Nr. 128 Erstes Matt 189. Jahrgang Montag, 5. Juni 1939 Erlchetnl täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechairschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druckt uni» Verlag: vrühlsche UniversitStrdruckerei «.Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 60 Rpf.,Platzvorschrist nach vorh. Q3ereinbg.25°/e mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- iu behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Der Führer bei den alten Soldaten in Kassel. Die ganze Nation unter heroischer Führung ist soldatisch. '<5- «... MMMW ! 1 * ' * 1 d V -■ *<***! . :Ä. ' * i W Unser Bild zeigt die Karlswiese mit den angetretenen 300 000 alten und jungen Soldaten vor dem Führer. — (Scherl-Bilderdienst, Berlin.) Kassel, 4. Juni. (DNB.) Die ^urhessische Gau- hauptstadt, die Stadt der R e i ch s s o l d a t e n - tage, erlebte heute den schönsten und stolzesten Tag ihrer ruhmreichen Geschichte. Sie sah den Führer in ihren Mauern, sie hörte ihn sprechen zu den Soldaten des Weltkrieges, zu den Männern und Frauen des nationalsozialistischen Deutschland, zu den Waffenträgern des Großdeutschen Reiches. Nicht weniger als rund 300 000 Mann des NS.-Reichskriegerbundes sind nach Kassel gekommen, und sie haben die hohe Freude, heute den Führer bei sich zu sehen. Gegen 10 Uhr war der Führer auf dem Flughafen Kassel-Waldau eingetroffen. Ein Meer von Flaggen überflutet die Stadt und gibt ihr ein unendlich farbenprächtiges Aussehen. Auf der Karlswiese sind in gewaltigem Block die ehemaligen Frontkämpfer angetreten. Tausende von Fahnen wehen über ihren Häuptern. Neben den Männern im blauen Rock des Reichskriegerbundes sieht man viele in Trachten, so die Tiroler Standschützen, die Kärtner, die Steiermärker, die Sudetendeutschen usw. Hunderttausende umsäumen das Feld und bereiten den Männern des Reichskriegerbundes einen begeisterten Empfang. 30 000 Menschen füllen allein die großen Tribünen, die drei Seiten des Platzes umsäumen. Auf der Ehrentribüne sind die Vertreter des Staates, der Wehrmacht und der Partei anwesend. Gauleiter Weinrich, Oberpräsident Prinz Philipp von Hessen und Oberbürgermeister Dr. Lahmeyer sind an der Spitze der Parteiführerschaft und der Behörden aus der festlichen Stadt erschienen. Man sieht den Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Großadmiral Dr. h. c. Raeder, den Oberbefehlshaber des Heeres Generaloberst v. Brauchitsch, den Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Generaloberst Keitel. Der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring, läßt sich vertreten durch Generalmajor Bodenschatz. Man sieht ferner den japanischen Botschafter General Oshima mit sämtlichen Attaches der japanischen Botschaft, den italienischen Militärattache General Marras, General Rossi, den Präsidenten der italienischen Frontkämpfervereinigung und zahlreiche hohe italienische Offiziere.' Ungarn ist vertreten durch den Militärattache Oberst Dr. Hardy und mehrere führende Männer des ungarischen Frontkämpferverbandes. Als Vertreter Spaniens sieht man den bekannten General Queipo de Llano mit dem Militärattache Roca- mora und mehreren militärischen Begleitern. Bulgarien und die Slowakei haben ihre Militärattaches und ebenfalls Männer der Frontkämpfervereinigungen entsandt. Aus Finnland ist eine besonders starke Abordnung erschienen. Auf der Tribüne sieht man 14 finnische'Offiziere und Soldaten. Mehr als 200 ehemalige Lockstedter Jäger und Freiwilligenkämpfer werden später am Vorbeimarsch an dem Führer teilnehmen. Um 10.25 Uhr trifft der Führer auf der Karlswiese ein. Als er die von der Straße zur Wiese führende Treppe herabschreitet, ist er all den Hundert- tausenden, die hier versammelt sind, sichtbar. Unaufhörlich klingen die Heilrufe auf und hallen weithin über die Stadt. Zur Ehrung des Führers senkt der NS.-Reichskriegerbund die Fahnen. Die Ehrenkompanien präsentieren. Der Reichskriegersührer General der Infanterie ^-Gruppenführer Reinhard begrüßt den Führer mit einer Ansprache, in der er u a. sagt: Wir sind glücklich und stolz. Ihnen, mein Führer, heute ins Auge sehen zu dürfen. In unserer aller Erinnerung lebt noch das gemeinsame Fronterlebnis, an dem Sie, mein Führer, wie wir, teil- genommen höben, und wir sind stolz darauf, daß der Schützengrabe ngei st im Nationalsozialismus seine Fortsetzung gefun- d e n hat. Es ist nicht Soldatenart, viele Worte zu machen, aber danken möchten wir.Jhnen, mein Führer, an dieser Stelle für all das, was Sie in unserem Vaterlande geschaffen haben. Die Fesseln von Versailles sind abgeschüttelt, stolz ist das Volk auf die wiedererlangte Wehrhoheit und auf die junge Wehrmacht, die dem deutschen Volke Achtung in der Welt verschafft. Den Traum aller Deutschen, biq Menschen, die die deutsche Sprache sprechen und die deutschen Blutes sind, zu vereinen, sehen wir in Erfüllung gehen. Heute wissen wir, daß diegroßenOpfer desWeltkriegesnichtumson st gebracht worden sind. Das, wofür die deutschen Soldaten im Weltkriege ihr Leben gelassen, hat die Erfüllung gefunden, und dies mit Ihrer Tat, mein Führer! Würdig und soldatisch ist die jetzt folgende Totenehrung. Die Fahnen senken sich. Verhalten klingt das Lied vom guten Kameraden über den Platz. Dann sagte der Redner u. a.: Und nun weiter: zu euch Kameraden! Mit dem Befehl unseres Führers, alle ehemaligen Soldaten im N S. - R e i ch s k r i e g e r b u n d z u s a m m e l n , ist unser größter Wunsch in Erfüllung gegangen. Damit ist jede Zerrissenheit unter uns ehemaligen Soldaten beseitigt und die Trennung von Vater und Sohn aufgehoben. Als ganz besondere Auszeichnung haben wir es alle empfunden, daß der Bund unter den unmittelbaren Befehl des Führers gestellt ist und daß aus dem alten Kyffhäuserbund der natto- nalsvzialistische Reichskriegerbund heroorgegangen ist. Das mit diesen Anordnungen bekundete Vertrauen des Führers legt uns allen — insbesondere aber den Gliederungsführern des Bundes — ernste Pflichten auf. Der NS.-Reichskriegerbund ist feil Generationen mit Volk und Familie verwurzell; er ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Volksbund. Der Bund kann aber nur dann zum Nutzen für Volk und Bewegung geführt werden, wenn feine Führer die Fragen des nationalsözialistifchen Staates erkennen und die Entscheidungen aus ganzem Herzen bejahen. Deshalb legen wir besonderen Wert auf engste Zusammenarbeit mit der Partei. Wir haben mit unseren Erfahrungen die Verpflichtung, Staat, Partei und Wehrmacht in ihren Aufgaben überall dort zu unterstützen, wo man unsere Hilfe braucht. Man wird sie gern fordern, wenn in unserem Bunde wie bisher die soldatische^ Tugenden: Wehrgeist, Disziplin und Kameradschaft, weiter gepflegt werden. Die Truppenteile der neuen Wehrmacht haben die Tradition der Regimenter des alten ruhmreichen deutschen Heeres erhalten, sie sollen die Erinnerung an die Taten dieser Truppenteile aus früheren Kriegen — besonders aus dem Weltkriege — pflegen und wacherhalten. Diese Erinnerung nehmt auch ihr mit in euer privates Leben und tragt sie hinein in euere Familie. Die Frontkameradschaft ist die Geburtsstätte des Nationalsozialismus geworden, und deshalb können wir auf die Pflege echter Kameradschaft nicht genug bedacht sein. Daß wir in engster Kameradschaft mit der aktiven Truppe leben müssen, ist selbstverständlich. Aber wir müssen auch in gleicher Weise Kameraden sein gegenüber der Partei und ihren Gliederungen. Kameraden müssen wir auch ganz besonders der Jugend gegenüber sein. Ihr mußt den Weg zum Herzen der Jugend finden und in ihr Verständnis für unser Ftanterlebnis erwecken. Die Jugend soll wissen, daß ein Krieg kein Spaziergang ist, sie sott ober auch wissen, daß jeder Deutsche, wenn der Führer ruft, sein Letztes für das Vaterland einsehen muh. hierfür bildet die heroische Haltung des deutschen Soldaten im Weltkriege und die gleiche Haltung der Freiwilligen aus der jungen Wehrmacht bei den Kämpfen in Spanien ein mustergültiges Beispiel, das zur Nacheiferung aneifern soll. Wir leben in einer herrlichen, großen, aber auch ernsten Zeit. Deutschland ist umgeben von Neid und Mißgunst. Wenn es.den Platz unter der Sonne sich erhalten will, dan muß jeder Mann und jede Frau, jeder Junge und jedes Mädel willens sein, für des Vaterlandes Größe und Macht und für den Erhalt des deutschen Volkes alles einzusetzen. Niemand' wünscht sich einen Krieg, denn in unser aller Erinnerung lebt noch der Weltkrieg, der vor 25 Jahren begann. Wir Frontsoldaten sind dem Führer von Herzen dankbar, daß er bei all den Taten, die zur Schaffung des Großdeutschen Reiches führten, uns den Frieden erhalten hat. Wenn uns aber von verantwortungslosen Kriegshetzern unser Lebensrecht bestritten wird, bann, mein Führer, sollen Sie wissen, baß Ihre alten Frontkameraben aus bem Weltkriege unb bie Soldaten, die aus der jungen Wehrmacht entlassen sind unb in unseren Reihen stehen, bereit sinb, ihr Letztes,, ihr Leben, für bie Erhaltung von Deutschlands Macht unb Größe hinzugeben. Im bedingungslosen Vertrauen werden wir Ihrem Befehl, mein Führer, stets folgen. Im Namen aller ehemaligen Soldaten, die vereint im NS.-Reichskriegerbund marschieren, bitte ich Sie, mein Führer, das Wort zu ergreifen. Der Führer spricht. Meine Kameraden! Es ist zum ersten Male, daß ich nn einem Reichskriegertag teilnehme, das erste Mal, daß ich zu euch, ehemalige Soldaten der alten und auch neuen Wehrmacht, spreche! Der Reichskriegerführer des NS.-Neichskrieger- bundes, Kamerad Reinhard, hat mich in eurem Namen begrüßt als einen Soldaten des Weltkrieges und als den Führer und Berlin, 4.Juni. (DNB.) Nachdem Prinzregent Paul und Prinzessin Olga von Jugoslawien am Samstagmittag Gäste des Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop und Frau im Neuen Palais in Potsdam gewesen waren, am Nachmittag zu einem Teeempfang bei Neichsminister Dr. Goebbels unb Frau in Schwanenwerber geweilt hatten unb am Abend in Anwesenheit bes Führers an einem Abendessen, bas ber Reichsminister bes Auswärtigen unb Frau von Ribbentrop im Hotel Kaifer- hof gaben, teilnahmen, würbe ber Prinz regent am heutigen Sonntagvormittag im Schloß Bellevue von Generalfelbmarschall Göring zum Besuch bes Richthofen-Geschwabers in Döberitz und anschließend der Luftkriegsakademie und Luftkriegsschule in Gkttow abgeholt. Nachdem in Döberitz der hohe Gast zusammen mit bem Generalfelbmarschall unter ben Klängen ber jugoslawischen Nationalhymne die Front ber Ehrenformation abgeschritten hatte, besichtigte ber Prinz- regen t Flakgeschütze verschiebenen Kalibers sowie Kampf- unb Aufklärungsflugzeuge der verschiedenen in der deutschen Luftwaffe geflogenen Muster. Die Erläuterungen gab Generalfeldmarschall Goring persönlich, dessen Worten ber Prinzregent mit größtem Interesse folgte. Inzwischen waren Jagbflug- zeuge des Richthofengeschwaders gestartet, um durch exakt ausgeführte Uebungen Proben ihrer hohen fliegerischen Ausbildung zu geben. Nach einer kurzen Besichtigung der Unterkunftsräume im Fliegerhorst ging die Fahrt weiter zur Kanzler des deutschen Volkes uni) Reiches. In beiden Eigenschaften möchte ich diesen Gruß nun erwidern. Als Führer grüße ich euch in Vertretung des deutschen Volkes, namens all der Millionen deutscher Menschen, die mir nicht nur auf Grund eines verfassungsmäßigen Rechtes, sondern als Ausdruck ihres Vertrauens bas Schicksal ihres eigenen Lebens unb bamit bas Schicksal bes Reiches anoertraut haben. Das beutsche Volk ist gerabe in biesem Jahr von bem Gefühl des heißen Dankes beseelt gegenüber jenen, die einst bie schwerste und edelste Pflicht erfüllten. Als alter Soldat aber grüße ich euch mit der Empfindung der Kameradschaft, die sich im tiefsten Sinne nur dem eröffnen kann, der im Kriege die edelste Verklärung dieses Begriffes erlebte. Denn nur dem erschließt sich der herrliche Sinn einer männlichen Gemeinschaft am ergreifendsten, der sie unter dieser härtesten Erprobung des Mannesmutes und ber Mannestreue sich bewähren sah. Wenn ich nun heute zu Ihnen, meine Kameraden, spreche, dann erlebe ich in der Erinnerung auch selbst wieder die Gewalt jener Zeit, die nunmehr ein Vierteljahrhundert hinter uns liegt und bie besonders die Soldaten des alten Heeres einst als die größte Ihres eigenen menschlichen Daseins empfunden haben und die sie auch jetzt noch immer in ihrem Banne bezwungen hält. Fast 25 Jahre liegen hinter uns seit jenen uns alle auch heute noch auf das gewaltigste packenden Wochen, Tagen und Stunden, da das deutsche Volk nach einer langen, friedlich