Nr. 5b Erstes Blatt 189. Jahrgang Dienstag. 7. März 1939 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Bezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . . , - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Zrantfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche llniverfitätsdruckerei ».Lange in Sieben. Schristleitung und Scschästrftelle: Schulftratze 1 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text- anzeigen von 70 m m Breita 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg.25°/a mehr. 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In früheren Zeiten, wo sich die Kosten nur auf etwa drei Milliarden Franken gestellt haben würden, ist man vor diesen Kosten zu- riukgeschreckt. Schon im Jahre 1923 hatte sich der Oberste Rat für die Nationaloerteidigung aus Grund eines aus dem Jahre 1913 stammenden Bauprojektes . für die Errichtung der Bahn ausgesprochen; 1928 mar von der Regierung ein „Studienorganismus für die Iranssahara-Eisenbahn" ins Leben gerufen worden, aber 1929 löste man diesen Organismus wieder auf. Wenn jetzt die Propaganda für diesen afrikanischen Bahnbau wieder aktive Formen annimmt, dann sind in erster Linie militärische Erwägungen hierfür maßgebend. Die Veröffentlichungen in der lagespresse und in den Kolonialzeitschriften lassen hierüber keinen Zweifel. Es handelt sich für Frankreich darum, einen Weg zu schaffen, auf dem es im Kriegsfälle d i e Menschenreserven aus West - und Aequatorialofrika nach Nordafrika werfen kann, und auf dem es umgekehrt bei einer Bedrohung durch andere Staaten diesen Kolonien zu Hilfe kommen könnte. Frankreich besitzt in Afrika ein riesiges, nur von wenigen spanischen und englischen Territorien gelegentlich unterbrochenes, zusammenhängendes ler* ritorium von zehn Millionen Quadratkilometern. Aber zwischen Nordafrika einerseits, das aus Marokko, Algerien und Tunis besteht und eine Bevölkerung von 16 Millionen aufweist, und der Land- maffe von West- und Aequatorialafrika anderseits, mit seiner Negerbevölkerung von 21 Millionen (die französischen Zeitungen rechnen hierzu ohne weitere Voreingenommenheit die deutschen Mandatsgebiete von Togo und Kamerun), schieben sich 1600 Kilometer Wüstengebiet. Bisher wird die Sahara in nord-sWlicher Richtung von zwei Haupt- verkehrslinien durchquert, auf der die Autobusse den Verkehr besorgen. Die eine geht von Oran über Colombe-B6char n a ch Sao; die andere von Algier über den Hoggar, Niamey und den Tschad- See nach Aequatorialafrika. Die Franzosen bezeichnen sie als die l ä n g st e Autobuslinie der Welt. Aber Frankreich will sich mit diesen afrikanischen, von Hotels flankierten ehemaligen Karawanenstrahen nicht zufrieden geben, denn im Ernstfälle würden sie sich für die Truppenbeförderung im großen Stil als unzureichend erweisen. Die Technik gibt heute die Mittel in die Hand, um auch im Wüstengebiet einen Eisenbahnbetrieb einigermaßen rentabel zu gestalten, und außerdem würde man sich über eine mangelnde Rentabilität angesichts der großen militärischen Interessen hinwegsetzen. Als Betriebsstoff für die Saharabahn, die mit Diesel-Lokomotiven auszustatten wäre, würde das heute in Westafrika selbst gewonnene Pflanzenöl in beliebigen Mengen zur Verfügung stehen. Don Kohle und Benzin wäre man völlig unabhängig. Kreise in Frankreich, die ganz groß sehen, stellen sich eine Streckenführung vor, die auf einer tßänge von 5400 Kilometer auf französischem Boden e i n Seitenstück zu der englischen Kairo- Kap-Verbindung darstellen würde. Don der eigentlichen Nord-Süd-Derbindüng, die von Algier an den Niger und nach Timbuktu führen würde, soll etwa 500 Kilometer nördlich des Nigerflusses in südöstlicher Richtung eine andere Strecke abzweigen, die über den Tschad-See und Aequatorialafrika Belgisch-Kongo erreichen und in Stanleyville den Anschluß an die große englische Kap-Kairo- Bahn bilden soll. Die belgiffyc Regierung hatte sich im Jahre 1929 dazu bereiterklärt, unter Umständen mit der französischen Regierung beim Bau der Transsaharabahn zusammenzuarbeiten. Die Bedeutung einer solchen Bahn für die französischen Pläne im Niger-Gebiet tritt besonders hervor. Seit Jahren besteht in Paris das „Office du Niger", das — von der Öffentlichkeit ziemlich unbemerkt — weittragende Arbeiten in der Niger-Schleife, der sogenannten „Boucle du Niger", betreibt, um dort große Gebiete für die landwirtschaftliche Kultur durch Bewässerungsarbeiten usw. zu gewinnen. Es soll sich um ein Gebiet von einer Million bis einundeinhalb Millionen Hektar handeln, die große Staustufe Sanssamding soll im Jahre 1941 beendet fein. Ein parlamentarischer Ausschuß hat erst kürzlich an Ort und Stelle die Arbeiten besichtigt. Es ergibt sich allerdings — für die ganze französische Kolonialpolitik sehr bezeichnend — das Problem, wie man die jetzt gewonnenen Ländereien bevölkern soll. Man denkt an die Uebersührung eines Teiles der unter der Wirtschaftskrise sehr notleidenden arabisch- berberischen Bevölkerungsteile aus Nordafrika, die mit Negerblut stark gemischt sind. Außer französischen Wirtschaftskreisen in Nordafrika und Frankreich, die ihre Vertretung in den .Handelskammern haben, und den militärischen Krei- :fen, finb vor allem die Parlamentarier im Sinne ider Propaganda für das Sahara-Projekt tätig. Kürzlich hatte ein Ausschuß, dem vorwiegend Parlamentarier angehören, mit Arbeitsminister de Monzie und Kolonialminister Mandel eine Unter« redung< und Mandel hat sich durchaus zugunsten des Transsahara-Projektes ausgesprochen. Dafür, daß die Arbeiten für die Transsaharabahn bereits in Angriff genommen seien, wie kürzlich eine englische Meldung behauptet hatte, liegen indessen keine Anzeichen vor. Ein Krieg macht sich für niemand bezahlt. Der französische Finanzminister zur Kolonialfrage. Paris, 7. März. (Europapreß.) Der französische Finanzminister Paul R e y n a u d hat in einer durch den Rundfunk verbreiteten Rede einen neuen Appell an das französische Volk gerichtet, die Regierung bei ihrem Wiederaufrichtungswerk zu unterstützen. Der Firtanzminister erinnerte daran, daß Adolf Hitler gesagt habe, Deutschland würde wegen derKolonialfrage kein en Krieg führen. Er Reynaud, sehe nicht ein, daß eine Bilbao, 7. Mörz. (DNB. Funkspruch.) Es wird jetzt bestätigt, daß der rotspanische „General" M i a j a sich von Valencia nach Madrid begeben hat, wo er inzwischen die Leitung des neuen „De rteidigungs-Ausschusses" übernahm. Der „Verteidigungsausschuß" oder, wie er sich selbst bezeichnete, „nationale Verteidigungsrat" ist seiner Form nach ganz wie eine „Regierung" aufgezogen, in der Miaja die Rolle des Vorsitzenden spielt, B e st e i r o das Ressort „Aeußeres" inne hat und „Verteidigung" von Easado, „Inneres" von Wenceslao Carillo, „Justiz und Propaganda" von San Andres, „Verkehr und öffentliche Arbeiten" von Eduardo V a l l, „Finanzen und Wirtschaft" von Gonzales Marin, „Erziehung und Hygiene" von Jose del Rio wahrgenommen werden. In einer Rundsunkansprache wiederholte Miaja die bereits am Sonntagabend von Easado abgegebene Erklärung, einen ehrenvollen Frieden zu wollens und bemühte sich, die Ueberein- stimmung des Willens der Bevölkerung des Restes von Rotspanien mit dem jetzigen Ausschuß zu konstruieren. Als Beweis hierfür glaubte Miaja die Tatsache anführen zu können, daß die Uebernahrne der Gewalt in Madrid durch seinen Ausschuß ohne irgendwelchen Widerstand vor sich gegangen sei. Wegen der Tätigkeit einer „gewissen Partei" — gemeint sind die Kommunisten — sei dies nicht früher geschehen, weil diese dann die Gelegenheit zu einem neuen Blutbad benutzt hätte. Schließlich gestand Miaja ein, daß die spanische Bevölkerung den Frieden wolle und daß dieser schnell- ftens erreicht werden müsse Dieser Friede habe bisher nicht verwirklicht werden können, weil „gewisse Nationen Interesse an einer Verlängerung des Kriegszustandes gehabt hätten". Die Nervosität in Madrid hält weiter an, aber die Lage in den übrigen Verwaltungsbezirken des roten Restspaniens ist immer noch ungeklärt. Obgleich Negrin mit bei Dayo und feinem engeren Anhang inzwischen nach Frankreich geflohen ist, muß mit Aktionen kommunistischer Elemente gerechnet werden. Das Echo in Vurgos. Durchsichtiges Manöver. — Kein Kompromiß mit den für den Bürgerkrieg Bcrautwortlichen. Bilbao, 7. März. (DNB. Funkspruch.) Die