Nr. 5 Erstes Blatt 189. Jahrgang Freitag, b. Januar 1939 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Vezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt üernfprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Sichen poftfd)edtonto: Kranlsurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitälsdruckerei R. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschästrftelle: Zchulftrahe ? Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Gnlndpreife für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70 mm Breits 50Rpf.,PIatzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. 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Italien kann nunmehr in größerer Ruhe und Sicherheit an den inne« Ten Ausbau seines ost afrikanischen Reiches und insbesondere an die Ausgestaltung Ler Wirtschaftsbeziehungen zu den angrenzenden englischen Kolonialgebieten Herangehen. Daß in der Entwicklung des Imperiums auch das Jahr 1938 zu der lieber- gangsperiode zählt, erscheint selbstverständlich, -wenn man bedenkt, daß dieses Gebiet, das fünfmal so groß ist wie das Mutterland, erst seit «wenigen Jahren unter italienischer Verwaltung steht. Gewisse Schwierigkeiten, die sich daraus ergeben, konnten auch im letzten Jahr noch nicht völlig beseitigt werden. In der Verwaltung des riesigen Landes macht sich immer noch der Mangel an erfahrenen und geschulten Kolonialbeamten bemerkbar. Das Banditenunwesen macht auch heute noch den Militärbehörden in einzelnen Gegenden zu schassen; jedoch handelt es sich bei den hin und wieder vusbrechenden Unruhen keineswegs um „Erhebungen" der Eingeborenen gegen die italienische Herrschaft, sondern meist um Streitigkeiten zwischen einzelnen Stämmen, die dann durch Polizeiaktionen der italienischen Truppen niedergeschlagen werden müssen. Die allgemeine Befriedung und öffentliche Sicherheit im größten Teil Abessiniens sind soweit fortgeschritten, daß die Regierung daran denkt, das Land im Laufe des nächsten Rom, 6. Jan. (DRV. Funkfpruch.) Rach Meldungen der römischen Morgenpresse hat der italienische Generalkonsul in Tunis am Donnerstag beim französischen Generalresidenten vorgesprochen, um gegen die antiitalienischen Kundgebungen anläßlich der Reise Da- ladiers Verwahrung einzulegen und der Empörung der italienischen Bevölkerung von Tunis übex die wiederholte Schändung der italienischen Rationalflagge Ausdruck zu geben. Lebhafte Gnttüftung in Italien. verwerflichen Sprache der Pariser Presse und mit den aufreizenden Reden verantwortlicher Persönlichkeiten vergleiche, sofort erkenne, daß es sich um ein wohlvorbereitetes und vorbedachtes Provoka- tionsmanöver handele Die Hetz- und Verleumdungskampagne richte sich sowohl gegen die Ehre des «talienischen Soldaten wie gegen die Achse, von der man in Frankreich jeden Tag vergeblich eine Schwächung prophezeie. Diese grotesken Unternehmungen und vergeblichen Versuche zeigten am besten, auf welch tiefem moralischen Niveau die jüdisch-freimaurerische Demokratie im Gegensatz zu der Kultur- und Gerechtigkeitsmission der sich für ein Ideal einsetzenden Völker stehe * Die „S tamp a" erklärt, der Lärm der in Scherben gehenden Fensterscheiben von italienischen Einrichtungen habe an die Ohren des fvanzösischen Ministerpräsidenten dringen müssen, während er am Schluß des Banketts versicherte, daß die Franzosen Ordnung und Disziplin nach Tunis gebracht hätten. Von der Geste mit dem Dolche in Ajaccio, von den Sittenpredigten der als Funktionäre der GPU. tätigen Logenbrüder bis zu der Verbrennung der italienischen Flagge und der Plünderung eines italienischen Geschäftes sei die ganze Atmosphäre, die die Reise des französischen Ministerpräsidenten umgebe, von Dunkelheit und Erregung erfüllt Aber dies alles sei nicht im Stande, das italienische Volk auch nur um einen Millimeter von seinem Standpunkt zu bringen. Tunis werde mit seinen 120 000 Italienern das bleiben was es sei Das Konto bleibe o'ffen und werde weder durch Pfiffe, noch durch Gebrüll, noch durch Drohungen zum Abschluß gebracht „Resto del Carlino" schreibt, es sei leicht vorauszusehen gewesen, daß die Reise Daladiers nach Korsika und' Tunis in eine schwere Provokation «ygcn Italien ausklingen würde Daladier hielt in A,accio eine wahrhaft italienfeindliche Rede. Er fügte in jener durch und durch italienischen Stadt die nicht zu beschreibende Geste des Kopfabschneidens hinzu. Die ganze Reise sei ei ne schamlose Herausforderung. Während sich die italienische Kolonie, die die Mehrheit in Tunis bilde, jeder Kundgebung enthielt und die arabischen Rationalisten mit dem Rufe „Nieder mit Frankreich!" durch die Straßen zogen, bereiteten die französischen Behörden ihre I Rache vor, die in dem schamlosen antiitalienischen und einer großen Menschenmenge begrüßt, wobei ihm zum Zeichen der Einheit und des Friedens ein silberner Oelzweig überreicht wurde. Daladier dankte für diese symbolischen Geschenke und erklärte, daß sie auch die Devise Frankreichs sei. Frankreich wünsche die Einigkeit aller seiner Söhne und wünsche den Frieden in allen Ländern, die im Schatten der französischen Fahne lebten. In Sousse übergab Daladier dem dort stationierten Kolonial- Artillerie-Regiment eine Fahne. Das Mittagessen nahm der Ministerpräsident in der aus der Römerzeit stammenden Ruinenstadt El-Djem, dem antike«« Thystrus. zwischen Sfax und Sousse, ein. Am Mittwoch hatte Daladier noch die militärischen Verteidigungsanlagen in Süd t uni s besichtigt; die internationalen Pressevertreter waren zu dieser Fahrt nicht zugelassen worden. Der Ministerpräsident besichtigte den äußersten französischen Grenzposten von Ben Gerlani, am Beginn der Sandwüste zwischen Südtunis und Tripolis. Ben ©erlam liegt der italienischen Grenzstadt Pizilla gegenüber, wo vor zwei Jahren Mussolini die ,',Straße des Imperiums" einweihte. Diese Straße führt über Tripolis längs des Mittelländischen Meeres bis an die Grenze' von Aegypten. Der Besuch des französischen Ministerpräsidenten in Ben Gerlani dürfte daher als eine symbolische Geste zu dem Aufenthalt Mussolinis in Pizilla vor zwei Jahren zu deuten fein. Daladier hat sich dann nach Bi- zerta begeben, wo er sich um 17 Uhr an Bord des Kreuzers „Foch" nach Algier einschisste. Die Presse spricht von einem wohlvorbereiteten Provokationsmanöver. Rom, 5. Ian. (DNB.) Die Reise des französischen Ministerpräsidenten nach Tunis wird nach den jüngsten Zwischenfällen, bei denen auch eine italienische Trikolore durch den dortigen marxistischen Mob verbrannt wurde, in der italienischen Presse in steigendem Maße als Provokation empfunden. Die Vertreter sämtlicher italienischer Verbände und Organisationen in Tunis haben dem dortigen italienischen Generalkonsul eine Entschließung überreicht, die an das italienische Außenministerium weitergeleitet worden ist. Im Namen aller Tunis-Italiener wird dann d i e Unantastbarkeit der unanfechtbaren, durch die Verträge und eine Jahrtausende alte Tradition verbrieften' Rechte gefordert Die Entschließung bringt ferner die Entrüstung wegen der fortgesetzten Gewalttätigkeiten und Provokationen, denen die italienische Bevölkerung ausgesetzt ist, und die Empörung wegen der unerhörten Beschimpfung der italienischen Fahne zum Ausdruck. Weiter wird dann die hinterlistige und künstlich entfachte Hetz - und Verleumdung skampagne gebrandmarkt, die ein friedliches Zusammenleben der einzelnen Bevölkerungsgruppen störe. Abschließend wird dem König und Kaiser sowie dem Duce, dem Begründer des Imperiums und Wiederhersteller des itallem- schen Prestiges in ds» Welt, unverbrüchliche Treue gelobt ,Tribuna" betont, daß man, wenn man dieses Dokument eines leidenschaftlichen Glaubens mit der pien roerben noch Versuche große«« Maßstabes durchgeführt, um festzustellen, welche landwirtschaftlichen Erzeugnisse den verschiedenartigen Boden- und Klimaverhältnissen am besten entsprechen Einstweilen suchen die Behörden mit allen Mitteln den Getreideanbau durch die Eingeborenen zu fördern und die Viehzucht quantitativ und qualitativ zu heben. Italien steht also noch am Anfänge einer ungeheuren Aufbauarbeit, die notwendig ist um die i«^ ihrer Ausdehnung nicht einmal zu überfehenden'wirtschaftlichen AusnutzundS- möglichkeiten feines riesigen Imperiums auszuschöpfen; es wird diese Arbeit ohne Ueberstürzung, aber mit faschistischer Energie und Disziplin leisten, um seinem unablässig anwachsenden Volke Brot und Existenz zu sichern Laiadler beschließt seinen Tunis-Besuch. Paris, 5. Jan. (Europapreß.) Ministerpräsident Daladier beendigte am Donnerstag seine Reise durch Südtums mit jroej kurzen Besuchen in den zwischen Gabes und Tunis liegenden bedeutendsten Oasenstädten Sfax und Sousse. In Sfax wurde der Ministerpräsident von den Militär- und Zivilbehörden Jahres für den Fremdenverkehr sreizuyeden. Der Straßenbau, der die unerläßliche Vor- । Bebingung für die vollständige, Beherrschung auch , tber abgelegeneren Gebiete ift, wurde im verflossenen Jahr unermüdlich vorwärtsgetrieben. Viele 1 kaufend Kilometer Asphalt- oder Makadamstraßen ' sind fertiggestellt worden; ausgedehnte Straßen- I abschnitte sind noch im Bau; Hunderte von 5 Drücken, Tunnels und sonstige Kunstbauten wur- , den erstellt. Ausländische Pressevertreter, die das , Land bereisten, konnten nicht umhin, ihrer Bewunderung für die gewaltigen Leistungen der .Italiener auf diesem Gebiet Ausdruck zu verleihen. Der Ausbau der'Häfen geht eben- salls weiter. In Masiaua, Afsab, Mogadischo, Merka und Kisimajo sind Erweiterungen der rHasenanlagen teils im Gange, teils in Vorbereitung. In der Frage des Eifenbahnbaues B)ält