rocht. Qhbst l unb Er de. Ent. wer, ?, zu« 'ste Id Zu. aus, r bie B d. 17.00 IL 25-00 tf. 23-80 rten ÜR° ftuS Qtiurä wer, aus, M fcet ^0|h otunl »J ftung 1 des clang, p>ne« ’H Donnerstag, 6. 3uH 1959 189. Jahrgang Nr. 155 Erstes Blatt Gietzeim Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dru* und Verlag: Srühlsche Univerfitätrdruckerei «.Lange in Stehen. Schriftleitung und Seschüftrftelle: Schuistrahe 7 Brüchige Gilberpolitik Bulgariens Ministerpräsident Gast des Führers -- •** Roosevelt wieder auf dem Kriegspfad. Gewissenlose Hetze gegen die autoritären Mächte zu innerpolitischen Zwecken — Danzig hat eine formelle Vereinigung mit dem Reich erklärt — Deutsche Kriegsschiffe liegen vor Danzig bzw. haben es bombardiert — In Ostpreußen sind 1,5 Millionen deutsche Soldaten zusammengezogen — Hitler wird demnächst persönlich von Danzig Besitz ergreifen — Deutschland und Sowjetrußländ haben sich über die Rückkehr Danzigs zum Reich geeinigt — Deutschland kauft Danzig den Polen ab und entschädigt sie außerdem — Hitler hat bei einer Zusammenkunft mit Mussolini auf dem Brenner das Problem Danzigs gelost — Hitler führt seinen Handstreich gegen Danzig aus am 1. Mai 15. Juni, I.Juli, 20. Juli, 1. August, 14. August, 1. Oktober (also zum aussuchen) — Deutschland macht Polen erhebliche Zugeständnisse und bekommt dafür Danzig — Hitler hat niemals einen Handstreich auf Danzig geplant, das in seinen Plänen überhaupt keine Rolle spielt. Eine Zusammenstellung wie diese würde unter normalen Voraussetzungen jedem vernünftigen Menschen klar machen, was für Verbrecher die Clique der politischen und der publizistischen Kriegshetzer samt ihren Hintermännern, Geldgebern usw. ind. Richt so in England! Man darf nicht vergessen, daß der Engländer van anderen Ländern noch erheblich weniger weiß als selbst der Franzose und daß er nicht erst seit 1933, sondern schon seitdem der Nationalsozialismus in Deutschland mit großen Aktionen hervorzutreten begann, über diesen mit Wissen und Willen seiner Regierungen ständig schwer belogen wird. So erfreulich an sich die obige Zusammenstellung des „Daily Sketch" ist, so mirtt sie doch angesichts der seit vielen Jahren durchgeführten und heute planmäßig organisierten Irre- führung des englischen Volkes durch Regierung und Presse nur als Tropfen auf den heißeix Stein. Englands Verbündete müssen das englische Rüstungsgeschäft flott halten. London, 6. Juli. (Luropapreß.) Das britische Kabinett soll den Beschluß gefaßt haben, denAus- fuhrkredit-Fonds für Englands „Verbündete" zu erhöhen. Die Londoner IHotgeTi- presse beziffert die Auffüllung des Ausfuhrkredit- Fonds auf 100 bis 150 Millionen Pfund. Mit den neuen Ausfuhrkrediten soll in erster Linie Polen bedacht werden: es soll einen Kredit voll 40 Millionen Pfund erhalten. — „Daily Expreß" erklärt, die Kredite an Polen und die übrigen „Der- Kündeten" sollten in erster Linie für den Ankauf von Munition und Kriegsmaterial in England dienen. Berlin, 5. Juli. (DNB.) Bulgariens Ministerpräsident und Außenminister K j o s s e i w a n o s f traf am Mittwoch um 14.30 Uhr auf dem Anhalter Bahnhof in Berlin zu feinem angekündigten Staatsbesuch ein. Auf dem Bahnhof entbot ihm Reichs- außenminister von Ribbentrop den Gruß des Führers. Zum Empfang des bulgarischen Staatsmannes, der von seiner Gemahlin und Tochter begleitet wird, hatten sich auf dem Bahnhof viele Männer des Führerkorps von Staat, Partei und Wehrmacht versammelt. Viele Tausend Berliner bereiteten den bulgarischen Gästen bei ihrer Fahrt zum Schloß Bellevue, dem Gästehaus des Reiches, herzliche Willkommenskundgebungen. In der großen mit herrlichen Blumengewinden reich ausgeschmückten Empfangshalle des Schlosses erwartete der Chef der Präsidialkanzlei des Führers, Staatsminister Meißner und Frau die Gäste, um sie in ihre Appartements zu geleiten. Ministerpräsident Kjosseiwanof f stattete am Nachmittag dem Reichsminister des Auswärtigen v. Ribbentrop im Auswärtigen Amt einen Besuch ab. Anschließend daran begab sich der Reichs- außenminister zum Gegenbesuch ins Schloß Bellevue. Das USA.-Schatzamt ging zunächst direkt gegen die ausländischen Silberbesitzer vor, als es m den letzten Wochen dreimal den Preis für Auslands- silber senkte, zunächst von 43 auf 40, dann aus 38V- und schließlich'.auf 38 Cent. Schon das führte auf dem Silbermarkt zu einer großen Beunruhigung Die Silberpreise stürzten auf den tiefsten Stand seit einem Jahre, ein Wettrennen nach unten setzte ein und die Londoner Notierung für Silber sank stark. Die vornehmlich jüdische Silberspekulation machte insofern Riesengewinnste, als sie wohl Ein einziges Londoner Blatt hat den Mut aufgebracht, die organisierte englische Lügenhetze vom letzten Wochenende öffentlich an den Pranger zu stellen, indem es sämtliche Lügenmeldungen einmal knapp zusammenstellt und seinen Lesern deutlich sagt, welcher haarsträubende Blödsinn und welche Unehrlichkeit hinter diesem Feldzug und seinen vielfach einander widersprechenden Behauptungen stehen. Es ist der „ D a i l y S k e t ch ", ein Blatt von weit über eine Million Auflage, das unter seinen Lesern auch viele Kreise der englischen Gesellschaft Hot. Das Blatt stellt kurz und knapp folgenden Lügenwust zusammen: Hitler schickt Tausende von Soldaten nach Danzig denken! Die Beschlüsse des Senats liegen jetzt beim Abgeordnetenhaus zur weiteren Entscheidung. Eine vollständige Aufhebung der Silber-Purchase-Act aber würde von geradezu katastrophaler Wirkung sein. Einmal läßt' sich die Silbergewinnung nicht plötzlich abdrosseln, denn Silber wird zumeist bei der Förderung und Verhüttung anderer Erze, z. B. der Bleierze, 'gewonnen, und dann ist es klar, daß mindestens die Hälfte der Weltsilbergewinnung ohne Absatz bliebe. Die USA. gewannen nur em Achtel des angekauften Silbers, sieben Achtel wurden aus Mexiko, Kanada, China, Peru ufw. ein- aeführt. Die Unruhe auf den Silbermärkten aber hat dazu geführt, daß z. B. am Dienstag der Silberpreis in London nochmals um 10 bis 12 v. H. sank. * E-S- DerSenatmachtSchwierigketten Das amerikanische Volk will nicht den Weltpolizistcn spielen. Washington, 5. Juli. (DNB.) Der außenpolitische Ausschuß des Senats vertagte feine heutige Sitzung. Zur Beratung sollte die Abänderung des Neutralitätsgesetzcs stehen, die von der Rooseveltregierung gefordert wird. Mehrere Ausschußmitglieder begründeten ihr Fehlen mit vordringlichen Senatsgeschäften, so daß eine beschlußfähige Anzahl nicht vertreten war. Der Ausschußvorsitzende Pittman, ein berüchtigter Wortführer der Kriegseinmischungs- politik, drohte unter Bezugnahme auf ein altes und bisher wohl noch nie benutztes Gesetz, die Anwesenheit von Senatsmitgliedern durch Senatspolizei erzwingen zu können, um die notwendige Stimmenzahl bei einem Gesetz herbeizuschaffen, Senatoren, die sich vorzeitig aus Washington entfernen, verhaften zu lassen. Hamilton Fish, ein führender republikanischer Erscheint täglich. außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • DieScholle monat$=Be$ugsprets: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr . . , -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Neuyork, 5. Juli. (DNB.) In Hydepark im Staate Neuyork hielt Roosevelt auf feinem Landsitz eine Sonderpressekonferenz ab, um der Oeffentlschkeit kundzutun, daß er auf Annahme seiner N e u t r a l i t ä t s g e s e tz e durch den Bundessenat noch im laufenden Sitzungsabschnitt bestehe. Roosevelt erklärte, daß Presseberichte aus vier großen Hauptstädten, die besagten, daß die Ablehnung der Negierungsvorschläge durch das amerikanische Abgeordnetenhaus von den „Faschisten und nationalsozialistischen Nationen begrüßt' worden sei, inhaltlich mit amtlichen dem Staatsdepartement zugegangenen Berichten übereinstimmten. Nach seiner Ansicht sei es durchaus zutreffend,, daß der Beschluß des Abgeordnetenhauses nicht nur eine ungünstige Wirkung auf die derzeitige Europakrise habe und den Kriegsausbruch beschleunige, sondern England seht die Kriegspsychose fort Das Hilfeversprechen für Polen. — Ehamberlain weicht aus. Mmisterpmfidcntcn Frau Sjolfeimanoff und Frl Liliana Kjosseiwanoff, mit ihren Damen, ferner teilnahmen: der König!. Bulgansche Gesandte Dr a- qanofs, der Direktor der Politischen Abteilung des bulgarischen Außenministeriums Gesandter Altin off, der Pressechef des bulgarischen Außenministeriums, Direktor Ser aphimoff der bu- qarische Gesandte T s ch a p r a ch i k o w, die Komgl. bulgarischen Generalkonsuln Dr. Pion ne Dr. d. c Ludwig Roselius, Pflüger und Dr. Freiherr von Branden st ein, der Präsident der Deutsch-Bulgarischen Gesellschaft General , Legationsrat Dr. S ch i s ch m a n o f f, L o n d o n , 5. Juli. (DNB.) Im Unterhaus fragte ein Labourabgeordneter einen Vertreter der Regierung, ob Englands gesamte Streitkräfte im Falle eines Angriffs auf Polen ofort Polen zur Verfügung standen. Unterstaatssekretär Butler antwortete darauf, der Fragesteller werde sich daran erinnern, daß der Wortlaut der Garantie, die England an Polen gegeben habe, sich auf eine „sehr klare Bedrohung der Unabhängigkeit Polens" bezieht. Ferner stellte ein konservativer Abgeordneter die Frage, ob die britische Regierung in Anbetracht der „illegalen militärischen Vorbereitungen in Danzig" Schritte tun wolle, um der Reichsregierung rechtzeitig klarzumachen, wie entschlossen das britische Volk sei, vielleicht durch eine Mobilisation der britischen Flotte. Chamberlain antwortete, die brittsche Regierung werde nicht verfehlen, jeglichen Schritt zu tun, der ihr gegebenenfalls als notwendig und wünschenswert erscheine, um ihre Haltung klarzumachen. Das sei bereits in den letzten Reden britischer Minister völlig klar gemacht worden. preffelüflen am Pranger. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70mm Breite b0Rps.,Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.25°/o mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie ein- spaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts, u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabfchlüffe Staffel B der Präsident der bulgarischen Kolonie Dtma- n o w, der Kabinettschef Legationssekretär Dr. P e e f die Mitglieder der Königl. Bulgarischen Gesandtschaft in Berlin, und von deutscher Sette Ministerpräsident Generalfeldmarschall G ortn g , Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop, die Mitglieder der Reichsregierung, die in Berlin anwesenden Reichsleiter, die Staatssekretäre, der deutsche Gesandte m Sofia Freiherr von Richthofen und Der- treter der Partei, der Wehrmacht, des Auswärtigen Amtes und des Reichsarbeitsdienstes. daß er es auch für die Vereinigten Staaten schwieriger machen würde, nicht darin verwickelt zu werden. t , „New York Daily News" schreibt, Roosevelt halte die Abstimmung für einen definitiven Sieg Hitlers und Mussolinis, und er befürchte, daß sie die „Diktatoren" ermutigen werde, auf England und Frankreich einen Druck auszuüben, um die Rückgabe der durch Versailles verlorenen Gebiete zu erzwingen. Am gefährlichsten scheine es ihm aber zu sein, daß dieser Dolchstoß des Kongresses gegen die Bundesregierung bei den Deutschen den Eindruck erwecken könnte, als stehe die Mehrheit des amerikanischen Volkes nicht hinter der Bundesregierung. Hierzu schreibt der Deutsche Dienst u. a.: Es ist eine tendenziöse Fälschung zu bc- haupten, daß Deutschland die Abstimmung besonders freudig begrüßt habe. Die Kongreßleute haben gewiß ihre eigenen Ansichten darüber, ob sie dem gegenwärtigen Präsidenten Vollmachten geben sollen, die das ganze amerikanische Volk ins Unheil stürzen könnten. Das deutsche Volk kann nicht über- ehen, daß es wiederum Herr Roosevelt ist, der eine eigenen innerpolitischen Niederlagen zum Anlaß nimmt, um eine neue gewissenlose Kriegshetze gegen das deutsche Volk zu entfachen. Hierbei scheut er nicht zurück, die Massenpsychose, unter der das bedauernswerte amerikanische Volk leidet, skrupellos auszubeuten. Er tun- digte in dramatischer Weise an, er habe den ganzen 3. Juli damit zugebracht, „Berichte über die deutsche Bedrohung Danzigs zu studieren und daß er am 4. Juli trotz des nationalen Feiertages eine Pressekonferenz abhalten werde. Gleichzeitig schickte er seine Leute aus dem Staatsdepartement in den Kongreß, die mit besorgter Miene und im Flüsterton „streng vertrauliche" Berichte über die gefährliche Lage in Europa kolportierten. So sollen mit allen Mitteln, die einem gewissenlosen Kriegstreiber zu Gebote stehen, die berufenen Vertreter des amerikanischen Volkes wider ihr besseres Wissen und gesunden Menschenverstand in Entscheidungen hineingetrieben werden, die den wahnwitzigen Ehrgeiz eines Einzelgängers befriedigen. Wie diese Entscheidung ausfällt, ist absolut eine amerikanische Angelegenheit. Darüber aber wollen wir dem amerikanischen Volk keinen Zweifel lassen, daß Roosevelts Absicht, Amerika in die Einkreisungsfront ein- zureihen, die Gefahr eines Weltkrieges nicht ver- mindert, sondern im Gegenteil erhöht. Wind von bevorstehenden Maßnahmen erhalten hatte, und tatsächlich beschloß der amerikanische Senat, die Abwertungsvollmachten für Roosevelt nicht mehr zu verlängern, dagegen den Preis, für heimisches Silber von 64,H4 Cent auf 75,75 Cent zu erhöhen und den Ankauf von Aus- landssilber einzu st eilen. Es handelt sich hier um ein typisches Kompromiß von Parteien auf Kosten Roosevelts. Denn gegen eine neue Abwertung und damit gegen die Währungsvollmachten für Roosevelt sind die Republikaner und konservativen Demokraten, dafür die Newdeal-Anhänger, anderseits gehörten die Ncw- deal-Politiker zu den Anhängern des Silberblocks, im Gegensatz zu den Rooseveltgegnern. Die Roose- veltanhanger verkauften also für ihre Silberpolitik die Abwertungsoollmacht ihres gefeierten Präsi- Die Gold-Standard-Act von 1934 legte fest, daß t die USA. {o lange (Silber auftaufe n sollte, , bis das Mengenverhältnis v o n Gold und Silber wie 1:3 sei. Auf Grund von Ermächtigungen kaufte in der folgenden Zeit die Rooseveltregierung rund zwei Milliarden Unzen Silber auf, und zwar über Weltmarktpre^. Allerdings schlug die in Zeiten der Wcltw.rtschaftskr. e in den USA. gehegte Hoffnung, durch das Silber eine gewissermaßen doppelt gedeckte Wahrung zu erhalten und den b.metallistischen Traum des ewigen Präsidentschaftskandidaten der Vor- kriegszeit, Bryan, zu verwirklichen, insofern fehl, als der Zustrom von Gpld nach den USA. alle Berechnungen über den Haufen warf und der künstlich erhöhte Silberpreis China zwang, sich von der Silberwährung zu lösen und Papierwährung einzuführen. Damit wurde auch der amerikanische Handel nach China hart getroffen. Immerhin