Donnerstag, b. April 1939 189. Jahrgang Ar. 82 Erstes Stau Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8l/eUt)r des Vormittags Grundpreise für 1 mm tzöhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text- anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25°/a mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf.,Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. 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Der dritte Außenseiter der belgischen Kammer ist der Technokrat Leo F r e n s s e n , eben- alls in Antwerpen gewählt. Gin „gustaf nagel" von besonderer Prägung, wird er alles tun, um nach seinem Wunsch Esperanto als Umgangssprache werden müßten. Zu den bemerkenswerten Ergebnissen der belgischen Kammerwahl gehört auch der Gewinn eines Kommersitzes durch die flämischen Nationa- listen. Gerade bei dieser Wahl, die so ganz und gar unter dem Gedanken einer Wiedergewinnung der belgischen nationalen Einheit gestellt wurde, sind hie flämischen Nationalisten von allen Parteien auf das heftigste angegriffen worden. Selbst unter Berücksichtigung der Tatsache, daß die Wähler dieser Partei meist flämische Bauern sind, die an ihrer einmal gefaßten politischen Ansicht mit ziemlicher Zähigkeit jahrelang festhalten, glaubte man, daß die Partei Stafde Clerqus einige Sitze werde abgeben müssen. Das Gegenteil ist eingetreten. Die flämischen Nationalisten haben sich gehalten und sogar noch einen Sitz dazu gewonnen. Sieht man nun nach diesem Bekanntwerden des neuen politischen Kräfteverhältnisses in die belgische Zukunft, so kann man guten Gewissens behaupten, daß sich die Lage gegenüber der vor vier Wochen liches ändern, der neue Vertiefung konnte. Heute nun, nachdem der belgischen Wähler rer Adolf Hitler. Und wenn wir uns auch hier wieder auf Herz und Nieren selbst prüfen, dann kommen wir im Endeffekt zu einem sehr einfachen Ergebnis: was könnte uns heute noch solche Anstrengungen und Sonderleistungen schwer machen, jo, was können sie uns schon ausmachcn, wenn wir wissen, was roirfür eine zielbewußte Staatsführung unter diesem Mann haben und welche Erfolge daraus entstanden sind. Es sind Erfolge, wie sie kein anderer lebender Staatsmann in seinem Lebensbuch verzeichnen kann, Erfolge, die weite Kreise Deutschlands im gewohnheitsmäßigen Skeptizismus der Systemzeit für Ausgeburten einer verrückten Phantasie gehalten hätten, wenn derartiges früher auch nur angedeutet worden wäre, Erfolge vor allem, die von'keinem einzigen Rückschlag begleitet worden sind! Für kurze, wohlverdiente Feiertage zieht sich die Nation nun auf die „Insel des Friedens" zurück, wie einer unserer führenden Männer das neue Deutschland einmal inmitten einer unruhevollen Umwelt treffend genannt hat. Auf dieser vergrößerten Insel des Friedens feiern mit dem Altreich ein deutsches Osterfest die Männer, Frauen und Kinder der befreiten Ostmark, des Sudetenlandes, des Landes an der Memel und die Bevölkerung Böhmens und Mährens, deren tschechischer Teil nun in Belgien einzuführen. Sieht man von diesem für den unterhaltenden Teil der künftigen Kammersitzungen sicherlich recht bemerkenswerten Zuwachs ab, so läßt sich an wichtigen Punkten im Ergebnis dieser Wahl, neben dem Sieg des nationalen Gedankens und dem Zu- ammenbruch der Rexisten, die Niederlage des Marxismus als das dritte bemerkenswerte Ereignis festhalten. Aus doppeltem Grunde hatte man den Kommunisten Erfolge prophezeit. Einmal, weil man glaubte, daß die Mitwirkung der Marxisten bei der kürzlichen A n e r k e n n u n g d e r na t i o - nalspanischcn Negierung durch Belgien die radikaleren Elemente nach links treiben würde, anderseits, weil der bekannte ehemalige marxistische Abgeordnete Dr. M a r t e a u x diesen Weg schon vorausgegangen war. Wie das Wahlergebnis jetzt zeigt, haben die Kommunisten nicht ein Mandat zu den neuen Sitzen, die sie schon innehatten, hin- zugcwinnen können. Die Sozialdemokraten hingegen Haven sechs Sitze abgegeben, und zwar an die weiter rechts stehenden Parteien. Der Grund für diese Abwanderung läßt sich wahrscheinlich darin erblicken, daß die Sozialdemokraten mit ihrem Schlachtruf: „Kampf der Deflation!" nur einen Teil ihrer bisherigen Truppen zum Mitgehen bewegen konnten, jene nämlich, die zu den Gehaltsund Lohnempfängern gehören. Die kleinen selbständigen Gewerbetreibenden und Kaufleute hingegen sagten sich, daß dieser „Kampf der Deflation", was zu deutsch „keine Gehaltskürzungen" heißt, mit ziemlicher Sicherheit neue Steuern zur Folge haben würde, die dann von ihnen aufgebracht Feiertage in Gelassenheit. Wir Deutschen, die wir geographisch und politisch in ein sehr wechselvolles, ja oft unruhiges Klima gestellt sind, haben einen anstrengenden Winter hinter uns. Im Angesicht der Osterfeiertage pflegen wir selbst nach einem so unfreundlichen Vorfrühling wie jetzt aufzuatmen, wie haben den Winter auf alle Falle überwunden, es kann nicht mehr fchlimm werden, was an Frühlingsstürmen noch bevorstehen kann. Die Osterfeiertage sind alljährlich ein kurzes Ausruhen nach dem Winter und eine Umstellung auf die wärmere, hellere Jahreszeit, und wenn es nicht gerade noch einen verspäteten Schnee- sturm zu den Feiertagen gibt oder wenn es nicht gerade wie aus Eimern vom Himmel heruntergießt, bann tragen wir dieser Umstellung auch äußerlich gern Rechnung, indem wir die Winterkleidung endgültig auf mindestens ein halbes Jahr verbannen und uns frühlingshaft wie die Natur kleiden. Stärker noch als im klimatischen Bereich waren in diesem Winter die Störungen in der politischen Atmosphäre um Deutschland herum. Sie stellten wiederholt große Anforderungen besonderer Art an die Nation. Solche Anforderungen waren in der Zeit vor der Machtergreifung verbunden mit den für die Systemzeit typischen Depressionen politischer , und psychischer Art; die Bevölkerung litt damals unter dem drückenden Bewußtsein, daß die billigen und planlosen Künste der verschiedenen Regierungskoalitionen ein Gemisch aus Fortwurstelei und parteipolitischem Lotteriespiel waren. Und wenn wir vor uns selber ehrlich sind, dann spielten wir uns und anderen alljährlich um die Oster- und Frühlingszeit'mehr oder weniger geschickt eine Komödie vor, als wenn nun mit dem Herannahen des Sommers wenn nicht alles, so doch irgend etwas besser werden müßte. Die besonderen Anstrengungen, die die groß- deutsche Nation im vergangenen Winter auf sich nahm und deren Auswirkungen bis an dieses Osterfest heranreichten, find wiederholt von niemandem dankbarer anerkannt worden als von unserem Fuh- erheblich gebessert hat und die Bildung einer dauerhaften und arbeitsfähigen Regierung nicht ausgeschlossen ist. Der Hauptstreitpunkt, der Fall Martens, hat sich erledigt, weil Dr. Martens bereits am Wahltage seinen Rücktritt von der Mitgliedschaft in der flämischen Medizinischen Akademie angekündigt hat. Die Meinungsverschiedenheiten über die zukünftige Gestaltung der Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolitik bestehen zwischen den Liberalen und dem rechten Flügel der Katholiken auf der einen Seite sowie den Marxisten und den christlichen Demokraten auf der anderen Seite nach wie vor. Trotzdem werden die drei großen belgischen Parteien, in deren Hände wieder aufs neue das Schicksal Belgiens gelegt ist, zu einer Einigung kommen müssen, wenn sie nicht das parlamentarische System als erledigt beweisen wollen. Das englisch-polnische Abkommen. n a I e r Einigkeit und Stärke. Die Liberalen haben mit zehn Sitzen über vierzig vorn Hundert gewonnen. Sie wurden gewählt, weil sie mit einer an Sturheit grenzenden Konsequenz im Falle Martens ihre Meinung vertreten hatten, die gegen jede die nationale Kraft schwächende Tendenz gerichtet war. Die anderen Sieger, die Katholiken, erhielten ihre zusätzlichen' zehn Abgeordneten, weil sie, die alte traditionelle Partei, die jahrzehntelange Alleinherrscherin in Belgien war, den belgischen Staatsgedanken mit unerschütterlicher Festigkeit verkörpert hat. Des weiteren erhielten die Katholiken Stimmen, weil die Stimmen der früheren rexistischen Wähler sozusagen freigeworden waren. Zu lange Zeit hatte De grelle seine Wähler hingehalten. Noch bevor es zur Wahl kam, verließen ihn seine Abgeordneten. Ein noch so heftiges Auftreten im Parlament wird ihm in Zukunft ebenso wenig nützen wie seine maßlose Deutschenhetze, die er tn diesem Wahlkampf als letztes Mittel erfolglos angewandt hat. Außer ihm werden der Schulinfpektor Gramme ns und der „Technokrat" Frenfsen sich bemerkbar machen. Herr Grammens ist ein Mann, der mit Farbtopf und Pinsel in Flandern herumzog und, soweit doch noch neben den flämischen französische Inschriften vorhanden waren, sie mit Oelfarbe überzog. Als er daraufhin mit Gefängnis bestraft, dann wieder freigelassen wurde, weil ihn die flämischen Nationalisten als Spitzen- kandidaten in Antwerpen aufgestellt hatten, blieb nur einen Tag zu Wahlvorbereitungen in der London, 6. April. (Europapreß.) Ueberein- stimmend melden die Londoner Morgenblätter den Abschluß eines Abkommens zwischen England und Polen. Sie bezeichnen die bisher erzielten Abmachungen als das „Rahmenwerk zu einem auf Geger^eitigkeit beruhenden Defenfiv-Bündnis". Die Paraphierung des Vertrages werde sofort vorgenommen werden. Die englisch-polnische Erklärung soll von Chamberlain noch am Donnerstag im Unterhaus bekanntgegeben werden. Die Blätter betonen erneut, Polen habe keine Neigung gezeigt, eine ähnliche Abmachung mit den Sowjets abzuschließen, auch wünsche es nicht eine Einbeziehung der Sowjetunion in das neue „Sicherheitssystem". In unterrichteten Kreisen spricht man mit Bezug auf die englisch-sowjetrussische Fühlungnahme davon; Moskau stelle gewisse „G a r a n t i e"- Bedingungen. Der polnische'Außenminister wird am Donnerstagmittag die in Portsmouth liegenden Einheiten der englischen Flotte besichtigen. Außenminister Beck hatte in seinem Hotel eine Aussprache mit dem amerikanischen Botschafter und dem ungarischen Gesandten. Für Freitagmorgen ist eine Aussprache mit dem französischen Botschafter (Sorbin anberaumt. Im Laufe des Freitag wird sich Beck dann nach Warschau zurückbegeben. Zusammenkunft Generaloberst Keitels mit General pariani. Brüssel, 4.April 1939. Man hatte der Kammerwahl in Belgien eigentlich mit wenig Erwartung entgegengesehen. War man doch allgemein der Ansicht, daß diese von den Liberalen herausgeford^rte Abstimmung keine Ueber- raschungen bringen könne. 63 Katholiken, 23 Liberale, 20 Rexisten, 16 flämische Nationalisten, 9 Kom- mumfteu und der frühere Ministerpräsident van Zee- land, der sich, ohne einer Partei anzugehören, Leon Degrelle auf dessen Herausforderung im April 1937 erfolgreich zu einem Wahlduell gestellt hatte — das war die Besetzung der alten belgischen Kammer, die im Vorsommer 1936 gewählt und am 6. Marz dieses Jahres von König Leopold aufgelost wurde, eigentlich sich aber noch bis 1940 hätte halten sollen. Wenn man die Gegensätze zwischen den einzelnen Parteien kannte, so brauchte man keine Wcchl- geometrie zu treiben, um festzustellen, daß sich an diesem fatalen Gleichgewicht nichts Wesent- '' ' - u Wahlkampf also nur eine ihre Stimmen abgegeben haben, denkt man ein wenig anders über den Fall. Zwar sind die großen Überraschungen erwartungsgemäß ausgeblieben. Trotzdem — diese Wahl hat Klarheit gegeben. Darum, weil die eingetretenen Verschiebungen zwar nicht ausreichen, um das politische Kräfteverhältnis umzugestalten, wohl aber genügen, um die Ansicht des belgischen Volkes sehr deutlich zu machen. Dabei steht über allem anderen der Wunsch nach natio- Belgien, nach der Wahl Von unserem Pls.-Korrespondenten. Berlin, 5. April (PUB.) Am 5. und 6. April findet in Innsbruck eine Zusammenkunft zwi- scheu dem Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Generaloberst Keitel, und dem Unter st aatssckretär des köuiglich-italieni- schen Kriegsministeriums und Chefs-des Ge- n e r a l ft a b e s des italienschen Heeres, Armee- general Pariani, statt. * Die Mitteilung hat in der Londoner Presse starke Beachtung gefunden. Daily Herold bringt diesen Bericht als die Meldung des Tages unter der Ueberfchrift „Die Heerführer der Achse berate n". Times hebt vor allem die Bedeutung der Tatsache hervor, daß diese Zusammenkunft sofort im Anschluß an die polnisch-britischen Besprechungen erfolgt sei. « .*• r I I K & ~ RI ' 1 W ü .11 W 4 > / i W Bilder berichten links von der feierlichen Begrüßung des Reichsprotektors in Böhmen und Mähren Freihcrrnvo n m euraty NN Borhof der Prager Burg dura) den iuoer- beleblsbaber des Sjeeres Generaloberst vonBrauchit, ch und rechts von der eindrucksvollen P a r ° d e der deutschen Wehrmacht zu Ehren des Reichsprotektors auf dem W-nzel-pKtz " Blaa Rechts von Freiherr von Neurath sieht man • 2 eturtl FÜR *WH HAARWISCI den ersten Bänken. Im selben Augenblick, als Ministerpräsident Da- > lädier zusammen mit Finanzminister Paul ■ Reynaud sich neben die anderen Minister setzten, hat Senatspräsident Ieanneney, der die Nationalversammlung leitet, den Vorsitz übernommen. Er verliest das Dekret über die Einberufung der Nationalversammlung zur Wahl des Präsidenten der Republik. Sodann werden durch das Los die 36 Stimmenzähler bestimmt. Schließlich öffnet Präsident Jeanneney ein Buch. Der erste Buchstabe auf der von ihm aufgeschlagenen Seite ist em „L und dementsprechend beginnen die Senatoren und Abgeordneten, deren Namen mit „L" an fängt, mit der Abstimmung. Als Erster gibt der Abgeordnete Labbe von der Republikanisch-Sozialistischen Union seine Stimme ab. Nacheinander werden die anderen Mitglieder der Nationalversammlung zur Stimmabgabe aufgerufen. Als der Buchstabe ,,M an die Reihe kam, wurde der kommunistische Abgeordnete Marty, der wegen seiner Tätigkeit in Spanien lebhaften Angriffen ausgesetzt ist, von den Pfiffen seiner politischen Gegner empfangen, auf die die Kommunisten mit Beifallsrufen antworten. Der Wahlakt dauerte nur zwei Stunden. Die aufgerufenen Parlamentarier bestiegen die Tribüne und übergaben ihre weiße Kontrollkugel dem Quaestor, um dann den Stimmzettel in die Urne zu werfen. Die sofort vorgenommene Stimmenzählung ergab bereits kurz vor 17 Uhr eine einfache Stimmenmehrheit für den bisherigen Präsidenten Lebrun. Als Präsident Jeanneney nach der Zählung die Wiederwahl Lebruns zum Staatsoberhaupt bekanntgab, erhob sich auf der einen Seite des Hauses Beifall, während die Linke in laute Ruse „Demission Lebruns Demission Lebruns!" ausbrach. Die Rechte und die Mitte erwiderte die Rufe der Linken mit breitet worden feien, Panik in anderen Ländern zu schaffen. Wohl könne keine vorsichtige Person und auch nicht der Erste Lord der Admiralität derartige Gerüchte offen ignorieren. Aber könnte eine Regierung nicht selbst den Weg inben, um eine übertriebene Auslegung derartiger Gerüchte zu verhindern, bevor man ihnen in der ganzen Welt Glauben schenke? EntschiedeneAbsageHottands h Diese und ähnliche Lügen, dazu bestimmt, die Einkreisungspolitik Englands zu fördern, sollten eigentlich jene kalt lassen, die sie erfinden um damit bestimmte Ziele zu erreichen. Stattdessen werden sie von ihren Erfindern zum Ausgangspunkt panikartiger Mobilmachungsbefehle gemacht. Kem Wunder, wenn ein paar Vernünftige, wie Sir Oswald Mosley, mehrere tausend Anhänger demonstrativ durch die Straßen Londons führten und durch Transparente zu erkennen gaben, daß sie keinen Krieg wegen Polen wünschen. Wenn Mosley der Dolksvergiftung und Panikmache auf diese Weise entgegen zu arbeiten versucht, dann kann man sich vorstellen, wie groß die Verwirrung drüben bereits ist. Beim Marineminister Lord Stanhope führte sie indessen schon zu Erscheinungen, die zur Kriegspsychose zählen. Oie presse fordert den Rücktritt Stanhopes. London, 6. April. (Europapreß.) Seit vielen Jahren dürfte es nicht vorgekommen fein, daß die englische Presse vor dem Karfreitag ein Bild der Zerrissenheit, der politischen Unsicherheit und der Richtungslosigkeit bot, wie heute. Am Gründonnerstag pflegten die Blätter mit Osterbe- trachtungen angefüllt zu sein; die Schriftleitungen bemühten sich, in ihren redaktionellen Ausführungen die Stimmung der Freube und des Frühlings- erwachens auf ihre Leserschaft zu übertragen. Der diesjährige Gründonnerstag macht eine vollkommene Ausnahme. Als einziges großes Blatt widmet die Times" zwar ihren Hauptartikel Osterbetrachungen, aber schon der zweite Aufsatz befaßt sich mit den Auseinandersetzungen, die durch die Rede des Marineministers Lord Stanhope entfacht worden Der Korpsführer des NSFK., General der Flieger Christiansen, hat mit Genehmigung des Generalfeldmarschalls Göring den bisherigen Führer der NSFK.-Gruppe III (Nordwest), NSFK- Gruppenführer von Bülow, zum Inspekteur des NSFK. ernannt. Der Dienstsitz des Inspekteurs ist bei der Korpsführung des NS.