Nr. 32 Erstes Blatt 189. Jahrgang Dienstag, r.Februar 1939 Pradt und Verlag: VrSHIsche UniverstlStrdruckerei «.Lange in Sießen. Schristleitung und Seschäfttftelle: Schulftraß« 1 r> 5® r? 'S 3 C 2 5Ä3 -cs 3uflofiai»ien5neue$efliemn6 . Die Liste der neuen jugoslawischen Minister trägt em untrügliches Kennzeichen der Eigenart der letzten Krise: Gerade bei den Ministern, die mehr in- nen- als außenpolitische Bedeutung haben, wird nannich in jedem einzelnen Fall angegeben, aus welchem Teil Jugoslawiens der Minister stammt, z^B. also aus Nord-Bosnien oder dem Banat oder süd-Serbien oder Dalmatien oder Montenegro usw. Diese Betonung der landsmannschaftlichen Z u s a m m e n s e tz u n g des neuen Kabinettes zeigt, daß schon bei der Auswahl der einzelnen Minister der Wme mitgesprochen hat, alle Landschaften des Staates zu berücksichtigen. Besonders stark sind in öer Regierung vertreten Slowenien, Bosnien und Dalmatien, offenbar, weil von den Minister dieser Landschaften eine gewisse vermittelnde Rolle zwischen Kroaten und Serben erwartet »wird. Denn der eigentliche Ursprung des neuen Kabinettes ist der Versuch, wieder einmal einen „A u s g l e i ch" zwischen Serben und Kroaten herbeizuführen. d * n 2 & 5 o S.O: So auszunutzen, daß sie uns möglichst viel Kraft ver- Mittelt. Dr Ley erinnerte an die Freizeitkongresse m Los Angeles, in Hamburg und in Rom und gab Der Ueberzeugung Ausdruck, daß auch die Sitzung des Internationalen Beratungsausschusses zum Segen der schaffenden Menschen aller Völker verlaufe. Anschließend erstattete Generalsekretär Dr M a n- t h e y den Tätigkeitsbericht über den Stand der Freizeitarbeit und über die Aufgabenstellung des Zen- tralbüros. Dann begaben sich die Teilnehmer in den County Cricket and Sports Club, wo sie von ^^berdare, dem Vorsitzenden des englischen Ausschusses für Leibesübungen, empfangen wurden. Savoy-Hotel ein Empfang der britischen Regierung zu Ehren des Internationalen Beratungsausschusses statt, bei dem der britische Ge- sundheitsminister Elliott den Vorsitz führte Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • DieScholle MonatL-vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte „ 1.80 Zustellgebühr . . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Gieße» Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 London,?. Febr. (DNB. Funkspruch.) Der Militärkorrespondent der Times legt die Schwierigkeiten dar, die sich für die Entsendung einer britischen Armee nach dem Kontinent im Falle eines Krieges ergeben würden. In einem Rückblick auf den Weltkrieg stellt der Korrespondent zunächst fest, daß England noch nie unter so günstigen Bedingungen in einen Krieg gezogen sei als 1914. Keine Bedrohung öer britischen Inseln aus der Luft und materiell und aeographisch bessere Lage der Flotte, stärkere wirtschaftliche Lage, stärkere Verbündete — das sei heute a lies anders. Die Idee einer unbegrenzten militärischen Anstrengung sei für England undurchführbar und graue Theorie. Ebenso sei der Gedanke eines absoluten Sieges durch völlige Entwaffnung eines Feindes lediglich eine Spekulation, roie die Kriege in Spanien und China bewiesen. Die moderne Verteidigung werde ein furchtbares Abschreckungsmittel gegen angreifende Truppen fein. Hinzu komme, daß die Industrie nur schwer mit dem ungeheuren Verbrauch an Kriegsmaterial Schritt halten könne. Schon daraus ergebe sich eine allgemeine Grenze für eine militärische Anstren- Gießener Anzeiger Seneral-Anzeiger für (Dberliefjcn ralkonsulat in Triest. Nachdem er noch als Geschäftsträger in Tirana, der Hauptstadt Albaniens, und in Budapest sowie nach einer Zwischenzeit in Belgrad, wo er die Balkanabteilung des Außenministeriums leitete, als Legationsrat i n Wien und Paris gewirkt hatte, wurde er 1934 zum Gesandten in Sofia ernannt, wo er erfolgreich an der Annäherung Jugoslawiens und Bulgariens mitwirkte. Unter der Regierung Stvjadinv- witfch wurde er 1935 zum jugoslawischen Gesandten in Berlin ernannt. Während der drei Jahre seiner Tätigkeit sah er seine Hauptaufgabe darin, an der wirtschaftlichen und politischen Annäherung zwischen Jugoslawien und Deutschland zu arbeiten. Mien zum Kabmettswechsel in Velgrad. Rom, 6. Febr. (Europapreß.) Die italienische Presse übt bei der Beurteilung der jugoslawischen Kabinettskrise und ihrer Lösung größte Zurückhal« hing. Man betont, der neue Außenminister Markowitsch werde die Außenpolitik fortsetz en, die Stojadinowitsch drei Jahre lang geführt habe. Der Belgrader Vertreter der „Tribuna" weist darauf hin, der neue Ministerpräsident Zwetkow itsch sei der Organisator der Blauhemden, die dem italienischen Außenminister Graf Ciano bei der Durchreise durch Belgrad einen festlichen Empfang bereitet hätten. Ferner seien die freundschaftlichen Gefühle Markawitschs gegenüber Italien seit langem bekannt. Auch sei die Tatsache, daß er fein Land in Berlin vertreten habe, nicht ohne Bedeutung. Wichtig sei ferner, daß einer der hervorragendsten Mitarbeiter Stojadinowitschs, der Verkehrsminister S p a h o , ins neue Kabinett übernommen worden fei, er fei ein beaeisterter Verfechter der italienisch-jugoslawischen Zusammenarbeit. Man sehe also, die Veränderungen in der Belgrader Regierung würden keine Auswirkungen aufdieAußenpolitik Jugoslawiens haben. Kleine politische Nachrichten. Außer der großen Versammlungsaktion d e r N S D A P. in den 26 Kreisen unseres Gaues finden auch zur Zeit in allen Betrieben Betriebsversammlungen statt. Bei der Betriebsversammlung der A d l e r - W e r k e wird am Mittwoch um 16 Uhr Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger das Wort ergreifen. Am Donnerstagnachmittag spricht er zur gleichen Zeit in der Betriebsversammlung des I G. - W e r k e s G r i e s h e i m. - Reichsminister Dr. Goebbels empfing am Montag den Vizepräsidenten des Comitä France- Allemaane, Comtede Brinon,zu einer längeren politischen Unterredung. * Unter dem Vorsitz des Duce trat der Ausschuß für die Landesverteidigung zu seiner üblichen Jahrestagung zusammen. Mussolini wies auf die Wichtigkeit der Tagesordnung hin, die die militärische Organisation der Nation, die zivile und industrielle Mobilmachung und die wirtschaftliche Autarkie im Falle des Ausnahmezustandes betrifft. Der Niichtlmgsstrom an der spanischen Grenze. Frankreich muß weitere Konzentrationslager einrichten. — Wo ist die rote »Regierung»' geblieben? E. F. Paris, 6. Februar. Die unabsehbare Karawane der Flüchtenden aus Sowjetspanien hatte in den Mittagsstunden des Montags eine Länge von über fünfzig Kilometer erreicht. Der Zug erstreckte sich von Figueras über den Paß von Le Perthus bis zu den Konzentrationslagern von Argeles und Boulon. Die Spitze der flüchtenden Milizen, die am Morgen an der französischen Grenze eingetroffen waren, bestand aus etwa dreitausend Mann Sturmgarden und Kavalleristen. Der französische Grenzort Le Perth u s , in dem die Entwaffnung der Geflüchteten durch die Behörden erfolgt, ist völlig verstopft. In wenigen Vormittagsstunden passierten allein dreitausend Lastwagen Le Perthus. Die Straßen des Ortes bieten ein Bild völligen Durcheinanders. Im Laufe des Montags nahm dann der Andrang der flüchtenden sowjetspanischen Milizen derart zu, daß diese nicht erst in das Lager von Boulou, sondern unmittelbar nach Argeles weitergeleitet werden mußten. Die bisher eingerichteten Konzentrationslager reichen zur Aufnahme der Flüchtlinge nicht aus. Man ist dabei, zwei weitere Lager herzurichten. Der ungeheure Flüchtlingsstrom machte auch den Einsatz neuer französischer Truppen notwendig. Während ein Teil der Milizen sofort nach der Ankunft verlangte, nach Nationalspanien weitertransportiert zu werden, machten andere Schwierigkeiten bei der Entwaffnung. In Prats de Molo empfing eine sowjetspanische Militärkapelle die eintreffenden Milizen mit der Marseillaise und einem sowjetspanischen Kampflied. lieber den Verbleib der sowjetspanischen Machthaber sind keine zuverlässigen Feststellungen möglich. Die widersprechendsten Gerüchte sind im Umlauf. Die Gründe für diese offenbar absichtlich geschaffenen Unklarheiten scheinen in den völkerrechtlichen Konsequenzen des Verhaltens der sowjet- spanischen Machthaber zu liegen. Der „Temps" macht noch einmal unmißverständlich darauf aufmerksam, daß die sowjetspanischen Machthaber, die auf französischem Boden Zuflucht suchten, damit automatisch jede amtliche Eigenschaft verlören, ihr Land nicht mehr betreten und keine aktive Politik mehr zu betreiben hätten. Wolle aber Negrin den Widerstand in Valencia fortsetzen, so handele es sich auch hier um ein aussichtsloses Beginnen. Die meisten Mitglieder des Nearin- Ausschusses befinden sich offenbar auf französischem Boden. Unter ihnen sind Gegensätze darüber ausgebrochen, welche Folgerungen aus der Lage gezogen werden müssen. Vor allem handeU es sich darum, eine Entscheidung darüber zu treffen, ob der nutzlose Widerstand fortgesetzt werden soll oder nicht. Die französische Oeffentlichkeit nimmt an diesen Dingen lebhaften Anteil, da von ihrer Entscheidung die Frage abhängen dürfte, ob Frankreich gezwungen sein wird, die etwa zweihunderttausend Flüchtlinge und Milizen auf seinem Boden zu beherbergen. Eine gewisse Beunruhigung besteht darüber, 'daß sich unter den Internierten auch Mitglieder derJnternationalen Brigaden befinden. Die französische Presse befürwortet zum Teil eine Isolierung dieser Elemente, da man von ihnen eine Verbreitung revolutionärer Adeen befürchtet. Unter dem Vorsitz des englischen Generals M o l l s w o r t h sind die Offiziere des Internationalen Ausschusses für die Rückbeförderung der ausländischen Kämpfer aus Spanien an der Grenze bei Le Perthus eingetroffen. Sie wirken bei der Erledigung der Formalitäten mit, die für die Mitglieder der Internationalen Brigaden außerordentlich scharf sind. Ms wird aus der roten Armee? Seit gestern ist der Masienübertritt roter Der- bände über die Pyrenäen-Grenze nach Frankreich in vollem Gange. Es ergibt sich die für den weite- ren Verlauf des spanischen Befreiungskrieges sehr wesentliche Frage, ob Frankreich die ubergetretenen Bolschewistenmassen tatsächlich interniert halten wird Die französischen Behörden haben sich auf rund 150 000 Mann eingerichtet. In zahlreichen Fällen, so vor allem nach der Eroberung nord» westspanischer Städte durch Franco, wurden be- kanntlich ganze geschlossene bolschewistische Truppen- teile, die nach Frankreich geflüchtet waren, mit französischen Staatsmitteln sofort wieder an eine andere Stelle der rotspanischen Front zurücktransportiert. Ebenso bekannt ist, daß zahlreiche rotspanische Flugzeuge, zum Teil auch Kriegsschiffe, in französischen Werkstätten und Docks nicht nur repariert, sondern auch wieder voll ausgerüstet und mit Munition versehen wurden. Die Frage, was aus der roten katalanischen Armee auf französischem Boden wird, liegt um so näher, als die Unterhaltungskosten für eine solche Menschenmasse wie 150 000 Mann, zu denen ja noch Hunderttausende von zivilen Flüchtlingen kommen, täglich alles in allem 30 bis 35 Millionen Francs betragen. Der französische Staat, selbst in dauernden Geldschwierigkeiten, hat dafür keinen Etat. Er hat aber keinerlei Sicherheiten, die von roter Seite als Entgelt gegeben werden könnten — es fei denn, daß wieder einmal das widerrechtlich geraubte Gold der Bank von Spanien für die Zwecke der Roten herangezogen werden sollte. Man darf gespannt sein, auf welche Weise Frankreich dieses ganze Jnternierungsproblem lösen wird, nachdem es bisher den Roten jede Art von Unterstützung hat zuteil werden lassen. Der Versuch etwa, die Roten mit französischen Schiffen, also unter französischer Flagge, nach dem zur Zeit noch roten Valencia zu schaffen, käme naturgemäß einer besonders krassen Einmischung zugunsten des Bolschewismus mit der Folge einer weiteren Kriegsverlängerung gleich und müßte ernste Rückwirkungen auf das ohnehin problematische zukünftige Verhältnis zwischen Spanien und Frankreich haben. B. R. Mards Sesprechmigen in 9mgvs. Paris, 7. Febr. (Europapreß.) Heber die Besprechungen des französischen Senators Löon B € - rard mit führenden nationalsponischen Persönlichkeiten in Burgos schreibt der „Matin", Berard habe in Burgos „interessante Zusicherungen" erhalten. Es werde bestätigt, daß keinerlei B e - festigungen an der Pyrenäengrenze bestehen und daß die nationalspanische Regierung auch nicht die Absicht habe, solche zu errichten. Es sei außerdem so gut wie sicher, daß die in der Nähe der französischen Grenze gelegenen Flughäfen nicht beibehalten würden. Man glaube, daß Börard die Ueberzeugung mit nach Paris bringe, die nationale Regierung werde keinerlei militärische ober politische Konzessionen in Spanien oder den spanischen Besitzungen irgendeiner fremden Nation gewähren. Berard wird bereits am Dienstagvormittag in Paris zurückerwartet. Er wird sofort Ministerpräsident Daladier und Außenminister Boynet Bericht erstatten. Die Vesehung des Reflgebiefes in Katalonien. Bilbao, 7. Febr. (DNB.) Der nationalspanische Heeresbericht bestätigt die Meldung, daß im Abschnitt Seo be Urgel die nationalspanischen Truppen die Grenze von Andorra erreichten, wo sie die Nationalflagge hißten. Die Offiziere der nationalen Abteilungen tauschten Grüße mit den Grenzbeamten von Andorra aus. Im Abschnitt von Berga wurde der Ort P o b l a de L i l l e t, 15 Kilometer westlich von Ripoll, an der Straße Berga —Ripoll, eingenommen. Auch südlich dieses Ortes wurden mehrere Ortschaften besetzt. Nördlich von Gerona wurde die Stadt S a r r i a erobert. Der Vormarsch im Küstenabschnitt dauert ununterbrochen an. Die gegenwärtig erreichten Linien lassen sich nur schwer feststellen. Das gesamte Südufer des Ter-Flusses bis an die Küste befindet sich in nationalspanischem Besitz. Am Oberlauf des Flusses haben die Truppen auch das Nordufer besetzt. An der Küste sind die Ortschaften Pala- frugel und Pals von den nationalen Truppen befreit worden. In diesem Abschnitt allein wurden 2000 Gefangene gemacht Aus amtlichen Berichten geht hervor, daß die sowjetspanischen Horden bei ihrem Rückzüge in den letzten Tagen die Ortschaften Nordkataloniens systematisch zerstörten, nachdem sie vorher geplündert worden find. Die meisten Ortschaften wurden einfach eingeäschert, wie dies in den schlimmsten Zeiten der bolschewistischen Schreckensherrschaft an der Tagesordnung war. Das Beispiel des Ortes P o b l a de L i l l e t ist für das Schicksal zahlreicher nordkatalanischer Orte be» zeichnend. Pobla de Lillet brannte an allen vier Ecken, als die nationalspanischen Truppen einmarschierten, so daß sie zunächst alle Hände voll mit Löscharbeiten zu tun hatten. Die Zerstörungswut der Bolschewisten geht auch aus der Tatsache hervor daß völlig unwichtige Brücken, die keinesfalls für Truppenübergänge in Frage kommen, zerstört wurden. Azana in der Schweiz (Senf, 6. Febr. (Europapreß.) Der sowjetspanische „Präsident" Azana ist in Collonges-sous-Sa- leve in Hochsavoyen in der Nähe von Genf eingetroffen. Er hat in einer Villa Wohnung genommen, die zuletzt von feinem Schwager, dem früheren sow» jetspanischen ,Lonsul" in Genf, Rivas Cherif, bewohnt worben war, der vor einiger Zeit durch die „Subventionierung" des „Journal des Nations" von Oie wahren Repräsentanten des Volkes. NSG. Am Dienstag führt Gauleiter Sprenger die im Gau Hessen-Nassau schon zur Tradition gewordene Winterveranstaltung im Palmengarten der Gauhauptstadt durch, die die wahren Repräsentanten des deutschen Volkes zu einem käme r a o - chaftlichen Abend vereinigt. Maßgebend für hre Auswahl find nicht Herkunft, Stand oder Geld, andern allein ihre Leistung und ihr Opfer für die Gemeinschaft. Wer wäre ba berufener als o i e Alte Garbe der Partei, die Kämpfer des großen Krieges und die Opfer der Arbeit! Sie sollen dem