Nr. 105 Erstes Matt 189. Jahrgang Samstag, b./Sonntag, r.Mai 1959 ErschelM täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Vezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechan,aftüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzen Postscheckkonto: granffurt am Blain 11686 General-Anzeiger für Oberhessen Sietzener Anzeiger Druck und Verlag: vrühlsche UniversttStrdruckerei R.Lauge In Sietzen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh. 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Es "ist uns nicht in Erinnerung, daß im Oktober 1938 und im Jaguar und März dieses Jahres, als dem polnischen Zotschafter in Berlin, wie auch dem polnischen Außenminister persönlich, in konkreter Form das Dom Führer in seiner Rede mitgeteilte deutsche Angebot zur Kenntnis gebracht wurde, Beck das Argument entgegengehalten, hätte, derartige Vorschläge ntzögen dem deutsch-polnischen Abkommen von 1934 den Boden. Wir wollen auch die Erinnerungskraft des pol- ischen Außenministers insofern stärken, als wir och einmal nachdrücklichst feststellen: Die Hetzpresse Iber westlichen Länder hat — mit oder ohne Zutun verantwortlicher Regierungskreise — den nöti - en Nervendruck auf biß polnische lveffentlicheik ausgeübt mit der Mitteilung an liie erstaunte Umwelt, daß eine deutsche Mobilisierung den Bestand Polens bedrohe. Obwohl IVeutschland in Wirklichkeit nicht einen ein» i g c n Mann mobilisiert hatte, hat die jolnische Regierung diese verleumderische Zwecklüge 1 u.m Anlaß einer Mobilisierung ihrer Streitkräfte genommen. Oberst Beck trat auf eigenen Wunsch hin die Reife nach London an und schloß dort — mit Rücksicht also auf einen nicht inrhandenen Tatbestand — den Beistandspakt mit England ab. Der für die polnische Außen- Iwlitik verantwortliche Minister hat sich damit der mglischen Einkreisungspolitik angeschlossen, die klar imb eindeutig gegen Deutschland gerichtet ist. : Volen mar i'm Rahmen der britischen Einkreisungs- pTf? jene Rolle zugedacht, die die Tschecho-Slowakei < nst nach dem Willen der Versailler Mächte zu fielen bestimmt war. Polen hat in dem Beistands- oEommen mit England Verpflichtungen bernommen, die feine gegenüber ! eutfchland eingegangenen Verpflichtungen cufheben. Polen hat damit seinen Willen kund- ;-tan, die Gewalt zwischen Deutschland und Polen richt auszuschalten und damit dem deutsch - pol- i scheu Vertrag d i e Grundlage entzogen. 5 eck war lediglich bemüht, Deutschland die Absicht zu unterschieben, die freundschaftliche Zusammen- erbeit Polens mit den Westmächten verhindern und V ölen isolieren zu wollen. Beck wich auch hier den luren Formulierungen des Führers aus, der in siiner Rede ausdrücklich feststellte, daß das Abkom- r en von 1934 den bis dahin getroffenen Beistandspkt mit Frankreich nicht berührt habe. ' Iriefe ausdrücklich anerkannte Ausnahme konnte lieutschland machen, weil zwischen ihm und Frank- i riich keine K o n f l i k t s m ö g l i ch k e i t bestand. Bei der Behandlung der deutschen Vorschläge ist es dem polnischen Außenminister nicht plungey, die nach polnischer Auffassung bestehende lmannehmbarkeit dieser Vorschläge mit überzeugen- t n Argumenten zu belegen. Er hat stattdessen richts anderes gewußt, als die in freundschaftlicher [xrm gemachten deutschen Vorschläge, die in kei - roe r Weise di e Ehre Polens berührten, sondern zur endgültigen und friedlichen Regelung ds Problems zwischen Deutschland und Polen und t:imit zur Stabilisierung der Verhältnisse im Osten 1 Europas einen wertvollen Beitrag lieferten, zu diffamieren, indem er von einseitigen Forderungen, der Annektierung Danzigs und dem knutschen Versuch spricht, Polen den Zugang zur O'tsee zu verwehren. Der Welt ist bekannt, daß der Führer in seinen Reben den Zugang Polens ;.im Meer wiederholt als ein vitales Inter- e se des polnischenStaates g,ewürdigt um b anerkannt hat. In ben deutschen Vor- ftiilägen würbe nicht nur biese Lebensnotwenbigkeit IsIlens berücksichtigt, sonbern auch ber wirt- schaftli ch en Verflechtung zwischen anzig unb Polen in jeder Weife Rechnung altragen. Dies alles hat Herr Beck ber Welt verschwiegen. Unb er hat auch fein Wort darüber ver- ll-ren, baß Polen den deutschen Vorschlag in einer ii Ao r m a b g e l e h nt hat, die jeder kühlen staats- irünnischen Ueberlegung entbehrte und die auch auf ton Hinweis möglicher kriegerischer Aktionen nicht »Dzichtete. Wir warten auch nach ber Rebe Becks auf die Märung, warum ber polnifche Außenminister, Iftntt nach Berlin zu kommen, wohin er li freundschaftlichen Besprechungen aller Fragen im der deutschen Regierung ein geladen wor- lert mar, nach London ging. Und dies angesichts kr Tatsache, daß das deutsche Angebot in Zuge- stmdnissen an Polen weit über das hinausgmg, ras mit dem polnischen Außenminister bei fernen k:sprechungen mit dem Führer und dem Reichs- i*5f$enminifter in der Danziger unb Korriborfrage örtert worben war. Der polnische Außenminister jdt uns barüber hinaus keinen Aufschluß gegeben, Dae er jene ungeheuerlichen A u sschrei - h n g e n gegen Deutsche in Polen, über bie die Rutsche Presse lange genug geschwiegen hat unb bie Habilitierung ber polnischen Streit- ch t an ben Grenzen bes Reiches angesichts einer Mf vorhandenen Gefährdung mit dem Geiste des deutsch - polnischen Abkommens in Einklang zu bringen gedenkt. Wenn der polnische Außenminister gesteigerten Wert auf die Beantwortung der Frage legt, wo bei den deutschen Vorschlägen die Gegenseitigkeit bliebe unb hinzufügen zu müssen glaubt, baß ohne Gegenseitigkeit kein Vertrag geschlossen werben könne, so sehen wir uns gezwungen, bie Frage aufzuwerfen, wo bie Zugestänbnisse ber Gegenseite waren, als man Deutschlanb von Danzig unb Ostpreußen trennte unb Oberschlesien überfiel. Unter Berücksichtigung ber Tatsache, baß Polen seine heutige geographische Lage ausschließlich b e m historischen Unrecht bes Versailler Vertrages oerbanft, war Polen bei bem deutschen Vorschläge ber einzig Nehmende. Wenn Beck sich darauf beruft, daß das G e - biet d e s Korridors nur einen geringen Prozentsatz deutscher Ansiedler aufweise, so stellen diese Worte wahrhaftig kein Argument gegen den deutschen Wunsch nach einem Zugang zu seiner Provinz im Osten bar. Und ber polnischen Regierung bürsten eigentlich am besten die Mittel bekannt sein, mit denen man es verstanden hat, das bereits am Ende ber polnischen Herrschaft 1772 überwiegend deutsche alte Ordensland nach Versailles systematisch zu entdeutschen. Daß der Wille einer nationalen und kulturellen Ueber- fremdung der deutschen Stadt Danzig in Polen nicht vorhanden fei, muß zweifelhaft erscheinen angesichts der Lektüre der polnischen Presse, die un- NSG. Der Gaukulturwoche Hessen-Nassau, bie am Samstag ihren Anfang nimmt unb bis 14. Mai in über 400 Veranstaltungen ein einzigartiges Zeugnis von bem hohen kulturellen Schaffen bes Rhein-Main-Gebietes im vergangenen Jahr oblegen wird, gibt Gauleiter unb Reichsstatt- halter Sprenger nachftehenbe Worte zum . Geleit. Der Rationalsozialismus läßt das Volk in all feinen Teilen an ben kulturellen Gütern der Ration teilhaben. Er kennt keine Salonkultur und keine proletarische Kultur. Sein kulturelles Ziel Ist die Reugeburt einer großen deutschen Volkskultur, die aus den besten Kräften des deutschen Volkes erwachst und die vom gesamten Volke verstanden wird. Warschau, 5. Mai. (DNB.) Außenminister B e ck hielt heute vormittag vor bem Sejm seine angekündigte Rede über bie polnische Außenpolitik, in ber er noch einmal die Ablehnung ber von Deutschland Polen anget^agenen Forberungen begründete. Der Minister wies zunächst auf bie in letzter Zeit erfolgte Schwächung ber internationölen kollektiven Institutionen unb auf die tiefgreifenden Revisionen ber Met hoben der zwischenstaatlichen Arbeit hin. Was man allgemein von diesen Erscheinungen sagen kann, fasse ich dahin zusammen, so sagte der Minister, daß die Beziehungen zwischen den einzelnen Staaten einen mehr individuellen Charakter angenommen haben. Die allgemeinen Normen haben eine Abschwächung erfahren. Es wird jetzt immer unmittelbarer von Staat zu Staat gesprochen. Soweit es um Polen geht, sind hier ernste Ereignisse eingetreten. Mit einigen Staaten sind Polens Beziehungen tiefer und besser geworden, in anderen Fällen sind ernste Schwierigkeiten entstanden. Um bie Dinge chronologisch zu nehmen, denke ich hier in erster Reihe an unser Abkommen mit (Englanb. Nach mehrfachen Fühlungnahmen auf biplomatischem Wege, die eine Bestimmung des Bereiches unb ber Ziele unserer künftigen Beziehungen bezweckten, finb wir gelegentlich meines Londoner Besuches zu einem direkten Abkommen gelangt, das sich auf bem Grundsatz gegenseitigen SB ei (taubes für ben Fall einer unmittelbaren ober mittelbaren Bebrohung ber Unabhängigkeit eines unserer Staaten stützt. Ich möchte, baß es ber polnischen Oefsentlichkeit bekannt sei, baß ich bei ben englischen Staatsmännern nicht nur ein tiefes Verständnis für bie allgemeinen Fragen der europäischen Politik angetroffen habe, sonbern auch eine Einstellung bem polnischen Staat gegenüber, bie es mir möglich gemacht hat, alle wesentlichen Fragen offen und vertrauensvoll zu besprechen unb ohne baß Zweifel hinterblieben wären. Außenminister Deck ging dann auf bie Rede des Führers ein, mit ber ber beutfchpol- nische Vertkag von 1934 außer Kraft gesetzt sei. „Die Tatsache", erklärte Beck, „baß ich bie Ehre hatte, aktiven Anteil am Abschluß unb an ber Durchführung biefes Abkommens-zu nehmen, verpflichtet mich, es zu analysieren. Das Abkommen war ein Versuch, ben Lauf ber Geschichte zwischen zwei großen Völkern irgenbroie besser z u g e ft al = ten, ein Versuch, aus ber ungesunden Atmosphäre fast täglicher Reibungen und tiefergreifender feindseliger Absichten herauszukommen, sich über die seit Jahrhunderten angehäuften Animositäten zu erheben, um tiefere Grundlagen g e - verhohlen bie Eingliederung Danzigs in in den polnischen Staatsverbanb verlangt, unb angesichts «jener Argumente, deren sich Polen bei ber gleichen Forberung in Versailles bediente. Das beutsche Danzig will zurück ins Reich. Darüber gibt es auf ber Welt heute keinen Zweifel mehr. Wenn Beck feststellt, die Weichsel sei ein polnischer Strom, an besten Mündung Danzig liege, das zwar eine beutsche Stabt fei, auf die Polen deswegen aber den notwendigen Einfluß ausüben müsse, so könnten wir heute mit diesen Argumenten beträchtliche Forderungen zur Einverleibung von Hafenstädten in Europa stellen. Die grundsätzliche Bereitschaft des Führers, zu einer neuen vertraglichen Regelung der Beziehungen zu Polen zu gelangen, beantwortet Beck mit ber allgemeinen Rebewendung, baß die Voraussetzungen hierfür „friedliche Verhanb- I u n g s m e t b o b e n" seien. Abgesehen davon, baß die polnische Regierung bisher nichts unternommen hat, um die eindeutig aggressiven Forderungen der polnischen Presse zu unterbinden, und abgesehen davon, daß sie auch nicht die Absicht zeigt, die anerkannt überflüssige Mobilisierung ihrer Streitkräfte rückgängig zu machen, wartet Deutschland auch nach ber Rebe Becks auf eine Geste ber polnischen Regierung, mit ber diese der Bereitschaft bes Führers zur friedlichen Bereinigung der zwischen beiden Ländern stehenden Fragen Rechnung trägt. Die deutsche Volkskultur wird gesund, klar und schön sein. Sie wird die letzten Spuren des artfremden jijdischen Einflusses unnachsichllich austilgen. Die Partei wird über die Sauberkeit dieser kulturellen Entwicklung zu wachen haben. Der Gau Hessen-Rassau wird sich beim Reuausbau der deutschen Kultur seines reichen Kulturerbes und der Gröhe unserer Zeit würdig erweisen. Durch die Gaukulturwochen wird alljährlich von allen Kulturschaffenden vor der Gesamtheit der Bevölkerung und einer allen zugänglichen Form davon Zeugnis abgelegt, daß das kulturelle Leben des Gaues sich ausrichtet nach den kulturpolitischen Forderungen des Führers, und daß der Gau auch als Kulturlandschaft eine schöpferische Einheit darstellt. genfeitiger Achtung zu schaffen. Die Außerkraftsetzung bes Abkommens ist keine Sache von geringer Bebeutung. Anberseits ist biefes Abkommen fo viel wert, wie bie daraus sich ergebenben Konsequenzen. Unb wenn bie Politik unb bas Vorgehen bes Partners vom Grundsatz bes Abkommens abweichen, bann haben wir nach dessen Abschwächung ober Verschwinben keine Ursache, Trauer zu tragen. Das beutsch-polnische Abkommen vom Jahre 1934 war ein Abkommen über gegenseitige Achtung unb gute Nachbarschaft unb als solches trug es in bas Leben unseres Staates, in bas Leben Deutschlands unb bas Leben ganz Europas einen positiven Wert herein. Mit bem Augenblick jedoch, da Tendenzen zutage traten, bas Abkommen, sei es als Beschränkung der Freiheit unserer Politik zu interpretieren, sei es als Motiv, um von uns einseitige unb mit unseren vitalen Interessen unvereinbare Zugestänbnisse zu verlangen — mit biesem Augenblick hat es seinen wahren Charakter verloren. Zu ber aktuellen Lage übergehenb erklärte Außenminister Beck, bas Deutsche Reich habe bie Tatsache bes polnisch-englischen Einvernehmens zum Anlaß für die Beendigung bes Abkommens vom Jahre 1934 genommen. Zu ber Frage ber juristischen Einwänbe verwies Beck auf ben Text ber polnischen Antwort auf bas beutsche Memoranburn, welches noch heute ber beutschen Regierung eingehänbigt werbe. Außenminister Beck behauptete fobann, baß es für ben einfach benfenben Menschen klar sei, baß nicht Charakter, Ziel unb Rahmen bes polnisch-englischen Abkommens entschieden hätten, sondern die Tatsache allein, daß ein solches Abkommen abgeschlossen worden sei. Denn, so erklärte Beck, wenn die Reichsregierung die zwischen Deutschland unb Polen im Jahre 1934 abgeschlossene Nichtangrifsserklärunq als bas Bestreben interpretiert hätte, Polen zu isolieren und zu verhinbern, baß Polen mit den Westmächten in normaler und freundschaftlicher Weise zusammenarbeitet — so hätten wir selbst eine solche Interpretation immer zurückgewiesen. Zu ben deutschen Vorschlägen, welche die Zukunft der Freien Stadt Danzig, den Verkehr zwischen dem Reich und Ostpreußen durch po- merellen betreffen, machte Minister Beck folgende nicht gerade von historischen Kenntnissen zeugende Feststellungen: „Die Freie Stadt Danzig ist keine Ersindung des Versailler Vertrages, sondern eine seit vielen Jahrhunderten bestehende Erscheinung. Wenn man bas Gefühlsmoment beiseite läßt, so ist die Freie Stadt Danzig bas Ergebnis ber positiven Kreuzung polnischer unb deutscher Interesse n". Nicht nur bie Entwicklung, son- Deutsche Kn'edenspolitik Die europäische Diplomatie läuft auf höchsten Touren. Freilich ist bie von Englanb eingeleitete, dem Charakter nach zwar immer wieder bestrittene, trotzdem aber ganz offenkundige Einkreifungs- Politik gegen Deutschland trotz aller Geschäftigkeit des Foreign Office unb trotz bes Drängens ber parlamentarischen Opposition und ihrer ultrakonservativen Mitläufer nach bem Abschluß bes zweiseitigen englisch-polnischen Garantie» Vertrages, zu dem sich Oberst Beck bei seinem Besuch in London hatte breitschlagen lassen, keinen Schritt vorangekommen. Griechenland und Rumänien, die man als weitere „Schützlinge" der westlichen Demokratien vorgesehen hatte, haben zwar die englisch-französischen Garantieerklärungen zur Kenntnis genommen, es jedoch ab gelehnt, durch Uebernahme irgendwelcher eigener Verpflichtungen sich den westlichen Einkreisungspolitikern zur Verfügung zu halten und auf die Unabhängigkßit ihrer Entschlüsse zu verzichten. Der Briefwechsel zwischen dem Duce und dem griechischen Ministerpräsidenten Metaxas im Anschluß an die Liquidierung des Zvgu-Regimes in Albanien hat vielmehr vor aller Welt kundgetan, daß Griechenland die vertrauensvollen Beziehungen zu Italien durch bie Ereignisse ber letzten Wochen in keiner Weise als gestört ansieht und für irgendwelchen Schutz durch dritte Mächte keinerlei Bedarf empfindet. Für Rumänien gilt das gleiche. Das deutsch-rumänische Wirtschaftsabkommen, das die engste Zusammenarbeit zweier ganz auf bie Bebürfnisse unb Lebensinteref- sen sich einspielenden Volkswirtschaften vorsieht, konnte nur in einer Atmosphäre aufrichtigen Vertrauens beider Regierungen zustandekommen. Wie wenig Rumänien sich auch durch die Errichtung des Reichsprotektorats in Böhmen und Mähren bedroht fühlte, geht aus der Anmerkung bes Führers in seiner letzten großen Reichstagsrebe hervor, baß es ihm damals „durch feinen berufensten Mund" den Wunsch geäußert hatte, über die Ukraine unb Slowakei vielleicht einen bireften Weg nach Deutschlanb zu erhalten. Der rumänische Außenminister G a f e n c u hat seine Besuchsreise durch bie europäischen Haupt- jtäbte nach einem kurzen Zusammentreffen mit bem polnischen Außenminister Beck in Berlin begonnen. Er hat hier, wie später in Rom, bas er nach Vorsprachen in Brüssel, London und Paris aufgesucht hat, gewiß bie Ueberzeugung gewonnen, baß bie Achsenmächte auf bem Balkan lediglich wirtschaftliche Ziele verfolgen, und vor allem bas Großdeutsche Reich sieht in ber Pflege enger wirtschaftlicher Zusammenarbeit mit ben Ländern bes Balkans eine Lebensnotwenbigkeit. Der Führer hat in feiner großen Reichstagrebe auf bie aus solcher bem die Daseinsberechtigung nerbante Danzig dem Umftanb, daß es an ber Münbung bes einzigen großen Stromes Polens gelegen sei. „Polen steht entschlossen auf bem Boben ber Rechte unb Interessen seines Seehandels unb seiner Seepolitik in Danzig". Unter Bezugnahme auf die Forderung auf Rückgliederung Danzigs und auf ben Vorschlag Polens vom 16. März bezüglich einer gemeinsamen Garantie Danzigs stellte Beck bie Frage, um was es in biesem Augenblick gehe. Er verstieg sich babei zu ber Behauptung, bas bas Wort „Ä o r r i b o r,z eine künstliche Ersinbung sei, unb es sich hierbei um uraltes polnisches ßanb hanbele. Beck ging bann auf bie bekannten belanglosen Transit Vorschläge Polens ein, mit benen er ein nach Losung brängenbes politisches Problem glaubte aus ber Welt schaffen zu können. Beck behauptete, Deutschland verlange einseitige Zugestänbnisse, und stellte Die Frage, „wo bleibt bie Gegenseitigkeit?" Polen b e n f e nicht bar an, sich barauf einzulassen. Minister Beck spielte sodann ben Unwissenden unb erklärte, baß bi? wichtigen beutschen Vorschläge, die ber Führer in feiner Rebe erwähnte, ihm nur inoffiziell zur Kenntnis gelangt seien, so z. B. sei auch ber Vorschlag einer Verlängerung bes Nichtangriffspaktes auf 25 Jahre nichtin konkreter Form oorgelegt worben. Minister Beck erklärte fobann bezüglich bes Angebotes bes Führers, baß bie Aberkennung unb enbgültige Annahme ber bestehenben polnifch-beutfchen Grenze lebiglich eine Anerkennung bes de jure unb de facto bestehenben Eigentums fein werbe. Beck ging zum Schluß auf ben bekannten letzten Absatz des beutschen Memoranbums ein, in bem es heißt: „Wenn bie polnische Regierung barauf Wert legt, eine neue vertragliche Regelung ber polnifch-beutfchen Beziehungen Herdeizuführen, bann ist bie beutsche Reichsregierung dazu bereit". Wenn bie Reichsregierung in ihrem Verhältnis zu Polen von friedlichen Absichten unb frieblichen Verhandlungsmethoben ausgehe, bann feien alle Unterrebungen möglich, soweit sie früher erwähnte Grunbsätze respektierten. Beck schloß, falls es zu Unterrebungen kommen falle, bann werbe die polnische Regierung ihrem Brauch gemäß die Fragen sachlich behandeln. Sie werde mit ben Erfahrungen ber letzten Zeit rechnen, werbe es aber keineswegs am besten Willen fehlen lassen. Beck beenbete feine Rede mit ben pathetischen Worten: „Wir in Polen kennen nicht ben Begriff eines Friedens um jeden Preis. Es gibt im Leben ber Menschen, ber Völker unb der Staaten eine Sache, bie unschätzbar ist: Das ist die Ehre 1" ©er Gauleiter zur Gaukulturwoche Die Rede des polnischen Außenministers vor dem Sejm. Opfer des polnischen Chauvinismus. Volksdeutsche flüchten vor dem polnischen Terror über die Grenze. Zusammenarbeit cntftel)enbe gegenseitige 21b* hängigkett hingewiesen und gerade deshalb die Behauptung der demokratischen Presse, Destschland versatge mit seiner Wirtschaftspolitik imperialistische Ziele, für Unsinn erklärt. Nein, wenn Deutschland allerdings seine Wirtschastsmärkt«, auf die es in erster Linie angewiesen ist, in Südosteuropa sowohl wie im Baltikum zu sichern und zu pflegen bestrebt ist, so fidjt es dies Ziel am besten erreicht in der politischen Unabhängigkeit seiner Handelspartner. So liegt den beiden Achsenmächten auch nichts mehr am Herzen, als die politische Konsolidierung des Balkans durch eine kluge Verständigungspolitik der Balkanstaaten selbst, die hier und da noch vorhandene Reibungsflächen abzuschleifen und durch einen vernünftigen Ausgleich der Interessen zu vertrauensvoller nachbarlicher Zusammenarbeit zu kommen bestrebt ist. Daß hierbei die Achsenmächte ihre freundschaftliche und, wie es in der Natur der Sache liegt, gänzlich uneigennützige Vermittlung gern Au Verfügung stellen werden, ohne ihre Ratschläge irgendwem aufdrängen zu wollen, geht aus den Berichten der römischen Presse über den Besuch Gafencus hervor, und der ungarische Außenminister Graf Csaky hat das in seinem Bericht über den Besuch der ungarischen Staatsmänner in Berlin und Rom bestätigt. Auch der in die gleiche Zeit fallende Besuch des jugoslawischen Außenministers Cincar Markowitsch in Berlin und sein Zu- sarmnentreften mit dem Grasen Ciano in Venedig werden zu Sondierungen in gleichter Richtung Gelegenheit gegeben Haden. Jugoslawiens vertrauensvolles Verhältnis zu den Achsenmächten ist bei der Rückgliederung der Ostmark, wodurch Jugoslawien eine gemeinsame Grenze mit dem Großdeutschen Reich erhielt, bei der Errichtung des Protektorats in Böhmen und Mähren, wie nun wieder bei der Neuordnung in Albanien so offenkundig zu Tage getreten, daß die englischen Einkreisungspolitiker von vornherein darauf verzichtet haben, auch in Belgrad anzuklopfen. Der in Aussicht genommene Staatsbesuch des jugoslawischen Prinzregenten Paul in Rom wird diesen Kurs der Unabhängigkeit Jugoslawiens von den aggressiven Bündnisplänen der westlichen Demokratien noch unterstreichen. Die jugoslawische Regierung Zwetkowitsch ist im Begrift, das schwierigste Problem seiner Innenpolitik, die kroatische Frage, durch einen alle beteiligten befriedigenden Ausgleich mit dem Kroatenftihrer Matschek aus dem Wege zu räumen. Wenn aus dem Zusammenbruch der österreichisch-ungarischen Monarchie das neue Jugoslawien ursprünglich als „Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen" entstanden war und man sich in Agram und Laibach darunter einen föderativen Staat vorgestellt hatte, so hatten in der Folge die überspannten Zentralisierungsbestrebungen der Serben die Kroaten in die heftigste Opposition zur Belgrader Regierung getrieben. Was dem in Marseille durch Mörderhand gefallenen König Alexander nicht mehr gelungen war, der Ausgleich mit den Kroaten und damit die innere Konsolidierung seines Landes, scheint jetzt in greifbarer Nähe zu sein. Dann wird sich Jugoslawien wieder mit ungeteilter Aufmerksamkeit seinen außenpolitischen Aufgaben widmen können, wozu nach der Verständigung mit Italien und Bulgarien die Herstellung gutnachbarlicher Beziehungen zu Ungarn gehört. Ungarns Verhältnis zu Jugoslawien ebenso wie zu Rumänien ist belastet durch die im Friedens- diktät von Trianon erzwungene Abtretung weiter ehemals ungarischer Gebiete an Jugoslawien und Rumänien, wodurch rund 500 000 Madjaren unter die Herrschaft Belgrads und- gar 1,4 Millionen Madjaren unter die Bukarests gekommen sind. Die Nationalitätenfrage steht also zwischen diesen Mächten als schwierigstes Problem. Der Erfolg, den die ungarische Reoisionspolitik bei dem Auseinanderfall der Tschecho-Slowakei durch Rückgliederung der Karpotho-Ukraine freilich dank ganz besonderer Umstände gehabt hat, wird in Bukarest und Belgrad zum Nachdenken angeregt haben, so daß eine großzügige Minderheitenpolitik heute vielleicht eher als ' selbstverständliche Voraussetzung für eine Konsolidierung des Balkans betrachtet wird. Auch Bulgarien gehört in diesen Rahmen, das den Der- iuft der Süddobrudscha an Rumänien noch nicht verschmerzt hat. Qjs sind also hier überall, wo nach den Friedensdiktaten so wenig wie früher die Staatsgrenzen mit den Volksräumen sich decken, latente Konfliktsstoffe vorhanden, und nur eine von großen Gesichtspunkten ausgehende und von dem Willen zur Verständigung geleitete Politik wird einen Ausgleich der verschiedenen nationalen Interessen schaffen können, der allein der Konsolidierung des Friedens auf dem Balkan zu dienen vermag. Das eine aber scheint schon jetzt festzustehen, die Zeiten sind vorbei, wo die Balkanvölker nur willenlose Figuren auf dem politischen Schachbrett der Großmächte waren. Der Balkan hat sich als fein günstiges Operationsfeld für die verantwortungslosen Umtriebe zynischer Einkreisungspolitiker erwiesen. Dasselbe gilt für die nach der Auflösung des russischen Zarenreiches im Nordosten entstandenen baltischen Randstaaten, die vornehmlich von England heiß umworben wurden, es jedoch verstanden haben, ihre Unabhängigkeit zu wahren. Die soeben im englischen Unterhaus abgegebene Erklärung des Unterstaatssekretärs Butler, daß England nicht beabsichtige, die Garantie auch auf diese baltischen Staaten auszudehnen, darf man wohl als ein Zeichen dafür nehmen, daß England es nicht darauf ankommen lassen möchte, sich auch hier einen Korb zu holen. Wie lächerlich die besonders von der englischen Presse immer wieder geflissentlich ausgestreuten Behauptungen sind, als ob Deutschlands Wirtschaftspolitik im Nordosten imperialistische Ziele verfolge und die Unabhängigkeit der baltschen Staaten bedrohe, haben die Ereignisse der letzten Wochen und Tage schlagend erwiesen. Lediglich mit Litauen hatte Deutschland Überhaupt ernsthafte Differenzen, die in dem Augenblick beseitigt worden sind, als man sich in Kowno entschloß, das einst sich widerrechtlich angeeignete deutsche Memelland dem Reich zurückzugeben. Eine Tat, die der klugen Realpolitik Litauens alle Ehre machte und ihren Lohn fand in dem großzügigen Entgegenkommen, mit dem das Reich die wirtschaftlichen Interessen Litauens durch Gewährung eines Freihafens in Memel und sonstiger Erleichterungen vollauf berücksichtigt hat. Damit ist die Voraussetzung für gutnachbarliche Beziehungen geschaffen, so daß Litauen, das erst vor kurzem nur unter dem Druck eines polnischen Ultimatums den Raub Wilnas als fait accompli hingenommen hat, kaum Lust verspüren wird, sich auf irgendwelche Abenteuer einzulassen, die gegen das Reich gerichtet sind. Zwischen Deutschland und den andern baltischen Staaten bestanden keinerlei territoriale Differenzen. Freilich hat die Minderheitenpolitik, die Lettland und Estland den Resten des baltischen Deutschtums gegenüber getrieben haben, häufig genug zu berechtigten Klagen Anlaß gegeben. Unter der Zareukone waren es ja die feit den Zeiten des deut- Thorn, 5. Mai. (DNB.) In Walddorf (Kreis Graubenz) drangen zwei Polen in das Haus des volksdeutschen Landwirts Oskar Pommerenke ein und orderten mehrere anwesende Volksdeutsche auf, das Haus zu verlassen, während eine etwa 20 Mann tarfe polnische Gruppe vor dem Haus wartete. Als >ie Volksdeutschen, um Streitigkeiten zu vermeiden, das Haus verließen, zerstörten die Eindringlinge die gesamte Einrichtung des Hauses. Die draußen wartende Menge, die zum Teil mit Karabinern bewaffnet war, chlug indessen die Fensterscheiben e i n. Als die Hausinsasfen auf den Boden flüchteten, holten die Polen eine Leiter, bestiegen das Dach, rissen die Dachsparren ab und bombardierten die Eigentümer des Hauses mit Steinen. Darauf schoß der Sohn Pommerenkes in. Notwehr aus die Polen, von denen zwei verletzt wurden. Die Polizei verhaftete Pommerenke und sechs andere Volksdeutsche. Das Dorf Walddorf ist für jeden Verkehr gesperrt