man sich vorläufig zurück, offenbar will man zunächst die Ergebnisse der intensiv betriebenen Feststellung der Bodenschätze abwarten. Die Auffindung von Steinkohlenlagern würde wohl zum Bau von Eisenbahnlinien ermutigen, während die Entdeckung von Petroleumvorkornmen Len Ausschlag zugunsten eines weiteren Ausbaues ides Straßennetzes für den Kraftwagenverkehr gelben würde Die Suche nach Erdöl hat bisher Sein greifbares Ergebnis gezeitigt: Braun- ik o h 1 e wurde hier und da gefunden. Das Vorkommen von Eisenerzen konnte in verschie- Lenen Teilen des Landes mit Sicherheit ermittelt noeröen Die Goldgewinnung wurde soweit »gesteigert, daß man damit rechnet, den italienischen Goldbedarf in Kürze völlig aus dem Imperium Decken zu können. Auch feinen gesamten Glim- rmerfd)ief erbebarf hofft Italien in zwei bis drei Jahren aus den reichhaltigen abessinischen 'Vorkommen zu befriedigen . Die S i e d 1 u n g s p o l i t i k ist ebenfalls iw letzten Jahr aus dem Abschnitt der Vorbereitungen nicht herausgekommen Da die faschistische Regie- runfl jede Gefahr etwaiger Rückschläge von vorn- herein ausschalten will, wird sicherlich noch einige Zeit vergehen, bevor italienische Siedler in größerer Zahl nach Aethiopien hineingelassen werden. Mittlerweile ist denn auch der Strom der landwirtschaftlichen Auswanderung zielbewußt nach den libyschen Küstengebieten gelenkt worden, die Ende des Jahres aus dem Imperium ausgeschieden und dem Mutterlande angegliedert worden sind. In Aethio Die Erschließung des ostafrikanischen Imperiums (Eigener Bericht des Gießener Anzeigers . • e. 9fnfhnimrbeit burdiaeführt. Der Fremde, der nach der Hauptstadt Addis Abeba kommt, sä” ans 10 Sabre Reichsführer ff. ■ Am 6. Januar 1929 wurde Heinrich Himmler vom Führer zum Reichsführer ff ernannt, nachdem er bereits 1927 Stellvertretender Reichsführer der Schutzstaffeln gewesen war. Die allererste Keimzelle der Schutzstaffeln, deren ursprüngliche und vornehmste Aufgabe es ist, für den Schutz des Führers zu sorgen, darf man wohl in jener kleinen ersten Stabswache des Führers erblicken, die nach einem bekannten Photo aus der Zeit der Anfänge der Bewegung in den Parteigenossen Schaub und Schreck bestand. Durch den Auftrag des Führers ist das Aufgabengebiet der Schutzstaffeln, die bekanntlich eine selbständige Gliederung in der Partei sind, dahin erweitert worden, das Reich im Innern zu sichern. Beide Aufgaben hat die ff stets mit restlosem Einsatz erfüllt. Heinrich Himmler, ber^ den kurz vor dem Parteitag 1926 gegründeten Schutzstaffeln von Anfang an angehörte, hat sie in eiserner Arbeit, bei der er sich selbst am wenigsten schonte, zu einem unbedingt schlagkräftigen Instrument der Staatssicherung gegen jeden Feind gemacht. Es gab zu Anfang nur rund 150 ff-Männer im ganzen Reich, heute rund 200 000 Mann. Der Führer selbst gab ihnen den Wahlspruch: „ff-Mann, bei ne Ehre heißt Treue." Jrn Juli 1934 würben bann bie Schutz» staffeln eine selbständige Gliederung der. NSDAP. Nachdem in der Zeit vom März 1933 bis April 1934 der Reichsführer ff Chef aller außerpreußt- fen Staatspolizeien geworben war, ernannte ihn ber Führer am 17. Juni 1936 zum „Reichsführer ff unb Chef ber beutfchen Polizei". Damit war zugleich bie Ausrichtung der gesamten deutschen Polizei nach den Grundgesetzen der ff gesichert. Zu diesen Grundgesetzen gehört neben dem selbstverständlichen bedingungslosen Gehorsam eine immer schärfer werdende Auslese, die aus ber Erkenntnis vom Wet bes Blutes unb von ber Bebeutung der nordisch bestimmten Sippe ausgeht. Die Auslese wird durch die jährlich abzulegenden Leistungsprüfungen gewissermaßen ständig nachkontrolliert; ferner gehört zu ber Auslesemaßnahme bas schon aus bem Jahre 1931 ftammenbe Gesetz, baß ieber ff-Mann bie Verlobungs- unb Heiratsgenehmigung einzuholen hat. Ein weiteres Gesetz vom 9. November 1935 stellt fest, baß jeher ff-Mann berechtigt unb verpflichtet ift, feine Ehre zu oerteibtgen. So hat ber Reichsführer ff mit zielbewußter Energie unb Tatkraft bie ff in harter Arbeit zu jener bis zum Aeußersten entschlossenen, auserlesenen Truppe gemacht, bie durch ihre innere Haltung, ihren mutigen Einsatz für die Bewegung und ihre unerschütterliche Treue zum Führer sich zu einem feftumrif« jenen Begriff in der Vorstellung der Gegner wie der Anhänger der nationalsozialistischen Weltanschauung ausprägt Geheul und ber Vernichtung einer italienischen Flagge gipfelte. Das faschistische Italien habe zu starke Nerven, um biefe Episoben ber Hysterie tragisch zu nehmen. Rom habe noch kein Wort gesprochen. Alle aber seien daran zu erinnern, daß sich seit dem 28. Oktober 1922 (dem Tage der faschistischen Machtergreifung) noch kein einziger Fall einer Beleidigung Italiens zugetragen habe, ber nicht m ber richtigen Zeit eine gebuhrenbe Ant « w or t erhalten hätte. Die Brüber in Korsika und Tunis mögen wissen, baß sich das Vaterland ber großen Stunde bewußt sei, bie Gott für bie Erlösung aller Söhne Roms oorbereite Das Mailänber Abenbblatt „La Sera" schreibt, bie Kunbgebungen in Tunis zu Ehren Dalabiers hätten sich in einer Atmosphäre eisiger Kühle abgespielt, bie nur durch den Eiithusiasmus von einigen tausend französischen Beamten und von ber Masse ber Juden übertüncht worden fei. Kein Italiener und kein Araber habe bei dem Zug bes Ministerpräsibenten und bei ber Militär« parabe Spalier geftanben. Die Abwesenheit ber arabischen Volksmenge sei symbolisch gewesen. Mit großem Wortschwall solle aber bie Weltöffentlichkeit getäuscht werben, .damit sie den Eindruck erhalte, daß Tunis französisch sei. gungswert dieser Tiere, der jährlich 1,2 Milliarden äll 6ng< (ffiprbnet. Botschaft frü 1W 6ing> 8.11. 30.12. 28.10. Weizen, Chikago, Cents je 65,13 je 8,37 8,25 133,— 136,— 3,63 3,95 nicht 46,25 212,25 14,60 16,15 63,38 43,78 50,38 217,25 14,12 15,44 68,63 52,38 8,88 4,08 45,62 8,88 3,88 Bushel Mais, Chikago, Cents Bushel Baumwolle, Neuyork tger rgepal [ das 8,87 3,88 8,11 138,— Die „Diktatoren" zu Tode hungern. Pittman droht mit Blockade. Für die Getreidemärkte werden die Beschlüsse des am 10. Januar zusammentretenden i n - ternationalen Weizenkomitees bestimmend sein. Man beurteilt in Fachkreisen die Aussichten für eine internationale Zusammenarbeit jetzt etwas günstiger. Baumwolle lag fest, K aut- ts ch u k steht unter der Berechnung, wonach die Weltvorräte im kommenden Halbjahr auf zirka 400 000 Tonnen gesenkt werden können. Auf den Kaffeemärkten war die Lage freundlicher, die Buntmetallmärkte waren uneinheitlich. Leistungen sind noch keineswegs ausreichend. Sie - " • ' erheblich gesteigert werden. Die " j von 90 Eiern je Huhn RM. ausmacht und damit den Wert unserer Auto- sollen nochganz erheblich wirtschaft noch um 40 Millionen übersteigt ist Niel durch,d)mttlid)e^egeleistung größer als man gemeinhin annimmt. Allein der soll noch um 30 bis 40 Ei Wert der Hühnerhaltung beläuft sich auf auch die übrigen Kle^ntiere 675 Millionen RM. Die 85,5 Millionen deutschen Dierjahresplanes noch ganz . , kühner die einen Wert von 250 Millionen RM. den. So beispielsweise *"e Ziegen, die heute darftelle'n liefern allein jährlich für 531 Millionen Werte von 79 Millionen RM. 'm. Jahr erbringen. RM. Eier, für 113 Millionen RM. Hühnerfleisch,, Sie sollen ln erster Linie Milchleistungen ster- für 30 Millionen Federn und Dung. Aber diese! gern. Im Kaninchenftall muß mehr n ch Die vom 6. bis 8. Januar in Leipzig stattsindende fünfte Reichskleintierschau rückt die wirtschaftliche Bedeutung der kleineren Haustiere ins Licht. Und das ist recht so; denn der Erzeuger erhöht werden. Und auch "die übrigen Kl'eintiere sollen im Rahmen des Dierjahresplanes noch ganz erheblich tätiger wer- 3,50 53,13 212,94 15,31 16,50 IVie beib, W Ver! Bänben !2ne5 Un Wettes Mlisfuch, Ä &Qs tenb boif tood) un Wfigen l ml °'i- II <;aije", es bestünden gewisse Zusammenhänge mit der jetzt aufgedeckten großen Millionen-Schwindel- Affäre der Juden R a t h a n - C e r f. Die politische Wochenzeitschrift „Gringoire" teilt mit, daß Blum ein Vetter des in dem Nathan-Film-Skandal verhafteten jüdischen Finanzmannes Simon Cers alias Hirsch sei, und zwar sei Blum durch seine vor einiger Zeit gestorbene Frau mit Cerf verwandt. Blum habe sich aus dem Rechtsanwaltsstande zurückgezogen, um seinem Verwandten nicht einen Auftrag, ihn, Cerf, vor dem Pariser Geschworenengericht zu verteidigen, ablehnen zu müssen. Der „Gringoire" weist weiter darauf hin, daß die Betrügereien von Cerf und Nathan seit April 1931 datieren und während der Volksfront- Herrschaft, nämlich vom Juni 1936 bis April 1938, die Untersuchung vollständig geruht habe. Seit 1936 sei Cerf int Hotel Matignon, dem Sitze der Ministerpräsidentschaft, aus- 'und eingegangen. Cerf sei auch ein intimer Freund des vor zwei Jahren im Bois de Bdulogne ermordeten russischen Agenten Navachine gewesen. Cerf habe von den Millionenbetrügereien am m e i st e n profitiert. Nathan habe von den 80 bis 90 Millionen Franken, die die beiden nach den Schätzungen der Sachverständigen für ihre persönlichen Zwecke der Filmgesellschaft^Pathe-Nathan entzogen Haben, nur etwa zehn Millionen Franken erhalten. Das übrige habe Cerf eingesteckt. Cerf habe auch ein Riesengehalt bezogen, nämlich den für französische Verhältnisse außerordentlich hohen Betrag von 32 000 Franken im Monat. Während des Krieges sei es Cerf gelungen, sich der Militärdienstpflicht zu entziehen' und in Argentinien eine „Mission" zu erhalten. Das Blatt teilt noch mit daß Cerf in d e r Freimaurerei eine große Rolle gespielt habe. Er habe die meisten radikalsozialistischen Abgeordneten, die der