Nr. 181 Erstes Blatt 189. Jahrgang Samstag, 5./$onntog, 6. August 1939 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Prudt und Verlag: vrühlsche UniverfitStrdruckerei «.Lange In Liehen. Schriflleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze r Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis8*/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rpf.. für Text« anzeigen von 70mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25^ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemein« nutzige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. 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Die Anklänge m das Geschehen vor 25 Fahren sind offensichtlich. :Im vergangenen Samstag veröffentlichte der offi- äse „Petit Parisien" ausgerechnet ein Bild von :$r Rückkehr des Präsidenten Poincarä von seiner eise nach Petersburg, die als unheilvolles diplo- -ratisches Ereignis dem Weltkrieg unmittelbar vor- jsgegangen war. Damals war es Poincar 6, lür nach Rußland reiste, um die letzten Abreden wer die Einkreisung Deutschlands zu treffen. Fetzt snd es die französischen und englischen Militärs, iTie nan nach Moskau entsendet, damit sie den Diplo- i»aten zu Hilfe kommen, die sich seit einem Diertel- Hr erfolglos um den Abschluß eines Paktes be- ckihen. Die Regierung hat am vergangenen Wochenende m umfangreiches gesetzgeberisches Werk mit der !»röffentlichung von etwa 80 Dekreten zum Abfluß gebracht, das sich ausnimmt wie ein Atem- Eden vor einer sommerlichen Pause, in die man mit irrigem Herzklopfen hineingeht. Die Maßnahmen .tzgen Spionageoergehen aller Art, und was man mft unter diesem Begriff verstehen kann, sind iiuerdings erheblich verschärft worden. Das wirkt ich auch auf die Pressefreiheit aus, die zwar theo- ' tisch noch besteht, praktisch aber längst durchbrochen ; denn mit den jetzt erlassenen Dekreten kann man i ziemlich jeden Eingriff in die Pressefreiheit recht- । jrtigen, und es wird tatsächlich fleißig von diesen iiuen Machtvollkommenheiten der Regierung t^e- tmuch gemacht, um ein Grabesschweigen über v> Auswirkungen der Spionenfurcht zu erzwingen, dan raunt sich einige Zahlen zu: angeblich sollen rcht weniger als 25 000 Untersuchungen gegenwärtig im Gange und mehrere hundert Verhaftungen sol- l< erfolgt sein. Die Maßnahmen zur Förderung hf Geburtenfreudigkeit — eines der dringendsten foobleme, das sich Frankreich überhaupt stellen kein sind einer besonderen eingehenden Bespre- ting wert. * Der Kreis der Männer um die französische Re- ssirung hat sich um ein neues Gesicht vermurt, das dc literarischen Oeffentlichkeit allerdings nicht fremd if den Diplomatenkopf Jean G i r a u d o u x. jfnnkreich erhält so etwas ähnliches wie ein Pro-, Mndaministerium, das „Generalkommissariat der 3'formation", wie man es vorsichtig benannt hat, uiO der Diplomat und Schriftsteller Jean Girau- ist der „Generalkommissar der Information" ^worden. Damit ist ein heftiges Wettrennen der bllverbei^ um dieses neue Amt, dessen Schaffung jtnifagen in der Lust lag, zu Ende gegangen. Auch d« sehr bekannte und in letzter Zeit außerordentlich ttttschfeindlich gewordene Schriftsteller Duhamel jcäe an ihm teügenommew. Was Giroudoux betrifft, loift gerade jetzt ein Buch von ihm herausgekom- das den Titel trägt „Pleins Pouvoirs“ („Doll- Nfcten"), in dem er eine Reihe von Ratschlägen st die Wiederaufrichtung Frankreichs durch eine ^gische Regierungsführung gibt. Bor mehr als ^em Fahren hatte Giroudoux, dessen literarisches 'Tirk einen erheblichen Umfang hat, übrigens auch ** Duch unter dem Titel „Siegfried et le Limou- geschrieben, das sich mit dem deutsch-französi- Verhältnis auseinandersetzte, so, wie man es ■6m damals nach den Nöten der deutschen Fn- -"riionszeit sah. Das Buch hat dann noch feinen Nie- ll-i^hlag in einem Theaterstück mit dem einfachen M „Siegttied" gefunden, das in Paris sehr häufig ■öTielt worden ist und in einer reichlich vergröberte Zeichnung das Verhältnis der beiden Nachbar- »ilter auf die Bühne brachte. Ein anderes Buch »r politischer Bedeutung dieses ästhetischen Diplo- ND-n ist das Buch „Bella“, das ziemlich lebens- ■esi Portrats von Raymond Poinearä und des ■ früheren allmächtigen Generalsekretärs des Außen- : irifisteriums, Philippe Berchelot, enthält. Vorläu- 'siz vleibt abzuwarten, in welcher Richtung sich die * tityfeit des neuen Propagandachefs entwickeln prL Es scheint vor allem an eine stärkere Einling des Rundfunks im Dienste der französischen stcoaganda gedacht zu sein. Eine völlige Auswechs- h( des zum Teil noch aus der Volksfrontzeit ftam- iiriroen Personals dieser Einrichtung wird also nicht 't'Meiben. Daß der Rundfunk jetzt noch mehr als l^i-hir in den Dienst der deutschfeindlichen Propa- • gestellt werden wird, muß man leider als ' istZu selbstverständlich hinnehmen. ^manzminister Paul R e y n a u d , der die letz- isinanzpolttischen Maßnahmen der Regierung >^c eine Ansprache im Rundfunk bekanntgegeben Mat sich nach Kräften bemüht, für seine Volks- ■ sichtest zu werben, die durch die steuerlichen Wüstungen, die er den Franzosen zumutet, gegen- • dem Ansehen Daladiers' gefährdet werten liCTite. Paul Reynaud hat jetzt unter dem Namen Mut Frankreichs" eine Sammlung feiner Reden und Rundfunkansprachen herausge- Idnctt. Fn der Einleitung des Buches werten die Jpcoge der französischen Finanzpolitik entsprechend a iS gestrichen: 55 Milliarden Franken (etwa 3'/- - Werten RM.) zusätzliche Ausgaben für die Rü- gleichzeitigem Rückstrom von auslän- Fluchtgold nach Frankreick und Befestigung o K französischen Währung. In zahlreichen infpirier-- bn tzeitungsarttkeln hat man außerdem auf die wsrung der französischen industriellen Erzeug- tt i'i chingowiesen, die jetzt sich wieder den Zistern J.-Äenchierstaiier. von 1928, vor der großen Weltkrise, annähere. Aber anderseits fehlt es nicht an Kritikern, die warnend darauf aufmerksam machen, daß alles dies nur burd) die planmäßig in die Höhe getriebenen Aufträge an die Rüstungsindustrie zustande gekommen sei. Alles, was nicht mit Rüstungen zusammenhängt und nicht von der Rüstungsindustrie lebt, befinde sich in Frankreich nach wie vor im Zustand der Stagnation, wie man ihn aus den letzten zehn Fahren gewohnt ist. Und hier setzen die Kritiken an der Tätigkeit des Finanzministers Paul Reynaud ein, der als fanatischer Anhänger der liberalistischen Wirtschaftspolitik englisch-amerikanischen Schlages jede planmäßige Förderung der privaten Wirtschaft — abgesehen von der Rüstungsindustrie — durch staatliche Maßnahmen ablehne und ihr Hell lediglich in einer Politik des billigen Geldes erblicke. Erst die Zukunft wird zeigen, ob der gegenwärtigen Produktionsbelebung in Frankreich irgendein dauerhafter Charakter zukommt. Nie großen deutschen Lufinianöver. ,Leden vom Meer kommenden Angriff unterbunden." Rom, 5. August. (DNB.). Die hervorragenden Manöver der zweiten deutschen Luftflotte in Nordwestdeutschland finden im „ Gior° London, 4. August. (DNB.) Vor der Vertagung fand im Unterhaus am Freitag nochmals eine außenpolitische Debatte statt, die durch den LabourabHeortneten Noel Baker eingeleitet wurde. Er wies einleitend darauf hin, daß in Fapan und Nordchina die „Ausschreitungen" gegen die britischen Staatsbürger in die Tausende gingen. Das Endziel der Japaner sei, die Westmächte aus Asien hinauszudrängen. Der Labourabgeordnete wandte sich mit allem Nachdruck dagegen, daß England auf dem Gebiet der Währung irgendwelche Zugeständnisse an Fapan mache, und stellte schließlich die naive Frage, warum Holland, das sich doch immer für die kollektive Sicherheit eingesetzt habe, eine britische Garantie nicht wünsche. (!) Ministerpräsident Chamberlain erwiderte, er wolle nicht verhehlen^ daß die britische Regierung „starke Einwendungen" gegenüber vielen der Zwischenfälle in Japan und im Fernen Osten zu machen habe. Das Haus muffe sich aber dessen bewußt sein, daß die Lage für England besonders schwierig sei. Er höre oft die Frage, warum England nicht dasselbe tue wie die Vereinigten Staaten. Er brauchte aber wohl kaum auf den grundlegenden Unterschied zwischen Amerika und feiner Isolierung von Europa und England hinzuweisen. Man müsse daran denken, daß es Grenzen für das aebe, was England in dieser Zeit tun könne, um feinen Staatsangehörigen im Fernen Osten zu helfen, 3 m Augenblick t>abe England im Fernen Osten keine Flotte, die der japa nifchen überlegen fei 3n den heimischen Gewässern habe England eine solche Flotte, und unter gewissen Umständen könnte England es für notwendig halten, diese Flotte nach dem Fernen Osten zu entsenden. Chamberlain meinte weiter, er wolle das nicht als Drohung aufgefaßt sehen, sondern „nur als Warnung". Gleichzeitig ziehe England es vor, seine Differenzen mit Japan auf dem Verhandlungswege beizulegen, vorausgesetzt, daß es das tun könne, ohne wesentlich Grundsätze zu opfern. Gegenüber den Auslegungen der Opposition müsse er namens der Regierung sagen, daß die britische Regierung die Tokioter Einigungsformel nicht als einen Mechel in der britischen Politik ansehe, die sich auch tat- ächlich nicht geändert habe. Das sei wichtiger als alles andere. Der Premierminister wandte sich darauf der Frage des chinesischen Silbers zu. Nach Ansicht der brittschen Regierung könne man die Tientsin frage nicht lösen, ohne sich mit der Silberfrage auch an anderen Plätzen zu befassen. Was man in der Silber- und Währungsfrage auch tun möge, so müsse das immer ein viel weiteres Gebiet als Tientsin betreffen. Diese Fragen können nur nach Konsultation mit anderen beteiligten Regierungen gelöst werten. Chamberlain betonte dann erneut, daß England keinerlei Verpflichtungen übernommen habe, die das Land zwinge, den Handelsvertrag mit Japan zu kündigen. Das bedeute allerdings nicht, daß England entschlossen sei, ihn keineswegs zu kündigen. England habe „unter dem Druck der Umstände" einige sehr schwere Verpflichtungen und Verbindlichkeiten in Europa übernommen. Die Auswirkung dieser Verpflichtungen fei die, daß, „sollten sich gewisse Dinge ereignen, England zum Kriege schreiten müsse". Es sei für Eng- n a [ e d ' Italia " bei einer ersten kurzen Würdigung uneingeschränktes Lob. „Sie haben", wie der Berliner Vertreter des halbamtlichen Blattes unterstreicht, „bewiesen, daß die Luftwaffe des Dritten Reiches in der Lage ist, jeden vom Meer kommenden feindlichen Angriff auf die Industriezentren zwischen Elbe und Rhein zu unterbinden. Auch bei dieser Gelegenheit haben sich Mannschaften und Material in so prächtiger Weise bewährt, daß das Deutschland Adolf Hitlers stolz darauf sein kann. Dank der taktischen Genialität, der ausgezeichneten Eigenschaften der Flieger und der Tüchtigkeit der Artillerie wurde der Gegner in verblüffender Art vernichtet, obwohl er seinen Angriff von einem für neutral erklärten Gebiete aus unternommen hatte. „Enorme Leistungsfähigkeit der deutschen Luftwaffe." Kopenhagen, 5.Aug. (DNB.) Die Berliner Korrespondenten der Kopenhagener Presse berichten ausführlich über die große Luftwaffenübung der deutschen Luftflotte 2. Besonders „Politiken" gibt eine eingehende Schilderung der großzügigen deutschen Luftmanöver. Die Zeitung betont, die Teilnehmer der interessanten Manöver hätten bestätigt, daß man sich kaum besser als bei dieser Gelegenheit eine Vorstellung davon habe machen können, zu welcher enormen Leistungsfähigkeit bie deutsche Luftwaffe es gebracht habe und wie gut die Abwehrorganisation funktioniere. Gleichzeitig habe man ein richtiges Bild von dem weiten Gebiet bekommen, das ein moderner Luftkrieg umspannen könne. Es habe sich gezeigt, daß der Mechanismus der Verteidigung tatsächlich mit einer fast unglaublichen Präzision arbeite. land unmöglich, die gleichen Verpflichtungen im Fernen Osten zu übernehmen. Es gäbe auch Grenzen für die Verpflichtungen, die England vernünftigerweise übernehmen könne. Chamberlain stellte schließlich pathetisch fest, daß die Vorgänge im, Fernen Osten „sein Blut zum Kochen brächten". So sehr man sich darüber aber erregen möge, so dürfe man doch nicht die Verpflichtungen vergessen, die England übernommen habe, ebenso wie die Stellung der britischen Staatsbürger, die im Fernen Osten seien. Chamberlain schloß mit der Versicherung, daß England sich weiter bemühen werte, die Verhandlungen fortzusetzen, um soweit wie irgend möglich die Grundsätze zu bewahren, die bisher die Fernostpolitik beherrscht hätten. Man dürfe nicht vergessen, daß im Laufe der nächsten wenigen Monate, so orakelte Chamberlain zum Schluß, „vielleicht ernstere und näherliegende Probleme zu erörtern sein würden", und England müsse daher seine Kräfte sparen, um jeder Krise begegnen zu können, die sich entwickeln könnte. Das Echo in Japan. Tokio, 5. August. (DNB. Funkspruch, Ostasien- dienst.) Die Auslassungen der brittschen Reaierung, insbesondere die gestrige Erklärung Chamberlains im Unterhaus, daß die britische F e r n o st - Politik keineswegs geändert worben fei noch geändert werte, bezeichnet die gesamte Presse als flagrante Verletzung des vor kurzem erst abgeschlossenen Tokioter Abkommens. England habe darin versprochen, keinerlei feindselige Handlungen gegen Japan zu Berlin, 4. Aug. (DNB.) Die jüngsten Ausführungen des britischen M i n i st e r p r ä s i d e n - t e n vor den Mitgliedern des Unterhauses nimmt der Deutsche Dienst zum Anlaß zu folgenden Betrachtungen: Es macht sich gut, bevor man das Unterhaus in die Ferien schickt, noch einmal die Wellen der Agitation hochgehen zu lassen, finstere Drohungen gegen die „Aggressoren" ungeachtete aller strategischen Ueberbeanspruchuna auszustoßen, mit forschen Redewendungen das Wort Krieg in den Mittelpunkt der Betrachtungen zu rüdem um die Kriegshetzer im House of Commons wissen zu lassen, daß man gewillt ist, auch beim Sonnenbad in Black Pool ihrem Diktat vorbehaltlos Folge zu leisten. Chamberlain wiederholte die oft gehörte Phrase, warum England gegen Japan nicht dasselbe tue, wie der Friedensfeind Nr. 1 im Weißen Haus. Wir wollen in diesem Zusammenhang an seine kürzliche Feststellung über die Ähnlichkeit der Ziele und Absichten der USA. und Großbritanniens gegenüber Japan und seinen gleichzeitigen Hinweis darauf erinnern, daß i n verschiedenen Fällen verschiedene Methoden angebracht seien. Und. wir glauben, daß Herr Chamberlain sich selbst damit die treffendste Antwort erteilte, weil er mit diesen Worten unumwunden die Doppelgleisigkeit der britischen Diplomatie, zugleich aber auch die Tatsache zugab, daß man in Tientsin mit verteilten Rollen zu spielen versucht. Der Kniefall von Tientsin war aller Welt offensichtlich. Ob man in diesem taktischen Rückzug einen Wechsel in der britischen Fernostpolitik erblicken kann oder nicht, darüber dürften die Auffassungen geteilt sein. Jedenfalls scheint man in London gegenwärtig mit der Außen- Aggressoren. Der Oppositionsführer im englischen Oberhaus, Lord S n e l l, hatte gemeint, Chamberlain zeige bei der Erörterung außenpolitischer Probleme die Gereiztheit einer alten Jungfer. Sein Außenminister, Lord Halifax, aber zeigt die Sentimentalität einer abgeblühten englischen Miß, die sich darüber beklagt, daß ihre Meinungen nicht unwidersprochen bleiben. Die pessimistischen Äußerungen dieses Außenministers stehen zwar in groteskem Gegensatz zu den Worten des britischen Verteidigungsministers Sir Thomas I n s k i p , der nicht an einen Krieg glauben will, aber sind alle diese Aeußerungen nicht bezeichnend für die weitgehende Nervenzerrüttung, von der die Machthaber des größten Reiches der Welt heimgesucht werden? Wie will man solche Gegensätze vereinen: am Tage vor Lord Halifax erklärt Chamberlain, sein Chef, die Welt würde weiter den Frieden bewahren, gleichzeitig macht Jnskip die erwähnte Aeußerung, und plötzlich kommt der Leiter der auswärtigen Geschicke Englands und malt die Zukunft der Welt grau in grau. Der ßabourparteiler Morrison hatte am letzten Freitag im Unterhaus gesagt, man solle doch die „typisch englische Heuchelei" — es bestehe keine Cinkreisungs-, sondern nur eine Friedensfront —, endlich als unnütz aufgeben. Chamberlain reagierte darauf nicht, Lord Halifax aber versichert erneut: „Wir haben keine aggressiven Tendenzen, unsere Bündnisse sind mit keiner aggressiven Absicht gebildet worden. Wir haben jedoch versücht, das doppelte Mittel der britischen Politik klar zu machen, nämlich auf der einen Seite unsere Haltung gegenüber der Aggression durch andere, und auf der anunternehmen. Trotzdem seien aber die Haltung Englands in der Tientsinfrage und die entsprechenden Kommentare Chamberlains und Lord Halifax' nicht weniger als eine klare Unterstützung Tschiankaifcheks bei der Fortführung der japanfeindlichen Politik. Die Ansicht in den Kreisen der japanischen Armee in Tokio und in Tientsin geht dahin, daß es England augenblicklich nur darum zu tun fei, nach Vorwänden zu suchen, um die Verhandlungen in Tokio zu verschleppen. Es zeige sich heute ganz klar, daß England versuche, das Tokioter Abkommen zu sabotieren und dritte Staaten für die Entwicklung im Fernen Osten zu „interessieren". Japan fürchte sich jedoch nicht vor wirtschaftlichen Schwierigkeiten, sondern sei entschlossen, sein Ziel zu verfolgen. Falls England weiter die japanischen Mindestforderungen zur Lage in Tientsin ablehnen sollte, so würde die Konferenz von Tokio erledigt fein. Die Armee wende sich entschieden gegen alle Versuche Englands, sich durch Vermittlungsversuche in die Auseinandersetzungen zwischen Tokio und Tschungking einzumifchen, da hierdurch die grundsätzliche Politik Japans berührt würde und zwar nicht nur im Fernen Osten, sondern auch in Europa. Von der Informationsabteilung des Marine- ministeriums hört man, Chamberlains Ausführungen zur Frage der Entsendung einer britischen Flotte nach dem Fernen Osten besage nichts Neues. In Japan habe man nach dem Ausbau von Singapore und nach der Konferenz von Singapore ohnehin schon mit einer Verstärkung der Flottenbasis Singapore durch England gerechnet. Politik einige Meter über dem gewachsenen Boden zu schweben, vor allem, wenn man gewisse allzu durchsichtige Berechnungen über mangelnde Meinungsgleichheit zwischen Tientsin und Tokio anstellt. Derartige Redewendungen mögen nach innen hinlänglich zum Trost gereichen, sollten aber nicht darüber hinwegtäufchen, daß das japanische Volk einen einheitlichen Block und eine geschlossene unüberwindliche Front erst recht in dem Augenblick bilden wird,, wo es dem Foreign Office in die politische Strategie paßt, die Drohungen seines Premierministers in die Tat umzusetzen. Herrn Chamberlain „kocht das Blut angesichts der Vorgänge im Fernen Osten". Das kann besonders dann nachteilige Folgen haben, wenn man im Fernen Osten der Flotte eines Gegners zugegebenermaßen unterlegen ist. Der britische Ministerpräsident hat von den Grenzen für Verpflichtungen gesprochen, die England vernünftigerweise übernehmen könne. Uns will es angesichts dieses Kriegsgeredes im Unterhaus so scheinen, als habe sich Großbritannien etwas übernommen. Es hat sich zu den Vereinbarungen von Tientsin bereit erklärt, um freie Hand in Europa zu erhalten, und notfalls — wie Chamberlain im gleichen Atemzuge zur Beftiedigung des Kriegshungers der Opposition mitteilte — hier zum Kriege schreiten zu können. Dazu gehört allerdings auch eine „Flotte in heimischen Gewässern". Herr Chamberlain selbst scheint sich also ofenbar sowohl über den Kurs seiner Außenpolitik, wie über den Kurs der brittschen Kriegsschiffeinheiten noch nicht völlig im klaren zu fein, wenn er Tokio bedeutet, daß man diese Flotte im Ernstfälle vor Japan Revue passieren lassen würde. Chamberlain droht Japan mit der Motte. Gegenwärtig ist England unterlegen. — Oie Doppelgleisigkeit der englischen Politik bestäügt Schemwerserlicht aus Berlin e- nii Der Führer besichtigte die Pläne für die Neugestaltung Bayreuths Die italienischen Manöver E. 8. er« chaft nicht eine solide Ausführung verlangt, ist aus Gründen der Gewichtsersparnis aus Leichtmetall aus geführt. Auch der von den Bildern bekannte einprägsame Ge- echtsturm oder Turmmast, der oben Anlagen der Feuerleitung trägt und sich künftig zu einem nationalen Oer englisch-irische Bürgerkrieg. London, 4. August (DNB.) In vielen eng' lischen Städten kamen sogenannte Bombendri• teils der IRA. zur Explosion, wodurch eine große Anzahl von Briefen zerstört und ein Post' beamtet leicht verletzt wurde. In allen Fälleft Han- beit es sich um Zeitbomben, die in Driefpäckchen versteckt in die B r i e f k ä st e n der Postämter von Halifax, Bradford, Preston und Blackburn geworfen worden waren. Die englische Polizei läßt im übn* gen in ihrer Jagd noch den JRA.