worden. Die deutsche Bevölkerung des Dorfes W o l z (Kreis Graudenz) wurde von polnischen Banden ebenfalls in unglaublich st er Weise terrorisiert. Fast allen Volksdeutschen wurden die Fenster eingeschlagen. Ferner versuchte man, die Bewohner aus den Häusern z u vertreiben. Ein großer Teil der Einwohner konnte sich in höchster Eile über d i e naheliegende Grenze n ad) Deutschland bringen. Das zum größten Teil von Deutschen bewohnte Dorf ist jetzt fast menschenleer. Es sind nur noch wenige Deutsche anwesend, die von Haus zu Haus gehen, das Vieh der geflohenen Volksdeutschen üttern und versuchen, einen Teil der Habe zu retten. In Liebenwalde (Kreis Schwetz) wurden die Volksdeutschen Hermann und Emil Mahtis in ihrer Wohnung von Polen überfallen und mißhandelt. Einem wurden die Zähne einge» chlagen und der Unterkiefer gespalten, während der andere derart mißhandelt wurde, daß er besinnungslos liegenblieb. Auch die Deutsche Volksbücherei in Ka11owitz - Zalenze ist restlos z e r- t ö r t worden. Polen brachen die Türen auf, zer- chlugen die Inneneinrichtung, zerrissen einen Teil >er Bücher und begossen sie mit Tinte. Ein anderer Teil wurde gestohlen. EF. Paris, 6. Mai. Dem Ministerrat, der am Samstagvormittag zu- ammentritt, mißt man starke Bedeutung bei. Ministerpräsident Daladier wird die grundsätzliche Haltung Frankreichs zu den brennenden außenpolitischen Fragen umreißen. Es handelt sich um die Grundzüge der Erklärung, die der Ministerpräsident am kommenden Donnerstag bei Eröffnung der parlamentarischen Session abgeben wird. Der Ministerpräsident wird ihr die Bedeutung einer Regierungserklärung geben und die Kammer aufordern, darüber abzustimmen. Man glaubt, Dala- dier habe auch die Absicht, eine Vers cPä rsung der Pressezensur herbeizuführen. Anlaß hierzu würde der Aufsehen erregende Artikel Marcel Deals im „Oeuvre": „Wir wollen nicht für Danzig ft erben!" bilden. Vielfach ist man allerdings der Meinung, Daladier werde es vorläufig bei einer Drohung bewenden lassen, da die Presse und der Rundfunk sich in der letzten Zeit deutlich bemüht hätten, den Wünschen dex Regierung zu ent- prechen. Die französischen Behörden versuchen mit allen Mitteln, insbesondere durch Rundfunkaufrufe und Pressekommentare gegen die Ang st psychose anzukämpfen, die sich infolge der unverantwortlichen Hetze und Verleumdungskampagne in den demokratischen Ländern in den letzten Wochen in Frankreich breit gemacht hat und das Geschäftsleben empfindlich lähmt. In den meisten Zeitungen kann man täglich an auffälliger Stelle die Schlagworte lesen: „Nehmt wie gewöhnlich Eure Einkäufe vor; Ihr stärkt dadurch die nationale Verteidigung!" Nun hat in der Nacht zum Samstag auch der Vorsitzende des Pariser Stadtrats, LeProvostdeLaunay, überall Plakate anschlagen lassen, in denen es heißt: „Die internationalen Ereignisse, die Gefahrenpsychose und die krankhafte Erwartung neuer Reden verhindern die alltäglichen Käufe und chen Ritterordens im Lande ansässigen Deutschen gewesen, die als Grundbesitzer und Gelehrte, Handel- ünd Gewerbetreibende diese Gebiete der europäischen Kultur erschlossen und erhalten hatten. Der Ratio- nalismus der nach dem Zusammenbruch des Zarenreiches selbständig gewordenen und vorwiegend durch deutsche Waffen vor dem Bolschewismus geschützten jungen Völker hat jedoch durch eine rücksichtslose Agrarreform und entsprechende Maßnahmen in den Städten dafür gesorgt, daß die Stellung des baltischen Deutschtums erschüttert wurde. Immerhin hat die estnische Regierung dem . Deutschtum, das nur noch etwa 18 000 Köpfe bei einer Gesamtbevölkerung von rund einer Million beträgt, eine gesetzlich gesicherte Kulturautonomie gewährt, und auch Lettland hat sich für seine etwa 70 000 deutschen Staatsbürger (von rund 2 Millionen insgesamt) zu einer solchen Kulturautonomie verstanden, wenn sie auch nicht gesetzlich verankert ist wie in Estland. Im übrigen unterhält das Reich zu beiden baltifd)en Staaten, wie auch der Führer in seiner letzten Reichstagsrede hervorhob, rege wirtschaftliche Beziehungen, die auch politisch ein freundschaftliches Verhältnis wünschenswert machen. Es ist deshalb zu begrüßen, daß soeben zwischen Lettland und dem Großdeutschen Reich ein Nichtangriffspakt zustande gekommen ist und ein ähnlicher Vertrag auch mit Estland in Aussicht steht. Damit hat das Reich erneut den Beweis dafür angetreten, daß es, wie der Führer in feiner Antwort auf die arrogante Botschaft Roosevelts heroorgehvben hat, jederzeit unter der Voraussetzung der Gegenseitigkeit bereit ist, Nichtangriffspakte mit den Landern abzuschließen, die es wünschen. In Riga und Reval hat man um so lieber die Hand dazu geboten, als damit der Neutralitätswille der beiden baltischen Staaten, die bislang nur Nichtangriffspakte mit der Sowjetunion hatten, eindeuig bekundet wird. Das ist in einem Augenblick besonders bemerkenswert, in dem England alles daransetzt, durch haltlose Bangemacherei überall die kleinen Staaten aus Wilde Hetzreden in pofen. Warschau, 5. Mai (DNB.) In Po sen fand eine von allen polnischen Parteien einberufene Hetzversammlung statt, in der die Besetzung Danzigs und Ostpreußens und die Herbeiführung der „Odergrenze" einschließlich Breslaus gefordert wurde. In der Menge wurde eine Puppe mitgeführt, die den Führer am Galgen darstellte (!). Jedesmal, wenn das Wort Hitler fiel, brach die Masse in wilde Schtnährufe gegen den Führer aus. Nach Absingen deutschfeindlicher Lieder begab sich die aufgehetzte Menge zum deutschen Generalkonsulat, wo wüste Schmährufe gegen Deutschland und gegen Adolf Hitler ausgestoßen wurden. Eine dichte Polizeikette hatte Mühe, den aufgestachelten Mob vor tätlichen Angriffen zurückzuhalten. Dafür aber hielten sich die verhetzten Elemente an Volksdeutschem Eigentum schadlos. So wurden an der Konditorei Erhorn die großen Schaufensterscheiben eingeschlagen, die Gardinen zerrissen, Stühle auf die Strdße geschleudert, ganze Torten in die Menge geworfen. Ein Wagen deutscher Marke, der vor der Konditorei parkte, wurde von der Menge schwer beschädigt, umgedreht und die Reifen zerschnitten. Höchst peinlich war allerdings die Ueberraschung, als ein polnischer U l a n e n o f f i z i e r aus einem nahegelegenen Kino herauskam und sich als Besitzer des Wagens erwies. In der Aula der Posener Universität fand eine „Kundgebung" der polnischen Studentenschaft statt, der auch Vertreter des akademischen Senats beiwohnten. Der stellvertretende Vorsitzende des „Allpolnischen Jugendverbandes" erklärte: 1410 habe man die Deutschen bei Tannenberg geschlagen, jetzt aber werde man sie bei Berlin (!) zusammenhauen. Die Rückgabe Danzigs, die Einverleibung Ostpreußens und Schlesiens seien „Mindestforderungen", deren Erfüllung die „gerechte Odergrenze" für Polen mit sich bringen würde. Heber dieses „Minimum" hinaus forderte der Redner auch noch das Lausitzer Gebiet für Polen. In diesem Augenblick brachen die Studenten in Hochrufe auf die „polnische Lausitz" aus. verlangsamen das Geschäftsleben. Es hängt von jedem Bürger, der fein Vaterland liebt, ab, diese Geschäftslähmung zu bekämpfen. Kaufen, Verbrauchen und Bestellen bedeutet, den Glauben m unsere Geschicke zu stärken. Alle, die diesen Aufruf befolgen, indem sie die ihnen möglichen Ausgaben vornehmen, arbeiten für die nationale Verteidigung." Die englischen Gegenvorschläge für Moskau. London, 5. Mai. (Europapreß.) Ministerpräsident Chamberlain wurde im Unterhaus von der Opposition einem Trommelfeuer von Fragen mit Bezug auf die Verhandlungen zwischen England und der Sowjetunion unterworfen. Chamberlain verweigerte auch bei dieser Gelegenheit eine nähere Auskunft über den Stand der Verhandlungen und lehnte es ab, die Vorschläge der Sowjetunion vom 15. April zu veröffentlichen. Er teilte mit, daß die erwartete Stellungnahme der französischen Regierung zu den neuesten englischen Gegenvorschlägen in London eingegangen ist und nunmehr in Kürze mit der Absendung der Vorschläge nach Moskau gerechnet werden könne. Diese sollen nach einem Bericht des „Daily Telegraph" am Freitagabend in Form von neuen Instruktionen für den englischen Botschafter in Moskau ab gegangen sein. Die englische Regierung halte darin an ihrer Auffassung fest, daß ihre vertraglichen Der- pflichtungen auf die zwischen Deutschland u n d d er Sowjetunion gelegenen Staate n beschränkt bleiben sollen. Die englische Presse glaubt zu wissen, die Sowjetunion wolle nur dann auf die englischen Bestrebungen eingehen, wenn England auch bestimmte Verpflichtungen i m Fernen Oftcn gegenüber Moskau eingehe. ihrer selbstgewählten Neutralität herauszulocken. Demgegenüber vertritt Deutschland den Standpunkt selbstverständlicher Achtung des Neutralitätswillens der kleinen Staaten, die in ihm die beste Sicherung ihrer Unabhängigkeit und ihrer Lebensinteressen sehen. Dieser Auffassung entsprang auch der Entschluß Deutschlands, der von Schweden und Finnland gewünschten Befestigung der südlichen Alandsinseln zuzustimmen. Wir haben über die Vorgeschichte dieses Schrittes bereits berichtet. Er macht erneut deutlich, daß Deutschland weit davon entfernt ist, den berechtigten Lebensinteressen der kleineren Staaten und ihren Wünschen auf Sicherung ihrer Unabhängigkeit sich zu widersetzen. So tritt die ruhige Gelassenheit, mit der Deutschland feine Friedenspolitik nach allen Seiten hin fortsetzt, wo man ihm mit Verständnis entgegenkommt, in auffallenden Gegensatz zu der aufgeregten Geschäftigkeit der westlichen Einkreisungspolitiker, die durch die Ausbootung Litwinow-Finkelsteins völlig aus dem Konzept gekommen zu sein scheinen. Wir haben keinen Anlaß, uns an dem in Paris und London betriebenen Rätselraten zu beteiligen darüber, was der Wechsel im sowjetrussischen Außenkommissariat grabe in diesem Augenblick intensiver Verhandlungen über bas Einbeziehen Moskaus in bie Einkreisungspolitik ber westlichen Demokratien zu bedeuten hat. Aber bie nervösen Fragen, ob Stalin etwa bie Sowjetunion in bie Isolierung zurückführen, wolle, bie Moskau vor ber europäischen Bünbnispolittk Litwinows bevorzugt hat, ober ob der Sturz Litwinows nur ein Druck fein solle, um England und Frankreich für einen auch bie fernöstlichen Interessen ber Sowjetunion umfassenben Pakt willfährig zu machen, biese Unsicherheit zeugt nicht gerabe von Selbstvertrauen in bie Beweiskraft ber eigenen Argumente für eine Politik, bie unter der Maske der „Antiaggressionsfront" den Aufmarsch der Nutznießer des Status quo gegen die Vorkämpfer einer neuen gerechteren und besseren Ordnung Europas vorbereiten soll. Fr. W. L. Lettland und Estland. Der bevorstehende Abschluß der Verhandlungen über Nichtangriffspakte mit Lettland und Estland lenkt bie Aufmerksamkeit auf biese beiben baltischen Staaten, bie sich vom Rigaischen bis zum Finnischen Meerbusen erstrecken und als ihren wlchttgsten Landnachbarn Sowjettußland haben. Vor einigen Jahren machte der einflußreiche Bolschewik Schdanow bie recht anzügliche Bemerkung, daß bie Rote Armee eines Tages bas kleine Fenster im Ostseeraum auf« machen konnte, um nachzusehen, was bort vorgeht. Beide Staaten verdanken ihre staatliche Selbständigkeit, genau so wie Litauen und Polen, der immerhin erwähnenswerten und nicht ganz zu vergessenden Tatsache, daß die deutschen Armeen im Weltkrieg die Dampfwalze des zaristischen Rußlands zerstörten. Auch unseren Hausfrauen sind Lettland und Eslland nicht ganz ferne Begriffe, denn gelegentlich finden sich auf Eierkiften ober Butterfässer n die Herkunftsbezeichnungen Latvija ober Eesti aufgebruckt. Beide Länder haben sich in den letzten zwei Jahrzehnten sehr bemüht, burd) Standardisierung ihrer landwirtschaftlichen Ausfuhr einen erweiterten und sicheren Markt zu verschaffen. Denn neben ber Forstwirtschaft ist bie Lanbwirtschast die wichtigste Quelle nationalen Einkommens. Lettland ist so groß wie Böhmen (als geographischer Begriff) und ber Freistaat Sachsen zusammengenommen, zählt aber nur knapp zwei Millionen Einwohner bei einer Bevölkerungsbichte von 29 Menschen auf einem Quadratkilometer. Estland ist etwas kleiner als Böhmen. Die Zahl feiner Einwohner kann auf etwas über 1,1 Million geschätzt werden, und die Bevölkerungsdichte ist mit 24 Menschen auf einem Quadratkilometer noch geringer als in Lettland. Die Städte beider Länder haben als deutsche Gründun- gen auch heute noch einen guten und vollen Klang tm deutschen Dolksbewußtsein. Wir nennen in Lett- land: Riga mit fast 400000 Einwohnern, bann Libau, Dünaburg, Mitau unb Windau; in Estland ist die Hauptstadt Reval, bas estnisch Tallinn heißt und 125 000 Einwohner zählt, sowie Dorpat bekannt, dessen Universität von Gustav Adolf gegründet wurde und bis in eine nahe Vergangenheit eine deutsche Hochschule war. Oie kroatische Frage. Eine Krisis in den BcrständigungH. Verhandlungen. Agram, 5. Mai (Europapreß). lieber die scr« bisch-kr»> tischen Verständigungsverhanblungen teilte das Blatt der Kroatischen Bauernpartei, -Hroatski Dnevnik", nach Beendigung ber Konferenz, bie Matschek am Freitagoormittag mit führenden Mitgliedern seiner Partei abgehalten hatte, unter ber Überschrift „Derftänbigung abgelehnt!", mit, der Vertrauensmann Matscheks, Abgeorbneter Suba- tschitsch, sei am Donnerstag mit bem Flugzeug aus Belgrad zurückgekehrt. Er habe eine Mitteilung an Matschek überbracht, die' Ministerpräsident Zwetkowitsch vom Königlichen R e - gentjehaftsrat erhalten habe. Darauf habe Subatschttsch dem Ministerpräsidenten Zwetkowitsch wie folgt geantwortet: „Herr Ministerpräsident! Ich habe den Auftrag, Ihnen folgende Mitteilung zu machen: Präsident Matsd)ek stellt nach meiner Rückkehr fest, baß der Königliche Regentschaftsrat die Verständigung, die zwischen Ihnen als Ministerpräsident unb dem Mandatar ber Krone unb ihm am 27. April abgeschlossen würbe, a b g e • lehnt hat". Die kategorische Erklärung Mcttscheks, daß die Verhandlungen abgebrochen jeien, hat in Belgrader Regierungskreisen offenbar Ueberraschung hervor- gerufen. Ministerpräsident Zwetkowitsch hatte bis Freitagabend noch kein Schreiben des Inhalts erhalten, daß Matschek die Verhandlungen als abgebrochen betrachte. Der Presse erklärte Ministerpräsident Zwetkowitsch, im Laufe der Verhandlungen, die in Agram zwischen ihm unb Dr. Matschek geführt worden seien, seien in den letzten Tagen von beiden Seiten Vorschläge ausgearbeitet worden, bie gegenwärtig noch immer geprüft mürben. Man will aus biefer Erklärung des Ministerpräsidenten schließet, daß er feiner« feits die Verhandlungen noch nicht als abgebrochen betrachte und der Meinung sei, das letzte Wort sei noch nicht gefallen. Generaloberst von Brauchitsch kehrt aus Libyen zurück. Vorzüglicher Eindruck der italienischen Leistungen. Mailand, 5. Mai. (Europapreß.) Generaloberst von Brauchitsch traf in Begleitung Luftmar- schall Dalbos unb Unterftaatsfefretärs General Pariani in Tripolis ein, wo er im Flughafen eine Truppenschau abnahm. Zwischen Benghasi und Tripolis waren bie Flugzeuge in ber syrischen Wüste in einen heftigen Sanbsturm geraten. Bei einer Windstärke von hundert Kilometer in der Stunde war jede Sicht unmöglich. Die Flugzeuge mußten eine Notlandung vornehmen. Sie erfolgte ohne Zwischenfall auf einem für Notlandungen vorgesehenen Felde. Generaloberst v. Brauchitsch, General Pariani unb Luftmarschall Ball'" blieben im Häufe eines Straßenwärters, bis sich ber Sandsturm gelegt hatte, unb setzten bann den Flug nach Tripolis fort. Generaloberst von Brauchitsch wirb in Begleitung General Parianis am Samstagvormittag im Flug' zeug nach Rom zurückkehren, wo er an bem Tag bes italienischen Heeres teilnimmt. Wäh- renb feiner Libyenreife hat ber Oberbefehlshaber bes Heeres, bem überall bie herzlichsten Kundgebungen von der Bevölkerung zuteil würben, Gelegenheit gehabt, bie kolonisatorische Aufbauarbeit bes solch'' stischen Italiens in Norbafrika kennen zu lernen unb auch einen wertvollen Einblick in bie bortige mist' tärische Organisation zu nehmen. Der Generaloberst hat wiederholt bem Generalgouverneur von Libyen, Marschall Dalbo, unb bem Staatssekretär Pariani seine hohe Anerkennung sowohl für bie kulturellen als auch für bie militärischen Leistungen bes be« freunbeten Italiens in diesem Gebietsteil bes italienischen Imperiums zum Ausbruck gebracht. Sämtliche Truppenteile unb Truppengattungen b-Jbeu hinsichtlich ihrer vorbildlichen Haltung, Organisation und Leistungsfähigkeit den vorzüglichsten Eindruck hinterlassen. O>e itdlienifäie Lustwaste. Rom, 6. Mai. (DND.) Die Faschistische Kammer hat mit der Aussprache über die Haushaltspläne der Wehrmacht für bas Rechnungsjahr 1939/40 begonnen und ben Voranschlag für bie Luftwaffe naa) einer Rede des Unterstaatssekretärs im Luftfahrt« Daladier fordert außenpolitisches Vertrauensvotum der Kammer. Kampf gegen die Angstpsychose in Frankreich. tgp Wo Ft CI ^fAVieS-eify; die Seife, die die liegend eri£ä£ir 2g 4 Ministerium General Dolle angenommen. Dieser erklärte: Die faschistische Luftwaffe stelle mit der größten Entschlossenheit und im vollen Bewußtsein ihrer in zwei Kriegen erprobten Stärke sich die Hauptaufgabe, den italienischen Luftraum bis zum Letzten zu verteidigen. Der Bau der italienischen Flugzeug« werde heute bereits bis auf einen verschwindenden Prozentsatz t m L a n de durchgeführt. Außerdem sei die italienische Industrie heute bereits in der Lage, einen idealen Betriebs st off zu liefern, der auch die Anlage von Reserven für Kriegszeiten ermögliche. Die Lieferverträge über ausländisches Benzin seien daher von der Luftwaffe seit Dezember vorigen Jahres ausgesetzt worden. Die letzte Benzinladung aus Nordamerika fei Anfang Januar in Italien einaetroffen. Die Sprengstoffe der italienischen Luftwaffe seien hundertprozentig heimische Erzeugnisse. General Valle schloß mit einem ehrenden Gedenken an die 174 in Spanien gefallenen italienischen Flieger. Der Geist der italienischen Jagdflieger zeige sich am schönsten in der Tatsache, daß in Spanien 943 feindliche Flugzeuge vernichtet wurden, denen nur der Verlust von 86 italienischen Flugzeugen gegenüberstehe. Irland und die Wehrpflicht. Der britische Ministerpräsident Chamberlain hat Nordirland von der Einführung der eben in England beschlossenen Wehrpflicht f r e i g e - stellt. Nordirland ist englisches Saatsgebiet und gehört nicht zum Freistaat Irland. Seine Bewohner sind zum Teil englische und schottische Einwanderer, die mit der Zähigkeit von Kolonisten ihre Sonderstellung gegenüber dem irischen Freistaat vertreten. Ein scharfer konfessioneller • Gegensatz zwischen diesen ausgeprägt protestantischen Einwanderern und den katholischen Iren kommt hinzu. Die Regierung des irischen Freistaates stützt sich bei ihrer Forderung nach Eingliederung Nordirlands. m das selbständige Gesamtirland auf die geschichtlich beglaubtigte Tatsache, daß die alteingesessene irische Bevölkerung von den zugewanderten Engländern und Schotten verdrängt wurde. Wenn nun Chamberlain dem irischen Verlangen nach Freistellung der sechs Grafschaften Nordirlands von der Wehrpflicht entspricht, so anerkennt er tatsächlich in einem sehr erheblichen Umfang den irischen Anspruch. Und zwar hat diest Anerkennung durchaus nicht nur moralische, sondern auch rechtliche Bedeutung; denn gerade England hat seine ganze Rechtsentwickluna auf sog. Präzedenzfälle aufgebaut. „Präzedenzfall" läßt sich am besten mit einem Ausdruck unserer Behördensprache wiedergeben, mit dem belieüt-gefürchteten Wort: „Vorgang". Es ist deshalb verständlich, daß die Erklärung Chamberlains im Unterhaus als Sensation empfunden wurde. Oie Amerikareise des englischen Königspaares. London, 6. Mai. (Europapreß.) Am Vorabend der Abreise nach Amerika gaben König Georg und Königin Elisabeth im Buckingham-Palast ein Abendessen für die königliche Familie. An dem Essen nahmen neben der Königinmutter Mary die Herzogspaare von Gloucester und Kent teil. Die Presse sucht der Reise des Königspaares eine besondere Bedeutung für die Beziehungen Englands zu Kanada und den Vereinigten Staaten zu geben. König Georg hat einen Staats rat ernannt, der die Funktionen des Königs während seiner Abwesenheit übernimmt. Der Staatsrat setzt sich aus der Königinmutter, dem Herzog von Gloucester, dem Herzog von Kent, Prinzessin Viktoria Alexandra und Prinz Arthur von Connaught zusammen. Wenn der Staatsrat auch weitreichende Vollmachten besitzt, so sind ihm doch gewisse Beschränkungen auferlegt. Er hat z. B. nicht das Recht, das Parlament aufzulösen, es sei denn, daß der König persönlich die Anweisung hierzu gibt. Verschärfung der Kohlenkrise in den Vereinigten Staaten. Neuyork, 6.Mai. (Europapreß.) Die durch den tBraun kohlen arbeiter st reit verursachten 'Derkehrseinschränkungen bei den Neuyorker Hoch- lund Untergrundbahnen führten in den Hauptver- lkehrsstunden am Freitag zu erheblichen Störungen. Auf vielen Stationen mußte die Polizei unter den sich um die wenigen Züge drängenden Menschen die Ordnung wiederherstellen. Störungen ernsterer Art werden für den Fall befürchtet, daß auch der Wochenendverkehr noch unter Ren Einschränkungsmaßnahmen stehen sollte. Es ist -nicht ausgeschlossen, daß auch die Arbeiter der Steinkohlenbergwerke in den Streik (treten. Damit wäre dann b i e gesamte amerikanische Bergwerksindustrie still- pelegt. Schon jetzt beschlagnahmen die Eisen- vahngesellschaften die ihnen zur Beförderung zu- iflefübrten Steinkohlenmengen, um wenigstens ihre Betriebe aufrechterhalten zu können. Die Zahl der ttreikenden Kohlenarbeiter in den verschiedenen Gerieten des Staates Pennsylvanien beträgt bereits •ine halbe Million. Kleine politische Nachrichten. In Kassel führten deutsch-italienische Hndustriebesprechungen im Rahmen einer llrbeitstaguna der industriellen Spitzenorganisatio- ten beider Länder zu sehr befriedigenden Ergeb- lissen. Besprechungen weiterer Industriezweige wurden für die nächste Arbeitstagung, die in Italien > tattfinden wird, vorbereitet. * Seit Anfang 1937 haben auf Initiative der , Deutsch-Niederländischen Gesellschaft verschiedene Male in Deutschland und den Niederlanden Zusammenkünfte zwischen führenden Persönlichkeiten der ieutschen und der niederländischen Wirtschaft stattgefunden, um die Kenntnis des Wirtschaftslebens beider Länder zu erweitern und fmanzielle und wirtschaftliche Fragen zu erörtern. (Soeben schloß eine solche Tagung in Amsterdam mit < nem Frühstück ab, das die Handelskammer Amster- iam den Teilnehmern gab, und einem Besuche des I Meringermeerpolders. Reichsarbeitsminister Seihte hat nach weiteren : Besprechungen mit führenden Persönlichkeiten der j Korporationen und des faschistischen Dersicherungs- ricfens den offiziellen Teil seines Besuches in Jta- I hen abgeschlossen. Er wird am Sonntagabend die ».Rückreise nach Deutschland antreten. Höchstgeschwindigkeiten für Kraftfahrzeuge. B erlitt, 5. Mai. (DNB.) Der Chef der Ordnungspolizei, ^-Obergruppenführer General der Polizei Daluege, erklärte der Presse, innerhalb der letzten Woche hat sich eine große Zahl schwerer Verkehrsunfälle mit zahlreichen Toten und Schwerverletzten ereignet. Angesichts dieser Tatsache und bei der Unvernunft so vieler Kraftfahrzeugführer waren einschneidende Maßnahmen erforderlich. Der Führer hat daher eine B e - grenzung d e r Fahrgeschwindigkeiten für Kraftfahrzeuge befohlen. Eine Aenderung der Straßenverkehrsordnung fetzt vom 7. Mai 1939 ab für den Kraftfahrzeugverkehr folgende h ö ch st - zulässige Fahrtgeschwindigkeiten fest: Innerhalb geschloffener Orf- schäften: für Personenkraftwagen sowie Krafträder mit und ohne Beiwagen 60 km je Stunde; für Lastwagen, Omnibusse und alle übrigen Kraftfahrzeuge 40 km je Stunde. Außerhalb gefchlofsener Ort- schoflen und auf allen Reichs aulo- bahnen: für Personenkraftwagen sowie für Krafträder mit und ohne Beiwagen 100 km je Stunde; für Lastkraftwagen, Omnibusse und alle übrigen Kraftfahrzeuge 70 km je Stunde. Die Polizeibehörden sind angewiesen worden, die Einhaltung der Höchstgeschwindigkeiten durch motorisierte Streifen — auch in Zivil und mit Kraftfahrzeugen ohne Polizei-Männer — wirk- fam 3_u Überwachen. Die Partei, besonders das NSKK., werden bei der Ueberwachung mitwirken. Ueberschreitung der Höchstgeschwindigkeiten wird in der Regel mit Polizeistrafen nicht unter 20 Reichsmark, in schweren Fällen darüber hinaus mit Entziehung des Führerscheines geahndet werden. Die Polizei wird jedoch keineswegs kleinlich verfahren. Sie wird berücksichtigen, daß in gewissen Derkehrslagen eine vorübergehende Ueberschreitung der höchstzulässigen Fahrtgeschwm- digkeit zur Umgehung drohender Der- kehrsgefahren sogar'notwendig sein kann. Bei den Kontrollen werden die Polizeistreifen auch dem vorschriftsmäßigen Rechtsfahren und Ueberholen ihre besondere Aufmerksamkeit zuwenden; beides läßt, namentlich auf den großen Durchgangsstraßen, noch sehr zu wünschen übrig. Verstöße gegen die Vorschrift des Rechtsfahrens haben in den letzten Wochen wiederholt zu schweren Verkehrsunfällen geführt. Der Volksgenosse muß endlich einsehen, daß scharfes Rechtsfahren die unbedingte Voraussetzung für einen geordneten, reibungslosen und damit sicheren Straßenverkehr ist. Die Maßnahme der Geschwindigkeitsbegrenzung trifft nicht den vernünftigen, d. h. rücksichtsvollen und einsichtigen Volksgenossen, der auch schon bisher nicht schneller gefahren ist. „Buernhochtied" zeugen von seiner tiefen Kenntnis her heimischen Volksseele. Auch das Riesenwerk des „M ecklenburgischen Wörterbuche s", bei dessen Herausgabe Professor Dr. Teuchert mit einem ganzen Stab von Mitarbeitern die Wossid- losche Zettelsammlung auswertete, wäre ohne die umfassende Vorarbeit des „Volksprofessors" undenkbar und wurde so zum bleibenden „Wossidlo-Denk- mal". Die Landesuniversität Rostock ernannte ihn zum Ehrendoktor. Zweimal bekam er den „John- Brinckmann-Preis". Die Preußische Akademie der Wissenschaften ehrte ihn durch die silberne Medaille. 3nfernaHona(er Kongreß für Mililärmedizin und Arzneikunde in Washington. Am 7. Mai beginnt in Washington der 10. Internationale Kongreß für Militär- Medizin und Arzneikunde. Deutschland ist durch eine Abordnung von Sanitätsoffizieren der drei Wehrmachtsteile unter Führung des Heeres- Sanitätsinspekteurs, Generaloberstabsarzt Professor Dr. Waldmann vertreten. Verhandlungsgegenstände sind Organisation und Aufgaben des Sanit tätsdienftes bei kolonialen Unternehmungen; Schätzung der Kriegsverluste uub Methoden zu ihrer Errechnung; Praktisches Verfahren der Schmerzbetäubung im Kriegssanitätsdienst; Behelfsmäßige Behandlung von Unterkieferbrüchen. Aus aller Wett. Hundert Menschenleben fielen den „Versicherungsmördern" in Philadelphia zum Opfer. In Philadelphia führte die schon seit Wochen andauernde Untersuchung der grauenhaften „Geschäftsmethoden" einer organisierten Bande von sogenannten Versicherungsmördern, de- nen nach vorsichtigen Schätzungen der Staatsanwalt- Auf dem Gelände des bisherigen Sendegebäudes vollzog Reichsintendant Dr. Glasmeier in Gegenwart zahlreicher Ehrengäste den ersten Spatenstich für den Neubau des Reichssenders Breslau. * Die französische Regierung hat den Beamten des italienischen Konsulats in Toulon, Carlo Vatteroni, ausgewiesen. Die gleiche Maßnahme war bereits gegen die Sekretärin des italienischen Konsuls in Toulon ergriffen worden. Oie Gaukuliurwoche. Am Samstag. Frankfurt, Kleiner Saat Sa al bau, 17 Uhr: Gründungsfeier der Gauarbeitsgemein- schäft für Fest- und Feiergestattung. Es sprechen: Gaukulturwart Conrad, Reichsamtsleiter Kaiser (München), Gauleiter und Reichsstatt- haLter Sprenger. — Großer Saal Saalbau, 20 Uhr: Eröffnung der Gaukulturwoche Hessen-Nassau. Es sprechen: Gaupropagandaleiter und Landeskul- turmalter Stöhr, Gauleiter ' und Reichsstatthalter Sprenger, Reichshauptamtsleiter Professor Dr. Groß über das Thema „Rasse und Kultur". Verkündung des Trägers des Gaukulturpreises Hessen-Nassau. Am Sonntag. Frankfurt, Reichssender, 10 Uhr: Morgenfeier der HI. Es spricht Gebietsführer Brandt. Kunstausstellungshaus, Bockenheimer Landstr. 