Frei- Washington, 5. Jan. (DNB.) Wie anders zu erwarten, ist der sattsam bekannte Senator Pittman von der Jahresbotschaft Roosevelts ganz begeistert. In seiner Begeisterung ging er so weit, vorauszusagen, der Kongreß werde moralische, wirtschaftliche und finanzielle Sanktionen gegen die „Diktatoren" billigen. Die Vereinigten Staaten müßten den demokratischen Ländern in ihrem Kampf gegen die „Diktatoren" mit allen Mit^ teln, die nicht unbedingt Krieg bedeuten, helfen. Pittman machte keinen Hehl daraus, was er unter „nicht unbedingt Krieg bedeu- maurerei angehörten, geduzt. Mit Stolz habe Cerf oft erklärt: „Ich füttere sie mit Gänseleberpastete und Champagner. Ich verschaffe ihnen schöne Frauen. Wie könnten sie mir daraufhin etwas verweigern." — Die große Wochenzeitschrift „Match veröffentlicht zahlreiche Bilder über den Werdegang Nathans von dessen Heimat in dem Ghetto von Jassy in Rumänien, über seine zweifelhaften Anfänge in Paris bis zu seiner Glanzzeit, wo man ihn auf einem Bild mit dem damaligen Präsidenten der Republik, D o u m e r, und am Tische neben dem Kammerpräsidenten H e r r i o t sitzen sieht. Der pariser Kino-Streik. Paris, 5. Jan. (Europapreß.) Die französische Regierung hat, um die wirtschaftlichen Schädigungen eines mehrere Tage anhaltenden Streiks der Pariser Lichtspieltheater einzudämmen, eine Vermittlungsaktion zwischen den Direktoren der Theater und dem Pariser Stadtrat unternommen. Sie hat aber bisher noch zu keinem Erfolg geführt. Der stellvertretende Ministerpräsident C haute mps hat die Lichtspieltheaterbesitzer aufgefördert, ihre Theater im nationalen Interesse wieder zu öffnen; aber die Direktoren haben erwidert, daß sie durch die neue Besteuerung mit Verlust arbeite* t e n und eine Schließung weniger verlustreich sein würde. Die Vertreter der Angestellten der Lichtspielhäuser haben die v o l l st ä n d i g e Bezahlung der Löhne während des Streiks und die Ausweisung ausländischer Kinobesitzer aus Frankreich gefordert, die wegen Bankrott oder Betrügereien angeklagt sind oder sonstwie den Staat geschädigt haben. Diese Forderung bezieht sich offensichtlich auf die vor einigen Tagen wegen Betrügereien in Höhe von 600 Millionen Franken verhafteten Nathan, Cerf und Genossen, die früheren Besitzer des Pathe- Nathan - Konzerns. Die Schließung der Pariser Lichtspieltheater hat zur Folge, daß der erste Teil des Films über die Mittelmeerreise Daladiers gegenwärtig nicht gezeigt werden kann. Die Mini- sterpräfidentschaft hat deshalb beschlossen, am kommenden Dienstagabend in einer Galavorstellung, zu der auch das gesamte Diplomatische Korps ein- geladen wird, diesen Film zu zeigen. Auf den internationalen Rohstoffmärkten ist mit Jahresende eine Neigung zur Befestigung eingetreten. Die nachstehende Tabelle gibt eine Uebersicht über die wichtigsten Rohstoffpreise im letzten Vierteljahr: 88ie9l | w Würger ’ llttenläl ütor b Wftme Scharfe Kritik an Roosevelts Kongreßbotschast. Ablenkung von den innerpolitischen Schwierigkeiten. — Starke Beunruhigung über die provokatorische Rede in der amerikanischen Oesfentlichkeit. Blum legt sein Rechtsanwattsamt nieder Merkwürdige Doppelrolle des Volksfrontführers. - Oer jüdische Iinanzschwindler Cerf ein Vetter Blums. Eigener Bericht des Gießener Anzeigers. g e r i ch t s. Frankfurter war während des Weltkrieges Referent für Arbeiterfragen im Kriegsministerium. Er ist seit vier Jahren „Professor" an der Harvard-Universität. Seit langer Zeit fungierte er als intimer Berater Roosevelts besonders in den Fragen des New Deal. Er unterstützte Len Präsidenten insbesondere bei dessen Kampf gegen das Oberste Bundesgericht, bei dem Roosevelt eine Erweiterung seiner Befugnisse weit über den durch viele Entscheidungen des Gerichts gezogenen Rahmen anstrebte, der jedoch mit einem starken Preftigeverluft für Roosevelt endete. Es war daher allgemein angenommen worden, daß Roosevelt nicht den weiteren Fehler begehen und Frankfurter in die höchste Behörde berufen werde, die vom amerikanischen Volk nahezu wie eine heilige Institution nur mit großer Ehrfurcht betrachtet wird. middling, Cents Baumwolle, Liverpool, osttnd. Kautschuk, London, Smok d je lb. Kaffee, Rio loco Nr. 7, Reis Zucker, Hamburg, RM. je 150 kg Kupfer, London, elektr. je 1 t Pfd. Zinn, London, je t Pfd. Zink, London, je 1 t Pfd. Blei, London, je 1 t Pfd. T 9^' fc,ni S«e Washington, 6. Jan. (DNB.) Die Jahresbotschaft Roosevelts zur Eröffnung des Bundeskongresses ist verständlicherweise das Hauptthema der amerikanischen Presse. Wenn sich auch ein Teil der Zeitungen seine Gedankengänge zu eigen macht, lo kommt tn der Hauptsache doch st a r f e Kritik und vor allem höchste Beunruhigung über das weitere Vorgehen des Präsidenten zum Ausdruck, in der gesamten Presse herrscht Besorgnis, ob der Weg, den Roosevelt einschlagen will, zu einem auten Ende führen kann. Die liberale „W a s h i n g - ton Daily News" erklärt, wenn sich das amerikanische Volk auch in vielem mit Roosevelt einig ei, so glaube es doch, daß manche seiner Vorwürfe gegen andere Regierungssysteme und manche seiner versteckten Drohungen besser ungesagt geblieben wären. Die Erfahrung habe gezeigt, daß die Vereinigten Staaten ihre Auffassung n i ch t d e r übrigen Welt aufdrängen könnten, und daß das Verständnis zwischen den Nationen durch gegenseitige Beschimpfungen über die Ozeane hinweg nicht gefördert werde. Die Aufgaben, die Amerika zu Hause zu lösen habe, seien groß genug, um sämtliche Energien des Landes in Anspruch zu nehmen. „Washington Herald" sagt, das Land stimme mit Roosevelt darin überein, daß die Wehrmacht kräftig genug sein müsse, um Angriffe auf den Erdteil abzuwehren. Aber das sei nach der überwiegenden Meinung die Grenze der amerikanischen Landesverteidigung. Roosevelt scheine anderer Ansicht zu sein. Er wolle anderen.Ländern sagen, was er von ihnen denke, wolle sie aus der Macht vertreiben und die Welt für seine demokratischen Ideale retten. Hierzu habe er nicht das Recht, und der Bundeskongreß möge es sich genau überlegen, bevor er ihm derartige Abenteuer gestatte. .Der bekannte amerikanische Journalist Clapper, dessen Artikel in einer großen Zahl Zeitungen im ganzen Lande erscheinen, und der innenpolitisch meistens den New Deal unterstützt hat, wendet sich mit lapidaren Sätzen gegen die Roose- velt-Rede. Roosevelt habe anscheinend nichts gelernt aus der Lektion, die das amerikanische Volk ihm auf seine Chikagoer „Quarantäne-Rede" erteilt habe. Er verlange Abänderung des Neutralitätsgesetzes, um einen Wirtschaftskrieg im Namen der Demokratien gegen die autoritären Staaten führen zu köynen. Glücklicherweise könne er das ohne Ermächtigung durch den Bundeskongreß nicht tun. Roosevelt führe als Grund für seine Vorschläge eine Bedrohung durch die „Diktaturen" an, aber Amerika habe von niemand einen militärischen Angriff z u befürchten, kein vernünftiger Mensch rechne damit. Roosevelt, glaube, daß Religion, Demokratte und internationale Vertragstreue so wesentliche- Ideale seien, daß er für ihre Erhaltung kämpfen müsse. Wolle er das Land in einen „heiligen Krieg" führen? Sei Amerika etwa durch Hitler bedroht? „Wollen wir wieder den Deutschen die Demokratie aufzwingen, wie wir das 1917 versuchten?" Clapper schließt: Roosevelt spiele mit Dynamit, der Kongreß sollte genau wissen, was er tue, bevor er wieder ins Wasser springe. Wenn man das Vorgehen, Deutschlands auch mißbillige, so sei das durchaus noch kein Grund, einen Wirtschaftskrieg zu beginnen. Auch andere Zeitungen veröffentlichen ähnliche kritische Steuerungen, vor allem aus parlamentarischen Kreisen. Insbesondere wird viel erörtert, daß d i e Ausgaben für die Landesverteidigung immer höher werden. Der Budgetvorschlag, den Roosevelt dem Bundeskongreß übersandt hat, sieht für das am 1. Juli beginnende Haushalts- -ond jl. F. Paris, 5. Januar. Die Tatsache, daß der frühere Ministerpräsident und marxistische Parteichef Leon Blum sich von der Liste der Rechtsanwälte bei den Pariser Gerichtsbehörden hat st r e i ch e n lassen, hat in der Pariser Presse große Beachtung gefunden. Blum war seit 1921 als Anwalt bei dem Appellationsgerlcht von Paris zugelassen; er war hauptsächlich für große Finanz- und Jndustriekonzerne tätig und hat durch die Vertretung der Interessen dieser Konzerne Riesensummen verdient. Zu seinen Auftraggebern gehörten u. a. die Galeries Lafayette (ein großer Warenhauskonzern), die Auto-Gesellschaft Hispano- Suiza usw.; außerdem vertrat er die Interessen des Amtes, das die während des Krieges beschlagnahmten Vermögen zu verwalten hatte. Auch Obli- gationsbesitzer der Suez-Kanal-Gesellschaft hatte Blum gelegentlich zu vertreten. Eine Reihe von Rechtsblättern weist auf den eigenartigen Widerspruch hin, der sich aus dieser höchst einträgliche" Beschäftigung im Interesse hochkapitalistischer Unternehmungen einerseits und aus der demagogischen marxistischen Parteitätigkeit anderseits,, dem Kampf gegen die „200 Familien" usw. ergibt. Der „Jour" macht darauf aufmerksam, daß Leon Blum seinen Eifer für seine kapitalistischen Auftraggeber soweit getrieben habe, daß er auch gewisse, nicht ganz einwandfreie außergerichtliche Schritte für diese unternahm; der Abgeordnete Fl and in hat im November 1932 bei einer Auseinandersetzung über die Affäre der Aero-Postale in der Kammer darauf hingewiesen. Heber die Gründe für das Ausscheiden Blums laufen verschiedene Lesarten um. So sollen innerhalb der Sozialistischen Partei die Kritiken an der kapitalistischen Tätigkeit Blums so laut geworden sein, daß Blum sich zu diesem Schritt habe ent- chließen müssen. Anderseits