-Männern niast nach. Innenminister Hoare hat jetzt insgesantt 53 Ausweisungsbefehle für in England lebende Iren unterzeichnet. bei hoher Fahrt laufend eine start die Sichtung hindernde Wasserwand an Deck warfen. Run ist eine Decks-Klüse eingeführt. Der Anker kommt also auf einer Schrägebene an Oberdeck zu liegen. Sehr wirkungsvolle Schießen der Kaliber von 15 cm abwärts auf ein ferngelenktes Zielschiff bzw. auf Luftscheiben vermittelten das Bild guter Ge« fechtsausbildung der zum großen Teil erst kurze Zeit an Bord befindlichen Besatzung. Die drei schweren 28-cm-Drillingstürme hatten bereits am Vorabend vor dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine ihre Schießkunst gezeigt. Aber auch diese langen 15-cm-Geschütze gehören nach Begriffen des Heeres zur Gattung der Fernkampfartillerie. Es wurde in der Nach tdas einzigartige Bild eines Schießens mit Leuchtgranaten geboten. Das Ziel wurde von der ferngelenkten „Hessen" dargestellt, die am Horizont manchmal von einem Dutzend Leuchtfackeln erfaßt laufend von Salven eingedeckt wurde in der Nacht das einzigartige Bild eines schlag der Granaten silbrig auf, während die mehrere tausend Meter hoch stillstehenden Rauchbänder der verloschenen Leuchtfackeln im Schein der späteren Leuchtgranaten eine rätselhafte Belebung der für manchen Binnenländer unfaßbaren Szenerie bil- beten. Das Tag- unb Dämmerungsschießen aller an Bord befinblichen Flak-Kaliber war ein Beweis für bie Sorgfalt, mit ber dieser Zweig der Artillerieausbil- düng betrieben wird. Stur'zkampfflieger-Angriffe wurden durch mit einem Gewicht beschwerte Scheiben dargestellt, auf die aus allen Rohren ein wahn« sinniges Feuer eröffnet wurde. Kriegsmäßigen Be- bingungen würbe zum Beispiel in der Weise Rechnung getragen, baß die schwere Flak des Schiffes sich intensiv und mit großem Erfolg an ber Be- kämpfung ber Sturzdomber-Scheiben unb, was erstaunlich festzustellen war, bis in verhältnismäßig geringe Höhen in der Lage war, dem schnell fallenden Ziel zu folgen. Die Durchschüsse ber mit Leucht- spur feuernben leichten Flaks von 3,7- unb 2=cm« Kaliber burch bie Scheibe waren burch Rauch- uni Feuererscheinungen festzustellen. Das Schlachtschiff „Gneisenau" machte bei seiner ersten öffentlichen Vorführung als Schiff der Flotte durchaus den Eindruck, daß der Stand der Ausbildung aller Waffen und ber Maschine den Anforderungen entspricht, bie ber Flottenchef stellt. tische Vettel zu schreiben. Dabei haben bie Un° friebensmacher gerabe Deutschlanbs Werk, die Befreiung bes Baltikums und leider auch der „edlen" Polen, nicht nur erhalten, sondern durch verrückte Grenzziehungen die aggressiven Polen zu Herren über Millionen Andersnationaler gemacht. Rumänien ist übrigens in seinen ursprünglichen Grenzen von Deutschland gar nicht angetastet worden. Nur, baß bie Gewaltttätigkeiten von Versailles auch hier bie neuen Grenzen — wie in Polen festsetzten. Daß bie Tagesbefehle ber Chefs ber deutschen Wehrmacht stolz auf bie militärischen Leistungen der Vergangenheit und auch darauf bekunden, daß unter Adolf Hitler dieses „generöse" Versailler Diktat zerbrochen wurde, ist für die „Times" und für jeden Briten natürlich nur der Ausdruck der Gewalt, d. h. in Wirklichkeit: der Wiederherstellung des Rechts. Und wenn das Blatt an der Themse schreibt, die deutsche Rasie — auf einmal wird ber Begriff anerkannt! — müsse „wegen ihrer rigorosen (!) Natur unb ihrer natürlichen Geschicklichkeit ihren Weg in Friebenszeiten machen, sie wirb aber in ber ganzen Welt auf Wiberstand stoßen, wenn sie roieber (!) versucht, ihre Ziele burch einen Krieg zu erreichen", so ist in Wirklichkeit bie Rebe vorn Widerstand ber von Englanb gekauften Mächte, die Englanb aus feiner historischen Tendenz, die jeweilig stärkste Macht bes Festlandes mit Koali- tionskriegen zu überziehen, zusammenrubelte. Im übrigen: Nicht Deutschland sondern England be- finbet sich seit Jahrhunderten ständig im Kriegs- zustanb, allerdings nur mit Schwächeren, so u. a. mit den Buren, den Indern, jetzt mit Öen Palästina- Arabern und den Völkergruppen, die z. B. in Wazi- riftan der englischen Aggression Widerstand bis zum letzten Blutstropfen entgegensetzen. Wie im alten kriegerischen Rom die Pforten des Ianustempels wegen ewiger Kriege eigentlich nie geschloffen wurden, so steht England mit ber ganzen unterworfenen Welt in ftänbigem Kamps. Aber bie „Aggressoren" finb wir, bie nur einen Krieg aus Selbst- verteibigungsgründen geführt haben, unb die Urheber waren — die Biebermänner um bie Times. Oer deutsche Gruß bei Veranstaltungen. Regelung durch den Stellvertreter des Führers. Berlin, 4. Aug. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers hat für die Ehrenerweisung beim Fahneneinmarsch und beim Singen der Nationalhymnen bei Veranstaltungen eine Regelung erlassen. Danach wird bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen der deutsche Gruß auch durch Politische Leiter, Angehörige ber Gliederungen und an geschlossenen Verbände — soweit sie nicht als Äbsperrungsmann- schäften, Fahnenabordnungen usw. eingesetzt sind — mit' abgenommener Kopfbedeckung erwiesen. Bei Veranstaltungen im Freien wird der deutsche Gruß im Dienstanzug mit, in Zivilklet- dung ohne Kopfbedeckung erwiesen. (Seneralfeldmarschall Göring auf Besichtigungsreise. aus ging die Fahrt weiter elbabwärts nach Meißen. Ueberall in den Dörfern und Städten bereitete die Bevölkerung dem vorüberfahrenden Generalfeldmarschall einen herzlichen Willkomm. Freudiges Ereignis im holländischen Königshaus. Amsterdam, 5. August. (DNB. Funkspruch! Kronprinzessin Juliana ber Niederlande schenkte am Samstag um 1.09 Uhr einer Tochter das Leben. Besuch auf Schlachtschiff „Gneisenau" Probe der Gefechtsbereitschaft. — Tag- und Nachtschießen der Flak und der Mittel-Artillerie. Don unserem Berichterstatter Ernst Wilhelm Kruse. Turm , 4.Aua. (DNB.) Der Aufmarsch ber Blauen Partei östlich von Turin ist beendet, sämtliche Dispositionen für die Samstagmittaq beginnende Gegenoffensive sind getroffen Die Blaue Front bildet eine etwa 45 Kilometer lange westlich ausgebuchtete Linie, deren vorgeschobenste Position von der leichten Division Padanck besetzt ist und etwa 30 Kilometer östlich von Turin liegt. Die Rote Partei hat im Lause bes gestrigen Tages und ber vergangenen Nacht ihren Durchbruch durch den blauen Grenzschutzgürtel ausgewertet unb ist unter erbitterten Flankenkämpfen bis in bie Gegend I von Susa, etwa 45 Kilometer westlich von Turin, vorgestoßen. Die gesamte Truppe macht trotz ber während des Anmarsches an sie gestellten großen Anforberungen einen ausgezeichnet frischen Einbruck. Oer Terror der polen im Korridor. Thorn, 4.August. (DNB.) Die behördlichen Schließungen deutscher Molkereien werden tn der üblichen Weise weiter durchgeführt. So sind jetzt auch die Deutsche Molkerei in Janno- witz, Kreis Znin, unb bie Genossenschaftsmolkerei in Exin, Kreis Schubin, geschlossen worben. In Pakosch wurde auf behördliche Anordnung bie Fleischerei bes Dolksbeutschen Hubert Walter geschlossen. Aus Anorbnung bes Starosten in Wirsitz ist ber deutsche Drogeriebesitzer Sturtzel aus Nakel mit seiner Frau aus ber Grenzzone ausgewiesen worden. Sturtzel stammt aus einer alteingesessenen Familie und ist seit seiner Geburt dort ansässig. Ebenfalls auf Anordnung des Starosten wurde ber beutsche Gastwirt Hermann Brose aus Putzig aus der Grenzzone ausgewiesen. Nach einer Meldung des „Slowo Pomorike" vom 3. August aus Strasburg müssen der Direktor Hartwig und der Ingenieur Zaarbock ber Strasburger Fleischkonservenfabrik ihre Stellung aufgeben. Nach ber polnischen Zeitung ist bas ber Erfolg einer Aktion ber polnischen Arbeiter, bie bie Entlassung der Deutschen verlangt hätten. Der „Dziennik Cybsoski" vom 4. August bringt bie Melbung über ben Selbstmorb einer 51jährigen Dolksbeutschen Elise Schöneich in Bromberg. Nach ber polnischen Zeitung habe sich Frau Schöneich, bie in guten Dermögensverhältnissen lebt, „wahrscheinlich einmal prohitlerisch ausgebrückt unb jetzt Merkmal unserer schweren Einheiten auszubilben scheint, ist bemerkenswert stanbfeft unb splittersicher ausgeführt. Er ist zwar nicht, wie auf ben französischen Artgenoffen „Dunkerque" unb „Strasbourg", mit einem komfortablen List versehen, ber bie unteren Decks mit der „Mansarde" des 1. Artillerie-Offiziers verbindet, dürfte aber neben ber italienischen Lösung, wie auf „Cesare" unb „(Tonte be Cavour", die man bei ber Führer-Flottenschau sah, einer Ideal-Lösung am nächsten kommen. Ober auf ber Mars-Plattform bes Turmmastes hat ber 3. Artillerie-Offizier ber „Gneisenau", ber Leiter ber Flak-Waffen, seinen Platz bei Luftangriffen, um von diesem übersichtlichen Punkt ben Einsatz ber 14 schweren Flaks von 10,5 Zentimeter, 16 leichten von 3,7 Zentimeter unb sehr zahlreichen 2-Zenti- meter-Maschinenwaffen zu leiten. Außerbem finb sorgsam geschützte Leitstände für die eigentliche Feuerleitung der schweren Flak an vier Stellen des Schiffs aufgestellt, während sich die vielen 2-Zenti- meter-Flaks von der Marsplattform unb Schornsteingalerie angefangen über bas ganze Schiff verteilen. Obgleich bas Schlachtschiff „Gneisenau" über einen bemerkenswert niebrigen Freiborb verfügt, ist es, wie man hort, auch im Atlantik relativ trocken unb verfügt sonst über sehr gute Seeeigenschaften. Das Fehlen harter Schlinger- unb Stampfbewegungen kommt besonders der Artillerie zugute, denn bie See-Eigenschaften eines Schiffes wirb ber deutsche Lsrtillerie-Offizier von heute noch mehr zu schätzen wissen als früher, wo man sich doch mehr auf die Nordsee beschränkte. Selbstverständlich sind während der ca. 14monatigen Jndiensthaltung und Erprobung des Schiffes zahlreiche kleine Verbesserungen vorgenommen worden. So erhielt das Schiss an Stelle des geraden Stevens einen elegant geschwungenen Klipperbug, der das Vorschiff bei hoher Fahrt besser von überkommendem Wasser freihält. Da das Deck des Vorschiffes nach vorn zu ziemlich hochgezogen ist, wirkt der Gasdruck des Mündungsfeuers der vorderen schweren Türme beim Feuern nach Voraus ganz erheblich auf das Deck, wenn nicht mit größeren Erhöhungen geschossen wird. Man hat hier das Oberdeck sehr widerstandsfähig gebaut, ©ine andere Aenderung betrifft die Ankerklüsen, bie durch ben ziemlich nahe ber Wasserlinie hängenden Anker gesehen werden muß. Während die Beschränkung des Hauptkalibers auf 28 Zentimeter — es sind neun Rohre in drei Türmen an Bord — neben einer ansprechenden Geschwindigkeit ein nach außen in Erscheinung tretendes Merkmal bildet, gehört die außerordentliche Standfestigkeit des Schiffes zu den Tugenden, die nicht so hervorstehen und sichtbar in Erscheinung treten. Beim Gang über unb durch das Schiff überrascht die Sorgfalt, mit der der Schutz dieser Schiffe ausgebildet wurde. Es ist dabei nicht allein das zum Schutz aufgewandte Panzergewicht, das sich ja auf einen Blick gar nicht abschätzen läßt, sondern vor allem die Art oft geradezu raffinierter Anordnung der verschiedenen Schutzelemente. Es verbietet sich hier natürlich, näher auf die Ausgestaltung des Seiten- und Unterwasserschutzes einzugehen, aber schon ein Blick auf Oberdeck und Aufbauten verrät wieder die Sorgfalt, mit der man zahlreiche Vorkehrungen getroffen hat, um z. P. An- agen der Flak-Feuerleitung und unzählige andere vor den Splittern und den Gaswellen krepierender Bomben zu schützen. Alles, was dagegen im Gefecht unmittelbar oder mittelbar für die Gefechtsbereit- deren Seite unsere Bereitwilligkeit, an der konstruktiven Errichtung einer friedlichen Ordnung teilzunehmen, falls Gewalt oder Androhung von walt aufgegeben werden. Es kann kein Irrtum darüber bestehen, wo England steht." Daß England Gewalt oder Androhung von Gewalt verneint, auch in Palästina, wo täglich arabische Männer, Greise, Frauen und Kinder für das Weltjudentum von englischen Soldaten gemordet werden, entspricht ebenso dem englischen Cant wie die Versicherung, man sei eigentlich friedlich. Niemals hat die englische Regierung versucht, die „konstruktive Errichtung einer friedlichen Ordnung" vorzuschlagen, denn dann hätte England aus bekannten Gründen auf die Gebiete teilweise verzichten müssen, die es durch Gewalt, Wortbruch und alle Taten übelster Machtpolitik an sich brachte. Dann hätte es den Versailler Unfrieden niemals in die Welt gesetzt, dann würde es sich nicht sträuben, einzuwilligen, daß der letzte kontinentale Rest des zusammengebrochenen Versailler Diktats, bas deutsche Danzig, zu Deutschland zurückkehrt. Im Gegenteil: England hat alles getan, um Versailles nicht zu verändern. Die Abänderung kam durch Adolf Hitler. England dagegen tat alles, um bas deutsche Danzig Polen zuzuschanzen, und nennt den Widerstand dagegen — Agres- sion! Es schmiedet an dem Ring, der die Einkreisung vollenden soll, auf Kosten seiner eigenen Ehre in Moskau, also an der Wiederkehr ber Dorkriegseinkreisung, und erwartet, daß Deutschland nachgebe, baß es sich dem englischen Anspruch, bas Zünglein an der Waage des festländischen Gleichgewichts zu bilden, unterwerfe. Das ist nicht nur naiv, das ist — echt englisch. Als Lloyd George fein berühmtes Wort aussprach, alle Nationen seien in den großen Krieg hineingeschlibdert, hatte er in Wirklichkeit bie Kriegs- schulblüge von Versailles verneint unb bamit die steche Unterstellung, als habe die Regierung Deutschlanbs in ber Vorkriegszeit alles darauf angelegt, „ein unterjochtes Europa zu beherrschen unb zu tyrannisieren, wie sie ein unterjochtes Deutschlanb beherrschte unb tyrannisierte" (Mantelnote ber Siegermächte vom 16. Juni 1919). Die „Times" hatte früher selbst zugegeben, nicht um Belgien fei Englanb in ben Krieg gezogen, sonbern um „britischer Interessen halber", nämlich ben beutschen Rivalen im Welthanbel abzuwürgen, seine Kolonien zu annektieren, seine Flotte unb seine Hanbels- schiffe zu vernichten unb bamit auch bie stärkste Macht bes europäischen Festlanbes. Noch vor bem März 1938 schrieb bas gleiche Organ ber britischen Society, Versailles sei tot, unb man weine feinen -„Dummheiten" nicht nach. Aber in einem Leitartikel zum 4. August, bem Eintritt Englanbs in ben Weltkrieg, werben alle Ungeister der britischen Weltkriegspropaganda wieder lebendig. „Versailles ist ohne Zweifel ein generöser Abschluß im Vergleich mit jenen Verträgen gewesen, die Deutschland Rußland und Rumänien aufbürbetc" wagt biefe poli- Unser Mitarbeiter hatte soeben Gelegenheit, anläßlich ber ersten Besichtigung bes im Mai dieses Jahres zur Flotte getretenen Schlachtschiffes „Gneisenau" Eindrücke von diesem Schiffstyp zu gewinnen: Das Schlachtschiff „Gneisenau" ist erst dieser Tage von einer großen, abschließenden vierwöchigen Atlantik-Erprobung der Artillerie in bie Heimat zurückgekehrt, um endgültig im Flottenverband Dienst zu tun, bem bas Schiff erst seit Mai dieses Jahres angehört. Die bei bem ersten Schiff eines neuen Typs erforderliche ein/ gehende Erprobung der Waffen, des Schiffes selbst und der gesamten maschinellen und anderen Einrichtungen nimmt außerordentlich viel Zeit und Mühe in Anspruch, so daß der Zeitraum von ber Indienststellung bis zur Herstellung uneingeschränkter Frontbereitschaft im Fall „Gneisenau" sogar als kurz an- Berlin, 4. August (DNB.) Generalfeldmarschall Göring weilte am Mittwoch und Donnerstag als Gast ber roürttembergifthen Jäger in den landfchast. lich herrlich gelegenen Jagbrevieren ber Schwäbischen Alb. Von dort setzte er seine Fahrt im Sonberzug nach Tetschen-Bobenbach im S u b e t e n - gau fort. Nach Besichtigungen unb Konferenzen beaab sich ber Generalfelbmarschall ans Elbufer unb fuhr stromabwärts weiter. Nachmittags reichte das Motorschiff Dresden Don Dresben bie Folgen ihrer Geschwätzigkeit befürchtet". Dies zeigte bie Tatsache, baß sie ihre Hauswirtin gefragt habe, ob nicht Polizeibeamte nach ihr gefragt hätten. Es besteht natürlich diese Möglichkeit, wie sie die polnische Zeitung angibt. Da fast täglich Verurteilungen von Volksdeutschen wegen Beleibigung bes polnischen Staates erfolgen, mag die Angst vor einer Strafe bie Verstorbene wohl zu biefem Verzweiflungsschritt getrieben haben. Das Bezirksgericht in Könitz verurteilte ben Volksdeutschen Arthur Haffke aus Zempelburg zu sieben Monaten Arrest unb 100 Zloty Strafe. Die Anklage wirft Haffke beleibigenbe Aeußerungen gegen b«r polnischen Staat vor. Das gleiche Gericht verurtM die Volksdeutsche Elisabeth Wiese wegen Beleidigung der polnischen Nation zu fünf Wochen Arrest. Das Bezirksgericht in Rogowo verurteilte die 24jährige Volksdeutsche Christtne Weich aus Buko- roiec wegen Beleidigung des polnischen Volkes zu zehn Monaten Gefängnis und 40 Zloty Strafe. Weiter verurteilte das Gericht ben 65jährigen Volksdeutschen Gustav Neumann wegen Beleibigung bes polnischen Staates zu acht Monaten Gefängnis und 100 Zloty Strafe. Dom Bezirksgericht Gdingen wurde ber Volksdeutsche Walter Gustav Weiß aus Sagogs wegen Verächtlichmachung des polnischen Volkes zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Arbeitsgemeinschasten des schöpferischen Handwerks. Im Reichsstand des deutschen Handwerks werden Anordnungen zur Durchführung der Verordnung über die Gewerbeförderung vorbereitet. Die Zahl der bestehenden oder im Ausbau befindlichen Gewerbeförderungsanftalten in Königsberg, Hamburg und Frankfurt wird auf sieben bis zehn erweitert werden, u. a. in Breslau, Karlsruhe und München. Daneben bestehen bei den 43 Handwerkskammern Gewerbeförderungsstellen. Ihre Aufgaben umfassen bie Beratung ber Organisation und ber Handwerksmeister über bie neuen Rohstoffe, bie Leistungssteigerung, bie Buchführungspflicht unb an* I bere Fragen. Darüber hinaus soll das Schöpferische in der Handwerksarbeit stärker gepflegt werden, um bie Hattbwerkskultur zu festigen. Zu diesem Zweck sollen in den Kammerbezirken Arbeitsgemeinschasten des schöpferischen Handwerks gebildet werden, bie sich mit allen Fragen der Förderung schöpferisch befähigter Handwerker befassen. Die Gewerbeförde- rungsanftalten werden mit Werkstatträumen unb einem Internat ausgestattet, lieber den Arbeitsbereich ber Gewerbeförderungsstellen hinaus wirb ihre Aufklärungs- und Schulüngsarbeit einen stärkeren zentralen Charakter aufweisen. Anläßlich seines Aufenthalts in der Festfpielftabt Bayreuth besuchte ber Führer die dortige Ludwig- Siebert-Halle, um eine Reihe von Modellen und Plänen für die Neugestaltung der Gauhauptstabt zu besichtigen. Links auf dem Bilde sieht man Architekt Reißinger^ rechts vom Führer Wieland Wagner, Obergruppenführer Brückner, Gauleiter Wächtler und ben fteUoertretenben Gauleiter Ruckbeschel. — (Scherl-Bilberdienst-M.) Der Generalstabschef bes beutschen Heeres, General ber Artillerie Halber (Zweiter von links), nimmt als Gast an den großen Manövern in Italien teil. (Presse-Bild-Zentrale-M.) « u ii n 3 l! b j d i I i 5 n 2 ir fi § ri f ( i r l- iu bi J vi st i b e ö E e ri r> Nu ber ,Nlu Ah bie । Nt 27. £ °bz ■H § % 1U- t'. fit Nlöi- für ü( iaurtz lngch ^eibb ien$f e le* Schifik )er r. mos r ismifr l falle Leus d 2-n lch-it eck* btt fc Teilt!- «fW Hfl) & ; zrhtt iw J KlribDi' Lu^ i unt' M' chöpst^ oerbtn.’ ieinl^ otM merüä' iiniit" • d* inaus • ewi«1' ■fri» iJ*!j > << wCt lA' ^5 Vor 25 Jahren im August. Ser Kriegsbeginn zur See. Von Korvetien-Kapitan a. D. G. mit 2000 Meter Maximal-Schußweite armiert wer- iden. In der Nacht vom 4. zum 5. August lief „.Königin Luise" mit dem Befehl aus, ihre Minen wor der Themsemündung zu werfen. Ihr Auslaufen war von Helgoland nach England gemeldet vordem Am Vormittag des 5. August kamen kurz vor Die Kriegswissenschaslliche Abteilung des Generalstabs des Heeres legt eine gerade in diesen Tagen besonders bedeutsame Veröffentlichung vor, die den „Handstreich gegen Lüttich vom 3. bis 7. August 1914" behandelt. Diese Darstellung enthält eine eingehende Schilderung des deutschen Angriffs auf Lüttich und die belgischen Derteidigungs- maßnahmen zum Schutze der Festung. Neu und kühn ist der Plan, eine starke Festung im Handstreich zu nehmen. Ungewohnt und schwer sind die taktischen und seelischen Belastungen dieses Kampfes. In dieser Dar- stellung zeigen sich die Irrungen und Wirrungen der ersten Schlacht in ihrem ganzen Umfang. Das heldenhafte Verhalten von Führer und Truppe vor dem Feind sowie der-ungestüme Angriffsgeist vermitteln einen lebendigen Eindruck von der Größe unseres Heeres von 1914. Dabei werden dem tapferen Verteidiger vollste Anerkennung und Lob gezollt. General Ludendorff schritt in der stock- iLmtlen Nacht an einer haltenden Marschkolonne nsch nach vorwärts, bis er glaubte, den Anfang rreicht zu haben. Es war jedoch nur ein durch -n Aufenthalt in Micheroux abgerissener Teil des ttos. Generalmajor Ludendorff befahl den Weiter- Marsch und blieb selbst an der Spitze. Im nächsten '.rt, in Sur Fosse, verfehlte er den Weg und nahm !i:e Richtung auf Evegnöe. Schon nach wenigen chritten erhielt die Spitze Gewehrfeuer, blieb aber "otz der Verluste im Vorgehen. Generalmajor -udendqrff erkannte bald, daß er sich geirrt hatte, ioocf) im feindlichen Feuer zurück und schlug dann, jon nur wenigen Leuten begleitet, den Weg nach '"Ery ein. Am Ausgang von Sur Fosse erfuhr r den Tod des Generalmajors von W u f s o w. lmbkkümmert um das von vorn und aus den Fel- tarn, von rechts und links kommende Gewehrfeuer etlte er nach vorwärts. Die ersten Häuser von Liöry viaren gerade erreicht, als ein Kartätschschuß die ttrage entlang fuhr. Noch einige Schritte, da lag en Haufen toter und verwundeter deutscher Sol- Mhtn, unter ihnen Generalmajor von Wussow. Generalmajor Ludendorff entschloß sich, die Füh- lwlg zu übernehmen. Von der Truppe war in der Lmnkelheit zunächst nichts zu sehen. Aus dem anhaltenden starken Gefechtslärm im Umkreis war Pr SU entnehmen, daß auch die nachfolgenden Teile Vt- Marschkolonne tn den Kamps eingetreten sein mißten. I Generalmajor Ludendorff beobachtete von einer H-He südwestlich von Queue du Bois eine Kolonne, [bi: auf dem Rücken nordostwärts Jupille nach Süd- ^"sten marschierte. Er hielt sie zuerst für die Infanterie-Brigade, stellte aber dann fest, daß es ittziehender Feind war. Beiderseits von Sdlaire, das anscheinend vom Feind besetzt war, man einzelne Gruppen nach Westen zurück- :?v< , «sxLL Mietgesuche 2 junge intell. Kraftfahrer Führerschein I, II u. III, Autoschlosser, suchen z. 1. 