Ur. 201 Erstes Blatt 189. Jahrgang Dienstag. 5. September 1939 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätrdruckerei «.Lange in Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schstlftratze 7 Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer vis8'/.Uhr des Dormittags Grundpreise für I mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Nps.. für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg.25"/, mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf.. 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Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Das deutsche Heer trug am 4. September trotz des feindlichen Widerstandes den Stoß unaufhaltsam weiter vor. Der Gegner geht stellenweise in Unordnung und schwer erschüttert zurück. Gefangenen- und Beutezahten mehren sich, sie lassen sich zur Zeit noch nicht übersehen. Die 7. polnische Division wurde südostwärts Tschenstochau auf gerieben und der D ivi- sionsstab gefangen. 3m Süden wurde in scharfem Nachdrängen d i e Berfolgumg auf Krakau fortgesetzt, der Sakwa-Abschnitt und W a d o w i t, weiter nördlich 3aworzno genommen. 3n der Nacht räumte der Feind das oberschlesische Industriegebiet. Bei Sieradz wurde der Uebergang über die Warthe erzwungen. 3m Norden versuchte die umklammerte polnische Korridor-Armee in verzweifelten Linzelaktionen den eisernen Ring zu sprengen. Seit gestern häufen sich die Anzeichen der beginnenden Erkenntnis über die hoffnungslose Lage. Die Befestigungen in Graudenz wurden genommen. Die bei und südlich Kulm unter den Augen des Führers und Obersten Befehlshabers über die Weichsel gesetzten Truppen sind auf dem Ostufer im raschen Vordringen. Bei W la wa nahmen die ostpreußischen Truppen in scharfem Kampf Wann gegen Wann die Stadt und die dortigen Befestigungen. Der ge- Montag morgen haben erstmalig Truppen aus dem Reich aus dem Landwege ostpreuhischen Boden erreicht. Grauenhafte polnische Mordtat. Berlin, 4. Sept. (DNB.) Nach einer Truppenmeldung ist nördlich Mlawa die Leiche eines'deutschen Fliegeroffziers gesunden, der anscheinend aus einer beschädigten Maschine mit F a l l s ch i rm abgesprungen ist. Es wurde festgestellt, daß diesem Offizier die Augen ausgestochen wurden und daß zahlreiche Schädelverletzungen vorliegen. Mit Sicherheit kann angenommen werden, daß der Fliegeroffizier wehrlos in die Hände polnischer Franktireurs fiel und von diesen in derart bestialischer Form ermordet wurde. Barvarische Zerstörungen der fliehenden polnischen Truppen. Die deutsche Luftaufklärung hat festgestellt, daß die polnischen Truppen auf ihrem Rückzug große Teile der Provinz Posen in Brand gesteckt haben. Die Dörfer und Gehöfte unserer volksdeutschen Brüder stehen in Hellen Flammen Bis in die jüngste Zeit haben die Polen die Stirn gehabt, zu behaupten, Träger und Verteidiger der europäischen Kultur gegen „germanische" Barbarei zu sein. Ihr unmenschliches Verhalten straft sie Lügen. Fünf englische Bomber abgeschoffen. Erfolgloser Vorstoß englischer Bombenflugzeuge nach Wilhelmshaven und Cuxhaven. Wilhelmshaven, 4. Sept (DNB.) Gegen 18 Uhr griffen englische Bombenflugzeuge neuester Bauart die Orte Wilhelmshaven uno Lur- haven an. Die Bombenabwürfe richteten k e i r. » n Schaden an, da sie im st ä r k st e n Abwehrfeuer stattsanden. Von insgesamt 12 angreifenden Flugzeugen wurden allein fünf abgeschossen. Die Angreifer versuchten, sich in südwestliche Richtung dem Flakfeuer zu entziehen und nahmen Kurs auf holländisches Hoheitsgebiet. Dazu teilt die deutsche Gesandtschaft in Den Haag mit: Der holländische Rundfunk verbreitete am Wontagabend die Weldung, daß deutsche Flugzeuge die holländische Grenze überflogen hätten. Diese Weldung entspricht nicht den Tatsachen. Ls ist festgestellt worden, daß es sich bei diesen Flugzeugen um die englischen Langstreckenbomber handelte, die sich nach ihrem ergebnislosen Angriff auf Wilhelmshaven durch Ueberfliegen holländischen Hoheitsgebietes baffen reff en können. Ueber die hälffe der an dem Bombenüberfall auf Wilhelmshaven und Luxhaven beteiligten englischen Flugzeuge war durch deutsche 3äger und Flakartillerie vernichtet worden. Gegen die englischeLüge. Das Deutsche Reich hat, sobald die politische Spannung der letzten Tage Formen annahm, die kriegerische Verwicklungen voraussehe-n ließen, allen nicht daran beteiligten Nachbarstaaten noch einmal in feierlicher Form versichert, daß es ihre Neutralität streng respektieren werde und es hat alle Maßnahmen getroffen, daß diese Richtschnur auch von allen Teilen der deutschen Wehrmacht strikt befolgt wird. England ist der deutschen Neutralitätserklärung nur sehr zögernd gefolgt. Im Haag, der niederländischen Hauptstadt, erfolgte eine entsprechende Demarche zum Beispiel erst, als die holländische Oeffentlichkeit ihr höchstes Erstaunen über das Ausbleiben einer englischen Zusicherung ausgedrückt hatte. Aber wie unaufrichtig das britische Versprechen, die Neutralität Hollands zu achten, von vornherein war, das zeigt, daß schon die ersten Kriegshandlungen Englands, der Bombenüberfall auf Wilhelmshaven und Cuxhaven, unter flagranter Verletzung der Neutralität Hollands durch Ueberfliegen holländischen Hoheitsgebietes durchgeführt wurde, nachdem vorher schon englische Flugzeuge über holländisches Gebiet hinweg die Reichsgrenze überflogen hatten, um hier einige lächerliche Flugblätter abzuwerfen. Noch schwerer zu bewerten ist der Bombenüberfall auf die dänische Stadt Esbjerg, der ohne jeden Zweifel ebenfalls auf das Konto der britischen Luft- maffe geht, da, wie einwandfrei feftgefteUt worden ist, sich' kein deutsches Flugzeug über der dänischen Halbinsel Jütland befunden hat. Alle diese Vorfalls kaum 24 Stunden nad) Eintritt Englands in den Kriegszustand zeigen hinreichend, wie wenig England gewillt ist, die Neutralität dritter Mächte zu. achten. Das entspricht alter englischer Tradition genau so wie die schändliche Greuelhetze, die unter Leitung des britischen Jnformationsministeriums bereits jetzt in den neutralen Ländern entfaltet wird, um die Oeffentlichkeit und Regierungen dieser Lander gegen Deutschland aufzuputschen. Die vom britischen Informationsministerium mit einem geradezu verbrecherischen Zynismus in die Welt posaunte Nachricht von der angeblichen Torpedierung eines britischen Passagierdampfers westlich der Hebriden, der der westlichen Küste Schottlands schlagens Feind weichf nach Süden. Die Kriegsmarine haf die Sicherungsmaß- nahmen für die deutsche Küste planmäßig durchge- ßührf. Die Luftwaffe beherrscht den Lustraum. 4 0 polnische Flugzeuge, darunter 15 einzeln im Luftkampf, wurden abgeschossen. 3n zunehmendem Wahe wird durch die Luftangriffe a u f feindliche Marsch- und Eisenbo-Hnko- lonnen ein planmäßiger Rückzug des Gegners vereitelt. An der Nordseeküste griffen gegen 18 Uhr englische Kampfflugzeuge modernster Bauart Wilhelmshaven und Luxhaven sowie die in den Flußmündungen liegenden Seeskreitkräfte an. Die 3agdslieger- und Flak- Abwehr von der Kriegsmarine und der Luftwaffe setzte so frühzeitig und wirksam ein, daß der An- jriff auf Luxhaven überhaupt vereitelt wurde, während die Bombenabwürfe in Wilhelmshaven keinen Schaden anrichteten. Von den angreifenden Flugzeugen wurden mehr als die Hälfte abgescho'.'en. 3m Flughafen Lodz 15 polnische Flugzeuge vernichtet. B e r I i n, 5. Sept. (DNB.) Am Montagnachmit- tag wurden bei einem Luftkampf in der Nähe non Lodz von einer einzigen deutschen Jagdstaffel Her Bomben- undzweiIagdflugzeuge b er Polen abgeschossen. Darauf versuchte !ter dort auf der Erde befindliche polnische Flieger- verband, seinen Flughafen beschleunigt zu verlassen. Ein Teil der deutschen Jagdflieger griff He ft artend en Flugzeuge an. Neun pol= rtfdje Maschinen blieben kampfunfähig am Joden. Die deutsche Jagdstaffel, die somit insgesamt 15 polnische Flugzeuge vernichtete, kehrte ohne 3 e r l u ft e heim. In Südpolen bereits 15000 Gefangene gemacht. Berlin, 5. September. (DNB.Funkspruch.) Die Auswirkungen des raschen Vorgehens unserer Gruppen im Osten machen sich immer stärker bemerkbar. Die in Südpolen und ostwärts Schlesien weiter rasch vordringenden Truppen machten tereits 1 5000 Gefangene. Dem von Kra- iau und nördlich davon teilweise in völliger Unordnung zurückgehenden Gegner wird dichtauf gefolgt. Ostrowo, Krotoschin und £iffa in deutscher Hand. Durch das schnelle Zufassen der deutschen Truppen wurde der Pole verhindert, feine aus (Befangenem cusfagen bestätigte Absicht durchzuführen, die aus- «baute Warthe-Stellung zu halten. O st r o w o, Lrotofchin und ßiffa find in deutscher Hand. Deutsche Truppen erzwingen im Angesicht des Führers den Weichselübergang bei Kulm. Führerhauptquartier, 4. Sept. (DNB.) Der Führer, der gestern abend von Berlin aus an die Ostfront abgereift ist, begab sich heute vormittag zu seinen Truppen, die im Korridorgebiet den Durchbruch durch die polnische Front vollendeten und ganze polnische Truppenteile völlig eingekreist haben. Der Führer traf nckch mehrstündiger Fahrt entlang den marschierenden Truppen kurz nach Wittag an der Weichsel südlich von Kulm ein, wo soeben deutsche Truppen den Uebergang über den Fluß erzwungen hatten. Der Führer wurde bei seiner Fahrt an die vorderste Front von den Soldaten des nationalsozialistischen Deutschlands über- all stürmischbegrüßt. Besonderen 3ubel löste sein Eintreffen bei ben Tt uppen bet ersten Linie aus, die den weichselübergang im Angesicht des Führers durchführten, bis auf die gegenüberliegenden Kulmer höhen vorfließen und damit die beherrschenden Positionen für den weiteren Vormarsch sicherten. Auch die gesamte Bevölkerung des west- preußischen Landes drängte sich auf allen Straßen und Dörfern, die er passierte, zusammen, um ihm für ihre endliche Befreiung aus zwanzigjähriger Knechtschaft und Verelendung aus übervollem Herzen zu danken. Man sieht, daß die Hakenkreuzfahnen, die nun froh im Winde flattern, erft vor wenigen Stunden hergestellt wurden. Sträuße von Astern und Dahlien werden dem Führer ge- reicht. Frauen und Kinder danken ihm mit Tränen in den Augen für die schnelle Hilfe. Es gelang den polnischen Unterdrückern mcht mehr, die deutschen Bauernhöfe und Bauerndörfer, die deutschen Städte zu sprengen und einzuaschern. Nur einige Eisenbahn- und Fluß- brücken sind von ihnen gründlich gesprengt worden, aber schon sind unsere Pioniere dabei, Notbrücken aufzurichten. Wir selbst passieren mehrfach bereits fertiggestellte Notbrücken. Diese polnischen Sprengungen haben den deutschen Vormarsch nicht aufhalten können, der mit einer geradezu unglaublichen Wucht vorwärtsgetragen wurde. Die polnische Armeeführung wurde hier völlig überrascht. Man sieht rot-weiß gestrichene Schilderhäuser, die die höheren polnischen Kommandostäbe kennzeichneten, umgeftürzt im Straßengraben. Die polnischen Kommandotafeln hangen zum Teil noch an den Häusern, die von den Polen zur Unterbringung ihrer Stäbe beschlagnahmt worden waren. .... Wir hören den ganzen Tag über nicht ein einziges Wort polnisch. Urdeutsch ist dieses Land, urdeutsch sind seine Bewohner. Wir passieren Krone an der Brahe, auch hier von der Bevölkerung lubelnb begrüßt. Noch vor kurzem wurde hier gekämpft. Jetzt rumpeln schon wieder die Milchkarren durch die Straßen, um die Bevölkerung zu versorgen. Brausend dröhnt das „heil Hitler!" dem Führer entgegen. Bei einem kurzen halt erzählen uns die Bewohner, daß die Polen vor ihrem Abzug die Führer der Volksdeutschen aus der ganzen Umgegend z u - fammentrieben, um sie mit sich i n s In - nere Polens zu schleppen. Sie berichten von entsetzlichen Greueltaten in den letzten Tagen, von Vergewaltigungen deutscher Mädchen, und sie erzählen endlich unter Tränen in den Augen, daß die Polen vor ihrem Abmarsch die deutschen Geistlichen aus ihren Häusern holten und sie kurzerhand erschossen. Von Prust aus erreicht dann der Führer d i e Weichsel. Dor wenigen Stunden erst sind die ersten Truppen über den Fluß herüber, haben sich auf Gummifloß en den Uebergang erkämpft und die gegenüberliegenden höhen besetzt. Jetzt, gerade als der Führer eintrifft, wird mit dem Uebergang starker Kräfte begonnen. Links voraus auf der höhe liegt die Stadt Kulm. Deutlich find auf ihren Türmen weiße Fahnen der Kapitulation zu erkennen. Längere Zelt verweilt der Führer auf einem Hügel, bet eine weite Sicht in die Weichsel- niederung erlaubt, und beobachtet aufmerksam das Vorrücken der Truppe. Rafch hat sich die Kunde feiner Ankunft verbreitet. Alles was im Augenblick abkommen kann, eilt herbei. Bald ist der ganze Hügelhang von jubelnden Soldaten erfüllt, die ihrem Obersten Befehlshaber eine große Huldigung im Angesicht des Feindes darbringen. Brausend tönen die Heilrufe durch die klare Sommerluft weit über die Weichsel hinüber. Der Führer bei seinen Truppen — der Führer in der vordersten Front: Das ist für alle die Gewißheit des Sieges, hinter ihm aber liegt schon der Friede, der Friede, den dies nun befreite west- preußische Land zwei Jahrzehnte lang entbehren mußte und den es nun unter der Fahne des Führers gefunden hat. Tarnowitz begrüßt die deutschen Befreier. Nach der Besetzung von Tarnowitz, das als unmittelbare Grenzstadt besonders stark unter dorn polnischen Terror zu leiden hatte, begrüßte unendlichex Jubel der volksdeutschen Bevölkerung die deutschen Soldaten. — (Scherl-Bilderdienft. ~ hartmanE.) i -<• WM- 4 .5«' W. vorgelagerten Inselgruppe. Der Dampfer wird sich also vermutlich auf der englisch-kanadischen Fahrtroute befunden haben. Die deutsche Regierung hat sofort klargestellt, daß es sich keinesfalls um Torpedierung durch ein deutsches Kriegsschiff handeln könne,'da ein solches sich überhaupt nicht in diesen Gewässern aufhält und daß die deutsche Kriegsmarine strikte Anweisungen hat, sich an die internationalen Regeln der Seekriegsführung zu halten. Wenn also auch die englischen Lügen kurze Beine haben, so betreiben die englischen Greuelfabrikanten ihr schändliches Gewerbe nach dem Grundsatz, daß irgend etwas doch hängen bleibt. England hat sich durch die Aufdeckung der Hinterhältigkeit, mit der es den deutschen Friedensvorschlag zur Regelung des Dan^ig-Korridor-Problerns verbrecherisch sabotiert hat, im unbefangenen Urteil der öffentlichen Meinung der ganzen Welt so sehr ins Unrecht gesetzt — die nachträglich vom Foreign Office zurückgezogene Veröffentlichung des „Daily Telegraph" über die Unterrichtung Hendersons und die Weiterleitung