Freitag, 7. Zull 1959 189. Jahrgang Nr. 156 Erstes Blatt Annahme von Anzeige« für die Miltagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70 m m Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25"/«, mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf., Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts-' u. behördliche Anzeigen 6Rpf. 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Was das für den europäischen Verkehr redeuten und welche Rolle dann der Bodensee als Sammelbecken für die Schiffahrt von der Nordsee bis zum Mittelmeer spielen würde, ist kaum zu ermessen. Das Fronterlebnis bleibt wach Flandernfahrt von Hitler-Jugend und Frontkämpfern. Ein brilischer Abgeordneter berichlet. Englands Deffentlichkeit das Opfer sinnloser Befürchtungen. £ o n b o n, 7. Juli. (DRV. Funkspruch.) Der ton- servalive Abgeordnete Arnold Wilson, der kürzlich Danzig besucht hat, erklärt in einer Zuschrift an die „Times", in Danzig herrsche Ruhe und bei seinem Zusammensein mit gutunterrichteten auslän- dischen Kreisen und Deutschen habe er n i ch t s von dem Bild bemerkt, das in gewissen Londoner Zeitungen gezeichnet wurde, Zeitungen, die jeder Londoner kaufen könne, und deren seltsamer Inhalt zur Genüge die weitverbreitete Ansicht erkläre, daß die Londoner die Opfer sinnloser Befürchtungen seien, die aus dunkle Einflüsse zu- rückginaen. Wilson sagt, er sei in den letzten vier Jahren'dreimal in Danzig gewesen und habe den langsamen, aber natürlichen Wandel, der jetzt abgeschlossen sei, beobachten können. Danzig sei heute dasselbe wie 1919, nämlich ein Teil Preußens, zu dem es geographisch und völkisch gehöre. Der Wille zur Rückkehr zum Reich sei so stark wie im Jahr vor der Volksabstimmung, was auch immer das Verdienst des Status quo von 1919 sei, seine moralische Grundlage sei verschwunden. 3n Danzig befürchte man augenblicklich mehr einen polnischen als einen deutschen (Soup. Die Erinnerung an das vorgehen der Polen in Teschen und Oderberg Oer Oberrhein als Gchiffahrtsweg Von unserem K. G.-Korrespondenien. Geld, Englands traditionelle Waffe Englands IZüstungSkredite an seine Verbündeten ein Teil seiner Kriegsvorbereitungen. reich." Auch „Daily Expreß" schreibt, England vergeude sein Geld. Warum gebe man dieses Geld nicht Kanada oder Australien, um dort Rüstungsfabriken zu bauen? Das würde wenigstens noch Sinn haben. „Daily Mail" stellt fest, daß die neue Wirtschaftspolitik der Regierung einer Ausdehnung des britischen Handels und der Bewaffnung seiner Verbündeten dienen sollte. Die ungeheuere Finanzkraft sei Englands mächtigste Waffe, die es jetzt spielen lasse. Geld sei der traditionelle Beitrag Großbritanniens und manchmal der einzige. „Times" erklärt, daß voraussichtlich Polen den „größten Nutzen (?) aus diesem Plan ziehen werde. Obwohl die Türkei und Rumänien bereits Kredite erhalten hatten, sei es nicht ausgeschlossen, daß auch diese beiden Länder weitere finanzielle Hilfe erhalten würden. Der einzige Punkt, über den noch Zweifel bestehen könnten, sei die Frage, ob die Garantie-Ermächtigung »auf lange Sicht gesehen hoch genug angesetzt worden sei. Der „Daily Telegraph" rechnet ganz offen mit der Tatsache, daß alle Anstrengungen, bei den englisch-sowietrusstschen Verhandlungen eine zufriedenstellende Formel zu finbcn, bisher s e h l g e I ch l a g e n [eien Die britische Diplomatie sei aber inzwischen nicht faul gewesen und habe „andere Mittel sur Verstärkung der „Friedensfront" ersonnen. Es erübrige sich, darauf hinzuweisen, daß die Aufrüstung Polens der Türkei, Rumäniens und Griechenlands fiLr die Verteidigung Englands lebenswichtig fei. Je stärker ihr Widerstand gegen die Aggression sei, um so großer sei die moralische und materielle Starke der Friedensfront". „News Chronicle" meint, wenn die „Frie- densländer" unverwundbar sein sollen, wußten Englands Verbündete Waffen kaufen Kredite für Englands Verbündete seien ebenso notwend ge Kriegs Vorbereitung en (!) wie die Waffen- Produktion und die Aufspeicherung von Lebensrnitteln. Das Blatt bedauert, daß man China nicht bedacht habe. Danzig will zurück zum Reich. Englands EinkreisungSpoliiik das stärkste Hindernis einer direkten Verständigung eine Fahrt in die ehemaligen Kampfgebiete Flan- derns, an der 15 HI. -Führer und die gleiche Anzahl von Frontkämpfern des Weltkrieges teilnehmen. Die Fahrtgruppe verließ am 6.Juli Aachen, um über Zeebrügge, Ostende und Ypern Schlachtfelder, Stellungen und Soldatenfriedhöfe aufzusuchen. Der Besuch dieser Erinnerungsstätten des Weltkrieges dient einer Schulung der HJ.-Führer und Frontsoldaten, die in späterer Zeit Fahrtengruppen der Hitler-Jugend in diese Gebiete führen sollen; die ehemaligen Frontsoldaten, die im Kriege an diesen Abschnitten kämpften, sollen dann an Ort und Stelle den Jungen von ihren Erlebnissen erzählen und mit ihren Berichten dazu beitragen, in der Jugend das Fronterlebnis des Krieges wachzuhalten. Die Fahrtteilnehmer aus der Hitler-Jugend kommen aus den verschiedenen HJ- Gebieten, während die ehemaligen Soldaten den Frontkämpferverbänden angehören, die gemeinsam mit der Hitler-Jugend und der Studentenschaft Träger des Langemarck-Ausschusses sind. Weitere Fahrten zu den früheren Kriegsschauplätzen Südosteuropas sind geplant. K o n st a n z, im Juli 1939. Durch den Vortrag, den Staatssekretär Königs aus der Rheinschiffahrtstagung m Konstanz über die Kanalisierung des Oberrheins gehalten hat ist em für den internationalen Verkehr überaus bedeut- ames deutsch-schweizerisches Gemeln- chaftsprojekt in den Brennpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt Der Vertreter der deutschen Regierung erklärte, die Zeit für eine end- aültiae Entscheidung über den Hochrhein sei nun gekommen. Die deutsche Regierung ist an die Schweiz mit dem Ersuchen herangetreten, die Verhandlungen über den Ausbau dieser Kanalisierung mit ihr aufzunehmen. Die entgültige Stellungnahme der Schwerz steht noch aus, aber wir hoffen daß diese Entscheidung positiv ausfällt. Es handelt sich hier um einen Plan, dessen Verwirklichung beiden Staaten große wirtschaftliche Vorteile sichern würde, denn der neue Großschiffahrtsweg wird nach seiner Vollendung eine der wichtigsten Verkehrsadern Europas oder den (Soup von Wilna oder den Korfanly-Fall fei lebhaft vorhanden. Die Danzig-Frage könne eigentlich zwischen Deutschland und Polen, und zwar durch direkte Verhandlungen gelöst werden; das sei allerdings durch die Einbeziehung Polens in die Einkreisung schwieriger geworden. öeldsthilse gegen polnische RvwdteS wird bestrast. Königshütte, 8.Juli. (DNB.) Das Bezirks- gericht verhandelte gegen einen Volksdeutschen, dem zur Last gelegt wurde, das polnische Volk „beleidigt" zu haben. Auf der Anklagebank saß der 28- jähriae Kaplan'K r o l l i k, der sich zum deutschen Volkstum bekennt. Als der Geistliche am 30. Mai in Lipine einen deutschen Gottesdienst abhielt, wurde seine Predigt von e i n e r o r g a n i s i e r - ten polnischen Horde gestört, die zum Teil aus ortsfremden Elementen bestand. Als die Rowdies auch nach mehrmaligen Ermahnungen des Geistlichen nicht zur Ruhe zu bringen waren, stieg Krollik von der Kanzel, zog seinen Ornat aus und beförderte die größten Sch r e i e r eigenhändig ausderKirche. Drei polnischen Burschen, die Widerstand leisteten, gab er ein paar wohlverdiente Ohrfeigen. Das energische Auftreten des Kaplans bewirkte, daß bald völlige Ruhe eintrat und der deutsche Gottesdienst ungestört zu Ende geführt werden konnte. Am 2. Juni wurde der Kaplan verhaftet und ein Strafverfahren w e - gen Beleidigung des polnischen Vol- k e s gegen ihn eingeleitet. Das polnische Gericht verurteilte ihn. zu 6 Monaten Gefängnis. Die baltischen Staaten wünschen keine Garantie. Riga, 6. Jüli. (Curopapreß.) Die in Reval in englischer Sprache erscheinende halbamtliche B a l - t i c Times" schreibt zu den Moskauer Verhandlungen in Zusammenhang mit eventuellen ®J}Ian3 tien für die baltischen Staaten, der Gang der Moskauer Verhandlungen wird auch in Zukunft die Politik der baltischen «Staaten nicht ändern. Diese haben sich entschlossen, ihreUncibhanglg- f eit und Neutralität zu schützen, wobei sie sich gegen j e b e'n Angreifer wehren werden einerlei ob es sich um Garanten handelt ober- nicht Die baltischen Staaten wünschen keine Garantierung ihrer Grenzen. Sollte em Pakt mit automatischen Garantien abgeschlossen werden, so werden diese Staaten solche als nicht b e st e h e n d betrachten. . Die finnische Zeitung „Uusi Suomi sagt, wir haben in Finnland nicht zu bestimmen, welche Bundesgenossen England sich verschafft, aber wir haben das unbestreitbare Recht zu fordern, daß uni e r e Unabhängigkeit und Neutralität in dielen Bündnisverhandlungen nicht als Kau f p re i s gebraucht werden, wie dies der Fall fein wurde, wenn England die Forderung Moskaus sich in Finnlands Selbstbestimmungsrecht einzumischen annehmen würde. Der englischen Oeffentlichkeit scheint es noch immer nicht klar zu sein, daß Finnland einen „Garantieoer trag zuruckweist, der eine unverschämte Kränkung unseres Rechtes und eine im voraus gegebene Einwil- ligung zur gewaltsamen Vernichtung der sinnlichen Freiheit enthält, Mark heranreicht. Das eine oder andere Land, das garantiert worden ist, mag von Haus aus kreditbedürftig zu sein wie z. B. Polen, dessen Finanzen nicht gerade erstklassig sind. Kaum war Polen garantiert, als . auch schon eine Abordnung aus Warschau eintraf, um wegen Kredite anzuklopfen, die es nun aber nur in der Form erhalten soll, daß es dafür in England Waffen bestellen darf. Es fällt der englischen Regierung oder der Londoner City gar nicht ein, Polen Bargeld zu gewähren, denn mit der Garantie ist für John Bull nicht auch das Vertrauen in die unbedingte Zuverlässigkeit seiner neuen politischen Freunde gegeben. Polens Kredit stand in London niemals hoch im Kurs, weshalb auch Polen feinen finanziellen Bedarf bisher immer in Pond zu decken suchte, wo aber die polnische Kreditfähigkeit auf Grund 20jähriger Erfahrungen erst recht nicht hoch im Kurse steht. Auch die T ii r fei, die sich als freier und unabhängiger Staat in die Einkreisungs- front einzugliedern glaubte, muß nun entdecken, daß sie einige Dutzend Millionen Pfund englische Kredite für die Aufrüstung nehmen soll. Das ist für die garantierten oder verbündeten Staaten ein riskantes Geschäft, denn sie müssen nehmen, was ihnen geliefert wird-, ganz einerlei ob die Ware gut oder schlecht ist. Es ist sicher, daß die englische Regierung mit dieser Ankündigung noch einen anderen Zweck verfolgt, nämlich den, alle «Staaten, die sich auf Kosten Englands eine Aufrüstung beschaffen wollen, anzu- locken. Die Kredite werden ja bewilligt, denn das englische Parlament wird in seiner Kriegspsychose kein Bedenken tragen, der Vorlage zuzustimmen. Der englische Steuerzahler, der von dieser Regierung ohnedies sehr hoch genommen worden ist, ist durch den tollen Kriegs- und Putschlärm der Presse schon stark genug eingenebelt Er sieht nicht, w o - hin diese K ri e g s p o l i t i k führen kann, den der Durchschnittsengländer hat nicht mehr im Gedächtnis, wie sich die Dinge vor 25 Jahren in den Vereinigten «Staaten abgewickelt haben. Da gab es zunächst Kredite über Kredite für England und Frankreich, bis diese Kredite eine Hohe erreicht hatten, die selbst das Finanzkapital von Wallstreet in Gefahr brachte. Wir wissen heute aus den Aussagen des Bankiers Morgan vor dem Untersuchungsausschuß, daß schon 1916 mit allen Mitteln daran gearbeitet wurde, die Vereinigten Staaten in den Krieg hinein zutreiben. Weil die Kredite an England und Frankreich inzwischen eine Höhe erreicht hatten, daß an eine Rückzahlung nur dann noch zu denken war, wenn die Das rottende psund... Die englische Regierung hat durch ihre Kriegspolitik zwar schon viel Unruhe erzeugt, allein sie ist. noch immer nicht zufrieden. Aus der gefährlichen Kriegshetze soll sich ein gefährliches Kriegsspiel entwickeln, das sich auch dazu eignet, di e englische Rüstungsindustrie a n z u k u r b e l n. Diese englische Rüstungsindustrie befindet sich zum größten Teil in dem Besitz der Familien, aus denen die zur Zeit maßgebenden Politiker und Staatsmänner her- Dcrgegangen sind. Das Rüstungsgeschäft der englischen Kriegsindustrie ließ seit Jahren zu wünschen übrig, denn was die englische Regierung auch immer bestellt, der Ertrag daraus reicht nicht, um dem Ru- stungskapital einen hohen Gewinn zu sichern. Da kommt die E i n f r c i j u n g gelegen, denn was liegt näher als den Staaten, die sich für die Zwecke der Einkreisung freiwillig oder unfreiwillig garantieren lassen, Kredite a u f z u z w i n g e n. Das soll nunmehr geschehen, denn die englische Regierung hat beschlossen, die garantierten Länder, ob sie wollen oder nicht, durch Rüstungskredite instandzusetzen, in England Kriegsmaterial zu beste!- len. Englische Blätter teilen mit, daß hierfür zunächst ein Kredit von 150 Millionen Pfund in Frage komme, was, an der Kaufkraft in England selbst gemessen, ungefähr an drei Milliarden Das Projekt der Hochrheinregulierung ist schon vor 300 Jahren ausgesucht. Unter Berucksichti- ( gung der wirtschaftlichen und industriellen Entwicklung hat dann der vor 30 Jahren gegründete Rheinschiffahrtsverband Konstanz baufertige Pläne aufstellen lassen, die nun der Verwirklichung harren. Die Gesamttosten betragen für den Ausbau der Hochrheinftrecke von Basel bis Konstanz (167 Kilometer) 80 Millionen Reichsmark. Da die Strecke Schaffhausen—Konstanz—Bregenz bereits schiffbar ist würde ein Schiffahrtsweg von insgesamt 213 Kilometer gewonnen. Die Voraussetzungen liegen also äußerst günstig. Kein Binnenschiffahrtsproiekt von Bedeutung könnte mit derartig geringen Kosten verwirklicht werden. Die Bausumme belauft sich nur auf 375 000 Mark pro Kilometer, wahrend sie z B. bei der Rhein—Main—Donau-Verbindung auf nahezu 1,5 Millionen RM. zu stehen kommt. Die niedrigen Ausbaukosten sind dadurch bedingt, daß der Bodensee in feiner ganzen Länge ohne weiteres schiffbar ist, daß ferner durch den Aufstau der konstanten Wassermengen bei den vorgesehenen zwölf Kraftwerken (die insgesamt vier Milliarden kWh elektrischer Energie zum DurchschnlUspreis von 1 Pf. liefern), die Herstellung des Großfchls fahrtsweges sehr stark begünstigt wird, und da auch sonst natürliche Vorbedingungen für die Schtzs- fahrt vorhanden sind. Von den geplanten zwölf Kraftwerken sind sechs bereits im Betrieb, wahrend sich das siebente im Bau befindet. Nach mehreren übereinstimmenden Gutachten sind bei einem Anfangsverkehr von 3 Millionen Tonnen jährliche Frachtersparnisse von 8 bis 10 Millionen Mark zu erzielen. Durch den Ausbau der Schiffahrtsstraße finden 5000 Arbeiter auf fünf Jahre hinaus Beschäftigung. Die Frachtenverbilligung hat eine Senkung d e ^Lebenshaltungskosten im Einzugsgebiet des Hoch- rheins im Gefolge. Sehr bedeutende Vorteile wurde die Ausgestaltung des Bodensees zu einem internationalen B i n n e n f ch i f f a h r t s b e ck e n besonders auch dem südwestlichen Teil der Ostmark, namentlich Vorarlberg und Tirol, bringen. Die Stadt B r e g en z selbst hat Aussicht, bedeutender Umschlags- und Lagerplatz zu werden. Die Arlbergbahn könnte zweigleisig ausgebaut werden — und auch diese Kosten wurden sich lohnen. Die im Frachtoerkehr sehr ungünstig gelegenen gebiete Südbadens und Südwürttembergs kamen durch den. Hochrheinausbau in den Genuß einer wesentlichen Frachtverbilligung. Die natürlichen Kräfte des Rheins bis zum Bodensee würden also billige Kraftspender und Lastenträger. , . Don den Kosten hätte natürlich auch die Schweiz einen Teil zu übernehmen. Die Bedingungen sind bereits in einem Vertrag vom 28. März 1929 fest- ■ gelegt worden. Leider sind gerade in der letzten Zeit auf schweizerischer «Seite Gegenströmungen zur Geltung gekommen, die in ihrer Beweisführung recht fragwürdig sind. Es wird u. a. ins Feld geführt, daß die schweizerischen Bundesbahnen und die Rheinhäfen in Basel durch die Ausdehnung des Großschiffahrtsweges bis zum Bodensee schwer geschädigt würden. Ferner befürchten gewisse schweizerische Kreise eine Ablenkung des Verkehrs von der Gottharbbahn auf die Brennerbahn. Auch au den Heimatschutz beruft man sich. Man befürchtet eine Zerstörung des Landschaftsbildes beim Rheinfall und beim Kloster Rheinau. Diese Bedenken wurden allerdings schon längst widerlegt. Die vorliegenden Projekte, an denen auch schweizerische Sachverständige mitgewirkt haben, nehmen weitgehend Rücksicht auf die Naturschönheit. Der Rheinfall bleibt in seiner Schönheit bestehen, wie überhaupt bei der Anlage der Schleusen und Kraftwerke darauf geachtet wird, daß sie sich unauffällig ins Landschaftsbild einfügen. Selbst „weltpolitische" Argumente wurden in letzter Zeit gegen den Rheinausbau geltend gemacht. Im Hinblick auf mögliche Ereignisse, so heißt es, sei es nicht wünschenswert, die bereits bestehenden 20 Straßen- und Eisenbahn- brüden, die von der Schweiz über den Rhein nach Deutschland führen, noch weiter auszubauen und zu vermehren sowie durch örtliche Warenumschlagstellen zu ergänzen. Die Gefahr kriegerisch^ Verwicklungen zwischen den beiden Staaten spukt aber lediglich in den Gehirnen gewisser Elemente, die sich in der Schweiz wichtig machen wollen. Andererseits hat gerade die Ostschweiz ein l^r großes Interesse an der Durchführung des Planes und es ist auch damit zu rechnen, daß die vernünftigen Stimmen sich durchsetzen werden. — Der Vollständigkeit wegen sollen hier noch die weiteren Plane erwähnt werden, die man im Zusammenhang mit London, 6. Juli. (Curopapreß.) Die bereits : erwartete Vorlage für die Finanzierung der । Rüstungskredite an Englands neue Verbündete ' wurde am Donnerstag im U n t e r h a u se i n gebracht. Im Anschluß daran erfolgte dre erste Lesung Für die Rüftungskredite wird eine Summe von 100 Millionen Pfund (1190 Millionen Mark) angefordert. Als Verwendungszweck wird die Finanzierung von „Ex Porten von Kriegsmaterial^ (munitions) und anderen Waren a n verbündete und befreundete Rationen angegeben. Die Vorlage lauft unter dem Namen „Uebersee-Handels-Garantiegesetz (Oversea Trade Guarantee Bill). Die Verwaltung wird im Rahmen der Exportkreditabteilung im Handelsministerium erfolgen. Ebenso wie bei der Kred t- ermächtiqung von zehn Millionen Pfund, die neben der^ für normale Kredite bestimmten Summe von 75 Millionen Pfund im Februar dieses Wahres beschlossen wurde, wird auch tn intern Falle die Kreditvergebung auf Grund des neuen Gesetzes nicht nach rein wirtschaftlichen, sondern nach p o 111 1 nimmt der Evening Standard" Stellung Das Matt lagt, „ „’j.s kerne Garantie b a f 11 r geben, baß die Waren, beren Ankauf der endliche Steue^ah- ler zu finanzieren hat, auch die b r 111 \ $ Interessen im Sinne des Friedens fiebern Ein finanzieller Honigtops ohne Beidin der Geschichte der Weltl wird auf Englands ^nfterbrett gestellt. Er wird Bienen und Drohnen Sen 6? wird andere Insekten anlochen von Sn einiae stechen mögen. Wenn die gleiche n ben Dominions ausgegeben müih? um Munitionswerke und Flugzeugfabriken zu a ' hnnn mürben wir außer Reichweite eines bauen, dann wurden w r^^^are Arsenale habend Wieviel besser würde eine solche Pal^ik sein, n?Sr irregeleitete Vorschlag, in europäischen Lan- hprn^mit Krediten herumzuwerfen, m Landern, über rx* w Vereinigten Staaten durch den Eintritt in