Gründung des neuen Madrider „Verteidigungsrates" wird in Burgos als ein neues durchsichtiges rotes Manöver angesehen, da dieses Gebilde zu sehr mit Persönlichkeiten belastet ist, die in 2% Kriegsjahren genug Zeit gehabt hätten, um zu ihrer jetzt plötzlich verkündeten Einsicht zu gelangen. Sie seien hingegen nach wie vor verantwortlich für das Elend des roten Gebietes und das in Spanien vergossene Blut. Der nationalspanische Sender Burgos spricht im Zusammenhänge mit der Bildung des neuen Madrider „Rates" sogar von einem englisch-französischen Manöver, um auf diese Weise Einfluß auf die Gestaltung des Friedens in Spanien zu gewinnen. Demgegenüber gehe Nationalspanien unbeirrt seinen vom Caudillo General Franco vorgezeichneten Weg bis zum Ende weiter, unbeeinflußt durch Manöver, die mit dem F r i e d e n s s ch l u ß ein Geschäft verbinden wollen. Die Befriedung Spaniens sei ausschließlich Angelegenheit Nationalspaniens, das genau wisse, was es zu tun habe und keinerlei Kompromisse dulde. Der rote Plan von einem sagenhaften „ehrenvollen Frieden" komme zu spät und diene lediglich egoistischen Zwecken einiger Interessierter. Neuaufteilung der Kolonien die gegenwärtigen europäischen Probleme nicht lösen würde. England habe das größte und reichste Kolonialreich. Aber auch das englische Weltreich könne nicht ewig die La st en der Rüstungssteige- rung ertragen. Ein Krieg werde sich für niemand bezahlt machen, stellte Reynaud zum Schluß fest, sondern werde unendlich viel Leid und Zerstörung verursachen. Lord Beaverbrook für Rückgabe der deuischen Kolonien. London, 7. März. (DNB. Funkspruch.) Lord Beaverbrook, dessen „Daily Expreß" den größten Leserkreis von allen englischen Tageszeitungen besitzt, setzt sich für die Rückgabe der deutschen Kolonien ein. Lord Beaverbrook erklärt, daß sich sein Blatt augenblicklich. in der Kolonialfrage für etwas ein- setze, was höchst unpopuldrin England zu sein scheine, nämlich die Rückgabe der deutschen Kolonien. Diese Kolonien stellten keinen Teil des britischen Empire bar, England könne sie daher auf keinem legalen Wege seinem Empire einverleiben. Es könne also mit diesen Kolonien nichts anfangen, sie seien für England zwecklos, ja sie ständen sogar dekn vereinigten Empire im Wege. Der Vorschlag aber, Deutschland diese Kolonien zurückzugeben, sei nicht volkstümlich. Trotzdem setze sich das Blatt für diesen Gedanken ein, weil es ihn f ü r r i ch t i g halte. Die Auffassung in Pans. Paris, 7. März. (Europapreß.) Die Vorgänge in Madrid werden in den Pariser Morgenblättern als die Vorzeichen für eine baldige Beendigung des spanischen Krieges aufgefaßt. Man ist der Ansicht, daß die neue rotspanische „Regierung" nur gebildet wurde, um mit Franco Frieden schließen zr^ können. Der rechtsstehende „Jour" will erfahren haben, daß ein Beauftragter des rotspanischen Obersten Cosa d o in der vergangenen Woche in Paris nicht nur mit dem unterdes zurückgetretenen A z a n a und mit Barrio, sondern auch mit der französischen Regierung sowie mit dem englischen Botschafter über die Möglichkeit von Friedensverhandlungen mit Franco gesprochen habe. Miaja und Casado seien der Ansicht, sie könnten einen ehrenhaften Frieden erhalten, wenn sie den kommunistischen Einfluß ausschalten würden. Ein englischer Kreuzer liege bereit, um in Gandia die rotspanischen Anführer aufzunehmen, die vor der Uebergabe des noch rotspanischen Teils an Franco sich ins Ausland begeben wollten. Diese Angaben werden indirekt von der „Huma- nitö" bestätigt. In einer großen Ueberschrift schreibt das kommunistische Blatt, in London und in Paris sei der Handstreich gegen Rotspanien vorbereitet worden. London und Paris versuchten, den rotspanischen Widerstand zu brechen. Der rechtsstehende „Figaro" sagt, es sei sehr bezeichnend, daß Desteiro in der neuen rotspanischen „Regierung" vertreten sei. Dieser Mann sei einer von jenen Sozialdemokraten, die seit langem den Frieden wünschten. Riefengewinne der amerikanischen Kieasinduffrie. Washington, 7. März. (DNB.) Der Bundessenat nahm mit 54 gegen 28 Stimmen den von der Regierung unterstützten Vorschlag, die Luftwaffe der Bundesarmee auf 6000 Flugzeuge zu vermehren, obwohl ursprünglich nur 5500 vorgesehen waren, an. Dor der Abstimmung verlangte der Unabhängige Morris ein Untersuchung der „märchenhaften Preise", die die Bundesregierung für Militärflugzeuge zahle. Die Senatoren Tobey und Lee forderten Maßnahmen zur Vermeidung von Kriegsgewinnen der Privatindustrie, weil diese Gewinne einen Anreiz zur Kriegstreiberei geben könnten. Tobey empfahl die Begrenzung der Erzeugerprofite auf 10 v. H. Der Republikaner Fra- zier erklärte, die Vereinigten Staaten seien für das augenblickliche „internationale Rüstungs» fieber" verantwortlich, weil Amerika den Kel- loggpakt ignoriert habe. Amerika habe seine Aufwendungen für Armee und Flotte unaufhörlich vermehrt und baue heute die größten Schlachtschiffe, die jemals die Meere befahren hätten. Der Redner fragte, ob Amerika diese für Friedenszeiten größte Armee und Flotte wirklich für Derteidigungszwelfe benötige, ob ferner nicht bereits Geheimverträge mit anderen Ländern bestünden und ob Amerika tatsächlich Flugzeuge und Schiffe mit 1 0000 Meilen Aktionsradius brauche. Die Möglichkeit eines Angriffes auf die Vereinigten Staaten sei nicht gegeben. Die tatsächlichen Ausgaben für das gegenwärtige Wehrprogramm würden am Ende dieses Jahres vielleicht auf 3 Milliarden Dollar ongeschwollen sein. Es sei besser, diese Summe für die notleidenden amerikanischen Farmer und für unversorgte Hilfsbedürftige zu verwenden. Der Plan, die weit in das japanische Interessengebiet in der Südsee vorgeschobene Insel Guam zu befestigen, ist in Anbetracht der Abneigung bei vielen Abgeordneten und Senatoren ganz fal- Miaja an der Spitze des Madrider Verteidigungsrats. Oie Bevölkerung der Hauptstadt will einen schnellen Frieden. Oie Lady auf der Werbereise. In den nächsten Tagen kommt der britische Handelsminister Stanley zu Wirtschaftsverhandlungen nach Deutschland. Inzwischen reist seine Frau auf den B a l k a n , um für englischen Sport, Londoner Sportkostüme, englisches Gesellschaftsleben und englische Schule Propaganda zu machen. In ihrer Begleitung befindet sich Lady O'Neill, deren Eleganz und Charme in der Londoner Gesellschaft sprichwörtlich sind. Keine der Damen versteht ein einziges Wort einer Balkansprache; sie werden bei Teegesellschaften und „Cocktail-Parties" in englischer Sprache etwas über ihre Modenkollektion erzählen, die sie mitführen, ober etwa über die Art, ein englisches Heim zu führen, ober ber Platz ber Frau im Leben Englands. Die Reise der beiden tüchtigen Damen erschüttert gewiß nicht die Welt. Wir sprechen von ihr nur, weil sie eine bezeichnende Einzelheit aus ber Fülle der englischen Werbung für bas eigene Land ist. Diese Werbung ist unendlich mannigfaltig und vollzieht sich ganz überwiegend in aller Stille. Zufällig ist es um die Reise von Lady Maureen Stanley etwas lauter hergegangen, weil sie eben die Ge mahlin eines aktiven Ministers ist, der demnächst selbst „in seiner Branche reist". Aber im allgemeinen spricht England von seiner Werbung um so weniger, je aktiver sie ist. Sammelpunkt aller dieser Bestrebungen ist der „British Council", an dessen Spitze der vielgenante frühere Unterstaats' sekretär im Auswärtigen Amt, Sir Robert V a n • sittart steht, der heute noch als diplomatischer Berater des Gesamtkabinetts tätig ist. Dansittart ist vermutlich auch der „Verbindungsoffizier" zu dem Intelligence Service, dem vielgenannten englischen Geheimdienst, der sich selbstverständlich aller Methoden einer Polizei- und Nachrichtenstelle bedient, der aber in der Hauptsache getragen wird von geldlich unabhängigen Engländern in angesehener Stellung, die über ein klares politisches, wirtschaftliches und gesellschaftlich-kritisches Urteil verfügen. Der deutsche Leser findet über den britischen Nachrichtendienst und feinen starken Einsatz wohlhabender und angesehener Engländer einige kurze, aber sehr aufschlußreiche Bemerkungen in dem Buch „Das Vierte Siegel", das der frühere Außen- und jetzige Innenminister Sir Samuel Hoare geschrieben hat. Weder von seinem Propaganda- noch von seinem Nachrichtenapparat spricht der unterrichtete Engländer viel. Es genügt aber der Hinweis, daß der