Nr. 286 Erstes Blaff 189. Jahrgang Mittwoch. 6. Dezember 1939 Pnnfc und Verlag: vrühlsche UniversitStsdruckerel «.Lange ht Sieben. Schristlettung «nd Seschäftrftell«: Schulftratze 7 """um, »'iiiumnii egiemg- iben. der Hallo, Seeadler!" // Besuch^bei den Spähern unserer Jagdflieger. Ent- inggt Geld aus einem als Kolonie behandelten Indien erpressen könne. Aber die englische Politik könne das moralische Gewicht nur von einem freiheitsbewußten Indien erlangen. In der „Times" wird behauptet, die Inder selbst seien sich noch gar nicht darüber einig, unter welcher Verfassung sie eigentlich leben wollten. Außerdem hätten die Führer der Kongreßpartei noch nicht offen erklärt, daß sie eine Verfassung wie die übrigen Dominien wünschten. Die höchste Politik dieser Partei ginge dahin, die völlige Unabhängigkeit für Indien zu erringen. Sie fordere, daß das indische Volk in einer Nationalversammlung seine Verfassung selbst bestimme. Eine solche Versamm- ülng werde nur die Uneinigkeit Indiens enthüllen. Die „Times" verlangt, die Führer der Kongreßpartei möchten sich doch damit einverstanden erklären, daß die Außenpolitik, die Landesverteidigung und noch einige wichtige Funktionen weiterhin allein den Engländern Vorbehalten blieben. Vielleicht ließe sich dann — unter Um- en aak 1939. in diesv ichten frn 7W |e wird tq an biefr gung ihm oon mick PK. Wenige Kilometer vor uns die Front. Dicker Nebel lag am Morgen noch über dem schluchtenreichen Land, kroch die Hänge hinaus, hüllte Freund und Feind ein. Nun ist es Nachmittag. Zaghaft ist die Sonne dürchgekommen, der Nebel ist gewichen. Deutlich heben sich die einzelnen Höhen ab, Dörfer und Weiler diesseits und jenseits der Grenze sind aufgewacht. Krieg! — Hart hämmert sich dieses Wort immer wieder in unsere Erinnerung, schlagartig bestätigt es der Franzmann, als er durch einige feiner 7,5-cm-Geschütze den üblichen „Nachmittagssegen" zu uns hinüberschicken läßt. Dumpf ist der Abschuß zu hören, hell folgt der Einschlag. In der Luft dröhnen Flugzeugmotoren. Vier deutsche Jäger fliegen fronteinwärts. Suchen den Feind über deutschem Gebiet. Verschwommen schimmern die metallenen Leiber im fahlen Schein der November- fanne. Krieg! — Jede Granate heult dieses Wort, jedes MG. hämmert es in die Landschaft, jeder Flugmotor schreit es in den Aether. — Nur wenige Häuser besitzt dieses deutsche Dorf, das hoch droben auf einer Bergkuppe liegt. Wir suchen den Offizierspähtrupp. Auf der höchsten Stelle steht das Haus. Gute Sicht nach allen Seiten. Liebenswürdig empfängt uns Hauptmann R., der Führer dieses Spähtrupps, ein b e f a n n t e r 3 a g b f I i e = gerdes Weltkrieges. Funk- und Fernsprechgeräte füllen den Raum. An den Wänden hängen Wandtafeln mit den bekanntesten ausländischen Flug- zeugtypen. Hier ist eine wichtige Spähzentrale. Hauvtrnann R. erzählt: „Neben den einzelnen F l u g w a ch e n , die im westlichen Kampfgebiet ihren Dienst tun, sind noch verschiedene Spähposten ausgestellt, die dauernd den Luftraum beobachten, auf jedes Motorengeräusch achten. Flugwachen und Spähposten melden mir nun durch den Draht ihre Beobachtungen. „Drei Moräne von I nach Y in 2500 Meter Hohe gesichtet!" Kaum habe ich eine solche Meldung von einem Posten erhalten, muß ich sofort entscheiden, welchen taktischen Einsatz ich anfordern muß, was vom nächsten Feldflughafen eines Jagd- London, 5. Dez. (Europapreß.) Der Vorkämpfer für die Freiheit Indiens, Mahatma Gandhi, hat der Zeitung „News Chronicle" eine neue Botschaft übersandt. Darin bezieht sich Gandhi auf die kürzliche Erklärung Chamberlains, daß Imperialismus, sofern darunter die Unterdrückung der politischen und wirtschaftlichen Freiheit zu verstehen sei, nicht zu den Eigenschaften der britischen Politik gehöre. Darauf antwortet Gandhi, das klinge zwar angenehm, stimme aber mit d e n Tatsachen nicht überein. Man müsse fragen, ob die britische Vorherrschaft über die indischen Fürsten vereinbar sei mit den einfachsten Grundsätzen der Demokratie. Er könne auch nicht einsehen, warum die britische Politik hinsichtlich Indiens abhängig sein solle von der Meinung der Mohammedaner, Hindus ober anderer. Die einzige Meinung, die zähle, sei Indiens Meinung, nicht einmal die Meinung des Kongresses. Indiens Meinung könne aber nur d u r ch eine freie Volksabstimmung festgestellt werden. Dies sei die einzig wahre und demokratische Methode, den Willen des Volkes festzustellen. Eine Klärung der britischen Politik hinsichtlich Indiens sei eine rein moralische Frage. Denn das freiheitsliebende Indien habe weder den Willen noch die Fähigkeit, zu einer bewaffneten Revolte Zuflucht zu nehmen. Nichtsdestoweniger habe Indien das Recht, Großbritanniens Absichten zu kennen. Er wisse wohl, daß England Menschen und ;rten, M 14. M cksgeW iie|en gtp it msk Tagen: lickaM ständen später einmal — über die Einführung einer Dominium-Verfassung reden. — Das sagt genug. Nachdem schon der Vizekönig von Indien, Lord Linlithgow, die Forderungen der Kongreßpartei brüsk abgelehnt hat, gibt nun auch die englische Regierung durch die offiziöse „Times" ganz klar ihren Willen zu erkennen, das indische Volk weiter zu knechten und für die Geldsäcke jüdisch-plutokratischen Sippschaft auszubeuten. notroenttigen Maschinen herbei. Währenddessen werden die feindlichen Maschinen 'von unseren Wachen und Spähposten dauernd beobachtet. Unsere Jäger kommen. Sind da! Kopfhörer auf! Mit der Führermaschine nehme ich sofort Funksprechverkehr auf. „Hallo, — Hallo, — Seeadler, hier pffizier- spähtrupp X, die vier Moräne sind augenblicklich im Luftraum über P, Flugrichtung nach Z, Höhe 3000 Meter." Angriff! Ich erlebe ihn am Kopfhörer. Höre mit, wie der Führer seine Befehle an die einzelnen Maschinen weitergibt, wie Rabe 4 sein Angriffsziel zugewiesen bekommt. Freue mich als alter Jagdflieger, wie die jungen Kameraden in ihren „Kisten" ihre Feuertaufe bestehen. Aber nicht immer brauche ich den Einflug feindlicher Flugzeuge zum Flugplatz zu melden. Sehr oft sind die Jäger bereits in der Luft, so daß ich nur hinauf zu funken brauche, daß sich da und da feindliche Flieger befinden, — greifen Sie an! „Achtung, — Greif! — über den Wolken im Luftraum über X Motorengeräusch, wahrscheinlich Feind! Luftkampf." Während mir die Kopfhörer ein ungefähres Bild der Kampfhandlungen geben, bringen mir die Meldungen der Spähposten aufschlußreiche Ergänzungen, lieber mir in etwa 3000 Meter Höhe zwei Potez 63. Sind aus den Wolken herausgestoßen. Vier Me 109 kommen. Stürzen sich auf den Gegner. MG.-Feuerstöße. Die Potez stürzt! — Fängt sich wietzxr — stürzt weiter, schlägt südwestlich der Straße vom Dorf X nach P krachend auf und verbrennt. Die Jäger kreisen über der Stelle. Die andere feindliche Maschine ist verschwunden. Sofort melde ich über die Strippe der betreffenden Jagdgruppe den jüngsten Sieg, melde, daß der eingesetzte Schwarm erfolgreich zuruckkehren wird. Für mich aber als alten Kriegsflieger ist es dann die größte Freude, dem jungen Kameraden in der Luft geholfen zu haben, fein unermüdlicher Späher zu sein!" Friedrich Mittler. und Mr* ' Spor|; ; N 39* *1« 1 U K Ks 7 Ali;. ’ trauen des Soldaten in die Heimat und die Sichs- i rung des Kriegserfolges in der Heimat betreffen. Wir haben in der letzten Zeit auch auf anderem i Gebiete als auf dem des Raubes ober des Diebstahls oder der Ausnutzung der Verdunkelung sehr klare Urteile erlebt. So wurde eine Schleich- ’ Händlerin zu zehn Jahren Zuchthaus und fünf ■ Jahren Ehrverlust verurteilt. Von der Todesstrafe wurde nur abgesehen, weil die Schleichhändlerin bisher unbestraft war. Auf dem Gebiete der Ordnungsstrafen haben wir erst dieser Tage Bestrafungen wegen erheblicher Preissteigerungen bei frischen Fischen, bei Räucheraalen und Kieler Sprotten erleben können. Im groben Durchschnitt ist mit jeweils 20 000 RM. — erstmalig — dazwischen gefunkt und ein merkliches Rufzeichen gesetzt worden. Das Stichwort für die Begründung der scharfen gesetzlichen und richterlichen Maßnahmen ist kurz, bündig und gemeinverständlich Dieses Stichwort heißt „Kriegsartikel", gleichgültig ob nun die entsprechenden Gesetze unter diesem Namen ober etwa als Verorbnung gegen Volksschäblinge erschienen sind. Was die Kriegsartikel sind, weiß das ganze Volk aus einer Jahrhunderte alten Ueberlieferung, und mit dieser Bezeichnung verbindet es mindestens ein sehr deutliches Gefühl, wenn auch vielleicht nicht immer eine ganz präzise Anschauung Und nun noch ein Gegenstück! Soeben ist eine neue Verordnung erschienen. In ihr heißt es: „Ist der Vermerk über eine Verurteilung im Straf« regifter getilgt worden, so darf der Verurteilte jede Auskunft über die Tat und über die Strafe verweigern. Er darf sich, soweit nicht eine andere noch nicht getilgte Verurteilung entgegen« steht, als, unbestraft bezeichnen". Damit ist von Menschen, deren Tat je nach der Schwere zehn ober gar zwanzig Jahre zurückliegt und bie sich gut geführt haben, der Zwang genommen, sich vielleicht in einer eidesstattlichen Erklärung als bestraft zu bezeichnen, auch wenn ihre Strafe im Strafregister schon getilgt ist. Der Bestrafte kann sich als unbestraft bezeichnen, sofern nicht bas Gericht ober der Staatsanwalt eine Ausnahme für besondere Fälle anordnet. Hier stehen sich gerechtfertigte Milde und Strenge gegenüber — und beide in der Kriegszeit? D»rWehrm^chtsbenck>i »cm Dienstag. Berlin, 5. Dez. (DHB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der Westfront, abgesehen von etwas lebhafterem feindlichem Artilleriestörungsfeuer, im Grenzgebiet ostwärts der Mosel nur örtliche, geringe Gefechkstätigkeit. Oer heutige De^rmochtsbericht. Berlin. 6. Dez. (DftB. Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: keine besonder en Ereignisse. Staatschef franco empfängt eine Abordnung der NSDAp. Madrid, 5, Dez. (DNB.) Am Montggvormik- tag wurde in Madrid die Abordnung der NSDAP., die im Auftrage des Führers anläßlich der Beisetzungsfeierlichkeit für den Gründer der Falange Jof6 Antonio Primo de Rivera im Escorial einen Kranz niederlegte, vom Staatschef Franco im Königlichen Palais im Beifein des deutschen Botschafters von Stohrer empfangen. Eine Ehrenkompanie der Infanterie sowie die Stabswache des Generalissimus erwiesen Ehrens Gandhi fordert die Volksabstimmung in Indien. Eine Antwort Gandhis an Ehamberlain. verbandes geschehen soll. Wenige Sekunden _ scheidung und schon rufe ich durch den Draht die Regierungskrisis in Schweden preffestimmen treten für klare Realpolitik ein. .30-5 Mitbf Mi^j ll* >*»&! ij -brauch^ , ssjl A del" E )en fL indD verlautet, daß noch nicht genau gesagt werden farm, wer als Vertreter der schwedischen Regierung nach Oslo reisen wird. Außenminister Koht erklärte dem Norsk-Tele- gramburo, der finnische Appell an die Genfer Liga sei der Hauptgrund zu dieser Zusammenkunft. Alle nordischen Regierungen verfolg- Z?oßer Besorgnis den Krieg, in den das finnische Volk gestürzt worden sei. Um ihrer selbst wie um Finnlands willen sei es nötig, baß ber Triebe sobald wie möglich wieder hergestellt werde. Infolgedessen müßten die anderen nordischen Länder nach Mitteln suchen, um den Krieg durch friedliche Verhandlungen zu ersetzen. Oie Sowjetunion geht nicht nach Genf. 211 o s f a u, 5. Dez. (DNB.) Amtlich wird soeben die Antwort des Auhenkommissars Molotow auf die Mitteilung des Generalsekretärs des Bölker- bundsrates über die Einberufung des Völkerbundsrates verbreitet. Aus dieser Verlautbarung geht hervor, daß die Sowjetregierung die Berechtigung zur Einberufung des Rates und der Vollversammlung des Völkerbundes bestreitet und, falls diese doch Unter den Kriegsartikeln. Xton unterer Berliner Schrift!eitung. In den Tropen ist die Erscheinung bekannt, daß ein Mensch in plötzlichen Irrsinn verfällt und er in einer buchstäblichen Tollwut jeden niedersticht oder niederschlägt, der ihm in den Weg tritt. Der Fachausdruck für dieses Irresein heißt „Amoklaufen" und kommt von dem malaiischen Ausdruck „amuk", was so viel wie Tollwut bedeutet. Wir erleben in unseren Tagen auch in unserem 80-Mil- lionen-Volk Fälle von einer Hemmungslosigkeit, die nicht mehr mit normalen Maßstäben gemessen werben kann. Da taucht ein Fahnenflüchtling auf; der in einem schon zurückliegenben Verfahren eben deshalb für wehr-unwürdig erklärt wurde. Er gibt sich für einen Stabsfeldwebel aus, besucht die Mutter eines Flieger-Oberleutnants, entlockt ihr die Paradeuniform ihres Sohnes und steckt auch noch 20 Mark ein, bie ihm die vertrauensselige alte Dame übergibt ... natürlich nicht für ihn selbst, sondern für ihren Sohn, der vor dem Feinde steht. Der Soldat steht unter einem sehr scharfen Gesetz; soll der betrügerische Zivilist, der doch Fahnenflüchtling ist, nach einem milderen Gesetz beurteilt werden? Das ist unmöglich. Wir sind stolz darauf, daß unsere Strafrichter viel persönlicher, mit viel größerem seelischen Einfühlungsvermögen, unter viel genauerer Berücksichtigung aller Begleitumstände urteilen, als etwa französische oder englische Richter. Man lasse sich von gelegentlichen Berichten über sogenannte „Leidenschafts-Prozesse" vor französischen Schwurgerichten nicht täuschen! Im allgemeinen ist die französische (und auch englische) Praxis des Strafrechts ungemein scharf und Zuchthaus ober auch Deportationsstrafen (in Frankreich) werben nur fo hingeknallt, daß es eine Art hat. Um es volkstümlich zu sagen: der deutsche Soldat steht unter den „Kriegsartikeln" und es ist nicht einzusehen, warum der Verbrecher in der Heimat nicht unter dem Kriegsartikel stehen soll. Die Verordnung gegen die Volksschädlinge hält dabei weises Maß: sie überträgt bie scharfe Strafrechtspraxis nicht auf den Gesanft- umfang aller möglichen Vergehen ober Verbrechen, fonbern nur auf die Strafrechtsfälle, die das 23er« jufammentrelen sollte, daran nicht lellneh- men werde. Washingtonhaltdiedeziehnngen zu Moskau aufrecht. Washington, 5. Dezember. (DNB.) Ganz eindeutig wurde feftgefteilt, daß die USA.