deutschen Volk immer wieder als seine wahren Vertreter vor Augen geteilt werden, damit nicht Uederkommenes und durch >en Nationalsozialismus längst Ueberholtes auf einen falschen Weg führt. Bestimmend für alles gesellschaftliche Leben ist die Volksgemeinschaft Der F ü h r e r hat am 30. Januar in seiner Rede vor dem Großdeutschen Reichstag zu dieser Frage klar Stellung genommen, als er sagte: „Diese neue Führungsauslese muß als ge- ellschaftliche Erscheinung aber auch erlöst werden von den zahlreichen Vorurteilen, die ich wirklich nicht anders denn als eine verlogene und im tieften Grunde irrsinnige Gefellfchaftsformel bezeichnen kann. Ich habe fein Verständnis für das B^ streben abfterbenber Gesellschaftsschichten, sich durch eine Hecke vertrockneter und unwirklich gewordener Standesgesetze vom wirklichen Leben abzufondern, um sich damit künstlich zu erhalten. Solange dies nur geschieht, um dem eigenen Absterben einen ruhigen Friedhof zu sichern, ist dagegen nichts einzuwenden. Wenn man aber damit dem fortschreitenden Leben eine Barriere vorlegen will, dann wird der Sturm einer vorwärtsbrausenden Jugend dieses alte Gestrüpp kurzerhand beseitigen. Der heutige deutsche Volksstaat kennt keine gesellschaftlichen Vorurteile. Er kennt daher auch keine gesellschaftliche Sonder- moral." Im Gau Hessen-Nassau wird an der Erreichung dieses Zieles schon seit Jahren gradlinig und zielbewußt gearbeitet. Die Männer, die heute abend mit der Führerschaft aus Partei, Staat und Wehrmacht um den Gauleiter versammelt sind, haben ihren Einsatz bewiesen. Auf ihren Opfern gründet sich unsere Gemeinschaft, deshalb sind sie auch würdig, der Gesamtheit als die wirklichen Vertreter des Volkes vorgestellt zu werden. Kein anderer Kreis aber kann berufen fein, die gesellschaftliche Vertretung des deutschen Volkes darzustellen. E. K. Wohnungsbedarf und Bauwirtschast Berlin, 7. Febuar. (NDZ. Funkspruch.) Reichsarbeitsminister S e l d t e nimmt in „Siedlung und Wirtschaft" zum Wohnbaujahr 1939 Stellung. Es habe sich die bedauerliche Tatsache ergeben, daß auf dem Gebiet des Wohnungs- und Siedlungsbaues bereits große Rückschläge eintraten. Bedenklich werde diese Erscheinung dann, wenn auch der soziale Wohnungsbau, in erster Linie der Arbeiter» wohnstättenbau, über Gebühr betroffen wird. Es bestehe die begründete Hoffnung, daß durch die Berufung des Generalinfpektors für das deutsche Straßenwesen Dr. Todt zum Bevollmächtigten für die Bauwirtschast eine Entspannung auf dem ge- amten Baumarkt und damit zugleich auch auf dem Gebiet des Wohnungs- und Siedlungswefens eintritt. Professor Dr. Friedrich Burgdörfer, Direktor beim statistischen Reichsamt, zeigt an der gleichen Stelle die bevölkerungspolitische Grundlage für den künftigen Wohnungsbedarf auf Nach den neue» ten Berechnungen des statistischen Reichsamtes ist, trotz der für die bloße Bestandserhaltung der Dolks- zahl auch heute noch nicht ausreichenden Geburtenzahl für das Großdeutfche Reich im Laufe der nächten 20 Jahre mit einer Erhöhung des G e - amtbestandes an Haushaltungen um mehr als zwei Millionen auf 24 075 000 Haushaltungen zu rechnen. Man müsse für das Gesamtreich für die nächsten 10 Jahre mit einem z u - ätzlichen Bedarf von etwa 5,4 Millionen Wohnungen, also durchschnittlich jährlich 540 000 Wohnungen rechnen. Mit einer solchen Bauleistung wäre es möglich, nicht nur den Wohnungsbedarf der zuwachsenden Haushaltungen zu decken, sondern auch die vorhandene Wohnungsüberfüllung zu beheben, den von früher auf- gestauten und den laufenden Abbruch auszugleichen und die Familien und Haushaltungen, die bisher keine eigene Wohnung hatten, entsprechend un° terzubringen, ein Ziel, dessen möglichst weitgeh.nde Erreichung gerade unter bevölkerungspolitischen Gesichtspunkten dringend zu wünschen sei. (Erhöhte Reichsdarlehen für Kinderreiche zur Förderung des Landarbeiterwohnungsbaues. Der Reichsarbeitsminister hat die Durchführungsvorschriften über die Förderung des Landarbeiter- Wohnungsbaues zugunsten der kinderreichen Familien ergänzt. Dadurch wird jetzt die Möglichkeit geschaffen, bereits für Familien mit drei Kindern statt bisher vier ein um 3 0 0 Mark erhöhtes Reichsdarlehn und die Zins- ermäßigung für das Reichsdarlehn bis auf 1 v. H. zu gewähren. Für Familien mit vier und mehr Kindern erhöht sich das Reichsdarlehn gegenüber der bisherigen Regelung um 100 Mark, und zwar wird fürjedes weitere Kind ein Zuschuß bis zu lOOMark zum Reichsdarlehn gegeben. Das erhöhte Reichsdarlehn für Familien mit drei zum elterlichen Haushalt gehörigen minderjährigen Kindern sowie die Ermäßigung des Zinssatzes bis auf 1 v. H. kann nachträglich für Bauvorhaben bewilligt werden, für die Bewilligungs- ' befcheide bereits erteilt find, sofern sich bei der Durch- ! sührung der Bauten Schwierigkeiten finanzieller Art oder über dem Durchschnitt liegende Belastungen er- |geben. Prinz Karneval als Arbeitgeber. Jetzt geht es überall in Deutschland mit vollen Segeln in den Karneval hinein. Da ergibt sich die Frage, für welche Kreise der Karneval eine wirtschaftliche Bedeutung hat und wie stark dementsprechend die Auswirkungen auf einzelne Berufe zu veranschlagen sind. Während im Osten und im Norden des Reiches das bunte Faschingstreiben sich in den einzelnen Orten meistens auf einen Tag beschränkt, steigern sich die Karnevalsveranstaltungen zu wochenlangen Festen, in denen Ereignis auf Ereignis folgt, je weiter man nach Westen und Süden oordringt. So ist natürlich der einfache und solide Maskenball einer mecklenburgischen Kleinstadt überhaupt nicht mehr zu vergleichen mit den lebensfrohen und ausgedehnten farbenprächtigen Festen in einer etwa gleich großen Stadt am Rhein ober in Bayern. Der Karneval rft in Bayern und im Rheinland auch in wirtschaftlicher Hinsicht ein Ereignis, von dem Zehntausende mehrere Wochen lang Arbeit und Verdienst erhalten. Seit einigen Jahren arbeitet man daran, den Karneval auch in kultureller Hinsicht zu fördern, ein Vorhaben, das vom deutschen Gast- ftättengemerbe in vollem Umfange unterstützt wird Deshalb ist „Der Bund Deutscher Karneval" ins Leben gerufen worden, der im Vorjahr aus Anlaß der Festlichkeiten zur Hundertjahrfeier des Mainzer Karnevalvereins feine Tagung in der alten rheinhesfifchen Metropole abhielt In diesem Jahr hat kürzlich eine gleiche Veranstaltung i n Düsseldorf stattgefunden. Der Bund Deutscher Karneval ist eine gemeinnützige Organisation, die das Ziel verfolgt, altes Karnevalbrauchtum in deutschen Landen zu erhalten, zu pflegen und zu fördern, den Karneval rein zu erhalten und feine künstlerischen Ziele zu heben. Es ist selbstverständlich, daß sich neben anderen wirtschaftlich interessierten Gruppen besonders das Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe für die Arbeit und Ziele des Bundes Deutscher Karneval einsetzt. Dort, wo der Karneval wirklich zu Hause ist, wie etwa in Köln, Düsseldorf, Mainz, Frankfurt a. M., München sowie in den vielen Kleinstädten im Westen und im Süden des Reiches, ist das Gaststättengewerbe auf Gedeih und Verderb mit dem Karneval als einem Volksfest verbunden, das im Bewußtsein der breiten Massen verankert ist. Der Gastwirt liebt durchaus nicht den wilbaufgezogenen Rummel und sieht es deshalb gern, wenn erfahrene Fachleute die Festlichkeiten arrangieren und durch ihre Ratschläge die entsprechende Ausgestaltung der Gaststätten fördern. Für den wirtschaftlichen Erfolg ist es natürlich wichtig, daß der ein,eine Betrieb auf den ortsüblichen Karneval eingestellt ist. Der Bund Deutscher Karneval will nun keineswegs so etwas wie einen genormten deutschen Karneval schaffen, sondern er sieht vielmehr fein Ziel darin, die örtlichen Karnevals-, Fastnachts- und Faschings- bräuche zu erhalten und zu entwickeln, damit ein recht lebendiger und bunter Reigen zustande kommt. Hieran ist auch das Beherbergungsgewerbe interessiert, weil durch die Verschiedenartigkeit der Veranstaltungen der Fremdenverkehr auf das stärkste angeregt ist. Ohne daß es möglich ist den besonderen Verzehr aus Anlaß des Karnevals zahlenmäßig zu erfassen, kann man aber feststellen, daß in den Hochburgen des närrischen Treibens für zahlreiche gastronomische Betriebe diese Wochen in wirtschaftlicher Hinsicht entscheidend sind. Für die deutschen Verhältnisse ist es bemerkenswert, daß die Karnevalsfeste der Jahreszeit entsprechend meistens in geschlossenen Räumen stattfinden, im Gegensatz zu Italien und Süd- ftankreich, wo das bunte Faschingstreihen sich im Freien abspielt. Dadurch kommen die großen Säle in einem Umfange zur Geltung, wie sonst überhaupt nicht im ganzen Jahr. Die Ausschmückung der Säle und Gaststättenräume gibt zahlreichen Künstlern und Gewerbetreibenden auf Tage und Wochen Arbeit und Verdienst. Man hat erkannt, daß der Zauber festlichen Lichtes oftmals entscheidend für das Gelingen der Feste ist. Durch unzählige elektrische Lampions, in denen viele Glühlampen leuchten, durch entsprechend hergerichtete Kronleuchter in der Saalmitte wird eine faschingsfrohe Stimmung erzeugt, die dem Fest ja erst die richtige Würze gibt und damit den wirtschaftlichen Erfolg sichert. In Mitteldeutschland, besonders in Thüringen, gibt es manche Ortschaften, wo ein Großteil der Bevölkerung das ganze Jahr über damit beschäftigt ist, die verschiedensten Karneoalsartikel anzufertigen. Besonders das Dorf Manebach im Thüringer Wald, in der Nähe von Ilmenau, rft feit etwa 150 Jahren durch feine Arbeiten auf diesem Gebiete berühmt. Die Leute von Manebach liefern einen recht erheblichen Prozentsatz der in ganz Deutschland gebrauchten verschiedenen Karnevalsartikel. Am berühmtesten sind unter diesen Künstlern für das närrische Treiben die Masken- macher, die in den verschiedensten Abwandlungen mit immer neuen Ideen dafür sorgen, daß in München und Köln, in Düsseldorf und Mainz und wo sonst auch immer ein echter Karneval gefeiert, Männlein und Weiblein auf ihre Kosten kommen. Außerdem werden hier Papierlaternen, Kopfbebek- kungen aus Papier und die verschiedensten ulkigen Lärminstrumente hergestellt. H. D. sich reden machte. Azana soll sich mit den übrigen Mitgliedern des sowjetspanischen Ausschusses überworfen haben und sich über Negrin und besonders del Dayo sehr eindeutig äußern. Er behauptet, für den Frieden gewesen zu sein, was Negrin und bei Vayo hintertrieben hätten. Oie Genfer Liga als Museum. G e n f, 6. Febr. (Europapreß.) Die von den Sowjetspaniern widerrechtlich aus den von ihnen geräumten Ortschaften mitgeführten Kun st schätze werden jetzt, nach einer Vereinbarung zwischen dem Generalsekretär der Genfer Liga, A v e n o 1 und dem sowjetspanischen Außenkommissar bei Vayo nad) Genf gebracht. Sie sollen dort bis zur Beenbi» gung bes Bürgerkrieges aufbewahrt werben unb bann ber „bestehenben Regierung" übergeben werden. Es hcmbelt sich um 5 00 ©emälbe, in in den Bibliotheksräumen bes Liga-Palastes aus- gestellt werben. Hebung der Gaststättenkultur. Zwischen bem Reichsfrembenverkehrsverband unb der Wirtschaftsgruppe Gaststätten- und Beherber- gungsgeroerbe ist ein Abkommen zur Hebung ber Gaststättenkultur getroffen worben. Um bie Alls» ftattung unb Einrichtung ber Betriebe zu verbessern unb bie Gastlichkeit zu förbern, wirb banach in jedem Wirtschaftskammerbezirk eine Kommission zur Besichtigung der Betriebe gebildet. Der Kommission sollen angehören der Vertreter des Gewerbes, der Vertreter des Fremdenverkehrsoerbandes, der jeweilige Bürgermeister, ein Beauftragter der Partei und gegebenenfalls andere sachverständige Personen. Die Kommission besichtigt die Betriebe, um festzustellen, ob ihre Ausstattung und Einrichtung den billigerweise zu stellenden Anforderungen der Gäste entspricht. Dabei kommt es nicht etwa darauf an, kostspielige Aenderungen vorzuschlagen, vielmehr muß angestrebt werden, notwendige Verbesserungen mit er. schwinglichen Mitteln zu erreichen. Besonders soll auf die Inneneinrichtungen der Gasträume und Fremdenzimmer, ihre Ausstattung, Beleuchtung und Lüftung geachtet werden. Zurück auf das Land. Ein Aufruf des Reichsjugendführers zum Landdienst der HI. Berlin, 6. Febr. (DNB.) Der Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach, erläßt folgenden Aufruf an die Ostern ins Berufsleben eintretende Jugend: „Mit dem L a n d d i e n st leistet die Hitlerjugend einen wesentlichen Beitrag zur Behebung der für unser Volk so gefährlichen-L a n d f l u ch t. Eine im besten Sinn^ des Wortes tat bereite und idealistische Jugend hat hier den Weg von der Stadt zurück auf das Land gefunden. Dieser Einsatz in der Landwirtschaft muß heut« mehr denn je von der ganzen deutschen Jugend und ihren Führern aktiv gefördert werden. Im Bauerntum liegen die Wurzeln unserer Kraft. Im bäuer- lithen Beruf soll die junge Generation wieder i h r schönstes Lebensziel sehen. Der Landdienst bietet der ins Berufsleben tretenden Jugend die beste Einsatzmöglichkeit und die gesicherte Zukunft auf dem Lande. Darum: Heim aufs Landl Kommt zum Landdienst der HI! Oer »Tag der deutschen Polizei"' brachte 9% Millionen für das WHW. Berlin, 6. Febr. (DNB.) Am „Tag der Deutschen Polizei" konnte die Polizei den Betrag von 9Ve Millionen an das Winterhilfswerk des deutschen Volkes abführen. Dieser Betrag setzt sich zusammen aus 5 250 000 Mark durch Verkauf der Verkehrsabzeichen, 1550 000 Mark Sonderspende der Polizei und der ihr angeschlossenen Hilfsformationen Technische Nothilfe und Feuerwehren aus eigenen Mitteln neben den sonstigen laufenden WHW.-Spen- den, 2 650 000 Mark Sonderspende der Bevölkerung als Dank für den Einsatz der Polizei. Außerdem gab die Polizei 132 000 Essensportionen aus und verteilte 107 000 Kilogramm Lebensmittelpakete. Warum Führerscheine entzogen oder versagt wurden. Der Reichsoerkehrsminister gibt eine Zusammen- stellung über Versagungen und Entziehungen von Führer- und Fahrlehrerscheinen für Kraftfahrzeuge im Jahre 1938 bekannt. Danach wurde in 4662 Fällen der Führerschein versagt, während die Zahl der Führerscheinentziehungen 9069 beträgt. Die meisten Führerscheinentziehungen, nämlich in 4307 Fällen, erfolgten wegen Neigung zum Trünke oder zu Ausschreitungen. In 1421 Fällen war fahrlässige Körper- Verletzung oder fahrlässige Tötung der Grund für die Entziehung, in 1193 Fällen Übertretung der polizeilichen Vorschriften oder Nichterfüllung von gesetzlichen Anforderungen. In 839 Fällen lagen schwere Eigentumsvergehen und Urkundenfälschung vor. 281 Entziehungen haben Führerflucht zur Ursache. Die übrigen Fälle entfallen auf körperliche Gebrechen, nicht ersetzten Schaden, Sittlichkeitsverbrechen, Schwarzfahrten usw. Bei den Versagungen von Führerscheinen stehen zahlenmäßig schwere Eigen- tumsvergehen und Urkundenfäl- s ch u n g e n an der Spitze, nämlich in 1671 Fällen. In 983 Fällen wurde die Prüfung nicht bestanden. Neigung zum Trunk ober zu Ausschreitungen führte in 240 Fällen zur Versagung des Führerscheins, Uebertretung der Vorschriften in 412 Fällen, Fahrlehrerscheine wurden in 22 Fällen versagt und in 127 Fällen entzogen, überwiegend wegen Uebertretung der Vorschriften oder Nichterfüllung von gesetzlichen Anforderungen. Ferner sind im Gelegenheitsverkehr 87 Versagungen und 382 Entziehungen, im Güterfernverkehr 63 Versagungen und 125 Entziehungen ausgesprochen worden. Neue Leiten« des Amtes Studentinnen Mit dem 1. Februar hat die Reichs-ANSt.-Refe- rrentin und Leiterin des Amtes Studentinnnen der Meichsstudentenführung, Inge Wolff, laut „Stu- Lenten-Pressedienst" ihr Amt niedergelegt. Der Mcichsstudentenführer hat die bisher stellv. Reichs- LlNSt.