hielt man m Washington an der fehlerhaft konstruierten Silber- politik aus gewissen imperialistischen Gründen fest. Man kaufte ausländisches Silber, um damit auf dem amerikanischen Festlande eine nicht gerade billige Exportförderung zu erzielen, und hatte zudem ein bequemes politisches Druckmittel in der Hand, da man dadurch auf die mexikanische Regierung, die an der nordamerikanischen Silbereinfuhr em vitales Interesse hatte, glaubte einwirken zu können. Die Enteignung der ausländischen Petroleumfelder in Mexiko wurde von Washington mit der Drosselung der Silbereinsuhr aus Mexiko beantwortet. Im ersten Vierteljahr 1939 haben die USA. monatlich nur für rund 10 Millionen Dollar Silber aufgekauft gegen 25 m den ersten Monaten des Vorjahres. Wahrend des Konfliktes wegen der mexikanischen Oelselder nahm die amerikanische Öffentlichkeit außerdem Stellung qcgen Japan. Man sprach von einer „Sttber- fanbne", die in Stellung gebracht werden müsse da Japan einer der größten Silberbesitzer geworden ist, während China'sein Silber größtenteils als Bezahlung für Kriegsmaterial dahingegeben hatte. Dieses Geschütz ist jetzt in Stellung gebracht worden, und während Japans Entscheidung noch aus- steht, hat die mexikanische Zentralbank als erste Abwehrmaßnahme die Einstellung der Deoisentrans- aktionen für die Zeit angeordnet, m der die Frage noch nicht entschieden ist, ob die USA. überhaupt noch ausländisches Silber ankaufen. Herzlich begrüßten die Berliner den bulgarischen Ministerpräsidenten, als er gegen 17 Uhr zum Empfang beim Führer vor der Neuen Reichskanzlei eintraf. Auf dem Wilhelmplatz hatte sich eine nach. Tausenden zählende Menschenmenge versammelt, die den Gast mit begeisterten Heilrufen empfing. Die etwa einstündige Besprechung zwischen dem Führer und dem Ministerpräsidenten sand in Gegenwart des Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop statt. — Ministerpräsident Kjosseiwanoff war begleitet von dem bulgarischen Gesandten D r a g a n o f f, dem Direktor der politischen Abteilung im bulgarischen Außenministerium, Ge- ' sandten Altin off, und dem deutschen Gesandten in Sofia Freiherr v. R i ch t h o f e n. Nach Be- i enbigung des Empfanges begleitete der Führer den bulgarischen Staatsmann an seinen Wagen. Das Musikkorps der Leibstandarte spielte die bulgarische Nationalhymne, als Präsident Kjosseiwanoff die Front abschritt. Wieder wurde dem Gast von der Bevölkerung lebhaft zugejubelt, als er sich zum Schloß Bellevue zurückbegab. Zu Ehren des bulgarischen Ministerpraschenten veranstaltete der Führer in seinem Hause eine Abendtafel, an der neben dem bulgarischen j M a s s o w Abgeordneter, erklärte, daß die Kneaseinmischungs- vorlage des jüdischen Abgeordneten Broorn, die als „Neutralitätsgesetz" segelt, endgültig erledigt sei. Das amerikanische Volk habe das Vertrauen in Roosevelt wegen teiner Einmischungspolitik verloren. Die Teilnahme der Vereinigten Staaten von Nordamerika an einem neuen Weltkrieg sei keineswegs unvermeidlich. Der fortgesetzte Druck, den Roosevelt auf den Kongreß ausübe. um größere Vollmachten für seine Einmischung zu erhalten, damit die USA. „mit dem Blut und Geld seiner Bürger den „Weltpolizisten" spielen könne, werde den Senat ebensowenig beeindrucken, wie dies bei dem Abgeordnetenhaus der Fall gewesen sei. Das Vorgehen des Senatsausschusses hat die Möglichkeit vergrößert, daß eine Aenderung der Neutralitätsgesetzgebung in der gegenwärtigen Sitzungsperiode des Kongresses nicht mehr zu- stände. kommen wird. In Kongreßkreisen ist die Neigung im Wachsen begriffen, sich bereits Ende Juli zu vertagen, um die unvermeidlich langwierige Aussprache über die Neutrali- tätsgesetzgebüng während der zur Zeit in Washington herrschenden Hitze zu vermeiden. Immer neue Forderungen Moskaus. Kleinlaute Stimmung in Loudon. Dr.Li. London, 6.Juli. Die ^Beurteilung der Derhandlungsaussichten mit Moskau ist in London weiterhin wenig hoffnungsvoll. Man hält es für nicht ausgeschlossen, daß Moskau ständig weitergehende Forderungen stellt, um damit Ziele zu verfolgen, die entweder nicht den gemeinsamen Absichten der drei Verhandlungspartner dienen, oder aber weitere Verhandlungen ganz unmöglich machen sollen. Die „Times" erklärt, die Schwierigkeiten hätten sich bei der Aufstellung der Liste der zu garantierenden Staaten ergeben. Die britischen Unterhändler hätten Belgien, Polen, Rumänien, Griechenland und die Türkei vorgeschlagen, die Sowjets hätten diesem Vorschlag zugestimmt, vorausgesetzt, daß Finnland, Estland und Lettland hinzu- gefügt würden. England habe daraufhin erklärt, daß es in diesem Falle seine Sonderinteressen an der Aufrechterhaltung der Unabhängigkeit der Schweiz und der Niederlande in Er- wägung ziehen müsse. Die Sowjets hätten geantwortet, daß sie die Mittel und Wege für ihre Garantien im Westen prüfen müßten und vorgeschla- gen, 'zuerst einmal Verhandlungen über Militärabkommen mit der Türkei u n d Polen zu eröffnen. Gleichzeitig hätten sie definiert, was sie unter den direkten Angriff oder indirekten Angriff verstünden. Sie seien dabei so weit gegangen, daß man britischerseits befürchtet habe, daß die sowjetrussischen Vorschläge einer Einmischung in die innere Politik anderer Staaten gleichkäme. Moskau soll nämlich neben einer Garantie für die baltischen Staaten auch eine Rückversicherung für eine innenpolitische Veränderung in diesen Staaten verlangt haben. England und Frankreich stehen dagegen auf dem Standpunkt, daß eine derartige Forderung Moskaus zu weit gehe. Durch die Annahme einer solchen fowjetruffifchen Forderung werde Moskau in Die Lage versetzt, eigenmäch - tig und ohne englisches und französisches Dazutun über die Ingangsetzung der Paktmaschinerie zu entscheiden und damit die beiden westlichen Paktpartner in eine bewaffnete Auseinandersetzung hineinziehen zu können. Es wäre zweifelhaft, ob dann ein solcher Krieg geführt werde, um lediglich die Unabhängigkeit anderer Nationen zu verteidigen. Auch Belgien wehrt sich gegen „Garantien". Brüssel, 5. Juli. (DNB.) Die klare holländische Stellungnahme zu dem britischen Versuch, eine „Garantie" der neutralen Staaten in das geplante Bündnis mit den Sowjets einzubeziehen, hat in Belgien große Beachtung gefunden. Die „Nation Belge" schreibt: Die Beweggründe, aus denen Holland gegen die Rolle protestiert, die es spielen soll, ohne daß man es überhaupt um seine Meinung befragt hat, gelten auch für uns. Wir würden es nicht verstehen, wenn der belgische Ministerpräsident Pierlot nicht in einer unserer diplomatischen Lage entsprechenden Form die Stellungnahme seines holländischen Kollegen nachahmen würde. Belgien müsse sich heute gegen diejenigen verteidigen, die es in eine internationale Koalition oder in einen ideologischen Block hineinziehen wollten. Man wisse, daß die heutige, in freier Wahl angenommene Politik der Unabhängigkeit jede Zweideutigkeit untersage. Die „Nation Belge" sei niemals ein Freund dieser Politik gewesen und habe sie auch immer nur als ein Provisorium angesehen. Das Schlimmste aber, was es gebe, sei, zweierlei zur gleichen Zeit zu unternehmen. Jetzt sei es das beste, aus jeder diplomatischen Kombination und aus allen Militärbesprechungen herauszubleiben. Das Blatt betont dann, daß die von England angestrebte rate» hündische „Garantie" für Holland, Belgien und die Schweiz unvermeidlich den Versuch heraufbeschwö- ren würde, Belgien indas englisch-französische Bündnissystem hineinzuziehen. Darüber hinaus würde sich eine sowjetrussische Einmischung in belgische Angelegenheiten kaum vermeiden lassen, und eine solche wolle Belgien unter keinen Umständen. „Ving- tifeme Sidcle" schreibt, daß die Belgien bereits gegebenen Garantien Deutschlands, Eng- lands und Frankreichs die einzig nützlichen seien. Tientsin-SloSade wird verstärkt. Schanghai, 5.Juli. (Europapreß.) Der Befehlshaber der japanischen Nordchina-Armee General S u g i y a n a inspizierte die japanischen Blockademaßnahmen in Tientsin und erklärte, daß die Blockade ohne Rücksicht auf die bevorstehenden Verhandlungen in Tokio weiter verschärft würde, bis England seine Politik ändere. Die englisch-japanischen Verhandlungen würden zwecklos, wenn sie nicht vom ersten Augenblick an bewiesen, daß die britische Politik die Unterstützung Tschiangkaischeks aufgebe und der neuen japanischen Ordnung im Fernen Osten keine Hindernisse in den Weg lege. Die nordchinesische javanfreundliche Presse unterstreicht diese japanische Auffassung. Die englischen China-Behörden werden beschuldigt, die im Rücken der japanischen Streitkräfte operierenden chinesischen Freischärler zu unterstützen und ihnen durch Waffenlieferungen Vorschub zu leisten. Deutschland und Holland wirtschaftlich eng verflochten. Neichswirtschastsminister Funks Besuch im Haag. Haag, 5.Juli. (DNB.) Mittwoch traf Reichsminister Dr. Funk in Begleitung seiner Gattin im Haag ein. Am Bahnhof wurde der deutsche Gast durch den Staatssekretär des niederländischen Wirt- chaftsministeriums und den Chef des Protokolls empfangen. Dann machte der Minister Besuche bei dem niederländischen Ministerpräsidenten Dr. C o l - jin und dem Wirtschaftsminister Dr. Steen» berghe. Mittags fand ein Essen in der deutschen Gesandtschaft statt, an dem führende Persönlichkeiten der Niederlande teilnahmen. Dann besuchte der Minister das Deutsche Haus im Haag. Abends gab der niederländische Wirt- chaftsminister Steenberghe zu Ehren des deutschen Gastes ein Essen, zu dem auch der niederländische Derkehrsminister und der Kolonialminister, erner zahlreiche führende Persönlichkeiten der niederländischen Wirtschaft teilnahmen. Minister Steenberghe sprach die Ueberzeugung aus, daß dieses Zusammentreffen die seit langem bestehenden freund- chaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Nachbarstaaten weiter fördern werde. Reichswirtschaftsminister Funk dankte für den überaus liebenswürdigen Empfang. Holland und Deutschland seien nicht nur durch eine alte bewahrte Nachbarschaft verbunden, sondern auch durch eine enge wirtschaftliche Derpflechtuna, Die auf der natürlichen Ergänzung der beiden nationalen Wirtschaften beruhe. Der persönliche Meinungsaustausch, den Minister Steenberghe an- gebahnt habe, werde dazu beitragen, die guten Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Ländern noch enger und erfolgreicher auszugestalten. Es sei dies auch durch die Vernunft geboten, da die beiden Länder wechselseitig ihre besten Kunden sind. Er freue sich, daß man beiderseits bemüht sei, durch verbesserte Organisation der Zahlungssysteme das beiderseitige Handelsvolumen zu erhöhen. Die guten Wirtschaftsbeziehungen zwischen Holland und Deutschland und das beiderseitige aufrichtige Bemühen, auftretende Schwierigkeiten zu beseitigen, gäben den Beweis dafür, daß auch unter verschiedenartigen Wirtschaftssystemen ein gemeinsamer Erfolg erzielt werden könne, wenn man nur den Mut habe, sich von den Dogmen und der Theorie in der Wirtschaft frei zu machen und das zu tun, was gut und notwendig fei. In der Wirtschaftspolitik sei das richtig, was zum Erfolg führe. Mönchen rüstet zum Tag der Deutschen Kunst. Berlin, 6.Juli. (DNB.) Unter den großen Festen der Nation nimmt der Tag der Deutschen Kunst seit Jahren einen Ehrenplatz ein. Von den Vorbereitungen, die München nun zum vierten Male für diese festlichen Tage vom 14. bis 16. Juli getroffen hat, sprach der Gauleiter-Stellvertreter N i p p v l d vvm Tradittvnsgau München - Oberbayern vor der Presse. Das herrliche Farbenkleid Münchens, feiner Straßen und Plätze werde in diesem Jahre an vielen Stellen noch reicher und prächtiger erscheinen. Erweitert um die Symbole der seit Jahresfrist erworbenen Reichsteile werde ich auch der Festzug darbieten. Allmählich würden die schönsten Symbole in edlem Metall ausgeführt, um auch späteren Geschlechtern einen Begriff von der hohen bildnerischen Kunst im Reiche Adolf Hitlers zu vermitteln. Ein F a r b e n f i I m rief den großartigen Gesamteindruck des vorjährigen Festzüges von neuem wach, und einige ausgestellte Proben der in Gold und anderen Edelmetallen nachgebildeten Reichsinsignien gaben eine Vorstellung von der handwerklichen Güte und dem künstlerischen und materiellen Wert der im Festzug mit- geführten Stücke. Eine großartige Kulturkunögebung des deutschen Volkes werden auch in diesem Jahre die Darbietungen der sechs Münchener Theater fein. Deutschlands beste Orchester und Chöre werden wiederum Konzerte im Freien geben. Die Tanzgruppen der Berliner und her Wiener Staatsoper sowie des Deutschen Opernhauses werden ebenfalls an den verschiedenen Stellen miteinander wetteifern. Ein großer Erfolg verspricht das neue Volksfest spiel „Triumph des Lebens" zu werden, das nach Ideen von Karl Stemp- I i n g e r als monumentales Massenspiel von Hans Niedecken-Gebhard zum ersten Male in das Programm des Tages der Deutschen Kunst eingefügt und an allen drei Abenden im Dante- Stadion aufgeführt wird. 3500 Tänzer und Tänzerinnen sollen neben Tausenden von Laien acht bewegte Massenszenen aus dem Leben des Volkes darstellen. Der Tag der Kunst findet feinen Abschluß mit einer Festnacht der Künstler. Brief aus der Reichshauptstadt. Don unserer berliner Schristleiiung. Berlin, 5. Juli 1939. Von der Hitze des Tages ein wenig ausruhend, itzt man auf der Gartenterrasse eines Kaffeehauses am Potsdamer Platz und sieht dem Treiben der Spatzen zu, die sich zwischen den dichtbesetzten Tischen an den herabfallenden Kuchenkrümeln gütlich tun oder gar, wen die Ausbeute auf dem Fußboden zu gering ist, keck und dreist auf die Tische hüpfen, um nach Nahrung Ausschau zu halten. Niemand stört oder vertreibt die Spatzen, die sich hier als tägliche „Stammgäste" einfinden. Plötzlich ieht man, wie sich der hüpfenden und pickenden Spatzen eine merkliche Unruhe bemächtigt. Es ist, als ob einer her Spatzen eine Nachricht verbreitet hätte. Es muß eine sehr wichtige Nachricht sein, denn schon — husch! — schwirrt der Spatzenschwarm von bannen, um sich wenige Meter entfernt in der Bellevuestraße auf dem Fahrdamm niederzulassen. Was war geschehen? Ein Wunder war geschehen. Wenigstens ein Wunder für die Spatzen: eine Pferdedroschke war vorgefahren und — nun atzten und schmatzten die Spatzen nach Herzenslust wie einst in den seligen Zeiten, als statt der elektrischen Bahnen, Kraftwagen und Autobusie noch Pferdebahnen und Hunderte von Pferdefuhrwerken den Potsdamer Platz alltäglich überquerten. Wer verstehen konnte, was sich die Spatzen in ihrer ausgelassenen Freude über ihr „gefundenes Fressen" erzählten, der konnte deutlich hören, wie ein junger Spatz zu feiner Spatzenmama sagte: „Wie schön, daß es endlich wieder einmal Kuchen gibt!" Woraus deutlich hervorgeht^ daß den Spatzen ein kräftiges Pferd lieber ist als 10 Luxuslimousinen mit 100 Pferdekräften und daß noch immer der alte Satz gilt: „Was dem einen fein Kuchen ist, ist dem anderen — feine Hausmannskost!" * Berlins Statistiker arbeiten nicht nur exakt, sondern auch schnell, wie bas Ergebnis der Volkszählung in der Reichshauptstadt beweist. Nach dieser Zählung waren am 17. Mai dieses Jahres in Berlin 4 332 337 Personen anwesend. Diese „Anwesenheitsliste" gibt indessen noch keine Auskunft über die Wohnbevölkerung Berlins, da ja auch bie Fremden mitgezählt wurden, die sich am Stichtage vorübergehend in Berlin aufhielten, während btejenigen Berliner und Berlinerinnen in her Statistik fehlen, die zur selben Zeit von Berlin vorübergehend abwesend waren. Gegenüber der letzten Volkszählung vom Jahre 1933 kann die Reichshauptstadt ein Mehr von rund 90 000 Köpfer buchen. Was die Statistiker Berlins weiterhin ermittelten, ist die interessante Tatsache, daß von den gezählten 4 332 337 Personen 1 988 747 dem männlichen und 2 349 590 dem weiblichen Geschlecht angehören, was einen U eberschuß von 366 843 Frauen und Mädchen ergibt. Noch interessanter aber ist, daß im Verhältnis zur Volkszählung von 1933 die männliche Bevölkerung um 26 732, die weibliche aber um 63 104 Personen zugenommen hat. Wenn man sich hierüber in Berlin wie überhaupt über den großen Frauenüberschuß der Reichshauptstadt bereits den Kopf zerbricht, so ist das etwas verfrüht, weil zunächst abgeroartet werden muß, wie sich im ganzen Reich ö-ie Zahl der männlichen Bevölkerung zur weiblichen verhält, und ob auch im Reich die weibliche Bevölkerung in so starken Ausmaßen zunahm wie in Berlin. Unbestritten bleibt allerdings, daß die Berliner Junggesellen sich in Zukunft sehr quälen müssen, denn wer die Wahl (unter so vielen Frauen) hat, hat die Qual. Wenn man Glück hat, kann man viel erleben, ja sogar unverhofft einer — Filmexpedition beiwohnen. Ein solches Glück hatten vor kurzem die Besucher des Berliner Zoologischen Gartens. Anhnungslos wandelte man unter schattigen Bäumen in der Nähe der neugefchaffenen Freianlage für Bären und Wölfe, eines aus Naturstein erbauten und von tiefen Gräben umgebenen Fels- massios, als unversehens ein Trupp beherzter Männer auf dem Plan erschien, um mit Hilfe von vielen Tonfilmgeräten das Heulen der Wölfe auf- ßunehmen. Heulende Wölfe für einen Film? In der Tat! In dem in allen übrigen Teilen schon fertig gedrehten Karl-Ritter-Film Kadetten", der in der friderizianifchen Zeit spielt, benötigt man ein kurzes Wolfsgeheul. Versteht sich, daß man sich nicht mit einer künstlichen Geräuschkulisse begnügen will. Nun weiß aber jeder Zoo-Besucher, daß die Wolfe der Freianlage vortrefflich zu heulen verstehen. Es lag also sehr nahe, dieses echte Wolfsgeheul für den Ufa-Film einzufangen. Doch hatte man diesmal die Rechnung ohne die Wölfe gemacht: f i e heulten nicht! Keinerlei gütliches Zureden und langes Warten half. Als dann die Filmmänner erfuhren, daß die Wölfe nur dann zu heulen pflegen, wenn die Glocken der nahen Kaiser- Wilhelm-GÄächtniskirche ertönen, stiegen die Männer vom Filmtontrupp auf den Aussichtsturm des Zoo und veranstalteten mittels Stahlplatten und dröhnenden Hammerschlägen ein mächtiges „Glockenläuten". Allein, was dem einen recht ist, ist dem anderen billig. Auch die Wolfe wollten von einer künstlichen „Geräuschkulisse" nichts wissen und blieben nach wie vor stumm. Sie heulen eben nur bei echtem Glockenläuten. So blieb dem Filmtrupp nichts andere übrig als kehrtzumachen und wiederzukommen, wenn die Glocken der Gedächtniskirche läuten, um — mit den Wolfen zu heulen. Den Besuchern des Zoo entging auf diese Weise zwar eine reizvolle Filmaufnahme, sie nahmen aber die Gewißheit mit nach Hause, daß die Direktion der Ufa „keine Mühe und Kosten scheut", um der Wirklichkeit des Lebens so nahe wie irgend möglich zu kommen. Der mit den Verhandlungen in Tokio betraute britische Botschafter Eraigie erklärte der japanischen Presse, eine Beilegung des Streitfalls werde in dem gleichen Augenblick unmöglich sein, in dem Gewalt gegen die englische Niederlassung angewendet werde. Das müsse zu einer Katastrophe führen. Im übrigen stellten die japanischen Forderungen für ihn ein Rätsel dar, namentlich die japanische Forderung auf Mitarbeit Englands in China. Die große Rahmenübung der Nachrichieniruppe. Bad Wildungen, 5. Juli. (DNB.) Am Dienstagabend kamen die Operationen der linken Arme von Blau, die nach Südoften im Vormarsch war, zum Stillstand. Mittwochmorgen wurde der Angriff fortgesetzt, in Richtung auf Eoburg, wo sich starke Kräfte von Rot konzentriert hatten. Der rote Widerstand sollte an dieser Front gebrochen, die hier eingesetzten Verbände von Rot vernichtet werden. — Das Oberkommando der Armee, die zu diesem Angriff befohlen ist, hatte seinen Stand von Eschwege nach Hünfeld vor- verlegt. Die Nachrichtentruppe hatte sämtliche Verbindungen zu den Korps und den der Armee direkt unterstellten Verbänden ausgebaut. Das riesige Netz der Fernfeldkabel, der schweren und der leichten Feldkabel ist von den neuen Gefechtsständen des Armeeoberkommandos aus im Betrieb. Auf dem Wege von Eschwege nach Hünfeld haben Oie Schuld an der Wirtschaftskrise. Don Dr. Earl Wellihor. Wie herkömmlich alle zwei Jahre um die Wende Juni/Juli, so ist auch jetzt wieder eine Vollversamm- lung der Internationalen Handels» k a m m e r abgehalten worden. Tagungsort war Kopenhagen. Während auf der vorigen Tagung, der zu Berlin im Sommer 1937, die Erwartung vorherrschte, daß auf einer bald em- zuberufenden internationalen Wirtschafts-, 2Bat)- rungs- und Schuldenkonferenz die wichtigsten Storungen her Konjunktur beseitigt werden konnten, hat in Kopenhagen niemand nach dieser Richtung ernsthafte Hoffnungen geäußert. Durch die bethen Gutachten, die der Tagung Vorlagen (ein englischer und ein französischer Professor hatten sie ausgearbeitet), wie auch durch die Reden der Abordnungsführer zog sich wie ein roter Faden tue Frage: wer trägt d i e Schuld an der Krise? Es liegt nahe, daß die wahrhaft Schuldigen sich durch Verdächtigung anderer zu entlasten suchen. Dabei ist doch unverkennbar, daß die Redner der großen westlichen Demokratien im Grunde d i e Methoden mißbilligten, mit denen ihre Regierungen eine neue Wirtschaftsordnung herbei- zuführen suchten. Sonst wäre unmöglich am 28. Juni — am Gedächtnistag der Unterzeichnung des Versailler Vertrages — eine Entschließung ein- gebracht worden, die feststellte, daß es für die Bedürfnisse der Menschheit genügend Roh» ft o f f e gebe und daß es Sache der besitzenden Völker sei, eine gerechte Verteilung durchzuführen. Diese Verteilung ist bisher versagt worden. Der Ehrenpräsident der Internationalen Handelskammer, der Italiener Pirelli, hat in scharfen Worten von dem „fehlenden Ausgleich" gesprochen, für den die besitzenden Mächte verantwortlich seien. Man kommt bei der Durchleuchtung schwieriger Tatbestände der Wahrheit immer am nächsten, wenn man nach ganz einfachen Formeln sucht. Die zwanzigjährige Wiederkehr der Unterzeichnung des unseligen Versailler Vertrages regt zu Betrachtungen an, die auf eine solche einfache Formel münden. Es war der Gruppe der Siegermächte im Jahre 1919 nicht um die Schaffung eines echten und dauerhaften Friedens zu tun. Sie lebten in dem beklemmenden Gefühl, „nicht gründlich genug gesiegt zu haben". Da sich die Tatsache der freiwilligen Waffenniederlegung durch Deutschland nicht aus der Welt schaffen ließ, wurden „Verfehlungen" konstruiert, die sich Deutsch- land — angeblich — habe zuschulden kommen lassen und die im Friedensvertrag ihre Sühne finden müßten. Hierdurch gewannen die Männer, die im Jahre 1919 in Paris und feinen Vororten bie einzelnen Friedensverträge ausarbeiteten, den Vorwand, sich von den Versprechungen zurückzuziehen, die Präsident Wilson auch in ihrem Namen gegeben hatte. Wirtschaftlich sollte der Weltkrieg — wenigstens soweit Deutschland in Betratst kam — nicht liquidiert werden. Nur in einem grundlegenden Punkte täuschte man sich: es stellte sich heraus, daß die wirtschaftliche Not eines großen Volkes die wirtschaftliche Not aller anderen Völker verewigt. Wirtschaftstechnisch läßt sich der grundlegende bie Nachrichtenzüge eine F e l d d a u e r l i n i e gelegt. Während über sie schon gesprochen wird, sind weitere Einheiten dabei, das vielarmige Kabel zu legen. Am Rande begleitet es bie Straßenzüge, hoch aufgehängt überquert es bie Wege unb Straßenkreuzungen. An diesen sogenannten Ueberweqen gibt es für bie Nachrichtentrupps die schwerste Arbeit. Wie Telegraphenarbeiter müssen sie hier hoch über der Erde die zentnerschweren Kabel hochzur- ren, verklemmen unb so sichern, daß der Betrieb klappt. Für Ortsgespräche steht in Hünfeld der Armee die S t a b s d e r m i 111 u n g zur Verfügung mit etwa 60 Anschlüssen, für Ferngespräche unb Fernsprüche die Hauptvermittlung mit mehreren hundert Anschlüssen. Der technische Apparat dieser Nachrichtenzentrale ist derart durchdacht unb aufgebaut, daß er der größten Beanspruchung durch die Armeeleitung gewachsen ist und den größten unb schnellen Verbänden des modernen Heeres Befehle zuleiten und alle Möglichkeiten, bie bie Motorisierung neuzeitlicher Truppenverbände bietet, restlos ausnützen kann. Der ungarische General- stabschef in Berlin. Berlin, 5.Juli. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht empfing in feinem Arbeitszimmer in der Neuen Reichskanzlei den Generalstabschef der Königlich Ungarischen Honved, General der Infanterie von Werth, im Beifein des Königlich Ungarifchen Gesandten von S z t o j a y. Bei der An- und Abfahrt des ungarischen Gastes erwies die Wache „Führer" des Jn- fanterie-Regiments „Großdeutschland" im Ehrenhof die Ehrenbezeigung. Der ungarische Generalstabschef befindet sich zur Zeit als Gast des Oberbefehlshabers des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, zu einem mehrtägigen Besuch in Deutschland, um Truppenteile unb Einrichtungen des deutschen Heeretz kennenzulernen: u. a. ist eine eingehende Besichtigung des W e stw alle s vorgesehen. — Unser Bild zeigt die Begrüßung des ungarischen Generalstabschejs durch Generaloberst von Brauchitsch bei seiner Ankunft auf dem Bahnhof. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Stadt und Land Kinder keine Ueberanftrengung erfährt. Es handelt uer, nojfen gewinnen lassen. geschichtlicher Ueberlieferung, das tradition-treue neu. Weniger Derannr iji oei un= t SllÄTin bemTr als einziges Kind in glücklich stams obwohl.sie für das KS behüteter Freiheit aufgewachsen war, lockten drn aus ebenbürtigneben s b o -p 1 schweifenden Sohn zurück. In dem zweibändigen werken steht, ja, der DM« yier großen Entwicklungsroman „Hans Alien.--" fein Beste-, und T.e ste- g-g-ben H^Ader La U)tu spiegelt sich, in- FauftifchPhantaftische gesteigert,! lM letzten la stets unübersetzbar blecht, ist I Professor Dr. Freiherr von Bersch - - • ** ----—Ersuch Professor Dr. Rajewski, der berühmte Radiumforscher und Leiter, des Kaiser-Wtlhelm-Jn- stitutes für Biophysik behandelte den Einfluß der radioaktiven Umwelt auf die Organismen. Die Entdeckung des Ehepaares Curie, daß auf der Erde Zum zweitenmal haben sich die Vertreter zweier Wissensdisziplinen, der Medizin und Naturwissenschaft, zu einer gemeinsamen Tagung sen Dichters zu seinem heim über dem Dätternsee hinaufgesandt werden, sind die deutschen mit die wärmsten und dankbarsten. C- K. Organismen und Umwelt. Kann die Welt die CRaffe ändern? - Wann tritt Radiumvergistung ein? LULC CIIIV ----- ------ UU| UIU|U;. --------- . u Professor Dr. Stellwaag aus- Don diesen Erkenntnissen muß die Schadlingsve- ~ ‘ Massenvermehrungen, kämpfung ausgehen und die Schädlinge bekämpfen, ' ’ 'bevor sie auf dem Plan erschienen sind. So haben sich auf allen Gebieten aus der gemeinsamen Arbeit zweier Disziplinen, der Medizin und Naturwissenschaft, auf dieser zweiten Wissenschaftlichen Woche wertvolle Erkenntnisse zum Nutzen des Bolksge- Der Reichsjugendführer besuchte eine Reihe kleiner Dörfer in den Tälern Tirols und Dor- a r l b e r g s. In St. Leonhard im Pitztal, zu Fugen der Oetztaler Alpen, sprach er zur Bevölkerung des Dorfes. Auch in Stams hielt er eine Ansprache. zu seinem Schreibtisch, wo er das Gutachten vor« and, vollständig ausgearbeitet, klar und torreit^ Daß der Traum wie im letzten Fall zu einer nachtwandlerischen Handlung führt, wird öfter beglaubigt berichtet. In der Traumliteratur werden Falle geschildert, in denen sich Musiker nachtwandelnd ans Klavier setzten und darauf spielen oder Kompositionen niederschrieben, ohne daß fie bei ihrem Erwachen eine Ahnung von chrer schöpferischen Tätigkeit im Traume hatten. Schöpferische Träume. Paul Heyse träumte einmal, er wandele mit seinem Freunde Ludwig Schneegans durch d»e Hauptstraßen von Sestri Levante. Sie traten tn die Kirche ein und und fanden dort einen Katafalk, auf dem die Leiche einer schönen, stattlichen Frau von etwa vierzig Jahren ausgebahrt lag. Der Küster erzählte chnen ihre Lebensgeschichte, die so merkwürdig war, daß Schneegans ausrief: „Das ist ja eine richtige Novelle und eine ganz famose!" Etwa vierzehn Tage nach diesem Traum, so erzählt Paul Heyse leibst, hatte er die „Frau Marchesa" geschrieben, und zwar in allen Hauptzügen durchaus nach dem geträumten Bericht des Küsters, aus dem chm sogar einige Namen im Gedächtnis geblieben waren. Im Anschluß an diese Geschichte wird m „Reclams Universum" von einem Fall erzählt, in dem eme Dichterin selbst ihre Werke als „Geisterpoesien bezeichnete; Marie Knorr-Schmidt gab einen Gedlcht- band „Eooe — ein Beitrag zur Dichtung des See- lenlebens" heraus, den sie lediglich als Medium nach Diktat niedergeschrieben haben will, nach Eingebungen, die sie im Traum erlebte. Einem anderen weid- lichen Medium war es möglich, durch traumhafte Einfälle hervorragende Musterzeichnungen mit prächtigen Farbenwirkungen und eigenartigen Ideen zu entwerfen. Eine Firma, die diese Motive auf feinem Delvetsamt naturgetreu wiedergab, brachte diese Produkte als .Listen mit okkulten Mustern in den Handel. Der schottische Arzt Aberorombie berichtet folgenden Fall: Ein hervorragender Rechtsanwalt war in einer wichtigen, schwierigen Angelegenheit um ein Gutachten gebeten worden. Nach- -dem er mehrere Tage sich in die Sache vertieft hatte, bemerkte seine Frau, daß er eines Nachts das Bett verließ, sich an seinen Schrerbtisch begab dort schrieb, dann in sein Bett zuruckkehrte und weiterschlief. Am nächsten Morgen erzählte er ferner Frau, daß