MM MzF Mr iM s O W 7* ;- > fr.fr fr. <:- >>: r." /' / Xy ; ft //; xM Z :f z / . XW >?' /,/ ^zf7 Z A^afi W'.ttf'fr ' " * • -/MW * ?. '7 ~2 " ■’’ 7) «LMZ Ws WO ^/MW MZ DK W > n be» schun- ingen. npst. >enke ?unb 165 ver- den, Der und Greift Ma- Jetzt lange schick- n die >ligen zedul- gend- tehen. ;t der eistert Zeute! Ueb- i Sie ick zu nie aus. ' er- lisse. ben- exas )atte igelnder oben ver- afse, brik! au. Fch- in den y und len sich ! aus. treten n falls iroßer i Ait- [eicroc hlagen leserve ir mit Gäste. 1 müs- m ein Untiere som in stungen s Erd- Mäuler i W s W nd D M« irein'l' inntcn i ihrer , Eltern «« “5 Ä Kinder ss S- Mittwoch, 7. Juni 1939 Nr. 130 Lrftes Blatt 189. Jahrgang Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Npf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.250/o mehr. Ermähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie ein« spaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei. gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rps. Mengenabschlüsse Staffel 8 Erschemi täglich, anher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Bezugspretr: Mit 4 BeUagen RM.L.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten. Anzeiger Sieben postscheätonto: Zrankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: vrühlsche Univerfilätrdruckerei «.Lange in Siehrn. Schriftleitung und Seschäftrstelle: Schulsttahe 7 l der Flieger standarte am Mast emporsteigt, die Freitreppe em-^ Richthofen die por, trift an den Rand der Rednertribüne und Antwort entgegen. Generalfeldmarschall Göring spricht Generalfeldmarschall wendet sich Der Unser Bild reckits xeiat einen Ueberblick über die eindrucksvolle Kundgebung. Links sieht man den Führer beim Verlassen der Tribüne, die HI.-Jungen Schildern flankieren, auf denen die Namen der in Spanien gefallenen deutschen Legionäre standen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) mit am Fuße der Rednertribüne stehende Fahne der Legion. Dann schreitet er, während die Führer- Front ab. Langsam geht der Führer durch die Rechen der Spanien-Freiwilligen zur Freitreppe und grüßt die Der Führer ehrt die Toten der Legion Condor. Man erkennt auf unserem Bilde hinter dem Führer (von rechts): Generalmajor v. Richthofen, Großadmiral Raeder, Generaloberst Keitel, Generaloberst Milch, Generalfeldmarschall Göring, General der Flieger Sperrte und Admiral v. Fischet. — (Scherl-Bilderdierist-M.) grüßt die Legion: „Heil Legion Condor!" „Heil mein Führer!" braust ihm vielstimmig die nun an d i e Legionäre. „Mein Führer! Kameraden! Heute sind euch nun die höchste Ehre und der höchste Lohn zuteil geworden. Ihr habt vor eurem Führer vorbei marschieren dürfen. Ihr seid unter dem Jubel des deutschen Volkes in seine Reichshauptstadt als Sieger durch das ehrwürdige Brandenburger Tor gezogen und seid jetzt hier angetreten zum Appell des Sieges. Legion (Eonbor! Seit wenigen Tagen ein Name, leuchtend im ganzen deutschen Volk. Legion L o n d o r ! Der Name birgt eine ungeheure FüllevonLinsah,Tapferkeit,Mui, Kampf und Sieg. Wo immer während des dreijährigen schweren Ringens um die Freiheit Spaniens der Kampf am stärksten tobte, immer und überall stand die Legion (Eonbor in vorher st er Linie unb kämpfte mit helbenmütiger Tapferkeit unb unter letztem Einsatz für ben Sieg. Historische Namen großer Schlachten, wie Madrid, Bilbao, Santander, Brünette, Teruel, Ebro, Katalonien, Barcelona, Valencia, sind auf das engste mit den Taten und den Siegen der Legion Condor verbunden. Zum ersten Male wieder durfte die junge deut sch e Luftwaffe als Hauptträgerin des Kampfes auftreten, und mir haben es als ein großes Glück empfunden, daß die wiedererstandene junge Waffe zeigen und beweisen durfte, daß sie wieder kämpfen und siegen konnte und daß sie die große Tradition, die sie aus dem Weltkriege zu übernehmen hatte, in der Legion Condor würdig fortführte. Seit dem Weltkriege find nun wiederum deutsche Soldaten in der Heimat eingezogen. Aber diesmal durften sie die Fahnen siegreich nach Hause bringen. Auch damals war es nicht die Schuld der Soldaten, nur durch eine feige politische Führung wurde der Soldat um seine Tapfer-, feit, um seinen Ruhm und um sein Opfer betrogen. Heute aber, da die Fahnen und Standarten wieder siegreich eingebracht werden, kehrt ihr, meine Kameraden, zurück in ein größeres Deutschland als jenes, aus dem ihr seinerzeit vor Jahren ausgezogen ward. Großdeutschland ist erstanden. Heute steht an der Spitze wieder ein großer Soldat, und so ist die politische Führung soldatisch, b. h. mutig, tapfer unb entschlossen. Ihr könnt nun neben bem Bewußtsein eurer eigenen Ruhmestaten bei ber Heimkehr bie stolze Gewißheit tragen, Großdeutschlands Solbalen zu fein. Euch ist als Soldaten der schönste Lohn zuteil geworden, denn durch diese starke und große politische Führung wird euer Sieg anerkannt Euer Ruhm gefeiert. Wenn jetzt in uns allen das Gefühl des Glückes und des Stolzes über Sieg und Ruhm emporsteigt, bann wollen wir in dieser Stunde aber auch derer gedenken, die im Geiste heute in eueren Reihen mitmarschieren. Die Gefallenenehrung. Es ist ein erhebender Anblick, als unter den Klängen des alten Soldatenliedes vom guten Karne- roden die Legionäre präsentieren und die Fahne der Legion sich senkt, während alles sich von den Plätzen erhebt und mit erhobener Rechten der toten Helden gedenkt, die auf den spanischen Schlachtfeldern ihren Einsatz für Führer, Volk und Reich mit dem Tode besiegelten Der Feld marschall fährt dann fort: Kameraden, vor euch stehen die Schilder mit den Namen unserer gefallenen Helden. In diesem Augenblick nimmt das ganze deutsche Volk teil an dieser Ehrung seiner großen Gefallenen. Meine Kameraden! Ihr. bie ihr beim Appell Berlin, 6. Juni. (DNB.) Mit dem feierlichen Staatsakt im Lustgarten in den Mittagsstunden des Dienstag, bei dem der Führer den deutschen Spanienkämpfern seinen und des deutschen Volkes Dank für ihren heldenhaften Einsatz im spanischen Freiheitskampf aussprach, erreichten die festlichen Veranstaltungen nach dem siegreichen Abschluß des Kampfes auf spanischem Boden und die Rückkehr der deutschen Freiwilligen in die Heimat ihre Krönung. Im Lustgarten und in den Zufahrtstraßen war der Andrang zu den Feierlichkeiten, die den Ehrentag der Legion Condor krönten, ungeheuer. Zehn bis zwölf Glieder tief standen die Massen Unter den Linden und vor dem Ehrenmal, auf dem Schloßplatz, auf den Schloßterrassen und in den umliegenden Straßenzügen, standen sie in unübersehbaren Scharen. Der Einmarsch der Spanienkämpfer vollzog sich unter den gleichen stürmischen Kundgebungen, die die Legion seit dem frühen Morgen während des Vorbeimarsches und auf dem Wege zum Lustgarten begleitet hatten. In Zwölferreihen stehen die braungebrannten Männer Block an Block, mit dem linken Flügel unmittelbar unter dem Denkmal des Großen Königs. Unmittelbar vor dem Ehrenmal stehen Einheiten der Luftwaffe, Flieger, Flak, und Panzertruppen, die besonders aktiv in den Kampf gegen den Bolschewismus eingegriffen hatten. Zu ihrer Rechten hat das Musikkorps des Infanterie-Regiments „Groß- deutschland" Aufstellung genommen. 12.15 Uhr ist die Paradeaufstellung beendet. Kurze Zeit darauf erscheint umjubelt Generalfeldmarschall Göring, dem der letzte Kommandeur der Legion Condor, Generalmajor Freiherr von R i ch t h o f e n, die Truppe meldet. Gleich darauf erscheint, umbrandet vom Jubel der Massen, der Führer. Die Massen jubeln ihm zu, als der Generalfeldmarschall Göring dem Führer die Meldung erstattet. Das Heilrufen übertönt selbst den Präsentiermarsch der Flieger, der einsetzt, als der Führer den ersten Block der Legion Condor, begleitet von Generalfeldmarschall Göring, Großadmiral Dr. h. c. Raeder, den Generalobersten von Brauchitsch, Keitel und Milch, dem letzten Kommandeur der Legion Generalmajor von Richthofen und den ehemaligen Kommandeuren, den Generalen der Flieger Sperrte und Volkmann, die Front abschreitet. Dann setzt der Jubel aus, als der Führer langsam dem Ehrenmal zuschreitet und das Innere des Ehrenmals betritt. Zu feiner Linken geht sein Generalfeldmarschall, während die anderen kurz darauf folgen. Zwei Offiziere der Luftwaffe haben einen riesigen Lorbeerkranz ooran- getragen, den nunmehr der Führer' im Ehrenmal niederlegt, während das Musikkorps des Jnf.-Rgts. „Großdeutschland" das Lied vom guten Kameraden spielt. Die roten Schleifen tragen die Aufschrift „Adolf Hitler" und sind mit dem Hoheitszeichen und der Standarte des Führers geziert. Als der Führer draußen wieder sichtbar wird, ■ schallen ihm erneut jubelnde Heilrüfe entgegen, die sich auf seinem Weg bei der Frontabschreitung nach dem Lustgarten zu fortsetzen. An einem Fenster des Zeughauses erwartet Generalfeldmarschall von Mackensen den Führer, der den Feldmarschall herzlichst grüßt. Langsam schreitet der Führer, begleitet von Generalfeldmarschall Göring, Großadmiral Raeder, Generaloberst v. Brauchitsch, Der Ehrentag der Legion Eondor. Aufmarsch vor dem Führer. - Der Führer als Sprecher des ganzen Volkes. Generaloberst Keitel, Generaloberst Milch, sowie den Befehlshabern der spanischen Freiwilligen, General der Flieger Sperrte, General der Volkmann, sowie Generalmajor von Richtl . Appell -es Sieges. Der Legion Condor Ehrentag! In soldatischer Zucht, braungebrannt, sind die Tapferen aus Spanien ausmarschiert, ,oor sich die lorbeergeschmückten Namen derer, die für Deutschlands Ehre und Sicherheit in Spanien ihr Leben dahingaben. Aus dem Munde des Führers vernahmen sie den Dank und den Stolz des gesamten Vaterlandes. Generalfeldmarschall Göring erinnerte kurz an ihre großen Taten, die sich denen würdig anreihen, die das deutsche Volk in Waffen im Weltkriege vollbrachte, unbesiegt, bis damals eine feige Politik diesen Einsatz des Gebens zunichte machte. Dann sprach der Führer, soldatisch kurz, bestimmt, kraftvoll und in wenigen Worten die Gefahr kristallisierend, die eine aus aller Welt gespeiste Verschwörung in Spanien für ganz Europa und für die abendländische Kultur angezettelt hatte, um von dort jene Katastrophe ausgehen zu lassen, die die Einkreisungspolitiker erhoffen. Dafür traten jene Pluto- fratien ein, jene internationalen Propagandisten der Einkreisung, die die international-organisierte Vernichtung erstreben. Spanien war ihr erstes Exempel. Es schlug fehl. Als sich im Sommer 1936 General Franco an den Führer und an Mussolini um Hilfe wandte, damit sein Land national und selbständig bleibe und Europa vor der beginnenden bolschewistischen Aus- rollung gerettet werde, ging die Legion nach Spanien, die später den lorbeerumschimmerten Namen C o n d o r unsterblich machen sollte. Der Führer gab dazu die Erklärung ab, die in Spanien weit- hallendes Echo finden wird, es habe sich um den Dank der ganzen deutschen Nation an das Land gehandelt, das im Weltkrieg trotz aller Erpressungen Englands neutral geblieben sei. Als der Bolschewismus und die Demokratien den roten Vernichtern Freiwillige und Waffen lieferten, mar es klar, daß die erste Entscheidung nahte, und der Führer und Mussolini haben die weltgeschichtliche Bedeutung dieser Wahl genial erkannt. Sie haben praktisch in Spanien ihre Zusammengehörigkelt vor der Weltdemokratie demonstriert, die die Lügen verbreitete, wir und Italien hätten nur eingegriffen, um Spanien zu zerteilen und seine Kolonien fortzunehmen, Lügen, die allerdings den Schacherern der Demokratie nicht unwahrscheinlich vorkamen, da sie selbst ehrlos zu handeln pflegen. Daß nur ideale Motive den Führer und Mussolini bewogen Haden, dieser Gedanke war und Tst ihnen weltenfern. Es ist uns allen sehr hart angekommen, deutsche Brüder im Süden an der Seite eines stolzen Volkes gegen die organisierte Grausamkeit und Gemeinheit kämpfen zu wissen, ohne daß die Oeffent- lichkeit davon Notiz nehmen durfte. In Disziplin und selbstloser Bescheidenheit kämpfte unser deutsches Blut in Spanien, aber die Toten, die die Legion verlor, haben mit ihrem Leben dafür gezeugt, daß Deutschlands europäische Sendung Männer voll schweigender Pflichterfüllung bis zum Tode findet. Die deutsche Wehr ist siegreich geblieben und wird es in einem Ausmaß sein, das die Ein- kreisungspolitiker noch gar nicht ahnen, wenn es sie gelüsten sollte, ihre Höllenpläne zu verwirklichen. Vorbild der Tapferkeit, Zucht und des Heroismus! Besiegelt mit den Kämpfern der italienischen Legionen und der mannhaften Scharen des Generals Franco! Das ist die Legion Condor! Ganz Großdeutschland hat mit Stolz die Legion, um ein schönes Wort des Führers zu gebrauchen, an das Herz gedrückt. Sie ist vom Geiste des Führers und der ganzen Nation. Es ist das gleiche Blut, das in unseren Adern kreist, und die Toten, die für Deutschlands Größe und Sicherheit dahinsanken, sie sind unsterblich als Helden ... E. S. Der Führer dankt den Helden Wir haben in Blick aus die Ehrentribüne beim Vorbeimarsch In der Derlerhungsurkunde vom 31. Mai 1939 zugegen die Ober- ? Generalfeldmar» ters zum Hotel Esplanade, wo der estnische Außen- Der lettische Außenminister M u n t e r s kommt am Mittwoch um 7.43 Uhr zur Unterzeichnung des Kampfgeschwader 53, Flakregiment 9, Luftnachrichtenregiment 3, teilzunehmen. Ich habe dies befohlen in der Erkenntnis, damit nicht nur Europa, sondern auch unseres eigenes Vaterland vor einer späteren ähnlichen Katastrophe bewahren zu können. Ich tat dies aber auch aus tiefem Wit- gefühl für das Leiden eines Landes, das uns einst im Weltkriege trotz aller erpresserischen versuche von Seiten Englands neutral befreundet geblieben war. Ich habe damil den Dank der deutschen Nation abgestattet. Dies geschah weiter in voller Ueberein- st i m m u n g m i t I t a l i e n. Denn Mussolini hatte, von denselben idealen Erwägungen inspiriert, ebenfalls den Entschluß gefaßt, dem Retter Spaniens in seinem Kampf um die international organisierte Vernichtung seines Landes die italienische Hilfe zu kommen zu lassen. Es ergab sich damit zum ersten Male eine gemeinsame praktische Demonstration der weltanschaulichen Verbundenheit unserer beiden ßän = der. . . , , Diese idealen Motive hat man in den internationalen Plutokratten weder begreifen können, noch zugeben wollen. Jahrelang logen brittsche und französische Zeitungen ihren Lesern vor, daß Deutschland und Italien die Absicht hätten, Spanien zu erobern, es aufzuteilen und ihm vor allem seine Kolonien zu rauben. Gedankengänge, die allerdings bei den Vertretern dieser Länder weniger unnatürlich erscheinen als bei uns, da der R a u b fremder Kolonien ja von jeher schon zu den erlaubten und erprobten Methoden dieser Demokratien gehörte. So erinnern wir uns alle noch der infamen Be- haupttingen, die eines Tages verbreitet wurden, Deutschland habe 20 000 Mann in Marokko gelandet, um es zu besetzen und damit Spanien wegzunehmen. Mit diesen Verleumdungen haben die Politiker und Journalisten der Demokratien in ihren Völkern agitiert und immer wieder versucht, von Spanien jene Katastrophe ihren Ausgang nehmen zu lassen, die diese Einkreisungspolltiker, Kriegshetzer und Kriegsgewinnler am sehnlichsten erhoffen: den neuen großen europäischen Völker- frieg. Nun seid ihr, meine Kameraden, aus Spanien zurückgekehrt. Der heutige Tag des festlichen Empfanges in der Reichshauptstadt ist zugleich der Abschluß und die Erledigung all dieser verlogenen demokratischen Schwindeleien. Denn ich habe euch einst ausgeschickt, um einem unglücklichen Land zu helfen, einen heroischen Mann zu unterstützen, der als glühender Patriot sein Volk vor der Vernichtung retten wollte und es auch glorreich gerettet hat Ihr seid nun zurückgekehrk als die tapferen Vollstrecker meines Auftrags. Ich möchte es in diesem Augenblick der ganzen deulschen Kation Mitteilen, wie viel Grund fie hat, euch dankbar zu fein. Zu jedem Dienst, der euch be- stimmt war, seid ihr angetreten als ehr- und kanzlet teil. Bei dem Empfang waren u. a. t befehlshaber der Wehrmachtsteile — schall Göring, Großadmiral Dr. h. c. des Sieges hier vor eurem Führer stehen dürft, empfindet in diesem Augenblick ein unermeßliches Dank gefühl. Aber nicht nur ihr allein, uns alle, die wir wieder das Ehrenkleid des Soldaten tragen, bewegt ein Gefühl unermeßlichen Dankes dafür, daß wir wieder Soldaten fein dürfen, eines unermeßlichen Dankes, daß nun wieder eine starke deutsche Wehrmacht erstanden ist zu Lande, zu Wasser und vor allem auch in der Luft, eines unermeßlichen Dankes dafür, daß wir wieder stolz das Haupt tragen dürfen ats deutsche Soldaten, daß die Opfer, die einst unsere Kameraden gebracht haben, nun doch nicht umsonst gewesen sind und der gewaltige Einsatz an Gut und Blut jetzt eine wunderbare Belohnung gefunden Hal. Grenzenlos ist unfer Dank gegenüber dem Wanne, der unser Vaterland aus schmachvollster Ohnmacht und Zerrissenheit emporgeführt, zu einem Reich der Kraft und der Stärke gestaltet und die Kation wieder festgefügt Hal. Wir danken dem Führer in tiefster Dankbarkeit und überströmendem Glücksgefühl. Wir find Zwei tapfere Rotkreuzschwestern. Wil der Legion Eondor in Spanien zum Einsatz bei der Truppe. pflichtbewußte deutsche Soldaten, mutig und freu und vor allem bescheiden. Das hohe Lob, Im Vordergrund der Führer mit dem letzten Oberbefehlshaber der Legion Condor, General- major v. Richthofen, dahinter (von links) Generalfeldmarschall Göring, Großadmiral Raeder, Generaloberst v. Brauchitsch und Generaloberst Keitel. Ganz rechts Generaloberst Milch. (Scherl-Bilderdienst°M.) der Luftwaffe ein E r i n n e r u n g s b a n d „Legion Eondor" verliehen. Nichtangriffsvertrag zu unterzeichnen. ~ - ----- ------- .Im Namen des Reichsaußenministers vcm Ribben- heißt es u. a.: „un den Kämpfen um die Befreiung trop wurde der estnische Gast von Unterstaats- des nationalen Spaniens haben deutsche Freiwillige, sekretär Woermann begrüßt, der mit dem Vor» bic die „Legion Eondor" bildeten, hervorragenden tragenben Legattonsrat Grundherr und Dr. Anteil gehabt. Kleist von der Dienststelle Ribbenttop erschienen Damit das deutsche Volk stets darin erinnert war. Zur Begrüßung hatte sich ferner der Ge- stolz darauf, daß unser Führer nicht nur der erste Arbeiter seines Volkes, sondern auch der erste Soldat Deutschlands ist. Und wir wissen: diese starke Wehrmacht im starken Deutschland besitzen wir, weil unserem Volke von der Vorsehung eine starke, aber auch ideale Führung beschieden wurde, heute, an dem Ehrentag der deutschen Wehrmacht, da sie wieder aus ihrer Witte Kämpfer und Sieger der Kation stellen durste, in dieser Stunde wollen wir dem Führer versichern, daß die ganze deutsche Wehrmacht stets bemüht sein wird, seine großen und unerhört kühnen Entschlüsse auch mit Tapferkeit und Kühnheit auszuführen. Und daß mir dies unter Beweis stellen können, dafür seid ihr, Legionäre, Zeugen geworden Denn ihr habt gezeigt, daß ihr tapfer und unerschrocken den Auftrag erfüllt habt, den die Kühnheit des Führers euch stellte. Ihr seid ausgezogen mit seinem Befehl, zu kämpfen, ihr seid heimgekehrt in der stolzen Gewißheit, Sieger geblieben zu sein Als der Generalfeldmarschall geendet hat, tritt Der Führer an das Mikrophon, um zum ersten Male zu den Freiwilligen zu sprechen: genbe Pflichterfüllung! Euer Beispiel, meine Kameraden, wird aber vor allem das Vertrauen des deutschen Volkes zu sich selbst nur noch erhöhen, das Band der Kameradschaft zu unseren Freunden stärken und der Welt keinen Zweifel darüber lassen, daß. prinzpautundpriuzessinOtga in Karinhatt. KarinhaH, 6. Juni. (DND.) Nach Abschluß des Staatsbesuches in Berlin und nach einem kurzen Besuch in Dresden trafen heute Ihre Königlichen Hoheiten Prinzregent Paul u n d P r i n z e s s i n Olga zu einem kurzen privaten Aufenthalt in Karin hall ein. Pünktlich um 18 Uhr lief der Sonderzug unter den Heilrufen der Tausende, die den Bahnhof umsäumten, in Eberswalde ein. Als erste entstieg ihm Prinzessin Olga, die von Frau Göring mit einem wunderbaren Strauß von Waldmaiblumen empfangen wurde. Der Generalfeldmarschall be» (Krinnerunasband ,,^eg on Condor". Berlin, 6. Juni (DNB.) Zur Erinnerung an die Teilnahme deutscher Freiwilligen an dem Freiheitskampf in Spanien hat der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht drei Verbänden Ehrenempfang in der Reichskanzlei. Berlin, 6. Juni. (DNB.) Im Anschluß an den Staatsakt im Lustgarten empfing der Führer in den Räumen der Neuen Reichskanzlei die spanischen und italienischen Offiziere, die aus Anlaß der Rückkehr der Legion Eondor in Berlin weilen, sowie von den deutschen Spanienkämpfern die Träger des S p a n^e n k r e u z e s in Gold mit Brillanten und des Spanienkreuzes in Gold, ferner die Kommandeure der Truppenteile und die Kommandanten der Schiffe, die am spanischen Freiheitskampf teilgenommen haben Der Führer schritt m der Marmor-Galerie die Front der angetretenen Offiziere und Unteroffiziere ab und unterhielt sich anschließend in seinem Ar- beitsjimmer längere Zeit mit den hohen spanischen und italienischen Offizieren und den deutschen Generalen. Darauf nahm der Führer mit den Gene» ralen und den ausländischen Offizieren an dem gemeinsamen Frühstück der Offiziere und Unteroffiziere im Mosaiksaal und im Speisesaal der Neuen Reichs» richtigen und herzlichen Wunsch, daß es nunmehr xandra und Schwester Sofie stehen schon sett vieren dem edlen spanischen Volke vergönnt sein Jahren im Dienste des Deutschen Roten Kreuzes möge unter der genialen Führung dieses Mannes und sind nach ihrer beispielhaften Pstichterfüllung einen neuen st o l z e n A u f st i e g zu vollziehen, unter schwierigsten Verhältnissen zu neuem Einsatz n . .. v ,.n, in der Heimat bereit. Beide Schwestern wurden Legionäre und Soldaten. . mit der Medaille des Deutschen Roten Es lebe das spanische Volk und sein Führer Franco. r ß u 5 ausgezeichnet. Schwester Sofie trägt Es lebe das italienische Volk und sein Duce Mus- außerdem die spanische „Medalla de la Campana" solini! ... an rotgoldrotem Band. Und es lebe unser Volk und unser Großdeutsches' Re i ch * \ Deutsches Volk! Es lebe unsere deutsche Legion? Sieg-Heil! . , . Begeistert fallen die Legionäre und die Teilnehmer in das Sieg-Heil des Führers ein. Die Legionäre präsentieren erneut, als der Generalfeldmarschall den Führergruß ausbringt und die Hunderttausende mit erhobenen Händen und aus übervollem Herzen die Lieder der Nation anstimmen. Damit ist der Festakt beendet. Deutschlands Spanienfreiwillige sind nun endgültig in die Heimat zurückgekehrt, die ihnen einen ihres heldenmütigen Einsatzes würdigen Empfang bereitet hat. Die deutsche Nation ist mit dem Führer stolz auf ihre Sohne. Berlin, 6. Juni (DNB.) Am Dienstag gegen 17 Uhr traf der estnische Minister des Äeußeren Selters im fahrplanmäßigen Flugzeug von Reval kommend auf dem Flughafen Tempelhof ein, um am morgigen Mittwoch im Auswärtigen Amt mit dem Reichsminister des Auswärttgen von Ribbentrop den deutsch ° estnischen diese meine ! deutsche V--- „ . „ M Freude und herzlicher Verbundenheit. Es dankt aber auch denen, die als Soldaten Leib, Leben und Gesundheit im Dienste dieses Auftrages hingeben mußten, und es dankt endlich den Hinterbliebenen, die ihre so tapferen Männer und Söhne heute als Opfer beklagen. Sie find gefallen, aber ihr Tod und ihr Leid wird unzähligen anderen Deutschen in der Zukunft das Leben schenken. Niemand hat dafür mehr Verständnis als das nationalsozialistische Deutschland, das, aus dem Ringen des Weltkrieges kommend, selbst so viele Opfer für die deutsche Wiederauferstehung vor dem gleichen Feinde auf sich nehmen mußte. Ich danke euch Soldaten der Legion sowohl, als den Soldaten der Kriegsmarine für eure Einsatzbereitschaft, für euren Opfermut, für eure Treue, euren Gehorsam, für eure Disziplin und vor allem für eure so schwei- Ehrung Manfred von Richthofens. Berlin. 