Nr. 55 Erstes Matt 189. Jahrgang Montag, 6. Marz 1939 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis: Mil 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehea Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11688 Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrSHIsche UnivrrfitStrdruckerei R. Lauge la Sietzen. Schriftleitung und Seschästrftell«: Schulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummec bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrist nach oorh.Dereinbg.25°/a mehr. 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Dem „Verteidigungsrat44 gehören der Befehlshaber der roten „Madrid-Front44, General Lasado, als Vertreler des Mililärs und der Politiker B e ft e i r o, der als Anhänger einer gemäßigteren Richtung und Befürworter von Verhandlungen mit General Franco bekannt ist sowie weitere Politiker an. Dieser „Verteidigungsrat44 greift nach der Verlautbarung im Madrider Sender in schärfster Form die Politik des „Verräters Regrin“ an, der die Schuld an dem Zusammenbruch Kataloniens trage und in keiner Weise weder legal noch illegal Vertreter Rotspaniens fei. Die Politik Regcins sei darauf hinausgelaufen, sinnlosen und verbrecherischen Widerstand zu leisten mit dem einzigen Zweck, sich persönlich an dem Elend Rotspaniens zu bereichern und es auszurauben, um dann rechtzeitig noch mit den Anhängern sich mit dem geraubten Gut ins Ausland zurückzuziehen. Der „Verteidigungsrat44 vertrete zwar den Grundsatz des ehrenvollen Friedens, notfalls aber werde der Widerstand bis zum Ende fortgesetzt. Ab heute würde kein Verantwortlicher Rot- spaulen verlassen, ohne zur Verantwortung gezogen zu werden. Die Rundfunkanspräche Lafados ist insofern noch bemerkenswert, als er Regcin als „Verräter im Solde des Auslandes und gewiffenlosen Hetzer zum Weltkrieg44- und als „Verbrecher an Spanien und der Menschheit44 bezeichnete. Auch der rotspanische „Oberst*4 Mera richtete als Vertreter der Milizen schwere Beschuldigungen gegen Regrin. Die Ereignisse in Madrid betätigen die Auflösungstendenzen in Rotfpanien, wozu die Vorfälle in Lartagena am Sonntagvormittag das Signal gaben. Es kann nach der Zufammenfehung des roten „Verteidigungsrates44 imerhin mit gewissen Vorbehalten auf Bereitschaft zu Verhandlungen mit General Franco ge- 2Iufruf wurde zur Erhebung aufgesordert und kurze Zeit später vom Umsichgreifen des Ausstandes sowohl in der Stadt wie am Hasen berichtet. Die tollkühnen Helden konnten sich jedoch angesichts der in Cartagena konzentrierten bolschewistischen Machtmittel zunächst nicht durchsetzen. Im Hasen lag fast die gesamte bolschewistische Flotte versammelt, darunter die Kreuzer „Liber- tad" und „Miguel Cervantes", ferner die Zerstörer „Zurruca", „Mendez Nunez", „Alsero", „Ante- guera", „Lepanto", „Miranda", „Almirante Val- des" und „Alcala Galiano". Außerdem waren zehn U-Boote und mehrere Hilssschisse anwesend. Die Roten entrissen zuerst dem Häuslein Nationaler den Sender und dementierten eiligst, ebenso wie Radio Madrid, die Erhebung. Damit ist jede Möglichkeit genommen, sich ein klares Bild von der Lage in der Stadt zu machen. Es scheint, daß sich große Teile der kasernierten Marinetruppen ähnlich dem Ausstand von 1936, wo stündlich Hunderte mit Maschinengewehren niedergemetzelt oder lebendig ertränkt wurden, nicht mehr lange der roten Gewalt fügen wollen. Auch aus den Schissen mehren sich die Unzufriedenen. Nationalsponische Schiffe zur Erkundung ausgesandt. B u r a o s , 6. März. (DNB.) An die nationalspanischen Einheiten im Hafen von Cadiz wurde Befehl gegeben, Kurs auf Cartagena zu nehmen, wo angeblich rotspanische Schiffe aus unbekannten Gründen auslaufen. Die um hie Mittagszeit von einem Zwischenfall im Rundfunksender von Cartagena kündende Meldung über eine Gärung in der Hafenstadt wird als Zeichen der erbarmungslosen Quälereien durch die Bolschewisten mit tiefster Anteilnahme ausgenommen. Der eiserne Ring um Madrid. Francos letzte Vorbereitungen zum Angriff. London, 6. März. (Europapreß.) Die englische Presse beschäftigt sich mit der bevorstehenden Offensive Francos gegen Mittelspanien. Franco soll mindestens eine Million Mann auf allen Fronten zusammengezogen haben. Alle Hauptstraßen, die zum Kriegsgebiet führen, seien mit Militärtransporten, aber auch mit Lastwagen, die Lebensmittel befördern, verstopft. Nach einer Meldung des Sonderberichterstatters des „Daily Telegraph^ aus Burgos hat Franco schon jetzt einen eisernen Ring um Madrid gezogen. Die ihm dort zur Verfügung stehende Artillerie soll die gewaltigste Zusammenziehung von Geschützen seit Kriegsausbruch darstellen. Selbst die den Sowjetspaniern freundlich gesinnte linksliberale „News Chronicle" meint, daß die „republikanische" Gegenwehr binnen einer Woche zusammenbrechen müsse. Diele Blätter sind der Auffassung, daß Madrid höchstwahrscheinlich ohne weiteres Blutvergießen fallen werde. Sie verweisen auf den Aufstand nationalspanischer Anhänger im Kriegshafen Cartagena als ein Zeichen für die wahre Stimmung in Mittelspanien, und auf Francos wiederholte Erklärung, niemand habe Strafmaßnahmen zu befürchten, der kein gemeines Verbrechen begangen habe. Die „Daily Mail" erfährt, Franco werde eine letzte Versöhnungsgeste durch den Rundfunk und durch den Abwurf von Millionen Flugblättern machen, bevor er den Generalangriff ansetze. NSG. Am Sonntag begann in der Gauhauptstadt Frankfurt am Main die II. Neichstagung Volksgesundheit und Genußgifte mit der Hauptkundgebung im Saalbau. Nach einem Vorspiel des Rhein- Mainischen Landesorchesters führte Gauleiter und Aeichsstatthatter Sprenger aus, daß es auf dem Gebiet der Trink- und Rauchsitten noch nicht so aussieht, wie wir es uns wünschen. Nach der Erledigung vordringlicher Aufgaben übernimmt die Partei auch hier jetzt die Führung und stellt für dasganze Volk gültige Grundsätze auf. In Hessen-Nassau wurde versucht, durch Herstellung besserer alkoholfreier Getränke eine Umstellung zu erreichen. Im Laufe der letzten Jahre wurden in unserem Gebiet mehr als 300 Obst- undTraubensüßmostereien neu eingerichtet. Vor den Toren dieser Stadt liegt die der Neichsstelle gegen den Alkoholmißbrauch gehörende Lehr- und Versuchsanstalt in Ober-Erlenbach, die unter der Förderung des Gaues Hessen-Nassau zur Versuchsstätte des ganzen Reiches ja zur Zentralstättc für Europa wurde. Das dort entwickelte Verfahren zur Herstellung von Süßmost war 1938 in 49 Staaten der Welt ekügeführt. Auch die Versuchs- und Forschungsanstalten in Gei- senhcinr und Oppenheim leisten in der Bekämpfung der: Genußgifte eine positive Arbeit. Staatsrat Prof. Or. Sauerbruch ging dann auf die Wandlungen in der Behandlung volksgesundheitlicher Fragen ein, die erst heute wieder Körper und Seele als eine Einheit sehe. Das Verdienst der nationalsozialistischen Bewegung sei es, daß sie die Erkenntnisse aus der biologischen Denk- Zeder Widerstand unnütz. Ein Aufruf an die roten Milizen. B ur go s, 6. März. (Europapreß.) Radio National hat in den Abendstunden des Sonntags einen Aufruf an die im restlichen rotspanischen Teil befindlichen Milizen gerichtet, s i ch z u ergeben. Jeder Widerstand sei unnütz geworden, und der Krieg sei seit langem für Sowjetspanicn verloren. In dem Aufruf wird weiter erklärt, daß Nationalspanien den Milizsoldaten eine weitgehende Amnestie gewähren werde. Widerstand zu leisten sei verbrecherisch: er fordere nur neue Opfer Unschuldiger. Die militärischen rotspanischen Machthaber und der größte Teil der Bevölkerung wüßten dies. Nur Verbrecher versuchten noch, unnützen Widerstand zu leisten. Für diese letzteren werde die nationalspanische Gerichtsbarkeit unerbittlich sein. weise in das völkische Leben einbaute und durch Partei und Staat verwirklichen half. Unerläßlich sec das Zusammenwirken von drei Faktoren: der gefühlsmäßigen Einstellung des Volkes, daß Gesundheit das höchste Gut sei, einer politisch organisierten Gesundheitsführung und einer wirklichen Heilkunst. Das beste Ergebnis werde durch Erziehung und Schulung erzielt, falsch sei es mit moralischer Entrüstung den Kampf zu führen. Dieser Kampf richte sich nicht gegen die gesunHe Lebensfreude und die heute wiedererweckte Lebensbejahung. Mit dem Hinweis auf viele Berufe, die einen zeitweiligen oder ganzen Verzicht auf die Genußgifte erfordern und die vielen unter Alkoholwirkungen entstehenden Unfälle forderte Prof. Sauerbruch eine Einschränkung des Alkoholgenusses. Anerkannt werde, daß ein Glas Wein oder Bier ein Sorgenbrecher zu sein vermag, jedoch wird jedes lieber - maß entschieden abgelehnt. Mißbrauch und Gewöhnung führen zur Vernichtung der Persönlichkeit. Auch Nikotin, das besonders als Krankheitsförderer anzusehen ist, ist für die Gesundheit von außerordentlich schädlichen Wirkungen. „Wir wollen", so erklärte Prof. Sauerbruch, „daß der einzelne in freier Entscheidung sein Leben führt und wissen auch, daß zu gegebener Zeit ein Glas Wein oder Bier ein Sorgenbrecher aus Seelennot sein kann. Der Kampf gilt dem Mißbrauch dec Oienußmittel. Eine wirklichkeitsnahe und lebensverbundene Gesundheitsführung wird sich diese Auffassung zunutze machen. Jede über diesen Rahmen hinausgehende Forderung ist von vornherein zum Mißerfolg verurteilt. Die Folgen des Alkoholmißbrauchs — besonders im Verkehrsleben — sind bekannt. Auch das übertriebene Zigarettenrauchen richtet großen Schaden an. Die Aerzte werden mit Begeisterung den Kampf gegen diese Gesunde Lebenshaltung. Oie II. Veichstagung „Volksgesundheit und Genußgifte" in Frankfurt eröffnet. fchlossen werden. Diese Bereitschaft aber ist öffentlich von dem Madrider „Rat44 jedenfalls noch nicht erklärt worden. ♦ Ein in Gibraltar aufgefangener Rundfunk-Aufruf des neugebildeten „Nationalen Verteidigungsrats" in Madrid wendet sich an die spanischen Arbeiter und Antifaschisten und ergeht sich in scharfen Angriffen gegen die „Negierung" Ne- grin. Der Aufruf sagt: „Die Lage, in der wir uns befinden, erlaubt fein längeres Abwar- ton. Die Negrin-Regierung hat den Beweis ihrer offenfunbigen Unfähigkeit erbracht. Die Schwere der Lage zwingt uns dazu, nicht länger mehr dieser Handvoll Männer zu gehorchen, auf die niemand mehr irgendein Vertrauen setzt. Wir können es bevorrechtigten Leuten nicht gestatten, in der Stille die' Flucht vorzubereiten und ohne Schwierigkeiten ins Ausland zu gehen." Gärung im roten Kriegshafen Cartagena Nationaler Aufstandsv ersuch. Noch kein klares Bild der Lage. Bilbao, 5. März. (DNB.) Die fieberhaften Versuche der rotspanischen Machthaber, ihre allerorts wankenden Anhänger und insbesondere die erbitterte Bevölkerung des ihnen verbliebenen Reft- gebietes bei der Stange zu halten, haben insbesondere in Cartagena zu einem grenzenlosen Schreckensregiment geführt. Die Brutalität der Bolschewisten ist hier vor allem auf die große Sorge um die in Cartagena versammelte Flotte der Roten zurückzuführen, auf deren Einheiten es schon seit längerer Zeit gärt Zur Unterdrückung der Unzufriedenheit traf in der Hafenstadt der Kriegskommissar der Madrider Sowjets, T a f a 11, ein, um in Begleitung des „Generals" Bernal, des Befehlshabers der roten Marine von Cartagena, rücksichtslos jegliche Auflehnung zu unterdrücken. Zugleich berief der kommunistische Ortsausschuß für Sonntagnachmittag eine „Aufklärungs-Kundgebung". Teile der aufs höchste gereizten unglücklichen Bevölkerung widersetzten sich dieser Aktivität des Unterweltgesindels ganz offen um so mehr, als sie sich der Sympathien vieler unter das rote Kommando gepreßter Soldaten und Matrosen sicher wußten. So kam es am Sonntagvormittag zu einer 'Verzweiflungsaktion: ein H a n d ft r e i ch auf t> e n roten Sender wurde erfolgreich durchgeführt. In einem sofort durch das Mikrophon gegebenen Das besiorganisiette Volk der Welt. Reichsorganisationsleiter ör. Ley auf dem Appell der politischen Leiter Hessen-Nassaus. NSG. Seit Beginn dieses Jahres führt der Reichsorganisationsleiter der NSDAP., Dr. Ley, in ganz Deutschland Besichtigungen der Politischen Leiter durch, um dabei Uniformierung und Ausbildungsstand festzustellen. Am Sonntag weilte er nun in der Gau- yauptstadt Frankfurt a. M. Auf der großen Wiese vor dem Hauptgebäude des Sportfeldes waren im offenen Viereck einige Bereitschaften aus den Kreisen Groß-Frankfurt, Darmstadt, Offenbach, Mainz, Wiesbaden und Hanau angetreten. Nachdem Gauleiter Sprenger dem Reichsorganisationsleiter die zu Besichtigung angetretenen 2050 Politischen Leiter gemeldet hatte, schritt Dr. Ley unter dem Spiel des Musik- und Spielmannszuges den Fahnenblock ab, um dann eine eingehende Einzelbesichtigung vorzunehmen,, bei der er besonders auf die Uniformierung achtete. Anschließend sprach er zu den Politischen Leitern und führte etwa aus: Der Sinn des heutigen, wie auch jeden Appells der NSDAP, ist es, den neuen Typ des politischen Menschen herauszustellen. Ehedem sah das Volk nur mit Verachtung auf die, die feine politischen Führer waren. Damals klaffte ein tiefer Spalt zwischen den Führern politischer Parteien, dem Volk und den Soldaten. Es gehörte zum Wesen der damaligen Politiker, feige zu fein und sich hinter Mehrheitsbeschlüsse, die die eigene Verantwortung abnahmen, zu verstecken. Aus diese Politiker — gleich, auf welcher Seite sie standen — sah das Volk natürlich mit einer abgrundtiefen Verachtung herab. Allein die NSDAP, brach damit, indem sie aus ihren Männern politische Soldaten machte, die eine Uniform tragen, die eine disziplinierte Haltung verlangt. Täglich muß jeder einzelne sein Soldatentum beweisen. Der Politische Leiter ist dem Soldaten nicht nur gleich, sondern er fordert von sich noch weit mehr. Er muß mehr aushalten und darf nicht auf andere verweisen, die, während er Dienst tut, einem geruhsamen bürgerlichen Leben nachgehen. Wenn ihn die Partei in ihren Dienst einspannt und exerziert, dann kann er gewiß sein, daß ihm das nicht nur nicht schadet, sondern ihm nützt und ihn gesund erhält. So wie hier die Politischen Leiter angetreten sind, stehen sie in allen Gauen. Männer aus der breiten Masse des Volkes, durch die die Partei in dem Volk verwurzelt ist. Eine solche große Gemeinschaft ohne Reichsorganisationsleiter Dr Ley schreitet die Front der Politischen Leiter ab. (Aufnahme: Schwarz, NSG.) Berufs- oder Standesunterschiede gibt es nirgends mehr auf der Welt. Durch diese Gemeinschaft fühlen wir jede Regung des Volkes und kennen die Gefühle der Masse Der Partei entgeht keiner von den 80 Millionen unseres Volkes! Sie zieht die besten und kraftvollsten an, und durch diese Partei sind wir das be st organisierte Volk der Erde. Hinter unseren Soldaten steht das 80-Millionen-Volk gestaffelt und unterteilt in Blocks und Zellen, in Scharen und Trupps. Jeder ist erfaßt. Wir müssen aber immer noch weiter an uns arbeiten. Die Hoheitsträger sind mir verantwortlich für das Auftreten und das Bild. Ihre Aufgabe ist es, die Führerschaft personell, organisatorisch und disziplinär in Ordnung zu halten. Dr, Ley gab bekannt, daß der Führer jetzt eine neue Uniform genehmigt habe. In dnjer Uniform, die sich im wesentlichen an die alte anlehnt, sollen die Politischen Leiter noch schöner und besser aussehen. Besonders ist dabei an die untersten Hoheitsträger, die Blocks- und Zellenleiter, gedacht, die durch diese Uniform ein Aeguivalent für ihre Mühe und Arbeit erhalten sollen. Der Reichsorganisations- leiter schloß: „Ich will auf dem Reichsparteitag, der jährlichen großen Schau aller Gliederungen, ein Politisches Leiterkorps vorstellen, das keiner anderen Organisation der Partei in Kämpfertum und Auftreten nachsteht. Nachdem der Reichsorganisationsleiter geendet hatte, stellte ihm Gauleiter Sprenger die Gauamts, [eiter und Kreisleiter des Gaues Hessen-Nassau vor« worauf ein Vorbeimarsch sich aMloß. Auswüchse unterstützen, und die Hochschullehrer werden sich der Heranbildung einer Aerzteschaft widmen, die mit offenen Augen und warmem Herzen diese große Aufgabe versteht." ZleichsorganisationSleiter Dr. Ley begann seine Rede mit der grundlegenden Feststellung, daß die neue Lebensauffassung den Einzelmenschen zu Gunsten der Gemeinschaft überwunden habe. Durch die Kraft unserer Idee erleben wir heute unsere Volkwerdung, die auf Volk und Rasse aufbaut. Der Sinn aller Lebewesen ist, nicht aufzuhören, wenn der Tod kommt, sondern ewig zu leben. Der Einzelmensch hat Angst vor dem Tod, wer aber in der Gemeinschaft wurzelt, kennt diesen Schrecken nicht. Wir wollen in unserem Kampf gegen die Genußgifte nichtdie Lebensfreude treffen, sondern entscheidend ist die Fragestellung, ob wir unsere Aufgabe erfüllen können oder nicht. Wo die Erfüllung unserer Aufgabe unter dem Einfluß von Alkohol und Nikotin nur um ein Jota leidet, müssen wir Alkohol und Nikotin l a s s e n. Ich glaube nicht, daß eine Mäßigung hilft, sondern ich halte es mit dem alten nationalsozialistischen Grundsatz: radikal oder gar nicht! Allein die Folgen einer durchzechten Nackt sind der Beweis dafür, daß der Alkoholgenuß falsch war. Außerdem ist es auf das höchste unmännlich, sich so zu benehmen. Deutschlands Lage ist so schwer, daß wir es uns nicht leisten können, die Arbeitskraft unserer Menschen aufs Spiel zu setzen. Wenn es uns nicht gelingt, unsere Bevölkerungs- zahlmitdemBoden in Einklang zu bringen, wird der Marxismus wieder erstehen. Auch ist die letzte große Entscheidung in der Judenfrage noch nicht ausgetragen. Wenn wir aber diese Fragen lösen wollen, müssen wir u n s e r l e tz - t e s h e r g e b e n. In diesem Augenblick ist die Frage des Alkoholgenusses nicht mehr eine private Angelegenheit. Eine marschierende Kompanie Nüchterner kann keinen Betrunkenen unter sich dulden! Der Führer, der alles verzeiht, haßt nichts mehr als trunkene Menschen! Die Gemeinschaft, unser Volk, kann es einfach nicht dulden, daß hier wertvollste menschliche Kraft geschädigt und vernichtet wird. Der Kampf gegen diese Genußgifte fängt heute an. Wir haben erkannt, daß nur das Volk den Platz an der Sonne gewinnt, das diese Rauschgifte aus seiner Mitte bannt. Es geht uns nicht darum, das Leben zu verlängern, sondern uns b i s indashöcksteAlter arbeitsfähig zu erhalten. Jede Arbeit, die wir beginnen, braucht Zeit zu ihrer Vollendung. Deshalb müssen wir uns bis in das höchste Alter gesund und arbeitsfähig erhalten. Die Entsagung kommt aus unserem Ideal! An ihr entscheidet sich, welche Lehre die bessere ist. Dr. Ley erhob dabei eine scharfe Anklage geg.a die frühere Gesellschaft, die auf diese Weise in Korporationen und Kasinos bewußt das Mannestum vernichtet habe. Mit der ganzen ihr eigenen verlogenen Doppelmoral habe sie aber über den Arbeiter, der einmal etwas über den Durst getrunken hatte, abfällig geurteilt. Die gleiche Schuld treffe auch die Kirche. Sie habe hier eine Möglichkeit, einmal Sonntag für Sonntag von der Erbsünde der Rauschgifte zu predigen. Reichsleiter Dr. Ley betonte dann, daß eine Erneuerung von der Führerschaft der Partei und Staates Herkommen müsse. Eine nicht zu unterschätzende Aufgabe