den Krieg, wenn nicht t>en Sieg so doch einen leidlichen Ausgang für die Entente erzwingen würden. Wir wissen heute auch, daß England und Frankreich im Kriege die Grenze^ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit überschritten hatten. Um nicht alles zu verlieren, peitschte das internationale Finanzkapital alles in den Krieg gegen die Mittelmächte hinein. Das Pfund rollt. Wieviel hat der englischen Regierung allein der Lügenfeldzug gekostet, der für den Danzig-Putsch in Szene gesetzt worden ist? Die 'polnische Regierung hat bestimmt kein Geld, um sich einen solchen Feldzug im internationalen Maßstab leisten zu können. Mit diesem Manöver, dessen Schäbigkeit nicht übertroffen werden kann, hat sich die englische Regierung selbst lächerlich gemacht, so daß sie, um den Reinfall zu vertuschen, dem üblen Manöver eine neue Wendung zu geben versucht. Daher die Rüstungs- kred'ite, die den Garantierten bestimmt nicht helfen können, die aber der englischen Rüstungsindustrie wieder einmal gewaltige Profite zuschanzen. Das alles zu einer Zeit, in der sich der Prospekt des britischen Imperiums im Nahen und Fernen Osten gewaltig verdüstert. Wenn die Größe dieses Imperiums noch unangetastet wäre, seine Macht und Stärke ebenfalls, dann würde es der englischen Regierung nicht so viele Mühe, kosten, Staaten zu finden, die bereit sind, sich von England garantieren zu lassen. Es ist wieder einmal die alte und oft erprobte Methode Englands, den Krieg zu finanzieren, den andere Völker mit ihrem Blut für Englands Macht durchkämpfen sollen. Ey. Oer Gpanienbesuch Eianos. An diesem Wochenende begibt sich der italienische Außenminister Graf Ciano an Bord eines italienischen Kriegsschiffes nach Barcelona, von wo aus er mit Bahn und Flugzeug den wichtigsten spanischen Schlachtfeldern in Dem eben beendeten Konflikt, aber auch den bedeutsamsten Wirtschaftsstätten einen Besuch abstatten wird. Sein Aufenthalt wird fast eine Woche dauern. Die Heimreise erfolgt am 17. Juli von Sevilla aus. Im September ist ein Gegenbesuch General Francos i n R o m vorgesehen. Die Spanienfahrt des italienischen Außenministers erfolgt in einem Augenblicke, wo die Regierung des Generals Franco trotz ihrer intensiven und vielfältigen Bemühungen noch zu keiner Bereinigung ihrer Beziehungen insbesondere zu Frankreich gekommen ist. Zwar find die diplomatischen Beziehungen beider Länder auf der Grundlage des Abkommens wieder aufgenommen worden, das der spanische Außenminister I v r- d a n a mit dem französischen Unterhändler, Senator Berard, abgeschlossen hat. Aber die Ausführung dieses Abkommens läßt noch viel zu wünschen übrig, vor allem steht die Rückgabe des spanischen Goldes noch aus, das von der früheren „republikanischen" Regierung Spaniens aus „Sicherheitsgründen" in Frankreich hinterlegt worden ist. Die Franzosen haben sich ein sehr billiges Rezept zur Beschwichtigung der Spanier ausgedacht:'sie haben ihren letzten Kriegsmarjchall als Botschaf- t e r nach Burgos entsandt. Aber so groß die menschliche Achtung auch seist mag, auf die Marschall Petain Anspruch erheben kann, so wenig kann das „Kompliment" , das in feiner Ernennung zum französischen Botschafter bei der spanischen Regierung liegen soll, darüber hinwegtäuschen, daß Frankreich sowohl ein schwaches Spanien überhaupt wünscht, wie die Erfüllung der Verpflichtungen aus dem Abkommen Iordana-Bsrard zu verschleppen und möglichst zu vermeiden sucht. Es liegt in der Natur der Sache, daß unter diesen Umständen eine sehr enge und sehr weitreichende Zusammenarbeit zwischen Spanien und Italien ein Gebot der Stunde ist. Oie VegierungSkrisiS in Holland. Amsterdam, 6. Juli. (Europapreß.) Die Besprechungen Dr. C o l i j n s mit den Fraktionsführern der sechs großen Parteien sind e r g e b n i s - l o s verlaufen. Dr. Cvlijn hat daraufhin feinen Auftrag zur Kabinettsbildung an die Königin zu- rückgegeben. Es ist noch nicht bekannt, wem die Königin nunmehr den Auftrag zur Neubildung des Kabinetts übertragen wird. Der Name De Geer tritt in den Vordergrund. De Geer gehört der konservativen Christlich-Historischen Partei an. Er war seit 1921 verschiedene Male Mitglied der Regierung. Da die Kabinettsbildung unbedingt von der Unterstützung der Römisch-Katholischen Staatspartei abhängt, erscheint De G e e r als der gegenwärtig aussichtsreichste Mann. De Geer hat im Jahre 1925 in einer ähnlichen Lage bereits einmal die Nachfolge Colijns angetreten. Deutsche Beteiligung am Militärfliegertreffen in Brüssel. Berlin, 6.3uli. (DNB.) Aus Anlaß des 25. Jahrestages der Gründung der belgischen Luftwaffe findet am Sonntag in Brüssel ein internationales Militärfliegertref- f e n statt, an dem sich neben der englischen, französischen und schweizerischen auch die deutsche Luftwaffe beteiligen wird. Der Staatssekretär der Luftfahrt, Generaloberst Milch, wird am Freitag mit seinem Flugzeug in Brüssel eintreffen. Eine Kunstflugstaffel der deutschen Luftwaffe, bestehend aus neun Flugzeugen des Musters Bücker-Iungmeister, wird unter Führung von Hauptmann Trübenbach bei dem auf dem Flugplatz Evere veranstalteten Flugtag ein reichhaltiges Kunstslugprogramm vorführen. Generaloberst Milch wird aus Gelegenheit nehmen, die Internationale Luftfahrtausstellung in Brüssel zu besichtigen. Ununterbrochener Goldstrom aus Westeuropa nach USA. Paris, 6. Juli. (Europapreß.) Der Goldstrom aus den westeuropäischen Ländern nach den Vereinigten Staaten hält ununterbrochen an. Das nach den Vereinigten Staaten geflossene Gold erreicht nach einer Meldung des „Journal" gegenwärtig eine Höhe von 1,5 Milliarden Golddollar. Das Blatt erklärt, dieses Gold würde im Falle eines europäischen Konflikts bei einer Frankreich und England günstigen Abänderung der amerikanischen Neutralitätsgesetzgebung zu Kriegsmaterialkäufen für englische und französische Rechnung verwendet werden, Kleine politische Nachrichten. Der Reichsjugendführer hat seinen Pressereferenten, den Hauptschriftleiter der Zeitschrift „Wille und Macht", Hauptbannführer Günter Kaufmann, zum Chef des Presse - und Propagandaamtes der Reichsjugendführung ernannt. Der bisherige Chef dieses Amtes, Hauptbannführer Dr. Lap- per, hat einer Berufung des Reichsministers für Deutschland und Bulgarien in Kreundfchafi und Vertrauen verbunden. Herzliche Trinksprüche beim Abendessen zu Ehren des bulgarischen Ministerpräsidenten. Berlin, 6. Juli. (DNB.) Am Ehrenmal Unter den Linden fand eine feierliche Heldenehrung durch den Gast der Reichsregierung, Ministerpräsident und Minister des Aeußeren Kjosseiwanoff statt, der einen Lorbeerkranz mit Schleifen in den Farben seines Landes niederlegte und anschließend an der Seite des Kommandanten von Berlin, Generalleutnant Seiffert, den Vorbeimarsch der Ehrenkompanie des Infanterie-Regimentes „Großdeutschland" ab- nahm. Nach der Kranzniederlegung stattete der Ministerpräsident dem Berliner Rathaus einen Besuch ab. Oberbürgermeister und Stadtpräsident Dr. Lippert erinnerte an die treue Waffenbrüderschaft der beiden Nationen während des Weltkrieges und gab der Erwartung Ausdruck, daß auch dieser Besuch dazu beitragen werde, die engen Beziehungen zwischen beiden Völkern weiter zu vertiefen. Nach herzlichen Worten des Dankes für die gastliche Aufnahme trug sich der Ministerpräsident in das Goldene Buch der Reichshauptstadt ein. Ein Rundgang durch die Festräume des Rathauses folgte. Heute mittag fand im Auswärtigen A m t eine längere Aussprache zwischen dem Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop und dem bulgarischen Ministerpräsidenten und Minister des Aeußeren Kjvsse- i w a n o f f statt. Zu Ehren des Ministerpräsidenten hatten der bulgarische Gesandte und Frau zu einem Mittagessen geladen, an dem der Reichsminister des Auswärtigen und Frau teilnahmen, ferner u. a. die Reichsminister Lammers und Frank, die Reichsleiter Himmler und Dr. Ley, der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Generaloberst Keitel, Reichsarbeitsführer Hierl, die Reichsfrauenführerin Frau Scholtz-Klink, Reichstagsvizepräsident von Staus und der Präsident der Deutsch-Bulgarischen Gesellschaft, von Massow. Am Nachmittag empfing Ministerpräsident Kjosseiwanoff die rund 500 Mitglieder zählende bulgarische Kolonie in Berlin. Zu Ehren des bulgarischen Ministerpräsidenten und Ministers des Aeußeren Kjosseiwanoff und Frau gaben der Reichsminister des / Auswärtigen d. Ribbentrop und Frau am Donnerstag ein Abendessen im Hotel Adlon. Dabei richtete Reichsminister v. Ribbentrop einen Trinkspruch an den bulgarischen Ministerpräsidenten, in dem er sagte: Das deutsche Volk, in Erinnerung an die glorreiche Waffenbrüderschaft des Weltkrieges, weiß sich mit dech heldenmütigen bulgarischen Volk in aufrichtiger Freundschaft verbunden. Jahre der bittersten Prüfung und des schwierigen Wiederaufstieges, die unsere beiden Völker hinter sich haben, festigten die überlieferten engen Beziehungen. Auch im gegenwärtigen Ringen für eine freie und friedliche Entwicklung stehen wir in Freundschaft und Vertrauen zueinander. Ihr jetziger Besuch, Herr Ministerpräsident, ist uns ern sichtbarer Beweis dafür, daß Sie in der Vertiefung und in dem weiteren Ausbau unseres Freundschaftsverhältnisses ein natürliches Ziel Ihrer Politik erblicken. Das bulgarische Volk hat unter der weisen Führung seines Herrschers den Weg des Aufstieges zu einer glücklichen Zukunft eingeschlagen, einen Weg, auf dem es unsere wärmsten Wünsche begleiten. Ministerpräsident Kjosseiwanoff antwor. tete: Die zwischen unseren beiden Völkern seit jeher bestehenden traditionellen Beziehungen gegenseitiger Sympathien und Freundschaft wurden ganz besonders gestärkt durch die Waffenkameradschaft während des Weltkrieges, durch die Tage heldenhafter Taten sowie späterer bitterer Enttäuschungen und schwerer Prüfungen, die ein gleiches Schicksal unseren beiden Völkern verhießen hat. In seinem Bestreben, nach dem Vorbilde Deutschlands, die Ungerechtigkeiten zu beseitigen und Bedingungen friedlicher Entwicklung zu schaffen, verfolgt Bulgarien mit Freude den Aufstieg des deutschen Volkes unter der weisen und weitblickenden Leitung des Führers und bekräftigt seinen Glauben an die Zukunft. ■■ Zu Ehren des Königlich Bulgarischen Ministerpräsidenten und Außenministers Dr. Georgi Kjosse- iwanosf veranstaltete der Führer in seinem Haus eine Abendtafel. Unser Bild zeigt den Führer im Gespräch mit der Gemahlin und der Tochter des bulgarischen Gastes. (Presse-Jllustrationen-Hoffmann-M.) Volksaufklärung und Propaganda in sein Ministerium Folge geleistet. Der Neichsminister und Chef der Reichskanzlei Dr. Lammers beging fein 40-jähriges Dienstjubiläum. Der Führer sprach ihm aus diesem Anlaß persönlich feine herzlichsten Glückwünsche aus und ehrte ihn durch Überreichung des Goldenen Treudien st - Ehrenzeichens. * Der Führer hat die Amtszeit des zur Zeit im Amt befindlichen Präsidenten des Reichsgerichts, Dr. Dr. h. c. Sumte, der am 7. d. M. das 65. Lebensjahr vollendet, um drei Jahre verlängert. ♦ Der Diskontsatz der Belgischen Nationalbank, der am 10. Mai von 4 v. H. auf 3 v. H. gesenkt wurde, ist für Wechsel- und Bankakzepte, die aus ausländischen Verkäufen belgischer Erzeugnisse stammen, auf 1,5 o. H. gesenkt, offensichtlich zu dem Zweck, dem belgischen Ausfuhrhandel eine besondere Unterstützung zu geben. Für normale Wechsel beträgt der Zinsfuß 2,5 v. H. Oie Rahmenübung der Nachrichienverbände. Ein Korpsnachrichtennetz wird verlegt. Bad Wildungen, 6. Juli. (DNB.) Im Manöver der Nachrichtentruppen wurde eines der Korpskommandos von einem Gefechts ft and zum nächsten vorverlegt. Es sind erhebliche Entfernungen, die biejes Korpskommando in wenigen Tagen zurückgelegt hat: Kassel — Z i e- genhain — Kirtorf — Ruppertenrod. Zweck dieser mehrfachen Gesechtsstandwechsel ist es, das Korpskommando stets in Fühlung mit der kämpfenden Truppe zu halten. Dieses Dorrücken der Korps-Hauptquartiere verlangt von den Nachrichtentruppen höchsten Einsatz. Nachdem der neue Gefechtsstand durch einen Offizier des Korpskommandos zusammen mit einem Nachrichtenoffizier erkundet worden ist, müssen sämtliche Verbindungen, die am bisherigen Gefechtsstand vorhanden sind, in gleicher Weise bei dem neuen Standort des Korpskommandos hergestellt werden. Feldfernkabel wurden vorgetrieben, die Vermittlungsstellen in höchster Eile eingerichtet. Mehr als hundert Sprechmoglichkeiten sind auf diese Weise jedesmal herzurichten. Und in der unwahrscheinlich kurzen Zeit von zwei Stunden wurde von der Truppe solch eine neue Nachrichtenzentrale beim Korpsgefechtsstand aufgebaut. Mittwoch um 19 Uhr hat das Korpskommando in Kirtorf den neuen Gefechtsstand bezogen, und seitdem ist das Fernsprechnetz in ununterbrochenem Betrieb und hat auch in der Nacht nicht für eine einzige Stunde ausgesetzt. Besonders interessant war es in Kirtorf, die Zusammenarbeit zwischen Fernsprech - und Funkdienst zu sehen. Die schweren Feldkabel nach einer dem Korps unterstellten Division waren zerstört worden. Während der Suchtrupp die Störung auszumachen unterwegs war, trat die Korpsfunkzentrale in Betrieb. An sich hat das Korps stets rückwärts zur Armee mit den nachgegliederten Einheiten, mit den Aufklärungsfliegern und den Aufklärungsabteilungen Funkverbindungen. Das' Funknetz überlagert gewissermaßen stets das Fernsprechnetz. Allerdings wird der Funk zumeist nur gebraucht zur Durchgabe vollkommen neutraler Nachrichten und nur dann für taktische Befehle benutzt, wenn gar keine andere Möglichkeit der Befehlsübermittlung gegeben ist, und dann auch nur in chiffrier- ter' Form. So ergänzen sich Funk- und Fernsprechverbindung der Nachrichtentruppen und geben damit die absolute Gewähr dafür, daß die Nachrichten- und Befehlsübermittlung vom Korps zur Front in jedem Falle gegeben ist. Bis Mittwochfrüh wurden von den Nachrichtenoerbänden 80 Kilometer mehrfach armiertes Kabel, das sogenannte Heeresfernkabel, verlegt: ferner 230 Kilometer Felddauerlinien, 1700 Kilometer Feldvormeldekabel und 180 Kilometer schwere Feldkabelleitungen. Darüber hinaus beanspruchte die Manö- oerleitung über 3000 Kilometer der Postleitungen. Ungeheuer war der Einsatz von Kraft« fahrzeug.en. Es sind bisyer verwendet worden über 2800 Personenkraftwagen, Lastkraftwagen und Sonderkraftfahrzeuge, ferner sind auf den Straßen im Manöoergelände etwa 460 Krafträder in Bewegung. Diese Zahlen bezeugen, in welchem Ausmaß diese Hebungen der Nachrichtenverbände durchgeführt werden. Weiter steigender Nahrungsmittet- verbrauch in Deutschland. Im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwungs ist seit 1933 auch der damals stark gesunkene Ernährungsstandard - des- deutschen Volkes von Jahr zu Jahr wieder gestiegen. Dennoch versuchen ausländische Greuelmärchenfabrikanten immer wieder, die deutsche Ernährungslage in schwärzesten Farben zu schildern. Wir kennen die tatsächlichen Verhältnisse, aber der unwissende ausländische Leser fällt auf diese Zwecklügen natürlich herein. Gewiß sind da und dort Einschränkungen und Umstellungen notwendig gewesen, sie sind auf anderen Gebieten aber mehr als ausgeglichen worden. Wie es in Wirklichkeit mit unserer Ernährungsbilanz aussieht, dafür gibt das Statistische Reichsamt in seinem Bericht über den Nah- rungs- und Genußmittelverbrauch im Jahre 1938 unwiderlegbare Zahlen. Die Aussichten für einen glatten Verlauf der Bedarfsdeckung waren 1938 wegen der knappen Brotgetreideernte des Vorjahres, wegen der Auswirkungen der Maul- und Klauenseuche und der W i t * terungsschäden, nicht zuletzt wegen der außerordentlichen Anforderungen durch die Befestigungsarbeiten im Westen und bei der Eingliederung Oesterreichs und des Sudetenlandes an sich wenig günstig. Dennoch gelang es, die infolge der erhöhten Kaufkraft weiter gestiegene Nachfrage der Bevölkerung an Nahrungsmitteln zu decken. Der Verbrauch an Nahrungs- und Genußmitteln, berechnet nach dem Kaloriengehalt, hat sogar je Kopf der Bevölkerung noch um 0,3 v. H. zugenommen, obwohl bereits 1937 ein außerordentlich hoher Ernährungsstandard erreicht war. Zwar ist der Mehlverbrauch im Vorjahr um rund 4 v. H. gegenüber 1937 zurückgegangen. Dafür wurde aber eine Verlagerung des Verbrauchs auf die Kartoffel angestrebt und erreicht. So hat besonders die verstärkte Propaganda für das warme Abendessen und die weitere Ausdehnung der Gemeinschaftsverpflegung in den Betrieben zu einem Ansteigen des Kar- tvsfelverbrauchs um rund 5 v. H. je Kopf der Bevölkerung geführt. Auch durch andere Nahrungsmittel ist der Minderverbrauch an Mehl ausgeglichen worden. Vor allem hat der Verbrauch an Rindfleisch beträchtlich zugenommen, von 14 auf 16 kg, in einem Jahre also um mehr als 14 v. H. je Kops der Bevölkerung. Insgesamt war der Fleischverbrauch je . Kopf um 1,9 kg ober 4,1 v. H. höher als im Vorjahr. Die geringe Einschränkung des Butterverbrauchs von 8,9 auf 8,8 kg je Kopf wurde durch andere Fette mehr als ausgeglichen. An Konsumfetten standen je Kopf der Bevölkerung über 4 v. H. mehr zur Verfügung als 1937. Ein Zeichen der weiteren Hebung der Kaufkraft ist die erneute Zunahme des Verbrauchs an Genußmitteln, so an Kaffee, Tee, Bier, Branntwein und Tabak. Erfolge der Bestrebungen, den Verbrauch weitgehend auf Nahrungsmittel eigener Erzeugung zu lenken, zeigen sich vor allem bei einem Vergleich mit 1932. Der Seefischverbrauch ist danach um 40 v. H. je Kopf der Bevölkerung gestiegen, der Zuckerverbrauch um 20 v. H. Einschränkungen liegen bei Eiern um 10 v. H. und bei Fett um 3 v. H. vor. Während der Verbrauch an Pflanzenfetten um reichlich ein Viertel ab- genommen hat, ist er a n Butter um 17 v. H. und a n Speisetalg um 70 v. H. gestiegen. Auch der Fleischverbrauch liegt 13,5 v. H. höher als 1932, der Weizenmehlverbrauch um 16,4 o. H., der Verbrauch an H ü l s e n s r ü ch t e n um 15 v.H. Diese Verbrauchssteigerungen je Kopf der Bevölkerung beweisen besonders eindeutig, wie es in Wirklichkeit um die angebliche deutsche Ernährungsnot bestellt ist. Bei den Genußmitteln sind die Verbrauchssteigerungen gegenüber 1932 noch wesentlich höher. Neue Verordnung zur Iudensrage. Veichsvereinigung der Juden in Deutschland als Träger des jüdischen Schulwesens und der freien jüdischen Wohlfahrtspflege. Förderung der Auswanderung Berlin, 6. Juli. (DNB.) Im Reichsgesetzblatt wird die 10. Verordnung zum Reichsbürgergesetz veröffentlicht, deren Maßnahmen im wesentlichen die Förderung der Auswanderung der Juden bezwecken. In der Verordnung heißt es: Die Juden werden in einer Reichsvereinigung zusammengeschlossen. Sie hat den Zweck, die Auswanderung der Juden zu fördern. Die Reichsvereinigung ist außerdem Träger des jüdischen Schulwesens und Träger der jüdischen freien Wohlfahrtspflege. Der Reichsminister des Innern kann der Reichsvereinigung weitere Aufgaben übertragen. Der Reichsvereiniguna gehören alle staatsangehörigen und staatenlosen Juden an, die ihren PZohnsitz ober gewöhnlichen Aufenthalt im Reichsgebiet haben. Im Falle einer Mischehe ist der jüdische Teil nur Mitglied, wenn der Mann der jüdische Teil ist und Abkömmlinge aus der Ehe nicht vorhanden sind ober wenn bie Abkömmlinge als Juden gelten. Juden fremder Staatsangehörigkeit und den in einer Mischehe lebenden Juden, die nicht ohnehin Mitglieder sind, ist der Beitritt zu der Reichsvereinigung f r e ig e st e l l t. Der Reichsminister des Innern kann jüdische Vereine, Organisationen und Stiftungen auf» lösen oder ihre Eingliederung in die Reichsvereinigung anorbnen. Im Falle der Auflösung gelten für die Liquidation die Vorschriften des bürgerlichen Rechts. Der Reichsminister des Innern kann jedoch Liquidatoren bestellen und abbe- rufen und die Art der Liquidation abweichend von den Befttmmungen des bürgerlichen Rechtes regeln. Nach Durchführung der Liquidation ist das Vermögen der aufgelösten jüdischen Einrichtungen auf die Reichsvereinigung zu übertragen. Im Falle der Sie können Ll-Vootsunfälle entstehen und verhütet werden? 