8.Juni (DNB.) Der letzte Befehls- Haber der Legion Eondor, Generalmajor Dr Freiherr von Richthof en, hat heute nachmittag um 18 Uhr am Grade des Rittmeisters Manfred Freiherr von Richthofen auf dem Jnva- Irden-Friedhof einen Kranz nieberge je gt. Der Commodore des Jagdgeschwaders von Richr- hofen, Oberstleutnant von M a s s o w , wohnte der Kranzniederlegung bei. Großes Freudenbiwak. wird, wie tapfer seine Söhne für die Freiheit einer sandte Estlands in Berlin, Tofer, mit den Herren edlen Nation mitgetämpft haben, befehle ich: ber Gesandtschaft eingefunden. In Begleitung des 'estnischen Außenministers befindet sich Ministerialdirektor Kirota. Nach der Begrüßung geleitete Unterstaatssekretär Woermann Außenminister Sel- Meine Kameraden! Endlich kann ich euch nunmehr selbst begrüßen. Ich bin so glücklich, euch hier vor mir zu sehen und ich bin vor allem s o stolz auf euch! Und so wie ich empfindet in dieser Stunde das ganze deutsche Volk. Alle die Millionen, die am Lautsprecher und im Geiste euren Einzug und diesen Empfang miterleben, schließen euch an ihr Herz, dankerfüllt und freudig bewegt darüber, daß ihr wieder bei uns in der Heimat seid. Im Sommer 1936 schien Spanien verloren zu sein. Internationale Kräfte schürten dort das Feuer einer Revolution, Die bestimmt war, nicht nur Spanien, sondern E u r o p a in Schutt und Asche zu legen. Auch die christlichen Demokratien ließen cs sich nicht nehmen, zu dem Zweck Waffen, Brennstoff und sogenannte Freiwillige zu liefern. E i n furchtbar dro- h-nd-s Schicksal erhob sich «der unserem Kontinent. Di- ältesten Kulturländer Europas schienen tzesährdet. Aus Spanien selbst mußten Zehntausende Deutsche fliehen. Ihr Hab und Gut fiel der Zerstörung anheim. Viele wurden ermordet. Was sich die Deutschen dort in einem mühsamen, langen, redlichen Lebenskampf als Grundlagen ihrer Existenz aufgebaut hatten, wurde in wenigen Wochen zerstört und vernichtet. Deutsche Kriegsschiffe, die ich auf die Hilferufe unserer Volksgenossen hin sofort nach Spanien sandte, versuchten zu helfen, indem sie wenigstens— so gut es ging — den Schutz vop Leib und Leben übernahmen und den Abtransport unserer Volksgenossen nach der Heimat ermöglichten. Da erhob sich immer klarer in diesem Lande ein Mann, der berufen zu sein schien, nach dem Befehl des eigenen Gewissens für sein Volk zu handeln. Franc o begann sein Ringen um die Rettung Spaniens. Ihm trat gegenüber eine aus aller Welt ge» f p e i jt e Verschwörung. Im Juli 1936 hotte ich mich nun kurz entschlossen, die Bitte um Hilfe, die dieser Mann an mich richtete, zu erfüllen, und ihm Hilfe eben in dem Ausmaß und solange zu gewähren, als die übrige Welt den inne r e n Feinden Spaniens ihre Unter st utzung geben würde. ' . ... ' Damit begann das nationalsozialistische Deutschland am Kamps für die Wiederaufrichtung eines nationalen und unabhängigen Spaniens das euch der spanische Freiheitsheld ausgesprochen hat, kann das deutsche Volk aber nur besonders stolz aus euch machen. Es war für uns alle schmerzlich, durch Jahre hindurch über euren Kamps schweigen zu müssen. Ich habe aber damals den Gedanken gefaßt, euch nach Beendigung dieses Krieges in der Heimat den Empfang zu geben, den tapfere siegreiche Soldat e n verdienen. Heute ist für euch und für mich Absicht verwirklicht. Das ganze 3 o 11 grüßt e u ch in stoszer grüßte seinen hohen Gast mit herzlichem Händedruck. In der Begleitung des Prinzregenten befanden sich der Königlich-Jugoslawische Hofminister Antitsch, Frau Olga M. Loganitsch, die Hofdame der Prinzessin Olga, und der Erste Adjutant des Prinzregenten, General Hvistitsch. Ferner befand sich im Gefolge der deutsche Ehrendienst: Gesandter Frhr. von Dornberg, Generalmajor Bodenschatz und ^-Oberführer Stenger. Als der Generalfeldmarschall mit seinen hohen Gästen auf dem Bahnhofsplatz erschien, wurden sie von jubelnder Begeisterung begrüßt. Zu Ehren des Prinzregenten war eine Ehrenkompanie der ^-Leibslandarte mit Musikkorps angetreten, die der hohe Gast, begleitet i von dem Generalfeldmarschall, unter den Heilrufen der Menge abschritt. Dann begann die Fahrt in die Schorfheide. Unter den Klängen des „Fürsten- . grußes", den die Jäger der Schorfheide als Will- kommensgruß bliesen, zogen die hohen Gäste in Karin hall ein. Ein Zeichen der deutsch-jugoslawischen Freundschaft. Berlin, 6. Juni. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Vor» schlag des Generalfeldmarschalls Göring angeord» net, daß zwei bisher im Hceresmuseum in Wien be» findliche alte serbische Geschütze als sichtbares Zeichen der freundschaftlichen Verbundenheit an das Königreich Jugoslawien und dessen Wehrmacht zurückgegeben werden. Die Geschütze werden am 17. Juni in feierlicher Form vom deutschen Militär- und Luftwaffenattachö in Belgrad S. Majestät König Peter II. übergeben werden. Bei den Geschützen handelt es sich um eine Haubitze und um ein Feldgeschütz, die Fürst Karadjorje, der Begründer der Kgl. serbischen Dynastie, auf dem Rückzug vor der türkischen Uebermacht Anfang des 19. Jahrhunderts den österreichischen Militärbehörden übergab, um sie nicht in die Hände des Feindes fallen kommandos der Wehrmacht Generaloberst Keitel, S" lassen. Beide Geschütze sind als historische Erinne» der Generalinspekteur der Luftwaffe Generaloberst rungsstücke an die damaligen Befreiungskämpfe der Milch, ferner die Befehlshaber der Legion Eondor serbischen Nation für das Königreich und sein Heer General der Flieger Sperrle, General der Flieger |D°n großem nationalen Wert. Volfmann und Generalmajor von Richthofen sowie <->***, Vizeadmiral von Fischel und Oberst Warlimont. XltltCrjCtuJllUtiy 111 ADvilltl wenn die internationalen Kriegshetzer jemals ihre Absichten, das Deutsche Reichanzugreifen, verwirklichen wollten, dieser ihr Versuch vom deutschen Volk und von der deutschen Wehrmacht eine Abwehr erfahren wird, von der sich die Propagandisten der Einkreisung heute noch nicht die richtige Vorstellung zu machen scheinen. Auch in diesem Sinne, meine Kameraden, war euer Kampf in Spanien a I 5 £e I) r e f u r u n • sere Gegner ein Kampf für Deutsch- jani) 9 Doberitz, 7. Juni. (DNB.) Den fröhlichen Aus- Daü ihr selber aber nunmehr als harte Soldaten klang des Ehrentages der deutschen Spanienkampfer rurüdactehrt seid hat nicht nur euren eigenen Blick bildete am Dienstagabend em gemeinsam mit der ^eSstftir die Leitungen der deutsches Soldaten NSG. ,Lraft durch Freude" veranstaltetes groß e s im Weltkrieg sondern euch auch in einem hohen Freudenbiwak in der Z e l st a d t Do be- Ausmaße befähigt selbst Vorbild und Lehrer zu ritz, das viele Tausende von Berlinern und Ber- sein der jungen Soldaten unserer neuen Wehrmacht, linerinnen mit unseren Eondor-Legionaren Zv। einem So habt ihr mitgeholfen, das Vertrauen in die bunten Lagerleben vereinte. Unter ben zahlreichen neue deutsche Wehrmacht und in die Güt?- unserer Ehrengästen sah man neben sämtlichen ehemaligen neuen Waffen zu stärken. und derzeittgen Führern der Freiwilligenverbande 3n '\flpnhiirf wollen wir aber auch auch Generaloberst Milch, sowie die Abordnungen In diesem Augenblick wouen w,r aoer uuuj ^r spanischen Offiziere mit General Aranda an derer gedenken, an deren Set e ihr gekampfl Abend bedeutete zugleich den habt. Wir gedenken der i (a 11 en i f d)e n schied der Legionäre von Berlin. Kameraden, die tapfer und treu ihr Blut > und Leben einsehten für diesen Kampf der Zivilisation gegen die Zerstörung. And wir gedenken vor allem des Landes selbst, aus dem ihr soeben gekommen seid. Spanien hat ein entsetzliches Schicksal ertragen Berlin, 6. Juni (DNB.) Mit den Freiwilligen müssen. Ihr habt Soldaten der Legion, mit eigenen der Legion Eondor kehrten auch Zwei «chwe- Augen die Zerstörung gesehen. Ihr habt weiter die stern des Deutschen Roten Kreuzes aus Grausamkeit dieses Kampfes erlebt. Ihr habt aber Spanien zurück. Diese beiden tapferen deutschen auch tennengelernt ein stolzes Volt, das kühn und Frauen, Schwester Alexandra Weyer und Schwe- heroifch zur Rettung feiner Freiheit, seiner Unab- ster Sofie Nienstedt, versahen in Spanien bänaigfeit und damit seiner nationalen Existenz fast Dienst bei der Truppe. Bei Teruel und Madrid, drei Jahre lang entschlossen gekämpft hat. Ihr hat- bei Leon und am Ebrobogen setzten sie m den tet vor allem das Glück, dort unter dem Be - deutschen Feldlazaretten der Legion Eondor ihre f e h l e i n e s F e l d h e r r n zu stehen, der aus eige- Kenntnisse ein. Sie betteten auch die Verwundeten ner Entschlußkraft, unbeirrbar an den Sieg glau- in die Iu 52, die ats_ „Sanitäts-Flugzeug" tn acf)t> benb z u m Retter seines Volkes wurde, bis zehnstündigen Flügen verwundete Deutsche von Wir'haben in diesem Augenblick alle nur den auf- Saragossa nach Berlin überführte. Schwester Ale- richtigen und herzlichen Wunsch, daß es nunmehr xandra und Schwester Sofie stehen schon seit vielen ieraireiomar». tragen am rechten Aermelaufichlages des Waffen- Minister für die Dauer feines Aufenthaltes wohnt. Raeder und rocks em Erinnerungsband.mit der Aufichrift: „Le- ~ ...... Generaloberst von Brauchitsch, der Chef des Ober» Igion Eondor". deutsch ° lettischen Ni cht a n gri ff s v e r- träges auf dem Bahnhof Friedrichstraße an. Nachdem um 10 Uhr Außenminister Munters und um 10.15 Uhr Außenminister Selters vom Reichsaußenminister von Ribbentrop im Auswärtigen Amt empfangen worden sind, findet gegen 10.30 Uhr die feierliche Unterzeichnung der bejden Nichtangriffsverträge zwischen Deutschland und Estland und Deutschland und Lettland statt. Während der estnische Außenminister Selters am Donnerstagmorgen Berlin im Flugzeug wieder verläßt, wird Außenminister Munters noch einige Tage in der Reichshauptstadt verweilen. Polen enteignet deutschenBesih K a t t o w i tz , 6. Juni. (DNB.) Durch Verfügung des polnischen Wojewoden in Kattowitz, Dr. Gra° c z y n s k i, vom 25. Mai wurde der Vorstand und Äufsichtsrat der Deutschen Bau - und Heim- stättengenossenschaft in Sarmin auf» gelöst. Gleichzeitig wurde ein kommissarischer Vorstand und Aufsichtsrat eingesetzt. Zu Mitgliedern dieser beiden Organe hat Dr. Graczynski ausschließlich Nationalpolen ernannt, die niemals Mitglieder der Genossenschaft waren. Dor Zweck dieser Maßnahme, die ohne Angabe von Gründen erfolgte, trat bald darauf in der ersten Amtshandlung des neuen polnischen Vorstandes nm 31. Mai zutage. An diesem Tage ergriff der polnische Vorstand Besitz von dem Deutschen Haus in Sarmin und taufte es sofort in Polnisches Haus um. Eine weitere Enteignung ordnet der polnische Wojewode in Kattowitz in Oderberg an. Die Genossenschaft Deutsches Schülerheim würbe aufgefordert, ihren Besitz, wie er steht und liegt, dem Staat zu übergeben. Die Enteignung erfolgte auf Grund des polnischen Parzellierungsgesetzes vom 9. November. 1938, wonach Grundstücke mit den auf ihnen errichteten Gebäuden, die auf Grund des tschechischen Parzellierungsgesetzes erworben wurden, in den Besitz des polnischen Staates übergehen können. In der Verfügung des Wojewoden heißt es, daß die Entschädigung nach der Uebergabe des Besitzes durch den Staat festgesetzt werden würde. Das Haus stellt einen Wert von 100 000 Zloty dar. Die italienischen Legionäre in Neapel. Große Begeisterung. — Parade Neapel, 6. Juni. (Europapreß.) Die Heimkehr der 20 000 italienischen Freiwilligen, die von 3000 spanischen Legionären begleitet waren, war für Neapel ein großes Ereignis. Die Stadt war mit den italienischen und spanischen Flaggen reich geschmückt und bot mit der Parade vor dem König und Kaiser ein großartiges militärisches Schauspiel. Die Truppentransportschiffe waren in der Nacht aus Cadiz eingetroffen. Bei Tagesanbruch wurden die Legionäre ausgeschifft. Sie nahmen auf dem Hafendamm bataillonsweise Aufstellung. Die Kriegsschiffe des ersten Flottengeschwaders im Hafen waren ebenso wie alle anderen Dampfer festlich geflaggt und die Mannschaften zur militärischen Ehrenerweisung angetreten, als König und Kaiser Viktor Emanuel III. an Bord eines der Schiffe erschien. Dann begab sich der König und Kaiser mit seinem Stab, begleitet von Außenminister Graf Ciano, Parteisekretär Starace, dem spanischen Jnnennm^ister Serano S u n e r und den Unterstaatssekretären des Kriegsministeriums sowie dem Generalstabschef der Miliz auf die Mole, wo er die Front der Heimkehrer abschritt. vor dem König und Kaiser. Nachdem sich der König und Kaiser anschließend nach der Piazza Plebiscito begeben hatte, begann die große Parade der Legionäre unter stürmischen Beifallskundgebungen der Hunderttausende von Zuschauern. Wie die Parade in Madrid, so wurde auch der Vorbeimarsch in Neapel von der Musik der Carabinieri eröffnet. Hinter ihr folgte der Kommandostab der Freiwilligen mit General Gam- bara an der Spitze. Vor den italienischen Legionären marschierten die drei Bataillone der spanischen Legionäre. Die ruhmreiche Divi- sion „Littorio" bildete die Spitze der italienischen Abteilungen. Von der Bevölkerung wurden die Legisnäre mit unbeschreiblicher Begeisterung begrüßt und mit Blumen überschüttet. Nach der Parade bereitete die Einwohnerschaft von Neapel dem König und Kaiser vor dem Königspalast eine große Huldigung. Die spanischen Legionäre und dreitausend italienische Freiwillige fahren von Neapel sofort weiter nach R o m, um am Mittwochvormittag am Vorbeimarsch vor Mussolini teilzunehmen. GememsameAbwehr des Kommunismus Oie alte Freundschaft zwischen Deutschland und Ungarn. den anderen Nationen seine konstruktiv» Mitarbeit auch weiterhin anbieten, so wie Präsident Roosevelt das in seinem Appell vom 1. April getan habe. Das stelle nicht eine Verwicklung in Bündnisse oder eine „Weltverbesserei", sondern intelligentes nationales Selbstinteresse dar. Die deutsche Antwort. Dazu schreibt der Deutsche Dienst: Mit einer immerhin beachtlichen Verspätung hat sich der Staatsekretär im amerikanischen Außenamt, Mr. W e l - e 5, einen „Rechtfertigungsversuch" jenes fragwürdigen Friedensappells des Herrn Roosevelt abgerungen. Er hat nicht weniger als fünf Wochen gebraucht, um nach der vernichtenden Antwort des Führers die Sprache wieder z u finden. Sein Rechtfertigungsversuch ist eine einzige kraftlose, Phraseologie, die wirklich nicht dazu angetan ist, hierzulande Eindruck zu machen, geschweige denn überzeugend zu wirken. Wir nehmen allerdms mit Interesse zur Kenntnis, daß nun auch Mr. Welles von den Grausamkeiten und Ungerechtigkeiten des Versailler Diktates zu sprechen beginnt. Will er sich dadurch den Anschein besonderer Anparteilichkeit mit einem leichten Anflug von Vorwurf geben, wenn er behauptet, sich dafür einzusetzen, daß Amerika möglichst nicht in einen Krieg verwickelt wird, daß aber auch „die Vertreter Der militärischen Eroberungsmethoden nicht ermutigt oder unterstützt werden", so quittieren wir sie als eine lapidare Feststellung, die i m krassem Widcrspruch zu seiner bisherigen Handlungsweise steht. Als Laufbursche Roosevelts hat Mr. Welles bisher keine Mühe gescheut, die sträflich, leichtfertige Einmischungspolitik Roosevelts in europäische Angelegenheiten zu fördern und durch geheime und offene Zusagen die Vertreter der Westmächte, die die Einkreisungspolitik gegen Deutschland betreiben, zu ermutigen und zu unterstützen. In Deutschland ist es nicht üblich, sich in amerikanische Angelegenheiten einzumischen. Es ist uns hier völlig gleichgültig, ob in USA. ein oder hundert Neger gelyncht werden. Wir veranstalten keine Protestkundgebungen, weil im öffentlichen Schulwesen Amerikas katastrophale Zustände herrschen. Wir gründen keine Komitees zur Errettung der amerikanischen Christenheit, weil dort 55 v. H. aller jungen Leute außerhalb jeder Kirche stehen. Wir erlauben keine „Stop-Roosevelts-Paraden", weil der derzeitige Präsident in Washington imperialistische Absichten auf militärische Beherrschung Südamerikas hat. Wir lassen auch keine Emigranten aus USA. zum Kriege gegen Amerika und zum Sturz der amerikanischen Regierung hetzen. Mit einem Wort: Wir stellen durch unser Verhalten unter Beweis, daß das deutsche Volk mit dem amerikanischen Volk in Ruhe und Frieden zu leben wünscht. Will das derzeitige Regime in Washington nun endlich durch ein gleiches Verhalten dasselbe beweisen oder nicht? Belgische Absage an die Einkreiser Nur eine Politik der Unabhängigkeit und der Enthaltung. Brüssel, 7.Juni (DNB.) Der außenpolitische Kammerausschuß nahm am Dienstag den Bericht des flämisch-katholisch en Abgeordneten und Kammerpräsidenten van Cauwelaert über die belgische Außenpolitik an. Der Bericht enthält einige sehr bemerkenswerte Einzelheiten über die Stellungnahme Belgiens zu internationalen Fragen. Einleitend wird erklärt, daß Belgien im Interesse seiner Sicherheit und Existenz äußerste Wachsamkeit zeigen und die von König Leopold festgelegtt „Politik bet Unabhängigkeit und des Gleichgewichtes" mit unbedingter Treue befolgen müsse. Der Bericht formuliert dann eine deutliche Absage an die Politik der „kollektiven Sicherheit" und der Einkreisung. Belgien will, so heißt es in dem Bericht, von jeder militärischen Verpflichtung gegenüber dem Auslände, sei sie kollektiv oder gegenseitig, frei bleiben. Es beabsichtige, sich, vorsätzlich aus den Streitigkeiten seiner Nachbarn herauszuchalten. Belgien werde ^dem dieser Staaten durch seine Politik der Unabhängigkeit und der Enthaltung und durch die peinliche Bewahrung der Unverletz- barfeit seines Bodens den Frieden an den gemeinsamen Grenzen sicherstellen, aber es werde sich widersetzen, das belgische Gebiet für einen Angriff ober eine militärische Operation, die gegen einen anderen Staat gerichtet märe, zu benutzen. Belgien sei nicht mehr durch ein internationales Statut gebunden, das es verhindern würde, seine politische Linie frei ab- zu ändern, ohne gegen internationale Verpflichtungen zu verstoßen. Belgien wolle. und müsse einer Politik der Unabhängigkeit, des Gleichgeivichtes und des Friedens treu bleiben. In dem Bericht wird ferner stark die Solidarität zwischen Belgien und Holland unterstrichen und zum Außenhandel erklärt, daß es zwecklos märe, einen Ausgleich für die erlittenen Verluste hur bei den großen Demokratien zu suchen. Schließlich erwähnt der Bericht auch die Kolonialfrage. Der Annahme des Berichtes durch den Ausschuß mar eine lebhafte Aussprache über die Unabhängig- feit Belgiens vorausgegangen. Bubapest, 6. Juni (DNB.) Reichsminister Dr. Frick wurde am Dienstag um 13 Uhr von Reichsverweser von Horthy in einer etwa 25 Minuten dauernden Privataudienz empfangen. Anschließend gab der Reichsverweser zu Ehren des deutschen Gastes ein Frühstück im kleinen Kreise, an dem auch Staatssekretär Pfundtner, sowie der Budapester deutsche Gesandte und der ungarische Außenminister Graf Csaky teilnahmen. Bocher hatte Dr. Frick dem Ministerpräsidenten Graf T e - leki einen Besuch abgestattet. Am Abend gab Innenminister Dr.Keresztes- Fi scher ein Essen. Innenminister Keresztes-Fischer begrüßte dabei in einer Ansprache den Minister als „Vertreter des befreundeten und benachbarten Großbeutschen Reiches, den hervorragenden und getreuen Mitarbeiter seines Führers den deutschen Staatsmann, der feine aufrichtige Freundschaft für Ungarn so oft bewiesen hat und dessen Wirken mit der kameradschaftlichen Zusammenarbeit unserer beiden Verwaltungen so eng verbunden ist. In diesem Sinne wurden auch die Grundlagen für bie gemeinsame Abwehr ber kom - munistischen Wühlarbeit niedergeleat. In der ungarischen Verwaltung sind die Ueberliefungen der eigenftändischen nationalen Geschichte lebendig. Za diesen Ueberfiefungen gehört auch die Freund- schaft zu dem großen deutschen Volk und dem Deutschen Reich, die Pflege der h e r k o m m l i - chenengenVeziehungen zwischen unseren beiden Ländern. Ich erhebe mein ©las auf die Gesund- beit des Führers des Deutschen Reiches, auf bas Glück und die Größe des deutschen Volkes und auf bas persönliche Wohlergehen Eurer Exzellenz und Ihrer hocyvereyrten Gattin." Reichsn^yister Dr. Frick antwortete mit folgenden Worten: ,^>err Minister! Für die liebenswürdigen Worte, die Euer Exzellenz an meine Frau und mich gerichtet haben, und für den großartigen Empfang, der uns hier bereitet worden ist, sage ich Euer Exzellenz meinen aufrichtigen und herzlichen Dank. Es ist mir eine wirkliche Freude, daß ich der vor längerer Zeit an mich ergangenen Einladung zum Besuch in Ungarn nunmehr habe Folge leisten können. Ich begrüße es ganz besonders, daß ich Gelegenheit habe, in Ungarns altehrwürdiger Hauptstadt persönlich der kameradschaftlichen Verbundenheit Ausdruck zu geben, die sich zwischen unseren beiden Verwaltungen im Geiste der erprobten deutsch-ungari-, schen Freundschaft herausgebildet hat. Sie bewährt sich in der gemeinsamen Abwehr ber kommunistischen Wühlarbeit, und sie hat es uns auch auf anderen Gebieten ermöglicht, die unsere Verwaltungen gemeinsam