-Referenttn Dr. Anna Kottenhoff mit Der Uebernahme des Amtes beauftragt. Inge Wolff, bie in Heidelberg, München, Frankfurt und Berlin (Geschichte und Kunstgeschichte studierte, ist seit 1931 Mitglied der NSDAP, und des NSDStB. In den Zweieinhalb Jahren ihrer Amtstätigkeit wurden die Gruppen der ANSt. eingerichtet. Im Juni 1937 verkündete Inge Wolff die Gründung der Hochschulgemeinschaft Deutscher Frauen. Dr. A. Kotten- Hoff studierte in Köln und Innsbruck Rechtswissen- ichaften. In Heidelberg legte sie 1935 ihr erstes ju- istisches Staatsexamen ab. Seit Herbst 1933 hatte 'ne sich insbesondere für den Aufbau der Wissen- Schafts- und Fachschaftsarbeit der Studentinnen ein» gesetzt. Sie griff als erste den Gedanken auf, in den Ugerneinen Fachschaften Studentinnen-Arbeitsge- memschaften zu bilden. internationales Hochschulsanatorium in Leysin. Das schweizerische Universitätssana- üorrum für Lungenkranke in Leysin, das ?it 17 Jahren besteht, hat mehr als 700 an heil- Eurer Tuberkulose erkrankten Professoren und Stu- tenten aus 42 Ländern zur Wiedererlangung der Gesundheit verhelfen können. Ausländische studierende und Wissenschafter können aber nur ia dem Maße Aufnahme finden, wie Platz vorhanden ist. Die schweizerische Bundesversamm- l-ng hat nun auf Vorschlag des Bundesrates für c«e Errichtung eines internationalen Hoch- lZu fanatoriums einen Zuschuß von einer halben Million Schweizer Franken bewilligt. Der Große Rat des Kantons Waadt hat gleichfalls 50 000 ?.rar^en Zugesagt. Die Gemeind« Leysin ltiilt Baugelände kostenlos zur Verfügung. Der Bun- ) srat hat die Regierungen aller Länder zur Mitarbeit emgeladen. Die finanzielle Grundlage wird hauptsächlich durch Stiftung von Betten ge- schassen, wodurch sich das betreffende Land ober die Organisation den dauernden Besitz eines Bettes zum Belegen sichert. Wie im schweizerischen Unioersitäts- sanatorium soll auch im internationalen Sanatorium den Studenten die Möglichkeit gegeben werden ihre Studien fortzu setzen, ebenso wie die Gelehrten sich hier zu geistiger Zusammenarbeit finden können. Schmuckwettbewerb der »Neuen Linie"' Die Monatsschrift „die neue linie" (Verlag Otto Beyer Leipzig) schreibt in ihrem Februar- Heft «inen Wettbewerb unter den deutschen Goldschmieden und Schmuckzeichnern aus. Verlangt werden Schmuckstücke oder Entwürfe von Schmuckstücken in denen Edelsteine aus Id a r - O b e r st e i n %AameJ^et Preise: Für Schmuckstücke 1000RM., 600 RM., 400 RM.; für Entwürfe 500 RM., 300 ptTl., 200 RM. Dem Preisgericht gehören auch Vertret^ des Werberats der deutschen Wirtschaft, der Relchsfrauenführung, des Deutschen Mode-Instituts, der Deutschen Gesellschaft für Goldschmiedekunst und 3u diesem allgemein interessierenden Problem schreibt der „Volkswirtschaftliche Auf- Uärungsbienft": Die Aerzte sind heute der einzig« Berufsstand, der für seine Hilfe kein Entgelt, sondern ein Honorar erhält. Honorar heißt in der wörtlichen Übersetzung Ehr en so lb. Das hat einen tiefen Sinn, und dieser Brauch soll auch in Zukunft er» holten bleiben. Der Arzt ist nicht wie ein Gewerbetreibender tätig, der eine Ware herstellt und damit einen bestimmten Bedarf des Kunden befriedigt, sondern der Arzt bringt uns Hilfe, Hilfe in den Notzeiten unseres Leibes. Oder er ist uns Berater, um vorbeugend Notzeiten abzuwenden, deren Heraufkommen er mit fachkundigem Auge auf Grund unseres Verhaltens voraussieht. Leider hat unser mechanisiertes Zeitalter sich schon daran gewöhnt, auch die Tätigkeit des Arztes mechanisch zu sehen, nämlich als Reparatur. Damit hat der Volksgenosse vielfach auch eine andere Einstellung zum Arzt bekommen. Aber diese Entwicklung geht auf Abwegen. Es gibt viele Hilfeleistungen in der ärztlichen Praxis, die infolge des Hochstandes der Wissenschaft nur noch wie Handgriffe anmuten, dadurch soll sich aber niemand täuschen lassen. Diesem Handgriff muß eine Diagnose vorausgehen, die Erkennt- n i s des Krankheitsherdes und der zu erwartenden Entwicklung. Das ist die eigentlich ärztliche Tätigkeit, und dies ist Kunst in ganz hervorragendem Maße. Der Arzt muß ohne Ansehen der Person und chres Geldbeutels tätig fein und jedem feine Hilfe bringen, der ihn ruft. Er darf ihn nicht fragen, ob der Patient ihm feine Kunst auch „bezahlen^ kann, er steht im Dienste der Gesundheit des Volkes, fein Eid unb fein Gewissen binden ihn. Es gibt nicht Aerzte für Reiche und Aerzte für Arme. Zwar glauben das viele Volksgenossen, diese Meinung ist aber falsch. Sie wird vielfach dadurch genährt, daß reiche Leute es sich leisten können, bei jeder Kleinigkeit den Spezialarzt aufzusuchen, der wegen der ganz anders gearteten Praxis, di« viel- ach mit wesentlich höheren, laufenden Unkosten »erkunden ist als die des praktischen Arztes, für eine Bemühungen auch höher« Honorare ansetzen muß. Dieser Spezialist steht dem armen Mann aber genau so zur Verfügung wie dem reichen. Und nun zur Frage der Honorierung. Durch die Preußische Gebührenordnung (und die auch zur Zeit noch geltende Allgemeine Deutsche Gebührenordnung) hat der Arzt die Möglichkeit, je nach den Einkommens- und Vermögens- Verhältnissen des Patienten, seine Honorierung zu staffeln, damit durch die höheren Honorare des reichen Patienten ein Ausgleich für die kleineren des armen geschaffen wird. Daß sehr viele der Reichsinnung des Juwelier-, Gold- und Silberschmiedehandwerks an. Zwei Todesurteile im Halleschen Eisenbahnräuberprozeß. halle (L b. Saale, 7. Febr. (DAV. Funkspr.) Im Prozeß gegen die fünf Halleschen Eisenbahnräuber krybus, Edelhoff, Seidel, Spott und Zimmermann wurde am Dienstag nach ISstundiger Verhandlung das Urteil verkündet. Sämtliche Angeklagten wurden des gemeinschaftlichen Verbrechens nach § 315; Absatz 1 und 3 StGB, in Tateinheit mit schwerem Raub und versuchtem Word für schuldig erkannt. Es wurde erkannt gegen die Angeklagten Srybus und Edelhoff aus Todesstrafe, gegen Seidel auf lebenslängliches Zuchthaus, gegen Spott und Zimmermann auf 12 Jahre Zuchthaus. Die Ehrenrechte wurden den ersten drei Angeklagten auf Lebenszeit, den beiden letzten au 10 Jahre aberkannt. — Der Staatsanwalt hatte für alle fünf Angeklagten die Todesstrafe beantragt. Patienten durch ihr« Mitgliedschaft in einer Krankenkasse uninteressiert sind an der Honorierung, weil die Kasse für sie bezahlt, wollen wir hier einmal außer acht lassen, denn es gibt noch sehr viele Volks- genossen, die selber bezahlen müssen. Um nun die richtige Höhe des Honorars zu treffen, muß der Arzt die Einkommens- und Vermögenslage des Patienten schätzen. Er kann in der Regel von sich aus hierüber mit dem Patienten keine Unterhaltung führen, denn damit käme er bei empfindsamen Naturen in den Ruf des Feilschens. Die Erfahrung lehrt, daß Aerzte sich auch verschätzen können, und daß der Patient bann nach seiner Heilung barüber erbittert ist, wie teuer der Arzt bei ihm war. Das will kein Arzt. Wenn ein solcher Fall Nicht unterliegen lassen! Wenn Sie unter Appetitlosigkeit, Abspannungs- unb Enn Übungserscheinungen leiben, bie währenb der Wintermonate burch eine leichte Störung bes Stoffwechsels verursacht würben, so nehmen Sie Bioserrin, bas blutbilbende Kräftigungsmittel. f a \ (BAYER] \r y vorliegt, dann muß der Patient den Mut haben, vertrauensvoll zu seinem Arzt zu gehen urb ihm wahrheitsgemäß feine Vermögenslage barzu- I e g e n. Der Arzt wird dann sein Honorar der Vermögenslage anpassen. Einmal ist damit dem Patienten gedient, zum zweiten dem Arzt, denn er behält den Patienten für spätere Fälle und kommt nicht in den Rus, ein Geldschneider zu fein. Daß wir hier nicht dem skrupellosen Patienten, der, ohne es nötig zu haben, auf jeden Fall mit dem Arzte herumfeilscht, das Wort reden, ist selbstverständlich. Für den Durchschnitt der Füll« ist es am sinnvollsten, wenn der Patient den Arzt vorher fragt, mit welcher Liquidation er ungefähr zu rechnen hat. Von ärztlicher Seite hält man es heute für selbstverständlich, daß sich ein Patient danach erkundigt; eine andere Auffassung wird im Streitfall als weltfremd angesehen. Der Patient wird sich und dem Arzt durch vorheriges Fragen manchmal viel Aerger ersparen, vor allem in den Fällen kostspieliger Behandlung, denn es ist unter Aerzten — und hier müssen wir sagen: leider — eine weit verbreitete Ansicht, daß der Arzt auch bann, wenn er von Durchschnittshonoraren abgehen will, nicht verpflichtet ist, dies vorher dem Pattenten zu sagen. sind von hohen Schutzmauern umgeben, und der Ackerboden mußte erst in mühseliger Arbeit vom Festland herangeschasft werden. Tintenfische als Leckerbissen. Und doch gibt es bei Malta einen herrlichen Park, von dem die Reisenden nichts ahnen, weil er tief unter dem Meeresspiegel liegt. Die Marinetaucher, bie bort unten nach verlorenen Ankern unb Granaten suchen, wissen romantische Geschichten zu erzählen. Ganze Gebirge aus Korallenselsen bauen sich am Meeresgründe auf. Nabelfeine Spitzen unb Zin- ncn steigen wie kleine Türme empor unb werben bcfonbers von den U-Boots-Fahrem im Mittelmeer gefürchtet. Auch bie märchenhaften Wälder aus Schlinggewächsen sind in Wirklichkeit nur Todesfällen für die Taucher. IN den unterseeischen Grotten van Malta Hausen neben anderen Meeresungeheuern auch die unheimlichen Tintenfische. Kaum von der düsteren Umgebung zu unterscheiden, liegen die schleimigen Geschöpfe zwischen den Felsen und lauern auf Beute. Alles Getier, was ihren langen Fangarmen zu nahe kommt, ist verloren. Dafür werden die Tintenfische wiederum auch verspeist. In den Speisehäusern von La Valletta bekommt man diese „netten" Tierchen als ganz besondere Leckerbissen vorgesetzt. Die meisten Reisenden haben davor eine heilige Scheu Vielleicht mit Recht, denn das Mittelmeer ist seiner plötzlichen Stürme wegen berüchtigt. Nach der Abfahrt aus La Valletta sind bie Schiffe oft mit Seekranken besetzt. Es ist, als wollten sich bie verspeisten Polypen noch einmal bemerkbar machen, unb viele kehren wirklich in ihr Element zurück. Woher ich das weiß? Aus bitterer Erfahrung! R, J. Die Lustverteidigungszone. N/EOERLD. I Köln L UXEMBüj 'Karlsruhe Toul X/Z/A Westbefestigungszone ■z uftverteidigungsione • 1 Lüttich' In ber Zeitschrift „Die Wehrmacht" erschien soeben ein Aufsatz von Generalleutnant Kitz in g er, bem Befehlshaber ber Luftverteibigungszone West. Diese neue Zone sichert bas Reich vor einem Lufteinfall aus bem Westen. Bis zu 60 Kilometer tief finb bie oerschiebenen Stellungen gestaffelt. Durch zahlreiche leichte unb schwere Flakgeschütze, Scheinwerserbatte- rien unb Luftsperrverbänbe aus Sperrballonen ist ber eine starke Sicherung geschaffen worben. Alle Anlagen ber Luftverteibigungszone West stehen unter Panzer unb Eisenbeton unb geben ben Verteibigern eben erdenklichen Schutz. — (Zeichnung: Heincke. — Scherl-M.) Aus aller Wett. Reue Weltbestleistung des Siebel-Flugzeuges „Hummel". Das deuffche Kleinkabinenflugzeug Siebet Si 202 „Hummel" hat eine neue Weltbestleistung aufgestellt. Flugkapitän Ziese erreichte eine Höhe oon 7043 Meter unb überbot somit ben bisher vom Auslanb gehaltenen internationalen Rckorb um an- nähernb 1200 Meter. Die Siebel-Flugzeugwerke haben bereits durch den Sieg des zweimotorigen Schnellreiseflugzeuges „Siedel' Fh 104" beim vorjährigen internationalen Jtalienrundflug unb burch ben eintägigen Europarunbflug über 6200 Kilometer Strecke von sich reben gemacht. Die Si 202 „Hummel", ein Kleinkabinenslugzeug für Schulung, Sport unb Reife, wurde von Chefkonstrukteur F e ch e r entworfen unb ist mit bem neuen, nur 50 PS tarfen Zünbapp-Motor von weniger als zwei Liter Hubraumvolumen ausgerüstet. Verheerende Folgen eines Zigeunergelages. In einem Dorf in ber Ost-Slowakei finb 62 Zigeuner nach dem übermäßigen Genuß von Methylalkohol schwer erkrankt. Fünf Zigeuner sind nach der Einlieferung ins Krankenhaus ge- t o r b e n , 15 weitere befinden sich in hoffnungslosem Zustand. Unter den Toten befindet sich auch em elfjahriaer Knabe. Die Zigeuner hatten ein Gelage veranstaltet unb glaubten, benaturierten Spiritus zu trinken, währenb sich in ben Fässern Methylalkohol befanb. Sprengkörper-Explosion tötet zwei Kinder. In Mährisch-Schönberg fand eine Gruppe Hitler- jungen unb BDM.-Mäbel unter der Brücke, über die die Reichsstraße Schönberg—Troppau führt, zwei etwa handgroße Behälter aus einem durch- ichtigen Material mit einem Metallreifen. Die Kinder nahmen die beiden Büchsen, ohne zu ahnen, baß es sich um hochexplosive Sprengkörper handelte, die offenkundig von tschechischen Soldaten unter die Vrücke gelegt worden waren. Unterwegs wurde ber Versuch gemacht, bie Metallbereifung zu lockern. Plötzlich erfolgte eine Explosion. Der 14jähriae Rubolf Weiß wurde von dem Sprengkörper bucy- täblich zerrissen, so baß ber Tob auf ber Stelle eintrat. Die übrigen Kinber würben bis auf einen Jungen, der sich von den anderen getrennt hatte, um einen Handwagen zu holen, durch die Explosion meterweit fortgeschleudert und mehr ober minber chw« r verletzt. Man brachte sie sofort ins Krankenhaus nach Mährisch-Schönberg, wo ber 13- jährige Josef Appel seinen Verletzungen erlag. Vier Jungen unb ein Mäbchen befinden sich noch im KrtmkenhäuL ,,— Wo die Ziegen Maulkörbe tragen... Malta, bas Land ohne Bäume. — Araberdschunken und Unterseeboote. Von der Inselfestung zum Flottenstützpunkt. „... ferner bitten mir zu beachten, daß jegliches photographieren auf Malta streng verboten ist, auch der Gebrauch von Felbstechern ist nicht gestctt- tet." Dieser knappe Vermerk im Reiseführer klingt nicht gerabe ermutigend Jebenfalls will ich vor- ichtig fein, Malta ist Festungsgebiet! Es kommt aber ganz anbers. Als unser Schiffchen nach heftiger Schaukelei über bas Mittelmeer in ben Hafen von La Valletta hineinsteuert, finb bie -guten Vorsätze vergessen. Schnell mache ich ein paar Schnappschüsse mit ber Kleinkamera. Es hat sich gelohnt, bie Gegenb sieht wirklich großartig aus. Wie aus Stein gehauen steigt bie Stabt an den Felshängen empor. Ein Wohnhaus klebt über dem andern. Senkrecht fallen bie Wänbe ber Forts in ben Hafen hinab. Nirgenbs ist ein bißchen Grün zu sehen, schwer unb starr ruhen bi« geldlich-weißen Festungsblöcke in ber grellen Sonnenglut. Die Anker polterten in die Tiefe, eine Barkasse kommt längsseits, unb bie ersten Beamten steigen an Deck. In der Aufregung vergesse ich ganz bie Kamera abzulegen. Schon ist es geschehen! „Beg your pardon“ (Verzeihung), tönt bie Stimme bes Polizisten, „darf ich 'mal Ihre Kamera sehen?" Aus! benke ich. Das gute Stück wird konfisziert. Photographieren streng verboten ... Der Beamte besieht sich die Beute von allen Setten. „Excuse me (entschuldigen Sie) ... bin auch Amateur ... barf ich wohl eine Aufnahme machen?" Mit dem selbstverstänblichsten Gesicht knipst er nacheinanber alle Festungsbauten ab. Dann reicht er mir den Apparat zurück. „Thank you, very nice camera (danke schön, sehr hübsche Kamera)!" Keine wohlgemeinte Rebe, feine Verwarnung. Ich barf weiterhin Schnappschüsse machen. Das hat natürlich seinen guten Grund. Auch die Englänber lassen sich nicht gern in ihre militärischen Geheimnisse gucken, unb am allerwenigsten auf Malta. Ader die malerischen Kasematten, Schießscharten unb Wachttürme überlassen sie gern ben Kabaks der Touristen. Die alten Bauten nimmt memanb mehr ernst, sie haben nur noch dekorativen Wert. Zum größtenteil stammen die Anlagen schon aus dem 16. Jahrhundert. Damals war Malta als uneinnehmbare Festung bei allen Seestreitkräften gefürchtet, heute bient bie Inselgruppe vor allem Gl* Flottenstützpunkt Schwimmende Stahlburgen. Da liegen die mächtigen „Dreadnoughts" dicht nebeneinander im schmalen Becken des Grand Harbour. Die Silhouetten ihrer Gefechtstürme ragen gefpensttfch in den Himmel. Klein« Gondeln und Barkassen huschen zwischen den dunklen Kolossen hin und her. Seltsam nehmen sich die modernen Schlachtriesen unb Flugzeugmutterschiffe neben ben mittelalterlichen Festungsbauten aus. Romantische Vilber prägen sich ein. Dicht neben einer vorzeit- lichen Araberdschunke sehe ich plötzlich die Kom- manbobrücke