des deutschen Vorschlags nach Warschau ist ja ein erneuter eklatanter und dokumentarischer Beweis für die alleinige Schuld Englands am Scheitern einer friedlichen Revision — daß man nun in London alles daran fetzt, die Stimmung des eigenen Volkes, das gewiß wenig erbaut sein wird von der Zumutung, für eine die britischen Interessen in keiner Weise berührende Frage furchtbare Opfer an Gut und Blut auf sich nehmen zu sollen, gegen Deutschland in Wallung zu bringen. Aber nicht minder sucht man mit solchen Tataten- nachrichten in den neutralen Ländern Stimmung zu machen, vor ollem natürlich in Nordamerika. Daher deutet ja auch das britische Reuterbüro an, daß auch Amerikaner an Bord des „torpedierten" Passagierdampfers gewesen sein könnten. Wir sehen, England greift bereits in den ersten Tagen kriegerischer Verwicklungen zu den gleichen verlogenen und intriganten Methoden politischer Agitation wie im Weltkriege. Nur daß heute eine nationalsozialistische Staatsführung in Deutschland sich nicht scheut, die britischen Lügen Schlag auf Schlag als solche festzustellen und vor aller Welt anzuprangern. So leicht wird es diesmal den Herren Churchill, Vansit- tard und Genossen nicht fallen, Deutschland durch ein Netz von Greuelnachrichten von der Weltöffentlichkeit abzusperren und es widerspruchslos als schwarzes Schaf zu brandmarken. Deutschland setzt sich auch in diesem Kampf gegen gemeine Verleumdung zur Wehr und es wird überall in der Welt Bundesgenossen finden bei den anständigen und ehrlichen Menschen, die noch vom Weltkrieg her in Erinnerung haben, welch frivoles Spiel England damals mit ihrer Gutgläubigkeit getrieben hat. Sie haben oft erst später gemerkt, wie niederträchtig und skrupellos sein Nachrichtenmonopol zur Verleumdung des Gegners ausgenützt hat. Diesmal wird diese gleiche Methode in der öffentlichen Meinung des neutralen Auslandes, wie wir hoffen möchten, von vornherein auf die gesunde Skepsis stoßen, die erst nach den Motiven fragt, bevor sie auch die haarsträubendsten Schauermärchen auf Treu und Glauben hinnimmt. Wir Deutsche jedenfalls, und das mag man sich in England heute schon gesagt sein lassen, werden nicht ruhen, die abgrundtiefe Verlogenheit und Heuchelei der britischen Greuelhetze vom ersten Tage an schonungslos zu entlarven. Auch dieser unser Kampf gegen die Lüge dient dem Weltfrieden. Das wird man nach den eindrucksvollen Erfahrungen der Jahre 1914/18 auch im Ausland sehr bald erkennen und zu würdigen wissen. Fr. W. Lange. Schamlose Greuelhetze. Polnische Regierung auf den Spuren Northcliffes. Berlin, 5. Sept. (DNB.) Die wüsten Hetzmethoden Northclisfes haben Schule gemacht. Die polnische Botschaft hat allen Ernstes in London die Mitteilung gemacht, daß sie aus Warschau die offizielle Bestätigung der Verwendung von Gas durch deutsche Flieger in Polen erhalten habe. Die deutschen Bombenflugzeuge, so heißt es in der offiziellen Erklärung, würfen Bomben und kleine Ballons ab, die mit Dperit oder mit einem anderen Gas gefüllt seien. * Diese neuerliche schamlose Greuelhetze, deren Zweck klar auf der Hand liegt, reiht sich würdig ein in die Fülle der Hetzmeldungen, die Polen seinem Schutzherrn England unbesehen unterbreiten kann. Großbritannien ist skrupellos genug, um diesen Lügen ein publizistisches Echo zu verschafien. D i e Greuellügen des Weltkrieges wiederholen f i ch.Es kann keine Rede davon sein, daß deutsche Bombenflugzeuge mit Gasbomben operieren. Deutschland hält sich streng an die völkerrechtlichen Abmachungen, während bis Montagabend erweislich festgestellt werden konnte, daß Großbritannien rücksichtslos die Neutralität fremder Staaten bricht. Northcliffe ist einst an Verfolgungswahn gestorben. Von seinen Schandtaten gegen die Zivilisation zeugt heute nur noch ein Denkmal in der Hauptstadt Großbritanniens. Das englische Kriegskabineti. London, 4. Sept. (Europapreß.) Auf Vorschlag des Ministerpräsidenten Chamberlain hat der König, wie schon kurz gemeldet, die Bildung eines Kriegskabinetts genehmigt. Dieses engere Kabinett besteht aus neun Mitgliedern. Davon gehören sieben bereits dem bisherigen Kabinett an, während Winston Churchill und Lord H a n k e y , der frühere Sekretär des Reichsverteidigungsausschusses, neu hinzutreten. Die Kabinettsliste lautet folgendermaßen: Vorsitz: Ministerpräsident Chamberlain; Schatzkanzler: Sir John Simon; Außenminister: Lord Halifax; Verteidigungsminister: Lord C Hatfield; Marineminister: Winston Churchill; Kriegsminister: Höre- B e l i s h a; Luftfahrtminister: Sir Kingsley Wood; Lordsiegelbewahrer: Sir Samuel Hoare (bisher Innenminister); Minister ohne Portefeuille: Lord H a n k e y. Zum Lordpräsidenten des Geheimen Staatsrates wurde der bisherige Marineminister Lord Stanhope ernannt. Den Posten des Lordkanzlers erhielt an Stelle von Lord Maugham der bisherige Dominienminister Sir Thomas I n s k i p. Zum Do- minienminister wurde der frühere Außenminister Eden bestellt. Der Dominienminister wird in Zukunft mit Rücksicht auf die Bedeutung der Dominien während des Krieges besonderen Zugang zum engeren Kabinett haben. Zum Innenminister und Minister für die Sicherheit des Landes wurde der bisherige Lordsiegelbewahrer Sir John Ander- s o n ernannt Dieser wird auch weiterhin das Luftschutzwesen unter sich haben. Die beiden Oppositionsparteien haben es vorgezogen, nicht im Kabinett vertreten zu jein. In den späten Abendstunden des Montags mürben die letzten Neuernennungen für das Kabinett bekanntgegeben. Danach ist Lord Zet- l a n d zum Staatssekretär für Indien ernannt worden. Der bisherige Kolonialminister M a c d o n a l d behält sein altes Amt inne. Der Kanzler für die Grafschaft Lancaster, Morrison, Ernährungsminister Oliver Stanley bleibt wie bisher Handelsminister, Earl de la Warr Unterrichtsmini- Berlin, 4. Sept. (DNB.) In der Nacht vom 3. zum 4. September machten englische Flugzeuge den Versuch, in großer Höhe über die holländische Grenze kommend, auf deutsches Reichsgebiet vorzustoßen. Die Flugzeuge wurden durch die deutsche Abwehr zurückgetrie- den, nachdem es einigen gelungen war, etliche Flugblätter abzuwerfen. Hierzu wird von holländischer Seite amtlich gemeldet: „DenHaag. 4. Sept. 1939. Das Pressebüro der Regierung teilt mit, daß in der Nacht zum Montag Flugzeuge ausländischer Nationali- t ä t über Holland gemeldet wurden. Die Nationalität der Apparate konnte nicht festgestellt werden, da sie über den Wolken flogen. Es war unmöglich, das Feuer auf sie zu eröffnen. In diesem Zusammenhang macht die niederländische Regierung auf den ernften Charakter dieser Neutralitätsverletzung Hollands, dessen Neutralität von beiden Parteien garantiert ist, aufmerksam. Sie wird die beiden Parteien aufforbern, eine Untersuchung einzuleiten, um festzu- stellen, ob es ihre Apparate sind, die diese Verletzung begingen. Im Falle einer affirmativen Antwort wird die Regierung verlangen, daß Maßnahmen zur Vermeidung weiterer derartiger Zwischenfälle getroffen werden." Damit hat England die erst vor wenigen Stunden von ihm erneut garantierte Neutralität Hollands gebrochen. Don deutscher Seite wird zu der vom Niederländischen Regierungs-Presse- dienst gemeldeten Neutralitätsverletzung durch britische Flugzeuge amtlich festgestellt, daß zu der vom Niederländischen Regierungspressedienst angegebenen Zeit in dem fraglichen Bereich überhaupt kein deutsches Flugzeug in der Lust war. Englischer Bombenabwurf über Dänemark. Der zweite Fall provokatorischer Neutralitätsverletzung. Berlin, 4. Sept. (DNB.) Der dänische Außenminister Munch empfing heute abend den deutschen Gesandten von Renthe-Fink, um ihm mitzuteilen, daß ein Bombenflugzeug gegen 17 Uhr die dänische Stadt E s b j e r g überflogen und dort zwei Bomben habe fallen lassen, die ein Haus zertrümmerten. Eine Erkennung der Nationalität des Flugzeuges sei nicht möglich gewesen. Die Bombensplitter würden erst noch untersucht. Der deutsche Gesandte hat sogleich mit aller Klarheit und mit Bestimmtheit dargelegt, daß es sich um fein deutsches Flugzeug gehandelt haben kann, da die deutsche Luftwaffe vom Führer den Befehl erhalten hat, die U n verletz- ster, Walter E l l i o t Gesundheitsminister, Brown Arbeitsminister und Minister für den Nationalen Dienst, Leslie B o r g i n , Verkehrsminister, Dorman Smith Landwirtschaftsminister, Lord Mac - millan ist zum neuen I n f o r m a t i o n s - Minister und Ronald Dubbert Croß zum Minister für Kriegswirtschaft ernannt worden. Auf den übrigen Posten hat sich nichts geändert. lichkeit der neutralen Länder peinlichst zu achten. Wie inzwischen festgestellt roorben ist, hat sich überhaupt fein deutsches Flugzeug über Jütland befunden. Diese Tatsache ist der dänischen Regierung unverzüglich mitgeteilt worden. Der Bombenabwurf muß daher mit aller Ein- deutigfeit als englischer Prvvofations- versuch vor der Öffentlichkeit gebranbmarft werden. England gibt die Beletzung der holländischen Neutralität zu. Berlin, 4. Sept. (DNB.) Das britische Jnfor- mationsministerium bestätigte am Montagabend in einer amtlichen Verlautbarung, daß englische Flugzeuge den Versuch unternommen haben, in der Nacht zum Montag auf deutsches Reichsgebiet vorzustoßen, und daß es diesen Flugzeugen gelungen sei, Flugblätter abzuwerfen. Durch diese Mitteilung bestätigt bas Jnfor- mationsministerium, daß englische Flieger unter Verletzung der holländischen Neutralität in der Nacht zum Montag Holland überflogen haben. Holländischer Dampfer von britischem Kriegsschiff angehalten. London, 4. Sept. (DNB.) Wie bas „Allgemeen Handelsblad" meldet, ist von einem britischen Kriegsschiff der holländische Dampfer „G r o e n I o" an geh alt en und gezwungen worden, Ramsgate anzulaufen, um dort untersucht zu werden. Das Schiff hatte Erze geladen, die möglicherweise für Deutschland bestimmt waren. Es handelt sich hier um den ersten Fall der Anwendung der Blockade, der bisher bekannt geworden ist. Holland will Neutralität mit allen Mitteln wahren. Amsterdam, 4. Sept. (DNB.) In einer Son- dersitzung der Zweiten niederländischen Kammer verkündete Ministerpräsident de Geer in einer Ansprache abermals den Willen Hollands, in dem gegenwärtigen Konflikt neutral zu bleiben und diese Neutralität mit allen Mitteln wahren zu wollen. Deutschland respektiert die irische Neutralität. Berlin, 4. Sept. (DRV.) Der deutsche Gesandte in Dublin hat am 31. August der irischen Regierung namens der Reichsregierung unter Hinweis auf die freundschaftlichen dcuksch-irischen Beziehungen zugesagt, daß Deutsch- Gewaltiger Andrang von Freiwilligen für die Wehrmacht. Annahme von Meldungen vorübergehend eingestellt. Berlin, 4. Sept (DNB.) wie wir vom Oberkommando der Wehrmacht erfahren, haben die Meldungen zum freiwilligen Eintritt in die Wehrmacht bei den wehrersahstellen einen derartigen Umfang angenommen, daß eine rechtzeitige Abfertigung nicht möglich war und die Dienststellen vorübergehend keine Meldungen mehr annehmen können. Die Freiwilligen werden gebeten, sich zu gedulden und weitere Richtlinien des Oberkommandos der Wehrmacht über freiwillige Meldungen abzuwarlen. land unter Boraussehung einer entsprechenden irischen Haltung die irische Neutralität respektieren werde, worauf der irische Ministerpräsident de B aler a seinerseits dem Wunsch nach Aufrechterhaltung freundschaft. licher Beziehungen zu Deutschland wie zu anderen Ländern Ausdruck gab und auf die Erklärung der irischen Regierung vom 17. Februar dieses Jahres hinwies, derzufolge die irische Politik auf Neutralität gerichtet fei. Roosevelt verkündet Amerikas Neutralität. Berlin, 4. Sept. (DNB.) Präsident Roose- nett hielt eine Rundfunkansprache, in der er die Proklamation der Neutralität ankündigte. Er habe, so führte Präsident Rosevelt aus, bis zum letzten Augenblick auf ein Wunder gehofft. Nunmehr müsse alles getan werden, um die nationale Sicherheit im Einklang mit dem internationalen Recht und den Grundsätzen der amerikanischen Politik zu bewahren. Die Pflicht der Nation sei es, jeden Krieg von Amerika fern zu halten. Es sei von größter Wichtigkeit, daß Presse und Rundfunk Vorsicht walten ließen und den Unterschied zwischen Tatsachen und Gerüchten erkennten. Die Vereinigten Staaten seien neutral. Er hasse den Krieg und Hoffe, daß die Vereinigten Sataten sich aus dem Krieg heraus- halten werden; ja er glaube, daß es so sein werde. Alle Anstrengungen würden zur Erreichung dieses Zieles unternommen werden. In Washington wurde der Beschluß bekanntgegeben, den Schiffs- dienst über den Nordatlantik durch die Einstellung mehrerer Dampfer zu verstärken, um die Heimkehr amerikanischer Bürger, die sich im Ausland befinden, zu beschleunigen. Briten verwüsten inGchanghai deutsches Eigentum. Alle deutschen Bankkonten gesperrt. Schanghai, 5.Sept. (DNB.