sagt die „Action Fronten" versteht, indem er hinzufügte: „Warum einen Mann erschießen, wenn man ihn zu Tode hungern kann?" In einem angenehmen Gegensatz zu dieser blutrünstigen Erklärung steht eine Resolution, die der Senator Frazier einbrachte, die die Beteiligung der Vereinigten Staaten an irgend welchen fremden Kriegen verbieten will. England wemg befriedigt. abs. London, 5. Januar. Die Rede des Präsidenten Roosevelt findet in der Londoner Presse eine etwas sauersüße Aufnahme. Man hatte in England zweifellos damit gerechnet, daß Roosevelt sich oußenpolittsch stärker festlegen und noch mehr, als er es getan hat, die Interessengemeinschaft der Demokratien betonen/ werde. Die Blätter sehen sich nun genötigt, in der Roosevelt-Rede die Beibehaltung der amerikanischen Abschließungspolitik zu unterstreichen und darauf hinzuweisen, daß England nun ganz allein mit allen Mitteln an seiner Unverwundbarkeit arbeiten Müsse. „Daily Expreß" möchte insofern das amerikanische Jsolierungsbeispiel befolgt wissen, als sich England so den europäischen „Händeln"' völlig fernhalten und dem Empire zuwenden soll. In der Botschaft des Präsidenten erblickt die „Times" weitere Anzeichen dafür, daß, sich innenpolitisch die Differenzen wegen der New-Deal-Politik mehren. Die Ereignisse seit den letzten Wahlen hätten die Zahl der Unzufriedenen in USA. noch vermehrt und selbst Roosevelts Stellung in der Demokratischen Partei geschwächt. Das andere maßgebliche konservative Organ, der.„Daily Telegraph", meint, die Neutralitätsgesetzgebung habe sich zwar als ein Fehlschlag erwiesen, aber ob die öffentliche Meinung eine Aenderung hinnehmen werde, bleibe doch noch ab- Wie sieht es in derWirlschafl aus? Die vierte Reichsanleihe des vergangenen Jahres, das mit einem Gesamtaufkommen an Reichsanleihen von 8 Milliarden RM. einen Rekord gebracht hat, liegt noch bis zum 9. d. M. zur Zeichnung aus. Von dieser Zeichnungsmöglichkeit wurde in den letzten Tagen nach der stillen Festzeit, wie nicht anders zu erwarten war, reger Gebrauch gemacht. Das ist um so verständlicher, als Reichsanleihen ihrem Besitzer viele Vorteile bringen. Wir brauchen nur an die Verzinsung von 4V- v. H., an den günstigen Uebernahmekurs von 98,75 RM„ an die Mündelsicherheit dieses Papieres und die Lombardfähigkeit bei der Reichsbank zu erinnern. Darüber hinaus können die gezeichneten Stücke in das Reichsschuldbuch eingetragen werden. Die Anleihe wird in den Jahren 1939/1958 verlost und jeweils am 1. November zum Nennwert zurückgezahlt. Der beste Beweis für die Sicherheit, die dieses Papier seinem Besitzer bietet, ist die Tatsache, daß die Kurs- oder Reichsanleihe seit Jahren ohne Schwankungen geblieben ist. Mehr kann man als Sparer von seiner Geldanlage wohl kaum wünschen als absolute Sicherheit auch für die kommenden Jahre. * > Wie alljährlich hat die R e i ch s k r e d i tg e s e l l- schaft auch in diesem Jahre wieder einen umfangreiche Bericht über die deutsche Wirtschaftslage an der Jahreswende herausgegeben. Es ist ohne Frage als gewaltige ßeiftuna anzusehen, daß trotz des Rückschlages des Welthandels im letzten Jahre d e r deutsche Außenhandel sich verhältnismäßig gut gehalten hat, obwohl sich gerade im vergangenen Jahr ein handelspolitischer Wettstreit ohnegleichen um die Weltmärkte abgespielt hat, der oft genug eine direkte Spitze gegen die totalitären Staaten hatte. Man braucht nur an den Abschluß des englisch-amerikanischen Handelsverttages und die Bemühungen der Vereinigten Staaten um die han- delspolittsche Bindung der südamerikanischen Staaten an die USA. zu denken ober daran, daß Frankreich sich soeben erst zu besonderen Steuervergünstigungen für den Export bereit erklärt hat, Vergünstigungen, über die der „Paris Midi" schreibt, daß sie notwendig wurden, „um dem Wettbewerb der totalitären Staaten auf den Auslandsmärkten Stand 3U halten". Nun, wir wissen, was es mit dieser Anspielung auf sich hat und werden nicht nachlassen, der Steigerung unserer Ausfuhr, die in den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres 9,4 v. H. gegenüber dem Vorjahx zurückgegangen ist, größte Beachtung zu schenken. Reichswirtschaftsminister Funk hat den Exportvorrang unter allen Aufgaben des deutschen Wirtschaftslebens durch einen besonderen Erlaß vom 25. November 1938 unterstrichen. Firmen, die sich durch besondere Aus- fuhrsteigerungen auszeichnen, sollen bei öffentlichen Aufträgen bevorzugt berücksichtigt werden. Im Gegensatz dazu werden küns- tig Firmen, die in ihren Ausfuhrbemühungen schuldhaft Nachlassen, nur in beschränktem Umfang mit öffentlichen Aufträgen und mit Rohstoffen belasten werden. Die Ausfuhr nimmt heute auch im Kreise aller inländischen Aufträge Vorrangstellung ein, und zwar sowohl bei privaten wie auch öffentlichen Auftraggebern. .rabil - : duatio'1 Ärbtt j mten _l • [0ii : nb höh' itels.2 Aesgehn l iton (>l mic bisher auf eine gesunde Zuchtwahl und damit auf eine Verbesserung der Erträge, namentlich der Käninchenfelle, Wert gelegt werden. Auch das fleißige Volk der Bienen, das heute bet uns einen Wert von 170 Millionen RM. erfahrt, soll noch emsiger als bisher werden. Honig- und Wachsleistung müssen noch um ein gut Stuck gesteigert werden, um uns von den Auslandsbezugen dieser beiden Produkte unabhängig zu machen. Mischen .ircfjeren ulr rtil Mnisons Men S «Here l ÄNÄen. ! Mhen 1 taflet m M Fing Mau der Mfie di NUMcht bc net bestb d?n werd Die ttei fahr folgende Posten vor (alles in Millionen Dollar): Einnahmen 5669, Ausgaben 8995, also ein Defizit von 3326 und somit ein Anwachsen der öffentlichen Schuld auf 44 458. Die entsprechenden Zahlen für das laufende Haushaltsjahr sind: Einnahmen 5520, Ausgaben 9492, also Defizit 3972 und als öffentliche Schuld 41132. Der Haushaltsvorschlag sieht also eine leichte Senkung der Ausgaben und eine Steigerung der Einnahmen vor, doch dürften im Laufe der Session weitere Anforderungen für die Notstandshilfe erfolgen, da weder Roosevelt noch feine Anhänger im Parlament auf die Wahlstimmen der Arbeitslosen verzichten möchten. Während nun in den meisten Etatsposten eine leichte Kürzung angeftrebt worden ist, enthält der Posten L a n de s v e r t e i di g u n g eine weitere Erhöhung. Bereits heute teilte Roosevelt in seiner Budgetbotschaft mit, daß er für Heer und Marine im neuen Haushaltsjahr insgesamtl320 Mil- lionen Dollar ausgeben wolle. Dies stellt eine Erhöhung von 309 Millionen gegenüber dem laufenden Haushaltsjahr dar. Roosevelt beabsichtigt lediglich eine Stärkung d e r Luftwaffe, den Ausbau bestimmter Stützpunkte und die Bereit- machung der Privatinduftrie für Kriegsaufträge. Soweit er weitergehende Rüstungspläne gehabt haben sollte, ist er durch eine sehr deutliche Ablehnung aus weiten Parlaments- und Volkskreisen hiervon abgebracht worden, die alle fragen, gegen welchen Angriff er denn überhaupt rüsten wolle. Der freiroiUige Arbeitsdienst soll zur dauernden Einrichtung erhoben werden, da er sich sehr bewährt habe. Die Marine soll 448 weitere Offiziere und 5500 weitere Mannschaften er» halten, also insgesamt 10 634 Offiziere und 113 050 Mannschaften. Die Marineinfanterie soll auf 1424 Offiziere und 18 500 Mann erhöht werden. Der Bestand der Armee soll 13 031 Offiziere und 165 000 Mann betragen neben 6415 Mann auf den Philippinen. „Los Angeles Times" schreibt dazu, Amerika brauche mehr Unterlagen als die, die Roosevelt vorsetze, um Kriegsvorbereitungen von diesem furchtbaren Ausmaß zu rechtfertigen. Eine derartige Hysterie bringe weitaus größere Gefah - ren mit sich, als es diejenigen feien, auf die sie sich gründe. Es fei keineswegs einzusehen, warum man bis an die Zähne bewaffnet dastehen müsse. „Rochester Demokrat" wirft Roosevelt vor, er habe durch die alarmierende Darstellung der außenpolitischen Lage nur die Aufmerksamkeit von dem innenpolitischen Problem abzulenken versucht. Es sei sehr zweifelhaft, ob das amerikanische Volk noch einmal zu einem Kampf für das sog. Ideal der Weltdemokratie aufgepeitscht werden könne. „Herald Tribüne" sagt, Roosevelt habe die Nation' keineswegs geeint, sondern sein Möglichstes getan, Rassenhaß zu säen und das Land in unzufriedene Parteien aufzuspalten. Jetzt, nachdem er die öffentliche Schuld auf eine Rekordhöhe gebracht habe, fordere er das amerikanische Volk unter einem außenpolitischen Druck zum Weiterzahlen auf. Eine nationale Katastrophe würde eintreten, wenn Roosevelt etwa versuchen sollte, die demokratischen Ideale zu dem verzweifelten Versuch zu mißbrauchen, den unvermeidlichen Zusammenbruch seines New Deal aufzuhalten. Dieder ein Jude von Roosevelt auf maßgeblichen posten gestellt. Washington, 5. Jan. (DNB.) Roosevelt ernannte den jüdischen Juristen Felix Frankfurter als Nachfolger des verstorbene Cordozo ' zum Mitglied des Obersten Bundes- Zum 2 5. lobest age der agrarpolitischen Vorkämpfers Gustav Ruhland fanden dieser Tage Gedenkfeiern in dessen Heimat — Hessenthal bei Aschaffenburg im Spessart — statt. Damit wird das Schicksal eines Mannes in Erinnerung gebracht, der in einer liberal-kapitalistischen Welt der Vorkriegszeit Gedanken vertteten hatte, die so zukunfts- roeifenb waren, daß sie bis in die unmittelbare Gegenwart hineinzureichen vermögen. Ja mehr noch! Die nationalsozialistische Agrarpolitik hat sich das Werk Ruhlands bewußt zu eigen gemacht und darauf weiter gebaut. Als 25jähriger Bauer trat Rußland aus der landwirtschaftlichen Praxis in die wissenschaftliche Volkswirtschaft über. Seine aufsehenerregenden Schriften brachten ihm durch Bismarck ein großes Reisestipendium ein. Nach wissenschaftlicher Tätigkeit an den Universitäten Zürich und Freiburg trat er in die politische Leitung des „Bundes der Landwirte" ein. Da er rücksichtslos gegen Liberalismus und Kapitalismus vom Leder zog, hotte er bald der Feinde viel und wurde schließlich das Opfer einer beispiellosen Hetze, die seine angegriffene Gesundheit so sehr zermürbte, daß er erkrankte und am 4. Januar 1914 aus dem Leben schied. Ruhland war vor allem ein Vorkämpfer für eine strafte und gerechte Marktordnung. Sie erschien ihm als die unerläßlich Voraussetzung für eine gesunde Volkswirtschaft. Die Vorkriegszeit hat die Gedankenwelt Ruhlands nicht verstanden, und so waren sein Name und Werk beinahe vergessen, bis Reichs- bauernführer Darre im Jult 1933 das Hauptwerk „System der politischen Oekonomie" neu herausgab und im Vorwort nachdrücklich auf die Gedanken dieses Werkes, die für die heutige Zeit nutzbar zu machen feien, hinwies. MUNg l '-ruck gec 4- uDernc-i We be I« Bit We An die F Ast, b ^utna teil"""5 ft”* fei ä; ; S«? ■! E o n b v W Tri : ‘Btünbun Ilm i 15 i tems" n edanke «er kon ISiddel ’reine Tod sivrd and Mlen Pa siete Will ‘»er Tny Wroussc nofrbe be ^kchrheit KL IIIHC U‘u' Ppit Montsane in irden wieder r.J;; ^//\ ///^•^H'7/^L^n°yen+£^ ü. Xmanresa * '////> • Monjay BARCELONA! TARRAGONA' n s onlg 1) 131 nar /?