eines Unterseebootes aus den Wellen tauchen. Das Nebeneinanber von einst und jetzt macht die Inselgruppe so reizvoll. In ben schmalen Gassen von La Valletta finbet man noch Ueberbleibfel aus ber Maurenzeit. Kunstvoll verzierte Erker kleben wie Schwalbennester an ben schmalen Häuserfronten. Die winzigen Fenfter finb vielfach noch mit hölzernen Gittern versehen. In allen Geschäftsstraßen wimmelt es von Menschen. Malta ist außerordentlich bicht bevölkert, auf ben Geviertkilometer kommen fünfmal soviel Einwohner wie in Deutschland. Nach südländischer 2(rt sprudelt das Leben dahin. Die Freude am Lärm ist bemerkenswert. Selbst die kleinen Kutschen vollführen ein mehrstimmiges Klingelkonzert, fast ununterbrochen bimmeln die Arme-Sünder-Glöckchen der vielen katholischen Kirchen, Straßenhändler singen ihre Ware aus, unb nicht selten hallt bumpfer Kanonenbonner bazroischen. Wer in der Hauptstadt La Valletta spazieren geht, muß ein guter Bergsteiger sein, ©elbft die Autos versagen in den steilen Gassen, die zum großen Teil nur aus Treppen bestehen. In diesem unzugänglichen Revier klettern den ganzen Tag die maltesischen Ziegen herum. Mehrmals sah ich braun» aebrannte Hütejungen, die ihren „Milchladen" sicherheitshalber begleiten. Den Käufern wird die Milch gleich auf der Straße in den Topf gemolken. Doch was am merkwürdigsten ist: auf Malta müssen die Ziegen Maulkörbe tragen. Das hat die Gesundheitspolizei so angeordnet. Auf diese Weise wird verhindert, daß die Ziegen schlechte Abfälle zu sich nehmen und das gefürchtete Maltafieber übertragen. Don der Umgebung La Vallettas ist nicht viel zu erzählen. Die ganze Landschaft ist recht öde. Nirgends wächst ein Baum, der stürmische Seewind zwingt allen Pflanzenwuchs zu Boden, Die Felder Soll man den Arzl nach dem Honorar fragen? — Itt. Freiwillige für die Kriegsmarine. Gedenkt der hungernden Sood sehen. Die Erfüllung eines Wunsches! M jen: Fran Belle Stahl ©lotu schuld' melier V Sie viert lvird- Auch ohne nicht später mon1 mW imp Lorsre nufte t Sa haus c ihren ' Jetzt 3' den be an Gl' Sache roeW die 5' den lange Gntu bunt erfre mied ihren reitet ling. ins' war! los । chen Al hung mer darin 2iH steht, DNB- Wie das Oberkommando der Kriegsmanne betanntgibt. sind die Einstellungsausstchten sur Frei willige des Flottendienstes durch d.e b°°°rst°h°nd° Indienststellung neuer Kriegsschiffe sehr «unsttg. Es ist daher möglich, eine weitere Anzahl non Freiwilligen noch bis zum Feuhiahr IS-M e,r^u stellen, wenn sie sich bis spätestens 15 Kpnl IW» beim 2. Admiral der Nordseestatton (Elnstellung) in Wilhelmshaven oder beim 2. Admiral der Ost sesstation (Einstellung) in Kiel Ichnststch melden. Freiwilligenschein oder Wehrpaßauszug «von der Polizei», Lebenslaut und zwei Paßbilder sind mit einzuschicken. Lebensalter am Einstellungstage. mindestens 17 und nicht über 23 Jahrs. Zum itrülsiahr 1940 angenommene Marinesreiw'llige Men im Winterhalbjahr 1939/40 den Reichsar- ^Neben^' Handwerkern technischer Berufe werden auch Freiwillige aus anderen Berufen und ohne Berufsausbildung eingestellt. Vorbedingung ist, dasi die Bewerber aufgeweckt, strebsam und körperlich tauglich sind. Die Dienstzeit betragt vier bis füAf Jahre bei Auswahl zum Unteroffizier mm. bestens zwölf Jahre. Nach der Landausbi düng versehen ^die Marinefreiwilligen ihren Dienst auf Schlachtschiffen. Kreuzern, Zerstörern, Torpedo-, Minen» und U-Booten. f Auch für spätere Einstellungen werden Elnstel- lunqsqesuche von den vorgenannten Annahmestellen laufend das ganze Jahr hindurch angenon^ men. Näheres enthalten die von den Wehrerfatz« drenststellen zu beziehenden Merkblätter.___________, Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des ^auptschriftletters: Ernst B um« schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilden Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Or Hans Thynot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzergenletterr 5>ans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An» zeiqen: Theodor Kümmel. D. A. 1.39: 10 896. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei RßaW» K -G. sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. me£. 3ur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 193/ gültig. aenau beachtet werden. Gegen 20.30 Uhr zogen die Mitglieder der Baumkircher-Gesellschaft von ihrem Toaunqsort unter Dorantritt der Schullugend die Lampions trug, zur Wohnung des neu^ewahlte Schultheißen Braun, wo auch die wscytige Ur künden und sonll'"" Dokumente enthaltende alte s Truhe und weitere zeremonielle Gegenstände dieser i Genossenschaft aufbewahrt wurden Die Feier wurde i hier bis in die frühen Morgenstunden fortgesetzt. Synagoge wird Wohnhaus. Lpd. Alsfeld, 5. Febr. Das hiesige Synagogengebäude wird jetzt einer guten und zweckmäßigen Verwendung zugesuhtt. Es werden in dem Gebäude eine Reihe von Wohnungen eingerichtet, deren Bau zurzett im Gange ist. Landkreis Gießen + Grünberg, 6. Febr. Ein schönes Zeichen der Volksverbundenheit im Dienste des W H W. gaben die hiesigen Vereine. An Stelle der von ihren übergeordneten Verbänden vorgesehenen Emzel- aktionen veranstalteten sie im Einvernehmen mit der Ortsleitung der NSV. gemeinsam em großes Konzert zugunsten des W i n t e r Hilfswerkes An den Darbietungen waren beteiligt die beiden Gesangvereine „Männerchor" und „San- gerkranz", sowie „Musikverein" und „Turnverein . Es war dadurch möglich, ein recht abwechslungsreiches Programm zu bieten, das noch durch die Aufführung eines Schwankes bereichert wurde. Der Besuch des Konzertes war recht gut, Betreute des WHW. hatten freien Zutritt. Trotz des niedrig gehaltenen Eintrittspreises konnte nach Abzug aller Unkosten der Betrag von 175,78 Mark dem WHW. überwiesen werden. * Ettingshausen, 6. Febr. Der Motorradler Philipp Sommer von hier geriet beim Fahren auf seiner Maschine an einer scharfen Straßenkurve aus der Fahrbahn und rannte mit der Maschine gegen eine Hauswand. Mit schweren Verletzungen mußte der bedauernswerte Mann nach Gießen in die Klinik einqeliefert werden. } Lich, 6. Febr. In der Turnhalle veranstaltete am Sonntagabend die Ortsgruppe der NSDAP in Verbindung mit der NS.-Gemem- schaft „Kraft durch Freude" ein großes M i l itär- konzert, das von dem Mustkkorps des J.-R. 116 unter Leitung von Stabsmusikmeister K r i e g aus- qeführt wurde. Die etwa eineinhalbstündige Musik- folge brachte ausgezeichnete Militärmärsche, Ouver- , türen, Walzer und Soldatenlieder. Die Darbietungen i wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen._______ kreis Büdingen. d Schotten, 3. Febr. Im vergangenen Jahre weilten 400 Angehörige der Opelwerke zur Erhol g f in unserer Stadt. Manche enge Verbindung war Da , durch zwischen unserer Einwohnerschaft u folgschaft des Werkes geschaffen wordem Zum. 3^ ( der Dankbarkeit für gastliche Aufnahme wellt . die Opel-Werkskapelle tn Schotten. Mil Musik zog die Kapelle in die Stadt und wurde am Rathaus vom Bürgermeister begrüß'. Am Ubenb fand in der bis auf den letzten Platz besetzten Turn Halle ein Konzert statt. Im ersten Teil wurde Blas- musik, im zweiten Teil Streichmusik geboten die lebhaften Beifall auslösten. Em Tiroler Madel aus Innsbruck, bei den Opelwerken tätig, Fr!. Sagmeister, sang mit schöner Sopransttmme Straußsche Walzer sowie Wiener Lieder und fand damit lebhaften Beifall. Kapellmeister Brinkmann überreichte als Erinnerungszeichen ein B'w der Opelwerke und gab bekannt, daß in diesem Jahre wieder viele Urlauber nach Schotten kommen würden. Ortswalter Haas von der NSG. „Kraft durch Freude" übermittelte der Kapelle als Zeichen der Dankbarkeit für das Konzert em Bild der Stadt Schotten. Am anderen Morgen unternahmen die Kameraden der Kapelle einen Aus lug zum Hohe- rodskopf, der sich in schönstem Winterkleid zeigte. k. Schotten, 5. Febr. Seit 4% fahren war am hiesigen Amtsgericht Oberamtsrichter Dr Lucken als aussichtsführender Richter tätig. Mit Wirkung vom 1. Februar ist er als Landgenchtsrat an das Landgericht Gießen versetzt worden. Dank seiner ausgezeichneten juristischen Befähigung und seiner hilfsbereiten Amtsführung war er in stmem Gerichtsbezirk allgemein beliebt. Er war Vorsitzender des Derwaltungsrats der Bezirkssparkasse imd Mitglied des Vorstandes der Weber-Proscher-sll.tung. In einer Kameradschaftsfeier des Amtsgerichts, zu der viele Gäste aus Schatten und her Umgevung einqeladen waren und bei der die Verdienste des Scheidenden gebührend anerkannt wurden, bereitete man ihm einen herzlichen Abschied. ± Bobenhausen 1, 3. Febr In unserem Orte wurde dieser Tage ein Hofrundgang unternommen. Dr. Kl au er von der Bäuerlichen ■ Werkschule Nidda regte den Bau von Silos, die : Vergrößerung der Jauchegruben und die zweckmäßige Anlegung von Dungstatten an. — Die > Holzhauerarbeiten im staatlichen Wald sind : beendet Die freiwerdenden Arbeitskräfte werden - voraussichtlich sofort neue Arbeit im Baugewerbe - finden — Im fiskalischen Wald bei Konradsdorf t wurden dieser Tage acht Wildschweine ge- Aus der engeren Heimat. )!idda schafft ein Heimatmuseum. Lpd Nidda, 5. Febr. Unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Philippi hat ein Arbeitsausschuß in eingehenden Besprechungen die Grund- lagen zur Schaffung eines H e l m a t m u s e ums der Stadt Nidda und der umliegenden Orte ausgearbeitet Das Museum soll seinen Platz in den entsprechend hergerichteten Räumen^ des ehemaligen Stadtwirtshauses „Zum Stern erhallen und vielseitige Zeugen heimatlicher Geschichte umfassen. Gegenwärtig stt man mit dem Sammeln der Altertumsgegenstände beschäftigt. Ein Kind beim Spiel tödlich verunglückt * Schotten, 6. Febr. Heute um die Mittagszeit waren an einem Tümpel im Zuge der Nidda, der etwa acht Meter breit und ungefähr vier Meter tief ist, mehrere Buben beim kindlichen Spiel. Da der U f e r r a n d durch Eis und Schnee glatt war, rutschte der 12 Jahre alte Schüler He i nz Schwalb, Sohn des Spenglermeisters Schwalb, aus und fiel, ehe feine Kameraden ihm zu Hilfe kommen konnten, in das Wasser. Die anderen Jungen riefen sofort Hilfe herbei, bevor diese aber kam, war der Junge schon untergegangen. Obwohl man ihn wenige Minuten später aus dem tiefen und ei-kalten Wasser herausholen konnte, war der T o 0 des bedauernswerten Kindes schon eingetteten. Tagung der Baumkircher-Gesellschaft. M L a u b a ch, 6. Februar. Die hiesige Bau m ° kircher-Gesellschaft, die wegen ihrer alljährlichen Zusammenkunft am 3. Februar auch Bla - s i u s g e s e l l s ch a f t genannt wird, hielt m alther- aebrachter Weise ihre Hauptoersammluna im Gas - Haus „Zur Linde" ab. Diese alte deutsche Markgenossenschaft stellt eine Gemeinschaft von Familien zu gemeinsamem Besitz und gemeinsamer Nutzung von unveräußerlichem Grundbesitz dar, der etwa 25 Morgen Wiesengelände umfaß, das an der Statte des einstigen Dorfes Baumkirchen im Seentale, unweit von Freienseen, liegt. Den Vorsitz der diesjährigen Zusammenkunft führte der Schultheiß Chnstmn Frank. Bis gegen Mittag war der geschäftliche Teil, der in der Hauptsache in der Auslosung der sog „Weideteile" an die Baumkircher besteht, beendet Anschließend übernahm der neugewahlte Schultheiß Otto Braun den Vorsitz. Die den ganzen Tag dauernden.Feierlichkeiten sind an bestimmte alte Formen gebunden, die von allen Baumkirchern Hier findet der Wunsch des modernen Rauchers Er- Mung: Reiches Aroma und natürlich gewachsene Leichtigkeitin einerCigarette vereint.Darum greifen täglich mehr und mehr genießerische und überlegende Raucher zur „Astra". Besondere Kenntnis der Mischkunst und der Provenienzen ist das ganze Geheimnis. Aber nutim Lause Kyriazi lebt sie nun, vom Großvater auf den Enkel vererbt, in dritter Geschlechterfolge als die erste und vor» nehmste Pflicht des Inhabers. Rauchen Sie „Astra" eine Woche lang. Dann werden Eie wissen, was es heißt, aromatisch und doch leicht zu rauchen. Kaufen Sie noch heute eine Schachtel .Astra"! 4 „£>ut ab vor solcher Leistung!" L»err Edmund Schmih,Wiesbaden,Adolfsallee I 1, von Beruf Weinkommisslouär und Generalvertreter der Sektkellerei Deinhard, Koblenz, erhob sein Glas zu einem Achtungsschluck für die ,Astra", als wir ihn am 21.1. 1939 besuchte«: .Seit Jahren rauche ich regelmäßig die ,Astra". Und ich bewundere immer wieder die hohe Kunst, diese Cigarette Jahr für Jahr, Monat für Monat, so gleichmäßig im Geschmack au halten. Als ein alter Weinfachmann weiß ich, tot« unberechenbar der Einfluß des Klimas auch auf die besten Lagen werden kann — und als Sektkenner weiß ich auch, was dazu gehört, ein edles Cuvee stets auf aleichmäßiger Löhe zu halten. Beide — ein gutes Glas Schaumwein und eine feine Cigarette - bieten ja nur dann vollen Genuß, wen« sich Reinheit, Eleganz, Dust und Bekömmlichkeit harmonisch paaren. Bei der„Astra' muß jedenfalls ein wahrer Meister am Werk sein, der Jahr für Jahr bei dieser Cigarette die gleiche Leichtigkeit und den gleichen vollen, aromatischen Geschmack erzielen Imm." ?♦ > I Hi ■ - H, .x. te - • - M z -Sv MH- M M - „3d? darf keine Rervea haben — sonst ist'- auS!" Wenn Sie einmal einen Drehtag mstgemacht haben, dann wiflen Sie, wie sehr Lerr Rudolf Fichtner, Berlin-Charlottenburg I, Rtchard-Wagner-Straße 49, Ausnahmelester der .Tobis", die Wahrheit sprach, als wir ihn am 24.1. 1939 befragten: Wenn ich die Nerven verliere, dann geht erst recht alles drunter und brühet. Und wieviel Kleinkram gleichzeittg zu regeln ist, davon macht sich der Laie keine Vorstellung. Kribblig wird man, ober man darfs nicht zeigen. Da heißt es: Klarer Kopf und „immer mit der Ruhe und öumor*! Dann ist die „Astra" das Richttge für mich. Die schmeckt, daß mag seine Freude hat. Und leicht ist sie dazu." FamiliengebimdmeS Wissen und Technik da Organisation Zaka- und Djebel-Tabake der berühmtesten Löhenlagen Mazedoniens, Gmyrn» und Samsun sind die selbstverständlichen Lerkunftsprovinzen der „Astra". Wlffen Ste aber, daß zum Beispiel der berühmte „Steinberger^, der auf ben preußischen Domänen im Rheingau wächst, eine Anbaufläche von nur etwa z5 ha hat bei einer Gesamt-Weinanbaufläche von über 73.000 ha im Altreich? Genau so mit Tobak. Zu ber Technik ber Organisation tritt im Lause Kyriazi bas familiengebunbene Wissen burch Erziehung von Kindesbeinen an. Erst beides zusammen gibt die Sicherheit, in jedem Jahr, unabhängig vom wechseln» btn Klima, immer aus dem Besten das Richtige auszusuchen. .Ausverkauf vor Ladenschluß — auch daS kommt vor!" „Die „Aftra" ergibt für mich jeden Tag aufs neue eine erfreuliche Bilanz', erzählte uns Lerr Frih Roeser, der Inhaber eines mittelgroßen Tadakgeschästes in Berlin W 62, Kurfürsten-, ftraße 107, am 23.1.1939. „Da Sbt es kein Lagern und kein ltem - und frisch muß eine Cigarette sein, das sagen alle Raucher. Auch für mich ist daS einer der Gründe, warum ich selbst -Astra" rauche — neben dem Wohlgeschmack und der Leichtigkeit." „ Wen ich gern habe, dein schenke ich die^Astra'*» Käte Dickhoff iwMSSaiLeicht und aromatisch rauchen! Mehr Freude für Sie! $)eu jpiels leitun DieT der t I Die Li jQ9.' i; siuche |c tiagsr llj Nell I ihre Bi i 'Hm' des T iii Dr ß 11 fchichd betau | ijeimi durch i| der 5 schicht Ain |l| Deutsc | sein a[ ,,N< Cch Ä!ale, Mn; regen! ein s. licher man i'lQlüi »'Tlüö Anteil klaren ? Echan : vnbesti Unlere ^orb । 