^egierung trotz starkem Druck von vielen Gruppen nicht beabsichtigt, bie diplomatischen Beziehungen zu Moskau abzubrechen. Man würde dadurch die republikanische Opposition in Amerika vermehren, man würde den Bezug des für Amerikas Stahlerzeugung so wichtigen Manganerzen gefährden, man würde sich des letzten Beobachtungspostens in Rußland berauben und schließlich — und das war einer der Hauptgründe — möchte Roosevelt in der Lage sein, als Vermittler und Friedens- st i f t e r aufzutreten, und das kann er nur, wenn er mit allen kriegführenden Regierungen die Beziehungen aufrecht erhält. lieber den Stand der diplomatischen Beziehungen zwischen Rußland und den Bereinigten Staaten befragt, erklärte Roosevelt, daß diese unverändert seien, wenn er auch die Zukunft nicht voraussagen könne. Er glaube, daß er eine durchaus richtige Politik verfolge, wenn er die Beziehungen zu Rußland nicht abbreche, zumal noch nicht jede Hoffnung auf eine friedliche Erledigung des Streits verloren sei. Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis 8»/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 60 Rpf.,Platzvorschrist nach vorh. Vereinbg.25°/^mehr. Lrmähtgre Grundpreise: Stellen:, Vereins«, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts« u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabfchlüsie Staffel B X GJtf * 01 O 5-.Sed- (Europapreß.) Schweden durchlebt zur Zeit eine ernste Regierungskrise, und es gibt außer dem Regierungsorgan „Socialdemokraten" wohl kaum ein Blatt, das die derzeitige Regierung Hanfson-Sandler voll und ganz unterstützt. „Soenska Dagblabet" sagt entschuldigenb, daß Schwedens Politik im Ausland und im Inland nicht verstanden sei. — „Stockholms Tibningen" sagt, die derzeitige schwedische Regierung scheine zu glauben, daß man die frühere Politik des „sich-vor- w ä r t s - s ch l e p p e n" auch weiterhin anwenden könne. Dies sei nicht möglich. Das Blatt beklagt daß die schwedische Regierung die kostbare Zeit habe verstreichen lassen und soviel versäumt habe. Las die Nation jetzt verlange, sei eine Regierung, bie bas Vertrauen aller habe, die leistungsfähig sei auf allen Gebieten und die bas Vermögen besitze, die Politik und die Zukunft des Landes tuf längere Sicht zu sehen. „Aftonbladet" spricht sich erneut dafür aus, daß Schweben unter Einsatz seiner gesamten diplomctti- Dlchen Stärke für die Eröffnung von V er Hand- ungsmöglichkeiten zwischen Finn- land und Rußland tätig sein solle. Die Entwicklung in der Ostsee sei ihren logischen Gang gelangen und habe Schweden in eine äußerst kom- Mzierte Lage versetzt. „Unser Verhältnis u Deutschland", so erklärt die Zeitung, muß sofort saniert und geregelt werden. Das ist ine Lebensbedingung für unser politisches )asein. Erst wenn wir das erreicht haben, können Dir aufatmen. Die Krise muß gelöst werden mit inem heilsamen Radikalismus, so daß unsere Neutralität mit reinem G e Wi ssen da- refyen kann. Nur auf diese Weise können wir eine Nöglichkeit wiedergewinnen, uns in der Ostseepolitik ■ur Geltung zu bringen. Und auf diese Weise könnte Frage durch seine englisch- lnische Wahlverwandtschaft einiges Aufsehen erst, er war es auch, ber die finnische Regierung tpi Frühsommer mit Hilfe seiner sozialdemokra- •Men Freunbe veranlaßte, mit Deutschland keinen Nichtangriffspakt zu schließen. Auch noch in der litten Zeit haben die schwedischen Sozialdemokraten gegen eine Verständigung Finnlands mit Sowjet- tIrland intrigiert. Dänemark unterstreicht seine Neutralität Kopenhagen, 5. Dez. (Europapreß.) Zum •rUnmal seit Beginn des finnisch-russischen Konflikts ta sich die dänische Regierung zu den jüngsten Er- •igniffen im skandinavischen Raum geäußert. Mini- serpräsideut S t a u n i n g hielt im Folketing eine bnze Rebe, in der einleitend den großen Eindruck w:ersttich, den die .Ereignisse in Dänemark aus« .tröst hätten und dann sagte, das ZusanWttenge- !öügkeitsgefühl wird unverändert von den traurigen tti-igniffen weiter bestehen. Ich muß hinzufügen, in Dänemark volle Einigkeit darüber herrscht, unser Land während der Kriege, welche die )$gen unglücklichen Verhältnisse Europas mit sich •äugen, fortgesetzt an seiner Neutrali- J5: s p o H t i f festhalten muß, zu der alle Um- ftir be veranlassen. Daher ist es eine Selbstverständ- tiffeit, daß die in der königlichen Anordnung vom 31. Mai 1938 festgelegten Neutralitätsb eftimmun gen M bei den kriegerischen Ereignissen in Anwen- «lrg gebracht werden, die die Folge des zuletzt aus- 8E)7ochenen Konflikts sind. Tagung der skandinavischen Außenminister in Oslo. Kopenhagen, 5. Dez. (Europapreß.) Der i ^rwegische Außenminister Dr. Koht hat den dani- । fte« und den schwedischen Außenminister zu einer : «rserenz nach Oslo eingeladen. Die Konferenz wirb ldi Donnerstag stattfinden. Der bänifche Außen- < Lü fter Dr. Munch hat bie Einladung seines nor- । vnischen Kollegen angenommen und wird am i Ewoch Kopenhagen Verlässen. Aus Stockholm i sm AM i-K. llickaM W# i Karte» e»,W ire oetm (artend finden f faltige 8- esen- ,J BezM it? SW 'StH' MetzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Erichen« täglich, außer Sonntags und Feiertags Setlagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholl, Monats-vezugrprelr: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr , -L5 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zronksurt am Main 11686 bezeigungen. Der Landesgruppenleiter her Auslandsorganisation, Thomsen, stellte dem Staats- chef die Abordnung vor. Franco gab dann seiner Freude Ausdruck, daß die deutsche Delegation dem Staatsakt im Escorial beigewohnt hätte. Deutschland hätte in den schwersten Tagen Spaniens und ebenso an dem Tage des Sieges der Revolution an der Seite des befreundeten Landes gestanden. Diese Haltung Deutschlands werde er nie vergessen und wünsche dem Reich in seinem jetzigen Kampf einen siegreichen Ausgang. Italien und das Balkangleichqewicht. Rom, 5. Dez. (Europapreß.) „Messaggero" befaßt sich mit Kundgebungen der Westmächte, welche die Zustimmung und Ermutigung für das Vorgehen Italiens in den Balkanländern allzu zweckbestimmt zum Ausdruck brachten. Man hat, so schreibt das Blatt, von vielen Seiten anerkannt, daß Italien das Mcktelmeer vor einem Uebergreifen des Krieges bewahrt habe. Dieses Lob, das der römischen Regierung von den Balkan st aaten selbst freiwillig und dankbar gespendet wurde, nimmt eine besondere Färbung an, wenn es von Frankreich und England kommt. Das Blatt verwahrt sich dagegen, daß man versuche, Italien durch die Behauptung festzulegen, daß der Balkan seine natürliche Interessensphäre sei. Wenn die Westmächte sich auf diese etwas späte Anerkennung be- schränkt hätten, könnte Italien von dieser Einsicht Kenntnis nehmen. Die Willkür beginne jedoch, wenn man in den französischen und englischen Blättern einen Gegensatz zwischen der Politik Italiens und anderer Mächte zu konstruieren versuche. Italien verfolge Ziele, die keine Interessen Dritter verletzen könnten. Wenn die demokratischen Völker von Italien Dank erwarteten, dann irrten sie sich. Denn sie hätten keinen Anspruch darauf. Wenn sie dagegen an einen unvermeidlichen Zusammen st oß Italiens mit anderen Auffassungen dächten, an einen Zusammenstoß, der selbstverständlich nur ihnen Nutzen bringen würde, so täuschten sie sich erst recht. Die Beziehungen, die Italien zu den anderen Nationen unterhalte, seien derart, daß auch etwaige Meinungsverschiedenheiten im Geiste der größten Freundschaft und des besten Verständnisses beigelegk werden würden. Der finnisch-russische Konflikt. Der russische Heeresbericht. Moskau, 5. Dez. (DNB.) Der Moskauer Rund- funk gibt folgenden Heeresbericht bekannt: Die Truppen des Leningrader Militärbezirkes setzten am 4. Dezember ihren Vormarsch fort. In Richtung von Murmansk verfolgten unsere Truppen die zerschlagenen Abteilungen der finnischen Truppen und rückten 25 Kilometer südlich von Pät- s a m o vor. In den Hafen von Pätsamo liefen sowjetische Schiffe ein, die sich dort an das Aufräumen der finnischen Minen machten. In Richtung von Uchta, Reboly und Porososero rückten unsere Truppen 45 bis 50 Kilometer weit von der Staatsgrenze vor. In Richtung von Petrosawodsk erreichten unsere Truppen die Stadt S a l m i (am Ladaga-See) und die Ortschaft L a i - m o l a. Auf der karelischen Landenge rückten unsere Truppen 45 bis 50 Kilometer von der Staatsgrenze vor. Infolge schlechten Wetters fanden keine Kampfhandlungen der Luftwaffe statt. Rußland erkennt die Regierung Ryti nicht an. M o s t a u , 5. Dez. (DNB.) Der Moskauer Rundfunk verbreitet eine amtliche Mitteilung, wonach der schwedische Gesctndte in Moskau, Winter, der Sow- jettegierung am 4. Dezember den Wunsch der Regierung in Helsinki unterbreitet habe, mit der Sowjetregierung in neue Verhandlungen einzutreten. Außenkommissar Molotow habe dem schwedischen Gesandten geantwortet, die Sowjettegierung erkenne die Regierung Ryti nicht an, die übrigens Helsinki bereits verlassen habe und sich an einem unbekannten Ort aufhalte. Es könne deshalb keine Rede sein von Verhandlungen zwischen der Sowjetregierung und dieser Regierung. Der finnische Heeresbericht. Helsinki, 5. Dezember. (DNB. Funbspruch.) Der finnische Heeresbericht vom Dienstag stellt u. a. fest, daß die finnische Arme« Uusikirkko und Rautu geräumt hat. Bei Soujärvi, die östlichste Stadt in Finnland nördlich vom Ladoga- Se« sei starker russischer Druck mit motorisierten Truppen festzuitellen. Die Insel Hogland sei von den Russen bombardiert und die Insel Tytterskär besetzt worden. Sonst hätten zur See nur Erkundungsflüge der Russen stattgesunden. Der Absturz eines russischen Flugzeuges sei beobachtet worden. Am Ladoga-See hätten Artilleriegefechte zwischen finnischen Küstenbatterien und russischen leichten Seestreitträften stattgefunden. * Das finnische Außenministerium teilte mit, daß die finnische Wehrmacht den Schutz der Neutralität der Alandsinseln gegen alle eventuellen An- arifie übernommen habe. Es verlautet, daß die Inseln b e f e st i g t werden sollen, um den Eingang zum Bottnischen Meerbusen zu schließen. Die finnischen Zeitungen erscheinen nur in stark eingeschränktem Umfange. Die Banken von Helsinki haben ihre Hauptkontore ins Innere des Lan- oes verlegt. Der heutige finnische Nationalfeiertag ist zum Arbeitstag erklärt worden. Finnland, der Schlüffe! zur Sowjetunion. Moskau, 5. Dezember. (DNB.) Die TASS, schreibt: Im August 1919 betrachtete die konservative englische Zeitung „Time s" Finnland als einen Waffenplatz für einen Angriff gegen unser Land und schrieb: „Wenn es sich um die Vernichtung d.es Bolschewismus handelt, können wir eine Expedition ebenso gut nach Honolulu als auch an die Küste des Weißen Meeres schicken. Wenn wir die Karte ansehen, so finden wir, daß die Ostsee einen besseren Zugang nach Pettograd bildet und daß der kürzeste und leichteste Weg durck Finnland führt. Finnland ist der Schlüssel zu Petrograd, und Pettograd ist der Schlüssel zu Moskau." Es ist kein Zufall, daß die „Times" diese Zeilen schrieb. Finnland ist wirklich der Schlüssel zu Leningrad und Leningrad der Schlüssel zu Moskau. Wer unser Sowsettand besiegen will, muß über Finnland verfügen können als Schlüssel, der den Wea nach Leningrad öffnet, und muß gleicherweise über Leningrad verfügen als Schlüssel zum Herzen unseres Landes, nämlich Moskau. Es geht jedoch daraus hervor, daß die Freundschaft zwischen Finnland und der Sowjetunion und die Verstärkung des Schutzes der Annäherungswegtz nach Leningrad gleichzeitig der Verstärkung der Sicherheit unseres ganzen Landes dienen. Die