10. einen Fernlastzug zu übernehm. Schr. Ang. unt. 03767 a. d. Gieh. Anz. 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August 1939 wurden gezogen 385602 2650 5304 8289 Außerdem wurden In der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen 243712 338578 171083 204318 23804 Außerdem wurden 42943 43048 43056 48000 64507 70230 72446 73610 237441 218214 137561 44864 56397 235681 5687 29909 59039 80580 127154 143982 169583 192151 212562 224939 236050 253971 305344 316802 333053 372548 386321 135708 147006 173586 195352 213626 225052 240623 262460 305508 317650 342108 376684 390511 99537 116284 142961 162371 178284 207545 230215 268151 290090 324297 343349 368577 385249 100234 118364 143710 168770 186576 208299 250482 274750 292787 328818 346152 372930 387489 165214 287412 385625 47123 123291 301932 15537 33992 60252 83356 138782 156796 186811 208302 214038 228219 248703 294365 307138 326997 352606 379898 114197 139135 161426 177922 204545 228406 254325 288499 323388 342141 356917 384816 14343 39591 59810 97389 105524 135790 161186 174941 200492 227099 253977 287282 312094 336821 356595 382554 399331 356405 380040 179604 332504 29862 123987 208527 313037 101753 119230 152477 169276 196115 221382 251580 277585 301048 333650 352177 374518 389829 104241 135641 153032 174688 197649 221705 251801 284523 306108 335319 355615 377782 391190 287908 306472 136191 306623 28511 118904 200719 305189 392935 138128 148739 176254 204969 213932 227733 244011 293973 305600 321944 344651 377365 37086 64141 91142 141251 159733 187941 208532 219445 228413 249896 297484 307200 328914 355899 383510 313999 355295 365935 94863 141789 168389 190004 211762 221880 229924 253674 299066 314013 330647 369559 386285 21 Gewinne zu 1000 RM. 38965 212356 319679 371234 383560 81 Gewinne zu 500 RM. 28037 57792 63941 91704 94477 96313 132916 140670 147184 ------ 221507 239257 281004 3 Gewinne zu 3000 RM. 127787 15 Gewinne zu 2000 NM. 103399 380773 395384 3 Gewinne zu 25000 RM. 338795 6 Gewinne zu 4000 RM. 46674 224410 40149 42265 50713 53251 56314 56495 59846 60110 60785 74524 75112 89356 98521 — ------ ----- ----- 303 Gewinne zu 400 RM. 2289 5621 2004 24616 25210 25554 27722 60 Gewinne zu 500 RM. 12775 23825 69234 93328 97028 100836 108566 111085 174449 202926 215046 260363 278491 314457 322513 335720 342701 309 Gewinne zu 400 RM. ____ ____ 16144 18446 22624 26224 27677 35614 .486 Gewinne zu je 300 RM. und 6603 Gewinne zu je 150 RM. gezogen. Gewinnaoszug 4. Klasse 1.Deutsche Reichslotterie Ohne Gewähr 6 Gewinne zu 5000 RM. 3 Gewinne zu 4000 RM. 9 Gewinne zu 3000 RM. 9 Gewinne zu 2000 RM. 27 Gewinne zu 1000 RM. 185937 189316 230023 Auf jede gezogene Nummer fiod drei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den drei Abteilungen i, n und in 549 Gewinne zu je 300 RM. und 6507 Gewinne zu je 150 RM. gezogen. 1. Ziehungstag tJn der heutigen Dormittagsziehung Rhein-Main-Bezirk und den onsrhließenden Gebieten Auskunft beim Fotohändler oder bei Foto-Wettbewerb für alle Amateure im- Jonghennen Schöne Kreuzungshennen, 10 bis 15 Woch. alt, 3,60 bis 4,20 lief.verpackungsfrei [ 53460 BJ. Wsleker Geflügelzucht, Wetzlar a. d. L., Formerstrabe 10. 7jungßTruthühner zu verkaufen. Hofmann, Kevlerstrabe 7. FoÄI gut gepflegt, generalüberholt, g. bar sofort z. verkaufen. [03792 Bismarckstr.46 p Telephon 3504. 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So gut es mir verständlich ist, daß Flüsse im Laufe der Jahrtausende die Landschaft wandelten, eiszeitliche Geschiebe unsere Erdoberfläche gestalten halfen, Wind und Wetter, Kälte und Hitze das Gesicht unserer Erde prägten, so wenig erscheint es mir möglich, sich eine Vorstellung zu machen von den Mächtigkeiten und Gewalten, die hier am Königssee die Berge türmten, die Klüfte- rissen, Schluchten öffneten und Wasser stauten. Solcherlei Gedanken in einer Landschaft, die trotz aller Wucht und Eindrucksgewalt, der Lieblichkeit nicht entbehrt!. Sie Wolken spiegelten sich im Wasser, die Wellen des Sees verebbten spielerisch am sandigen Ufer, Lachen, Scherzen, hallender Ruf und Musik klangen über den See und verloren sich im Raum, Schneefelder schimmerten hoch oben und in der Ferne. Schneeweiße Motorboote und kleine Ruderboote belebten das Wasser. Bäume, Felsen und Berge spiegelten sich auf der Fläche des Sees. Vom Malerwinkel aus sahen wir die gedrungenen Rundtürmchen von St. Bartholomä, die wie Zierat in diese Mächtigkeiten eingebettet sind. Anderen Tages {Hegen mir zum Jenner auf. Als wir uns um 5.30 Uhr auf den Weg machten, war es noch sehr still in Berchtesgaden. Niemand begegnete uns. Auch auf dem Vordcrbrand war noch alles ruhig. Sie Gaststätte lag friedlich da, und auch wir ließen feine Wünsche wach werden. Mit sparsam eingesetzter Kraft stiegen wir weiter, stapften bald durch tiefen Schnee, die Mitterkaser-Alm lag in unendlicher Einsamkeit im tiefen Sattel zwischen dem Jenner und dem Hohen Brett und nach drei guten Stunden Ausstiegs war bann auch der Gipfel erreicht. Vom Hochkönig und der Uebergoffenen Alm bis zur Schönfeldspitze, von den Funtenfee- fauern und dem Steinernen Meer bis zum Hochkalter, vom Watzmann zum Dreifesselberg, vom Untersberg bis zum Hohen Göll glitt der Blick unendlich weit in die Runde und erfaßte unzählige Gipfel dieser grandiosen Bergwelt. Vor uns ragte die Watzmann-Ostwand auf. Rötlich leuchtete das apere Gestein in der Morgensonne, wie aufgeschich- tet lag Steinlage auf Steinlage, auf schmalen Bändern lag Schnee. Tief unter uns sahen wir aber auch den Königssee, in die Bergwände eingebettet. Zwei Stunden blieben wir, schrieben noch unsere Namen in das Gipfelbuch, blätterten auch etwas darin und verschlossen es dann wieder sorgfältig in den Schrein. Gemächlich Machten mir uns dann mieber zum Abstieg nach Berchtesgaden auf ... 'rnkastel-Kues, Zell, Treis oder Broden- . mmch Hefeingeslynittene Täler, burch von e. -mögen ber Waldberge umrauschte Schluchten, 4 maAügen Serpentinen zu ben Höhen ansteigt, niier ^E^n die Fülle der rnechfelnden und groß- khgen Bilder und das allmähliche Hineintauchen wen rnildreichen Hochwald Erlebnisse, die sich r, einprägen. Nervös - Erschöpfte Spezialkuranstalt Hofheim 15 (Taunus) bei Frankfurt am Main. Telefon 214 Mäßige Preise. S.-iL Dr. M. Schulze-Kahleyss, Nervenarzt Lüneburger Heide. Von Emil Baader. Im Garten einer kleinen Sorfwirtschast schreibe ich diesen Heidebrief am Abend eines unsäglich schönen Heidewandertages. Scharen junger Wanderer ziehen singend, aus der Heide kommend, am Garten vorbei. Sie streben zum Bahnhof ber Kleinbahn. In ßüheburg, bem norbbeutschen Rothenburg" — in ber prächtigen Johanniskirche war Bach kurze Zeit Organist — traten wir bie Heidereise an. Schöne offene Omnibusse brachten uns in kurzer Zeit an den Rand der großen Heide, zum Naturschutzpark am Wilseder Berg. Man verläßt den Wagen und beginnt dre Wanderung in diese träum schöne Landschaft. Mit Stroh bedeckte Bauernhäuser stehen da, ganz unter Bäumen versteckt. Sunkle Kiefernwälder kommen dann; man wandert auf roarmen sandigen Wegen. Aus einmal hört der Wald auf. Und das rote Heideland beginnt. Sie unendlich weite blühende Heide. Ein endloses Meer von Erika, von Bienen umfummt Man muß sich in dieses rote Heidemeer hineinlegen und horchen. Horchen auf die Stimme der Heide. Hügel kommen, alte Meeresdünen; Wachholder- stöcke darauf. Feierlich schöne, wunderbar geformte uralte Wachholderstöcke, wie man sie nirgends mic« berfinbet. Bisweilen führen Alleen schlanker Dirkenbäume — das Weiß ihrer Stämme hebt sich wundervoll von ihrer Umgebung ab — mitten durchs Heideland. Bisweilen schauen wir mächtige Findlinge. Hünengräber bedecken sie. Vom einsamen Forschaus Sellhorn sind mir nach Wilsede gekommen, mo mir das Heidemuseum beschauen. Sas ist ein altes Heidchaus mit dem typischen niedersächsischen Hausrat. Man muß sich irt die Stube des Heidehauses setzen. Es ist so traulich hier. Schulen kommen. Sie Lehrer erklären den Kleinen jedwedes der alten Geräte. Und draußen, unter den hohen Bäumen, rasten Hunderte von jungen Menschen: Aus Hamburg und Holstein, aus Bremen und Lüneburg. Und da mir meiter» ziehen zum Wilseder Berg, zum schönsten Punkt des Naturschutzparkes und der Heide überhaupt, da begegnen mir neuen Scharen von Kindern. Buntgernandete Mädchenklassen. Sas junge Volk paßt gut in die weitlinige sommerliche Landschaft. Und da man nun die Höhe des Wilseder Berges erreicht hat, den herrlichen roten Heide- berg, von dem man bis Hamburg schauen kann, der zur Blütezeit täglich das Ziel vieler Tausender ist, da erlebt man: Hermann Löns hat ermas Großes getan, indem er unserem Volke das Auge öffnete für die Wunder der Heide. Es ist etwas Großartiges, dieser endlos meite bienenüberfummte feuerrote Wilseder Berg. Sie Menschen, bie da hinaufkommen, merben alle still, demütig und fromm. Wahrhaft: eine Wallfahrt ist eine Wanderung in die einsame große Pracht des Lüneburger Naturparks. Reine hohe Natur! Man manbert ein ober zrnei Wegstunden durchs Heideland in ein kleines stilles Dorf. Man bummelt dann durch die Straßen. Kommt mit einem Bauern ins Gespräch. Er zeigt uns fein Gut. Ein großes Gut. Ser Bauer, bei aller Schlichtheit em wahrhaft gebildeter Mensch, der seine Scholle, dabei aber auch bie Heibe liebt. Bis spät in die Nacht plaudert man in der Stube des Heidebauern. Ser neue Wandertag soll uns die Heidemelt südlich von Soltau, die Welt der „Sieben Steinhäuser" zeigen. Das Gründchen. Don Franz Gros, Gießen. Wo die Wetterau liegt oder das Ried, missen viele in Hessen, mo einer aber das Gründchen zu suchen hat, das weiß selbst mancher Oberhesse nicht zu sagen, geschmeige denn, daß er schon dort mar und feine lieblichen ober herben Schönheiten kennenlernte. So ick dir raten darf, lieber Heimatfreund, der du das Gründchen noch nicht kennst, nimm die Landkarte zur Hand und suche es im Kreise Alsfeld; in seiner östlichen Ecke mirst du es finden. Sie Gegend, die so freundlich „das Gründchen" benannt ift, liegt vor der Nordseite des Vogelsberges. Seine „Hauptstadt" ist das freundliche und liebliche Grebenau, das sich „Stadt Grebenau" nennen darf. Sie Gemarkungen und Sörfer Reimenrod, Bieben mit Merlos, Schwarz, Eulersdorf, Wallersdorf, Udenhausen liegen im Kreise um Grebenau in freundlicher Landschaft, viele davon in Wiesengründen, bie von hohen Waldbergen umsäumt sind, lieber alle Erhebungen ragen bei Eifa, das man auch noch zum Gründchen als eine seiner Eingangspforten rechnen darf, der Auerberg und oberhalb von Bieben und Grebenau der 505 Meter hohe Heyberg empor. Siefer trägt die mächtige trotzige Schloß- und Burgruine gleichen Namens, ben Stammsitz des alten hessischen Geschlechtes der Freiherrn von Dörnberg, dem der Reichsminister und Chef des Protokolls entsprossen ist, der mit seiner Gestalt, wie ein Riese stets „ob allen Volkes" ragt. Hier oben ist er, der zu Zeiten in der Reichs- chauptstadt bie Staatsoberhäupter und solche bei obrer Ankunft empfängt, die in wichtigem Auftrag 3en Führer unseres Volkes aufsuchen, so lasse ich mir erzählen, nur der einfache, mit dem Volke verbundene und mit der Scholle verwachsene Mensch. Der Heyberg besteht aus starken Basaltsäulen, die dier in mächtiger Eruption vor Urzeiten durch die Sandsteinlandschaft ber Umgegend nach der Höhe drehten. Auch die Landschaft, in der alle Wege "afch abtrocknen, und die Berge des Gründchens sind verwitterter Sandstein. Deshalb gehört es geologisch mcht mehr zum Basaltgebiet des nahen Vogels- vergs, ist aber an hohen Aussichtspunkten kaum weniger reich als dieser. Besonders schön und lohnend ist der Blick von den festen Mauern und Zinnen des Heybergs nach der Rhön mit ihren igenartigen Bergbildern, und an ganz klaren Ta- ;ien bis hinüber nach Thüringen, dem grünen Herren Deutschlands. Einst lag das Gründchen abseits vom großen Vermehr. Wie oft fuhr ich doch noch mit der Postkutsche m feinen Bereich. Jetzt aber wird es von 0*6r Bahnstrecke Alsfeld—Bad Hersfeld durchquert und P somit leicht erreichbar. Wer bei Alsfeld bie Heichsautobahn verläßt, bie am Heyberg vorbei nach yersfelb führt, ist auch bald in Eifa und allen an- eun über 35 000! — und von Flußlau.en. Die letzteren strömen zumeist in wild schäumenden Fallen und Katarakten dahin und bilden gute Wasserstraßen für die Holztrift und vor allem unerschöpfliche Kraft- quellen für Finnlands zukünftige industrielle Entwicklung. Fast 12 v. H. des gesamten finnischen Landes sind von solchen Binnengewässern bedeckt. Wei terhin finden sich viele Moore und im Norden Tundren. Rund 65 v. H. sind »r, und zwar meist Nadelholzwälder voll herrlichster ^Baumbestände. Die urwüchsige Naturschonheit Finnlands ist demgemäß außerordentlich und der Eindruck der finnischen Landschaft jedem Besucher unvergeßlich. Durch den Einfluß der Ostsee ist das Klima im südlichen Teil noch recht gemäßigt, nur das Innere und natürlich der Norden zeigen herbe kontinentale Er- ^Die Bevölkerungszahl Finnlands beträgt etwa 3 8 Millionen. Das bedeutet, was gerade uns an überaus hohe Bevölkerungsmassen gewohnten Deutschen bemerkenswert erscheinen muß, eine Wohndichte von nur etwa 10 Menschen auf einen Quadratkilometer — gegenüber 134 bei uns ober 139 m Italien. 16,1 v. H. Finnen wohnen dabei m den Städten, von denen Helsinki, die Hauptstadt, 280 000 und Abo oder Turku, der nächstgroßte Ort, 60 000 aufweist. Das finnische Volk setzt sich aus zwei heute sehr weitgehend miteinander vermengten und nur noch durch die Sprache unterschiedenen Elementen zusammen, dem finnisch sprechenden und dem schwedisch sprechenden. In den oberen Schichten sprM man durchweg beide Sprachen. Der rein finnisch redende Teil macht etwa 89 v. H. der Gesmntbevol- kerung aus; an sonstigen Bewohnern zählt Finnland nur die geringe Zahl von 0,3 v. H. Lappen und Russen. Rassisch gehören die Finnen der alten begabten uralaltaischen oder finnljch-uarlschen Volker- familie an, zu der außer politisch bedeutungslosen und mehr ober weniger primitiven Dolkssputtern wie ben Lappen, Kareliern, Ostjaken, Sioen und anderen auch die Esthen und Magyaren zahlen. Mit den letzteren zujammen sind die Finnen die einzigen Angehörigen dieser Dölkergruppe, die ein eigenes umfassendes kulturelles und staatliches Leben hervorzubringen und, trotz jahrhundertelanger fremder Bedrückung, ein starkes Volkstum zu erhalten ver- nzochten. Durch die engen Beziehungen zu Schweden sind übrigens die Finnen vielfach durch stordrsch- qermanisches Blut beeinflußt worden. Politisch seck- ständig war Finnland bis zum Jahre 1917 nie. Es stand zunächst unter schwedischer und spater unter russischer Herrschaft. Die Schwedenzeit brachte den finnischen Bauern freilich als unschätzbares Geschenk die freie nordische Gesellschafts- und Rechtsordnung, die sie sich noch unter dem Zarenjoch zu wahren wußten. Weiter die geistige Verbundenheit mit der abendländischen Kultur, die sie weit über die russischen Herren emporhob. Schon während des Weltkrieges zogen viele junge Finnen nach Deutschland, um sich hier militärisch auszubilden und aus den Mit dem Tank durch den Urwald. Ndz. Basel. Eine schweizerische Urwaldexpedition hat sich in einer Maschinenfabrik am Zürichsee einen „Urwaldtank" bauen lassen, mit dem unter Führung von Arnold Bachmann unbekannte Gebiete Südamerikas, u. a. der Matto Grosso im Herzen Brasiliens erforscht werden sollen. Der Tank wird von einem Benzinmotor angetrieben, der im Urwald auf Holzgas umgestellt werden kann. Von zehn Mitgliedern der Besatzung können sieben im Tank schlafen. Zum Schutz vor der Hitze sind die Wände mit'Kork gepolstert, ferner besitzt der Tank einen Filmturm und einen Jagdstand. Auf offener Straße leistet der Urwaldtank 40 km in der Stunde. In nicht bewaldetem Gelände rechnet man mit 15 km und in der „grünen Hölle des Matto Grosse" mit 500 bis 1000 m pro Stunde. Die Expedition will auch Nachforschungen anstellen nach dem seit 1925 im brasilianischen Dschungel verschollenen englischen Forscher Co- rell F a w c e 11. Man hofft, dabei die Sage von dem weißen Gott im brasilianischen Urwald lösen zu können. Das ganze Land sucht ein Kind. Ndz. Kopenhagen. Ganz Dänemark sucht seit einigen Tagen mit fieberhaftem Eifer ein kleines Mädchen, das aus einer Ferienkolonie bei Kopenhagen plötzlich verschwunden ist. Selten ist das ganze Volk so tief von einem Falle ergriffen worden, wie von dem Schicksal der achtjährigen Gurli. Das Geheimnis um Gurli bildet überall den Gesprächsstoff. Spaltenlang berichten die Zeitungen täglich von den bisher völlig erfolglosen Maßnahmen zur Auffinduna des verschwundenen Kindes. Mit jedem Tage wird bie Sorge größer, zumal das Kind vor dem Verschwinden in Begleitung eines unbekannten Mannes gesehen worden sein soll. In Kopenhagen führte die Polizei eine Razzia durch, die alle Böden und Keller und sonstigen Schlupfwinkel erfaßte; auch sie war ohne Erfolg. Die Polizei hat 500 Kronen Be- beischob und dann zusammengerollt ihr Mittags- 1 chläfchen machte. Vorher bezüngelte sie noch ein großes grünes Blatt; wahrscheinlich hatte sie Durst und trank den dort aufgesammelten Tau. Es war eine schlechte Mutter, daß muß ich zugeb en; sie kümmerte sich nicht im geringsten um ihre vielen Kinder, die sehr vergnügt und lebhaft im Gras umherspielten, kaum spannenlange, dunkel- glänzende Schlänglein. Auch als ich mich nach einiger Zeit aufrichtete aus meiner Ruhelage, huschte ie ohne Rücksicht auf die Jungen blitzschnell in ihr" Baumversteck. Offenbar ist die Brut schon gleich nach dem Schlüpfen selbständig: keines der Klemen olgte seiner Mutter; sie flitzten jedes für sich in anderer Richtung davon. Still jetzt! Dort drüben im Moos ist eine leise Bewegung; ja, nun bekommen wir Besuch. Sie hat wirklich ein entzückendes Köpfchen, unsere Ringelnatter! Siehst du die schönen, leuchtend gelben Flecken an den Schläfen und die schwarzen Monde dahinter? Daraus entstand das Märchen von der Schlangenkrone in unseren deutschen Sagen und Kindergeschichten. Nun ist auch der Körper erkennbar, der grünlichgraue Rücken mit den dunklen Schuppen dazwischen, und beim Ausrichten sehen wir deutlich den hellen Bauch. Der Försterbub wird uns die Natter greifen; du sollst die törichte Schlangenfurcht ablegen, sollst dir das Wunderwerk der Schuppenhaut aus nächster Nähe einmal ansehen. Schon hat der Knabe die Ringelnatter gepackt; Geschicklichkeit gehört dazu, weiter nichts. Er hält sie mit zwei Fingern zwischen Kopf und Leib; so geschieht ihm kein Leid und der Schlange auch nicht. Sie zischt bloß ein wenig vor Aufregung; du kannst den Körper ruhig anfassen; er ist weder kalt noch schleimig. Schau dir die runden, schwarzglänzenden Augensterne an, das Zünglein und die großen Schilde, die den Kopf bedecken! So, nun lassen wir die Ringelnatter wieder frei. Sie huscht geschwind davon; säst macht sie Sprünge, hält aber gerade Richtung zum See. Jetzt ist sie am Ufer, gleitet geräuschlos über den Sand hinein ins Wasser; sie schwimmt. Sie taucht sogar; nun züngelt sie am flachen Grund, schwimmt weiter, liegt dann plötzlich still. eie wird doch nicht ertrunken fein? Im Gegenteil; dadurch erholt sie sich vom Schreck der kurzen