>• <1/ c geschlossen und die Uebergabe der an die Gaue Baye- Oie Aufgaben der Schulungsarveir Irische Ostmark, Oberdonau und Niederdonau abzu- 5 e :Viiianueva: •yGeltru ■= ie ib Gandesa' Roquefas mt= die 'N chtei Balaq LERIDA Fraga $Z6\ e- er eil rs n- n« >8' n- )r n Md'Urgel ’fr I* m ir jr- ’p en m »eit Jahrhunderte hindurch im wechselvollen Lauf der Geschichte bestanden hätten. In allen Zeiten hätte sich das geistige und kulturelle Leben beider Völker gegenseitig befruchtet und in neuer Zeit hätten sich beide Völker ganz natürlich einander genähert. Die freit und 300 versprengte Bolschewisten gefangen genommen. Außerdem konnten fünf schwere Haubitzen erobert werden. Im Nordabschnitt stteß der linke Flügel der Urgel-Armee südlich von Artesa de Segre in Richtung C e r v e r a vor. Man vermutet, daß nun ein Zusammenschluß beider Flügel im Gebiet von Cervera beabsichtigt ist. Der linke Flügel der Navarra-Armee drang von l Richtung Falset vor. Insgesamt wurden wieder 2500 Gefangene gemacht. Im Verlaufe von 13 Tagen der Katalonien-Offensive wurden 23 884 Bol- Bilbao, 6. Jan. (DNB) Der nationalspanische Angriff an der Katalonienfront schreitet weiter fort. Die Truppen säuberten das Dreieck Borjas Biancas — Lerida — Soses, womit etwa weitere 100 Quadratkilometer erobert wurden. rrten. Zusammenfassend läßt sich feststellen, daß - ** niemand recht b e - tretenden sudetendeutschen Gebiete am 8. Januar vollzogen werden. Die Uebergabe des an den Gau Schlesien angeschlossenen H u l t s ch l n e r Ländchens ist bereits im Dezember erfolgt. Aus Anlaß der Uebergabe wird am Sonntag, 8. Januar, in Znaim ein'feierlicher Akt stattfinden, bei dem Reichskommissar Gauleiter Henlein und im Namen der Gauleiter Bayerische Ostmark, Oberdonau und Niederdonau Reichskommissar Gauleiter Bürckel sprechen werden. Die parteimäßige Gliederung der im Jahre 1938 dem Deutschen Reich neu angeschlossenen Gebiete wird mit diesem Akt zum Der Reichsorganisationsleiter der NSDAP, und Leiter der DAF. Dr. Ley erläßt folgenden Auf- iui: „Das Handwerk hat die natürliche Vorbestimmung, das Leistungsstreben zu höchster Vervollkommnung zu führen und die Forderungen eines neuen Arbeitsethos zu erfüllen. Der Handwerkerwettkampf ist eine Maßnahme, die wie keine andere geeignet ist, den im Handwerk ruhenden Gestaltungswillen a n z u re g e n , die chöpferische Leistungskraft des Handwerks zu erhöh e n und damit das Vorwärtsstreben des einzelnen zu fördern. Ich wünsche dem Handwerkerwettkamps 1939 wiederum einen vollen Erfolg und erwarte, daß der erste großdeutsche Handwerkerwettkampf die Leistungen der vergangenen Wettkämpfe nochmals übertreffen wird. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler empfing am Donnerstagnachmittag um 15 Uhr auf dem Berghof in Gegenwart des Reichsministers des Auswärtigen, von Ribbentrop, den polnischen Außenminister Beck, der auf seiner Rückreise von Monte Carlo nach Warschau einen zweitägigen Aufenthalt in München genommen hat. Beisetzung der Opfer drs Flugzeugunglücks von Bathurst. Die Zweigstelle Hessen-Mau der Deutsch-Italienischen Gesestschast gegründet chewisten gefangen genommen. Der Berichterstatter des Deutschen Nachrichtenbüros besichtigte die eroberte Stadt Borjas Biancas, deren rote Verteidiger nach ihrer Flucht neue Stellungen in einem Kilometer Entfernung von der Stadtgrenze längs des Urgel- Kanals bezogen haben. Die nationalen Verbände drangen zunächst mit Panzerwagen durch die Hauptstraßen bis zum Zentrum vor. Nachdringende Truppen säuberten dann nach heftigem Straßenkampf die Stadt von Franktireuren und zurückgebliebenen roten Milizen. Hierbei wurden innerhalb des Ortes über 500 Gefangene gemacht. Die Stadt bietet heute einen trostlosen Anblick. Nicht ein einziger Bewohner ist zurückgeblieben, da alle gezwungen wurden, mit den Roten die Flucht zu ergreifen. Vermutlich halten sich zahlreiche Einwohner noch in den umliegenden Bergen versteckt, um den endgültigen Abzug der Roten abzuwarten. Alle Banken der Stadt find von bolschewistischen Räuberbanden ausgeraubt worden. In den Privatwohnungen haben die Roten alle Möbel zerschlagen. Die Nationalen befinden sich nunmehr 10 0 Kilometer westlich von Barcelona. Die Roten versuchten, ihre in Katalonien überall wankenden Stellungen durch eine Offensive an der Cordoba-Front zu entlasten. Alle Angriffe, die das Ziel hatten, die nationalspanischen Stellun- Abschluß gebracht. Vertretuuasverbot von Luden in Reättsanaelegenheiten Berlin, 5. Ian. (DNB.) Durch Verordnung des Stellvertreters des Führers ist nach dem Ausscheiden der Juden aus der Anwaltschaft und der Bestellung jüdischer Rechtskonsulenten die Frage der Vertretung von Juden in Rechtsangelegenheiten neu geregelt worden. Der Reichsleiter des Reichsrechtsamtes hat dazu im Einvernehmen mit dem Obersten Richter der NSDAP. Richttinien erlassen. Parteigenossen und Angehörigen der Gliederungen und angeschlossener Verbände ist die Vertretung und Beratung von Juden in Rechtsanqelegenheiten grundsätzlich untersagt. Dieses grundsätzliche Verbot umfaßt nicht die Tätigkeit der Beamten der Notare und der Wirtschaftsprüfer, soweit diese sich streng auf ihre gesetzlichen Pflichten beschränken: von dem grundsätzlichen Verbot sind weiterhin die Rechtsanwälte ausgenommen, die vom Gericht im Interesse des Reiches mit einer Verteidigung vor dem Volksgerichtshof oder vor den S o n d e r g e r , ch t e n in Heimtückesachen beauftragt werdem Eine Beratung von Juden, die über diese gesetzliche Ber- „Evening Standard" kündigt an, daß König Faruk von Aegypten zu Beginn des Som- mers mit der Königin London einen Besuch ab- statten werde. Der Besuch werde sich über mehrere Wochen erstrecken. Von England aus werde Är-"'- Faruk Frankreich besuchen. Uebergabe des restlichen Sudeten- gebietes an die Ostmarkqaue. Wien 4 San. lDNB.» Gemäß Verfügung des Stellvertreters des Führers wird der °rg«n,s°t°rl ch° Anfbun des Gaues Sudetenland der NSDAP, ab * In München starb nach kurzem Leiden der Sena t s p r ä j i d e n t beim R e i ch s f i n a n z h o f Siegfried Ott. Am 10. April 1876 in Wertheim am Main geboren, studierte er an den Universitäten Heidelberg und Berlin Rechtswissenschaften und trat 1898 in den badischen Justizdienst. 1922 wurde er Hilfsrichter am Reichsfinanzhof und 1938 nach längerer Tätigkeit als Reichsfinanzrat Senatspräsident. Kunst und Wissenschaft. Deutsche Wissenschaftler zur Iudenfrage. "100 Kilometer vor Barcelona. Oie Hauptstraße Lerida. — Borjas Biancas im Besitz der nationalspanischen Truppen. pflichtung hinausgeht, ist jedoch auch allen diesen Personen untersagt. In Einzelfällen kann eine Ausnahme von dem grundsätzlichen Dertretungs- verbot durch den zuständigen Hoheitsträger erteilt werden. Voraussetzung ist jedoch, daß ein überwiegendes Interesse des deutschen Volkes die Vertretung des Juden durch einen deutschen Anwalt erfordert. Gesuche sind yorerst zu richten an das zuständige Gaurechtsamt der NSDAP. Dr. Ley zum Handwerker-Wettkampf -1939. v — — - - __1 '=±=; .