-Fliegerkorps m Berlin. In Beirut wurde unter Nasscuh Voukhari als Ministerpräsident das neue syrische Kabinett gebildet, dem in politischen Kreisen keine lange Lebensdauer vorausgesagt wird, da der syrische Nationalblock sich bereits offen als Gegner dieser Regierung bekannt* hat. Dem König Zogu von Albanien und seiner Gattin Geraldine geborene Gräfin Apponyi wurde das erste Kind, ein Knabe, geboren. Die Geburt des Thronerben wurde mit dem üb» lichen Salut von 101 Schuß bekanntgegeben. Wetterbericht Heber Südwesteuropa beginnt sich ein Hochdruckgebiet aufzubauen, das die Verfrachtung kälterer Luftmassen über die Nordsee hinweg auf das europäische Festland aufnimmt. Da zudem von Südwest und Südost her noch immer müde Luft dem Festland zuströmt, ist das Aufkommen beständigen Wetters noch nicht zu erwarten, wenn auch zwischendurch mit Aufheiterungen gerechnet werden Mobilgemachte Flakartillerie! Wo? In England natürlich. Hier hat die systematische von London ausgehende Panikmache bereits die größten Erfolge erzielt, so daß man sich über nichts mehr zu wundern braucht, was sich jenseits des Kanals ablvielt Auch nicht über die plötzliche Mobilmachung der Flakartillerie der Marine, die der breiteren Öffentlichkeit durch eine Bemerkung des Kriegsmarineministers Lord Stanhope bekannt geworden ist, der die Abwesenheit zahlreicher Marineangehöriger anläßlich eines Vortrages, den er auf dem Flugzeugmutterschiff „Arc Royal" halten wollte, damit entschuldigte, daß in letzter Minute der Befehl ausqegeben worden sei, sämtliche Flakgeschütze der Flotte zu bemannen. Darob natürlich allgemeine Bestürzung. Mit Windeseile liefen die Worte um, sie waren trotz aller Anstrengungen der Admiralität nicht mehr emzu- fanqen, sie kamen auch allen Verboten und Hinweisen auf das „nationale Interesse" zum Trotz in die Londoner Presse. Die englischen Zei- tungsleser, auf deren Nerven wieder einmal ohne Not herumgetrampelt wird, mögen beim Lesen der entsprechenden Nachricht nicht nur eine bestürzte Miene zur Schau getragen, sondern.^erlich ent- sekt überlegt haben, was sie nun eigentlich alles rasch ins Handköfferchen verstauen mußten, wenn die Flaks wirklich zu bellen anfangem Soweit ist man ja ohnehin schon m England, daß man genau wie im September auf den Ausbruch eines Krieges schwört. Aber damals irr t e m a n sich, die Panikmacher mußten blamiert abziehen, diesmal zappeln die Panikmacher schon im erften Teil ihres traurigen Spiels in ihren eigenen Netzen. Wir wissen nicht genau, ob Lord Stanhope mit seinem an die Flakartillerie ergangenen Befehl zeigen wollte, wie tüchtig er ist, ober ob er und mit chm die Admiralität die faustdicken Lugen von Angrifssabsichten als Wahrheit hmgenommen Oie Wiederwahl Lebruns. 506 Stimmen der Nationalversammlung bereits im ersten Wahlgang für den bisherigen Präsidenten der Republik. Persönlichkeiten. . „ . ;tl In dem großen rechteckigen Saal im Versailler Schloß, in dem die Nationalversammlung am 'Nachmittag zusammentrat, hatte sich schon Beginn der Sitzung ein glänzendes gesellschaftliches Bild entfaltet. Heber der Präsidententribune prangt ein großes repräsentatives Bild, das den Zusarm mentritt der französischen Generalstände am 5. Mai 1789 darstellt. Rings um den Saal läuft ein Rang Wie nicht anders zu erwarten war, wird Stan- . Hope der so voreilig aus'der Schule plauderte, i in der'gesamten Presse mit scharfen Angriffen be- dacht. Der „Evening Standard" erklärt, der Ma- '1 rineminifter sei der Oeffentichkeit wahrend ferner Karriere hauptsächlich durch Taktlosigkeiten ausgefallen Das Blatt befürwortet die Entlassung Stanhopes und empfiehlt als Nachfolger Winston Churchill. In parlamentarischen Kreisen wird allerdings bezweifelt, ob Churchill für eine Neubesetzung der Admiralität in Frage kommt, weil man an nimmt, daß ein erheblicher Teil des Kabinetts in ihm den geeignetsten Anwärter für das Waffen- und Munitions-Beschaffungs-Mimsterium steht, das, wie man annimmt, nach den Osterferien errichtet werden wird. Die Blätter berichten, daß Chamberlain wahrend der Kabinettssitzung sämtliche Minister verwarnt und sie versucht habe, m Zukunft vorsichtiger in ihren Äußerungen zu fern. Die Opposition fordert jedoch unumwunden den sofortigen Rücktritt Stanhopes. Cm Mann, der so wenig Verantwortungsbewußtsem besitze, sei fein geeigneter Marineminister für Großbritannien. Man werde jetzt im Auslande erklären daß Eng- land in einem hysterischen 2^13^1^10 lebe unb in der ständigen Furcht vor Luftangriffen Wenn man daran denke, daß ein Mann wie Lord Stanhope Marineminister sei, dann könne man wahrlich Sorgen um die Fähigkeit gewisser britischer Mimster heqen. Zu was für Gerüchten die erstaunliche Erklärung Stanhopes geführt hat, geht aus emer Schilderung der News Chronicle hervor. In Nordengland, so berichtet bas JBlatt, 'fjabe manL^ere t davon gesprochen, daß b i e b r 111 f cf) e F l o mobilisiert worden sei, was größte Beun ruhigung bei der Bevölkerung ausgelost habe. -ü „Times" schreibt, Dienstag fei e i n Ta g o e r tollsten Gerüchte gewesen. In gewissen Fallen habe es sich um Gerüchte gehandelt, die ohne Zweifel mit der g e wollten Absicht ver - Oer Dank des Großadmirals. Berlin, 5. April. (DNB.) Großadmiral Dr. h. c. Raeder teilt mit: „Zu meiner Beförderung zum Großadmiral und zu meinem 45jährigen Dienstjubiläum sind mir von Kameraden der alten und der neuen Wehrmacht, von Parteistellen, staatlichen und städtischen Behörden, Werkleitungen, zahlreichen Verbänden und Einzelpersonen schriftliche und telegraphische Glückwünsche in so großer Zahl zu gegangen, daß ich meine Absicht, jedem einzelnen zu banken, zu meinem großen Bedauern nicht verwirklichen kann. Ich bitte daher alle, die meiner in so freundlicher Weise gedacht und damit auch die Kriegsmarine geehrt haben, auf diesem Wege meinen herzlichsten Dank entgegenzunehmen." Kleine politische Nachrichten. Der Reichsminister des Auswärtigen o. Ribbentrop empfing im Beisein des slowakischen Ministers des Aeußern Durcanskyund des neu» ernannten Gesandten Cernak den slowakischen Ministerpräsidenten Dr. Tis o. Während der Unter« rebung wurden die laufenden, beide Länder interessierenden Fragen besprochen. Anschließend gab der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, von Weizsäcker, zu Ehren des slowakischen Ministerpräsidenten ein Frühstock im Hotel Esplanade. König Faruk von Aegypten empfing den Gesandten in besonderer Mission, v. Heutig, in Ab- schiedsaudienz. Der König ließ sich eingehend über die Verhältnisse in Deutschland unterrichten und erkannte besonders die Geste des Führers an, der durch die Entsendung eines Vertreters zur Hochzeit der Schwester des Königs ihm eine besondere Ehrung habe zuteil werden lassen. Der Führer hat den Minister Dr. Franz Hueber unter Verabschieduna aus dem Amte eines Mitgliedes der österreichischen Landesregierung z u m Unter st aatssekretär im Reichsjustizministerium ernannt unb ihm für seine als Minister des Landes Oesterreich dem deutschen Volke geleisteten treuen Dienste den.Dank ausgesprochen. Oer britische Marineminister schwer entgleist Falscher Alarm verursacht Panik in der englischen Oeffentlichkeii. Für einen Tag ist Versailles von seinem beschaulichen provinziellen Leben durch die Präsidentenwahl aufgeschreckt. Ein strahlender Frühlingstag läßt die Zahl der Neugierigen noch großer werden, als dies auch sonst der Fall wäre. Neben den 900 Mitgliedern von Kammer und Senat, die nach der Verfassung als Nationalversammlung im alten Königsschloß zur Wahl des Präsidenten zusammentreten, sind mehrere hundert Journalisten, eine große Anzahl von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens im Kraftwagen und mit der Bahn nach Versailles gekommen. Die Cisenbahnstrecken mit ihren zahlreichen Kunstbauten und die nach Versailles führenden Straßen sind von einem starken Aufgebot von Militär mit aufgepflanztem Bajonett gesichert. Die Garnisonen von Versailles und Rambouillet, Mobilgarbe in Stahlhelm sowie 400 Mann Staatspolizei sinb zur Absperrung und zur Erweisung der militärischen Ehrenbezeigung tn der Nahe des Schlosses zusammengezogen. Schon in der Mittagszeit waren die Journalisten im Südslügel des Versailler Schloßes, wo die Wahl stattfinbet, eifrig bei der Arbeit. Eine gesellschaftliche Sehenswürdigkeit war das Fr u h - tück in dem Hotel Trianon »Palast, bei dem ich die Minister und Träger bekannter Namen aus der Diplomatie usw. zusammen'fanden. Alle -üycye in dem Restaurant waren seit Wochen Dorbejtellt. Ministerpräsident Daladier speiste mit zwölf em- qelabenen Gäste in einem Nebensalon. Auch Senator , Caillaux hielt seine Tafelrunbe getrennt. Sonst । sah man noch den englischen Botschafter Sir C-nc i Phipps und den belgischen Botschafter, die meisten i Mitglieder des Kabinetts, den Polizeiprafekten Langeron, den früheren Polizeipräfekten Chiappe, den Comte be Castellane, ber auch dem Comite France-Allernagne angehört, den Generaldirektor ber französischen Eisenbahn, Guinand, den bekannten Verjüngungsarzt Dr. Woronoff unb viele sonstige Guy la Chambre erstattet Daladier Bericht. Paris, 6. April. (Europapreß.) Ministerpräsident Daladier empfing am Mittwochabend den aus London zurückgekehrten französischen Luftfahrtminister Guy la Chambre. Man ist der Ansicht, in London seien wichtige Vereinbarungen über die Zusammenarbeit der Flugzeugindustrien beider Länder zustandegekommen. Auch die Frage eines gemeinsamen Oberbefehls für die englische und die französische Luftwaffe in Kriegszeiten sei geklärt worden. Französischerseits habe man sich bereiterklärt, die zum Angriff bestimmten Flugzeuge der eigenen Luftwaffe im Ernstfälle dem englischen Oberkommando zu unterstellen. Albanien. Verstärkung des italienisch-albanischen Verteidigungsbündnisses. Rom, 5.April. (DNB.) Die „Gazzetta bei Mez- zogiorno" veröffentlicht unter ber Heberschrift „Verstärkung des italienisch-albanischen Bündnisses" folgende Mitteilung des Rundfunksenders Bari: „Die im Auslande über die Lage und die Beziehungen zwischen Italien und Albanien verbreiteten Nachrichten sind tendenziös und unbegründet. Auf ausdrücklichen Antrag des Königs von Albanien sind Besprechungen über eine Verstärkung des Verteidigungsbündnisses zwischen den beiden Ländern im Gange. Die Sympathie, die Italien zum albanischen Volk hat, unb von der das albanische Volk wiederholt konkrete Be- • weise erhalten hat, ist bekannt. Es liegt nicht in , den Absichten der italienischen Regierung, bie U n - > abhängigkeit unb H n v e r s e h r t h e 11 Albaniens anzutasten." kann. Vorhersage für Freitag (Karfreitag): Morgens vielfach dunstig, sonst zeitweise aufheiternb, doch immer noch unbeständig unb zu einzelnen Niederschlägen geneigt, im ganzen kühler als seither, veränberliche Winbe. Vorhersage für Samstag: Wechselhaftes unb zu einzelnen Nieberschlägen neigenbes Wetter, aber nicht burchweg unfreundlich. Lufttemperaturen am 5. April: mittags 12,9 Grab Celsius, abends 8,7 Grab; am 6. April: morgens 5,1 Grab. Maximum 14,9 Grab, Minimum heute nacht 3,7 Grab. Hauptschriftleiter Dr. Friebrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bes Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik unb die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stabt Gießen, Provinz unb Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Lubwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. D A. HI-39: 10 200. Druck unb Verlag: Brühlsche UniDerfttats- brucferei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 2t> Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preis- liste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Amsterbam, 5.April. (DNB.) Im Zusammenhang mit einer im englischen Hnterhaus geäußerten Anfrage, ob nicht auch Hollanb, Belgien unb bie Schweiz durch England zur Frontbildung gegen Deutschland hinzugezogen werben sollten, erteilt bas Amsterdamer „Handels- blab" den Londoner Kriegshetzern eine spürbare Abfuhr. Holland — so heißt es u. a. — werde s i ch durch niemanden mißbrauchen lassen, gegen einen dritten Staat als Angreifer aufzutreten. Daher werde es auch niemanden bas Durchmarschrecht einräumen und an keinerlei Abmachungen teilnehmen, die den Anschein ber Umzingelung eines anberen Staates zum Ziele haben. Holland denke gar nicht daran, als Anhänger einer Großmacht aufzutreten, sondern wolle auch weiterhin seiner selbständi - gen Neutralitätspolitik treu bleiben. Das Blatt schreibt weiter: „Wir hoffen, daß das Ausland sich solcher Einladungen enthalten wird. Die holländische Antwort müßte nach allen Seiten abweisend sein. Nicht, weil mir nicht an einer Förderung des wirklichen Friedens aus vollem Herzen mitwirken wollten, sondern weil wir glauben, daß unser bester Beitrag gerade darin besteht, die Sicherheit au geben, daß unsere Nachbarn uns nicht gegeneinander mißbrauchen können und daß keiner bie Hand nach unserem Gebiet ausstrecken kann, mit ihm ohne den äußersten Widerstand des ganzen Volkes deutschen zu finden." Frau Luise Schäfer, geb. Arnold im 77. Lebensjahr. In tiefer Trauer: 2516D Familie Karl Schäfer, Mannheim. Gießen (Lieber Straße 21), den 6. April 1939. 2523D Heuchelheim, den 6. April 1939. 2507V <7M GMl Wieseck, den 6. April 1939. Die trauernden Hinterbliebenen. 2522V Lang-Göns/Gießen, den 5. April 1939. AL** man Kontoristin rflowrs genaue, Erdal Sonn- und Feiertags außerdem; in Giefeen iuidemOswaldsgarlen 18.00 (Verschiedenes 15.10 Uhr Stadttheater Gießen tion. 2461V Zum letzten Male! 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Der Erlaß unterscheidet dabei zwischen der Schaffung von Ortsausgängen mit und ohne Gehöftverlegung, der Bereitstellung von Bauland für einzelne Betriebsinhaber und der Aussiedlung. Es kommt dabei darauf an, den Anschluß an das neue Wegenetz herzustellen, die Sicherheit der Ortschaft zu gewährleisten und vor allem betriebswirtschaftlich beste Voraussetzungen zu schaffen. Auch die Sicherheit des öffentlichen Verkehrs durch den Ort kann die Beseitigung von Gebäuden oder Gehöften erforderlich machen. Bei der Auflockerung sollen in erster Linie die Gehöfte kleinerer Stellen verlegt werden, und zwar unter Vergrößerung zu einem Erbhof durch Landzulage. Im allgemeinen soll künftig keine Umlegung in Realteilungsgebieten abgeschlossen werden, in der nicht mehrere Erbhöfe durch Stellenvergrößerung gewonnen worden finb. Begegnung. Don Wilhelm Scharrelmann. Volksgruppe gehören, sind auf Antrag von der Zugehörigkeit zur HZ. zu befreien. Jugendliche deutscher Staatsangehörigkeit mit dem Wohnsitz im Ausland oder sofern sie sich nur vorübergehend im Deutschen Reich aufhalten, sind zum Dienst in der HI. nicht verpflichtet. Verpflichtet zur Anmeldung. Alle Jugendlichen sind bis zum 15. März des Kalenberjahres, in dem sie das zehnte Lebensjahr vollenden, bei dem zuständigen HJ- Führer zur Aufnahme in die HI. anzumelden. Für die Anmeldung ist der gesetzliche Vertreter des Jugendlichen verpflichtet.. Die Aufnahme erfolgt zum 20. April eines jeden Jahres, die Entlassung nach Ablauf der festgesetzten SOLIDQX^L Auf Befragen erklärte bann Stabsführer Lauterbacher über die künftigen Aufgaben des B D M.- Werkes „Glaube und Schönheit": „Die Jugenddienstpflicht betrifft nur die Mädel bis zum Alter von 18 Jahren. Das BDM.-Werk bleibt daher wie bisher eine Einrichtung der HI. als Gliederung der NSDAP. Die Teilnahme an den Arbeitsgemeinschaften war für die 18- bis 20jährigen BDM.-Mädel bisher freiwillig, und daran wird f i ch nichts ändern. Aufgabe dieser Einrichtung ist es, Neigungen und Anlagen der Mädel dieses Alters zu fördern, ihre Freude am künftlerisichen Leben, an Musik und Theater, an Werkarbeit und an geistigen Dingen in unserer Gemeinschaft einzusetzen. Vor allem sollen sie Sport und Gymnastik treiben können. Jedes Mädel aber wird im BDM.-Werk in die Arbeitsgemeinschaft eintreten, zu der es sich wirklich hingezogen fühlt. Auflockerung der Dorflage. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat einen Erlaß herausgegeben/ der die systematische A u f l o ck e r u n g der Ortslagen als eine der wichtigsten Maßnahmen im Rahmen der landwirtschaftlichen Umlegung kennzeichnet. Es kommt nicht mehr nur auf die Flurbereinigung im engeren Sinne an, man verlangt vielmehr eine Neugestaltung des ganzen Umlegungsgebietes nach den Grundsätzen nationalsozialistischer Boden- und Raumordnung und die Durchführung aller Maßnahmen, durch welche die Grundlagen der Wirtschaftsbetriebe verbessert werden, der Arbeitsaufwand vermindert und die Bewirtschaftung erleichtert wird. Diese Ziele führen über die Intensivierung des Grund und Bodens- zwangsläufig zur Veränderung der Betriebsgrößen durch Schaffung Dieses weltverwandelnde Ereignis hat sich vielleicht ein Jahrhundert früher oder später zugetragen, aber sicher ist, daß gerade diese Herrscherin die Seidenerzeugung erfand. Alte Texte melden dann von Huang ti: „Er befahl seiner Gemahlin, auch das Volk die Zucht der Seidenraupe, die Behandlung der Fäden und Kokons zu lehren, damit es Kleider erhalte und man im Reich nicht mehr an Hautrisfen und Frostbeulen litte." Er selbst wird zu Schan- tung, im Tempel der „drei Majestäten", bereits mit gemobeitem Kostüm dargestellt, im Gegensatz zu den Statuen zweier anderer Urkaiser, von denen der eine noch ein Kleid aus grünen Blättern, der andere eine Halskrause und kurzes Röckchen aus Gras trägt. Si Ling schi aber wurde später zur Göttin erhoben und sogar unter die Sterne versetzt. Vier große Lichter im Skorpion bilden ihre Quadriga am Himmel. Sie trägt jetzt den Titel Sien ’ts an, Raupenförderin, besonders aber heißt sie auch Ahnfrau des Fadens. Sie hatte im Riesenreich der Mitte viele Altäre, vor denen spätere Geschlechter ihre Dankbarkeit erwiesen. Weit über 4000 Jahre währte ununterbrochen ihre Verehrung, bis zur Entstehung der modernen Republik, war sie doch ein Geschöpf echter Volkslegende. Ihr ist jährlich das große Kokonfest geweiht. Ihr Staatskult steht ebenbürtig neben dem des „göttlichen Ackerbauers". C. K. darauf besonnen. ....... . Ein paar Wochen später blieb sie plötzlich des Morgens aus. Irgendeine Veränderung, dachte ich. Da find tausend Möglichkeiten. Lange sah ich sie nicht mehr. Ich hatte mich nie damit beschäftigt, in welches Geschäft sie vielleicht ging. Nun mußte ich zuweilen an ihre zarten, kindlichen Hände denken, die vielleicht gewohnt waren, seidene Stoffe zu falten und zurechtzulegen. Sir kann verreist sein, dachte'ich, oder verzogen und geht nun auf einem anderen Weg ins Geschäft. Vielleicht hatte sie auch geheiratet, was wußte ich! Oder sie war erkrankt. Sie sah eigentlich schon immer ein wenig leidend aus. Dann vergaß ich sie. Da begegnete mir eines Morgens in derselben Straße, fast an der gleichen Stelle, an der ich ihr so oft begegnet war, ein Trauerzug. Ein kleines Gefolge, nur auffällig viele Blumen und Kränze. AaiionaisoziMsche Lharaktererziehung dient der Festigung des Reiches. Der Reichsjugendführer zu den neuen Verordnungen. Dielen, die im Leben an einem oorubertreiben wie stille Nachen auf einem belebten Strom. Auch sie beachtete mich gamicht. . Da erfuhr ich eines Tages durch das Spiel des Zufalls ihren Namen. Eines Abends nach Ge- schaftsschluß stieg 'sie zufällig in die Straßenbahn, in der ich saß und meine Zeitung las. Zwei junge Mädchen war bei ihr. Die eine war wohl eine Bekannte von ihr. „Fräulein West , sagte fie. Die andere schien vertrauter mit ihr zu fein. „Klara hörte ich es herüberklingen. Daß ich auf den Vornamen noch nicht selber gekommen mar! Mir schien plötzlich, als konnte sie gar nicht anders heißen und ich hätte mich nur nie Er mußte nicht recht, was er sich aus mir machen sollte. „Eine Verwandte?" fragte er unsicher. Die Frage berührte mich seltsam und klang in mir nach, ohne daß ich gleich zu antworten vermochte. „Nicht, nein!" sagte ich dann hastig. „Und doch — vielleicht — eine Verwandte — wer will das entscheiden?" Wie die Seide in die Welt kam. Nach neuesten Funden soll die Seidenzucht schon vor dem Jahre 3000 in China bekannt gewesen sein; die chinesische Sage aber verlegt die Erfindung der Seide auf einen „glücklichen Tag" des 27. Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung. In einer kleinen Kulturgeschichte der Seide, die Sir Gal ah ad in der von Martin H ü r l i m a n n herausgegebenen Monatsschrift „Atlantis" veröffentlicht, wird der Vorgang sehr reizvoll geschildert. Si ling schi, „große Frau" des Huang ti, ging an diesem Tage mit ihren Damen spazieren. Sie mar zart und schön gebaut, aber ihre Schönheit blieb noch in Bestien- häute gehüllt, höchstens ab und zu in einen Vogelbalg. Im barbarischen Leben des Frühvolkes herrschten noch sonderbare Zustände, es fehlten nach einer alten Schilderung noch die Häuser, so daß die Könige zur Winterszeit in Höhlen, zur Sommerszeit in Nestern lebten; man kannte noch nicht die ver- mandelnde Kraft des Feuers, sondern aß Baumfrüchte und Pflanzen und rohes Fleisch der Vögel und Tiere, trank auch ihr Blut. Flachs und Seide mären noch unbekannt, und man ging mit Federn und Fellen bekleidet, bis spätere Weise die Menschen die Vorteile des Feuers lehrten, Metall schmolzen und Ton formten, Häuser mit Türen und Fenstern bauten. Aber selbst noch unter Huang ti, einem dieser späteren Weisen, lag die Bekleidung noch recht im argen, bis seine Gemahlin Si ling schi jenen „glücklichen Tag" erlebte. Sie ging spazieren und sah zwischen Maulbeerzweigen hängende, sanft leuchtende Gebilde. Sie waren aber nicht dem Baum entwachsen, sondern eines der Früchtchen dehnte plötzlich seine Eigestalt, und ein milchweißer Schmetterling, bräunlich gestreift, schwirrte hervor. Es war das abgelegte Kleid des Schwärmers, das Si ling schi nun mit dem weiblichen Interesse für Bekleidungsdinge betastete. Es war ein Gewand von zauberhafter Weiche. Mit geschickten Fingern gelang es der Kaiserin bald, den Anfang des Fadens zu erfühlen. Leuchtend, glatt und klar ließ er sich vom Kokon herunterspulen. In ihm hatte sie das herrlichste Naturgespinnst auf Erden entdeckt. Alles weitere war Kinderspiel. (Sin Halsschmuck aus der Steinzeit. Bei Eggenburg im Gau Niederdonau werden von dem Krahuletz-Museum mit der Beihilfe der Zentralstelle für Denkmalschutz große Ausgrabungen durchgeführt, bei denen vor kurzem das Grab einer Frau gefunden wurde. Das Skelett war in Hockerstellung zusammengekauert und am Halse und an den Armen fand sich noch der Miiscl)elschmuck, den die Frau der Steinzeit getragen hat. Der Halsschmuck, der in der Leipziger „Jllustrirten Zeitung" im Bilde gezeigt wird, weist zwischen großen und kleinen Perlen fvns- zehnbogige durchlochte Anhänger auf, die von einem Mittelstück unterbrochen sind. Der Schmuck ist aus den porzellanartigen Schalen der Spondylusmuschel 1)ergefteilt, die einst einen starken Glanz aufwies, während sie heute an der Oberfläche leicht verwittert ist. Der Dorzeitmensch schätzte das starke Gehäuse dieser im Mittelmeer lebenden Klappmuschel besonders, was sich darin zeigt, daß aus ihm gebildete Schmucksachen in Troja wie in steinzeitlichen Gräbern in Thüringen und in der Gegend von Worms gesunden worden sind. Der Eggenburger Muschelschmuck ist jedoch schöner und reicher als ^lle bisher bekannt gewordenen aus diesem Stoss. C. K. Berlin. 6. April. (DNB.) Vor Vertretern der Presse erklärte der Jugendführer des Deutschen Reiches, Reichsleiter Baldur von S ch i r a ch , im Auslandshaus der HI. in Gatow über den neuen gesetzlichen Auftrag an die HI. Unser Führer gehört zu den seltenen geschichtlichen Persönlichkeiten, die unermüdlich für die Heranbildung eines Nachwuchses sorgen, der ihrer Idee und ihrem Werk gerecht zu werden vermag. Adolf Hitler hat vom Beginn seines politischen Wirkens an seine Aufgabe immer erzieherisch gesehen. Die Worte des Führers „Jugend soll von Jugend geführt werden" und „Die Jugend hat ihren Staat für sich" sind zum Programm der neuen deutschen Erziehung geworden. . In den „Adolf-Hitler-Schu- len", die Einheiten der HI. sind, hat es sich erwiesen, daß das Jugenderziehungsprogramm des Nationalsozialismus für alle Faktoren der deutschen Erziehung gültig ist. Der Reichsberufswettkampf, unsere Lager und Fahrten und sportlichen Wettkämpfe, sowie jene kulturelle Arbeit, die in Dichtung, Lied und Architektur unserer Jugend so überzeugend zum Ausdruck kommt, das alles hat seinen Ursprung in der vom Führer eingelöteten nationalsozialistischen Revolution, die eben ini Großen und im Kleinen eine Revolution der E r - Ziehung ist. Durch die Durchführungsverordnungen des Führers wird nochmals ausdrücklich festgestellt, daß die gesamte körperliche, geistige und sittliche Erziehung der Jugend außerhalb von Elternhaus und Schule bis zum vollendeten' 18. Lebensjahr ausschließlich Angelegenheit derFüh- rer her H I. ist. Es bedeutet diese Entscheidung des Führers zugleich auch die lang ersehnte A b - grenzung des Arbeitsbereiches von HI. und Schule. Letztere ist eben ausschließlich für die im Rahmen des Unterrichtes durchzuführende Erziehung währen dder Schulzeit zuständig. Sie hat in der Schulzeit reichlich Gelegenheit, den Jugendlichen mit dem für seine Entwicklung und spätere berufliche Tätigkeit notwendigen Bildungsstoff zu versehen. Alle übrige 3 ei t wird hinfort d e n Eltern und I u g e n d f ü h - rem zur Verfügung stehen. Die vormilitärische Erziehung der Jugend wird in unmittelbarer Zusammenarbeit zwischen dem Oberkommando der Wehrmacht und der Reichsjugend- führung durchgeführt werden, da die vormilitärische Erziehung unserer männlichen Jugend bis zum voll- Dienstzeit und bei den Mädchen dann, wenn sie in den Ehestand treten. Führer und Füh rerin - 'n e n bleiben nach Ablauf der festgesetzten Zeit An- aehörige der HI. Ihre Entlassung erfolgt auf besondere Anordnung. Auf ihren Antrag.finb sie zu entlassen. Für die Dauer des aktiven Wehrdienstes ruht die Zugehörigkeit zur HI. Angehörige des Reichsarbeitsdienstes dürfen sich im Dienst der HI. nicht betätigen. Strafen unterliegen solche Personen, die als gesetzliche Vertreter den Anmeldevorschristen nicht Genüge leisten oder Jugendliche böswillig vom Dienst in der HI. abzuhalten versuchen. Für die Jugendlichen der Jahrgänge 1921 bis 19 2 9, die bisher der HI. noch nicht angehörten, bestimmt der Jugendführer den Zeitpunkt der Einberufung zur HI. endeten.18. Lebensjahr innerhalb der HI. und unter ausschließlicher Verantwortung ihrer Führung zu geschehen hat. Die HI. wird fortan in die Stamm-HI. und in die allgemeine HI. eingeteilt. Die Stamm-HI. hat den gesamten Nachwuchs für die NSDAP, und ihre Gliederungen zu erziehen. Die allgemeine HI. führt'nunmehr die pflichtgemäße Erfassung aller tauglichen Jugendlichen durch. Hierzu ist ein einheitliches Meldeverfahren vorgesehen, das Erziehungspflichtige anhält, bis zum 15. März diejenigen Jugendlichen, die im Laufe des Kalenderjahres das zehnte Lebensjahr vollenden, zum Dienst in der HI. anzumelden. Der Dienstpflichtige untersteht einer Disziplinarordnung, die der Führer selbst erlassen wird. Die I u g e n d d i e n st p f l i ch t, die nunmehr neben Arbeits- und Wehrdienstpflicht tritt, erstreckt sich auf alle gesunden und würdig befundenen Jugendlichen. Wir haben in der Geschichte des deutschen Volkes das Auf und Ab des Schicksals kennengelernt, darum rüsten wir uns durch ein gewaltiges Erziehungssystem, das den Deutschen von frühester Jugend bis ins Alter hinein erfaßt, gegen alle Gefahren, die uns in fernster Zukunft einst bedrohen könnten. Wir besitzen heute ein gläubiges, mächtiges und tapferes Volk mit einer einzigartigen Führung, allein unser Reich muß die Jahrhunderte überdauern und dies ohne die geringste Erschütterung seines Führungssystems. Wie anders konnten wir das erreichen als durch die gesetzliche' Festlegung aller erzieherischen Maßnahmen, die wir in der Kampfzeit und später prakttsch erprobten. Wenn wir schon in den Hoch-Zeiten der nationalen Kraft und Größe die ganze Jugend unseres Volkes im Dienste der Bewegung einsetzen, wieviel mehr müssen wir das erst dann tun, wenn in späterer Zeit andere Generationen kampflos die Früchte unseres Ringens ernten! Dann, wenn alles selbstverständlich erscheint, was durch die Opfer und Kämpfe der inzwischen vergangenen Generationen mühsam erftritten wurde, kann nur ein lück en- los e s System nationalsozialistischer Charaktererziehung unser Volk wachhalten und für den Ueberfall der Neider und Feinde wappnen, an denen es uns im Laufe unserer Geschichte wahrlich niemals gefehlt hat. So ist auch diese neue Tat Adolf Hitlers für die Erziehung B e r l i n, 5. April. (DNB.) Der Führer hat zwei ' Durchführungsverordnungen zum G e - i fetz über d i e Hitler-Jugend vom 1. Dezember 1936 erlassen. Nach der Schaffung der Ar- i beitsdienstpslicht und der Wehrpflicht wird nun ! and) der Dienst in der HI. zum Ehren- : bien ft am deutschen Volk erklärt. Die erste Verordnung stellt nochmals die ausschließliche Zuständigkeit des Jugendführers des Deutschen R e i ch e s für alle Aufgaben der kör- i perlichen, geistigen und sittlichen Erziehung der ge- . samten Jugend des Reichsgebietes außerhalb ■ von Elternhaus und Schule sest. Auf sei- ; nen Geschäftsbereich des Jugendführers des Deut- ! scheu Reiches, gehen aus dem Geschäftsbereich des Reichserziehungdministeriums alle Angelegenheiten der Jugendpflege,des Jugendherbergs- wertes sowie der Unfall- u nd H a f t p f l i ch t im Interesse der Jugendpflege über. Die Zuständigkeit für das Landjahr bleibt einer besonderen Regelung vorbehalten. Hinsichtlich der Finanzgebarung für die Aufgaben des Jugendführers des Deutschen Reiches wird der NSDAP, besondere Verantwortung übertragen. Wer gehört zurStamm-Hitler-Zugend? .Mit der ersten Verordnung wird innerhalb der Hitler-Jugend die Stamm-Hitler-Jugend begründet. Wer seit dem 20. April 1938 der HI. angehört, ist Angehöriger der Stamm-HI. Jugendliche, die sich m i n d e st e n s e i n I a h r i n d e r H I. gut geführt haben und ihrer Abstammung nach die Voraussetzungen für die Aufnahme in die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei erfüllen, können in die Stamm-HI. ausgenommen werden. Die Ausnahme in die Stamm-HI. kann b c i Personen über 18 Jahren, die in der Führung ober ber Verwaltung der HI. eingesetzt werden sollen, sofort erfolgen. Gliederung der NSDAP, ist nur die Stamm-HI. Die Zugehörigkeit zu ihr ist freiwillig. Die Dienstpflicht. Die Dauer der Dienstpflicht wird in der zweiten Verordnung geregelt. Sie bestätigt die bisherige Einteilung der HI. in „Deutsches Jungvolk" für die zehn- bis vierzehnjährigen Jungen, „H i t l e r - I u g e n b" für die vierzehn- bis achtzehnjährigen Jungen, den „I u n g m ä b e 1= bund" für die zehn- bis vierzehnjährigen Mädel, den „B u n d d e u t f ch e r Mädel" für die vierzehn- bis achtzehnjährigen Mädel. Schüler und Schülerinnen in der Grundschule, die das zehnte Lebensjahr bereits vollendet haben, werden bis zum Verlassen ber Grundschulklassen vom Dienst in der HI. z u r ü ck g e st e l l t. Schüler und Schülerinnen in der Volksschule, die das 14. Lebensjahr bereits vollendet haben, bleiben bis zur Schulentlassung im Jungvolk ober Jungmädelbunb. Alle Jungen und Mädel ber HI. unterstehen einer öffentlich-rechtlichenErzi.eh ungs- gemalt nach Maßgabe ber Bestimmungen, die ber Führer erläßt. Der Zugehörigkeit zur HI. unwürdig und damit von ber Gemeinschaft ber HI. ausgeschlossen sind Jugenbliche, bie ehrenrührige Hanb- lungen begehen, wegen ehrenrühriger Hanblungen vor Inkrafttreten der Verordnung aus der HI. ausgeschlossen worden finb, ferner bie durch ihr sittliches Verhalten in ber HI. ober in ber Allgemeinheit Anstoß erregen und baburch bie HI. schädigen. Die zweite Durchführungsverordnung regelt weiter Untauglichkeit, Zurückstellung, Befreiung vom Dienst und blutsmäßige Anforderungen. Jugendliche deutscher Staatsangehörigkeit, bei denen beide Elternteile oder der Vater nach ihrem Dolkstums- bekenntnis zur d ä n ischen ober polnischen Plötzlich durchzuckte es mich: Klara West! Ich fanb es kindisch und es kostete einen kleinen Kampf — aber ich mußte fragen. Der Letzte im Gefolge, ein hutzeliger Alter unter einem vorsintflutlichen Zylinder sah mich verwundert an und antwortete bann leise: „Klara West! Sie ist schon ein paar Monate lang krank gewesen, ja!" Was ist bann weiter? fragte ich mit unb stritt bamit gegen die dunkle Welle ber Trauer an, die sich in mir erhob. Ein Mensch lebt und leidet, freut sich des Lichtes und stirbt-. Es ist unser aller Schicksal! Und doch war mir, als hätte ich ber Toten, bie da vorn in dem schmalen, blumenüberschütteten Sarge lag, näher gestanden und zwischen uns wären Fäden gewesen, die nun zerrissen waren ... In plötzlichem Entschluß reihte ich mich dem Zuge an. „Sie haben sie gekannt?" fragte ber Alte, ber an meiner Seite ging. Ohne daß ich weiter fragte, erfuhr ich, daß sie in einem Blumengeschäft ber Innenstadt gearbeitet hatte. Natürlich, sagte ich mir .Das paßte- zu ihr. Blumen, Sträuße und Kränze und eine Luft, feucht und schwer von Blumendüften. „Ein Lungenleiden, ja", sagte ber Alte, „Den großen Kranz dort, am Fußenbe des Sarges, den mit den Orchideenblüten, haben ihr bie Kameradinnen vom Geschäft gestiftet." Der Morgen war neblig. Auf dem Kirchhof sah man kaum bie nächsten Gräber. Taubeperlt und .regungslos still lagen sie unter den Bäumen. Wie welke Blumen, die man besprengte, um sie noch einen Tag zu erhalten. Der Pastor sprach mit einer schönen weichen Stimme, bie in der kühlen Morgenluft warm unb wohlig wirkte, als legte sich einem eine tröstende Hand aufs unruhige Herz. Was er sagte, hörte ich kaum. Statt dessen sah ich einer Amsel zu, bie schwarz und glänzend auf einem der Gräber herumhüpfte und mit dem gelben Schnabel bie trockenen Blätter wenbete. Als bie kleine Feier zu Enbe war, brückte der Pastor wie üblich ben Leidtragenden die Hand, ber Mutter, einer Schwester ber Verstorbenen, bie ebenso große, etwas verwunberte Augen hatte und nun jäh und heiß zu schluchzen begann. Dann wandte sich ber Pastor ben übrigen zu. Unter ihnen auch dem Geschäftsinhaber, bei dem Klara gearbeitet hatte und ber nun nervös und unruhig dastand und eilig baoonging. Unvermutet trat er bann auch zu mir. Vor Jahren ging ich an jedem Morgen zur selben Stunde den gleichen Weg, sah jeden Morgen im Strom ber Bielen, bie an mir vorüberfluteten, dieselben Gesichter auftauchen, bie mir mit ber Zeit so bekannt wurden wie die Häuserfronten, die an jedem Morgen die gleichen waren. . Eines kvar mir seit langem darunter ausgefallen unb beinahe vertraut geworden: schöne große Mad- dienaugen blickten schwermütig unb dunkel aus einem schmalen, bleichen Angesicht. Der Munb war ein wenig abwärts gezogen und fest geschlossen, als habe er etwas zurückzuhalten, bas unausgesprochen bleiben sollte. Ich wußte nicht, wer sie war, hatte auch nie Versuch gemacht, es zu erfahren. Eine ber bie im Leben an einem vorübertreiben wie SJl.