interessierenden Fragen in offener, vertrauensvoller Aussprache zu behandeln. Ich bin überzeugt, daß auch ber Meinungsaustausch mit Eurer Exzellenz als dem Haupt der inneren Verwaltung des vergrößerten Ungarns zur weiteren Vertiefung ber verständnisvollen Zusammenarbeit unserer beiden Verwaltungen beitragen wird. Damit bienen wir ber hohen Aufgabe, bie herkömmlichen engen Freundschaftsbeziehungen zwischen unseren beiden Ländern zu fördern und auszubauen. In diesem Sinne erhebe ich mein Glas auf bie Gesundheit Seiner Durchlaucht des Herrn Reichsverwesers, auf das Glück und Gedeihen des ungarischen Volkes sowie auf bas persönliche Wohlergehen Eurer Exzellenz." Nach bem Abendessen fand ein großer diplomatischer Empfang in den Festräumen des Innenministeriums statt. Vom Frieden nur - geredet. In den zwei Jahrzehnten seit Versailles nichts getan. Washington, 6. Juni. (DNB.) Die in eng- lischer Übersetzung in Hunderttausenden von Exemplaren verbreitete Antwort des Führers auf RooseveltsEinMischung in deutsche Angelegenheiten hat dem Präsidenten und seinen Mitarbeitern bas Wort verschlagen. Sie mußten nichts darauf zu antworten und haben in den darauffolgenden Wochen den ganzen peinlichen Vorfall nicht einmal erwähnt. Heute nun berührte Roosevelts enger Mitarbeiter und Vertrauter, der Vizeaußemnimster Welles, RooseveUs „Appell" seitdem zum ersten Male wieder in der Öffentlichkeit, unb zwar in einer Rede vor der Neuyorker Vereinigung früherer Studenten der Columbio-Unioersität anläßlich der jetzt in ganz Amerika stattfindenden Abgangsfeiern an den Universitäten und Hochschulen. Welles versuchte jedoch keineswegs dem Führer zu antworten, oder auf irgend eine feiner Argumente einzugehen, sondern er beschränkte sich darauf, den Schritt seines Chefs zu rechtfertigen, offenbar weil nach ber Antwort des Führers die Kritiken an Roosevelts „Appell" sehr häufig und scharf geworden sind. Welles behauptete, „der Appell sei im höchsten Interesse des amerikanischen Volkes erfolgt und habe eine dynamische Wirkung auf verzweifelte Männer und Frauen in ber ganzen Welt ausgeübt". Er habe eine heilsame Wirkung auf eine Generation gehabt, die immer stärker habe fürchten müssen, daß man dem Schatten des Krieges nicht entgehen könne. Was immer bie Weltgeschichte als offizielle Antwort auf diesen Appell ber Vernunft buchen werde, so bleibe bie Tatsache bestehen, daß man ber Welt noch einmal gezeigt habe, wie durch Selbstbeherrschung und Vernunft ein Krieg vermieden und ftiedliche Lösungen für die Probleme unserer modernen Welt gefunden werden können. Er, Welles, sei betroffen über bie in Amerika weit verbreitete Ansicht, daß es für Amerika genüge, nicht in einen fremden Krieg verwickelt zu werden. Unendlich wichtiger sei jedoch, daran zu arbeiten, daß es überhaupt nicht zum Krieg komme, denn wenn der Krieg ausbreche und sich ausbreite, so sei die Gefahr ber Hineinziehung Amerikas viel größer, als wenn es gar nicht erst zum Krieg komme. Amerika habe, fo gestand Welles sodann ein, in den zwei Jahrzehnten seit Versailles nichts getan, nm die Grausamkeiten, Ungerechtigkeiten, Dummheiten des Versailler Friedens in Ordnung zu bringen. und das amerikanische Volk könne kaum mit Befriedigung auf seine Rotte in dieser kritischen Uebergaugsperiode zurückbllcken. Die Spitzen und das Volk in Amerika hätten sich begnügt, vom Frieden zu reden, anstatt praktisch an einer wahren Befriedung zu arbeit e n. Heute aber sehe sich Amerika der Frage gegenüber, ob es weiter bei einer Isolation verbleiben und ruhig zusehen sollte, bis bie Katastrophe komme, falls sie kommen müsse, um bann hinterher aus bem allgemeinen Zusammenbruch bie paar Brocken zu retten, biss noch zu retten seien. Amerika, so verlangte Welles, müsse alle friedlichen Staaten ermutigen und dadurch zu einer friedlichen Lösung ber ernsten Probleme beitragen. Amerika müsse selbst so stark rüsten, daß es sein Land schützen und zusammen mit ben Nachbarn diesen Erdteil gegen Angriffe verteidigen könne. Amerika müsse seine Neutralitätsgesetzgebung so abändern, daß es möglichst nicht in einen Krieg verwickelt werde, gleichzeitig aber die Vertreter der militärischen Eroberungsmethoden nicht ermutige, ober gar unterstütze. Amerika müsse Das „Sorgenkind des englischen Kabinetts". „Britische Negierung auf gefährlichem Boden". Sonöon, 7. Juni. (Europapreß.) Zur außenpolitischen Lage nimmt am Mittwoch die „T i - m e s" Stellung. Das Blatt stellt u. a. fest, das englisch-polnische Verhältnis habe eine Konsolidierung erfahren. Aus dem Zwischenzustand ber gegenseitigen Deistandsversprechungen werde jetzt ein endgültiges und dauerhaftes Abkommen entstehen. Fortschritte nach dieser • Richtung hin seien am Dienstag in den Gesprächen erzielt worben, die ber polnische Botschafter Graf Raczyn - s k i mit Chamberlain und Lord Halifax über bie militärischen, wirtschaftlichen und finanziellen Probleme des Abkommens geführt habe. Das Blatt gibt bann zu, baß bie Verhandlungen mit Moskau das Sorgenkind des englischen .Kabinetts find. Für den heutigen Mittwoch erwartet das Blatt eine auf die Berhanb- lungslage bezügliche Darstellung ber Regierung im Unterhaus. Von ben drei Punkten herrscht nur, wie bie Zeitung erklärt, über einen wirklich Einigkeit, nämlich über die Art, wie das Sowjetabkommen mit den Grundsätzen ber Genfer Liga in Einklanggebracht werden soll. Ein weiterer Punkt bezieht sich auf ben Moskauer Wunsch, daß im Kriegsfälle kein Sonderwaffenstillstand bzw. -Friede geschlossen werben darf. Der Stein des Anstoßes bleibt die Moskauer Forderung nach einer G a - rantie ber baltischen Staaten, die ihre strenge Ablehnung gegenüber Beistanbs- verpflichtungen offen zu erkennen gegeben Haden. In diesem Zusammenhang wird besonders die finnische Erklärung als „überraschende Wendung" bezeichnet. „Daily Expreß" setzt seinen Feldzug gegen die Verhandlungen mit Sowjetrußland fort. Das Blatt schreibt u. a., die britische Regierung befinde sich so lange auf gefährlichem Boden, wie sie die Verhandlungen mit Sowjetrußland fortsetze. lieber bie offene Sprache, bie ber „Daily Expreß" seit einigen Tagen gegenüber ben Verhandlungen mit Sowjetrußland anroenbef, ist der marxistische „Daily Herald" natürlich sehr empört. Es sei eine große Gefahr, wenn man jetzt versuche, gegen die Verhandlungen mit Sowjetruß- lanb zu Felde zu ziehen und einfach behaupte, daß eine Einigung unmöglich fei. Grundsätzlich habe man sich bereits geeinigt (?). Man arbeite jetzt nur noch an Einzelheiten, und es bestehe daher kein Grund für Ungeduld ober Verzweiflung. Gamelin in London. Im Kriegsfall alleinigerDberbefehlshaber über Franzosen und Engländer. London, 7. Juni. (DNB. Funkspruch.) General Gamelin, ber am Dienstag in London ein« traf, wird bis Freitag in London bleiben. Am Mittwoch besucht er zusammen mit Lord Gort die Militär sch ule in Sandhurst. Anschließend wird er ben Truppenübungsplatz Adlershot aufsuchen. Am Donnerstag veranstaltet die britische Regierung ihm zu Ehren ein Frühstück; abends findet im Unterhaus ein Essen statt. Freitag wird General Gamelin Unterredungen mit dem Verteidigungsminister Lord Chatfi eld haben. Mittags veranstaltet Lord Gort ihm zu Ehren ein Abschiedsfrühstück, und nachmittags verläßt er London wieder. lieber die Besprechungen berichtet ber diplomatische Korrespondent ber „Times", daß wichtige technische Probleme während des Besuches mit ihm erörtert werden müßten. Außerdem werbe man engNscherseits verschiedene Angelegenheiten vor» bringen und u. a. auch über bie neue Wehrpflicht Bericht erstatten. Im Leitartikel begrüßt bie „Times" ben Besuch ©amelins und erklärt u. a., durch derartige Besuche werde das gegenseitige Vertrauen gestärkt. Das sei ein unschätzbarer Beitrag für die Wirksamkeit der gemeinsamen „Sicherheitsmaßnahmen", d. h. also für die Einkreisung. In beträchtlicher Ausmachung meldet „Daily Mail" aus Paris, dort sei gestern erklärt worden- daß England sich grundsätzlich bereit er» klärt habe, daß im Kriegsfälle General Gamelin alleiniger Oberbefehlshaber der vereinigten französischen und britischen Streitkräfte sein werde. Eingeständnisse der pariser presse. Paris, 7. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die Besuchsreise des französischen Generalissimus G a - melin nach London wind von der Pariser Presse am Mittwochfrüh mit einem aufschlußreichen Begleitkonzert unterstrichen. Dabei machen einige Blätter in Zusammenhang mit ben neuen militärischen Problemen, die ben französischen und britischen Generalstäben gestellt seien, das unfreiwillige Eingeständnis, ganz offen von einem Problem ber Koalition" — lies Einkreisung — zu sprechen. So definiert beispielsweise die sowjethörige Zeitung „Ordre" dieses Koalitionsproblem mit folgender Formel: Verteilung ber Streitkräfte auf mehrere Kriegsfronten und damit in Zusammenhang natürlich die Frage des Kommandos an den verschiedenen strategischen Punkten. — Der „E x e 1- sior" meint, daß die Besprechungen Gamelins mit den britischen Militärchefs das ganze weite Gebiet ber französisch-britischen Zusammenarbeit sowohl z u Haube, zu Wasser und in der Luft umfassen werde. Diese Zusammenarbeit sei seit längerer Zeit schon in fester Weise hergestellt. Aber die Entwicklung ber internationalen Lage mache erneut Beratungen notwendig. (!) Im Lause seiner Londoner Besprechungen werde General Gamelin wahrscheinlich auf die Entsendung französischer und englischer Militarmissio- nen in bie verschiedenen Länder besprechen, denen die beiden Großmächte militärische Beistandsversprechen gegeben haben. Wehrpflicht-Schwierigkeiten in England. London, 6. Juni. (Europapreß.) Bei der Durchführung ber Wehrpflicht haben sich bereits jetzt Schwierig feiten ergeben. Arbeitsminister Ernest Brown teilte im Unterhaus am Dienstag mit, daß von den Wehrpflichtigen, die im September einberufen werden sollten, die Hälfte erst im Oktober eingezogen werden würde. Eine entsprechende Verschiebung würde im März nächsten Jahres eintreten. Die erste Gruppe von ungefähr 34 000 Mann würde planmäßig am 1. Mi jur Mitte des Monats einberufen werden. Oer Attentäter gegen die Herzogin von Kent. London, 6. Juni. (Europapreß.) Wegen des Attentats auf die Herzogin von Kent am Montagabend wurde der Täter, ber fünfunb« vierzigjährige Lebwedge Vincent Lawlor, am Dienstagnachmittag vor bem Polizeigericht vernommen. Die bei bem Attentat anwesenden Polizeibeamten wurden gleichfalls verhört. Das Gericht verhängte einen Haftbefehl für die Dauer von zunächst acht Tagen. Bei dem Täter handelt es sich um einen gebürtigen Australier, ber in der letzten Zeit bei bem Neubau der Waterloo-Brücke beschäftigt war. Verhaftung des Leiters der IRA. C o n b o n , 7. Juni. (Europapreß.) Die V e r h a f - t u n.g des Leiters der Irischen Republikanischen Armee, Russell, in Detroit ist nach einem Sonderbericht des „Daily Expreß" aus Kanada auf die unmittelbare Veranlassung des Inspektors Canning von ScotlandHard erfolgt, der an der Fahrt des Königspaares teilnimmt. Das Blatt teilt mit, Canning habe täglich Berichte über Russell erhalten. Dann habe er telegraphisch um die Verhaftung Russells ersucht. Auf Anfragen der Presse erklärte das englische Innenministerium am Dienstag, es habe keinen Antrag auf Auslieferung Russells gestellt. Es scheint dagegen nach einer Andeutung des „Daily Expreß" die Möglichkeit zu bestehen, daß die nordamerikanischen Justizbehörden Russell nach Irland a u s w e i s e n werden. Russell hatte sich seinerzeit nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika begeben, um die moralische und finanzielle Unterstützung des irischen Amerikanismus zu erlangen. Englische Offiziere unter Spionageanklage. London, 7. Juni. (Europapreß.) Nach Berichten aus Tokio werden sich die beiden in K a l g a n verhafteten englischen Offiziere, Oberstleutnant S p e a r und Leutnant Cooper, wegen der Anklage, Spionage begangen zu hoben, verantworten müssen. Die in Tokio aus Kolgan vorliegenden Nachrichten deuten darauf hin, daß die beiden Offiziere sich in das von den japanischen Truppen besetzte Gebiet begaben, ohne vorher hierzu die Erlaubnis der japanischen Militärbehörden einzuholen. Von japanischer Seite war ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht worden, daß dieses Gebiet nur nach vorheriger Erlaubnis besucht werden darf, um Mißverständnisse oder Verwicklungen zu vermeiden. Wirtschastliche Einkreisung nicht zu fürchten. Deutsche Agrarpolitik als erfolgreicher Segenzug. Anläßlich der Eröffnung der R e i ch s n ä h r - standsausstellungin Leipzig hielt Reichsmini- fter Darre eine Ansprache, in der er sich mit der Sicherung unserer Volksernährung unb einer Reihe vordringlicher Aufgaben unserer Agrar- und Ernährungspolitik beschäftigte. Reichsminister Darre ging dabei von dem Begriff „Erzeugungsschlacht" aus und wies auf den vom Reichsnährstand beschrittenen Weg hin. Er führte dabei eine Reihe von Beispielen an, die zeigten, wie die landwirtschaftliche Erzeugung des vergangenen Jahres dem Durchschnitt des vorhergehenden Jahrfünft um ein Mehrfaches übertrifft. So betrage die Erzeugungssteigerung bei Brotgetreide 2,3 Mill. Tonnen, bei Futtergetreide 2 Mill. Tonnen, bei Kartoffeln 9,2 Mill. Tonnen. Wenn diese Mehrerzeugung an Nahrungsmitteln im Jahre 1938 nicht zur Verfügung gestanden hätte, sondern zur Befriedigung des gestiegenen Verbrauchs zusätzlich aus dem Ausland eingeführt worden wäre, so mußten, wenn man auch noch die Produktionssteigerungen der hier nicht genannten Zweige der Ernährungswirtschaft einrechnet, für rund 2 Milliarden Mark mehr Lebensmittel eingeführt werden, als dies tatsächlich im Jahre 1938 notwendig gewesen ist. Was dies für unsere Außenhandelsbilanz; und damit für unsere gesamte Volkswirtschaft bedeutet hätte, wird vielleicht erst klar, wenn man sich vor Augen hält, daß die Gesamtausfuhr des Altreiches trotz größter Anstrengungen im Jahre 1938 insgesamt nur den Wert von 5% Milliarden Mark erreichte. Da es bei der gegenwärtigen Lage der Weltwirtschaft und des Welthandels ausgeschlossen gewesen wäre, eine um rund zwei Milliarden höhere Ausfuhr zu erreichen, so hätten wir ohne die Erfolge der Erzeugungsschlacht im Jahre 1938 also nur vor der Wahl gestanden, entweder volkswirtschaftlich notwendige Rohstoffe, oder auf eine ausreichende Ernährung verzichten zu müssen. Nachdem es in den verflossenen Jahren der Er- zcugungsschlacht gelungen ist, außerordentliche Reserven an Brotgetreide zu schaffen, ist die Verbesserung der Fettversorgung in Zukunft das wichtigste Gebiet, das im Hinblick auf unsere Devisenlage einer Meisterung bedarf. Insbesondere wird es hier auf eine Vervielfachung des Oelfruchtanbaues und auf eine weitere Steigerung der Milch - und damit Buttererzeugung ankommen. In wenigen Wochen werden auf diesen Gebieten sehr wichtige Entscheidungen der Reichsregierung fallen, die von der Preisseite soweit irgendwo glich die Voraussetzungen einer solchen Steigerung der Fetterzeugung geben werden. Schon jetzt aber' muß sich die deutsche Landwirtschaft auf diesem Gebiet stärkster Aktivierung der Butter- und Oelerzeugung auf diesem Gebiet stärkster Aktivierung der Butter- und Oelerzeugung einstellen. Wir müssen aber auch erkennen, daß die Gesamtzahl der Arbeitskräfte unseres Volkes in den nächsten Jahrzehnten zu gering ist, um alle die Aufgaben zu bewältigen, die wir in der Landwirtschaft vielleicht für notwendig halten. Auch die Landflucht wird nicht dadurch überwunden, daß man die Stadt und chre Methoden auf das Land verpflanzt, sondern dadurch, daß man den Menschen auf dem Lande wieder die Sicherheit Zu sich selber gibt und so die geistige Seuche der Stadtsucht immunisiert. Es wäre ein Irrsinn, zu glauben, daß die Stadt oder die Industrie aus unserem Volksleben fortzudenken wären, oder gar auch nur ihre Berechtigung zu bestreiten. Aber es ist nicht notwendig, daß das Landvolk als Lebensquelle des Volkes an der Stadt und an der Industrie stirbt. Nur wer die Würde des ländlichen Lebens wieder anzuerkennen bereit ist, wird erwarten dürfen, daß das Landvolk sich seines Wertes bewußt wird. Damit erst ist die Voraussetzung geschaffen, um der Stadtsucht entgegenzutreten. Die Zahlen über den Nachwuchs an Arbeitskräften lehren uns, daß auch in Zukunft eine w eitestgehende Technisierung der Landarbeit notwendig sein wird. Wir müssen bei der Technisierung der Landarbeit den Vorsprung einholen, den der gewerbliche und städtische Sektor unserer Wirtschaft gegenwärtig noch aufweist. Es wird Aufgabe des gesamten Volkes und der gesamten Volkswirtschaft sein, im Interesse der Volksernährung diese Technisierung der landwirtschaftlichen Erzeugung, die die Wirtschaftsentwicklung der letzten Jahrzehnte unmöglich machte, soweit wie möglich zu erleichtern. Auch der Ausbau unserer Handelsbeziehungen zu Südosteuropa macht diese Anstrengungen in keiner Weise überflüssig. Es gibt nicht nur eine politische Einkreisung, mit der Deutschland zu rechnen hat, sondern ebenso auch eine wirtschaftliche Einkreisung, die nicht weniger ernst zu nehmen ist. Ebenso wie die politische Einkreisung brauchen wir aber aber auch diese wirtschaftlichen Einkreisungsversuche nicht zu fürchten. Obwohl die nationalsozialistische Agrarpolitik die Anstrengungen der deutschen Landwirtschaft zur L e i st u n g s st e i g e r u n g bereits weitestgehend erfüllt hat und obgleich unser Streben auch in Zukunft eine dauernde weitere Mehrleistung sein wird, so hat diese Agrarpolitik doch auch anderseits die Möglichkeit oder aber bessere Voraussetzungen dafür geschaffen, die Agrarüberschüsse anderer Staaten aufzunehmen. Gerade für die Aktivierung unserer Handelsbe,Ziehungen mit dem Südosten ist dies von entscheidender Bedeutung, da hierdurch nicht nur die Abnahme der heutigen Ueberfchüsse an lebenswichtigen Nahrungsmitteln des Südostens ermöglicht wird, sondern Deutschland sehr viel größere Mengen als bisher aus diesen Ländern zu importieren vermag. Reichsminister Darre schloß seine Ausführungen in dem Glauben, daß das deutsche Volk auch in der Ernährungsfrage in Stadt und Land zusammenstehen werde wie ein Mann, um dem Führer zuHelfen, den Ring der Einkreisungsmächte zu durchbrechen. Reichstagung der „Deutschen Heilprakiikerschast". Dor kurzem fand in Berlin die 1. Reichs- taguna der neu gegründeten „Deutschen Heilpraktikers chaft" statt, die im Zeichen des im Februar d. I. verkündeten Heilprak- ti'kergesetzes stand, lieber 2000 Heilpraktiker hatten sich vereint, um die Ausrichtung für ihr Schaffen im Dienste der Volksgesundheit zu empfangen. Der Reichsgesundheitsführer, Staatsrat Dr. Conti, hielt eine Ansprache, in der er u. a. erklärte, nicht nur die Schulmedizin, sondern auch die auf der Erfahrung fußende Volks- und Naturheilkunde habe unser Wissen um die erfolgreiche Krankenbehandlung wesenlich bereichert. Reichsminister Rudolf Heß sandte der Tagung eine Telegramm, in dem es u. a. heißt: Ich gebe der Hoffnung Ausdruck, daß diese Tagung dazu beiträgt, auch fernerhin das Vertrauen zu rechtfertigen, das den Nationalsozialismus bewogen hat, eine staatliche Anerkennung des deutschen Heilpraktikeritandes herbeizuführen. Angesichts dieser staatlichen Anerkennung und angesichts der beachtlichen Beispiele hohen heilerischen Könnens deutscher Heilpraktiker, die mir persönlich im Laufe der Zeit bekannt geworden sind, begrüße ich besonders ihr Streben, auch künftig kurpfuschende Nichtskönner, die nicht allein heilungsuchende Menschen sträflich gefährden, sondern auch einer guten Sache unermeßlichen Schaden zufügen können, rücksichtslos aus den Reihen des Berufsstandes der oeutfchen Heilkundigen auszumerzen. Der Reichsheilpraktikerführer Kees (München) hielt eine Festrede, in der er nach einem geschichtlichen Rückblick auf das Werden der Kurierfreiheit und des Heilpraktikerstandes darlegte, wie zwischen der Volksherlkunde und der Schulmedizin eine Kluft entstand, die erst nach der nationalfozialistischen Revolution wieder geschlossen werden konnte. Heute, nachdem sich die Aerzteschaft den volkshellkundlichen und biologischen Heilmethoden zuwandte, wird der alte Kampf zwischen Arzt und Heilpraktiker sein Ende gefunden haben. Heilpraktiker Münch (München) sprach über die Frage der Jrisdiagnostik. Wenn die Gegner dieser heftig umstrittenen Untersuchungsmethode ihre Ablehnung damit begründeten, daß die Jrisdiagnoftiker die Augendiagnofe als ein allein beherrschendes Verfahren ansehen, müsse fest- gestellt werden, daß diese Methode lediglich als eine manchmal sehr wertvolle Hilfsdiagnose zu betrachten sei. Ihre Bedeutung liege weniger auf dem Gebiet der Organdiagnose, als auf der Konstitutionsdia- anofe. Allgemeine Belastungen, vorhandene Organschwächen und Anfälligkeiten seien mit dieser Methode ost ausgezeichnet zu erkennen. Der Redner betonte, haft große Erfahrung und ein sehr kritischer Blick zur richtigen Auswertung gehöre. Auf solche Weise angewandt, leiste die Jrisdiagnose wertvolle Dienste für die von jedem Heilpraktiker ange- strebte ursächliche Ganzheitsbehandlung. Wieder ein Großfeuer bei Siegen. Das vierte Großfeuer innerhalb von sechs Tagen im Bezirk Siegen brach in dem Dorfe Hüns- born aus, wobei eine Sägemühle und zwei Doppel- wohnhäuser, die vier Familien Wohrkung boten, in Schutt und Asche gelegt wurden. Der Brand war in dem Sägewerk Köhler ausgebrochen und hatte bann auf die Wohnhäuser übergegriffen. — Der Schaden ist sehr groß. Wetterbericht Im Bereich einer sehr trockenen Ostströmung setzt sich in Deutschland die heitere und trockene Witterung noch immer fort. Der von England nach Südosteuropa sich erstreckende Hochdruckrücken wird jedoch durch Wirbeltätigkeit über Skandinavien stark angegriffen, wobei mit dem Aufkommen einer frischeren Nordströmung gerechnet werden kann. Sonst sind mit dieser Entwicklung voraussichtlich aber keine stärkeren Störungen verbunden. Vorhersage für Donnerstag: Heiter dis wolkig, trocken bei zeitweilig auffrischenden Winden aus nördlicher Richtung. Tagestemperaturen nicht mehr fo hoch ansteigend. LufttemperatWren am 6. Juni: mittags 28,2 Grad Celsius, abenb”20,6 Grab: am 7. Juni: morgens 15,8 Grad. Maximum 29,0 Grad, Minimum 10,9 Grad. — Erdbodentemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. Juni: abends 25,7 Grad; am 7. Juni: morgens 20,1 Grad. — Sonnenfcheindauer 15,2 .Stunden. Hauptfchriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange (verreist), i. 23.: Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. 