geschichtliche Tragweite des Paktes zwischen der Sowjetunion und der Demokra- fischen Republik Finnland besteht u. a. auch darin, daß er Finnland von einem Herd antisowjetrussischer Intrigen und militärischer Provokationen, der es bis in die letzte Zeit war, in ein sicheres Bollwerk im Noroosten Europas verwandelt. Nur hierdurch wurde den gegen Sowjettußland gerichteten Ränken der Wesfinächte in diesem Teil Europas ein Ziel gesetzt. Die Sicherheit Leningrads und der Zugänge zu dieser Stadt wird nunmehr als verbürgt angesehen. Eine Lehre für Halifax. Die Waffen werden entscheiden, nicht Konferenzen. London, 6. Dez (DNB.) Merkwürdig« Auslassungen des britischen Außenministers Lord Halifax im Oberhaus bezeugten wieder einmal, daß Englands Regierung sich des Ernstes der englischen Lage anscheinend noch immer nicht bewußt ist. Lord Halifax befaßte sich nämlich in höchst überflüssiger Weise mit Konfierenzen, die anscheinend der Behandlung des deutsch- englischen Verhältnisses dienen sollen, obwohl dem Außenminister Englands längst bekannt sein sollte, daß nach der Ablehnung aller aufbauenden deutschen Vorschläge und nach hinterlistigem Mißbrauch der deutschen Geduld der von England gewollte Krieg von Deutschland hundertprozentig akzeptiert worden ist. Während Halifax im Oberhaus mit kindlicher Einfalt seine Theorien dahin auswalzt, daß die deutsche Regierung nicht eher zu Konferenzen „z u g e l a s s e n" werde, solange sie nicht „ihre Lektionen gelernt" habe,, spürt England immer nachhaltiger, daß es kein Kinderspiel ist, den großen Staat Europas als bestens bewaffneten, zielbewußt geführten und fest entschlossenen Todfeind zu haben. Eine Sowjetdelegation kommt zu Vorbesprechungen über die llmsiedlungSaktion nach Krakau. Krakau, 5. Dez. (DNB.) Am Mittwochabend trifft die sowjetrussische Delegation zu Vorbesprechungen über die Umsiedlungsaktion in Krakau ein. Die Delegation wird geführt von dem Präsidenten der Kommission, Litwinow, Leiter der Westcrbtei- lung des Außenkommissariats der UdSSR., dem Divisionsgeneral Maslennikow, Mitglied des Ooersten Sowjets und Stellverttetender Volkskommissar des Jnnenkommissariats, sowie dem Ministerialdirigenten im Außenkommissariat A r k a d j e w. Die „Warschauer Zeitung" schreibt dazu: „Der große, am 16. November in Moskau unterzeichnet« Umsied- lungsplan steht vor seiner Durchführung. In friedlicher Verständigung treten die deutschen und russischen Bevollmächtigten ihre Arbeit an, um vernunftvoll das Problem der deutschen, ukrainischen, w e i ß r u s s s i s ch e n, russischen und ruthenischen Volksteile zu beiden Seiten der Grenze der Interessensphäre der Lösung zuzuführen. Der Welt wird damit bewiesen, daß bei gutem Willen auch schwierige Fragen in Wahrung der beiderseitigen Notwendigkeiten in friedlicher Vereinbarung ihre Beantwortung finden können. Es wird darauf hingewiesen, daß gleichzeitig eine deutsche Delegation sich in die Sowjetzone begibt. Die Sowjetdelegation begebe sich in das Generalgouvernement, um denjenigen, die aus freiem Willensentschluß ihren Wohnsitz nach Sowjet- Ukraine oder nach Sowjetweißrußland verlegen wollen, mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Alle Behörden und Dienststellen sind angewiesen, die Tätigkeit der sowjetischen Umsiedlungsbevollmächtigten auf jede Weise zu erleichtern und denjenigen, di« sich zu einer der obengenannten slawischen Volksgruppen bekennen und in das Sowjetgebiet auswandern wollen ,die nötige Hilfe zu gewähren. Präsident Hacha über die deutsch-tschechische Zusammenarbeit. P r a g , 6. Dezember. (Europapreß.) Präsident Dr. H a ch a empfing den Vorstand des tschechischen Verbandes für die Zusammenarbeit mit den Deutschen. Der Präsident sagte allen Bestrebungen seine Unterstützung zu, die darauf abzielen, den Gedanken der deutsch-tschechischen Zusammenarbeit zum Allgemeingut aller werden zu lassen. „Jeder gibt heute bereits zu", so erklärte der Präsident, „daß unsere friedliche Eingliederung in das Grohdeutsche Reich uns in einer Zeit gerettet hat, wo in der Welt eine Generalrevision der bisherigen Bölkerposi. Honen im Gange ist, und wo diese Revision für alle Völker mit den schwersten Opfern verbunden ist. Der Gedanke der deutsch-tschechischen Zusammenarbeit wird niemals mehr aufhören, unser Lebensinteresse zu sein!" Sie mahnen Schuldenzahlungen an. Washington, 5. Dez. (Europapreß.) Die Re- gierung der USA. stellte den Schuldnerstaaten eine Note zu, in der auf den bevorstehenden Fälligkeits- termin für Zinsen und Amortisationszahlungen hin- gewiesen wird. Obwohl eineZahlung von diesen Schuldnerstaaten nicht erwartet wird, hat sich die amerikanische Reaierung wje bisher aus for- malen Gründen zu diesem Schritt entschlossen. An die ehemalige Tschecho-Slowakei wurde keine Note mit einer Zahlungsaufforderung gesandt, da, wie es in der Erklärung des Staats- departements heißt, die „Tschecho-Slowakei nicht mehr als selbständiger Staat anzuerkennen sei". In der Frage der finnischen Zinsenzahlun- g e n verttitt das Staatsdepartement die Auffassung, daß den Finnen die Zahlung g e st u n d e t werden solle, obwohl der finnische Gesandte in Washington, Procope, diese Zahlung bereits in einer formellen Erklärung in Aussicht g e st e l l t hat. Britische Truppen verlassen Veking und Tientsin. Peking, 6. Dez. (DNB.-Funkspruch.) Der Aus. zug der in Peking und Tientsin stationierten brifi. jchen Truppen begann am Sonntag mit den motorisierten Einheiten. Der Hauptttrupp verließ am Sonntagmorgen den Hafen von Tientsin. W^ere Truppen werden am Mittwoch folgen. Das Tientsiner Blatt „North China Star" schreibt, daß die Truppen wahrscheinlich nach Hongkong und später vielleicht nach Frankreich gingen. Kleine politische Nachrichten. Am Dienstag versammelten sich die Leiter der Reichspropagandaämter im Reichsmini- sterimn für Volksaufklärung und Propaganda zu einer Arbeitstagung in deren Mittelpunkt ein« Red« des Reichsministers Dr. Goebbels über di« politische Lage stand. ♦ Reichsminister Dr. Goebbels empfing in feinem Ministerium in Anwesenheit des Leiters der Rundfunkabteilung seines Ministeriums, Ministerialdirigent Berndt, und der Direktoren der Reichs- rundfunkgesellschaft Voß, Hadamowski und Dr. H u o m a n n die Intendanten aller deutschen Reichssender zu einer Aussprache über die schwebenden Rundfunkprobleme. Reichsnfi nister Dr. Goebbels sprach ihnen seine Anerkennung für die bisher geleistete Arbeit aus und gab Richtlinien für die Zukunft. * Der Reichsorganisationsleiter der NSDAP., Dr. Ley, ist am Dienstagabend im Palazzo Venezia vorn Duce empfangen worden. Die Unterredung verlief im Geiste der herzlichen deutsch- italienischen Freundschaft. Der Iugendführer des Deutschen Reiches traf zu einem mehrtägigen Besuch in der Slowakei ein. In Preßburg, das im Flaggenschmuck prangte, waren Ehrenabteilungen der Hlinka-Garde und der Hlinka- Jugend, der FS, der DJ. und der Preßburger HI. angetreten. Nach Besuchen bei Außenminister Dr. Durcanski und in der deutschen Gesandtschaft wohnte der Reichsjugendführer einer Vorstellung im Preß- burger Stadttheater bei. Später gab der deutsche Gesandte einen Empfang. Die Einweihung desAdolf-Hitler-Kanal« und des Gleiwitzer Hafens am Freitag wird von dem Stellvertreter des Führers in Anwesenheit des Reichsverkehrsminifters und des Gauleiters von Schlesien vorgenommen werden. Der Stelloer- treter des Führers wird auch den ersten Spatenstich (Sanff Nikolaus reitet durch Italien. Don Hans Heil. Sankt Nikolaus, der Schutzheilig« der Schiffahrt und als Vorbote des Christrindes der Freund der Kinder, genießt in Italien eine derarfig große Verehrung, wie sie uns in Deutschland nicht bekannt ist. Besonders Bari in Unteritalien zeichnet sich hierbei aus. Hier, in der Basilika di S. Nicola, ruhen seit dem Jahre 1089 die sterblichen lieber- reffe des Heiligen. < In der Nackt zum 6. Dezember und an diesem Tage selbst haoendie italienischen Kinder ihr Freudenfest. Dann kommt Nikolaus hoch zu Roß, auf einem Schimmel, und reitet durch gan$ Italien. Ihm folgt ein kräftiger Knecht, der in einem großen Korbe allerlei Früchte und Leckereien tränt. Aber einer fehlt nicht, das ist ein Teufel von Fleisch und Blut, dessen flammende Augen Blitze schleudern und der auf dem Rücken einen großen Sack trägt, in den die unartigen Kinder gesteckt werden sollen. Abends stellen di« Kinder Heu und Hafer auf das Fensterbrett, als Futter für des Nikolaus Roß, dazu einen Becher Branntwein für den Knecht, dann geyen sie schlafen und träumen von kommenden Schlemmereien. Vor dem Schlafengehen wird noch schnell ein Lied gesungen, etwa folgenden Inhaltes: O Sankt Nikolau, goldener Mann, Bring' uns schöne Sachen 'ran! Süß und schmackhaft lass' das sein, Was kommt in die Schüssel rein! Wenn dann am folgenden Morgen die Augen noch schwer vom Schlaf sind, dann laufen die Kinder ans Fenster, um zu sehen, ob der Hafer gefuttert und der Branntwein genossen ist. Ott ist dgs nicht der Fall, dann sind auch di« Schüsseln nicht gefüllt, und dann heißt es eben warten, warten den ganzen langen sechsten Dezember, dann kommt Nikolaus nämlich höchst persönlich. Da hört man plötzlich ein schwaches Geräusch an der angelehnten Haustür. Dann trampelt es draußen im Korridor, und schließlich tritt eine Gestalt in phantastischem Aufputz in die Küche. Es ist der Vorläufer des Nikolaus, gewissermaßen sein Ansager. Ihm folgt auf dem Fuße Sankt Nikolaus selost. Ganz in weiß ist er gekleidet, sein Haupt ist beoeckt mit einer Mitra von weißer und himmelblauer Farbe (die Farben der Provinz Bari), goldene Fransen baumeln daran, ein mächtiger Bart aus Werg fällt auf feine breite Brust, während er in der Hand den Bischofsstab hält. Schließlich schreitet er auf die Kinder zu, nennt jedes beim Namen. Die guten Kinder lobt er, die bösen Kinder erhalten einen Rüffel. Für jeden hat er Kastanien und Honig- schnitten, Zwieback und mit Zucker bestrichene Kuchenstücke, die er dem Sacke seines treuen Knechtes entnimmt. Aber da kommt ja, um das Fest zu stören, unter großem Kettenaeräusch, eine fratzenhafte Teufels- ge statt herangesprungen. Husch, flitzen die Kinder unter die Röcke der Mutter und suchen sich hinter die Möbel zu verstecken. Aber der Freund der Kinder, Sankt Nikolaus, tritt dazwischen, mit herrischer Gebärde, der Teufel entweicht, und es wird wieder hübsch ruhig im Hause. Mit seiner fiesen, wohlklingenden Stimme ermahnt er die Kinderschar eindringlich, gut, folgsam, fleißig und ehrerbietig im kommenden Jahre zu sein und verspricht, b*—-t von Herzen gerne wieder zu kommen. Knecht Nuprecht. Don Hans Friedrich Blunck. Einmal, so im Mittwinter, als der wilde Jager unterwegs war, verlor ein Tier aus feinem Gefolge die Eisen, sein Reiter mußte mit Pferd und Hund Zurückbleiben und verirrte sich, als er den wilden Zug einholen wollte. Lange suchte er. Endlich stieß er auf die Hütte einer armen Witwe, die pauste mit ihren Kindern mitten im Wald. Und der Reiter, ein alter grau- bärfiger Geselle, warf die Tür auf, trat mit dem Hund ein, der auch gleich die Kinder anfuhr, daß eines von ihnen niederstürzte, und verlangte zu essen und zu trinken. Die arme Frau erschrak sehr. Sie fragte nicht nach dem Namen, noch nach dem Woher und Wo» hin, brachte hastig, was gerade auf dem Herd stand, und wollte den Gast zufriedenstellen. Und der aß und tränt, streckte oie Beine von sich, lehnte sich müde gegen die Wand und versuchte, auf der Bank einzuschlafen. Da störte ihn etwas. Die Frau hatte ein Lichtlein auf den Tisch der Kinder gestellt, das flammte und knisterte, so daß es dem Reitknecht in den Auaen weh tat. Er schloß die Lider, aber der Glanz schien hindurch, er war seiner wohl ungewohnt nach den grauen Tagen in Regen und Sturm. Er sagte deshalb barsch zu der Frau: „Lösch das Licht aus! Siehst du nicht, daß ich schlafen will?" Aber die Mutter schüttelte den Kopf, und obschon sie viel Furcht hatte, widersprach sie und sagte: „Löschen darf ich es nicht, es winkt der himmlischen Frau Gode, damit das Sonnenlicht wiederkommt und der Winter vorübergeht." Gegen solch hohen Namen wagte der Knecht nichts zu sagen, er wußte, daß sein Herr Tag um Tag nach ihr, die ihn trägt, Ausschau hielt. Er brummte deshalb nur, wendete den Kopf ab und versuchte wieder zu schlafen. Es gelang ihn noch nicht, die Kleinen saßen um den Tisch und sangen leise. Da verlangte er rauh, das Singen solle unterbleiben. Aber die Frau verbot den Kindern die kleinen Stimmen nicht, obwohl sie nun doppelte Furcht hatte. „Hörst du denn nicht", fragte sie, „daß es ein Lied zur Weihnacht'ist? Ach, wie käme die himmlische Frau zu uns, wenn wir sie nicht mit dem Singen der Kinder riefen!" Wieder wagte der Knecht nicht, hart zu antworten. Als das Weib indes hinging und die Tür ein