8, 11.30 Uhr: Eröffnung der „G a u au sste l lu n g für bildende Künste". Werke der Malerei, Bildhauerei, Graphik, des Kunsthandwerks und Kunsthandels aus dem Gau Hessen-Nassau. Durchgeführt vom Landesleiter für bildende Künste und der Stadt Frankfurt a. M. Großer Saal Saalbau, 20 Uhr: Dichter der SA. lesen. Es liest SA.-Standartenführer Gerhard Schumann aus eigenen Werken. Reichs send er, 20.10 bis 22 Uhr: Festkonzert. Werke von Beethoven, Wagner, Lürmann, Reger und Frickhöffer. Ausgeführt vom großen Orchester des Reichssenders unter Mitwirkung von Frankfurter Solisten und unter Leitung von Otto Frickhöffer. Wiesbaden, Paulinenschlößchen, 11 Uhr: Eröffnung der Ausstellung „Lebendiges Theater im Gau Hessen-Nassa u". Kuichaus, 20.30 Uhr: Großes Mais est. Geselliger Abend mit Tanz. Festgestaltung: Die Gebietsführung der HI. und der Obergau des BDM. Darmstadt, Hessisches Staatsarchiv, 9.30 Uhr: Eröffnung der Ausstellung „Schule und Volkstum". Es spricht Ministerialrat Ringshausen. Gießen, Stadttheater, 11 Uhr: Uraufführung des Spieles „Der Prinz Eugen" von E. W. Möller, verbunden mit einer Feierstunde der Partei. Der deutschen Frau und Mutter. Weihe der Gaubräute- und Gauheimmütterschule in Weilburg. NSG. Auf dem Webersberg in Weilburg an der Lahn weihte Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger die erfte Gaubräute- und Gauheirnrnütterschule des Gaues Hessen- Nassau ein. Der Bürgermeister übergab der Gau- frauenschastswalterin, Frau Westernacher, den Schlüssel zum Heim. Diese dankte bann allen, bie burch ihren Einsatz an her Errichtung der Schule m'itge- holfen haben. Die Schule solle nicht nur bie Bräute für bie Ehe vorbereiten, fonbern auch zweimal im Jahr Mütter aufnehmen, um sich ,5u erholen und das Wissen über hauswirtschaftliche und gesundheitliche Fragen zu vertiefen. Die Grüße der Reichsfrauenführerin überbrachte bie Hauptabteilungsleiterin für ben Mütterdienst in her Reichsfrauenführung, Fräulein Röpke. Sie wünschte, baß die neue Schule ein Mahn stein sei an eine große Zeit, in her deutsche Männer bereit waren, sich für die Ehre, Größe und Stärke des Deutschen Reiches einzusetzen. Mit Freude stellte sie fest, daß die Schule für die Erstellung von Stätten zur Erziehung tünftiger deutscher Mütter bahnbrechend für ben Gau Hessen-Nassau sei, eine weitere derartige Schule werbe nun auch in Gießen errichtet werben. * Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger dankte her Reichsfrauenführung unb der Gaufrauenschaft, ben deutschen Bräuten ein so schönes Heim erstellt zu haben. In ben Mittelpunkt seiner weiteren Ausführungen stellte er bann bie Forderung, daß die zukünftigen Frauen ihr Heim so gestalten unb ihre Pflichten in her Familie so erfüllen sollen, wie es bie nationalsozialistische Weltanschauung verlangt. Zur Erfüllung dieser Aufgaben würden bie Bräute in der neuen Schule das notwendige Rüstzeug erhalten. Mit diesen praktischen Werten, wie sie die neue Schule darstelle. zerstörten wir auch ben Geist der Vergangenheit. Mit ben Worten: „Diese Schule sei geweiht her deutschen Frau und Mutter und damit dem deutschen Kinde unb dem deutschen Volk" über gab her Gauleiter die Schule ihrer Bestimmung. Nach her Feier besichtigten der Gauleiter unb bie Gäste die Schule, die vollste Anerkennung fand. Mechtswahrer-Lehrgang auf der Gauschule Vogelsberg. NSG. Auf der Gauschule „Vogelsberg" in B a d Selters (Oberhessen) veranstaltete das Gaitzrechts- amt HessenMasiau der NSDAP, einen Lehrgang, an dem rund 40 Rechtswahrer aus dem Gau Hessen-Nassau teilnahmen. Im Verlaufe der Schulungswoche, bei deren Eröffnung der Stellvertretende Gauleiter Linder über die Aufgabe her Rechtswahrer in Bewegung und Staat sprach, hörten die Teilnehmer zahlreiche bedeutsame Vorträge über weltanschauliche, geschichtliche, politische und rechtliche Themen. Die behandelten Fragen wurden jeweils in eingehender Erörterung verarbeitet. Zur Vertiefung der geschichtlichen Vorträge wurden bie Ausgrabungen auf der Glauburg besichtigt. Der Lehrgang schloß mit einer Ansprache des stellvertretenden Gauführers des NSRB., Dr. Hecker. Hilgenfeldt dankt den ehrenamtlichen Mitarbeitern. Berlin, 5. Mai. (DNB.) Hauptamtsleiter Hilgenfeld hat nach Beendigung des letzten WHW. an die ehrenamtlichen Helferdes Winter- h i l f s w e r k e s des deutschen Volkes folgenden Aufruf erlassen: „Meine Mitarbeiter unb Mitarbeiterinnen! Das erste Winterhilfswerk des Großdeutschen Reiches liegt hinter uns. Es ist im Hinblick auf die großen geschichtlichen Ereignisse ein st o lz e r Erfolg geworden. Dieses Ergebnis war nur möglich durch Eure unermüdliche treue Mitarbeit. Ihr habt als Gefolgsmänner des Führers Eure Pflicht getan. Euer Dank ist her Erfolg der Arbeit. Ich weiß, baß Ihr ebenso in den kommenden Wochen und Monaten Euch für die großen Aufgaben der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt einsetzen werdet." ' Kunst und Wissenschaft. Frankfurt ehrt Hans pfihner. Hans P s i tz n e r weilte an seinem 70. Geburtstage in Frankfurt a. M., der Stadt, in der er zwei Jahrzehnte lebte, seine elften Werke schrieb und der er sich besonders verbunden fühlt, um am Abend seines Geburtstages der Premiere her „Rose vom Liebesgarten" belzuwohnen, bie er neu bearbeitet und deren Inszenierung er selbst überwacht hat. In einer Fei erstünde ehrte die Stadt den 70jährigen Meister. Bürgermeister Bremmer würdigte seine Verdienste um das deutsche Musikleben, insbesondere auch um das Musikleben der Stadt Frankfurt a. M., die sich glücklich schätze, in der Gaukultur- woche des Gaues Hessen-Nassau eine Reihe seiner Werke aufführen zu können. In Anerkennung der hohen Verdienste des Meisters überreichte Bürgermeister Kremmer Hans Pfitzner die Goethe- Plakette, die höchste Auszeichnung, bie bie Stadt Frankfurt neben dem Goethepreis, ben Pfitzner bereits 1934 erhielt, zu vergeben hat. Generalintendant Meißner grüßte Hans Pfitzner als wegweisenden Kämpfer, als Musikschöpfer und als Dirigenten. Um Pfitzner die Dankbarkeit der Städtischen Bühnen zum Ausdruck-- zu bringen, ernannte ihn der Generalintendant zum Ehrenmitglied der Frankfurter Bühnen. In bewegten Worten dankte der 70jährige Meister für bie Ehrungen. Es gereiche ihm zur besonderen Freude, Ehrenmitglied her Bühne zu sein, an der sein Vater lange Jahre gewirkt hat. Das schönste Geschenk zu seinem 70. Geburtstag aber sei die Aufführung seines Lebenswerks, die nun zum ersten Male in Frankfurt am Main stattfinden werde. 40 Jahre habe er gewartet, bis er nun an seinem 70. Geburtstag bas Werk zum ersten Male auf der Bühne sehe. Sein Dank an bie Stadt Frankfurt für dieses schönste Geschenk möge der sein, daß sie es nie bereue, feine Werke aufgeführt zu haben. Anschließend trug sich Pfitzner in das Goldene Buch her Stadt ein. Mecklenburg trauert um seinen „Bolksprofesfor". In Waren (Müritz) starb der weit über Mecklen- burgs Grenzen hinaus bekannte mecklenburgische Heimatforscher Professor e. h. Richard Wossiblo im 81. Lebensjahre. Professor Wossidlo, der einer alten mecklenburgischen Landwirtsfamilie entstammt und am 26. Januar 1859 in Friedrichshof bei Tessin geboren wurde, war der bedeutendste volkskundliche Sammler Deutschlands, dem zahlreiche Ehrungen aus her wissenschaftlichen Welt zuteil wurden. In ben Herzen der Mecklenburger war und bleibt er der „Professor des Volkes". Das Kernstück seiner Lebensarbeit ist seine Sammlung mecklenburgischer V o l k s f a g e n , in der er in 54 Jahren in unermüdlicher Arbeit alles erreichbare Material auf diesem Gebiete zusammentrug. Seine beiden oft gespielten Volksstücke „Ein Winterabend in einem mecklenburgischen Bauernhause" und schäft rund 10 0 Menschenleben zum Opfer fielen, zur Verhaftung eines Mannes, der beschuldigt wird, im Juli 1934 einen gewissen Rafael Caruso ertränkt zu haben. Die Zahl der Verhafteten ist hiermit auf 17 gestiegen. Einer der bereits schuldig befundenen Rädelsführer namens Petrillo wies unter dem Namen Hermann Caruso bie Versicherungspolice zur Einlösung vor, bie ebenso wie viele andere ausbezahlt würbe. Aus den Aussagen geht hervor, baß die meisten Opfer vergiftet wurden; andere wurden durch Automobile überfahren, wieder andere erschlagen. Der Lieferung des Giftes verdächtig ist der jüdische Arzt Perl- man, dessen Vernehmung andauert. Schrecklicher Tob eines zehnjährigen Jungen. Auf furchtbare Weise kam in Koblenz ein zehnjähriger Junge zu Tode. Einige Kinder spielten mit einem Handkarren, ben sie als Schaukel benutzten. Der Karren setzte sich plötzlich in Bewegung und geriet gegen zwei Spiegelglasscheiben, bie in Trümmer gingen. Ein zehnjähriger Junge, der auf dem Holmen faß, wurde buchstäblich unter den scharfen Glasscherben begraben. Mit stark blutenden Verletzungen und einem Schädelbruch, ben er sich beim Aufschlagen auf ben Rahmen der Scheiben zugezogen hatte, wurde er ins Krankenhaus gebracht, wo er nach einer halben Stunde ft a r b. Feuer auf einer Walchensee-Insel. Dieser Tage mietete ein Mann aus Augsburg in einem Urfelder Hotel einen Kahn und fuhr gegen bie im Walchensee gelegene Insel Sassau. Bald barauf stiegen von her Insel mächtige Rauchwolken auf. Die Nachforschungen ergaben, baß bas einzige auf der Insel befindliche Landhaus in hellen Flammen stand. Trotz rascher Hilfe der Feuerwehr brannte das Gebäude bis auf bie Grundmauern nieder. Während man den Kahn am Ufer fand, fehlt von dem Mann selbst, der in Urfeld einen Abschiedsbrief hinterließ, jede Spur. Französische Wollspinnerei eingeäscherl. In der nordfranzösischen Industriestadt Tourcoing brach in der großen Wollspinnerei Synave eine riesige Feuersbrunst aus, die trotz der angestrengten Bemühungen der Feuerwehr bie Fabrik mit ihren großen Vorräten in Schutt und Asche legte. Der Schaben wirb auf mehrere Millionen Franken beziffert. Wetterbericht Während sich vom Westen her Störungsfronten mit Regen bis nach Ostfrankreich und von Osten her nach Deutschland bis in bas Wesergebiet vorgeschoben haben, liegt unser Bezirk im Bereich eines Zwischengebietes mit verhältnismäßig freundlichem Wetter. Die Gesamtentwicklung läßt jedoch auch bei uns das Aufkommen unbeständigen Wetters erwarten. Vorhersage für Sonntag : Veränderlich, zeitweise auch stärker bewölkt und Regenneigung bei in Richtung veränderlichen Winden, für bie Jahreszeit etwas zu kühl. Vorhersage für Montag: Wechselhaftes, zu einzelnen Niederschlägen geneigtes Wetter. Lufttemperaturen am 5. Mai: mittags 14,3 Grab Celsius, abends 7,9 Grad; am 6. Mai: morgens 5,6 Grad. Maximum 14,8 Grad, Minimum heute nacht 3,5 Grad. — Erdbodentemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. Mai: abenbs 13,7 Grad; am 6. Mai: morgens 10,2 Grad. — Sonnenscheindauer 8,4 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik unb bie Bilder: Dr. Fr.W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für ben Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 39: 9530. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. 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Dieser wie ihren Unterorganisationen ist es zu danken, daß die Belieferung der Schulen mit Filmen bisher sich ziemlich reibungslos abgespielt hat, wenn auch hier noch der Brauch herrscht, daß die jeweils angeforderten Filme eine Woche der Schule zur Verfügung stehen. Bei rechtzeitiger Vorbestellung ließ es sich im letzten Jahr sogar schon erreichen, daß der gewünschte Film auch in der Woche zur Stelle war, in der er im Unterricht verwendet werden konnte. Damit ist man dem erstrebten Zustand bereits recht nahe gekommen. Man sieht also, das rein organisatorische läßt sich trotz hier schon einfließender menschlicher Schwächen bis zu einem gewissen Grade der Vervollkommnung erreichen. Gegenstand besonderer Sorge wird hingegen immer der Inhalt der Filme bleiben. Hier geht es dem Unterrichtsfilm nicht anders als dem Spielfilm, seinem großen Bruder, und Nicht anders als dem kulturellen Leben einer Nation überhaupt. Jede Befehlsgewalt hört hier auf, man muß der gebietenden Stunde gehorchen. Natürlich will der Unterrichtsfilm nicht solche Ansprüche stellen wie das Kunstleben, aber er hat doch zweifellos das Recht auf Forderungen in dieser Richtung. Allerdings .mit dem Unterschiede, daß seine Diener sich nicht in tatenlosem Warten verzehren, sondern in leidenschaftlichem Bemühen nach Vervollkommnung trachten. Die verflossenen fünf Jahre ^eichsuntervichtsfilm haben im allgemeinen die schon vorher gewonnenen Erkenntniswerte bestätigt. Der Film als Laufbild dient seinem Wesen nach in erster Linie zur Wiedergabe von Bewegungsvorgängen. Deshalb zieht die Biologie als das Unterrichtsfach vom bewegten Leben den Hauptnutzen aus dem Film. Dies zeigt sich nicht nur rein äußerlich in der großen Zahl von Filmen, welche die Reichsstelle auf diesem Gebiet hervorgebracht hat, sie sind auch tat- Sin Paradies der Kauen. Besuch bei der Kostümberaterin im Filmatelier. In einem Film, der in einem historischen Milieu spielt, wie der Tobis-Film „Robert und Bertram", den Hans H. Zerlett nach der bekannten Posse von Gustav Rae- der jetzt dreht, erhält die Arbeit der Kostüm- 6ernte rin eine besondere Bedeutung. Für diesen Film hat Professor Paul Scheurich die Kostüme entworfen, und Mia Pommer- P e h l, die auch von vielen Bühnen her als Kostümzeichnerin bekannt ist, hat sie nach seinen Skizzen ausgeführt. Wir hatten Gelegenheit, die Künstlerin bei ihrer Tätigkeit im Atelier zu beobachten und uns von ihren Erfahrungen erzählen zu lassen. Wenn die Kinobesucherinnen bei „Robert und Bertram" ihr besonderes Augenmerk auf die Kostüme richten und ihr Helles Entzücken daran haben werden, so werden sie nur eins bedauern: daß es fein Farbenfilm ist. In Farben nehmen sich diese Kostüme nämlich noch viel prächtiger aus; das haben wir mit eigenen Augen gesehen. Wozu braucht man denn eigentlich Farben, wenn sie doch nicht zur Geltung kommen, könnte vielleicht eine Leserin fragen. Nun, da kann man antworten, daß einmal die Farben schon so gewählt werden, daß sie auch im Schwarz-Weiß der Leinwand unterschiedlich wirken, und dann gibt es noch einen viel gewichtigeren Grund gegen Farblosigkeit der Filmkostüme. Paul Wegener hat nämlich in seiner Anfangszeit als Regisseur auch einmal das Experiment gemacht, alle Schauspieler und alle Dekorationen nur in Schwarz-Weiß aufzunehmen, weil er sich sagte, daß der Film ja auch nur schwarz-weiß zeigte. Und was war das Ergebnis? Diese Eintönigkeit beeinträchtigte die Stimmung der Mitwirkenoen derart, daß man schleunigst wieder davon Abstand nahm. Aus demselben Grunde haben wir auch heute noch im Atelier alles in Farben. Aber auch in Schwarz- Weiß werden diese Kostüme sehr gefallen. Mia Pommer-Pehl zeigte uns Scheu - richs Skizzen und ihre Entwürfe, und dann die fertigen Gebilde, die beider Phantasie schuf. Dazu führt sie uns in einen großen Raum im Keller der Atelierhallen, in dem man sich wie im Paradies der Frauen vorkommt, es ist ein Saal, in dem die Kostüme hängen, wie in einem großen Modenhaus. Sie holt das eine und andere hervor, das ihr besonders schön dünkt; uns kommen sie alle prächtig vor, und wenn man die Wahl hätte, sich eins auszusuchen, wüßte man kaum, welches man nehmen sollte. „Ich habe auch darauf verzichtet, die Kostüme einfach auszulekhen", erzählt Mia Pommer-Pehl. „So wie die Solisten und Solistinnen, so habe ich auch jeden Komparsen und jede Komparsin für sich eingekleidet; jede hat ihr besonderes Kostüm, das zu ihrem Typ paßt. Ja, man muß an alles denken, aber wenn man mit Liebe bei der Sache ist, lohnt die Mühe sich auch, und die Arbeit findet Anerkennung. Das ist meine Freude." Auf einem Regal sehen wir — Korsetts! „Auch die gehören zu den Kostümen. Die Damen müssen geschnürt werden, sonst wirken sie auch im stilechtesten Kostüm nicht wie Damen von damals." Da gilt es also, für die Aufnahmen mal wieder in solch sonst unbekanntes Marterinstrument zu schlüpfen. „Auch die entsprechenden Schuhe müssen dazu getragen werden, sonst erzielt man nicht den Gang, der für die Zeiten von damals charakteristisch ist." Wir schwelgen noch etwas im Anblick der vielen, bunten, kostbaren Kostüme, denen die zahlreichen Mitwirkenden des Films Leben geben. Und eine Frage drängt sich auf, die nahe liegt: Ist nun die ganze Arbeit, die im Entwerfen der Kostüme und ihrer Ausführung liegt, hinfällig, wenn der Film zu Ende ist, und was geschieht dann mit all diesen Kostümen? „Das wäre doch zu große Verschwendung. Nein, die Kostüme kommen dann in den sogenannten ,Fundus^ zur Aufbewahrung. Sie werden dort später mal in einem anderen Film wieder Verwendung finden können, vielleicht ein wenig ab- gewandelt. Wenn ich zum Beispiel eine etwas andere Zeit habe, dann würde dies Kostüm" — sie greift eins heraus — „so abgewandelt werden. Der untere Aermel weg, die Taille so gerafft", und schon hat unter ihren geschickten Händen das Kleid einen ganz anderen Charakter bekommen. Als wir wieder nach oben steigen, ist schon von allen Seiten nach ihr gefragt worden. „Die Rechnungen von der Firma ... sind gekommen." „Fräulein Carla Rust möchte wissen, ob ..." — „Fräulein Ursula De inert bittet Sie, bei der Anprobe ..." — „Herr Rudi Godden läßt fragen ..." Ja, Kostümberaterin ist ein Beruf, zu dem man nicht nur Künstlerin fein muß, sondern auch in vielen praktischen Dingen Bescheid wissen muß. Denken Sie auch an diese Arbeit, wenn ihre Schöpfungen auf der Leinwand vorüberziehen ... fb. Fünf Jahre Unterrichtsfilm. Don Or. Hermann Oreyhaus. Der Gedanke, den Film, d. h. das Laufbild, als Lehrmittel im Unterricht zu verwenden, hat die Lehrerschaft bewegt, so lange es überhaupt Filme gibt. Sie war darauf vorbereitet durch den Gebrauch des Stehbildes, das sich bereits einen gesicherten Platz unter den Anschauungsmitteln erobert hatte. Die technischen Voraussetzungen für dieses waren verhältnismäßig einfach sowohl hinsichtlich Herstellung wie Vorführung. Auf beiden Gebieten stellte der Film höhere Ansprüche. Don den Pionieren der Unterrichtsfilmbewegung wurden sie aber in allen Kulturstaaten gemeistert. Es bildete sich eine Internationale Lehrfilmkammer. Diese konnte Anfang 1934 auf einem Kongreß in Rom vier Leitsätze für die Benutzung des Films im Unterricht aufstellen, deren Gültigkeit man auch heute noch uneingeschränkt anerkennen kann. Die pädagogische Aufgabe war damit klar umriffen. Für ihre praktische Durchführung im Deutschen Reich wurde es von einschneidender Bedeutung, daß der Reichsunterrichtsminister vor fünf Jahren einen Erlaß über „Unterrichtsfilm und amtliche Bildstellen" herausgab, die feinen Willen bekundete, „dem Film ohne Verzögerung in der Schule die Stellung zu schaffen, die ihm gebührt." Fünf Jahre sind natürlich nur ein bescheidener Zeitabschnitt. Trotzdem lohnt cs sich, eine kurze Rückschau zu halten und die Frage nach der Berechtigung des Films als Lehr- und Lernmittel zu überprüfen. Die vorstehenden Zeilen deuten schon an, daß im wesentlichen technische Voraussetzungen erfüllt werden mußten, um das Wollen einer einsatzbereiten Lehrerschaft, die selbstverständlich zunächst in der Gesamtlehrerschaft noch eine Minderheit darstellte, zum Vollbringen zu führen. Die Schaffung dieser technischen Voraussetzungen kann man als vollauf geglückt ansehen. Die Einführung des sogenannten Lehrmittelbeitrages für jeden Schüler in Höhe von 20 Rpf. für das Vierteljahr hat der Herstellung von Unterrichtsfilmen eine gesunde wirtschaftliche Grundlage gegeben. Dadurch war die Industrie in der Lage, Vorführungsapparate von höchster Leistungsfähigkeit und doch möglichst einfachen Bedienunasansprüchen zu schaffen. Im ganzen kann man sagen, daß sie diese Bedingungen erfüllt hat, und sogar in verhältnismäßig kurzer Zeit. Sie trug dabei mit viel Verständnis den Anforderungen Rechnung, welche die Schule mit ihren kleinen Vorführungsräumen und ihren unterrichtlichen Absichten stellen muß. Hierbei darf bemerkt werden, daß die Raumverhältnisfe der Schule nur den Schmalfilm gestatten. Die unterrichtlichen Erfordernisse dulden aber nicht, wie die erwähnten Leitsätze des Kongresses in Rom mit Recht betonen, daß der Schüler den Film passiv oder als Unterhaltung hinnimmt. Im Gegenteil, alle Möglichkeiten eines gesunden Arbeitsunterrichtes Müssen von Seiten des Lehrers wie des Schülers ausgeschöpft werden. Die Herstellung eines den wichtigsten Ansprüchen genügenden Apparates war die Grundvoraussetzung zur Durchsetzung der ministeriellen Anordnung. Sie Farm in der Hauptsache als gelöst betrachtet werden, auch hinsichtlich der Anzahl der zur Verfügung stehenden Apparate. Große Schulsysteme haben jetzt mindestens einen eigenen Apparat, manche aber auch schon zwei. Das bedeutet einen ungeheuren Fortschritt gegenüber den ersten Jahren, wo der Apparat wochenweise von einer Schule zur anderen wandern mußte. Jetzt kann er schon planmäßig eingesetzt werden, und damit nähert er sich der Erfüllung seiner eigentlichen Aufgaben. Natürlich nur dann, wenn die gewünschten Filme zur Stelle sind. _ Damit wird der Punkt berührt, wo die Frage des Unterrichtsfilms aus dem Gebiet des rein TechZug der Masken. Don N H. Düwett. Vor 25 Jahren kam Emil I a n n i n g s zum ersten Male mit dem Film in Berührung. An seinem Jubiläumstage wurde dem Staatsschauspieler kürzlich in Berlin eine ehrende Feier bereitet. Als ganz junger Mensch, mit einer wilden Besessenheit für die Kunst des Theaters im Herzen, l)at Emil Jannings einmal Friedrich Mitte r w u r z e r spielen sehen. Dies wurde dem Koaben zur Bestimmung. Ein Freund des Schauspielers hat es ausgezeichnet: „Hier wuchs zum erstenmal das große Erlebnis der Sprache, die nicht allein aus klingenden Worten besteht, sondern die der Ausdruck der Leidenschaft ist, die einen heldischen Menschen auf die Bühne stellt, die das Schicksal in die Faust nimmt, daß es uns graust, daß wir den Blick dieses Entfesielten nicht zu ertragen wissen. — Dies alles geschah einem Knaben hier durch Mitterwurzer." Später dann hat der reife Schauspieler an einem stillen Abend am Wolf- gang-See, wo sein Landhaus steht, erschüttert die Worte eines Dichters über Mitterwurzer gelesen, wie hier der Schauspieler verglichen wird mit dem , von innen glühenden Salamander, der einen undurchdringlich fremden Blick hat, weil er im Feuer wohnt. So ist auch Jannings. Ein rätselhafter Zauberer. Wenn wir heute auf fünfundzwanzig Jahre seiner Arbeit für den Film zurückblicken, so taucht ein unendlich langer Zug von Gestalten auf. Was war dieser Mann alles! König und Bettler, Treibender und Getriebener, Verlorener und Erlöster, Mensch aus der Masse und Mann auf der Höhe des Lebens, Rummelathlet und Kammersänger, General und letzter Mann, Irrsinniger und Weiser, Verbrennender und großes Licht, Ruhe und Stärke, kleiner Professor und großer Wirtschaftsführer, gütig und böse, Schalksnarr und strömende Heiterkeit. Er war der preußische Soldatenkönig und der russische General, er war der Jndustriemagnat und der kleine Oberlehrer. Er war es alles ganz. In einem verschollenen Buch über Jannings ist folgendes zu lesen: „Die Vielfältigkeit der Gesichter ergab in Amerika ganz von selbst die Veranstaltung iber verschiedensten Jannings-Wochen: zwölf seiner | «berühmtesten deutschen und amerikanischen Filme J «legten drei Wochen lang dem Publikum zwei Preisfragen vor: Ob der Star 'ein besseres Werk in 'Europa ober in Amerika geschaffen habe, sodann: Welche seiner Charakterlichkeiten überhaupt die beste sei, und warum. Die Zahl der Einsendungen war Legion. Aller unterschiedlichen Gesichter Gemeinsames bei Jannings ist: Mensch und Menschlichkeit, heißt: unendliche Skala aller Leidenschaften. Ihre Ausstrahlung gibt unendliche Liebe." Hier wird das Geheimnis von Emil Jannings im tiefsten berührt. Hinter seiner Kunst steht die volle Kraft einer großen menschlichen Persönlichkeit. Was er spielt, füllt er ganz aus. Ehe Jannings an eine Filmarbeit geht, hat er lange das Werk mit sich herumgetragen. Das ist immer ein unendlich mühevoller Weg bis zur Gestaltung. Wenn er jetzt, im fünfundzwanzigften Jahre seines Schaffens, unter der Spielleitung feines Regisseurs und Freundes Steinhoff den berühmten Arzt Robert Koch spielen wird, so ist diese Dreharbeit geboren aus einem langen und harten Ringen um die Gestalt. Schon im vorigen Jahr sollte dieser Film gedreht werden. Ein Sommer und ein Winter ist darüber hingegangen, und nun endlich hat Jannings das Bild bis zur letzten Reise in sich ausgetragen. Mit solcher Unbedingtheit hat Emil Jannings diese zweieinhalb Jahrzehnte lang, von Aufgabe zu Aufgabe wachsend, sich zur Reife von heute entwickelt. Aus diesem Schauspieler leuchtet die klare Menschlichkeit. Aus seinem Gesicht wetterleuchtet das Leben. Darum ist der Zug seiner Masken so eindrucksvoll. Sie dienen dem Leben, weil sie aus dem Leben gestaltet sind. Sein eigenes Wort mag hier stehen: „So sonderbar es bei einem Schauspieler klingen mag, dem man nachsagt, daß er Masken zu machen 'wisse: ich hasse die Schminke. Nichts ist mir so zuwider, als das Uedertünchen der Natur, nichts stößt mich mehr ab, als vorgetäuschte Individualität." In diesen fünfundzwanzig Jahren find viele Gesichter aufgetaucht und wieder verschwunden. Es hat Stilrichtungen aller Art gegeben — im Film und auf der Bühne, der stumme Film wurde vom Tonfilm überflügelt: der Erscheinung dieses großen Menschendarstellers hat das alles nichts geschadet. Denn er blieb immer ein Darsteller des Menschen. Auf eine Frage, welche Rolle Emil Jannings am meisten gegeben habe, sagte der Schauspieler mit verwundertem Blick: „Ich habe alle meine Gestalten gleich lieb gehabt. Und natürlich ist mir immer wieder die Rolle die liebste, die ich gerade spiele." Das sagt genug über den Mann und sein Werk aus: er steht immer mitten drin in seiner Arbeit. Für ihn gibt es keine Stile und keine Kunstrichtungen. Emil Jannings hat nach seinen eigenen Worten immer darauf gesehen, daß „zweimal zwei gleich vier ist". Mit dieser Gradlinigkeit ist er zu der überragenden Persönlichkeit unter den Schauspielern geworden und mit dem Begriff des deutschen Films verschmolzen. Tierfilm und Knochenbrüche. Toni Altenberger erzählt. Toni Attenberger, der bekannte Tierfilmregisseur, hat seinen neuesten Tierfilm fertiggestellt. Wir haben uns mit Toni Altenberger über seine fast,30jährige Arbeit am Tierfilm unterhalten. Es kam ihm nie darauf an, nur das schöne Tierphoto zu erreichen, sondern das Wesen des Tieres im Film festzuhalten und es dem Menschen zu zeigen, damit er wahrhaft ein Freund des Tieres werde. Freundschaft für das Tier zu wecken — das war das Ziel aller feiner Filme. * Wie er zum Tierfilm kam — haben wir ihn gefragt. Der beste und liebste Spielgefährte des kleinen Toni war ein Lamm, das sein Vater in München, wo Attenberger geboren ist und auch seine Jugend verlebte, hielt. Eines Tages ging er zum Dorf- polizisten und verklagte seinen Vater, weil er das Lamm geschlachtet hatte. Die Liebe zum Tier war schon in dem Knaben tief getroffen. Es war das entscheidende Erlebnis. Die Liebe zum Tier bestimmte seine Lebensarbeit — er wurde der beredteste Anwalt des Tieres. Zahllos sind die Erlebnisse, die er mit Tieren hatte. 