er im Traum über den schwierigen Fall ein sehr klares Gutachten verfaßt habe und vieles darum geben würde, wenn er den Gedankengang jeims Trimmes Die Frau führte chn Kunst und Wissenschaft. volkspreis für deutsche Dichtung. Der Begründer des Volkspreises für deutsche Dichtung, Prof. W e r n e r I a n s e n , hat den Vorsitzenden des Deutschen Gemeindetages, Reichsleiter Oberbürgermeister F i e h l e r , gebeten, den Dolks- preis in die Betreuung der Gemeinden zu über3 nehmen. Reichsleiter Fiehler hat diesem Wunsche entsprochen. Der Dolkspreis für deutsche Dichtung wird wie bisher einem ungedruckten oder foeben erschienenen deutschen Werk verliehen. Die Der- leilung erfolgt auf einer kulturpolitischen Kundgebung des Deutschen Gemeindetages, die alljcchr- lich im Rahmen der Reichstagung Schrifttum des Amtes Rosenberg in Braunschweig stattstn- det. Reichsleiter Fiehler hat ein Kuratorium gebildet dem neben führenden Kulturpolitikern der gemeindlichen Selbstverwaltung Vertreter der zustan^ digen Reichsstellen, des Staates, der Partei und der Berufsstände angehören. Das erste großdeutsche Druckner-Fest. Das erste großdeutsche Bruckner-Fest erreichte nach Festveranstaltungen in Linz und S t. y I oj , rian am Mittwoch in Wien seinen Hoh^unkt. In Anwesenheit der Reichsminister Rup und Seyß-Inguart fand im großen Musikverems- saal die F e st v e r s a m m l u n a d e r Deutschen Bruckner.Gesell schäft statt, m der die Ernennung des Reichsministers Dr S e y h -3n• guart zum ersten E h r en m it glie d berannt- gegeben wurde. Die Festrede hiett der Präsident der Deutschen Bruckner-Gesellschaft, Dr. Wilhelm Furtwängler. Am Abend fand unter der Leitung von Furtwängler die Uraufführung der Orr« ginalfastung von Bruckners achter Symphonie o-woU durch die Wiener Philharmoniker statt. Oer Alte vom Dätternsee. Ium 80. Geburtstag Berner von Herdenstams, 6. Juli. Verner von Heidenstam ist heute zum lebendigen Mythos Schwedens geworden. Wie ein echter, alter Nordlandrecke ragt er in die Gegenwart hinein als der Hüter und Künder des Vätererbes, der die Größe schwedischer Geschichte für das heutige Geschlecht neu beschworen und lebendig gemacht hat. Es ist dabei kein Widerspruch, daß Heidenstam damit begann, die farbensatte Pracht des fernen Südens voll glühender Begeisterung zu schildern, zuerst als Maler, bald aber vor allem als Dichter und Erzähler. Auch den Wiking, den Normann, hat es nie in der Gebundenheit der Heimat gelitten, er mußte, so lange er jung war, hinausziehen übers Meer; die Ferne, der Süden lockten geheimnisvoll. So war auch in Verner von Heidenstam dieser Drang lebendig. Freudig begrüßte er es, als eine Erkrankung, die den Aufenthalt im Süden not- wendig machte, ihm Gelegenheit gab, Italien, Aegypten, Kleinasien kennen zu lernen. Seine schönheitstrunkenen Reiseskizzen und der im Orient spielende Roman „Endymion" sind die Frucht dieser Wanderjahre. Die achtziger Jahre, in denen diese Jugendwerke Heidenstams erschienen, waren auch in Schweden die Zeit, die vom Naturalismus beherrscht wurden, da der Pessimismus eines Strindberg tonangebend in der Literatur war. Der junge Dichter, der da so neue und doch so alte, altmodische Töne anfchlug. Lebensbejahung, Schönheit und Phantasie pries, setzte sich von vornherein in Gegensatz zum Zeitgeist. Tapfer aber ging er selber zum Angriff über, indem er sche Westgrenze überschritten. Kurz nach dem Kriege nis gebracht und neue Anregungen empfangen. Das gewählte Thema „Organismen und Umwelt" ist wohl eines der interessantesten der modernen wissenschaftlichen Forschung. Es versucht, unter einem einheitlichen Gesichtspunkt eine große Anzahl von Einzeltatsachen zu einem neuen Bild zusammenzu» fassen, und zur Erkenntnis von den oielfältiaen Wechselbeziehungen zwischen Organismus und 11m- welt, oon der Einbezagenheit aller Lebewesen in ihren Lebensraum und den Wechselwirkungen aller Lebewesen untereinander. tern, die in den Tropen geboren würden, eme Steigerung der Körperlänge aufwiesen, so sei damit noch nicht der Beweis erbracht, daß diese Steigerung der Körperlänge auch eMich fei. Aber Heidenstam war nicht in die Ferne gezogen, um sich an sie zu verlieren, sondern um erst ganz zu sich selbst zu finden. Die wälderumrauschte Heimat am Dätternsee so erfüllt von Sage, Legende, --------\x Ueberlieferung, das traditionstreue Die Verbundenheit zwischen Stadt und Land, zwischen Erzeuger und Verbraucher, ist bei uns in Deutschland fein theorethisches Bekenntnis, sondern muß jeden Tag durch Taten bewiesen wer- den. Wir wissen, daß der Sieg in der Erzeugungs- schlacht des Bauern zu den ersten Voraussetzungen unserer politischen Unabhängigkeit gehört. Jahr um Jahr stellt die Erntezeit den Bauern vor die Aufgabe, die Früchte des Feldes rechtzeittg in die Scheunen hereinzubrinoen. Dor einigen Jahren standen als Aushilfskräfte genügend Arbeitslose zuy Verfügung. Infolge des wirtschaftlichen Aufsttegs ist das anders geworden, jedes Jahr mußten alle oer«N betragen habe, ber Rüstungsaufwanb Frankreichs bagegen 4,6 v.H.! Diese Zahlen sind jetzt natürlich weit überholt. Die Antwort auf die Frage, warum Frankreich im Jahre 1928 und bereits eine Reihe von Jahren vorher seinen unnötig hohen Rüstungs- stand gegen Deutschland aufrechterhalten hat, kann nur so lauten: die Derbandmächte haben ihre Abrüstungszusage — das einzige wirkliche Zugeständ- nis, das der Versailler Vertrag gegenüber Deutschland enthält — gebrochen, um ihren „S:eg" nachträglich ausbauen und Deutschland niederhalten zu können. Die Schuld an der schleichenden Krise, die eigentlich seit 20 Jahren, seit Beendigung des Weltkrieges, besteht, und auch die Schuld an der unsoliden Rüstungskonjunktur, die sich Großbrttan- .... nien, Frankreich und die Vereinigten Staaten von fügbaren Hände herangeholt werden, um die ErntH Amerika verschafft haben, liegen bei jenen Man- -u fcrg€n Auch die Partei in ihren Gliederuni nern, die sich nicht von der Hoffnung trennen ^er Reichs-Arbeitsdienst und dis können, aus den Trümmern ber öeut’hßeurma(^t sind bem Bauern bereitwillig zul fchen Wirtschaft ihr eigenes Wirtschafts- g«kommen. In den letzten Jahren standen unS gebäude aufzustocken. Wundern sich diese Machte au$ nod) viele tausend polnische Saisonarbeiter zur * wirklich, daß Deutschland sich hiergegen wandte, so- Perfügung, die in diesem Sommer Wegfällen. Aus bald es die Macht wiedergewann, dies nut Aussicht ben befreundeten Ländern Ungarn, Italien, der ' ~ r ' •“ Slowakei usw. sind zahlreiche landwirtschaftliche Arbeiter eingestellt worden, doch wird auch diese I Aushilfe noch nicht genügen. Um so entschiedener ist der Wille der deutschen Volksgemeinschaft, die gute I Ernte, die uns winkt, auch in den nächsten Monaten voll zu bergen. Die deutsche Studentenschaft wird vollzählig eingesetzt, um so wie in den vergangenen Jahren, Arbeitshilfe zu stellen. Und auch die neben dem Licht auch noch andere Strahlen vor- R e i ch s j u ge nd f üh r ung hat einen Aufruf verbanden sind, führte zu der Feststellung, daß einige öffentlicht, ber den Ernteeinsatz der HI. im ganzen wenige chemische Elemente lebendig sind, daß sie Reiche anordnet. In enger Fühlung^mit zerfallen und dabei Energie frei wird, eben jene Ibauernfichrern werden ble Bannsichrer der HI. ihre natürlichen Strahlen. Obwohl die Gesamtmenge der Mitglieder der Erntearbeit zur^D^iugung stellen, radioakttven Elemente klein ist, Ist dennoch die Be- Die Form des Einsatzes wird sich nach den oiftllchen deutung und Gefahr der Strahlen schr groß. Er- Bedingungen richten, sie wird anders fein mi bert innert sei hier nur an die Bedeutung der radio- Kleinstädten und Dörfern, wie m den Mmftriege- trftioen Strahlen für Krebs und Kröpft)ildung. Die bieten, die den landwirtschaitlichen Bezirken entfern- SfB ber U^eTt setzt sich lammen °u- ter liegen Bei den st--dtilch-n Etnhe> en der HI der Radioaktimtit der Erde, der Lust und des wird der Einsatz zum Wochenende erfolgen, fonst Wassers. Es ist das Verdienst non Profesior Drf aber werden besondere Lager^gerichtet ^e den ’Raiemlti die Grenzen gesunden zu haben, bei denen einzelnen Dörfern chre Helfer zutenen. Zweifellos Radium 'für den Menschen gefährlich und schädlich wird die deutsche Jugend diesem ^ufe freudig wirkt Er unterschied dabei die Toleranz- Folg« leisten. Das Elternhaus darf das B-rir-uen -Irrtum der demokratischen W-stmächte und dam,t.zu leichten Herzens auf. Auch wenn er keinen ihre Schuld an der Krise in folgenden Satz kleiden: Zwang zur Sich-rung d-r D°lkso°rf°rgung ,m s,e haben ohne Berücksichtigung der Folgen a u s Kriegsfall gäbe, mußte DeMchland aus der Abkehr einem Gläubigerland ein Schuldner- großer Lander nom Wirtschaftsoerkehr mit ihm land gemacht. Man hat jetzt auf der Kopen- die Folgerung ziehen daß es f ein er fei ts Part- baaener Taguna der Internationalen Handels- ner für em Segenfeitigkeitsoerhaltms fucht Wenn kammer viel über grundlegende Strukturwandlun- in den erwähnten Gutachten zum Kopenhagener gen gefprochen, die eingetreten feien und die eine Kongreß der Internationalen Handelskammer ge- Rückkehr zu den Dorkriegsnerhältniffen aus,chlosien. lagt wird, „die autarkifchen Bestr-bungen der auto- Sewiß haben zahlreiche Einzelumftände dazu bei- ritären Staaten nerhmd-rt-n die Rückkehr zur mter- getragen die Krise zu verschärfen. Wenn der Führer nationalen Wirtfchastsordnung der Vorkriegszeit , der deutschen Abordnung in Kopenhagen, Staatsrat so ist das nach den soeben getroffenen Feststellungen Lindemann (Bremen), der verbreiteten Ansicht eine jener Legendenbildungen, die sich schon so ost entgegentritt, daß der Welthandel gegenüber der gegen das deutsche Volk ausgewirkt haben, staats. Vorkriegszeit eine Schrumpfung erfahren habe, so jekretar a.D. Dr. Tre nd el e n bürg hat auf einer ist das richtig: der Menge nach hat der inter- Gruppensitzung zu Kopenhagen die dahingehenden nationale Warenaustausch im Jahre 1937 e t m a »efjauptungen bet Gutachter richtiggestellt. o 3 „ fi mehr betragen als im Jahre 1913. Man war sich auf der Kopenhagener Tagung Aber im Jahre 1937 gab es mehr Staaten weitgehend darüber einig, daß die: Wirtschafts- als 24 Jahre zuvor. In der Außenhandelsstatiftik belebung der letzten Jahre als „Rustungs- von 1937 erscheint manches als Ein- und Ausfuhr, konjunktur" zu kennzeichnen fei. Auch hier ist 7i„„n*ln„h nm h.ei ... 1013 SR i n n e n h a n b c 1 im russischen Reiche die Schuldsrage aufgeworfen worden. Es war e I n wirklich, daß Deutschland sich hiei in^der babsburaifchen Monarchie gewesen ift. en gli I cher R e f e r e N t, der feftstellte, daß im ba d es die Macht wiedergewann, D» deutsche^ Eisenerzblzuq aus Zothringen war Jahre 1928 der Rüstun^aufwand Deustchlands auf Erfolg zu tun? 1913 Binnenhandel: im Jahre 1937 dagegen Em- nur 1,3 v. H. des L o l k s e I n k o rnrn e n s > fuhr. Vergleicht man aUerbings b i e Wer t e ber im Außenhandel bewegten Waren nutetiianber, Jo findet man, daß die durchschnittlichen Preise im letzten Dorkriegsjahr um e t w a 5 0 Prozent über denen des Jahres 1937 lagen. Aber entscheidend ist, daß durch die Umkehrung des Gläubiger- und Schuldnerverhältmsses die t n t e r - nationale Zahlungsbilanz tn Unorb- Aus aller Welt. Das Deutsche Gtädtebuch. Im Winter 1934/35 wurde vom Deutschen Gemeindetag und der Vereinigung der landes- gcschichtlichen Kommissionen Deutschlands die Herausgabe des Deutschen Städtebuches als eines Handbuches städtischer Geschichte beschlossen. Der erste Band ist jetzt erschienen. Zur Bearbeitung der einzelnen Stadtgeschichten wurden die Stadtarchivare und Gelehrte herangezogen, die mit der Geschichte des Landes besonders vertraut waren. Der erste Band enthält alle Städte in den Provinzen Ostpreußen, Pommern, Mecklenburg, Schleswig-Holstein, Brandenburg und Schlesien und im Gebiet der Freien Stadt Danzig. Es sind 582 Städte, deren Geschichte von 185 Forschern bearbeitet worden ist. Der zweite Band, der die Städte in Land und Provinz Sachsen, in Thüringen und Niedersachsen umfaßt, soll im Herbst herauskommen. Das Städtebuch bietet zum ersten Male wissenschaftlich erarbeitete und geprüfte Angaben über die Geschichte aller deutschen Städte bis 1933. Radwandern. Der technische Leiter der Reichsgemeinschaft für Radwegebau, Dr. Schacht, gibt in der „Straße" eine interessante Uebersicht über die Entwicklung des Fahrradverkehrs, wonach nicht nur der sog. Berufsradfahrverkehr, sondern vor allem auch der Radwanderverkehr eine steigende Tendenz aufweist. Man rechnet im Reich mit 20 Millionen Radfahrern. Das bedeutet, daß bei einem Weltbestand von etwa 60 Millionen Rädern ein Drittel bei uns rollen. Im Durchschnitt macht der Sonn- tagsradverkehr etwa 50 bis 70 v. H. des Wochentagsverkehrs, also des Berufsverkehrs, aus. Wichtig ■für die Förderung des Rcrdwanderverkehrs ist es, daß man die Radtouren, wie sie in Führern und Karten ausgearbeitet sind, auch im Gelände fest- tegt, am zweckmäßigsten durch Ausbau eigener Radwanderwege, Anordnung von Rast- und Badexlätze sowie Unterkunftshütten. Deutsches Segelflugzeug blieb 48'/- Stunden in der Luft. Der NSFK.-Truppführer Füh ringer von der NSFK.-Gruppe 17 (Wien) startete zusammen mit dem NSFK.