behüteten Zeit des Auf. stieges gezwungen war, für sein Dasein ein- z u t r e t e n. 20 Jahre aber sind vergangen, da man uns nach einem beispiellos heldenhaft geführten Widerstand jenes Diktat aufzwang, das in der Theorie bestimmt sein sollte, der Welt eine neue Ordnung zu schenken, und bas verflucht war, in der Praxis jede vernünftige, auf der Anerkennung natürlichster Lebensrechte basierende Ordnung zu zerstören. Was haben diese 5 Jahre von 1914 bis 1919 an schicksalhaft Großem, Erschütterndem unb Erniedrigendem für unser Volk gebracht? Welches Leid war die Folge unseres Zusammenbruchs, in welche Tiefen der Demütigung, Entehrung und Not wurde Deutschland geworfen! Wie gewaltig i ft aber auch ber Wandel, der das zum Untergang bestimmte Reich am Ende doch noch aus dieser beabsichtigten Vernichtung zurückriß und einem neuen Aufstieg entgegenführte, von dem mir glauben, daß er besser unb vor allem dauerhafter fundiert sein wird als irgendein ähnlicher Vorgang in unserer früheren deutschen Geschichte. Wenn Soldaten zusammenkom- Luftkriegsschule in Gatow, deren Anlagen ber Kommanbeur, General ber Flieger Schulz, bem Gast bes Führers erläuterte. Unter Führung bes Kommandeurs traten sodann der Prinzregent unb Generalfelbmarschall Göring einen längeren Gang durch bie ausgedehnte Anlage ber Kriegsschule an, wobei bie Gemeinschaftsräume mit besonderem Interesse in Augenschein genommen wurden. Prinzregent Paul hatte hier auch Gelegenheit, die Kriegsschüler bei ihrer sportlichen Ausbildung, beim Geräteturnen, Boxen, Schwimmen und beim Fußballspiel zu beobachten. Der militärische Teil der Besichtigungsfahrt faiid gegen mittag mit einem Rundgang durch bie Luftkriegsakabemie in Gatow ihr Ende. Im Kasino ber Luftkriegsakabemie war inzwischen Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Olga, begleitet von Frau Emmy Göring, eingetroffen. Hier speisten bie Königlichen Hoheiten mit ihrem Gefolge zusammen mit Generalfelbmarschall Göring unb Frau Göring in einem kleinen Kreise ber Generalität ber Luftwaffe. Am Nachmittag begaben sich Prinzregent unb Prinzessin Olga sowie Generalfelbmarschall Göring und Frau Göring zusammen mit ihrer näheren Umgebung auf bie Pacht „Karin II.", um über bie Havel bei schönstem Segelwetter die Glienicker Brücke zu erreichen. Am Sonntagabend gaben zu Ehren des. hohen Besuchs Generalfeldmarschall Göring und Frau Göring in der Goldenen Galerie des Charlottenburger Schlosses einen Abendempfang. Prinzregent Paul und Generalfeldmarschall Göring schreiten die Reihen ber ausgestellten Flugzeuge des Jagdgeschwaders Richthofcn in Döberitz ab. — (Scherl-Bilderdienst, Berlin.) E ■■■ ■. Prinzregent Paul in Döberitz und Gatow. Mit Generalfelbmarschall Göring bei der Lustwaffe. Glanzvolle Eröffnung -er Fieichstheaterfestwoche in" U: ich. men, dann pflegen ihre Gedanken und ihre Gespräche zurückzugreifen in die Zeit gemein]am erlebter Jahre, und die Erinnerung an sie läßt ihnen im Geiste das wieder auferstehen, was einst gemeinsamer Inhalt ihres Lebens war. Wie in den (Spodjen langer Friedensjahre der alltägliche Dienst mit seinen harten 'Anforderungen an Pflichtbewußtsein und körperliche Leistungsfähigkeit die Summe der Erinnerungen wird, die bei einem solchen Zusammentreffen^ dann wieder lebendig werden, so ist es bei uns vor allem die Erinnerung an die größte Zeit, die menschlichen Wesen jemals in der Welt gestellt worden war. Ein Vierteljahrhundert beginnt dann vor unseren Augen zu verblassen, und die Allgewalt des schwersten, aber auch größten Zeitalters unserer Geschichte zwingt uns wieder in ihren Bann. Was immer nun die Einzelnen au$ dem sorgsam behüteten Schatz dieser ihrer teuren Erinnerungen untereinander auszutaufchen vermögen, es wird übertroffen von dem, was diese Zeit im Gesamten für unser Volk bedeutete, so schicksalhaft sie sonst auch für unser eigenes Leben gewesen sein mag. Für mich als Führer der Nation ergibt sich nun beim prüfenden Nachsinnen vor allem immer wieder eine Frage, die ich als unendlich wichtig nicht nur für unser damaliges Geschick, sondern auch für die richtige Gestaltung unserer Zukunft ansehe, nämlich die Frage der Vermeid - oder Unvermeidbarkeit des damaligen Geschehens. Vor 20 Jahren wurde eine erbärmliche Staats- führung veranlaßt, unter einem — wie sie wohl glaubte — unwiderstehlichen Zwang ihre Unterschrift unter ein Dokument zu sehen, das Deutschland die Schuld am Kriege als endgültig erwiesen aufzubürden versuchte. Wissenschaftliche historische Untersuchungen haben unterdes diese Behauptungen längst als Lüge und Fälschung erwiesen. Ich selbst habe diese wider besseres Wissen geleistete Unterschrift unter das Versailler Diktat feierlich gelöscht und damit auch rein formell der Wahrheit die Ehre gegeben. (Brausender Beifall, stürmische Heilrufe branden empor.) Allein, unabhängig davon muß uns allen eines bewußt sein: Die Schuld am Kriege ist unlösbar verbunden mit der Aufstellung des Kriegszieles. Kein Volk und keine Regierung werden Krieg führen bloß um des Krieges willen. Rur im Gehirn perverser jüdischer Literalen kann die Vorstellung Platz greifen, daß irgend jemand aus reiner Lust am Töten oder Blutvergießen zum finge schreiten kann. Es war aber nun entscheidend, daß die deutsche Regierung nicht nur vor dem Jahre 19 14 kein Kriegsziel besah, sondern daß sie sogar im Kriege selb st zu keiner irgendwie vernünftigen oder gar präzisen firiegszielführung zu kommen vermochte. Der Friedensvertrag von Versailles hat demgegen- , über aber erkennen lassen, welches die wirklichen Kriegs ziele der damaligen brili- schen und französischen Einkrei- sungspolitiker gewesen waren. Der Raub der deutschen Kolonien, die Vernichtung des deutschen Handels, die Zerstörung aller deutschen Existenz- und damit Lebensgrundlagen, die Beseitigung der deutschen politischen Geltung und Machtstellung, mithin also die gleiche Zielsetzung, wie sie die britischen und sran- zösischen Linkreifungspolitiker auch heute besitzen. (Stürmische Pfui-Rufe.) Es gab damals in Deutschland leider Menschen, die den extremen Anschuldigungen englischer Zeitungen und englischer Politiker über die notwendige Wegnahme der deutschen Kolonien, die Vernichtung des deutschen Handels, die bereits im Frieden bekanntgegeben worden waren, Glauben schenken zu müssen vermeinten. Der Weltkrieg und das Friedensdiktat von Versailles haben die deutsche Nation nun eines anderen belehrt. Was früher scheinbar unverantwortliche Politiker als Ausgeburt ihrer eigenen Phantasie oder ihres Hasses verkündet hatten, war eben doch das Ziel der britischen Politik gewesen, nämlich der Raub der deutschen Kolonien, die Vernichtung des deutschen Handels, die Zerstörung der deutschen Handelsflotte, machtpolitische Entnervung und Zerstörung des Reiches, mithin die politische und körperliche Ausrottung des deutschen Volkes. Dies waren die Ziele der britischen Einkreisungspolitik vor dem Jahre 1914. Und es ist gut, wenn wir uns nun daran erinnern, daß diesen durch das spätere Friedensdiktat von Versailles erhärteten Absichten und Kriegszielen unserer Gegner die damalige deutsche Staatsführung gänzlich ziellos und leider auch willenlos gegenüberstand. So konnte es geschehen, daß nicht nur keine deutsche Kriegszielsetzung vorhanden war, sondern daß auch nicht die notwendigen deutschen Kriegsoorbereitungen selbst im Sinne einer wirkungsvollen Abwehr getroffen worden waren. Und hier liegt meUeidjt die schlimmste Schuld Deutschlands am Weltkrieg, nämlich die Schuld, durch eine sträfliche Vernachlässigung der deutschen Rüstung es einer Umwelt geradezu erleichtert zu haben, den Gedanken einer deutschen Vernichtung zu propagieren und am Ende dann ja auch zu verwirklichen. Unter für uns heute gänzlich unverständlichen Einwänden wurde noch im Jahre 1912 an den so notwendigen Rüstungen abgestrichen, mit lächerlichen Beträgen gespart, dem widerstrebende aufrechte Soldaten in die Wüste geschickt und dadurch die Ueberzeugung der Gegner gestärkt, einen erfolgreichen Waffengang mit Deutschland vielleicht doch wagen zu können. Daß darüber hinaus auch die reine wehrmäßige Erfassung der deutschen Menschen nur in un> genügendem Ausmaß geschah und damit viele hunderttausende tauglicher Männer einer Ausbildung verlustig gingen, und später in einer kritischen Stunde, als sie doch eingezogen wurden, zu einem hohen Prozentsatz dies mit ihrem Tode büßen mußten, verstärkt nur dieses Bild einer unzulänglichen Staatsführung und damit der einzigen wahrhaften Schuld nicht nur am Beginn dieses Krieges, sondern vor allem auch am Ausgang des Kampfes. Wenn nun trotzdem gerade der Weltkrieg für uns Deutsche zur Quelle deutschester Erinnerungen wird, dann nicht im Hinblick auf die viel zu schwache Rüstung, auf die unzulängliche Staatsführung usw., sondern ausschließlich im Hinblick auf das in ihrem inneren Werte so einzigartige Instrument der damaligen deutschen Wehrmacht, des Heeres, der Marine und der späteren Luftwaffe, die zahlenmäßig oft um ein Vielfaches vom Gegner übertroffen, wertmäßig Die 6. Reichstheaterfestwoche ist am Sonntagabend in Anwesenheit ihres Schirmherrn, Reichsminister Dr. Goebbels, und seines Gastes aus Italien, Minister Alfieri, mit einer Festvorstellung der händelschen Oper Julius C ä - s a r" eröffnet worden. Die festliche Gemeinde, die Vertreter der Partei, des Staates und der Wehrmacht mit namhaften Repräsentanten des deutschen Theaterschaffens und des Kunftlebens vereinte, erhob sich zum Gruß, als Reichsminister Dr. Goebbels und Minister Alfieri, der durch feine Anwesenheit das deutsch-italienische Bündnis auch in seiner kulturellen Bedeutung unterstrich, in der Ehrenloge sichtbar wurden. Die glanzvolle Aufführung der Hamburger Staatsoper unter der musikalischen Leitung von Hans S ch m i b t - 3 f • f e r ft e b t mit prachtvollen Bühnenbildern (Inszenierung Rudolf Z i n d l e r ) fesselte bis zum letzten Augenblick Auge und Ohr der Besucher. End- London, 5. Juni. (Europapreß.) Eine Erklärung über den Untergang des Unterseebootes „T h e t i s" und den 23 e r Lu ft von 99 Men- d) e n 1 e b e n wird am Montagnachmittaa im Unterhaus durch den Finanzsekretär in der Admiralität, Geoffrey Shakespeare, abgegeben werden. Shakespeare wird in Vertretung des Ersten Seelords Lord Stanhope sprechen, der als Mitglied des Oberhauses keinen Sitz im Unterhaus hat. Die Admiralität wird in dieser Erklärung bereits Bezug nehmen auf die von der Oeffentlichkeit und in der Presse erhobenen Kritiken und Anschauungen. Die Kritik an den erfolglosen Re11ungs- arbeiten beschäftigt weiterhin die Presse vom Montagmorgen und wird zweifellos unter amtlichem Einfluß im großen und ganzen als unstatthaft zurückgewiesen, wenn auch einzelne Blätter ich der Berechtigung gewisser Beanstandungen nicht verschließen und Vorbeugungs- und Verhütungsvorschlägen Raum gewähren. Die Pressekommentare legen vor allem Nachdruck auf die Forderung nach einer öffentlichen Untersuchungsführung. Dies tut z. B. der „Daily Telegraph", der überdies trotz einer scharfen Ablehnung des „Kri- tikastertums" bereits die Linie aufzeigt, auf der die Presse ihre zu erwartenden Angriffe gegen die Admiralität und die Erbauerfirma führen dürfte. Die Beanstandungen beziehen sich datauf, daß keine T e 1 e p h o n k a b e l bei dem Bojen- au flössen in der englischen Unterseebootswaffe benutzt werden, ferner auf die Wahl eines als un- icher geltenden Uebungsgewässers zu Probefahrten, auf die geringe Anzahl der die Unterseeboote bei ihren Versuchsfahrten begleiten- »en Bergungsschiffe und auf die Ueberbe- etzung des Unterseebootes bei der Abnahmefahrt. In der „Daily Mail" findet sich bereits in Frage- orm — „Die übliche Praxis?" — eine heftige Anklage gegen b i e Admiralität, sowohl was die Unterrichtung der Presse angeht, als auch hinsichtlich der technischen Vorgänge bei den Ret- tungs- und Bergungsversuchen. Mit der Befürchtung, die Untersuchung werde geheim geführt, etzt sich die „News Chronicle" auseinander, das außerdem eine Liste von 22 „wichtigen Fra - g e n" aufmacht. aber niemals erreicht worden waren. (Wieder brauft minutenlang stürmischer Beifall empor.) Der Rückblick und die Erinnerung an diese große Zeit muß in uns allen, meine Kameraden, aber eine Ueberzeugung und einen Entschluß festigen: 1. die Ueberzeugung, daß das deutsche Volk nur mit größtem Stotz auf seine Vergangenheit zurückbticken kann, und insbesondere auf die Jahre des Weltkrieges. Als Führer der deutschen Ration kann ich daher als ehemaliger Kämpfer in keiner Sekunde zugebeu, daß irgend jemand in den Reihen unserer w e st l i ch e n Gegner das Recht haben könnte, sich als etwas besseres zu fühlen oder anzusehen, als wir Deutsche es sind! (Stürmische Heil-Rufe und jubelnder Beifall bekräftigen die Worte des Führers.) Ich leide daher auch nicht im geringsten unter irgend einem Minderwertigkeitskomplex. (Der Sturm des Beifalls wiederholt sich aufs neue.) Ich sehe im Gegenteil in der Erinnerung an die vier Jahre Krieg, die ich selber, dank einer gnädigen Vorsehung, das Glück hatte mitmachen zu dürfen, nur einen Grund zum st o l- zelsten Vertrauen auf mein deutsches Volk, und als Soldat auch auf meine eigene Person. (Immer tosender werden die Kundgebungen der alten Soldaten für den Führer.) Diese Jahre machen mich in tiefstem Innern ebenso friedenswill ig in der Erkenntnis der furchtbarenSchrek- ken des Krieges, als aber auch entschlossen in der Ueberzeugung vom Wert des deutschen Soldaten zur Verteidigung unserer Rechte. Es imponieren mir daher Drohungen von gar keiner Seite. (Minutenlang huldigen die hunderttausende dem Führer.) 