'M ®«e N. io ?? il Mitin ter»es Gymnasiums der Direktor unseres Museums, Dr H. Krüger, über seine Forschungen zur Gerichte der alten deutschen Straßen. Ein Stück un- । bekanntes Deutschland, auf das gerade in unserer ! * Heimat die Reichsautobahn den Blick lenkt, wird dmrch den Vortrag und die begleitenden Lichtbilder ; t'er Vergessenheit entrissen. Der Oberhessische Ge- Ichichtsverein gibt, wie immer, freien Eintritt. Hochschulnachrichten. Professor Dr. Eduard K o h l r a u s ch, Ordinarius für Strafrecht an der Universität Berlin, vollendete sein 6 5. Lebensjahr. Kohlrausch stammt aus Darmstadt; er begann seine akademische Laufbahn 1902 in Heidelberg, wurde 1906 Ordinarius in Köiigsberg, ging 1913 in gleicher Eigenschaft nach Straßburg und 1919 als Nachfolger feines Lehrers Professor von Liszt nach Berlin. Kohlrausch ist Herausgeber der Zeitschrift für die gesamte Strafrechtswissenschaft und hat zahlreiche Arbeiten über Strafrecht und Strafrechtsreformen veröffentlicht. Seit 1934 ist Professor Kohlrausch auch Mitglied der Akademie für Deutsches Recht. Professor Dr. Hermann M. Flasdieck, Ordinarius für englische Philologie an der Universität 3e n a, hat einen an ihn ergangenen Ruf nach Münster abgelehnt. Flasdieck habilitierte sich 1923 m Göttingen für englische Philologie, ging als Extraordinarius 1925 nach Jena und wurde dort schon im nächsten Jahre zum o. ö. Professor ernannt. Der ao. Professor Dr med. vet. Paul Hofmann ift zum Ordinarius für Hygiene an der Technischen Hochschule Dresden ernannt worden. linsten künstlerischen Funktionen in feiner Person Einigt: er schrieb, mit Karl Peter G i l l m a n n stsammen, das Drehbuch, er führte Regie und er ipelte die Hauptrolle. Diese Hauptrolle ist Lord ilithur Cavershott, eine typisch Goetzsche Lustspiel- ittmr, gleicherweise aus seiner Phantasie wie dxm klassischen Lande der Sonderlinge und ükAelsächsischen Spleens hervorgegangen. Großbetrieb Llniversttätskliniken Gießen Für Gießen und Umgegend von großer wirischastlicher Bedeutung. Wenn man in Gießen von Großbetrieben spricht, so denkt jedermann nur an die industriellen Unternehmungen in unserem Gemeinwesen Und doch gibt es hier einen Großbetrieb, der n'cht nur für unsere ötabt, sondern auch weit darüber hinaus große Bedeutung besitzt. Bei diesem Großbetrieb handelt es sich um eine Einrichtung, die im Dienste der leidenden Menschheit steht, die aber auch in wirtschaftlicher Hinsicht weitreichende Wirkungen auslöst: nämlich um unsere Universitätskliniken. In diesem Großbetrieb der Kliniken, der Heil- und Lehrbetrieb ist und neun Kliniken sowie vier L?reti.sche Institute umfaßt, werden alltäglich 1000 bis 1100 Patienten betreut In deren Dienst stehen ständig nahezu 700 bezahlte Kräfte, daneben werden aber noch etwa 200 Volontäre und Volon- tarmnen im Rahmen ihrer Aus- und Fortbildung m den verschiedenen Kliniken beschäftigt. Nicht zu diesem Großbetrieb gehören drei andere, auf der gleichen Linie wirkende Institute, nämlich die Heilstätte Seltersberg, die Lupusheilstätte und die Orthopädische Klinik, die sich sämtlich im Besitze von gemeinnützigen Organisationen befinden und nur durch ihre ärztlichen Leiter in Personalunion mit einigen anderen Kliniken der Universität stehen, im übrigen aber völlig selbständige Verwaltungen haben. Die wirtschaftliche, Bedeutung der zum Großbetrieb „Universitätskliniken" gehörenden neun Kliniken und vier theoretischen Institute wird besonders erfennbar, wenn man sich an einige Zahlen hält, uür die Beschaffung von allen wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Bedarfsartikeln dieser Kliniken wurde im Jahre 1937 ein Betrag von über eine Million Mark ausgegeben; an diesem Betrage ist allein die Kliniksapotheke mit 122 000 Mark beteiligt. Die Bedürfnisse der sachlichen Verwaltung erforderten im Jahre 1937 eine Ausgabe von rund Lord Cavershott hegt eine übrigens ziemlich nglische Napoleon-Verehrung, die auf eine aller- lir gs englische Weife in Schrulligkeit ausgeartet ist. Ir seinem Arbeitszimmer gibt es nicht nur Büsten 15 Bilder Bonapartes, nicht nur die berühmte iritiale N und Schlachtenlandkarten mit Fähnchen, em, frühmorgens hört man aus der Spieluhr die DbrfeiUaife, und Caverfhotts Kammerdiener Rustan i'ckt feinen Gebieter am Tage der Schlacht bei ZUerloo mit einem Pistolenschuß, am Geburtstage t: Kaisers hingegen sänftlicher, aber nicht minder nuig mit dem melodischen Geräusch einer Kinderoper. So ein Mann ist das. so eine Rolle. Dies Aus der Stadt Gießen. Stille Vorfreuden. Mit der Vorfreude ist es eine eigentümliche Sache. Sie ist da, ehe überhaupt ein Ereignis zur Wirklichkeit wird, und häufig erweist sich ihr Gemütswert so groß, wie er später nicht wieder erreicht wird, wenn der erwartete Zustand eingetreten ist. Auch jetzt geht mancher mit einer Vorfreude um, ohne kaum davon zu reden. Vielleicht spricht er nicht darüber, weil es sozusagen ein Vorschuß auf spätere Freuden ist, und von einem Vorschuß macht man bekanntlich Jjein Aufheben. Indessen, wer aufmerksam seine Umgebung betrachtet, wird finden, daß diese Vorschußnehmer oder Genießer der stillen Vorfreuden zahlreich sind. Ja, man kann sie beinahe in jedem Hause finden. Da wohnt beispielsweise in meinem Nachbarhaus eine alte Dame, die während des Sommers ihren Balkon mit den schönsten Blumen schmückt. Jetzt zeigt er sich zwar kahl und nüchtern. Nur vor den benachbarten Fenstern steht dicht gereiht Glas an Glas, und jedes Glas trägt eine Papiertüte. Die Sache sieht ein bißchen merkwürdig aus, der Eingeweihte weiß jedoch, daß unter diesen Papiertüten ; die zarten Knospen von Hyazinthen keimen. Aus den mit Wasser gefüllten Gläsern holen sich die langen Saugfäden der Zwiebeln die Kraft zu ihrer : Entwicklung, bis sich eines Tages das Wunder der , buntesten Farben an den Fenstern zeigt. Um diesen ; erfreulichen Anblick zu genießen, ehe der Balkon < wieder geschmückt werden kann, läßt die alte Dame j ihren Pfleglingen alle Sorgfalt angedeihen. So bereitet sie sich ihre stille Vorfreude auf den Früh- | Ung. Es gibt Leute, die um diese Zeit Kirschenzweige | ins Wasser stellen und von einem Tag zum andern « warten, daß sich die Knospen öffnen. Es ist W-eifel- j los ein reizvolles Spiel, auf diese Weise ein Stück- i chen Frühlingsseligkeit vorab zu kosten. , Aber die stille Vorfreude sprint aus allen Bemü- 5 Hungen, schon jetzt ein Stückchen Frühling im Zim- < mer lebendig werden zu lassen. Und offenbart sich t darin nicht eine tiefe Sehnsucht des Menschen, den < Dingen der Natur, unter deren ewigen Gesetzen er steht, immer nahe zu fein? H. W. Sch. „Napoleon ist an allem schuld." Gloria-Palast. Schon als Curt G o e tz e n s Name zum ersten Male, noch ziemlich schüchtern und versteckt, in t-ilmprogrammen auftauchte, mar eine äußerst an- lygenbe und wohltuende Wirkung zu verspüren und t ii sehr merklicher Unterschied gegen Filme ähn- lodjer Art ohne seine Mitwirkung Er hat, wie tnan sich vielleicht erinnern wird, seinerzeit die 5 ialoge zu den „Sieben Ohrfeigen" und zu den „Glückskindern" geschrieben, und ein beträchtlicher Anteil am heiteren Erfolge war seinem knappen, toaren und witzig pointierten Text zuzuschreiben Achon damals wurden Stimmen laut, die auf die unbestreitbare Bereicherung hinwiesen — gerade unsere Operetten- und Lustspiel-Filmbücher litten Md leiden ja vielfach unter den Nachlässigkeiten und Banalitäten des gesprochenen oder gesungenen Tex- 1(3 — und empfahlen, Curt Goetz in der künftigen Produktion zu noch umfangreicherer Mitarbeit verpflichten. Die Tobis hat sich das nicht zwei- mal.fagen lassen, und dies ist nun der erste richtige, Zusagen abendfüllende Curt-Goetz-Film. 2 ahnrtein l ftättenbetriebe nicht zu vergessen, die aus der Beherbergung und Bewirtung solcher Krankenbesucher, die sich mehrere Tage lang hier aufhalten, mancherlei annehmbare Einnahmen erzielen. Und auch hier wieder ist die Stadt Gießen selbft in der Rolle einer guten Nutznießerin des Kliniks-Großbetriebs, denn durch diese Einrichtung wird unserer Stadt die Schaffung und Unterhaltung eines eigenen Krankenhauses erspart, das sie beim Nichtvorhandensein der Kliniken mit erheblichen Aufwendungen schon längst hafte schaffen und Jahr für Jahr unterhalten müssen. Wenn also unsere Stadt non Zeit zu Zeit Aufwendungen für Zwecke der Universitätskliniken macht, so ist darin ein Beitrag zu erblicken, der sich unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten für die Stadt als solche durchaus vertreten läßt Mit seinen 44 Gebäuden mit vier Hauptküchen und einer modernen, entsprechend geleiteten Diätküche, einem großen Maschinenhaus mit Fernheizung, Lichtversorgung und Warmwasser-Bereitung, eigener entsprechend großer Waschanstalt, ferner mit gut gepflegten Garten- und Parkanlagen, die den Patienten schöne Spaziergänge ermöglichen, bildet der Bereich der Universitätskliniken gewissermaßen ein Stadtviertel für sich. In Gießen wird denn auch nur vom .Lliniksviertel" gesprochen. Die Einrichtungen in.den Kliniken sind nach jeder Richtung hin mustergültig und werden auf dem modernen Stande der Wissenschaft und Kliniks- praxis gehalten. Der Staat als Eigentümer wendet alljährlich erhebliche Mittel für die Universitätskliniken auf und vollbringt damit ein dankenswertes Werk zum Besten dieser Einrichtung, die der Allgemeinheit nicht nur durch Heilung von Krankheiten, sondern auch durch die Heranbildung eines tüchtigen ärztlichen Nachwuchses zugute kommt Daß nach mancherlei Richtung hin noch Wünsche und Erfordernisse auf bauliche Erweiterung ufro. bestehen, ist verständlich und erklärlich durch die Tatsache, daß die Benutzung unserer Universitätskliniken eine tanöig aufwärtsstrebeyde Tendenz aufweist, wodurch sich die baulichen Erfordernisse usw. von selbst ergeben. Es ist außerordentlich erfreulich, auf diese Entwicklung der Frequenz Hinweisen und dabei mitteilen zu können, daß unsere Kliniken nicht nur aus Oie- kriegerisch intoniertes Chanson; und dann die schönste, die feinste, die völlig unnachahmliche Szene des halblauten Zwiegespräches zwischen Lord und Lady Cavershott, die natürlich mit Vornamen Josephine heißt. * Da ist das Ehepaar Curt Goetz und Valerie von M a r t e»n s ganz unter sich, und in diesem Zwiegespräch ist aller Scharm, alle Eleganz, aller Witz und auch der sehr zarte erotische Zauber spürbar, der von den besten Szenen in Goetzens Theater ausstrahlt. Hier erlebt man wieder, was das für ein ungewöhnlich begabter und kultivierter Schauspieler ist, und auch Valerie gibt sich hier, wie im ganzen Film, mit der sozusagen minutiösen Anmut und Liebenswürdigkeit, die sie zur Partnerin ihres Gemahls so wunderbar geeignet mach^. Neben beiden taucht das sehr muntere und sehr kleinmädchenhafte Pünktchen auf, das im bürgerlichen Leben Else von M ö 11 e n d o r f f heißt; Pauk Henckels als der pomadige Lord Cunningham; Max G ü l ft o r f f als quecksilbriger Pariser Professor Meunier; Hermann Pfeiffer als der düstere Bühnenbonaparte; Kirsten Hei berg, die, auf den Spuren ihrer Landsmännin Zarah Leander wandelnd, hier als Revuesängerin zum ersten Male herausgestellt wurde. — (Tobis.) Die Wochenschau bringt Bilder von der Reichstagssitzung am 30. Januar. Ein farbiger Kulturfilm berichtet erstaunliche Dinge von Hauswirten und Mietern auf dem Meeresgründe. Dazu eine originelle akrobatische Szene.als Bühnenschau. Hans Thyriot. Die perle als ältester Schmuck. Der Zauber, der die Perle zum begehrten Besitz bet' Frauen macht, wirkt befreite feit unvordenklichen Zeiten auf das Gemüt des Menschen. Daß auch schon der vorgeschichtliche Mensch die Schönheit der Perle kannte und schätzte, kann man aus den Funden in Gräbern der späten Steinzeit schließen, in denen man Kügelchen aus Gold und sogar aus Ton fand, die offensichtlich die Form und sogar den Glanz der Perle nad)aj)men sollten. Man kann sich also vorstellen, daß die' Küstenbevölkerung des Persischen Golfes, die hauptsächlich von Fischen lebte, schon vor vielen tausend Jahren den wundervollen Inhalt der Perlenauster entdeckt hatte. Soweit schriftliche Ueberlieferung einen Rückschluß gestattet, finden wir die Perle gefeiert und gepriesen. In dem großen indischen 'Nationalepos, dem . ist aber nur die Einleitung; die eigentliche Handlung kommt erst in Gang, als Cavershott zu einem Napoleon-Kongreß nach Paris fährt, wo sich die Ereignisse und Verwicklungen auf eine lustspiel- mäßige Weise zu häufen und zu überstürzen beginnen. * Wenn mir finden, daß Goetz hier den Stil und die Wirkungselemente seiner Theaterstücke auf die andersartigen Methoden des Films übertragen habe,' so bedeutet dies einmal und vor allem, dnß das Endprodukt in allen Teilen die Einheit des schöpferischen Willens spüren läßt, indem sich die Wirkungen des Autors, des Spielleiters und des Hauptdarstellers in einer, feiner Person begegnen und zurückstrahlen; hier ist alles aus Goetzens G^ist und lockerer Phantasie gestaltet, alles auf Heiterkeit, Leichtigkeit, Witz und Ironie aufgebaut. Es bedeutet aber ferner, daß man den Inhalt kaum der Reihe nach erzählen kann, ohne dem Film seine Eigenart zu nehmen: eben die Elemente nämlich, welche ihn unverwechselbar als Goetzens Erfindung ausweisen. Es ist kein Zweifel, daß. umfangreiche Partien etwas von jenem heiteren Kammerspielton mitbringen, der feine Stücke auszeichnet, und der nicht geradezu für die Filmwiedergabe gemacht ist; es wird hier ein Dialog gesprochen, der in jedem Satz genau ausbalanciert und scharf pointiert ist, und während es in vielen Lustspielen kaum darauf an- kommt alles wortwörtlich zu verstehen, ist es hier um jedes Wort schade, das unter den Tisch fällt. Dieser Dialog erhält ein überaus anmutiges Gegengewicht in den ebenso präzise ausgerichteten und taktierten Szenen einer Napoleon-Revue in Paris und in einer Fülle von witzigen und übrigens auch filmisch wirksamen Einfällen. Die Sensation der Revue ist ein großes Napoleon-dl, das aus lauter hübschen Mädchenköpfen gebildet wird. Den (leider unhistorischen) Punkt hinter dem N macht der hübsche Kops des Mädchens Madeleine, das dieser Rolle wegen auch Pünktchen genannt wird und des Pünktchens wegen sich und Lord Cavershott^ in die verblüffendsten Abenteuer und Konflikte stürzt Zuvor gibt es einen Kongreß, n>o auf die scharmanteste Art über die Auslegung des berühmten Ausspruchs „voila un homme!“ (bei der Begegnung Napoleons mit Goethe) disputiert wird; es gibt auch eine spuk- und traumhafte Fortsetzung des Disputes in Caverfhotts Gespräch mit Napoleons Geist; es gibt ein hanebüchenes Duell in Morgenröcken und Zylinderhüten; das Pünktchen wird adoptiert; Cavershott singt ein herrlich 410 000 Mark. Durch das ständige Anwachsen der Patientenzahl im Verlaufe der letzten Jahre, insbesondere des Jahres 1938, ist natürlich auch eine Steigerung der Wirtschaftsbedürfnisfe eingetreten, fo daß allein in den ersten acht Monaten des zur Zeit noch bis 31 März laufenden Verwaltungs- jahres 1938 bereite eine Summe von rund einer Million Mark ausgegeben wurde Natürlich stehen diesen Ausgaben aud) entsprechend hohe Einnahmen gegenüber. Diese Zahlen find em Gradmesser für den Umfang der wirtschaftlichen Bedeutung dieses Großbetriebes. Viele Geschäftsleute in Gießen und auch unsere Stadt selbst können den Großbetrieb „Kliniken" zu ihren guten Kunden zählen. Bei der Beschaffung der Lebensrnittel und vieler anderer Materialien kommen weite Geschäftskreise in Gießen, aber aud) darüber hinaus in Oberhessen und in manchen anderen Gegenden unseres Reiches als Lieferanten in Betracht. Die Stadt Gießen besitzt, da die Kliniken viel Wasser brauchen und ihren elektrischen Strom nur zum Teil im eigenen Betrieb erzeugen können, sowohl bei der Wasserversorgung, als auch bei der Elektrizitätsabgabe in den Kliniken einen Großabnehmer. Daß die Landwirtschaft als Lieferant dieses Großbetriebes gleichfalls an hervorragender Stelle steht, ist wohl ohne weiteres einleuchtend. Denn wenn auch die Kliniken ein eigenes Gelände (Zier- und Nutzgelände) von etwa 10 Hektar Umfang besitzen, so ergeben sich doch immer noch erhebliche Liefermöglichkeiten für weite Kreise der landwirtschaftlichen Versorgung. Auch die im Kliniksbetrieb — entsprechend den Anforderungen des Vierjahresplans zur bestmöglichen Verwendung allex Abfallstoffe — unter Verwendung des nicht verkauften Gespüls durchgeführte Mast von Schweinen und die Fütterung der Versuchstiere macht wertmäßig nur ßen und Oberhessen und den unmittelbar angrenzenden preußischen Kreisen fortlaufend Zuzug von Patienten haben, sondern daß auch Kranke aus weit entfernten Gegenden. 