-Funkspruch.) Angehörige der englischen Truppenteile in Schanghai beantworteten die Aufforderung der Presse an die Engländer, sich im internationalen Schanghai der Zurückhaltung zu befleißigen, mit einer brutalen Zerstörung deutschen Privateigentums. Etwa 25 Engländer drangen in das Haus der Deutschen Arbeitsfront ein, verwüsteten alle Räume und zerschlugen die gesamten Ein» richtungsgegenstände. Ehe die Polizei erschien, konn- ten die britischen Banditen in der Dunkelheit verschwinden. Die englischen Banken sperrten alle Konten ihrer deutschen Kunden und verweigerten jede Auszahlung. Diese Maßnahmen, die in krassem Widerspruch zu der am Vortage gegebenen heuchlerischen Versicherung der englischen Regierung stehen, daß sich der Krieg Englands nicht gegen bas deutsche Volk richten werde, riefen in der deutschen Gemeinde starke Erbitterung hervor. In Schanghai haben die Briten wieder einmal bewiesen, daß sich ihre Kriegsführung trotz aller scheinheiligen und verlogenen Versprechungen i n nichts von den brutalen Methoden des Weltkrieges unterscheidet und daß es England ganz allein darauf ankommt, einen er- barmungslosenVernichtungskriegge- gen das gesamte Deutschtum zu führen. Kleine politische Nachrichten. Schweden hat die Wahrung der deutschen Interessen in Frankreich, den französischen Kolonien und den französischen Mandatsgebieten übernommen, mit Ausnahme von Marokko und Tanger, wo die deutschen Interessen von dem Königreich der Niederlande gewahrt werden. Die britischen Interessen in Deutschland werden durch die diplomatische Vertretung der Vereinigten Staaten wahrgenommen. * Der australische Ministerpräsident gab die Erklärung ab, „es sei seine melancholische Pflicht, mit- zuteilen, daß sich mit dem englischen Mutterland auch Australien im Kriege mitDeutsch- land befinde." Dasselbe gilt für das britische Dominion Neuseeland, während Irland und Südafrika, die gleichfalls als Dominions dem britischen Reich angehören, ihre Neutralität erklärten. Der von England beherrschte ägyptische Staat hat mitgeteilt, daß er die diplomatischen Beziehungen zu Deutschland abgebrochen habe. General Franco hat in einem Rundfunkappell alle Staaten ersucht, alles zu tun, um den Konflikt zu lokalisieren und um der Welt die Schrecken des Krieges, wie sie Spanien erleiden mußte, zu ersparen. * Die schweizerische Regierung hat in Verfolg ihrer Neutralitätspolitik den Export von Waffen und den Versand von Propaaandaftug- schriften an die Kriegführenden streng verboten. Die Genfer Liga hat ihre Beamten angewiesen, sie sollten sich jeglicher Handlungen enthalten, die die Schweizer Neutralität kompromittieren könnten. Der Leiter der Presseabteilung im schweizerischen Armeestab warnt vor der Verbreitung von Falschmeldungen und sensationellen Nachrichten und verlangt Zurückhaltung ^namentlich in der Presse", Daily Telegraph enthüllt die englische Kriegsschuld. Der deutsche Friedensvorschlag von London an Warschau weitergegeben. Berlin, 4. Sept (DNB.) Dem „Daily Tele- graph", dem amtlichen Regierungsorgan des Foreign Office, ist ein für England peinliches Mißgeschick passiert, mit dem er die mühsam aufgebaute Konstruktion der englischen Regierung über die angebliche Kriegsschuld Deutschlands über den Haufen warf. In seiner Londoner Spätausgabe vom 31. August veröffentlicht er auf der ersten Seite in Großaufmachung einen Bericht über die englischen Kabinettsberatungen. In diesem Bericht stellt „Daily Telegraph" fest, daß der englische Botschafter in Berlin, Henderson, vom Reichsaußenmini st er empfangen wurde und daß ihm bei dieser Gelegenheit die deutschen Vorschläge hinsichtlich einer friedlichen Beilegung des deutsch-polni- schen Konfliktes übermittelt wurden. Das Blatt stellt dann weiter fest, daß das Londoner Kabinett das deutsche Memorandum nach Marschau übermittelt habe und daß die polnische Regierung nach Empfang des durch London übermittelten Memorandums d i e Generalmobilmachung angeordnel habe. Englische Greuellüge. Berlin, 4. September. (DNB.) Das britische Informationsministerium hat, wie zu erwarten war, bie unselige Tradition der alten britischen Greuel Propaganda wieder a-ufge- nornmen. Es gab an das Reuterbüro die Meldung, baß es erfahren habe, am 4. September fei der englische Dampfer „A t h e n i a" mit 1400 Passagieren, darunter einer großen Zahl von Amerikanern, 200 Meilen wefllich der Hebriden torpediert worden und gesunken. Hierzu ist festzustellen, baß gemäß dem vom Führer in feiner Reichstagsrede am 1. September ausgesprochenen Befehl an die gesamte deutsche Wehr-- macht von dieser keinerlei Handlungen begangen werben, die dem Völkerrecht und den vom Deutschen Reich unterzeichneten Abkommen widersprechen. Die Meldung und die Art ihrer Verbreitung kann nur als verbrecherischer Versuch angesehen werden, die Meinung des amerikanischen Volkes gegen sein eigenes Interesse im Sinne jener England mißachtet die Neutralität Hollands und Dänemarks. Amtliche deutsche Feststellung: Zn der angegebenen Zeit über dem fraglichen Bereich kein deutsches Flugzeug in der Luft. Diese Mitteilung, die beweist, daß das deutsche Memorandum tatsächlich London und Marschau bereil.s am 3 0. August zugegangen ist, hat dann offenbar größte Bestürzung beim Foreign Office hervorgerufen. Gegen alle Gewohnheit mußte der „Daily Telegraph" deshalb eine neue Spätausgabe herausbringen, in der diese für die englische Regierung peinliche Mitteilung entfernt war. Dem Foreign Office war also daran gelegen, die Tatsache zu verschleiern, daß Polen 4 8 Stunden vor den deutschen Maßnahmen über den Inhalt der deutschen Vorschläge in Form eines Friedensmemorandums unterrichtet war. Es handelt sich um die Lha- raklerisierung der deutschen Münsche, die der Führer 24 Stunden vor Aebermittlung des Wortlautes der 16 Punkte dem britischen Botschafter gab. Damit ist der dokumentarische Beweis für die Schuld Polens an der Zuspitzung des deutsch-polnischen Verhältnisses und für die Schuld Englands an dieser und der weiteren Entwicklung festgestellt. Kriegstreiber zu beeinflussen, die eine neue Ausweitung des Konfliktes an st reden. D a- mit fallen bie von der Nachrichtenagentur Havas verbreiteten Meldungen über eine angeblich bevorstehende Stellungnahme Amerikas zu dieser Torpedierung in sich zusammen. Der Staatssekretär im Auswärtigen Amt von Weizsäcker empfing heute mittag den amerikanischen G e - schäftsträger in Berlin, um ihm mitzuteilen, baß bie vom britischen Informa tionsministerium über das Reuterbüro gegebene Meldung von der Torpedierung des englischen Passagierdampfers „Athenia" 200 Meilen westlich der Hebriden nicht zutreffen Tonne, da 1. der deutschen Marine der Befehl gegeben worden fei, si ch an die in- ternationalen Regeln der Seekriegsführung und an die von Deutschland unterzeichneten Abkommen zu halten, und da 2. in diesem Gebiet sich keine deutschen Kriegsfahrzeuge aufhalten. Jeder muß opfern! „Wenn der Soldat an der Front kämpft, soll niemand am Kriege verdienen; wenn der Soldat an der Front fällt, soll sich niemand in der Heimat feiner Pflicht entziehen", diesen Appell an den Opfersinn und die Gemeinschaftsleistung des beut« fchen Volkes richtete der Führer in diesen Tagen an die Nation. Diesen Appell muß man sich ebenfalls uor Augen halten, um die soeben vom Minifterrat für die Reichsverteidigung erlassene Kriegswirt« fchastsverordnung vom 4. September 1939 würdigen und begreifen zu lernen. Dieses umfassende Gesetz- wert trägt dem Ernst der Lage Rechnung und ist mit Rücksicht auf den gewaltigen Abwehrkampf erlassen worden, in den Deutschland sich durch die Kriegserklärungen Englands und Frankreichs ver- letzt 'ieht. Die Verordnung bezieht sich nicht nur auf rem wirtschaftliche Dinge, sondern greift tief in das Leben jedes deutschen Volksgenossen ein. Sie ist notwendig erstens, um die deutsche Wirtschaft und das deutsche Finanzwesen total in den Dienst der Kriegsführung zu stellen, und zweitens, um dem Soldaten, der auf dem Schlachtfeld sein Leben einsetzt, das Bewußtsein zu geben, daß auch die Heimat entsprechende Opfer bringt. Deshalb ist der Grundgedanke der Verordnung, daß im Kriege in der Heimat niemand so viel verdienen und überhaupt so leben darf, wie es in Friedenszeiten der Fall ist. Von der gesamten Bevölkerung wird ein Opfer verlangt, das dem Opfer des Soldaten würdig und angemessen sein soll. Dieses Opfer besteht vor allem in dem unbedingten Verzicht auf nicht lebensnotwendige Ansprüche in der Ernährung und der gesamten Lebenshaltung; es stellt ferner einen sichtbaren und spürbaren Beitrag zur Bestreitung des wirtschaftlichen und finanziellen Kriegsbedarfs bar. Der Abschnitt I behandelt das kriegsschädliche Verhalten und setzt Freiheitsstrafen, in schweren Fällen auch die Todesstrafe, für solche Personen -fest, die lebenswichtige Rohstoffe und Erzeugnisse vernichten, beiseite schaffen oder zurückhatten und durch solche böswillige Gefährdung der Bedarfsdeckung eine pflichtvergessene und ehrlose Gesinnung an den Tag legen. Das gleiche gilt für die Zurückhaltung von Geldzeichen ohne gerechtfertigten Grund, also das Hamstern von Banknoten, die dadurch dem allgemeinen Kreislauf der Wirtschaft entzogen werden. Der Abschnitt über kriegsfchädliches Verhalten ist notwendig, obwohl bisher nur in Ausnahmefällen gegen solche selbstverständlichen Vorschriften und Pflichten verstoßen wurde. Im großen und ganzen haben bereits bei der Einführung der Bezugsscheinpflicht Verbraucher und Geschäftsleute eine Disziplin gewahrt und ein Verhalten gezeigt, das durchaus anerkennenswert ist. Immerhin ist jetzt durch den Umfang des uns auf- gezwungenen Krieges die Lage anders geworden, und da es immer wieder asoziale und unbelehrbare Elemente gibt, war es erforderlich, an die Spitze der Verordnung den erwähnten Abschnitt zu setzen. Von allen Kreisen und Schichten der Heimat werden jetzt schon deshalb erhebliche Opfer verlangt, weil die Kriegsführung große Mittel und daneben auch die Umstellungsmaßnahmen im Zuge der Mobilisierung aller Kräfte dazu führen werden, daß im weiten Umfange Setri ehe stillaelegt werden muffen. Durch die Umstellung des Lebensbedarfs und der Lebenshaltung, wie sie durch die Rationierung von lebensnotwendigen Verbrauchsgütern singeleitet worden ist, werden naturgemäß in zahlreichen Wirffchaftszweigen erhebliche Geld- und Kreditanspannungen hervortreten. Die folgenden Abschnitte des Gesetzwerkes II Cftriegsfteuem), III (Kriegslohne) und. IV (Kriegspreise) stellen ein zusammenhängendes Ganzes dar und sind unter dem Gesichtspunkt zu betrachten, daß in dieser schweren Zeit, wie schon erwähnt, niemand so viel verdienen und verzehren soll und fein Leben so gestalten darf, wie in normalen Zeiten. Ein zweiter maßgebender Gesichtspunkt ist, daß im Zusammenhang mit der Rationierung die entstehenden Ueberschüsse an Konsumkraft restlos Lbgesckvpft und der Kriegsfinanzierung zugänglg gemacht werden müssen. Die zutage getretenen Ueberspannungen auf dem Lohngebiet werden beseitigt. Es wird ein neuer fester Grundlohn feftgelegt; alle bisherigen Zuschläge für Mehrarbeit, Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit fallen fort. Das soll nun nicht heißen, daß eine echte Mehrleistung nicht durch einen Mehrlohn abgegolten werden könnte; für größere Leistungen kann im Gegenteil auch eine höhere Entlohnung bewilligt werden. So werden z. B. die Leistungszuschläge für Bergarbeiter von der vorgenannten Bestimmung nicht berührt. Die Kriegszuschläge auf Bier und Tabak- waren, auf Bran ntw eine rzeug nisse und auf Schaumwein tragen dem Grundsatz Rechnung, den entbehrlichen, also nicht lebenswichtigen Verbrauch steuerlich stärker zu erfassen. Anderer Wein ist im Hinblick auf die Notlage des deutschen Winzers von der Kriegssteuer ausgenommen worden. Die gesamten öffentlichen Ausgaben müssen auf das schärfste gesenkt werden. Ausgaben, die nicht unmittelbar oder mittelbar notwendig erscheinen, sind auf die Hälfte zurückzuschrauben. Hierdurch werden die Länder und Gemeinden und sonstigen Körperschaften des öffentlichen Rechts in der Lage fein, zu den finanziellen Bedürfnissen zu ihrem Teil beizutragen. Es ist klar, daß die Länder und Gemeinden in ihrer Ausgabenpolitik größte Sparsamkeit und Beschränkungen walten lassen müssen. Man kann damit rechnen, daß durch diese Einsparungen erhebliche Milliardenbeträge frei werden, die dem Reich zur Verfügung stehen. Ebenso kann das Mehrsteueraufkommen auf Grund des Kriegszuschlages für Einkommensteuer und der Kriegszu- fchläge auf entbehrliche Verbrauchsgüter auf mehrere Milliarden Reichsmark veranschlagt werden. Unter dem Druck der öffentlichen Aufträge war in der letzten Zeit auf dem Lohngebiet leider ein Zustand eingetreten, der nicht mehr zu verantworten war, so daß von einer Lohnnorm kaum noch die Rede sein konnte. Das Lohngefüge war stark auseinandergeraten. Das wird durch die vorliegende Kriegswirtschastsverordnung wieder gutgemacht. Oberster Grundsatz der Wirtschaftspolitik muß es sein, zu verhindern, daß der Wirtschastskreislauf etwa durch steigende Preise und Löhne aus dem Gleichgewicht gebracht wird und daß durch sogenannte Locklöhne Verwirrung angerichtet wird. Die überschüssige Kaufkraft darf sich keinesfalls störend für Währung und Wirtschaft bemerkbar machen. Die Bestimmungen über Kriegspreise sind insofern von außerordentlicher Wichtigkeit, als sie die Senkung von Preisen und Entgelten für Güter und Leistungen jeder Art vorsehen, soweit Ersparnisse an Lohnkosten eintreten. Das bedeutet, daß jeder, der Aufträge erteilt, oder empfängt, die Preise so festsetzen muß, daß sie den gesunkenen Lohnkosten entsprechen. Hierdurch wird eine Ersparnis auch für die Reichsfinanzen von mehreren Milliarden Reichsmark eintreten, in dem insbesondere die Preise für kriegswichtige Dinge (Rüstungen) auf diese Weise Herabsetzungen erfahren müssen. Die Preissenkungstendenz ist vor allem deshalb wichtig, weil sie das Hamstern und die Zurückhaltung von Warenvorräten verhindern wird. Auch die Kartellpreise werden übrigens von den Vorschriften über Preissenkungen erfaßt. Wenn schon zu Beginn dieses ohne Deutschlands Schuld ausgebrochenen Krieges ein so tief einschneidendes Gesetzwerk erlassen wird, so soll sich jeder Volksgenosse über den Ernst der Lage klar sein. Die verlangten Opfer, die von jedem Deutschen getragen werden und jeden Deutschen gleich, mäßig treffen sollen, werden insgesamt einen Beitrag ergeben, der so hoch einzuschätzen ist, daß die Bettäge, die für die Kriegsführung und Wirtschaftsumstellung aufgebracht werden müssen, dadurch zwar nicht voll beschafft werben, aber doch eine derartige Höhe erreichen, daß die danach auf dem Kreditwege zu beschaffenden Mittel keinesfalls irgendwie die Währung tangieren können. Es ist selbstverständlich klar, daß die weitere Kriegsfinanzierung nicht ohne eine Inanspruchnahme des Kredit- und Kapitalmarktes auskommen wird. Es ist aber nicht an eine Beschreitung des Anleiheweges gedacht, vielmehr soll die kurzfristige Finanzierung gewählt werden, weil die Regierung es in der Hand hat, durch Lenkung der Aufträge, durch eine feste Gestaltung der Löhne und Preise und durch die Organisation der gesamten Wirtschaft und ihre immer stärkere Abstellung auf eine reine Kriegswirtschaft immer wieder die Beträge zusätzlich zu erhalten, die durch die Kreditschöpfung von vornherein dem Reich zur Deckung der Kriegserfordernisse zur Verfügung gestellt sind. Das Geldproblem ist im übrigen bei weitem nicht das Hauptproblem. Bei richtiger Organisation, vernünftiger Wirtschaftsführung und weiter hoher Arbeitsleistung des gesamten Volkes ist das Finanzproblem durchaus nur von sekundärer Art und daher als technisches Problem verhältnismäßig leicht zu lösen. In Widerlegung von Gerüchten muß Übrigens darauf hingewiesen werden, daß nicht daran gedacht 'ist, eine Vermögensabgabe zu erheben. Oie Bestimmungen der Kriegswirischastsordnung. Berlin, 4. Sept. (DRV.) Die Sicherung der Grenzen unseres Vaterlandes erfordert das höchste Opfer von jedem deutschen Volksgenossen. Der Soldat schützt mit der Waffe unter Einsatz seines Lebens die Heimat. Angesichts der Größe dieses Einsatzes ist es selbstverständliche Pflicht jedes Volksgenossen in der Heimat, alle seine Kräfte und Nittel Volk und Reich zur Verfügung zu stellen und dadurch die Fortführung eines geregelten Wirtschaftslebens zu gewährleisten. Dazu gehört vor allem auch, daß jeder Volksgenosse sich die notwendigen Einschränkungen in der Lebensführung und Lebenshaltung auferlegt. Der Nini st errat für die Reichsverteidigung verordnet daher mit Gesetzeskraft: Abschnitt L Kriegsschädliches Verhalten. § 1. 