2L V. 1939: 9133. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Statt besonderer Anzeige. Margarethe Hoffmann, geb. Wolff in ihrem 83. Lebensjahre. Gießen, Hofgüll, Wilhelmshöhe, den 7. Juni 1939. echt Reformhaus, Kreuzplatz 5, 4124D Gießen, Heuchelheim, Frankfurt a. M., den 6. Juni 1939. 4137D Vermietungen Auto 1-ZimJohng. gesucht Frdr.Teipel i Markt 16 ——— 4121DI 4121. i m . 3758V Die trauernden Hinterbliebenen: Fritz Medebach und Familie Fritz Förster und Familie Adolf Medebach und Familie Ewald Medebach und Familie. Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzeile veröffentlicht Sinne Wort SKüdien: mäddien bei gutem Lohn und freier Station. Offerte an HL Weher Ir. Offenbach a.M. Gaststätte Bauernschänke Bahnhofstraße 2 »u- >u- Die Beerdigung findet Donnerstag, den 8. Juni, 18 Uhr, in Heuchelheim, von Brauhausstraße 36 aus statt. 3-Mohii. für sofort o. spät, von mittlerem Beamten für sofort oder später gesucht. Ostviertel bevorzugt. Schrift!. Angeb. unt. 02832 a. d. Gießen. Anzeig. TMHiüe Verkäuferinnen Nachlässe von 3 bis 20 v. H. erhalten Sie bei wiederholten Veröffentlichungen einer Anzeige/ Sie erhalten garage zu vermiet, (02235 Horst-Wessel- Wall 49. Verkäuferin gesucht Branchekenntnisse nicht unbedingt erforderlich. Es wird Gelegenheit zur Einarbeit geboten. Jüngerer zuverlässiger WMfA v. Laboratorium gesucht. 4148d Näheres Seltersweg S11. Preiswertes Angebot Kirman, Keshan, Bochara, Täbriz, Turkbaff, Sparta, Afghan, Machal, Schiraz usw. Reichhaltige Auswahl in Brücken aller Provenienzen Teilweise Vorkriegsstücke. Besichtigung unverbindl. Auswahlsendung kostenlos! 4101V E. W. Pinzenscham, Offenbach a. M. Nervöse schlafen schlecht! 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Nie zuvor hat in einem Staat ein so natürlicher Ausgleich zwischen ben Frästen bes Mannes unb ber Frau statt gesund en, Tumal nicht im bäuerlichen Dolksteil. In Deutsch- *anb ist bieses großartige Beispiel geschaffen worben unb ber Kern ber Frauenfrage, bie Wieder. Herstellung bes Muttertums ber Bäuerin als Mutier bes Volkes erkannt und zur Losung vorbereitet. Die jetzige Generation und die nach uns Kommenden werben zeigen müssen, ob s" das.große Werk unseres Führers am beutschen Bauerntum m i^ner aamen gewaltigen Größe erfassen, begreifen IXorXVXVrten. Sieles Werk bietet d-m ganzen Bolle Mittel und Wege, ber $ o I 5 g e iaht ber Lanbf lucht, bie uns Heide so sehr bebroht, Herr zu werden. Sie lastet auch auf anderen Völkern und zieht die Aufmerksamkeit all Tiefersehenden auf sich. Ueberall wacht d-e Erkenntnis auf, daß die Völker, um ge und bleiben m ihren Volkswirtschaften, ein gesundes Bauer'Mm brauchei^ d. h. Menschen, die bered s*"d, die Arbeit um Boden und seinen Erzeugnissen zu-leisten. Da (h« Xia I neben wächst die Erkenntnis vom Blutswert der UrlflUV (Ulm jur vle Lulwjluu! Bauernfamilie, die im Hof die gesündeste Aus- Bier Wochen Erholung bei der NSB Siftun95ftä“e 6es ®olto b6|16‘ unb Aber Finger und Ohren waschen — da wird gi treikt. Reinlichkeit ist eine Angelegenheit der E ziehung. Sicherlich gibt es einige Kinder, denen tue Freude am Waschen und an der Sauberkeit von klein an sozusagen im Blute liegt. Aber das sind Ausnahmen. Der weitaus größere Teil aller Kinder muß Reinlichkeit lernen. Sich waschen ist erstens eine Arbeit, zu der die Kinder, ganz besonders am Abend, wenn sie den ganzen Tag gespielt haben, zu müde sind. Sich waschen ist aber auch zeitraubend. Man muß vielleicht früher von der geliebten Eisenbahn Abschied nehmen, weil Mutti gerufen hat: Waschen mg seht Ditte- Tiidost- d jedoch art an= ' ftische- • Sanft er leine heiter in Nin- irahiren 2 (Brab lorgens im 10,9 .iese am norgens iben. 2ange. t Blum. Bilder: imschein; Gießen, in; für lenleiter: halt ber /. 1939: oersitäts- Gießen. ) 25 Ps. >f. mehr, i 15 Pf, ft Preiö- üg. Eine außerordentlich begrüßenswerte Einrichtung Wir deutschen Bauern haben uns unter Fuhrt jetzt in prakttscher Zusammenarbeit zwischen rung des Nationalsozialismus bereits auf den Weg ieicysnährftand und NSV. geschaffen worden. Wie gemacht, um die Landflucht an der Wurzel zu be- Dir dem amtlichen Zeitungsdienst des Reichsnähr- kämpfen. Wir wissen, daß wir als bodengebundenes ' andes entnehmen, werden die beiden Organisatto- Volk den Kamps mit der Landflucht aufnehmen wer- -en eine umfangreiche Landfrauenerholung den, denn wir denken als Landleute immer m der fturchführen, da den meisten Frauen auf bem Lande Vorsorge für die Kommenden, die nach uns auf dem isher eine wirkliche und ergiebige, dazu regel- wieder an unsere Sippe gebundenen Hof wlrtschas- wßige Echolung im Gegensatz zu den anderen ten und leben wollen. Wie mir 'M n-atlonalsozialisti- Zerufsständen versagt geblieben ist. Es ist an eine schen Reich gemeinsam die Arbeitsschlacht schlugen ierwöchige Erholungszeit gedacht, die und die Lebensfähigkeit des Bauernhofes herstellten, ■iit Rücksicht auf die starke Beanspruchung der werden wir wieder in Gemeinschaft mit dem gan- f-anö fr au en in der Bestellungs- und Erntezeit auf zen Volk das Leben auf dem Lande mit ec^en ie stillere Zeit vom Herbst bis zum Frühjahr ge- Werten füllen und bie sozialen und wirtschaftlichen >gt werden soll. Die ßanbfrauen können ihren Irlaub in den Erholungsheimen der NSV. verüben und dabei sogar ein Kleinkind mitnehmen, lud) die bisherige Hauptschwierigkeit, nämlich die ;rage der ^Vertretung der Landfrauen, ist eseitigt; NSV., NS.-Frauenschaft und ber Arbeitsdienst für bie weibliche Jugend haben eine groß- iigige Vertretungsmöglichkeit für solche Falle ged PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS chaffen, wo eine Vertretung durch Familienmit- : lieber ober Nachbarinnen nicht vorhanben ift Sie kosten für ben Erholungsurlaub in den N-sV.- meimen find' benkbar gering; können in bem einen -der anderen Fall selbst diese Beträge nicht tn bar och in Naturalien aufgebracht werden, so werden e von der NSV. getragen. Die von den genannten Organisationen gestellten Vertretungen sind sogar interessieren. . In Deutschland hat sich seit 1933 ein großer wirt- chaftlicher und kultureller Aufschwung vollzogen. Wie wohl alle Länder der Erde, so waren auch mir durch eine Zeit schwerster wirtschaftlicher Krisen gegangen, die viele arbeitswillige und fleißige.Men- chen arbeitslos machte und die Bauernfamilie bet n ollen Scheunen beinah vernichtet hätte. Sv galt vs neue aufzubauen und die Schäden auszualeichen. Line gewaltige „Arbeitsschlacht" begann, die den etden Arbeitslosen wieder in Arbeit brachte und dem Bauern Absatz verschaffte. Durch eine weise Regelung des Marktes für Lebensrnittel wurde neue Stetigkeit in die bäuerliche Wirtschaft getragen d,e^Au^merksamkeit° zugewandt rourbV lag”auf der ! knitterfreiem Leinens dem ein blauer Gürtel und 5anb Reckitieitig wurde erkannt, welche wichttgen ein blau-weißes Taschentuch getragen wird. ^bensber^Zei^re^Obhut anoertraut sind. Ihre Die rote Flanells a ck e (Nr. 2) mit aufgesetz- SteUung als Mutter, Hausfrau, Betreuerin aller ten Taschen und kurzen vermein- gehvkt wie der Mitarbeiter aitt dem Hofe, als Kulturträgerin, h a n d g e ft r i ck t e Sweater (Nr. 4). in Blau- murbe als wesentliche Ergänzung ber Pflichten bes Weiß-Rot zu einer grauen F l a n e l l h e r r e n- Bauern angesehen. Die kleine Welt ber Frau würbe Hofe. iqe Mitarbeiterin bes Mannes inner* »alb ber Aufgaben des ©efamtbauerntums miter- -aftf. Nicht als Verein ober als Verband brauchten Hie deutschen Bäuerinnen eine Sonderorganisation ,-u bilden, sondern sie wurden als Hegerinnen und Hüterinnen des deutschen Bodens und seiner Er- „eugung durch Reichsgesetz Glieder des Reichsnähr- W 6 -KZ II fiel iiM -11M Kalk“fl fe®? ltrk e UI,D. eib^ Aus aller Welt Der Schauplatz en. schenmenge umlagert, Der mit des bei alarmierte Deutscher 2000 Punkten, wodurch der V. B. den Pokal „Popolo d'Jtalia" gewann. Trauriges Lude eines Familienausfluges. Auf der Landstraße Steinheim—Dietesheim dürfte in die Millionen geh, wird von einer erregten Menj die den Gerüchten von einem Sabotageakt Glauben schenkte. Wie aber der Chef der Polizei Pressevertretern gegenüber erklärte, ist anzunehmen, daß der Brand durch unvorsichtigen Umgang mit einem autogenen Metallschneidbrenner entstanden ist. Unverständlich bleibt, warum die Bahnhofswache, die den Brand zuerst bemerkte, eine volle Stunde lang allein versuchte, des Feuers Herr zu werden. Erst als sich ihre Bemühungen als aussichtslos erwiesen, sie die Warschauer Hauptfeuerwehr. Sieg im Sternflug der Luflfahrkpresfe nach Rom. dem ersten Weltkongreß der Luftfahrt- Eis zu entdecken, wo sie sich ein notdürftiges Zeltlager geschaffen hatte. Der Luftschifführer ist nach seiner Rettung mit Vorwürfen überhäuft worden, es fand auch ein Verfahren statt, das für ihn einen ungünstigen Ausgang nahm. Ohne untersuchen zu wollen, wie weit er die Schuld an dem Unglück trägt, wird man allein die Tatsache hervorzuheben haben, daß die italienische Luftschiffexpedition ein tapferes Unternehmen war, das von allen Beteiligten harte Nerven und restlose Einsatzbereitschaft erforderte. Weder hat es bei den Italienern und ihren Begleitern an dem einen noch an dem anderen gefehlt. Daß sie die Fähigkeit besitzen, Forschungsarbeit in den unwirtlichen Regionen des nördlichen Eises zu leisten, haben sie bewiesen. Und sie bewiesen noch ein anderes: Mut und Tapferkeit im Kampf mit den Elementen, die gerade im Polareis nicht die Freunde des Menschen sind. Für die Menschheit geschah aber der Flug zum Pol, wurde der wissenschaftliche Er- kundungsflug der „Italia" durchgeführt, deren Reste wie die Gebeine der tödlich Verunglückten unter einem unbekannten Breitengrad in Schnee und Eis gebettet sind. D. S. Oie Katastrophe der „Italia" Gin mutiges italienisches polarunternehmen. rkns tätig zu sei Kriegsende hat ein Zeppelinluftschiff . . „ unternommen, ist auch auf dem ewigen Eis niedergegangen und dann wohlbehalten zurückgekehrt. Ein anderes Luftschiff dagegen, die „Italia", konstruiert von dem Luftschifführer Nobile, kehrte nicht wehr heim.'Es zerschellte am 25. Mai 1928, nachdem es den Nordpol erreicht hatte. Zwei Dinge waren es, die das kühne Unternehmen schrecklich presse verbundene Sternflug nach Rom endete mit einem großen Erfolg der deutschen Teilnehmer. Die von Wellershausen gesteuerte Siedel (Dr. Keller, Zeitungsdienst, Graf Reischach) trug mit über 8400 Kilometer und 42 000 Punkten einen überlegenen Sieg davon und sicherte sich damit den Pokal des Duce. Den dritten Platz belegte G la r don gleichfalls auf Siebel (Dr. Kredel, Völkischer Beobachter) mit über 4500 Kilometer und Die Polargebiete gehören noch immer zu jenen Teilen der Erdoberfläche, von denen wir am wenigsten wissen. Seit jedoch das Flugzeug in den Dienst oer Polarforschung gestellt worden ist, kommen wir langsam voran, doch noch immer nicht so schnell, wie man annehmen möchte. Denn auch das Flugzeug braucht eine Ausgangsstellung an dem Boden. Es müssen also Lager aufgeschlagen werden, Schiffe müssen in die gefährlichen Regionen des ewigen Eises hinein, Exveoitionen müssen in die Randgebiete der Arktis ober Antarktis entsandt werden. Erst von diesen Ausgangsstellungen kann das Flugzeug Vorstößen, muß aber stets zurückkeh- ren, wenn nicht neue Stationen im ewigen Eis geschaffen werden, was mindestens die gleichen Anforderungen an die körperliche Leistungskraft der Forscher stellt wie ein Vorstoß mit Hundeschlitten oder ein wochenlanger Aufenthalt in den Eisgebieten zur Erfüllung bestimmter Forschungsaufgaben. Hanau ereignete sich ein Verkehrsunglück. Die aus Vater, Mutter und zwei Töchtern bestehende Familie Herbert C a ft n e r aus Mühlheim fuhr mit ihren Rädern auf dem nqben der Landstraße herführenden Radfahrweg. In einer Kurve kam ihnen ein Motorradfahrer mit Beisitzer entgegen. Vermutlich infolge zu hoher Geschwindigkeit wurde der Motorradfahrer aus der Kurve getragen und riß sämtliche vier Familienangehörige zu Boden. Während die Eltern mit verhältnismäßig- leichten Verletzungen daoonkamen, wurden die beiden Mädchen die Böschung hinuntergeschleudert. Die zehnjährige Margarete Castner zog sich dabei eine klaffende Wunde am Unterleib und eine Gehirnerschütterung zu. Das Kind st a r b an den schweren Verletzungen bereits auf dem Transport ins Krankenhaus. Die 14jährige Schwester erlitt eine große Fleischwunde unterhalb des Knies. Die beiden Motorradfahrer, die sofort in Haft genommen wurden, kamen bei dem Sturz mit Hautabschürfungen davon. Graf Zeppelin war es, der in der Vorkriegszeit eiiimal zum Ausdruck brachte, daß sein Luft- sclsiff ausgezeichnet sei, für die Wissenschaft in der weißen W^lt der Arktis tätig zu sein. Lange nach Kriegsende hat ein Zeppelinluftschiff einen Polflug Oer Brand des Warschauer Zentralbahnhofs. Der Brand des Warschauer Zentralbahnhofs tonnte am Dienstag eingedämmt werden. Aus den Trümmern wurde bisher ein Toter,, ein Feuerwehrmann, geborgen, der von der einstürzenden Decke erschlagen worden war. Sechs Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Es werden noch zwei Arbeiter vermißt. Es besteht die Befürchtung, daß sie noch unter den Trümmern liegen. Die vierzig Meter hohe Haupthalle mit den Kasse- und Warteräumen sowie den Restaurationen ist in der Breite von 20 Metern eingestürzt. Der Schaden Feuerwerkskörper bringt ein Motorboot zum Sinken. Während der Heidelberger Schloßbeleuchtung fiel ein abgeschossener Feuerwerkskörper in die Kabine des Bootes der Wasserschutzpolizei von Ludwigshafen, welches sich unterhalb der Karl-Theodor- Brücke befand. Bei de,r Explosion wurden die Scheiben der Kabine zertrümmert und der Boden des Bootes durchschlagen, so daß das Boot sofort sank. Die Besatzung des Bootes, vier Mann, wurde nicht verletzt. Zwei Mann gelang es, schwimmend das Ufer zu erreichen, während die beiden andern herbeigeeilte Boote befliegen. Drei Todesopfer eines Verkehrsunfalls. Die Reichsbahndirektion Saarbrücken teilt mit: Am 5. Juni wurde auf dem Ueberrocg zwischen den Bahnhöfen Philippsheim und Speicher an der Strecke Trier — Köln, dessen Schranken nicht geschlossen waren, ein Lastkraftwagen des Reichsarbeitsdienstes von einer leerfahrenden Lokomotive überfahren und zertrümmert. Der Fahrer des Lastkraftwagens, ein Obertruppführer des RAD. aus dem Lager Niederstegen, sowie zwei Arbeitsmaiden aus dem Lager Beilingen wurden auf der Stelle getötet. Von den weiteren Mitfahrern wurden einer schwer und vier leicht verletzt. Aerztliche Hilfe war schnell zur Stelle. Die Verletzten fanden Aufnahme im Krankenhaus Bitbi>rg. Nach den staatsanwaltschafttichen Ermittlungen war vergessen worden, die Schranken herunter zu lassen. Die Lokomotive fuhr außerplanmäßig, aber im gemäßigten Tempo. Sowohl der Lokomotivführer als auch der Kraftwagenlenker haben die Gefahr erst im letzten Augenblick wahrgenommen. Zwei Bahnbeamte, die für das Schließen der Schranken verantwortlich sind, wurden verhaftet, bis die Schuldfrage in allen Einzelheiten aufgeklärt ist. Grohfeuer in Bukarest. In Bukarest brach in den Lagerräumen einer Speditionsfirma ein Großfeuer aus, durch das 150 Waggon Baumwolle und andere Waren vernichtet wurden. Die gesamte Feuerwehr der rumänischen Hauptstadt wurde aufgeboten, um eine Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Es galt vor allem, die in den Kellerräumen lagernden großen Rohöl-Vorräte zu schützen. Jüdische Devisenschieber in Italien verhaftet. Der Mailänder Polizei gelang es, eine Bande von 20 jüdischen Devisenschiebern italienischer, französischer, deutscher, griechischer und türkischer Staatsangehörigkeit dingfest zu machen, denen es durch einen raffinierten Trick gelungen mar, nicht weniger als 15 Millionen in italienischer, französischer und Schweizer Währung in das Ausland zu schaffen. Im vergangenen 'Monat erhielt der Jude Robert T e g l i o ein anonymes Schreiben, in dem er unter Androhung von schweren Vergeltungsmaßnahmen im Nichterfüllungsfall aufgefordert worden war, 75 000 Lire an einem bestimmten Ort einer Vertrauensperson zu übergeben. Die Polizei ermittelte als Verfasser dieses und verschiedener anderer ähnlicher Schreiben die jüdischen Brüder Bernhard und Julius Hirsch. Der ganze enden ließen: die. äußerst ungünstigen Witterungsverhältnisse und die Schwäche des Luftschiffes. Beides wirkte zusammen und führten zu einem Ausklang, der nicht nur in Italien, sondern in der ganzen Welt Bedauern und Mitgefühl auslöste. Nobile hatte vor der „Italia" einige Kleinluftschiffe gebaut, die sich gut bewährten. Er meinte nun, daß es auch möglich ist, mit diesen Kleinluftschiffen in den Dienst der Polarforschung zu treten. Unrecht hatte er nicht, denn der Flug mit seinem Luftschiff „N o r g e" zum Pol, ein italienisch-norwegisches Gemeinschaftsunternehmen, bestätigte, daß unter gewissen günstigen Bedingungen auch das Kleinluftschiff einsatzfähig ist. Dieser Flug ging im Mai 1926 von Spitzbergen aus, er endete am 15. Mai in Teller auf Alaska. Nobile hatte gezeigt, daß auch Südländer fähig sind, Mut, Kraft und Ausdauer für Unternehmungen im ewigen Eis aufzubringen und daß er sich auf dem richtigen Weg befand, als er der Forschung das Luftschiff zur Verfügung stellte. Wenn es auf dieser Fahrt zu aufregenden Situationen kam, Die damit endeten, daß ein schwerer Sturm die „Norge" in Teller zerschmetterte, so war das nur ein Beweis dafür, daß die mit der Luftschiffexpeditton in Angriff genommene Pioniertätigkeit Nobiles wie irgendein anderes Unternehmen feine Erfahrungen zu sammeln hatte. Nobile wurde in richtiger Würdigung seiner und der Leistungen seiner Begleiter mit Ehrungen überhäuft. Ein neues Luftschiff wurde gebaut. Die Erfahrungen der erften Expedition wurden dabei weitgehend berücksichtigt. Daß man in den Kreisen der Polarforscher dem Luftschiff volles Vertrauen enh gegenbrachte, vor allem aber auch diese Einrichtung für äußerst wertvoll zur Erforschung der Arktis hielt, geht am besten daraus hervor, daß sich nam- yafte Forscher an Bord der „Italia" begaben. Wir erinnern an die Gelehrten Malmgreen und Behounek. In der Nacht vom 14. zum 15. April 1928 stieg das Luftschiff in Mailand auf, begleitet von den besten Wünschen aller Nationen, nicht zuletzt der deutschen, die von jeher an der Arktisforschung interessiert war und die vor allem auch den Wert eines Luftschiffes für diese Tätigkeit richtig einzu- schähen wußte. Das Luftschiff kam mit großen Verspätungen in Kingsbay (Spitzbergen) an, weil es unterwegs verschiedene Beschädigungen erlitt, die beseitigt werden mußten. Trotzdem war es in Kingsbay bereit und ausgerüstet, um sich zum Pol zu begeben. Ein erster Flug mußte wegen starken Schneefalls unterbleiben, doch scheint es, als ob hierbei Beschädigungen der Hülle eintraten, die das spätere Unglück verursachten. Der zweite Flug gelang, er fand vom 15. bis 18. Mai statt und brachte einen ausgezeichneten Ueberblitf über weite Strecken unerforschten Gebietes. Auf dem dritten, dem letzten Flug, wurde der Pol nach zwanzig Stunden erreicht. Alles ging gut, auf dem Rückflug stellten sich jedoch Störungen ein, die zu einem Absacken des Schiffes führte. Es schlug auf, eine Gondel wurde losgerissen. Die Insassen dieser Gondel tagen teilweise verletzt auf dem Eis, unter ihnen auch N o - b i l e. Das Schiff wurde vom Sturm fortgerissen, es dürfte alsbald zerstört worden sein. Jedenfalls hat man niemals wieder eine Spur von ihm gefunden. Von allen Seiten wurden, da die „Italia" nicht mehr in Kingsbay erschien, Hilfsexpeditionen in Marsch gesetzt. Auch der Forscher A m u n d s e n beteiligte sich, blieb jedoch mit seinem Flugzeug verschollen. -Schließlich gelang es dem italienischen Flieger Maddalena die Nobilegruppe auf dem Güdserbische Gastfreundschaft Von Charlotte Kübl von Kalckstein Wundervoll baut sich die Meine Stadt Ochrid am Ufer des großen Ochridasees auf. Eng und winklig sind die Gassen, und wäre nicht von Zeit zu Zeit der Blick zur Türkenfeste hinauf wieder frei geworden, wir hätten meinen können, unser Gast- freund, der Bankdirektor, führe uns in der Runde herum. Die Frauen, die mit ihren Zinnkrügen am Brunnen standen, und Scharen von Kindern sahen uns neugierig nach. Endlich waren mir am Hause unseres Führers angelangt Unser Gastfreund tat drei kurze Schläge an eine verwitterte Holztüre, die sogleich geöffnet wurde. Drinnen im kleinen Hof, dessen Mauern weißgekalkt waren, verneigte sich ein junger Diener, und die Treppenstufen herunter kam eme alte Dienerin herbeigeeilt. Einige Oleanderbäume standen hier, Stämme und Kübel frisch mit Kalk bestrichen, und um eine kleine Pergola rankte sich das knospende Geäst der Weinstöcke. Alles sah freundlich und sauber aus. Wir muhten sogleich bis ins Dachgeschoß, weiß- gescheuerte Sttegen hinauf, schmal, mit schlichtem, hölzernen Geländer, an einem weißgetünchten Vorplatz vorbei, auf dem mächtige, uralte, eisende- schlagene Truhen standen. Es war ein eigenartiges Gefühl, über diese ächzenden Treppen zu gehen und das Schwanken der Böden zu spüren. Der Bankdirektor hatte seine helle Freude an unseren tastenden Schritten und ängstlichen Mienen. „Das ist nun einmal in Mazedonien so Sitte", sagte er. „Alte Häuser werden nicht ständig erneuert. Wo man geboren ist, da stirbt man. Regen rft ganz selten, Wind ist nur gesund, also mag das Wetter nur ruhig durch alle Ritzen bringen. Wir nennen den Wind »Doktor Ochrid', denn er sorgt dafür, daß wir nicht krank werden!" Der Blick durch die schiefgezogenen Bodenfenster auf die Schneegipfel der albanesischen Berge enthüllte ein Panorama von heroischer Pracht, das ferne Ufer glänzte im Sonnenschein, und hohe dünne Wolken segelten luftig über das zartblaue Himmelszelt. Im ersten Stock mußten wir bas Zimmer des Hausherrn besichtigen. Mehr als ein Dutzenb ganz gleicher Wiener Rohrstühle standen dicht nebeneinander aufgereiht an zwei Wänden entlang, so wie bei uns etwa im Wartezimmer eines vielbeschäfttg-1 ten Arztes. Die dritte Seite nahm ein niedriger Divan ein mit spitzenbekleideter Wand dahinter zum Schonen. Der Hausherr wehrte ab, als wir uns die Bilder an den Wänden näher ansehen wollten. Szenen aus den Türkenkriegen, bei denen