komme dabei der positiven Arbeit zu, die einen vollwertigen Ersatz für die Genuß- qifte schaffen müsse. Dr. Ley schloß mit dem Hinweis, daß der Führer der größte Vorkämpf e r auf diesem Gebiet sei. Er habe die Gefahr und die Schäden, die aus diesen Giften erwachsen, schon lange erkannt. Der Wille des Führers sei unser oberstes Gesetz. An alle ergebe deshalb der Ruf, mitzukämpfen, daß Deutschland von diesen Giften befreit wird. Die grundlegenden, in ihren Argumenten und ihrem Vortrag mitreißenden Ausführungen von Reichsleiter Dr. Ley wurden von der Versammlung mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Sie gaben einen großartigen Auftakt für die Reichstagung und ihre sich darauf ergebenden Folgerungen. E. K. Oer Raffengedanke, die tragende Idee unserer Zeit. Eröffnung der Wanderausstellung des Massenpolitischen Amts in Darmstadt. NSG. Im Saalbau in Darmstadt hatten sich zur Eröffnung der Ausstellung des Rassenpolitischen Amtes zahlreiche Ehrengäste versammelt. Gauamtsleiter Professor Dr. Kranz gab in großen Zügen die Gesichtspunkte der Ausstellung bekannt, die in volkstümlicher Darstellung zeigen soll, daß der augenblicklichen bevölkerungspolitischen Situation gegenüber kein bürgerlicher Optimismus aber auch kein pessimistischer Fatalismus gerecht wird. Die Ausstellung bemüht sich dann weiter mit Werken heimischer Künstler ein Bild der rassischen Schönheit zu geben. Reichshauptamtsleiter Dr. Groß, der Leiter des Massenpolitischen Amtes bei der Reichsleitung der NSDAP., ging davon aus, wie mit der nationalsozialistischen Machtergreifung durch die rassen- und bevölkerungspolitischen Grundlagen völlig neue Werte eingeführt wurden. Wesentlich ist, zu erkennen, daß der gesamte große geistige Umbruch unserer Tage um den Rassengedanken als die tragende Idee kreist. Er ist die einzige reale Grundlage aller Politik, denn die lebendige Substanz des Volkes ist allein für die kulturellen und politischen Leistungen eines Volkes maßgebend. Es ist immer mehr notwendig, aus der rassenpolitischen Idee zur tatsächlichen Umformung des Lebens zu kommen. Wir sehen dabei nicht das Individuum sondern die Kette der Geschlechter und die Fragestellung heißt immer, was braucht das Individuum, um über sich hinaus zu leben. Die ersten Maßnahmen galten der Sicherung der Substanz. Wenn die Schrumpfung des Volkes auch eingedämmt wurde, so ist es doch noch ein weiter Weg bis zum wachsenden Volk. Viele unserer heutigen Maßnahmen werden, wenn der uns von einer ganzen Welt aufgezwungene harte Daseinskampf beendet ist, geändert, um die Substanz unseres Volkes noch besser zu sichern. Bei einem Sieg der Rassenlehre werde die Internationale, welche Gestalt sie auch trage, ausgespielt haben. Der stellvertretende Gauleiter Linder ging auf die Notwendigkeit der positiven Rassen- und Bevölkerungspolitik ein und unterstrich die Bedeutung einer weiteren Aufklärung und Erziehung, der auch diese vorbildliche Ausstellung diene. Mer MrlschaDprogramm ist der gesunde Menschenverstand. Reichspropagandaminister Or. Goebbels eröffnet die Leipziger Frühjahrsmesse. betrugen, betragen sie im Jahre 1938 174 Millionen Reichsmark. Es ist das ein Beweis mehr gegen die auch hier und da noch im eigenen Lande von besserwifsenden Intellektuellen oder Kathedertheoretikern gegen unsere wirtschaftspolitischen Grundsätze erhobenen Einwande. Was haben diese Kritikaster im Ernst gegen unsere Erfolge aufzuweisen? Sie verfechten t h e o re- tische Programme, die in keiner Weise me Gewähr ihrer praktischen Durchführbarkeit bieten. Der Nationalsozialismus dagegen,hat ein Programm des gesunden Menschenverstandes verfolgt und damit Leistungen erzielt, wie sie vor 6 Jahren noch für unmöglich und utopisch gehalten wurden. Es muß auch gewarnt werden, etwa die Güte, Brauchbarkeit und Zweckmäßigkeit der neuen deutschen Werkstoffe anzuzweifeln. Es handelt sich hier keineswegs um Ersatz. Es sind nicht nur gleichwertige, sondern meistenteils viel leistungsfähigere Güter aus neuen Stoffen hergestellt worden. Wir erinnern nur an das deutsche Kunstharz, an deutsches Aluminium, an die Magnesiumlegierungen, an Zellstoff und dergleichen. Alles das sind in der ganzen Welt bewunderte Leistungen der deutschen Technik und Erfindungskunst. Das drängendste Problem der deutschen Wirtschaftsführung ist der ständig zunehmende Menschenmangel, der sich überall bemerkbar macht. Er erfordert eine großzügige Ratio na lisierung des gesamten deutschen wirtschaftsprozesses. Sie wird mit nationalsozialistischer Gründlichkeit durchgeführt. Wenn man gewissen ausländischen Stimmer Glauben schenken wollte, dann befände sich Deutschland augenblicklich in einer seiner schwersten Wirtschatts- krisen. Davon kann in Wahrheit überhaupt keine Rede sein. Das deutsche Wirtschaftsleben hat einen Aufschwung ohnegleichen genommen. Wenn wir uns dabei auch mit großen Schwierigkeiten auf wirtschaftlichem Gebiet auseinandersetzen müssen, so liegt das an der anderen Völkern gegenüber fast hoffnungslos erscheinenden geographischen und raumpolitischen Lage, in der das deutsche Volk sich befindet. Aber wir haben die sichere Gewißheit, das es deutschem Fleiß und deutscher Genialität immer wieder gelingen wird, alle neu auftauchenden Probleme zu lösen. Und zwar werden sie, wie das seit jeher bei uns Sitte war, mit n a t i o n a l s o z i a l i st i s ch e r Tatkraft und Festigkeit gelöst. Dafür bürgt uns der Name und das Programm des Führers. Er hat auch der deutschen Wirtschaft die antreibenden und entscheidenden Impulse gegeben. Au sseiner genialen Konzeption heraus entsprang die wirtschaftliche Blüte unserer deutschen Gegenwart. umrissen werden: Die Lebensnolwendig- feilen der Völker sind wichtiger als widernatürliche und unzeitgemäße Wirtschaftsideologien. Europa ist mit theoretischen Programmen nicht mehr zu helfen. Eine g e - sunde und organische Praxis muß ihre ruinöse Wirksamkeit ersehen. Unser wirtschaftliches Programm ist deshalb der gesunde Menschenverstand. Deutschland muß leben und wird leben. Es sind deshalb auch alle internationalen Ab- p errungen gegen einen gesunden Leistungs- mstausch mit Deutschland sinnlos, um nicht zu agen politisch verbrecherisch. Denn was sollen wir Deutschen denn überhaupt anders tun, wenn wir leben wollen? Wir besitzen noch keine Kolonien, aus denen wir unseren Rohstoffbedarf decken können. Auch unser Raum ist nicht weit genug, um die Ernährung unseres Volkes sicherzustellen. Den Export sucht man uns in der übrigen Welt nach Möglichkeit abzuschneiden. Will man also Deutschland den guten Rat geben, in Ehren zu verhungern, und glaubt man im Ernst, daß ein Volk von 80 Millionen sich schließlich damit abfinden wird, daß seine Basis zum Leben und zum Wirtschaften eben zu eng ist und nicht ausreicht, um ihm sein tägliches Brot zu geben? Das muß die Welt einsehen. Deutschland hat einen Ueberfluß an hochwertigen i n d u st r i e l l e n Erzeugnissen. Sie verdanken ihre Entstehung dem deutschen Fleiß und der in der ganzen Welt bekannten und berühmten deutschen Erfindungsgabe. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß einige andere Völker in Europa schon deshalb nicht die Möglichkeit hätten, unter gleichen Bedingungen wie das deutsche zu leben, weil ihnen einfach nicht genügend Intelligenz und Organisationstalent dafür zur Verfügung stände. Es ergibt sich für uns nicht nur die Notwendigkeit des Exports, sondern auch der unerbittlichen Ent sch lasse n- heit zur Steigerung der deutschen Warenausfuhr. Denn Deutschland muß 140 Bewohner auf einem Quadratkilometer im eigenen Lande ernähren. Andere Länder, die in dieser Beziehung viel glücklicher daran sind und sich deshalb auch den Luxus einer demokratischen Staatsführung leisten können, zählen bis zu 12 und 13 Millionen Arbeitslose. In Deutschland ist demgegenüber ein ständig steigender A r b e i t e r m a n g e l festzustellen. Wie also würden wir erst solche Länder zur Blüte bringen, die heute von der Unfähigkeit der Demokratie verwüstet werden? Die Leipziger Messe übertrifft alle gleichartigen Veranstaltungen der Erde an Umfang, Vielseitigkeit und Qualität. Sie ist ein Treffpunkt der Kaufleute aus allen Ländern und sie beweist schon damit, daß das uns vielfach nachgesagte Bestreben nach einer rein autarkischen Wirtschaftsführung in das Reich der Fabel gehört. Soweit Deutschland sich wirtschaftlich autarkisch einstellt, ist es durch die Beengtheit seiner Lage und durch die drängende Lebensnotwendigkeit des deutschen Volkes dazu gezwungen. Im übrigen aber versucht die deutsche Wirtschaft, die okonömischen Probleme mit einer Weltoffenheit ohnegleichen zu lösen. Die Leipziger Messe bietet daher ein großartiges Betätigungsfeld. Hier werden Geschäftsverbindungen und Geschäftsabschlüsse leicht gemacht, und daraus auch ist es zu erklären, daß der Aufschwung der Leipziger Messe in den vergangenen Jahre ein geradezu frappierender ist. Im Jahre 1914 zählte die Leipziger Messe 4243 Aussteller und 20 000 geschäftliche Besucher, im Jahre 1938 zählte sie 9512 Aussteller mit zirka 300 000 Besuchern. In diesem Jahre zählt sie 9800 Aussteller aus 28 Ländern und aus 70 Ländern Anmeldungen von Einkäufern. Während die Umsätze im Jahre 1934 rund 150 Millionen RM. betrugen, betragen sie im Jahre 1938 543 Millionen RM., und während die ausländischen Aufträge im Jahre 1934 37 Millionen RM. Verheißungsvoller Slarl. Schon am ersten Tage großer Besuch und zahlreiche Aufträge. L e i p z i g, ö. März. (DNB.) Mit einem Festakt im Gewandhaus wurde die Leipziger Frühjahrsmesse eröffnet. Nach der Begrüßungsansprache des Vizepräsidenten des Leipziger Meßamts erinnerte Reichspropagandaminister Dr. Goebbels in feiner Rede daran, daß die Wirtschaft so unpolitisch sie sich im einzelnen auch geben und entwickeln mag, trotzdem imengstenKontaktmit der Politik steht und stehen muß, daß Wirtschaft und Macht zwei Dinge sind, die sich im Leben eines Volkes zu ergänzen haben, wenn anders nicht mit dem Verlust der Macht auch die Freiheit und die Entwicklungsfähigkeit der Wirtschaft auf- gegeben und verloren werden soll. Für Deutschland sind diese Ueberkgungen um so zwingender, als sich ja bekanntlich das deutsche Volk ökonomisch in einer Situation befindet, die beengter ist als die oller anderen europäischen Völker. Wir sind kaum noch in der Lage, das deutsche Volk mit den notwendigen Nahrungs-, Lebens- und Genußmitteln zu seinem täglichen Gebrauch zu versorgen. Und zwar liegt das nicht daran, daß wir dafür nicht genügend Fleiß, Intelligenz und Betriebsamkeit aufwendeten, sondern es liegt ausschließlich daran, daß das deutsche Volk bei der Verteilung der Schätze und Güter dieser Erde zu kurz gekommen ist. Es gehört zu den sogenannten Habenichtsen. Deshalb hat sich die deutsche Staatsführung auch gezwungen gesehen, unpopuläre Maßnahmen zu treffen, dje vielfach von der Oeffent- lichkeit nicht verstanden wurden, die aber um so notwendiger waren, je schwieriger die Situation war, in der Deutschland sich, wirtschaftlich gesehen, befand. Es ist vom Standpunkt der westlichen Demokratien aus außerordentlich einfach, an diesen Maßnahmen hämisch und überlegen Kritik zu üben. Wenn beispielsweise die englische Oeffentlichkeit an den wirtschaftlichen Maßnahmen in Deutschland i’erumnörgelt, so können wir Deutschen demgegenüber mit gutem Gewissen sagen: Die Engländer Riaben gut lachen. Sie besitzen ein Weltreich non so st unübersehbaren Ausmaßen. Sie verfügen über Rohstoffe, Gold- und Devisenvorräte in unbeschränktem Umfange, denn England ist bekanntlich bei der Verteilung der Welt nicht zu kurz gekommen. Die englische Oeffenttichkeil täte also gut daran, über dieses offenbare Mißverhältnis in den vesihrechten zwischen Deutschland und England nicht höhnisch zu lächeln ober gar unsere Methoden, dieses Mißverhältnis durch deutschen Fleiß und durch deutsche Unternehmungslust auf ein erträgliches Maß zurückzuführen, zu bekritteln, fonbem im Gegenteil solche Versuche auf bas roärmfte z u unter stützen, weil sie besonders geeignet erscheinen, die ohnehin ständig zunehmenden Spannungsstoffe in Europa herabzumindern und langsam und allmählich zu beseitigen. Auch kritischen Stimmen im eigenen Lande gegenüber müssen wir Nationalsozialisten immer wieder daraus vera>eisen, daß wir an diesem beklagenswerten Zu stand keinerlei Schuld tragen. Denn nicht w i r Nationalsozialisten haben den Krieg unter ungünstigen Voraussetzungen über uns hereinbrechen lassen, ihn politisch denkbar schlecht geführt und verloren, nicht wir haben den Versailler Vertrag, den Dawesplan und den Poung- rertraq unterschrieben, nicht mir haben von 1918 bis 1933 eine Politik betrieben, die zum vollkommenen Ruin unseres wirtschaftlichen und finanziellen Lebens führen mußte und praktisch auch geführt hat. Wir haben nur die weniger populäre Aufgabe, diesen Zustand zu überwinden. Wir unterziehen uns dieser Ausgabe mit höchster politischer Leidenschaft, mit fanatischem Fleiß und mit einem nationalen Pflichtbewußtfein ohnegleichen. Wir haben also alle Veranlassung, auf unsere Leistungen auf wirtschaftlichem Gebiet, sie mögen in dieser oder jener Hinsicht auch noch nicht voll befriedigend fein, stolz zu fein und das deutsche Volk immer erneut Lufzurufen und zu ermahnen, uns dabei zu helfen, die ständig neu austauchenden Schwierigkeiten zu überwinden. Der deutsche Standpunkt den gesamten Fragen unserer nationalen und internationalen IBitf- sHaft gegenüber kann etwa folgendermaßen Leipzig, 5. März. (DNB.) Bei strahlendem Sonnenwetter hat die Leipziger Frühjahrsmesse am Sonntag einen guten Start verzeichnen können. Wohl selten hat die Messe einen derartigen Besuch gehabt wie diesmal. Der Verkehr in den Messepalästen der Innenstadt nahm in einzelnen Häusern, z. B. auf der Tertil- und Bekleidungsmesse, einen noch nie dagewesenen Umfang an. Die Ständeinhaber und ihre Gefolgschaften konnten sofort Aufträge hereinnehmen. Es scheint, daß die Nachfrage am Binnenmarkt sehr lebhaft ist, verstärkt durch die Kundschaft aus dem Sudetenland und der Ostmark. Sicherlich sprach auch das Ausland vor, doch galten die ersten Besuche mehr Jnformationszwecken. Die Messe bringt weniger Neuheiten als sonst, was im Zuge der allgemeinen Normung und Typisierung liegt, läßt dafür aber in der Güte der her- gestellten Muster wesentliche Fortschritte erkennen. Die Verwendung der deutschen Austausch- und Rohstoffe hat sich überall eingebürgert, so daß, was im vorigen Jahre noch als tastender Versuch erschien, heute als Spitzenleistung Dorliegt. Eine gute Aufklärungsarbeit über den Werkstoffdienst liefert die Wirtschaftsgrupie Ein - und Ausfuhrhandel, die im Messehaus „Drei Könige" unter Beteiligung von 20 Branchen eine interessante Sonderschau aufgezogen hat, die erkennen läßt, wie überall durch richtigen Einsatz von deutschen Werkstoffen große Deoisenersparnisse erzielt werden können. Aus der Schmuckwarenmesse sprachen die neuen Modelle in Broschen, Schmucknadeln, Armreifen und Armbändern gut an. Auch die Messe in kleinen Lederwaren sowie in Aktentaschen und Reiseartikeln bringt manche Ueberraschungen. Wie immer finden Spielwa - ren Beachtung. Neben dem Volkswagen en Miniatur e sind es Soldatenspiele aller Art und Puppenkollektionen, die besonderes Interesse erwecken. Gute Anregung vermittelt dann noch die Messe mit Werbemitteln, Packungen und Verpackungen. Wie auf der Mustermesse, so war auch der Betrieb aus der technischen Messe groß. Wieder ist es die Werkzeugmaschinenhalle, die den tiefsten Eindruck aus die Besucher hinter- häßt. In ihr treten, die dringlichsten wirtschaftlichen Forderungen auf ßeiftungsfteiaerung und Rationalisierung besonders in den Doroergrund. Ein Rund- gang durch die Textilmaschinenhalle führt zu der Ueberzeugung, daß der Siegeszug der Zellwolle nicht aufzuhalten ist. Auch die Büromaschinen haben ihren „Schlager". Es ist eine leichte, sehr flache Kleinschreibmaschine, die sich bequem in d e r Aktentasche unterbringen läßt und nur etwa sieben Zentimeter hoch ist. Eine derartige Konstruktion ist nur durch Verwendung eines Preßstoffrahmens und Kunstharzteilen möglich geworden. Ein getreues Abbild des Aufsc^vunges der Bauwirtschaft und unserer Bautechnik ist die Baurn e s s e mit etwa 300 Ausstellern. Das Angebot von bisher unbenützten oder neuartigen Baustoffen entspricht dem gesteigerten Bedarf auf diesem Gebiete. Weiter ausgebaut sind die von verschiedenen Fachgruppen veranstalteten Kollektioschauen, die nicht unmittelbar dem Verkauf dienen, sondern in Verwertung wissenschaftlicher Erkenntnisse und praktischer Erfahrungen zum Verständnis für die volkswirtschaftlichste, zweckmäßigste Verwendung und die technisch beste Ausnutzung unserer Baustoffe werben. Nicht unerwähnt soll die diesmal um das Doppelte vergrößerte Kolonialmesse bleiben, die mit einer lückenlosen Uebersicht von allen dieses Gebiet interessierenden Dingen die Messebesucher über die Erfordernisse einer kolonialen Betätigung aufklärt. Obferfaat für eine neue Zukunft. Das Sudetenland gedachte der Toten des 4. März ISIS. Am 4. März 1919 fielen unter tschechischem Maschi- n .igewehrenfeuer 54 s u d e t e n d e u t s ch e Männer, Frauen und Kinder, die friedlich für ihre Freiheit demonstrierten, lieber 100 Schwerverletzte wurden in die Spitäler gebracht. An jenem 4. März trat in Wien die österreichische Nationalver- ammlung zusammen und erklärte das Land Oesterreich zu einem Bestandteil des Deutschen Reiches. Den Sudetendeutschen aber war die Teilnahme an der österreichischen Nationalversammlung verboten, deutsches Land trotz des versprochenen Selbstbestimmungsrechts der Völker militärisch besetzt worden. Darauf antwortete das Volk in Deutschböhmen verbittert und empört mit machtvollen Kundgebungen. Tschechische Maschinengewehrsalven warfen die Deutschen zu Boden. Zum erstenmal dürfen die Sudetendeutschen ihren Toten des 4. März 1919 eine Feierstunde gestalten, an der alle Volksgenossen teilnehmen. Im Mittelpunkt dieser Weihestunde des ganzen deutschen Volkes steht das nordböhmische Städtchen K a a d e n, wo am 4. März 1919 25 deutsche Menschen für Recht und Freiheit ihr Leben lassen mußten. Schweigend füllten Zehntausende den weiten Marktplatz. Gegenüber der Ehrentribüne, auf der die zahlreichen Ehrengäste und die Anverwandten der Gefallenen des 4. März Platz genommen hatten, stand eine Abteilung der Wehrmacht. Hinter ihr die Formationen der Bewegung. Um 22.30 Uhr erklangen die Glocken der Alten Kirche. Gauleiter Konrad Henlein schritt die Front der Formationen ab und begab sich auf die Tribüne. Durch die Totenmusik von Stögbauer wurde die Totenfeier eingeleitet. Gaupropagandaleiter H ö l - l e r verlas dann den Aufruf der deutsch-böhmischen Landesregierung zum 4. März 1919 und die Orte der Kundgebungen, und die Hitler-Jugend antwortete mit der Zahl der Opfer, die am 4. März gefallen waren, und legte die gleiche Anzahl Fackeln vor dem Ehrenmal gegenüber der Tribüne nieder. Nach dem Liede „Wir heben unsere