Nr. 6 Erstes Matt 189. Jahrgang Samstag. 7./§onntag. «.Januar 1939 Erfchemi täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatier Heimat >m Bild Die Scholle Monatr-Vezugsprets: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr „ -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für ^rahtnach» richten Anzeiger Sietzen postscheclionto: Sronlfurt am Main 11686 Gietzemr Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätsdruckerel R. Lange in Gießen. Schristlettung und Geschüftrstelle: Schulftraße 7 Annahme von Snzetqrn für die Mittagsnummer bis 8* /,Uhr des Dormittags Grundpreise für l mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Text« anzeigen vori 70 mm Breite bORpf.,Plahoorschrift nach vorh Dereinbg.25"^ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-. Vereins», gemeinnützige Anzeigen iowie einspaltige Gelegenheitsanzei» gen 5 Rpf.. Familienanzeigen. Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen ORpf. Mengenabschiüsfe Staffel 8 Amerikas Land Heer. Eigener Bericht des Gießener Anzeigers. K. G. S. Neuyork, Dezember 1938. Die beiden Umstände, daß Amerika keine allgemeine Wehrpflicht kennt und daß ein gewichtiger Teil der Abgeordneten in beiden Häusern des Bundesparlaments keine Freunde eines großen Wehrmachtsbudgets sind, zwingen die leitenden Armeestellen, häufia Reden an das Volk zu halten, in denen die Bedürfnisse der Heeresleitung geschildert und die Leistungen der Armee gepriesen werden. Einer Rede des Obersten Chaffee vom amerikanischen Generalstab entnehmen wir folgende Angaben: Die amerikanische Armee besteht aus dem regulären Heer, der Nationalgarde und der Referoe- formation. Die reguläre Armee ist ein kleines Berufsheer von 12 300 Offizieren und 162 000 Mann. Hiervon tun aber nur 90 000 Mann wirklichen Militärdienst innerhalb der Vereinigten Staaten, und zwar einschließlich des Fliegerkorps. Don der Gesamtsumme sind 44 000 Mann in den ausländischen Besitzungen (Panama, Hawai und Philippinen) stationiert und etwa 38 000 Mann innerhalb Amerikas als Ordonnanzen oder im Verwaltungsdienst beschäftigt. Die N a t i o n a l g a r d e, die aus der Miliz der Einzelstaaten besteht, hat einen Bestand von 200 000 Offizieren und Mannschaften und kann im Kriegsfälle innerhalb von 30 Tagen an die Front gehen. Die organisierte Reserve besteht fast ausschließlich aus Reserve- vffizieren in einer Stärke von etwa 94 000 Mann. Diese Offiziere sind nicht gus dem regulären Heer hervorgegangen, sondern haben in vierjährigen Sommerkursen während ihrer Universitätsausbildung militärische Schulung erhalten. Anschließend werden sie jedes Fahr 3U zweiwöchigen Hebungen eingezogen. Man sieht hieraus, daß im Kriegsfall Amerika nur mit einem kleinen Heer den Kampf beginnen könnte und daß die große Masse erst nach Kriegsausbruch ausgehoben und ausgebildet werden kann. Ein zur Zeit im Bundeskongreß schwebendes Gesetz ermächtigt den Präsidenten, b e i Kriegsausbruch d i e allgemeine Wehrpflicht für alle Männer zwischen dem 21. und 31. Lebensjahre zu proklamieren. Unter dem Präsidenten als Oberstkommandieren- dem und dem Kriegsminister steht der General- ft a b mit vier Abteilungen: 1. Personal, 2. Nachrichtendienst, 3. Truppenamt, 4. Waffenamt. Daneben steht eine kleine Kriegsplanungs-Abteilung. Die Armeeflieger unterstehen direkt dem Chef des Generalstabes. Geographisch ist die Bundesarmee in 9 Armeekorps auf dem Kontinent und 3 in Ueberfee (Panama, Hawai und Philippinen) eingeteilt. Fedes Korpsgebiet soll im Kriegsfall eine Armeedivision, zwei 'Nationalgarde-Divisionen und drei Reseroedivisionen aufstellen. Auch in der amerikanischen Armee bildet d i e Infanterie das Rückgrat des Heeres. Der amerikanische Infanterist ist mit einem halbautomatischen Gewehr ausgerüstet, das fünfmal so schnell schießen kann wie' das im Weltkrieg benutzte Springfield-Gewehr. Feder achte Mann trägt das automatische Browning-Gewehr, die leichteste und tragbarste Art des Maschinengewehrs. Außerdem ist jeder Infanterist mit Stahlhelm, Gasmaske und Bajonett ausgerüstet. Eine Kompanie besteht aus 120 Mann. Das Bataillon besteht aus drei Gewehrkompanien und einer Maschinengewehrkompanie. Die Maschinengewehre sind der sogenannte 30-Kaliber-Browning-Typ. Fede Maschinengewehrkompanie eines Bataillons hat 12 solcher Maschinengewehre. Das Regiment besteht aus drei Bataillonen und einer Artillerie-Kompanie. Letztere hat 37-Millimeter-Tankabwehrgeschütze und 50= Kaliber-Fliegerabwehrmaschinengewehre sowie den 81-Millimeter-Mörser für Rauchschleier oder Sprengungen. Zu dem Regiment gehören außerdem die Nachrichtenabteilung und Lastwagen für Verpflegung und Munition. Die Fnfanteriebrigade besteht aus zwei oder mehr Regimentern, und die Division wird gebildet aus einer ober mehr Brigaden mit Zusatz von Feldartillerie und Pionieren sowie anderen benötigten Truppenteilen. Ein großer Teil der Infanterie ist im Laufe der letzten Fahre motorisiert worden. Das Armeekorps umfaßt mehrere Divisionen mit zusätzlicher Artillerie, Tanks, Pionieren und Beobachtungsflieger. Die höchste Einheit ist die Armeegruppe, die aus mehreren Korps mit Artillerie, Kavallerie, Flugzeugen und den sonstigen Waffengattungen besteht und so organisiert ist, daß sie auf irgendeinem Kriegsschauplatz völlig unabhängig operieren kann. Die oben geschilderte Infanterie-Division hat eine Brigade Feldartillerie. Die F e l d a r t i l l e r i e ist ebenfalls in Bataillone und Regimenter eingeteilt. Die kleinste Einheit ist eine Batterie von vier Geschützen. Hauptsächlich wird das 75-Millimeter-Geschütz, eine Verbesserung des gleichkalibrigen französischen Geschützes benutzt. Außerdem werden Haubitzen und Mörser benutzt, und zwar die 105-Millimeter-Hau- bitzen und 240-Millimeter-Morser. Bei den Kanal leriedivisionen werden die erheblich beweglicheren 75-Millimeter-Haubitzen auf Packpferden ober Maultieren mitgeführt. Die F l u g w a f f e des Heeres ist, wie überall, in vier Typen eingeteilt: Beobachtung, Angriff, Verfolgung und Bombardierung. Die neuesten Typen haben soeben tn Rekordzeit einen Demonstrationsflug nach Buenos Aires und zurück ausgeführt. Das amerikanische Kriegsministerium hofft bis 1940 die Zahl der Flugzeuge auf 2320 gebracht zu haben Hierzu werden 2368 Offiziere, 25 728 Mann und 740 Flugkadetten benötigt. Das Ministerium ist sich klar darüber, daß die bei der zivilen Luftfahrt ausgebildeten und beschäftigten Flieger eine wertvolle Reserve bilden, aber nicht in großem Umfang zum Kriegsdienst herangezogen werden können, denn gerade im Kriegsfall werde man im Inland viele schnelle Flugzeuge für den Transport wichtiger Personen oder wichtigen Materials benötigen. Außerdem könnte die zivile Luftflotte, ähnlich wie die Handelsmarine, als eine Art Hilfskreuzer eingesetzt werden. Man weist hier darauf hin, daß General Franco, der nur 12 Transportflugzeuge zur Verfügung hatte, innerhalb von zwei Monaten 18 000 Mann mit Maschinengewehren und sonstiger Ausrüstung von Nordasrika nach Spanien befördern konnte. Fedes Flugzeug beförderte 32 Mann und machte zwei Flüge täglich. Schließlich braucht die amerikanische Armee eine großzügige Planung von Vorräten für den Kriegsfall. Bekanntlich gibt es in Amerika weder Mangan noch Chrom, Antimon, Zinn, Gummi, Seide und andere wichtige Rohstoffe, die sowohl für die Flugzeugfabrikation wie für andere Armeezwecke dringend benötigt sind, aber jeweils aus Ueberfee importiert werden müssen. Ein dem Bundeskongreß vorliegendes Gesetz ist dazu bestimmt, größere Vorräte von diesen kriegswichtigen Rohstoffen in Amerika zu speichern sowie eine größere Anzahl von in Friedenszeiten nicht mit Kriegsmaterial beschäftigten Fabriken mit Formeln und Modellen zu versehen, die bei Kriegsausbruch den alsbaldigen Beginn der Fabrikation dieser Dinge ermöglichen sollen. Zwei AeujahrsboWasten. Schon die erste Woche des neuen Jahres hat in aller Deutlichkeit eine Reihe von politischen Problemen aufgezeigt, mit denen sich die Welt auf die eine oder andere Weise wird auseinandersetzen müssen. Für das deutsche Volk stand am Eingang zum neuen Fahr die Silvesterbotschast des Führers. Sie ging von der stolzen Feststellung aus, daß es in Den hinter uns liegenden zwölf Monaten gelungen ist, das größte Problem unserer außenpolitischen Lage zu lösen durch die Errichtung des Großdeutschen Reiches, das alle im mitteleuropäischen Raum geschlossen siedelnden Deutschen in einem Staat und unter einer Führung vereinigt. Der genialen Staatskunst des Führers gelang diese kühne Tat, weil er in den oorauegegangenen Fahren zielbewußt die Voraussetzungen dazu geschaffen hatte: eine auf die nationalsozialistische Weltanschauung gegründete neue Volksgemeinschaft, ein unerschütterliches politisches Regime und eine starke Wehrmacht. Daraus ergeben sich mit zwingender Logik die Aufgaben, die dem deutschen Volk für die Zukunft gestellt sind: Die Erziehung unseres Volkes zur nattonalsozialistischen Gemeinschaft ist eine Aufgabe, die niemals beendet wird, denn der Gemeinscyaftsgedanke will ständig geübt sein, wenn er den unlöslichen Kitt eines großen Volkes bilden soll, der es, in zielbewußt ausgerichteter Arbeit verbunden, zu höchsten Leistungen und, wenn es nottut, auch zu äußerstem Einsatz befähigt. Aufbau und Verstärkung unserer Wehrmacht verdienen weiterhin unsere ganze Aufmerksamkeit, denn mir wissen aus den Erfahrungen unserer tausendjährigen Geschichte, daß nur ein stets bereitgehaltenes scharfes Schwert die weit gespannten, fast nirgends natürlich geschützten Grenzen des Reiches sichert und, wie es uns das verflossene Fahr erst wieder eindringlich gelehrt hat, allein die Gewähr bietet, Ehre und Lebensinteressen der Nation zu verteidigen. Und schließlich nannte der Führer als dritte Aufgabe die Durchführung des D i e r j a h r e s p l a n s, der die Freiheit des deutschen Volkes auf wirtschaftlichem Gebiet sichert. Das Problem des Mangels an Arbeitskräften, namentlich an Facharbeitern — noch vor einem Jahrfünft im Zeichen des Millionenheeres von Erwerbslosen schier undenkbar — ist heute geradezu zum Angelpunkt unserer Wirtschaftspolitik geworden. Planmäßiger Arbeitseinsatz, wohldurchdachte Rationalisierung der Produktion und ihrer Methoden, Ausbildung eines hinreichm- den Nachwuchses an Facharbeitern auf allen Gebieten find dringende Maßnahmen, die mit aller Energie durchgeführt werden müssen, um so mehr, als die wirtschaftliche Eingliederung der neuen Reichsgebiete, die ja durchweg trotz dem Vorhandensein einer strebsamen Bevölkerung und reicher Naturschätze in völlig desorganisiertem, ausgepowertem und notleidendem Zustand zu uns gekommen sind, uns vor Aufgaben gestellt hat, deren Lösung die äußerste Anspannung aller Kräfte fordert. So sollte schon dies kaum übersehbar weite und vielseitige innerpolitische Arbeitsfeld, das vor dem deutschen Volke liegt, ängstlichen Gemütern tn aller Welt den Gedanken rauben, als ob Deutschland auf der Suche nach neuem außenpolitischem Lorbeer den Weltfrieden bedrohen könnte. Der Führer hat die Grenzen der außenpolitischen Interessen des Reiches in aller Offenheit abgesteckt. Und er hat in seiner Neujahrsbotsckaft erneut erklärt, daß der Platz Deutschlands bestimmt und feftgelegt sei. „Die Verpflichtungen", so sagte er, „die aus unserer Freundschaft für das faschistische Italien erwachsen, sind uns klare und unverbrüchliche." Die bereits in München unterzeichnete deutsch-englische Erklärung, wie die noch im Dezember zustandegekommene deutsch-französische Hebereinkunft sind der beste Beweis dafür, daß Deutschland auch in seiner neugewonnenen Machtstellung den Frieden solange zu bewahren wünscht, wie ‘es mit seiner Ehre und seinen nationalen Lebensinteressen zu vereinbaren ist. Wir kennen nur einen grundsätzlichen Feind: den jüdischen Bolschewismus als Feind jeder menschlichen Gesittung und völkischen Ordnung. Deshalb ist nach wie vor unsere politische Einstellung im politischen Weltraum bedingt durch den Antikominternpakt. „Im übrigen aber", so erklärte der Führer, „haben wir immer nur den einen Wunsch, daß es auch im kommenden Jahr gelingen möge, zur allgemeinen Befriedung der Welt beizutragen." Die deutsch-englischen Marinebesprechungen über die Durchführung dec Klausel des deutsch-englischen Flottenabkommens, die Deutschland das Recht einräumt, sein Bauprogramm für schwere Kreuzer und H-Boote zu erhöben, ohne daß damit bas Verhältnis der Gesamttonnage von 35:100 zwischen der deutschen und britischen Flotte geändert wird, zeigten erneut, daß Deutschlands Wehrpolitik ausschließlich von seinem Sicherheitsbedürfnis diktiert ist und sich streng an die vertraglich übernommenen Verpflichtungen hält. Kann es eine schärfere Diskrepanz in Grundauf- fasiung und politischer Methode geben, als zwilchen dieser Neujahrsbotschaft des F ü h r e r s die sich bet aller Offenheit und Klarheit streng an den nationalen Jnteressenkreis be« beutschen Volkes hält unb der letzten Kongreß-Rede des Präsidenten der Vereinigten Staaten, die statt den Staats- Haushaltsvoranschlag zu begründen, was ihr eigentlicher Zweck gewesen wäre, ganz auf die Außenpolitik abgestellt war und von beleidigenden Angriffen auf die autoritären Staaten nur so strotzte. Damit hat der schon Monate hindurch vornehmlich gegen das nationalsozialistische Deutschland geführte Agitationsfeldzug seinen Höhepunkt erreicht. Roosevelt selbst, Staatsoberhaupt unb Regierungschef ber Vereinigten Staaten in einer Person hat sich nicht für zu gut gehalten, mit gröblichen Verleumdungen polens Außenminister beim Führer. Besprechung mit dem Reichsaußenminister in München. München, 6. Jan. (DNB.) Der in München weilende polnische Außenminister Oberst Beck begab sich am Freitagvormittag um 12.30 Hhr mit dem Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop zu einer Besichtigung des Führerbaues und von dort aus in das Haus der Deutschen K u n st zu einem Rundgang durch die Deutsche Architekturausstellung, wo anschließend das Mittagessen eingenommen wurde. Am Nachmittag fand eine Besprechung zwischen Reichsaußenminister von Ribbentrop und dem polnischen Außenminister Beck im Hotel Vier- jahreszeiten statt. Um 19.30 Hhr gab der Reichsaußenminister zu Ehren des polnischen Gastes im Hotel Vierjahreszeiten ein Abendessen, an dem der polnische Botschafter in Berlin, Lipski, der Kabinettschef des polnischen Außenministers, Graf Lubienski, Reichsstatthalter General Ritter von Epp, Reichsleiter Oberbürgermeister F i e h l e r, der deutsche Botschafter in Warschau, von Moltke, der Ches des Protokolls, Gesandter Freiherr von Doernberg, und die Herren der Begleitung des polnischen Außenministers sowie die den Reichsaußenminister begleitenden Herren teilnahmen. Der polnische Außenminister hat am Freitagabend 22.30 Uhr München wieder verlassen. Zu seiner Verabschiedung hatten sich auf dem Münchener Hauptbahnhof Reichs- außenminister v. Ribbentrop, der deutsche Botschafter in Warschau v. Moltke und ber Chef bes Protokolls Gesanbter Freiherr von Doernberg sowie Reichsleiter Oberbürgermeister Fi eh l er einge- sunben. Der polnische Außenminister trat bie Weiterreise in Begleitung bes Berliner Botschafters Lipfki an. I«: 1 1 II Ulfe / MH N&V- - % Ä - - 7; M M M ■ W Ml,' \ Der Führer unb Reichskanzler empfing, wie schon berichtet, am Donnerstagnachmittag a uf.be mBerghofin Gegenwart bes Reichsministers bes Auswärtigen, von Ribbentrop, ben polnischen Außenminister Oberst B e ck , ber auf seiner Rückreise von Monte Carlo nach Warschau einen zweitägigen Aufenthalt in München genommen hatte. — Auf unserem telegraphisch aus München übermittelten Silbe sieht man bie Begrüßung Oberst Becks nach seiner Ankunft auf bem Berghof burch ben Führer. — (Presfe-Jllustration-Hoffmann-M.) Das Programm für Lhamberiams Rom-Reise. Kurzes Zusammentreffen mit Daladier und Bonnet in Paris. abs. ß o n b o n , 6. Januar. Ministerpräsident Chamberlain und Außenminister Lord Halifax werden nun doch mit dem französischen Ministerpräsidenten D a l a d i e r und Außenminister Bonnet in Paris Zusammentreffen, ehe sie sich nach Rom begeben. Das am Freitag ausgegebene amtliche Programm der Reise sieht vor daß die beiden englischen Minister am Dienstag in Paris gegen 17.30 Hhr eintreffen werden. Sie werden sich Dort ungefähr zwei Stunden aushalten und zusammen mit Daladier und Bonnet im Quai d'Orsay den Tee nehmen. In politisch interessierten Kreisen mißt man dieser Aenderung des Reiseprogramms eine gewisse Bedeutung bei, da noch vor wenigen Tagen von französischer Seite der Gedanke einer französisch-englischen Vorbesprechung mit dem Hinweise abgelehnt worden war, daß Frankreich keine englische Vermittlung in ben zwischen Frankreich und Italien strittigen Fragen wünsche. Beachtung findet in englischen Kreisen die Rede D a l a ö i e r s in Algier, weil sie gegenüber feinen Aeußerungen in Korsika und Tunis eine wesentlich verschärfte Tonart erkennen lasse. Ministerpräsident Chamberlain begab sich am Freitagnachmittag nach CH e - q u e r s , wo er sich bis Montag aufzuhalten beab- ^^l'm'Mittwochnachmittag werden die britischen Minister i n R o m eintreffen, wo sie in der Villa Ma- bama Wohnung nehmen werben. Am Albend werben sie an einem Bankett teilnehmen, bas Mufio- l i n i zu ihren Ehren im Palazzo Venezia gibt. Nach Kranznieberlegungen am Donnerstagoormittag werben sie sich zum Quirinal begeben, wo sie v o m König unbKaiser in Audienz empfangen werden. Für den Nachmittag sind sportliche Vorführungen im Forum Mussolini vorgesehen. Am Abend werden die britischen Gäste einer Einladung bes Außenministers Graf Ciano folgen. Für den Freitagvormittag ist ein Besuch beim Papst vorgesehen. Außenminister Lord Halifax wird Rom bereits am Samstagvormittag verlassen, um sich zur Sitzung der Genfer Liga nach Genf zu begeben. Ministerpräsident Chamberlain wird Sonntagabend wieder in London eintreffen. „Daily Telegraph", der im allgemeinen über die Haltung des „Foreign Office" gut unterrichtet ist, teilt mit, daß bas Zusammentreffen ber britischen mit ben französischen Ministern in Paris a u f eine AnregungberLondonerRegierung zurückgehe. Nach einer gewissen Distanzierung von bem italienisch-französischen Problem meint bas Blatt, abgesehen von einigen im wesentlichen englisch-italienischen Fragen würben sich die Besprechungen in Rom auf einen allgemeinen Gedankenaustausch über die internationale Lage und ihre voraussichtliche Entwicklung beschränken. Chamberlain zur Botschaft Roosevelts. London, 6. Jan. (DNB.) Premierminister Chamberlain hat sich veranlaßt gesehen, zur Konqrestbotschast bes Präsibenten Roosevelt eine Erklärung abzugeben, in ber er u. a. barauf hinweist, baß man sich in Englanb klar ber Tatsache bewußt sei, nur mit Hilfe von Freiheit und Frieden hoffen zu können, die Früchte, für die man feit Generationen gearbeitet habe, für sich und die Nachkommen zu erhalten und zu entwickeln. In diesem Zusammenhänge würden die vom amerikanischen Präsidenten zum Ausdruck gebrachten Gefühle als weiteres Zeichen für die lebenswichtige Rolle der amerikanischen Demokratie in Weltangelegenheiten begrüßt werben. kacs zu. .faschistische Aggression". Hierzu solle vor dienen. Im Zusammenhang mit dem Auftreten Die die beschießen. Bisher seien vier Einschläge fest hin hi» Im Sfnnh» fot m»u»ru ; aLJ 7 ( 1 o r : ' M‘‘ , ",1 v '7 uor besannen nm aver me t ruppen ver regu- WM ourcyorunoene ungarmm MU e nur erkennen. «? nfirtÄ y;JefqnfnH^n?(n fte?nrlr *eien ™r'" t'ch.cho-ss^.kischen Armee und ukrainische' daß es im Donautale eine Schlüsselstellung ein- zu überbrücken, wobei den beiden Amerika bie bis. 1 fünf gefallene tfchecho-flowakifche Soldaten und > Freifchärler noch immer auf ungarischem« nimmt Der Lettgedank« der neuen Bewegung fei ukrainische Freischärler in der unmittelbaren Nähe von Munkcas festgestellt worden. Die übrigen Toten herige Gunst ihrer Lage hinter der Weite der Ozeane nichts mehr nütze. Dies Argument ist von der gleichen Unwahrhaftigkeit getragen wie die alberne Behauptung von den Angriffsabsichten der autoritären Mächte, womit sein Staatssekretär Hüll schon auf der Panamerikanischen Konferenz in Lima keinen Eindruck hat machen können. Neben der Förderung des Aufrüstungsgedankens bezweckt der Präsident mit diesen verlogenen Unterstellungen, von dem Kongreß eine größere Bewegungsfreiheit in der Handhabung der Neutralitätsgesetzgebung für sich herauszuschlagen, natürlich in dem Sinne eines militärischen Eingreifens der Bereinigten Staaten in einem von Roosevelt an die Wand gemalten ideologischen Krieg gegen die autoritären Mächte. Hier zeigt sich in seiner ganzen Nacktheit der An- griffswille des Judentums, das in Roosevelt ein gefügiges Werkzeug gefunden zu haben glaubt, um die Freigabe der Ausfuhr von Kriegsmaterial nach Sowjetspanien hin. licher ungarischer Bericht über die Zwischenfälle in Muntacs besagt: „Die ersten Eindrücke lassen darauf schließen, daß man tschechischerseits das Fe st sitz zu nehmen. Der erste Widerstand wurde den t eindringenden tschecho-slowakischen Truppepn und ukrainischen Freischärlern von der an der Grenze stationierten zahlenmäßig nur schwachen ungarischen Polizei, Grenz- und Zollwache geleistet. Der Angriff konnte von den Ungarn nur unter großen Opfern aufgehalten werden, und zwar dadurch, daß sich die ungarischen kartographischen Offiziere der sich gegenwärtig in Munkacs aufhaltenden Grenzfestsetzungskommission freiwillig an dem Derteidi- Nachrichtenbüros M. T. I. hat die tschechische Artillerie am Freitag um 14.20 Uhr e r - Die„Bewegung unaarisck-en Lebens''. B u d a p e st, 6. Jan. (DNB.) Am Freitag fand die erste Werbeversammlung der von Ministerpräsident Imredy ins Leben gerufenen „Bewegung ungarischen Lebens" statt. Die Bewegung soll bie Trägerin der von Regierungspartei vertret-nen radikalen rechtsgerichteten Politik sein. Imredy er- Völker, die zu sich selbst zuruckgesunden haben und eine jüdische Weltherrschaft verhindern. Die jüdische Agitation in den Bereinigten Staaten hat in ihrer Maßlosigkeit schon eine deutlich spürbare Gegen- bewegung hervorgerufen, die vielleicht auch einst dem sich heute in der Pose des Retters der Demo» klatien gefallenden Präsidenten Roosevelt, Rätsel aufgeben könnte. Die Spuren Wilsons sollten schrecken. Auch ihm, der als Friedensapostel und Schiedsrichter nach Europa gezogen war, hat bei seiner Rückkehr aus Paris das amerikanische Volk, enttäuscht über das Ergebnis dieser Einmischungs- politik,' eine ASksage erteilt, von der er sich nicht wieder hat erholen können. Roosevelt ist auf dem tschecho-slowakischen Militär durchgeführte Angriff sei planmäßig vorbereitet gewesen. Die in der Umgebung von Munkacs auf tschecho-slowaki- scher Seite liegenden Weinberge seien bereits seit mehreren Tagen von ukrainischen Aufständischen besetzt gewesen, und in der Umgebung seien größere Verbände regulären Militärs in Bereitschaft gehalten worden. Die ungarische Regierung habe, so schließt der amtliche Bericht, alle Maßnahmen getroffen, um ähnlichen Zwischenfällen schärfstens vorzubeugen. Gleichzeitig seien alle Angaben über den Angriff von der ungarischen Regierung unverzüglich dem deutschen und italienischen Gesandt en in Budape st unterbreitet worden. Zn Prag sei in ernstester Form schärfster Einspruch erhoben worden. Die ungarische Regierung habe in Prag mitteilen lassen, daß sie jede Verantwortung für die im Zusammenhang mit diesen Ereignissen eintretenden Verwicklungen ablehne. ♦ Ein zweiter, um 13,15 Uhr veröffentlichter amt- besten Wege, es grade so zu machen. Dr. Fr. W. Lange. Ernster Grenzzwischenfall bei Munkacs Tschecho-slowakisch-ungansche Zusammenstöße an der Demarkationslinie der Karpatho-llkraine. Der Bolschewismus sieht „hoffnungsvolle Anzeichen". Moskau, 6. Jan. (DNB.) Die Botschaft Roo- evelts an den Kongreß wird hier mit sichtlicher Befriedigung ausgenommen. Die parteiamtliche ,,P r a w d a" stellt mit Behagen est, daß die Botschaft Roosevelts „wachsendes Verständnis" gegenüber der Gefahr der „fa- chistischen Aggression" widerspiegele, das in den Vereinigten Staaten jetzt vorherrsche. Die Roosevelt-Botschaft zeige, daß der amerikanische Präsident eine „weitere Aktivierung" der Außenpolitik der Vereinigten Staaten er- Roosevelt will Knegsprasident werden" Ein ehemaliger Mitarbeiter geitzelt die Motive Roosevelts. Oeffentlichkeit hervorgerufen hat, findet in einer vernichtenden Kritik des ehemals in-timften Mitarbeiters Roosevelts, des Generals Hugh Johnson, ihren deutlichsten Niederschlag. In einem Artikel, den die große Tageszeitung „World Tele- gram" an führender Stelle wiedergibt, wirft Johnson dem Präsidenten vor, seine Botschaft zeige denkbar deutlich die Schwäche seiner Stellung und seinen Verlust an persönlichem Prell i g e. Manche Stellen seiner Rede ließen den Schluß zu, daß Roosevelt nicht abgeneigt sei, a l s „K r i e g s p r ä s i d e n t" in die Geschichte einzugehen. Drohender Krieg stehl' nicht auf dem gleichen Blatt wie die überspannte Politik des revolutionären New Deal. Sofern die Frage der Landesverteidigung aufrichtig angepackt werde, würden sich die Nationalen immer zusammenfinden. Es sei aber etwas grundsätzlich anderes, wenn man eine Kriegsgefahr herauf- beschwöre, um ein Volk zu zwingen, vorbehaltlos einer ihm innerlich widerstrebenden Politik zuzustimmen. Der Abgeordnete Hamilton Fish, ein bekanntes Mitglied des außenpolitischen Ausschusses des Abgeordnetenhauses, richtete in einer Rundfunkrede heftige Angriffe auf Roosevelt, dessen Jahresbot- Schaft er hetzerisch und provozierend nannte. Fish hob hervor, Amerika habe seine eigenen Probleme zu lösen, Tiraden gegen Regierungsformen anderer Länder seien gänzlich unnötig. Fish sagte: „Alle totalitären Staaten, die Roosevelt an greift, sind und werden viele Jabre lang mit ihren eigenen unmittelbaren Interessen beschäftigt sein. Sie haben nicht den leise st en Gedanken, gegen uns Krieg zu führen oder etwa Lateinamerika zu überfallen. Die Zeit ist gekommen, den Kriegshetzern des New Deal, hinter denen die Kriegsgewinnler, Kommunisten und hysterischen Internationalisten stehen, die wollen, daß wir mit amerikanischem Blut und Geld den Weltpolizisten spielen, ein Halt zuzurufen." den Plänen Roosevelts, die darauf abzielten, europäischen Völker gegeneinander aufzuhetzen. IHotfmi lobt Roosevelt. Washington, 6. Jan. (Europapreß.) Enttäuschung, welche die Kongreßbotschaft des Präsidenten in' großen Teilen der amerikanijchen „Nicht die Sprache eines Staatsmanns" Scharfe italienische Kritik an der Botschaft Roosevelts. zerwagen sei durch das ungarische Abwehrfeuer zur Rückkehr gezwungen worden. Er sei in einen Straßenwagen gestürzt und von der ungarischen Grenzwache beschlagnahmt worden. Die Besatzung sei gefangengenommen worden. Die unaan'sche Grenzwache fei durch Abteilungen der Staatspolizei in Munkacs, sowie durch Militär und Gendarmerie verstärkt worden. Auf tschecho-slowakischer Seite seien ebenfalls immer größere Abteilungen von ukrainischen Freischärlern angekommen. Um 5 Uhr mor« gens hätten t s ch e ch o - s l o w a k i s ch e Batte- rienmitderVeschießungvon Munkacs begonnen. Acht Granaten seien in Mankacs eingeschlagen, die das Stadthotel „Stern", das Stadt- Prag berichtet. Eine gemischte Kommission wird den Zwischenfall anLrt und Stelle untersuchen. Prag, 6. Jan. (Europapreß.) Zu dem Zwischenfall bei Munkacs wird am Freitagabend nachstehender amtlicher Bericht der tschecho-slowakischen Regierung ausgegeben: „Am Freitagfrüh kam es in der Umgebung von Munkacs zu ernsten Zwischenfällen, die zur Zeit Gegen st and eingehender Untersuchungen sind. Der ungarische Geschäftsträger in Prag hat in dieser Angelegenheit am Freitag, um 16.30 Uhr, bei dem tschecho-slowakischen Ministerium für auswärtige Angelegenheiten vor - gesprochen, und hat ein Aide menwire vor - gelegt, demzufolge die ungarische Regierung die tschecho-slowakische Regierung verantwortlich macht. Der Minister für auswärtige Angelegenheiten hat sich die Antwort bis zur genauen Untersuchung und Feststellung, welche Partei den Zwischenfall verschuldet hat, Vorbehalten. Dem ungarischen Geschäftsträger wurde mitgeteilt, daß nach den bisher ein- aelaufenen Nachrichten der tfchecho-slowakische Hauptverbindungsoffi z i er bereits in Munkacs weilt und mit dem ungarischen Verbindungsoffizier übereingekommen ist, daß der Zwischenfall durch eine gemischte t s ch e ch o - s l o w a k i s ch - u n g a r i s ch e Kommission untersucht wird." Der Verbindungsoffizier des tschechoslowakischen Militärkommandos in Ch ust hat über den Vorfall bei Rosvegavo (ungarisch: Oroszveg) bei Munkacs folgenden Bericht ausgc- geben: „Die Nachricht des ungarischen Rundfunks, daß unsere Abteilungen bei Munkacs ungarische Truppen überfallen hätten, beruht nicht auf Wahrheit. Wahr hingegen ist, daß,am 6. Januar um 3.55 Uhr früh bei der Ronde do r der Demarkationslinie unsere dreigliedrige Gendarmerie-Patrouille überfallen wurde, wobei ein Gendarm an der Hand verletzt wurde; daraus ent st and dann, eine Schießerei zwischen beiden Parteien, auf welche die ungarischen Abteilungen mit organisiertem Feuer erwiderten." Sine karpatho-ukramtsche Darstellung. Ehust, 6. Jan. (DNB.) Der Karpatho-Ukrai- nische Pressedienst teilt u. a. mit: „Die Angaben, die über die Zwischenfälle .an der ukrainischen Grenze gemacht wurden, sind unwahr. In Wirklichkeit spielten sich nach vorläufigen Meldungen folgende Zwischenfälle ab: In der Nacht auf Freitag, 3.40 Uhr, drangen wie öfters in den letzten lagen, bet der Gemeinde Oroszveg, unweit von der Stadt Munkacs, ungarische'Terrorist en über bie ukrainische Grenze und überfielen die tschecho-slowakischen Grenzbeamten. Dabei wurde ein tschechischer Soldat verletzt. Die ungarischen Terroristen wurden von Militär über die ungarische Grenze zurückgetrieben und zogen sich in Richtung Oroszveg bei Munkacs zurück. Der Pressedienst der, karpatho- ukrainischen Regierung dementiert jedwede Angriffe der tschecho-slowakischen Armee auf die Stadt Munkacs und erklärt die Angaben des Budapester Rundfunks über eine Beschießung der Stadt Munkacs als unwahr. Das tschecho-slowakische Militär habe nur solche Schritte unternommen, die zur Zurückdrängung der ungarischen Terroristengruppe notwendig waren. Die Meldungen aus Munkacs haben im ganzen Grenzgebiet und besonders in den an Ungarn abgetretenen Gebieten Beunruhigung heroorgerufen. Die ungarischen Regierungskreise sind sich dieser Unruhe bewußt und versuchen, die Bevölkerung im Wege des Rundfunks zu beruhigen." Oie Demarkationslinie wieder von ungarischen Truvpen beseht B u d a p e st, 6. Jan. (DNB.) Wie verlautet, haben die ungarischen Trilppen nach Eintreffen von Verstärkungen bei Munkacs die Demarkationslinie wieder besetzt. Nach einer weiteren Meldung des halbamtlichen ungarischen nach dem Desaster in Mitteleuropa nun hier densB öden. Ungarischerseits sind Verstärkungen Hebel anzusetzen für seinen Feldzug gegen die' nach Muntacs unterwegs. Die ungarische Artillene Völker, die zu'sich selbst zurückgefunden haben und hat das Feuer der tschecho-slowakischen Artillerie - jr.xajA. 