6 Berlin, 5. Juli. (DNB.) Die Untergänge des amerikanischen U-Bootes „Squalu s" am 23. 5. 1939, des englischen U-Bootes „Theti s" am 1. 6. 1939 und des französischen U-Bootes „Phöni x" sowie die Rettungsversuche hat das deutsche Volk mit großer Anteilnahme verfolgt. Wir bewundern die hervorragende seemännische und technische Leistung der amerikanischen Marine, der es gelungen ist, mit einer neuartigen Taucherglocke sämtliche 33 im Boot noch lebenden Besatzungsangehörige zu retten, nachdem die restlichen 26 anscheinend bereits vorher umgekommen waren. Ebenso sind wir überzeugt, daß auch bei der „Thetis" alles nur Menschenmögliche zur Rettung geschehen ist, ; obwohl hierbei nur vier von etwa 90 Besatzungsund Werftangehörigen dem Tode entronnen sind. Bei dem französischen U-Boot muß wegen der großen Wassertiefe mit dem völligen Verlust von Boot und Besatzung gerechnet werden. Wie können solche Unfälle entstehen? teilte den 52 Jahre alten, [eit 1920 in Hamburg. Altona praktizierenden volljüdischen Arzt Dr. Ernst Israel Jacobson wegen vollendeter Rassenschande in fünf Fällen zu der höchsten zulässigen Strafe von 15 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. Mit einer Schamlosigkeit und Hartnäckigkeit ohnegleichen hatte es der Angeklagte in den Jahren 1935 bis 1938 verstanden, deutschblütige Frauen zu verführen, indem /r das Vertrauen, das er als Hausarzt genoß, aufs übelste für seinen hemmungslosen Trieb mißbrauchte. Nachdem er sich als wohwollender Arzt und Helfer aufgespielt hatte, machte er sich seine Opfer gefügig, oder er benutzte ihm als Arzt gemachte vertrauliche Mitteilungen als Druckmittel, um zu fernem Ziel zu gelangen. ren können. Welche Sicherungsmaßnahmen sind vorgesehen? Bei der Konstruktion und Ausrüstung sind uber- -all, wo durch menschliches Versehen oder Materialfehler Versager auftreten könnten, nach Möglichkeit mehrfache Sicherheiten vorgesehen. Bei allen Ein- und Austritten von Luft- und Wasserrohren sind doppelte Verschlüsse vorgesehen, so daß bei Undichtigkeiten oder versehentlichem Ofenlassen des einen Verschlusses immer noch ein zweiter das Eindringen von Wasser beim Tauchen verhindern kann. MehreredruckfesteSchot. t e n bewirken, daß ein etwaiger Wassereinbruch auf Japan kämpft für die Befreiung Ostasiens Scharfe ansibriiische Erklärungen. Die Rettungsmaßnahmen. Ist ein U^Bootsunfall auf Wasser tiefen über 100 Meter erfolgt, so ist natürlich infolge der großen Tiefen eine Rettung der Besatzung nicht möglich. Dies ist z. B. in größeren Tiefen der Nordsee und im Atlantischen Ozean der Fall. In der Deutschen Bucht und in der westlichen Ostsee jedoch, wo die Torpedoschleßubungen unserer U-Boote stattfinden, sind die Wassertiefen derart, daß ein Aussteig 6 n der Besatzungen ohne fremde Hilfe verhaltms- mäßig gefahrlos erfolgen kann. Hierzu sind für jeden Mann Tauch rett er vorgesehen. Es ist dies ein umzuschnallendes Atemgerät, mit dem aus einer Sauerstofflasche über einen Atemsack sauerstoffhaltige Luft geatmet wird; die aus geatmete Kohlensäure wird in einer Kalipatrone gebunden. Der Inhalt der Sauerstofflasche und die Brauchbarkeit der Kalipatrone dieses Drägerschen Tauchretters reichen für etwa eine halbe Stunde aus. Vor dem Oeffnen der Luken wird durch Fluten tm Dootsinnem derselbe Druck wie außen hergestellt. Da ein schnelles Hochschießen aus großer Tiefe wegen des starken Druckabfalls oft für den Körper gefährlich werden kann, wird durch das geöffnete Luk zunächst eine Seine an einer Boje hochgelassen, veröffentlicht. In den Rhein gefallen und ertnmken. Oberhalb der K o b l e nz er Sch i ffb r uck e lag das Motorboot „Johanna , das eineS ch u l k l a s s e von Mainz noch Koblenz gebracht hatte. Als d e Schüler wieder das Boot besteigen wollten stürzte ein 15jähriger Schüler zwischen Boot und L a n d e st e'q in den Rhein, wobei er noch mit dem Kopf auf die Bordkante aufschlug. D^ Junge wurde schnell abgetrieben und verschwand schon nach ! kurzer Zeit, ehe' Hilfe gebracht werden konnte in den Fluten des Rheins. Es handelt sich um Öen 15jährigen Handelsschüler Heinrich Friedrich P o t h aus Roßdorf bei Darmstadt, den einzigen Sohn feiner Eltern. Schwere (Beroitterftürme über England. In zahlreichen Bezirken der britischen Inseln schien, nachdem die Temperatur d°n höchsten Stand seit August vorigen Jahres erreicht hatte, Gewit Tokio, 6. Juli. (Europapreß.) Der ^panische Kriegsrninister, General I t a g a k i, hat gewisse „dritte Mächte" erneut davor gewarnt, weiterhin auf der Seite Tfchiangkaischeks gegen Japan Stellung zu nehmen. Aus Anlaß des zweiten Jahrestages des Kriegsausbruchs im Fernen Osten veröffentlichte er eine Botschaft an das japanische Volk, in der festgestellt wird, daß selbst nach dem Sturz des chinesischen Generalissimus es Notwendig fern werde, die japanfeindliche Politik dritter Mächte unter allen Umständen zu unterbinden, „um China aus seinem halbkolonialen Zustand zu befreien". Japan müsse den Manovern der für Tfchianqkaischek eingestellten Machte einen Riegel vorschieben. Die Nation muffe bereit fein, mit einer möglichen Weltkrise fertig zu werden. Sie müffe ihren Entschluß zum Ausdruck bringen, ein Ostasien für die D ft a ft a t e n zu ^Jn^einem Artikel stellt der frühere Botschafter Baron F u n a g o f ch i fest, daß Japan die Besprechungen mit England im Namen a l l e r orientalischen Völker führen werde die seit 300 Jahren unterdrückt wurden. Die Verhandlungen würden daher eine kostbare Gelegenheit bilden, die gegenwärtig ungünstige Lage der Orientalen unter fremder Herrschaft wieder auf den naturgegebenen Stand zu bringen. Ein einziger Mißgriff Japans würde zur Folge haben, daß Japan das Vertrauen der ostasiatifchen Völker verliere und daß Japan und die anderen asiatischen Länder weiterhin britischen Herrschaftsgelüsten unterworfen feien. Alle Japaner mupten entschlossen gegen England zusam- menstehen, um es auf die Knie zu zwingen. Die Londoner Morgenblätter berichten wieder über eine Derschärfungder ant i - britischen Stimmung im Fernen Osten. Der „Daily Telegraph" spricht in einer Meldung aus Hongkong von einer beunruhigenden Zunahme der antibritischen Propaganda. An verschiedenen Aus aller Wett. Dr. Maybach 60 Jahre alt. Am Donnerstag feierte Dr. Karl Maybach, der Erfinder und Konstrukteur der weltbekannten Maybach^Motore, feinen 60. Geburtstag. Nach Vollendung feines Studiums trat er in Die Daimler- Motoren-Gesellschaft in Cannstatt ein, wo fein Vater als technischer Direktor tätig war. Hier arbeitete er an der grundlegenden Entwicklung des Kraftwagens. Als G r a f Z e p p e l i n 1907 daran ging, eigene Motors für feine Luftschiffe zu bauen, wurde Maybach dazu auserfehen, Luftfchiffmotore zu kon- | ftruieren. So wurde er Mitbegründer der heutigen Maybach-Motorenbau-AG. Als deutscher Auslandsjournalist in Mandschukuo gestorben. In Dai re n, wo er seit vielen Jahren auf nichtigem journalistischen Auslandspoften stand, ist Hans Tröbst einem Herzschlag erleoen Seme mit feinem Humor pointierten und lebendig geschriebenen Auslandsberichte sind in vielen deutschen Zeitungen erschienen. Im Weltkrieg stand Tröbst als Hauptmann an der Front. Am 9. November 1923 nahm er am Freiheitsmarfch zur Feldherrnhalle teil. Dann ging er nach Athen später nach Bukarest als Ausländskorrespondent eines großen Nachrichtendienste^ Dor mehreren Jahren begab er sich nach dem Fernen Osten. Auch der G. A. hat mehrfach Berichte aus ferner Feder terftürme ein, die mehrere Menschenleben forderten. In Staffordshire wurden zwei Radfahrerinnen vom Blitze getroffen. Erne wurde auf ber Stelle getötet, die andere mit Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. In Birmingham stürzte infolge des heftigen Sturmes eine Mauer ein. Fünf Arbeiter wurden unter den Trümmern begraben, zwei von ihnen konnten nur tot geborgen werden. In Perth wurde ein Militärflugzeug vom (Sturm abgetrieben und ist seitdem v er ch ollen. In Sudwales ereignete sich ein kurzer Erdstoß. Möbelstücke wurden umgeworfen und Bilder fielen von den Wänden. Jüdischer Rassenschander zv 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Hamburg, 6. Juli. (DNB.) Die Große Strafkammer 6 des Landgerichtes Hamburg verur- einen oder höchstens zwei Räume beschränkt bleibt. Bei Ausfall der elektrischen Bedienungsanlage für die Tiefenruder können diese sofort auf Handbetrieb umgeschaltet werden. Versagt das elektrische Licht, so kann im gleichen Augenblick eine Notbeleuchtung in Betrieb genommen werden. Außerdem ist jeder Mann mit einer Taschenlampe ausgerüstet. An den Torpedorohren verhindern sinnreiche Verblockungen, daß z.B. der Boden- verschluß am inneren Rohrende geöffnet wird, solange die Mündungsklappe am äußeren Rohrende offenstcht. Der Albert-Kanal. Der Dammbruch des belgischen Albert-Kanals,! der vor. einigen Tagen gemeldet wurde, hat über I Belgien hinaus, besonders in Paris und London, höchst unliebsames Aufsehen gemacht. Und warum das? Der Kanal dient sicherlich auch wirtschaftlichen ] Zwecken, indem er das Industriegebiet von Lüttich mit Der Schelde bei Antwerpen verbindet und den] eigentlichen Flußweg stark abkürzt. Aber ebensosehr] ist dieser Kanal als eine militärische Bar-] r i e r e gedacht, um die französische Maginot-Linie ] nach Norden zu verlängern und einen Angriff auf Belgien über den Limburger Zipfel Hollands zu verhindern. Don dem Kanal ist schon seit Jahrzehnten gesprochen worden. Aber erst 1930 wurde er gebaut. Mit einem Kostenaufwand von 250 Mil-1 lionen Reichsmark. Das war für das kleine Belgien ein recht erheblicher Bettag, und er wurde nur aufgebracht, weil Frankreich immer und immer wieder feine militärischen Sicherheitsforderungen in Brüssel vortrug. Im Vorbeigehen sei bemerkt, daß dort, wo der Kanal aus der Nordrichtung nach Westen! abbiegt und einen Höhenzug durchschneidet, starke Befestigungen errichtet worden sind, Deren] Mittelpunkt Das Fort Eyben-Emael ist. Unterhalb Dieses Forts ist für Den Kanal in Dreißig Meter Brette ein Durchstich Des Höhenzuges erfolgt, Der hundert Meter tief in Den Felsen einschneidet. Diese Zusammenhänge machen Die Aufregung in LonDon unD Paris wegen des Dammbruches bei dem Städtchen Hassest erst verständlich. Der Vertrauensarzt. Das Reichsversicherungsamt hat eine Dienstanweisung für den vertrauensärztlichen Dienst für die Dersicherungsttäger und somit für die gesamte kassenärztliche Tätigkeit verbindlich er-! klärt. Darin wird feftgefteüt, daß der Vertrauensarzt der ärztliche und sozialmedizinische Berater der Krankenkassen ist. Der Zweck des vertrauensärztlichen Dienstes besteht darin, die Interessen des einzelnen Versicherten mit Denen Der Gesamtheit Der Versicherten in Einklang zu bringen. Dabei ist Der Vertrauensarzt den einzelnen hilfsbe- Dürftigen Versicherten ein fürsorgeärztlicher Berater, verhindert aber eine unberechtigte Inanspruchnahme oder Fehlleituna von Kassenmitteln. Durch frühzeitige Erfassung der Volks- Bei Bau des Bootes wird nur bestes M a - t e r i a l verwendet. Ebenso sind die Arbeiter besonders ausgesuchte zuverlässige Männer, die sich Der Verantwortung bewußt sino, Die jeDer einzelne von ihnen trägt. Bei Abgabe eines fertigen Bootes an Die Kriegsmarine wirD unter Beachtung befonDerer Sicherheitsbestimmungen im Werftbafsin auf flachem Wasser bei still liegenDem Boot ein Tauchoersuch vorgenommen. Hierbei roerben alle Tüle, vor allem Die Luken und Durchbrechungen des Druckkörpers, eingehend auf D.ichtigke it untersucht. Die Uebernahme durch die militärische Besatzung er.olgt dann nach einer Ueberwasserprobefahrt, die noch vom Werftpersonal ausaeführt wird und bei der alle Teile auf einwandfreies Arbeiten durchprobt werden. Das erste Tauchmanöver erfolgt erst nach gründlicher Ausbildung jedes einzelnen Soldaten auf feiner Tauchstation unter Kontrolle des U-Boots- erprobungskommandos. Dor jedem gewöhnlichen Tauchen wird, abgesehen von Der Kontrolle aller Einrichtungen, noch eine D i ch t i g k e i t s p ro be vorgenommen. Hierzu wird im Boot ein UnterDrucr hergestellt unD am Barometer abgelesen, ob durch irgendwelche Undichtigkeiten Luft nachsttömt. Die Schnelligkeit der Tauchübungen wird allmählich gesteigert, bis das Boot in der Lage ist, aus voller Marschfahrt über Master in wenigen Sekunden zu verschwinden. Es ist so alles Menschen m o g - l j ch e getan, um Verluste von U-Booten durch Tauchpannen zu vermeiden. Bei Der Ueberwasserfahrt, die mit Dieselmotoren erfolgt, hat dos U-Boot, wie jedes andere Fahrzeug, Auftrieb, da die Tauchzellen mit Luft gefüllt find. Zum Tauchen wird Der Auftrieb beteiligt, indem die Tauchzellen mit W a f f e r „geflutet "werden. Diefelzuluftmast und Auspuff muffen ebenso wie alle Luken und Verschlüsse vorher gut geschlossen sein. Zur Unterwasserfahrt wird auf die elektrischen Maschinen übergegangen, die aus Akkumulatoren gespeist werden, da unter Wasser keine Luftzuführung möglich ist. Die im Boot befindliche Luft reicht für viele Stunden für Die Atmung Der Besatzung aus und Fann bei eintretender Verschlechterung durch Zusatz von Sauerstoff und Reinigung durch Kalipatronen noch längere Zeit hindurch frisch gehalten werden. Das U-Boot kann Tiefen bis zu 100 Meter aushalten. Meist wird jedoch auf Sehrohrtiefe gesteuert, wobei das ausgefahrene Sehrohr noch oben über die Wasseroberfläche hinausragt. Die Diefensteue- rung geschieht mit Hilfe von Tiefenrudern, nachdem das Boot zunächst für die Normaltiefe gut ausgewogen worden ist. Dies an sich einfachen Vorgänge erfordern einen erheblichen Aufwand an komplizierten Geräten. Auf sehr engem Raum sind eine große Zahl von Handrädern, Hebeln und An- | zeigevorrichtungen, Rohr- und Kabelleitungen zu- | jammengebrängt. Es ist daher nicht ausgeschlossen, daß durch falsche Bedienung oder Fehler im Material Versager eintreten, Die infolge Der Unterwasserfahrt Des U-Bootes für Boot unD Leben der Besatzung Dann leicht zu schweren Folgen fuh- an Der man sich langsam Hochangeln kann. Ist trotzdem Der eine oDer anDere zu schnell an Die Oberfläche gekommen, so mirD er, falls ein U-Boot- Begleitfchiff zur Stelle ist, in eine Druckkammer auf Dem Begleitschiff gelegt unD roieber unter Druck gesetzt. Durch langsames Ablassen Des Druckes werden gesundheitliche Schädigungen vermieden. Auf den mittleren und großen U-Booten befinDen sich an Oberdeck in druckfeften Behältern zusammen- gefaltete Marcks-Rettungsflöße, Die vom Bootsinnern ausgelöst merDen können. Sie bestehen aus großen, mit einem bestimmten Salz gefüllten Seidenbeuteln, Die bei Der Berührung mit dem Wasser sich selbsttätig prall aufblasen. Auf und an diesen kann die Besatzung sich so lange halten, bis andere Fahrzeuge herangekommen sind. Ferner sind auf allen Booten Notsianalbojen, die ebenfalls von innen zum Aufsteigen gebracht werden können. Sie haben Den Zweck, die Sage Des Bootes anzuzeigen unD eine telephonische Verbindung nach oben herzustellen. Der Grundsatz, daß Die Besatzung Das U-Boot verläßt, sobald es sich als sicher erwiesen hat, daß das U-Boot mit eigenen Mitteln nicht mehr zu heben ist, hat sich als richtig erwiesen. Es besteht immer Die Gefahr, daß die Besatzung vor Eintreffen des Bergungsfahrzeuges durch Einatmen von Stickstoff oder Chlorgas bereits zu entkräftet ist, um sich Dann noch aus Dem Boot herauszuarbeiten. Der „Thetis"-Fall hat dies wieder deutlich gezeigt. Schleusen und Taucherglocken. Zum" Schluß seien noch zwei Einrichtungen er- wähnt, die bei einigen anderen Marinen eingeführt sind: die Schleuse und die Taucherglocke. Die Schleuse ist im Boot eingebaut; die Besatzung steigt aus ihr mit umgelegten Tauchrettern aus. Da jeweils nur zwei Mann ausgeschleust werden können, besteht die Gefahr, daß bei einer mindestens 40—50föpfigen Besatzung unter Umständen zuviel Zeit vergeht, bis der letzte Mann ausgestiegen ist. Die Taucherglocke muß mit einem Bergungsfahrzeug zunächst e rft an d ie Unfall ft eile herangebracht werden. Ihr Vorteil ist, daß die Besatzung auch aus größe- ren Tiefen, als die mit Tauchrettern noch möglich wäre, aussteigen kann, und zwar ohne dem Wasserdruck ausgesetzt zu sein. Ihre Verwendung findet jedoch ebenfalls eine Grenze in Der Tiefe, in Der noch Taucher arbeiten können, um die Taucherglocke an das gesunkene U-Boot heranzubringen. Starker Seegang und Strom werden auch dies unmöglich machen. Die Einführung von Taucherglocken erfolgt trotzdem auch bei uns, da kein Mittel zur Rettung gesunkener U-Bootsbefatzun- gen unversucht bleiben soll. Die vorstehenden Ausführungen sollen zeigen, daß der Dienst auf U-Booten zwar gefahrvoll ist, daß aber auch alles geschieht, um unnötige Verluste zu vermeiden. Es gilt auch hier, wie bei jeder Waffe, den Soldaten zu höchster Einsatzbereitschaft zu er- ziehen. Daß dabei von den U-Vootfahrern, ähnlich wie von den Fliegern, der persönliche Einsatz bereits im Frieden in besonders hohem Maße gefordert werden muh, beruht auf der Eigenart dieser beiden Waffen, deren Besatzungen auch mit Recht stolz darauf sind. kraukheiten sollen diese einer zweckmäßigen unD umfassenden Behandlung zugeführt werden, um zu verhindern, Daß ideelle unD materielle Werte Dem Dolksganzen verloren gehen. Dies soll auch erreicht werden durch Maßnahmen aesundheitsfür- sorgerischer Art, auch bei Der Erbgefundheits- und Rassenpflege und Förderung der Sozialhygiene. Im einzelnen ist der Vertrauensarzt u. a. zuständig für Die Nachuntersuchung der Arbeitsun - fähigen, die Begutachtung von Anträgen auf Krankenhauseinweisung, Heilstät- I tenbHandlung usw. Bei Der Nachuntersuchung Der Arbettsunfähigen wird die Pflicht Des Vertrauensarztes betont, Dem Versicherten gegenüber feinen Einfluß auf Hebung des Arbeitswillens geltend zu machen. Dabei soll er reaelmaßig Dem Versicherten von einem auf Arbeitsfähigkeit lautenden Gutachten sofort Mitteilung machen. In letzter Zeit haben verschiedene schwere Unfälle an Eisenbahnübergängen besondere Aufmerksamkeit in Der Öffentlichkeit gefunden. In Der Zeitschrift „Die Deutsche Polizei", erklärt Der Major Der Schutzpolizei, Brösicke, vom Hauptamt Ord- nungspolizei, die Aufstellung von Baken habe zweifellos erheblich zur Sicherung Der Eisenbahnübergänge beigetragen. Man fei bestrebt, auch beschrankte llebergänge deutlich er sichtbar zu machen, indem besondere Scheinwerfer Die Schranken an strahlen oder aber neuartige Schranken mit besonders breiten Querbalken verwendet werden. Zur Zeit seien allein 7000 unbeschranke Ueb ergänze vorhanden. Es werde also eines großen Aufwandes an Mitteln unD Zeit bedürfen, um hier eine wirkliche Besse- runa herbeizuführen. Daß eine Sicheruna durchführbar sei, Dafür seien Das beste Beispiel Die Reichsautobahnen, bei Denen durch Die kreuzungsfreie Führung Der Straßen Die geforderte Sicherung lOOprozentig erfüllt werde. Es