englische Staatshaushalt eine offizielle Unterstützung des „British Council" von über 100000 Pfund vorsieht, wozu bann noch Millionenbeträge der Industrie, des Handels und der Finanz kommen. Der „British Council" besorgt die englische Reisepropaganda und nimmt auch ganze Gelegenheitsveran- staltungen, wie z. B. den in einigen Wochen ftatt- findenden Besuch des französischen Präsidenten paares in London, in seine Werberegie. Er läßt ständig 200 ausländische Studenten aus 37 Ländern in England kostenlos für den Beruf eines englischen Sprachlehrers ausbilden. Er richtet englische Lese- ft üben und Büchereien ein. Häufig geschieht das in tarnender Anlehnung an religiöse oder „humanitäre" Organisationen, wie z. 23x die vielgenannte „Vereinigung Christlicher Junger Männer". Ständig hat er eine ganze Reihe von Politikern, Schriftstellern, früheren Kolonialbeamten ober auch Offizieren auf Propagandareisen, die selbstverständlich als private Engländer auftreten, die ganz zufällig — mir dem eigenen Antrieb folgend — in dieses oder jenes Land kommen. Die nahen Beziehungen zu Industrie, Finanz und Handel werden dadurch symbolisiert, daß Lord Derby an hervorragender Stelle mitarbeitet. Er gilt als der ungekrönte König von Lancalhire. der berühmten Baumwollvrovinz Englands, erfreut sich im Volke und bei Hofe eines sehr hohen Ansehens, ist eher bedächtig als brillant und mar früher englischer Botschafter in Paris. Der englische Adel führt zwei Namen; den eigentlichen Ädelstitel erbt nur der älteste Sohn, während den ursprünglichen bürgerlichen Namen die nachgeborenen Söhne führen und auch der erste Sohn, solange noch der Vater lebt. Nun: der bürgerliche Name der Derbys ist ... Stanley. Die Heimlichkeit der englischen Werbung, dct- Hunden mit den sehr reichen Mitteln, sichern natürlich einen bestimmten Erfolg. Aber dieser Erfolg hat merkliche Grenzen. Die englische Werbung geht heute den großen sozialen und politischen Problemen peinlich aus dem Weg. England hat für seine eigene Problematik keine anerkannte und allgemein gültige Politik und dieses gewichtige Manko schlägt auch in seiner Werbung entscheidend durch. Selbstverständlich ist das Bemühen sehr lebhaft, den Ausländer über die verschiedenen Versuche ins Bild zu setzen, mit denen die ureigene englische Problematik bewältigt werden soll: von der Schule angefangen bis zu der Fürsorge für verwahrloste Menschen. Aber die englische Politik greift alle diese Probleme nicht vom Grund aus an. Wenn man will, kamt man sie als eine Apotheker-Politik bezeichnen, die mit Pillen und Salben zu helfen sucht. Die Jugend der meisten Völker sucht aber die grundsätzliche Problematik und ihre innere Bewältigung. Und das um so mehr, als die Jugend das sehr deutliche Gefühl Hat, daß England feine Politik mit ererbtem Reichtum bezahlt, der den „Habenichtsen" unter den Völkern nicht zur Verfügung steht. Dr. Ho. lengelassen worden. Der Flottenausfchuß des Senats hat die fünf Millionen Dollar, die für die Befestigung Guams vorgesehen waren, aus dem 552-Millionen-Wehrprogrömm gestrichen, da vorerst kein dringendes Bedürfnis für die vorgeschlagenen Hafenanlagen bestehe und die Meinung des Landes über die Zweckmäßigkeit einer solchen Befestigung geteilt fei. Oer rumänische Ministerpräsident f. Calinescu zum Nachfolger Miron Christeas ernannt. B u k a r e st, 7. März. (DNB.) Der rumänische Ministerpräsident Patriarch Miron Christ e a, der seit einigen Tagen Aufenthalt in Can - nes an der französischen Riviera genommen hatte, ist am Montagabend um 21.30 Uhr gestorben. In Bukarest waren bereits Nachrichten eingetroffen, wonach sich der Gesundheitszustand des Minister- HW iWW (Scherl-Bilderdienst-M.)) Präsidenten plötzlich verschlimmert habe. Ein am Montagnachmittag ausgegebener ärztlicher Bericht teilte mit, der Patriarch habe die Folgen seiner jüngsten Bronchitis noch nicht vollkommen überwunden. In der Herztätigkeit seien Störungen eingetreten. Der Herzschlag beginne auszusetzen. Der Zustand des Kranken sei außerordentlich ernst. Die Nachricht wurde in Bukarest durch Extrablätter bekanntgegeben und machte einen tiefen Eindruck. Für Dienstag und für den Tag der Beisetzung wurde Landestrauer angeordnet. Zum Ministerpräsidenten wurde der bisherige stellverttetende Ministerpräsident Innenminister und Kriegsminister Calinescu ernannt. Der verstorbene Patriarch war 1868 als Sohn rumänischer Bauersleute geboren. Er studierte Theologie in Hermannstadt und Naturwissenschaft und Literatur in Budapest, wo er 1895 promovierte. Bon der Universität Czernowitz wurde er zum Ehrendoktor der Theologie promoviert. Schon als «tudent trat er publizistisch für das rumänische Volkstum in dem damals noch unter ungarischer Herrschaft befindlichen Siebenbürgen ein und gründete 1907 zusammen mit Oktavian Goga das Kampfblatt „Unser Land". 1909 wurde Christen Bischof von Caransebec. Im Dezember 1918 überreichte er an der Spitze einer rumänischen Delegation aus Siebenbürgen dem König Ferdinand in Budapest die Anschlußerklärung. Als Metropolit schuf er eine neue theologische Fakultät, fünf neue Diözesen und zahlreiche neue Seminare. 1925 wurde er Patriarch der rumänisch-orthodoxen Kirche und nach dem Tode König Ferdinands 1927 Mitglied des Regentfchafts- rats. Nach dem Sturz Gogas im Februar 1938 betraute König Carol den Patriarchen mit der Bildung einer überparteilichen nationalen Regierung, die die neue autoritäre Verfassung ausarbeitete und in Kraft' setzte. Der neue Ministerpräsident Calinescu stammt aus der alten Krönungsstadt Argesch und hat sich aus kleinen Verhältnissen durch eigene Kraft emporgearbeitet. Er war Mitglied der nationalzarnistischen Partei, wurde jedoch ausgeschlossen, als er im Dezember 1937 Innenmnister im Kabinett Goga wurde. Im Februar 1938 wurde er auch in dem Kabinett des Patriarchen Christen mit der Leitung des Innenministeriums betraut und übernahm am 1. Februar 1939 daneben noch das Kriegsministerium. Gleich- zeittg wurde er Vizepräsident des Ministerrats. Calinescu, der das unbedingte Vertrauen des Königs besitzt, gehört zu den schärfsten Gegnern der Eisernen Garde, die die gegen sie im Sommer 1938 getroffenen Maßnahmen auf Calinescu zurückführt. Gafencus Besuch in Warschau Polnisch-rumänischeJntcressengemcinschaft Warschau, 6. März. (Europapreß.) lieber den Besuch des rumänischen Außenministers G a f e n c u in Warschau wurde folgendes Communiqu6 ausge- geben: „Während seines Besuches in Warschau führte der rumänische Außenminister Gafencu zahlreiche Gespräche mit dem polnischen Außenminister B e ck. Im Laufe dieses Gespräches wurden in einer Atmosphäre sehr großer Herzlichkeit alle Probleme geprüft, die sowohl aus dem polnisch-rumänischen Bündnis wie auch aus der Aehn- lichkeit der geopolitischen Lage bei- der Länder hervorgehen. Beide Minister stellten bei dieser Gelegenheit die gänzliche U c b e r - ein st immun g der Anschauungen fest und beschlossen, die Tätigkeit in den politischen und wirtschaftlichen Fragen der beiden verbündeten Länder zu koordinieren'" In einer Presse-Besprechung erklärte der rumänische Außenminister Gafencu polnischen Journalisten: Die Notwendigkeit» und Nützlichkeit des polnisch-rumänischen Bündnisses würde in gleichem Maße in Polen wie Rumänien anerkannt. „In den Gesprächen mit Außenminister Beck", sagte Gafencu, '„haben wir beschlossen, uns gegenseitig in den Be- mühüngen, die der Erhaltung gutnachbarlicher Beziehungen mit den anderen Staaten zustreben, zu unterstützen." Weiter erwähnte Gafencu wirtschaftliche Fragen, wie den Bau einer Brücke über die Donau, um auf diese Weise die Eisenbahnlinie Warschau—Bukarest nach Saloniki zu verlängern; den Bau eines die Ostsee mit dem Schwarzen Meer verbindenden Flußweges durch einen Weichsel-Pruth-Kanal usw. Das i ü d i s ch e Problem, das sowohl in Polen wie auch in Rumänien bestehe, verdiene eine gemeinsame Lösung unter Berücksichtigung der Interessen beider Staaten. Der polnische Außenminister sei gebeten worden, bei seinem geplanten Besuch in London den gemeinsamen Standpunkt Polens und Rumäniens in der Judenfrage vorzutragen. Volksgesundheit und Rauschgifte. Aerzte und Verkehrsfachleute auf der II. Reichstagunq in Frankfurt. Lpd. Frankfurt a. M., 6. März. Auf der großen Reichstagung gegen den Mißbrauch der Genußgifte nahmen die fachlichen