3. B. aus Westfalen, aus dem Nheinland, aus Mitteldeutschland usw. zur Behandlung die Gießener Kliniken aufsuchen. Diese Tatsache spricht für den weithin geltenden guten Ruf der Gießener Universitätskliniken, die im Kreise der Einrichtungen der . benachbarten Universitäten an guter Stelle stehen und die entsprechende Würdi- gung erfahren. Die gleiche Feststellung gilt auch für den Zuzug von Patienten aus der engeren Heimat, wenn man sich vergegenwärtigt, daß es hier in vielen Städten an guten Krankenhäusern nicht fehlt. Reben den Universitätskliniken bestehen in Gießen aber auch noch andere Krankenhäuser, die sich besten Rufes und einer guten Frequenz erfreuen und die sich wirtschaftlich gleichfalls in bedeutsamem Aus- maß für unsere Stadt auswirken. So können also unsere Univer,ltatsklmiken als Großbetrieb nach jeder Richtung hin als eine wert- volle Einrichtung und Stütze im Rahmen unserer heimischen Wirtschaft angesehen werden. B- Aufruf! An alle Teilnehmer des Reichsberufswettkampfes der Wettkampfgruppe „Der Deutsche handel". 1. Wettkampflage. Die Wettkampftage sind folgende für: Leistungsklasse I und V: Montag, den 6. Februar 1939; Leistungsklasse II. Dienstag, den 7. Februar 1939; Leistungsklasse III, VII, VIII, XI und XII: Mittwoch, den 8. Februar 1939. 2. Wettkampf und Zeit. Für sämtliche Leistungs- Haffen findet der Wettkampf in der Kaufmännischen Berufsschule in Gießen, Liebigstraße Nr. 16, II. Stock, statt. Antreten an den genannten Tagen jeweils um 7.45 Uhr auf dem Schulhof. 3 Verschiedenes. Alle Teilnehmer müssen, soweit möglich, in der Uniform ihrer Gliederungen erscheinen. Für Angehörige der HI. und des BDM. ist das Uniformtragen Pflicht. Der Wettkampf wird den ganzen Tag in Anspruch nehmen. Gesamtdauer zirka 7 Stunden. Jeder Teilnehmer hat mitzubringen: Füllfederhalter, Kopierstift, Bleistift, Radiergummi. Für weibliche Teilnehmer, welche haus- wirtschaflliche Aufgaben zu lösen haben, ist das übersandte Merkblatt besonders zu beachten. Ebenso ist für weibliche Teilnehmer Sportzeug mitzubringen, da der Sportwettkampf am glei- chen Tag stattfindet. 773D Die Ortsweltkampfleitung. Gez.: E. S t e i n e l. Gez.: O. Z ö l l e r. Aufruf. Heute führen folgende Wettkampfgruppen ihren Wettkampf durch: 892O Bau (Fliegerhorst Gießen). Eisen und Metall. Bergbau (Grube Fermie, Großen-Linden). Nahrung und Genuß. handel (Oeffenlliche Handelslehranstalt, Kaufmännische Berufsschule). Energie — Verkehr — Verwaltung (Gewerb- liche Berufsschule). Druck und Papier. Tagung mit dem Gebietsführer. Am Sonntag fand in Gießen eine Tagung der Stamm- und Gefolgschaftsführer des Bannes 116 statt, zu der Gebietsführer Brandt aus Wiesbaden erschienen war. In der Aula des Gymnasiums sprach der Gebietsführer zu der Führerschaft unseres Bannes und gab die Richtlinien für die Arbeit im Jahre 1939 heraus. Oie vielseitige und pikante Kartoffel. Schulungstagung der Abteilung Lolkswirtschafi-Hauswirtschast oes Kreises Wetterau. Gis. Etwa 100 Frauen aus dem Kreise Wetterau waren zu dem «chulungstag der Abteilung Dolfs- wirtschaft-Hauswirtschaft im Cafö Ebel zu Gießen erschienen. Sie alle freuten sich, wieder etwas Neues zu sehen und zu lernen. Die Abteilungsleiterin, Frau M a t t h y , begrüßte die Frauen und gab die erfreuliche Tatsache bekannt, daß die Abteilung nun eine eigene Küche bekommen soll. Diese Nachricht wurde mit großem Beifall ausgenommen, bedeutet sie doch eine geroal» tige Arbeitserleichterung für die Abteilung. Dann wurden die bereits fertiggestellten Speisen zu dem Thema „Die Kartoffel" gezeigt. Die Gausprecherin Frau Schäfer erklärte daraus den Frauen, daß das dringendste Bedürfnis der jetzigen Zeit fei, die Nahrung von der eigenen Scholle zu bringen. Was wir heute im Ueberfkuß hätten, sei die Kartoffel. Nun sei es in keiner Weise nötig, jeden Tag die Pell- oder Salzkartossel auf den Tisch zu bringen. Man könne aus der Kartoffel die mannigfaltigsten und schönsten Gerichte Herstellen. Der Staat gehe uns vorbildlich voraus; so sei der Sago bereits ein Kartosselerzeugnis. Das eingeführte Gustin und Maizena konnte auch schon durch ein deutsches Kartoffelpräparat ersetzt werden. Bei mehrfacher und vielfälliger Kartoffelverwendung konnte auch der Reisverbrauch wesentlich eingeschränkt werden. Wir leisten damit dem Staate und uns selbst die größten Dienste. Die vorgeführten Rezepte seien auch ein Beitrag zur gesunden und sachverständigen Ernährung, denn durch richtige Nahrung erhalten mir uns gesund, und der Staat brauche gesunde Bürger. Darauf ging Frau Schäfer zu den Rezepten über, und es wurden die Kostproben herumgereicht. Den Anfang bildete eine vorzügliche Gemüsesuppe mit der ausgezeichneten Einlage von Kartoffelbällchen. Dann gab es Wickelklöse mit Fleischfülle und Endiviensalat. Sie mundeten vorzüglich; man kann dasselbe Rezept auch mit Obst (dann natürlich ohne Fleischfülle) verwenden. Dann kam der herrliche Kartoffel-Pudding mit Tomatensauce, als Nachspeise ein ganz herrlich schmeckender Sagopudding mit Danillesauce, eine Kartoffelquarktorte, ein Kartoffelstreuselkuchen und ein Wickelkuchen mit der verbilligten Marmelade gefüllt. Jeder von den dargebote- nen Kuchen schmeckte in seiner Art vorzüglich und war nur aus vorgenanntem Material hergestellt. So war den Frauen die Vielseitigkeit der Kartoffelnahrung praktisch schön vor Äugen geführt worden. Sie bekamen auch ein dementsprechendes Rezeptbüchlein in die Hand gedrückt, und man hörte des öfteren die Aeußerung, sie wollten das nun gleich in dieser Woche durchkochsn. Nach beendeter Mahlzeit setzte eine sehr rege Aussprache ein, die zeigte, daß die Ausführungen auf fruchtbaren Boden gefallen waren. Frau Matthy schloß darauf die Schulung im üblichen Rahmen. Die Hausfrauen am nächsten Einiopssonnlag. Am Eintopfsonntag des Februar — übrigens dem vorletzten „Eintopf" des Winterhalbjahres 1938/39 — wird als erstes Eintopfgericht Graupen» uppe mit Mohrrüben und Rindfleischeinlage empfohlen. Die Graupe ist als Trägerin hoher Nährwerte eines unserer wertvollsten Erzeug- nisse. Nicht weniger wichtig ist die Mohrrübe, die uns in diesem Winter reichlich zur Verfügung steht. Und wenn zu diesen beiden Erzeugnissen eine kräftige Rindfleischeinlage kommt, wird sicherlich jede Hausfrau, die sich für dieses Gericht entscheidet, ein besonderes Lob ernten. In vielen Haushaltungen wird aber der Duft eines zweiten Gerichtes durch die Küche ziehen, und wer kennt nicht jene Düste, die beim Kochen von Hammelfleisch schon vorher den Appetit reizen. Hammelfleisch mit Weißkohl gedämpft, das ist das zweite Gericht des nächsten Eintopfsonntages. Eines dieser beiden Gerichte wird bestimmt Zuspruch sinden. Aber in kluger Voraussicht werden zu jedem Eintopfsonntag vier Gerichte genannt, vvn denen sogar die beiden letzten eine Vielzahl von Möglichkeiten offenlaffen. Wenn als Nummer drei, wie immer, der Fisch- e into p f in die Reihe der Eintopfgerichte aufgenommen wird, so steht dieser Eintopf ebenbürtig neben den andern. Fisch ist dem Fleisch gleichwertig. Diesen Satz sollte sich jede Hausstau einprägen. Wenn unsere Fischer in Sturm und Eis ihre schwere Arbeit tun, ist es unsere Pflicht, den Ertrag ihrer Arbeit ernährungswirtschaftlich richtig zu verwerten. Alle Kräfte sind am Werk, um auch in den entferntesten Gegenden unseres Reiches den Fisch stisch und appetitlich der Hausfrau anzubieten. Der Gemüseeintopf nach Wahl oder vegetarisch beschließt, wie immer, den Reigen der Eintopfgerichte. In den einzelnen Gebieten des Reiches sind jeweils diese ober jene Erzeugnisse besonders reichlich am Markte. Der Gemüseeintopf soll als landsmannschaftliches Gericht unter bevorzugter Verwendung der in den einzelnen Gebieten des Reiches besonders reichlich vorhandenen Gemüsesorten zubereitet werden. Man sieht, auch die verwöhntesten ßetferjnäuler können am 12. Februar zustiedengestellt werden. WH W.-WunschkonzertimWehrkreiö IX NSG. Ihr Wunsch für das WHW.-Wunschkonzert der Wehrmacht am 27. Februar (Märsche, Soldatenlieder, Tanzmusik) kann leicht erfüllt werden. Teilen Sie ihn auf der Zahlkarte mit, mit der Sie eine Spende auf das Postscheckkonto Generalkommando IX. A.-K., Abt. Ic, Frankfurt a. M. 4820, überweisen. Weiter vorwärts im Reichsberufswettkampf. Reichspost. Banken. Drogisten. Gießen war der Austragungsort des Reichs- berufswettkampfes für etwa 170 Teilnehmer und Teilnehmerinnen der R e i ch s p 0 st, die aus ganz Oberheffen, dem Westerwald und Lahntal hierher kamen. Die Teilnehmer wurden von den Gießener Kameraden in Hotels untergebracht. Am Sonntagmorgen begrüßte sie Postrat Z 0 11 f r a n k in der Turnhalle der Oeffentlichen Handelslehranstalt am Wernerwall und machte sie in trefflichen Worten auf die Bedeutung des Reichsberufswettkampfes gerade für die Post aufmerksam. Nach einem gemeinsam gesungenen Lied ging es dann in den Wettkampf, dessen Leitung Oberpostinspektor S a h m hatte. Außer den Posthandwerkern, die an anderer Stelle geprüft wurden, beteiligten sich Postfacharbeiter, Postangestellte und unter der Leitung von Frl. Bode, Frl. Stern und Frl. Rupp Kameradinnen vom Fernmeldeamt daran. Die Aufgaben bestanden außer aus Rechenaufgaben in Prüfungen sachlichen Rechnens und fachlichen Könnens, vor allem in der Formblattkunde und bei den Teilnehmerinnen auch in Handarbeiten. Neben der Reichspost hatte die Abteilung Ban» k e n und Versicherungen eine sehr gute Beteiligung aufzuweisen. Diese Abteilung (Leitung: Pg. G ö tz) wurde auch von dem Gauwettkampfleiter Dillenburg aus Frankfurt a. M. inspiziert, der sich in Begleitung des Kreiswettkampfleiters Baur befand. Als Mithelfer hatten sich Gießener Bank- und Versicherungsfachleute zur Verfügung gestellt. Die sehr vielseitigen Aufgaben stellten über das Rechnen hinaus besonders in der Fachkunde an die Teilnehmer und Teilnehmvinnen erhöhte Anforderungen. Die Aufgaben für die Drogisten, bie gkid)» falls in der Oeffentlichen Handelslehranstalt ihren Wettkampf austrugen, galten in Sonderheit der lateinischen Bezeichnung der Waren und der Warenkunde selbst. , . .... In der Abteilung Gesundheit sw es e n stellten sich zahlreiche Psiegerinnen zum Wettkampf, ow neben theoretischen Aufgaben auch praktisches Können, u. a. in der Anlegung von Verbänden und der Gesundheitspflege und Krankenbehandlung zu beweisen hatten. Lahresappell derGiehenerKavallerie-Kameradsckast. Die Kavallerie - Kameradschaft hielt im „Bayerischen Hof" unter dem Vorsitz ihres Kameradschaftsführers Ernst Hartmann ihren Jahreshauptappell ab. Außer den Ehrenmitgliedern George und Schäfer konnten auch die jungen Kameraden vom Reiterzug des JR. 116 begrüßt werden. Im Anschluß an die Begrüßungsansprache erstattete der Schriftführer, Kamerad Mich. Kolb, den Jahresbericht. In diesem wurde u a. auf die Umorganisation von den Waffenringen zum NS.- Reichskriegerbund hingewiesen und die vielen Gelegenheiten aufgezählt, bei denen die alten Kavalleristen in Erscheinung getreten sind. Kameradschaftsführer Hartmann kennzeichnete anschließend die Aufgaben, die der Kameradschaft nach der Auflösung der Waffenringe als Mitglied des NSRKB. zufallen. Er hob dabei hervor, daß der forsche Geist, der die Gießener Kameradschaft immer ausgezeichnet habe, Unterpfand für die Erfüllung der Pflichten bleiben werde, die den alten Soldaten aufgetragen wurden. Dor allem solle durch den Zusammenschluß aller Soldaten in einem Bunde der soldatische Geist, der jeden einzelnen bis ins hohe Alter hinein frisch erhält, gepflegt und die Lchießkunst geübt werden. Durch die Beauftragung der SA. mit der sportlichen Pflege des deutschen ManneO seien die Aufgaben des NSRKB. nicht berührt, sondern sie fänden nur eine gute Grundlage. Außer den sportlichen Aufgaben habe der NS - Reichskriegerbund auch eine ideelle Ausgabe in der Unterhaltung der Waisenhäuser und Erholungsheime. Alle diese großen Ziele sollten den letzten alten Kavalleristen veranlassen, sich dem großen Bunde durch feine Kameradschaften anzuschließen. Kamerad Hartmann gedachte weiterhin aller Gefallenen und der im letzten Jahre verstorbenen Kameraden. Er machte bann noch auf den NS.- Reichskriegertag im Juni in Kassel aufmerksam. Hierauf erstattete der Rechner, Hch. Rohrbach, den Kassenbericht, der über gesunde finanzielle Verhältnisse Ausschluß gab. Der Mitgliederbestand ist größer geworden. Die Kameradschaft hat auch ihre Verpflichtungen gegenüber dem WHW erfüllt. Auf Anttag des Rechnungsprüfers, Kamerad Müller,, wurde dem Rechner Entlastung erteilt. Kamerad Hartmann dankte dem Rechner Rohrbach für seine mühevolle Arbeit und dankte auch allen feinen anberefi engeren Mitarbeitern für die Entlastung, die sie ihm durch ihre Mitarbeit bereiteten. Der Kameradschaftsführer hob hervor, daß Kamerad Rohrbach bereits für besondere Verdienste bas Mackensen-Ehrenkreuz 1. Klasse überreicht worden ist, das im letzten Jahre auch die Kameraden Fr. Jakob H e y d und W a l d s ch m i d t (Leihgestern) erhalten haben. Die Führung der Kameradschaft bleibt die gleiche, es war lediglich eine Erweiterung notwendig, so daß der Führerrat sich jetzt zusammensetzt aus den Kameraden: Louis Geller, stellv. Kameradschaftsführer, Michel Kolb als 1. und Georg Schneider als 2. Schriftführer, Hch. Rohrbach als 1. und Wilhelm Li ch als 2. Rechner, Valentin Jmmel als Schießwart und Daniel Kessel als Stellvertreter, Georg Strauß als Sozialwart Ahrador wäTcht Hände rillenfauber Schuß im Funkhaus. 1 Hy Roman von itlariaiDberlfn. Copyright dy Prometheus-Verlag, Dr. Eichocker, Gröbenzell bei München. 16. Fortsetzung (Nachdruck verboten!) ’ „Kannten Sie die Dame vielleicht?" Seine c Stimme brannte jetzt förmlich. Evelyn bewegte ab- c wehrend und unbestimmt den Kopf. i „Ich kann darüber keine Auskunft geben", kam cs matt von den blaffen Lippen. ; Doch wohl Bluff, Ablenken auf falsche Fährte, s oder sonst etwas, dachte Schaub. Nun, so leicht kann * man es ihr nicht machen. „Jedenfalls werden Sie sich der Polizei zur Der- i sügung stellen — —" begann er. Brach ab, denn i die Tür öffnete sich nach raschem Klopfen. Eine Krankenschwester stand auf der Schwelle, blickte aus müden angestrengten Augen durch den 1 Raum, sah schließlich den Kriminalrat am Schreib- 1 tisch an. „Herr Kriminalrat Schaub?" \ Schaub stand auf. „Ja, Schwester, bitte?" 