wenig öffnete, obwohl kleine Flocken hereintanzten und der Wind den Rauch von Herd zu Wirbeln trieb, geriet der Reiter außer sich: „Was hast du jetzt vor? Du weißt, daß ich stiere und schlafen will!" Die Frau antwortete sanft: „Die Himmlische muß doch die Kinder hören und das Licht sehen, sie könnte sonst vorübergehen!" Als der Knecht nun so viel von der hörte, die sein Herr auf la na en, langen Ritten vergeblich suchte, wunderte er sich. Er blinzelte sogar nach der Türspalte, ob am Ende wirklich eine Fremde vorbeikäme, aber er sah nur das Gesicht der Mutter, das voll Hoffnung nach draußen schaute. Da wurde er bedrängt in seinem Herzen und wallte seine Rau- hett an den Kindern gutmachen. Und weil er das eine, das fein Hund umgeworfen hatte, noch bluten sah, stand er auf, trat hinzu und strich ihm über die Wunde. Gleich hörte das Rinnen auf, er vermochte es ja. Die Kinder aber, die, als er nahe kam, vor Furcht die Äöpfe niedergebeugt hatten, ohne im Singen aufzuhören, sahen, daß der fremde Mann es gut meinte, und faßten Vertrauen zu ihm. Und eines, das großen Hunger hatte, fragte, ob es nicht etwas Brot haben dürfe. Da brach er von dem Laib, den ihm die Frau hingestellt hatte, er aab sich sogar die Mühe und besprach das Brot, so daß es süß wie Kuchen schmeckte. Und weil das Lied jetzt wirklich zu Ende war, trauten sich die Kinder näher zu dem wilden Knecht: ein kleines Mädchen zeiate ihm ein Pferdchen, dem fehlten Kopf und Schwanz. „Oh, wenn es weiter nichts ist", lacht« der Mann und ging daran, beides wieder anzuflicken. Währenddes dachte er heimlich an feinen Herrn, der auch in der heiligen Weihnacht die Menschen beschenkt, und sah auf die Mutter, die ihm zuschaute und deren Augen glänzten, wie solches Licht gewiß nur von der himmlischen Frau Antlitz kommt. Da gefiel es ihm« eifriger zu helfen, und als ein Knabe einen Hund haben wollte, knetete er ihm gleich einen, der wahrhaftig laufen und bellen konnte. Wie schrien und hüpften die Kinder da und wollten bald alle ein Spielzeug. Der Knecht mußte sein« Finger schon fleißig gebrauchen; ein Gescheut nach dem andern (prang Daraus hervor: Puppen und Bälle zum Werfen für die Mädchen, Wagen und Reitersleute für die Jungen, und ich weiß nicht was alles. Und je mehr die Kinder lachten und je dankbarer die Frau ihm zusah, um so eilfertiger wurde der Mann. Als er einen Apfel fand, den das arme Weib verwahrt hatte, machte er gleich einen Tisch voller Aepfel daraus, und als das kleinst« Kind ihm zwei taube Nüsse zeigte, mit denen -es spielte, da wußte er es so einzurichten, daß ein voller Beutel davon in der Kammer stand. Denn wenn er auch nur ein Knecht des Wohljägers — Hes wilden Jägers — war, so wußte er doch mit allerhand guten Künsten Bescheid. Wie der Mann mitten im Werk war, kam draußen noch einmal eine furchtbare Sturmbö näher. Und gerade als die Frau sich nun doch zu fürchten begann und die Tür schließen wollte, sprang sie krachend auf, der Wohljäger trat über die Schwell« und hinter ihm ein allmächtiges Gedränge von hohen Herren und holden und unholden Gesellen. Die begannen dröhnend zu lachen, als sie den alten Reiter mitten unter den Kindern sahen, das Spiel' zeug i lieber Hand. „Das tust du hier?" murrte auch der wilde Jäger. Der Knecht, der eben noch froh gewesen war, seinen Herrn wiederzufehen, merkte erschrocken, daß er sich verantworten sollte. „Ach", sagte er, „das ist schwer zu erklären. Seht, Herr" — und es schien ihm wirklich, als sei er um deswillen geblieben —, „seht, die Kinder sangen die himmlische Frau herbei; wie mich dünkt, für uns alle. Man sollte solches Singen nicht gering achten und es belohnen." „Er war so gut zu den Kindern", sagte die Witwe fürbittend und streckte die Hände aus. Der Wohljäger sah sie an, aber es war zugleich als schaute er Hb er alles hinweg. Darm wandt« er sich seufzend dem Reiter zu. „So bleib noch", be- faf)I er, „und geh auch in die andern Häuser und laß alle Kinder fingen. Vielleicht, daß sie, di« wir suchen, sich doch rascher zu uns wendet, wenn sie es hört? Da freute sich der Knecht — Ruprecht hieß er -7 und ist dem auch gehorsam gefolgt. Und er geht noch heute jährlich durch alle Häuser, um di« guten singenden Kindlein zu beschenken. Aber für die schlimmen legt er die Rute nieder, denn er ist ein alter Rotter und fackelt nicht lange. Ml - Diese Woche von 16.15 bis 7.30 Uhr verdunkeln! ‘"H kehren zu dürfen. Weihnachtssendangen vor dem 15. Dezember aufgeben! immer der SA.- -eihnachten heim- -Kanal' rb Donk i Anwel!' ©aukilifi •r Stell»!' Spatens m, it o Dene;i! )ie UntK' n deO io. Für unsere Kinder läuten Glocken, und freundlich grüßen sei er nun regnerisch, oder fühlen, daß mir nur dann vor- ‘PN 8 leiterr br dnistenÄ er Reich-, 'sti uii deutsch« die |d)to ister $t ig für fc tlinren ft es das st atelth gte, Dom )er j)linh »urger Jj j inister fi iaft wohin , im N eutsche^ & fr? Aus der Stadt Gießen Nikolaus. in. btt 51115, len brifc, nwt» -lieh h ■ ®eiltn en- h eibt, fts °ng utz len. Wen, ^ter bt- ^d)$mito WA NlE eii, eis ük an. «48 iS* „Wju u= H »•Sliili, »Urb; ,?tal>to ? Nicht lei'-L °hlum pngton, lormeüip einen Hai! , der wo-1! i und wc' mußte st iuppen p Wagen y weiß n- Wen uni o eilfertig I fflAj le er b als einjrf mmerfi des >; so E' Heid. fam X* JU f1* Wl ■ Sie *' dränge^ en »I* , bar w der A»mOd er.Donau.Kanaltn Blechhammer bet Heydebreck vornehmen. ♦ W>- Reuter mitteilt, sprach der s p a n i s» e B ° t. schaster im englischen Außenamt vor und pro! testierte gegen die rechtswidrige Aus» fuhrblockade, die England gegen Deutschland inszeniert hat. Wie verlautet, hat'L S d°ber Suw Ausdruck gebracht, daß sich seine Regierung alle Rechte vorbehalte. . ®cr c. ^6 nig hat am Dienstag nach einem Frühstück bei einem Gardebataillon die ena» lischen Ruhestellungen in Frankreick b -1 u ch Er besichtigte eingehend einige Bunker und Tankfallen. * Der bisherige Militärattache der Berliner USA . Botschaft, Major Berg, erstattete Präsident Roosevelt einen Augenzeugenbericht über den deutschen Blitzfeldzug in Polen. 1 10 Uhr warr ♦ Das russische Volk feierte die dritte Iahres- tagung seiner Verfassung. Die „Prawda" schreibt daß drei Jahre seit dem historischen Tage vergangen seien, an dem der außerordentliche Sowjetkongreß die neue Verfassung annahm. Sie wurde nach ihrem Schöpfer dieStalinscheVerfassung genannt. * In Siam ist in der Provinz Thailand ein A u f» stand ausgebrochen. 18 Personen wurden hingerichtet. Vormilitärische Wehrerziehung durch das ASM. Das JtS&ft, die motorisierte Gliederung der Partei, wird im Rahmen der vormilitärischen Ausbildung der Wehrfähigen eingeschaltet. Jeder deutsche Wann, der das 18. Lebensjahr erreicht hat und dem Kraftfahrzeug-Handwerk oder einem artverwandten Beruf angehört, kann sich zur Aufnahme bei der zuständigen RSKK.-Einheit seines Heimatortes anmelden. Weiter können Besitzer von Kraftfahrzeugen und Führerscheinen ausgenommen werden. Darüber hinaus können alle diejenigen eintreten, die sich für eine motorkechnische Ausbildung interessieren, um später einmal bei einem motorisierten Truppenteil dienen zu können. Die Ausbildung umfaßt neben Geländedienft und Schießen in der Hauptsache motor- und verkehrstechnische Schulung. Wehrfähige, die jetzt in das RSKK. eintreten, brauchen einer Wehrmannschaft einer anderen Gliederung der Partei nicht anzugehören. Anmeldungen für die Stadt Gießen können erfolgen an Motor st andarte 147, Gießen. Frankfurter Straße 3 3, für das Landgebiet an die örtlich zuständigen Sturmführer. Kameradschastsabeni» der Ortsgruppe Aießen-Nord. Die Ortsgruppe Gießen-Nord der NSDAP, hatte für den gestrigen Dienstag zu einem kameradschaftlichen Abend in den Saal des Cafe Leib eingeladen, der einen sehr unterhaltsamen Verlauf nahm. Ortsgruppenleiter Thomas hieß in kurzer Ansprache besonders den hoheitsträger im Kreise Wetterau, Kreisleiter Backhaus, willkommen und begrüßte ferner die zahlreich teilnehmenden Partei- und Volksgenossen. Er wies darauf hin, daß die Orts- R Gießen-Nord alljährlich etwa um die Zeit intersonnenwende ihren Kameraüschaftsabend abhalte, der sich — wie sich in den letzten Jahren erwiesen habe — einer allgemeinen Beliebtheit erfreue. Infolge des Krieges fei .in diesem Jahre zwar von einer größeren Veranstaltung abgesehen worden, immerhin solle aber auch an diesem Abend die Freude zu ihrem Recht kommen. Nachdem schon bisher die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" zur Verschönerung der Kameradschaftsabende beigehta» gen gäbe, solle auch diesmal den Besuchern etwas Besonderes geboten werden. Mehr denn je sei es in der 'Gegenwart notwendig, Kraft zu gewinnen für die Arbeit des Alltags, um für einige Stunden die Sorgen des Tages zu vergessen. In feinen ab-- schließenden Worten wünschte Ortsgruppenleiter Thomas dem Abend guten Verlauf. Die Stunden des Kameradschaftsabends waren dann ausgefüllt durch die reichen Darbietungen des russischen romantischen Theaters „Der bunte Vogel", die von den vielen Besuchern mit großer Aufmerksamkeit verfolgt wurden. Anhaltender herzlicher Beifall wurde den Künstlern nach jeder ihrer Dar- Der Adventskranz wurde aufgehängt. Die grünen Zweige lassen uns aufschauen, das Licht der Kerzen erfreut uns. Nur noch einige Wochen, dann kommt das Wechnachtsfest. Das schönste Fest des Jahres chr jung ung alt, das Fest der Liede, das Fest der Familie ist nahe. ' Den Schlüssel zu all der Herrlichkeit bringt der Nikolaus, der heute zu unfern Kindern kommt. Er gwt deii Auftakt, er führt kleine und große Kin- oer für einige Wochen in seine Märchenwelt. Wohl dem, der sich noch freuen kann. auch in der ernsten Krieaszeit? Jawohl! -Oie Freude hilft uns über vieles Schwere Hinwegzukommen. Und da sollen uns die Kinder ein Bei- • Ls.9-e?€IL Auch die Erwachsenen, die sich ein jugendliches Herz bewahrt Haden, freuen sich mit. £re Freude ist in unfern Kinderherzen nicht tot- zuknegen. Wenn wir in ihre gläubigen Augen schauen, wenn wir beim Gepolter des Nikolaus ihre erwartungsvollen Mienen sehen, dann eilen unsere Gedanken sicher zurück in die Vergangen- heit, und wir sehen uns selber wieder als kleinen Jungen, oder als kleines Mädchen in der Ecke stehen und unser Gebetlein auftagen. Wie klopfte unser Herz, und welche Angst standen wir aus! Unö wie erlösend war dann die Freude, als uns der Nikolaus nichts Böses tat, daß er uns sogar mit Nüssen und Gebäck beschenkte. Der Nikolaustag soll nicht mit Wehmut erfüllt fein. Wir wollen ihn mit den Kindern feiern. Er mag uns ein Stückchen vom blauen Himmel sehen lassen. Inmitten der unfteundlichen Jahreszeit schaffen sich die Kinder selber Licht und halten Ausschau nach der Sonne. Jedes kommende Ding 'st für sie wunderbar. Mit Lust und Staunen beginnen sie den Tag. Für unsere Kinder läuten jeden Morgen die Glocken, und fteundlich grüßen sie den jungen Tua, sei er nun regnerisch, oder nevelschwer. Sie fühlen, daß wir nur dann vorwärts kommen, wenn wir froh sind. Den Erwachsenen geht es ähMch. Sie wollen auch Freude und Hoffnung schöpfen, und in jedem Menschen- Herzen sitzt innen tief eine Sehnsucht nach Glück und Geborgenheit. Je härter und grausamer uns das Leben anfaßt, um so größer wird diese Sehnsucht. Bei einem Gang durch die Straßen in vorgerückter Nachmittagsstunde oder am frühen Morgen kann man an zahlreichen Stellen die Wahrnehmung machen, daß es mit dem Beginn bzw. dem Ende der Verdunkelung noch vielfach hapert. Manche Volksgenossen scheinen der Meinung zu sein, daß während der Dunkelheit beispielsweise vor 19 oder 20 Uhr am Abend, oder während der dunklen Morgenstunden etwa zwischen 6 bis 8 Uhr, jegliche Flieaergefahr ausgeschlossen sei, da in dieser Zeit ,choch keiner kommt". Das ist ein gewaltiger Irrtum, denn tatsächlich müssen wir zu jeder Äeit am Tage und während der Dunkelheit darauf gefaßt sein, daß feindliche Flieger über unserer Stadt erscheinen können. Es ist daher auch grundfalsch, wenn in manchen Häusern gegen Abend, während schon volle Dunkelheit herrscht, oder am frühen Morgen, wenn das Tageslicht noch längst nicht eingetreten ist, die Fenster der Wohnzimmer, der Küchen, der Treppenhäuser usw., aber auch der Büros und Werkstätten in Hellem Licht erstrahlen, weil man gegen Abend die Verdanke- lungseinrichtung nicht sogleich beim Beginn der Dämmerung vor die Fensterscheiben gebracht oder am frühen Morgen die Verdunkelungsvorhänge oder dergleichen schon wieder entfernt hat, bevor es wirklich hell geworden ist. Ebenso unstatthaft wie diese Leichtfertigkeit bei her Beobachtung der Verdunkelungsvorschriften ist es aber auch, wenn man in manchen Gebäuden, die nur Bürozwecken dienen oder die im Besitz der öffentlichen Hand sind, des Glaubens ist, die Der- dunkelungsvorschriften brauche man ja nicht so ernst zu nehmen, wie sie