Hände" sprach Gauleiter Henlein. Wir haben, so sagte er, euch, ihr Toten, vor 20 Jahren zu Grabe getragen. Wir ahnten damals, daß euer Tod den Beginn eines Opfer- ganges blutig kennzeichnete, der dem Sudetendeutschtum vom Schicksal vorgezeichnet war. Es ist eine ewige und heilige Pflicht der Lebenden eines Volkes, in Dankbarkeit und Ehrfurcht der Toten zu gedenken, die als Zeugen für den Freiheit s w i 11 e n als Opferfaat für eine neue Zukunft gefallen find. Es gesckieht nichts Großes in der Welt, das nicht durch Kampf und Opfer errungen wird. Die Toten des 4. März fanden uns durch zwei Jahrzehnte im Kampfe zur Seite. Wo sich Müdigkeit und Verzagtheit einschleichen wollte, mahnten sie durch ihr Opfer, das nicht umsonst fein durfte. Viele sind seither noch für unser Recht und unsere Freiheit gefallen. Alle Blutopfer des 20jäh- rigen Freiheitskampfes treten zu euch in eure Reihen, ihres Opfer wird mit uns das ganze deutsche Volk alljährlich am Tage feiner Helden gedenken: Denn wer für Deutschland fiel, lebt ewig im deutschen Volke. Deutsche Helvengedenkfeier in London. L o n b o n , 6. März. (DNB.) Der deutsche Kolonie in London beging den Heldengedenktag mit einer Feier an den in Potters Bar im Norden Londons liegenden Grabern der Zeppelin-Gefallenen. Zu der Feier hatte sich die gesamte deutsche Kolonie eingefunden, an ihrer Spitze der Landesgruppenleiter Karlowa. An den Gräbern hatte eine Abteilung der NSKOV. mit ihrer Fahne Aufstellung genommen. Die britische Frontkämpferoereinigung British Legion hatte 10 Standarten und eine Abordnung entsandt. Der deutsche Pfarrer Schönberger hielt den Gottesdienst für die Gefallenen ab. Danach legte der deutsche Geschäftsträger in London, Dr. Korbt, einen Kranz nieder. Weitere Kränze wurden im Namen der deutschen und englischen Frontkämpfervereinigungen nieder- gelegt. Oie Krönung Papst Pius XU. Maglione Kardinalstaatssetretär. Rom, 4. März. Die Krönung des neuen Papstes am 12. März wird voraussichtlich nicht innerhalb der Peterskirche stattfinden, wie es bisher üblich war, sondern auf ihrer äußern Loggia, von wo aus Pius XII. auch am Tag seiner Erwählung \ ,\ Ä M MM 1--16 M 5 ' >: . Pacelli Pius XII. — (Scherl-Bilderdienst-M.) dem Volk den ersten Segen erteilte. Damit soll allen die Teilnahme ermöglicht werden, während dies bisher nur einem beschränkten Kreis von Eingeladenen vergönnt war. Die italienische Presse nimmt gegen die Auslegung gewisser Londoner und Pariser Blätter Stellung, die sich bemühen, die Thronerhebung Pius XII. als einen Sieg der Demokratien hinzustellen. An vielen Beispielen wird gezeigt, wie oft gerade die Päpste sich gegen den Demoliberalismus, der von der französischen Revolution an der Hauptfeind der katholischen Kirche gewesen ist, erklärt haben und wie töricht dieses Unternehmen erscheint, da der Papst selber in seiner ersten Ansprache von dem Frieden mit Gerechtigkeit gesprochen und als Wahlspruch für sein Wappen das Wort Opus justitiae pax (Der Gerechtigkeit Werk ist der Friede) gewählt habe. Eine andere bemerkenswerte Aeußerung sind die Antworten, die Pius XII. dem König und Kaiser und Mussolini für ihre Glückwunschtelegramme zukommen ließ, und in denen er von „unserer so sehr g e - . ■ Kardinal-Staatssekretär Maglioni. (Scherl-M.) liebten italienischen Nation" spricht, der er zuerst unter allen seinen apostolischen Segen übermittle. Mussolini hatte telegraphiert: ,/Düs italienische Volk nimmt teil an dem Jubel der katholischen Welt über die glückverheißende Wahl Eurer Heiligkeit zum Papste'. Ich bitte Eure Heiligkeit, den ehrerbietigen Gruß der faschistischen Regierung und meinen eigenen entgegenzunehmen." Die Ernennung des Kardinals Maglione zum Staatssekretär ist noch nicht amtlich bestätigt. Kardinal Maglione wurde 1877 in der Nähe von Neapel geboren. Kurz vor dem Ende des Weltkrieges sandte Benedikt XV. ihn als päpstlichen Internuntius nach Bern, wo Maglione anfangs in Sonderfriedensverhandlungen verwickelt war und nach Versailles die wichtige Funktion eines päpstlichen Gesandten beim Völkerbund ausübte. Im Mai 1926 wurde ihm die Nuntiatur in Paris übertragen, die er bis zu seiner Ernennung zum Kardinal Ende Dezember 1935 innehatte. Maglione hat damals den Grund für die engen Beziehungen der Kurie zum Quai d'Orsay gelegt und.ist vom Präsidenten der Republik mit dem Großkreuz der Ehrenlegion ausgezeichnet worden. Das Konsularkorps bei Gauleiter und Reichsstaithalter Sprenger. NSG. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger empfing in Darmstadt die im Rhein-Maingebiet tätigen ausländischen Konsule. Der Einladung waren der italienische Konsul Marchese a Ferrante di Ruffano, der französische Konsul Jean Bourdulette, der Konsul Tanger — Stadt an zwei Weltmeeren. Wechselstube unter Palmen. - Erlebnisse in der internationalen Zone. Im Golf von Biskaya fing es an. Auf einmal hatten sich alle Fahrgäste mit dicken Feldstechern bewaffnet und hielten nach verdächtigen Schiffen Ausschau. Natürlich blieb alles friedlich und still. Kein Abenteuer würzte die Fahrt. Allenfalls ein paar harmlose Fischkutter wiegten sich in der öligen Dünung. Die spanische Küste kam gar nicht in Sicht, und man konnte sich schwerlich vorstellen, daß in dieser verträumten Umgebung jemals Kanonendonner hallte. Erst vor Gibraltar wurde es lebhaft. Aus allen Kompaßrichtungen strömten hier auf einmal Frachtdampfer und Ozeanriesen herbei. Argwöhnisch wird jedes fremde Schiff gemustert. Aus dem Frieden des Weltmeeres gleiten wir in eine Zone der Spannung und der Nervosität. Viele Frachtdampfer haben ihre Nationalfarben auf die Bordwände gemalt, um sich als friedliche Handelsfahrzeuge erkenntlich zu machen. Niemandsland Auch auf der Reede von Tanger liegen ständig einige Kriegsschiffe unter Dampf. Als die Anker unseres Dampfers in die Tiefe poltern, rattert eine Barkasse mit Vertretern der Hafenbehörde heran. Schnell ist die Untersuchung beendet. Was uns am meisten auffällt: Am Heck des Motorbootes flattert die arabische Flagge. Denn Tanger ist internationales Gebiet, ein „Niemandsland", das mit begehrlichen Blicken betrachtet wird. Doch weil der Bewerber zu viele sind und kein Staat dem andern das Kleinod gönnt, erfreut sich der Sultan weiterer Macht. Es ist nicht so einfach, sich in diesem Wirrwarr von Sprachen und Nationen zurechtzufinden. Wir wollten ein paar Ansichtskarten nach Hause schicken und standen nun vor der schwierigen Wahl: gehen wir auf die englische Post, an den Briefmarkenschalter des Sultans, der unter französischer Verwaltung steht, oder zu den Spaniern? Doch abgesehen von solchen modernen Eindrücken hat Tanger noch viel Altertümliches zu bieten. Zwischen den verschwiegenen Gäßchen und schlanken Minaretten der Moscheen leben in.der Mehrzahl noch strenggläubige Mohammedaner, die ihre wallenden Burnusse und Schleier keineswegs für die Photoapparate reicher Globetrotter zur Schau tragen. Ja, im ganzen dunklen Kontinent gibt es kaum eine Stadt, die so märchenhaft bunt, fremdartig und grausam im Wechsel zwischen Armut und Luxus ist wie die heiß umworbene, von politischen Intrigen umgarnte Zone von Tanger. Hier ist noch unverfälschter Orient, hier scheitert oft alles fieberhafte europäische Hasten am stoischen Gleichmut mohammedanischer Lebensart. Daran ändern auch die modernen Hochhäuser nicht viel: — Tanger ist eine orientalische Stadt. „Glauben Sie kein Wort!"" Der Fremde, der zum ersten Male die schmalen Gassen betritt, tut gut, einen arabischen Führer zu nehmen. So bleibt er vom üblichen Ansturm der vielen Händler und Hafenhaie verschont. Wir haben kaum den Landungssteg betreten, da drängt sich uns ein Junge auf, der unverkennbar aus dem Judenviertel stammt. Als wir nach seinem Führerausweis fragen, seufzt er mit verdrehten Augen: „Viel heiß, Sahib, viel heiß? Man kann so schwere Papiere nicht tragen in furchtbare Hitze!" Dafür zieht er einen Haufen fremdsprachiger Empfehlungsschreiben hervor, darunter auch ein deutsches Schriftstück. Irgendein Spaßvogel hatte sich für die schlechten Dienste gerächt und schrieb: „Glauben Sie diesem Burschen kein Wort. Er wird Sie schändlich übers Ohr hauen und zum Schluß mit Ihrer Kamera verschwinden. Er ist ein ausgekochter Gauner!" Schmunzelnd reichen wir die Empfehlung zurück und nehmen einen arabischen Führer. Im Gassenlabyrinth der Araberstadt begegnen uns fast keine Europäer. Wir blicken verstohlen in den Hof eines großen marokkanischen Rasthauses. Da hocken weißbärtige Wüstenscheichs auf bunten Matten und rauchen „Haschisch", das betörende Rauschgift der Wüste. Schwatzende Händler breiten kunstvoll gewebte Teppiche aus, und ein greiser Märchenerzähler aus Tausendundeiner Nacht findet immer noch dankbare Zuhörer. Seit Urzeiten hat sich hier nicht viel geändert. Auf Schritt und Tritt merkt man, daß Tanger internationale Zone ist. Man kauft eine Zeitung, bezahlt mit einem halben Dollar und erhält französische Franken zurück. Es sind verschiedene Geldsorten im Umlauf. Selbst der einfachste Wüstensohn, der auf dem Markt mit Wassermelonen handelt, ist ein gewiegter Börsenfachmann, der alle Kurse im Kopfe hat. An jeder Straßenecke gibt es Wechselstuben. Dazu gehört in Tanger nicht viel. Eine Seifenkiste dient als Zahltisch, die Kurstabelle wird an die nächste Palme gehängt, und das ganze Bankkapital besteht aus einem Sack voll Münzen. Hier tauschen die Marktweiber, die über die Grenze zurück wollen, ihren Kupferreichtum in französische Währung um. Natürlich gibt es in Tanger auch ein mondänes Europäerviertel mit Kaufhäusern, Vergnügungsstätten und palmenumsäumten Prachtstraßen. Alles wirkt recht nüchtern — auch das Verwaltungsgebäude. Innen geht es um so aufregender zu. Die Vertreter von acht Nationen erlassen hier verstrickte Gesetze und achten darauf, daß niemand zuviel Macht erhält. Engländer, Franzosen, Spanier, Holländer, Belgier, Italiener, Amerikaner und Portugiesen füllen die stillen Gewölbe mit einem denkbar bunten Sprachgewirr. Außerdem nehmen noch einige Mohammedaner an den Versammlungen teil. Ja, Tanger rst ein wahrer Hexenkessel der verschiedensten Rassen und Nationen. So mancher Europäer mag nachdenklich von den Zinnen des alten Kastells herabgeschaut haben. Durch die Blüten exotischer Pflanzen sieht man zugleich auf zwei Meere. Im Westen wogt die Dünung des Atlantiks, östlich beginnt das Mittelmeer. Ganz schmal erscheint die Straße von Gibraltar, die natürliche Grenze zwischen Morgen- und Abendland. Rudolf Jacobs. der Vereinigten Staaten Amerikas, Emil Sauer, und der rumänische Konsul, Dr. Jou C a r st i u c, gefolgt. Unter den weiteren Gästen bemerkte man den Stellv. Gauleiter Linder sowie Staatssekretär Reiner. Der festliche Abend im Hotel Traube bot Gelegenheit zu gegenseitigem Gedankenaustausch. Wann wird geflaggt? Eine Anordnung des Reichsministers des Innern. Berlin, 4. März. (DNB.) Der Reichsminister des Innern hat die bestehenden Vorschriften über die Beflaggung der Dienstgebäude sowie über die Flaggensetzung der öffentlich-rechtlichen Revisions- gesellschaften unter teilweiser Aenderung und Ergänzung neu bekanntgemacht. Diese Bestimmungen gelten im gesamten großdeutschen Reichsgebiet. Danach wird nach den näheren Bestimmungen dieser Erlasse an folgenden Tagen regelmäßig ohne besondere Anordnung geflaggt: 1 .Am Reichsgründungstag (18. Januar), 2. am Tag der nationalen Erhebung (30. Januar), 3. am Heldengedenktag, der in diesem Jahr auf den 12. März fällt, 4. am Geburtstag des Führers (20. April), 5. am nationalen Feiertag des deutschen Volkes (1. Mai), 6. am Erntedanktag, der in diesem Jahre auf den 1. Oktober fällt, 7. am Gedenktag für die Gefallenen der Bewegung (9. November). Am Heldengedenktag wird, abweichend von dem bisherigen Brauch, Vollstock geflaggt. Zahrgangsweise Lustschuhausbildung der Jugend. Berlin, 4. März. (DNB.) Zwischen der Neichs- jugendführung und dem Reichsluftschutzbund wurde eine Vereinbarung getroffen, wonach in Zukunft alle deutschen Jungen und Mädel im Alter von 13 bis 14 Jahren, das ist der letzte Jahrgang des Deutschen Jungvolks und des Jungmädelbundes, in'jedem Jahr in Sonderlehrgängen im Selbstluftschutz ausgebildet werden. HI. und BDM. stellen dem Reichsluftschutzbund die zu dieser Ausbildung zusätzlich erforderlichen Lehrkräfte zur Verfügung. Verbindungsführer aller HI.- und BDM.-Einheiten bis herunter zu den Gemeinde- und Reviergruppen des RLB. werden mit dem Reichsluftschutzbund Zusammenarbeiten. Jedes Jahr wird ein gemeinschaft- kicher Jugendluftschutztag durchgeführt. Im übrigen finden in allen Sommerlagern der HI. und des BDM. Unterweisungen im Luftschutz statt. Es wird die Aufstellung von je etwa 6000 Lehrkräften aus der HI. und dem BDM. erforderlich. Da die Zahl der Lehrkräfte aus HI. und BDM. ausreichend ist und alle Maßnahmen der Organisation getroffen sind, kann ab 1. November 1939 an die jahrgangsweise Ausbildung der ganzen Jugend herangegangen werden. General und Schriftsteller. Zum 70. Geburtstag von General Wetzell. Am 6. März wird General der Infanterie a. D. Georg Wetzell 70 Jahre alt. Er war während des Weltkrieges an hervorragender Stelle tätig in der Operationsabteilung der OHL. Nach dem Kriege war es vor allem die Tätigkeit als Militärschrift' stellet, die das Wirken des Generals Wetzell in weitesten Kreisen bekannt machte. Als Herausgeber des Militärwochenblattes hat er eine führende Stellung auf diesem Gebiete erworben. General Wetzell stammt aus Niedererlen- bad) im Taunus nahe bei Frankfurt a.M. Er wurde 1893 Offizier bei den Metzer Pionieren, trat zur Infanterie über und kam dann in den General- General der Infanterie Wetzell. — (Scherl-M.) stab. Zu Beginn des Krieges war er erster Generalstabsoffizier beim III. Armeekorps, dessen Chef des Stabes der damalige Oberst von Seeckt war. 1915 wurde er sein Nachfolger, 1916 Chef der Operationsabteilung des Generalstabes des Feldheeres. Wie sehr ihn Ludendorff geschätzt hat, der gewohnt war, höchste Anforderungen an seine Mitarbeiter zu stellen, beweisen dessen Worte in den Kriegserinnerungen: „3m Großen Hauptquartier nahm ich mir Oberstleutnant Wetzell zur Bearbeitung der Operationen. Ich kannte und schätzte ihn schon von früher her. Er wußte Bescheid im Westen. Dort hatte er als ältester Generalstabsoffizier und Chef des Generalstabes des III. Armeekorps sich hervorgetan und besonders vor Verdun Ausgezeichnetes geleistet. Er ist eine vortreffliche Soldatennatur und ein treuer gefestigter Charakter. Unternehmungslustig und anregend, genau arbeitend, war er mir ein ausgezeichneter und lieber Gehilfe. Als ich mich im September 1918 von ihm trennte, geschah dies in gegenseitiger Verehrung." Im September 1918 wurde er wieder Chef des Stabes bei der Armee von der Marwitz, im Oktober 1919 kam er in gleicher Stelluna zum Wehrkreiskommando III, 1921 wurde er Inspekteur der Nachrichtentruppen und 1926 Chef des Stabes des Gruppenkommandos I. 1927 schied er als General der Infanterie aus dem Heere, von 1929 bis Mitte 1934 war er als Instrukteur in China tätig. In den letzten Wochen hat General Wetzell, der zahlreiche militärpolitische Schriften verfaßt hat, entscheidend an dem großen Werke des gerade jetzt 150 Jahre in Berlin bestehenden Verlags F. S. Mittler & Sohn mitgearbeitet, das unter dem Titel „Die Deutsche Wehrmacht 1914 bis 1939" erschienen «st. Für die Zukunft gibt General Wetzell in seiner großen Abhandlung über Heer und Kampfführung folgenden Ausblick: „Die Heer- und Kampfführung ist durch die seit dem Weltkriege in ständigem Fluß befindliche technische Entwicklung der alten Waffen und der im Weltkrieg neu aufgetretenen noch technischeren (Luft- und Panzerwaffe) zweifellos nicht leichter geworden. Der Krieg der Zukunft wird aber nicht ein solcher der Technik werden, wie die Voreiligen schon meinten, sondern eine von der Technik beeinflußte Führung bleibt, was sie immer war: eine Kunst." Nie Palästinakonferenz. Bor einer englisch-arabischen Einigung? L o n d o n, 5. März. (Europapreß.) Zweistündige Beratungen des englisch-arabischen Ausschusses haben erneut die Entschlossenheit beider Seiten gezeigt, die jüdischen Forderungen nicht als Hinderungsgrund für eine Einigung zwischen dem Arabertum und England gelten zu lassen. Diese Entwicklung dürfte nun voraussichtlich zu einem „teilweisen" Rückzug der jüdischen Vertretung von der Palästina-Konferenz führen. Der Jüdischen Agentur in London würde es in einem solchen Falle vorbehalten sein, eine Beobachter- und „Brief- träger"-Rolle zu übernehmen als Mittelsmann zur englischen Regierung. Eine Entscheidung soll allerdings erst in einer englisch-jüdischen Zusammenkunft herbeigeführt werden, die für Montagabend angesetzt worden ist. Bemerkenswerterweise wird aber bereits am Montagvormittag eine englisch-arabische Besprechung stattfinden. In englischen Kreisen zeigt man Unwillen darüber, daß der arabische Appetit angeblich beim Essen gewachsen sein soll. Es wird betont, damit sei die Kluft zwischen der arabischen Haltung und der jüdischen Einstellung in einem für England peinlichen Maße größer geworden. Immerhin legt man in England noch Wert darauf, daß die |übi» schen Vertreter als „ebenbürtig" behandelt werden sollen. Auch will man dafür sorgen, daß durch die Art der Erfüllung der arabischen Forderungen die internationale Judenschaft und die mit ihr verbundenen Kräfte (Amerika!) nicht allzu hart vor den Kopf gestoßen werden. Alles deutet darauf hin, daß die neue Woche eine Entscheidung bringen wird. Man hält es hier nicht für ausgeschlossen, daß Macdonald die Konferenz „vertagen" wird, um dadurch Zeitzur Aus- arbeitung einer Verfa.fsung für einen unabhängigen arabischen Staat zu gewinnen. Wie sich allerdings das Judentum dazu einstellen wird, bleibt abzuwarten. Französische Besprechungen in Tunis. Tunis, 5. März. (Europapreß.) Der Generalresident von Marokko, General N o g u ö s, wird am Sonntag in Tunis erwartet, wo er mit dem Generalresidenten für Tunis, L a b o n n e, sowie dem Kommandanten der französischen Truppen in Tunis, General Blanc, und weiteren Vertretern der Militär- und Verwaltungsbehörden eine Besprechung haben wird, der man eine große Bedeutung im Hinblick auf die von Frankreich in Tunis getroffenen Maßnahmen beimißt. Am Montag wird General Nogues nach Süd - t u n i s zur Besichtigung der sogenannten Mareth- Linie Weiterreisen. Man rechnet damit, daß der General dem Ministerpräsidenten Daladier über die Liage in Tunis Bericht erstatten wird. In Tunis hält sich zur Zeit auch der Kammerabgeordnete und Vizepräsident des Außenpolitischen Kammerausschusses, Pezet, auf, der ebenfalls die Mareth-Linie besichtigen wird. * Der Bey von Tunis hat den Vertrieb mehrerer italienischer Zeitschriften und Bücher untersagt. Unter das Verbot fällt auch das Buch des italienischen Schriftstellers Pepo Pa- golotti: „Korsika — Tunisia — Dschibuti". — Ferner wurde eine in Tu«»s erscheinende arabische Zeitung verboten. Kunst und Wissenschaft. Iahreslagung der deutschen Tierärzte. Die von der Reichsärztekammer durchgeführte Jahrestagung der Tierärzte Deutschlands nahm in Bad Kifsingen ihren Anfang. Der Reichstierärzteführer Dr. Weber eröffnete die Arbeitstagung und gab feiner Freude Ausdruck, zum ersten Male auch die Professoren der tierärztlichen Hochschule Wien willkommen heißen zu können. Anschließend sprachen Dr. K r z w a n e k und Professor Neumann-Kleinpaul (Berlin) über die Ausstattung tierärztlicher Institute und Kliniken mit Etatmitteln. Hierauf berichtete Dr. Ern st (München) über die Gemeinschaftsarbeit der tierärztlichen Professoren an den Hochschulen. Ministerialrat Dr. Wiendieck gab einen Ueberblick über die neue Studien- und Bestallungsordnung. Demnach umfaßt das tierärztliche Studium nur noch acht Semester. Den Abschluß der Tagung bildete ein Vortrag des Professors Dr. Stang (München) über Umfang und Möglichkeiten der von der Reichstierärztekam- mer durchgeführten Fortbildungslehrgänge. Das ist das echte altbewährte Erdal mit dem Rotfrosch auf der Dose. Nimm zur täglichen Schuhpflege immer Erdal Kleine politische Nachrichten. Der Führer gab am Samstag in seinem Hause den deutschen Künstlerinnen und Künstlern einen Empfang, zu dem die führenden Persönlichkeiten des deutschen Kunstlebens aus dem ganzen Reich in großer Zahl erschienen waren. Generalfeldmarschall Göring ist mit seiner Gattin am Sonntagvormittag in San Remo eingetroffen. Am Bahnhof wurde er im Namen der italienischen Regierung vom Präfekten willkommen geheißen. Auf der Fahrt zum Hotel wurde der Generalfeldmarschall besonders von den deutschen Kurgästen herzlich begrüßt. Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger hat bestimmt, daß die Gemeinden Mühlheim und DietesheimimLandkreisOffenbacham 1. April 1939 zu einer neuen Gemeinde vereinigt werden. Der neuen Gemeinde sind Stadt- rechte verliehen worden. Sie führt den Namen „Stadt Mühlheim am Main". Die vereinigten Gemeinden werden zusammen nach dem Stand der letzten Volkszählung 9579 Einwohner haben. Nach dem jetzigen Stand dürfte jedoch die Einwohnerzahl von 10 000 überschritten sein. Nach einer Mitteilung des eidgenössischen politischen Departements hat der italienische Außenminister dem schweizerischen Gesandten die Mitteilung zukommen lassen, daß die Ausweisung der drei schweizerischen Pressevertreter zurückgenommen worden sei. Der Schweizer Gesandte hat dem italienischen Außenminister seine Genugtuung über die Lösung dieser Frage ausgedrückt. Das argentinische Marineministevium in Buenos Aires hat die Agentur der Hapag davon in Kenntnis gesetzt, daß ein Kolonist an der Küste von Feuerland Wrack st ücke gefunden habe, die nach Ansicht des Marineministeriums von dem verschollenen deutschen Segelschulschiff „Admiral Karpfanger" stammen. Es fall sich um einen Fensterrahmen und um einen beschädigten Rettungsring handeln, der die Aufschrift „Admiral Karpfan- ger* trägt. Die Wrackstücke werden auf schnellstem Wege zur Untersuchung nach Hamburg gebracht. Aus aller Welt. Berliner Auloschau 1939 geschlossen. Die Internationale Autoausstellung in Berlin hat am Sonntag ihre Pforten geschlossen. Auch in diesem Jahre war die umfassende Kraft- fahrzeugschou ein voller Erfolg. Mit 825 125 Besuchern wurde die Besucherziffer des Vorjahres um 63 839 überboten. Stärker denn je war der internationale Einschlag der Autostellung. Besucher aus der ganzen Welt waren zu verzeichnen. Im Mittelpunkt des Interesses standen wieder die repräsentative Halle 1 mit ihren herrlichen Belegstücken deutschen Könnens sowie die beiden Ehrenhallen, in denen die universelle Bedeutung des Kraftfahrzeuges im Leben der Nation jedem Besucher vor Augen geführt wurde. Ueberaus groß war die Begeisterung. die der KdF.-Wagen auslöste. In unzähligen Probefahrten stellte er sich als das technische Wunder dar, als das er heute anerkannt wird. Folgenschwerer Braud in einem französischen Kino. In einem Kino in Roubaix in Nordfrankreich geriet im Vorführungsryum ein Filmstreifen in Brand. Als darauf im Kinosaal auf der Leinwand ein roter Lichtschein erschien, brach eine Panik aus. Die Menge drängte in wilder Flucht ins Freie. Als der Saal geleert war, fand man einen 19jährigen Mann, der in dem Gedränge gestürzt und von den Hinausdrängenden zu Tode getreten worden war. Ferner wurden etwa 15 Personen verletzt, davon drei schwer. Beladene Güterwagen rollten auf einen Personenzug auf. Auf der Bahnstrecke Karlsbad—Johanngeorgenstadt zwischen den Stationen Neu-Rohlau und Neudeck hatten sich drei schwerbeladene Güterwagen trotz der angezogenen Bremsen auf der steil abfallenden Strecke in Bewegung gesetzt. Dem auf den Güterwagen diensttuenden Bremser gelang es nicht, die Waggons zum Stehen zu bringen. Der inzwischen von Neu-Rohlau abgelassene Personenzug konnte nicht mehr verständigt werden. Die unübersichtlichen Krümmungen ließen den Lokomotivführer im letzten Moment die führerlosen Güterwagen sehen, von denen der Bremser knapp vor dem Zusammenstoß noch abspringen konnte. Mit großer Wucht fuhren die drei Güterwagen auf den Personenzug auf. Aus den zwei ersten Personenwagen wurden 4 5 Verletzte geborgen, von denen nur fünf schwer, die anderen meist leicht verletzt wurden. Nächtliches Grohfeuer in Istanbul. In dem Hauptgeschäftsviertel von Istanbul jenseits der großen Brücke hat ein nächtliches Groß- feuer erheblichen Sachschaden angerichtet, der auf 25 Millionen Mark geschätzt wird. Völlig ausgebrannt sind fünf sechsstöckige Geschäfts- und Büro- Häuser mit Textilgeschäften, Warenlagern und Werkstätten. Etwa zehn andere Gebäude wurden durch das Feuer und das Wasser erheblich beschädigt. Die in diesem Viertel zusammengedrängten türkischen und ausländischen Banken, darunter auch die Deutsche Bank und die Deutsche Orientbank, konnten geschützt werden. Die Löscharbeiten wurden durch Wassermangel sehr erschwert. Es mußten lange Schlauchleitungen bis zu den Ufern des Goldenen Horns gelegt werden. Einige Feuerwehrleute wurden verletzt. Sonst kamen keine Personen zu Schaden. 25 Todesopfer eines Sturmes in Indien. Aus Kalkutta wird gemeldet, daß im Darbanga- Gebiet (Bihar) infolge eines Sturmes mehrere Dörfer dem Erdboden gleichgemacht wurden. Insgesamt fanden 25 Personen den Tod. Die gesamte Ernte ist zerstört. Neues Stipendium der „INozart-Stiftung". Die „Mozart-Stiftung" in Frankfurt beginnt das zweite Jahrhundert ihres Bestehens mit der Vergebung eines neuen Stipendiums für musikalische Talente zur Ausbildung in der Kom- positionslehre. Das neue Stipendium wird am 1. September verliehen. Der Stipendiat erhält eine Freistelle an der Staatlichen Hochschule für Musik in Frankfurt bei freier Wahl des Lehrers und eineh! finanziellen Zuschuß von 1200 Mark jährlich. DÄ Stiftung wird für vier Jahre gewährt, davon müst sen zwei in Frankfurt studiert werden, während im dritten und vierten eine beliebige Musik-Hochschul gewählt werden kann. Wetterbericht Mit dem Eindringen kühlerer Meeresluftmasse« im Laufe des Sonntags hat sich wieder lebhaftes Westwetter eingestellt. Bei der bestehenden Druckverteilung werden jetzt wieder milde Meeresluftmassen nach Deutschland verfrachtet, die zu einem ausgedehnten Niederschlagsgebiet Anlaß geben. Die von den britischen Inseln, her nachstoßenden wieder kühleren Luftmassen werden für morgen zu mehr wechselhaftem Wetter Anlaß geben, wobei es noch immer zu einzelnen meist schauerartigen Nieder* schlügen kommen wird. Vorhersage fürDienstag: Zunächst noch vorwiegend bedeckt, späterhin zeitweise Auflockerung der Wolkendecke, einzelne schauerartige Niederschläge, leichter Temperaturrückgang, westliche Winde. Lufttemperaturen am 5. März: mittags 8,0 Grad Celsius, abends 7,4 Grad; am 6. März: morgens 9,6 Grad. Maximum 8,8 Grad, Minimum heute nacht 5,0 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. März: abends 6,4 Grad ; am 6. März: morgens 6,6 Grad. — Niederschläge 8,3 mm. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum, schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder^ Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriotj für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiterj Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. II. 39: 10 631. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehH Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 flültig. GLORIri Erstaufführung Heute Montag Erstaufführung Heute Montag 1621 A (Nach dem Roman »Effi Briest« von Theodor Fontane) Kaloderma-Gelee Täglich 4, 6, 8.30 Uhr. OOOOA Sonntags 3, 5.30, 8.30 Uhr. Ufa-Ton-Woche Täglich 4, 6, 8.30 Uhr Hensoldt, Wetzlar Eintritt 50 Pf. 16280 -bekoch- sofort gesucht. 163?D sucht. 01140 Gartenstr. 14 I Ein neuer Spitzenfilm der Terra Ein Meisterwerk Gustav Ucickys Spielleitung: Gustav Ucicky Buch: PL L. Mayring, Jacob Geis Musik: Willy Schmidt-Gentner EIMMCH JEDEN ABEND DIE HÄNDE MIT KALODERMA' GELEE EINREIBEN UND AMI ANDEREN TAG IST DIE HAUT WIE NEU GEBOREN... MEINE HAN' DE SIND ABER AUCH SO RAUH- Kräuterhaus Jung ab April Mausburg B* DAS SPEZIALMITTEL/ ZUR PFLEGE DER HÄNDE | UZA2UM BENUTZEN SIE DENN KEIN KAIODERMA-GEIEE ? SEHEN SIE MEINE HÄNDE- UND ICH HABE DOCH AUCH MEINEN HAUSHALT... Baugeschäst A. Bieker Kirchhain, Bezirk Kassel. BRIGITTE HORNBY JOACHIM GOTTSCHALK HANS NIELSEN PAUL WESTERMEIER PAUL OTTO OH WEH , JETZT SIND 5IE AN EINER MAS CHE HÄNGEN GE' BLIEBEN/ - Beiprogramm Sonntag 3. 5.30, 8.30 Uhr DER SCHRITT VOM WEGE Edgar BORRMANN, Gießen, Neustadt 5-7, Bu!41tou.415B Eine schöne junge Frau zwischen den Mahlsteinen der gesellschaftlichen Moral - Ihr Schicksal bewegt uns, ihr Bild wird uns unvergeßlich sein Tobis-Wochenschau! — Beiprogramm! Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei MARIANNE HOPPE KARL LUDWIG DIEHL * PAUL HARTMANN MAX GÜLSTORFF * KÄTHE HAACK * ELISABETH FL1CKENSCHILDT * PAUL BILDT * HANS LEI BELT SPIELLEITUNG: GUSTAF GRÜNDGENS NQohläcCQ von3bis 20v.H. erhalten Sie bei wieder NdLllldduv holten Veröffentlichungen einer Anzeigei DEM JUNGEN MÄDCHEN IM STRUMPFGESCHÄFT ß|M ICH DIREKT DANKBAR. FÜR SEINEN RAT. KAIODERMA GELEE DARF BEI MIR IM HAUSE NIE MEHR AUSGEHEW r~--- Sichern Sie sich Karten im Vorverkauf 1623A Grandiose Kampfbilder, die interessante Welt des Orients und ein erschütterndes Schicksal zweier Liebender. - Das gibt einen Film, der unvergeßlich bleibt. Tüchtiger Bausachmann der nach Selbständigkeit strebt, für Büro und Baustelle, mit bautechnischer Vorbildung von älterem Herrn als Teilhaber Wegen Heirat meines jetzigen Mädchens suche ich zum 1. April ein tüchtiges, erfahrenes Mädchen mit guten Zeugnissen. [o»?4 Mu 'M. Wus, Mllleskr. 4 Zuverlässiges, in allen Hausarbeiten erfahr. llWlfll kinderlieb, nicht mit. 18 Jahren, in Einfamilienhaus z. 15. April nach Mainz gesucht. Tüchtiges Mädchen vorhd. Schriftl. Angeb. unter 1585 D an den Gieß. An;. Keine Zeugnisse in Urschrift lonDem tun Zeugnis- ablchrifte» oem Be- werbungLichretben beilegen i - Lichtbilder unvBewerbungSunter- tgen müslen jui Vermeidung von Verluste» aus der Rückseite N» men und Anschrift de» Bewerber« trauen I Zuverlässiges Mötois- miMen zur Aushilfe für 4Wochenfürvor- mittagssofortge- Tortiajg <*es Deutschen Alpenvereins Zweig Gießen - Oberhessen IJr zu Gunsten des Winterhilfswerks Dienstag, 7. März 1939, 20.15 Uhr pünktlich in der Neuen Aula der Universität Gießen: „Schönheit der Bergwelt“ eine Bildfolge mit verbindenden Worten und Musik Es spricht Dr. Leo Krasser, Gieben Mitwirkende: Streichquartett der Weikskapelle [Vermietungen | MOOfll iiiMetn in unseren Anwesen Diezstr.12 u.Seltersweg55. Näheres i627d Ehr. Jndertlial Seltersweg 55. [Stellenangebote Saubere on« MW für Geschäft morgens gesucht Scltcröweg 22. Suche sof. ält. Mädchen oder Frau f.frauenl.Haush. in d. Laizdwirt- schaft. 2uüriftl. Ang. mit. 1581D an d. Gieß. Anz. Aeitere m86d selbständige Hausangestellte zum 15. März o. 1. Avril gesucht. BöfleteiBenöe Crednerstraße 34 Junges Mädchen das auch etwas nähen kann, für leichte Arbeiten im Geschäft gesucht. 01138 Färberei Eroon Marb. Str. 40. Halbtagsmädchen in kleinen Haushalt gesucht. i632v Ludwigstr. 27 v. WW mit kleinen Kochkenntnissen für sofort gesucht. Zu erfrag, in der Geschäftsst. des Gieß. Anz. wqD Junges Mädchen evtl, schulpflicht., für ein. Stunden nachm. zu 2jähr. Kinde ges. Schr. Ang.u.l638Dan den Gieß. Anz. Geburtsanzeigen bei Brühl, Gießen - ' Jlrüinjjft: kadfcJi Und (n*rtcAtf iwdt CtlVfld AK' 1 ö daw mdf wudtJfiuuc PALAST____Giessen I - Nr. 55 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Montag. 6. Mrz (939 Eindrucksvolle Kundgebungen der Partei in Stadt und Land. Der Krühjahrsfeldzug im Kreise Wetterau. In 162 Kundgebungen sprachen am Samstag und am gestrigen Sonntag 54 Reichs- und Gauredner im Rahmen des großen Frühjahrsfeldzuges der Partei in allen Orten des Kreises Wetterau über das Generalthema „Vorwärts! Wirgreifen an!" Ueberall fanden die Redner in den stark besuchten Versammlungen gespannt lauschende Zuhörer. die mit lebhaftem Beifall ihre Zustimmung zu den Darlegungen der Vortragenden bekundeten. Bei dem gleichartigen Verlauf aller Versammlungen in Stadt und Land beschränken wir uns auf die Berichte über die Kundgebungen in Gießen, die als maßgebliches Beispiel für den Verlauf aller übrigen Versammlungen angesehen werden können. Ortsgruppe (Sießen-Süd. Der Saal und ein großes Nebenzimmer im Studentenhaus am Leihgesterner Weg waren bis zum letzten Plätzchen gefüllt, als der Propagandaleiter der Ortsgruppe Gießen-Süd Pg. Kirchner die Kundgebung der Ortsgruppe eröffnete. Nach dem gemeinsamen Gesang des Liedes „Volk ans Gewehr" sprach SA.-Brigadeführer pg. Lorsch (Westerburg). Er betonte einleitend die Notwendigkeit, sich bei der Betrachtung aller Geschehnisse in Deutschland nicht von kleinen Schwierigkeiten des Alltags leiten zu lassen, sondern immer nur die großen Gesichtspunkte im Auge zu behalten. Dann stellte er der vom marxistischen und liberalistischen Geist der früheren Zeit bewirkten Auseinanderreißung unseres Volkes in viele einander bekämpfende Teile die vom Nationalsozialismus geschaffene Volksgemeinschaft mit ihren reichen Segnungen für die Gesamtheit des Volkes, aber auch für den einzelnen gegenüber. Die im nationalsozialistischen Geist aufgebaute und wirkende deutsche Volks- und Blutsgemeinschaft entspreche der innigen Verbundenheit, die man innerhalb der Familie findet, sie sei aber auch begründet auf dem Leben und den Opfern unserer Ahnen in der mehr als tausendjährigen Geschichte unseres Volkes. Dann bezeichnete der Redner den deutschen Soldaten als Vorbild der Gemeinschaft für alle Glieder unseres Volkes, und er stellte dabei eindringlich die Pflichtverbundenheit und die Verantwortung jedes einzelnen deutschen Menschen gegenüber der Volksgemeinschaft klar heraus. Bei diesem Dienst für die Gemeinschaft müsse für jeden Deutschen immer das Beispiel der größten deutschen Menschen richtunggebend sein; jeder Volksgenosse habe sich den anderen Volksgenossen gegenüber immer nur als Helfer rund Förderer innerhalb der Volks- und Blutsge- uneinfchaft zu fühlen, wie auch stets unsere großen Männer und vor allem unser Führer Adolf Hitler nhre ganze Lebensarbeit einzig und allein dem Dienst für die Gemeinschaft widmen. Wenn alle - Volksgenossen sich in dieser Weise im täglichen Leben in ihrem Handeln unter den großen Gesichtspunkt der Gemeinschaft stellen, so werde unser Volk im- I mer an Körper und Geist stark sein und gesund für den Aufbau unserer Gemeinschaft arbeiten. Sodann gab der Redner in großen Zügen einen Ueberblick über das Aufbauwerk des Führers feit »er Machtübernahme, wobei er besonders an die großen Ereignisse des verflossenen Jahres erinnerte. Hierauf sprach er kurz über die Stellung der Wirt- ichaft im Dritten Reich und über die Verpflichtung ■Her deutschen Menschen zur Leistungssteigerung im Dienste der Volksgemeinschaft. Allen wertvollen und schöpferischen deutschen Menschen seit auch im Wirt- ichaftsleben beste Aufstiegsmöglichkeit eröffnet, wall u. a. auch der Reichsberufswettkampf die erforderlichen Grundlagen vermittle. Weiter wies der -iebner darauf hin, daß die großartigen Erfolge des ationalfozialiftifchen Aufbaues im Ausland und be- ionbers bei ben bärtigen Arbeitern, den Wunsch usgelöst habe, doch auch für ihr Land einen Hitler IjU haben. Am Schlüsse seiner Darlegungen forderte der Red- r er alle Volksgenossen auf, sich stets nach dem gro- tien Vorbild des Führers auszurichten, in allen Le- isenslagen Selbstdisziplin zu bekunden, charakterfest im sein und sich immer unter das große Gesetz des ^erpflichtetseins für die Gemeinschaft zu stellen. Die Versammlung dankte dem Redner für seine s- sselnden Darlegungen mit starkem Beifall. Ortsgruppe Gießen-Ost. Bei außerordentlich starker Beteiligung fand die Zmndgebung der Ortsgruppe Gießen-Oft im Saale d-'S Gesellschaftsvereins statt. Nach der Eröffnung durch Ortsgruppenleiter K r e u d e r sprach Gauredner pg. Vogt (Frankfurt a. ZU.) ti »er die Aufgaben unsrer deutschen Volksgemeinschaft ür die Zukunft. Der Redner ging von der Neujahrs- i tfchaft des*Fiihrers aus und erinnerte an die großen ZLfichtspunkte, die dabei durch den Führer heraus- zjstellt wurden: die Erziehung des Voltes zur natio- n: lfozialistifchen Gemeinschaft, den Aufbau der Wehrmacht zur größten Stärke und die Durch- iüjrung des Vierjahresplanes. Der Redner hielt feinen Zuhörern eindringlich vor Ungen, daß es ohne den Führer Adolf Hitler heute lcin Deutschland mehr gebe. Er wies darauf hin, dH wir in Deutschland trotz aller Erfolge keine vÄnute zu verlieren hätten und nach äußerster Lei- l'hing streben müßten, wenn der Vorsprung, den 2iutschland auf dem Gebiet der Volkseinheit, der Wirtschaft und der Wehrmacht errungen hat, ge= gelten werden soll. In seinen weiteren Darlegungen gab er einen irifaffenben Ueberblitf über die Zielsetzungen der nZernationalen überstaatlichen Mächte, die Deutsch- i b mit ausgeklügelten Fünfjahresplänen und mit i)t|fe der internationalen jüdischen Hochfinanz an teil Abgrund bringen wollten. Man hörte von dem LiTnichtungszug des Bolschewismus, der über unser Ickerland Hinwegbrausen sollte, und von der An- ii$tung des Judentums, die Welt beherrschen zu Billen." Dem allen stellte der Redner die überragenden Leistungen des Führers, seinen nimmermüden Ein- i! für das deutsche Volk, seine politische Genialität, ine Friedensliebe, seine großen außenpolitischen ino-ge und seine Großtat der Heimführung von üu Millionen Deutschen in das Reich gegenüber, -n großzügiger Zusammenfassung und oft nur in ZtLhworten roiebergegeben, rief ber Rebner bie taien des Führers in bas Gebächtnis zurück, bie .mittelbar im Interesse bes Volksganzen unb in- tchalb ber Reichsgrenzen vollbracht wurden. "in klaren Darlegungen setzte sich ber Rebner Beßlich mit denjenigen kirchlichen Kreisen auseinander, die sich nicht bereitfinden könnten, der Sache des Volkes und des Staates zu bienen, lieber alle Konfession stellte ber Redner die Forderung des Deutschbewußtsein, er stellte die Notwendigkeit