Gefangenschaft; wenn es fein muß, kann sie mehr als eine halbe Stunde unter Wasser bleiben. Aber das Stilliegen scheint ihr langweilig zu : sein; nach wenigen Minuten taucht sie schon wieder ■ hoch, schwimmt langgestreckt dicht unter dem Was- höchstem Maße zärtlich seiner Adoptivmutter gegenüber. Vor einem Monat erkrankte nun Hilda an Rheumatismus. Der Löwe, der inzwischen ein prächtiges ausgewachsenes Tier geworden war, begann fie zu pflegen und erlaubte niemandem, ihr näherzukommen; er suchte fie zwischen seinen kräftigen Pfoten zu wärmen und gab ihr die besten Stucke von seinem Fleisch, mit einer fast menschlichen Liebe und Intelligenz. Die Sache hatte aber auch ihre Schwierigkeit, weil der Löwe, wenn sich nur ein Mensch sehen ließ, wild wurde und so eines Tages einem Wächter, der ihm ein Huhn bringen wollte, mit einem Schlag seiner Tatze durch das Gitter schwer verwundete. Schließlich war es nur möglich, Hilda aus dem Käsig fortzubringen und in eine Tierklinik zu schaffen, nachdem man dem Löwen ein starkes Betäubungsmittel eingeflößt hatte. Als der Löwe wieder erwachte, hatte er einen schrecklichen Wutanfall und brüllte so furchtbar, daß alle Tiere im Zoologischen Garten den ganzen Tag lang in höchster Aufregung waren. Dann folgte ein Zustand tiefster Aphathie, indem er jede Nahrung verschmähte und schließlich so erschöpft war, daß man fürchtete, er würde verenden. Endlich nach zwei Wochen der Pflege kehrte die geheilte Hündin zu ihrem Adoptivsohn zurück, der durch lautes Brüllen und mit Sprüngen seine übermäßige Freude bekundete, schnell wieder gesund und munter wurde und stets guter Laune war. Weltmeisterschaft der Tierstimmennachahmer. Ndz. Neuyork. Nun wird auch die Weltmeisterschaft im menschlichen Vogelsang ausgetragen werden. Japan und Kanada wollen sich im nächsten Jahre einen Zweikampf auf diesem melodischen Gebiet liefern. Ohne erst bei anderen Nationen nachzuforschen, setzt man voraus, daß in einem der beiden Länder der beste iierftimmenimmitator der Welt zu finden sei und nennt das Treffen daher „Kampf um die Weltmeisterschaft der Tierftimmennachahmer". Der kanadische Herausforderer Charles Johnson, der auf dem amerikanischen Kontinent wegen seiner Kunst weithin bekannt ist, strebt nach der Weltmeisterwürde. Als er hörte, daß ein 34jähriger Japaner, Suekichi Tanaka, auf der anderen Seite des Stillen Ozeans in gleicher Weise berühmt ist, sandte er ihm seine Herausforderung. „Woll'n mal sehen, wie er den Schrei einer Katze nachahmt, wenn sie Junge kriegt", meinte der Japaner bei der Annahme der Herausforderung. Und so wird denn 1940 in Japan der Weltmeisterschaftskampf vor sich gehen. Der Japaner, der in Tokio wohnt, hat den Gesang der Singvögel wissenschaftlich studiert und bei einem berühmten Meister erlernt. Er behauptet stolz von sich, daß er alle Vögel zu sich locken könne. Daneben gilt er als unübertrefflich in der €>timmenimmi> tation von Schimpansen, Känguruhs, jungen Katzen und anderen bepelzten und gefiederter Tieren. Neben ihm ist ein Mitarbeiter der Forschungszentrale der Kaiserlichen Universität Tokio, Gataru Takasu, der beste japanische lierftimmenimmitator. heute hauptsächlich mit Segelschiffen betriebene finnische Schisfahrt ein dankbares und lohnendes Betätigungsfeld. . Das jetzige bäuerliche Volkstum Finnlands enthält in feinen Lebensformen neben wenigen Resten altfinnischer Eigenart viele nordisch-germanische sowie slawisch-russische Kultureinflüsse. Daraus haben sich seit der nationalen Befreiung Finnlands manche für das moderne Finnland eigentümliche Zuge gefestigt. Bestimmte Trachten und Kleiderformen, eine schlichte, sehr nüchterne und naturgegebene Art der Lebensweise und Nahrung, dann die Pflege der schönen, einfachen finnischen Bauformen, deren Plockhausstil gut auch den neuzeitlichen Erforde- rungen angepaßt wird, läßt erkennen, welch starkes Kulturgefühl dem finnischen Menschen eigen ist. Auffallend rege ist das Geistesleben Finnlands, das schon zur Russenzeit sich allen Anfeindungen zum Trotz aufs vielseitigste betätigte. Die finnische Volksdichtung lebt in den Kreisen der einfachen Flößer, Holzfäller und Bauern mit unveränderter Kraft. Noch gibt es allenthalben Männer, die wegen ihrer Begabung im Dichten von Liedern und Reimen aus dem Stegreif weithin bekannt und geschätzt sind und andere, bie Tausende von Geschichten, Versen und Gesängen im Gedächtnis bewahren. Die Lieder haben erzählenden, belehrenden und mythischen Inhalt, auch Zauberweisen finden sich noch. In ihrer Gefühlstiefe und den liebevollen Naturschilderungen gemahnen sie an epische Schöpfungen des germanischen Nordens. Sie werden besonders gern bei winterlichen Zusammenkünften der Dorf- schaften im Wechselgesang vorgetragen, gewöhnlich begleitet Zither und Geigenspiel den Vortrag. Die neuere finnische Literatur und nicht zuletzt die von einem gefunden nationalen Stolz erfüllte finnische Wissenschaft hat die Lieder und Erzählungen ihres Volkes der Welt zugänglich gemacht und im besonderen in dem altehrwürdigen Epos „Kalewala" einen kostbaren Sagenschatz erschlossen, der würdig neben den großen Heldengesängen anderer Völker stehen kann. allem für eine Nahrung zu sorgen, die sowohl hin- sichtlich der Menge als auch in bezug aus Die Zusammensetzung ausreichend fei. Der Löwe und die Dogge. B. Kopenhagen. Aus Berichten hiesiger Blätter kann man folgendes entnehmen: Obwoyl der Instinkt der Mutterliebe im allgemeinen auch bei den wilden Tieren sehr entwickelt ist, geschah es vor drei Jahren in Kopenhagen, daß die sehr schöne Sudanlöwin Cora im Zoologischen Garten sich nicht im geringsten um - ihr neugeborenes Junges kümmerte; man mußte schließlich bas kleine Tier einer dänischen Dogge namens Hilda anoertrauen, die es auch säugte und aufzog, als ob es ihr eigenes Junges wäre. Der Löwe wuchs sehr schnell heran und zeigte manchmal Anfälle von schlechter Laune, die seinen Wächtern Sorge machten, aber immer war er in lohnung ausgesetzt; aber auch aus dem Publikum find in mehreren Fällen Beträge angemeldet wor- )en, die als Belohnung für bie Aufklärung des Falles und bie Ergreifung bes Entführers verwendet werden sollen. 1300 Kronen stehen insgesamt schon zur Verfügung. Eine Amerikanerin, die zur Erholung in Dänemark weilt und aus ihrem Heimatland derartige Fälle besonders gut kennt, hat 100 Dollar zur Verfügung gestellt. Elch-Familie auf Stadt-Besuch. Ndz. Stockholm. Eine Elchkuh mit Drillingen machte dieser Tage einen Besuch in Enskebe, einer ber südlichsten Vorstädte von Stockholm, wo bie Elchfamilie ben gesamten Straßenverkehr lahmlegte. Man bezeichnet es als sehr selten, baß Elche mit Kälbern sich bebauten Plätzen nähern, eine Elchkuh gleich mit Drillingen gilt aber gerabezu als eine Sensation. Ein Photograph suchte den seltenen Besuch auf die Platte zu bannen, bie Elche gingen aber zum Angriff über unb jagten ihn in die Flucht. Sie räumten erst die Straße, nachdem die Feuerwehr anrürfte und mit einem Wasserstrahl ben Kampf gegen die „Derkehrs- sünber" aus bem Walb aufnahm. Das Daumenlutschen und die Wissenschaft. Ndz. Neuyork Dr. William S. Langforb hat, wie bie amerikanischen Zeitungen in ziemlicher Ausführlichkeit berichten, in einer Versammlung von Fachleuten kürzlich einen Vortrag über bas — Daumenlutschen ge- halten. Er stellte fest, baß bas Lutschen am Daumen ober an ben anderen Fingern in ben ersten Jahren bei fast jebem Kinbe vorkomme, besonbers wenn es hungrig sei. Bei einem gutgenährten, gefunben Kinbe sollte es kein Grunb zur Beunruhigung fein. Bei älteren Kinbern aber stelle es ein Symptom ber „Gemütsunreife" bar, bas man nicht als harmlos abtun falle. Um bas Fingerlutschen nicht zur Gewohnheit werben zu laßen, fei es notwenbig, vor Hochschulnachrichten. Geh. Rat Dr. Leopold Wenger, o. Professor an der Universität Wien, wo er ben Lehrstuhl für Römisches Recht innehat, würbe wegen Erreichung ber Altersgrenze von ben amtlichen Verpflichtungen entbunben. Professor Wenger, früher in München war 1935 bem Ruf nach Wien gefolgt. Den Akodi' mien ber Wissenschaften in München, Berlin, Wie" unb Bologna sowie bem Institut für Kulturforschung in Oslo unb ber Fondation Egyptologique inPrüf' sei gehört Geh. Rat Wenger als Mitglieb an. Seine zahlreichen Arbeiten betreffen hauptsächlich Antike Rechtsgeschichte, bereu Begriff Wenger in bie Forschung eingeführt hat, sowie Papyrusforfchung. Geh. Rat Professor Dr. Nicharb Lehmann, ber ehemalige Ordinarius für Erdkunbe an der Universität Münster, ber jetzt in Marburg lebt' beging die seltene Feier des 70jährigen Doktorjubiläums. Geh. Rat Lehmann steht im 95. Lebensjahre. Den philosophischen Doktorgrad erwarb er 1869 in Göttingen. Er habilitierte fia) 1881 und würbe 1885 als ao. Professor ber Erd- kunbe nach Münster berufen. 1897 wurde er dorr zum Ordinarius ernannt und ist ber Hochschule dis zu seiner Entpflichtung (1906) treu geblieben. Air Verfasser zahlreicher geschichtlicher unb erdkundlicher Abhandlungen hat Geh. Rat Lehmann sich e,nen bedeutenden Ruf erworben. Er begründete u. a. 1885 bie „Forschungen zur deutschen Sandes- uno Volkskunde". ferfpiegel, gar nicht schnell, mit leicht schlängelnden Bewegungen bes Körpers. Das Köpfchen rügt neugierig übers Wasser; aus ber Flucht ist ein Babe- vergnügen geworben. Wir wollen — mit bem nötigen Abstand — am Ufer nebenher gehen. Ich habe vor ein paar Tagen bie Schwimmkünste einer Ringelnatter gefilmt; sie lag erst auf einem Graspolster in der Sonne dicht am Ufer, glitt bann kopfüber ins Wasser, ruderte viele Meter hinaus in den See unb kam nach einiger Zeit schnurgerade zu ihrem Lagerplatz zurück, ließ sich vom wärmenden Himmelslicht trocknen, um bann erneut zu haben. Ringelnattern sollen auch Fische fangen, unb immer wieder erzählen bie Menschen vom Se«, baß eine solche Wasser schlänge, wenn sie müde ist auf ben Rücken schwimmender Enten klettert, um auszuruhen unb fick im weichen Gefieder zu wärmen. Ich habe es selber nie gesehen; vielleicht gelt n 5 l< di S in fie D bi je b i bi bö bä Ä de bb st de ui ui 9 ii i i. fr IN ii Kunst und Wissenschaft Rundfunkprogramm Dec ßpkiker amAlchntiofl Wirtschaft werden Mit 900 Kad-Iugendmeisterschast im Echnelligkeitsfahren. weniger als 120 wieder zurückgewiesen mußten. an der „Rhön" von Jahr zu Jahr erheblich zunahm und in diesem Jahre von 180 Meldungen nicht Zu Hamsuns Geburtstag veranstaltete das Sachsen-Kontor der Nordischen Gesellschaft in Dresden eine Feierstunde. Im Mittelpunkt stand eine An- brache des Dichters Hans Christof K a e r g e l, Abendbörse ruhig. Zurückhaltung und Geschäftsstille kennzeichneten auch die Abendbörse, wobei der bevorstehende Wochenschluß nicht ohne Einfluß blieb. Die größtenteils wiederum nur nominellen Kurse zeigten gegen die Mittagsbörse nur mäßige Veränderungen. JG.- Farben mit 145,40, AEG. mit 114, Deutsche Erd- öl mit 119, Scheideanstalt mit 205, Adlerwerke mit 99,50, Gesfürel mit 126, Rheinmetall mit 117 und DDM. mit 169 lagen unverändert, ebenso Mannesmann mit 103 und Rheinstahl mit 132,25. Verein. Stahl bröckelten auf 98,50 (99), Licht & Kraft auf 129 (129,25), Metallgesellschaft auf 112 (112,40) und Hapag aus 45 (45,75) ab. Ein wenig höher stellten sich Hoesch mit 106,25 (106), MAN. mit 142,50 (142) und Holzmann mit 151,50 (151). Am Rentenmarkt wurden 4,50 v. H. Krupp zu unv. 98,13 und Reichsbahn-DA. zu unv. 122,90 gefragt, 4,50 v. H. Darmstadt von 1926 und 1928 erholten sich um 0,13 v. H. auf 95,75. Im telefonischen Freiverkehr gingen Steuergutscheine I mit 98,60 um, non der Serie II waren August und September auf Basis der Mittagskurse etwas gefragt. Nachrichten. 20.15: Stuttgart spielt auf. 1. Tausend Takte Willi Richartz. 2. Bunte Volksmusik. 22: Nachrichten. 22.15: Sport in Kürze. 22.20: Wissen und Fortschritt. Generalleutnant von Metzsch: Zeitgemäße wehrpolitische Betrachtungen. 22.35 bis 24: „Kurz vor Mitternacht". Dienstag, 8. August. 5 Uhr: Frühmusik. 5.50: Bauer, merk auf! 6: Morgenlied. Morgenfpruch. Nachrichten. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Ausführung: das kleine Orchester des Reichssenders Frankfurt. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Die 7. bis 16. September in Forest-Hill ausgetragen werden. Heichswettkämpfe des RAD. Die Reichswettkämpfe des Reichsarbeitsdienstes, die zugleich Ausscheidungen für die NS.-Kampf- spiele in Nürnberg sind, werden am Wochenende in Stuttgart und Kassel durchgeführt. In Stuttgart begannen die Käinpse, an denen elf vorwiegend süddeutsche Arbeitsgaue und die Feldmeisterschule Bad Schmalbach beteiligt sind, bereits am Freitag mit dem KK.-Schießen zum Wehrmannschaftskampf zum Mannschafts-Fünfkampf und zur Radfahrstreife. Am erfolgreichsten schnitten die Männer des Arbeitsgaues XXVII Baden ab, die nach dem ersten Tage im Wehrmannschaftskampf und im Mannschafts-Fünfkampf, bei dem außerdem noch das 9X50-Meter-Schwimmen erledigt wurde, in Front liegen. Das KK.-Schießen zur Radfahrstreife gewann der Arbeitsgau XXIX Bayerische Ostmark. Lieferant auch Ihrer Krankenkasse Deutsche Rennwagen in Brasilien. Der nationale Automobilklub von Brasilien hat Einladungen zur Teilnahme am Großen Preis von Brasilien für den 8. Oktober nach Deutschland gesandt. Die Auto-Union hat nach Nachrichten aus Rio ihre Zusage bereits telegraphisch erteilt. Doch sind die Verschiffungsmöglichkeiten für die Rennwagen so ungünstig, daß die Teilnahme daran scheitern kann. Eine weitere Einladung erhielt Mercedes-Benz für seinen erfolgreichsten Fahrer dieses Jahres, Hermann Lang. Henkel fährt nach USA. Der deutsche Tennismeister Heinrich Henkel wird Ende des Monats die Ueberfahrt nach den Vereinigten Staaten antreten. Die Reise geschieht in erster Linie aus familiären Gründen, ist also rein privater Natur. Unser Meister wird aber die Gelegenheit benutzen und an den U S A. = Einzelmei st erschuften teilnehmen, die vom 16 Segelflieger auf dem Äh Vor dem Abschluß der „20. AHStS. der feierlichen Verpflichtung von über Teilnehmern hatten am Donnerstagabend im Münchner Rundfunkschrammeln. 10: Schulfunk: Ein hohes Kleinod ist der gute Name. Hörszenen um Geschichte und Herkunft unserer Namen. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Wir blättern in unserem Aufnahme-Album (III). 16: Musik zum Nachmittag. Ausführung: Das Sinfonie- und Kur- orchefler Badenweiler. 17 bis 17.10: Das Mikrophon unterwegs. 18: Volk und Wirtschaft. Achtung — Kre- ditschwindler! 18.15: Frische Fische — gute Fische. 18.30: Kleines Konzert. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Erlebnisse einer großen Kameradschaft. Jungen und Mädel ber Rundfunkspielschar Frankfurt erzählen in Lied und Wort von ihrem Sommerlager in Berchtesgaden. 20: Nachrichten des drahtlosen Dienstes. Anschließend: Hier spricht die Reichsgartenschau. 20.15: Zauberland Musik. 21.15: Kämpfende Wissenschaft: Rudolf Diesel. 22: Nachrichten. 22.15: Sportnachrichten in aller Kürze. 22.20: vom Deutschlandsender: Politische Zeitungsschau. 22.35 bis 24: Unterhaltung und Tanz. blaue ©orten 3,25, runde und lange gelbe Sorten 3,75 RM. ” Rhein-Mainische Börse. Mittagsbörfe uneinheillich. 4- August. Sehr kleine Kundschaftsaustrage, die beide Seiten betrafen, und dementsprechendes Geschäft gaben auch der heutigen Börse auf allen Märkten ein fehr stilles Gepräge, zumal der Berufshandel jegliche Unternehmungslust vermissen ließ. Am A k t i e n m a r k t blieb die Kursbildunq nach wie vor uneinheitlich und meist vom Zufall abhängig, doch traten im allgemeinen keine größeren Abweichungen als etwa 0,25 bis 0,50 ein. Schwach lagen jedoch Gebr. Junghans mit 90,25 (92,50) ,u™ am Montanmarkt Rheinstahl mit 132,25 (134 25) auf die Ankündigung geringerer Erträge für öas laufende Geschäftsjahr. Verein. Stahl zogen 0,25 v. H an auf 99, im gleichen Ausmaß er* mafjtgten stch Hoesch auf 106 und Mannesmann auf 103. Chemiewerte waren etwas gefragt IG.* ^arben 145 (144,90), Goldschmidt 131 (130,25), ncheldeanstalt 205 (204,50). Sonst kamen zunächst naL MG. mit 114 (114,50), Schuckert mit 171 (170,75), Hapag mit 45,75 (45,50), AG. für Der- kehr mit 112 (112,50) und Reichsbahn mit unv. 179,75 zur Notiz. Renten lagen weiterhin sehr ruhig und wenig verändert. Reichsbahn-VA. unv. 122,90, fest Deko- sama II mit 156 (155,40). Industrie-Obligationen Ichwankten bis 0,25 v. H., 5 v. H. Eisenbahn-Bank zogen 0,50 v. H. an auf 91. Liquidationspfandbriefe lagen unverändert, ebenso die meisten Stadt- anleihen, Darmstädter bis 0,25 v. H. rückläufig. Im telefonischen Freiverkehr gingen Steuergutscheine I mit 98,60 ziemlich behauptet um, während die Kurse der Serie II 0,40 bis 0,75 v. H. nachgaben. Im Verlaufe konnte sich das GMäft nicht bessern, so daß kaum mehr zweite Notierungen erfolgten. Vorübergehend etwas belebt waren JG.-Farben mit 145,40 bis 145,25 nach 145. Von später notierten Papieren schwächten sich Feinmech. Jetter um 1,50 v. H., es überwogen Rückgänge. um 1,50 v. H. ab auf 98, im übrigen blieben die Schwankungen unter 1 v. H., es überwogen Rückgänge. fest- Uch geschmückten Saal der Kölner Bürgergesellschaft die ersten Deutschen Rad-Jugendmeisterschaften ihren Anfang genommen. Dabei wies Obergebietsführer Dr. Schlünder in kurzen, grundlegenden Worten auf die Bedeutung der sportlichen Aufgaben in der Hitler-Jugend hin. Am Freitagmorgen fiel dann die erste Entscheidung. Bei idealem Renn- !Am drittletzten Tage der „20. Rhön" auf der 'anffertuppe hatte die Flugleituna den Piloten eine Wunders schwierige Aufgcche gestellt. Es galt für bis Ein- und Doppelsitzer, einen Zielf 1 ug zur !)seich s s e g e l f l u g s ch u 1 e auf dem Ith ir Regierungsbezirk Hannover durchzuführen. Nach öi reichen des Zieles mußte dann versucht werden, sine Zwischenlandung wieder zur Wasserkuppe zu- ntkzufliegen. Die Nachwuchsflieger hatten erstmals rcien Dreieck-Flug zu erledigen, bei dem die Wasser* nvpe Start und Ziel abgab und zwei benachbarte Jhrge umkreist werden mußten. Diese schwierige puufung erfüllte als einziger Pilot NSFK.-Mann y-ban (Gruppe 12, Essen-Niederrhein). Unter Jaa ebrengaften sah man auch Flugkapitän Hanna !'