21 Knochenbrüche und kaum eine heile Stelle am Körper — das ist das Ergebnis der 27jährigen Tierfilmarbeit. „Und dennoch bin ich" — so betont er — „der alte Freund des Tieres geblieben." Er darf sich rühmen, die seltensten Tieraufnahmen gemacht zu haben, die je einem Menschen gelungen sind. ■ * Geduld und Energie — das sind die Voraussetzungen für jede Beschäftigung mit dem Tier. Nie hat Attenberger eine Aufnahme gestellt, und wenn er einmal irgendwo ein wenig nur nachzuhelfen versuchte, ging es meistens sehr übel aus. So erzählt er uns ein Erlebnis mit einer Schlange, die ihm drei Rippen zerdrückte. Die Schlange sollte in einem Spielfilm eingesetzt werden. Nach dem Filmmanuskript hatte die Schlange die Aufgabe, im Zimmer einer Villa auf eine Darstellerin loszukriechen, die dann vor Angst aus dem Fenster springen mußte. Die Darstellerin zitterte schon an ihrem Platz, die Schlange wurde ins Zimmer ge- sächlich nach ihrem Inhalt wie den pädagogischen Auswertungsmöglichkeiten die weitaus besten. Dieses vor allem deshalb, weil sie sich in einem kleinen Rahmen halten können, besonders wenn es sich um die Kleintierwelt handelt, wo Aufschlüsse gewonnen werden zu gleicher Zeit von einer ganzen Klasse und in einem einzigen Arbeitsvorgang, was selbst beim eifrigsten Mikroskopieren am lebenden Objekt nicht möglich ist. Andererseits gestattet aber auch der Film noch, die Lebensbedingungen der Großtierwelt in einer Weise zur Anschauung zu bringen» daß ungewöhnlich starke Eindrücke vermittelt wer- SPITZENLEISTUNG OPEL ä den. Man kann nur wünschen, daß die NeichSbildi stelle hinsichtlich der Biologie auf den eingeschlagenen Wegen mit dem gleichen Erfolg weiterarbeitet. Daß sie nicht auf ihren Lorbeeren ausrüht, dafür sorgen die anderen Unterrichtsfächer. Hier ist c5. schon schwierig, den Rahmen für das einzufangende Leben abzustecken. Ist der Bewegungsraum zu eng, dann wird das Laufbild unzweifelhaft von dem ausdrucksvolleren Stehbild auf Glas geschlagen; ist er zu weit, geht gewöhnlich die Bewegung verloren. Um den Ausgleich dieser Gegensätze wird noch gerungen, besonders auf dem Gebiete der Erdkunde, wo es sich um eine Lebensfrage für den Film handelt. Denn nächst der Biologie ver« langt gerade die Erdkunde am meisten nach An« schauung, um das aus der Atlas- oder Wandkarts gewonnene Bild der Landschaft bis zuletzt gegenständlich machen zu können. Ungewollt ist dies einigen Filmen, z. B. den beiden ersten Teilen des Rheinfilms sowie dem dritten Teil des Films von der Zugspitzbahn, gelungen; hier wird die Erosion des fließenden Wassers und das Wolkenfpiel in den Hochalpen mit ungeheurer Eindringlichkeit zur Dar-, stellung gebracht. Alles in allem bedeuten die ersten fünf Jahrs Unterrichtsfilm einen recht beachtlichen Erfolg. Vor allem zeigen sie die Entwicklungsmöglichkeiten recht deutlich. In dieser Erkenntnis liegt die Gewähr, daß die Zukunft das Unternehmen zu immer wertvolleren Leistungen bringen wird, zum Besten des kostbarsten Volksgutes, der deutschen Jugend. Buntes Film-Allerlei. Welcher Filmfreund weiß, daß Gustav Fröhlich früher in Celle tagsüber Redakteur war und am Abend unter einem Pseudonym Theater spielte, so daß er oftmals über sich selbst Kritiken zu schreiben hatte? Diese Besprechungen waren so schlecht, daß der Direktor des Theaters ihn deswegen entlassen wollte; daß Heinrich George seine künstlerische Lauf- bahn als Geiger in einem Kolderger Künstlercafö begann» und später als Zirkusreiter sein Geld verdiente?; daß Albert M a t t e r st o ck sich vor seinem Theaterstart in Deutsch-Südwestafrika kümmerlich als Autooerkäufer durchs Leben schlagen mußte?; daß der Filmregisseur Robert A. Stemmte, der als Volksschullehrer und Wanderbühnenschallspieler begann, heute zu den berufsreichsten Män- nern zählt: er ist Buchschriftsteller, Bühnendichter, Drehbuchautor und Spielleiter — außerdem der Gatte der Schauspielerin Gerda Maurus; daß Fritz H o o p t s früher Steuerinspektor im Reichsfinanzdjenst war, und daß er bis vor zwei Jahren ausschließlich aus ideellen Motiven, ohne jede Entschädigung, auf der Bühne auftrat? Erst mit 60 Jahren wurde er von Carl Froelich für den Film entdeckt. , M. W. bracht, in atemloser Spannung warteten die Filmoperateure. Aber die Schlange machte keine Miene, sich zur Darstellerin hinzubewegen. Alle Versuchs nutzten nichts. Schließlich wurde die Sache Toni Attenberger zu langweilig — er packte die Schlange, nicht wie es richtig gev-efen wäre, am Kopf, sondern am Schwanz — ktttd damit wäre beinahe sein Schicksal besiegelt gewesen. Denn blitzschnell hatte die zwei Zentner schwere Schlange ihn in ihren Schlingen, und es war nur sein Glück, daß er mit drei gebrochenen Rippen davonkam. Das war eine gründliche Lehre, mehr Geduld zu haben. In einem anderen seiner Filme hat er einmal eine Ausnahme gemacht, wie ein Hecht sich selbst in einer Reuse fängt. Diese Bildfolge läuft in vielleicht zwei ober drei Minuten ab. „Darauf habe ich" — so erzählt er lachend — „volle 31 Tage gewartet. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang haben wir einen ganzen Monat lang nichts anderes getan, als am Wasser gesessen und immerzu das Wasser beobachtet, bis dann schließlich am 31. Tage der Hecht in die Reuse ging." * Wenn man seltene Bilder haben will, muß man eben unendlich viel Geduld üben. Was passieren kann, wenn man die Geduld verliert, zeigt noch ein Erlebnis Attenbergers mit einem Yakbüffel. Er filmte den Büffel und wollte feinen Kopf im vollen Profil haben. Aber der Bursche wollte nicht, er hielt mit konstanter Bosheit den Kopf nach unten, ließ sich füttern, nahm alle Neckereien an, aber er behielt den Kops unten. Da riß sogar bei Attenberger der berühmte Geduldsfaden, und er wollte mit fünfter Gewalt ein wenig nachhelfen. Im gleichen Augenblick aber saß er schon auf den gewaltigen Hörnern des Büffels und wurde in luftiger Hohe sehr unsanft hin- und hergeschüttelt. Glücklicherweise hatte er Lederhosen an, die so lange hielten, bis Hilfe kam. Geduld haben — das ist das große Geheimnis aller Tieraufnahmen. Zuerst muß man das richtige Tier herausfinden und dann muß man eben warten können. Nicht weniger zahlreich find natürlich auch die schönen Erlebnisse Attenbergers. All« Gefahren aber und alle Abenteuer haben seine Liebe zum Tier nie beeinträchtigen können. Heute hat er mehr als 1000 Tierfilme gedreht und in Taufenden und Hunderttausenden von Menschen die Liede zum Tier geweckt. Attenberger denkt nicht daran, sich mit dieser Arbeit zu begnügen. Nicht lange wird es ihn in seinen vier Wänden halten. Zunächst muß noch ein Buch fertiggestellt werden, dann geht es wieder hinaus auf die Jagd mit der Kamera. r. Kuttur im Gau. jur Gaukulturwoche Hessen-Nassau. Was Veranstaltungen wie beispielsweise die Reichstheaterfestwochen, die Jahrestagung der Reichsfilmkammer, die Reichsmusiktage, die Ausstellungen im Hause der deutschen Kunst in München oder die Große deutsche Rundfunkausstellung in Berlin, alljährlich wiederkehrend, für das gesamte großdeutsche Reichsgebiet bedeuten, das sollen die von den einzelnen Gauen, ebenfalls alljährlich wiederkehrend, veranstalteten Gaukulturwochen für das landschaftlich enger und schärfer begrenzte Teilgebiet innerhalb des großen gemeinsamen Ganzen sein: Rechenschaftsbericht und Leistungsschau. Und zwar, wie man sogleich hinzufügen muß, nicht auf eine einzelne und einzige unter den schönen Künsten bezogen, sondern auf alles, was wir unter dem Namen der Kultur zusammenzufassen gewohnt sind. Die allgemeinen Richtlinien und Grundsätze für unsere Vorstellung vom Wesen, von der Pflege und der Wirkungsmöglichkeit deutscher Kultur sind seit dem Jahre 1933 oft genug und immer wieder bei den verschiedensten Gelegenheiten zusammengefaßt und verkündet worden: sie gelten naturgemäß auch für die kleinen Einzelbezirke, für jeden Gau: die charakteristische Sonderart aber einer Landschaft wird sich in den Gaukulturwochen — im Nahmen jener großen, heute allgemein verbindlichen Kultur-Grundsätze — zu spiegeln haben. Es ist an dieser Stelle in den letzten Tagen des öfteren vom Programm der Gaukulturwoche Hessen- Nassau 1939 die Rede gewesen. Wer es, ohne sich in Einzelheiten zu verlieren, auch nur im Aufriß überflogen hat, wird betroffen gewesen sein von der Fülle dessen, was unser Gau innerhalb einer einzigen Woche an kulturellen Veranstaltungen zu bieten hat, um seinen Beitrag zur allgemeinen Kulturpflege in Deutschland durch eigene, bodenständige Leistungen zu dokumentieren. Wir denken dabei nicht nur an die an und für sich schon erstaunliche Zahl von insgesamt mehr als vierhundert Veranstaltungen: sie bleibt erstaunlich auch dann, wenn man sie über das gesamte Gaugebiet und über den Zeitraum von sieben Tagen verteilt. Wenn man ins (Änzelne geht und sich vergegenwärtigt, wie in dieser Woche Theater und Film, Kunst und Wissenschaft, Musik und Schrifttum und Rundfunk aufmarschieren, Hand iy Hand arbeiten und das Beste zü geben entschlossen sind, was sie vermögen, so wird man finden, daß die kommenden Tage eine imposante Heerschau kultureller Leistungen in einem räumlich verhältnismäßig eng begrenzten Gebiet in Aussicht stellen. Hierzu wäre verschiedenes zu bemerken. Dor allem dies, daß die Kulturwoche veranstaltet wird in einer Zeit, in welcher nicht nur der gesamte europäische Raum, dessen Herzmitte von unseren Grenzen umschlossen wird, sondern nahezu die ganze Welt von einer politischen Aufregung m die andere gestürzt, von nervösen Spannungen und psychologischen Erschütterungen in Atem gehalten und in beständige Unruhe versetzt wird: ein Blick auf die friedlichen und musischen Bemühungen, denen, hier in unserem nächsten Umkreise, die kommenden Tage gewidmet sind, wird jedermann nicht allein mit gerechtem Stolze, sondern auch mit dem Gefühl tiefer Beruhigung und wohlgegründeter innerer Sicherheit er- fiillen. Lenken wir den Blick, der einen Augenblick über die Grenzen schweifte, wieder zurück ins Innere und Eigene, so wird des weiteren zu bemerken sein, daß die nahezu unübersehbare Vielfalt der Gesichte, wie sie uns in den Vorschauen auf die Veranstaltungen der Gaukulturwoche angekündigt wurde, durch einen gemeinsamen, großen Leitgedanken zur Einheit zusammengefaßt wird. Dieser Leitgedanke lautet: Rasse und Kultur. Das Thema ist ebenso weitschichtig wie von brennender Aktualität. Wie vielgestaltig die Aufgaben, die Fragen und Problemstellungen sind, die sich aus dem knappen Leitwort ergeben, konnte man auf der letzten vom Reichs- propaganda-Amt in Frankfurt einberufenen Pressekonferenz ermessen, deren erstes, vom Gaukultur- wart Conrad erstattetes Referat den Veranstaltungen der kommenden Gaukulturwoche gewidmet war: die lange Reihe der hier aufgezählten Themen für Vorträge, Ausstellungen und Theateraufführun- gen gab einen Begriff davon, wie vielschichtig und umfassend das Leitmotiv sich darstellt; wie es in nahezu alle Lebensfunktionen hineinspielt, alle kulturellen Aeußerungen berührt und zur Klärung, Auseinandersetzung und Abgrenzung zwingt. So wird die Gaukulturwoche also unter diesem Leitwort gewissermaßen in der praktischen Kulturpflege und Ausübung die Nutzanwendung dessen zu ziehen haben, was in all den letzten Fahren, theoretisch vielfältig unterbaut, als einer der Leitsätze im nationalsozialistischen Gedankengut aufgestellt und dem Volksbewußtsein eingeprägt worden ist. Daneben wird es, wie früher, eine der schönsten Aufgaben der Gaukulturwoche sein, in der Folge ihrer Veranstaltungen gerade die heimatlichen, die landschaftlich gebundenen Kräfte frei zu machen, zu Wort und Wirkung kommen zu lassen, und unter ihnen wiederum mit besonderer Liebe und Sorgfalt die jungen, noch unbekannten oder kaum bekannten Kräfte, die in unserem Raume sich regen, nach Erprobung, Entfaltung und Bewährung orangen, auf« zusvüren und nach Verdienst zu würdigen und zu föroern. Diesen AbsicAen wird sowohl die Wahl und Ausgestaltung des Programmes im Einzelnen als auch vor allem die Verleihung des Gaukulturpreises Rechnung tragen, die wiederum, wie beim vorigen Male, der Gauleiter persönlich vornehmen wird. Wenn man das Programm der kommenden Tage überschaut und sich über eine Veranstaltung wie die Gaukulturwoche einige Gedanken macht, so wird man nicht übersetzen können, daß der damit verbundene Plan einer Leistungsschau sich nicht ausschließlich an die Künstler wendet, nicht allein an die Kulturschaffenden und Kulturträger im weitesten Sinne, sondern m einem mindestens nicht geringeren Maße auch an die Kultur-Konsumenten, wenn dieser Ausdruck einmal gestattet sein soll, an das Publikum, an das Volk schlechthin. Es ist in den letzten Jahren aus sehr berufenem Munde immer wieder dargelegt worden, wie auf der innigen Wechselwirkung zwischen Volk und Kunst, zwischen Schaffenden und Empfangenden, die Fundamente unserer neuen deutschen Kulturpolitik und Kultur- gefinnung ruhen; wie der Künstler im luftleeren Raume arbeitet, sofern er nicht die lebendige Beziehung zur Gemeinschaft empfindet, aus ihr schafft und gestaltet und immer aufs neue seine besten Kräfte empfängt; wie das Kunstwerk seinen Sinn verliert, wenn es nicht vom Volke gesehen, gehört, ausgenommen und empfangen wird, wenn es nicht im Volke Wurzeln zu schlagen, Kräfte zu lösen, tm Seelenraume zu wirken, zu befreien, zu erschüttern, zu erfreuen vermag. Das find Gedanken, die man nur anzudeuten, nicht auszufpinnen braucht, weil sie so oft und so eindringlich wiederholt worden sind, daß sie längst Allgemeinbesitz aller an der deutschen Kultur innerlich Teilnehmenden geworden sein müssen. Daß die Zahl dieser an den Kulturgütern und an der Kulturübung der Nation „innerlich Teilnehmenden" mit der Zahl des gesamten Volkes in einem möglichst hohen Grade übereinstimme, ist ein Ziel, dessen Erreichung zu den vornehmsten Anliegen einer Veranstaltung wie der von der Partei ins Leben gerufenen Gaukulturwochen gehört. Deshalb richtet sich der Aufruf zu einer solchen Woche mit nicht geringerer Dringlichkeit an das Volk insgesamt als an Die Künstler, die geistig Schaffenden, die Kulturträger und Kulturvermittler im Volke. Es ist zu hoffen, daß Zielsetzung und Absicht der Gaukulturwoche auch in diesem Sinne weithin verstanden werden. Wenn man die Kulturfreudigkeit, Aufgeschlossenheit und Empfangsbereitschaft, wie es uns hier am nächsten liegt, in einer immerhin verhältnismäßig kleinen Stadt wie Gießen betrachtet, so wird man sich um das ideelle Ergebnis der kommenden Veranstaltung, um ihre Wirkung in die Breite wie in die Tiefe, kaum Sorgen zu machen brauchen. Wenn man beruflich mit dem kulturellen Leben einer Stadt in dauerndem und engem Kontakt steht und am Ende eines Winters zurückblickt, wird man mit dem Ergebnis zufrieden fein: es ist eine erstaunliche Fülle kultureller Leistungen hohen Ranges, die da Monat für Monat und Woche für Woche in Theater und Film, an Musik und bildender Kunst, an Vorträgen und Dichterabenden, in Funkprogrammen und Ausstellungen vieler Art nickst nur dargeboten, sondern auch besucht und ausgenommen und verarbeitet wird. Es sei nicht vergessen, daß die Provinz, das Hinterland mit den kleineren Städten und Landorten ebenfalls rege und aufgeschlossen an dem teilnimmt, was sich hier bietet, und sich überdies seinerseits selbständig eine bodenständige Kulturpflege auf- und ausgebaut hat. Man braucht nur einen Blick auf einen beliebigen Halbmonatsspielplan des Stadttheaters zu werfen, um sich klarzumachen, welch eine Unsumme sowohl vorbereitender als auch unmittelbar gestaltender Kulturarbeit hier allein in der schmalen Spanne von vierzehn Tagen produziert und — wie ein weiterer Blick in den Zuschauerraum am Abend ober am Sonntagoormittag erweisen mag — auch tatsächlich „konsumiert" wird. Es ist auch keine Ueberschätzung und keine Ueberheblichkeit, wenn man bei dieser Gelegenheit feststellt, daß ein Provinztheater wie das unsere, wenn man es recht verstehen will, die Arbeitsleistung, künstlerische Verantwortlichkeit und die Ausstrahlungsmöglichkeit mehrerer Berliner Büh- nen in sich vereinigen muß. Achnliche Ueberlegungen ergeben sich, wenn man sich ein gutes Wochenprogramm unserer beiden Lichtspielhäuser vornimmt, die in den täglich drei Vorstellungen anzutreffenden Besucherzahlen multipliziert und auf einen größeren Zeitraum und eine breitere Produktionsspanne umrechnet. Betrachtungen und Tatbestände dieser Art ließen sich, für andere Kulturgebiete und andere Teile unseres Gaubereiches, ohne Schwierigkeit vervielfäl-. tigen; sie enthalten, wie uns scheint, die beste Gewahr für einen starken und nachhaltigen Erfolg der Gaukulturwoche Hessen-Nassau 1939. Hans Thyriot. Das Erlebnis der neuen Grenze. Von unserem Dr. W. A.-Korrespondenien. Budapest, April 1939. Mit dem Zusammenbruch der Tschecho-Slowakei im März 1939 ging der östlichste Teil dieses künstlichen Staatsgebildes wieder in ungarischen Besitz über. Eine neue Zeit mit neuen Problemen und Hoffnungen hat für das geheimnisvolle abgelegene Waldland der K a r p a t tz o - U t r a i n e begonnen, die so plötzlich fast in den Mittelpunkt des weltpolitischen Interesses gerückt schien. Wie es dort jetzt aussieht, soll hier in mehreren Berichten geschildert werden. Die letzte ungarische Bahnstation vor der polnischen Grenze Kisszolyoa, ist kein eigentlicher Ort und kein Dorf, sondern etwas oberhalb des kleinen Bahnhofs stehen nur wenige Häuser für Beamte und ein größerer zweistöckiger Steinbau als Kaserne für die Grenzwachen. Hier hält der Zug vor einem 1700 Meter langen Tunnel, und in der Mitte des Berges verläuft die neue ungarisch- polnische Grenze, die gleichzettig auch oben auf dem Kamm markiert ist. Dort stehen noch die alten polnisch.tschechischen Grenzsteine. Das Verwetten an einer Landesgrenze ist eigentlich immer ein Erlebnis eigener Art. Da steht man auf einem fast tausend Meter hohen Berge auf einem kleinen weißen Stein, der die Wappen oder Anfangsbuchstaben zweier Staaten trägt Man ist bislang Tage und Wochen lang gewandert durch Wälder und Felder, über Berge und an Flüssen entlang, ohne das mindeste Bewußtsein von einer Grenze zu haben, von der kommenden Möglich- teit eines ,^Halt!" und „Nicht weiter!". Auf einmal verkündet eine Reihe weithin verstreuter Steine in einer Waldlichtung mitten auf einem Bergkamm, daß es nicht mehr weiter geht. Man schaut nach Norden: dort liegt Polen. Man dreht sich um, und blickt nach Ungarn. Der unvoreingenommene Wanderer spürt gar keine Grenze. Vor ihm liegen Berge, hinter ihm türmen sich Berge auf, Aum Teil noch schneebedeckt. Ein Spaziergang zwischen den weißen Steinen auf dem Berg kämm entlang nach Osten und nach Westen führt dann allmählich vom unbewußten Erlebnis zu der nüchternen Erwägung: Ungarn ist größer geworden unb grenzt an Polen. Verkohlte Holzreste zeugen von Lager- und Freu- denfeuern, die hier vor kurzem bei der Grenzfestsetzung brannten, als der ungarische Honv^d-Offi- zier und der Kommandant der polnischen Grenzwache den Bruderkuß tauschten. Umgekippte Stangen mit vergilbten rotweißgrünen Papierfähnchen sind die letzten Zeugen dieser stürmischen Feiern. Jetzt liegt die Grenze oberhalb des Latorcsa-Flusses einsam und verlassen da. Nur ein ganz kleines Feuer glimmte ein wenig abseits von dem Paß- weg. Das Lagerfeuer eines polnischen oder ungarischen Soldaten? Als wir von unserem Spaziergang zurückkamen, schürte ein Wanderer das Feuer, ein junger ungarischer Schüler, das graugrüne Käppi mit dem leuchtenden ungarischen Wappen keck auf dem Kopf tragend. Vor dem großen Grenzstein aber saßen zwei Mädchen. Die eine andachtsvoll die Hände im Schoß haltend, während die andere gerade aufstand, als ich aus dem Walde auf die Lichtung trat. Ich hatte schon vorher zwischen den Baumstämmen hindurch bemerkt: sie kniete vor dem Stein und hatte ihn mit beiden Armen umfangen. Ist diese gewissermaßen symbolische Handlung einer jungen Ungarin aus Salgotarjau im nördlichsten Teil des ehemaligen Rumpfungarns schlechthin als das Grenzerlebnis der ungarischen Jugend überhaupt anzusprechen? Es ist das heiße Bestreben der ungarischen Regierung, daß es so sein möchte. Jedoch, — die magyarische Jugend hat sich immer noch nicht in einem einigen« den, nationalen Erleben gefunden. Und das hat seinen guten Grund: Vieles, was die Jugend will, widerstrebt den Ansichten der alten Magyaren. In vielen Städten und kleinen Dörfern, nicht nur in den vorwiegend magyarischen Gemeinden, die übrigens nur einen verschwindend kleinen Bruchteil der Bevölkerung in der Karpatho-Ukraine ausmachen, sondern auch von den Deutschen und von den Ruchenen sind die Ungarn bei ihrem Einmarsch mit ehrlichem Wohlwollen empfangen worden. Denn der materielle Druck unter den Tschechen hatte jede wirtschaftliche Entwicklung abgeschnürt, und es war für viele Tausende gelernter Arbeiter RUHL Seltersweg Nr. 67 I adiO Telephon Nr. 3170 I eparaturen_____________„9,L. | unmöglich, sich das tägliche Brot zu verdienen. Vorwiegend die alten Leute in der Karpatho-Ukraine, die sich noch an die Zeiten vor dem Kriege erinnern, malten sich und den Jungen wieder jene Zeiten aus, wo es ihnen unter der österreichischen ungarischen Staatsobrigkeit wirtschaftlich und kulturell ausgezeichnet ging. Die traurigen Nachkriegs- jahre ließen überdies die Vergangenheit in einem noch rosigeren Licht erscheinen. Wird Ungarn nun wenigstens einen Teil dieser Hoffnungen erfüllen können? Das ist jetzt schon überall zu einer bangen Frage geworden, in den Städten und in den Gebirgsdörfern. Augenblicklich werden die Waldkar- ictthen immer noch militärisch verwaltet. Die Uni- ormen der Soldaten, der Landjäger und der Buda- lester Polizisten beherrschen das Bild. Die ungari« chen Beamten müssen sich erst mit ihrem neuen Aufgabenkreis bekannt machen, und das ist angesichts der Vielsprachigkeit unter der Bevölkerung keineswegs so einfach. Die' Karpatho-Ukrainer wissen sehr wohl, daß dies alles seine Zett kostet. Inzwischen ist aber in den letzten vier Wochen die Arbeitslosigkeit immer größer geworden. Besonders groß ist das Elend jener, die in irgendeiner Weise als „tschechisch v o r b e - l a st e t" galten. Sie sind vollkommen mittellos, haben keine Beschäftigung und müssen im Lande bleiben. Man hofft aber immer noch, obwohl sich mittlerweile die Erkenntnis Bahn bricht, daß das Ungarn von heute ja nicht mehr das Vorkriegs- Ungarn ist. Damals war es die Freiheit, eine unausgesprochene Autonomie gewissermaßen, in der sie lebten. Man kannte weder wirtschaftliche noch kulturelle Sorgen. Man hatte ausreichend zum Leben und durfte sich seiner slowakischen, ruthenischen oder deutschen Volkszugehörigkeit ohne irgendwelche bangen Fragestellungen bewußt sein. Man gehörte damals einem großen und starken Reiche an, das im Rahmen seiner großen Politik die kulturellen Probleme der Minderheiten großzügig behandeln konnte. Nicht ohne Sorgen sehen die Ruthenen in den Waldkarpathen jetzt einer Lösung dieser Pro- Die Tänzerin und die Korallenkette. Von Anton Schnack Gina heiße ich, Gina die Tänzerin. Aber ich fürchte mich, vor den Matrosen aus Korinth und den reichen Schwammhändlern aus Rhodos heute abend in der Kneipe zu den „Drei Orangenbäumen" aufzutreten, wenn ich nicht meine Korallenkette finde. Oh dieses Durcheinander in meinem Zimmer. Immer lag sie in dem kleinen Nähkorb zwischen blauen und grünen Wollfäden, getrockneten Rosenblättern und Lavendelzweigen, zwischen Spangen, Nadeln und dem silbernen Fingerhut, den mir Onario, der Segelflicker, geschenkt hat. Wo und wieviel ich auch suche, ich finde die Korallen nicht — da liegt meine Kette aus geschliffenem Glas, dort eine andere aus gefärbtem Holz, hier hat sich eine Sandale aus rotem Ziegenleder am unrechten Ort eingenistet, nichts, überall nichts, auch unter den Schleiern aus Gaze liegt sie nicht. Meine Freundin Tispe, die das Tamburin schlägt, sagt zwar immer: es ist doch gleich, Gina, welche Kette du um den Hals trägst, die Kelle aus schwarzem Jett ober das grüne Nevhritherz an seidenem Faden. Aber Tispe mit ihren flatterhaften Gedanken und ihrem Kindergeschwätz hat weder modischen Geschmack noch Empfinden für die inneren Geheimnisse der Dinge: auch schminkt sie sich schlecht und ungenau, nie ist ihr Haar in Ordnung und ihre Sandalen haben schon längst den milden Lederglanz verloren und sehen grau und ungepflegt aus. Wenn fie den wohlriechenden syrischen Balsam braucht, so schleicht sie sich an meinen Salbentisch und stiehlt einige Fingerspitzen davon aus meinen Flaschen. Wahrscheinlich hat sie sich auch meine Korallenkette um den Hals gelegt und geht jetzt, um Aussehen zu erregen, damit geschmückt auf dem Fischmarkt und vor den Garküchen herum. So wahr ich Gina heiße und aus St. Pietra auf Sardinien stamme, ich kann dieses Benehmen von Tispe nimmermehr dulden. Tispe ist nicht nur unwissend und haltlos, fie leidet auch an Schwindsucht und müßte in die Luft der piemontesischen Berge, anstatt den beißenden Staub des Marktes und der rauchigen Kneipen einzuatmen. Es ist mir nicht recht, daß fie meine Korallenkette angelegt hat; beim ber alte Weise und Götterehren verdienende Plato hat ber Koralle eine innige und merkwürdige Verbindung mit ber Natur nachgerühmt, indem er behauptete, die makelloseste rote Koralle würde nach kurzer Zeit blaß, wenn die Trägerin erkranke oder an einer Krankheit leide. \ Ich befürchte also, Tispe bringt mir meine purpurrote Kette verblaßt und mattgeworden zurück, und bis sie sich auf meiner gesunden und schneeigen Haut wieder erholt und im allen satten Glanze leuchtet, braucht sie längere Zeit. Ihr könnt es glauben, es ist so! Probiert es selbst aus! Nach geraumer Zeit werden die blaßgewordenen Korallenstücke bei mir wieder rot und brennend wie das Fleisch meiner Lippen, die zu küßen die Sehnsucht des Onario ist, des mit Schiffen und Ankern tätowierten Segelflickers. Wegen dieser Begierde hat er mir am Feste ber „Quattro Allari" einen silbernen Fingerhut geschenkt und sich einen Kuß dafür ausgebeten, aber er hat diesen Kuß immer noch nicht erhalten, so sehr er auch danach schmachtet. Weh mir, wenn ich die Kette aus Korallen nicht mehr finde oder wenn sie mir von Tispe auf ihrem Schlendrian verloren wurde! Ich wäre diesem verwegenen und hitzigen Onario ausgeliefert. Ohne meine Korallenkette um den Hals, könnte ich wcchr- scheinlich dem zähnezeigenden Segelflicker nicht widerstehen und müßte seine Liebkosungen über mich ergehen lasten. Korallen aber, das hat mir meine Mutter auf ihrem Sterbebett gesagt, sind das Amulett der Tänzerinnen. Sie sollen vor allem schützend auf die Füße wirken, mit denen ich meine zierlichen oder wilden Sprünge ausführe und die schnellen Wirbel drehe, daß mir die blauen und gelben Gazeschleier gleich einem kreiselnden Reifen um die Hüften stehen. Auch die andere Mahnung meiner Mutter habe ich noch im Gedächtnis: meine Tochter, sagte sie, trage diese Korallenkette und sie wird dir behilflich fein, deine Tugend zu bewahren und sonstige Versuchungen von dir abwehren. Meine selige Mutter hatte recht, Versuchungen sind zahlreich, nicht nur durch Onario, auch von dem dicken und reichen Olioenhändler Antinw, der über seiner Brust eine Kette aus purem Gold trägt. Herrlich funkelt sie, und dazu glimmen die großen Edelsteine seiner Fingerringe, wenn das aufflackernde Licht der Bühnenlampen darauffällt. Ich Unglückliche, die seinen Beifall und seine Teilnahme gefunden hat! Wenn er mich zu Wein aus Orvieto und zu gefüllten Kuchen an den Tisch zu sich bittet, erhebt sich im rauchigen Hintergründe der wind- gebeizte und muskelspannende Onario und steht wie eine Steinsäule dabei, nur seine schwarzen, weit- aufgeristenen Augen verraten Eifersucht und Unheil. Meine Kette, wo bist du? Wenn ich sie nach dem Tanze durch meine Finger gleiten ließ, stiegen mir mannigfache Erinnerungen an die Küste von St. Pietra auf. Ich, die Tochter des bei einem fahlen Schirokkosturm ertrunkenen Fischers Sandonin, weiß von der Koralle, daß sie von einem winzigen Tiere verursacht ist, dem Korallenpolypen, der an ber felsigen Küste meiner sardinischen Heimat, unten in der Tiefe des Meeres, wo es nächtlich und fast unbeweglich ist, wunderbare Aeste wachsen läßt, die den Aesten kleiner Sträucher ähnlich sind. Damals, als das Korallengeäst von dem schweren, über den Grund schleifenden Schleppnetz meines Vaters er» faßt wurde, brachte man gleichzeitig einen mufchel- bewachfenen Zweihenkelkrug, mit einer gescheiterten griechischen Galeere auf den Grund gesunken, an die Oberfläche. Ich liebe die von meinem Vater gefundenen und mir geschenkten Korallen mehr als die Ketten aus Achat, Jett, Bernstein und gefärbtem Holz. Wenn ich die Korallen trage, fühle ich auf meiner Haut die gleitende und schmeichlerische Bewegung des Meerwasters. In ihnen lebt noch die zitternde Be- roegung der schönen Goldbraste, die um das Korallengeäst auf und nieder schwamm und im Nacht- grün der liefe mit den weichen Flossen den Koral- lenstrauch zum Zittern brachte. Wo die Koralle wuchs, war bei Abendröten das Meer besonders purpurfarbig und feuerbrandig und Tropfen dieser Lichtröte wurden immer feiner und geläuterter, je tiefer sie hinunter ins Master sanken, um schließlich vom Korallenstrauch aufgesaugt und gesammelt zu werden. Und nach langer Verwandlung kamen die fest- gewordenen Lichttropfen der Abendröte aus ber undurchdringlichen Nacht ber Meerestiefe wieder an die Oberfläche, und nun sind sie zierlich und leuchtend um meinen weißen Hals gelegt. Heute abend hatte ich etwas Besonderes mit den Korallen vor. Ich wollte zwischen die einzelnen Kettenglieder winzige silberne Glöckchen hängen. Der Klang hätte bei jedem hupfenden Schritt und bei jeder schnellen Bewegung getont und dem Ohr der Matrosen und der anderen Zuschauer wohlgefällig geläutet und geflirrt. 