2. Ich und wir alle haben aus dieser Zeit aber auch den Entschluß zu fassen, die Interessen unseres Reiches und der Ration nicht mehr so sträflich leichtsinnig zu übersehen, wie dies vor dem Jahre 1914 der Fall war. (Die Beifallskundgebungen erneuern und verstärken sich) Und das will ich Ihnen, meine alten Kameraden, nun hier versichern: Wenn schon die britische E i n k r e i s u n g s p o l i t i k die gleiche geblieb en ist wie vor dem Kriege, dann hat sich aber dafür die deutsche Abwehrpolitik gründlich geändert! (Tosender Beifall und minutenlange Heilrufe begleiten die Worte des Führers.) Sie hat sich schon geändert dadurch, loser Beifall dankte den Künstlern. Die Wahl des Werkes bedeutete nicht nur einen Hinweis auf bie unvergänglichen Werte unserer deutschen Meister, sondern auch eine Huldigung an die italienischen Gäste. Wenn am Schluß die Feldzeichen der alten Weltmacht Rom auf die Bühne gepflanzt sind, wenn Cäsar die Macht des römischen Imperiums preist, dann wird die Festaufführung auch zu einer politischen Demonstration. Nach der Vorstellung gab Dr. Goebbels einen Abendempfang, dem neben Minister Alfieri Reichsminister Dr. Seyß- Jnquart, Gauleiter Dr. Jury, der Oberbefehlshaber der Heeresgruppe 5, Generaloberst List, der Bürgermeister von Wien, Dr. N e u b a ch e r, und eine große Anzahl namhafter Künstlerinnen und Künstler sowie leitende Männer des deutschen Theaterwesens mit dem Präsidenten der Reichs- theaterkammer, Körner, teilnahmen. Der „Daily Expreß" legt dem leitenden Direktor der Erbauerwerst, Johnson, die Worte in den Mund: „E s kann zwei Tage oder zwei Wochen dauern bis wir die „Thetis" heben. Vielleicht werden wir sie überhaupt nicht bergen können! Unter den in dem Unterseeboot Umgekommenen befinden sich, wie die Schiffswert am Sonntagabend mitteilte, vier Offiziere der U-Boote „Taku" und Trident", die gegenwärtig als Schwesterschiffe der .Thetis" von der gleichen Werft fertiggestellt werden. Zwei dieser Offiziere waren zu Kommandanten der genannten U-Boote ausersehen. Die englischen Sonntagblätter geben auch amerikanische Zeitungsstimmen in großer Aufmachung wieder. U. a. werfen die amerikanischen Blätter der Werftleitung vor, die „Thetis" bei der ersten Tauch- übung auf offenem Wasser ü b er 1 a ft e t zu haben. Bei einer Belastung des U-Boytes mit nur fünfzig Personen wäre eine solche Katastrophe, so meinen amerikanische Fachleute, nicht eingetreten. Weiter wird die Frage aufgeworfen, warum das U- Boot gerade inder Bucht von Liverpool zu einer Tauchübung ausgelaufen sei, die doch nur eine 2Baffer tiefe von 132 Fuß habe, während die „Thetis" selbst eine Länge von 265 Fuß auf weise. Einer der vier Ueberlebenben der „Thetis" soll der englischen Sonntagszeitung „News of World" mit. geteilt haben, eine Torpedoöffnung s e i „versehentlich" nicht verschlossen worden. Deshalb sei beim Tauchen das Vorderteil des Schiffes sofort mit Wasser angefüllt worden, und die Schiffsnase habe sich bei der geringen Wasser- tiefe in den Grund gebohrt. Das Beileid des Führers. Berlin, 4. Juni. (DNB.) Der Führer hat dem König von England telegraphisch seine und des deutschen Volkes Anteilnahme an dem schweren Unglück des U-Bootes „Thetis" zum Ausdruck gebracht. Sämtliche Londoner Blätter berichten unter entsprechenden Ueberschriften über die Tatsache, daß der Führer an den englischen König ein Beileidstelegramm gerichtet hat. daß heule an der Spitze des Reiches nicht mehr ein als Major verkleideler Zivilist die Geschäfte führt, sondern ein vielleicht manchmal auch Zivilkleider tragender Soldat! (Wieder bricht tosender Beifall los.) Belhmannholl- wegs gibt es in der deutschen Staatsführung heute nicht mehr. (Der Beifall schwillt immer mehr an.) Ich habe dafür Sorge getragen, daß alles das, was irgendwie mit der Staalsführung etwas zu tun hat, nur ein IVOprozentiger Mann und Soldat sein kann. Sollte ich aber bemerken, daß die Haltung irgend einer Persönlichkeit einer kritischen Belastung nicht standhält, dann werde ich eine solche Erscheinung von ihrer Stellung augenblicklich entfernen, mag dies sein, wer immer. (Die Kundgebungen steigern sich wieder zu einer großartigen Ovation.) Das Friedens diktat von Versailles entstand nicht zufällig. Es war das Ziel jener, die feit Jahren Deutschland einzukreisen versuchten, und die endlich ihr Ziel erreicht hatten. Wir haben nun kein Recht, daran zu zweifeln, daß die gleiche Politik heute nur zum Zweck der Erreichung des gleichen Hie - 1 e s betrieben wird. Wir haben daher die Pflicht, diese Wahrheit der Nation ungeschminkt zu sagen und sie auf das äußerste in ihrem Abwehrwillen und in ihrer Abwehrkraft zu fördern. Ich glaube, daß ich damit auch im Sinne jener Kameraden handele, die einst, und damals leider scheinbar zwecklos, für Deutschland ihr Leben hingeben mußten. Wie ich überhaupt glaube, daß nunmehr 25 Jahre nach Ausbruch des Weltkrieges, 20 Jahre nach dem Vertrag und Diktat von Versailles die beutfdje Staatsführung und hinter ihr das ganze deutsche Volk zum ersten Male wieder mit erhobenem Haupt an die Gräber unserer Helden treten können. (Stürmischer Beifall.) Es ist wenigstens etwas von dem wieder gutgemacht worden, was Schwäche, Ziellosigkeit und Uneinigkeit einst verbrochen hatten. Ich erwarte daher, daß diese Politik der Stärkung der deutschen Abwehr- kraft gerade von den alten Soldaten nicht nur begrüßt, sondern auf das fanatischste unter st ü h t wird. (Die Hundertlausende stimmen dem Führer auf das freudigste zu.) Diese Politik aber darf nun ihr Ziel nicht darin sehen, vorübergehend einen Jahrgang der Zivilisten in Militäruniformen zu kleiden, sondern grundsätzlich die ganze Ration soldatisch zu erziehen und zu einer soldatischen Haltung zu bringen, (wieder unterbrechen minutenlange Zustimmungskund- gebungen die Rede des Führers.) Es ist kein Zufall, daß der Nationalsozialismus »m großen Kriege gezeuat wurde. Denn er ist nichts anderes als die Durchdringung unseres gesamten Lebens mit dem Geist eines wahrhaften Kämpfer- tumes für Volk und Reid). Das englische Ll-Booi „Thetis" verloren. 99 Menschen in dem U-Boot gestorben. An einem aber wollen wir alle nicht zweifeln: So wie das deutsche Volk erst im gesamten heroische Führung besitzt, wird es in feiner eigenen Haltung dieser Führung gleichen. Es ist mein un- oerrüdbarer Entschluß, dafür zu sorgen, daß die obersten politischen und militärischen Führer der Nation genau so tapfer denken und handeln, wie es der brave Musketier tun muß, der bedingungslos fein Leben hinzugeben hat und hingibt, wenn der Befehl oder die Not dies erfordern. (Immer aufs neue Jubeln die alten Soldaten dem Führer zu.) Die heroische Führung einer Nation liegt stets in jenem Gewissen begründet, bgs durch die Frage des Seins oder Nichtseins eines Volkes seinen Befehl erhält. Wenn nun gerade i ch so zu Ihnen, meine Kameraden, spreche, dann kann ich schon heute vor der deutschen Geschichte jene Berechtigung in Anspruch nehmen, die dem zuteil wird, der nicht nur in Worten redet, sondern sich auch in seinen Handlungen zum gleichen Gei st und zur gleichen Gesinnung bekennt. Deshalb aber kann ich auck) mehr als irgendein anderer Teil haben an unserer großen Kameradschaft des ewigen deutschen Soldatentums. And deshalb bin ich glücklich, Sie an diesem Reichskriegertag hier in Kassel als die Repräsentanten dieses Soldatentums begrüßen zu können. (Minutenlang brausen die Heilrufe zum Führer empor.) lleber uns allen liegt die Verklärung der Erinnerung an die größte Zeit unseres Volkes und unseres eigenen Daseins, vor uns allen aber liegt die Erfüllung dessen, um was auch diese Zeit einst, wenn auch unbewußt, strikt: Groß- d e u t s ch t a n d ! Mit ungeheurem Jubel nehmen die Hundert- tausende der alten Soldaten die Worte des Führers auf und bereiten ihm am Schluß eine eindrucksvolle Huldigung. Reichskriegersührer General Reinhard findet begeisterten Widerhall bei den Massen, als er dem Führer und Obersten Befehlshaber mit folgenden Worten dankt: Ick) danke Ihnen, mein Führer, von Herzen für die Worte, die Sie soeben an uns gerichtet haben. Diese Worte werden uns Ziel und.Richtung bleiben für unsere weitere Arbeit im NS.-Reichskriegerbund. Ich bitte Sie, mein Führer, von den Männern, die heute geschmückt mit dem Zeichen des Dritten Reiches vor Ihnen stehen, das Gelöbnis treuester Gefolgschaft entgegenzunehmen. Unserem Wunsche, daß es Ihnen, ' mein Führer, gelingen möge, Deutschland in Verbindung mit unserem Bundesgenossen Italien immer mehr zur stäh» lernen Achse auszubauen, bitte ich mit meinen Kameraden Ausdruck geben zu dürfen in dem Rufe: Unser Führer, Adolf Hitler, der Gründer des Großdeutschen Reiches: Siegheil! Der Gesang der Lieder, der Deutschen beendet die eindrucksvolle Kundgebung. Der Kührer im Kasseler Rathaus. Nach der Großkundgebung begab sich der Führer, überall begeistert begrüßt, zum Rathaus, wo ihm Oberbürgermeister Dr. Lahmeyer ein Bild überreichte, das den Tempel Girgenti darstellt. Der von August Bromeis dargestellte Tempel von Girgenti gilt als der schönste Tempel Siziliens. Es handelt sich um ein Bauwerk des alten Agrigent, jener sagenhaft reichen Stadt, die in ihrer Blüte etwa 1 Million Einwohner hatte. Der Tempel wurde im 5. Jahrhundert v. d. Z. errichtet und bereits 450 v. d. Z. durch die Karthager zerstört. Dann begab sich der Führer in den aroßen Festsaal des Rathauses, wo ihm der Reichskriegerführer die Gaukriegerführer des NS.-Reichskriegerbundes vorstellte. Anschließend nahm der Führer mit den Ehrengästen, den Männern des NS.-Reichskrieger- bundes und seiner Begleitung an einem vom Reichskriegerführer gegebenen Imbiß teil. Dann besichtigte der Führer in den an den Rachaussaal angrenzenden Räumen gemeinsam mit dem Gauleiter Staatsrat W e i n r i ch und Oberbürgermeister Dr. Lahmeyer Modelle eines Aufmarschgeländes und sonstiger Bauten in Kassel. Der Vorbeimarsch. Nach der Ehrung des Führers im Rathaus nahm der Führer auf dem Friedrichsplatz den Vorbei» m a r s ch der Hunderttausende des Reichskriegerbundes und der Ehrenformationen ab. Auf dem Podium nahmen neben dem Führer u. a. der Reichskriegerführer, der (Bauleiter Staatsrat Weinrich und der Kommandierende General des IX. AK., General Dollmann, Aufstellung. Marschmusik erklingt, die Ehrenkompanien der Wehrmacht mit Musikkorps und Spielmannszug rücken an. In exaktem Paradeschritt eröffnet die Ehrenkompanie des Heeres mit dey Traditionsfahnen den Vorbeimarsch. Es folgt je eine Ehrenkompanie des Heeres, der Marine, der Luftwaffe und der Schutzpolizei. Dann zieht eine Ehrenabordnung des Reichsarbeitsdienstes mit im Sonnenlicht blinkenden Spaten am Führer vorbei. In tadelloser Marschordnung folgen je ein Ehrensturm der SA., des NSKK., des NSFK., Ehrenabordnungen der Politischen Leiter, der Technischen Nothilse, des Reichsluftschutzbundes und ein Ehrensturm der ff. Der 3000 Mann starke Marschblock der NS.» Kriegsopferoerforgung mit dem Reichskriegsopfer- sichrer Oberlindober an der Spitze wird von den Zuschauern mit Sonderbeifall bedacht. Die begeisterten Kundgebungen steigern sich, als nun die gewaltigen Marschblöcke des Reichskriegerbundes mit den alten Traditionsfahnen folgen, in ihrer Mitte die Stammfahne des NS.