viel Blut floß, billige Drucke, und wir Deutschen seien doch bekanntlich sehr verwöhnt. Ader, mein Gott, sie hingen hier wohl schon seit Urgroßvaters Zeiten, und auf den Einfall, das alles umzugestalten und „modern" einzurichten, wie das ja wohl bei uns im Westen Sitte sei, darauf versiele hier kein Mensch. ' Die alte Dienerin kam mit dem Sladko, der dem Gast südlich der Donau als Willkommengruß und erste Erfrischung gereicht wird: ein Löffel dick eingekochter, zuckersüßer Marmelade, der, kaum in den Mund genommen, sofort mit einem Glas kalten Wassers hinuntergespütt wird. Man hat für diese Art der Bewirtung eigens längliche Tablettchen konstruiert, die ein Gestell für die noch sauberen und eine Ablage für die benutzten Lössel tragen. Meist wird der Sladko von zwei Personen gereicht: die eine trägt das Tablett und Fruchtpaste, die andere folgt mtt dem Wasser. Man setzt sich nicht dazu nieder, denn der Sladko gehört noch mit zu der Begrüßungszeremonie, soll den durch heiße Straßen gewanderten ober gerittenen Besucher nur schnell etwas erfrischen, ehe die Unterhaltung und die weitere Bewirtung beginnt. Die Sitten der ehemals türkischen Bevölkerung haben sich mit denen der alteingesessenen mazedonischen vermischt. So wird auch Das mazedonisch- christliche Haus wie das mohammedanische keinen Gast entlassen, ohne ihm zum Schluß Den Schwarzen gereicht zu haben — dreimal in winzigen, kupfernen Stielkännchen aufgekocht, ohne Much, zuckersüß und knirschend von Kaffeegrund. Heute wird er im großen Familienzimmer im Erdgeschoß serviert, wohin man Die Lagerstatt einer gelähmten, alten Frau, einer Verwandten, gebracht hatte, wo auf dem Fußboden buntgestickte Matratzen ausgebreitet waren zum Niedersitzen für uns und sonst für Den allgemeinen Mittagsschläf und wo an der Wand neben Der Türe eine bescheidene Bank ftanD, auf Der währenD unseres Besuches ganz selbstverständlich die alte Dienerin und Der junge Bursche Platz nahmen, ftaunenD und interessiert und jedes Winkes ihres Herren gewärtig, Schade, unser ©aftfreunD war ein Junggeselle! Wir hätten gern ein Familienoberhaupt im Kreise seiner Familie beobachtet. Aber auch Dies Beisammenwohnen und Beisammensitzen mit Der alten Verwandten, die bas selbstverständliche Recht hatte, hier zu wohnen und hier auch einstmals zu sterben, und mit den treuen Dienern des Hauses machte Sben Eindruck eines enggefügten Familien- >s. Wein wurde uns vorgesetzt, süßer, rosenroter Ochrider Bergwein, selbstgezogen und selbstgekeltert, und dann Durften wir auf unsere Bitte hin einen Blick in die Küche tun und mußten unwillkürlich an unsere weißgekachelte, nickelverzierte und emaillierte Pracht zu Hause denken angesichts dieses gemauerten Herdes mit weit ausladendem Rauch fang und offener Feuerstelle, über der an einer Kette ein ver- blafter Kupferkessel hing, angesichts der Holzbotttche mit Wasser und des Kopfsteinpflasters mit der Rinne in der Mitte, die die Abwässer aufzunehmen hat. Zum Schluß mußte die alte Maria aus den Kleidertruhen die kostbaren Festgewänder der Familie hervorholen, dunkelgrüne und karminrote Tuchröcke und Jacken, über und über mit Gold gestickt, so reich, so kunstvoll, datz es unvorstellbar erscheint, auszurechnen, wie lange fleißige Hände einst daran gearbeitet haben mußten, um diese Pracht fertig zu. stellen. Auch der Silberschmuck wurde uns gezeigt. Ketten und Armreifen aus feinster Filigranarbeit, Gürtelschnallen so groß wie die Handteller einer Männerfaust. Und Dann brachten sie uns allesamt durch den kleinen Hof auf die Gasse hinaus, und der Hausherr versprach, gleich nach dem Nachtmahl ins 5taneeDau5 hinunter zu kommen, „Die Andern" wä- .Uch/r auch da, und unsere Anwesenheit in llchnd sei immer noch lange nicht genug gefeiert Zeitschriften. — Prügelt bas Feuer! Diese Methode des Feuerlöschens war um 1800 in Deutschland gang und gäbe une die neueste „Sirene" zeigt. Man be- diente sich dabei der sogenannten „Feuerpatsche", die letzt im modernen Luftschutz wieder zu ihrem ~ h!- rloisimt. $?rn hohen Ausbildungsstand des Selbstschutzes beweist auch die Große Deutsche Luft- schutz-Ausstellung in Wien, der „Die Sirene" mehrere Seiten widmet. Trick mit den Briefen war eine Tarnung von Deoisenschiebungen einer Bande, als deren Häuptling der Jude teglio entlarvt wurde. Blitzschlag in eine französische Kirche. — 20 Kinder verletzt. In Pradines (Departement Lot) schlug der Blitz während der Messe in eine Kirche. Der Glockenturm wurde vollständig vernichtet und zahlreiche religiöse Kunstgegenstände im Kirchenschiff schwer beschädigt. Don etwa 100 anwesenden Kirchgängern, von Denen Der größte Teil Kinder waren, wurden 20 meist schwer verletzt. Viele haben Brandwunden banongetragen. Ein siebenjähriger Junge hat Das Augenlicht verloren. Sechs Todesopfer eines Flugzeugunglücks in Finnland. In der Nähe von Lieksa in Ost sinn land v er - u n g l ü ck t e ein Privatflugzeug. Dabei fanden fünf Passagiere, davon drei Kinder, und der Flugzeugführer den Tod. Mißlungener englischer Ozeanflug. Der Versuch des englischen Flugbootes „Guba", von A u st r a l i e n her Den Indischen Ozean nach Afrika zu überqueren und auf diesem Wege eine neue Luftroute von Australien nach England zu eröffnen, ist vorläufig gescheitert. Wie Der Flugzeugführer, Kapitän Ar ch b old , durch Funkspruch mitteilte, ist er auf Dem Flug nach den Kokosinseln vom Kurs abgekommen, und es ist ihm nicht gelungen, seinen Standort neu zu bestimmen. Er hat sich Daher entschlossen, nach Australien umzukehren. — Die australische Bundesregierung hat die britische Konsularvertretung in Sumatra drahtlich gebeten, notfalls die Entsendung eines Schiffes zu veranlassen,1 Das Der „Guba", falls sie auf das Wasser niedergehen müsse, Beistand leisten soll. Nach dem letzten drahtlosen Bericht Des Flugkapi- täns hat Die „Guba" aber Land gesichtet, so daß zu hoffen ist, daß das Flugzeug und seine Besatzung sich außer Gefahr befinden. USA.-Scfängniffe überfüllt. Die U eiberf üILun g b er amerikanischen Gefängnisse, die ständig zu Meutereien führt, geht auch aus einem Bericht der Gefängnis- leitung von Sing-Sing hervor, wonach dort zur Zeit die Rekordzahl von 2839 Sträflingen untergebracht ist. Die Gefangenen müssen außerhalb Der Zellen in Den Gängen Der Gefängnisblocks, in Messehallen, in Baderäumen und sogar in Barbier« stählen schlafen. Kunst und Wissenschaft. Oer dritte Tag der Reichstheaterfesiwoche. Die Reichstheaterfe st woche in Wien brachte am dritten Tage im Burgtheater ,Konig Richard II." in der Äufführung des Staatlichen Schauspiels Berlin. Die Spielleitung Jürgen F e h - I i n g s gestaltete das Drama Shakespeares zu einer nordischen Ballade. Regie und Darstellung bedeuten einen Gipfel neuer deutscher Bühnenkunst. Im Mittelpunkt stand Gustaf G r ü n d g e n s' König Richard. Die Aufführung fand eine begeisterte Aufnahme. Reichsminister Dr. Goebbels, der auch dieser Vorstellung beiwohnte, besichtigte am Dienstag eine Reihe Wiener Theater, die zum Teil umgebaut find, zum Teil noch umgebaut werden sollen, sowie die Anlagen und das Gelände Der Wien-Filmgesellschaft m. b. H. auf dem Rosenhügel. Durch Generaldirektor H i rt ließ er sich über die beabsichtigten Erweiterungsbauten unterrichten. Er bestimmte, daß diese dringend notwendigen Arbeiten mit größtmöglicher Beschleunigung durchgeführt werden sollen. Reichsfestspiele Heidelberg 1939. . Die diesjährigen Reichsfe st spiele in Heidelberg dauern vom 12. Juli bis 20. August. Der Spielplan sieht vor: Shakespeares „Sommernachtstraum", Eichendorffs „Freier", Gerhart Hauptmanns „Schluck und Jau", Schillers „Räuber". Für die Inszenierung des „Sommernachtstraumes" wurde Hans Schweikart (München) gewonnen. Die Regie des romantischen Lustspiels „Die Freier", das seines großen Erfolges wegen aus dem Spielplan des letzten Jahres wieder übernommen ist, liegt wieder bei Richard Weichert (Berlin). „Schluck und Jau" wird van Karl Heinz Stroux (Berlin) in Szene gefetzt. Walter Bruno Jltz (Wien) inszeniert die „Räuber". Eine Seeräuber-Bibliothek. Das „National Maritime Museum“ in Greenwich hat als Geschenk eines unbekannten Stifters die berühmte Sammlung von Büchern über Seeräuber und Seeräuberwesen von Dr. Philipp Gosse erhalten und jetzt in einem besonderen Schrank in seiner Bibliothek aufgestellt. Es sind etwa 1000 Bücher, Broschüren, Manuskripte und verschiedene. seltene und merkwürdige Dinge zu diesem Thema in der eigenartigen Bibliothek vereinigt. Besonders reich ist die Bibliothek an Ausgaben der Werke von Den beiden „Klassikern" unter Den Geschichtsschreibern Des Piratentums, Des Flamen Esquemeling und des englischen Kapitäns Charles Johnson, von Dem vermutet roirb, daß er selbst einmal ein Seeräuber gewesen ist. Aus der Zeit vor diesen Werken stammen als frühestes Dokument eine Bulle des Papstes Alexander VI., Die 1499 in Rom erlassen wurde unD „Piraten, Korsaren und Freibeutern" exkommunizierte. Eine Fülle von Berichten schildert Kämpfe mit Seeräubern, besonders an der Küste Nordafrikas im 17. Jahrhundert. Hierher gehört auch ein „Bericht über Die Verfahren bei Dem Zurückkauf Der Gefangenen in Algier unD Tunis" von 1647 mit einer langen Liste Der Lofegelder für englische Gefangene, Die zwischen 300 und 600 „Dobles^ (spanische Goldmünze im Werte von 10 Mark) tagen. In einigen Fällen waren besonders für Frauen die Lösegelder jedoch sehr viel hoher; so mußte für Elizabeth Alwin aus London ein Preis von 1655 Dobles und für Mary Buster aus Bahall von 1392 Dobles gezahlt werden; es fällt auf, daß für Anna und Elizabeth Wright, auch aus Dahall, je nur 1000 Dobles gefordert wurden, und man hat Vermutungen darüber, angestellt, wie weit diese verschiedenen Einschätzungen der Reize der Damen nach ihrer Rückkehr zu Hause unliebsame Erörterungen gehabt haben werden. Eine Reihe Broschüren behandeln das Leben einzelner Piraten wie Henry Avery, des Königs der Piraten, und Bartholomew Roderts, von Dem nachdrücklichst hervorgehoben roirD, daß er ein Abstinenzler war und streng auf Sonntags- Heiligung hielt. Große Seltenheiten sind die Prpk- tamdtionen, in denen für Die Ergreifung Der Piraten Preise ausgesetzt werden, und handschriftliche Logbücher von Piratenschiffen, in denen sich manche merkwürdige Eintragungen finden. C. K. Ir. 130 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Mittwoch,?. Juni 1939 Sachgemäße Vorbereitung der Verdunkelung * Eine Glocke hört man Gießener Kriegerkameraden erleben den Reichskriegertag Söhne, wer liebt sie nicht! Wer freut sich nicht inrer kraftvollen Schar, und wer ist nicht stolz, sie zum Schutze unseres Landes mit ihrem Blute bereit zu sehen!? Aber wer wollte über diesem tödlichen (ntzücken die Millionen Stunden vergessen, die Mütter mit wunden Augen am Bett ihrer Söhne nachten, um sie uns zu erhalten? Keiner sähe hier cm diesem Tische, keiner, dem eben noch der Wein 'schmeckte und das Fleisch, keiner, der sich vielleicht cdcu noch in seiner poltrigen Kraft über die stille- Aus dem nunmehr vorliegenden Wortlaut der 8. Durchführungsverordnung zum Lilftschqtzgesctz, der „Dcrdunkelungsverordnung", wird ersichtlich, wie die Verdunkelung im Reichsgebiet vorzubcreitcn ist. Für die Verdunkelung nach der Verordnung ist jeweils, wie schon mitgcteilt worden war, der Eigentümer verantwortlich. Dazu ist noch zu bemerken, daß gegebenenfalls an Stelle des Eigentümers derjenige verantwortlich ist, der die tatsächliche Gewalt über eine Sache ausübt. Jede Störung der Verdunke- ung ist verboten. Die Verdunkelungsmoßnahmen ind so vorzubereitcn, daß sic jederzeit sofort durch- gcführt werden können. Vom Aufruf des Luftschutzes ab ist die Verdunkelung ohne besondere Bekanntgabe täglich vom Einbruch der Dunkelheit bis zum Hellwerden als Dauerzustand durchzuführen. Erleichterungen von der Verdunkclungspflicht können in besonderen Ausnahmefällen für diejenigen Anlagen und Betriebe zugelassen werden, für die eine dauernde Verdunkelung aus technischen und wirtschaftlichen Gründen untragbar ist. Diese Anlagen und Betriebe müssen an den Luftschutzwarndienst angeschlossen sein und die notwendigen technischen Einrichtungen besitzen, um bei Warnmeldung „Luftgefahr" oder, falls die Meldung ausbleibt, bei „Fliegeralarm" schlagartig verdunkeln' zu können. Entsprechende Anträge sind schriftlich mit eingehender Begründung an den Ortspolizciverwalter zu richten, der hierüber die Entscheidung der zuständigen Wehrmachtdienststelle hcrbeiführt. Im übrigen sind allgemein für die zur Aufrechterhaltung 'des wirtschaftlichen, öffentlichen und pri- Der Rcichskriegertag in Kassel, den aus unserem Kreisgebiet über 150 Kameraden erleben durften, hat allen denen, die dabei sein konnten, eine Fülle reichster Erlebnisse gebracht. Pünktlich sanden sich die Kameraden am Bahnhof ein, alle waren, was den Anzug anbetraf, in bester Ordnung. In Lollar stiegen die Kameraden der alten Kriegerkameradschaft Lollar hinzu, und in den Abteilen des Zuges herrschte beste und erwartungsvolle Stimmung. Erwartungsvoll verliehen die Giehener Kameraden den Zug, wurden herzlich empfangen, traten an und wurden dann unter dem Vorantritt eines Musikzuges der SA. in ihr Quartier, nach Bettenhausen, geleitet. Etwa 40 Kameraden tarnen in Privatquartieren unter, 100 der Kameraden bezogen in Zelten Quartier. Da sich die Kasselaner außerordentlich gastfreundlich zeigten, kamen einzelne, die noch Setten frei hatten, noch zu spätabendlicher Stunde in das Zeltlager und boten noch manches Quartier an. Von den älteren Kameraden wurde von dieser Möglichkeit gerne Gebrauch gemacht. Nach gut verbrachter Nacht — man hatte sich in Anbetracht der zu erwartenden Anforderungen des Sonntags zeitig zur Ruhe begeben und sich auch ziemlich des Biergenusses enthalten — wurde am Sonntagmorgen um 7 Uhr angetreten. Die Kameraden aus Stadt und Kreis Gießen fanden sich auf die Minute pünklich ein und bewiesen ihre soldatische Disziplin. In der Schanzenstraße wurde angetreten, und schon nach kurzer Zeit konnte der Abmarsch zur Karlswiese vor sich gehen. Die Kameraden unseres Kreisgebietes befanden sich in ausgezeichneter körperlicher Verfassung und konnten trotz der großen Hitze, die schon in den Morgenstunden herrschte, den Ereignissen des Tages mit aller Ruhe entgegensehen. Nach einiger Wartezeit folgten die Kameraden mit großer Aufmerksamkeit den Ausführungen des Reichskriegerführers und mit Begeisterung den Worten des Führers. Zu einem weiteren großen Erlebnis gestaltete sich dann der Vorbeimarsch am F"h— ren Frauen erhaben dünkte, wenn nicht eine Mutter einmal für ihn fast ihr Leben hingegeben hätte, ohne daß die Zeitungen groß davon schrieben und jeder davon gesprochen hätte. Mancher säße wohl auch nicht in Ehren unter uns, wenn nicht seine Mutter mit stetem Mahnen ihm den rechten Weg gewiesen hätte. Was seid ihr doch für vergeßliche Menschen, ihr Männer! Ich miU glauben, ihr seid nur so vergeßlich, weil ihr end) sonst schämen müßtet, so viel empfangen zu haben und so wenig geben zu können. Ein Hundsfytt, sage ich, wer jetzt nicht auf-- pringt und sein Glas hebt auf das Glück aller Mädchen, und bei dem Trünke still seiner Mutter sick) erinnert, ohne deren Schmerzen jetzt seine Freude nicht wäre. »ä ■'s 9an9«m •oranb: r ^ungc raten Lebens und des Verkehrs dringend notwendigen Lichtquellen Verdunkelungsmaßnahmen durchzuführen. Das gleidje gilt für Lichtquellen in Räumen, die vom Ortspolizciverwalter neid) den Weisungen des Neid)sministers der Luftfahrt und Ober befehlshabcrs der Luftwaffe besonders bezeichnet werden. Alle übrigen Lichtquellen sind außer Betrieb zu setzen. Die Beleuchtung von Straßen, Wegen, Plätzen, Bahn- und Hafcnanlagen, Wasserstraßen und Grundstücken aller Art ist, so weit die Verordnung nichts anderes bestimmt, außer Betrieb zu setzen. Zur Aufrechterhaltung des Verkehrs sind an wichtigen Straßenkreuzungen, Derkehrspunkten und Gefahrenstellen Richtleucht' ncvorzusehen, die ab- zublendcn sind. Ausdrücklick; bestimmt die Verordnung, daß die Wirksamkeit der Verdunkclungsmaßnahmen in den Häusern usw. in dunklen Nächten von außen zu prüfen ist, indem fcstgestellt wird, ob das Ein- und Ausschaltcn der Jnnenbeleuchtung erkennbar ist. Die Prüfung wird zweckmäßig von höher gelegenen Fenstern gegenüberstehendcr Häuser aus vorgenommen. Bei Türen, die aus hell beleud)teten Innenräumen unmittelbar ins Freie führen, sind evtl. Lichtschleu- sen zu errichten. In gewerblichen Arbcitsräuinen ist die allgemeine Raumbeleuchtung in der Leuchtwirkung soweit herabzusetzen, wie cs für den Betrieb ohne Erhöhung der Unfallgefahr noch irgend möglich ist. Für alle Arbeitsplätze ist eine Einzel- be(eud)tung in der Weise einzurichten, daß Beeinträchtigungen der Arbeitsleistung auf ein Mindestmaß beschränkt werden. Wir haben heute Gott gedankt für alles, was er uns dieses Jahr beschert hat, und haben ihm von f dem, was Baum und Felder boten, ein Quentchen ^gebracht. Und wir haben auch ein Kind dar- gxbracht, das uns geschenkt worden ist, und haben tr. dem, der es schenkte, gezeigt und gleichsam wie- r^rgeschenkt, damit er sick) auch daran vergnüge. Lusanne heißt das Mädchen nun. Es ist ein herbstlicher Name, scheint mir. Eine Glocke hört man t-irtn, dunkel und schwer. Als Kind werden alle sie $4ife rufen, denn das klingt flink und froh. Dann rirb eine Zeit sein, wo ein Mann sie Anne nennt, Dietl ihm das besser gefällt, bis endlich die Jahre fr streifen, wo sie das Anrecht auf ihren ungeteilten T-amen erworben haben wird, auf alles Dunkel und alles Reifen, das darin beschlossen ist, auf die tiefgeftimmte Glockenfreude dieses Namens, und sie e n ernstgewordener Mann plötzlich in einer Abendslunde Susanne ruft, langsam, als schmecke er das Geheimnis aus, das darin ruht. Nicht jeder hier im Haufe hat sich gefreut, daß es e n Mädchen mar, das ihm das Schicksal bescherte. Die oft muß man doch hören, daß sich Väter nid)t r.it ganzem Herzen eines neugeborenen Mädchens } euen, ja, daß andere, deren Ehen Söhne geschenkt würben, sie sogar hänselten, als sei es ein Makel, later eines Mädchens zu werden. Liebe Leute! Es fnt schon mancher Dummkopf Söhne gezeugt und vt ancher kluge Mann nur Mädchen. Warum denkt i r nur immer daran, daß es ein Mädchen ist, das geboren wurde, ein Mädchen, das einmal in ein f emöes Haus zieht, nm einen fremden Namen zu r ehren, und bedenkt nicht, daß es eine Mutter ist, t e in dem Kind uns allen heranwächst, eine riutter, von der zu ihrer Zeit viele Söhne und Töchter ausgehen werden, eine Mutter, in der ein rjtes Teil unserer Zukunft beschlossen ist?! sich Venus geschmückt hat und die der listige und verschlagene Cupido in artiger Weise dem ländlichen Mädchen in die Haare geflochten und in die Arme aelegt hat. Wenn die safrangelbe Rose „Melody" blüht, wenn die weiße „Manon Cochet" lächelt, wenn die rosafarbige „Annie Laurie" zärtlich duftet, wenn der stolze rote Knopf des „Generals Mack Arthur" sein loderndes Feuer verschwendet, wird der wunderbare Sommer mit l)eißem Kuß das Land versengen. Und wer wird sie pflücken? Immer wieder wird die Rose von. den Liebenden gepflückt und zum Ausdruck der innigen und leidenschaftlichen Gefühle gemad)t. Sommer kommt auch in der brennenden Glut der Päonien, die mit roter Feuergarbe sich der Gärten bemäd)tigen, Sinnbilder der hohen und heftigen (Bonnenglut, die mit .goldenen Pfeilen auf die 'Erde schießt. Rittersporn, Glockenblumen, Akelei, blauer Eisenhut und die starren Schwertlilien stehen am Tor zum Sommer und haben das feierliche und tiefe Blau des Himmels in sich gesogen: denn jetzt ist die Sonnenkraft fähig, stärkere Farben zu erschaffen und zu erzeugen — das blasse Rot der Frühjahrsblumen wird nun strahlend, grell und dunkelrot, Orange und Gelb triefen reich und betörend, das lichte Blau füllt sich mit Stahl und heftigem Metall, das Braun wird schwer und samtartig — die Sommerfarben herrschen überall. Wenn der Sommer naht werden die Wasser ruhig: die fließenden vor allen, die Bäche und Flüsse. Seicht werden sie, die im stürmischen Frühlingsbeginn mit Schmelzwassern und Ueberschwem-, mimgen von den Bergen und aus den kalten Waldtälern strudelten ... Kiesbette kommen zum Vorschein und ragen wie weiße Tierbuckel über den Wasier- spiegel... An den tiefen Stellen haben die Flüsse etwas Träges, an den flachen etwas Geschupptes. Ausdünstung, eine fette, beklemmende und zugleich herrliche Duftbitterkeit, ist an diesen Stellen , zu spüren, ebenso an den halbverfaulten und tropfenden Holzwehren — das ist der Hauck; des Sommers, ausgesogen aus Pflanzenstengeln und Krautblättern, von der Hitze aus Rinden und Holz gebacken wie das Harz, das an Kiefer- und Fichtenstämmen in honigfarbenen Perlen hängt und den Wald mit bitterem und herbem Geruch würzt. * Man hat schon viele Sommer kommen gesehen ... Goldene und brütende Sommer mit einem stählernen und fahlen Himmelsgewölbe, so restlos war es von der Hitze ausgetrocknet. In diesen Sommern waren die Weindergsmauer/r das Heißeste, was es gab, und die Erlengebüsche am Fluß das Kühlste. — in Heidel- Der Spiel' thtstraum“, ns „Schlick chenierM iSchwei' des romaiv lies große" letzten M bei Richard * wird von iene gesetzt ; „Räuber. "i/chen freien ViinWs. dort zur untergk- rhalb der 'locks, in Barbier- Begrüßungsrede für ein neugeborenes Mädchen Von Martin Gaschke. Hochschulnachrichten. Professor Dr. theol. Romano G u a r ö i n t, Ordinarius der Religionsphilosophie und katholische Weltanschauungslehre an der Universiät Breslau, wurde auf seinen Antrag in den Ruhestand versetzt. schönen Parkanlagen der Stadt, besonders abey war die Wilhelmshöhe das Ziel auch vieler Gießener Festtcilnehmcr. Gegen 12 Uhr wurde dann der Marsch zum Bahnhof und die Rückreise art», getreten. Gegen 4 Uhr am gestrigen Dienstagmorgen trafen die Kameraden wieder in Ober- Hessen ein, etwas müde jetzt, aber erfüllt von bert reichen Erlebnissen der beiden Tage. In den Appellen der einzelnen Kameradschaften werden sie in den nächsten Tagen über ihre Eindrücke rnam chen begeisterten Bericht erstatten. ** Verkehrssünder. Die Polizei schritt in! der Zeit vom 26. Mai dis l.Iuni ein: Gegen Kraftfahrzeugführer mit 14 Anzeigen und 4 gebühren; pflichtigen Verwarnungen: gegen sonstige Fahrzeugführer mit 3 gebührenpflichtigen Verwarnungen; gegen Radfahrer mit 3 Anzeigen und 40 gebühren; pflichtigen Verwarnungen. ♦* Sterbefällc in Gießen. Es verstarben in Gießen in der Zeit vom 15. bis 31. Mait 15. Mai: Helene Thun, geb. Köhnen, 57 Jahre, Bruchstraße 15; 19. Mai: Anna Schlitt, ohne Berus, 42 Jahre, Licher Straße 74; 21. Mai: Eugen Dürr, Holzhändler, 66 Jahre, Liebigstraße 57; 21. Mai: Auguste Hof, geb. Beil, 50 Jahre, Kaiser; aller 16; 21. Mai: Emma Sommer, geb. Veite, ohne Beruf, 54 Jahre, Bismarckstraße 26; 22. Mai^ Peter Diehl, Werkmeister i. R., 69 Jahre, Friedrichstraße 12; 22. Mai: Dr. Karl Emil Ruckeishausen, 49 Jahre, Goethestraßc 30; 23. Mai: Katharina Veite, ohne Beruf, 66 Jahre, eLihgesterner Weg 25; 26. Mai: Paul Hennig, ohne Beruf, 69 Jahre, Schloßgasse 16; 26. Mai: Katharina Kaiser, ohne Beruf, 48 Jahre, Bleichstraße 42; 27. Mai: Günter Roth, 11 Jahre, Kaiserallee 34; 27. Mai: Johanna Diezel, ohne Berus, 67 Jahre, An der Johannes- kirche 6; 30. Mai: Hulda Grahlmann, geb. Kissinig, 81 Jahre, Iheringstraße 6; 31. Mai: Christine Funk, geb. Wadenpfuhl, ohne Beruß 79 Jahre, s Licher Straße 74. Große Strafkammer Gießen. . Der G. W. in Bad-Nauheim war durch Urtöil des Bezirksschöffengerichts Gießen vom 4. April 1939 wegen Beleidigung und übler Nachrede zu einer Gefängnisstrafe von drei Wochen verurteilt worden. Gegen das Urteil legte er Berufung ein. Im Dezember 1938 hatte der Angeklagte in einer Wirtschaft in Bad-Nauheim den Direktor D. in Mainz schwer beleidigt. In der Berufungsverhandlung wurde der Angeklagte, der als übler Schwätzer geschildert wird, überführt. Der Vertreter der Anklage ist der Ansicht, daß durch die im angefochtenen Urteil ausgesprochene Gefängnisstrafe die Tat nicht gesühnt sei und beantragte, die Strafe auf 6 Wochen Gefängnis zu erhöhen. In Abänderung des angefochtenen Urteils wurde der Angeklagte zu einer Gefängnis st rafe von. drei Monaten verurteilt. Straferschwerend kamen die einschlägigen Vorstrafen und das Verhalten des Angeklagten während der Verhandlung in Betracht. Unfälle auf dem Lande. Bei seiner Arbeit an der Kreissäge geriet der 45jährige Zimmermann Philipp N u h l a n d t aus G a r b e n t c i d) mit der linken Hand in die Kreissäge und zog sich erhebliche Verletzungen zu. — Durch einen unglücklichen Sturz vom Fahrrad erlitt die etwa 40jährige Frau Luise des Landwirts Kraft von Krofdorf einen Bruch des rechten Fußgelenks. — Bei einem Sturz vom Gerüst zog fid) der 36jährige Maurerpolier Wilhelm Daum von B o r s d o r f einen Oberschenkelbruch zu. — Das dreijährige Söhnchen Gerhard des Maurers Roth aus Hohensolms, lief, als es mit anderen Kindern auf der Straße spielte, gegen ein Motorrad und erlitt dabei erhebliche Verletzungen an beiden Knien und an einem Ellenbogen. Sämtliche Verunglückte mußten in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. „Tuba" ""Nach '^e eine ricmh in r Nug, sprach sichln nicht ge- L Er hat Mehren. d>e briti. btlid) ae« h'sses zu auf das ften soll. Nugkopi- L !