Mittwoch,S.Zuli 1959 189. Jahrgang Nr. 154 Erstes Blatt Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8*/,Uhrdes Vormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Text- anzeigen von 70mm Breite bORpf.,Platzoorschrift nach vorh.Vereinbg.25O/o mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins., gemeinnützige Anzeigen sowie ein- spaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf.,Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. 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Für bte Land- und Luftstreitkräfte wurden Abmachungen getroffen, die denen der Kriegsmarine entsprachen. Man tat das, weil selbst in absehbarer Zeit Englands Flotte nicht stark genug sein wird, um gegebenenfalls aus eigenen Kräften die Positionen im Fernen Osten 0U holten, es sei denn, daß die militärische Lage m Europa eine Verschiebung von Flotteneinhelten aus dem Mittelmeer in den Stillen Ozean gestattet. Da das voraussichtlich nicht der Fall sein dürfte, hatte London den Wunsch, die Aktionsmöglichkeiten der englischen China-Flotte und die der Kriegssch'.ffe der britischen Dominien möglichst auf einen Nenner Bulgarien Hot, wie Deutschland, einen großzügig ausgebauten Arbeitsdienst, der zum Segen des Landes schon Gewaltiges geleistet bat. Bei seinem Staatsbesuch in Berlin wird Ministerpräsident Ksosseiwanoff in Begleitung von Reichsarbeitsführer H 1 erl auch dos Arbeitslager Schorfheide am Werbellinsee besuchen. Seite stehen werde, um damit seine niederländisch- indischen Besitzungen sichern zu können. Die Konferenz von Singapur ist somit als Fortsetzung der in Wellington unter Ausschluß der Oeffentlichkeit geführten Militärgespräche aufzufassen. Sie ist aber gleichzeitig das Gegenstück zu der diplomatischen Betriebsamkeit, die zur Zeit in London herrscht und die darauf abzielt,eine „Front" gegen die autoritären Staaten aufzurichten. Was im Westen die englische Garantiepsychose für Deutschland und Italien bedeutet, ist im Osten das Zusammengehen zwischen England, Frankreich, Australien und Neuseeland für Japan. An beiden Punkten soll der Versuch unternommen werden, auf die autoritären Staaten durch Einkreisung einen Druck auszuüben. Bemerkenswert ist lediglich, daß London es bisher verstanden hat, seine militärischen Vorbereitungen im Fernen Osten mehr geheim zu halten als seine diplomatischen Manöver in Europa. Die Ursache für diese Taktik ist offensichtlich darin zu suchen, daß man es möglichst vermeiden möchte, die Japaner im gleichen Augenblick vor den Kopf zu stoßen wie Deutschland und Italien. Wahrscheinlich würden in einem solchen Falle die in diesen Tagen in Tokio beginnenden englisch-japanischen Gespräche zur Klärung der Frage von Tientsin noch weniger Erfolg haben, als ihnen ohnehin von japanischer Seite zugesprochen wird. belassen. _ Der Wunsch Englands, die Vereinigten Staaten von Nordamerika in eine fernöstliche strategische Front einzugliedern, ist nicht neu. Zum letztenmal wurde er ausgesprochen, als in Wellington, der Hauptstadt Neuseelands, auf die. Initiative des neuseeländischen Ministerpräsidenten Savage eine Wehrkonferenz abgehalten wurde, an der Vertreter Englands, Australiens, der englischen Südsee-Jnseln und Neuseelands teilnahmen. Zweck auch dieser Konferenz war es, die London im Fernen Osten a b st e r b e n zu lassen. Dor dem Weltkriege hatte Danzig als Tor des gesamten Weichselgebietes die natürliche Funktion, den Warenverkehr zwischen dem russisch-polnischen < und ostdeutschen Binnenland einerseits und dem Ausland sowie den übrigen deutschen Seehäfen anderseits zu vermitteln. Im Danziger Hafen, wo noch heute die großen Getreidespeicher gegenüber dem Krantor und die ausgedehnten Lagerschuppen von jener Blütezeit erzählen, wurden die von der See kommenden Güter gelöscht, gelagert und dann auf dem billigen Wasserweg der Weichsel ins Hinterland transportiert. Es wurden hier ober auch die Produkte des großen agrarischen Hinterlandes — Getreide, Holz und sogar die Zuckerrübenernte der Ukraine — von deutschen Firmen . durchgeschleust gehandelt, transportiert und in manchen Fällen verarbeitet. Diese Aufgabe Danzigs als größter Umschlagsplatz des mittleren Ostens war so offenbar, daß selbst die Versailler Friedensmacher bei der Schaffung des Freistaates den Polen die Verpflichtung auferlegen mußten, den Danziger Hafen für ihren Wirtschaftsverkehr vollkommen auszunutzen. Tatsächlich reicht auch der Danziger Hafen, der eine Umschlagskapazität von 15 Millionen Tonnen jährlich besitzt, vollkommen aus, um den ganzen seewärtigen Handel Polens mühelos zu bewältigen. Aber die Polen kümmerten sich nicht um die Versailler Vorschriften. Sie bauten 15 Kilometer von Danzig entfernt in Gdingen einen eigenen Hafen, der sich dann durch mannigfache Bevorzugung der staatlichen Warschauer Stellen zu einer immer stärkenden Konkurrenz gegenüber Danzig auswuchs. Um dieser Entwicklung zu begegnen, hat die Danziger nationalsozialistische Regierung im September 1933 e i n U e b e r e i n k o-m m e n mit Warschau getroffen, wonach beide Häfen zu gleichen Teilen sowohl mengen- als auch wertmäßig an dem seewärtigen Handel Polens beteiligt sein sollen. Aber auch das war vergebliche Liebesmühe, denn die Polen kümerten sich einfach nicht um das Abkommen, sondern fuhren in der Bevorzugung von Gdingen fort. Wenn man die Polen aus diesen Vertragsbruch einmal hinweist, dann antworten jie; daß doch h i n- s i ch t l i ch d e r M e n g e der umgeschlagenen Guter zu bringen. Ein hierzu gegründeter „Wehr • bund ", an dessen Spitze der „ W e h r r a t " steht, oll die Gewähr dafür leisten. Als erste Amtshandlung sandte dieser Wehrrat nach London die Anregung, die englischen Fidschi-Inseln zu einem" Flugzeugstützpunkt auszubauen. Die zweite Anregung war die, daß die englische Diplomatie versuchen solle, Frankreich in diesen Wshrbund einzubeziehen. Die französischen Südseebesitzungen mit Neu-Kaledonien an der Spitze bilden nach Ansicht des Wehrrates ein wesentliches Glied in der fernöstlichen Verteidigungskette, zumal sie zwischen Austtalien und den Fidschi-Inseln liegen. Nach dem „durchaus befriedigenden Verlauf" der Konferenz von Singapur will man in London wissen, daß die französische Regierung keine Bedenken mehr gegen die Erfüllung der englischen Wünsche hinsichtlich der Südseebesitzungen hat. Weniger durchsichtig ist die Haltung, die die holländische Regierung zu den Anregungen Englands eingenommen hat, dem Wehrbund im südlichen Teil des Stillen Ozeans beizutreten. London hofft allerdings, daß Holland im Falle eines fernöstlichen Krieges „im eigenen Interesse" auf der englisch-französischen Deutschland" entgegen. Soviel wissen auch die Bauernsöhne aus den entlegensten Dörfern des Balkan geb irges, daß das große Land weit oben im Norden hinter der Donau ein Freundesland ist. Unsere Besichtigungsfahrt ist wie ein Korso durch glückliche Auen. Dreißig Kilometer lang und sechs Meter hoch ist der große Donaudeich, den die Arbeitspflichtigen bei Beteiligung von «ahrlick 2500 Mann errichtet und so Bulgarien 17 oOO Hektar fruchtbarsten Ackerbodens gewonnen haben. Es ist bewundernswert, welche gewaltigen Anstrengungen der durch dos Diktat von Neuilly so stark eingeschränkte Staat gemacht hat und noch macht, um aus sich selbst heraus die Wunden der drei Kriege zu heilen, sich selbst^von der Hilfe der vielgerühmten internationalen Solidarität, die den verarmten und ruinierten Völkern zu Hilfe kommen sollte, freizumachen. Zwei Tage später nahm T i t s ch a zwanzig Kilometer von Varna, am Schwarzen Meer, uns gastlich auf. Hier sind wir mitten in den gewaltigen Urwäldern Nordostbulgariens, mitten in einem der wichtigsten Produktionsgebiete des Arbeitsdienstes. Titscha ist im Gegensatz zu den anderen Arbeitslagern, wo hauptsächlich Wege- und Eisenbahnbau das Arbeitsgebiet darstellt, das ganze Jahr-über in Betrieb. Forstwirtschaft und Holzindustrie in ganz großem Maßftabe. Schmalspurbahnen führen den Fabriken das schier unerschöpfliche, hochwertige Holzmaterial zu. Eine gründliche Durchforstung war hoch an der 3eit. Immer aber hatten dem verarmten Lande Mittel und Hilfskräfte gefehlt, bis der Arbeitsdienst wie auch auf so vielen anderen Gebieten als Retter Einrichtung des Arbeitsdienstes fein Land in doppelter Beziehung geradezu gerettet z>i haben. Ende 1920 hatte Bulgarien 14 OCX) Kilometer Straßen. Gebraucht wurden 75 000! Für die Länge der Eisenbahnlinien war eine doppelte Ausdehnung erforderlich, um auch nur einigermaßen den wirtschaftlichen Bedürfnissen des Landes zu entsprechen. Was innerhalb der'letzten Jahre geschaffen wurde, ist gewaltig. Wohin man reift durch das Land, überall sieht man großzügig und zweckvoll errichtete Neuanlagen. Ausgezeichnete Straßen, Wege, Brücken, Flußdämme, Bewässerungsanlagen und Trockenlegungen von Sümpfen. Und überall prangt, eingemeißelt in Stein, die stolze Aufschrift: „21 r b e i t 'für Bulgarien!" Der bulgarische Ministerpräsident auf deutschem Boden. Berlin, 4. Juli. (DNB.) Am Dienstagabend trafen der Königlich Bulgarische Ministerpräsident und Minister des Aeußeren Ksosseiwanoff und Frau nebst Begleitung aus ihrer Fahrt zum Staatsbesuch in der Reichshauptstadt an der deutschen Grenze in R 0 senbach ein, wo sie v 0 m deutschen Ehrendienst in Gegenwart des Königlich Bulgarischen Gesandten in Berlin begrüßt wurden Nachdem Ministerpräsident Kjosseiwanoff die auf dem Bahnsteig angetretene Ehrenkompanie abgeschritten hatte, setzten die bulgarischen Gaste im deutschen Sonderzug ihre Fahrt fort. und Helfer einsetzte. Die Offiziere, an der Spitze der Kommandeur, der Ingenieur, der Arzt — eine ganze Kommission stellt sich uns zur Verfügung.^Zuerst die Parke t t f a b r i k l Täglich werden hier etwa 300 qm hergestellt. Hauptabnehmer ist der Staat, Private kommen dazu, und die Produktion kann die Besteller trotz Tag- und Nachtschicht kaum schnell genug befriedigen. Es fehlt an Maschinen, um alle Leute gleichzeitig zu beschäftigen. Man muß sich behelfen. Für die Dompftrockenanlage hat der Ingenieur eine vorsintflutliche Lokomotive verwendet. „Das Fahrgestell abmontiert, ober das Herz puppert noch", sagt er lachend. „Die Deutschen sind die Meister mit Maschinen, wir aber sind die Meister ohne Maschinen." Er hat recht. Zum «chluß besichtigen wir die Tischlerei, die stell- macherei und die große Halle, in der ma'sen- weise Türen und Fensterrahmen für Bulgariens Schulhäufer hergestellt werden. Dicht bei dicht hängen hier auch ganze Regimenter von Schiern. Sechstausend stück sind für dos Militär bestellt, und die Sportgeschäste haben sich als ständige Abnehmer angeschlossen. „So haben wir uns vom teuren Import freigemacht und erholten uns wertvolle Devisen." Man muß sich ein wenig die Vergongeiihelt des bulgarischen Volkes in die Erinnerung zuruckrufen. die 5 00 Jahre türkischer Gewaltherrschaft, die nichts anderes kannte, als das Land auszusaugen und jede Eigenentwicklung zu unterdrücken. Was in den rund 60 Jahren seit der Befreiung vom Türkenjoch geschaffen wurde, ist bewundernswert. Aber neue Kriegsjahre zerstörten von 1912 bis 1918 das mit Fleiß und Tatkraft begonnene Aufbauwerk. Das Diktat von Neuilly, Bulgariens „Versailles", nahm nicht nur einen beträchtliche Teil feines Londes, es nahm ihm _ genau wie uns Deutschen — sein Volksheer, ferne Wehrpflicht. Es konnte ihm aber eines nicht nehmen- das tief in Bulgarien verwurzelte Dienftpflicht- gefühlt. Der Bulgare ist als ein begeisterter Patriot. als ein guter Soldat bekannt. Die Dienft- williakeit .gegenüber dem Staat muß erhalten bleiben, und es ist das große Verdienst Alexander : Stamulinskis, des Bauernführers, mtt..der „Arbeit für Bulgarien." Erlebnisse in bulgarischen Arbeitsdienstlagern. - Blühendes Neuland aus LleberschwemmungSgebiet. Don Charlotte Kühl von Kalckstein. Englische Strategie im Stillen Ozean Don unserem 71. Ts.-Korrespondenien. Die am 22.Juni in Singapur begonnenen englisch-französischen M i li t ä r b e s p r e- chungen sind am 29. Juni abgeschlossen worden, I ohne daß die Oeffentlichkeit Genaueres über das i Ergebnis erfahren hat. Ministerpräsident Cham- . berloin konnte vierundzwanzig Stunden nach Abschluß der Gespräche im Unterhaus nur erklären, : daß Singapur „sehr zufriedenstellende Ergebnisse" । gezeitigt Hobe. Er weigerte sich mitzutellen, worin die Ergebnisse im einzelnen bestehen. Es bleibt daher nichts anderes übrig, als sich aus den seit geraumer Zeit nur tropfenweise gemachten Andeu- ' jungen halbamtlicher Stellen ein Bild über den irweck der Konferenz von Singapur zu entwerfen. Zweifellos verfolgte London mit diesem intimen englisch-französischen Gedankenaustausch drei Absichten: Erstens sollen die englischen und französischen Streitkräfte im Fernen Osten im Kriegsfälle unter ein Kommando gestellt werden. Zweitens wollte man Vorkehrungen treffen, um gegebenenfalls der japanischen Flottenüberlegenheit im Stillen Ozean entgegentreten zu können. Drittens dachte man an den Schutz Hongkongs, das durch die fortschreitende Konsolidierung der japanischen Stellungen in China in wachsendem Maße unter Druck gesetzt wird und im Falle kriegerischer Verwicklungen der erste Ansatzpunkt des japanischen Hebels sein mußte. Wenn diese von amtlicher englischer Seite niemals dementierte oder bestätigte Programm - Ordnung stimmt, ist die Konferenz von Singapur für bte englischen Interessen im Fernen Osten in der Tat ein wichtiges Ereignis gewesen, vorausgesetzt allerdings daß die Gespräche den Verlauf genommen haben, den Chamberlain in feiner spärlichen Antwort andeutete. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die englischen und französischen Streitkräfte im Fernen Osten im gegebenen Falle d i e Zusammenfassung erfahren würden, die man tn den jüngsten Militärgesprächen hat zustande bringen wollen. Diese Gespräche schwebten nicht in einem leeren Raum, sie wurden vielmehr überschattet von den letzten Ereignissen in Tientsin, Swatau und anderen chinesischen Küstepstödten, die seit einigen Tagen japanische Garnisonen in ihren Mauern sehen. Der englische Verhandlungspartner in Singapur konnte aus diesem Grunde den französischen Gegenüber unter einen gewissen Druck setzen und damit die Annahme seiner Wünsche forcieren. Daß die Abmachungen von Singapur einzig und allein im Hinblick auf den japanischen Einfluß im Stillen Ozean getroffen wurden, geht nicht nur aus der Erörterung des Flottenverhältnisses in diesem strategischen Großraum hervor, sondern auch aus der Wahl Singapurs als Sitz eines etwaigen gemeinsamen Oberkommandos. Der im Jahre 1937 begonnene Ausbau dieser englischen Fernost- Festung kann heute als nahezu abgeschlossen gelten. Sie ist nach englischer Ansicht weitaus sicherer als Hongkong, dessen Hinterland heute nicht mehr so wenig strategische Ungewißheiten in sich birgt, wie das noch vor Ausbruch des japanisch-chinesischen Konfliktes der Fall war. Bemerkenswert waren die Bemühungen, bte zur Zeit der Verhanblungen von Singapur in Lonbon an gestellt mürben, um Hollanb unb ben Vereinigten Staaten bie Notwenbigkeit eines Beitritts zu der englisch-französischen Front tm Fernen Osten klarzumachen. Man operierte mit Htm weisen, wonach roeber Niederländisch-Jndien, noch bie amerikanischen Philippinen im Falle kriegerischer Verwicklungen vor Angriffen ber japanischen Flotte sicher seien unb bemühte sich barüber hinaus, auch Siam von ber Notwendigkeit eines Zusammengehens mit England zu überzeugen. Wie weit man in dem letzten Fall bisher Erfolg gehabt hat, zeigt bas einbeutige siamesische Dementi. Was jedoch bie Vereinigten Staaten anbetrifft, fo_ sieht man es in Lonbon als gutes Zeichen an, baß sich Washington erst kürzlich dazu entschlossen hat, seine starken Flotteneinheiten im Stillen Ozean für ein weiteres Jahr in ben Philippinen-Gewässern zu „Daß uns eine Dame besucht hat, noch dazu , eine Reichsbeutsche, nein, bas haben wir allerdings ; noch nicht erlebt." Wir sitzer, zehn Herren, darunter ( die Aerzte von der Kontrollkommission und ich, an ; einem schmalen, wackeligen Tisch im Offizierskasino. : Es ist ein niedriger, weißgetünchter Raum, ehemals ■ bie Schulstube dieses kleinen, fernen, bulgarischen ■ Dorfes am Ufer ber Donau. Der Kommanbeur ist telephonisch in einem entlegenen Ort seines aus- gebehnten Bezirks von bem geplanten Besuch ber deutschen Journalistin benachrichtigt worden unb gleichzeitig mit uns hier eingetroffen. Stundenlang finb wir mit bem Wagen gefahren, zuerst bie Bit hinunter an altbulgarischen Dörfern unb neuen mazedonischen Siedlungen vorbei, bis ein frischer Wind bie Nähe ber Donau anfünbigte. Die Hänge unb Ebenen waren bicht übersät mit Päonien. Bauernjungen bewarfen uns mit biefer leuchtenben Fülle, so daß unser Wagen ausjah, als begäbe er sich zu einem Blumenkorso. Selbstverständlich sprachen wir von M a ck e n f e n ! Der Kommanbeur war begeisterter Führer eines Kavallerie-Regiments im Europäischen Krieg. „O, ein feiner Mann, ein ganz großer!" Unb er erzählt eine Kriegsepisode nach ber anderen. Die Ordonnanz bringt das Essen. Aluminiumnäpfe unb blecherne Eßlöffel. Die Mahlzeit der „Trubowaks", ber Arbeitsbien ft pflichtig e n. Echt bulgarische Bohnensuppe mit Reis. Ein gutes Stück Fleisch barin. Reichlich mit Paprika versehen. Für ben Dürft ist mit einer Riesen- emaillewaschkanne voll „Tschervino vino , bem roten reinen Landwein, gut vorgesorgt. Während wir noch essen, sammeln sich aus bem dörflichen Kirchplatz bie großen Zuge der Trudo- waks zum Nachmittagsdienst. Vor brei Tagen erst finb sie eingezogen zu einer Dienstzeit von acht Monaten. Unb als wir in bie Sonne hinaustreten, schwenken sie in Reih und Glied zu ben neugewonnenen Donauwiesen hinunter. Hundert und mehr junge Bauern mit ihrer braunen Mütze unb bem kurzen Schafpelz stehen abseits unb schnüren ihre primitiven Holzkoffer zusammen. „Die Z u ruck- a e st e l l t e n , die mir heute bei ber dritten unb letzten Musterung ausgesiebt haben. Kränkliche unb Schwache" Der Arzt, ber, wie so viele hier in Bulgarien, in Deutschland studiert hat, gibt uns m , ausgezeichnetem Deutsch aufschlußreiche Erklärungen „Früher war jeder Entlassene froh. Jetzt aber i ist der Gedanke ber Dienstpflicht so tief in bas , Volksbewußtsein eingebrungen, daß der Abgewie- jene sich geradezu deklassiert vorkommt. Oft wollen - - ■ * * <*«•»—c xa, Monate noch unb genug! Wollen Sie unsere Trubowaks beim Exerzieren besuchen?" Wir folgen dem Oberst, der nach> Kavalleristenart seine Reitpeitsche spielerisch durch die Lust faulen IM. Schon non fern t>ernef)men wir ununterbrochen Sommanborufe. Die Unkrostiziere drillen Zehn Tage ber militärischen Eingewöhnung. ehe ber eigentliche Arbeilsbienst beginnt. ..Rechts um! Links nm!" Wie auf preußischen Ka- semenhösen. Nur baß jeder sich seine Besehle selber uralt indem er sie gleichzeitig aussuhrt. Dann schreiten mir (jawohl „mir", denn auch ich, eine Frau, bin dabei) die Front ab, und aus m-elen bun= bert Kehlen ruft man uns em 0 ch lebe Oer Kamps um das Weichseltor. Die Bank von Danzig hat den Transfer für ben Zins- unb Zahlungsdienst der Danziger Ausländsanleihen bis auf weiteres gesperrt, unb außerdem beschlossen, keine freien Devisen für Zahlung des Kapitalverkehrs nach dem Ausland mehr zur Verfügung zu stellen, da infolge ber polnischen Strangulierungspolitik das Devifen- aufkommen der Danziger Wirtschaft sowohl aus dem Hafenumschlag als auch aus dem Export nach Polen immer geringer beworben ist. Die Forderung der Rückkehr Danzigs ins Reich wirb bekanntlich von den Warschauer Politikern deswegen abgelehnt, weil es angeblich für Polen lebenswichtig fei, daß das Mündungsgebiet der Weichsel unb damit die freie Stadt Danzig unter ausschließlich polnische Kontrolle gestellt werde. Zur Stützung der polnischen Ansprüche wird weiterhin behauptet, daß Danzig und Gdingen zwei durchaus gleichberechtigte Häfen für Polen bildeten. Ja, man spricht, in ber polnischen Presse sogar von der treuhänderischen Aufgabe, bie Polen zum Wohle ber Danziger Bevölkerung erfüllt hätte, unb die demokratische Hetzjournaille weiß in ihrem Heb er eifer sogar zu berichten, daß Danzig sich unter polnischer Herrschaft wirtschaftlich besser stehen werde als unter der Oberhoheit des Reiches. Wie lügenhaft dieses ganze Geschwätz ist, beweist nicht nur die jetzige Notmaßnahme der Bank von Danzig, sondern auch die ganze verhängnisvolle Entwicklung des Danziger Wirtschaftslebens seit bem Weltkriege. Polen hat in diesen zwanzig Jahren nichts unversucht gelassen, um bas Danziger Wirtschaftsleben und insbesondere den Danziger Hafen allmählich zur Verfügung ft-henben Streitkräfte z u I_° m m e n- '^^waks nach Ablauf ber acht zuf affen, um eine möglichst groye schlagkräftig bleiben." Wer hatte bisher täglich zur .....nitrh die dieser Stimmten Stunde sein kräftiges warmes Mittagessen^ Es ist im allgemeinen sehr arm, das Bauer v- völk und gekochtes Essen ist bei ihm eine Seltenheit. Ein Kilo Brot, eine Handvoll Zwiebeln — Oie Paktverhandlungen mit Moskau erneut in -er Schwebe. kaum ein Unterschied zwischen Danzig und Gdingen bestehe. Tatsächlich wurden 1938 in Gdingen 9,17 und in Danzig 7,13 Millionen Tonnen umgeschlagen. Aber entscheidend für das wirtschaftliche Gedeihen eines Hafenplatzes sind nicht die Mengenzahlen, sondern vor allem die Wertzahlen. Und in dieser Hinsicht ist eine geradezu vernichtende Beeinträchtigung des Danziger Hafens festzustellen, denn während im Jahre 1938 über Gdingen für 1183 Millionen Gulden um geschlagen wurden, waren es im gleichen Zeitraum für Danzig nur 375 Millionen Gulden. Polen führte 1938 98 000 Tonnen Baumwolle ein, wovon ganze 319 Tonnen auf Danzig und der riesengroße Rest aus Gdingen entfielen. Die