-Scharführer Hofmann am Samstag, l.Iuli, 12.42 Uhr, auf dem Gelände Spitzerberg bei Wien. Die Flugzeugführer blieben bis Montag, 3. Juli, 13.30 Uhr, in der Luft. Die Ge- samtflugdauer beträgt 48 Stunden 38 Minuten. Die Landung wurde durch das Abflauen des Windes erzwungen. Geplant war ein Flug von 60 Stunden Dauer. Das benutzte Segelflugzeug war ein Doppelsitzer vom Muster „Gövier". Ein Vlockwärter vom Zug überfahren. Auf den Schienen der Bahnstrecke Aschaffen- bürg — Lohr wurde die Leiche eines Mannes gefunden. Die Feststellungen ergaben, daß es sich bei dem Toten um den das Blockhaus Beilstein bedienenden Blockwärter Glöckler handelt. Glöckler hatte sich während seiner dienstfreien Zeit nach Lohr begeben und zum Rückweg die Gleise benutzt, wobei er von einem Zug erfaßt und getötet wurde. Autobusunglück auf der Glocknerstraße. Auf der Großglocknerstraße zwischen F^sch und Ferleiten geriet ein Autobus, der mit Schülerinnen aus Wien besetzt war, ins Schleudern und prallte an die Straßenböschung. Dabei wurde eine Reihe von Mädchen herausgeschleudert. Eines von ihnen fand den T o d, sechs wurden schwer verletzt. Der Fahrer befindet sich in Haft. Chefpilot Kalkstein tödlich verunglückt. Aus dem Flugplatz Böblingen bei Stuttgart stürzte der Chefpilot der Klemm-Flugzeugwerke, Helmut K a l k st e i n , der auch durch die erfolgreiche Teilnahme an vielen fliegerischen Wettbewerben bekannt geworden ist, auf einem Dersuchsflug aus bisher noch nicht geklärter Ursache aus etwa 500 Meter Höhe ab. Reichswertungsfingen 1940 in Frankfurt. Der Deutsche Sängerbund veranstaltet im Jahre 1940 ein großes Reichswertungssingen. Auf der 5. Nürnberger Sängerwoche wurde beschlossen, dieses Reichswertungssingen vom 2. bis 4. Mai 1940 in Frankfurt abzuhalten. Zu diesem edlen Gesangswettstreit werden nur die besten Vereine zugelassen werden. Ehrenfenator der Technischen Hochschule Darmstadt. Der Rektor der Technischen Hochschule Darmstadt hat auf Antrag der Abteilung für Maschinenbau Direktor Kurt Schnevoigt, 1. Vorstandsmitglied der Voigt & Häfner AG. Frankfurt a. M., in Anerkennung seiner Verdienste um die Förderung wärmetechnischer Lehre und Forschung die Würde eines Ehrensenators verliehen. Erdölquelle bei Florenz. In Pietramala bei Florenz wurde in einer der Sonden zur Aufsuchung neuer Methangas-Vorkommen das Vorhandensein von Erdöl fest- gestellt. Das Petroleum befindet sich in einer Tiefe von 800 Meter. Am Tage der Auffindung der Erdölquelle konnten etwa 1000 Liter dieses kostbaren Brennstoffes gewonnen werden. Neues Grohfeuer in England. In der mittelenglischen Stadt N e w c a st l e in der Grafschaft Chester brach in der Hauptgeschäftsstraße ein Brand aus und erfaßte innerhalb kurzer Zeit einen Gebäudekomplex von dreistöckigen Geschäftshäusern. Ein großes Möbelgeschäft brannte vollständig aus; ein anderes Geschäft wurde ebenfalls fast völlig vernichtet. Feuerwehren aus Nachbarstädten mußten zur Bekämpfung des Brandes herangezogen werden. Wolkenbruch in Kentucky. Der Triplettfluß schwoll durch einen Wolkenbruch derart an, daß plötzlich eine reißende Flutwelle entstand, die in dem Ort Morehead im nordamerikanischen Bundesstaat Kentucky über 10 0 Häuser fortriß. Die Zahl der Opfer der nächtlichen Flutkatastrophe beträgt 48. Durch'die Wolkenbrüche stiegen die Wasser innerhalb einer Stunde um nahezu fünf Meter. Sie überschwemmten die Straßen so schnell, daß vielen aus dem Schlaf geweckten Bewohnern der Fluchtweg abgeschnitten wurde. Gewitterregen überschwemmt eine Pariser Ausstellungshalle. Einer der größten Pariser Ausstellungspaläste, in dem seit der Weltausstellung vom Jahre 1937 eine Sonderausstellung über die neuesten Entdeckungen in der Welt gezeigt wird, ist einem Gewitterregen zum Opfer gefallen. Durch Bogen und Dächer drang der Regen in Strömen in die Ausstellungshalle. Zahlreiche Feuerlöschzüge konnten nicht verhüten, daß viele wertvolle Instrumente durch das Wasser zerstört wurden. 400 pferbe von Bremsen überfallen. Die 400 Pferde des ungarischen Gestüts Bugac wurden von einem Riesenschwarm von Bremsen überfallen. Die überraschten Tiere liefen in alle Richtungen auseinander. In den umliegenden Ortschaften, durch die sie mit einer Geschwindigkeit von 50 Kilometer rasten, entstand große Erregung. Bis zum Abend gelang es, 250 Pferde mit Lassos wieder einzufangen, nachdem die Polizei die Zufahrtstraßen aller Dörfer abgesperrt hatte. Gegenwärtig wird noch eine wahre Treibjagd nach den restlichen 150 Tieren geführt. Englische Reservisten unter Lustmorbanklage. Die Manöver in dem Reservistenbager Thursley, in der Grafschaft Surrey, wurden am Mittwoch plötzlich abgebrochen und sämtliche Lagerinsassen in voller Feldausrüstung zu einer polizeilichen Inspektion befohlen, nachdem in der Nacht vorher an einer Frau, die in Begleitung von Soldaten gesehen wurde, ein Lu st mord ver- ü b t worden war. Sechs Reservisten wurden verhaftet; noch am Abend wurden drei von ihnen unter Mordanklage gestellt. Der Schah in der Mauer.. Ganze Viertel alten Häuser werden in Mailand abgerissen und nach dem neuen Stadtplan wieder aufgebaut. Auf einem dieser Arbeitsplätze erschien dieser Tage ein alter Herr mit einem Polizeibeamten und stellte mit Genugtuung fest, daß noch der Mauerrest eines Hauses stand, in dem er früher gewohnt hatte. Er ließ die Mauer ausdrechen und förderte eine eiserne Kassette zutage, in der sich Gold- und S i l b e r m ü n z e n sowie Schmucksachen im Werte von rund 300000 Lire befanden. Der Besitzer des Schatzes ist ein wohlhabender Fabrikant, der vor Jahren infolge von Zwistigkeiten mit feiner Familie nach Frankreich aus gewandert war, vorher aber diesen Schatz ohne Wissen seiner Verwandten eingemauert hatte' um in der Not etwas zu haben. In der Fremde ging es ihm so gut, daß er nicht mehr an den Schatz dachte, bis er in der Zeitung rom Abbruch der Häuser las und schleunigst in die Heimat eilte, um seinen Besitz vor dem Zugriff Unberufener zu retten. Witterungsvorhersage für die Zeit vom 6. bis 15. Juli. Herausgegeben vom Forschungsinstitut für langfristige Witterungsvorhersage des Reichswetterdienstes Bad Homburg am 5. Juli, abends. Im Osten des Reiches, in Ostpreußen, Schlesien und der Ostmark, wahrscheinlich auch im Protektorat Böhmen und Mähren, in den nächsten zehn Tagen überwiegend heiter, warm bis sehr warm und trocken, nur kurz vorübergehend Störungen meist gewittriger Art. Gesamtsonnenscheindauer in diesen Gebieten meistens größer als 80 Stunden, vielfach, besonders in tieferen Lagen der Ostmark, über 90 Stunden. Zahl der Tage mit Niederschlag meistens zwei bis vier, stellenweise bis zu fünf. Im übrigen Reichsgebiet Wechsel zwischen mehrtägigen Abschnitten bewölkten, zu Gewittern und Regenfällen neigenden Wetters und mehrtägigen schönen und trockenen Zeitspannen. Zahl der Tag'e mit Niederschlag im Nordwesten und äußersten Westen sowie am Nordrand der Allgäuer und Bayrischen Alpen manchenorts bis zu sechs, sonst im allgemeinen jedoch unter fünf. Im ganzen Reich Temperaturen im Durchschnitt der nächsten zehn Tage über dem Regelwert. Die Tageshöchsttemperaturen werden wiederholt 30 Grad übersteigen, so besonders im Tiefland Schlesiens, Mährens und der Ostmark. Wetterbericht Die in der letzten Nacht von Westen vorgestoßene Kaltluft brachte Westdeutschland und damit auch unserem Gebiet schauerartige Niederschläge, die vielfach gewittrigen Charakter annahmen. Der nachfolgende Luftdruckanstieg wird vorübergehend Wet- terveruhigung bringen, doch wird der Einfluß der atlantischen Störung auf unser Wetter späterhin wieder zuyehmen, so daß dann mit dem Uebergang zu leicht unbeständigem Wetter gerechnet werden muß. Vorhersage für Freitag: Vielfach aufgeheitert, späterhin Bwölkungszunahme und Auskommen leichter Unbeständigkeit. Zunächst nur geringe Niederschlagsneigung. Temperaturen etwas kühler, als bisher. Winde um Südwest, später auf West drehend, zeitweise lebhaft. Vorhersage für Samstag: Leicht unbeständiges und wechselhaftes Wetter mit Neigung zu einzelnen Schauern. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: vr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: vr. Hans Thyriot (beurlaubt), i. V.: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 7). 21. VI. 1939: über 9000. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 7. Juli, nachmittags 3% Uhr, Gießen, (Lonystraße 20), Beeskow, den 6. Juli 1939. vom Sterbehause Gießener Strane 80 aus statt 4746D 4754V Gießen-Wiesede, Leihgestern. Friedberg, Reichelsheim (Wetterau). den 6. Juli 1939. Nach langen schweren Leiden entschlief im Alter von 69 Jahren Herr Emil Horst Die Beerdigung findet auf Wunsch des Heimgegangenen in der Stille statt. Anna Horst, geb. Keiser Familie Karl Horst Familie Heinrich August Horst Familie Hermann Horst Familie Reg.-Vet-Rat Dr. Bontz Frau Auguste Keiser, geb. Eckhardt. Todesanzeige. Am 5. Juli, vormittags 814 Uhr. entschlief sanft nach langem Leiden unser lieber, treusorgender Vater. Schwiegervater, Großvater. Urgroßvater, Schwager, Onkel und Pate Herr Johannes Kreiling Rangiermeister i. R. im 78. Lebensjahre. Bei nervösen Herzbeschwerden geholfen! So schreibt am 8. 5. 39 Frau shhanna Hübel (Bild nebenstehend). Dresden-N. Kurfürstenstr. 24 und führt im einzelnen aus: „Seit Fahren litt ich an nervösen Herzbeschwerden und Schlaflosigkeit. Da wurde ich auf Klosterfrau-Melissengeist aufmerksam gemacht den ich einige Zeit regelmäßig einnahm. Heute kann ich bestätigen, daß mir Klosterfrau-Melissengeist geholfen hat. Bon der Schlaflosigkeit bat er mich sogar ganz befreit. Ich kann deshalb jedem, der an ähnlichen Beschwerden leidet, Klosterfrau-Melissengeist empfehlen und bin zu Auskünften gerne bereit." Weiter Frau Lina Rühl, Hausfrau, Berlin-Schöneberg, Bahnstr. 43 am 3.5.39: „Klosterfrau-Melissengeist bat mir bei meinem nervösen Herzleiden sehr gut geholfen. Schon nach einigen Wochen trat bei regelmässiger Einnahme eine wohltuende Beruhigung ein. Wie erklärt sich die gute Wirkung, die Klosterfrau-Melissengeist gerade bei nervösen Herzbeschwerden erzielt? Er enthält die wirksamen Bestandtelle einer Anzahl heilkräftiger Bflanzen, darunter auch der Melisse, die seit Jahrhunderten als Heilkraut bekannt ist. Durch die Vielfältigkeit seiner Bestandtelle libt. Klosterfrau-Melissengeist eine beruhigende Wirkung aus und hllft so mancherlei andere Beschwerden beteiligen, wie: Schlaflosigkeit, nervöse Kops- und Magenschmerzen. . Machen doch auch Sic einmal einen Versuch mit Klosterfrau-Melissengeist! Sie erhalten den echten Kloster- trau-Melissengeist in der blauen Packung nut den drei Nonnen in Apotheken und Drogerien. Flaschen zu RM. 2.80. 1.65 und 0,90 (Inhalt: 100, 50 und 25 ccm). 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Ausführliche Bewerbungen mit Gehaltsang. und Angabe des Ei' trittsterminsn ter 4751D an stumm gehen wir durch den hohen Buchengang den Weg zu chrer Ruhestatt. Aus der Enge des Ganges führt er uns an die Grenze des in voller Blüte stehenden Mohnfeldes. Taufende und aber Tausende roter Mohn- blüten gleichen den jungen Helden, die ihr Herzblut gaben fürs Vaterland. Schweigend betreten wir den gewundenen Steinweg, sehen den Wassergraben, der den ganzen Fri^hof umgibt, gestillt mit dem Element, das den Kampf in Flandern gekennzeichnet hat, kommen an Bunkern vorüber, um die einst der Kamps der Flandernschlacht tobte, und treten ergriffen ein in den Heldenhain. Deuffche Eichen, schön und gleichmäßig gewachsen, stehen über grünem, kurzem Rasen, auf dem sich HolH- kreuz an Holzkreuz reiht. Schlanker sind diese Kreuze als sonst auf unseren Krieg er fried Höfen, sie sollen uns zeigen, daß es Knaben und Jünglinge waren, die hier für Deutschland starben. Ihr Sieb, das „Deutschlandlied", vereinigt uns alle noch einmal im Ehrenhof, und tief ergriffen von der Schön- hell, Einfachheit, Gepflegthell, gepackt von der Symbolik und der Größe des hier festgehaltenen Geschehens verlassen mir den heiligen Boden der Ruhestätte deutscher Jugend. Auf dem Semmel. Vier Jahre ging der Kamps um Ppern, das nun mit seinen drei Türmen vor uns auffteigt. Doch zunächst fahren wir nur durch die Stadt hindurch. Denn wir wollen nicht hier gewesen fein, ohne das „Auge Flanderns", den K e rn m e l, erstiegen zu *) Der Verfasser hat als Seutnant und Kompanieführer im Infanterie-Regiment 116 vom Oktober 1917 bis Februar 1918 an den Kämpfen in Flandern teilgenommen. haben. Wer einmal hier oben gestanden hat, versteht seine Bedeutung als die alles beherrschende Höhe. Vor uns liegt W y t s ch a e t e , wo die großen Minensprengungen den Beginn der Flandern- schlacht ankündigten. Dort schauen wir hinein nach Frankreich. Lille, Tourcoing, Roubaix mit ihren vielen Schornsteinen werden sichtbar. Weller westlich liegen Bailleul und Armentiöres, wo im Frühjahr 1918 der Einbruch in die Stellung der portugiesischen Division erfolgte, wo die 25. Division Ende April zum Einsatz kam, und wo sie Eiche Juni, Anfang Juli 1918 die „spanische Krankheit" (Grippe) packte. 3n Opern. Ppern, wo wir die Nacht verbringen, ist wieder vollkommen (bis auf einen kleinen Rest an der Tuchhalle) aufgebaut Dort, wo die Straße nach QJleenen die Stadt veriäß.t haben die Engländer den über 54 000 Engländern, deren Ruhestatt man nicht kennt, einen Gedenkbogen in Art eines Stadttores errichtet Allabendlich um 9 Uhr ruht dort der Verkehr und belgische Kriegsinvalide ehren die Toten mit dem englischen Signal ,Letzte Post". Wer an ehemaligen Frontkämpfern in der Stadt weilt, nimmt an dieser einfachen, wirkungsvollen Feier teil. Wir trafen dort eine kleine Abteilung der „British Le gi o n" die ihre Kriegsaus- zeichnuitgen trug und ihre Fahne senkte zu Ehren ihrer toten Kameraden. Wir aber gedachten all derer, die hier im wellen Haüllreis um Ppern ruhten, indem wir stumm die Hand zum Gruße hoben. Das bot den Anlaß, zu einer Begrüßung mit den Männern von der „anberen Seite", die auch z.T. hier in Flandern gekämpft hatten, vielleicht unsere unmittelbaren Gegner aewesen waren. Gleiche Gründe hatten sie wie uns hierher geführt, Äeiche Gefühle mögen sie erfüllt haben. Es war die Achtung des ehrlichen Frontkämpfers vor dem Frontkämpfer, als wir den uns unbekannten englischen alten SoDctten die Hand zum Abschied reichten. Ich glaube, daß keiner von uns diese kurzen Minuten missen mochte. Bei Nieuport am Meer. Aus dem Houthulster Wald, den wir am nächsten Tag besuchen, ragen noch die abgestorbenen Baumkronen hervor, die allmählich erst von jungem Grün verkleidet werden. Das Flandern- kreuz, das Ehrenmal der gefallenen Dlamen und zugleich der geistige Mittelpunkt der vlömischen Bewegung bei DixmuLe, führt uns an das lieber» schwemmungsgebiet von 1914 heran, wo das durch die gesprengten Schleusen bei Nieuport einströmende Wasser als unbezwingbare Gegner in den Kampf um Ppern 1914 eingriff. Wir besuchen den „Langen Max", ein eingebautes 38-om-Schiffsgeschütz, das einst Dünkirchen beschoß, und erreichen bei Nieuport das Meer, lieberaö in den Dünen südlich und nördlich Ostende erkennt man noch Geschützstände u. ä., und schließlich stehen wir an der Mole von Zeebrügge, wo zur Wb-ezett noch die Wracks der englischen Schiffe aus dem Wasser ragen, die am 23. April 1918 von den (bnglänbern versenkt wurden, um damit die Ausfahrt aus dem U-Boothafen Zeebrügge zu sperren. AuSklang. Unsere Fahrt hat chren entferntesten Punkt erreicht. Beim Rückweg über die schönen flandrischen Städte Brügge und Gent fällt uns ein, daß wir hier an der Straße von Brügge nach Torheut im Dftober 1918 Eingreifdivision bei dem Marinekorps waren und daß wir nach der Flandernschlacht im Oktober 1917 nördlich von (9ent als Grenzdevision an der holläittnschen Grenze schöne Tage der Erholung verlebten. Weller geht es über Brüssel nach Löwen, und nun wird die (Erinnerung wach an jene trüben Novembertage 1918, als auf diesen Straßen unsere Regimenter aus schwersten Abwehrkämpfen heraus den Rückmarsch in die hessische Heimat vollzogen. Es sind gemaltige Eindrücke, die bei einer solchen Fahrt denjenigen