Mittwoch, 6. September 1939 189. Jahrgang Nr. 208 Erstes Blatt Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittag» Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Te;t- anzeigen von70mm Breite 50 Npf.,Platzvorschrist nach vorh. Dereinbg.25°/s mehr. «rmahigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie ein- spaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- tu behördlicheAnzeigen6Rpf. 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Das Kampfgebiet in Polen. (Scherl-Bilderdienst-M.) Krotpsdim eKAUS(H •Osfrowo $ erklärung im Sinne des internationalen Rechts" darstelle. Japan habe in seiner Erklärung bekanntgegeben, daß es nicht in den europäischen Krieg verwickelt zu werden wünsche. Eine Frage, ob damit die Erklärung der japanischen Regierung im Hinblick auf den China-Konflikt als „bedingte Neutralität" angesprochen werden könne, ließ der Sprecher unbeantwortet. EineMrtdmchdasKampsgchiet Polnische Insurgenten und Franktireurs treiben ihr Unwesen. Mlawa • Przasnysz Grauderiz •Rehden Tiette BR0M8ER6 Kulm THORN L^Radomsko Tschenstochau Amerikanischer Journalist stellt durch Augenschein polnische Behauptungen als niederträchtige Verleumdung fest Die japanische Reutralitätserktärung. Tokio, 6. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der Sprecher des japanischen Außenamtes erklärte heute auf Anfrage, daß die gestrige Erklärung der japanischen Regierung wegen der Entwicklung in Europa „keine offizielle N e u t r a l i t ä t s- Oie Nordausgänge der Beskiden genommen. - Cichanow genommen. - Rarew-Fluß erreicht. - 1,0000 Gefangene und 60 Geschütze erbeutet. Stockholm, 6. Sept. (DRV. Funkspruch.) „Dagens Niheler" läßt sich aus Warschau berichten, daß der britische Botschafter in Warschau am Dienstagmorgen die polnische Haupt st a d t verlassen habe. Ebenso sei der amerikanische Botschafter abgereist. Auch große Mengen der Bevölkerung fliehen aus der Stadt. Die Straßen und Wege seien überfüllt von Flüchtlingen. Aus der Ferne höre man bereits deutlich d^n Kanonendonner von den Fronten. Holland über den englischen Kaperkrieg befremdet. Amsterdam, 5. Sept. (Europapreß.) In holländischen Schiffahrtskreisen herrscht Befremdung über die Aufbringung des holländischen Dampfers „G r o e n l o" durch englische Flotteneinheiten. Man weist darauf hin, daß dieses Dor- gegen gegen ein unter der neutralen niederländischen Flagge fahrendes Schiff erfolgte, ohne daß vorher eine Blockade entsprechend den seerechtlichen Bestimmungen erklärt worden wäre. Die Mitteilung der englischen Admiralität an eine amerikanische Presseagentur, wonach die Blockade in dem Augenblick des Beginnes des Kriegszustandes in Kraft getreten sei, ist in holländischen Augen rechtlich n i cht z u l ä s s i g. Die Uebergriffe der englischen Flotte beschränkten stch Berlin, 6. Sept. (DNB. Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht teilt mit: Die Operationen des Heeres in Polen nahmen am 5. September ihren planmäßigen Fortgang. Gebirgstruppen und bewegliche Truppen erkämpften sich in breiter Front d i e Nordausgänge der Beskiden und befinden sich in flottem Angriff gegen Neufandez. Die von Süden und Westen gegen Krakau vorstoßenden Kräfte haben den Feind auf die Stadt zurückgeworfen. Das o st o b e r - schlesische Industriegebiet ist in unserer Hand. Weiter nördlich wurde am frühen Nachmittag die Linie Zseziniy — Lopessno— P i o t r k o w genommen. Beiderseits S i e r a d z wurde eine stark ausgebaute Bunkerlinie durchbrochen und der Angriff auf dem Ostufer der Warthe 4 n Richtung Lodz fortgesetzt. Die bei Eulm und Graudenz auf das Ost- ufer der Weichsel übergegangenen Kräfte setzten die Verfolgung des geschlagenenFeindes fort. Die aus Ostpreußen über Mlawa vorgestoßenen Truppen haben Cichanow genommen. Der Gegner geht hier scharf bedrängt nach Süden zurück. Schnelle Truppen haben bei Rozan den Narew erreicht. 10 000 Gefangene und 60 Geschütze sind bisher die Beute unserer im Norden kämpfenden Truppen. Die Angriffe der deutschen Luftwaffe haben am gestrigen Tage wiederum starke Störungen der feindlichen Verkehrslinien und rückwärtigen Verbindungen bewirkt. Die Bahnhöfe Zdunfka-Wola, Skarzysko, Tarnow und Vreschen brennen. Zahlreiche Bahnstrecken sind unterbrochen. Die polnische Fliegertruppe ist mit Ausnahme einzelner Jäger bei Lodz überhaupt nicht mehr in Erscheinung getreten. Luftangriffe auf deutsches Hoheitsgebiet fanden am 5. September an keiner Stelle statt. Deutsche Seestreitkräfte vernichteten in der Ostsee ein drittes polnisches U-Boot. Vromberg genommen. Berlin, 6. Sept. (DNV.-Funkspruch.) Bromberg ist von den deutfchen Truppen genommen. Die Netze wurde in Gegend Bromberg nach Süden überschritten. Mutter Gottes. Der amerikanische Berichterstatter besichtigte das Kloster von innen und außen, von allen Seiten. Nirgends ist auch nur die Spur eines Einschusses zu sehen. Dann empfängt uns der Prior selb st. Auch er versichert uns nochmals, daß im ganzen Kloster und insbesondere dem Bildnis der schwarzen Mutter Gottes kein Schaden zugefügt worden ist. Diese Versicherung gibt er uns sogar schriftlich, damit wir die Welt von der Wahrheit überzeugen können. Noch immer ist der Amerikaner nicht voll- ends beruhigt. Da in dem Wartezimmer, tn dem wir uns befinden, eine Kopie des bekannten Bildes hängt, will er wissen, ob nicht über dem Altar nur eine Kopie sei. Doch der Pnor^ver- neintenergisch: „Was sollen mir Mönche hier in unserem Kloster, wenn mir nicht unser Heiligtum bei uns haben? Wenn mir das Heiligtum sortschas- sen müssen, verlassen auch mir das Kloster." einer Unterhaltung erzählt uns Pater Motylemski die Geschichte dieses berühmten Walfahrtsortes. Er gestattet uns anschließend, zum Berneis der Unversehrtheit der schwarzen Madonna fotografische Aufnahmen in der Kirche zu machen Dann fahren mir durch die Straßen der Stadt zur Ortskommandantur. Es werden fest genommene Franktireurs und Insurgenten vorübergesührt. Bor der Ortskommandantur selbst steht auf der Straße ein deutscher Ehrenposten. Bor ihm liegt ein vor wenigen Stunden von dem polnischen 'Franktireurgesindel e r m o r d e t e r d e u t - scher Leutnant. Sein Gesicht ist verdeckt. Ueber seinem Körper liegt gekreuzt sein Degen. Aus unserer Rückfahrt begegnen uns unzählige Bo 1 k s- deutsche, auch polnische Frauen und Kinder mit ihrem Hab und Gut. Sie waren gefluchtet und kehren nun wieder zurück, nachdem nun das deutsche Militär Ordnung geschaffen hat. Noch am gleichen Tage bringt uns unser Flugzeug nach Berlin zurück. Am Abend schon kann der amerikanische Journalist P. L. L o ch - ner der Presse der Welt verkünden, daß er selb st die Unversehrtheit des Pau- tiner Klosters am Hellen Berge in Tschenstochau und vor allem des Gnadenbildes der schwarzen Madonna gesehen hat. Ein neutraler Journalist entlarvt damit die Lüge um übrigens nicht auf diesen einen Fall. Eine größere Anzahl nach Ymuüden zurückgekehrte niederländische Fischerfahrzeuge berichten nämlich, daß ste auf der Nordsee von englischen und französischen Kriegsschiffen angehalten und untersucht worden seien, ehe ihnen die Weiterfahrt gestattet wurde. Ob und in welcher Form die niederländische Regierung wegen dieser Uebergriffe in London und ebenfalls in Paris zu protestieren beabsichtigt, ist noch nicht bekannt. Heuer Aeutralitätsbruch Englands. Berlin, 5. Sept. (DNB.) Nach einer Meldung aus Montevideo versenkte der britische Kreuzer „Ajax" den deutschen Frachtdampfer „Olinda" vor dem füdbrasiliamschen Hafen Rio Grande. Die B e s a tz u n g wurde nach Montevideo gebracht Dieser unerhörte Rechtsbruch und die Nichtachtung neutralen Hoheitsgebietes ist ein weiterer Beweis dafür, mit welchen verbrecherischen Mitteln England den Krieg führt. Wie schon im Weltkriege, ist auch jetzt England in keiner Weise gewillt die Souveränität und die Rechte der neutralen Länder zu achten, wenn es nur um eigene Interessen geht. Die Vernichtung des deutschen Kreuzers Dresden" zu Beginn des Weltkrieges in neutralen chilenischen Gewässern durch britische Seestreitkräfte ist heute noch in Deutschland in frischer Erinnerung. Auch damals trat England das Recht schwacher Neutralität mit Füßen. rüstungsgegenstände. Besonders aber fällt frisch aus gepackte polnische Munition auf, die völlig mit Grünspan überzogen ist. So muß sie noch infamer wirken als die von Polen ebenfalls benutzten D u m - D u m - G e f ch o f s e. Gegen 8 Uhr kommen wir an die polnische Grenze. In Lublinitz grüßen uns die ersten Hakenkreuzfahnen. Vom Kampf ist immer noch wenig zu sehen. Nur selten sicht man zerschossene Gebäude. Hie und da ist provisorisch em Schützengraben ausgehoben oder ein oberflächlicher Baumverhau von der Straße geräumt. Jede B r ück e aber ist von den sich zurückziehenden polnischen Truppen gesprengt worden. Unsere Pioniere haben diese Hindernisse in wenigen Stunden hinweggeräumt und überall behelfsmäßige Brücken gebaut. Ab und zu werden wir unter- Egs von veutlchen Polizeistreifen an- gehalten, die uns dringend warnen, weiterzufahren, da polnische Insurgenten und Franktireurs aus dem Hinte chatt vorbeifahrende Fahrzeuge beschießen. Außerdem haben in den letzten Stunden in Tschenstochau Franktireurs ihr Unwesen Es geschieht der englischen Regierung ganz recht, daß sie zwei Männer von so fatalem politischem Ruf wie Eden und Churchill ins Kabinett hereinnimmt. Eden hat sich in der Geschichte den Namen des erfolglosesten und weltfremdesten englischen Außenministers gesichert. Und Churchill? Windston Leonhard Spencer -Churchill ist nach Bekundung der Gattin des englischen Ministerpräsidenten von 1914, Asquith, der einzige englische Minister gewesen, der damals den Kriegsausbruch mit lautem ,F r e u d e n g e l ä ch t e r begrüßte. In feiner Laufbahn, in der er ungefähr ein dutzendmal die verschiedensten Ministerämter gehabt hat, war er der Schuldige allein für folgende schwere Fehler der englischen Außenpolitik:. 1. für die Forcierung des Dardanellen-Unternehmens, das England nach amtlichen bri« tischen Feststellungen allein 3 4 0 0 0 Mann Der - lüfte gekostet hat; 2. für die Entsendung einer englischen . Interventions-Armee nach Rußland gegen die Bolschewiken zur Zeit der dortigen inneren Kämpfe, ein Unternehmen, das England mehrere Milliarden Mark und 10 Jahrs Konfliktoerhältnis zu Moskau kostete; 3. für den sog. Tschanak-Zwischenfall 1922, der England um Haaresbreite einen Krieg mit der Türkei eingetragen hätte; 4. für die Rückkehr Englands zum Goldstandard zur Zett der Schatzkanzlerschaft Churchills, wodurch der englische Handel fast zum Zusammenbruch gebracht wurde; 5. die kurzsichtige Bekämpfung der Reform g e f e tz e für Indien und 6. hat man thm in politischen Kreisen Londons schwer verdacht, daß er im Zusammenhang mit der Abdankungskrise um Eduard VIII. als Einziger die Einheit des englischen Parlaments durchbrochen hat. Fugen wir noch hinzu, daß Churchill 1914 unmittelbar vor dem Fall Antwerpens dorthin führ und vor den versammelten Ministern, Diplomaten und Offizieren Englands, Frankreichs und Belgiens mit großer Pofe wörtlich versicherte: „Beunruhigen Sie ich nicht, wir werden die Stadt retten!' Der englische Feldmarschall Haig schrieb 1918 m Wem Tagebuch. „Die britische Kriegführung scheint durch die geschicktesten Schwätzer geleitet zu werden, z. B. durch Churchill" (mitgeteWt von Churchills Hetz- kurnpan Duff Cooper in dessen Buch „J>aig !)