planmäßige Vernichtung und Blockierung des Danziger Wirtschaftslebens geht aus diesen Ziffern eindeutig hervor. Das traurige Ergebnis wurde von den Polen dadurch erreicht, daß sie das hochwertig Stückgut fast ausschließlich aus dem Eisenbahnwege über Gdingen leiteten, während der Umschlag der Massengüter wie Kohle, Holz und Erz, bei denen die Verdienstmöglichkeiten nur gering sind, gnädigst den Danziger Kaufleuten und Reedern überlassen blieb. Aber selbst die Beförderung und die Verschiffung von Holz und Kohlen wird neuerdings den Danziger Unternehmungen entrissen und mehr und mehr dem Gdinger Hafen übertragen. Ebenso planmäßig, wie Polen den Danziger Hafen und die Danziger Wirtschaft lahmgelegt hat, hat es auch die Verkehrs st raße vernachlässigt, welche die natürliche Verbindung zwischen Danzig und seinem Hinterlande bildet — nämlich d i e Weichsel. Man hat den Strom in keiner Weise ausgebaut, sondern das Flußbett ruhig versanden lassen. Die Folge davon ist, daß dieser Wasserverkehrsweg nur noch am Unterlauf der Weichsel brauchbar ist, während gleichzeitig die polnischen Eisenbahnstrecken van Oberschlesien und Warschau nach Gdingen unter ungeheuren Kosten ausgebaut und mit dem höchst unwirtschaftlichen Transport von Mafsenverkehrsgütern belastet wurden. An allen diesen Vorgängen zeigt sich eindeutig, daß Polen ein lebenswichtiges Interesse an Danzig überhaupt nicht besitzt. H. Ev. Oer Kardinalfehler. Chamberlain hat im Unterhaus gesagt, daß die englische Regierung ,-die polnische Haltung sehr zu würdigen weiß". Die englische Presse hat mitten in ihrer Panikmache vom letzten Wochenende mit allen Mitteln daran gearbeitet, das eigene englische Publi- tum van dem überragenden Wert der gegenwärtigen verfassungsrechtlichen Statuts Danzigs und der Gestaltung der polnischen Grenze zu überzeugen. Durch viele Jahre haben nämlich die Engländer von ihrer eigenen Presse das Gegenteil gehört. Der Südafrikaner General S m u t s hatte schon am 22. Mai 1919 „die ungebührliche Vergrößerung Polen" als einen „politischen Kardinalfehler" bezeichnet, der sich in der Geschichte noch rächen und zu einer ./schrecklichen Ernüchterung und E n t t ä u s ch u n g" führen werde. In dieser Denkschrift heißt es: „Das neue Polen wird Millionen von Deutschen (und Russen) einschließen und Gebiete, die eine deutsche * (oder russische) Bevölkerung haben. Es ist mit Bestimmtheit anzunehmen, daß sowohl Deutschland wie Rußland wieder große Mächte werden und daß das zwischen ihnen eingeklemmte Polen nur mit ihrer Zustimmung bestehen kann ... Ich glaube, wir errichten ein Kartenhaus. Und im Hinblick auf diese und viele andere Erwägungen würde ich die Grenzen von Polen, als im Vertrage provisorisch geregelt, revidieren, Oberschlesien und alles wirklich deutsche Gebiet bei Deutschland zu lassen, die Grenzen der Freien Stadt Danzig enger zu ziehen und sie — anstatt, wie wir es vorschlagen, sie unter die Oberhoheit von Polen zu stellen —, unter der Oberhoheit von Deutschland lassen mit einer Verwaltung unter dem Völkerbund. Ich glaube, die beiden politischen Kardinalfehler dieses Vertrages find die lange Besetzung des Rheins und die Vergrößerung von Polen, die über alles, was wir während des Krieges beabsichtigt haben, weit hinausgehen. In diesen beiden Fehlern steckt eine Fülle von Bedrohungen für den künftigen Frieden von Europa." Diese Worte brauchen keine Erläuterung. Es genügt, die Engländer einzuladen, sich und ihre heutige Politik im Spiegel dieser Ausführungen zu sehen. Dr. Ho. Alle Sensationen blieben ans. Deutschland rüstet für die Sommerferien. Paris, 4. Juli. (Europapreß.) Nachdem über das Wochenende in der französischen Presse eine beunruhigende Stimmungsmache gegen Deutschland mit allen möglichen Alarmmeldungen und Lügen- parolen geschürt worden war, müssen die Blätter heute eingestehen, daß all die angekündigten .Sensationen' ausgeblieben sind und das Leben in Deutschland seinen gewohmen Gang nimmt. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang sind die Feststellungen, die das sonst wenig deutschfreundliche „Ordre" in einem Bericht über die Lage im Reich macht. In dem Bericht heißt es, die ruhige Stimmung in Deutschland stehe in krassem Gegensatz zu der Psychose in anderen Ländern. „Alles nimmt in Deutschland seinen normalen Verlauf. Die Reise - Agenturen sind voll von Leuten, die in die Ferien fah- r e n wollen." Niemand habe sein Ferien-Programm geändert, stellt das Blatt weiter fest, und alles vollziehe sich nach vorgesehenem Programm. Völkerbundskommissar Burckhardt gegen preffelügen. London, 4. Juli. (DNB.) Einern Reuter-Vertreter in Danzig hat der Völkerbundskommissar Dr. Burckhardt erklärt, daß man alle Bemühungen mache, um den Frieden ciufrechtzuerhalten. Dr. Burckhardt unterstrich dabei besonders die Gefahr falscher Presseberichte, die ein verzerrtes Bild von den Vorgängen in Danzig geben. Außerdem wird in dem Reuter-Bericht aus Danzig bestätigt, daß Danzig nach außen hin o ö l - l> 6 ruhig wirke. Den Anlaß zu den Gerüchten habe ein Artikel eines polnischen Provinzialblattes gegeben, wonach Polen ein polnisches Freikorps gegen Danzig aufstellen wolle. Ein perjönlicheS Geschenk Francos für den Führer. Berlin, 4.Juli. (DNB.) Der Führer emp- sing in der Neuen Reichskanzlei den spanischen Botschafter Marqu^z de Magaz, der ihm als persönliches Geschenk des Staatschefs Spaniens, Generalissimus Fra.nco, drei Bilder des fpa- London, 5. Juli. (DNB. Funkspruch.) Nachdem optimistische Meldungen, daß die Unterzeichnung des englisch-sowjetrussischen Paktes in Sicht sei, durch das Bekanntwerden neuer sowjetrussischer Einwände als unbegründet sich herausgestellt haben, ist die Londoner Mittwochpresse ziemlich betreten. Man teilt mit, daß die Sowjets Fragen aufgeworfen haben, die in den ursprünglichen Verhandlungen überhaupt nicht berührt waren und daß damit die gesamten Paktverhandlungen erneut in einen Schwebezustand gebracht worden sind. Den Kommentaren der Blätter läßt sich entnehmen, daß die britische Regierung der Gefahr eines Zusammenbruches der Verhandlungen nur dadurch entkommen zu können glaubt, daß sie den Sowjets nunmehr die sofortige Unterzeichnung eines Dreierbeistandspaktes für den Fall eines direkten Angriffes auf eine der drei Vertragsmächte vor- chlägt, um dann zu versuchen, zusammen mit Frankreich die kleineren Staaten, die sich gegen eine owjetrussische Garantie ausgesprochen haben, von ihrer ablehnenden Haltung abzubringen. Ein Leitartikel der „Time s" enthält eine Reihe von bitteren Eingeständnissen. „Es kann natürlich nicht bestritten werden", gibt das Blatt zu, „daß die allgemeinen Auffassungen der englischen und owjetrussischen Regierung bei weitem nicht identisch sind." Die „Times" schreibt weiter, Holland und die Schweiz wollten nie« Riga, 4. Juli. (Europapreß.) Nachdem die lettische halbamtliche „Brihwa Zeme" bereits am Montag eine bemerkenswerte Absage an England und Frankreich veröffentlicht hat, wendet sich das Blatt am Dienstag in scharfer Form erneut gegen jene Staaten, die den baltischen Staaten gewisse Garantien aufdrängen wollen. Die baltischen Staaten, die mit gespannter Aufmerksamkeit den Verhandlungen des Auslandes folgen — da die Dinge sich ja um ihre Sicherheit drehen und sie wissen wollen, wie andere hierüber denken — haben in dieser Zeit viel zulernen können. Eine der wichtigsten Lehren ist das Bewußtsein, daß sehr einflußreiche Kreise in den Staaten, die die Verhandlungen führen, ohne viel Gewissens- bisse dazu bereit sind, die Selbständigkeit der kleinen Staaten und deren Sicherheit aus Gründen ihrer machtpolitischen Berechnungen zu opfern. Was würden diese Herren aber sagen, wenn die Presse der baltischen Staaten den Gedanken propagieren würde, daß der Sicherheit Europas mit einer Rückgabe der Kolonien bedeutend besser gedient wäre als mit einer Garatztierung? Was käme dabei heraus, wenn unsere Unabhängigkeit noch garantiert werden müßte. Dann könnten wir ja eines Danzig, 4. Juli. (DNB.) Unter der Aufforderung: „Herr Chamberlain, holen Sie Ihre Informationen über Danzig vom britischen Konsulat in Danzig und nicht von der polnischen Botschaft in London!" schreibt der „Danziger Vorposten". Chamberlain hat gestern erklärt, ihm zugegangene zuverlässige Berichte wiesen darauf hin, daß große und steigende Zahlen deutscher Staatsbürger offensichtlich als Touristen und steigende Zahlen reichsdeutschen Militärs offensichtlich als Touristen getarnt eingetroffen seien. Diese Behauptung ist unwahr. Sie ist genau fo in Warschau erfunden, wie der angebliche Wochenendputsch, mit dem sich das englische Kabinett durch seine vorgesehene Notsitzung am Sonntag bereits hinreichend blamiert hat. Die englischen Politiker würden klug daran tun, in der Unterrichtung über Ereignisse im Zusammenhang mit dem deutsch-polnischen Gegensatz nicht einseitig auf Warschau zu hören. Wir sind in der Lage, ausdrücklich zu dementieren, daß sich reichsdeutsche Soldaten, Angehörige der deutschen Wehrmacht, reichsdeutscher Staatsangehörigkeit auf Danziger Boden befinden. Sie sind überhaupt nicht da, weder als in Danziger Uniform gesteckte Polizisten noch als zivile Touristen. Wir glauben, daß es zweckdienlich ist, wenn die britische Regierung eine direkte Auskunft b e i ihrer konsularischen Vertretung in D a n z i g einholt. Ein ausmürtig'r Besucher Danzigs, der in der Lage ist, die Situation dieses Somnischen Malers I. Zuloaga überbrachte. Das eine Bild stellt einen spanischen Bauern in einer Landschaft dar, die beiden anderen Spanierinnen in ihrer Nationaltracht. Der Führer nahm die Gabe des Caudillo mit herzlichen Worten des Dankes entgegen. Eine Ehrenformation der -Leibstandarte erwies dem spanischen Botschafter im Ehrenhof der Neuen Reichskanzlei bei der An- und Abfahrt Ehrenbezeigungen. Die Regierungskrisis in Holland Amsterdain , 4. Juli. (Europapreß.) Der mit der Neubildung der holländischen Regierung beauftragte bisherige Ministerpräsident (folijn hatte eine Audienz bei der Königin. Später hat er die Fraktionsführer der sechs großen politischen Parteien zu einer Besprechung gebeten. Die bisherigen Verhandlungen Colijns sollen nur informatorischer Natur gewesen sein. Aus den holländischen Zeitungen, vor allem den römisch-katholischen, ist jedoch zu entnehmen, daß die Versuche für eine Regierungsbildung auf breiter Grundlage oder sogar auf überparteilicher Basis am Widerstand d e'r Römisch-Katholischen Staatspartei gescheitert sind. Aus der langen Dauer der Audienz Colijns bei der Königin will man schließen können, daß er feine Bemühungen noch nicht aufgegeben bat. Inzwischen wird aber die holländische Öffentlichkeit ungeduldig. Der „Telegraaf" verlangt eine unbedingte Lösung der Regierungskrise in den nächsten Tagen, in der Form eines neuen Kabinetts Colijn. Dieser sei, der einzige Staatsmann, der in dieser hochpolitischen Zeit zur Führung der holländischen Staatsgeschäfte geeignet fei. — Slucf) der „Nieuvo Rotterdomsche Courant" verlangt im Interesse der Landesverteidigung eine Zurück» mals gegen ihren Willen einbezogen werden, und die baltischen St a a t e n , namentlich Finnland, erklärten, sie wünschten unter keinen Umständen eine Garantie durch Sowjetrußland. Aus dem augenblicklichen Stand der Dinge ergebe sich die Notwendigkeit — mit diesem Schluß folgt die „Times" anscheinend einer amtlichen Inspiration —, daß d i e drei Mächte wenigstens den gegenseitigen Beistandspakt unterzeichneten, auf den sie sich im Prinzip geeinigt hätten und der im Grude schon durch bas Fortbestehen, des französisch - sowset- russischen Bündnisvertrages vorhanden fei. Der englischen Diplomatie werde es dann vorbehalten bleiben, die baltischen Staaten zu einer Einwilligung zu bewegen. Je langwieriger und schwieriger sich die englischsowjetrussischen Verhandlungen gestalten, um so intensiver wird die Agitation für einen Eintritt Churchills ins Kabinett. „Daily Expreß" meint, nachdem sich die Regierung einmal in Bündnisverhandlungen mit Moskau eingelassen herbe, solle sie sich auch mit dem Mann einlassen, der sie in dieses Bündnis h i n e i n g e t r i e b e n habe. Wenn dieser Bündnispolitik irgendein Verdienst zukomme, so sollte man Churchill daran teil.n e'hmen lassen, ihn aber auch d i e Verantwortung mittragen lassen, indem man ihn sofort in das Kabinett einbeziehe. stellung der engen Parteigegensätze zugunsten einer möglichst arbeitsfähigen Regierung. Bauernstreik in Belgien. Brüssel, 5. Juli. (Europapreß.) Ein durch die „Bauernfront" eingeleiteter Milch- und Blut- terstreik führt zu Zwischenfällen. So wurden in H a s s e 11 drei Mitglieder der „Bauernfront" verhaftet, die auf dem Markt die Bauern mit Gewalt daran gehindert hatten, Butter und Eier zu verkaufen. In der Presse wird die Regierung beschuldigt, nichts Ernsthaftes unternommen zu haben obwohl bereits im vorigen Jahre die Ueberproduk- tion an Milch zu Absatzschwierigkeiten gefiihrt hatte. Der Bauernstreik, bei dem es sich in der Hauptsache um Differenzen zwischen den Erzeugern und den Zwischenhändlern handelt, hat auch eine politische Seite. Derpi die Leiter des unter klerikaler Herrschaft stehenden „Bauernbundes" fürchten die Rivalität der „B a u e r n f r o n t", der viele radikale flämische Elemente angehören. Da sich ein Teil der Molkereien, denen eine zu große Der- dienstspanne vorgeworfen wird, in der Hand des „Bauernbundes" befindet, nimmt man an, daß dieser seinen Einfluß auf die Regierung geltend macht um zu verhindern, daß die Forderungen der „Bauernfront" erfüllt werden. Fühlungnahme der arabischen Staaten Kairo, 4. Juli. (DNB.) Der Bagdad-Korrespondent der ägyptischen Leitung „Balagh" meldet, daß der irakische Außenminister sich nach Hedschas begeben wird. Er wird dort mit Außenminister Emir Feisal Zusammentreffen. Sollten die Besprechungen positiv verlaufen, werde der irakische Minister anschließend nach Riad rei» Neutralität besser als alle Garantien. Erneute lettische Stellungnahme gegen die Politik der Zwangsgarantien. Gambrrlain sollte sich bester informieren. schönen Tages, wenn diese Garantie widerrufen werden sollte, unsere Unabhängigkeit verlieren. Könnten andere Staaten darüber urteilen, ob wir noch unabhängig sind? Eine Politik der Bündnisse können die kleinen Staaten nicht führen. Ihnen bleibt nur die Neutralität, und seine Neutralität muß ein jeder mit eigener Kraft schützen. Die kann man nicht einseitig garantieren. Wenn diese Neutralität von allen nicht Neutralen anerkannt wird, so ist dies besser als alle Garantie n." Auch die Schweiz will sich heraushalten Bern, 4. Juli. (Europapreß.) Zu der amtlichen holländischen Verlautbarung über den Neutralitätsstandpunkt der Niederlande im Zusammenhang mit den Moskauer Verhandlungen bemerkt der „Berner Bund", in der gleichen Lage wie Holland befinde .sich auch die Schweiz. Von der Schweiz solle in den Moskauer Verhandlungen ebenfalls die Rede gewesen sein. Wie das Blatt dazu vernimmt, sind dem Bundeshaus von keiner Seite amtliche Mitteilungen über derartige Verhandlungen zugegangen. Es liege daher auch für die Schweiz vorläufig kein Anlaß vor, irgend welche Schritte zu unternehmen. mers in Danzig mit der früherer Jahre zu vergleichen, wird höchstens feststellen können, daß gegenwärtig nicht so viel Touristen wie ehemals in Danzig anwesend sind, vor allem weil z. B. auch die englischen Touristenschiffe in diesem Jahre wegen der „bedrohten Lage" ausbleiben. Daß die Danziger Staatsangehörigen, die zu Tausenden in den letzten Jahren im Reich sich Arbeit suchen mußten, weil die Lebensbedingungen in der Freien Stadt, die materielle Existenz der Bevölkerung zu sichern, nicht ausreichend sind, im Sommer ihren Urlaub in der Heimat bei ihren Verwandten verbringen, wird auch den Engländern einleuchtend sein. Und daß von den 30 000 Danzigern, die gegenwärtig im Deutschen Reich leben, viele gerade in dieser Zeit des Kampfes um die Freiheit und um das Recht ihrer Heimat zuhause sein wollen, ist ein Zeichen, mit welcher Geschlossenheit und mit welcher Opferbereitschaft die Danziger Bevölkerung für ihre Forderung „Zurück zum Reich" eintritt. Die Danziger Bevölkerung hat die Drohungen polnischen Militärs und Politiker, Danzig müßte erobert werden, zwar nicht ganz ernst genommen, aber man kann es denjenigen, die über die Sicherheit Danzigs zu wachen haben, nicht verübeln, wenn sie Vorbereitungen für polizeiliche Schutzmaßnahmen treffen. Sich militärisch zu rüsten hat Danzig keine Veranlassung, weil im Ernstfall die reichsdeutschen Garnisonen in dichtester Nähe liegen. Oie englisch organisierte Lüge. In London, Paris und Warschau hat man dem Publikum erzählt, daß am vorigen Sonntag um 15 Uhr „der Putsch" in Danzig stattfinden werde. Nachdem sich diese Meldungen als frecher Schwindel erwiesen haben, warf die „Times" die Frage auf, wie diese Gerüchte überhaupt in Umlauf gelangen konnten. Ein ganz Schlauer hat die Antwort gefunden, diese Falschmeldungen seien in raffiniertester Weise von — deutscher Seite lanciert worden, damit man sich hinterher in Berlin über den Reinfall des Auslandes um so besser luftig machen konnte. Andere Stimmen im ausländischen Blätterwald lauteten jedoch dahin, der Putsch sei nur deshalb ausgeblieben, weil er von der deutschfeindlichen Presse früh genug erkannt und angemeldet war. Nun sind wir also glücklich soweit, daß die Erfindung von Presselügen im Dienste der Kriegshetze eine verdienstvolle Angelegenheit wäre! In Paris nennt man denn auch bereits neue „Termin«". Der 23. Juli und der 27. August — der Spielraum ist also groß genug belassen — sollen zu den „gefährlichen Tagen" gehören, an denen „der Danziger Putsch" endlich losbrechen soll. Wir müssen uns also noch auf einige neue Lügenoffensiven gefaßt machen. Paris und London haben nach ihrer eigenen Meinung „den Frieden gerettet", wenn auch nicht durch eine verständige Politik, sondern durch die Fabrikation von Kriegslügen. Wenn man die Pariser Blätter seit Mitte März durchblättern wollte, so würde man auf eine stattliche Anzahl faustdicker Agitationslügen stoßen, die samt und sonders zur Verdächtigung Deutschlands bestimmt waren. Nicht anders in London. Wie war es doch im M a i 1 9 3 8, als der britische Militärattache in Prag die deutsche Mobilmachung „erfand", dieweil noch Lord Runciman sich bemühte, einen Ausgleich zwischen Deutschen und Tschechen herbei- zuftihren? Diese berühmt gewordene Lüge der englischen Gesandtschaft in Prag brachte damals Europa an den Rand bes Krieges. Auch die Behauptung von einer deutschen Mobilmachung gegen den Korridor, die den Vorwand zur „Garantieerklärung" Englands für Polen lieferte, ist von englischer Seite au gegangen, und wieder war der Urheber ein britischer Militärattache. Neuerdings verbreitet die „Times" die Erfindung von U n» ruhen in der Slowakei. Immer und immer stoßen wir auf die Londoner Fäden, wenn irgendwo eine große politische Lüge auftaucht und über die ganze Welt verbreitet wird. Die „Times" braucht wirklich nicht weit zu suchen, wenn sie die Urheber der gefährlichen Gerüchte des letzten Weekends fefkstellen will. Im englischen Unterhause haben marxistische Abgeordnete behauptet, die Polen hätten in der Krise „Mut und Disziplin" bewiesen. Der Ministerpräsiden Chamberlain hatte es sehr eilig, die polnische Haltung in feiner Erklärung „zu würdigen". Wo mag Herr Chamberlain seine Informationen darüber herhaben? In Deutschland hat er bestimmt keine Erkundigungen eingezogen. Ist der Mord an deutschen Menschen in Polen, ist die Vergewaltigung deutscher Mädchen in Polen, ist die Vertreibung deutscher Arbeiter aus Polen ein Beweis des Mutes? Die Enteignung deutscher Bauern, der Raub an Kirchen und kulturellen Verbänden, die Mißhandlung wehrloser Deutscher, die Schließung ihrer Schulen — i ft das polnische S e l b st - disziplin? Chamberlein ist genau so einseitig unterrichtet wie der britische Rundfunk, der seine Informationen am liebsten aus deutschfeindlichen Quellen schöpft. Dr. Ho. fen und mit Ibn Saud verhandeln. Diese Reise läßt darauf schließen, daß sich die irakische Regierung dem Standpunkt Ibn Sauds nach einem gemeinsamen Vorgehen der arabischen Länder zu eigen gemacht hat. Dieses gemeinsame Vorgehen soll sich a u f S y r i e n und P a l ä st i n a beziehen und auf eine Abwehr der Gefahr, die König Ibn Saud in der Politik der Einkreisungsmächte für die gesamtarabischen Interessen sieht. Statistische Erhebung und Veiriebserhebung der ASDAp. Im Juli findet mit dem Stichtag 1. Juli eine statistische Erhebung der NSDAP, über Parteimitglieder usw. statt. Es gilt, dem Führer und der Führerschaft der NSDAP, ein genaues einwandfreies Bild über den derzeitigen Stand der NSDAP., insbesondere die Zusammensetzung der Parteimitglieder zu vermitteln. Die Erhebung wird in der Art durchgeführt, daß jedes Parteimitglied einen persönlichen Fragebogen auszufüllen hat, der die wichtigsten Angaben über Alter, Kind erzähl, Stellung im Beruf, hauptamtliche und ehrenamtliche Tätigkeit innerhalb der NSDAP., ihrer Gliederungen und angeschlossenen Verbände enthält. Die Zustellung dieser Fragebogen erfolgt über die zuständige Wohn- Ortsgruppe. Jedes Parteimitglied hat darauf zu achten, daß es nur einen Fragebogen aus füllt. Gleichzeitig wird eine Erhebung über sämtliche Betriebe vorgenommen. Mit der Durchführung dieser Fiktion wurde seitens der NSDAP, die Deutsche Arbeitsfront beauftragt. Im Gegensatz zur staatlichen Arbeitsstättenzählung, die einen Ueberblick über die Struktur der Wirtschaft liefern soll, benötigt die NSDAV zur Durchführung ihrer Betreuungsaufgabe sowohl für ihre örtliche Arbeit, als auch für die Lenkung und den Einsatz ihrer Arbeit einen genauen Ueberblick über die Personenverhältnisse der Betriebe innerhalb ihrer Hoheitsbereiche. Die Durchführung erfolgt durch einen Betriebsmeldebogen, der vorn Betriebsobmann gemeinsam mit dem Betriebs- führer auszufüllen ift. Dieser Meldebogen enthält Fragen über die Zusammensetzung der Betriebsge- meinschaft, die Zahl der DAF.