allerdings vom Gesetzgeber gemeint sind. Um jegliche Zweifel über den Beginn der 23er« dunkelungspflicht gegen Abend und ihr Ende am andern Morgen zu beheben, zugleich auch allen Volksgenossen erneut die dringende Pflicht zur 23er« Ausgleich der Brotrationen. Brotzulagen aus nichtausgenützten Brotkarten. In einem Erlaß über den Ausgleich der Brot- rationen durch Einschaltung der NSV. heißt es die Erfahrung habe gezeigt, daß große Teile der'Bevölkerung ihre Brotkarten nicht voll aus- nutzen. Auf der anderen Seite gebe es Gruppen, die einen zusätzlichen Brotbedarf haben, hierher gehörten neben Kindern zwischen 6 und 14 Jahren und Jugendlichen vor allem die Lang- und Nachtarbeiter, deren zuGtzlicher Bedarf soll ohne Jnanspruchenahme der großen nationalen Brotgetreidereserve im Wege der Gemeinschafts- leistung aufgebracht werden. Zu diesem Zweck wer- den nichtausgenützte Brotkarten und Einzelabschnitte d-r NSV. zur Verfügung gestellt. Diese tauscht sie gegen Reise- und Gaststättenkarten für Brot um, die dann an diejenigen Versorgungsberechtigten verteilt werden, die einen zusätzlichen Brotbedarf haben. Die Verteilung beginnt am 18. Dezember 1939. Die Ernährungsämter haben jedoch bis dahin die bereits für Lang- und Nachtarbeiter als Zulage vorgesehenen 600 Gramm Brot wöchentlich den betrieben in Form von Reise- und Gaststättenkarten für Brot in vollem Umfange zur Verfügung zu stellen. Oie Verletzten vom 8. November. München, 5. Dez. (DNB.) In der letzten Zett konnten von den verwundeten Opfern des heimtückischen englischen Anschlages im Bürgerbräu- fetter am 8. November zahlreiche entlassen werden. Elf liegen noch in den Krankenhäusern. Aus dem Krankenhaus Rechts der Isar dürfen zwei Frauen voraussichtlich kurz vor Weihnachten nach Hause, während zwei andere die Feiertage noch im Krankenhaus verbringen müssen. Das Befinden gibt zu Bedenken keinen Anlaß mehr. Aus der Chirurgische/! Klinik sind alle Verletzten entlassen. ^Jm Krankenhaus Schwabing liegt noch Mann Gruber. Er hofft, bis Wi bietungen zuteil und spornte sie immer wieder zu schöner künstlerischer Leistung an. (lieber das Gastspiel des russischen Theaters berichteten mir bereits gestern.) Der Abend in feiner -Gesamtheit bedeutete für alle, die dabei fein konnten, einige Stunden schönsten Erlebens. Neuer Etraßenübergaug am Erdkauterweg. Im Zuge der verlängerten Wtlhelmstraße nach dem Erdkauterweg abbiegend, gegenüber den dort befindlichen Fabrikanwesen, wurde der im Laufe dieses Sommers geschaffene neue Bahnübergang jetzt dem Verkehr übergeben. Gleichzeitig wurde der am südlichen Ende des Heyligenstaedtschen Anwesens bestehende, dem heutigen Verkehr nicht mehr gewachsene und unübersichtliche Bahnübergang geschlossen. Spricht nicht der Nikolaustag auch so uns? Kommt er nicht zu uns, wenn die Natur am traurigften, am stillsten ist? Will er nicht etwas Leben in die starre Oede, in die düsteren Tage bringen? Die Kinder hören schon die fernen Weihnachts- glocken, sie schreiben ihre Wunschzettel. Welche hoff, nungen lösen diese Worte aus! Arn Nikolaustag aber erhalten sie die Versicherung, daß es nun end- licf) Ernst wird, daß sie bald Weihnachtslieder singen können. Und so soll uns auch der sieghafte Glaube der Kinder stärken und trösten. Den Nikolaus wollen wir freundlich empfangen als Künder einer frohen Zett. Dornotizen Tageskalender für Mittwoch. Goethe-Bund, Kaufmännischer Verein und Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde, in Arbeitsgemeinschaft mit der Volksbildungsstätte Gießen der NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude": 20 Uhr Neue Aula, Uraufführung-Lichtbilder-Vorttag des Flie- gerdichters Dr. Peter Supf „Werdezeit der deutschen Fliegerei". — Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr „Die Mutter". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Johannisfeuer". — Lichtspielhaus (Bahnhofftt.): „Alarm auf Station III". — Oberhessischer Kunstverein, 15 bis 16 Uhr, Ausstellung im Turmhaus am Brand. Stadttheater Gießen. Am heuttgen Mittwoch, 6. Dezember, kommt das Schauspiel des schlesischen Dichters Walter Stanietz „Die Mutter" zum letzten Male aur Aufführung. Spielleitung: Hans Geißler. Bühnenbild: Karl Löffler. 10. Vorstellung der Mittwoch-Mete. Gondermaßnahmen für den Expreß- gutverkehr zu Weihnachten. Um den vor dem Weihnachtsfest zu erwartenden starken Expreßgutverkehr reibungslos bewältigen zu können, hat die Reichsbahn Sondermaßnahmen getroffen. Die Annahme von Expreßgut, beschleunigtem Eilstückgut und Reisegepäck, das ohne Fahrtausweis aufgeliefert wird, wird in der Zeit vom 22. bis 24. Dezember für den Versand nach bestimmten Großstädten gesperrt, und zwar von allen Bahnhöfen der Deutschen Reichsbahn nach Berlin einschließlich sämtlicher Vorortbahnhöfe, ferner nach Bremen, Breslau, Dortmund, Düsseldorf, Essen, Frankfurt a. M., Hamburg, Hannover, Karlsruhe, Kiel, Köln, Leipzig, Magdeburg, Mannheim, München, Nürnberg, Stuttgart und Wien. Ausgenommen von der Sperre ist nur Wehrmachtsgut und privates Gut für die Wehrmacht. Für wenige besonders dringliche Fälle, z. B. Arznei und leicht verderbliche Güter, kann die Reichsbahndirektton Ausnahmen zulassen. Den Versendern von Expreßgut und beschleunigtem Eilgut wird empfohlen, die Sendungen möglichst frühzeittg aufzuliefern, damit sie noch rechtzeitig vor dem Fest in den Besitz der Empfänger gelangen. duntelung immer wieder in Erinnerung xu bringen, werden wir künstighein nach den Mitteilungen von maßge'bender Stelle die Verdunkelungszeiten für jede Woche befanntgeben. Für die laufende Woche bis zum 10. Dezember muh die Verdunkelung allgemein am Rachmiltag um 16.15 (41/«) Uhr beginnen und mit größter Sorgsamkeit bis zum andern Morgen um 7.30 Uhr aufrechterhalten werden. Alle Volksgenossen mögen nie vergessen, daß eindliche Flieger selbstverständlich auch schon am rühen Abend ober noch in den frühen Morgen- tunden erscheinen können. Daher muß in allen Wohnungen, aber auch in den Büros und Werkstätten unbedingt darauf geachtet werden, daß am frühen Morgen die Derdunkelunasvorrichtung der Räume nicht gleich nach dem Aufstehen bzw. nach dem Beginn der Arbeit „außer Dienfr gestellt wird, sondern erst von 7.30 Uhr ab entbehrlich ist. Auf alle Fälle muß jedermann während der Derdunke- lungszeit peinlichst darauf achten, daß von keiner Stelle der Wohnung, des Büros, der Werkstatt usw. irgendwelches Licht in die Dunkelheit gelangt und dergestalt feindlichen Fliegern zum Richtpunkt für den Anflug der Stadt und damit die Ursache zu unabsehbarem Unheil werden kann! Das mögen sich auch die sog. „Minutenknipser" immer wieder vor Augen halten, die anscheinend immer noch des Glaubens sind, für den „kurzen Augenblick" des Aufenthalts in einem nicht verdunkelten Raum doch „für einige Sekunden Licht" machen zu können. Auch die Radler und die Kraftfahrer, die man oft noch mit viel zu Hellem Licht fahren sieht, seien erneut an ihre Pflicht zur Verdunkelung erinnert und darauf hingewiesen, daß auch für sie das zwingende Gebot besteht, von 16.15 bis 7.30 Uhr nach den Erfordernissen der Verdunkelung zu handeln. Todesstrafe für polnische Mordbestien. Posen, 5. Dez. (DNB.) Das Sondergericht in Posen verurteilte drei Polen, denen die Schuld an der Ermordung von Volksdeutschen nachgewiesen werden konnte, wegen schweren Landfriedensbruches zum Tode. Michael Piotrowski und Czeslaw Kaczmarek waren die Rädelsführer einer Rotte, die einen Zug internierter Deutscher aus der Gegend Wollstein und Neutomischel bei ihrer Durchfahrt durch Stenschewo und Komorowo unweit Posens überfielen und aufs grausamste mißhandelten. Fünf Tote und acht Schwerverletzte sowie 25 Leichtverletzte waren die Opfer dieses bestialischen UeberfaQes. Die Toten wurden von der Begleitmannschaft des Jntemierungszuges auf Leiterwagen mitgenommen und dann in der Gegend von Kutno notdürftig verscharrt. Später bereiteten ihnen deutsche Soldaten eine würdige Ruhestätte. Gleichfalls wegen schweren Landfriedensbruches wurde der polnische Arbeiter Franz G l o w a ck i zum Tode verurteilt. Den Mitangeklagten polnischen Dorf« chulzen Michael Lewandowski aus Biskupic bei Gnesen, der nach deutschen Zeugenaussagen stets für ein einträchtiges Zusammenleben zwischen den deutschen und polnischen Bewohnern seines Dorfes cingetreten war, sprach das Gericht frei, ! Nachdem es sich davon überzeugt hatte, daß die Festnahme eines Volksdeutschen durch amtliche Weisung veranlaßt war. •* Sterbesälle in Gießen. Es verstarbem 19.11. Johannes Berghöfer, Landwirt, 48 Jahre, Frankfurter Sttaße 12; 21.11: Clise Tichy, geb. Schmitz, 75 Jahre, o. B., Bahnhofstraße 2; 24.11. Hilde Bötticher, technische Assistentin, 46 Jahre, Henselstraße 1; 25.11. Katharina Pfaff, geb. Weigand, o. 23., 61 Jahre, Mittelweg 15; 25.11. Ilse Hammel, 6 Jahre, Gartenstraße 2; 25.11. Sophie Dülfer, geb. Schroder, o. B., 73 Jahre, Neustadt 40; 26. 11: Wilhelm Pfeil, Kaufmann, 72 Jahre, Goethestrahe 50; 26.11. Heinrich Kern, Stellwerksmeister a. D., 52 Jahre, Liebigsttaße 70; 27.11. Jo- hannette Karoline Käfer, geb. Höpsner, o. B., 75 Jahre, Lichersttaße 105; 28. 11. Heinrich Nau, Bergmann, 69 Jcchre, Friedensstraße 43; 29.11: Marie Theiler, o. 23., 44 Jahre, Johannesstraße 7; 29.11. Karl Haupt, Rottenmeister a. D., 78 Jahre, Roonstraße 38; 29.11. Louis Bellof, Maurergeselle, 71 Jahre, Mittelweg 5; 29.11. Johannes ßeuning, Kraftwagenführer, 40 Jahre, Wolkengasse 12; 30.11. Hans Groß, 4 Monate, Licher Sttaße 74. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 6. Dezember. (Vorbericht.) Es kosteten: Kälber 30 bis 65 RM., Hämmel 30 bis 50, Schafe 25 bis 42, Schweine 50 bis 56 RM. — Marktverkauf: Alles zugeteilt. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- mittags geschlossen. Hauptschriflleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertteter des Hauptschriftleiters: Ernst Slum* schein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und bie Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für (Stabt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. ld chrM int gebli^ Mi (otite sie,"".-. Deutsche Reichspost Das Weihnachtspaket bringt Weihnachtsfreude ins Haus und ins Feld. Pakete und Päckchen, besonders Feldpostpäckchen, die rechtzeitig zum Fest vorliegen sollen, müssen aber spätestens bis zum 15. Dezember eingeliefert sein. Denkt daran! Wer sein Weihnachtspaket nicht bis zum 15. Dezember aufliefert, kann auf keinen Fall damit rechnen, daß es rechtzeitig ankommt. I Unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater Herr Carl Schwan Die trauernden Hinterbliebenen: Damenbedarf 7214A Gießen, den 6. Dezember 1939 7217V einen jungen sm 1. 2. Nachnahme. 72110 3. 7056V Willy Schwan Fritz Schwan Familie E. Seyfferth Karl Schwan und Frau Familie W. Lübbekke. Bewerbung erbitten wir über das Arbeitsamt Gießen ist heute morgen nach einem arbeitsreichen Leben im 81.Lebensjahre sanft entschlafen. Die Beisetzung findet Freitag, den 8. Dezember, nachmittags 2 Uhr, auf dem Netien Friedhof statt Verlobungs-Anzeigen liefert Brühl'sche Druckerei Vornehm I Geschmackvoll I Persönlich! 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Der Vorsitzende des Sondergerichts führte aus, der Soldat an der Front müsse das sichere Gefühl haben, daß die Heimat als geschlossene Kraft hinter ihm stehe. Eines der wichtigsten Verbindungsmittel zwischen Front und Heimat sei die Feldpost. Bekomm» der Soldat Feldpostsendungen nicht, so könne in ihm die Empfindung Platz greifen, daß sich die Heimat nicht mit ihm verbunden fühle. Andererseits würden die Angehörigen in der Heimat der Gefahr schwerster seelischer Erschütterungen ausgesetzt, noch aufgerufen. Für Rindvieh bis zu 75 kg oder Malzkeime oder von beiden entsprechende Mengen (auf Ab- schnitt 1). 7198V für unsere Abteilung Kernmacherei Kernmacher für unsere Abteil. Kokillengießerei und Gußputzerei Hilfsarbeiter Hilfsarbeiterinnen R. Berkenkopf, l Großhandel, Frankfurt-M., Eppsteiner Str. 6. TJ/Vm sMd Bekanntmachung Was gibt es auf die Futlermittelfcheine? 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WINTERSPORT^ FÜR DEN ‘"Hitniin* McWUE H. sind uer Feldpoflpäüchen weihnachtlich gepackt innten. Arbeit htum- n Herd at- und formen von bei fleischige Knolle verwandelt hat, die sich schneidet wie zarter Speck. Verglichen mit dem Kohl ist der Kohlrabi ein ziemlich junger Bestandteil unserer grünen Küche, da er „erst" im Mittelalter aus Italien nach Deutschland kam. Getrocknet, geben in Scheiben _ geschnittene Kohlrabiknollen ein gutes Dörrgemüse und eine geschmackverbessernde Beigabe zu dem Gemüsegemisch für die Suppen, die man Julienne" nennt. Gin Weihnachtsfest, so schön, wie nie! legekxagen. Der Rücken kann ebenfalls gestrickt oder aber äuch aus passendem Wollstoff gearbeitet werden. Aus einem getragenen Regenmantel (Gabardine.oder Popeline) ist die Windbluse geschneidert; aus dem unteren Teil ergeben sich der neue Kragen, die Bündchen, die Taschen und auch die ergänzende Kapuze. — Aus dem 7>fr 1 'M ■ 1 W - F > I -Fi Verl ief relcM 129.