packen, der um dieses Land selbst einmal mit Einsatz von Leben, Blut und Gesund- hell gerungen hat und der in diesem Kampfe, in dem erst der Marrn sich bewährt, nie ab reißende Bande zu anderen Menschen, gegründet auf gegenseitiger Achtung und im Schwersten erprobter Kameradschaft, geknüpft hat. Und ich glaube auch, daß hier der alte Frontkämpfer der einzig Berufene und Fähige ist, um denen, die nicht das große Erleben hatten. Geschehen und Sinn des Frorttlebens aufzuzeichnen. Es gibt in jenen Städtchen und Städten auch eine andere Art der Einführung; das sind, Schauen, Sammlungen usw. verschiedenster Art. Sie sind für unser Empfinden geschmacklos, ja z. T. geradezu beleidigend und für ein sentattans- lüfternes Publikum geschaffen. Wir können auf alle diese Dinge verzichten, wenn wir uns vertiefen m die Geschichte der Kämpfe in Flandern und wenn wir am Ort ihrer Ruhe die zu uns reden lassen, die mit „Deutschland" lln Herzen und auf den Lippen hier eingingen zur großen Armee all derer, die einst starben, damit Deuffchland' lebe. Da diese hinter uns liegende „Flandernfahrt" die erste von wetteren sein soll, sei schließlich dem Bedauern darüber Ausdruck gegeben, daß es uns dieses Mal nicht möglich war, Friedhöfe aufzufuchen, auf denen Söhne unserer Heimat ruhen. Dabei ist mit Sicherhell anzunehmen, daß gerade auf den Friedhöfen in der Umgebung von Gheluvelt mancher brave hessische Soldat seine letzte Ruhe gefunden hat. Die Notwendigkeit, die Zell bis zum letzten Augenblick auszunutzen, da nur zwei Tage für Belgien zur Verfügung standen, verbot Nachforschungen an Ort und Äelle; wir haben das sehr bedauert. Wenn es aber vorher der Reiseleitung bekannt wäre, auf welchem Friedhof, die ja alle Nummern haben, das Grab sich findet, für dessen Besuch Angehörige in der Heimat bairtbar wären, so könnte dieser Wunsch sicherlich in den meisten Fallen erfüllt werden. Aus den Gießener Gerichtssälen. Meine Strafkammer Gießen. Durch Urteil des Amtsgerichts Friedberg wurde 5)ermann Schoon aus Bremen zu einer Haftstrafe von 6 Wochen verurteilt uni> seine Unterbringung in ein Arbeitshaus angeorbnet Er wurde am 18. April in Heldenbergen betroffen, als er ohne Zweck, Mittel und Erwerb im Lande umherzog. Bis Herbst 1937 hatte der Angeklagte feinen Wohnsitz in Bremen. Seit dieser Zeit ist er auf Wanderschaft, und er zog geregelter Arbeit das Leben auf der Landstraße vor. Bei dem Angeklagten handett es sich um einen völlig entwurzelten, Willensschwächen Menschen. Wegen der angeordneten Unterbringung in ein Arbeitshaus legte der Angeklaate Berufung ein. Die Berufung wurde, entsprechend dem Antrag des Anklagevertreters, als unbegründet verworfen. Der I. M. aus Gießen erhielt einen Strafbefehl über 3 Wochen Haft wegen Uebertretung der Straßenverkehrs-Zulassungsverordnung. Er fuhr am 7. November 1938 gegen 18 Uhr einen Lastwagen, obwohl er derart unter dem Einfluß von Alkohol stand, daß er sich lln Verkehr nicht sicher bewegen konnte. Auch hatte er keine Vorsorge getroffen, daß er andere nicht gefährden konnte. Es Handelle sich darum, daß er damals den H. Schr. in Gießen, der mit seinem Fahrrad aus der Krofdorser Straße kam, zu Fall brachte, wodurch der Radfahrer tödlich verletzt wurde. Das Verfahren wegen fahrlässiger Tötung ist mangels ausreichender Schuld des Angeklagten eingestellt worden. Gegen den Strafbefehl legte der Angeklagte Einspruch ein. In der Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht Gießen am 31. März 1939 wurde er zu einer Haftstrafe von 3 Wochen, abzüglich 11 Tage Untersuchungshaft, verurteilt. Gegen dieses Urteil legte der Angeklagte Berufung ein. Nach dem Gutachten des Sachverständigen, gestützt auf die Blutproben und die Beobachtung des Angeklagten nach dem Zusammenstoß, war der Angeklagte nach dem Alkoholgenuß, wenn er auch zu den Alkoholgewöhnten zu rechnen ist, nicht mehr fahrtüchtig. Der öerteibiger vertrat die Ansicht, daß dem Angeklagten weder Unsicherheit im Fahren, noch das Bewußtsein der Unsicherheit nachgewiesen werden könne. Als Fahrer in einem Bisvgeschäft sei er zu den Alkohol gewöhnte n zu rechnen, und er sei nicht unsicher im Sinne des §2 der Straßenverkehrsordnung gewesen. Der Verteidiger beantragte Freisprechung und ttn Falle einer Verurteilung die Strafe als durch die Untersuchungshaft verbüßt an» Zusehen. Die Berufung wurde als unbegründet verworfen. ♦ Durch Urteil des Amtsgerichts Gießen vom 24. April 1939 wurde der R. R. aus Watenstadt wegen Betrugs zu einer Gefängnisstrafe von neun Monaten verurteilt. Der Angeklagte machte sich am 6. August 1938 mit einem Mädchen in G. bekannt, wobei er sich als Rudi Weber, Schacht- bzw. Baumeister ausgab und dem Mädchen die Ehe versprach. Später machte er auch gegenüber den Eltern des Mädchens falsche Angaben und Derspre-- chUngen, die ihn daraufhin wiederholt beherbergten und beköstigten, ohne eine Gegenleistung zu fordern. Ferner lieh ihm das Mcllnhen, weil er angab, sein Geld sei auf ein Konto in Braunschweig überwiesen, nach und nach etwa 150 Mark. Als ihm wiederholt Vorhalt gemacht wurde, er sei verheiratet, leugnete er dies hartnäckig. Trotzdem er verheiratet und Vater von drei Kindern ist, verlobte er sich mit dem Mädchen und verschickte Verlobungskarten. In Gegenwart des Angeklagten sagte eines Tages seine Ehefrau zu dem Mädchen: ,Zhr Freund ist mein Mann!" Der Angeklagte war aber so dreist, zu behaupten, er kenne die Frau gar nicht. Der im wesentlichen geständige Angeklagte legte gegen das Urteil Berufung ein, und zwar wegen der Strafhöhe. Der Verteidiger bestritt die Dereicherungsabsicht des Angeklagten; dieser habe nur in Beziehungen zu dem Mädchen kommen wollen. Er beantragte Herabsetzung der Strafe. Der Vertreter der Anklagte beantragte, die Berufung zu verwerfen, und führte weiter aus, der Angeklagte fein einschlägig vorbestraft und gegen Heiratsschwindler müsse streng vorgegangen werden. Die Berufung des Angeklagten wurde denn auch als unbegründet verworfen. Zur Begründung wurde ausgeführt, der Angeklagte habe das Mädchen m übler Weife getäuscht, er habe es nicht nur auf Liebschaft, fonoern auch auf Geld abgesehen. WM» ■l> <.'V' (Lus Erdbeeren und Hirschen IsereitenSieköstlidieHlamidadenschneLlundpreiswert mit 9)r. OetkerQelierJßiiffe ausführliche Rezeptblätterbei jedem Päckchen. Der JrUialt des Klembeuteis ergibt auch, einen* vorzüglichen, in 15TTUnuter^ schsvUtfesfesir klaren tJÖrtenyuß 1 SA.-Standarle 116 bei den Gnippen-Wetttämpsen in Kaffei SJ-fpori „Und dieser Herr war Mister Burd?" fragte er In den Mannschaftswertungen im 100-Meter- ßauf, 400-Meter-Hindernislauf und 3OOO-Meter- Laus placierten sich die Mannschaften der Standarte 116 unter die ersten 6. . „ . Außerdem errang die Brigade 147/Oberhessen m der großen Straßenstafsel. die über 12 Kilometer quer durch Kassel führte, den 1. Sieg vor der Brigade 49 Frankfurt a. M. und in der 100X100» Meter-Hindernis-Stafsel den 2. Sieg hinter der Brigade 49 Frankfurt a. M. Bei diesen Mannschaften stellte die Standarte je ein Drittel der Mannschasts- stärke und war somit nicht unwesentlich an der guten Placierung beteiligt. tretern des Sternenbanners den Kürzeren gezogen, so daß es also auch bei den All-England-Tennis* Meisterschaften, genau wie vor 14 Tagen in Paris, zu einer rein amerikanischen Schlußrunde im -Männer-Einzel gekommen ist. Robert Riggs, der den Jugoslawen Puncec in einer knappen Stunde mit 6:2, 6:3, 6:4 »om Platz fegte, und Ellwood Cooke, der in einem prächtigen Kampf unseren Meister Heinrich Henkel mit 6:3, 4:6, 6:4, 6.4 niederrang, werden am Freitag um das Erbe ihres großen Landsmannes Donald Budge 500 Nennungen für das Reitturnier in Bad Salzschlirf. sendet seine auf vielen Turnieren erprobten Reiter Hänelt, Kilbinger und Langfeldt. — Mit dem Turnier werden auch Schauvorführungen der Wehr- macht verbunden sein. Mannschasts-KegelwettfampfinDiefeck 35 Jahre Segelkranz „Vorwärts- Gleßen-Mefeck. ir werden nur siegen durch Leistung und Lebenswillen." Zweiter Dortrag der DAF. nähme nicht?" , /Ich weiß es nicht. Ich hab« das Bild nie gesehen. Dann fuhr Burd fort, und ich habe nichts mehr von ihm gehört. Bis auf den heutigen Abend, da Preetz angestürzt kam und mir sagte, ich solle frier» frer ins Hotel kommen; Mister Bubd erwarte mich dringend." t ... , Vallendar trommelte mit den Fingerspitzen auf dem Tisch. „Aber worin besteht die Gemeinsamkeit der Geschehnisse?" Charly strich sich über die Stirn, und wieder trat in ihre Augen jener schreckhafte Ausdruck, den er kannte. „Vor ein paar Tagen stand em Mensch vor dem Geschäft und sah mir nach. Ich beachtete es kaum. Es gibt ja immer junge Leute, die versuchen, wie und wo es geht, Bekanntschaften zu machen. Vallendar senkte schuldbewußt den Kopf. (Fortsetzung folgt) war. Sicherlich hatte Dr. Römer Charly die Rach- richt in der menschenüberfüllten Halle nicht überbringen wollen ... Vallendar schob den Vorhang, der die beiden Säle trennte, auseinander. An einem Seitentisch saßen Charly und Römer. Der Doktor sprach leise auf sie em. Sie sah vor ich hin, und ihre Finger spielten nervös mit der Speisekarte. ___ . „ .. „Guten Abend, gnädiges Fraulem! Vallendar verbeugte sich. Dabei suchten seine Blicke ihre Augen. Wie hatte sie es ausgenommen? Er atmete auf, als er ihrem ruhigen Blick begegnete. „Doktor Römer hat es mir gesagt. Mister Burds Zeit sei erfüllt gewesen." Sie schwiegen. Römer bestellte eine Flasche Rotwein. Es ging nicht an, das junge Mädchen jetzt nach Hause zu bringen; Charly würde grübeln. Man mußte ihr Gesellschaft leisten, bis sie sich wieder Jahren verkauft! Der Anwalt meldete sich. Hier Vallendar — der Schauspieler Werner Vallendar, Herr Notar. Entschuldigen Sie die Störung! Ein Agent einer mir befreundeten Künstlerin soll -bei Ihnen mit Mister Burd aus Los Angeles ver. abredet sein. Die Dame mochte gern wissen-- Bei mir hat sich nur Mister Burd selber an- gemeldet Herr Vallendar, und zwar schon vor längerer Zeit. Aber bis jetzt ist er nicht erschienen. 6r bat auch nicht abgesagt. Ich verstehe das alles nicht recht. Und von einem Agenten, den er mit« bringen wollte ober der hierherkommen sollte, »st Notar!" - u-b-rstürzt hängt« Vallendar ab. Dann überlegte «r. Eigentlich hatte er dem Anwalt berichten muffen mas gefchehen war. Aber das konnte er später nachholen ... Jetzt fieberte er danach, zu erfahren, was Burd und Charly verband. Ob das Telephongefprach mit Charly zufammenhing? Charly, lächerlich, dah er immer nur „Charly" dacht-, als ob f,e keinen ande- r7n Namen hätte Ja, zum Teufel, fern Jntereffe war geweckt! Er ging in die Halle. Der Vlotz, an dem Charly Sandner gesessen hatte, war leer. Ein Boy trat auf ihn zu. „Doktor Romer läßt Herrn Vallendar bitten, in den kleinen Speise- saal zu kommen." Danke sehr!" Vallendar kannte die Raume des > Hotels genau. Hinter dem großen Restaurant lag ) em kleiner intimer Saal, der meist nicht sehr besucht Nundfunkprogramm Freitag, 7. Juli. 5 Uhr: Frühmusik. 5.50: Bauer, merk aus! 6: Morgenlied, Morgenspruch, Nachrichten, Gym- naftit. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Mutter turnt und spielt nut bem Kinb: Mit den Bleisoldaten... 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Es spielt das Hermann-Hagestedt- Orchester. 9.30: Nur Freiburg: Nachrichten. 10: Schulfunk: Raumordnung schasst Raummehrung. Ein Querschnitt durch Aufgaben und Arbeit der Reichsstelle für Raumordnung. 10.30: Die Bergwacht im Sommer Rundfunkberichte aus den Alpen. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. Es spielt das große Orchester des Reichssenders Saarbrücken unter Leitung von Albert Jung. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert (Fortsetzung). 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch... (Industne- Schallplatten und Cigenaufnahmen.) 16: Zwei Stunden im Rhythmus der Freude. Ausführung: Das kleine Orchester des Reichssenders Frankfurt. Einlage 17 bis 17.10: Neues für den Bücherfreund. 18: Zwischen Enkel und Ahn. 18.15: Sport der Woche und für den Sonntag. 18.30: Klang der Landschaft: Heilende Quellen. Kurhessen, ein Kur- garten im Herzen Deutschlands. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Roß und Reiter. 19.45: Der fröhliche Lau - sprecher. (Industrie-Schallplatten und Eigenauf- nahmen.) 20: Nachrichten des drahtlosen Dienstes. Anschließend: Hier spricht die Reichsgartenschau. 20.15: Aus Oper und Operette. 22: Nachrichten. 22.15: Sportnachrichten in Kürze. 22.20: Bilderbuch der Woche. Zum 80. Geburtstag von Verner von Hoidenstam. 22.35: Unterhaltungs- und Volksmusik. 24 bis 3: Nachtkonzert. Als am vorigen Samstag und Sonntag die SA- Männer aus allen Standarten der Gruppe den Mannschafts- und Einzelwettkämpfen um den Grup- rensieger rangen, waren die Männer der Stan- )arte 116 nicht unwesentlich beteiligt. Ihr Einsatz wurde auch dementsprechend mit überaus ehrenvollem Abschneiden belohnt. Konnten auch nicht alle Mannschaften (ihre Zahl betrug oft 20 bis 25) Gruppensieaer werden, so dürften gerade diese ritterlichen Kampfe den hohen Leistungsstand und die kündige Einsatz-Bereitschaft und Einsatzfreudigkeit •rneut unter Beweis gestellt haben. Die Standarte 116 errang in Mannschafts- und Einzelwettkämpfen folgende Ergebnisse: Wchrmanrvschcrftskampf 1:36 Sturm 12/116, 4. Sie- ger unter 22 Mannschaften. Mannschaftsorientierungslauf Sturm 15/116, 7. Sieger von 23 Mannschaften. Mannschaftsfünfkampf 1:8 aus den Sturmen 14/116 und Na. 116, 3. Sieger von 18 Mannschaften. 20XV- Runde Hindernisstaffel aus den Stürmen Pi. 1/116 und P. 2/116, 6. Sieger unter 15 Mann- ^Tauziehen für Reserve-Einheiten, Sturm 25/116 kampflos Sieger. . 6 X100-Meter-Staffel für PiomeEnheiten Sturm Pi. 1/116 2. Sieger. x 6 X100-Meter-Staffel für Nachrichteneinheiten Sturm Na. 116 6. Sieger. Deutscher Mehrkan^f, Rottenführer Hassel- bad), Sturm 1/116, 16.Sieger. 4 XIM-Meter-Staffel, Sturm 11/116 3. Sieger in der Zeit von 46,6 Sek. 100-Meter-Laus, Klasse B, Scharführer Nie- mann 11/116 1. Sieger. 400-Meter-Lauf, Klasse A, SA.-Mann Franz 11/116 3. Sieger. 3000-Meter-LaUf, Klasse A, Sturmmann Rieb 1/116 3. Sieger in 9:37,8 Min. . Weitsprung, Klasse B, Scharführer Niemann 11/116 3. Sieger. Ä Speerwerfen, Klasse A, SA.-Mann Deuker 21/116 4. Sieger. Die fRabfafrrftreife in der Starke von 1 Führer und 11 Mann, gestellt von Na. 116, wurde m aussichtsreichster Position wegen Sturz eines Mannes in letzter Minute vom Wettkampf disqualiftziert, hatte aber von 21 Mannschaften die 25-Kilometer- Sttecke in der besten Zeit überwunden.