-Mitglieder in den Betrieben, unterteilt nach Einpelmitgliedem und korporativen Mitgliedern und über die Walter der Deutschen Arbeitsfront in den Betrieben. Genau wie bei der staatlichen Arbeitsstättenzählung gilt es, alle Gewerbebetriebe, Industriebetriebe, Handwerksbetriebe, Hausgewerbe- und Heimarbeiterbetriebe, Büros, Behörden, öffentliche Betriebe, Par- teidienststellen, Verwaltungen forme die Arbeitsstätten der Angehörigen der freien Berufe (Rechtsanwälte, Schriftsteller, selbständige Aerzte, Künst- ler usw.) zu erfassen. Hierbei wird für jede Haupt- niobcrlaffung, Zweigniederlassung, Filiale, Dienststelle, jedes Zweigwerk, Zweiggeschäft und Zweig- büro ein besonderer Fragebogen ausgefüllt. Als zu erfassende Arbeitsstätte gilt also auch jede räumlich getrennt liegende Niederlassung. Der Führer -ei der Lustwaffe in Mchlin MM Beim Cisen-ahn-Lehrbataitton Leistungsfähige Landgemeinden, Der Kleingärtner sott seßhast werden au,ftrc*gten geprüft werden. Die Prüfungen roernen »ui, wu « nähme in Berlin, Dresden, Breslau, Wien und Frank- mal em Ende nehmen , so betonte der Minister. > nah . Das Problem der GememschaslsimMgen bi™ no* । iäK auftreten, fonbern baß sie Oer Steuergutschein als Zahlungsmittel. aus Anlaß der Vollendung verliehenen A d l e r s ch i l d Reiches mit der Inschrift: Forscher und Tropenarzt". * antlyortlich gemacht. Der I. Internationale Tabakkongreß. Unter der Schirmherrschaft des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft, Darrs, sowie des Reichsministers und Reichsbankprastdenten, Funk, findet vom 25. bis 80. September 1939 der I Internationale Tabakkongreß in Bremen statt. Die Veranstaltung umfaßt zwei Kongresse, den der Internationalen Zentralstelle für Tabak (Rom) und den der Internationalen Tabak- wissenschaftlichen Gesellschaft (Bremen). Die Ta- Die V. Zerstörer-Division mit den Zer. ftörern „Hans Lüdemann" und „Hermann Künne" ist zu einer dreiwöchigen Auslands-Ausbildungsreise ausgelaufen. Sie wird die norwegischen Hä« fen Molde, Loen und Balholm besuchen. * des 70. Lebensjahres des Deutschen „Dem verdienstvollen In Vertretung des Reichsministers des Innern überreichte Staatssekretär Pfundtner dem früheren Präsidenten und Ehrenmitglied des Instituts Robert Koch, Geheimen Regierungsrat Professor Dr. Kleine, den diesem durch den Führer Sippen und Erdkreisen stammen, die blutsmäßig und daher biologisch zusammen gehören. Ihr gemeinschaftsunfähiges Verhalten ist an erbliche charakterliche Anlagen geknüpft. Für die praktische Beurteilung und die zu ergrei- senden, erbpflegerischen Schutzmaßnahmen hält Professor Kranz es für notwendig, zunächst die Sippe des Gemeinschaftsunfähigen zu untersuchen. Der nun einmal Entgleiste sei nicht ohne weiteres als gemeinschaftsunfähig anzuspre« chen. Erst bei den Rückfälligen sei notfalls die Ausschaltung aus dem Fortpflanzungsprozeß erfordernd). Es fei weiter notwendig, die Gemeinschafts, unfähigen restlos in den Arbeitsprozeß einzugliedern und sie zu zwingen, ihr Schmarotzerdasein mit einer nützlichen Tätigkeit zu vertauschen. Falsch wären alle schematisierenden Lösun- gen. In jedem Einzelfalle müsse zunächst eine sorgfältige Diagnose vorausgehen. Professor Kranz hält eine Bestandsaufnahme der gemeinschaftsunfähigen Sippen im ganzen Reich für notwendig. Unter allen Umständen sei dafür Sorge zu tragen, daß eine moralische Gleichsetzung der Erbkranken mit den. Gemeinschaftsunfähigen vermieden wird. Selbstverständlich müßten zwei gemeinschaftsun- I fähige Ehepartner aus belasteten Sippen von allen Förderungsmaßnahmen ausgeschlossen werden. In Zusammenarbeit der Arbeite-, Wohlfahrts- unir I Jugendämter, der NSV. und der Aerzteschaft und I nicht zuletzt des Rassenpolitischen Amtes werde die Entscheidung, wer als gemeinschaftsunfähig anzusehen ist, leicht zu treffen sein. Kleine politische Nachrichten. Löschzüge der Stadt waren eingesetzt, da man ein Uebergreifen des Brandes vom Hauptgebäude auf die Nebengebäude, in denen hochexplosible Stoffe lagern, befürchtete. Die Brandursache ist noch nicht geklärt. Man vermutet auch in diesem Falle wieder irische Extremisten als Brandstifter. — In London brach an der Eisenbahnunterführung vor der U-Bahn-Station London—Bridge i n einem Kolonialwarenlager Feuer aus, das in kurzer Zeit bis zum Glasdach des Gebäudes emporschlug. Die U-Bahn mußte st i l l g e l e g t werden, wahrend zehn Feuerlöschzüge mit der Be- kämpfung des Brandes beschäftigt waren. Da nach Aussage des Besitzers des Lagers die Räumlichkeiten völlig in Ordnung waren, als das Personal nach Hause ging, wird' Brandstiftung als Ursache vermutet. Auch hier werden irische Extremisten oer- Von der Untersuchung wurden alle diejenigen mit ihren Sippen erfaßt, die im Laufe von drei bis fünf Jahren irqenmie asozial auffällig geworden sind. Die Untersuchung hat im einzelnen ergeben, daß 35,2 Prozent der erfaßten erwachsenen sippen- anaehörigen gemeinschaftsunsahi g.sind. Beinahe der dritte Teil der gemeinschaftsunsahlgen war kriminell. Die wirtschaftli-che Bell ast ung durch Gemeinschaftsunfahlge wird an Der schwere Kreuzer „Admiral Hipper" ist ,zu einer Auslandsausbildungsreise ausgelaufen, die Im Beisein des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring, besichtigte der I nach dem schwedischen Hafen Hernösand Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht die Erprobungsstelle der Luftwaffe unö nach der estländischen Hauptstadt Reval fuh- Rechlin, wo Generalluftzeugmeister Generalleutnant Udet ihn über den neuesten Entwicklungs- ^n ^rird. Die U-Boot" Flottille Lohs wivd und Erprobungsstand der deutschen Luftwaffentechnik unterrichtete. (Presse-Illustrationen Hoffmann.) auf einer Ausbildungsfahrt dem schwedischen Hafen iHelsingborg einen Besuch abstatten. Ul -Willi UHU (J v furt a. M. statffinden. Zu den Lehrplan einer normalen Oberschule tritt die musikalische Ausbildung, die sich sowohl auf Ehorgesang wie auch auf Instrumentalunterricht, Sprecherziehung und rhythmische Erziehung erstreckt. Die Gesamtleitung der Schule liegt in der Hand eines Das Asozialen-Problem erfahrt fetzt auch vom Fachmusikers. Zum kommissarischen Leiter wurde wissenschaftlichen Standpunkt eine Untersuchung, die Professor Kurt Thomas (Berlin) berufen, mith>er Leiter des Rassenpolitischen Amtes im Gau der kommissarischen Leitung der schulischen Abtei- Hessen-Nassau und Direktor des Univerfitatsinstituts lung wurde Dr. Rudolf Holle (Frankfurt a. M.) für Erb- und Rassenpflege in Gießen Profeßor Dr. beauftragt. Das Musische Gymnasium wird als Kranz, in einem bestimmten Bezirk an 198 öip= Internat geführt. Es ist eine städtische Anstatt, pen mit 4502 Sippenmitgliedern vorgenommen hat. die dem Reichserziehungsminister unmittelbar un- Das Ergebnis der dreijährigen Untersuchung lir m tersteht Das Musische Gymnasium wird in dem seiner Schrift „Die Gemeinschastunsahlgen (-uerrng mitten im Frankfurter Stadtwald gelegenen aus Karl Christ in Gießen) zusammengefaßt worden. Buchenrode" untergebracht. Das Haupthaus'- - " ' ------- wird für Schul- und Unterrichtszwecke umgebaut und wird einen großen Konzertfaal mit eingebauter Orgel erhalten. Die Heime für die Schüler wer- den anschließend an das Haupthaus errichtet. Bis Zur Fertigstellung des Gebäudes werden die Schüler in anderen städttfchen Gebäuden untergebracht. Die erste Aufnahmeprüfung findet Anfang Juli statt, die Eröffnung ist für den 12. Juli vorgesehen. 3m Hinblick auf die Erweiterung der Ausgabe von Steuergutscheinen sind Erläuterungen von Interesse, die die „Deutsche Steuer-Zeitung" veröffentlicht. Danach findet das Steuergutschein-Verfahren auf die Entrichtung von Beiträgen zur Ortskrankenkasse, zu Berufsgenossenschasten, Handwerkskammern und ähnlichen Wirtschaftsgruppen nicht Anwendung, weil es sich bei solchen Beiträgen nicht um die Bezahlung von Lieferungen oder sonstigen Leistungen gewerblicher Unternehmer handelt. Auch die Ausfuhrförderungsumlage ist nicht steuergutscheinfähig. Bei Vertretern ist zu beachten, daß, sofern der Vertreter gewerblicher Unternehmer ist, auch seine Pflicht besteht, seine Provisionen in Höhe bis zu 40 v. H m Steuergutscheinen entgegenzunehmen, wenn der Schuldner eine juristische Person des Privatrechts, ein gewerblicher Einzelunternehmer oder eine Unter- nehmergem-inschast ist. Ist b-r Vertreter mcht ge- werblicher Unternehmer, so steht es in feinem belieben, Steuergutscheine in Zahlung zu nehmen oder nicht. Die Angehörigen der frei en B e r ufe sind als solche nicht gewerbliche Unternehme^ Cs steht also in ihrem Belieben, Steuergutscheine in Zahlung zu nehmen oder abzulehnen. Sie werden nicht selten geneigt sein, Steuergutscheine II in Zahlung zu nehmen, um diese als bestes Kapitalanlage-Papier zu behalten. Soweit Angehörige eines freien Berufes zu g le i ch gewerbliche Unternehmer sind, z. B. der Arzt, der auch eine Krankenanstalt unterhalt die einen ge- werblichen Betrieb darstellt, ist die Steuergutschein- Annahmepflicht gegeben. Auf Bezahlung emer Wechselschuld findet das Steuergutschein-Ver- kabren nicht Anwendung, denn die Wechselschuld tt eine reine Geldschuld. Der Schuldner muß sein Wahlrecht, bis zu 40 v. H. in Steuergutscheinen zu bezahlen oder nicht, bereits in dem Zeitpunkt ausüben in dem er die Rechnung über die Lieferung oder'sonstige Leistung des gewerblichen Unternehmers bezahlt. Schließlich wird festgesteltt, daß bei der Einlösung von Zinsvevbilligungsschelnen, Betz arfsdeckungsscheinen und Fettoerbilligungsscheinen Steuergutscheine nicht vorkommen. 1937 für 40 „Wohlfahrtsempfänger von Berust über 35 000 Mark aufwenden mußte. Während die Träger wertvollster Erbwerte finberarm sind, besteht keine Aussicht, daß die Träger der unerwünschten erblichen Charakterwerte sid) ‘ von selbst ausmerzen, sondern im Gegenteil infolge der erhöhten Fruchtbarkeit dieser Kreise die bedauerliche Sicherheit, daß sie ihren Bestand durchaus erhalten und sogar noch vergrößern. Professor Kranz fordert deshalb gesetzliche Maßnahmen zur Lösung des Asozialen- Problems, da das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses nur einen unbedeutenden Bruchteil der Gemeinschafteunfähigen zu erfassen vermöge. Wir ständen hier vor einer bevölkerungspolitischen Frage ersten Ranges. Es konnte festgestellt werden, daß' es sich uni geschlossene Bevölkerungsschichten handelt, daß diese Elemente nicht sporadisch in manchen Familien als Einzel- I fälle auftreten, sondern daß sie vorwiegend aus Auf' der großen Kundgebung, mit der in Wien der 4. Reichskleingärtnertag abschloß, umriß Reichsarbeitsminister Seldte die große Bedeutung der Kleingärten für unser Gesundheitsund Ernährungswesen. Er erwähnte, das 10 o. H. der Gesamterzeugnisse an Obst und Gemüse, also an Gartenfrüchten, an denen wir Mangel haben, ... ffrirfßn |in Deutschland aus den Kleingärten stam- 3 ' ________ men. Gerade in einer Zeit, in der mir uns un _ N» Kampf um unsere nationale Freiheit und Unab= Das Mansche Gymnasium bängigteit auf alten Gebieten befänden, seien wir ' ’ " 1 I besonders auf die Erzeugnisse unseres Heirnatbodens ttt I angewiesen. Auch aus diesem Grunde sei es wichtig, in 'JlUlllfUll» in jeder Hinsicht die Leistungsfähigkeit des Klein- In Frankfurt a. M. wurde das erste gartenwefens zu steigern. deutsche Musische Gymnasium gegründet, Ein großer Fehler sei tm Kriege und m der Rach- das die besondere Aufgabe erhalten hat, neben der kriegszett gemacht worden In der Erkenntnis, daß vollwertigen körperlichen und wissenschaftlichen die Wteingdrten möglichst n « h e b e i d e r W o h- Ausbildung einer höheren Schule, die musika- nung liegen mußten habe man sich um nahe ge- liich-schöpferisch en Kräfte unseres Vol- legenes Land bemüht, ohne ru prüfen, ob diese kes ihrer naturgegebenen Bestimmung zuzufuhren. Stellen auch auf die Dauer z u h a: . e n Jeien. 2H- Das Reifezeugnis des Musischen Gymnasiums ist lerdings habe man eine solche Prüfung auch nicht dem Reifezeugnis einer Oberschule für Jungen vornehmen können, da l^be Hare städtebau- gleichberechtigt Die Inhaber des Reifezeugnisses er- iiche P' a n u n g g e f e h l t habe So ^be man halten bei dem Studium an einer Hochschule für oft, nachdem Bufteneien nut großer .Liede und Musik und Musikerziehung besondere Erleichterun- Sorgfalt m blühendes Land verwandelt worden ge-n. Die neue Anstalt umfaßt die acht Klassen der seien, die Steingarten wieder raumen müssen, normalen Oberschule und das dritte und vierte Mit Recht seien weite Kreise> der Kleingärtner dar- Grundschuljahr, so daß die gesamte Ausbildungs- über erbittert gewesen. Deshalb habe er die Kun- zeit im Musischen Gymnasium zehn Jahre umfaßt bigung von Weingarten nur no ä) i n od d) e^n und mit dem dritten Grundschuljahr beginnt. Alle FÜl le n zugelasten, in denen sich die Kleingarten Schulen in Deutschland melden ihre hochbegabten auf B a ul an d befunden hatten und die Bebau. Schüler, die dann von einem staatlichen Musikbe- ung unmittelbar bevor gestand en ha • . anftragten geprüft werden. Die Prüfungen werdens ,^ch wül, daß die Kleingort^nraumun^en^,em Die Bedeutung der Maßnahmen zur Hebung der Verwaltungskraft kreisangehöriger Gemeinden, geht aus einer Mitteilung des Sachbearbeiters im Innenministerium, Ministerialdirigent Schatten- f r o h , im „Reichsoerwaltungsblatt" hervor, wonach voraussichtlich mindestens 15 0 0 0 d e u t s ch e Gemeinden wegen Unzulänglichkeit ihrer Große und Leistungsfähigkeit aufgehoben werden. Keinem Zweifel konnte es unterliegen, daß die sogenannten Zwerggemeinden zu beseitigen sind, von denen es im Altreich mehr als 4000 mit weniger als 100 Einwohnern gebe. Das Schwergewicht liege aber bei dem niet breiteren | Sektor der Gemeinden bis zu 500 Einwohnern, auf die im Altreich weit mehr als die Hälfte aller Gemeinden entfällt. Zur Erreichung dieses Zieles fei ein tieferer Eingriff notwendig. Auch bei der Umbildung bleibe der Grundsatz der Verbundenheit der Einwohner mit der Gemeinde maßgebend. Für eine weitergehende grundstürzende Umbildung der gesamten Gemeindeorganisation fehle es nod) an Voraussetzungen, namentlich in personalpolitischer Hinsicht. Aus der Anstellung und SÄI Btr d-s G°n°r<.l°berst von Brnuchitsch (X) n,o^nte_ entstellen, bic dann als Reservoir für einen fach- ausführlich berichtet — bei Fürstenwalde einer Hebung der Eisenbahn-Pioniere bei. (Scherl-D.) sich und zahlenmäßig höheren Bedarf dienen könne, wenn wirklich die Entscheidung nach der Seite eines weiteren Ausbaues der öffentlichen Verwaltung auf dem Lande fallen sollte. Es sei allgemein verstanden worden, daß es sich ddrum handelt, im Prinzip die bisher vom Volk nach seinen Lebensgesetzen geformten kommunalen Gemeinschaften aufrechtzuerhalten, nid)t etwa einen rationell gegliederten Mechanismus an seine Stelle zu setzen, wohl aber die Schnitte vorzunehmen, die notwendig sind, um die Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Gesamtorganismus der kommunalen Selbstverwaltung zu erhalten und Zur Ergänzung des deutsch-litauischen Freihafenabkommens sind in Berlin verschiedene Vereinbarungen unterzeichnet worden, die Postverkehr, Fernmeldeoerkebr, Schifffahrtsbestimmungen, Beschäftigung und Aufenthalt litauischer Arbeiter im Freihafen Memel, Ausweise, De-visenfragen, Zollbestimmungen u. a. betreffen. । Verhandlungen über Rechtshilfe in Zollfachen sollen in Berlin alsbald aufgeuommen werden. Keichswirtschaftsminister und Reichsbankpräsident Funk hat sich in Begleitung seiner Gattin mit dem fahrplanmäßigen Zug nach Holland begeben, um den Besuch des holländischen Wirtschafts- Ministers Dr. Steenberghe zu erwidern. Bei dieser Gelegenheit wird der Minister als Präsident der Reichsbank auch den Gouverneur der Holländischen wie icbon Nationalbank, Dr. L. I. A. T r i p, besuchen und sich - J-- ' anschließend zur Teilnahme an der Monatssitzung der BIZ. nach Basel begeben. Präsident Hacha hat im Einvernehmen mit dem Reichsprotektor Freiherrn von Neurath den .Landeskommandanten der Gendarmerie in Böh- Schon jetzt müßten deshalb die Städte geeigne- men, General Je cek, zum A^n en Minister tesErsatzland beschaffen, damit rechtzeittg eine ernannt. Gleichzeitig erfolgte die Abberufung des Umsiedlung der Kleingärten erfolgen könne. Vorsitzenden der Protektoratsregierung, General Daß das Ersatzland in jeder Hinsicht kleingärtnerisch Elias, von der Verwaltung des Jnnenministe- gut bewirtschaftet werden könne, sei eine selbttver-1 riums. • ländliche Voraussetzung. „Die Kleingärtner sollen _ auf ihrem Grund und Boden seßhaft werden Im Dom von Florenz hat im Beisein vieler Fürst- wie die deutschen Bauern" fuhr der Minister fort, lichkeiten und von zahlreichen Regierungsvertretern Er erwarte daher von den Stellen, welche die Pläne die Vermählung des H e r z o g s v o n S p o 1 e t o für die künftige Flächennutzung der Städte auf- mit der Prinzessin Irene von Griechenland stellten, daß hierbei die vorhandenen Klein- stattgefunden. g a r t e n a n l a ge n weitgehend erhaltenl . f, bleiben würden. Darüber hinaus müßten a u s r e i -1 In London wird mitgcteut, daß das e n g 111 d]i e chende Kleingartenflächen vorgefehenKönigspaar auf Einladung Komg Leopolds werden, und zwar an Stellen, die nicht nur für vom 24.-27. Oktober de r b e l g if che nH au pt- Autobefitzer, sondern auch für eine deutsche Arbei- stadt einen Besuch abstatten wird als Gegenbesuch tersamilie zuFuß und auch mit dem Wind für den Besuch Wömg Leopolds ui London im Jahre d erwägen erreicht werden können. Ein Wlein- 1937. garten, der nur mit Verkehrsmitteln, die Geld koste- CtGw» aUav ten, zu erreichen sei, habe nur halben Wert. Zur! OllCF <4XJvll» Errichtung neuer Wleingärten würden die Reichs- . ___ . mittel jetzt beträchtlich erhöht werden. Die Wlein- MuS Schadenfeuer M England. 3n der Birminghamer Fabrik für tzanh. Stadchild abgeben und entsprechend bebaut werden, feuerwaffen, Smail-Arms Work, brach em Groß- Reichsbundleiter Stadtrat Waiser (Berlin) feuer aus, das die Werksanlagen m Schutt und dankte dem Minister für die Anerkennung, die er Asche legte. Wichtige Dokumente und Plane wurden den Stleingärtnern gegenüber zum Ausdruck ge- vernichtet. Das Fabrikgebäude hatte vier Stockbracht habe und wies hin auf den bezeichnenden werke. Beim Ausbruch des Feuers waren 400 Be- Wunfch eines unbekannten Wriegsfteiwilligen: Gebt triebsangehörige in der 3m Xctl fonnten uns ettl Stückchen Heimaterde!" Zum Schluß über- sie sich nur ml^knapper Not rettem Dw gesamten mittelte der Generaldirektor des Internationalen'"-^'----- Kleingärtnerverbandes W i p g e n (Luxemburg) den Dank der Ausländer für die gastfreundliche Auf- 1 M gungsfolge sieht Sektionssitzungen über Anbau, Züchtung, Verarbeitung, Aufbereitung, Krankheiten und Schädlinge des Tabaks vor; geht aber auch auf die Geschichte des Tabaks, auf Fragen der Agrorchemie, auf landwirtschaftspolitifche und Kre, ditprobleme des Tabaks ein. Im Anschluß an die Bremer Tagung werden die Teilnehmer sechs Studienreisen vornehmen nach Wien, München Schwedt (Oder), Köln und Stuttgart. Unsere Lugend braucht ein gesundes Gebiß. Am Montag begann in der Aula der Universität Bonn der 23. Kongreß bet „European Ortho - dentic Societ y". Neben 300 Zahnärzten, Männern der Praxis und der Forschung, hatten sich zahlreiche Gäste aus Partei, Staat und Behörden eft^Hefunden. In Vertretung des erkrankten bisherigen Präsidenten der Gesellschaft, Mr. Harold Chapman aus London richtete der Vizepräsident Mr. R o w l e t t aus Leicester herzliche Grußworte an die Versammlung Der neue Präsident, Professor Dr. Korthaus (Bonn), gab dann einen Ueber- hlicf über die Aufgaben der Gesellschaft, die darin bestehen, das Wachstum und die Entwicklung des menschlichen Kiefers und die Erkenntnisse seiner anormalen Bildungen und deren Beseitigung zu erforschen. Auf allen Gebieten der Zahn-, Mund- und Kiefer-Heilkunde steht im Mittelpunkt der heilerischen Bemühungen das ganze Organ, die Einheit von Kieferapparat, Muskulatur und Gelenk, die wir Kauorgan nennen. Leider find F e hl- bildungen dieses Organs bei unserer Jugend in erschreckend großem Ausmaß anzutreffen. 40 v. H. der sechsjährigen und 55 v. H. der vierzehnzehnjährigen Kinder weisen Fehlbildungen der Zähne und Kiefer auf. Solche Gebißwidrigkeiten wirken sich ost gesundheitlich schwer aus. Die moderne Kieferorthopädie will vorbeugend eingreifen, die beginnende Regelwidrigkeit abfangen und mit den einfachsten Mitteln Störungen im Wachstum zur Norm überführen. Eine ausschlaggebende Rolle spielt dabei die richtige Ernährung der werdenden Mutter, die natürliche Nahrungsaufnahme an der Mutterbrust, genügende Kauarbeit für das Milchgebiß, Zähne müssen turnen, um kräftig zu werden und gesund zu bleiben. Das Turnen der Zähne heißt ober immer wieder nur Kauen. — Reichszahnärzteführer Dr. Stuck sprach den Wunsch aus, daß die von der Gesellschaft geförderte Kieferforschung auf den Universitäten heimisch würde. Er begrüßte in diesem Sinne die Zusammenarbeit der Fachleute des In- und Auslandes. Die Vortragsreihe wurde mit einem Referat von Professor Dr. Korthaus über das Thema: „Der Einfluß der Erbmasse auf das Gebiß" eingeleitet. 