- 210/ 53.- 220 xaud*' |n h»uf Bohn»' *•* gleichen Stoff oder auch aus Leder sind die Schulterauflagen, dem Gürtel sind seitlich Gummizüge eingearbeitet und den Taschen Reißverschlüsse. fll Die Vorderteile der W e st e (rechts oben) ausrotemWoll st off, ausdunkelbla___ Wolle die grobgestrickten Aermel und der Umträger, Geldbörsen, Brieftaschen, Tabaksbeutel, Rasierapparat, Messer, Füllfederhalter, Bleistifte, Briefpapier und vielleicht eine Schneebrille, oder aar eme Kleinkamera zu nennen. Natürlich dürfen Zigaretten und Tabak nicht fehlen, ohne die ein Sol- oai fast undenkbar ist. Auch ein kleines Fläschchen Äognof für die kalten Nächte wird nur willkommen |em. Ebenso sind ein paar Tabletten gegen Erkäl- ung, Halsentzündung und Grippe gewiß erwünscht; !ßfuer au^ einfache Salben, wie Kamillen- lalbe, Borsalbe, Niveakrem sowie einfacher Körperpuder oder ein Rheuma-Einreibemittel Nur Feuer- zeuge oder Streichhölzer dürfen unter keinen Um- du sianden mitgeschickt werden, nur zu leicht könnten wenn es nnr? ’Le inJoI9c Selbstentzündung Hunderte von Wechnachtspackchen vernichtet werden. Auch von der Viel später, nämlich erst gegen Ende des achtzehnten Jahrhunderts, gesellte sich noch eine Spiel- art des Gemüsekohls unserer Gemüseküche bei: der Rosenkohl, bei dem die dicht am Stengel sitzenden Seitenknospen „Röschen" bilden, die winzigen Kohlköpfen gleichen. Wer Rosenkohl im Garten hat, kann bis weit in die kalte Jahreszeit frisch ernten, da die Pflanze wenig kälteempfindlich ist. Im Geschmack unterscheidet sich der Rosenkohl von den anderen Kohlarten insofern, als die kleinen, festen Rosen würziger und kräftiger schmecken, als der oft leicht süßliche Winterkohl und Kohlrabi, weshalb er sich sehr gut auch als Zukost zu Kartoffeln ver- wenden läßt. Nährstoffreich sind alle diese Kohl- arfen ohne Ausnahme. Was sie aber besonders wertvoll macht, ist, daß sie uns mitten im Winter den Genuß einer frischen, „grünen Küche" spenden. Für die Weihnachtsbäckerei: Kleine Makronen. Je 2 Tassen Grießmehl, Milch, gestoßene Zwieback, Zucker, 1 Tasse gehackte Nüsse und ein Päckchen Backpulver. Alle Zutaten werden gut zu einem Teig verarbeitet und in kleinen Häufchen auf das Blech gesetzt und goldgelb gebacken. Billig A u s g e st o ch e n e s. 500 g Mehl, 80 g Fett, 250 g Zucker, 2 Teelöffel Milei mit 6 Eßlöffel Milch verrührt, 1 Backpulver. Fett, Zucker und Milei. lösung schaumig rühren, die übrigen Zutaten dazugeben. 1 Stunde kaltstellen, cm dick ausrollen, Formen ausstechen und bei Mittelhitze backen. Korinthen-Häufchen. 250 g Mehl, 70 g Fett, 100 g Zucker, 2 Teelöffel Milei, 4 Eßlöffel Wasser, 100 g Korinthen, 1 Backpulver. Fett, Zucker und Milei schaumig rühren, dann die übrigen Zutaten dazu geben. Mit 2 Teelöffeln werden kleine Häufchen auf das Blech gefetzt und bei Mittelhitze gebacken. Spekulatius. 250 g Mehl, 100 g Zucker, 70 g Fett, Ei, 2 Eßlöffel entrahmte Milch, aber frisch, 15 g gehackte Kürbiskerne, Gewürzmischung, etwas Backpulver. Man knetet aus den angegebenen Zutaten einen Teig, den man einige Zeit ruhen läßt, ausrollt, Formen aussticht und bei Mittelhitze bäckt. Ei märe zunächst ein Bild von den Kindern, über A sich jeder Vater sicherlich freut. Lesestoff ist im we immer willkommen. Vergessen wir drum nicht ^lere besten Freunde, die Bücher. Der Buchhänd- 6 Ollst gern bei der Auswahl, wenn man ihm pt ob der Empfänger ernste oder heitere Kost ^orzugt. Auch ein Reiseschachspiel oder Spielkar- würden sicher Freude erregen; denn in Ruhe- jfluig gibt es immer Freistunden, die die Kamele, gern mit einem gemeinsamen Spiel verbrin- I®1- 3n diesem Fall würde, falls der zu Beschen- musikalisch, eine Flöte oder Mundharmonika Mi ebenso freudig begrüßt werden Vielleicht er= wir gar einen langersehnten Wunsch, wenn ft ne Armbanduhr mit auf die Liste setzen. praktischen Dingen wären Handschuhe, Hosen- Was sollen wir tragen? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE\UNS ERES MODEZEICHNERS Es kommt also darauf an, dem englischen Trachten, das sich gegen die Siegeszuversicht unterer Nation wendet, durch die Gemütsruhe entgegen3 zuwirken, die in jeder Lage Kernelement aller bürgerlichen und soldatischen Tapferkeit und Gemeingut fast aller deutschen Menschen ist. Aus solcher würdigen Seelenhaltung entspringen ja alle die sittlichen Werte, die uns bei der Lösung unserer Ausgaben unterstützen. Der Soldat, der auf an- trenaendem Marsche ober in der Stunde höchster Gefahr durch ein Scherzwort, durch ein frisches Lied He Kameraden aufmuntert und sie ihre momentane Müdigkeit vergessen und überwinden läßt, tut itroas Großes. Und die Ehefrau, die, statt über die Zeitläufte zu klagen und mit kleinlichen Unnötigseiten dem Manne im Felde das Herz schwer zu nachen, ihm von der Geborgenheit seiner Lieben, :on den kleinen Freuden des Alltags berichtet, ist >ine deutsche Frau, die des Gatten würdig ist. Drum wird auch diese Weihnachtszeit, die so recht i.gentlich mit dem Nikolaustag am 6. Dezem- !er beginnt, für Volk und Familie tn diesem Jahre tetont eine Zeit der tätigen und sinnen- ien Liebe sein. Die ohnehin ziemlich zerplatzte nglische Blockade wird den deutschen Kindern ihre Advents- und Weihnachtsfreuden nicht schmälern. Ce wird dem brutalen John Bull nicht gelingen, kn alten biederen Nikolaus tot zu schlagen oder uch nur einzuschüchtern! Es wird Freude bei den leinen Mädeln und Buben herrschen, und der kubel der Jugend, die Mitfreude Der Erwachsenen vird hinausschallen bis an den Westwall, bis ans Deer hinaus und wo sonst noch treue Deutsche ihrer 5 nder, ^Geschwister und Freunde gedenken. Wohl v rd von mancher in vergangenen Jahrzehnten sich bieitMachenden Uebertreibung abgesehen werden, v:n Ueppigkeit und unnötigem Ueberfluß. Aber hs ist recht' und gut so, denn „Ueberfluß macht liberdruß", wie der Volksmund sagt. Auch ist ja lite Kinderhand leicht gefüllt, und bei dem rechten Und was das Schenken anbetrifft, so wird es bestimmt dieses Mal ganz besonders viel Freude machen, gerade weil wir die notwendigen Taschentücher und alle die anderen nützlichen Dinge nicht schenken können. Hatte es nicht gerade den Sinn des Schenkens überhaupt genommen? Schenken zum Weihnachtsfest heißt ja gar nicht, den Gaben- tisch mit notwendigen Anschaffungen volladen. Weihnachtliches Schenken bedeutet ja, einen geheimen Wunsch erfüllen, irgendetwas Besonderes, Schönes, ein Geschenk finden, das schön ist, weil es ja eben gerade nicht notwendig, nicht nützlich ist und nicht unbedingt doch anaeschafst werden muß. Unb wer aus diese Weise zu schenken versucht, wird sehr bald herausfinden, daß Schenken und Beschenktwerden mit solchen Herrlichkeiten unendlich viel schöner ist und unendlich mehr Freude machL Das Allermerkwürdigste aber ist, daß man heraus- findet, daß diese Art von Geschenken alle bezugscheinfrei sind. Oder wie steht es mit dem schönen tanggewünschten Buch, einem Bild, einer Lampe, blühenden Kaktee, einem Gutschein für die Lieblingsoper, einer Vase oder einer dieser schönen Schalen, die das Zimmer so warm machen und ihm die persönliche Note geben, die wir bei anderen so angenehm empfinden. Nein, auf solch sinnvolles Schenken, auf solches weihnachtliches Freudebereiten wollen wir nicht verzichten. Im Gegenteil, um dieses kommende Weihnachtsfest wollen wir uns noch mehr mühen und sorgen, damit die Liebe unseres Herzens an diesem Fest noch wärmer strahlt, noch heller leuchtet und inniger zu wärmen vermag. Lisa Peck. Warum nicht? Sie schmeckt sogar doppelt so gut, wenn es draußen stürmt und schneit, und manche Gemüse kann man jetzt noch frisch aus der Erde genommen, kochen, genau so wie im Sommer. Hierzu gehört der Spinat, der dis tief in den Winter geerntet wird, aber im Frühjahr als eines der allerersten Frischgemüse wieder auftaucht. Er zählt zu unseren vitaminreichsten Gemüjen, Da er Die Vitamine A, B, C enthält sowie — was sehr wichtig ist — auch das antirachitische Vitamin D dessen Mangel in der Nahrung des Kleinkindes das Auftreten der „Englischen Krankheit" hervorruft. Zugleich ist Spinatmus auch io leicht verdaulich, daß man es recht kleinen Kindern schon zu essen geben kann, und Damit ist der Spinat denn in erster Linie eine ausgezeichnete Kindernahrung. Anderseits ist er auch deshalb wertvoll, weil sich unter seinem Mineralstoffgehalt auch reichlich Eisen findet wie auch ausnehmend viel Blattgrün, das besonders bei der Blutbildung eine bedeutsame Rolle spielt. Der Spinat, dessen Ursprungsland wahrscheinlich der Kaukasus ist, hielt seinen Einzug in die deutsche Küche erst im 16. Jahrhundert, fand aber anfangs wenig Liebhaber; freilich reichte das der einstigen Wildform immer noch ähnliche Spinatblatt von damals an die Dickfleischigen, tiefgrünen und saftigen Blätter unseres Spinats bei weitem nicht heran; zudem war man an ein anderes Blattgemüse gewöhnt, nämlich an den Amarant, dessen Anbau noch bis ins 16. Jahrhundert eifrig und sogar im großen betrieben wurde Die fortschreitende Kultivierung Des Spinats verdrängte aber den Amarant so gründlich daß er fast ganz vergessen ist. Weil der Spinat nicht nur so appetitanregend wirkt, sondern auch die Biwung des Magensafts fördert, hat Versendung von Lebensrnitteln, wie Kuchen und Obst, ist abzuraten. Ganz zuoberst in unser Päckchen packen wir die stoßen, zerbrechlichen Dinge: selbstgebackene Plätzchen, Bonbons oder was wir uns sonst für unsere Sieben aufgespart haben Ein Tannenzweig und ein Kerzenhalter mit Licht bilden den Abschluß, so daß der Empfänger des Päckchens schon beim Oeffnen in weihnachtliche Vorfreude gerät. Vielerlei ließe sich noch, dem persönlichen Geschmack angepaßt, in das Päckchen legen. Wie bei allen Dingen gilt es auch hier nur, genau und mit Siebe zu überlegen. Und wer täte dies nicht gern, C3 darauf an kommt, Festfreude zu spenden. St Molaus. fidj Englands Kriegführung in rütffitfifsfnfpr We,,e nicht allein gegen unsere bravenMgr üen und Blauiacken. sondern planmäßig durchaus a u ch gegen die Familie als die K-im.ei,- Äolkhett und damit sogleich als die Hauptfäule d» Hkimatfront wendet, ist unverkennbar - genau wie vor 25 Jahren — die größte moralif*? l°l'ung britischer Gewaltpolitik überhaupt. Und ses Bestreben, die Familienbaude zu lockern Furcht in die Herzen der Frauen zu säen und die Volks - 'tlär erfreulicherweise unzulängliche Ul^e $u untergraben, wobei solche t-ust.schen Planen zumal auf die Heranwachsende Ju- a^1.elEI3- buut sich keineswegs auf kalter Rach- sucht allein, sondern aus sehr schlauen Berechnung?» Alb,ans auf. Die englischen Politiker wißen aus der englischen Geschichte, wie wirksam eine Kn"eq- suhrung fern kann, wenn sie die Volksnerven zu zermürben geeignet ist Auch der tapferste Soldat wird in ferner Kampfkraft geschwächt, wenn ihn Sorgen um das Wohlergehen der Seinen daheim plagen, wenn er nach schwerem Dienst für b™ Bundes Verteidigung keinen erquickenden Schlaf finden kann weil ihn traurige Nachrichten über die Gesundheit und Lebenshaltung der Lieben zu Hause quälen. Haben doch erfahrene Rührer Des Deutschen Volkes festgestellt, Daß Die Schlagkraft eines Heeres immer Durch Die innere Ruhe Des Wns, Dur^ Die Frische der Nerv en kraft bedingt ifi. Fichte stellte vor Den Befreiungskriegen fest daß -s „die Kraft des Gemütes sei, di« Siege erfechte ; Bismarck sagte, „Das Herz und dessen Stimmung ist A l l e s im Gefecht. Di« Kops- zahlen machen es nicht, wohl aber Die Begeisterung .e.5' die Schlachten gewonnen haben. Unh Hindenburg erkannte bereits 1914 Daß Die neuzeitlichen Kriege von Dem gewonnen 'werden, Der „Die stärksten Nerven habe" Grüne Küche im Winter Von M. A. v. LiiigenDorff. ' Was soll man Denn nur in Diesem Jahr zu Weih- ' nachten schenken? Das ist die Frage, Die im Augen- 1 blick alle Frauen und Mütter bewegt, die Doch so 1 9^rn schenken, Mann unD Kindern zum Weihnachtsfest alle Wünsche erfüllen möchten und keine Mühe scheuen, um viele Stunden zu beraten und zu wählen, um Freude zu machen. Ader in diesem Jahr, zu Kriegsweihnachten, haben sie nun plötzlich alle Freude und alle Unternehmungslust verloren. Und warum? Weil es Diesen oDer jenen Gegenstand gerade nicht oder nur gegen Bezugschein zu kaufen gibt, weil sie Den Jungen mdjt, wie sonst zu Weihnachten üblich, gleich für Das ganze Jahr ausstatten können (das ist so praktisch, Denn er braucht es ja doch und man hatte Darm gleich etwas aufzubauen), weil sie Dieses Mal nicht Den berühmten Weihnachtspudding machen können, Der 10 Eier braucht, unD meit man doch £ben