-Reichskriegerbundes, der ersten Fahne der ältesten von frieberi» zianischen Füselieren im Jahre 1781 in Wangerin in Pommern begründeten Kriegerkameradschaft. An ihrer Spitze marschiert der Reichskriegerführer Reinhard. Lebhaft begrüßt werden die Abordnungen der Gaukriegerverbände Alpenland, der Gruppe Donau und Nordost, sowie Sudetenland in ihren schmucken Trachten. Die Abordnung des Reichskolonialbundes wird von dem Bundesführer General Ritter von Epp geführt. Dann will das bunte Bild der Abordnungen der Gaukriegerverbände mit ihren Fahnen und ihrer Musik kein Ende nehmen. Voll Stolz leuchten die Augen der Männer, als sie den Führer sehen, der sie mit erhobener Rechten grüßt. Den-Abschluß des mehr als drei Stunden dauernden Vorbeimarsches bildet die ff-Dersügungstruppe. Frankreich und England eine Warnung erteilt" // pariser Kommentare zur Rede des Führers in Kassel. beendet einer Rede des Führers m na, er nnro uun juhu- «n ~ ichen Blättern unter Ueberschrrften verzeichnet, m' anhaltender Bersall.) Ein „völlig neuer Vertragsentwurf" in der Mert, sührers Knolle meinen n Rufe: - Großen, als nit fol- mein soeben 1 uns 'ifeln: «ro. genen J un. eine eufe lung der auch mg "ehr erer len )alb ger- efes »len- Pot.) Er- und aber diese Führer, wo ihm ld über, Der von Nrgeir f)mrM : lagen- 1 M- i im 5. )v.d.Z. Mussolini! Der spanische Armeeführer General Q u e i v o de Llano führte u. a. aus: Frontsoldaten! Wir alle, die wir an eine Gerechtigkeit glauben und die wir den Frieden herbeisehnen, werden ihn haben, wenn wir einig sind und Zusammenhalten. Die Gerechte gkeitin der Weltwird wie- derhergestellt werden. Dann wird der w a h r e Frieden kommen, auf den alle Menschen, die guten Willens sind, so sehr hoffen. (Stürmischer lang- für sein Volk!" Am Abend veranstaltete der Danziger Arbeitsdienst eine Großkundgebung in der Messehalle. Reichsarbeitsführer Hier! sagte hier in einer Ansprache u. a., daß das deutsche Volk die friedliche Zusammenarbeit der Völker unter dem Gesichtspunkt „Jedem das Seine" erstrebe. Es wolle niemand berauben, es wolle aber auch die seinem s ch e Volk im Reich vergelte Treue mit Treue. Heute, so schloß chierl, wisse Danzig, daß London, 5. Juni. (DRV. - Funkspruch.) Die Rede des Führers in Kassel wird von samt- erbunb. ern, die en Rei- reue- Innerem Idingen unserem hn. B, der b hin- ersor- loaten k D1Q: t bgs eines zen Fest' Verführer erbundes mit den iskrieger- vom l. Dann thausfgal »m Gan- ermeister Geländes beitsdienstlager in Danzig einaetroffen. Am Sonntagvormittag sand auf dem Wiesenwall ein Appell des Danziger Arbeitsdienstes statt, an dem sich ein Vorbeimarsch vor dem Reichs- arbeitsführer anschloß. Reichsarbeitsführer H i e k l richtete an die zum Appell angetretenen Danziger Arbeitsdienstmänner folgende Ansprache: „Kameraden vom Danziger Arbeitsdienst! Ich bringe euch die kameradschaftlichen Grüße von 350 000 Arbeitsmännern im Großdeutschen Reich. Diese Men sich mit euch verbunden durch Geschwülste-gören das Gleichgewicht. Röntgenstrahlen sollen die Operation ersehen. Oie Lungenentzündung, die vom Ohr kommt. — Das Hörorgan ist im Wege. eine Ehenkompanie der Luftwaffe, ein Ehrensturm der ^-Verfügungstruppe „Germania" und eine Ehrenhundertschaft der Schutzpolizei angetreten. Der Führer schritt die Fronten der Formationen ab und verließ nach herzlicher Verabschiedung kurz nach 19 Uhr Kassel. Das Festspiel Im Rahmen des Ersten Großdeutschen Reichs- kriegertages fand am Samstag auf der großen Karls- wiese die Erstaufführung des großen Festspiels „Ewiges Soldatentum" in Anwesenheit von über 30 000 Tribünenbesuchern statt. In vier großen Bildern, angefangen von dem Landsknecht des Mittelalters über den Berufssoldaten des Soldatenkönigs und den Volkssoldaten des Weltkrieges zeigte die Aufführung die entscheidende Entwicklung auf, die das deutsche Soldatentum bis zu seiner heutigen inneren und äußeren Geschlossenheit durchmachen mußte. Mehr als 10 000 Mitwirkende waren an dem Festspiel beteiligt. Eindrucksvoll verkörperte der Ausklang mit dem gemeinsamen Aufmarsch der Formationen der Partei und der Wehrmacht den Sinn der Idee des soldatischen Volkes. London, 5. Juni (Europapreß). Emen „vol° 11 q neuen Vertragsentwurf" nennt der diplomatische Mitarbeiter der „Time s" am Manag die sowjetrussische Antwort auf die Oreierpakt-Dorschläge. Reu an der Darstellung des genannten Blattes über den Inhalt der Moskauer Blote ist allerdings lediglich die Mitteilung, das lowjetrussische Außenkommissariat habe den sran- ».ösisch-englischen Entwurf Punkt für Punkt durchge- irbc-itct. Dabei bezeichnet das Blatt Diejenigen Klauseln als bereits von der Sowjetunion angenommen, die keinerlei Abänderung erfahren haben. Die „Times" zählt auf: Den Vorschlag der sofor- liqcn Hilfeleistung bei einem Angriff auf einen der d>rei vertragsschließenden Mächte; die Anregung »fertiger militärischer Besprechungen und die vor- qeschlagene Vertragsdauer von fünf Jahren mit (incr Erneuerungsmöglichkeit bei Ablauf. Obschon amtlicherseits über den Inhalt der »wjetrussischen Antwort nichts bekanntgegeben worben ist, sind sich die Londoner Morgenblatter doch )iarin einig, daß in der Rote verschiedene Junkie der letzten brittschen Vorschläge bean° landet werden. Aus einem Bericht des „D a i l Y Telegraph" geht eindeutig hervor, wie tief die Kluft zwischen dem englischen und dem sowjet- - ussischen Standpunkt ist. Wenn eine Kompro - -lißformel, die man französischerseits iwischen London und Moskau auszuarbeiten verbuche, keinen Erfolg haben sollte, dann könnte, meint I äs Blatt, alles zusammenbrechen. Frankreich und I Lngland hätten Verpflichtungen auf sich genommen gegenüber Polen, Rumänien und Griechenland, von Menen man nicht sicher wisse, ob sie eingehalten werden könnten. Auch der diplomatische Korre- yonbent der „Times" warnt vor allzu . roßern Optimismus. Dagegen hält es Baratt im „News Chronicle" für nahezu sicher, daß i man es zu einem Kompromiß zwischen London nd Moskau bringen werde. Woroschilow kommt nicht. London, 4. Juni. (Europapreß.) Der sowjet- -j russische Kriegskommissar Voroschilow hat der nglischen Regierung Mitteilen lassen, er könne der I Einladung zur Teilnahme an den englis a) e n i Herbstmanövern nicht Folge leisten. Als Jrund wurde angeführt« daß Woroschilow den sow- Haüptschristleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: vr. Fr. W. Lange (verreist), i. 23.: Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. V. 1939: 9133. Druck und Verlag: Brühlsche Umoersttats- druckerei, R. Lange, K.-G, sämtlich m Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf-, mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. verhindern und überall dort, wo sich auch eine so leichte Operation, wie die Herausnahme der Mandeln verbietet, wird die Bestrahlung zu empfehlen sein. Aber größere Aussicht auf Erfolg bietet nach wie vor die Herausnahme der Mandeln. Ja, in der Aussprache hob der Rektor der Universität Leipzig, Professor Krick, hervor, daß bei Kindern die Bestrahlung der Mandeln noch bedenklich erscheine, denn es werden immerhin erhebliche Mengen der starken Strahlen in nächster Nähe empfindlicher Hirnteile angewendet, und man weiß noch nicht genügend, wie das in der Entwicklung befindliche Gewebe des Kindes auf diese harten Angriffe reagiert. Dis Säuglingslunge als Filter. Wenn schon ein Säugling an Lungenentzündung erkrankt, so fragt sich der Arzt oft, wie das bei dem wohlbehüteten kleinen Lebewesen möglich war. Nicht selten ist aber das Ohr der ursprüngliche Herd dieses Leidens, erklärte Dozent Dr. Hofer (Men). Dort kann sich ein Eiterherd bilden, der den Körper vergiftet. Gerade in diesem Entwick- lungsstadium wirke aber die Lunge wie ein Filter, der alle Eiterpfröpfchen auffange. In Fällen von Lungenentzündungen beim Säugling empfiehlt es sich daher stets, die Ohren zu untersuchen und einen möglicherweise vorhandenen Eiterherd sogleich ope- ratio zu entfernen. Es gibt auch noch eine zweite Art von Blutvergiftungen, die gerade bei Kindern oft vom Ohr ausgeht, und die sich nicht in Lungenentzündung, sondern in allgemeiner Erregtheit des Kindes, in Krämpfen ober auch in Darmftörun« gen, ja in Gelbsucht äußern kann. Hier wird vor allem die bakteriologische Untersuchung des Blutes Aufschluß geben und die Ohrenuntersuchung ebenfalls zu rascher Operation zwingen. Daneben können die ausgezeichneten, von deutschen Chemikern und Aerzten in den letzten Jahren gefundenen Arzneien gegen Eitererreger gute Dienste leisten. Das Ohr infiziert die Hirnhaut. Die äußerste Spitze des Ohrknochens sitzt in nächster Nähe der Hirnhaut. Dort hinten aber vereitert das Ohr verhältnismäßig oft und bringt damit die Hirnhaut in die Gefahr einer fast immer tödlich verlaufenden Entzündung. Nun könnte man wohl diese „Pyramidenspitze" wegoperieren, wenn sie eitert, ohne daß das Gehör des Kranken darunter zu leiden brauchte. Aber der Weg zu ihr wird dem Messer des Chirurgen gerade durch das wichtige innere Ohr verlegt. 'Professor S ch l a n d e r (Wien) und Dr. Zöllner (Jena) aber haben auf zwei verschiedenen Umwegen um das Innenohr herum' zur Pyramidenspitze vorstoßen können und dort den Eiterherd abtragen können. Auch zahlreiche andere Aerzte berichteten in der Aussprache von ähnlichen Erfolgen, und Professor Zange (Jena) mahnte nur, nicht zu lange mit den an sich technisch sehr komplizierten Eingriffen zu warten, damit nicht die Hirrchaut doch schon angegriffen wird. A. " 1 l,W ■ -IB "-J schen . , Herz und tpit Hand. Danziger Kameraden! Wir im Reich glauben an euch. Wir wissen, daß ihr in jeder Lage euere Pflicht erfüllen werdet, getreu der nationalsozialistischen Forderuna, die da lautet: Jeder Deutsche ist Arbetter und kämpft Paris, 5. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die Rede des Führers in Kassel wird von den meisten Pariser Frühblättern am Montag in ziemlich ausführlicher Fassung wiedergegeben. Eine Ausnahme macht dabei lediglich der dem Quai d'Orsay nahestehende „Petit Parisi en", der sich bemüßigt fühlt, die Ausführungen Adolf Hitlers mit ganzen 25 Zeilen abzutun. Alle übrigen Zeitungen lassen deutlich den starken Eindruck erkennen, den die erneute scharfe Abrechnung des Führers mit Den Cinkreisungshetzern in Paris gemacht hat. In mehrspaltigen Ueberschriften werben besonders markante Stellen aus der Rede hervorgehoben, so die Feststellung Adolf Hitlers, daß England genau wie vor 1914 eine Einkreisungspolitik gegenüber Deutschland verfolgt. An den Kommentaren der Blätter kann man allgemein feststellen, daß die klare Argumentation des Führers der französischen Presse sichtlich unangenehm ist, denn man versucht krampfhaft, die geschichtlich fundierten Feststellungen des Führers mit verständnislosen Phrasen und bösartigen Entstellungen zu widerlegen. So wärmt der Außen- oolitiker der chauvinistischen „Epoque", der allerdings zugeben muß, daß die Rede eine mächtige Abrechnung darstelle und eine ernste Warnung enthalte, die alten Kriegsschuldmärchen wieder auf und behauptet, daß auch das Dritte Reich „neue Länder verlange". In diesem Zusammenhang entschlüpft Dem Schreiber dann die bemerkenswerte Feststel- ung, daß sich „zur Stunde eine Ko alitivn gegen Deutschland und Jtalienforme". Diese friedensgefährdenden Bestrebungen werden Dabei mit dem üblichen Vorwand entschuldigt, daß -nan „gewisse Mächte an der Vorherrschaft hindern müsse". (!) Adolf Hitler habe jedoch in seiner Rede Frankreich und England eine Wartung erteilt, Deutschland werde sich diesmal nicht eintreifen lassen, denn die Zeiten Bethmann- Hollwegs seien vorüber. Das „O e u v r e" greift die Rede, wie nicht anbers gu erwarten war, in völlig unsachlicher Weise an und versucht, den Ausführungen des Führers rgenb eilte geheimnisvolle innenpolitische Bedeutung lieizulegen. Das sowjethörige „Ordre" zieht aus »er Rede eine negative Bilanz. Dagegen muß der Berliner Vertreter des gleichen Blattes zugeben, naß die Frontkämpfertagung in Kassel eine „große Kundgebung der deutsch-italienifch-sPanischen Union" »eroefen sei. Dor allem ist der Berichterstatter von Ben Erklärungen des italienischen Frontkampfer- ührers Rossi und des spanischen Generals O u e i p o de Llano stark beeindruckt, denen er tn nejug auf die „Mentalität und Absichten der Achsenmächte" große Bedeutung beilegt. London sühll sich getroffen. denen vor allem hervorgehoben wird, daß Adolf Hitler England angriff, den Raub der deutschen Kolonien verurteilt und die Einkreisungsversuche an den Pranger gestellt habe. Die „Time s" bringt einen ausführlichen Berliner Bericht über die Rede unter der Ueberfdjrift: „Hitler über die Einkreisler — Vergleich zwischen 1914 und heute". Das Blatt enthält sich jedoch jeder Stellungnahme. Der „Daily Telegraph" widmet der Rede einen Leitartikel, der ohne jedes Verständnis unter Zuhilfenahme der dreistesten Geschichtslügen die vom Führer angeschnittene Kriegsschuldlüge behandelt. „Daily Expreß" schreibt, Hitler habe scharfe Worte gegenüber Frankreich und England gefunden, vor allem was die Einkreisung angehe. Das britische Volk wünsche aber nicht, Deutschland den Handel oder die deutsche Handelsflotte zu zerstören, denn es glaube, daß genug Platz für die beiden Völker in der Welt sei. Die Achse bringt den wahren Frieden. Kassel, 4. Juni. (DNB.) Auf einem Kameradschaftsabend, der die Veranstaltungen des Samstag abschloß und zu dem auch Vertreter der Partei mit Gauleiter Staatsrat Weinrich an der Spitze, der Wehrmacht und der Behörden erschienen waren, ergriffen auch die ausländischen Gäste das Wort. Der Präsident des italienischen Frontkämpferverbandes Rossi überbrachte neben dem kameradschaftlichen Gruß der italienischen Frontkämpfer den herzlichen Gruß der italienischen Kriegsbeschädigten. Er erklärte, dergemeinsameKampfgegendie feindlichen Mächte, die sich gegen Deutschland und Italien verbunden hätten, sei aus dem Notstand und aus dem Willen, diesen zu überwinden, entstanden. Diesem militärischen und politischen Bündnis stimmten die Frontkämpfer im Verein mit allen Italienern in voller Begeisterung zu. „W i r h a b e n gemeinsam den Kampf in Spanien gewonnen, wir werden auch alle großen zukünftigen Entscheidungen gewin- n e n." Präsident Rossi schloß seine Rede, die häufig durch stürmische Beifallskundgebungen-unterbrochen wurde, mit dem Ruf: „Es lebe Hitler! Es lebe hinter seinem Bekenntnis zum Deutschtum ein ftar» kes, geeintes deutsches Volk und ein mächtiges Deutsches Reich stehe. Oie 5. Reichsnahrstands- ausstettung in Leipzig eröffnet. Leipzig, 4. Juni (DNB.) In der fefttich geschmückten Chrenhalle des Reichsnährstandes fand am Sonntagvormittag die feierliche Eröffnung der 5. Reichsnährstandsausstellung statt. Bürgermeister H a a k e entbot der 5. Reichsnährstandsausstellung, die zugleich die erste Großdeutsch- lands ist, den herzlichsten Willkommensgruß der Reichsmessestadt. Gauleiter Reichsstatthalter M u t s ch m a n n sprach seine Freude darüber aus, daß die größte Ausstellung dieses Jahres in der Reichsmesiestadt und im Sachsengau stattfinde. Der deutsche Bauer, der deutsche Landarbeiter und nicht zuletzt die Landsrau. sollten wissen, daß die ganze deutsche Natton hinter ihnen stehe. Sodann nahm der Reichsbauernführer R. Walter Darrs zu feiner Eröffnungsrede das Wort. Das Bekenntnis des Reichsbauernführers zu den gewaltigen Aufgaben, die das deutsche Bauertum für die aanze Nation zu erfüllen hat, wurde wiederholt von stärkstem Beifall unterbrochen. 15 Todesopfer eines Derkehrsunglücks wie die Pressestelle der Reichsbahndirektion Hamburg mitteilt, fuhr am Sonntag ein mit 34 Personen besetzter Privat Omnibus in der Rahe des Bahnhofs Wulfsen an der Strecke Buchholz—Lüne- bürg auf dem unbeschrankten Ikberroeg der Landstraße Garstedt—Winsen gegen einen Triebwagen der Reichsbahn. Durch den Zusammenstoß wurde der Omnibus 15 Meter mitgeschleift und vollständig zertrümmert. Der Triebwagen entgleiste mit einer Achse. Von den Insassen des Autobusses wurden fünfzehn getötet, vier schwer und die übrigen fünfzehn leicht verletzt. Der Fahrer und ein Reisender des Triebwagens trugen leichte Verletzungen Es ist beinahe ein Glück, daß eine Geschwulst, die sich im Inneren des Kleinhirns am Hörnerv bildet, nicht allein das Gehör beeinträchtigt, sondern auch das Gleichgewichtsgefühl des Menschen stört. Denn ob man nach der chiruraischen Methode zur Herausnahme einer solchen Geschwulst, die auf der Tagungder Hals-, Nasen-, Ohrenärzte in Wien Professor Schönbauer schilderte, oder nach d^r Weise der Ohrenärzte, die gleich hinter dem Oyt eindringen, den Schädel öffnet, immer muß vorher versucht werden, genau festzustellen, wo denn der Tumor sitzt und wie groß er ist. Gerade die Größe kann, wie Professor Güttich (Köln) zeigte, für die Methode maßgebend fein, denn der Ohrenarzt sucht sich mit einer möglichst kleinen Operationsöffnung zu begnügen, und da kann unter Umständen ein sehr großer Tumor besondere Schwierigkeiten bereiten. Um nun schon vor der Operation die Lage des Tumors zu erfahren, gibt die Störung des Gleichgewichtes Anhaltspunkte: Professor Unterberger (Wien) hat ein ganzes System solcher Störungen zu einem genauen Krankheitsbild vereinigt. Er beachtet die Kopfhaltung, ob er zwangsweise gesenkt oder gedreht ist. Er läßt auch den Patienten sich aufrecht hinstellen, die Augen schließen und dann auf der Stelle treten. Der Patient verliert dabei die ursprüngliche Frontstellung und wendet sich nach rechts oder links, immer zu der Seite, auf welcher der Tumor im Kopf fitzt. Auch der Gang des Kranken ift aufschlußreich, o daß schließlich die verschiedenen Symptome gleich- am die Hand des Operateurs bei dem Eingriff führen. Müssen die Mandeln heraus? Die „Fokalinfektion" ist feit einigen Jahren etwas, worauf jeder Arzt achtet: Klagt ein Patient über Rheuma, so wird immer auch nach einer Ursache des Leidens in kranken Zahnwurzeln oder in entzündeten Mandeln gesucht. Von dort verbreiten sich vor allem die Eitererreger gern über den Körper und rufen sogar in der Tiefe des Un- teleibes Nierenentzündungen hervor. Ebenso wie man kranke Zahnwurzeln beseitigt, kann man auch die Mandeln herausschneiden, und man hat das lange Zeit regelmäßig getan. Aber die Röntgenärzte haben herausgefunden, daß es genügen kann, die chronisch entzündeten Mandeln zu destrah - len: Die Röntgenstrahlen rufen dann eine besondere Entzündung hervor, welche die Mandeln entlastet und beim Abklingen auch mit abschwellen läßt. Wird damit die Mandeloperation grundsätzlich überflüssia? Das war die Frage, die sich Professor Vogel (Berlin) stellte, nachdem er eine Reihe bestrahlter Mandelpatienten nachuntersucht und we- entlich gebessert gesungen hatte. Er hat, wie er der Tagung berichtete, nunmehr selbst eine große Zahl solcher Kranker bestrahlt und ihre Erfolge nachgeprüft. Zweifellos kann danach auch die Röntgen- bestrahlung das Wiederkommen von Anginen und anderen Folgen chronischer Mandelentzündungen Danzig, 4. Juni. (DNB.) Reichsarbeitsführer Hier! ist zu einer Besichtigung der Danziger Ar- Danzig eingetroffen. Am Sonn- auf dem Wiesenwall ein A p - ihm zukommenden Arbeits- und Lebensmöglichkeiten sich nicht durch Neid und Habgier dauernd vorenthalten lassen. Immer sei Danzig eine echt deutsche Stadt geblieben und.sei es auch heute. Danzig habe Zeit deutscher Schmach deutsch gefühlt und Volkstum die Treue gehalten. Das d e u t« jetrussischen Manöoern beiwohnen müsse die zur gleichen Zeit abgehalten werden sollen. An Stelle Woroschilows wird eine sowjetrussische Mi- litärab ordnung den englischen Herbstmanö- oern beiwohnen. Frankreichs „leere Wiegen". Paris, 4. Juni. (Europapreß.) Der französische Ministerpräsident Dalabier hielt am Sonntag vor dem Vollzugs-Apsschuß der Radikalsozialisttschen Partei, deren Vorsitzender er ist, eine Rede, die in der Hauptsache als Auftakt zu dem Wahlkampf des Jahres 1940 aufzufassen ist. Der innerpolitische Teil der Rede war eine heftige Zurückweisung der von den Sozialisten und Kommunisten gegen die Regierung erhobenen Vorwürfe. Seine Regierung, so erklärte Dalabier, habe vor allem der sozialen Agitation ein Ende gemacht. Bemerkenswert war eine Ankündigung Daladiers, derzufolge die französische Regierung in der nächsten Zeit eine Reihe von Maßnahmen auf bevölkerungspolitischem Gebiet zu ergreifen beabsichtigt. Besondere Maßnahmen würden zur Unter st ützung der kinderreichen Familien ergriffen werden. Ein entvölkertes Land könne niemals ein freies Land fein. Auf die schwebenden außenpolitischen Probleme, wie die französisch-englischen Paktverhandlungen mit der Sowjetunion und die Verhandlungen mit der Türkei, vermied es Dalabier, einzugehen. Treue um Treue. Hinter Danzig steht das starke deutsche Volk Nach dem Abschluß des Vorbeimarsches begrüßt der Führe die Leiter der ausländischen Delegationen, die zum Reichskriegertag nach Kassel gekommen sind. Der Führer begibt sich nun unter den Jubelstürmen der Bevölkerung mit seiner engsten Begleitung zum Haus des G a u I e i t e r s und stattete diesem einen Besuch ab. Anschließend weilte der Führer noch einige Zeit im Hause des Oberpräsidenten Prinz Philipp von Hessen. Herzliche Verabschiedung auf dem Flugplatz. Kurz nach 19 Uhr hat der Führer die Stadt des Reichskriegertages wieder verlassen. Auf dem Wege durch die Stadt bis hinaus zum Flugplatz brachte die Bevölkerung dem Führer tosende Freu- denkundgebungen dar. Auf dem Flugplatz hatten sich u. a. zur Verabschiedung eingefunden der Kom- manbierenbe General des IX. AK., General der Artillerie D o l l m a n n, und der Kommandant von Kassel, Generalmajor Schäfer. Wie schon bei der Ankunft, so waren auch zum Abflug des Führers die gleiche Einstellung zur deutschen!davon. Die Verletzten wurden den Krankenhäusern Volksgemeinschaft, durch die gleiche hohe Auf-1 zugesührl. Die Insassen des Omnibusses, die sich auf fassung vom Adel der Arbeit. Wir sind verbunden ..... - -•• - durch die gleichen großen Lebensgesetze des Arbeitsdienstes, der uns verpflichtet auf Treue, Gehorsam und Kameradschaft. 2Bi r alle gehören z u großen Mutter, unserem beut» Volk, ihm haben wir uns ergeben mit einem Ausflug befanden, stammen sämtlich aus dem Dorf Garstedt. Die Untersuchung über die Schutb- frage ist eingeleitet. Der Fahrer des Wagens hat anscheinend erst im letzten Augenblick den heran- kommenden Triebwagen gesehen. Seine Versuche, den Omnibus zum halten zu bringen, endigten da- mit, daß er mitten auf den Schienen stehen blieb und im gleichen Augenblick vom Triebwagen erfaßt und quer über die Straße gegen einen eisernen Signalmast gedrückt wurde. Es muß damit gerechnet werden, daß noch weitere Personen ihren Verletzungen erliegen werden. 52 Todesopfer einer Brandkatastrophe in Mexiko. Mexiko, 5. Juni. (DRV. Funkspruch.) In der Ortschaft Zacatepec im Staate Morelo südlich von Mexiko-Stadt brach ein Brand aus, der schließlich die ganze Ortschaft vernichtete. Das Feuer entstand in der Vorsührkabine eines Kinos während einer ausverkauften Vorstellung. Unter dem Publikum brach eine Panik aus. Als merkwürdiger Umstand wird berichtet, daß der Brand in dem Augenblick bemerkt wurde, als auf der Leinwand Szenen von einer Brandstiftung abrollten. Die Flammen ergriffen mit rasender Geschwindigkeit die benachbarten Gebäude und schließlich die ganze Ortschaft. Bisher wurden 5 2 Tote festgestellt, während zahlreiche Personen Verletzungen davontrugen. Aus Mexiko-Stadt sind zahlreiche Ambulanzen unterwegs, um den Verwundeten Hilfe zu bringen. Wetterbericht Die Gesamtlage ist noch wenig verändert. Die über Skandinavien südostwärts vorstoßenden Tief- druckwirbel machen sich im deutschen Ostseegebiet zeitweise durch Unbeständigkeit bemerkbar, brachten aber im übrigen Deutschland noch keine weitere Störung des Schönwettercharakters. Die Tagestemperaturen überstiegen bei uns auch am Sonntaa vielerorts über 25 Grad im Schatten. Wenn auch eine durchgreifende Aenderung für die Folge noch nicht zu erwarten ift, so kann doch mit Aufkommen zunächst schwacher Gewitterneigung gerechnet werden. Vorhersage für Dienstag: Zeitweise wolkig, doch im allgemeinen noch heiter und schwache Neigung zu örtlicher Gewitterbildung, Mittagstemperaturen um etwa 25 Grad, Winde meist aus Nord bis Ost. ,115 orbc'* iskricger- - auf dem n. a. der vlaatsral nerol des iniM der nairnsM jffnet d'e raditions' te LuslE renakmA In tadel- Srm dnunyen v der sf' er W sffi Krieges' Ls $ SH im Alter von 60 Jahren. Salzböden, Münchholzhausen, den 5. Juni 1939. Die Beerdigung findet Dienstag, den 6. Juni, nachm. ^3 Uhr, in Salzböden statt. 4094P Kostproben Eintritt frei sa Gute Nerven - guter Schlaf! ? Eins hängt vom andern ab. Beides aber Sichert Ihnen das altbewährte Gießen. 4053D Gießen-Wieseck, Gießen, den 5. Juni 1939. I Verschiedenes! ilOOlO Auslands- 4095D 3559^ Kreuz-Drogerie Noll. Gießen-Wfeseck, den 5. Juni 1939, 4096D Friedrich Gans Geschäftsstelle Gießen, ploüfiraße 11 02811 Fernruf 3032. 4093V Stellenangebote GLORlfl Erstaufführung! 