1. Großdeutscher Wandertag. Die Jahrestagung des Reichsverbandes der deutschen Gebirgs- und Wandervereine, der Deutsche Wandertag, findet in diesem Jahre als Erster Groß- deutscher Wandertag zu H i r s ch b e r g in Schlesien in den Tagen vom 13. bis 16. Juli statt. Gauleiter und Oberpräsident Josef Wagner hat die Schirmherrschaft der Tagung übernommen, die der Deutsche Wanderführer Dr. Werner (Breslau) leiten wird. Die Gebirgs- und Wandervereine, die durch ihren Reichsverband in den Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen eingealiedert sind, haben sich seit nahezu 60 Jahren die Aufgabe gestellt, die deutschen Mittelgebirge durch Anlage und Erhaltung farbiger Wegbezeichnungen, Herausgabe von Karten und Führern, Erbauung und Instandhaltung von Aussichtstürmen, Unterkunftshäusern, Schutzhüllen, Rastplätzen u. dgl. dem Wanderer zu erschließen. Darüber hinaus erfüllen sie die Aufgabe, durch Erwandern der Heimat ihre Mitglieder immer wieder zu Heimat- und Vaterlandsliebe zu erziehen. Sie umfassen heute in 3000 Zweigvereinen rund 260 000 Mitglieder und betreuen über 400 Aussichtstürme, 140 bewirschastete Untevkunftshäuser, 700 Schutzhütten, 400 Quellenanlagen, 36 000 Rastplätze, 108 000 Kilometer farbiger Wegbezeichnung. Die Tagung beginnt am 13. Juli mit einem Empfang der führenden Männer der deutschen Wanderbewegung durch die Stadt Hirschberg. Am 14. und 15. Juli tagen der Führerrat des Reichsverbandes, die Schriftleiter der Wanderzeitschriften, die Obleute für Naturschutz, die Wander- und Wegemeister, die Dietwarte und die Verbandsvertreter. Am 16. Juli findet die Hauptversammlung im Stadttheater statt. Bei einem Schlesischen Abend im Stadttheater am 14. Juli werden schlesische Dichter mitwirken, der „Festabend des deutschen Wanderers" auf dem laubenumgebenen Marktplatz ist unter den Leitspruch gestellt: „Deutsche Wanderer singen und sagen, deutsche Heimatgruppen tanzen und spielen". Ein Trachten- und Festzug wird am 16. Juli Trachtengruppen aus ganz Deutschland und etwa 60 Festwagen aus dem Riesengebirge und Schlesien zeigen. Auf dem Marktplatz wird eine große Kundgebung sich onschließen, der die Pflanzung einer Hitler-Eiche folgt. Der Gründer der deutschen Studentenherbergen Guido Rotter wird besonders geehrt werden. Am 10. Juli wieder Loreley-Festspiele. NSG. Auf der Festspiel- und Feierstätte Loreley findet am 10. Juli die zweite Aufführung statt. Von den Städtischen Bühnen in Frankfurt a. M. wird das Schillersche Werk „Wilhelm Tell", das bei seiner ersten Aufführung einen großen Erfolg zu verzeichnen hotte, wiederholt. Damit wird erneut der Bevölkerung des Gaues Hessen-Nassau Gelegenheit geboten, das packende Freiheitsspiel in stimmungsvollem Rahmen.zu erleben. Iockos Freiheit schon zu Ende. Schneller als erwartet, ging die Freiheit des vor einer Woche anläßlich eines Gastspiels in Koblenz dem Zirkus Hagenbeck entlaufenen großen Affen Jocko, der sich in den Tagen seiner Freiheit in der Koblenzer Dorstadt allerlei Streiche geleistet hatte, zu Ende. Zur großen Ueberraschung einer hiesigen Familie stellte sich in deren Wohnung im dritten Stockwerk plötzlich der , Ausreißer ein, benahm sich recht friedlich, ließ sich willig streicheln und nahm behaglich auf dem Schoß des Wohnungsinhabers Platz. Dieser verständigte sofort den in Wiesbaden weilenden Zirkus, der Jocko wieder seinem gesicherten Verwahr zuführen ließ. Gute Erfolge mit Diphtherie- Schutzimpfung. Die westfälische Stadt Bottrop kann sich des größten Kinderreichtums im ganzen Reich rühmen. Der Kampf gegen Kinderkrankheiten wird deshalb auch dort besonders energisch geführt. Im letzten Sommer wurde eine Schutzimpfung sämtlicher Kinder gegen Diphtherie vor- genommen. 23 000 Bottroper Kinder wurden geimpft. Der Erfolg war, daß seit einem Jahr kein Todesfall mehr durch Diphtherie eingetreten ist, ein Fall, der seit 15 Jahren in Bottrop nicht mehr zu verzeichnen war. Noch er- treulicher ist die Tatsache, daß seit di er Wochen überhaupt kein Erkrankungsfall mehr gemeldet worden ist. Erst in der letzten Woche wurde wieder ein Fall bekannt, hier handelte es sich aber um ein zugezogenes und noch nicht geimpftes Kind. Wetterbericht Während über ganz Mitteleuropa bei heiterem Himmel noch warmes, sommerliches Wetter herrscht, greift die atlantische Wirbeltätigkeit^in stärkerem Maße auf Westeuropa über. Eine Störungsfront, in der es bereits vielfach zu Gewittern gekommen ist, hat schon Mittelfrankreich erreicht und dürfte im Laufe der heutigen Nacht oder des morgigen Tages vorwiegend auch unserem Gebiet stärkere Bewölkung bringen. Die Temperaturen werden einen leichten Rückgang erfahren. Vorhersage für Donnerstag: Wechselhaft bewölkt und Neigung zu örtlichen Gewittern. Temperaturen etwas zurückgehend, Winde zunächst um Süd, später auf West drehend. Vorhersage für Freitag: Unbeständiger als in den vorhergehenden Tagen. Lufttemperaturen am 4. Juli: mittags 24,7 Grad Celsius, abends 18,8 Grad; am 5. Juli: morgens 16,4 Grad. — Maximum 25,3 Grad, Minimum heute nacht 11,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. Juli: abends 23,2 Grad; am 5. Juli: morgens 17,5 Grad. — Sonnenfcheindauer 15 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und die Silber: vr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: vr. Hans Thyriot (beurlaubt), i. 23.: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An-- zeigen: Theodor Kümmel D. A.VI. 1939: über 9000. Druck und Verlag: Brühlsche Unioersitätsdvuckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. 'Wiederholung Achtung! Achtung! 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Der Oberbürgermeister. I. V.: gez. Vogt. Kirchenplatz 5. Tel. 4175. 42oaO Für die uns beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen erwiesene Teilnahme sowie für die herzlichen Trostworte des Herrn Pfarrers und allen, die ihrer gedacht haben, sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Wilhelm Rüffer und Angehörige. Gießen (Liebigstraße 15), den 4. Juli 1939. 2'3-3lnnnet- MNW sofort oder zum 1. August 1939 gesucht. Schriftliche Angebote u. 03322 an den Gieß. Anzeiger. Vevivetev zum Besuch von Privatkundschaft im hiesigen Bezirk gesucht. Beste Verkaufsunter- stützung und gute Verdienstmöglichkeit. Schriftl. Angebote unt. 03315 an den Gieß. Anzeiger erbet. Adreßbuch Stadtkreis und Landkreis Gießen 1939 3n der Zeit vom 5. bis 8. Fuli 1939 liegen zu jedermanns Einsichtnahme offen: Abschnitt I: NSDAP., Äehörben, Schulen, Kliniken, Verbände, Vereine ustv. Abschnitt 11: Alphabetisches Einwohner- und Firmenverzeichnis des Stadtkreises Gießen Abschnitt III: Straßen und Häuser von Gießen Oie zuständige Einwohnerschaft und die beteiligten Behörden und öffentlichen Körperschaften usw. werden um Prüfung der Einträge auf Richtigkeit und Vollständigkeit hiermit gebeten. Für Fehler und Unrichtigkeiten kann keine Haftung übernommen werden Oberhessischer Adreßbuchverlag Brühlsche llniversitätsdruckerei R. Lange Gießen, Gchulstraße 7 11 Eingang von der Kaplaneigasse aus Jüngere Kontoristin perfekt in Stenographie und Maschinenschreibenvon hiesig. Eisengroßhandlung per sofort oder baldigst gesucht Schriftliche Angebote unt. 4704D an den Gießener Anzeiger erbeten. Anordnung des Oberbürgermeisters in Gießen über die Meldepflicht zur Erfassung von Wohnräumen auf Grund des Gesetzes über die Mietverhältnisse mit Juden. Auf Grund des § 12 Abs. I des Gesetzes über Mietverhältnisse mit Juden vom 30. April 1939 (Reichs- gcsetzbl. I S. 864) in Verbindung mit dem Gemeinst Rd.-Erl. d. RAM. und d. RMdJ. vom 4.5.39 — IVb 1 Nr. 5015/11/39 und le 30 XIV/39 — 5012 ordne ich an: I. Meldepflicht. Anzumelden haben a) alle deutschblütigen Hauseigentümer, Nutzungsberechtigte (Vermieter) und Wohnungsinhaber (Mieter) den an Juden vermieteten oder untervermieteten Wohnraum; b) alle jüdischen*) Hauseigentümer 1. den an Nichtjuden vermieteten und untervermieteten Wohnraum, 2. den an Juden vermieteten und untervermieteten Wohnraum, 3. den eigenen Wohnraum, 4. leerstehende Räume, £>. jeden freiwerdenden Wohnraum. II. Meldung und Meldefrist. (1) Die Meldungen sind bis zum 15. Juli 1939 zu erstatten; Stichtag ist der 5. Juli 1939. (2) Die unter Ziffer la und b Genannten haben jede weitere unter die vorgenannten Bestimmungen fallende Aenderung in den Wohnverhältnissen binnen einer Frist von drei Tagen nach Eintritt des meldepflichtigen Ereignisses anzumelden. (3) Die Meldungen sind, soweit noch nicht geschehen, bis zum 10. 7. 39 zu erstatten. (4) Die zur Anmeldung erforderlichen Vordrucke sind bei der Gemeindebehörde unentgeltlich zu erhalten. III. Ausnahme von der Meldepflicht. Die Meldepflicht besteht nicht bei Mischehen, wenn die Ehefrau Jüdin ist. Sind aus einer solchen Ehe Abkömmlinge vorhanden, so besteht auch dann keine Meldepflicht, wenn die Ehe nicht mehr besteht. IV. Strafvorschrift. Wer vorsätzlich oder fahrlässig die vorgeschriebene Anmeldung nicht oder nicht rechtzeitig bewirkt, kann gemäß § 12 Abs. II des Gesetzes vom 30. 4. 1939 mit Geldstrafe bis zu 150 RM. oder mit und doch verläßt die Wäsche blütenweiß und fast bügeltrocken die Waschküche. Daher kommen Sie alle und betrachten Sie sich den Waschtag von morgen. Allei Nähere im Vortrag! Eintritt frei! Alle Hausfrauen, Ehemänner und Interessenten ladet freundlichst ein Generalvertrieb: Paul Kalusche Heppenheim a. d. 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Sollen Birnen ihre reine weiße oder gelbe Farbe behalten, lege man die Früchte nach dem Schälen in kaltes Wasser, dem ein wenig Zitronensaft oder Essig beigefügt wurde. Früchte, die vor dem Kochen geschält werden sollen, lege man in ein Sieb, d'as man einige Augenblicke über Dampf hält; das Schälen geht dann leicht und sparsam vonstatten. Zum Ein füll en des Einmachegutes in Gläser stelle man diese auf ein in heißem Wasser ausgewundenes Tuch, damit sie nicht platzen. Die Gläser dürfen nach dem Waschen nicht ausgetrocknet werden, sondern werden zum Ablaufen der Tropfen umgestülpt aufgestellt. Beim Auswischen bleiben die Fäserchen des Tuches haften, die dann in den Glasinholt übergehen und ihn unter Umständen beeinträchtigen. Der Verschlußrand der Gläser muß völlig trocken fein, damit die Gummiringe sich so luftdicht ansaugen können, wie es nötig ist, um die Haltbarkeit zu gewährleisten. Die Reichsfrauensührerin hat sich mit ihrem Aufruf an olle Frauen und Mädel gewandt, ganz gleich, ob sie einer Organisation angehören oder nicht. Sie alle sollen die schwierige Loge kennen, die die Frau auf dem. Lande zu meistern hat. Jede Frau soll sich überlegen, wo sie helfen konn. Viele werden durch die eigene Familie oder durch anstrengende berufliche Tätigkeit nicht m der Lage sein, selbst auf dem Lande mit Hand onzulegen. Vielleicht ist es ihnen möglich, andere alleinstehende Frauen oder Mädel zu entlasten, die selbst aufs Land hinausgehen können. Oder sie nehmen der Landfrau Flick- und Stopfarbeiten ab, die während der Erntemonate sonst liegen blieben. Viele aber werden — wenn sie sich ihre Zeit richtig einteilen, ein paar Nachmittage, ein Wochenende oder auch mehrere Tage oder gar Wochen frei machen können. Sie melden sich bei ihrer zuständigen Frauenschaftsleiterin, die ihnen dann rnitteilt, wann und wo sie eingesetzt werden. Vor allem soll die Landfrau im Haushalt entlastet und ihr die Sorge um die Kinder abgenommen werden. Während die Landfrau auf dem Felde arbeitet, da sie die Feldarbeit kennt und fie daher besser schafft als die ungeübte Städterin — hält die Frau aus der Stadt den Haushalt in Ordnung, bereitet die Mahlzeiten vor und betreut die Kinder. Auch bei leichter Feld- und Gartenarbeit kann sie mithelfen. Mit Vertrauen begegnen die beiden Frauen einander — denn jede kann ja von der anderen lernen und achtet das Tagewerk der anderen. „Wir alle sind einer Mutter Kind", hat die Reichsfrauenführerin einmal gesagt, „und diese Mutter heißt Deutschland". Ihr dienen wir in der selbstverständlichen Erfüllung unserer alltäglichen Pflichten. Sie ruft die Stadtfrau an die Seite der Landfrau — niemand schließe sich aus, den dieser Ruf erreicht und dem er gilt. Dorothea Thimme. Drei K i n d e r k l e i d e r in Rot-Weiß und zwei Mäntel aus Leinen haben wir heute skizziert. Das Kleidchen links besteht aus einem Miederfalten- rorf aus weißem Leinen und einem rot-weiß-karier- ten Blüschen mit weißer Zackenlitze und Perlmutterknöpfen. Das Kleid in der Mitte hat einen in vier Teilen geschnittenen Glockenrock mit aufgesetzten Taschen und am Blüschen rot-weiße Stickereiftreifen, die geknotet auch den Gürtel und das Halsbündchen ergeben. Was ist beim Obsteinmachen zu beachten... an Zucker gespart, besteht die Gefahr, daß es nicht starr wird. Für Marmelade genügt Vs Kilo Zucker auf 1 Kilo Früchte. Keine zu lange Kochzeit, wodurch wertvolle Geschmacks- und Nährstoffe zerstört werden. Auch zu langes Mitkochen des Zuckers vermeide man, der dabei leicht karamelliert, d. h. braun wird. Die Farbe der Erdbeeren wird durch Verwendung von Rotzucker oder einer Beigabe von dunklem Kirschsaft erhalten. Früchte, die zu Saft verarbeitet werden, müssen durch Beschweren unter der Flüssigkeit gehalten werden. Kompottobst ist bei 80 Grad 25 bis 30 Minuten zu sterilisieren. Für den beliebten Rumtopf, in den alle Früchte des Jahres nacheinander eingelegt werden, nur allerbestes Obst, besten Rumverschnitt oder reinen Alkohol nehmen. Auch diese Früchte sind durch Beschweren unter dem Saft zu halten, sie müsien täglich mit einem Silber- oder Porzellanlöffel umgerührt werden; der Topf muß im Dunkeln stehen. Bei den einzelnen Früchten ist folgendes zu beachten: Stachelbeeren platzen nicht beim Kochen, wenn man sie am Stiel- oder Blütenende ein wenig einschneidet. Bei Erdbeeren darf der Mit dem Reifwerden von Rhabarber und Stachelbeeren beginnt die Einmachzeit. Erdbeeren, Johannisbeeren, Kirschen, Pfirsische,Pflaumen und endlich e p f e [ un- Birnen folgen. Daneben die Fülle der Wildfrüchte: Holunder, Preiselbeeren, Brombeeren, Blaubeeren, Hagebutten und Schlehen — all dieser Segen soll verwertet und für den Winter, haltbar gemacht werden. Die verschiedenen Früchte können auf die verschiedenste Weise Verwertung finden: als Gelee oder Marmelade geben sie Brotaufstrich, als Säfte werden' sie zu Getränken und Puddings verwendet, zu Süßmost verarbeitet ersetzen sie alkoholische Getränke. Für das Gelingen des Einmachgutes in seinen verschiedenen Arten hat man einige Voraussetzungen zu beachten. Schnelles, sorgfältiges Arbeiten und peinliche Sauberkeit ist die erste Bedingung. Gute Einmachgläser, zweckmäßige Verschlüsse und einwandfreie Aufbewahrung gehören ebenfalls zu den Voraussetzungen. Beim Einmachgut selbst 'st zu beachten, daß nur reifes, festes Obst sich zur Herstellung oon Gelee eignet, weiche Früchte sind zu Marmelade zu verarbeiten. Wasserreiche Früchte, wie Rhabarber und Erdbeeren, kann man auch trocken mit Zucker einschichten. Beim einzukochenden Obst richtet sich die'Menge des Zuckers nach der Art des gewünschten Fertigerzeugnisses: für Gelee rechnet man je Kilo Saft ein Kilo Zucker; wird Koffer packen, ein Vergnügen. Meist find die Koffer schon beim letzten Hausputz gründlich mitgereinigt worden. Sie stehen bereit zum Packen. Für diejenigen, die es versäumten, schnell eine Anleitung zur Reinigung des Koffers: Das Innere des Koffers wird zunächst gut ausgestäubt, Stoffutter ausbürsten. Die Außenwände behandelt man erst mit einem fest ausgedrückten Leder. Alsdann reibt man sie am besten mit einer farblosen Schuhcreme ein, bürstet und poliert sie tüchtig. Ist ein Koffer sehr abgestoßen und hat man keine Zeit mehr, um ihn ganz aufzufärben, nimmt man für die abgestoßenen Stellen eine farbige Creme. Aber darauf achten, daß gründlich nachgerieben wird. Zu leicht färbt sonst beim Tragen die Kleider oder der Mantel. Das Kofferpacken selbst ist eine Kleinigkeit, wenn man — alles gut vorbereitet hat. Die reise- gewohnte Frau beginnt also nicht eher.mit dem 'Einpacken, bis die Kleider ausgewählt, die Wäschestücke nach Stückzahl bestimmt sind und alle die Kleinigkeiten bereit liegen, die man „vielleicht" doch noch mitnimmt. Diese Ueberlegungen nehmen die längste Zeit in Anspruch. Dabei ist natürlich entscheidend, wie lange man reisen will, ob ins Gebirge oder an die See, ob man sich an einem Ort fcstsetzt oder dauernd herumreist und sich damit auf das Notwendige an Gepäck beschränken muß, ob man in größter Zurückgezogenheit leben will, oder ob man in einen Kurort geht, wo „etwas los ist . Etwas Kopfzerbrechen erfordert auch die Berücksichtigung des Wetters.'Es genügt nicht, daß man z. B. im schönen Monat Juli verreisen will, und daß die Wetterwarte „schön und marin" angegeben bat. Eine gute Frau und Mutter sorgt für alle Möglichkeiten vor, auch für Kälte und 'Regentage. Man vergesse darum niemals einen warmen Anzug ober ein Wollkleid, einen wollenen Pullover, warme Strümpfe, einen Regen- oder Lodenmantel ober zumindest ben Regenschirm Auch der wollene warme Frühjahrsmantel sollte nicht zu Hause bleiben. Man braucht ihn nicht zu verpacken, sondern nimmt ihn, da man ja unterwegs doch das praktische Reisekostüm anzieht, über den Arm. So hat man auch gleichzeitig im Eisenbahnabteil eine weiche Rückenlehne. Während bei dem Umfang der Herrenanzüge jedes einzelne Stück sehr überlegt sein will, können wir Frauen mit unseren modernen Kleidern, die ja wirklich keinen Platz wegnehmen, ruhig etwas groß- ’ zügiger sein. Bei den Wäschegarnituren rechnet man \ gewöhnlich pro Person ein Mal pro Woche. Ader ; die reifeerfahrene Frau nimmt für jedes Familien- [ Mitglied noch ein Mal Wäsche extra mit „für alle 1 Fälle", was bei übergroßer Hitze oder Krankheit l immer einmal in Anwendung kommen kann. Ganz : falsch ist es, an Strümpfen, Taschentüchern und i Schuhzeug zu sparen. Letzteres muß natürlich vor allem bequem sein. Für alle eingepackten Gegen- Warum helfenwir der Landfrau? i Es gab eine Zeit in Deutschland, in der die Men- ! schen aneinander vorbeigingen, ohne die Not und ] die Sorge, ohne Freud und Leid auf dem Gesicht ] des anderen zu beachten. Ein jeder schaute vor sich . hin und kannte nur die Last, die ihm selbst aufge- ; geben war. Heute sind wir endlich wieder dabei, ein- ; ander kennen zu lernen, heute rücken ro 1 r näher zusammen; denn wir wissen, daß^ das Schicksal des einen auch den anderen trifft, ötabt . und Land sind nicht mehr getrennt. Wenn der Bauer nicht mehr stark ist, kann auch der Städter kein gesundes Leben führen — und wenn die Menschen in der Stadt nicht in geordneten Arbeits- verhältnissen leben, fehlen den Menschen auf dem Lande notwendige Voraussetzungen für einen leistungsfähigen bäuerlichen Betrieb. Wir sind a u f - einander angewiesen und wollen Sorgen gemeinsam tragen. . In diesen Sommermonaten gehen un|ere Gedanken zu den Menschen auf dem Lande. Dies Erntearbeiten stellen höchste Anforderungen an die Landbevölkerung. Vom frühen Morgen bis zum späten Abend muß jeder sein Letztes drangeben, damit nichts auf dem Felde umkommt und die Nahrungsmittel für den langen Winter geborgen werden In diesem Jahr fehlt es wieder an den notwendigen Hilfskräften auf dem Lande — deshalb müssen die Menschen aus den Städten emfpnngen. Auch an die deutschen Frauen und Mädchen erging di« Aufforderung — sich zur Verfügung zu stellen. Viel ist schon von der Ueberlastung der Bäuerin gesprochen, der in Haus, Hof, Garten und Feld unzählige Pflichten ouferlegt sind. Jetzt können die Frauen und Mädel in den Städten zeigen, daß sie diese Not nicht nur kennen, sondern auch bereit sind, ihren Kameradinnen auf dem Lande tätige Hilfe durch ihrer Hände Arbeit zu brin- g e n. Die Bäuerin soll wissen, daß fie nicht allein ist, sondern daß die Gemeinschaft der Frauen für sie eintritt, wenn sie allein nicht fertig wird. füllen von Fleischtunken, für Salate, in den Hefeteig oder zu Auflaufen. Oft verleiht sie dann solchen Gerichten erst den richtigen Geschmack. Nur darf man nicht zuviel daran geben, damit der @e|d)niatf der Speise nicht verloren geht. Ist viel iaure Muck) vorhanden, dann läßt fid) eine sehr schone Nachspeise Herstellen. Man schlagt unter die Milch Zitronensaft, Zucker und etwas Fruchtsaft Aus 1 Liter Flüssigkeit rechnet man 12 Blatt Gelatine, 1/2 weiß V2 rot, die eingeweicht und in ganz wenig kochendem Wasser aufgelöst und gut mit der Milch verrührt wird. Man stellt die Speise zum Steis- werden kühl. Nicht abgekochte, saure Milch laßt man d i ck werden und ißt sie zu Schwarzbrot und Obst oder Kartoffeln. Sehr fest gewordene Milch gießt man auf ein Seihtuch, läßt die Molke abtropfen und verwendet den Ouarg dann zu einem Quarggericht oder als Brotaufstrich. _____ Unsere Milch darf nicht sauer werden. Die Milch gerinnt nicht während des Sommers, wenn man folgendes beachtet: Es müssen alle Gefäße und Flaschen, in denen sie beim Händler ye- bolt wird, peinlich sauber und irisch sein. Bevor die Milch zum Kochen in einen Topf gesuut wird, empfiehlt es sich, diesen mit k a l t e m, s r l - schen Wasser auszu spulen. Das Anbrennen der Mild) wird somit verhindert. Sie wird sofort abgekocht und erkaltet tn kühles Wafer gestellt, das oon Zeit zu Zeit erneuert werden muß, da es allmählich die Zimmertemperatur annimmt. Wie vielen Hausfrauen passiert es, daß die Milch in der warmen Jahreszeit sauer wird, weil sie nicht sofort abgekocht oder kühl gestellt wurde. U n b r a u ch b a r i st s l e d e s h a l b nicht Man kann sie noch verwenden zum Auf- Das 8-Bahnenkleid rechts hat den Nahten aufgesetzte schmale Blenden aus rotem Leinen, die sich geknöpft an den Aermeln und geknotet als Gürtel wiederholen. Knöpfchen: weißes Leinen. Der Mantel aus dickem Seinen mit der Paffe und den 2 Falten (vorne wie im Rücken!) hat aufgesetzte Taschen, große Leinenknöpfe, einen kleinen Pubikragen und breit abgesteppte Nähte. In Prinzeßform ist der Mantel rechts aus feinerem Seinen geschnitten. Er hat Perlmutterknöpfe und einen hinten gebundenen Gürtel. Ferien