^.V,ch, die anläßlich ihres Balkanfluges vom Slehlshaber der bulgarischen Luftstreitkräfte das Mtär-Fliegerabzeichen als besondere Auszeichnung Balten hat. . Kicht weniger als 16 Teilnehmern gelang es, nm Flug bis zum Ith auszudehnen und 'dabei Kildmeter zurückzulegen. Sieben von ihnen unten sogar ohne Zwischenlandung den Rückflug treten und legten dabei noch ein beträchtliches Ct ck Weges zurück. Der in der Wertung nunmehr nneutig führende und voraussichtliche Rhön-Sieger HFK. - Sturmführer Kraft erreichte auf dem SüLftuge Uslar in der Nähe von Göttingen (193 Ühmeter). Die gleiche (Entfernung legte Flinsch Mß. Darmstadt) zurück, ebenso Müller (Gruppe 9, ^ner-Elbe). Treuter (Gruppe 8, Mitte) brachte es (ji dem Rückfluge sogar auf 211 Kilometer, noch Ojin Kilometer Luftlinie mehr flog Schmidt ■»uppe 16, Südwest). Hofmann (Gruppe 4, Berlin- •uimarf) mußte erst nach 181 Kilometer nieder- s'l'n, nach 188 Kilometer Flugstrecke landete ^ithe (DFS. Darmstadt). Bis zum Ith kamen a x?reuber9 (Gruppe 14, Bayern-Süd), Schuchard Berlin), ein Doppelsitzer mit Gesr. Abel und Phenz (Luftwaffe), Karch (Luftwaffe), Beck I'^PPe 15, Schwaben), Ziller (Gruppe 6, Schlesien), irmng (Gruppe 7, Elbe^Saale), Bauer (Gruppe 15, 'tfmaben) und Haase (Gruppe 4, Berlin). Ein zweiter Reichswettbewerb! luf dem Ith itn Bereich der Gruppe Weser-Elbe im Jahre 1940 ein zweiter Reichswettbewerb Ijr Segelflugzeuge durchgeführt. Die Einrichtung JfiS Meilen großen Reichswettbewerbes ließ sich i'-j mehr umgehen, da die Zahl der Teilnehmer der das Werk des großen nordischen Dichters würdigte. Schauspieler Gotthart Portio ff las aus dem Roman „Viktoria" und „Pan" und einige Gedichte Hamsuns. Von den Teilnehmern wurde ein Glückwunschtelegramm an den Dichter abgesandt. „Oer Freischütz" in den Salzburger Festspielen. Salzburg, 4. August (MS.) Als erste Neu- Inszenierung der diesjährigen Salzburger Festspiele wurde „Der Freischütz" von Carl Mana von Weber aufgeführt. Auch zu diesem zweiten Opernabend war Reichsminister Dr. Goebbels erschienen. Die Aufführung erregte im gut besetzten Festspielhaus besonderes künstlerisches Interesse durch zwei hervorstechende gesangliche Leistungen: Tiana Lemnitz gab der Agathe den bestrickenden Liebreiz ihrer Erscheinung und eines fein empfundenen Spiels, den auch ihr Sopran ausstrahlte. Als ihr ebenbürtiger Partner entlockte Franz Völker — eben noch,in Wagner- schen Heldenrollen auf der Bühne des Bayreuther Festspielhauses — jetzt auch in Salzburg als Jägerbursche Max seinem Tenor allen Glanz einer begnadeten Gesangskunst. Daneben gefiel Elisabeth Rutgers sehr in der schelmisch durchgeführten Rolle des Aennchen. Paul Schäfflers prächtig fundierter Bariton (Ottokar), Carl Biffuti (Kuno), Michael Bohnen, (Kaspar) und Herbert A1 s e n (Eremit) rundeten die Vorstellung gesanglich ab. Vor den großzügig angelegten Bühnenbildern Benno von A r e n t s führte der Hamburger Generalintendant Heinrich K. S t r o h m sorgsam Regie. Er war mit Erfolg um die Betonung der romantisch-zauberhaften Elemente der Oper bemüht. In diesem Sinne kam der auffallend häusig wiederkehrenden Geistererscheinung des Schwarzen Jägers und dem realistisch inszenirten Spuk tn der Wolfsschlucht besondere Bedeutung zu, was auch durch die spontane Wirkung dieser Szene auf das Publikum bestätigt wurde. Für die musikalische Wiedergabe durch die Wiener Phicharrno- üiker und den Staatsopernchor war Hans Knap - pertsbusch verantwortlich. weiter starteten rund 80 Bewerber zum 70-Kilo- meter-Schnelligkeitsfahren auf der Straße., Nicht unerwartet gab es durch Jakob Kersten vom Gebiet Il/Köln-Aachen einen westdeutschen Sieg. Die Strecke führte über Lonaerich—Bevmagen— Bergheim zurück zum Köln-Münaersdorfer Stadion. Das Feld erwies sich als sehr ausgeglichen. So konnte von keinem der jugendlichen Fahrer ein nennenswerter Vorteil erzielt werden, und fast geschlossen erreichte das Rudel die Rennbahn in Müngersdorf. Erst auf den letzten 1% Runden im Stadion fiel die Entscheidung. Mit einem prächtigen Spurt gewann der Kölner Jakob Kersten überlegen das Rennen in 1:49:29,4 Stunden. Deutschland Turnier-Sieger in Ooetinchem. Die deutsche Wasserball-Sieben hat ihre schwere Aufgabe beim Turnier der stärksten europäischen Nationen um den Horthy-Pokal in dem holländischen Ort Doetinchem besser gelöst als erwartet. Nach dem Unentschieden gegen Italien und Erfolgen gegen Holland und Frankreich kam der glänzende Sieg über unseren alten „Erbfeind" Ungarn. Am Freitag, dem letzten Tage des Turniers, beendete Deutschland die Kämpfe mit einem 4:3-(2:1-)Sieg über Belgien und gewann damit das Turnier. In den beiden übrigen Spielen siegten Ungarn 3:0 (2:0) gegen Frankreich und Italien 4:2 (2:0) gegen Holland. Nach Deutschland lautet die weitere Reihenfolge in der Gesamtwertung: Ungarn, Italien, Belgien, Holland und Frankreich. Knut Hamsuns 80. Geburtstag. Ganz Norwegen stand am Freitag im Zeichen der Huldigung für seinen großen Dichter Knut Hamsun. Die Zeitungen gedachten in spaltenlangen Artikeln des 80. Geburtstages des großen Deuters norwegischer Wesensart. Weite Kreise der Beoölke- rung bekundeten ihre Verbundenheit mit dem Schaffen ihres großen Landsmannes durch Geschenke, telegraphische und briefliche Glückwünsche, die in unabsehbarer Zahl auf Hof Nörholm bei Grimstad, dem Gute Hamsuns, und im Central-Hotel in Kongsoinger eintrafen. In Kongsvinger weilte der Dichter mit seiner Gattin bis Freitagmittag. Dann verließ Hamsun die Stadt, um seinen 80. Geburtstag im Frieden einer abgeschiedenen Stelle feiner schönen Heimat allein mit feiner Frau zu begehen. Reichsbauernführer R. Walther Darre sandte an H a ms u n das folgende Glückwunschschreiben: „Wenn Sie in diesen Tagen Ihren 80. Geburtstag begehen, begleitet Sie das deutsche Landvolk, das in Ihnen einen hervorragenden Verfechter »bäuerlichen Lebenswillens ficht, mit feinen besten Wünschen. Durch Ihr Werk, insbesondere „Segen Der Erde", 1)erben Sie den Menschen unserer Zeit, Die dem Land in immer wachsendem Maße entfremdet werden, wieder die Schönheit ländlichen Ledens und ländlicher Arbeit mit allen ihren Härten mnd Nöten lebendig vor Augen geführt. In Ihrem vorkämpferischen Lebenswerk sind Sie der Gefahr gerabe der geistigen Verstädterung entgegengetreten, indem Sie städtischer Zivilisation den stillen Dienst Des bäuerlichen Menschen an der Erde, aus der die Ligentliche Kultur erwächst, gegenübergeftellt haben. Als Führer des deutschen Landvolks beglückwünsche Sch Sie in gemeinschaftlichem Geist zu Ihrem 80. Geburtstage und wünsche Ihnen für Ihr weiteres Schaffen und persönliches Wohlergehen das Beste." fen des Weidig-Bergfestes vor. Erfreulich hoch ist die Beteiligung an den Jugendwettkämpfen (HI. und BDM.), aber auch die Männer-Unterstufe ist stark besetzt. Als hohe Meldeziffern einzelner Vereine seien besonders hervorgehoben: Spv. Nieder- Weisel 31, Tv. Nieder-Weisel 28, Tgm. Großen- Buseck 28, Tgm. Wölfersheim 25, Tv. Kirch-Göns 24, Tv. Reiskirchen (Kreis Gießen) 23, To. Ostheim 21. Geleitwort des Kreisführers. Zum dritten Male werden am morgigen Sonntag auf der für uns geschichtlich bedeutsamen Stätte — dem Schrenzer bei Butzbach — anläßlich des Weidig-Bergfestes Turner und Sportler in edlem ritterlichem Wettkampf streiten. Weit stärker als bei den vorausgegangenen beiden Festen ist die Beteiligung an den Wettkämpfen in diesem Jahre. Dies erfüllt mich als Kreisführer, dem nunmehr die Gestaltung und Durchführung der beiden Bergfeste unseres NSRL.-Kreises obliegt, besonders aber als Begründer des Weidig-Bergfestes mit ganz besonderem Stolz. In Einmütigkeit zusammenzustehen in guter Kameradschaft unsere Arbeit zu meistern, das erwarte ich von jedem einzelnen, dem es Ernst ist um die Leibesübungen und die Leibeserziehung der uns anoertrauten Kameraden und Kameradinnen. So entbiete ich zum 3. Weidig-Bergfest allen'Teil- nehmern meinen kameradschaftlichen Gruß. Heil Hitler! Euer NSRL.-Kreisführer O 11 e r b e i n , , SA.-Sturmhauptführer. Zum 3. Male Weidig-Bergfest. Das Meldeergebnis. Vor jetzt 125 Jahren — noch während der Freiheitskriege — begründete der Butzbacher Rektor Dr. Fr. L. Wei dig auf den „frohen Höhen" des Schrenzers bei Butzbach den ersten hessischen Turnplatz nach dem Vorbilde des Jahnschen Turnplatzes uf der Berliner Hassnheide. Man hat Fr. L. Wei- i-ig, einen Vorkämpfer für den Gedanken der deut- chen Einheit, mit Recht den hessischen Turnvater lenannt. Die Saat, die er streute, hat reiche Frucht ^tragen. Seine Schüler, allen voran Moritz K u h l, 9er spätere 1. Kreisoertreter des Mittelrheinkreises eer DT., hüteten treu das von dem geschätzten Leh- Et übernommene Erbe, und Butzbach wurde und illieb immer ein Vorort der deutschen Turn- und r-portsache. Als man es am 13. Juni 1937 zum ersten Male r it über 600 Wettkämpfern beging, konnte man inmit die Weihe eines Weidig-Gedenksteins am Beidig-Hain auf dem Schrenzer verbinden. Beim '• Weidig-Bergfest am 12. Juni 1938 stieg die Zahl Isr Wettkämpfer bereits auf 718. Das 3. Weidig-Bergfest am kommenden Wochen- mde bringt eine weitere Steigerung der Wettkampf- ii'ilnehmer. Erstmals befinden sich Kameraden aus i:?m Nachbargau Südwest unter den Wettkampf- Nilnehmern. Deren über Erwarten hohe Zahl be- । agt, daß sich unser Weidig-Bergfest in weiterem uufftieg befindet. Insgesamt lagen Mitte dieser Woche rund 8 5 0 linzelnennungen zu den volkstümlichen Dreikämp- Sonnlag, 6. August. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Wir singen den Sonntag em! 8.40: Dichter im Dritten Reich. Karl Gölz: Bei den Deutschen in Südamerika. 9: Deutsche Meister: Thuille — Liszt — Beethoven. 10: „Gläubiges deutsches Herz". Eine Stunde der Besinnung am Feiertag. 10.50: Zauber der Melodie: Edvard Grieg. 11.30: „Was ist gut? Tapfer fein!" Hörfolge aus Texten der Anthologie. 12: Flughafenkonzert. Dazwischen Berichte von der Mainfahrt des LZ 130. 14: Für unsere Kinder: Hintzelmann. Ein Märchenspiel. 14.30: Uns gehört der Sonntag! Ein Reigen sorgloser Melodien. 15.15: Volkstum und Heimat: „Morgen woll'n wir heiraten". Von altem und jungem Hochzeitsbrauch im Hesfenland. Hörfolge. 16: Nachmittagskonzert des Kurorchesters Bad Orb. 18: Sport und Mikrophon. Schwimmländerkampf Deutschland — England in Erfurt. Internationale Ruder-Regatta in Lüttich. Sportliche Vorführungen auf der XVI. Großdeutschen Rundfunk- und Fernfeh- Rundfunk-Ausstellung. 19: Ein Tänzchen in Ehren. 19.30: Reichswettkämpfe der Marine-SA. 19.45: Sportspiegel des Sonntags. 20: Nachrichten. 20.15: Fideles Wien. Ausführung: das Unterhaltungsorchester des Reichsfenders Wien. 22: Nachrichten. 22.15: Sportbericht. 22.30 bis 24: Unterhaltung und Tanz. Montag, 7. August. 5 Uhr: Frührnufik. 5.50: Bauer, merk auf! 6: Morgenspruch. Nachrichten. Gymnastik. 6.30: Konzert. Musikkorps der Fliegerhorst-Kommandantur Kassel. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für den Garten. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Das Musikkorps einer Fliegerhorstkommandantur. 10: Schulfunk: Kinderliedersingen, Blatt Nr. 5. 11.40: Ruf ins Land. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch. 16: Musik am Nachmittag. Das Hermann-Hagestedt-Orchester. 17 bis 17.10: Neues für den Bücherfreund. 18: Am Rande der Dorfstraße: Menschen, Höfe und Aecker erzählen. 18.30: Menschen — Berufe — Schicksale. Vom alten Handwerk in Eifel und Hunsrück. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Jtinn & Moos AG, Heucheiheim-Gießen. Fwd. Diese zu den größten Zigarren- und Tabak- abriken gehörende Gesellschaft berichtet über das Geschäftsjahr 1938, daß die Gesamtentwicklung des Unternehmens durch die fortschreitende Kontingentierung des Rohtabaks zwar steigende Schwierigkeiten bereitete, daß es aber noch gelang, die Umsatzhöhe des Vorjahres zu halten. Nach der Ertragsrechnung für 1938 ergibt sich eine Steigerung des ausweispflichtigen Rohertrages auf 7,076 (5,386) Mill. RM., wozu u. a. 0,091 (0,111) Mill. RM. Zinsen kommen.' Anderseits beanspruchten Löhne und Gehälter mit 3,986 (3,93) Mill. RM. nur wenig mehr, soziale Abgaben gingen auf 0,343 (0,377) Mill. RM. zurück, dagegen erforderten Steuern 1,455 (0,926) und Beiträge zu Be- rufs-üertretungen 0,020 (0,007) Mill. RM. Nach 180 053 (157 814) RM. Anlageabschreibungen, 100 000 (i. V. —) RM. Zuweisung an die Stiftung, Dort 950 667 (—) RM. an die Sonderrücklage I wird ein Jahresreingewinn von 133 327 (102 099) RM. ausgewiesen, der sich durch den aus dem Vorjahr voll übernommenen Gewinn auf 235 594 (102 266) RM. erhöht. Wie der FWD. erfährt, sind aus diesem Ge- amtgeminn nochmals 200 000 RM. der Sonderrücklage I zugeführt worden, während 35 594 RM. zum Neuvortrag gelangten. Eine Dividende auf das nom. 3,0 Mill. RM. betragende Kapital, von dem unverändert 600 000 RM. in Eigenbesitz sind und zu pari aktiviert wurden, gelangt also weiterhin nicht zur Ausschüttung, die Aktien befinden sich bekanntlich in Familienbesitz. Die Bilanz weist ein Anlagevermögen von 4,56 (3,79) Mill. RM. aus, wovon auf Beteiligungen bei 0,736 Mill. RM. Zugang allein 2,72 (1,98) Mill. RM. entfallen. Die Zugänge von 0,10 Mill, bet Maschinen usw. sowie 0,027 bei Werkzeugen usw. sind wieder vollabgesetzt. In dem Beteiligungszuwachs sind — Erläuterungen fehlen im Bericht — vermutlich die 640 000 RM. neuen Aktien der M. u. F. Liebhold AG. Zigarrenfabriken in Heidelberg enthüllen, die diese Gesellschaft zur Erhöhung des Aktienkapitals auf 1,0 Mill. RM. gegen Aufrechnung von Darlehen an Rinn & Cloos AG. abstab. Entsprechend sind im Umlaufsvermögen der Rinn & Cloos AG. die Konzernforderunaen auf 3,45 (3,73) Mill, zurückgegangen. Das Gefamtum- laufsoermögen stellt sich auf 12,45 (13,13) Mill. RM., darunter sind noch u. a. 3,21 (3,38) Mill. RM. Vorräte, 1,90 (1,04) Wertpapiere, 1,98 (3,24) Liefer- und Leistungsforderungen, 0,41 (0,43) Mill. Forderungen von Vorstandsmitgliedern, 0,19 (0,24) Wechsel, 0,635 (0,387) Bankguthaben und 0,11 (0,08) Kasse und Schecks. Auf der Passivseite sind demgegenüber die Rücklagen auf 8,717 (7,77) Mill. RM. erhöht, Rückstellungen 0,666 (0,600), Stiftungen 1,326 (1,216) und Verbindlichkeiten 2,92 (4,24) Mill. RM., davon 1,89 (2,91) aus Lieferungen und Leistungen und 1,03 sonstige (i. V. 1,33 aus Zöllen und Steuern). Die Bürgschaftsavale ist mit 0,24 (0,239) Mill. RM. fast unverändert geblieben. Erzeugerfestpreise für (Speisefrühkartoffeln. Fwd. Die Erzeugerfestpreise für Speisefrühkar- löffeln frachtfrei Empfangsstation je 50 kg ausschl. Verpackung wurden für die Zeil vom 7. bis 12. August 1939 wie folgt festgesetzt: weiße, rote und Statt Karten Zhre Verlobung geben bekannt 6. August 1939 Augsburg 03805 Gertrud Seibel Otto Spagele Gießen, Ludwigstr. 31 5. August 1939 Gießen-Wieseck Philosophenstr. 24 Gießen Schulstr. 3 03810 Zhre Verlobung geben bekannt Elisabeth Eckhardt Heinrich Keil Wir geben unsere Vermählung bekannt Heinrich Schneider Pfarrer in Roßfeld (Wttbg.) Else Schneider, geb. Studt z.Zt. Neustadt 10 Gießen, den 6. August 1939 Stephanstraße 41 ________________5339D Ihre Vermählung geben bekannt Hans Steinmüller Metzgermeister Erika Steinmüller geb. Oern Heuchelheim 6. August 1939. Gießen Rodheimer Str. 36 03786 Statt Karten. Ihre Vermählung geben bekannt Ernst Hildebrandt Liesel Hildebrandt geb. Jung Elmshorn (Holst.) Gießen Günthersgraben 7 5. August 1939 ____________________________________03795 Zhre Vermahlung zeigen an Gießen, den 6. August 1939 Alfred Gast Anny Gast, geb. Veite 5336V Jung, stark, zuhunftefroh öurch die berühmte Doppelbett Kur I Schaffensdrang und Lebensfreude. Neue Energien, ftählende Äuf= bauftoffc! Eine KSttlichkelt, eine Wohltat! DOPPELHERZ Verkaufsstellen: Drogerie H.Elges, Selters w. 66. Ludwigspl atz-Drog. Hans Noll. C. Seibel, Frankfurter Str. 0. Winterboff, Kreuzplatz 9/10. Drog. Bornemann, Bahnhofstr. 17. Engel-Apotheke, Habrich, Marktpl. Grimberg: Karl Schott u. sämtliche Filialen. Lanbach: Solms- Laubacher Drog. Karl Klein. 272V Rest. Bergschenke I GroU.schattig. Garten,Terrassen HT* AKT Neuzeitliche I ZI IXI Z Kristallglas- M 1 n 1 'i ■ ** Leuchtdiele Mittwoch Samstag u.Sonntag,SUhr Nachlässe von 3 bis 20 v. H. erhalten Sie bei wiederholten Veröffentlichungen einer Anzeige! STADTTHEATER GIESSEN Beginn des Unterrichts für cillett-Elevinnen am 7. August 1939 um 18 Uhr Anmeldungen werden noch entgegengenommen Beginn der Kinderballettklassen am 14. August um 17 Uhr 5371D Geeichte isssv Waagen u. Gewichte aller Art. Bahn - Waagen zu verleihen. Karl Schmidt, Gießen, Löberftrahe 19 Zur Beachtung! Seit.: Volks-, Berufs- undBetriebSzählung 1939. Schloßbrauerei Braunfels SONNTAG Wieseck Sonntag, 6., u. Montag, 7. Aug. KIRMES Es laden ein: Karl Baiduff-Die Burschen Für erstkl. Speisen u. Getränke ist gesorgt. Eigene Hausschlachtung. Kapelle: Fliegerhorst Gießen Montag Frühschoppenkonzert • Rippchen mit Kraut 5392V An alle OberzählerundZähler! Anläßlich der Volks-, Berufs- und Betriebszählung haben Sie alle mich in bereitwilliger Weise durch Ihre Mithilfe unterstützt. Ohne Zhre Einsatzbereitschaft wäre die Durchführung des großen und für unser Volk so bedeutsamen Zählwerkes nicht möglich gewesen. Da ich nicht jedem einzelnen persönlich danken kann, bitte ich, meinen Dank für die ehrenamtliche Arbeit auf diesem Wege entgegenzunehmen. 53930 / Gehen Sie zur Wiesecker Kirmes? Dann beachten Sie bitte meine Ausstellungsräume! Alleinvertretung: G.Ebert Klaviermacher Bleichstraße 17 Fernruf 2403 Verkauf u. Vermietung von neuen und gebrauchten Klavieren, Stimmung, u. Reparaturen fachgemäß. Gießen, den 3. August 1939. Oer Oberbürgermeister i.V. Nicolaus Beigeordneter und Zählungskommissar. Möhelwerkstätte Otto Lepper, Gießen-Wieseck Werkstätte Grabenstraße 30, Fernsprecher 4096. 495D Auf zur Kirmes-Wieseck Zur Kirmes nach Wieseck Sonntag, den 6., und Montag, den 7. August 2 KapellenI 2Tanzböden! | Sonntag, den 6., und Montag, den 7. August ladet freundlichst ein Gastwirt Hrch, Braun 2 erstklassige Kapellen. Tanz im Saal und im Freien Montag Frühschoppenkonzert Speisen und Getränke wie bekannt das Bestel 5379D Zu jeder Tageszeit Rippchen mit Kraut Es ladet freundlichst ein Adolf Schepers und die Burschen Gasthaus zum kühlen Grund Gute Speisen und Getränkei — Frisch geschlachtet! - Zum Ausschank gelangt das gute Ihring-Melchior-Bier. 5378V Montagmorgen Frühschoppenkonzert ■ Rippchen mit Kraut SELTERSWEG 47 »TELEFON 2373 Beim Sport - Im Bad - Auf der Reise NUR MIT DAUERWELLEN Formschön und unverwüstlich bei Richard Koch Seltersweg 63 Voranmeldung erbeten Ruf 4026 5369 A s\hüllnlanen kJ 1 Radio-Kögel Bahnhofstr. 39 Fernspr. 2980 5391 A Verlobungs-Anzeigen bei Brühl, Schulstr.7 Weihnachten zum Festessen noch TREUBAU-Finanzierung bis 80% d. Gesamtkosten durch 1. und 2. Hypoth. bei sofort. Baubeginn. Bauplatzwert gleich Eigenkapital. Bei Altbauten Beleihung bis 70% des Verkehrswertes. Bez.-Berater: Dahlhoff, Frankfurt a. DI. 16. Blumenstr. 2 (Eschenheimer Tor). Fernruf: 58707. 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Kramp, Sport lehr., Berlin, Revalerstr. 13 am 14.3.3« ud QUICK mit Lezithin für Hppz und Nerven Kochung M O 30 — 115 ~ Sporpockung M. 4 - . ,<-v W 'W. z X GROSSGARAGE U/eiten Roman von Harald Baumgarten Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35 34. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Schmal konnte sich gar nicht beruhigen. Er schlug chie Hande zusammen. „Mehr Dusel als Verstand, ^Herr Kriminalrat! Womit ich niemand gemeint chaben will ..." Beteuernd legte er die Hand aufs t cherz. „Der Kolonialwarenhändler Schmidt in Neu- Zuppin hat es doch gestern in den Postkasten ge- ssteckt ... Nee, James, wir drei sind hier verraten und verkauft!" * Als Vallendar und Charly heimfuhren, war es chon spät, aber Tausende von Lichtern brannten noch hinter den Fenstern. Die Straßen lagen still. §harly saß am Steuer. Der Motor brummte wie ein treuer Kamerad. ■ -Er freut sich", sagte Vallendar, „er freut sich, weil bu fährst!" Sie nickte. „Das Schriftstück muß zu Hause sein, Charly. Ich \ Hn so gespannt." „Ach, richtig, das Schriftstück! Ich hatte es schon säst vergessen." Als sie nach dem Westen kamen, wurden die Straßen belebter. Der Kurfürstendamm strahlte wie en buntes Band. Unwillkürlich trat Charly fetter ciuf das Gaspedal. Der Wagen flog über den Asphalt. „Nicht zu schnell, Charly! Wirst früh genug eine rriche Frau!" '„Ach, du! Als ob es mir auf das Geld ankäme! Cs klingt unglaublich, aber der Onkel aus Amerika bringt eine Erbschaft." „Der Herr Kriminalschriftsteller Schmitz würde einen Roman daraus machen wollen. Ein gerissener ?unge! Der ahnte bereits etwas, als er uns zu Ben- jtmino Ruffo nachfuhr. Dort drüben ist feine Weinstube " „Ja: Schmitz hat es früher herausbekommen —" „Sag nicht: als ich und du! Ich habe es gewußt,! als ich dich an der Ecke Kurfürstendamm und Joa- chimsthaler Straße traf. Es war wie ein elektrischer Kontakt. Es sprühte Funken. Sag, Charly — wann wußtest du es?" „Ich? Jetzt wirst du lachen. Ich habe dich geliebt, bevor ich dich kannte. Wenn ich dich im Film sah, dachte ich immer: So müßte der Mann fein, den ich lieben könnte! Einmal habe ich sogar gedacht — ich weiß es noch ganz genau —: das müßte der Mann sein, den ich lieben könnte!" „Charly, du auch? Du verliebst dich in Film- Helden? Ich glaubte du wolltest nie etwas vom Film wissen!" „Vielleicht deshalb, Werner." „Also doch — ich, Vallendar!" Er lachte. „Doch — ich habe recht gehabt! Ich fühlte es, als ich durch Berlin fuhr. Ich, Vallendar — dort mein Name! Es ist irgendwo, fühlte ich, das ganz große Glück!" „Bist du eitel, Werner?" „Verrückt, Charly! Ich bin glücklich! Es wäre ja entsetzlich, wenn du kein Interesse für meinen Beruf hättest — als meine Frau." „Aber nicht doch, Werner! Ich muß aufpassen." Er ließ sie los und setzte sich wieder vernünftig hin. „Es ist zu spaßig, Charly! In deinem Zimmer liegt nun das dumme Schriftstück. Und da haben diese Menschen sich angestrengt, haben geschwindelt und betrogen, nur, um es zu bekommen, und jetzt liegt es friedlich da oben — die Deutsche Reichspost hat es gebracht!" Als sie die Treppen hinausstiegen, klopften ihre Herzen. Es war doch spannend und aufregend, daß dort oben Burds Brief lag, von dem sie nicht wußten, was er enthielt. Als Vallendar Charly den Schlüssel aus der Hand nahm, um aufzuschließen, hörte er fingen. Das Schloß schnappte. Es war hell im Flur. Preetz stand da; er schwankte ein wenig. „Er is da", flüsterte er geheimnisvoll. „Er is jekommen!" „Hat ihn der Briefträger gebracht? Liegt er Im Zimmer?" Die schwimmenden Augen des Chauffeurs rundeten sich. „Der Briefträger? Sie sollten keene Witze machen, Herr Vallendar! Ick hab' solche Aengste ausjeftanben. Es fing ja alles jut, aber trotzdem — nun is er da, der kleene Preetz!" Charly und Vallendar lachten hellauf. Sie drückten Preetz die Hände. „Daß wir. daran auch nicht gedacht haben! Preetz, Mensch — herzlichen Glückwunsch! Und noch recht viele solche Erfolge!" „Danke, Herr Vallendar! Danke, Fräulein Sand- ner! Kommen Sie 'rein! Ick hab' ’ne kleene Flasche aufjemacht. Ick mußte mir beruhigen. Der Doktor is schon fort und die Hebamme ooch. Aber die Freundinnen von meiner Frau find noch da." Er wiegte den Kops. „Ick jloobe, die jehn überhaupt nid) mehr weg." Dann öffnete er die Tür zum Wohnzimmer. Die beiden Frauen faßen auf dem Sofa. Eine Kaffeekanne