fei beabsichtigt, bis 1940 sämtliche Kreuzungen zwischen Reichsbahnstrecken und Reichsstraßen mit Warn-! li djut an la gen zu sichern. Bis jetzt seien schon 400 Wegübergänge durch Bau von lieber- oder Unterführungen u. Dgl. beseitigt worden. An 1101 Kreuzungen mit Reichsstraßen sei die Aufstellung^ von Warnlichtern durchgeführt worden. Bedeutungsvoll fei weiterhin, daß ein Gesetz in Vorbereitung sei, das neue rechtliche Möglichkeiten schaffen solle, um Die U m g e ft a 11 u n g bestehender Anlagen zu verlangen, wenn sie Den Anforderungen an Die Sicherheit Des Verkehrs an Kreuzungen nicht mehr genügten. Alle technischen unD gesetzlichen Sicherungen aber seien vergebens, wenn sie nicht Die Ergänzung Durch Die Ausmerksa m- teit Des Menschen am Steuer fänden. Hier bedürfe es noch einer weit größeren Selbstdisziplin als bisher. Stellen forderten Die chinesischen Behörden zu offizieller Gewaltanwendung auf, um die „ br111 - chen Imperial i ft en" aus China zu aqen. „Daily Expreß" berichtet aus Hongkong, daß bei den Massendemonstrationen nicht mehr Dschiangkaischek, sondern John Bull als der Erbfeind Japans hingestellt wurde. Tschiangkaischek will den Widerstand fortsehen. London, 7. Juli. (Europapreß.) Am zweiten Jahrestag der bewaffneten Auseinandersetzung mit Japan hat Marschall Tschi a n g k a i s ch e k eine Botschaft an das chinesische Volk gerichtet Der Marschall kündigt eine Fortsetzung des Widerstandes gegen Japan an. Gleichzeitig lehnt Tschiangkaischek eine Vermittlung in dem Konflikt ab. DieKämpfe in der AeußerenMongolei Tokio, 7. Juli. (Europapreß.) Aus der Aeuße- ren Mongolei melden Die Japaner weite re Er. folge über die sowjetmongolischen und sowietrusti- , schen Streitkräfte. An einer großen Luftschlacht seien 110 sowjetrussische Flugzeuge beteiligt gewesen, von denen zwölf a b g e s ch o s e n worden feien. Seit dem 20. Mai sind nach Angaben des japanischen Kriegsministeriums insgesamt 193 sowjetmongolische Maschinen zerstört worden gegenüber einem japanischen Verlust von nur 16 Maschinen. Auch Moskauer Blätter bringen Nachrichten über Zusammenstöße an Der wongolisch-man- Dschurischen Grenze. Nach Angaben Der TA««, soll sich am Flusse Chalkin Gol eine förmliche Schlacht abgespielt haben, wobei nicht, wie bisher, nur Die Luftwaffe, sonDern auch Infanterie, Kavallerie, Tanks zum Einsatz gekommen sind. Das Moskauer Kommunique muß eingeftehen, Da^Die sowjetich - mongolischen Truppen von Dem tflufe Chalkin Gol, Der japanischerseits als Grenze angesehen wirD, zurückgeworfen worDen feien. Eingliederung fällt das Vermögen der betroffenen ff jüDischen Einrichtungen an Die Reichsoereinigung. W Die Verbindlichkeiten Der eingeglieDerten Einrichtungen haftet Die Reichsvereinigung mit ihrem gesamten Vermögen. Juden, die auf Grund Der nachträglich aufgehobenen Satzungsbeftimmungen oder Beschlüsse etwas erlangt haben, sind der Reichs- Vereinigung zur Herausgabe nach Den Grundsätzen | Der ungerechtfertigten Bereicherung verpflichtet. Die Reichsvereinigung Der JuDen ist verpflichtet, für Die Beschulung Der JuDen zu sorgen. Zu Diesem Zweck hat die Reichsvereinigung Die not- menDige Zahl von Volksschulen zu errichten und zu unterhalten. Sie kann außerdem Mittel- und höhere Schulen, sowie Berufs- und Fachschulen und sonstige Schulen oDer Unter- richtskurse unterhalten, Die Der Ausw a nde- rung Der JuDen förDerlid) sind. Die Reichsoereinigung hat für die Ausbildung und Fortbildung Der Lehrer Der von ihr unterhaltenen Schulen zu sorgen. Die von Der Reichsvereim- qung unterhaltenen Schulen sind Privat schulen. Juden Dürfen nur Schulen besuchen, die von der R-eichsvereinigung unterhalten werden. Sie sind nach Maßgabe Der allgemeinen Schulpflicht z um Besuch Dieser Schulen verpflich t et. bestehenden öffentlichen unD privaten luDifajen Schulen, Einrichtungen Der jüDischen Lehrerbildung und sonstigen jüDischen , Erziehungseinrichtungen werden a u f g e 1 ö ft, wenn die Reichsvereinigung sie nicht übernimmt. Vermögen von Juden, das für den Betrieb der jüdischen Schuleinrichtungen benutzt worden ist, ist der Reichsvereinigung gegen angemessene Entschädigung zu überlassen. Die im Be-! amtenverhältnis stehenden Lehrkräfte der iudi- schen Schulen treten in den Ruhestand. Sie sind verpflichtet, eine von Der Reichsvereinigung der Juden anqebotene Beschäftigung an einer indischen Schule anzunehmen. Andernsfalls verlieren sie Den Anspruch auf Ruhegehalt. Die Reichsoereimgung hat als Trager der jüdischen freien Wohlfahrtspflege natft Maßgabe ihrer Mittel hilfsbedürfttge Juden so ausreichend zu unterstützen, daß Die öffentliche Fürsorge nicht einzutreten braucht. Sie hat Vorsorge zu treffen, daß für anftaltspflegebeDürftige Juden ausschließlich für sie bestimmte 21 n ft alten zur Verfügung stehen. — Eine Entschädigung für Nachteile, die durch die Durchführung dieser Verordnung entstehen, wird nicht gewährt. Sicherung der Cifenbahnkreuzungen. Oer Mensch schafft neue Pflanzen. Aus der Arbeit des Kaiser-Wilhelm-Znstituts für Züchtungsforschung in Müncheberg. Die Frage nach der Entstehung des organischen Lebens hat die Menschen schon in grauer Vorzeit interessiert, und sie haben versucht, sie auf verschiedene Weise zu beantworten. Mögen diese Erklärungen teilweise auch noch so kühn sein und von noch so genialer Vorstellungskraft der alten Kulturnationen zeugen: Licht hat erst die moderne Naturwissenschaft in das Dunkel der Entstehung des organischen Lebens, der Arten und Rassen von Pflanze, Tier und Mensch gebracht. Insbesondere die Vererbungsforschung lehrte, wie immer neue Arten und Rassen durch die Fähigkeit der Erbmasse, sich den Lebensbedingungen der Umwelt anzupassen, entstanden und noch immer entstehen. Hervorragende Beispiele dafür bieten gerade das Pflanzenreich, dessen Studium immer neue und interessantere Einblicke in bisher unbekannte Lebensvorgänge in der Natur gewährt. Wie erklärt die moderne Naturwissenschaft heute die Frage nach der Entstehung der Arten und Rassen im Pflanzenreich und welche praktischen Folgerunden zieht sie daraus* Was find Kernschleifen? Man weiß, daß die Erbanlagen jedes Lebewesens auf bestimmten Anlageträgern gelagert sind, die ein wesentlicher Bestandteil jeder tierischen und pflanzlichen Zelle sind. Diese Anlagenträger, die in Zahl und Form für jede Art verschieben sind, werden nach der Form, die sie häufig annehmen, als Kernschleifen bezeichnet. Verdoppelt sich durch irgendwelche Einwirkung die Zahl dieser Kernschleifen, so wird damit auch die gesamte Erbmasse des betreffenden Lebewesens verdoppelt. Solche Verdoppelungen oder sogar Vervielfachungen des Kernschleifensatzes scheinen in der Natur vor allem bei Pflanzen nicht selten vorzukommen. Bei einer ganzen Reihe von Gattungen kennen wir eine Art oder eine Reihe von Artek!, die eine für die betreffende Gattung eigentümliche Grundzahl von Kernschleifen besitzen, während die übrigen Arten die doppelte, dreifache, vierfache oder noch stärker vermehrte Kernschleifenzahl besitzen. So ist bei den Chrysanthemen die Grundzahl 9, man findet aber auch Arten mit 18, 27, 36 und 48 Kernschleifen. Bei Rosen, bei denen die Grundzahl 7 ist, kennen wir Arten mit 14, 21, 28, 35, 42 und 56 Kernschleifen. Bei den Erdbeeren gibt es Arten mit 7, 14, 21 und 28 Kernschleifen. Bei Weizen besitzt die Einkornreihe 7, die Arten der Emmerreihe 14 und die der Dinkelreihe, zu der" auch unser in Mitteleuropa angebaute Kulturweizen gehört, 21 Kernschleifen. In gleicher Weise, wie es innerhalb der einzelnen Gattung Arten mit verschiedenen Kern- schleisenzahlen gibt, kennen wir auch innerhalb der gleichen Art Rassen, die sich gleichfalls in der Kernschleifenzahl unterscheiden. Solche Kernschleifenrassen sind uns von verschiedenen Labkrautarten, von Veilchen-, Iris- und Hahnenfußarten, vom Schnittlauch, von der Brunnenkresse und vielen anderen Arten bekannt geworden. Man nimmt heute an, daß die Rassen mit vermehrter Kernschleifenzahl der Verdoppelung des Kernschleifensatzes einer reinen Art ihr Dasein verdanken, während die Arten mit erhöhter Kernschleifenzahl auf die Vermehrung des Kernschleifensatzes bei einem B a st a r d zwischen verschiedenen Arten zurückgehen. Die Vermehrung der Erbmasse besonders bei Artbastarden wäre demnach also ein wichtiger Weg für die Entstehung neuer Arten in der Natur. Die Ahnen unserer Hauspflaume. Daß dies-tatsächlich der Fall ist, konnte in letzter Zeit wiederholt im Dererbungsversuch nachgewiesen werden. So waren zwei Lippenblütlerarten, der weiße Hohlzahn und der bunte Hohlzahn, miteinander gekreuzt worden. Durch Verdoppelung der Kernschleisenzahl dieses zunächst stark unfruchtbaren Mischlings entstand eine neue fruchtbare Pflanze, von der sich bei genauerer Untersuchung herausstellte, daß sie nichts anderes war als eine bereits bekannte, in der Natur weit verbreitete Art, der gemeine Hohlzahn. Aehn- lich gelang es, bei Rüben aus der Kreuzung zweier Arten, der eine Verdoppelung des Kernschleifensatzes bei dem Mischling folgte, eine dritte, in der Natur weit verbreitete Art zu erhalten. Es ist dem experi- mentierenden Forscher in diesen Fällen also gelungen, den Vorgang der Artbildung sozusagen im Laboratorium zu wiederholen. Ein weiterer schöner experimenteller Beweis dafür, daß viele natürliche Arten durch Kreuzung zweier Arten und nachfolgende Verdoppelung des Kernfchleifensatzes entstanden sind, konnte bei einer Laubmoosart erbracht werden. Hier gelang es nämlich, aus einer Aufspaltung zwei voneinander und von der Ausgangsform verschiedene Pflänzchen zu erhalten, die jeweils nur den halben Kernschleifensatz dieser Art besaßen. Durch Kreuzung dieser Pflänzchen miteinander und durch nachfolgende künstlich herbeigeführte Verdoppelung der Kernschleifenzahl konnte wieder die normale Aus- gangspflanze erhalten werden. Auch unsere H auspflaume ist aus der Kreuzung zweier Arten entstanden, der eine Verdoppelung des Kernschleifensatzes gefolgt ist. Die Eltern sind die in Anatolien heimische Kirschpflaume und die Schlehe. Die gleiche Entstehungsart haben der gewöhnliche Tatort tirtb zahlreiche andere Pflanzen. Erbmasse und Lebenskraft. Die Rassen und Arten mit vermehrter Kernschlei- fenzahl verdienen die größte Beachtung dadurch, daß bei ihnen durch die Vermehrung der Erbmasse sehr wesentliche Veränderungen der Lebenskraft und der Anpaffungsfähig- feit hervorgerufen werden. Im allgemeinen find die Raffen und Arten mit erhöhter Kernschleifenzahl wesentlich lebenstüchtiger und anpassungsfähiger als die Arten und Rässen mit der Grundzahl von Kernschleifen. Dies äußert sich bei den erwähnten Kulturpflanzen, dem Weizen, der Pflaume und dem Tabak darin, daß diese Formen ertragreicher und hochwertiger sind als ihre Ausgangsarten. Die erhöhte Lebenskraft der Pflanzen mit vermehrter Erbmasse äußert sich vor allem aber auch darin, daß sie in der Regel an extreme Außenbedingungen sehr gut angepaßt sind, daß sie aus Orten fortzukommen vermögen, an denen die Formen mit einfacher Kern- schleifenzahl sich nicht mehr halten können. Ein klassisches Beispiel hierfür geben drei verschiedene Arten der Gräsergattung Eragrostis, die in der Nähe von Timbuctu (Westafrika) auf ganz verschiedenen Standorten gefunden würben. Eine Art, die 10 Kernschleifen besitzt, kommt im feuchten Schlamm der Seeufer vor, eine andere Art mit 20 Kernschleifen gedeiht am Fuße der Dünen, und eine weitere Art, die 40 Kernschleifen hat, vermag der extremen Trockenheit und der starken Erhitzung des Bodens auf der Düne selbst zu trotzen. In gleicher Weise scheinen die Pslanzen mit vermehrter Erbmasse besonders geeignet zu sein, hohen Kältegraden und hohem Kalkgehalt des Bodens zu trotzen. Sie haben ferner häufig eine sehr starke Verbreitung, was gleichfalls auf Erhöhung der Lebenskraft und der Anpassungsfähigkeit hindeutet. Möglichkeiten für die Praxis des Landbaues. Es ist verständlich, daß unter diesen Umständen die Möglichkeit der Vermehrung der Erbmasse auch für den Züchter von Bedeutung sein muß. Die Entstehung von Weizen, Pflaume und Tabak durch Artkreuzung und Vermehrung der Erbmasse wurde bereits erwähnt. Es steht durchaus im Bereiche der Möglichkeit, auf die gleiche Art heute völlig neue Arten von Kulturpflanzen zu schaffen, da uns heute bereits eine Reihe von Mitteln zur Verfügung steht, die es erlauben, bei reinen Arten oder Artbastarden die Erbmasse beliebig zu verdoppeln. Dieses Verfahren kann aber auch bei reinen Arten von Bedeutung fein, denn man hat bei verschiedenen Bäumen Rassen mit vermehrter Erbmasse gefunden, die im Holzertrag die normalen Pflanzen der betreffenden Art weit überragen. Auch bei Aepfeln hat es sich gezeigt, daß die Sorten, bei denen die Erbmasse vermehrt ist, hochwertiger sind und eine wesentlich längere Haltbarkeit besitzen als die Sorten mit dem Grundkernschleifensatz. Alle diese Beobachtungen und Feststellungen lassen deutlich erkennen, daß wir in der Vermehrung der Erbmasse wahrscheinlich ein Mittel besitzen, mit dessen Hilfe wir den Wert unserer Kulturpflanzen wesentlich steigern können. Dr. Schwanitz. Vüchertisch. — Dr. Johanna Haarer: Unsere kleinen Kinder. Neue, vierte, mit 50 Bildern versehene Auflage. 1939. Geh. 3,50 RM., Lwd. 4,50 RM. I. F. Lehmanns Verlag, München. — (38) — Die frühe Kindheit zwischen dem zweiten und sechsten Lebensjahr stellt an,bie Mutter besonders hohe Anforderungen in der Pflege und Erziehung des Kleinkindes. Eine verläßliche und getreue Hilfe gibt Dr. Johanna Haarers neues Buch in allen hier auftauchenden Fragen, / Wetterbericht Die lebhafte, vom Ostatlantik ausgehende Wirbeltätigkeit setzt sich fort, hat aber bisher außer merklicher Abkühlung bei uns feine nachhaltige Aende- rung mit sich gebracht. Mit der Verstärkung der Wirbeltätigkeit wird die Unbeständigkeit auch für unser Gebiet noch zunehmen, die sich auf einige Niederschläge, auch vereinzelt teilweise gewittrige Schauer, beschränken wird. Vorhersage für Samstag: Veränderlich mit Aufheiterung, doch auch Neigung zu einzelnen, teilweise gewittrigen Schauern; bei lebhaften Win- den um West nur mäßig warm. Vorhersage für Sonntag: Bei Zufuhr aus West häufig aufgeheitertes, aber kein niederschlagsfreies Wetter. Lufttemperaturen am 6. Juli: mittags 21,7 Grad Celsius, abends 17,6 Grad; am 7. Juli: morgens 12,8 Grad. Maximum 22,5 Grad, Minimum heute nacht 8,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. Juli: abends 24 Grad; am 7. Juli: morgens 17,7 Grad. — Sonnenscheindauer 13,2 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot (beurlaubt), i. D.: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. VI. 1939: über 9000. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Emzeloerkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Gießen (Am Riegelpfad 6), den 7. Juli 1939. Die Beerdigung fand in aller Stille statt. 03354 4756V Am Montag, dem 3. Juli, verschied meine liebe Frau Luise Mehl im Alter von 73 Jahren. In tiefer Trauer: Ludwig Mehl. Für die herzlichen Beweise liebevoller Anteilnahme, die tröstenden Worte des Herrn Pfarrers Heil und all die letzten Blumengrüße anläßlich des Ablebens meiner lieben, herzensguten Frau, Schwägerin, Schwester und Tante herzlichen Dank. In treuem Gedenken: Daniel Kusch Luise Schlaudraff, geb. Caspari und Angehörige. Gießen, den 7. Juli 1939. 4768 A Ü/HA cd-tA, CLAtxJL- Ja HZOZM, BadeaussiaÜun^ / Damen-Badeanzüöe einfarbig oder modern gemustert, Heilig oder 2teilig, in jeder Preislage Kinder-Badeanziide besonders preiswert Badehosen viele Arten, auch mit Reiß- verschlu ßtasche Badehauben-Badehelme Badeschuhe 5-Zimmer- Wohnung in Stadtmitte z. 1. August 1939 zu vermieten. Schrift!. Angeb. unter 4765D an d. Gießener An- zeiger erbeten. Hiner geeignet f. Büro zu vermiet. 03333 MWrnms. »1.3*1 mit Verpflegung zu vermiet. 03349 (Stadtmitte.) Zu erfragen in d. Geschäftsstelle des Gieß.Anzeig. | Mietgesuche | Junger Arzt (2 Person.) sucht 3-4-3immer- Wobnung Schr.Angeb.unt. 03350 and.G.A. (Stellenangebote] Zuverlässige Bille Frau 0. Mädchen w. in ruh. Haushalt! 2 Personen) für 2-3 Stunden vormittags ges. Alicenstr. 38 ht Adreßbuch (Stadtkreis und Landkreis Gießen 1939 Rur noch am Freitag und Samstag liegen zu jedermanns Einsichtnahme offen: Abschnitt I: NSDAP., Sehörben, Schulen, Kliniken, Verbände, Vereine usw. Abschnitt II: Alphabetisches Einwohner- und Firmenverzeichnis des Stadtkreises Gießen Abschnitt 111: Sttaßen und Häuser von Gießen Oie zuständige Einwohnerschaft und die beteiligten Behörden und öffentlichen Körperschaften usw. werden um Prüfung der Einttäge auf Richtigkeit und Vollständigkeit hiermit gebeten. Für Fehler und Unrichtigkeiten kann keine Haftung übernommen werden Oberhessischer Adreßbuchverlag Brühlsche Llniversitätsdmckerei 3t Lange Gießen, Schulstraße 7 » Eingang von der Kaplaneigaffe aus 4730V Haut-Oele Haut-Cremes Bade-Taschen Reise-Utensilien Parlümerie Ricliard Kocli Seltersweg 63, Fernruf 4026 4770V Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzelle veröffentlicht 1 Schreiner und 2 Arbeiter gebucht 4763Ü j. VelWser. MlekWM Marburger Straße 24. Für Obst- und Gemüsegeschäft tüchtige, mngere Verkäuferin sowie Hausbursche d. radfahr. kann, g. gut. Lohn ges. Schr.Angeb.unt. 03339 and.G.A. 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In der Folgezeit hatte der NSD.-Studentenbund noch schwere Proben zü überstehen. An Versuchen, die richtige und zweckmäßige Form und Organisation des Stu- dententums zu finden, fehlte es auch nicht. Namen und Begriffe wie SA.-Hochschulamt, Wohnkameradschaften usw. sind noch in unser aller Erinnerung. Diese Unternehmungen waren vielleicht für damalige.Zeit berechtigt, sie aber find heute überflüssig geworden, nachdem wir wieder eine allgemeine Wehrpflicht haben. Unter dem jetzigen Neichsstudentenführer Dr. Scheel wurde dann der einzig richtige Weg eingeschlagen und die Kameradschaften, die Erziehungsund Lebensgemeinschaften des Studentums, ins Leben gerufen. In Gießen bestehen mit dem heutigen Tag acht solcher Gemeinschaften, die in früheren Korporationshäusern prachtvolle Heime gefunden haben, die allerdings in den kommenden Semestern eine neue Ausgestaltung, wie sie der Zeit entspricht, erfahren müssen. Hinter jeder Kameradschaft steht eine ebenso starke Altherrenschaft, die nur das eine Ziel kennt, dem Führer ein zuverlässiges Akademikertum zu schaffen. Damit ist das ganze Gießener Akademikertum in der großen Gemeinschaft, dem NS.-Altherren» bund, aufgcgangen. Dies hier heute verkünden zu. können, erfüllt mich mit starker Genugtuung und Befriedigung. Rückschau zu halten auf das bisher Geleistete und Gewesene, sich über die Erfolge zu freuen und sich an ihnen zu stärken, die Kräfte zu sammeln und zu aktivieren in unserem Ringen um eine politisch- nationalistische Hochschule, in der die studcntischo Jungmannschaft mitverantwortlich verankert ist, ist. Sinn und Zweck der örtlichen Studententage. Ungeheure Aufgaben für die Zukunft harren noch ihrer Lösung. Wir haben als Studenten, als Akademiker den geistigen Reichtum unseres Volkes zu wahren, zu mehren und wciterzugeben. Dieser geistige Reichtum muß mit dem Geist neuen nationalen und sozialistischen Menschentums durchsetzt werden, um ihm dadurch zu einer ganz neuen und fruchtbaren Lebendigkeit zu führen. Das Errungene, den Bestand der Wissenschaft streng zu hüten und es mit dem Geist der nationalsozialistischen Berufsauffassung völlig zu durchtränken, an dieser Doppelausgabe zu arbci- . ten ist Pflicht von Dozenten und Studenten. Nur in der Gemeinschaft kann sie gelöst werden. Und wir Studenten fühlen in uns die Kraft und die Stärke, unser Teil zur Lösung beitragen zu können. Wir fordern, alles hier noch Hemmende und Trennende beiseite zu schieben, alles Faule und Morsche abzulegen, um nicht dadurch an Stoßkraft zu verlieren. sität schwenkte die Spitze, bestehend aus dem Stu- dentcnführer Frank und dem Hochschulringführer Professor Dr. R i e h m , der Fahne, den ^Kranz- trägcrn und einem Spalier fackeltragender Studenten, zum Haupteingang des Gebäudes ein, während der Marschblock mit den lodernden Fackeln Front nach dem Gebäude zu nahm. Unter den Klängen des vom Musikzug der SA.