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Samstag mittag entschlief sanft nach kurzem Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel leine Zeugnisse in Urschrift iandern nur Zeugnisabschriften dem Bewerbungsschreiben beilegen l — Lichtbilder unvBewerbungsuntev ^gen müssen zur Ver- Meldung van Verlusten auf ver Rückseite Namen und Anschrift deS Bewerbers trauen l Dr. Oetker, Bielefeld Gasgemeinschaft Gießen 4105 A Beiprogramm und Tobis-Ton-Woche Täglich 4,6,8.30 uhr — bjs Sonntag, 11. Juni, einschl. Sonnt. 8, 5.30 ,8.30 Uhr ___________® J _______— Zu hab. bei: Central-Drogerie Karn Kronen-Drogerie Michel Für die wohltuenden Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen, sowie Herrn Pfarrer Schmidt für seine tröstenden Worte sagen wir auf diesem Wege allen unseren herzlichen Dank. Frau Margrete Gans Philipp Gans und Frau Heute Montag Premiere REGINA HARTGLANZWACHS Die Beerdigung findet Dienstag, den 6, Juni, nachmittags 4 Uhr, vom Sterbehaus Kornblumenstraße 9 aus statt. Graue Salze entlaufen auf den Namen „Peter" hörend. Wiederbringer Belohnung. O28io Zimmermann NeuenBäue 15 I Graue Haare verschwinden I durch Apotheker Walter Ulbrichts Haarfarbewiederhersteller ..Nie-Grau“. — In wenigen Tagen Naturfarbe zurückIdEin fache Anwendung! Kein Färbemittel! — Vollkommen unschädlich. Er stklassige Gutachten n. Sachverständifien-Urtei.e! 1 Orig. - Flasche, Monate ausreichend, RM. 3.50. Alleinverkauf: 1077V Germania-Drog. C. Seibel, Gießen, Frankfurter Straße 39, Telephon 359 j Verein aus Gegenseitigkeit Hamburg 36 Karl-Muck-Platz Im Namen aller Hinterbliebenen: Karl Weisbrod. Reformhaus, Kreuzplatz 5. s?58V 42K38 Zwangsversteigerung. Am Montag, dem 26. Juni 1939, norm. 9 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude in Gießen, Zimmer 221, die auf den Namen der Karl Schmidt Witwe, Elisabeths, geb. Schäfer, in Wiefeck eingetragene Grundstückshälfte versteigert: Grundbuch für Wiefeck, Band 9, Blatt 642, Flur I, Nr. 209, -osreite im Ort, 101 qm, Betrag der Schätzung = 700,— RM. (Einheitswert [1.1.35) - 1200,— RM.) Die Versteigerung beschränkt sich auf die der Karl Schmidt Witwe, Elisabeths, geb. Schäfer, Anstehende ideelle Hälfte. Gießen, den 9. Mai 1939. 4090D Zm Auftrage des Amtsgerichts Gießen: Karle, Ortsgerichtsvorsteher. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Entschlafenen sagen wir unseren innigsten Dank. Herrn Dekan Sattler für die trostreichen Worte am Grabe, den Alterskameraden und dem Frauenhilfswerk ebenfalls herzlichen Dank. Aermelweste auf dem Wege Wieseck-Lollar verloren. Geg. Belohn, abzugeben bei ko-814 Tender, Wiefeck Gieß. Str. 162. 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Nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden entschlief gestern morgen unser lieber Freund, Bruder, Schwager, Onkel und Pate Herr Friedrich Schneider Lehrer i. R. DR- OETKERS Gas-Backabend Es spricht bei den praktischen Vorführungen Fräulein Lissi Becker / Frankfurt über; Von derTorte bis zum Pudding nach Dr. Oetker Im Gasgerät Musikalische Unterhaltung durch Mitgl. des Musikkorps der Fiiegerhorstkommandantur. Seefisch-Großhandlung sucht bei Großküchen bestens eingeführten Veviveiev. Gest, schriftliche Angebote unter 4032 D an den Gießener Anzeiger erbeten. im 68. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Wilhelm Völz Familie Wilhelm Döringer. Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engerenHeimat! Damm: Kleinan- zeigen in die Hei- matzeitung, den BießenerÄMeiger | Kaufgesuche | Gebrauchte Fliigelpwpe in gut. Zustand, zu kauf, gesucht. Schriftl. Angeb. unt 4100 D an d. Gieß. Anzeig. 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I 4 w • f U ? :: HW ’ « " • ME i> ", . B " &*■ l : r * ’* " . E E MM ; ,x/ / Augenblicksbild von der Einladungs-Hindernisstaffel. Ausgezeichnete Leistungen gab es in den leichtathletischen Kämpfen. Die Mannschaft des Sturmes 14/116 gewann den Mannschafts-Fünfkampf. Pioniere beim Brückenbau am Schwanenteich. Alte Soldaten fahren nach Kassel Biele Sonderzüge passieren den Gießener Bahnhof Der Welikampssonniag an den Brigadeführer und dem Abschreiten der Front durch den Brigadeführer hielt Obersturmführer Muth (der sich um die Vorbereitung des Sporttages außerordentlich verdient machte) eine von großem Ernst getragene Ansprache, in der er der hohen Verpflichtung Ausdruck gab, die der SA. durch die Uebertragung der vor- und nachmilitärischen Erziehung geworden ist. Er forderte dazu auf, daß jeder Kamerad sich der hohen Bedeutung des bevorstehenden Sporttages bewußt sein möge, weil solche Tage die geleistete Arbeit überschauen ließen und zeigten, was noch erreicht werden müsse. Er forderte die Wettkämpfer zur Ritterlichkeit und zur Achtung der Gesetze des Wettkampfes auf. Sodann brachte ein Kamerad die Eidesformel zur Verlesung, die von einem anderen Kameraden als dem Sprecher der vielen Wettkämpfer aus der Reihe heraus nachgesprochen und bekräftigt wurden. Nach einem Sinnspruch und nach einem Liede, vom Musikzug der SA -Standarte 116 (Leitung: Musikzugführer Obstfelder) gespielt, fand die Feier mit dem Gruß an den Führer und den Nationalhymnen ihren Abschluß. An der Feier nahmen zahlreiche Ehrengäste aus dem Kreise der Partei, der Behörden und der Wehrmacht, insbesondere der Luftwaffe, teil. Die Wettkämpfer marschierten nach der Vereidigung nach der Bergkaserne zurück, um dort in das Quartier zu gehen. Sämtliche Sturmführcr der Standarte nahmen ebenfalls in der Kaserne Quartier. (Aufnahmen [4]: Neuner, Gießener Anzeiger.) Die Kameraden aus Stadt und Kreis Gießen vor der Abreise nach Kassel. Im Vordergrund linfs: Kreiskriegerführer Dr. Monnard (Gießen). (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) waren, um die Kassel-Fahrer zu verabschieden, während gleichzeitig andere Fahrtteilnehmer aus dem Kreise Gießen sich hier dein Transport anschlossen, insgesamt waren es etliche hundert Mann, die in Gießen den Sonderzug bestiegen. Im Verlause des gestrigen sonntags passierten zwei Sonderzüge aus Richtung Kassel bzw. Köln, letzterer als Brieftaubeii-Sonderzuq nach Friedberg bestimmt, den hiesigen Bahnhof. Am heutigen Montag werden im Laufe des Tages fünf Sonderzüoe von Kassel her hier durchfahren, im Laufe der kom- menden Nacht werden ihnen, ebenfalls von Kassel her, weitere acht Sondcrziige folgen. Die Kameraden aus Gießen und Umgegend werden mit einem Sonderzug in der kommenden Nacht von Kassel noch hier zurücktehrcn. begaben sich auch die alten Soldaten des NS.-Reichskriegerbundes alis Stadt und Kreis Gießen sowie aus den benachbarten preußischen- Kreisen in geschlossenem Transport vom Bahnhof Gießen' aus nach-Kassel. Unter Führung des Kleist!iegcrführers Dr. Monnard stiegen allein 60 alte Soldaten aus der Stadt Gießen in den Zug ein, zu denen in Lollar noch eine weitere Gruppe aus Lollar und dem Lumdatal hinzukamen. Die alten Krieger waren sichtlich begeistert von dem großen Erleben, das ihnen bevorstand, zumal mittlerweile bekanntgewor- den war, daß der Führer nach Kassel tomnien werde, um seine alten Frontkameraden persönlich zu begrüßen. Vor jtnö während der Absoze! der 6-ieße- ner alten Soldaten herrschte vor und in dem Bahnhof lebhafter Betrieb, da Kameraden gekommen Hebung zu zeigen und zu bewerfen, welche Arbeit in den Pionierstürmen geleistet wurde. Zum vorgesehenen Zeitpunkt hatten sich bereits viele Zuschauer eingefunden, die gespannt der Arbeit harrten, die von den SA.-Pionieren geleistet werden sollte. Material für den Bau einer schwimmenden Brücke lag bereit und nachdem dem Sturmbannführer Bender Meldung der angetretenen Mannschaft erstattet war, wurde sofort mit großem Eifer an die Arbeit gegangen. Stangen wurden durch Rundhölzer untereinander verbunden, zusammengenagelt und dann noch mit starken Seilen gesichert, schließlich wurden dann noch große leere Benzin- und Asphalttonnen mit Hilfe oon Metallbändern am Holzgerüst befestigt und damit in vielen einzelnen Teilen der Tragkörper der Brücke hergestellt. Diese Tragkörper würden noch mit starken Bohlen belegt und dann Stück für Stück der Brücke in das Wasser gelassen und zum anderen Ufer geschlagen. Die Pioniere waren mit großem Eifer dabei und von den vielen, planmäßig eingesetzten Händen wurde eine tadellose Arbeit geleistet. Die Brücke, die nach gut einstündiger Arbeit fertiggestellt werden tonnte, nahm sich auf dem Wasser sehr gut aus und bewies eine erhebliche Tragkraft. Der Arbeit selbst wurde von den Zuschauern die ungeteilte Aufmerksamkeit zuteil. Aus eine angenehme Wei'e wurde diese Schauübung noch durch musikalische Darbietungen des Musikzuges der SA.-Standarte 116 bereichert. Mehrere hundert Zuschauer gewannen bei dieser Hebung einen vorzüglichen Einblick in die Arbeit der Pioniere unserer SA. Der 20-Kilometer-GepäckmarW. Für den 20-Kilometer-Gepäckmarsch vom Hofe der Standarte aus hatten drei Stürme gemeldet. In kurzen Abständen wurden die Mannschaften, die aus einem Führer und 36 Mann bestanden, auf den Marsch geschickt. Der 2$eg führte über Rödgen — Großen-Buseck — Alten-Buseck bis ctroq 2 Kilometer vor Daub ringen und über Wieseck querfeldein zur Sandgrube in der Nähe der früheren „Waldesluft" zurück. Bei den nicht immer einwandfreien Wegen und der frühzeitig einsetzenden Hitze stellte der'Marsch große körperliche Anforderungen, denen sich die Mannschaften aber gewachsen zeigten. Sie zeigten gute Haltung und förderten durch Marschlieder die Mannschaftsdisziplin, so daß sie geschlossen zum Endziel, der 250-Meter Kamps- bähn gelangtem Am Eingang der Sandgrube bezogen sie Deckung und mußten aus dem Liegen heraus auf Kommando im Laufschritt einen Graben überspringen und dann über ein Sprung- und ein Drahthindernis hinweg. Schwieriger war das Kriechhindernis zu nehmen', das einige Zeitverluste brachte. Aus der Bodenlage heraus erfolgte schließlich der Handgranatenzielwurf. Dabei wurde die Anzahl der in einen Kreis zu werfenden Handgranaten gewertet. Den Abschluß bildete das 50-Meter-Kleinkaliber-Schießen auf die kleinen Klappscheiben, das nach den ausgestandenen Strapazen größte Ruhe und Selbstbeherrschung erfor- Für einen großen Teil der Wettkämpfer, vor flUcm für diejenigen Mannschaften, die für den Gepäckmarsch und für die Radfahrstreife auf Strecke gehen mußten, wurde sehr zeitig geweckt. Schon um 5 Hhr muhte der Schlaf abgebrochen werden. Diese Maßnahme war von vornherein zweckmäßig, denn es war für den Sonntag mit einem heißen Tag zu rechnen, und je früher die Mannschaften sich auf den Weg machten, desto besser war es für sie. Wenig später war auch für die anderen Wett kämpfer die Nacht um, und es dauerte nicht lange, da war der Hniversitätssportplatz von einer regen sportlichen Betriebssamkeit erfüllt. Es galt, die verschiedenen Hebungen für die Wehrwettkämpfe und für die Wehr-Mannschaftskämpfe durchzuführen, gleichzeitig mutzten auch die Vorentscheidungen für die zahlreichen leichtathletischen Wettbewerbe fallen. So konnte man die Einzelkämpfer beim Hoch- und Weitsprung, beim Kugel- und beim Steinstoßen, beim Speer- und beim Diskuswerfen, wie auch beim Laufen über die verschiedenen Strecken beobachten. Auch Staffeln wurden gelaufen, so daß es für die Zuschauer, die sich schon in den Morgenstunden einfanden, immer etwas zu sehen gab. Die Schützen marschierten nach dem Schießplatz der SA. an der Hardt und lagen im Wettkampf um die besten Leistungen im Kleinkaliber- und im Pistolenschießen. Die Schwimmwettkärnpfe für den Mannschaftsfünfkampf waren schon am Donnerstag im Volksbad ausgetragen worden. Um die Mittagsstunde traten die Reserve stürme zum Kampf im Tauziehen an. Zu den Wettbewerben wurde in verschiedenen Altersklassen (A=, B= und E-Klasse) gestartet. Die Leistungen der älteren Kameraden erfuhren damit eine gerechte Würdigung. Echauübung der Pioniere. Der Sonntagvormittag brachte im Rahmen des Sporttages der SA.-Standarte 116 eine Hebung besonderer Art. Ein Sturm der Pioniere der SA - Standarte trat um 10 Uhr am Schwanenteich in den Eichgärten an, um dort eine großangelegte Der über langen Zeitraum hinweg und in vieler Kleinarbeit sorgfältig vorbereitete Sporttag der SA.