0 Tispe, leichtsinnige und herzlose Freundin, endlich bist du da! Gib mir meine Korallenkette wieder! Mit ihr geschmückt können die fette Begehr- lichkeit des Olwenhändlers Antimo und die wilde Eifersucht des Segelflickers Onario mir nichts an- haben und man wird mir Rosen und Veilchen- sttäuße in den ausgebreiteten Schleier werfen und mich mit ungestümem Beifall überschütten: denn die Glöckchen an der Kette werden wie eix Schwal- benchor in den Lüsten singen. Ein Minnesänger wurde ausgegraben. Die in der Kölner Kirche 6L Severin durchgeführten Ausgrabungen haben vor nicht langer Zeit wieder zu rin em bedeutenden Funde geführt. Es Murde ein Plattengrab aus der fränkischen Zeit, etwa aus dem 6. Jahrhundert, geöffnet, in dem man das Skelett eines fränkischen jungen Mannes sand, der in der Höhe der Brust eine Harfe in der Hand trägt. Da man bisher Harfen in Gräbern aus dieser Zrit nur in einem einzigen Falle, in einem alemannischen Grab in Württemberg, gefunden hat, ist dieser Fund besonders bemerkenswert. Die Saiten lasten sich noch als Staubfäden erkennen. An den Händen trägt der Tote lederne Sttllpen, feine Füße find mit Sandalen bekleidet, und auf der SchÄter befanden sich noch Reste eines Brokatstoffes. Es ist noch nicht sicher, was man von dem Inhalt des Grabes wird bergen können. Man will zunächst durch Präparattonsmittel die Funde, die in eine dicke Staubschicht eingebettet sind, verfestigen. Der Leiter des Kölner Museums für Dor- und Frühgeschichte will den Eingeweide- staub des Skeletts chemisch untersuchen, um die Speisen festzustellen, die der Tote zu sich genom- men hat und dadurch Rückschlüsse auf die fränkische Ernährung zu ziehen. Zeitschriften. — Der Dank an die deutsche Mutter, der am diesjährigen Muttertage in der Verleihung des „Ehrenkreuzes ber deutschen Mutter" feinen Ausdruck findet, steht im Vordergründe des Macheftes der Zettschrift „Neues Volk", Blätter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP. Der Nationale Feiertag des deutschen Volkes, die Heimkehr von Böhmen und Mähren und des Memellandes ins Reich, die soziale Aufbauarbeit des Gaues Kärnten sind die Themen weiterer Beiträge. Alte deutsche Handwerkskultur und bodenverwurzeltes Bauerntum zeigen die reichbebilderten Seiten, die von einem Bäckergeschlecht mit ber Trabition von zehn Generationen und einem Bauerngeschlecht berichten, bas fast sechs Jahrhunderte auf seinem angestammten Hof sitzt. Ein Artikel „Frauen, die nicht Mütter werden dürfen", macht mit abschreckenden Bildern von geistes- und erbkranken Frauen die Notwendigkett der Nachwuchsauslese deutlich- Ein Beitrag „Der Traum ift aus", ber antijüdische Karikaturen aus einer Zeitschrift der Jahrhundertwende bringt, ist uns dank der nationalsozialistischen Rassenpolitik nur noch eine Nacherinneruna an em Problem, das einsichtige Volksgenossen früher schon erfannten. Betriebliche Menschenführung als Voraussetzung der Wirtschaftlichkeit Ein Vortrag des GauberufSwalterS Stein. bleme entgegen, vor allem der Frage: „21 u t o n o» mie oder Magyarisierung^ die ihnen bis jetzt fremd war und für sie noch kein Problem bedeutete. Der Richter oder Bürgermeister von Pa- lanfa bei Munkacs hat als Baumeister noch einen Auftrag auszuführen. Dann sei aber auch er arbeitslos, meinte er; es würde nicht mehr gebaut, die Juden hielten tfas Geld fest und vergäben zur Zeit keine neuen Aufträge. Wird sich die Juden- gefetzgebung von Budapest auch in der Karpatho- Ukraine durchsetzen? Die Bauern und Handwerker wollen die Hoffnung nicht aufgeben. Wunderbar und nach einem längeren Aufenthalt in der ungarischen Tiefebene von einem seltsamen Reiz sind Spaziergänge und kleine Wanderungen durch die Täler und über die Berge des nunmehr Ungarn zugefallenen Karpathen-Raumes, ein wenig beschwerlich und zeitraubend zwar, doch in ganz besonderem Matze lohnend, wenn man in einem ganz von Volksdeutschen bewohnten Dorfe seinen Einzug halten kann. Wer so etwas zum erstenmal erlebt, den, mutet es wie ein Wunder an. Tage und Wochen hat er vielleicht, der magyprischen Sprache unkundig, wie ein Tauber und Stummer zwischen fremden Leuten gelebt, hörte er Worte, die er nicht verstand, sah er Schriften, Firmenschilder, Reklamen und Zeitungen, die er nicht lesen konnte, — und nun kann er sich plötzlich nach einer langen, langen Bahnfahrt, nach einer einsamen Wanderung in den Bergen hoch im Norden Oberungarns mitten in den Karpathen auf einer breiten Dorfstraße zwischen schmucken, sauberen Steinhäusern mit kleinen Kindern fließend i n deutscher Sprache unterhalten! Man versteht jedes Wort. Nur die ganz alten Leute, die ihre Muttersprache nur im Elternhause erlernt hatten, dann aber mit andern Mitgliedern der etwa, vor 200 Jahren aus dem Sudetenland in die Karpathen übergesiedelten Familien verkehrten, die noch nicht den Vorzug hatten, eine deutsche Schule zu haben, sprechen einen Dialekt, dem man als Reichsdeutscher aufmerksam zuhören muß. Aber in jedem Fall: Man versteht sich. Und das nicht nur sprachlich. Man hat auch sofort das Empfinden, auf einer gemeinsamen geistigen und seelischen Ebene zu Ein kleines volksdeutsches Dorf in den Karpathen vermittelt den Reichsdeutschen eigentlich erst wirklich und im gewissen Sinne körperlich eindrucksvoll das Erlebnis des Deutschtums überhaupt. Was man in der Heimat nur allzu bald als eine Selbstverständlichkeit hinnimmt, was man sogar mitunter vielleicht oft geneigt war, als Phrasen oder abgedroschene Redensarten anzusprechen, wenn von deutscher Seele und deutscher Geistigkeit, von deutschem Blut und deutscher Wesen- heit die Rede ist, — von den Kindern und von den Alten in einem volksdeutschen Karpathendorf lernt man ehrfürchtig die dem deutschen Wesen innewohnende Kraft und Stärke kennen, eine seelische Besonder heU, die man eben nur mit dem Worte „deutsch" richtig bezeichnen kann, ein Wort, das man in der Fremde, im „Elend", bei volksdeutschen Kameraden ganz besonders lieben und schätzen lernt. Ueberall in der Welt sind Männer, Frauen und Kinder stolz, deutscher Abstammung zu sein. Und sie machen in keiner Weise einen Hehl daraus. Als wir nach unserer Fußwanderung als Gast eines ungarischen Grafen unter Führung eines unga- rischen Oberleutnants der Reserve in einem Auto vier deutsche Dörfer besuchten, dort mit den Lehrern, mit Pfarrern und Dorfrichtern, in Ober- Schönborn. in Mädchendorf und Sophiendorf mit Kindern und erwachsenen Leuten auf der Straße sprachen, da war dies immer wieder der stärkste Eindruck: Mit unerschütterlichem Selbstbewußtsein stellten die Männer und Frauen ihr Deutschtum heraus, wobei sie gleichzeitig der Hoffnung Ausdruck gaben, als Deutsche mit den Ungarn friedlich zusammenzuleben und ersprießlich zusammenarbeiten zu tönnen._______________________________ Die von der Abteilung Berufserziehung und Betriebsführung der Kreiswallung Wetterau der DAF. unter Leitung von Pg. Müller durchgeführte Vortragsreche „Gegenwarts- und Zukunftsfragen der deutschen Wirtschaft", die im „Burghof" stattfindet, fand am gestrigen Freitagabend ihre Fortsetzung mit einem Vortrag des Gauberufswalters Stein, Frankfurt der über „betriebliche Menschenführung als Voraussetzung der Wirtschaftlichkeit" sprach. Einleitend sprach er von der Nützlichkeit und Notwendigkeit der Rückerinnerung an frühere Zeiten, um dadurch zu einem planvollen Einsatz und einer sinnvollen Förderung zu gelangen. Er zeigte, wie die gleichen Menschen von heute, denen man den guten Willen nicht absprechen konnte, die im gleichen Staate lebten und die Voraussetzungen für die Gemeinschaft in sich trugen, doch nicht dazu kamen, eine Volkswirtschaft zu führen und eine Wirtschaftlichkeit zu erzielen. Deutschland war unwirtschaftlich und, wie man damals sagte, unrentabel, wenn auch der einzelne Mensch das nicht begreifen konnte. In großen Linien schilderte er dann, wie damals ein zunächst unbekannter Mann bürd) die Sammlung der Menschen, die er ohne Unterschied und Einstufung lediglich als Menschen ansprach und denen er einen einzigen Glauben an das Volk vermittelte, nicht nur eine Gemeinschaft schuf, sondern auch die Wege für eine sinnvolle Menschenführung aufzeigte. Nachdem dieser Mann der Führer des Volkes geworden war, wurde er auch Führer der sachlichen Einrichtung, des Staates. Dann legte der Vortragende dar, wie der Führer durch seine Proklamation im März 1933 und durch die Schaffung der Front aller Schaffenden klare Grundsätze aufgeftettt hat, um seiner Führung des Volkes und der Menschen die notwendigen Richtlinien zu geben. Zur Schaffung der Front der Schaffenden führte Oauberufswalter Stein die grundlegenden Gedanken an, die davon ausgingen, daß das, was der Krieger auf dem Schlachtfeld für fein Volk zu leisten imstande war, auch auf dem Kampfplatz der Nation, dem Arbeitsplatz, möglich Der in verschiedenen Zweigen unserer Wirtschaft bei der Betriebsarbeit anfallende Feinstaub von Quarz, Quarzit, Sand und Sandstein ist durch seinen Gehalt an freier Kieselsäure besonders gesundheitsgefährlich. Je nach der Widerstandsfähigkeit des Beschäftigten verursacht nämlich dieser Feinstaub durch mechanische und chemische Reize in den Lungen früher oder später Verdichtungen und Verschwielungen, die den Umfang des atmungsfäh'qen Lungengewebes gefährlich beeinträchtigen und als Staublunge oder Silikose bezeichnet werden. Zur Verhütung von schweren Silikoseerkrankun- gen haben die Berufsgenossenschaften zunächst Schutzmaßnahmen in den Betrieben selbst veranlaßt: Verringerung der Staubdichte durch Absaugen des Quarzstaubes, verbesserte Entlüftung, Schutzkleidung und Atemschützer für die gefährdeten Arbeiter. Der technischen Vorbeugung sind jedod) Grenzen gesetzt. Deshalb muß durch fachärztliche Untersuchung mit Röntgenaufnahme der Lungen vor der Einstellung und auch sein müsse. Daraus folgte, daß diese Gedanken auch auf die Wirtschaft, auf die Betriebe übertragen werden mußten, was schließlich durch das Gesetz über die nationale Arbeit erfolgte, durch das bestimmt wird, daß die gemeinsame Arbeit dem Wohle des Volkes und Vaterlandes zu dienen hat. Es komme nicht darauf an, nur Material zu erzeugen, sondern in erster Linie das Volk frei zu machen, dem Leben einen Sinn zu geben und es auf lange Sicht zu sichern und zu steigern. Daraus entstanden die Spitzenleistungen technischer und kultureller Art, um die die Welt uns beneide, die aber lediglich einer sinnvollen und planvollen Menschenführung zu danken seien. In eingehender Weise erläuterte der Gauberufswalter die Erkenntnisse aus diesem Lebensweg des Volkes, aus denen der Betriebsführer die Nutz- und Schlußanwendung zu ziehen habe, um das, was sich im großen ereignete, auch auf den Betrieb zu übertragen, damit er eine lebendige Zelle der Gemeinschaft werbe. Anschließend befaßte sich der Vortragende mit dem Begriff der Wirtschaftlichkeit. Auch hierbei zeigte er in großen Linien, wie bas Volk durch Adolf Hitler zu einer neuen Lebensauffassung geführt wurde, durch bie nicht nur seine Lebenskräfte geweckt, sondern auch durch die Erkenntnis der Lebensaufgabe zu einer nie geahnten Krästean- fpannung tarnen, bie eine Förderung feines Lebensstandards herb ei führte Das Volk müsse durch den planvollen Einsatz seiner Kräfte in seinem Lebensraum die Möglichkeit zur Sicherstellung des Lebens schaffen, damit Generationen bestehen könnten. Dazu sei keine Rentabilität, wie man es früher nannte, nötig, sondern nur plan- und sinnvoller Einsatz und Aufbau. Die gleichen Grundsätze hätten für den Betrieb zu gelten. Gauberufswalter Stein umriß eingehend die Voraussetzungen für den Betrieb, der aufgebaut auf rechter Menschenführung zu der Zu- kunstsaufgabe des Betriebes, der Sorge für den Betriebsführernachwuchs und ein Betriebsführerkorps, eine Keimzelle kraftvoller Lebensentfaltung werden könne, die ein Spiegelbild des gewaltigen Aufbruches der Lebenskräfte fei, die unserem Volke eine ungeahnte Zukunft sichern. während der Beschäftigung mit staub gefährlichen Arbeiten eine Auswahl der gesundheitlich geeigneten und die Aussonderung solcher Personen erfolgen, die eine besondere Krankheitsbereitschaft erkennen lassen ober schon leicht erkrankt sind. Die Durchmusterung und regelmäßige Nachprüfung der staubgefährdeten Gefolgschaften war infolge der häufig weiten Entfernung ber Betriebe oft schwierig. Als erheblicher Erfolg muß schon gelten, daß z. B. die Ziegelei-Berufsgenossenschaft von 35 000 vordringliche zu untersuchenden Personen in zwei Jahren dem Röntgenfacharzt 13 500 zuführen konnte. In runb 1000 Fällen war ein sofortiger Berufs- ober Arbeitsplatzwechsel erforderlich. Das Endziel, sämtliche gefährdeten Arbeiter der Baustoffindustrie zu untersuchen, wurde durch die Vervollkommnung der Leuchtschirmbildphotographie im Jahre 1938 und durch den Entschluß, einen schnell beweglichen Röntgenwagen für diesen Zweck zur Verfügung zu stellen, in greifbare Nähe gerückt. Jetzt kann nämlich bas bei der Durchleuchtung auf dem Röntgenschirm erscheinende lichtMlgenwagen im Kamps gegen die Staublunge schwache Originalbild der Lungen in Sekunden» schnelle mit der Kleinbildkamera photographiert wer» den. Die für die reihenmäßige Schirmbildphotographie erforderlichen Anlagen hat man in einen Spezialkraftwagen einbauen lassen. Mit dieser fahr» baren Röntgenanlage, die auch einen eigenen Strom» erzeuget mit sich führt, können nun Reihenuntersuchungen der Gefolgschaften ohne Störung des Arbeitsganges und ohne Verlust von Arbeitszeit selbst in den entlegensten und kleinsten Betrieben vorgenommen werden. Der Röntgenwagen lief kürzlich im Rheinland mit 800 Untersuchungen an einem einzigen Tage in 14 naturgemäß. Steinzeugröhrenfabriken an. Nachdem der Wagen inzwischen auch für 8000 Männer des Arbeitsdienstes tätig war, wird er jetzt auf feiner ersten Reise von Bonn kommend die Betriebe im Dillkreis, in Thale (Harz), Bad Freienwalde, in der Lausitz, Schlesien und Sudetcnland aufsuchen. Auch für diese Fahrt sind 8000 Röntgenbilder vorgesehen. Mit der Schaffung des Röntgenwagens ist Pionierarbeit im Kampf gegen die Staub-Lungen-Erkrankung geleistet worden. Wa. Der Postdienst auf dem Lande. Wie Ministerialrat Ramdor vom Reichspostmini- sterium in ber Deutschen Postzeitung ausführt, hat bie wirtschaftliche Belebung Deutschlands ihren Einfluß auch auf bie Amtsstellen auf dem Lande aus- geübt. Dadurch ist die Wesensart vieler Postagen- turen, ihren Benutzern nur für wenige Stunden am Tage und in beschränktem Maße zur Verfügung zu stehen, vollkommen verlorengegangen. Die Verwalter dieser Postagenturen haben meistens nicht mehr die Möglichkeit, noch einem anderen Beruf nachzugehen. Auch bei den übrigen Amtsstellen sind, namentlich in bezug auf die Entlohnung der Inhaber, Verbesserungen durchgeführt worben. Sie sinb allerdings da- ourch beeinflußt, daß es sich insgesamt um 40 000 Amtsstellen handelt. Nach der Neuregelung können bie verkehrsstärksten Postaaenturen in Zweigpostämter umgewanoelt werben. Als Verwalter kommen die bisherigen männlichen und unverheirateten weiblichen Postagenten in Betracht, denen die Amtsbezeichnung Zweigpostamtsvorsteher beigelegt wird. Die Postagenturen, bie nicht tn Zweigpostämter umgewandelt werben, führen künftig die Bezeichnung „P o st st e l l e", zusammen mit den bereits bestehenden Poststellen. Ihre Inhaber bekommen die gemeinsame Amtsbezeichnung „Post- Halter". Die Bezeichnungen „Postagentur" und „Postagent" verschwinden. Zeitschristen. — Moden, „wie einst im Mai", nur kürzer! Dieses Bild vermittelt das letzte Heft der „Moben» weit" (Deutscher Verlag, Berlin) von der neuen Mode, die mit gestärkten Pikeewesten, Rüschen und Blenden, Schleifchen, Seidenkordeln und Halskrausen entzückende Modelle schuf, von denen viele auch für Vollschlanke kleidsam sind. Außerdem findet man unter den hundert Modellen des bunten Heftes Kleider mit einfacherer, sportlicher Linie, Dirndl, Strandkleidung und Kindermoden. Wer sich dies oder jenes selber machen will, dem hilft die „Moden- welt" mit schneidertechnischen Tips, Handarbeits- Dogen und drei Schnitte-Bogen. M > W W £ I W;' t JJI Ms WMM nn 2W OVERSTOLZ ftttem Wechte! von Sonne und Regen reift Oie Ernte unterer Äcker. Eine Sonnenglut, wie Ne tag. ein tagaus auf den Feldern Mazedoniens lastet, roflr- de ihr nicht den Segen bringen wie dem Tabak, ber ja nicht Frucht tragen, fonbem Aroma fammeln toll in feinen Blättern. Es ist allo gerabe berOberfluß an Sonne, ber bem Mazebonen«Tabak und damit ber OVER» STOLZ ben Reichtum an edlen Duftftoffen beschert. Was Ovevfloh. |d Mlicl) macbt/das ffiSte,Sonne aufMazeSonien Hausfrauen und junge Mädchen! Durch die Einrichtung der Dr. Oetkers-Backkurse Lang-Göns, den 5. Mai 1939. 02297 Ihre Vermählung geben bekannt Hirschhausen 02309 Gießen, den 6. Mai 1939. 3318D im 51. Lebensjahre. Rödgen, Großen-Buseck, Butzbach, den 5. Mai 1939. Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 7. Mai, nachm. 4 Uhr statt 02314 Danksagung. .. der Modestoff des Jahres! ertee Sie be Ihre» Wahi! HMussMaM Heuchelheim, im Mai 1939. modischen Neuheiten 3316D 99 A Die führende naturkundliche Monatsschrift! Beachten Sie unsere Auslagen Kreuzplatz 1 u. 15 Schneberger 3310 A Gießen ATA | DO PELHERZ SELTERSWEG 47 > TELEFON £373 Werbe-Drucksachen bei Brühl, Schulstr. 7 Inhaber und Gefolgschaft der Firma Wilhelm Hoesen Verlobungs-Anzeigen bei Brühl, Schulstr.7 heute morgen 7.30 Uhr im Alter von 32 Jahren in die Ewigkeit abzurufen. Wir betrauern tief das am 5. Mai erfolgte Ableben unseres lieben Arbeitskameraden und treuen Mitarbeiters im blühenden Alter von 32 Jahren. / Wir werden ihn nie vergessen. Am Freitagabend entschlief plötzlich und unerwartet infolge eines Schlaganfalles meine herzensgute Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, meine liebe Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Es ist bestimmt in Gottes Rat, daß man vom Liebsten, was man hat, mnß scheiden. Die Beerdigung findet statt am Sonntag, dem 7. 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Mai, von 1 bis 3 Uhr, im Hotel Hess. Hof. Friedberg, Mittwoch, 10. Mai, v. 4 bis 6 Uhr, im Hotel Deutsches Haus. Alsfeld, Donnerstag, 11. Mai, von l'/3 bis 3 Uhr, im Hotel Deutsches Haus. Grflnberg, Donnerstag, 11. Mai, von 47e bis 6 Uhr, Hotel Hirsch. L. Rnffing, Spezialbandagist, Köln, Richard-Wagner-Str. 16 .....(denn Erleichterung hei die leichte] von wne OeMal end em «ende Auch oli DiixtobleHen und Drix-Extro (Drggejrs) jn Apol 4 6\\ ' »,/v, Nr. >05 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefjen)0./7.Mai 1939 Aus her Stadl Gießen. Hilfsbereitschaft im Alltag. Wir hoben nicht immer Gelegenheit im Leben, große und besondere Taten zu verrichten, wie das schwärmende Jugend oft erträumt. Was von den meisten Menschen verlangt wird, ist der bescheidene stille Dienst im Alltag, ein schmuckloser Dienst, mit dem nicht viel zu prunken ist, der aber unendlich wichtig ist für die Gemeinschaft, in der wir stehen, wie für uns selbst. Bei jedem Menschen sieht dieser Dienst anders aus, doch die Forderung für ihn ist mit uns geboren worden, denn es ist die Forderung, welche unsere Nächsten an uns haben. Es gibt glückliche Naturen, denen es eine Selbstverständlichkeit ist, für den anderen einzuspringen, sie brauchen einfach ihrer Natur zu folgen und tuen dann das Richtige. Der Alltag bietet unendliche Gelegenheit zum Dienst am Nächsten. Albert Schweitzer bezeichnet dies in seinem Lebensbild einmal als die einzige Möglichkeit für viele Menschen, die nicht mit ihrem Schicksal oder ihrem Beruf zufrieden sind, dem Leben erträgliche Seiten abzugewinnen. Zu dieser menschlichen Fühlungnahme und Betätigung gibt nicht nur der Beruf Gelegenheit, jede Menschenklasse findet in ihrem Bereich die Möglichkeit, ihren Mitmenschen Freundliches zu erweisen, jede Hausfrau, jede Arbeiterin, jeder Werktätige. Dem anderen eine Handreichung tun, ihm eine Auskunft geben, seine Sorgen mit ihm besprechen, das kann für den Nächsten unendlich viel bedeuten, für uns selbst ist es nur eine geringe Mühe. Schon bei Kindern zeigt sich diese Wechselwirkung. Dos gefällige, dienstbereite Kind, das gern selbst vom Spiel aufspringt und der Mutter einen Weg abnimmt, das die kleinen Handgriffe im Haushalt unaufgefordert tut, wird meist frischer sein als ein Kind, das träge hie Bitte um seine Hilfe überhört, oder das zum Widerstand neigt und stets Einwendungen hat. Die Mutter hat es mit in der Hand, ihre Kinder zur Dienstbereitschaft zu erziehen, einmal, indem sie diese als selbstverständlich voraussetzt und das Kind immer wieder darauf hinweist und indem sie darauf achtet, daß auch die Geschwister untereinander sich gefällig sind. Wo in einem Hause der Geist selbstverständlicher Hilfsbereitschaft herrscht, wo die Kinder sehen, daß die Eltern in liebevoller Kameradschaft füreinander da sind, und auch ein Ohr haben für die Nöte ihrer Mitmenschen, da werden sie unbewußt in diesen Geist hineinwach- fen. Sie sehen, wie die Mutter in dem und jenen Falle handelt. Der Briefträger klingelt und bittet, ein Paket für die Flurnachbarin anzunehmen, die nicht daheim ist. Oder ein Lieferant ersucht um den gleichen Dienst. Ein andermal wird zu einer Familienfestlichkeit beim Nachbar ein Küchengerät oder eine Kuchenschüssel ausgeliehen. Das Kind svürt genau am Ton und Gebärde der Mutter, ob sie diese Gefälligkeiten gern und aus einem Herzen voll guten Willens heraus tut, und fein Weltbild formt sich danach. Hilfeleistung kann sehr verschieden aufgefaßt werden, im kargen Buchstabensinne und im weiten Sinne eines großmütigen Herzens. Angenommen, eine Bekannte bittet uns, ihr eine häusliche Hilfskraft, eine Stundenfrau oder eine Hausgehilfin zu besorgen, da sie selbst durch Krankheit in der Familie behindert ist. Wir gehen zum Arbeitsamt, die Sache will nicht klappen. Wir könnten uns bei diesen fruchtlosen Versuchen beruhigen und vorgeben, die Lage sei zur Zeit aussichtslos, augenblicklich gebe es keine häuslichen Hilfskräfte. Das wäre nur eine Ausflucht. Ehrlicher Helferwille darf nicht vor kleinen Schwierigkeiten zurückschrecken, sondern muß dann erst recht einsetzen. Es gibt immer noch die Möglichkeit, bei der Berufsberatungsstelle anzufragen,' oder persönliche Beziehungen zu Familien spielen zu lassen. Ist es uns dann endlich gelungen, trotz aller Widerstände und Hemmungen eine passende Helferin für den Haushalt der überlasteten Freundin zu finden, welche Genugtuung und Freude. Gelegentlich werden wir dos gleiche erfahren. HF. Reue Wege zur restlosen Verwertung des Schlachtblutes. Wichtige Errungenschaften im Dienste der deutschen Ernährungswirtschast. Eine Unterredung des Gießener Anzeigers mit Schlachthosdireitor Or. Keller. Ausi der Tagung der Kreissachschaft Fleischer in der Deutschen Arbeitsfront am Sonntag, 30 April, in Gießen — vergleiche „Gieß. Anz." Nr. 101 vom 2. Mai — wurde erwähnt, daß im Städtischen Schlachthof Gießen Versuche über die r e st l o s e Verwertung des Schlachtblutes zum Zwecke der Verwendung als menschliches Nahrungsmittel gemacht wurden. Wir haben daraufhin den Leiter des Städtischen Schlachthofes Gießen, Direktor Dr. med. vet. habil. Keller, gebeten, uns über dieses Verfahren, das schon seit einem Jahre im Gießener Schlachthof erprobt wird, näheren Aufschluß zu geben. Das Ergebnis unserer Unterredung mit Direktor Dr. Keller ist in den nachstehenden Sätzen zusammengefaßt. Die längst bekannte Tatsache, daß Blut durch Zusatz von Chemikalien in flüssigem Zustand gehalten werden kann, ist in neuerer Zeit für die Verwertung des Schlachtblutes als menschliches Nahrungsmittel ausgenutzt worden. Als Chemikalien kommen die vollkommen unschädlichen Salze Natriumzitrat und Natriumphosphat in Frage. Setzt man dem frisch aus der Schlachtwunde strömenden Blut in dem Auffanggefäß eines dieser Salze, in etwas Wasser gelöst, zu, so gerinnt das Blut nicht mehr. Es ist auch nicht notwendig, dieses Blut durch Schlagen von seinem Faserstoff, dem sog. Fibrin, welches die eigentliche Gerinnuna bewirkt, zu befreien. Das flüssig gehaltene Blut hat gegenüber dem geschlagenen Blut gewisse Vorteile. Es enthält als weiteren wichtigen Eiweißkörper das schon erwähnte Fibrin, in Gießen ortsüblich auch „Blutdrosseln" genannt, das sich durch einen hohen Gehalt an löslichen Silikaten und Kalzium auszeichnet, also in diätetischer Beziehung ein wertvolles Nahrungsmittel darstellt. Ein weiterer Vorteil des flüssig gehaltenen Schlachtblutes besteht darin, daß die damit hergestellten Blutwürste oder Mengwürste eine vorzügliche Bindigkeit und infolgedessen eine ausgezeichnete Schnittfestigkeit erhalten. Hiermit nicht genug. Anstatt das Schlachtblut nur in flüssigem Zustand zu verarbeiten, ist man noch weiter gegangen. Man hat dieses Blut, ähnlich wie die Milch, in Zentrifugen in zwei Komponenten geschieden: einesteils in die etwas dickflüssigen roten Blutkörperchen, andernteils in das sog. Blutplasma. Die roten Blutkörperchen können in Zukunft unter Zusatz von Fett, Schwarten und Fleischteilen weiterhin zu Blutwurst verarbeitet werden. Sie fallen beim Zentrifugieren zu ein Drittel der Gesamtmasse an und reichen ungefähr aus, um das deutsche Volk genügend mit Blutwurst zu versorgen. Die übrigen zwei Drittel, das sog. Plasma besitzt eine hellrötliche Farbe, die beim Kochen in eine grauweiße umschlägt. Das Plasma ist geeignet, als Bindemittel sämtlichen Brüh - und Kochwürsten zugesetzt zu werden. Durch Runderlaß des Reichs- und Preußischen Ministers des Innern ist der Zusatz von Plgsma zu Koch- und Brühwürsten bis zu 10 v. H. zugelassen. Artfremde Bindemittel, wie Milcheiweiß, können infolgedessen entbehrt werden. Die mit Plasma hergestellten Kochwürste zeichnen sich genau wie die mit flüssig gehaltenem Blut hergestellten Blutwürste durch ausgezeichnete Schnittfestigkeit und durch besonderen Wohlgeschmack aus. Die Verwertung des Schlachtblutes konnte bisher niemals insgesamt zu Blutwurst vorgenommen werden, da der Bedarf an Blutwurst nicht die ganze Menge des anfallenden Blutes umfaßte. Die Folge davon war, daß großeMengen anSchlacht- blut nutzlos in die Kanäle abfloffen und so einer Verwertung für die Ernährung unserer Volksgemeinschaft verloren gingen. Durch den hier beschriebenen neuen Weg, der seit einem Jahre im Gießener Schlachthof praktisch erprobt wurde, können, wenn das Zentrifugieren des Schlachtblutes überall in Deutschland ein geführt ist, durch das allein in den Schlachthöfen anfallende Blut 20 Millionen Kilogramm mehran Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen! Wurst waren ift D eutschland hergestellt werden. Wenn die neue Methode der Schlachtblutverwertung auch auf dem Lande überall Platz gegriffen haben wird, was durch Aufstellen preiswerter kleiner Zentrifugen durchaus im Bereich der Möglichkeit liegt, so lassen sich insgesamt 40 Millionen Liter Blut und damit 4 0 Millionen Kilogramm Wur st waren jährlich mehr gewinnen. Der deutsche Einfuhrüberschuß an Fleisch, der sich in den letzten Jahren nur auf 1,4 v. H. belief, konnte durch die restlose Verarbeitung des Schlachtolutes fast vollständig gedeckt werden. Das Ziel, die Selb st Versorgung des deutschen Volke san Fleisch zu erreichen, wäre mit dem hier kurz beschriebenen Verfahren beinahe vollkommen erreicht. B. Iugendherbergsarbeit in Gießen und Oberheffen. Anläßlich des Opfer» und Werbetages' für das Jugendherbergswerk haben wir den seit Jahren in ehrenamtlicher Arbeit für die Förderung des Jugendherbergswerks tätigen Studienrat Dr. Flörke in Gießen, einen verdienstvollen Vorkämpfer und Wegbereiter dieser gemeinnützigen Jugendsache, gebeten, uns feine Erfahrungen und Eindrücke über das Werden und den Stand des Jugendherbergswerks in Gießen und Oberhessen mitzuteilen. Dieser Bitte hat Herr Dr. Flörke mit den nachstehenden Zeilen entsprochen. Das nebenstehende Bild zeigt den Tagesraum der Jugendherberge Hardt- terrasse in Gießen. — (2Iufn.: Neuner, Gießener Anzeiger.) ; v; Jugendherberge — ein Wort, heute allen vertraut, ja sogar weit über die Grenzen Deutschlands hinaus ein Begriff und ein Ziel. Noch vor zwei Jahrzehnten aber war es nur ein kleiner Kreis von Eingeweihten, denen dieses Wort etwas zu faaen hatte, wenige, denen es Aufgabe sozialen Schassens war. Dreißig Jahre sind es heute, feit in Altena die erste Jugendherberge ihrer Bestimmung übergeben wurde. Richard Schirrmann, der Vater des Jugendherbergswerks, hatte sie geschaffen. Sie war in einer Zeit entstanden, in der das Jugendwandern mächtig aufblühte, in der uralter deutscher Drang in die Weite, der lange verschüttet war, wieder Gestalt gewann. Hoffnungsvoll gedieh das neue Werk. 1913 wiesen 83 Herbergen bereits 21000 Uebernachtungen auf. Aber erst nach dem großen Kriegsbrände ging die Entwicklung in die Breite; im Jahre 1919 finden wir schon 300, 1921 1300 und 1924 gar 2000 Herbergen verzeichnet, und eine halbe Million Uebernachtungen wies dies letztgenannte Jahr auf. In Jahren des größten Elends und der tiefsten Not war durch den Einsatz einer immer größer werdenden Schar selbstloser Schaffer ein soziales Werk von größter Bedeutung mächtig vorangetrieben worden. Zwar die Jungen von heute würden die alten Bleiben gar mitleidig betrachten, wenn wir sie ihnen noch zeigrn könnten. In den allereinfachsten Räumen waren sie eingerichtet, mit dem allereinfachsten Gerät, wie es eben aus Heeresbeständen zur Verfügung stand, waren sie ausgerüstet. Bei weitem nicht berufen waren sie zur Erfüllung der erzieherischen Aufgabe, die wir heute unserer Herberge zuweisen, die wir so gestalten, daß sie in enger Verbindung stehen mit der deutschen Geschichte und der deutschen Landschaft, daß sie den jungen Gästen den Reichtum deutscher Kultur und deutschen Lebens widerspiegeln; aber doch ein Anfang und ein Keim, aus dem ein mächtiger Baum wuchs. 