-Standarte 116 gespielten Liedes vom guten Kameraden begaben sich Studentenführer Frank und Hochschulringführer Professor Dr. R i c h m , gefolgt von der Fahne und den Trägern der Kränze, durch ein Fackclspalicr von Studenten in die Vorhalle der 2lula zum Ehrenmal. Hier wurden sie von Se. Magnifizenz dem Rektor der Universität Professor Dr. Seifer und dem Prorektor Professor Dr. Dietz erwartet. Einige Minuten des feierlichen Gedenkens und die Niederlegung der Kränze galten nun den gefallenen Kameraden,' während von draußen die feierliche Musik erklang. Faüelmarsch durch die Stadt. Nach der feierlichen Totenehrung wurde vom Universitätsgebäude aus, nunmehr mit flotter Marschmusik und in den Musikpausen mit dem Gesang frischer Kampflieder, der Fackelmarsch fortgesetzt. Der Marsch ging durch die Ludwigstraße über Ludwigsplatz, Moltkestraße, Hitlerwall, Landgrafenstraße, Landgraf - Philipp - Platz, Brandplatz, Sonnenstraße, Kreuzplatz, Seltersweg, Horst-Wessel- Wall, Bahnhofstraße, Neustadt zum Oswaldsgarten. Hier folgte beim Scheine des Feuers der zusammengeworfenen Fackeln Nachdem der heutige Freitag als „Tag Sportes" den sportlichen Wettkämpfen auf Universitätssportplatz gewidmet ist, wird der morgige Samstag als „Tag der Wissen- s ch a f t" begangen. Sein Höhepunkt ist die Ha u p t- kundgebung in der Aula um 10 Uhr.. Bei dieser Feier wird nach dem Einbringen der Fahnen und einem gemeinsamen Liedgesang der Studentenführer Frank die Festoersammlung begrüßen. Nach einem Musikstück folgt als Hauptpunkt händig. In der Zwischenzeit waren die Vorbereitungen für die leichtathletischen Vorkämpfe auf dem Universitäts-Sportplatz beendet, so daß zunächst mit den Sau (Übungen begonnen werden konnte. Austragung kamen zunächst 100-, 200-Meter- die Staffel-Läufe. Heute nachmittag werden In eindrucksvoller Weise wurde am gestrigen Donnerstagabend der Gießener Studententag 1939 eröffnet. Mittelpunkt des ersten Hauptteiles der Feier war das Universitätsgebäude, während der zweite Hauptteil der Feier sich auf Oswaldsgarten abwickelte. Vor der Universität und während des Fackelmarsches durch die Straßen zum Oswaldsgarten sowie auf diesem Platze selbst hatten sich viele Volksgenossen eingefunden, die dadurch ihre Verbundenheit mit unseren Studenten und unserer Universität bekundeten. Feierliche Totenehrung. Unter Dorantritt des SA.-Musikzuges der Standarte 116 marschierten die Studenten - Kameradschaften im Fackel marsch um 21.30 Uhr vom Studentenhaus herab durch die Ludwigstraße. zur Universität. In Erinnerung an die für Deutschlands Freiheit und Größe auf den Schlachtfeldern des Weltkrieges und im Freiheitskampf der Bewegung gestorbenen Kameraden vollzog sich der Fackelmarsch vom Studentenhaus zur Universität unter völligem Schweigen, auch die Musik blieb stumm, um die Gedanken der Marschteilnehmer ganz auf die Erinnerung an die Gefallenen hinzulenken. 23or dem Haupteingang des fahnengeschmückten Universit.its- gebäudes loderten aus den Feuerbecken auf zwei schwarzen Pylonen große Flammen empor. In der Vorhalle der Aula vor der Ehrentafel mit den Namen der Gefallenen war reicher BUkmenschmuck, von Blattpflanzen flankiert, angebracht. Nach Ankunft des Marschblocks vor der Univer- Jn diesem Sinne eröffne ich den Gießener Stu- bentehtag 1939. Möge er Wegbereiter sein. Vor uns schwebt das hohe Ziel: Die deutsche Hochschule mit ihren Einrichtungen zu einem starken Ast am Baum des nationalsozialistischen Staates zu machen. Der Führer wartet darauf, und wir werden ihn nicht enttäuschen. Ihm, dem unsere ganze Liebe gehört, gilt nun unser Gruß. Adolf Hitler, Sieg-Heil! Freudig stimmte die Menge in den »Gruß an den Führer ein. Mit dem gemeinsamen Gesang der Nationallieder fand die Feier ihren Abschluß. Der „Tag des Sportes" der Studenten. Nach der Eröffnung des Gießener Studententages durch Studentenführer Frank wurde der „Tag des Sportes" mit einem Kleinkaliberwettbewerb eingeleitet. Bei dem vor einiger Zeit durchgeführten Mannschafts-Sechskampf der Kameradschaften waren die Kameradschaften „Schuster" und „Ulrich von Hutten" punktgleich geblieben. Der Stichkampf fand nun auf den Schießständen am „Schützenhaus" statt. Die Bedingungen waren fünf Schuß liegend frci= Entscheidungen fallen. „Tag der Wiffenfchasi." Die Studenten-Kameradschaften und die ansehnliche Menschenmenge standen in weitem Viereck vor dem Rednerstand.' Vertreter der Partei und ihrer Gliederungen, der Rektor und der Prorektor, der Wehrmacht und der Behörden sowie zahlreiche Alte Herren usw. wohnten der Feier bei. Sludentensührer Frank erinnerte zu Beginn seiner Ansprache daran, daß der Studententag 1939 als Geleitwort folgenden Ausspruch des Stellvertreters des Führers hat: „Nicht der Titel, nicht der Rang, sichern euch auf die Dauer Autorität, sondern eure Haltung und die Frucht eures Wirkens" Damit habe die Partei klipp und klar dem Studententum das Aufgabengebiet umrissen, an dem es zu arbeiten habe. Gin .national sozialistischer Student bzw. ein nationalsozialistischer Akademiker sei nur der, der diese beiden Forderungen in sich vereinige. Verantwortlich hierfür seien der NSDStB. und die Universität. Hieraus ergebe sich zwangsläufig die Verankerung des NSDStB. im Leben der Universität, der eine kämpferisch-politische Aufgabe von der NSDAP, und ihrem Führer erhalten habe. Treibender Faktor der Studentenschaft sei der Geist der nationalsozialistischen Bewegung, der immer wieder ansporne und ewig jung halte. .Der Studentenführer gab bann in großen Zügen einen Rückblick auf die Entwicklung des nationalsozialistischen Studentenbundes während der Kampfzeit in Gießen, wobei er mit pietätvollen Worten des verstorbenen Förderers und von Anfang an opferfreudigen Betreuers Prof. Kuhn gedachte^ ferner auch daran erinnerte, daß schon bei den Asta- Wahlen im Jahre 1930 sich mehr als ein Drittel der Gießener Studenten zum Nationalsozialismus bekannte und unter dem immer mehr wachsenden Gießener Gtudenieniag 1939. Feierliche Eröffnung. - Heute „Tag des Sportes". - Morgen „Tag der Wissenschasi" Aus der Stadt Gießen. „Aus der Wolke ohne Wahl. . " In Mittel- und Süddeutschland ist der Juli der gewitterreichste Monat des Jahres. Nicht aber an der Nordsee, wo vielmehr die meisten Gewitter im August und September bis in den Herbst hinein , verzeichnet werden? Dieser Tatbestand ist wenig be- ' lannt, aber das ändert nichts an feiner Richtigkeit. Auch heute noch wissen wir vom Gewitter und ' dem Blitz nicht allzuviel. In früheren Jahren hat 1 man z. B. den Blitz immer in der berühmten Zick- l zacklinie gezeichnet. Das war ein Sehfehler. Und ein > Sehfehler, der durchaus nicht verwunderlich ist. < Denn die Dauer eines Blitzes schwankt zwischen ; einer tausendstel und einer ganzen Sekunde! Erst j die moderne Photographie hat erlaubt, sich auch nur . über die äußere Erscheinungsform des Blitzes wirklich klar zu werben. Und'da ergibt sich, daß der „Nörmalblitz" nicht in einer wilden Zickzacklinie verläuft, sondern in einer Richtung, wenn auch mit Abbiegungen, Knicks und Ausläufern. Es ist bekannt, daß es noch andere Formen des Blitzes gibt, so den oft genannten und selten gesehenen Kugelblitz; auch diese Ersck)einungssorm ist noch nicht ergründet. Ein anderer Blitz, der Flächenblitz, ist eine optische Täuschung: es ist ein richtiggehender „Normalblitz", aber er erfolgt hinter einer nicht all^u dichten Wolke und infolge des zerstreuten Lichtes erscheint er flächig, obwohl er in Wirklichkeit genau so aussieht wie der übliche Blitz. Ein richtiges Gewitter im Freien ist wohl immer eine etwas unheimliche Sache. Es hat gar keinen Zweck und Sinn, über diesen sehr natürlichen seeli- I schon Eindruck mit großen Worten hinwegzureden. Wahr ist, baß die Menschen — und zwar sowohl Männer wie Frauen — mit verschiedener Empfindlichkeit auf ein Gewitter reagieren. Es gibt selbst in der Großstadt Männer, die als Soldat durchaus ihren Mann gestanden haben und die durch nichts zu bewegen sind, während eines Gewitters etwa zu telefonieren. Sie haben sogar recht, sintemalen sich niemand in Gefahr begeben soll, in der er umkommen kann. Die Blitzableiter haben allerdings in der Stadt die Gefahren ganz wesentlich verringert. Der Blitzableiter ist bekanntlich 1752 von Franklin, dem ersten Präsidenten der Vereinigten Staaten, in feinen späteren Lebensjahren, erfunden worden. x Aber es dauerte sehr lange — mit unseren zeitlichen Maßstäben gemessen! —, bis der Blitzableiter allgemein eingeführt war. In der Zwischenzeit war das Gewitter nach wie vor eine Naturerscheinung, gegen die sich der Mensch hilflos fühlte, eine Stimmung, wie sie das bekannte Schulgedicht malt: „Urahne, Großmutter, Mutter und Kind in dumpfer Stube beisammen sind..." Bei Bürger, Goethe und Schiller findet das Elementare von Feuer- und | Wasserkatastrophen urkräftigsten Ausdruck, wie in Idem Lied von der Glocke nachzulesen ist: „Aus der Wolke quillt der Segen, strömt der Regen; aus der Wolke, ohne Wahl, zuckt der Strahl." Bekannt ist, daß Bäume, vor allem Einzelbäume, bei Gewittern gemieden werden sollen. Aber auch hier besteht eine wirklich wissenschaftliche Klarheit über die Häufigkeit der getroffenen Baumarten nicht. Sicher ist aber, daß die Eiche und Pappel besonders anfällig sind, wahrscheinlich wegen ihrer häufig vorkommenden trockenen Aeste und weil diese Bäume sich gern anfiebeln, wo unterirdische Wasseradern in der Nähe sind. Und da kommen wir wieder zu einem sehr interessanten Kapitel einer wissenschaftlich noch nicht ergründeten Erfahrung, daß Gewitter nur ungern größere Flüsse und stark wasserhaltige Moore überschreiten! Dornotizen. Tageskalender für Freitag. Gießener Studententag: „Tag des Sportes". Um 15 Uhr: Schlußkämpfe auf dem Universitäts-Sportplatz. 18 Uhr: Siegerehrung. — Gloria-Palast, Seltersweg: Weiß-Ferdl „Der arme Millionär". Reisefieber. Don Friedrich Markus Huebner. Reisefieber an den Tag legen, wird nicht selten ' als ein Anzeichen von Unerfahrenheit, von An- fängertum belächelt. In der Tat trifft es sich kaum bei jenen, die ihre Tage sozusagen gewohnheitsmäßig in Eisenbahnabteil und Flugzeugkabine, ihre Nächte in Hotelbetten und Schiffskabinen verbringen. Unruhe, Ausregung, Reizbarkeit — das alles ist von ihnen abgefallen. Sie wissen Bescheid darüber, was kommt, kennen den Verlauf bei Zugabfahrten und Schiffsankünften, betrachten den Speisezettel in der Gaststätte eines fremden Landes nicht anders als den ihres heimischen' Eßhauses, nämlich als ein simples Ernährungsangebot, und beim Sonnenuntergang hinter den Kap Berdischen Jckseln hocken sie an der Theke der Schiffsbar ober im Rauchsalon, wo sie Bridge spielen. Wie vieles entbehren, welche Genüsse versäumen sie doch, diese alten Füchse und Sachverständigen der Reisekunst! Und wie vieles haben vor ihnen nicht jene voraus, denen es ein Zittern durch den ganzen Körper verursacht, wenn die Lokomotive des v-Zuges, auf den sie warten, in die Bahnhofshalle einläuft, und nun das Durcheinander der Aussteigenden und der Abfahrenden beginnt, Zeitungen und Imbisse ausge rufen werden, durch die Gänge in den Wagen die Plätzesuchenden drängen und sich dann schließlich auf den Bänken des Abteils vielleicht für einen ganzen Tay und noch länger Menschen zusammenfinden, die sich nie zuvor sahen, die sich hernach nie wieder sehen werden! Und bann hebt ber Stationsvorsteher ben Signalstab, unter den Füßen beginnt es zu rumoren, die Schnelligkeit nimmt zu, die Vorwärtsbewegung verfällt in den Taktschlag einer dunklen Musik, und dieser Musik, so voll von Zwischentönen, lauscht nun das Herz, fiebernd vor Erwartung, heiß von Einbildungskraft. Andere benutzen um voranzukommen das Motorrad, das Auto, wobei ihnen das Sausen des Windes, das Surren des Motors, das Geknatter des Auspuffrohres die Melodie aufspielt, die wilde hinreißende Melodie des Davonstürmens, von der das Herz noch ungeduldiger gestimmt wird, als es ohnehin ist. Doch auch die Wanderung zu Fuß, einzeln, zu zweien ober in Trupps, kennt diesen Begleitgesang der Fortbewegung. Hier ist es das Niedersetzen des eisenbeschlagenen Schuhs, das Aufstoßen des Wanderstocks, klapp, klapp, trapp, trapp, die aus dem bloßen und grauen Straßengeräusch ein munteres Marschlieb schaffen, daran Lässigkeit und -Ermüdung zuschanden werden, und sich mit Meilenstein um Meilenstein der Wille zum Erreichen des Ziels immer aufs neue strafft. Auf der Reife ist alles Fortgang, Strömung, Un- aufhaltsamkeit! In dieses Gesetz gilt es sich ein- zuschwingen. Der Uebertritt aus der Seßhaftigkeit ins Unstete, aus dem Einerlei in den Wechsel ist natürlich eine Sache der Nerven, der persönlichen Anpassungsfähigkeit, und wer wäre seiner selbst so vollkommen Herr, daß sich diese Umstellung nicht mit einem kleinen Stoß, einem Ruck durchs ganze Wesen vollzöge? Weshalb auch keine Erschütterung? Ist es nicht gut, so recht kräftig in Aufruhr versetzt zu werden vom Eintritt in diesen neuen Zustand, in dieses Märchendasein, wo man sich von all seinem Hab und Gut leichten Sinnes getrennt hat und nicht mehr bei sich trägt als einen grünen Rucksack auf dem Rücken oder ein paar braune Leberkoffer im Gepäcknetz? Natürlich wird hiermit nicht jene Form des Reisefiebers verhimmelt, die sich in der gewissen Angst äußert, man könne den Zug versäumen, oder in der Angst, man werde in der Fremde aller Ecken und Enden von Betrügern und Spitzbuben umlauert, ober in der Angst, man könne in Florenz, m Rom irgendeine berühmte Sehenswürdigkeit ausgelassen und nicht mitgenommen haben. Derlei Anwandlungen zeigen, wie das Reisefieber tatsächlich ins Komische entarten kann. Sie erinnern an das berühmte Lampenfieber des Bühnenkünstlers, der sich vor dem Auftreten wer weiß welche Verlegenheiten und Vergeßlichkeiten ausmalt und eben dadurch das Mißgeschick mit Sicherheit herbeiruft. Nein, nicht unüberlegtes, verquirltes Wesen wird befürwortet. Reisefieber im hohen Verstände ist ein Gestimmtsein ber Gefühlssaiten für den Anschlag des Außergewöhnlichen, befindet man sich doch jetzt durchgehends in einem Ausnahmezustand. Das Blut soll nun tatsächlich schneller pulsen das Auge freudiger glänzen, in der Haut die Farbe blühenden Wohlbefindens durchbrechen, und der innere Mensch soll wirklich seinen Feiertag haben, wo er sich freier und empfänglicher geben darf denn fönst. So verstanden erfüllt das Fieber der Reise eine höchst heilsame Sendung. Es unterstützt sozusagen körperlich die Entschlackungsarbeit, auf die es ankommt, Die innerlich Zlufpflügung, damit die Ausnahme des i Reiseerlebnisses einen fruchtbaren Boden finde. Zeitschriften. : _ Danzig —, diese alte deutsche Stadt mit den i steinernen Zeugen einer großen Vergangenheit ist ! jetzt wieder bestrebt, all das in seinem Stadtbild i wiederherzustellen, was Unvernunft und nüchterne ) Zweckmäßigkeit zerstörten. Wie die nationalsoziali- - stische Regierung den schönen alten Häusern Danzigs ihren ursprünglichen Charakter wiedergab, das zeigt ein Beitrag in der I l l u st r i r t e n Zeitung vom 6. Juni. Das neuzeitliche Bauen spiegelt sich auch in den Bildern von dem Berghotel bei Hindelang, das Baudirektor Lois Welzenbacher in die herrliche Alpenwelt hineingestellt hat. Dr< Conrad Oehlrich behandelt die französisch-türkischen Abmachungen über ben Sandschak Alexandrette. Die irische Frage erörtert Dr. Johs. Stoye, und Major v. Zeska' veröffentlicht einen mit interessanten Abbildungen ausgestatteten Aufsatz über die Entwicklung des englischen Heeres. Die Tagesgeschichte ist in vielen Bildlern festgehalten. Die Uraufführung der Marburger Festspiele. Nachdem am 1. Juli die Marburger Festspiele unter der Schirmherrschaft von Gauleiter Staatsrat Weinrich mit ber Aufführung bes spanischen Lustspiels „Don Gil m it d e n g r ü n e n H o s e n" begonnen haben, bringt das kommende Wochenende Hans Wolfgang Hillers neuestes Werk, die Volkskomödie „Der F l u r f ch ü tz" von Wakefield". Hillers ist in Marburg fein Unbekannter. 