-7-^ Berlin, 5. Jan. (DNB.) Das Reichsinstitut für Geschichte des neuen Deutschlands, das sich seit seiner Gründung in hervorragender Weise um 1 die wissenschaftliche Erforschung der Judenfrage bemüht, trägt jetzt mit einer bemerkenswerten Vortragsreihe zur Aufklärung in der Juden frage bei. Hervorragende deutsche Wissen- chaftler werden vom 12. bis 28. Januar in der Universität Berlin über die Juden frage sprechen. Der Präsident des Reichsinstituts für Geschichte des neuen Deutschlands, Prof. Dr. Walter Frank, eröffnet die Vortragsfolge am 12. Januar mit einem Referat über „Alfred Dreyfus — der ewige Jude". In der Reihe der weiteren Vorttagsabende sprechen Prof. Kittel (Tübingen) über die „Historischen Voraussetzungen der Rassenmischung des Judm- tums": Prof. Freiherr v. Verschuer über „Die körperlichen Rassenmerkmale des Judentums", Professor Bruns ky (München) über „Baruch Spinoza", Prof. Dr. Max W u n d t (Tübingen) über das „Judentum in der Philosophie", Dr. Kuhn (Tübingen) über den „Talmud", Dr. Ganzer (München) über „Richard Wagner und das Judentum" Prof. Burgdörfer über „Die Juden in Deutschland und der Welt", Prof. Kleo Pley er über „Den Mischen Kapitalismus" und Dr. Erich B o tz e n h a r t über „Den politischen Aufstieg des Judentums". Prof. Dr. Walter Frank beschließt die gerade gegenwärtig besonders bedeutungsvolle wissenschaftliche Vortragsreihe mit einer Darstellung der Machtstellung des Judentums im wilhelminischen Deutschland. Aus alter Wett. , Das Urteil im Potsdamer Verkehrsunglücksprozeh. Die Pötsdamer Strafkammer verkündete im Verfahren wegen des V e r k e h r s u n g l ü ck s, das Mitglieder des Volksgerichtshofes bei Lehnin betroffen hat, folgendes Urteil: Der Kraftfahrer Paul Kön - necke wird wegen berufsfahrläffiaer Tötung und Körperverletzung'in Tateinheit mit Uebertretung der Reichsstraßenverkehrs- und Zulassungsvrdnung und der Vorläufigen Autobahnbetriebsordnung zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Die drei weiteren Angeklagten werden mangels Beweises freigesprochen. Vollstreckung eines Todesurteils. Berlin, 5. Jan. (DNB.) Am 5. Januar wurden der am 13. Januar 1894 geborene Erich Bräuer und seine am 26. Juni 1911 geborene Ehefrau Luzia Bräuer, geb. Deutsch, hin gerichtet, die vom Schwurgericht in Breslau wegen Mordes zum Tode verurteilt worden sind. Die Ehefrau Bräuer hat am 9. März 1938 entsprechend einem gemeinsam mit ihrem Ehemann gefaßten Plan, den Viehhändler Fritz Pohl in ihre Wohnung gelockt, ihn dort mit einem von ihrem Manne beschafften Mittel betäubt und seiner Barschaft beraubt. Sodann haben die beiden Eheleute den bewußtlosen Pohl mit ihrem Kraftwagen nach der Weistritz-Talsperre bei Breitenheim geschafft und dort ertränkt. Drei Danziger Studenten von einer Lawine verschüttet. Vier Studenten der Technischen Hochschule in Danzig wurden in der polnischen Tatra bei Zakopane von einer Lawine überrascht. Ein Student, der der Lawine entkommen konnte, holte Rettungsmannschaften herbei, die aber wegen der Dunkelheit ihre Arbeit einftellen mußten. hegauberg unter Naturschutz. Reichssorstmejster Generalfeldmarschall Göring hat entschieden, daß der stattlichste der Hegauberge, der dreigipfelige Hohen st offeln im westlichen Bodenseegebiet, unter Einstellung weiteren Basaltabbaues unter Naturschutz gestellt und beschleunigt in das Reichsnaturschutzbuch eingetragen wird. „Krone des Reiches" (Corona Imperii) nannte man im Mittelalter ob feiner beherrschenden Stellung im Landschaftsbilde den Hohenstoffeln. Vorgeschichtliche Funde erroeifen seine frühe Besiedlung: später ttug er zu gleicher Zeit drei Ritterburgen, von deren' Größe heute noch ihre Ruinen künden. Diese Tatsachen hätten genügen sollen, um den Berg, der dazu eines der hervorragendsten vulka- n Falset rar. >et ’n M- dani't stärker rf, d-e etonen- in der E Xirau ii "st arbei- n d°s -n,°! ■ pöii'8 an d-- f Ä H Poste' stellt^' »* Bestand hätten. Für sie sei daher die Freundschaft beider Völker eine selbstverständliche Kameradschaft. Der italienische Generalkonsul Marquese Ferra n t e. erinnerte an die gleichen politischen Ideale beider Völker, die zu der Achse geführt hätten. Alle Welt müsse einmal begreifen, daß die Achse die wahrhafte und stabile Grundlage sei, die den Mittelpunkt der Politik bilde. Der Generalkonsul führte mit vielen Beispielen die von altersher bestehenden kulturellen Beziehungen an, die gegenseitig die Leistungen gefördert hätten, darüber hinaus hätten beide Völker sich in dem unerbittlichen Kampf gegen den Kommunismus gefunden. Die praktische Arbeit der Gesellschaft solle durch Vorträge, verbilligte Reisen, Werksbesichtigungen, Filme, Ausstellungen und sportliche Veranstaltungen in die Kenntnis des befreundeten Landes einführen. Der Zonenleiter der Faschistischen Partei, Cav. I v i g 1 i a , zeigte bann anhand vieler geschichtlicher Beispiele die mannigfachen wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen der Gauhariptstadt mit Italien auf. Auch in der Deutsch-Italienischen Handelskammer, die in der Nachkriegszeit in Frankfurt gegründet wurde, sei wertvolle Arbeit geleistet worden' und nicht zuletzt hätte die Gründung und Tätigkeit der faschistischen Ortsgruppe für die Vertiefung der Beziehungen gesorgt. Jviglia stattete dabei dem Gauleiter den besonderen Dank für die gute Zusammenarbeit ab. Im Gau Hessen-Nassau finde deshalb die deutschitalienische Freundschaft, die auf alle Herzen rechnen könne, einen wohlvorbereiteten Boden. Zum Schluß gedachte Professor Dr. Platzhoff des Duce und des Führers, die Nationalhymnen beschlossen die Feier, an deren musikalischem Rahmenprogramm mitwirkten Cav. Salvatore Salvati, Tenor der Mailänder Scala, Prof. Aldo Ferra- re si, Violine, das Trio Vocale Romano, Sopran, Alt, Baß, die faschistische Jugend der italienischen Kolonie, Frankfurt a. M., und die Rundfunkspielschar 8 der Reichsjugendfuh- rung Frankfurt a. M. Die gleichen Künstler gaben am Abend im Saalbau ein großes Konzert unter . dem Titel: „Italiens ewige Melodien". FRANKREICH "//XW Woisona/> /VhdeSegr» y' Oie Palästina-Verwaltung - ,ahresgehalt nebst Zulagen von insgesamt 1000 ’ßfinb, während der britische Town Clerk, Mister stievton (früher Nathan), 1340 Pfund insgesamt be- 1 bin nt. England ordnet Untersuchung der Hpionage-Angelegenheit von Irun an. London, 6. Jan. (Europapreß.) In der'Spio- nax-Angelegenheit von Jrun, m deren Verlaus üch britische Konsul in San Sebastian lief genommen wurde, weil sich m seinem Ku- ieiiiepäck ein nationalspanischer Aufmarschplan fand, Hat 8)as Foreign Office nun eine Untersuchung an- , ßoiönet Für die Durchführung sind der britische 3vi chafter in St. Jean de Luz, O'Malley, Und ?cr frühere Oberrichter ttn Sudan, Wasey * 5 4 • r r n bestimmt worden. In der Verlaut- ::-amg des Foreign Office wird der Hoffnung Aus- W gegeben, daß sich die Untersuchung im engen ' Übernehmen mit der nationalspanischen Regierung ibrnckeln möge. ' Neuer englischer Flottenstützpunkt in Ostosien. Die Hauptstraße Lerida—Borjas Biancas ist nunmehr völlig im nationalen Besitz. Innerhalb des - ■ ■ - . . . , eroberten Dreiecks wurden die Orte Albetarrecht, gen zu durchbrechen, wurden jedoch v e r l u st r e l ch Montolu, Sudanell, Sune und Torres de Segre be- abgeroie|en. ;u®irten. ZUsammeniuu Ne „Stimme Amerikas' St ebiqt und lediglich das Gefühl zuruckgelassen Vit hah Roosevelt, selbst wenn er sich hatte bim wollen, die nötigen Vollmachten dazu vom ' orzreß und vom amerikanischen Volk gar nicht i-itl* erlangen können. nicht ena- sose- gind , »erde an« )it‘ jäten ; hrem ritq U i eden- einen | lun- ; ensah Wso« e, die rgend |Borjas Biancas/—\ 0 Fayon hamburg, 5. Jan. (DNB ) In der Trauer- hüse des Ohlsdorser Friedhofes fand die Trauer- fiiu für die zwölf Todesopfer des am 26. Novem- br 1938 bei Bathurst an der afrikanischen West- verunglückten deutschen GroßflugZ e u- tzes D-AIVA statt. Feierlich hallten die Klänge des !icves „Ich hab mich ergeben" durch den Raum. Wehrkreispfarrer beider Konfessionen würdig- tm die hohen Verdienste der Kämpfer für deutschen 02.7t, deutsche Forschung und deutsche Ehre. General sutnant Übet als Vertreter des Reichsluftfahrt- mi isters und Oberbefehlshabers der Luftwaffe rief bin zwölf toten Kameraden von Bathurst den letzte Abschiedsgruß zu. Unter den Klängen des r^tschlandlie'des trugen Soldaten der Luftwaffe : mit der Reichskriegsflagge und der Flagge des eiches bedeckten Särge ins Freie, vorbei an der rc'entierenben Ehrenkompanie der FUegerabtei- 32 lieferten durch ein Ehrenfpalier sämtlicher (Gerungen der Bewegung zu ihrer Ruhestätte, tiigsam sank ein Sarg nach dem anderen m das uneinsame Ehrengrab. Donnernd hallten die i): enfalüen über die Gruft. In der Luft sangen die r? petter den toten Kameraden ein letztes Av- )i»bslieb, mährend sich auf dem Grabhügel die rc-nje und Blumenspenden häuften. ira......... . , .. -er 7!SSAP. eim-s Universitätsdieners i m Strohsack eines Burtt es versteckt. Als die Polizei zu einer Erwitte, 4. Jan. (DNB.) Am Mittwoch er- reu 5fuchung erschien, fiel ihr auf. daß die Frau öffnete der Leiter des Hauptschulungsamtes der mL das Kind des Universitätsdieners auffal- NSDAP., stellvertretender Gauleiter Friedrich len hoch gebettet waren. Die Beamten forschten Schmidt, in der Reichsschulungsburg Erwitte m md* und entdeckten dann Uta in seinem eigen- Westfalen einen L e h r g a n g d e r L eiter Xen Versteck. aller G a u s ch u l e n d e r N S D A P., der Schu- 1 9 I lungsbeauftragten der Gliederungen foro^e der Hauptstellenleiter für aktive und theorettiche Schulung der Gauschulungsämter des ganzen Reiches. Des Führers Wort in seiner Neujahrsbotschaft, daß wie immer, Erziehung unseres -Volkes zur nationalsozialistischen Gemeinschaft die erste Aufgabe sei, zeige den Weg. Zur Erfüllung dieses Auftrages stellte der Leiter des Hauptschulungsamtes der NSDAP, drei große Aufgaben: 1. wissensmäßige Vertiefung der Gegebenheiten für die Lebensen tf al l u n 9 , .unser es Volkes unter besonderer Berucksrchti- : gung der völkischen und räumlichen Be- [ bingungen: 2. stärkste Betrenuung und Einschaltung in die Dinge des Alltags, vor allem B e - Währung des sozialen Gerechti g f e i t s- empfindens und feine erfolgreiche Durchfetzung in der Praxis gerade auch als Voraussetzung einer stärksten C e i ft u n g s ft e i g e r u n g: 3 Herausstellen und Klären der großen weltanschaulichen Fragen unserer Zeit, die bereits Fragen eines weltbewegenden Kampfes geworden sind, sowie klares Erkennen der internationalen geistigen Zusammenhänge. Singapur, 5. Jan. (Europapreß.) England cd damit begonnen, auf der Penang-Jnsel-, am MNichen Eingang der Malakka-Straße, die zwi- tirn der Malayischen Halbinsel und Sumatra den w fcfjen Ozean mit dem Pazifik verbindet, einen NSG. Die erste Zweigstelle der Deutsch-Jta- r leeren militärischen Stützpunkt zu errichten, -ütie l i e n i f d) e n Gesellschaft wurde von Gau- -toral Dubbil bei der Eröffnung einer neuen (eiter UTTb Reichsstatthalter S p r e n g e r in Frank- inisonschule in Singapur mitteilte, sollen auf bem Lurf a gegründet. Zu der Feier, hie im Kaiser- . e. n Stützpunkt Scharfschützen, Kanoniere unb jaaj be5 Römer stattfand, waren außer dem ita- । r: ere Abteilungen indischer Truppen statloniert sjenifchen Generalkonsul Marguese Ferrante, ne-Den. Die Verteidigungsanlagen sollen mit @e= bem Zonenleiter der Faschistischen Partei Cav. h'-zen mittleren und schweren Kalibers ausge-1 g j j a Freiherr von Welczeck , der Gene- 1 :atet werden. Außerdem soll der Einbau mobern= |ra[fefretär der Deutsch-Italienischen Gesellschaft, und ktt'Flugabwehrgeschütze vorgesehen sein. Neben dem Grosche, der Vizepräsident der Vereinigung 3a. der Kasernen hat man bereits mit der An -Verbände und Vereine erschienen. ; d! e von Küstenbatterien begonnen. Man IFeier wurde nach einem Lied der HJ.