158 175 Betten standen am Ende des Jahres 1938 in den deutschen Herbergen zur Verfügung, 8,7 Millionen Uebernachtungen wies Wir besuchen zweiTigerkinder. Don paul Eipper. Wieder einmal hat mir das Schicksal eine große Freude bereitet: im Berliner Zoo sind zwei sibirische Tiger geboren worden, und so oft ich nur kann, besuche ich die wolligen Katzenkinder, sehe ihrem Wachstum zu, dem äußerlichen und dem inneren. Beides geht — nach menschlichen Verhältnissen — überraschend schnell; die Tigerchen sind zwar noch recht niedrig auf den Beinen, mehr rundlich dick als langgestreckt, aber ich lasse mich von ihrer tolpatschigen Weichheit nicht täuschen: die gestreiften Knirpse wissen schon ganz genau, was sie wollen, und sie lernen Stunde um Stunde, obwohl sie kein Vorbild haben und keinen Lehrmeister, denn sie wohnen für sich im Käfigraum. Alfred Kaden, der Betreuer aller Berliner Raud- katzen, stellte eines Morgens eine massive Leitertreppe aus Holz in ihre Kinderstube: „Das ist gut für die Ausarbeitung der Knochen", meint der erfahrene Pfleger, freut sich zugleich auf die kommenden Ereignisse, und wir, die zuschauenden Tier- freunbe, tun es auch. Ja, selbstverständlich wird zunächst einmal das neue Ding beschnuppert und berochen — ungefährlich, sagt die Nase. Dann hebt der eine Tigersohn die breite Vorderpfote; kurzes, kaum merkliches Antaften, zum zweiten-, drittenmal, und schon hockt er auf der unteren Treppenstufe. Die nächste erklimmt er sehr gemächlich, auf der dritten legt er sich schlafen. Aber die Ruhe ist nicht für lange Dauer; sein Brüderlein, das steche, hat vom linken Vordereck her zugeschaut, ein wenig blinzelnd und gar nicht so sehr interessiert; nun zieht er alle vier Beine zusammenkauernd unter den Leib, wackÄt mit dem Hinterteil nach links und rechts, — hoppla, die gelbrot gestreifte Wollkugel ist gar nicht mehr vorn im Käfigwinkel, sie schnellte flammend quer durch den Raum, flach nach oben mit einem richtigen, wilden Tigersprung und hockt dem Bruder neidisch fauchend im Genick. Mit dem Erfolg, daß nun zwei „bumme Katzenbuben" rumpelnd und polternd die Treppe hinunterfallen. Sie jmb wirklich verbutzt, rappeln sich maunzend auf, schütteln bie Köpfe unb trollen sich, jeder nach einer andern Seite. v . e, q Woher kam nun das Signal und wer fünfte es. Mit einem Ruck drehn sich in der gleichen Sekunde die beiden Tigersöhne um und federn wie vielerprobte Hürdenspringer die Treppe hinauf, sofort zurück, wieder empor, .und damit hat ein Ha^che- spiel begonnen, das seitdem eigentlich nimmer enbet, sondern zu jeder Tageszeit mit der gleichen Begeisterung ausgeübt wird. „Das tut euch gut, ihr verfressenen Lausbuben", schmunzelt Kaden sichtbar beglückt. Er ist ja ein unverbesserlicher „Tigernarr". Wohl fünfzehn Jahre kenne ich ihn nun, und wir sind in unserer Gesinnung wirklich „auf Du und Du", in unserer Liebe zu den Tigern. Was uns nicht hindert, immer wieder die geschmeidige Schönheit des Leoparden zu bestaunen, den machtvoll kantigen Ausdruck eines Löwenschädels. „Passen Sie auf, nun habe ich ein neues Spielzeug für bie kleinen Sibirier", sagte er kürzlich zu mir unb schob einen Holzreifen durch die Stäbe, vielleicht fünfzig Zentimeter im Durchmesser und mit Isolierband mehrfach umwickelt, damit sie sich nicht wehtun mit den weichen Kindermäulern. Man kann schmunzeln und hell auflachen; man kann sich freuen und man kann staunen; auf alle Fälle sieht man nun, was alles in diesen jungen Geschöpfen steckt an Neugier, Temperament, Mut, Tolpatschigkeit und Eigensinn. Mal zwängt sich der eine mit den Beinen in den Reif; aber so sehr er sich auch müht, die vierte, die linke Hinterpfote bekommt er nicht mehr hinein; das kurze Schwänzchen rutscht dazwischen, und wenn der Tiger allzu temperamentvoll kratzt und schlenkert, haut ihm der Reif von unten her wippend gegen die Kinnlade. Da muß er natürlich knurren vor Zorn; immerhin, erklären kann ich es nicht, wieso er plötzlich Kobolz schoß samt dem Spielzeug und nach der Landung einwandfrei, mit „ganzer Figur" in feinem Reifen saß, umfriedet gewissermaßen, so wie der Vogel im Nest. Während er aus großen, erstaunten Kinderaugen an sich hinunterblickte, empfing er jäh eine wohlgezielte Ohrfeige, die ihn mit einem neuen Purzelbaum aus dem Ring ins freie Gelände warf; sein Bruder trollte mit der Spielzeugbeute weg. Es braucht nicht unbedingt als Siegerftolz gedeutet zu werden, daß er dies hocherhobenen Hauptes tat; nur so konnte er nämlich im Fang den Reifen vor sich her tragen. Erstaunlich genug, daß er trotzdem nicht stolperte; er mußte seine Dordertatzen bei jedem Schritt hochreißen, wie das edle Schulpferd die Beine wirst, sonst hätte er sich doch zu guter Letzt verheddert. Aber er brachte sich unb seinen Trumpf auf die höchste Plattform ber Treppe, bort streckte er sich längelang aus und benagte nach Herzenslust den gepolsterten Holzring. Dabei schielte er fortgesetzt hinunter auf bie Niederung des Fußbodens, jederzeit bereit, den vielleicht revanchefüch- tigen Bruder zweckentsprechend zu empfangen. Doch der hatte inzwischen einen anderen Entschluß gefaßt, einen besseren dazu: er zog zu Kaden und klagte ihm sein Leid. Oder wollte er nur Zärtlichkeit an Stelle der brüderlichen Hiebe? „Das ist nämlich ein Schmuser, ganz verschieden von dem dort oben". Wahrhaftig, man kann es sich kaum norfteUen, mit wie vielen Körperstellen zugleich sich die „Schmeichelkatze" an den beiden Menschenhänden reibt; fast steht sie auch noch Kopf, damit die Zunge kostend ebenfalls daran teilnehmen kann. „Aber die Pfoten laß lieber peg, mein Sohn! Unser Menschenhaut ist nicht so dick wie euer Pelz", sagt Kaden unb zeigt mir durch einen leichten Druck auf die Pranke, daß schon jetzt die gelben Krallen gefährliche Dolche sind mit Nadelspitzen am gebogenen Ende. Man muß sich in der Tat wundern, daß nicht dauernd Blut zu Boden tropft bei den geschwisterlichen Zweikämpfen, daß die Ohren nicht längst aus- gefranst sind unb die rosafarbenen Nasen geschlitzt; denn diese Raufereien, an sich Ausbruck von Wohlbehagen, Beweis für Gesundheit und Ueberschuß an Jugendtemperament — sind doch schon ganz richtige, wilde Tigerkämpfe mit Anschleichen, Ueber- fatt und grimmig ausdauernder Schlagkraft. „Nun singt mal ein bißchen", meint Kaden und krault ihre Nacken. Wahrhaftig, sie klagen und werben mit einem hohen, hellen langgezogenen Singlaut. „Ist schon gut; ich weiß, ihr habt Appetit. Unglaublich, was bie kleinen Kerle futtern können? Alle paar Stunden mache ich ihnen was zurecht; dann schlafen sie eine Weile, um nachher mit aller Kraft weiter zu toben." Recht so< ihr werbet groß und stark unb schön wie euer Vater draußen, Amur, der sibirische Tiger. Der gute Montag. Der Montag hat im allgemeinen keinen 'guten Ruf unter den Wochentagen. Nach dem Ausruhen am Sonntag ist der Mensch nicht immer so frisch wie er eigentlich sein sollte, sondern bas süße Nichtstun am Tage bes Herrn klingt noch nach, und erst allmählich kommt bie „Arbeitsmaschine" wieder in Gang, so daß die Leistungen am Montag gewöhnlich schlechter sind als an anderen Tagen. Der „blaue" Montag ist ja daher auch seit alten Zeiten eine beliebte Fortsetzung der Sonntagsfreiheit, die stets die Mißbilligung der Behörden und Arbeitgeber gefunden hat. Und doch hat auch der Montag seine Lobredner gefunden, unb man hat behauptet, daß er einen besonderen Zauber unb Reiz besitze. Eine Englänberin schrieb in einer „Ehrenrettung" des Montags, daß dieser Tag mehr für sie bedeute als jeder andere Wochentag. „Wir lieben", so führte sie aus, „den Morgen des ersten Tages der Woche, an dem wir das Leben mit frischer Energie und neuen Hoffnungen beginnen. Nach der Stille des Sonntags setzt das bunte Leben wieder ein. Briefe kommen, die Geschäfte sind offen, unb wir haben sechs ganze Tage vor uns, um zu -arbeiten und uns zu vergnügen. Wenn auch manches Sprichwort den Montag zu einem Unglückstag erklärt, so stehen dem doch uralte Bräuche entgegen. Für die alten Römer war der Montag ein „guter Tag", an dem wichtige Entschließungen gefaßt und bedeutsame Unternehmungen begonnen wurden; er stand nämlich unter des Einfluß des Jupiter. Noch heute behauptet der Volksglaube, daß die glücklichen Stunden am Morgen zwischen 10 und 12 Uhr liegen. Hochzeiten am Montag sollen besonders glückliche Ehen zur Folge haben. Der Montag ist auch ber beste Tag, um Vergnügungen nachzugehen. Die Theater unb Kinos sinb am wenigsten besucht; man bekommt daher bie besten Pläste. Die Damen sollten auch mehr, als sie es bis jetzt tun, die Montage für ihre Einkäufe wählen, denn die Läden sind bann nur halb voll; die Angestellten sind nach der Ruhe des Sonntags aufmerksamer und höflicher, können uns auch mehr Zeit widmen, da sie weniger beschäftigt sind. Wer den Zauber des Montags richtig versteht, der wird an ihm die Freuden des Sonntags noch einmal durchkosten und wird besonders gut gelaunt unb arbeitsfreubig fein. Geben wir dem Montag feilt Recht und feinen Sinn." B. Hochschulnachrichten. Professor Dr. Wilhelm Furtwängler, Ordinarius für Mathematik und Geodäsie an der Universität Wien, vollendete das 7 0. L e b e n s j a h r. Furtwängler arbeitete als Assistent an der Technischen Hochschule Darmstadt. Von 1904 bis 1907 und 1912 wirkte er als Professor an der landwirtschaftlichen Akademie Bonn, von 1907 bis 1910 an ber Technischen Hochschule Aachen. Seit 1912 bis zu seiner Emeritierung hatte er das Ordinariat für Mathematik an der Universität Wien inne. Furtwängler gilt als Autorität auf bem Gebiet der Zahlentheorie, der Mechanik und der Geodäsie. Der n. b. a. o. Professor Dr. Hermann G u m b e ( an der Universität Frankfurt wurde beauftragt, an der Universität Königsberg die Vertretung der o. Professur für deutsche Philologie wahrzunehmen. — Der n.b. a. o. Professor Dr. Karl Ehrhardt in Frankfurt wurde beauftragt, an ber Universität Graz die o. Professur für Geburts- Hilfe unb Gynäkologie vertretungsweise zu übernehmen. — Der n. b.a. o. Professor Dr. Wilhelm Dirscherl in Frankfurt wurde beauftragt, an ber Universität Gö11ingendie Vertretung der Professur für Physiologische Chemie wahrzunehmen. dieses Jahr auf. Noch aber ist kein Stillstand und kein Ende abzusehen. Gießen, das heute auf der Hardtterrasse eine geräumige und gut ausgerüstete Jugendherberge besitzt, erhielt seine erste Bleibe im Jahre 1922. Auch hier war der Anfang äußerst bescheiden. In einem längst abgerissenen Haus in der Schloßgasse fand die wandernde Jugend ihr erstes Heim. Bereits ein Jahr später aber gelang es, dafür würdigere Räume in dem Hause Asterweg 2 5 frei zu machen. Dort wuchs aus kleinen Anfängen unter der treuen Fürsorge der Stadtverwaltung und des Helferkreises, der sich im Jahre 1924 zusammen fand, die Herberge, bis ihr das alte Bürgerhaus zu eng wurde. Den Mitschaffenden am Werk ist manch liebe Erinnerung aus dieser Zeit lebendig. Dor allem ist auch der tätigen Mithilfe der Gießener Jugend selbst zu gedenken, sei es, daß sie sich bei der Werbung ober bei Geldsammlungen opferfreudig einfetzte, sei es, daß sie selbst mit Hand anlegte, um das Heim zu verschönern und besser auszurüsten. Sogar der Pinsel wurde geschwungen, und färben* frohe Räume und Bilder der heimatlichen Burgen gaben Zeugnis von Einsatz und froher Tat für gemeinsames Werk. Die Ortsgruppe des Jugendherbergsverbands, die 1924 in Gießen ins Leben gerufen wurde, fand hier' bereits eine Herberge vor. Ihrem Schaffensdrang erschien es zu wenig, nur dieses Heim weiter zu fördern und feinen Ausbau ooranzutreiben. Sie setzte sich deshalb ein weiteres Ziel. Im Herzen unseres hauptsächlichen Wandergebiets, im Vogelsberg, gab es damals keine Raststätte für die Jugend. Hier mußte Wandel geschaffen werden. Auf dem Hoherodskopf konnte am 12. Oktober 1924 das neu geschaffene Heim eingeweiht werden. Mitten im Hochwald, auf der malerischen Felsgruppe gelegen, me den Gipfel des Bergs bildet, steht der einfache, nach Landesart mit Schindeln verkleidete Fachwertbau. Die Art seiner äußeren und inneren Gestaltung, zu der vorwiegend heimisches Holz herangezogen wurde, wie auch seine Lage lassen in besonderem Maße heimatliche Töne in seinen Gästen anklingen. Die kommenden Jahre waren dem Ausbau der Herbergen gewidmet, von denen die in der Stadt von Jahr zu Jahr vergrößert werden mußte, um die immer mehr anwachsende Zahl der jungen Wanderer aufzunehmen, während im Oberwald durch die Errichtung des Jugendheims des Vogelsberger Höhenklubs auf der Herchenhainer Höhe, die in die Jahre 1925/26 füllt, auf lange Sicht ausreichende Uebernachtungsgelegenheit geschaffen wurde. Diel Arbeit machte auch der innere Ausbau der Ortsgruppe. Hunderte von Ausweisen mußten Jahr für Jahr an die Wanderer ausgestellt werden, und wie das so geht, sehr oft in letzter Minute, wenn die Reise schon angetreten werden sollte. Ein außerordentliches Maß stiller und entsagungsvoller Arbeit, was da immer erneut von den Helfern zu leisten war. Dazu kamen die Werbung, die Vorbereitung und Durchführung der Sammlungen u. a. m. Marschierte die Stadtverwaltung mit ihrer Fürsorge für die Herberge stets mit an der Spitze der deutschen Gemeinden, so wollte auch die Ortsgruppe nicht dahinter Zurückbleiben. Im Rhein-Main-Gebiet gehörte sie zu den rührigsten und zu denen, die durch das Aufsuchen neuer Wege und durch selbständiges Handeln an der Weiterentwicklung des Herbergsgedankens stets tätig mithalfen. Das Dritte Reich brachte auch für das Iugend- herbergswerk neuen Auftrieb. Die straffere Zusammenfassung aller aufbauwilligen Kräfte, die günstige Entwicklung des Wirtschaftslebens führten zu einer raschen Vervollkommnung der Heime, wandelten sie immer mehr aus reimen Uebernachtungs- gelegenhellen zu Stätten der Erholung, zu Stätten der Erziehung, in denen und vermittels derer der junge deutsche Mensch seine Heimat erlebt, die ihm Elternhaus auf seinen Fahrten sein sollen. In Gießen wurde der immer größer werdenden Raumnot in der alten Herberge durch eine großzügige Entscheidung der Stadtverwaltung begegnet. Im Jahre 1935 entstand die neue Herberge auf der Hardtterrasse, die nach ihrer endgültigen Fertigstellung dem Jugendherbergsverband übereignet wurde. Damit kam für Gießen eine Entwicklung zum Abschluß, die sich überall in Deutschland vollzog. Vielfach waren nämlich die Herbergen Eigentum der Gemeinden oder privater Verbände, was der Einheitlichkeit ihrer Verwaltung Feierliche Werweisimg in das VM.-Werk „Glaube und Schönheit". Gestern abend fand in der Schillerschule in feierlicher Form die Ueberweisung von 130 BDM.- ftamerabinnen in das B D M. - W e r k „Glaube und Schönheit" statt, um nun dort in den Ar- beitsaemeinschaften eine Arbeit fortzusetzen, die der Ausrichtung auf die ureigensten Aufgaben der Frau für Volk und Vaterland dienen soll. Mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Nur der Freiheit gehört unser Leben" fand die Feierstunde ihren Auftakt. Worte des Führers, die er beim Reichsparteitay 1933 zur deutschen Jugend sprach, wurden anschließend wiedergegeben und ließen erkennen, welche Aufgabe der Jugend um die deutsche Zukunft zugemessen ist. Das Lied „Wenn die Stürme Leben wecken" kettete dann über zu einer kurzen Vorlesung aus einer Rede des Reichsju-gendführers Baldur von Schi rach, in der die Gedanken herausgestellt wurden, die die Arbeit des BDM.-Werkes maßgebend bestimmen sollen. Das BDM.-Werk „Glaube und Schönheit" so hieß es in diesen Darlegungen, schließe eine Lücke in unserem Erziehungswesen. Den Organisationen IM. und BDM., ID. und HI. fei- die Aufgabe gegeben, die 10- bis 18jährigen zur Gemeinschaft zu erziehen; für die 18- bis 21jährigen, bzw. die 17= bis 21jährigen Mädchen aber sei eine besondere Erziehung zur gemeinschaftsgebundenen Persönlichkeit erforderlich. Deshalb bedürfe es einer Organisation, die aufgespalten in die verschiedenartigen Arbeitsgemeinschaften, der persönlichen Neigung und Befähigung Rechnung trage. Der Begriff „Glaube und Schönheit" solle den Angehörigen dieser Organisation gleichsam als ein Sternbild erscheinen, dem jede auf ihre Weise zuzustreben versuchen müsse. Das Streben nach Schönheit sei dem arischen keineswegs zugute kam und die erzieherischen Aufgaben des Jugendherbergswerks nicht immer förderte. Der Wärmerer mußte mit verschiedenen Kopfgeldsätzen rechnen und traf Heime von ganz verschiedenartigem Ausrüstungsstand an. Öffc waren auch die Herbergen in Gebäuden untergebracht, die noch anderen Zwecken dienten, und damit ihr Betrieb erschwert. Das wurde anders. Der Jugendherbergsverband übernahm alle Herbergen als Eigentum oder doch wenigstens in seine alleinige Verwaltung. Jetzt konnte nach einheitlicher Planung der Weiterausbau des Netzes durchgeführt werden und die Etappen auf dem Wege zum Ziel wurden klar umriffen. Das Ziel aber war zunächst eine Vervollkommnung der Ausrüstung und eine einheitliche Verwaltung. Insoweit es erreicht war, konnte an die Neuschöpfungen gegangen werden. Das A>eal aber ist, Neubauten zu erstellen, die nach Lage und Raumaufgliederung, nach Gestaltung des äußeren und inneren Gesichts des Baues ihre Aufgabe an der Erziehung der deutschen Jugend mitzuwirken am wirkungsvollsten zu erreichen gestatten und ein Ausdruck des Wollens der nationalsozialistischen Jugendbewegung sind. * In Oberhessen gingen das „Vater-Bender- Heim" auf der H e r ch e nh a i n e r Höhe und die Jugendherberge in Lauterbach, die in einem städtischen Gebäude sich befand, in den Besitz des Landesverbands über. Das erstgenannte Haus erfuhr eine gründliche Umgestaltung und ist mit feinen 100 Betten neben Gießen die größte Herberge unserer engeren Heimat. In Laubach entstand im gräflichen Park eine idyllische Meide, in B ü - dingen konnte das 1930 von dem Verband erworbene Haus im Seemenbachtal umgebaut und erroetiert werden. B ad-Na uheim erhielt im vorigen Jahr durch das Entgegenkommen her Stadtverwaltung, die dem Verband ein Haus mitten im Grünen am Hange des Johannisberg schenkte, eine Herberge, die eine seit Jahren sehr fühlbare Lücke im Herbergsnetz schloß. Diese war entstanden durch den Wegfall der Friedberger Herberge, die im Winter 1932/33 in der dortigen Kaserne eben erst entstanden war. Für Butzbach ist ein Neubau am Schrenzer vorgesehen und bereits finanziert. Er kommt zur Erstellung, sobald die Platzfrage in Verbindung mit dem neu zu schaffenden Sportfeld gelöst ist. Einstweilen ist von der Stadt eine Zwischenlösung geschaffen, weil das Menschen von Natur aus eingegeben. Ihm offenbare sich im schönen Menschen die ewige Gottheit. Das Streben nach Schönheit' vermöge aber allein die Gründung einer Einrichtung nicht zu rechtfertigen, die im Rahmen der weltanschaulichen Erziehungsgemeinschaft der deutschen Jugend entstehe. Diese werde vielmehr von jeher durch den Glauben bestimmt. Darunter sei die geheimnisvolle Kraft zu verstehen, die die gefallenen Kameraden in allen Gliederungen der NSDAP, zur letzten Hingabe befähigt habe. Den nachfolgenden Generationen müsse die gleiche Glaubenskraft zu eigen sein. Dor allem das junge Mädchen müsse Trägerin und Hüterin des Glaubens fein. Das BDM.-Werk „Glaube und Schönheit" müsse dem erzieherischen Willen Adolf Hitlers dienen. Im weiteren Verlauf der Feier hielt die Untergauführerin Käthe Pfeffer eine kurze Ansprache über die Notwendigkeit der Vorbereitung der Mädchen für ihren zukünftigen Beruf als Hausfrau und Mutter. Alle Arbeit müsse den großen Lebensnotwendigkeiten unseres Volkes dienen, alle Arbeit müsse darauf gerichtet fein, dem Werke des Führers zu dienen und ihm selbst damit Freude zu machen. Das kommende Jahr solle der fruchtbaren und praktischen Arbeit gewidmet sein. Mit einem Derswort von Baldur von Schirach („Wo einer denkt entsteht ein Funke") und mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Nun laßt die Fahnen wehen" klang die Feier aus. Dann nahm die Untergauführerin die Gruppeneinteilung vor und übergab die neugebildeten Gruppen ihren Führerinnen. Die Arbeit wird nun m den Arbeitsgemeinschaften Gesundheitsdienst, Sport und Gymnästik, Volkstanz, Werkarbeit, Literatur, Auslandskunde und Hauswirtschaft ausgenommen. kleine Heim in der ßanggaffe den in den letzten Jahren unheimlich angeschwollenen Strom der Wanderer auf der Nord-Südstraße einfach nicht mehr fassen konnte. In Gedern ist der im Jahre 1929 erstellte Neubau noch unverändert im Betrieb. Schlitz sucht Ndch eine endgültige Lösung. Im Schloß Berleburg ist seit einigen Jahren die dortige Herberge untergebracht. Sie hat 200 Betten und erfreut sich als Schullandheim besonderer Beliebtheit. Auch hier ist ein Neubau das Ziel. Einen solchen erhoffen wir auch für Alsfeld, das bisher nur eine recht kleine und kaum mehr ausreichende Bleibe aufzuweisen hat. In Schotten bietet schon seit einer ganzen Reihe von Jahren ein kleines Eigenheim den Wanderern und Schiläufern auf ihrem Weg zum Hohen Vogelsberg Rast und Unterkunft. * Damit sind der Stand und die nächsten Aufgaben in unserer engeren Heimat kurz gekennzeichnet. Vorausschauend läßt sich sagen, daß nach Lösung dieser Aufgaben neue kommen werden. Denn unaufhaltsam wachsen die Uebernachtungszifsern. Schon wird es hie und da wieder zu eng, schon müssen hie und da Erweiterungen für die Zukunft erwogen werden. Ein Ende ist nicht abzusehen. Das Jugendherbergswerk ist aus einem Wunschbild einzelner, denen das eigene Erleben zum verpflichtenden Einsatz geworden war, zu einem nicht mehr hinwegzudenkenden Bestandteil unseres völkischen Lebens geworden, der jeden Deutschen mit Stolz und Freude erfüllt und an dessen weiteren Gedeihen jeder durch seine Gabe am Reichsopfer- und Werbe tag mithelfen wird. Lornotizen. Tageskalender für Samstag. Gaukulturwoche im Kreis Wetterau: 16 Uhr im Oberhessischen Museum Eröffnung der Ausstellung „Unser Dorf- und Hausbuch"; im Stadttheater 20 Uhr Festoorstellung „Minna von Barnhelm". — Die Gießener Jugendherberge hardtterrasse" ist für jedermann zur Besichtigung geöffnet. — Gloria- Palast (Seltersweg): „Ein hoffnungsloser Fall". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Männer müssen so sein". — Cirkus Barley: 20.15 Uhr auf Oswalds- garten Eröffnungsvorstellung. — Don 19 bis 20 Uhr Maienblasen vom Turm der Johanneskirche. — Artilleristenkameradschaft 1895: 20.30 Uhr hessischer Hof" Kameradschaftsabend. Tageskalender für Sonntag. Gaukulturwoche im Kreis Wetterau: Stadttheater: 11.30 Uhr Feierstunde mit Ansprache des Kreisleiters Backhaus; Uraufführung „Prinz Eugen". 11 bis 12 Uhr Standkonzerte am Kreuzlatz und am Ludwigsplatz. — Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr „Meine Schwester und ich". — Die Gießener Jugendherberge „Hardtterrasse" ist für jedermann zur Besichtigung geöffnet; 15.30 Uhr Treffen des Ortsoerbandes. — Gloria-Palast (Seltersweg): „Ein hoffnungsloser Fall". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Männer müssen so fein". — Cirkus Barley: 15.30 und 20.15 Uhr Vorstellungen auf Oswalds- garten. — Deutsche Stenografenschaft, Ortsverein Gießen: 8.30 Uhr in der Öffentlichen Handelslehranstalt (Wernerwall 11) Frühjahrs-Ortsvereins- Wettfchr eiben. Spielplan des Stadttheaters vom 7. bis 14. 2Hai. Am Sonntag, 7. Mai, findet im Stadttheater die Eröffnung der Gau-Kulturwoche Hessen-Nassau 1939 statt. Gleichzeitig veranstaltet das Stadttheater seine 50. Morgenfeier, das seltenste Jubiläum, das eine Bühne Deutschlands bisher erlebte. Die erste Mor- Cüzovür secdüxMt Daz KezerMuch »ckukt Ihnen kMenton du 1 Citrovi n-Fabrik G m b H. Frankfurt%<| Bßfonöcrs fchmachhafte Salate genveranstaltung fand am 1. Dezember 1935 statt. Die Gau-Kulturwoche wird mit einer Ansprache des Kreisleiters Backhaus eröffnet. Ferner spricht der Intendant des Stadttheaters Hermann Schultze- Griesheim. Hierauf findet die , Uraufführung „Der Prinz Eugen", drei Szenen von Eberhard Wolfgang Moller statt. Spielleitung: Hermann Schultze-Griesheim. Bühnenbild Karl Löffler. Musi» kalifche Umrahmung der Feier: die Werkschar. Dis Anfangszeit der Veranstaltung ist auf 11.30 Uhr festgesetzt worden, nicht, wie irrtümlicherweise bekanntgegeben wurde, um 11 Uhr. — Am Abend noch einmal „Meine Schwester und ich", musikalisches Lustspiel von R. Benatzky. Spielleitung Gert Buchheim, am Flügel Joachim Popelka, Tänze Thea Maaß. Anfang 19.30 Uhr, Ende 22 Uhr. Dienstag, 9. Mai, Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr: Uraufführung in Anwesenheit des Verfassers: „Ter Alte geht um", Volksschauspiel von Karl Ruckels- hausen. Spielleitung Hans Geißler. Dienstag-Miete 31. Vorstellung. Mittwoch, 10. Mai, Anfang 19.30 Uhr, Endg 23 Uhr: Zum letztenmal „Die Königin Isabella", Schauspiel von Hans Rehberg. Spielleitung Hannes Razum. Mittwoch-Miete 30. Vorstellung. Donnerstag, 11. Mai, Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr: Einmaliges Gastspiel der Staatsschauspielerin Lil D a g o v e r in „Spiel im Ernst", Komödie von Gerhard T. Buchholz. Spielleitung Karl Heinz Martin. Außer Miete! Freitag, 12. Mai, Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr: Zum letztenmal „Ein ganzer Kerl", Komödie von P. Buch. Inszenierung Hans Geißler. Freitag-Miete 31. Vorstellung. Sonntag, 14. Mai, Anfang 19.30 Uhr, Ende 22 Uhr: „Der Alte geht um", Volksschauspiel non Karl Ruckelshausen. Spielleitung Hans Geißler. Außer Miete. (Eine Sonder-Ausstellung „Das Dorf- und Hausbuch" findet während der Dauer der Gau-Kulturwoche im Oberhessischen Museum (Altes Schloß) statt. DI.