Beratungen am Montagvormittag ihren Anfang. In der Wissenschaftlichen Konferenz sprach der Präsident des Reichsgesundheitsamtes, Professor Dr. Reiter, über das Thema „Genußgifte und Leist u n". Es habe sich erwiesen, daß alle diejenigen, die einer „S u ch t" erliegen, mit mehr oder weniger Minderwertigkeiten behaftet sind, ungeachtet, ob neben diesen auch Hochwertigkeiten bestehen. Beobachtungen, die bei ausgesprochenen „A lko- holikern" gewonnen wurden, geben die Gewißheit, daß neben diesen extremen Fällen eine sehr viel breitere Schicht solcher Menschen vorhanden ist, deren Leistung durch den Mißbrauch des Alkohols mehr oder weniger gedrückt wird. Da ihre Zahl wesentlich höher ist, als die der extrem Belasteten, schränken sie die Leistungsfähigkeit des Gesamtoolkes in viel größerem Ausmaß ein, als die eigentlichen „Alkoholiker" und schädigen hierdurch die Höhe der Kultur und der Wirtschaft des gesamten Volkes. Auch beim Tabakmißbrauch ist die körperliche Leistungsfähigkeit gestört. B e - fonders bedenklich erscheint das Rauchen der Mädchen und jungen Frauen, die sehr bald den Ausdruck der frühzeitigen Derwelkung auf ihrem Gesicht tragen. Alle Bemühungen von Staat und Partei, dem deutschen Volk zur Pflege seiner Gesundheit und zur Steigerung seiner Leistung die geeignetste richtige Ernährung zu geben, erschienen unlogisch, solange wir nicht mit allen Mitteln gleichzeitig den Mißbrauch der Genußgifte bekämpften. Dr. G. Hecht vom Rassenpolitischen Amt der NSDAP, sprach über Trinksitten und Rassenhygiene. Seit Jahrzehnten sei unserem Volk von marxistisch- jüdischer Seite eingeredet worden, „Dein Körper gehört dir", was auch dahin verstanden wurde, daß bei geselligem Beisammensein Alkoholmengen beliebiger Art genossen werden durften, selbst auf Kosten der Gesundheit des Körpers. Mit dieser marxistisch-jüdischen Auffassung sei die germanischdeutsche unvereinbar, daß wir Träger des ewigen Erbgutes der Ahnen sind, und daß demnach unser Körper der Sippe und dem Volk gehört. — Der außerordentlich starke Anstieg des Verbrauches an Zigaretten, Zigarren und Pfeifentabak, der feit den Vorkriegsjahren zu verzeichnen ist — der Zigarettenkonsum stieg von etwa 7 Milliarden in den Jahren kurz vor dem Krieg auf heute etwa 42 Milliarden, also das Sechsfache! — ist nicht ohne beunruhigende Auswirkungen auf die deutsche Volksgesundheit geblieben. Diese Tatsache verpflichte deshalb, wie Dr. med. F. L i ck i n t (Dresden) in seinem Referat „Tabak und Volksgesundheit" ausführte, mit allen Mitteln Aufklärung über die nachteiligen Wirkungen des Tabakgenusses in alle Teile des Volkes zu tragen. Alkohol im Verkehr ist mit der wichtigste Ansatzpunkt im Kampf gegen den Mißbrauch der Genußgifte. Deshalb forderte der Beauftrage des Reichsärzteführers, Gauamtsleiter Dr. Bruns, die gesetzliche Verankerung des 3. Punktes der vom Hauptamt für Volksgesundheit der NSDAP, ausgestellten 12 Forderungen gegen den Alkohol- und Tabakmißbrauch: Alkoholenthaltsamkeit bei besonderer Verantwortung, wie z. B. bei der Führung von Fahrzeugen jeder Art und strengste Bestraiung von Alkoholdelikten. Aus den von den Fachreferenten dann gehaltenen Vorträgen über den Einfluß des Alkohols auf Au^e und Ohr ging hervor, daß der Führer eines Fuhrwerks, insbesondere eines Kraftfahrzeuges, in Ausübung seines Berufs völlig nüchtern fein müsse. „Herrenfahrer", die sich dieser selbstverständlichen Forderung nicht unterwerfen wollten, sollten nach einem geselligen Abend einen Kraftfahrer oder eine Droschke in Anspruch nehmen. Gefährliche Arbeit, verantwortliche Arbeit, Präzisionsarbeit erforderten klare Sinne; Alkoyol- benebetung, die Leistungs- und Sachschäden oer-, Ursache, sei Wirtschaftssabotage. Alkohol gehöre daher ebenso wenig in die Betriebe, wie auf die Fahrbahn. Die Zahl der Todesopfer im Verkehrsleben ist erschreckend hoch. Jährlich sind es fast 8000 Tote und 170 000 Verletzte. Ein großer Prozentsatz all dieser Unglücksfälle ist auf mäßigen Alkoholgenuß zurückzuführen. Reichsbahn, Po st, Polizei und Wehrmacht haben jeglichen Alkoholgenuß vor und während der Dienstzeit verboten. Die Sicherheit, mit der wir auf der Reichsbahn fahren, beruht mit auf diesem Verbot. Für den Kraftfahrer besteht ein solches Verbot nicht. Dem Herrenfahrer ist also erlaubt, was dem beamteten Fahrer und jetzt auch dem Kraftdroschkenfahrer verboten ist. Ole Krau im Kampf gegen die ^enuhoiffe. Auf der Frauenkundgebung am Montagabend erklärte die Gaufrauenschaftsleiterin Frau Wester- n a ch e r, wenn nun die NSDAP, energischer als bisher gegen den Alkohol- und Tabakmißbrauch vorgehe und die Gefahren und Schäden aufzeige, bann würden die Frauen freudig — und wenn es sein müsse mit Leidenschaft — mitarbeiten. Zu tief und zu ernst nehme die Frau des Dritten Reiches ihre Verantwortung gegenüber ihren Kindern und der Jugend, als daß sie achtlos und leichtsinnig an Dingen' voroeigehe, die für die Gestaltung unseres ganzen Lebens und für die Zukunft unserer Jugend entscheidend sein könnte. Die Grundeinstellung der deutschen Frau zu diesen Fragen behandelte dann die Hauptabteilungsleiterin Volkswirtschaft-Hauswirtschaft in der Reichsfrauenführung, Frau Dr. E. V o r w e r ck. Sie stellte nicht den - Grundsatz der absoluten Enthaltsamkeit heraus, weil dadurch nur die Heuchelei großgezogen würde, verlangte aber Schärfung der Wachsamkeit der Frauen für die Gefahren, die der körperlichen ebenso wie der geistig-seelischen Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Menschen, insbesondere des Heranwachsenden Kindes drohen durch unüberlegten Genuß von Alkohol und Tabak. Weiter sprachen noch Frau Benser-Bruhn, Vorsitzende der Frauengruppe der Vereine gegen den Alkoholismus im Deutschen Frauenwerk und Frau Mertens von der NS.-Frauenschaft Gau Hessen-Nassau über die Arbeitsmöglichkeiten der Frau im Dienst der Volksgesundheit. Oie Messe der Leistungssteigerung. Höchstleistungen des Maschinenbaues. - Neue Errungenschaften der Elektrotechnik. — Kunststoffe erobern den Markt. — Textilien der Zukunft. Von unserem Sonderbenchierstattrr Joachim Boebmer Leipzig, 6. März. Frühlingssonne schüttet ihr Licht über das weite Ausstellungsgelände, auf dem zum ersten Male Großdeutschland vor der Welt von seiner technischen Leistungsfähigkeit Zeugnis ablegt. Nicht nur an Ausdehnung, auch an Inhalt ist die Technische Messe eine Spitzenleistung, die bereits alle Merkmale der vom ganzen deutschen Volk erstrebten Leistungssteigerung in sich trägt. Mag auch die Zahl der in- und ausländischen Aussteller größer als je bisher fein, so steigen Güte und Form der tausendfältigen technischen Erzeugnisse ihrem Werte nach noch weit über zahlenmäßige Begriffe hinaus. Trotz aller Vorhersagen früherer Messen scheint die groß- deutsche Industrieschau tatsächlich keine Grenzen zst kennen. Gegenüber den Fertigerzeugnissen treten die Produktionsmittel, unter ihnen besonders die Werkzeugmaschinen, scharf in den Vordergrund. Ueberall sind Bestrebungen zur Verfeinerung der Arbeitsweisen erkennbar, teils erreicht durch weitgehende Automatisierung der Maschinen, teils erstrebt durch zwangsläufige Kupplung des Arbeitsprozesses mit Masseneinrichtungen, die eine menschliche Kontrolle ausschließen. Ferner wird däs Streben nach Einsparung menschlicher Arbeitskraft durch diese verstärkte Automatisierung deutlich erkennbar. Eine andere Entwicklungsrichtung beim Bau der Produktionsmittel ist eine Vermehrung der Reihen- f e r t i g u ng und des Typenbaues. So finden wir unter den Textilmaschinen ebenso wie unter den Elektromotoren zahlreiche Ausführungen, die in der Herstellung ebenso universell wie in der Anwendung sind ober die nach dem sogenannten Baukastensystem gefertigt werden und damit den Austauschbau fördern. Für die Möglichkeiten, den Kraftbedarf der gewaltigen Maschinen herabzusetzen, zeigen die Textilmaschinen besonders aufschlußreiche Wege. Man hat beispielsweise dadurch, daß man die vielen Spindeln einer Maschine durch je einen kleinen Elektromotor antreibt und auf den zentralen Riemenantrieb verzichtet, an Antriebskraft 40 v. H. einzusparen vermocht. Völlig neuartige Werkzeugmaschinen und Arbeitsgeräte sind durch die Wandlungen auf dem Rohstoffmarkt entstanden. Zu den jüngsten Vertretern dürften die großen Leichtmetall - Spritz- gußmaschinen gehören, die mit einer