'hi« iiihifrho nicht erwidert. Nach den letzten aus Munkacs einge- troffenen Meldungen bewegen sich aus Nicktung der tschecho-slowakischen Grenze weitere tschechoslowakische Truppen in dichten Reihen auf Mun- Rom, 6. Jan. (Europapreß. Die Botschaft des strebe sowie eine Verstärkung des Kampfes gegen Präsidenten Roosevelt an den Kongreß der Ver- die „faschistische Aggression". Hierzu solle vor emigten Staaten wird von der italienischen Presse allem eine Ueberprüfung des Neutralitätsgesetzes außerordentlich scharf kritisiert. Die „Tribuna" er- dienen. Jrn Zusammenhang mit dem Auftreten klärt, Roosevelt stelle die Wa hlbedürfnisse, Roosevelts weist das Bolschewistenblatt schließlich seiner Partei und den „sektiererischen noch auf „weitere hoffnungsvolle Anzeichen" eines Druck des jüdischen K a p i t al i s m u s" j Umschwunges in der amerikanischen Politik in höher als die ruhig-klare Einschätzung der inter-, Richtung auf eine Verschärfung der Kampagne für nationalen Lage und das Verantwortungsgefühl, i den JB ö t) f o t t japanischer Ware n^ und für das ein Mann von so hoher Stellung niemals ver- ~ •*1 trotz der bei aller betonten Unfreundlichkeit des Staatsdepartements gegenüber Japan doch höchst regen Kriegslieferungen der amerikanischen Rüstungsindustrie für die japanischen Armee. Nehmen wir schließlich noch als aufschlußreichen Gradmesser für den wirtschaftlichen Wohlstand der Vereinigten Staaten die Zahl der Kraftwaaen, die im Konjunkturjahr 1929 einen durchschnittlichen Zugang von 382 000 Stück im Monat hatten, der 1933 auf 88 000 gesunken war und im September 1938 trotz aller Maßnahmen des New Deal w"iter auf 65 000 zurückgegangen ist. Wie es mit dem von Roosev°lt dem amerikanischen Volke bescherten sozialen Frieden bestellt ist, wissen wir aus den zahl- reichen mit größter Erbitterung geführten Streiks in fast allen Industriezweigen, die zu dem Sinken der Produktion wesentlich beigetragen haben. Auf diesem Hintergründe wird es verständlich, warum in der Kongreßbotschaft Roosevelts jede Andeutung darüber fehlt, was nun geschehen soll, um diesen wirtschaftlichen Kalamitäten Herr zu werden, und wesbakb der Präsident stattdessen zu der billigen Aushilfe greift, seinen Mitbürgern ein so grobes Zerrbild von dem nationalsozialistischem Deutschland zu entwerfen, um einmal dessen auch in den Vereinigten Staaten nicht unbekannt gebliebene beispiellose wirtschaftliche Erfolge zu schmälern und zu verdächtigen, und zum andern einen Vorwand für sein Aufrüstungsprogramm zu haben, das für das laufende Haushaltsiahr eine (Erhöhung des Aufwands für Heer und Marine um 309 au 1320 Millionen Dollar oorsieht, bei einem bereih vorhandenen Fehlbetrag von 3972 Millionen selbst für die Vereinigten Staaten eine erkleckliche Summe. Roosevelt wies auf die Entwicklung der Mehrtechnik Der ungarische Vericht. B u d a p e st, 6. Jan. (Europapreß.) Eine amtliche Mitteilung der ungarischen Regierung besagt, am Freitag in den frühen Morgenstunden seien tschecho-slowakische Truppen und ukrainische Freischärler imWe st en vonMun- kacs auf ungarisches Gebiet eingedrungen und hielten in Den Mittagsstunden d t e Stadt Mukacs unter Artilleriefeuer. Das Gefecht habe bisher auf ungarischer Seite neun Tote gefordert. Die Zahl der gegnerischen Verluste sei noch unbekannt. Von ungarischer Seite seien außer den militärischen Abwehrmaßnahmen auch die notwendigen diplomatischen Schritte in * Berlin, Rom und Prag unternommen worden. Der < ausführliche amtlicye Bericht teilt fölgenbe Einzelheiten mit: Am Freitagmorgen um 3.40 Uhr seien tschechoslowakische Infanterie und ukrainische Freischärler unter Deckung von drei Panzerwagen auf zahlreichen Lastkraftwagen in die Ortschaft Oroszveg eingefahren, die auf der nördlichen Seite des Flusses Lcttorcza gegenüber der Stadt Munkacs liegt. Die tschecho-slowakischen Soldaten' und ukrainischen Freischärler hätten aus Maschinengewehren das Feuer eröffnet. Ein tschecho-slowakischer Panpolitische Wünsche für ein besseres Morgen, sondern durch wahrhaft brüderliche Liebe verbunden sind. Es ist unsere Pflicht, den politischen Boden vorzubereiten, damit alle Hindernisse verschwinden, welche die Verwirklichung des nationalen Willens verhindern könnten. Ich glaube, daß unser gutes Volk aus iwueven, oay man sjrey feine historische Sendung erfassen und nicht vergeß )m i f« >11 i h /rrnS in fen wird, daß Millionen ukrainischer Brüder im um yJi unfacs z U überrumpeln und in Be- A r A ; „ „ • .. r !s,.: l fih tu nehmen Der erst» Widerstand ward» hon i ^6*™ auf uns bl'Jen 9 klärte, die Bewegung wolle ein neues Ungarn auf der G r u n b I ä g e völkischer Einheit Um! aufbauen. Das von bewußten nationalistischem Ge- geicywgen, oie das (vtadthotel „Stern , das Stadt- aungskampf beteiligten. Die Angreifer konnten den Heater, das Filmtheater und mehrere Prvathäu- Fluß La torcza, der die Gemeinde Orosveg von er ge rossen ha en. Auf ungari.cher «Leite seien Munkacs trennt, nicht überschreiten. Um । uuiuuuen. xms uun utiuunitm iiuuxnumuiiajem mk» vlsher vier Off i z i er e unb i n n f I n f a n t e - 0.30 Uhr befanden sich aber die Truppen der regn- kühl burchbrunaene Üngarhtm müsse fiar erkennen. und gehässigen Unterstellungen, die samt und sonders aus dem Arsenal der jüdischen Emigranten stammen, sich an die Spitze einer Hetzkampagne zu stellen, deren außenpolitisch frisierte, ganz auf die Psyche und geringe politische Urteilsfähigkeit des Durchschnittsamerikaners, wie wir sie bei dem famosen Runbfunkkrieg der Marsbewohner kennen gelernt haben, abgestellte Ideologie lediglich dazu dienen soll, die innerpolitischen Schwierigkeiten der Regierung Roosevelt zu kaschieren, und ihr die Möglichkeit geben muß, dem amerikanischen Volk die Notwendigkeit einer neuen gewaltigen Aufrüstung plausibel zu machen, mit deren Hilfe die Wirtschaft erneut angeturbelt werden soll. In jedem Wort Roosevelts meinen wir den falschen Friedensapostel Woodrow Wilson zu hören, der in seiner moraltriefenden und doch von Grund auf verlogenen Überheblichkeit und Selbstgerechtigkeit erst vor knapp einem Viertel- jahrhundert das amerikanische Volk auf Betreiben der um ihre Kriegsgewinne zitternden Bankgewal- tigen und Rüstungsmagnaten in den Weltkrieg trieb. Auch Wilson hat damals auf Anraten seines Freundes, des Colonel House, den man den „stillen Teilhaber" des Präsidenten genannt Hai, seine Wiederwahl mit der Agitation gegen Deutschland bestritten. Damals war es der preußische Militarismus, der die Freiheit des amerikanischen Volkes bedrohen sollte, heute ist es das autoritäre Prinzip, mit dem Roosevelt seine Mitbürger in Furcht und Schrecken versetzen zu können glaubt, um sie unter dem Eindruck, daß außergewöhnliche Umstände auch außergewöhnliche Maßnahmen erforderten, dem Gedanken seiner Wiederwahl gefügig zu machen, was, seit Washington eine dritte Wahl für sich ab» gelehnt hat, aller amerikanischen Tradition widersprechen würde. Da die Ergänzungswahlen zum Kongreß im November gezeigt haben, wie sehr seine Stellung durch die ständigen Mißerfolge des New Deal, seines für eine staatlich gelenkte Wirtschaft ausgestellten „Neuen Plans", geschwächt ist, meint er seine Wiederwahl nur durch einen außerordentlichen Coup sichern zu können, wofür ihm eine großangelegte außenpolitische Hetzkampagne gerade recht ist, weil sie das amerikanische Volk wenigstens eine Zeitlang davon abhält, die überaus traurige Bilanz der verfehltenWirtschafts- unb Sozialpolitik des Roosevelt-Kurses zu ziehen. Und da nach dem politischen System der Vereinigten Staaten mit dem Präsidenten und seiner Partei der ganze Beamtenapparat vom Ministerium und den Zentralbehörden bis in alle Zweige der Verwaltung wechselt, so ist es kein Wunder, wie alle jene, die dem politischen Aufstieg Roosevelts ihr Amt verdanken, nun aus Angst, in Bälde wieder in der Versenkung verschwinden zu müssen, in das gleiche Horn stoßen wie der Präsident. Aus einer dieser Tage veröffentlichten höchst aufschlußreichen Zusammenstellung antisemitischer Kreise Amerikas ersieht man, welche Judenclique den Präsidenten am Gängelband hält. Juden sitzen unter den engsten Mitarbeitern Roosevelts im Kabinett, Juden, beherrschen die Ministerien, Juden ziehen die ^äben im Apparat des New Deal. Sie sind es, die dem Präsidenten das Schlagwort für feine Wahlagitation gegeben haben und Roosevelt, der an persönlichem Ehrgeiz und Selbstgerechtigkeit seinem demokratischen Amtsvorgänger in nichts nachsteht, glaubt nun, in der neuen Rolle des Derteidmers der von niemandem bedrohten amerikanischen Freiheit und Demokratie eine bessere Figur zu machen als vordem als Retter der amerikanischen Wirtschaft. Daß es damit nichts war, weiß heute jeder Amerikaner. Sein New Deal wollte einst Amerika aus einem Tummelplatz zügelloser Geldinteressen zu einem Land planmäßiger Nationalwirtschaft und sozialen Ausgleichs machen. Aber sein sozialrevolutionäres Programm zersplitterte in immerwährenden Kompromissen, die auf keinen Gebieten dauernde Erfolge zuließen. Als Roosevelt im März 1933 in das Weiße Haus einzog, zählte man fast 14 M l- Honen Arbeitslose gegenüber nur 2 Millionen im Jahre 1929, dem letzten Jahre der oielber-ebeten „Prosperity". Das Mißverhältnis der Preise der landwirtschaftlichen Erzeugnisse zu den Preisen der lindustriellen Gebrauchsgüter betrug 48,9 zu 74,4 bei einer Vergleichszahl von 100 für das Jahr 1929. Hier sollte der New Deal einhaken. Und tatsächlich gelang es mit Hilfe der Dollarabwertung bis zum Jahre 1936, dem Jahr der Wiederwahl Roosevelts, die Preisschere wenigstens soweit zu schließen, daß der Preisstand für industrielle Fertigwaren 86,8, der für landwirtschaftliche Erzeugnisse 77,2 betrug. Aber bann setzte ein Rückschlag ein, der die indu-- strielle Produktion in der ersten Hälfte des Jahres 1938 fast wieder auf den Tiefstand von 1933 herunterdrückte und die Zahl der Arbeitslosen fast wieder auf den Höchststand des Jahres 1933 heraufschnellen ließ. Während im Hochkonjunkturjahr 1929 an Steinkohlen 46 M llionen Tonnen im Monatsdurchschnitt gefördert worden waren, war diese Zahl im Jahre 1932, also vor dem Amtsantritt des Präsidenten auf 27,2 Millionen gesunken, sie stieg im Jahre 1936 auf 36 Millionen, erreichte aber im Juli 1938 wiederum einen Tiefstand von 23,6 Millionen. Nicht besser ist die Entwicklung der amerikanischen Stahlproduktion trotz der inzwischen stark gestiegenen Nachfrage durch das phantastische Aufrüstungsprogramm der Vereinigten Staaten und gestellt worden. Die freie Karpatko-Mraiye. Eine Nnndfunkrcde Woloschins. C h u st, 7. Jan. (Europapreß.) Der Vorsitzende der karpatho-ukrainischen Landesregierung, Monsgr. Woloschin, hielt zum griechisch-katholischen Heiligen Abend eine Rundfunkrede in ukrainischer Spräche, in der er erklärte: „Unser Land, der klein st e Teil der von Ukrainern bewohnten Gebiete, begrüßt das Neue Jahr mit großen Hoffnungen. Die Karpatho-Ukraine i ft frei geworden. An ihrer Spitze steht eine Regierung, aus politischen Führern bestehend, bie mit dem Volke nicht nur durch gemeinsame Ideale und lassen dürfe. Seine Botschaft an den Kongreß vertrete das ganze Maß von Heuchelei, mit der der Präsident der Vereinigten Staaten mit der Miene eines inspirierten Predigers versuche, eine „Ware" zu bemänteln, bie aus Sakristeien, Geldschränken der Wallstreet und von rachsüchtigen Demagogen stamme. Das sei aber nicht bie Sprache eines Staatsmannes. Das Blatt weist dann auf die gewaltige Wiederaufbauarbeit hin, die in Europa im Gange fei und hauptsächlich von Adolf Hitler und Mussolini geleistet werde, wobei auch Chamberlain lobend erwähnt wird, Roosevelt habe von diesen Bemühungen noch nichts begriffen. Statt Europa einen Beitrag zum Frieden zu bringen, mische er sich in die europäischen Streitigkeiten ein, verschärfe sie und vergifte sie noch mehr. Mit einem Wort, er treibe ein gewagtes Spiel. Uebereinftimmenb heben die italienischen Blätter hervor, daß sich Roosevelt der Gefahr, die angeblich dem amerikanischen Kontinent von europäischen Staaten drohe, zu dem Zwecke bediene, sein Riesenrüstungsprogramm unter Dach und Fach zu bringen. Aus diese Weise wolle Roosevelt auch seine gefährdete innenpolt» tische Stellung durch außenpolitische Ablenkungsmanöver retten. Der Präsident stehe unter dem verhängnisvollen Einfluß der jüdischen Geldmächte, die den autoritären Staaten den Kamps erklärt hätten, weil diese es wagten, sich gegen das unberechtigte Ueberhandnehmen der Judenherrschaft und die damit zusammenhängenden Gefahren des Bolschewismus in allen seinen Schattierungen zur Wehr zu setzen und sich zu schützen. Europa habe allen Grund, die Augen offen zu halten gegenüber seien von den Angreifern auf tschecho-slowakisches Gebiet zurückgebracht worden. ---- - ..... v v. " ™ ' Der ungarische amtliche Bericht betont, der oom^eut begonnen, die Stadt M u n k a c s z u g escho b e n. Die s—Vinaixa befindet f)en Cervera und ^guaiaoooie nHupi|uuöe --Barcelona, um dann bei Manresa nach dem Osten 9nie Verleib launas- des Berlin, 6. Ian. (DNB.) Auf einem Emp- aber über die Höhe des Betrages sehr erstaunt. Die - nabend'im Haus der Deutschen Presse, an dem Zeitungen geben der Hoffnung Ausdruck, daß diese । ^^eiche Vertreter des Staates, der Wehrmacht, setzt hat. (Sinf*eitlid»e Zu'Uzausbilduno. gesetzt worden. Bei Unruhen in Indien ein englischer Major erschlaaen. Der Minister für zivile Verteidigung, Sir John Anderson, hat sich g e w e i g e r t, der von der englischen Arbeitslosen-Vereinigung bei König Georg telegraphisch geforderten R ü ck k e h r aus seinem Schweizer-Urlaub nach London zu entbrechen. Die Arbeitslosen verlangten die sofortige Rückkehr des Ministers und die Vergebung größerer Luftschutz- Aufträge durch Anderson, um damit der Arbeitslosigkeit zu steuern. Englische Pfundstützungsaktion. London, 7. Ian. (DNB.) Um dem anhaltenden starken Druck auf die P f u n d w a h r u n g, der durch die Pfundkäufe der letzten neun Monate hervorgerufen worden ist, zu begegnen, hat der britische Währungsausgleichsfonds am Freitag von der Bank von England Goldbarren von rund 200 Millionen Pfund gekauft. Es handelt sich um den größten Goldkauf, der rernals in England getätigt worden ist. In City-Kreisen hat man mit einer solchen Transaktion gerechnet, ist Maßnahme genügen werde, um das Pfund zu ichern. Teilweife wird die große Transaktion auch als ein Zeichen der finanziellen Stärke Englands ausgelegt. Auch die Absicht des Schatzamtes, nunmehr vom Parlament die Vollmacht naclnuluchen, den ungedeckten Notenumlauf auf 400 Millionen Pfund zu erhöhen, erregt keinerlei Befürchtungen. Hauptfchrittleiter Dr Friedrich Wilhelm Lange Stellvertreter des Hauptschristleiters: Ernst Blum- schein Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigenTeil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 38: 10843. Druck und Verlag: Brüblsche Universitätsdruckerei R Lange, K.-G sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis AM. 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illu- ftrierfen-15 Pf mehr Einzelverkaufspreis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr 4 vom 1. September 1937 gültig, E. F. Paris, 6. Januar. Mlnisterpräsident D a l a d ie r ist, von Btzerta kommend, an Bord des Kreuzers „Foch" am Frei- tagvormittag im Hafen von Algier eingefroren. Daladier wurde am Quai der Admiralität von dem Generalgouverneur Le Beau sowie von dem Generalresidenten von Marokko, General Nogues, und zahlreichen französischen und algerischen Würdenträgern empfangen. Der Ministerpräsident legte am Denkmal der im Weltkrieg gefallenen Algerier einen Kranz nieder und nahm dann die Parade der Garnison von Algier ab. Nach einem Essen im Sommerpalast des Gouverneurs hielt Ministerpräsident Daladier eine Rede, in der er erneut den unerschütterlichen Willen Frankreichs zur Verteidigung seines Kolonialbesitzes proklamierte. Daladier sprach zunächst für den ihm zuteil gewordenen Empfang den Dank Frankreichs aus, „von ganz Frankreich, das in den Ebenen Flanderns beginnt und an den Ufern des Kongos endet und feinen Einfluß im Osten über den asiatischen Kontinent ausdehnt". Daladier richtete seinen Dank besonders an die Führer der Araber und Kabylen, die wiederum „in einer schweren Stunde" versichert hätten daß sie — wie vor zwanzig Jahren — „unter der Trikolore der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit ihre Pflicht tun wollten!" „Wenn die Ehre Frankreichs in einem Konflikt engagiert ist, dann wird Frankreich für die Freiheit aller Völker in der Welt kämpfen. Das Blut der Franzosen ist im Kriege nicht nur für Frankreich allein geflossen, sondern auch für alle mit Frankreich verbündeten Völker, auch für die, die das jetzt vergessen zu haben schei- nen. Frankreich will den Frieden mit allen Ländern. Es weiß, daß die großen Probleme der Gegenwart nicht durch den Krieg gelöst werden können. Das Friedensideal ist ein menschliches Ideal. Wenn das aber als Zeichen der Schwäche und Resignation aufgefaßt wird, dann sage ich: Halt? Man oll wissen, daß wir allen Versuchen, unser Imperium anzutasten — sei es direkt ober indirekt, sei es mit Gewalt ober List —, eine Entschlossenheit und den Willen entgegensetzen werden, den nichts auf der Welt wird brechen können." Daladier hat am Freitag, kurz vor 16 Uhr, an von Dr. Hallbaum, der zahlreiche Beispiele von Friedhofs- und Denkmalsgestaltungen vorführte. lieber Mitteleuropa hat sich durch anhaltenden Luftdruckanstieg ein kräftiges Zwischenhoch gebildet, das Westdeutschland allgemein Aufheiterung brachte. Dadurch wurde die Abkühlung über Nacht so stark, daß die Temperaturen vielfach bis unter minus 5 absanken. Eine neue, über England heranziehende Luftdruckstörung wird voraussichtlich für den Südwesten des Reiches von geringerer Bedeutung bleiben, so daß noch das Frostwetter ohne bedeutendere Niederschläge erhalten bleibt. Vorhersage für Sonntag: Zeitweise aufgeheitert, im Norden Neigung zu leichten Niederschlägen (Schneefällen), nach stärkerem Nachtfrost auch tagsüber Temperaturen etwas unter Null. Schwache Winde. Vorhersage für Montag: Leicht unbeständig, Temperaturen um Null. Lufttemperaturen am 6. Januar: mittags 0,8 Grad Celsius, abends — 0,4 Grad: am 7. Januar: morgens — 7,6 Grad. Maximum 1,5 Grad, Minimum heute nad)t —7,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. Januar: abends 0,2 Grad: am 7. Januar: morgens 0 Grad. — Niederschläge 0 mm Schnee. Wintersport-Wetterbericht. Vogelsberg, Herchenhainer Höhe: Heiter, — 7 Grad, Gesamtschneehöhe 38 cm, Neuschnee 2 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel sehr gut. — Hoherodskopf: Heiter, —10 Grad, Gesamtschneehöhe 42 cm, Pulverschnee. Sckff und Rodel sehr gut. Rhön, Wasserkupve: Nebel, —8 Grad, Gesamtschneehöhe 45 cm, Neufchne 5 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel sehr gut. Sauerland, Winterberg: Bedeckt, —6 Grad, Gefamtschneehöhe 60 cm, Neuschnee 2 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel sehr gut Schwarzwald, Feldberg: Heiter, —10 Grad, Gesamtschneehöhe 85 cm, Pulverschnee, Säst und Rodel sehr gut. der Partei und der Presse teilnahmen, gab Bum besfüyrer Dr Eulen einen Ueberblick über die segensreiche Arbeit des von ihm im Jahre 1919 gegründeten Volksbundes deutsche Kriegsgräberfürsorge, der sich mit dem Ausbau der deutschen Ehrenstätten in aller Welt zu Mahnmalen deutscher Treue und deutscher Größe die Wiedererweckung heldischer Lebensauffassung im deutschen Volk zur Lebensaufgabe ge- Oeutsche Unterrichtssprache an den Volksschulen in Memel. Ulemel, 6. Jan. (DNB.) Das Direktorium schen in Trzynietzer Eisenwerken um Gefolgschafts- mitglieber, die dort seit langen Jahren ihre Pflicht getan haben. Wemelgebietes hat bestimmt, daß für die Festsetzung der Unterrichtssprache in den öffentlichen Volksschulen in Zukunst die freie WUlensbe- ff immun g der Eltern maßgebend ist. 3m Jahre 1923 hatte das damals amtierende groh- litauische Direktorium in verschiedenen Schulen zwangsweise die litauische Sprache eingeführt, wie fehr dies dem Volksempfinden widersprach, geht schon daraus hervor, daß bei einer seinerzeit oorgenommenen Elternbefragung fast 100 v. h. aller Eltern sich für den deutschen Sprachunterricht aussprachen. Durch die jetzige Verfügung des wcmeldirektoriums ist ein unhaltbarer Zustand und der langwierige Kampf um die Unterrichtssprache in den Volksschulen endlich im memeldeulschen Sinne entschieden worden. Der Gräberwall um Deutschland Die Arbeit des Bolksbundes Deutscher Kriegsgraber-Fürsorge. Ministerpräsident Daladier in Algier Abschluß der Afrika-Heise. Berlin, 6. Ian. (DNB.) Reichsjustizminister Dr. Gärtner hat im Einvernehmen mit dem Reichsminister des Innern am 4. Januar eine Verordnung über die Befähigung zum Richteramt. zur Staats- anwattschcifl, zum Notariat und zur Rechtsanwalt- schcrft erlassen, die die Ausbildung des Rechtswahrernachwuchses im ganzen Reich einheitlich regelt und am 1. April 1939 in Neue Kündigungen deutscher Beamter und Angestellter im ONaa^biei K a t t o w i tz , 6. Ian. (DNB.) Nachdem in den letzten Wochen 3 2 leitenden deutschen Beamten und Angestellten in den Betrieben des Grafen Lavisch in Karmin (m dem von der Tschecho-Slowakei an Polen abgette- tenen Olsagebiet) ihre Stellungen unter der Begründung „Reorganisation der Betriebe zum 31. März d. I. gekündigt worden sind, beginnen nunmehr derartige Maßnahmen auch in den Eisenhütten in Trzynietz^ Hier wurde gleichfalls vom 31. März d. I. 14 technischen und 8 kaufmännischen Angestellten, die sich ausnahmslos zum deutschen Volkstum bekannten, gekündigt Wie tn den Betrieben des Grafen Lavisch, handelt es sich auch bei den Deut- Kalkutta, 6. Ian. (Europapreß.) In Rampur ist es zu blutigen Unruhen gekommen, bei denen der britische Polizeiagent in den Orissa-Staaten, Major Reginald Louis Baz al gelte von den Eingeborenen mit Stöcken e r s ch l a g e n wurde. Die Tat ereignete sich vor dem Pal-ast des Radfchos der Rampur-Staaten. Die Unruhen haben m r Linie politischen Charakter und nahmen.größeren .Umfang an, nachdem Mitglieder der Prai-Manda - Organisation, die den Eingeborenen eine angemessene Teilnahme an den Regierungsgeschäften sichern will, verhaftet worden waren und die zuständigen Regierungsstellen diese Organisation als■ ge° t (l M t ,,..v _ ........ -.....--...... - setzwidrig verboten hatten. Der britische Agent fie(benebrung einbezogen worden sind. — Eine war am Donnerstag in Begleitung eines indischen aufschlußreiche Ergänzung zu den Ausführungen Offiziers in Rampur eingetroffen. Auf dem Wege b(?5 Bundesführers bildete ein Lictstbilberoortrag zum Palast stellten sich ihm zahlreiche Inderm den - - - - — Weg, die sich, als Bazalgette mehrere Schüsse auf die Menge abfeuerte und zwei Eingeborene nieder- schoß, auf ihn stürzten und mit Bambusstocken erschlugen. Der indische Offizier wurde schwer verletzt. Aus Kalkutta sind sofort 130 Mann des 15. Punjab-Regiments nach Rampur m Marsch Kraft tritt Für das Altreich bringt die Neuregelung m mehrfacher Hinsicht bedeutungsvolle Veränderungen des bisherigen Rechtszustandes. Die Ausbildung der Gerichtsreferendare bei der Verwaltung ist nicht mehr z w i n g e n d vor- geschrieben, sondern in das Ermessen des Referen- dars gestellt. So ist es möglich, die Referendare, die nicht zur Verwaltung gehen, ohne Verlängerung des Vorbereitungsdienstes gründlicher mit den Aufgaben des Richters, Staatsanwaltes, Notars und Rechtsanwaltes vertraut zu machen. Weiter sind, entsprechend einem mehrfach geäußerten Wunsch der jungen Rechtswahrer, in die Neufassung der Justiz- ausbildiingsordnung Richtlinien für die urzelnde christliche Moral. Das Reformprogramm :r Regierung laute: Kampf gegen Armut, die nur urd) tiefgehende soziale und wirtschaftliche Reformen niedergerungen werden könne. ch groß. Hore-Belisha verteidigt feine AüstungspoE. London, 6. Jan. (Europapreß.) Kriegsminister hore-Belisha hiell in feinem Wahlkreis eine lebe, in der er sagte, bei seinem Amtsantritt im icdjre 1937 sei die Armee sowohl in Grohbritan- ien als auch in den Kolonien in großen Schwie- , qfeiten gewesen. Bei einer gleichbleibender Entwicklung war im März 1939 ein Fehlbetrag von 10 000 Rekruten zu erwarten. Tatsächlich aber Verde dieser nur die Hälfte ausmachen. Im Haushaltsjahr 1936 37 habe die Armee 23 000 neue "tefruten erhalten, im laufenden Jahr wurden es nwa 40 000 fein. Dabei hätten andere Formationen ihre Anforderungen mehr als verdoppelt. Für den lffjzierqnachwuchs sei jetzt die doppelte tzahl von Anwärtern vorhanden. Künftig werde nur roch die Befähigung und nicht mehr die wirtschaft- Iche Lage der Anwärter für die Aufnahme in die ^ffizierslaufbahn entscheidend sein. Die T e r r j l o - i i a l a r m e e habe bei seinem Amtsantritt 153 000 Wann betragen, sie belaufe sich heute auf 200 000 Mann. Diese Armee sei daher der Sollstärke naher (Is zu irgend einem anderen Zeitpunkt ihrer Ge- ^Äe^' mit der R ü st u n g s d e s ch a f f u n g be- bauten Abteilungen des Kriegsministeriums betrugen wöchentlich nicht weniger als 1 Million Pmnd 12 Millionen Mark). Die 1. Flugabwehr-Division, lie mit der Verteidigung von London betraut sei, werde innerhalb eines weiteren Monats mit den ieuen 9,4-Zentimeter-Gefchützen in voller Knegtz- i arte ausgerüstet fein. Die Stärke der gesamten Luftabwehrformationen sei während seiner Amts- «it von 22 000 auf 65 000 Mann gestiegen. Zum Schluß erklärte Hore-Belisha, er sei berunuhigl über He Beachtung, die die übertriebenen Beschreibun- en der angeolichen Mängel in der militärischen Drganisation Englands in anderen Ländern gefun- t en habe. über auf ihrem Posten ausharren. Die Vereinigung hatte Vorkehrungen getroffen, um sie alle paar Stunden mit warmer Suppe zu versorgen und ihnen dadurch das Durchhalten trotz des herrschenden Frostes zu ermöglichen. Bereits nach, kurzer Zeit schritt jedoch die Polizei ein. Beamte die m Bereitschaftswagen erschienen, sperrten die Umgebung des Hauses des Arbeitsministers ab und befreiten die acht Gefesselten trotz ihres Widerstrebens durch Zersägen der Ketten. Alle acht wurden vorläufig in Polizeigewahrsam genommen. man re naaj um 4yiUHi:11 _ , . Meute angelegt worden. Daneben sind Tausende IDn Maschinengewehrnestern vorhanden. Obwohl pftern an der Cordoba-Front alle An- Lfse*der Roten blutig abgewiesen wurden, dauert -r Druck des Feindes im Abschnitt Dalsequillo an. 