der konsequenten Lösung der Judenfrage heraüs, begründete ben Totalitätsanspruch der nationalsozialistischen Idee und erhob den Dienst an der Gemeinschaft des Volkes zum heiligen Gesetz. Mit dem Bekenntnis bes unerschütterlichen Glaubens an ben Führer,, mit bem Gelöbnis ber unverbrüchlichen Gefolgschaft unb mit bem Wunsche, daß Gott uns den Führer noch lange erhalten möge, schloß Gaurebner Vogt seine mit stürmischem unb anhaltenbcm Beifall aufgenommenen Ausführungen. Die Ortsgruppe Sießen-Nord hielt im vollbesetzten Cafe Leib ihre Kundgebung ab, die von Ortsgruppenleiter Thomas geleitet wurde. Hier sprach an Stelle des erkrankten Pg. Holzkämper (Frankfurt a. M. der Pg. Professor Ebner (München). der auf die Notwendigkeiten hinwies, die sich aus der Arbeit für bie große Sache ergeben. Der Rebner beutete bie Aufgaben an, die der Führer dem .Volke für dieses Jahr gegeben hat und kennzeichnete bie überlebte Denkart jener Volksgenossen, bie sich von falschen Voraussetzungen nicht frei zu machen vermögen. Er schilberte an ben bedeutsamen Ereignissen des vergangenen Jahres die Erfordernisse für eine intensivere Erziehung des Volkes zur Gemeinschaft unb ging auf viele Fragen ein, die er, vielfach von lebhaftem Beifall begleitet, verständlich machte. Seine Ausführungen galten bann bem immer wieher unternommenen Versuch ber Feinbe bes Nationalsozialismus, unsere Aufbauarbeiten zu stören. So zeigte er u. a. die Absichten bes Jubentums in USA., bie Waffen in jübische Hänbe zu bekommen, und sprach in humorvoller Art von ben Arbeiten an ber Westfront, die jenen Hetzern die Antwort darauf l geben, daß die Grenze der Demokratien nicht am Rhein liegt. In überzeugender Weise unterstrich der Rebner I Dem Winterhilfswerk hatten sich vom Freitag- abenb bis zum gestrigen Sonntag bie Beamten, Hanbwerker unb bie Männer unb Frauen bes Luftschutzes im Rahmen ber 5. Reichsstraßensammlung mit besonberer Einsatzfreubigkeit zur Verfügung gestellt. Man sah es den Sammlern und Sammlerinnen dieser friedlichen Kampfgruppe an, mit welcher Begeisterung sie bei ihrem Dienst waren. Da wurde mit vorbildlichem Eifer alle Kraft eingesetzt, um den bestmöglichen Erfolg für das WHW. herauszuholen. Unb die Arbeit wurde ben unermüdlichen Helfern in doppelter Hinsicht leicht gemacht: erstens waren die reizenden Spendeabzeichen der hübschen Porzellanfigürchen, die schaffende Menschen des Werktags zeigten, an sich schon eine herzliche Einladung zum Kaufen, anderseits bekundete sich die Spendefreudigkeit unserer Volksgenossen wieder in so reichem Ausmaße, daß man nur seine helle Freude daran haben konnte. Die hübschen Abzeichen fanden geradezu reißenden Absatz, so daß die meisten Sammler ihren Vorrat schon in kurzer Zeit verkauft hatten. Dennoch wurde den Sammlern immer noch und immer wieder ein Groschen oder ein Fünfer in die eifrig herumgereichten Sammelbüchsen gegeben. Man darf hiernach mit Gewißheit annehmen, daß auch diesmal wieder das Ergebnis der Reichsstraßenfammlung außerordentlich zufrieden- tellend sein wird. Lokomotiven als Werber. Die Beamten der Reichsbahn hatten als besonderes Werbemittel für ihre Sammeltätigkeit Lokomotiven eingesetzt. Auf einem Abstellgleis des Ober- hessischen Bahnhofs hinter bem Hotel Lenz konnte man eine große Schnellzuglokomotive des mobern- ten Typs eingehend besichtigen. Der Zutritt kostete 20 Pfennig, und wer auf dem Führerstand der Lokomotive den Wunsch hatte, einmal ben starken Ton ber Dampfpfeife der Lokomotive aufheulen zu lassen, der tat dafür einen Groschen in eine WHW.-Sammelbüchse, bie im Führerstanb aufgestellt war. Außerorbentlich viele Volksgenossen machten von ber Möglichkeit, eine derart moderne Lokomotive aus nächster Nähe zu besichtigen und ihr gewissermaßen bis ins Herz gucken zu können, gerne Gebrauch; Diele hatten auch einen weiteren Groschen locker, um einmal auf ben Hebel zu brücken, der ben starken Ton der Dampfpfeife auslöfte; viele Erwachsene wurden hier wieder einmal zum Kinde, denn sie mußten unbedingt diesen Hebel drücken nach dem Motto „Jeder Pfiff einen Groschen". Und die Eisenbahner schmunzelten vergnügt mit einem frohen die Wahrheit, daß nur Adolf Hitler Deutschland gerettet habe. Ohne Adolf Hitler gebe es auch keinen Ausstieg, und darum gebe es nur die einzige Pflicht, mit Adolf Hitler für Deutschlands Zukunft und Größe einzutreten unb für ihn zu arbeiten. Diejenigen, die sich mit der Lösung ber Juben- frage nicht abfiriben können, wies er auf die Vorgänge in anderen Staaten, in Spanien, Arabien und Indien, hin und erinnerte vor allem an die Jahre des wirtschaftlichen und völkischen Verfalls in Deutschland selbst, die die übrigen Völker unberührt ließen, um die Notwendigkeit zu unterstreichen, daß das deutsche Volk zunächst an sich selbst zu denken hat. In diesem Zusammenhang berührte ber Redner auch kirchliche Fragen und gab über manche Kurzsichtigkeit zu denken auf. Wenn jetzt die Parole ausgegeben fei: „Wir greifen an!", so bedeute das keine kriegerische Absicht. Was das deutsche Volk in erster Linie zu tun habe, sei Arbeit zur Sicherung unb zur Festigung des Vorsprungs, ben es vor den anderen Völkern habe. Singegriffen .aber werde jeder einzelne Volksgenosse, der noch nicht seine Vorurteile abgelegt habe, damit er mit sich selbst endlich ins Reine komme. Nur wenn die Volksgemeinschaft das ganze Volk umfasse unb jeber einzelne durchbrungen fein werbe von dem nationalsozialistischen Wollen, bann werde Deutschland der Block sein, an dem alle feindlichen Absichten zerschellen müßten. Ortsgruppenleiter Thomas dankte dem Redner für seine Ausführungen, die starken Beifall fanden, unb gab bem Wunsche Ausbruck, daß Pg. Ebner halb roieber in ber Ortsgruppe Gießen-Norb sprechen möge. Im Anschluß an bie Versammlung blieben noch viele Besucher bei Musik unb gemeinsamem Gesang in bester kamerabschastlicher Unterhaltung beisammen. Ortsgruppe Gießen-Mitte. In ber Neuen Aula ber Universität versammelte sich bie Ortsgruppe Gießen-Mitte zu ihrer Kunb- gebung. Ortsgruppenleiter Weber begrüßte bie Parteigenossen und Parteigenossinnen, besonders den Rebner, Pg. Hollänber, Frankfurt a. M., der in Gießen kein Unbekannter sei. Blick auf ihre Sammelbüchse. Der Andrang bei diesem Schauobjekt war am Samstag und auch am gestrigen Sonntag sehr rege, unb immer hörte man in Abständen von einigen Minuten die Lokomotiv- pseife als Quittung für einen Groschen aufheulen. Eine Klein-Lokomotive, die aus einem Elektro- Gepäckkarren ber Reichsbahn mit entsprechenbem Holzaufbau bestand, unb ein Reichsbahn-Lastauto mobernster Bauart fuhren währendessen durch die Straßen der Stadt, um hier als Werbemittel unserer Eisenbahner für das WHW. zu wirken. Auch dieser Einsatz erwies sich als sehr vorteilhaft unb bedeutete einen wesentlichen Faktor für ben starken Erfolg unserer Männer vom Flügelrad. Zusammenfassenb kann man jebenfalls feststellen, daß unsere Gießener Eisenbahner vortrefflich auf ber Scheibe waren und in wirkungsvoller Art dem Sammelwerk förderlich gewesen sind. Tintenfaß und Etadtpoliziffen. Die Beamten und Angestellten ber Stadtverwaltung hatten es an Witz und Originalität ihres Einsatzes für bas WHW. ebenfalls nicht fehlen lassen. Auf einem großen Planwagen hatten sie ein Riesentintenfaß mit einem gewaltigen Feberkiel und darüber das Gießener Stadttvappen aufgebaut, um dergestalt zu zeigen, daß auch bei unserer Stadtverwaltung „Ströme von Tinte" aus „gewaltigen Federn" fließen, damit der Gemeinschaft in rechter Weise gebient werben kann. Wie sehr unsere stäbti- schen Beamten und Angestellten sich mit bem WHW. verbunden fühlen, konnte man erneut daran feftfteüen, daß auch hier Beamte in origineller Kostümierung mit der Sammelbüchse in ber Hand den Wagen ber Stadt begleiteten. Da traten zwei Beamte als stilgerecht ausstaffierte Stabtpolizisten von Anno bazumal auf, zwei anbere wanbelten gemessenen Schrittes als Stabtväter aus der Biedermeierzeit neben dem Wagen her. Die Aufmachung dieser Sammler war so originell, daß sie bei jung und alt starken Anklang fanden, der sich in Spendegroschen für die Sammelbüchsen klingelnd bemerkbar machte^, Diese Gruppe verdient gleichfalls die Feststellung, daß sie durch ihre Originalität ein guter Wegbereiter bes Sammelwerkes gewesen ist. Oer Wald kam in die Stadt. pg. Holländer führte ben Zuhörern zunächst vor Augen, wie bei deutsche Mensch seit 1933 eine wunderbare Wandlung erfahren habe, die ja auch unbedingte Voraussetzung gewesen sei für alle Erfolge seit 1933 und besonders derjenigen des Jahres 1938. Wer geglaubt hätte ober gar heute noch glaube, baß im neuen Deutschland ber Gottlosigkeit Vorschub geleistet werbe, ber sei bis heute in falscher Richtung marschiert. Im Gegenteil, zum Aufbau eines mächtigen, starken Reiches gehöre auch ein fester, unumstößlicher Glaube, unb aus dieser Erkenntnis heraus habe bas neue Deutschland eine starke Gotteserkenntnis, wie sie früher nie bestanden habe. Sodann sprach er ausführlich über die Erziehung unserer Jugend, die durch systernathische, stufenweise Schulung unb Ausrichtung schon früh ben Wert ber schwieligen Faust kennen unb achten lerne, ohne Unterschieb ihrer Herkunft. Daß diese Art der Jugenderziehung richtig sei, hätten die Herbsttage von 1938 klar bewiesen. Sodann beleuchtete der Redner die Außenpolitik unb wies daraus hin, wie das Ausland anfänglich verächtlich über die Durchführung des Vierjahresplanes geschrieben habe, wie anders dies aber heute sei, nachdem die deutsche Wissenschaft unter Beweis gestellt habe, was sie zu leisten imstande ist. Er wies an Hand statistischer Aufzeichnungen nach, mit welcher Geschwindigkeit die deutsche Produktion steigt unb wie sich deutsche Wertarbeit immer mehr ben Platz auf dem Weltmarkt erringt. Trotzdem gebe es heute noch Menschen, bie nicht nur nichts sehen wollten, fonbern fief) noch berufen fühlten, zu kritisieren unb zu nörgeln. Diesen ewigen Kritikastern, Nörglern unb Miesmachern unb allen anberen Volksschäblingen gelte biefer Frühjahrsselb- zug 1939; sie würben angegriffen von allen anständigen Deutschen, sie würben aber nicht nur anget griffen, fonbern auch vernichtet werben. Weiter gab ber Rebner Richtlinien für die weltanschauliche Arbeit, damit auch der letzte Deutschs begreifen lerne, um was es in Deutschland gehe. Zum Schluß feiner Ausführungen entwarf Pg. Holländer ein Bild der engen Verbundenheit von Führer unb Volk. Kein Land ber Erbe, bas glaube, Deutfchlanb mit Schmutz bewerfen zu müssen, könne eine solche Volkskraft, geboren aus Liebe unb Treue zum Führer, getragen von Opfermut unb Selbstlosigkeit, aufweisen wie das deutsche Volk. Diese unlösliche Verbundenheit sei auch bie größte Stärke von Führer unb Volk. Langanhaltenber Beifall dankte bem Rebner füü seine Ausführungen. arbeiterinnen, währenb weitere Grünröcke mit ben Hörnern Jagbsignale bliesen, unb burch bereu fchrnet- ternbe Töne bie stimmungsvolle Gruppe inmitten ber grünen Tannen den Straßenpassanten so nachdrücklich zur Aufmerksamkeit empfahlen, wie es im Interesse der Sammlung erforderlich war. Daß auch bei diesen tatfreudigen Helfern mit ihrem reizvollen Waldbild die Abzeichen, soweit überhaupt noch welche vorhanden waren, flotten Absatz fanden und dann immer wieder die Groschen „solo" in die Büchsen spazierten, versteht sich von selbst. Postauto und Sliegermufif. Die Reichspost setzte ein Postauto mit eifrig blasenden Postillonen in Bewegung, um damit ber Sammlung für das WHW. zu dienen. Auch auf diesem Teil der Sammelfront war tatkräftiger Einsatz zu bemerken. Die gleiche Feststellung gilt für bas Abends als Letztes Chlorodont - dann erst ins Bett! Mufikkorps unseres Fliegerhorstes, bas am gestrigen Sonntagvormittag mit einem Konzert vor dem Stadttheater bas Sammelwerk in guter Weise unterstützte. So war benn biefe Reichsstraßensammlung auf ber ganzen Linie ein neuer starker Einsatz für bas WHW., bei bem Sammler unb Spenber sich roieber* um in gleicher Weise bewährt haben. WHW. Ortsgruppe Gießen-Mitte. Die Forstbeamten zeigten auf einem Wagen mit frischen Tannen ein hübsches Bilb aus ihrem Arbeitsbereich. Da sah man ben Forstmann mit feinem Jagbhunb am Waldranb sietzen, in nächster Nachbarschaft rasteten anbere Forstbeflissene unb Walb- Vetr.: Kohlenabrechnung am 7. März. Die Kohlenhändler werden ersucht, bie Kohlenscheine ber Serien E und S am Dienstag, 7. März, 20.30 Uhr, auf unserer Geschäftsstelle (Zigarrenhaus Moeser), Eingang Löwengasse, einzureichen. Es wirb hiermit darauf hingewiesen, daß die Rückseite der Kohlenscheine außer der Unterschrift des Händlers auch die Unterschrift bes Empfängers, dessen Wohnung, Straße und Hausnummer und bie genaue Bezeichnung der Kohlensorte tragen muß. Nach dem 7. März 1939 eingereichte Scheine sind wertlos. Links: Konkurrenz für die Straßenbahn: Die Lokomotive im Seltersweg. — Rechts: Biedermeier und Gießener Bürgergardist sammeln füe das WHW. — (Aufnahmen s2ft Neunes Gießener Anzeiger.) ' ’ Neuer großer Einsatz für das Winierhilfswerk. Beamte, Handwerker und Lustschutz als tatsrohe Helfer bei der großen Sammlung. Vornotizen. Tageskalender für Montag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Schritt vom Wege". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Aufruhr in Damaskus". — Oberhessischer Kunstoerein: 17 bis 18 Uhr: Ausstellung im Turmhaus am Brand. Dienststunden der Behörden/ Gemeinden und Gemeindeverbände. LPD. Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — veröffentlicht eine Anordnung über die Dienststunden oller unterstellten Behörden, Gemeinden, Gemeindeoerbönde und sonstigen Körperschaften des öffentlichen Rechts. Danach werden für diese Dienststellen im Lande Hessen für die Sommermonate — ab 6. März 1939 — die Dienststunden wie folgt festgesetzt: Montags, Dienstags, Donnerstags bis Freitags von 7 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr, Mittwochs von 7 bis 16 Uhr durchgehend, Sonntags von 7 bis 13 Uhr. Alle entgegenstehenden Anordnungen werden aufgehoben. Die Dienststellenleiter sind nicht befugt, eine von der vorstehenden Anordnung abweichende Regelung zu treffen. den Kindern viele Möglichkeiten zu spielerischer Be- tätigung gibt. Die angehenden Kindergärtnerinnen widmeten sich außer der Handarbeit ebenfalls der Wertarbeit und schuf vielerlei ebenso originelles wie schönes und dauerhaftes Spielzeug aus Holz, dos seinen Zweck voll erfüllen wird. Darüber hinaus wandte man sich auch einem kunsthandwerklichen Schaffen zu, und auch hier waren die Ergebnisse (aus Holz und Metall) überraschend gut. Die geschmackvoll aufgebaute Schau ließ die verantwortungsbewußte, aber auch die sehr dankbare Arbeit der Schule im Dienste der Zukunft deutscher Familien erkennen. ** Silberne Hochzeit. Die Eheleute Karl Brückel, Wilhelmstraße 78, feiern am heutigen 6. Marz das Fest der silbernen Hochzeit. Dem Jubelpaar herzlichen Glückwunsch. Landkreis Gießen. z Alten-Buseck, 5. März. Heute kann die alte sie Einwohnerin unseres Ortes, Frau Marie B ö tz , ihren 8 8. G e b u r t s t ag feiern. Die Jubilarin ist für ihr hohes Alter körperlich und geistig noch außerordentlich rüstig und verrichtet noch sämtliche Haus- und Gartenarbeiten. Mit größtem Interesse liest sie allabendlich das Heimatblatt und nimmt regen Anteil an allen Geschehnissen. Unseren herzlichen Glückwunsch. Rundfunkprogramm Dienstag, 7. März. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40; Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk. Die Kalahari. Em Hörspiel. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. Tänzerische Weisen von gestern und heute. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: O holde Frau Musical 16: Buntes Unterhaltungskonzert. Einlage 17 bis 17.10: Das Mikrophon unterwegs. 18: Volk und Wirtschaft. „Was ist unlauterer Wettbewerb?" 18.15: Achtung! Ring frei 18 30: Retter der Kinder. Das Lebenswerk Emil von Behrings. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: 's um Lob der Musik? 20: Nachrichten. 20.15: Haydn-Zyklus. 11. Abend. Letzter Triumph (Wien 1808) Die Schöpfung, Oratorium von Joseph Haydn. 22: Nachrichten. 22.20: Johann Sebastian Bach, Zwei Brandenburgische Konzerte. 23 bis 24: ! Unterhaltung und Tanz. Hitler-Jugend Bann 116. Stamm 1/116. 1. Der angesetzte Führerdienst am Dienstag aus dem Trieb fällt aus. Dafür Antreten der Scharführer um 20 Uhr pünktlich am Heim der Fliegergefolgschaft. 2. Antreten der ganzen Führerschaft und der Gefolgschaft 4 am Freitag, 10.3., 20.30 Uhr, Dolks- halle. Bann und llntergau 116 Wetterau. Am Mittwoch, 8. März, 19.30 Uhr, findet die 5. Zusatzvorstellung des HJ.-Theaterringes statt. Zur Aufführung gelangt „Die andere Seite", Drama von R. C. Syerriff. Die Karten sind ab sofort auf der Verwaltungsstelle des Bannes gegen bar abzuholen. Alpenfreunde helfen dem WHW. Am morgigen Dienstag, 20.15 Uhr, veranstaltet der Zweig Gießen-Oberhessen des Deutschen Alpenoereins einen Vortragsabend „Schönheit deutscher Bergwelt", dessen Reinertrag restlos dem Winterhilfswerk zufließen wird. Es wird kein lehrfamer oder dichterischer Vortrag sein, sondern Dr. Krasser, dem als Bergsteiger ein guter Ruf vorausgeht, wird in zwanglöser Plauderei von Bergfahrten in Fels und Eis, von Erlebnissen mit Menschen in den Bergen, von tollen Schifahrten und Klettereien erzählen und Bilder zeigen, die uns die ganze Schönheit der Bergheimat vor Augen führen. Gleichzeitig wird er damit den Menschen der Berge, der in harter Arbeit seine Pflicht tut, dem Verständnis der Volksgenossen im Mittel- und Flachland näherbringen und alpenländisches Brauchtum vor Verzerrungen bewahren. Das Streichquartett der Werkskapelle Hensoldt in Wetzlar wird den Vortrag mit bäuerlicher Musik aus den Bergen umrahmen. Ausstellung Fröbelseminar. Das Fröbelseminar in der Gartenstraße schloß in diesen Tagen seine Jahresarbeit ab, und die zahl- reichen Schülerinnen, soweit sie ihre Ausbildung beendeten, unterzogen sich den vorgeschriebenen Prüfungen. Diese Prüfungen wurden erst am Samstag zu Ende geführt. Trotzdem unternahm es die Leitung der Schule, für den gestrigen Sonntag in einer Ausstellung einen Ueberblick zu geben über die im vergangenen Jahre geleistete praktische Arbeit. Die Schule, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Kinderpflegerinnen und Hausgehilfinnen, wie auch Kindergärtnerinnen für ihre Berufe vorzubereiten, war im vergangenen Schuljahr sehr gut besucht. Außerdem waren viele gut veranlagte Schülerinnen da, und so konnte eine Reihe hervorragender Arbeiten gezeigt werden. Neben der rein hauswirtschaftlichen Arbeit für die Hausgehilfinnen und Kinderpflegerinnen wurde vor allem wieder die Handarbeit gepflegt, ferner aber auch die Bastelarbeit, aus der manches Spielzeug gerade für das Kleinkind (aus wertlosem Material geschaffen) heroorging. Dabei ergab sich eine Fülle des reizendsten bunten Spielzeugs, das S.Jl.