unerhörten Genauigkeit feinmechanische Teile für Schreibmaschinen, Meßgeräte oder Motoren herstellen, ohne daß noch eine Nacharbeit erforderlich wäre. Ebenso erstaunlich ist die Leistung der Baumaschinen, die ganz auf die Einsparung menschlicher Arbeitskraft eingestellt sind. Unter ihnen findet ein Bohrgerät, das auf erdölhöffigen Gebieten eingesetzt wird, schon dadurch Beachtung, daß es auf den Betrieb mit Erdgas, das an der Bohrstelle austritt, umgestellt werden kann. Bei den großen Dieselmotoren wird der hohe Druck der Auspuffgase mehr und mehr für die Aufladung der Zylinder herangezogen, wodurch sich wesentlich günstigere Ausbeuten an Energie ergeben. Völlig unmöglich ist es, über die außerordentlichen Fortschritte der Elektrotechnik einen vollständigen Ueberblick zu geben. Zu dem neuesten Kleine und große Neuigkeiten in Leipzig. Links: Eine neuartige Weckerlampe, die sich selbsttätig beim Wecken der Uhr einschaüet. — Rechts: Ein Kugelschaufler, der Sand und Steinschotter aufnimmt, um sie einem laufenden Band zuzuleiten. — (Scherl-Bilderdienst-M.) y x- 5L \-x Zweig gehört beispielsweise der Ban von Klima- Anlagen. In der Texttlindustrie sind derartige Einrichtungen, die für* Staubreinheit und richttge Befeuchtung der Luft zu sorgen haben, schon lange bekannt. Daß aber der Mensch auf gesunde Lust noch mehr Anrecht als eine Maschine hat, scheint man lange Zeit vergessen zu haben. Andere Leistungen der Elektrotechnik liegen auf dem Gebiet der Installation Mögen die Mehrfachnutzungen einer Fernsprechleitung ebenso wie die Herstellung von großen Trockengleichrichtern für 6000 Watt Leistung nur den Fachmann interessieren, so dürste die Entwicklung von elektrischen Transportmitteln (Elektrokarren für 3 Tonnen Nutzlast), von gewerblichen Staubsaugern, von Elektro-Wirtschafts- herden für die regelmäßige Beköstigung oon zwanzig bis vierzig Personen ober die Fertigung neuer Quecksilberdampflampen, die durch Aufbringung eines Leuchtstoffes auf der Innenseite der Glaskolben die Farbverzerrungen mildern, schon allgemeineres Interesse finden. Die Leipziger Messe wäre keine echte deutsche Messe, wenn nicht die W e r k st o f f - F r a g e an allen Stellen des weiten Geländes wie in den viel- geschossigen Messehäusern der Innenstadt in Erscheinung träte. Waren noch im vorigen Jahr hin und wieder Stimmen zu vernehmen, die bei allen neuen Werkstoffen das Wörtchen „Ersatz" auf den Lippen führten, so ist heute eine straffe Ordnung auf allen Werkstoffgebieten zu erkennen, die zur Folge hat, daß sich die verschiedenen Werkstoffe die zugehörigen Anwendungsgebiete gesucht Haden, um den „Ersatz"-Charakter abzustreifen und Besseres an die Stelle von Gutem zu setzen. Es ist nicht wahr, daß Chrom, Nickel, Kupfer und andere Sparmetalle nicht mehr zu finden sind. Sie werden vielmehr immer dort angewendet, wo sie anderen Werkstoffen gegenüber Vorzüge besitzen. Bestecke und Geschirre aus Nickel-Chrorn-Metallen können jede Frau entzücken, ebenso wie die schönen Kochgeschirre aus Nickel-Chrom mit kupfernem Boden. Die großen deutschen Stahlwerke benutzen Sparmetalle in weitestem Umfang zur Bekämpfung des Rostes, sie plattieren einfachen Stahl mit dünnen Schichten rostsicheren Stahls, verkupfern oder vernickeln rostempfindliche Teile auf elektrolytischem Wege ober aber wenden chemische Verfahren an, um Eifen vor dem Rost nicht nur vorübergehend, sondern ein für allemal zu schützen. Erstaunlich sind auch die Fortschritte, die auf dem Gebiet der Anwendung von Kunstharzen, Preß- stossen und synthetischem Kautschuk gemacht worden sind. So finden wir dicke, hochbelastbare Schrauben aus Kun st st offen, dafür bestimmt, neben der mechanischen Verbindung einzelner Bauteile gleichzeitig eine völlige elektrische Isolierung herbeizuführen. Neuartig ist auch die Verbindung four- nieder Hölzer durch Kunstharze. Die widerspenstige Rotbuche, die sich bisher kaum für hochwertige Fourniere verarbeiten ließ, ist unter Zuhilfenahme besonderer Schälmaschinen, die auch Aststellen gleich beim Schälen automatisch schließen, zu einem wundervollen Werkstoff geworden, der sich nicht nur nach allen Richtungen biegen läßt, sondern auch für die Fertigung laugenfester Gesäße und metallfreier Bottiche verarbeiten läßt. Die p last i s ch e n Kunststoffe haben sich auch wieder neue Anwendungsgebiete erobert. Synthetische Guttapercha (Guttasyn) dient zur Herstellung von Schläuchen und Matten, von Schutzkleidungen und chemischen Hilfsgeräten, für die bisher eigentlich aar kein Werkstoff vorhanden war. Dichtungen, Membranen, Flaschenverschlüsse und andere Kleinteile, für die bisher Naturkautschuk benötigt wurde, bestehen heute aus Guttasyn. Auch der aus Baumwolle und Naturkautschuk bestehende Treibriemen muß dem Zellwollgewebe weichen, das mit synthetischem Kautschuk imprägnied ist Damit haben wir uns schon den Textilien zugewendet, die gerade auf der Leipziger Messe das Interesse der ganzen Welt finden. So überrascht uns diesmal eine neue Spinnfaser (PeCe), die ganz das Werk ^)es Chemikers ist, der sie aus den anorganischen Stoffen Kalk und Kohle entstehen ließ. Er ist also hier nicht einmal mehr von den für die Zellstoffgewinnung geeigneten Holzern abhängig, sondern verwendet zwei Rohstoffe, die wir in reichstem Maße im Inland zur V"r° fügung haben. Die Bezeichnung PeO-Faser wird nur dem Ritter der Retorte verständlich, wenn ihm PeCe als Anfangsbuchstaben der chemischen Verbindung Polyvinyl-Chlorid gedeutet werden. Die neue synthetische Faser ist gegen Wasser und Säuren völlig unempfindlich, sie brennt nicht und ist in na ff em Zustand genau so fest wie in trocknem. Aus diesen Ngenschaften leiten sich schon umfangreiche Anwendungsgebiete her. Schutzkleidung für chemische Betriebe, Färfbereien, Netze, Filter, Seinen für Fischereibetriebe und andere Arbeitsstätton, in denen mit ständigen Durchfeuchtungen gerechnet werden muß, Theaterdekorationen, die nicht brennbar sind, wird sich der neue Werkstoff schnell erobern. Für allgemeine und modische Kleidung wird die neue Faser allerdings keine Verwendung firfben können: sie ist nämlich nicht bügelfeft. sondern beginnt ^bei etwa 80 Grad Wärme zu schmelzen. Aus diesem Wege kommen wir also nicht zu dem Kleid aus Kalk und Kohle! Dafür bietet uns aber das aus Zellulose gewonnene Cellophan neue Möglichkeiten zur Schaffung modischen Beiwerks. Aus Cellometall geflochtene Opanken werden in diesem Sommer die Füße der Damen umhüllen, derselbe Werkstoff, der auch dem flitternden Theaterkostüm den geheimnisvollen Reiz verleiht. Daß sich heute Mischgewebe aus Wolle und Zellwolle in einem Bad färben lassen, daß die wasserscheue Zellwolle ihren wasserabweisenden Charakter auch nach wiederholtem Waschen nicht verliert und daß sich feinste Gebrauchswäsche ebenso wie derbe Uniformtuche aus Zellwolle in allen gewünschten Farbtonen Herstellen lassen, sind nur einige Proben von der Leistungsfähigkeit der deutschen Textilchemie, die mit der Textiltechnik Hand in Hand unaufhaltsam vorwärts schreitet. ) Oeutsch-tschecho-slowakische Zusahvereinbarung. Berlin, 6. März. (DNB.) Am 4. März wurde durch Vertreter der deutschen und der tschecho-slowa- kischen Regierung eine Zusatzvereinbarung zu dem Vertrag über Staatsangehörigkeits- und Optionsfragen unterzeichnet. Es' war vorgesehen, daß die tschecho-slowakische Regierung bis zum 10. Juli 1939 verlangen konnte, daß deutsche Dolkszu.gehörige und ihre Abkömmlinge das jetziae Gebiet der tschecho-slowakischen Republik verlassen müssen, wenn sie erst seit dem 1. Januar 1910 dort zu- gezogen waren. Ein entsprechendes Recht bestand für die deutsche Regierung. In der Zusatzoereinbarung ist vorgesehen, daß beide Regierungen vorläufig von diesen Rechten keinen Gebrauch machen werden, es sei denn, daß sie eine anderweitige Verständigung treffen. Gleichzeitig sind die ^XkkWj < • - ■■■ ■'■' M Sr k zy «;xÄ AW^L-.'^ w > ’ X^.-.v . ■ •■■ - ,v :E - -. ■-*«, ■$%. V. ; •• .' ^MWzMM ^reicht miW ir Fi' en mit mußi enn- eil ff’ ! wird firfben m bk' Jas M.