's kam hier zu überaus heftigen Kämpfen um eine öhe die vom Feind erobert und von den natto- alen Truppen wieder zurückerobert wurde. Die ationalspanifche Luftwaffe bewarf die mitt- irischen Ziele von Cartagena und Gandia mit bomben. Der angerichtete Schaden ist außerordent- Der Dolksbund, der in enger Zusammenarbeit mit den Regierungen aller in Frage kommenden Länder steht und sein Werk durch rund 1000 ehrenamtlich tätige Amtswalter leistet, begann mit dem Bau deutscher Ehrenstätten im Jahre 1926 .., zuerst in Frankreich und Belgien. Weitere Auf- j baugebiete sind Jugoslawien, Italien, Rumänien, erster j Palästina Unb Polen. . Die Ausgabe des Bundes ' ist heute erst etwa zur Hälfte gelöst, besonders seit durch die Heimkehr der Ostmark und des Sudetenlandes zu den zwei Millionen Gefallenen des Altreiches die etwa IVt Million Gefallenen der ehemaligen österreichisch-ungarischen Armee treten, die in das Werk der « -um Meere abzubiegen. Alle Derteidigungs- Imi-N bchch-n aus zwei Meter starken (ifenzementwänden. Zahlreiche Zement- nterftänbe sind gegen Flieger- und Artillene- ,ritte nach den Planen ausländischer Mllitar- finh T Hill PTIlYP Ausbildung in den einzelnen Abschnitten ausgenommen worden. Sie tragen dem verständlichen Streben der Referendare nach selbständiger Tätigkeit in dem Maße Rechnung, das mit der Rücksicht auf die Recht- suchenden vereinbar ist. In der ersten Prüfung ist die Frist zur Anfertigung der häuslichen Arbeit von drei auf vier Wochen verlängert worden. Im übrigen bringt die Verordnung eine Zusammenfassung der bisher im Altreich geltenden und in mehreren Verordnungen enthaltenen Ausbildungsvorschriften: sie beseitigt die letzten landesrechtlichen Besonderheiten. Oie 5. Reichskleinlleischau in Leipzig eröffnet. AusgezeichnetcErgebuissederPrämiierung. Leipzig, 6. Ian. (DNB.) Am Freitag hat die 5. Reichskleintierschau als die größte derartige Schau, die jemals veranstaltet wurde, ihre Pforten geöffnet. Reichshauptabteilungsleiter II des Reichsnährstandes, Dr. Brummenbaum, überbrachte die Grüße des Reichsministeriiuns für Ernährung und Landwirtschaft und des Reichsbauernführers. Die Kleintierzucht und -Haltung fei eine Sammlung von unendlich vielen kleinen Werten, deren Summe von größter Bedeutung für das Leben unseres gesamten Volkes ist. Der Präsident des Reichsverbandes deutscher Kleintierzüchter, Vetter, wies darauf hin, daß der Wert der Erzeugung der Kleintterzucht etwa dem der gesamten Erzeugung an Roheisen und Braunkohle entspreche. Gauleiter und Reichsstatthalter M u t fch- m a n n betonte, wenn wir heute aus der Kleintterzucht ein Zehntel der gesamten landwirtschaftlichen Erzeugung bestreiten, so muß auch dem voreingenommenen Betrachter der Wert dieser Betäti- KrümenkÜtl“! Francos Truppen 38 Kilometer vor Tarragona Heftige Kämpfe an der Cordoba-Front. Bord des Kreuzers „Foch" Algier wieder verlassen. In Begleitung der „Fach" befand sich noch der Kreuzer „Cvlbert". Die beiden Kriegsschiffe werden am Samstagoormittag im Kriegshafen von Toulon erwartet. Ser Eindruck in Rom. „Ein Schlag ins Wasser." R o m, 7. Ian. (DNB.) Mit der Abfahrt des französischen Ministerpräsidenten Daladier aus Tunis hat seine Mittelmeerreise für Italien jedes Interesse verloren. Die römische Presse beschränkt sich auf wenige Zeilen, um die Militärparaden, mit denen Daladier überall empfangen wurde, und die Abreise nach Algier zu verzeichnen. Abgesehen von den antiitalienischen Kundgebungen und dem Prote st schritt des italienischen Generalkonsuls in Tunis ist die wegen ihres herausfordernden Charakters von Anfang an als inopportun beurteilte Mittelmeerreise Da- ladiers als eine Angelegenheit von außenpolitisch untergeordneter Bedeutung behandelt worden. Auch in bezug auf ihre propagandistische Wirkung auf die muselmanische Eingeborenenbevölkerung wird in politischen Kreisen Roms der Reise jeder Erfolg a b g e s p r o ch e'n. Mit dem Abschluß der Mittelmeerreise Daladiers lasse sich, wie man hier betont, feststellen, daß, sofern man von den höchst bedauerlichen Zwischenfällen absehe, das Ergebnis der Reife selbst den französischen Erwartungen in keiner Weise entspreche und eher ein Schlag ins Wasser geworden sei. Ein zweites Vataillon Seneqalschühen nack, Dschibuti eingefchifst. Paris, 6. Jan. (DNB.) Ein zweites Bataillon Senegalschützen hat sich am Freitagvormittag in Marseille an Bord des Passagierdampfers „Athos II" nach Dschibuti eingeschifft. Auch dieses Bataillon dient der Verstärkung ber_ militärischen Streitkräfte Frankreichs in Franzofisch- Somali. gung ersichtlich fein. Ich erkenne der Betätigung der Kleintierzüchter aber auch eine hohe soziale und daher im besten Sinne des Wortes polittfche Bedeutung zu. Wir Deutschen betrachten unsere Heimat als den eigentlichen Kraftquell unseres Lebens. Die deutsch^ Kleintierzucht stellt den Millionen von Großstädtern diejenige Verbindung mit der Scholle her, auf die sie in ihrem übrigen Tageslauf notgedrungen verzichten mußten. Die 5. Reichskleintierschau ist die bisher größte derartige Ausstellung. Sie erstreckt sich nur auf drei Tage, weil die nach vielen Tausenden zählenden wertvollen Ausstellungsttere bei längerer Abwesenheit aus ihrer gewohnten Umgebung Schaden nehmen würden. Bereits am Eröffnungstage ist die Prämiierung der Tiere beendet worden. Das entspricht dem Lehrzweck einer derartigen Ausstellung, well die Besucher darüber unterrichtet werden sollen, warum die ausgezeichneten Tiere besser abgeschnitten haben als die anderen. Unter dem landwirtschaftlichen Geflügel hat der Leistungswettbewerb der Hühner besondere Bedeutüng, die Landesbauernschaft Rheinland steht hier mit 13 ersten Preisen weitaus an der Spitze. Beim Eierwettbewerb hat Schlesien mit 7 ersten Preisen am besten abgeschnitten. Bei den Vereinssammlungen der Kaninchenzüchter folgen Bayern und Sachsen mit 21 bzw. 18 ersten Preisen dicht aufeinander. Bei der Kokonprüfung der Seiden- s p i n n e r haben Schlesien und Wett- d e u t s ch 1 a n d mit 4 unb 3 ersten Preisen die Spitze. S ch l e s w i g - H o 1 st e i n hat bei Honig und Wachs mit 6 und 9 ersten Preisen besonders gut abgeschnitten. Es ist ein erfreuliches Zeichen für den Leistungsfortschritt der Kleintierzucht, daß allgemein ein außerordentlich hoher Prozentsatz der zum Wettbewerb eingeschickten Tiere und Erzeugnisse trotz der sehr scharfen Prüfungsbestim- mungen ausgezeichnet werden konnte. Ein Beispiel dafür sind auch die Katzen, bei denen von 153 Tieren 124 Preise erworben worden sind. Die Lehren der Ausstellung werden noch in Fachgruppensitzungen der einzelnen Kleintterzuchtverbände ver- , tieft werden. Die Verteidigungsrede findet in der konservativen fresse eine ziemlich geteilte Aufnahme. „Daily Ex- Neß" begrüßt die Ankündigung, daß die Londoner Äak-Divi'sion innerhalb einem Monat vollkommen rrit Geschützen ausgerüstet sein werde „Daily Mailand News Chronicle" betonen, daß weder diese Ankündigung noch der Hinweis auf die erfolgreichen Reformen in der Armee eine Entschuldigung dafür tein könnten daß während der Septemberkrise eine fiel zu geringe Anzahl von Flugzeugabwehrge- chützen vorhanden gewesen sei. Zu dieser am schweren ins Gewicht fallenden Anschuldigung habe der kriegsminister nichts Stichhaltiges vorbringen können. Englische Arbeitslose bemonffneren in Ketten London, 6.Jan. (Guropaprefc.) Die llrbeitslosenvereinigung schreltetin »hre Bestrebungen zur Erreichung höherer Untechutzun- ren jetzt zu Maßnahmen, die denen der Frauew iechtsbewegung in den Jahren vor dem Wettkneg iiachgeahmt sind. Am Freitag ließen sich acht Mitt vlieder der Vereinigung mit st a r k e n e, s e men Ketten an den Gartenzaun vor dem Hause des A r b e i t s m i n i st e r s Brown ess e in Gleichzeitig erteilten andere Mitglieder ter Vereinigung in der Umgebung einer in der Nähe befindlichen Arbeitsvermittlung Fl u g b l a ■ e r die zu Kundgebungen vor der Wohnung des Nttnisters aufforderten. In kurzer Zeit versammelte sich eine überwiegend aus Arbeitslostn bestehende «roße Menschenmenge, welche den acht Gefesselten lurcli Zurufe ihre Sympathie ausdruckte. Die Vertilgung liefe im Hause des Ministers einen Brief Lbgeben in dem dieser aufgefordert wurde eine Abordnung der Arbeitslosen zu empfangen unb für tine bessere Winterhilfe Sorge zu tragen Die acht freiwillig Gefesselten, bie nnt den schweren eisernen Ketten um ben Hals ein erbar- nmigswürbiges Bilb boten, erklärten, wurden Totfatis die ganze Nacht unb auch den Samstag Bilbao, 7. Jan. (DNB. Funkspruch.) Der ationalspanische Heeresbericht melbet, baß sich an ir Katalonien-Front ber Einbruch ber nationalen ruppen auf b eiben Flügeln vertieft, er rechte Flügel konnte auf bem Vormarsch bie Orte Vinaixa, Mosel! und Pobla be Ciervoles sowie lerschiebene wichtige Höhen erobern. Die Truppen haben sich bamit bis auf 38 Kilometer an Tarragona herangesch o b e n. Die Bahnlinie Borjas Biancas—Vinaixa befindet sich nunmehr völlig im Besitze b er Zr.anc o-Truppen. Nördlich von Valset beichten die Navarra-Brigaden den Kamm des Mont Tant-Gebirges. Der Feind verlor mehrere hundert lote und 1400 Gefangene. Durch die e Operation der erste der sechs stark ausgebauten Verteckii- mgsgürtel Barcelonas durchbrochen worden. Die ! erleidiaunasringe Barcelonas, die in monate- : nqet Wit ^rgefteUt mürben »erlaufen vom ront-Sant-Gebirge nördlich von Falset durch bas lena-Gebirge unb berühren nordöstlich davon zwi- nen Cervera unb Jgualaba bie Hauptstraße Leriba wr Schutz der Rasse. Der bewußte nationall- sche Gedanke stehe in keinerlei Gegensatz zu einer den Behandlung der Minderheiten Nationalismus Vaterlandsliebe und Rassenschutz erforderten men militärischen Geist, innere Disziplin unb tief- | Vermietungen schone 7-3tmmer MW Nähe Ludwigs- platz, mit Bad, 2 Balkons und sonst. Zubehör, per 1. April evtl. 1. März preiswert zu vermiet. Schriftl. Angeb. unter 085 an den Gietz. Anzeiger. Moderne 5-Zimm. Wohn, eventl. mit Garage sofort zu vermiet. Schriftl. Anfrag, unt. 41D an den Gien. Anzeiger. Schöne 5-Zim. UW. IN. Baderaum, Balkon, Heizg., 1. Stock, Nähe Univ., p.I.Mär; drch. Berm. zu verm. Schr.Ang. unter 92D an o. Gietzene r Anzeig. Schöne 5-ZimiiL-Wonnung mit Badeeinrich- tung, Mansard.- Zimmer u. Zubehör, p. sofort zu vermieten. 0112 Näheres: Löberstraste 511 ^teubau, Nähe d. Kliniken, schöne 4-5 Zim.-Wohnung Part., m. Bad, groß. Balk., Heizung u. Garage, z. 1. März 1939 zu verm. Zu erfr. i. d. Geschüftsst. d. Gietz. 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Nr. 6 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefjen) 7./8.Zanuar 1939 Aussetzung, | unserer großen Vergangenheit, ichte und I --------- sache für die Unerschütterlich haben die Männer des Viersahres- O e Ko" le. Neue Voae>sÄ>lchoebi''t-. zjen uu'-’utuujjijniu. '-'**/••**----1 • •< m feftigten Damm aus, der den Kanal gegen Ser. jZEen,Frösteln,rauherHals, .^eiserkeit,Scknuvfen,Kovsscbmer;en sind sehr oft die Anzeichen beginnender Erkältung, die bei Vernam- lösnaung leicht aur Grinne führen kann. Es ist des- ha'h ratsam, sofort folgende Schnellkur amuwenden : Kur; vor dem Zubettgehen moalichtt beiß zweimal ie einen Eklöffel Klosterfrau-Melissengeist und Zucker mit etwa der doppelten Ntenge tomenden Wassers gilt verrührt trinken: Kinder die Halste. Zur Nachkur und zur Vermeidung von Nuckfallen nehme man am besten noch einige Tage die halbe Menge oder füae dem Tee jeweils einen Schulz Klosterfrau-Melissengeist zu. Sie erhalten Klosterfrau-Melissengeist in der blauen Original-Packung mit den drei Nonnen m Apotheken und Drogerien m Flaschen zu RM. 2.80, 1.65 und —.90. sen Zweck. Auf den Inseln des Seekanals Haben sich die gefiederten Bewohner schon längst an das Getute und das Kielwasser der vorüberziehenden Dampfer ge-, wohnt. In großen Mengen brüten dort Sprosser und Rotkehlchen. Auch der ostpreußische Charaktervogel, der wundervoll gefärbte Kamingimpel, der westlich nur bis Pommern vorkommt, hat hier eine Htornat gefunden. Die Rohrsänger in ihren vielen Abarten nisten hier, und wenn im Mai oder Juni ein Sümmchen wie das einer Heuschrecke ertönt, dann ist das der Hausschwirl, denn die Heuschrecke zirpt ja erst im August. Kibitze, Wasser- und Bleh- hiihner, Regenpfeifer, die verschiedensten Entenarten und Fischreiher sind ständige Gäste. Auch Raubvögel kreisen über den Inseln, der Schreiadler und manchmal auch der seltene Seeadler. Anfang Marz sandung vom Haff her schützt. Dieser Damm wurde dann wieder vielfach durchstoßen, damit die Fischerkähne Durchfahrt haben. So wandelte sich der Damm in die Inselkette. Unbewohnt liegen sie da, diese Eilande, von Busch und Baum dicht bestanden, von den Wellen des Haffs umspült. Nichts stört ihre Einsamkeit, und deshalb sind diese Inseln zu einem Vogelparadi e s geworden, das seinesgleichen sucht im deutschen Vaterland. Ostpreußen ist ja von jeher eine der vogelreichsten Provinzen des Reiches, und es vermag in Feld und Wald noch zahlreiche Nist- und Brutgelegenheiten zu bieten. Aber bei der jetzigen intensiven Bodenkultur werden diese Hausungen doch immer seltener, und daher ist die Provinzialverwaltung bemüht, gewisse geeignete Gebiete für die heimische Pogelwelt frei zu halten. Diese ost- preußischen Vogelschutzgebiete haben es vielfach zu internationaler Berühmtheit gebracht, so das auf dem Draulensee bei Elbing und auf den Masurischen Seen, der Mövenbruch bei Rossitten und das Vogelparadies Guja am Nordenburger See. 3m Frühjahr sollen nun auch die Inseln des Königsberger Seekanals zum Vogelschutz ge- b i e t erklärt werden. Es ist ferner geplant, auch die Stauteiche der Königsberger Wasserversorgung zu solchen Naturschutzgebieten zu machen. Sie liegen weit außerhalb der Stadt in verträumter Stille und binnen sich mit dem dichten Baum- und Unterholz- bestand ihrer Ufer gleichfalls ausgezeichnet für die- ■ Cle, wie Nahrungsfreiheit, Rohstoff- i Nicht verbrennen, sondern um wandeln ist cremen u|iu. — Dinge, die schon zu bekannt sind,! mithin das große Leitwort bei der Kohle, und wo nm hier noch einmal aufgewühlt werden zu müssen.: e5 mit der Umwandlung in Strom nicht getan ist, ■ • — *- hilft die chemische. Bei der schon lange üblichen und i)eu*e im breiten Publikum wenig mehr beachteten Verkokung der Kohle ergeben sich Gliedes seines Volkes .und eines Kindes feiner Zeit. Daß diese grundsätzlichen Erkenntnisse sich nur langsam durchsetzen und daß noch hier und da das Phantom einer „objektiven" Wissenschaft, die nichts mit Politik zu tun haben dürfe, herumgeistert, das liegt an der Zählebigkeit von Ideen, die durch eine ältere Generation von Wissenschaftlern ins Volk getragen sind und sich nur langsam in die neue Richtung des jungen Vortrupps wenden. Um so begrüßenswerter ist es, wenn eine solche Gemeinschaft von Pionieren der neuen WisseNschaftsiehre einmal aus der Stille der Studierstube mit den Fragen, den Methoden und den Ergebnissen ihrer Arbeit vor eine breitere Oefsentlichkeit tritt, wie das im Bezirk der Geschichtswissenschaft vor kurzem auf der Jahrestagung des- Reichsinstituts für Geschichte des ü e u e n D e u t s ch 1 a n d s in Berlin geschehen ist. Aus den Vorträgen, die an drei Tagen von den Mitgliedern des IOstituts gehalten worden sind, ließ sich sehr aufschlußreich verfolgen, wie die Arbeiten aus den verschiedensten Perioden der deutschen Geschichte und des abendländischen Geisteslebens überhaupt bereits auf dem Grundriß eines neuen, einheitlichen Geschichtsbildes stehen und doch mit der strengen Verantwortung gegenüber der Wahrheitspflicht des „Professors", des Bekenners, geleistet werden. Ln''NiL^>7N°7ur7°nd^7L- ch°Änd ichuf kommen ÄnMwan aarubcr undder Au, der WÄSEKSZ BSsBE: Den ausgebaqqerten Schlick warf man zu einem be- hurtigem Flugchchl°g__._____ t nut hör hon Sicinal aeaen Ver- (Sin kleiner Advokat w^d berühmt. Von Franz Paul. Dor dem Obersten Gerichtshof von Arras fand im Jahre 1781 ein Prozeß statt, der einen kleinen, bis dahin ganz unbekannten Advokaten über Nacht zu einer Lokalberühmtheit machte. Der Kläger, feines Zeichens ebenfalls Rechtsanwalt, als solcher aber bereits hochgeschätzt und angesehen, hieß De Dlissery de Bois-Vale, und war in dem nahen Städtchen Saint-Omer zuhause. Es ist heute nicht mehr bekannt, was den Maitre Bois-Dale veranlaßt haben mag, einen der ersten Blitzableiter in* Frankreich auf fein Häuschen zu fetzen. Jedenfalls tat er es, und da große Erfindungen zu allen Zeiten von der Mitwelt verkannt, verspottet oder gar gefürchtet wurden, hetzte sich der fortschnttsfreundliche Maitro mit dem eben erfundenen Blitzableiter seines Zeitgenossen Benjamin Franklin die Behörde politische Wiffenschafi 23on Johannes Jacobi Kohle und Metalle im Vierjahresplan Von Dr. Erich 3R Keilpflug. Dort, wo der Pregel ins Haff mündet, beginnt ber Seekanal, der mitten durch das flache Hass Königsberg mit seinem Seehafen Pillau verbindet. Die westliche Seite dieser Fahrrinne bis zum Fifth- hausener Wiek wird begleitet von malerischen Inseln, die sich wie zu einer Perlenkette üusammen- di seh e und antike Umdeutungen der Sage, christ- । lieh-spät antike Weltuntergangsstimmung und literarische Wandermotive der deutschen Kaisergestalt be- . mächtigt und sie mit dem Schreckgespenst des Antichrist verbunden haben. Während für die frühere Forschung die'se Seite durchaus im Vordergrund gestanden hat, muß bei einer genauen Nachprüfung feftgefteUt werden, daß der Kaisermythos um Friedrich II. ebenso wie einst die mit denselben Motiven der Bergentrückung und Führerschaft im Totenheer verbundene Mythifizierung Dietrichs von Bern oder der Sagenkreis um Karl den Großen der mythischen Anschauung vom germanischen Königstum entsprungen ist. Diese Auffassung lebte im Volke fort und drängte im 13. Jahrhundert, als die gesamte altgermanifche Heldendichtung plötzlich aus dem Dunkel auttauchte, zu einer neuen und letzten mythischen Schöpfung aus altgermanifcher Ueberliefenung, die erst mit dem Ende des Stauferreiches und dem Regierungsantritt der Habsburger abgebrochen ist. Diesen Durchbrüchen des germanischen Geschichtsbildes gilt es, auch in her deutschen Geistesge- schichte nachzuspüren. Sie zeigen sich zu allen l Zeiten. Es läßt sich z. B., wie Prozessor Krieck ausführte, geradezu ein Drama zwischen dem ursprünglich deutschen Denken und den fremden Einflüssen in der Seele überragender Persönlichkeiten verfolgen. In Männern wie Pufendorf, Leibniz ober König Friedrich Wilhelm I. von Preußen, in Paracelsus, Kepler und Jakob Böhme — den Professor H. A. G r u n s ky in einem besonderen Vortrag als den Schöpfer der germanischen Metaphysik des Willens völlig neu umriß — find solche । Durchbrüche germanischer Art ganz deutlich in ihrem Ringen' mit den überlagernden Mächten zu beobachten. Am spannendsten und ausgeprägtesten ist dieser Kampf vielleicht verlaufen in der Persönlichkeit des großen Historikers aus dem 19. Jahrhundert, in Leopold von Ranke. Während 1 auf der einen Seite feines Geschichtsbildes ein christlicher Humanismus steht, mit einem theolo- ; gischen Schöpfungsmythos als . einem eschatologifchen Ende der Geschichte einer Nachkonstruktion der göttlichen Vorsehung in einem Stufenschema, weist die „Tendenzen"- Lehre dieses Historikers doch mit ihren göttlichen Eingriffen in die Geschichte das Schema der Kausalität und den Geschichtsrationalismus Hegels in die Schranken. Mit der Herausarbeitung der schöpferischen Elemente, wie der nationalen Volkspersönlichkeit und des durch die Tat berufenen Führers, als gestaltende Mächte der Geschichte bricht im Werk 'dieses Historikers eine instinktive Aust lchnung des germanischen Grundgefühls gegen, die rembe Auffassung vom kausalen Walten eines mechanischen Weltgeistes hervor Wenn die Revolution Adolf Hitlers in ihrer geistigen Ausprägung als Aufitand gegen Materialismus und Humanitätsideologie auch dem germanischen Weltgefühl zu seinem endgültigen Durch - druck) im deutschen Lebensraum verholsen hat, so hieße es doch, die Ausgaben einer politischen Geschichtswissenschaft völlig falsch verstehen, wollte man mit erhobenem Zeigefinger der deutschen Vergangenheit Zensuren erteilen und aus einer Ueber= spannung der wertenden Darstellung einfach ganze Epochen, große Persönlichkeiten und zeitweilige Tendenzen unserer Geschichte als „falsch" ablehnen. Eine neue „grostdeutsche Geschichtskunde", wie sie Professor Kleo Pleyer (Königsberg) skizzierte, muß gerade die Bewältigung der Spanungen, die sich aus den Gegensätzen des mitteleuropäischen Raums, der Rassen' und der Konfessionen ständig ergeben haben, als die großartige Leistung der deutschen Volksgeschichte verstehen und bejahen. Denn das ist schließlich das entscheidende Kriterium für die politische Wissenschaft, ob sie mit der nur teilweisen Neubeleuchtunq einzelner Geschichtsab- . schnitte ein geistiger Aufstand bleibt, oder ob sie die universal gestaltende Kraft entwickeln wird, die : deutsche Lebensgeschichte in ihrer gesamten volkifch- - erdräumlichen Ausdehnung zu erfassen in einer i neuen geiftigen Gesamtschau aller völ- i kischen, staatlichen, dynastischen, wirtschaftlichen, kul- = turellen, religiösen und sozialen Erscheinungen fammer ein Uim, -------, ■___ Aü aufgetragen wird, selben Blitzfanger binnen 48 Stunden zu entfernen, weil dieser geeignet sey bemie uns alle hier anstaunen werden wie vorsintflutliche Tiere, die die primitivsten Gesetze der modernen Wissenschaft noch immer nicht kennen! Und abermals schwemmte eine Sturzflut von Hohn und Spott die schüchternen Einwendungen der Gegenseite weg, und bann schloß der Beauftragte des Maitre Bois-Dale: „Meine Herren Richter! Ich rufe Ihre Einsicht, Ihre Gerechtigkeit und Ihre Autorität an Sie werden die beleidigte Dernunft rächen! Auf solche Weise werden Sie ganz Europa einen neuen Beweis Ihrer Hingabe an den Fortschritt der Wis- schenschast liefern. Sie werden genau überlegen, was Tür Vorurteile gegen den französischen Geist das Benehmen meiner Gegner im Auslande zu erwecken vermag. Ich bin sicher, daß mir gegenüber jeder Aeußerung ober der Böswilligkeit dieser Leute das Denkmal Ihrer höheren Einsicht, Ihres unbeugsamen Gerechtigkeitssinnes und Ihrer wahren Liebe zur Wissenschaft aufrichten können!" Als sich nach diesen Worten der kleine zierliche Mmn mit der fliehenden Stirn setzte, geschah etwas in Arras noch nie Dagewesenes. Wie ein Mann erhob sich das gesamte Auditorium und brach in spontanen Applaus aus. Nur mit Mühe erreichte der Richter wieder Ruhe, und nach kurzer Zeit wurde das Urteil verkündet, das das Oberste Gericht des Kreises Arras einstimmig gefällt hatte: Boi^-Bale durste feinen Blitzableiter wieder aufmontieren! So blieb dem Städtchen Saint-Omer und dem Gericht von Arras eine große Blamage erspart und ein kleiner, unbekannter Advokat hatte über Nacht seinen Ruf gegründet. Dieser Ruf hielt lange an. Am 2. Mai 1789 fuhr der kleine Advokat als Abgeordneter des dritten Standes nach Pans Dort wurde er fünf Jahre später, am 28. Juli 1794, m den Wirren der Revolution guillotiniert. In der Weltgeschichte aber ging der kleine Advokat aus Arras ein als Maximilian Robespierre. richtiger Anwalt gewesen, weny er nicht sofort Berufung eingelegt hätte. Aber auch in diesem zweiten Verfahren hatte er kein Glück: das Urteil des ersten Gerichtes wurde vollinhaltlich bestätigt. ............»MSI üäetisSÄ SS sxs — » geradezu sensationell. „Die Eigenschaft des elektrischen Fluidums, woraus das System des Franklmschen Blitzableiters beruht, ist wahrscheinlich außerhalb von Saint-Omer kein Geheimnis mehr", rief er mit schneiden m Spott, der allerdings nur dem gegnerischen Anwalt und nicht den Richtern 3U gelten schien. „Nicht einmal für-den borniertesten Menschen. Es ist em elementares Prinzip, das heute jedem Gebildeten geläufig ist. Wer daran zu zweifeln wagte, mutzte als absolut ungeeignet erachtet werden in Dingen des öffentlichen Lebens mitreben zu bingm- D beste Art, seinen Namen für immer lächerlich zu machen, wäre die, in einem Buche über ^,^tiir- lehre ein System vorzuschlagen, wie es der Richter der ersten Instanz verteidigt hat!' Und in diesem Tone ging es weiter, fast eine Stunde lang. Der Anwalt der' Gegenseite war schon ganz klein geworden. Schließlich raffte er aber sich doch auf und brachte den Antrag ein, „von den Mitgliedern der Pariser Akademie ein Gutachten emzuholen , da doch dem stellt. ;,vrXk I Damit ist die zweite Grundfrage der pokmschen Historie berührt: Mag die Forschung noch so leiben« schaftslos und fachlich gewesen fern, in der darstellenden Verarbeitung der Ergebnisse ist der Wissenschaftler niemals frei von subjektiver Wertung. Diese aber ist bedingt durch die politische Situation im weitesten Sinn', in ber er sich als Mensch seiner Zeit, als Träger einer bestimmten Weltanschauung be- fiubet.. Die „voran sfetzungslole Geschichtswissenschaft" war ein Trugbild. Denn bie Voraussetzungs^ losigkeit selbst war schon eine unbewiesene Voraussetzung. Somit ergibt sich als Charakteristikum der politischen Wissenschaft ihre stofstich-thematische und ihre erkenntnistheoretiscke Bindung an die Eristenz- situation des wissenschaftlichen Menschen als eines an den Hals. , Natürlich hatte im „aufgeklärten" 18. Jahrhundert niemand mehr den Mut, zu behaupten, daß in dem Stück Draht mit der blanken Spi^e ber-teufel wohne. Daß aber dieser sogenannte „Blitzsanger zumindest ein Werkzeug der Hölle sei und seinem Besitzer zu illuftrem Verkehr mit dem leibhaftigen Gottseibeiuns nebst einer Anzahl hübscher Hexen diene, davon war die halbe Bevölkerung von Saint- Omer fest überzeugt. Da das Jahrhundert aber, wie gesagt, schon sehr aufgeklärt war, begnügten sich öie besorgten Anrainer unseres Maitre damit, von einem willfährigen Advokaten im benachbarten St. Hiver einen Schriftsatz verfertigen zu lassen, in dem ausgeführt wurde, daß „der am Hause Bois-Vale angebrachte Blitzfänger ein lebensgefährliches, ganz und gar nicht ausprobiertes Gezeug sey, mol geeignet, die umliegende Nachbarschaft in größtmöglicher Weys zu erschrökken, indem durch die Ablenkung des Blitzes, feynes Feuers und des dazugehörigen Dunnerschlags sowol Menschen als auch Vieh und Liegenschaften des Orts in grober Weys Wie^ma>?sieht, fand der Advokat aus St Hwer den richtigen Ton für fein reaktionäres Unternehmen, und tatsächlich erreichte er vor der ersten Straf- Der Vierjahresplan hat in überzeugender Weife die Ansicht bekräftigt, daß die Verbrennung der Kohle unter dem Dampfkessel nach Möglichkeit zu vermeiden ist Wie man die Kohle künftig im Verkehrswesen eiyzusetzm gedenkt, das zeigen sehr deutlich die großen Elek- trifizierunaen der Reichsbahn, wie etwa ü\'c der Strecke Nürnberg—Halle, die sich in Ermangelung von nahe gelegenen Wasserkräften zum großen Teil auf das . mitteldeutsche Braunkohlengebiet stützt, wo die Kohle unmittelbar an d e r Grube über Dampf in Elektroenergie umgewandelt werden kann. Diese Verwendung von „elektrisierter Kohlenenergie" vermeidet das Hin- unb Hertransportieren der Kohlen von den Gruben So sehr sich dte einzelnen Referate in ihrem stofflichen Fragenkreis und ihrem zeitlichen Ansatzpunkt unterschieden, so klar zog sich durch fast alle Darlegungen das Suchen' nach der We- sensbestimmung der germanischen Seele und ihrer geschichtlichen Funktionen, so sichtbar trat aus 'den meisten Untersuchungen die । Vision von der Ganzheit der germanischen Seele hervor, die bis in ihre späteren geschichtlichen Brechungen und Fremdüberlagerungen hinein verfolgt wurde. Worauf es dnbei an kommt, d as ging sogar aus einem scheinbar so entlegenen Vortrag hervor, wie ihn Professor Hans Bogner (Freiburg) über den Seelenbegriff der griechischen Frühzeit hielt. Dem Gelehrten kam es nicht daraus an, eine zur Gegenwart beziehungslose Studie jener ferner Menschheitsepoche zu liefern. Er zeigte vielmehr in der Geschichte eines arischen, auf das deutsche Geist esseben so einflußreichen Volkes, wie es die Hellenen waren, eine völlige U eb er ei nft-imm u ng der natürlichen Anlagen mit den geltenden Wertungen, eine Zeit, in der die Seele oder das persönliche Ich aus dem Einzelnen in die ihm zugehörige Gemeinschaft als dem übergeordneten Der Begriff einer poliÜfchen Wissenschaft war dem 19. Jahrhundert ein Stein des Anstoßes. Eben- , sowenig wie die Kunst etwas mit Politik zu tun | haben sollte, durfte nach den Satzungen des Ratio- | nalismus eine Verbindung zwischen Politik und ; Wissenschaft bestehen, falls nicht die Wissenschaft ihr Ansehen verlieren wollte. Diese Anschauung gehört zu einer Zeit, in der die Politik ein ,Aach neben anderen war. Solange die Politik lediglich das Advokatengeichäft bedeutete, einen Ausgleich zwischen verschiedenen Jnteressentengruppen in der Richtung des geringsten Widerstandes vorzunehmen, mochten freilich andere Bezirke gemeinschaftlichen Handelns und Denkens, wie die Wirtschajt, die Kunst oder die Wissenfchast. als gleichberechtigt oder übergeordnet gelten. Seitdem jedoch der Begriff des Politischen durch die nationalsoziali'stlsche Volks- und Staatsführung neu geprägt worden ist, befinden sich auch die scheinbaren „Nachbardisziplinen" der Poliük in einer veränderten Situation. Heute gilt uns Politik als die Zusammenfassung aller in Blut und Geschichte schlummernden Kräfte des Volksganzen und deren von einem einheitlichen Willen gelenkter Einsatz zur organischen zielstrebigen Entfaltung in der Gegenwart. Politzk ist damit aus einer neutralen Verwaltungsaufgabe zur A k t io i e r u n g einer Weltanschauung geworden, die stets das Ganze vor Augen hat und nur das Ganze will. Damit find auch Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst und alle anderen Disziplinen des Geistes und der Organisation ihrer wertungfreien Eigengesetzlichkeit beraubt und zu Teilfunktionen des Volksganzen geworden. Die Weltanschauung der Politik ist auch die Weltanschauung der Wissenschaft. Es wäre nun ein Trugschluß, zu behaupten, daß aus diese Weise die Ergebnisse jeder wissenschaftlichen Forschung vorweg genommen seien und ein neues Zeitalter der Scholasük anbrech en müsse. Frei ist nach wie vor die strenge Facharbeit der Untersuchung. Auf den Bahnen bester Heb erlief er ung der kritischen Wahrheitsfindung, die von jeher den Ruhm der deutschen Wissenschaft begründet hat, geht die Forschung ihren Ergebnissen entgegen. Neu sind nur die Ausgangsituation und die Wertung der Ergebnisse. Vor dem Eintritt in die Arbeit gilt es, das Thema festzulegen. Hier aber muß sich die weltanschauliche Bindung des Wissenschaftlers an die Polis, an die Gemeinschaft des Volkes und seine brennenden Lebensfragen zeigen. Es ist z. B. ein - grundlegender Unterschied, ob der Historiker bestrebt ist, am Kaisermythos des deutschen Mittelalters die Nachwirkungen jüdischer oder spätantiker Legenden aufzuzeigen und als die Leistung jenes Geistes zu feiern, oder ob er den Anteil des germanischen Königsmythos an dem Kaiserbild dieser Zeit herauszuschälen und damit bi-e — wenn auch verdeckte — Kontinuität der germanisch-völkischen Heb erlief erung darzu- stellen' sich bemüht. Beide Wege sind gangbar und müssen beschritten werden. Entscheidend für btoi Rang des politischen Historikers im neuen Sinn ist es aber, wohin er den Akzent der Darstellung setzt, welchen der beiden Gesichtspunkte er voran einigen wirtschaftlichen und technischen Erkennt- der elektrischen Lokomotiven eine bedeutend e.nigen win,cya,l ) , . Durchführung des dichtere Zugfolge. Auch auf den Steigungen Dieriahrespl'anes gekommen ist. Aus diesen Er- in den Gebirgen Mitteldeutschlands sind elektrische, uie y>eiunujre ur» WuWu scihrunaen haben sich gewisse Tendenzen gebildet/Maschinen ungleich überlegen, wozu noch kommt, ordentlich wichtig, als diese mdmiduelle Seelen- einmal zu betrachten nicht uninteressant sein daß man heute schon Typen baut d'e dem Dresel Vorstellung die Voraussetzung für das Christentum Diese Tendenzen sind natürlich etwas gänz- j motor-Triebwagen an Schnelligkeit durchaus ebenbildete, unter dessen Einfluß bann ein 3mWnalt nd),anbere5t Q[5 bie dem Vieriahresvlan zugrunde bärtig sind. /zwischen den natürlichen Anlagen und den Glau- ^eqen])en Qjc{e, wie Nahrungsfreiheit, Rohstoff- Nicht verbrennen, sondern ummanbeln ist bensüberzeugungen entstand, der wiederum du! Ur- f Dinge die schon zu bekannt find, mithin das !