-^fport Zum 3. Male Weidig-Bergfest. Wie wir schon mitteilen konnten, wird das gauoffene Weidig-Bergfest auf dem Schrenzer bei Butzbach in desem Jahre zum dritten Male durchgeführt. Als Termin gilt vorläufig noch der 17. und 18. Juni. In einer jetzt stattgefundenen Sitzung des Weidig-Bergfest-Ausschusses wurde die Festgestaltung eingehend beraten. NSRL.-Kreisführer SA.- Sturmhauptführer O t te r b e i n (Friedberg) und Ortsgruppenleiter und Bürgermeister Dr. Mörschel nahtnen regen Anteil an der Aussprache. Bürgermeister Dr. Mörschel sagte die Errichtung einer Blockhütte auf dem Schrenzer zu, die an der geschichtlich geweihten Stätte in den Formen eines germanischen Hauses gehalten werden- soll. Das 3. Weidig-Bergfest findet seinen Auftakt wieder mit einer deutschen Bergfeier Samstagabend. Der Sonntagvormittag beginnt mit einer Morgenfeier, der sich die volkstümlichen Wettkämpfe anschießen. Die Ausschreibung, die sich an die vorjährigen Bestimmungen hält, erfolgt durch den Kreisführer. Dem Sonntagnachmittag steht eine bunte Festreihe vor, an deren Gestaltung verschiedene Fachämter, nicht zuletzt auch die Wanderver- cine, beteiligt sein werden. Bürgermeister Dr. Mörschel, ein eifriger Förderer des Bergfestes, will alles tun, daß das Weidig-Bergfest mit der Zeit das große Butzbacher Volks- und Heimatfest wird. D. f. K Lich. Für die kommenden Feiertage haben sich die Ra- senspiel«r etwas besonderes vorgenommen, so treffen sich am Karfreitag auf hiesigem Platz auf die Erste von Heuchelheim und am 2. Feiertag auf „Kickers- Viktoria" Mühlheim. Die Heuchelheimer waren für die Licher schon immer ein gefürchteter Gegner und werden es auch dieses Mal sein. Für die Rasenspieler gilt es nun, in den kommenden Spielen junge Spieler einzuspielen und auch Fehler auszumerzen, die bei den vergangenen Pflichtspielen im Spielsystem immer wieder austraten. Die Gäste von Mühlheim (Main) treten nach einem Spiel in Großen-Linden am 2. Feiertag in Lich an. Auch hier dürften die Fußballanhänger auf ihre Kosten kommen, denn die Gäste spielten in ihrer Verbandsklasse eine gute Rolle. * Sportgemeinde Großen-Buseck. BfB.-R. Gießen weilte mit der 2. Mannschaft als Gast in Großen-Buseck und konnte sich, da sie nur mit 10 Mann antrat, nicht durchsetzen. Großen- Buseck gewann, obwohl Gießen zeitweise ein besseres Zuspiel zeigte, dank, des größeren Eifers hoch 8:2. Eine weite Fahrt nach Guntersheim bei Worms, das in der 1. Kreisklasse eine führende Rolle spielt, hat Großen-Buseck am Ostersonntag vor. Mit verstärkter Aufstellung wird Großen-Buseck sicher einen achtbaren Gegner abgeben und ein günstiges Ergebnis erzielen. Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Die Spielvereinigung hat an den Osterfeiertagen wieder regen Spieloerkehr. Am Karfreitag empfängt sie die Reserve der Spielvereinigung 1900 Gießen zum Gesellschaftsspiel. Beide Mannschaften haben schon öfter die Klingen gekreuzt, und zwar mit wechselndem Erfolg. Es dürften gute Leistun- aen zu erwarten sein, da die Gäste mit einigen Ligaspielern wie Herbst, Pankok, Hormel usw. das Spiel bestreiten werden. Am 1. Feiertag folgt die Spielvereinigung einer Einladung des VfB. Friedberg, um vor dem Spiel VfB. Friedberg — Westende Hamborn mit der Reserve des oberhessischen Gauligisten die Kräfte zu messen. Die Leihgesterner haben bis jetzt nicht so gut gegen ihre Friedberger Freunde abgeschnitten und werden wohl auch am 1. Feiertag alles daran setzen müssen, um ehrenvoll abzuschneiden. Am 2. Feiertag wird zum erstenmal die neuaufgestellte Jugendmannschaft auf den Plan treten. Gegner wird die tüchtige Elf des SV. Garbenteich sein. Den Gästen sind die meisten Chancen einzuräumen. Turn- und Sportgemeinde Rodheim a. d. Bieber. Rodheim — Steindorf. Am morgigen Karfreitag empfängt die 1. Mannschaft von Rodheim die 1. Elf von Steindorf zu einem Freundschaftskampf. Die Einheimischen werden dabei auf einen Gegner stoßen, der schon in der Bezirksklasse spielte und demgemäß über einige Erfahrungen verfügt. Leider müssen die Rodheimer — veranlaßt durch Spielerverletzungen — mit Ersah antreten. Trotzdem werden sie aber alles auf- bieten, um ein ehrenvolles Ergebnis zu erreichen. Vorher treffen sich die Jugendmannschaften der beiden Vereine. In diesem Jugendtreffen haben die Einheimischen eine vorausgegangene Niederlage wettzumachen. Jahres-Hauptversammlung. FC. „Teutonia" Watzenborn-Steinberg. Vereinsführer Harnisch hatte zur Jahreshauptversammlung eingeladen. In seiner Eröffnungsansprache dankte er den akttven Sportlern für ihre Leistungen, hauptsächlich der 1. Mannschaft, der es gelang, nach harten Kämpfen die Meisterschaft zu erringen. Geschäftsführer Pitz erstattete nun Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr. Als besonders erwähnenswert hob er hervor, daß die 1. Mannschaft in dem letzten Jahr von 33 Spielen nur 5 verlor, 2 endeten unentschieden und 25 wurden gewonnen Vereinsführer Harnisch sprach sodann über die Disziplin des Sportlers. Er stellte in den Vordergrund, daß ein Sportler jederzeit einen Sieg wie eine Niederlage ertragen müsse, ohne daß es zu Reibereien auf dem Sportfeld komme. Außerdem betonte er, daß der Verein auf den errungenen Lorbeeren nicht ausruhen dürfe. Er ermahnte Sportler und passive Mitglieder, immer daran zu denken, daß die Ehre, „Meister der Bezirksklasse" zu sein, neue Verpflichtungen auferlegt. Die Vereinsleitung werde auch stets bemüht fein, in Spielen gegen achtbare Gegner der Mannschaft Gelegenheit zu geben, ihr wirkliches Können unter Beweis zu stellen. Jugendleiter Pfaff richtete nun einen Appell an die Jugendlichen. Er forderte sie auf, so lange an sich selbst zu arbeiten, bis sie das Erbe der 1. Mannschaft übernehmen könne. Den Ausführungen des Rechners Münch war zu entnehmen, daß die Entwicklung der Vereins-Kassengeschäfte im letzten Jahr günsttg war. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Der seitherige Vereinsführer wurde einstimmig wiedergewählt. Als Mitarbeiter ernannte er die seitherigen Mitglieder, so daß sich die Vereinsführung nicht geändert hat. In dem anschließenden Schlußwort umriß er die nunmehr zwölfjährige Vereinsgefchichte. Er sprach ferner von schweren Aufstiegsspielen, die der 1. Mannschaft nun bevor- ftünben. Nur fester Wille und Ehrgeiz der ersten Elf werde den Titel in den folgenden Jahren zu rechtfertigen verstehen. Die Mannschaft müßte alles daransetzen, um dem hiesigen Bezirk Ehre einzu- legen. Damit dieses Ziel erreicht würde, forderte er alle Sportler und Anhänger auf, auch für die Folge alles daranzufetzen, daß der FC. Teutonia Watzenborn-Steinberg seinen derzeitigen Ruf festigt und jederzeit bereit ist, in ehrlichem Spiel seine Kräfte mit größeren Gegnern zu messen. Der „kleine" Mercedes im Ausland. Der neue 1,5-Ltter-Kleinrennwagen von Mercedes-Benz wird nach seinem Erstauftreten in Tripolis, wo er unter Caracciola und dem Vorjahrssieger Lang eingesetzt wird, nicht müßig bleiben. Er wird verschiedentlich noch im Ausland starten, vor allem in den Ländern, die Rennen seiner Klasse besonders pflegen. Da steht Italien obenan, aber auch Expedittonen nach England sind geplant. Es ist auch sehr wahrscheinlich, daß das eine ober andere Rennen in Deutschland nun auch für die 1,5= Liter-Klasse ausgeschrieben wird. Deutsche Aachmuchsboxer im Kampf gegen polen. Der deutsche Boxer-Nachwuchs, der sich bei den letzten Titelkämpfen in Essen ein Sonderlob verdiente und selbst die Fachleute in Erstaunen versetzte, mißt sich in Posen mit Polens jungen Kräften. Auf den Ausgang darf man sehr gespannt sein, weil auch unser östlicher Nachbar über eine geschulte und strebsame Jugend verfügt. Tags darauf klettert unsere Nachwuchsstaffel in Memel zum Kampf gegen Ostpreußen in den Ring. Kurze Sportnotizen. 15 5 Pferde werden nach den ersten Meldungen für die sieben Rennen des Eröffnungstages am 23. April auf der Frankfurter Rennbahn gesattelt. Die stärksten Felder kamen mit 36 und 33 Pferden für die beiden Amateurrennen zuftände, doch auch das Offiziers-Jagdrennen um den Preis vom Luifenhof fand mit 30 Bewerbern starkes Interesse. Am internationalen Oster-Radball- t u r n i e r in Frankfurt a. M. (10. April) beteiligen sich neben dem früheren Frankfurter Weltmeister- paar Schreiber - Blersch (RV. Wanderlust) noch die bekannten Schweizer Osterwalder - Gabler (St. Gallen / St. Georgen) und der Veloclub Vendenheim (Gebr. Weichert). Dänische Amateurboxer befinden sich augenblicklich auf einer Deutschlandreise. In Hildesheim wurden sie glatt mit 14:2 Punkten geschlagen. Frankfurter Schlachtvlehmarkl. Frankfurt a. M., 5. April. Aufttieb: Groß- vieh 1467 (gegenüber Donnerstag der Vorwoche 1496), darunter 286 (320) Ochsen, 215 (230) Bullen, 706 (672) Kühe, 260 (274) Färsen; Kälber 309 (468), Hämmel und Schafe 112 (110), Schweine 420 (695). Marktverkauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt, Schafe mittel. Es notierten (je 50 kg Lebendgewicht) in RM.: Ochsen a) 44 bis 46,50 (44 bis 46,50), b) 41 bis 42,-50 (40 bis 42,50), c) — (32 bis 37,50), d) — (—), Bullen a) 43 bis 44,50 (43,50 bis 44,50), b) 39 bis 40,50 (40,50), c und d nicht notiert, Kühe a) 41,50 bis 44,50 (42,50 bis 44,50), b) 38 bis 40,50 (38 bis 40,50), c) 28 bis 34,50 (28 bis 34,50), d) 20 bis 25 (17 bis 25k Färsen a) 42 bis 45,50 (44 bis 45,50), b) 38,50 bis 41,50 (40,-50 bis 41,50), c) 34,50 bis 36,50 (36,50), d) — (28), Kälber a) 62 bis 65 (62 bis 65), b) 55 bis 59 (56 bis 59), c) 48 bis 50 (47 bis 50), d) 32 bis 40 (35 bis 40), Lämmer und Hämmel bl) 48 bis 50 (49 bis 50), b2) 45 bis 46 (46 bis 48), c) 40 bis 44 (35 bis 42), d) — (25 bis 28), Schafe a) 40 bis 42 (40 bis 42), b) 35 bis 39 (34 bis 39), c) 32 (20 bis 32), Schweine a) 58,50 (58,50), bl) 57,50 (57,50), b2) 56,-50 (56,50), c) 52,50 (52,50), d) 49,50 (49,50) Sauen gl) 57,50 (57,50). Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 5. April. Notierungen alles unverändert. Neue Preise für Schlachtschafe auf den Märkten. Im Interesse der Förderung unserer Schafzucht wie auch im Sinne einer gerechten Bewertung der bei der Mast von Schlachthämmeln besonders großen Aufwendungen, ist jetzt bei den Preisen für Schlachtschafe und Hammelfleisch mit Wirkung vom 3. April 1939 eine Aenderung eingetreten. Danach teilen sich auf den Märkten Frankfurt a. M., Wiesbaden, Mainz und Worms die Preise wie folgt: Lämmer al und a2 48 bis 51, Hämmel bl 46, bis 50, Hämmel b2 43 bis 49, Lämmer und Hämmel c und d 40 bis 42, Schafe a 40 bis 42, Schafe b 33 bis 39, Schafe c bis 32. Für Hammelfleisch werden in den Gemeinden mit Schlachtviehmärkten die Preise wie folgt festgesetzt: je 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: 46, 49, 51; der Höchstpreis ür Hammelfleisch in ganzen Tieren je 50 Kilo* jramm in RM.: 84, 90, 94. Die Hecke als Vogelschutz. Lpd. Die Hecke als Nist- und Unterschlupfmöglich- feit trägt zur Vermehrung bodenwirtschaftlich nütz* licher Vogelarten bei. Als Zuleitungsweg führt sie die im Walde heimischen kleinen Vögel in die Nutzpflanzungen, wo sie billige und wertvolle Helfer bei der Schädlingsbekämpfung sind. Außerdem verhindern die Hecken die Austrocknung des Ackerbodens und die Entführung der für das Pflanzenwachstum so wichtigen Kohlensäure durch den Wind. Soweit die Hecken verschwunden und aus- gernttet sind, empfiehlt sich, wenn irgend möglich, die Neupflanzung. Dabei sind unter „Hecken" nicht etwa geschorene lebende Einzäunungen, sondern jeder ausgedehntere, wenn auch schmale Gebüschstreifen im freien Feld oder zwischen diesem und dem Wald zu verstehen. Am leichtesten wird die Wiederanlage in ausgelassenen Sand- und Kiesgruben, an Straßenböschungen, Wasserläufen, Feld- rainen, Eisenbahndämmen, auf Viehtriften und an ähnlichen Oertlichketten. Geeignete Straucharten sind: Sanddorn, Wilde Rose, Liguster, Holunder, Pfaffenkäppchen, Schneeball, Harttiegel, Weißbuche, Feldahorn, Linde und Fichte (als immergrüne, auch im Winter Deckung bietende Pflanze). Man läßt einen derartigen Gebüschstreifen etwa 1,60 Meter hoch werden und schneidet ihn danr alljährlich pyramidenförmig zu. Fahrradmarder vor Gericht. Lpd. Marburg, 5. April. Ein schon lange gesuchter Fahrradmarder, der zahlreiche Orte heimgesucht hatte, konnte jetzt unschädlich gemacht werden. Es handelt sich um den 28jährigen Wilhelm Maurer aus Frankenberg; er ist bereits sechsmal wegen verschiedener Straftaten mit den Gerichten in Berührung gekommen. Die Große Strafkammer verurteilte den Dieb, der vom Sachverständigen als schwachsinnig bezeichnet wurde, wegen fortgesetzten Diebstahls und Betrugs zu 3 Jahren Gefängnis und 3 Jahren Ehrverlust. Rundfunkprogramm Freilag, 7. April (Karfreitag). . 6 Uhr: Frühkonzert. 8.10: Evangelische Morgenfeier. Ansprache: Prof. D. Bertram, Gießen. 8.50: Deutsche Meister. 9.40: Dichter unserer Zeit: Georg Britting: „Der bekränzte Weiher". 10: Klänge der Weihe und Erlösung. 11.30: „An deutschen Brunnen". Hörfolge mit Musik. Zusammenstellung: Dr. Wilhelm Fraenger. 12: Mittagskonzert. Es spielt das große Orchester des Reichssenders Saarbrücken. 14: Für unsere Kinder: Aus Meisters Lampes Tagebuch. 14.30: Konzert. 15.15: Volkstum und Heimat. „Aus der Chronik hessischer Schlösser". 16: Ntichmittagskonzert. 18: Kleine Stücke — Große Meister. Das ' kleine Orchester des Reichssenders Frankfurt. 19.30: Aus dem großen Saal des Saalbaues zu Frankfurt a. M.: Matthäus-Passion. Von Johann Sebastian Bach. 22: Nachrichten. 22.20: Kunstturnkampf der Gaue Baden, Südwest, Niederrhein und Mittelrhein. 22.35 bis 24: Unterhaltungskonzert. Es spielt die Kapelle Otto Fricke. Samstag. 8. April. 5.50 Uhr: Bauer, merk auf! Gymnastik. 6.30: .Frühkonzert. Es spielt die Kapelle Erich Schneidewind. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Deutschland — Kinderland: Wenn Besuch da ist! 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Es spielt das Musikkorps der Schutzpolizei der Freien Stadt Danzig. 9.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11.40: Rus ins Land. 12: Mittagskonzert X. Ausführung: Das kleine Orchester des Reichssenders Wien. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. Es spielt der Gaumusikzug Wien. 14: Nachrichen. 14.10: Anni Frind — Peter Anders und Peter Kreuder mit seinen Tanzrhythmikern (Jndusttie-Schallplatten). 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: Am Rande des alltäglichen Geschehens. 15.30: Aus Mücken werden Elefanten ... Von kleinen und kleinsten Aergerniffen. 16: Bunte Melodien. Es spielt Hermann Haaestedt mit seinem Orchester. 18: Bühne und Film im Rundfunk. 18.20: Der Sport an den Feiertagen. 18.30: Blasmusik. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen). 20: Nachrichten, Grenzecho. 20.15: Heitere Abendmusik. 22: Nachrichten. 22.30 bis 24: Wir tanzen in den Sonntag. „Du hast die Pflicht, gesund zu sein!" Diesen Leitsatz hat der Reichsjugendführer jedem deutschen Jungen und jedem deutschen Mädel zu Beginn dieses Jahres gestellt, das danach auch den Namen ,Jahr der Gesundheitspflicht" trägt. Die Erfüllung dieser Pflicht ist eine der wichtigsten Aufgaben jedes jungen Deutschen. Sie bringt gleichzeitig auch für die Erwachsenen die Verpflichtung, die Jugend darin zu unterstützen und ihr auf diesem Gebiet Vorbild und Wegbereiter zu sein. Die für die Gesundheit des Volkes verantwortlichen Stellen des Staates und der Partei haben gemeinsam mit der Aerzte- und der Zahnärzteschaft, sowie allen für die Volksgesundheit tätigen Kreisen die Jugend auf dem Wege zur Erreichung und Erhaltung der Gesundheit zu führen. Die Aerzte und Zahnärzte im Gesundheitsdienst der HI. und des BDM. stehen hier gewissermaßen in der vordersten Front. Ihre Aufgaben sind im Programm des Jahres der Gesundheitspflicht klar umriffen. Im März begann nun im Gebiet 13 der Hitler-Jugend ein Großangriff auf die Zahnkaries oder Zahnfäule, die verbreitetste Kulturkrankheit, von der über 90 v. H. aller Volksgenossen befallen sind und die man daher als die Volksseuche schlechthin bezeichnen kann. Die Zahnkaries und ihre Folgen verursachen schwerste Schäden an der Volksgesundheit. Der Kampf gegen sie ist daher von außerordentlicher Wichtigkeit. Die erschreckend schlechten Ergebnisse der Gebißuntersuchungen durch die Hitler-Jugend- Zahnärzte, durch Schulzahnpflege und die motorisierte NSV.-Schulzahnpflege in den Notstandsgebieten, ferner die Karieszahlen bei den Aushebun- Der HL.