im Krieg gar keine richtige Stimmung zum Weihnachtsfest-feiern hat. Dabei gilt es gerade in diesen Kriegs« Weihnachten mehr denn je, Freude zu machen — all unseren Soldaten, die draußen für Die Heimat kämpfen, allen, die krank oder verwundet im Sazarett liegen, allen Kindern, für die das Weihnachtsfest auch in diesem Jahr die „fröhliche, selige Zeit" bedeutet und überhaupt allen Menschen, weil ja gerade dieses Jahr jeder der Siebe des anderen doppelt versichert sein will, well jeder sich noch besonders nach dem Glück solcher still-heiteren und besinnlichen Stunden sehnt, wie sie doch nur der Weihnachtsabend zu geben Und Darum müssen wir Frauen Doppelt bereit fein, um dieses Weihnachtsfest warm und innig zu geftalten, so schön, daß Groß und Klein sagen soll: So schon war es noch nie! Auch wenn Der neue wollene Schianzug und das Dutzend Küchenhand- tucher auf dem Weihnachtstisch fehlen, auch wenn wir nicht von morgens bis abends Süßigkeiten schleckern können, um hinterher mit fürcherlichen Magenschmerzen Dafür zu büßen, und auch wenn es Diesmal Das traDitioneße Festessen nicht geben kann. ihn ein russischer Forscher Den „Staubsauger Des Magens" genannt. Ein französischer Schriftsteller des 18. Jahrhunderts behauptete einmal, alle Gemüse seien nur ein „Mittel zum Zähneputzen und Mundspülen", Da sie keinen Geschmackswert besäßen, aber zur gleiche^ Frage stellte sich ein deutscher Feinschmecker fünfzig Jahrer später ganz anderes ein. Er war ein begeisterter Verehrer Des Kohls und erklärte: „Der Kohl gibt-sich tausend Fantasien Der Kochkunst hin!" Nun, Das stimmt auch, weil Kohl in jeder Art und Zubereitung gut schmecken kann. Dazu kommt, daß es ausgesprochen frostharte Winterkohlarten gibt, ja Der Grünkohl überhaupt erst so recht wohlschmeckend wird, wenn er leicht durchfriert. Da sich in Den gefrorenen Blättern Der Traubenzucker bildet, Der ihm Den zarten Geschmack gibt. Also auch den Grünkohl mit seinen dicken, feingekrausten Blättern kann man im Winter als Frischgemüse essen; selbst unter Dem Schnee geschnitten, läßt er sich noch verwenden. Der G e m ü s e k o h l ist ein Nutzgewächs Der Germanen. Wenigstens war Den im germanischen Land lebenden Kelten Die Pflanze schon um Die Mitte Des ersten Jahrtausends v.Z. bekannt, was immerhin einem weitzurückreichenden „Stammbaum" entspricht. Die Griechen und Römer Des Altertums pflanzen ihn gleichfalls, aber es ist nicht ZU verwundern, daß sie ihn, so wie er damals aussah und schmeckte, noch nicht zu schätzen verstanden. Kohlköpfe, so groß, dichtblättrig und so prächtig grün, hätte man sich einfach nicht vorstellen können. Und ebensowenig ein Zuchtprodukt wie Den K o hlrabi, dessen untersten Stengelteil erst die gärtnerische Kunst in Die bis 5 Kilogramm schwere. Für den Wintersport zeigen wir heute ein paar praktische Sachen, die sehr gut aus Getragenem herzustellen sind und auch auf dem Weihnachtstisch große Freude machen dürsten. Der Eislaufsweater in der Mitte ist aus Dunkelblauer, roter, weißer und hellblauer Wolle gestrickt, die aus zwei getragenen Westen und einem Pullover gewonnen wurde, und zwar sind Aermel, Rollkragen und Schoßteil dunkelblau, während das Blusenteil in den restlichen Farben g e - si r e i f t ist. Der schmale ßeDergürtel ist rot. Aus braunen, gelben und naturfarbenen Rechtecken ist b i e Strickbluse links zusammengesetzt. G4n Monogramm und Helle Schnür- st i ch e über den Nähten sowie ein buntes Hals- t u ch sind der Ausputz. öhenken kommt es mehr auf Das „Wie" als auf „Was" an. Von Liebe werden Die Deutschen falber auch in dieser ernsten Zeit, ja gerade in Men besinnungsreichen Tagen umgeben sein; und kr Geist Der Liebe ist es, Den St. Nikolaus, Des hristkinds Vormann, preDigt unD aussät. An sol- h« Liebe in Volk und Familie, die uns neue :ielenfraft beschert, wird aller Feindhaß dieser zerschellen! Werner Lenz. Alljährlich, in der Vorweihnachtszeit, beginnt Die H Der kleinen Heimlichkeiten, mit ihren Freuden M Sorgen oder, besser gesagt, Vorsorgen. JeDes Ll fanilienglieD ist bemüht. Die Wünsche Des anderen f erraten, um sie überraschend erfüllen zu können. . leichtesten sind stets Die Kinder zu beschenken; WM abgesehen von praktischen Dingen, erleichtern ‘ P uns die Ueberlegung Durch geschriebene Wunsch- M van oft unermeßlichen Längen. Schwieriger Wgen war es seit jeher, Den Mann ober Den jnutigam zu bedenken, Da Frauen oft fälschlich Der Wicht huldigen, Daß Männer ja doch „alles schon jten". Heute, wo Mann, Sohn oder Bruder im Kde stehen, wird Die Frage Der Geschenkwahl ver- M-t auftauchen. Jede Frau möchte ihre Lieben "r draußen zum Feste besonders erfreuen und itird) eine mag ratlos in Gedanken erwägen, wo- F’i dies bei „ihren" Soldaten der Fall sein möge. Wirklichkeit ist dies gar nicht so schwer; denn jj einiger Ueberlegung läßt sich vielerlei finden, -w allzu umfangreich dürfen die Gaben nicht sein, jtolit sie das zulässige Feldpostgewicht des 1-Kilo- Vdchens nicht überschreiten. ISO! isgarten „ !) l 5-21« > Midi rrün leuchen, Tieit, iF. für Wit- , Muster?. mkopi mdel, äner Str.» «riegsminterbUfswerts. 15 45: JBom Wn jur ; 3 W 2 ErMlun^en aus dersaar- un- werden dürfen. Das Blindenhandwerk ist daher in stärkerem Maße als bisher auf öffentliche Auftrage «rior irhcy 'sh Erwarben sich lebhaften Beifall. Der Wend Verbrechen des Volksoerrats Mitangeklagter fr h f Qme(f, gut zu untechalten und Kraft ss*»ä wm säääj >.«- - -f- dort Kaffeeplontagen erworben. Nach ferner Rück- ! haben. Amtsgericht Gietzen. gjL-'fport Die MW.-Spiele des Zachamtes Handball! MU CARL DUNCKER VERLAG•BERLIN 6 S S T\m. <25 - I UM. 2.70 Aus der Stadt Gießen. Aufträge für das Blindenhandwerk. in: il" rid Dl 3« Si m fe L ter Bitt kail der »er ltn' Dich Das Blindenhandwerk leidet gegenwärtig unter Auftragsmangel, da verschiedene von ihm verarbeitete Rohstoffe gegenwärtig nur für Wehrmachts- und andere lebenswichtige öffentliche Auftrage verwendet angewiesen. Der Reichsinnenmlnister hat deshalb Oie Nachgeordneten Dienststellen und die Gemeinden ersucht, bei Auftragserteilungen blinde-Besen- und Bürstenmacher, Korbmacher, Seiler, Mattenflechter und Strickerinnen weitestgehend zu berücksichtigen. !h« fll ! * Modi .eine Bien, Schi! Un Äoni M zl°ß um e M jÖ DH ichm 2m iuch j0|Q Hin Gießener Schlachtviehmarkt. Auf dem gestrigen Schlachtviehmarkt (Schlacht- ir na Ji I» w cheil Hin Mi 1 W. müffei 'M nicht Idin, Ue Berl mneut Ihviei ni jeous4 iiB W über (] feie V 'i Ny bube iit „21 J A U‘. ?iod ^«hei He» Pvtiq fefid W Achill N i Äkadi Nnt Net 'in btji *2 vt L nUßuife empfand, es gibt soviel seine und leise Dinge^ Und es war nicht einfach, sich gegen diese Stimmen und Gefühle zu wehren, die das Herz bestürmten. Sie sah in den Garten hinaus. Es war draußen kehr 1898 leitete er die Plantagen von Frankfurt aus und sorgte für den Absatz der Produktion. In der Folgezeit erwies er sich als steuerunehrlich. 3um Teil verschwieg er den Plantagenbesitz, zum Teil machte er falsche Angaben über das Betriebsvermögen. Nach den vom Gericht in umfangreichem Verfahren getroffenen Feststellungen verstieß er ge- qen das Volksverratsgefetz vom 12. Ium 1933 durch Nichtanbietung von 500 000 Dollar, ferner meldete er den Besitz von 250 000 Dollar nicht an, und schließlich verfügte er über einen gleich hohen Betrag ohne Genehmigung der Devisenstelle. In einer dem Finanzamt abgegebenen eidesstattlichen Der- sicherung waren unrichtige Angaben über den Plantagenbesitz enthalten. Mildernde Umstande wurden dem Angeklagten trotz seines hohen Alters versagt, da er in hartnäckiger Weise leugnete und eme ausgesprochene Kampfstellung gegen das Gericht em- nahm. Kreis Büdingen. ff* ! cN R „Bitte. Hier Doktor Heitfeld. Um was handelt es ^^Nun wurde der andere lebhafter: „Entschuldigen Sie Herr Doktor, daß ich Sie selbst bemühe. Hier spricht Dekken, ein Bekannter von Herrn von IRo« ravitzky. Er wohnte bis zu seiner Abreise hier mit mir in der gleichen Pension. Er bat mich, bet Nachfragen nur anzugeben, daß er verreist wäre, ohne ein Ziel zu nennen. Eine Anschrift, wohin etwa ein- gehende Post nachzusenden wäre, wollte er nw o- fort nach dem Eintreffen drüben geben. Und nun kam gestern ein Telegramm und heute früh ein An ruf. Ein Anruf aus Belgrad. Don demselben Mann,, der schon telegraphiert hatte." Aus Belgrad?" fragte Waldemar Heitfew. Einer aufmerksame Gespanntheit trat in sein Gesicht. Dekken erwiderte: „Ganz recht — aus Belgrads Und sprach eifrig weiter: „Ich sagte, daß ich W ravitzky das Telegramm nachsenden wollte, M Augenblick aber keine Adresse habe. Da aber diese- Herr Zaduk aus Belgrad sich weiter erkundigte » « Frau Domtat in Berlin wäre, so wollte ich diel doch von dem Anruf benachrichtigen. Vor allem ave, wollte ich wissen, wie ich Moravltzky jetzt schnellsten» $ Schöne Leistungen und spannende Kampfhandlungen gab es im Spiel zwischen Dutenhofen und Hochelheim. Schade, daß dieses Treffen nicht besser besucht war. — Der Mtv. hatte eine recht spielstarke zweite Garnitur nach Heuchelheim entsandt, die um ein Haar gewonnen hätte. Bis zur Halbzeit jeden- falls sah es ganz danach aus. — Eine gute Flgur gab Großen-Bufeck in Londorf ab. Dor vielen Zuschauern wurde beiderseits mit Erbitterung ge- auf — Matthias Heitfeld ließ sich bei seiner alten Freundin Anna-Elisabeth Rückstein melden. In einer halben Stunde ging der Zug, der ^e alte Dame heimwärts bringen sollte. Heitfeld wollte sie zur Bahn begleiten. Unten wartete schon der Wagen. Komm nur herein, Matthias!" rief Frau Ruc^ stein, und sagte zu dem Zimmermädchen, das noch bis zuletzt beim Packen geholfen hatte, es mochte jetzt reifte Heitfeld die Hand: „Nett, daß du nur | noch einen Abschiedsbesuch machst, Matthias! Und sogar Blumen — ich danke dir — „Es^ist hübsch, wenn man auch noch irn Alter so nett behandelt wird." . „ . . Matthias Heitfeld lachte: „Gleich wirst du sagen, olles wäre nur Berechnung — die Blumen und die Nettigkeit. Ich möchte näml'ch eine Gegengabe, —Homberg, 5. Dezember. Die NS.-Gemeinschaft ,Kraft durch Freude bereitete den zahlreichen Besuchern der bis auf den letzten Platz besetzten Stadthalle wieder Einmal zwei unterhaltsame Stunden. Die „Grillenftnger gaben ein Gastspiel, warteten Mit tänzerischen, tmifiralt« Das Mädchen Hopfte und mahnte °°n der Tur her: „Sie werden jetzt fahren mMen, gnad ge Frau. „Komm, Anna", fagte Matthias heitfeld, „Ich nehme deinen Mantel — gib mir auch die Tafche — ’°äüf die letzte Frage der Frchi antwortete er nicht, * Das Telephon im Chefbüro läutete. Das junge Mädel,,das Luise Dornkat wahrend der beiden Tage ihrer Dresdner Aufgaben vertrat, mochte vergessen hoben, den Apparat zurückzustellen. „ Doktor Heitfeld nahm den Hörer ab: Heitfeld. Eine Männerstimme meldete sich und fragte nach ^Frau "Domkat ist nicht im Hause", antwortete I Gin'Ausruf des Bedauerns drüben. Die Frage bann: „Verzeihung, wann ist Frau Dornkat wieder zu erreichen?" ©^(Stimme wurde unschlüssig. „Vielleicht könnte ich aber doch eine Auskunft erhalten — in einer j dringenden Sache." alte Frau — sehr aufrecht und sehr lebendig I heute - sah den Freund und Liebsten der Jugend verwundert an: „Was könnte ich dir geben, Mat- thias? Du haft mir soviel voraus — em jugendliches Herz und auch wohl ein fröhlicheres Leben. Matthias Heitfeld strich wie m leichter Der egen- heit über das graue Haar. Er wußte, Anna-Elisabeth hatte recht. Er wußte, daß sie nun, da der Abstieg des Lebens da war — er hatte übrigens noch nie- Von einer Lokomotive überfahren und getötet. * Lang-Göns, 6. Dez. Heute morgen gegen 6 Ubr ereignete sich auf der Main-Weser-Bahn bet unserem Orte ein schwerer Unglücksfall. Der 55jahnge Hilfsweichensteller August Schmidt von Lang- Göns, der sich auf einem Dienstgang auf der Strecke befand, wurde von einer ßofomot sve, deren Herannahen der bedauernswerte Mann nicht bemerkt hatte, überfahren und auf der Stelle getötet. Drei Tote bei einem Verkehrsunfall Lpd. Frankfurt a. M., 4. Dez. Ein folgenschwerer Unfall, der drei Tote und einige Verletzte forderte, ereignete sich an einem der letzten Abende an der Kreuzung der Autoumgehungsstraße mit der Landstraße Sosse"heim- Eschborn. Dort rannten mit großer Wucht 3 m e l Kraftwagen zusammen, urobei einer der Wagen vollständig zertrümmert und der andere schwer beschädigt wurde. Von den Insassen war einer sofort tot, der schwerverletzte Fahrer und em weiterer Schwerverletzter starben spater ,m Kranken- Haus. Außerdem forderte der Unfall noch einige weitere Verletzte. • 6 Jahre Zuchthaus und eine halbe Million Mark Geldstrafe Nn Sfcir Me ■A s H Ni ere Soldaten Ä: Berichte vorn Landesernährung-, amt. 18.25: Otto Dobrindt spielt Dazwischen: 18.30. Aus dem Zeitgeschehen. 1910: 20: lichten. 20.15: Uebertragung vorn Deutschlandsender Dazwischen: 22 bis 22.15: DD-Nachrichten. 