>°ch< für Me Idtfam? ©tfrodrnMt' bts «wuHdyen ..... Lebens bildet. Daß aber auch auf germanisch"m unerschütterlich haben die" Männer des Bierjahres- , Boden eine völlige Uebereinstlinmung zwttchm.s biefe $;?(e verfolgt und werden sie, zum Weltbild und Gtochichtsbild Jcbon einmal erreich & Volksgemeinschaft, weiter verfolgen. ! worden ist, das wies Professor Dr. Ernst Krieck ' (Heidelberg) an den NoiL>germanen auf Island für1 Ä " die Zeit zwilchen 1120 und 1250 nach. Die Aufgabe der politischen Geschichtswissenschaft ist es nun, aus dem Wütblld, das der Nationalsozialismus geschahen hat, ton neues G e - s ch i ch t s d i l d zu schaffen, das als die Tri"bi'der der historischen Dynamik jene Mächte sichtbar macht, die auch unter der Fremdüberlaaerung und im Zustand der G"broch"nheit stets wc'ter gew’tot Haben: die Rasse, das Volk, die gestattende Fuh- rerpersönlichkeit, der Mnthos usw Der Ansatz- minkte für tone solche Neudeutuna unserer Geschichte gibt es genug. Professen Otto H ö f l e r (München) zeigte z. B. an dem Mythos um Kai - fer Friedrich II., der nach dem Volksalanben des 13. Jahrhunderts in einen Berg entrütft sei und von dort wiederkommen werde, wie sich ju- Doch Bois-Dale — entweder wahrhaft heldenmütiger Verfechter des menschlichen Fortschritts oder möglicherweise auch nur gereizter Querulant — ließ nicht locker. Er berief abermals, und zwar an öie höchste Instanz, an bas Oberste Gericht m Arras. Da er aber allein nicht mehr die nötigen Nerven zur Führung des Prozesses hatte, betraute er mit einer Vertretung vor Gericht eben jenen unbekann- en Advokaten aus Arras, von dem am Anfang unserer Geschichte die Rede war. Dieser, em kleiner, aber zäher Bursche mit strohblondem Haar und sehr hellen, scharfen Augen, stürzte sich chit Feuereifer m den Prozeß. Schon die ersten zwei Verhandlungs- tage zeigten dem Volk von Arras, daß es ba einen Burger ganz ungewöhnlichen Formats in Jemen Mauern beherberge, und als er nun am dritten Tage sein Plädoyer hielt, waren die Richter ebenso hingeris en wie die Zuhörer. Sem uberschaum'ndes temperam-nt ließ ihn fast schön erschemen, und die logische Schärfe und der zündende Witz feiner Rebe wirkten in dem sonst so verschlafenen Genchtssaal Es ist keineswegs Aufgabe dieses Aufsatzes,!zu den Stätten des Verbrauchs, das die Reichs- utyuuyx ----nk”v i etuja die Produktion und Verwendung von Kohle) bahn ganz unnötig, Nicht ""r. mtoArsmaßig, jon Ganzen verleat war. In biefem Zustand stellen ÖQ5 Verhältnis der Derwen-! dern auch wirtschaftlich belastet. Abgesehen von sich uns die Menschen Homers bar Charakterfttlsch, b von Leicht- und Schwermetallen ziffernmäßig d»m erhöhten Nutzeffekt, den die Koh e auf biefe für den neuen Begriff des Politischen war dann b § ttgen Vielmehr ist hier nur die Rede von Weise gibt, gestattet das schnelle Anzugsvermogen der Nachweis, daß mit dem staatlichen Zerfall auch! c;nAenti tSrfpnnf: । ber elektrischen Lokomottven eine bedeutend die Seele aus einem Organ der Gemeinschatts- denen man bei werte ein individuelles Selbst wurde Das ist für Woyi^hri> t .4 V .........4 ' ß M E- 'L W . Wie stark ist unsere Kriegsmarine? Booten zu Hause war, von denen leider so viele Die geistigen Väter des Versailler Diktats wußten bis wieder das erste deutsche U-Boot die Helling 3m Zeichen der deutsch-italienischen Freundschaft. 1 16 Geschichten aus aller Welt In dem- mit mit zu sparen. Die hier bereits außerordentlich groß. Der Stähle konnte seit 1932 auf gesetzt werden, dasselbe gilt 3 6 erzielten Erfolge sind N i ck e l g e b a l t der fast die Hälfte herab- für die beim Sckmell- Nichteisen-Me- ge- des 38-am-Geschützen, zwei Flugzeuaträger zu je 19 250 Tannen, drei schwere Kreuzer zu je 10 000 Tonnen lieber die hier angeführten Einheiten hinaus besißt die Kriegsmarine zwei Schulschiffe „Schlesien" und . Schleswig-.^asOein". drei (^»aelsckallschtt^ „Gorch Fock", „Horst Wessel" und „Albert Leo Schlageter", sowie eine ganze Reihe weiterer Fahrzeuge. Die Stärke unserer Krieasmarine ist gegenüber Enaland durch das Flottenabkommen vom 18. Juni 1935 festgesetzt, wonach ein- Verhältniszabl von '35 :100 bestimmt Warden ist Der weitere Ausbau steht folgende Einheiten vor: ein zweites Schlachtschiff von 26 000 Tonnen mit 9:28-cm-Geschützen, das bei der Taufe den Namen „Scharnhorst" erhielt und nächst fertig wird, zwei Schlachtschiffe zu je 35 000 Tonnen Schlachtschiff von 26 000 Tonnen („Gnei- fenau"), das Schwesternschiff „Scharnhorst" steht vor der Indienststellung, Panzerschiffe zu je 10 000 Tonnen, Kreuzer zu je 6000 Tonnen („Emden" 5400 Tonnen), Zerstörer zu je 1625 brw. 1811 Tonnen, die schon in Dienst gestellt, und 6 Zerstörer, deren Indienststellung im Laufe des Winter- balbiabres erfolgen wird, Torpedoboote, Unterseeboote zu je 250 Tonnen, Unterseeboote zu 500 bzw. 740 Tonnen, Geleitboote, Schnellboote, Räumboote. verließ. Die eineinhalb Jahrzehnte hatten die anderen Staaten Zeit gehabt, um mit allen Mitteln, die ihnen zur Verfügung standen, ihre U-Boot-Waffe auszubauen und immer weiter zu vervollkommnen. Bestand da überhaupt für Deutschland, dessen Werften für den Bau von U-Booten gar nicht eingerichtet waren, eine Möglichkeit, diesen Vorsprung im Laufe weniger Jahre einzuholen? Die alten U-Boot-Offiziere und Ingenieure arbeiteten Schulter an Schulter mit dem jungen Nachwuchs, mit Mannschaften und Arbeitern, die, als der Krieg Im festlichen Kaisersaal des Frankfurter Römers, von dessen Wänden die Gemälde der hier gekrönten deutschen Kaiser grüßen, fand, wie schon ausführlich berichtet, die Gründung der ersten Zweigstelle der kürzlich m Berlin ins Leben gerufenen Deutsch-Italienischen Gesellschaft statt. In der ersten Reihe sieht man (von rechts) den Rektor der Frankfurter Universität, Professor Dr. Platz ho ff, den Vorsitzenden der Zweiggesellschaft, Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger, und Marchese Ferrante, den italienischen Generalkonsul in Frankfurt a. M. — (Scherl-Bilderdienst-M.) zu Ende gegangen war, noch im Kindesalter standen. Im Juni 1935 war der Tag gekommen, da das erste deutsche U-Boot „Ul“ in Dienst gestellt wurde. Für das Stärkeverhältnis unserer U-Doot-Flotte ist ebenfalls das am 18. Juni 1935 mit England abgeschlossene Flotten-Abkommen maßgebend. Es setzt das Gejamttonnageverhältnis der deutschen zur englischen Flotte auf 35 :100 fest. Für die U-Boot- Waffe erhöhte es diese Derhältniszahl auf 45 zu 100 und ließ die Möglichkeit einer weiteren Erhöhung noch vorheriger Ankündigung zu. In den freundschaftlichen Besprechungen, die jüngst in Berlin zwischen einer deutschen und englischen Marine-Abordnung stattfanden, ist in beiderseitigem Einvernehmen diese Frage geregelt worden. In dem Bestreben, möglichst rasch eine größere Zahl von U-Booten zu bauen, die für die vordringlichsten, im Rahmen des Seekrieges zu erfüllenden Schutzaufgaben in der Nord- und Ostsee geeignet waren, wurden zunächst 250-Tonnen-Boote gebaut. Ihre Geschwindigkeit beträgt 13 sm über Wasser und 7 sm unt»r Wasser, sie sind mit drei Torpedorohren ausgerüstet und besitzen darüber hinaus ein Maschinengewehr. Vom Juni 1935 bis Oktober 1936 wurden 24 dieser Boote in Dienst gestellt. Die erste Flottille erhjelt den Namen des Mannes, der die U-Boot-Waffe bereits zu Anfang des Krieges von Sieg zu Sieg führte, dann aber sein Leben auf dem Feld der Ehre ließ: Weddigen. In maßgebenden Kreisen bestand selbstverständlich vollkommene Klarheit darüber, daß für erhöhte Anforderungen, vor allem also auch bei Unternehmungen, die einen größeren Akttonsradius erfordern, dieser Typ nicht ausreichte. So wurden auf Grund der durch die Fortschritte der Technik gewonnenen Erkenntnisse zwei größere Tonnagetypen konstruiert und gebaut: ein Typ zu 500 Tonnen und ein Typ zu 712 Tonnen (später wurde die Tonnage auf 517 bzw. 747 erhöht). Selbstverständlich war auch die Bewaffnung dieser Boote erheblich stärker. Sie erhielten Bug- und Heckrohre, auch ein Geschütz fehlte nicht. Daß die Geschwindigkeit gleichfalls erheblich höher liegt und somit die Ein- satzmöglichkeiten erheblich erhöht sind, sei nur neben* bei erwähnt. Die deutschen U-Boote entsprechen vollauf den Erwartungen, die man an diese jüngste Waffe der deutschen Kriegsmarine gestellt hat. Auf monatelangen Uebungsfahrten haben sie ihre Seetüchtigkeit unter Beweis gestellt. So bildet unsere Kriegsmarine ein schlagfertiges Instrument in der Hand ihres Obersten Befehlshabers. Offizier und Mann wissen, daß sie auf vorgeschobenem Posten stehen. Im Geist ihrex Kameraden, die im Weltkrieg vor dem Feind geblieben sind, leben und ar« betten sie für Deutschland. dem Landheer gewissermaßen aus dem Nichts heraus erfolgen, da die besten deutschen Schiffe in Scapa Flow ruhten, wo sie unter Führung des Admirals von Reuter versenkt worden waren und so die Ebre der Flotte gerettet hatten. Der Aufbau der Reichsmarine stteß gerade in den ersten Nachkriegsiahren auf allergrößte Schwierigkeiten, weil es eben einfach an allem fehlte. Die Schiffe, die vorgefunden wurden, waren selbst in den letzten Kriegsjahren wegen Ueberalterung außer Dienst gestellt worden, und die Mannschafl mußte erst einmal planmäßig geschult und ausgebildet werden. Ihr Geist war an sich gut, weil sie sich in erster Linie aus den Männern der aufgelösten Marinebrigaden Ehrhardt und von Löwenfeld zu- ammenseßte. Seit 1928 steht Generaladmiral Dr. h. c. Rae- der an der Spitze der Kriegsmarine. Seiner Initiative ist es in erster Linie zu verdanken, wenn schon in den letzten Jahren vor der Machtübernahme im Rahmen der einenqenden Bestimmungen des Versailler Diktats Neubauten durchgeführt werden konnten, die, wie das Panzerschiff „Deutsch- l a n d", die Bewunderung der Welt hervorriefen, weil niemand es für möglich gehalten hatte, daß in einem Schiff dieser Größe ein derartiger Gefechtswert enthalten sein könnte. Daß sich die Flottenleitung in diesen Jahren nur unter größten Schwierigkeiten gegenüber der jeweiligen Systemregierung durchsetzen konnte und daß der Reichstag damals mehr als einmal ein beschämendes Schauspiel bot, sei nur nebenbei erwähnt. Als der Führer die Macht übernahm, wandte er auch seine ganze Aufmerksamkeit dem Ausbau der Flotte zu, die in möglichst kurzer Zeit auf einen Stand gebracht werden mußte, der allen Ansprüchen einer modernen und neuzeitlichen Seekriegsfühvung entsprach. Durch die Indienststellung zweier Panzer- schitte, eines Kreuzers, sowie zahlreicher Zerstörer, U-Boote und Spezialfahrzeuge usw. setzt sich die deutsche Kriegsmarine heute aus folgenden Einheiten zusammen: Tischtennis für Tippfräuleins. B. London. England ist eine starke Bewegung im Gange, bereich des Vierjahresplans. Aber schon dieser kurze und keineswegs vollständige Ueberblick läßt beispielhaft die ganze ungeheure Arbeit erkennen, die leistet worden ist und den völligen Erfolg warm fest en Stahl, d.h. bei Stählen, die bei Temperaturen von mehreren hundert Grad nach dieselben Festigkeiten zeigen, wie im kalten ^Zustand. Wenn 1924 z. B. Stähle mit einer Dauerfestigkeit von 8 kof/qmm bei 500 Grad schon zu den Höchstleistungen gehörten, so verlangt man heute bereits eine Festiakeit von 40kute den St. 52. dessen Uebprlegenheit über den früher gebräuchlichen St 37 erll die kühnen Dach- und Brnckenkonsiruktionen ermöglicht hat, die wir an den Bauwerken des Dritten Reiches bewundern: in St. 37 ausaefübrt wären sie unter ihrem Eiqenaewicht zusammengebrochen. Auch St. 52 ist natürlich eine Legierung, und auch hier hat im Vieriahresnlan die Frage ihrer vorteilhaftesten und billigsten Zusammensetzung eine große Rolle gespielt, da ein solcher Stahl natürlich nicht ZU teuer sein darf. Die Entwicklunggefchichte des St. 52 3um führenden Baumaterial ii't sehr interessant, kann aber wegen ihrer Kompliziertheit nicht in allen Einzelheiten gegeben werden. Hier genüge der Hinweis, daß hie erhöhte Beanspruchung des St. 52. die im Bauwerk eineinhalbmal höher ist, als die des St. 37, eine zeitlang illusorisch aemacht zu narben schien durch die Tatsache, daß Stähle im Brückenbau ja auch eine große Schwinaungssestiqkeit hoben müssen, es ist eine sehr merFimtrhiae, ganz unerklärliche Tatsache, daß diese Schwinaunassesttakeit abbanaig von der Oberflächenbeschafsenbeit ift; sie ist am größten bei alatt polierter Oberfläche und weit geringer bei Stählen, die ihre natürliche rauhe Walzhaut haben. Durch diele äußeren Einflüsse, ferner aber durch das neuerdings übliche Schweißen bpr Teil? anstelle des Nietens, wird bei härteren Stöhlen die Schwinaunafesttgkeit viel stärker berabaesetzt als bei weicheren, so daß es Augenblicke aab, wo der St. 52 aar keine Vorteste gegenüber St 32 zu haben schien D'wch viele Arbeit und Farschuna bat man inhe« Methoden aespnden. dielen llebelstä^>hep abZnbelsen. fo daß St. 52 weiterhin leine führende R"lle behaupten kann. Diese Farlchunaep sind fih erlieg bahnbrechend in Deutschland hurchacfübrt worden Dag Ausland verhielt sich passiv und hean^te sich meist mit der Uebernabme der deutschen Ergebnisse. Die Tendenz, die mittelschweren Metalle, besonders Eisen, durch Leichtmetalle zu ersetzen, dürfte sich in Zukunft eher noch verstärken. Bei den Tonfilmwagen des dieser Tage in Dienst gestellten Vierjahresplan-Ausstellungszuges konnte durch Verwendung von Magnesium statt Stahl zur Konstruktion von Wagen und Motor eine Ge- wichtersparnis von nicht weniger als 2600 Kilogramm erzielt werden, was andererseits wieder Buna und Motorkraft, also Benzin spart. So ein Beispiel spricht für sich. Das Interessanteste aber ist, daß im Auslande, das über beliebige Vorräte an Eisen verfügt, genau dieselben Tendenzen bestehen, besonders in Amerika, wo man sich in jenem gigantischen Ausmaß auf die neuen Werkstoffe stürzt, ohne daß es drüben nicht zu gehen scheint. Vom deutschen Standpunkt aus ist zu sagen, daß die Leichtmetalle in noch weit größerem Umfang verwendet werden könnten und sollten, als es geschieht. Vom selben Standpunkt aus verdient unter den technisch verwendbaren zwei Leichtmetallen dcks Magnesium den Dorzua vor dem Aluminium, weil es in keiner Weise devisenbelastet ist, d.h. völlig aus deutschen Rohmaterialien gewonnen wird und außerdem auch leichter ist, als Aluminium: 1 74 spez. Gewicht statt 2,69 beim Aluminium und 7,8 12 24 16 10 13 30 20,3-cm-Geschützen, die alle drei bereits vom Stapel gelaufen sind und die Namen „Blücher", „Admiral Hipper" und „Prinz Eugen" tragen. zwei leichte Kreuzer zu je 10 000 Tonnen mit 15-om-Geschützen (zwei weitere leichte Kreuzer stehen zur Zeit in der Entwurfsbearbei- tung), einundzwanzig Unterseeboote zwischen 250 und etwa 700 Tonnen, ferner elf Schnellboote, achtzehn Torpedoboote zu je 600 Tonnen, dreiundzwanzig Minensuchboote eines neuen Typs, non denen das erste, „M1“, bereits in Dienst gestellt ist und weitere zehn kleine Räumboote. Wir müsien uns natürlich ohne weiteres darüber klar sein, daß bis zur endgültigen Fertigstellung dieses Bauprogramms noch eine ganze Zeit verstreichen wird, die sich bei den zwei Schiffen zu je 35 000 Tonnen sogar auf einige Jahre belaufen dürfte. Ein besonderes Wort sei noch unserer Ub o o tsroa f fe gewidmet. Während des Welt- um die berufstätigen Frauen in stärkerem Maße für den Sport zu gewinnen und sie zum Eintritt in die verschiedenen Sportklubs zu veranlassen. Sachverständige beschäftigen sich damit, herauszubekommen, welche Sportart jeweils für die einzelnen Berufe am besten geeignet ist. Denn der Sport soll der einseitigen körperlichen Belastung durch die Berufsarbeit ausgleichend entgegenwirken und dadurch unmittelbar auch wieder der beruflichen Leistung zugute kommen. So hat man herausgefunden, daß die Kellnerin, die Verkäuferin und überhaupt jede Frau, die in ihrem Beruf stehen oder hin und her gehen muß, gut daran täte, in ihrer Freizeit zu reiten. Da sie kräftige Rücken- und Schenkelmuskel haben muß, bringt sie für diesen Sport günstige Vorbedingungen mit, anderseits muß sie darauf bedacht sein, ihre Füße möglichst zu entlasten. Für die Stenotypisttn dagegen, die den ganzen Tug über ihrer Schreibmaschine gebeugt sitzt, wird zum Beispiel Tischtennis empfohlen, ein Sport, der zu einer tadellosen Hüftlinie verhilft, den Blick schärft und die Reflexbewegungen verbessert. Die Haushälterin und Hausgehilfin braucht vor allen Dingen gute Nerven und ein scharfes Auge. Beides fördert der Schießsport, der deshalb diesen Frauen geraten wird, wobei es allerdings etwas bezweifelt wird, ob ihre Arbeitgeber immer damit einverstanden wären. Abgesehen von diesen Sonderfällen eignet sich Radfahren und Schwimmen für jede Frau. Außerdem wird der Mannschaftssport als Mittel gegen „Launen" besonders empfohlen So hatte zum Beispiel die Leitung eines großen Geschäftshauses die Feststellung gemacht, daß in einer ihrer Abteilungen unter den weiblichen Angestellten ein böser Geist herrschte. Man gründete daraufhin eine Hokeymann- drehstahl früher benötigten takle. Aebnlich günstig war die Entwicklung beim holt hatte, erzählte er seine traurige Geschichte: ,Hch habe einen heftigen Streit mit meiner Frau gehabt. Weil ich ihr in einer Sache nicht recht geben wollte, riß sie diesen Säbel von der Wand und wollte sich auf mich stürzen. Ich verlor zwar die Geistesgegenwart nicht und entwaffnete sie, aber da griff meine Frau nach einem anderen Säbel, und um ein regelrechtes Duell zu vermeiden, bin ich auf den Treppenflur hinausgegangen. Hätte ich es doch nicht getan. Meine Frau schloß nämlich hinter mir sofort die Tür und ließ mich draußen, war auch durch all meine Bitten nicht zuerweichen. So bin ich aus dem Hause gegangen, um bei einem Freunde Zuflucht zu suchen, traf aber auch diesen nicht an, und wahrend ich durch die Straßen schäft, deren Führer der Abteilungschef war. Bald .brachten die Angestellten auch zur Arbeit jenen Geist der Disziplin mit, der für den Mannschaftssport nun einmal unerläßlich ist, und nach kurzer Zeit war grade diese Abteilung in ihrem Geist vorbildlich für das ganze Haus. Im Nachthemd mit dem Sabel... C. K. Paris. In einer der letzten Nächte fanden zwei Polizisten auf ihrem Rundgang auf dem Boulevard Ras patt einen Herrn, der im Nachthemd und mit nackten Füßen, aber mit einem Säbel in der Hand, durch die Straßen irrte. Sie brachten ihn zur nächsten Polizeistation, und nachdem ihm dort ein Mantel umgelegt war \inb er sich etwas von der Kälte er« Koks als Brennmaterial sowie Teer und Gas, welch letzteres für Hüttenwerke und zur Beleuchtung verwendet werden kann. Bei. der Reinigung des' Gases werden große Mengen Schwefel gewonnen, der in Schwefelsäure übergeführt ein ' Ausgangsmaterial für die chemische Industrie abgibt, das nicht weniger wichtig ist als der Teer. Endlich erhält man bei der Verkokung Benzol, als Motorentreibstoff verwendbar. Hier sieht man, wie roh und wenig wirtschaftlich die reine Verbrennung der Kohle ist. , Neben der Verkokung, die ihre alte Wichtigkeit behält bzw daran gewinnt, in dem Maße, als die Eisenproduktton wächst, steht heute die Kohlehydrie- r u y g, d.h. die [Überführung der Kohle unter hohem Druck und erhöhter Temperatur in Kohlenwasserstoffe, d.h. in Oe le und Benzin. In Deutschland sind bisher zwei Verfahren dieser Art zur technischen Reife entwickelt worden, die uns die Mengen an Schmiermitteln und Treibstoff liefern, die unsere Petroleumguellen nicht hergeben. Indes beabsichtigt man nicht, sich mit dem Erreichten zu begnügen, man strebt danach, durch Erhöhung des Druckes, bei dem die chemische Reaktton vor sich geht, sowohl ein technisch noch besseres Ergebnis, als auch eine größere Wirtschaftlichkeit des Verfahrens zu erzielen. Dabei ist zu beachten, daß die Anwendung von solch hohen Drucken bis zu ein paar hundert Atmosphären zugleich auch eine Frage des Stahls ist, aus dem man die Apparate baut, weshalb beim Eisen noch einmal auf diese Frage zurückzukommen ist Jrn Zusammenhang mit der Kohle muß hier noch der K o tz- len st a u b m o t o r erwähnt werden, der eine unserer billigsten Kraftmaschinen ift und eine große Zukunft hat, wenn die Frage einer aschenfreien Kohle einmal ganz befriedigend gelöst sein wird. (Sifen unö Stahl. Die Zeiten, da der Ehrgeiz der Metallurgen auf die Herstellung möglichst reiner Metalle ging, waren eine notwendige Durchgangsepoche. Es galt damals, erst einmal die Eigenschaften der reinen Substanz völlig zu erkennen, heute triumphiert bei allen Metallen d i e Legierung. Man hat gelernt, durch Beimischung anderer Metalle die Eigenschaften des Hauvtmetalls in der mannigfachsten Weise nach Belieben abzu- wandeln. So sind auch alle modernen Stähle, ob Baustahl für Brückenbauten, Dachkonstruktionen oder Schnelldrehstahl oder warmfester Stahl im Grunde Legierungen mit prozentual oft nicht unbedeutenden Zusätzen. Da aber gerade viele dieser Zusatzmetalle in Deutschland sehr selten sind, hat man im Zuge des Bierjahresplanes keine Anstrengung gescheut, diese devisenbelasteten Metall- beimischungen durch solche aus heimatlichen Meta 11en zu ersetzen, bzw. durch anderen Aufbau der Legierung überhaupt an Beimischungen das Bewußtsein unserer Stärke zur See in Booten zu Hause war, von denen leider so viele immer weitere Kreise unseres Volkes zu tragen und im Krieg mit einem übermächtigen Gegner' ver- Aufklärung über das zu 'geben, was gerade im letz- loren gingen. ____ , ____ ten halben Jahrzehnt auf diesem Gebiete mit ge- T" """.L‘" ' ~ ' 2" radezu überraschender Schnelligkeit geleistet worden j sehr wohl, was sie taten, als sie Deutschland den ist. Der Aufbau unserer Wehrmacht zur See, nach . Bau von U-Booten verboten. Es dauerte 16Vs Jahre, 1918 Reichsmarine genannt, mußte ebenso wie bei *«•♦**• ^°rrinrt krieges gehörten d i e deutschen U-Boote zu der Waffe, die mit am meisten von unseren Gegnern gefürchtet war. Mit beispiellosem Mut erfüllten sie die an sie gestellten Aufgaben und fügten dem Feind außerordentlichen Schaden zu. Boote und Mannschaft wurden immer wieder von neuem eingesetzt, sie kannten keine Ruhepause, sie wußten, daß sie mit jedem feindlichen Schiff, das sie auf den Grund des Meeres beförderten, zur Entlastung ihrer in den Schützengräben kämpfenden Kameraden beitrugen. Es ist müßig, jetzt Betrachtungen darüber anzustellen, ob der Krieg einen anderen Ausgang genommen hätte, wenn die U-Boot- Waffe, ohne Rücksicht auf politische Auswirkungen, gerade in den letzten Kriegsjahren so eingesetzt worden wäre, wie es nach dem Herzen der Marine gewesen wäre. Wer weiß, wie schwer es Offizieren sowohl wie Matrosen wurde, dem Befehl, vom uneingeschränkten U-Boot-Krieg abzulassen, Folge zu leisten, der kann ermessen, welcher Geist auf diesen wird, die Aluminiumgewinnung aus deutschen Rohstoffen durchzuführen. Auch spielt vielleicht die Frage eine Rolle, welches der beiden Metalle Legierungen mit den besieren Eigenschaften ergibt. Wenn auch Kohle und Metall rein mengenmäßig eine große Rolle in der Volkswirtschaft spielen, so sind diese Gebiete doch nur ein Teil im Wirkungs- Der Stapellauf des erftendeutschen Flugzeugträgers am 8. Dezember lenkte den Blick der Natton erneut auf unsere wachsende Kriegsflotte. Mit tiefer Freude hat das ganze deuttche Volk den planmäßig durchgeführten Wiederaufbau unserer Wehrmacht verfolgt und zollt dem Führer dafür Dank, daß er mit Heer, Luftwaffe und Kriegsmarine des Reiches Grenzen gegen jeden Angriff zu schirmen im Stande ist. Vom Aufbau des Heeres und der Luftwaffe hat sich wohl schon jeder Deuttche, ei es bei einer Uebung oder einer Parade, ein Bild machen können, von der Erstarkung unserer Kriegsmarine jedoch in erster Linie nur der Teil des deut- chen Volkes, der in den Küstenstädten zu Hause ist. Immer müssen wir uns vor Augen halten, daß es Millionen unserer Volksgenossen gibt, die noch nie ein Kriegsschiff, ob es sich nun um einen Kreuzer, ein Torpedo-, um ein Unterseeboot u. a. m. handelt, gesehen haben. Deshalb ist es um so notwendiger, gerade auch beim Eisen. Daß die Bearbeitung von Magnesium mit besonderen Gefahren verbunden sei, hat sich als Uebertreibung herausgestellt. In- ftaubartigem Zu- stand sind eine Menge Substanzen explosionsgefähr- lid) (Kohlenstaub). Auch ist Magnesium nicht giftig: die beobachteten Erscheinungen sind auf ungenügendes Abspülen der Gußteile nach dem Beizen zurück- zuführen ober auf mangelhafte Reinlichkeit bei der Wundbehandlung. Ob vielleicht das eine der Metalle das andere aus dem Felde schlagen wird, hängt in der Gegenwart davon ab, bei welchem, ceinei luuiueu i| Metall die Produktion noch gesteigert werden kann, Planes verbürgt, auf die lange Sicht jedoch davon, ob es gelingen I U/e<55-FLÜSSIG Aus aller Welt Är klbftimS 1611 £ lernen, die Letter der Mrist-rklasien. j sie draußen aus dem harten Schnee herum. & ffr fhmb^amaleUauf ber edlen fiöbe feines Ganz überwältigt beobachtet der |unge Kambur. I ,„ten. und es scheint das kalte Winterlicht non mL® Ä »Orter «m 3 Otober 1609 aer die Zusammenarbeit in dieser einzig^dastehendenbestirnten Himmel nieder, da reden sie schon bi- iunae Nl-bella Brant heimac-^Gemäldeproduktionsanstalti durch die U-b-rsull- an non dem Wirtshaus weiter unten am hatte Rubens die lunge Js-beUa « D 9 äuftl,äBen war der Meister gezwungen, ein System I m0 fie jetzt einsall-n werden, Gnade euch «nJufüVren, das ihm «laubk »E°un. Goth Wirt' und" Wirtin, wenn euch diese Heu- ,Es ist die Kirche von Laterns", fagt der an- ©er kommissarische Leiter der Oeutschen Neickslottene. Der Dreizehnte. Äon Zosef Friedrich Perkoma Mv"d und Brust „Bei dem weißen Fleck unten halten mir ,_ sagt der eine Schlittenlenker: schon hat er die Hörner in seiner Faust. frau Roch- zum neuen Jahre erhalten hat. Frau Roch, die Mutter von sechzehn Kinder ist- wurde vom Staatspräsidenten Lebrun dos Ritterkreuz der Ehrenlegion verliehen. Dos Ehepaar Roch ist feit 30 Jahren verheiratet. So sind zwölf Burschen auf Hörnerschlitten m die Schlucht gefahren- und der kalte Tobel kühlte ihr wildes Blut. An der Kirche von Laterns ist in jener Nacht aber niemand vorübergegangen, kein verspäteter Bauer, kein Jager oder Holzknecht. großen Hörnerschlitten heran- aus denen sie zu Tal fahren werden, die kalte Winternacht hat eine gute Schlittenbahn gerichtet. Es ist keiner unter ihnen, der ein --In Gottesnamen!" sagen möchte, und keiner, dem der Sinn nach Schlaf steht und nach drei verschämten Kreuzlein auf Stirn, In der kleinen Ortschaft Varmonzey in den Vo- gesen herrscht Feststimmung. Die ganze Einwoh- Male in den Polizeiakten verzeichnet fand, wurde er sofort ins Untersuchungsgefängnis übergeführt sie treiben. Jetzt saufen fie und haben gewettet, wer schnelle'- den Moll in die Gurgel und in den durchgeführl wird, um das vorhandene Altmaterial der eisenerzeugenden Industrie als Rohstoff zuzuführen. Deutschland Hal im ersten Halbjahr 1938 über 500000 Tonnen Schrott vom Aus- lande eingeführt. Diese gewaltige Ein- suhrmenge kann durch eine restlose Erfassung des Altmaterials bedeutend herabgesetzt werden. Tal hinab will? r, „Sitz auf!" ladet ihn der letzte Bursch em. „Sechs oder sieben, die Schlitten sind fest." „Es ist genug geladen", sogt der Fremde, „fahrt Schneelicht. Hat sich ein Bauer auf dem Berg verspätet, ist es ein Jäger, ein Holzknecht, der ms Enlschrottung aller Betriebe Aufruf Or. Leys an alle Betriebsgemeinschaften Es sind gar wilde Burschen, die oben auf dem Berg in einem Wirtshaus toben, sie haben ge- Klassenlotterie. Drei deutsche Matrosen an der kalifornischen Küste verunglückt. Drei Matrosen des deutschen Motorschiffes „Anneliese Eßberger" aus Hamburg wurden nach einem in San Franzisko aufgefangenen Funkspruch von der stürmischen See in der Nähe des Kaps Mondo- cino an der Nordküste von Kalifornien über Sochschuluachrichteu. Professor Dr. phil. Heinrich L e yOrdinarius für Chemie an der Universität Münster, ist im 67. Lebensjahre gestorben, nachdem er im vorigen Jahre wegen Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand getreten war. Professor Ley, der früher in Leipzig wirkte, hot sein Hauptforschungs- gebiet in den Werken „Die Beziehungen zwischen Farben und chemischer Konstitution" und „Absorptionsspektren der chemischen Verbindungen" dargestellt. . Dozent Dr. phil et med. habil. Friedrich Timm an der Universität Leipzig wurde zum ordentlichen Professor an der Universität Jena ernannt und ihm die durch die Berufung des Profesiors Dr. B u h tz noch Breslau frei gewordene Lehrstelle für Gerichtliche Medizin und Naturwissenschaftliche Kriminalistik übertragen. 