-Zahnarzt im „Jahr der Gesundheitspflicht". Von Obergefolgschaftsführer Dr. Rogge, Gebieiszahnarzi des Gebietes Hessen-Nassau (13). Wirtschaft. Kreditumschlag beschleunigt sich. Die bislang vorliegenden Geschäftsberichte der Groß- und Regionalbanken stimmen in der Feststellung überein, daß sich der Kreditumschlag im ab gelaufenen Jahre nicht unwesentlich beschleunigt hatte. Die größere Akttoität des Bankgewerves in der Kreditgewährung' ergibt sich zunächst aus dem Wachstum der absoluten Anleihungssumme, die sich gegenüber dem Vorjahre um etwa 8 v. H. erhöht hat. Aber dieses Zunehmen der Endziffern allein gibt noch kein konkretes Bild von der größeren Lebhaftigkeit, die Neuerdings für die Kreditgewäh- rungstättgkeit der Banken typisch geworden ist. Bei der vorjährigen Besprechung der Bankabschlüsse des Jahres 1937 konnte feftgestellt werden, daß sich die bilanzmäßige Dumme der Debitoren und die Summe' der im aufenben Geschäftsjahr eingeräumten Neukredite nahezu deckten. Es war also, im Durchschnitt gesehen, kein Kredit älter als ein Jahr, die Bedeutung der langfristig weitergeschleppten Kredite war auf den Nullpunkt gesunken. Im Jahre 1938 sind nun weitere Fortschritte in dieser Richtung gemacht worden. In einer Reihe von Bankberichten wird betont, daß die Summe der im Laufe des Geschäftsjahres eingeräumten Neukredite größer ist, als der Debitorenstand zu Ende des Geschäftsjahres. Die Laufzeit des einzelnen Kredites hat sich entsprechend verkürzt. Die Beschleunigung der Kre- ditumfchlagstättgkett ermöglicht es somit den Banken, ihren Ausleihungsfonds der Kundschaft mehrmals im Jahre zur Verfügung zu stellen. Mit an sich gleichbleibenden Beträgen wird also ein größerer Sektor der Wirtschaft mit Krediten versorgt, als bisher. Die Banken akttottät hat sich demgemäß im letzten Jahre vervielfacht. * Fwd. Konkurse und Vergleichsverfahren in Heffen-Naffau. Im Monat März 1939 gerieten sieben Firmen in Konkurs, während über eine Firma das Vergleichsverfahren eröffnet wurde. Mangels Masse mußte das Verfahren in vier Fällen eingestellt werden. Im Februar 1939 waren drei Konkurse, im Monat März 1938 sechs Konkurse und zwei Vergleichsverfahren eröffnet worden. Rhein-Mainische Börse. RUttagsbörse: Stimmung ruhig, knapp gehalten. r>WD. Frankfurt a. M., 5. April. Die bevorstehenden Feiertage mit der damit verbundenen mehrtägigen Unterbrechung des Börsenverkehrs wirkten sich schon aus. Das Geschäft am Aktienmarkt eröffnete daher ziemlich still, und die ersten Kurse lagen durchweg nur knapp behauptet. Vereinzelt ergaben sich kleine Kursbesserungen. So wurden von Aktien Montanwerke meist etwas niedriger gehandell, so .Klöckner mit 117,90 (118,25), Mannesmann 112,13 (112,25), Vereinigte Stahl- roerfe 105 nach 105,50, Hoesch knapp gehalten, dagegen Rheinstahl 0,50 v. H. höher mit "137,13, Von gen zum Arbeits- und Wehrdienst sind dauernde Mahner zur Bekämpfung der Zahnkaries. Unsere Ausgabe besteht aber nicht nur in der Beseitigung der bestehenden Schäden, sondern weit wichtiger ist es, auch alle diese Schäden zu verhüten. Hier gilt in besonderem Maße der Grundsatz „Vorbeugen ist besser als Heilen". In diesem Sinne werden die Zahnärzte und Zahnärztinnen der HI. des Gebietes und des BDM. des Obergaues Hessen-Nassau Eltern, Führerschaft und Gefolgschaft ihrer Einheiten über die Wichtigkeit einer regelmäßigen und zweckentsprechenden Zahn- und Mundpflege und den Wert eines gesunden, oder rechtzeitig behandelten Gebisses für die Allgemein- gesundheit belehren. Der Mund ist die Eingangspforte hes Körpers, und ohne gesundes Gebiß kann der Körper die wichtigsten Funktionen, feine Entwicklung und SÄbsterhaltung durch die Ernährung, nicht oder nur mangelhaft vollziehen. Durch Rückkehr zu einer natürlichen Lebens- und Ernährungsweise können wir der Zahnkaries am besten vorbeugen, denn ihre Hauptursache liegt zweifellos in der mit der Zivilisation verknüpften Verfeinerung der Nahrung und der Abkehr von der einfachen, gesunden Lebensweise, der unsere Vorfahren auch ihre natürliche Zahnerhaltung verdankten. Der Erfolg der Aufklärungsaktion und des Feldzugs gegen die Zahnkaries hängt davon ab, daß jeder einzelne seine Verpflichtung, gesund zu sein, erkennt und danach handelt. Es geht nicht nur um die Gesundheit des einzelnen, sondern um die Gesundheit der deutschen Jugend, des Garanten unserer Zukunft! Maschinenwerten gaben Daimler auf 137 (137,25) nach, Junghans 0,25, Rheinmetall mit 133 0,50 v. H. schwächer, während Feinmechanik Jetter auf 105 (104,75) anzogen. Bon Bauwerten lagen Berger Tiefbau mit 146,75 um 1 v. H. erhöht. IG. Farben unverändert 150,25. AEG. büßten mit 116,50 ebenfalls 1 v. H. ein, während die übrigen Elektroaktien unverändert lagen, nur Thüringer Lieferung Gotha waren mit 113,50 um 1 o. H. höher gesucht. Von Sonderwerten lagen Bemberg 0,65 v. H. schwächer. Reichsbank wurden unverändert 182,75 genannt. Am Rentenmarkt war das Geschäft ebenfalls ruhig, Reichsbahnvorzüge 124,13 nach 124, Altbesitz mit 131 um 0,13 v. H. schwächer. Kommunalumschuldung hörte man im Freiverkehr mit 93,67’/2 nach 93,60. Im Verlaufe waren die Kurse bei weiter ruhigem Geschäft gut gehalten, vereinzelt ergaben sich Kursbesserungen, so bei Dt. Eisen handel plus 0,75, Eßl. Maschinen plus 0,25, Scheideanstalt plus 1, niedriger waren AG. Verkehr mit 122 (122,50), Adlerwerke 109,50 (110,50), Zell Aschaffenburg 1,75 v. H. niedriger gefragt. Stadtanleihen lagen unverändert, ebenso Jndustrieobligationen kaum geändert. Am Pfandbriefmarkt waren Meininger Hyp. Liqu. und Rhein. Hyp. Liqu. je 10 Pf. niedriger gehandelt, sonst unverändert. Späte Schuldbuchfprderungen hörte man im Freiverkehr mit 99,50 (99,40) ebenso mit Rentenbankablösung mit 89,50 (89,25) etwas fester. Von den Freiverkehrsaktien lagen Ding- lerwerke leicht schwächer, Katz & Klumpp etwa 1 v. H. höher. Auch Ufafilm wurden etwas schwächer genannt. Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. Abendbörse still. Die Abendbörse lag sehr still. Kundschaftsaufträge kamen kaum zur Ausführung, und auch der Berufshandel zeigte mit Rücksicht auf die bevorstehenden Feiertage keine Unternehmungslust. Am Aktienmarkt war die Haltung gleich dem Mittagsverkehr etwas uneinheitlich, doch hatten die geringen Veränderungen vorwiegend nur nominellen Charakter. Von Bergbauwerten blieben Verein. Stahl mit 105,25, Deutsche Erdöl mit 126,50, Rheinstahl mit 137 (137,13), Mannesmann mit 112,13 (112,25) behauptet, Buderus bröckelten 0,25 v. H. ab auf 106. Leicht ermäßigt waren ferner IG. Farben au 150,25 (1-50,50), Metallgefellfchaft auf 116 (116,50), Demag auf 148,50 (148,75), Rheinmetall auf 132,50 1133) und Reichsbank auf 181,25 (182). Etwas höher stellten sich Bemberg mit 136 (135,25), MAN. mit 144 (143,50), Lahmeyer mit 115 (114,50) und von Bankaktien Frankfurter Bank auf die unverändert fünfprozentige Dividendenerklärung auf 96 (95,50). Von heimischen Papieren verblieben Adlerwerke bei 109,50, Scheideanstalt bei 205 und Moenus bei 125. Renten waren ohne Geschäft und unverändert; 6 o. H. IG. Farben 123,50, Reichsbahn-VA. 124,13. 5m Freioerkehr wurden Kommunal-Umschuldung zu 93.70 (93,67,50) gefragt. 21m Donnerstag findet keine 'Abendbörse statt, Donnerstag, 6. April 1959 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesien) 82 Drittes Blatt Don Professor Dr. Vogel, Gießen. w alles n das heißt vor dem Einseifen. Nivea-Creme gibt geschmeidige, gut rasieriähige Haut, die weder spannt noch aufspringt. Sohn gewesen." .. Einen besonderen Leitgedanken verknüpft -ocim mit den Choralsätzen. Die Melodie „O Haupt voll Blut und Wunden" kehrt allein fünfmal wieder. Nach dem Abscheiden Jesu aber wird die Strophe „Wenn ich einmal soll scheiden" zur erschütterndsten Stelle des ganzen Werkes, durch die Schlichtheit und dennoch jeder seelischen Regung Ausdruck gebende Satzkunst Bachs. Zwei große Choralbcarbeitungen umrahmen den ersten Teil des Werkes. In seiner inneren Bewegtheit durch die Gegenüberstellung der beiden Chor- seitigen Arbeiten der Versuchsanstalt. Auf anderen Gebieten der Tierzucht hat sich eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Tierzuchtinstitut der Universität Gießen bzw. seiner Versuchswirtschaft „Oberer Hardthof" und der züchterischen Praxis bereits an- gebahnt. Man darf überzeugt sein, daß eine ebenso enge und erfreuliche Verbindung auch im Interesse der Förderung und Entwicklung unserer Ziegenzucht und -'Haltung 'möglich ist und kommen wird? Hessen-Nassaus in erster Linie zugute kommen wird. Der Versuchsstall auf dem „Oberen Hardthof wird schon in allernächster Zeit fertiggestellt sein. In der baulichen Anlage und der ganzen inneren Einrichtung sind die Versuchsställe in Gießen und Göttingen vollständig gleich gehalten, so daß jederzeit Parallel versuche in beiden Ställen unter ganz einheitlichen Bedingungen durchgeführt werden können. Der Versuchsstall gestattet die Ausführung von Züchtungs-, Fütterungs- und Haltungsversuchen verschiedenster Art. Für die nächste Zeit sind Versuche in Aussicht genommen, die sich vor allem mit der Aufzucht uni) Fütterung der Ziegen befassen, lieber die Ergebnisse dieser Versuche wird der Oeffentlich- keit laufend berichtet werden. Eine weitere wichtige Aufgabe der Versuchsanstalt ist die Prüfung von Einrichtungen und Geräten auf ihre Eignung für die Ziegenhaltung, außerdem soll im Laufe der Zeit eine umfassende Lehrsammlung von Präparaten, Lichtbildern und Gebrauchsgegenständen aller Art aus dem Gebiet der Ziegenhaltung und -Züchtung angelegt werden. . Es ist als eine besonders wichtige Aufgabe der neuen Anstalt anzusehen, die dort gemachten Beobachtungen und die erzielten Versuchsergehmise laufend in geeigneter Weise der Allgemeinheit der fmöglich. ich nütz« führt sie )ie Nutz- e Helfer bem Der« 5 Acker- Wanzen- rch ben md ausmöglich, en" nicht sondern Gebüsch- fern und wird die ib Kies- •n, Feld- und an ucharten ilunber, Weiß' immer» sianzeV n etwa Dornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Die Frau am Scheidewege". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Wasser für Canitoga". — Oberhessischer Kunstoer- ein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung hiesiger Künstler im Turmhaus am Brand. Tageskatender für Freitag (Karfreitag). Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Torquato Tasso". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Die Frau am Scheidewege". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Wasser für Canitoga". — Johanneskirche: 16 Uhr Matthäus-Passion. — Oberhessischer Kunstoerem: 11 bis 13 Uhr Ausstellung hiesiger Künstler nn Turmhaus am Brand.__ pelchörigkeit. . Dem eigentlichen Träger der Handlung, dem Evangelisten und den redend eingeführten Personen, weist Bach als Begleitung das secco-Rezttatlv zu (Generalbaß). An besonderen Höhepunkten aber laßt er den sonst nur berichtenden Evangelistenpart zum Träger des ihn bewegenden Mitgefühls werden. In der Erfassung der Gestalt Jesu sucht Bach dem Leiden des Menschensohnes durch menschliches Erfühlen nahezukommen. Hier spricht er die Sprache des Schmerzes: Chromatik, erregte Rhythmik. Der heiligen Erhabenheit des Gottessohnes verleiht er Ausdruck durch Diatonik, stufenweise Schritte, Drel- klänge und Bewegung in rhythmischer Gemessenheit („Einsetzung des Abendmahles"). Gegenüber dem Evangelisten gibt er dem ariosenhasten Part Jesu durch 'das begleitende Streichquartett eine besondere klangliche Verklärung. Nur an der Stelle tiefster menschlicher Erniedrigung, bei den Worten am Kreuz: „Eli, Eli", läßt er die Streichinstrumente schweigen; der klangliche „Heiligenschein" erlischt. Wo die Chöre Bachs unmittelbar in die biblische Handlung eingreifen, gibt er ihnen durchweg eme knappe, gedrungene Fassung, erfüllt mit dramatischer Gespanntheit; 'so in der realistischen Wucht des „Barrabam"-Ausrufes oder in der sich in höherer Tonlage wiederholenden fugierten Kreuzigungsforderung. Die Volksmenge mit ihrem „Sein Blut komme über uns" charakterisiert er in ihrer fast grotesken Ueberheblichkeit ebenso wie die Spottchore. Ergriffene Ueberzeugthcit spricht aus dem kurzen Bekenntnis der Heiden: „Wahrlich, dieser ist Gottes haszucht lrng der sonders >sen für ng Dom Danach , Wies- e folgt: 46, bis Hammel rchafe b ^fleisch Märkten Namm hstpreis ) Kilo. Sochschulnachrickten. Dem planmäßigen ao. Professor Dr. Hermann Weber an der Universität Münster wurde unter Ernennuna zum Ordinarius an der Universität Königsberg der Lehrstuhl für Physiologie übertragen. Seine Arbeiten betreffen in der Hauptsache die physikalische Chemie der Zellen und Ge- Irocbc. Z u unseren Bildern: Nebenstehend: Der neue, noch im Bau befindliche Ziegenstall des Oberen Harbthoses. Oben rechts: „Er", der Ziegenbock. Unten Mitte: Der Nachwuchs drängt stürmisch um den Milchnapf. (Aufnahmen s3s: Neuner, Gießener Anzeiger.) Um dem Passionserleben in mannigfacher Eindringlichkeit höchsten Ausdruck zu verleihen, zieht B a ch zwei getrennte Chöre und zwei Orchester heran. Diese doppelten Chor- und Jnstrumental- körper werden besonders in den leidenschaftlich erregten Massenchören durch die Gegenüberstellung der Gruppen zu einem Darstellungsmittel bannender Realität. Aber auch die groß angelegten Stimmungsbilder am Eingang und Schluß des Werkes erhalten nachhallende Intensivierung durch die Dop- .UB- 1 (468) 1 (695)’ !;benb: 44 bis (32 44,50 und d 28 big rä .36,50 ns 65), "s 50), Himmel ns 48), Schafe ns 39) (58,50), (52,50)^ e Morgen' hen. 8-50: feit: Georg Klänge der tzen Brun' ’Uung: Dr. Es iPieIt aarbrücken. 5 Lampes m und he«' Große eichsle« f bes Saau r* Zeitschriften. — Dem Aprilheft der Zeitschrift „Die K u n st ", Monatshefte für Malerei, Plastik und Wohnkultur (Verlag F. Bruckmann, München), ist eine farbige Reproduktion des stimmungsvollen Gemäldes von Hans Gött „Drei Mädchen am Wasser" vorangestellt. Ulrich Christoffel würdigt das Schaffen von Hans Gött und zeigt noch einige seiner schönsten Werke. „Die romantische Bewegung in der neueren Münchner Malerei" bespricht Curt Hohoff an Hand einer Reihe typischer Gemälde. Fritz Hellwag berichtet über die Ausstellung der Gemälde und Zeichnungen Joseph Anton Kochs in der Nationalgalerie. Mit besonderem Interesse liest man den Bericht über den Münchner Plastiker Peter Henrich, dessen durchweg in Ton geschaffene Arbeiten eine eigenartige Kraft und doch eine zarte Verinnerlichung ausstrahlen. Dem graphischen Schaffen Herbert Tucholskis widmet Jochen Krüger eine kurze Abhandlung. Der zweite Teil der „Kunst" zeigt handwerkliche Möbelkunst von Felzer & Stahl, Berlin, Wohnungsbauten des Architekten Hans Eitel, Stuttgart., Möbel des Architekten Horstmann, Berlin, und großzügig neugeschaffene Räume der Firma Günther Wagner, verschiedene originelle Kachelöfen von F. A. Kauffmann, wundervollen Edelsteinschmuck aus den Werkstätten Wilms, Berlin, und alte Hochzeitstruhen. Das Heft gibt auch praktische Anregungen mit dem Artikel „Was hat der Gartenfreund im April zu tun?" und mit den Ratschlagen zur Pflege von Oelgemälden. — Das Märzheft der im Alpenverlag F. Bruckmann KG. und Holzhausen, München, erscheinenden Kunstzeitschrift des D. A. V. „D e r B e r g st e l ge r wird mit einem Beitrag „Kampf dem weißen Tod eröffnet, in dem Prof. Dr. W. Paulcke, Eugen Oer- tel und Walter Flaig zur Verhütung von Lawinenunfällen Stellung nehmen. Aus dem übrigen Inhalt erwähnen wir „Mit Zelt und Schiern durch die Oetztaler Alpen" von Oskar Luz, „Alte und neue Schifahrten in den Lechtaler Bergen" von Richard Hcchtel, „Bergfrühling" von Volkmar Va- rofchi, „Die Dichter Alt-Wiens und die Alpen" von Max Rohrer, viele ausgezeichnete Lawinenbildcr und Aufnahmen von Frühlingsblumen. — Das neueste Heft der „Sirene" ist wieder i reich an interessanten Bildberichten und 'Artikeln > über praktischen Luftschutz in Deutschland und nn = Ausland. Ein Bericht erzählt von der Eröffnung ; des Werbefeldziiges für den Reichsluftschutzbund nn - Sudetenland. Ein weiterer Bilderaussatz bringt Vor- ; sch läge und Anregungen zur Reichsluftschutzwoche 1939. gruppen wird der Eingangschor gekrönt durch den Choral - Cantus firmus „O Lamm Gottes, unschuldig ..." Die Choralfantasie „O Mensch, bewein de'in Sünde groß", ursprünglich als Eingangschor der Johannispassion gedacht, verwebt den selbständig geführten Orchesteranteil mit dem chonschen Choraldurchleben, und läßt so den ersten Teil des Werkes in tiefster Verinnerlichung ausklingen. Die dichterischen Zutaten P i c a n b e r 5 zum Text erfahren im Chorischen eine freiere Behandlung als die oben erwähnten Sätze. So in der Gethsemane- Szene, wo in das Arioso des Tenors der Chorchoral hineinklingt und in der nachfolgenden Ane Ich will bei meinem Jesus wachen" sich die Solostimme mit der Gegensätzlichkeit des antwortenden Chores verbindet. — Die Gefangennahme Jesu läßt Bach in einem Duett der beiden Jünger widerhallen („So ist mein Jesus nun gefangen"). Hier verstärkt das Orchesterkolorit die unheimlich gedruckte Stimmung, indem die stützenden Bässe fehlen und Vorhalte die zitternde Erregung durchbeben lassen; dazu die Zwischenrufe des Chors: „Laßt ihn! Haltet! Bindet nicht!" Dann aber bricht die entfesselte Empörung in dem elementar bewegten Chor durch: „Sind Bl'itze, sind Donner." Der Schlußchor, zu dem Rezitative der Solostimmen hinführen, verleiht in seiner ursprünglichen Schlichtheit dem Ganzen einen ergreifenden, mild verklärenden Ausgang. Den Solisten teilt Bach eine große Zahl von Arien (w deren jede in ihrer individuellen Schönheit das höchste darftellt, was Bach je zu geben vermochte. Die vorausgehenden Ariofosätze lassen Bachs Tonsprache in der plastischen musikalischen Erfasiung und in der deklamatorischen Ausgeprägtheit sich zu höchsten Werten entfalten. Dem Soloinstrument gibt er hier gern, bedeutenden Anteil durch die Wahl der Klangfarbe ebenso wie durch die bildhafte Ausgeprägtheit des Motivischen. (Die Geißelung im 2111= rezitativ: „Erbarm es Gott"; die Sterbeglocken der Celli: „Ach, Golgatha".) Das Erleben der Natur