-Rund- ■ pf.fl)t davon, daß Penang in kurzer Zeit zu einem funxspjeischar durch den Leiter der Zweigstelle $>e*i= lerlbeftbefejtigten englischen Häfen in Ostasien zah- sen-Nassau, Rektor Prof. Dr. Platzhoff, eröff- en werde. Inet. Anschließend führte Gauleiter und Reichsstatt- Iballer Sprenger aus, daß die Beziehungen zwi- ÖI6 neue polnische Gruppe in tsngiono | Deutschland und Italien bereits durch ^viele in der ersten Krisis. i Lond on, 5. Jan. (Europapreß.) Die neue poli- Gruppe, die am Mittwoch in London «ihre gtimbungsDerfammlung abhielt, befindet sich b e = -------- y-------------, , . -jltirts in ihrer ersten Krise. Wie „Evening faschistische Partei und ihre Staatsfuhrung finde ,°m ILtv s" mitteilt, haben sich bereits zwei Urheber dieses ihre Parallele in Deutschland. Aber beide Volker gücankens von der Gruppe losgelöst, nämlich I hatten auch in dem internationalen lüdischen -Bob )(r konservative Militärschriftsteller Hauptmann schewismus einen gemeinsamen Feind gefunden. ■ Zb dell Hart und Lady Bonham-Carter,! Auch der natürliche Zusammenstoß dieser beiden lim Tochter des liberalen Staatsmannes Lord Ox-1 jungen und kraftvollen Völker mit den demokra- brl and Asguith und führendes Mitglied de? Libe-1 tisch regierten Staaten hätte zu einer, weitereü oli i Partei. Weiter soll auch der liberale Abgeord-1 selbstverständlichen Anlehnung geführt. In dieser iet Wilfred Roberts jede weitere Beteiligung an I gewitterschweren Welt müsse Klarheit darüber herr- >er«Gruppe abgelehnt haben. Danach scheint sich die schen, daß ebenso wie neben dem Duce das ganze Waussage des „Evening Standard", die Gruppe Volk stehe, so auch neben dem Führer das deutsche möe bestenfalls 14 Tage am Leben bleiben, zu be- Volk stehe in dem festen Willen, diese Freundschaft nairheiten zu erhalten und zu vertiefen. Dieses sei die Auf- _________ I gäbe der Deutsch-Italienischen Gesellschaft. Der Gau Hessen-Nassau gründet als erster Gau eine Zweig- Attentäter verkästet stelle Hieraus ergebe sich die Verpflichtung, die Ka- vL^iaU^eNvUrger^nennnett^i^unv» ^dschaft vorbildlich zu vertiefen. Jeder Volks- ufareft, 5. Jan. (Europapreß.) Die Klausen- genösse, der sich in den Dienst der Gesellschaft stellen uner Polizei hat bekanntgegeben, daß die beiden wolle, sei willkommen. Besonders glücklich sei die Ii ntäter, die Öen Anschlag auf d e n Rek-Anwesenheit der Jugend bei dieser Feier, 1 b e r Klaufenburger Universität, die in der Erziehung der nationalsozialistischen und Iranescu Coanga, verübt haben sollen, sich jetzt faschistischen Jugenoorgänisation sich bewußt werde, n#)aft befinden. Es handelt sich um die beiden daß alles Leben Kampf fei und nur starke Staaten Kistner Dimetrius Uta und Dumitrescu. I ch den neuen gesetzlichen Bestimmungen dürften — ?beiden mit der Todesstrafe zu rechnen haben. , ! e Verhaftung Utas ist unter abenteuerlichen Um- / [iÖTÄhen erfolgt. Uta hatte sich in der Wohnung nischen Denkmale aus der Tertiärzeit darstellt, als nationales Wahrzeichen unangetastet zu lassen. Eine liberalistische Zeit vermochte sich zu einem solchen Entschluß nicht aufzuschwingen. Da der Kern des Hohenstoffeln aus Basalt besteht — einem Gestein, das es in Deutschland im Ueberfluß gibt — legte man vor 25 Jahren am Nordgipfel einen Stein- bruch an, der mit der Zeit zur Entstellung des Berges führte und die Ruinen der einst dort auf- ragenden Burg fast ganz zerstörte. Vier Kinder erstickt. In dem Dorfe Großgollnisch bei Bunz- !au wurde eine Landarbeiterfamilie von einem schweren Schicksalsschlage heimgesucht. Als sich die Eltern auf dem Felde befanden, brach in der Wohnung, in der die vier Kinder der Familie im Alter von elf Monaten bis zu vier Jahren schliefen, ein Brand aus, der durch einen schadhaften Ofen verursacht worden war. Ortsbewohner alarmierten die Feuerwehr, die die Kinder aus der brennenden Wohnung herausholten. Die angestellten Wiederbelebungsversuche blieben aber erfolglos; die Kinder waren bereits im Rauch e r st i ck t. Fingierter Raubüberfall auf ein Hamburger Wettbüro. Am 1. Januar war angeblich ein Raubüberfall auf die Angestellten einer Wettannahmestelle in Hamburg verübt worden, bei dem die Verbrecher mit vorgehaltenem Revolver die Herausgabe der e Tageskasse mit etwa 15 000 Mark erzwungen haben sollten. Die Nachforschungen der Kriminalpolizei ergaben jetzt, daß der Raub üb er fall fingiert war. Der Geschäftsführer der Wettannahme- stelle, Wilhelm Koop, und die Kassiererin wurden fe st genommen. Koop hat seit 1936 laufend Gelder für eigene Wettzwecke und z. T. für fremde Personen aus den ihm anvertrauten Geldbeständen widerrechtlich entnommen und in leichtsinniger Weise verbraucht. So hat er in den letzten Monaten 1938 häufig große Wetten getätigt, die in einem Fall • 1000 Mark betrugen. Um bei der am Jahresabschluß fälligen Revision nicht aufzufallen, hat er die Kassiererin durch Zureden dazu bestimmt, einen Raubüberfall vorzutäuschen. Die veruntreute Summe beträgt etwa 15 000 Mark. Schmugglerbande in Triest verhaftet. Der Polizei ist es gelungen, in Triest eine Bande von Gaunern ausfindig zu machen, die über die italienisch-jugoslawische Grenze einen schwunghaften Schmuggel mit Zucker, Kaffee, Gewürzen und Kolonialwaren betrieb. 30 Personen, darunter mehrere Kaufleute aus Triest, wurden festgenommen. Natürlich befinden sich unter den Schleichhändlern eine ganze Reihe von Juden, die die einträglichsten „Posten" in dieser Bande inne- hatten. Der Prozeß gegen die Schmuggler wird wahrscheinlich 14 Tage in Anspruch nehmen. Für 20 Millionen Franken Falschgeld in Umlauf gebracht. Der Pariser Polizei ist es gelungen, einen Falschmünzer unschädlich zu machen, der für rund 2 0 Millionen Franken Falschgeld in Um- ■ lauf setzte, und zwar in Pfund- und Dollarnoten. Bereits seit einiger Zeit waren falsche Noten aufgetaucht, doch erst nach langer Bemühung konnte die Polizei den Hersteller ausfindig machen. Als die Polizei überraschend in feine Wohnung ein- drang, war er gerade dabei, die ihn belaftenöen Zeichnungen und Klischees zu vernichten. Bei der Haussuchung fand man auch eine Anzahl ausgabe- fertiger Kreditbriefe vor. Die gefälschten Banknoten waren jeweils in höhe von 20 Pfund bzw. 100 Dollar angefertigt worden. Die Polizei sucht nach Spießgesellen des Falschmünzers. Massenkeilerei nach einem Rugbyspiel in Pans. Ein Rugby-Spiel mit blutigem Ausgang lieferten sich die Mannschaften der Republikanischen und der Mobilen Garde im Pariser Pershing-Stadion um die Militärmeisterschaft von Paris. Das Spiel begann sofort so hart, daß schon wenige Minuten nach dem Angriff zwei Spieler schwer verletzt vom Platze getragen und ins Krankenhaus übergeführt werden mußten. Der Schiedsrichter schloß dann drei Spieler aus, was aber nicht dazu führte, den „Kampfgeist" der anderen zu brechen. Später kam es gelegentlich eines Gedränges zu einem neuen Zusammenstoß, und wieder mußte ein Spieler ins Krankenhaus. Der Schiedsrichter brach hierauf das Spiel ab. Die etwa 500 Zuschauer, die sich ausschließlich aus Mitgliedern der Republikanischen und der Mobilen Garde zusam- mensetzten, griffen nun ihrerseits in den Kamsff ein, und es kam zu einer regelrechten Rauferei, bär ein anwesender Offizier nur mit Mühe ein Ende machen konnte. Der diensttuende Arzt untersuchte nach Spielschluß die Spieler und sah sich gezwungen, zehn von ihnen mehrere Tage völlige Dienstruhe zu verschreiben. Jüdische Devisenschieber in Kopenhagen verhaftet. Die Kopenhagener Kriminalpolizei hat wieder einen typisch jüdischen Betrugsfall auf- gedeckt. Im Besitze eines Juden namens Gustav Rubinberg, der im Begriff war, Dänemark über Esbjerg zu verlassen, wurden von Polizeibeamten für 62000 Kronen Devisen in Reichsmark und englischen Pfund sowie eine Summe dänischer Kronen gefunden, die die für die Mitnahme dänischer Valuta ins Ausland gezogene Grenze weit überstieg. Unter dem Gepäck des Juden wurden ferner mehrere Koffer voll teurer Seidenstoffe und kostbaren Pelzwerks festgestellt. Rubinberg, der mit einem ausländischen Kurierpaß reifte, wurde festgenommen. Er gab an, daß all die Werte, die er aus Dänemark nach Holland bzw. Belgien verschieben wollte, einem Rassegenossen namens Lipo - wetzky gehörten. Lipowetzky habe früher als Juwelier in Berlin gelebt und nach seiner Auswanderung aus Deutschland diese Werte unter Umgehung der deutschen und der dänischen Gesetze und Vorschriften durch seine Schwester und durch Rubinberg aus Berlin nach Kopenhagen schaffen lassen. — Rubinberg, der zunächst in Untersuchungshaft gesetzt wurde, wird sich ebenso wie die Schwester seines Rassegenossen Lipowetzky wegen der mit beträchtlichen