< i Churchill entdeckt Zeit feines Lebens ununterbrochen : Gefahren aus Deutschland für Englands wie er ja i auch der gewissenloseste Vertreter der Kriegsschuld- . lüge war und ist. K" . lieber Eden, 'den schwärmende Backfische aller Altersklassen den bestangezogenen Gentleman uno getrieben. ... ... . In der Ortschaft Guiaszyn ändert sich das Bild. Hier hatte man polnisches Militari n Zivil gesteckt — man vergaß allerdings, den Soldaten die Erkennungsmarken abzunehmen — und cs beauftragt, die vorübermarschierenden deutschen Kolonnen unter Feuer zu nehmen. Es entwickelte sich ein schwerer Kampf und bei den gefangenen Zivilisten" fand man in den Rucksacken große Sprengstoffladungen vor, die dazu bestimmt waren, die von den Pionieren gebauten Notbrücken wieder in die Luft zu svrengen In Tschenstochau mitten auf der Straße liegen zwei erschossene Pferde. Flak ist am Wegesrand in Stellung gegangen. Sollten dieses Wal die Zeitungen der Demokratien tatsächlich nicht gelogen haben, waren hier wirklich Kämpfe, die auch zur Zerstörung des Klosters am hellenberge mit dem polnischen Nalionalheiligtum geführt haben? Um Punkt 9 Uhr betreten wir die polnische Wallfahrtskirche. Wir kommen mitten in einen Gottesdienst hinein. Der Prior des Klosters zelebriert selbst die Wesse. Orgelklang füllt das Kirchenschiff. Ueber dem Altar hängt wie immer unversehrt das Gnadenbild der schwarzen Berlin, 5.Sept. (DNB.) Im Auftrage von Reichsminister Dr. G o e b b e l s mürbe der Chefkorrespondent der amerikanischen Associated Preß, L. P. L o ch n e r, bei einem Fluge nach Tschenstochau von Ministerialrat GW. Müller begleitet, der darüber u. a. folgenden Bericht gibt: Seit drei Tagen ruft es der Warschauer Seiner durch den Aether, und die Presse der Demokratien greift die Meldung begierig und in sensationeller Aufmachung auf: Deutsche Truppen haben das von der gesamten katholischen Welt verehrte Gnad-nbild ber schwarzen Madonna von Tschenstochau Z "stört. Das ® lot er Wellenberge, in dem das Bild hangt, soll, so behauptet die polnische ©reuelpropaganba, m einen Pferde stall umgewandelt worden sein. So soll der ganzen älvllisterten Wett wieder einmal eingehämmert werden, daß d^tscheSoldaten nicht besser sind als Barbaren, ^e sinnlos Kultur güter vernichten. Diesmal aber geht dre Rechnung der internationalen ßugenfabrifen ^lchtau.Kaum hat die Greuelhetze um die schwarze Mutte^ottes von Tschenstochau begonnen, da genehmigt R.ichs- minister Dr. Goebbels, daß einer der in Berlin tätigen ausländischen Iourna 11 ft e n , infreier Wahl durch feine Kollegen bestimmt, mit einem Flugzeug selbst nach dem Kloster am Helle nberge in Tschenstochau fliegen könne. M 11 eigenen Augen solle er feststellen, ob bas polnische Nationalheiligtum tatsächlich oder ob es erhalten geblieben ist. Das Los füllt auf den Chefkorrefpondenten der amerikanischen Asso- ciateö Preß in Berlin, L. P. ßod) n e r , b er Öen Auftrag auch sofort annimmt. Mir wird der Au - trag zuteil, Herrn Lochner auf seiner Reise durch °Iluf ^i ne m& ilitärflugafen in Schlesien landen sten Typs, auf den Straßen marschieren m endlosen Kolonnen Soldaten nach Polen hmem. Bei unserer Weiter fahrt sch en wir eine erste Zusammenstellung feindlicher B e u t e st uck e, I Gewehre, Stahlhelme, Gasmasken und andere Aus-1 ^Komepot mowitz Cl6lla worzr>o i KRAKAU oiess Wadowice udmgen •stofo zoppar DANZI6 Elbing Berent Dirsdi > Manenbg. •Auemtem Stargard Pipdc Manin nüchterne Politiker nur einen Klnojatzken nennen, ist eigentlich wenig zu sagen. Er ist der jüngere, pflaumenweiche Klubpolitiker, der überall Schiffbrust erleidet. Nachdem er Hoare aus dem Kabinett verdrängt hatte und alleiniger Außenminister geworden war, ging er mit den alten reparaturbedürftigen Segeln der britischen Außenpolitik auf sein nächstes Ziel los: gegen Italien. Am 12. Oktober 1935 erklärte er, die Wirtschaftssanktionen müßten zum Erfolge führen, und setzte pathetisch hinzu: „Soweit die englische Regierung betroffen ist, kann ich versichern/wie wir begonnen haben, werden wir aushalten." Ach, England hielt nicht aus. Eden selbst mußte am 6. April 1936 sein Unvermögen eingestehen. Am 1. Juli hielt dann Eden in Gens den trauernden Abgesang auf den Sanktionskrieg. Im Amt blieb er noch bis zum 20. Februar 1938, nachdem er gesagt hatte, angesichts der „Diktaturen" müsse man zunächst Widerstand leisten und dann verhandeln. Die englische „Partei der Bischöfe und der alten Jungfern" hat diesen Hasser Deutschlands und Italiens aber immer noch als Stern betrachtet. Während des Spanien- konfliktes hielt Eden Reden, die Del ins Bürgerkriegsfeuer gossen. Gleichzeitig drapierte er sich als Kassandra und erzählte sowohl Briten wie Amerikanern, daß in Spanien die Gewalt, also Franco, nicht siegen dürfe und daß die autoritären Staaten mit dem Dolch im seidenen Taschentuch behandelt werden müßten. Am 29. März dieses Jahres gab sich der britische Rundfunk dazu her, eine Rede Edens zu verbreiten, in der er die autoritären Staaten als „Straßenräuber" beschimpfte. Der „Gentleman" hatte sich nackt gezeigt. Vernichtende Abwehr des englischen Lustangriffes auf ilhelmshaven. Wilhelmshaven, 5. Sept. (DNB.) Nachdem am Sonntag bereits englische Bomber und Aufklärungsflugzeuge sich der deutschen Nordseeküste genähert hatten, aber vorerst noch den außerordentlich stark geschützten Abwehrgürtel gemieden hatten, versuchten am Montagabend gegen 18 Uhr etwa zehn bis zwölf zweimotorige englische Bomber von dem modernsten Typ Vickers, einen Angriff auf die Mündung an der Jade, Weser und Elbe anzusetzen. Lange bevor die englischen Angreifer in Küstennähe waren, wurden sie bereits von dem mit äußerster Präzision, Schnelligkeit und Zuverlässigkeit arbeitenden M e l d e d i e n st beim Küstenbefehlshaber gemeldet, so daß die Bevölkerung rechtzeitig gewarnt werden konnte und die militärische Abwehr zu jedem Gegenschlag bereitstand. Um 17.50 Uhr kamen die englischen Bomber i n den Bereich der Abwehrwaffen der Mündungen an Jade, Weser und Elbe und deutsche Jäger trieben die englischen Bomber systematisch in das Abwehrfeuer der Flak hinein. Hier empfing sie eine geradezu vernichtende Feuerzone der Flak und Flugabwehrmaschinenwaffen der Erdabwehr und der Seestreitkräfte der Küste. In dem hervorragend am Ziel liegenden Abwehrfeuer brach der Angriff der englischen Bomber, die auch nicht annähernd ihr Ziel erreichen konnten, Mit schwersten Verlusten für den Gegner zusammen. Nur ein einziges englisches Flugzeug vermochte sein Ziel zu erreichen und stürzte, durch das fürcherliche Abwehrfeuer aller Waffen a b g e s ch o s- s e n, in den Hafen von Wilhelmshaven. Die englischen Bomber hatten über hauptk eine Zeit, ihre Bomben abzuwerfen. Insgesamt wurden mit Sicherheit acht abgeschossen, wahrscheinlich noch mehr. Die Besatzung eines engttschen Bombers, der sich an dem Angriff beteiligte, wurde gefangengenommen, nachdem der Pilot im Luftkampf getötet worden war. Ohne auch nur den geringsten Schaden anrichten zu können, ist der englische Angriff mit den schwersten Verlusten für den Gegner, der fast völlig auf» gerieben wurde, abgeschlagen worden. Das hervorragendste Kennzeichen dieser Kampfhandlung war das ausgezeichnete Zusammenarbeiten der deutschen Jäger mit der Erdabwehr und der Abwehr der Kriegsschiffe. Dieser außerordentliche Abwehrerfolg hat die hervorragende Schlagkraft unserer Nords et - Küstenverteidigung bewiesen, und die gesamte Bevölkerung der Küste weiß, daß sie in diesem sicheren Schutz beruhigt ihrer Arbeit für Führer und Reich nachgehen kann. Als erster einen Engländer abgeschossen. Deutscher Flugzeugführer berichtet. ..... 6. Sept. (DNB. Funkspruch). Auf einem Einsatzflughafen der friesischen Küste. Der Flugzeugführer sitzt vor mir, der bei dem Angriff englischer Bomber in den Abendstunden des Montag den einzigen Bomber abschoß, der überhaupt bis an die Cuxhafener Hafen- anlagen herankam. Die anderen feindlichen Maschinen waren schon vorher vom Sperrfeuer der Schiff- und Landflaks und von unseren Jägern abgedrängt und dann zum großen Teil erledigt worden. Der Flugzeugführer erzählt: „Ja, gegen 18 Uhr wurden wir alarmiert. Schnell- st art — in 1 Vz Minuten waren wirweg. Richtung Feind. Endlich ginge nun losl Es dauert nicht lange, da erreicht unser Verband Wilhelmshaven. Ueber Hafenanlagen und Werften nichts zu sehen. Also fliegen wir weiter Jade abwärts, wo wir durch den Motorenlärm Flakschüsse hörten und uns auch gemeldet wurde, daß dort noch besonderes für uns zu tun sei. Eine Kette unbekannter Flugzeuge sah ich im Abdrehen — hinter und zwischen ihnen lagen die Schüsse der Flak, die ihr Feuer einstellten, als wir herangekommen waren. Die Kette war in die Flakschüsse eines unserer Kriegsschiffe geraten, das wir bald darauf überflogen. Soviel ich sehen konnte, lagen zwei Maschinen i m W a s s e r — zweimotorige Bomber — von denen der eine brannte. Wir kurven darüber. In größerer Entfernung sehe ich dann plötzlich noch einen Tommy, wieder einen zweimotorigen Bomber.Unser Verband dreht darauf zu. Der Derbandsführer setzt sich über ihn, war aber noch weit entfernt. Ich lag näher dran und jagte ihn. Ich hatte ihn gut im Visier und jagte ihm Schüsse hinüber. Der Schütze des Tommy antwortete. Ich erkannte den Bomber nun ganz genau, sah auch die Männer darin gut vor mir. In Kurven waren wir bis weit über die Jade geraten. Ich hatte die feindliche Maschine immer weiter heruntergedrückt. Es läßt sich wenig über das Treffen meiner Schüsse sagen. Jedenfalls sah ich plötzlich — mir waren schon ein Stück von der Küste weg — daß aus seiner linken Tragfläche oder dem linken Motor Flammen schlugen. Das Flugzeug stürzte auch gleich darauf brennend auf das Wasser und war in Sekundenschnelle versunken. Der deutsche Flugzeugführer, dessen Maschine bis auf einen Flächentreffer völlig unversehrt blieb, stammt aus Weißenburg bei Nürnberg und ist 26 Jahre alt. Er darf den Ruhm für sich in Anspruch nehmen, als erster einen Tommy abgeschossen zu haben. Italien voll Bewunderung für die (Warle Entschlossenheit des deutschen Volkes. R. G. Rom, 5. September. Italien bewundert die stahlharte Entschlossenheit, mit der sich das deutsche Volk in diesen schicksalsschweren Stunden um seinen Führer schart, um seine Rechte zu verteidigen. Durch die am Montag veröffentlichten Einzelheiten der Bemühungen um die Erhaltung des europäischen Friedens hat das italienische Volk Aufklärung darüber erhalten, in welch böswilliger Weife diese Bemühungen zu Fall gebracht worden sind. Auch das anfängliche Eingehen Englands und Frankreichs auf die Anregungen des Duce hat sich im Endeffekt als ein Schein- manöoer erwiesen. Denn sobald die Bereitwilligkeit des Führers unter den von ihm aufgestellten Bedingungen vom Duce den Regierungen Englands und Frankreichs bekanntgegeben worden waren, machten die Westmächte ihre endgültige Zustimmung zu einer Konferenz mit dem Ziel oer Revision des Diktates von Versailles von der Erfüllung einer Forderung durch Deutschland abhängig, die, wie ,^Jl Lavoro Fascista" sagt, i n das Reich der Utopie zu verweisen war. Einstimmig urteilt die öffentliche Meinung in Italien, daß die an Deutschland gerichtete Forderung, die Truppen aus Polen auf ihre Ausgangspunkte an der Grenze zurückzuziehen, unvereinbar gewesen sei mit dem Ansehen eines schon im Kampfe stehenden Staates. Ueberdies dürfe dabei nie übersehen werden, daß das Eingreifen Deutschlands mit den Waffen durch eine Reihe von polnischen Gewalttaten gegen die deutsche Minderheit, durch wiederholte Provokationen und durch Grenzverletzungen verursacht worden sei. Es habe auf der Hand gelegen, daß das Aufwerfen einer derartigen Forderung den Mangel eines ehrlichen Willens zu Verhandlungen beweise. Die gegen den Krieg im Entstehen begriffene Schranke ist von den Westmächten sofort wieder niedergerisfen worden. Man sieht in Italien vor allem in E n g l a n d den Verantwortlichen hierfür. Denn von Frankreich sei doch ein ernster Wille zur Versöhnung bewiesen worden, was auch für die Allgemeinheit durch die eilige Erklärung des Kriegszustandes durch England sechs Stunden vor Frankreich erkenntlich geworden ist. In der gesamten römischen Presse legt man besonderes Gewicht auf die Feststellung, daß Italien bis zum letzten Augenblick um die Erhaltung deseuropäischenFriedensbemühtwar und die Verantwortung für das neue über die Menschheit gekommene Unheil vor der Geschichte nun England zufällt. Italien trete nun aber nicht etwa von der politischen Schaubühne ab. Gewehr bei Fuß würden die weiteren Ereignisse abgewartet, und, wie der „Popolo d'Italia" einflicht, mit den Ereignissen die Befehle des Duce. — Auch Gayda betont im „Giornale d'Italia", daß Italien zugegen und wachsam bleibe, um alle italienischen Interessen zu schützen und dem Verlauf der Ereignisse jene Richtung zu sichern, die geeignet sei, Europa den wahren Frieden auf der Grundlage der Gerechtigkeit zu geben und das Erreichen dieses Zieles zu beschleunigen. — „Lavoro Fascista" sagt, das in Gang gekommene Duell sei riesengroß und werde wahrscheinlich sehr lange dauern. Aber niemand könne glauben, daß es nach antiker Art auf zwei Hauptpersonen beschränkt bleiben werde. Auch andere Hauptpersonen zähle Europa, unter ihnen in vorderster Front It a I i e n. Auch Italien habe Probleme zu lösen und werde daher i m geeigneten Augenblick auch ein Wort mitreden. Im Mittelpunkt der Betrachtungen der italienischen Presse steht der letzte Vermittlungsversuch des Duce. Es wird in der Presse lebhaft bedauert, daß seine Anstrengungen am Widerstand Frankreichs und Englands gescheitert sind, die für die Teilnahme an der internationalen Konferenz d i e Räumung der unterdessen bereits von den deutschen Truppen besetzten Gebiete verlangten. Diese Bedingung erschien selbst der italienischen Regierung so ungeheuerlich, daß sie sich darauf beschränkte, sie dem Führer zur Kenntnis zu bringen. Es wird nochmals betont, daß die italienische Außenpolitik schon seit zwanzig Jahren die Revision von Versailles zu ihrem Leitgedanken gemacht hatte, und das in voller Ueberein= stimmung mit Deutschland. Seit diesem unglückseligen Vertrag hätten die Völker Europas in Angst zwischen Krieg und Frieden gelebt, mit ungeheurem Nachteil für die Wirtschaft und die Politik. Nachdrücklich wird darauf hingewiesen, welche Versuche Mussolini und der Führer gemacht hätten, um der Menschheit die Kriegsgeißel zu ersparen. Das halbamtliche „Popolo d'Italia" schreibt: „Eines ist sicher, nämlich, daß das neue Europa nicht aus einem neuen Versailles hervorgehen wird. Die polemische Begründung, igit der England sich Deutsches Kampfflugzeug über polen. '', /J ■WM In den wenigen Tagen der Kampfhandlungen hat sich die deutsche Luftwaffe die völlige Beherrschung des polnischen Luftraumes erkämpft. In zunehmendem Maße wird durch die Luftangriffe auf feindliche Marsch- und Eisenbahnkolonnen ein planmäßiger Rückzug des Gegners vereitelt. — (Scherl-Bilderdienst-Platzek-M.) Aktuelle Geographie Bei P l e ß wurde am 4. September das Überschreiten der oberen Weichsel gemeldet. Pleß ist ein Kreisstädtchen von etwa 8000 Einwohnern, wo sich im Weltkrieg lange das Hauptguartier befand. Es hatte im Schloß des Fürsten von Pleß Wohnung genommen. Jenseits der Weichsel wurde Vialla erwähnt, das mit der Schwesterstadt Bielitz eine alte deutsche Webersiedlung ist; noch heute ist die Textilindustrie von Bielitz-Bialla bedeutsam und ein starker volksdeutscher Einschlag — auch in einzelnen Bauerndörfern der Umgebung — hat sich kräftig erhalten. - In Tarnowitz wurde die Reichsflagge bereits gesetzt. Die Stadt liegt an der Bahn Breslau— Oels—Kattowitz und zählt etwas über 17 000 Einwohner, von denen nach der polnischen (!) Volkszählung gute zwei Drittel volksdeutsch sind. Bei allen oberschlesischen Städten gibt die unmittelbare Einwohnerzahl keine richtige Dorstellung ihrer wirklichen wirtschaftlichen Bedeutung, weil die Arbeiterschaft vielfach in Industrie-Landgemeinden wohnt. Südöstlich von Tarnowitz erstreckt sich die Tarno- witzer Höhe mit reichen Kohlen- und Erzvorkommen. Die Entfernung- nach L^ahütte beträgt 17, nach Kattowitz 26 Kilometer. S i e r a d z an der Warthe ist ein kleines Kreisstädtchen von 10 000 Einwohnern und liegt bereits in der Wojwodschaft (Provinz) Lodz. Die Entfernung Sieradz—Lodz beträgt in der Luftlinie nur noch 35 Kilometer. Im Lodzer Gebiet leben rund 300 000 Volksdeutsche, die in letzter Zeit schärfster Bedrückung ausgesetzt waren. Die im Bericht vorn 5. September genannte Sa kwa, die deutsche Truppen in Verfolgung der auf Krakau zurückweichenden Polen erreicht hatten, ist ein rechter Nebenfluß der oberen ^Weichsel, an dem die ebenfalls genannte Stadt Wadowice liegt. Jaw orzno findet man etwa 10 Kilometer südöstlich von Myslowitz. Nun kommen wir zum Korridor. Berent liegt an der Verbindungsbahn Schlawe—Bütow—Hohenstein, 40 Kilometer von Bütow und 53 Kilometer von Hohenstein entfernt. Hohenstein ist eine Station an der Hauptstrecke Dirschau—Danzig. Kulm, wo deutsche Truppen unter den Augen des Führers die Weichsel überschritten, liegt — ebenso wie Grande nz — auf dem erhöhten rechten, also östlichen Ufer der Weichsel. Die Stadt ist neben Thorn die älteste Anlage des Deutschen Ritterordens in Preußen, ihre Rechtsfatzung wurde für alle deutschen Stadtsiedlungen im Weichselland vorbildlich. Die Befestigungen von Graudenz wurden genommen. Dort, im Nord osten der Stadt, liegt auch die Feste Courbiere, die der 74jährige preußische General 1806 ebenso mutig verteidigte, wie Gneisenan Kolberg. In einer Kasematte von Graudenz saß übrigens 1838/39 Fritz Reuter, wozu „Ut mtne Festungstiü" zu vergleichen ist. Graudenz ist eine Stadt von 50 400 Einwohnern. Bromberg, eine Stadt, die ihren Ursprung ebenfalls deutscher Gründung verdankt und 1346 deutsches Recht erhielt, zählt heute etwa 120 000 Einwohner. Ihre Lage an Brahe und Bromberger Kanal, der Ober- und Weichsel-Gebiet verbindet, macht die Stadt zu einem wichtigen Industrie- und Handelsplatz. Die Kreisstadt M l a w a , etwa 20 Kilometer südlich der ostpreußischen Grenze, die deutsche Truppen im Sturm nahmen, zählt etwa 20 000 Einwohner. P r z a s n y s z , das schon am 4. September von den deutschen Truppen genommen wurde, hatte in den Feldzügen 1914/15 ausgesprochen strategische Bedeutung, bis die Armeegruppe Gallwitz die Zarenarmee in der Schlacht von Przasnysz (13. bis 17. Juli 1915) über den Narew zurückwarf. Das Städtchen liegt bereits in der Wojwodschaft (Provinz) Warschau. Die Luftlinienentfernung bis zur Hauptstadt beträgt nur etwa 85 Kilometer. bis zum letzten Augenblick vor der Welt zu recht- fertigen suchte, hat die Italiener nicht überzeugt. Gegenüber den rednerischen Kundgebungen der demokratischen Regierungen hat das italienische Volk mit Spott den Eintritt Edens, den Vertreter der Sanktionspolitik, in die neue englische Regierung verzeichnet. Dagegen blickt das italienische Volk voll stolzer Bewunderung auf die prachtvolle Geschlossenheit des deutsche n Volkes, das sich eng um den Führer schart und entschlossen ist, auf der einen Seite fein Recht zu verteidigen und auf der anderen Seite die Anmaßungen der Demo-Plutokratie auf die Knie zu zwingen." ^Rumänien will sich strikt neutral verhalten. Bukarest, 4. Sept. (Europapreß). Die Nachricht von der Zuspitzung der politischen Lage wurde in Rumänien mit verhältnismäßiger Ruhe auf genommen. Amtliche Stellungnahmen sind noch nicht zu erhalten. Man hört lediglich, daß sich an der strikt neutralen Haltung Rumäniens nichts ändere. Die offiziöse „Romania" schreibt: „Indem wir Liebe und Mitleid für alle Menschen, die bluten und leiden müssen, aufbringen, werden wir uns hüten, uns in d i e fürchterlichen Auseinandersetzungen zu mischen. Die kleinen Völker erweisen der Menschheit einen ungeheuren Dienst, wenn sie ihre kleinen Reibereien, die nur sekundäre Erscheinungen in der Architektur des großen Prozesses sind, späteren Zeiten überlassen." Wie man hört, herrscht auch in So - f i a, der Hauptstadt Bulgariens, die gleiche Neu- ttalitäts-Stirnmung. Griechischer Dampfer auf Mine gelaufen. Berlin, 4. Sept. (DNB.) Im Oeresund ist südlich vom Feuerschiff „Falsterbo Riff" der griechische Dampfer „Kosti" (6853 Tonnen), der von Leningrad nach Antwerpen unterwegs war, auf eine Mine gelaufen. Die Besatzung von 29 Personen verließ das Schiff im sinkenden Zustand. Getötet aber verletzt wurde niemand. Die Besatzung wurde von einem anderen Dampfer übernommen und nach Malmö gebracht. Die dänische Agentur „Ritzau" bemerkt dazu in einer Meldung aus Malmö, daß dieser Dampfer das erste Opfer der deutschen Minensperre des Oeresun- des sei. Von deutscher Seite wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Reichsregierung durch Noten allen in Frage kommenden Regierungen mitgeteilt hat, daß und wo deutsche Minen aufgelegt würden. Ferner ist durch Rundfunk in allen internationalen Sprachen das gleiche bekanntgegeben worden, wobei auch auf die Derlustziffern in mäßigen Grenzen. Benachrichtigung der Angehörigen erfolgt sofort. Berlin, 4. Sept. (DNB.) Es'wird amllich mit» geteilt, daß den Angehörigen von Soldaten, die in den Kämpfen in Polen gefallen sind, sofort eine Benachri.chtigung durch den Truppenteil zugeht. Es wurde bereits in diesen Tagen entsprechend verfahren. Die Verlust- Ziffern halten sich in mäßigen Grenzen. Angehörige, die einige Tage ohne Nachrichten von Soldaten bleiben, brauchen sich deshalb nicht zu beunruhigen. Gewisse Verzögerungen im jetzt erst zugelassenen F e l d - post verkehr sind besonders bei einem derartig schnellen Vormarsch, wie es in der letzten Zeit der Fall war, unausbleiblich. Notwendigkeit hingewiesen wurde, daß die Schiffe in den in Frage kommenden Gebieten Lotsen an Bord nehmen. Schließlich ist der Dampfer noch unmittelbar kurz vor dem gefährdeten Gebiet von deutschen Seestreitkräften gewarnt worden, drehte auch zunächst ab, nahm dann aber trotz der Warnung Kurs auf das gefährdete Gebiet und lief, wie nicht anders zu erwarten war, auf. König Leopold unterstreicht stritt neutrale Haltung Velgiens. Brüssel, 5. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der König der Belgier richtete am Montagabend über den Rundfunk einen Appell an das belgische Volk, in dem er abermals den belgischen Neutralitätsstandpunkt unterstrich. Wenn Belgien, so führte König Leopold u. a. aus, ein Recht zur Respektierung seiner Neuttalität haben solle, so müsse es sich ebenfalls der damit verbundenen Pflichten der Loyalität und der moralischen Haltung auferlegen. Von jedem werde daher gefordert, s i ch äußerste Disziplin aufzuerlegen, die eine strikte Neutralität erheischt. Die gesamte Nation müsse durch eine würdige und überlegte Haltung die Regierung in ihrem festen Entschluß, das Land aus einem Konflikt herauszuhalten, unterstützen und ihm die Fortsetzung seiner friedlichen Bemühungen zu gewährleisten. Der König gab einen Tagesbefehl heraus, nach welchem er heute den Oberbefehl über d ie Armee übernimmt. alischen Rundfunk! So sieht es Innern dieses englischen Regierungschefs a b z u w e h - ngriffs- führen entschlossen ist. B. R. Die B. R. tertrieben. den en also im ►ritte. So wirb s e vielfach die Angri f f s -- arischen. Der gewandte Gewalt mit Gewalt reit Wie England den Frieden sabotierte. Aufdeckung der Wahrheit über die englische Li nziger Angelegenheiten, die die dortigen Nichte und Interessen schädige, als Ai Hs n d l u n g ansehen. Richtigkeit der deutschen Darstellungen und Schlußfolgerungen vollinhaltlich bestätigt. Man stellt fest. Die Vermittlung des Duce durch Engländer zu Fall gebracht Berlin,, 5. SepL (DRV.) Der polnische Rundfunk hatte die gesamte Bevölkerung Polens aufgeforderl, die Landungen deutscher Fatlfchirmtruppen abzuwehren. Der englische Rundfunk nimmt diese Rachricht auf und teilt zugleich mit, daß im Verlauf von Kampfhandlungen ZI deutsche Fallschirmjäger vom polnischen Militär gefangengenommen und fofort hin- gerichtet worden sind. Polen betrachte diese Fallschirmtruppen als Spione und würde sie entsprechend behandeln. Henau lZ saß mim t eine erg, chcher ht er- Hre Oder- flöt zu t liegt sohen- meter tation i, wo rs die ®rtni« tlichm m die Preu- ltschen . Die enom- ich mit« Sol- allen durch reite in rlust' Aren« Nach' hen sich (je Ar- F-ld' derartig r letzten Englands Schuld am Kriege durch deutsches Weißbuch dokumentarisch nachgewiesen Fromme Wünsche. ,Hch hoffe, bis zu dem Tage zu leben, da Hitler vernichtet ist." So spricht der englische Ministerpräsident Chamberlain nicht etwa unter vier Augen zu einem Mitverschwörer, sondern vor der breitesten Oeffentlichkeit, nämlich über Zu diesem eklatanten Bruch völkerrechtlicher Bestimmungen wird folgendes mitgeteilt: „Die Fallschirmtruppe ist ein regulärer Bestandteil der deutschen Luftwaffe und hat als solcher bekanntlich im Beisein der in Berlin akkreditierten Waffenattach^s wiederholt an Paraden teilgenommen. Deutschland hat also nie den Versuch gemacht, die Aufstellung einer Fallschirmtruppe z u verheimlichen. Als Spe^ialtruppe der deutschen Luftwaffe werden die Fallschirmjäger selbstverständlich uniformiert und bewaffnet bei Kampfhandlungen eingesetzt. Fallschirmtruppen können daher in.keinem Fall als Spione angesehen oder behandelt werden. Nach Artikel 29 der Haager Landkriegsordnung vom 18. Oktober 1907 (Reichsgesetzblatt 1907, Seite 107 ff.), die sowohl für Deutschland als auch für England, Frankreich und.Polen verbindlich ist, gilt als ©piontnur, rf>er heimlich oder unter falschem Vorwand im Operationsgebiet einer kriegsführenden Macht Nachrichten einzieht oder einzuziehen versucht in der Absicht, sie der Gegenpartei mitzuteilen. Diese Begriffsbestimmung des Spions trifft auf die Angehörigen der Fallschirmtruppe schon deshalb nicht zu, weil sie nicht der heimlichen Nachrichtenbeschaffung zu dienen bestimmt sind. Wenn Angehörige der Fallschirmtruppe in besonderen Fällen zur Nachrichtenbeschaffung eingesetzt werden sollten, könnten sie, da sie Militärpersonen in Uniform sind, ebenfalls nicht als Spione betrachtet werden. Solche Personen dürfen, wenn sie in das Operationsgebiet des feindlichen Heeres eingedrungen find, um sich Nachrichten zu verschaffen, nach Artikel 29 Absatz II der Haager Landkriegsordnung nicht als Spione betrachtet werden. wie das Deutsche Rachrichtenbüro von unterrichteter Leite erfährt, find bisher deutsche mit der Biedermannsmaske aus. Wir hätten uns nicht gewundert, eine derart niederträchtige und verächtliche Bemerkung aus dem Munde eines Duff Cooper oder Eden oder Churchill ober Greenwood usw. zu hören. Aber die Aeußerung faßt ja schließlich nur sämtliche Komplexe der britischen Heuchelpolitik dieser letzten Monate und vor allem der letzten Tage in einen einzigen Satz zusammen. Was man schon in englischen Zeitungen schrieb, und was man mit abgeworfenen Flugblättern englischer Produktion versicherte, man kämpfe nämlich nicht etwa gegen Deutschland und nicht gegen das deutsche Volk, sondern nur gegen Hitler, das also formuliert Herr Chamberlain in einer für sein Alter geradezu abstoßenden Weise. England ist nie um Gründe für einen Kampf zur Vernichtung Deutschlands verlegen gewesen. Je nachdem wird vargeschützt der Kampf gegen die Hohenzollern, dann nur persönlich gegen Wilhelm II., dann gegen den deutschen Militarismus und jetzt ist es eben die