in enger Verbundenheit mit dem menschlichen Leid klingt als ein echt deutscher Zug in das Baß-Arioso Am Abend, da es kühle ward" hinein. . Dr. Hermann Hering. Züchter und Tierhalter zugänglich zu machen. Neben der laufenden Ausbildung von Zu cht - w arten und anderen Interessenten auf dem Oberen Hardthof" selbst wird deshalb baldmöglichst mit der Abhaltung von kurzfristigen Kursen und Lehrgängen begonnen werden. Auch für Besichtigungen durch Vereine und andere Züchterorganisationen wird die Anstalt in weitgehendem Maße zur Verfügung gestellt Eine wirklich erfolgreiche Arbeit kann die neue Anstalt nur dann leisten, wenn ihre Tätigkeit durch die praktischen Ziegenzüchter und -Halter draußen im Lande unterstützt und gefördert wird. Es ergeht deshalb schon heute an alle beteiligten Kreist der Ruf zur Unterstützung und Mitarbeit bei den viel- Oie Matthäus-Passion. Zur Aufführung am Karfreitag. Wir besitzen kein kirchenmusikalisches Werk das s religiöse Erschauern des Karfreltagsgeschehens k eindringlich und tief durchleben ließe wie Joh. ^bastian Bachs Matthäus-Passion. In biir Entwicklung der Passionsmusik bedeutet sie den itRten großen Höhepunkt, der eben nur durch eine Persönlichkeit wie Joh. Seb. Bach, deren Weltanschau- Mg so tief im Religiösen verwurzelt war, in dieser einmaligen Form gestaltet werden konnte. Die Elemente sowohl 6er Choral-Passion wie auch dir Motetten-Pafsion und der oratorischen Pafhon jiiben hier ihre glücklichste Vereinigung. In der Aus- amtung und Zusammenfassung der zur Verfügung sthenden Kunstmittel entstand so zugleich eins der 0 Ikstümlichsten kirchlichen Werke, getragen von irrnschlichem Empfinden eines bis ms tiefste erschut- ^Dach^Ägt^'in dieser Passion der durch viele ö nzelheiten überaus anschaulichen Darstellung des Evangelisten Matthäus. Zur textlichen^Durchgestal- hmg des Bibelwortes und zur betrachtenden Berti-fung stand dem Musiker in Picander (dem Leipziger Postbeamten Heinnci) ein Dichter zur keile, ber, wenn auch nicht mit überragender eige- n-r Note, bei einer gewissen Fertigkeit in der LVrachbehandlung den Anregungen Bachs wohl 'omchzukommen vermochte. Wenn sich auch fetzt Nicht mehr genau seststellen läßt, wie groß der Anteil des emeinen am Werk war, so wird man doch Bach naßgebenden, ja entscheidenden Einfluß zusprechen -/'S Ä ^40- W 1 In- Da* Vw Sau/ U. ctrjtlO So s» !nL all«' h „nTm ^u ammenhang; aus den vorbereitenden Al7nZn'R echen.'Abschnitte- ergibt sich d°- 'lallenden der Geschehnisse im zweiten. Den ersten Z il Üllt Feierlichkeit und lyrische Ausbreitung, im weiten bricht menschliche Leidenschaft m dramat.- Ler A,ssteigerung hervor. Das Gesamtgeschehen nürd in em zehnen Szenen zerlegt ; jedesmal auf dem Höhepunkte wird die Erzählung des Evangelisten unterbrochen und das soeben Erlebte in den B e r e ch musikalisch-religiöser Betrachtung gezogen. Ar en und Choräle spiegeln die Stimmung einer, idealen st-meinde wieder. Man muß hier L^radezu den Reich- t in der Choralzeilen und das besondere Geschick Aachs in ihrer Auswahl bewundern, mit denen e d:-n innerlichen Kern der einzelnen Szenen emfangt. lange ge- riche Orte i gemacht gen Wil' st bereits mit ben e Große 10m Wachset wurde, iöttugs zu ;ren GH'' 5n Laisa, im hessischen Hinterland, wird alle siebe: Jahre das sogenannte Rückersfest gefeiert. Wenn !de: Wanderer im Frühjahr durch das Dorf kommt, sooemerkt er am First eines Hauses ein eigenartiges Sinitzwerk: ein Bauer mit langer Peitsche, die feife im Mund, führt einen Pflug, der von fünf P-rden gezogen wird. Füchse und Rappen begleite einen aufbäumenöen Schimmel. Das Ganze tzhielt dem Spielzeug eines Kindes, hat aber ein U.smaß von mehr als zwei Meter. Die Erklärung foiijer Figuren deutet auf den Beginn der Feldarbeit in Verbindung mit den volkstümlichen Weissagun-1 un^ Versuchswirtschaft „Oberer ! M vom Frost und semen Folgen Tage der thof " des Ti e r z u ch t i n st i t u t s der 41 Ritter. Denn 40 Tage bleibt auch diests Wal)r- rs i t ä t Gießen hat in den letzten Jäh- i Zechen der Rückers aus dem Dache. In der Nacht einß s^ei{)e ÜOn Aufgaben im Interesse der i 51m 10. März, dem Tage der 40 Ritter, nimmt bas Förderung der Landestierzucht übernommen. Nach M seinen Anfang. Dann bringen die Laisaer Bur- h^n tritt dies in der Durchführung der : st m die Figur auf dem Dachfirst an. Am zweiten ^ch^ineleistungsprüfungen und der Geflügelherden- x ortag wird sie unter Sang und Tan.', wieder^vom ^Äungsprufungen für das Gebiet der ßanbes= Sirfje entfernt unb an ^^^^crcm Orteum I b ^ei^^n=^a^au am deutlichsten m Erstich weiteren sieben Jahren als altes Wahrzeichen c. ; ' 1 6Ä" SL VSSS'S & S» SÄ. •ÄÄÄZSÄT- - ** D erei, aus bem bie Geburt bes neuen Sehens m jßon Tierzuchtinstituten Gießen unb Göttingen unmittelbarster Form vor Augen tritt. In ber ge- bcr $mQn ausgegangen, im Reichsgebiet zwei lauten arischen Welt ist das Clerschenken beim trQ(e Versuchsanstalten für Ziegenzucht und Fiühlingsfest schon seitmehr a^ 2000Jahren be- 3 , einzurichten unb bie eine ins Zuchtgebiet tarnt. Auch bas Bemalen unb Beschriften ber Gier ^n, hie anbere ins Zuchtgebiet ber reh- ifi aus germanifcher Zeit überliefert wo es md farb^enö deutschen Ebelziegen zu legen. Dement- Banzenfarbe gefchah. In der Schwalm haben fid) LrGd)Gnb werben in ber Gießener Anstalt weiße bi,; heute die Mäbchenversteigerungen erhalten, bci e 13 i e g e n in ber Göttinger Anstalt rehfarbene innen ebenfalls Eier geschenkt werben Ebelziegen'gehalten werben. Die Versuchsanstalten •Reben ben Eiern verdienen auch die „O er- > sicher Weise ber Forschung unb ber sl'den" Erwähnung, stnes bekannte flache Oster- ' g^schG„ Unterweisung unb ber Ausbilbung von pief, das sich durch bie alte Verbrnbung mit 6en oicqe' Jüd)tern unb -haltern dienen. Der Plan hat z,stdräuchen bes Frühjahrs bis heute^erhalten hat I^Le^w^terweise bie volle Unterstützung bes , irib an bie Zeit erinnert, in ber man den R'ehlbrei, ^^^ernährungsministeriums, bes Reichsnahrstan- | bn ersten Vorläufer bes Brotes in ausgebreiteter be5a?unb b'5 Reichsverbanbes ber beutschen Klem- ffkittgestrichener Form auf dem Aschenstein zu rosten 1.^ gefunden. 01 ernt hatte. Di? bisher vorhandenen Versuchs- und For- So reihen sich Weihe der Erde und des Wassers ch^^einrichtungen für die Frage der Ziegenzucht irib Segnung ber aus bem Ei fommenben Frucht- ^b ^uung waren ganz unzureichenb. Um so mehr b-rkeit im Lebensraum bes beutschen Bauerntums und^Y 9 , b^ nunmehr bie technischen unb |(Ht urbenklicher Zeit..bis auf den heutigen Tag in l^^^^en ^Voraussetzungen geschaffen sind die es Rönnen Bräuchen anetnanber unb halten bie Ber- -^uen werben auf biefem für die Ernahrungs- bnbung über Generationen sinnvoll und lebendig st ^nchast wichtigen Gebiet wissenschaftliche unb cr'stecht. praktische Förberüngsarbeit zu leisten. Es ist erfreu- ErnähmnqShilfswerk Gießen. «4,^6 « » L Ltt'L'd^Lb!-. 2ie Küchenabfälle für bas EHW., die Freitags her Landesbauernschaft Hessen-Nassau zu bekommen, Mebolt werben, werben in bieser Woche am Sams- hat boch die Ziegenzucht und -Haltung 'n Wew kn 8 4 aesammelt. Es wird gebeten, bie Sammel- Nassau schon immer eine bebeutfame unb führende cimcr'm'it ben Küchenabfällen bereitzustellen. Rolle gespielt, ©s ift Kreisamtsleitung NSV. I Tätigkeit der neuen Versuchsanstalt ber Ziegenzucht Aus oer Stad« Gietzea ! Neue Versuchsanstalt für Ziegenzucht. eicrvrauchtumimNhein-Main-Gebiet . heg ganzen Reiches im alten Ziegenzuchtgebiet Heffen-Rasiau. t'stern, die Feier der Wiedererweckung des Lebens ’ aciin den wachstuinsfeindlichen Winter, ist ein tief ich Brauchtum unserer nordischen Ahnen wurzelnde- Fest. Im Rhein-Main-Gebiet sind bie Bräuche uu bas Osterwasser unb bas Osterei noch mancher- 0V5 üblich, während die Osterfeuer, denen einst das Kl ster Lorsch zum Opfer fiel, seltener geworden | jinn. Das Schöpsen von Klosterwasser aus den plät- jrii rnöen Bachen wirb noch im Oberhessischen unb im Hinterlanb geübt. Vor Sonnenaufgang soll bas Oi-rwasser bei strengster Stille geschöpft werben, i»rin es Heilkraft besitzen soll. Da gelten bie Wasser ropsen als Tränen, bie nach ber alten Sage beim TtDe Balburs von ben Felsen unb Steinen geweint nurben. Bis zum nächsten Jahr heben bie Bauern Qii es heilige Wasser in verschlossenen Steinkrügen au, währenb bie Mädchen sich an der Quelle mit Öe i in bestimmter Richtung geschöpften Naß Mchen, um ihre Haut rein unb schön zu erhalten. Gießener Schulen halten Rückschau. Sladttheaker Gießen. Am Freitag, 7. April (Karfreitag), findet die letzte Aufführung von „Torquato Tasso", Schauspiel in fünf Akten von Johann Wolfgang von Goethe, statt. Spielleitung Hermann Schultze-Griesheim, Bühnenbilder: Karl Löffler. Die Vorstellung findet gleich- 3eilig als 26. Vorstellung der Freitag-Miete statt Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. 85 Jahre alt. Am 9. April 1939 begeht der im In- und Ausland auf seinem Sondergebiet der allgemeinen und sozialen Hygiene bekannte ord. Honorarprofessor an der lluU versität Gießen Dr. med. et phil. Hermann Adolf Griesbach in Bad Schwartau bei Lübeck seinen 85. Geburtstag. Der durch seine zahlreichen Werke aus dem Gebiete $er medizinischen Chemie, Histologie und Hygiene bekannt gewordene Gelehrte stammt aus Schwartau (Eutin), erwarb in Leipzig den Dr. phil., in Heidelberg den Dr. med., habilitierte sich 1883 in Basel für Zoologie, später für Histologie und wirkte als Professor für Chemie, Biologie und Hygiene an der Oberrealschule in Mühlhausen, später in Straßburg. 1919 kam Griesbach noch Gießen und erhielt hier die Ernennung zum ordentlichen Honorarprofessor für Hygiene, zugleich hatte er einen Lehrauftrag für Gewerbehygiene. Der Gelehrte ist korrespondierendes Mitglied der portugiesischen Akademie der Wissenschaften in Lissabon, sowie der dortigen Gesellschaft der medizinischen Wissenschaften, der medizinischen Gesellschaft in Gent, der naturforschenden Gesellschaft in Danzig, Ehrenmitglied des Royal Sanitary Instituts von Großbritannien in London und des ungarischen Landesvereins für Hygiene in Budapest. In Gießen hat sich der Gelehrte in weiten Kreisen der 'Bevölkerung große Wertschätzung erworben. Hitler-Zugend Bann 116. Fliegergefolgschaft 1/116 Gießen. Die nachstehend bestimmten Jg. treten heute, 6. April, um 17.30 Uhr, an der Liebigshöhe in Uniform mit gepacktem Tornister zur Osterschulung auf der Amöneburg an: Fuchs, Schütz, Mohr, Nonnenbroich,' Decher, Lutz, Schmidt, Willi, Schuchardt. Ferner tritt die Schar 3 um 17.30 Uhr in Lollar zum Flugdienst (Amöneburg) an. Es ist folgendes mitzubringen: Kolter, Schlafsack, Wasch-, Putzzeug usw., Trainingsanzug (Flugdienst- anzug), feste Stiefel, Flugbuch. Die Schulung dauert über die Osterfeiertage an. Sämtliche hier nicht angeführten Jg. nehmen an der Schulung in Lauterbach teil. Für die Jg., welche nach Lauterbach fahren, gebe ich nochmals bekannt, daß die Abfahrt am Karfreitag um 7 Uhr festgesetzt ist. Heil Hitler! Der Hauptscharführer der Fliegergefolgschaft 1/116: Heinz Flach, Oberkameradschaftsführer. Don der Volksschule in Klein-Linden. Zum planmäßigen Schwimmunterricht benutzte die Volksschule in Klein-Linden im vorigen Sommer zum letzten Male das Schwimmbad der Gemeinde Lützellinden. Im Spätsommer konnte der Unterricht in das neuerbaute Schwimmbad von Klein- Linden verlegt werden. An dem Unterricht nahmen die oberen Klassen der Volksschule, Knaben und Mädchen, teil. Wie im vorigen Jahr, so wurde auch in diesem Jahr kein Knabe aus der Volksschule entlassen,^ der nicht schwimmen konnte. Bei der Schulschlußfeier wurden den Kindern die Freischwimmerzeugnisse ausgehändigt. 15 Kindern, nämlich 10 Knaben und 5 Mädchen, hatten die Bedingungen erfüllt, die zur Erreichung des Freischwimmerzeug- nisses notwendig waren. Seit Einführung der Zeugnisse im Jahr 1935 wurden an dieser Volksschule 'bis jetzt 52 Zeugnisse an Freischwimmer ausge- ge'ben. Im „Gießener Anzeiger", Nr. 78 vom 1./2. April 1939, berichteten wir aus der Jahresrückschau der Langemarck-Schule die wichtigsten Ereignisse an dieser Anstalt. Heute lassen wir die Auszüge aus den Jahresberichten der beiden anderen höheren Schulen für Jungen folgen. Das Lanvgraf-Ludwigs-Gymnasium konnte Ostern 1939 25 Schüler, nach bestandener Reifeprüfung entlassen. Von diesen Abiturienten wurden folgende Berufe erwählt: Jura 3, Offiziere 6, Chemie 5, Wirtschaftswissenschaf 1, Kunstgewerbe 1, Philologie 1, Medizin 4, Physik 1, Flugzeugbau 1, Landwirtschaft 1. Eine Abiturientin hat keine Angaben über Berufswahl gemacht. Im Herbst 1938 bestand ein Schüler die Reifeprüsung, der Jura als künftigen Beruf angegeben hat. Die Reifeprüfung für Nichtschüler bestand eine Person, die sich für Theologie als künftigen Beruf entschied. Der Gesundheitszustand bei Lehrern und Schülern der Schule war im Berichtsjahr 1938, abgesehen von leichten Gvippefällen, recht günstig. Das silberne Treudienst-Ehrenzeichen als Anerkennung für 25jäh- rige treue Dienste erhielten Oberstudiendirektor Dr. Wolkewitz, die Studienräte Dr. Appel, Dr. Buß, Dr. Fischer, Dr. Glöckner, Otto Heß, Dr. Lotz, Dr. Menger, Dr. Saßmannshausen, Schonebohm, Schwarz, Seybold, Unverzagt und Amtsgehilfe Klober. Am 15. Mai 1938 betrug die Schülerzahl 186, darunter 7 Mädchen. Am 1. Juni 1938 und am 7. Februar 1939 fanden Besichtigungen der Anstalt durch Ministerialrat Glückert statt. Er nahm dabei Gelegenheit, dem Unterricht in verschiedenen Klassen beizuwohnen. 44 Schüler leisteten im August 1938 Erntehilfe mit 332 Arbeitstagen und 6 Lehrkräfte mit 84 Arbeitstagen. Zu dem gleiä)en Zweck waren 10 Schüler 16 Arbeitstage und 3 Studienreferendare 6 Arbeitstage beurlaubt. Bei der Hackfruchternte im Oktober halfen 32 Schüler an insgesamt 265 Arbeitstagen. . Bei den WHW.-Reichsstraßensammlungen stellte sich am „Tag der nationalen Solidarität" Oberstudiendirektor Dr. Wolkewitz als Sammler in den Dienst des WHW., an den Sammlungen am 17. Dezember beteiligten sich die in der HI. und im BDM. organisierten Schüler und Schülerinnen. An den nationalen Feiertagen und anläßlich ai- derer großer Ereignisse fanden Schulfeiern, Gedenkstunden und Vorträge statt. Ferner wurden die Schüler durch einen Vortrag über Verkehrserziehung belehrt und durch einen Lichtbildervortrag über Südwestafrika aufgeklärt. Außerdem fanden Vorträge statt, die für die Berufswahl der Abiturienten von Bedeutung waren. In den Schullandheimen in Schlitz, Schloßborn und Kesselbach weilten mehrere Klassen während verschiedener Zeiten des Schuljahres. Alle drei Plätze und ihre Umgebung boten reichlich Gelegenheit für landschaftliche, geschichtliche und volkskundliche Betrachtungen. Sportplätze und Schwimmbäder gaben Gelegenheit für sportliche Betätigung und Erziehung. Die Arbeit des VDA. wurde auch im Berichtsjahr eifrig unterstützt. Mit einem Mitgliederbestand von 160 trat die Schule in das Jahr ein, die Mitgliederzahl konnte abermals um etwa 25 gesteigert werden, so daß heute alle Schüler, von einigen auswärtigen abgesehen, Mitglieder des VDA. sind. Das Gesamtergebnis der Mitgliederbeiträge stieg von 175 Mark auf über 200 Mark, an den Landesverband konnten 150 Mark gegen 120 Mark im Vorjahre abgeliefert werden. An den Haussammlungen haben sich die Schüler mit dem gleichen Erfolge wie im Vorjahre beteiligt. Der Kurs für Segelflugmodellbau wurde weitergeführt. Beim Segelvergleichsfliegen auf dem Altenberg bei Odenhausen am 28. September 1938 erhielt der Schüler Ewald (Klasse Via) den dritten Preis. Im Laufe des Jahres errangen 8 Schüler das Jugend-Sportabzeichen. 