-ifport Richter stemmt Weltrekord. Im Rahmen des Mannschaftskampfes in Essen zwischen der Wiener Polizei-Sportvereinigung und dem ASV. Essen 88 stellte der Wiener Anton R i ch - te r im beidarmigen Reißen der Federgewichtsklasse einen neuen Weltrekord auf. Der Wiener brachte 105 Kilogramm zur Hochstrecke und übertraf damit die Leistung des bisherigen Rekordinhabers John Terry (USA.), der bei den Weltmeisterschaften 1938 in Wien 97,5 Kilogramm bewältigte. Herber-Äaier in Essen. Die Essener Eissport-Veranstaltung am Samstag- i abend gestaltete sich zu einem großen Erfolg. Unsere vierfachen Weltmeister Maxie Herber-Ernst Baier zeigten trotz einer leichten Grippeerkrankung eine ausgezeichnete Kür, die von den zahlreichen Zuschauern mit großem Beifall ausgenommen wurde. Auch das junge Dortmunder Paar Lauer - Waldeck fand Zustimmung. Maxie Herber - Ernst Baier zeigten ihr Können auch am Nachmittag bei der dritten HJ.-Veranstaltung. Die Jungens brachten ihnen stürmische Ovationen dar. Kinger-Saukampf Hessen-Niederrhein Der Ringer-Gaukampf zwischen Hessen und Mittelrhein, der am Samstagabend in der Halle der Turngemeinde 1837 Hanau ausgetragen wurde, brachte erwartungsgemäß der starken rheinischen Staffel, in der so bekannte Kräfte wie Nettesheim, Schmitz' und Möchel mitwirkten, einen klaren Sieg. Die 600 Besucher sahen sehr gute Kämpfe, denen Bormann (Hösbach) als Mattenrichter vorstand. Die Gastgeber kamen lediglich im einleitenden Bantamgewichtskampf und im abschließenden Schwergewichtstreffen zu zwei Siegen, während die Rheinländer in den übrigen Begegnungen recht eindeutig überlegen waren und vier von ihren fünf Punkten durch 'Fallsiege errangen. Der schönste Kampf war wohl der im Bantamgewicht, wo Seifried (9./Jnf.-Regt. 15, Kassel) Punktsieger über Mer- scheidt (Köln) wurde. Eine Ueberraschung gab es im Schwergewicht, wo der 36jährige Hanauer Kräcker einen einwandfreien Punktsieg gegen den 12 Jahre jüngeren Kölner Ersen davontrug. Schmitz, Nettesheim, Klug und Westphal gewannen ihre Kämpfe entscheidend, während sich Möchel mit einem Punktsieg gegen Wissel (Hanau) begnügen mußte. Schlesien gewinnt den Reichsbundpokal. Bayern im Reichsbundpokal- Der an Spannung und Ueberraschungen reiche Gauwettbewerb um den Reichsbundpokal 1938/1939 ist am Sonntag in Dresden entschieden worden. Schlesiens Gaumannschaft hat nach den großen Siegen über die Nordmark, die Ostmark und Württemberg auch die letzte Hürde genommen und Bayerns Elf, die man fast so stark wie eine Nationalmannschaft einschätzen konnte, mit 2:1 (1:0) geschlagen. 40 000 Zuschauer wohnten im Ostragehege bei schönstem Sonnenschein dem Kampfe bei und schenkten ihre Sympathien fast ausnahmslos den Schlesiern, die nach ihrem Sieg stürmisch gefeiert wurden. Heber fast die ganze Dauer des Spiels bestimmten die Schlesier die Gangart. Ueberraschend war, daß sie, ganz abgesehen von ihrer unerhört wuchtigen Kampfkraft, den Bayern auch in technischer Hinsicht kaum nachstanden. Bayerns Angriffe gingen meistens von unserem Nationalspieler Lehner ans, weiterhin war der Fürther Halblinke Fiederer mit einigen scharfen Schüssen gefährlich. Aber in der Mannschafts-Arbeit hatten nie Schlesier ein klares Uebergewicht. Die Mannschaften: Schlesien: Tor: Mettke; Verteidiger: Koppa, Kubus-, Läufer: Wydra, Nossek, Langner; Stürmer: Plener, Pischek, Pawlitzki, Schaletzki, Renk. Bayern: Tor: Jakob; Verteidiger: Streitle, Endspiel 2:1 (1:0) besiegt. Schweißer; Läufer: Kupfer, Goldbrunner, Kitzinger; Stürmer: Lehner, Krumm, Färber, Fiederer, Si- metsreiter. Unentwegter Angriff. Das Los gab den Bayern die Wahl, so daß Schlesien gegen den starken Wind den Kampf aufnahm. Die Mannschaft tat es mit einem unerhörten Elan. Mit raschen Spurts waren die Ostdeutschen stets schneller am Ball, und ihre stürmischen Angriff brachten Bayerns Tor sofort und immer wieder in Gefahr. So war es nicht mehr überraschend, als in der 26. Minute durch den Rechtsaußen Plener der erste Treffer für Schlesien fiel. Einige Flankenbälle Lehners setzten die schlesische Deckung, die nicht ganz die große Klasse der bayerischen Abwehr erreichte, unter Druck. Es gab aber nur fünf Eckbälle, die gewehrt werden konnten. In der Folge waren die Schlesier einem zweiten Tor näher als die Bayern dem Ausgleich. In der 48. Minute schon 2:0. Auch nach dem Wechsel blieben die Schlesier in ihren Angriffen äußerst gefährlich. Schon drei Minuten nach Wiederanspiel hieß es 2:0. Jakob hatte einen scharfen Schuß des Linksaußen Renk ins Feld zurückgeschlagen. Pawlitzki ließ den Ball von feüient Körper abprallen zu dem in Stellung gc» laufenen Schaletzki, und gegen den Schuß des schlesischen Halblinken warf sich Jakob vergeblich. Die Bayern wurden nun in ihrem Stürmerspiel forscher, schossen aber zu ungenau. Trotz zeitweiliger Feldüberlegenheit gelang es ihnen erst in der 72. Minute, als der schlesische Mittelstürmer Pawlitzki vorübergehend ausgeschieden war, durch Krumm das Ehrentor zu erzielen. Lehner hatte den Ball schön hereingegeben, Krumm stoppte ihn mit der Brust und drückte ihn über die Torlinie.. Zeitweilig mußten die Schlesier sehr um ihren Vorsprung bangen. Engmaschiges Kombinationsspiel gab den bayerischen Innenstürmern viele Torgelegenheiten, aber sie schossen zu schlecht oder ließen sich von den forsch dazwischenfahrenden Verteidigern den Ball wegnehmen. Fünf Minuten vor Schluß rafften sich die Schlesier, angefeuert von den Sprechchören „Schlesien vor, noch ein Tor", noch einmal auf. In der 87. Minuten lag ein dritter Treffer wirklich nahe, als Renk den Münchener Streitle überspielt hatte und Plener an dem herstürzenden Jakob vorbei nur den Pfosten traf. Auf der Gegenseite hielt Mettke noch einen gefährlichen Kopfball von Färber. Es blieb beim 2:1. Schlesien gewann verdient. Die Schlesier lieferten ein erstklassiges schönes Spiel. Schnelligkeit und raumgreifender Angriff waren seine Hauptmerkmale. Ausschlaggebend für die Niederlage der Bayern war wohl das Spiel des Angriffes. Zeitweilig kombinierte er zwar schön und wirkte auch sehr schnell. Aber vor dem Tor fehlten die Wucht und der ziel- sichere Schuß, die gerade den Gegner auszeichneten. Fußball der Sauliga Hessen. Wertvolle Punkte für Kassel. Im Gau Hessen wurde die Meisterschaftsentschei-- dung noch etwas vertagt, aber dafür sah man fast alle Abstiegskandidaten im Kampf. Die Kasseler Mannschaften BC. Sport und Kuchessen tarnen am Sonntag zu wertvollen Punkten und haben damit die besten Aussichten, dem drohenden Abstieg au entgehen. Sterna Wachenbuchen verlor in Kassel gegen die Kurhessen mit 1:6, und mit 22 Verlustpunkten wird für die Kewa-Leute nichts mehr zu retten sein. Der BE. Sport schlug den VfB. Friedberg 4:1 (1:1) und schloß zum spielfreien SV. Dunlop Hanau auf, der ein etwas besseres Torverhältnis hat. Der VfB. Groß-Auheim blieb auf eigenem Gelände weiter unbesiegt, denn auch Hessen Bad Hersfeld erreichte nur ein Unentschieden (1:1). Mit 16 Derlustpunkten sind übrigens Groß-Auheim und Friedberg noch keineswegs allen Sorgen enthoben! Gau S ü d w e st: FV. Saarbrücken — Eintracht Frankfurt 7 : 5; SV. Wiesbaden — FSB. Frankfurt 3 : 1. Fünf Schwergewichtskämpfe in Frankfurt. Das Programm für die Frankfurter Berufsbox- kämpse am Samstag, 11. Marz, in der „Festhalle" ist jetzt vollständig. Es umsaßt fünf Schwergewichtskämpfe mit der internationalen Begegnung zwischen dem deutschen Meister Waltet Neusel (Berlin) und dem Franzosen Andre Lenglet als Hauptereignis. Den zweiten Hauptkampf bestreiten der deutsche Exmeister Vinzenz Hower (Köln) und der vorzügliche Italiener Santa de Leo, der kürzlich in Dortmund gegen Neusel unentschieden boxte. Der italienische Rachwuchsboxer Awniballi erhielt den Mannheimer Hermann Kreimes zum Gegner, der Frankfurter Kurt Jost trifft auf Jakob Schönrath (Krefeld) und das fünfte Treffen führt den Singener Karl Maier mit dem Ludwigshafener Heinrich Mayer zusammen. Maier konnte erst vor wenigen Tagen in Basel gegen den schweizerischen Meister Walter von Büren ein Unentschieden erzielen, während Mayer zuletzt in Berlin mit Marohn unentschieden kämpfte. Das Radball-Dreiländer-Turnier in Hamburg sah Deutschland vertreten durch Dietz- Drzewecki vom Post-SV. Hamburg siegreich. Die Hamburger schlugen die französische Mannschaft Gebr. Weichert mit 11:7 und die belgische de Vos- Rogghe mit 9:1 Toren. Meisenvolk. Von Karl Scherer. Die Loggia des schönen Barock-Landhauses im Westen der Stadt ist winterlich kahl und öde, leere Blumentöpfe stehen auf dem Boden herum, die Ranken des Pfeifenstrauchs, die aus der Tiefe heraufkommen, schwanken blattlos im eisigen Ostwind, und auf dcn Blumenkästen liegen winzige Schneewehen. Die Doppeltür öffnet sich, ein alter Herr in Samtkäppchen und warmem Flauschrock tritt heraus, füllt das Futterhäuschen mit Hanf und Sonnen- blumenternen und bindet ein Gänsegerippe und einen Talqring an die Drähte des Spaliers. Der Einsame liebt die Tiere; er weiß, seine kleinen Freunde, die Vögel, leiden jetzt Not. Spatzen und Grünlinge, Schwarzamseln und Stare sind bald zur Stelle; der Greins aber wartet hinter dem Vorhang aus seine Lieblinge, das fröhliche Volk der Meisen, die uns auch im kältesten Winter nicht verlassen. Die große Meisenfamilie ist in ihren Spielarten nach Form und Farbe sehr verschieden; alle aber sind quicklebendige, zierliche Strichvö^elchen, die in Herbst und Winter in Flügen durchs Land ziehen und überall auch dort noch etwas finden, wo andere Vögel das Nachsehen haben. In dem verschneiten Fichtenbestand am Berghang tragen die Kronen der alten hohen Bäume goldbraunen Zapfenbehang. Jetzt schwirrt ein Schwarm schwarz-weiß-qrüner Kohlmeisen aus dem nahen Föhrenholz im Äellen- flug heran; „jü, jü, jü". Das zirpt und pfeift, lockt und ruft, pickt und bohrt, und bald hängt an jedem Zapfen ein bunter Schlüpfer, der emsig wirkt, die dach^iegelortig deckenden Schuppen zu öffnen, um fie ihrer Samenfrüchte zu entledigen. Dann ziehen sie weiter noch dem Eichenhochholz. Ein Eichenstamm ist ein prächtiges Revier, eine unerschöpfliche Fundgrube; denn jede Borkenfurche birgt etwas für den Schnabel. Dort legt eine Meisenfrau verkapselte Schmetterlingseier bloß, die andere schält eine Käferlarve aus, und der Meiserich findet die Puppe eines Eichenwicklers. Auch der Waldboden gibt etwas her, wo der Wind eine Blänke freilegt. Aus Alllaub und Moos holen die fleißigen Arbeiter win- 'lerftarrc Kerbtiere hervor; selbst in der faulenden Rinde des Fallholzes findet sich Genießbares und die verstreuten ölhaltigen Kerne der Bucheln sind die Krone aller Genüsse. So schlägt man sich durch den Winter. Dann aber kommt der Mai. Die Erde erwacht, es keimt und sproßt in Moos und Strauch, und die ersten Käfer und Mücken surren durch die sonnige Luft. Im Hartriegelbusch am Waldsaum wird ein zärtliches Sümmchen laut: „Zidüi, zidüi, zizidä, zizidä", und aus den knospenden Zweigen der silbergrauen Rotbuche antwortet es werbend und lockend: „Pink-pink, tülidi. tülibi". Dann fliegt das Blaumeisenhähnchen herab, hockt schwanzwippend handbreit neben der Erwählten und ruft und girrt. Doch so schnell gibt die Erkorene das Jawort nicht; schon sitzt an ihrer anderen Seite, einem winzigen Auerhahn vergleichbar, ein zweiter Bewerber und trägt eine schmelzende Romanze vor. Im nächsten Augenblick fahren die Nebenbuhler gegeneinander und wirbeln, ein blaugelbes Federbällchen, zu Boden. Ein wildes Raufen hebt an; die Krallen hacken, die kurzen Schnäbel stechen wütend auf den Gegner ein; das Gefieder plusternd, balgen sich die tapferen Dogen im Dürrlaub, bis der zerzauste Eindringling davonflattert und der triumphierende Sieger sich nach der Gesponsin gesellt. In dem säulengeraden Schaft der alten Wintereiche zwischen den Föhren klafft zwei Stockwerk hoch über dem Boden eine enge Höhle, die tief ins Innere greift; wie ein Mausloch ist der runde Spalt anzuschauen, der nur.dem schlanken Meisengeschlecht den Zugang gestattet; ihn hat das Pärchen zur Herberge und Wiege erwählt. Unverdrossen fliegt es ab und zu, glättet die Höhle sauber aus und schafft allen Unrat ins Freie. Von der letzten Treibjagd liegt in der Fichtenschonung ein verluderter Fuchs, der dort verendete, ohne gesunden zu werden. Den Kern haben die Krähen geholt, der Balg ist verrottet, doch die feinen seidenweichen Haare liefern prächtigen Stoff zur Polsterung der Wohnung, auch Federn und Moosblättchen finden sich überall. Bei der Meisensippe gilt der Grundsatz der Arbeitsteilung: Hahn und Henne sitzen wechselweise getreulich auf den Eiern, und am dreizehnten Tage zirpt es fein und leise aus der dunklen Höhlung. Nach acht Tagen gleichen die Meisenkinder grauen Mäuschen, nach einer weiteren Woche flattern sie ins nahe Buschwerk — wie nach der Schnur ausgerichtet, hocken die Gelbschnäbel auf einem waagrechten Himbeerreis, während die Mutter eine Buchenspinnerraupe für sie zerhackt. Da schrillt eine Schwarzamsel ängstlich und durchdringend, ein Baumrutscher schnarrt, Spiegelmeisen zetern und lärmen — ein Nußhäher, der Mörder, der wie Elster und Krähe keine Nestlinge raubt, ist herzugestrichen und mustert lüstern die sieben Rekruten auf dem goldbraunen Aestchen: kopfüber retten sie sich unter dem erbosten „zerrr, zerrr" der Alten in die dichten Brombeerhorste. Im Bergwald haben sich die Märzstürme ausgetobt, Schneegestöber und Graupelschauer fahren noch einmal durch die Bäume. Doch die Sonne duldet kein Weihes, es lenzt an Busch und Baum, und der warme Föhn verwandelt die letzten Flocken in rinnende Bäche. In der alten Wetterfichte am Waldrand, grau vom Baumbart und Flechten, rutscht ein Spechtmeisenpaar auf und ab. Im Graben hat das Weihchen eine Haselnuß entdeckt; sie aufzumeißeln, kostet Zeit und Mühe. Doch es gelingt, der Kern wird von der trocknen braunen Hülle befreit und der seltene Leckerbissen verzehrt. Der Hahn hat sich unterdessen einen Frostspanner und ein paar Röhrenspinnen einverleibt. Nun fliegt er luftig flötend der Henne nach, die am Wipfelstamm an einem Astloch schafft, in dem im Vorjahr ein Buntspecht nistete. Sie spielt die Spröde, als ginge sie das zärtliche Gezirpe des verliebten Freiers gar nichts an. Doch bald füllt ein Gelege winziger weißer, rostrot getüpfelter Eier die Höhlung. Und nun beginnt der kleine Maurer die Arbeit, die ihm den Namen „Kleiber" verschaffte. Im Tal liegt eine Mergelkuhle. Aus dem feuchten Grund der Senke wird ein Lehmklümpchen nach dem anderen geholt und sorgsam an den Rand des Nistspaltes geklebt, sestaeknetet und glattgestrichen. Das geht so anderthalb Wochen von früh bis zur Dämmerung, die Schutzmauer wächst zusehends, zumal die Kleiberfrau fleißig hilft, bis das Türchen ihr eben noch den Einschlupf freigibt. Die Lehmwand erstarrt, kein Specht oder Star, keine Eichkatze' vermag sie einzudrücken und das Brutidyll zu stören. Emsig füttert der kleine Mann die Frau in der Höhle, und zwischen den Flügen singt er dem braven Weibchen auf dem Dürrast am Stamm ein lustiges Lied. Hochschulnachrichten. Aus dem Deutschen Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht Berlin scheidet Dr. Walter Koehn aus, der cis Dozent an die Hochschule für Lehrerbildung in Würzburg berufen ist. Dr. Koehn betreute im Zentralinstitut die allgemeinen Fragen der Volks- und Mittelschule und die der rassischen Erziehung und nahm an der Bearbeitung des Reichs- lesebuches für Volksschulen wesentlichen Anteil. Dr. Koehn, der durch seine Zwillingsuntersuchungen bekannt geworden ist, wird in Würzburg den Lehrauftrag für Biologie, Erb- und Rasselehre verwalten. An seine Stelle tritt Studienrat Heinrich Gaese, der bisher nebenamtlicher Mitarbeiter des Zentralinstituts war. Geschichten von Professoren und Studenten. Zu dem Berliner Professor Christiani tarn einst ein blutjunger Stubent, dem der Genuß der neuen Freiheit keine Zeit zum Besuch der Vorlesungen gelassen hatte, um sich über ein bei dem Professor nicht gehörtes Kolleg den vorschriftsmäßigen Vermerk eintragen zu lassen. Der Professor betrachtete nachsinnend den jungen Mann und bemerkte, daß er ihn niemals in der Vorlesung gesehen habe. Der Student errötete und erwiderte, indem er auf die oberste Bank des terrassenförmig ansteigenden Hörsaales zeigte: „Ich habe immer dort ganz oben gesessen!" « Christiani zeichnete lächelnd seinen Namen in das Anmeldebuch und sagte: „Ich muß Ihnen eine Geschichte erzählen, die ich in meinen Studentenjahren erlebte. Damals schrieben die Professoren auch noch Urteile über den Fleiß ihrer Hörer in das Anmelde- buch. Da kam ich einmal zu einer meiner Lehrer der mir „fleißig" einschrieb, an das Wort aber einen langen Strich machte, der über die ganze Seite des Heftes ging und mit einem langen Schwanz eine entfernte Ähnlichkeit hatte. Ich fragte, was das zu bedeuten habe. Da antwortete mein Lehrer: »Fleißig — geschwänzt!