1936 bereits erschien er mit ber „Hammelkomödie" auf ber Festspielbühne. Diesmal nun hat ber Dichter mit bem einem alten englischen Fragment der vorshakespeareschen Zeit entnommenen Stoff vom braven Flurschütz Georg Green, ber schon ben großen Romantiker Tieck zur Nachdichtung reizte, roieberum ein für bie Marburger Bühne besonders geeignetes Werk geschaffen. Er schreibt selbst über sein neues Werk: „Der Auftrag, vor ben ich mich nun gestellt sah, schien anfangs verschiebene Möglichkeiten zuzulassen. Ich versuchte das Fragment zu ergänzen — es erwies sich als zu spärlich. Ich versuchte das Fragment zu entstauben — es blieb unausführbar. Am Ende gab es nur bie eine Möglichkeit, es aus bem „Geist, ber das Ganze umspielt", neu zu schaffen unb babei so behutsam zu verfahren, baß bie Spur, bie ein alter Meister da hinterlassen hatte, nirgends verloren ging^. Auf der Spur eines alten Meisters zu wandeln, ist für den Jünger ein umzeugendes Erlebnis: erstaunlich die Stoff-Fülle, die in'einen Theaterabend hinein- gccht, beneidenswert die Naivität dem Leben gegenüber^ wunderbar die Ausschließlichkeit des leiblichen Auges; unübertrefflich die Jnstinktsicherheit in bezug auf theatralische Gesetze! Das Erregendste aber war und ist die Parallelität zum Heute: daß „Der . Flurschütz von Wakefield" keine Charakterkomödie, sondern ' e i n e Volkskomödie ist, daß der Hauptheld, Georg Green, nicht in eine moralische, sondern in eine' gesellschaftliche Situation gestellt ist und daß er nicht das Leben eines „Individuums" lebt, sondern das Leben eines „Zeitgenossen". „Der arme Millionär." Die alte Lebenserfahrung „Schuster bleib bei deinem Leisten" hat Ludwig Thoma vor mehr als dreißig Jahren zum Motiv eines seiner köstlichsten oberbayrischen Dolksstücke gemacht, und der bem Dichter kongeniale Komödiant Konrad Dreher hat es einst aus der Taufe gehoben. Im Zürn ist aus dem „Schusternazi" ein „armer Millionär" geworden und aus Konrad Dreher der Weiß Ferdi. Auch sonst hat sich manches verändert, wie es halt so ist, wenn ein Bühnenstück, das in einem Menschenalter seine Zugkraft erwiesen hat, ben Weg auf bie Leinwanb antritt. Aber die Sentenz ist geblieben unb der köstliche Humor auch unb schließlich, unb nicht zuletzt, auch das Stückchen Wahrheit, bas Wissen um sehr menschliche Schwächen, wie es bas Leben hin unb wieder einmal zeigt, wenn auch meist nicht so kraß wie in dieser Geschichte vom armen Dorfschuster, ber über Nacht zum Millionär wirb, mit dem es das Schicksal aber noch einmal gut meint, indem es ihm ein paar Hochstapler ins Haus schickt, die ihn überraschend schnell von ber Last seiner Millionen befreien und ihm wieder zu Vernunft, Glück und Zufriedenheit verhelfen. Die tragikomische Gestalt des.Schusternazi ist bei Weiß Ferdi in. den rechten Händen. Wenn auch die schwankhaft aufgezogenen Erlebnisse im Millionärspalais bie Lachmuskel am meisten reizen, so hat er seine besten Augenblicke boch in ben Szenen, bie er mit der besinnlichen Lebensweisheit eines echten, ursprünglichen Humors erfüllen kann. Sein nied- liches Töchterlein, bas auch im Rausch ber Millionen ben Verstanb behält, spielt Trübe Haeselin mit natürlicher Anmut. Willy Rösner ift ein Schreiner mit dem Herz auf dem rechten Fleck. Georg Alexander und Ursula Grabley sind ein einander würdiges Hochstaplerpaar, das ben töricht-eitlen Schuster mit Grazie hineinlegt, aber sie alle beschwindelt der glatte Intrigant Siebecke, der sich als Sekretär an den Neureichen herangemacht hat (Kurt Vespermann). Ein lebenskluger Kammerdiener ist -Fritz O d e m a r. Für bie Bavaria-Filmkunst hat Joe Stöckel ben Film mit offenem Blick für alle Möglichkeiten unb Nuancen wirkungsvoll in Szene gesetzt. — Im Beiprogramm sieht man Jagbbilber, bie ben ungeheuren Wild- reichtum ber ungarischen Ebene zeigen unb einen lustigen Film vom Münchner Oktoberfest. Die Ufa- Wochenschau bringt eine interessante Reportage von dem Aufbau des gewaltigen Volkswagenwerks und einen eindrucksvollen Bericht van der Westsalen- jaljrt der Alten Garde. ^n.W. Lange. Ernteeinsatz des BOM. wird vorbereitet. der Vortrag des Gauamtsleiters Dozentenbundführers Professor Dr. Kranz über das Thema „Der Rafsegedanke in der geistigen Auseinandersetzung unserer Tage". Ein weiteres Musikstück leitet dann über zur Eröffnung des 5. Reichsberufswettkampfes der Deutschen Studentenschaft durch den Leiter des Amtes Wissenschaft und Facherziehung, Straube. Schlußwort und Führerehrung erfolgt durch den Hochschulringführer Professor Dr. R i e h m. Um 16 Uhr findet im Kameradschaftshaus der Kameradschaft Prockwitz im Wetzlarer Weg ein Tee- Rachmittag des Außenamtes statt. Um 16.30 Uhr wird eine Tagung des Studentenwerkes im Studentenhaus durchgeführt. Den Abschluß des Tages bildet am Abend em Sommerfest in sämtlichen Räumen und im Garten des Studentenhauses, zu dem die gesamte Bevölkerung unserer Stadt herzlich eingeladen ist. Gchachwettkampf Gießen — Marburg. Der Gießener Schachverein trug dieser Tage in Dor- und Rückkampf einen Wettbewerb aus, bet dem seine Mitglieder Gelegenheit hatten, ihre Kräfte mit den Mitgliedern des Schachvereins Marburg, der unter der rührigen Leitung von Dr. Giese steht, zu messen. Beide Begegnungen endeten mit Siegen der Gießener Schachspieler. Der Dorkampf in Gie- ßen konnte mit 4:1 Punkten gewonnen werden, im Rückkampf behielten die Gießener Schachfteunde mit 4% 3/4 Punkten die Oberhand. Vorsicht vor der Tollkirsche. In ifnleren Wäldern reift allmählich die Tollkirsche, die schon Manchem Kind -um Verhängnis geworden ist, heran. In jedem Jahr kommen während der Sommermonate Vergiftungen durch Tollkirschen vor, und es ist deshalb Pflicht der Eltern und sonstigen Betreuer der Kinder, diese auf die Gefahr hinzuweisen, die die Tollkirsche bringen kann. Die giftigen schwarzen Beeren, die an niederen Sträuchern wachsen, sind schön wie Kirschen anzu- sehen und laden verführerisch zum Naschen ein. Wurzel, Stengel, Blätter und Blüten, wie auch die Frucht selbst enthalten ein äußerst giftiges Älko- loid, das Atropin. Die Tollkirschen bringen, wenn sie genossen werden, wie der Name „Tollkirsche" schon unmißverständlich andeutet, von Sinnen. Das Sehvermögen wird gestört und der Kranke kann erblinden. Sonderbare Gehörtäuschungen treten auf und die Sprache wird lallend und schwer. Die Gesichtsmuskeln zucken und die Atmung geht schwer vor sich. Nach Herzbeschwerden und Hornbrennen führt das tückische Gift den Tod herbei. In der Medizin werden ganz kleine Mengen von Tollkirschengift zu Heilmittelzwecken verwendet. Butterversorgung während der ürlaubozeit. Um Meinungsverschiedenheiten über die Butter- Versorgung während der Urlaubszett klarzustellen, macht die Wirtschaftsaruppe Einzelhandel darauf aufmerksam, daß Familien, die ihren Urlaub auswärts verbringen, tijre Butter während dieser Zeit nicht durch Beauftragte bei dem Einzelhändler in Empfang nehmen dürfen, da diese Buttermenge als Ausgleich für die zurttsenden Urlauber Verwendung findet. Für Verbraucher, die wcchrend ihres Urlaubs nicht in Pensionen und Gaststätten untergebracht sind, sondern sich selbst verpflegen, gelten folgende Richtlinien: Der Einzelhändler hat dem Verbraucher vor Antritt seines Urlaubs auf der Rückseite des Bezugsausweises folgenden Vermerk einzutragen: „Umstehender Verbraucher ist in der Zeit vom .. . bis .... in meiner Kundenliste gestrichen und erhält infolgedessen auch von meinem Betrieb keinerlei Zuteilung." Im Interesse einer geregelten Versorgung werden sowohl die Verbraucher als auch die Einzelhändler gebeten, sich genauestens an diese Richtlinien zu halten. -______________' RSG. In diesem Jahre ist wieder starker Mangel an Arbeitskräften auf dem Lande. Besonders macht er sich in den nächsten Wochen zur Erntezeit bemerkbar, da es gut, die reichen Früchte der Erde in die Scheuer zu bringen. Die Bauern in dieser Zeit schweren Schaffens zu unterstützen und zu helfen, die Ernährung des deutschen Volkes sicherzustellen, ist mit die Ausgabe der Volks- gemeinschast. In der vordersten Front der Helfer steht die Hitler-Jugend, die auch in unserem Gau in großem Umfange für die Einbringung der Ernte eingesetzt wird. Die besondere Aufgabe der BDM.-Mädel wird es feiif, vor allem die Bäuerin zu entlasten. Der BDM.-Obergau 13 Hessen-Nassau bereitet zur Zeit in Zusammenarbeit mit der Laichesbauernschast die technischen und organisatorischen Doraussetzun- gen für den Ernteeinsatzdienst der Mädel und Jung- mädel vor. Die Einheiten, die sich zur diesjährigen Erntehilfe gemeldet haben, werden ausschließlich in Gemeinschaftsiagern untergebracht. In Schulräu- men, Hitler-Iugend-Heimen und warmen Scheunen Bei der sommerlichen Hitze ist auf der See und den großen Fischhäfen der Nordsee Hochbetrieb. Denn die Dampfer der Hochseeflotte bringen täglich neue Anlandungen von frischen Seefischen zur Löschung heran. So sind in den letzten Tagen gerade die billigen und begehrten Konsumfische, wie Seelachs, Rotbarsch, Schellfisch und Kcckeljau in reichen Mengen an Land gebracht und von dort aus in die Verbraucherstädte des Binnenlandes versandt worden. Daneben sind aber auch Feinstsche, wie Heilbutt, Rotzunge und Steinbutt in großen Men- gen eingebracht. Alle diese Fische warten nun in den Spezialfischgeschäften, sauber und appetttlich in Eis gepackt, auf den Käufer. Da das Fffchfleffch gerade im Sommer besonders schmackhaft ist, sollte also auch in dieser Jahreszeit die Hausfrau die wöchentlichen Fischmahlzeiten beibehalten. Sie leistet damit einen großen volkswirtschaftlichen Dienst, nicht nur für die Fischwirtschaft selbst, sondern sie erleichtert die Flerschversorgung, in der bekanntlich durch den stark gestiegenen Verbrauch, wie auch durch In diesem Jahre wird im Stadtteil Klein-Linden eine Bautätigkeit entfallet, wie kaum in einem Jahr zuvor. Dabei herrscht nach wie vor große Nachfrage nach Wohnungen; kaum sind die Neubauten begonnen, so sind die Wohnungen auch schon vermietet. Namentlich Militärpersonen und Angestellte der Kliniken sind die Bezieher der neuen Wohnungen. Die heimischen Bauhandwerker sind nicht in der Laae, die Baulustigen zufriedenzustellen, denn das Arbeiterpersonal ist knapp. So kommen denn aus den benachbarten hessischen und preußischen Ortschaften Bauunternehmer in den Stadtteil, um sich an den Arbeitsoergebungen zu beteiligen. "Vn erfreulicher Weise haben sich viele ältere Leute, zum Teil noch solche, die auf dem Altenteil faßen, wieder zur Arbeit gemeldet, einmal, um ihre Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen, zum andern, um ihren Lebensunterhalt durch neuen Verdienst zu verbessern. Da namentlich auch die Nachbar-, Freundes- und Verwandtenhilfe in vielen Fällen in Anspruch genommen wird, so wird den Baulustigen die Erbauung ihrer Häuser erleichtert. Erdaushub, Erdabfuhr, Sand- und Steinanfuhr werden vielfach auf diese Weise erledigt. Es sind dies Maßnahmen, die werden sie schöne Unterkunft und bequeme Schlaf- gelegenhellen finden. Die Uebernachtungslager stehen unter der Konttolle der zuständigen Untergauärztinnen, des BDM., die auch für gesundheitsdienstlicke Schutzmaßnahmen verantwortlich sind. Der tägliche Einsatzdienst beim Dauern erfolgt einzeln. Die Dauer der Arbeitszeit wird im örtlichen Fall vorn Bauernführer und der Gruppenführerin bestimmt, so daß eine lleberanftrengung der Mädel von vorn- herein ausgeschlossen ist. Iungmädeln unter 12 Jahren ist die Teilnahme am Ernteeinsatzdienst nicht gestattet. An- und Rückfahrt zum Ort des Einsatzdienstes sind für die Mädel kostenlos, ebenso wie die Kranken- und Unfallversicherung. Die Einheiten aus den Großstcckten werden möglichst auf benachbarte ländliche Untergaue verteilt, um große Anfahrten zu vermeiden. MeDungen zum Ernteeinsatzdienst nimmt jede Untergaudienststelle für die kommenden Ferien» wachen sowohl wie für die Haupteinsatzzeit im Herbst entgegen. die Seuchenausfälle eine Kürzung der Zuteilungen an den Verarbeiter eintreten mußte. Jedermann wird sich freuen, nun wieder frische Fettheringe auf dem Tisch zu sehen. Den Hering kennt jeder und schätzt juna und alt, ganz gleich- güllig, wie er zubereitet ist. Deswegen bemüht man sich auch, die gesamte deutsche Heringsfischerei jetzt der Volksernährung nutzbar zu machen. Keine andere Zeit des Jahres wie die Sommer, und Herbstmonate bieten eine so günstige Gelegenhell, den Eigenbedarf an Heringen aus eigenen Fängen zu decken. Wem aber diese Fische noch nicht zusagen, der findet sicher Gefallen an den Räucherfischen, die in jeder Menae zu haben sind. Aus dem Bodensee sind außerdem zur Zeit Blau- und Srlberfelchen zu haben, die wegen ihres feinen Fleisches sehr geschätzt werden. Wer die Zubereitung sommerlicher Fischgerichte kennenlernen will, der besuche einen Kursus in der nächsten Fffchlehrküche, oder hole sich Rat bei den kochkundigen Helferinnen des Deutschen Frauenwerkes. angesichts der sehr knappen Arbeitskräfte zu begrüßen find. Die regste Bautätigkeit im Stadtteil Klein-Linden herrscht rechts der Landstraße nach Lützellinden zu, in der ehemaligen sog. „Wüstung , die beim Ausbau durch die Stadtverwaltung eine neue Benennung erfahren dürste. Nachdem schon vor einigen Jahren die einstige Gemeindeverwallung von Klein- Linden dieses Gelände für Bauzwecke erschlossen hatte, stehe heute allein auf der rechten Straßenseite schon zehn fertige kleinere und größere Wohnhäuser, Ein- und Mehrfamilienhäuser. Bei vielen dieser Häuser wurden in vielem Jahre Derbesse- rungs« und Weiterbauten, Stallbauten und (Sorten- planierung&arbeiien vorgenommen, und mer heute der einstigen „Wüstung" einen Besuch abstattet, wird seine Freude an der Ordnung haben, die dort geschaffen wurde. Die letzten freien Plätze wurden in diesem Jahre durch die Gemeinde- bzw. Stadtverwaltung an Privatleute abgegeben, die schon jetzt ihre Genehmigung zum Hausbau in Händen haben. An her Waldweide geht ein Zweifamilienhaus eines Heuchelheimer Einwohners seiner Vollendung Adreßbuch-Eintragvnge« prüfen! Don dem neuen Adreßbuch für Stadt- und Landkreis Gießen 1939, das demnächst erscheint, liegen nur noch am heutigen Freitag und am morgigen Samstag die Abschnitte I, II und III zu jedermanns Einsichtnahme offen. Der Abschnitt I enthält die Angaben über bie NSDAP., Behörden, Schulen, Kliniken, Verbände, Vereine usw. Im Abschnitt II ist das alphabetische Einwohner- und Firmenverzeichnis des Stadtkreises Gießen zusammengefaßt. Abschnitt III enthält die Angaben über die Straßen und Häuser von Gießen. Die Bevölkerung und die beteiligten Behörden und öffentlichen Körperschaften werden gebeten, die Prüfung der Einträge auf Richtigkeit und Vollständigkeit umgehend, und zwar noch heute oder morgen, oorzunehmen, damit Fehler vermieden werden. Die Einsichtnahme erfolgt in der Abteilung Adreßbuchverlag in unferem Geschäftshaus Schulstraße 7, 2. Stock, Eingang von der Kaplaneigosse aus. entgegen. In der Bergstraße ist bei einem Zweifamilienhaus das Kellergeschoß aufgeführt. Es sind ferner noch im Bau ein Einfamilienhaus auf der Wann, ein Zweifamilienhaus in der Hegstrahe, ein Wvhrchaus in der Dammstraße und zwei weitere Wohnhäuser in der oberen Frankfurter Straße. Auf dem Schildberg, auf dem vor zwölf Jahren noch nicht ein einziges Wohnhaus stand, stehen heute sechs stattliche größere Wohnhäuser. Der Bau zweier weiterer ist für die nächste Zell geplant, eins wurde bereits begonnen. Daß auch an älteren Wohnhäusern zum Teil kleinere, zum Teil größere Erneuerungs« und Umbauarbeiten gegenwärtig vorgenommen werden, bringt die Sommerzeit mit sich, vor allem aber der gewaltige wirtschafüiche Aufschwung, der wie in allen Orten, auch im Stadtteil Klein-Linden zu beobachten ist. Die Bewohner der Häuser, der schon begonnenen und der noch zu beziehenden, haben auch den Wunsch, den zu erfüllen die Stadtverwaltung sich nicht verschließen wird: Sie möchten ihre Straßen so in Ordnung gebracht haben, daß sie diese auch bei schlechten Wetter passieren können. Briefkasten der Hedattioa. (Rechtsgutachten sind ohne Derbindlichkett der Schriftleitung.) Alker Mbonncnt Nach Artikel 2 des Gesetzes zum wetteren Abbau der Notverordnungen in der Reichs- versicherung vom 19. 4. 1939 sind bie Ruhensbestimmungen bei Zusammentreffen von Invalidenrente mit Pensionsbezügen (Ruhegeld, Warteaeld usw. mit Wirkung vorn 1.7.1939 beseitigt worden. Sie haben mithin vom 1.7.1939 ab Anspruch auf die volle Invalidenrente. Es ist anzunehmen, daß Sie noch im Lause des Monats Juli Nachricht von der Landesversicherungsanstalt erhalten. A. Sch. In G. § 185 des Angestelltenversicherungsgesetzes schreibt vor, daß bei der Weiterversicherung und Selbstversicherung Beiträge in der dem jeweiligen Einkommen entsprechenden Gehattsklaffe zu enttichten falb. Unter Einkommen ist hier das taffächliche Gesamteinkommen zu verstehen, namentlich neben Einkünften aus abhängiger oder selbständiger Tätigkett, Einkünfte aus Land» und Forst- wirtschaft, aus Kapttalvermögen und andere wiederkehrende Bezüge. Diese Bestimmung -gilt auch für diejenigen Versicherten, die f. 3t unter günstigeren Bestimmungen sich zu fteiwilliger Weiterversicherung entschlossen haben. Die Aenderung ist im Reichsgesetzblatt S. 118/1928 enthalten und am 1.4.1VM in Kraft getreten. Zu niedrig geklebte Marken können durch Nachzahlung ausgewertet werden. Wir empfehlen Ihnen, dieserhalb unmittelbar mit der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte, Berlin-Wilmersdorf, Ruhrstrahe 2, in Verbindung zu treten. Markiumschau für die Hausfrau. Oie Hochseefischerei schafft Konsumfische und Heringe heran.. Rege Bautätigkeit in Gießen-Klein-Q'nden GROSSGARAGE U/e&ten Roman von Harald Baumgarten Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35 9. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Am nächsten Tage stand der gleiche Mann vor der Garage, als ich wegsuhr. Ich konnte fahren oder gehen — immer tauchte aus weiter Entfernung dieser Mensch auf, dessen Gesicht ich aber nie genauer zu erkennen vermochte. «Sie können sich nicht oorstellen, wie nervös mich der Gedanke machte, ständig und überall verfolgt zu werden. Ich grübelte, was der Kerl von mir wolle, wie wohl fein Gesicht aussähe ... Daher auch erschrak ich so furchtbar, als ich ihm heute abend ganz unvermutet ..." „An der Ecke Kurfürstendamm und Joachims» taler Straße —?" Vallendar beugte sich über den Disch. Sie nickte. ,Ha, da sah ich chn deullich. Er stand auf dem Bürgersteig und starrte mich mit einem gehässigen Blick an. Seine Augen stachen, drohten. Sie kündeten etwas, das mich im Innersten erschauern ließ." „Aber Charly!" Römer nahm ihre Hand, die sie ihm willig überließ, „das sind doch nur Phantastereien! Das ist doch Zufall! Das gibt es doch gar nicht! Wir werden einmal ausspannen müssen. Sie arbeiten zuviel." Sie nahm seinen Trost hin, ohne zu zeigen, ob sie ihm glaubte. Vallendar aber glühte. Da war es, das Aben- teuer! Ein junger Mensch — fühlt sich verfolgt. Seltsamer Mister Burd, der verschwindet und nichts von sich hören läßt; wiederkommt, sich in den Mietwagen in einer Garage verkriecht und stirbt ... Seine Stimme wurde bezwingend; sie war von solcher offenen Hilfsbereitschaft gesättigt, daß Charly acffhorchen mußte. „Bitte, Fräulein Charly", und keiner von ihnen dreien bemerkte die vertrauliche Anrede, „bitte, können Sie mir den Mann beschreiben, der Ihnen solchen Schrecken einjagte?" Charly nahm die Speisekarte, auf deren Vorder, feite das kleine, erlesene Hotelmenü getippt war. Sie drehte das Blatt um, und schon machten ihre Finger leichte Striche über das Papier. „Bitte!" Vallendar reichte ihr den goldenen Blei- stift, mit dem er seine Anmerkungen auf der Probe in die Rollen einzuzeichnen pflegte. Differ Dleisttft war eine Art Talisman; Vallendar hatte einmal nickt geprobt, weil er ihn vergessen hatte. Charly nahm ihn und zeichnete. Ein Gesicht entstand auf dem Papier. Eine schmale, hohe, aber schlechtgeformte Stirn, tiefliegende Augen, eine Nase, deren breites Ende Min- der Wertigkeit des Charakters verriet. Dann ein Mund, der ein wenig geöffnet war. Das Kinn floh nach rückwärts; es deutete auf Schwäche und Haltlosigkeit. Aber wenn man die Züge im ganzen be- ttachtete, verloren sie alle die Merkmale und bildeten den Gesamteindruck eines zwar leichffinnigen, aber keinesfalls widerwärtigen Gesichtes. „So war der Mann!" sagte sie und legte den Bleisttft auf das weiße Tischtuch. Dabei zitterte ihre Hand. In ihrem jungen Antlitz lag jetzt keine Spur von Angst, vielmehr eine wache Tatkraft. Römer betrachtete eine Weile das Bild, dann legte er es beiseite. „Und nun wollen wir endlich von etwas Erfreulicherem reden, Charly! Sie schlafen sonst die ganze Nacht nicht. Wissen Sie, was ich vorhabe? Ich will meine Praxis aufgeben." Man merkte, daß ihre ganze Zuneigung Römer entgegenkam. ,Hhre Praxis? Das kann nicht Ihr Ernst sein! Sie wollen doch nicht fort von hier?" „Doch! Ich habe gestern mit Geheimrat Wiesener gesprochen. Er will sich zur Ruhe setzen. Sie wissen doch, daß er draußen in Gatow bie Kinderklinik hat? Ich möchte sie übernehmen. Ich möchte nur noch Kinderarzt fein. Vielleicht wird es was. Was meinen Sie, Charly?" ,Hch könnte mir kaum einen schöneren Beruf vor- stellen", sagte sie leise. Ihre Blicke trafen sich. In Römers Augen brannte eine große Frage. Und in den ihren stand ein Zaudern. Vallendar erhob sich. Wie zufällig hatte er vorhin die Speisenkarte in seine Iackettasche geschoben. „Ich muß noch einmal telephonieren. Entschuldigen Sie mich, bitte!" Er ließ die beiden allein, hörte noch, wie Römer in einem überaus zärtlichen Ton „Charly!" sagte ... Der (Empfangschef Schwarz hatte eben ein wenig Ruhe. Der letzte Abendzug, der immer eine Menge Gäste brachte, war schon vor einer halben Stunde eingelaufen. Vallendar ging auf ihn zu; er beugte sich über den Tisch. „Die Polizei hat uns bereits verständigt", sagte Schwarz. „Morgen wird das Gepäck adgehott. Der Inspektor meinte, es sei ein ganz normaler