1 ..Herr Bortefeld hat die Operation überstanden । und ist bei Besinnung", sagte die müde Stimme l sachlich. Schaub fuhr zurück. Freude übergoß sein Gesicht. : „Er lebt? Er ist bei Besinnung?' Evelyn hafte sich taumelnd an den Schreibtisch gelehnt. Torsten beobachtete sie scharf. Ihre Augen leuchteten auf. „Er lebt!" murmelten die blassen Lippen. „Er lebt!" ..Wird er alles überstehen?" forschte Schaub und bot der Schwester Platz an. Sie ließ sich einen Augenblick auf der Kante des Stuhls nieder. „Vielleicht!" meinte sie vorsichtig. „Die große Kunst des Herrn Professors wird ihn hoffentlich rei- rcn. Herr Dr. Bortefeld ist bei Besinnung, doch noch zu schwach, jemanden zu sprechen. Seine ersten Worte galten dem Unglück — — Er fragte, was unternommen worden sei. Der Herr Professor .Hep- liebt klärte ihn in kurzen Worten auf, daß Sie die Angelegenheit übernommen hätten und alles tun würden, den Fall zu klären. Herr Bortefeld geriet sedoch in Erregung, als er das hörte. Er bat, das Unglück als einen selbstverschuldeten Unfall anzu° sehen ... nichts zu unternehmen ..." Schaub saß einen Moment unbeweglich. „Das ist unmöglich!" sagte er leise. „Es war kein Unfall, das weiß Bortefeid doch. Es war ein Anschlag, ein Ueberfall, ein Verbrechen!" Die Schwester zuckte die Achseln. „Das meinte der Herr Professor auch zu mir..." Sie dämpfte ein wenig die Stimme. „Ich glaube, Herr Kriminalrat, daß eine Frau im Spiel ist. Herr Bortefeld möchte sie nicht belasten, darum seine Bitte..." „Sehr gut möglich!" meinte Schaub und warf einen fdürfen Blick zu Evelyn hinüber, die matt am Schreibtisch lehnte. „Sehr gut möglich... Aber ich kann doch nicht meine Pflicht versäumen..." „Jedenfalls muß man den Verletzten beruhigen, Fieber soll vermieden werden ..meinte die Schwester ruhig. Sie brach ab, die Tür ging. Professor Hepstedt stand da. „Kann ich hier telephonieren? Ich kenne mich tn t diesem riesigen Gebäude nicht aus, Ihr Zimmer ist das einzige, was ich finde..." „Ja, selbstverständlich — hier ist das Telephon!" Der Arzt griff zum Hörer, ließ sich mit der Klinik verbinden, bestellte Zimmer, Krankenwagen, Nachtwache. „Wir müssen jetzt sehen, daß mir ihn hinüberschaffen. Kommen Sie, Schwester ..." „Einen Augenblick, Herr Geheimrat!" bat Schaub und sah den Chirurgen bittend an. „Die Schwester erzählt mir von Bortefelds Wunsch. Er ist begreif- lick) ... aber ich kann natürlich nicht ..." Der Arzt — müde, überanstrengt, nervös — unterbrach ihn knapp: „Tja, das müssen Sie wissen, Herr Kriminalrat. Das wichtigste ist dock, den Mann am Leben zu halten. Was glauben Sie, was das für eine schwierige Operation da oben war, nur mit den allernotwendigsten Hilfsmitteln. Er wäre uns unter den Händen gestorben, wenn mir nicht gleich zugegriffen hätten. Jetzt meine ich, das Wichtigste 1 ist wirklich, ihn zu beruhigen, ihm Aufregung zu ersparen. Das ist unsere verdammte Pflicht!" „Ihre Pflicht, Herr Professor", meinte der Kn- minalrat ruhig. „Ihre Pflicht ist es, den Verletzten zu heilen. Die meine, dem Verbrechen nachzugehen --" 1 Der Arzt fuhr sich nervös durch das eisgraue 1 Haar. ' „Schließen mir einen Kompromiß", sagte er 1 schließlich. „Ich rnerde ihm sagen, daß Sie die Un- • tcrsuchung einstellen. Das wird ihn beruhigen. Mor. 1 Yen können mir dann weitersehen ... es ist sowieso t spät, gleich elf Uhr..." 1 Schaub zuckte die Achseln. • „Beruhigen Sie ihn auf diese Weise", meinte er sachlich. „Gut. Und Dank, Herr Geheimrat, daß Sie ihn uns erhalten haben ..." Der Arzt schüttelte den Kopf. „Nicht so voreilig. Erhalten wollen —" Er ging nach einer kurzen Verbeugung heraus. Die Schwester folgte ihm, kam bann nochmal zurück. „Ehe ichs vergesse — hier ist die Kugel, die wir entfernt haben--" sagte sie noch urtb legte sie vor Schaub auf den Tisch. Dann hörte man noch einmal das leise Knistern ihrer gestärkten Haube, das schwache Klappen der Tür. Schaub ließ sich müde an den Tisch fallen. Er sah Evelyn Kay lange an. „Ich sagte Ihnen eben schon, daß Sie sich zur Verfügung der Polizei halten müssen", meinte er kühl. „Vergessen Sie das nicht. Melden Sie sich morgen acht Uhr bei mir. Ich lasse Sie heimbringen, weil ich keinen offiziellen Haftbefehl gegen Sie erwirken kann. Aber ich sage Ihnen gleich: Sie wer- den bewacht. Eine Flucht ist sinnlos, die Bahnhofs- und Hafenbehörden sind verständigt. Ihr Haus wird beobachtet. Ich denke, Sie haben'mich verstanden?" Evelyn preßte die Lippen fdjmal zusammen. „Ich habe nur verstanden, daß Sie mich immer noch für die Täterin halten!" sagte sie rauh. Schaub zuckte die Achseln. „Sie tönnen vielleicht Glück haben und mit einer Anklage auf Korperver- letzung davonkommen. Torsten, haben Sie das Protokoll aufgenommen?" „Ja." „Also gut, Fräulein Kay, mir werden Sie setzt heimbringen. Sind Sie so schuldlos, wie Sie sagen, kann es Ihnen nichts ausmachen, wenn mir für eine Nacht Ihr Haus bewachen. Und sonst..." Er fd)roieg einen Moment bedeutungsvoll — — — „denke ich, daß Sie vernünftig sein..." Evelyn wurde plötzlich wieder fahl und griff angstvoll nach einem Halt. „Mir ist so schlecht!" bauchten die blaffen Sippen. .Nur einen Augenblick Ruhe — — ein ©las Wasser..." Schaub schüttelte den Stopf. „Schon das zweite Mal! Na, gut, Torsten, bringen Sie sie herüber und lassen Sie sie eine Weile ruhen, sonst macht sie unterwegs Ihnen noch Scherereien!" Evelyn hatte die Worte schon nicht mehr gebärt, sie fühlte sich in eine bodenlose Tiefe sinken. Nach einer Weile kam Torsten zurück, er gähnte, sah müde aus und war ebensv verstimmt, wie ein Chef. „Sonderbare Angelegenheit!" murrte er. „Wer kann es denn sonst aewesen fein als sie?" Schaub legte die Kugel, die die Schwester ihm gegeben hatte, sehr behutsam in den Lauf des Re- volvers. „Natürlich! Paßt!" meinte er kopfschüttelnd. „Und dabei leugnet sie die Tat mit einer solchen Beharrlichkeit!" „Ich wüßte auch gar nicht, was es sonst für Beweggründe gäbe , als private!" meinte Torsten noch. „Um Borte seid zu berauben, tarn natürlich niemand ins Funkhaus, ferne Wertgegenstände waren alle bei ihm--es ist unbedingt ein persönlicher Grund gewesen —" „Lassen Sie uns die anderen Besucher näher be< trachten —" Torsten zog einen schwarzen Block aus der Tasche. Schaub fuhr auf. ,Hst übrigens jemand bet Fräulein Kay?" „Ja, einer von unseren Leuten." „Gut. Also ...?" „Als Besucher waren da: 1. Mia von Daalen. War bei ihm bis 5.30 Uhr. Fuhr gleich ins Theater, weil sie abends eine große Nolle zu fingen hatte und noch etwas Ruhe haben wollte. Einwandfreies Alibi. Bezeugt durch ihre Garderobiere und den Theaterfriseur ..." „Gut. Weiter." „Dann der Konzertmeister. Don vier bis zwanzig nach vier etwa. Nachmittagsaufenthalt unbekannt, aber auch unwichtig. Hatte von sieben bis halb neun Orchesterprobe, anstrengende Probe, hat den Probe- raam nicht verlassen. Auch er kann für die Tat nicht in Frage kommen. Dann weiter: Thomas Kay. War von halb fünf bis etwa halb sechs bei ihm, saß bann im Restaurant und war zur fraglichen Zeit mit einigen Konservatoriumsfreunden zusammen, saß die ganze Zeit entweder in der Schenke oder mit seinen Freunden in der „Goldenen Ente .. Schaub nickte ungeduldig. „Ja, ja, ist gut, Torsten! Schließlich ist das wich- tigfte ja auch: das Motto! Alle diese Besucher waren verärgert, erregt und etwas nervös — natürlich, aber zu einem Anschlag aus Haß — soweit hals wohl doch bei feinem gelangt! Und bedenken Sie: das ungeheure Risiko der Tat! Hier, in aller Oeffentlichkeit einen Anschlag zu verüben, dazu gehört schon völlige Verzweiflung oder blinder Haß ..." Torsten nickte langsam. „Ich muh mir die ganze Geschichte nochmal durch den Kopf gehen lassen. Jetzt, da Bortefeid lebt, verändert sich die Sache sehr. Wenn er sich auch weigert — die Sache muß aufgeklärt werden! Wo kämen wir denn da hin, wenn wir aus Rücksichtnahme alles vertuschen wollten! Mal sehen, ob wir ihn nicht morgen auf einen Augenblick sprechen können .. •" l (Fortsetzung folgt!) und Gustav Müller als Stellvertreter, Georg Schneider als Standartenträger, Karl Storck als Propagandawart und F. I. HeYb als Stell- Vertreter. Anschließend sprach Kamerad Immel über das Schießwesen. Nachdem noch weitere geschäftliche Fragen erledigt waren, brachte Kamerad Kolb eine Erinnerung an den verstorbenen Kameraden Dähnhardt vor. Die guten Beziehungen zum Reiterzug sollen weiter ausgebaut werden. Im An- schluß an den Hauptappell fand ein kameradschaft- liches Zusammensein mit den Frauen statt. NG.-Gemeinschast „Kraft durch Freude". Achtung! Theaterring. Der Spielplan ändert sich wie folgt: 11. 2. „Lustige Witwe: 4. 3. „Aida"; 18. 3. „Flitterwochen". Die Veranstaltung am 7.2. muh auf den 3. 4. verschoben werden. 904V Dom Deutschen Hofen Kreuz Gießen Mit der Austeilung des Kreises Schotten wurde auch die Deutsche^Rotkreuz-Kreisstelle in Schotten au'gelüst und die in den zum Kreise Gießen überführten Orten stehenden DRK.-Einheiten von der DRK.-Kreisstelle Gießen übernommen. Der DRK.- Zug (m) Laubach wurde vorläufig als 4. DRK.-Zug der DRK.-Bereitschast (m) Gießen 2 zugeteilt, während der DRK.-Zug (w) der DRK.-Bereitschast (w) Gießen zugeteilt wurde. Die DRK.-Ortsgemeinichaft Laubach wurde in die DRK.-Kreisgemeinschast Gießen übernommen. ' In Hausen bei Gießen konnte eine DRK.-Orts- gemeinschaft mit 30 Mitgliedern errichtet werden, als deren Leiter Bürgermeister Göbel in Hausen durch den DRK.-Kreisführer, Landrat Dr. Lotz, in Gießen ernannt wurde. Gleichzeitig war dort die Bildung je einer DRK.-Gruppe (m) und (w) möglich, die in einem durch Dr. med. Becker (Garbenteich) geleiteten Grundausbilüungskursus als DRK.- Helser und -Helferinnen ausgebildet werden. Dieser Zuwachs an Männern und Frauen, die sich freiwillig in den Dienst der Sache des Deutschen Ro .i Kreuzes stellen, ist um so mehr zu begrüßen, 2 s Deutsche Rote Kreuz nach seiner neuen Aufgabenstellung nicht nur im amtlichen Sanitätsdienst der Wehrmacht und im Sanitätsdienst des Luftschutzes, sondern weiter unterstützend mitzuwirken hat, insbesondere bei öffentlichen Notständen und bei Unglücksfällen, sowie an der Gesundheitspflege des deutschen Volkes. Höchste Bereitschaft und Leistungssteigerung sind auch für das Deutsche Rote Kreuz ein Gebot der Zeit. Zum 30. Januar 1939 sind im Bereiche der DRK.- Kreisstelle Gießen folgende Beförderungen durch den Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes ausgesprochen worden: Es wurden befördert: Dr. med. Heil in Watzenborn-Steinberg zum DRK.-Ober- wachtführer, Dr. med. Neunhüffer in Lich und Regierungs-Medizinalrot Dr. T r a u t m a n n in Gießen zu DRK.-Hauptführern und Dr. med. Neumann-Spenge) in Gießen zum DRK.-Feld- führer. Bei der Bereitschaft (m) -Gießen 1 wurden Auszeichnungsborten des Reichskommissars der Freiwilligen Krankenpflege für vorwurfsfreie Dienstzeit verliehen: Für 5jährige Dienstzeit an 10 Mitglieder, für 10jährige Dienstzeit an 13 Mitglieder, für 15- jahriae Dienstzeit an 2 Mitglieder und für 25jährige Dienstzeit an die Mitglieder Hans P e ch e r und August Rinn in Gießen. Die Überreichung erfolgte bei einem Appell der Bereitschaft (m) Gießen durch DRK.-Bereitschaftsführer Luch, der die Ausgezeichneten beglückwünschte und zu weiterer treuer Mitarbeit im Dienste dos Deutschen Roten Kreuzes für unser Volk und Vaterland ermahnte. Gießener Wochenmarktpreife. * Gießen, 7. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 9, Wirsing, % kg 15 bis 18, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 12 bis 15, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 14, Spinat 25 bis 35, Unterkohlrabi 7 bis 8, Grünkohl 18 bis 20, Rosenkohl 40 bis 45, Feldsalat, 1ko 12 bis 15, Tomaten, Vi kg 45 bis 50, Zwiebeln 15, Meerrettich 35 bis 60, Schwarzwurzeln 30 bis 40, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 43 Pf., SO kg 3,75 Mark, Aepfel, % kg 45 bis 50 Pf., Müsse 45, Blumenkohl, das Stück 25 bis 50, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 12, Sellerie 10 bis 40, Rettich 5 bis 15 Pf * • ** M i 1 dem Auto gegen einen Baum. Auf der Landstraße Gießen—Steinbach begegnete Nestern ein von Gießen kommendes, von einer Dame nefteuertes Auto kurz hinter dem Wald einem Last- ikaftwogen in dem Augenblick, als ein aus Richtung Steinbach kommendes Personenauto den Lastwagen iberholen wollte. Um dem drohenden Zusammenstoß Der beiden Personenautos auszuweichen, lenkte die oon Gießen kommende Fahrerin, ihr Auto scharf zur =oeite. Dabei stieß der Wagen jedoch gegen einen Baum. Die Autolenkerin erlitt durch den heftigen Anprall Quetschungen der Brust, der Mitfahrer, ihr ! 8ruber, trug leichte Verletzungen davon. ** Milchauto verunglückt. Am gestrigen l Montaavormittag kam in der oberen Kaiserallee ein ; mit zahlreichen Milchkannen beladenes Milchtrans- j»ortauto auf der durch Glatteis besonders gefahr- i ollen abschüssigen Strecke ins Gleiten. Dabei stellte sch das schwere Fahrzeug plötzlich quer zur Straße, int) durch den scharfen Ruck wurde eine Anzahl Milchkannen vom Wagen herabgeschleudert. Die Verschlüsse der Kannen gingen dabei auf, so daß sich ! roße Mengen Milch auf die Straße ergossen. Glück- l cherweise kamen Personen nicht zu Schaden. Kleine Strafkammer Gießen. Durch Urteil des Amtsgerichts Gießen vom ll. Oktober 1938 waren der L. R. in Gießen wegen ilbler Nachrede gegenüber einem hiesigen Polizei- bi amten zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten, f ine Ehefrau H. R. wegen Diebstahls zu einer Ge- ftmtgefängnisstrafe von zehn Monaten verurteilt morden. Gegen dieses Urteil legten sie Berufung ein. In der Verhandlung vor der Kleinen Straskam- 'iter am vorigen Freitag und Samstag wurden enva 30 Zeugen gehört. Der Anklagevertreter beantragte, die Berufung des Ehemannes R. zu ver- ntrfen und die Ehefrau R. wegen Verleumdung zi einer Geldstrafe von 100 Mark, Hilfsweise 20 Tage .Gefängnis, und wegen der Diebstähle, insoweit n.cht Ein tellung des Verfahrens auf Grund des 2innestiegesetzes erfolgen muß, zu einer Gesamt- gi fängnis träfe von vier Monaten au verurteilen. Der Verteidiger beantragte Freisprechung der Lngeklagten und, insoweit die Ehefrau R. wegen der ?:ebstähle schuldig befunden werden sollte, Einstel- "lieig des Verfahrens auf Grund des Amnestiege- jkZes. Das Gericht verurteilte den Ehemann R. wegen Ä-rleumdung zu einer Gefängnisstrafe von sechs Wochen, die Ehefrau R. wegen der Dieb- stähle zu einer Gesamtgefängnis ft rase von drei Monaten, während sie wegen der ihr zur Last gelegten Verleumdung freigesprochen wurde. Insoweit die festgestellten Diebstähle unter das Amnestiegesetz vom 7.8.1934 fallen, erfolgte Einstellung des Verfahrens. Amtsgericht Gießen Der W. H. IV. in Großen-Buseck wurde beschul- digt, im Dezember 1938 aus dem Pferch eines Schafhalters in Alten-Bufeck sieben Schafe entwendet zu haben, von denen der Eigentümer vier Stück später zurückerhielt. Diesen Diebstahl beging der Angeklagte, um die Lücke in seiner Herde aus- zufüllen, die dadurch entstanden war, daß er widerrechtlich vier Schafe aus der ihm anvertrauten Herde an einen Schafhalter in Ober-Bessingen verkaufte. Der einschlägig bereits vorbestrafte Angeklagte gab früher feine Schuld in vollem Umfange zu, jetzt leugnete er hartnäckig, wurde aber durch die Zeugen Überführt. Der Anklagevertreter beantragte, ben Angeklagten, der ein haltloser unb unzuverlässiger Mellsch sei, unter Einbeziehung ber burch Urteil bes Amtsgerichts Gießen vom 28. November 1938 gegen ihn erkannten Gesamtgefängnisstrafe von vier Monaten zu einer Gesamtgefängnisstrafe von 12 Monaten zu verurteilen, bie Untersuchungshaft dem Angeklagten aber wegen seines hartnäckigen Leugnens nicht anzurechnen. Der Angeklagte wurde wegen Diebstahls und Unterschlagung (Vergehen gegen §§ 242,246 StGB.) unter Einbeziehung der durch Urteil des Amtsgerichts Gießen vom 28. November 1938 erkannten Gesamtgefängnisstrafe von vier Monaten zu einer Gesamtgefängnisstrafe von zehn Mo- naten verurteilt. Die Untersuchungshaft wurde nicht angerechnet, weil ber Angeklagte in erstaun- kicher unb hartnäckiger Weise geleugnet hat. In ber Urteilsbegrünbung würbe der Angeklagte als ein haltloser, willenloser und unverbesserlicher Psychopath bezeichnet. * Der W. G. in Hochelheim wurde beschuldigt, am 2. Januar 1939 in einem Personenzug von Großen- Linden nach Gießen aus dem Mantel eines Mitreisenden die Brieftasche mit Inhalt entwendet zu haben. (Vergehen gegen § 242 StGB.) Der Angeklagte war geständig. Nach der Beweisaufnahme wurde folgender Beschluß verkündet: „Die Untersuchung bes Angeklagten auf seinen Geisteszustand wird angeordnet." Die M. G. in Gießen wurde beschuldigt, in der Zeit vom 12. bis 14. November 1938 einen Damen- rock und einen Clip sich rechtswidrig angeeignet zu haben. (Vergehen gegen § 242 StGB.) Noch der Beweisaufnahme wurde folgender Beschluß ver- kündet: „Das Verfahren wird gemäß § 153 StrPO. eingestellt, da ber Angeklagten mit Rücksicht auf ihre geistige Veranlagung ber Schutz bes § 51 II StGB, zuzubilligen war. Die Schuld ist gering, und die Folgen der Tat sind unerheblich." Die HeforbjaflÖ beginnt! Mercedes, Hanomag und BMW. auf der Dessauer Strecke. Die Autohahn-Rennstrecke Dessau—Bitterfeld ist bis ins Klemste vorbereitet, drei deutsche Werke haben ihre Rekordfahrzeuge bis zum modernsten Stand ber Technik entwickelt, Fahrer oon Ruf stehen bereit. Nun liegen auch günstige Wettervoraussagen vor, die Rekordjagd kann beginnen. Daimler-Benz unb Hanomag mit Wagen unb die Bayerischen Motorenwerke mit einem BMW.