Strafen belegten Übertretung der dänischen Zoll- und Devisenbestimmungen zu verantworten haben. Das beschlagnahmte Vermögen des Juden Lipowetzky dürfte der dänischen Staatskasse verfallen. Schwerverbrecher zum Tode verurteilt. Am 6. Dezember war gegen den 35 Jahre alten Karl Schülke aus Hamburg von der Strafkammer des Landgerichts Ulm in einem Verfahren nachträglich die Sicherungsverwahrung angeordnet worden. Auf dem Transport von Ulm ins Zuchthaus mittels Eisenbahnsammeltransports hatte Schälke, ein oft vorbestrafter Schwerverbrecher, einen Fluchtversuch unternommen, bei dem er zwei Gendarmeriewachtmeister angefallen und zu töten versucht hatte. Der Fluchtversuch war jedoch mißlungen. Das Sonder- gericht in Stuttgart verurteilte Schälke nunmehr wegen Rechtsfriedensbruchs in Tateinheit Mit einem Verbrechen des versuchten TotschlagsMnd einem Verbrechen des Widerstandes zum Tode und erkannte ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit ab. ■■■■■■■■■MnDMMBMBMMBQnaHmMaaaa Zwei Mädchenmörder in Argentinien verhaftet. In Cordoba, der Hauptstadt der gleichnamigen argentinischen Provinz, wurden nach mühevoller einmonatiger Suche zwei Verbrecher festgenommen, die ein neunjähriges Mädchen entführt und ermordet hatten. Die Unholde hatten dann die Leiche des Kindes zerstückelt und in einem Ziegelofen verbrannt. Die Bevölkerung versuchte in ihrer Empörung über das scheußliche Verbrechen die Polizeiautos mit den beiden Verbrechern und später das Justizgebäude zu stürmen, um t)ic Täter zu lynchen. Es mußten schließlich berittene Polizeistreifen eingesetzt werden, um die Ordnung in der Stadt aufrecht zu erhalten. Betrunken in ein Auto gelaufen und gelötet Ein schwerer Unfall ereignete sich nachts auf der Landstraße bei Fischbach—Weierbach (Nahe). Ein betrunkener Mann, der in einer benachbarten Pflegeanstalt untergebracht war, lief auf der Straße plötzlich quer über die Fahrbahn vor ein Auto, wurde erfaßt, zu Boden gerissen und so schwer verletzt, daß er auf der Stelle t o t war. Nach den polizeilichen Feststellungen soll den Kraftfahrer keine Schuld treffen. Riefendiebstahl an Bord eines belgischen Dampfers. Auf dem belgischen Dampfer „Elisabethville" sind während der Fahrt von der Kongokolonie nach Belgien Diamanten und Goldbarren im Werte von 17 Millionen Franken, die im Stahlschrank des Dampfers aufbewahrt waren, gestohlen worden. Merkwürdigerweise waren an dem Stahlschrank keinerlei Zeichen eines gewaltsamen Einbruches festzustellen. Als der Dampfer in Antwerpen eintraf, begaben sich sofort zahlreiche Gerichtsbeamte an Bord, während ein Aufgebot von Polizisten jede Verbindung zwischen dem Dampfer und dem Festland verhinderte. Banbitenüberfatl auf ein Postamt bei Marseille. Fünf schwer bewaffnete maskierte Banditen haben das Postamt von Estaque bei Marseille überfallen und ausgeraubt. Die Verbrecher fuhren mit einem Kraftwagen vor dem Postamt vor, drangen in die Räume ein, und zwar kurz nach 19 Uhr, in einer Zeit, in der sich nur wenige Angestellte im Amt befanden, die mit vorgehaltenen Revolvern in Schach gehalten wurden. Den Banditen fielen 150000 Franken in die Hände. Mit dieser Beute entkamen die Räuber. Die Polizei machte sich fofort an die Verfolgung und hat inzwischen auch den von den flüchtenden Banditen verlassenen Kraftwagen in einem Vorort von Marseille gefunden. Unvorsichtigkeit mit dem Leben bezahlt. In der Zementfabrik in Bolto (Schlesien) büßten zwei Familienväter infolge Nichtbeachtung der Sicherheitseinrichtuntzen ihr Leben ein. In dem großen Silo, aus dem zerkleinerte Kalksteine durch eine einen Quadratmeter große Oeffnung unmittelbar in die Loren fallen, in denen sie zu den Drehöfen gebracht werden, war eine Verstopfung ein- getreten. Zwei Arbeiter stiegen darauf von' oben in das Silo ein und versuchten mit Hilfe langer Brechstangen die Verstopfung zu beseitigen, ohne daß sie jedoch von den am Silodach befestigten Sicherheitsgurten Gebrauch machten. Als die Kalksteine ins Rutschen gerieten, wurden die beiden mitgerissen und zwischen den Steinen verschüttet. Erst nach mehrstündigen Bemühungen der■ Werksangehörigen und der Feuerwehr konnte einer der Verunglückten geborgen werden. Er war jedoch längst erstickt. Zur Bergung des anderen Arbeiters muß ein Stück der Betonwand des Silos herausgemeißelt werden. Der Betrieb ist durch fce| Unglücks fall vorläufig unterbrochen. lleberführung gefallener Fronlfoldaleu aus der Schweiz nach Deutschland. In feierlicher Weise wurden 70 tote Froh soldaten, die während des Weltkrieges in Schweiz a ls Internierte gestorben wo ren, vom Friedhof Konstanz nach der Gruft des ai dem Lerchenberg bei Meersburg zu erstellender Ehrenmals ü b e r g e f ü h r t. Die Toten wäre, in den letzten Monaten vom Volksbund Deutsch, Kriegsgräberfürsorge aus der Schweiz, wo ihr, Ruherechte abgelaufen waren, nach Konstanz über geführt worden, um eine würdige letzte RuhestD in der Heimat zu erhalten. Wetterbericht Die Ostwärtsverlagerung der europäischen Tiei druckstörung, die am Freitag noch Mittel- und SiA deutschland anhaltende Schneefälle brachte, hat j, Westdeutschland unter Zufuhr kälterer Luftmas^ aus Nordwesten Abkühlung gebracht. Bei schwach- Luftbewegung ist zunächst bei anhaltendem Fr» mit teilweise leichten Schneefällen zu rechne. Später ist dann wieder aufkommende Unbeständig feit wahrscheinlich. Vorhersage f ü r Samstag: Wechsels bewölkt mit einzelnen kürzeren Schnee schauen, Tagestemperaturen etwas unter Null Grad, ftäi ferer Nachtfrost, schwache Winde. Vorhersage für Sonntag: Zunächi noch Frost mit zunehmender Unbeständigkeit. Lufttemperaturen am 5. Januar: mittags 2,4 Gw Celsius, abends 0,9 Grad; am 6. Januar: morgen — 3,4 Grad. Maximum 3 Grad, Minimum heut nacht —3,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 c Tiefe am 5. Januar: abends 0 Grad; am 6. Januai morgens 0 Grad. — Niederschläge 0,2 mm Schm und Regen. Wintersport-Wetterbericht. Vogelsberg. Herchenhainer Höhe: Klar, —1 Grad, Gesamtschneehöhe 36 cm, Neuschnee 4 cm Pulverschnee; Schi und Rodel sehr gut. — Hohr rodskopf: Klär, —9 Grad, Gesamtschneehöhe 42 cm Neuschnee 5 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel seh gut. Sauerland. Winterberg: Bedeckt, —3 Grat Gesamtschneehöhe 55 >cm, Neuschnee 2 cm, Pulver schnee, Schi und Rodel gut. Taunus. Kleiner Feldberg, Nebel, — 6 (Brat Gesamtschneehöhe 33 cm, Neuschnee 3 cm, Schn« beschaffenheit: verweht, Schi und Rodel gut. - Großer Feldberg: Nebel, —7 Grad, Gesamtschntt höhe 38 cm, Neuschnee 3 cm, Pulverschnee, Schi urj Rodel gut. Schwarzwald, Feldberg: Heiter, —8 GrÄ Gesamtschneehöhe 85 an, Pulverschnee, Schi un! Rodel sehr gut. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriol für den übrigenTeil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiten Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der 2In« zeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 38: 10843. Drud und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf rneHr Einzelverkaufspreis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. meist Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 193/ gültig Die MW MeilsWl Herufserziehungswerk Uebungsstatte Gießen Wir beginnen mit folgenden Berufserziehungsmaßnahmen: a) Kurzschrift und Maschineschreiben: Beginn: 9. und 10. Januar 1939 Gebühren: Dauer: Gehilfen Lehrlinge Kurzschrift I (Anfänger)... 20 Dopv.-Std. Kurzschrift II (60-100 Si.). 20 „ Kurzschrift III (Eilschrift, (Einführung)...........20 „ „ Maschineschreiben I (Anfg.) 20 „ „ MaschineschreibenII(Fortg.) 20 „ „ b) Der Deutsche Handel: Buchführung I (Anfänger). 20 Dovv.-Std. ft auf m. Rechnen 1........20 „ „ Plakatschrift I (Anfänger).. 15 „ „ Plakatschrift II (Fortgeschr.) 10 „ „ Englisch I (Anfänger) ..... 20 „ „ Arbeitsgemeinschaft (Engl.)25 „ „ Arbeitsgemeinschaft(Franz.)25 „ „ Textilrohstoffkunde........10 „ „ c) Eisen und Metall: 8.— 8 — 8.— 5.— 5 — 5.— 8.— 8.— 8.— 8.— 8.— 6.— 6 — 6 — 6.— 10.— 4.50 7.50 Einmalig 3.20, monatl. RM. 1- 8 — Elementare Mathematik... 20 Dopv.-Std. 8.— 6.— Vorbereitung auf dieMeister- vrüfung für Facharbeiter im Maschinenbau, Stufe I.... 50 Dovv.-Std. 25.— Zu sämtlichen Lehrgemeinschasten muß die Anmeldung umgehend schriftlich und versönlich auf der Dienststelle der DAF., Abteilung Berusserziehung und Betriebsführung, Gießen, Schanzenstraße 18, vorgenommen werden. Für Teilnehmer mit oder aus kinderreichen Familien werden besond. Ermäßigungen &ejPaört (9100^6^!). Zu den obigen Gebühren kommenieweils RM. -.20 Einschreibegebühr. 19d Mietgesuche | 3-4-3hnmer- Mlillng möglichst m. Bad in guter Lage, Nähe Universität, zum 1. oder 15. 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Heute letzter Tag der größte Film-Erfolg in Giefoen: Pour le merite Morgen Samstag Erst-Aufführung: QigCi Dir gehört mein Herz Der weltberühmte Tenor zum ersten Male in einem großen Lustspiel, das ihn von einer neuen, überraschenden Seite zeigt. Neben ihm eine Schar bekannter und bewährter Humoristen: LUCIEENGLISCHtTHEO LINGEN PAUL KEMP ♦ HEINZ SALFNER RICHARDROMANOW&KY Als Gegenspielerin Giglis erscheint zum ersten Male in einer großen RoUe CARLA RUST 2 lompi. Betten 1 WWW 2 llMWünle 1 elften Büfett oerfftteö. Sofas iMMelWe zu verkaufen, oss Wlftt.2pL Modernes WWUMl Eiche mit Nußb., m.Svrungrahm. u. Matratze wegzugshalb. sofort zu verkauf. 0?2 Wo, sagt bie Ge- schäftsst.b.G.A. Tüchtiges Mdchen für Küche unb Saus bei gutem ohn gesucht. 06? Zum Krokodil Kaiserallee 31. Tüchtiges, in all. Hausarbeiten be- wanbertes Mädchen ver 1. Februar späte st. 15. 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