- Standnrte 116 gestaltete sich in mehr als einer Hinsicht zu einem großen Erfolg. Zn nachdrücklicher Weise wurde mit der großen Sportveranstaltung bewiesen, daß die SA. ihrer großen und verpflichtenden Aufgabe einer sportlichen und wehrsportlichen Erziehung auf der breiten Basis der Arbeit in vielen Stürmen gerecht wird. Ferner brachte der Sporttag eine Reihe hervorragender sportlicher Ergebnisse-, außerdem nahm die Bevölkerung unserer Stadt, besonders am gestrigen Nachmittag, regen Anteil an den Wettkämpfen, so daß die Wettkämpfer für ihre Leistungen ein dankbares Echo fanden. Gleichzeitig wurde der Oeffentlichkeit mit diesem Sporttag eine Gelegenheit gegeben, sich von der Arbeit, die in der SÄ. auf dem Gebiete der Erhaltung und der Forderung der Wehrkraft unseres Volkes geleistet wird, zu überzeugen. Ideales Wetter begünstigte die Veranstaltung. Dem eigentlichen Wettkampftag ging am Samstagabend eine feierliche Vereidigung auf dem Vrandplatz voraus. Der Brandplatz war geschmückt. Diele Fahnen flatterten im abendlichen Wind. Auf hohen Podesten standen Feuerschalen, und nachdem die SA., insbesondere die Wettkämpfer, unter klingendeist Spiel aufmarschiert waren, liefen 50 Läufer im schmucken Sportdreß auf den Platz und verschafften der Stätte der Feier mit dem Lichte ihrer Fackeln einen stimmungsvollen Rahmen. Nach der Meldung der angetretenen Mannschaften Am Samstag herrschte den ganzen Tag über im Bahnhof Gießen Hochbetrieb. Neben den planmäßigen Zügen wurden noch eine große Anzahl Sonderzüge gefahren, so daß wieder einmal an alle Beamten und Angestellten unseres Bahnhofs hohe Anforderungen gestellt wurden, die in gewohnt präziser Art ihre Erfüllung fanden. Insgesamt passierten am Samstag im Laufe des Tages 22 Sonder- z ü g e den Bahnhof Gießen, denen im Laufe der Nacht zum Sonntag noch zwei weitere Sonderzüge folgten. Während des samstags fuhren allein 12 S o n d e r z ii g e, von Richtung Frankfurt her- kommend, aus Bayern, Baden, aus der Pfalz, von Saarbrücken mit) aus dem südlichen Teile Hessens, in Richtung Kassel zum Neichskrie- gertag hier durch. Mit einem Sonderzug von Frankfurt a. M. aus derte. Bei diesen Hebungen erreichte die Mannschaft des Sturmes 12/116 die beste Gesamtwertung. rs-Kilometer-IZadfahrstreife. An der 25-Kilometer-Nadfahrstreife beteiligten sich fünf Streifen zu je acht Mann und einem Führer Die Fahrt führte in der Richtung nach Steinbach und von da zur Hohe 231. Zn deren Nähe mar ein Graben mit Wasser zu durchqueren, eine Ausgabe, die nicht einfach war, weil dabei das Fahrrad getragen werden mußte. Schließlich war ein Zaun zu überspringen und in der Nähe der Ganseburg wurde nach den Kopfsallscheiben geschossen und die Handgranatenübiing ausgeführt. Nach der Karte mußten dann 10 Kilometer gefahren werden. Heber Oswaldsgarten führte die letzte Strecke zum Schießstand an der Hardt, bei der Die letzte Schießübung auszuführen war. Mamischastsfünfkampf. Hm 8 Hhr wurde auf dem Hniversitätssportplatz der Mannschaftssünfkampf begonnen. Die Abwicklung dieser Hebungen ging sehr schnell vonstatten, da mehrere Hebungen zugleich ausgeführt werden konnten. Der Mannschaftsfünfkampf setzte sich aus einem 400-Meter-Hindernislauf, bei dem ein Graben und Spanische Reiter zu überspringen, eine Wand zu überklettern und ein Zaun und ein Holzstoß zu nehmen und schließlich ein Kriechhindernis zu bewältigen war. Der 100-Meter-Lauf brachte spannende Momente. Schließlich mußte ein Handgranatenweitwurf cnisgeführt werden. Sehr große Änforderungen stellten der 3000-Meter-Lauf und das Kleinkaliberschießen, das auf dem Schietzstand am Schützenhaus abgetragen wurde. Den Sieger stellte die Mannschaft des Sturmes 14/116. Oie leichtathletischen Wettbewerbe. Der Leichtathletik war natürlich im Programm des Standartensportfestes breiter Raum gegeben. Es wurde in drei Klaffen gestartet: Klasse A: SA.- Männer bis zu dreißig Zähren; Klasse B: SA.- Mcinner von 30 bis 40 Zähren; Klasse C: SA.- Männer über 40 Zähre. Die Wettbewerbe wurden unter Oberleitung von Obertruppführer Küthe flott abgemickelt und brachten spannende Kämpfe. Ein großer Teil der Entscheidungen sand bereits am Vormittag statt. Wie nicht anders zu erwarten war, konnten sich die auf leichtathletischem Gebiet bekannten Männer des öfteren in' die Siegerliste eintragen. So belegte Rottenführer Koch (11/116) über 100, 200 und 400 Meter jeweils die ersten Plätze. Wäh-> rend er in den 200 und 400 Meter verhältnismäßig sicher siegte, konnte er bei der kurzen Sprintstrecke erst in den letzten Metern den Rottenführer Moos (2/116) niederringen. Die 100 Meter der Klasse B und C standen im Zeichen von Scharführer Niemann (11/116) bzw. von Oberscharführer Bode (Pi 3/116). Die Langstrecke (3000 Meter) hatte viele Bewerber gefunden, die den Lauf trotz der Hitze gut durchstanden. Einen klaren Sieg erfocht hier der Sturmmann Rieb (1/116), der nur wenig mehr als 10 Minuten brauchte. Eine anerkennenswerte Leistung vollbrachte auch über diese Distanz Scharführer Hahn II (25/116) von der Altersklasse II., der unter der Zwölfminutengrenze blieb. Zn den Sprüngen (Hoch- und Weitsprung) war Rottenführer Moos (2/116) tonangebend, allerdings muß bemerkt werden, daß es in der Altersklasse I. durch Scharführer Niemann (11/116) die beste Weit- 9 Kämpfe des Nachmittags vor 2000 Zuschauern Weller Aus -er Gtadi Gießen fprunglciftung (5,86 Meter) gab. Bei den Würfen waren Sieg und Plätze am härtesten umstritten. Etwas überraschend wurde das Kugelstoßen von Scharführer Müller (Pi 1/116) gewonnen, derselbe war allerdings auch später beim Diskuswerfen an erster Stelle. Seine Leistung darin wurde dann aber durch Scharführer Niemann innerhalb der Altersklasse I. übertroffen. Als guter Wurfathlet entpuppte sich SA.-Mann Deuker (21/116), der das Steinstoßen und das Speerwerfen an sich brachte. Im Handgranatenweitwurf wurde Schar- Schlußmann der Studenten ließ die SA. zum Siege, allerdings zu einem wohlverdienten Siege, kommen. Die Flieger lagen um etwa 60 Meter zuruck. Mit diesem Siege sicherte sich die SA. den Wanderpreis des Standartenführers. führ-r Harbach (15/116) glücklicher Sieger Die Staffeln hatten cs wieder in sich! In 4X100 Meter-Staffel hatten sich für den Endlauf qualifiziert: 11/116, 13/116, 21/116 und Reitersturm 6/147. Es gab einen Kampf auf Biegen und Brechen, bei dem die 11er durch gute Wechsel und ihren starken Schlußmann ihren Dorjahrssieg wiederholen konnten. Eine interessante Angelegenyeit war auch die 6X100 Meter-Sonderstaffcl für Plomere'' Nachrichter und Marine-SA., bei der der Pi 1/116 den Vogel abschoß. Siegerehrung. Den Abschluß des Großkampftages bildete die Siegerehrung auf dem Unioersitätssportplatz. Die gesamte SA. des Standortes marschierte einschließlich der Wettkämpfer und des Fahnenblocks auf und bot in ihrer großartigen Geschlossenheit und sauberen Ausrichtung einen vorzüglichen Anblick. Vor der Terrasse tagen auf einem langen Tisch die zahlreichen gestifteten schönen Ehrenpreise aus, die nun durch Obersturmführer Muth unter Glückwunsch und Händedruck den einzelnen Wettkämpfern bzw. den Mannschaftsführern überreicht wurden. In kurzen Worten Umrissen dann Obersturmführer Muth und Brigadeführer Schwarz die Bedeutung der wehrsportlichen Betätigung der SA., die großen Aufgaben um die vor- und nachmilitärische Ausbildung, sie wiesen hin auf die Bedeutung der SA. in der Kampfzeit und in der Gegenwart, und Brigadeführer Schwarz schloß die Feier mit Worten des Gedenkens des Führers. Ein eindrucksvolles Schauspiel bot dann der anschließende Vorbeimarsch der SA. des Standorts und der Wettkämpfer in der unteren Kaiserallee, die sich für diesen Zweck als hervorragend geeignet erwies. Der Standarten-Sporttag in feiner Gesamtheit war ein großartiger Erfolg. Die Ergebnisse: Mannschaftskämpfe. Einladungshindernisstaffel: 1. SA.- Standarte 116 5:22,4 Min. 2. NS.-Studentenbund Gießen 5:24,6 Min.; 3. Luftwaffe (Fliegerhorst Gießen) 5:55,7 Min. Wehrmannschaftskampf: 1. 12/116 302,8 Punkte; 2. III/116 173,8 Punkte. Rad fahr streife: 1. Na. 116 389 P.; 2. 1/116 335 P.; 3. 3/116 313 P.; 4. Pi. 1/116 284 P.; 5. 11/116 264 P. Mannschaftsfünfkampf: 1. 14/116 102 Punkte; 2. Na. 116 30 Punkte. Hindernis st affe l: 1. Pi. 2/116 11:38,2; 2. 13/116 11:55,2; 3. 24/116 12:21,8; 4. 4/116 12:26,0 Min. 6X100-Meter-Son der staffel: 1. Pi. 1/116 1:35,5; 2. Na. 116 1:38,0; 3. Rei. 6/116 1:38,4; 4. Marine-SA. 11/34 1:39,4; 5. Pi. 2/116 1:40,0; 6. Pi. 3/116 1:43,0 Minuten. Tauziehen für Reservestürme: 1. 25/116; 2. 42/116. Deutscher Mehrkampf: A=ÄL: 1. Rottens. Ernst Hasselbach, 1/116, 75 P.; 2. Rottens. Ernst Kälberer, 22116, 69 P.; 3. Rottens. Adolf Ernsbach, Na. 116, 67 P. — 6-Kl.: 1. Rottens. Hch. Becker, 1/116, 43 P. Einzelkämpfe. Weitsprung: A-Kl.: 1. Rottens. Wich. Moos, 2/116, 5,52; 2. Rottens. Franz Koch, 11/116, 5,50; 3. Sturmm. Otto Schneider, 4/116, 5,35 Meter. — 6-Kl.: 1. Scharf. Aug. Niemann, 11/116, 5,86; 2. Sturmm. Otto Köster, 44/116, 4,72 Meter. — O-Kl.: 1. O.-Scharf. Ernst Bode, Pi. 3/116,4,78; 2. Sturmmann K. Wagner, Pi. 3/116, 4,51 Meter. Hochsprung: A-Kl.: 1. Rottens. Wilh. Moos, 2/116, 1,55; 2. Sturmm. Otto Schneider, 4/116, 1,53; 3. O.-Scharf. Otto Lindenstruth, Rei. 6 147 1,51 Meter. — 6-Kl.: 1. Rottens. Otto Dietz, 2/116, 1,39 M^ter — OKI.: 1. Rottens. Hermann Hofmann, Meter; 3. Trupps. Ludw. Henkelmann, Pi 1/116, 60,55 Meter. . t 100-Meter-Lauf: A - K l.: 1. Rottenf. Franz Koch, 11116, 12,1 SA; 2. Rottenf. Wilh. Moos, 2/116, 12,2 Sek.; 3. Rottens. Karl Becker, 21/116, 13,1 Sek. - 6-Kl. : 1. Scharf. Aug Niemann, 11/116, 12,4 Sek.; 2. O.-Scharsi yr. Bickel, 24 116, 13,6 Sekunden. — OKI.: 1. 0--Sa;aA Ernst Bode, Pi 3/116, 14,4 Sek.; 2. Sturmm. K. Wagner, Pi 3/116, 14,7 Sek. _ m , 200-Meter-Lauf: A-Kl.: 1. Rottens. Franz Koch, 11/116, 24,1 Sek.; 2. SA^-Mann Karl Becker, 21/116, 26,2 Sek.; 3. Scharf. Arthur Butz, 11/116, 26,4 Sek. — 6-Kl.: 1. Schars. Aug. Niemann, 11/116, 25,2 Sek.; 2. O.-Scharf. Fr. Bickel, 24/116, 30,2 Sek. m . 4 0 0 - Meter - Lauf: A-Kl.: 1. Rottenf. Franz Koch, 11/116, 55,3 Sek.; 2. Rottenf Siegfried Clarius, 11/116, 57,2 Sek.; 3. Rottens. Willi Glagow, 11/116, 62,1 Sek. 3000-Meter-Laus: A-Kl.: 1. Sturmm. Wilh. Rieb, 1/116, 10:03,4 Min.; 2. Rottenf. Theo Reis, 44/116, 10:30,0 Min.; 3. Trupps. Wich. Nicklas, 22/116, 10:46,8 Min. — 6-Kl.: 1. Scharf. Rich. Eichner, Pi 3/116, 12:10,0 Min.; 2. Schars. H Lüttjohann, Pi 3/116, 12:33,0 Min. — C = ÄI.: 1. Schars. Rich. Hahn II. 25/116, 11:48,0 Min.; 2. Rottenf. Hch. Felsing, 24/116, 12:00,0 Min 4X 100-Meter-Staffel: 1. SA.-Sturm 11/116, 50,2 Sek.; 2. SA.-Sturm 21/116, 50,6 Sek.; 3. SA.-Reiterstandarte 147, 51,7 Sek. Schieß-Wettbewerbe. KK. - Schießen: 1. O.-Scharf. Robert Schäfer, 43/116, 91.R.; 2. O.-Truppf. Friedr. Jakpb, 12/116, 85 R., 3. Scharf. Karl Jakob, 11/116, 84 R., 4. Rottenf. Hch. Ludw. Haas, 26/116, 81 R.; 5. Sommerkorn, 11/116, 79 R. Pistolenschießen: 1. Rottenführer Klingel-- höser, 15/116, 92 R.; 2. Schars. Schmidt, 25/116, 89 R.; 3. Rottenf. Balser, 15/116, 86,R. Nachsendung der Postsendungen in die Sommerfrische. Urlaubs- und Reisezeit stehen bevor. Zu den Reiseoorbereitungen» gehört auch die Regelung der Postnachsendung, denn selbstverständlich wünscht jeder die nach der ständigen Wohnung gerichteten Postsachen am fremden Ort richtig und rechtzeitig zu erhalten. Am zweckmäßigsten sichert man sich die regelmäßige Nachsendung dadurch, daß man sie bei seinem Zustellpostamt rechtzeitig beantragt. Man bedient sich hierfür des von der Post ausgegebenen Formblatts „Nachsendungsantrag". Dessen Vordruck berücksichtigt die verschiedenen Mö glich Zeiten der Nachsendungen und fährt so dem Antragsteller vor Augen, was er bei Abfassung des Antrags zu beachten hat. Unbedingt notwendige Angaben find: Vor- und Zuname der Person, deren Sendungen nachgesandt werden sollen, die bisherige Wohnung, 'die neue Anschrift und die Geltungsdauer des Antrags. Soll der Antrag auch für die Familienmitglieder gelten, so sind auch diese zu nennen. Die Wohnung am Aufenthaltsort ist so genau wie möglich nach Straße, Hausnummer, Stockwerk, Vermieter usw. anzugeben. Sind bei Stellung des Antrags nähere Angaben nicht möglich, so sollten sie dem Postamt des Aufenthaltsorts möglichst bald mitgeteilt werden. Kann man die Geltungsdauer des Nachsendungsantrages nicht im voraus bestimmt begrenzen, so muß rechtzeitig vor der Rückreise das nachsendede Postamt verständigt werden, von wann an die Nachsendung einzustellen ist. Wenn bestimmte Arten von Sendungen von der Nachsendung ausgeschlossen und in gewöhnlicher Weise zugestellt werden sollen, z. B. Ortssendungen, ist dies in dem Antrag besonders anzugeben. Solche Sonderwünsche werden von der Post berücksichtigt. Telegramme kann man sich telegraphisch ober brieflich nachsenden lassen. Paketsendungen unb Wertbriefe werden nur nach gesandt, wenn es in dem Antrag ausdrücklich verlangt ist. Die Nachsendung Harbach Heil Knauß Schmitz Dambmann Hasselbach Buß Rausch Velten Fett Den Höhepunkt des Sporttages der SA.