-Motorrad sind die Träger biefer Rekord-Versuchsfahrten. Die Untertürkheimer greifen die internationalen Rekorde ber Klassen 5000 bis 8000 ccm unb 2000 bis 3000 ccm an. Ihr Fahrer ist Europameister und Rekorbmann Rudolf Caracciola. Hanomag geht mit dem 2-Liter-Diefelwagen den Rekorben der Wagen mit Schwerölmotoren zu Leibe, der Sportwagenfahrer Häberle führt bas Steuer. Die Bayerischen Motorenwerke haben ihr neuestes 500-ccm- Modell flott, bie als bie augenblicklich schnellste Maschine einzuschätzen ist. Karl Gall wird sie steuern, für den es sicherlich nach ber Genesung von seinem schweren Sturz bet der englischen TT keine schönere Aufgabe gibt. Nach Probefahrten am heutigen Dienstagnachmittag folgen am Mittwoch unb Donnerstag auf ber Autobahn-Rekorbstrecke Berlin — Leipzig zwischen Dessau-Süd unb Bitterfeld-West die Rekordangriffe. Die Rennmannschaften sind bereits in Halle einge- troffen unb hoffen, daß das gute Wetter anhält; denn bei ben zu ermartenben hohen Geschwindigkeiten kann nur unter wirklich günstigen Voraussetzungen gestartet werben. Die Ergebnisse der Kreisklaffen. Pokalspiele: Rodheim — Sportfreunde Wehlar 1:3 Hungen — Heuchelheim 2:4. Erwartungsgemäß endeten bie Pokalspiele. Rodheim hatte in den Gästen aus Wetzlar einen Gegner, der weit besser war. Zwar konnten die Platzherren bis zur Pause in Führung gehen, jedoch mußte bie Mannschaft bann vor ben stürmischen Angriffen ber Gäste kapitulieren. Heuchelheim hatte eine stark ersatzgeschwächte Mannschaft zur Stelle. Die Platzherren fetzten sich zwar tapfer zur Wehr, konnten es aber doch nicht verhinbern, daß die Gäste einen sicheren Sieg mit nach Hause nahmen. I. Kreisklasse: Ausgleich. Auf eine gute Vorlage vermochte schließ- lich Haas durch entschlossenen Schuß den Gleich- staub zu erringen, aber — der Schiedsrichter er- kannte das Tor nicht an! Dann hatten die Steinbacher abermals Pech, denn bei einem Vorstoß der Gästeelf kam der Ball dem Mittelläufer so unglücklich vor den Fuß, daß ber Ball abermals in bas eigene Tor sprang. Erst 15 Minuten vor Schluß gelang Balser bas erste und einzige gültige Tor für die Platzmannschaft. ' Großen-Linden I — Leihgestern 1. Das mit Spannung erwartete Treffen ist entschieden. Der Tabellenführer behauptete sich auch im Rückspiel knapp, aber verdient. Leihgestern hatte feine stärkste Mannschaft zur Stelle, Großen-Linden mußte in letzter Minute den linken Läufer ersetzen. So gab es also eine Umstellung. Pag spielte linken Läufer, unb Fischer vertrat ihn auf halblinks. Schließlich blieb gar noch der angesetzte Schieds- ' richter aus, ein anderer wurde herbeizitiert, unb mit einftünbiger Verspätung konnte begonnen werden. Die Großen-Lindener erwiesen sich auch in diesem Spiel als typische Kampfmannschaft, die sich jederzeit mit allen Kräften einsetzt. Demgegenüber fehlte es den Leihgesternem am inneren Zusammenhang. Gerade die Spieler, bie man sonst in großer Form sah, versagten. Während bei ben Platzbesitzern bie Verteibigung alle Angriffe abwies, tat bies beim Gegner ber Tormann. Beibe Mannschaften kämpften verbissen um ben Sieg. Nur einmal konnten die Gäste in Führung gehen. Großen-Linden glich aber aus unb ging seinerseits in Führung. Krick (Leihgestern) stellte bann ben Gleichstand wieder her. Dann gingen bie Platzbesitzer wieber zum Angriff vor unb errangen nun ihrerseits bie Führung. Obwohl es auf beiben Seiten noch einige Ecken gab, blieb es doch bei dem knappen Ergebnis von 3:2 Taren für Großen-Linden. Schiedsrichter war Böcher (Gießen). letzte Gckulung für die Dereinomannschastskälnpfe der Krauen. ßreisfrauenturnroart Schneider (Wetzlar) führte am Samstag unb Sonntag in Dillenburg einen Lehrgang für Turnerinnen des NSRL. Kreis Gießen durch, ber hauptsächlich ber Vorbereitung der Vereinsmannschaftskämpfe diente. Der Besuch war mit 40 Turnerinnen auf 17 Vereinen sehr gut. Die Arbeit am Sonntag begann mit Gymnastik und Hüpfübungen unter Leitung von Aenne Schmidt (Dillenburg) unb Schönberger (Nieder-'Girmes). Einen breiten Raum nahm die Einführung in die gewünschte Form der Geräteübungen ein, bei denen Post (Alsfeld) am Barren, Schönberger (Nieder - Girmes) am Pferd, Schmieder (Gießen) am Schwebebalken unb Reu schling (Heuchelheim) am Korbballwurf die nötigen Anweisungen gaben unb besonbers auf gutes Zusammenarbeiten ber Mannschaft Wert legten. Anschließend wurden noch Ball- unb Keulenübungen unter Leitung oon Kreisturnwart Schneider ge- turnt und bie turnerische Arbeit mit einigen Spielen abgeschlossen. Rundfunkprogramm Mittwoch, 8. Februar. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.30: Gaunachrichten. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche unb Haus. 10: Schulfunk. Heimweh nach Deutschland. 11.30: Rus ins Land. 12: Aus dem Betrieb ber Firma Mayer 6- Sohn, Offenbach: Werkskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Das Stündchen nach Tisch ... 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: Orchideen im Schnee. Wunder im Palmengarten. 15.30: Frauenschaffen der Gegenwart: Hauswirtschaft — gelernt. 16: Zwei Stunden lang — Rhythmus unb Zauberklang. 18: Ein Wort an alle. 18.10: Wir besuchen eine Iungschwesternschule ber NSV. 18.30: Lustige Volksmusik. 19: Fliegendes Deutschland. Am Seiten-, Quer» und Höhensteuer. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: So tanzen wir ben lieblichen Rechn Schöne, alte deutsche Tanzweisen. 20: Nachrichten. Grenzecho. 20.15: Orchester-Konzert. 21: „Ein deutscher Conquistabore". Hörspiel um Ambrosius Ehin- ger. 22: Nachrichten. 22.20: Internationales Wintersportecho. 22.40: Musik aus Wien. 24 bis 2: Nachtkonzert. Steinbach — Garbenkeich 1:2 Lich — SA.-Kampfspielgemeinschaft 5:0 Großen-Linden — Leihgestern 3:2. Wirtschaft. II. Kreisklasse: Harbach — Göbelnrod 0:0 Ettingshausen — Saasen 1:4 Rieder-Ohmen — Geilshausen 4:0 SA. II — Großen-Linden II (Großen- Linden nicht angetreten). Krofdorf — Londorf 1:0. Harbach bot eine sehr schwache Leistung unb formte mit dem Unentschieden gegen die weit besseren Gäste aus Göbelnrod mehr wie zufrieden sein. Saasen holte sich sicher bie begehrten Punkte gegen die stark abgefallenen Platzherren. Ueberraschend mußte sich ber seitherige Tabellenführer Geilshausen geschlagen bekennen. Die Platzherren gaben dem Gegner keine Chancen. Durch biefen Sieg holte sich Nieber-Ohmen bie Führung ber Tabelle wieber zurück. Unverstänblich ist das Nichtantreten ber Reserve aus Großen-Linden. Einen glücklichen Sieg erfocht Krofborf gegen ben Tabellenzweiten. Lich I — SA.-Kampfspielgemeinschaft I 5:0. Mit ber Mannschaft Gilbert; Lotz, Albach; Höpfl, Rau, Stark; Fey, Ringshausen, Merle, Weisensee, Heller bestritten am Sonntag die Rasenspieler auf eigenem Gelände ben Kampf gegen bie SA. Leider hielt das Spiel nicht bas, was man erwartete. Der ehr schlüpfrig gewordene Boden trug bie Haupt- chuld daran. Andererseits aber nahmen die Licher )en Kampf viel zu leicht und zeigten mit wenig Ausnahme ein sehr zerfahrenes Spiel. Schon im ersten Drittel der ersten Spielhälfte gingen bie Grünweißen durch drei schöne Tore von Merle und Fey (2) in Führung. Trotz überlegenem Spiel gelang es den Platzbesitzern erst kurz vor Halbzeit, durch Heller eine 4:0-Führung zu erzielen. Die Licher glaubten sich nun des Sieges sicher zu sein und ließen dem Spiel seinen Lauf, so daß die Gäste während dieser Zeit tonangebend waren, aber alle Angriffe scheiterten auch hier wieder an der starken Hintermannschaft der Rasenspieler. Einen Elfmeter formte Gilbert meistern. Im letzten Drittel schließlich rafften sich die Licher nochmals zusammen und ris- en ben Kampf an sich. Durch Stark fiel bann auch ber fünfte Treffer.» Während bei den Gästen ber rechte Verteidiger, Mittelläufer unb rechte Läufer ehr gut spielten, kann man dies nur von der Hintermannschaft ber Platzbesitzer behaupten. Steinbach — Garbenteich 1:2. Am vergangenen Sonntag weilte Garbenteichs erste Mannschaft zum fälligen Pflichtspiel in Steinbach zu Gast. Die Gastgeber mußten sich dabei mit 1:2 geschlagen bekennen. Beide Mannschaften legten von Anfang an mächtig los. Die Steinbacher waren dabei fast ständig überlegen, konnten aber roh vielen Torchancen keine auswerten. Mit 0:0 wurden die Seiten gewechselt. Nach der Pause wurde der Kampf ziemlich hart weitergeführt, es kam aber immer noch nichts Greifbares zustande. Schließlich gab es für Steinbach eine Ecke, die gut hereingegeben wurde, aber dabei einem Steinbacher Spieler vor ben Fuß sprang und von dort direkt in das eigene Tor. Die Steinbacher drängten nun auf ben Rhein-Mainische Börse. Mittagsbörse freundlich. Frankfurt a. M., 6. Febr. Von der Kundschaft setzten sich meist kleine Anlagekäufe fort, die vielfach aus idem Rheinland stammten. Da anderseits kaum Abgaben erfolgten, behielt die Börse ihre feste Grundtendenz, das Geschäft vermochte sich jedoch kaum zu beleben. Am Aktienmarkt war die Entwicklung nicht ganz einheitlich, es überwogen aber Besserungen vis zu 1 o. H. Etwas mehr erhöht waren oon Maschinenaktien Rheinmetall mit 135 (133,50). Ver- hältnismäßig lebhaft wurden IG. Farben auf Käufe von Berliner Seite mit 151,75 bis 152 (151,25) um- gefetzt. Montan werte veränderten sich nur wenig, Vereinigte Stahl 110,50 (110,25), Buderus 107,50 nach unverändert 107, Mannesmann unverändert 112 nach anfangs 111,90, Rheinstahl 138,13 (138,25), dagegen Hoesch 0,40 v.H. ermäßigt auf 109,13. Am Elektromarkt stellten sich vorwiegend Besserungen bis 0,75 v. H. ein, nur RWE. auf 117,25 (118) ab- bröckelnd. Von Zellstoffaktien gingen Waldhof um 0,65 v. H. zurück auf 126,40, Aschaffenburger gut behauptet mit 109,13. Etwas schwächer lagen dement Heidelberg mit 154,50 (155,50). Die am Wochenschluß bevorzugten Autowerte lagen ruhig unb behauptet, Adlerwerke 109, Daimler 138,25 (138). Der Freiverkehr lag sehr ruhig unb unverändert. Höher nur Ufa-Aktten mit 85,75 (85). Tagesgeld unverändert 2,25 v. H. Abenbbörse gut behauptet. An der Abendbörse kam es zu keinem besonderen Geschäft, da nur wenig Aufträge vorlagen. Bei fester Grundtendenz zeigte der Aktienmarkt weiterhin keine einheitliche Kursentwicklung, es überwogen aber erneut leichte Erhöhungen. Stärkere Abweichungen stellten jeweils Anpassungen an den Berliner Schluß dar. Bis zu 1 v. H. erhöht waren Buderus Eisen mit 109 (108), Rheinstahl mit 139 (138,13), Daimler mit 140 (139), anderseits ielen Deutsche Linoleum auf 155,75 (157) zurück. JG.-Farben bröckelten auf 152,13 (152,50), RWE. auf 117,25 (117,50) unb Demag auf 148,50 (149) ab. Verein. Stahl wurden zu 110,90 (110,75), Mannesmann mit 112,25 (112,13) unb Hoesch zu 109,50 (109,13) gesucht. Sonst notierten u. a. Gesfürel mit 138,50 (138), Licht und Kraft mit 132,75 (132,25), BMW. mit 152,50 (152), Conti Gummi mit 219 (218,50), Adlerwerke mit 109, VDM. mit 181, Bem- berg mit 137,50, Rheinmetall mit 135, Moenus mit 125, Deutsche Erdöl mit 128 unb Berger Tiefbau mit 147 (146,75). Renten lagen sehr ruhig. 6proz. JG.-Farben würben 0,13 v. H. höher mit 119,50 bezahlt. Im Freioerkehr stellten sich 4proz. Kommu- nal-Umschuldung auf 93,25. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 6. Febr. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W9 208 W11 210, W12 211, W 13 212, W 16 215, W 18 217, W 19 219, W 20 221, Roggen 9t 11 194, 9t 12 195, 9t 14 197, R15 198, R 16 200, R 17 201, R 18 202, R 19 204 Großhandelspreise ber Mühlen ber genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W13 29,65, W 16 29,65, W 18 29,65, W 19 29,65, W20 (Kreis Alzey) 29,65, W 20 (Kreis Worms) 30,00 plus 50 Pf. Frachtausgleich. Für Weizenmehl Type 812 mit Beimischung oon Maisbackmehl liegen die Preise 30 Pf. unter diesen Notierungen. Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 16 22,95, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 50 Pf. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W 18 11,00, W 19 11,10, W 20 11,20 Mühlenfestpreis ab Mühlen ftation. Roggenfuttermehl R 19 12,50, Rogaenvoll- kleie R 19 11,00. Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, 9t 16 10,25, 9t 18 10,40, R 19 10,50 Mühlen festpreis ab Mühlenstation. Treber getrocknet —. Wiesenheu, handelsüblich, 5,40 (zuletzt 5,20 bis 5,40), Wic- senheu, gut, gesund, trocken 6,40 (6,20 bis 6,40), Kleeheu, gut, gesund, trocken 7,40 bis 7,80 (7,00 bis 7,50), Luzerneheu, gut, gesund, trocken 7,80 bis 8,20 (7,50 bis 7,80), Weizenstroh, drahtgepreßt oder gebündelt, 2,80, Roggenstroh, do., 3,00, Hafer- und Gerstenstroh, do. 2,60 bis 2,70 Erzeugerpreis ab Erzeuger-Verladestation. Jranffurter Schlachtviehmarkt Frankfurt a. TL, 7. Febr. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 749 Kälber, 158 Hümmel, 130 Schafe, 2829 Schweine. Es kosteten: Kälber 35 bis 65 Mark, Hämmel 38 bis 50, Schafe 20 bis 42, Schweine 49,50 bis 58,50 Mark. —• Marktverlauf: Kälber unb Schweine zu- geteilt, Hämmel unb Schafe mittelmäßig. Wetterbericht Bei schwacher Luftbewegung hat sich in Südwest- beutschlanb bie Nebelwetterlage unverändert gehalten, während in ben Höhen ber Mittelgebirge bei etwa 5 Grab über Null heiteres Wetter vorherrscht. Die Beständigkeit der Wetterlage läßt eine wesentliche Aenderung noch nicht erwarten. Vorhersage für Mittwoch: Meist neblig, trüb, jedoch vorwiegend trocken, leichter Fkost, chwache Winde. Vorhersage für Donnerstag: Fortdauer ber herrschenden Witterung. Lufttemperaturen am 6. Februar: mittags —1,8 Grab Celsius, abends —2,4 Grad; am 7. Februar: morgens —4,0 Grad. Maximum —1,0 Grab, Minimum heute nacht —4,0 Grab. — Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. Februar: abends 3,0 Grad; am 7. Februar: morgens 3,0 Grab. Wintersport-Wetterbericht. Rhön. Wasserkuppe: Heiter, 6 Grab, (9efami= schneehöhe 15 an, Firnschnee, Schi unb Nobel gut. Schwarzwald. Felbberg: Heiter, 2 Grad, Ge samtschneehöhe 70 cm, Firnschee, Schi unb Rodel sehr gut. Das Magazin für Film und Frohsinn. Ueberall für Deutscher Verlag - Berlin AkftfrjivVxCL des lustigen Preisausschreibens » Stern oder Nicht-Stern? « bringt eine große Mittwoch I ■■■■He Scala * Variete Groß-Frankfurt am Eschenh. 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In der heutigen Nachmittogsziehung wurden gezogen l-2 inöhl. Zimmer 216001 178746 178188 1859 5586 11056 Gewandte Stenotypistin Außerdem wurden 4674 Gewinne iu je gezogen. Mitten 9594 zy je 300 und 224 378 Gewinne zu je 150 NM. Jüngerer VERKÄUFER Mädchen Brückner & Mund Herrrn- u. 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Loggia, Parterre, zum 1. 4. 39 ev. sväter zu verm. Walltorstr. 7311 " 90 Gewinne zu 500 RM. 6624 16439 18574 36723 36996 38337 39862 45393 65466 67741 79697 198565 203420 209289 ------ 253517 253991 255302 277475 ------ ------ 373309 387838 142 Gewinne zu 300 RM. -------- - — 21646 22379 23156 29174 32656 37429 62569 65691 79151 79289 80416 93523 96300 142571 177623 218102 242390 276263 307018 347362 374630 342643 371461 ----- ------ 104 Gewinne zu 500 RM. 1972 29480 33114 40764 46542 60465 63718 66071 70156 74464 108608 134949 160882 201360 228563 26J762 305944 339586 367752 398116 160 RM. 78432 102531 110180 ------ ---- 151619 197864 215306 217013 222683 erlerntXähen geg. etwas Mithilfe im Haushalt und Vergütung. Schriftl. Angebote unter 0607 an d. G.A. möglichst mit WohnungStadü mitte, zu mieten gesucht. 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