-Schiff „Mert Leh" vor derZeriWellmg Der geruhsame Gang einer Uhr ist bekanntlich Der ihrem offiziellen Abschluß besichtigte am d i s ch e ist. Aus aller Wett. Führer noch einmal auf der Auloschau. erst mühsam verdienen mußte, charakterlich weniger reif sein soll als ein höherer Schüler, der bisher von den Stürmen des Lebens bewahrt geblieben ist. Es läge an den Dozenten, sich hier nicht an Paragraphen festzuklammern, sondern eine vernünftige Unterrichtsform zu finden, welche die Fachschul- sludenten freudig bejahen können Am Sonntag stand die Tagung im Zeichen des N S. - A l t h e r - renbundes. Der Gaustudentenführer konnte mitteilen, daß der Gau Hessen-Nassau in bezug auf die Erfassung der Altakademiker mit an erster Stelle im Reich marschiere. Berlin, 4. März. Zu der Anordnung, in der bestimmt ist, daß Juden deutscher Staatsangehörigkeit und staatenlose Juden die ihnen gehörenden als zwei Tonnen Bau eisen verwendet werden dürfen. In dem Bauschein war weiter ausdrücklich zur Bedingung gemacht, daß statt der vor- gesehenen Warmwasserheizungsanlage eine Kachel- öfenfeuerung zu wählen sei. Bei Abnahme des Neubaues stellte die Baupolizei fest, daß der Bauherr trotz der ihm gemachten Auflage eine Zentralheizung hatte einbauen lassen, wodurch der zugelassene Baueisenverbrauch von zwei Tonnen überschritten worden war. Der Bauherr wurde zu einer Geldstrafe von 1500 NM. und der Baumeister zu einer Geldstrafe von 750 NM. verurteilt. Der Reichsarbeitsminister knüpft an die Bekanntgabe dieses Falles das Ersuchen, wenn es notwendig erscheint, Bauherren unter Hinweis auf die ergangene Entscheidung vor Verstößen gegen die Eisen- Ibewirtschaftungsbestimmungen zu warnen. austreibt, muß der Arzt auf Grund der neuen! Forschungsergebnisse bei Abgabe harntreibender! ’ Mittel ebenfalls versuchen, in die richtige Tätigkeits-1 ■■ periode der Niere einzugreifen, weil dann die Bei reitschaft des Körpers größer ist. Woher „wissen" cs aber nun die Organe, woher weiß es vor allem die Leber, wann Tag und •* Nacht ist? Als oberste Befehlsstation ist der Leber! . die Hirnanhangdrüse oder Hypophyse übergeordnet.! ~ Gegen st ände aus Gold, Silber u ff 0 Platin, Edelsteine und Perlen binnen zwei Wochen an öffentlichen Ankaufs st el- l e n (die im Reichsgebiet bestehenden kommunalen Pfandleihanstalten) a b z u l i e f e r n haben, hat der Reichswirtschaftsminister die Ablieferungsfrist aus technischen Gründen bis zum 31. März dieses Jahres yerlängert und für die Behandlung solcher Juden, die in Mischehen mit nichtjüdischen Personen leben, gewisse allgemeine A u s n a l) ■- men zugelasscn. Hiernach ist von der Ablieferungspflicht befreit a) der in einer Mischehe lebende indische Ehegatte, sofern Abkömmlinge aus der Ehe vorhanden sind und diese nicht als Juden gelten (dies gilt auch für den Fall, daß die Ehe nicht mehr besteht), b) bei kinderloser Ehe die indische Ehefrau, falls der Ehemann deutschblütig oder Mischling 2. Grad e.s Kunst und Wissenschast. Kreislaufforscher tagen in Bad-Nauheim. NSO. Zum 12. Male kommen in diesem Jahr am 25. und 26. März die Fachgelehrten aus vielen Ländern in Bad-Nauheim zur Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kreis- loufforschung zusammen. Bei der noch immer steigenden Zahl der Kreislauferkrankungen werden die Forschungen des Kcrckhoff-Jnstitutes in Bad- Nauheim von der medizinischen Wissenschaft der^ ganzen Welt mit Interesse beachtet. Das Kerckhoff- Jnstitut ist heute bereits eine Zentrale der Kreis- laufforschung für die ganze Welt geworden. Die Tagung hat die Aufgabe, die wissenschaftliche Welt zu ! gemeinsamem Kampf gegen die Kreislauferkrankungen aufzurufen. Das Programm der Tagung, die von Professor Dr. Edens, Düsseldorf, geleitet wird, weist ein diagnostisches und ein therapeutisches Thema non entscheidender Wichtigkeit auf. Dos diagnostische Hauptthema beschäftigt sich mit dem Elektrokardiogramm. Das Elektrokardiogramm ist Sine Warnung. Der Reichsarbeitsminister gibt die für alle Bauherren und Bauausführende interessante Bestrafung eines Verstoßes gegen die Eisenbewirt- schastungsbestimmungen bekannt. Ein Bauherr hatte von seiner Baupolizeibehörde zur Er- richtung eines Einfamilienhauses einen Bausch e i n mit der Auflage erhalten, daß n i ch t m e h r — Das Motoorboot „Heinrich Tiarks" der Station Horumersiel der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Bürgermeister mit ihrem Rat zur Seite. Aus dieser I Schiffbrüchiger rettete zwei Insassen des in schwere Fassung des Gesetzes ergibt sich, daß Frauen Scen.ot geratenen Freiballons „Niederberg Vel- nicht zu Gemeinderäten berufen werden bert". Der Freiballon war in Velbert (Rheinland) können. Es bestehen aber, wie „Der Gemeindetag" mit vier Personen gestartet. Zunächst machte er gute feststellt, rechtlich keine Bedenken, wenn Frauen vom Fahrt, geriet dann aber in eine Dunstschicht, die jede Bürgermeister gemäß § 58 der deutschen Gemeinde- Orientierung verhinderte. Als aufkommender Sturm ordnung zu Beiräten berufen werden. Von den Ballon niederdrücktc, gewahrte die Besatzung, dieser Möglichkeit werde der Bürgermeister zweck- zu der auch eine Frau gehörte, zu ihrem Schrecken, mäßia u. a. stets dann Gebrauch machen, wenn daß man sich über See befand. Bei Rustersiel der Verwaltungszweig, für den ein Beirat setzte der Korb des Ballons auf das Wasser aus^md berufen werden soll, in ein Gebiet schlägt, für das schleifte etwa 16 Kilometer über die stürmische eee. im besonderen Maße d i e Eignung oder Das alarmierte Rettungsboot lief sofort aus und Sachkunde einer Frau von Wert ist. I verfolgte den Ballon. Die Frau und ein Mann der - „ , „ Besatzung, die sich nicht mehr im Tauwerk des durch £)lC ütpttlUuObhCfCtUng Oer juoen. ben Sturm hin- und hergeworfenen Ballons halten konnten, waren inzwischen ins Meer gestürzt. Mehrere Rettungsmänner, die mit dem Boot herbei- eilten, sprangen sofort in die Fluten und retteten die bereits Bewußtlosen. Der Ballon trieb mit dem Ballonführer O st e r h o l t und einem Mann wieder zur Küste, wo er zum Landen gebracht wurde. Die erheblich verletzten Insassen wurden ins K r a n- k e n h a u s gebracht. Drei Todesopfer eines Autounglücks. In Swinemünde ereignete sich an der Fähre ein schweres Unglück. Ein Kraftwagen mit drei Insassen, der die Fähre Swinemünde — Ostswine benutzen wollte, fuhr über die Fähre hinaus in die Swine und versank. Die drei Insassen ertranken. Obwohl man sich sofort bemühte, die Versunkenen zu bergen, konnte der Kraftwagen erst nach vielstündigen Bemühungen gehoben werden. 6 Todesopfer eines Verkehrsunglücks bei Brüssel. In Haecht, unweit von Brüssel, ereignete sich ein Verkehrsunglück, das sechs Personen das Leben kostete und außerdem fünf Schwerverletzte forderte. Ein mit großer Geschwindigkeit nahender Kraftwagen fuhr in eine Gruppe von elf Menschen, die gerade das Gleis der Vorortbahn überquert hatten. Die Unglücklichen wurden gegen das Gleis zurückgeworfen und von dem im gleichen Augenblick heranbrausenden Zug der Vorortbahn erfaßt. Sechs Personen, darunter vier Mitglieder einer Familie, blieben tot an Ort und Stelle. Die übrigen fünf mußten in schwerverletztem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert werden. Auf Grund des Hilfswerkes, das die DAF. und das NS.-Frauenwerk für d i e Bevölkerung Kataloniens organisiert haben, wird in Kurze wieder eine Ladung Lebensmittel nach Barcelona abgehen. Der Dampfer "Haga" übernimmt in Hamburg am 7. März wettere 400^000 Kilogramm Weizenmehl und am 8. Marz 2000 Sack Kartoffeln. * Am Sonntag und Montag hielt sich der italienische Botschafter in London, Graf Grandi, mit seiner Gemahlin auf der Durchreise noch England ' n München auf Er besuchte das Braune Hous, wo er von Hauptamtsleiter Dr. Drefler empfangen wurde. Später besichtigte er die Architektur- um WsM hindert den Fristen für Optionserklärungen bis zum 30. Juni 1939 verlängert worden. Umbildung der karpatho-ukrainischen Negierung. Prag, 6. März. (Europapreß.) Der karpatho- ukrainische Minister R e v a y wurde vom Präsidenten der Republik seines Amtes enthoben. Die Amtsenthebung wird damit begründet, daß es zwischen Reoay und dem dritten Mitglied der karpatho - ukrainischen Landesregierung, General Prchala, zu ernsten Meinungsverschiedenheiten über die Anwendung des karpatho - ukrainischen > Autonomiegesetzes gekommen sei. Die Prager Regierung teile den Standpunkt von General Prachala. Zum Nachfolger Revays wurde vom Prä- sidenten der Republik das Mitglied des karpatho- ukrainischen Landtages K l o c u r a k ernannt. Klo- curak gehört zwar auch der karpatho-ukrainischen Einheitspartei (Uno) an, ist aber ursprünglich Mitglied der Tschechischen Agrarpartei gewesen. Er wird dem Flügel der „Uno" zugezählt, der die Autonomie-Rechte der Karpatho-Ukraine weniger konsequent vertritt als Revay und dem Prager Standpunkt näher kommt als dieser. In Kreisen der Prager Zentralregierung wird erklärt, die Amtsenthebung Revays dürfe nicht als eine Aenderung der Politik Prags gegenüber der Karpatho-Ukraine gedeutet werden. Es wurde auch eine neue Verteilung der Ressorts durchgeführt. Danach behält Ministerpräsident Volosin lediglich die Leitung des Schul- und Kulturwesens sowie der sozialen Fürsorge. Die Geschäfte des Innenministeriums wurden General P r ch a l a übertragen, dem auch die Leitung des Finanz- und Verkehrswesens obliegt. General Prchala ist formt 1 ni Besitz der gesamten Exekutive. Der neu ernanckie Minister K l a c u r a k wurde mit der Der- waltung der wirtschaftspolitischen Angelegenheiten (Handel, Landwirtschaft und öffentliche Arbeiten) betraut. Am 7 und 8. März findet in Berlin die erste laqunfl der Rektoren der wissenschaftlichen Kunsthandwerksausstellung im Haufe der Deutschen Hochschulen des Großdeutschen Reiches Kunst. statt bei der grundsätzliche Ausführungen von Neicksminister Rust sowie von Staatsminister Dr. Die im Haag geführten deutsch-nieder- Wacker, dem Ches des Amtes Wissenschaft im ländischen Verhandlungen über den 2Ib= Reichserziehunqsministerium, zu erwarten sind. schlutz des neuen Handelsabkommens sind ♦ ! beendet worden. Beide Delegationen werden ihren Im Anschluß an ihre soeben beendete Jtalienreise Regierungen Bericht erstatten. Die Besprechungen wird die Reich sfrouenführerin Sch oltz- werden am 13. Marz in Berlin fortgesetzt. Persönlichkeiten der englischen Frauenverbande fangen. kennenzulernen. * Studentenführertaqung Die Umbildung der karpatho-ukrainischen Landesregierung hat in C h u st 9 r ö t e U e b e r r a - fchunq heroorgerufen. Die Leitung der Karpatho- Ukrainischen Einheitspartei „Uno" trat sofort zu einer Beratung zusammen in der Iburd/ den steten/rhythmifchen Wechsel des Perpen- Volosin aufgefordert wurde.gegenJbe $™gerGnt- LifcIk)Iagcs gewährleistet — ebenso verdankt nun scheidung ^roteft LSn xi QUff) der scheinbar so gleichmäßige Strom unseres Prchala wurde vom Ministerpräsidenten Volosin zu Hin und Her, Ein und Aus, kurz einer längeren Unterredung empfangen. einem Rhythmus sein Dasein. Dabei braucht man nur an den Herzschlag oder die Atmung zu denken, öte belgische Krips- um 3U wissen, was gemeint ift. Aber es sind _ Ä M , 4 . a keineswegs nur Herz und Lungen, die so rhythmisch Am 2. April Neuwahl des Parlaments. arbeiten, sondern es gibt auch unter ganz anderen m •; r t r R fffnrnnanreh) Könia Leo- Organen einen „Arbeitstakt", wo man es bisher WnmnnL&mittaa b i e b e l gi sch e keineswegs vermutet hatte. So haben erst kürzlich oufflelßf*bemsich h°r°^ schwedisch'- Forscher di- Leb er bei ihrer rhrsth- aeMt hatte daß alle Bemühungen der q-fchasts- mischen Arbeitsweise ertappt. Die Leber — also führendenRegierung Pierlot unter Ausfchal- doch -in Organ das sich ganz nach d-r übrigen -in v m e i . Parteien- Verdauung zu richten hatte, wie wir denken sollten. Katboliken und Sozialisten zu- Sie sondert ja Galle ab, die wieder für toteJJetb "c. hrinnen 211 feinem vofitiocn Ergebnis Verdauung maßgebend ist, außerdem aber ist sie ?nni n a r ä m ni ate bie beiben n)kh= B> ° s Glykogen : biefen Nahrungsstoff speichert $ten5 Streitfragen °zu «ären, sind zu keinem Er- die Leber, um in schlechten Zeiten von ihrem Dor- h d rat nehmen zu können. Aber, wie gesagt, biese 9' 9h 1 Ä hör marlamcnteauflöfunQ werben Hie Tätigkeiten Höngen nicht mit ben Mahlzeiten zu- ^arteienu-ch-lltnisie I-n^l5na^^tfl3^ain6terünbQän; Xa^ murb'n62 ab9™n. 7u"hadenf Der'chöh^ Aeftiae Kämpfe am Han-!^1uß. punkt der Absonderungstätigkeit liegt gegen Mittag. I Das können wir alle fühlen, wenn uns um diese Hongkong, 7. März. (Europapreß.) JDUmtag ^eit eine starke Müdigkeit überkommt, die etwa waren am Han-Fluß in her Provi n z H u p eh ^^ch einer halben Stunde wieder vergeht, heftige Kämpfe im Gange. Don chinesischer Sette ^ber nicht nur die Leber arbeitet rhythmisch, wird zugegeben, daß starker Mangel an ^uch die Niere und sogar die Bauchspeichel- Flugzeugen, Artillerie und Tanks tz^se tun es. Man zieht daraus jetzt bereits die herrsche, während die Japaner ihre mechanisierten praktischen Konsequenzen, indem man Zuckerkranken Streitkräfte voll einsetzen konnten. Nach chinesischen öa5 Insulin, das ja normalerweise in der Bauch- Angaben stehen an sämtlichen Fronten zwei Millio-1 speicheldrüse gebildet wird, zu den Stunden reicht, nen chinesische Soldaten. I in denen es besonders gut ausgenützt werden kann. Kleine politische Nachrichten. °ud>6ie 3tiKe ablI>ed)telni) tpcid)crt unb ant" Frauen im (Hemeinderat. Berlin, 6. März. (DNZ.) Die Verbunden- heit der gemeindlichen Verwaltung mit der Bürgerschaft soll nach der Gemeindeordnung durch die Gemeinderäte gewährleistet sein. Sic stehen als „verdiente und erfahrene Männer" dem Zu dem Appell, den General Sir John Haniil- ÖC$ (haUSS HefseN-NaffaU. ton Mitglied des Nationalkomitees der britischen Frontkämpfer an die British Legion zur Ehrung NSG. Ueber das Wochenende fand , n de r Em- der in England ruhenden deutschen Frontsoldaten m e r s h ä u s e r M ü h l e im Wei tal eine Ta- ridjtete hat der Präsident der Vereinigung deutscher gung des studentischen Fuhrerk orp s F^ntkämpferverbände, NSKK.-Obergruppenführer des Gaues Hessen-Nassau statt. Gaustudentenfuhrer General der Infanterie Herzog von C o b u r g, K u g e l m a n n behandelte besonders die Lage an dem General das nachfolgende Telegramm gesandt: d e n Fachschulen. Es fei nicht elnzusehen Als Präsident der Vereinigung deutscher Front- warum ein Fachschüler, der bereits im Lebenskampf kämpferverbände beglückwünsche ich Sie zu Ihrem gestanden hat, und die Mittel zu seinem Stud'um Brief an die British Legion, dessen kameradschast-1 erst mubfam t liche Gesinnung in den Herzen aller deutschen Frontsoldaten freudigsten Widerhall gesunden hat. Zur Ausführung der letzten Arbeiten mußte bas neue KdF.-Schiff „Robert L e y" wegen bes oeränberten Tiefgangs im Hamburger Hafen an einen anberen Liegeplatz verholt werden. Bei dieser Fahrt machte unser Bildberichterstatter diese schöne Aufnahme von dem gewaltigen Schiff, das bereits in Kürze seine ersten ^Fahrten antreten kann. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Die „Llhr" unseres Körpers. Neue Entdeckungen über den Rhythmus des Lebens. Von Dr. H. Frieling Dieses Organ steht im Bunde mit dcm Augennerv I------------------------------------------: "sib läßt, je nachdem, ob ihn Licht oder Dunkelheit ejne ^ektrische Methode, die über die Funktionen nfft, viel ober w-mp Hormon mte Blutbahn H-rz-ns zw-if°ls,r-i-n Ausschluß gibt. Da bas nt^en, wo es natürlich auch ^d-n -mz-ln-n Elektrokardiogramm heute zu den wichtigsten Unter- Srganen gelangt. Außerdem oerstandigt sich die j metfioben gehört, kommt diesem Thema, zu Hypophyse auf dem Wege der Nervenleitung mit ^ ^sessor Dr. EI m q u i st - P e t e r s - n , ihren untergebenen Organen; es ist da em c or Schüß, Münster, und Pro- raffiniertes und unübersehbares - meH eb«" fcflor Weber, Bad-Nauheim, grundlegende lebendiges System am Werke, dem wir nur usführungen machen werden, besondere Bedeutung den groben Mechanismus erkennen können m des- faunb 20 Gelehrte haben sich mit Einzeloortrü- s-n wahre Tiefe w>r aber, wie bei i-dem Lebens- zu diesem Thema gemeldet, so daß -in- frucht- wunder, nicht zu bringen vermögen. Betrachten . ift' Qh G& zeigt ^5 zweite Hauptthema behandelt die Therapie, sich, baß schließlich der Wechsel von lag!Herzinluffizienz In zahlreichen Vorträgen u"dN acht selbst der Oro^e Diftator -m Seben5; S?alüflen Erschei- geschehen ist Wachen und Schlafen die Arbeit^ber Herzmuskelschwäche einer gründlichen Aufnahme der Nahrung das Fasten - ^^ersuchung unterzogen und alle Behandlungs- alles ist ihm unterworfen So Mächtig f f n niöglid>fcitcn erwogen. Die Hauptreferate zu bie- Herrscher, baß em Aufbegehren gegen ihn schwer « Vh mrofc((o/ Broemfer bezahlt werden muß. Wer sein Leben nicht bem Lünd)ßn Professor ^Dr Gremels Marburg' natürlichen Rhythmus eingliedert, wird krank. Ge- ^unchen Pro^or Br Gr e m e.s Marvurq, rabe