°N Satzung Jetzt kommt der Sommer. . Von Anton Schnack. Sommer — schon höre ich seine volle und dunkle Stimme hinter einer majestätisch aufsteigenden Wolkenwand rollen, die über den Hügeln sich zusammenballt. Stockwerkartig ist diese Wolke, die zusammen mit dem Hügelbau zu einem gewaltigen Gebirge verwächst. Das ist eine andere Wolke als das leichte, flatternde Frühlingsgewölk. In jener Jahreszeit waren die Wolken schneeweiße kleine Ballen, raschen Veränderungen preisgegeben und von frischem Wind über den blanken Schild des Frühlingshimmels gejagt. Nun aber mit dem Zu- nehmen der Hitze werden die Wolken fast dunkel, fahl und ungewiß. Von der feuergefüllten Küche des Sommers, aus den verdampfenden Wassern der Erde zusammengekocht und mit Schwüle geladen. Oh wunderbare Zeit, irgendwo auf einer freien Hügelkuppe zu liegen, unter sich Wald, Felder und Wiesen, zu träumen und zu warten, bis aus einer im Westen aufsteigenden grauen Götterburg der erste Blitzstrahl zuckt. Lange danach grollt ein heißer und gebrochener Donner, die schwarze Baßstimme des Sommergottes. * Sommer will kommen — ein Blick in den Garten deutet die fürstliche und prunkende Jahreszeit an, plötzlich, über Nacht, brennen und leuchten sattere und vollere Farben auf den Blumenbeeten und an den Zäunen entlang. Die Rosenglut durchbricht das @rün — herrliche Edelsteine, in die goldene Krone des Sommerhaares gewebt. Rosenzeit ist Sommer, Rosenblüten sind Schmuck und Sinnbild seiner hitzigen Schönheit, er gebiert die Blüte, mit der Wer jedoch mit seinem Gedankenzirkel nicht so nette Sogen auf dem Erdenrund schlagen will, dem ügen sich die reizvollen Orte der näheren und weiteren Umgebung in unzähligen Prospekten. Diese ».rospekte sind eine herrliche Einrichtung. Alle Kur- ^rroaltungcn und Verkehrsoerbände wetteifern im (Dien Semühen, nur die schönsten Landschaftsmotive n Bilde zu zeigen. Bei einer genügenden Anzahl Ivrospekte (und wer hätte noch keine geholt?) kann «an die großartigste Reise zu Hause im Wohn- tnmer veranstalten. Sie ist fabelhaft billig. Dank ?m Reisebüro. Indessen soll es auch Menschen pben, die sich nicht nur Reiserouten zusammenstellen nd Prospekte geben lassen, die vielmehr aud) Ernsl lachen und wirklid) Karten bestellen. Und wie man ■ort, ist die Hoffnung nicht unbegründet, daß die ; tal)I dieser Menschen allmählich größer wird. Zur l^reube des Reisebüros ... H. W. Sch. Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Gloria-Palast (Seltersweg): „Grenzfeuer". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Marguerite : 3". BOM.-tlntergau 116 Gießen. Dienstbefehl! Für den Ring Gießen und für die BDM.-Werk- inheiten des Standortes Gießen wird für Mittwoch, 7. Juni, eine Wiederholung der Reichsfport- ’ettfämpfe für diejenigen angesetzt, die am Sonntag licht erscheinen konnten. Antreten um 20 Uhr au Lm Ludwigsplatz. Die Wettkämpfe sind auf dem . l500-Sportplatz. _____________________________ Ü Der. °en fünf "Ugzeu«- Jn anderen Sommern war das Hämmern und Dengeln der Bauern zu hören, die ihre Sicheln und Sensen zu dem ersten Grasschnitt herrichteten. Auf den Flügeln der Abenddämmerung lag der feuchte und schwere Duft frischgemähten Grases, kam und verwehte und verstörte zugleich das Herz. Angemeldet hatte fid) der Sommer mit einem leichten: Todeshauch. Du weißt es, daß aud) in diesem Jahr der Som. mer wieder einen prangenden Einzug hält... Und daß wir an der Gartenmauer lehnen und irgendeiner Melodie der Ferne lauschen, vielleicht dem Rauschen eines Wehres, vielleicht einem nächtlichen Eii'cnbahnzug, vielleicht einem schnell dahinziehenden lichterbesteckt'en Flugzeug oder dem tröstlichen Lied der Mädd)en, die die Sommernacht dem Kusse und den Umarmungen weihen wollen. * Sommer will kommen — bas bedeutet beglückende Wändermüdigkeit; das bedeutet Körbe voll wachs, gelber Kirschen; das bedeutet, daß ter Ruf des Kuckucks wunderbar in die Waldtäler hinunterschallt. Was werden wir noch tun, wenn der Sommer mit knisternden Sohlen durch die Mittagsstunden geht? Wir werden die Schatten aufsuchen, Schatten jeder Art, den runden Kranz eines großen Sonnenschirms, den frischen Baumschatten einer Allee, den breiten Schatten eines Häusergiebels. Wenn die ersten Jungvögel mit weichgefaserten, gelben Schnäbeln auf den Aesten sitzen, wenn die Lindenwipfel zu großen Glocken summender Bienen und Insekten geworden sind, wenn du mit begehrlichen Augen den Fruchtansatz an den Säumen int Garten prüfst ober dich zu ben Heuwenbern gesellst, bie Seine braun und einen breitränbigen und versengten Strohhut auf dem Kopf, wenn dir das kalte Wasser aus dem laufenden Dorfbrunnen schmeckt, wenn du in Hemdsärmeln unter den Sauern im Wirtsgarten sitzt, wenn bie Nächte anfangen schwül zu werben unb ben satten Duft der Jasminsträucher ausatmen, wenn du dich auf das erste Klopfen Dort kühlenden Regentropfen freust, wenn du dein erglühtes Gesicht dem frischen Windzug auf den Hügeln hingibst, wenn du dich ins Gras zur Rast niederlegst, bann ist ber Sommer gekommen. Aus der Stadt Gießen. Das Misebüro. Das Reisebüro hat unzweifelhaft etwas Anzic- endes. Vor allem jetzt, wo die Rcifepläne üppig ns Kraut schießen unb wo bie Phantasie wahre Rekordleistungen vollbringt. Was wäre da ohne Lcifebüro zu' machen? Wo würde es die I)übfd)en ebilbcrtcn Prospekte geben, wo die zuverlässigen Angaben über verzwickte Reiserouten? Wer könnte । "genau über die Uebernad)tungsfragcn unb Kur- ixen unterrichtet sein? Es wäre fraglos eine un- are Sache, und deshalb ist es ein Glück, daß es Reisebüros gibt. Im Reisebüro erhält man von früh bis spät Aus- mft, unb was das Wichtigste ist, die Auskunft istet nichts. Du kannst zum Scispiel fragen, welche iluqperbinbung es nach Bagdad gibt, was ein )chiffsbillett nach Kapstadt kostet ober wie bie Fahr- Lit^fl der Brockenbahn sind. Auf alle diese Fragen ll'irst du eine zutreffende Antwort erhalten, ohne biß du verpflichtet wärst, den Geldbeutel zu zücken unb zur Kasse zu gehen. Mit gleid)bleibenbcr reundlichkeit wird dir vielmehr aud) noch mit- ’tcilt, daß die Glocknerstraße für jeden Kraftwagen affiirbar ist, daß es zweckmäßig erscheint, von Lettin nach Misdroy den Dampfer zu benutzen, jnb daß der Rennsteig in Thüringen eine Aus- s.'hnung von 168 Kilometer hat. Es gibt Menschen, die diese Auskunftsfreudigkeit 75 Reisebüros (samt der Kostenlosigkeit) dazu be- utzen, die kühnsten Pläne zu ersinnen. Sie reisen her den Nordatlantik unb fliegen nach Japan hin- 6er. Ihren Rückweg wählen sic über Ostindien, eucrn durch den Suezkanal und tauchen in Genua fDcr Venedig wieder auf. Die Reise ist gang groß- [rtig, in Gedanken, versteht sich. Denn die Durch- ihrung stößt leider nod) auf einige finanzielle Schwierigkeiten. Aber das macht nicht, beim mit ’ilfc des Reisebüros erlebt män schon ben Genuß ?r Vorfreuben biefer Reise. Vor allem weiß man ?reits die Anfchlußzeitcn ber einzelnen Vcrkehrs- littel genau unb braucht sich aud) keine^Gebanken trüber zu machen, wo man etwa in San Fran- sko ober in Bangkok feig miibcs Haupt zum schlummer nieberlcgen soll. Denn dafür sorgt groß- igig das Reisebüro. Kameraden war er deshalb der Höhepunkt des Tages, weil sie den Führer zum ersten Male sahen, weil sic ihm unmittelbar und aus nächster Nähe in die Augen sehen konnten. Die Kameraden aus Stadt unb Kreis Gießen marschierten im Marschblock 24. Der Gauverdand Fulda-Werra stellte damit den ersten Gauverband dar, der an dem Führer vorbei marschierte, denn vorher marschierten Formationen der Partei. Alle innere Bereitschaft wurde aufgeboten, um mit äußerster Disziplin und bester Ausrichtung vorbeizukommen. Gaukriegerführer, Generalleutnant a. D. Fett mit feinem Stabe und den Kreisverbandsführern marschierte den Marschblöcken des Gaues voraus. Auch die Fahnenträger mit ihren Fahnen waren zu einem Block vereinigt, in dem der Kreisverband Gießen mit 40 Fahnen vertreten war. Der Ve-rband Gießen konnte während des Vorbei- marsches nicht zuletzt deshalb einen so ausgezeid)- neten Eindruck hinterlassen, weil als rechter Flügelmann der 2,04 Meter große Kamerad Erwin D ö - r j e aus Ruppertsburg marschierte, nach dem man sich gut ausrichten konnte. Mit großer Freude vernahmen nach dem Vorbeimarsch unsere Gießener Kameraden die Tatsache, daß von den sämtlichen Gauverbänden die Gaue Alpenland, Elbe und F n l d a - W e r r a den besten Eindruck machten. 9tad) dem Vorbeimarsch 'begaben sich die Gießener Kameraden wieder nad) ihrem Lager und erfrischten sich. Erfreulicherweise kehrten sie alle ins Lager zurück, ohne irgendeinen Ohnmachtsanfall ober irgendwelche sanitäre Hilfe verzeichnen zu müssen. Den Strapazen, die es in Anbetracht ber großen Hitze zu überwinden gab, zeigten sick; alle gewachsen. In froher Kameradschaftlichkeit vergingen die restlid)en Stunden des Sonntags.^ Eingehend wurde bann die Stadt besichtigt, bie fid) in einem gerabczu phantastisch schönen Festschmuck in @recn' :en Stifter: über See- )r. PBpf besondere" B. 65 tliriP« Dinge Z" et m M item * is, de« N' U Eine " mit S* rf W * 47 mit en« > GesonE ie%i Ä S l'ÄJ uh1^ §i"- ) ")re r>. e. in Wien ir ,König staatlichen ;en F e h'- >eares zu tarfteUunj hnenkunsl en5* Kö- begeifterte els, del htigte am zum Teil it werden lande dec lofenhU I über Mi ichten. fr i Si rM rchgeM präsentierte. ________ avr„..... Der Montag war dann ganz für die Wunsche Führer.' Für viele der einzelnen Kameraden frei. Viele besudsten die Devisenschädlinge vor der Großen Siraskammer Vor der Großen Strafkammer Gießen hatten sich der Optiker Otto Biedenkopf und die Ehefrau Johanna BiedSnkopf in Gießen wegen Vergeben gegen das Devisengesetz, Unterschlagung und Betrug zu verantworten. Beide haben in den Jahren 1937/38 in Gießen und anderenorts 1. auswandernden Juden zur Verschiebung ihres Vermögens in das Ausland durch Rat und Tat fyilfe geleistet, indem sie ihnen hochwertige Erzeugnisse der optischen Industrie, die an Stelle von Zahlungsmitteln zur Uebertragung inländischen DermöaenL in das Ausland geeignet waren, im Gesamtwert von etwa 96 000 RM. • verkauft und auf den Verkaufspreis einen von den Lieferfirmen ausdrücklich untersagten Rabatt gewährt. 2. Zwei Leica-Apparate und zwei Objekte des Zeugen Baer diesem im Gesamtwert von über 1000 RM., die sie in Gewahrsam hatten, sich angeeignet. Otto Biedenkopf allein 1. den Juden Blumenthal in Kesselbach veranlaßt, bei ihm gekaufte optische Geräte im Wert von etwa 1500 RM. in Konservenbüchsen verpacken zu lassen, die der Angeklagte jedoch statt mit diesen Geräten mit Sand und Marmelade anfüllte, 2. dem Juden B a u e r in Wallertsheim an Stelle eines echten Objektivs im Wert von 152 RM. eine Objektioattrappe verkaufte. Der Angeklagte Biedenkopf widerruft heute vieles von seinen früheren Angaben, im besonderen bestreitet er die Höhe der Derkaufssummen. Am 14. Juni 1938 wurde ihm durch die Zollfahndungsstelle der Verkauf von Apparaten an jüdische Auswanderer untersagt. Er hat sich sogar damals verpflichtet, keine Geschäfte mehr mit jüdischen Auswanderern zu machen. Um möglichst viele Apparate zu bekommen, bezog er diese durch zwei Firmen in Gießen, machte Bestellungen auf den Namen der einen Firma und holte auf Grund von Postvollmacht die Waren bei der Post ab. Die Inhaberin einer dieser Firmen verbat sich im März 1938 weitere Bestellungen auf ihren Namen, trotzdem bestellte und bezog er weiter. Die Rundschreiben der Lieferfirmen, in denen vor jüdischen Aufkäufern gewarnt wurde, ließ er unbeachtet. Mit den Juden will er durch seine frühere Tätigkeit bekannt geworden sein. Es sei ihm angeblich nicht aufgefallen, daß beispielsweise der Jude Levi, dessen Sohn, Tochter und Schwiegersohn zugleich teure Apparate kauften, will auch nicht gewußt haben, was die Juden mit den Sachen vorhatten. Er nahm angeblich an, die Käufer wollten Geschenke machen, wenn sie auf einmal für mehrere tausend Reichsmark Photoapparate und Ferngläser kauften. Zrer Angeklagte mußte aber zugeben, daß er wußte, daß die jüdischen Käufer auswandern wollten. Wie schon oben gesagt, kamen durchweg hochwertige Apparate in Frage. Der Angeklagte behauptet, er habe zuletzt nur Verkäufe abgeschlossen, die er der Zollfahnüungsstelle mitgeteilt habe. Dies wurde von den Zollbeamten widerlegt. Wenn er wirklich so gehandelt hätte, dann wäre es möglich gewesen, viele der verkauften Apparate zu beschlagnahmen. Die Anzeigen erfolgten in der Regel erst dann, wenn der betreffende Käufer schon ausgewandert war. Die Käufer waren fast durchweg Juden. Der Angeklagte gab derart hohen Rabatt, daß er bald die Juden aus Gießen und Umgebung und bis nach Marburg und Mainz in Kundschaft hatte. Die plötzliche Photographierfreudigkeit der Juden ist dem Angeklagten Biedenkopf nicht auf- gefallen. Er hatte, wie er angibt, lediglich die Absicht, die Juden zu betrügen, damit das Geld in Deutschland blieb und nicht ins Ausland abwanderte. (!) Die Angeklagte Frau Biedenkopf will mit dem Verkauf nichts zu tun gehabt haben, sie habe nur die Buchführung und den Schriftwechsel erledigt. Allgemein sei bemerkt, daß die Angeklagten früher in ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnissen lebten, heute haben sie ein Bankkonto (etwa 5000 Mark), Waren im Verkaufswert von etwa 1 4 0 0 0 Mark und ein Auto. Durch die Beweisaufnahme wurde festgestellt, daß sich die Angeklagten wissentlich in jüdische Schiebergeschäfte einließen und zu den Leuten gehörten, die den deutschen Außenhandel schwer schädigten. Gegen den Juden Karl Baer, der als Zeuge geladen war, wurde wegen Ungebühr vor Gericht eine Haftstrafe von einem Tag verhängt und er sofort in Haft abgeführt. Der vorgenannte Jude Baer ist inzwischen rechtskräftig zu den seinen Verfehlungen entsprechenden Geldstrafen verurteilt worden und die gegen ihn verhängte Freiheitsstrafe gilt durch die Untersuchungshaft als verbüßt. In später Abendstunde wurde die Beweisaufnahme geschlossen. Die Verhandlung wird am Montag, 12. Juni, fortgesetzt. Oie Abwehr des Kartoffelkäfers. Zum Suchen verpflichtet. — Schulkinder helfen. In der heutigen Bekanntmachung des Herrn Oberbürgermeisters' werden nähere Anordnungen über dos Absuchen der mit Kartoffeln- und Tomaten- beständen besteckten Flächen getroffen. Der Schaden, den der Kartoffelkäfer anrichtet, ist ganz außerordentlich. Es liegt daher nicht nur im Interesse der Nutzungsberechtigten, die Kartoffeln und Tomaten angebaut haben, sondern der ganzen Bevölkerung, dieses gefährliche Insekt mit allen Mitteln zu bekämpfen. Wie wichtig es ist, jedes einzelne Stück, Käfer und Larven, zu vernichten, geht daraus hervor, daß die Nachkommenschaft eines Weibchens in einem Sommer bis zu 31 Millionen Tiere betragen kann. Alle mit Kartoffeln und Tomaten angebauten Flächen, auch Kleinftflächen, müssen wöchentlich abgesucht werden, da der Käfer weite Gebiete überfliegt und deshalb plötzlich dort auftreten kann, wo er seither noch nicht zu finden war. Nach der Reichsoerordnung vom 4. Mai 1939 sind die Nutzungsberechtigten verpflichtet, die Grundstücke an den festgesetzten Suchtagen sorgfältig abzusuchen. Da dies jedoch für viele Nutzungsberechtigte der Stadt Gießen mit mancherlei Schwierigkeiten verbunden fein wird, haben sich die Schulen in dankenswerter Weise bereit erklärt, für das wöchentliche Absuchen vorläufig die Schulkinder zur Verfügung zu stellen. Zu diesem Zwecke ist die Gemarkung Gießen in verschiedene Bezirke eingeteilt und für jeden ein Kolonnenführer bestellt. Das Absuchen oeschieht kolonnenweise unter der Leitung des Kolonnenführers an jedem Freitag von 14 bis 17 Uhr. In den Gärten sollen die Nutzungsberechtigten selbst suchen, und zwar samstags von 15 kMsmMtmMgM!! Roman von Konrad Trani Copyright by Carl Ouncker Verlag, 23etHn W35 9. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Er schnupperte mißtrauisch. Der arme Teufel war entweder betrunken oder — chloroformiert worden. In der Eile wagte der Wachmann es nicht, dies zu entscheiden. Die Ausräumefrau stand zitternd und weinend neben ihm. Dann sprang der Wachmann die paar Schritte zur nächsten öffentlichen Sprechzelle und rief das Kommissariat an. Die Frau hatte sich nicht von der Stelle gerührt und meinte noch immer. Der Beamte schleppte den Bewußtlosen an die frische Lust und legte ihn auf den Gehsteig. Fürs erste konnte er nicht mehr für ihn tun. Der Arzt und der Kommissar mußten in drei Minuten hier sein... Bevor er die Tür zur Bank aufriß, zog er seinen Revolver. Still. Leer. Kein Mensch zu sehen. Der Mann sah hinter jedes Pult, öffnete jeden Schrank, der sich öffnen ließ. Die Tür zur Stahlkammer war sperrangelweit aus... Als er auf der ersten Runde hier vorbei- fam, war sie bestimmt zu gewesen. Sonst wäre es ihm aufgefallen! Der Polizei stieß einen langen Pfiff aus. Hier sah es ja lieblich aus! Die Holztür war intakt, aber die stahlgepanzerten Platten des eigentlichen Zugangs zur Stahlkammer waren zackig aufgerissen. Und alle die Fächer waren offen. Der Boden war mit dicken Stößen von Papier bedeckt. Er trat zurück in den Schalterraum. Da war alles in musterhafter Ordnung. Fast wäre er gestolpert und hingeknallt. Was war denn das? Zwei Leisten waren quer über den Parkettboden genagelt. Wozu die wohl gut sein mochten? Von draußen klang das Weinen der Frau, unterbrochen von der scharfen Stimme seines Vorgesetzten, des Herrn Kommissars. „Der Diener Schmied ist betäubt und die Unionbank ist ausgeraubt worden", meldete der Wachmann vom Dienst. „Das haben Sie mir schon telephonisch anvertraut", sagte der Kommissar gereizt. „Wozu wir Sie in der Nacht spazieren schicken, möchte ich wissen! Nur damit Sie nichts merken und geduldig warten, bis eine Aufräumefrau — halten Sie den Mund und flennen Sie nicht!" wandte er sich an diese, die trostsuchend den Blecheimer an sich drückte, „bis eine Aufräumefrau über einen Bewußtlosen stolpert und Ihnen die große Neuigkeit mitteilt?" Der Wachmann empfand den Vorwurf als haarsträubend ungerecht, aber er stand stramm und hielt den Mund. Erstens durfte er nichts sagen, zweitens konnte er schwer etwas sagen, denn er hatte ja wirklich nichts bemerkt..