zu Sause. - „Dieses Jahr bleiben wir zu Hause", hat Vater verkündet. Zuerst sind alle ein wenig unglücklich, aber dann hat Mutti plötzlich die Zauberformel gefunden: „Kinder, Ferien zu Haus wird herrlich! Und nun macht Mutti ein Programm. Naturlid) muß vom ersten Ferientage an über dieser ganzen Zeit etwas Festliches, etwas Besonderes liegen. Das fängt schon mit dem blumengeschmückten Früh- stückstisch auf dem 'Balkon an. Außerbern gibt es natürlich in den Ferien schon zum Frühstück für jeden einmal etwas Besonderes, vielleicht eine Marmelade, die Mutter sonst nur für die Gäste spendiert. An schönen Tagen sind die Festprogramme natürlich unerschöpflich, und jeder darf vorschlagen, Wünsche äußern — es ist einfach herrlich. Es ist natürlich, daß man bei solchen Ferienausflugen solche Orte meidet, wo alles hingeht. Das Schöne ist ja gerade, daß man so ungebunden drauf los wandern kann. Und wenn man sich wirklich einmal ein bißchen verläuft ober babei einen Umweg macht, — es ist ja nicht fd)Iimm, benn bie Kinder haben ja Ferien. Und es gibt nichts Schöneres, als wenn die Kinder auf solchen Wanderungen durch die Natur das Seb en der Pflanzen und Tiere, ihre Namen und all die Wunder der Welt spielend kennenlernen. Aber die Betonung liegt eben auf „spielend". Nur feine mütterlichen ober väterlichen Kollegs. Die Mutter braucht sich übrigens gar nicht darüber aufzuregen, wenn sie eine Frage ihrer Kinder nicht beantworten kann. Sie ist ja kein wanderndes Naturkundemuseum. Es macht ja auch so viel Spaß, gemeinsam mit seinen Kindern zu Hause die gesammelten Pflanzen an Hand von Büchern zu enträtseln und einzuordnen. Bei solchen Wanderungen muß Mutter auch schon mal in den Ferien beide Augen zudrücken können, wenn abends auf dem frisch gescheuerten Küchentisch schmutzige Steine und Pflanzen ausgepackt werden, ober wenn sie plötzlich die langentbehrten Einmachgläser voller Frösche und Stichlinge wieberfinbet. Es sind ja Ferien! Das Wichtigste aber in diesen Ferien zu Hause ist das „f ür-einand er-Zeit-h oben". Es ist ja wirklich nicht welterschütternd, daß die Handarbeit fertig wirb, wenn Mutter doch nun einmal unbedingt „mit dabei fein muß". Und sich aalen können, einmal recht von Herzen ausschlafen — unb was all der Freuden mehr sind, die man ben Seinen in diesen Ferientagen antun kann, ganz abgesehen von all ben Sieblingsspeisen, die in dieser herrlichen Zeit auf den Tisch kommen? Unb da soll noch einer sagen: Ferien zu Hause wären nicht schön — sie sind sogar wunderschön! KlNDERKlEiDEk UND HANTEL IN ROT-WEISS gelegt ist, kann der Koffer immer an aufgefüllt und mit Essig u Wirt). In dieser Tunke läßt Der Hinweis - ein Nick in die Zeitschristen seinen Reiselektüre enthalten, immer nur gerade so selbst tragen kann. Wenn alles zurecht Da hat der Herr Pfarrer das Hänneschen endlich an den geschwollenen Hals gelassen, und als das seinen. Spruch hersagt — ich weiß net mehr ge- ncuu, wie der geheißen hat — und dabei mit seinen knochigen Fingern die kranke Gurgel rauf und runter fährt, da hat der Pfarrer so schrecklich lachen müssen, daß der Knoten im Hals aufplatzt und wie-' der Luft da ist, ach so viel gute Luft! 3a, und kurz drauf war der Hals ganz heil." Da könnt' ich wieder nix weiter sagen, als, es wäre auch ohne den Hokuspokus wieder gut' geworden, weil das Geschwür sicher schon reif gewesen fei — und weil's mittlerweile Zeit zum Mittag- Aen geworden war und 's Gretchen, das die böse Gelbsucht gehabt hat, jetzt aber aussah, wie der allerschönste und allergesündeste Kirmesapfel, schon am Suppeausschöpfen, da hab' ich auch gar nichts mehr sagen wollen. Salatsuppe. Zwei gesäuberte Salatköpfe werden irt Streifen geschnitten und mit 500 g grünen Erbsen, 2 Liter Wurzel- oder Würfelbrühe, Salz, etwas Zucker und 2 Löffeln Fett aufgesetzt und weich gekocht. Die Suppe wird mit Mehl gebunden. Als Einlage kann man geröstete Semmelwürfel geben. Angelhaken herauszieht, so schluchzt er mitleib* erregend, und wenn der von diesem lauten Wehklagen gerührte Angler ihn ins Wasser zurückgibt, so entwischt er mit einem Freudengequieke, das ein ganz unverkennbares „Danke schön" zu sein scheint. Der Malgree, der die ganze östliche Küste der Neuen Welt bevölkert, genießt den Ruf, der lärmendste Fisch zu sein, den es gebt. Er kann ein lautes Stöhnen heroorbringen und quakt wie ein Frosch: fein Geheul ist weithin hörbar. gründlich angelegten Diagramme können nicht einfach übernommen werden, wenn nach dem Konsumdelta (um es in einem Bild zu sagen) des Stroms der verkauften Bücher geforscht wird. Wohl, man hat die Liste der „Best-Sell-r", und man hat die Auskünfte der führenden Sortimenter. Aber damit erreicht man, fürchten wir, immer nur eine ziemlich dünne Käuferschicht, jener Elite Hiner wirklich ober aus Gewohnheit bücheroerschworenen, hochbürgerlichen Klasse, bie wohl ben Ton, aber nicht die Dauer und Durchschlagskraft der Bucherfolge an* gibt. Die Durchschlagskraft stammt aus einer anderen Schicht, auf die vielleicht aus Unkenntnis gar nicht eigentlich abgezielt wird: aus jenem Lebenskreis, wo die einzelne Mark bedachtsam in der Hand umgedreht, wo aber trotzdem — wir wissen es aus vielen Unterhaltungen — ein Jahresetat (sagen wir von 20 bis 30 Mark> für Bücher ausgeworfen wird, der manchen sozial „Höherstehender" beschämen und ebenso leicht dem Kino oder dem Essen und Trinken zugute kommen könnte. Wir möchten anregen, ob es nicht einer zuständigen Stelle möglich wäre, diesem geheimen Bücherkäufer, ohne daß er verschüchtert würde, ein wenig nachzuspüren." Muß der Schlager Unfug sein? denen, die ihn schreiben. Ganz leicht macht er es uns allerdings nicht. Aber gerade darum wäre er aller Mühen wert." Mit diesen Worten schließt Friedrich Herzfeld einen Beitrag „Muß der Schlager Unfug sein?", den die „W e st e r m a n n s Monatshefte" veröffentlichen. Die im allgemeinen heute noch übliche Methode, Schlager im Film zu verwenden, kennzeichnet der Verfasser mit ben Bemerkungen: „Der Schlager bedeutet im Film eine Auflockerung ähnlich wie das Bitt) im Buch ober in der Zeitschrift. Vom Dramaturgischen her gesehen ist ber Schlager im Film also vor allem als Gegensatz erwünscht. Die Melodie des Haupt-, schlagers hören wir schon, ehe der Titel auf der Leinwand erscheint. Sie krönt auch das happy end ober den tragischen Schluß: je, diese weisen vorbereitend ober zurückgreifend aus den Schlager in der Mitte des Filmes hin, der dadurch in feiner Bedeutung ungemein unterstrichen wird und nicht selten das Gewicht eines Höhepunktes erlangt. Dom Geistigen aus betrachtet, kommt dem Schlager noch eine andere Stellung im Film zu. Wir sehen von jenen 5 Um en ab, die derOperette verwandt sind und darum Liebesgeständnisse grundsätzlich singen lassen. Auch wollen wir die vielen Sängerfilms beiseitelassen, weil bei ihnen der Schlager nicht irt ben Film, sondern der Film von vornherein um den Schlager geschrieben wurde. Im übrigen gibt es eigentlich nur eine Art, Schlager anzubringen: man muß die Handlung an einen Ort führen, wo Schlager gesungen zu werden pflegen. Da erweist sich die Bar immer wieder als hervorragend geeignet. Anscheinend höchst zwanglos kann dort ein Sänger ober eine Sängerin „ben" Schlager starten. So wird es jedenfalls noch immer in zahllosen Fällen gehandhabt. Auf dem Höhepunkt ber Entwicklung, wo ber Helb ober bie Heldin von enttäuschter ober nicht erroiberter Liebe niedergeknirscht werden, wo also das ttefste Tal ihres Leides erreicht ist, ober auch wo der Wonnemonat seliger Liebe anbricht, da treffen wir den ober die Filmhelden fast unfehlbar in einer Bar, wo ihnen eben ein Schlager Hoffnung erregende ober weiterhin Schmerz aufwühlende Lebensweisheiten darbietet. Fausts Gang zur Walpurgisnacht — bos ist im Film ber Besuch einer Bar. Es versteht sich, baß es stets eine pickfeine Bar ist, wie es auf ber Welt wohl nur sehr wenige gibt. Niemals fehlt das Spiegelparkett, unb stets tragen die Frauen Toiletten aus ber allerletzten Modeschau. Der perlende Sekt im Glase und'der Liebesdunst ausstrahlende Saxophonist sind ungefähr gleichbedeutende Teilausschnitte dieses Lebens. Da wir — auch im deutschen Film — so oft in eine Bar geführt werden, müßte man eigentlich annehmen, daß die Bar im Leben unseres Volkes eine recht große Rolle spielt..Man könnte darüber vergessen, daß von den 80 Millionen Deutschen sicher kaum jeder Hundert* tausendfte so etwas einmal von innen gesehen hat." stände ist es selbstverständlich, daß sie absolut sauber und heil sind. Zu jeder Reise gehören aber auch kleine Dinge, die leider manchmal viel Platz roegneh- men, die aber doch notwendig sind oder die gerade das Reisen nett machen. Zu den angenehmen Dingen gehören: ein Kissen, Bücher, die man nur in ben Ferien lesen kann, ber Photoapparat, vielleicht eine Handarbeit und ähnliches mehr — aber natürlich nur, soweit Platz vorhanden ist. Man hüte sich beim Reisen stets vor unnötigem Ballast. Am besten packt man diese Kleinigkeiten in ben „Unterwegskoffer", besten Inhalt besonderer Sorgfalt bedarf. Neben kleinen Erfrischungen, Frühstück usw. für die Reservetaschentuch unb bie Dieser Koffer darf aber schwer sein, daß man ihn Oer Engländer ist anders... ' Der Engländer ist anders, anders nämlich, als eine gewisse unter Deutschen sehr verbreitete Eng- land-Romanttk ihn gerne sieht. Das zeigt uns Otto E. Geyer in einem Aufsatz „Der Nebel von London", den mir im Juniheft von „ West ermann s Monatsheften" veröffentlicht finden und der mit manchen Illusionen aufräuint. So lesen wir u. a.: „Die politische Freiheit bedingt keine soziale Freiheit und scheint in erster Linie eine Freiheit zum Begehen von Harmlosigkeiten. Das bekannte freie Reden im Hydepark ist bie lächerlichste Belanglosigkeit von allem. Man läßt dort Leute, die reden müssen, weil sie sonst ersticken, so viel schwatzen, wie sie wollen. Dadurch wird man sie los. Ihre Zuhörer sind Müßiggänger, die nichts Besseres anzufangen wissen unb mehr belustigt als ergriffen von einem Redner zum anderen ziehen. Trotzdem gibt es heute noch Engländer, die dieses Geschwätz als einen gewichtigen Ausdruck demokratischer Freiheit werten, obwohl sie selbst nur einmal in ihrem Leben fünf Minuten lang zugehört haben ober überhaupt noch nie... Der England- Reisende mag Größe unb Großzügigkeit erwartet haben, Ruhe, Freunblichkeit, Gelöstheit unb Gelassenheit, er wird das überall, wo er. mit der einfachen Bürgerschaft in Berührung kommt, reichlich finden, man wird ihm dort, wo er als Freund öes Hauses gut befunden wurde, die Türen weit öffnen, je einfacher das Haus, desto weiter, aber er wird gleichzeitig auch in England jener Ruhe begegnen, die 'Kälte ist, und einer Gelassenheit, die wie das Warten auf ben geeigneten Augenblick scheint, unheimlich wie die Spannung vor dem Grüne Bohnen zu Matjeshering (ober gut gewässertem Salzhering). 1 kg vorbereitete, in Stücke gebrochene grüne Bohnen läßt man in leicht gesalzenem Wasser, unter Zusatz von Bohnenkraut, beinahe weich kochen, bann schüttet man sie zum Abtropfen auf ein Sieb. Aus zerlassenem Fett ober einigen Speckwürfeln (75 g genügen) unb Mehl 'bereitet man eine Einbrenne, die mit Gemüsewasser aufgefüllt und mit Essig unb Zucker abaeschmeckt wirt). In dieser Tunke läßt man die Bohnen gar werden. Bergartig auf einer Schüssel anrichten unb mit Matjes- oder Salzheringfilets umlegen. Dazu Pellkartoffeln. dessen wird 50 g Butter, 100 g Zucker und 2 Eigelb schaumig gerührt, Zitronenschale, geriebene Mandeln, Grießbrei unb 500 g gewaschene, ab getropfte Kirschen gemischt unb zuletzt ben steifen Eierschnee untergezogen, in gut gefettete Auflauf form geben unb im Backofen backen. Kräftiges Kohlrabigericht mit Graupen. Auf 500 g Kohlrabi rechnet man 250 g Graupen und 250 bis 500 g Seefisch. Die Graupen werden ab gequirlt, mit kaltem Wasser aufgesetzt, einmal ausgekocht unb bas Wasser abgegossen. Man läßt reichlich kleingeschnittenes Suppengrün in Fett — auch Rinderfett — anbraten, füllt mit etwa zwei Liter Wasser auf, gibt die Graupen hinein und läßt sie halbgar werden. Dann werden die vorbereiteten Kohlrabi mit den zarten, gehackten Blättern hinzugefügt und mit Salz abgeschmeckt. Erst wenn Gemüse unb Graupen beinahe gar sind, fügt man das entgrätete, würflig geschnittene Fischfleisch hinzu und läßt es gar dünsten. Sättigende Möhrensuppe. 1 kg vorbereitete, in Stücke geschnittene Möhren dünstet man in wenig Fett an, füllt mit 2 Liter kochendem Wasser auf, würzt mit. Salz, mit einer Zwiebel unb einigen Nelken unb läßt das Ganze gar werden. Das Ganze gibt man durch ein Sieb, läßt nochmals aufkochen, streut 75 g Sago hinein unb läßt ihn klar kochen. Mit gewiegter Petersilie anrichten. An Stelle von Sago kann man auch Haferflocken nehmen. Stecknadeln und Briefmarken. Die Stecknabeln haben bei ber Entwicklung der Briefmarken, wie wir sie heute kennen, eine große Rolle gespielt. Als vor etwa 100 Jahren in England die ersten Briefmarkenbrucke ausgegeben wurden, erschienen sie in großen Blättern, unb jede Marke mußte einzeln mit einer Schere' oder auch einem Messer abgeschnitten werben. Nun lebte in London der Zeitungsberichterstatter Charles Fowler der die Gewohnheit hatte, seine Beiträge für auswärtige Zeitungen in einem Wirtshaus zu schreiben: wenn' er damit fertig war, steckte er sie sorgfältig in Um* ichläge, schrieb bie Anschrift der Zeitungen daraus und gab sie bei der Post auf. Die Marken schnitt er sich mit einem Taschenmesser ab. An einem Abend des Jahres 1847 faßte er in die Tasche und bemerkte, baß er sein Messer zu Hause gelassen hatte. Niemand in dem Wirtshause hatte zufällig ein Messer bei sich, und es war auch keine Schere aufzutreiben. Da versuchte Fowler, seine Marken mit einer Stecknadel abzureißen. Das ging aber nicht gut, unb so machte er sich daran, kleine Löcher mit der Stecknadel ringsum bie Marke in bas Blatt 3u stechen, unb dann war es ein Leichtes, bie Marke abzureißen. Er hatte keine Ahnung, daß er damit eine Arbeit sparende Entdeckung gemacht hatte. Aber Henry Fowler, der ihm zugesehen hatte, kam dadurch auf eine Idee. Er ging zu den englischen Postbehörden und legte ihnen den Plan einer Maschine vor, mit der man rings um alle Marken Zugleich Löcher anbringen konnte: es gelang ihm, die Beamten davon zu überzeugen, daß das praktisch sei und eine Ersparnis zur Folge habe. So wurde eine Perforiermaschine gebaut, die englische Postbehörde kaufte sie, und nachdem man eine Zettlang damit Versuche angestellt und sie noch verbessert hatte, begann im Jahre 1854 die Ausgabe perforierter Marken, wie wir sie jetzt haben. Der Gedanke leuchtete auch den Postbehörden in anderen Landern, bie Briefmarken ausgaben, ein, so daß sie dem englischen Beispiel folgten unb bald keine anderen Briefmarken mehr hergestellt wurden. B. Sprung. Fünfundzwanzig Jahre nach dem Ausbruch des Weltkrieges wird er roieber jenen Krämer- neib finden, ber damals die Katastrophe heraufbeschwor unb _su diesem Zweck die Lüge erfand, daß Deutschland sich seit 1871 darauf vorbereitet habe, ganz Europa zu erobern — dieselbe Lüge, die heute wieder ausgeqraben und von der gleichen ungeheuren Pressemacht den Lesern in aller Welt emgehammert wird. Wenn Deutschland leben_miU, wirb ihm untergeschoben, daß es die Welt erobern wolle; wenn England aber wirklich die Welt erobert, verbreitet es nur das Evangelium der Liebe." Oer stille Bücherkäufer. Wer kauft eigentlich Bücher? Diese Frage wurde schon oft gestellt und durch Untersuchungen beantwortet. Trotzdem ist sie, wie „Die Literatur" in ihrem Juniheft bemerkt, noch nicht völlig geklärt. „Die Leserkunde, die Untersuchung der sozialen Stellung und der psychologischen Motive des bücherkaufenden unb -lesenden Menschen, ist von verschiedenen Volksbüchereien, nach dem Vorbild Walter Hofmanns in Leipzig, in einer außerordentlich ergebnisreichen Weise verfeinert worden, unb doch fehlt es im ganzen noch an einer genauen Kunde 00m Lesen, die diese aus so verschiedenen Motiven begonnene unb betriebene Tätigkeit des Menschen in ihren Antrieben unb Stimmungen erforschte. Praktisch gesprochen: die Verleger, selbst solche von hoher Erfahrung, sind noch vielfach wie in einer Nebellandschaft, wenn sie sich fragen, an wen nun eigentlich ihre Bücher und bie einzelnen Gattungen des probuzierten Schriftgutes verkauft werden. Statistik allein tut es in solchen Fragen nicht, und die von den Volks- und Leihbüchereien ziemlich Reife soll er den Waschbeutel, etwas Könisch Wasser für heiße Tasche, ein ~ ..... Walter Schweter feiert am 5. Juli 60. Geburtstag. Dem Landsmann, dessen Wiege in einem Fhrsterhaus bei Oberlahn- stein in den waldreichen Höhen über Rhein unb Lahn stand, widmet der Reichssender Frankfurt a. M. am 5. Juli, um 11.40 Uhr, eine Feierstunde. Zwirnsfaden, Ameisenhaufen und's Hänneschen. Don Walter Schweter. Wunderliche Fische. Fische legen ihre Eier im Wasser ab ober tragen fie mit fid) herum; Fische finb stumm, ja sogar taubstumm; Fische müssen immer im Wasser verbleiben, m der Luft ersticken sie ... Das ist die allgemeine Ansicht über bie Fische. Aber je mehr man diese geheimnisvollen Tiere kennenlernt, um so mehr Überraschungen bereiten sie. So beliebt es dem ganz gewöhnlichen Stichling, sich zur Brutpflege ein hübsches Nest zwischen den Wasserpflanzen zu erbauen. Aber auch viele andere Fische bauen Nester, oft sogar sehr kunstvolle, und stets ist es der Vater, der erst die Eier, dann die Jungen beschützt, nähr! unb pflegt. Die meisten dieser Nestbauer leben in tropischen Gewässern. Einer dieser Baumeister ist so wundervoll bunt gefärbt, daß er Regenbogenfisch heißt. Er lebt rund um Südamerika und Dftinbien unb ist nur wenig länger als 3 cm. Sein Nest ist darum einzigartig, weil es an ber Oberfläche des Wa ers treibt. Der Fisch beißt zuerst Blätter der Wasserpflanzen ab und verflicht sie zur richtigen Stellung. Wenn Gefahr besteht, daß sie sinken, so bläst er Luftblasen darunter, um sie schwimmend zu erhalten. Zum Schluß ist eine kleine kuppelähnliche 3nfel entstanden mit einem Durchmesser von etwa 7 cm. Das ist das Dach des Nestes, unter dem mit unermüdlicher Geduld eine kreisrunde Kinderstube geflochten wird. Alles andere als stumm ist der „Knurrhahn" genannte Fisch, der an der englischen Küste lebt, und der buchstäblich winselt und quiekt, wenn man ihn aus dem Wasser zieht. Im Golf von Mexiko lebt der Trommel- ober Knurrfisch. Wenn man ihn am „Es zeigt sich immer wieder, daß rechte Künstler selbst aus dem verlästerten Schlager etwas Genießbares und Lebenswertes zu gestalten vermögen. Es liegt also nicht am Schlager, sondern immer an denen, bie ihn schreiben. Ganz leicht macht er es Was sollt ich da machen? Hält ich's Maul net auf getan, dann hält' der gedacht, ich wär' übergeschnappt. Da hab' ich halt gesagt, ich hätt' nur mal gucken wollen, ob’s schon Am eisen ei er gäb urub da wär'n die Biester von Ameisen in den Topf gekrochen und ich hätt' sie grab rausgeschüttelt. Da ist er wieder ab gezogen, hat aber immerfort ben Kopf geschüttelt unb ich bin ärgerlich heimge- laufen, weil wegen meinem dummen Geschwätz alles umsonst gewesen ist. Ach und 's Gretchen ist .immer, kranker worden, und ich hab schon gedacht, s hätt net sein sollen und das Kind wär verloren, da hab ich das mit dem Wasser und dem Ei und dem Ameisenhaufen nochmal gemacht, und diesmal hat s geklappt! Und als ich wieder daheim war, da hat mein krankes Mädchen munter im Bett gesessen und war lange net mehr so gelb im Gesicht und hat gelacht und gesagt, es wollt' ausstehn. Wir haben's aber noch im Bett gelassen, und als acht Tage spater der Doktor roiebertarn, hat er net gewußt was er sagen sollt. sollst?"^"' mei$* bu "Uch net, was du sagen Das wußte ich auch wirklich nicht und hab halt nochmal wiederholt, das Gretchen wäre auch ohnedies wieder gesund geworden. „So? Und wie's dem Herrn Pfarrer gangen ist, meißt du auch net! Guck, der hat so'n argen Zorn gehabt auf all bie 2lb er gläubigen und besonders auf das Hanneschen, das so ein alter Nixnutz und Rumtreiber gewesen ist, der aber arg gut hat Krankheiten besprechen können. Von dem feihem Kram wollt ber Pfarrer erst recht nix wissen und hat jebesmal wenigstens mit dem Finger gedroht, wenn das Hänneschen an ihm vorbeigangen ist Auf einmal Erlegt aber unser Herr Pfarrer ein ganz bos Geschwür in den Hals unb keine Umschläq und keine Einnehmerei wollt' was helfen. Da ist ihm wieder mal das Hänneschen begegnet und das hat gesaat: „Herr Pfarrer, ich wüßt 'n Mittelchen?" Aber der hat natürlich von dem Hokuspokus, wie er dem Hänneschen fein Besprechen gescholten' bat, immer noch nix wissen wollen und ist ärgerlich roeitergegangen. Am andern Tag läuft ihm bas Hänneschen wie- der m ben Weg, uijb als bas so schies zu ihm hin- guckt, als roenn’s fragen wollt': „3mmernoch net, Herr Pfarrer?", da hat der arg geplagte Mann Gottes gekeucht: d)en?"nne5t^Cn' mas HE ihr denn für'n Mittel- „Jo, ja, ihr wißt doch, Herr Pfarrer! — Soll gepackt werden. Zu unterft sorgfältig eingewickelt kommen die Gegenstände roig Schuhe, Toiletten- sachen zu liegen. Lücken gut mit zusammengerollten Strümpfen, Lebergürteln und kleineren Wäscheteilen ausfüllen. Darüber legen wir einen Bogen weißes Seidenpapier. Dann kommen die Wäschestücke an die Reihe unb wieder über das Ganze einen großen Bogen Seibenpapier. Obenauf werden sorgfältig zusammengefaltet die Kleider gelegt. Wie werden nun Knickstellen vermieden? Ganz einfach! Wir legen lose gerafftes Seidenpapier auch zwischen den Umschlag. So brauchen auch Blusen und Kleider nachher nicht mehr aufgebügelt zu werden. Zum Schluß heißt es noch: die Kofferschlüssel abziehen und sorgfältig aufbewahren, die Fahrkarten nicht vergessen und bann — gute Reise! dem auch für alle Mitreisenden eine Oual. Eine große Erleichterung bieten für den Reisetag die Windeln aus Zellstoff, die nach dem Gebrauch weg - geworfen werden. Man braucht sich bann nicht mit den beschmutzten, nassen Windeln herumzuschleppen. 