1. Wer Rohstoffe oder Erzeugnisse, die zum lebenswichtigen Bedarf der Bevölkerung gehören, vernichtet, beiseiteschafft oder zurückhält und dadurch böswillig die Deckung dieses Bedarfes gefährdet, wird mit Zuchthaus oder Gefängnis bestraft. In besonders schweren Fällen kann auf Todesstrafe erkannt werden. 2. Wer Geldzeichen ohne gerechfferitgten Grund zurückhält, wird mtt Gefängnis, in besonders schweren Fällen mitZüchthaus bestraft. Abschnitt IL Kriegssteuern. I. Kriegszuschlag zur Einkommensteuer. § 2. 1. Das Reich erhebt einen Kriegszuschlag zur Einkommensteuer. 2. Unbeschränkt Einkommensteuerpflichttge, deren Einkommen 2400 Reichsmark nicht übersteigt, sind von dem Kriegszuschlag zur Einkommensteuer frett. § 3. 1. Der Kriegszufchlag zur Einkommensteuer beträgt 5 0 vom Hundert der Einkommen- steuer für den Erhebungszeitraum (§ 4). 2. Der Kriegszufchlag zur Einkommensteuer darf nicht mehr als 15 vom Hundert des Einkommens betragen, die Einkommensteuer und der Kriegszuschlag zur Einkommensteuer dürfen zusammen nicht mehr als 65 vom Hundert des Einkommens betragen. § 4. 1. Erhebungszeitraum ist das Kalenderjahr. 2. Der erste Erhebungszeitraum beginnt mtt dem Tage des Inkrafttretens der Verordnung und endet mtt Ablauf des Kalenderjahres 1939. § 5. Der Kriegs zuschlag zur Einkommensteuer wird bei der Veranlagung zur Einkommen- steuer festgesetzt, soweit er nicht nach Anordnung des Reicksministers der Finanzen durch Steuerabzug zu ergeben ist. II. Kriegszuschlag auf Bier und Tabakwaren. § 6. Der Verbrauch von Bier und Tabak- mären, die im Deutschen Reick erzeugt oder in das Deutsche Reich eingesührt sind, unterliegt einer Kriegs st euer. § 7. Die Steuer beträgt 20 vom Hundert des Preises, ben der Verbraucher aufzuwenden hat. § 8. Die Hersteller, Einführer und Händler von Bier und Tabakwaren (§ 6) haften für die Steuer. Sie unterliegen der Steueraufsicht. § 9. Die §§ 6 bis 8 treten am 11. September 1939 in Kraft. Der Reichsminister der Finanzen kann bestimmen, daß Vorschriften zur Durchführung der Steuer und zur Sicherung des Steueraufkommens vor diesem Zeitpunkt in Kraft treten. § 10. Der Reichsminister der Finanzen wird ermächtigt, über Befreiungen, Ermäßigungen und Vergütungen Bestimmungen zu treffen. III. Kriegszuschlag auf Branntweinerzeugnisse. § ii- Die Hektolitereinnahme nach § 64 des Gesetzes über das Branntweinmonopol vom 8. April 1922 (RGW. I Seite 405) wird von 275 Reichsmark auf 375 Reichsmark für das Hektoliter Weingeist erhöht. IV. Kriegszuschlag auf Schaumwein. § 12. (1) Der Verbrauch von Schaumwein (einschließlich der schaumweinähnlichen Getränke), der im Deutschen Reich erzeugt oder in das Deutsche Reich eingefuhrt ist, unterliegt einer Kriegssteuer. (2) Die Steuer beträgt: 1. für Schaumweine und für schaumweinähnliche Getränke mit Ausnahme solcher aus Fruchtwein ohne Zusatz von Traubenwein: eine Reichsmark für die ganze Flasche, 2. im übrigen 50 Reichspfennig für die ganze Masche. (3) Die Vorschriften der §§ 8 bis 10 gelten entsprechend auch für den Kriegszuschlag auf Schaumwein. V. Kriegsbeitrag der Länder, Gemeinden, und sonstiger Körperschaften des öffentlichen Rechtes. § 13. Die Länder, einschließlich der Hansestadt Hamburg, leisten einen Kriegsb eitra g an das Reich in Höhe von 15 vom Hundert ihrer Anteile einschließlich der Ergänzungsanteile am Aufkommen der Einkommensteuer, der Körperschaftssteuer und der Umsatzsteuer, gekürzt um die Bettäge, um die die Anteile eines Landes an den Reichssteuerüberweisungen nach § 9 des Dritten Gesetzes zur Ueberleitung der Rechtspflege auf das Reich vorn 24. Januar 1935 (RGBl. I Seite68) und §9 des Gesetzes über Finanzmaßnahmen auf dem Gebiet der Polizei vom 19. Februar 1937 (RGB. I Seite 325) gekürzt werden. § 14. (1) Die Gemeinden leisten einen Kriegsbeitrag an das Reich in Höhe von monatlich 2,5 vom Hundert der Steuermeßbeträge der Grundsteuer von den land- und forstwirtschaftlichen Betrieben; 5 vom Hundert der Steuermeßbettäge der Grundsteuer von den Grund st ü ck en; 7,5 vom Hundert der Steuermeßbettäge der Gewerbesteuer nach Ertrag und Kapital; 10 vom Hundert der Steuermeßbeträge der B ü r g e r ft e u e r. (2) Die Länder führen den Kriegsbeittag für die Gesamtheit ihrer Gemeinden an das Reich ab. Sie ziehen den Kriegsbeittag von den Stadt- und Landkreisen als besondere Landesumlage ein. Die Landkreise ziehen ihn von den kreisangehörigen Gemeinden als besondere Kreisumlage ein. Die besondere Landesumlage setzt die Landesregierung, die besondere Kreisumlage der Landrat fest. Bei der Bemessung der Umlage kann von dem in Absatz (1) für die Unterverteilung des Kriegsbeitrages auf die einzelnen Bemessungsgrundlagen bestimmten Verhältnis ab gewichen werden. Die Festsetzung ist nicht an Formvorschriften gebunden und bedarf keiner Genehmigung. (3) Die Gemeinden dürfen die für das Rech- Schwur. Von Gerhard Schumann. An den Grenzen dunkeln und drohen Die Wetter und Blitze lohen. Dämonen schüren den Brand. Wir aber stehen mit hohen Herzen und tatenfrohen Händen zu Führer und Land. Sie können bas Reich nicht zerstören. Denn hinter der Stahlwucht der Wehren Schlägt ein Herz, ein gläubiges, stilles. Flammt ein todentschlossenes Schwören. Die schauernde Welt mag es hören: Der Führer befiehlt. Gott will es! Flüchtlinge! Von Gertrud Aulich. Im Osten verdämmert die Nackt, leichte Wolken teginnen sich rötlich zu färben, Dann geht — an Ler Grenze zweier Reiche — die Sonne auf. Vor mir liegt im fahlen Morgen die weite ober- jchlesifche Ebene. Hüben wie drüben das gleiche Jild: ab gemähte oder mit Kartoffeln und Rüden t eftanbene Felber, kleine Ortschaften mit dem (rauen Band der staubigen Landstraßen und küm- nerlichem Baumbestand, und über allem das Wahrzeichen dieser Landschaft: Gruben und Hütten nit steilgereckten Essen und schwarzen Fördertür- men. Mitten durch dieses Land geht die Grenze wider Blut und Gesetz, wider Recht und Glaube. Eine Grenze, vom Neid ersonnen, ins lebendige Fleisch gerissen, eine Mauer, die Stamm von Stamm, Bruder von Bruder trennt. In dieser stillen Morgenfrühe würde nichts an das gemaltfame Schicksal der_ 2lbgettennten_ erinnern, wenn nicht die Grenzpfähle wären, drüben nie eine erhobene Faust, hüben wie eine winkende h»and. Es hellt auf, ich kann aus einiger Entfernung iie Aufschrift auf dem Grenzpfahl lesen: „Reichs- trenne" steht darauf mit großen, glatten Buchfi oben. Deutsche Grenzwächter patroullieren im Ge- lSnde, einer bleibt stehen und lauscht mit vorgeneigtem Kopf. Er ruft dem zweiten etwas zu, der reißt das Fernglas an die Augen: nun spähen beide über die Grenze. Dort, hinter dem hohen, polnischen Stacheldrahtverhau hat sich etwas im Kartoffelfeld bewegt, ein Tier — ein Mensch? Vor mir liegt am Horizont Hohen! inde, einst eine blühende Gemeinde vor den Toren von Beuthen. Die Grenzwächter pirschen sich gebückt und Schritt für Schritt an die eiserne Umklammerung heran, mit der ein wildgeworbener Terror ben flüchtenden Deutschen ben Grenzübertritt zu verriegeln gedachte. Aber die Nacht ist dunkel und verschwiegen, und heimliche Pfade führen durch Wälder und Feld ins Deutsche. Hier sind die, die heute wie Verbrecher gehetzt werden, zu Hause, sie kennen im Finstern Furt, Schneise und Durchschlupf. Glaube und Zuversicht führen sie, die Angst im Rücken beflügelt ihre Kraft. Drüben im Polnischen tauchen dunkle Gestalten auf: Soldaten? Grenzer? Sie jagen im Eilschritt auf uns zu, sie deuten in das Kartoffelfeld, und nun heben sie im Lauf ihre Gewehre und drücken ab. Ein Knall, ein zweiter, dritter zerreißt die Stille. Die Ruhe des Morgens füllt sich mit mörderischem Grauen. Aus dem Acker erheben sich Gestalten, laufen, laufen ... Ich erkenne einen Mann, viele Frauen, Kinder auf dem Arm und an der Hand. Feuer blitzt hinter ihnen auf, Schüsse knattern, Rauchwölkchen wirbeln. Die Gestalten ducken unter ins Kraut, taumeln hoch, rennen, stolpern, jagen weiter. Der Atem pfeift aus ihrer Brust und mischt sich mit dem Weinen der Kinder, die ihre Köpfe im Kleid der Mutter bergen und bei jedem Schuß aufschreien. Wie weit mag es bis zum rettenden Grenzpfahl sein? Ich wünsche bebend, baß es ihnen gelinge, hell unb ungetroffen diesen Pfad zu erreichen, an dem ihre von Angst verschleierten Blicke hängen, den kahlen, gesegneten Pfahl mit der Tafel: Reichsgrenze. Es gelingt. Gott ist gnädig, und der Pole bei aller Rohheit feig. Er wagt sich nicht in die Nähe deutscher Waffen, er kehrt um. Alle Flüchtlinge erreichen deutschen Boden. Jemand neben mir sagt, aus tiefster Brust Atem holend: „Gott sei Dank, die wären geborgen!" Geborgen? Ich betrachte den Zug des Elends. Ein Grenzwächter stützt unb führt eine Frau, die zusammengebrochen tft, ein andrer trägt auf dem Arm ein weinendes Kind, das kein Zuspruch beruhigen kann. Ein Mann gehört zu einer Familie, die drüben blieb, und die Sorge um die Seinen spricht aus dem entsetzten Blick. Sein Gesicht ist von einer frischen, blutunterlaufenen Narbe schräg zerschnitten, den gebrochenen Arm trägt er in der Blicke. Ich höre ihn lächelnd sagen, daß er froh ist, so glimpflich davongekommen zu fein, vielen anderen sei es schlimmer ergangen. Eine Frau tft barfuß und nur mit einer Schürze über dem Hemd bekleidet. „Das Haus haben sie mir über dem Kopf angezündet", klagt sie, „weil ich nicht sagen konnte, wo mein Mann ist... nichts konnte ich retten... wie die Teufel hausen sie, verbrennen Scheunen und schleppen das Vieh weg... die verfluchten Insurgenten!" Alle sind am Ende ihrer Kraft, sie schweigen erschöpft und weinen. Ich denke daran, daß dies nur ein ganz geringer Teil des Leids ist, das, eine uferlose Flut, deutsches Land in Polen überschwemmte. In den Augen, in den Mienen, in den Tränen dieser Unglücklichen spiegelte sich dieses Leib durch die Freude hindurch, gerettet zu fein, über die Hoffnung hinweg, daß alles sich nunmehr zum Guten wenden müsse. Ich sehe in diesem Spiegel bas Bild der Heimat, aus welcher der Haß sie trieb, ich sehe Haus unb Garten, Wiese unb Feld, die ihre Welt und chr Leben bedeuteten, die nun leer und verwüstet hinter ihnen liegen. Ich sehe Familien, die auseinandergerisien wurden, Kinder, deren Väter man erschlug, Mütter, die um ihre verlorenen Söhne meinen; ich sehe vernichteten Wohlstand, entwertete Arbeit von Jahrzehnten, zerbrochenen Glauben, erdrosseltes Recht, Peitsche und Folter, Hunger unb Gefängnis, Not unb Tob. Geborgen? Es gibt für solche Not keine andere Geborgenheit, als daß ihre Heimat ihnen, mit Deutschland vereint, neu gegeben werbe, ein wiedergefundenes Paradies. Deutsche Gotik in Polen. In einer Betrachtung über „Deutsche Kunstein- flösse in Polen" (im Augustheft der Zeitschrift „Geist der Zeit") weift Dr. Gerhard Sappok darauf hin, daß vor allem die Kunst der Gotik in Polen fast ganz unter deutsckem Einfluß stand: Während in der romanischen Epoche neben deutschen Einflüssen auch französische unb italienische bemerkbar finb, steht bie Kunst ber Gotik in Polen in überwiegenbem Maße unter beutschem Einfluß. Auf zwei Wegen, nämlich von Schlesien und vom Ordensland Preußen her, hat sich die Gotik in Polen Eingang verschafft unb hat bas Land mit ihren Denkmälern so erfolgreich durch- brungen, baß wir Zeugen der norbischen Backsteingotik heute noch feststellen können am Rande ber Karpathen (Kirche von Biecz) und ganz weit im Osten an ber heutigen russischen Grenze, in bem machtvollen Dau des Schlosses Mir, so baß schlesische Baumeister ihre Wirksamkeit bis Lemberg ausdehnen konnten. Ist boch bie Lemberger Kathebrale waren nachweisbar beutsche Bau- Baumeistern, Joachim Grom und Ambrosius Rubi sch, erbaut und 1480 vollendet worben. Auch bei der Errichtung der Warschauer Kathedrale waren nachweisbar deutsche Baumeister beteiligt (Nikolaus Tyrolb unb Peter So mmer f eld aus Danzig). In besonders glanzvoller Weise aber bekundet sich deutsches Künstlertum in ben Bauten der Stadt Krakau. Schon um sich deutlich von chrer Umwelt abzuheben, bevor- fugten die deutschen Bürger dieser Stadt mächtige, hochragende Bauten. Das herrlichste Zeugnis hierfür bittet bie Marienkirche in Krakau, bie bis ins sechzehnte Jahrhundert hinein als „Kirche ber Deutschen" gegolten hat, und in ihr wieder ber berühmte Flügelaltar bes sübdeutschen Künstlers Veit Stoß, ber der größte gotische Flügelaltar überhaupt ist, ben wir in Europa kennen. Sodann befinden sich in ber Nähe von Krakau — um ein in Deutschland kaum bekanntes Denkmal zu nennen — nämlich in Ogrobzienice, noch heute bie riesige Ruine eines Herrenschlosses, bas einst ber deutschen Kaufmannsfamilie Boner gehörte. Hans Boner, ber aus bem Elsaß nach Krakau kam, würbe hier batt „ber größte und mächtigste Kapitalist, den die Stadt jemals in ihren Mauern gehabt hat" (Lück). In feinen Händen lagen zu Beginn des sechzehnten Jahrhunderts, rote es ber polnische Historiker Jan Ptasnik ausbrückt, „bie getarnten polnischen Staatsfinanzen". Dieser machtvolle Schloßbau, der aus den Felsen selbst sechs Stockwerke hoch aufragt, gibt einen Begriff von der einftigen Macht und Größe des deutschen Bürgertums in diesem Lande." Unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante Fräulein Toni Tasche entschlief heute sanft nach einem 2. Schlaganfall. Professor Gustav Tasche und Familie Marie Tasche. Gießen, den 5. September 1939. fassen kann, eröffnet ihre Tätigkeit am 5835V Die Trauerfeier findet in der Stille statt 5844D| Wir geben unsere Vermählung bekannt sucht 04180 Gießen (Keplerstraße 5), den 2. September 1939 5832V Schweizerisches Konsulat Frankfurt a. M zu kauf, gesucht. Liebigstr. 80 v. sucht. 5837D 04178 Walltorstr. 21. Or. Hans Heinrich Grieb Luscha Grieb, geb. Werner SELTERSWEG 47 »TELEFON 2373 1. Der schweizerische Bundesrat hat die Mobilmachung der ganzen Armee beschlossen. Der erste Mobilmachungstag ist der 2. September 1939. 