nationalsozialistische Führung im allgemeinen und unser Führer im besonderen. Wir haben darauf nur zu erwidern, daß der Versuch, den Führer Adolf Hitler beim deutschen Volk anzuschwärzen, schon im Januar 1933 vergeblich gewesen wäre — heute nach 6V2 Jahren eines beispiellosen Aufstieges erst recht! Es gehört in das gleiche Kapitel von der geschichtsnotorischen britischen Verlogenheit, wenn man den König in einer Ansprache wider besseres Wissen behaupten läßt, England könne nicht zugeben, daß irgendwo ein Zustand sich auf Macht und G e - walt gründe — warum hat England dann noch nicht Indien oder Palästina freigegeben? Oder warum zieht es sich nicht endlich aus Aegypten zurück?! Es gibt nicht viele Quadratkilometer in dem englischen Empire, die nicht mit Gewalt oder Betrug erobert worden sind, wie englische Geschichtsschreiber ja oft genug selbst auseinander« gesetzt haben. Deutschland ist freilich im Kampf um fein gutes Recht nicht gewillt, die frommen Methoden britischer Beutegier anzuwenden, sondern es will lediglich die deutschen Gebiete endgültig von jeder Gefahr befreien, die man uns in Versailles geraubt hat. Darüber muß man sich freilich klar sein, daß die Konstellation in Europa heute völlig anders ist als 1914 und daß Deutschland, wenn es dazu gezwungen wird, diesen Krieg auch mit äußerster Härte im Kampf um seine Lebensreckte zu daß Mussolini bis zur letzten Stunde um Vermittlung bemüht gewesen ist, daß aber, diese Bemühungen plötzlich durch eine Gegenaktion von dritter Seite gestört worden sind. Man verweist dabei auch auf das Zögern Frankreichs, dem englischen Schritt vom Somttagvormittag zu folgen, und spricht die lieber« zeugung aus, daß Chamberlain bei seinem Ultimatum gehandelt hat, ohne sich vorher der Zustimmung Frankreichs zu versichern. Auch dadurch ist also nachgewiesen, daß Mussolinis Dermittlungsbe- mühungen den Engländern geradezu unerwünscht gewesen sind. Bekanntlich hat die französische Regierung den Vermittlungs- vorschlag Mussolinis angenommen. Diese Bereitwilligkeit der Regierung Daladier wurde dann von London in der Nacht zum Sonntag h i n - mündliche Erklärung des Inhalts ab, die polnische Regierung habe in der vorausgegangenen Nacht von der britischen Regierung die Nachricht von der Möglichkeit einer direkten Aussprache zwischen der Reichsregierung und der polnischen Regierung erhalten und erwäge die britische Anregung im günstigen Sinne. Auf die ausdrückliche Frage des Reichsaußenministers, ob er befugt fei, mit ihm über die deutschen Vorschläge zu verhandeln, erklärte der Botschafter, daß er dazu nicht ermächtigt sei, sondern lediglich den Auftrag habe, die vorstehende Erklärung mündlich abzugeben. Auch die weitere Frage des Reichsaußenministers, ob der Botschafter mit ihm die Angelegenheit sonst sachlich diskutieren könne, verneinte der Botschafter ausdrücklich. Ser deutsche Entschluß. 8. Die Reichsregierung mußte somit feststellen, daß sie zwei Tage vergeblich auf einen polnischen Bevollmächtigten gewartet hatte. Sie gab am 31. August abends die deutschen Vorschläge mit einer kurzen Darstellung ihrer Vorgeschichte öffentlich bekannt. Diese Vorschläge wurden vom polnischen Sender als unannehmbar bezeichnet. 9. Nachdem somit alle Möglichkeiten zu einer friedlichen Regelung der deutsch-polnischen Krise e r - schöpft waren, sah sich der Führer genötigt, die von Polen schon seit langem gegenüber Danzig, den Deutschen in Polen und schließlich gegenüber Deutschland durch zahlreiche Grenzverletzungen an« flrifl * *) 2 1° suhl . W. "ft* rt' hie &£ ME J 2 an" * VA Ä er die unangenehme Pflicht, der Reichsregierung mitzuteilen, daß die französische Regierung gezwungen sei, vom 3. September, 5 Uhr nachmittags, an ihre, Polen gegenüber eingegangenen Verpflichtungen zu erfüllen. Gleichzeitig übergab der französische Botschafter eine entsprechende schriftliche Mitteilung. Der Reichs außenminister erklärte daraufhin abschließend, daß die französische Regierung die volle Verantwortung für die Leiden trage, die den Völkern zugefügt werden würden, wenn Frankreich Deutschland angreife. ir süd- uppen ohneri )n den in den Deden- Mime i 1915) n liegt. schau, beträgt Schiffe sen an wch um et von warnt nn aber fährdete tert war- polen füsiliert deuische Flieger. Notgelandete Flugzeugbesahungen von polen völkerrechtswidrig als (Spione behandelt. — Deutscher Flieger rettet englischen Gegner unter Lebensgefahr. lechs die polnische Regierung dazu er- miu 11 g t hätten, nicht nur das deutsche Angebot algulehnen, sondern eine Welle von Terrorakten gegen die deutsche Volksgruppe in Polen entfesseln und Danzig wirtschaftlich abzudrosseln. Zugleich erklärte der Führer, daß Deutschland sich lircf) keine wie auch immer gearteten Einschüch- ieimgsDerfudje davon abbringen lassen werde, für Sabotage gegen die Eichaltung des Friedens zur Zett der Wochenwende macht Fortschi u. ä. inder schwedischen Pres 10. Am Abend des 1. September überreichten die Botschafter Großbritanniens und Frankreichs dem Reichsaußenminister zwei gleichlautende Noten, in denen sie von Deutschland die Zurückziehung der deut sich en Truppen vom polnischen Gebiet forderten und erklärten, daß ihre Regierungen bei Ablehnung dieser Forderungen unverzüglich ihre vertraglichen Pflichten gegenüber Polen erfüllen würden. Der Reichsaußenminister erwiderte beiden Botschaftern, daß Deutschland die in den Noten gebrachte Ansicht des Dorliegens eines deutschen Angriffes gegen Polen ablehnen müsse. 11. Um die durch diese Noten in bedrohliche Nähe gerückte Kriegsgefahr zu bannen, machte der Duce einen Vorschlag, der einen Waffenstillstand und eine anschließende Konferenz zur Lösung des deutsch-polnischen Konflikts vorsah. Dieser Vorschlag wurde von der deutschen und der französischen Regierung positiv beantwortet, von der britischen Regierung indessen abgelehnt. Dies ergab sich schon aus den Reden, die der britische Premierminister und der britische Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten am 2. September nachmittags im britischen Parlament hielten und wurde dem Reichsaußenminister vom italienischen Botschafter am 2. September abends mitgeteilt. Damit war auch die Auffassung der italienischen Regierung, die Initiative des Duce durch England zu Fall gebracht. Das britische Wtimatum. 12. Am 3. September, vormittags 9 Uhr, erschien der britische Botschafter im Auswärtigen Amt und überreichte eine Note, in der die britische Regierung mit zweistündiger B e sri - ft u n g die Forderung auf Zurückziehung d eyr deutschen Truppen wiederholte und sich für den Fall der Ablehnung nach Ablauf dieser Zeit als im Krieg mit Deutschland befindlich erklärte. Der britische Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten richtete am 3. Septemiber 1939, vormittags 11.15 Uhr, an den deutschen Geschäftsträger in London eine Note, in der er diesen davon unterrichtete, daß ein Kriegszustand zwischen den beiden Ländern, von 11 Uhr vormittags, den 3. September an gerechnet, bestehe. Am gleichen Tag um 11.30 Uhr vormittags händigte der Reichsaußenminister dem britischen Botschafter in Berlin ein Memorandum d e r Reichsregierung aus, in dem die Ablehnung der ultimativen Forderungen der britischen Regierung ausgesprochen und nachgewiesen wurde, daß die Verantwortung für den Ausbruch des Krieges allein bei der britischen Regierung liege. Frankreichs Verantwortung. Am 3.September mittags suchte der französische B 0 t s ch a f t e r in Berlin den Reichsaußen- minifter auf und fragte, ob die Reichsregierung in der Lage fei, die von der französischen Regierung in ihrer Note vom 1. September gestellte Frage befriedigend zu beantworten. Der Reichsaußenminister erwiderte dem Botschafter, daß nach der Ueber« reichung der englischen und französischen Note vom 1. September der italienische Regierungschef einen neuen V e r mi 11 lu n g s v 0 r- schlag gemacht habe, und zwar mit dem Bemerken, daß die französische Regierung diesem Vorschlag zustimme. Die Reichsregierung habe dem Duce am Vortage geantwortet, daß sie ebenfalls bereit sei, den Vorschlag anzunehmen. Daraus habe jedoch später am Tage der Duce mitgeteilt, daß fein Vorschlag an der Jntr a nsigenz der britischen Regierung gescheitert sei. Die britische Regierung habe vor mehreren Stunden eine auf zwei Stunden befristete ultimative Forderung an Deutschland gestellt, die deutscherseits durch ein Memorandum abgelehnt worden sei, das er, der Reichsaußenminifter, dem französischen Botschafter zur Kenntnis übergebe. Wenn die Haltung Frankreichs gegenüber Deutschland durch dieselben Erwägungen bestimmt werden sollte, wie die Haltung der brittschen Regierung, so könne die Reichsregierung das nur bedauern. Deutschland habe immer einen A u s g l e-i ch mit Frankreich gesucht. Sollte die französische Regierung trotzdem auf Grund ihrer Verpflichtungen gegenüber Polen eine feindliche Haltung gegen Deutschland einnehmep, so würde das deutsche Volk dies als Fallfchirmabspringer überhauptnochnicht hinter den polnischen Linien abgesprungen. Es ist lediglich in einzelnen Fällen die Besatzung von angefchos- senen oder havarierten Flugzeugen mit Fallschirmen aus den beschädigten Flugzeugen abgesprungen. Wenn der polnische Rundfunk meldet, daß 31 deutsche „Fallschirm- abspringer" abgeschossen worden sind, dann kann es sich nur um Flugzeugbe- s a h u n g e n handeln, die mit F a l l s ch i r m e n notgelandet sind. Es ergibt sich also der empörende Tatbestand, daß notgelandete deutsche Flieger von polnischen regulären Truppen füsiliert morden find, daß der Rundfunksender Warschau sich dieser Tat rühmt, und daß der Rundfunksender London diese barbarische Handlungsmeise, die allem kriegsrecht hohn spricht, wohlwollend kommentiert und damit unterstützt. Wie deutsche Soldaten sich dem wchr« lofen XSegner gegenüber verhalten, bewies ein Vorfall, der sich am 4. 9. nachmittags ereignete. Ueber der Dogger bank wurde ein englisches Bombenflugzeug von einem deutschen See- aufklärungssiugzeug abgeschossen. Nach dem Abschuß ging das deutsche Flugzeug aus See nieder und rettete den englischen Piloten aus dem sinkenden englischen Apparat. Obgleich die Seeverhältnisse schwierig waren, hielt es der deutsche Flugzeugführer für feine Pflicht, unter Einsatz des eigenen Lebens den besiegten Gegner zu bergen. Es ist dies ein neuer Beweis für die ritterliche Haltung, mit der unsere Wehrmacht den ihr aufgezwungenen Krieg führt. Andererseits wird die Erinnerung an das Verbrechen des brittschen Dampfers „King Stephan" wach, der im letzten Kriege die in Seenot befindliche Besatzung des Luftschiffes „L 19" ihrem Schicksal überließ, ohne einen Finger für ihre Rettung zu rühren. Am Gcheunenior gekreuzigt! Furchtbare Greueltaten fliehender Polen. V e r l l n, 6. September. (DRV. Funkspruch.) Das „12-Uhr-Vlalt" gibt aus Tuchel folgenden erschütternden Bericht: Bel ihrem Einmarsch in das Gebiet der Tucheler Heide fanden die deutschen Truppen die Försterei bei Alentschikal ineinemZustaud Die polnischen Schikanen gegenüber Danzig. Berlin, 5. Sept. (DNB.) Me das Deutsche Nachrichten-Büro erfährt, er« fd-eint heute ein amtliches Weißbuch über bi“ letzte Phase der deutsch-polnischen Krise. Die ir dem Weißbuch veröffentlichten Dokumente er« giften, kurz zusammengefaßt, das folgende Bild: 1. Anfangs August, erhielt die Reichsregierung vn dem Schriftwechsel zwischen dem Vertreter Pilens in Danzig und dem Senat der Freien €adt Kenntnis, wonach die polnische Regierung di Wahrung seiner Lebensrechte einzutreten. Deutschland verständigungsberett. 5. Obwohl bas erwähnte Schreiben des britischen RittsterPräsidenten vom 22. August und ebenso -mich die am folgenden Tage von den brittschen Linatsmännem gehaltenen Reden jedes V e r« *Jtc nbnis für den deutschen «Stand = jtnft vermissen ließen, entschloß sich der AHrer doch noch einen neuen Versuch zu Acichen, um mit England zu einer Verständigung 1 gelangen. Er empfing am 25. August den b r i - i chen Botschafter, legte ihm noch einmal n aller Offenheit seine Auffassung über die Lage r und teilte ihm die Grundlinien einer um- 1if «enden auf weite Sicht bemessenen Verständi- i ng zwischen D eutschland und Eng- ait d mit, die er nach Bereinigung des lizn^ig» und Korridorproblems der Mschen Regierung anbieten werde. L Während die britische Regierung über die be- bosttehende Mitteilung des Führers beriet, fand «r Briefaustausch zwischen dem franzöfi- fhm Ministerpräsidenten Daladier und dem Wahrer statt. Der Führer begründete in seiner limrort wiederum ausführlich den deutschen «Stand« liiuft in der deutsch-polnischen Frage und wieder- lotoe noch einmal seinen festen Entschluß, die t («genroärtige deutsch -- französische Hienze als endgültig anzuerkennen. L In ihrer am 28. August abends übergebenen Antwort auf den Schritt des Führers vom $).BIuguft gab die britische Regierung ihre Le-eitschaft zu erkennen, auf den Gedanken einer Neugestaltung der deutsch-englischen Beziehungen ein3Uget) en. Ferner teilte sie mit, daß sie von i’i polnischen Regierung die bestimmte Zusicherung tfniten habe, mit der Reichsregierung indirekte Lirhandlungen über die deutsch-polnischen fro gen einzutreten. Dabei wiederholte sie, daß nach irr Auffassung ein deutsch-polnisches Abkommen iuird) internationale Garantien ge« igert werden müsse. Trotz der schweren d e n f e n , die sich aus dem ganzen bisherigen e halten Polens ergaben, und trotz der berechtigten arifel an einer aufrichtigen Bereitschaft der pol- fhen Regierung zur unmittelbaren Verständigung ihm der Führer in seiner dem britischen Botschafter ti 29. August nachmittags übergebenen Antwort ! en britischen Vorschlag an und erklärte, ; if die Reichsregierung mit dem Eintreffen einer ii allen Vollmachten versehenen polnischen । (rsönlichkeit am 30. August rechne. Zugleich irbigte der Führer an, daß die Reichsregierung die ; 0: schlüge einer für sie akzeptablen Lösung fofort noarbeiten und diese, wenn möglich, bis zur An- rft des polnischen Unterhändlers auch der britischen ec ierung zur Verfügung stellen werde. 