- VII. Gottfried von Silben ging es auf dem Gut feiner Freunde ausgezeichnet. Das Essen war sehr gut und der Tennisplatz desgleichen. In diesem Hause brannte die Milch niemals an-- Aus einem Wochenende roarch schon zwei Wochen geworden. Und Gottfried hoffte sehr darauf, noch eine Weile auf Gut Oberfenke verweilen zu dürfen. Im Frühjahr konnte ihm sowohl die Großstadt als auch die Technik gestohlen werden. Seine Semesterprüfung hatte er bereits abgelegt und seine Pflicht damit getan. Magere Wochen hatte er auch hinter sich, und so konnte er sich fette Zeiten gönnen. Er überlegte nur, wann er an diesen Aufenthalt den nächsten bei Freund Hans in Neukirchen anschließtzn sollte. Bis eines Morgens zu Gottfrieds Erstaunen neben dem Frühstückstisch ein Brief mit einer holländischen Postmarke lag. Außer gelegentlichen Briefen feiner Mutter und ein paar Ansichtskarten von Hans hatte er den Postboten bisher nicht bemüht. Er drehte erstaunt den Briefumschlag hin und her. Wer kann mir nur aus Holland schreiben?" fragte er verwundert die Umwelt. „Was meinst du, wie wär's, wenn du ihn aufmachtest?" regte der Haussohn an. Die Adresse war mit Schreibmaschine geschrieben und kein Absender angegeben. Der Brief war ihm von Berlin nachgeschickt worden. Mit einem Buttermesser schlitzte Gottfried den Umschlag auf. .Lieber Neffe, ich höre von meinem Freund und Bevollmächtigten, Herrn Heinrich Nase, daß Du Dich nach mir erkundigt hast und daß Eure finanzielle Lage nicht besonders rosig scheint. In Bezug auf dein Interesse für meinen Aufenthalt kann ich Dir leider nicht dienlich sein. Aus Gründen, die Nase Dir erklärt hat. Dagegen gebe ich Dir eine Chance, etwas zu verdienen, da ich nicht einsehe, warum ich einem kräftigen, gesunden, jungen Mann ein Almosen zukommen lassen soll." So eine Unverschämtheit! dachte Gottfried und wurde hochrot vor Aerger. „Am 2. Juni findet in London eine Auktion statt, bei der ein Blatt —" (Schon wieder ein „Blatt"! stöhnte Gottfried.) „ausgeboten wird, für das ich mich interessiere. Ich habe feine Zeit, und Nase will ich nicht vor- schicken, ebensowenig einen anderen Händler, damit die Preise nicht zu sehr in die Höhe getrieben werden. Die großen Händler kennt man, und au das kleine Kroppzeug ist kein Verlaß. Du be- kommst zehn Prozent Provision, wenn Du zum Limit abschließt. Für den Betrag, der unter dem Limit bleibt, zwanzig Prozent. Es handelt sich um eine Skizze zu einem Männerporträt von Andrea del Sarto. Mein Limit ist Lstg. 650,— (in Worten sechshundertfünfzig). Gegen die Bestätigung, daß Dir der Zuschlag erteilt wurde, wird meine Bank in London den Scheck, den Nase Dir zukommen lassen wird, zur Auszahlung bringen. Nase ist beauftragt, Dir für Reise- und bis 18 Uhr. Die Kolonnenführer und das Feldschutzpersonal sind verpflichtet, auch das Absuchen in den Gärten zu überwachen. Vom Beginn der Schulferien ab, etwa 6. Juli, stehen die Schulkinder für das Absuchen nicht mehr zur Verfügung. Von da an müssen die Nutzungsberechtigten auch auf der im freien Feld gelegenen Kartoffelfläche selbst suchen. In § 18 der genannten Verordnung werden diejenigen, die den Vorschriften für die Abwehr des Kartoffelkäfers zuwiderhandeln, mit hohen Strafen bedroht. Wild in Gefahr! Kraftfahrer! Vorsicht auf der Reichsautobahn! LPD. In letzter Zeit wurden die Kraftfahrer immer wieder auf die Wildgefahr auf der Reichsautobahn aufmerksam gemacht. Auch der Reichsjägermeister nimmt jetzt zu der Frage „Wildgefahr auf der Reichsautobahn" Stellung, bei der der Eindruck erweckt werde, als ob gerade die Reichsautobahnen wegen der hier gefahrenen höheren Geschwindigkeiten besondere Gefahren bieten. Der Reichsjägermeister weist darauf hin, daß diese Ansicht im allgemeinen nicht richtig ist, denn ebenso häufig ereignen sich schwerste Zusammenstöße zwischen Wild und Kraftfahrzeug auf den Reichsstra- ßen. „Es muß aber feftgefteUt werden", sagt der Reichsjägermeister weiter, „daß auf den Reichsauto- bahnen zweifellos deshalb häufig schwere Zusammenstöße erfolgen, weil im Gegensatz zu den Reichstraßen die Autobahn das Wild infolge ihres Grünstreifens zum Aufenthalt auf der Straße veranlaßt. Hierin liegt einzig und allein die Gefahr häufigeren Zusammenstoßes mit Wild auf der Autobahn begründet. Es ist selbstverständlich, daß sich alles Wild, insbesondere in äsungsarmen, trockenen Wald- und Heidegebieten, nach dem frisch angelegten, infolge guter Düngung mit Süßgräsern und Klee bestandenen Grünstreifen der Autobahnen zieht und hier verweilt. Es ist also nicht so sehr der Wechsel des Wildes über die Autobahn, sondern im Gegensatz zu den übrigen Reichsstraßen der Wechsel auf den Grünstreifen, der die erhöhten Gefahren bringt. Abzuwarten bleibt jedoch, ob nicht im Laufe der Jahre der Bewuchs der Grünstreifen sich wiederum dem allgemeinen Standort anpaßt und dadurch Gleichmäßigkeit der Aesung auf und neben der Reichsautobahn wiederhergestellt wird. Der Grünstreifen würde dann seine Anziehungskraft für das Wild verloren haben und damit die Gefahr eines Zusammenstoßes auf der Reichsautobahn nicht größer fein als auf jeder Reichsstraße, die durch mit Wild besiedelte Gebiete führt. Aus der engeren Heimat. Heuernte beginnt jetzt... Die Heuernte — der erste Grasschnitt — hat nun, etwas später als sonst, aber in den letzten Tagen begünstigt durch sonniges Wetter nach der vorausgegangenen Regenzeit, schon in verschiedenen Gegenden eingesetzt. Aus den Wiesen sieht man in den frühen Morgenstunden, wenn der Tau noch über ihnen liegt, die Heumäher am Werk, und durch das Gras rauschen die Messer der Mähmaschinen und [irren die Sensen, unter deren Schnitt die Gräser fallen. Dem ersten schönen Blühen des leuchtenden Grüns — kaum hat sich das Auge daran ergötzt — wird nun schon wieder ein Ende bereitet. Mit dem Gras fallen auch Gänseblümlein und Löwenzahn und die anderen Wiesenblumen. Würzig duftet die Frischmahd, und die Vögel hüpfen eifrig über den geschorenen Boden und suchen für ihre Kleinen Nahrung. Die Heumahd ist eine harte Arbeitszeit für den Bauern und seine Helfer. Hoffen wir, daß während der ersten Heuernte das schöne, trockene und warme Wetter anhält, damit der früheste Ertrag des bäuerlichen Wirtschaftsjahres glücklich '.n die Scheunen eingefahren werden kann. HL.-Gefolgschast 8/116 Watzenborn-Steinberg. Watzenborn-Steinberg. Am heutigen Mittwoch hat der gesamte Standort Watzer.barn- Steinberg Schulung in Geländespyrt. Zu diesem Dienst ist Schreibzeug mitzubringen. Die Schar II tritt um 20.30 Uhr, die Schar I um 21 Uhr bei der Volkshalle an. Garbenteich. Die Kameradschaften 9 und 10 treten heute, 20.30 Uhr, bei dem Heim an. Der Dienst besteht aus einem Heimabend. Hausen. Sämtliche Jgg. des Standortes Hausen treten heute, 20.30 Uhr, bei dem Rathaus zu einem Heimabend an. Schwerer Sturz vom Motorrad. * Köddingen (Kreis Alsfeld), 7. Juni. Der 29jährige Zimmermann Karl Ganz von hier erlitt, als er sich mit seinem Motorrad unterwegs befand, einen schweren Unfall. Er stürzte und zog sich dabei erhebliche Kopfverletzungen, Quetschungen und eine Gehirnerschütterung zu. Nach erster ärztlicher Hilfeleistung wurde der Verunglückte in das Evangelische Schwesternhaus nah) Gießen gebracht. Sein Zustand ist bedenklich, da er bei dem Unfall vor allem eine Halsschlagaberquetschung erlitt. Landkreis Gießen. □J Allendorf (Lahn), 6. Juni. Mit Wirkung vom 1. Juni ist die hiesige Zelle der NSDAP, z u einer selbständigen Ortsgruppe erhoben worden. Der seitherige Zellenleiter Pg. W. Lenz ist zum Ortsgruppenleiter bestellt worden. Seit dem Jahre 1933 waren die Allendörfer als Zelle der Ortsgruppe Klein-Linden angeschlossen. — Kürzlich wurden innerhalb unserer Gemarkung die nutzbaren Wege und Wiesen für das laufende Jahr ausgeliehen. Es wurden bei der öffentlichen Versteigerung annehmbare Preise erzielt. — Die Mühlstraße, die unsere Ortschaft mit der unweit gelegenen Hauptstraße Gießen—Koblenz verbindet, ist nunmehr in ihrem neuen Gewände wieder her- gestellt. Ein langersehnter Wunsch all derer, die den Bahnhof Dutenhofen aufsuchen müssen, um an ihre Arbeitsstätte zu gelangen, ist mit der Erneuerung der Straßendecke erfüllt worden. = Steinbach, 5. Juni. Am gestrigen Sonntag verunglückte die Ehefrau des Heinrich Gerhard, IllÄolf-Hitler-Straße 37 wohnhaft. Sie befand sich mit ihrem Manne und Kind auf der Fahrt zu ihren Eltern nach Watzenborn. An dcm —■»——«»1—WMCJmilll—I I !■!!■ «I HIHI— sonstige Spesen, die ich "natürlich jedenfalls ersetze, einen Vorschuß zu geben. Er wird Dir alle Einzelheiten mitteilen, falls Du die Sache übernehmen willst. Wenn Du die Zeichnung erstehst, übergib sie Nase. Es geht mir gut. Wie geht es Euch, besonders Deiner Mutter? Bestens grüßt Onkel Otto." Also war der Zwerg Nase gar nicht so widerlich, wie man auf ersten Anhieb glauben möchte, dachte Gottfried. Hatte er doch Onkel Otto geschrieben. Und Onkelchen hatte mit bekannter Liebenswürdigkeit darauf reagiert... „Wieviel sind 65 Pfund, englische Pfund, in deutscher Währung?" fragte Gottfried plötzlich. „Eine Menge Geld!" antwortete Walter prompt. „Acht- oder neunhundert Reichsmark schätze ich." __ „Dafür kann man sich also schon für ein paar Tage nach London bemühen, besonders, wenn einem die Reise und das Drum und Dran vorher bezahlt wird", meinter nachdenklich Gottfried und reichte dem Freund den Brief. „Onkel Otto scheint ein süßer Schatz zu jein", sagte Walter, als er die Lektüre beendet hatte. „Ader du mußt natürlich hinfahren. Erstens kann dabei Geld herausschauen, zweitens ist ein fetter Erbonkel — er ist doch unbeweibt? Der Mann muß ja Junggeselle sein! — mit liebevoller Vorsicht und Nachsicht zu behandeln. Schade, daß du schon fort mußt von uns... Aber nach deinem Londoner Abenteuer findest du Obersenke bestimmt auf dem alten Platz. Hans Voigt wird ein lautes Protest- gebrüll ausstoßen, wenn du ihm durch die Lappen gehst. Aber laß ihn schreien. Vor allem die Pflicht'" Die Reisediäten waren großzügig berechnet, stellte Gottfried nach wenigen Tagen fest. Und weil er nicht nur ein guter Junge, sondern auch ein guter Sohn war, überwies er ein Drittel des Betrages sofort seiner Mutter, bevor er die Reise antrat. Je weniger ich mitnehme, mit desto weniger muß ich durchkommen, sagte er sich in weiser Selbsterkenntnis. Gottfried schob sich freundlich lächelnd durch das Gewühl der Millionenstadt. Das Wetter meinte es gut mit ihm, es war klar, ohne heiß zu fein. Er bedauerte nur tief, daß er feinem Englischlehrer seinerzeit nicht geglaubt, als dieser behauptet hatte, englisch sei wirklich und wahrhaftig eine Weltsprache! Er hatte es nicht leicht, sich mit seinen sehr spärlichen Kenntnissen durchzufragen. Denn Gottfried wollte in den paar Tagen natürlich möglichst viel sehen und erleben. Er besuchte den Tower und war sehr beeindruckt: er streunte in später Stunde in den berüchtigten Slums und in übel beleumundeten Hafengassen umher und war sehr enttäuscht. Keiner Spur von Abenteuern begegnete er, nur unsagbarer, nüchterner Häßlichkeit. Und an jeder Ecke einem Polizisten, der ihn mißbilligend musterte... Er war, da er ein gewissenhafter junger Mann mar, am 2. Juni Schlag neun Uhr im Auktionslokal der Firma Harley Bros aufgetaucht und hatte dort mühsam, aber unzweifelhaft, festgestellt, daß seine Katalognummer, Nr. 247, keinesfalls vor dem Nachmittag am 4. drankommen könnte. ,Er hatte eine Viertelstunde das seltsam verhaltene (Betriebe betrachtet und sich bann verkrümelt. Der Auftrag des Onkels besagte keineswegs, daß er aus Liebe zur Sache da herumsitzen und Maulaffen feilhalten mußte! Als er bann am 4. Juni um 3 Uhr Platz nahm, würben gerabe bie Nummern um 200 feilgeboten. Es war ein schmaler, langgestreckter Saal, in dem Reihen von reichlich unbequemen Holzstühlen auf- gestellt waren. Es waren seltsame Menschen, bie sich barauf niebergelaffen hatten. Auktionen und „Blätter" scheinen eine vorwiegend männliche Angelegenheit zu sein! dachte Gottfried. Und eine Alters- erscheinung... Unter den Versammelten befand sich eine einzige Dame. Dame? Ein verhutzeltes altes Weiblein, in einem Mantel, der vermutlich um neunzehnhundert herum bie Schneiderwerkstatt verlassen hatte. Unter dem zerknüllten Filzhut drangen graue Haarsträhnen hervor. Die tiefliegenden kleinen Augen glitzerten. Die Herren waren — mit wenigen Ausnahmen — würdige Herren über fünfzig. Alle verhielten sich sehr still und horchten wie gebannt auf den Herrn, der auf dem Podium stand. Das war ein sonderbarer Mensch! Sah aus wie ein Erzbischof und hatte die geschmeidigen Bewegungen eines Verkäufers in einem Seifenladen... Neben ihm hantierte ein unscheinbarer Herr mii einem grauen Spitzbark. Wenn der Erzbischof eine Nummer nannte, hob er gleichzeitig eine Nummerntafel hoch, um jegliche Mißverständnisse auszuschließen. Niemand schien sich für eine Besichtigung der ausgebotenen Zeichnungen zu interessieren. Wahrscheinlich hatten bie Leute sie schon vorher angesehen, beruhigte sich Gottfrieb. Er ahnte nicht, daß jedes einzelne Blatt stundenlang mit der Lupe und zumeist in Gesellschaft eines Sachverständigen von jedem Interessenten geprüft worden war. Gottfried genügte es ja auch, daß er wußte, die Katalognummer 247 sei eine Studie von Andrea del Sarto. Studie zu einem Männerporträt. Na gut.. Nichts wurde unter hundert Pfund ausgeboten. Das schien in diesem Lokal als eine Art Entree- gebühr zu gelten. Der Erzbischof sprach viel und rasch. Hie und da schien er einen Witz zu machen, weil das Publikum schmunzelte. Gottfried bedauerte sehr, daß er diese Witze des Herrn nicht verstand. Er war heilfroh, daß er den genannten Zahlen folgen konnte. Anfänglich hatte er nicht recht begriffen, nach welchen Gesichtspunkten der Herr da oben vorging. Dann bemerkte er, daß sehr häufig einer der Herren aus dem Publikum den Zeigefinger hob oder nur nickte. Daraufhin sprang das Ausgebot. Wenn nur ein Zeigefinger ober ein Nickenber zu entberfen war, machte der Erzbischof eine kleine Pause. Ein elfenbeinernes Hämmerchen schlug breimal gegen bie Tischplatte, unb ber Unscheinbare mit bem Spitzbart steuerte auf einen Herrn zu unb reichte ihm einen Block zur Unter» jchrift. Das war alles. (Fortsetzung folgt.) i einem Icindes sind die Festhalle und der langgestreckte riesige Raum des Dauses der Technik. Glücklicher- zur Ausführung gelangen kann. Die beiden Hauptgebäude des Ausstellungsge- Mnen ?nnteh Elften 'nbein Lirkung W zu )e er« ter Pg. llt war- entiörfer schlossen, markung laufende entlichen — Die unweit erbindet, der her- , die den an ihre Teuerung Quadratmeter. Mit diesen drei neuen Ausstellungshallen wirb Frankfurt dann mit die größten in sich geschlossenen Ausstellungsbauten in Deutschland besitzen, da ja bei großen Ausstellungen ein geschlossener Rundgang von der Festhalle durch die neuen Hallen nach dem Haus der Technik möglich ist. An das gärtnerisch ausgestattete Mittelfeld zwischen den Hallenbauten schließt sich dann noch, nach der Bismarck- Allee zu. ein großes Freigelände für Ausstellungszwecke an Mit den jetzt begonnenen Neubauten, die bis zum Sommer 1940 zur nächsten großen Ausstellung für chemisches Apparatewesen fertiggestellt sein werden, ist allerdings die Umgestaltung des Frankfurter Ausstellungsgeländes noch nicht abgeschlossen. Die Beseitigung oder der völlige Umbau des Ende der zwanziger Jahre errichteten sog. Hauses der Moden wird nicht zu umgehen sein, rote anderseits auf dem gleichen Gelände wohl demnächst auch ein großes Tagungsgebäude mit den entsprechenden Rebenräumen errichtet werden muß, da Frankfurt als Stadt der Tagungen und internationalen Kongresse nicht länger ein neuzeitliches Tagungshaus entbehren kann. ob. ni. Set 'n hin erwegs inb z°z Men, schilt- rleistung ngelische Zustand m eine armen, 1 frisch leiern 'ahnen Ades }u den lden 'fahren Lause n sich 3t und neben ■ Der ast für Gefahr lobahn sr, die »Beginn der nach Garbenteich fallenden Straße fiel Hi e vom Rade und brach dabei das rechte Bein. Der sofort zugezogene Arzt aus Garbenteich verbrachte die Verunglückte ins Schwesternhaus nach Gießen. Beide Knochen des Unterschenkels sind gebrochen. ^Villingen, 7. Juni. Der Landwirt Otto Koch und seine Ehefrau Margarete, geb. Diehl, feiern heute das Fest der s i l b e r n e n H o ch z e i t. (Unseren herzlichen Glückwunsch!) Kreis Alsfeld. § Kestrich, 6. Juni. Der Zweig der Familie Schenck zu Schweinsberg, der feit Jahr- Frankfurt baut neue Ausstellungshallen Umgestaltung und Modernisierung des Geländes. — Erster Bauabschnitt fertig bis Sommer 1940. Von unserem Frankfurter Zy.-Miiarbeiter. Hunderten in Kestrich begütert ist, ist nunmehr ausgestorben. Das hiesige Gut, das ungefähr 2 20 Morgen Land umfaßt, soll veräußert werden. Auf dem Wege des Siedlungsoerfahrens sollen eine Reihe von Bauerngütern zu Erbhöfen aufgefüllt werden. Die Stallungen und Scheunen des Gutshofes find schon seit Jahrzehnten abgebrochen. Es steht noch nicht fest, welchen Zwecken das Wohnhaus zugeführt werden soll, das zur Zeit dem Tierarzt vermietet ist. Auch über die Waldungen, die ungefähr den gleichen Umfang wie der Landbesitz haben, ist noch keine Verfügung getroffen. daß eine Mittelhalle von 150 Meter Länge und zwei Seitenhallen von 90 bzw. 80 Meter Länge entstehen. Die Breite der Hallen beträgt 36 bzw. 40 Meter. Alle drei Hallen werden ohne jedes Zwischengeschoß aufgeführt. Die Mittelhalle, die eine besondere Betonung erhält, wird 17 Meter hoch, die Seitenhallen 12 Meter. Der gesamte Bau wird m eisensparender Bauweise in Backsteinmauerwerk ausgeführt und erhält lediglich einen flach geneigten eisernen Dachstuhl. Die Außenver- kleidung des Mauerwerks erfolgt durch Verputz, unterbrochen mit Werksteinverkleidung aus Basaltlava und Tuffstein. Die Außenfront des Hauses der Technik wird selbstverständlich der Frontgestaltung des Neubaues angepaßt, bei dessen Architektur der Zweckgedanke des Ausstellungsgebäudes bestimmend gewesen ist. Hochgelegene Fenster erhellen genügend die hallenartigen Räume und ermöglichen doch höhere Einbauten für Ausstellungs- zwscke. Die Gesamtgrundfläche der neuen Ausstellungshallen, an die sich noch einige kleinere Verbindungsbauten zur Festhalle und zum Haus der Technik anschließen, beträgt 12 000 bis 13 000 Das Frankfurter Ausstellungsgelände an der Feschalle, auf dem in den letzten Jahren so bedeutsame Ausstellungen, wie die „Deutsche Bau- und Siedlungs-Ausstellung 1938", die „Achema VIII" und die „Internationale Kochkunstausstellung" statt- gefunden haben, wird zur Zeit einer ersten gründ- -lichen Umgestaltung unterzogen, bei der zugleich die ersten großen Neubauten errichtet werden. Von den Frankfurter Ausstellungsbauten stammt lediglich die große Festhalle, einer der größten Hallenbauten Deutschlands, aus der Vorkriegszeit. Alle übrigen Hallen sind in den Nachkriegsjahren, ursprünglich zum größten Teil als Behelfsbauten gedacht, entstanden. Schon bei den letzten Ausstellungen zeigte sich immer deutlicher der Mangel, daß diese fünf ober sechs Hallen nicht in einem unmittelbaren baulichen Zusammenhang stehen. Man hat gelegentlich versucht, durch Derbinbungsgänge die Gebäude zu einer Einheit zusammenzufügen, mußte aber erkennen, daß dieser Versuch nicht als eine endgültige Lösung angesehen werden kann. Seit Jahren wurden deshalb umfangreiche Projekte für eine völlige Neugestaltung des Ausstellungsgeländes vorbereitet, Projekte, deren erster Abschnitt jetzt weise bilden die Längsachse des Hauses der Technik und die Längsachse des ovalen Baues der Festhalle eine gerade Linie. Zwischen diesen beiden Hauptbauten stand eine Reihe von Nebengebäuden, von denen nur noch eine in Holz errichtete ; Halle überhaupt für Ausstellungszwecke Verwendung finden konnte. Diese kleineren Bauten, die Westhalle C, ein veralteter Festsaal, eine frühere kleine Messehalle und das bisherige Restaurant sind jetzt nieder gelegt worden. Auf diese Weise wurde zwischen Festhalle und Haus der Technik ein weit- | räumiges Gelände gewonnen, auf dem die neuen Ausstellungshallen errichtet werden. Der Neubau ; wird aber nicht in der Linie der Achse geschaffen, sondern etwa 50 Meter zurückgeschoben, so daß er zwar einen Verbindungsbau zwischen den beiden '! anderen Gebäuden darstellt, zugleich aber mit ihnen zusammen eine neue Freifläche umschließt, die eine besondere gärtnerische Ausgestaltung erfahren wi''d. Der neue Hallenbau hat eine Gesamtlänge von 320 Meter. Er wird in sich zweimal untergeteilt, so I i Sonn- Heinrich )aft. Sie auf & Ankln Wirtschaft. Gießener Schlachtviehmarkt. Zum gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Viehversteigerungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 6 Ochsen, 4 Bullen, 33 Kühe, 25 Färsen, 105 Kälber. 237 Schweine und 1 Schaf aufgetrieben. Preise: Ochsen 43,5 bis 45,5 Pf., Bullen 38 bis 43 Pf., Kühe 20 bis 43,5 Pf., Färsen 41 bis 44,5 Pf., Kälber 45 bis 65 Pf., Schafe 42 Pf. je Pfund Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,16 RM., Klasse bl (135 bis 149,5 kg) 1,14 RM., Klasse b2 (120 bis 134,5 kg)' 1,12 RM., Klasse c (100 bis 119,5 kg) 1,04 RM., Klasse d—f (unter 100 kg) 0,98 RM., Klasse gl (fette Speck- fauen) 1,14 RM., Klasse i (Altschneider) 1,12 RM, Klasse g2 und h (andere Sauen und Eber) 1,02 RM. Marktverlauf: Großvieh und Schweine zugeteilt; Kälber und Schafe ausverkauft. Mein-Mainische Börse. Alittagsbörfe sehr still. Frankfurt a. M., 6. Juni. Die anhaltend sehr geringe Unternehmungslust der Kundschaft verurteilte die Börse weiterhin zu stärkster Geschäftslosigkeit. In Anbetracht dessen erfolgten zum Teil wieder kleine Abgaben, während andererseits nennenswerte Anschauungen unterblieben. Auch die mannigfachen Mitteilungen aus der Industrie gaben keine Anregung. Am Aktienmarkt blieb die Entwicklung der Kurse infolge der Zufälligkeit der Auftragserteilung uneinheitlich, ohne daß aber im allgemeinen größere Abweichungen Vorlagen. Eine Ausnahme machten am Elektromarkt Siemens, die man mit 187 bis 188 (184,50) höher hörte. Andererseits lagen Feinmech. Jetter nach Pause 1,75 v. S): schwächer mit 103,25, jedoch etwas über der gestrigen Schätzung von 102,50. Daimler-Motoren blieben ex Bezugsrecht mit 122,75 (125,75) behauptet. Unverändert eröffneten außerdem JG.-Farben mit 149,75, Scheideanstalt mit 202, Reichsbank mit 178,50, Aschaffenburger Zellstoff mit 95. Dagegen ließen Verein. Stahl auf 100,40 (100,65), Rheinstahl auf 127,25 (128), Felten auf 136,25 (137) und Heidelberg Zement auf 141 (141,25) nach. Höher lagen Rheinmetall mit 124,75 (124,25) und Demag mit 141,25 (141). Am fRentenmarft hatten Steuergutscheine weiterhin das Hauptinteresse, die unter leichten Schwankungen kaum veränderte Kurse aufwiesen. Im übrigen waren 'die Umsätze äußerst klein bei kleinen Abweichungen. 'Reichsaltbesitzanleihe 131,90 (132), Reichsbahn-VA. unv. 122,40, Dekosama I. 136,13 (136). Industrie-Obligationen und Stadt- anleihen lagen unverändert, Liquidationspfandbriefe unterlagen Schwankungen von 0,13 v. H. In der zweiten Borsenstunde kam infolge der Stagnation kaum eine zweite Notierung zuwege. Teilweise nannte man in Anpassung an die niedrigeren Kassakurse leicht ermäßigte Kurse, wahrend sich für JG.-Farben bei etwa 149,75 bis 150 kleines Interesse erhielt. Die später notierten Werte wiesen Schwankungen bis 1 o. H. auf. Bemberg um 1,50 d. H. erholt auf 133, andererseits Ilse Genuß 130 (131,50). E .. Im Freiv - rkehr galten Growag auf die Dividendenerhoyung- hin 86 Geld nach zuletzt 83 bis 85. Tagesgeld unv. 2 v. H. Ab-ndbörse gut behauptet. Obgleich ohne- Anregung und nennenswertes Geschäft war die Abendbörse am Aktienmarkt gut behauptet und verschiedentlich in Anpassung an Berlin leicht befestigt. Etwas höher lagen vor allem am Montanmarkt Mannesmann mit 105,50 (105), Verein. Stahl mit 100,75 (100,13), Rheinstahl mit 128 (127,65), Deutsche Erdöl mit 121,75 (121,25) und Buderus mit 96,25 (96). Außerdem zogen JG.