2. Gemäß den Bundesratsbeschlüssen vom 9. November 1928 und 23. September 1938 haben die in nachverzeichneten Ländern wohnenden im Auszug, in der Landwehr und im Landsturm eingeteilten Offiziere, Unteroffiziere, Gefreiten und Soldaten unverzüglich ihre Ausrüstung im Depotort zu übernehmen und hernach auf ihrem Korpssammelplatz einzurücken: Europa: Alle Länder mit Einschluß der europäischen Inseln. Asien: Türkei, Syrien und Palästina, sowie die im Mittelmeer gelegenen asiatischen Inseln. Afrika: Aegypten, Tripolis, Tunis, Algerien und Marokko. Amerika: Vereinigte Staaten von Amerika und Kanada. 3. Die von dieser Bestimmung nicht betroffenen Dienstpflichtigen haben bis auf besondere Weisungen nicht einzurücken. Mittwoch, dem 6. September, mit den durchlaufenden Dienststunden von 8 bis 20 Llhr, auch an den Sonntagen. Heber Naturschutz und Naturkunde mit den allgemeinverständlichen Büchern de» Hugo Bermühler Berlages, Berlin- Lichlerfelde. 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(1) Nach den Richtlinien des GeneralbevollmSch- tigten für die Wirtschaft und Generalbevollmächtigten für die Reichsverwaltung können die zuständigen Reichsminister und der Reichskommissar für die Preisbildung, gegebenenfalls im gegenseitigen Einvernehmen, zur Durchführung und Ergänzung dieser Verordnung Rechtsverordnungen und allgememe Verwaltungsvorschriften erlassen. (2) Sie können Befugnisse, die ihnen nach dieser Verordnung zustehen, auf andere Stellen übertragen^ § 30. Die Verordnung tritt am Tage der Verkündung in Kraft. Berlin, den 1. September 1939. Der Vorsitzende des Ministerrates für die Reichsverteidigungl Göring, Generalfeldmarschall. Der Stellvertreter des Führers: R. Heß. Der Generalbevollmächtigte für die ReichsverwaltungH 8 ruf. Der Generalbevollmächtigte für die Wirtschafte Walther Funk. Der Reichsminister und Chef der Reichskanzlei! Dr. Lammers. ' Der Chef des Oberkommandos der Wehrmächte Keitel. Hämorrhoiden sind lästig! 14V Verlangen Sie portofrei Gratisprobe „Anuvalin“ Anuvalinfabrik Berlin SW 61 / A 208 Heute vormittag 5% Uhr entschlief sanft nach kurzem, schwerem, in großer Geduld ertragenem Leiden unser herzensguter, lieber Sohn, Bruder, Enkel, Neffe, Vetter und Pate Karlheinz Reuter im 14. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie August Reuter. Gießen-Wieseck (Gartenstr. 12), den 4. September 1939. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 6. September, nachm. 3 Uhr, vom Sterbehause Gartenstr. 12 aus statt. 5839 D Deutidie Stenografenfdioft Sttsverein Gietzen Die am Dienstag, dem5.Sevt. 1939, beginnem denKursei.Kurz- schrist und Maschinenschreiben fallen aus. Spät. Termine werden bekannt- gegeben. 584ov | Kaufgesuche | Gut erhaltener § 19. Vorschriften und Vereinbarungen über den Urlaub treten vorläusig außer Kraft. Die näheren Bestimmungen über das Wiederinkrafttreten erläßt der Reichsarbeitsminister. § 20. Der Reichsarbeitsminister kann von den bestehenden Vorschriften abweichende Bestimmun- g e n über den Erlaß und Inhalt von Tarifordnungen und die regelmäßige Arbeitszeit treffen sowie Ausnahmen von bestehenden A r - beitsschutzoorschriften zulassen. Für öffentliche Verwaltungen und Betriebe erläßt der Reichsarbeitsminister diese Bestimmungen im Einvernehmen mit den beteiligten Reichsministern. § 21. (1) Wer Löhne oder Gehälter entgegen den Vorschriften der §§ 18 bis 20 dieser Verordnung verspricht oder gewährt oder sich versprechen oder gewähren läßt, wird vom Reichstreuhänder oder Sondertreuhänder der Arbeit m: t einer Ordnungsstrafe in Geld in unbegrenzter H öh e für jeden Fall der Zuwiderhandlung belegt. Die gleiche Strafe trifft denjenigen, der günstigere sonstige Arbeitsbedingungen fordert oder gewährt, als sie nach den Vorschriften dieser Verordnung zulässig sind. Gegen den Ordnungsstrafbescheid ist die Beschwerde an den Reichsarbeitsminister zulässig. (2) In schweren Fällen ist die Strafe Gefängnis oder Zuchthaus. Die Strafverfolgung tritt auf Antrag des Reichstreuhänders ober Sondertreuhänders der Arbeit ein. Der Antrag kann zurückge- nommen werden. Abschnitt IV. Knegspreise. § 22. Preise und Entgelte für Güter und Leistungen jeder Art müssen nach den Grundsätzen der kriegsverpflichteten Volkswirtschaft gebildet werden. § 23. (1) Preise und Entgelte für Güter und Leistungen jeder Art sind zu senken, soweit auf Grund des Abschnittes III dieser Verordnung bei Gütern und Leistungen Ersparnisse an Lohnkosten emtreten. (2) Preisen und Entgelten für Güter und Leistungen jeder Art dürfen künftig höchstens die nach Abschnitt III dieser Verordnung zulässigen Löhne und Gehälter zu Grunde gelegt werden. (3) Soziale Aufwendungen an die Gefolgschaft, die nicht in Gesetzen, Verordnungen oder Tarifordnungen zwingend vorgeschrieben sind, dürfen, der Berechnung der Preise und Entgelte nur zu Grunde gelegt werden, soweit fte betriebs - oder brancheüblich sind und dem Grundsatz sparsamer Wirtschaftsführung nicht widersprechen. (4) Es ist verboten, höhere Preise u n d Entgelte als die nach Absatz (1) bis (3) zulässigen zu fordern oder zu gewähren. § 24. Güter und Leistungen jeder Art sollen nicht durch Werk- oder Hilfs st offe, Fracht- ko st e n ober f 0 n ft i g e K 0 st e n verteuert werben, beren Verwendung ober Auswenbung nur durch eine besondere Beanspruchung eines Wirtschaftszweiges verursacht, aber nach Art, Menge und Bezugsort mit bem Grundsatz sparsamer Wirtschaftsführung nicht zu vereinbaren ist. § 25. (1) Sind gebundene Preise durch Selbstkosten von Betrieben bestimmt, die nur infolge der Bindung der Preise im Sinne des § 1 der Verordnungen über Preisbindungen und gegen Verteuerung der Bedarfsdeckung vom 12. November 1934 in der Fassung vom 11. Dezember 1934 (Reichsgesetzblatt I Seite 1110, 1248; Reichsanzeiger Nr. 266/291) oder einer besonderen Beanspruchung ihres Wirtschaftszweiges in Betrieb erhal- t e n oder wieder in Betrieb genommen worden find, so müssen die Preise gesenkt werden. (2) Ferner sind Preise zu senken, die darauf beruhen, daß Betriebe auf Grund ihrer rechtlichen Stellung oder der tatsächlichen Verhältnisse ober wegen ihrer wirtschaftlichen Bedeutung ohne ausreichenben Wettbewerb sind. (3) Die nach bieser Verordnung durchzuführende Senkung gebundener Preise erfolgt für sämtliche Mitglieder eines Zusammenschlusses in gleicher Höhe und vom gleichen Zeitpunkt ab. (4) Die Preissenkung nach Absatz (1) bis (3) bedarf der vorherigen Zustimmung des Reichskommissars für die Preisbildung. § 26. Preise und Entgelte für Güter und Leistungen jeder Art sind umdenBetragzusenken.den der Veräußerer oder der Leistungspflichtige bei den einzelnen Gütern und Leistungen dadurch erspart, daß er selbst Güter und Leistungen auf Grund dieser Verordnung zu einem niedrigeren Preise oder Entgelt erhält, als er zuletzt vor Verkündigung dieser Verordnung aufgewendet hat. § 27. Die Bestimmungen der Verordnung über bas Verbot von Preiserhöhungen vom 26. November 1936 (RGBl. I Seite 955) unb biß sonstigen bisher erlassenen Preisvorschriften bleiben im übrigen unberührt. §28. Der Reichskommissar für bie Preisbildung und die von ihm beauftragten Stellen können Ausnahmen von den Vorschriften dieses Abschnittes zulassen oder anordnen. nungssahr 1939 festgesetzten Hebesatze für die Realsteuern unb für die Bürgersteuer nicht erhöhen. (4) Die Vorschriften der Absätze (1) bis (3) gelten sinngemäß für die Hansestadt Hamburg, das Land Bremen und das Saarland. § 15. (1) Der Reichsminister der Finanzen setzt die Höhe des Betrages, der von jedem Land zu leisten ist, unb im Einvernehmen mit dem Reichsminister des Innern die Höhe der Beträge, die von der Gesamtheit der Gemeinden eines jeden Landes aufzu- bringert sind, fest. (2) Der Kriegsbeitrag ist zum 18. eines jeden Monats bei der Reichshauptkasse in Berlin einzuzahlen, erstmals für den Monat September 1939 zum 18. Oktober 1939. § 16. Die Vorschriften der Paragraphen 11 bis 13 gelten nicht für die Reichsgaue und ihre Gemeinden. Für sie bleibt eine besondere Regelung vorbehalten. § 17. S 0 nstige Körperschaften d e s öffentlichen Rechtes, die zur Erhebung von Steuern, Umlagen ober Beiträgen berechtigt finb, und anbere zur Erhebung von Pflichtbeiträgen berechtigte Organisationen leisten einen Kriegsbeitrag nach Maßgabe näherer Bestimmungen. Diese Körperschaften und Organisationen dürfen die von ihnen erhobenen Steuer-, Umlage- ober Beitragssätze nicht erhöhen. Abschnitt III. Knestslöhne. § 18. (1) Die Reichstreuhänder und Sondertreuhänder der Arbeit passen nach näherer Weisung des Reichsarbeitsministers die Arbeitsverdienste sofort den durch den Krieg bedingten Verhältnissen an unb setzen burch Tariforbnung Löhne, Gehälter unb sonstige Ard eits- bebingungen mit bindender Wirkung nach oben fest. (2) Werden Betriebe ober Verwaltungen n e u errichtet ober umgeftellt, ober üben Arbeiter unb Angestellte nach bem Inkrastreten dieser Verordnung eine andere Tätigkeit aus als zuvor, so gelten die Lohn- und Gehaltssätze, die für gleichartige Betriebe oder Verwaltungen Geltung haben ober bie für bie neue Tätigkeit maßgebend sind. Besteht Zweifel darüber, welche Lohn- und Gehaltssätze in Frage kommen, so trifft der Reichstreuhänder oder Sondertreuhänder der Arbeit hierüber Bestimmungen. (3) Zuschläge für Mehrarbeit, Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit sind nicht mehr zu zahlen. (4) Die Absätze (1) bis (3) gelten entsprechend für die Entgelte und sonstigen Arbeitsbedingungen der Heimarbeit. _____________ _____________________ Stellenangebote| Junges MM bis 17 Jahre, halbe Xaae für leichte Arbeit NMelsskelle für Bcltsgenofiea aus dem Grenzgebiet Heim Semen Boten kreuz, kreisflelle Gießen Hitlerwall 37, Erdgeschoß. Fernsprecher 3147/48 Sluttordevnng Um den Nachweis über den Verbleib der Volksgenossen auS dem Grenzgebiet zu erleichtern, ist bei der Kreisstelle des Deutschen Roten Kreuzes eine Rachweisstelle eingerichtet worden. 3m dringenden Interesse dieser Volksgenossen werden alle, die in der Stadt oder im KreiS Gießen solche bei sich ausgenommen haben, aufgefordert, diese nach Ramen, Alter, Beruf, Herkunftsort und sonstigen Personalien mit der Anschrift der beherbergenden Familie anzumelden, und zwar schriftlich oder mündlich. Diese Anmeldungen sollen die Grundlage für eine Kartei geben, durch die ihr Verbleib auf Anfragen seitens ihrer Angehörigen usw. nachgewiesen werden kann. Die Anmeldung kann auch durch die Beherbergten selbst geschehen. Die Rachweisstelle, die sich aber nicht mit der Fürsorge be- -Hirzen alle lästtg. Haare. Leberflecken Pickel, Sommer- spross, usw. ents. u. Gar. für immer Frau B. Gulden seit 1935 Fr. W. Henkel Svrechstund.jetzt Mittwochs.Gießen Am Riegelpfad 32, 9-G* 1^ Uhr dnrehg. Aüchlässe von 3M» 20 v. 6. erhalten Sie bei wiederholten Aus« nahmen einer Ameia» | Vereine | Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und die Bilderi Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot (z. Z. abwesend), i. D.: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport Heinrich Ludwig Neuner (z. Z. abwesend), i. V.: E. Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodoe Kümmel. D. A. VIII. 1939: 8777. Druck und Vertagt Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G.,. sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RDL» einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der IllUB ftrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pst und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pst mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Keine Zeugnisse in Urschrift lonöern nur Zeugnisabschriften vem Be- werbungSschreiben beilegen 1 — Lichtbilder unvBewerbungsunter- 'egen müssen zur Ber» meidung von Verlusten auf der Rückseite Ramen und Anschrift des Bewerber« trauen l In allen Haus- angelegenheiten erfahrene, selb- ständ., liebevolle Stütze gesucht zu älter. Herrn (Witwer, Lehreri.R.)nach Landstädtchen in der Nähe von Darmstadt. 04174 Etagenwohnung i.eig. Haus. Näh. bei Dr. Gebhardt, Bismarckstr. 38. | Empfehlungen] Dachboden- IlDRIllMI gegen Feuer. 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Klein. 6i?v Sofort gesucht gewissenhaftes Maten oder Frei zum Füllen von Flaschen Wilhelm Michel Walltorstratze 71 5836D Bier und Mineralwasser. Nr. 207 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, 5. September 1939 Gießen in völliger Finsternis Vas Dränen, ^urcyzayien urvu ^uuvuyvm geipern. Zugsscheinabschnitte 311 übernehmen. Dieser Einsatz Rü«hsbabndirektion Frankfurt a. M. teilt bedeutet für alle Mitglieder eine selbstverständliche nertetyr'^nad) »tf Uebergänge gesperrt. Das gleiche gilt für den Aus-'zu richten. (Nachdruck verboten!) 24. Fortsetzung. Mitten unter Um- von des- Cin- NSG. 1. Gaststätten muüssen unter allen ständen verhindern, daß bei Zu- und Abgang Gästen Lichtschein nach außen fällt. Es muß halb dafür gesorgt werden, daß hinter dem gang lichtundurchlässige Vorhänge, Decken usw. anhabe Sie angerufen." "Danke." Linkerton übersieht das Gelände. landsverkehr durch Frankreich bei Leitung über deutsch-französische Uedergänge. Unterwegs befindliche Güter werden zurück- und zur Verfügung des Absenders gehalten. Das Deutsche Frauenwerk Hilst dem Lebensmittelhandel. genommen haben, deren Namen, Herkunftsort usw. bei der Nachweisstelle umgehend anzumelden. Die gewissenhafte und rasche Erfüllung dieser Bitte ist von großer Wichtigkeit und liegt im dringendsten Interesse der Aufgenommenen. Es wird damit eine Zentrale geschaffen, die in der Lage fein wird, die Verbindung zwischen Angehörigen der gleichen Gemeinden herzustellen, die Bestellung von Briesen zu erleichtern usw. Ausdrücklich sei betont, daß die Nachweisstelle mit der Fürsorge, Unterbringung usw. nicht befaßt ist. Das Gautreffen der Landsmannschasten abgesagt. NSG. Das Gautreffen der Landsmannschaften, Trachten- und Heimatvereine, das am 24. September in Frankfurt a. M. stattsinden sollte, ist abgesagt worden. Eisenbahnverkehr nach Frankreich gebracht werden. 2. Die Treppenhaus-Beleuchtung muß abgeschirmt werden, weil sonst beim Oeffnen der Haustür das Licht nach außen fällt. 3. Es muß darauf geachtet werden, daß auch alle Mansardenfenster verdunkelt werden und für die Zeit der Verdunkelung verdunkelt bleiben. 4. Die an der Hinterfront der Häuser liegenden Fenster Müssen mit gleicher Sorgfalt verdunkelt werden, wie die Fenster der Vorderfront. 