24 bis 24.15: DD-Nachrichten. Verbrechen gegen das Volksverratsgeseh. Lpd. Frankfurt a. M., 5. Dez. Nach mehrwöchiger Verhandlung verurteilte ami Dienstag das Sondergericht den 71jährigen Katt Remigius Hermann D i ° tz - aus Frankfurt am Main, M>s°n Volksverrats, Devisenverbrechens und Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung zu 6 Jahren Zuchthaus, 500000 R M. Geldstrafe und S Jahren Ehrverlust. Im Nichtbeitreibungsfall sind für je 1000 RM. ein Tag Zuchthaus zu verbüßen. Dem Angeklagten wurden «Monate der Un er- Tv. Beuern — DfB.-R. Gießen 6:2 (2:2) Tv. Nauborn — Tv. Garbenheim 12:3. Die Mtver gaben in Hörnsheim eine gute Figur ab. — Ein fchwaches Spiel gab es in Garbenheim. Beide Mannschaften bemühten sich keineswegs, ihr wahres Können zu zeigen, verlegten sich vielmehr daraus, so primitiv wie möglich den Sieg sicher- 20. Fottsetzung. (Nachdruck verboten.) < Was wurde noch gesprochen an diesem Abend auf ; der Terrasse des Heitfeldschen Hauses? In Worten nichts, was eine besondere Deu ung bekommen konnte. Aus Heitfelds Augen leuchtete Lebendigkeit und Energie. Er sprach von wetten R^sen. die er gemacht hatte. Auch Luise war m der Wett herum- gekommen. Sie war gewiß nicht immer so sicher und mit wohlgefüllter Börse gereist wie der Doktor Hett- seld. Bunte Erinnerungen — von denen sie nicht sprach. Wanderbühnen, Tourneen mit Verpflichtungen für kleine, oft erbärmliche Banet6s Dann der Aufstieg — Filmreisen. Sie war gewiß nicht mtt geschlossenen Augen an den Schönheiten der Wett vorübergegangen. Und doch schien es ihr, als Hutten manche Eindrücke wie unentdeckt geschlummert Und nun, in diesem. Gespräch mit dem klugen und eben- biqen Mann Erschien ihr alles, was sie m ihrem Leben auch an Schönem erfahren und gesehen hatte, plötzlich wie eine Entdeckung bei sich selbst. Aber sie sprachen an diesem herrlichen Abend, in dieser stillen, milden Luft auch noch von Geschäften. Ja sie sprachen wirklich von Geschäften. Und daß es gut wäre, wenn Luise in der kommenden Woche auf einen oder zwei Tage nach Dresden hinuberfahren würde. Zu der Ausstellung dort. Bevpo Brehm fuhr hin und zwei Damen, die für den Erkauf bestimmt mären. Später sollte Warnte dort fern Luise aber sollte der ganzen Geschichte noch den letzten Dreh geben, wie sich der Doktor ausdruckte. „Das können ErO^ob^fein^Glas und grüßte die Mitarbeiterin. eia er betonte dieses Verhältnis — daß sie des Vaters und seine sehr geschätzte Mitarbeiterin war. So ging das Gespräch. Und doch waren sie sich beide klar darüber, daß zwischen ihnen sehr viel Unausgesprochenes stand. Diele Fragen und viele Sehn- suchte fühlte dex Mann. Aber er wußte auch, diese Stunde durfte er noch nicht zu solchen Fragen *» Der Oberhessifche Gebirge v e r e i n, Zweigverein Gießen, hielt am Sonntag seine Manatsversammlung, verbunden mtt derAdventsfeier, ab. Es war eme recht stattliche Anzahl Wanderkameraden erschiene. Der geschäftlicheTeil brachte u. a. einen kurzen Rückblick auf die Novemberwanderung und den Vorbericht auf die am kommenden Sonntag durchzufuhrende letzte ^esjahrlge Wanderung nach dem Wettenberg —Krosdorfer Forst—Wißmar. Beim Tannengrun der Advents- kränze und im Lichterschein der Kerzen fand die Adventsfeier statt. Im Lied-, Wort- und Musikvor trag wurde dieses Vorfestes unserer schonen deutschen Weihnacht gedacht. chester des Reichssend-ers Köln. 7 bis 715. richten. 8: Gymnastik. 8.20 bis 9.30: Musik am Vormittag. Es spielt das kleine Orchester des Reichs- senders Frankfurt. 9.10: Was wir Frauen heute wissen müssen. 9.30: Schulfunk (Mittel- und Ober- stufe). Wir senden für die Land sch utt: . ,Bauer lich es Hauswerk im Winter." 10: Frohe Weisen Es Piett das kleine Orchester des Reichssenders Frankftirt. 11: Konzert. 12: Stadt und Land — Aand in Hand. 12.10: Mittagskonzert. 12.30 bis 12.40: Nachrichten. 14: Nachrichten. 14.15: Konzert zum Besten des Der R. O. in Bad-Nauheim, zur Zett in Untersuchungshaft, ist angeklagt, am 26. Ium m Bad- Rauhem ein Sittlichkeitsverbrechen begangen zu haben.Nach Dernehmung des Angeklagten, der die Tat bestreitet, und einer Reihe von Zeugen wurde die Verhandlung auf Freitag, 8. Dezember, vertagt. Itundfunkprogramm Donnerstag, 7. Dezember. aitung. irr TaBie nuu; ut.i i „Die Geschäfte interessieren mich nM^mehr". sagte preßte seine Lippen dar- die Frau. „Aber ich freue mich, blch dann für em paar private Stunden in meinem Hause zu sehen. Du wirst doch kommen?" m Das ist selbstverständlich, Anna. Und die Geschäfte werden vielleicht nicht so wichtig sein wie persönliche Gespräche!" entgegnete Heitfeld. Anna-Elisabeth sah ihn an. Sie fragte: „Wie erreiche." Das energische Gesicht des Iuniorchefs der Pap fümerie Heitfeld zeigte eine zornige Entschlofsenye«. Die rechte Hand hatte den Namen MiftieschrleveiL Da stand er auf dem Block: Zaduk! Die Worte ab«, die Heitfeld sprach, klangen verbindlich: „Herr vow Moravihky befindet sich auf der ,Bremen. n Dampfer trifft in drei Tagen in Neuyork ein. kann Ihnen vielleicht behilflich sein. „Das wäre furchtbar liebenswürdig. , , Wir schicken heute eine Luftpostsendung an unfet Haus in Neuyork. Da geben wir das Telegramm a . besten mit. Da bekommt es Herr von Moravitzky seiner Ankunft. Denn daß er sich gleich In unserer' Geschäftshause melden wird, nehme ich an. „Das wäre sehr nett, wenn sich das fo mache liehe. Ich darf Ihnen also das Telegramm schicken , „Bitte. Und noch etwas: Sie erreichen Frau Dom« tat morgen früh telephonisch hier im Kontor, u wäre gut, wollten Sie Punkt halb neun anru ^ Später sind Besprechungen — es würde da, ^Selbstverständlich. Vielen Dank, Herr Doktor/ Waldemar Heitfeld legte den Hörer auft Er sprang auf und ging eilig durch da» 3twn» Seine Gedanken arbeiteten. (Fortsetzung folgt.) kämpft. Wenn auch die Pkatzbesitzer ^verschiedenttich sichere Chancen ausließen, so haben die Gaste ttotz- dem bewiesen, daß sie etwas können. Zugendfußball der (Spielvereiniaung 1900. Großen-Linden I — 1900 I 2:5 (0:1). Am Sonntag bestritt die 1. Jugend der SMver- einigung ein Freundschaftsspiel in Großen-Linden. Nach 15 Minuten Spielzeit kamen die Gaste durch ein Eigentor der Großen-Lindener zur Führung. Die Gastgeber drängten nun heftig, ihre Angriffe wurden aber immer wieder von der Hmtermann- schaft abgewehrt. In der Folge wurde der Sturm der Blauweißen mehrmals gefährlich, es blieb iedoch bei 1:0 bis zur Pause. Nach dem Wechsel zoE die Blauweißen mächtig los aber ^rch ein^ Fehler der Hintermannschaft fielzunächst der Au^gleuh- Dann aber nahmen die Gaste das Heft m bie S)anö, erböbten auf 3:1, die Großen-Lindener holten noch ein Tor au durch zwei weitere schone Torschüsse mnUr?e aber b« Sieg für 1900 sicher«. 2 - Blauweißen spielten in der Aufstellung. Flick St e (er, Bötz, Schönecke, Heeg, Dahmer, Reuling, Theiß, Weniger, Deeg und Barschel. Verbot des Naturallohnes. Die Hauptvereinigung der deutschen Getteide- und Futtermittelwirtschaft teilt u. a. mit, daß nach den geltenden Bestimmungen jebe Berechnung von Naturallohn im Lohn- oder Umtauschgeschaft der Verarbeitungsbetriebe grundsätzlich untersagt i] . Nach § 30 der Verordnung über die öffentliche Bewirtschaftung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen vom 27. 8.1939 sind Vereinbarungen darüber, datz die Vergütung für die Verarbeitung bewirftchaste- ter Erzeugnisse in einem Teil der zur Berarbettung übergebenen Waren oder der daraus hergestellten Erzeugnisse besteht, unwirksam. Hernach sind aue Naturalvergütungen verboten. Dieses B^bot L> - zieht sich nicht nur auf die Lohn- und Umtauschmüllerei, sondern auf alle Verarbeitungen, insbesondere auch auf die Lohn- und Umtauschbackerei, sowie auf die Lohn- und Umtauschrosterei Da m allen diesen Fällen die Gewährung von Naturallohn in jeder Form unzuläßig ist, darf nur ber je- roeils maßgebende Barlohn berechnet werden. Em Selbstversorger, der in einem Bäckereibetneb Mehl gegen Brot oder andere Backwaren umtauscht oder zu den genannten Erzeugnissen verarbeiten laßt, muh also als entgelt hierfür den festgesetzten Barlohn zahlen. Die Belassung einer „bestimmten Menge der angelieferten Mahlerzeugnisse als Vergütung für den Bäcker ist nicht gestattet. Wenn das Programm in der vorgesehenen Fas- iu.ru Durchführung kommen konnte, ° lag das nicht zuletzt wicber daran, daß abermals teilwelje noch in letzter Minute, Spiele ausfallen mußten. Die restlichen Paarungen führten mcht überall zu be' iedigenden Ergebnissen. Trotzdem hat dieser erste Einsatz gezeigt, daß die Handballer den an sie ergangenen Ruf verstanden und von sich aus alles getan haben, um dem Einsatz zum Erfolg zu Tendenz: im Verlaufe fester. Frankfurt a. M., 5. Dez. Im heutigen Börsenverkehr bewegte sich das Geschäft in engen Grenzen. Die Zurückhaltung hat sich eher noch verstärkt. Die Grundtendenz blieb aber m Anbetracht der starken Geldflüssigkeit durchaus fteundlich, auch setzten sich aus dem Publikum Anlagen fort, nur hatten sie eben kM Format. Anderseits erfolgten auch mäßige Verkäufe, so daß am Aktienmarkt die Kurse erneut uneinheitlich lagen. Die durchschnittlichen Abweichungen hielten sich bei 0,50 bis 1 v.H. Stärker verändert waren Rhemmetall mtt 12y^-.o (122,50), Zellstoff Waldhof mit 112 (113,75), WS. mit 144,75 (146), anderseits holten Hoesch Elsen von ihrem gestrigen Dividendenabschlag.etwas auf mtt 108 65 (107,25). Don den führenden Papieren zogen IG-Farben auf 159,75 (159,40), Verein. Stahl auf pari (99,90), Rheinstahl auf 134,65 (13375) an während Mannesmann 0,65 v. H. einbußten auf 106,13 und AEG. mit 119,50 behauptet blieben. Weiter fest waren noch Bernberg mit 129 (128,25). Der Rentenmarkt lag still, doch verblieb auch hier Anlageinteresse, besonders in Pfandbriefen und in Steuergutscheinen der Serie II, wahrend Serie I tolles Geschäft hatten. Reichsaltbesitzanleihe gewannen 0,65 v. H. auf 136,50, ferner Dekosama I 0,50 v. H. auf 141 und II 0,25 v. H. auf 161,50. Ligui-Psandbriefe, Jndustrieobligationen und Stadt- anleihen wiesen bei ruhigem Geschäft nur geringe ' Schwankungen auf, ebenso Staatspapiere. Steuer- . gutscheine I per April-Mai gingen spater auf 99,13 • nach 99,20 zurück. Unnotierte Werte lagen still. Tagesgeld ° unverändert 1,75 v. H. ___ (T\ Nidda, 5. Dez. Dieser Tage fand im Garn- brinussaal ein Vortrag über „Bch-lssmaßigo tz-r- richtung von Luftschutzraumen burch. Luftschutzführer Rück (Büdingen) statt. Eine stattliche Zahl von Hausbesitzern uni> -fonftigen sich eingefunden. Der Vorttagende gab zahlreiche Anregungen, die die Einrichtung eines einigermaßen zweck entsprech enden Schutzraumes auch bort ermöglichen, wo die Verhältnisse etwas unvorteilhaft liegen. Diesem Vorttag gingen Ausführungen des Kroisgejchästsführer Lehr (Büdingeu) über ®run5; sätzliches zur Verdunkelung und über das Derhal ten bei Fliegeralarm und Flakfeuer voraus. Kreis Alsfeld. Roman von Meta Brix A. Sch. in Rödgen ist angeklagt, am 22. September auf einem fremden Baumstück ber Gemarkung Rödgen die Bäume geschüttelt zu haben so daß das heruntergefallene Obst nicht als Tafelobst, son dern als Fallobst verwendet werden muhte, wodurch ein Schaden von etwa 40 bis 50 RM. entstand. Der Angeklagte, der einen Racheakt begangen haben soll, bestritt jegliche Schu^-. Der An- tlageoertret-er beantragte eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten. Seitens der 23erteibtaung würbe Freisprechung beantragt, da dem Angeklagten eine Schuld nicht nachgewiesen werden könne. Die Ent- sung nicht zu. ^idung wird am Freitag, 8. Dezember, verkündet, laa das nicht Strafkammer Gießen. Aus Dem ge ingen V— I viehverteilungsmarkt) in der Diehv^steigerungshalle Rhein-Main in Gießen kosteten Ochsen ^4 50, Bul- len 35, Kühe 15 bis 44,50, Färsen 41,50 bis 44,50, Kälber 35 bis 65, Schafe 35 bis 43 Rpf- je /i kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,10, bl (135 bis 149,50 kg) 1,10 bj (120 bis 134,50 kg) 1,10, c (100 bis 119 50 kg) 1,08, d (unter 100 kg) 1,02, e—f (unter 80 kg) 0,98, al (fette Specksauen) 1,10, i (Alftchneider) 1,10, g2 (andere Sauen) 1,10, h (Eber) 1,06 RM. Marktoerlaus: Alles ausverkaust. Mein-Mainische Börse. oerbelfen. „ , , Die Spiele: Tv. Hörnsheim - Mtv Gießen 7:11 (5:3) Tv. Garbenheim — Tv. Münchholzhausen 12:10 (6.7) Tv. Dutenhofen — Tv. 7:12 (4:7) Tv. Heuchelheim - Mtv Gießen 6:6 (2:5) 6 Uhr: Landvolk, merk' auf! 6.10:, Morg^gym- Tv- Londorf - ^^4^.7) nasttk. 6.30: Fruhkonzert. Es spielt das große Dr —______________________ ^7 1 , . Der See aber glitzerte in -itt-rndem Gefunkel. ^^^beugte sich^über^die schmale, unruhige Hand »ÄÄ aufanen Lotten Schultern. MWZWPWSW den Kops: „Nein - es ist schon wurden^schmal^ls si°^t°:^K°m.,che„Ideen has p°Sie wanilte ihm ihr Gesicht zu, leuchtend imb ^^e, I sot....... Händen der Frau - er —hnr‘