6. Während des 30. August sprach in Berlin weder ein polnischer bevollmächtigter Unterhändler vor noch traf eine Mitteilung der britischen Regierung über die von ihr unternommenen Schritte ein. Dagegen erhielt die Reichsregierung an diesem Tage die Nachricht von der Anordnung der allgemeinen polnischen Mobilmachung. Erst um Mitternacht übergab der britische Botschafter ein neues Memorandum, das indes keinerlei fachlichen Fortschritt in der Behandlung der deutsch-polnischen Fragen aufwies, sondern sich auf die Mitteilung beschränkte, daß die Antwort des Führers vom vorhergehenden Tage der polnischen Regierung übermittelt werden sollte und daß die britische Regierung es für untunlich halte, die deutsch-polnische Fühlungnahme schon am 30. August herzustellen. 7. Obwohl durch das Ausbleiben des polnischen Unterhändlers die Voraussetzung dafür entfallen mar, der britischen Regierung noch Kenntnis von der Auffassung der Reichsregierung über die möglichen Derhandlungsunterlagen zu geben, wurden dem britischen Botschafter gelegentlich der Uebergabe des letzterwähnten britischen Memorandums doch die Vorschläge mitgeteilt, die inzwischen von der Reichsregierung ausgearbeitet morden mar en und noch im einzelnen erläutert. Die Reichsregierung erwartete, daß nun wenigstens nachträglich die Benennung eines polnischen Bevollmächtigten erfolgen würde. Anstatt dessen gab am 31. August nachmittags der polnische Botschafter in Berlin gegenüber dem Reichsaußenminister eine England mischt sich ein. 2. Am 22. August richtete der britische Minister- xiüsident Neville Chamberlain unter dem Gnbrucf der Meldungen über den bevorstehenden L schluß eines Nichtangris.s Vertrages zvischen Deutschland und der Sowjet- 111t 0 n ein persönliches Schreiben an den FÜ h re r. Darin wurde einerseits der feste Ent- Auß der britischen Regierung, ihre Bündnis- x licht gegenüber Polen zu erfüllen, und aidererseits die Auffassung zum Ausdruck gebracht, ltg es geboten fei, zunächst wieder eine „Atmost h ä r e des Vertrauens" herzustellen und ii deutsch-polnischen Probleme auf dem Wege von Dichandlungen durch ein international zu garantierendes Abkommen zu lösen. Der Führer legte in ferner Antwort vom 23. August die wahren Ur« sichen der deutsch-polnischen Krise bar. Er mies ^besondere auf seinen großzügigen Vorschlag vom Aürz dieses Jahres hin und stellte fest, baß bie irnafe von Englanb aus verbreiteten stlfchen Nachrichten über eine deutsche Mo- bi: Zurücknahme einer angeblichen, in Wahr- hiit gar nicht erlassenen Anorbnung dB Senats hinsichtlich ber Tätigkeit der polnischen Zollinspektoren mit kurzer ultimativer Frist uid unter Androhung von Vergeltungsmaßnahmen grordert hatte. Dies gab der Reichsregieruna 23er« aHafjung, der polnischen Regierung am 9. August irtjuteilen, baß eine Wieberholung solcher irimatroer Forderungen eine Verschärfung v Öen deutsch-polnischen Beziehun - g n herbeiführen mürbe, für beren Folgen allein bi polnische Regierung verantmortlich sein merbe. Zugleich mürbe die polnische Regierung darauf auf« mrksam gemacht, daß bie Aufrechterhaltung ber Dim Polen gegen Danzig getroffenen m i rt s ch a f t- lich e n Maßnahmen bie Freie Stabt Danzig Gingen mürbe, sich nach anb eren Ein- unb Disstchrmöglichkeiten umzusehen. Die polnische Re- grung beantwortete biefe Mitteilung der Re ich 5- ngiening mit einem ber deutschen Botschaft in Warschau übergebenen Aide-Memoire vom 10. August, bs in der Feststellung gipfelte, Polen werdejede Intervention ber Reichsregierung in polnischen einen durch nichts gerechtfertigten krieg Frankreichs gegen bas Reich , , französische Botschafter erwiderte, er entnehme ben Ausführungen des Reichsaußenministers, daß die Reichsregierung nicht in der Lage fei, auf die französische Note vom 1. September eine befriedigende Antwort zu geben. Unter diesen Umständen habe timachung gegen Polen, die ebenso unrichtigen ^hauptungen über deutsche Angriffsabsichten ge« gnüber Ungarn und Rumänien und endlich die Pi len zugesicherte Garantie Englands unb Frank- furchtbarer Verwüstung. Die polnischen Truppen hatten das gesamte Vieh abgeschossen, Wohnhaus und Stallgebäude völlig demoliert, die Lebensmittel teils vernichtet, teilweise in ekelerregender Weise verunreinigt und unbrauchbar gemacht. Beide Jagdhunde des Försters lagen mit ausgeschnittenen Leibern in den Betten des Försterehepaares. Der 63jährige F ö r st e r war von den Polen andas Scheunentorgekreuzigt und von zahlreichen Schüssen durchbohrt. Ganz offenbar hatten die Polen ihn als Zielscheibe benutzt. Die sofort vorgenommene ärztliche Untersuchung stellte fest, datz der alte Wann bellebendigemLeibeandas Scheunentorgenagelt worden war. VonselnerArSu fehlt jede Spur. In Koselih fanden in einem Bauernhaus die deutschen Truppen vier Kinder im Alter von 5, 6, 6% und 8 Fahren von zwei verschiedenen Fa- mitten an einem Tische sitzend vor. Als unsere Soldaten näher herankamen, sahen sie, datz die vier Kinder mit ihren Zungen auf der Tisch - plattefe st genagelt waren. Die Kinder waren infolge dieser furchtbaren polnischen Schandtat erstickt. aing sodann durch jeden einzelnen. Wagen des Transportes. An jedem Bett und bei jedem Verwundeten fragte der Führer nach Einzelheiten über die Schwere der erlittenen Verletzungen und ihre Ursache. DerFührer sprach mit den verwundeten Soldaten, denen man die übergroße Freude über diesen unerwarteten Besuch an den Augen ablas, seinen Dank für ihr tapferes Verhalten aus, und oftmals erinnerte er dabei auch an feine eigene Verwundetenzeit im Weltkrieg. Mit festem Blick und leuchtenden Augen antworteten die verwundeten Soldaten dem Führer auf feine Fragen. Aller Schmerz war in diesem Augenblick vergessen, da der Führer mitten unter ihnen weilte. polen bricht die Genfer Konvention. Neutschlands Ernte unter Nach und Fach. Wehrlose deutsche Sanitätskompanie niedergemehett. - Den Schuh des Roten Kreuzes mißachtet. Krone an der Brahe, 5. Sept. (DNB.) Wie soeben bekannt wird, haben in den Wäldern nördlich von Krone an der Brahe umherstreifende Teile der polnischen Kavallerie-Brigade Pomorskie am Montag gegen 18 Uhr eine deutsche S a n i t ä t s k o m p a n i e angegriffen und die Mannschaften und wehrlosen Verwundeten bis aus acht M a n n , die entkommen konnten, n i e d e r g e m e tz e l t. Sämtliche Gefallenen trugen die weiße Binde mit dem Roten Kreuz und waren entsprechend den Genfer Bestimmungen unbewaffnet, fo daß sie völlig wehrlos der polnischen Mordgier zum Opfer fielen, Obwohl alle Fahrzeuge der Sanitätskompanie groß untf deutlich sichtbar das Rote Kreuz auf weißem Grunde trugen, dieses Zeichen, das noch in jedem Kampf nach internationaler Uebereinfunft als unverletzlich geachtet worden ist, stürzten sich die Horden der Brigade Pomorskie mit Maschinengewehr- und Gewehrfeuer auf die Rot- Kreuz-Wagen, in denen deutsche Verwundete zurücktransportiert wurden. Obwohl der Führer der deutschen Sanitätskompanie eine große Fahne mit dem Roten Kreuz schwenkte, um die ihm anvertrauten Verwundeten zu schützen, schossen die Polen ihn erbarmungslos nieder. Sie stürzten sich auf die einzelnen Wagen, rissen die wehrlosen Verwundeten von den Tragbahren und metzelten sie nieder. Rur acht Mann der Sanitätskompanie gelang es, ins Unterholz der Wälder zu flüchten. Sie brachten die furchtbare Meldung nach Krone. nicht wert find, als Kulturvolk gewürdigt und behandelt zu werden. Aber diese Mordbrenner und Banditen, diese Bestien in Menschengestalt wurden noch vor wenigen Tagen von Herrn Chamberlain als das ,edle Volk" bezeichnet, dem man als dem Bannerträger der menschlichen Frecheit und Würde zur Hilfe eilen müsse, und sie werden vom britischen Nachrichtenapparat als Hauptquelle für „Informationen" über die deutsche Kriegsführung benutzt. Mehr zu sagen ist überflüssig. Ner Führer bei Verwundeten der Ostfront. Führer-Hauptquartier, 5. September (DRB). Auf einem Bahnhof hinter der Ostfront, auf dem der Sonderzug des Führers kurzen Aufenthalt hatte, traf Dienstagmittag zur gleichen Zeit ein Verwundetentransportzug auf dem Wege von der Front nach dem Innern des Reiches ein.. Der Führer ließ sich sofort von dem Leiter des Transportes über Zusammensetzung des Zuges und Bestimmungsort Bericht erstatten und Nach den letzten Meldungen des Reichsnährstandes waren am 26. August von der gesamten Getreideernte 8 2 v. H. eingebracht. Das ist ein Stand, der an der restlosen vollständigen glatten Ernteeinbringung keinerlei Zweifel mehr läßt und der hinter dem vorjährigen Stande nicht zurück- ble-ibt. Dieser erstaunliche Erfolg ist, wie in der NS.-Landpost festgestellt wird, in der Hauptsache dem rechtzeitigen umfangreichen Einsatz der notwendigen Hilfskräfte und ihren Anstrengungen zu verdanken. Beim Roggen waren es am gleichen Stichtage 94 v. H., beim Winterweizen 79 v. H.; die Wintergerstenernte ist schon seit langem vollständia eingebracht. Entsprechend dem natürlichen Verlauf , der Emteeindringung kommen die Sommergetreidearten etwas später dran. Auch hier aber sind es bei der Sommergerste schon 87 v. H., beim Hafer bereits 63 v. H. und beim Sommerweizen, der zuletzt einzubringenden Frucht 56 v. H. In den östlichen Landesbauernschaften ist die Ernteeinbringung am weitesten fortgeschritten. Auch weiter aber stehen die erforderlichen Hilfskräfte zur Verfügung, um die Landwirtschaft in ihren Anstrengungen zu unterstützen. Es besteht also kein Zweifel daran, daß die Rekordernte des Jahres 1939 auch vollständig geborgen wird und damit für die Sicherung der Versorgung der deutschen Bevölkerung mit Brot und Futtermitteln in vollem Umfange zur Verfügung steht. Mik den deutschen Truppen auf dem Vormarsch in polen. Von unserem IA.-Sonderberichierstatier. Ganz offenbar haben die polnischen Truppen von höherer Stelle Anweisung erhalten, das Zeichen des Roten Kreuzes nicht mehr zu achten. Eine deutsche Krankenschwester, die im Abschnitt Tuche! westlich Graudenz in einem in der Kampflinie liegenden Gehöft soeben gefangenen polnischen Verwundeten die erste Hilfe leistete, wurde, als sie i n ihrer Schwesterntracht und gekennzeichnet mit dem Roten Kreuz den Hof des Gehöftes überschritt, um für die Verwundeten Wasser zu holen, von polnischen MG.