5. Speisekammern, Badezimmer und Klosetts dürfen nicht vergessen werden. Abschirmung der elektrischen Birnen genügt häufig nicht. Diese Räume werden am besten auch verdunkelt. 6. Taschenlampen dürfen auf der Straße und beim Oeffnen der Haustür nicht verwendet werden. 7. Man verdunkele nicht erst bei einbrechender Dunkelheit, sondern schon früher. Lieber zu früh als zu spät, muß die Parole sein. 8. Jeder prüfe von Zeit zu Zeit den Zustand des Verdunkelungsmaterials und sorge gegebenenfalls rechtzeitig für Ersatz. 9. Die Volksgenossen müssen sich gewöhnen, erst dann Licht anzudrehen, nachdem sie den betreffenden Raum gewissenhaft verdunkelt haben. 10. Die Verdunkelung ist eine Dauermaßnahme. 11. Gegen Säumige wird scharf vorgegangen werden. dem Tor liegt der Ermordete. Er ist zusammengesunken, als fei er beim auv schließen der Haustür eingeschlafen und habe sich gegen den steinernen Posten gelehnt. Es scheint, als habe er nicht mehr die Kraft aufgebracht, den Schlüssel, den seine kalten Finger noch umkrampften, ins Schloß zu stoßen. Hinterm Rücken seines hellen Sakkos fließt es dunkelrot, fast schwärzlich an der Mauer entlang. Die Kugel ist ihm gerade ms Rückenmark gegangen. Er kann keine Minute mehr gelebt haben. In einem Zwischenraum von zehn vis zwanzig Zentimeter zwei Fehlschuß-Einschläge, die den Mörtel abgeschlagen haben. Armer Teufel! denkt Linkerton. So endet also dein Ruhm, von dem ganz England spricht! Er wisch sich über die Stirn. Er wird das nie lernen, diese Kaltschnäuzigkeit, die Pembroke bei solchen Gelegenheiten aufbringt. Er steht Den Aus der Stadt Gießen. Das Ereignis. lieber Nacht traf es ein. Zwar keineswegs un- ■ vermutet, aber immerhin plötzlich genug. Wenig- stens für die lieben Nachbarn. Als die Großmutter । morgens mit strahlender Miene hinter dem Haufe , bie Windeln auf die Leine steckt, wird die Kunde schnell offenbar. Dann stapfen bald die großen , und kleinen Gratulanten die Treppe herauf. Die Kleinen mit der großen Gläubigkeit an den geheimnisvollen Klapperstorch, die Großen mit ihren Gedanken über das Wunder der Geburt. Alle aber wißbegierig, es läßt sich nicht leugnen. Und zweifellos ist Grund genug vorhanden. Die strahlende Großmutter kann fortwährend die Tür öffnen und schließen. Um den jungen Vater kümmert sich vorerst kaum ein Mensch. Er erfährt bei diesem Anlaß die allergeringste Wertschätzung. Die Stimmung läßt er sich jedoch nicht verderben, schließlich ist er ja der Vater. Plötzlich aber gewinnt auch er an Bedeutung. „Du mußt natürlich zum Standesamt gehen", sagt die Großmutter, „merkwürdig, daß du nicht selber auf den Gedanken kommst. Na, Männer bleiben eben Männer. Melde den Jungen an, und vergiß nicht, die Papiere mitzunehmen." So hat der neugebackene Vater seine Aufgabe, der er sich eifrig unterzieht. Wobei ihm sein Freund mit Vergnügen hilft. Dor allem, als es gilt, die Eintragung in gebührender Weife in der nächsten Gastwirtschaft mit einem kühlen Hellen zu feiern. Unterdessen liegt der Kleine in den Kissen und schläft den gerechten Schlaf. Nur der Kopf und die kleinen Fäustchen sind sichtbar. Aber die Fäustchen hält er so fest geballt, als komme es schon jetzt darauf an, sich in dieser Welt einen guten Platz zu sichern, ©eine Mutter sieht ihm mit glücklichem Lächeln zu, während im Wohzirnrner die Nachbarinnen immer und immer wieder dem Ereignis neue Betrachtungsmöglichkeiten abzugewinnen wissen. Durch das geöffnete Fenster fällt ein Heller Sonnenstrahl ins Zimmer, und es ist, als gebe selbst das liebe Himmelslicht dem Miethaus festlichen Glanz. H. W. Sch. Vornotizen. Tageskalender für Dienstag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Paradies der Junggesellen". Bei Beschießung hochflieqender feindlicher Aufklärungsflugzeuge Deckung nehmen! DNB. Von zuständiger Stelle erhalten wir folgende Mitteilung: Es kann vorkommen, daß einzelne und hochfliegende feindliche Aufklärungsflugzeuge von unserer Flak-Artillerie beschossen werden, ohne daß notwendig war, Fliegeralarm zu geben. In solchen Fällen haben alle Personen, die sich im Freien befinden, sofort Deckung in Häusern oder an sonstigen geschützten Stellen zu nehmen, damit sie nicht durch Hera bfliegende Sprengstücke unserer Flak-Artillerie getroffen werden. Erleichterung des Verkehrs mit kleineren Zahlungsmitteln. liche zur Sicherung der Einwohner auch durch deren Mitarbeit geschehen ist. Allerdings in einer anderen Richtung muß etwas besser werden. Es ist nämlich dringend zu München, daß vom Beginn der Verdunkelung ab die Jungens und Mädels, die dann noch spielend und radelnd in den Straßen weilen, von derStraße verschwinden, wie überhaupt am Abend und n der Nacht sich niemand auf der Straße aufhalten ollte, der nicht aus Gründen des Berufs oder der Mitarbeit an einer wichtigen öffentlichen Aufgabe sich unbedingt außer dem Hause bewegen muß. Schon im Hinblick auf die vielfältigen Gefahren, die der Fährverkehr in den dunklen Straßen mit sich bringt, gehören vor allem die Kinder von der Dämmerung ab ins Haus, und ebenso alle Erwachsenen, die ungestört ihren Feierabend genießen können. Die Eltern mögen im Sinne dieses Hinweises ihre Kinder hüten, und sie werden auch damit die schwere und verantwortungsvolle Arbeit des örtlichen Luftschutzleiters wirksam unterstützen. Winke für die Verdunkelung. Was besser beachtet werden muß. Sänger immer noch großspurig in feinem Ammer in Scotland-Yard umherstolzieren. „Na, dann gehen Sie mal 'ran, Dottor! ntemf er nachdenklich und gibt dem Polizetarzt den Weg ^Ueberrascht tritt er zurück, als er plötzlich 2)p Hellmers gegenübersteht, hinter den sich der zweite Beamte postiert hat. Ah ... Doktor Hellmers! Ich habe Sie vergeb* kich erwartet. Wissen Sie, was geschehen ist?^ El- Mill ihm die Hand entgegenstrecken, aber der Pottq zist wÄß das zu verhindern. Der mutmaßliche Täter!" meldet er mit un* durchdringlichem Gesicht. „Wir sahen diesen Herrn zuerst neben dem Ermordeten. Als er uns bemerkte, wollte er fortlaufen. Erst als wir mit der Waffe drohten, blieb er stehen. Zwanzig Schritte weiter nach dem Haufe zu log fein Revolver. Es fehlen genau drei Schüsse!" Inspektor Lin'kerton tritt unwillkürlich einen! Schritt zurück. . „Hellmers, Sie? ... Ja, haben Sie denn den! Verstand verloren?" „ Unendlich lange dauerte es, bis Hellmers aus feiner Erstarrung aufwacht. Bisher hat er regungslos gestanden, als fei er aus Stein. Nun, da ihn die bekannte Stimme des Beamten erweckt, scheint ihm plötzlich zum Bewußtsein zu kommen was eigentlich hier vorgeht. Er betrachtet mit den Augen eines erstaunten Kindes die Menschen um sich her, seine Brauen Fichen sich zusammen, man steht wie sein Hirn arbeitet, um in die Gegenwart zu finden. Jetzt schüttelt er den Kopf und lächelt. Lächelt ganz still, so, als sitze er im Kino und betrachte das Ganze wie einen wohlgelungenen das nun alles ein wüster Traum ... öM ist "das tatsächlich Wirklichkeit?" fragt er zweiselnd. Erne Geste des Inspektors aus den Erschossenes reißt ihn endgültig in die Gegenwart zuruck. „Herrgott" flüsterte er. „Wie konnte das gev schehen? Er ging doch eben noch vor nur. Ich lief zurück, um meine Handschuhe zu holen .. . Mit einem Male die Schüsse und dann ... Entsetzlich! Wie ist das nur möglich, Herr Inspektor?" „Das frage ich Sie, Herr Doktor Hellmers! ®id sind der einzige Mensch, der bei ihm war, als er ... starb!" (Fortsetzung folgt.) 21. Verhör am Tatort. Der Scheinwerfer des Mannschaftswagens schneidet einen grellen Kegel in das Halbdunkel des Per- kinsschen Mllenparks. Die Lampe überm Tor gibt ja kaum einen Schein, bei dem man etwas sch en kann. Trotz der mitternächtlichen Stunde stthen rundum Neugierige. GetUschel und Geflüster erhebt sich als Linkerton sich hart durch die Menge stoßt „Scotland-Yard! Der Wit der Melone, das ist Linkerton. Kenne ihn, ein gewiegter Butsche! meint einer, der Bescheid weiß, anerkennend. Die beiden Polizisten treten heran und grüßen. „Sie haben die Wache gehabt?" „Jawohl, Herr Inspektor. Wir waren am ent- aeaenaesetzten Ende der Mauer, da, wo die High Road abzweigt. Auf einmal geht's Licht an. Wir hören Stimmen. Einer ruft laut: „Good bye! Uha, denken wir, da verabschiedet sich iemanb. R-chttg, es scheint auch so! Plötzlich knallt's dreimal schnell hintereinander. Ich sage zu meinem Kollegen: „Hin, Mensch! Das waren drei Schüsse! Und wie wir 'ran waren, da sahen wir die Bescherung! „Es ist doch nichts verändert?" „Nichts, Herr Inspektor!" Wer hat den Garten betreten oder verlassen? "Niemand. Nur ich bin ins Haus gegangen und Kinderland ist überall da, wo sich ein paar Jun* gen oder Mädchen zusammentun, um ihre Welt nach ihren Wünschen auszugestalten und zu regieren» Das fällt ihnen gar nicht schwer, und es wäre auch schade, sollte es anders jein. Denn ein gesundes Kind kann in der schäbigsten Hundehütte ein Schloß sehen und macht aus einem eichenen Prügel ein blitzendes Schwert, mit dem es Drachen und Rie» fen erschlägt. Sollte man die Jungen aus ihren Spielen reißen und sie mit drohendem Zeigefinger daran mahnen, daß es auf der Welt doch ganz anders aussieht, als sie es sich vorstellen, daß eine Hütte eine Hütte bleibt und aus einem Knüppel niemals ein Schwert werden kann? Laßt bie Kim der spielen und sich Lustschlösser bauen, was hätten sie sonst davon, daß sie jung sind? Trotzdem braucht das Treiben im Kinderland nicht in Zügellosigkeiten auszuarten. Trotzdem können und müssen der Vater und die Mutter ein wachsames Auge haben auf alles, was dort vorgeht. Warum? Eine einfache Antwort! Welcher Junge läge nicht gern am Lagerfeuer? Welcher Junge hätte nicht feine Freude an den prasselnden Flammen des brennenden Kartost felkrautes? Welcher Junge fühlte sich nicht reich, wenn er mit einer Schachtel Zündhölzer in der Tasche klappern kann? Darum muß man auspassen! Wenn auch im Kinderland andere Gesetze gelten, ein Brand, der einen Hof in Asche legt, weil der Bub hinter der Scheune mit offenem Feuer spielte. Sett der Aufrufung des zivilen Lustschutzes ist auch in Gießen bie völlige Verdunkelung durchgeführt worden. Was in den letzten Jahren bei wiederholten Derdunkelungsübungen allen Volksgenossen ein geprägt und von ihnen auch immer stärker ersaßt wurde, hat sich nunmehr bewährt: nämlich alle Räume der Häuser, vom Wohnzimmer bis zur Speisekammer und dem „stillen Ort", befinden sich vom Zeitpunkt der Dämmerung ab bis zum anderen Morgen in völliger Dunkelheit. So kann man denn bei einem abendlichen Gang durch die Stadt überall im F i n ft e r n tappen. Diese disziplinierte und kluge Haltung unserer Gießener Volksgenossen bei der strengen Durchführung der Verdunkelung ist natürlich an sich eine Selbstverständlichkeit, sie sei aber an dieser Stelle doch mit Anerkennung hervorgehoben. Es wäre ja auch unbegreiflich, wenn irgendein Volksgenosse oder eine Volksgenossin anders handeln würde, in sträflicher Leichtfertigkeit oder — man entschuldige das harte Wort — in unvorstellbarer Dummheit bie Räume der Wohnung erleuchten und nicht vorher sorgfältig darauf achten würde, daß die Fenster mit größter Gewissenhaftigkeit verdunkelt sind. Ebenso unglaublich wäre es, wenn jemand vor dem Herablassen der Rolläden das dunkele Zimmer betreten und das Licht einschalten würde, um z. B. zu den Fenstern mit den Rolläden zu gelangen. Man könnte es auch nicht verstehen und nicht billigen, wenn in irgendeiner anderen Art während der Abend- und Nachtzeit leichtfertig mit Licht hantiert würde, dessen Strahlen auch nur im geringsten von außen sichtbar wären. Denn es ist bekannt, daß aus völliger Finsternis heraus selbst ein kleines Licht, auch wenn es nur eine Kerze ist, weithin gesehen werden kann. Zu keiner Zeit und an keiner Stelle könnten Leichtfertigkeit und Unbesonnenheit bei der Benutzung des Lichts sich so verhängnisvoll auswirken, wie gerade jetzt. Dadurch würde nicht nur der einzelne, nämlich der Sünder selbst, Schaden erleiden, sondern auch die Gemeinschaft schwer in Mitleidenschaft gezogen werden. Erfreulicherweise macht das ausgezeichnete Verhalten unserer Gießener Bevölkerung derartige Gefährdungen durch eigene Schuld schwer vorstellbar, und wenn wirklich einmal an einer Stelle durch Leichtfertigkeit oder Unbesonnenheit, oder durch Gedankenlosigkeit auch nur während einer Minute in einer Wohnung ein Mangel zutage treten sollte, so wird wohl der Nachbar, der diesen Fehler bemerkt, es sicherlich als seins Pflicht ansehen, den oder die Sünder sofort auf den Fehler aufmerksam zu machen, ein Hinweis, der von keinem Volksgenossen und keiner Volksgenossin als unstatthaft bezeichnet werden könnte. Aber, wie gesagt, Gießen befindet sich allabendlich in völliger Finsternis, und wenn alle Mitbürger weiterhin die bisherige Verdunkelungsdisziplin halten, so kann man sägen, daß in unserer Stadt alles ErforderDer Täter mitten unter uns Roman von Kurt Riemann Copyright by Verlag «Oskar Meister, Werdau L Sa. Zungmädel sammeln Brombeerblätter. NSG. Auf Anordnung der Führerin des BDM.-. Obergaues 13 Hessen-Nassau, Obergauführerin Else Riese, haben ab sofort alle hessen-nassauischen Jungmädeleinheiten, soweit sie noch nicht für bie) Getreide- und Obsternte oder zu Meldediensten ein^ gesetzt sind, mit dem Sammeln von Tee und Kräu^ tern zu beginnen. Mit dem Einsatz der Jungmädel wird die Aktion des Kräutersammelns wesentlich erleichtert, die bis jetzt hauptsächlich von der Schul, jugend durchgeführt wurde. Bis weitere Anordnungen und Merkblätter att die Einheiten ergehen, sind vor allem Brombeerblätter zu sammeln, aus denen ein wohlschmeckendes deutscher Tee hergestellt werden kann. Die Brom« beerblätter müssen sauber gepflückt sein und können im Gegensatz zu anderen Tees und Kräutern irt ungedorrtem Zustand versandt werden, wenn sie? nicht mehr als 24 Stunden auf Transport bleiben. Es empfiehlt sich, die Sendung als Expreßgut mit deutlicher Aufschrift „Brombeerblätter, verderblichö Ware" aufzugeben. Da zurzeit keine Gewähr besteht, Mengen von rund 50 Kilogramm in diesen! Tagen pünklich der Firma Friedrich Kraushaar^ Haslach, Kinzigtal, zuzustellen, müssen die Brom, beerblätter getrocknet werden. Als Dörrgelegen* Ijeiten kommen in Frage: Böden von Schulhäusern, Gemeindehäusern usw. Die Blätter werden dort auf Papier in dünnen Lagen aus gebreitet und sind — je nach Temperatur — in fünf bis ad)t Tagen getrocknet. Außerdem können kleinere Mengen bei? Brombeerblätter in Privathaushalten gebörrt roer* ben. Geeignet sinb hierzu die für das Dörren von Obst vielerorts benutzten Dörroste. In länblicheN Orten wird sich auch im Backhaus Trockengelegen, heit schaffen lassen. Die örtlichen Jungmädelführerinnen haben sofort mit den zuständigen Stellen wegen Dörrgelegen* heilen und Verschickung Verbindungen aufzu* nehmen. Gießener Dochenmarktpreife. * Gießen, 5. Sept. Auf dem heutigen Wochen« markt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 RM^ Matte 25 bis 50 Rpf., Käse, das Sttick 4 bis 10^ Wirsing, V? kg 6 bis 7, Weißkraut 5, Rotkraut 1. bis 8, gelbe Rüben 7 bis 8, rote Rüben 9 bis 10, Spinat 20, Römischkohl 8 bis 9, Bohnen, grün 13 bis 20, gelb 13 bis 20, Erbsen 15 bis 20, Feldsalats */i° 15, Tomaten, kg 15 bis 20, Zwiebeln 8 bis 15, Kürbis 8, Kartoffeln, kg 5 Rpf., 5 kg 47 Rpf., 50 kg 3,50 RM., Frühäpfel, kg 15 bis 30 Rpf.