__________ erkundigt." , • • , , Lebhaft fiel Vallendar ein: „Sicher wollte er dort einen Vertrag für Frau Larsen entwerfen?" „Das könnte sein — falls Frau Larsen, wie es ja wohl üblich ist, sich eines Vermittlers bediente. Kurz, nachdem Burd das Hotel verlassen hatte kam nämlich ein Mann und sagte, er wäre von Mister Burd zu einem Notar bestellt, um einen Film- abschluß zu betätigen." „War es Notar Kehm, lieber Schwarz? „Nein, Notar Grußendorf." „Ob das Frau Larsens Vermittler war? Konnten Sie mir den Mann nicht beschreiben?" Schwarz sann nach. Sein Gehirn stapelte gewohn- heitsmätzig das Aeußere aller Gäste auf; er hatte ein ausgezeichnetes Gedächtnis für Menschen, auch völlig beruhigt hatte. „Darf ich etwas fragen?" Vallendars Stimme klang ernst. „Wie kamen Sie überhaupt zu Mister Burd, Fräulein Sandner." Wie ich Mister Burd kennenlernte?" Ihre Stimme klang leise. „Es hat keinen Mammen- hang, aber vielleicht eine entfernte Aehnlichkeit mit ben Ereignissen der letzten Tage. Ich war vor drei Jahren schon im Modesalon »Helga'; damals war es mein letztes Lehrjahr. Nachdem Vater gestorben war, mußte ich mir mein Brot selber verdienen. Es lassen viele Damen vom Film ihre Kostüme bei uns entwerfen und ausführen. Damals vor drei Jahren, wurde viel von einem Mister Burd gesprochen, der nach Berlin gekommen sei, um Künstlerinnen nach Amerika zu verpflichten. Damals interessierte ich mich auch' noch für den Film ..." Ein kleiner Seitenblick traf Vallendar. „Auch Frau Larsen war unsere Kundin, und sie äußerte einmal, sie hoffe nun, ein Engagement nach Amerika zu bekommen; Mister Burd habe sie kennenlernen wollen." Der Kellner brachte lautlos ben Wein. Römer goß bie Gläser voll. Er lächelte. „Ich glaube, Charly, auch Sie waren damals nicht ganz frei von Hoffnungen ... Habe ich recht?" ,Jch war damals noch ein halber Backfisch, Doktor" sie errötete, „und man machte mir Komplimente." Ihr Gesicht verlor bas Lächeln. „Aber ich möchte nichts mit bem Film zu tun haben — gar nichts!" Ihre Brauen hoben sich kriegerisch. „Warum nicht, Fräulein Sandner?? Es ist ein Mag^m'Herr Vallendar. Mir haben die Mög- lichkeit und die Hoffnung allein schon genug Ent- täuschung gebracht ... Ich stand also eines Tages im Schaufenster und dekorierte. Da bemerkte ich einen Herrn, der vor dem Schaufenster frm und her ging Es war ein älterer und solide aussehender . Monn, und ich befürchtete nicht -r nxr6e ftd) r etwas herausnehmen ... Wieder streifte ein blitzen- t der Seitenblick Vallendar. U/erten. Roman von Harald Baumgarten Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35 8. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Während Römer auf Charly zuging, in Gedanken überlegend, wie er ihr die Nachricht mitteüen sollte, war Vallendar mit feinen federnden, raschen Schritten an den Empfangstisch getreten. „Guten Abend, Herr Schwarz!" r . „Ach, Herr Vallendar? Ich fas doch. Sie seien m Aegypten ..." „Bin heute früh zurückgekommen. Ich hätte Sie gern einmal einen Augenblick allein gesprochen." „Aber bitte, Herr Vallendar!" Der Empfangschef kam hinter dem Disch hervor und öffnete die Tür eines kleinen Zimmers, das für Konferenzen bestimmt war. Er knipste das Licht an. Vallendar bot ihm eine Zigarette an. ,Zch komme eben von drüben, aus der Garage. Es ist dort etwas geschehen, das einen Ihrer Gäste betrifft. Sie werden es wohl bald durch die Polizei erfahren. Mister Burd ist aeftorben. Herzschlag." Die Pause, die nach solchen Worten zwischen den Menschen einzutreten pflegt, dehnte sich. „Mister Burd sah sehr krank aus. Vielleicht hätte ich ihm abraten sollen, auszugehen, als er mich rufen ließ." „Er hat Sie rufen lassen?" „Ja — in fein Zimmer." Vallendar neigte sich vor. ,Zch hätte gern Näheres gefrört, Herr Schwarz. Wissen Sie: Frau. Larsen stand in Geschäftsverbindung mit Burd. Es ist natürlich für Frau Larsen sehr schmerzlich — Sie verstehen?" Der Empfangschef hatte ben ersten Schreck überwunden. „Ich sehe keinen Grund, Ihnen bas vorzuenthalten. Mister Burd hat sich nach einem Notar In wenigen Tagen wird Bad Salzschlirf von besonderem Leben erfüllt sein, falls der Wettergott dem Pferdesport so huldvoll gesinnt geblieben ist, wie bisher. Wieder wird das festliche Bild, das den Reitturnieren eigen ist, Zuschauer und Teilnehmer in der Begeisterung für ben Pferdesport vereinen. Die Turnierleitung hat ein interessantes Pro- gramm zusammengestellt, das im bunten Wechsel Dressurprüfungen, die vollkommene Beherrschung des Pferdes erfordern, Iadgspringen — Gelände- ritte, die Mut, Entschlossenheit uift Ausdauer be- hingen, birgt. Der Nennungseingana hat das umfangreiche Programm gerechtfertigt: Rund 500 Nennungen und fast 200 Pferde — ein Ergebnis, das bei einem ausgeglichenen Start einen harten Kampf und em reitersportliches Ereignis von Bedeutung verspricht. Turniergewohnte Kämpfer und sieggewohnte Pferde gehen an den Start. Das General- kommando des IX. Armeekorps wird sich in zahl- reichen Konkurrenzen stark beteiligen. Auch die ff und die Reit- und Fahrschule Marburg sind mieber einem willensbetonten Leben und zu einer soldatischen Haltung wirb nur durch feine Verankerung in der Weltanschauung erzielt werden. Aus einer Schilderung einer Begegnung mit bem Führer machte Wippermann verständlich, daß diese Weltanschauung nicht als eine Wissenschaft auszufafsen sei, sondern als die unter bestimmten Voraussetzungen erfolgte Betrachung der Welt vom Standpunkt des eigenen Lebens aus. Mit anderen Worten: das Zeitalter des Geistes und das der Materie werde abgelöst durch das der Natürlichkeit. Die Aufgabe des Menschen sei es, seine besten Kräfte zu erkennen und zur (Entfaltung zu bringen. In erster Linie beschäftigte sich der Vortragende mit den sittlichen Werten der Ehre, der Treue und der Freiheit, bie eine starke Bindung an die Gemeinschaft bedeuten. Daoei erläuterte er zunächst ben Begriff Ehre und machte klar, daß schon der Der- stotz gegen die kleinste Gemeinschaft, gegen die Familie, den Menschen ehrlos mache, wenn er z. B. feiner Gier nachlebe und andere sich um feine Familie kümmern lasse, wie das z. B. beim Trinker der Fall sei. Die Entgegnung, daß das Derhättnis zur Familie eine Privatsache fei, fei grundfalfch; denn durch bie Schädigung ber Familie werbe auch der Quell, der aus ihr für das Volk sprudeln solle, vernichtet. Hier setze einmal mit Gewalt die Erziehung zur Gemeinschaft ein. Auf die Betrieb s- gsmeinschaft übertragen, mache sich in diesem Sinne jeder ehrlos, der sich so verhalte, daß der andere verdächtigt werde. Abschließend sprach der Vortragende noch über die nationale Ehre und über den Lebensraum, wobei er verständlich machte, daß das Naturgesetz Deutschland dazu zwinge, den Raum in bas rechte Derhättnis zur Qualität unb Intelligenz feiner Volksgenossen zu bringen. Der Vortragende forderte die Betriebsführer auf, mit dazu beizutragen, daß der Mensch vom Idealismus erfüllt werde und sich harmonisch und organisch in den Leistungswillen Deutschlands duftige. Der Dorttag fand starken Beifall. möglichst harmlos. r _ , . , Richtig! Als ich in der Mittagspause fortging, kam er auf mich zu, zog den Hut und sagte: „Mein Name ist Burd. Ich mochte Sie kennenlernen Jetzt lachte sie kurz auf und schüttelte den Kopf, als verstehe sie selbst nicht mehr, was sie damals em^ funben hatte. „Es ist wohl lächerlich — natürlich ist es lächerlich! Aber ich war ein junges Ding — Lieber Gott, dachte Römer, wie wichtig es bie Jugend mit drei Jährchen nimmt! . __und sofort würben all meine heimlichen Wünsche wach. ,Sie finb ber Filmprobuzent Burd?< fragte ich zurück. - pa', nickte er, sich interessiere wich für Sie!« Er lub mich ein, mit ihm zu fahren. Er hatte eine Taxi an ber Ecke stehen, Preetz chauffierte." Sie schwieg. Dallenbar hob das Glas. „Erzählen Sie weiter, Charly! bat Romer, wahrend er mit ihr anstieß. . . Einige Sekunden stützte sie den Kopf in bie Hänbe. „Ja, lieber Doktor, was soll ich ba noch berichten? Mister Burb fuhr mit mir herum, lub mich ein. Er war freundlich und nett wie ein Vater. Er fragte auch, wie ich mich in bem Geschäft fühlte. Jetzt kommt es! dachte ich. Jetzt wird er agen: Sie müssen ein Filmstar werden! Ich hatte ogar Rollen gelernt zu Hause. Es konnte ja sein, daß er eine Talentprobe verlangte ... Oh. Sie brauchen nicht zu lächeln, Herr Vallendar. Ich weiß es selber. Es muß schrecklich gewesen sein wie ich die Jungfrau von Orleans' und das .Gretchen Kubierte. Wenn Mutter mich auch großartig fand ... Aber es kam nicht dazu. Eines Tages fuhr Burd mit mir nach Babelsberg. Er sagte, er wolle ein Bild von mir haben. Aha — Probeaufnahmen! meinte ich. Jetzt geht es los' Ich wurde von einem Manne in einem weihen Kittel geholt. Apparate surrten. .Großaufnahme!' rief der Mann den Photographen zu. Ich versuchte, mit allen Kräften ein bildhaftes Gesicht zu machen. Dann war es aus. „Aus?" fragte Vallendar. „Gefiel bie Probeauf- Der zweite, der in der Reihe „Gegenwarts- und Zukunftsaufgaben ber deutschen Wirtschaft" von der DAF. für die Betriebssichrer und leitenden Angestellten bestimmten Vorträge, den Erich Wipper- mann von der Reichsschulungsburg der DAF. in Oberursel am Dienstag hier im „Hotel Hindenburg" hielt, war bestimmt von der starken Persönlichkeit des Vortragenden. Erich Wippermann verstand es vorttefflich, seine Lebenserfahrungen, die Begegnungen mit dem Führer und vor allem die nüchterne Beobachtung des täglichen Lebens mit den Nutzanwendungen für eine heroische Lebensauffassung zu verbinden. Der Dorttagende ging von dem Fichte-Wort aus, daß es Nationen gibt, die ihr Leben erleiden und solche, die es gestalten. Er erläuterte, mie diese Wahrheiten in übertragenem Sinne auch für bas Einzelleben Gültigkeit haben. Für solche bas Leben erleidende Menschen müssen ÜB ege gefunden werden, damit sie sich aufraffen, um auch ihr ßeben mit schöpferischer Kraft zu gestalten. Der Lebenskampf, in bem sich bas deutsche !Bolf befinbe, werde nur durch Leistungssteigerung und Lebenswillen zu einem glücklichen Erfolge gefiert werden, so daß die Nottvendigkeit fordere, daß man sich.um die soldatische Haltung jedes einzelnen Menschen de- kümmere. , , , . . , Der Vortragende zeigte, wie neben bem gesprochenen Wort bas DorbiD der gangbarste Weg dazu ist, auf ben Menschen Einfluß zu gewinnen, denn nur durch bas Lebendige und Kraftvolle suhle er sich an- gesprochen. Was schlechte Beispiele vermögen das machte er an dem Schicksalsjahr 1918 verständlich, das gekennzeichnet war durch bie Sucht nach dem Genießen des Lebens und das zu einem Erleiden führte Erst freute fei bas Leben des Dolles wieder lebendig, tätig und gestattend geworden. Die gleichen Erscheinungen mie im Leben des Volkes zeigte der Vortragende auch im Leben des einzelnen auf. Aufgabe fei, im Menschen, auch bei bem tm Be- triebe, bie Willenkräste zu wecken, damit er mit sich selbst fertig werbe. Eine solche Anregung zu wenn er sie nur ein einzigesmal gesehen hatte. „Es war ein schlanker, über mittelgroßer Mann. Ein bißchen — nun, ein bißchen salopp angezogen. Er kam mir abgehetzt vor. Solche Leute haben ja auch den ganzen Tag herumzulaufen. Ja, es könnte sehr wohl ein kleinerer Vermittler gewesen fern ... Ich sah übrigens, als er ben Mund öffnete, daß er vorn zwei oder drei Goldzähne hatte." „Nein, bas war nicht Frau Larsens Agent, lieber Schwarz! Dann hatte Burd also auch noch andere Filmabschlüsse vor. Don solchen war doch die Rede?" „Natürlich! Sonst hätte ich dem Manne auch nicht mitgeteilt, wohin Mister Burd gehen wollte." Vallendar stand auf. „Darf ich einmal telephonieren? Ich möchte Frau Larsen benachrichtigen." „Bitte sehr! Dort ist eine Zelle, von der aus Sie ungestört sprechen können ... Ja, schrecklich, solch ein Unglück! Man hat noch vor kurzem mit einem Menschen geredet, und jetzt--" Herr Schwarz wiegte den Kopf und ging hinaus. Vallendar wählte nicht Margits Nummer; denn zu diesem Zweck hätte er nicht im Fernsorechver- zeichnis blättern müssen. Da war ja bie Nummer! Notar Grußendorf ... Er wollte doch einmal nachfragen, ob dieser merkwürdige Filmagent beim Notar wartete. Da stimmte doch irgend etwas nicht? Burd hatte seine Produktion ja noch vor zwei Vorwärts Wieseck), 5. Hch. Dech II., Alle Neun Wieseck. Jeder Teilnehmer erzielte je 25 Holz. Untere Bahn: 1. August Niemeyer, Dor- märte Wieseck, 27 Holz; 2. Erwin Kreiling. Dor- märte Wieseck, 3. Hch. Dech II., Alle Neun Wieseck, 4. Chr. Walther, Gut Holz Beuern; 5. Karl Muller, Vorwärts Wieseck (je 25 Holz). Nur ein Satz für Henkel! Die letzten Vertreter des europäischen Festlandes, Heinrich Henkel (Deutschland) und Franz P u n - c e c (Jugoslawien), haben am Mittwoch in Wimbledon in der Auseinandersetzung mit den Der- Der Kegelkranz „Vorwärts" Gießen - Wieseck konnte in diesen Tagen sein 35jähriges Bestehen feiern. Der Samstag brachte einen Festkommers, dem eine Heldenehruna mit Kranzniederlegung vor- ausging. Im Verlauf des sesllichen Abends wurden bie Gründer Heinrich Oßwalb, Wilhelm Weller und Gustav Erb für ihre Treue zur Sache mit Ehrengeschenken bedacht. 25 Mitglieder konnten für 25- unb mehrjährige Mitgliedschaft mit Ehrenurkunden ausgezeichnet werden. Am frühen Morgen bes Sonntags begannen unter strömendem Regen die Mannschaftskämpse, an denen 23 Mannschaften mit je fünf Wettkämpfern (je 10 Kugeln) beteiligt waren. Den Siegern winkten schöne Ehrenpreise. Ein Festzug, der aus Anlaß des Jubiläums durchaeführt wurde, fand bei J bie Reit- und'Fahrschule Marburg sind wieder strömendem Regen statt. Anschließend hieß der Fest- hi Bad Salzschlirf vertreten. Der Gruppenführer Präsident die Sportkameraden willkommen Der der SA.-Gruppe Hessen, Oberführer Wchner, eitt-'Vorsitzende der KeglervereiNigung^Lahn-Duseckertasi Müller, mürbiote die Verdienste des festgebenden Vereins um die Förderung bes Kegelsports. Ortsgruppenleiter Euler sprach in grundsätzlichen Darlegungen über die Notwendigkeit der Pflege der Leibesübungen für unsere Volksgemeinschaft. Die Ergebnisse aus den Manuschafkskämpfen: F ti n s e r - M a n n s ch a s t (je 10 Äugeln): 1. Gut Holz Reiskirchen mit 325 Holz: 2. Alle Neun Wieseck mit 321; 3. Vorwärts Wieseck mit 320 ; 4. Gut Holz Launsbach mit 308 ; 5. Alle Neun Wißmar mit 300 ; 6. Bahnsrei Wißmar mit 290; 7 Alle Neun Wieseck mit 286; 8. Gut Holz Rodheim mit 283; 9. Gut Holz Wieseck mit 282; 10. Gut Holz Alten-Buseck mit 279 Holz. Die Jugendmannschaft des Vereins Gut Holz Rodheim stellte in ihrem sechzehnjährigen Karl Neuling mit 75 Holz ben besten Emzelkegler. Außerdem erzielten beim Mannschaftskegeln bie Bestleistungen: Heinrich Dech, Alle Neun Wieseck, 73 Holz; Ernst Scharf, Bahnfrei Wißmar, 73 Holz; August Niemeyer, Vorwärts Wieseck, 71 Holz. Die Ergebnisse im Einzelpreiskegeln: Obere Bahn: 1. Ernst Trautmann, 2. Aug. «Erbe ihr Niemeyer, 3. Karl Müller, 4. Ernst Kling (sämtlich I kämpfen. Aus der engeren Heimat Vezirkssparkaffe Gießen im ersten Halbjahr 1939 Entwicklung drr Spareinlagen hat sich im Dagegen haben sich die mündel-sicheren und reiche- ersten Halbjahr 1W9 weiter kräftig fortgesetzt. So banklombardfähigen Wertpapiere um 600 000 NM. ersten Iund andere Häutunreinheiten bese/tigt die wirksame Gießen, Aulweg 52 GLORlri 4750D Weine von S&F Ohne Glas Ltrfl. 