-Stan- darte 116 brachte der Sonntagnachmittag, der eine Fülle der anregendsten und schönen Kampfe vermittelte. Der Universitätssportplatz nahm sich im Schmuck vieler Fahnen prächtig aus und schon zu Beginn füllte eine stattliche Menschenmenge die Terrassen. Der Nachmittag war insbesondere den Entscheidungskämpfen in verschiedenen Laufen und Staffeln gewidmet. Ferner sah man ein Fußballspiel. Lustwaffe — SA.-Standarte416 3:5 Mit großem Interesse sah man diesem Kampfe entgegen. Das Spiel wurde von folgenden Mannschaften bestritten: Luftwaffe: Raab Lutz Höpp Paul Netzky Müller Speckmann Pertalon Rose Lokolowsky Hasselend 25/116, 1,22 Meter. Kugelstoßen: A-Kl.: 1. Scharf. Franz Muller, Pi. 3/116, 11,05; 2. O.-Scharf. Otto Linden- flruti), Rei. 6 147, 10,73; 3. SA -Mann Hans Deuker, 21/116, 10,10 Meter. — 6-Kl.: 1. Rottenf. Otto Dietz, 2/116, 10,61; 2. Schars. 2lugust Niemann, 11/116, 9,91; 3. Sturmm. Karl Sell, Rei. 6/147, 9,72 Meter. — OKI.: 1. Scharf Adolf ©teUer, 25/116, 8,32; 2. Trupps. Adolf Bocher 2o/116, 8,66; 3. Rottenf. Ludw. Schneider, 25/116, 7,52 Meter Steinstoßen: A-Kl.: 1. SA.-Mann Hans Deuker, 21/116, 6,76; 2. O.-Scharf. Otto Linden- struth. Rei. 6/147, 6,74; 3. Scharf. Otto Spruck, Rei. 6'147, 6,10 Meter. — 6-Kl.: 1. Stuvmm. Karl Sell Rei. 6/147, 5,83; 2. Rottenf. Wilh. sockel, 25/116, 5 Meter. — OKI.: 1. Scharf. Adolf Steller, 25/116, 6,23; 2. Trupps. Adolf Böcher, 25/116, 5,72 Meter. Speerwerfen: A-Kl.: 1. SA.-Mann Hans Deuker, 21/116, 43,85; 2. Scharf. Arthur Butz, 11/116 31,75; 3. Rottenf. Siegsr. Clarius, 11/116, 29,30 Meter. — 6-Kl.: 1. Rottenf. Otto Dietz, 2/116, 40,88 Meter. Diskuswerfen: A-Kl.: 1. Scharf. Franz Müller, Pi. 1/116, 28,54; 2. Rottenf. Franz Koch, 11/116, 27,29 Meter. — 6-Kl.: 1. Scharf. August Niemann, 11/116, 29,78; 2. Sturmm. Karl Sell, Rei. 6/147, 27,96 Meter. Handqranatenweitwurf: 6-Kl.: 1. Rottens. Otto Dietz, 2/116, 54,80 Meter; 2. Scharf. Aug. Niemann, 11/116, 51,95. — C-Kl.: 1. SA.- Mann Adam Heß, Rei 6/147, 45,10 Meter; 2. O.- Scharf. Ernst Bode, Pi 3/116, 44,65 Meter. — A-Kl.: 1. Scharf. H. Harbach, 15/116, 61,29 Meter; 2. SA.-Mann Kurt Wagner, 44/116, 60,92 anderer Sendungen als Paketsendungen und Wertbriefe ist gebührenfrei. Für Ortsbriefe und Ortspostkarten wird bei Nachsendung über den Orts- gebührenbereich hinaus nur der Unterschied zwischen der Orts- und der Ferngebühr nacherhoben. Zeitungen, die bet der Post bestellt sind und in der Sommerfrische weiter bezogen werden sollen, können dahin überwiesen und nach beendigter Reise nach dem ständigen Wohnort zurücküberwiesen werden. Dem Ueberweisungsantrag ist die Gebühr von 40 Pf. für jede Zeitung beizufügen. Zulässig ist auch die Ueberweisung von Zeitungen, die beim Verleger bestellt sind. Auf die Reise sollte man auch ein vollgültiges Ausweispapier mitnehmen, damit bei der Aushändigung der Sendungen, insbesondere solcher, für die die Post keine Gewähr leistet (z. B. Geld-, Wert-, Einschreib- und Paketsendun- gen), keine unliebsamen Weiterungen entstehen. Wer fein solches Papier besitzt, lasse sich vom Postamt eine Postausweiskarte ausstellen. * Dornotizen. Tageskalender für Ittonfag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Grenzfeuer". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Marguerite: 3". — Gas-Backabend, 20.15 Uhr, im Cafe Leib. NSV., Ortsgruppe Gießen-Nord. In der Zeit vom Dienstag, 6., bis Donnerstag, 8. d. M., wird im Bereich der Ortsgruppe Gießen- Nord die Pfundsammlung (Lebensmittelopferring) für den Monat Juni Durchgeführt. Die Hausfrauen werden gebeten, anstelle der Pfundspende Geld zu geben. NSV., Ortsgruppe Gießen-Süd. Von Montag, 5., bis Mittwoch, 7. Juni, findet die Lebensmittel-Opferringsammlung für den Monat Juni durch die NS.-Frauenschaft im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd statt. Die Einwohner- SA.-Standarte 116: Das Spiel begann mit einer merklichen Überlegenheit der SA. Nach anfänglichem Tasten der beiden Mannschaften nach den schwachen Punkten gelang es den SA.-Kameraden bereits in der 10. Minute, durch geschicktes Freistellen im Sturm ein schönes Tor zu erzielen. 5 Minuten später konnte sogar auf zwei Tore erhöht werden. Der Tormann der Luftwaffe war zu weit herausgelaufen und gab dem gegnerischen Stürmer Gelegenheit, ziemlich mühelos einzuschießen. Durch geschickte Zusammenarbeit im Sturm wurde das dritte -tor für die SA. fällig, die sich bei weitem besser fand als die Kameraden der Luftwaffe. Die SA. war immer etwas rascher am Ball. Die Heb erlegen!) eit der Braunhemden sand aber noch deutlicheren Ausdruck. Das Halbzeitergebnis lautete 5:1. Man glaubte allgemein an eine eindeutige Niederlage der Flieger. Es kam aber anders! Die SA. ließ in der zweiten Halbzeit bedenklich nach und gab dem Gegner damit mehr freies Feld. Die Flieger nützten die Schwächeperiode des Gegners aus und verkürzten durch zwei tadellos eingeleitete Tore auf 5:3. In der Folge gab es dann ein gleichmäßig verteiltes Mittelfeldspiel, bei dem aber nichts Außerordentliches mehr zu sehen war. Die Hitze des Tages setzte den Mannschaften mehr und mehr zu. So blieb es denn bei dem Ergebnis von 5:3 Toren für die SA. Das Ergebnis entsprach dem Kräfteverhältnis. SintadungS-Hindernissiaffel. Im weiteren Verlauf des Nachmittags fanden die Hindernis staffel über 20 X V2 Runde und die Einladungs-Hindernisstaffel, an der je eine Mannschaft der Luftwaffe, des NS.- Studentenbundes und der SA. teilnahmen, Aufmerk- samksik. Besonders die Einladungs-Hindernisstaffsl nahm einen hochdramatischen Verlauf. Nachdem die SA. über eine lange Strecke eindeutig im Vorteil lag, ging der Vorsprung durch eine schlechte Wand- überwindung fast ganz verloren, so daß die Studenten aufholen konnten und sie auf den vorletzten 200 Meter Brust an Brust mit den SA.-Kameraden lagen. Fast gleichzeitig gingen die beiden letzten Läufer die letzte Wand an, und nur die um Bruchteile langsamere Ueberwindung der Wand durch den Held Marko. s Von Vuk Karadschiisch. p Vuk Karadschitsch, der Freund Goe- k khes, ist der Begründer der heutigen serbischen Schriftsprache. Seine ganze Liebe i gehörte der reichen dichterischen Volksüber- 1 lieferung der Jugoslawen, die er sammelte < und neu gestaltete. Der kleine Beitrag ver- 1 dient im Hinblick auf den jugoslawischen : Staatsbesuch in Berlin besonderes Interesse. 1 Es gibt keinen Serben, der nicht den Namen des . Königssohnes Marko kennt. Man erzählt, daß Marko viel stärker war als alle vor ihm und nach ihm. Er warf den Speer mit einer Hand, und der war sechsundsechzig Oka schwer. Als Kind war ich einmal im Kloster Kruschedol, wo Marko mit einer Hand einen Ochsen aufhob und herumtrug. Ein Volkslied erzählt, wie er ein Stück härtestes Holz in die Hand nahm und zerdrückte; es ging entzwei.und zwei Tröpfchen Wasser kamen heraus. Ohne Wein konnte Marko es nicht aushalten, und weil er so kräftig und. stark war, konnte er sehr viel vertragen. Von seinem Pferd Scharaz, das heißt der Scheckige, erzählt man, daß eine Fee es ihm geschenkt habe. Andere sagen, daß er es irgendwo kaufte. Ehe er zu diesem Scharaz kam, besaß er viele Pferde, aber keines konnte ihn tragen. Da sah er irgendwo diesen Schecken, und es schien ihm, daß aus ihm ein gutes Pferd werden könnte. Er packte es beim Schwanz, doch es rührte sich nicht. Da kaufte er es und lehrte es Wein trinken. Vom Tode des Marko Kraljewitsch erzählt man mancherlei. Einige sagen, daß ihn ein Fürst Mirt- scheta vom Volke der Karawlachen im Dorf Rowine mit einer goldenen Kugel in den Mund schoß, als die Türken mit den Karawlachen kämpften. Andere erzählen, daß sein Pferd Scharaz in einer Schlacht in einen Donausumpf geriet und daß Rotz und Mann dort den Tod fanden. In Krajina Negotinska erzählt man, daß dieser Sumpf irgendwo in der Nähe von Negotin bei der Quelle Karitschina war. Noch jetzt ist dort ein Moor, und von den dortigen Ruinen einer alten Kirche behauptet man, sie stünden auf Markos Grabe. Andere wiederum berichten, daß einst in einer Schlacht soviele Männer fielen, das; Krieger und Pferde im Blute schwammen. Marko streckte die Hände empor zu Gott und sagte: „O (Sott, was soll ich tun?" Da erbarmte sich (Sott, und auf wundersame Weise gelangten-er und fein Pferd in eine Felsengrotte, rob sie jetzt noch leben. Dort stieß er fein Schwert in einen Stein, legte sich nieder und schlief ein. Und er schläft noch heute. Vor dem Scharaz wächst ein wenig Moos, von dem er ab und zu ein Maul voll frißt, und das Schwert löst sich langsam aus dem Stein. Wenn Scharaz das Moos auf- geftessen hat und wenn das Schwert aus dem Stein heraus ist, dann wird Marko wieder erwachen und dann kommt er wieder in die Welt. Es gibt aber auch welche, die erzählen, daß Marko in die Grotte floh, als er zum ersten Male ein Gewehr sah und es näher betrachten wollte. Er wollte erfahren, ob das Gewehr wirklich fo fei, wie man von ihm berichtete, und dabei schoß er sich durch die Handfläche. Da sagte er: „Jetzt hilft kein Heldentum mehr, da jetzt schon der schlechteste Rost den besten Helden töten kann!" Das Ende eines Hechtes. Von Hans uten Loosen. Wo am Südende des großen Sees Schwarzpappeln, Elsen und Birken sich spiegeln, Weide und Faulbaum mit hochgezogenen Wurzeln ins Wasser steigen, da hat sich das Reth bis zu Mannestiefe vorgewagt. Zwei schwimmende Inseln aus Wurzelwerk von Seggen, Binsen, Schierling, Ampfer, Farnen, Schilf und sauren Gräsern gebildet, einzelne Rohrhorste tragend, sind, je nach der Windrichtung, das offene oder geschlossene Tor zu einem Reich, Das in pflanzlicher und zoologischer Hinsicht eine Welt für sich ist. Ein Binsenstrich, eine reiche Seerosenzone, ein Laichkrautrevier, Das strotzt in Dichte und Wandlung Der Formen; flutende Hänge von Wasserpest und Hornblatt; Dazu Algengewimmel in jeder Farbe und dicke Schleier springender, hüpfender Planktonfauna — das ist das Paradies aller Flossenträger, dessen Bestand und Reichtum begründet ist in einer warmen Quelle, die Das Gefrieren des Wasserspiegels bis in den Jul hinein verhindert. Hier lebt seit Wochen Die urige Hechtin, die sich allerorten spüren, doch niemals fangen läßt. Allemal, wenn die großen Stürme im Herbst das Wasser voll Blasen schlagen, hat sie sich in diesen überwindigen Schlupf zurückgezogen. Hier ist gut sein für Die grobe Schnokin; Karauschen und Bleie, Schuster, Zährten, Marienfische, Maiblecken, Schwarzbäuche und was man sich nur wünscht, Das wimmelt in Den Griepenstengeln, steht im Moder, treibt und, spielt und frißt und wird gefressen. Manchmal ist es fast zuviel des Guten. Dann mutz einer Der Frösche, Die hier auch lange wach sind, zur Abwechslung Daran glauben. Eden hat Die Hechtin solchen aufgeblasenen Gesellen beim Sprungbein gepackt. Sie ist in das Wurzelbett zurückgesunken. Den Bauch im Schlamm, Die Flossen aufgestützt, den Rückenstrayl gemächlich angelegt, verharrt sie mit entspannten Muskeln I chlafend, so täuschend ähnlich ihrer Unterlage, Daß ie für Die Umgebung fast verschwände, wenn nicht die Augen wären, diese lidlosen, starren Lichter, dieses grünlich-gelbe Leuchten in den Blicken aller Räuber ... Just um die Zeit, als draußen sich Die Fischer beim Netzeheben die Augen aussehen, ob unter allen Silberschuppigen nicht dieser eine braune, gehaßte Fisch zu finden ist, verspürt Die Riesin etwas wie Hunger. Dem ist abzuhelfen! Es fahren vor und hinter und über und neben ihr so viele feiste Happen durch Die Flut, Daß außer einem Maul- auffperren keine Arbeit nötig ist, um platzevoll zu werden. Aber sie ist kein Fresser, sondern Jäger. Es ist ihr Stolz, Das Beste weidgerecht zu schlagen. Um Stipperlinge, die in ihrer Nähe tanzen, und Schneider, welche unter einer Wurzel flümern, lohnt es keine Anstrengung. Jetzt aber schiebt ein gelblichweißer Körper durch Den Schwandet. Die grauen Flossen und das schiefe Maul verraten seine Art. Eine Brasse ist's. Gewicht Drei Pfund. Die Hechtin liega wie tot im Bett. Nur Die Lichter und Das Zittern, Das manchmal über ihren Rücken läuft, lassen ahnen, wie sehr sie auf Dem Posten ist. Jetzt stellt Die Brasse sich kopfunter unD kommt näher. Da packt Die Räuberin Die Gier. Noch liegt ie wie ein Stock, doch Die Rückenflosse kommt chon in Bewegung, floppt auf und zu. Nun hebt ie sich auf ihren Rudern. Die Muskeln straffen sich. Der Rücken wird gerade wie ein Pfeil. Jetzt — ein Schraubenschlag Des Schwanzes, sie schießt. Die Kiefern fpcrrenD, hoch. Urplötzlich hat Der Blei den Feind erkannt und wirft sich zur Seite. Um Haaresbreite stößt Die Räuberin vorbei, und der geschrammte Fisch saust in Den Schlamm. Die Hechtin, jedes Ruder abge- spreizt, glotzt einen Augenblick, Dann läßt