- Schützen skrupellos zusammengeschos- s e n. Üeber dem Gehöft wehte, weithin sichtbar, die Fahne des Roten Kreuzes. Deutsche Luftwaffe achtet das Rote Kreuz. Polnische Hetzmeldungen als niederträchtige Verleumdung erwiesen. Berlin, 5. Sept. (DNB.) Die Polnische Telegraphenagentur und die französische Havas-Agentur verbreiten Meldungen, daß deutsche Flieger einen Zug des polnischen Roten Kreuzes mit Bomben belegt hätten, obwohl er deutlich mit Rotkreuzabzeichen entsprechend der Genfer Konvention versehen gewesen sei. In einer anderen Havas-Meldung wird die Behauptung aufgestellt, in der Nähe von Lodz fei eine Kirche währe n d d e r Messe bombardiert worden, wobei ein Geistlicher und zahlreiche Gläubige verletzt worden seien. Schließlich verbreitete Havas mit gleicher Tendenz noch die Bombardierung einer Hilfs- bar a ck e von Pfadfindern neben drei Rotkreuzzügen in der Nähe von Warfchau. Zu diesem erneuten Versuch, durch unverantwortliche Lügenmeldungen die öffentliche Weltmeinung davon zu überzeugen, daß die deutschen Kampfhandlungen in Polen gegen die auch von Deutschland in feierlicher Form bekräftigten Verpflichtungen des Völkerrechtes verstießen, wird von amtlicher deutscher Seite mitgeteilt, daß alle genannten Meldungen frei erfunden sind. Die deutsche Luftwaffe hat bekanntlich st r e n g ft e n Befehl, sich im Rahmen ihrer Kampfhandlungen nur auf militärische Objekte zu beschränken, so lange auch die Gegenseite an diesem Grundsatz festhält. Darüber hinaus wird die Respektierung der in der Genfer Rotkreuz-Konvention feftgelegten Bestimmungen a l s eine Selbst- v e r st ä n d l ich k eü t angesehen, die um fo weniger durch derartige offensichtliche Tendenzmeldungen in Zweifel gestellt werden kann, als bekanntlich gerade der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht Adolf Hitler feit Jahren der Weltöffentlichkeit Vorschläge zur Humanisie- r ft n g der Kriegführung unterbreitet hat, die in feinem jüngsten Befehl an die deutsche Wehrmacht ihre erneute Bestätigung findet. Bestien in Menschengestalt. Während die englischen Agenturen bereitwilligst die amtlichen polnischen Behauptungen über Kin- dervcrletzungen durch deutsche Flieger, abgeworfene Explosionsgasballons, vergiftete Zigarren und Bonbons, gasgefüllte Glaskugeln , zerstörte Mutter- gottesbilder und andere Lügen in alle vier Himmelsrichtungen verstreuten, während noch diese Greuelmärchen druckfrisch vor den Lesern der jüdischen Weltgazetten lagen, geschah in den Wäldern des nördlichen Korridorgebietes das Furchtbare: Die berüchtigte polnische Kavalleriebrigade Po- morskie griff einen unbewaffneten deutschen Verwundetentransport an, beschoß ihn mit Maschinengewehren und metzelte dann alle Verwundeten und Angehörige dieser deutschen Sanitätskompanie in viehischer Weise nieder. Die Polen haben durch diese grausige Tat erneut bewiesen, daß sie nicht gewillt sind, die Bestimmungen des Völkerrechtes undder Genfer Konvention des Roten Kreuzes zu achten. Sie haben sich damit selbst das Zeugnis ausgestellt, daß sie „No Gchwekatowo — • 2 Kilometer!" Im befreiten Gebiet, September 1939. „Sofort 3um Divisionsstab diese Meldung überbringen", brüllt der Hauptmann zu mir herüber. Rund zwölf Kilometer tief waren mir fchon ohne besonderen Widerstand in das polnische Gebiet eingedrungen. In einem Höllentempo ging es den schmalen Feldweg, der von anrückenden Truppen vollkommen ausgefüllt war, immer am Rande zurück. Winzige kleine Nebenwege mußte ich mir aussuchen, die von der anmarschierenden Truppe nicht benutzt wurden, um zurück auf reichsdeutsches Gebiet zu kommen. Hier hatte der Divis i o n s ft a b seine Zelte aufgeschlagen. Vorbei ging es an Bauerngehöften, die denen jenseits der Grenze wie ein Ei dem andern gleichen, vorbei an Menschen, die zu Tränen- gerührt vor ihren Häusern standen und uns immer noch nicht glauben wollten, daß dieses alte deutsche Land nun wieder deutsch ist. Nichts Polnisches war zu sehen, nichts, was daran erinnerte, daß noch vor wenigen Stunden dieses Land zum polnischen Staat gehört hat. Doch was ist das? „Do Schwekatowo — 7 km!" Ein symbolhaftes Andenken an den ersten Tag des Einmarsches-nach Polen. Ein Handgriff, das kleine verwitterte Schild ist meine Beute. Im rasenden Tempo geht die Fahrt über die Trümmer der polnischen Grenzpfähle, welche die Raupen deutscher Panzerwagen zermalmt haben. Hier stehen lange, lange Reihen von Lastkraftwagen, die deutsche Infanterie nach vorn bringen sollen. Die Männer wissen, daß der Einmarschbefehl gegeben ist. Sie wissen auch, daß die ersten Panzer die Grenze überfahren haben. Jeden Augenblick kann nun für sie der Befehl kommen, der sie nach vorn bringt, der ihren Einsatz befiehlt. Gespannt blicken die Infanteristen jedem nach, der von vorn kommt, der ihnen etwas sagen kann, was an der Front los ist. Fest halte ich noch den polnischen Wegweiser in der Faust. Er ist das sichtbare Zeichen dafür, daß deutsche Truppen im polnischen Staatsgebiet find. Beim ersten Fahrzeug, das wir paffieren, wird das Schild hoch in die Luft gehoben. Die Männer können die polnische Aufschrift erkennen. Nun wissen sie Bescheid. Fast alle kennen solche Trophäen. Sie haben sie als Andenken aus dem Sudetenland und aus Böhmen und Mähren mit heim genommen. Im selben Augenblick, in dem sie die' polnische Aufschrift erkennen, beginnt ein Rufen und Händewinken. Der Bann ist gebrochen. Aus dem ruhigen Warten find sie in die Stimmung begeisterter Freude gekommen. Diese Freude pflanzt sich die ganze lange Kolonne fort bis zum letzten Wagen. Und im gleichen Augenblick, wo ich am letzten Wagen vorbeirase, fetzt sich die Kosonne in Bewegung, der Front zu, von wo man die dumpfen Abschüsse deutscher Artillerie hört. „Nach Schwekatowo — 7 kmr Deutsche Panzer im Vorstoß. ..., Anfang September. Die kraftvolle Wucht und die rasante Schnelligkeit, die den kühnen Stoß unserer Panzertruppen erfüllten, trafen den Gegner schwer und hart. Der Braheabschnitt wurde von den Panzern bereits Ende voriaer Woche erreicht, Kilometer auf Kilometer alten deutschen Kulturbodens wurden in einem atemberaubenden Tempo wieder in des Reiches Schirm und Schutz übernommen. Und wo sich gegen diesen unaufhaltsamen Willen Widerstand erhob, wurde er mit dem festen Griff dieser stählernen Kraft gebrochen. Als an dem ereignisreichen Septembermorgen die Motoren der eisernen Kolonnen aufdonnerten, da ahnte die Welt, da wußte der Pole nicht, welche Waffe zum Schlage ausholte, zu einem Schlage, der hart und tief in des Feindes Front griff. Als sich im leichten Dunst eines fchon herbstlichen Frühnebels die Gleitketten ihren Weg über die aus blindem Haß geborenen Grenzen bahnten und ihre breite Spur in westpreußische Erde gruben, da löste sich die ungewisse Spannung aller beteiligten Herzen, und das stolze, kühne Bild moderner Waffentechnik wurde zum mitreißenden Symbol für einen Willen, der nur noch den Einsatz, der nur noch das Vorwärts kannte. Und hinter diesem Wall von Eisen, von Maschinen, MG. und Kanone rollten die Kolonnen der motorisierten Verbände heran, geführt und bedient von Männern, die nun zum ersten oder aber schon zum soundsovielten Male jenen Rausch erlebten, der männliche Herzen in der Stunde letzter Bewährung unbezwingbar packt. Wer vergißt je die Augen jener paar Männer, die, eingezwängt in die Enge ihrer Stahlkästen, einem ganzen feindlichen Bataillon die Stirn boten und nun ihre Aufgabe in stundenlanger Anspannung fo erfüllt hatten, wie Befehl und eigener Wille es ihnen auftrugen. Ein paar Kampfwagen, eine Handvoll Männer, ein klarer Auftrag — und hinter all dem der verwegene, harte Wille eines straffen jugendlichen Mannes, auf dessen Brust das spanische Kriegszeichen Aussage genug ist, das greift hinunter in die Herzen derer, die diesem Pendelschlag zwischen Tod und Leben zum erstenmal gegenüberfteben und reißt sie empor zum Siegen und Erfüllen. So ist auch der sichtbare Weg dieser Männer, die schon in den ersten Vormittagsstunden den Sprung in die Wälder vor der Brahe wagten, gezeichnet: dort pagen die zertrümmerten Eisen einer polnischen/PAK. in die Luft, hier färbte das Blut eines Pferdes den gelben Sandboden dunkelrot, und da künden weggeworfene Mäntel, Tornister, Kochgeschirre von der heillosen Flucht polnischer Soldaten. Niedergewalzte Kiefern, cufgeriffener Waldboden und die frischen, klaffenden Wunden an den Baumstämmen, aufgesetzt von den Garben der Maschinengewehre, zeigen die Faust des Krieges, der hier zugriff. Und die Grenzen aller Gegnerschaft löschen aus, wenn eine schlichte Wolldecke, eine graue Zeltbahn, ein paar grüne Zweige das Opfer dieses Griffes verhüllen. So bahnten die Panzer den Weg durch die Wälder, die den Zugang zur Brahe sperren sollten. In ihrem Schutze rollen nun heran die Schützen, die Pioniere, um für die Kameraden vom Kampfwagen das natürliche Hindernis des Flußlaufes zu beseitigen. In dem schmalen Hohlweg zwischen dem dichten Kiefernwald mahlen sich die Räder durch den Sand. Doch Steigung und Sand sind zäher als diese Antriebskraft. Wie im Fieber arbeiten die Männer, der Schweiß rinnt unter dem Stahlhelm über den Staub der feldgrauen Röcke. Die Muskeln schwellen zu dicken Bändern, und mit Hau — Ruck wird Fahrzeug nach Fahrzeug, das in diesem aufgewühlten Sand zu erlahmen droht, auf festen Boden gefetzt. Ein schneller Sprung, und die Besatzung hockt wieder auf — dem Feind entgegen! Die Panzer aber rollen zurück, um sich aufs neue bereitzustellen. Zurück geht auch die eigene Fahrt, und die Scherzworte, die von Kommenden und Gehenden in männlicher Herzlichkeit gewechselt werden, verraten mehr von der vertrauensvollen Stimmung, die alle hier treibt, als gewandte Zungen schildern könnten. Wieder geht es vorbei an der grauen Kette deutscher Soldaten, die, dienend ihrem Führer, ihrer ernsten, zu allem bereiten Pflicht entgegensetzen. Da und dort haben sie einen Polen aufgelesen, der nun verängstigt und verlegen in die lachenden Gesichter der „Feinde" schaut. Verlegen — ja, denn war ihnen nicht das Schlimmste von diesen „Tieren jenseits der Grenze" Tag für Tag, Stunde für Stunde erzählt worden? Man fühlt, vielen von diesen verwundeten oder gefangenen Polen brennt die Scham in den Gesichtern über die Lügen des Hasses und unritterlicher Unversöhnlichkeit! Sie sind einfache Menschen, die glauben, was chauvinistische Hetzer ihnen erzählen. Steigt nicht jedem anständigen Menschen das Blut in den Kopf, wenn man erlebt, daß da ein Schulbube gefaßt wird, wie er gerade eine Strohmiete ansteckt und nun in seiner Angst den Befehl gesteht, den er von seinem — inzwischen natürlich schon längst entflohenen — Lehrer erhalten hat? Oder wenn man sieht, wie in blinder Eile die gehetzte Dorfbevölkerung mit ihrem armseligen Hab und Gut den deutschen Armeen entgegenflieht, weil Englischer „Kriegsbericht". Als die Engländer ihren ersten offiziellen Bericht über ihre Kampfhandlungen verfassen wollten, wa» ren sie in arger Verlegenheit. Denn einerseits verlangte natürlich das britische Publikum nach einem solchen Frontbericht, andererseits gab es aber von der Front nichts Rühmliches.zu melden. Wie die englischen Politiker, stellten sie also einen Kriegsbericht her, der als Kuriosum in die Geschichte eingehen wird. Nachdem in der bewußten Mitteilung des britischen Jnformationsministeriums Ö gesagt wird, daß die britische Luftwaffe enangriffe auf deutsche Kriegs» schiffe in Wilhelmshaven und Bruns» büttel durchgeführt habe, heißt es weiter: „Dabei sollen auf deutsche Schlachtschiffe auf Schilling-Reede verschiedene Treffer erzielt worden sein, die die Schiffe schwer beschädigten." Diese Ausdrucksweise scheint uns kaum vertrauens» erweckend für den britischen Bürger zu fein. Sie ist darüber hinaus auch objektiv falsch, denn es ist tatsächlich keine Bombe auf ein deut» s ch e s Schiff gefallen. Allerdings haben die Engländer insofern einen Treffer erzielt, als ein Teil eines abgehobenen britischen Flugzeuges beim Herabstürzen ein deutsches Kriegsschiff streifte. In dem englischen Kriegsbericht heißt es dann weiter: „Bei Brunsbüttel will die britische Luftwaffe ebenfalls ein an der Mole liegendes deut» fches Kriegsschiff schwer beschädigt haben". Auch hier müssen wir das „will" in ein „w ollte" berichtigen, denn es ist bei der britischen Absicht geblieben. Und wenn schließlich das britische In» formationsminifterium sagt, daß der deutsche Gegenangriff „zu einigen Verlusten auf englisch.er Seite" geführt habe, fo stellen wir dazu ganz nüchtern fest, daß bisher mindestens ein Dutzend abgehobener britischer Bombenflugzeuge gezählt worden sind. Leider fehlt dann im englischen Kriegsbericht jeder Hinweis auf die erfolgreichen „Feind flüge", welche die englische Luftwaffe zwar nicht -gegen Deutschland, wohl aber gegen verschiedene neutrale Staaten wie Holland und Dänemark unternommen hat. Und doch deutet die Ueberfliegung des holländischen Hoheitsgebietes sowie die Bombardierung der dänischen Hafenstadt Esbjerg zwingend daraus hin, daß die englischen Flieger es bequemlichkeitshalber vorziehen, über neutralem Gebiet ihre Heldentaten zu vollbringen, statt über deutschem Boden, wo sie mit unseren Jägern und Flakartilleristen allzu ernsthaft rechnen müssen. H. Ev. polnische Kanonen sie nicht schonen wollen? Oder glauben polnische Militärs wirklich, damit der deutschen Wehrmacht zu schaden? Preußische Soldatenausbildung lehrt, dem zu begegnen! Neutschlands wirtschaftliche Rüstung. Mit einer geradezu erstaunlichen Präzision hat in Deutschland auch die wirtschaftliche Vorbereitung auf den Ernstfall geklappt. Selbstverständlich spiegeln sich in dem Reichsbankausweis vom 31. August die durch die Zuspitzung der politischen Lage entstandenen besonderen Verhältnisse wieder. Die Einberufung vieler Wehrpflichtiger zu den Fahnen hat natürlich einen größeren Geldbedarf hervorgerufen, und auch die Umstellungen und Vorsorgungen, die die öffentliche Hand treffen mußte, wirkten in derselben Richtung. Aber die Tatsache, daß der Noten- umlauf sich nur um 2,1 Milliarden auf insgesamt 10,9 Milliarden erhöht hat, zeigt, daß Deutschland auch geldpolitisch besser gerüstet war als die reichen Demokratien, bei denen eine viel gewaltigere Aufblähung des Notenumlaufs stattgefunden hat. Die Mark hat sich als die stärkste Währung der Welt erwiesen. Die aus dem Ausland gemeldeten Erscheinungen — Angstabhebungen von Guthaben durch erschreckte Bürger — waren in Deutschland überhaupt nicht zu beobachten. Das deutsche Volk hat eine Disziplin bewiesen, die der Staatsführung ihre schwierige Aufgabe erleichtert und es fogar überflüssig gemacht hat, irgendwelche besonderen Maßnahmen auf dem Gebiet des Geld- und Bankwesens zu treffen, wie sie sonst aus allen Hauptstädten der Welt gemeldet werden. Dieselbe Zuversicht und dasselbe Vertrauen zur deutschen Währung zeigten die Börsen; der Kapitalmarkt funktioniert reibungslos. Die krisenhaften Erscheinungen im Ausland haben uns in keiner Weise berührt, weil die deutsche Wirtschaft und ihre Führung seit langem auch auf eine kritische Zu» spitzuna eingestellt waren. Bei uns ist die Kriegs- wirtschaft keine Einrichtung, die ihre Entstehung erst der Not des Augenblicks verdankt hätte, sie ist von langer Hand vorbereitet. Die Festigkeit der Reichsmark steht außerhalb jeder Diskussion, weil ja die Preise und die Löhne im nationalsozialistischen Deutschland unbedingt gehalten werden, erst recht in einem Kriege. Von außen aber kann unsere Währung gar nicht angetastet werden. Eine straffe Organisation, wie sie besonders seit Anfang 1938 besteht, sichert die Lebens-, Schaffens- und Kampfkraft der Nation, die Reichsbank besitzt eine fo starke Stellung wie keine Notenbank der Welt sonst, und wir haben einen wirtschaftlichen Generalstab, wie wir ihn 1914 leider nicht hatten. In einem Kriege von längerer Dauer würden natürlich die Bedürfnisse der Rüstungsindustrie gewaltig anschwellen; auch im Weltkriege hat diese Industrie erst 1917 ihre höchste Leistung erreicht. Aber auch für die damit verbundenen allmählichen Umstellungen sind wir in jeder Weise gerüstet. Es ist auch keineswegs so, daß wir jemals wieder von aller Welt abgefperrt werden könnten wie im Weltkriege. Selbst im ernstesten Falle würden uns noch reiche Bezugsquellen zur Verfügung stehen. Besonders wichtig ist Sowjet-Rußland, aber auch nach vielen anderen Ländern, mit denen wir die besten Beziehungen unterhalten, kann uns kein Feind den Weg sperren. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Erttst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot (z.Z. abwesend), i. 23.: Or. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport Heinrich Ludwig Neuner (z. Z. abwesend), i. 23.: E. Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. 21. VIII. 1939: 8777. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezuaspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. t*. Mittwoch. 6. September 1Q39 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheften) Nr. 208 Zweites Blatt n? Ober 5er deut. Soldaten. ßin Sechzehnjähriger erhärt das Eiserne Kreuz nötige, gebrauchte Papier beseitigen möchten. Die Papierkörbe im Freien sind eigentlich noch vielseitiger. Es steht ja auch meist „Papier und Abfälle" darauf; sie sollen also so eine Art Mülleimer darstellen. Daher mag es wohl auch kommen, daß viele Menschen einfach aus Gewohnheit auch im Büro den Papierkorb mit den verschiedensten Dingen, wie Obst und Blumenabfällen usw., füllen. Ist das aber der Sinn eines Papierkorbs? Solange es sich um Apfelsinen- und Bananenschalen handelt, wird der brave Papierkorb, dieser stumme Diener, nicht gerade Schaden nehmen. Aber wenn wir z. B. eine zerdrückte Birne, eine angefaulte Pflaume oder bergt, hineinwerfen, so dürfte diese Feuchtigkeit selbst dem besten Papierkorb nicht sonderlich zuträglich sein. Daheim bei unserem guten ledernen, rohr- und bastgeflochtenen Papierkorb würden wir wohl kaum auf den Gedanken kommen, Obstreste hineinzutun. Aber im Büro, was schadet das schon! Außerdem, wohin sollte man denn die Abfälle befördern? Au Hause gibt es einen Mülleimer, aber im Büro? Seien wir einmal ganz ehrlich! Haben wir uns überhaupt schon einmal Gedanken gemacht über diese scheinbar so belanglosen Dinge? „Ich wickle die Gurkenschalen doch in Papier, da schadet es nichts, die Reinmachefrau sucht sie dann heraus", sagte zu mir kürzlich eine Arbeitskameradin. Ja, die gute Reinmachefrau freut sich bestimmt, daß sie diese ausgesprochen angenehme Arbeit verrichten darf, bloß weil wir zu bequem sind, die Abfälle in einen Eimer zu befördern! Wenn die Reinmachefrau aber nun einmal nicht Lust verspürt, unsere Pflaumenkerne aus dem Papier herauszulesen, was dann? Run, dann kann es geschehen, daß trotz aller Vor- fortierung die Papiermühlen eine Nahrung bekommen, auf die sie sauer reagieren, nämlich entzwei gehen! Aber da ist ja Abhilfe ju, schaffen. Ein alter Marmeladeneimer mit Deckel läßt sich immer auftreiben, und ein Platz für den Eimer findet sich auch bestimmt irgendwo in einem Abstellraum. Schließlich ist dies nicht nur eine selbstverständliche Rücksichtnahme gegenüber der Arbeitskameradin, der das Säubern der Räume zufällt, sondern wir haben ouch die Verpflichtung, die uns anvertrauten Dinge schonend zu behandeln. Und noch ein dritter Gesichtspunkt kommt hinzu: Haben Sie schon einmal gem-rkt, daß die Luft in Ihrem Arbeitsraum etwas muffig war? Sehen Sie. das kommt nur zu oft von den Obst- und Blumenabfällpn im Pavierkorb! Bei besonders empfindlichen Menschen erregt dieser Fänlnisprozeß sogar Kopfschmerzen und Uebelkeit. Gerade jetzt, wo wir rohes Obst auch zu den Awischemahlzeiten im Büro essen, wollen wir immer daran denken, daß ein Papierkorb fein Abfalleimer ist! von der Bereitschaft des einzelnen, der im Vertrauen auf den Führer zum Aeußersten bereit war. Das höchste Ziel des Nationalsozialismus ist die Verwirklichung einer großen schicksalsverbundenen Gemeinschaft. Dieses nationalsozialistische Gedankengut wurde in diesen Tagen nicht zuletzt durch den Einsatz des Amtes für NS.-Volkswohlfahrt zur praktischen Tat, das seine Schlagkraft und schnelle Handlungsbereitschaft wieder bewiesen hat. Gauleiter Sprenger, der alle Maßnahmen sofort durch persönlichen Einsatz unterstützte, nahm mehrmals Gelegenheit, sich von dem reibungslosen Verlauf der Arbeit und der Organisation zu überzeugen. Der Gauleiter weilte wiederholt auf den Bahnhöfen und griff auch da, wo es am schwierigsten und lebhaftesten zuging, helfend mit ein. Zur Lösung der vielseitigen Aufgaben, die noch bevorstehen, wird jede Hilfe gebraucht und auch angenommen. Zahlreiche Anfragen aus der Bevölkerung geben Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß Geldspenden, Kleidungsstücke,. Wäsche und anderes Brauchbares mehr von den örtlichen NSV.-Dienststellen angenommen werden. Um der Partei ihre Arbeit weiterhin zu ermöglichen, wird vor allen Dingen auch erwartet, daß die Mitgliedsbeiträge für die NSV. weiterhin pünktlich eingehen. Es ist jetzt für jeden der Zeitpunkt gekommen, wo er zu prüfen hat, ob er seinen Einsatz und seine Mitarbeit in der NS.-Volkswohlfahrt verstärken kann, indem er seine Organisation durch höhere Beiträge unterstützt. Die Partei liefert in diesen weltgeschichtlichen Tagen für jedermann den klaren Beweis, daß die NS.-Volkswohlfahrt weit über den Zweck eines privaten Verbandes hinaus ihre Aufgaben in höchsten staatspolitischen Maßnahmen sieht. Sie bis zur Ser dSR. wacker am Werk Besondere Auszeichnung der Gießener Mädel. korb nachzudenken? Schließlich ist es zur Selbstverständlichkeit geworden, daß es in jedem Arbeitszimmer, auf öffentlichen Plätzen und Straßen Papierkörbe gibt. Wozu dann noch tiefgründige Betrachtungen über dieses zwar nützliche, aber immerhin bescheidene Ding anstellen? Nicht einmal im Konversationslexikon steht etwas über den Papierkorb! Wie dem auch sei, den wahren Wert des Papierkorbs erkennt man erst, wenn er fehlt. Sei es, daß wir unterwegs Obstabfälle loswerden wollen, die wir als wohlerzogene Menschen nicht wild in die Gegend werfen können, oder sei es, daß wir im Büro oder daheim am Schreibtisch alles un- Üortwfwn Tageskalender für Mittwoch. Gloria-Palast, Seltersweg: „Paradies der Junggesellen." __ 5. beim !lste. ’s bann )e Luft, ■5 deut, ab en", ollte' Blicks, > L che Te, n auf llen mir estenz Bomben, bann auf die englische ohl aber ie hol, lat. Und lndischen der da, auf bin, itshalbei et ihre rutschen," stakartil. H.Ev. nehmen die jüngeren Jungmädel das Brombeerblättersammeln allein, während die Zwölf- und Dreizehnjährigen Heilkräuter und Hagebutten brechen. Um dieser Aktion in größerem Ausmaß Erfolg zu sichern, müssen zunächst genügend Dörranlagen geschaffen werden, da sich die meisten der Kräuter nicht in frischem Zustand verschicken lassen. Böden von Schulen und Gemeindehäusern sind hierzu vorgesehen, ebenso wie Dörrgelegenheiten in Privathaushalten. 1 Wenn man neben dieser zusätzlichen Arbeit auch überlegt, wieviel Nutzen von der Arbeit jener Mädel ausgeht, die in den Reihen des BDM. ihre Schulung in Luftschutz- und Sanitätswesen erhielten, die mit einem sicheren politischen und weltanschaulichen Wissen ausgerüstet und sozialpolitisch geschult auf Plätzen in den Betrieben stehen, dann erkennt man den Sinn jener jahrelangen Arbeit, mit der auch die nationalsozialistische Jugendbewegung eine große Gemeinschaft durchbildete und zufammengeschwecht ^Bereit und verantwortungsbewußt steht an ihren Aufgaben auch im Gau Hessen-Nassau eine Jugend, von'der der Führer sagte, daß sie „strahlenden Herzens erfüllen wird, was die Nation, der nationalsozialistische Staat von ihr erwartet und fordert!" Milck», Milcherzeugniffe ufto. In einer Anordnung der Hauptvereiniaung der Deutschen Milchwirtschaft zur vorläufigen Regelung der Lieferung bezuasscheinpsiichtiger Erzeugnisse wird festgelegt, daß Kleinverteller ober Hersteller, b'ie unmittelbar an Verbraucher liefern, Milch, «Ä !W! ■fi1* iMt Grenze des Möglichen zu unterstützen, ist Pflicht jedes Volksgenossen. So wie die Soldaten opferbereit an den Grenzen des Reiches stehen, müssen wir eine opferbereite Front im Innern des Landes bilden. Gäste aus den Grenzgebieten in Gießen. In den letzten Tagen find zahlreiche Frauen und Kinder sowie alte Leute aus den Orten der Grenzgebiete in unserer Stadt angekommen, um in Gießener Familien als Gäste Ausnahme zu finden. Die Gäste sollen hier eine Unterkunft genießen, die ihnen den zeitweisen Abschied von der Heimat erleichtert und ihnen soviel von dem Wohnraum zur Verfügung stellt, daß sie sich gut aufgehoben wissen. Die Verpflegung der Besucher erfolgt zweimal täglich in verschiedenen Gaststätten und Sälen, wo zum Teil auch Morgenkaffee ausgegeben wird. Auf dem Bahnhof sowohl als auch in der zentralen Zuwei- sungsstelle und vor allem bei den Quartiergebern sanden die Gäste eine gute Aufnahme. Die NS.-> Frauenschaft und der BDM., Männer der Partei und ihrer Gliederungen, das Deutsche Rote Kreuz und viele andere freiwilligen Hilfskräfte haben bisher unermüdlich bei Tag und bei Nacht alle ihre Kräfte eingesetzt, um den Gästen die Unterbringung in Gießen so leicht und so gut wie nur irgend möglich zu machen. Diese vorbildliche Hilfsbereitschaft verdient ebenso wie die opferfreudige Mithilfe in den Familien alle Anerkennung und findet ihren schönsten Lohn in dem Bewußtsein, durch die gute Tat sich würdig zu erweisen der Größe unserer Zeit und der besonderen Verpflichtungen, die daraus für alle Volksgenossen sich ergeben. Das Nachttämvchen im Vogelnest. Wilhelm Bölsche, der feinsinnige Naturbeobachter, der in diesen Tagen im Alter von 78 Jahren gestorben ist, hat in einer seiner anschaulichen Schilderungen auf eine merkwürdige Entdeckung in der 'Tierwelt hingewiesen, die er das Nuchtlämpchen im Vogelnest nannte. Es handelt sich dabei um ein Vöglein von juwelenhaster Herrlichkeit des Gefieders, um die Amadine, die zu der Vogelgruppe der Webesinken gehört. Rücken und Flügel dieses entzückenden Tieres sind von durchsichtigstem Grasgrün, das gegen die dunklen Schwanzspitzen in ein zartes Himmelblau verdämmert, am Halse durch ein ähnliches Blauband und einen schwarzen Samtstrich davon getrennt, eine leuchtend blutrote Kopfkappe, die tief bis über die Wangen herabfällt und prachtvoll gegen das Esten- beinweiß des Schnabels und die schwarze Kehle stebt; zu diesem Grün und Rot aber steht die Brust mit einem breiten Felde des unvergleichlichsten Lila in schönem Gegensatz, und die ganze Farbenharmonie wird vollendet durch das satteste Dottergelb des Bauches. Es war den Zoologen schon lange aufgefallen, daß die kleinen, noch nicht flüggen Nestjungen dieser und verwandten Prachtsinken in den Mund- und Schnabelwinkeln beiderseitig gewisse dick vorspringende Kugeln zeigten, die bei den ausgewachsenen Tieren seltsamerweise vollständig verschwanden. Es war dies also eine Besondecheit der Kinderstube der Jungamadinen. und zwar stellte es sich heraus^ daß diese kleinen Kugeln leuchteten, sowie die Nachtlämpchen in einer menschlichen Kinderstube. In dem fast geschlossenen Webernest dieser Finken ist es nämlich dunkel, und so würde der alte Vogel zur Atzung der Jungen fein Licht haben, wenn nicht diese kleinen Lichtlein leuchteten, die höchst sinnreicher Weise von der Natur gerade dahin gesetzt sind, wo sie am besten der Nahrung den Weg weisen: nämlich in die Schnabelwinkel der Heinen Schnäbel selbst. Was ist das nun für ein