* Falläpfel 6 bis 8, Pfirsiche 35 bis 38, Birnen 10 bis - 20, Zwetfchen 12 bis 20, Mirabellen 20 bis 25, Blumenkohl 10 bis 40, Salat 5 bis 8, Salatgurken 10 ! bis 30, Einmachgurken 1 bis 5, Endivien 8 bis 15, - Oberkvhlrabi 5 bis 8, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 20, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Rpf. Katastrophe im Kinderland. DNB. Wegen des durch die Verhältnisse beding- te-n stärkeren Bedarfes an Zahlungsmitteln find in letzter Zeit die Rentenbankscheine zu 5 Rentenmark wieder in stärkerem Maße dem Zahlungsverkehr zugeführt worden. Die Scheine zu 5 Rentenmark sind nie außer Kurs gesetzt worden und stellen daher ein vollgültiges Zahlungsmittel dar. Zur Erleichterung des Verkehrs mit kleinen Zahlungsmitteln werden in diesen Tagen Rentenbankscheine zu 1 und 2 Rentenmark ausgegeben. Nachweisstelle beim CRoten Kreuz in Gießen. Bei dem Deutschen Roten Kreuz, Kreisstelle Gießen, ist eine Nachweisstelle für Volksgenossen aus dem Grenzgebiet geschaffen worden. Diese fordert heute alle Bewohner der Stadt und des Kreises Gießen auf, die solche Volksgenossen bei sich aus- „Der Teufel hole diesen Schatten!" knurrt Linkerbon boshaft. „Dann schaffen Sie mir wenigstens den Hellmers herbei!" „ .... Er sieht, daß William Perkins verstohlen in sich hineinlächelt und fragt bissig, ob ihm sehr komisch zumute sei. „Durchaus nicht!" beeilt sich der zu versichern. „Ich amüsiere mich nur ein wenig bei dem Gedanken, daß man Doktor Hellmers des Diebstahls bezichtigen könnte." , _ „Unsinn", weist ihn der Inspektor ab. „Der Mann hat doch die Pläne entworfen. Warum soll er stehlen, was er bereits im Kopf hat? Trotzdem sähe ich gern, daß er hier wäre." „Er wird sicher noch heute abend zuruckkommen. Ich habe ihn eingeladen." „Eingeladen? Wozu? „Oh ... eine Besprechung. Ich möchte die beiden stteitbaren Herren wieder versöhnen", lächelt Perkins und blickt dabei auf den Sänger. „Vor meiner Abreise möchte ich alles in Frieden geordnet sehen. „Bitte, schicken Sie Doktor Hellmers zu mir nach Scotland-Yard, wenn Ihre Besprechung vor Mitternacht beendet sein sollte. Er erreicht mich dott jederzeit. Ich wäre Ihnen dankbar. Und bis ich Weiteres anordne, muh ich diesen Raum versiegeln. Die Sachverständigen sollen den Tresor nach Mn- gerabbrücfen untersuchen. Ist ja wahrscheinlich u er- slüssig, aber ... man kann nie raffen. Außerdem, verehrter Mister Perkins, man braucht Pläne nicht nur zu stehlen, um sie zu besitzen. Man kann sie dem andern auch ausspannen. Verstehen Sie? Damit Sie die Sachen nicht mehr in Händen haben! „Was Sie nicht sagen!" staunt Berkins. , „Aber das ist natürlich in diesem Folie Unsinn. Damit beschließt Linkerton das erste Verhör. In Scotland-Yard aber, dem Herz und Hirn der umspannenden Polizeiorganisation Englands beginnt nun eine emsige Tätigkeit. Die Hasenstatio- nen erhalten Anweisung zu strengster Ueberwachung. Sämtliche Züge zu den Schiffen werden ebenso bewacht wie die großen Ausfallstraßen. Der Telegraph spielt nach allen Richtungen. Ein Doppelposten ist vor die Perkwssche Villa ge- tellt und patrouilliert dort auf und ab. Smith II indes erhält einen Sonderauftrag Er nimmt die großen Bahnhöfe uncer schärfste Kontrolle. Smith II ist bekannt für fein sittelhaf es Per- onengedächtnis. Wer einmal, fe* es in Per on oder auf der Photographie, von ihm richtig besehen ist, entkommt ihm nicht. „Ich nehme an, datz sich die Plane nach in der Stadt befinden. Vielleicht hat sie auch trgenb jemanb schon abgeschoben und kehrt zuruck Es kommt nur ein sehr enger Personenkreis m Drage. Machen Sie bie Augen auf, Smith, Ihr Schaben soll's nicht fein, wenn wir Schwein Habern „Wir werben Schwein haben! versichert der Beamte zuversichtlich. „Soll ich gleich zupacken? Wohl verrückt. Damit wir nachher als die blamierten Hammel bastehen, was? Ich erwarte Mell düng nach hier. Aber nur persönlich, unb wenn ich Besuch haben sollte, telephonisch." Tobmüde sinkt Linkerton gegen 10 Uhr auf fein Kanapee. Diese Nacht wird er wohl kaum ms Bett kommen. - ,, t Er sinkt sofort in traumlosen Schlaf. — Verdattert fährt er auf! Das Telephon! Natürlich! Irgendeine Hafenstation wahrfchemlich. Mißmutig wirft er einen Blick auf die Uhr... es geht stärk auf Mitternacht. Na, da wird der Herr Hellmers wohl nicht mehr kommen. Hier Inspektor Linkerton!... Was ist los? Ja, zum Teufel, wer ist denn da am Apparat? Sergeant Black vom zwölften Revier? Ja, was gibt s denn? Der Sänger Holgerson?..^ Großer Gott. Ja, ich komme sofort! Bleiben sie au Ihre n Posten! Danke." In fliegender Hast greift er seinen Hut. Er druckt auf ben Tischknopf. Klingeln schrillen durchs Haus. Morbalarm! NSG. An alle diejenigen, die im Le-bensmittel- Einzelhandel tätig sind, werden heute erhöhte Anforderungen an Mehrarbeit gestellt, da durch die Einführung bet- Bezugsscheine mancherlei beachtet werden muß. Besonders wirkt sich die Mehrarbeit in Betti eben aus, deren Inhaber ober Mitarbeiter zum Heeresdienst eingezogen wurden. Um in Notfällen Abhilfe zu schaffen, hat sich die NS.-Frauen- schast im Gau Hessen-Nassau zur Hilfeleistung zur Verfügung gestellt. Selbstverständlich tonnen die Helferinnen kaum beim Verkauf Mitwirken. Sie stehen aber stets bereit, allerlei Hilfsarbeiten, wie das Ordnen, Durchzählen und Einttagen der Be- zerstört nicht nur das Kinderland, sondern bringt auch Unglück und Entsetzen in unsere wirkliche Welt. Jeden Tag brechen in Deutschland 13 Brände aus, die durch spielende Kinder angelegt wurden. Jeden Tag gehen so Werte verloren, die unersetzlich sind. Wer jung ist, soll spielen. Er darf aber beim Spiel nicht die Grundlaaen unseres wirklichen Lebens antasten, bann nämlich wird aus einem Spiel im Kinderland eine traurige Begebenheit im Reiche der Erwachsenen. Eltern und Erzieher haben di« Pflicht, hier aufklärend und warnend — wenn es not tut, auch strafend — einAugreifen. Die neue Ernte lagert in den Scheunen, soll ein Teil davon umkommen, weil erwachsene, sich sonst klug dünkende Menschen ihre Aufsichtspflicht vernachlässigen? fg (RAS). * NSG. KdF. -Sportkurse alten aus. Die Sportkurse des Sportamtes der NS.-Gemein- schaft „Kraft durch Freude" fallen im Gau Hessen- Nassau bis auf weiteres aus. ** Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 25. bis 31. August ein: Gegen Kraftfahrzeugführer mit 1 Anzeige und 1 gebührenpflichtigen Verwarnung: gegen sonstige Fahrzeuge mit 10 Anzeigen und 1 gebührenpflichtigen Verwarnung: gegen Radfahrer mit 1 Anzeige und 6 gebührenpflichtigen Verwarnungen. Lustschuhmäßiges Verhalten bei Luftangriffen. Der Reichsluftfahrtminister und Oberbefehlshaber der Luftwaffe hat in einer umfangreichen Der- ordnung alle notwendigen Maßnahmen für lust- fchutzmähiges Verhalten bei Luftangriffen und Luftfchutzübungen zusammenaefaßt. Nach Aufruf des Luftschutzes sind folgende Maßnahmen durchzuführen: Die Gasmaske ist, soweit vorhanden, ständig griffbereit zu halten und auf der Straße mitzu- führen. Luftschutzräume, die friedensmäßig genutzt werden, sind sofort so herzurichten, daß sie ihrem Lustschutzzweck jederzeit zugefuhrt werden können. Fabriksirenen, Schiffssirenen und sonstige Signaleinrichtungen, deren Ton mit den für Flie- geralarm, Entwarnung und Feueralarm festgelegten Signalen verwechselt werden könnten, dürfen nicht mehr in Tätigkeit gesetzt werden. Die V e r - dunkelung ist nach den geltenden Vorschriften durchzuführen, ebenso ist das Selbstschutzge» rät dem Luftschutzwart zur Verfügung zu stellen. Größere, im Freien verbleibende Tierbestände sind nach Möglichkeit in kleinere Gruppen zu unterteilen. Zirkusse, Menagerien und ähnliche bewegliche Anlagen sind in Stadtrandgebiete umzuquartieren. Lebensrnittel in gewerblichen Betrieben und Haushaltungen, sowie Bedarfsgegenstände in gewerblichen Betrieben und Haushaltungen, sowie Bedarfsgegenstände in gewerblichen Betrieben sind möglichst nicht offen liegen zu lassen, sondern durch Verwahren in dicht schließenden Schränken oder anderen geeigneten Dehällnissen, durch Ein- wickeln oder allseitiaes Bedecken gegen Einwirkungen chemischer Kampfstoffe zu schützen. Bei Futtermitteln ist nach Möglichkeit ebenso zu verfahren. Auf Stallböden lagernde Futtermittel sind möglichst anderweitig und brandgeschützt unterzubringen. Straßenauslagen sind von Lebensund Futtermitteln, sowie von Bedarfsgegenständen au räumen. Offen beförderte oder unverpackt im Freien lagernde Lebens- und Futtermittel sind nach Möglichkeit durch Ueberbecfen mit geeigneten Abdeckungsmitteln zu schützen. Die für Lebensrnittel und Bedarfsgegenstände, sowie für Tiere, Zirkusse usw. angeordneten Maßnahmen sind in ländlichen Gebieten und Kleinsiedlungen nur durchzuführen, wenn sie durch polizeiliche Bekanntmachung angeordnet werden. Die Verordnung regelt dann das luftschutz- mäßige Verhalten bei Fliegeralarm. Alle Personen, die sich in Gebäuden befinden, haben sich sofort, soweit vorhanden, mit Gasmaske, in die vorhandenen Luftschutzräume zu begeben. Diese Verpflichtung erstreckt sich nicht auf Personen, deren körperlicher Zustand dies nicht zuläßt, einschl. des Pflegepersonals. Vor Aufsuchen des Luftschutzraumes sind nach Möglichkeit Betriebe, insbesondere Kaufläden, zu schließen, Fensterläden, Fensterrolläden usw. zu schließen und alle Fenster weit zu öffnen und festzustellen, alle Türen zu schließen und alle Hauptgashähne zu schließen. Im Luftschutzraum darf nicht geraucht und kein offenes Licht angezündet werden. Ueberflüffiges Gerät darf nicht mitgenommen werden. Das Gleiche gilt für Tiere mit Ausnahme von Blindenhunden und Diensthunden, die mit Maulkorb versehen sind und an der Leine geführt werden. Wer vom Fliegeralarm auf Straßen, Plätzen usw. betroffen wird, hat den nächsten öffentlichen Luftschutzraum aufzusuchen oder andere Deckungsmöglichkeiten in Gebäuden auszunutzen. In unbebautem Gelände ist jede mögliche Deckung auszunutzen. Sind Deckungsmöglichkeiten nicht vorhanden, so bietet das Hinlegen auf den Boden den besten Schutz. Aus Märkten und den Markthallen sind Bedarfsgegenstände, Lebens- und Futtermittel durch Abdecken ' gegen Einwirkungen flüssiger Kampfstoffe zu schützen. Lebende Tiere sind durch Anbinden ober sonst an der Fortbewegung au hindern und nach Möglichkeit einzudecken. Fahrzeuge die nicht schienen- oder leitungsgebunden sind, sind anzuhalten und so abzustellen, baß die freie Durchfahrt nicht behindert wird. Die bestechenden Parkverbote gelten nicht für die Dauer des Flieger- alarms. Das Aufstellen von Fahrzeugen ist jedoch nicht gestattet an engen und unübersichtlichen Stra- ß erstellen, sowie scharfen Straßen'krümmungen, in einer geringeren Entfernung als je 10 Meter vor und hinter Hydranten und sonstigen Wasserent- nahmestellen, Brücken, Straßenkreuzungen und -ein- mündungen, ferner vor Eingängen zu Lazaretten, Krankenhäusern und Rettungsstellen, vor Grundstücksein- und -aussahrten, vor Eingängen zu öffentlichen Luftschutz räumen, an Verkehrsinseln und aus Gleisen von Schienenbahnen. Kraftwagen und Krafträder mit Seitenwagen sind möglichst auf freien Plätzen oder am rechten Fahrbahn r and ab zu stellen, Krafträder ohne Seitenwagen auf dem der Fahrbahn zugekehrten Rand der Gehbahn. Mit Tieren bespannte Fahrzeuge und Tiertransporte biegen in Seitenstraßen ein und sind am rechten Fahrbahnrand abzustellen. Die Zugtiere find auszuspannen und nach Möglichkeit in Höfen, an Bäumen usw., notfalls auch am fest abge= bremsten Fahrzeug kurz anzubinden, nicht aber an Wässerentnahmestellen. Auf Fahrzeugen befindliche Tiere werden auf diesen fest angebunden. Im übrigen sind die Tiere nach Möglichkeit einzudecken. Fahrräder sind an die Hauswände, Bäume oder Laternen anzulehnen und möglichst anzuschließen. Handwagen werden auf der Gehbahn ausgestellt. Schienenfahrzeuge halten mit einem Abstand von mindestens 10 Meter voneinander. Führer, Begleiter und Insassen von Fahrzeugen suchen die Luft- schutzräume auf. Nach der Entwarnung ist der Lustschutzraum auf Anordnung des Ordners ober Luftschutzwarts zu verlassen. Bei Verdacht ober Feststellung von Kampfstoff ist dem Luftschutzwart oder Werkluft- schutzleiter Meldung zu erstatten, ebenso, wenn Bedarfsgegenstände, gebens- und Futtermittel, infolge sonstiger Einwirkungen von Luftangriffen in ihrer Verwertbarkeit beeinträchtigt werden. 35000 Gesundheitsdienstmädel des BDM. ausgebildet. Zum Einsatz bereit. — Ausbildung der Helferin im Voten Kreuz. 35 000 Gesundheitsdienstmädel des BDM. wer-' den in immer stärkerem Maße zur Hilfeleistung auf den verschiedensten Gebieten eingesetzt. Um den noch weiter ansteigenden Bedarf an solchen Hilfskräften decken zu können, sollen, wie der Reichsjugendpressedienst schreibt, ab sofort alle 17jährigen Mädel, also der erste Jahrgang des BGM.-Werkes „Glaube und Schönheit", die Ausbildung als Ge- sundheitsdienstmädel erhalten. Neben der braunen Schwester, der Rotkreuzschwester und den Helferinneck vom Roten Kreuz ist es immer wieder die Tracht der BDM.-Mädel, die dem Bild in den Dienststellen der Bahnhöfe, in Heimen der NSV. und in Kinderhorten eine bestimmende Note gibt. Sehr vielfältig find die Ar- bei tage biete des BDM. in diesen Tagen. Vom Luftschutz bis zur Kinderbetreuung in Heimen und Horten, vom Bahndienst bis zur Ausgabe von Bezugsscheinen tun die BDM.-Mädel an jeder Stelle ihre Pflicht. Die Mädel bringen nicht nur Begeisterung und guten Willen für ihre Arbeit mit, sondern sie haben in den Jahren ihres BDM.-Dienstes auch ein praktisches Rüstzeug erhalten, das ihnen in diesen Tagen sehr gut zustatten kommt. Schon das BDM.