stand auf dem Tisch. Sie sahen sehr erregt und beglückt aus, als hätte jede von ihnen das Kind bekommen. „Es schläft!" Frau Merz tauschte einen bedeutungsvollen Blick mit Frau Besselmann aus, der besagte: Sieh mal an, sogar nachts bringt sich das Fräulein den Schauspieler mit! Preetz dämpfte seine Stimme zu einem erschreckenden Flüstern; sie knarrte wie ein beschädigtes Getriebe. „Sie müssen ihn sehen, Fräulein Charly! So wat war noch nid) da. Den janzen Kopp schon voller Haare!" „Das verliert sich bald", stellte Frau Besselmann fest, „erst mal kriegt er ’ne Glatze." Preetz warf ihr einen wütenden Blick zu. „Kaffee is alle! Ab morgen is bet roieber mein Sofa! Kleinen Schnaps, meine Herrschaften?" „Ist kein Brief für mich gekommen, Herr Preetz?" „Liegt in Ihrem Zimmer, Fräulein Charly. Aber erst müssen Se ben Kleenen sehn!" „Es ist minbestens ebenso wichtig!" flüsterte Val- lenbar ihr ins Ohr. „Minbestens ebenso, Charly! Ein neues Leben ist es!" Zu britt schlichen sie über ben Gang. Plötzlich umfaßte Vallenbar Charly von rückwärts. „Wenn wir erst so schleichen, was? In unserer Wohnung!" Ganz vorsichtig öffnete Preetz bie Tür. Er legte ben Zeigefinger auf bie Lippen. „Leise, leise! Der junge Herr beliebt zu schlafen." Alle drei blieben im Türrahmen stehen. Ganz an- bächtig waren ihre Blicke. Dort brüben schlief Frau Preetz, unb neben bem Bett staub eine Wiege. „Sonntagskind", flüsterte Preetz selig. „Genau um 11.35 Uhr. Er hat sich mächtig beeilt." „Na, na, Preetz? So sehr beeilt — das kann man eigentlich nicht behaupten." Im Wohnzimmer tranken sie alle auf bas Wohl des jungen Herrn Preetz einen Schnaps. „Wir bleiben noch ein bißchen, falls die Wöchnerin ruft", sagte Frau Besselmann. Preetz begleitete Charly unb Vallenbar in ihre Stube. Dabei murmelte er: „Die brauchen feenen Schlaf! Man sollt' es nich jlooben, was die menschliche Natur aushält." Mitten auf bem Tisch lag ein Brief. Preetz ging in bie Küche, um noch einmal Kaffee zu kochen. Mit zaghaften Fingern griff Charly nach bem Brief. Oeffnete ihn. „Lies du, bitte, Werner!" Er begann: „Hiermit stoße ich das bei Notar Prooft in Los Angeles hinterlegte Testament um, soweit es meinen Neffen James Miller betrifft, und bestimme, daß Fräulein Charlotte Sandner mein in Deutschland liegenbes Kapital erbt. Diese zweihunberttausend Mark sinb kein Geschenk. Als ich in Berlin lebte, waren Charlottes Vater und ich Gegner an der Börse. Es war ein ständiger Kampf zwischen uns beiden, bis eines Tages meine Chance kam. Ich nutzte sie aus, und Sandner verlor. Damals fand ich das in Ordnung. Aber je älter ich wurde, desto häufiger kam mir der Gedanke, daß Geld eigentlich nur durch Arbeit erworben werden solle. "Dieses Vermögen also begann mich zu bedrücken. Mein Neffe James Miller ist ein leichtsinniger Mensch. Wenn ihn irgend etwas von seinem schiefen Wege abbringen kann, wird es nur die strenge tägliche Arbeit, wird es nur der geregelte Broterwerb sein. Ich habe Fräulein Charlotte Sandner kennengelernt. Erst meinte ich, ich konnte einen Filmstar aus ihr machen. Es war ein Irrtum. Nicht jedes schone Mädchen kann ein Filmstar werden. Als ich sah, wie sie sich in täglicher Arbeit ihren Lebensunterhalt gewann, beschloß ich, ihr das Geld, das sie, wenn ich es ihm nicht abgejagt hätte, von ihrem Vater geerbt haben würde, gleichsam zurückzugeben. Es ist dies eine sehr billige, aber durchaus klare Logik. Meinen Neffen enterbe ich. Das Geld soll nach meinem Tode ohne jede Bedingungen an Charlotte Sandner ausgezahlt werden. — An Bord des Dampfers ^Drinoco* im Oktober 19.. Gezeichnet Burd. Als Zeugen für die Richtigkeit ber Unterschrift und zum Beweis, baß James Burb bieses Schreiben bei vollstem Bewußtsein unb klarem Geiste verfaßt hat: Kapitän Karl Lebrecht. George Murphy, London. Olivera Diaz, Rio de Janeirtz." .(Schluß folgt.) j Umfangreiche Gozialarbeii der Siadt Gießen S.ne Unterredung des „Gießener Anzeigers" mit dem Vorstand des Städtiichen Sozialamtes. SchleussnerFilm mit Garantieschein gegen Fehlbelichtung Bedürftigen, bei der Jugendpflege um die Betreuung der erbbiologisch wertvollen gesunden Jugend. Diese Arbeit wird von dem Jugendamt als einer Abteilung des Sozialamtes durchgeführt. Auf Grund des Reichs-Jugendwohlfahrtsgefekes hat das Jugendamt, dem von Gesetzes wegen die Vormundschaft über alle unehelich geborenen Kinder in Gießen von der Geburt des Kindes an obliegt, die gesetzliche Amtsoormundschaft zu führen, ferner die bestellte Amtsvormundschaft, d. h. die Vormundschaft über alle minderjährigen Waisen und Halbwaisen, soweit die sozialen Umstände es geboten erscheinen lassen, wahrzunehmen. Weiter obliegt dem Jugendamt das gesamte Pflegekinder- wesen. Die Durchführung der Schutzaufsicht wird angeordnet, wenn sie zur Verhütung der körperlichen, geistigen oder sittlichen Verwahrlosung eines Minderjährigen geboten und ausreichend erscheint. Aus der Stadl Gießen. Weckeffeng Wenn man dem Volke, nach Luthers Befehl, „aufs Maul sieht", hört man zuweilen köstliche neue Worte, die, so treffend sie sind, doch erst richtig, und zwar im Sinne des Sprechers oder der Sprecherin verstanden werden wollen. Vor kurzem unterhielt ich mich mit einem neunzig Jahre alten Weiblein. Wir standen auf einer schmalen Holzbrücke, die über einen klaren Bachlauf am nördlichen Fuße des Vogelsbergs führt. Die Brücke war mir eine symbolische Verbindung vom Diesseits und Jenseits. Das alte Weiblein, Mutter zahlreicher Kinder, stand schon auf einer Stelle, die dem jenseitigen Ufer näher war als dem anderen. Aber seine Augen leuchteten noch so wie blaue Veilchen schimmern, und ihr Verstand war noch klar. Das Weiblein erzählte mir, sie habe im Leben viel arbeiten müssen, ihr Mann, ein Bäckermeister, sei schon lange tot. Stolz sei sie auf ihre Kinder, sie habe ihr Auskommen im eigenen Haus, und ihr Gärtlein habe sie mit ihren neunundachtzig Jahren noch selbst und ohne fremde Hilfe bestellt. Wer das Gärtlein besah — es lag am jenseitigen Bachufer —, mußte bei dem Alter der braven Bestellerin in Hochachtung den Hut ziehen. Solches tat ich -auch, denn brave Gärtner und Gärtnerinnen erfreuen sich wie der Bauer meiner besonderen Hochachtung. „Ach", sagte das Weiblein, „schaffen muß man, ich bin all mein Lebtag nicht weckesferig gewesen." Da war mir ein bisher unbekanntes Wort ins Ohr gefallen. — „Weckesferig!" Ja, was soll das heißen? Eine alte Bäckersfrau sprach es, eine Frau, die fast vor einem Jahrhundert zur Erde kam, als die Wecke, die feinen Weizenbrötchen, wohl noch in der Stadt, ganz gewiß aber auf dem abgelegenen Lande, ein unbekannter oder seltener Genuß waren. Ich erinnerte mich sogleich, daß ich, selbst ein Landkind, einst nur am Sonntag zum Morgenkaffee Wecken bekam, die der Bäcker aus dem nahen Städtchen nur für den Sonntag brachte. Frisches, duftendes Kornbrot, das die Zähne blank und gesund erhält, mit Butter oder Birnen- oder Zwet- schenhonig darauf — das war das tägliche Brot,, das verzehrt wurde und gesundes Blut schaffte. Aber nur wenn es die Mutter besonders gut meinte, dann gab es „Tag und Nacht", d. h. auf das Kornbrot wurde Butter gestrichen und oben darauf noch köstlicher dunkler Birnenhonig. Wie gesagt, solch „Tag und Nacht" war ein Ausnahmefall. Wenn man als Leckermaul solchen verschwenderischen Hochgenuß öfters begehrte, wurde man gebührend in seine Schranken verwiesen, und es hieß dann auch wohl: „Wir haben keine zwei Häuser wie die reichen Leute." Also Brötchen, Wecken aus Weizenmehl, gab es nur sonntags. Wie sagte die alte Frau, die schon an der Schwelle des Jenseits steht? „Schaffen muß man, ich bin niemals weckesferig gewesen." Die alte Bäk- kersfrau, die auf so viele Jahrzehnte ihres Lebens zurückblickte und wohl auch auf so manche Erfahrung in ihrem Berufsleben, kannte die- „Weckesser". Und „weckesferig" nannte sie wohl die, die im Leben das Kornbrot, das noch nach der Ackerscholle duftet, nicht zu schätzen wissen, das Kornbrot, das dem Bauersmann und seiner Sippe schmeckt, aber nicht so manchem Städter, der seiner Zunge den Genuß des Schwarzbrotes nicht zumutet. Und „weckesserige" Gesinnung war für die Alte noch die Bezeichnung für noch viel mehr, von dem sie nichts wissen wollte, was sie nicht achtete, für überfeinerte Genußsucht, für „etwas Besseres sein wollen", für dumme Einbildung, für Hochmut, für Faulheit und ähnliche „schöne" Eigenschaften, mit denen der Bauer nichts anfangen kann. Solcher Art sind, wenn ich das Weiblein richtig verstand, die „Weckesserigen", mit denen es niemals eine innerliche Gemeinschaft besaß und mit ihren jetzt neunzig Jahren niemals mehr besitzen wird. Bei Kornbrot hat die Alte ihre blauen Augen und ihren guten Verstand behalten, ihre Arbeitskraft und Arbeitsfreudigkeit. Aber „weckesferig" will sich das Weiblein nicht nennen und nicht nennen lassen. Meinen Sprachschatz aber hat die Alte um ein gutes, mir neues, viel besagendes Bauernwort bereichert, und dafür bin ich ihr aufrichtig dankbar. F. G. Die Fürsorgeerziehung ist ebenfalls vom Jugendamt zu überwachen, wozu das Amt sich für die Kinder der Familien- oder Anstaltspflege, nach Anordnung des Vormundschastsrichters, von Fall, zu Fall bedient. Hinsichtlich des Pflegekinderwesens ist übrigens interessant, daß auf Grund einer Anregung des Sozialamtes Gießen (Jugendamt) in Kürze im Benehmen mit der Landesdienststelle Hessen-Nassau des Deutschen Gemeindetages eine Vereinheitlichung des gesamten Pflegekinderwesens im Rhein-Main- Gebiet herbeigeführt werden wird. Insgesamt hat das Jugendamt aur Zeit rund 750 Kinder zu betreuen und im Rahmen seiner Aufgaben ein Mündelvermögen von rund 80 000 RM. zu verwalten. Sonderausgabe im Auftrag des Reiches. Zur Sicherung des notwendigen Lebensbedarfes der unterstützungsberechtigten Ängehörigen solcher Männer, die zum Heeresdienst oder zum Reichsarbeitsdienst einberufen wurden, und die für ihre Angehörigen unterhaltspflichtig sind, hat das Sozialamt im Auftrag des Reiches die erforderlichen Be^ treuungsmaßnahmen als „Familienunterstützung" durchzuführen. Die Kosten dieser Aufgabe werden zu vier Fünftel vom Reich und zu einem Fünftel von der Stadt getragen. Gute Zusammenarbeit mit der RSV. Bei der Erfüllung seiner vielseitigen Aufgaben kommt dem Sozialamt der Stadt Gießen die vertrauensvolle, gute Zusammenarbeit mit der NS.- Volkswohlfahrt sehr zustatten, wie umgekehrt auch die NSV. für ihr weitreichendes Arbeitsgebiet allezeit die' einsatzfreudige Mitarbeit des Sozialamtes der Stadt Gießen zur Verfügung hat. Auf Grund dieses harmonischen Zusammenwirkens werden in unserer Stadt auf dem Gebiete der Sozialfürsorge erfreuliche Ergebnisse erzielt, die den hohen Verpflichtungen im Dienste der Volksgemeinschaft entsprechen. B. Luftschiff »Graf Zeppelin" wieder über Gießen. Das Luftschiff „Graf Zeppelin", das am Mittwochabend um 20.53 Uhr unter der Führung von Kapitän Sammt zu einer Erprobungsfahrt über Norddeutschland gestartet war und den ganzen Donnerstag über Norddeutschland kreuzte, kehrte am Freitag wieder in seinen Heimathafen zurück. Auf der Rückfahrt überflog das Luftschiff unsere Stadt und wurde dabei von vielen Volksgenossen beobachtet. Es zog in langsamer Fahrt in südlicher Richtung und mit nur geringem Motorengeräusch dahin. Um 21.01 Uhr ist das Luftschiff im Luftschiffhafen Rhein-Main glatt gelandet. die man monatlich mit rund 6000 RM. veran- schlaaen kann. . .. , Das Sozialamt beschäftigt einen Teil der Untere stützungsempfänger der allgemeinen Fürsorge, auch aus erzieherischen Gründen, mit Pflichtarbeiten, die im öffentlichen Interesse liegen und nicht in den Bereich der Privatwirtschaft gehören. Durch solche Pflichtarbeiten wurde beispielsweise im vorigen Jahre das Holz der im Stadtbereich gefällten Bäume zur Verteilung an hilfsbedürftige Familien hergerichtet. Dadurch wurden rund 1500 Zentner Brennholz geliefert, die im vorigen Winter neben der üblichen Brennstoffversorgung zusätzlich an hilfsbedürftige Familien verabreicht werden konnten und allgemein sehr begrüßt wurden. Für den kommenden Winter dürfte durch Pflichtarbeit wieder mit 1500 Zentnern Brennholz auf diesem Wege zu rechnen fein. Die Gesundheitsfürsorge. Ein weitschichtiges Arbeitsfeld ist hier in der Fürsorge für geschlechtskranke Personen zu betreuen. Durch gesetzliche Vorschrift ist die Geschlechtskranken- Fürsorge besonderen Gesundheitsbehörden übertragen worden, die bei den Bezirksfürsorgestellen (für Gießen das Sozialamt) zu errichten waren. Während den staatlichen Gesundheitsämtern die Ueberwachung der allgemeinen Gesundheitspflege obliegt, hat die Gesundheitsbehörde bei der Bezirksfürsorgestelle die sozialfürsorgerische Betreuung zu erfüllen. Es handelt sich hierbei um ein Aufgabengebiet, von dessen Ausmaßen sich manche Volksgenossen keine rechte Vorstellung machen können. Die Erfüllung dieser Fürsorge stellt eine hoheitsrechtliche Ausgabe außerhalb des Rahmens der Selbstverwaltung dar. In diese Abteilung des Sozialamtes fällt auch die Arbeit der Trinker-Fürsorge, die gegenwärtig in Gießen immer noch in etwa 15 bis 20 Fällen zu leisten ist. Uebrigens wird jetzt im Rahmen des Kampfes gegen Alkohol- und Nikotinmißbrauch ein neues Arbeitsgebiet in Angriff genommen werden, das entsprechend den vom Reichsorganisationsleiter Dr. Ley auf der Frankfurter Tagung „Volksgesundheit und Genußgifte" im März dieses Jahres gegebenen Richtlinien gemäß den Absichten des Führers, die rücksichtsloseste Bekämpfung des Miß- brauchs der Genußgifte durchführen wird. Als Kreisfachbeauftragter für dieses neue Arbeitsfeld ist der Vorstand des Sozialamtes Gießen, Derwal- tungsamtmann Keitzer, vorgesehen. Durch das Ausscheiden der Stadt Gießen und ihrer Vororte Wieseck und Klein-Linden aus dem Kreise Gießen ist eine Reihe von Aufgaben der Gesundheitspolizei vom Kreis Gießen auf die Stadt übergegangen, die sich zum Teil in einer Erweiterung der Arbeitsaufgaben des Sozialamtes auswirken. Durchführung der Aufarkungsgesehe. Bei diesem Arbeitsfeld handelt es sich um die Förderung aller erbbiologisch wertvollen Volksgenossen bzw. Familien. Hier steht im Vordergrund die Förderung kinderreicher Familien durch Beihilfen und sonstige Maßnahmen, die eine wirkungsvolle Stütze dieser Familien bedeuten. Zur Zeit kommen hier rund 130 Fälle in Del rächt. Von großer Bedeutung ist in diesem Rahmen auch. die Förderung junger Paare durch Ehestandsdarlehen. Die Anträge hierzu sind beim Sozialamt zu stellen, werden dort bearbeitet und bann an das Finanzamt weitergeleitet. Seit Bestehen der Ehestandsdarlehen sind bisher .beim Sozialamt der Stadt Gießen 745 Anträge bearbeitet worden. Von großer Wichtigkeit ist ferner die Mitwirkung des Sozialamtes bei den gesetzlichen Maßnahmen zur Verhütung des Nachwuchses von rassisch und erbbiologisch unerwünschten Personen. Jugendfürsorge und Jugendpflege. Diese Abteilung hat alle Maßnahmen zur Durchführung der Gesetze über die Jugendfürsorge und Jugendpflege zu bearbeiten. Nach den gesetzlichen Vorschriften Handels es sich bei der Jugendfürsorge um die jugendfürsorgerische Betreuung der sozial Eine der wichtigsten Aufgaben der Städte ist die Ausübung der gesetzlichen Sozial- fürforqe. Während die NSV. alle Gebiete der freiwilligen Wohlfahrtsarbeit betreut, hat der Gesetzgeber den Städten im Rahmen ihrer Selbstverwaltung, zu einem Teil auch als Hoheitsaufgabe, die Durchführung der durch Gesetz bestimmten Fürsorgearbeit zugewiesen. Wie bedeutsam diese Arbeit der Städte ist, wird z. B. dadurch bewiesen, daß die Stadt Gießen neben den vom Reich getragenen Ausgaben ihrerseits noch rund 800 000 RM. jährlich zur Erfüllung dieser Pflichten aufzubringen hat. Wir haben den Amtsvorstand des Sozialamts der Stadt Gießen, Verwaltungsamtmann K e i tz e r, gebeten, uns in großen Zügen einen Ueber- blick über das weitschichtige Gebiet der städtischen Sozialarbeit zu geben. Das Ergebnis unserer Unterredung ist in den nachstehenden Sätzen zusammengefaßt. Den Aufgabenkreis des Sozialamtes der Stadt Gießen kann man in vier Gruppen und in eine vom Reich als Sonderausgabe 3uges wiesene Tätigkeit zusammenfassen, nämlich: 1. Öffentliche Fürsorge, 2. Gesundheitsfürsorge, 3. Durchführung der Äufartungsgesetze, 4. Jugendfürsorge und Jugendpflege, schließlich die Förderung von Familien und Angehörigen von aktiven Soldaten (Reservisten) sowie' von Arbeitsmännern, sofern sie für ihre Angehörigen unterhaltspflichtig sind. Die öffentliche Fürsorge. In Gießen wird die öffentliche Fürsorge grundsätzlich als sog. Gruppenfürsorge durchgeführt, d.h. die allgemeine und die gehobene Fürsorge sind voneinander getrennt. In der gehobenen Fürsorge betreut das Sozialamt die Kriegsopfer, die Kleinrentnerhilfe, die Kleinrentnerfürsorge und die Sozialrentner. Alle übrigen hilfsbedürftigen Volksgenossen werden von der allgemeinen Fürsorge erfaßt. Daneben besteht für beide Gruppen in gleicher Weise die Anstaltspflege, d. h. die von der Fürsorge betreuten Volksgenossen werden, sobald und soweit es erforderlich ist, in Anstalten untergebracht. Hierher gehört auch die Betreuung von rund 90 Männern und Frauen in der Landes-Heil- und Pflegeanstalt, für die die Kosten von dem Amt zu tragen sind. In den Rahmen der Anstaltspflege gehört ferner die Ortsfremden-Fürsorge, die in erster Linie für diejenigen Personen Platz greift, die von auswärts z. B. die hiesigen Kliniken aufsuchen, wider Erwarten sofort in der Klinik verbleiben müssen und zunächst hinsichtlich der Kosten in eine gewisse Bedrängnis geraten, so daß das Sozialamt, gemäß der gesetzlichen Vorschrift, die vorläufige Fürsorge übernehmen muß. Derartige Fälle ereignen sich allwöchentlich etwa 150- bis 200ma(. Natürlich ist das Sozialamt bestrebt, die von ihm oorgeleg'ten Kosten mit Hilfe der zuständigen Heimatbehörden ganz oder wenigstens zum Teil wieder zu erlangen, es verbleibt aber schließlich doch immer ein mehr oder minder großer Betrag, der zu Lasten des Soziqlamtes geht. Schließlich gehört in dieses Gebiet noch die Wanderer-Fürsorge, die allmonatlich im Durchschnitt für rund 80 Personen ausgeübt werden muß. Einige Zahlen dürften hier interessieren. Durchschnittlich sind im Monat rund 12 400 RM. für über 320 Hilfsbedürftige und rund 5500 RM. für über 260 Sozialrentner aufzubringen. Daneben kommen noch 180 Fälle Kleinrentner mit einem Kostenaufwand von rund 7000 RM. monatlich, ferner zusätzliche Sozialfürsorge für Kriegsopfer an 28 Parteien mit rund 1200 RM. monatlich, schließlich Mietbeihilfen auf Grund der Miet- oerordnung vom 31. März 1938 für 900 Parteien mit monatlich 6000 RM. in Betracht. Weiter laufen noch die Kosten der Anstaltsfürsorge für Kriegsopfer, Klein- und Sozialrentner, Ortsfremde usw., (Sulenfpieget und der Richter. (Sine Schelmengeschichte von Hans Iriedrich Blunck. Einmal war Eulenfpiegel in Mölln bei einem Bäckermeister in Dienst, der wohnte am Marktplatz, dem Rathaus gegenüber. Und der Bäcker hielt sich viel Hühnervolk und dazu einen wunderschönen Hahn, den Eulenspiegel zu versorgen hatte. Nun vertrug sich der Bäcker nicht mit dem Bürgermeister — vielleicht war es nicht in Mölln, sondern in einer anderen Stadt, ich weiß es nicht genau. Denn der Bürgermeister ärgerte sich, wo er konnte, über den Nachbarn und auch über sein Federvieh. Er meinte, daß der Hahn jeden Morgen viel zu früh krähte, und daß er den Bürgern den Schlaf störte. In Wirklichkeit schlief er selbst gern so lang wie möglich, und der Hahnruf holte ihn aus den Federn. Der Bäcker kümmerte sich nicht um die Klagen des Bürgermeisters, und als der ihn mit einer Buhe belegte und den Nachtwächter zu ihm schickte, um das Geld zu erheben, verlangte der Bäcker, daß ein Richter aus der Stadt käme und zwischen ihm und dem Bürgermeister entscheide. Auch ging er zu Eulenspiegel. „Hör", sagte er, „was machen wir? Der Richter wird drüben auf dem Rathaus wohnen, der Hahn darf ihn nicht stören, und wir müssen beschwören, daß wir dem Tier nicht den Hals abgedreht haben." „Laß mich nur machen", lachte Eulenspiegel. „Und ich rate dir, mit dem Bürgermeister hundert Schilling zu wetten, daß du recht behältst." Der Bäcker kraulte sich hinter den Ohren. Weil er indes feinem Knecht allerhand zutraute, wettete er wirklich mit dem ehrwürdigen Stadtvater, und der meinte ja, die hundert Schilling hätte er schon gewonnen. Eulenspiegel ging in den Hühnerstall und hob die Stange aus ihren Haltern. Und er schlug die Halter höher ein und legte die Stange wieder drein: jetzt war sie so hoch, daß der Hahn nicht den Kopf zum Krähen aufreden konnte. Da ließ das Tier das böse Wecken drei Morgen lang; und auch an dem Tag, wo der Richter kam, drang kein Hahnenschrei aus dem Bäckerhaus. Als die Herren Eulenspiegel nun fragten, wie er es