3 Die haben nicht Lust, chn zu überreden, die Schlitten fahren auch schon, der Dreizehnte hat sie mit dem Fuß gestoßen. Das ist eine höllische Fahrt, bald nimmt es den Burschen den Atem: Idas sind keine schweren Hörnerschlitten mehr, das • Fmh imoi hinein, aus einem Rohr geschoßen. Der hart gefroren, denkt sich ein Bursch Das Rubens-tzaus in Antwei pen. Blick in die Werkstatt eines großen Malers. Die zweite Partie wurde beim 35. Zuge kampflos remis gegeben. Die dritte Partie wird in Magdeburg ausgetragen. „Eondor"-Vesahung auf der Heimreise in Genua. Mit dem deutschen Dampfer „Scharnhorst" traf in Genua auf der Rückfahrt von Manila die Besatzung des deutschen Flugzeuges „C o n d o r" D—ACON ein, das Ende November den Rekordflug von Berlin noch Tokio unternommen hotte. Zu ihrer Begrüßung hatte sich der deutsche Generalkonsul in-Genua. Dr. Mayr, eingefunden. Die aus sechs Mann bestehende Besatzung betritt in Genua auf ihrer Rückreise zum erstenmal europäischen Boden. Sie wird auf dem Flughafen Tempelhof feierlich empfangen werden. Sittlichkeitsverbrecher hingerichtet. Berlin, 6. Jan. (DNB.) Am 6. Januar ist der am 11. Januar 1911 in Rothnaußlitz geborene Max Schlenker hingerichtet worden, der durch Urteil des Schwurgerichts in Bautzen wegen Mordes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte, ferner wegen Sittlichkeitsverbrechens zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt worden war. Max Schlenker hat am 12. Juni 1938 im Walde bei Gaußig eine achtjährige Schülerin erschlagen und erwürgt, um die Spuren eines von ihm an dem Kinde begangenen Sittlichteitsverbre- chens zu verwischen. Zehn Todesopfer eines Erdbebens in Iran. Bei Robat, Gahz und Rahmatabad in der Gegend von Sabzevar im Nordosten von Iran haben mehrere schwere Erdbeben st öße beträchtlichen Sachschaden angerichtet. Zahlreiche Häuser stürzten ein und mehrere Bewässerungskanäle wurden verschüttet. Bisher zählt man zehn Todesopfer. Line Mutter von 16 Kindern Ritter der Ehrenlegion. Ruhe ließe. Schließlich nahm er seine Zuflucht zu einem verzweifelten Mittel. In Begleitung eines Freundes begab er sich in der Nacht zu dem Haufe der Geliebten und klopfte an der Tür, und als man fragte, wer da wäre, gab er sich für einen Postboten aus, der ein Telegramm brächte. Darauf öffnete sich die Tür, und aus dem Dunkel trat eine weibliche Gestalt hervor. Ohne 'hr Zeit zu lassen, den Mund zu öffnen, warfen ihr der junge Bauer und sein Freund ein großes Tuch über den Kops, ergriffen sie und schleppten sie fort in einen nahen Wald. Hier wurden die beiden bald von anderen Bau- Die Entführung. B. Athen. In einem Dorfe auf dem Peleponnes hatte sich ein unger Bau2r in ein Mädchen namens Maria verliebt, aber keine Gnade vor den Augen ihrer Mutter aefunben, die ihm nicht nur den Zutritt ru ^rem Hause verweigerte, sondern ihn auch jd)BK>r bedrohte, falls er das Mädchen nicht in »»! ± »ÄS SÄKÄ •ktier. E-.?i4>.er lang, 10,5 Meter breit unb Säfterung oberer »«Mtbie ärgern unbmenn lch^d-t m chr Au,ery Berlin, 6. Jan. (DNB.) Der Reichsminister der Finanzen hat den bisherigen Präsidenten der Preußisch-Süddeutschen Staats - lotterte, Dr. Baron von Da zur, mit der kommissarischen Leitung der Deutschen Reichslotterie beauftragt. Baron Dazur ist 43 Jahre alt, seit 1931 Mitglied der NSDAP. Im Kriege war er Jagd- flieget. Nach dem Kriege studierte er Rechts- und Staatswissenschaften und bekleidete später verschiedene leitende Stellen in der Wirtschaft. Im Jahre Heinrich George und der Friseur. Heinrich George, der Darsteller des Peter Henlein in dem kommenden Tobis-Film „Das unsterbliche Herz", ist sehv stolz auf seinen schönen, wohlgepflegten Bart, dem kein anderer Barbier als der „langjährige Hausfriseur" mit Messer und Schere nahen darf. Um so größer ist die Berwundc- rung des Künstlers, als eines Tages ein ihm völlig fremder Mann mit weißem Kittel, ohne anzukloo- fen, bei ihm eintritt und seelenruhig sein Rasierzeug auspackt. „Was wollen Sie hier?" fragt George mit aller ihm zu Gebote stehenden Barschheit. „Ihnen rasieren" ist die überraschende Antwort. „Ich brauche Sie nicht: ich habe schon einen Friseur!" „Nee", erwidert daraufhin der Besucher, „ick bin jetzt Ihr Barbier. Sie müssen sich jetzt von mir rasieren lassen. Nämlich ick un Ihr eijentlicher ^Barbier, wir hielten jestern abend beede in unserer Kneipe Skat, un er verlor all sein Jeld an mir, un wie er feen Zaster mehr hatte, da spielten wir um unsere Kunden, un da hab ick Ihnen {ernennen!" Berlin, 6.Jan. (DNB.) Der Reichsorganisationsleiter der NSDAP, und Reichsleiter der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley erläßt folgenden Aufruf: Schaffende Deutsche! Das Jahr 1938 liegt hinter uns. Es schließt mit der Schaffung des Großdeutschen Reiches unb dem Zusammenschluß von 80 Millionen Deutschen ab. D e r Kampf um das Lebensrecht der Nation geht weiter. Die Fortführung dieses Kampfes im neuen Jahr gipfelt in der Zielsetzung, die der Führer in seiner Neujahrsbotschaft festgelegt hat: Erziehung des Volkes zur nationalsozialistischen Gemeinschaft, Verstärkung der deutschen Wehrmacht und Ausbau unserer gesamten deutschen Volkswirtschaft. Es gilt, die großen Erfolge der nationalsozialistischen Revolution auf allen Lebensgebieten auszubauen und die Produktion unserer Lebe n s g ü t e r aus einen Höchststand volkswirtschaftlicher Kraftentfaltung zu bringen. Zur Förderung und Gesunderhaltung der menschlichen Arbeitskraft tritt in diesem 3ahrmehr noch als ^s*'?r br Zusammenfassung und Nutzung aller vorhandenen Materialwerte, vor allem eine erschöpsende Ausbeutung und Wieder Verwertung deutscher R o h - u u d A b f a l l st o f f e. Der Beauftragte für den Vierjahresplan, Generalfeldmarschall Göring, hat angeordnet. daß zu Beginn des neuen Jahres eine umfassende Schrottsammlung in allen deutschen Betrieben Bord gespült. Der Kapitän bat den Küsten - Wachdienst, alle Schiffe in der Nähe zu benachrichtigen und aufzufordern, nach den Vermißten Ausschau zu halten. Die Namen der Verunglückten sind unbekannt. Gelärm in der kalten Winterluft, und der Bauer in dem letzten Hof hört es, wenn er gerade aus dem Hause getreten ist ober aus dem Stall. Sie sind schon wieder unterwegs, die zwölf", denkt er sich bann. „Werden ihre Leute daheim froh und zufr-ieden sein. mie au3flet । sind zwei Kugeln/ aus einem Rohr geschossem Der ftm, j auch ®UÄnmUemm^nenbabUaVfi’ Hem” falben» ein anbercr. Wo ist die Kirch- von Laterns, Kraftwagen vom Schnellzug erfaßt. — Zwei Tote. Der Sägewerksbesitzer Sch ü tz aus Waldkirch und feine Frau durchfuhren mit ihrem Kraftwagen in langsamer Fahrt die an dem Ueberwea der Strecke Denzlingen—Gundelfingen der Reichsstraße Waldkirch-Freiburg befindliche Eisenbahnschranke. Der Wagen kam auf dem Gleis zum Halten. Auf ein eine Ausdehnung des Brandes auf die umliegenden Häuser zu verhüten. Sie fand in dem engen Flur, der den Zugang zum Lokal bildete, zahlreiche Frau- en und Männer, Die mit Rauchvergiftungen zusamme n geb rochen waren. Bei den Aufräumungs- arbeiten entdeckte man weiter zwei völlig verkohlte Leichen Minus 18 Grad in England. Die tiefste Temperatur, die jemals auf den Britischen Inseln gemessen worden ist, wurde in der Nacht zum Freitag in Dalwhinnie (Grafschaft Jn- verneß-Shire) mit rund minus 18 Grad Celsius festgestellt. Infolge des plötzlichen Witterungsumschlages sind fast sämtliche Wasserleitungen nicht nur in der Grafschaft, sondern auch in weiten Teilen Nord- unb Mittelenglands eingefroren. Der entstandene Schaden ist noch nicht zu übersehen. Schachweltkampf Bogoljubow gegen Eliskases. In Berlin begann ein Wettkampf über 22 Partien zwischen Großschachmeister Bogoljubow (Irlberg) unb dem derzeitigen Deutschlandmeister Eliskases (Innsbruck). Veranstaltet wird dieser Wettkampf vom Großdeutschen Schachbund. Die erste Partie gab Eliskases nach dem 44. Zuge auf. ern eingeholt, die schnell geweckt waren un- dem Entführer seine Beute abjagen wollten. Mit Stök- ten, Schaufeln und Hippen bewaffnet, umrinaten sie die Räuber und zwangen sie, ihre Last nteoer« zulassen. Als der verliebte Bursche nicht gleich gehorchen wollte, erhiett er eine tüchtige Tracht Prügel, die seine Liebesglut etwas dämpfte, aber Damit war sein Mißgeschick keineswegs beendet, denn als die entführte Frau jetzt den Schal ab- werfen konnte, sah er sich plötzlich > der Mutter seiner Maria gegenüber, die wie eine Furie über ihn herfiel. In Der Dunkelheit hatte er statt der Geliebten die künftige Schwiegermutter entführt. gen gerecht zu werden. Schließlich tränen doch alle Heimsuchen! Die Burschen ziehen die zwei Werke, die dies Haus verlassen, den Stil und die - ---- —* — r,A persönliche Note des Meisters. In diesem von ihm selbst erbauten Hause wirkte er bis zu seinem Tode am 30. Mai 1640. c- K- Mete? hoch Der Vorsum zu Mer Werkstatt ihr'er elf" schweigen, so schreit totsicher der zwölfte hat auch eine respektable Gröhe. Er ist 11 Meter i für sie alle. lang unb 5 Meter breit. Die Türen reichen fast bis | ist schon Mitternacht vorüber, da loschen sie zur Höhe der Decke, denn es entstehen in dieser । das Licht in der Stuben aus, es tut Dies der Werkstatt Gemälde, die oft von ungewöhnlichen Letzte aber nicht etwa mit dem Mund, sondern mit Ausmaßen sind und schließlich nach Fertigstellung Der Faust, und Die Scherben spritzen Dem Vor- auch hinaustransportiert werden müssen. In diesem I letzten in das Gesicht. Täten wahrscheinlich noch Raum wird dem jungen Sperling die Ehre zuteil, weiterschlemmen und Johlen, wär nicht das Faß die Herren S n y d e r s und Wilbens kennenzu-' Most ausgetrunken. Die Stadt Antwerpen hat die Pläne vorbereitet, zu den großen Rubens-Feiern im nächsten Jahre das Haus, in dem Der Meister gelebt hat, wieder in den Zustand zu bringen, Den es zu feinen Lebzeiten hatte. Das Haus in der heutigen Rue Ru- Einen aufregenden Zwischenfall erlebten die zahl- reichen Passanten einer der belebtesten Warschauer Sttaßen in der Nähe des Hauptbahnhofs. Eine hübsche junge Dame stürzte plötzlich auf einen eie- ganten Herrn, der eben mit lässiger Geste eine Taxe heranwinkte, mit dem Rufe zu: „Haltet ihn, haltet Den Betrüger!" Der so aus seiner zur Schau ge- stellten vornehmen Ruhe gebrachte junge Mann versuchte mit schreckensbleichem Gesicht zu ver- schwinben. Ein Entrinnen war aber unmöglich, Denn schon war Der „feine Herr" von allen Seiten umstellt unD ergab sich, als er eine harte Polizeifaust im Nacken spürte, mit einem vorwurfsvollen: „Wie konntest du nur, Anna", in sein Schicksal. Auf der Polizei entpuppte sich der Gefaßte als bekannter Heiratsschwindler, Der mit zynischem Lächeln Der unter Tränen vorgebrachten Erzählung Der jungen Dame lauschte: „Ick) war glücklich verheiratet , schluchzte sie, „als ich diesen Betrüger kennenlernte Er stellte sich als Doktor der Rechte vor und gab an, einige Güter im Wilnagebiet zu besitzen. Ich schenkte ihm Glauben und ließ mich von ihm so weit betören, daß ich die Scheidung von meinem Mann verlangte. Dann brauchte er, da er angeblich fein Bargeld hatte, zuerst 12 000 Zloty (6000 RM.), die ich ihm von meinem Vermögen gab. Später verlangte er noch einmal dringend 3000 Zloty, die ich mir von Bekannten leihen mußte. Und dann verschwand er. Ich erstattete vor zwei Monaten Strafanzeige, aber erst heute..." Der Rest Der ucnc vu-v.. ... ... , - _-__ Erzählung. Der in Schluchzen unterging, war Den 1933 rourDe er Runbfunkkomnnssar der preußischen Polizisten klar: und als sich Der Name Des eleganten Staatsregierung, bann Direktor des Reichs- und Herrn unter ber Rubrik „Heiratsschwindler" einige ’ Staatsanzeigers, hiernach Oberregierungsrat im v ----Reichsluftfahrtministerium. Vom Ap/il 1935 an war Baron Dazur Präsibent ber Preußisch-Südbeutschen Mit ber Durchführung dieser Schrottaktion hat der Generalfeldmarschall Göring die Deutsche Arbeitsfront beauftragt. Ich rufe darum alle Betriebsgemeinschasten auf, sich in vorbildlicher Weise für die erfolgreiche Durchführung der Schrott- sammlung in Den Betrieben einzusetzen. Es darf in Deutschland keinen Betrieb geben, ber in diesen Tagen nicht sorgfältig von allem vorhandenen Alteisen ausgetämmt wird. Ich sehe hierin eine ehrenvolle Pflicht für die Werkscha - ren, diese Aufgabe handfest und tatkräftig anzupacken Darüber hinaus erwarte ich von jedem Betriebsführer und von jedem Gefolgsmann, daß er sich in uneigennütziger Weise für das Gelingen der Sache einsetzt. Die Gauobmänner der Deutschen Arbeitsfront sind mir für eine gewissenhafte Durchführung der Schrottaktion verantwortlich. Die Schrottsammlung in den Setrieben ist ein wichtiger Auftakt für die Fortführung des Vierjahresplanes im Jahre 1939. Sie steht, wie die anderen großen Aufgaben, die es im neuen Jahr anzufassen gilt, unter dem Leitgedanken, der unser Handeln von jeher bestimmt hat: W i r alle helfen dem Führer! Heil Hitler! Dr. R. Len. völlerischen Bauch schütten kann. wh* o“* ........ -f— -- m v r-.„a Manchmal, wenn Die Tür auf- und zugeht, bann i art, zur rechten em größeres, neues Gebaube liegt. t ein wilder «Braus aus ber Stuben, die voll Beide Häuser sind durch einen ©aulengang oerbun- unj> Staub ist, und dann zerteilt sich das den- dahinter erblickt man einen wetten Garten, der | uno < 1 en im Ton, °°,chm-nk. di- sind Kirch-nmou-rn Weinen blotz zur herauf J5auernma^enjmfeiLan3 Sterne und Siche,mond glanzen, sie an, und es Pariser Nachtlokal in Flammen. — Zwei Menschen verbrannt. In Dem Pariser Nachtlokal „Casanova" brach em Großfeuer aus, dem zwei Menscyemeven zllm Opfer fielen. Gegen Mitternacht wurde plötzlich einer der im Halbdunkel liegenden Säle Des bekannten, im Vergnügungsoiertel Montmartre .gelegenen Tanzlokals, Das infolge Der Schließung der Lichtspiel- ^»1^9- häuser bis auf den letzten Platz gefüllt war, durch sterschaft nimmt freudigen Anteil an der hohen einen grellen Flammenschein erhellt. Ein Weih- , Auszeichnung, Die ihre Mitbürgerin, die Arbeiternachtsbaum hatte durch Kurzschluß Feuer gefangen - u~ - ~ '......ct-— und stand lichterloh in Flammen. In wenigen Sekunden griff das Feuer auf Den Stoffbehang der Decke und der Wände über, und kurz Darauf glich der ganze Saal einem einzigen Flammenmeer. Unter den Gästen entstand eine Panik. Alles schrie und strömte, teilweise mit brennenden und zerrissenen Kleidern, dem einzigen Ausgang zu. Eine Frau stürzte sich aus dem 3. Stock des Gebäudes und fiel auf einen aus dem Lokal fliehenden Gast, der mit schweren Verletzungen in das Krankenhaus eingeliefert wurde. Die Feuerwehr mußte sich darauf beschränken, Zeit bei ihren Eltern gewohnt hatte, konnte Rubens, da ihm Die Aufträge und Das GelD reichlich zufloj- (en, bereits nach kurzer Zeit das Grunbstück für das eigene Wohnhaus kaufen. Zunächst wurde das Ate. lierhaus fertiagestellt. Rubens begann Schu er auf. zunehmen unh Gehilfen einzuftellen. tue alle tags, über voll beköstigt werden mußten, und es ent- wickelte sich der Werkstättenbetrieb im Großen. Der Die Bewunderung Der Zeitgenossen erregte. Zehn Jahre später kam ein junger Hamburger, Otto Sperling, nach Antwerpen, und da er sich alle Merkwürdigkeiten der Welt ansehen wollte, suchte er das Haus des Malers Peter Paul Rubens auf, von dem er schon viel gehört hatte. Als er sich eines Morgens zum Palais des Hofmalers, das an tzuuernmädchen im Tanz geschwenkt. Die sino Äirä)enmauern_ i^invH einem kleinen Kanal, Dem „Wapper" liegt, hegtbt,; aber fortgelaufen, so lästerlich war das Re- Sterne unD ^ichelrnond glanzen, sie an, und ist dieser selbst zwar nicht in Antwerpen, aber er ben ^er Tänzer, sie haben die zwei Heiligenbilder , leuchtet der Schnee. . erhält von Der Dame Des Hauses die Erlaubnis, die umgedreht soll der heilige Marttn und Der heilige | Jeder Schlitten ist voll mit Sechsen, und es Werkstatt zu besichtigen, unb so haben mir von ihm ^(orian Vn Die Wand schauen, die zwölf Burschen kracht der Harsch unter den eqernen Schienen, eine Schilderung Des Rubens-Hauses in seinem da- mö(.en nicht Daß deren Augen alles sehen, was; Aber da steht noch einer, ein Dreizehnter im maligen Zustand, Die Friedrich R. Lehmann m - b Bera einem „Peter Paul Rubens" wiedergegeben hat. Sperling betritt zuerst einen sehr großen Hof, an Dem zur linken Hand ein Wohnhaus älterer Bau- Büchertisch Ernst und Doering Theodor Der vierte Tag der 100. Weinversteigerung des m Rekorderlös. Geschwister Weidig Gießen, im Januar 1939. Gießen (Neuen Baue 15). den 7. Januar 1939. 0128 Wieseck, den 7. Januar 1939. 143D GIESSEN Kreuzplatz 3 Mitglied der Eiektro-Gemeinschaft dort, Königsallee. 66. 46V (^ABE Vermählungs-Anzeigen liefert Brühl'sche Druckerei Für die beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen erwiesene Teilnahme und für die trostreichen Worte des Herrn Dekan unseren herzlichsten Dank. Die Schuhmacherei meines Mannes führe ich unverändert weiter und bitte meine Kunden, mir weiterhin die Treue zu halten. Im Namen der Angehörigen: Ludwig Oswald. tadi OieHen. Schöne Vauernschänke bei der Viehversteigerungshalie. I UMMD MrMW. •V, ■ hineinlegen läßt. lenkt. nerer Reichssteuern angewachsen sind, natürlich auch die entsprechenden Veranlagungsarbeiten, dafür nur einige Zahlen: Die Gesamteinnahme an Reichs- (feuern belief sich im I a h r e 1 9 3 8 im Bezirk des Finanzamts Gießen auf rund 1 3 Milli o n e n Mark. Zum Vergleich sei erwähnt, daß im Jahre 1937 als gesamte Reichssteuereinnahme des Gießener Finanzamts rund 10 Millionen Mark und im Jahre 1 9 3 3 rund nur Dornotizen. Tageskalender für Samstag. Zusammenhang sei erneut darauf hingewiesen, daß nach § 410 der Reichsabgabenordnung jeder Steuersünder straffrei bleibt, der freiwillig und rechtzeitig vor der Entdeckung seine falschen Angaben beim Finanzamt berichtigt. Gewaltige Steigerung des Steueraufkommens. durch Oefen geheizt, die in Kaminen untergebracht sind Die Kamine haben durch schmiedeeiserne Gitter eine künstlerische Rote erhalten und tragen sehr zum Schmuck bei. Sicherlich wird sich jedermann, der Gelegenheit hat, in der Bauernschänke Einkehr zu halten, dort sehr wohlfühlen. v . Der Entwurf und die Ausführung der Wandmalereien stammen von dem Kunstmaler K i n z l e - Alsbach. Die Verse zu den Bildern verfaßte Georg Heß (Leihgestern). Unsere Bilder (Aufnahmen |2| Neuner, Gießener Anzeiger) vermitteln einen Eindruck vom Gastraum. füllen den Raum in abendlichen Stunden mit ruhigem, gleichmäßigen Licht. Tische und Stuhle sind einfach gehalten und weiß gescheuert Die blaukarierten Vorhänge vervollständigen den guten Gesamteindruck. c , r Darüber hinaus ist der Schankraum auf besondere Weise geschmückt Alle Flächen zwischen den Fenstern sind mit ebenso schönen wie originellen Wandmalereien geschmückt, die Szenen aus dem bäuerlichen Leben darstellen. Die Malereien, in lebhaften bunten Farben gehalten und durch hübsche Spruche ergänzt machen den Aufenthalt in dem Raum zu einer besonderen Freude. Der große Raum wird Diese gewaltige Arbeit mußte innerhalb wenigex Wochen vollkommen durchgeführt werden, da wohl bei keiner Behörde die genaue Einhaltung der f e st g e f e tz t e n Termine so streng beachtet werden muß, wie gerade beim Finanzamt Wenn man sich vor Augen hält, daß von dem Finanzamt nicht nur Geld eingenommen wird, sondern an jedem Tag bedeutende Summen für Löhne, Gehälter, Renten aller Art, Zahlungen für Arbeiten und Lieferungen an das Reich usw. zu genau vorgeschriebenen Terminen bereitgestellt werden müssen und jeder einzelne Volksgenosse damit rechnet daß er zu diesem Termin sein Geld empfangt, so kann man sich die Wichtigkeit der Einhaltung dieser Termine ohne weiteres klarmachen. Wo würde die öffentliche, aber auch ein großer Teil der privaten Wirtschaft hinkommen, wenn das Finanzamt nicht mit äußerster Genauigkeit dafür Sorge tragen würde, daß durch die pünktliche Sicherung der Steuereingänge die Z a h l u n g s f l ü s s i g k e i t des Reiches, der Gemeinden und weiter Kreise der Wirtschaft allezeit gewährleistet wäre. Um dieser sorgfältigen Einhaltung der Zahlungstermine willen muß bei der Ausfertigung einer so gewaltigen Zahl von Steuerberechnungen und -bescheiden mit höchster Anspannung aller Kräfte gearbeitet werden, damit die Vorarbeiten zum fristgerechten Eingang der Zahlungen pünktlich abgeschlossen werden. Dabei kann es auch einmal Vorkommen, daß gelegentlich ein Irrtum unterläuft, der für den fraglichen Steuerpflichtigen vielleicht nicht gerade erfreulich ist, der aber auch dem Finanzamt keine Freude bereitet und der doch an sich nicht so stark ins Gewicht fällt, wie die pünktliche Fertigstellung aller Vorarbeiten überhaupt; ein Irrtum kann spater immer noch berichtigt werden, aber wenn die vom Finanzamt bereitzustellenden Gelder nicht zur festgesetzten Stunde verfügbar wären, dann könnten 1 weit größere Nachteile entstehen. Darum muß von : den Steuerpflichtigen auch einmal Nachsicht geübt ■ werden, wenn irgendwo ein Fehler auftauchen EfiET£2- »i“»•'i-S»“’«■ sollte. Steuermoral ist besser geworden. — Pünktliche und ehrliche Steuerzahlung ist vordringliche Pflicht! Erfreulicherweise hat sich im Jahre 1938 die Steuermoral weiter gebessert. Das Bewußtsein, daß das Reich zur Erfüllung seiner großen Aufgaben, über deren Verwirklichung wir uns doch alle freuen, unbedingt nicht nur auf pünktliche, sondern auch auf ehrliche Zahlung der Steuern rechnen muß, hät sich immer mehr durchgesetzt. Auch dafür einige Zahlen: Im Jahre 1934 sah sich das Finanzamt Gießen gezwungen, in 126 Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung insgesamt 169 000 RM. Steuerstrasen zu verhängen. Im Jahre 1937 hatte sich das Finanzamt Gießen mit 6 9 Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung zu beschäftigen und 101000 RM. Steuerstrafen und 153 000 RM. Steuernachzahlung auszufprechen. Die Zahlen für 1938 liegen bis jetzt noch nicht vor, es steht aber bereits fest, daß sowohl die Zahl der Straffalle, als auch die Summen der Steuerstrafen und der Nachzahlungen weiter gesunken sind. Immerhin kann man auch heute nicht umhin, zu betonen, daß der nationalsozialistische Grundsatz, zum gedeihlichen Wirken des Reiches die pünktliche und e h r l. ch e Steuerzahlung als vordringliche Pflicht zu betrachten und die Steuerhinterziehung als ein Verbrechen gegen die Volksgemeinschaft anzusehen, doch noch nicht so weit in allen Bevolke- runqskreisen Gemeingut geworden Ut rote man es eigentlich wünschen möchte. Dabei soll aber nicht übersehen werden, daß beim Finanzamt Gießen an- t dauernd weitere Fälle der tätigen Reue von Steuerjündern zu verzeichnen sind. In diesem werden mußten. Weiter waren rund 19 0 0 0 Grund st euerbescheide vom Finanzamt auszustellen, da die Gemeinden mit ihrem Personal diese Arbeit noch nicht bewältigen konnten. Im Anschluß daran waren auch über 25 0 0 0 Kirchen- {teuer - Berechnungen und -Bescheide auszufertigen. Tägliche Zahlungsbereitschaff ist die wichtigste Aufgabe. Zum letztenmal „Frau Holle". Heute nachmittag zum letztenmal Aufführung des großen Märchenerfolges „Frau Holle" von Walter Ofterspey. Spielleitung Hermann Schultze-Gnesheim. Musikalische Leitung Heinz Markwardt. Die Vorstellung findet außer Miete statt. Anfang 15 Uhr, Ende 17.30 Uhr. Spidptan des Stadttheaters Gießen vom 8. bis 15. Januar. Sonntag, 8. Januar, findet eine Wiederholung des großen Operettenerfolges „Die lustige Witwe i von Franz Lehar statt. Musikalische Leitung Joachim Popelka, Spielleitung: Gert Buchheim, Tanze: Thea Maaß, Bühnenbilder: Karl Löffler. Die Vorstellung findet außer Miete statt. Anfang 19 Uhr, ^^enstaq1 10. Januar, Anfang 20 Uhr, Ende nach 93 Uhr Aida", Oper von Verdi. Musikalische Leitung- Paul Walter, Spielleitung: Gert Buchheim. Dienstag-Miete, 15. Vorstellung. Mittwoch, 11. Januar, Anfang 19.30 Uhr, Ende 21.30 Uhr, zum letztenmal „Der Hochverräter , tragisches Schauspiel von Curt Langenbeck. Spielleitung: Hannes Razum, Mittwoch-Miete, 15. Dor- Froher Wochenschluß. Sieben Tage hat die Woche Sie lassen sich mit Leichtigkeit ah den Fingern herzählen, aber wenn fie erfüllt sind von notwendigen Pflichten, dann vergehen sie nicht so im Fluge. Da ist der Montag an dem iidi die Woche schier endlos auszudehnen scheint Ihm folgt erst nach vierundzwanzig Stunden der Dienstag, von dem man weiß, daß er die Leistungsfähigkeit um einige Grade hinaus schraubt Am Mittwoch ist die volle Tourenzahl der Schaffenskraft erreicht, und es sieht so aus, als sei das ganze Dasein ein immerwährendes unaufhörliches Tätigsein in Fabriken unfc $ton= toren Doch am Donnerstag eröffnet sich bereits ein Ausblick auf das Ende der Woche, das zwar noch in einiger Ferne ist, aber vom Freitag 'chon ziemlich nahe herangerückt wird Am Abend dieses Tages der für viele die erfreuliche Tatsache der Lohnzahlung bringt, geht man mit der beruhigenden Feststellung schlafen, daß der Wochenschluß am nö*ft,,n Tage f'ün? Freuden beschert Wie ein u........- Zeit vom Wochenschluß bis zum Montagmorgen. Weniaftens fieht es am Samstagmittag so aus, I Und je nach den persönlichen Neigungen geht man daran, den Wochenschluß zu gestalten Wie prächtig läßt sich zum Beispiel bei den Klangen der Radiomusik zu Hause Kaffee trinken. Im Anschluß daran lockt ein reizvoller Bummel durch die Stadt wo um diese Zeit Hochbetrieb herrscht. Vielleicht liegen für den Abend Theaterkarten oder auch einige gute Bücher bereit. Oder soll man ms Kino gehen. Es kann auch fein, daß man eingeladen ist -u guten Freunden. Jedenfalls bietet der Wochen- schluß eine Fülle von Möglichkeiten, ganz wie es Und daß er wirklich feine Freuden beschert, dafür weiß jeder auf seine Weise zu sorgem Es ist ein Unterschied zwischen dem sommerlichen Wochenende wenn die Sonne über den Fluren lacht und dem Wochenschluß m dieser winterlichen Seit Zu Ausflügen verlockt die Witterung ebensowenig wie zum Badeveranügen Aber es wäre völlig verfehlt an der Fröhlichkeit des winterlichen Wochenendschlusses zu zweifeln Er beginnt bereits, wenn bie Mitttagsstunde das Ende der Tätigkeit an den Arbeitsplätzen verkündet. Gemächlicher, ja geradezu genießerisch langsam werden bie Arbettsklelder abgelegt, die Werktische aufgeräumt Und in dem verabschiedenden Händedruck von dem Kameraden Donnerstag, 12. Januar, Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr Einmaliges Gastspiel: Harald Kreutzberg tanzt. Am Flügel: Friedrich Wilckens Außer Miete! Freitag, 13. Januar, Anfang 20 Uhr, Ende gegen 23 Uhr, „Die luftige Witwe", Operette von Franz Lehar. Musikal Leitung: Heinz M^rkwardtz Spielleitung- Gert Buchheim. Freitag-Miete, Io. Bor- Samstag, 14. Januar, Anfang 20, Ende 23 Uhr, 3um letztenmal „Wiener Blut", Operette von Johann Strauß. Musikalische Leitung: Heinz Markwardt, Spielleitung: Gert Buchheim. Die Vorstellung findet gleichzeitig für den KdF.-Feierabend- rmg, 6. Vorstellung, statt. Ciefel Vach spricht in Gießen. Der Goethe-Bund und der Kaufmännische Verein Gießen werden, wie man uns mitteilt, mit einer interessanten Veranstaltung die Vortragstätigkeit des 1939 eröffnen. An Stelle des erkrankten Fliegers Hans Bertram ist die bekannte Kunstfliege- rin und Europameisterin Liefet B a ch zu einem Lichtbilder- und Schmalfilmvortrag .'Zehn Fahre Kunstflug". Ein spannender Bericht der Erlebnisse und Flügabenteuer aus meiner Fliegerlaufbahn für Donnerstag, 12.Januar, verpflichtet roorden. Don Kämpfen, dem ständigen Umsatz des Lebens, von ihrem Weg zur Fliegerei erzählt bie Fliegerin. uns gefällt. Das Schönste aber ist: Arn nächsten Morgen klingelt kein Wecker, ruft keine Pflicht. Denn wenn ber sommerliche Sonntag zum Frühaufstehen verführt. so kennt der Sonntagmorgen in dieser Zett bas wundervolle Sichausruhen. Und um dieser Aussicht willen ist der frohe Wochenschluß eigentlich noch beliebter als der Sonntag selbst, der bereits wieder die Gedanken auf den Montag Sch. 3,5 Millionen Mark zu verzeichnen waren. Es ist also vom Kalenderjahr 1933 bis yim Ende des Kalenderjahres 1938 allein an Reichssteuern im Bezirk des Finanzamts Gießen eine Steigerung um nahezu zehn Millionen Mark zu verzeichnen. Ein überzeugender Beweis für den gewaltigen Aufschwung, den auch unsere engere Heimat durch den bisherigen Aufbau des Nationalsozialismus erfahren hat. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Steigerung bei der Einkommen- und bei der Umsatzsteuer. An Einkommensteuer kamen im Bezirk des Finanzamts Gießen auf: Im Kalenderjahr 1938 = 6 721 000 Mark; im Jahre 1937 - 4 758 000 Mark; im Jahre 1933 nur 1189 000 Mark. Bei der U m f a tz st e u e r gingen ein: im Jahre 1938 gleich 3 200 000 Mark; im Jahre 1937= 2 300 000 Mark; im Jahre 1933 = 1479 000 Mark. Ehestandsdarlehen und Kinderbeihilfen. Als besonders bemerkenswert seien noch einige Zahlen über die Ehestandsdarlehen und über die Beihilfen angefügt. Im Jahre 1938 wurden vom Finanzamt Gießen 14 41 Ehestandsdar- lehen genehmigt und dafür 198 000 Mark ausgezahlt. (Im Jahre 1937 belief sich die Auszahlung für Ehestandsdarlehen auf 192 000 Mark.) Für einmalige und laufende Kinderbeihilfen genehmigte das Finanzamt Gießen im Jahre 1938 rund 2000 Aufträge und zahlte dafür 202 000 Mark aus. (Im Jahre 1937 wurden auf diesem Gebiet 85 500 Mark ausgezahlt. Der Kreis der Beihilfenempfänger ist seitdem weitergefaßt worden.) Zur Erlangung von Beihilfen für dieAusbildung (Schulgeld, Lehrmittel, Studium usw.) wurden im Jahre 1938 beim Finanzamt Gießen rund 300 Anträge gestellt. Neuerdings hat das Finanzamt auch die Anträge für Einrichtungsdarlehen undZüsch ü s f e für die Landbevölkerung zu bearbeiten. Diese Beihilfen und Zuschüsse sollen der Förderung der landwirtschaftlichen Siedler dienen. Schlußfolgerung. Diese Zahlen sind ein eindrucksvoller Beweis für den erheblichen Anteil, den unsere engere Heimat im vergangenen Jahre wieder an dem allgemeinen Wirtschaftsaufschwung genommen hat. Denn einen zuverlässigeren Maßstab als den des Steueraufkommens für die Beurteilung der wirtschaftlichen Verhältnisse kann es wohl nicht geben. Zugleich machen diese Zahlen aber auch deutlich, welch fordert. Arbeit unter schwierigen Personatverhältnissen. Der Aufbau des Großdeutschen Reiches erforderte aber weiter alsbaldigen Einsatz von eingearbeitetem Personal in Oesterreich und im Sudetenland. Es mußten also die Finanzämter fortlaufend eingearbeitete Leute, trotz ihrer eigenen schweren Belastung, noch abgeben, um den Aufbau der Finanzverwaltung in den neu hinzugetretenen Gebieten zu ermöglichen. So hat sich die Arbeit unter schwierigen Personalverhältnissen vollzogen, und mit Aufbietung aller Kräfte ist es gelungen, die notwendigen Arbeiten immer terminmäßig zu erledigen. Tausende von neuen Steuerberechnungen und Steuerbescheiden. Welche Fülle von Arbeit zu bewältigen war, machen einige Zahlen aus dem Bezirk des Finanzamts Gießen erkennbar. Es mußten im Jahre 1938 über 7000 Sonder st euerberechnun gen mit entsprechenden Aktenbogen und ebensoviele Steuerbescheide angefertigt werden. Auf @nmt) des neuen Grundsteuergesetzes an Hand der Einheitswertakten waren rund 2 5 0 0 0 Ei n -- heitswerte herauszuziehen und die entsprechenden Meßzahlen für die Grundsteuer, auf die der Ausschlag der Grundsteuer ^folgen konnte zu errechnen. Das bedingte, daß rund 2 4 0 00 Grund ft euermeßbescheide herausgegeben Von 37r auf 13 Millionen RM. Reichssteuern im Bezirk Gießen. Interessante Gteuerbilanz am Ende des Kalenderjahres 1938. otabttfjeater: 15 bis 17.50 Uhr „Frau Holle . — Gloria-Palast, Seltersweg: „Dir gehört mein Herz . — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: 14 Uhr Jugendvorstellung „General Stift und seine Bande" und „Au- Baba und die Räuber", „Sunshine Makers", „Segelfliegen"; zu den bekannten Zeiten: „Nanu, Sie kennen Korfs noch nicht?" — Oberhessischer Gebirgsverein: 20.30 Uhr, Hotel Hopfeld, Hauptversammlung. Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 19 bis 22 Uhr „Die luftige Witwe". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Dir gehört mein Herz". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: 14 Uhr Jugendvorstellung „General Stift und seine Bande und ,Ali-Baba und die Räuber", „Sunshine Makers", „Segelfliegen"; _zu den bekannten Zeiten: Nanu, Sie kennen KMf noch nicht?" — Oberhessi- fcher Kunstverein: 11 bis 13 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand Wir haben den Leiter des Finanzamts Gießen, Oberregierungsrat Schmidt, über die Entwicklung der hauptsächlichsten Steuerarten und über die Arbeiten des Finanzamts Gießen im Jahre 1938 befragt. Die Unterredung brachte das nachstehende Ergebnis. Die Schriftleitung. • Das Jahr 1938 hat der Finanzverwaltung, insbesondere den Finanzämtern, ausnahmsweise viel Arbeit gebracht. Das war für die Verwaltung um so schwerwiegender, als seit 1914 die nan,3amter nicht zur Ruhe gekommen sind. Von dem Wehrbeitrag zu den außerordentlichen Kriegssteuern, dem Neuaufbau der Reichsfinanzverwaltung mit neuen Steuern nach 1919, den Jnflationssteuern und schließlich der Umgestaltung.des Steuerwesens seit 1933 hat die Verwaltung stets mit Hochdruck Außerordentliches leisten müssen. Das muß hervorgehoben werden, weil insbesondere in all den ^obren von der raschen und zuverlässigen Erledigung der Arbeiten der Finanzverwaltung wesentlich das Funktionieren des Staatsapparates abhing. Die Arbeiten mußten, soviel und so schwierig sie waren, immer terminmäßig erledigt werden So ist es auch jetzt die große und schwierige Aufgabe der Finanzverwaltung, den Ausbau des Reiches finan= stell zu ermöglichen und zu sichern. Das darf die Bevölkerung bei der Kritik der Finanzverwaltung nie vergessen. Arbeiten für den Finanzausgleich. Die Bauernschänke, die eine ebenso schöne wie zweckmäßige Ergänzung der Viehversteigerungshalle auf dem Diehmarktplatz in Gießen darstellt, ist nun vollständig fertig. Das Erdgeschoß des Hauses birgt einen großen Schankraum die Küche, die Vorratskammer und ein Zimmer, in dem Besprechungen in kleinerem Kreise abgehalten werden können. Der große Gastraum ist in seiner Ausstattung und ganzen Art ein Kabinettstück. Architekt und Künstler haben Der Beginn des Jahres 1938 stand für die Finanzverwaltung im Zeichen der Arbeiten für den Finanzausgleich. Es handelt sich dabei um das nicht leichte Problem der finanziellen Auseinandersetzung zwischen Reich, Ländern und Gemeinden, und zwar auf der neuen Grundlage der E i n - heits werte. Don entscheidendster Bedeutung war dabei, daß nunmehr Grund-, Gebäude- und Gewerbesteuer ausschließlich Gemeindesteuer wurden. Damit fielen die gleichartigen bisherigen Staatssteuern weg, aber zugleich wurde neue Aufgabenverteilung notwendig, da den Landern fetzt beträchtliche Mittel entzogen und den Gemeinden zugeführt wurden. Hier wurden außerordentlich viel statistische Vorarbeiten von den Finanzämtern gefordert, um diesen Uebergang möglichst reibungslos zu ermöglichen. Zugleich mußten auf Grund der neuen Grundsteuer- und Gewerbesteuer-Gesetze die Steuermeßbeträge errechnet und die entsprechenden Befcheide gefertigt werden, durch Die Grundsteuer und Gewerbesteuer auf neue GrunD- lage gestellt wurden. Nebenher setzten aber auch dann schon wieder die Arbeiten für eine u m f a s - , sende allgemeine Veranlagung ein. Die ; mit möglichster Intensität überall dazu dienen . sollte, Die großen Mittel zu beschaffen, die der . Ausbau des Großdeutschen Reiches nun einmal er- An Lohnsteuerpflichtigen sind im Bezirk des Finanzamts Gießen rund 3 5 00 0 Personen zu verzeichnen. Neben der Veranlagung der Lohnsteuer für diese Personen steht aber noch die erheblich größere Hauptarbeit der Veranlagung der Einkommen-, Körperschafts- und Umsatzsteuer, von denen die Hauptsummen der Reichssteuern erbracht werden. In welchem Ausmaß die Erträge aus den vorgenannten und aus einer Anzahl weiterer klei- Ruhl Sei ersweg Nr. 67 adiO Telephon Nr. 3170 H eparaturen .«o,, »z großes Ausmaß die Arbeit der Beamten unseres Finanzamtes angenommen hat, die wohl mit Recht erwarten dürfen, daß ihrer Tätigkeit allenhalben das gebührende Verständnis entgegengebracht wird. B DM.-Untergau 116 Sieben. Am Samstag, 7. Januar, veranstaltet der Reichs- kolonialbund, Ortsgruppe Gießen, in der Aula der Universität für die gesamte Hitler-Jugend einen Vor- traqsabend. Der Eintritt ist frei. Es tritt dazu jedes Mkldel bei seiner Gruppe an. Ebenso die Arbeitsgemeinschaft für Auslandskunde. Der Einmarsch muß bis um 20.15 Uhr erfolgt fein. IM.-llntergau 116 Gießen. Am Samstag, 7. Januar, findet in der Aula der Universität für die gesamte Hitler-Jugend ein Vor- tragsabend des Reichskolonialbundes, Ortsgruppe Gießen, statt. Es treten hierzu alle JM.-Führe- rinnen des Standortes Gießen um 19.55 Uhr an der Universität an. Am Sonntag, 8. Januar, finden in den bekannten Schulungsorten die Wochenendschulungen für Januar statt. Die Standortfüyrerinnen der Schulungsorte sorgen für einen ordentlichen, geheizten Raum. Die Wochenendschulung für den Standort Gießen ist auf den 15. Januar verschoben worden. ^DiüDtutfflicflrbtifgfront NS.-Gemeinschaft ..Kraft durch Freude". Achtung, Schifahrer! Am Sonntag, 8. Januar, Omnibusfahrt nach dem Hoherodstopf mit der NSG. „Kraft durch Freude". Fahrpreis bis zum Klubhaus 3,— RM. Anmeldungen müssen bis spätestens heute, Samstag, 7.1., bis 17 Uhr in der Geschäftsstelle „Kraft durch Freude", Seltersweg 60, erfolgen. 155D Keine neuen Schank- und Gastwirtschaften in Hessen bis Oktober 1940. LDD. Auf Grund einer Verordnung des Reichsstatthalters in Hessen — Landesregierung — dürfen bis zum 31. Oktober 1940 im Lande Hessen Erlaubnisse für neu zu errichtende Gast- und Schankwirtschaften grundsätzlich nicht erteilt und bestehende Schankerlaubnisse auf nicht zugelassene Arten von Getränken nicht ausgedehnt werden. Ausnahmen werden nur in ganz besonders gelagerten Fällen von der zuständigen Stelle (Landrat) zugelassen. Vorsicht bei der Entschrottung und Entrümpelung. LPD. Angesichts der im Gange befindlichen Aktion zur Entschrottung der Betriebe und der Entrümpelung ist eine Polizeiverordnung des Reichsstatthalters in Hessen — Landesregierung — über das Abgeben explosionsgefährlicher Gegenstände zur Verhüttung dringend zu beachten. Munition und Munitionsteile aller Art (z. B. Granaten, Granatenstücke, Zünder, Patronen, Hülsen), ferner Behälter, Apparate, Maschinen und Maschinenteile sowie sonstige Gegenstände, die bei der Herstellung, Bearbeitung oder Verarbeitung, Beförderung oder Lageruna von ex- vlosionsfähigen Stoffen verwendet woroen sind, dürfen zum Zwecke der Verhüttung (Verschrottung) nur abgegeben werden, wenn sie frei von explosionsfähigen Stoffen sind, und wenn der Abgebende bei der Abgabe dies schriftlich bestätigt. Weiterhin dürfen zum Zwecke der Verhüttung geschlossene Hohlkörper (z. B. Behälter für verflüssigte und verdichtete Gase, für brennbare Flüssigkeiten usw.) nur abgegeben werden, wenn sie durch Entfernen von Verschlußstücken oder auf andere Weise mit ausreichenden Entlastungsöffnungen versehen sind. Zuwiderhandlungen sind strafbar, da die Folgen äußerst schwerwiegend sein und Menschenleben und Volksvermögen vernichten können. Erfassung wehrpflichtiger Jahrgänge. Der Potizeidirektor von Gießen veröffentlicht heute eine Bekanntmachung über die Erfassung der Wehrpflichtigen der Geburtsjahrgänge 1906 und 1907. Die wehrpflichtigen jungen Männer mögen dieser wichtigen Bekanntmachung gebührende Aufmerksamkeit schenken. 100 Wohnungen im Gchwarziachgebiet bezogen. Von den rund 300 Wohnungen in den Neubauten der Wohnhausblocks im Schwarzlachgebiet sind nun die ersten hundert Wohnungen bezogen worden. Es handelt sich dabei um Zwei- bis Drei- Zimmer-Wohnungen im Schwarzlachweg, in der Werrastr atze und in der Schottstraße. Die weiteren rund 200 Wohnungen dürften in nächster Zeit wohl auch zum Bezug freigegeben werden. Messen und Märkte in Gießen. Für das Jahr 1939 find in Gießen folgende Messen und Märkte vorgesehen: 18. bis 26. März Frühjahrsmesse; 30. September bis 8. Oktober Herbstmesse. Rindviehmärkte finden an folgenden Tagen statt: 12. und 26. Januar, 9. und 23. Februar, 9. und 23. März, 13. und 27. April, 11. und 25. Mai, 8. und 22. Juni, 6. und 20. Juli, 3., 17. und 31. August, 14. und 28. September, 12. und 26. Oktober, 2., 16. und 30. November. 14. Dezember. Schweinemärkte finden statt am: 25. Januar, 22. Februar, 22. März, 26. April, 24. Mai, 21. Juni, 19. Juli, 16. August, 13. September, 11. Oktober, 15. November und 13. Dezember. Ein Z i e - ge nm ar kt findet am 6. September statt. Die Rindvieh-, Schweine- und Ziegenmärkte werden nur vormittags, die Schlachtoiehmärkte jeden Dienstag- vormittaq abgehalten. Der Weihnachtsmarkt wird in der Zeit vom 9. bis 17. Dezember stattfinden. Auchstellen-Helfer des Handwerks. Fwd. Nachdem der Reichsstand des deutschen Handwerks zum 1. April 1938 die Buchführungspflicht eingeführt hat, haben die Buchstellen im Handwerk eine erhöhte Bedeutung bekommen, denn ihre Aufgabe ist es, für diejenigen Handwerker die Bücher, zu führen, die selbst hierzu aus irgendwelchen Gründen nicht in der Lage sind. Diejenigen Handwerker, die sich von einer für das Handwerk anerkannten Bucystelle betreuen lassen, brauchen lediglich Grundaufzeichnungen für die Buchstelle zu machen und sind im übrigen von den Bestimmun- aen der Anordnung über die Einführung der Buchführungspflicht befreit. Der Reichsstand des deutschen Handwerks hat für die anerkannten Hand- werksbuchftellen einheitliche Geschäftsbedingungen Gewerbliche Brände in Obel Hessen von 1928 bis 1938. Gonderbencht des Gewerbeauisich Samtes Gießen. Neben der Krankheitsbekämpfung und der eigentlichen Unfallverhütung bilden in der Gewerbe-Auf- icht die Maßnahmen des Feuerschutzes zwar nur ein begrenztes Teilgebiet; jedoch kommt hierbei mehr als auf den beiden anderen genannten Gebieten, neben dem Arbeitnehmerschutz auch der Nachbarschutz und somit das öffentliche Interesse zur Geltung. Um Brandverhütung wirksam betreiben zu können, ist es, ähnlich wie bei Unfällen und Krankheiten, naturgemäß erforderlich, zu wissen, auf welche Weise solche Brände zu entstehen pflegen. Demnach ist die gutachtliche Tätigkeit für die Staatsanwaltschaft und für die Polizeibehörden der beste Weg, um in dieser Hinsicht die nötigen Kenntnisse au erlangen. Dabei ist es noch von gewissem Vorteil,, daß diese Untersuchungen sich im weitesten Rahmen er» trecken und auch Brandfälle mit einschließen, die vielleicht nicht in einem gewerblichen Betriebe vorgekommen sind, sondern etwa in der Landwirtschaft oder im Haushalt, aber doch die Gewerbe-Aufsicht insofern berichten, als elektrische Anlagen oder Azetylen usw. eine Rolle gespielt haben. Aus diese Weise ist das Gewerbe-Aufsichtsamt für Oberhessen in dem letzten Jahrzehnt bis ßum Ende des Jahres 1938, neben feiner sonstigen Tätigkeit, an rund 120 Branduntersuchungen beteiligt gewesen, also im Durchschnitt zwölfmal jährlich aber einmal monatlich. Die näheren Umstände bei diesen Brandunglücken, nämlich Tag und Stunde, Gewerbeart und Ursache, sollen in dem nachstehenden Ueberblick kurz besprochen werden. Zunächst ist die Verteilung der untersuchten Brände auf beide Hauptgebiete von Oberhefsen ziemlich einander gleich; es sind nämlich 57 Fälle in der Wetterau und 63 Fälle im Vogelsberg zu verzeichnen, wenn man zur ersteren die beiden Kreise Gießen und Friedberg rechnet und zum letzteren die übrigen greife. Anders verhält es sich mit der Rolle, welche die einzelnen Wochentage spielen, insofern, als der Mittwoch mit 22 und der Samstag mit 10 Brandfällen ziemlich weit aus der Reihe treten, während die anderen fünf Tage mit 15 bis 19 olcher Fälle einander nähersteyen; jedenfalls er» jeben sich hier andere Verhältnisse, als sie bei Un- ällen sonstiger Art aufzutreten pflegen, wo der Montag durch Wiedereingewöhnung in die Arbeit und der Samstag durch Ermüdungserscheinungen erfahrungsgemäß ourch eine höhere Zahl auffallen. Die Tageszeiten von 1 bis 24 Uhr erscheinen in der hier behandelten Zusammenstellung einigermaßen gleichmäßig verteilt, besonders während des Nachmittags mit den niedrigsten -Brand- ziffern von nur 2 bis 4 Fällen, während dis größte Häufung derselben, und zwar 8 bis 11 Fälle, in den frühen Nachtstunden sich zeigt; der Tiefpunkt mit einem oder gar keinem Brandausbruch liegt demgegenüber bei 7 bis 8 Uhr vormittags, was wohl verständlich ist, da um diese Zeit ja meist die Arbeit erst begonnen wird. Zu der Verteilung der verzeichneten Brände auf die einzelnen ©emerbegruppen ist zu sagen, daß hier in erster Linie die Holzindustrie und das Lebensmittelgewerbe in Erscheinung treten, und zwar mit 32 bzw. 24 Brandunfällen; in weiterem Abstande folgt mit der Zahl 14 das Handelsgewerbe, das letzte Drittel der Gesamtzahl von 120, nämlich 40 Brände, verteilt sich auf sonstige Berufszweige. Was die wichtigste Spalte dieser Brandstatistik betrifft, d. h. die ermittelten wahrscheinlichen Ursachen, so ist zu sagen, daß die Schäden, welche durch Dampskesselanlagen, Oefen und sonstige Heizvorrichtungen verursacht wurden, mit 45 bei weitem an der Spitze stehen, während die Feuer- enkstehung durch Verbrennungsmotoren, Maschinen und Brandstiftungen, sowie durch fahrlässiges Rauchen mit je 6 bis 8 sich einander annähernd gleich find; zwei weitere Ursachengruppen in dieser Zusammenstellung bilden noch die Selbstentzündung bestimmter Stoffe und der elektrische Strom mit 23 bzw. 16 Schadensfällen. Zur Verhütung von offensichtlich fahrlässigen oder gar vorsätzlichen Brandausbrüchen, auch z. T. durch Kinder hervorgerufen, kommt wohl nur eine weitergehende Belehrung, besonders hinsichtlich des weitgehend zu fordernden Rauchverbotes in Betracht, sowie eine genauere Ueberwa- chung der gewerblichen Hofreiten und Grundstücke, auch etwa durch Umzäunung, während Verbotsschilder allein bekanntermaßen wenig nützen und für kleinere Kinder ja nicht lesbar sind. Dagegen käme zur Verhinderung des Heiß- laufens von Maschinen neben dem sorgfältigen Schmieren mit einwandfreien und nicht trocknenden Deien auch das Freihalten der Wellenlager von entzündlichen Sbaubarten, wie Holz- und Mehlstaub, in Betracht. Darüber hinaus könnte man noch an die ausgedehntere Verwendung von Alarm- gloaen, z. B. in Mühlenbetrieben denken, die durch selbsttätige Feuermelde-Anlagen mit Schmelzlot oder Metallkontakt ausgelöst werden, wie sie z. B. im Stadttheater zu Gießen vorhanden sind, oder auch an den Anstrich bestimmter Maschinenteile mit solchen Farben, welche gegen Wärme empfindlich sind und dabei den Farbton wechseln. Jedenfalls ist zu betonen, daß die Schadenfeuer dieser Untergruppe nur in Sägewerken und Mühlen vorgekommen sind, z. T. am hellen Tage bei Anwesenheit der Beteiligten, wo sie zur restlosen Zerstörung der Anlagen führten; vielleicht wären sie mit den genannten Warnmitteln doch vermeidbar gewesen. In die sich hier anschließende Untergruppe von Motorbränden sind nur solche einbezogen worden, die durch Verbrennungsmotoren veranlaßt wurden, also durch Rohöl, Benzol usw.; meistens handelte es sich dabei um das Aufglühen von Glanzrußflocken in mangelhaften Auspuffrohren, ober um das unvorsichtige Anlassen von Motoren dieser Art. Bon diesen Brandausbrüchen wurden überwiegend Holzbearbeitungsbetriebe, wie auch Drehereien betroffen, und man muß wohl daraus die Maßnahmen ableiten, daß Dreschmotoren dieser Klasse mindestens 5 Meter von ollen Gebäuden, wie auch von Feldfruchtvorräten, entfernt aufzustellen und ständig mit Löschwasser auszurüsten sind, wie es ja auch bisher schon bei Dreschlokomobilen gefordert wurde. Weiterhin muß man wohl verlangen, abgesehen von vermehrtem Löschgerät, daß in den Sägewerken z. B. die Dclmotoren zwar nicht feuerbeständig abgeschlossen werden, wie die Benzin- oder Benzolmotoren, aber wenigstens doch in einer feuerhemmenden Bauweise für sich abgetrennt sind. Eicken ziemlichen Anteil an den Feuersbrünsten liefern auch die Azetylen-Schweißgeräte, bei deren Handhabung allerdings dann noch eick besonderes Maß von Nachlässigkeit zu den Unglücksfällen geführt hat. Mindestens ergab sich bei der Untersuchung, daß die betreffenden Leute, darunter sogar Meister ihres Handwerks, einerseits die Entfernung unterschätzt hatten, bis* * zu welcher die unsichtbare Flammenspitze noch wirken kann, anderseits auch die Hitzegrade, die hinter den zur Abschirmung aufgestellten Schutzblechen auftreten können. Es sollte daher in den Schweißerlehrkursen neben anderen Gefahren des Azetylens auf diese Gefahrpunkte hingewiesen werden. In ähnlicher Weise müßte bei den Elektrospenglern während ihrer Ausbildungszeit darauf hingewirkt werden, daß sie außer der Unfallverhütung durch den elektrischen Strom auch die Brandverhütung beachten. Dabei kämen besonders in Betracht der'Aufstellungsort von Elektromotoren, vor allem in ungeschützter Bauweise, ferner die Art der Einführung von Dachständerleitungen und ihre regensichere Abdichtung, bann das Derwen- dungsverbot von einfachen Nadelholzbrettern für Schalttafeln und die möglichst weitgehende Beseitigung von alten, wasferempfindlichen Rohrleitungen in feuchten Betrieben. Jedenfalls ist festzustellen, daß die Nichtbeachtung dieser Punkte die 16 Brände auf elektrotechnischem Gebiet mitverursacht hat. Die bereits hervorgehobene erhebliche Zahl von Brandfällen durch Feuerungsanlagen aller 121 r t verteilt sich einerseits auf gewöhnliche Ofen» einrichtungen, bei deren Bedienung vielleicht nicht mehr Unachtsamkeit im Spiel war, als in manchem I Haushalt, was daher auch wohl nur durch ständige Belehrung besonders der jüngeren Leute zu bessern ist. Es müßte dabei vor allem auf zwei öfter wiederkehrende Fehler hingewiesen werden, nämlich auf die vielfach geübte Lageruna von Brennstoffen in der Nähe oes Ofens und auf die Tatsache, daß ein nur mangelhaft gelöschtes Feuer leicht wieder auf» flammt. Anderseits handelt es sich um eine verhältnismäßig große Zahl von D a m p f f e f f e I a n I a g e n, vorzugsweise in Sägewerken, Ziege lei en usw. Auf diesem Teilgebiet wurde bereits seit einiger Zeit so 0cc Optiker am Bahnhof vorgegangen, daß die Kesselhäuser derartiger Werke auch nachträglich, soweit technisch durchführbar, mit Brandabschnitten von den übrigen Betriebsstellen abgetrennt oder entsprechend umgebaut werden. Im besonderen müssen die angeblichen Brandmauern verschwinden, bei denen ohne Bedenken nicht etwa die Hauptwelle der Dampfmaschine durchgeführt wurde, was ja feuerpolizeilich einwandfrei möglich ist, sondern falscherweise der Hauptantriebsriemen meist durch eine breite Oefsnung. Nötigenfalls ist der Dampfkessel im rechten Winkel zu verschieben, falls es nicht möglich ist, einen feuersicheren Riemenkanal zu erstellen ober alles umzubauen. Die letzte Gruppe von Brandursachen in dieser Abhandlung, nämlich diejenige der Selbstentzündungen, ist am vielseitigsten, wenn allerdings zum Glück auch nur eine bestimmte Anzahl von Stoffen dafür in Fraae kommt. Im Sinne der Häufigkeit ist folgende Reihe hier zu nennen: Filmstreisen, ölige Lappen und öliges Papier, Lacke und Firnisse, Thomasmehl, Aetzkalk, Salpeter, Phosphorstangen, Schwarzpulver, Kalkstickstoff, Kohlenstaub und Flachsschäben, die in der Flachsrösterei anfallen. Die näheren Begleitumstände, besonders die Zeitdauer des Schwelens, sowie die Stärke der Licht- ober Wärmeeinwirkung ist natürlich im einzelnen sehr verschieden und kann hier nicht genauer besprochen werden. Immerhin sei die Erkenntnis kurz hervorgehoben, daß auch bei geringer Erwär- mung ein Brandunglück eintritt, wenn die Einwirkungszeit lang genug ist, oftmals noch nach Tagen. Man wird daraus die Lehre ableiten, daß solche elbstentzündlichen Stoffe weitgehend vor Wärme- trahlung zu schützen sind, aber auch für ben chimmsten Fall in bejonbereu brandsicheren Behältern ober Räumen gelagert werben müssen. Zum Schluß möge noch bar auf hingewiesen werden, daß gerade in neuester Zeit der Brandbekämpfung auch von feiten der Reichsregierung ganz besondere Bedeutung zuaemessen wird, was z. B. daraus hervorgeht, oaß durch das Reichsarbeitsministerium am 17. November 1938 ein Rund- erlaß an sämtliche Landesregierungen ergangen ist, der die Verhütung von Großbränden zum Ziele hat. In diesem Erlaß wird nicht nur bei Neubauten oder Umbauten, sondern auch bei Erweiterungen und sogar bei bereits bestehenden Anlagen seitens der dafür zuständigen Behörden die Durchführung der notwendigen Brandschutzmaßnahmen aefordert, wovon zu hoffen ist, daß in weiterer Zukunft sich die gewünschten Erfolge auf diesem wichtigen Gebiete bemerkbar machen werden. und eine einheitliche Gebührenordnung ausgearbeitet. Die Anerkennung als handwerkliche Buchstelle ist von der Einführung eines bestimmten Buchführungssystems abhängig gemacht. Appell öer ehem. Hess. Leibgardisten. Der Januar-Appell der'Kameradschaft ehern. Hessischer Leibgardisten (115er) im NS.-Reichskrieger- bunb am Donnerstag im „Schipkapaß" brachte neue Anregungen. Kameradschaftsführer Stüh- l e r verband mit seinen Willkommensgrüßen die Glückwünsche für das neue Jahr. Er hob die Treue und Anhänglichkeit der Kameraden, die zum Teil außerhalb von Gießen wohnen, hervor. Nach einem kurzen Rückblick auf die politischen Verhältnisse sprach er den beiden Kameraden Generalmajor a. D. von Specht und Rechnungsrat i. R. Schiff nie, die in diesem Monat ihr 86. bzw. 84. Lebensjahr vollenden, die Glückwünsche der Kameraden aus. Dann wurde auf die Straßen- und Haussammlung des NS.-Reichskriegerbundes für Streut den Vögeln Hut er! das WHW. hingewiesen, an der sich auch die ehemaligen 115er in gleicher Weise wie bisher betei» lichen werden. Stellv. Kameradschaftssührer Stein gab dazu die nötigen Anweisungen und erledigte einige organisatorische Fragen. Der Kameradschaftsführer forderte zu zahlreichem Besuch der im nächsten Monat stattfindenden Jahreshauptversammlung auf. Bei dem Verbandsappell des Traditionsoerbandes ehern. Hessischer Leibgardisten im März in Darmstadt wird die Gießener Kameradschaft vertreten sein; durch die Vertiefung der kameradschaftlichen Beziehungen zum aktiven Regiment 115 sollen die jungen, aus dem Gießener Gebiet stammenden 115er der Gießener Kameradschaft zugeführt werden. Im Anschluß an den Appell saßen die Kameraden noch fröhlich beieinander. (ßiefcener Öodjenmarftpreife. * Gießen, 7. Jan. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 9, Eier, deutsche, Klasse S 15, Klasse A 14^, Klasse B 14, Klasse C 13%, Klasse D 12%, ausländische Kühlhauseier, Klasse B 10%, Wirsing, %kg 12 bis 15, Weißkraut 9 bis 10, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben 10 bis 15, rote Rüben 10 bis 11, Unterkohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 15 bis 18, Rosenkohl 20 bis 40, Feldsalat, 7m 12 bis 15, Tomaten, % kg 35 bis 50, Zwiebeln 12 bis 13, Meerrettich 35 bis 60, Schwarzwurzeln 30 bis 40, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40, 50 kg 3,50 bis 3,65 Mark, Aepfel, % kg 40 bis 50 Pf., Nüsse 50 Pf., Hähne 1 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Gänse 1,20 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Rettich 5 bis 15 Pf. ♦ ** Neue Ausstellung des Oberhessischen K u n st v e r e i n s. In der Zeit vom 8. bis zum 29. Januar veranstaltet der Oberhessische Kunstverein in seinem Ausstellungsraum im Turmhaus am Brandplatz wieder eine Ausstellung, in der die Werke Münchener Maler der Gegenwart zu sehen sein werden. ** Baumfällungen an der Wieseck. Am Wieseckufer zwischen der Bismarckstraße und der Goethestraße sind in den letzten Tagen an der Rückseite der Gärten vom Hindenburgwall aus Baumfällungen vorgenommen worden, die den Zweck haben, die Nutzbarkeit der angrenzenden Grundstücke zu verbessern. Mit dieser Bereinigung des Geländes wird auch ein Stück Vorarbeit für eine zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht kommende Herrichtung dieses Ufergeländes für Straßenzwecke geleistet. Amtsgericht Gießen Der W. R. aus Gießen erhielt einen Strafbefehl über 20 Mark. Er legte dagegen Einspruch ein. Er wurde beschuldigt, am 24. Juli 1938 bei einer Fahrt mit einem Kraftdreirad durch die Frankfurter Straße beim Einbiegen in die Schubert- straße nicht den vorgeschhiebenen großen Bogen ausgeführt, sondern die Straßenkreuzung geschnitten zu haben. Durch seine unvorschriftsrnaßige Fahrweise wurde er von einem hinter ihm herkommen- den Personenkraftwagen gerammt. Es entstand glücklicherweise nur geringer Sachschaden. Der Angeklagte wurde in der Beweisaufnahme überführt. Da er aber ein unbescholtener Kraftfahrer ist, blieb es bei der im Strafbefehl ausgesprochenen Strafe Gesangvereine singen für das WHW. LPD. Zwischen dem Gaubeauftragten für das Winterhilfswerk und den Sängergauführungen Hessen und Nassau ist eine Abmachung getroffen worden, wonach die Männergesangvereine innerhalb des politischen Gaues Hessen-Nassau für Veranstal-, hingen zugunsten des Winterhilfswerks eingesetzt, werden. Zur Durchführung sind folgende Tage festgesetzt worden: Samstag. 