-Farben auf 150 (149,75) Daimler auf 123 (122,75), Bemberg auf 133,25 (133), Licht & Kraft auf 126,75 (126), Schuckert auf 176,50 (176), Rheinmetall auf 125 (124,75) und Westdeutsche Kaufhof auf 103,75 (103,50) an. Gut gehalten blieben u. a. AEG. mit 113,25, ©effürel mit 130, BMW. mit 132, Scheide anstatt mit 202 und Reichsbank mit 178,50, während MAN 0,50 v. H. nachgaben auf 140,50. Von Renten notierten 6 v. H. JG.-Farben mit unv. 124 und Reichsbahn-VA. mit unv. 122,40. Im Freiverkehr gingen Steuergutscheine zu den letzten Mittagskursen in kleinen Beträgen um. Kom- munal-Umschuldung nannte man mit 93,65. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 6. Juni. Auftrieb: Kälber 763 (gegen 573 am 31. Mai), Hümmel und Schafe 74 (31), Schweine 5100 (4042). Notiert wurden je 50 kg Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 61 bis 65 (62 bis 65), b) 55 bis 59 (56 bis 59), c) 45 bis 50 (45 bis 50), d) 35 bis 40 (30 bis 40). Hämmel bl) 47 bis 50 (49 bis 50), b2) 40 bis 44 (43 bis 44), c) 32 bis 35 (35 bis 38). Schafe a) 42 (42), b) — (39), c) 28 bis 32 (28). Schweine a) 59 (59), bl) 58 (58), b2) 57 (57), c) 53 (53), d) 50 (50). Sauen gl) 58 ($8). Marktoerlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe flott. Vermischtes. Mit dem Motorrad gegen einen Baum 2 Tote. Lpd. Darmstadt, 6. Juni. Bei H e tz b a ch im Odenwald fuhr ein mit zwei jungen Leuten besetztes Motorrad in einer Kurve gegen einen Baum. Der Fahrer wurde auf der Stelle getötet, auch der Beifahrer starb nach kurzer Zeit an den Folgen eines Schädelbruchs. Der millionste Besucher in der Reichsgarlenschau. Sechs Wochen nach der Eröffnung der Reichsgartenschau in Stuttgart hatte die Ausstellung ihren m i 11 i o n ft e n Besucher ; ein Erfolg, der umso höher zu bewerten ist, als diese ersten Ausstellungswochen überwiegend Regen und kaltes Wetter brachten. Als der millionste Besucher die Ausstellung betrat, wurde er im Namen des Oberbürgermeisters begrüßt und mit einem Geschenk, I einer Garnitur Gartenmöbel, überrascht. Der Gewinner ist ein Volksdeutscher aus Apenrade in Dänemark. Nach dem Genuß verdorbener Speisen gestorben. In Kolvenrath (Eifel) erkrankte nach dem Genuß eines Eintopfgerichtes, wie es in den Eifeler Bauernfamilien vielfach üblich ist — Kartoffeln mit Sauerkraut, dem Konservenwurst beigegeben war, eine Familie. Der Arzt stellte schwere Der gif- tungserscheinungen fest und ordnete die Ueberführung in das Krankenhaus an. Kurze Zeit später st a r b e n zwei der erkrankten Familienmitglieder, die 14jährige Tochter und der 12jährige Sohn. Die übrigen beiden Kinder und die Mutter überstanden die Vergiftung; Lebensgefahr besteht bei ihnen nicht mehr. Man nimmt an, daß bic Wurst verdorben war und die Vergistungserschei- nungen hervor gerufen hat. llt, datz vor bem 6r butte Getriebe Aufhag us Liebe feilhalten atz nahin, ilgeboten. l, in dein hlen auf n, die sich ad „Blät- 'ngelegen- e Alters- efand sich ltes altes ülich uni kftatt vsr- t drangen en kleinen wsgeK m Entree oiel^ L machen. Herr ischol stummere i- aus^: -rbn nW, d° Lupe 6jaen * RotaW d-> * ■ A ? ein* m-men.-7 lieben B ien -em, in sandel' ischof un 5 Lerkau- Nreis-Lchrganq für Frauenturnen in Heuchecheim. Abschluß der Schulung für das Vundesfesl. Als letzte Vorbereitung für das Bundesfest, das nm 20. August in Grünberg stattfindet, führte Kreissrauentuniwart Schneider (Wetzlar) am Samstag und Sonntag in der Turnhalle des Turnvereins Heuchelheim einen Lehrgang für Vorturnerinnen und Uebungsleiterinnen durch, der von etwa 50 Turnerinnen und Uebungsleitern besucht war. Der Samstag brachte allgemeine Schulung und Anregung zur Verwendung im Vereinsbetrieb. Einer umfassenden Körper- und Bewegungsschule schloß sich eine planmäßige Entwicklung des Dreitritts in den verschiedensten Formen, an Ort und in der Bewegung bis zum gymnastischen Walzer an. Hallenspiele mit und ohne Gerät, die auch im Freien verwendet werden können, schlossen die freudvolle Arbeit des Abends ab, dem sich eine schöne Gemeinschaftsseier anschloß. In der Frühe des Sonntags wurde mit den allgemeinen Freiübungen begonnen, denen die Gerät- libungen am Barren, Schwebebalken, Pferd und an den Ringen unter Leitung der Lehrwarte Jansen (Sinn), Hauck lGießen), Post (Alsfeld) und Volk- mann (Heuchelheim) folgten. Dabei konnte eine erfreuliche Leistungssteigerung festgestellt werden. Die Schulung in den volkstümlichen Hebungen wurde auf dem Sportplatz durchgeführt und damit der gesamte Uebungsstoff für den Wettkampf erarbeitet. Kreissportwart Mo h r stellte in Aussicht, daß sich in Grünberg alle Turnerinnen unter 18 Jahren im Rahmen des Dereinswettkampfes beteiligen können und forderte zu steter Einsatzbereitschaft für den NS.-Reichsbund für Leibesübungen auf. Kreis'rauenturnwart Schneider dankte den Turnerinnen und Lehrwarten für ihren Einsatz und schloß mit der Ermahnung, den Uebungsstoff in der Dereinsarbeit zu verarbeiten. Ounlop Hanau gastiert am Sonntag in Lollar. Wie heute schon bekannt wird, ist es dem Leiter der Fachschaft Fußball Lollar gelungen, für den l’ommenbm Sonntag die Elf von Dunlop Hanau 3u verpflichten. Schon lange erwarten die Lollarer Fußbottanhänaer einmal wieder einen vielversprechenden und spannenden Kampf. Nachdem die Lol- lvrer Mannschaft durch die nicht unbekannten Spieler wie Schaaf, Thielemann und Anthes wieder auf- gefrischt ist, wird die Elf wieder mehr an <5d)lag- traft gewinnen und die Begegnung dürfte um so größeres Interesse finden. Auch für die Zukunft rechnet man mit diesem neuen Zuwachs von Spielern i>" halb der Lollarer Mannschaft selber auf eine größere Stabilität, als es seither der Fall war. Die Hanauer Gäste sind für kommenden Sonntag aerobe spielfrei und eine komplette Besetzung der Mannschaft ist zugesagt. „Rund um Schotten" zum 15. Rate. NSG. Am Sonntag, dem 6. Inti 1939, wird zum 15. Male das traditionelle Nund- streckenrennen „Rund um Schotten" auf der längsten deutschen Rennstrecke, un schönen Vogelsberg, ausgefahren. An dem Nennen beteiligen sich wieder neben Motorrädern mehrere Sportwagen. Das Schottenrennen, das neben dem Nurburgring die größten Höhenunterschiede aufweist und, im' Gegensatz zu den meisten anderen deutschen Rennstrecken, einen großen Kurvenreichtum besitzt, ist heute bereits zu einem feststehenden motorsportlichen Begriff geworden. Wenn sich in diesem^ Jahr Aum zweiten Male zu den Motorrädern die Sportwagen gesellen und das diesjährige Sportwagenrennen sogar offiziell als 3. 2JI ei fte r f d) a fts ’ lauf anerkannt wurde, so beweist das den Wert und die Zugkraft dieses Rennens, das alljoyrlich Tausenden und Abertausenden zum großen Sporterlebnis wird. _ , . Wer weiß, daß „Rund um Schotten eines der ältesten Rennen Deutschlands auf öffentlichen Straßen ist? — und wer erinnert sich noch all jener Schwierigkeiten und Hindernisse, jener Opfer und 'Anstrengungen, über die der Weg dieses Rennens bis heute führte? Die Zahl der Rennstrecken m Deutschland, die auf eine langjährige Tnüntton zu- rütfbliden können, ist verhältnismäßig nein. Bor Sem Kriege hatte man nur die Wagenrennen, die -meist über sehr große Strecken führten. Im Jahre 1925 wurde zum erstenmal das Rennen „Rund um Schotten" gestartet, und es hat seinen Platz unter den deutschen motorsportlichen Großveranstaltungen erhalten, der ihm gebührt. Schon zur damaligen Zeit wurden die Maschinen immer schneller und die Anforderungen an die Straßen und Sicherheitsmaßnahmen immer größer. Damit fliegen auch die Unkosten. Es war deshalb nianchem Veranstalter nicht mehr möglich, die hohen Kosten eines solchen Rennens aufzubringen. Hinzu kam, daß die Behörden jener Zeit einem Sport, der den steten kämpferischen Einsatz von Mensch und Maschine verlangte, alles andere als freundlich gegenüberstanden. 1930 verbot Preußen kurzerhand alle Rennen auf öffentlichen Straßen, wodurch der Rennsport einen starken Rückschlag erlitt. Nur au dem Nürburgring und der Avus konnten in Preußen noch Rennen ausgesahren werden, sowie au nichtöffentlichen Straßen, die ausdrücklich zu „Hilfsrennstrecken" erklärt werden mußten. Ein Glück für „R und um Schotten" war es damals, daß in der Hessischen Regierung ein Verantwortlicher saß, der diese Einschränkungen nicht mitmachte, weil er erkannt hatte, welche Bedeutung dem Kraftfahrsport innewohnt. In den folgenden Jahren der Wirtschaftskrise blieben auch bei „Rund um Schotten" Rückschläge nicht aus, denn die Finanzierung des Rennens wurde immer schwieriger und die Straßenverhältnisse immer unzulänglicher. Nach dem Jahre 1933 trat jedoch eine grundsätzliche Wandlung ein. Der gesamte deutsche Kraftfahrsport wurde durch» den Reichsleiter, Korpsführer Hühnlein, in einer Hand im NSKK. zusammengefaßt, und die Oberste Nationale Sportbehörde (ONS.) wurde mit der Ausrichtung aller deutschen Motorsportrennen betraut, wodurch der deutsche Motorsport wieder einen neuen Aufitteg bekam. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger, der Schirmherr des Rennens, erkannte damals sofort den großen Wert dieser Veranstaltung für Oberhessen und setzte sich für die Ausgestaltung und den technischen Ausbau der Rennstrecke ein, die technisch und landschaftlich zu den schönsten in Großdeutschland gehört. Es ist ein entwicklungsreicher Weg von 1925 bis heute, aber er war, wenn mir den Aufschwung sehen, den dieses Rennen in den letzten Jahren durch den Einsatz des NSKK. genommen hat, von schönem Erfolg gekrönt. W W H Umbeuhauer trägt das gelbe Trikot. Ein Schnappschuß von einem harten Kampf zwischen dem Etappensieger Gryjsolle (Belgien), dem Deutschen Schild und dem Schweizer Zimmermann, der hier noch das gelbe Trikot trug, es am Abend aber an den Belgier abgeben mußte. — (Schirner-M.) Die fünfte Etappe der Internationalen Groß- deutschlandvRundsahrt von Reichenberg nach Chemnitz über 210,7 Kilometer ergab den zweiten deutschen Sieg. Georg Umbenhauer (Nürnberg) gewann die schwere Fahrt in Sonnenbrand und Staub und erkämpfte sich gleichzeitig den ersten Platz in der Gesamtwertung. Nach dem Ruhetag in Reichenberg nahm das Feld am Dienstag mit Ausnahme des erkrankten Stuttgarters Weimer den Kampf wieder auf. Vorbei ging es an den in ©arten und Feldern versteckten Bunkern der ehemaligen Befestigungslinie im befreiten Sudetenland und bann wieder zurück ins Altreich. Bei 28 Grad im Schatten gestaltete sich die Fahrt zu einer harten Prüfung. Vor allem die vielen Bodenwellen hinter der Verpflegungskontrolle am Kesselsdorfer Berg unweit von Dresden stellten höchste Anforderungen. Abgesehen von einigen kleineren Vorstößen, belebte sich die Fahrt nur durch die zahlreichen Prämien-- spurts. Dor dem (3d)offener Kreisfest. Der Kreisführerstab des NSRL.-Kreises Fried« berg mit Kreisführer SA.-Sturmhauptführer Ot« te r b e i n (Friedberg) an der Spitze weilte gestern in Schotten zu einer wichtigen Besprechung übte Frage ist bei uns gelöst 95500.- IM. hat tüchtig vorgesorgtl mit allen Schikanen, zum Kombinieren 52.00 4138V 28.00 22.50 12.50 8.50 4132C Der Oberbürgermeister. I. V,: N i c o l a u s. Sport-Anzüge Sport-Mäntel —------------- wMünchen V im Allein-Verkauf sauger. 4144D MSll Schwarzer | Empfehlungen KiictaM 4. Mai 1939 bestraft zu werden. Gießen, den 5. Juni 1939. Svezial-Neva- raturwerkstätte und zum Bauen Äbermann 1. Wegen fortgesetzter Hinterziehung der Einkommensteuer für die Jahre 1925 bis 1936 in Höhe von 46 599.50 und der Bürgersteuer für dieZahre 1931 bis 1937 in Höhe von 1115.37 JÜB. eine Geldstrafe von....................... 2. Wegen fortgesetzter Hinterziehung der Vermögenssteuer für die Zähre 1925 bis 1937 in Höhe von 4722.20 wn. eine Geldstrafe von............... Wieseck. Gieß. Str. 73. igfuD Tel.3975. wird sie im Nahmen dieser Feier der Partei übergeben, die sie in ihre Obhut nimmt. Anschließend findet auf der Loreley eine große Sonnwendfeier der Hitler-Jugend statt. Rund um den sagenumwobenen Fels am Rhein werden auf den Höhen In weitem Bogen umgeht sie den Berg und laßt die Feierstätte durch das Schweizertal erreichen. Der Eingang zur Festspiel- und Feierstätte, wird von einem mächtigen Feuerturm flankiert, der em gewaltiges Hoheitszeichen trägt, lieber breite in den Fels gehauene Treppen betritt man das weite Rund, das fast 5000 Sitzplätze und 8000 bis 10 000 Stehplätze aufweist. Bon der Höhe des die izeier- stätte überragenden Galgenberges eröffnet sich ein prachtvolles Bild der gesamten Anlage. Von den Türmen und Bastionen her senken sich die im Halbrund liegenden langen Sitzreihen, die aus den Loreleyfelsen herausgehauen wurden, zu der Spielfläche hin, die nur durch Grasstreifen getrennt mit dein Znschancrraum einer festen Einheit zusammenfließt. In der Mittelachse führt ein breiter Weg von den Stehplätzen bis zu der Spielfläche, die in eiiie untere und obere Fläche untergeteilt ist. Rach der Seite hin ist die gesamte Fcierstätte mit einem gewaltigen Fahncnturm abgeschlossen. Die natürliche Kulisse bilden die umliegenden Buchen- und Eichenwälder und die hohen Berge des Hunsrück, Gerichtsvollzieher in Gießen Lndwigstr. 331, Telefon 3239 19.50 28.00 32.00 38.00 44.00 Herren-Gürtel-Hosen Diese Bekanntmachung erfolgt gemäß h 399 der Reichsabgabenordnung auf Kosten des Beschuldigten. Gießen, den 5. Juni 1939. Das Finanzamt. die Feuer lodern. Die erste Aufführung auf der neuen Festspiel- stätte findet am 24. Juni statt. Zur Aufführung gelangt Schillers „Wilhelm Teil" in einer Inszenierung uni> szenischen Gestaltung von Generalintendant Hans Meißner (Frankfurt a. M.). Die Darstellung haben die Städtischen Bühnen Frankfurt übernommen. NSG. Der Loreleyfelsen, um den sich schon viele Jahrhunderte hindurch ein reicher Sagen- und Geschichtenkranz windet, gewinnt in unseren Tagen neue Bedeutung. Er wird zur zentralen Festfpiel- und Feierstätte des Gaues Hessen-Nassau, die mft der diesjährigen Sonnwendfeier am 21. Juni ihrer Bestimmung übergeben wird. Wenn man den Rhein auf seinem rechten Ufer hinabfährt, erhebt sich an einer seiner schönsten Stellen kurz vor St. Goarshausen der Loreleyfels, der nicht nur in ganz Deutschland, sondern auch vielfach im Ausland bekannt ist. 132 Meter hoch reckt sich das Gestein hier aus dem engen Tal, durch das die Wogen des Rheines fluten, auf. Steil klettert ein Fußpfad zu dem schroffen Felsen hoch, der einen einzigartigen Blick über den Strom eröffnet. Auf diesem beherrschenden Platz hat der Gau Hessen-Nassau m langer Arbeit eine Festspiel- und Feierstätte geschaffen, die sich in ihrer großzügigen und wuchtigen Anlage der Großartigkeit der Landschaft anpaßt. Außer dem steilen Fußpfad führt von St. Goarshausen aus eine Fahrstraße zu der Höhe. Die neue Feierstätte desGaues Hessen-Nassau auf tet Loreley wird am Tag der Sommersonnwende, am 21. Juni, in Östlicher Weise ihrer Bestimmung übergeben. Der Neichsarbeitsdienst, der in mehr als vierjähriger Arbeit die Feierstätte erbaut hüt, " " Rahmen dieser Feier der Partei über- Für 10 Jahre ca. 10.00, größere entsprechend Straffalaine - Sakkos, Juwelet-Sakkos, Lüster- u. Wollzwirn-Jacken, Leinen-Hosen, Leinen-Shorts, Leinen- Jagd- und Feld - Anzüge, Knaben - Leinen - Kleidung Büro-Mein- SltzkeibnwWnen vermietet [n23D Hans Cnrt Scheer Büromaschinen Lauterbach/H.Ruf206 sind ideal für den Sommer, im Beruf und in den Ferien I Man kann so gut kombinieren, ohne tief in die Tasche greifen zu müssen. Herren-Spo rt-Sakkos Fresko, Gabardin, Kammgarn 6.50 9.75 11.25 16.50 21.50 Leinen- und leinenartige Sakkos Blick vom Galgenberg auf die Festspiel- und Feierstätte des Gaues Hessen-Nassau. (Aufnahme: NSG. sA. Schwarz.j) Oie zentrale Festspiel- und Feierstätte des Gaues Hessen-Nassau. Sleiffligi* MM US«. 2172D H.GIalHiaar&Sohn Frankf.Straßel9 Mühlstraße 18 Telefon3144/3145 Öffentliche Bekanntmachung Gegen den früheren Bankdirekior, den Juden Louis Liebmann, geboren am 6.7.1873 in Weinheim a. d. B., zuletzt wohnhaft in Gießen, Gutenbergstr. 16, jetzt in Philadelphia (USA.) sind wegen Steuerhinterziehung folgende Geldstrafen rechtskräftig festgesetzt worden: zu verknus. 02828 Horst-Weiiel- 1 Wall 56 III. die sich an dem jenseitigen Ufer des Stromes cti heben. Die Festspiel- und Feierstätte ist mit den modernsten technischen Einrichtungen für Beleuchtung um» Lautsprecherübertragung versehen. Die ersten Proben haben jedoch ergeben, daß die Akustik so gut ist, daß die Benutzung der Lautsprecheranlage nicht notwendig ist. h. K.. „Wilhelm Tell" auf der Loreley. Bekanntmachung. Betrifft: Die Bekämpfung des Kartoffelkäfers. Auf meine Bekanntmachung vom 22. Mai 1939 nehme ich Bezug. Zur Unterstützung der Nutzungsberechtigten werden vorläufig bis zum Beginn der Ferien im Einvernehmen mit dem Schulamt für das wöchentliche Absuchen tffcr Kartoffelfelder Schulkinder eingesetzt. Die Kartoffelflächen im freien Felde werden Mm diesen jeden Freitag von 14 bis 17 Uhr kolonnenweise abgesucht. Die Nutzungsberechtigte i der eingefriebigfen Gärten haben ihre Kartoffcl- flächen und Tomatenstöcke jeden Samstag von 16 bis 18 Uhr selbst abzusuchen. Das Absuchen wird durch die Kolonnenführer und Feldschützen kontrolliert. - In den Gemarkungsteilen Gießen-Wieseck und Gießen-Klein-Linden treffen die dortigen Verwaltungsstellen besondere Anweisungen. Wer den gesetzlichen Bestimmungen zuwiderhandelt, läuft Gefahr gemäß § 18 der Verordnung vom Rundsunkproqramm Donnerstag, 8. 3uni. 5 Uhr: Frühmusik. Es spielt der'Musikzug der SA.-Standarte 43, Königsberg. 5.50: Bauer, merk auf! 6: Nachrichten. 6.05: Gymnastik. 6.30: Früh- konzert. Es spielt das kleine Dresdner Orchester. 7: Nachrichten. 8.05: Zehntage-Witterungsvorhersage. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.40: Aus Bad Sooden-Allendorf: Bä- dcrkonzcrt. 103 Schulfunk. Volksliedsingen. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert I des kleinen Rundfunkorchesters. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Auf gut Glück! Improvisiertes auf Schallplatten. 14.45: Kinder, hört zu, wer knackt die Nuß! 16: Nachmittagskon- zcrt. Es spielt das Leipziger Sinfonieorchester. 17 bis 17.10: Bücher, von denen man spricht. 18: Aus Arbeit und Beruf: 1. Aktuelle Nachrichten. 2. Sind die Steuern sozial? 18.30: Klang der Landschaft: „Strcifzug durch alte Gasthäuser im Kirchzartener Tal". 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. Jndustric-Schallplatten und Eigenaufnahmen. 20: Nachrichten. 20.15: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 22: Nachrichten. 22.15: Unsere Kolonien: Dokumente zur Koloniallüge. 22.30: Volks- und Unterhaltungsmusik. 24 bis 3: Nachtkonzert. bas hier vom 22. bis 24. Juki zur Durchführung kommende Krcisfest des NSRL. Eine Besichtigung des „Bockzahl" ergab zunächst, daß dieser als Festplatz den an ihn gestellten Aufgaben gerecht wird. Diese herrliche Heimachöhe war übrigens auch Festplatz des 33. Gauturnfestes des alten Hessengaues im Jahre 1906. Seitdem hat in Schotten ein größeres Heimatfest der Lcibesübung nicht mehr stattgefunden. Die sich an die Besichtigung anschließende Besprechung des Krcisführerstabes mit den örtlichen Stellen, der auch Ortgruppenleiter W. Zefchki, früher langjähriger Bezirksturnwart im alten Heffengau, beiwohnte, legte den Festplan für das Kreisfest in den wesentlichsten Zügen fest. Für die Vorarbeiten wurde eine Reihe von örtlichen Ausschüssen gebildet, die Ende dieses Monats dem Kreisführer über den Stand der Vorbereitungen berichten sollen. GroßdeutscheAlpenfahrtderNadfahrer Für die deutschen Radamateure bildet die 2. Großdeutsche Alpenfahrt vom 9. bis 11. Juni eine äußerst schwierige Prüfung. Start und Ziel bei jeder der drei Tagesschleifen ist Garmisch-Partenkirchen. Am Freitag, 9. Juni, führt die Strecke über Murnau— Seeshaupt—Kesselberg zurück nach Garmisch-Partenkirchen über 121 Kilometer. Die zweite Etappe ist mit 185 Kilometer die längste. Sie bringt die Teilnehmer von Garmisch aus über Saulgrub—Füssen—Adolf-Hitler-Paß—Reutte zurück zum Startort. Am Schlußtag müssen über Fernpaß—Tests—Zirl— Mittenwald—Ausgangspunkt 121 Kilometer zurückgelegt werden. Insgesamt 35 Amateure wurden zugelassen, weiter starten außer Wettbewerb noch fünf Ausländer, und zwar die Finnen Lindgren und Blomfield, ferner die Schweden Ericsson, Andersson und Bergh. Bei den deutschen Teilnehmern ist die gesamte Spitzenklasse bis auf Bartoskicwicz und Preiskeit, die am 11. Juni am Malmöer Rundstreckenrennen teilnehmen, vertreten. Deutscher Sieg in Belgien. Eine der schwersten internationalen Langstrcckcn- prüsuugcn, das 24 - Stunden - Motorradrennen in Schacrbeek (Belgien), wurde in diesem Jahre von dem deutschen Fahrer Haimbucher (Nürnberg) gewonnen. Bemerkenswert ist, daß auch auf den nächsten Plätzen deutsche Maschinen, von Ausländern gefahren, lagen. Haimbucher lag mit seiner 350 ccm Zündapp bald in Führung. Das Rennen gestaltete sich äußerst schwierig, da es ohne Ablösung auf einer unmarkierten Strecke, die fünfmal gerundet werden mußte gefahren wurde. In der vierten Runde war der Vorsprung von Haimbucher bereits so groß, daß sein Sieg feststand. Auf den nächsten Plätzen endeten die Belgier Gilet (Triumph), Mileoux (600- ecm-Zündapp-Gespann), Bonzo (600-ccm-BMW.- Gespann) und van Maldeghem (600-ccm-BMW.- Ge spann). _____________________________ BERGFREUNDE! Ein neues Buch von Zedtwitz: Gams in ihrer Bergheimat Lin Lebensbild der Gemse im Wechsel der Jahreszeiten von Franz Graf Jedtrvlh Insgesamt 137 Seiten mit 94 Abbil- düngen nach Naturaufnahmen. In Leinen gebunden NM 4.80. „Das wissenschaftlich und darstellerisch beschwingt geschriebene Buch von deutscher Berqlandschaft und -tierwelt verdient in den Kreisen der Jäger, der Freunde der Berge und der Natur, in den Schul, und Volksbüchereien weiteste Verbreitung." Aus der Natur, Heft 2/39. Ausführliches bebildertes Werbeblati kostenlos! Bezug durch jede Buchhandlung! Hugo Dermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Leinen- und Wollino-Sakkos Sport-Sakkos ■ Gürtel-Hosen Leichte gr. Kammg.-Hose für stärk. Herrn br. 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