-Mädel muß bei der Erwerbung des BDM.Leistungsabzeichens einige Grundkennt- niste in erster Hilfe nachweisen. War diese Forderung auch in erster Linie für die praktische Verwertung auf Fahrt und beim Sport gedacht, so zeiat sich jetzt doch schon, wie gut es ist, daß kein BDM.-Mädel gesundheitlichen Hilfeleistungen fremd und hilflos gegenübersteht. Eine noch stärkere Hilfe bedeuten die Gesund- heit-§ienstmädel des BDM. Augenblicklich sind etwa 35 000 vollkommen ausgebildete Gesundheitsdienst- mäbet vorhanden. Sie haben in einem Lehrgang non 12 Dovvelstunden eine Grundausbildung in Anatomie. Physiologie, Gesundheitsführung und Gesundheitssicherung erhalten und biete in Lagern, bei Aufmärschen und bei Großfahrten bereits vielfach praktisch erprobt. Zusätzlich erhalten die Gesundheitsmädel in sechs Wochenstunden noch eine Einführung in praktische Dinge, die vor allem den Dienst in der Organisation des Roten Kreuzes betreffen. Damit entspricht die Ausbildung des Gesundheitsdienstmädels vollkommen der einer Helferin im Roten Kreuz. Die Mädel können, wenn sie aus dem BDM. bzw. dem BDM.-Werk „Glaube und Schönheit" ausscheiben, ober wenn sie zu besonderen Hilfe- Ikiftungen angefordert werden, ohne weitere zusätzliche 21 usbÜbung als Helferin im Roten Kreuz ihren Dienst tun. Der BDM. rechnet damit, baß eine große Anzahl von Gesundheitsdienstmädeln in der nächsten Zeit gebraucht werden wirb. Daher wirb der ganze Jahrgang der 17jährigen Mädel durch Lehrgänge im Gesundheitsdienst erfaßt werden, eine Regelung, die von allen Mädeln begeistert begrüßt wird. G. A.-Sport. Iugendtzandvall-Turnier in Großen-Linden. Tv. Dornholzhausen Jgb. Turnersieger. Trotz der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit war es den verantwortlichen Männern der neu gegründeten Handb allab teilung des Turnvereins Grohen-Linden gelungen, nicht weniger als 8 Mannschaften der näheren und weiteren Umgebung zuf ammenzubringen, die in teilweise hervorragen- den Kämpfen ihre Spielstärke unter Beweis stellen konnten. Bis in den Nachmittag hinein rollte Spiel auf Spiel ab, und als der Endkampf stieg, wußte man, daß dem Handball gerade in Große n-Linden neue Freunde zugeführt werden konnten. Die Ueberrafchung des Tages war zweifellos der einwandfreie Sieg der jungen, aber außerordentlich talentierten Elf des Tv. Dornholzhausen. Die Jungens wurden von Spiel zu Spiel besser und hatten noch so viel Kraft, um im Endspiel eine wirkliche Meisterleistung zu zeigen. Gegen das ideenreiche Zusammenspiel, den Eifer und die Durchschlagskraft konnte keine Mannschaft etwas anrichten. 'Damit soll die Leistung der übrigen Teilnehmer keineswegs geschmälert werden. Sie alle trugen — mit wenigen Ausnahmen — ihr Teil zum guten Gelingen des Tages bei und haben mehr als deutlich bewiesen, daß dem Fachamt Handball um den Nachwuchs nicht bange zu fein braucht. Gespielt wurde in zwei Staffeln mit je vier Mannschaften. Die einheimische Elf trug am Schluß ein Freundschaftsspiel gegen Lützellinden aus. Die Sieger der beiden Staffeln, Tv. Dornholzhausen und Tv. Dutenhofen, trafen sich im Endspiel. Gewinner war, wie gesagt, Dornholzhausen, das knapp, aber verdient mit 2:1 (1:1) gewann. Um den dritten und vierten Platz spielten Lützellinden und Ebersgöns. Lützellinden siegte mit 4:1 Toren. Auffallend war die hervorragende Spielweise der Luftschutz zu höchstem Einsatz bereit! Ein Aufruf Görings an den zivilen Luftschutz. Berlin, 4. September. Generalfeldmarschall G ö r i ng erließ folgenden Aufruf an die Männer und Frauen des zivilen Luftschutzes: „Deutsche Männer und Frauen! Der Luftschutz ist aufaerufen. Fli eger und Flakartillerie stehen auf der Wacht, den deutschen Luftraum gegen feindliche Luftangriffe zu sichern. Neben ihnen sind in allen deutschen Gauen die Männer und Frauen des zivilen Luftschutzes bereit, für den Schutz der Heimat einzutreten, und, wenn es fein muß, ihr Leben einzusetzen. Ich bin gewiß, daß jeder von Euch, ob er nun seinen Platz im Luftschutzwarndienst, in den Reihen des Sicherheits- und Hilfsdienstes, im Werkluftschutz, im Selbstschutz ober im erweiterten Selbstschutz hat, bis zum äußersten seine Pflicht tun wird. Ich weiß, welch uneigennütziger Opfermut den unbekannten Kämpfer im Luftschutz beseelt. Diesen Mut und zugleich das, was ihr in jahrelanger mühevoller Friedensarbeit im Luftschutz gelernt habt und nun Euer Eigen nennen dürst, gilt es jetzt einzu- setzen für Volk und fjeimat, für die Familie, für Haus und Hof, für Dienststelle und Betrieb. Auf Euch, ihr Männer des Sicherheits- und Hilfsdienstes und des Luftschutz- Warndienstes, ruht die Verantwortung dafür, daß durch die Luftangriffe des Gegners der Lauf des öffentlichen Lebens nicht nachhaltig gestört wird. Ihr vom Werkluftfchutz, die ihr in den Betrieben für die Schlagkraft unserer Wehrmacht, für die Versorgung der Heimat Tag und Nacht an den Maschinen steht, denkt daran, daß von Eurer Disziplin und E i n s-a tz b e re i t s ch a ft der ungestörte Gang der Produktion und damit die Lebenskraft unseres Volkes in diesen schweren Zeiten abhängt. Du Kämpfer im Selbstschutz, sei Dir bewußt, daß durch Deinen Einsatz nicht nur Leben und Gesundheit Deiner Frau, Deiner Kinder, sondern auch das Schicksal von Millionen Volksgenossen mit ihrem Gut und Blut entscheidend gestaltet wird. An unserem unerschütterlichen Widerstandswillen soll jeder Gegner scheitern. Es lebe der Führer! Es lebe Deutschland! (gez.) Goring. Wahrt Sesomienheit! Jeder unterstütze tatkräftig den Luftschutz. Berlin, 4. Sept. (DNB.) Generalfeldmarschall Goring richtet an die Bevölkerung folgenden Auftuf: „Deutsche Volksgenossen und deutsche Dolksgenossinnen! An euch alle wende ich mich, nachdem der Luftschutz aufgerufen worden ist. Gewiß ist es in erster Linie Ausgabe derjenigen Männer und Frauen, denen besondere Aufgaben im zivilen Luftschutz übertragen sind, sich bei Luftangriffen für die Allgemeinheit einAusetzen. Aber ihr Einsatz kann nur bann vollen Erfolg haben, wenn sie von jedem einzelnen, ohne Rücksicht auf Alter, Geschlecht oder Beruf tatkräftig unter st ützt werden. Alle Volksgenossen bilden eine Schicksalsgemeinschaft, die auf Leben und Tod zusammenstehen muß. Wahrt vor allem Besonnenheit! Folgt den Anordnungen der Polizei und der anderen im Luftschutz eingesetzten Kräfte! Jeder von euch zeige, was er im Luftschutz gelernt fyat. Wenn jeder das tut, was ihm im Hause und auf der Straße, in feinem Betriebe ober in feiner Dienststelle obliegt, wird der Feind fein Ziel, Unordnung in das Wirtschaftsleben und Verwirrung in die Bevölkerung zu tragen, nicht erreichen. Ein Volk, bas ben eisernen Willen zur S e l b st e r h a l t u n g in sich trägt, wird auch den Gefahren aus der Luft erfolgreich trotzen. Heil dem Führer! Heil Deutschland! (gez.) ©Öring* Heute Bestandsaufnahme von Tabak, Sekt und Spirituosen. Berlin, 4. Sept. (DNB.) Zur Durchführung der Kriegswirtschaftsverordnung vom 4.9 1939 wird bestimmt: Sämtliche Handels- und Gewerbetreibende, die Tabakwaren, Schaumwein, Liköre, Weinbrand und Spirituosen an Verbraucher verkaufen, haben am Dienstag, 5.9.1939, eine Bestandsaufnahme dieser Waren vorzunehmen. Ein Verkauf von Tabakwaren und Schaumwein an den Verbraucher darf erst nach Durchführung dieser Bestandsaufnahme erfolgen. Hierbei ist bei in den §§ 7 und 12 der Kriegswirtschaftsverordnung feft» gefetzte Kriegszuschlag zu erheben, gesondert zu verbuchen und bei der nächsten Umfatzsteuerzah- lung gesondert auszuweisen. Der Verkauf von Likören, Weinbrand und Spirituosen an den Verbraucher darf erst nach Bekanntgabe der Einzelzuschläge durch die zuständigen Gruppen der Organisation der gewerblichen Wirtschaft erfolgen. Die Aufschläge betragen für Tabakwaren 20 o. H., Schaumwein aus Traubenwein 1 RM., für die übrigen Schaumweine 50 Rpf., für kleinere Flaschen entsprechend. Berlin, den 4. September 1939. Der Generalbevollmächtigte für die Wirtschaft, (gez.) Walther Funk. Keine Einreise in das besetzte polnische Gebiet. DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht weist darauf hin, daß eine Einreife in das von deutschen Truppen besetzte polnische Gebiet zur Zeit nicht möglich ist. Mannschaft aus Ebersgöns, die nur durch etwas Pech nicht ins Endspiel kam. Der Endstand war folgender: 1. To. Dornholzhausen. 2. Do. Dutenhofen. 3. Do. Lützellinden. 4. To. Ebersgöns. Auf die weiteren Plätze kamen: Tv. Hochelheim, Dv. Holzheim, Tv. Klein-Linden und Tv. Langgöns. Die ganze Veranstaltung, die in mustergültiger Weife abgewickelt werden konnte, war ein schöner Anfangserfolg für die junge Großen-Lindener Handballabteilung und ihre verantwortlichen Männer. Wirtschaft. Mein Mainisthe Börse. ANltagsbörfe überwiegend fest. Frankfurt a. M„ 4. Sept. In Fortsetzung der festen und zuversichtlichen Gesamthaltung war die Börse auch zum Wochenbeginn überwiegend fest. Die verhältnismäßig zadlrelchen Kundenaufträge betrafen weiterhin meist die Kaufseir- und bei teilweise lebhaften Umsätzen ergaben sich am Aktienmarkt meist Erhöhungen um durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H. Stärker erhöht setzten Gesfürel mit 133 (131), Scheibeanstalt mit 217,75 (215) ein, dagegen verloren Rheinstahl 2 v. H. auf 133,50 und Holzmann 2,50 v. H. auf 156. Im einzelnen notierten u a.: JG.-Farben 160,50 (160,25), AEG. 117,75 (118), Verein. Stahl 99,40 (100), Hoesch 109,50 (109), Mannesmann 107,75 bis 107,25 (107,90). Siemens 194,75 (194), Golbschmidt 137,50 (138,50), Metallgesellschaft 113,50 bis 114 (113), Rütgers- werke 148,50 (148), Zellstoff Waldhof 115 (114,50), Rheinmetall 121,50 (121), BMW. 139,50 (139) und Laurahütte 20 (19,75). Der Rente nmarkt lag still. Es lag stellenweise weiterbin etwas Angebot vor. In Pfanb- briefen unb Staatspapieren fand es bei unveränderten Kursen weiterhin glatt Aufnahme. Liquida- tionspfandbriefe schwankten bis etwa 0,25 v. H., ebenso Stadtanleihen. Industrie-Obligationen gingen noch überwiegend etwas zurück. Auslosungsanleihen blieben gut gehalten. Reichsaltbesitz 131,80 (131,75), Dekosama I 136,25, Mannheimer Altbesitz unv. 133,75. Steuergutscheine I wurden mit unv. 97,50 gehandelt. Im Verlaufe ging das Geschäft an den Ak« tienmärkten merklich zurück, die Kurse unterlagen leichten Schwankungen, behaupteten aber im allgemeinen ihren Stand. JG-Farben 160 bis 160,25 nach 160,50, Metallgesellschaft weiter fest mit 114,75 nach 114,50, Holzmann noch rückläufig auf 155,50 nach 156. Starkes Angebot bestand weiterhin in Westdeutsche Kaufhof, die schon am Samstag 6 v. H. einbüßten und heute mit 85 bis 86 (90,50) geschätzt wurden. Der Freiverkehrs handel stockt völlig, Kurse sind nicht zu erhalten. Tagesgeld ermäßigte sich auf 2,50 (2,75) v.H. Ausfall der Frankfurter Abendbörfe. Auf Anordnung des Reichswirtschaftsministe- riums bleibt die Frankfurter Abendbörfe von heute ab bis auf weiteres geschlossen. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 4. Sept. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W 9 197, W 11 199, W 12 200, W 13 201, W 16 204, W 18 206, W 19 208, W 20 210, Roggen R 11 183, R 12 184, R 14 186, R15 187, 9t 16 189, R 17 190, R 18 191, R 19 193 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. „Paradies der Junggesellen." Ein neuer Rühmann-Film im Gloria. Diesmal sind es nicht drei „olle ehrliche Seebären", sondern so flotte Burschen wie Rüh- mann, Sieber und Braus ewetter, die sich auf einem Karneradschaftsabend des Torpedoboots „Viktoria" zu einem fidelen Jungaefellen- Eleeblatt zusammentun, weil alle ihre, nicht ganz ungetrübten Erfahrungen mit dem schonen Ge- K hinter sich haben und es nun einmal ohne de Weiblichkeit versuchen wollen. Am meisten Grund dazu hat Herr Brausewetter, der bereits zweimal geschieden wurde, und das Malheur muß ihm, dem Standesbeamten Anstößen. Das Paradies der Junggesellen läßt sich die ersten vier Wochen lang auch sehr schon an, aber bann stellt sich langsam heraus, daß Brausewetter trotz aller heiligen Schwüre doch wieder Feuer gefangen hat. Den Reizen seiner charmanten Hauswirtin (Trude Marlen) vermag er nicht zu widerstehen, und pfiffig wie er ist, findet er auch schnell den Dreh, von dem feierlichen Gelübde loszukommen, das die drei Junggesellen an ihr Paradies bindet. Auf welche Weise, sei hier nicht verraten, das muß sich jeder selber von Herrn Rühmann erzählen lassen. Jedenfalls kam die Traurede, die Rühmann seinen beiden Kameraden und ehemaligen Mitjunggesellen hält, ganz aus dem Herzen. Fröhlich, heiter und unbeschwert fügt sich unter der Regie Kurt Hoff^ m a n n s (nach einem Roman von Johannes Boldt) Szene an Szene. Der Einzug der Junggesellen in ihr neues Heim und ihre paradiesischen Kochkünste sind besondere Attraktionen. In Gerda Maria T e r n o , Hilde Schneider und Trude Marlen haben die drei Junggesellen reizende Partnerinnen. Lotte Rausch, Maly D e 1 s ch a s t und Paul Bildt sollen noch genannt werdem. (Terra.) — Im Beiprogramm sieht man die Wunderwelt kleinster Lebewesen unserer Gewässer, wie! sie nur die Mikrokamera unserem Auge zu entschleiern vermag, lieber die Wochenschau murbd hier schon berichtet. Fr. W. Lange. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 bis W 20 einschl. Kreis Alzey 30,05, W 20 Kreis Worms 30,40, do. Type 630 W 13 bis W 20 31,20, W 20 Kreis Worms 31,55, do. Type 1600 W 13 bis W 20 23,05, W 20 Kreis Worms 23,55, Roggenmehl Type 997 R 12 22,45. R 15 22,80, R 16 22,95, R 18 23,30, R 19 23,50 alles zuzüglich 0,50 RM. Frachtausaleich. Weizenfuttermehl W 13 13,60. Weizenvollkleie W 13 11,60, Weizenkleie W 13 10,75, W16 10,90, W18 11,00, W19 11,10, W 20 11,20, Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Roggenfuttermehl R 18 12,90. Roggenvollkleie R 18 11,90, Roggenkleie 9t 12 9,95, R 15 10,15, R 16 10,25, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Treber —. Wiesenheu, handelsüblich 5,00 bis 5,20, do. gut, gesund, trocken 5,60 bis 6,00; Ackerheu, gut, gesund, trocken 6,00 bis 6,30; Kleeheu, handelsüblich 6,00 bis 6,40, do. gut, gesund, trocken 6,40 bis 6,80; Luzerneheu, handelsüblich 6,60 bis 7,00, do. gut, gesund, trocken 7,00 bis 7,50; Weizenstroh, bindfadengepreßt oder gebündelt 2,50, Roggenstroh, do. 2,70, Hafer- und Gerstestroh, do. 2,30 bis 2,40 Erzeugerpreis ab Erzeuger-Verladestation. Schweinemarkt in Alsfeld. * Alsfeld, 4. September. Auf dem heutigen Schweinemarkt standen 138 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 16 RM., 8 bis 10 Wochen alte 18 bis 20 RM. Der Handel war schleppend, es verblieb Ueberstand.