28. Januar, Sonntag, 29. Januar, Samstag, 4. Februar und Sonntag, 5. Februar. Träger der jeweiligen Veranstaltungen sind an kleineren Orten die dem Deutschen Sängerbund angeschlossenen Vereine, in größeren Städten die entsprechenden Gruppen. Die Vorbereitungen werden in Verbindung mit dem Kreisbeauftragten für das WHW. vom Sängerkreisführer getroffen. Die örtlichen Veranstaltungen werden im engsten Einvernehmen zwischen dem Gruppen- bzw. 23er» einsführer und dem Ortsbeauftragten für das WHW. durchgeführt. Vereine, die die Absicht haben, an den genannten Tagen ein eigenes Konzert zu geben, können bi es unter gewissen Bedingungen tun. In der Programmgestaltung ist vollkommen freie Hand gelassen. Auch die Heranziehung anderer Vereine (Musik, Sport usw.) ist durchaus möglich. Die Sängergauleitungen Hessen-Darmstadt und Nassau ermahn von den verantwortlichen Männern ihrer Organisationen, daß sie ein dem A.heben des Deutschen Sängerbundes entsprechendes Resultat melden. Vorbereitungen im Gängerkreis Gießen im Gan^e. Selbstverständlich stellen sich auch die Gesangvereine der Stadt und des Kreises Gießen mit allen Krä'ten der edlen Sache zur 2kr= i fügung. Dabei wurde — wie wir von Sängerkreisführer Müller hören — ins Auge gefaßt, in den verschiedenen Orten, in denen Gesangvereine bestehen, Konzert- und Liederabende abzuhalten, deren Ertrag dem Winterbilfswerk zugute kommen ioll. Für die Stadt Gießen ist eine größere Veranstaltung vorgesehen, an der sich sämtliche Vereine, die das' deutsche Lied pflegen, beteiligen werden. Die Vorarbeiten für diese Veranstaltungen sind auch für unseren Sängerkreis bereits im Gange. Das 43. Kind. - Heldmarschall Göring Pole. LPD. Büdingen, 6. Jan. Im Kreisort U s e n - ■ b o r n wurde in der Familie des Fabrikarbeiters ^Friedrich Klein das 13. Kind geboren. Die Pa- I tenschast übernahm auf Bitte der Eltern General- < seldnmrschall Goring. Beim 12.Kind, einem Jun- 1 gen, ist der Führer Pate. — 8*8^ ©Jtxfpori Aus der engeren Heimat Es Rundfunkprogramm Optiker JUagnus dem Optiker Ihres Vertrauens t Seltersweg 33 Kassenlieferant. Wirtschast UM. Tschammerpokal-Endspiel findet bestimmt statt. Dem Auge das Beste! Lassen Sie sich beraten von Frühgeschichte der Heimat Der Besucherkreis bildet sich aus allen Schichten der Bevölkerung Genau so wie Arbeiter, Bauern und Handwerker kommen, nehmen an den Veranstaltungen auch alle anderen Schichten der Bevölkerung teil. Erfreulich stark ist auch die Jugend vertreten Provinz notierten nach Pause mit 1-14 (132,50). Im Verlaufe blieb das Geschäft sehr gering und nennenswerte Kursveränderungen traten kaum em. AEG abbröckelnd auf 114,75 nach 115,25, von Renten Reichsbahn-VA. weitere 0,13 o. H. höher mit 122,50. Bei den erst später notierten Aktienwerten überwogen Rückgänge von 0,50 bis 1 v. H. Der Reichs-Männerturnwart und Betreuer unserer Spitzenturner Martin Schneider (Leipzig) begeht heute, am 7. Januar, seinen 50. Geburtstag. — (Schirner-M.) Abendbörfe uneinheitlich. Die ohnehin schon schwache Unternehmungslust erfuhr an der Abendbörse im Hinblick auf den Wochenschluß eine weitere Einengung, zumasi da Kundschastsaufträge wiederum nahezu fehlten. Stellenweise kam in Aktien weiter kleines Angebot heraus, und die Kursentwicklung war uneinheitlich, da anderseits in Anpassung an Berlin einige Erhöhungen eintraten. Die meisten Veränderungen hatten aber nominellen Charakter. Während von den führenden Werten JG.-Farben weiter abbrob feiten auf 147,50 (148), konnten sich Verein. Stähl um 0,40 o H. auf 104 und Rheinstahl um 0,50 v. H. auf 131 verbessern. Etwas freundlicher tendierten ferner ©effürel mit 129,50 (128,75), Bemberg mit 133 (132,50) und Hapaq mit 64.50. Maschinenaktien schwächten sich zumeist ab Adlerwerke 103,2a (103 75) MAR 137 (137.75), Demag 144,75 (145), Rheinmetall 128 (128,50), Moenus hingegen weiterhin 122.50 Am Einheitsmarkt lagen Bankaktien unverändert, von Brauereien ermäßigten sich Schöfferhof um 2 v H. auf 187, anderseits Mainzer Bräu nach Pause 89 (88) Der Rentenmarkt lag still aber gut behauptet Rotiert wurden allerdings nur 6 v H. IG. Farben mit unverändert 118 50 und R-ichsbnhn.VA mit 122 40 (122.50) 3m Rr.u verkehr gingen Kommunal-Umschuldung mit 92,95 bietungen. Kaum hatte sich der Beifall gelegt, da brauste er schon wieder auf zur Begrüßung der Weltmeister Herber-Baier, die nun umgekehrt wie bei den Olympischen Spielen in Garmisch-Partenkirchen hinter den Wienern das Eis betraten. Schwungvoll, mit viel Tempo, trugen die Berliner ihr Programm vor. Geschickte Raumausnutzung und eine fast maschinenmäßige Genauigkeit zeichneten den Vortrag aus. Den Ausschlag aber gab wohl, daß Herber- Baier sportlich mehr boten als die Pau- sins und größere Schwierigkeiten in ihrenFiguren spielend bewältigten. Schwer hatten es nun die beiden letzten Paare, die Grazer Schrittwieser-Jauernik und die Dortmunder Lauer-Waldeck. Die Ostmar- ker zeigten einige Figuren, die sehr gefällig wirk- ten und sportlich wertvoll waren. Ihr Programm wirkte abgerundeter und sicherer als das ddr Westfalen. Die Ergebnisse. 1. und Deutsche Meister Maxi Herber-Ernst Baier (Berliner Schlittschuhclub) Platzziffer 9, 11,9 Punkte; 2. Geschwister Ilse und Erik Pausin (EK. Engelmann Wien) 12, 11,4; 3. Schrittwieser-Jauernik (ED. Graz) 24, 9,5; 4. Grätz-Weiß (Berliner SC.) 30, 9,3; 5. Lauer-Waldeck (Westfalia Dortmund) 31,5, 9,4; 5. Schmidt-Rambold (Münchener EV.) 40,5, 8,8. In einem Eishockeykampf schlug die schwedische Mannschaft von Göta Stockholm den Berliner Schlittschuh-Club 7:1 (3:0, 1:0, 3:1). Hessen«! Schi-Meisterschasten im 15 ^ilomcfer=£onglauf. Der Gau 12, Hessen, begann am Freitag mit seinen Schi-Meisterschaften. Die Langläufer eröffneten auf einer 15 Kilometer langen Strecke die Kämpfe um den Titel eines Gaumeisters. Lang- Sandviken der Länderkampf zwischen Deutschland und Schweden, der die beiden Rationen in der Vor- chlußrunde um den „Mr.-G."-Pokal zusammen- ährte. Während die Skandinaver auf. ihren Spltzen- pieler Schröder verzichten mußten, erkrankte bei uns der Sudetendeutsche Roderich Menzel, so daß der Wiener Hans Redl als Ersatzmann eingesetzt werden konnte. Vor 600 Zuschauern wurden die beiden ersten Einzel ausgetragen, nach denen der Kampf am ersten Tage 1:1 stand. Henner Henkel, der zur Zeit seiner Wehrpflicht genügt und daher nicht genügend Zeit zum Training besitzt, »zeigte dennoch im ersten Kamps gegen den Schweden Rohlfson sichere Vorhand- jchüsse und ein schnelles Netzspiel, das ihm auch mit 6 4, 3:6, 6:4, 7:5 den Sieg und den ersten Punkt für Deutschland einbrachte. Rohlsson leistete zwar verbissen Widerstand, stand aber an Klasse feinem Gegner weit nach. Nur zwei Sätze hielt anschließend Hans Redl dem Schweden N y st r ö m stand. Dem Wiener mangelte vor allem die genaue Kontrolle über seine Schläge. So siegte Nyström sicher 6:4, 6:4, 6:0. Den Beginn machte das Paar Grätz-Weiß (Berliner SC.) mit einem nicht allzu schweren Programm, das flüssig vorgetragen wurde. Die Münchener Schmidt-Rambold gaben ihrem Vortrag eine stark musikalische Note, doch fehlten die Uebergänge an vielen Stellen. — Mit starkem Beifall wurden dann schon beim Auftreten die Geschwister Pausin begrüßt. Sofort schlugen die Wimer die Zuschauer mit ihrer Anmut und Grazie in Bann. Unerhört flüssig und elegant glitt eine Figur in die andere über. Auffallend war wieder das starke musikalische Gefühl. Nicht endenwollender Beifall und ein Blumenregen belohnten die Geschwister für die in ihrer Art unvergleichlichen Dar- Sonntag, 8. Januar. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Römisch-katholische Morgenfeier. 8.50: Dom Deutschen. Von Kurt Eggers. 9: Deutsche Meister. Klaviermusik von Franz Schubert. 9.45: Dichter unserer Zeit: Eberhard Wolfgang Möller: „Land der Kindheit". 10: Wie schön ist so ein Feiertag! Frohsinn auf Schallplatten. 11.30: Streiter für Recht und Freiheit. Hörfolge mit Musik um Dichter des Sudetenlandes. 12: Musik am Mittag. Einlage (Ffm.): Das Mikrophon unterwegs. 14: Für unsere Kinder: „Lasse mein Knecht". Nach einem nordischen Märchen. 14.30: Alles Treffer. 14 55: Fußball-Endspiel um den Tschammer-Pokal: Rapid Wien __Fußballsportverein Frankfurt a. M. 15.40: Schneidiger Ausklang. 16: Aus einem Gemeinschaftslager der DAF.-Bauvorhaben West: Aber heute wird's fidel! 18: Schöne deutsche Volkslieder. 18.30: Und es war doch ein schöner Sonntag! Eine bunte Stunde von Paul Schaaf. 19.30: Sportspiegel des Sonntags. 20: Nachrichten. 20.15: Großes Dolkskonzert für die Betreuten des WHW. (Dor- und Frühklassiker. In der Pause: Aus der „Kleinen Chronik der Anna Magdalena Bach". 22: Nachrichten. 22.20: Sportbericht. 22.30: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 2. Nachtkonzert. Montag, 9. Januar. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für den Garten und die Zimmerpflanzen. 10: Schulfunk: Kinder- lieberfingen. 10 30: NSDStB und die deutsche Hochschule.» 11.30: Ruf ins Land 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. Herber/Vaier wieder im Paarlauf siegreich Geschwister pausin knapp geschlagen. 14.15: Das Stündchen nach Tisch. 15: Für unsere Kinder: „Zwölfe reifen in die Welt". 15.30: Politischer Scheinwerfer. 15.45: Bregenz, die Bergstadt am See. 16: Nachmittagskonzert. Einlage 17 bis 17 10: Peter Heeg liest aus feinem Buch: „Hofjuden' 18: Hier spricht der Jurist: „Vorsicht! — Glatteis! 18.15: Kraftwerk Reckingen. 18.30: Des Führers schwarze Scharen. Ein Funkbild vom Werden, Wesen und Schaffen unserer Schutzstaffel. 19.15: Hages« spiegel 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten 20.15: Stuttgart spielt auf. Heitere Feier- abendmusik. 22: Nachrichten. 22.20: Marschmusik. 22.30: Kamerad, wo bist du? 22.45: Nachtmusik Dienstag, 10. Januar. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk: „Wie wir unser deutsches Volkslied wiederfanden". Hörfolge von Josef Wittkowski. 11.30: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14 15: 0 holde Frau Musika! (Dvoräk — Smetana.) 15: Kleines Konzert. 15.30: Frauen der Vergangen- beit: „Die Neuberin". 16: Nächmittagskonzert. Einlage 17 bis 17.10: „Stimmen im Blut". Kurzerzählung. 18- Volk und Wirtschaft: Wann sind Hypotheken fällig? 18.15: Neues für den Bücherfreund. 18.30: Klang der Landschaft. Lothringische Volkslieder. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Lied, Tanz und Fröhlichkeit. 20: Nachrichten. 20.15: Konzert, 21: Haydn-Zyklus des Reich Senders Stuttgart. 22 Nachrichten. 22.20: Politische Zeitunasfchau. 22.35: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 2: Nachtkonzert. um die Feststellung der Brandursache. Märkte in tid). i ]) Lich, 6. Jan. Wie m den vergangenen i Jahren, so wurden auch für das laufende Jahr von Stadtverwaltung und Derkehrsverein 8 Markte . festgelegt, die von der Landbevölkerung der näheren und weiteren Umgebung gerne besucht werden Die Märkte wurden wie folgt festgelegt: Fastnachts- mar-tt: Montag, 20. Februar (Ferkel- und Kramer- markt); Ditermarlt: Dienstag. 11. April «Ferkel-und Krämermarkt); Früt>)ahrsmar t: Mittwoch 5. Mai (Ferkel- und Krämermarkt); Psmgstmarkt; Dienstag, ro. Mai (Rinder- Ferkel- und Krämermarkt, verbunden mit Ziegen- und Rindviehpramnerung); Sommermarkt; Mittwoch. 12 Juli Ferkel- und Krämermarkt); Kirchweihmarkt; Montag. 18. Sep- tember (Ferkel- und Kramermarkt); Herb|tmartt: Mittwoch 25. Oktober (Ferkel- und Krämermarkt); Weihnachtsmarkt: Montag, 11. Dezember (Ferkel- und Krämermarkt). 12913 besuchten das Lauterbacher Museum. NSO Beim Jahresschluß 1938 konnte dasLauter- bacher Museum, das alle Gebiete der Heimat- forschunq pflegt und vor nicht allzu langer Zeit eine ehenswerte vorgeschichtliche Abteilung mit Funden aus feinen ständigen eigenen Ausgrabungen eingerichtet hat, für das abgelaufene Jahr eine Gesamtbesucherzahl seiner Sammlungen, einschließlich des von ihm betreuten Frech. Riedeselschen Forst- und Jagdmuseums, von 12 913 Personen feststellen, darunter im Museum allein 6955 Besucher Das Haus Konrad-Riedesel-Heim für deutsche Künstler und Wissenschaftler war im Jahre 1938 zeitweise wegen Umbaues geschlossen, es konnte aber in der zweiten Jahreshälfte zehn deutschen Künstlern, Kunsthandwerkern und Wissenschaftlern einen mehr oder weniger kostenfreien Erholungs- und Studienaufenthalt von insgesamt 240 Heimtagen verschaffen. Im Laufe des Jahres wurden drei größere Son- derausstellungen veranstaltet, eine naturwissenschaftliche über die Schädlinge in Haus, Stall und Flur, ferner die Weihnachtsmesse des Handwerks des Kreises Lauterbach und verbunden damit Vor- und anhaltender Schneefall in der. Nacht zum Freitag und am Freitagvormittag bewirkte es, daß die Strecke in Willingen (Upland) neu gespurt werden mußte. 90 Läufer aus Hessen und Westfalen machten sich auf den Weg, der durch das Waldgelände des Mühlkopfes, Hegekopfes, Mittels- und Ettelsberges führte. Den Sieg errang der Kasseler Ruebeling in 1:01,20 Stunden und gewann damit den ersten Titel, der 1939 vergeben wurde. Gießener Lauser waren nicht am Start. Christel Kranz siegt in Megeve. Die internationalen Abfahrtsrennen des Schiklubs von Paris, die von starken Mannschaften Deutschlands und der Schweiz beschickt waren, nahmen am Freitag in Maeve ihren Anfang. Am ersten Tag fanden die Abfahrtsläufe auf einer 2,5 Kilometer langen Strecke statt, wobei die Männer zweimal über die Strecke zu gehen hatten. Bei-den Frauen zeigte sich unsere Olympiasiegerin und Weltmeisterin Christel Cranz (Freiburg) allen Mitbewerberinnen weit überlegen. Sie kam mit der vorzüglichen Zeit von 2:50,4 Minuten auf den ersten Platz vor der Schweizerin Loulou Boulaz, die 3:09,2 Minuten benötigte. Bei den Männern war etwas überraschend der junge Schweizer Karl Molitor der beste. Im ersten Durchgang benötigte er 2:16,0 Minuten und wurde damit Erster vor den Franzosen Louis Agnel und James Couttet, die beide 6Ao Sekunden langsamer waren. Don den Deutschen fand sich Willy Walch mit der unbekannten Strecke am besten ab; mit einer Zeit von 2:17.6 kam er vor Rudi Cranz (2:20,6), Harro Cranz (2:20,8) und Heli Lantschner (2:121,3) auf den vierten Rang, wobei zu ermähnen märe, daß Rudi Cranz kurz vor dem Ziele stürzte und dadurch rnertvolle Sekunden verlor. Josef Pertsch, der als Ersatz für Friedl Pfeiffer die Reise mitgemacht hatte, kam über den 20. Platz nicht hinaus. Mem-Mainisihr Vörfe. NMlagsbörse überwiegend schwächer. Frankfurt a. M., 6. Jan. Bei wieder sehr stillem Geschäft war die Börse am Aktien- martt in Fortsetzung der gestrigen Tendenz erneut etwas schwächer, obwohl sich die Abgaben aus Kundschaftskreisen weiter in engsten Grenzen hielten. Da aber anderseits kaum Käufe erfolgten und auch sonst starke Zurückhaltung bestand, erfuhren die Kurse in der Mehrzahl durchschnittliche Rückgänge von 0,50 bis 1 v H. Die Zahl der zunächst notierten Papiere war sehr gering. IG -Farben ermäßigten sich etwas stärker auf 148,25 (149.oO)_ Don Montanwerten stellten sich Mannesmann auf 107 (107,25), Ilse Genuß auf 130,75 (131,75). Ferner gaben Daimler Motoren auf 131,25 (132), Rheinmetall auf 128,50 (129), Holzmann auf 146 (147) nach. Für Elektropapiere zeigte sich überwie- qend etwas Interesse AEG etwa 115,25 (114.50), Thüringer Lieferung 114 75 (114), RWE gehalten mit 120.50 (120,65). Weiter befestigt waren Zement Heidelberg bei kleinem Umsatz mit 150,50 (149,50). Reichsbankanteile weiterhin behauptet mit 188. Der Rentenrnarkt lag ebenfalls sehr ruhig. Das Interesse richtet sich nach wie vor auf die Anleihezeichnung Von den öffentlichen Werten zogen Reichsbahn DA erneut leicht an auf 122,40 (122 25), Reichsaltbesitz hielten bei etwa 128,65 ebenso lagen im Freioerkehr Kommunal-Umschuldung mit 9? 95 unverändert. Am Pfandbriefmarkt war das Geschäft still Liauidationspfandbriefe nicht ganz einheitlich, fest Pfälz Hyp mit 101,13 (104,75) Industrie-Obligationen schwankten bis zu 0,50 vH., Stadtanleihen lagen meist unverändert. Oberhessen Oie „Pflicht-' für J>ic Meisterschaften der Männer. Dor einer überraschend großen Zuschauermenge begannen am Freitagmorgen im Berliner Sportpalast die Titelkämpfe der deutschen Eiskunstläufer mit der Pflicht der Männer. Obwohl das Ergebnis nicht bekanntgegeben wurde, dürfte feststehen, daß der Wiener Edi Rada und der Münchener Horst Faber das Feld klar beherrschen. U. Kuhn (Berlin) hatte ebenso wie Ratzenhofer (Wien) Mühe, sich in den Zweikampf Rada — Faber einzuschalten. Der Grazer Plankl und der Münchener Loichinger vervollständigten das Meisterschaftsfeld, das nach dem Ausscheiden Kaspars und Zellers auf sechs Mann zusammengeschmolzen ist. Wundervolles Paarlaufen. Nach dem Pflichtlaufen der Männer wurden die deutschen Eiskunstlauf-Meisterschaften am Freitagabend im ausverkauften Berliner Sportpalast mit den Titelkämpfen b e r Paare fortgesetzt. Im Mittelpunkt stand selbstverständlich das mit großer Spannung erwartete Zusammentreffen zwischen den beiden besten Paaren der Welt, den Olympiasiegern und Weltmeistern Maxi Herber-Ernst Baier und den Wiener Geschwistern Ilse und Erik Pausin. Auch diesmal gingen die Berliner als Sieger aus einem harten Kampf hervor, der die Zuschauer in Entzücken und Begeisterung über die gezeigten Leistungen versetzte. Mit Platzziffer 9 und 11,'6 Punkten holten sich Herber-Baier den Titel vor den Wiener Geschwistern, die es auf Platzziffer 12 und 11,4 Punkten brachten. Den dritten Platz schließlich nahmen die Grazer Schrittwieser- Jauernik (24'9,5) ein. Am Start fehlten die beiden Paare Koch-Noak (Berlin) und die Nürnberger Roth-Walter. Noak war erkrankt und Lisi Roth erlitt beim Training eine erhebliche Verletzung, faffung präsentieren. HutzbaN t>er Bezirksklasse Marburg. In der Gruppe Marburg ist seit geraumer Zeit kein Spiel mehr ausgetragen worden. Das Spielprogramm im neuen Jahr bringt nun am kommenden Sonntag folgende Begegnungen: VfL. Marburg 1 860 empfängt den FD. Hartenrod Dem Platzverein wird es dabei nicht schwer fallen, die Punkte für sich zu buchen. Von den B r e i d e n b a ch e r n , die die Elf von Wetter zu Gast haben, wird man erwarten dürfen, daß sie mit klarem Torergebnis die Oberhand behalten. — Wal lau spielt auf eigenem Platz gegen Sarnau. Der Ausgang des Kampfes ist nicht vorauszusehen. — Eckelshausen empfängt die spielstarke Elf von Botten Horn. Die Gastgeber werden sich sehr anstrengen müssen, wenn sie die Punkte für sich in Anspruch nehmen wollen. Wenn sich der Sturm von Bottenhorn ebenso gut schlägt wie im Vorspiel, dann wird den Gastgebern allerdings kein Sieg vergönnt fein. Hitler-Jugend Bann 116. Stelle für Leibesübungen. Am Sonntag, 8. Januar 1939 findet in der Turnhalle der Turngemeinde Friedberg um 8.30 Uhr eine zweite und letzte Dorturnerstunde statt, an der alle Vereinsjugendcharte und Mannschaftsführer unbedingt teilzunehmen haben. Es werden alle wichtigen Einzelheiten der Uebungen sowie des Wettkampfes (Banngerätemeisterschaften) durchgesprochen. Im Interesse eines reibungslosen Ablaufs der Banngerätemeisterschaften ist die Teilnahme an der Vorturnerstunde dringend notwendig! Es wird daher nochmals auf die Teilnahmepflicht verwiesen. Henkel gewinnt, Bedl verliert. Tenniständerkampf Deutschland—Schweden 1:1. Unter nicht gerade günstigen Umständen begann am Freitag in der schwedischen Tennishalle von Feuer in Ärohen-Duieck. wg Großen. Buseck 7 Jan Heute morgen brach in einem Nebengebäude des Anwesens von Christoph Schwalb Wwe II Feuer aus, das hi den Heu- und Strohvvrräten reiche Nahrung fand Die Freiwillige und Pflichtfeuerwehr griffen den Brandherd energisch mit mehreren Schlauchleitungen an und vermochten bald, den Brand auf feinen Herd zu beschränken Die Löscharbeiten waren durch die Kälte von minus 9 Grad sehr erschwert Durch den Einsatz der Feuerwehren konnte das Gebäude zum Teil erhalten bleiben. Die Motorspritze wurde ebenfalls wirkungsvoll eingesetzt. Die Gendarmerie Großen Buseck bemühte sich sofort müssen schon ganz außergewöhnliche Umstände eintreten, um die Durchführung des für Sonntag im Berliner Olympia-Stadion angesetzten Endspiels um den Pokal des Reichssportführers zwischen Rapid Wien und dem FSD Frankfurt zu verhindern. Die Reichssportsührung hat in den letzten Tagen alles getan, um die Austragung zu sichern. Mit Schaufeln und Besen wurden Weae, Treppen und Sitzplätze vom Schnee gesäubeyt. Auf dem Spielfeld selbst wurden die letzten Schneereste festgewalzt. Es ist also auf alle Fälle ein ebener Untergrund vorhanden. Platz und Zuschauerräume werden sich am Sonntag in einwandfreier Der- Für das neue Jahr sind die Fortsetzung der Aus- j grabung an der mittelalterlichen Ruine Wartenbach, ' ferner oie Klärung einer altsteinzeitlichen Station 1 bei Maar und Nachforschungen in den Resten von ungefähr 100 bronzezeitlichen Hügelgräbern, deren 1 Material vor einigen Jahren zum Wegebau benutzt ■ worden ist, bei Dirlammen auf dem Ziegenberg vorgesehen. Unfälle auf dem Lande. Der 28jährige Friseur Karl Pfaff von Krofdorf wurde bei einer Treibjagd am Donnerstag versehentlich von einem Jäger angeschvssen. Er erlitt eine erhebliche Schrotschußverletzung am rechten Oberschenkel. — Der 38jährige Bergmann Wilhelm Reese von Lützellinden erlitt bei seiner Arbeit schwere Brust- und Rippenquetschungen. — Der 29jährige Landwirt Otto Z i n n f a n n von Hain- bad) (Kreis Alsfeld) stürzte bei der Arbeit auf dem Heuboden ab und erlitt einen Schädelbasisbruch. Sämtliche Verunglückten mußten zur ärztlichen Behandlung in Die Chirurgische Klinik in Gießen aufgenommen werden. Landkreis Gießen £ Wieseck, 6. Jan. Der Turnverein Wieseck hatte zu einem Familienabend eingeladen, der diesmal unter dem Wort „Volkstum und Heimat" stand. Dereinsführer Daupert hob bei feiner Begrüßung den Wert der Leibesübungen hervor und ging auf die sportlichen und politischen Erfolge des Jahres 1938 ein. Die Gesangsabteilung sang zwei Chore: „Rosen im Schnee" von H. Lons und „Abschied von der Mutter" von Fr. Bäcker. Für die Theateraufführung war diesmal die Wiß- marer Spielschar unter Leitung von Hauptlehrer Wagner gewonnen worden. Sie zeigte die beiden Dolksstücke „Die Gans" von Steguweit und „Die Brautschau" von Thomas, die sehr gut aufgeführt wurden. Die Spieler waren mit Begeisterung und Liebe bei der Sache und verhalfen auch mit einigen kleinen Volkstänzen dem Abend zu einem vollen Erfolg. Zu einem guten Gelingen des schönen Abends trugen auch noch die Kapelle Linker, die gute Musik bot, und der Chor „Die Mühle im Schwarzwald", mit Orchesterbegleitung gesungen, bei. # Mainzlar, 7. Jan. Die Tiere des Waldes und des Feldes litten in den vergangenen Wochen erheblich unter Schnee und Kälte. Der Forster Yes Nachbarortes Daubringen und der Flurhüter von Mainzlar streuten deshalb für Rehe und Ha- f e n Heu und Grummet; für die Vogel, ins- , besondere für die Fasanen, wurden unter Hecken und : an geschützten Stellen Heusamen, Körner und Vogel- ► wicken ausgelegt. Koffer - "Tasche Giessen, Neustadt 45 SONNTAG auch Ohne« W TK12 LBcttuiJirti ^WWMWWU?? Schloßbrauerei Braunfels [eiset PILSNER fPaula Srfjard Stfans ZRü/jl zeigen ihre Verlobung an Gießen, den 7. Januar 19j9 Marburger Strabe 34 Kaiserallee 139 050 Sonntag, den 8 Januar 1939, ab 8 Uhr ßm GgfK Lew 121D Allen Verlobten und zukünftigen Eheleuten in Gießen und Umgebung gewidmet ist das vornehm au~gestattete, reich bebilderte Haus- und Kochbuch Praktische Winke und Ratschläge für die Hausfrau Kostenlose Vermittlung des Buches nur an Verlobte durch die Geschäftsstelle des Verlages Schulstraße 7. \ Oberhessischer Kunstverein Turmhaus am Brand Münchener Maler der Gegenwart Dauer der Ausstellung vom §.-29.Jan. 1939 Besuchszeiten: Sonntags von 11 — 13 Uhr Werktags von 17 — 18 Uhr Eintritt für Mitglieder frei Eintritt für Nichtmitglieder 0.30 RM. Eintritt für Soldaten, Studenten und Schüler 0.10 RM. 118D Lieselotte Röhm Max Stefanides Verlobte Gießen (Sr'urt H. d. Schießgärten 23 z. Z Gießen 7. Januar 1939 031 MÖBEL Wir haben sehr schöne Bettwäsche bildete detu 6280ü DRITTES KONZERT 10?D Giej.n, Ba nhoisr.4 , Ruf »941 145D Zeit gewinnen 8526D Steinstrahe 38. Frankfurter Straße 52 Ruf Nummer 2847 Sprechstunde des Schulleiters: Stud.-Ass. Walther, tägl. von llx-13 Uhr. Fernruf 2129 Dienstag, den 10. Januar 1939 beginnen in der Oeffentl. Handelslehranstalt Wernerwall 11, um 19.30 Uhr unsere Kurse in Kurzschrift und Maschinenschreiben Gründliche Vorbereitung für die Reifeprüfung und die Aufnahme in die höheren Schulen Reichsverbandsprüfung durch die Lehrer der Schule.Tägliche, gewissenhaft beaufsichtigte Arbeitsstunden. Aufnahme von Schülern und Schülerinnen jederzeit.Nichtversetzte können Anmeldung und Auskunft zu Be ginn des Unterrichtes. zur Mutter Natur regt sich schon im Kinde. Blumen und Bäume, Haustiere, Bügel, Schmetterlinge und Käfer finden die gleiche erregte Aufmerksamkeit wie Auto, Eisenbahn und die lieben jjiitmen ’ en. Warum mutz das beim Erwachsenen anders (ein? — Mit drei reizenden Tier-Nomanen bieten wir mehr Freude an der Natur: rOiuenoes Interner men lür Betten und bellwaren Frankfurt a. M. Gr.Esche heimerstr.10. Tel 24917 Giefeener Konzertverein Sonntag, den 15. Januar, 17 Uhr, Universitäts-Aula 77D Deutsche Stenografenschaft Ortsverein Gießen D. e (ß e | d) i di 1 e c ner Wildente Don Werner Hagen Die Geschich, einer £ Don Werner Heinen DAS GROSSE LAGERGESCHÄFT MIT DEN NIEDEREN PREISEN GIESSEN WIESENSTRASSE 6 6 maffive den aus- wechsel baren Wagen u. dem Setz-Dezimaltabulator. Mit ihr läßt sich was leisten. Verlangen Sie Prospekt od. unverbindl. Vorführung von LIMOUSINE, 4-tür. RM 3975 Preis ob Werk Vorführung und Probefahrt durch Motorwagen-Verkaufsges. m.b.H G ESSEN Das beste Eeti >Ur k. e ne V, 01 n*ei hä tn sse. 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M.OU , ______________________________________________72A Hotel Schütz Sonntagabend als Spezialität Has im Topf 129 DJ Goethe Bund und Kau'männisclier Verein Donnerstag, 12. Jan. 1939, abends 8 Uhr, Neue Aula: Lichtbilder und Schmalfilm-Vortrag der bek. Kunst fliege rin und Europani isterin Jticscl fSacfi Zehn Jofire Jiunftflug Ein spannender Bericht über Erlebnissen. Eingaben teuer a. meiner Fl ege r lau (bahn Die Mitglieder des Goethe-Bundes und Kanim. Vereins haben i eieu Ei’, r tt (G.B. neuer Ausweis Kontrollabschnitt Nr.2. K.V. grüner Ausweis, Kontrollabschn. Nr. 5). Mitglieder der itSDixP. der N . «ane s bal des Lan 'scbakfsbn des Vel st m nrd He-mat erhalten ermäßigte Eintrittskarten zum Preise von 75 Pfennig gegen Vorzeigen d.Mitgliedsausweises. N m tgl eile zu B . 1 2u bei Challier und an der Abendkasse. 66D Besondere Einladung: Die Gießener Sprrtver- bäide. die St di rennen der Universität so le die Angehörige । der Lie e^.er Forma'ionen der J. nnd des BDDI. sind zu dieser Veranstaltung besonders eingeladen; die Mitglieder der Sportverbände erhalten gegen Vorzeigen der Vereinsmitgliedskarte Eintrittskarten zum ermäßigten Preise v. 50 Pf.,, Studierende, Militär und Angehörige der HJ.u. des RDM. zu 30 Pf. Iriiffl fpmin: djeib« miiilei ief)en Mo alte 8 6Ih5| feit E elfflos egt i Kinn gleicht VETTER Zweijährige Handelsklasse für Schulentlassene mit Sjähriger Schulbildung. Für Mädchen auch Kochen und Nähen. Schulgeld RM. 17.-., keine Nebengebühren, Frühzeitige Anmeldung erbeten, da die Aufnahmeprüfung bereits vor Ostern stattfindet und eine spätere Aufnahme nicht vorgenommen werden kann. Ein-u.halbjährige Handelsfachklasse Aufnahme m. Sekundaoder Mittelschulreife ohne besondere Aufnahmeprüfung. Schulgeld RM. 19.—, keine Nebengebühren. Anmeldungen für das neue Schuljahr und Auskünfte jederzeit im Schulgebäude Gießen, Goethestr.32. Ruf 2486. WIESECK Sonntag, den S. Januar 1939 xr TINZx Zum kühnen Grund Inhaber A. Schepers 139D Vergessen Sie nicht im Schnee ' , nach dem herrlich gelegenen Wistnbkrg zu wandern, um sich an der entzückenden Winterlandschaft zu erfreuen. 154D Gelegenheit für Wintersport Eintritt 50 Pfennig •wxKirfidv eut, SELTERSWEG 47 das rassid,herbe Edelbier ', Vogtsehe Ptivof-Handelsschule Gießen, Goethestr.32 OPEL Ein Wagen, der der Welt gehört 2.5 LTP *- ' 1/ / 1i'*. (I ih ' »w... wleK,. wf^hr nicht abzustreiten war. Gerade waren einige andalusische Tänze, die Sevillanas, vorübergewirbelt, die fast schon in das Gebiet der Akrobatik hinuber- qingen. Gewiß, die geschmeidige Schönheit dieses vollendeten Körpers adelte jede Geste und Bewe- qung. Aber — jede schauspielerische Leistung stand hoch über solchem rein tänzerischen Können Elisabeth sagte Aehnliches zu Jago, der glücklich und zufrieden, stolz wie ein Spanier, neben ihr saß. ,OH warte nur ab", entgegnete er, „sie ist auch eine vorzügliche Schauspielerin." Und |d)on der nächste Tanz bewies es-. Die Argesilla kam mit einem Partner sie selbst sang zunächst mit einer seltsam tief und melancholisch klingenden Altstimme cm । Hand ging zu Jago, und sie riß sie zurück. Merkten die anderen Menschen nicht, daß man ihr Herz mit Füßen trat? Da fielen Lid und Wimper wieder über die heißen, strahlenden Augen der Tänzerin Kein Blick traf mehr die Loge, nur im seligen Schweben dieses Körpers, in der inneren Glut dieses Tanzes spürte der Wissende, was gewesen war VW MU WM? Vornan von Hubert Rausse. Eopyright by Albert Langen/Georg Müller, München Arbeit an den Schleifscheiben für Facetteschlisf. (Ausnahmen |5|: Neuner, Gießener Anzeiger.) Wie benimmt sich unsereiner doch, wenn ihm ge- Iwentlid) ein Zufall eine größere Glasplatte in die tonbe spielt!? Wähnt man sie nicht immer gleich in icümmern? Solche „Komplexe" kennt man in den Werkstätten des Gießener Glaskontors nicht! Es i mmt höchst selten vor, daß dort einmal eine Glasseide unprogrammähig in Stücke geht. Und dabei missen diese Männer immer mit Glas um- i'hen! , , ... , Man muß zugesehen haben, wie der bewahrte I nie Meister an eine 3:3 Meter große und etwa 1 Millimeter starke und mehrere Zentner schwere fllasplatte herangeht. Mit Ruhe Ufib aller Sorg- (t wird gemessen (denn ein solcher Schnitt muß iiwas Endgültiges sein!), das große Lineal ange- leqt und das Schneid-Instrument angesetzt. Und I Innn wird die Glasplatte unter unerschütterlich (leirhem Sua und Druck angerissen. Das singt und einen Quadratzentimeter sirrt! Dany wird mit beiden Händen zugegriffen messende Glasstücke geil nd mit em em entschiedenen Ruck gebrochen. Klar schnitten. Eine große und hart ftehen Kante und angejchnittene Fläch.'' Scheibe löst sich dabei Uebrigens wird nicht mit einem Diamanten ange- gewissermaßen in " rissen, sondern mit einem Handwerkszeug, dessen i Quadratzentimeter uu,, arbeitender Teil aus einem Stahlrädchen besteht, § und ein theoretischer Bedas scharf geschliffen und selbstverständlich härter griff wird zur greifbaren als Glas fein muß. i Wirklichkeit. Es wäre in- Die Arbeit in den Hellen, freundlichen und fast j teressant, den Weg dieser Elisabeth sah Jago mit frohem Lächeln an. Wie mtzückend war diese Frau: das mutzte ein Herrscher Abend werden, denn hier bot sich über das technische hinaus große Kunst, die ags dem ('Scharm eines echten Menschen floß Und dann stand die Argesilla im Kostüm einer s.anischen Tänzerin auf der Bühne. Sie schien gewachsen groß und schlank, lieber dem schwarzen j.aar saß der breitrandige Sombrero, eine bunt- hrbige Capa hüllte die ganze Gestalt von den bimalen Schultern bis zu dem wellig wipppenden ft and des langen Rockes. Sie schritt zu den ersten takten der Musik bis zu der vorderen Mitte Oer ‘.