3um Hinlegen des Kindes nimmt man eine feste Unterlage mit ein Roßhaarkissen, eine Reisedecke oder Aehnliches — die man bequem auf die Bank des Abteils legen kann. Wenn man so vorgesorgt hat, braucht die Mutter auch die Reise mit kleinen Kindern nicht zu fürchten, im Gegenteil — Reisen ist dann ein Vergnügen! Lisa Peck. Rezepte. Erd beer schäum. V kg gut verlesene, durch ein Sieb gestrichene Erdbeeren mit 100 g Zucker, 12 Blatt eingeweichte und in wenig kochendem Wasser aufgelöste Gelattne (halb weiß und halb rot) und 7% bis % Liter Wasser mischen und unter ständigem Schlagen festwerden lassen. Erdbeergrütze. 500 g Erdbeeren, 150 g Zucker, etwas Zitronenschale, 125 g Grieß, 1 Liter Wasser. Grieß kochen, kurz vor dem Garwerden die zerquetschten Erdbeeren und bie anderen Zutaten zugeben und in kalt ausgespülte Flammerie- fomi geben. Erdbeeren mit Du argcreme. 375 g Duarg, % Liter Milch, Zucker nach Geschmack, 500 g gezuckerte Erdbeeren. Die Erdbeeren werben gewaschen, zerteilt unb gezuckert, Stunde stehen- lassen. Den Duarg durch ein Sieb streichen, mit ber Milch sahnig schlagen. Dann rührt man ben unter ben Erdbeeren sich sammelnden Saft unter und schmeckt milde mit etwas Zucker ab. (Vanille nach Belieben.) Duarg und Erdbeeren werden in eine Glasschüssel geschichtet, einige Erdbeeren zur Verzierung zurückgelassen. Man ißt Zwieback, Schwarzoder Knäckebrot dazu. K i r s ch p u d d i n g. 375 g Schwarzbrot, 100 g Fett, 40 g gewiegte Sukkade, 100 g Zucker, 1 Ei, Vs Liter Milch, etwas Salz, Zimt, Kirschenkompott. Das altbackene Brot schneidet man in Stücke und weicht sie in kaltem Wasser gut durch, drückt bas Brot fest aus, das Fett, fein gewiegt, mischt man gut darunter, gibt gewiegte Sukkade, Zucker, Ei, Milch, Mehl, Salz und Geroürz dazu, füllt den Teig in eine ausgestrichene Puddingform und läßt ihn im Wasser ungefähr 2 Stunden garen. Kirsch auflauf. Von 1 Liter Mich, 110 g Grieß, Salz einen dicken Grießbrei kochen. Unter* Komme ich da wieder einmal in ein mir von den Kindheitstagen her vertrautes Bauernhaus zwischen Rhein unb Lahn, und in meine eifrige Hingabe an bas mir nach bem langen Wanderweg in sehr roiUfommener Weise aufgezwungene gute Frühstück fällt plötzlich die Frage, was ich vom „Besprechen" halte. „Gar nix!" „Aber 's hat geholfen;" Jk5 wä-' .auch ohnebies wieder gut geworden!" Das wär' nicht wahr und ich solle nur einmal Haren, wie es ihnen gegangen fei. ' „Siehst du auf meiner Hand noch Warzen? Gut und gern zwanzig haben wir, unsre Anna und ich, gehabt. Alle finb fort, fort, wie roeggeblofen. Wir haben einfach einen Zwirnsfaden genommen, so Diele Knoten rein gemacht, wie Warzen da waren, chn unter der Dachtraufe vergraben, und am andern Morgen sind alle, alle Warzen weggewesen und keine ist roieberfommen;" Unb bann wie war's mit der Gelbsucht, die unser Gretchen gehabt hat? Der Doktor hat sich schon gar net mehr zu helfen gewußt. Da hab' ich die Frau Wintersfeld gefragt, was da zu machen wär' und die hat gesagt: „Ihr müßt das Wasser vom Gretchen in einen funkelnagelneuen Topf tun, ein Ei dazu schlagen und bas so lang kochen, bis das Wasser fort ist Das was übrig bleibt, müßt ihr über der Grenz unb ja net auf euerm Grund und Boden in einem Ameisenhaufen vergraben und den Topf hinterrücks ja net vorwärts, roegroerfen. Dabei darf kein Sterbenswörtchen geschwätzt werden." „Das ist bann aber boch im Leben kein Besprechen! ni5' so heißt das aber! Also hör' weiter- Ich hab alles auch so gemacht, und grad steh ich am Ameisenhaufen und will den Topf hinterrücks fortroerfen wer kommt? Unser Förster und ruft: Ra, was soll das bedeuten?" Kinder auf Reisen. Immer näher rückt der langersehnte Tag der Reife in die Ferien — d. h. Reise in die Sonne, Wärme, Freiheit, in das Glück. Und natürlich freut sich die ganze Familie auf diese Zeit unb besonders die Mutter, denn Ferien heißt ja auch für sie: ausruhen dürfen, nicht täglich sorgen und schaffen. Wenn nur nicht der Reisetag selbst wäre und bie schwierige Frage, die jeder Mutter wie ein Alp auf der Seele liegt: Wie beschäftige ich mein Kind auf der Reise? Ein wichtiger Faktor für ben reibungslosen Verlauf der Reise ist, daß der Tag des Kindes möglichst wenig Abweichungen von feinen sonstigen Gewohnheiten erfährt, wie z. B. im Schlafen und Essen. So soll man also bie Mahlzeiten einhalten wie gewöhnlich und das Kind nicht — nur um seine Langeweile zu betäuben — mit Schokolade und Bonbons überfüttern. Ein Fensterplatz für die Kleinen, ber bie Möglichkeit bietet, bie Wunder ber Welt im fahrenden Zuge anzustaunen, sichert zumeist schon ' eine vergnügte Reise. Dazu noch einige gut ausgewählte Spielsachen — natürlich die Lieblingsdinge —, bie eine ruhige Beschäftigung ermöglichen, wie etwa Aus- schneidepuppen, Malbuch, Dame unb Mühle ober eines der beliebten Puzzlespiele für bie Größeren, unb heidi ist die Fahrt vorbei. Kinder können nicht unentwegt still sitzen. Darum soll die Mutter ruhig erlauben, daß sie auch einmal im Gang des v-Zuges, natürlich vor bem Abteil, stehen dürfen. Kinder haben dabei nun einmal das Gefühl, — es damit den „Großen" gleichzutun — unb eine lange Reife wird auf diese Weise verkürzt. Mit älteren Kindern ist es ja überhaupt nicht so schwierig wie mit Baby. Aber auch da kann man gut vorsorgen. Am besten ist es, wenn die Mutter die Nahrung, die bas Kind am Reisetage braucht, fix und fertig in einzelnen Thermosflaschen mit- nimmt, da die Milch dann immer richtig temperiert ist und damit die Mutter von Zügen mit ober ohne Speisewagen unabhängig ist. Besondere Sorgfalt erfordert ber Lutscher, den man am besten in einem Gazeläppchen ^verpackt, damit er vor Staub und Schmutz geschützt bleibt. Uebrigens vergesse man niemals, mehrere Lutscher mitzunehmen, da ja in ber Eisenbahn kein hygienisch einwandfreies Wasser zur Verfügung steht, um den Lutscher sachgemäß zu reinigen. An Windeln kann man gar nicht genug mitnehmen, denn es ist bei der ersten Reise von unserem Baby noch nicht zu übersehen, wie sie ausgehen mag. Das Kind, das naß Hegt und darum andauernd schreit, ist nicht nur für die Familie, son- U Mittwoch, 5. Zull M- Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 154 Dritter Blatt Ebereschen-Alloe geziert, 8K wertergeführt wird, sobald die Auffüllung der burgcr Straße her. - (Ausnahme. Jtcuncr, ^ieBe Straße beendet ist. Die Gesamtlänge der Straße ner Anzeiger.) . von der Marburger Sraße bis zur Eisenbahnbrücke Eltern ehren einen bewährten Lehrer k dächtniskirche zu. * sommerlichen Kleidchen und mit Blumenkränzen tm Haar, sie saßen geraume Zeit artig am Tisch bei Kaffee und Kuchen oder bei einem Glase Orangeade, um schließlich sich in mancherlei Spielen die Zeit zu vertreiben. Immer wieder umringten ße dabei auch ihren beliebten Lehrer und ließen auf vielsal- tiqe Weise zum Ausdruck kommen, wie herzlich sie mit ihm verbunden sind. — An der Feier nahm auch Rektor Müll e r, der Leiter der neuen Pesta- lozzischule, teil. Lehrer R e i ch (in Bildmitte) im Kreise der Kinder seiner Klasse. (Aufnahme: Neuner, Gietzener Anzeiger.) dein Wagen?" „An der Rankestraße." Mo, warte hier so lange!" Vallendar eilte fort. Margit Larsen blieb stehen, ohne sich zu rühren. Sie atmete heftig. Ihre Nerven waren zum Zerreißen gespannt. Die Nähe des Unglücks beklemmte sie. , Endlich tauchten die gelben Scheinwerfer ihres Wagens auf. Vallendar sprang heraus. „Soll ich nicht lieber bei dir bleiben Margit?" „Nein, danke, Werner. Ich mochte letzt allem half ihr beim Cinsteigen. „Ich rufe dich morgen an. Gute Heimkehr, Margit? Ein leichter Händedruck war ihre einzige Antwort Dabei wandte sie den Kopf ab, als wolle sie die Garage nicht sehen. Der Wagen ruckte an. Als Vallendar den Tunnel hinunterfflng, fuhr eben der Rettungswagen herauf. Der Oberwachtmeister stand auf dem Trittbrett. Er sprang ab, als Dem Lehrer Ernst Reich, von der Pefta- lozzischule, früher Schillerschule, der demnächst nach 46jährigem Schuldienst in unserer Stadt in den Ruhestand treten wird, wurde gestern eine besondere Ehrung zuteil. Mütter der Mädchen, die gegenwärtig zu ihm in die Schule gehen (Klasse 6 M), hatten einen gemeinsamen Ausflug von Lehrer, Kindern und Müttern vorbereitet, der allen Beteiligten große Freude bereitete. Am Lutherberg traf sich die stattliche Schar und machte sich bei herrlichstem Wetter auf den Weg zum Forstgarten. Dort war schon alles sorgfältig vorbereitet. Weiß gedeckte tenköche. Und nun Glückauf zu froher Fahrt! Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Gloria-Palast, Seltersweg: „Die Heilige und ü)i? Narr". * ** Anmeldung d e r Mietverhält» n i s s e m i t I u d e n. Der Oberbürgermeister g'bk heute eine Anordnung über die Meldepflicht zur Erfassung von Wohnräumen auf Grund des Gesetzes über die Mietverhältnisse mit Juden bekannt. Stichtag für die Anmeldung ist der 5. Juli, dis Meldungen selbst sind bis zum 15. Juli einzureichen. Die Hauseigentümer mögen diese Bekanntmachung sorgsam beachten. _ . . ** Die Zahlung der Strom- und Gasgelder im Stadt- und Ueberlandgebiet betrifft eine Bekanntmachung der Direktion der Stadtwerke Gießen, die heute veröffentlicht wird. Pieren untersucht. Dann sagte er zum Arzt,„der Alte hätte nur seinen Paß bei sich, sonst nichts. Sonst nichts? Aber mir hatte er doch gesagt, er habe das Schriftstück bei sich. Er wollte es doch zum Notar bringen!" * „Das ist eben nicht wahr, James. Der Alte log nie. Ich kenne ihn doch! Er mutz es bei sich gehabt haben. Er hat noch auf seine Brusttasche geschlagen ..." „Und ich sage dir, daß der Schupo genau nachgesehen hat!" . rr 0., „Komm, Otto! Wir müssen das überlegen. Ich weiß, daß er es bei sich gehabt hat." James blieb testen und schlug mit der Fällst auf feine Brust- tasche. „So Hot er geinacht und hat dabei gesagt: fiicr ist es! Es ist unumstößlich!" Sie gingen weiter, auf die Kaiser-Wilhelm-Ge- Tische waren zu drei langen Tafeln zusammen- qestellt worden, reicher Blumenschmuck der Tische trug dazu bei, den festlichen Eindruck zu erhöhen. Inmitten der Kinder und deren Müttern nahm auf einem besonders geschmückten Sessel Lehrer Reich Platz und verbrachte so in frohgestimmter Runde zwei unterhaltsame Stunden. Mit besonderer Freude sah er im Kreise der Teilnehmerinnen manche Mutter, die als Kind schon zu ihm in die Schule ging, und nun ihre eigenen Kinder beim gleichen Lehrer in guten Hände'weiß. Die Mädchen, die an diesem Ausflug in den Forstgarten teilnahmen, kamen alle in Hellen erlosch. Es war, als sei mit seinem Erlöschen das Leben dieses Alten erst ganz beendet. Die Chauffeure hatten das behelfsmäßige Ruhelager in der Kammer fchon frei gemacht. Daraus betteten sie James Burd. Römer stand neben dem Kopfende. Er wunderte ich, daß der Tote lächelte. Sein Gesicht druckte weder Angst noch Qual aus: es hatte einen friedlichen, beinahe frohlockenden Ausdruck. Die Tür der Kammer wurde geöffnet, und ein -Oberwachtmeister trat ein. Der Beamte grüßte, „neu Abend, Herr Doktor! Der Polizeiarzt wird auch gleich kommen." „ „Nichts mehr zu machen. Herzschlags Der Oberwachtmeister trat an den Toten heran. „Sie kennen den Mann?" „Er ist hier bekannt. Es ist ein Amerikaner Burd. Ein Chauffeur hatte ihn erst heute von Hamburg hierhergefahren." „Kann ich den Chauffeur sprechen? „Preetz muß gleich kommen", sagte Huckemann. „Er hat nur seine Frau begrüßen wollen." Der Oberwachtmeister griff in die Taschen des Toten. Er fand einen Patz. Oeffnete 'hn. „James Burd", las er halblaut. Er nahm fein Merkbuch heraus und schrieb. Dann griff er m die andere Brusttasche. Nichts ... „Der Tote hat sonst nichts bei sich, wie es scheint." . Die Chauffeure standen noch in der Tur. Neugier und Mitgefühl trieben sie, Zuschauer dieses Schau- ^'^Aber gehn Sie doch hinaus!" drängte der Oberwachtmeister. „Bitte, es nützt doch nichts, wenn Sie da herumstehen." , Die Chauffeure gingen; fic blieben draußen auf ein Lindenblatt auf die Schulter des Helden, als er sich im Drachenblute badete? Und wo starb der kühne Recke? Im Odenwald, unter einer Linde ... Es ist schön, daß unsere Straßen oft mit Schatten gebenden Linden bepflanzt werden, und manche Brücke wird geschützt und überschattet von Lindenbäumen. Wie treue Wächter stehen sie hüben und drüben, schon von weitem erkennbar an der schönen Form ihrer Kronen. Im Dorfe aber, vor der Kirche, vor dem Rathaus, überall auf freien Plätzen, wo die Kinder spielen, stehen unsere Lieblingsbäume. Wenn dann an warmen Sommerabenden alt und jung zufäm- menkommt, erschallen fröhliche Lieder unter den ehrwürdigen Bäumen. Die alten Bauern aber spre- ckien non'ihrer Arbeit. Eintönig rauscht der Brunnen sein Lied dazu. Solche Sommernächte unter der Dorflinde bleiben unvergessen. Wenn die Alten längst zur Ruhe gegangen sind, dann kichert es noch unter1 den Lindenbäumen. Das ist die Jugend, die noch nicht müde ist, die im Duft der Lindenblüten weiterplaudert. Lustige Geschichten werden erzählt, Mädchen und Burschen necken sich. Wenn der Wind leise durch die Blätter fährt, erklingen Liebeslieder. Heilbringend ist auch ein Tee von den getrockneten Lindenblüten. Und so sehen wir am Tage die fleißigen Sammler, die ihr Körbchen mit den duftenden Blüten füllen. Im Walde aber, mitten unter den finstern Tannen und den starken Eichen, finden wir manchmal ein einsames Lindenbäumchen. Leise säuseln seine herzförmigen Blätter im Winde, und erst der Duft der Blüten läßt uns aufblicken. Mitten unter den Waldriesen erinnert es an alte vergangene Tage, an deutsche Treue und Innigkeit._______H. Als Vallendar und Margit Larsen in die Garage hineingehen wollten, fuhr der Rettungswagen mit einem hell leuchtenden Auge an ihnen vorbei und tauchte im Tunnel unter. ' . Erschrocken blieb Margit stehen. Ihre empfindlichen Nerven gerieten in Aufruhr. „Warum kam der Wagen? Sicherlich ein Unglück in der Garage. Beruhigend legte Vallendar feine Hand aus ihren Arm. „Warte einen Augenblick, Margit! Ich will mich erkundigen." Er begab fiel) ins 23üro. Mit knappen Worten teilte Mühsam ihm mit, was sich ereignet hatte. Vallendar kehrte zu Margit zurück „Burd ist verunglückt. Ja, der Amerikaner Burd. Doktor Romer ist bei ihm in der Kammer." Sie erblaßte: ein Schauer überlief sie. „Ich habe es den ganzen Tag gespürt, daß irgend etwas geschehen würde. Ich bitte dich, Werner: Rufe meinen Chauffeur! Ich kann dich jetzt nicht begleiten. Ich m JMber^Margit, rege dich doch nicht auf! Wo parkt Der Portier des Palasthotels ließ die Drehtür kreisen. „Guten Abend, meine Herren!" Römers Blick flog durch die Halle. Ganz hinten unter dem Schirm einer Seidenlampe, saß Charin und blätterte in Zeitschriften. Sie hatte den Kopf gesenkt, und ihr Haar glänzte wie das dunkle Braun reifer Kastanien. , , ., £ f Vallendar hielt Römer, der sogleich auf Charly zugehen wollte, mit der Hand zurück. Er fühlte eine seltsame Spannung. Die Erzählung Romers hatte ihn erregt. Ich wußte es ja, dachte er, irgend etwas Abenteuerliches kreist um dieses Mädchen. Das al|o war es, was mich an Der Ecke Kurfurstendamm sa packte! Das also ist es, was mich so mterelftert! Vallendat täuschte sich manchmal gern über sich selbst ... „Sagen Sie es ihr allem, Doktor! Ich will vorher mit dem Empfangschef sprechen Ich kenne ihn gut. Vielleicht kann man von ihm etwas hören, das auf diese Vorfälle bezug hat." (Fortsetzung folgt) Aus Oer Stadl Gießen. Lindenblütendust. Wo uns von deutschem Leben, von Leid und ! Glück erzählt wird, in Sage und Dichtung, in ’ Volksliedern und alten Gesängen, überall finden , wir Die Linde, die tcilnimmt an dem Schicksal des , deutschen Menschen. Die Linde ist einer unserer Lieblingsbäume. Falt in jedem Dorf, an vielen Landstraßen, an Waldrändern stehen Linden. In unzähligen Namen leben sie weiter, Dörfer und Städte nennen sich nach ihnen, Mädchennamen erinnern an sie. Straßen und Plätze, Gasthäuser und Apotheken führen ihren Namen. Unfern Vorfahren waren fic heilig. Unter ihrem Schütten wurde das Volksgericht gehalten. . Es gibt in den Dörfern Linden, Die cm sehr hohes Älter haben. Sie müssen mit Pfeilern gestützt werden, ihre Wunden, die Die abbrechenden Aeste schufen, werden mit Mörtel gefüllt. Was konnten Diese Bäume erzählen! Wieviel Menschen saßen schon in ihrem Schatten, hielten Zwiesprache oDcr sangen Lieder. „Ein Vöglein sang im ßinben= bäum", „Es stand eine Lind' im tiefen Tal , „Am Brunnen vor dem Tore" und viele andere. Und nun haben Diese Lieblingsbäume ihre kleinen, unscheinbaren Blüten geöffnet. Herrlicher Duft strömt von ihnen aus. Unzählige Bienen kommen herbei, um den Lindenhonig zu holen. Der Imker freut sich wenn er in einigen Wochen aus Den goldenen Wachszellen Den Dunklen, fast grünlich scheinenden Honig herausholen kann. Er läßt stch nicht durch Die Farbe beirren, er weiß, wie gut Der Lindenhonig ist. „ ri Aber auch Die Menschen werden zur Rast einge- laden. Im süßen Duft Der Blüten können mir stundenlang ruhen und Dem Rauschen Des kleinen Röhrenbrunnens zuhören ... Alte Sagen klingen in unserrn Herzen auf ... Hauste nicht auch Der Drache, den Siegfried erschlug, unter einer Linde? Wird er nicht auch Lindwurm genannt? Fiel nicht dem Gang stehen. Nur der junge Mann, Der vorhin gekommen war, ging Die Einfahrt hinauf. Er tauchte im Nebel Der Straße unter. Nach einer Weile machte er halt. „James!" rief er heiser. „James! Der junge Mensch in Der Lederjoppe kam heran. „Was ist Denn, Otto?" „Er ist tot. Herzschlag. Du hättest lange auf ihn warten können!" , ... Aus Der Großgarage Alter Westen kamen jetzt viele Menschen. Sie rcDeten aufgeregt miteinander und konnten stch nicht trennen Der Fahrer Preetz kam die Straße heruntergcschtenderb Der,Bo e hatte ihn nicht zu flauje angctros,en Nachdem Preetz seinen Auftrag an Charly ausgerichtet hatte, war er zu einer Freundin seiner Frau gegangen, um sie zu bitten, der Wöchnerin em wenig Gesellschaft zu leisten. Als er Die vielen Leute vor Der Garage gewahrte, stutzte er und setzte sich m Trab. „Komm ein bißken hier weg James! Die beiden gingen weiter. „Nun rede schon Otto. „Ich hab' mich in Die Chauffeurkammer gedrängt, als Der Schupo kam. Er hat ihn gleich nach Pa- Der junge Mann zog Die Oberlippe hoch. Gold- zähne blitzten. „Ein Amerikaner? Na, so was!" „Bitte, einen Augenblick!" Dr. Römers ruhige Stimme DurchDrang bas Geflüster. Sofort machten die Leute Platz. Römer ging an Den großen Wagen heran und öffnete Den Schlag. — Die Menge hielt Den Atem an. In Der sonst so geräuschvollen Garage war es plötzlich merkwürdig still geworDen. Man hörte nur Das Tropfen Der Wasserhähne. „Töt'." stellte Römer fest. „Herzschlag. Wir wollen Den Mann ins Chauffeurzimmer legen. Wer faßt mit an?" Keiner zögerte. Natürlich wollte man helfen, soweit eben noch zu helfen war. Der junge Mann, Der für seine Herrschaft eine Box hatte haben wollen, war einer Der Eifrigsten. NiemanD fiel Der Fremde auf. Jetzt, um Den Ersten herum, tarnen so viele neue Menschen in die Garage Alter Westen. James Burd war ein schwerer Mann. Behutsam trugen sie ihn Den Gang hinauf. Das Stopplicht •flltet U/elten Roman von Harald Baumgarten Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35 7. Fortsetzung. (NachDruck verboten.) Die Tür ging auf. Mühsam wollte schon befreit auf atmen und Den Doktor begrüßen, aber Das Wort blieb ihm im Halse stecken. Ein junger Mann war eingetreten. „Guten Abend! Ich soll anfragen, ob ich vielleicht ab morgen eine Box für meine Herrschaft bekommen kann, und was sie kostet?" Verzweifelt fuhr sich Mühsam mit Der Hand über die Stirn. „Was Denn? ’ne Box? Augenblick mal! Ja, 18 ist noch frei. Kostet dreißig Mark. Aber können Sie nicht nachher oder morgen wieder kommen? Ich hab' jetzt keine Zeit — es ist Da was geschehen." „Was Denn — ein Unglück?" „Ach nein, nein! Ich weiß nicht ... Bitte, bis nachher!" Der junge Mensch verließ Das Büro. Eine kleine Weile zauderte er, Dann schlenderte er Durch Die Einfahrt hindurch und hinunter in Den Tunnel. Schon von weitem sah er Die dichte Menschentraube, Die sich norm Eingang der Sammelgarage geballt hatte. Unauffällig mischte er sich unter Die Chauffeure und Herrenfahrer. „Was ist Denn geschehen?" „Es hat einen Der Schlag getroffen. Er sitzt in Der großen Limousine. Ein Amerikaner! Ist erst heute aus Hamburg gekommen." pimpfen-Kochen. gfs. Die Zeit Der Sommerfahrten der Pimpfe ift herangckommen. Mit allen nötigen Ausrüstungs* * gegenständen bewaffnet, setzen sich Die Jungens aufs Rad oDcr benützen Schustersrappen und verteilet sich in Deutschlands schönste GegenDen. Geht cs, nun ins Lager oder zu einer Sportveranstaltung, so hat es Dort Die NS.