*" * Im Jahre 1888 erhielt der Rektor der italienische" Universität Pisa folgenden von zweitausend Personen unterzeichneten Brief: „Erbarmen sich Eure Magnificenz in gütiger Einsicht und Gerechtigkeit der armen Bewohner und geplagten Bewohnerinnen der Straße Santa Maria. In dieser sonst so ruhigen Straße hört man jeden Morgen, sobald die Sonne am Horizont erscheint, furchtbare, langgezogenc Trompetenstöße, ähnlich denjenigen, welche die Mauern Jerichos zu Fall brachten. Der dieses barbarische Instrument bläst, ist ein Student, und er weckt mit diesen Schreckenstönen seine Kollegen auf. welche in der Gasse wohnen und gemeinschaftlich eine amerikanische Weckeruhr für den ersteren gekauft haben. Es kommen jetzt nämlich bald d>e furchtbaren Tage der Prüfungen, und die Studenten müssen die verlorene Zeit wieder einholen. Der gott' lose Störenfried bläst nun so lange, bis alle sieb' zehn Aufzuweckenden mit kleinen Handtrompeten ihr Aufstehen gemeldet haben. Steuern Eure Magm- ficenz diesem furchtbaren Unfug, ixr uns unsere Ruhe raubt, und seien Sie unserer ewigen Dank' barfeit versichert." A. N. Lim den Adler-Preis des ReichssporWrers. Berlin, Ostmark, Niederrhein und Sachsen in der Vorschlußrunde. Wie sehr sich das Kräfte-Derhältnis der deutschen chindballgaue innerhalb eines Jahres verschoben hct, zeigten die Vorrundenspiele zum diesjährigen Wettbewerb um den Adlerpreis des Reichssport- fiijrcrs deutlich genug. Die Ergebnisse der Zwischen- jiidx nun sind dazu angetan, diese Erkenntnis noch zi verstärken. In der Reichshauptstadt kam Berlin- Pvck Brandenburg zu einem klaren 8:3-(3:0-)Sieg üler Westfalen, die Ostmark kämpfte in Graz den tzirjährigen Zweiten, Schlesien, 10:9 (5:5) nieder, in Kassel unterlagen die tapferen Hessen dem Rie- -irrhein nur knapp mit 3:4 (1:1) und Sachsen hauchte in Chemnitz Verlängerung, um über Baden 91 (7:7, 4:4) siegreich zu bleiben. Hessen wehrte sich tapfer. Hessens Handballmannschaft war auch im Zwi- süenrundenspiel um den Adlerpreis in Kassel vor 2630 Zuschauern gegen den starken Gau Niederrhein weder ein Gegner, der alle Achtung abzwang. Ge- gci die starke hessische Hintermannschaft mußten die R einländer mit allem Einsatz stürmen, um einen glücklichen, wenn auch verdienten 4:3-(l:l-)Sieg zu et'nmpfen. Bezeichnend für den kämpferischen Ehr- g^z der Hessen ist, daß sie bei dem fast hoffnungs- jjsn Rückstand von 1:4 noch einmal zu energischen Ägenstößen ansetzten und bis 3:4 aufholten. die Hessen traten in der vorgesehenen Aufstellung Qi In der Niederrheinelf fehlte der wurfstarke Dippertaler Braselmann. Die Gäste fanden sich ttit dem schlechten Boden weitaus besser ab und bedrängten die hessische Hintermannschaft sofort mit schnellen Angriffen. Hier waren aber die beiden Verteidiger Siebje und Brohm bestens auf dem Posten, und Torhüter Merget meisterte sicher einige scharfe Schüsse der niederrheinischen Stürmer. Bald fanden sich auch die Hessen zu zügigen Angriffen zusammen, bei denen besonders Mittelstürmer Eichhorn für Linie und Schwung sorgte. In der 16. Minute erkämpften sich die Hessen denn auch durch einen Straswurf, den Blatt scharf ins Netz schickte, die Führung. Die Folge waren verstärkte Angriffe der Rheinländer, die auch in der 26. Minute durch den Halbrechten Daun (Strafwurs) zum Ausgleich kamen. e Nach der Pause gingen die Niederrheinischen zu einem Generalangriff über, dem die hessische Verteidigung trotz ihres unentwegten Einsatzes nicht ganz gewachsen war. Dr. Reker verwandelte in der siebten Minute einen Strafwurf zum 2:1, und der gleiche Spieler schloß drei Minuten später einen schneidigen Durchbruch mit einem dritten Treffer ab. Als bereits nach abermals zwei Minuten Daun für den Niederrhein auf 4:1 erhöhte, schienen die Hessen eine hohe Niederlage nicht mehr vermeiden zu können. Da aber erwachte noch einmal ihr Kampfeifer. Bald hatte Eichhorn durch einen Strafwurf einen Treffer aufgeholt, und gegen Schluß warf der rechte Läufer Lange noch ein drittes Tor und gestaltete damit die Niederlage für die tapferen Hessen recht ehrenvoll. Handball im ASRL. - Kreis Gießen. Turn-Lerein Holzheim Sieger der 1. Kreisklasse! ■ Der gestrige Sonntag hat insofern eine Entschei- th-ig gebracht, als es dem To. Holzheim gelang, feien bereits vorausgesagten Titel endlich sicher- ^itellen. Damit steht fest, daß die Mannschaft, die si: schon seit Jahren um den Aufstieg in die De- zicksklasse bemüht, endlich gelungen ist, ihren inter- eherten Zuschauern „etwas anderes vorzusetzen". D r gratulieren dem alten Handball-Pionier zu jenem Erfolg und erwarten, daß er sich auch im kommenden Jahre entsprechend behauptet und dem gi en Ruf, der ihm vorausgeht, alle Ehre macht. Auch in der B e z ir k s k l a s se gab es eine ge- w se Vorentscheidung. Der MSV. „Barbara" hat fit durch einen sicheren Sieg über den führenden Mo. Gießen an die Spitze gesetzt und dürfte, wenn ni^ts Unvorhergesehenes mehr dazwischen kommt, bilden Platz behaupten. Zwar konnten auch die Flieger wieder gewinnen, fit werden aber kaum noch etwas ausrichten kön- ttti. Auch der Mto. sollte durch diese Niederlage, di wie ein Blitz aus heiterem Himmel kommt, den Afschluß endgültig verloren haben. -Luftwaffe — Heuchelheim 12:2 (6:1). Die Luftwaffe hatte, obwohl sie eine ersatzgeschwächte Elf zur Stelle hatte, von Anfang an mehr vom Spiel und gewann wie sie wollte. Die Gäste spiellen ebenfalls mit Ersatz antretend, zusammenhanglos und mußten die Ueberlegenheit der Flieger auch zahlenmäßig anerkennen. Tu. Ahbach — Io. Holzheim 8:9 (4:2). Tv. Dutenhofen — Tv. Dillenburg 10:4(5:1). Das Spiel in Atzbach war abgesetzt worden, wurde aber bann noch im letzten Augenblick für Sonntagvormittag neu anberäumt. Es war auch gut fo; denn nunmehr ist die seit langem fdjroebenbe Frage endlich beantwortet. Zwar fiel es den Gästen nicht leicht, die Oberhand zu behalten, es sah sogar zeitweilig so aus, als ob die Platzbesitzer für eine Ueberraschung sorgen wollten. Im Feldspiel waren sich beide Gegner gleichwertig, im Torwurf aber oft unentschlossen. Was Holzheim gewinnen ließ, war die Ausnutzung der Strafwürfe und der entschlossene Einsatz eines jeden einzelnen Mannes. Dutenhofen zeigte diesmal eine ausgezeichnete Leistung. Die Mannschaft war trotz Ersatz jederzeit auf der Höhe und gewann sicher und unangefochten. Mit diesem Siege sind die Aussichten, Tabellen- zweiter zu werden, weiter gestiegen. mdbALokalkamps MSI. ,Iarbora'-MTS. 9:4 (6:2) | Das Spiel auf dem Platz des MSB. entschied über Tabellenführung. Die Artilleristen konnten ihren Ei^geszug fortsetzen und mit diesem schönen Erfolg [Spitze in ihrer Staffel übernehmen. Sie führen mit 17:3 Punkten vor dem Mtv., der ein Punkte- ältnis von 14:4 aufzuweisen hat. ie gestrige Begegnung brachte nicht den erwarteten en Kampf, da die Männerturner leider mit Ersatz :eten mußten. Unter diesen Umständen hatten Schwarzweißen leichtes Spiel, sie zeigten aber i nicht die gute Form, die ihnen zu ihren letzten jen Erfolgen verhalf. Der MSV. nahm sofort das elgeschehen in die Hand, und schon nach kurzer : stand es 3:0. Dann gelang es den Männerturnem Tor aufzuholen und das Spiel ausgeglichen zu Uten. Die Angriffe der Gäste waren aber nicht M'chschlagskrästig genug und zu sehr auf die Mitte Zentriert. Dort rannten sie sich bann in der guten Abwehr der Platzbesitzer fest. Dagegen waren die Angriffe der Artilleristen wuchtiger und schneller, und nur Pech verhinderte, daß die Halbzeitführung des MSV. deutlicher wurde. Eine schöne Einzelleistung des Linksaußen brachte das 4:1. Durch Strafwurf erzielte der Mtv. seinen zweiten Erfolg, aber dann wurde Barbara wieder überlegen und zog bis zur Pause auf 6:2 davon. Nach der Pause überraschten die Männerturner mit zwei blitzschnellen Angriffen die schwarzweiße Verteidigung und verkürzten auf 6:4. Jetzt zogen aber die Artilleristen los. Der Gegner wurde in die Verteidigung zurückgedrängt. Mit aller Macht wehrten die Gäste ab und nur durch Weitschüsse kamen die Soldaten zu ihren letzten drei Toren. Allerdings hatten sie auch mit vielen Schüssen Pech. Die wenigen Angriffe der Turner, die mit schönen Schüssen abgeschlossen wurden, scheiterten an dem glänzenden Torwart der Artillerie. Gegen Schluß wurde der Kamps wieder ausgeglichener, und so entsprach das Ergebnis auch vollauf den gezeigten Leistungen. — Es ist schade, daß der Mtv. nicht mit kompletter Elf antreten konnte. Die eingestellten Ersatzleute bewährten sich nicht. Bei den Soldaten überragten der Torwart und der Mittelläufer. Die übrigen Spieler waren sehr eifrig, aber trotzdem klappte es in der Elf nicht so wie sonst. Kurze Sportnotizen. Beim Tennisturnier in Monte Carlo gab es eine Reihe deutscher Niederlagen. Heinrich Henkel wurde von dem Franzosen Pierre Pellizza mit 6:2, 6:2 geschlagen, und im Doppel verloreit Henkel-von Metaxa gegen die Franzosen P^tra- Lesueur mit 2:6, 6:4, 6:3, 3:6, 3:6. Weltmeister Erich Metze kam bei den Schluß-Radrennen in der Stuttgarter Stadthalle am Samstagabend zu einem neuen Erfolg. Er gewann das Steherrennen um den „Preis der Na« tionen" mit 7 Punkten vor dem Franzosen A, Wambst (6) und dem Belgier Meuleman (3). Im Berufsfahrer-Omnium siegte Weimer (Stuttgart) vor Plappert (Stuttgart). „Teutonia" Steinberg Aleisier 1938/39! Die Entscheidung ist gefallen. Die Teutonen haben sich durch den Sieg über die Blau-Weißen wohl endgültig in Besitz der Meisterschaft gesetzt. Daran können auch die beiden noch ausstehenden Spiele nichts mehr ändern, da ja selbst beim Verlust derselben ein Torverhältnis vorhanden ist, das wohl schwerlich von einem der Verfolger noch aufgeholt werden kann. Wir können deshalb schon heute -den Teutonen unsere Glückwünsche aussprechen über den Erfolg, der in einer Reihe von schweren Kämpfen errungen worden ist und seine Krönung in der Erfüllung des nunmehr weiteren Zieles, nämlich dem Aufstieg zur Gauliga finden soll. Die Spiele der zweiten Zwischenrunde uttf den T schäm mer-Pokal hatten folgende Er? gebnisse: HfB.-R. — Ehringshausen 7:0 Wetzlar — Naunheim 2:0 n. Verl. Sinn — Frohnhausen 2:3 Der VfB.-R. dokumentierte seine Ueberlegenheit durch einen hohen Sieg über Ehringshausen. Der Kampf in Wetzlar zwischen dem Sportverein und Naunheim fand erst in der Verlängerung seine Entscheidung zugunsten der Domstädter. Bei der Begegnung Sinn — Frohnhausen setzte sich das bessere spielerische Können der „Dränier" durch. ßatfer MisterschajNamps an der Neunmhle. 2:1 für Teutonia Watzenbarn-Steinberg. Der Kampf um die Entscheidung in der Bezirksklasse Gießen, der Kampf, der den tapferen „Teutonen" endgültig die Meisterschaft bringen sollte, die Begegnung mit der Elf der Spielvereinigung 1900, fand nicht die günstigsten Umstände. Die Vorverlegung des Spieles auf die Mittagsstunde, wirkte sich sicherlich auf die Zuschauerzahl ungünstig aus, der anhaltend heftige Regen, der gerade um die Mittagszeit niederging, verbreitete nicht die beste Stimmung für den Kampf, der Schiedsrichter mar zum Zeitpunkt, da das Spiel beginnen sollte, noch nicht da und so begann das Spiel, zunächst von einem Ersatzschiedsrichter aus Garbenteich geleitet, schon mit einer halben Stunde Verspätung. Nach zwei Minuten traf dann der angefetzte Schiedsrichter ein und das Spiel wurde noch einmal begonnen. Trotz aller ungünstigen Umstände hatte man sich entschlossen, das Spiel als Entscheidungsspiel durchzuführen. Bedingt durch all diese reichlich ungünstigen Begleiterscheinungen nahm das Spiel allerdings nicht ganz den Verlauf, der wünschenswert gewesen märe. Es rnurde reichlich hart gespielt. Jedenfalls hätte bei dem Sonnenschein, mie er in der vergangenen Woche herrschte, alles ganz anders ausgefehen! Immerhin, die Teutonen sicherten sich die Meisterschaft, die sie sich in vielen harten Kämpfen und durch ihren begeisterten Einsatz verdient hatten. Daß das Spiel gestern allerdings auch zugunsten der Spielvereinigung Ergebnis hätte lauten können, darüber war sich sicherlich jeder Zuschauer klar. Dem Schiedsrichter Pfeiffer stellten sich die beiden Mannschaften in folgenden Aufstellungen: 1900: Herbst (3/116) Pankok (2/116) Lippert (2/116) Rensing Quick Schäfer Löbsack Krämer Zeller Hormel Heuser Buß Haus Schmandt Däublin Lang ' Naumann Hederich Schmidt Fett Schmandt „T e u t o n i a": Happel 1. Halbzeit für „Teutonia". Es war nicht verwunderlich, daß das Spiel unter einiger Nervosität begann. Viele Bälle gingen (übrigens während des ganzen Spieles) ins Aus. Ungenau war die Ballabgaben. Dann fanden sich überraschend die Gäste und zeigten trotz des schweren Bodens das bessere Zusammenspiel. Die Platzbesitzer kamen dagegen gar nicht auf Touren, wirkten längst nicht als Mannschaft und mußten es sich auch gefallen lassen, daß es nach den ersten beiden Ecken für 1900 auch das erste Tor für die Spieloereinigung gab. Heuser landet einen tadellosen Schuß, der für Happel nicht ohne weiteres zu halten gewesen wäre. Für dieses Tor ließen sich die Teutonen einen Deckungsfehler zu schulden kommen, indem die Verteidigung den Torschützen unbedrängt gewähren ließ. Nach diesem Erfolg des Gegners besannen sich nun die Teutonen auf ihre Kraft. Sie legten nun mächtig los, und nachdem sie eine Ecke für die Spielvereinigung glücklich abgewehrt hatten, zogen sie elanvoll vor des Gegners Tor und setzten sich dort anhaltend fest. Dabei wurde aller- A wirkt schmerzstillend- 1 ■erfrischend-belebend ■ Amol Karmelitergeist ab 80 Pf. in allen Apotheken u. Drogerien. bings das Spiel immer wieder auf die Innenstürmer konzentriert, so daß die Verteidigung der Blauweißen unschwer zum Zug kam und immer wieder Erfolge, die um diese Zeit in der Luft lagen, verhindern konnte. Der vorzügliche Rechtsaußen Lang blieb dabei immer etwas zu wenig beschäftigt. Erst durch einen Strafstoß, von Fett aus 20 Meter Entfernung wundervoll placiert getreten, schafften den vielbejubelten Ausgleich. Für die Plahbesitzer gab es dann wenig später einen Anlaß zu großem Jubel. Schmidt, der rechte Läufer, stieß, als er das Leder vor die Füße bekam, mit größter Geschicklichkeit vor, umspielte die Läufer und die Verteidiger, wie sie sich ihm in den Weg stellten und schoß dann noch aus dem Lauf ein. So hieß es also nun 2:1 für die Teutonen! Wohl noch niemand ahnte, daß dieses Tor die entscheidende Spielphase für die Meisterschaft sein sollte. Unter drückender Ueberlegenheit der Platzbesitzer ging die erste Halbzeit zu Ende. 1900 dreht auf! In der zweiten Spielhälfte sah alles ganz anders aus. Der Sieg der „Teutonen" war ständig in Gefahr. Mühsam wurde von den Platzbesitzern der Vorsprung gehalten. Unaufhörlich rückten nun die Blauweißen mit überlegener Technik vor das Tor der Platzbesitzer; sie stießen dabei aber auf eine verzweifelt abwehrende Verteidigung, der die Läuferreihe aushelfen mußte. Nur wenige Durchbrüche gelangen den Teutonen noch, die aber von Pankok und Lippert sicher zurückgeschlagen wurden. Es gab im Verlaufe der zweiten Spielhälfte einige klare Chancen für die Blauweißen, aber das Glück As Wöchm WO. Nomon von Walther ßloepffer. VZ5 12 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Hs sie hinter ihrer Flasche Erlauer saßen, legte ii|fer los. Er berichtete von seinem Auftrag, mit iri argentinischen Herrn zu verhandeln, und von mi ungeahnten Erfolg dieser Stunden. Es war gar icit zu glauben, was eine Armee brauchte an Me- iLimenten, Ampullen und Verbandsstoffmetern, n wieviel davon den Hegemann-Werken zur Liefe- iirgg überlassen worden mar. Es hatte nur immer chtißen: „Gut, notieren Sie ...", und dann folgten mindelerregende Zahlen. Tinser vergaß auch nicht, il) ein wenig herauszustreichen, und das durfte er lil Fug und Recht. Denn die Höhe des Auftrags ia: nicht zuletzt die Folge seiner Geistesgegenwart, tr-r Liebenswürdigkeit und seiner vollendeten Be- :r[d)ung der Sprache. Der beigegebene Herr aüs :r Derkaufsabtellung hatte ihn nur mit trockenen Weisen unterstützt. Tinser schloß: 3d) will Sie nicht mit englischen Pfunden und mrikanischen Dollars behelligen, lieber Herr Gte- th aber sagen Sie selbst: habe ich meine Aufgabe |il gemacht oder nicht? Glauben Sie, daß der Ches rii mir zufrieden ist?" ,Ra und ob", sagte Gieseke anerkennend. „Aber ert übermütig werden, junger Herr, wenn ich stsen einen Rat geben darf. Immer feste so irrer." „Will ich ja", stimmte Tinser begeistert bei. „Sie llr'en gar nicht, was mir die viele Arbeit für e >M Spaß macht. Ich habe bisher ein bißchen ge- siisnzt, müssen Sie wissen, aber damit ist jetzt end- g.l ig Schluß. Herr Gieseke, Sie sind so ein ehrlicher p* Mann, der nicht rechts und nicht links schaut p nur immerfort feine Pflicht tut; — Ihnen habe in Hinein Herz ausschütten müssen. Prosit, Herr hteete!" 2xr ehrliche Mann, mitgerissen von Tinsers !än, stieß an, seufzte, trank einen wackeren Schluck Ut geriet ins Grübeln. „Sehense, Herr Baron, ich bin zu Hegemann gewinnen, wie er noch ein kleiner Fretter war. Die Üwenbottiche haben wir damals noch mit der Hand Viserührt, und im sogenannten Maschinenhaus roen lediglich ein paar veraltete Vehikel mit tt-enfeuerung. Heute ist das ja anders. Der Hege- irn hat sich eben Ijerausgegrbeitet. Und warum? Weil er bienenfleißig mar, weil er ein Köpfchen hatte und weil er einer von der Sorte „anständiger Kaufmann" ist. Es geht nur mit Ausdauer und Anständigkeit, alles andere ist Spiegelfechterei und hat keinen Zweck. Man muß streben, aber man soll kein Streber sein. Werden Sie auch so, Herr Baron, und es wird nicht fehlen. Man schätzt Sie hier im Werk, Herr Baron, das höre ich jeden zweiten Tag und das freut mich." Er nahm einen neuen Schluck und fuhr weiter: „Weil Sie vorhin „ehrlich" sagten, muß ich etwas berichtigen. Das mit der „Tochter" stimmt nicht ganz. Ich hatte eine. Es war mir aber unangenehm, daß Sie davon anfingen. Wir find feit zehn Jahren schon über Kreuz. Seitdem kenne tdj sie nicht mehr. Weiß auch nicht, wo sie sich gegenwärtig herumtreibt." Er trank mit verfinsterter Miene sein Glas leer und Tinser schenkte es wieder voll. Nach einer Weile sagte Gieseke roie zur Entschuldigung: „Sehense, ich bin gewiß fein Unmensch. Mit mir läßt sich reden. Aber was zu arg ist, ist zu arg. Solche Sachen — nee, da gibt der Emil Gieseke seinen Segen nicht zu. Da bat man nun ein Kind, freut sich über das putzige Dingelchen, sieht es voll Stolz heranwachsen, läßt es Schulen durchmachen, Handelskurse, Schreibmaschine und so'n Zeug, damit es sich im Leben einmal anständig fortbringt und nicht aufs Heiraten angewiesen ist... Man schränkt sich ein wegen so einem Kind, raucht nur die billigsten Stinkadores, läuft mit gewendeten Anzügen herum, damit das Mädel ja sein neues Kleid kriegt und flott daher kommt, und dann — was ist das Ende und der Dank? Dann läßt sich die Person mit so einem Leichtfuß ein, der eine große Schnauze hat aber keine Stellung und sie sitzen läßt. Neunzehn war sie damals, als sie Muttern vorheulte, es wäre etwas Kleines unterwegs. Pfui Deibel." Gieseke stürzte ein halbes Glas hinunter und knackte die Zähne aufeinander. Tinser schwieg. Was hätte er auch sagen sollen? Es war nicht ratsam, sich in so etwas einzumischen. „Verzeihen Sie, Herr Baron, wenn ich Ihnen da etwas vorquatsche. Aber manchmal überfällt cs einen eben fo, und bann ist es gut, wenn man an einen hinreden kann. Das ist wie vorhin bei Ihnen. Sehense, jedes Kind bedeutet für die Eltern eine Hoffnung. Man legt in so ein Kind alles hinein, was man selbst an unerfüllten Wünschen mit sich berumträgt. Und dann kommt so ein Gör mit einem Kerl an und schlägt einem alles kaputt. Schmeißt sich weg, weil so ein Bruder ihr ein bißchen Sums vormacht. Allez umsonst gewesen die .Erziehung, die guten Worte, das Beispiel. Man muß das bloß, mal zu Ende denken. Und da hab' ich mir gesagt: aus und raus! Wenn meine Alte auch geflennt hat. In dem Punkt bin ich von Eisen; da beißt einer auf Granit bei mir." Gieseke führte schon wieder das Glas zum Mund. Er war voll aufgewärmter Wut und neu erweckter Trauer, die er zu ertränken suchte. Er sprach sonst nie über diese Dinge, aber heute, er wußte selbst nicht warum, war ihm die Zunge gelöst. Vielleicht hing es damit zusammen, daß er den jungen Tinser gern leiden mochte. „Mir kommt es vor, als wären Sie ein bißchen zu schroff gewesen, Herr Gieseke", meinte Tinser versonnen. „Kennen Sie denn jenen Herrn, mit dem Ihre Tochter damals solches Pech hatte?" „Nee, den kenne ich nicht; wird schon ein rechter Windhund gewesen sein." „Sie dürfen das nicht ohne weiteres behaupten, Herr Gieseke, nehmen Sie es mir nicht übel. Wer weiß, was den beiden alles dazwischengeraten ist. Gott, eine schwache Stunde kann jeder einmal haben", verteidigte Tinser. „Schöne schwache Stunde!" brauste Gieseke auf. „Na, lassen wir das. Es kommt nichts dabei heraus und Sie regen sich nur auf", beschwichtigte Tinser und widmete sich seinem Wein. Gieseke schwieg. Es war ein feindseliges verbohrtes Schweigen, währenddessen der alte Mann der großen Tragödie seines kleinen Lebens nachhing. Das Weiße in seinen Augäpfeln schimmerte rötlich wie bei Leuten, denen ungewohnter Wein zu Kopfe steigt. Er grübelte verbissen vor sich hin. Kein Mensch konnte in diesen Minuten so einsam sein wie er. Er sinnierte sich in einen richtigen Haß hinein, auf feine Tochter, auf Gott und die Welt. Tinser überlegte: Wenn der noch lange so sitzt und seinen Kummer wegsäuft, habe ich die schönste Weinleiche. Ich will machen, daß wir wegkommen. Er zog stirnrunzelnd seine Uhr.