Todesfall." Unvermittelt hielt Vallendar ihm Charlys Zeichnung entgegen. „Haben Sie den Mann mal irgendwo gesehen, lieber Schwarz?" „Seit wann sind Sie denn Maler, Herr Vallendar?" lachte der Empfangschef. „Na, also! Dann war es doch wohl Frau Larfens Agent. Ja, ganz bestimmt. Das fft der Mann, der sich nach Mister Burd erkundigte und mit ihm einen Vertrag abschließen wollte!" * Der linke Flügel des Tores versperrte die Einfahrt ins Filmgelände. Als aber der Pförtner den großen Wagen in die schnurgerade Straße, die auf das Tor zujührte« einbiegen sah, schob er den linken Flügel zurück. Der Wagen von Frau Larsen! Er wartete, bis sie an ihm vorbeigefahren war. ,4>rr Pernau hat schon gefragt!" rief er ihr schnell nach. Margit dankte freundlich. War Werner 23aIIenbar denn noch nicht da? Sie hatte ihn heute ftüh angerufen, aber bas Tönnchen hatte erzählt, er fei schon ganz früh fortgegangen. Der Chauffeur fuhr um den großen Parkplatz herum. Margits Blick überflog die Reihe der Autos. Vallendars Zweisitzer fehlte! Der Fahrer öffnete den Schlag. Margit Larfen ftieg aus. Langsam ging sie über die Knuppersteine Des Hofes der Kantine zu. Filmkünstler tarnen ihr entgegen und grüßten sie höflich. Eine helle, harte Herbstsonne tauchte das Gelände in ein klares, schimmerndes Licht. Die Bäume hatten schon fast alle Blätter verloren. Aber auf den Tischen vor der Kantine lagen noch die bunten Decken, und einige Schauspieler saßen mit hochgeschlagenen Rockkragen an ihnen, um zu frühstücken. Ihre geschminkten Gesichter wirkten in dem harten Sonnenlicht merkwürdig grell. Margit Larsen fiel es nicht auf; sie war zu sehr daran gewöhnt. Die Lampe vor der Einfahrt zu den Ateliers leuchtete rot. „Aufnahme!" bedeutete es. „Nicht einfahrenI" Man hörte laute Rufe. Im Atelier 7, dessen geroaltige Schiebetüren offen standen, wurde eine Massenszene gedreht. Ein Inspizient, der schon öfter mit Margit gearbeitet hatte, kam auf sie zu. „Soll ich Pernau holen, gnädige Frau? Er fft vorhin in die Dramaturgie gegangen. Ich mache den neuen Film. Scheint aber noch allerlei Schwierigkeiten mit dem Drehbuch zu geben." ,Lch setze mich so lange hinein. Sagen Sie, bitte, Pernau, daß ich ihn erwarte!" Die Gaststube war leer. Die paar Solisten, die frei waren, hockten trotz des kühlen Wetters im Garten. Sie faßen so, daß die Sonne ihre Gesichter beschien. Manche hatte bie Augen geschloffen, als genossen sie ein Sonnenbad am Strande des Meeres. Alles war chr feit Jahren vertraut; der niedrige, langgestteckte Raum, die weißen Gardinen an den Feifftern, die Holzttscke. Sie kannten jeden der Kellner. Vallendar ist nicht gekommen! dachte sie immer wieder. Vallendar, der es sonst nicht aushalten kann, bis der Drehtag beginnt! Ein Mann in einem wehenden weißen Kittel kam durch die Tür. Er trug ein offenes, graues Sporthemd. Hinter ihm tauchten einige andere auf; zwei von ihnen trugen große Intelligenzbrillen. Sie alle redeten hefttg mifeinanber und warfen beim Eintreten in die Gaststube, als sie Margit erblickten, die eben erst angesteckten Zigaretten fort. Pernau streckte beide Hände aus. „Morgen, Margit! Dich hätten wir also endlich hier. Wo ist denn Werneü" ,Lch weiß nicht, Jonny. Er sagte gestern, er woffd pünktlich um 10 Uhr hier fein. Der Regisseur fetzte sich neben sie. Er stellte oorj „Herr Maaß, Herr Sieber — die Drehbuchautoren. Das ist Rohr, mein neuer Regieassistent. Setzt euch, Kinder!" Alle Blicke wandten sich Margit zu. Pernau griff in bie Tasche. ,Hch muß rauchen, Margit! Noch sind ja keine Aufnahmen." „Bitte, Jonny, es stört mich nicht. Gib mir auch eine Zigarette!" Pernau schob die Zigarettenschachtel zur allgemeinen Bedienung in die Mitte des Tisches. „Mik bem Drehbuch geht es so nicht, Margit. Es fehlt was. Ja, ich weiß, es klingt alles sehr hübsch, und bie Direktion fft begeistert. Aber es fehlt was -- glaub mir altem Filmhasen! Es fehlt der dramatische Konflikt! Dabei fft es ein wunderbarer Stosst Was meinst du zu dem Titel, Margit? Lwischett den 2Htern‘?" „Wird er zugkräftig sein, Jonny?" „Der Film wird es fein, wenn man mich machen läßt. Und ich setze mich durch! Die Herren Drehbuchautoren werden sich umstellen muffen. Det ganze zweite Teil muß neu geschrieben werden!" Maaß rückte an feiner Brille. „Pernau will beit Konflikt zwischen den beiden Frauen mehr heraus« gearbeitet haben, gnädige Frau. Aber Sieber und ich — wir versprechen uns nichts davon. Wenn wüt bas machen, was Pernau will, verliert Ähre Rolles die Frau des Ingenieurs rückt bann in den Vordergrund." „Unsinn, Kinder! Frau Larsen macht das schon. Röhr, geben Sie mal das Drehbuch her!" Er blätterte in bem dickleibigen Band. Margit faß ganz fttll. Sie kannte bas Buch, fH hatte es gelesen. Die beiden Autoren schüttelten unauffällig die Köpfe und sahen Margit bedeutungsvoll an. Natürlich würde die Larsen auf ihrer Sette fein; Pernau wollte immer hoch hinaus. „Wir haben für die Frau des Ingenieurs keine Besetzung", tastete Sieber. Pernau schlug mit der Faust auf eine Seite bei Buches. ier fft der Bruch! Aber ihr habt recht: Es fehlt an der Besetzung. Vallendar hätte wahrhaftig kommen können. Schließlich soll er ja die Hauptrolle spielen." Er wandte sich an Marait. „Paß auf, wie ich es meine! Die Frau des Ingenieurs, bas ist die Frau, die zwischen den Alter« steht. Zwischen der Jugend und den Jahren, da sie verzichten und sich bescheiden muß. Noch nicht ganz dort und nicht mehr ganz hier. Sie darf ja nicht alt fein. Aber irgendein Schimmer von Verblühen muß um sie sein — solch ein leiser Hauch. Die Sempach ist besetzt; sie wäre vielleicht bie emsige, bie bas konnte." Er blätterte weiter unb strich hastig einige Szenen an. (Fortsetzung folgt) S.Jl.-’fpOTt 75 Jahre Turnverein Hausen Wirffchast Ochsen, 233 (226) Bullen, 461 (543) Kühe, 186 (257) Färsen. Kälber 667 (668), Hammel und Schafe 105 (80), Schwein« 1112 (1096). Notiert wurden je 50 kg Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 44 bis 46,50 (45 bis 46,50), bl) 41 bis 42,50 (40,50 bis 42,50), c) 36 bis 37,50 (36 bis 37,50). Bullen a) 42,50 bis 44,50 (43,50 bis 44,50), b) 40 bis 40,50 (40 bis 40,50), c) 33 bis 35,50 (34 bis 35,50). Kühe a) 42 bis 44,50 43 bis 44,50), b) 37,50 bis 40,50 (38,50 bis 40,50), c) 31,50 bis 34,50 (31 bis 34,50), d) 17 bis 25 (22 bis 25). Färsen a) 44 bis 45,50 (44 bis 45,50), b) 39 bis 41,50 (40,50 bis 41,50), c) 34,50 bis 36,50 (35 bis 36,50). Kälber a) 63 bis 65 (53 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c) 43 bis 50 (45 bis 50), d) 30 bi« 40 (30 bis 40). Hämmel bl) 50 (50), b2) 45 bis Oer landwirtschaftliche Marktbeobachter Vor der neuen Getreideernte. - Sochstand der Milcherzeugung erreicht. Mit leichtem Gepäck Oie Hitlerjugend auf großer Fahrt. 49 (49), c) 39 bis 44 (42 bis 44), d) 30 bis 35 (—)- Schafe a) 40 bis 42 (40 bis 42), b) 34 bis 39 (35 bis 39), c) 22 bis 32 (16 bis 32). Schweine a) 59 (59), bl) 58 (58), b2) 57 (57), c) 53 (53), d) 50 (50). Sauen gl) 58 (58). Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittel. Kchwelnemarkt in Vuhbach. * Butzbach, 6. Juli. Auf dem heutigen Schweinemarkt standen 795 Ferkel zum verkauf. Es kosteten bis 6 Wochen alte Ferkel 18 bis 23 RM., 6 bis 8 Wochen alte 24 bis 28 RM., 8 bis 13 Wochen alte bis 32 RM. pro Stück. Nach flottem Handel verblieb ein Ueberstand von etwa 200 Stück. Wie schnell „Rund um Schotten" in diesem Jahre zu werden verspricht, zeigte das erste offizielle Daining am Donnerstag auf. Dom frühen Morgen an waren Motorrad- und Sportwagenfahrer mit Eifer dabei, sich mit der stark verbesserten Strecke und ihren Eigenarten vertraut zu machen. Das schöne Sommerwetter stachelte manchen Fahrer zu erstaunlich schnellen Runden an. Mit vollem Einsatz trainierte bereits Petruschke, der in der 250er» KlaHe bi» einzige Fabritmaschine der Auto-Union steuert. Er brachte es schließlich auf 8:45,1 Minuten (HO km/st). Nach ihm sind der Stuttgarter Dai- ter auf DKW. mit 9:04,4 (106,2 km/st) und Pätzold (Schnellewalde) auf DKW. mit 9:09,0 (105,5 km/st) zu nennen. Petrufchkes Zeit lag Übrigens klar unter der Traimngsbestleistung des Vorjahres. In der Klasse bis 350 ccm war der Berliner R i ch n o w auf Rudge mit 8:28,1 (113,9 km/it) der schnellst« Fahrer. Der Karlsruher Nitschky schafft« auf DKW. 8:49,4 (109,2 km/st), Schneider (Klingenthal) erreichte mit der DKW. Wer Trainingstag - Schnelle Runden rftunft um Schotten- Höhenrekord im Kleinflugzeug. Im Kleinflugzeug 250 der Gothaer Waggon- Fabrik, das mit zwei Motoren zu 50 PS ausge« rüstet ist, stellte der Pilot Dr. Platz einen neuen Höhenrekord für Kleinflugzeuge der Klaffe 2 bis 4 Liter auf. Dr. Platz erreichte in einem eineinhalb» stündigen Flug 8048 Meter und übertraf damit wefentlich die bisherige Bestleistung des tschechischen Majors Bachza mit 7470 Meter. Dr. Platz erreichte in den ersten 45 Minuten 7000 Meter, brauchte dann aber für die weiteren 1048 Meter noch 39 Minuten. Schweden gewann den Länderkampf. Feldwebel Gar« Fünfkampfmeifier der Vehrwachl. Die deutsche Wehrmacht-Meisterschaft und ber ba» piit verbundene Länderkampf im Modernen Fünfkampf zwischen Deutschland und Schweden wurde am Donnerstag abgeschlossen. Den Länderkamps gewannen die Schweden mit 133:137 Punkten. Die Gäste stellten mit Lt. Egnell auch den Sieger im internationalen Fünfkampf. Die Meisterschaft der Wehrmacht fiel an den Ka-mpfspielsieger Feldwebel G a r v s (Heeresfportschule) vor Oblt. Freiherr von Schlotheim, dem Titelverteidiger Obi. Lemo und Hauptmann Eramer. Meister der Klasse B wurde Hauptmann Scharte vor Oblt. Kempa und Oblt. zur See Krupka. An der Ldendbörs« entwickelten sich die A k t i e n» für ft zwar weiter etwas uneinheitlich, trotz nur kleiner Umsatz« infolge mäßiger Kundschaftsbeteili- auna blieb die Gesamthaltung aber gut behauptet. IG. Farben lagen mit 145 unverändert, auch andere Chemiewerte, wie Scheideanstalt mit > 209, Metall» aesellschaft mit 11,50, blieben behauptet. Herein. Deutsche Metall befestigten sich um 1 v. H. auf 162 Mäßig erhöht waren ferner Buderus auf 91,75 (91), Mannesmann auf 104,25 _^04), Berger auf 142 (141,65), Deutsche Erdöl auf 117,50 (117) und Demag auf 137,75 (137,50). Anderseits waren Rdeinstabl 0,65 v. H. niedriger mit 133 gefragt, ebenso Ädlerwerke mit 97,50 (98) BMW. mit 129,50 (130,25), AEG. mit 112,25 <"2,50), Gesfurel mit 124 (124,25) und Rheinmetall mit 115 25 (115,75). Renten lagen still, 6 v. H M. Farben unverändert 118,75. desgleichen Reichslxchn-DA. nut 12190. Der Markt der Steuergutscheine lag bei behaupteten Kursen ruhig, einige Umsatz« entart- ketten sich in den Abschnitten der Serie I. Frankfurter Schlachtviehmarkt Frankfurt«. M., 6.Juli Auftrieb: 1025 Rin- der (gegen 1163 am 29. Juni), darunter 145 (137) Mitglied des Vereins. Am kommenden Sonntag, 9. Juli, feiert der „To. Hausen von 1864* fein 75jähriges Bestehen. Am Vormittag finden leichtathletische Wettkämpfe und am Nachmittag Vorführungen der Turner und Turnerinnen aus Wieseck und Hausen statt. Eine Anzahl Turnvereine unseres Turnkreises haben chre Beteiligung an der Gründungsfeier zugesagt. lich die Festsetzung der Kosten, di« so gering wie nur irgend möglich bemessen werden müssen. Wird den Eltern mitgeteilt, daß die an- gesetzte Fahrt soundsoviel kostet, dann wissen sie auch, daß kein höherer Betrag als der angegebene aufgewendet werden muß und Nachforderungen ausgeschlossen sind. Für die Jungen und Mädel zudem, deren Eltern das Aufbringen dieser gering gehaltenen Beträge nicht möglich ist, wird trotzdem Vor- orge getrosten, daß sie an der Fahrt teilnehmen Tonnen, bei der niemals die bessere oder die schlechtere wirstchaftliche Lag« der Eltern den Ausschlag regelt worden. Das neue Kartoffelwirtschaftsjahr bat mit der Ernte der Frühkartoffeln am Main und im Wiesbadener Bezirk bereits begonnen. InOberh «ssen wird bi« Rodung in kurzem be- «innen. Aber zur Versorgung der Städte werden noch täglich pfälzische Frühkartostetti hereingenom- men. Die Verwertung der alten Bestände nähert sich allmählich dem Ende. Die Preise für die Frühkartoffeln werden jeweils von der zuständigen Haupt» Vereinigung bekanntgegeben. An allen rhein-mainischen O b st m a r ft e n nimmt die Anlieferung von Frühobst wie Johannis- und Stachelbeeren, Süß- und Sauerkirschen entsprechend dem guten Ernteausfall noch zu. So können die Hausfrauen an die Emdunstung von Wintervorräten berrten. Die Konservenindustrie geben soll. Peinlich vermieden wird jede körperliche Ueberanstrengung der Fahrtt^l» nehmer, die sich gerade bei den Pimpfen und Jung- mädeln verhängnisvoll auswirken müßte. Der Reichsjugendführer hat diesen Fragen stets besonderes Verständnis entgegengebracht und durch ein» chneidend« Anordnungen dafür gesorgt, daß kein Jung« und kein Mädel stärker beansprucht wird als es feiner Gesundheit zuträglich ist. So muß jeder vor Antritt der Fahrt eine Gesundheitsbescheinigung vorlegen, aus der heroorgeht, ob der Junge oder das Mädel körperlich in der Lage ist, an der beabsichtigten Wanderung teilzunehmen. Weiter wird dafür gesorgt, daß nicht mehr Gepäck mitgenommen wird als unumgänglich notwendig ist. Besonders ist es zu begrüßen, daß hier auch eine gewissenhafte Begrenzung geschaffen worden ist. Gemäß den Vorschriften der Reichsjugendführung darf das Gewicht des Tornisters für Pimpfe nicht mehr als 2,5 Kilogramm und für Hitlerjungen nicht mehr als 5 Kilogramm betragen. Im einzelnen ist genau festgelegt, was im Tornister mitzuführen ist, so daß unnötiger Ballast zuhause gelassen werden kann. Don nicht minderer Bedeutung rst die Frage der Verpflegung. Es liegt auf der Hand, daß qe- rad« bei diesen jungen Menschen, die in starkem Wachstum begriffen sind, auf eine richtige und zweckmäßige Ernährung geachtet werden muß. Die Lehrgänge für Lagerköche und Jugendherbergs- mütter, die kürzlich von der Reichsjugendfuhrung abgehalten worden sind, haben dazu wesentlich beigetragen. Jungen und Mädel wissen, daß sie eine gute und schmackhafte Verpflegung erhalten und daß selbst der größte Hunger, der bei diesen Wanderungen wahrlich nicht gering zu sein pflegt, gestillt werden kann. Es ist also völlig unnötig, daß die Eltern ihren Kindern noch großen Sonber- proviant mit auf den Weg geben, „damit der arme Junge unterwegs nicht zu hungern braucht'. Die gute Entwicklung des Gesundheitsstandes unterer Hitler-Jugend ist der beste Beweis dafür, wie günstig sich die zahlreichen von der Reichsjugend- führung getroffenen Maßnahmen auswirken und jede Sorge von elterlicher Seite ausschalten. Diese Fahrten, die kein Hitlerjunge mehr missen möchte, erschließen nicht nur die Schönheiten unserer Heimat, sondern machen auch, worauf besonderes Gewicht gelegt wird, jeden einzelnen mit der geschichtlichen und kulturellen Entwicklung der Gegend, durch di« di« Fahrt führt, vertraut. Es wird damit auch das politische Denken unserer Jugend planmäßig geschult. — Wenn wir jetzt, da der Sommer seinen Einzug gehalten hat, überall auf die Fahrtengruppen der Hitler-Jugend stoßen, wenn wir ihre braungebrannten Gesichter sehen, aus denen die Freude leuchtet, dann wollen wir dabei auch der . Arbeit jener Führer in der Hitler-Jugend gedenken, . die für reibungslose Durchführung der Fahrten ■ Sorge tragen. Iibein-Moinische Börse. Mllagrbörse naelaheitlich. Frankfurt a. M., 6.Juli. Die Börse hatte am Aktienmarkt eine weiterhin feste Grundtendenz, doch war die Entwicklung der Kurse bei kleiner gewordenem Geschäft uneinheitlich. Während seitens der Provinzkundschaft noch Käufe kleinen Ausmaßes vorlagen, schritten die Derufskreise vielfach zu einigen Glattstellungen, so daß sich Schwankungen von durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H. ergaben. Don Chemiewerten ließen IG. Farben auf 144,90 (145,75), Metallgesellfchaft auf 111,50 (112) nach, dagegen Scheideanstall weiter fest mit 209 (207,50). Montanwerte lagen sehr ruhig, aber behauptet. Mannesmann 104,65 (104,75), Hoesch unverändert 106, Rheinstahl 133,65 (133,50), Verein. Stahl etwa 100 (100,25). Weiter fest tendierten BMW. mit 130,25 (129/50), auch Demag 1,25 v.H. gesteigert auf 137,50. Höher kamen ferner il a. Zellstoff Waldhof mit 116,50 (110), Westdeutsch« Kaufhof mit 96,13 (95,50) und Schuckert mit 173,90 (172,50) zur Notiz. Anderseits gingen Conti Gummi auf 210 (211), Deutsche Linoleum auf 144 (145) und Feinmechanik Jetter nach Pause auf 97 (98,50) zurück. 8:52,3 (108,9 km/st), während der Auto - Union - Fabrikfahrer Winkler sich offensichtlich noch etwas zurückhiell und mit 8:54,0 (108,4 km/st) zufrieden war. In der schweren Klaffe fuhr D a a s e n (Hambach) als schnellster Mann auf der Norton mit 8:17,1 Minuten «inen Durchschnitt von 116,6 km/st. Der Hamburger Lohmann jagt« seine BMW. in 8:18 (116,2 km/st) über den Kurs. Schnelle Runden gab es schließlich auch bei den Sportwagen.. In der kleinen Klasse schnitt vorerst Do rst er (Nheydt) auf MG. mit 9:53,1 (97,6 km/st) am besten ab, während der Offenburger M ö l d e r s in der Klass« bis 1500 ccm mit 9:17,1 (103,8 km/st) überlegen war. Der Berliner B r i e m von der Mannschaft der Korpsführung steuerte seinen BMW. in der 2000»ccm-Klaffe in 8:28 (113,9 km/st) über den Kurs. Der Fiatfahrer Westenberger wurde nach dem Training aus der Dahn getragen, erlitt aber erfreulicherweise kein« Verletzungen. Die Rhein-Mainischen Getreidemärkte stehen, wie überall, im Uebergang zur neuen Ernte. Der Schnitt der Wintergerste hat bereits am Rhein begonnen. Die Altbestande sind soweit untergebracht, di« ,Müh» len auch für die nächste Zeit mit Mahlgut versorgt, und die Reichsstelle geht mit größeren Vorräten in das neue W i r t s ch a f t s i a h r hinein, alsjezuvor. Selbst Futtermittel sind in allen Sorten, außer Kleie und Oelkuchen, genügend belieferbar. Die neue Getreidemarkt- orbnung übernimmt im wesentlichen das bisherige Gefüge und die seitherigen Preise. Zur Unterbringung der großen Roggenernte ist jedoch die Beimischung von wenig ausgemahlenem Roggen- mehl an Steüe des bisherigen Kartoffelstarkemehls zu Weizenmehl vorgesehen. Hierfür wird eine hellere Weizenmehltype hergestellt werden. Diese Neuregelung tritt ab 1.8.1939 in Kraft. Jur Stärkung des Futtergetreideanbaues find die Preise für Futtergerste und -Hafer um 2 bzw. 3 Mark je Tonne erhöht worden. Schließlich enthält die Anordnung auch neue Bestimmungen über die Naturalaewichte und die entsprechenden Zuschläge, wie die Begren- iUna des Anteils von Auswuchs bei (Betreibe. Für den Futtermittelumsatz find die Spannen neu ge- Wieder hat ein neuer Fahrtensommer 1 der Hitler-Jugend seinen Anfang genom- < men. Der ganzen deutschen Jugend erschließen sich o die Schönheiten unserer Heimat, die sie auf diesen besonders sorgfältig vorbereiteten und in ihrer Durchführung mustergültigen Fahrten kennen lernt. Auch unsere Jüngsten, die eben erst in die Jugend des Führer aufgenommenen Pimpfe und Jung» mädel, treten jetzt ihr« erste Fahrt an, die sie zusammen mit ihren Kameraden und Kameradinnen zu den schönsten Plätzen unserer Heimat führt. Die Fahrten gehören mit zu den wichtigsten Aufgabengebieten, die sich die Hitler-Jugend gestellt hat. Die deuffchen Jungen und die deutschen Mädel sollen ihre Heimat kennen lernen, sollen heraus aus den engen Mauern der Großstadt, damit sie schon in so jungen Jahren unvergängliche und unvergeßlich« Eindrücke erhalten, die für ihr ganzes späteres Leben mitbestimmend sein werden. Der zweite Zweck, der mit diesen Fahrten verfolgt wird, ist erzieherischer Natur: schon die Zehn- jährigen sollen lernen, was es heißt, sich in die Gemeinschaft, und mag sie auch noch so klein sein, einzufügen. Sie begreifen bann rasch, was Ordnung und Disziplin heißt. Im tag- lichen Zusammenleben mit ihren Kameraden und Kameradinnen merken sie, daß nicht jeder Sonderwunsch Erfüllung finden kann und nicht das „Ich ", sondern das „Wir" maßgebend ist. So wird auf diesen Fahrten, ohne daß dies den Jungen und Mädeln stets zum Bewußtsein kommt, ein gutes Stück Erziehungsarbeit geleistet, die sich späterhin, wenn größere und wichtigere Aufgaben an den jungen Menschen herantreten, nur fruchtbar auswirken kann. Darüber hinaus tragen diese Fahrten dazu bei, schon bei der Jugend keine irgendwie gearteten Vorurteile, was Berus und Herkommen der Eltern betrifft, aufkommen zu lassen. Der Jung« lernt auf diesen Fahrten, daß in der Beurteilung jedes seiner Kameraden allein die Tatsache ausschlaggebend ist, ob er ein ganzer Kerl ist, also die Forderungen erfüllt, die der Führer an seine Jugend gestellt hat. Wenn heute der Jung« ober das Mädel sagt „Am Samstag und Sonntag gehen wir auf Fahrt!", dann wissen die Eltern, daß damit ihr Kind keine Wanderung antritt, die einem unbekannten Ziel entgegenführt. Jede dieser hunderttausend Fahrten, die Jahr um Jahr durchgeführt werden, ist bis in alle Einzelheiten vorbereitet. Daß dabei manche Schwierigkeiten zu überwinden sind, liegt auf der Hand. Es bedarf einer überaus sorgsamen Vorarbeit, um eine reibungslose Durchführung jeder dieser Wanderungen zu gewährleisten. Niemals wird es, um einmal auf diese Schwierigkeit hinzuweisen, vorkommen, daß eine besonders schöne Jugendherberge, in der über- nachtet werden muß, bas Ziel von mehr Wander- Srupen ist, als in ihr Unterkunft finden können. cd er Fahrtteilnehmer weiß, daß, wenn in dieser oder jener Jugendherberge übernachtet werden soll, zur vorgesehenen Ankunftszeit alles aufs beste gerüstet ift. Überschneidungen und Zu- ammensallen von Reisezielen werden, wofür, der genau ausgearbeitete Organisationsplan Sorge trägt, peinlichst vermieden. So liegt es auf der Hand, daß die Durchführung dieser ungezählten Fahrten ein gerüttelt Maß von Vorarbeiten bedingt. Schon monatelang vorher werben die Wanderungen, ob sie sich nun über einen ober mehrere Tage erstrecken, von den ver- antaortlichen HJ.