10 Schüler schwammen sich frei, während 12 Schüler den Fahrtenschwimmausweis bekommen konnten. Weiteren fünf Schülern gelang der Erwerb des Grundscheines der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft. Oie Zustus-von-Liebig-Gchule, Oberschule für Zungen, wie unsere frühere Oberrealschule jetzt heißt, zählte im Schuljahr 1938/39 in 21 Klassen insgesamt 455 Schüler und Schülerinnen: im Laufe des Schuljahres traten 10 Schüler ein, 30 traten aus. Eine Reifeprüfung für Nichtschüler fand im März 1939 statt: ihr unterzogen sich 8 Prüflinge, von denen 3 die Prüfung bestanden. Die mündliche alljährliche Reifeprüfung Ende Januar bestanden 53 Schüler und Schülerinnen, während 4 Schülern die Reife nicht zuerkannt werden konnte. An der Schule wirkten 30 ordentliche und 4 außerordentliche Lehrer. Folgenden Mitgliedern des Lehrkörpers wurde das Silberne Treudienst-Ehrenzeichen verliehen: Oberstudierrdirektor Leonhardt, Oberstudienrat Dr. Kiefer, den Studienräten Dr. W. Hey- mann, H. Heymann, Bentz, Dr. Boeck, Schmidt, Dr. Heußel, Obermann, Dr. Adolph, Dr. Hillenbrand, Dr. König, Zilch, Krauß, Mohr, Dr. Dietz, Dr. Stotz, Scharmann, Größer, Rau, Dr. Huth und Dr. Flörke, sowie dem Turnlehrer Klippel. Das Goldene Treu- dienst-Ehrenzeichen erhielt Oberstudienrat Wüsten- höfer. Im Schuljahre nahmen die Schüler an den Vorführungen bedeutender Filmwerke teil. Ferner wurden eine Anzahl industrieller Betriebe in Gießen und -Umgegend, das Liebig-Museum und die Versuchsfelder des Landwirtschaftlichen Instituts besichtigt. Sämtliche Schüler und Schülerinnen der Schule gehören der Staatsjugend an. Die monatlichen Spaziergänge wurden in der üblichen Weise unternommen. Don mehrtägigen Ausflügen wurde mit Rücksicht auf die besonderen Zeitumstände abgesehen. Im Januar brachten die beiden Mädchenklassen einige Tage in der Rhön zu, um dort Wintersport au treiben. Eine Anzahl Schüler erhielt das Freischwimmerzeugnis. Bei dem Wettkampf um den Wanderpokal zwischen der Rudermannschaft der Schule und der Mannschaft derLangemarck-Schule trug die Mann- chaft der Justus-von-Liebig-Schule den Sieg davon. Im Januar 1939 rettete der Schüler der Klasse 5b Hans Dreher ein Kind vom Tode des Ertrinkens. Im vorigen Herbst waren Schüler der 6. und 7. Klasse zu Erntearbeiten auf benachbarten Gütern eingesetzt. Die großen nationalen Feiertage wurden auch in der Schule in würdiger Weise begangen. Dabei wurden auch Uebertragungen von Ansprachen führender Männer der Regierung gehört. Für die chemische Sammlung erhielt die Schule im Jahre 1938/39 wieder eine Reihe von wertvollen Schenkungen. Es handelt sich dabei um Material der verschiedensten Art, sowohl um Schriftwerke, als auch um Materialproben, die für Unterrichtszwecke ehr nützlich.find. Dein „3a" bringt zwei Kindern Freude NSG. Jetzt schon? So wird mancher fragen, wenn die NSV. jetzt an alle Familien des Gaues Hessen-Nassau den Appell richtet, ein erholungsbedürftiges Kind für einige Wochen aufzunehmen. Ja, jetzt schon? Das ist notwendig, um die umfangreichen organisatorischen Vorbereitungen treffen zu können, damit im Sommer alles klappt. Auch an dieser Stelle ergeht nochmals an alle Volksgenossen des Gaues die Bitte, eine Freistelle für erholungsbedürftige Kinder zu spenden. Die Volksgenossen, die im vorigen Jahr Kinder bei sich hatten, konnten sich bereits davon überzeugen, wie segensreich sich die Kinderoerschickung der NSV. auswirkt. Aus den jungen Gästen waren andere Menschen geworden, die erholt und gekräftigt nach dem Ferienaufenthalt in ihre Heimat zurückfuhren. In allen Fällen bildete sich ein inniges Freundschaftsverhältnis zwischen Pflegekind und Pflege, eitern heraus. ' Wer ein Ferienkind aufnimmt, verschafft nicht nur einem Kind aus einem anderen Gau schöne Tage tm Rhein-Main-Gebiet, sondern vermittelt auch einem Kinde aus den Kreisen unseres Gaues Erholungstage in einer anderen Gegend, denn die Kindererholung findet auf dem Wege des Austausches statt. Durch die Spende eines Volksgenossen wird also zwei Kindern geholfen. Auch das mag Ansporn sein für jeden, der es irgend kann, ein Kind aufzunehmen. Melde den Freiplatz bei der zuständigen Ortsgruppenamtsleitung der NSV.! Gießen-Wieseck. Unsere Mitbürgerin Marie Seibert Wwe., Obergarten 7, wird morgen 75 Jahre alt. Frau Seibert ist geistig noch sehr rege. Wir beglückwünschen. Die Freiwillige Feuerwehr hielt gestern abend einen Schulungsabend ab. Oberbrandmeister Schäfer hielt einen Vortrag über Kaminbrände und gab an Hand von praktischen Beispielen einen Ueberblick über die verschiedenen Arten von Kaminbränden. Hauptbrandmeister Koch (Gießen) er. Ö die Darlegungen. Im weiteren Verlause des s sprach Oberbrandmeister S ch äfe r noch über las Thema „Was der Feuerwehrmann nicht Auch nach Ostern Fische effen. In der Osterwoche ist der Fischverbrauch an einer seiner Jahresspitzen angelangt. In den meisten Ge- bieten ist der Höhepunkt erreicht, und der Verbrauch fällt danach oft plötzlich auf den Tiefpunkt. Früher hatte dies seinen Grund darin, daß in der warmen Jahreszeit die Fische in den entfernteren Versor« gungsgebieten nicht mehr so frisch geliefert wurden, wie die Hausfrauen es sich wünschten. Aber unsere heutige Fischwirtschaft mit ihren raschen Transportmitteln und ihren sinnvoll ausgebauten Kühleinrichtungen stellt eine einwandfreie Erhaltung des wertvollen Nahrungsgutes „Seefisch" für lange Zeit sicher und schasst die Voraussetzung dafür, daß nun auch in der warmen Jahreszeit Seefische in bester Qualität überall geliefert werden können. Im Frühjahr und Sommer sind Seefische sogar von besonderem Wohlgeschmack, weil sie dann reichlicher Fett angesetzt haben, sich also im besten Ernährungszu- stand befinden. Man darf also keinesfalls den Fischverbrauch abbrechen, wie es früher üblich war, schon deswegen nicht, weil Fische auch im Sommer zu den besonders preiswerten Nahrungsmitteln gehören. Die Versorgung des Rhein-Main-Gebietes mit rischen Seefischen wird in der Osterwoche und danach reichlich sein, so daß man die guten Konsum- ische, wie Kabeljau, Seelachs, Schellfisch und Rotbarsch überall kaufen kann. Wer dey feinen Ostseedorsch schätzt, wird auch bedient werden können. Nur die Versorgung mit grünen Heringen läßt jetzt nach, da die Fangzeit zu Ende geht. Dafür gibt es noch genügend Salzheringe, wenn auch nicht mehr in den großen Sorten. In der warmen Jahreszeit finden- Räucherfische, wie Goldbarsch und Seelachs, immer weitere Liebhaber. Sie vertreten so am besten Vollkonserven. Die Auswahl ist also so reichlich, daß alle Wünsche zufriedengestellt werden können. Das Müchm Marie. Vornan von Walther Sloepffer. Copyright by dar! Äuncker Verlag, Berlin VV35 38 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Und dann immer eine freundliche Miene machen, auch wenn man Sorgen hat. Wenn die Leute einem die Not vom Gesicht ablesen, hat man nämlich schon verspielt. Nein, Fräulein Hegemann, die kleinen Leute haben es nicht leicht", schloß Anna traurig. „Es geht auch Ihnen augenblicklich nicht sehr gut, Fräulein Schwiebus?" fragte Maxie schonend. -.Was heißt augenblicklich? Mir ist es noch nie gut gegangen, so lange ich denken kann. Seit der alte Scheuer! tot ist, ist es ganz arg. Lange werde ich meinen Zeitungsstand nicht mehr halten können. Georg wollte mir behilflich sein, etwas anderes zu finden. Aber jetzt ist er ja selbst im Druck." „Vielleicht kann ich Ihnen helfen, Fräulein schwiebus?" „Wirklich?" „Ich werde mit meinem Vater sprechen. Irgendeine Beschäftigung gibt es in einer so großen Fabrik immer." „Ick) beherrsche Schreibmaschine und Kurzschrift. Ich lese auch viel", setzte sich Anna schüchtern ins Licht. „Schön! Ich werde mit Papa reden, verlassen Sie sich daraus." ,T)as wäre lieb von Ihnen." Maxie brachte das Gespräch vorsichtig auf jenen rosaroten Brief mit den verdächtigen Täubchen von dem sie nur verfängliche Bruchstücke gelesen hatte. Er stellte sich als harmlos heraus wie das ganze Mädchen Anna. Die Schwiebus erzählte unbefangen von ihrer Bekanntschaft mit Dr. Holl, und es gab da nirgends Flecken oder Heimlichkeiten. Maxie sand, daß die Eifersucht ihr einen bösen Streich gespielt hatte und daß ihre Schuld immer größer wurde. Sie verabschiedete sich mit ein paar freundlichen Worten. „Zum nächsten Telegraphenamt", befahl sie dem Chauffeur. „Heute ist Sonntag, meine Dame." „Dann fahren Sie zum Bahnhof. Das Amt in der Bayerstraße ist beftimmt offen", sagte Maxie und setzte sich in den Wagen. Tolle Fuhre ist das?, dachte der Chauffeur sorgenvoll und druckte auf den Anlasser. Hoffentlich kann die Person bezahlen. Er drehte sich noch mal um und maß seinen Fahrgast mit einem ausgiebigen Blick, der ihn halbwegs beruhigte. Das Telegramm, das Maxie vom Stapel ließ, fiel kostspielig und ein wenig konfus aus. Es war nach Meran, Hotel Bellevue, adressiert, wo Holl ihrer Berechnung nach morgen eintreffen mußte. Sie hatte die Venedig-Route noch genau im Kopf. Mit diesem Telegramm war alles getan, was im Augenblick geschehen kopnte. Es kam das Wort Mißverständnis darin vor und das Wort Verzeihung. „Nach Hause jetzt: Villa Hegemann, München- Süd!" Die Sache ist Okee! dachte der Chauffeur erleichtert und trat mit Genuß auf den Gashebel. Tinser war seit einigen Tagen wieder bei Bewußtsein. Mager und mit eingesunkenen Augen lag er im Bett und spielte mit dem Feldblumenstrauß, den das Mannderl weiß Gott wo zusammengesucht und ihm auf die Bettdecke gelegt hatte. Viele Hungertage machen aus einem Manne keinen Adonis. Tinfers vordem unbekümmertes Jungengesicht hatte jetzt zwei scharfe Falten rechts und links des Mundes, die von Erlebnis, von Leid und Wandlung zeugten. Man hatte ihn die ganze Zeit her künstlich ernähren müssen, da er nicht schlucken konnte, aber jetzt war er außer Gefahr und auf dem Weg einer langsamen Besserung. Seit jenem Ueberfall waren anderthalb Wochen verstrichen. Das Mannderl, das unter der großelterlichen Kost sichtlich gedieh und einen richtigen kleinen Bauch bekam, legte den Kopf schief und fragte zu seiner Mutter in die Höhe: „Du, Paula, wie ham wir's nachher? Derf i jetzt zum Huber hintri? Der tat grab bei die Hasen ausmisten und sagt, er braucht mich." Zwischen dem Mannderl und dem Wärter Huber bestand seit kurzem eine dicke Freundschaft, auf die der alte Gieseke ein wenig eifersüchtig war. „Meinetwegen. Geh zu, aber mach dick) nicht schmutzig", nickte Paula Gieseke und sah flüchtig vom^Taschentüchersäumen auf. „Feit si nix. Sgohd!" grüßte das Mannderl höflich und schlich auf den Zehenspitzen aus dem Zimmer. „Hast du meinen alten Herrn gut an der Bahn abgeliefert?" flüsterte Tinser mit seiner belegten Krankenstimme. Der Kehlkopf machte nämlich noch ein bißchen Schwierigkeit. „Ja, Desi." Paula legte die Handarbeit beiseite und dachte mit Vergnügen an den netten alten Herrn, der auf die Nachricht von dem Unglücksfall sofort nach München geeilt, ein paar lange bange Tage ratlos am Bett seines Sohnes herumgestanden und sich erst zur Heimreise entsd)lossen hatte, als keine Gefahr mehr bestand. „Weißt du, was er beim Abschied gesagt hat? Ich wäre die Frau für dich. Ich würde dir die Mucken schon austreiben. Der Desi, hat er gesagt, kann unserm Herrgott auf den Knien danken, daß er eine solche Frau bekommt. Ist das wahr?" lächelte sie schelmisch. „Freilid) ist das wahr. Du bist eine großartige Frau", flüsterte Tinser und runzelte voll Uebe'r- zeugung die Stirn. „Wir sollen ihn in Hietzing besuchen. Ist Hietzing schön?" „Diel Dillen, weißt du." „Ja, und diesen Anhänger hat er mir geschenkt. Er sagt, er stammt von deiner Mutter selig.' Ist dock) herrlick), nicht?" Sie hielt ihm einen kleinen Granat- schmuck unter die Nase, der in Silber gefaßt war. „Ein wahres Wunder, daß er sich von dem Ding getrennt hat. Er trug es, seitdem ich mich erinnern kann, in der. Brieftasche mit herum. Er hing sehr an Mama. Er hat für dich sehr viel übrig, glaube ich. Findest du nicht, daß meine Stimme auf einmal besser klingt?" „Doch, Desi. Vielleicht fehlt deinen Stimmbändern nichts als ein bißchen Exerzieren. Die Aerzte sind zu ängstlich. Warum schaust du denn so, mein Guter? Angst vor der Unterredung mit Herrn Hegemann? Du mußt keine Angst haben, Desi. Es ist keine Schande, einen Fehler einzugestehen. Glaube mir, das Leben wird erst wieder schön, wenn du diese Beichte hinter dir hast. Du wirst es ihm doch sagen, nicht?" „Freilich! Wir haben es doch ausgemacht." „Wie benimmt sich denn dein Kopf? Immer noch lauter Karussells und Turbinen?" „Heute ist es besser. Tu mir die Blumen weg, bitt schön. Ich höre jemand kommen. Wird vielleicht Hegemann sein. Du läßt uns allein, gell? Vor dir fällt mir das Reden noch schwerer." „Natürlich lasse ich euch allein. Kopf hoch, Desi! Ich will mal nachsehen, ob er es ist." Sie streichelte seine abgemagerte Hand und ging zur Tür. Der Ankömmling war tatsächlich der Geheimrat. Er trug eine schwarze Lüft er kappe wie ein Student nach der Mensur und hatte sie als Andeutung flotter Bon- hommie ein bißchen aus der Stirn geschoben. Er brachte eine Masse Aufgeräumtheit ntit, und Paula schlüpfte unterdessen hinaus. „Sie werden sich denken, Tinser, der Hegemann, das ist mir ein Schöner. Aber ich wäre bestimmt eher gekommen, wenn ich nicht selber eine aufs Dach bekommen hätte, wie Sie wahrscheinlich wissen. Sie hat es ja auch bös erwischt, wie man mir erzählt hat. Das war schon eine saugrobe Bande, mit der wir es da zu tun hatten. Ich freue mich, daß es Ihnen wieder anständig geht. Ich bin die ganze Zeit über Ihr Befinden auf dem Laufenden gewesen. Mein lieber Freund, Ihr Herr Vater, ist ja nun auch wieder abgedampft. Habe mich ehrlich gefreut, ihn nach so langen Jahren wiederzusehen. Ein bissel alt ist er geworden, der gute Stabsarzt Tinser: hübsch viel weiße Haare. Es war mir ein Vergnügen, ihm nur Gutes über seinen Herrn Sohn berichten zu können. — Was haben Sie denn auf einmal, daß Sie wegschauen?" „Sie machen mich rot, Herr Hegemann. Ich verdiene Ihre Güte nicht. Ich muß Ihnen etwas beichten. Wollen Sie sich nicht setzen?" stammelte Tinser, sah flüdjtig auf und richtete feine Blicke sogleich wieder auf die Bettdecke. „Beichten? Wird schon nicht so schlimm sein. Dieser Polsterstuhl ist fabelhaft. Da sehe ich erst, was ich den Brüdern mit diesem Krankenhaus hingestellt habe. So, jetzt können Sie beichten." „Gestern war die Polizei hier und verlangte Auskunft über mein Verhältnis zu Gaidl." „Das ist interessant! Na und?" „Sie hat sich inzwischen ihre Meinung gebildet und id) habe nicht widersprochen. Man weiß, daß ich Gaidl von Wien her kenne, weil er eine Zeitlang Laboratoriumsdikner war, und daß er mich in Seesham ausgesucht hat. Und man glaubt, daß er mich über den Föpplsaden auszuholen versuchte, aber abblitzte, und daß er mich dann in Ihr Wäldchen bestellt hat, um mich als Mitwisser unschädlich zu machen, nachdem ich eine Mitwirkung an dem Verbrechen abgelehnt hatte. Man hat nämlich in seiner Wohnung einen diesbezüglichen Brief von mir gefunden", erzählte Tinser leise. „Ist das denn nicht die Wahrheit?" fragte Hegemann erstaunt und beugte sich im Sessel vor. „Doch. Aber nur die halbe. Es spielt da noch etwas herein, was die Polizei nicht ahnt. Ich hatte auch keine Veranlassung, ihr das eigens auf die Rase zu binden, da es mich nur in Ungelegenheiten gebracht und ihr nichts genützt hätte." „Ja.?" „Der Gaidl war nämlich ein Erpresser." „Er hqt etwas von mir gewußt, mit dem er mich drangsaliert hat. Nichts juristisch Strafbares, aber doch etwas über das ich mich heute zu Tod schäme, etwas, das den Namen Tinser durch den Kot gezogen hätte." Hegemann sagte jetzt nicht mehr Ja? und nicht mehr Uff!, sondern blickte ziemlich bestürzt drein und kratzte fein Kinn. Tinser fuhr fort: „Ich habe nämlich vor anderthalb Jahren großen Blödsinn gemacht. Ich schuftete an so einer Vererbungsgeschichte herum, weiße Mäuse, graue Mäuse, es ging nicht recht vorwärts. Sie wissen ja, wie das ist, ich hatte zudem Schwierigkeiten mit meinem alten Herrn, wollte gut abschneiden bei ihm, ein bissel Ruhmsucht war natürlich auch dabei, und — da reitet mich der Teufel und flüstert mir ins Ohr: hilf doch nad), Mensch, sonst bringst du es im ganzen Leben zu nichts. Na und da habe ich halt Gra- witschko gespielt, wie man bei uns in Wien so sagt, habe ein paar Mäuse umgefärbt, habe die Zucht- Protokolle frisiert: es war eine richtige Schweinerei und ich will nichts beschönigen. Ich kann zu meiner Verteidigung höchstens anführen, daß ich damals noch sehr jung und sehr dumm war und keine blasse Ahnung hatte, in was für Schwulitäten id) noch kommen wurde. Das also hat der Gaidl von mir gewußt und damit hat er mich wie einen Jahrmarktsbären am Strick behalten und ich habe nach einer Pfeife tanzen müssen. Die Angst, die ich aus- gestanden habe, möchte ich meinem ärgsten Feind nicht wünschen. Und schließlich habe ich nimmer ein noch aus gewußt und der Kerl hat nicht aufgehört, in mich hineinzubenzen, ich soll ihm doch zu der neuen Erfindung verhelfen, sonst bringt er unseren Namen in so ein Käsblatt und so weiter." Der Kranke lag bleich und schamerfüllt in seinem Bett und seine Hande und seine Stirn beschlugen ich mit dünnem Schweiß. Ein paar kleine Fliegen bumsten von Zeit zu Zeit gegen die Fensterscheiben, aber sonst war tödliche Stille im Zimmer. Hegemann hatte sich zurückgelehnt, hielt die Augen halb geschlossen und es war nicht zu erraten, was er dachte. Tinser schluckte energifd) und murmelte: (Fortsetzung folgt.) !» * tte % Me E> V, En w erkohlu nclteN', erreM ctossel^ i bis 10, IIaiii f hM, h, 1 in « Wil tc *n, in d' $r Aver-Sepl Mel echt' M der r Men tte Mur werden zi llehen. yleues I W L nim Laufe Werk er Wüion riinbct siel Wänden t Wcrdachte biitib. Die chohcn M Wenjeite fallt. 2ln l wiese an. fü .v.g. Gl Wchschch chmndep Ä Meinten NDwdMni Rschtliniei Mtuppc E «(tragen Meck, m Mrungen, i Schuf Mihrer u Wunkten: sßdcr: K. sw. Buse» Wehrum, $ra d. b. Bdjneibcr, Msterloh: im, befried Lchutzi 1M M Orig.-I Al ll»fu U,tr% iS iSS T«Hän M I Derwi Dessi Gletzener Wochenmarktpreise. Gießen. 6. April. Auf dem heutigen Wochen- rNeldet der )1SV. Pflegestellen für unsere Kinder! Aus der engeren Heimat Di je an. hiesige 1 kauft: km km 28,06 besorgt zu 2512A 30,04 16,55 4,79 27,96 24,34 8,07 16,86 9,04 41,14 49,79 3,04 4,06 24,68 Zu haben ip Apotheken, bestimmt: Apoth. zum gold. Engel, Marktplatz Warum korpulent? 2,89 16,44 der Gemeinde nunmehr der 1,62 2,65 und 251 und Photo Kreuzplatz 9 RASIERCREME Gr.Tube RM.O.5O Leistungsprüfung für deutsche Schäferhunde Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnach' mittag geschloffen. einigten sich anschließend zu einer lichen Veranstaltung. Landkreis Gießen. cv> Beuern, 5. April. Die von _ immer gern geraucht GIESSEN Bahnhofstr_22 ?r mich « jloiibt, da; n nerjudjtt, Ur ■ unschadlch ng an dm nämlich ic Brief w fragte hez» el vor. elf da not it 2ch W ms auf W Sommer GIESSEN, Bahnhofstraße 14 DAS HAUS DAS JEDEN ANZIEHT ^lt gesteh ^nvmeistei l.ENinbräch llcIen eint. 