in unserer hoch entwickelten Zivilisation, in der und o l^h a r a- sich Tag und Nacht leicht verwischen gibt es unzah- Mayo-Klinik in Rochester einen Gastvortrag lige Leiden, gemeinhin als Neurosen bezeichnet, die ... ’ * 1 darauf zurückzuführen sind, daß wir nicht natur=l9 11 ' gemäß leben. Licht unb Finsternis finb überhaupt die beiden Pole, deren gegenseitige Spannung das Leben für seinen Fortbestand braucht. Ganz unwillkürlich denken wir an Goethe, der in seiner Farben- ,-hr- all- F°rb°n aus d-m leb-ndig-n @egenfafi| ^ach ihrem offiziell-n Abschluß besichtigte am von Licht und Finsternis entwickelt. Ohne Sonnen- Fg^utagabend der Führer in Begleitung von schein konnte ja keine Pflanze leben, und ohne $. f» Berlin unb Dbmnaenieur Otto U>°nze wäre wieder ein tierisches und menschliches ® ® Geschäftsführer des Reichsverba,i- Leben unm°8lich. So erkennen wir m der polaren r Äutomobilinduftrie und der Wirtfchafis- Gegensätzlichkeit überhaupt -inen W°s-nszug b s e Fahrzeugindustrie, nochmals eingehend di- s ss. Aus, für ben rhythmischen Pendelschlag der ge- öaöc* Dcl°n0cre5 ^lereye. waltigen Uhr, die wir Leben nennen! Schreckensfahrt im Freiballon. n Wirtschaft u Es sprechen viele V'; < V - e für S ist. eine .Wa- die Männer mögen? — JSlpra*!’*’ reise kreuz und quer, jahraus, jahrein durch Deutschland^, erzählte Fräulein Thea Kehl, ihres Zeichens Kassiererin aus Nürnberg S., Landgrabenstr. 5, am 23.1. 1939. „Qßenn cs so von einer Veranstaltung zur anderen geht, dann sieht man schnell, was die Männer mögen. In der letzten Zeit beobachte ich immer, daß besonders viele ,Astra"»Schachteln auf den Tischen stehen, lind ick denke mir halt, das ist wie beim Vier: wenn die Cigarette schmecken soll, muß sie frisch sein." Lause Kyriazi lebt sie nun, vom Großvater auf den Enkel vererbt, in dritter Geschlechterfolge als die erste und vornehmste Pflicht des Inhabers. Rauchen Sie „Tlstra" eine Woche lang. Dann werden Hier findender Wunsch de- modernen Raucher- Erfüllung: Reiche- Aroma und .natürlich gewachsene Leichtigkeit in einer Cigarette vereint. Darum greifen täglich mehr und mehrLenießerische und überlegende Raucher zur „Tlstra". Besondere Kenntnis der Mischkunst und der Provenienzen ist das ganze Geheimnis. Im Rastatter Waggon 52 bis 54 (54 Brief), Ufa 84,50 (83,65). Tagesgeld unv. 2,25. Abendbörse ichr still. Die Abendbörse war nahezu geschäftslos, da keine Aufträge der Kundschaft Vorlagen. Am Aktienmarkt war die Haltung wenig verändert, die Entwicklung der Kurse war weiterhin etwas unregelmäßig; die Veränderungen gingen über Bruchteile eines Prozentes nicht hinaus. Nur Gessürel ermäßigten hd) um 1 v. H. auf 135. IG. Farben batten bei 149,25 (149) kleinen Umsatz, im übrigen waren die Notierungen fast ausschließlich nominell. Verein. Stahl besserten sich um 0,25 v. H. auf 110, andererseits Mannesmann 109,50 (109,90) und Deutsche Erdöl 123,25 (123,75). Leicht ermäßigt waren ferner Demag auf 146 (146,25), Metallgesellschaft auf 115 (115,50), Rheinmetall auf 132 (132,25) und Berger Tiefbau auf 142,25 (142,50). Unverändert kamen u. a. Adlerwerke mit 105,75, MAN. mit 142,50, Bemberg mit 134,13, Elektr. Lieferungen mit 130, Eßlinger Masch. mit 111, Moenus mit 125 und VDM. mit 181 zur Notiz, ebenso zeigten Großbankwerte die Mittagskurse. Von Renten blieben Reichsbahn-VA. zu unv. 123,40 gefragt; 6 v. H. IG. Farben wurden mit unv. 120,75 notiert. Kommunal-Umschuldung hörte man mit 93,25 wie mittags. Arankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 6. März. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Reichsmark: Weizen W 9 210, W 11 212, W 12 213, W 13 214 W 16 217, W 18 219, W 19 221, W 20 223, Roggen R 11 196, R 12 197, R 14 199, R 15 200, R 16 202, R 17 203, R 18 204, R 19 206 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer—. Weizenmehl Type 812 W 13 29,75, W 16 29,75, W 18 29,75, W 19 29,75, W 20 (Kreis Alzey) 29,75, W 20 (Kreis Worms) 30,10 plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Für Weizenmehl Type 812 mit Beimischung von Maisbackmehl liegen die Preise 30 Pf. unter den Notierungen. Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 16 22,95, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W 18 11,00, W 19 11,10, W 20 11,20 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Roggenfuttermehl 12,50, Roggenvollkleie 11,00. Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R16 10,25, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Treber —. Wiesenheu, handelsüblich 5,40, Wiesenheu, gut, gesund, trocken 6,40, Kleeheu, gut, gesund, trocken 7,40 bis 7,80, Luzerneheu, gut, gesund, trocken 7,80 bis 8,20, Weizenstroh, bindfadengepreßt oder gebündelt 2,80, Roggenstroh, do. 3,00, Hafer- Brennrecht und Kartoffelanbau. Die Versorgung der rlraststoffwirt)chaft mit Treibstoff muß bei der fortschreitenden Motorisierung als eine besonders vordringliche Aufgabe angesehen werden. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft und der Reichsminister der Finanzen sind daher übereingekommen, das Brennrecht der landwirtschaftlichen Brennereien für 1939/40 in derselben Höhe vorzusehen, wie im Monopolbetriebsjahr 1938/39, d. h. in Höhe von 100 v. H. Jahresbrennrecht und 50 v.H. Ueberbrand zu erhöhten Preisen. Selbst- verständliche Voraussetzung hierfür ist jedoch, daß durch die Kartoffelernte 1939 der lebenswichtige Bedarf an Speise- und Futterkartofseln gedeckt und die Erzeugung an Kartoffelflocken und Stärke in dem notwendigen Ausmaß gewährleistet werden kann. Die beabsichtigte Regelung wird schon jetzt bekanntgegeben, um der Landwirtschaft, insbesondere den an Brennereien angeschlossenen landwirtschaftlichen Betrieben, vor der Frühjahrsbestellung die Möglichkeit zu geben, durch Ausdehnung des Anbaues stärkereicher Kartosfelsorten dem erhöhten Bedarf an Fabrikkartoffeln Rechnung zu tragen. Der Fabrikkartoffelanbau muß neben dem Bedarf der Brennereien unbedingt die volle Erfüllung der Verarbeitungs- Pflichten der Stärke- und Flockenfabriken sicherstellen. Umtausch und Auflegung von Postschahanweisungen. Fwd. Für die am 1. 4. 1939 fällig werdenden 150 Mill. RM. 4^prozentige Schatzanweisungen der Deutschen Reichspost von 1934 begibt die Deutsche Reichspost neue Schatzanweisungen mit fünfjähriger Laufzeit im gleichen Betrage. Diese werden in erster Linie den Inhabern der jetzt fällig werdenden Postschatzanweisungen zum Umtausch zum Kurs von 99,50 v. H. angeboten. Die Umtauschenden erhalten somit eine Barvergütung von 0,5 v. H., außerdem wird ihnen ein Bonus von 0,13 v. H. gewährt. Die nicht zum Umtausch benötigten Postschatzanweisungen werden gleichzeitig zur öffentlichen Zeichnung zum Kurs von 99,50 v. H. aufgelegt. Die Einzahlungen auf die neugezeichneten Anweisungen sind am 30. 3. d. I. franko Stückzinsen zu leisten. Die Umtausch- und Zeichnungsfrist läuft vom 13. bis 21. Mäch d. I. Die neuen Anweisungen sind reichsmündelsicher und lombardfähig, ihr Zinslauf beginnt am 1.4.1939. Sie bestätigt finden, daß sie aromatisch und leicht Kaufen Sie noch heute Schachtel I 5 erste im; Kiel (0 Al sein % untc die Sun 0 0 übei ins bem den ip SP gar QU' w I g Hauptschriftleiter Dr Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauvtschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder? Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyrwt; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IL39; 10 631. Druck und Verlag: Brühlsche Umoersttats- druckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 vfa Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr«, Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preis- liste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Durch Erfahrung zur „Astra Lerr Otto Praus, Vreslau 16, Stieglitzweg 8, wissenschaftlicher Mitarbeiter einer pharmazeutischen Fabrik m Leipzig, mit dem wir uns am 21.1.1939 unterhalten konnten, meinte: .Ich glaube, ich war 20 Jahre alt, als ich meine erste Cigarette rauchte. Wie oft ich seitdem die Marken gewechselt habe, kann ich aber nicht mehr, zählen. Nie hätte ich gedacht, daß ich einmal bei einer Marke endgültig hängenbleiben würde. Jetzt aber rauche ich schon feif 3 Jahren die „Astra". Zn ihr finde ich alle Wünsche einer 15 jährigen Raucherfahrung vereint." reich« u«d o r o m a t Ff 16400 a.d.G.A. Hämorrhoiden sind lästig! i