften nicht weniger als 104 Plaketten verliehen werden. 23 tarnen in den Besitz der Goldplakette, 36 erhielten die silberne und 45 die eiserne Plakette. Die Gewinner der Goldplaketten in den einzelnen Wertungsgruppen: Wertungsgruppe 2 (Krafträder bis 250 ccm) NSKK.-Mann H. Bause (4/M 46) 17 P.; Scharf. Fritz Warncke (14/M 146) 18 P. Wertungsgruppe 3 (bis 350 ccm) Stuf. Schmiedel (Motorfp.-Schule Achern) 15 P.; Heller (21/M 46) 20 P. Wertungsgruppe 4 (Krafträder mit Seitenwagen): Hptwm. Thiel (Sch. Gend. Suhl) 7 P.; Koltermann (Sch. Gend. Suhl) 7 P.; Hptwm. Helbig (Sch. Gend. Suhl) 7 P. (als Mannschaft); Einzelfahrer: Lübeck (DDAC. Frankfurt a. M.) 0 P.; Truf. Hertsch (25/M 147) 0 P.; ff--Ofcfjarf. Siegfried (Wiesbaden) 1 P.; Dftuf. Prinz (M 48 Marburg) 3 P.; Oscharf. Vesper (M- HI. Kassel) 14 P.; Feick (DDAC. Frankfurt a. M.) 4 P. Wertungsgruppe 5, Einzelfahrer: Scharf. Nax (1/M 46) 10 P.; Truf. Jung (1/M 147) 12 P.; Stuf. Boller (2/M 146) 15 P.; ff-Oscharf. Troedler (ff 2/K 2) 17 P.; Truf. Krein (M 48) 17 P.; Oscharf. Mehl (22/M 49) 19 P.; Sturmmann Schlabach (12/M 147) 20 P.; Stuf. Freund (1/M 147) 20 P. Wertungsgruppe 6, Einzelfahrer: Rof. Schm feie (3/M 148) 16 P.; Lt. Deichmann (6. PR. 2) 19 P. Sturm 1/M 147 hervorragend abgeschnitten. In der Reihe der vielen Konkurrenten bei dieser Heimfahrt konnte sich der Sturm 1/M 147 Gießen wieder einige beachtliche Erfolge sichern. Sturmführer Freund mit Oberscharf. B 1 ackert er. rang auf BMW. eine goldene Medaille, Truppführer Jung mit Rottenführer Wahl sicherte sich eben« falls auf BMW. die gleiche Auszeichnung. Rotten- führer Vogt auf Ford „Eifel" errang mit Sturm» mann Keiner als Beifahrer eine silberne Medaille. Den Erringern der goldenen Medaillen gelang es, die sämtlichen drei Haupt- und die acht Neben- kontrollen anzufahren. Lediglich durch Zeitüberschreitungen kamen sie zu einigen Strafpunkten. Die Bedingungen, unter denen die Fahrt durchgefühtt wurde, stellte an die Kraftfahrer die höchsten Anforderungen. Die Wege waren zum Teil außerordentlich weich und schlecht und gestatteten kaum, die Sollzeiten einzuhalten. Die Fahrt selbst führte von Friedberg über Michelbach, Maulhof, Mohn- ftabt, Dieffenbach, Daubshausen, Biebertal, Wei- boldshausen, Fordbach, Kinzenbach, Oberwetz, Hausen (bei Butzbach) über eine Gesamtstrecke von 246 Kilometern nach Friedberg zurück. Fest der Schwerathletik. Die neuen deutschen Meister im Ringen, Die Entscheidungskämpfe im Ringen wurden zum Höhepunkt der Nürnberger Schwerathletik-Tage. Drei Meister konnten ihre Titel erfolgreich verteidigen, und zwar Nettesheim (Köln) im Leicht-, Schäfer (Ludwigshafen) im Welter- und Schweickert (Berlin) im Mittelgewicht. Der Kölner Schmitz, der im Vorjahr in der Bantamgewichtsklasse siegte, kam diesmal im Federgewicht zu Meisterehren, während fein Landsmann Pulheim im Bantamgewicht erfolgreich war. Eine Sensation gab es im Halbschwergewicht, wo der junge Frankfurter Max Leichter im entscheidenden Kampf den alten Kämpen Ehret (Ludwigshafen) einstimmig nach Punkten besiegte und damit deutscher Meister wurde. Im Schwergewicht endlich wurde Ex- Europameister Kurt Hornfischer (Nürnberg) überlegener Sieger und Meister. Den Ehren-Wan- derpreis für den besten deutschen Schwerathletik-Verein, der von Frankenführer Gauleiter Julius Streicher gestiftet wurde, bekam der TSV. 18 6 0 M ün» chen zugesprochen. — und im Gewichtheben. Am Samstagnachmittag fielen im Gewichtheben die Entscheidungen in allen Gewichtsklassen. Wie stark die deutsche Spitzenklasse ist, geht aus der jy, fache hervor, daß zwei Weltmeister, der Düsseldorfer Liebsch im Federgewicht und der Essener Wagner im Mittelgewicht, in Nürnberg keinen Meisterschaftslorbeer ernten konnten. Die neuen Meister in diesen Gewichtsklassen sind der Wiener Toni Richter, der im beidarmigen Reißen mit 100 Kilogramm eine neue Welthöchstleistung aufstellte (bisher Terry- USA. mit 97,5 Kilogramm),, und Olympiasieger Rudi I s m a y r (Freising), dem es also gelang, feinen Titel nach längerer Pause zurückzuerobern. In den übrigen Gewichtsklassen siegten Schuster (München) im Bantam-, Jansen (Essen) im Leicht-, Haller (Wien) im Halbschwer- und Manger (Freising) im Schwergewicht, wobei der Letztgenannte im beidarmigen Drücken mit 145 Kilogramm seinen eigenen Weltrekord einstellte. Aus der engeren Heimat. Ehrung alter Soldaten. * Staufenberg. 