Leuchten m der Kinderstube der Amadine? Darauf konnte man erst Antwort geben, nachdem überhaupt das Leuchten der Tiere in der Natur mehr erforscht war. Nicht nur die Glühwürmchen und Leuchtinfusorien verbreiten ja im Dunkel einen grellen Glanz, sondern auch allerhand Tieraugen, wie die der Katzen und Eulen. Bis vor etwa 100 Jahren glaubte man nun, daß das Katzenauge ein „Eigenlicht" habe. Erst Prevost hat nachgewiesen, daß es sich beim Leuchten des Katzenauges um eine ganz zufällige Reflexerscheinung für den Beschauer handelt, die mit eigener Leuchtkraft des Tieres nichts zu tun hat. Diese Feststellung erschien zunächst so ungeheuerlich, daß noch der große deutsche Physiologe Johannes Müller in eingehenden Experimenten die Tatsache beweisen mußte. Einer der genialsten Schüler Müllers, Brücke, konnte dann zum ersten Male zeigen, daß auch das menschliche Auge, wenn man es im dunklen Raum mit einer Blendlaterne bestrahlt und dann einen Beobachter an dieser Lichtquelle vorbei hineinblicken läßt, für diesen Beobachter leuchtet. Es war ein anderer großer Physiologe und Schüler Müllers, du Bois-Reymond, in dessen Auge zuerst das „Katzenlicht" gezeigt wurde. Und an dies Experiment schloß sich emer der größten medizinischen Fortschritte aller die Erfindung des Augenspiegels durch Helmholtz, der einen Hilfsapparat konstruierte, um me Brückesche Theorie des menschlichen Augenleuchtens seinen Schülern möglichst anschaulich zu zeigen, und dabei zu seiner großen Freude plötzlich die men ch- liche Netzhaut beobachten konnte. Auch die 'Machtlämpchen" der Amadine leuchten nun. wie Ohun bargetan hat, nach ber Methode des Katzenauges. Die winziaen blauen Glühbirnen, die das finftere Nest des Finken illuminieren, wirken als ein raffinierter Reflektierapparat, indem sie die schwachen Stäubchen Dämmerlicht der nicht absolut dunkeln Neststube konzentrieren und hell zurückstrahlen. Das Wunderbarste ist aber, daß dieses reflektierte Licht hier im Dienste eines bestimmten Nutzuveckes steht und von der Jungamadine zu ihrer eigenen Futte- rung angezündet wird. c- f Schil. ..erziel, Men.« TQuens, 9. Denn ?eut, "e Gnq. Teil Oie Partei im höchsten Einsatz. Vorbildliche Volksgemeinschaft bewährt sich in der helfenden Tat NSG. An die Partei, Amt für Dolkswahlfahrt i im Gau Hessen-Nassau werden in diesen Tagen die i Höchsten Anforderungen gestellt. Unser Gau, der : durch feine geographische Lage in besonderer Weise bei den augenblicklichen Maßnahmen zur Reichs- 1 Verteidigung in Bereitschaft gezogen wird, ist dazu berufen, in allererster Linie die Einsatzbereitschaft der NS.-Dolkswahlfahrt unter Beweis zu stellen. Täglich treffen aus allen Richtungen die Transportzüge mit Zehntausenden Rückwanderern aus den gefährdeten Grenzgebieten ein, so daß die Partei gewaltige Aufgaben, die die Abfertigung und Verpflegung solch' großer Transporte mit sich bringen, zu lö|en hat. Wie einst in den Jahren des Aufbaues, wo man die wirtschaftliche Not des deut- fchen Volkes durch groß angelegte Maßnahmen zu lindern hatte, muß das Amt für Volkswohlfahrt auch heute wieder unter den geänderten politischen Verhältnissen ohne vorherige Erfahrungen, sozusagen aus dem Nichts heraus, handeln und entscheiden. Die Gauamtsleitung unter Führung ihres Gauamtsleiters Haug gab sofort die Rahmenrichtlinien für die Arbeit der Kreise heraus und blieb in engster Zusammenarbeit mit der Gauleitung und dem Reichsnährstand. Die Stunde des sofortigen Einsatzes aller Kräfte hatte das unvergleichlich Schöne an sich, daß wieder in Gemeinschaft gehandelt und gearbeitet wurde. In vorbildlichem Einsatz Helsen die NS.-Frauenschaft, HI. und BDM., fowie zahllose Helfer und Helferinnen. Wenige Stunden, nachdem sich die politischen Verhältnisse ernsthaft zugespitzt hatten, dampften auf allen Bahnhöfen, die von den Transportzügen berührt wurden, die Feldküchen. Von hilfsbereiten BDM.-Mädeln wurden die dampfenden Kessel mit Tee und Suppe an die Bahnsteige gebracht. Den Durchreisenden wurden Erfrischungen und Brötchen in ausreichendem Maße gereicht. Rasch wurden Quartiere für Mütter und Kinder beschafft und für alle vorkommenden Fälle Vorsorge getroffen. Immer wieder rollten neue Züge an und fuhren von allen Bahnhöfen unseres Gaues aus wieder weiter zurück ins Innere des Landes. Die Partei mobilisierte für ihre Aufgaben sofort alle ihre verfügbaren Kräfte. Schwestern der NS.° Schwesternschaft und des Reichsbundes der Freien Schwestern wurden eingesetzt und allerorts eine ausreichende ärztliche Ueberwächung fichergestellt. Kranke wurden sogleich dem nächsten Krankenhaus zugeführt. Einige Heime des Amtes für Dolkswohl- fahrt sind zur Aufnahme von werdenden Müttern bereit und zum Teil schon damit belegt. Die Arbeit der Partei im Gau Hessen-Nassau nß in diesen ereignisreichen Tagen nicht ab. Selbst die Nächte hindurch standen die hilfsbereiten Kräfte jederzeit zur Verfügung und leisteten oft unter größten persönlichen Entbehrungen Unerhörtes und Außergewöhnliches. In vielen Füllen waren Helfer und Mitarbeiter Tage und Nächte nicht mehr zur Ruhe gekommen und leisteten das Aeußerste, was von Menschen gefordert werden kann. Bei allem Ernst der Zeit waren es Bilder der Freude und Begeisterung, wenn man die Bereitschaft jedes einzelnen beim Einsatz beobachten konnte. NSV.-Helfer standen bei strömendem Regen an ihren Feldküchen und sorgten, daß den Rückwanderern eine kräftige Nahrung geboten werden konnte. Kam ein Zug an, bemühten sich Frauen der NS.-Frauen- schaft, Jungen und Mädel der HI. um die Ange- fommenen, vor allem um die Kinder, und bemächtigten sich des Gepäcks. Kurz: alles war in regster Tätigkeit und Hilfsbereitschaft. Ruhe und Besonnenheit, aber auch harte Ent- : schlossenheit im Gesicht jedes einzelnen verrieten zwar den Ernst der Stunden, zeugten aber ebenso Obhut geben will."Während sich Merker zu kurzer Rast nieberläßt, werden bann erste Fragen laut nach dem Wie unb Woher des Gefangenen, nach Merkers Erlebnissen im Kampf. Ms falle es ihm schwer, die Geschehnisse zu berichten, spricht Merker, Wort für Wort lanafam wägend, die eigene Person möglichst in den Schatten stellend: „Sehe ich mich doch, bei einem Angriff ber Franzosen aus d»r Flanke auf unfern Flügel des Regiments, plötzlich abgetrennt unb herausge- löft aus bem Verband ber anberen, vier Franzosen gegenüber. Ein Blick nach ber Mitte des Regiments zeigt mir die ganze Verzweiflung der Lage. Alles übrig» ae'ht ohne Ue-berlegen, im Banne einer maßtosen Wut über die schon nahezu verloren» Schlacht, im Banne iener Worte vom ruhmvollen Untergang, bie b»n .Aufruf" beschlossen. Ich habe dem einen das Baioneft in die Schenkel gerannt, dem anderen, ehe er sich versah, mit bem Kolben über den Schädel gehauen. Beide sanken sie um — vom anderen Flügel tarierte das Velotonfeuer der Kameraden, in meinem eigenen Schädel drehte sich alles — hier machte ber Jäger Merker eine ausruhende Bause, als schiene des Gesagten schon zu viel — „es drehte sich alles", sprach er zögernd weiter, „ich sah einen Augenblick lang wie im Traum die Sonnenrosen daheim im Garten - bis sie zu kreisen ansingen, aroße feurige Räder, unb ich wie blind mit bem Gewehr um mich schlug. Mit erhobenen Hauben fand ich den Kerl da", er.wies au seinen Gefangenen, „vor mir, mich wie einen Teufel an starrend. Er hielt mit seiner Erzählung inne. Von ber Straße her nahten zwei versprengte Jager, riefen ihn an unb kamen hinzu. Sie hatten den - ager Merker von fern bei feiner grauenvollen Arbeit gesehen und ihn verloren geglaubt. Mit stummem Schweigen umstanden die Jager vom Königsgrenadier-Regiment Nr. 7 ihren Karne, roden, der sich nicht erklären konnte, worum sie ihn so sonderbar anf(hauten. S>e aber wußten es. Der freiwillige Jäger Merker zählte sechzehn Jahre an diesem denkwürdigen 2. Mai 1813, dun Tag der verlorenen Schlacht von Großaörschen. Wenig» Tage fnäter schmückte die Brust Merkers das Eiserne Kreuz, wohl als einen der Jüngsten, der in bamah ger Zeit diese hohe Auszeichnung trug. Wenig später in Krieg trifft Prinz Wilhelm mit seinem Bruder Karl den freiwilllgen Jager M»rker. Merker hat sich Mit ein paar Kameraden auf den Dachboden eines Hauses begeben um von dort en Einritt des Prinzen wohl heiser beobachten zu können. Aber der Prinz entdeckt ihn. ..Der Kofonta - iäger Merker, welcher das Eiserne Kreuz bat, stand in einer Dachluke, um uns zuzusehen; wir ließen ihn runterkommen, und er mußte uns seine ganzen g. ifion ha! Breitung ich spie- is vorn rolitischeü !rhält> er Wehl. ij einet en, uni die di! drrsrlba •Roten, insgesamt eutschlond stet war eine oirl ‘ ufs statt' stärkste aus dem agstabhr' Singer - icht zu jjtplin be; rige Aui> macht hat. dem Gf n, wie sie1 gemeldet rauen M i; der Ka> isenhasteii ; in (einet t und isie tische Zu' Kriegs' ihre Ent' ankt hatte, itet. Dl- jeder im natio* , gehalten j on außen. angetastet , besondere is-, Schasi Aeichsban Notenbanr Östlichen cht hatt^ Kden na- lrie die,e 3n * lich-nZ z-rE en wie Zrdenu-v ’t’S Mit Selbstverständlichkeit und Disziplin haben sich gleich den Frauen die Mädel unseres Gaues in neuen Aufgabengebieten eingefunden. In erster Linie sind die Stadteinheiten der Untergaue zu erwähnen, die in kürzesten Fristen für -'den Bahnhofsdienst unter Anleitung der NS.-Frauenschaft bereitstanden, um sich bei ber Verpflegung der NSV.-Transporte nützlich zu machen. Außerdem hat der Obergau Hessen-Nassau noch willige Kräfte gertug, um an Plätzen einzuspringen, an denen man nicht einmal mit der Hilfe von Mädels gerechnet hatte. So gingen 100 Mainzer und 110 Wormser Mädel in Konservenfabriken. In Hanau halfen Mädel beim Einrichten des Lazaretts und nähten und kochten für die Soldaten. In allen größeren Standorten unseres Gaues stehen Meldedienste zur Verfügung. Vorbildlich waren dann die Gießner Mädel, die schon in den ersten Tagen beim Austragen der Gestellungsbefehle halfen und weiterhin in jeder Stadtqruppe 20 $ftäbel mit Fahrrädern für die Dienste der Stadt, der NSV. fowie der Kreisleitung stellen. lieber diese freiwilligen Dienste hinaus bereitet sich im gesamten Obergau Hessen-Nassau der Ernteeinsatz zur Hackfruchternte vor. In einzelnen Teilen des Gaues haben die ßanbuntergaue bereits mit ihrer Arbeit begonnen. Weiterhin betätigen sich Junqrnädeleinheiten bei der Obsternte, beim Fallobstlesen, beim Steinobstentkernen für bas Honig- kochen und dem Zubereiten des Dörrobstes. Außerdem setzt in den nächsten Tagen das Tee- und Kräutersammeln aller hessen-nassauischen Iungmadel ein Vorerst werden in der Hauptsache Brombeerblätter gesammelt, die zu einem wohlschmeckenden deutschen Tee verarbeitet werden. Svater uber- E rieb Nisse erzählen. Er ift sechzehn Jahre alt — er hatte einen Franzosen gefangen und mehrere blessiert." So heißt es int eigenen Bericht des Prinzen. Die Schlacht von Großgörschen war trotz erbitterten Widerstandes verlören worben. Am 20. und 21 Mai besiegt Napoleon noch einmal die Verbündeten bei Bautzen. Aber bie Kraft eines Aufstands, ber in Preußen von ber Jugend emporgetragen mar unb der im freiwilligen Jäger Merker ein Gleichnis bei Großgörschen gesunden hatte, war nicht zu brechen. Schon in den Tagen des August hatte Der malte Glanz des schweren Eisenkreuzes auf der Brust des Jägers einen größeren unb leuchtenden Strahlenkranz erhalten in den Siegen von Großbeeren, an ber Katzbach unb bei Dennewitz. ®er kennt heute ben Namen des freiwilligen Jagers Merker. Wer weiß von dem bescheidenen Stolz, der diesen Sechzehnjährigen erfüllte, als er dem Prinzen Wilhelm schlicht unb offen erzählte, was ihm die Auszeichnung eingetragen hatte. ' --- ------- ■te ’S Aus der Stadt Gießen. .Eli, >ie^ Ser Papierkorb ist kein Abfalleimer. Mußten Lohnt es sich denn überhaupt, über einen Papier, sstUlliz : - • - - .... ~ "Ü r’e95. rUnSl Die Rangliste des Königsgrenadier-Regiments Nr. 7 nennt einen freiwilligen Jäger namens August Eduard Karl Merker. Die D|'fi= ziersrangliste gibt fein Alter mit 16 Jahren an und vermerkt, daß er das Eiserne Kreuz für die Schlacht von Großgörschen 1813 erhalten habe. Vernichtend geschlagen war der korsische ^^fer unb seine Riesenarmee aus der eisigen Wüste Rußlands heimgekehrt. Die im verborgenen geschürten Flammen inneren Widerstandes brachen nun m Preußen auf zu loderndem Feuer. In der einsamen Mühle zu Tauroggen schließt Porck eine Konvention ohne Befehl des zögernden Königs. Eine lange Zett bangen Wartens und Zweifels verrinnt, bis endlich der König, von ber Jugenb gedrängt, seinen „Aufruf an mein Volk" erläßt. Erfüllt von dem zwingenden Gedanken, daß es „nur einen ehrenvollen Frieden ober einen ruhmvollen Untergang" geben könne, erhebt sich die Jugend einer lange geknechteten Nation unter alten bewährten Führern. Bald steht das Lützowsche Freikorps. Unb der Sturm bricht los mH der ganzen unaufhaltsamen Gewalt jugenbheben Mutes. Da sammelt noch einmal Napoleon 450 OOU Mann und reißt erneut die Führung der Ereignisse