üfme, breitete die Arme mit der buntblitjenöen liapa und warf dann ihren Körper mit einem dirzen Hellen Aufschrei in die breithinflutenden tdnwellen der Sarabande. Im Rauschen des wetten '. :ockes füllte der mit hohen Schritten ausgreifende tanz die große Bühne mit seinem Farbenwirbel. >ie Arme mit den Kastagnetten weit gebreitet, Kops und Oberkörper zurückgeworfen, drängte ber Tanzschritt zur Loge vor, in der Elisabeth und Jago fißen, als die Argesilla plötzlich Jago erkannte. Elisabeth konnte den Augenblick nie vergessen. Sie hatte das weihgepuberte Gesicht unter bem schwarzen Haar, in dem bie Augen wie selbstver- w>ssen unter Lib und Wimper lagen, biefes in sich iiäumenbe, nur bem Tanz Angegebene Gesicht m:t t ler Deutlichkeit vor sich gesehen. Sie wußte als Schauspielerin, wie dieses «ich- t^rliercn an das andere, an den Tanz, uns erst ins andere zu eigen macht. Gib, um zu empfangen, jirb um neu zu werden! Und bann waren plötzlich ii bi'efem verschlossenen Gesicht die Augen groß und i:intel aufgegangen und ein erstes Erschrecken — ii er es wirklich? — wurde von einer jähen Freude iHerschwemmt. Er ist es! Er ist es! Ein Wirbel — Elisabeth spürte auf- ihrer Stirn iren Luftzug der fliegenden Gewänder neben dem infenben Klopfen ihres Herzens. Die Tänzerin flog fiir anberen Bühnenseite hinüber unb tanzte nun frablenbcn Blickes, gelöst in ber Freiheit der Belegung, beseligt im Glück bes Erkennens und Cr- hnntfeins, wieder zur Loge zurück. Elisabeth spürte einen heftigen Schmerz. Ihre Dementsprechend vielfältig sind auch die Einrichtungen unb Anlagen! In großen Regalen stehen bie riesigen Scheiben von oft mehr als 10 Quabrat- meter Fläche in verschiebenen Stärken unb Qualitäten. In einem anbefen Raume stehen die hohen, aber schmäleren Drahtglasscheiben für technische Zwecke in Regalen, bie fast bis zum Oberlicht reichen. In wieder ande- ----, ren Renalen findet man straße auch Spiegel feg» bunte Gläser in allen er- liehen Formats hergestellt deutlichen Farben, wie werden. Dafür ist ein auch Abschnitte von grö= besonderer, feeren Scheiben, die hier immer von gleicher Luft- einer zweckmäßigen 93er= । feud)tigfeit un& Wendung harren. Alles ist Temperatur erfüllter ÄiS« SM S Ä81&S« liegen. Ein schwacher ') von Ammoniak dachte sie. Als bie beiden auf den roten Teppich des Vor- fturs hinaustraten, stand vor ihnen die Herzogin. „Elisabeth!" rief sie freudig überrascht. Sie reichte ihr die Hand, sie ließ sich den Begleiter vorstellen, und Elisabeth setzte wie erklärend hinzu: „Ein neuer Nachbar am Schweriner See, der Besitzer von Plöhne." Der Herzog trat hinzu. -> „Plöhne und Trebbin?" sagte er dann und lachte, „a'ffo so eine Art von Nachbarskindern?" " Iqgo nickte freundlich und machte ein Gesicht, als sei er ertappt worden. Mann die Premiere sei? Die Herzogin mufete , n 'Qllücfnöoftbcit" natürlich, daß Elisabeth im „Idealen Gatten' eine Menschen SugetnopfWeit entscheidende Rolle spielen wurde. * 1 (Fortsetzung folgt!) Aus der Wett des Ulms. Das 19 Zahrhun-ett im Film Bon Karl Llde Ohne Frage ist es auffällig, daß die Filme, die in der letzten Zeit starke künfllerifche Eindrücke hinterließen, ihre Stoffe aus dem 19. Jahrhundert oder der Zeit der Jahrhundertwende gewählt haben. Wir denken an „Jugend", „Heimat", „ Poette " und „Verwehte »puren", denen mit Abstand noch der „Volksfeind", „Pan" und „Dreiklang" zuzu- rechnen find. Alle diese Filme sind mehr als Unter* Haltungsfilme, sie greifen mit großem künstlerischen Ernst ein wirkliches Problem auf und bemühen sich, es mit Haltung zu Ende zu führen. Man könnte darin ein Bestreben sehen, unser Urteil über das ausgehende 19. Jahrhundert zu korrigieren, denn daß gerade über diesen Zeitabschnitt mit größter, in vielem sogar ungerechter Härte gesprochen worden ist, kann nicht bestritten werden. Wahrlcheinlicher aber ist, daß der Abstand zu dieser Zeit mittlerweile so groß geworden ist, innerlich und äußerlich, daß man sie jetzt, nicht mehr mit jenem Unbehagen betrachtet, das man angesichts des Altmodiscyen empfindet, sondern mit der wachen Anteilnahme, die wir allem Geschichtlichen entgegenbringen. Das „Fin de siede" hat in den letzten Jahren den Schritt aus abgestandener Gegenwart, die als pein» lich empfunden wird und zu Widerspruch und Satire herausfordert, in die historische Vergangen» heit getan, als die es, genau wie jede andere Epoche, sine ira et studio behandelt werden kann. Und liehe da! Bei dieser Betrachtung wird offenbar, daß auch das endende 19. Jahrhundert feine Art, seinen Stil gehabt hat, der nicht nur des 93er« lacktwerdens wert ist. Vor allem bei der franzö» siscyen Prägung dieses Stils sieht man heute wieder die stark malerischen Reize, die das Auge Manets, Monets und des jungen Renoir entdeckt hat. So beschwören die Filme Liebeneiners und Veit Harlans mit inbrünstiger Hingabe dos Kolorit jener Zeit, in der der malerische Impressionismus geboren wurde. Doch beide Spielleiter setzen sich mit dieser Epoche nicht kritisch auseinander, sondern sie gehen behutsam ihrem Wesen nach und versuchen es nahezubringen, soweit es optisch erfaßbar ist. Liebeneiner hat sich dabei fast den Blick jener Maler angeeignet und — bewußt oder unbewußt — Szenen gruppiert, die sich ähnlich auf den Bildern Manets und Renoirs wiederfinden oder wenigstens doch finden könnten. Beide Filme setzen keinen Zweifel darin, daß die dargestellte Zeit der siebziger und achtziger Jahre Geschmack und Lebensart von unverkennbarer Eigentümlichkeit gehabt hat. Im Gegensatz zu „Pvette" und den „Verwehten Spuren" gehen die in Deutschland spielenden Filme vor allem darauf aus, die innere und äußere Welt des deutschen Hauses jener Zeit nachzuzeichnen, dos als Schauplatz und Sinnbild verwendet wird. Als Schauplatz: es ist anheimelnd, gemütlich, sauber, wohnlich, vom milden Licht der Kerzen oder der Petroleumlampe erfüllt, und die Kamera wird nicht müde, jeden Winkel, bis hinauf zum Dachboden, wo die Aepfel überwintern, jeden Durchblick liebevoll eickzufanaen: Das gilt von dem westpreußischen Pfarrhaus oes Pastors Hoppe in der „Jugend", von dem gut bürgerlichen Wohnsitz des Obersten von Schwartze in „Heimat" und mit Einschränkung auch von dem Heim des Hauptmanns von Möller in „Dreiklang", die auffallenderweise alle drei ohne Frauen sind. Als Sinnbild: Festgefügt wie dieses Hauswesen mit seiner bestimmten strengen Ordnung ist auch die weltanschauliche Haltung der Menschen, die darin wohnen. Die Herren in diesen Häusern ge» hören dem geistlichen oder dem soldatischen Stande an: als Vertreter der Kirche und des Heeres, die zu gehorchen und sich zu fügen gewohnt sind, liegen sie auf unerschütterlichen, überpersönlichen Grund» beariffen von Moral, Ehre und Pflichterfüllung fest. Der Pfarrer Hoppe ist trotz dieser Einstellung 3m Haus der 40000 Kostüme. Von Udo Wolter Man steht es dem Haus in der Köpenicker Straße zu Berlin nicht an, daß es ein Museum enthält, dessen kulturhistorischer Wert allerdings nicht Dem Zweck einer Schaustellung dient ... Äußerlich ein moderner Geschäftsbetrieb beherbergt es in seinem Inneren eine der größten Kostümsammlungen der Welt, die aus den vielfältigen Forderungen der Filmindustrie heraus eittstand und auch immer wieder, neben vielen anderen Ausgaben, filmischen Zwecken dienstbar gemacht wird. Gegen 40 000 K o - stüme geben hier dem Besucher nicht nur eine interessante, bunte und vielfältige Darstellung der Entwicklungsgeschichte der menschlichen Kleidung seit der Pharaonenzeit, sondern darüber hinaus and; zugleich ein Bild von den mannigfachen Aufgaben und Leistungen deutschen Filmschaffens — eine Ueberficht, bei der es in der Erinnerung des Mannes, der diese einzigartige Sammlung in'jahrzehntelanger und mühevoller Arbeit schuf, nicht cn ernsten und heiteren Episoden verschiedenster Art fehlt... Während sich unter den Kostümen der Sammlung eine Reihe von Trachten und Gewändern befinden, die unmittelbar aus dem zu ihnen gehörenden Kulturkreis stammen, si,ü> die meisten Gewänder nach oft erst mühsam beschafften Vorlagen in der Werkstätte des Hauses gearbeitet war» den. Meist handelt es sich um Aufträge aus der Filmindustrie, die den Anlaß dazu geben. Fast jeder Film braucht eine Reihe von Kostümen, die oft bis in das Kleinste hinein dem historischen oder gegenwärtigen Milieu der Handlung entsprechen muffen. Hier genügt ein Anruf des Aufnahmeleiters, um — falls die betreffenden Kostüme gerade nicht vorhanden sind — in die Schneiderateliers des Hauses eine fieberhafte Tätigkeit hineinzutragen. Sind die historischen Vorlagen für 'die bestellten Gewänder nicht zur Hand, so werden sie auf schnellstem Wege herbeigeschafft. Oft erfordert eine überraschend angesetzte Sze- nenänderung in einem bereits im Atelier befind- lichen Film eine Reihe neuer Kostüme, die im Verlaufe von 24 Stunden geliefert werden müssen. Eilaufträge dieser Art werden dann durch Nachtarbeit erledigt, aber meist werden die Aufträge rechtzeitig bekanntgegeben, so daß das Atelier die 100 oder 200 Kostüme in ein ober zwei Wochen liefern kann. 200 Kostüme in zwei Wochen ist der Arbeitsdurchschnitt, die modernen Filme verlangen meist weniger Kostümierung als der Stummfilm. Während Gustav Grünogens für feinen Film „Der Tanz auf Dem Dul- am meisten Mensch geblieben, die beiden außer Dienst gestellten Offiziere aber halten mit nahezu unmenschlicher Starrheit an ihren Begriffen fest, die sie mit der großen Weltordnung verwechseln, und sind beide bereit, eher das Leben zu opfern, als ein Stückchen von ihrer Theorie auszugeben. So zieht der Hauptmann von Möller, ohne an das spätere Geschick der geliebten Frau zu denken, in das verhängnisvolle Duell und hält sich für einen tadellosen Kerl, weil er keine Angst vor der Kugel hat, in Wahrheit aber fürchtet er wohl die Vergangenheit und die Leute mehr als den Tod. Und so ist auch der Oberst von Schwartze schon bereit, um dessentwillen, was „man" über ihn und seine Tochter sagen wird, sein Leben und das des Kindes zu vernichten. Beide glauben, nur so vor dem Ganzen bestehen zu können, aber sie meinen in Wahrheit gar nicht das Ganze (Staat, Volk, Gott ober wie man es umschreiben mag), sondern nur die „Gesellschaft" — eine bestimmte gutsituierte Schicht, die in starrer Konvention denkt und sich über ein tiefes Dekollete nicht minder entrüstet als über die Berufstätigkeit einer Frau. So also zeichnet uns der Film das späte 19. Jahr» hundert: als eine Zeit ohne jede moralische Groß- Zügigkeit und Weitherzigkeit, in der festgefügte Begriffe die Lebensordnung bestimmen. Die Exponenten dieser Orbnung aber — Männer vom Schlag des Obersten in Froelichs „Heimat", der der heimkehrenden Tochter statt Güte und Verzeihung nur eins zusagen kann: gerecht 3U fein — werden nicht mehr durch die Brille des alten Simplizissimus betrachtet, sondern sie erhalten alle Würde, die sie beanspruchen können, ja, man läßt sogar hinter ihrer überfteigenben Charakterfestigkeit etwas wie wirkliche Grö^e fühlbar werden. So reizvoll und lebendig auch diese Welt vor allem in „Jugend" und „Heimat" bargestellt wird, es wäre falsch, zu glauben, es sei lediglich um ihrer selbst willen geschehen. Richt deshalb nämlich haben uns aerobe diese Filme, die von starken menschlichen Konflikten ausgehen, das Fin de sifccle heraufbeschworen, um unsere ruhigere, gelassenere, gerechtere Einstellung zu ihm zu dokumentieren, sondern weil sich zu der Gefühlswelt der 3ugenD, der allein heute unsere ganze Anteilnahme gehören kann, kein schärferer und dramattscherer Gegensatz denken läßt als das späte 19. Jahrhundert, das, so gesehen überaltert, erstarrt, erkaltet ist und jedes junge Herz zum Widerspruch herausfordern muß. Erst in dieser Welt starren Gehorsams wird deutlich, was es heißt, sich zu einer „Ehrlichkeit des Gefühls" und zu einer bedingungslosen Treue nicht gegen andere, sondern gegen sich selbst zu bekennen, wie es die in die Heimat zurückkehrende Magda tut. Hier gibt es zwar einen Prinzen, der unverbindlich „ein Kompliment zu Ihrer Courage" macht, und einen Pastor, der da vorsichtig meint: „Das Mädel hat immer gemußt, was es wollte, und das imponiert dem Heben Gott auch", aber es bleibt allenorts bei Worten: ihr beizustehen wagt keiner, und so bleibt Magda in allem auf sich gestellt. Daß sie das Recht der Jugend gegen die alte Generation unbeirrt und sieghaft vertritt, gewinnt ihr die Herzen und dem Film den starken Erfolg. Wer will auf die Deutsche Almakademie? Der Weg zum Film... für die Begabten! bespräche mit dem Präsidenten und den Fakultätsleitern. Vor kurzem ist die Deutsche Filmakademie eröffnet worden. Damit beginnt ein Institut die Arbeit, das ohne Vorbild ist. Wir haben Den Präsidenten und Die Fakultätsleiter der Akademie über ihre Aufgaben und Ziele befragt. ch will zum Film!" — Wie viele haben wohl schon diesen Wunsch gehabt, ohne sich von seiner Verwirklichung eine Vorstellung machen zu können. Film — das bedeutet Ruhm und Reichtum, meinen die meisten: und Das ist es, was für Die misten die wahre Ursache ihres heißen Dranges zum Film ist. Aber von diesen soll hier nicht Die ReDe sein. Wir meinen die wenigen. Die heißen Herzens und fern von finanziellen Erwägungen wirklich am Aufbau des Films mitarbeiten wollen. Bisher bestand keine Möglichkeit einer systematischen Ausbildung. Sv kamen Die Schauspieler, wenn sie nicht wirklich einmal zufällig entdeckt wurden — was sich sehr selten ereignete — meist vom Theater, ebenso wie die Regisseure, die in selteneren Fällen auch über den Beruf des Kameramannes ober Filmautors zur Regie fanden: die Kameraleute wieder kamen meist von der Photographie her, die Tonmeister von der Technik, während es für die Autoren und manche anderen Filmsparten überhaupt feine Möglichkeit gab, wenigstens auf einem verwandten Gebiet zu lernen. Durch Zufall und auch durch Protektion gelangten sie oft zum Film: diese Zufällig- feit und Protektionswiötschaft, dazu die fehlenden Ausbildungsmöglichfeiten brachten es mit sich, daß nicht immer gerade die Begabtesten beim Film landeten. Diesem Mangel, der zum Teil die wirklich Begabten vom Filmberuf abhielt und den anderen eine richtige Ausbildung versagte, wird durch die Deutsche Filmakademie abgeholfen. Die Filmakademie darf jeder besuchen, der sich nicht nur für den Film berufen fühlt, sondern der es auch tatsächlich i st. Darüber entscheidet in jedem Fall Die Aufnahmeprüfung: in Den meisten Lehrgruppen gehört dazu noch der Nachweis einer besonderen Vorbildung, wie z. B. praktische technische Arbeit oder Besuch der Technischen Hochschule für die Lehrgruppe Bild- und Tontechnik. Die Akademie unterscheidet zwischen Studierenden und Gasthörern. Die Studierenden machen den ordentlichen Ausbildungsgang durch, Der mindesten- vier Semester zu je fünf Monaten umfaßt. Ihre Ausbildung wird mit einer Abschlußprüfung (Diplomprüfung) beendet. Die Gasthörer sind nicht an den vorgeschriebenen Ausbildungsgang gebunden. Wilhelm Müller-Scheld, der Präsident der Deutschen Filmakademie, der in Den letzten Jahren als Gaupropagandaleiter in Hessen-Nassau tätig war und sich auch als Dramatiker einen Namen gemacht hat, sieht als Ziel dieser einzigartigen Einrichtung eine zahlenmäßig sehr kleine Aus- lese von Studierenden, die sich durch hohe Begabung auszeichnen sollen. Manchem mag der Aufwand an Mitteln und der Einsatz bester Lehrkräfte in einem gewissen Mißverhältnis zu der Anzahl Der Studierenden stehen, die 35 bis 40 in'einem Semester nicht überschreiten soll: aber in keinem Beruf kann ein einzelner solche Massen erfassen und beeinflussen, wie z. B. ein Filmautor, Spielleiter, Schauspieler usw. Wolfgang Liebeneiner, der Leiter der filmkünstlerischen Fakultät, ist einer der erfolgreichsten jungen Filmregisseure, der außerdem auch selbst als Schauspieler und Bühnenregisseur feine vielseitige Begabung bewiesen hat. Seine kompromißlose Haltung in allen künstlerischen Fragen, sein geradliniger Aufstieg, sein Idealismus und feine Jugend lassen ihn wie keinen anderen für die schwierige Ausgabe, den künstlerischen Nachwuchs für Den Film heranzubilden, geeignet erscheinen. Die filmkünstlerische Fakultät umfaßt Die Lehrgruppen Dramaturgie (Filmautoren und -dramaturgen, Spielleitung und Komposition), Filmdarstel- I u n g und Bildende Künste (Filmarchitektur, Trickfilmzeichnung, Filmgraphik, Kostümzeichnung). Die vordringliche Aufgabe sieht Liebeneiner in —gwiiinm—■! in iiK\a»hiw !■ man in iqti immbobi ten, manchmal allerdings nur im Tausch andere Kostüme. anbie« gegen k a n" 700 Kostüme benötigte, brauchte der Film „Golem" gegen 6000 Kostüme. Fast alle berühmten Schauspieler und Schauspielerinnen der Gegenwart und auch der früheren Zeit haben sich in dem Atelier des Hauses ihre Kostüme anpassen lassen. Neben dem Film sind es oftdeutsche Theater i m A u s l a n d , die sich die notwendigen Ko» sttime schicken lassen. Aus Südamerika, Afrika und China liegen Aufträge vor, ein Telegrangm aus Batavia fordert feldgraue Uniformen für ein Theaterstück an. Eines Tages erschienen auch zwei englische Filmproduzenten und verlangten deutsche, feldgraue Uniformen, die sie für einen Militärfilm brauchten. Für eine Leihgebühr von, fast 2 0 00 0 Mark schickte die Firma Dann zwanzig Koffer mit Uniformen nach London. Durchwandert man die Lager des Hauses, so entdeckt man Kostüme aus dem Mittelalter, die mit ihren schweren Stoffen und prunkvollen Auflagen oft beinahe einen halben Zentner wiegen ... Neben dem Lendenschurz mittelafrikanischer Negerstämme sind auch wertvolle chinesische Rüstungen vorhanden, für die ein Amerikaner, der die Sammlung besichtigte, einmal 20 000 Mark fürs Stück bot. Als man sie ihm nicht überließ, wollte er für 75 000 Dollar — damals 300 000 Mark — die ganze Sammlung aufkaufen und nach den Staaten fchaf- fen lassen. Aber auch dieser Plan scheiterte an dem Widerstand des Besitzers. Ein Zufall brachte die prunkvollen Waffenröcke des Kaisers Franz Josef in den Besitz der Sammlung. Der Besitzer des Hauses erfuhr durch eine kurze Zeitungsnotiz, daß die Waffenröcke 1935 in Wien zum Verkauf angeboten wurden. Er reiste fofortt hin. um sie zu erwerben. Großen Wert besitzen auch die Kostüme und Uniformen aus der napoleonischen Zeit, die im Original zum Teil nur noch, in ganz wenigen Stücken überhaupt vorhanden sind, was auch für eine Reihe mittelalterlicher italienischer Kostüme zutrifft. Der Besitz dieser Ori-ginalkostüme ist oft schon deshalb wichtig, um für Die Nachahmung auch den gleichen Stofs verwenden zu können, damit — wie es einmal ein Regisseur verlangte — auch der auf Bild- werfen dieser Zeit gezeigte Faltenwurf im Film ganz genau herauskäme. Sßie seltsam und mannigfaltig die einlaufenden Bestellungen oft sind, beweist der Auftrag eines amerikanischen Dollarkonigs, Der für ein Bordfest auf feiner Jacht ein ganz originelles Kostüm brauchte, und sich deshalb an die Firma wandte. Auch diese Bestellung konnte zur Zusriedenh-st des Auftraggebers erfüllt werden Trotz Der vorhandenen 40 000 Kostüme wird Das Die — von einer Entdeckungsreise zUnickgekehrt oder auf der Durchreife durch Deutschland — die Sammlung auf such en und ihr neue, seltene Stücke Hundert Zähre Kino. Einen bemerkenswerten Versuch, die Entwicklung der Kinematographie in ihren entscheidenden Stufen in einer Reihe von Vorstellungen oorzusühren, machte das Londoner Kino „Flashbacks“. Man ging dabei weiter zurück, als wir gewöhnlich die Ge» schichte des Lichtspielwesens beginnen, indem man die allerersten Versuche, Bilder beweglich zu gestalten, mit heranzog. Es ist hundert Jahre her, daß die ersten Laternen gleitbilder versucht wurden, die man jetzt wieder zeigte. Nicht lange danach hatte man auch das erste wirklich bewegte Bild, bas koloriert war und den Titel „Von Dover nach Calais" führte: man sieht da ein Dampfboot, bas schwankt unb stampft, was sehr realistisch ausgeführt ist und über einen Kanal fährt, dessen hellblaue Wogen geradezu komisch unbeweglich bleiben. Obwohl die Beweglichkeit sich mit der Zeit verbesserte, besonders mit dem Choreutoskop Beates von 1866 und dem „Bio-Vhantoskop" R u d g e 3 von 1872, konnte man in Der Sache immer noch nichts anderes als ein geistreiches Spielzeug erblicken, und selbst als F r t e f e - ® r e e n e 1885 den ersten Papierfilm und Edison 1893 seine für die Entwicklung des Lichtspielwesens beoeutungs- vollen Versuche gemacht hatte, wurde der Wert der Erfindung noch immer nicht erkannt. In dem Programm einer Neuyorker Singspielhalle vom 20. April 1896 war eine große Nummer „Thomäs A. Edisons neuestes Wunder, das Vitaskop", das Bilder wie „Der Barbierladen", „Venedig mit fahrenden Gondeln", „Kaiser Wilhelm bei einer Truppenschau" und ähnliche enthielt. Eine Illustration aus jener Zeit zeigt Operateure, die ängstlich auf Apparate sehen, die augenscheinlich Blitze umherschleudern, während die Wunder auf der Leinwand von eleganten Herren in hohen Hüten, die auf Stühlen stehen, beobachtet werden. Wenn man in dieser Vorführung das erste eigentliche Kino der Welt erblicken wollte, so ist bas nicht richtig: dieses wurde vielmehr von Louis Lu- m i ö r e auf dem Boulevard des Capucines in Pa» ris schon nm 2. Febru.ir 1896 veranstaltet, unb am 18. desselben Monats gab Lmniöre biefelbe Vorstel« Lager auch an Originalstücken und unabhängig von den Filmaufträaen immer weiter ergänzt. Oft sind es Forscher und Sammler aus aller Welt, der Heranbildung von Autoren, Dra- m a t u r g e n und Regisseuren: denn beson- ders für die beiden ersteren gab es bisher keine Möglichkeit zur Erlernung ihrer Berufe. Das war mit eine Der Ursachen, Die begabte Kräfte Der Filmkunst fernhielt. Als besonders bedeutsam und erfolg« versprechend erscheint Liebeneiners Plan, von den Schülern irgendwelche alltäglichen Szenen, wie eine Fahrt in der U-Bahn, einen Derkehrsunfall, dreh- buchmäßig gestalten zu lassen. Diese Szenen werden bann wieberum von ben künftigen Spielleitern, Kameraleuten, Schauspielern usw. verfilmt werden. Die f i l m t e ch n i s ch e Fakultät, die von Jng. Rudolph Thun geleitet wird, umfaßt die Lehrgruppen Bildtechnik (Erzeugung und Wiedergabe des Bildes), Tomechnik (Aufnahme, Vervielfältigung und Wiedergabe des TaUs) und Filmchemie. Bei der Aufnahme in Die filmtechnische Fakultät wird die Kenntnis allgemeiner technischer Grundlagen vorausgesetzt. Eine über die Aufteilung in die Lehrgruppen hinausgehende Aufspaltung der Lehrpläne, entsprechend den in der Filmindustrie üblichen Son- | berberufen, ist nicht vorgesehen, vielmehr soll beispielsweise ber spätere Kameramann nicht nur bas gcraDe für diesen Beruf Allernotwendigste lernen. > sondern er solle alles, was die Aufnahme und Wiedergabe des Bildes betrifft, ausreichend beherrschen. Die filmwirtschaftliche und filmrechr« l i ch e Fakultät untersteht Dr. Günther Schwarz, der schon seit Jahren in führender Stellung in der Filmwirtschast tätig ist. Sie umfaßt die Lehrgrup- pen Filmherstellung, Filmvertrieb (Inlands- und AuslanDsvertrieb, einschließlich Werbung), Film- thealer und Filmrecht. Der Studienplan dieser Fakultät beginnt im ersten Semester mit allgemeinen Vorlesungen über Filmwirtschast unb Filmrecht, Filmkunst und Filmtechnik, rieben Weltanschauung, Filmvorführungen und sportlichen Hebungen. Im zweiten Semester erhält der StuDierende die Grundausbildung in den Spezialgebieten feiner Fakultät, und im dritten Semester erfolgt dann die umfassende Ausbildung in der gewählten Lehrgruppe und im vierten der praktische Einsatz in der Filmwirt- , schäft. So zeigt der Aufbau aller Fakultäten der Deutschen Filmakademie die wichtige und einzigarttge Verbindung von Theorie und Praxis. Ilse Wehner. > Dis Wette. In Den Tobis-Ateliers Johannisthal wird der neue Hans-H.-Zerlett-Film „Verliebtes Abenteuer" gedreht. In einer Arbeitspause fitzen Olga Tsche- ch 0 w a und Georg Alexander mit einigen anderen Kameraden in der Kantine. Man unterhält sich darüber, wieviel Alkohol wohl ein Mensch in einem Zuge trinken kann. Georg Alexander behauptet, er könne in einem Zuge fünf Flaschen Sekt trinken. „Hintereinander?" fragt Olga Tschechowa ungläubig. Alexander nickt bestätigend, und als auch Paul Klinger bezweifelt, daß Alexander fünf Flaschen Sekt hintereinander trinken kann, bietet Alexander folgende Wette an: er ist bereit, sogar sieben Fla- J schen Sekt in einem Zuge hintereinander zu trinken 1 — wenn Olga Tschechowa unb Paul Klinger Die Wette mit zweitausend Mark halten. Zweitausend Mark! Das kommt nicht in Frage! Darunter will aber Alexander die Wette nicht ein« gehen. Als schließlich eine Einigung nicht erzielt werden kann, bittet Olga Tschechowa Georg Alexander, doch wenigstens zu verraten, wie er die Wette eintöjen wollte. Alexander läßt sich nicht lange bitten und meint mit feinem bekannten leisen Lächeln: „Ich hätte mir eine Fahrkarte Berlin—Rom unb zurück gekauft, wäre in aller Ruhe losgefahren unb hätte, meine sieben Flaschen Sekt „in einem Zuge" hübsch hintereinander getrunken!" lung in London. Man sieht heute drei von den Bildern wieder. Zum ersten Male wurde hier ein regelmäßig perforiertes Band benutzt, bas ruckweise fort» bewegt wurde. Das war der Anfang einer Welt» industrie, die den Geschmack an volkstümlicher Unterhaltung völlig umformen sollte: aber alle Pioniere, die hier zusammengewirkt haben, hatten zunächst wenig Lohn von ihrer Arbeit. (Wir denken hier an die außerordentlichen Verdienste des Deutschen Skladanowski, die erst in unseren Tagen nach Gebühr gewürdigt wurden.) Einige Jahre lang sieht man auf ber Leinwand hauptsächlich nur Bilder von Tagesereignissen und von Reisen. Ein Blick auf das Derby, eine Fahrt I ben Rhein hinab, eine Bauernhochzeit, bas sind die Hauptthemen. Niemand dachte daran, daß hier ein Mittel gegeben war, Schauspiele zu zeigen, Geschichten zu erzählen, die Die Völker aller Länder, die Armen unb Unwissenden sehen und genießen konnten. Erst sieben Jahre nach den ersten Filmvorführungen kommen Pionierdramen wie der amerikanische „Große Raubüberfall auf einen Zug" oder das „Leben von Charles Peace", bas Polizisten im Kampf mit ben Verbrechern zeigt. Aber noch Jahre lang vermieden Männer, die auf sich hielten, das Kino, und die Hersteller hätten es für verrückt gehalten, zu erwarten, daß ein Publikum Interesse für eine länger laufende Geschichte haben könnte. Auch die Namen ber Schauspieler anzuführen, hielt man fai*n für ber Mühe wert. John Bunny war ber „dicke Mann". Mary Pickford das „Mädchen mit den Locken". Erst vier Jahre vor dem Weltkrieg begann der erstaunliche Aufschwung des Kinos. Unbekannte Darsteller wurden plötzlich weltberühmt und erhielten Gehälter, die damals für phantastisch galten. Filme schwollen zu fünf, sieben, selbst neun Folgen an. Die kleinen Lustspiele und einfachen häuslichen Szs» nen machten gewaltigen Schaustücken Platz, von denen D. W. Griffiths „Die Geburt einer Na» tion" die ganze Welt überwältigte. Es war auch der erste Film, ber zu bem bis dahin unbekannten Preis von einem Dollar gezeigt wurde unb ber damit die Würbe errang, die sonst nur einem Theaterstück zuerkannt wurde. Es erscheint als ein Mangel bei ber jetzigen Londoner Veranstaltung, baß nicht aenügenb die Entwicklung der großen Filme an bezeichnenden Proben gezeigt wird, sondern daß die Zeit von 1915 bis 1938 mehr mit ben großen Leistungen ber Berichterstattung über Tagesereignisse gefüllt wird, aber auch so bleibt es ein verdienstvolles Unternehmen, das viele große Ereignisse, manches heute schon vergessene Gesicht, das in der ganzen Welt bekannt war, zu neuem Leben erweckt und viele humoristische Szenen enthält, fb.