angestellt hätte, da tat er sehr geheimnisvoll: aber er verriet nichts. Und die Leute, die gehört hatten, was alles er sonst schon an Schabernack verbreitet hatte, meinten, er wisse eben mehr als andere, und sahen schadenfroh zu, wie der Bürgermeister dem Richter die Kosten bezahlen und obendrein dem Bäcker hundert Schilling auf den Tisch legen mußte. Als der Richter abgereist war, setzte Eulenspiegel die Hühnerstange so tief wie vorher, der Hahn krähte wie in jeder Frühe, und der Bürgermeister ärgerte sich. Eines Tages kam er zu Eulenspiegel. „Es tut mir leid um dich", sagte er, „bu Armer mußt die Nacht über backen und die hellen Stunden verschlafen. Dich könnte ich als Schreiber brauchen!" Eulenspiegel gefiel der Vorschlag, er half fortan auf dem Rathaus. Nun hatte der Bürgermeister wieder Zuversicht und schickte dem Bäcker zum andermal eine Strafe, weil sein Hahn noch früher als alle anderen Hähne krähte; er meinte, nun wo Eulenspiegel bei ihm in Dienst war, könnte er seine hundert Schilling wiedergewinnen. Der Bäcker, der nicht wußte, wie sein Geselle es angestellt hatte, den Hahn zum Schweigen zu bringen, geriet in Verlegenheit, und weil ihm nichts Besseres einfiel, wandte er ein, daß der Puter des Bürgermeisters ja noch viel lauter kollerte, er könnte es in seinem Garten nicht aushalten, und er verlangte, daß der Richter wiederkäme und sich die Sache anhöre. Da ging der Bürgermeister zu Eulenspiegel. „Was soll ich antworten?" fragte er. „Wette zweihundert Gulden mit ihm, daß du recht bekommst", riet Eulenspiegel, „und gib mir • die Hälfte ab." „Weil du es bist, will ich's wagen", sagte sein Herr. „Aber wenn ich verliere, jage ich dich aus dem Rathaus!" Run, als der Tag nahte, für den der Richter sich angemeldet hatte, kaufte sich Eulenspiegel eine Flasche Branntwein, füllte den Futtertrog des Puters mit gutem Weizenkorn und goß den Branntwein darüber, dis das Korn aufquoIL Dann fütterte er am Abend, ehe der Richter eintraf, den Puter damit, und der begann sich zu blähen und zu kollern und wurde so luftig, wie er noch nie gewesen war. Allen Hennen sprach er zu und redete und lärmte und prahlte, daß dem Bürgermeister heiß und kalt wurde und der Bäcker sich ins Fäustchen lachte. Dann aber, gerade um die Stunde, auf die der Gast sich angesagt hatte, wurde der arme Kollerhahn mübe und immer müder, ach, ihm wurde zumut, als müßte er sieben Tage schlafen. Allen Truthennen klagte er, wie elend ihm sei, und die hatten viel Mitleid mit ihrem Herrn, meinten, er habe sich übernommen und seinen Hals zu sehr angestrengt, und begleiteten ihn voll guter Sorgen in den Stall. Die Nacht ging, die Morgenstunde kam, und der Backer war wach und hörte, wie der Hahn krähte 1 äu seinem Schaden. Und er wartete aus des Puters Kollern, aber der große Vogel schwieg. Auch der Bürgermeister war wach und lauschte, und sogar der Richter war aufgestanden, wie es seine Pflicht war, und horchte, wer in der wackeren Stadt lärmte. Ach, der arme Truthahn schlief. Er träumte wohl, daß die Stunde kam, wo er sonst die Menschen aus den Federn rief, und ihm war, daß er jetzt kollern müsse. Auch die Frauen wollten ihn wecken, aber er gluckste nur und war schon wieder eingeschlafen. Draußen auf der Straße standen viele Bürger der Stadt und wollten hören, wer recht behielt, und auch der Richter trat mit scharfen Ohren vor die Tür und ging zwischen den beiden Geflügelställen hin und her. Dann mußte er der Wahrheit die Ehre geben und verkündete, daß der Bürgermeister gewonnen habe, daß der Bäcker die Strafe bezahlen und auch die zweihundert Gulden für die Wette auskehren müsse. Als er die Herren dann aber versöhnt hatte, wie es sich für einen guten Richter gehört, dachte er noch einmal über die beiden Streitfälle nach. Und er ging zu Eulenspiegel und fragte ihn, ob er nicht bei ihm in Dienst treten wolle. Er hatte eine schlimme Hausehre daheim und dachte, wenn Eulenspiegel die morgens zum Schweigen bringen könne, wie er es bei des Bäckers Hahn und des Bürgermeisters Puter vermocht hatte, dann dürfe es ihm auf einen guten Lohn nicht ankommen. Aber Eulenspiegel freute sich an den hundert Gulden, die er gewonnen hatte, er dankte und nahm den Wanderstab. Gerade als der Richter in den großen Wagen stieg, um heimzufahren, und die Pferde schon schnoben und sich auf den Weg freuten, begann nämlich der Kollerhahn wieder Mut zu fassen und sich vor seinen Frauen zu zeigen. Da schien es dem Schelmen gut, weder Bäcker noch Bürgermeister weiter Rede zu stehen, sondern sich ohne Gekräh und Gekuller auf Schusters Rappen aus dem Staub zu machen. Zeitschriften. — Als Vorschau auf die neue Mode erscheint das neueste Heft der „M o d e n w e l t" (Deutscher Verlag, Berlin), das rund 100 neueste Modelle enthält. Da sieht man Mäntel, Jacken und Komplets in losen und eng taillierten Formen; schlichte Kleider, die aber auch irgendein neuer reizender Einfall ziert, denn ganz ohne schmückendes Beiwerk geht es in der neuen Mode nicht. Das zeigen am deutlichsten die Modelle für Nachmittag und Abend. Außerdem bringt das bunte Heft, dem Schnitte- und Handarbeitsbogen beiliegen, Praktisches für Haus, Hof und Garten, Strickkleider und andere Handarbeiten und Kinderkleidung. Der längste Bart der Welt. Im Heimatmuseum zu Braunau am Inn wird — mottensicher hinter Glas und Rahmen — eine Trophäe aufbewahrt, wie man sie selbst in Museen nicht alle Tage zu sehen bekommt: ein Bart. Und was für ein Bart! Er war zu Lebzeiten seines Trägers drei und eine halbe Elle lang, das waren nach Wiener Maß 2,72, nach bayerischem sogar 2,92 Meter. Fragt man nach der Herkunft dieses Prachtstückes, so vernimmt man eine seltsame Geschichte. Der Bart gehörte einst dem Braunauer Ratsherrn Hans Steininger, der ihn voller Stolz trug, bis er sich Anno 1567 eines Tages selbst auf diesen Bart trat, die Treppe hinabstürzte und das Genick brach. Als er dann begraben werden sollte, bekamen es die Leute einfach nicht übers Herz, den schönen Bart mitzubegraben. Sie schnitten ihn ab und hoben ihn auf. Nun wanderte der Bart aus einer Raritäten- kammer in die andere. Zuletzt landete er in Augs- bürg, von wo er später der Heimat seines Trägers zurückgegeben wurde. Wers nicht glaubt, braucht nur in die Braunauer Pfarrkirche zu gehen. Da steht noch heute der Grabstein des Ratsherrn Steininger und darauf in Lebensgröße das Bildnis des Toten mit dreieinhalb Ellen langem, kunstvoll geteiltem Vollbart ... Geschäftstüchtig. Der französische Romanoielschreiber Alexander Dumas d. Ae. erhielt sein Honorar nach Zeile", und so setzte er sich denn eines Tages an den Schreibtisch und begann seinen neuesten Rvmdn wie folgt, wobei jeder Satz des Dialogs eine eigene Zeile erhielt: „Mein Sohn!" „Mutter?" „Höre!' „Was gidts?" „Siehst du!" .Diesen Dolch?" „3°' was siehst du darauf?" „Blutflecke!" „Und weißt du, von wem das Blut stammt?" „Nein, doch sprich! „Von deinem Vater!" „O, o, Fluch!" Nachdem er soweit geschrieben hatte, überlas er befriedigt den Anfang, legte die Feder hin und sagte: „Ausgleich- net! Das wird fürs Frühstück reichen!" Er ging also ins Restaurant der „Brüder der Provinz" und bestellte dort ein lukullische Mahlzeit. Der Verleger war aber von Der Zeilenschinderei nicht entzückt, sondern verabredete mit Dumas Silbenhonorar. Doch der Dichter wußte sich zu helfen: er erfand einen Stotterer. Die Honoraraussichten waren glanzend, denn jede Silbe des Dialogs konnte beliebig oft wiederholt werden. Aber nun zog der Verleger es vor, dem Dichter eine Pauschale anzubieten. 2lm Tage nach der Auszahlung wurde der Stotterer jählings von einem heruntergefallenen Dachziegel erschlagen. Der Autor hatte jetzt kein Interesse mehr für ihn. Lichtung! Achtung! 054D Ver- begraben worden. H. G. Aus der engeren Heimat ilex^ 3u. als in I Äe i Serie L t. 8r Eid" i beöi; , dahir. iffW" , , r i g e r. Am heutigen ------ Kaufmann Louis Benner, ier der Firma Benner, Krumm & Sauer, Nach der Nacht in Lich wird am 15. August der Weg nach Nidda fortgesetzt (22,5 Kilometer). Der 16. August ist Ruhetag, den die westfälischen Hitlerjungen in Nidda verbringen werden. Am 17. August wird von Nidda nach Büdingen (23 Kilometer) und am 18. August von Büdingen nach Bad Orb marschiert. Die Gesamtstrecke für die westfälische Hitler-Jugend ist 346,5 Kilometer lang. Fünf Ruhetage geben Gelegenheit, sich von den Anstrengungen zu erholen. Nürnberg, die Stadt der Reichsparteitage, wird am Dienstag, 29. August erreicht werden. Sicherlich wird der westfälischen Hitler-Jugend auf dem Marsch durch Gießen und durch die oberhessischen Dörfer und Städte ein herzlicher Empfang und in den Orten der Uebernachtung eine herzliche Gastfreundschaft entgegengebracht werden. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Bürgersieuer. Eine endgültige Stellungnahme zu der Frage ist nicht möglich, da die Angaben ungenügend sind. Für den Fall, daß die jährliche Freigrenze von mindestens 400 RM. nicht überschritten wird, bestünde eine Bürgersteuerpflicht nicht. Es dürste sich aber empfehlen, noch einmal mit der Gemeindebehörde Rücksprache zu nehmen, die für die Entscheidung über die Bürgersteuerpflicht zuständig ist. Kin. ob. )ten, die e es eiter iber« wird rPen eines leint. Abl.: Verwaltungsstelle Gießen, Schanzenstraße Dornotizen. Tageskalender für Samstag. b 750 Auf. W. lleue Beitragsmarken zur Deutschen Arbeitsfront ab 1. Oktober 1939. hierdurch machen wir unsere Mitglieder darauf aufmerksam, daß die Deutsche Arbeitsfront am . Oktober 1939 neue Beitragsmarken einführt. Eventuelle Rückstände müssen bis spätestens 30. Separater 1939, auch wenn gestundet, aufgeholt sein, ?a am 1. Oktober 1939 die seitherigen Marken un- iiltig werden. Sämtliche Orlswaltungen der Deutschen Arbelts- ont und alle Betriebe mit Vetriebskassierung sollen dementsprechend eine Ueberprüfung sämt- cher Mitgliedsbücher vornehmen, damit keine Rück- ände vorhanden sind und dadurch den Volks- enossen der Anspruch auf die Leistungseinrichtung ■ idf)f verloren geht. Mir machen ausdrücklich darauf aufmerksam, daß Id Beitragsrückständen von zwei Monaten der Anspruch auf jegliche Unterstützung verfällt. Die Deutsche Arbeitsfront kreiswaltung Wetterau Am 30. Juli war in Rußland- die Mobilmachung befohlen worden. Daraufhin wurde am 31. Juli in Deutschland der Kriegszustand erklärt. Ein besonders wichtiger Faktor desselben ist die Sicherung der Bahnanlagen; dementsprechend kamen sofort die nötigen, schon lange vorbereiteten Maßnahmen zur Ausführung: die Bahnhöfe, Gleisanlagen usw. wurden von Schutztruppen besetzt; auch in Gießen und Umgebung, zumal von hier aus die wichtige Verbindung nach dem Westen weiterlief. In der „Alten Klinik", die, so war geplant, zum Rathaus umgebaut werden sollte — war im Juli eine große Gewerbe-Ausstellung; das Gelände vor dem Haus ist heute ein freier Platz, früher war es von hohen Mauern eingefaßt und mit Rasen und etwas gärtnerischer Anlage versehen; dieses Gelände diente während der Ausstellung als Gartenwirtschaft, in der wöchentlich mehrere Konzerte, ausgeführt von der Regimentskapelle oder der Kapelle Weller, abends von 8 bis 11 Uhr stattfanden; die drei letzten Tage sollten einen würdigen Abschluß bringen: für den 1. August war die Kapelle des Leibdragoner-Regiments Nr. 24 zu einem Nachmittags- und einem Abendkonzert gewonnen, für den 2. (Sonntag) desgleichen die Kapelle des III. Bataillons JR. 80 Homburg und für den 3. (für den ein feierlicher Schlußakt vorgesehen war) ebenso die Kapelle der Unteroffizierschule Wetzlar; das Programm wurde aber stark gekürzt und die schöne Ausstellung nahm in der großen Zeit der ersten Begeisteruna fast unbeachtet ein ziemlich sang- und klangloses Ende. Am Abend des 31. Juli konzertierte die 116er Kapelle unter Mitwirkung des Gesangvereins „Gemütlichkeit". Das Publikum stand unter dem Eindruck der allgemein in Deutschland vorherrschenden Ungewißheit und Spannung: gibt es Krieg oder gibt es keinen Krieg? Diese Stimmung lag wie ein Alpdruck über der ganzen Veranstaltung; da kamen plötzlich — etwa zwischen 9 und %10 Uhr — einige Personen aufgeregt herein und drückten ihren Angehörigen, die bei dem Konzert weilten, rote Zettel in die Hand, die für sie „von einer Ordonnanz des Bezirkskommandos zu Haufe abgegeben" worden waren. Der^ Vorgang fiel auf; das Wort „Gestellungsbefehl", das irgendwo ausgesprochen war, machte schnell die Runde; als die Empfänger der Zettel nun auch noch gleich zum Aufbruch rüsteten und schließlich sogar eine Ordonnanz im Garten erschien und sich nach Personen erkundigte, für die sie ihre Scheine nicht hatte abliefern können, da hieß es bald: „Es geht los! Die Leute müssen sich schon heute abend stellen!" Erregte Debatten, angstvolles Flüstern, beredtes Schweigen bildeten plötzlich die Atmosphäre; der Gesangverein wollte ein Lied zum Vortrag bringen, um den toten Punkt zu überwinden; aber er kam nicht mehr dazu: an einem Tisch fing einer laut an zu fingen: „Es braust ein Ruf wie Donnerhall"; die Nachbarn sielen ein, von Tisch zu Tisch; die Musik intonierte schnell die Begleitung, und da war der Bann gebrochen. Man erfuhr, daß es sich einstweilen nur um den Bahnschutz handelte, aber man hatte das richtige Gefühl, daß die allgemeine Mobilmachung auf dem Fuße folgen würde, und da kam der alte Soldatengeist der Deutschen zum Durchbruch: alte Kriegsklänge und neue Soldatenlieder wurden auf das 11^ Gloria-Palast, Seltersweg: „Die Frau ohne iungenheit". — Artilleristenkameradschaft 1895: .1 Uhr hessischer Hof", Kameradfchaftsabend. flirt - nelrc- en nH nb di Iräf ichM 'JM itftW lerA i N fgotffi e vkk. D tsich idle-- famtes @nirt ien in rforge Sen 1 ent- B. straße. Aber auch viele Hausbesitzer haben alles gee ton, um beim diesjährigen Blumenschmuckwettbewerb des Berschönerungsvereins wieder günstig abzuschneiden. Jeder Blumenfreund erfreut sich gerade jetzt immer wieder an den farbenprächtigen Vorgärten in der Hungener und in der Bahnhofstraße und im Garbenteicher Weg. Hoffentlich gelingt es aber auch, Mittel uckd Wege zu finden, um die größeren Erneuerungsarbeiten (Butzbacher Straße, Postbrunnengelände usw.) recht bald in Angriff zu nehmen, zumal die sinanzielle Frage als gelöst zu betrachten ist. Haushaltsvoranschlag der Stadt Schotten. + Schotten, 4. August. In der jüngsten Ratsherrnsitzung wurde der neue Gemeindevoranschlag für das Rechnungsjahr 1939 beraten. Der Bürger- meister erläuterte den neuen Haushalt in seinen einzelnen Positionen. Durch die neue Steuerreform und den Finanzausgleich ist eine Verschiebung in den Steuerverhältnissen eingetreten. Die Biersteuer, Grunderwerbssteuer, Körperschaftssteuer ist für die Gemeinden in Wegfall gekommen, neue Lasten wie Kreisumlagen, Schulstellenbeiträge u. a. sind den Gemeinden auferlegt. Eine Reihe von Rücklagen wüsten zum Zweck der Sanierung der Gemeinde- sinanzen gebildet werden. Die höheren Eingänge an den der Gemeinde zufließenden Steuern, besonders Gewerbesteuer werden durch diese erhöhten Ausgaben wieder ausgeglichen. Die Haupteinnahme- quellen der Stadt find Mieteinnahmen: 14 000RM., aus den Waldungen 14 000 RM., Sondersteuern und Einnahmen aus Reichssteuern 26 500 RM., aus Grundsteuern, land- und forstwirtschaftlichen Steuern und Gewerbesteuern 82 200 RM. Die Gesamtausgaben der Stadt belaufen sich auf 231 420 Reichsmark. Die Gebäudeunterhaltung, Verzinsung von Gebäudeschulden verlangt 6000 RM. Eine Waldrücklage von 3250 RM. wird gebildet, weiter eine Betriebsmittelrücklage von 2000 RM., das Betriebskapital beträgt 20 000 RM., für den Bau eines HJ.-Heims werden 2000 RM. vorgesehen. art ach. & i es ü en 8# )ben aritiüfe nW W braiS Dai!" teinir? geteilte 24 18. genb> r bie noch Fall igens ! bes e im tafiau ts FOTO-Arbeiten preiswert 727d FotO-Ruhl, Seltersweg 67 an ■ ne Z M h?'< tßift h \F, ff - yjo • bflrfes solcher ieichs. r ihre iozial. n Be- W Jen ji ei üßr Beim Gießener Bahnschuh vor 25 Jahren. 31ckd) Aufzeichnungen aus einem Kriegstagebuche. Programm gesetzt und mitgesungen und als zum Schluß die Deutschlandhymne ertönte, bildete die Versammlung der Konzertbesucher ein Bild der Gemeinschaft, die in der nächsten Zeit im ganzen Lande so herrlich zutage trat. Auf den Gestellungsbefehlen hieß es, daß der Empfänger sich um IOV2 Uhr beim Bezirkskommando einzufinden hätte; kräftiges Schuhwerk sollte angelegt und ein Mantel mitgebracht werden. Es waren über 100 Mann, die zur festgesetzten Zeit zusammenkamen, ältere Landwehr und jüngerer Landsturm; man hatte eben die am schnellsten erreichbaren Leute aus der Stadt beordert. Sie wurden eingeteilt in Gruppen zu 6 Mann, denen ein Unteroffizier oder Vize beige-geben war; kurz nach 12 Uhr erfolgte der Abmarsch an die' verschiedenen Bahnstrecken. Diese waren so eingeteilt, daß jede Gruppe etwa vier Kilometer zu bewachen hatte, die sich rechts und links von dem Ausgangspunkt, d. i. dem Nachtlokal, erstreckten, so daß für jeden Patrouillengang rund zwei Stunden nötig waren. In der ersten Nacht wurde die Wache, soweit es möglich war, in einem Wartesaal der Bahnhöfe untergebracht; nachher bezog sie einen besonderen geeigneten Raum. Als in der Frühe des 1. August (Samstag) die Arbeiter und Angestellten an die Bahnhöfe kamen, um zu ihrer Arbeitsstätte zu fahren, waren sie nicht wenig erstaunt, dort die Zivilisten mit der Knarre und einer Armbinde „Bahnschutz" vorzufinden; auf dem Lande war man viel optimistischer gewesen als in der Stadt, aber nun hieß es allgemein: „Es gibt wirklich Krieg!" Bald kam jung und alt herbei, um sich selbst von dem Dasein der Militärmacht zu überzeugen und bald schüchtern und ängstlich, bald dreist und begeistert kriegerische Dinge zu erfragen oder zu besprechen. So entwickelte sich zwischen dem Militär und der Zivilbevölkerung schnell ein sreundschaftlicber Verkehr, und manchen Abend saßen beide vor oem Wachtlokal zusammen und tranken einen Schoppen oder eine Flasche Wein, meist selbstgebrauten Fruchtwein, der von den Gästen spendiert wurde; die Verpflegung war einem Metzger und Wirt übertragen; sie war gut und reich- uch, und mancher Bahnschutzler hat später, als er im Westen oder Osten an der Front stand, mit Behagen und Sehnsucht an die Zeiten der Bahnwache zurückgedacht. Die Patrouillengänge wurden pflichtgemäß durchgeführt, Tag und Nacht, stets zu zweien, so daß ein Paar zwei Stunden Dienst und vier Stunden Ruhe hatte. Mancher Militärzug rollte vorbei, dem Feindesland zu, bedeckt mit allerlei witzigen Inschriften, bemalt mit meist ulkigen Bildern oder Karikaturen; patriotische Lieder erschallten aus jungen Kehlen, begeisterte Zurufe wurden im Vorbeifahren ausgetauscht. Am 21. wurden die Bahnschutzleute in das inzwischen aufgestellte Landsturmbataillon eingereiht, dort eingekleidet und bewaffnet; das Bataillon versah dann den Bahnschutz, so daß jene noch öfters ihre alten Bekannten wiedersahen, bis schließlich die Abschiedsstunde schlug: am 4. Oktober rückte das mobile Landsturmbataillon nach dem Westen aus; ein großer Teil kam schon 1915 und später an die Front an den verschiedenen Kriegsschauplätzen; viele ließen dort ihr Leben kunb sind in fremder Erde o I - V " "' uy v l AJllUIll, UUZ> VCl ! »:genb von Herborn stammend, lebt schon seit :o:>ezu 50 Jahren in Gießen und erfreut sich in= ihie seines freundlichen, bescheidenen Wesens in Bitten Kreisen unserer Bürgerschaft, namentlich aiy in Jagerkreisen, großer Beliebtheit. Er ist trotz WS hohen Alters noch immer täglich von mor- firs bis abends in seinem Geschäft tätig und hat cuci noch bis vor kurzem das edle Weidwerk prak- flc und begeistert ausgeübt. Selbst die Treibjagden Ri ihren Strapazen, aber auch mit ihren Schön- hiim, hat er bisher nie versäumt. Wir wünschen vr. Jubilar, der seit langen Jahren zu den treuen 8; iehern des Gießener Anzeigers gehört, noch em ungetrübten, heiteren Lebensabend. estfälische Hitler-Jugend marschiert quer durch Oberheffen Adolf-Hitler-Marsch nach Nürnberg. der Reservefonds auf 3400 RM. festgesetzt, eine Rucklage für die Wasserleitung von 3000 RM. ein- gestellt. Mit der Pflasterung von Ortsstraßen wird fortgefahren. Es sind hierfür 6000 RM. vorgesehen. Die Verzinsung und Tilgung der Schulden einschließlich Krankenhausbau verlangen rund 40 000 Reichsmark. Es hat sich das dringende Bedürfnis nach Errichtung einer Leichenhalle auf dem Fried- Hof herausgestellt, hierfür wird ein größerer Betrag von über 2000 RM. vorgesehen. An Steuern und Abgaben einschließlich Kreisumlagen müssen 35 000 Reichsmark ab geführt werden. Das Kapitel Schulen einschließlich HI.