-Führern genauestens burchgear- beitet. Von besonderer Wichtigkeit ist selbstverstand- Deutschen Turnerschaft, 1906 trat er als Turnverein Hausen von 1864 dem neugegrünbeten „Turner- bunb Lahn-Dunsberg" (dem späteren „lurngau Lahn-Dimsberg") bei, dem er vis 1933 angehorte. Mit diesem Gau trat der „To. Hausen von 1864" nun wieder in die „Deutsche Turnerschaft" und zählt jetzt, wie alle Turn- und Sportvereine, zum Nationalsozialistischen Reichsbund für ßeibesübun- gen. Dem Turnverein Hausen von 1864 gehörten einzelne Mitglieder an, deren Tätigkeit sich weit über unseren Ort und ben Turnverein hinaus erstreckte. Die markanteste Persönlichkeit des Vereins war der im ganzen Gau Lahn-Dünsberg bekannte und bis über fein 80. Lebensjahr hinaus auf feinem Gaufest fehlende „Turnvater^ Förster Karl Schlag. Heber 70 Jahre war Turner Jakob Schlundt Der Renten markt lag nchia. ©teuergut» scheine I etwas schwächer, Dezember/Januar 99,40 (100), Februar 99,30 bis 99,50 (99,90). In Serie II fanden Abschlüsse auf Basis der Abendbörsenkurse statt. Pfandbriefe, Staatspapiere unb Stadtanleihen lagen sehr sttll unb unverändert. Don Liquidationspfandbriefen Meininger 101,25 (101), Franks. Hyp 100,55 (100,65). Industrie-Obligationen bei zum Teil mehr Geschäft wenig verändert. Reichsanleihe-Alt» besitz weiter abbröckelnd auf 131,25 (131,40), Reichs- bahn-DA. unverändert 121,90, ebenso im Freiver- kehr Kommunal-Umschuldung mit 93,60. Der Verlauf war nahezu geschäftslos, und wettere Notierungen erfolgten kaum. Man nannte größtenteils 0,25 bis 0,50 v. H. ermäßigte Kurse. IG. Farben 0,13 v.H. höher mit 145. Bei den später fest- gestellten, meist nominellen Kursen gingen die Ab- weichungen bis 1,50 v. H. Don unnotierten Werten gewannen Dmgler 0,50 v. H. duf 101,50 bis 103,50, im übrigen herrschte Geschäftsstelle. — Tagesgeld unverändert 2,25 v.H. Abendbörse gut behauptet. USA. und England im Frauen-Einzel-Endlampf. Eine Amerikanerin unb eine Engländerin werben bei ben englischen Tennismeisterschaften in Wimbledon am Samstag bas Endspiel im Fraueneinzel bestreiten. In der Vorentscheidung fiegte Frl. Marble (USA.) mit 6:0, 6:0 über Frau Sperling (Dänemark) unb Frl. 61 a m m e r s (England) war mit 7:5, 2:6, 6:3 über Frau Fabyan (USA.) erfolgreich. Sportwettkämpfe der Volksschulen im Bezirk Sießen-Land. Am Donnerstagvormittag traten unter ßeituna von Lehrer Schmanbt (Watzenborn-Steinberg) die Knaben der oberen Dolksschuklassen aus ben Orten Großen-Linben, Klein-Linden unb Watzenborn-Steinberg zum Wettkampf in ben von der Schulbehörde angeorbneten Fußschlagballfpielen an. Die flink«, gut durchtrainierte Mannschaft von Watzenborn-Steinberg besiegte im ersten Spiel bie Mannschaft von Grohen-Linben mit 77:22 (53:19) und im zweiten Spiel bie von Klein-Linden mit 95:24 (40:14). Watzenborn-Steinberg wurde damit Bezirkssieger. Im dritten Spiel unterlag Klein- Linden der Mannschaft von Großen-Linben mit 28:49 (8:23). nimmt für diese Zwecke große Obstmengen auf. Die Frühgemüsekulturen geben nach ben vielen Regenfallen gute Erträge, so daß jetzt noch überreiche Mengen von Kopfsalat, Kohlrabi unb Wirsing an bie Märkte kommen. Hier sind bei gelegentlichen Ueberftänben bie Preise sehr zurückgegangen, währenb anbere Sorten, wie Gurken, Möhren, Erbsen und Blumenkohl stetig blieben. Die ersten Bohnen werden gut bezahlt, ebenso bie frühen Haustomaten. Zubem gehen täglich auf den größeren Plätzen Auslandgemüse, wie Tomaten unb Bohnen, ein. Zwiebeln, wie alle Gewürzkräuter, inb jetzt überall erhältlich. Die Fleischversorgung wirb nach ben geltenden Kontingentsätzen durchgeführt. Di« wieder r e ich * kicheren R i n b e r zu f u h r e n genügten für den Bedarf, zumal die Metzger auch erhöhte Schweinezuteilungen erhalten konnten. Am Frankfuriaer Großmarkt konnten außerdem Fettschweine für die Kühlhauseinlagerung entnommen werben. Die Kälbermärkte sind wie bisher beschickt! worben, in Frankfurt zur Hälfte aus dem hiesigen Gebiet unb Norbbeutschlanb, zur anberen aus Sud- beutschianb. Die Anlieferung von Schafen setzte ftar» ter ein. Auch auf dem ßanbe sollte baher der Verzehr von Hämmeln wieder zunehmen. 2n der Milcherzeugung ist der sommerliche Höchststand nun überschritten, aber der Frischmilchbebarf in Hessen-Nassau blieb stetig. Immerhin fiel die SButtereneugung kleiner aus, so baß zur volleni Versorgung erhöhte Ausgleichslieferungen notig waren. Die Nachfrage für Hartkäse ist sehr stark unb nicht immer leicht zu befriedigen, da die Er- zeugerbestänbe sowohl in Hartkäse wie in Schmelz^ käse nicht sehr umfangreich sind. Dagegen sind Weichkäse, ganz besonders Magersorten, wie Lim, burger, Sauermilchkäse und Quart reichlich zu haben, so daß diesen öfters noch der Vorzug im Verbrauch einqeräumt werben sollte. Auch bie E i e r v e r s o r - gung macht eine Umftelluna gelegentlich notwendig, wobei an Stelle ber frischen Eier schlagfahigS > Eiweiherzeugnisse genommen werden können. Aeichsrufchüffe für die Errichtung von Typenspeichern. Fwb. Im Landwirtschaftlichen Reichsministerialblatt Nr. 26 vom 1.7.1939 werden di« Richtlimen über di« G«währung von Reichszuschüssen für die Errichtung von Typenspeichern veröffentlicht. Danach hat das Reich zur Gewährung von Reichs- Huschüfsen an solche Bauherren, die getreidewirt- schaftttch notwendig« Speicher mit einem Fassungsraum von 300, 500 und 1000 Tonnen nach ausgestellten Einheitstyven errichten, besonder« Mittel oereitgestellt, um bi« Errichtung von kleinen unb mittleren Getreidelagerräumen zu erleichtern. Der Reichszuschuh beträgt etwa ein Drittel der Baukasten. Daneben wirb auf Antrag eine Reichsbürgschaft für bi« auf genommenen Kredite bis zu 50 v. H. ber Baukosten übernommen und eine Zinsverbilligung gewährt. Der Reichsernährungs- Minister verweist weiter auf bie Möglichkeit, bei ber Steuer Absetzunaen für Abnutzung bis zu jähr- lich 10 v. H. ber Kosten vorzunehmen. 3u den ältesten Turnvereinen des Turnkreises Achn-Dill gehört der Turnverein Hausen. Er wurde 1864 gegründet und konnte im Juni d. I. auf fein 75jähriges Bestehen zurückblicken. Die Anregung zur Gründung eines Turnvereins in dem kleinen Hausen ging wahrscheinlich von Gießen aus. Auch Turner von Wieseck, dessen Turnverein 1862 gegründet wurde, mögen Anlaß zur Gründung des hiesigen Turnvereins gegeben haben. Jedenfalls bestanden in ben sechziger und siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts eifrige turnerische Beziehungen zwischen Gießen, Wieseck und Hausen. Gießens „Alter Turnverein" (der To. von 1846) unternahm damals viele Sichre hindurch auf Karfreitag einen iurngang nach Haufen. Nach ungefähr dreißigjährigem Bestehen trat der Tv. Hausen in eine Ruhepause ein. Die turnerische Arbeit ließ nach unb ruhte einige Jahre ganz. Es war ein gesunder Schlaf, denn als 1906 ber Verein wieder zu neuem Leben erwachte, da standen auch alle alten Mitglieder mit auf. Unter ber Führung einiger tatkräftiger Männer erreichten das turne- risch« Leben unb die Mitglieberzahl des Vereins damals ihren höchsten Stand. Anfangs gehörte ber Turnverein Hausen zur Aus -er engeren Heimat. Großes Reitturnier in Bad Salzschlirf. Bad Salzschlirf wird ain kommenden Sonntag ganz im Zeichen des Pferdesports stehen. Die Tur- nierleitrkng hat in. der Gemeinchaft mit der Bade- vcrwaltung alles getan, um dem Turnier zu einem Ersolg zu verhelfen und den Badegästen ein Erlebnis nicht alltäglicher Art zu vermitteln. Für das Turnier liegt ein überraschend gutes Meldeergebnis vor. 500 Nennungen find eingegangcn. Fast 200 Pferde werden in den verschiedensten Wettbewerben starten. Ausgezeichnete Reiter und Reiterinnen sind beteiligt. Die Wehrmacht stellte viele Offiziere und Soldaten. Die SA.-Gruppe Hessen, die fj, die Reit- uud Fahrschule Marburg nehmen mit besten Reitern und edelsten Pferden teil und darüber hinaus wird die Wehrmacht ganze Gefechtshandlungen als Schauvorführungen mit Kampffliegerangriffen entwickeln. Zung-Reinecke in Gefangenschaft. * Krofdorf, 6. Juli. Dem Förster vom Forst- haus Waidhaus bei Krofdorf begegneten vor kurzer Zeit auf einem Gang durch den Wald, unweit des Waldhauses, mehrere junge Füchse, die gerade über die Straße hinweghuschen wollten. Schnell verkrümelten sich die flinken Tiere. Immerhin konnte der Förster bemerken, daß sich eines der jungen Tierchen in ein Wasscrdurchlaßrohr verkroch, das unter der Straße hindurchgeführt nror. Rasch verschloß der Förster beide Ausgänge und hielt so das Tier für kurze Zeit gefangen. Nachdem er sich ein Netz beschafft hatte, holte er das Tier aus dem Rohr und nahm es mit nach Haufe. In einem kleinen Käfig ist nun Jung-Reinecke untcrgebracht. Er schläft, frißt, säuft nach Herzenslust und ist die neue Umgebung schon gewöhnt. Der Förster will ihn zunächst zähmen und später mit ihm einen Kreuzungsversuch mit einem Silberfuchs machen. Unser Bild zeigt das junge, jetzt etwa acht Wochen alte Tier, dem allerdings jetzt schon bei aller Zierlichkeit das Listige und Verschlagene seiner Art deutlich anzusehen ist. — (Aufn.: Neuner, Gießener Anzeiger.) Zusammenstoß zwischen Kraftrad und Auto. In der verflossenen Nacht gegen 23 Uhr ereignete sich auf der Landstraße Trais-Horloff — Bellersheim am Bahnübergang der Strecke Friedberg—Hungen ein Zufammenstoß zwischen einem Kleinkraftrad und einem Personenauto. Der Unfall verlief zum Glück noch glimpflich. Die beiden Fahrer des Kleinkraftrades wurden leicht verletzt, die Insassen des Autos blieben unversehrt. An beiden Fahrzeugen entstand Sachschaden. Aus dem fahrenden Zug gesprungen. LPD. Lauterbach, 6. Juli. Auf der Fahrt nach Alsfeld sprang kurz vor dem Bahnhof W a l - len rod ein junger Mann aus Lauterbach aus unbekanntem Grunde aus dem fahrenden Zuge. Er erlitt zum Glück nur leichtere Verletzungen und wurde mit einer Gehirnerschütterung dem Lauterbacher Krankenhaus zugeführt. Landkreis Gießen. > Mainzlar, 6. Juli. Am Mittwochabend waren in der alten Schule die H I. und der B D M. von Mainzlar und Daubringen angetreten. Lehrer Nicolai hielt einen Vortrag über das Reichsjugendgesetz. Seine Darlegungen wurden mit großem Interesse ausgenommen. △ Reiskirchen, 6. Juli. Die hiesige Spar- und Darlehenskasse hielt ihre Generalversammlung ab. Zunächst gab Kontrolleur Stumpf einen Ueberblick über die politischen Ereignisse des Jahres 1938. Weiter gedachte er des Schöpfers des Genossenschaftswesens Friedrich Wilhelm Raiffeisen, .der vor 50 Jahren die Augen für immer schloß. Ferner erinnerte er an den vor 25 Jahren erfolgten Tod des hessischen Genossenschaftsorganisators Wilhelm Haas. Dann behandelte er den Geschäftsbericht. Im Jahre 1938 hatte die Kaffe einen weiteren Aufschwung zu verzeichnen. Die Bankschulden konnten getilgt werden: an deren Stelle sind weit über 80 000 RM. Guthaben getreten. Die Spareinlagen erhöhten sich um rund 58 000 RM. auf über 477 000 RM. 72 neue Sparbücher konnten ausgegcben werden. 7 neue Kredite von rund 10 000 RM. wurden im Berichtsjahre gewährt. Die Gesamtausleihungen betragen rund 425 000 RM. Der Gesamtumsatz im Jahre 1938 betrug 1 488 530,90 RM. Die Bi'lanz- suinme stieg auf 553950 RM., das sind rund 12 v. H. Der Reingewinn hat sich um 300 RM. gegenüber dem Vorjahre eshöht und beträgt im Geschäftsjahr 1938 2550,78 RM. Im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat wurde folgende Verteilung vorgeschlagen und angenommen: 5 v. H. Zinsen auf die Geschäftsguthaben - 1676,10 RM., Zuschreibung zum Reservekonto - 350 RM., Zuschreibung zur Betriebsrücklage = 350 RM., Rest auf neue Rechnung vorgetragen - 174,68 RM. Am Schlüsse seiner Ausführungen forderte Kontrolleur Stumpf die Mitglieder auf, weiterhin mit allen Kräften mitzuarbeiten, und schloß mit dem Sieg-Heil auf den Führer unseres Volkes. Dann wurde die Bilanz genehmigt und dem Vorstand und Aufsichtsrat Entlastung erteilt. Die ausscheidenden Vorstands- und Aufsichtsratmitglieder wurden wiedergewählt. Mit einer kurzen Aussprache der Mitglieder endete die Versammlung. Kreis Alsfeld. c. Flensungen, 6. Juli. Die hiesige Kriegerkameradschaft veranstaltete ein Preis- Scheibenschießen. Aus der Nachbarschaft fanden sich zahlreiche Schützen dazu ein. Ständig wurde auf beiden Ständen geschossen. Vier Schützen (Heinrich Seng, Merlau, Hugo Becker, Flensungen, Rudolf R e i tz/Flensungen und Emil Pinstock, Weickartshain) erreichten die Höchstringzahl von je 36 Ringen. Ferner wurden von sechs weiteren Schützen je 35 Ringe, von 10 Schützen je 34 Ringe und von 15 Schützen je 33 Ringe erzielt. — Aus Anlaß des 10jährigen Bestehens des G e - sangvereins „Liederkranz" Flensun- g e n fand im geschmückten Saal des Gastwirts Becker eine Feier statt. Vereinsführer August D e u b e l begrüßte die Gäste. Ortsgruppenleiter Münch erinnerte in seiner Ansprache daran, daß das Gründungsjahr des Vereins mit dem der Ortsgruppe zusammenfällt, und gedachte dankbar der Manner, die in unruhiger Zeit den Beschluß, faßten, das deutsche Lied zu pflegen. Her Erfolg der Arbeit im Verein habe sich bei manchem Wertüngs- singen gezeigt. Mit großer Freude wurde sein Entschluß ausgenommen, dem Gesangverein beizutreten. Chorleiter Dönges sprach anschließend über den hohen Sinn der Pflege des deutschen Liedes und von der herzlichen gegenseitigen Verbundenheit zwischen Sängern und Chorleiter. An zahlreiche Mitglieder überreichte er dann ein Erinnerungsblatt für 10jährige Mitgliedschaft. Chorleiter Dönges erhielt aus der Hand des Vereinsführers das Ehrenblatt und als Zeichen der Anerkennung seiner Arbeit ein Bildnis des Führers. Der weitere Verlauf der Feier war her kameradschaftlichen Unterhaltung gewidmet. Falsche Eintragungen im Arbeitsbuch. LPD. Frankfurt a. M., 6. Juli. Das Schöffengericht verurteilte eine 30jährige Angeklagte wegen Urkundenfälschung zu 7 0 Mark Geldstrafe. Die Angeklagte hatte Aend.erungcn in ihrem Arbeitsbuch vorgenommen, weil sie annahm, hierdurch schneller eine Stelle erhalten zu können. ORunÖfunfprogramm Samstag, 8. Juli. 5 Uhr: Frühmusik. Es, spielt der Gaumusikzug Reichsarbeitsdienst, Gau 10. 5.50: Bauer, merk auf! 6: Morgenspruch. Nachrichten. Wetterbericht. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Betriebs-Sport-Appell des Reichssenders Frankfurt. 8.40: Froher Klang zur Werk- paufe. Es spielt das Musikkorps der Schutzpolizei der Freien Stadt Danzig. 9.30: Gaunachrichten. ,10: Schulfunk: Ein Leben für Deutsch-Südwest. Eine Hörfolge. 11.40: Ruf ins Land. 12: Werkskonzert in Verbindung mit der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. Es spielen die Wiener Symphoniker. 14: Nachrichten. 14.10: Lockende Geigen zärtliche Lieder. (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: Stimmen aus dem Alltag. 15.30: Was kann das bei Fermatens fein, vier Menschen gehen aus und ein? 16: Kurzweil am Nachmittag. 18: Und abends, wenn kein Dienst mehr drückt ... Es spielt der Musikzug der SA- Gruppe Westmark. Einlagen: 1. Die Gruppenwettkämpfe der SA.-Gruppe Westmark. 2. Kamerad, wo bist du? 19.15: In eigener Sache — in eigenen Räumen. Bericht von der Erstellung des Gemeinschaftsraumes des Reichssenders Frankfurt. 19.30; Buhne und Film im Rundfunk. 20: Nachrichten. 20.15: Unterhaltungskonzert. Ausführung: das kleine Orchester des Reichssenders Frankfurt. 22: Nachrichten. 22.15: „Rund um Schotten". Am Vorabend: Motorräder und Rennwagen im Vogelsberg. 22.30: Wir tanzen in den Sonntag. 24 bis 3: Machtkonzert. Sprechstunden der Aedaktron. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittag geschloffen £eic(jte Stoffe für heifee Tage! Beiderwand ca. 70 cm breit, ein strapazierfähiges Gewebe, in flotten Streifenstellungen...............Meter -.68 Dirndl-Karo ca. 70 cm breit, licht-, lüft- und waschecht, für Haus- und Gartenkleider................Meter -.95 Vistra-Musseline ca. 80 cm breit, in vielen schönen Mustern für das nette Nachmittagskleid.................Meter Organdy ca. 90 cm breit, für das duftige Sommerkleid, in weiß und Pastellfarben.................Meter -.95 1.95 Bemberg-Lavabel ca. 80 cm breit, Tupfenmuster, ein zarter Stoff für Blusen und Kinderkleidchen.............Meter 1.95 Zw, Kostüm-Leinen 140 cm breit, weiß, eine gute Qualität, auch für Röcke geeignet........................Meter 2.95 Bemberg-Lavabel ca. 92 cm breit, der Modestoff des Jahres, in entzückender Auswahl.....................Meter 3.50 Batist-Lochstickerei ca. 130 cm breit, in vielen schönen Sommerfarben, gut waschbar.........................Meter 3.75 - Besuchen Sie die große Abteilung Damen-Fertigkleidung = die Ihnen unverbindlich unsere reichhaltige Auswahl zeigt 4761 A föurg Slcibcrg Am Sonntag, dem 9. Juli 1939, nachmittags und abends Großes £uftn) affen fffonzert ausgeführt vom Musikkorps der Fliegerhorst - Kommandantur Gießen Leitung: Musikmeister PFARRE Beginn 15.30 Uhr Omnibusverbindung ab Oswaldsgarten: 14.30 15.15 16.00 17.30 18.30 20.00 Eintritt 0.30 RM ab Burg Gleiberg: 17.00 21.10 18.10 23.30 19.20 4769V Gießener S