'On Barnin. ’Ie&en) ei, erlaufe Her noj mann nid Kreis Marburg. 0 Nordcck, 3. April. In dem fast bis auf den letzten Platz besetzten Saal von Stelzenbach gelangte der Tonfilm ,.5 Millionen suchen einen Erben" durch die N S. - G a u - F i l m st e l l e zur Auf- führung. Die Besucher verfolgten die Aufführung mit großer Freude. Es wurde der Wunsch laut, noch öfters Filmveranstaltungen in Nordeck zu sehen. 0 Nordeck, 5. April. Zwecks Anlegung eines Basaltsteinbruchs wurde durch die Firma Max Hertel in Kesselbach von der Gemeinde Nordeck am Trieb ein Stück Land erworben. Die Arbeiten sind in vollem Gange. Das Material ist von guter Qualität. 24880 Kiefer Fichte Für die uns anläßlich unserer Silberhochzeit erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir allen auf diesem Wege recht herzlich Ludwig Alban und Frau Dieseck, den 6.Aprill939 2485V Bei den betreffenden Bürgermeistereien sind Num- merouszüge zu haben. Die angeführten Reoierförster zeigen das Holz bei zeitiger Benachrichtigung vor. Gießen, den 3. April 1939. Hessisches. ForstamL Gießen, wurde durch das Mitglied Ph. H e t tch e erweitert. 5 Die satzungsgemäß ausscheidenden Mitglieder des ? Aussichtsrats, Bender und Heyer, wurden < wiedergewählt. c 5 Steinbach, 6. April. Am Karsamstag kann c Frau Dorothea Haas, geb. Keil, Witwe des < Friedrich Karl Haas zu Steinbach, ihren 7 6. Geburtstag feiern. Frau Haas erfreut sich noch ] einer guten Gesundheit. Am gleichen Tage feiert । Herr Adam Müller seinen 7 5. G e b u r t s t a g ; . auch er erfreut sich noch guter Gesundheit. Herz- , liche Glückwünsche für beide Iubilare. <£ Leihgestern, 3. April. Die hiesige K r l e - gerkameradschaft hielt am Samstagabend ihren Monatsappell bei Kamerad Heß im „Adler" ab. Nach Erledigung des geschäftlichen Teiles (Aufnahme des Schießbetriebes, Durchführung eines Leistungsschießens im Mai, Fahrt zum Kyffhäuser usw.) stand ein Dortrag von Kam. Rektor Siegfried über die Heimholung des Sudetenlandes, Eingliederung Böhmens und'Mährens und die Rückkehr des Memellandes ins Reich im Mittelpunkt des Abends. Lebhafter Beifall wurde ihm für seine volkstümlichen Ausführungen zuteil. Hl Allen darf (Lahn), 5. April. Die hiesige Spar- und Darlehenskasse hielt in der Gastwirtschaft von Henkelmann ihre Generalversammlung ab. Direktor K. Faber erstattete den Geschäftsbericht, dem zu entnehmen war, daß Umsatz und Einlagen sich erheblich gesteigert haben. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats sprach dann über den allgemeinen Geschäftsgang und gab dabei dem Wunsche Ausdruck, daß sich die Mitglieder noch reger als bisher am Warengeschäft beteiligen möchten. Rechner Friedrich He l s gab sodann die Bilanz bekannt. Im Laufe des vergangenen Geschäftsjahres traten 7 Mitglieder ein, 3 schieden durch Tod aus. Die Genossenschaft zählt jetzt insgesamt 118 Mitglieder. Der Umsatz belief sich auf 220 666,— RM., gegenüber 196 833,— RM. im Vorjahre. Der Stand der Spareinlagen belief sich am Bilanztage auf 53 936,— RM., gegenüber 50 941,— RM. des Vorjahres. Die Schulsparkasse erbrachte im Berichtsjahr 1785,— RM. neue Spareinlagen. Bei der Landes- bauernkasse hat die Genossenschaft ein Guthaben von 762,— RM. Jrn Warenverkehr wurden Waren für 11178,— RM. umgesetzt. Es. wurden 512 Zentner Dünger, 347 Zentner Futtermittel, 45 Doppelzentner Saatgut und 1750 Zentner Kohlen bezoaen. Die Genossenschaft förderte die gemeinsame Maschinenbenutzung. Eine Düngersfreu- und zwei Dippel- maschinen wurden angeschafft. Die persönlichen und sachlichen Unkosten beliefen sich auf 1923,— RM. Der Gewinn bezifferte sich auf 811,92 RM., gegenüber 120,54 RM. im Vorjahre. Dem Reservefonds werden 400 RM. zugeschrieben, für die "Geschäftsanteile kommen 5 v. H. Dividende zur Verteilung. Geschäftsbericht und Bilanz wurden in Ordnung befunden. Dem Vorstand und dem Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. Im weiteren Verlaufe der Versammlung wurde beschlossen, daß die alten Spareinlagen zu 50 v. H. aufgewertet werden sollen. △ Eberstadt, 3. April. Im Gasthaus zum „Deutschen Haus" hielt die hiesige Spar- und Darlehenskasse ihre Jahreshauptversammlung ab. Der Rechner, Bürgermeister Rühl, erstattete den Bericht über die Bilanz. Geschäftsund Kassenbericht schließen mit einem Ueberfchuß ab. Der Umsatz auf einer Hauptbuchseite betrug 360 477 RM., gegenüber 282 829 RM. im Vorjahre. Die Spareinlagen haben sich im Berichtsjahr um 14 927 RM. erhöht. 19 neue Sparbücher wurden ausgegeben. Die befristeten Darlehen beliefen sich auf 35 394,90 RM. In laufender Rechnung waren am Bilanztage 17 598,86 RM. Schulden und 13 482,55 RM. Guthaben vorhanden. Der Gewinn soll dem Reservefonds zugeschrieben werden. ■ Die ausscheidenden Vorstands- und Aufsichtsrats- : Mitglieder wurden einstimmig wiedergewählt. — 11 Die hiesige Schweineversicherung hielt bei e r t iöiae. ,Qlt- Froc ,lr beglü^ ** D i e städtische Müllabfuhr wird wegen der Dfterfeiertage vom morgigen Freitag bis zum kommenden Montag einschließlich eingestellt. ** Die Strom- und Gasgelder vom Januar, die noch nicht an die Stadtwerke gezahlt worden sind, müssen umgehend bezahlt werden, da andernfalls vom 17. April ab die Strom- und Gaslieferung an die säumigen Zahler gesperrt wird. ** Kurzschriftprüfung bei der Industrie- und Handelskammer Gießen. Die Industrie- und Handelskammer Gießen teilt heute mit, daß die nächste Geschäfts-Stenographen- prüfung am Sonntag, 23. April, stattfindet. erholten Sie ii* durch Apotheker Or. Schroider’e Krtioter-Augeabad Flaiche 200 g RM Ul — Es «dtötit vor Entzündung, kräftigt die Augen und macht sie Mjqx und ausdcucksocU! Regelmäßige Pflege beseitigt oder vermindert auch sogenannte Augenbeutel und Kröhenfüße Harbach, Großen-Buseck, Note vorzüglich: Claus v. Nabenauer Gut: Führer und Besitzer: Fr. Gerlach, Großen-Buseck, Note vorzüglich: Claus v. Raben- auer Gut: Führer: Wilh. Schmidt, Besitzer: Fritz Esau, Note vorzüglich. Richtfest der Straßenmeisterei in Alsfeld. NSG. Alsfeld, 4. April. Heute mittaa fand das Richtfest für die Straßenmeisterei in Alsfeld statt. Bei der Feier sprach in Vertretung des Bauherrn der Obersten Bauleitung der Reichsautobahnen, Frankfurt a. M., Reichsbahnoberrat Eitel. Die an dem Bau beteiligten Arbeitskame- raben und die Vertreter der Partei und der Be- tooffeln, % kg 5 bis 7 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 5JM bis 3,90 Mark, Saatkartoffeln, frühe, % kg ; Ls 10 Pf., späte 6 bis 8 Pf., Blumenkohl, das äktf 40 bis 50, Salat 25 bis 45 Pf., Salatgurken UNark, Lauch 5 bis 15 Pf., Sellerie, % kg 40 bis ’>0 Rhabarber 50, Radieschen, das Bündel 20 bis rs-Pf. (feit. ch an eiuti "eisten Serbrouij kl Frühe- r warmer m Dechl. Tt mürben, Iber ich« Tran-W, Weich 9 des M lange M r, daß nun je in bester . 3m Früh, von befon* hlicher Feü chrungszu- 5 den M I war, schm imer zu ben gehören, ebictes mit he und ba. in Sonfum. fj und M- neu llstfee- innen. M 1 jetzt nad). bt es noih ?hr in ben ?it finden )S, \xw ehen Doll- lh, batz ck Punkten: Wally v. Busecker Schloß: Führer Besitzer: H. Wagner, Großen-Buseck, gut mit Punkten; Primus v. Busecker Schloß: Führer Besitzer: Wilh. Kimmel, gut mit 245 Punkten. Jugendveranlagungsprüfung: Cito v. Busecker Schloß: Führer und Besitzer: Heinrich Iwöli-Aoosielwein Der wundervolle, stärkende Dessertwein ist wieder eingetroffen. Orig.-Flasche RM. 1.85 m.GL Allein-Verkauf; Samstag, den 15. April, von 10 llhr ab, werden auf der Burg Staufenberg nachstehende Werthölzer (Schneideholz und Schneideholzhaltige) öffentlich ver- Mitglied Wedemann ihre Generalversammlung ab. Rechner Müller erstattete Kassenbericht, der mit einer Einnahme von 2075,81. RM. und einer Ausgabe von 1976,15 RM. abschloß. An Entschädigungen wurden 1766 RM. bezahlt. Die Vereinigung zählt 81 Mitglieder. 00 Eberstadt, 5. April. Der hiesige Rind- vieh- Versicherungsverein hielt im Gasthaus „Zum Adler" seine Generalversammlung ab. Rechner H. Wedemann gab den Kassenbericht bekannt. Die Einnahmen betrugen 2803,41 Mark, die Ausgaben 2660,40 Mark. An Entschädigungen für gefallene Tiere mußten 1898 Mark bezahlt werden. Der Kassenbericht wurde gulgeheißen. Rechner und Vorstand wurden entlastet. . <> Holzheim, 5. April. Der Kleintier- zuchtverein Holzheim hielt im Rathaussaat seine Generalversammlung ab. Der stellvertretende Vereinsführer Heinrich Müller II. leitete die Versammlung. Dem Geschäftsbericht war zu entnehmen, daß der Verein im vergangenen Jahre eine rege Tätigkeit entfaltete. Der Kassenbericht, von Kassenwart Sander oorgetragen, wies einen kleinen Ueberfchuß auf. Für den zurückgetretenen W. Jung wurde Heinrich Jung I. als Vereinsführer bestimmt. Heinrich Müller II. wurde zum stellvertretenden Vereinsführer gewählt. Der Gefamt- vorjtand wurde in seinen Aemtern neu bestätigt. Dereinsführer Jung I. forderte in seinem Schluß» wort zu weiterer reger Mitarbeit auf dem Gebiete der Kleintierzucht auf. D Li ch, 5. April. Ende des vergangenen Monats wurden die diesjährigen Holzhauerarbeiten beendet. Trotz des großen Mangels an Arbeitskräften konnten die vorgesehenen etwa 9000 Festmeter Holz geschlagen werden. Nach dem Abschluß der Arbeiten trafen sich im „Holländischen Hof" die Arbeiter, Angestellten und Beamten der Stadtverwaltung und des Forstamtes Lich, um mit den Holz- Hauern einige Stunden zu verleben. Aus den Ansprachen von Bürgermeister Geil und Forstrat Zimmer war zu entnehmen, daß im kommenden Winter wahrscheinlich einige Motorsägen zur Verfügung stehen werden. Kreis Alsfeld. —.— Homberg (Ohm), 5. April. Der hiesige Ob st- und Gartenbauverein vereinigte bei Gastwirt Helm seine Mitglieder zur Generalversammlung. Dereinsführer Landwirt Karl Seim sprach zunächst über Fragen der Beringung, über Spritzung und Düngung der Obstbäume. Eine gründliche Aussprache - schloß sich an. Rechner L. (Seibel gab die Jahresrechnung bekannt, die gutgeheißen wurde. Dem Rechner wurde Entlastung zuteil. Bei einer anschließenden Verlosung konnten Sträucher und praktische Gartengeräte gewonnen werden. 131s$ c.en onh,.. einen ausgezeichneten Verlauf. A Treis (Lumda), 5. April. Der hiesige Spar - und Vorschußverein hielt bei Gastwirt Am end feine 65. Generalversammlung ab. Nach Begrüßung durch den Aufsichtsratsvorsitzenden Berghöf er erstattete Direktor A m e n d den Geschäftsbericht, dem zu entnehmen war, daß die Kassenlage des Vereins sehr günstig ist. Jahresrechnung und Bilanz wurden einmütig gutgeheißen. Auf die Geschäftsguthaben wird eine 5prozentige Dividende verteilt. Der Rest des Reingewinns wird der Reserve zugeführt. Vorstand und Aufsichtsrat wurde einstimmig Entlastung erteilt. Der Vorstand Wertholz-Verkauf aus den Waldungen des Jotffamts Gießen. Dr. I. 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Deshalb: Kommen Sie un- „Keine Angst, Ihre Gäste können heute abend kommen!“ „Die Stähle und der Tisch“, meint der Malermeister, „sind bi» heute abend soweit trocken, daß man sich ruhig draufsetzen kann’. Ich habe nämlich mit Ducolux, dem synthetischen Lack, gestrichen, der wird in zwei Stunden staubtrocken und nach zwölf Stunden homharL Er verkratzt nicht so leicht und behält seinen Hochglanz.“ Was Sie auch immer anstreichen lassen wollen, ob drinnen oder draußen, verlangen Sie von Ihrem Malermeister stets, daß er Ducolux nimmt. Er wird es gern tun, weil Sie dann mit seiner Arbeit besonders zufrieden sein werden. £ r h al t 1 Lc h be i d e m Fachhandel. Bezugsquellen weist unsere Bezirksvertretung nach ; Otto Seyfried, Frankfurt / M.-Süd, Burnitzstraße 7 Fernruf 61066 'g. Großen-Buseck, 5. April. Die . , „ Herrschaft veranstaltete eine wohlgelungene Schutz- d e p r ü f u n g. Es wurden 11 Hunde vor- jtn hrt. Als Richter war Polizeisekretär H. Z i n - l ty Offenbach a. M., tätig. Die von den Tieren ze- igten Leistungen lagen größtenteils über dem Durchschnitt. Die Prüfung wurde nach den neuen Ri^tiinien durchaeführt. Der Wanderpreis der Fach- tiuppe Großen-Buseck wurde zum viertenmal aus- feagen und diesmal von Alfred Hahn, Großen- pincrf, mit der Hündin Wiborad v. Busecker Schloß Ijirrnngcn. Es erhielten die Bewertung: !v-chutzhund I: Wiborad v. Busecker Schloß, Rin rcr und Besitzer: 211fr. Hahn, sehr gut mit 294 fünften; Asko v. Busecker Schloß, Führer und Be- [igirr: K. Althaus, sehr gut mit 282 Punkten; Ajax o Busecker Schloß: Führer und Besitzer: Wilh. ®Orum, Großen-Buseck, gut mit 263 Punkten; Qn v. d. Lahnwacht: Führer wnb Besitzer: H. Effiieiber, Garbenheim, gut mit 253 Punkten; Alf Fiffterloh: Führer u. Besitzer: Heini Dreyer, Wetz- LH» * W ^ffi nidj 8q“ W “'tmittei r‘s ®Wt: ' bi, Hut ,d°- mai Fr. Linker & Sohn Gießen Ludwigstraße 16 2370A Zetsche Eier, Klasse S 11, A 10%, B 10, C 9%, D 8%, Enteneier 9% bis 10^, Weißkraut, kg 13 Rotkraut 18, Karotten 10 bis 15, Spinat 35, 1 icrkohlrabi 8 bis 10, Feldsalat, Vio 15 bis 18, I naten, kg 40 bis 45, Zwiebeln 15 bis 16, Merrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 40 bis 50, beschaffte Motorspritze konnte Feuerwehr übergeben werden. Regierungsrat Dr. Fuhr, Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier und ein Vertreter der Brandversicherungskammer weilten hier und prüften die Motorspritze auf ihre Leistung. Eine Mannschaft der Pflichtfeuerwehr, die in Zukunft das neue Gerät bedienen soll, führte die Spritze vor. Aus drei Leitungen wurde Wasser gegeben. Die Leistung der Spritze entsprach allen Erwartungen. Die Schlagfertigkeit der Wehr wird durch diese Anschaffung bedeutend gehoben. — Im nördlichen Teil unserer Gemeinde' fand eine LuftschutzüburiH statt, bei der bewiesen wurde, daß die Bevölkerung der Sache und den Notwendigkeiten des Luftschutzes alle Aufmerksamkeit entgegenbringt. Die Hebung nahm in allen Teilen iiiniiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiii Seltene Natur- urkunden von den Halligen und vom Wattenmeer. die alle Naturfreunde und DogeUiebhaber mit Begeisterung lesen und schauen werden: Hütet MMMlem uJeefMeo Beobachtungen und Natururkunden aus d. Vogelwelt -.deutschen Nordseeküste. - Don Tugen Schuhmacher Insgesamt 104 Seiten mit 92 Bildern nach wundervollen Natur- aufnahmen.In Leinen gebunden RM. 3.90. Bestellungen nimmt jede Buchhandlung entgegen. Verlangen Sie bitte das ausführliche Werbeblatt. HugoBermühIer Verlag Berlin-Lichterfelde illilllllllllllllllllllllllilil ior, befriedigend mit 229 Punkten. ( chutzhund II: Beno v. Haus Krell: Führer "ilini Besitzer: Horst Mehl, Hochelheim, gut mit 259 Staatswald (Revierförster Mack in Treis a. d. Lumda) Gemeindewald Allendorf a. d. Lumda (Revierförster Mack in Treis und Förster in Allendorf a. d. Lumda) Gemeindewald Annerod (Revierförster Brück, Rödgen) Gemeindewald Alten-Buseck (Reoierförster Wirth, Alten-Buseck) Gemeindewald Climbach (Reoierför- fter Förster, Allendorf) Gemeindewald Saubringen (Reoierförster Wirth, Alten-Buseck) Gemeindewald Lollar (Revierförster Velten, Wieseck) Gemeindewald Rödgen (Reoierförster Brück, Rödgen) Gemeindewald Ruttershausen (Revierförster Braun, Daubringen) Gemeindewald Staufenberg (derselbe) Gemeindewald Treis a. d. Lumda (Revierförster Förster, Allendorf) Münchener GA.-Bühne in Watzenborn-Steinberg. Watzenborn-Steinberg, 5. April. Am !lpril kommt die Konrad-Dreher-Bühne, Mün- in die Volkshalle zu Watzenborn-Steinberg. Aufführullg gelangt das Dolksftück „Der Ma- w-Sepp" .JDie Besucher werden bei diesem ’t echten Soldatenhumor erleben, dem aber der nötige Ernst nicht fehlen wird. Sämtliche en liegen in Händen bewährter Schauspieler, ür die Besucher von Gießen und Umgebung Jen zur Hin- und Heimfahrt Autobusse bereit» in. Hnes Gradierwerk in Dad-Nanheim. !ipd. Bad-Nauheim, 5. April. Hier wurde ini Laufe des Winters ein neues .©rabier« öi r f erbaut, das ausschließlich für die Frei-Jn- jolntion bestimmt ist. Bei diesem Gradierwerk be- Met sich zwischen zwei mächtigen Schwarzdorn- Dänbcn ein breiter Wandelgang mit eingebauten, Lbrdachten Nischen, in denen Bänke aufgestellt M. Die Kurgäste sind also durch die 10 Meter -vien Wände vor Winden geschützt. Auch auf den llitzenseiten der Gradierwände sind Bänke aufge« [ftli. An die südliche Wand schließt sich eine Liege- t Freik.7 n 7kt kosteten: Markenbutter, kg 1,60 Mark, nben S D ette 25 bis 50 Pf., Käse, das Stuck 4 bis 10, Seltersweg 66 2530 A o-nehml Geschmackvoll! Persönlich! !e» wesentlichen Eigenschaften der guten amilien- Drucksache ebit Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Aus- hungsarten und Papieren zu mäßigen Preisen rDiiPsche Druckerei, Schulstr. 7, Ruf 2251 2513D Cftermärzen Seltersweg 66 Unser Stammhalter ist angekommen Mainzer Jlbtien-Bierbrauerei Vertreter: Emil Schmall, Biergrofchandhing, Giefeen Telephon Nr. 3883 Frankfurter Straße 7 2489 V 2514 MÖBEL 1596D 1.25 1.35 Lauterbach/Hessen Ständige Ausstellung: ca. 80 Musterzimmer und Küdien Oelwechsel PBTBCBS LICHTSPIELHAUS Uh Erstaufführung Heute Donnerstag Oster-Festprogramm 9.75 k 2369 A Das gute Musterkarte. 1973A HANS ALBERS 2486A DOPPELHERZ Spielleitung: HERBERT SELFIN Produktionsleitung: C. W. TETTI N G 1.45 1.00 ILwefbindudit Vaffühwg. Rechnungen bei Brühl. 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