-Frauenschaft übernommen, für Die Verpflegung von Jungvolk unD Hitlerjungen! zu sorgen. Oft wird auch unterwegs in Den schöneck Jugendherbergen untergekrochen, und Dann lassen» es sich Die Herbergsväter und -rnütter nicht nehmen, für Die Jungs gut zu kochen. Was ist aber, wenn Die Pimpfe im Freien näd)N( tigen und sich Dann tagelang selbst verpflegen muf< fest? Hier hat es die Abteilung Volkswirtschaft Hauswirtschaft Des Deutschen Frauenwerkes übernommen, Die Pimpfe im Kochen zu unterweisen. Sie- hat Rezepte und ein Fahrtenkochbuch herausgegeben. Die praktische Unterweisung liegt in Den Händen» der einzelnen Abteilungsleiterinnen. Irn Kreise Wettcrau, in Gießen, unternimmt e* Die Abteilungsleiterin Frau Mathy, Die Jungens' anzuwcisen. Es wird zuerst vier- bns fünfmal in der Versuchsküche der Abteilung, im Einhorn amk Kirchplatz, an Gasherden gekocht. Dann allerdings^ ist es nötig, den Fahrtenverhältnissen Rechnung ziC ‘ tragen, und das viel schwierigere Kochen im Freien muß ausprobiert werden. Frau Mathy unternahm das mit Den Jungens, nm gestrigen Dienstag auf Dem Eulenkopf am Triebs zu Gießen. Hier mußte erst eine Kochstelle aufgc- J baut und ein Feuer angezündet werden. Dieses oh jene Feuer ist natürlich nicht halb so leicht einzu--. regulieren, wie Die Gasflamme. Es heißt Deshalb doppelt Obacht geben, damit nichts überläuft oder"^ anbrennt. Auch muß Der Erdboden zum Teil als Tisch dienen. Aber unter Anleitung von Frack * Mathy glückte alles vorzüglich, und Die guten und * mit luftigen Redensarten der Jungen zubereiteteni Speisen schmeckten ausgezeichnet. Die Pimpfe hatten bei dieser Gelegenheit ihrs Prüfung abzulegen, was sie alles Schones kochen gelernt'haben, und die besonders geeigneten, bet denen Suppen, Rohkostsalate, Puddings usw. am besten gerieten, bekamen ihren Ausweis als Fahr- Lokomotive fuhr in eine Schafherde. Lpd. Hersfeld, 4.Iuli. 20 Scha f e einer Herde der Domäne Bingartes, Die beim Auftrieb auf ein Bahngleis gerieten, wurden von der Maschine eines Schnellzuges erfaßt und mehr oder mc< niger schwer verletzt, so daß sie geschlachtet werden mußten. der Wagen auf die Straße glitt?Die Menschen ner» liefen sich. Mühselig kämpften Die Lichter Der Leucht- reflame gegen Den dicken Dunst an. Dr. Romer war noch in Der Kammer und packto eine Tasche zu. Er hörte Preetz zu. „Er war gleich so sonderbar, Herr Doktor! fagta Der Chauffeur aufgeregt. „Er gefiel mit gar nicht. „Guten Abend, Herr Vallendar!" nickte Romer. „Tja — was sagen Sie dazu?" „Mühsam hat es mir schon erzählt. Ist Burd Denin krank gewesen?" , Ja, ein schweres Herzleiden ohne Zweifel. Der Tod muß ganz plötzlich und schmerzlos gekommen fein." .. . . Preetz fuhr sich immer wieder mit feinem gemusterten Taschentuch über Die Stirn „Und Da wartet die kleine Charly auf.ihn im Palasthotel! Ich hab' sie Doch hinschicken müssen. Er wollte sw Doch so DringenD sprechen!" . Romer hob den Kopf. „Fräulein sandner ist ms Palasthotel gegangen?" „Ja, vor 'ner halben Stunde vielleicht. Dort weiß nun keen Mensch, wat jeschehen is!" „Haben Sic Zeit, Herr Vallendar? Wollen Sie mich begleiten? Wir müssen es Charly Doch schonend mitteilen ..." Römers Gesicht blieb ruhig: nur an Der Unraft Der HänDe, mit Denen er jetzt nach feiner Tasche griff, spürte man seine Erregung. „Ich möchte Ä)ven etwas anvertrauen, Herr Vallendar -- etwas, das mir Fräulein Sandner erzählt hat, als ich sie heute nach Hause brachte." Vallendar war sofort bereit. Als sie durch Die Garage gingen, war von Dem Vorfall nichts mehr zu merken. Die Wagenwäscher waren fort. Nur Die Nachtchauffeure standen herum; sie hatten alle ernste Gesichter. .. An der Einfahrt stand Huckemann. Er grüßte, । als die beiden Herren vorbeigingen. Schöne Straße in der Schwarzlach In Dem neuen Wohnviertel in der Schwarzlach ist kürzlich Die Straße „21 m S a n D- f e l D" Durchgeführt wor- Dcn. Die cnDgültige Dck- kenherstellung für Fahrbahn, Bürgersteig unD RaDweg erfolgt naturgemäß, wenn Das ErD- reich Der Straße sich gesetzt hat. Die neue Straße ist ein Teilstück Der geplanten Umgehungsstraße zur Umleitung Des Fernverkehrs. Mit Rücksicht auf diese Zweckbestimmung wurde Die Fahrbahn auf 9 Meter Breite, angelegt. BeiDerscits Der Fahrbahn befinden sich Radwege von je 1 Meter Breite. Die Südseite Der Straße ist mit einer l •< Nach zwanzig Jahren wieder in Flandern. Erinnerungen auf der Flandern-Fahrt der Gießener Langemarck-Gchule. Von Ernst Hölzel, Gießen*. BerDun, Somme, Champagne, FlcmDern, Brennpunkte des Kampfes an der Westfront, unauslöschlich einaeprägt in die Erinnerung derer, die dort einst gestanden, gefochten und geblutet haben. Gleich in der Schwere des Ringens, in der Größe der Opfer, aber verschieden in der Art der Kampfführung und in den Zügen der Landschaft, über dir er hinwegging. Flandern! Gesegnetes Land mit wogenden Aehren- feldern, mit großen Lein- und Rübenschlägen, mit Weiden, auf denen Rinder, Pferde und Milchschafe ihr Futter suchen, mit Pappeln und Erlen, in Reihen, Gebüschgruppen und Hecken, mit sauberen Dörfern und über das ganze Land verstreuten Einzelhöfen, die aussehen, als wenn sie aus dem mit Spielzeug gefüllten Sacke eines Riesen gefallen wären, mit Städten, deren Bürgerhäuser, Rathäuser und Kirchen den Reichtum ihrer Bewohner ahnen lassen, mit Windmühlen und Kanälen. So sieht es der Reisende, der heiüe nach Flandern kommt. Großkampf in Flandern. Flandern! Eines Riesen Pflug muß über das Land gegangen sein. Zwar ist es Sommer oder Herbst, aber alles Grün scheint ertötet zu fein. Braun die Erde, soweit das Auge reicht. Man glaubt eine Mondlandschaft zu sehen, so reihen sich Trichter an Trichter. Niemand wird sagen können, wieviele den Tod in sich tragende Geschosse von denen der leichtesten Geschütze an bis zu den schwersten der Mörser und Schiffsartillerie sich einbohrten und einwühlten in die fruchttragende Erde, sie umkehrten und aus dem blühenden Land eine Wüste machten. Traurig ragen die Stümpfe der Straßenbäume, die dem Wanderer Schatten spenden sollten, zum Himmel, zerschlagen sind die herrlichen Parkbäume um die vielen kleinen Schlößchen, eine Wirrnis von Aesten, Stämmen, Wurzeln und mit Wasser gefüllten Trichtern sind die Wälder. Kein Weg ist mehr begehbar, von Trichter zu Trichter springen schmutzstarrende, bärtige, von Hunger und Durst gequälte feldgraue Männer, kauern in den Trichtern, die sie mit dem Kochgeschirr ausschöpfen, um sich wenigstens trocken in ihnen bergen zu können. Gewehr, Maschinengewehr, Handgranate sind chre Begleiter. Und über sie hinweg rast der Orkan der Durchbruchsschlacht, ergießt sich ein Eisenhagel, wie man ihn nie zuvor gekannt hat. Alles soll er zerschlagen, was dort noch lebt. Und dann braucht der Engländer, der hier die Entscheidung erzwingen will, der den deutschen U-Booten an der Flandernküste ihre Stützpunkte abquetschen will, nur einzurücken in diese Zone des Todes und des Grauens! Zurück springt sein Feuer, der Weg für seine Sturmdivisionen ist frei. Da aber erwacht das Leben, das erloschen schien, da rattert da und dort ein Maschinengewehr auf, da schlagen dicht vor den dünnen Linien der deutschen Infanterie die Laaen der deutschen Artillerie in die Reihen der Angreifer — die Schwester hilft der Schwester. Da brausen die Tiefflieger heran, während in den Höhen die Beobachter zu ergründen suchen, wo Freund und Feind sich dort unten auf der Erde voneinander scheiden. Darüber aber kämpfen die Jagdflieger ihren Kampf. Von hinten werden bereits neue, frische Divisionen herangeführt, bereit, den Gegner wieder hinauszuwerfen, wenn es ihm gelungen fein sollte, trotz allen Heldentums der vorderen Linien irgendwo in sie einzubrechen. Namen klingen auf: Paschendaele, Becelaere, West, rofebeke, Gheluvelt, Langemarck und Poelkapelle und viele andere, Namen von Trümmerhaufen, zerschossen wie all die vielen kleinen Gehöfte und Häuser in der weiten Landschaft. So steht Flandern vor dem Auge dessen, der es einst erlebte, was es heißt: Großkampf in Flandern! Wiedersehen nach zwanzig Jahren. Ueber zwanzig Jahre sind vergangen feit jenem Tage, an dem wir von dort schieden. Oft haben wir von ihm gesprochen, wenn alte Flandernkämpfer zusammensaßen. Und nun nach dieser langen Zeit sollte es ein Wiedersehen geben mit jenem Lande, in dem auch hessische Regimenter lange und mit Auszeichnung gefochten hatten. Dann kamen die Zweifel, was man wohl noch sehen würde von dem, was sich so tief eingeprägt hatte in die Erinnerung. Und noch etwas würde ganz anders fein als damals. Heute sollte der Frontsoldat von einst deutsche Jungen auf diesem von deutschem Blute getränkten Boden führen, mit ihnen auf dem Stück flandrischer Erde stehen, das uns geheiligt ist durch das Blut deutscher Kriegsfreiwilliger, von denen mancher gerade so alt war wie die Jugend, die zu ihren Gräbern wallfahrte. Heute sollte der Vater dem Sohn zeigen, wo er einst den „Tod von Ypern" geschaut hatte, der Lehrer dem Schüler, wo er fein Blutopfer für Deutschland brachte. Langemarck war das Ziel der Flandernfahrt der Gießener „Langemarck- Schule"; zugleich aber galt es, den Jungen überhaupt die Brennpunkte jener Kämpfe um den Ypernbogen zu zeigen. Da von den an der Fahrt teilnehmenden Lehrern zwei die Flandern kämpfe selbst miterlebt hatten, und zwar beide im Rahmen derselben, nämlich unserer alten hessischen 25. Jn- fanterie-Dioision, konnte das nächste Ziel nur Ghe- luvelt an der Straße von Meenen nach Ypern fein. Aus dieser Straße war einst der Einsatz der von Frankreich rasch herangeführten Division erfolgt. Kameraden aus jenen Septembertagen 1917, von denen mich eine ganze Anzahl um diesen Bericht gebeten haben, werden uns im Geiste folgen können. Auf der Dormarschstraße der 115er, 116er und 11 Zer. Nach Moeskron, wo wir damals ausgeladen wurden, — nach Jeperen, der viel umstrittenen Stabt, zeigen die Arme des Wegweisers, den wir mitten in Meenen antreffen. Wir sind auf der Dormarschstraße, auf der einst die Regimenter 115, 116 und 117 auf Lastkraftwagen Hine in geworfen wurden in den Kampf, der sich um Gheluvelt und seine Höhen entwickelt hatte. Langsam fährt unser Autobus „frontwärts". Der- schwunden sind die schönen hohen Bäume, die einst die schnurgerade Landstraße begleiteten. Wir ken*) Der Verfasser hat als Leutnant und Kompanieführer im Infanterie-Regiment 116 vom Oktober 1917 bis Februar 1918 an den Kämpfen in Flandern teilgenommen. nen sie alle noch, weil sie uns Fliegerdeckung gaben. Ihre zerfetzten Stämme haben jungen Bäumen Platz gemacht. Gheluvelt kommt heran. Alle Kriegsspuren scheinen verwischt, schmucke Häuser, eine schöne neue Kirche. Hier lag damals der Gefechtstroß des Regiments 116. Und nun steigt schon der K o e l b e r g vor uns auf,, die windige Ecke, deren granatdurchwühlte Straße die Regimentsgeschichte im Bild zeigt. Hier pflegte jeder im Tempo etwas zuzulegen! „An den Koelenberg" heißt heute das saubere Wirtshaus, das dort steht. Hier schnitten einst die Hindernisse der Artillerieschutzstellung, hinter der die Masse der Arttllerie stand, die Straße. 3m Abschnitt der Heften. Weiter geht's, im Westen wird eine Höhenlinie sichtbar: der Y p e r n b o g e n. An Nachtigall vorbei ist bald „D e i m l i n g s e ck" erreicht, wo die Straße von Meenen nach Ypern sich mit der von Wervik nach Becelaere kreuzt. Nun liegt das Großkampfgelände des 25. September, des 4. und 9. Oktober 1917 vor uns. Wir halten an. Dort das Gebäude in lichten Bäumen kann nur Schloß Gheluvelt fein, vor uns, wo die Straße die Höhe erreicht, liegt Gheluvelt, nach links hin wissen wir Zand- v o o r d e .Das ist der Abschnitt der Hessen gewesen, der damals gerade zum Brennpunkt der Schlacht Ijeworden war. Als wir später in Gheluvelt oben landen und rückwärts schauten nach Osten ins landrische Land, da wurde jedem klar, wie bedeutend und ausschlaggebend der Besitz dieses von Dix- muide bis zum Kemme! ziehenden Höhenzuges, der westflandrischen „Berge", für den Besitz Flanderns überhaupt sein mußte. Hier am „Deimlingseck" aber war der Augenblick, um das Geschehen des Großkampfes in der Landschaft selbst aufleben zu lassen. Und während nun im Geiste der Engländer wieder aus dem Bulgarenwald gegen Gheluvelt zum Sturme antritt, die Maschinengewehre der 116er ihn in der Flanke packen und fürchterliche Ernte halten, die 115er ihn im Gegenstoß aus ihren Stellungen werfen, gelingt ihm bei der rechten Nachbardivision der Einbruch. Der Augenblick höchster Gefahr für die hessische Division und die Gheluoelt- Stellung ist gekommen. Hier, wo wir gerade stehen, wird das 11/116 im schwersten Feuer in die Flanke geworfen, dort in beit Trümmern des Schlosses Gheluvelt hat die 5/116 damals im Feuer der beiderseitigen Artillerien am 4. Oktober von 9 Uhr vormittags bis zum Angriff der Eingreifdivision um 3 Uhr nachmittags dem Engländer ein Hall geboten und gleich den anderen Kompanien des Bataillons entscheidend mitgewirkt am Abwehrerfolg des Tages. Und während der Frontsoldat jener Tage versucht, seinen Hörern an diesem Beispiel das Wesen des Kampfes in Flandern zu erklären, entstehen in ihm selbst Bilder von Männern, die damals ihr Leben ließen, von anderen, die mit dem aanzen Einsatz chrer Person den Tag gewinnen halfen, von unerschrockenen Meldern, ab» stürzenden Flugzeugen und all den vielen Einzeldingen, die erst das Gesamtbild enfftehen lassen. Ein merkwürdiges Gefühl ist es dabei, zu wissen, daß dort, etwa 200 Meter von der Straße entfernt, auf der wir stehen, ein Granattrichter tag, zu gedeckt mit einer Stubentür von jenem Gehöft dort, das wir „Zollernhof" getauft hatten, und daß dieser Granattrichter tagelang der Gefechtsstand eines Kompanieführers war, der man selbst gewesen war. All' die braven Männer werden dann wieder lebendig, die hier zu einer verschworenen Gemeinschaft wahrer Frontkameradschaft zusammenwuchsen. „Aus unserem Granattrichter weiden heute die Kühe^ schrieb ich abends in Ypern einem meiner damaligen Metaer. (Schluß folgt.) Gießener Studenientag 1939. Dom 6. bis 9. Juli findet — wie wir vor etwa 14 Tagen bereits eingehend berichteten — in Gießen der Studententag 19 3 9 statt. Am morgigen Donnerstag, 6. Juli, abends, erfolgt die Eröffnung des Studententags. Um 21 Uhr werden die Kameradschaften mit ihren Altherrenschasten sich am Studentenhaus zu einem Fack elzug auf« stellen. Mit dem Musikzug der SA.-Standarte 116 an der Spitze beginnt um 21.30 Uhr am Studentenhaus Der Fackelmarsch. Zunächst geht es im Schweigemarsch bis zum Univerfitätsgebäude, wo die Totenehrung in der Universität erfolgt. Eine Abordnung wird in dem verdunkelt lie- Senden Gebäude einen Kranz am Ehrenmal der niverfität niederlegen. Hierauf erfolgt der Weitermarsch des Fackelzugs, von der Universität ab nunmehr mit Marschmusik und mit dem Gesang von Marschliedern. Der Marsch fuhrt durch folgende Sttaßen: Lüdwigstraße, Ludwigsptatz, Kaiserallee, Moltkestraße, Hitlerwall, Landgrafenstraße, Landgraf-Philipp-Platz, Brandplatz, Sonnenstraße, Kreuzplatz, Seltersweg, Horst-Wessel-Wall, Bahnhofstraße, Neustadt zum Oswaldsgarten. Dort wird bann der Studentenfichrer Frank den Studententag mit einer Ansprache eröffnen. Der Etudentenführer Frank und der Hochschul- ringführer Dr. R i e h m wenden sich mit einem Ausruf an die Gießener Bevölkerung, die zu den Deranstaltungen herzlich ein geloben wird. In dem Aufruf werden als Höhepunkte bezeichnet: die Eröffnungskundgebung am Donnerstag, 6. Juli, 22.15 Uhr auf Oswaldsgarten, die Sportwettkämpfe am Freitag, 7. Juli, vormittags und nachmittags auf dem Universitäts-Sportplatz, die Hauvtkundgebung am Samstag, 8. Juli, 10 Uhr, in der Aula und die volksdeutsche Morgenfeier am Sonntag, 9. Juli, 11 Uhr, im Garten des Studentenhauses. Dann heißt es in dem Aufruf: „Dor allem bitten wir sämtliche Akademiker, durch den gemeinsamen Fackelmarsch zum OswaDsgarten ihrer Verbundenheit mit dem jungen nationalsozialistischen deutschen Studenten Ausdruck zu geben. Wir wollen auch hier unsere Geschlossenheit für Führer, Volk und Vaterland beweisen." Der Ernteeinsatz der HZ. im Gau Hessen-Nassau NSG. Wie in den vergangenen Jahren, erfolgt auch der diesjährige Ernteeinsatz der Hitler-Jugend des Gaues Hessen-Nassau unter Beteiligung aller zur Verfügung stehenden Kräfte. Die Anforderungen an die HI. richten sich nach der Jahreszeit und den örtlichen Verhältnissen. Die Orts- bzw. Kreis» bauernführer wenden sich über die Arbeitsämter an die örtlichen zuständigen HJ.-Dienftstellen und fordern bei diesen die Einheiten zum Ernteeinsatz an. Die Arbeitsämter veranlassen die Beurlaubung bzw. Befreiung der Schüler, Lehrlinge und aller sonstigen benötigten Mitglieder der HI. und des BDM. In den Ferien erfolgt ein direkter Einsatz nach Anforderung der Ortsbauernführer über die Arbeitsämter durch die Dienffftellen der HI. Der gesamte Einsatz erfolgt unter Führung der HI.- und BDM.-Diensfftellen sowie ihrer Führer und Führerinnen. Oertliche Sonderregelungen über den Einsatz werden im gegenseitigen Einvernehmen der Organisattonsabteilungen mit den Bauerntums« referenten des Gebietes, der Landesbauernschaft und dem Landesarbeitsamt getroffen. Verantwortlich für den Ernteeinsatz sind örtlich die Führer der Banne, die von sich im engsten Einvernehmen mit den Kreis- bauernführern und den Arbeitsämtern den Einsatz sämtlicher Formationen der HI. und des BDM. veranlassen. Vor dem eigentlichen Einsatz haben sich die örtlichen Führer bzw. Führerinnen mit dem für die Einsatzstelle zuständigen Ortsbauernführer in Verbindung zu setzen, um die Verteilung der einzelnen Jungen und Mädel auf die Betriebe, die Art Der Verpflegung und Unterbringung, Die Anmeldung zur Krankenkasse ufw. zu regeln. Der Einsatz erfolgt in unserem Gau einzeln und in Gruppen. Die Stärke der Gruppen wird den jeweiligen Erfordernissen angepaßt. Die Führung übernimmt in allen Fällen die HI. Die städtischen Einheiten werden besonders über dos Wochenende eingesetzt werden. Jungen und Mädel werden dann bei den Dauern übernachten. Es ist geplant, in ausgesprochenen Landwirtschaftsgebieten Ernteeinsatzlager einzurichten. Alle sonstigen Lager werden ebenfalls regelmäßig in der Landwirtschaft eingesetzt. In Zusammenarbeit mit den Kreisbauernfuh- rern legen Die Lagerleiter einen Tag m der Woche fest, an dem das ganze Lager eingesetzt werden kann. Ebenso werden Fahrtengruppen Der Hitler- Jugend vom Fahrtenführer in dringenden Fällen selbständig eingesetzt. Beim Einsatz des BDM. während der Erntezeit wird es sich in erster Linie um eine Unterstützung der Landsrau handeln. Die Bauern und Landwirte werden durch den Orts- bauernführer darüber aufgeklärt werden, daß die Jungen und Mädel nicht als vollwertige Arbeitskräfte anzusehen, also dementsprechend zu behandeln und in die Arbeit erst einzusühren sind. Aus den Gießener Gerichissälen. Sezirksschöffengerichl Gießen. Der Ed. G. in Dorf-Gill war beschuldigt, am 17. Dezember 1938 in Dorf-Gill durch fahrlässiges Hantieren mit einer Lampe den Brand Der Hof- re ite seiner Ehefrau und seines Nachbars Bender verursacht zu haben. Er hatte an diesem Tage gegen 17 Uhr in der Scheune gearbeitet. Als Beleuchtung benutzte er eine kleine Sturmlaterne, die er an einem Haken an der Türe eines Nebenraumes aufhängte. Die Lampe ließ der Angeklagte brennend hängen, während er feiner Frau, die im Kuhstall arbeitete, half. Plötzlich ertönte Feueralarm. Ob der Brand durch Die Lampe verursacht wurde, konnte nicht einwandfrei festgestellt werden. Der Vertreter der Anklage stellte die Entscheidung in das Ermessen des Gerichts. Der Verteidiger beantragte Freisprechung. Urteil: „Der Angeklagte jft Der fahrlässigen Brandstiftung nicht schuldig und wird daher frei ge sp r o ch e n." * Unter Ausschluß Der Öffentlichkeit wurde gegen Den L. L. in Lollar verhandelt. Es wurde ihm zur Last gelegt, am 4. März 1939 in Gießen sich der Amtsanmaßung und Freiheitsberaubung schuldig gemacht zu haben. Der Angeklagte gab sich gegenüber einem Studenten und einer Same, Die er auf der Straße ansprach sowie später bei Der Zeugin allein, als Polizeibeamter aus und nahm an Der $eugin eine körperliche Untersuchung vor, angeb- llch, weil ihr Begleiter im Verdacht stehe, krank zu sein und sie angesteckt zu haben. Er beabsichtigte, sich hierdurch Die Zeugin gefügig zu machen. Das Gericht sprach den Angeklagten der Amts- anmahung schuldig und verurteilte ihn zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr unter Anrechnung der Untersuchungshaft. Sttaferschwerend kam das Leugnen Des Angeklagten, seine Vorstrafe wegen Notzucht und Die äußerst verwerfliche Tat, begangen an einem noch nicht 20 Jahre alten Mädchen, in Betracht. Große Strafkammer Gießen. Anna B a e tz aus Freudenberg, ohne festen Wohnsitz, war des Rückfalldiebstahls beschuldigt. Sie hatte am 17. August 1938 in Vilbel eine Einkaufstasche, in Der sich Fleisch und Wurst sowie ein kleiner GelDbettag befanden, entwendet. Die Angeklagte besttitt jegliche Schuld. Sie war seit dem Jahre 1908 mit kurzen Unterbrechungen im Gefängnis oder Zuchthaus und verbüßt zur Zeit wieder eine Zuchthausstrafe. Es wurden ihr die bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt und Zulässigkeit der Polizeiaufsicht ausgesprochen. Die Angeklagte ist eine erblich belastete, haltlose, willensschwache Person. Sie stammt aus einer Trinkerfamilie. Aus ihrer wenig glücklichen Ehe gingen 20 Kinder her- oor. Mit den noch lebenden Kindern hat sie keinerlei Verbindung. Durch die Beweisaufnahme wurde die Angeklagte überführt. Nach dem amtsärztlichen Gutachten rft sie auch voll verantwortlich. Der Vertreter der Anklage beantragte eine Zuchthausstrafe von einem Jahr sechs Monaten und aus dieser und Der Strafe, Die zur Zeit verbüßt wirb, eine Gesamtzuchthausstrafe von zwei Jahren zu bilDen, Der Angeklagten Die bürgerlichen Ehrenrechte für Die Dauer von Drei Jahren abzuerkennen und Die Sicherungsverwahrung anzuordnen. Der Verteidiger war der Ansicht, daß Die Schuld nicht nachgewiesen fei, stellte aber für den Fall einer Verurteilung, mit Rücksicht auf den geringen Wert Der gestohlenen Sachen, Dem Gericht anheim, auf eine niedrigere Freiheitsstrafe zu erkennen. Die Angeklagte wurde vom Gericht eines Diebstahls im wiederholten Rückfall schuldig gesprochen und als gefährliche Gewohnheitsverbrecherin unter Einbeziehung der durch Urteil des Amtsgerichts Frankfurt a. «Dl. vom 4. Oktober 1938 erkannten Zuchthausstrafe zu einer Gesamtzuchthaus- ftrafe von zwei Jahren verurteilt. Bei den im Urteil vom 4. Oktober 1938 ausgesprochenen Nebenstrafen (Aberkennung Der bürgerlichen Ehrenrechte) behält es sein Bewenden. Ferner wurde vom Gericht die Sicherungsverwahrung angeordnet. ♦ Der aus der Untersuchungshaft vorgeführte Julius Weidmann in Köppern hatte sich wegen Betrugs im Rückfall zu verantworten. Er hatte im Dezember 1938 und im Januar 1939 in Nieder- Efchbach von einem Dortigen Schreinermeister unter Der Vorspiegelung, er könne ihm Schnittholz verschaffen, das teilweise aus öffentlicher Versteigerung unD teilweise von Bauern stamme, Beträge von zweimal 50 Mark unD 10 Mark erschwinDelt. Der Angeklagte, Der geständig war, hat wegen Eigentumsoergehens bereits ganz erhebliche Strafen (etwa Drei Jahre Gefängnis und Drei Jahre Zuchthaus) verbüßt. Der SachoerstänDige hält ihn für einen haltlosen, oerborbenen Menschen, auf den die Vorstrafen nicht Den geringsten EinDruck machen, aber für voll verantwortlich. Der Bertreter Der Anklage beantragte, Den Angeklagten als gefährlichen Gewohnheitsverbrecher zu einer Zuchthausstrafe von einem Jahr sechs Monaten zu verurteilen, ihm Die bürgerlichen Ehrenrechte für Die Dauer von Drei Jahren abzuerkennen und die Sicherungsverwahrung anzuordnen. Der Verteidiger war der Ansicht, daß Der Angeklagte kein Gewohnheitsverbrecher, fonDern ein haltloser Mensch sei, unD stellte Dem Gericht anheim, von Sicherungsverwahrung abzusehen. Der Angeklagte ist nach Dem Urteilsspruch des Gerichts fchulbig eines Betrugs im Rückfall uirb mürbe als gefährlicher Gewohnheitsverbrecher zu einer Zuchthausstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, unter Abzug von vier Monaten 19 Tagen Untersuchungshaft, sowie zu einer Geldstrafe von 50 Mark verurteilt. Dem Angeklagten wurden Die bürgerlichen Ehrenrechte auf Die Dauer von Drei Jahren aberkannt. Ferner wurde die Sicherungsverwahrung angeordnet. Amtsgericht Gießen. F. K. in Heuchelheim erhielt einen Strafbefehl über 20 RM. Er fuhr anfangs April, nachmittags 15K Uhr, auf Der als Stoppstraße gekennzeichneten Gqstenstraße nach Der Innenstadt, ohne anzuhalten. Gegen den Strafbefehl legte er Einspruch ein. In der gestrigen Hauptverhandlung wandte Der Verteidiger Des Angeklagten ein, daß Dieser täglich nur bis 14 Uhr nachmittags arbeite und Daher als Täter nicht in Frage kommen könne. Um inzwischen Die Sache aufzuklären, wurDe Die VerhanDlung auf nächsten Freitag vertagt. Aus der engeren Heimat. ßin Volkswagen beim Schotten-Rennen. NSG. Anläßlich des Rennens „Rund um Schotten" kommt ein KDF.