-Heim und dergleichen mehr verlangt 30 600 RM., Armenwesen 6200 RM., Soziale Fürsorge 9500 NM., Wohlfahrtspflege 5800 RM., die Landwirtschaft 7000 RM., Straßenwesen 9800 Reichsmark. Für die verschiedenen Veranstaltungen, Feste,. Feiern, Rennen, Fremdenwerbung, Stadtverschönerung, Beihilfen für Fachwerkerneuerung sind 5500 RM. vorgesehen. Die Steuersätze sind vorerst die gleichen wie im Vorjahr geblieben. Die Ratsherren gaben dem Gemeindevoranschlag ihre Zustimmung Der Voranschlag für Wasserwerk und städtisches Krankenhaus wird besonders vorgelegt. Noch mehrere andere Punkte wurden in der Sitzung erledigt. Die Stadtrechnung von 1937 wurde vorgetragen und die Abweichungen der Rechnung gegenüber dem Voranschlag genehmigt. Mit einem entsprechenden Ueberschuß schließt die Rechnung ab. Die neue Straße von der Laubacher Straße nach dem Schwimmbad erhält die Bezeichnung „Siedlung Auweg". Dort ist eine schöne Siedlung von 15 Häusern entstanden, deren Zahl noch durch weitere Bauten erhöht wird. Eine genaue Planung über die Erweiterung der Hauptdurchfahrtstraßen wird in Verbindung mit dem Straßenbauamt erfolgen. . Em Achtzigjähriger. Am heutigen vmstag kann der Kaufmann Louis Benner, Mitinhaber der Firma Benner, jiiuhuh o öuucl, 1 lettener körperlicher und geistiger Frische seinen <1 Geburtstag begehen. Herr Benner, aus der Bauern! Gcoßdeutfchland braucht zur Sicherung feiner Freiheit dringend eine Steigerung der Fetterzeu- gung. Steigert deshalb jetzt beträchtlich den Oel- fruchtanbau, ohne die Viehwirtschaft zu vernachlässigen. Die neuen erhöhten Oelsaatpreise sichern Euch die Wirtschaftlichkeit des Anbaues. Jetzt ist es Zeit, Raps und Rübsen zu bestellen. Laßt Euch dabei vom Reichsnährstand beraten! Zum Gedächtnis an Philipp Köhlei-. NSG. Eine der markantesten Persönlichkeiten der antisemitischen Bauernbewegung in Hessen war der verstorbene frühere Reichs- und Landtagsabgeordnete Philipp Köhler, Langsdorf, dessen 80. Geburtstag am nächsten Sonntag Veranlassung gibt, dieses alten Vorkämpfers zu gedenken. Schon frühzeitig schloß sich Köhler der Bauernbewegung des ersten antisemitischen Reichstagsabgeordneten Dr. B ö ck e l an und wurde bereits im August 1890 als erster Antisemit für den Wahlbezirk Butzbach in den hessischen Landtag gewählt. Durch liberale unlautere Wahlmanöver wurde diese Wahl für ungültig erklärt. - Drei Jahre sväter bestimmte ihn fein Heimatwahlkreis Hungen-Lich zu seinem Vertreter, und er vertrat diesen Wahlkreis bis zu seinem im Jahre 1911 erfolgten Ableben. Dem Reichstag gehörte er mit kurzer Unterbrechung seit 1893 an. Das Hauptbestreben Ph. Köhlers galt der Hebung und Organisierung seines bäuerlichen Berufstandes. Der Antrag über die Schaffung einer hessi- chen Landwirtschaftskammer war sein Werk. Der Kammer gehörte er auch als Mitglied an. Die ländliche Genossenschaftsbewegung hatte in Köhler einen Eine Achtzigjährige. Am morgigen Siintag, 6. August, kann Frau Katharine Posse, iStee., Klinikstraße 10, ihren 80. Geburtstag be- !hm. (Wir beglückwünschen!) Gefängnis wegen Nichtabführung sozialer Beiträge. Ivd. Frankfurt a. M., 4. Aug. Eine emp- st!uche Strafe verhängte das Schöffengericht gegen Arbeitgeber, der sich gegen die Bestimmungen Reichsversicherungsordnung vergangen hatte. ; A Mann beschäftigte einen älteren Arbeiter, dem wochenlang die sozialen Beiträge abzog und vor- k-^chte, ihn bei der Versicherung angemeldet zu |l|fin; Als eines Tages der Arbeiter die Dersiche- [,1 in Anspruch nehmen mußte, stellte sich heraus, dzwon seinem Arbeitgeber keine Beiträge für ihn 'ö; führt worden waren. Der Angeklagte hat üh r schon zweimal in der gleichen Weise gefehlt 1 in)-wurde auch bestraft, hatte aber stet- das Glück, < imitiert zu werden. Diesmal gab ihm das Ge- ]ri# 6 Monate Gefängnis. Tageskalender für Sonntag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Die Frau ohne Der- irmgenheit". — Schiklub Gießen: 6 Uhr Ludwigs- ;Iatz Ahfahrt nach der Wasserkuppe. NSV., Ortsgruppe Gießen-Ost. hefr.: Lebensraittelopferring. In der Zeit vom 7. bis 10. t>. M. wird im Begliche unserer Ortsgruppe die Sammlung zum Le- t nsmittelopferring durch die NS.-Frauenschaft iarchgesührt. Die Volksgenossen werden gebeten, rührend der Sommermonate ihre Geldspenden der 5^d23. zum Zwecke der Volksgesundheit zur Verfügung zu stellen. NSV., Ortsgruppe Gießen-Nord. !Jn der Zeit vom Montag, 7., bis Mittwoch, kid. M., wird im Bereich der Ortsgruppe Gießen- !2rd durch die NS.-Frauenfchaft die Pfundfamm- hrg (Lebensmittelopferring) durchgeführt. Die fsusfrauen werden gebeten, an Stelle von Lebens- 1 itteln Geld zu spenden. NSV., Ortsgruppe Mitte. Betr.: Pfundspende für August. Die NS.-Frauenschaft sammelt am 6. und 7. August h Pfundspende ein. Die Hausfrauen werden gellten, die Lebensmittelspende durch eine Geldspende c-zulösen. Gießener Wochenmarktpreise. ' Gießen, 5.Aug. Aus dem heutigen Wochen- ir.arft kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 RM., ünfte 25 bis 50 Rpf., Käse, das S^ck 4 bis 10, butsche Eier, Klasse S 13, A 12%, B 12, C 11%, 0U0%, Wirsing, % kg 8 bis 9, Weißkraut 6 bis 9, Nitkraut 15, gelbe Rüben 9 bis 10, rote Rüben 10, E inat 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grün 15 b 25, gelb 15 bis 20, Tomaten, deutsche 30 bis 45, italienische 20 bis 25, Zwiebeln 12 bis 15, Rhabarber Bois 10, Pilze 40 bis 50, Kartoffeln, neue, % kg 6vis 7 Rpf., 5 kg 60 bis 65 Rpf., 50 kg 5,25 bis MM., Frühäpfel, % kg 20 bis 28 Rpf., Falläpfel 8,Pfirsiche 35 bis 38, Himbeeren 35 bis 40, Brorn- b-?ren, 40 bis 50, Birnen 15 bis 30, Kirschen 35, Heidelbeeren 38 bis 40, Stachelbeeren 10 bis 20t ihannisbeeren 15, Pflaumen 20 bis 23, Zwetfchen 31 bis 38, Mirabellen 35 bis 38, Renekloden 33 Rpf., hchne 1,10 bis 1,20 RM., Suppenhühner 90 Rpf. b • 1 RM., Tauben, das Stück 50 bis 70 Rpf., luimenkohl 5 bis 50, Salat 5 bis 8, Salatgurken II bis 30, Einmachgurken 2 bis 6, Endivien 8 bis 15, Cserfoljlrabi 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 b; 10, Erbsen, % kg 15 bis 25 Rpf. * * Arbeitsjubiläum. Der Arbeitskamerad TUHelm Brück aus Großen-Buseck, Adolf-Hitler- L caße 37, konnte am 14. Juni auf eine 25jährige hiigfeit bei der Firma Poppe & Co. in Gießen züückblicken. Er hat sich in diesen 25 Jahren als ei fleißiger und tüchtiger Arbeitskamerad erwiesen. 8 i dem heutigen Betriebsappell wurden ihm von 8 triebsführung und Gefolgschaft Ehrengaben über- 1 leiht. Die Marscheinheit Westfalen des Adolf-Hitler- Marsches der deutschen Jugend, die etwa 120 Hitler- Jugend-Führer aus sämtlichen Bannen vereinigt wird in den Tagen vom 14. bis 18. August auf chrem Marsch nach Nürnberg quer durch Oberhessen marschieren. Diese Marscheinheit, die 33 Bann- sahnen mit sich fuhrt, wird am Mittwoch, 9. August, in Siegen verabschiedet, um in insgesamt 16 Marschen nad) Nürnberg zu gelangen. Jeder Marschig steht die Bewältigung einer Strecke von etwa 15 bis 25, in einem Fall von 31 Kilometer vor. 2lm 13. August wird die Marscheinheit von Herborn-Seelbach her Rodheim a. d. Bieber erreidjen und dabei 25 Kilometer zurücklegen. Am 14. August marschiert die Einheit von Rod heim na ch L i ch (21 Kilometer) und wird auf oiefem Marschabschnitt auch durch Gießen marschieren. Landkreis Gießen. + Grünberg, 4. Aug. Nachdem Forstmeister (Hemm von hier am vergangenen Sonntag im Staatswqld der Försterei Lumda einen Frischling im Gewicht von 30 Pfund erlegt hatte, wurde im selben Jagdrevier am Donnerstagabend ein weiterer Schwarzkittel zur Strecke gebracht. Förster Blum von Lumda war diesmal der glückliche Jäg^r. Das über ein Jahr alte Wildschwein wog 80 Pfund. Man hofft, noch weitere Tiere zur Strecke zu bringen. J) Lich, 5. Aug. Das Fest der Silberhochzeit können am heutigen Samstag der Leiter der hiesigen Verbrauchergenossenschaft, Herrn. Schmidt und dessen Ehefrau Luise begehen. — Kommenden Montag wird eine größere Einheit westfälischer Hitlerjungen in unserer Stadt Quartier beziehen. s. Lang-Göns, 5. Aug. Am morgigen Sonntag, 6. August, kann unsere Mitbürgerin, Frau Christine Becker Wwe., geb. Strötter, in der Pinggasse 'ihren 81. Geburtstag bei guter körperlicher und geistiger Frische feiern. Wir wünschen ihr viel Glück. Kreis Alsfeld. < Flensungen, 4. August. Der hiesige neunjährige Schüler Alfred Kühn zog sich bei einem Sturz vom Fahrrad einen Bruch des linken Oberschenkels zu und mußte in die Chirurgische Klinik in Gießen gebracht werden. Kreis Büdingen. c. Schotten, 4. Aug. Heute vormittag trafen mit dem Zug 8 5 KdF. -Urlauber aus dem Gebiet Halle-Merseburg hier ein, die vom KdF.-Kreis- und Ortswart und vom Bürgermeister herzlichst begrüßt wurden. Auch weitere 30 Urlauber aus dem eigenen Gau werden noch erwartet. Viele Veranstaltungen sind für die Urlauber vorgesehen. eifrigen Förderer. Mit großem Geschick übte er das ihm vom hessischen Landtag übertragene Amt eines 1. Vizepräsidenten aus. Leider litt sein Gesundheitszustand unter der angestrengten politischen Tätigkeit. Ein schweres Herzleiden machte dem Wirken des erst 51jährigen Kämpfers ein frühes Ende. Eine Gedenktafel am Geburtshaus Köhlers in Langsdorf gibt Kenntnis davon, daß das Schaffen dieses Mannes für den hessischen Bauernstand unvergessen bleiben wird. HI.-Gefolgschast 8/116 Watzenborn-Steinberg. Am kommenden Sonntag, 6. August, findet innerhalb der Gefolgschaft 8/116 die Vorprüfung für das HI. -Leistungsabzeichen statt. Die gesamte Gefolgschaft tritt zu diesem Dienst um 8.30 Uhr in Garbenteich an. Die Standorte Watzenborn- Steinberg und Hausen treten um 8 Uhr an und marschieren geschlossen nach Garbenteich. Jeder Jgg. soll am nächsten Sonntag Rechenschaft ablegen über das, was er im letzten Jahr in der Hitler-Jugend gelernt hat. Stadtverschönerung in Lich. 3) Lich, 4. Aug. Wenn man einen Gang durch die Straßen unserer Stadt unternimmt, so muß man zugeben, daß in letzter Zeit trotz mancher Schwierigkeiten doch manche Stadtverschönerung Dorgenommen wurde. Es braucht hier nur an die Anlage in der Bahnhofstraße erinnert zu werden, die die im letzten Jahr von der Bahnverwaltung geschaffene Grünanlage vorteilhaft ergänzt, an die Erneuerung des Stadthauses und die noch im Gange befindlichen Arbeiten in der Amtsgerichts- Arbeitsmaiden mit her Bäuerin in Haus und Selb. Es ist nicht neu, aber immer wieder schön zu sehen, wenn draußen auf dem Feld und besonders jetzt im goldenen Erntefeld die Arbeitsmaid neben der Bäuerin steht und Garben binden hilft. Kornblumenblau leuchtet ihr Kleid aus dem goldenen Segen der Halme, leuchtend steht das rote Kopftuch vor den weißen Wolken und dem binnen Himmel. Da, wo ein Lager des Reichsarbsitsdienftes für die weibliche Jugend ist, da gehören die Maiden schon ganz selbstverständlich in die Gemeinschaft der Dörfer, in die Häuser und auf die Felder. Sie sind beliebt und hoch geschätzt. Bauer und Bäuerin — vor Jahren und zu Beginn skeptisch und oft ganz Ablehnung — sind dankbar für die Hilfe, dankbar besonders jetzt, wo überall einige Hände zu wenig da sind. Im Erntefeld sind die Arbeitsmaiden schon unentbehrlich geworden und im Hause ersetzen sie die Hausfrau. Die Lager des Reichs- arbeitsdienftes für die weibliche Jugend — überall dort errichtet, wo es gegen wirtschaftliche und soziale Nöte anzugehen galt — sind zu einem Segen geworden! Die Arbeitsmaiden bringen ober nicht nur ihre Arbeitskraft in die Dörfer und in die Häuser, sondern auch die Lebensfreude ihrer 17 und 18 Jahre. Gerade dieses letztere ist wichtig für jene Bäuerinnen, die müde zu werden drohen .. Wohl fällt es den jungen Maiden zunächst schwer, die Arbeit und Haus und Feld zu bewältigen, aber es vergehen keine zwei Wochen, dann stehen sie ganz inmitten ihrer neuen Wirkungskreise, erfüllen freiwillig übernommene Pflichten, sind tief befriedigt von ihrer Arbeit, kehren froh in das Lager Zurück und schöpfen dort in ihrer herzlichen Gemeinschaft der Gleichaltrigen neue Kraft für den Arbeitstag. Der Reichsarbeitsdienst für die weibliche Jugend ist zu einer zutiefst sinnvollen Einrichtung geworden, zu einer untadeligen Organisation und zu einem Erziehungsdienst, der die deutsche weibliche Jugend zu den Quellen unseres Volkstums führt und sie das Leben des Bauern kennenlernen und erfahren läßt, was es damit auf sich hat, bis das Brot auf den Tisch kommt. * Die Bezirksführerin des Bezirks 11 (Hessen). Frl. Hornung (Wiesbaden), gab in diesen Tagen den Vertretern der Presse des Rhein-Main-Gebiets schöne Gelegenheit, bei einer Rundfahrt 0-arch mehrere Lager alle Einrichtungen kennenzulernen und auch den Geist zu erleben, der in den Lagern herrscht. Der Tag der Rundfahrt brachte für alle, die dabei sein konnten, Stunden einer ungetrübten Freude und der hellen Begeisterung. Und alles war dabei zu erfahren, was es über den Reichsarbeitsdienst für die weibliche Jugend zu wissen gilt! Die Eltern, die sich mit dem Gedanken tragen, ihre Tochter den Arbeitsdienst erleben zu lassen, wird sicherlich lebhaft vieles von dem interessieren, was in einer Fülle von Fragen und Antworten bei dieser Fahrt zur Sprache kam. Im Telegrammstil sei versucht, das Wesentliche wiederzugeben. Der Reichsarbeitsdienst erfaßt Mädchen, die freiwillig kommen sollen, nur für Abiturientinnen ist der Dienst eine Pflicht! Der Arbeitsdienst sott erreichen, daß jedes Mädel an sich selbst arbeitet. Der Dienst ist keine Spielerei, sondern Arbeit für das Volksganze. Mädchen unter 17 Jahren werden nicht ausgenommen, denn körperliche Reife ist Voraussetzung für die Arbeit auf dem Lande. Die Mädchen dürfen auch nicht älter als 25 Jahre sein. Drei Wochen des halben Jahrs gelten zunächst der Schulung im Haus, denn die Maiden sollen, wenn sie zur Bäuerin kommen, schon praktisch yelsen können. Auch weltanschauliche Ausrichtung geht voraus. 7 Stunden des Tages stehen die Mädchen der bäuerlichen Familie zur Verfügung in Haus und Feld. Arbeit, die ausschließlich Männern obliegt, darf ihnen nicht aufgebürdet werden. Sie Oürien auch keine „Ueberstunden" machen. Zu ganz bestimmter Zeit müssen sie im Lager sein. Die L a g e r a e - meinschaft als wichtig st er erzieherischer Faktor darf nicht vernachlässigt werden. Die Maiden erhalten alle Wäsche und Kleidung gestellt. Für lange Wege zu den Bauern werden Fahrräder gestellt. Der Anmarschweg darf bestimmte Zeiten nicht überschreiten. Für den Winter und in schneereichen 'Gegenden (Vogelsberg, Rhön, Spessart) werden Schier und Schiausrüstung gestellt. Alle Aufmerksamkeit gilt der gesundheitlichen Betreuung. Der Vertragsarzt kommt einen über den andern Tag. Auf besondere Bitte kommt er jeden Tag. Die Ernährung wird durch das Lager sichergestellt und ist genau erwogen. Zwar essen die Maiden beim Bauern zu Mittag, aber für die Verpflegung bleibt das Lager bestimmend. Es gibt viel Obst und Gemüse und Abends die Hauptmahlzeit. Die Arbeit schafft guten Appetit. Manche Maid nimmt im halben Jahr 10 bis 15 Pfund zu. Alle acht Tage wird gewogen! — Alle vier Wochen wird der Arbeitsplatz gewechselt. Lagerdienit — Außendienst, Außendienst — Lagerdienst! Auch bleibt keine Maid länger als vier Wochen auf einem Bauernhof. Nach vier Wochen wird ausgetaujcht. Jedes Mädchen soll vielseitig beansprucht werden. Es soll im Haus, in der Küche, mit Kindern, im Stall, in der Scheune, im Hausgarten, auf der Wiese im Feld beschäftigt werden, es soll versuchen, Überall wertvoll zu sein, der Bäuerin überall unter die Arme zu greifen; Im Lager selbst ist alles anders! Da steht die Lagergemeinschaft, die Ordnung und selbstlose Einfügung in das Ganze über allem. Da gelten das edle Äort im Buch, das Lied, die Musik, der Volkstanz, die sinnvoll ausgefüllte und bewußt schön ausgestaltete Freizeit, die kameradschaftliche Unterhaltung und die Ruhe. Da gehts um schlichte artgemäße Kultur, um politische Schulung, um Erkenntnisse der Notwendigkeiten der Volksgemeinschaft, und nicht zuletzt um wohlerwogene Leibesübung — letztlich um die Harmonie von Leib und Seele, um die Hinführung der Persönlichkeit zur Gemeinschaft unseres Volkes. Der Reichsarbeitsdienst für die weibliche Jugend hat sich große und schöne Aufgaben gestellt, verfolgt sie durch seine Führerinnen mit zähem Einsatz und erreicht sie. Bedauernd, daß das halbe Jahr „schon um" ist, scheiden die Maiden und so manche legt am Schlüsse das kornblumenblaue Kleid wehmütig ab, scheidet wehmütig von den Kameradinnen von der Wasserkante oder aus der Ostmark, von Ostpreußen oder aus dem Württembergischen. Alle aber tragen sie ein unverwischbares Erlebnis mit hinaus. ♦ Der Bezirk 11 (Hessen), der von Darmstadt bis nach Thüringen, von Koblenz bis in die Rhön reicht, erfaßt, verwaltet und betreut (in vier Gruppen) insgesamt 5 9 Lager. Jedes Lager baut sich aus drei Kameradschaften Maiden (je 12 Mädchen) auf. Die Lager sollen aber auf vier Kameradschaften erweitert werden. Der Lagerführerin ttehen zwei Gehilfinnen zur Seite. In Oberhessen gibt es Lager in Ulrichstein, Schlitz, Gedern, Eichenrod, Niedermoos und in Altenschlirf. Ein neues Lager entsteht demnächst in Burg-Gemünden. Die Vorarbeiten für die Einrichtung dieses Lagers find im Gange. Die Lager befinden sich meist in festen Bauten, einige in Holzhäusern. Das Ideal ist das für den Arbeitsdienst eigens erbaute feste Lager. Jedes Lager ist sorgfältig und nach bestimmtem Plan eingerichtet. Mit besonderem Bedacht sind die hygienischen Einrichtungen geschaffen. Küche, Stuben, Schlafräume, Spinde, Kleiderkammer, Vorratsräume werden in peinlicher Ordnung gehalten. Blumen schmücken manchen Raum, U So ■ ' ' _Jv> so daß das Leben im Lager allen Maiden zu einer hellen Freude wird. Die Rundfahrt der Vertreter der Presse galt den Lagern Großenhausen und Fischborn (im Kreis Gelnhausen) und dem Lager Gedern, das im Schloß der Fürsten von Stolberg-Wernigerode untergebracht ist und ein geradezu ideales Lager darstellt. Herrlich liegt das Schloß im Park, zahlreiche Räume stehen zur Verfügung, alles ist neu hergerichtet und schön ausgestattet worden. Und die Maiden erfüllen das Schloß mit ihrer Fröhlichkeit, ihrem Eifer, mit ihrer Musik und ihrem Gesang. Mit Musik, mit Liedern und Volkstänzen verabschiedeten die Maiden ihre Gäste, die sich glücklich priesen, daß sie .eine stunde im Gederner Schloß verbringen konnten. N. Oben links: Die Arbeitsmaid als Betreuerin der Kinder. Oben rechts: Manche Stunde der Freizeit ist mit Musik, Gesang und Volkstanz ausgefüllt. Hier tanzen die Arbeitsmaiden unter den herrlichen Bäumen im Park vor dem Schloß Gedern. Nebenstehend: Das Lager Fischborn in schönster landschaftlicher Umgebung. Im Hintergrund die Höhen des Vogelsberges. (Aufnahmen [3]: Neuner, Gießener Anzeiger.). U denn Dr. Hammermann Vertreter: Dr. Weyl 5374D verreist 5376D lie,em ab Lager oder Werk 5399 A Eugen Dürr & Co., Gießen Heilpraktiker Naumann verreist bis 10. September Verreist bis 30. August einschl. Nadel- und Laubholz, Schnittmaterialien aus eigenen großen Produktionen Ostpreußisches Kiefernschnittholz Sperrholz - Isolierplatten - Furniere Hartplatten für Fußboden usw. MÖBEL Komvl. 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Hartbrennholz, ä Wagen 5 Mk., Anmachbolz, ä Wagen 6 Mk., 1 Sack Anmachbolz 1 Mt. frei Keller e92D J. Wellhöfer, Telephon 2813, Marn. Str. 24 Frau Dr. Marx Aerztin Bleichstraße 10 _____________________5347D WERBE DRUCKSACHEN VVCIXDE Brühl. Gießen ...haben Sie schon einmal ATA extrafein versucht? Heute morgen entschlief nach der Geburt eines kräftigen Jungen meine liebe Frau, unsere gute Schwester, Tante und Schwägerin Frau Emma Hach, geb. Lieh im Alter von 31 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Hach, Metzgermeister. Gießen (Dammstraße 25), den 5. August 1939. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 8. August 1939, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. --- 5396D Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen sagen wir besten Dank. Geschwister Rohrbach Gießen-Wieseck, den 5. August 1939. 5375D Unerwartet verschied unsere liebe Kameradin Frau Marie Hamel Sie war uns eine liebe Freundin und wird sie stets in unserer Erinnerung fortleben. Die Kameradenfrauen der NSKOV. - Kameradschaft Gießen. Die Beerdigung findet am Montag um 14 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. ---- 5.356P Dr. Nohl verreist Vertreter die Herren: Dr. Klein Dr. Mehl Dr. Ploch 53400 Gießen, 5. August 1939 Im Namen der Trauernden: Maria Hausrath, geb. Daube Löberstraße 19 Nachruf Gott hat meinen Sohn, unsern Bruder, Schwager und Onkel Karl Hausrath im 44. Lebensjahre von seinem schweren, körperlichen und seelischen Leiden erlöst, und ihn in die Ewigkeit abberufen. Allen, die der Heimgang bewegte, und die an unserem Schmerz teilnahmen, sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. 03806 bei Fuß-i e-SA" Dringt die leichte MaßeinJ^ von ■Tuiessen Friedrichstr.7 Lieferant aller Kassen Von der Reise zurück Dr. med. 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