-Zungbann 116. Führerlagung in Gießen. Am Sonntag, 7. Mai, Antreten der Fähnlein- und Jungstammführer des Jungbannes 116 Wetterau in Winterdienstuniform, Stiefelhose oder Schihose, Jungenschaftsbluse und Mütze, in Gießen pünktlich um 9.30 Uhr auf dem Ludwigsplatz. Mit dem Treudienst-Ehrenzeichen ausgezeichnet. Das silberne Treudienst-Ehrenzeichen für 25jährige treue Dienste erhielten bei der Fahrkartenausgabe. Gepäck- und Eilgutabfertigung Gießen: Reichsbahn» Sekretär Heinrich Becker, Reichsbahn-Assistent i. R. Speier, Reichsbahn-Lademeister Funk, Körn» topp, Reichsbahn-Ladeschaffner Volk und die Güterbodenarbeiter S e m m l e r und Albach. Den Geschichten ans aller Welt. Ein Meteor in der guten Stube. Ndz. Tokio. „Alles Gute kommt von oben", sagt ein deutsches Sprichwort. Eine Hausfrau in Pokohama wird sich dieser Auffassung in Zukunft nur noch sehr bedingt anschliehen, denn sie hat eigentlich die Erfahrung gemacht, daß auch weniger Gutes aus jenen Höhen herabkommen kann, die sich unferem Auge in tiefer Bläue verschließen. Als die Frau in ihrem nach japanischer Art leicht gebauten Haus beschäftigt war, horte sie plötzlich aus dem anstoßenden Zimmer einen gewaltigen Lärm, als ob das ganze Haus einstürzen wolle. Sie eilte schreckerfüllt in den Nachbarraum und sah zu ihrem Erstaunen, daß ein etwa kopfgroßer Stein in dem Zimmer auf der Matte lag. Es ergab sich, daß ein fast 10 Pfund schwerer Meteorsplitter bas Haus durchschlagen hatte. Ein Kugelblitz stellt sich vor. Ndz. Kopenhagen. . Ein schweres, mit Wolkenbruch und Hagelsckauem verbundenes Gewitter, daß kürzlich über Kopenhagen niederging, hat allerlei Unheil angerichtet, aber es hat sich auch einen wirklich guten Witz geleistet. Es hat einen Kugelblitz sozusagen zur fach- wissenschaftlichen Untersuchung in die Urania-Sternwarte geschickt, und ausgerechnet zu einem Astronomen, der vor diesem Besuch an der Realität der oft gemeldeten Kugelblitz-Erscheinungen zweifelte. Magister Luplau Janssen, einer der bekanntesten dänischen Astronomen, war abends in der Urania« Sternwarte mit einer kleinen technischen Arbeit beschäftigt und hatte auf das heranziehende Unwetter kaum geachtet. Plötzlich hörte er ein kräftiges Zischen, und im gleichen Moment sah er eine große, kugel« förmige Lichtmasse durch die geöffnete Spalte Der Kuppel hereinsausen. Ein paar Meter von seinem Sitz rollte die Lichtkugel, Deren Durchmesser er auf einen halben Meter schätzt, durch das Observatorium zur geöffneten Tür und durch diese die Treppe hinunter. Unten befindet sich des Astronomen Wohnung, Deren Küchentür geöffnet mar. Der Astronom verfolgte die helle Kugel und sah sie durch die Küchentür rollen, vorbei an feiner jungen Frau, Die gerade Anen Teller abtroefnete. Sie ließ kaltblütig übrigens nicht einmal bei diesem ungewöhnlichen (Ereignis den Teller fallen! Beide Eheleute konnten nun beobachten, wie Der Kugelblitz sich durch die offene Tür Des Kachelofens den Ausweg ins Freie suchte. Gleich darauf war oben Das Geräusch von zwei lauten Pistolenschüssen zu hören — Der Kugelblitz war offenbar an der Schornsteinöffnung explodiert. Eine Ofenkachel hat der Blitz bei feinem Weg durch den Ofen zerschlagen, sonst hat Der rücksichtsvolle Besucher keinen Schaden angerichtet. Er ist nach der Meinung Des Astronomen genau Der Zugluft gefolgt, Die von oben Durch Den Spalt Der Kuppel durch Die offenen Türen strich. Magister Janssen bekennt, daß er vor diesem augenscheinlichen Beweis ebenso wie manche seiner Kollegen den Be-, richten über Kugelblitze skeptisch gegenübergestanden und an optische Täuschungen geglaubt habe. Nach diesen Berichten tritt der Kugelblitz nicht immer so rücksichtsvoll auf wie bei seinem Besuch in Der Kopenhagener Urania-Sternwarte, wo er nicht einmal Die elektrische Beleuchtung gestört hat. Der Futzball und die Kaffeekanne. Ndz. Kopenhagen. In Asiens in Dänemark ist im Fußballkampf zwischen den Mannschaften von Asiens und Udbyhöj Die Asiens-Mannschaft für besiegt erklärt worden aus einem Grunde, Der in Der Sportgeschichte einzig dastehen Dürfte. Ein Spieler dieser Mannschaft hatte den Ball so kräftig gestoßen, daß er die Grenzen Des Sportplatzes überflog und in einem benachbarten Garten landete. Unglücklicherweise wär es der Garten des Lehrers H. P. Nielsen, der ohnehin auf die Fußballer nicht gut zu sprechen ist, weil ihr lärmendes Treiben ihm Die ruhige Erholung im Grünen schmälert. Nun hatte sich Der Fußball auch ausgerechnet Den Kaffetisch im Garten als Landungsplatz ausaesucht und Dabei Die Kaffeekanne umgeworfen. Lehrer Nielsen erklärte Den xu ihm fommenDen Parlamentären zornig, er werde ihnen den Ball nicht aushändigen, sondern ihn morgen mit einer saftigen Beschwerde Der Polizei als Beweismittel übergeben. Große Verzweiflung auf dem Sportplatz, wo die Spannung in dem bisher unentschiedenen Spiel gerade den Höhepunkt erreicht hatte. Der Schiedsrichter forderte Die Fußballer von Asiens auf, schleunigst einen anderen Fußball zu beschaffen. Sie hatten keinen zur Verfügung und das Spiel konnte Darum nicht fortgesetzt werden. Unentschieden aber blieb es nicht. Der Schiedsrichter proklamierte vielmehr Die Mannschaft von Udbyhöj zum Sieger, weil ihr Gegner durch eigene Schuld kampfunfähig geworden sei. Elefanten vertragen keinen Flugzeuglärm. B. London. „Die Flieger werden gebeten, Die (Elefanten nicht zu erschrecken!" So steht in einem offiziellen englischen Regierungsbericht, Den eine Kommission zur Neuregelung der Verkehrsvorschriften für Flugzeuge ausgearbeitet hat. Die Kommission empfiehlt ein allgemeines Verbot, den Londoner Zoo zu überfliegen und gibt Dafür folgende Begründung: Die Beamten des Zoo erklären, daß eine öffentliche Gefahr für Das Publikum daraus entstehen könnte, wenn Die (Elefanten durch niedrig fliegende Flugzeuge in Panik versetzt würden und ausbrächen. Die Elefanten sehr temperamentvolle Tiere, sind schon durch ähnliche Vorfälle erschreckt worden und haben Dabei ihre Wärter verletzt. Ein (Elefant in Panik wäre sehr wohl imstande, Die Einzäunung nieder- zureißen und draußen im Regents Park Unglücksfälle zu verursachen. Außerdem wird dringend empfohlen, Die (Erlaubnis für Firmen zum „Reklame- fliegen" stark einzuschränken oder ganz aufzuheben. „Gegen Die Benutzung von Flugzeugen zu Reklamezwecken", heißt es in dem Memorandum, „kann aus mindestens drei Gründen Einspruch erhoben we.rden. Erstens ist es eine Art Unanständigkeit oder eine grobe Unziemlichkeit, Den Himmel, der allen gehört, für Den geschäftlichen Vorteil einiger zu benutzen. Zweitens wegen Des unnötigen Lärms; Drittens wegen der unnötigen Gefahr." Um Das Publikum gegen die Gefahren Des niedrigen Fliegens zu schützen, sollten nur mehrmotorige Maschinen, Die, auch wenn ein Motor versagt, ihre 'Höhe einhalten können, Die Erlaubnis haben, dichtbevölkerte Orte zu überfliegen. Endlich sollte strengerer Gebrauch davon gemacht werden, Fliegern, die gegen Die Vorschriften verstoßen haben. Den Fliegerschein zu entziehen. Der Lärm wird als „der Hauptfeind aller Annehmlichkeit" bezeichnet, und es wird empfohlen, ,Haß der Luftfahrtminister sich mit diesem Problem besonders beschäftigen sollte, mit dem Ziel, für jedes Flugzeug Das Maximum von Geräusch, das es verursachen Dürfe, festzulegen." Die Dame mit dem Backenbart. i i Ndz. Paris. Frankreichs „Dame mit Dem Backenbart", Mme. Paul Delait, ist im Alter von 74 Jahren gestorben. Seit einiger Zeit lebte sie bereits im „Ruhestand" und widmete sich nur der Ueberwachung Des Geschäftsganges eines kleinen Cafes, das sie in Raon- l'Etape in Den Vogesen besaß. Frau Delait war eine geborene Clementine Plateaux. In ihrem fpäj teren Leben hatte man sie allerdings besser „Clem Plateaux genannt. Ein Männername hätte ihr besser angestanden, denn auf ihrer Oberlippe sproß ein dichter Schnurrbart und um ihre Wangen ein kräftiger Franz-Josephs-Bart. Ihr Bart war so dicht, daß sie mit einem Zirkus ganz Frankreich bereiste und überall eine der größten Attraktionen bildete. Schließlich aber wurde ihr die Neugier Der Menschen doch über, sie verließ Die Zirkusschau und führte ein sehr zurückgezogenes Leben in ihrer Wohnung in Epinal, die sie nur verließ, um ge- legentlich in ihrem Cafe nach Dem Rechten zu sehen. Die Salamiwurst als Mordwaffe. Ndz. Budapest Wegen Körperverletzung mittels gefährlichen Werkzeuges" wurde in Budapest ein Taxichauffeur verhaftet, der einem Kollegen im Streit Den Schädel eingeschlagen hatte. Die Polizei verlangte Die gefährliche Waffe und beschlagnahmte eine gwtze harte Salamiwurst. Vor Dem Streit mit Dem legen hatte Der Autolenker diese Wurst einem Fahrgast abgenommen, der Die Taxe nicht bezahlen konnte oder wollte. Die Wurst, die er eigentlich essen wollte, benutzte Der rabiate Kraftfahrer ve einem Streit als Waffe, und nun wird sie bei Strafprozeß als „gefährliches Werkzeug" auf De Richtertisch liegen. ium Os- Keller 92Ü Stoffspezialhaus BERNARD & SOHN "Conrad (ftübsamen Ji.-Q 2672V 8> tÄf C D D E DRUCKSACHEN Vf CH DC Brühl. 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Heute abend findet Kartoffeln, neue, % kg 18 Pf., alte, % kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,40 bis 4 Mark, alte Hähne, % kg 80 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Salat 20 bis 35, Salatgurken 60 bis 80, Lauch 5 bis 15, Sellerie 15 bis 50, Rettich, alte 10 bis 15, neue, das Bündel 30 Pf., Radieschen 15 bis 20 Pf. bereits die erste Vorstellung statt. Giesiener wochenmarktpreife. * Gießen, 6. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 Mark, Matte 25 bis 50 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, deutsche Eier, Klasse S 11, A 10%, B 10, C 9%, D 8%, Enteneier 9% bis 10 %, Wirsing, % kg 20, Weißkraut 15, Rotkraut 18, Karotten 15 bis 16, Spinat 18 bis 20, Spargel I 1,20 Mark, II 1 bis 1,20 Mark, III 85 Pf., Suppenspargel 65, Tomaten 25 bis 50, Zwiebeln 12 bis 18, Meerrettich 40 bis 70, Schwarzwurzeln 40 bis 50, Rhabarber 20 bis 25, durcfi eine gute Stillem Optikermeister Carl Leisler Gießen 7473A Neuenweg 16 Lieferant aller Krankenkaffen Gehmüdigkeit und Krampfaderleiden kann man mit Gummistrümpfen vermeiden 1 Lassen Sie sich beraten im Mediz. Fachgeschäft Jfarl £gne r Frankfurter Str. 9 Tel. 3707 Zu allen Krankenkassen zugelassen Rollschränke ,Jt 71“ RM. < ftZ mit 5 Gefach. ItiO. Elche. 224 hoch. 125 breit. 39 tief Prosp. aufWuns I Ho zwarenfabriK E.H. Müller Gießen, Tel. 2332 Kohlen Koks Briketts Holz 2172D Torf Dungkalk H.Maars Sohn Frankfurt. 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Keil Gießen Weserstraße 17 Tel. 4236. 2sso0 annchrnen. Er hatte einen Strafbefehl über 20 Mark, ersatzweise vier Tage Haft, erhalten, weil er am 18. Februar 1938 nach Feststellung der Maul- und Klauenseuche im Orte aus dem Sperrbezirk Grü- ningen Mist von Klauenvieh ohne polizeiliche Erlaubnis ausführte. (Uebertretung des Reichsviehseuchengesetzes). Es war inzwischen wohl das Fahren mit Pferden gestattet worden, aber Mist, der größte Bazillenträger, durfte nicht gefahren werden. Gegen den Strafbefehl legte der Mann Einspruch ein. In der Hauptverhandlung vor dem Einzel- richter wurde die Strafe auf 30 Mark, ersatzweise sechs Tage Gefängnis, erhöht. Es wurde dem Manne Mangel an Gemeinsinn und Rücksichtslosigkeit gegenüber der Allgemeinheit vorgeworfen. Gegen dieses Urteil legte er Berufung ein. Der Zeuge, auf den sich der Angeklagte besonders stützte, verweigerte die Aussage. Der Angeklagte als ein Mann, der verschiedene Acmter bekleidet und das Amtsverkündigungsblatt liest, mußte davon unterrichtet sein, daß während jener Zeit kein Mist gefahren werden durfte. Die Gendarmerie hatte be- kanntgemacht, daß jegliches Fahren verboten sei. Später wurde das Fahren mit Pferden gestattet, nicht aber das Mistfahren, um der Verbreitung der Seuche vorzubeugen. Der Verteidiger beantragte Freisprechung, da nicht der Angeklagte, sondern der Sohn den Mist gefahren habe. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft beantragte, die Berufung zu verwerfen. Die Beweisaufnahme .habe einwandfrei ergeben, daß sich der Angeklagte nicht für befugt halten konnte, Mist zu fahren, oder fahren zu lassen. Daß der Angeklagte und nicht sein Sohn strafbar sei, stehe außer Zweifel, da der Angeklagte der Betriebsinhaber sei. Die Berufung wurde vom Gericht verworfen. Der Angeklagte hätte die Sache mit einer Verwarnungsgebühr von 1 Mark (wie verschiedene andere Landwirte) erledigen können, er wollte aber weder diese, noch eine andere Strafe bezahlen. Eine grobe Auswahl moderner, fescher Modellhüte eingetroffen 2363t) H.DUBUQUE Hämorrhoidalkranke Bediensteten wurde das Ehrenzeichen mit der Besitzurkunde und einem Glückwunschschreiben des Herrn Präsidenten in würdiger Form vom Dienststellenleiter überreicht. Ausbau her Lonystraße Der Straßenzug der mittleren Lonystraße zwischen Goethe» und Bismarckstraße wird mit Kanal versehen und im Anschluß daran als Straße mit Fahrbahn und Fußsteigen ausgebaut. Nach Fertigstellung dieser Arbeiten können die anliegenden Grundstücke direkt erreicht werden. Ferner dürfte hierdurch eine wesentliche Verbesserung des westlichen Wieseckufers eintreten und die Möglichkeit zur Errichtung von Wohnhäusern an dem neuen Straßenzug gegeben sein. Eine Mütterschule in Gießen. Bei der gestrigen Einweihung her Bräuteschule und der Gauheimmütterschule in Weilburg wurde, wie wir an anderer Stelle unseres heutigen Blattes berichteten, von der Vertreterin der Reichsfrauenführung die Mitteilung gemacht, daß auch in Gießen ein Mutterschule eingerichtet werde. Wie wir dazu erfahren, sind seit einiger Zeit Verhandlungen mit der Stadtverwaltung wegen Ueberlassung geeigneter Räume bzw. eines zweckentsprechenden Hauses im Gange. Nach dieser Richtung hin ist bisher, soweit wir heute vormittag feststellen konnten, vom Oberbürgermeister noch keine Entscheidung getroffen worden. Eisenbahnfachschule Gießen. Dieser Tage unterzogen sich 20 Fachschulbesucher der Abschlußprüfung zum Reichsbahnassistenten. Den Vorsitz bei der Prüfung führte Reichsbahnrat Weber von der Reichsbahndirektion Frankfurt am Main. Als Vertreter der Reichsbahndirektion war Reichsbahnamtmann Lenk erschienen. Sämtliche Prüflinge bestanden ,die Prüfung. Der Prüfungstag klang in einem Gemeinschaftsabend aus, Heute morgen traf der Zirkus Barlan, der in diesen Tagen in Friedberg ein Gastspiel gegeben hatte, in unserer Stadt ein. Ein langer Sonderzug brachte die große Fülle des Materials, das „fahrende Volk" und die Tiere. Sofort, nachdem der Zug an die Rampe gefahren worden war, wurde mit dem Ausladen begonnen. Mit der Präzision eines Uhrwerks vollzog sich die ganze Arbeit, unö' während sich noch viele Wagen unterwegs 31 waldsgarten befanden, wurde auf Oswald Rundfunk- Gerate Röhren Reparaturen durch s4bsA Radis-Kögel BahnhoistraRe 39 Telephon 2980 MeineAnreigev im Gießener Anzeiger werden von Tauten ve« beträtet und aeleie» Der gute Onkel Theodor kommt sich wie 85 vor# •eit er • eine Hühneraugen \ losgeworden J. durdt »Lebewohl« Blechdose (8 Pflaster) 65 Pf. iuApo- theken u.Drogerien. Sicher z. haben: Medix - Drogerie Hane Hindenburg H. E ges. Sehersweg 68a.— Ldwen- Drog W. 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In der gestrigen Berufungsverhandlung wurde festgestellt, daß das gestohlene Blei einen verhältnismäßig geringen Wert hatte und die Einfriedigung des Lagerplatzes keinen sicheren Schutz bietet, so daß man sehr leicht und bequem auf den Platz gelangen kann. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft beantragte, mit Rücksicht auf den geringen Wert (25 Mark), an Stelle der in der Vorinstanz ausgesprochenen Zuchthausstrafe auf ein Jahr Gefängnis zu erkennen, die bürgerlichen Ehrenrechte aber nicht abzuerkennen. Der Angeklagte wurde zu einer Gefängnisstrafe von neun Monaten verurteilt. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden nicht aberkannt. X * Ein Einwohner von Grüningen wollte unter keinen Umständen eine Bestrafung oder Verwarnung der sämtliche Prüftinge mit ihren Lehrern, Hundels- studienrat Müller und Studienassessor Maus, den Vertretern der Reichsbahndirektion Frankfurt am Main und dem Kreisfachschaftsleiter Reichsbahn Pg. Reusch, einige Stunden froh vereinte. Der Leiter der Fachschule, Reichsbahnoberinspektor Pg. Kliffmüller, eröffnete den Abend mit dem Gruß an den Führer und erläuterte in einem kurzen Vortrag Zweck und Ziel der Cisenbahnfach- schulen und ihre Bedeutung im Leistungskampf. Er ermahnte die Berufskameraden, auch nach dem Verlassen der Fachschule sich weiter zu bilden, damit auch sie an ihrem Teil zu dem großen Aufbauwerk unserer nationalen Wirtschaft beitragen und die Volks- und Leistungsgemeinschaft schaffen und vertiefen helfen. Zirkus Barley ist da' Innere und äußere Hämorrhoiden, Afterfisteln, Afterfissuren, Mastdarmvo.fall, Afterekzem, Opstipation. Prosp. durch das Sekretariat d. Sanatoriums, Wiesbaden 15, Taunusstr. 5 Ueber Naturschutz und Naturkunde mit oen aDgemetnoerftäni llchen Büchern es Hugo Dermühler Berlages, Berlin- Lichterfelde. 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Seibel, Gießen, Frankfurter Straße 39,Telephon 359 Nr. 105 vierter Blatt I ■■ ■ Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) 6./7.moil939 Blumenbinverei — ein Kunsthandwerk. Blumen — immer ein sinniges Geschenk. ■ - 4 I Bn den deutschen Familien ist es Brauch ge- |Ä):fföcn, sich, uni) zwar nicht nur zu festlichen An- ld en, mit einem Blumengeschenk zu erfreuen. Ge- jia e die hinter uns liegenden Feiertage haben wie- Le gezeigt, daß wir uns z. B. einen Ostertisch ohne Vinnen überhaupt nicht vorzustellen vermögen. W nn wir in ein Blumengeschäft treten und einen A auß ober einen Kranz bestellen, so nehmen wir als selbstverständlich hin, daß er alle Vorzüge eines nach Farben- und Formengeschmack urteilenden Äuges in sich vereint. Diese Anlage zu wirklichem Geschmack, die ja nicht jedem Menschen eigen ist, stellt naturgemäß für den Blumenbinder oder für die Blumenbinderin auch die selbstverständliche und grundlegende Voraussetzung zu ihrem Beruf dar, die dann in einer dreijährigen Lehrzeit bis zur fachlichen Vollkommenheit ausgebildet wird. Der Blumenbinder soll handwerkliche Fertigkeit mit künstlerischem Können und theoretischem Wissen vereinen. Dazu muß er das Grundsätzliche der Formen- und Farbenlehre beherrschen, um, daran anknüpfentß das gefühlsmäßige Empfinden für Form und Farbe durch die Kenntnis der gesetzmäßigen Zusammenhänge zu ergänzen. Außerdem kommt es natürlich auf die Beherrschung des rein Handwerklichen sowie auf die Materialkenntnis an, die hauptsächlich im gärtnerischen und botanischen Wissen liegt. Der Beruf des Blumenbinders ist eigentlich noch nicht einmal alt. Er entwickelt sich erst in den letzten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts, als die Gärtnereien durch das Anwachsen der Großstädte hinausge- drängt wurden und den Einzelverkauf in dem bisherigen Maße nicht mehr vornehmen konnten. Erst hierdurch — weil nämlich der Weg des Kunden in die Gärtnerei zu umständlich wurde — ergab sich die Entwicklung zur Entfal- tuntz der eigentlichen Blumenbinderei, die nicht mehr allein Einzelhandelsgeschäft ist, sondern einen durchaus handwerklichen Einschlag hat. Ja, mit dem nach dem 70er Krieg steigenden Wohlstand in Deutschund hob sich gleichzeitig der Verbrauch an Blumen, und die Blumenbinderei entwickelte sich zu einem kunsthandwerklichen Beruf. Unter ihm wird heute verstanden „die handwerkliche Zusammenstellung von Naturblumen und Naturgrün zu Gebinden jeglicher Art in selbstschöpferisch-künstlerischer Gestaltung. Dazu gehört ebenfalls das Zusammenfügen von blühenden und grünen Topfpflanzen in Schalen und Korbgeflechten, das Schmücken von Räumen, Straßen und Häusern mit Grün und Girlanden sowie die Herrichtung gärtnerischer Erzeugnisse aller Art zum Verkauf". Also erst die Summe des Gärtnerischen, des Einzelhändleri- schen, des Handwerklichen Das Schleisenbinden will gut verstanden sein. Hier wird geübt. Ä- ** und des Künstlerischen macht den Beruf des Blumenbinders aus. Seit Beginn des Jahres 1935 ist die Fachgruppe Blumenbinderei die zuständige Vertretung ihres Wirtschaftszweiges innerhalb des Deutschen Reiches. Sie ist keiner Wirtschaftsgruppe angeschlossen, sondern stellt eine selbständige Fachgruppe der Reichsgruppe Handel dar. Der alte Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber ist in ihr aufgegangen. Ihr gehören etwa 8000 Berufsangehörige an. Die Fachgruppe besteht aus 16 Bezirken, die wiederum unterteilt sind in 90 Lehrlingsprüfungsbezirke und 152 Ortsgruppen. Die Aufgabe der Fachgruppe liegt hauptsächlich in der Schaffung, Anregung oder Unterstützung der Förderung der Mitglieder. Ihre besonderen Bestrebungen gelten gegenwärtig der Sicherung eines ausreichenden Nachwuchses. In Anbetracht des schon in jedem Berufs- und Wirtschaftszweig auftretenden Mangels an Arbeitskräften ist diese Sorge der Fachgruppe um so ernster, als der Berus des Blumenbinders naturgemäß nicht als ein lebenswichtiger angesprochen werden kann-, auch seine Arbeitsbedingungen, wie etwa der Sonntagsverkauf, wirken Ein Blumengruß im Zimmer gibt festlichen Glanz. (Ausnahmen 15]: Neuner, Gießener Anzeiger.) ■ tfW 'S V, - &■ bei der Nachfrage nach Lehrlingen nicht gerade erleichternd. Um so mehr hat die Fachgruppe in der Ausbildung eine Intensivierung angestrebt und erreicht, wofür das Beispiel der Einführung der Meisterprüfung 1936 bezeichnend ist. Augenblicklich ist die Fachgruppe damit beschäftigt, für die Lehrlinge solcher Kleinstädte, in denen keine Berufsschule vorhanden ist, Fernunterrichtsbriefe herauszubringen. Zum Blumengruß die schriftlichen Glückwünsche! i Es herrscht eine feine, eine eigenartige Atmosphäre in einem Blumengeschäft Der Duft der vielen und sorgfältig gehaltenen Blumen vermischt sich mit dem Duft des frischen Tannengrüns zu einem kraftvollen Wohlgeruch, der den Laden und dcn Arbeitsraum erfüllt Es ist ein Freude, die geübte Blumenbinderin bei ihrer Arbeit zu beobachten, wie sich mit flinken Fingern eine 'Blume zur anderen fügt und jede einzelne Blume mit Hilfe eines Bastbandes in einer bestimmten Stellung fest- hält und so einen Strauß entstehen läßt, der nach Charakter, Form und Farbe ein harmonisches Ganzes darstellt. Der Arbeitsbereich der Blumenbinderin ist groß und vielfältig; er reicht weit hinaus über den Bezirk der Straße und der Stadt, ja, er umspgnnt schon eine ganze Welt — wenn auch in einem übertragenen Sinne? Durch eine besondere Organisation, die sich „Fleurop" nennt, ist es möglich, in Gießen ein Blumenangebinde zu bestellen, das noch am gleichen Tag der Base, .die in Neuyork gerade Hochzeit hat, übermittelt merben kann. Wenn babei auch nicht deutsche Blumen nach Neuyork geschickt werben, so geschieht boch die Bestellung auf telegraphischem Weg und von einem ortsansässigen Blumenhändler wird ein Blumengebinde, wie es in Gießen bestellt wurde, überreicht. Dienst am Kunden ist es auch, wenn dem Kunden Gelegenheit gegeben wird, gleich im Laden auf bereit gehaltenen Karten- und Briefblättern dem bestellten Blumenstrauß auch die schriftlichen Glückwünsche beizufügen. So ist die Blumenbinderei ein schöner Beruß weil er immer dem Ziele dient, Freundschaft, Liebe und Verehrung zwischen Menschen zu fördern und zu vertiefen. die für drei Jahre mit jährlich 40 Stück erscheinen werden. Daß der Blumeneinzel- handel, auch rein wirtschaftlich betrachtet, ein nicht unwesentlicher Faktor ist, ergibt sich aus der Tatsache, daß er jährlich einen Gesamtumsatz von 300 Mill. Mk. verzeichnen kann, der in Hauptsache von den 98 v. H. Kleinbetrieben aufgebracht wird. Der Laie ist tatsächlich überrrascht, daß nur 10 Millionen Mk. auf die Einfuhr von Schnittblumen fallen. Wesentlicher aber als alle Zahlen bleibt die schöne Tatsache, daß der finnige Schaffensbeitrag des Blumen- binbers aus bem Bezirk bes Menschlichen nicht mehr fortgedacht werben kann. ' *■> > . ■ •X K W. O. Die Blumenbinderin überprüft mit kritischen Augen ihr Werk. | feine Frau mit Herz Roman von Hedda Lindner krvprlght by Carl Duncker Verlag, Berlin 20. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Ctifem) stand auf und sagte einige leise Worte zu lii m Musikern. Dann setzte er den. Bogen an. I ie Leute, die im Begriff waren, sich in Erwar- hi der Tanzmusik zu erheben, blieben in halber !:i.cgung stecken, denn an Stelle des erwarteten iiryos ertönte — mit unendlicher Zartheit von 'L'iterhand gespielt — das Menuett von Boccherini. . jtinftilte herrschte in dem überfüllten Raum. Der •j in Teil des Publikums war stumm vor lieber- ! cjciung, an Stelle der erwarteten Tanzmusik ein . Higertstück zu hören, der weitaus größere Teil ■ ke gab sich schweigend dem musikalischen Genuß I :na hatte den Kopf gesenkt und starrte auf das ' kscüuch. Sie nahm jede Linie des verschlungenen 'k.ulers wahr, kleine Sternchen formten sich, die ■ uf । eine merkwürdige und verwickelte Weise mit- > Ar ider verbunden waren. Eines davon schimmerte • et).; 5 gelblich. Sicher beim Bügeln versengt wor- ' bit, dachte sie und war etwas unwillig über diese Ar lässigkeit. Und gleichzeitig war sie ganz weit ■ ec Die ersten Töne dieser Melodie hatten eine ir aufgestoßen, die Jahre hindurch fest verriegelt grafen mar, und nun strömte wie eine breite fft-ene Sonnenbahn die Erinnerung herein. Es tiii ihre Lieblingsmelodie gewesen, keiner konnte IMG Menuett so bezaubernd, so hinreißend spielen lle Joe, und nichts verkörperte so die Zeit der Fjtm himmelstürmenden Glückseligkeit wie diese ! tri!. Nachher hatte er das kleine Menuett nicht n: - gespielt — und es dennoch nicht vergessen. t qenber Beifall schreckte sie auf, Mikeny oer- : hl ate sich lächelnd nach allen Seiten und blickte ib zu ihr hinüber. Sie konnte nicht anders, sie Ulf te diesen Blick mit einem leisen Neigen des . fl^es beantworten. Da lachte er, genau jo strahlend wie damals vor sieben Jahren, als sie sich kennenlernten. In der Pause kam er, als fei es etwas Selbstverständliches und begrüßte sie. „Eine angenehme Ueberraschung folgt der anderen", sagte er, sich über Margits Hand beugend. „Vorgestern treffe ich Claudette und nun auch Sie, gnädige Frau. Vielen Dank", er setzte sich auf Margits einladende Bewegung. „Seit wann sind Sie hier?" „Seit heute Nachmittag, und unser erster Weg ist zu dem berühmten Mikeny", lachte Margit. Sie war ganz in ihrem Element unter den neugierigen und neidvollen Blicken der übrigen Weiblichkeit. Diesmal war Dina froh, daß ihre Cousine niemanden zu Wort kommen ließ, nie zuvor hatte ihr die Nolle der stummen Zuhörerin mehr zugesagt. „Ich bin gerührt und dankbar, gnädige Frau", sagte Mikeny. „Was darf ich für Sie spielen?" „Vor allem Ihr neuestes Repertoire, ich kenne ja fast gar nichts. Sie glauben nicht, wie ich verbauert bin auf dem Lande." „Den Eindruck machen Sie eigentlich nicht, gnädige Frau", sagte Mikeny, ihre überelegante Erscheinung musternd, mit solch drolliger Ernsthaftigkeit, daß auch Dina lachen mußte. „Hoffentlich hatten Sie eine gute Reise", fragte er höflich, immer noch zu Margit gewendet. „Es ging. Im Speisewagen traf ich sogar Bekannte, das Unterhaltungsthema war natürlich überall dasselbe — der große Diamantendiebstahl." Sie sah Dinas erstauntes Gesicht und lachte. „Du hast natürlich keine Ahnung." „Habe ich auch nicht. Ich lese hier oben kaum Zeitungen. War es etwas Besonderes?" „Und ob Da ist in Südafrika irgendwo so ein Riesending gefunden worden, soll fast so groß sein wie der Cullinan, hat auch so 'nen ausgefallenen Namen." — „Meinen Sie den ,Blue Ray'?" warf Mikeny ein. „Richtig, so hieß er. Sie haben doch sicher von ihm gehört?" „Von dem Stein? Natürlich, fein Fund machte ja ungeheures Aufsehen. Er heißt „Blauer Strahl",, weil er bei einem bestimmten Lichteinfall ein ausgesprochenes blaues Feuer sprühen soll." „So? Das wußte ich noch nicht", sagte Margit interessiert. „Dann kann ich mir denken, daß es lohnte, ihn zu stehlen." „Wer hat ihn denn gestohlen?" erkundigte sich Dina. Es war ihr gänzlich gleichgültig, aber es war ein wundervoll neutrales Thema. Margit dagegen war in ihrem Fahrwasser, sie liebte solche Geschichten und las die Berichte darüber sehr gewissenhaft. „Wenn man das wüßte. Der Stein war mit dem Schiff bis Genua geschickt worden und sollte von da mit dem Flugzeug bis Amsterdam — über Paris, glaube ich. Und in Genua hat man folgendes feststellen müssen: daß jemand den — wie hieß er? — ach so, „Blue Nay" — einfach weggezaubert und eine wertlose Nachahmung hingelegt hat. Du kannst dir die Aufregung denken." „Das kann aber doch gar nicht einfach gewesen fein, der Stein war doch sicher gut verwahrt", meinte Dina etwas naiv. „Einfach!! Du harmloses Kind! Das ganze Schiff hat den Stein bewacht und trotzdem ist er gestohlen worden. Nein, es war schon ein Meisterstück, und es soll auch ein Meisterdieb gewesen fein, das ,Chamäleon' nennen ihn die Zeitungen." „Ach", sagte Dina interessiert und richtete sich steil auf. „Weißt du das genau?" „Schau mal an! Von dem weißt du sogar etwas?" sagte Margit lachend. „Doch. Ich besinne mich, den Namen einmal in Verbindung mit einem Juwelendiebstahl in London gehört zu haben", antwortete Dina gleichgültig. Sie hatte nicht die leiseste Neigung, der sensationslüsternen Kusine von ihrem Biringer Erlebnis zu berichten. „London — Paris — bei jeder größeren Sache soll dieses merkwürdige Tier die Finger drin haben. Haben Sie auch schon von ihm gehört?" wandte sie sich an Mikeny. Der schrak aus tiefem Nachsinnen auf. „Dorn Chamäleon? — Nein, nie", versicherte er, und Dina wunderte sich unwillkürlich, wie heiser diese melodische Stimme plötzlich klang. Sie musterte ihn prüfend: das nervöse Zucken der Augenbrauen hatte er früher auch nicht gehabt. Ihr forschender Blick schien ihm unangenehm zu sein. Er erhob sich ziemlich brüsk: „Ich bitte um Entschuldigung, die Pflicht ruft. Ich werde hoffentlich das Vergnügen haben, die Damen hier zu sehen." ^„Aber sicher", erklärte Margit. „Und was wollen Sie uns jetzt spielen?" „Den neuesten Tanz. Auf Wiedersehen!" Er ging zu seiner Kapelle zurück, die sich inzwischen wieder auf dem Podium eingefunden hatte und mit ungeteiltem Interesse von der neuen Bekanntschaft ihres Leiters Kenntnis nahm. Bald drehten sich die Tanzenden in dichtem Gewühl zu den Klängen. „Dieser Rhythmus! Er spielt einfach fabelhaft!" sagte Margit'hingerissen. „Es dürfte wirklich lohnen, sich ein paar gute Tänzer anzubändigen." „Was bei dir nicht allzu lange auf sich warten lassen wird", sagte ihre Kusine ergeben. Dina hatte mit dieser Vermutung recht. Margit tanzte noch am gleichen Abend, und es dauerte keine zwei läge, da war sie unbestrittener Mittelpunkt eines sehr bunten, sehr lebhaften Kreises, der das Feld seiner Tätigkeit abwechselnd in das „Kulm" und ins „Claridge" verlegte. Ein französisches Ehepaar gehörte dazu, zwei Amerikanerinnen, ein Berliner Ehepaar, das Margit auf einem Ball flüchtig kennengelernt hatte und eine Anzahl Herren verschiedenster Nationalität, die aber alle über die verlangten Tanzqualitäten verfügten. Dina lagen die Leute um Herrn Kaspar erheblich mehr, sie machte abends nur mit, weil eine Weiterung unfehlbar zu Auseinandersetzungen geführt haben würde; Auseinandersetzungen mit Margit waren eine unangenehme Sache, das wußte sie noch von früher, auch lohnte es nicht, das augenblickliche gute Einvernehmen aufs Spiel zu setzen. Margit gab sich auf ihre Weise entschieden Mühe, sie war rücksichtsvoller als sonst und sprach viel von gemeinsamen Erlebnissen ihrer Jugend. So ging Dina abends geduldig mit und nahm sich, nur das Recht des früheren Zurückziehens, was durch ihre großen Schiausflüge, die meist sehr früh begannen, genügend begründet war. (Fortsetzung folgt.) SJl.-tfpOTt Basketball der Stadtmannschast. Daß unsere Basketballer weiterhin bestrebt sind, ihr schon gutes spielerisches Können zu verbessern, beweist der Spielabschluß mit einer Ausländermannschaft der Universität Göttingen. Die Gäste haben ihre große Spielstärke schon ost in Spielen mit deutschen Mannschaften unter Beweis gestellt und werden unserer Stadtmannschaft alles abverlangen. Die Ausländer spielen in der Aufstellung: Jimmy Lane, USA., Carlos Ortiz, Griffeth-Mexiko, Ekmel Z a d i l, Türkei, Hüseyn Timur, Türkei, und Bulend D a v r a n, Türkei. Eine Voraussage ist natürlich schwer möglich, doch wird die Stadtmannschaft, in der diesmal auch einige junge talentierte Spieler zu Wort kommen, bestimmt einen würdigen Gegner abgeben. Der unbeständigen Witterung wegen finden die Spiele am Samstagabend und Sonntaqnachmittag in der VfB -Halle statt. Kleiner Mercedes sehr schnell! Der kleine 1,5-Liter-Mercedes-Benz-Rennwagen führte sich prächtig in Tripolis ein. Unter dem Vorjahrssieger Hermann Lang erzielte er im ersten Training auf der 13,1 Kilometer langen Mellaha- Rundstrecke mit 3:45,62 Minuten die beste Zeit und erreichte dabei als Durchschnitts-Geschwindigkeit 209,6 km/st. Das bedeutet, daß. der 1,5-Liter-Wagen auf 10 Sekunden an die schnellste Runde des großen 3-Liter-Farmelrennwagens herankam, der im Varjahr 218 km/st schaffte. Das bedeutet aber auch, daß der kleine Mercedes fast 30 Sekunden schneller war als der schnellste Kleinrennwagen bei den letzten Rennen, der von Pietsch gesteuerte Maserati, der 4:12 Minuten benötigte und 187 km/st fuhr. Der Abstand zwischen Lang und den übrigen Fahrern war nicht groß. Biondetti konnte auf seinem Alfa Romeo 3:47,86 Minuten — 206 km/st erreichen. Der nächstschnellste Mann war Dr. Farina (Alfa Romeo) mit 3:48,56, dann folgte schon Europameister Rudolf Caracciola mit dem zweiten Mercedes-Benz in 3:52,23 mit 203,3 km/st. Ueberraschung in Tripolis! Stromlinien-Maserati in Front. Unerhört schnell ist der kleine Maserati, ein wagemutiger Fahrer von großer Klasse Luigi C i Höre s i ? Das beweisen die zwei am Freitag beim Training zum Großen Autopreis von Tripolis. Mit dem neuen Stromlinienmodell von Maserati verbesserte Dilloresi die ausgezeichnete Vortags-Bestzeit von Hermann Lang (Mercedes-Benz) auf 3:41 Min. Das bedeutet, daß Villoresi seine schnellste Runde auf der Mellaha-Strecke mit einem Durchschnitt von 213,3 km/st durchraste. Im gewöhnlichen Rennwagen, also ohne Stromlinienkarosse erzielte der junge Italiener 3:42,2 = 212,2 km/st. Als einziger konnte Europameister Rudolf C a - r a c c i o l a auf dem kleinen Mercedes-Benz Schritt halten; er kaum auf 3:42,7 Min. = 211,8 km/st. Drittschnellster war Dr. Farina (Alsa Romeo) in 3:45,4 = 209,2 km st. Dann folgte Emilio Villoresi (Alfa Romeo) mit 3:46,35 = 208,3 vor Hermann Lang (Mercedes-Benz) mit 3:49,58 - 205,4 km st und Rocco (Maserati) mit 3:55,3 - 202 km/st. Italien vor Deutschland im JlationenpreiS in ZRom. Seinen ersten Höhepunkt erreichte das 14. Internationale Reitturnier in Rom mit der Entscheidung im Preis der Rationen um den Goldpokal Mussolinis in Anwesenheit des Duce. Italien behielt diesmal die wertvolle Trophäe im Lande und siegte mit 20 Fehlern vor Deutschland (28), Polen (40), Rumänien (693/<), Belgien (75), der im Vorjahr erfolgreich gewesenen Türkei (80), England (84'/H und Portugal (91). Deutschland stellte den besten Einzelreiter in Oberleutnant Weidemann, der auf „Fridolin" mit nur vier Fehlern in der besten Zeit an der Spitze der Einzelwertung stand und den Ehrenpreis des Grafen Ciano gewann. Hamburger Giadiparkrenuen. Meisterschaflslauf für Motorräder und Sportwagen. Wenn am Samstagnachmittag die Startflagge jum ersten Rennen im Hamburger Stadtpark fällt, dann wird damit das Zeichen zur Eröffnung eines zweitägigen Volksfestes des Motorsports gegeben. Die 6,584 Kilometer lange Strecke wurde ausgebaut und verbessert, so daß man diesmal neue Rekorde erwarten kann, wenn nicht unerwünschter Regen zur Vorsicht zwingt. Die gesamte Elite der deutschen Motorrad- und Sportwagenfahrer tritt zum Kampfe an, um die begehrten Punkte zur deutschen Meisterschaft zu erringen. Für die Motorradfahrer bringt Hamburg nach dem Eilenriede- rennen bereits den zweiten Meisterschaftslauf, während die Sportwagen erstmals in den Punktestreit eingreifen. Bei den Motorrädern erscheinen mit Europameister Ewald Kluge (DKW.) Heiner Fleischmann (DKW.) und Ludwig Kraus die Sieger des Eilenriede-Rennens am Start. Unter fast unveränderten Bedingungen sollten sie auch diesmal wieder vorne zu erwarten sein. Für Ludwig Kraus sollte immerhin Karl Gall (gleichfalls (BMW.) in Hamburg ein noch stärkerer Gegner sein und Heiner FMschmann wird damit rechnen müssen, daß die neue NSU. in Hamburg wesentlich schneller sein wird als in der Eilenriede, wo die Neckarsulmer die ersten praktischen Erfahrungen gewonnen haben. Um einen allzu starken Andrang zu vermeiden, hat man die Teilnahmeziffer auf 35 in jeder Klasse beschränkt. Die Sportwagen kämpfen in den drei Klassen bis 1100, 1500 und 2000 ccm. Der erste Tag wartet mit den Rennen der Motorrad-Ausweisfahrer und der Sportwagenfahrer in den beiden niederen Klassen auf. Die Rennen der Lizenzfahrer und die restlichen Kämpfe der Ausweis- und Sportwagenfahrer finden am Sonntag statt. !» eilig Freundschastsspielbetneb im Handball. Abgesehen von den am Sonntag in Gießen stcrtt- findenden drei wichtigen Begegnungen, dem Lokal- kamps 1900 — Mtv., dem Ausstiegsspiel des MSV. Barbara und dem Entscheidungsspiel um die Bannmeisterschaft Münzenberg — Mtv., stehen außer den noch restlichen Pokalspielen der Vorrunde nur einig« wenige Freundschaftsspiele an. Hochelheim — Holzheim: Hochelheim hat die nunmehr zur Bezirksklasse aufgestiegene Elf des Tv. Holzheim zum Freundschaftsspiel eingeladen. Die Platzbesitzer, die erst vor noch nicht allzu langer Zeit den Spielbetrieb wieder aufgenommen haben, verfügen heute schon über eine beachtliche Spielstärke. Holzheim muß sich schon, zumal noch auf fremdem Platze, anstrengen, um ein einigermaßen günstiges Ergebnis zu erzielen. Heuchelheim — Wetzlar: Es ist kaum zu verstehen, daß eine Mannschaft wie der Turnverein Wetzlar innerhalb einer Spielrunde so an Kampfkraft verloren hat. Auch die Figur, die diese Mannschaft in der letzten Spielreihe abgab, war nicht befriedigend; wir glauben daher kaum, daß die Mannschaft am Sonntag in Heuchelheim zu Worte kommen kann. Groß,en-Buseck Igd. — Launsbach Igd.: Großen-Buseck hat eine Mannschaft aus dem Bann 88 zum Freundschaftsspiel herangeholt. Obwohl man die Gäste roenig kennt, ist doch mit einem wenn auch knappen Siege der Platzmannschaft zu rechnen. HochelheimJgd. — HolzheimJgd.: Vor dem Spiel beider ersten Mannschaften stehen sich die Heiden Iugenden gegenüber. Auch dieses Freundschaftsspiel sollte einen schönen Verlauf nehmen und die Gäste in Front sehen. 1900 Igd. — Heuchelheim Igd.: Nach dem Lokalderby 1900 — Mtv. tritt 1900s Jugend gegen Tv. Heuchelheim an. Es sollte mit einer leichten Überlegenheit der Gäste zu rechnen sein. Fußball um Pokal und Ausstieg. VfB «Neichsbahn I — VfB. Friedberg ((Sauliga). Auf dem Waldsportplatz tritt morgen der Vertreter der Gauliga VfB. Friedberg zum Pokalspiel an. Die Gäste, die in der Spielserie einen Mittelplatz in der Tabelle einnehmen, sind hier nicht unbekannt. Erst kürzlich konnte die Mannschaft, obwohl verschiedene Spieler der ersten Garnitur fehlten, dem Lokalgegner bas Nachsehen geben. Wenn auch die letzten Freundschaftsspiele der Gäste nicht besonders günstig endeten, so darf man doch nicht vergessen, daß die Elf in diesem Spiel, wo es um den weiteren Verbleib im Tschammerpokal geht, mit allen Kräften darangeht, eine Runde weiterzukommen. Die Mannschaft der Friedberger ist auf allen Punkten gut besetzt, die Spieler sind hier zur Genüge bekannt. Ob der VfB.-Reichsbahn gegen diesen starken Gegner bestehen kann, dürfte sehr fraglich sein, da die Grünweißen in den letzten Spielen bedenkliche Schwächen zeigten. Die Grün- weißen, die in stärkster Besetzung antreten werben, haben sich oorgenommen, mit einer großen Leistung aufzuwarten, damit die Mannschaft einen Sieg und damit die weitere Teilnahme an den Pokalspielen erringt. Das Spiel sollte erst in der Schlußminute entschieden werden. DsV.-Reichsbahn III. — Nieder-Ohmen I. Dor dem Spiel der ersten Mannschaft trägt die Dritte em Freundschaftsspiel gegen die starke Elf aus Nieder-Ohmen aus. Die Grün-Weißen konnten sich bereits im Vorspiel durchsetzen, auch jetzt ist ihnen ein knapper Sieg zuzutrauen. 1860 Sonou — „Teutonia" Steinberg Zum zweiten Aufstiegsspiel müssen die Teutonen am morgigen Sonntag die Reise nach Hanau antreten. Es wird ein schwerer Gang werden, denn die Mannschaft der Gastgeber wird allgemein als Favorit angesehen. Allerdings werden sich die Teutonen von dieser Auffassung nicht von vornherein beeindrucken lassen. Damit soll gesaat werden, daß die Steinberger morgen nicht ganz ohne Siegesaus- sichten nach Hanau fahren. Einen großen Ausschlag wird wohl die Tagesform geben. Soweit uns bekannt ist, besitzen die Hanauer eine Mannschaft, die technisch und spielerisch vollkommen auf der Höhe ist. Die Teutonen werden wohl alle Kräfte aufbieten müssen, um diese gute Elf im Schach halten zu können. Hierzu bedarf es jedoch einer größeren Energieleistung wie am vergangenen Sonntag. Hoffentlich sind die Schwächen, die man beim vorigen Spiel festftellen konnte, morgen behoben. Nur dann wird die Möglichkeit gegeben sein, einen Punktgewinn in Hanau zu erzielen. Aus alle Fälle wird es einen spannenden Kampf geben. Sollten die Teutonen zu ihrer schon öfters gezeigten Hochform auflaufen, dann wird es bestimmt einer größeren Leistung der Hanauer bedürfen, um diese Mannschaft nicht zum Siege kommen zu lassen. Die Aufstellung der Teutonen dürfte wohl die gleiche sein wie am vergangenen Sonntag. Vielleicht muß der verletzte Naumann durch Fritsche ersetzt werden. Dillenburg I — Lollar I. Ein schwerer Gang steht der Lollarer 1. Elf morgen nach Dillenburg bevor. Nach dem Sieg der Gastgeber über Großen-Linden ist der Aufstieg für Lollar zwar endgültig hinfällig geworden. Sollte sich allerdings das bewahrheiten, daß Wetzlar seine Mannschaft zurückziehen will, so würde das evtl. Lollar zugutekommen und die beiden verlorenen Punkte aus dem Vorspiel gutgeschrieben werden. Nur so könnte sich das Bild der Tabelle noch einmal ändern. Aber auch nur bann wieder, wenn morgen Lollar in Dillenburg für eine Uederraschung forgt. Es ist aber bei der jetzigen Spielstärke der Gastgeber kaum anzunehmen, daß dies gelingt. Obwohl die Lollarer den Kampf vielleicht unbeschwerter denn je aufnehmen können, da ja kaum nod) mehr etwas zu verlieren ist, dürften sie bei etmas mehr Selbstvertrauen als seither dem Gegner den Sieg nicht allzu leicht machen. Wie die Mannschaft aufgestellt wird, ist bis jetzt noch nicht bekannt. Ausklang t>er SerbanMerie 1938/39 Die Derdandsrunde 1938/39 nimmt mit den beiden restlichen Spielen Burg — 1900 und Ehringshausen — Wetzlar ihren Ausklang. Burg — 1900. Das letzte Derbandsspiel führt die Blauweißen nach Burg. Praktisch hat das Spiel keine Bedeutung mehr, denn, wie der Ausgang auch ist, ändert sich cn der Tabellengestaltung nicht mehr allzu viel. Und trotzdem nehmen die Blauweißen gerade dieses Spiel sehr ernst. Wie erinnerlich, waren es die Burger, die im vergangenen Jahre den Blauweißen durch eine 2:0-Niederlage den einzigen doppelten Punktverlust zugefügt haben, was man heuer noch nicht vergessen hat. Aus diesem Grunde wird die beste Vertretung entsandt, um eine Wiederholung in diesem Jahre zu vermeiden. Mit der Vertretung Herbst (3/116), Pankok (2/116), Lippert (2/116), Krämer, Quick, Schäfer, Löbsack, Schellhaas (2/116), Renfing, Hormel (2/116), Heuser darf man denn auch erwarten, daß es den Blauweißen gelingt, einen würdigen Abschluß der Spiele zu finden. Jlaunfjeim II — 1900 II. Die Reserve der Blauweißen reift nach Naunheim zur Erledigung der am vergangenen Sonntag entstandenen Gesellschaftsspielverpflichtung. Nach den gezeigten Leistungen darf man auch diesmal die Blauweißen als Sieger erwarten, selbst unter Berücksichtigung der Platzveränderung. Rodheim I. — Steinbach I. Die 1. Elf von Rodheim a. d. B. erwartet am morgigen Sonntag die 1. Mannschaft von Krofdorf. Es handelt sich um ein Freundschaftsspiel. Krofdorf verfügt zur Zeit über eine schnelle und kampffreudige Mannschaft. Man erwartet einen anregenden Kampf, dessen Ausgang kaum vorherzusagen ist. Zugend-Iußball-Lokalkampf VfB.-N. —-1900. Drei Jugendmannschaften der Spieloereinigung 1900 haben sich für kommenden Sonntag ausgezeichnete Gegner gewählt, so daß man mit spannenden Kämpfen rechnen kann. Die 1. Jugend trägt nach dem Pokalspiel der Grün- Weißen ein Freundschaftsspiel gegen die 1. Jugend der Grün-Weißen aus. In den Zwischenrundenspielen um die Bannmeisterschaft konnte die 1. Jugend der Blau-Weißen die Jugendmannschaft des Handball: Brigade 46-147. Am morgigen Sonnfagoormittag findet auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900, auf dem Trieb, ein Handballausscheidungskampf zwischen den Brigaden 46 und 147/Gießen statt. Die Leitung des Spieles liegt in den Händen des Handball- Schiedsrichterobmannes Becker. Das Spiel entscheidet, ob es der Brigade 147^berhessen gelingt, sich gegen die spielstarke Mannschaft der Brigade 46/Fulda, deren Mannschaft sich hauptsächlich aus Spielern von Eschwege, Bebra, Hersfeld, Hünfeld, Fulda und Hanau zusammensetzt, durchzusetzen, um durch diesen Sieg eine weitere Teilnahme an den Ausscheidungsspielen zu gewährleisten. Die Mannschaft der Brigade 147/Oberhessen spielt in folgender Aufstellung: Deuker (116); Küthe (116), Herbert (116); Eckert (Rei. 147), Blankenburg (116), Grieb (222); Spengler (145), Marquardt (222), Weigandt (116), Pfeiffer (116), Strack (116). Da dieses Spiel alle Voraussetzungen für einen ritterlichen, guten und schnellen Kampf erfüllen, bietet sich hier den Gießener Sportkameraden die Möglichkeit, ein interessantes Spiel zu sehen. DfB.-R. schlagen, doch hat sich diese Mannschaft in der letzten Zeit sehr verstärkt und durch ihre hohen Siege ließ sie aufhorchen. Die Blau-Weißen stellen ihre stärkste Mannschaft, und man kann ihnen ein kleines Plus einräumen, wenn nicht der fremde Platz ein zu großes Hindernis für sie ist. Die 2. Jugend trägt ebenfalls ein Freundschaftsspiel in Göbelnrod aus. Dieser Spielausgang ist vollkommen offen, denn beide Mannschaften sind gleichwertige Gegner, und erst der Schlußpfiff wird den Sieger nennen. Das einzige Heimspiel bestreitet die 3. Jugend gegen die 1. Jugend von Fellingshausen. Das letzte Spiel gegen die Jüngsten der Blau-Weißen konnte Fellingshausen gewinnen, doch wird ihnen ein Sieg in Gießen sehr schwer fallen. Rundsunkprogramm. Sonntag, 7. Mai. 6 Uhr: Don Hamburg: Hafenkonzert. 750 Jahre Hamburger Hafen. 8.10: Wie schön ist so ein Feiertag! Frohsinn auf Schallplatten. 9: Deutsche Meister. Sonate für Violine und Klavier, Werk 27 in e-moll von Hans Pfitzner. Einlage: „Unser Beten ist ein frommes Schreiten." 9.40: Dichter unserer Zeit, Aus den Werken des diesjährigen Kulturpreisträgers für den Gau Hessen-Nassau. 10: Aus dem Saalbau zu Frankfurt a. M.: Morgenfeier der Hitler-Jugend anläßlich der Gaukulturwoche des Gaues Hessen-Nassau. 11: Unterhaltungskonzert. 12: Don Stuttgart (aus der Reichsgartenschau, Ehrenhalle): Mittaaskonzert des Landesorchesters Gau Württem- bera-Hohenzollern. 13: Die Gauausstellung für bildende Künste. 13.15: Von Berlin: Musik am Mittag des kleinen Orchesters des Reichssenders Berlin. 14: Für unsere Kinder: Aus unserer Spielzeugschachtel. 14.30: Uns gehört der Sonntag! Ein Reigen sorgloser Melodien. 15.15: Don Freiburg: Volkstum und Heimat. In einem Schwarzwälder Musikantendorf. 16: Vom Deutschlandsender: Sport und Unterhaltung. Dazwischen: Berichte aus Tripolis vom Großen Automobil-Preis. 17: Von Saarbrücken: Musik zur Unterhaltung. 18: Haben Sie schon gehört? Ein Rundfunkidyll mit viel Musik über den allgemeinen Tratsch im Leben. Von Irmtraut Hugin. 19: Schöne deutsche Volkslieder. 19.30: Sportspiegel des Sonntags. Von Wien: Berichte von der 1. Runde des Davis-Pokal-Spieles Deutschland — Schweiz. 20: Nachrichten. 20.15: Anläßlich der Gaukulturwoche: Festkonzert. 22: Nachrichten. 22.15: Ausschnitte aus dem Maifest der Jugend in Wiesbaden anläßlich,der Gau-Kulturwoche. 22.45: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 3: Nachtkonzert. Montag. 8. Mai. 5: Von Breslau: Frühmusik. 5.50: Bauer, merk auf! 6: Gymnastik. 6.30: Von Freiburg: Frühkon- zert. Ausführung: Musikkorps des IR. 75, Freiburg. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für den Garten. 8.40: Don Breslau (aus Görlitz): Froher Klang zur Werkpaufe. Es spielt das Musikkorps des IR. 30, Görlitz. 10: Don Berlin: Schulfunk. Das Zauberlied. Ein Frühlingsmärchen von der Nachtigall und von anderen großen und kleinen Sängern im Monat Mai. 11.40: Ruf ins Land. 12: Von Hamburg (aus Hannover): Schloßkonzert I. 13: Nachrichten. 13.15: Von Hamburg (aus Hannover): Schloßkonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch ... 16: Vom Deutschlandsender: Musik am Nachmittag. 18: Stabt und Land — Hand in Hand. Die Schule auf dem Dorfe. 18.30: Menschen — Berufe — Schicksale. Schwarzwälder Uhrmacher. 19.15: Bericht von der Eröffnung der Reichstagung der deutschen Beamtet. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: Don Breslau: Wenns Mailüfterl weht. Eine klingende Märchenidylle. 22: Nachrichten« 22.15: Kamerad, wo bist du? 22.30: Aus der Gau-Kulturwoche: Konzert zeitgenössischer Komponisten. Ausschnitte aus dem Konzert im großen Saal des Hessischen Landestheaters Darmstadt. 23: Von Königsberg: Unterhaltungs« und Tanzmusik. 24 bis 3: Von Leipzig: Nachtkonzert. Dienstag, 9. Mai. 5 Uhr: Von Königsberg: Frühmusik. 5.50: Bauer, merk auf! 6: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Ausführung: Das kleine Orchester des Reichssenders Frankfurt. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.40: Von München: Froher Klang zur Werkpause. Es spielen die Münchner Rundfunkschrammeln. 10: Don Stuttgart: Schulfunk. Die goldene Axt. Nach einer alten Fabel von Gotthard Wloka. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert I. Ausführung: Kurhcs- sisches Landesorchester Kassel. 13: Nachrichten. 13.15: Von Kassel: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Lustiges Mosaik. 16: Don Königsberg: Nachmittagskonzert. Es spielt das Orchester des Reichssenders Königsberg. 17 bis 17.10: Neues für den Bücherfreund. 18: Völk und Wirtschaft. Marktordnung als Treuhänder der sozialen Ordnung. 18.15: Pflicht und Treue. Zur Tagung der deutschen Beamten. 18.30: Von Kassel:Legt die Stimmen auf! Variationen um einen beschaulichen Feierabend. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Anläßlich der Gau-Kul« turwoche: Kleines Konzert der Jugend. 20: Von Stuttgart: Nachrichten. Anschließend: Hier spricht die Reichsgaxtenschau. 20.15: Dom Fels zum Meer! Eine Gemeinschaftssendung der Reichssender Frankfurt und Köln um den deutschen Rhein. 22: Zeitangabe. Nachrichten. 22.15: Vom Deutschlandsender: Politische Zeitungsschau. 22.35: Von Köln (aus Godesberg): Tanzabend. 24 bis 3: Don Königsberg: Nachtkonzert. Wirtschaft. Mein-Mainische Börse. Miilagsbörse überwiegend heiler und freundlich. Frankfurt a. M., 5. Mai. Unter dem Eindruck der fortlaufend bekanntwerdenden günstigen Industrie-Abschlüsse blieb die Börse durchaus freundlich. Die Umsatztätigkcit hielt sich indessen weiter in engen Grenzen, lediglich Spezialpapiere werden hin und wieder etwas lebhafter gehandelt. Am Aktienmarkt setzten sich die Kursverbesserungen um etwa 0,50 bis 1 v. H. im Durch- sHnitt fort, allerdings fehlte es auch nicht an kleinen Einbußen, denen aber kein besonderes Angebot zugrunde lag, ebenso wie stärkere Steigerungen mehr ober minder auf Zufall beruhten. Weiter fest lagen PH. Holzmann mit 150,25 bis 151,50 (148,25), wobei Dividendenerwartungen gehegt werden. Andererseits AG. für Verkehr nominell 1,50 v. H. niedriger mit 118. Don den führenden Papieren stellten sich IG.-Farben bei Eröffnung auf 149,90 (149,25), Hoesch auf 108,50 (107,75), während Mannesmann mit 106,50 bis 107 (106,65) und Vereid. Stahl mit 103,13 bis 103,40 (103) nahezu unverändert blieben und AEG. 0,50 v. H. abbröckelten auf 114,50. Maschinen- und Motorenaktien lagen meist gehalten, Rheinmetall 0,50 v. H. -ermäßigt auf 129,75. Das Rentengeschäft blieb im ganzen gesehen ruhig, die Haltung nicht ganz einheitlich. Die Abweichungen hielten sich dabei in engsten Grenzen. Reichsaltbesitz 131,70 (131,90), Reichsbahn-VA. 124,65 (124,75), andererseits im Freiverkehr Kommunal-Umschuldung lebhafter mit 93,45 bis 93,50 (93,40). Industrie-Obligationen weiterhin uneinheitlich und zwar bis 0,25 v. H. Stadtanleihen unverändert, 4,50 v. H. Darmstadt von 26 plus 0,25 v. H. auf 97. Pfandbriefe lagen ruhig und behauptet. Reichsbahn-DA. im Verlaufe 124,75 nach 124,65 Reichsaltbesitz 131,90 nach 131,70. 3n der zweiten Börsenstunde dauerte die festere Halturw an und vielfach ergaben sich erneut mäßige Erhöhungen bis etwa 0,50 v. H. Lebhafter waren Laurahütte mit 14,75 bis 15,40 (14). Sonst notierten u. a. IG,-Farben 150,25 nach 149,90, Kaufhof 106 nach 105,75, Daimler 140 nach 139,50, Rheinmetall 130,25 nach 129,75. Bei den später notierten Papieren überwogen Erhöhungen von 0,50 bis 1 v. H. Aschaffenburger Zellstoff 107 (105,50), anderseits Harpener 130 (132) und Buderus 104,25 bis 103,50 (106). Der Einheitsmarkt tendierte uneinheitlich. Nach Pause kamen Mainzer Aktien-Dier mit 85,50 (87,75), andererseits Dresdner Schnellpressen mit 86,50 (80) wieder zur Notiz. Im Freiverkehr nannte man bei kleinen Umsätzen Dingler mit 113,50*bis 115,50 (114,25 bis 116,25), Elsäss. Badische Wolle mit 97,50 bis 99,50 (96 bis 98), Verein. Fränk. Schuh mit 80,50 bis 82,50 (82 bis 83) uiw Growag mit 82 bis 84. Tagesgeld unv. 2,25 v. H. Abeadbörse abwartend. Das Abendbörsengeschäft war ohne Belang. Man zeigte allgemein eine abwartende Haltung. Am Aktienmarkt wichen die Kurse nur um Prozentbruchteile ab, überwiegend stellten sich aber weiter leichte Befestigungen ein. Holzmann erneut stark gefragt und ohne Angebot, Taxe 152 bis 153 (151,50). IG.-Farben nicht ganz gehalten mit 150 (150,25), ebenso Hoesch mit 108,25 (108,50) und Klöckner mit 117,75 (118). Andererseits «. a. Bem- berg 138,25 (137,50), Deutsche Erdöl 125 (124,25), Laurahütte 15,75 (15,40), Gessürel 136,50 (136), Adlerwerke 103,25 (103) und Verein. Stahl 103,50 (103,40). Von Renten gewannen 5 v. H. Gelsenkirchen Berg 0,25 v. H. auf 100; 6 v. H. 5®-* Farben blieben mit unv. 122,75 und Reichsbahn- DA. mit unv. 124,75 gefragt. Im Freiverkehr hatten Kommunal-Umschuldung bei unv. 93,50 und 4,50 v. H. RWL bei unv. 94,75 etwas Umsatz.