-Wagen in unseren Gau und wird auf der Rennsttecke gezeigt. Es handelt sich Dabei nicht nur um Vorführ führten, sondern gleichzeitig um Prüffahrten auf Der für Diesen Zweck he- anders geeigneten Strecke. Die normale Fahrweise wird gezeigt. Die Straßenlage, die Schleudersicher, heit und das Steigunasvermögen. Bereits am Samstag werden während des Dorrennens mehrere Fahrten durchgeführt. Am Sonntag fährt Der KdF.- Wagen kurz vor Beginn, des Rennens die Sttecke ab. WähreiÄ) des Rennens steht er an einer Stelle der Rennstrecke, wo gleichzeitig Handzettel verteilt werden, die nähere Auskünfte über Die technischen Einzelheiten geben. Zum Schluß des Rennens wird Der KDF.-Wagen bei der Neutralisierung Der Reuntre cke noch einmal überall zu sehen fein. Durch Die Anwesenheit des KdF.-Wagens bei dem Rennen „Rund um Schotten" ist allen motorinterefsierten Volksgenossen die Gelegenheit geboten, triefe deutsche Neuschöpfung kennenzulernen. Von einem Auto angefahren. * Langsdorf, 5. Juli. Auf Der Landstraße Langsdorf — Hungen wurde gestern in der Garmarkung Langsdorf der hiesige Einwohner Willy Roth von einem Personenauto aus Wölfersheim angefahren. Mit schweren Verletzungen mußte Der bedauernswerte Mann nach Hungen in das Krankenhaus eingeliefert werden. Die Persönlichkeit des Autolenkers ist bekannt. Die Untersuchung über die Schuldftage ist noch im Gange. Absturz in der Scheune. In Lützellinden (Kreis Wetzlar) stürzte der 60 Jahre alte Landwirt Johannes Gerth, als er auf dem Boden seiner Scheune Heu holen wollte, in Die Tenne ab. Der bedauernswerte Mann erlitt dabei einen schweren Schädelbruch. dec chon nach kurzer Zeit seinen Tod herbeiführte. In Gleiberg (Kreis Wetzlar) stürzte eben- alls in Der Scheune Der Landwirt Philipp Leib nfolge eines Fehltritts von einer Leiter ab. Mit einem O b e r sch e n ke l b r u ch mußte der bedauernswerte Mann von Der Bereitschaft Gießen des Deuffchen Roten Kreuzes nach Gießen in Die Klinik verbracht werben. Unfälle auf dem Lande. Die 65jährige Frau Maria Hauser von Wat- z e n b o r n - S t e i n b e r g zog sich durch einen un- glücklichen Sturz einen Unterschenkelbruch zu. — Der Kraftfahrer von der Heidt aus Gatben- teich erlitt bei einem Unfall schwere Prellungen im Rücken, die seine fofortige Einlieferung in die Klinik nach Gießen notwendig machten. — Dem 25- übrigen Bahnarbeiter Karl Apel aus Rödgen kürzte bei seiner Arbeit eine Kohlensäureftasche auf den Fuß. Der bedauernswerte Mann erlitt Dabei eine erhebliche Bruchverletzung. — Die Eheftau Anna Gontrum aus Münster erlitt, als sie einen Wagen in Die Scheune schieden helfen wollte, einen Armbruch. — Bei einem Autounfall stieß Die 30jährige Frau Maria Diehl aus Berstadt mit großer Wucht gegen Die Windschutzscheibe und erlitt Dabei schwere Prellungen und vchnittverletzunger^ Bürgermeister-Einführung in Grünberg Ortsgruppenleiter Schütz Mein-Mainische Börse. miffagsbörfe leichte Befolgungen. OJL-tfpoTt Um die Deutsche Sportwagen-Meisterschast E°in°wesentlicher Teil der hessischen ,D-rtretung wird von der Gauhauptstadt Kassel gestellt. Aber auch die Leichtathletik unserer engeren Heimat wird mit einigen guten Kräften in Berlin fein. D o r st (VfB.- Reichsbahn Gießen) ist sur die 400 Meter gemeldet, Reidel (To. Heuchel- Gießener Leichtathleten bei den Deutschen Meisterschafien x/Runö um Schotten" als dritter Lauf. # Allendorf (Lahn), 4. Juli. Die hiesige Kleinkinderschule konnte jetzt aus ein zehnjähriges Bestehen zurückblicken. Eltern der Kinder uni> Freunde der Schule (auch aus Nachbarorten) waren zu einer kleinen Feier eingeladen Die Kln- der marschierten zunächst in festlichem Zuge zum Festplan Dort wurden unter der Leitung von Schwester Martha Jäger von den Kindern verschiedene gut eingeübte Spiele gezeigt, die große Freude auslösten. In den Festansprachen wurde em kurzer Rückblick auf die Arbeit des Kindergartens gegeben und darauf hingewiesen, daß die Einrichtung insbesondere kinderreichen Familien dienstbar sein will Den Höehepunkt für die Kinder bedeutet die Verteilung der Brezeln. — Dieser Tage wurde der nach langem Leiden verstorbene Polizeidiener i R Ludwig Schneider I. zu Grabe getragen. Die Bevölkerung nahm lebhaften Anteil. Krieäer- kameradschaft und Gesangverein ehrten den Verstorbenen durch Ehrensalve, durch Lieddarbietungen und Kranzniederlegungen. 1 Ettingshausen, ....... Herr Johannes Opper mit seiner Gemahlin Katharine, geb. Keil, das seltene Fest der diamantenen Hochzeit, wenige Tage vor seinem| 84.Geburtstag. Dem Jubelpaar wurden zahlreiche Ehrungen zuteil. Schon am Nachmittag erschienen die Kindergruppe und der Kindergarten, um dem Jubilpaar zu seinem Ehrentage eine schöne Stunde zu bereiten. Abends hatten sich die Schuler der Oberklasse und die Gesangvereine von Ettingshausen und Münster zusammenyefunden, um dem ehrwürdigen Hochzeitspaar em Ständchen zu bringen. ■ (179,50) wenig verändert. im Zweier-Kaiak (K. II), gleichfalls An den R e-n t e n m ä r k t e n war dos Geschäft über 1000 Meter, zu verteidigen. Dem Sieger fällt weiterhin klein und die Kurse im wesentlichen kaum zugleich der Wanderpreis der Deutschen Kanufahrer- verändert. Steuergutscheme I weiter etwas ruck- ^ereimouna Gau XII zu Der Kasseler Kanuklub läu ig bei wieder großer gewordenen Umsätzen. IBM mar"m l-dtsn J-hr auch S°w nn°r des W°n- D-zemb-r/Januar 99,30 (99,50 bis 99 75), Februar dervresies d» Fachamtes Kanusport, Gau XII, im 99 bis 99,13 (99,25 bis 99,50). In der Sen- tt Einer-Kajak über 1000 Meter, um den erneut ge- war das Geschäft ^nächst noch un-Mw ekelt Ach runaen wird Außerdem ist noch der Wander - hier bröckelten die Kurse schließlich Beiter ab aus m addier'Gilde Gießen im 95,90 (96,40) für Juni und auf 95,75 (96,20) für Zweier-Faltboot (WF. II) der Anfängerklasse aus- Juli. Jndustrie-Obligationen schwankten von 0,13 mfahren den die Paddler-Gilde Gießen im Vorjahr bis 0,40 v. H., Llqmdatlonspfand^ errungen hatte Die Rennen gehen über 600 und fach 0,13 v^H an, hingegen lagen Stadtanle.hen ^ahn" L7- SftA°7rhatt-^daö '°Im D-L- ersii-i. sich di- p-b-ss-rt- chaltung^ Eichenblatt des NS'E unschön- Preise. sdao Geschäfts ab« rnasi.^ 2G, ö°rben^rr°^ 4- Grünberg, 5. Juli. Am gestrigen Dienstagabend fand Im Sitzungssaale des Rathauses die eierliche Amtseinführung des neuen Bürgermeisters König statt. Im geschmückten Saale hatten sich die Ratsherren vollzählig ein« gefunden, außerdem waren Ortsgruppenleiter Schütz, die städtischen Beamten und Angestellten, owie eine Anzahl Zuschauer anwesend. Der Erste Beigeordnete Alb ach eröffnete die Sitzung, verlas Die von den beiden Beigeordneten — Albach und Wetzig — unterzeichnete Ernennungs- urkunde, die er Bürgermeister König überreichte. Er sicherte ihm die Unterstützung der Ratsherren zu und schloß mit dem Wunsche, daß seine Amtszeit zum Wohle der Stadt sein möge. Landrat Dr. Lotz Hans König, der neue Bürgermeister, wurde am 18. Februar 1902 als Sohn des Gendarmerie- Wachtmeisters Konrad König in Waldmichelbach i. O. geboren. Da der Vater später als Gerichtsvollzieher an verschiedenen Orten tätig war, verlebte er seine Jugend- und Schulzeit in Lauterbach, Hungen und feit 1920 in Grünberg. Nach erlangter Primareife an der Oberrealschule in Gießen wählte er die Laufbahn eines Justtzbeamten und war an den Amtsgerichten Hungen und Grünberg im Vorbereitungsdienst tätig. 1922 legte er das Examen für den gehobenen mittleren Justi.zdienst ab und fand dann als Anwärter Verwendung an den Amtsgerichten Fürth, Schotten und Butzbach. Planmäßig als Justtzinspektor wurde er am 1. Februar 1925 in Alzey angestellt: seit 1. Mai 1928 ist er in gleicher Eigenschaft am Amtsgericht Grünberg tätig. Der neue Bürgermeister ist seit 1933 Mitglied der NSDAP., ist Politischer Leiter und Stellvertreter des Ortsgruppenleiters. Er erfreut sich sowohl im dienstlichen als auch im außerdienstlichen Der- kehr allgemeiner Sympathie. ; «iss ,r« s «sä' u L.‘fiftÄff stoßen teilmmmt. , I frhaft eriolaten wahrscheinlich in Nachwirkung des Vf* h beni«m tmltam" lö^ unb Zinstermins einige Käufe, während sich das An, Meisterschaften in Darm ft a d t am 15. uno m vermindert bat. 16.Juli zum Austrag kommenden Mehrkampf- ^ln den Aktienmärkten traten daher über, Meisterschaften u " J 3 “ n fl w » n J e • durchschnittliche Steigerungen bis 1 v.H. Kämpfen wird der Gau Hessen gut vertretenJem. I teilweise überschritten wurden und bis 2 Zum Zehnkampf treten oter hessische ^^en an, ° IG. Farben stiegen bei etwas grüße, darunter Stahlhut ^uchelhelm) Am Fünf „n Umsätzen auf 144,50 (144). Von Bergbauwerten Jampf der Frauen ist der Gau nur mit Frl. I deutsche Erdöl fest mit 115,50 (113,75), ferner Staudt (Limburg) beteiligt. gewannen Mannesmann, Rheinstahl und Verein. Zu den Jungmannenkampfen entsendet der Gau 1 D a Elektromarkt befestigten sich acht hessische Nachwuchs-Leichtathleten, oorwiegend auf no (108), Licht und Kraft aus 127,75 aus Kassel. Der NSRL.-Krels Gießen ist mit $ fonftiaen Werten etzten Conti Gummi S ch I - ° n b - ck - r (To. R u 11 - r s D a u f e n ) un ^>^^7). B-mb-rp rn7 126 (125) und Demag Hochsprung vertreten. ^t 133,65 (133) ein. Reichsbank lagen mit 179,40 NSG. Bei dem Rennen „Rund um Schotten" startet eine Anzahl Wagen zum ftampf um die deutsche Sportwagenmeisterschaft. Um die Erringung dieses Titels ist „Rund um Schotten" der 3. Lauf. Die Deutsche Meisterschaft für Sportwagen wird in den Klassen bis 1100 ccm, bis 1500 ccm und bis 2000 ccm ausgefahren. Gewertet werden die Ergebnisse der folgenden Veranstaltungen: 1. Lauf am !3. Mai im Int. Hamburger Stadtparkrennen, 2. Lauf am 21. Mai im Int. Eifelrennen, 3. Lauf am 9. Juli in „Rund um Schotten", 4. Lauf am 6. August im Großen Bergvreis von Deutschland und 5. Lauf am 15. Oktober Kurpfalzrennen bei Hockenheim. Die Wertung erfolgt nach Punkten. In jedem Rennen erhält: der erste Preisträger fünf Punkte, der zweite Preisträger drei Punkte und der dritte Preisträger einen Punkt. Deutscher Meister für Sportwagen 1939 wird der Fahrer mit der höchsten Punktzahl in seiner Klasse. I Der bisherige Stand ist folgender: In Klasse 110 0 ccm: Vollmer 5 Punkte, Rei- chenwallner 5 Punkte, Neuler 4 Punkte, Hummel 3 Punkte und Zinn 1 Punkt. von Meldungen abgeben. 20 Männer und 4 Frauen bilden die hessische Mannschaft, die nach Berlin fährt. Wenn es auch nicht allen Teilnehmern gelingen wird, mit in die Endkämpfe einzuareifen, so bedeutet die Zulassung zu den Meisterschaften an sich schon eine Anerkennung und besondere Ehre als Lohn für die bisher in zähem Einsatz erzielten Gau-Kurzflrecken-Kanu-Regatta in Gießen. Die Durchführung der diesjährigen G->u-Kurz- strecken-Kanu-Regatta des Gaues XII (Hessen) ist wiederum der Paddler-Gilde Gießen übertragen worden. Die Austragung erfolgt am Sonntag, 46. Juli. In erster Linie werden die Vereine aus Wetzlar, Marburg, Kassel und Hicbtnarft ten die notwendigen Punkte zu sichern suchen. Es ™ ist ferner durchaus denkbar, daß Fahrer, die bis- Zu dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt her noch nicht berücksichtigt wurden, sich in Schot- (Schlachtviehoerteilungsmarkt) in der Vlehnersteige- ien die Punkte holen, die späterhin ausschlaggebend rungshalle Rhein^Main in Gießen wurden 9 Ochsen, ein können. Nach den vorliegenden Meldungen für 5 Bullen, 21 Kühe, 20 Färsen, 111 Kalber, 318 Schotten kann man erkennen, daß es nunmehr I Schweine, 7 Schafe und Hammel aufgetrleben. darum geht, den endgültigen Vorsprung zu .er- Preise: Ochsen 44,5 bis 45,5, Bullen 39d ms 43, ringen und zu sichern. Kühe 30 bis 43,5, Färsen 42,5 bis 44,5, Kalber 40 „Rund um Schotten 1939" wird für die deutsche bis 65, Schafe 22 bis 46 je '/- Kiloaramm Lebend- Sp'ortwagenmeisterschast das Zünglein an der gewicht. Für Schweine wurden je Kiloaramm Le-. Waage sein. Die Punkte, die dort geholt werden, bendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 lassen schon jetzt Rückschlüsse auf die jutünftigen unb me^r) 1,16 bl (135 bis 149,5 kg) 1,14, b2 (120 Klassenmeister zu. bis 134,5 kg) 1,12, c (100 bis 119,5 kg) 1,04, d—f (unter 100 kg) 0,98, gl (fette Specksauen) 1,14, i (Altschneider) und g2 (andere Sauen) 1,12, h (Eber) 1,02 Mark. Marktverlauf: Rinder, Kälber, Schweine zugeteilt; Hammel und Schafe ausverkauft. Zu den am kommenden Wochenende im Berliner «heim) für die 5000 Meter, Stahlhut (Tv. Olympia-Stadion stattfindenden Deutschen Leicht- Heuchelheim) wird im Hochsprung unb tm athletik - Meisterschaften konnte der N2RL.- Gau Weitsprung an mahrenh Dr. ß u h Hessen, dessen Leichtathletik sich in erfreulichem Auf- ( D f B.«R e i ch s b a h n stieg befindet, eine verhältnismäßig stattliche Zahl am Jahreshauptversammlung des Oberhessischen Gebirgsvereins. 144,50, weiter erhöht waren u. a. Mannesmann auf 103,50 nach 103, Hoesch auf 105,50 nach 105, Rheinstahl auf 131,50 nach 131. Bei den später festgestellten Kursen ergaben sich meist Erhöhungen bis 1 v. H. 21bendbörfe freundlich. An der Abendbörse lag weitere Nachfrage kleinen Ausmaßes vor, so dos; sich die freundliche Haltung verstärkte. Am Aktienmarkt zogen die^Kurse überwiegend weiter etwas an, so u. a. IG. Farben auf 144,75 (144,50), Hoesch auf 105,75 (105,50), Nheinstahl auf 132,13 (131,50), Verein. Stahl auf 99,40 (99,25), Bcmberg auf 126,75 (126), Demag auf 135 (134), Deutsche Erdöl auf 115,75 (115,25), Licht und Kraft auf 127 (127,50), Holzmann auf 146 (145,50), Rhcinmetall auf 113,25 (112,75) und Westdeutsche Kaufhof auf 96,50 (95,50). Nicht ganz behauptet waren nur AEG. mit 110,25 (110,50). Von Renten erhöhten sich Reichsaltbesitz auf 131,40 (131,30); Reichsbahn-VA. blieben zu unverändert 121,90 gefragt. In SteuergutschFinen kamen keine größeren Abschlüsse zustande, die Kurse der Serie I waren etwas erholt, während die der Serie II wenig verändert zum Mittagsschluß lagen. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 4. Juki. Auftrieb: Kälber 820 (gegen 899 am 27. Juni), Hämmel und Schafe 355 (168), Schweine 4022 (4574). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 62 bis 65 (60 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c) 45 bis 50 (46 bis 50), d) 30 bis 40 (30 bis 40). Hämmel bl) 48 bis 50 (49 bis 50), b2) 44 bis 47 (44 bis 47), c) 38 bis 40 (38 bis 42). Schafe a) 40 bis 42 (40 bis 42), b) 35 bis 39 (39), c) 26 bis 32 (20 bis 32). Schweine a) 59 (59), bl) 58 (58), b2) 57 (57), c) 53 (53), d) 50 (50), Sauen gl) 58 (58). Marktverkauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittel. —.— Homberg, 4. Juli. In Homberg fand — wie am Dienstag bereits kurz berichtet — die Hauptversammlung des Oberhessischen Gebirgsvereins statt. Sie wurde durch eine Beirats- s i tz u n g am Samstagabend im „Frankfurter Hof" eröffnet. Verbandsführer Heinrich Walter (Marburg) eröffnete die Sitzung. Eingehend beschäftigte man sich mit dem Mitgliederstand, der Werbung neuer Mitglieder, der Einsendung der Vcreinsbei- träge und deren Verwendung. Gründliche Aussprache wurde über die Anbringung, Form, Farbe und Ort der Wegezeichcn, über die Aufstellung von Bänken, Errichtung von Schutzhütten, Satzungsänderungen, Festsetzung des Ortes der nächsten Hauptversammlung, Neuwahl des Verbandsleiters u. a. geführt. Anschließend wurden Filme aus dem Wanderleben gezeigt. Am Sonntagmorgen trafen viele auswärtige Vereine (Marburg, Gießen, Alsfeld, Biedenkopf, Hatzfeld u. a.) teils mit der Bahn, mit Omnibussen oder zu Fuß in unserem geschmückten Städtchen ein. Die Stadtkapelle leitete die Gäste in die Stadhalle, wo die Hauptversammlung tagte, die durch den Ver- bandsleitcr Walter eröffnet wurde. Wanderführer Allcndörfer begrüßte im Namen des Homberger Zweigvereins die Erschienenen und beglückwünschte den Marburger Zweigverein zur Feier seines 45jährigen Bestehens. Die Tagung führe, so betonte er, Heimattreue deutsche Männer und Frauen in echter Kameradschaft zusammen, damit sie sich zu den unzerstörbaren seelischen Kräften echten Volks- und Wandertums, nämlich zu Blut und Boden, zu Führer und Fahne allezeit freudig bekennen. Mögen von dieser Versammlung neue Anregungen, die uns in der Ausführung der Wanderpläne „Erweitere deine Heimat" anregen und begeistern, hervorgehen. Er schloß seine Ansprache mit dem Wunsche, daß die Verhandlungen einen befriedigenden Verlauf nehmen möchten. Dem Schatzmeister des Oberhessischcn Gebirgsvereins, Ludwig Gatzcrt (Marburg), wurde Entlastung erteilt lind Gemünden a.d. Wohra unter Zustimmung des anwesenden Vertreters als Tagungsort für die nächste Jahreshauptversammlung bestimmt. Wanderkamerad Walter schilderte dann den Werdegang des Iubelvereins von seiner Gründung bis heute; er selbst sei auch Gründer. Wegen hohen Alters bat er, von seiner Person bei der Wiederwahl abzusehen und für ihn eine jüngere Kraft mit diesem Amte zu betreuen. Trotzdem wurde er unter begeisterter Zustimmung der festlichen Menge auf drei Jahre wiedcrgewählt. Froh bewegt schloß er die Hauptversammlung. Am frühen Nachmittag wurde dann der Festzug aufgestellt. Nach einem Umzug durch die festlich geschmückte Stadt endete er im „Tiefen Hain". Em- tretendes Rcgenwctter zwang zum Aufsuchen der Stadthallc. Hier trug zunächst der Silcherchor ein Lied vor. Anschließend hielt Bürgermeister Geißer die Festansprache. Er verbreitete sich über das Wandern und seine tiefere Bedeutung, die Aufgabe der Wandervereine, holte dann geschichtlich weiter aus und berührte die' Besiedlung besonderer Gebiets denen stets der kommende Mensch sein Geprägs gebe, sei es in religiöser oder politischer Art. Iltz seiner gründlichen Ansprache kam er auch auf Hom« bergs herrliche Lage und seinen Fremdenverkehr zu 'sprechen. Die Stadt sei entschlossen, zur Hebung und Förderung des Fremdenverkehrs korporatives Mitglied des Öberhcssischcn Gebirgsvereins zu wer« den. Dieser Entschluß löste lebhaften Beifall aus^ Großer Beifall folgte seinen Ausführungen. Nach! dem Vortrag eines Musikstückes sprach der Vertreters des Landesfremdenverkehrsvcrbandes Rhein-Main, Schuster (Gießen). Er würdigte die Bedeutung und die Ziele der Verkehrs- und Wandervereins und befürwortete deren Gründung, Unterstützung und Pflege. Die Anwesenden zollten reichen Beifall« Die schönen Volkstänze, die der weitere Verlauf deS Abends brachte, wurden durch Chöre des Gesang« Vereins und durch musikalische Vorführungen einer Schülergruppe von Büßfeld unter Leitung von Leh« rer Hotz gefällig umrahmt. Die begeisterte Menge spendete für die prachtvollen Darbietungen lebhaften Beifall. Verbands« (eiter Walter würdigte dann dos Gebotene und die damit verbundene oft schwierige Arbeit. Er be« glückwünschte auch Homberg zu dem gefaßten Entschlüsse, korporatives Mitglied des OHGV. zu wer« den. Auch wünschte er diesem Städtchen, das zue Unterkunft und Verpflegung der zahlreichen Gäste sü viel beigetragen habe, eine weitere glückliche Zukunft, Bef ihrem Abmarsche äußerten sich die aus« wärtigen Wanderfreunde sehr zufrieden über dis in Homberg genossene Gastfreundschaft. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach* mittag geschlossen. istdfe Seele der Kleidung breit Stoffspezialhaus Bernard & Sohn GIESSEN Plockstraße 14-16 H. S. llattkrepp einfarbig, in allen sommerlichen Farben,solide Kleider ware, 1 ttR ca. 92 cm breit Flamenga-Drpck in entzückenden Mustern für das sommerl. 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