^ „Was! Schon halb vier. Donner und Doria, da darf ich mich aber auf die Strümpfe machen. Bedienung! Zahlen! Sie entschuldigen mich, Herr Gieseke!" „Warten Sie, ich gehe mit", murmelte Gieseke und erhob sich schwankend. „Ich habe, scheint's mir, zu rasch hineingetrunken. Na, so was?" „Ich fahre Sie natürlich zurück", erbot sich Tinser. Als die beiden im Auto saßen, dessen Vorzüge Gieseke jetzt nur sehr unklar zu schätzen wußte, stotterte er: „Ich glaube, ich bin wahrhaftig beschwipst. So 'ne Schande. Man ist gar nichts mehk gewöhnt. Warum fohr§u .Sie denn sq schnell?" „Ich fahre nicht schneller als sonst. Das kommt Ihnen nur so vor. Na, da wären mir ja. Ich bringe Sie noch die Stiege hinauf." Er schob seinen Arm unter den des andern, bugsierte den alten Mann durch den Hausgang, die Treppen hoch half auf- schließen und geleitete seinen Schützling schließlich durch den Korridor in die Schlafkammer. Gieseke riß die Augen auf. „Mensch, was da steht, ist doch mein Bett! Was tu ich jetzt mit dem Bett, ich habe doch Dienst", kam es weinerlich von seinen Lippen. „Sie müssen jetzt vor allem mal schlafen, lieber Gieseke. Das mit dem Dienst regle ich schon. Ich sage dem Pförtner, daß Ihnen nicht wohl ist. Dann kommt kein Mensch dahinter, daß wir ein wenig unsolid waren. Ich wiederhole: eine schwache Stunde hat jeder. Das sehen Sie nun an sich selber. Wie steht es denn mit Ihrer Frau? Soviel ich weiß, ist doch eine Ehegattin auch vorhanden?" „Abwesend, Mensch: ist mir zumute! Alles dreht sich-" „Setzen Sie sich mal hin, daß ich Ihnen die Stiefel ausziehen kann. So, die hätten wir und nun die Kleider. Was haben Sie denn da für ein drolliges Ding? Ein Amulett? Ach so, einen Brustbeutel. Do- Haden Sie wohl Ihre Moneten drin? Ader den Druckknopf müssen Sie schließen, sonst verlieren Sie noch das Zeug", rief Tinser. Giejeke voll des süßen Erlauers, aber immerhin noch nicht völlig blau, griff erschrocken nach dem kleinen Lederbeutel, der an einer Schnur an seinem Hals hing und aus dem offenstehenden Hemd hervorlugte. Er zog einen flachen Schlüssel mit seltsam geformtem Bart daraus hervor, hielt ihn dicht vor die Augen und steckte ihn dann wieder in fein Be hältnis zurück. Sodann schloß er den Druckknopf des Brustbeutels, fingerte sein Hemd zu, sank mit einem tiefen Aechzen ins Bett und drehte sich auf die Schlafseite. Na, der hat ja einen richtig ausgewachsenen Assen weg, dachte Tinser und deckte den alten Mann zu. Dann glitten seine Gedanken an den Schlüssel mit dem komischen Bart. Seit wann hebt man denn Schlüssel in einem Brustbeutel auf? So einen habe ich doch schon gesehen? Stimmt. Bei Hegemann. Aber Hegemann trägt den Schlüssel an einer silbernen Schlüsselkette, an der der Zigarrenabschneider hängt. Daß es zwei so gleiche oder wenigstens ähnliche Schlüssel gibt? Na, gleichgültig. Angenehme Ruhe, Herr Gieseke. Einen Durst bekommt man auf diesen Erlauer. Ich werde mir in der Küche vor der Abfahrt noch ein Glas Wasser genehmigen».. (Fortsetzung folgtI). stand ihnen nicht zur Seite. Formel nahm eine Flanke wundervoll mit dem Kopf auf und lenkte sie zum Tor, aber der Ball ging darüber. So blieb auch diese schöne Leistung unbelohnt. Härter wurde das Spiel, ohne daß die eine oder andere Mannschaft Vorteil davon gehabt hätte. Im Kampf Mann gegen Mann verging die Zeit. Alle Aktionen versandeten in der Zerstörungsarbeit der Verteidiger. So verging die zweite Spielhälfte torlos. Beide Mannschaften kämpften mit äußerstem Einsatz. Bei der Spielvereinigung war die Verteidigung vorzüglich, die Läuferreihe schnell und wendig, der Sturm gut in seiner Zusammenarbeit. Die Teutonen fanden im Sturm nicht die wünschenswerte Einheit, hatten in der Läuferreihe auf dem linken Posten einen Versager und waren eigentlich auch in der Verteidigung nicht so stark wie der Gegner. Der Sieg war durch den Eifer der Mannschaft verdient, aber sichtlich unter dem Zeichen Fortunas errungen. VfB.-Reichsbahn I — Ehringshausen I 7:0 (2:0) Man hatte im Lager der Grünweißen zwar mit einem Siege der Platzherren gerechnet, aber doch wohl niemand hätte eine solch hohe Niederlage der Gäste für möglich gehalten. Die Gaste enttäuschten auf der ganzen Linie und zeigten nur in der ersten Spielhälfte ein annehmbares Spiel. Lediglich der Torwächter tonnte gefallen, er war es auch, der seine Mannschaft vor einer zweistelligen Niederlage bewahrte. Bei den Grünweißen klappte es wie am Schnarchen und jeder einzelne tat seine Pflicht. Schon zu Beginn des Spieles machte sich eine leichte Ueberlegenheit der Grünweißen bemerkbar, die während des ganzen Spieles anhalten sollte. Nach fünf Minuten wurde der Torreigen durch Wunderlich eröffnet, der eine Vorlage von Gorrissen geschickt aufnahm und überlegt einschoß. Die Gäste verlegten sich fast ausschließlich auf die Verteidigung und dadurch wurden vorerst Erfolge vereitelt. Man sah bisweilen sechs bis sieben Spieler der Gäste im eigenen Strafraum. Es dauerte immerhin bis zur 38. Minute, bis Heß den Toroorsprung auf Flanke von Berlenbach mit dem Kopfe erhöhte. Die Verteidigung der Grünweißen wurde fast kaum beschäftigt und konnte die wenigen Angriffe der Gäste mühelos abwehren. Bis zur Pause blieb es trotz aller Anstrengungen bei diesem Ergebnis. Bereits in der 50. Minute war es Berlenbach, der einen scharfen Schuß anbringen konnte, der zum dritten Tore führte. Zehn Minuten später schoß Godglück aus dem Gedränge heraus das vierte Tor und kurze Zeit darauf nahm er eine Flanke von Berlenbach auf und erzielte den fünften Treffer. Die Gäste hatten nunmehr überhaupt nichts mehr zu bestellen und gaben resigniert auf. Fünf Minuten vor Schluß war es wieder Godglück, der von Heß gut bedient, mit wuchtigem Schuß unter die Latte 'einschoß. Kurz vor dem Schlußpfiff war es Berlenbach Vorbehalten, nach einer sauberen Vorlage von Kramer den letzten Treffer anzubringen. Schiedsrichter Scheuern, Grünberg, hatte ein leichtes Amt. VfB.-Reichsbahn II — Großen-Vufeck I 0:1 (0:1). Obwohl das Spiel jederzeit offen war, mußte sich big Reserve knapp geschlagen bekennen, da die Spieler sich zu sehr in Einzelaktionen verzettelten, so daß der Gegner immer wieder klären konnte. Londorf I — VfB.-Reichsbahn III 3:1 (3:1). Die dritte Mannschaft konnte sich in Londorf nicht durchsetzen und wurde schon zu Beginn des Spieles durch Deckungsfehler der Hintermannschaft überrumpelt. Als sich die Mannschaft endlich gefunden hatte, war es zu spät. Damit dürfte den eifrigen Londorfern die Meisterschaft nicht mehr zu nehmen sein. Ergebnisse aus der benachbarten Vezirksklasse IHatburg. FV. Breidenbach — Tuspo. Ockershausen 2 : 0 Tuspo. Wetter — VfL. 1860 Marburg (Pokal) nach Verlängerung 1: 2 Erste Schulung im Gerätelumen für das Missest Das Fachamt Turnen des NSRL. (Kreis 8) führte am Sonntag Lehrgänge in Gießen und Sinn durch, in denen die Hebungen für das diesjährige Kreisfest, das im Juli stattfinden soll, herausgegeben lvurden. Der Lehrgang in Gießen, der den ganzen Vormittag ausfüllte, stand unter Leitung des Kreismänner- turnwarts Reuter, der zu Beginn allgemeine Hinweise auf das Kreisfest gab. Geturnt wird: in der Oberstufe ein Zwölf- und Zehnkampf, in der Mittelund Unterstufe ein Zwölfkampf und in der Jugcnd- stufe ein Achtkampf. Die Hebungen für alle Stufen, die Reuter zusammengestellt hat, zeigen einen einheitlichen Aufbau. In ihnen sind alle Grundübungen erfaßt, die besonders gepflegt werden müssen. Der Festsonntag soll diesmal in einem Vereinsriegenturnen die Vielseitigkeit der Leibesübungen, die das Fachamt Turnen betreibt, den Zuschauern vor Augen führen. Erschienen waren 48 Turner aus 28 Vereinen der Kreise Gießen, Alsfeld und Wetzlar. Die praktische Arbeit begann mit einer Körperschule als Vorbereitung für die vorgeschriebenen Bodenübungen. Anschließend turnten 4 Riegen am Reck, Pferd und an zwei Barren unter Anleitung von Seth-Großen- Linden, Bettin-Wieseck, Thöt-Alsfeld und Becker- Waldgirmes. An allen Geräten wurden die Hebungen für alle Stufen erläutert, so daß die vertretenen Vereine schon mit ihrer Arbeit beginnen können. Auch die Bodenübungen wurden durch Bettin gezeigt. Zum Abschluß gab Kreissachwart Daupert noch Hinweise über Ehrungen verdienter langjähriger aktiv tätiger Vereinsmitglieder und forderte die rückständigen Vereine auf, Berichte und Quittungen über die WHW.-Veranstaltungen einzusenden. Der Wettkampf der Mannschaften der Kreisklasse am 12. März beginnt des Heldengedenktags wegen erst nachmittags in der Turnhalle von 1846 Gießen. Jede Mannschaft hat außer den vorgeschriebenen Pflichtübungen am Barren und Reck auch eine Kürübung zu turnen. Es betrifft dies die Äereine: 1846 ließen, Heuchelheim, Wieseck, Watzenborn, Lollar, Großen-Linden, Rodheim a. d. B., Waldgirmes, Hermannstein, Sinn, Ewersbach, Herborn, Herbornseelbach, Dillenburg und Mudersbach. Tie Gauklasse beginnt am 19. März ihren Wettkampf in Wetzlar-Niedergirmes, die Ausscheidungskämpfe der Kreisklassensieger sind am 26. März in Gießen. Mit der Aufforderung, die Willenskraft, die das Gerätturnen verlangt, aufzubringen und mit dem Treuegelöbnis für Volk und Führe? schloß Daupert den Lehrgang. H. Ausscheidungsturnen in München. Sonntag vormittag wurde im Festsaal des Deute scheu Museums in München vor zahlreichen Zu« schauern, darunter Ehrengäste aus Staat, Partei. Wehrmacht und Stadt, ein Äusscheidungsturnen für den Passauer Länderkampf am 19. März gegen Ungarn durchgeführt. Der Reichs-Män- nerturnwart Martin Schneider stellte die elf Turner vor. Von der Spitzenklasfe fehlten nur Schwarzmann, Frey, Steffens und Sandrock. An allen Geräten wurden herorragende Leistun- gen gezeigt. Die Wertung erfolgte nach den internationalen Bestimmungen; dadurch ist es erklärlich, daß nur viermal die Höchstpunktzahl gegeben wurde, und zwar zweimal an Stangl (München) für seine Hebungen an den Ringen und am Reck, einmal an Karl Stadel am Seitenpferd und an Kurt Krötzsch in der Bodenübung. Der Kampf spielte sich vor allem zwischen Willi Stadel, Innozenz Stangl und Karl Stadel sowie den beiden Leunaern Müller und Prötzsch ab. enem Leiden ist heute morgen Nach schwerem, mit großer Geduld ertrag« mein lieber Mann, unser guter, treusorg mein lieber Mann, unser guter, treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel 25. Ziehungstag 4. März 1939 Johann Wilsch 3n der heutigen Dormittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 10 000 RM. 189583 137474 155780 Lok.-Oberheizer i. R. 10 Gewinne zu 175802 304810 im Alt^r von 69 Jahren von uns gegangen. 218746 234736 294208 382218 39663 Die trauernden Hinterbliebenem Luise Wilsch, geb. Stocker, und Kinder, Gießen (Kleine Mühlgasse 7), den 5. März 1939. 7253 11534 13322 19921 70478 75948 79942 81319 111476 111588 1631V 802 1472 44400 45947 47590 58466 | Verkäufe | Ludwig Müller IV, Bäckermeister 150 RM. gezogen. Außerdem wurden 4576 Gewinne zu je Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karoline Müller, geb. Müller Stroh Gießen (Bahnhofstraße 54), den 6. März 1939 Einige 163ßD 100 Zentner SA« Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 7. März 1939,14 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. zu verkaufen bei 01136 Dresdner Bank Sechsundsechzigste ordentl. Hauptversammlung AugustWaag nach kurzer Krankheit im Alter von 64 Jahren sanft entschlafen. In] Namen der trauernd Hinterbliebenen: Tagesordnung: Gießen (Seltersweg 60), Ober-Rosbach, den 5. März 1939. 4. Satzungsänderung • § 2, Absatz 1 soll folgende Fassung erhalten .Gegenstand des Unternehmens ist der Betrieb von Die Trauerfeier findet am Dienstag, dem 7. März, 14% Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt. 1624 A Jeder Aktionär ist zur Teilnahme an der Hauptversammlung berechtigt. Um in dieser stimmen oder Anträge stellen zu können, müssen die Aktionäre ihre Aktien gemäß § 21 der Satzung spätestens bis zum 28 März ds. Js. einschließlich Altersvereinigung 1875 1925. Unseren Mitgliedern hierdurch die trau rige Mitteilung, daß am Samstag, dem Torsmist 4. März 1939. unser lieber Altcrskollege AugustWaag legung bei einem deutschen Notar oder einer Wertpapiersammel- banh ist der Hinterlegungsschein am zweiten Tag vor der Hauptversammlung der Dresdner Bank in Dresden einzureichen. ist zu verkaufen. Der Vorstand Beteiligum? Busch S c h i p p e I 10260 Anmeldung: Stadthaus, Berg« straße 20, Zimmer lö. 1412A 68495 102686 7469 35225 61006 86475 102963 176905 229441 317538 117301 132169 156518 195055 211993 227151 278278 311751 329809 356810 385556 127563 196465 250013 280962 294515 321831 374760 148325 182663 230489 334602 103024 118168 137734 172660 196179 215398 227600 283198 313201 334494 363128 386850 15529 184231 75292 213681 158370 185833 246319 341587 44324 65833 92261 111089 131985 156452 190523 209893 224348 262785 311033 328423 349448 379143 130834 204896 252771 281875 305321 327561 385627 45014 212088 394895 30969 123357 185826 231325 268848 290144 316854 341469 395276 165651 224018 270562 385242 108714 121124 140645 175029 200333 216965 229084 289603 323280 339676 363420 391929 153798 210873 259139 282499 311748 331628 387837 170195 220373 265656 284436 314389 336474 391721 11728 42815 62490 92195 111010 123148 156152 188566 205398 220031 249336 308982 326958 348631 374911 80861 175892 226457 301221 386457 123464 191177 246086 272112 293151 319958 347387 163764 213395 249550 353698 110092 121545 154934 184000 203039 218788 238853 303719 326058 345825 371368 392810 28 Gewinne zu 2000 RM. 141788 155988 168160 Schäfer Nachtigall, Reiskirchen. Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Damm: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den GießenerAnzeiger Berlin — Dresden den 4. März 1939. 192 Gewinne zu 300 RM. ___ 20890 22079 24845 26151 34706 2 Gewinne zu 5000 RM. 10972 " 10 Gewinne zu 3000 RM. 103031 68966 70254 83654 70 Gewinne zu 1000 RM. 29504 _____ ____ 39727 45006 49588 51004 65318 76223 78523 120 Gewinne zu 500 RM. ___________________ 24463 25779 29686 40142 59706 59979 65656 Swangsvevfteisevuns Dienstag, den 7. März 1939, nachm.2 Uhr, sollen im Verkaufslokal Neuenweg 28 bzw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe in obig. Lokal) zwangsweise geg.sofortigc Barzahlung versteigert werden: Haus-, Laden- und Büromöbel aller Art, Anzugstoff, ISchaubek- album mit Briefmark., 1 Sofa, 1 Schnellwaage, 1 Schneider- näbmasch., 1 Staubsauger, eine Ladentheke mit Glasaufsab, ein Klavier, 1 Schaufensterausstell.- Einrichtung. 1035d RphflPmann Gerichtsvollz. i. Gießen, Oblldl llldllll ^icieuitr. 2, Tel. 3108. Die Beerdigung findet Dienstag, den 7. März, 15.30 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. — Das feierliche Seelenamt wird am gleichen Tage 6.30 Uhr gehalten. — Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. Oer durch die Viedverieilungs« stelle (Schlachtviehmarkt) am Güterbahnh. laufend anfallende Mündlich können <3iee§ nurwenigen sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen <5iee§ allen Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II am Wald und Wassergelegen (Krofdorf) zu verkaufen oder zu verpachten. Schr.Angeb.unt 01134 a.d.G.A. Oickwurz und 1 Wagen Am 4. März ist mein lieber Mann, unser guter Vater, Großvater, Bruder, Schwiegervater, Schwager und Onkel Anna Waag, geb. Vöhl Karl Waag und Familie Hermann Wagner und Familie. Am 3. März verschied plötzlich und unerwartet im Alter von 66 Jahren mein lieber Mann, unser Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel zu verkauf. 01135 Alten-Buseck Angerstraße 11. Wiese und Gatten Hiermit werden die Aktionäre zur sechsundsechzigsten ordentlichen Hauptversammlung, die Bank- und Finanzgeschäften aller Art“. 5. Wahlen zum Aufsichtsrat 6. Wahl des Abschlußprüfers. 1. Vorlegung des Geschäftsberichts und des Jahresabschlusses für 1938 mit dem Bericht des Aufsichtsrates 2. Beschlußfassung über die Verteilung des Reingewinns. 3. Beschlußfassung über die Entlastung des Vorstandes und des Aufsichtsrates. Freitag, den 31. März 1939, mittags 1272 Uhr im Bankgebäude Dresden, König-Johann-Straße 3 stattfinden wird, eingeladen. bei der Dresdner Bank in Dresden oder Berlin beider Länderbank Wien Aktiengesellschaft Wien oder bei einer Niederlassung dieser Institute bis zum Ende der Schalterkassenstunden hinterlegen und bis zur Beendigung der Hauptversammlung dort belassen Für den Fall einer Hinterverstorben ist. Die Trauerfeicr findet am Dienstag, dem 7 März, 14.45 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt. Der Vorstand bittet um recht zahlreiche Gewinnauszug 5. Klasse 52. Preußisch-Süddeutsche (278. Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten 3n der heutigen Nuchmittagsziehung wurden gezogen 16074 917 9280 9647 99520 150 RM. Außerdem wurden 3672 Gewinne zu je gezogen. zu je 150 NM. Schäierhiinil flohen Eigenschaft«* Kinderwagen zugelaufen msD zu kauf, gesucht. !fi I '0? J rechten Schick* verleihen, bieten Damen-Kragen Westen Blumen Tücher Schals Borden Gürtel Knöpfe Schließen FrdiTeipel 16 MARKT 16 1622 A 164481 209426 271935 305157 337221 380319 165395 222519 272423 307683 361582 390665 169151 235456 273317 312850 362724 392362 137768 157156 188621 229852 258642 297724 320246 352155 378285 39983 129265 261097! 336537 261692 285595 314554 375890 177890 248950 282391 314552 366661 395735 121121 151241 167168 207711 245515 293578 308236 347124 367072 110925 149157 162435 202659 240582 287129 307976 334368 361538 123715 153169 188437 209277 252352 295944 310117 350661 374294 314920 127999| 306606 22460 72420 107908 140564 157943 188790 233783 264760 299972 320373 352807 ■ 384088 140986 186465 263097 302500 318719 379007 10000 RM. 315873 5000 RM. 23216 3000 RM. 162839 224618 2000 RM. 42373 73605 225753 252444 291512 394610 398776 2 Gewinne zu 2 Gewinne zu 6 Gewinne zu 26 Gewinne zu 179292 180147 Meine'Anzeigev IM Gießener Anzeiger werden von Tausenden beackiet und aeleieu kleinen, modischen Dinge, er Erscheinung erst den Wieseck, Grabenstrane 11 Schr. Angeb. mit Preisangabe u. 01139 a. d. Gieß. Anzeiger erbet. 322149 385908 ------ ------ 52 Gewinne Fu 1000 RM. 9247 31845 43853 63918 74612 112356 119748 127865 163308 181862 198313 228720 231536 278308 285781 288435 301001 313485 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 1 000 000 NM, 2 zu je 50 000, 2 zu je 30 000, 2 zu je 20 000, 12 zu je 10 000, 26 zu je 5000, 38 zu je 3000, 92 zu je 2000, 362 zu je 1000, 536 zu je 500, 1212 zu je 300 und 22 714 Gewinne Beachten Sie bitte meine Spezial-Ausstellung Mäusburg 4, i.Hause C. Berg Familien- Drucksache oietet Ihnen in zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren Billiget die Brühl’sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 | Kaufgesuche | Gebrauchter, jedoch gut erhalt. 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