1.45 Vi Fl. 1.30 ’A Fl 60 DER ARME MILLIONÄR Nach dem Lustspliel von Ludwig Thoma „Der Schusternazi“ 4744 A 4747 A r ~~....................... Sommerspross en K SCHADZiFullGRABE 25 30 35 38 40 45 ..Ltrfl. 1.40 . Ltrfl. 1.50 . Ltrfl. 1.45 Am S. Iuli 49ZY wurde unser Z. Zunge Rainer geboren Kristall-Zucker Kristall-Zucker extra grob . Gemahlener Zucker Feiner raffinierter Zucker Opekta Geliermittel Opekta Geliermittel Trocken-Opekta Einmachhaut mit Etiketten... Salicyl-Pergamentpapier. Efe Maithies, geb. purrmann Wilhelm Matthies Mit Ursula Grabley - Georg Alexander Trude Haeflein - Fritz Odemar REGIE: JOE STÖCKEL .125 g .125 g .125 g . 125 g . 125 g .125 g Der Bestand t>er diskontierten Wechsel zeigt gegenüber dem Jahresabschluß 1938 keine wesentlichen Veränderungen, während die Debitoren im Konto- korrentvertchr um zirka 140 000 RM. zurückgegangen sind. Eine über den Einlagenzuwachs hinausgehende Verbesserung zeigt die jederzeitige Zahlungsbereitschaft der Sparkasse. In der Bilanz vorn 31.12.1938 wurde eine Liquidität von 35 v. Sy, gemessen am Gesamteinlagenbestand, errechnet, während die liquiden Mittel am 30.6.1939 = 11 175 000 RM. betragen. Dies bedeutet also für die Sparkasse eine derzeitige Gesamtliquidität von 37,25 v. Sy 500 g 38 500 g 42 500 g 38 500 g 40 .. Normalflasche 78 Doppelflasche 1.45 Paket 1 9 1 Bogen 1 8 Rolle 12 Diphtherie in Stadt und Kreis Alsfeld In letzter Zeit sind sowohl in der Stadt Alsfeld als auch im Landkreis Alsfeld Diphtherieerkrankungen und auch ein Todesfall an Diphtherie vorgekommen. Es muß angenommen werden, daß zahlreiche Bazillenträger vorhanden find, die die Verbreitung der Krankheit begünstigen. Daher ist eine Zunahme der Diphtherie mit dem Herannahen des Winters zu befürchten. Wie das Staatliche Gesundheitsamt des Landkreises Alsfeld mitteilt, gewährt die Diphtherieschutzimpfung aller Kinder vom vollendeten 1. bis 14. Lebensjahr Schutz gegen diese unheimliche Seuche. Diese Impfung ist völlig gefahrlos, sie wird am Oberarm vorgenommen und hinterläßt keinerlei Narben. Sie gefährdet weder Leben noch Gesundheit der Kinder, gewährt ihnen aber völligen Schutz. Der Amtsarzt des Staatlichen Gesundheitsamtes des Kreises Alsfeld, Medizinalrat Dr. Jockel, hat während seiner Tätigkeit im früheren Kreise Schotten selbst fast 1000 Kinder gegen diese Krankheit schutzgeimpft, ohne daß Komplikationen eingetreten sind. Die Schutzimpfung kann von jedem Arzt vorgenommen werden. Die Aerzte des Kreises roetben den dahingehenden Wünschen der Eltern gerne Folge leisten. Sängerfahrt zum Teutoburger Wald. lihein-Mainische Börse. Miklagsbörfe fest. banklombardfähigen Wertpapiere um 600 000 RM. erhöht. nach ihrer etwa 200 Kilometer langen Fahrt wieder in Wöbbel ein. Die Heimfahrt am Montag führte über Kassel. Hier wurde nochmals ein längerer Aufenthalt gemacht und Wilhelmshöhe (Herkules) besichtigt. Die in allen Teilen schöne und ohne den geringsten Zwischenfall verlaufene Fahrt wird allen Teilnehmern ein unvergeßliches Erlebnis bleiben. Todessturz aus dem Zug. Lpd. Marburg, 5. Juli. Am Bahndamm der Ma in -Weser-Bahn zwischen Neustadt und Wiera wurde eine männliche Leiche mit abgefahrenen Beinen aufgefunden. Bei dem Toten handelt es sich um einen Arbeiter aus Landsberg an der Warthe, der auf der Heimreise aus dem Zug gestürzt und dann von einem anderen Zug überfahren worden -war. Tödlicher Unfall an der Kreissäge. Lpd. Dillenburg, 5. Juli. In dem Uebertage- betrieb der bei Nanzenbach gelegenen Grube „N e u e l u ft" löste sich beim Schlitzen von Holzstämmen an der Kreissäge plötzlich die Sicherheitsvorrichtung und schlug dem 40 Jahre alten Zimmer- hauer Alfred Hartmann aus Nanzenbach, Vater Vitalis Bl eich - Creme Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 6. Juli. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 1025 Rinder (145 Ochsen, 233 Bullen, 461 Kühe, 186 Fär- ßn, 600 Kälber, 100 Schafe, 1000 Schweine. Es kosteten: Ochsen 37,50 bis 46,50 Mark, Bullen 35,5 bis 44,50, Kühe 22 bis 44,50, Färsen 35 bis 45,50, Kälber 30 bis 65, Hämmel 40 bis 50, Schafe 20 bis 42, Schweine 50 bis 59 Mark. — Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt; Hämmel und Schafe mittel. Schweinemarkt in Nidda. § Watzenborn-Steinberg, 4. Juli. Der Männer -- Gesangverein „Eintracht" Watzenborn - Steinberg unternahm einen dreitägigen Ausflug in den Teutoburger Wald, an dem sich rund 80 Mitglieder beteiligten. Eine für diesen Zweck bereits vor zwei Jahren gegründete Reisekasse wies einen beträchtlichen Bestand auf und kam daher allen Teilnehmern sehr zustatten. Der Ausflug in den Teutoburger Wald galt in erster Linie dem Männer-Gesang- verein „Eintracht" Wöbbel bei Detmold als Besuch. Die Freundschaft der beiden Gesangvereine kam bereits vor längerer Zeit durch zwei Kriegskameraden aus je einem der beiden Vereine zustande. Die Abfahrt nach Wöbbel- erfolgte am Sarnstagoorrnittag gegen 7.30 Uhr. Nach einem mehrstündigen Aufenthalt am herrlich gelegenen Edersee war Wöbbel gegen 17.30 Uhr erreicht. Nach herzlichen Begrüßungsworten burd) ben Vereinsführer bes Gesangvereins Wöbbel, den Ortsgruppen- leitcr unb ben Bürgermeister würben die bereit« willigst zur Verfügung gestellten Privatquartiere aufgesucht. Am Abend fanden sich beide Vereine mit ihren Angehörigen zu einigen kameradschaftlichen Stunden zusammen. Die von beiden Vereinen vor- getragenen Chöre und Volkslieder fanden überaus reichen Beifall der in großer Zahl Erschienenen. Als Dank für den herzlichen Empfang und die bereitwilligst zur Verfügung gestellten Privatquartiere und als äußeres Zeichen der Verbundenheit überreichte der Vereinsführer des Gastvereins dem Vereinsführer des Gesangvereins Wöbbel ein Bild. Am Sonntagvormittag trafen sich die Mitglieder beider Vereine zu einem gemeinsamen Ausflug. In drei Autobussen ging es zuerst zum Nationalheiligtum Externsteine, dann über Detmold zum bekannten Hermannsdenkmal, Bad Salzuflen und zur „Porta Westfalika". So wurden alle Sehenswürdigkeiten eines schönen Teiles unseres Vater- landes besichtigt. Abends trafen alle Teilnehmer Pralinen Viktoria-Mischung Unser Schlager Blausilber-Mischung Rekord-Mischung Sonderwahl-Mischung Prinzeß-Mischung von Dl er Kindern, so heftig gegen ben Kopf, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Landkreis Gießen A Allendorf a. d. L d o., 5. Juli. Der Postschaffner Keil und der Revierförster Förster erhielten das silberne Treudienstehrenzeichen. — Zn der Klinik zu Gießen verstarb der langjährige Feldschütz unserer Gemeinde, Karl Louis Wagner. Die Gemeinde verliert in ihm einen fleißigen Helfer. Der Verstorbene versah seine Dienstgeschäfte stets mit größter Gewissenhaftigkeit. Viele Bewohner unseres Ortes gaben ihm auf feinem letzten Weg das Geleit. < Daubringen, 6. Juli. Ein langgehegter Wunsch unserer bäuerlidjen Bevölkerung' geht in Erfüllung: der Bau einer Dreschhalle. Seit einigen Tagen ist die SA., die fid) freiwillig in den Dienst der gemeinnützigen Sache gestellt hat, mit den Ausschachtungsarbeiten beschäftigt. Alle Baumaterialien werden freiwillig an den' Bauplatz herangefahren und bearbeitet. Die Halle wird bis zum Druschbeginn fertiggestellt sein. — Am Sonntag unternahm der Kegelklub „Alle Neun" eine Omnibusfahrt in den Oden-wbld. In Frankfurt besichtigten die Teilnehmer den Zeppelin und die neue Zeppelinhalle. Heber Auerbach fuhr man dann nach Oberstädten, wo in einer mehrstündigen Wanderung das Felsenmeer auf dem Felsberg besichtigt wurde. Spät am Abend wurde die Heimfahrt angetreten. Heute Donnerstag Erstaufführung I WEISS-FERDL * Nidda, 5. Juli. Der heutige F e r k e l m a r k t war mit 425 Ferkeln beschickt. Es kosteten bis 6 Wochen alte Ferkel 18 bis 20 Mark, 6 bis 8 Wochen alte 20 bis 26 Mark, 8 bis 12 Wochen alte 28 ' r V'----------| 32 Mark je Stück. Nach flauem Geschäft ver- Die nochmaligen Erhöhungen gingen । blieb Ueberstand. im Gesicht und am Körper entfernt so fort vollkommen schmerzlos die völlig unschädliche viel tausendfach bewährte Enthaarungscreme Artisin Tube M. 2-1.25 -.50 Zu haben: Parf. Bnchberger, Am Bahnhof Drog. Elges, Seltersweg 66 Drog. Karn, Schulstraße 4162v Parf. Koch, Seltersweg 63 Parf. Plank, Seltersweg 8 und einschlägigen Geschäften. Zeigt die Halbjahresbilanz b e r B e z"i r k s- fparkasse Gießen einen Spareinlagenzugang non rund 930 000 RM. Durch diese Erhöhung der Spareinlagen von fast 1 Million RM. verwaltet die Sparkasse zur Zeit 26 270 000 RM. an Spargeldern. Die Zahl der Sparkonten betrug am 30.6.1939 insgesamt 50 700. Frankfurt a. M., 5. Juli. Ohne daß die Um- satztätigkeit fid) wesentlich belebt hätte, war die Börse am A k t ie n m a r k t im Anschluß an gestern weiter fest. Don der Kundschaft setzten sich kleine Kaufe fort, so daß bei den zunächst notierten Papieren durchschnittliche Erhöhungen bis zu 1,50 d. Sy Vorlagen. Stärker befestigt waren Rheinmetall auf 115,75 (113,25), Deutsche Linoleum auf 145 (143) und Conti Gummi auf 211 (209). AEG. gewannen 1,25 d. Sy auf 111,50, Bemberg 1,50 d. Sy auf 127,75 bis« 128,25, Heidelberger Zement 1,25 auf 139,50. Don Montanwerten Mannesmann schwankend mit 104,13 bis 104,75 bis 104,50 (103,50), Verein. Stahl 0,40 d. Sy höher mit 99,75 unb Hoesch 0,25 v. H. fester mit 106. IG.-Farben blieben dagegen unver- ärtbert mit 144,75, ebenso Reichsbank mit 179,40, RWE. mit 115,50 und Eßlinger, Maschinen mit 103. Am Aktienmarkt blieb die Haltung auch im Verlaufe fest, das Geschäft vermochte sich aber kaum auszudehnen. Die nochmaligen Erhöhungen gingen । 3 beachtenswerte Weine 38er Nitteler Gipfel Mosel 7tFl.o.Gl. 1.20 37er Oppenheimer Goldberg natur, Rheinhessen *4 Fl. o. Gl. 1.30 37er Rüdesh. Riesling Nahe fi.o.gi, 1.40 Unter Berücksichtigung der ausgewiesenen Reserven unb der Rückstellungen — ohne die den beiden Bilanzseiten für das erste Halbjahr zuzurechnenden Zinsen — beträgt die Bilanzsumme nunmehr über 31,5 Millionen RM. Auf der Aktivseite drückt sich diese Einlagenoermehrung in den verschiedenen Bilanz-Positionen entsprechend aus. Am meisten begünstigt wurde burd) diesen Einlagenzuwachs wohl die Bilanzposition „Hypotheken- Darlehen". Die Ausweitung dieser Position betrug im ersten Halbjahr 1939 607 000 RM.; jedoch ist diese Zahl nod) nicht identisch mit der eigentlichen Auszahlung von Hypothek-Darlehen. Berücksichtigt man nämlich hierbei noch die auf die ausgeliehenen Darlehen erfolgten Tilgungen, so ergibt sich, daß bie Sparkasse vom 1.1.1939 bis 30.6.1939 insgesamt 833 000 RM. an Hypothek-Darlehen in ihrem Bezirk ausgeliehen hat. Naturgemäß bleiben hinter diesen Zahlen die Zahlen der kurzfristigen Ausleihungen an Bürg- schasts-, Lombard- und Schuldscheindarlehen zurück. Die humorvolle Lebens- und Erbgeschichte eines Schustermillionärs - das aufregende Dasein eines eleganten „Nichtbarons ‘-die „gewinnende“ Liebe einer auf Freiersfüße sich begebenden großen Dame - die „ Geschäftstüchtigkeit“ eines ach so harmlosen Sekretärs mit dunkler Zukunft-all diese witzigen Situationen bereiten Ihnen mit diesem Film 2 frohe Stunden Beiprogramm und neueste Ufa-Ton-WocheI Täglich 4, 6, upd 8.30 Uhr. Sonntag 3, 5..30 upd 8.S0 Uhr Frankfurt a. M., 5. Juli. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 9 213, W 11 215, W 12 216, W 13 217, W 16 220, W 18 222, W 19 224, W 20 226, Roggen R 11 179, R 12 180, R 14 182, R 15 183, R 16 185, R 17 186, R 18 187, R 19 189 Großhan- delspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste und Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W13 bis W 20 einschl. Kreis Alzey 30,15, W 20 Kreis Worms 30,50 plus 50 Pf. Frachtaus- gleich. Für Weizenmehl Type 812 mit Beimischung oon Maisbackmehl ermäßigen sich die vorstehenden Preise um 30 Pf. Roggenmehl Type 997 R12 22,45, R 15 22,80, R 16 22,95, R 18 23,30, R19 23,50 plus 50 Pf. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W18 11,00, W19 11,10, W 20 11,20 Mühlenfest- prcis ab Muhlenstation. Roggenfuttermehl R 19 12,50, Roggenvollkleie R 19 11,00, Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 16 10,25, R 18 10,40, R 19 10,50 Muhlenfeftpreis ab Mühlenstation. Treber —. Wie- enheu, handelsüblich, alt 5,40, neu 4,90, Wiesenheu, gut,, gesund, trocken, alt 6,40, neu 5,60, Kleeheu, bo. alt 7,40 bis 7,80, neu 6,00 bis 6,30, Luzerne- Heu, do. alt 7,80 bis 8,20, neu 6,60 bis 7,00, Wei- Zenstroh, bindfadengepreßt oder gebündelt 2,80, Rog- genstroh, do. 3,00, Hafer- und Gerstenstroh, do. 2,60 bis 2,70. Erzeugerpreis ab Erzeuger-Verladestation. Tendenz: ruhig. bis 1 v. Sy, u. a. bei AG. für Verkehr 108 nach 107, Gesfürel 125 nach 124, Deutsche Eisenhandel gewannen 2 v. Sy auf 133,50 "'nad) 131,75, ferner u. a; Verein. Stahl 100 nach 99,75, IG.-Farben 145,50 bis 145,25 nach 144,75. Abendbörfe gut behauptet. Bei fester Grundstimmung hatte die Abendbörse kein sonderliches Geschäft. Es überwog Nachfrage, so daß die Mehrzahl der Kurse noch leicht heraufgesetzt wurde. Stärker erhöht waren in Anpassung an Berlin BMW. mit 129,50 (127,50), anderseits ließen Westdeutsche Kaufhof 1 v. Sy nach auf 95,50. IG.-Farben gingen 0,50 v. Sy höher mit 145,75 um. Fester waren u. a. ferner Buderus mit 92,50 (92), Mannesmann mit 104,75 (104,50), Rheinftahl mit 133,50 (133,25), Verein. Stahl mit 100,25 (100), AEG. mit 112 (111,50), MAN. mit 137,50 (137), Eßlinger Mafch. mit 103,50 (103), Rheinmetall mit 116 (115,75), AG. für Verkehr mit 108,-50 (108) unb Allg. Lokal und Kraft mit 135 (134,25). Am Rentenmarkt wurden 6proz. JG.-Farben zu 118,75 (119) gefragt, Reichsbahn-VA. zu unv. 121,90. Steuer* gutfcheine waren ohne besonderen Umsatz auf dem Stand des Mittagsschlußverkehrs behauptet. Zrantfurter Getreidebörse. PQLRST Giessen Zu den Spareinlagen treten auf der Passivseite der Bilanz die sonstigen Einlagen, die sich aus den Giroeinlagen, den Depositen- und den Termingeldern zusammensetzen. Auch diese Gelder haben sich weiterhin erhöht, so daß die Halbjahresbilanz, die zirka 3 730 000 RM. sonstige Einlagen ausweist, | ZN gl, daß die Gesamteinlagen der Bezirkssparkasse Gießen am 30.6.1939 nunmehr 30 000 000 RM. betragen. 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