6. August. Am Samstagabend hielt die Kriegerkameradschaft Staufenberg bei Kamerad Zecher ihren Monatsappell ab. Kameradschaftsführer G r ö l z gab öen letzten Kreisbefehl des Kreiskriegerführers bekannt. Die Neuanlage eines Kleinkaliberschießstandes gemeinsam mit der SA. auf der Burg wurde erörtert und dabei festgelegt, daß möglichst noch im September der Schießbetrieb beginnen kann. Ein Wettkampfschießen mit der SA. und ein Preisschießen soll im Herbst stattfinden. Ein Ausflug ist ebenfalls im September geplant. Wegen Verhinderung des Kreiskriegerführers überreichte der stellvertretende Kreiskriegerführer, Kamerad T ä u b e r t, öen beiden altoerbienten Vorstandsmitgliedern Heinrich Fey und Heinrich Stephan das Kyffhäufer-Ehren- zeichen 2. Klaffe. Weiter wurden ein Kamerad mit der Kyffhäufer-Ehrennadel für 50jährige treue Mitgliedschaft und sieben Kameraden für 25jährige treue Mitgliedschaft ausgezeichnet. Mit dem Gruß an den Führer wurde der offizielle Teil des Appells geschloffen, worauf die Kameraden beim Gesang alter Soldaten- und Volkslieder noch gemütlich beisammenblieben. Kreis Büdingen. )—( Ruppertsburg, 5. August. Bei einem Wortwechsel zwischen jungen Leuten auf unserem Kirchenplatz versetzte ein hiesiger, nahezu 18 Jahre alter Bursche einem zu Besuch hier weilenden 15jährigen einen Schlag, worauf dieser zum Messer griff und dem Angreifer einen Stich in d i e Seite versetzte. Der herbeigerufene Arzt ordnete die Verbringung des Verletzten in die Klinik nach Gießen an. Wie verlautet, soll die Lunge verletzt sein. Die Gendarmerie nahm den Fremden i n Hast. Schweinemarkt in Alsfeld. ~ * Alsfeld, 7. August. Auf dem heutigen S>chweinemarkt standen 190 Ferkel zum Perkauf. Es kosteten sechs bis acht Wochen alte Ferkel 21 bis 25 Mark, acht bis zehn Wochen alte Tiere 25. bis 30 Mark. Bei schleppendem Geschäftsgang verblieb Ueberstand. Rhein-Mainische Börse. Frankfurt a. M., 5. Aug. Die Börse war zum Wochenende an den Aktienmärkten etwas fester. Neben kleinen Kaufaufträgen beob* achtete man mäßige Meinungskäufe der Berufs- kreise. Das Geschäft erfuhr allerdings keine nennenswerte Belebung, während die Kurse durchschnittlich um 0,50 v. H. anzogen. Rheinstahl gewannen bei 6,3 v.H. Netto-Dioidendenabschlag mit 127 rund 1 v. H., Mannesmann und Verein. Stahl mit 103,50 bzw. 99 je 0,50 v. H. IG.-Farben befestigten sich auf 145,90 (145,40), ferner Adlerwerke auf pari (99,50), Daimler auf 120 (119,50), Rheinmetall auf 117,75 (117), AEG. auf 114,50 (144), Conti Gummi auf 217,25 (216,50) und Bernberg verwandelten ihren Briefkurs von 132 in einen Geldkurs. An den übrigen Monatsgebieten fehlte es vorerst an No' tierungen. Sehr fest nannte man indessen Schiff' fahrtsaktien, und zwar Hapag mit 48 (45) un) Nordd. Lloyd mit 50 (48). Der Rentenmarkt lag auf der ganzen FrMi weiter sehr still und wies kaum Abweichungen auf. Reichsaltbesitz unv. 132 Geld, dagegen Reichsbahn» VA. 122,75 (122,90) und Dekofama II 155,65 (156). Liquidationspfandbriefe zogen teilweise 0,50 v.h. an, während Industrie-Obligationen im gleichen Ausmaß schwankten. Stadtanleihen notierten eben» so wie Pfandbriefe und Staatspapiere unoer» ändert. Steuergutscheine blieben behauptet. Am Verlaufe erhiett sich die festere Tendenz, das Geschäft kam frühzeitig zum Erliegen. Bemerkenswert fest lagen am Elektromarkt Bekula mit 162,50 bis 163 (161) und Gesfürel mit 127,50 (126), auch sonst wiesen die erst später notierten Papiere Besse- rungen von 0,50 bis 1 v. H. auf, nur Klöckner 1,50 v.H. ermäßigt auf 114. IG.-Farben verbesserten sich auf 146 nach 145,90, im übrigen kamen kaum Zweite Notierungen vor. Der F r e i v e r k e h r lag ruhig, Katz & Klumpp 1 v. H fester mit 92 bis 94. Tagesgeld unv. 2,50 vom Hundert. ,